Im eigenen Interesse 1945 zog eine Kolonne französischer Kolonialtruppen in eine süddeutsche Kleinstadt ein. Sie benahmen sich nicht besser und nicht schlechter, als man es erwarten konnte. Man bedenke: Krieg, sicherer Sieg, Farbig gegen Weiß. Ein rabenschwarzer Offizier benahm sich vollendet korrekt, so daß die Leute, in deren Haus er Quartier bezogen hatte, fast denken mußten: Der Traum ist allzuschön, um wahr zu sein. Nach dem Essen, das er auf seinen Befehl hin ganz allein in der guten Stube einnahm, rief er den Hausherrn zu einer Unterhaltung, die diesem mit seinem bißchen Schulfranzösisch große Mühe machte. Während der Unterhaltung entdeckte er ein Bild an der Wand: der Bekennerbischof Sproll. „Wer ist das?" — „Unser vertriebener Bischof." Der Afrikaner nahm das Bild von der Wand und las in akzentfreiem Deutsch den Text, der unter dem Bilde stand. Dem verdutzten Schwaben erklärte er dann lächelnd: Ich bin von deutschen Missionaren, deutschen Weißen Vätern, erzogen worden." Dann ließ er noch einige Worte fallen vom baldigen Aufstieg Afrikas und schloß mit dem Wort: „Unterstützt eure Missionare, wenn euch das Leben lieb ist!" Wenn unsere Errungenschaften exportiert werden ohne den festen Boden des Evangeliums, dann wird das Wagnis riesengroß, für die anderen wie für uns. Dann nehmen Leute ohne fünftes Gebot die Waffen in die Hand. Dann werden auf dem Boden unreifer Demokratien Diktaturen wachsen, deren Leiter hemmungsloser sind als jene, mit denen wir Erfahrungen machen mußten. Dann wird die Propagandamacht Presse, Funk und Fernsehen auf Völker mit ungebändig-ten Leidenschaften und ohne den Maßstab der Wahrheiten des Evangeliums losgelassen. Dann müssen sie nur auslernen in unseren Schulen, um erbarmungslose Partner zu sein im internationalen Kräftespiel, volksreicher, gesünder, brutaler. Darum sind wir daran interessiert, daß sie auf unsere Art beten und glauben lernen. Aus: Schwarzer Radikalismus, Main-Verlag Frankfurt STERN DER NEGER Zweimonatsschrift No vember / Dezember 1958 INHALT Papst Johannes XXIII., ein Charakterbild ................ 121 Papst Pius XII. und die Missionskirche............ 123 Frater Josef Uhl: Vergessener Weltmissionssonntag? . 124 Briefmarken oder Papstgrab ....... 128 Thomas Höpker: Besuch im römischen Propagandakolleg ........................... 128 Br. August Cagol: Kirchweihe in Gien Cowie.......... 130 P. Günter Brosig: Werden und Wachsen einer Missionsstation (Schluß) ......... 132 P. Franz Tremmel: Wenig Verständnis bei den weißen Katholiken ....................... 135 Br. Franz Egger: Zurück nach Südafrika ............ 136 H. Strauß: Die dankbare Schlange ............ 138 Adalbert Seipolt: Das Kind des Katzenfängers von Trastevere ................... 139 P. Andreas Riedl: Die Sorge um Südafrika ........... 140 In die Missionen ausgereist ...... 142 Kurz berichtet ................... 144 P. Alfred Ziegler: Aus dem Missionsseminar St. Paulus ....................... 144 Titelbild Papst Johannes XXIII. spendet nach seiner Krönung „der Stadt und dem Erdkreis“ den apostolischen Segen. Bestellung Deutschland: Missionshaus Josefstal (14a) Eliwangen/Jagst (Württemberg) Österreich: Missionshaus Maria Fatima Unterpremstätten bei Graz Italien: Herz-Jesu-Missionshaus in Milland bei Brixen Jährlicher Bezugspreis DM 3.---S. 15 — Lire 400 Einzahlung Deutschland: Missionshaus Josefstal Postscheckkonto Stuttgart 540 66 Österreich: Scheckkonto 86211 „Stern der Neger“ Italien: Herz-Jesu-Missionshaus in Milland Bressanone/Brixen C.C.P. 14 / 7392 Trento Herausgeber und Verleger Kongregation der Missionare Söhne des Heiligsten Herzens Jesu Josefstal bei Ellwangen/Jagst Schriftleitung P. Edmund Schümm, Josefstal Druck Schwabenverlag AG Zweigniederlassung Ellwangen/Jagst Mit kirchlicher Druckbewilligung und Erlaubnis des Generalobem Postverlagsort: EU wangen (Jagst) Papst Johannes XXIII. Ein Charakterbild Angelus Joseph Roncalli, der vor 77 Jahren als eines der vielen Kinder einer einfachen Landarbeiterfamilie in Sotto il Monte, 14 Kilometer von der lombardischen Stadt Bergamo entfernt, geboren wurde, trägt nun als Johannes XXIII. die dreifache Papstkrone. Der Schreiber dieser Zeilen hatte das Glück, fünf Jahre an seiner Seite zu leben, an seinem Tische zu essen und ihn auf zahlreichen Reisen in Frankreich und Italien, in die Schweiz und auch nach Deutschland zu begleiten. Einen Demütigen hat Gott erhöht. Einen Menschen, der es nie gewollt hat, der von sich immer bescheiden dachte, hat Gott berufen zu seinem Stellvertreter auf Erden. Einen Mann von unverfälschter, natürlicher Güte. „Die Gnade setzt die Natur voraus.'1 Johannes XXIII. hat alle Voraussetzungen der Natur zu einem Heiligen. Er ist ein Mensch ohne jede Spur von Arglist und Tücke. Er ist überaus duldsam und gütig, jedem Menschenwohlgesinnt und immer zum Wohltun geneigt. Die Jahre, die ich in seiner Nähe verlebte, waren die glücklichsten meines Lebens. Das habe ich ihm vor kurzem gesagt, als noch niemand daran dachte, er werde in wenigen Monaten die Bürde des Papsttums auf seine Schultern nehmen. In fünf Jahren habe ich den Nuntius und Erzbischof Roncalli nie zornig gesehen, nie unruhig, nie ungeduldig. Er war immer ein wohlwollender, kluger, bedächtiger Mann, immer voll Herz und Menschlichkeit. Er war ohne Sorge um den Eindruck, den er machen könnte, aber bedacht, die Erwartungen zu erfüllen. Er war persönlich von größter Anspruchslosigkeit, ohne jede Anhänglichkeit an irdisches Gut. Er konnte jedoch in Demut ein kleines Geschenk entgegennehmen und war immer ein wirklicher Herr. So bescheiden seine Herkunft war, welche er nie verbarg, zu welcher er sich vielmehr bei jeder Gelegenheit mit natürlicher Schlichtheit bekannte, so erhaben waren in jeder Situation und zu jeder Zeit seine Groß- zügigkeit und Großherzigkeit. Er konnte mit den einfachsten Leuten wie einer ihresgleichen plaudern, und_ mit derselben Unbefangenheit begegnete er Machthabern und Fürsten. Er war der gastfreundlichste Mensch, den ich je kennenlernte, und zwar überall, als Nuntius und Patriarch und Kardinal wie auch in seinem eigenen, gemieteten Hause in Sotto il Monte, wo er alljährlich in der Nähe seiner vielen Geschwister, die alle Kleinbauern waren, seine Ferienwochen verbrachte. Nun wird er nie mehr in sein geliebtes, kleines idyllisches Dorf gehen können! Wie war er bange, als er mich das erste Mal dorthin führte, es möchte mir nicht gut genug sein, ich würde es schmutzig finden, so fürchtete er, und er freute sich sehr, als ich ihm sagte, daß wir Nordländer gerade die Poesie des italienischen Dorfes liebten und suchten. Es wird ihm ein großes Opfer sein (und er wird es gelassen tragen), daß er nun nie mehr heim kann, daß er sein liebes Dorf und seine vielgepriesene Stadt Bergamo nie mehr schauen wird. Es wird ihm schwer sein, nun auf jener erhabenen Höhe allein zu stehen. Er hat in der Politik gestanden. Er hat hohe diplomatische Aufgaben erfüllt, aber gesucht hat er das nicht. Wenn ich an all das Geschreibsel denke, das man vor der Wahl von einem politischen oder diplomatischen Papst lesen konnte, dann erscheint mir das alles töricht-. Dieser Papst ist einfach ein tieffrommer Priester, ein von Natur aus guter Mensch, der anderen Menschen helfen und Freude machen will. In ihm ist, wie ich es nie so ausgeprägt gesehen und erfahren habe, die anima naturaliter Christiana (die von Natur aus christliche Seele) verwirklicht. Er ist ein Mensch, der persönlich ohne irdische Sorgen ist, der keine Reichtümer gesammelt hat, dem das Geld nichts sagt, der das Seine gerne hergibt, wenn er andern nützen oder andere erfreuen kann. Groß war er immer: im Geben, im Dulden, im Verzeihen. Andersgesinnten ist er stets mit selbstverständlicher Freundlichkeit und Güte begegnet, ohne etwas von seiner eigenen christlichen Gesinnung zu verbergen. So erklärt sich audi, daß er als Patriarch von Venedig, trotz seiner ausgesprochenen, grundsätzlich anderen Überzeugung, 1957 die zu einem Kongreß versammelten italienischen Sozialisten freundlich willkommen hieß. Sein gutes Herz hat sich immer allen zugewandt. Er geht seinen Weg unerschütterlich, aber er kennt keine Feinde. Würde er wohl die Bürde des Papsttums annehmen, wenn er gewählt werden sollte? So fragte ich mich und gab mir die Antwort: Ja, getreu seinem Wahlspruch: „Oboedientia et Pax — Gehorsam und Friede." Gehorchen — und dann kann man ruhig sein. Er hat nichts gesucht. Es ist alles auf ihn zugekommen. In seinen früheren Priesterjahren hat er treu seinem hervorragenden Bischof gedient, dann kam er nach Rom, um dem Werk der Glaubensverbreitung vorzustehen, dann wurde er als Vertreter des Heiligen Stuhles nach Bulgarien gesandt. Er wurde Erzbischof, war Delegat in der Türkei und Griechenland und schließlich Nuntius in Frankreich und dann Kardinal und Patriarch von Venedig. Alles hat er, ohne es zu erwarten, im Gehorsam auf sich genommen. So nun auch das höchste Amt auf Erden. Ein großer Gehorcher ist dieser Papst. In seiner Demut hat er nun nur noch Gott über sich. Er kann aber trotzdem befehlen, doch auch dies so demütig und bescheiden, daß ihm immer gern und mit freudigem Eifer gehorcht wird. Wie sein Geist des Gehorsams ^ der Gottergebenheit in seinem Wapp6jl spruch zur Geltung kommt, so wertW seine Klugheit und seine wesenhaft Güte in einem andern Spruch offenbar den er gerne wiederholt: „Omnia videre' multa dissimulare, pauca corrigere ^ Alles sehen, vieles (in Geduld und Gu.tej übersehen, weniges tadeln!" So eitiet) Papst haben wir nun, und seine wahr, hafte, große Güte wird sich den Mett, sehen aller Welt in gleicher Weise wenden. Der verstorbene Papst hatte ein ga^ besonderes Verhältnis zu Deutschland Gewiß hat der neue Papst nicht die langen Jahre hier zugebracht wie seit) Vorgänger, aber auch er hat viefe deutsche Freunde, und auch er war ein treuer Helfer Deutschlands, besonders in jenen Jahren, als Deutschlands De. mütigung und Not am größten war. Er hat Zehntausende von deutschen Kriegs, gefangenen besucht. Er hat ihnen gehol-fen. Er hat sie verteidigt. Er hat sich ffft ihre baldige Entlassung eingesetzt. Er hat in schweren Prozessen für deutsche Freunde und Bekannte freiwillig in vìe-len Fällen ein mutiges und barmherziges Zeugnis abgegeben. Er hat für viele Verurteilte später die Freiheit und Ab-kürzung der Strafe erreicht. Er hat viele vor der Hinrichtung bewahrt, die Betreffenden wissen es vielleicht nicht ein-mal. Die vielen Deutschen, die auch in Paris regelmäßig an seine Türe klopf, ten, wurden ohne Ausnahme eingelassen und angehört und tatkräftig unterstützt. Nuntius Roncalli war nie einer, der versuchte, Bittsteller loszuwerden. Das ist der neue Papst: Johannes der Gute, der Weise, der Demütige. B. B. H. Die heilige IMulter Kirche Die Kirche ist ihrem Wesen nach übernational. Die heilige Mutter Kirche ist eine wahre Mutter aller Nationen und aller Völker, nicht weniger wie aller Menschen insgesamt und jedes einzelnen. Sie ist Mutter und kann daher nirgends fremd sein. Sie lebt, oder ist wenigstens ihrer Natur nach dazu bestimmt, in allen Völkern zu leben. Pius XII. papst Pius XII. unterhält sich mit Bischof Laurentius [jugambwa von Rutabo, Ostanka. Die Bischöfe, Prie-ster und Gläubigen der Mis-sjonsländer nehmen von der Begegnung mit dem Vater jer Christenheit und den Heiligen Stätten Roms das {rohe Bewußtsein mit, daß sie zur weltweiten Familie der katholischen Kirche gehören. Papst Pius XII. und die Missionskirche Die Tage der Trauer um den so plötzlich aus dem Leben gerufenen Papst des Friedens und der Gerechtigkeit haben bewiesen, wie groß die Wertschätzung, Liebe und Verehrung nicht bloß der katholischen Welt für den Verstorbenen war. Die Welt ist wirklich, wie das Oberhaupt eines der mächtigsten Staaten sagte, durch diesen Verlust ärmer geworden. Uns bleibt die Erinnerung an das, was der Papst in einer seine Kräfte verzehrenden umfassenden Tätigkeit für die Kirche getan hat; seinem Nachfolger und bis zu einem gewissen Grad auch uns bleibt die Möglichkeit, das zu Ende zu führen, was er begonnen hat. Wir greifen sein Wirken für die Missionen heraus. Am Christkönigsfest 1939, noch im ersten Jahr seines Pontifikates, bot er der Welt das ergreifende Bild der katholischen Einheit, da er in St. Peter zwölf Missionsbischöfe weihte, darunter zwei Kinder des schwarzen Kontinents, einen Madagassen und einen Uganda-Neger. Im folgenden Jahr 1940 lud Pius XII. in der Enzyklika „Saeculo exeunte" das katholische Portugal ein, sein Apostolat in den überseeischen Provinzen zu steigern, die Zahl der Priester für die Missionen zu mehren und die Ausbildung eines einheimischen Klerus zu fördern und zu beschleunigen. Am 2. Juni 1951 verglich der Papst in der Enzyklika „Evangelii Praecones" die Lage der Missionen vor allem in Asien mit dem Zustand, in dem sich die Christen der ersten Jahrhunderte befanden: vielfach der Mittel beraubt, verloren in der Masse der Heiden. Die Welt ist in zwei Lager geteilt, Rettung kann nur von Christus, dem Heil der Welt kommen, sonst siegt der Materialismus. Schon konfiszieren im Fernen Osten die Feinde Gottes und der Kirche die Kirchengüter, werfen die Missionare ins Gefängnis oder vertreiben sie aus dem Lande. Es heißt, Missionare, fremde und einheimische Priester heranziehen, und auch die Laien, Ärzte, Sozialhelfer und Lehrer müssen eingesetzt werden. An Ostern 1957 erhebt Pius XII. in „Fidei Donum" seine Stimme vor allem für Afrika, den Erdteil, der, von allen Seiten bedroht, noch gerettet werden kann, wenn die Hilfe baldigst kommt. Seine Mahnung, heute noch aktuell, klingt in die entscheidende Frage aus: Begreifen die Söhne der Kirche die Pflicht, wirksamer noch und zu rechter Zeit die Sendboten des Evangeliums zu unterstützen, damit sie die Heilswahrheit den rund 85 Millionen Afrikanern schwarzer Rasse, die noch in heidnischen Vorstellungen befangen sind, künden können? In seinem Apostolischen Brief „Cupi-mus Inprimis" vom 18. Januar 1952 mahnt der Papst die Katholiken Chinas, auf der Hut zu sein, da die neuen Herren Chinas sich anschicken, die Kirche zu spalten, um sie desto leichter vernichten zu können. Am 7. Oktober 1954 verurteilte die Enzyklika „Ad Sinarum Gentes" die Versuche der Kommunisten Chinas, durch die sog. „Drei Autonomien" das Schisma in China herbeizuführen. Die Folge war die neue Taktik der Kirchenverfolger, durch die „patriotische Vereinigung" die chinesischen Katholiken der Kirche und dem Papst zu entfremden. Der Weg des Schismas wurde von den Kommunisten weiterbeschritten, da sie Bischöfe gegen alle Kirchengesetze vom Volk wählen ließen und auch am 13. April 1958 zwei solche „vom Volk gewählte" Bischöfe trotz mehrfachem Einspruch Roms weihen ließen. Papst Pius XII. erinnert demgegenüber in seiner Enzyklika „Ad Aposto-lorum Principis" vom 29. Juni 1958 daran, daß in China wie in der übrigen Welt die Wahl der Bischöfe dem Heiligen Stuhl zukommt und daß das Oberhaupt der Gesamtkirche die Jurisdiktion erteilt. Die letzte Enzyklika des Papstes „Meminisse iuvat" vom 14. Juli 1958 ist wie ein Vermächtnis des großen Papstes und Dulders, das er der Missionskirche hinterläßt. Er erinnert an die unerlaubten Weihen in China und gedenkt seiner Missionare, die alles geopfert haben, um hinauszuziehen und Christus, die Liebe und Gerechtigkeit, zu künden, die aber dafür, wie gemeine Verbrecher behandelt, ins Gefängnis geworfen und allen möglichen Torturen unterzogen werden. Noch viele Dokumente, Reden, Ansprachen, Schriften zeigen, wie das Herz des verstorbenen Papstes für die Missionen schlug. Vergessener Weltmissionssonntag ? Von Frater Josef Uhl, Rom Am 19. Oktober dieses Jahres wurde in Rom, in Italien und in vielen anderen Ländern der Weltmissionssonntag begangen. Ein solcher Tag geht alle Katholiken an. Die Kirche will da ihren Kindern besonders eindringlich die große Heilsaufgabe vor Augen stellen, die ihr Christus aufgetragen hat, der Menschheit seine Wahrheiten und Erlösungs- schätze zu vermitteln. Wer anders aber sind die Kirche, dieser mystische Leib Christi, wenn nicht die vielen Glieder, jeder Christ? Also ist jeder Christ Träger, wenigstens Mitträger dieser Sendung. Daher alljährlich auch die sorgfältige Vorbereitung von seiten der Kirche, der Aufruf an jeden. Weltmissionssonntag soll zu einer echten Besinnung führen auf den tiefen Ernst und die Es ist Missionssonntag, 19. Oktober, Tag des letzten Requiems für Papst Pius XII. Auf dem Petersplatz gibt ein Jude sein Opfer für die Missionen. Er erklärt den sammelnden Studenten, er sei nach Rom gekommen, um den Papst zu verehren, der so viel für die verfolgten Juden getan hat. Er selbst und seine Frau verdanken ihr Leben nur dem Umstand, daß sie sich bis zum Waffenstillstand in einer katholischen Familie verborgen halten konnten. hohe Wichtigkeit dieser Mission, auf das Vertrauen, das der Herr auf die Mitarbeit seiner Getreuen setzt, auf seine allumfassende Liebe zu unserem ganzen Geschlecht. Falten wir bei solcher Besinnung nicht wie von selbst die Hände zum Himmel und rufen zum Herrn um Heil und Hilfe für das Werk seiner Kirche? Und wird nicht in jedem eine Bereitschaft wach, je nach Maßgabe seiner Berufung mitzuhelfen, mitzuschaffen, mitzuopfern? In Rom schlug dieses Jahr anderes das Sinnen der Öffentlichkeit in Bann. Die ereignisschweren Oktobertage erschütterten das römische Volk mit der gesamten Kirche. Ein gequältes Bangen zitterte auf den Gesichtern der Menschen, in den Herzen der Beter: Der Heilige Vater von schwerer Krankheit überwältigt. Bis das Schlimmste gemeldet wurde: Der Papst ist tòt! Stumme Trauer legte sich über die Ewige Stadt. Dem Volk ging der Verlust seines Oberhirten tief zu Herzen. Was hätte da noch anderes ihre Anteilnahme erwek-ken können als der Abschied von dem Größten aus ihrer Mitte, den sie persönlich kannten, an dem sie hingen, dessen Leichnam sie nun durch die Straßen geleiteten, in schweigendem Vorbeiziehen ein letztes Mal sahen und dann bestatteten? Alle anderen Gedanken lagen fern, erstarben vor dem Gebot dieser Stunde. In Tagesblättern und Zeitschriften nahm man von nichts anderem mehr Notiz. Die Ankündigungsplakate für den Weltmissionssonntag wurden überklebt von zahllosen Trauermanifesten, riesigen Beileidskundgebungen zum Tod Pius XII., Würdigungen seines Pontifikats. Nichtsdestoweniger standen in der Frühe des 19. Oktober Jungen und Mädchen an den Straßenecken, schritten mit ihren Sammelbüchsen auf Plätzen und Gehsteigen auf und ab, hielten sie den Passanten entgegen. „Per le missioni", las man betroffen. Man wußte nicht recht, was hei aenen ein? Heute eine derartige Sammelaktion? Die Massen strömten zum Pontifikalrequiem nach Sankt Peter. Man besann sich nicht lange, ließ sich nicht aufhalten, wurde einfach vom Sog erfaßt in Richtung der Basilika. Und wem sich die Sammler hartnäckig anhängten, der warf fast widerwillig seinen Groschen hinein, um schnell weiterzukommen. In den Schiffen des Doms herrschte Trauer. Die Fenster im Chor waren verhängt, die Menge schaute stumm nach vorne, wo die Lichter der Tumba flackerten. Als der Gottesdienst begann und die Spitze des feierlichen Zuges aus der Sakristei trat, blieb es still. Kein rauschendes „Evviva il Papa", in das die Gläubigen sonst stets voll Freude und Begeisterung ausgebrochen waren. Der Vater der Christenheit war nicht da. Aber dann bot sich ein Bild dar zum Staunen: In langer Reihe zogen die Vertreter der Weltkirche zum Altar, zehn, zwanzig, dreißig, vierzig Kardinäle, eine Schar von Kirchenfürsten in rotviolettem Trauerpurpur. Sah man da neben den in Rom bekannten Gesichtern nicht Vertreter ferner Völker und Rassen? Franzosen, Deutsche, Italiener, Spanier; daneben die vielen aus Ubersee: Kanada, Indien, Südamerika, Syrien, USA, Armenien, Mosambik — jeder von ihnen Landmann eines Ackerfeldes, auf dem die Saat Christi aufgegangen war und blühte und Früchte trug. Von so weit diese Kardinäle hergekommen waren, so weit reichten die Gnadenströme der Kirche und ihrer Sakramente. Pius XII. war daran gelegen, das weltumspannende, sich immer mehr ausweitende Leben der Kirche gerade auch im Kollegium höchster kirchlicher Würdenträger aufleuchten zu lassen. Indien, China hatten Kardinäle erhalten; für die Kirche durfte es keine Grenzen und Eiserne Vorhänge geben. In den Chorgestühlen saßen Regierungsvertreter aus 53 Nationen: Außenminister aus Frankreich, Deutschland, den USA, hohe Beamte aus Japan, Indien, Indonesien, Liberien, dem Sudan, aus den süd- und mittelamerikamschen und vielen anderen Staaten, überall dort hatte das Wirken des toten Stellvertreters Christi Resonanz gefunden, und zwar gute, fruchtbare Resonanz. Im Namen des Papstes ziehen ununterbrochen junge Missionare zu den fernen Heidenvölkern. Eine der ergreifendsten Stunden im Leben des Missionars, aber auch seiner Angehörigen und seiner Heimatgemeinde ist die Aussendungsfeier. Hier sehen wir, wie der im Exil weilende Erzbischof Gaetano Pollio von Kaifeng, China, 15 jungen Glaubensboten das Missionskreuz überreicht. Kardinal Agagianian, oberster Leiter des Missionswerkes der Kirche, inmitten einer Pilgerschar aus Togo und Ghana. überall dort, und nicht nur dort, anerkennen die Menschen guten Willens den Segen, den unsere heilige Kirche ausstrahlt. Dieses weltweite Wirken Pius XII. fand eine Würdigung in dem „Elogio", einer langen Preisrede, die ein hoher Prälat nach der Meßfeier verlas. Man hörte von seinen großen missionarischen Unternehmungen: „Seinen Sinn be- drückte jene Klage Christi, des Guten Hirten: Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muß ich herbeiführen. Und so richtete er seine Blicke oft in jene schier endlosen Gebiete, wo unzählige Menschen leben ohne christlichen Glauben. Mit Nachdruck setzte er daher eine Vermehrung der Zahl der Glaubensboten ins Werk, vor allem aber das Wachstum des einheimischen Klerus, dem man einst die Sorge für die eigenen Landsleute anvertrauen könne. Auch wußte er um die vielen, vor allem in den Ländern des Orients, die zwar den christlichen Namen tragen, von der römischen Kirche aber getrennt sind, und wurde nicht müde, sie in die Arme der geliebten Mutterkirche zurückzurufen." Erfolge und Aufgaben, Vergangenheit und Zukunft der Weltmission — beides leuchtete bei diesen Worten auf: Pius XII., der große weitblickende, zeitnahe Missionar. Und ein beglückendes Gefühl mußte einen überkommen, Glied der Weltkirche zu sein, einer Heilsgemeinde, zu der alle Menschen berufen sind, um wie in einem unermeßlichen Chor ihren Schöpfer zu ehren und ihr ewiges Glück zu erlangen. War man da nicht aufgerufen, mitzuhelfen und bei-zusteuem, damit die Kirche schneller und leichter ihre Sendung erfüllen könne? Die Feier des Requiems für den toten Papst war zur Predigt des Weltmissionssonntags geworden. Manchen und vielen mag, als sie die Basilika verließen, der Sinn aufgegangen sein für das, was die Sammelbüchsen, die ringsum klapperten, meinten. In einem heiligen Bewußtsein gaben sie ihr Geldstück hinein. Es galt mehr als nur die aufgeprägte Ziffer, es galt eine bewußte Tat für das Reich Christi auf Erden. Briefmarke oder Papstgrab Es war einige Tage, nachdem man die sterblichen Überreste des Heiligen Vaters Pius XII. in den Grotten von Sankt Peter beigesetzt hatte. Am Rande des Petersplatzes wartete eine Menschenschlange, bis der Eingang zur Post geöffnet würde. An diesem Tag sollten die Sondermarken „Sede Vacante" der Vatikanpost ausgegeben werden, zur Erinnerung an die Tage, da der Heilige Stuhl unbesetzt war. Es waren heißbegehrte Objekte, und die Leute wurden ob des Wartens langsam ungeduldig. Da näherte sich ein schwarzer Afrikaner mit seinem achtjährigen Jungen an der Hand und wollte sich anschließen. Doch muß ihm die Ungeduld der Harrenden nicht gar so heilig vorgekommen sein, denn schließlich vergewisserte er sich auf Französisch, ob hier der Eingang sei, durch den man in die Grotten von Sankt Peter und zum Grab des Heiligen Vaters gelangen könne. Die Briefmarkensammler begriffen bald, daß der schwarze Mann etwas anderes suchte als sie, und mußten ihn an das gegenüberliegende Ende des Platzes verweisen. Der Schwarze schritt eilends hinüber. War das nicht eine kleine Lektion, die er ihnen da, ohne es zu wollen und zu ahnen, erteilt hatte? J. U. Besuch im römischen Propagandakolleg Von Thomas H ö p k e r Im großen Garten des Seminars stehen die Seminaristen in kleinen Gruppen lesend, diskutierend, lachend herum oder gehen auf den Kieswegen auf und ab. Sie tragen die schwarze Sutane mit roten Knöpfen, roten Streifen am Kragen und einem breiten, roten Zingulum um die Hüften. Aber diese Sutane ist auch das einzige, was sie gemeinsam haben, denn ihre Gesichtsfarbe ist braun, schwarz, gelb oder weiß und ihre Heimatorte liegen auf dem ganzen Globus verstreut, einige hundert oder viele tausend Kilometer von Rom entfernt. Im Gespräch mit einem Sudanneger, einem koreanischen und einem norwegischen Studenten erfahre ich dann Näheres über die Aufgaben und die Organisation des Kollegs. Studenten aus über 40 Nationen leben gegenwärtig im Seminar auf dem Gianicolo. Nach einem Studium von sieben Jahren sollen sie als Priester zurückgehen in ihre Heimat — nach Kongo, nach Indien, Japan, Australien oder Java — und dort als Mis- sionare arbeiten. Nicht von Fremden soll Negern, Malaien, Chinesen oder Fidschi-Insulanern das Christentum gepredigt werden, sondern von ihren eigenen Landsleuten, die sich nur durch den Priesterrock, nicht aber durch Hautfarbe und Sprache von ihnen unterscheiden. Der Tageslauf im Kolleg ist streng geregelt und läßt dem einzelnen nur wenig freie Zeit. Von 8 bis 12 Uhr laufen die verschiedenen Vorlesungen und Kurse der Universität. Um 13 Uhr gibt es Mittagessen, und nach einer kurzen Pause beginnt die obligate Siesta (Mittagsruhe), während der die Seminaristen auf ihren Zimmern lesen oder sich ausruhen können. Von 15 bis 16 Ubr ist Sport angesetzt — man spielt Fußball, Basketball oder Faustball auf dem großen Sportplatz. Dann beginnt wieder die Arbeit, wo die Studenten in der Bibliothek und in großen Arbeitsräumen das Pensum des Vormittags ausarbeiten können. Vereinzelt werden nachmittags auch noch Sprachkurse abgehalten. Die Studenten des Propagandakollegs auf dem Janikel über dem Petersplatz gehören ungefähr 40 Nationen an. — Hier sehen wir eine Gruppe dieser internationalen Gemeinschaft beim Chorsingen. Die Studenten leben in „Familien" in Zimmern zu dritt oder viert, wobei streng darauf geachtet wird, daß jeweils die verschiedensten Nationalitäten und Altersgruppen Zusammenleben. Die tägliche Umgangssprache ist Italienisch, während die Vorlesungen der Universität in lateinischer Sprache gehalten werden. Daneben werden natürlich die verschiedensten Sprachen und Dialekte gesprochen. Ein indischer Student, Josef Punna-kapadaril heißt er, nimmt mich am nächsten Tag mit in die Universität. Sie ist in einem eigenen Gebäude im gleichen Gelände untergebracht und wird auch von Studenten anderer Priesterseminare besucht. Der Rektor der Universität, Monsignore Tou, ist Japaner, und als ich in eine Klasse komme, in der gerade Griechisch unterrichtet wird, be- grüßt mich der Professor auf deutsch. Professor Schwieder unterrichtet alte Sprachen und vor allem Deutsch. Mit mehr als 40 Teilnehmern, so sagt er mir, ist der Deutschkurs — den man freiwillig absolvieren kann — der bestbesuchte Sprachkurs der Universität. Auf meine erstaunte Frage, warum gerade Deutsch so viele Interessenten fände, antwortete ein Neger, in dessen Schläfen noch die Narbenzeichen seines Stammes eingeschnitten sind: „Wir müssen doch die deutschen Philosophen lesen können, denn Übersetzungen in Englisch oder Italienisch sind nur selten zu haben und oft nicht ausreichend." Und dann beginnt er mich über die moderne deutsche Philosophie auszufragen — über Jaspers und Heidegger . . . Sein Vater mag Stammeshäuptling sein oder Medizinmann in einem kleinen, heißen Dorf am Kongo. Im Griechischunterricht werden unregelmäßige Verben abgefragt. Wie in jeder Schule wird getuschelt oder heimlich ins Buch geschielt, wenn ein besonders vertracktes Verb in einem schwarzen, braunen oder gelben Kopf nicht zu finden ist. Aber eine sehr heitere, ausgeglichene Atmosphäre zeigt, wie konzentriert und bereitwillig die Studenten lernen, die da in ihren Sutanen auf der Schulbank sitzen. Wer dazu Lust hat und die Erlaubnis erhält, kann nach dem siebenjährigen Studium als geweihter Priester in weiteren zwei Jahren eine Doktorarbeit in Theologie oder Philisophie verfassen. Als ich am Sonntag wiederkomme, führt mich ein indischer Freund in die Kirche des Kollegs. Die Messe wird von Sudannegern zelebriert, die vor kurzem erst ihr Studium beendet haben. Ein paar Italiener mit ihren Kindern sitzen in den Bänken und kommen später nach vorne, um zu kommunizieren. Große Würde und feierlicher Ernst spricht aus jeder Geste, die die schwarzen, schlanken Hände des Priesters beschreiben. Bei einem Schwarzen, der in der hintersten Bank kniet, die Arme verschränkt, den Blick zum Altar, beobachte ich den gleichen Gesichtsausdruck, der mir schon bei den Studenten in der Universität oder beim Lesen im Garten aufgefallen war: eine ganz starke Konzentration, die jedoch keine Anspannung zeigt. Es ist ein völliges Hingegebensein und Erfülltsein, keine willensmäßige Anspannung — es ist völlige Ruhe und doch größte geistige Tätigkeit. Wer ein solches Gesicht anblickt, kann verstehen, wie diese Farbigen ein großes und schweres Pensum in so erstaunlich kurzer Zeit, bewältigen können, und wie es möglich ist, daß diese Söhne von Stammesfürsten, Häuptlingen, Zauberern, Kulis, Bauern aus irgend einem fernen Erdteil hier in Rom zu abendländischen Christen werden. Kirchweihe in Gien Cowie Im April 1929 war mit der Gründung der Missionsstation Gien Cowie im Sekukuniland bei den Bapedi begonnen worden. Zuerst diente eine strohgedeckte Rundhütte als Kapelle. 1931 konnte ein 14 Meter langes Kirchlein gebaut werden; es wurde der Rosenkranzkönigin geweiht. Die Zeit schritt voran, und es gab die ersten Bekehrungen, und bald wurde das Kirchlein zu klein für die wachsende Christengemeinde. So wurde es um zehn Meter verlängert, war aber bald wieder zu klein. So mußte man an den Bau eines größeren Gotteshauses denken. Im November 1957 wurde mit dem Bau begonnen. Der deutsche Baumeister Bosch von Middelburg führte den Bau nach den Plänen des italienischen Architekten Tonetti in neun Monaten aus. Am fünften Sonntag im August 1958 konnte die geräumige, doppeltürmige Kirche von 42 Meter Länge und 14 Meter Breite von Bischof Anton R e i t e r e r eingeweiht werden. P. Habicher hielt die Festpredigt in der Sprache der Eingeborenen, die Schüler der Station begleiteten das Pontifikalamt mit einer mehrstimmigen Messe, Franziskanerpater McCann spielte die neue Orgel. Gegen 3000 Eingeborene hatten sich eingefunden, unter ihnen der einflußreiche Häuptling Sek-wati. Auch zahlreiche weiße Gäste waren gekommen, so der Amtmann von Groblersdal und der Bevollmächtigte für Eingeborenenbelange von Schoonoord sowie der erste Arzt des Eingeborenenkrankenhauses von Gien Cowie, Dr. Giunchi mit Frau. Nicht kommen hatten können der Architekt und der Baumeister. Wir wollen hoffen, daß von diesem neuen Gotteshaus reicher Segen ins Sekukiniland ströme und daß das Gewitter, das über der Station lagert, — drohende Schließung der Missionsschule durch die Behörden — kein Unheil anrichtet. Br. A. Gagol. Weihe der neuen Rosenkranzkirche in Gien Co wie Oben: Nachdem Bischof Anton Reiterer das Äußere der Kirche geweiht hat, zieht er in das Gotteshaus ein, um die Weihe fortzusetzen. Zur Rechten des Bischofs erkennt man P. Pius Zeifang aus Ellwangen (Jagst). Unten : Wie eine machtvolle Gottesburg steht die doppeltürmige Kirche mitten im heidnischen Sekukuniland. Werden lind Wachsen einer Missionsstation Von P. Günter B r o s i g (Schluß) Die Kriegsjahre waren für unsere Missionsstationen eine schwere Belastung, da mehrere Missionare in Internierungslagern festgehalten wurden. So gab es für die Zurückbleibenden noch mehr Arbeit. An Ostern 1943 konnten auf der Missionsstation Gien Cowie 39 Erwachsene getauft werden; im November spendete der Apostolische Präfekt Johann R i e g-ler 80 Neuchristen das Sakrament der Firmung. 1944 wurde auf dem Friedhof der Station die erste weiße Schwester beerdigt. Festliche Tage Gleich nach Kriegsende konnte auf dem Außenposten Schoonoord (= schöner Ort) Monsignore Riegler eine kleine Kirche einweihen, die Br. Valentin gebaut hatte. Kommt nun der Priester am Sonntag dorthin, dann hat er einen würdigen Raum für die Feier der hl. Messe, einen Altar, eine Sakristei mit Beichtstuhl und am Eingang der Kirche eine Glocke, die die Gläubigen zum Gottesdienst ruft. Ein Jahr darauf, im September 1946, konnte der Apostolische Präfekt ein weiteres Kirchlein einweihen, und zwar in Gaveagopola. Die Gläubigen hatten diese Kirche selbst gebaut, und noch bis heute kommen sie für jede Reparatur selbst auf —- ein gutes Zeichen für ihre Opferwilligkeit. Zwischen diesen festlichen Tagen, wie Kirch weihe, Schuleröffnung, Taufe, Firmung, liegt der missionarische Alltag mit all seinen Mühen. Durch die opfervolle Arbeit der Brüder im Garten, in der Mühle und beim Bauen wurde es erst möglich, solche Feste zu feiern. Am 1. Februar 1949 wurde Monsignore Riegler, der am 23. Januar zum Bischof geweiht worden war, feierlich empfangen. Am darauffolgenden Tag, dem Feste Mariä Lichtmeß, nahm er die ersten beiden Eingeborenenmädchen als Kandidatinnen in die von ihm gegründete Schwesterngenossenschaft der „Töchter vom Unbefleckten Herzen Mariä" auf. Besuch Unserer Lieben Frau Am 13. Februar kam die Statue Unserer Lieben Frau von Fatima nach Gien Cowie. Abends, 19.30 Uhr, empfing die Pfarrgemeinde die Statue in der Nähe der Hauptstraße und geleitete sie in einer Lichterprozession zur Kirche. Am Portal hielt der Hochwürdigste Bischof eine Ansprache und erteilte dann den Ponti-fikalsegen in der Kirche, in der viele keinen Platz mehr gefunden hatten. Um Mitternacht war Pontifikalamt, dazu mehrere stille heilige Messen. Am nächsten Tag war um 1.00 Uhr mittags die Schlußfeier mit Prozession durch die Station, vorbei am Krankenhaus, wo die Kranken auf die Veranda gebracht worden waren, und unter dem Gesang von Marienliedern wurde die Statue an Priester unserer Nachbardiözese Pietersburg übergeben. Die Leitung einer Missionsstation liegt in der Hand des P. Rektors. Im Mai 1949 erfolgte ein Wechsel in diesem Amt. P. Koch kam als Rektor von Middelburg hierher, P. Habicher übernahm die Stadtpfarrei Lydenburg. Ein Freudentag war das silberne Priesterjubiläum des P. Josef Brandmaier der von seinen 25 Priesterjahren 20 in Südafrika und von diesen ungefähr 17 in Gien Cowie verbracht hat. Er war bei den ersten Anfängen der Station dabei und hat die ersten Heiden für den Glauben gewonnen. Der 22. August 1949 war ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Station: Schwester Luzia und Schwester Fatima erhielten aus der Hand des Bischofs Johann Riegler den Schleier und das Ordensgewand der „Töchter des Unbefleckten Herzens Mariä", womit das Noviziat dieser Gründung des genannten Bischofs für eingeborene Schwestern eröffnet war. Im Zeichen des Kreuzes Im Januar 1950 erhielt das Krankenhaus „St. Rita" in Dr. Giunchi einen Arzt. Dr. Giunchi war vor einem Jahr nach Bischof Anton Reiterer mit seinem Generalvikar P. Adolf Stadtmüller. Sorge macht ihnen gegenwärtig besonders die Zukunft der großen Missionsstation Gien Co-wie. Wird die Schule vom Staat geschlossen werden? Werden gar die Missionare als Folge der Rassentrennungspolitik dieses Eingeborenengebiet verlassen müssen? Auch in Afrika kann es empfindlich kalt sein. Das spürt man besonders, wenn man auf offenem Lastwagen sitzt wie hier Schwester Joseph aus Gien Cowie und Lehrerin Lizzie. Südafrika gekommen, um hier seinen Beruf auszuüben. Er wurde vom südafrikanischen Ärztebund als Missionsarzt registriert, und so bekam Gien Cowie einen Arzt, der sich bald das Vertrauen der Eingeborenen erworben hatte. Im Hl. Jahr 1950 wurde auf einem Gianithügel bei Gien Cowie ein Kreuz errichtet. Es war eine eindrucksvolle Feier, an der eine große Zahl von Katholiken, Protestanten und Heiden teilnahm. Seitdem grüßt es weit ins Land hinein und mahnt jeden, daß nur in diesem Zeichen Heil und Rettung ist. Mit großer Freude wurde am 17. Dezember 1952 die Primiz des ersten Eingeborenen Priesters, Father Johann Lep-haka, in Gien Cowie gefeiert. Am Tag zuvor hatte der Neupriester durch Bischof Riegler in Maria Trost die Weihe erhalten. Es war ein Freudentag für alle Missionare, aber vor allem für die Missionare, die in Gien Cowie wirkten, denn der Neupriester stammt aus dem Gebiet dieser Station. Eine große Lücke entstand im Missionspersonal durch den frühen Tod von Br. Peter Mirbeth, der seit 1950 die Farmarbeit geleitet hatte. In den fünf Jahren seines Hierseins hat der fleißige und fromme Missionsbruder Hervorragendes geleistet, besonders als Landwirt und als Erzieher der Schwarzen, mit denen er arbeitete. Gien Cowie heute Wie sieht es nun heute, 30 Jahre nach Eintreffen der ersten Missionare, auf Gien Cowie aus? Gegenwärtig wirken auf der Station fünf Priester und fünf Brüder. Am 31. August dieses Jahres konnte Bischof Anton Reiferer zu Ehren der Rosenkranzkönigin eine neue Kirche einweihen. In der Nähe der Kirche steht das Wohnhaus der Patres mit angebautem Postamt, in dem P. Josef Brandmaier als Postmeister tätig ist. Ein zweites Wohnhaus, für Patres und Brüder, schließt sich an. Weiter die Küche mit Speisesaal und Fremdenzimmer; ein Konvent für die Loretoschwestern mit Hauskapelle, und ein Konvent für die eingeborenen Schwestern, deren Mitgliederzahl gegenwärtig 21 beträgt, von denen sieben auf anderen Stationen arbeiten. Nahe bei den Schwestern steht das Wohnhaus der Mädchen, die hier in Gien Cowie die Schule besuchen. Unter- halb der alten Kirche steht das St.-Rita-Krankenhaus, dessen Neubau am 2. Februar 1955 eröffnet wurde. Weiter gibt es an Gebäulichkeiten auf der Station eine Waschküche, ein Maschinenhaus mit drei Lichtmaschinen, die die Station mit Strom versehen; dann ein großes Flaus für die eingeborenen Krankenschwestern, deren Zahl fast 50 beträgt. Nahe beim Krankenhaus stehen die Wohnungen der beiden Ärzte, die Deutsche sind. Am Weg zur Schule liegt das Wohnhaus der Buben, die hier die Schule besuchen und auch hier wohnen An landwirtschaftlichen Gebäuden sind zu nennen: zwei Speicher, Ställe für Rinder, Schweine und Hühner, ein Schlachthaus, eine Mühle. Von Gien Cowie aus wurden zwei weitere Stationen gegründet: 1952 die Missionsstation Eensgevonden, wo P. Habicher wirkt; im Mai 1958 wurden auf der Farm Proberen ein Wohnhaus und eine Kapelle gebaut. Hier arbeiten P. B r o s i g und Br. C a g o 1. So wird nun das Licht des Glaubens von drei Stationen aus zu den Bapedi gebracht und die Finsternis des Heidentums immer mehr zurückgedrängt. Schwester Theresia gibt an Hand von Bildern Religionsunterricht. Wenig Verständnis bei den weißen Katholiken Von P. Franz Tremmel Zweieinhalb Meilen von der Bahnstation Acornhoek entfernt liegt bescheiden am Weg Maria Assumpta, das Pfarr-kirchlein der Pfarrei Acornhoek. Am 4. Oktober 1954 begann Br. Lamprecht mit dem Bau. Drinnen sieht man das offene Dachgebälk, denn es hat bis heute noch zu keiner Decke gereicht. Der Bau mußte schnell fertig werden, denn die Regenzeit war da; außerdem hieß es, daß man nach 1954 ohne staatliche Genehmigung keine Schule mehr auf-machen dürfe. Das Kirchlein muß ja auch als Schule benützt werden. Der verstorbene Bischof Johann Riegler schenkte der Kirche einen herrlich geschnitzten Altar, der die Schmerzhafte Mutter darstellt. Das Kunstwerk stammt von Bildhauer Orthaler aus Südtirol. Zwei Bilder, gemalt von Br. Johann Ob erst a 11 e r, Milland, schmücken die Sakristei. Massenbekehrungen gab es bis jetzt noch nicht. Doch schritten am 15. September dieses Jahres zehn schwarze Firmlinge an den Altar. Alles war zum Empfang des Bischofs hergerichtet. Doch am Samstagabend kam die Nachricht, daß er wegen Erkrankung nicht kommen könne. So mußte der Pfarrer von seiner Erlaubnis Gebrauch machen und selbst die Firmung spenden. Von den weißen Katholiken war niemand gekommen. Letztes Jahr waren zwei vertreten gewesen, wohl nur des Bischofs wegen, denn sie ließen sich dann das ganze folgende Jahr nicht mehr in unserem Kirchlein sehen. Zur Pfarrei Acornhoek, die einen Umkreis von 20 bis 30 Meilen hat — sie umfaßt das Gebiet der Shangaan und Tsonga —, gehören 40 bis 50 weiße Katholiken. Außer einer deutschen Familie aus der Kölner Erzdiözese, die nun weggezogen ist, einer holländischen Familie und einem jungen Südafrikaner, der unverheiratet ist, war von den Weißen noch niemand in der Pfarrkirche. Die Holländer und Deutschen, die bei einem Tunnelbau beschäftigt sind, haben einen Zurück nach Südafrika Von Br. Franz Egger Am 22. Mai fuhren wir, P. Engelhardt und ich, in München ab. In Schleh-dorf machten wir bei den Dominikanerinnen einen Besuch, da sie Mitschwestern iii unserer Diözese Lydenburg haben. Dann ging es weiter über Mittenwald, Innsbruck, den Brenner nach Brixen. Am 24. 5. fuhren wir dann mit der Bahn nach Rom, wo wir eine Woche Zeit hatten, die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Wir waren auch in Nettuno am Grab der hl. Maria Goretti. Dann ging's wieder zurück nach Brixen. Am 3. Juni Weg von 50 Meilen, der junge Südafrikaner, ein halber Italiener, hat 20 Meilen zur Kirche. Andere wohnen ziemlich in der Nähe der Kirche, einige nur zweieinhalb Meilen, und kommen doch nicht zum Gottesdienst, obwohl sie alle einen Kraftwagen haben. Warum kommen sie nicht? Sie wollen nicht mit den Schwarzen in der gleichen Kirche zusammen sein, und viele von ihnen sehen darin gar nichts Unrechtes. Sie geben dem Bischof sogar für seine schwarzen Schulen Geld. Sie sind auch eifrig, wenn für sie allein Gottesdienst ist. Sie sind dem Priester behilflich. Sie gehen auch zu den Sakramenten, meist nach Johannesburg, das Hunderte von Meilen entfernt ist. Manche freilich sind abgestanden und ein schweres Hindernis für die Bekehrung der Sdhwarzen. Sie reden vor den Eingeborenen gegen Kirche und Papst. Ein noch gläubiger Katholik aus Portugiesisch - Ostafrika, dessen Ehe leider nicht in Ordnung ist, sagte zu seinem Pfarrer: „Es ist unmöglich, daß ich mit den Schwarzen in die Messe gehe; da würde ich mein ganzes Ansehen verlieren." Wie man sieht, läuft das auf eine Doppelpfarrei hinaus, was ebenso zeitraubend wie unkatholisch ist. Letzthin war eine große Hochzeit in der Pfarrei Acornhoek, aber die Trauung fand nicht in der Kirche statt. Der fuhren wir dann mit dem Volkswagen von Brixen über Trient und Padua nach Venedig. P. Kirchler war bei uns als Begleiter und Führer. Venedig ist eine merkwürdige Stadt mit seinen Wasserstraßen. Man wird nicht gestört von Autos, Motorrädern, nicht einmal Fahrrädern. Am 4. Juni bestiegen wir das Schiff, den italienischen Dampfer „Afrika", der um 12.00 Uhr abfuhr. Am nächsten Tag kamen wir nach Brindisi; wir hatten genügend Zeit, uns die Stadt anzusehen. Vater und zwei Brüder der Braut sind katholisch. Sie wohnen nicht allzuweit von der Kirche entfernt und sind Ladenbesitzer, wie so manche von diesen Katholiken. Sie werden reich von den Pfennigen der Schwarzen. Die Trauung sollte in ihrem schönen Heim stattfinden. Es wurde gewährt, weil es sich um eine Mischehe handelte. Der für die Trauung zuständige Pfarrer wohnt in Pretoria, weil dort die Braut ihren Wohnsitz hat. Er delegierte einen Priester, der die Braut von der Schulzeit her kennt. Protestanten nahmen daran Anstoß, daß die beiden nicht in der Kirche getraut wurden. Weder der Vater noch die Brüder waren je einmal in der Pfarrkirche. Man sagte, die Kirche sei zu klein, und — es seien zu viele „Kaffern" herum. Es ist leider wahr, daß auch viele weiße Katholiken keine soziale Berührung mit den Schwarzen wollen. Protestantische Sekten weisen auf diesen Mangel hin, wenn sie selbst auch nicht besser sind. Ein schwarzer Gebildeter, Lehrer an einer Regierungsschule, kommt jeden Sonntag mit seiner Frau und seinen drei Kindern 15 Meilen mit dem Auto zu uns zum Gottesdienst gefahren. Vor ihrem Eintritt in die katholische Kirche waren sie protestantisch. Was werden sich diese Leute wohl denken, wenn sie das Gebaren der weißen „Mit"-Katholiken sehen? Vor ihrer Rückreise nach Südafrika machten P. Engelhardt und Br. Egger von Milland aus noch eine Fahrt auf die plose, den Hausberg Brixens, um von der Bergwelt Südtirols Abschied zu nehmen. Von links: P. Raffeiner, P. Engelhardt, P. Kirehler. Markusdom in Venedig Die „Afrika“ im Hafen von Daressalam Hier stieg ein Bruder der Schweizer Bethlehemmissionare zu, so daß wir nun zu dritt in der Kabine waren. Am 6. Juni fuhren wir ganz nahe an der Insel Kreta vorbei, am 8. ging es durch den Suezkanal, hinein ins Rote Meer. Zwei Tage lang sahen wir nichts als Wasser und Himmel, nur hie und da ein Schiff. Am 11. Juni waren wir in Aden. Bis dahin hatten wir immer ruhige See. Am 12. Juni kamen wir in den Indischen Ozean, und nun war es vorbei mit der Ruhe. Elf Tage lang, bis Durban, schaukelte nun das Schiff; zwar hatten wir keinen Sturm, aber doch immer hohen Wellengang. Mein Magen war nicht immer damit einverstanden. Am 16. waren wir in Mombasa, wo wir auch die Stadt besichtigten. Am nächsten Tag langten wir vor Sansibar an. Da das Schiff nicht in den Hafen einlaüfen konnte, fuhren wir in einem Motorboot an Land. Am 18. kamen wir nach Daressalam. Auch hier ging's mit einem Motorboot in den Hafen, und es reichte zu einem Rundgang durch die Stadt. Am 21. Juni erreichten wir Beira, wo der Schweizer Missionsbruder ausstieg, um mit der Bahn nach Südrhodesien weiterzufahren. Endlich, am 23. Juni, erblickten wir im Morgengrauen von ferne die Stadt Durban. Bis 9.00 Uhr mußte das Schiff warten, bis es anlegen konnte. P. W. Kühner und P. Habicher winkten uns entgegen. P. Engelhardt mußte in Durban drei Tage warten, bis er seinen Volkswagen bekam. Ich war inzwischen im nahen Mariannhill. Nach etwa elf-stündiger Fahrt mit dem Volkswagen langten wir auf unserer Station Maria Trost an. dU danU&ace, ScUtanyz Von H. Strauß, Neuguinea Es war einmal eine Riesenschlange, die ging des Nachts auf Beutefang aus. Am Tage aber legte sie sich in die Sonne. Da kam ein großer giftiger Tausendfüßler aus dem Gebüsch gekrochen; der verbiß sich in den Rücken der Schlange und ließ nicht mehr los. Die Schlange empfand starken Schmerz, aber wie sie sich auch winden und krümmen mochte, sie konnte den Tausendfüßler nicht abschütteln. Auch an Baumstrünken und Wurzeln versuchte sie ihn abzustreifen, aber alle ihre Bemühungen waren vergebens. Der Tausendfüßler fraß sich immer tiefer in den Rücken der Schlange. Viele Nächte gingen darüber hin. Die Schlange litt furchtbare Schmerzen. Ihr Rücken schwoll hoch auf. Als sich der Tausendfüßler unbarmherzig immer tiefer einfraß, legte sie sich schließlich hin, um zu sterben. Während sie so dalag, dachte sie bei sich: Ob mir der Tod wohl heute naht oder etwa erst morgen? Da kam ein Kopon-Mann durch den Wald. Er war auf der Jagd nach Beuteltieren. Als er die Schlange sah, sprach er zu sich selbst: Was ist denn nur mit dieser Schlange los? Die will ja sterben! Woher mag denn das kommen? Mit diesen Worten drehte er die Schlange um und sah nun den giftigen Tausendfüßler. wie er sich tief in den Schlangenrücken eingefressen hatte. Da nahm der Mann eine Holzzange, zog das giftige Ding heraus und schlug es tot, die Schlange aber wurde wieder gesund. Nicht lange danach mußte jener Kopon-Mann mit seinen Brüdern gegen Stammesfeinde in den Krieg ziehen. Im Kampf wurde er verwundet. Eine Pfeilspitze drang ihm unterhalb des rechten Schulterblattes tief ins Fleisch. Zwar brach der Pfeil, aber die Spitze blieb im Körper stecken. Am Ende des Kampftages versuchten seine Brüder, die Pfeilspitze herauszuoperieren. Die Spitze hatte jedoch Widerhaken. So brachten sie sie nicht heraus, denn sie spreizte sich in der Wunde. Viele Nächte gingen darüber hin. Der Mann litt furchtbare Schmerzen, magerte völlig ab und legte sich schließlich hin, um zu sterben. Während er nun so dalag, dachte er bei sich: Ob mir der Tod wohl heute naht oder etwa erst morgen? Da kam jene Riesenschlange gekrochen. Sie erkannte den Mann, der ihr geholfen hatte, und sah die Pfeilwunde. Schnell steckte sie ihre Zunge in die Wunde und holte die Pfeilspitze heraus. Dann verschwand sie im Gebüsch. Der Mann aber wurde wieder gesund. Das Kind des Katzenfängers von Trastevere Hinter Brixen betrat Monsignore Schwiefele (ein Würdenträger schwäbischen Gemüts, wie es viele geben sollte) das letzte Abteil. Sein Gesicht verriet Sorge, als er den Säugling erblickte. „Was machen wir beim Zoll? Wir haben keine Exportgenehmigung für das Kind." Ja wahrhaftig, daran hatte niemand gedacht! Frau Schulrätin bestritt das zwar und erklärte, sie hätte bereits in Rom darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, für die kleine Annaberta Papiere zu beschaffen; doch konnte sich außer ihr niemand dieses Hinweises erinnern. Nun war guter Rat teuer. Letzten Endes würde die brave Schwester noch wegen Kindsentführung hinter Schloß und Riegel gesperrt. „Niemals wird das geschehen", rief der Baron empört. „Wir werden sie bis zum letzten Blutstropfen verteidigen!" Dabei funkelte er mit den Augen, als käme der Geist seiner Ahnen, berüchtigter böhmischer Raubritter, über ihn. Die drohende Gefahr hatte sich rasch herumgesprochen, und nun hagelte es Ratschläge. Emerenz Obermair riet, die Zuflucht zum heiligen Matthäus zu nehmen, der selber Zöllner gewesen. Ein anderer meinte, an die Tür des Abteils einen Zettel mit der Aufschrift: „Diphterie" zu kleben. Stürmische Rheinländer boten sich an, dem Zollbeamten den Zutritt zu verwehren. Gossensaß, durch einen Schüttelreim bestens bekannt, lag bereits hinter ihnen, Unaufhaltsam keuchte der Zug den Brenner hinauf. „Schieben sie halt das Kind unter die Sitzbank. So genau schauen die Italiener gar nicht nach, vor allem nicht bei einer Klosterfrau", riet Eva schließlich, und jeder fand das vernünftig. Nur die Schulrätin erklärte, es touchiere sie schmerzlich, bei einer Defraudation gegen die Behörde mithelfen zu müssen. Da außer ihr jedoch niemand wußte, was tou-chieren und defraudieren heißt, fiel dies Bedenken nicht ins Gewicht. Also wurde Annaberta junior in ihrem Körbchen unter die Sitzbank verfrachtet. Störmanöver ihrerseits waren ja gottlob nicht zu befürchten. Während die Zollbeamten noch die ersten Wagen kontrollierten, betete im letzten jeder inbrünstig, daß die Gefahr glücklich vorüberziehe. ^ Ob dieses Gebet Erhörung fand und was alles vorher und nachher geschah, erfährt der Leser in dem höchst amüsant geschriebenen Buch: Alle Wege führen nach Rom Die heitere Geschichte einer Pilgerfahrt von Adalbert Seipolt. 137 Seiten, DM 6.80. Echter-Verlag Würzburg. Diese Pilgerfahrt, an der allerlei geistliches und weltliches Volk teilnimmt, beginnt auf dem Münchener Hauptbahnhof und endet auch wieder dort. Der Autor macht sich und uns ein Vergnügen daraus, den Schwächen und Menschlichkeiten der frommen Romfahrer, aber auch ihrem guten Herzen nachzuspüren. Wie eine Perlenkette kleiner, funkelnder Episoden zieht das Ganze an uns vorüber, und wir erkennen schmunzelnd: Ja, so sind sie, so sind wir. Das alles ist gemalt auf den Goldgrund einer warmen Liebe zur Kirche. Das Buch ist ein ideales Geschenk auf den Weihnachtstisch. Im September weilte P. General R. Lechner mit P. Deisenbeck und P. Riedl in der nordspanischen Diözese Palencia, um die Möglichkeiten für eine Niederlassung unserer Kongregation zu prüfen. Er fand überall größtes Entgegenkommen. Von rechts P: Riedl, Bürgermeister von Saidanja, P. Deisenbeck, Sekretär des Bürgermeisters. „Die Sorge um Südamerika läßt mich kaum schlafen" Von P. Andres Riedl, Bad Mergentheim Die Lage der Kirche Heute zählt Lateinamerika nahezu 200 Millionen Einwohner; in 35 Jahren werden es nach dem Urteil von Kennern 500 Millionen sein. Noch ist Südamerika als Ganzes wirtschaftlich kaum noch entwickelt. Aber die Zeit ist nicht mehr fern, wo die reichen Bodenschätze und die sonstigen wirtschaftlichen Möglichkeiten ausgenützt werden und Südamerika mit Riesenschritten das bisher Versäumte nachholt. Sicher wird mit den Jahren auch der Einwandererstrom dorthin gewaltig anschwellen. Noch ist Morgendämmerung über diesen großen, weilen Ländern. Was wird sein, wenn der helle Tag anbricht? Wir können daher den verstorbenen Heiligen Vater Papst Pius XII. verstehen, wenn er vor nicht gar langer Zeit sagte: „Die Sorge um Südamerika läßt mich kaum noch schlafen!" Es machte ihn der große, große Priestermangel in Südamerika erschrecken. Für mehr als 170 Millionen Katholiken — in Latein- amerika sind dem Namen nach 87 Prozent der Bevölkerung katholisch — stehen nur 32 000 Priester zur Verfügung; 160 000 müßten es sein. Also fehlen beinahe 130 000 Priester,. Zwei, drei haben Gebiete zu betreuen, die nach unseren Begriffen den Umfang ganzer Diözesen haben oder noch größer sind. 1959 werden es zehn Jahre sein, daß zwei Missionare unserer Kongregation in der Diözese Huänuco, Peru, beinahe 80 000 Hochlandindianerreligiös betreuen müssen. Dazu bei denkbar primitiven Verkehrsmöglichkeiten: der Maulesel muß dort das Auto ersetzen. In meiner 18jährigen Tätigkeit dortselbst habe ich all das zur Genüge kennengelernt. Wenn der Priesternot nicht abgeholfen wird, wird Südamerika an dem Tage, wo es beginnt, seine große Rolle im Kreis der Völker zu spielen, einem neuen Heidentum verfallen sein. Wenn es nicht gelingt, die jetzige Generation zu echt christlichem Leben zu erwecken, damit sie einmal ihre Zukunft in christ- Blick auf das Städtchen Saidanja in der Diözese Palencia, Nordspanien, in dem die Gründung eines Knabenseminars geplant ist. lichem Geist zu bestimmen vermag, verliert das Kreuz eine große Schlacht gegenüber dem Sowjetstern. Ein Kontinent steht auf dem Spiel, ein Kontinent mit solch schwerem Gewicht. Ein Kontinent mit denkbar günstigen Aussichten, wenn jetzt Hand angelegt wird. Alles hängt davon ab, ob der erschreckende Priestermangel beseitigt wird. Hilfe aus Spanien Ein ganz anderes Bild: In Spanien, dem Mutterland Südamerikas, gibt es viele und gute Priesterberufe, die aber nicht zum Ziel gelangen können, weil die Seminare dort nicht groß genug sind, den so reichen Strom der Priesterberufe aufzunehmen. Traurigen Herzens schreibt der Hoch-würdigste Bischof von Palencia (Nordspanien), Dr. Jose Souto Vizoso, in seinem Brief vom 24. September dieses Jahres an unseren Hochwürdigsten P. General, daß er jährlich ein halbes Hundert Knaben abweisen muß, weil er für sie keinen Platz hat. Und doch wären gerade die Spanier ganz besonders geeignet, in der Seelsorge in Südamerika zu arbeiten: Sie sprechen die dortige Sprache als ihre Muttersprache; sie sind von^ugend auf an die einfache, dürftige Lebensweise gewöhnt, die der dortige Missionar führen muß; sie sind heute noch kulturell eng mit Südamerika verbunden. Hören wir den Bischof von Palencia selbst aus dem erwähnten Schreiben: „Es sind Kinder frommer, bescheidener Familien, voll Zucht, an harte Arbeit gewöhnt, mit ärmlicher Wohnung, mäßiger Nahrung, kurz, sie führen ein ganz und gar echtchristliches Leben. Außerdem besitzen fast alle Familien nächste Verwandte als Ordensleute und Priester und rechnen es sich zur höchsten Ehre an, .Familien Gottes' zu sein. Ihren Kindern pflanzen sie von klein auf hohe Wertschätzung des religiösen Lebens, der Arbeit und des Opfers für Gott und die Seelen ein. Deshalb auch so viele Missionare beiderlei Geschlechts in den Heidenländern. Ich betone es noch einmal: Unsere Landfamilien sind sittlich hochstehend und kinderreich." Was bedeuten und wozu rufen diese Worte auf? Allein in Nordspanien können jährlich bei 3000 Jungen für den Priesterberuf nicht erfaßt werden! Sollen sie diesem Beruf verloren gehen? Was liegt näher als diesen großen Strom guter Priesterberufe aufzufangen und in die priesterarmen Länder Südamerikas P. Andreas Nagler zu leiten? Hat doch Spanien schon einmal Südamerika Christentum und christliche Kultur gebracht. Darauf wollte uns auch der hochselige Papst Pius XII. aufmerksam machen, wenn er sagte: „Spanien ist in der Vorsehung Gottes das Hauptinstrument zur Erhaltung des Glaubens in der neuen Welt." Wir wollen mithelfen Diese große Aufgabe wird nun auch von unserer Kongregation in Angriff genommen. In der zweiten Septemberhälfte konnte ich, zusammen mit P. General Richard L e c h n e r und P. Generalassistent Johann Deisenbeck entscheidende Schritte unternehmen. Schon vor zwei Jahren war ich von Peru aus sechs Monate dort gewesen, um zu erkunden und Fühlung aufzunehmen. Nunmehr hat der Bischof von Palencia mit Freuden die Errichtung eines Knabenseminars und auch eines Noviziates genehmigt und dem so wichtigen Unternehmen von ganzem Herzen seinen Segen gegeben. Hervorragendes Baugelände ist für das Unternehmen in Aussicht gestellt. Freilich türmen sich für unsere Kongregation große Schwierigkeiten, vor In die Missionen sind in den letzten Monaten ausgereist: Nach Südafrika im September (mit Flugzeug) P. Andreas Nagler, nach Perù im November (mit Schiff) die Patres Josef Lang und Alois Starker und die Brüder Johann Niederbacher und Jakob Pezzei. P. Nagler, geboren in Unterschneidheim, Kr. Aalen, Württ., besuchte in Ell-wangen das Gymnasium und studierte in Bamberg Theologie, wo er 1955 zum Priester geweiht wurde. Bis zu seiner Ausreise war er Präfekt in unserem Missionshaus Maria Fatima in Unterpremstätten bei Graz. P. Lang aus Talheim, Kr. Heilbronn, Württ., studierte in Ellwangen, Bamberg und Brixen, wo er 1951 die Priesterweihe erhielt. Anschließend war er Präfekt unseres Knabenseminars in Milland. P. Starker, geboren in Niklasdorf, Ostsudetenland, studierte nach dem Besuch des Ellwanger Gymnasiums Theologie in Bamberg und Brixen. Hier Priesterweihe 1958. Br. Pezzei, geboren in Campili, Prov. Bozen, machte in Josefstal das Noviziat und legte hier 1957 die ersten Gelübde ab. Ausgebildet als Schneider. Br. Niederbacher aus Mühlbach bei Gais, Südtirol, Noviziat in Josefstal, Profeß 1958. Ausgebildet als Koch. allem finanzieller Art, auf bis zum Gelingen dieses Werkes. Aber wir dürfen im Vertrauen auf den Herrgott nicht davor zurückschrecken. Die Liebe Christi drängt uns. Es ist ein Werk von größter Tragweite. Wenn es gelingt, von Spanien her, das materiell arm, aber reich an tiefer Gläubigkeit ist, die Priesternot in Südamerika zu überwinden —- und es steht zu hoffen, daß auch in Südamerika selbst im Lauf der Zeit mehr Priesterberufe erstehen ■—, dann wird in letzter Stunde ganz Südamerika für die Kirche und das Reich Gottes gerettet. Wer möchte da beiseite stehen? Dürfen wir unsere Leser herzlich bitten, durch Gebet und durch finanzielle Hilfe dazu beizutragen, daß der große Plan, der so verheißungsvoll beginnt, gelingen kann? Ihre Gaben senden Sie bitte an: Postscheckkonto Nr. 32903 PSA Stuttgart, für Missionsseminar Ritterhaus Herz-Jesu-Kongregation (14a) Bad Mergentheim. P. Josef Lang Br. Johann Niederbaeher P. Alois Starker Br. Jakob Pezzei KURZ BERICHTET Ellwangen. P. Hermann Bauer wurde nach Ablauf seiner sechsjährigen Amtszeit als Rektor des Missionsseminars durch P. Alois Hügel abgelöst. P. Hügel, geboren 1919 in Oberwittstadt, Kreis Buchen, Baden, besuchte das Ellwanger Gymnasium und studierte nach Arbeits- und Militärdienst in Bamberg Theologie. Hier wurde er 1951 zum Priester geweiht. Seit März 1952 war er in Ellwangen als Präfekt tätig. P. Bauer bleibt weiterhin Direktor der Missionsschüler. Josefstal. P. Oskar Hofmann wurde vom Werk der Heiligen Kindheit, Aachen, zum Katecheten für die Diözese Rottenburg ernannt. Bamberg. Am 26. Oktober legten die Fratres Vitus G r o h e aus Weigental, Kreis Künzelsau, Württ., und Josef Hur-1 e r aus Sechtenhausen, Kreis Aalen, Württ., die ewigen Gelübde ab; sie erhielten inzwischen die Subdiakonatsweihe. Südafrika. Aus Teilen der Erzdiözese Durban und der Diözese Lydenburg wurde die Apostolische Administratur p. Alois Hügel Volksrust gebildet und den Franziskanern anvertraut. Aus dom Missionssemiuar St. Paulus Von P. Alfred Ziegler, Präfekt Für unser neues Missionsseminar St. Paulus in Neumarkt, Oberpfalz, scheinen nach den ersten zwei Schuljahren die Anfangsschwierigkeiten nun überwunden zu sein. Das dritte Schuljahr konnte mit 43 Jungen, im Gegensatz zu den 29 im zweiten, begonnen werden. Besonders erfreulich ist es, daß auch einige Schüler für die mittleren und oberen Klassen bei uns eingetreten sind, die zur Hoffnung berechtigen, daß sie einmal das Ziel, Missionspriester zu werden, erreichen. Für die Kleineren kann das ernste Streben dieser „Großen" zum Vorbild und Ansporn gereichen. Dank der großmütigen Spenden so vieler treuer Missionsfreunde konnten die teueren Anschaffungen an Betten, Schränken, Stühlen, Studierpulten und sonstigen Einrichtungsgegenständen, die durch die Neuzugänge notwendig wurden, gemacht werden, und wir dürfen hoffen, daß mit dem Anwachsen der Schülerzahl die notwendige Ausstattung des Hauses auch in Zukunft Schritt halten kann, so daß sich unsere Buben bei uns immer recht heimisch fühlen. Die Grünanlagen auf der Hofseite, zwischen Haus und Kiefernwäldchen, mit dem Wasserbecken und dem Bild-stöckchen der Muttergottes, die erst in diesem Frühjahr, zum großen Teil von den Schülern selbst, angelegt wurden, werden den Neulingen helfen, sich hier gut einzuleben. Nach der Seite hin, wo in einigen Jahren ein Anbau an das Haus erfolgen soll, sieht es noch etwas trostlos aus. Die Kleinsten scheint das allerdings nicht zu stören, im Gegenteil, hier können sie im weißen Sand nach Herzenslust ihre Burgen und Städte und Tunnels bauen. Ein Teil dieser Sandfläche soll freilich noch in diesem Jahr als Tennisplatz hergerichtet werden. Wann der verständliche und auch berechtigte Wunsch der Buben nach einem Schwimmbad in Erfüllung geht, bleibt freilich noch dahingestellt. Platz dafür ist vorhanden, und so werden sich auch einmal Mittel und Wege finden, den Schülern diese Erfrischung für die heißen Sommermonate zu verschaffen. Da der öffentliche Fußballplatz in der Nähe und ebenso die Bauplätze, auf denen seither Fußball gespielt werden konnte, nun zum Bauen freigegeben wurden, ist unsere nächste Sorge ein Spiel- und Sportplatz. Nun hoffen wir aber, daß die Jungen auch im. neuen Schuljahr wieder gern hier sind und fleißig studieren — zur Freude ihrer Eltern und zum besten ihres späteren Berufes. St. Paulus, Neumarkt. Gepflegte Anlagen umgeben das Haus. Hier sind die Buben eben damit beschäftigt, Erdreich auszuheben, um einen Zierteich anzulegen. Im Kiefernwäldchen hinter dem Haus steht nun dieser Bildstock der Muttergottes. Auf der Bank P. Rektor Fichtner beim Brevierbeten. Werk des Erlösers So heißt der Meßbund unserer Kongregation. Er besteht unter diesem Namen seit bald 60 Jahren. Gott allein weiß, wieviel Segen durch ihn auf die lebenden und verstorbenen Mitglieder ausgegangen ist, und wieviel Hilfe durch die Mitglieder dem Missionswerk unserer Kongregation zuteil wurde. Für die Mitglieder wird täglich eine hl. Messe gelesen. Außerdem können sie am Tag der Aufnahme und öfters während des Jahres einen vollkommenen Ablaß gewinnen. Sie erhalten jährlich einmal ein Missionsheft mit Berichten über das Wirken unserer Kongregation in Übersee. Da der Mitgliedsbeitrag weiterhin sehr niedrig gehalten ist, ist es auch den weniger Bemittelten möglich, dieses Missionsopfer zu bringen und so mit vielen Tausenden anderer unsere Missionsaufgabe mitzutragen und vor allem unseren Nachwuchs an Missionaren zu fördern. Wegen Aufnahme wenden Sie sich bitte entweder an eines unserer Missionshäuser oder, falls das „Werk des Erlösers" in Ihrer Gemeinde schon besteht, an die dortige Förderin. Unsere Bilder: Franz Egger 3, K. Fischer 4, R. Leehner 2, Jos. Neher 2, W. L. Harting 1, Fides 4. Den Beitrag „Papst Johannes XXIII.“ entnahmen wir dem Rheinischen Merkur vom 31.10.' 1958, den Beitrag „Im römischen Propagandakolleg“ dem Erdkreis November 1958. Groß war die Freude der Römer am Abend des 28. Oktober, als sie zum ersten Mal den neuen Papst auf der Loggia der Peterskirche sahen und seinen Segen empfingen. Groß ist die Freude aller Kinder der Kirche, daß sie wieder einen gemeinsamen Vater haben; er wird sicher mit gleicher Tatkraft wie sein Vorgänger das Missionswirken der Kirche fortführen. HH!