December 3808 pjmgjgt kill»usg°g-d-n ■u■ AilfNhm-KeiiiiWiPil der Clttlgregiltllm der Söhne des heiligsten Herren- Jest. Die Congregation besteht aus Ordenspriestern und Ordenslaienbrüdern. Es werden in dieselbe außer Priestern aufgenommen Studenten und Laienbruder. Hiezu wird von der Regel erfordert: 1. Für Studenten: dass sie wenigstens 16 und nicht über 34 Jahre alt, von guter körperlicher Gesundheit, hinreichenden Fähigkeiten, gediegenem und beständigem Charakter, von habituell guter Aufführung, frei von Schulden und Familienhindernissen sind; ferner, dass sie nie in Missionen gewesen sind und nie einer anderen geistlichen Genossenschaft angehört haben, dass sie den aufrichtigen Willen besitzen, Ordensleute zu werden und sich für immer der Mission zu weihen; dass sie so viele Studien gemacht haben, um regelrecht der Philosophie und Theologie sich widmen zu können, zum mindesten jedoch, dass sie die 5. Gymnasial-classe absolviert haben. 2. Für Laienbrüder: dass sie das 20. Jahr vollendet und das 30. nicht überschritten haben, feste Gesundheit und körperliche Kräftigkeit, offenen Sinn und gesunden Verstand, Kenntnis irgend einer mechanischen Kunst oder eines Handwerkes, genügenden Unterricht und Befähigung, um an Ort und Stelle fremde Sprachen zu erlernen, besitzen; dass sie von bürgerlichen und militärischen Verpflichtungen und von Seite ihrer Familien frei sind, keine Schulden oder sonst Verpflichtungen welcher Art nur immer haben; dass sie noch nicht in Missionen gewesen sind und keiner anderen geistlichen Genossenschaft angehört haben; vor allem aber, dass ihre sittliche Aufführung derart ist, dass man mit Grund Gutes von ihnen hoffen kann. Alle müssen zwei Jahre Noviziat machen, worauf ste, wenn nach dem Urtheile der Obern kein Hindernis entgegensteht, die heiligen lebenslänglichen Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ablegen. Die Studenten setzen dann ihre Studien für das Priesterthum fort. Beim Eintritt in die Congregation muss jeder eine bescheidene Ausstattung an Kleidung und Leibwäsche mit sich bringen und soviel Geld, als zur Rückkehr in die Heimat erforderlich ist, wenn solche aus einem triftigen Grunde sich als nöthig erweisen sollte. Nach ihrem Eintritte, seien sie Studenten oder Laien, übernimmt das Institut ihre Versorgung in allem Nöthigen, in Gesundheit und Krankheit, wie für seine Söhne. Behufs Aufnahme in die Congregation ist an den P. Reetor des Missionshauses der Söhne des hlst. Herzens Jesu in Mühland bei Brixen (Tirol) Folgendes einzusenden: 1. Ein Aufnahmsgesuch mit kurzer Lebensbeschreibung und der Erklärung, Ordensmann und Missionär für die Reger lebenslänglich sein zu wollen; 2. das Tauf- und Firmungszeugnis; 3. ein Zittcnzeugnis, ausgestellt vom eigenen Pfarrer; 4. ein ärztliches Gesundheitszeugnis; 5. (bei Minderjährigen) die Zustimmungserklärung des Vaters oder Vormundes; 6. (bei Studenten) die Zeugnisse der absolvierten Gymnasialclassen, besonders der letzten; 7 (bet Laien) im Gesuche angeben, ob sie ein Handwerk verstehen. Stksirorfe f*? k Mik. Organ des Uijsionshaufes der „Zähne des 1)01. Herzens Jesu". Erscheint am (Enöc jeden Monats. Mr. 12. December 1898. I. Jahrgang. Inhalt: An unsere Leser! — Der kleine Neger an seinen Wohlthäter (Gedicht). — Ave Maria (Gedicht). — Marienverehrung bei unseren Negern. — Der Missionsberuf. — Das Fest der Unbefleckten Empfängnis in Gesira. — Leben der Negerknaben in der Antifclaverei-Golonie Gesira. — Der Sudan nach dein Kriege. — Die Feier des Kaiserjubiläums in Kairo. — Unsere Bilder. — Inhaltsverzeichnis des Jahrganges (898. An nufere leset! sßK5?ir bitten die P. T. Abonnenten um baldige Erneuerung des Abonnements für 1899. Der Preis beträgt mit Postversendung fl. T50 (3 Mark). Der Herr hat allen zu Ehren seines heiligsten Herzens begonnenen Unternehmungen und allen, welche zur Verbreitung der Verehrung seines göttlichen Herzens beitragen, besonderen Segen versprochen. Der „Stern der Neger" dient der Sache einer Congregation, welche berufen ist, die Segnungen der göttlichen Liebe den ärmsten Völkern zu bringen und ebendemselben gottmenschlichen Herzen Millionen von Anbetern in Centralafrika zuzuführen. Wir erlauben uns daher die innige Bitte zu stellen: Jeder bisherige Abonnent möge aus Liebe zum göttlichen Herzen und zu den armen Heiden Afrika's wenigstens einen Abonnenten mehr für das Jahr 1899 gewinnen. Die Redaction des „Stern der Reger" Men Unseren Lesern und Freunden münschen wir 8in rsH glückseliges LeujaKr, Sen HinlnrUschen Segen der allen ihren Unternehmungen und Gottes Gnade für Zeit und Ewigkeit. Rer kleine Neger an seinen WchWler. 'ihte bist du doch so gut, du lieber weißer Mann! T Erdrückt ward ich durch Noth fast und Beschwerden; (Sott sannt’ ich nicht; kein kserz schlug mir auf Erden. Da reichtest du die fjanb und nahmst dich meiner an. Zum Ejimmel kenn ich nun die trostreich sichre Bahn, Durch dich kann seht ich ewig glücklich werden. Drum will als dankbar Kind ich mich geberden; Doch ach, dass ich so arm, Sir’s nie vergelten kann! Dein lieben Gott werd’ kindlich ich’s empfehlen Und wenn zu ihm ich komm, es treu erzählen, Was du für mich gethan und vieler Seelen. Für dich dann unaufhörlich bet’ ich droben, Bis er zur Seligkeit auch dich erhoben, Dort werd’ ich dich als Retter ewig loben. B. Mol),um, F. S. C. Die Marienverehrung bei unseren Negern. 267 Zum Thals hüpft ein Bächlein nieder; Bei jedem Schritt es flüstert wieder: Ave Maria! Im nahen Kirchlein, bei den Linden, Wirst immer du ein’ Beter finden. Er schaut zum heil'gen Gnadenbilde, Ist ganz entzückt von seiner Milde — (Er kann nicht stillen mehr sein Sehnen, (Er ruft in Hellen Freuden-thränen: Ave Maria! Bernhard Zorn, F. 8. C. Mmkiiimchmz bei Miseren Neger». ZwT^ie Verehrung Maria's war zu allen Zeiten ein Gradmesser des kirch-lichen Lebens überhaupt: mit der Liebe Maria's steigt und fällt die '/ Wärme des religiösen und kirchlichen Lebens, die Begeisterung für ihren Sohn Jesus Christus und dessen heilige Sache; ja wo man Maria 3d zu ehren aufhörte, nahm auch der Glaube an den Sohn Gottes selbst ab, denn die Mutter Gottes lässt sich in der Verehrung der Gläubigen nicht vom Sohne trennen. Dass die Muttergottes bei den Negerchristen Afrika's besonders verehrt wird, ist eine Thatsache von guter Vorbedeutung für die Zukunft der Religion Christi im schwarzen Welttheile, und unser festes Vertrauen ist, dass durch die Fürbitte Mariens die armen Neger Centralafrika's sich in absehbarer Zeit anbetend vor ihrem göttlichen Sohne niederwerfen werden. Wir haben bereits in Nr. 2 dieses Jahrganges etwas über die Marienverehrung in Afrika gebracht. Der folgende Bericht vom 14. December des Hochwürdigen Oberen der Antisclaverei-colonie Leo XIII. in Gesira liefert einen Beitrag zu diesem Thema, der unseren Lesern willkommen sein lvird. — Der Bericht lautet: Es freut mich sehr, in unserer Zeitschrift „Stern der Neger", die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, die himmlische Königin, den Morgenstern unserer Mission und zugleich wahren Leitstern in den Wogen der stürmischen Welt für unsere lieben Schwarzen, zu ehren und ihre Verehrung zu fördern, ein Mittel gefunden zu haben, um meiner Dankbarkeit Ausdruck zu geben*) und zugleich durch Veröffentlichung der mannigfachen erlangten Gnaden etwas zur Förderung der Ehre der Mutter der Barmherzigkeit beitragen zu können. *) Der Hochw. Schreiber will der löblichen Marianischen Congregation zn Brixen seinen innigen Dank anssprcchcn für wiederholte Sendungen von Gegenständen zugunsten seiner Neger. Anm. d. Red. Schon strahlt die gold'ne Frühlingssonne, Schon jubelt alle Welt in Wonne, Und durch die reinsten Morgenlüfte (Erquickend ziehn die Rosendüfte; Die Lilien stolz ihr chaupt erheben; Zuin lsimmel fromme Grüße schweben: Ave Maria! (Ei wehet durch die Waldesräume Wie stille Andacht, und die Bäume voll (Ehrfurcht ihre Kronen senken: Weißt du, mein Kind, an wen sie denken? — 268 Die Marienverehrung bei unseren Negern. Die Manenverehrung ist ohne Zweifel eine der bevorzugten Andachten unserer theueren Neger. Dass die Neger wahre, treue und eifrige Verehrer Mariens sind und Maria für sie eine besorgte Mutter ist, kann aus folgenden Zeilen ersehen werden. Das erste Wort, das am Morgen beim Erwachen über die Lippen unserer Neger kommt, ist «Deo gratias et Mariae« (Dank sei Gott und Maria); darauf werden drei Ave Maria kniend vor dem Bette gebetet. Am Abend geschieht dasselbe beim Schlafengehen. Wie erbaulich ist es, in diesem Lande des Un-und Aberglaubens beim Läuten des Englischen Grußes unsere Neger ohne jegliche Meuschenfurcht ihr Haupt entblößen und niederknieen zu sehen, selbst wenn fie sich auf freiem Felde und in der Nähe von Muselmanen befinden. Nicht weniger gereicht es zur Erbauung, zu sehen, wie sie ohne alle Rücksichten das Scapulier oder den Rosenkranz als Ehrenzeichen an sich tragen und letzteren täglich gegen Abend nach der Arbeit gemeinschaftlich beten. Die Regierung Pflegt hier alle jene Neger, welche arbeitslos herumirrend betroffen weiden, in die Armee zu stecken. Es geschah schon öfters, dass auch von den unserigen der eine oder andere angehalten wurde. Da zogen sie dann den Rosenkranz hervor, den sie an sich trugen und zeigten ihn den Polizeibehörden mit den Worten: „Ich gehöre der Kirche an". Diese Erklärung und der Rosenkranz als Probe in ihrer Hand genügten, um ihre sofortige Freilassung zu erlangen. Die von unseren Negern meist ersehnten Tage sind die Marienfeste, auf die sie sich durch neun- oder dreitägige Andachtsübungen vorbereiten. Sie lassen es aber nicht bei bloßen Worten und Gebeten bewenden, sondern verlegen sich auch auf die christliche Abtödtung. Zu solchen Zeiten von ihnen ein Opfer oder eine Überwindung aus Liebe und zu Ehren Maria's zu verlangen, wird immer guten Erfolg haben Einer der härtesten Vorwürfe und Verweise ist cs für sie, ihnen bei einem Fehler zu sagen: „Auf solche Weise bereitest du dich auf das Marienfest vor?" Das genügt und macht Eindruck. Kleine Geschichten und Erzählungen, die sich auf die Himmelsmutter beziehen und deren Verehrung befördern, anzuhören oder zu erzählen, ist ihnen die angenehmste Unterhaltung; um dieselben anzuhören, lassen sie das Spiel und alles andere int Stiche. Eine der ersten und gewöhnlichsten Bitten, welche sie bei den Erholungen besonders an Winterabenden an uns richten, lautet: „Pater, oder Bruder, erzähle uns eine Geschichte von der allerseligsten Jungfrau." In ihrem Zimmer befinden sich mit Blumen und Kerzen gezierte und fleißig geordnete Altärchen, welche stets Maria geweiht sind; sie sind ein Beweis der Liebe, von der die Herzen der schwarzen Christen zu Maria glühen. Wie meine lieben Negerlein den Maimonat zu Ehren Maria's verbringen, darauf werde ich so Gott will bei anderer Gelegenheit zurückkommen. Mit Recht verehren diese armen, verlassenen, so tief ins Elend versunkenen schwarzen Kinder Maria und setzen auf sie das größte Vertrauen. Zu wem auch sollten sie in ihrem Elende lieber ihre Zuflucht nehmen als zu dieser Mutter der Barmherzigkeit? Wie Maria ihrerseits sich der armen Neger annimmt, darüber mögen hier nur einige Beispiele Platz finden. Am 8. Juli, Vorabend des Festes Mariä von den Wundern, hielt vor dem Thore des Mädchenasyles ein Karren, auf welchem sich zwischen zwei Begleiterinnen eine arme leidende Negerin befand. Die Begleiterinnen waren gekommen, um Arzneien für die Kranke zu erlangen und diese wieder weiterzuführen. Die Schwester erkannte den gefährlichen Zustand der Kranken, die an hochgradiger Wassersucht litt, und lud die Kranke ein, im Asyle selbst zu bleiben, um so besser geheilt werden zu können, worauf auch diese augenblicklich eingieng; ihren beiden Die Murienverehrnng bei unseren Negern. 269 Begleiterinnen, die dagegen widerstrebten, antwortete sie freimüthig: „Ich habe endlich einen Ort gefunden, welchen ich schon lange ersehnte; ich bin zufrieden und gehe nicht mehr weg von hier." Jenewaren nämlich aus dem Stamme der Bornu, welche als sehr fanatische Muselmanen gelten, und mochten wohl befürchten, die Kranke könnte schließlich als Christin sterben. Die Bornu stehen auch bei uns nicht im besten Rufe; ihren Kindern, 'für welche sie um Aufnahme bitten, wird solche immer mit einigem Bedenken gewährt, weil wir aus Erfahrung wissen, dass der Eltern wegen wenig guter Erfolg zu hoffen ist. Eben sind es größten-theils Bornu, welche mit der sattsam bekannten Zauberin Hadscha das naheliegende Negerdorf Eschisch bewohnen und unsere Bemühungen hemmen, wo sie nur können. Unsere Hadschidscha, das war ihr Name, wurde jedoch ohne Schwierigkeit aufgenommen. Sie fühlte sich unter der liebevollen Pflege der Schwestern glücklich und zufrieden. Die Wassersucht machte aber rasche Fortschritte, weshalb man sich anschickte, sie für die hl. Taufe vorzubereiten. Die ihr beigegebene Schwester fragte sie, ob sie wohl etwas von unserer Religion erfahren hätte. Auf das hin erzählte ihr die Kranke, sie hätte acht Jahre lang in einer koptischen Familie gedient und dort das Christenthum kennen gelernt. Während dieser Zeit habe sie, obwohl nicht Christin, jeden Mittwoch zu Ehren Mariens gefastet und gebetet — bei den Kopten ist der Mittwoch der allerseligsten Jungfrau geweiht —. Als der Ausstand Arabi Pascha's ausbrach, zog ihre Herrschaft von Kairo weg und Hadschidscha trat bei einem Muselmann in Dienst. In dieser unchristlichen Umgebung habe sie von der Verehrung Mariens abgelassen und die mohammedanischen Gebräuche und Gesinnungen wieder angenommen. Jetzt erst, sagte sie, sehe ich es recht ein, wie verkehrt und undankbar ich gehandelt, und erkenne diese Krankheit als eine Strafe der settina Mariam (U. L. Frau). Gerne gebe ich zu, dass ihre liebe Himmelsmntter, um das Seelenheil ihrer einstmaligen Verehrerin bekümmert, diese Krankheit als Mittel zu ihrer Rettung ihr erbeten habe. Durch diese Erklärungen und durch den Gedanken ermuntert, dass ein Marienkind schwer zugrhnde gehe, rückten wir mit dem Vorschlage, sie möchte jetzt Christin werden und sich taufen lassen, offener heraus. Als die sie pflegende Schwester an ihr einige Amulette erblickte, die bekanntlich bei den Moslim eine große Rolle spielen und gegen alles mögliche und unmögliche schützen sollen, machte sie ihr den Vorschlag, diese hinwegzunehmen, da sie ihr in der Krankheit ja doch nicht geholfen, und ihr dafür eine Medaille der allerseligsten Jungfrau umzuhängen, damit Maria sie wiederum als ihr Kind anerkenne. Die Kranke gieng darauf mit Freuden ein; nur zögerte sie ein wenig, die Medaille anzunehmen, weil sie meinte, Maria sei ihr der Untreue wegen jetzt sehr erzürnt; auf die Aufmunterung der Schwester hin aber fasste sie Muth, ergriff die Medaille, küsste sie aufs zärtlichste und gab sie nicht mehr aus den Händen. Die Krankheit verschlimmerte sich, deshalb war es Zeit, sie in den nothwendigsten Glaubenswahrheiten zu unterrichten. Trotz ihres kläglichen Zustandes erklärte sie sich bereit, zu jeder Stunde den Religionsunterricht anzuhören. Als sie die Nothwendigkeit der hl. Taufe erfuhr, ließ sie nicht mehr nach, um dieselbe dringend zu bitten, welche Gnade ihr denn auch am folgenden Tage, Fest der Wunder Mariens, zu theil wurde mit dem Namen „Maria Addolvrata". Einige Minuten später verschied diese bevorzugte Marientochter. Die Geduld in ihren Leiden, die gänzliche Ergebung in Gottes hl. Willen und ihre innige Andacht zur hl. Jungfrau gereichten allen zur Erbauung, sowie ihr fester Wille, in einem Hause der Christen zu sterben. Seit drei Monaten, so erzählte sie uns, fragte ich nach einem christlichen Hause und niemand wollte mir ein solches zeigen. Ich bat darum meine Freundinnen, aber diese wollten schon gar nicht; endlich sagte ich ihnen heute Morgen: Wenn ihr mir keines zeigen wollt, so schleppe ich mich auf die Straße und rufe so lange, 270 Die Marienverehrung bei unseren Negern. bis jemand Mitleid mit mir hat und mich hinführt. Da sie mich so entschlossen sahen, erfüllten sie meinen Wunsch. Die Bekehrung und der Tod dieser Negerin kann als gute Illustration zu unserem schönen Gebete „Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria ..." dienen. Die Verehrung Mariens unter den Muselmanen, besonders bei den Frauen, ist ja der Hoffnungsanker, welcher an ihrer Bekehrung nicht gänzlich verzweifeln lässt, und an welchen sich der Missionär anklammert, wenn er selbe bei ihnen versucht. Sie ist das bevorzugte Mittel, zu welchem man auch hier in der Negercolonie greift und welches beinahe immer mit gutem Erfolge gekrönt wird. Zur Bestätigung dieses mögen noch einige kurz angeführte Bekehrungen dienen. Bei unseren Schwestern wurde auch unlängst eine Negerin, namens Halima, aufgenommen, eine wahrhaft fanatische Mohammedanerin, die nicht nur nichts von unserer Religion wissen wollte, sondern auch es sich zum Ziele setzte, ihre Leidensgefährtinnen im Institute davon abwendig zu machen. Sie betheuerte feierlich, als Muselmanin leben und sterben zu wollen und lehnte den Unterricht in der Religion ganz entschieden ab. Sie war aber krank, und an ein Aufkommen von ihrer Krankheit war nicht zu denken angesichts der sich immer mehrenden Verschlimmerung, welche von Stunde zu Stunde einen plötzlichen Erstickungstod befürchten ließ. Viele Gebete wurden für sie verrichtet, besonders die Mnttergottes von Pompeji angerufen. Am 4. October brachte mir die Oberin als Namenstaggeschenk die frohe Nachricht, die Kranke, welche sich vor einigen Stunden noch geweigert, Christin zu werden, habe dazu gebracht werden können, den Namen Mariens anzurufen, „ja Mariam aininj — o Maria hilf mir", und sofort habe sie dann erklärt, unterrichtet werden zu wollen und als Christin zu sterben. Diese Gnade ward ihr auch zntheil, und nach wenigen Tagen verschied sie. Eine ähnliche Gnade wurde auch einem bejahrten Neger, namens Abdullah!, einem Nubaner, beschieden, der immer als Moslim gelebt, krank in unsere Kolonie aufgenommen, den Religionsunterricht genoss, aber sich nicht bekehren wollte. Noch wenige Stunden vor seinem Tode verharrte er hartnäckig in seinem Unglauben. Da der Pater, welcher ihm beistand, sah, dass alles zureden nichts nütze, so nahm er wie gewöhnlich seine Zuflucht zur Mutter der Barmherzigkeit und bat sie, durch ihre Fürbitte das zu erwirken, was bisher menschliches Bemühen nicht vermocht hatte. Die Hilfe kam in einer Weise, welche man nicht vermuthete. Den dahinsterbenden wie in Schlummer versunkenen Neger mitleidig betrachtend kam dem Pater der Gedanke, ihn der Mutter der sieben Schmerzen mit sieben Ave Maria anzuempfehlen. Noch waren die sieben Ave Maria nicht zu Ende, als der Kranke erwachte und den Pater erblickend sagte: „ Abuna, atini el-mamudia, Pater, gib mir die Taufe, auch ich will Christ sein und als Christ sterben." Weil, wie gesagt, hinreichend unterrichtet, wurde er getauft und erhielt den Namen Josef. Ein paar Stunden nachher entfloh seine rein gewaschene Seele in ein besseres Leben. p. Kranz Keymans, F. S. C. Der UWnslierilf. Brixen, 25. December 1898. Beruf des Missionärs ist nothwendigerweise mit Opfern, Leiden und Uir Ml gemach aller Art verbunden. Gleich beim ersten Schritte muss er sein Theuerstes auf Erden, Vater, Mutter, Geschwister und Heimat verlassen und die Hoffnung auf ein angenehmes Leben für immer aufgeben. Fremdes Land wird nun seine Heimat, wo ihm die Sprache unbekannt, das Klima unzuträglich, das Volk, Der Missionsberuf. 271 für welches er sich aufopfert, oft feindlich gesinnt, Sitten und Gebräuche neu find. Nach langen, oft mit scheinbar geringem Erfolge gekrönten Bemühungen harrt nicht selten seiner ein nach menschlichen Anschauungen bedauernswerter Tod. Trotz alledem gehen doch tausende von Missionaren in die wilde Welt hinaus, den Gefahren trotzend und nichts sehnlicher wünschend als den Tod von der Hand derjenigen zu empfangen, deren Heil sie ihr Leben geweiht. Hier muss also etwas reelles, erhabenes, begeisterndes zugrunde liegen. Der bloße Gedanke, der leidenden Menschheit zuhilfe zu eilen, das Verlangen, verthierten Menschen die Anschauungsweisen und Cultur des gebildeten Welttheiles beizubringen, sind wohl Beweggründe, die hie und da zu einzelnen großmüthigen Thaten den Antrieb geben können, sind aber keineswegs geeignet, eine so beständige, Jahrhunderte hindurch fortdauernde Erscheinung von Opfergeist zu erzeugen, zu nähren und zu erhallen. Die Idee, welche den Glaubensboten belebt, ist die, dass er den Menschen und durch den Menschen die ganze sichtbare Welt zum letzten, allein nothwendigen Ziele führt. Möge es gestattet sein, diesen Satz kurz zu erklären. Als Gott bie Grundfesten der Erde gründete, ihren Schoß mit unermesslichen Schätzen bereicherte, ihre Oberfläche mit buntester Thier- und Pflanzenwelt belebte und darüber den blauen, silberdurchstickten Pavillon ausbreitete, hatte er gewiss die Absicht, dem zu erschaffenden Menschen einen zeitweiligen schönen Palast zu bereiten, aber als letztes Ziel des ganzen Weltbaues konnte er in letzter Absicht nur das bezwecken, dass der Mensch aus der Betrachtung und dem Nutzen der Geschöpfe sich zum Schöpfer emporhebe, ihn erkenne, lobe und liebe. Seine unendliche Weisheit selbst konnte der Schöpfung keine andere, weder höhere noch niedrigere Bestimmung geben, da das höchste Ziel nur das höchste Gut sein kann und muss. Sie hat deshalb in die ganze Natur derart die Spuren der Gottheit eingeprägt, dass sie in ihrer Gesammtheit wie in jedem ihrer kleinsten Bestandtheile auf ein unendlich vollkommenes Wesen Hinweisen. Sagt dir nicht jedes Atom, dass nur ein Allmächtiger dasselbe aus dem Nichts in das Dasein hervorrufen konnte? Die Schönheit und Ordnung des Weltalls regen dich zur Bewunderung und zur Liebe an. Schaue einmal in einer schönen Nacht den weißen Silbersand, der auf dem blauen Zelte über dir ausgestreut ist! Fühlst du nicht, die Größe Gottes dich niederdrücken? Der Gedanke, dass alles auf mittelbare oder unmittelbare Weise zu deinem Nutzen erschaffen ist, erweckt er nicht in dir die Liebe zu 'deinem Wohlthäter? Indem die sichtbare Welt den Menschen zur Erkenntnis und Liebe des Schöpfers antreibt, führt sie nicht nur sich, sondern auch ihn zum letzten, nothwendigen Ziele, weil eben in der Erkenntnis und Liebe dessen letztes Ziel besteht, denn als mit Verstand und Willen begabtes Wesen kann er nur im Besitze der höchsten Wahrheit und des höchsten Gutes seine vollkommene Zufriedenheit finden. Die Herrlichkeit Gottes und unsere Seligkeit gehen also Hand in Hand, ergänzen und vervollkommnen sich gegenseitig, das ganze Weltgebäude kann nur durch die Erkenntnis Gottes und die Liebe zu ihm, das heißt durch das Heil der Seelen, zum letzten Ziele geführt werden. Und das ist die große Aufgabe des Missionärs, durch das Heil der Seelen die ganze Welt zu ihrem Urheber zu führen. Das ist es, das ihn belebt, begeistert und ihm Kraft gibt, allen Gefahren fest und muthvoll die Stirne zu bieten und dem Tode nicht nur mit furchtlosem Auge entgegenzusehen, sondern sich auch nach ihm zu sehnen. Wie viele lebensfrische, talentvolle, nach Großem strebende Jünglinge wissen oft nicht, wo sie angreifen sollen! Unschlüssig bei sich selbst, bauen sie in der fernen 272 Fest der Unbefleckten Empfängnis in ©efim. Zukunft goldene Luftschlösser und kommen dann leider nur zu oft auf keinen grünen Zweig. Bald erscheint ihnen diese, bald jene Laufbahn als die schönste oder doch als eine ehrenvolle vor den Menschen; oder wenn sie auch nicht über das Alltägliche hinausgeht, so werden sie doch unter ihren Standesgenossen hervor-, wenn nicht gar über alle hinausragen. Wie es auch immer sein mag, sie wollen ihre schönen Fähigkeiten geltend machen und der Welt zeigen, was sie zu leisten vermögen. Großmüthige Herzen, ihr seid höherer Bestimmung würdig! Strebet nach dem wahrhaft Großen, dem göttlichen; vergöttlichet, veredelt eure Wünsche! Weihet euch dem größten aller Werke, der Verherrlichung Gottes durch das Heil der Seelen, dem Ziele alles Daseins. Gott selbst kann weder euch, noch sich ein höheres Ziel vorstecken! wenn er auch noch tausende von Welten erschaffen wollte, immer wird er seine Herrlichkeit im Heile der Seelen in letzter Absicht bezwecken. Dieses Ziel steckte er der Menschwerdung und Erlösung Christi vor, dieses allen Werken seiner göttlichen Vorsehung, dieses der hl. Kirche. Im strengsten Sinne des Wortes ruft der Areopagit euch zu: „Das Göttlichste des Göttlichen ist, mitzuwirken an dem Heile der Seelen." p. Manz Schitilio, F. S. C. Ins fest btt lliiMi'iMfii linjifnnpis in (Min. Gesira, 17. December 1898. der wirksamsten Mittel, die dem Missionär zugebote stehen, um das Reich Christi unter den Ungläubigen auszubreiten und zu befestigen, sind unstreitig die sogenannten Volksmissionen, welche wo möglich ein-mal jährlich stattzufinden pflegen. Die Person des außerordentlichen Predigers, die möglichste Zurückgezogenheit von jeder Art weltlicher Zerstreuung, die häufigeren Andachtsübungen, vor allem aber die planmäßige Anordnung der täglich sich mehrmals wiederholenden Predigten vereinigen sich, um das Wort Gottes mit ungehinderter Kraft auf das. Herz des Menschen neiwirken zu lassen, so dass er die Abirrungen von seinem Lebensziele lebhafter erkennt fund in ihm der Entschluss einer ernstlichen Lebensbesserung zur Reife gelangt. Auch in unserer Negercolonie wird daher jährlich eine kleine Mission gehalten. Dieselbe dauert drei Tage und dient zur Vorbereitung auf das Fest der Unbefleckten Empfängnis. Letzteres ist der für die Feier der ersten hl. Communion festgesetzte Tag, weshalb der 8..December sowohl den Missionären als ■ auch den Negern der Colonie ein hochwichtiger, unvergesslicher Festtag ist. Den Lesern wird es daher gewiss interessieren, über den Verlauf der diesjährigen Festfeier und der derselben vorhergehenden Mission etwas Näheres zu vernehmen. Es war am Abend des 3. December des Festes des hl. Franz Xaver, als aus der Pfarrkirche in Kairo einer der dortigen Franciscaner-Patres in der Colonie eintraf, um die Mission in arabischer Sprache zu halten. Bald nach seiner Ankunft wurde die Mission feierlich eingeläutet. Der Lärm auf dem Hofe vor dem Missionshause, auf dem unsere Knaben soeben noch ihren gemeinschaftlichen Spielen oblagen, hat nun ein Ende. Letztere stellen sich in zwei von einander geschiedenen Abtheilungen vor dem Thore auf und begeben sich dann, paarweise geordnet, unter der Führung der zwei aufsichtsführenden Brüder zur nahen Kirche, um der ersten einleitenden Predigt beizuwohnen. Die verheirateten Neger-haben ihre Arbeit auf den Feldern oder in den Werkstätten der Colonie soeben eingestellt und schließen sich den Kirchengängern an. Die Negermädchen sind wie Fest der Unbefleckten Empfängnis in Gefira. 273 gewöhnlich die ersten auf ihren Plätzen in der Kirche, da diese an die von unseren Missionsschwestern geleitete weibliche Erziehungsanstalt dicht anstößt. Hier und da vor der langen Häuserreihe flackert noch ein kleines Feuer unter einem niedrigen blechernen Apparat, der als Ofen dient und in Ermangelung eines Rauchfanges stets außerhalb der Wohnung zur Verwendung kommt. Davvr sitzt die schwarze Hausfrau und ist mit der Zubereitung sudanesischer Kesrafladen, das Hauptnahrungsmittel unserer Neger, beschäftigt. Doch bald sind die Feuer auf der ganzen Linie erloschen, die ganze schwarze Gesellschaft ist in der Kirche versammelt und lauscht den Worten des Predigers, der sein Möglichstes thut, um in vulgärem Arabisch die ersten Wahrheiten unseres Glaubens und ihre Anwendung auf das praktische Leben verständlich zu machen. „Gut angefangen, ist halb vollendet", sagt das Sprichwort. Auch während der folgenden Tage war die Haltung der Neger eine durchaus ernste, was umsomehr anzuerkennen ist, als der Neger im allgemeinen ein flatterhaftes Wesen VompejuZsäulr in Alexandrien lAegizplen). znrISchau trügt. Unsere Knaben hielten sich von ihren Spielen gänzlich fern und beobachteten den Tag hindurch tiefes Stillschweigen. Anstatt sich tote gewöhnlich mit Ball- oder Kegelspiel die Zeit zu vertreiben, gieugen sie während der freien Zeit im Hofe oder im Missionsgarten ans und ab und waren entweder mit dem Abbeten des Rosenkranzes oder mit der Lesung eines geistlichen Buches beschäftigt. Diese geistige Zurückgezogenheit hat sich bei ihnen als ein von der Mission unzertrennlicher Brauch bereits eingebürgert; daher hat man nicht einmal nöthig, sie dazu ausdrücklich aufzufordern. Das Beispiel der Missionäre, welche jährlich eine volle Woche hindurch die geistlichen Exercitien machen und denen außerdem monatlich eine eintägige Geistessammlung durch die Ordensregel vorgeschrieben ist, hat ihnen längst die Überzeugung beigebracht, dass die geistige Zurückgezogenheit zu einer wahren Geisteserneuerung unumgänglich nothwendig ist. Selbst im Negerdorfe, wo es sonst oft recht lebhaft hergeht, wird jede lärmende Unterhaltung geflissentlich vermieden. Ich wollte prüfen, ob es den Leuten wirklich so ernst mit 274 Fest der Unbefleckten Empfängnis tu ©efiru. der Beobachtung des Stillschweigens gemeint sei und stellte irgendeine Frage an eine Negerin, die sich vor allen anderen durch ihre Zungenfertigkeit auszuzeichnen pflegt. Doch da legte sie bedeutsam den Finger auf ihren Mund, um mir die Pflicht des Stillschweigens ins Gedächtnis zu rufen. Auch drüben aus der Mädchen-anstalt ist den Tag hindurch jeder Lärm verbannt. So war über der ganzen Colonie während jener drei Tage eine solche Ruhe ausgebreitet, dass man sich in ein Trappistenkloster oder in eine Einsiedelei versetzt glaubte. Der viermaligen täglichen Predigt wohnten alle, Jung und Ali, mit Eifer bei. Keiner fehlte, der nicht durch rechtmäßige Gründe entschuldigt war. Dass die Worte der Predigers nicht wirkungslos verhallten, das bewiesen die zahlreichen Beichten, welche am Vorabende des hohen Festtages abgelegt wurden. Zum Schluss wurde als Danksagung ein feierliches Te De am gesungen und dann der Segen mit dem hochwürdigsten Gute ertheilt. Darauf schied der Missionsprediger von dannen, da er wegen nothwendiger seelsorglicher Aushilfe nicht länger auf der Colonie verweilen konnte. Auch er war von dem ernsten gesammelten Benehmen unserer Neger sichtlich erbaut und konnte nicht umhin, ihnen dafür öffentliches Lob zu spenden. Die allgemeine Communion fand am Festtage in der Frühmesse statt, die wie gewöhnlich um 6 Uhr begann. Die Kirche war mit Grün und Fahnen, mit Blumen, Guirlanden und Draperien reich ausgeschmückt. Am Altare brannten zierlich geputzte, mit rothen Bändern umwundene Kerzen. Den Fußboden deckt ein zierlicher Teppich, und verschiedene, auf rothen Stäben aufgesteckte buntfarbige Kirchenlampen erhöhten nicht wenig das festliche Aussehen der an sich ärmlichen und schmucklosen Kirche. Die Gebete vor und nach der hl. Communion wurden von einem Negerknaben laut vorgebetet. Um 8 Uhr war eine feierliche Taufe. Der Täufling Aloysius Mohammed, ein Halbneger aus dem Stamme der Hadendoa, ist den Lesern dieser Zeitschrift bereits bekannt, da wir seine Lebensgeschichte in der August-Nummer des laufenden Jahres ausführlicher erzählt haben. Hierauf folgte ein feierliches Levitenamt, welches vom Hochw. P. Hugo La risch, F. S. G. mit Assistenz celebriert wurde. Den Chordienst versahen wie gewöhnlich unsere Negerknaben, während der Gesangchor unter Mitwirkung mehrerer Missionäre eine vierstimmige Messe von I. B. Moli tor zur Aufführung brachte. Fünf Knaben und zwei Mädchen näherten sich in der hl. Messe zum erstenmale dem Tische des Herrn. Dieselben hatten in der Nähe des Altars in einer für sie hergerichteten und mit rothem Stoff bekleideten Bank Platz genommen. Der Seelsorger der Colonie hielt nach dem Evangelium eine kurze Ansprache, worin er den Erstcommunicanten das hohe Glück schilderte, das ihnen der Herr an diesem schönsten Tage ihres Lebens beschieden habe. Gewiss haben sie dieses Glück verkostet, als der Herr unter der sacramentalen Brotsgestalt selbst in ihrem Herzen Einkehr nahm, da sie sich auf den Empfang mit allem, wie mir scheint, durchaus sachgemäßen Eifer vorbereitet hatten. Der gütige Leser möge mir hier eine kleine Abschweifung erlauben! Die Vorbereitung der Kinder auf die erste hl. Communion spielt gewiss eine wichtige Rolle in der Jugenderziehung. Die Ermahnungen und Rathschläge, die ihnen im Beichtstühle, in der Schule oder im privaten Verkehr gegeben werden, stndeu alsdann geneigtes Gehör. Das Communionkind sieht ein, dass man mit Recht in seinem Benehmen eine Wandlung zum Bessern verlangt, weshalb es auf Ablegung seiner Fehler ernstlich bedacht ist. Lässt es sich irgend eine Unordnung zu Schulden kommen, so trifft es der tiefverwundende Vorwurf: „du willst demnächst die hl. Communion empfangen?" Dieser Tadel geht ihm sicher zu Herzen und hat oft den Muthwilligsten und Flatterhaftesten zur Besinnung gebracht. Einen sprechenden Beweis liefert uns hiefür Constantin, einer unserer diesjährigen Erst- Fest der Unbefleckten Empfängnis in 275 communicmtten. Als er uns vor etwa zwei Jahren von seinen katholischen Eltern zur Erziehung übergeben wurde, war er ein Wildfang erster Classe. Alle Ermahnungen und Drohungen waren erfolglos. Auch in der Schule machte er den Lehrern durch sein muthwilliges Wesen viel zu schaffen. Selbst härtere Strafen genügten nicht, um seinen jugendlichen Übermuth zu brechen. Doch als es sich bniin um die Zulassung und Vorbereitung auf die erste hl. Communion handelte, wollte er nicht vor seinen Altersgenossen zurückbleiben. Er nahm sich daher zusammen, wurde gelehrig und gehorsam, in seinem ganzen Benehmen hat sich seitdem eine sichtliche Besserung vollzogen. Wie die Kinder zur Vorbereitung auf die erste heilige Communion ernstlich bestrebt sind, ihr sittliches Betragen zu verbessern, so entfalten sie auch einen außerordentlichen Eifer, um ihre religiösen Kenntnisse soviel als möglich zu erweitern. Der Erstcommunicantenunterricht ist daher bei normalen Verhältnissen der lohnendste und dankbarste. Selbst die beschränktesten Knaben raffen sich alsdann zu erstaunlichen Leistungen auf; sie lassen sich in der Erlernung des Katechismus von ihren mehr fortgeschrittenen Mitschülern energisch unterstützen und machen ungeahnte Fortschritte. Auf diese Weise hat es Musa, ein Waisenknabe von etwa 12 Jahren zuwege gebracht, dass er Heuer unter den Erstcommunicanten Platz fand. Seine geistigen Anlagen lassen allerdings vieles zu wünschen übrig; außerdem hat er ein fehlerhaftes Sprachorgan, das ihn hindert, gewisse Laute deutlich auszusprechen. Doch der Junge hat dabei einen guten Willen, ist unter» würfig und gibt betreffs seiner sittlichen Aufführung zu keiner Klage Anlass. Es gieng daher nicht an, ihn seiner mangelnden Anlagen wegen auf ein Jahr zurückzustellen. Letztere werden ja im nächsten Jahr just dieselben sein wie heute; ein wesentlicher Fortschritt im Verständnis des Katechismus erscheint somit mehr als fraglich. Vielleicht würde auch der Verdruss und die Beschämung des braven Knaben noch hindernd dazntreten. Die Kirche ist übrigens auch den Erstcvmmuni-canten eine liebe, milde Mutter; sie verlangt bloß, dass das Kind imstande sei, die hl. Communion von der gewöhnlichen Speise zu unterscheiden. Wie sehr die Vorbereitung auf die erste hl. Communion die Kinder antreibt, im Religionsunterricht möglichst Fortschritte zu machen, das sehen wir noch ganz besonders an Alfred, einem anderen Erstcommunicanten, dessen wir hier noch kurz Erwähnung thun wollen. Vor einem Jahre brachte ihn seine Tante auf unsere Colonie mit der Bitte, den Knaben katholisch zu erziehen und ihm wo möglich bald die hl. Taufe zu ertheilen. Sein Vater, ein Engländer und seiner Religion nach Protestant, lag damals in einem Hospital in Kairo krank darnieder und schied bald darauf aus diesem Leben. Seine Mutter, welche aus einer in der Nähe Kairos angesiedelten Familie stammt, hat der Knabe nie gekannt, da sie während seiner zarten Kindheit bereits ihren Mann verließ und seitdem verschollen ist. Alfred hatte vor seiner Aufnahme in die Colonie eine protestantische Schule in Kairo besucht, kannte jedoch von der christlichen Religion kaum mehr als den bloßen Namen. So war er in religiöser Gleichgiltigkeit aufgewachsen. Umsomehr erstaunten wir daher über seinen Fleiß und das lebhafte Interesse, das er gleich nach seinem Eintritte Hierselbst für den Religionsunterricht an den Tag legte. Schon am letzten Pfingstfeste konnte er die hl. Taufe empfangen, und nun ist er dank seiner Ausdauer und seinem guten Erfolge in Erlernung des Katechismus bereits unter den Erstcommunicanten. Alfred ist gegenwärtig 13 Jahre alt, strebsam und wissensdurstig und wird bald nach unserer Missionsstation in Assuan abreisen, wo er auf Anordnung des Hochwst. Apostolischen Vicars seine weitere Ausbildung erhalten wird. Möge er auf dem guten Wege verharren und, wenn es so dem Herrn gefüllt, später der Mission als Lehrer oder Katechet nützliche Dienste leisten. 276 Leben unserer Negerknaben. Nach der hl. Messe wurden die Erstcommunicanten in das Hans der Missionare geleitet, wo sie einem eingeführten Gebrauche gemäß im Empfangsziminer bewirtet wurden. Als Andenken an die erste hl. Communion erhielt jeder ein eingerahmtes Bild mit entsprechender Darstellung und Widmung. Dasselbe wird von ihnen hoch in Ehren gehalten und sorgfältig aufbewahrt. Wird das Communion-kind später heiraten, so nimmt es das Bild als kostbares Heiligthum mit sich in sein neues Heim und räumt ihm unter den Bildern, die seine Wohnung schmücken, gewiss einen vornehmen Platz ein. Mögen die Goldrahmen daran auch längst verblasst sein, mag das Bild selbst verzogen und das Glas fleckig geworden sein, so wird es doch in manch stiller Stunde nach dem Andenken Hinblicken und in frommer Erinnerung sagen: „Das war der schönste Tag meines Lebens!" P. Soscpl) Miller, F. S. C. (Schluss) Neger etwas anzulernen, dass sie sich sesshaft niederlassen und nicht bei der nächsten Wetterwendung alles im Stiche lassen und Soldat oder weiß Gott was werden, darauf müssen wir hinarbeiten. Man ;.5tWrtr'. kann sich daher vorstellen, dass es den in Werkstätten thätigen Brüdern weder an Geschicklichkeit noch an Geduld und Liebe fehlen darf. Nach einem Leben zügelloser Freiheit auf einem Stuhl festgenagelt zu sitzen und schweigend zu arbeiten, ist keine Kleinigkeit. Auch in Europa kostet es viel Hiebe, bis die Lehrlinge Sitzleder bekommen. Am Ende jedes Jahres findet in Gegenwart des Hochwst. Herrn Bischofs und anderer hoher Persönlichkeiten aus Kairo eine kleine Ausstellung der von den jungen Künstlern verfertigten Gegenstände statt, die gewöhnlich mit der Preis-vertheilung an die Schule verbunden ist. Die hohen Besuche haben sich immer sehr lobend über die Fortschritte im Handwerk airsgesprochen. Die Arbeit und die Schule dauern mit einer viertelstündigen Unterbrechung bis 11 Uhr. Über Schule und Handwerk wird der Katechismus nicht vergessen. Jeden Tag um 11 Uhr ist Religionsunterricht für die, welche sich auf die hl. Sacra-mente vorbereiten. Fleiß, Liebe, Geduld und die Gnade Gottes thun hier vieles. Die ganze Ordnung im Hause, das anständige Benehmen in Kirche und Schule, das Streben nach Frömmigkeit und guter Sitte verdanken ihr Dasein dieser Stunde. Dreimal in der Woche ist Katechismus für die Christen und Muselmänner zusammen. Zum Unterschiede von manchen Weißen liebt der Neger den Katechismus und lernt ihn mit großer Freude und Vorliebe. Selbst der alte Neger hört gern den Katechisnius. Die Milde und Nachsicht, welche die christliche Religion den Herrschenden gegen die Unterthanen empfiehlt, die Almosen, die sie dem Reichen zur Pflicht macht, und das allgemeine Gebot der Nächstenliebe müssen den Neger erheben. Eine Religion, die ihn als freien, nach Gottes Ebenbild erschaffenen Menschen vertheidigt, nicht weniger als einen Kaiser und einen König, und ihm eine nahe Erlösung in Aussicht stellt, muss er lieben. Die Begabteren, die arabisch lesen können, nehmen den Katechismus zur Hand; die, welche nicht lesen können, werden von einem Befähigteren in ihrem Leben unserer Negerknaben. 277 Eifer unterstützt, setzen sich mit ihm in die Schule oder in den Schatten im Hof und lassen sich die Antworten des Katechismus hersagen. Unzähligemale muss die Lection wiederholt werden, bis sie in den Köpfen sitzt. Der kleine Lehrer, so geduldig er auch sein mag, kommt hie und da, wenn es gar nicht vorangehen will, zum Pater und beklagt sich über seine Nichterfolge oder haut selbst, wenn er seinem Publicum gewachsen ist, mit einer Ruthe darein. Die so eingelernten und eingeprägten Bnchantworten werden dann vom Katechisten leichter und fasslicher erklärt. DieErwach-senen des Negerdorfes haben täglich nach Schluss ihrer Arbeiten eine V2 Stunde Religionsunterricht, und alle Sonn- und Feiertage findet ein solcher für die ganze (Monte in der Pfarrkirche statt. So kommt es, dass unsere Monisten ihren Katechismus besser tvissen als mancher Weiße in Europa und den Katechismus nicht Hänölev in Nairn. bloß in der Schule bei-beibehalten, sondern auch außerhalb derselben und außer dem Hause an freien Mittagen, wie ich selbst Beispiele sah, ihn zur Hand nehmen, um das, was man seinerzeit im Kreise gehört und hundertmal wiederholt hatte, bis es zum Eigenthum des widerwilligen Kopfes geworden ist, mit Freude nun fleißig zu lesen und zu wiederholen. Es ist eine Freude, trotz all der Geduld, die anzuwenden ist, den Katechismus zu erklären, weil die Katechumen alle voll des besten Willens von der Welt sind, der ihre schlechten Erfolge unbestrafbar macht, und oft ganz originelle Fragen und Antworten den Unterricht erheitern und anregen. Bei den Erwachsenen, die viele Jahre in ©datiern verbracht haben und infolge der menschenunwürdigen Behandlung und der ausgestandenen Leiden geistig stumpf geworden sind, kostet es die allergrößte Mühe, bis auch nur das Aller-nothwendigste eingeprägt ist, um die hl. Sacramente empfangen zu können. Gegenwärtig kommt nach dem Essen ein alter Neger und lernt, während draußen im Hofe gespielt und gelärmt wird, von einem elfjährigen Negerlein die Anfänge des Katechismus. Der' Alte benimmt sich dabei mit ganz bewunderungswürdiger Einfalt und bittet, auch wenn etwas schon hrmdertmal gesagt worden 278 Leben unserer Negerknaben. ist, um nochmalige Wiederholung des Gesagten. Nach einer halben Stunde ist die Schule aus, und der alte Schüler geht wieder an die Arbeit. Um auch das weibliche Geschlecht nicht zu übersehen, muss ich sagen, dass hier die allergrößte Schwierigkeit herrscht. Dumm, abergläubig und eitel und obgleich von der muselmanischen Religion aus dem Paradiese ausgeschlossen, und als geborne Sclavin betrachtet, scheint dieses Geschlecht einen doppelten Fluch ans sich zu haben und will von der vornehmen Stellung der Frau in der christlichen Religion und Ehe nichts begreifen. Jedenfalls werden die fleißigen Schwestern noch ihre Arbeit haben, bis sie ihre Geschlechtsgenossinnen zum Grundstock des Christenthums gemacht haben, wofür man die Frauen in Europa hält. Eine Zeit schönen Strebens und untadelhaften Benehmens ist die Vorbereitung aus den Empfang der hl. Sacrämente. Es ist rührend mitanzusehen, wie durch Fleiß und gutes Betragen sie sich der hl. Taufe würdig zu machen suchen, und wie sie die Strafe fürchten von dem Empfang der hl. Sacramente noch auf einige Zeit ausgeschlossen zu werden. Keine Drohung ist wirksamer als diese : wenn du nicht brav und fleißig bist, musst du noch mit der Taufe warten. Im übrigen wird mit der Taufe geraume Zeit gewartet, bis der Katechumen gut vorbereitet ist und durch sein Leben und seinen geänderten Wandel gezeigt hat, dass er Christ sein und als solcher leben wolle. Es kann 2—3, bei Erwachsenen 5—10 Jahre anstehen, bis die Taufe, trotz alles Bittens, gewährt wird. Wenn aber dann nach einer solchen Probezeit der Neger doch aushält, darf inan schon annehmen, keinen leeren Namen ins Taufbuch zu schreiben. Die Mission ist zu dieser hart scheinenden Maßregel durch die Zeit gezwungen worden: Verschiedene Neger, die vor der Taufe demüthig und bescheiden waren, sind nach- der Taufe eitel und anmaßend geworden, weil sie so schnell Christen geworden waren. Andere, im ersten Eifer mit der Taufgnade beschenkt, sind nachher hinausgegangen und haben dem Glauben wenig Ehre gemacht. Wir wollen nicht möglichst viele Taufen — sondern getaufte gute Christen. Bei Erkrankung und Todesgefahr muss natürlich die hl. Taufe auch bei zarten Dispositionen ertheilt werden. Wenn die inneren Hindernisse gegen den Empfang der hl. Taufe weggeräumt und alle Vorbedingungen von Seite des Täuflings vorhanden sind, in das Reich Gottes auf Erden zu treten, kommen oft noch äußere Schwierigkeiten, die den Empfang des hl. Sacramentes wieder verschieben oder ganz fraglich machen. Es kostet dem Missionär nicht wenig, nach langer Arbeit seine schönen Erfolge von Seite fanatischer Muselmänner in Frage gestellt oder unmöglich gemacht zu sehen. Wir haben gegenwärtig einen Negerknaben, dem seine Mutter mit dem Dolche drohte, wenn er sich die Taufe geben lasse. In vielen Füllen werden, wenn auch nur der Verdacht vorhanden ist, es möchte der Sohn der christlichen Religion zugeneigt sein, solche Kinder einfach fortgenommen. Weinend und schreiend klammerte sich ein solcher Knabe mit der einen Hand an die Hausthüre, mit der anderen an den Talar des Missionärs und bat seinen Vater, ihn in der Mission zu lassen. Der fanatische Mann ergriff sein Kind und zog es unter Flüchen an einem Fuße aus dem Hofe. Da bleibt eben nichts anderes übrig, als die armen Kinder auf die Zukunft zu vertrösten, wo sie Herr ihrer selbst werden, und für sie zu beten- — Es gibt Beispiele von Kindern, die nach ihrer gewaltsamen Entfernung aus dem Missionshaus ihren Glauben im Herzen bewahrt haben und sich später taufen ließen. Der Tag der hl. Taufe ist immer ein großer Freudentag für den Täufling und die ganze Gemeinde. Daher ist so eine Tauffeier immer ein starker Ansporn für die Katechumen, eine wirksame Section für die zurückgebliebenen Faulen oder Feigen, und das neue Leben des Getauften ist ein Predigt, viel wirksamer als die des Missionärs, weil eben ein Schwarzer einem Schwarzen predigt. Leben unserer Negerknabcn. 279 Das Gleiche gilt auch von den anderen Sacramenten, besonders von der hl. Beicht und Communion. Wenn einmal der Eintritt ins kleine Häuschen offen steht, wo man die Sünden dem Pater sagt, lässt der Tag der ersten hl. Communion nicht mehr lange auf sich warten. Der Tag der ersten hl. Communion ist wie in Europa mit großer Feierlichkeit verbunden, damit er auf ewig in Erinnerung des Coni-municanten bleibe. Nachher frequentieren sie den Tisch des Herrn beinahe alle drei Wochen. Größere kirchliche Feste namentlich Marienfeste, gehen nicht ohne zahlreiche Communionen vorbei. Wer die hl. Taufe empfangen hat, darf anfangen, dem Priester bei der Messe zn dienen und wird als kleiner Cleriker bei den verschiedenen Andachten und Verrichtungen in der Charwoche, am Frohnleichnamsfest u. s. w. verwendet. Obwohl es für diese Dienste keine Belohnung gibt, entsteht doch nicht selten Streit über die Ehre, bei besonderen Feierlichkeiten am Altare mitzuwirken. Das Verständnis und die Geschicklichkeit für ein Auftreten in der Kirche und der ganz besondere Anstand, mit welchem die verschiedenen Rollen aufgeführt werden, hängen wieder mit der Eindrucksfähigkeit des Negers in Bezug auf alles Pompöse, Feierliche und Solenne zusammen. In der Liturgie verträgt er wie der Orientale keine Scherze und keine Gleichgiltigkeit, und weiß auch nichts von Menschenfurcht und Menschenrücksicht. Die Hochämter und feierlichen Segenandachten und Procesfionen können daher mit aller erforderlichen Pracht und Würde veranstaltet werden; ich habe noch nie entdecken können, dass so ein junger Lichtträger, Rauchfassträger oder Ceremonist durch Fehler oder Mange! an Ehrfurcht die Einheit und Regel- rechtigkeit der heiligen Handlungen störte. Wie das lebendige gute Beispiel die Übung des Guten als ins Leben übertragbar beweist und zum Guten anleitet, namentlich bei Leuten, die wenig Schulung besitzen und innerlich noch ganz unentwickelt sind — so vermag auch der äußere Ritus unserer hl. Kirche zum Verständnis der Geheimnisse und Glaubenswahrheiten, welche er umgibt und sinnlich wahrnehmbar gestaltet, viel Licht zu bringen und das Herz so von aller Außenwelt abzutrennen, dass es ganz Gott anheimgegeben, für einige Augenblicke ihm allein lebt. In Anbetracht der großen Wirkungen, die beim Neger der Glanz und die Ausstattung des Gottesdienstes hervorbringen, wird die sehr niedrige und in ihrer Bauart eher mit einem Stalle oder einer Scheune vergleichbare Kirche zum heiligen Joseph an Festtagen mit Draperien, Fahnen, Blumen u. s. tu. ausgeschmückt, so dass ihre eigene Armseligkeit nicht mehr auffällt und der Neger, wenn er alles geputzt und geschmückt vorfindet, auch seinerseits dem Herrn durch Dankesacte, Versprechen, Vorsätze und erhabene Gefühle sich, schenke und innerlich keinen Contrast mit der schönen äußeren Harmonie bilde. Äußerlich sind sie mit ihren glänzend schwarzen Gesichtern, feurigen Augen, schneeweißen Zähnen und in blendend weißen Festtagskleidern in langen Reihen andächtig dakniend, der schönste Schmuck des Gotteshauses. Ihr ausgezeichnetes Musikgehör macht die Aufführung echt kirchlicher Musik möglich. So werden z. B. die Messen von Haller und andere mit schönem Verständnis ausgeführt und mit Exactheit, zumal da auch das schwarze Publicum wohl aufmerksam wird, wenn Fehler vorkommen. An allen Sonntagen findet um 8 Uhr morgens der Gottesdienst mit arabischer Predigt, nachmittags Christenlehre mit Andacht statt. An Festtagen wird ein feierliches Amt gesungen. Einmal im Jahre, zur Vorbereitung auf das hl. Weihnachtsfest, wird nunmehr auf Wunsch und Antrieb der Neger selbst eine kleine Mission abgehalten, die in einer viermaligen Predigt durch drei Tage hindurch, sowie in Beobachtung 280 Leben unserer Negerknaben. eines vollkommenen Stillschweigens besteht. Es macht einen ganz merkwürdigen Eindruck, so ein Dorf voll alter Neger und eine Schar von 80 wilden Burschen schweigeno einhergehen oder die nothwendigen Arbeiten und Beschäftigungen ohne Lärm verrichten zu sehen. Am Vorabend des hohen Festes hört das Stillschweigen auf: alles schart sich freudestrahlend um die Krippen, die nunmehr jedes Jahr dem Christkindlein zu Ehren von den Knaben selbst erdacht und verfertigt werden. Die gefassten Vorsätze sind ehrlich, nachhaltig und ersichtlich in der steißigen und bereitwilligen Verrichtung der täglichen Gebete, überhaupt in der ganzen pnnklichen Beobachtung der Hausordnung. Übrigens darf man sich über den Gebetseifer der Knaben im ganzen Jahre nur wundern. Das Gebet ist dem Neger keine Last, er betrachtet es gleich dem Orientalen als eine ernste Psticht und Zierde des Menschen. Abends vor dem Schlafengehen sieht man oft, wenn Fehler Rügen oder Strafen gebracht haben, die kleinen Sünder noch lange vor ihrem Bette knien — Reue erweckend und wieder Besserung versprechend. Solch ein Vorgehen, das eher in einem ernsten Manne als in einem Kinde natürlich ist, hat mich nicht bloß überrascht, sondern sogar ergriffen. Sehen Sie, was all des Guten in diesen paar Religionsstunden gestiftet wird! Nicht wunder daher, wenn beim 12 Uhr-Schlag alles nach dem Speisesaal strömt über das jedem zugetheilte Kesra-Brot mit Erbsen oder Bohnen oder Reis it. s. to. an der Seite. Die Hauptsubstanz bildet jedoch das Brot, das immer in genügender Quantität vorhanden ist. Bei den älteren Burschen muss schon auch auf die Qualität gesehen werden, weil sie schon heikel sind. Schmeckt ihnen etwas nicht, so fasten sie lieber und sitzen nach dem Essen grollend im Hofe herum. Auf das Essen folgt eine kleine Danksagung in der Kapelle, dann ist wieder Erholung bis halb 2 Uhr, dasselbe Bild wie am Morgen, worauf die Musiker sich zur Musikprobe zusammenfinden, die Kleinen den Durrah auskörnen, die Handwerker an ihre Werkbank gehen und die zur Gartenarbeit Tauglichen ihre Werkzeuge in die Hand nehmen: kurz, es beginnt an allen Ecken und Enden ein Schäffeln und Arbeiten, wie es eben der Afrikaner sich denkt; das Gespräch halten die meisten als etwas mit der Arbeit wohl zu Vereinbarendes und wollen nicht begreifen, dass hier ein Fehler oder ein Zeitversäumnis vorliege; ein kümmerliches nach einem großen Anlauf erzieltes Stillschweigen dauert in der Regel nur kurze Zeit, und die alte Unterhaltung ist wiederum im Geleise. In allen Arbeiten kann man dem Neger etwas zutrauen, mit Ausnahme der Feldarbeiten. Das mag auf den ersten Anschein sonderbar erscheinen, da man doch weiß, dass der Neger in seiner Heimat mit der Bearbeitung des Bodens sein Brot gewinnt: der Neger arbeitet auch in seiner Heimat mit der entgegenkommensten Natur nur das Nöthigste; wenn er wenig hat, verträgt er sich auch mit wenigem und lässt deshalb seine Hände ruhig im Schoße. Um 4V2 Uhr ist wieder frisch gebackene Kesra aus der Bäckerei der Schwestern bereit, wo der Kesrakuchen von den Negerweibern und -Mädchen unseres Instituts ohne Zahl und Ende etwa wie unsere Pfannkuchen gefertigt werden. Die kränklichen Knaben haben eine kleine Zugabe; denn es ist immerhin eine starke Natur nöthig, um mit Kesra allein auskommen zu können. Nach der ziemlich gemüthlich sich hinschleppenden Jause geht die Arbeit wieder weiter, Hand in Hand mit der untergehenden Sonne, jedoch mit der Einschränkung, dass vor ihrem gänzlichen Untergang noch eine Stunde Erholung herauskommen muss. Die Musiker haben etwa bis halb 4 Uhr gespielt und dann auf die Schauplätze anderer Heldenthaten sich verlaufen. Jetzt spielt die 20 Mann starke Musik ausgewählte Stücke aus Opern und Märsche und Tänze ordentlich auf. Leben unserer Negerknaben. 281 Nach der Erholung kündet ein Glockenzeichen vom Kirchthürmchen den Beginn des Rosenkranzes an, der arabisch gebetet tniti). Darauf folgt nach kurzer Unterbrechung das Abendessen, das wiederum im Einerlei des Kesra und etwas Gemüse besteht. Auch das Nachtessen braucht seine Verdauungszeit und muss ihm daher noch ein wenig Erholung folgen, in welcher sehr oft gesungen und die Begleitung zum Busatanz oder zum Zikrgebet der heulenden Derwische auf den Bänken oder alten Kisten geschlagen wird. Hie und da führen sie auch in dieser Zeit einen Tanz auf. Wenn hingegen Fremde kommen, sind sie um alles mögliche nicht dazuzubringen, einen ihrer Lieblingstänze aufzuführen. — Dann geht's nach kurzem Abendgebet vor dem Bettgestell ins Bett, d. t. auf ein Holzgestell mit einer Decke und einem Kopfkissen. Das hat mir auch immer gefallen und die Gedanken versinken machen, wenn ich so 50 Neger beim Halblicht schnarchend und schnaufend überwachte. Was werden sie wohl alle träumen? Und wenn ich über die todtenähnliche Schar hinschaue und bedenke, was für eine Geschichte ein jeder dieser Knaben hinter sich hat, wie sie aus allen Stämmen Afrikas da zusammengewürfelt sind — vom bräunlichen bis zum tiefschwarzen ■— einmal so wild wie die Gazellen und nun nach den Regeln eines Instituts lebend, wie sie nun schlafen nach einem Tagewerk, das dem strammen Europäer schlenderig erscheint, das aber in Wirklichkeit als eine große Errungenschaft bezeichnet werden muss in Bezug auf die Vergangenheit dieser Neger — da bin ich wieder allen gut, auch wenn sie den Tag über mich beleidigt haben. Wie viele haben nie ihre Mutter gekannt, sind als Sclaven durch die Wüste gezogen, und wir wundern uns, wenn keine Anerkennung, keine Dankbarkeit, kein menschliches Fühlen in diesen armen Geschöpfen lebt. — So denke ich öfters über ihre Köpfe hinweg, bis alles schläft und nur noch eine verirrte Fledermaus den schwarzen Lichtschein des jeden Augenblick zu erlöschen scheinenden Nachtlichtes durchfurcht und wie ein unruhiger, böser Geist geht und wiederkehrt, sinnend, wie er die seinen Krallen entrissenen kleinen Menschenseelen wieder haben könnte, oder im Schlafe einer sich aufrichtet, einen Seufzer ausstößt und dann wieder niedersinkt. In diesen Augenblicken versöhne ich mich wieder mit allen und vergesse alles: es sind eben alle Kinder Gottes, die dazu geboren sind, Gott zu dienen und so in den Himmel zu gelangen, und sie haben als solche ein Recht aus unsere Geduld und Liebe, denen Gott es zur schönen Pflicht gemacht hat, sich dieser verlassenen Negerstämme anzunehmen. Ich gieng aus ihrem Schlafgemach mit der Bitte an Gott, mich mein Leben diesen armen Geschöpfen weihen zu lassen, und habe es nie bereut, unter die Neger gekommen zu sein. * Das ist die Tagesordnung während der Schulzeit. In den Ferien ist der Tag in einzelne große Partien getheilt — nur Beten, Essen und der Katechismus behalten ihre alten Rechte. Die ganze übrige Zeit ist mit Schneiden des Durrah, Begießen der Blumen, Reinigen von Mulah und anderen derartigen en-gros-Arbeiten ausgefüllt. Sie sehen also, dass hier alles wohl geregelt und ein Faulenzen und Herumliegen nicht möglich ist. Es geschieht, was unter den gegenwärtigen Verhältnissen zum leiblichen und geistigen Wohl der Neger möglich ist. Die vielen Mühen werden uns reichlich vergolten durch Tröstungen und Freuden, welche uns unsere Christen bereiten. Sie hängen mit Liebe an uns und beten für uns. Ich habe gesehen, dass der Neger fähig ist, die erhabene Religion Christi zu erfassen, und lasse mich nicht mehr einschüchtern durch zeitweilige Nichterfolge und abhalten, für die Negers begeistert zu sein und für sie mein Leben zu lassen. Der hl. Willibord, der heilige 282 Leben unserer Negerknaben. Kilian und hl. Bonifäeius werden mit den alten Deutschen auch ihre liebe Noth gehabt haben und es wird auch viele Enttäuschungen und Opfer gekostet haben. Trotz ihrer Wankelmüthigkeit und Veränderlichkeit bleiben die Neger dem einmal angenommenen Christenthum treu. Menschenfurcht ist ihnen bei Bekennung des Glaubens unbekannt. Darum sollen anfängliche Nichterfolge, Opfer und Mühen kein Grund fein, von der begonnenen Laufbahn abzustehen. Der Befehl Jesu Christi „gehet hin, lehret alle Völker u. s. to." ist, mag auch alle Welt dagegen sein, ein zuverlässiger und genügender Grund, um die Bekehrung der Neger zu unternehmen. P. WM-etm AjanS-Uzer, F. S. C. Irr Silben nndj bei |rit|t. SXf n den letzten Nachrichten des „Sternes" über den Sudan wurde die j||| Regelung zwischen England und Frankreich wegen des Besitzes von Faschoda erwähnt. Diese gefährliche Frage hat eine überraschende Lösung gefunden. Nach einigen diplomatischen Plänkeleien auf beiden Seiten, welchen mitunter Kriegsdrohungen als Gewürz beigemengt worden waren, gab Frankreich kleinlaut bei mit der lendenlahmen Erklärung, Faschoda sei so ziemlich wertlos. Das tonangebende Frankreich von einstmals ist also so tief schon herabgesunken, dank des Gesindels, welches dort am Ruder ist! Die Franzosen, welche Faschoda unterdessen besetzt hielten, räumten den Platz bald nach der Rückkehr Marchands von Kairo und zogen sich östlich über Abessinien zurück. England steht also dort nichts mehr im Wege! Laufende Gerüchte, dass nämlich der Sirdar H. Kitchener Pascha zum Generalgouverneur des Sudan ernannt werde und General Hunter zum Chef der sudanesischen Armee, scheinen sich zu bestätigen. Kitchener brachte seinen Urlaub in England zu; dort wurde er mit großer Begeisterung empfangen, beschenkt und ihm der Titel «Lord of Chartum and Aspall» verliehen. Auch hat ihn die Universität Oxford zum Doctor der Rechte gemacht. Seit einigen Wochen ist er wieder nach dem Sudan zurückgekehrt, dessen Einrichtung und Organisation er sich nun widmet. Der Chalifa macht ihm nicht mehr zu schaffen, obgleich er noch immer auf freiem Fuße in den Bergen von Kardofan haust. Die ägyptische Regierung hat dem Kriegsministerium eine Anleihe von 345 000 ägypt. Pfund genehmigt, welche für Eisenbahubauten, Errichtung öffentlicher Gebäude und Polizei in Chartum, ferner für Telegraphenbauten im Sudan verwendet werden sollen. Chartum ist eben zur Metropole des Sudan bestimmt; dass es darauf der Sirdar ernstlich abgesehen hat, beweisen die hochfahrenden Pläne, mit denen er sich trägt. Bei seiner Anwesenheit in London verrieth er die Absicht, in Chartum eine große Missionsanstalt anglikanischer Missionäre zu gründen, und sogleich flössen ihm Beitrüge und Zusagen von Unterstützungen in Hülle und Fülle zu; ja sogar Amerika bethätigte seinen Eifer für das lautere Evangelium durch große Spenden. Kaum hatte sich die Nachricht vom Missionseifer der Engländer verbreitet, da fassten sogleich einige Franzosen den Plan, auch Schulen und andere Anstalten in Chartum und Faschoda zu errichten. Was wird also die Zukunft bringen? Nach der Niederwerfung der Truppen Abdullahi's wären also die Schranken, welche uns von der Mission seit 15 Jahren geschieden, gesprengt. Die Tyrannei des Chalifen hat nur dazu beigetragen, dass die sudanesischen Völker die Aegypter und mit ihnen geordnete Zustände herbeisehnen. Von großen Gefahren beim Die Feier des Kaiserjubiläums in Kairo. 283 Vordringen einer Missionskarawane kann also keine Rede sein; auch der mohammedanische Fanatismus ist so ziemlich mit den gefallenen Derwischen unter dem zusammengestürzten Chalifat Abdullahi's begraben. Aber von einer anderen Seite scheinen sich Schwierigkeiten aufzuthürmen, von woher man sie nicht erwartet hätte, worüber im nächsten Jahrgange Ausführliches berichtet werden wird. P. Jos. 2«mufi, F. S. C. Die Feier its KxijttjnbMms in Km«. G esira, 15. September 1898. fach dem Wunsche Sr. Majestät sollte sich die Jubiläumsfeier auf eine kirchliche Feier und Wohlthätigkeitsstiftungen beschränken. Die österreichische Colonie in Kairo machte diesen allerhöchsten Wunsch zur Richtschnur der Feier. Der Kaiser hatte gesagt: „Liebe Unterthanen, verwendet eure Mittel nicht, um mir großartige und kostspielige Festlichkeiten zu bereiten, sondern unterstützt damit die Armen durch reichliche Almosen und Stiftungen." Gerade diesen Wunsch des Kaisers hat die österreichische Colonie von Kairo errathen und in schönster Weise erfüllt. Das österreichisch-ungarische Spital „Rudolph" in Kairo, vor ungefähr zehn Jahren als Zufluchtsort der armen und verlassenen Kranken gegründet, war seit einigen Jahren zu klein geworden und vieler Reparaturen bedürftig. Deshalb beschloss die Colonie, aus dem schönen Anlasse des Kaiserjubiläums das Gebäude auszubessern und zu vergrößern. Die Arbeiten wurden Ende November vollendet und am 2. December, dem Jubelfeste des Vaters der Armen, sollte das bedeutend vergrößerte Gebäude eingeweiht werden. Am Festtage war unsere Herz Jesu-Kirche auf das schönste geschmückt. Mehrere Fahnen in österreichischen Farben wehten von den beiden Thürmen herab. Vor der Eingangsthüre befand sich das Bildnis des erlauchten Jubilars, von zahlreichen Palmzweigen umgeben und mit folgender Aufschrift versehen: Sr. K. u. K. Apost. Majestät Franz Joseph I. der Unter dem Jubel der Unterthanen die Fünfzigste Wiederkehr des Tages seiner Thronbesteigung feierlich begeht bringen die österreichische Colonie von Kairo und die Mission von Centralafrika dar Huldigung, Glück- und Segenswünsche. 2. December 1898. Um 81/2 Uhr früh war die mit zahlreichen Blumen und Wappen auf das herrlichste geschmückte Kirche von zahlreichen Andächtigen, Österreichern, bereits gefüllt. Um 9 Uhr kam die österreichisch-ungarische Diplomatie in Uniform an 284 Die Feier des Kaiserjubiläums in Kairo. mit Sr. Excellenz Herrn Baron v. Heidler-Egeregg, diplomatischen Agenten und außerordentlichen Gesandten, sowie Herrn Baron v. Sonnleithner, k. u. k. Consul, mit dein Personale der Agentie und des Consulates; ferner Herr Gesandter Graf Zalnski, Commissar ander öffentlichen Schuld, Herr Doctor ti. Becker und zahlreiche andere angesehene Persönlichkeiten. Als die Herrschaften ihre Plätze eingenommen hatten, begann das tiom hochwürdigsten Herrn Bischof Roveggio celebrierte Pontisicalamt mit feierlichem Te Deum und Segen. Nach vollendeten Functionen begaben sich alle in das Spital, um der feierlichen Einweihung beizuwohnen. Der Garten des Krankenhauses war mit zahlreichen Fahnen und Kränzen geschmückt. In der Mitte prangte unter einem orientalischen Dache das Bildnis des verstorbenen Kronprinzen und zwischen den beiden Eingangsthoren die Büste des Kaisers. Herr Baron von Heidler-Egeregg wurde mit den Klängen der Volkshymne empfangen. Sofort nach seiner Ankunft begann die Einweihung des Spitales, die der Bischof, von mehreren Missionären umgeben, vornahm. Hierauf hielt der Herr Baron eine Anrede, worin er in rührenden Worten besonders auf das mildthätige Vaterherz des erlauchten Jubilars hinwies und dessen bewunderungswürdige Standhaftigkeit hervorhob, mit der er trotz der vielen und schweren Prüfungen noch immer ungebeugt seinen hohen Pflichten lebt und so seinen Unterthanen ein schönes Beispiel wahrer christlicher Pflichterfüllung gibt. Bei diesen vom Herzen kommenden und zum Herzen gehenden Worten rollten mehreren der Anwesenden Thränen über die Wangen, und alle Herzen schlugen höher in aufrichtiger Liebe zum Landesvater, in einer Liebe, die sie nicht nur in Worten, sondern in opferwilligen Werken bewiesen. Oesterreich, dessen Colonie in Kairo wohl klein ist, besitzt jetzt ebenda ein gut eingerichtetes Spital, während andere Nationen, deren Colonien beinahe drei-bis viermal zahlreicher sind, noch keine Hütte haben, um ihren verarmten, kranken und bedürftigen Landsleuten ein Obdach zu bieten. Ja das jetzige s ch ö n e S p i t a l „Rudolph" ist das Werk der österreichischen Colonie, wie man auf der großen Marmortafel, die an der Front des Gebäudes angebracht ist, lesen kann: In memoriam Regni lustrorum decem Augustissimi Imperatoris et Regis Francisci Iosephi I. Colonia Austro-Hungariae Gairensis Una grato et filiali affectu Amplificatum Hospitium Dedicavit D. II. M. Decembris A. 1898 Nach einem dreimaligen begeisterten Rufe: „Es lebe hoch unser allerliebster Kaiser" und dem Absingen der Volkshymne zerstreute sich die tiefbewegte Versammlung, befriedigt, das Jubiläum ihres Landesvaters auf so schöne Weise gefeiert zu haben. Möge der liebe Gott in den Herzen der Österreicher diese Gefühle aufrichtiger Liebe immerdar erhalten zum Troste ihres erhabenen Monarchen und zum Heile ihrer Monarchie. P. Keinrich Seiner, F. S. C. Für die Redaction: P. Laver Geyer, F. 8. C. — Druck von A. Weger's f. b. Hosbuchdruckerei, Brixen. Wnsere Mitder. Maria Ibilf. Dieses Bild zeigt uns die Darstellitng von Maria Hilf nach dem berühmten Gemälde von Krannch, wie es sich in der Stadtpfarrkirche zu Innsbruck befindet. Diese Darstellung der Gottesmutter ist in Tirol und weit darüber hinaus sehr beliebt und verehrt. Die Pompexussäule in Alexandrien. In der Nähe eines großen mohammedanischen Friedhofes, der vielleicht die Stelle des alten Serapiums einnimmt, ragt auf einer kahlen Bodenerhöhung, schon von weitem sichtbar, die Pompejus-säule auf, gegenwärtig das einzige gut erhaltene Überbleibsel des alten Alexandrien. Auf rohem Unterbau erhebt sich eine prächtige Säule aus rothem Granit von Assuan. Der aus Einem Stück gearbeitete Schaft ist 20-4 m hoch, hat an der Basis 2'7 m, oben 2 3 m im Durchmesser und wird von einem roh gearbeiteten korinthischen Kapital gekrönt. Das Denkmal, dessen Gesammthöhe 318 m beträgt, wurde in den ersten Jahren des 4. Jahrh. n. Chr. vom römischen Präfecten Pom-pejus zu Ehren des Kaisers Diocletian errichtet und trug in alter Zeit wahrscheinlich dessen Statue. — Nach einer wohl irrigen Meinung, Hütte auf der Säule jenes eherne Pferd gestanden, welches die Alexandriner aus Dankbarkeit für die Befreiung aus großer Gefahr errichteten. Denn als Diocletian nach achtmonatlicher Belagerung endlich Alexandrien genommen hatte (296 n. Chr.), befahl er, ein Blutbad unter den aufrührerischen Bürgern anzurichten, und zwar sollte mit den Hinrichtungen nicht eher aufgehört werden, als bis das Blut der Getödteten dem Pferde des Kaisers die Kniee berühre. Dieser Fall trat aber unvermutheter-weise schon sehr bald ein, indem das Pferd über eine in ihrem Blute schwimmende Leiche stolperte und in die Kniee sank, wobei diese von Menschenblnt benetzt wurden. Der darauf aufmerksam gemachte Kaiser ließ dann alsbald mit dem Morden innehalten. — So die Sage. Bäudler in Kairo. Aus dem tausendfachen Wechsel der Straßenfiguren der größten Stadt Afrikas sind zwei Typen herausgegriffen, die für das Verkehrsleben in den Vierteln der Eingebornen Kairos charakteristisch sind. Correspondent 6er Grpeöition. Erhalten timi: M.-Brixen für das Missionshaus 10 fl.; M. K.-München 5 fl.: S.D.-Ahr-lueilei' 21 Mark für Heidenkind Lucia, 8 M. Messstip.; Dr I Ch. M.-Neustift 20 Francs: I. 92.» Engers f. d. Ms. 10 Mark; W. H.-Heidelberg 4 M.; I P. Pfarrer-Pichl 7 fl. f d. Ms.: I. Sch. Prof -Brixen 25 fl.; M. M.-Kiwittcn 10 902.; G. 902. Stadtpfarrer-Gmunden fl. 3 50 f. d. Ms.; Chr. W. fl. 30-12; P. M.-Braunsberg Messstip. 3 902; G. K. Expositus-Jnnerpfitsch von zwei Wohlthätern f. d Ms. 12 fl.; K. W.-Oppeln Messstip 68 9)2.; 902. G.-Regen Messstip. 100 902.; M.-Brixen f. d. Ms. fl. 12.50; G. D. Müller-Bieringen s. d. Ms. 10 902., Messstip. 3 902.; F.Bieringen f. b. 902s. 2 902., Messstip. 3 90s.; I. P.-Steinhaus Mcssstip. fl. 1.20, durch dieselbe von A. A.-Steinhaus 1 fl.; Reichsgr. H. v. O.-Oberglogan 50 902; Rcichsgräf. E, v. O -Ullersdorf 25 902.; Reichsaräf. S. ti. O.» Ullersdorf 25 902.; K. Sch. Lchrer-Schalscha 50 902.; B. Pz. n. C. Pz.-Körnitz je 10 902.; W. 902.» Walzen 20 9)2.; C. D.-Rosamundahntte 10 902.; T. O.-Walzen 5 9)2.; Ungenannt-Oberglogan 20 9N.; Geheimrath G. F.-Oberglogan 10 902.; F. I., Bauer-Körnitz 10 9)2.; Ungenannt 10 902.; I. R, Gärtner-Körnitz 10 902. Allen Wohlthätern sagen wir vom Kerzen ein inniges „Ikcrgckt's Gott!" nnd bitten um weitere milde Beiträge zur Iorlsehung und Aollendnng des Annes unseres Missionshauses. Das Abonnement erhallen für 1899 von: I. F., St. Pölten. — E. S3., Linz. — SB. Sch., Wien. — 2. Sch. S3., Leitmeritz. — I. S., Nicderkappel. — W. L., Eisenstein. — H., K., F., F., Oberglogau. — A. 902., Stallehr. — 902. L., Meran. — SB. I. H., Heidelberg. — F. 902., Hohenthann. — I. 902., Pleinfeld. — A. H., Brixen. — A. S3., Eisenstein. — A. 902., Reith. — Fr. H., Landl. — Sch. Travnik. — I. T., Kochlotiitz. — I. S3. Postmünster. — G. H, Bandans. — G. 902., Gmunden. — L. 902 , Sch. SB., I. E. SB., Niederzießen. — M. S., Lana. — SL H., Nikolsdorf. — P. 902., Braunsberg. — Dr. A. L., Graz. — Dr. J. L., Krain. — St. K., Banjaluka. — Pr. R. SB. — J. S. — St. SB., Dr. J. Chr. 902., Neustist. — C. 902., Graz. — J. P., Steinhaus. Hsschenköücher mis de« Bftlrtjie des dich. Presssercincs!lrfnk=(im (likoikml). Eben erschienen: oLiebfrnuenloös Marienleben. H Von P. Gaudenz. In Prachtausgabe 1 fl 90 fr., durch die Post 2 fl., drosch. 1 fl. 40 fr., durch die Post 1 fl. 50 fr. Das ganze Leben der sel. Jungfrau wird in überaus zarten, glutvollen Werfen besungen. DasBuch hat großen literarischen Wert. (Sin herrliches Weihnachtsgeschenk. Reise-Erinnerungen aus dem schönen Frankreich von Fr: Pesendorscr. Preis 1 fl. 20 kr., per Post 1 fl. 30 kr. S. 190. 26 Illustrationen. Leopold (Ebimams ausgewählte Zugend-schriften. ä Bündchen geb 50 kr., per Post 55 kr. Erstes Bändchen: (Stute Kinder des Murmels reicher Segen." Mit Lebcnsgeschichtc und Porträt des Verfassers. 2. Auflage. — Zweites Bändchen: „Vaterländische Erzählungen." Immaculataroseu. W herausgegeben von Pesendorscr. Prachtausgabe 1 fl. 80 kr., einfach geb. 1 fl. — Leon van Hcm-stccde schreibt über diese Gedichte in den „Dichter-stimmen" : Viele halten den Vergleich mit den besten Marienliedern früherer Zeiten aus. Der Dichter Eichcrt: Unser Endurtheil, dass wir hier eine der schönsten Blüten neuerer Marienpoesie vor uns haben. Zm Mutterherzeu von Professor Dr. Zok. Ackert (beut bekannten Verfasser des in einer Willion-Anflage verbreiteten: 11. L. Frau von Lourdes.) — Preis 1 fl. 60 fr., per Post 1 fl. 70 fr. Ein schöneres Buch über Lourdes ist in deutscher Sprache wohl nie geschrieben worden. 8°, 244 Seiten. Preis geb. 1 fl. 25 kr., mit Post 1 fl. 35 kr. — Im ,, Corrcspo ndenzblatt für den Elcrus", Wien, schreibt ein Recensent: „.. .ich wette, dass auch der verwöhnteste Dieser das Buch mit dem größten Vergnügen zu Ende lesen wird. Blümlinger kennt und liebt sein Volk ans ganzem Herzen: das innerste Fühlen und Senfen desselben bringt er in so wahrer und schlichter Weise zum Ansdrucke, wie wir dies höchstens noch bei Rosegger finden. Die Schule des KerzensWNW gäbe. 300 Seiten. Preis 80 kr., mit Post 90 kr. Ein wunderschönes, in hochpoetischer Sprache geschriebenes Erbaunngsbuch, Zer geistliche Iestdichter. (Gedichte zur Papstfeier, zur Bischofs-Inthronisation, zur Primiz, Secundiz, zur Auszeichnung, zur Installation eines Pfarrexs, zu Ordensjnbiläen, Namenstage, Empfangs- und. Äbschiedsgedichte für Bischof, Pfarrer, Katecheten, Beichtvater, zur Weihe der Kirche, Orgel, des Grundsteines rc.) cVnrmniir, von Zwei,. Zölircr. Erzählung aus ^itUlKUilO j,en eryten gelten des Christenthums. 2. Auslage. Preis eleg. cart. 90fr., mit Post 1 fl. (Sitte Art Aabioka nennt die Linzer Qnartalschrift diese Erzählung. Professor Repitsch in Wien schreibt: „Namentlich mögen Eltern, wenn sie Söhne, Töchter oder Pflegebefohlene mit guten Büchern überraschen wollen, es nicht unterlassen, dieses Buch auszuwählen, es wäre eine köstliche Gabe zum Christkind, oder als Womens- oder Geburtstagsgeschenk. Zwei Krzählungen.LDasGRMM: Ans dem Französischen. Preis 60 kr., per Post 65 kr. Zwei von echt kathol. Geiste durchwehte Erzählungen. Der patriotische Iestdichter. Toaste, Ansprachen an Schulkinder, Bcreinsmit-glieder, zu patriotischen Festen. „M Kabsömg!" KiSKNSk Zührcr. Mit Lebensbild Sr. Majestät und Illustrationen. Preis 20 kr. Empfehlenswerte Gebetbücher für jung u. alt. „pilgerilah zu Gottes Gnadruthrou" @ durch einen gottgefälligen Lebenswandel in Gebet und Erbauung. Preis 1 fl., mit Post 1 fl. 10 kr. Ein durch und durch gediegenes Andachtsbnch. Zweite Auflage. 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