Notwendiges Kand - Küchlein Allen ven Müder vnd Uchwe, stern / so dcr Heil, zwölff Apostel-Bruderschafft/ in der Landsfürstlichen StadtFürstenfeld inUnter-Steyermarck zugethan/vnd rinverleiblseynd. Von verlyhenen Gnaden / Ablaß / Ordnungen / Regeln/ snd Satzungen / so die einverleibte Brüder vnd Schwestern hallen sollen. Durch den Hochwürdigenvnd Wohlgelehrten Herrnk. Jordan Wielandt/ Augustiner-Ordens der Eremi¬ ten/ vnd Provincialen durch Steyer/Kärn- ten / auß Lieb/ vnd zu Trost der Brüder vnd Schwestern / obbenanter LonKZcermtat mit Fleiß colligirt vnd zusammen -gezogen. HMLonlens v«d Erlanbttvs/der mehcern Obrigketr. ! EedruchtzuGratz bey denen Widmanstät/ Mischen Erben//712, Sike/ wie gukvnd lieblich ist es/daß Brü¬ der in Einträchtigkeit s »y einander leben / psalmi za. 281081 ^S5c>«jng in umve>?!ietns loijiLnios v I_,ub!l2n! -kN- (z) Mn allgemeine Gr- Mahnung/an alle Brüder vnd Schwestern / diftr Bru- derschafft- /MHEltebtein GOTT dem HERRN/Brüder vnd Schwestern: wann einer vntervns von Hertzen betrachtete/ daß eigentlich derTag kommen wei¬ de/ dessen Abend er nicht erleben/ oder den Abend/ dessen Morgens Tag-Liecht er nicht anschauen mö¬ ge/ sonder sich zuBeth mitSchmer- tzen befinden/mittödtlicher Kranck- heit vmbgeben/ schon versehen mit brennender Kertzen in der Hand/ jetzt gleich den Pfeil des grimmigen Todts / der dasLeben / so auch dem geringsten Erdwürmlein über alles Hch/hinuimbt/vnbarmhertziglich/ A« vnd 4 Crmahnung vnd andere Ding / so die Sterbende erfahren / auch erwarten müssen: dievngewisse Zeit/ Orth/ vnd die Art der Kranckheit/ ob er bald ab- Drucken/ oder lang sterben werde/ dahaimb / oder in der Frembdc; ehrlich oder mit Schmach / in der Huld oder Feindschafft GOttes / von hinnen fahren werde: den na¬ genden Wurm des bösen Gewis¬ sens erdulden/vmb daß er all seine Krckfften auff eytle Dinq/ Reich- thum/ Gunst / eignen Fleisches/ vnd dergleichen vergeblich ange- rvendt / nun aber ohn alle Auß- jlucht/ allem dem müsse Urlaub ge¬ lben / welches er als einen Abgott angebettet / damit die edle Zeit/ die Der gütige GOtt Buß zu würcken gegeben / verleiden. Nun aber Daß auch die Thür verschlossen wer¬ de / vnd obschon ein Zeit wäre übe- rig/ doch vnterso vit Schmertzen/ Horcht/ vnd Erwartung zukünffti- ger Ding / er kaum etwas guts ge- den- der Bmberschäfft- 5 dencken/ will geschweige» /daß er die Sünd bereuen / vnd beweinen könte: daß die bösen Geister vmb so vil vngestücker seyn werden / weil sie wohl wissen / daß sie ein kurtze Zeit zu gewinnen / oder zu verlieh- ren haben ; alsdann der Mensch sich nichtwenden könte Trost zu su¬ chen/» och zu der vergangen en Zeit/ die dahin ist / vnd übel angelegt worden/noch zu der Gegenwärti¬ gen/da er den grimmigen Todt vor Augen hat / noch zu der zukünffti- gen Zeit/daihme nichts anders/ als das Grab/dcrzornige Richter/ dessen Sententz vnwiderruffkich; die gefährliche weite Reiß zu erwar¬ ten übrig ist / vnwisiend/ was er über ein kleines sehen/hören/oder auch lcydcn müsse / daß darauff folge die gewaltige Absönderung der Seelen von dem Leib / welche den Frommen zwar ewiger Freud/ den Bösen aber/ein Anfang ewi¬ ges Heulen/Weinen / vnd Zähn- A z klap- Ermahnung 6 klappern ftyn wird; daß man die abscheuliche Leich / nur auß dem Hauß / auß den Augen auff das Läldeste/als keinen Erben mehr ha¬ ben wölle; daß also augenb icklich verschwindet / alle Glory/ Ehr/ vnd Gunstdiser Welt/rc. Dises sprich ich / so cincrwohlbe- hertzigtevnd betrachtete/ wurde er wohl klug seyn/ vndseinen Sachen fürsehen/was erwünschte / daß er inseinem jungen Leben hätte guts gethan/wurde solches nicht in das Alter/auffmorgen / in dieKranck- heit/ Angst des Todts/ da man nur Kämpffen vnd Streikten muß/ auffjchieben - Sondern heut Visen Tag / Stund vnd Augenblick /an¬ fangen guts zu thun/ Mitte! vnd Weeg für die Hand nehmen wohl/ fromm vnd gottseelig zu leben / auff daß nur alsdann ein gottseeliger Todtvnd Hinfahrt crfolgete. Unter solchen Mittlen aber ist nicht das geringste / so wir vns in an- - _ der Brud ttsch asst. -_5 andächtigenBruderschafften bege- den. Dann Lonum eü babitare krarres in unum. Gut ist / wann die Brüder inEiNtrachtbe'x eiNF UN der leben. Welche Bruderschasfien zwar nicht gestern / oder vorgestern ihren Anfang genommen / sondern noch in dem alten Testament ihr Bedeu¬ tung /zur Ap-stel-Zcit aber / ihr Christliches Fundament gesetztha- den. Die Gesellschafft derKindcr Israel /welche in der Wüsten / den Heil Propheten Moysen / zu einem Patron vnd Versprecher bcyGOtt dem Allmächtigen erwählet / war ein eigentliche Vorbedeutung vnse- rer Christlichen Bruderschafften / nicht weniger die GesellschafftNoe in der Archen / die auch ihn für ih¬ ren Vorsprecher gesetzt haben: was war anderst zu der HH. Apostel- Zeit/davon den Gläubigen gesagt wurde / äS. 4.. Die Menge aber der Gläubigen / war ein Hery / A 4 vnd r Ermahnung _ vnd em Seel: Auch keiner sagtvon feinen Gütern / daß sie sein wären/ sondern es war ihnen alles gemein- dann wie vil ihrer waren / die da Acker oder Häuser hatten / die ver- kaufften sie/vnd brachten das Geld darvor/ vnd legten es zu der AM siel Füssen / als ein wahrhaWge Gesell-vnd Bruderschafft? Also auch noch zur Zeit die etwas in die Bruderschafften stifften/ die legen es zu den Fussendes Heiligen / der da Patron der Bruderschafft ist. Und gleichwie die Kinder Israel vil Patronen gehabt/ als / etliche Ha¬ den Moysen gehabt / etliche Io, suam/ etliche Gedeouem/ etliche Ie- remiam/ etliche Danielem/ etliche Eßdram / vnd dergleichen: Also haben wir auch in dem Neuen Te, > siament vil Patron vnd Fürbitter dey GOtt/ daher dann geschicht/ daß sie vil vnd grossen Nutzen ver¬ ursachen. Erst- der Bmb erschafft. h Erstlichen / damit die Ienigen/ so sich in solchen Vrudcrschafften begeben / zu einem gottseligen Le¬ ben darinnen angereitzet werden : Dann der Königliche Prophet Da¬ vid spricht also / Psalm 17. Mit: den Heiligen wirst du heilig styn/ mit den Vnsthuldigen wirst du unschuldig siyn / vnd mit den Er-- wählten wirst du erwählet werF den. Darumb sollen die Bruder- schafften keine vnehrliche Leuth in ihrer GeseUschafft leyden / vnd ihre sonderliche Statuten vnd Arvnun- gen haben / welche zu Verhütung Sund vnd Laster / vnd zu Fort- pflantzung der Tugend / Zucht vnd Ehrbahrkeit beförderlich seyn: da- hero haben dieBruderschafftenden Löblichen Gebrauch /daß sie dieIe- nigen/welche ein ärgerliches Leben treiben / gemeiniglich straffen / oder .gar auß ihrerBrudcrschafft schlies¬ sen. A 5 Zum Ermahnung ro Zum andern/ seynd veßhalben Bruderschafften / vnd gottseelige Gesellschafftcn auffgericht/ daß ei- ner soll den andern mitgutenExem- peln zu den Wercken der Lieb an- zündcn/ vndanreitzen/ man legt vil Kohlen zusammen / daß eine die ander soll erwärmen/also kommen auch in den Bruderschafften vil Menschen zusammen/damit einer den andern mit guten Exempelnin der Lieb erwärme. Zum dritten / dienen Bruder- schafften darzu / daß einer solle den andern in guten Fürnehmen / mit seinem guten Exempel vnd Ermah¬ nungen stärcken / damit sie in den Guten/ das sie angefangen / blei¬ ben/vnd desto standhafftiger dar¬ innen verharren vnd fortfahren / vnd nicht darvon ablassen: Dann gleichwie in einer Mauer ein Stein den andern häfftet/ also erhält auch in den Bruderschafften / ein Bru¬ der den andern in guten. Die „ der Bruderschastt. _,r Die vicrdte Frucht/ so auß den Bruderschafften entspringt / vnd herfleust / ist: daß einer von dem andern wann er strauchlet oder fält/ widerumbwird auffgericht/ das ist/ wann einer sündiget/ so soll ihn der anderwiderumb mitguten Ermah¬ nungen zur Buß / vnd zur Besse¬ rung bringen vnd bekehren: dann Christus vnser lieber HErr sagt: ^ündigetdeinBruderwiderdich/ ls gehe hm/ vnd straffe ihn Zwi-, schon dirvnd ihn allein / höret er dich/ so hast deinen Bruder ge-- rvuntten/ höret er dich nickt / so nihn, noch einen oder zween zu dir/rc. DiefünffteFruckt ist/daß einer dem andern hilfst mit dem Gebest/ den Versuchungen des Teuffels Widerstand zu thun. Die sechste Nutzbarkeit ist: daß durch dieVruderschaftendieStraf- fen GOtteö / abgewendet werden/ basist: wannschon etliche in einer A 6 Ge- rr Ermahnung Gesellschafft/ oder Bruderschafft seynd / die GOttes Straff wohl verdient haben / so verschont doch GOTT gemeiniglich ihrer / vnd straft sie nicht nach ihremVerdienst/ wegen der Frommen / so bey ihnen gefunden werden. Als die Stadt, Sodoma höchlich wider GOtt ge- sündiget hatte / wolt ihr der All¬ mächtig gleichwohl verschonen / wann nur zehen Gerechten in der Stadt erfunden wurden: hat er. dann einer solchen so grossen volk¬ reichen Stadt / nur wegen zehen Frommer willen verschonen wollen/ wie vil mehr k wird er einer Bruder- schafftverschonen/ vnd etliche so es wohl verdient/ nicht straffen/ we¬ gen der Frommen vnd Gerechten/! so darinnen seynd? Die sibendcist: die sonderbahre Gnad / so den Bruderschafften ver¬ sprochen ist: dann es hat Christus vnser HErr verheissen/ erwolle mit semerGnadbey denBruderschaff- ten der Brud erschafft. iz ten vnd Versammlungen seyn/wie er sagt bey dem Joanne am 20 Cap. Lvs zween oder drey in meinem Namen verstrmleestM/ da bin ich mitten vneer ihnen. Darum ist er auch den HHAposteln/ vnd denen/ so bey ihnen versammlet gewesen/ erschienen/vnd denen / so nichtbey ihnen gewesen / nicht erschienen. Er hat auch seinen Heil. Geist in die Apostel am Pfingstag / als sie ver- sammletgewejen/ sichtbahrlich ge¬ sendet / zu einer Lehr vnd Anzei¬ gung/ daß er auch noch zur Zeit dm Jenigen/ so in seinem Nahmen ver¬ sammlet/ mit seinen Gnaden bey« wohnen wolle. Die achte Nuhbahrkeitist: daß ihr Gebcttvil eher erhöret wird/ als sonsten das Privat-Gebett/so einer allein fürsich thut/ wie dann Chri¬ stus vnser lieber HErr sclbsten ver¬ spricht/ da er sagt bey dem KiLnkKo am8.Cap. Ws zween außeuch emssi^n auff Erden / einer A 7 chen r4 Erm ahnung chen Sach halben die sie bitten/ dre soll ihnen widerfahren von meinem Vattter im Himmel. Wann nun zween oder drey / so ei, nes Dings eins werden / daß sie bitten/ solches erlangen / wievil- mehr da ihrer vil / vnd ein grosser Haussen / wie in den Bruderschaff- ten / werden sie solches erhalten. In Summa/ alle gute Merck/ die der Mensch/so in crnerBruder- fchafft ist/auß Geheiß der Bruder¬ schaft Lhut / die seynd GOLt ange- rrehmer / vnd einer verdient mehr darmit / als mit denen / die er son¬ sten freywillig / vnd für sich selbst thut. Ja was für ein schönes vnd GOTT - wohlgefälliges Ding die Bruderschafften seyn/bezeugt der Sehn Sprach /Lccl. 25. mit Visen Worten: Drey Ding siynd die mir gefallen / Einträchtigkeit der Brüder/ Liebebeß Nächsien/vnd Mann vnd Weib / die sich wohl miteinander vertragen. Und wer¬ den der Vruderschaffk. r; den daher die / so in den Bruder« schafften seynd/Brüder qenennt/ daß sie sich recht vnd wol verhalten/ vnd ein gottseeliges Leben führen sollen. Damit sie Brüder vnsers HErw Christi JEsu seyn / der also beydemKlsrrb.amZwölfftensagt: Wer d Bruderschafft beywohnen / auch wann sie auff diebestimbte Ta'g die ertheilte Gnaden vnd Ablaß em¬ pfangen wollen- Diseö Zeichen soll sryn ein Gürtlvon rothem Leder ge. Mqcht/eines Zinger breit: barbcy S4 Ordnung vnd Satzung Heils sie der außgestandenen fangnussen / Eyscn /vnd Bande«/ Marter vnd Blutvergiessens der HH. zwölff Apostel erinnert wer/ Den: DerGefängnusPetriäÄol- 12. da der Engel zu ihm komme«/ vnd sprach: Vmdgürte dich/vnd Zeuch deine Schuech an/vnd f-l/ ge mir nach - Der Banden des H> Pauli2i. Da Agabusder Prophet stin Gürel genommen/ chm silber Händ vnd Fuß gebürt den vndgelagk/ dem Mann deB dise Gürel zugcßöre/ werden dÜ Juden also zu Jerusalem bmdeN- Der GürtldeS H. Thom«/ dem/ wie etliche schreiben / die Allerheili- giste Mutter GOttes / zum Zeichen ihrer wahrhafftigen Himmelfahrt/ ihr Gürt! verlassen : Dann auäl der andern HH. Aposteln / die vmV Christi willen gebunden / gemar¬ tert / vnd gepeynigt worden. Theits Geistlicher Weiß vnter- richtet werden sollen/alsdann wer¬ den der Brudttschafft. _ 25 den die Brüder vnd Schwestern recht vmbgürtet/ wann sie ihr ThuuvndLasien/nachdem Besatz GOttes reguiirn / vnd ihr Fleisch in Zaum halten: Nicht gürten oder binden das Angesicht/ wie mans den Tobten macht / das ist / keiner Sünd mehr schämen: noch den Halß/wie mans den Ubelthä- tern machet / das ist / mit den Hän¬ den vnreckt thun / vnd mit dem Mund nicht wöllen vmb Verzey- hung bitten / welche in der Heiligen Schrifft vermahnet werden r Löse auff die Band des Halß / du ge¬ fangene Tochter Syon: auch nicht Händ vnd Füß / wie mans denen ru thun pflegt/die man begraben will/ dasist/inden Rath der Gott- losen gehen/ vnd auff dem Weeg der Sünder stehen bleiben /disem/ nach derLehr Christi/wirds endlich übel gehen i2. Nindekihm ^>änd vnd Fuß / vnd werffed ihn ' ln die äusserste ^nsternus. sS - Ordnung vnb Satzung , Sondern vmbdic Lenden sollet sie sich gürten / sagt Christus vek HErr/ Luc. 12. Die Lenden bir" Den odergürtcn wir/wann wirdcrs gaile Fleisch mit Enhaltunq vrik Reinigkeitbezwingen / sagt Gregs- rius : Der Heil. Apostel Paulus «cnnet vmbgürtetseyn/ seye nichts anders / als mit der Wahrheit/vn?. mit dem Pantzer der Gerechtigkeit angethan seyn / Lpkes. 6. Zum andern / soll sich ein jedwt- derer Bruder vnd Schwester / arm «in jeglicher frommer Latholifchä Christ/welcher Vorhabens ist/ sD zu begeben in dise löbliche Bruder schafft / mit möglichem Fleiß vrff Ernst bemühen / damit der Göttli¬ chen Majestät Glory/ seiner heil'- giften Mutter / vnd Himmels-Kö¬ nigin Maria / der HH- zwvlff Ap»' stelDienstvnd gebührliche Ehr bt- fördert/ die Catholische Religion/ wie auch die alte / wahre / reint Fremmkeit vnd Andacht / genM rer der Bruderschaft. s? ret vnd gepfiantzet werde / vnd also endlich zur ewigen Seeligkcit desto besservnd leichter gereichen möge. Drittens / welcher sich diserLöb¬ lichen Bruderschafft will einverlei¬ ben lassen / der soll sich bey dem ksrri, oder Geistlichen Vatter der Bruderschafft anmelden / vnd sei¬ nen Nahmen/was Stands/ Han¬ dels / vnd Weesens er seye / von sich geben / vnd das Orth/wo er wohnt / anzeigen: darauff soffer seine Sünden beichten / vnd das Hochwürdige Sacrament empfan¬ gen / vnd nachdem er den Vorsatz sein Leben zu bessern / gemacht hat/ soll er als ein neuer Soldat vnd vnv Kriegs - Mann Christi / sich wir der gebenedrycten Gürtivmb- gürten fassen / anfangen Ritterlich ru streitten / vnter dem Schutz der HH- zwölff Aposteln. An wcl- / chem Tag seiner Einschreibung er t dann auch vollkommenen Ablaß , erlanget. D » Vie,- - Vierdtenö: Damit denen Brl^ der vnd Schwestern/ ihre HH. Pen krönen die zwölff Apostel jederzeit in der Andacht vnd Gedächtnus/ sie aber in dero Schutz vnd Schirni verbleiben / sollen sie verbunden seyn/alle Tagzu Ehren derselben zu betten / zwölff Vatter vnfer/ vnd zwölff Ave Maria / vnd ein Glauben. Das hohe Fest der HH. Apostel Petri vnd Pauli / Men sie für ihr absonderliches Fest halten / daran auch ein herrliche Procession/ nm vorgetragenen Crcutz / daran dir' zwölff Apostel gewählter seyn sot^ len / anstellen. Alle Brüder vnd Schwestern sollen auch denselbigen Tag beicht ten vnd communicieren / damit ffr vollkommenen Ablaß empfangen» Welches sie auch thun können/ an etlichen andern Apostel-Festen / in der Lulla der Indulgentzen be^! griffen ftynd/ damit sie siben rigen/! . der Brud erschaft?. _29 rigen / vndviertzig Tägigen Ablaß erlangen mögen. Des andern Tags nach Petri vnd Pauli/sollen . sie auch zweyAcmbter halten lassen/ sambtcincr Vizil, eines von dem H. Geist/fürdielebendige Gutthäter der Löblichen Bruderschafft / das andere für die Abgestorbenen. Item/ die vier gewöhnlicheHua- tember Vigilien vnd Aembtern / zu welchen Zelten nach verrichtcm GOttes^Dienst vndkmtzerLxbor- rarion oder Ermahnung / wie auch Ablesung der lebendigen vnd abge¬ storbenen Brüder vndSchwestern; dieBrüderzusammen kommen sol¬ len / von fükfallenden Nothwendig- keiteu der Löblichen Bruderschafft sich zu vnterreden / allem Übel ab- ruhelffen / vnd dem Guten cipen Vorschub zu geben. Sie sollen auch schuldig seyn / al¬ len GOttes - Diensten Sonntag vnd Feyertags der Vesper /Ambt/ vnd Predig beyzuwohnen / inson- _ Ordnung vnd Satzung _ derzeit aber an denenHH. Apostel- Feyertägen / die sie mit Andacht/ auch gedrckuchigen Opffer celebrirri sollen. Item /weil die HH. Apostel PA trvni diser Löblichen Bruderschaft seynd/ sollen die Brüder vmst Schwestern/ die vorhergehendes gilien vnd Fasta'g mit sonderlicher^ Abstinentz/ weil es die Christliche/ LatholischeKirch ohne das besticht/ halten: Doch soll das Fest des Hei- ligenJohannisApostolsvndEvari- gelisten / wie auch der Heil ApA sieln Philippi vnd Jacobi / nicht darunter verstanden seyn/weil sol¬ che Fest-Ta'g / die HeitigeRömische Catholische vnd Apostolische Kirch privilegirt. Die Brüder vnd Schwestern / st vnverhindertseynd/vnd wohl Zeit haben/ sollen Wöchentlich zwo Messen Horen / vnter einer für die Lebendige /vnter der andern für die tobten Brüder vnd Schwestern bit¬ ten. So — dcrDruLerschasst. zr So ftrr aber/ die Brüder vnd Schwestern in den GHttcs-Dien- sten / vnd Haltung anderer Regeln sollen saumseelig gefunden werden/ so wird dem Geistlichen Vatter mit Rath seiner Lonsultorn/vnd Bey- sitzern erlaubt/ iolche Brüder vnd Schwestern zu straffen/ es sey gleich In Geld/oderinWachs/ rc. allein zudem End/auffdaß dieFaul-vnd Trägheit außgereutet / der Ernst vnd Fleiß aber gepsiantzet werde - Die Straffen aber sotcn zu keinem andern/ als zu der Bruderschafft Nutzen vnd Frommen engewcndt werben. Fünfftens/soll gemeldteWbliche Druderschafft/damit sie wchlaä- miniürirer werde / qemehret / vnd in das Auffnehmen komme/ sich be¬ werben vmb taugliche Vorsteher/ Geistlichen OireÄore oder Haubt/ Weltlichen k-cÄore oderVorsteher/ nicht weniger vmbvier Lonlukorn. oder Räch / die in der Regierung B 4 bey- Z2 Ordnung vn d Satzung beystehen/Rath vnd Hülst leisten/ vnd fleissig erscheinen sollen / so ostt ihnen angesagt wird / ihre Stim¬ men/ Meinung vnd Gutachten/ mit gebührender Christlicher Sitt- samdkeik vorbringen: ohne diftr Gutachten/soll nichts hochwichti¬ ges gehanblet/oderoollzogen wer¬ den- Es sollen auch alle Brüder vnd Schwestern demHaubt vnd vire- üori diserLöblichenBruderschafft/ wieauchdem LeLtmi oder Vorste¬ her/ sambt seinen Hüelloribus vnd Räch / gebührliche Reverentz vnd Ehr erzeigen / ihnen in Sachen / so die Sodalität oder Bruderschaft betreffs/ Gehorsamb leisten/ in den öffentlichen -Sruderschaffts- Versammlungen vnd Zusammen- kunfften den Vorzug geben. Dise Bcambte sollen auch Jähr¬ lichen nach dem Hochheiligen Ftzst Petri vnd Pauli / in Gegenwart gller Brüder aust einen bestimbten Tag , derBmderschafft. zz Tag ihrer ^ämilErarion, oder Haußhaltung halber Raittung thun/welche alsdann mögen con- Krmirt/ oder an dero statt andere er¬ wählet werden. Sechstens / weil die Vollkom¬ menheit/vnd das End alles Besa¬ tzes die Lied ist / vnd ohne dieselbe kein gutes Merck GOtt gefa'Uia/ noch an ihme selbsten verdienstlich seyn kan : sollen alle Brüder vnd Schwestern embsiglich trachten../ damit sie nicht allein die Lieb GOt- tes/ sondern auch des Nächsten ha¬ ben/ vnd fürnehmlich vnter sich/ mit wahrer vnd vnverfälschterBrü- derlicherLiebverknüpfft seyn / auch sovil möglich/inChristlicherFreud/ vnd Einträchtigkeit gefunden wer¬ den: Dann dem Heil. Apostel Jo¬ hanni/ für vnmöglich fürkombt/ daß man GOtt / den man nicht sihet / lieben kan / wann man den Menschen/ den man sihet/hasset: Daher er auch einen solchen/ der B 5 sei* ?4 O rdnung vnd Satzung seinen Bruder hasset/ keinen BrN- der / sondern einen Todtschlägek nennet. Die Kinder GOTTes / werden auß der Lieb erkennt / die Kinder des Teuffels seynd / bieihre Brüder nicht lieben / i.)o2o. z. Zum siebenden: Dahcro auch wann jemand auß der Bruder- schafft / in schwäre Kranckheit/ grosse Armuth / oder sonsten in an¬ dere so wohl Geistliche als Leibliche Noth vnd Widerwärtigkeit gera- then wurde / soll man selbiges als¬ bald dem keüori oder Vorsteher anzeigen / auff daß derselbe in der nächsten Versammlung / das ge¬ meine Gebett/vndGOttes.Dienfl von den Brüdern vnd Schwestern/ auff dem varzu geordneten Bru- derschafft, Altar geschehen lasse / die bedrängte Noth-leydende Mit- Brüder vnd Schwestern offt besu¬ chen/in gefährlichen Kranckheiten verschaffen/ daß die Brüder vnd Schwestern nach der Ordnung / einer -er Bruderschaffk. zx einer oder eine / vmb den andern/ bey demsclbigen Tag vnd Nacht wachten/ ihnen mit Christlichen Almosen vnd Wercken der Barm- hertzigkeit/ nach ihrem Vermögen insonderheit/ oder auß gemeinem Kasten beyspringen. Das seynd die rechteZeichenBrüderlicherLieb: wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen / sagt der Heilige Apostel Joannis r. Epist. z. Cap. wann aberjemand der WeltGu- ter hätte / vnd sthet sein Bruder Noch leyden / vnd schleust sein Hertz vor ihm zu / wie bleibt die Lieb (8 Orees bev ihm? Der H. Apostel Jacobus Cap. 2. So aber ein Bruder oder Schwester bloß wäre/ vnd Mangel hätte an täg¬ licher Nahrung / vnd jemand sprech zu »hm : GOTT berath dich / wärmbt euch / vnd sättiget euch / vnd gebt ihm aber nicht/ was des Leibs Nokhdurffi: ist/ washülffkstedas? DcrMenM V 6 so z6 _ Ordnung vnd Satzung so er ein wahrhafftiger Bruder seyn will/der muß lieben in der Lhat vnd Wahrheit. Zum achten / dieweil es auch bil- lich vnd recht: daß die Brüderliche Lieb in diser Gesellschafft/nicht al¬ lein im Leden / sondern aüch nach dem Todt continuire vnd erhalten werde; sollen die Mit-Brüder vnd Schwestern/so offt ein Bruder oder Schwester durch den zeitlichenTodt wird abgefordert/ sich befleißen mit gewöhnlicherLieb vnd lobwürdtgen Zeremonien / den Leichnamb zu der Erden beglaiten/ vnd bestattigen heissen / wie auch dem GOTTes- Dienst/so vor dessen Seel GOtt dem Allmächtigen wird auffgeopf. fert/ andächtiglich beywohnen / Darbey auch dessen Seel/zu Hülff vndTrost/entweder das OKcium vekunLtorum; zu Tcutsch / das Ambt derAbgestorbenen/oder aber den dritten Therl des Psalters/oder den gemeinen Rofenkrantz betten. , dec Bru-erschasst. Es soll auch die gantze Bruders schafft auff das wenigist ein Seel, Ambt/sodes Mit-Bruders/oder Schwester Verlaß nicht so vil wäre/ halten lassen / vnd alsdann denen gemeinen GOttes, Diensten / so das Jahr herumb zu Quatembers- Zeiten / theilhafftig vnd einverlribt werden. Ferner / wann ein Bruder oder Schwester stirbt/ soll man es denen Geistlichen vnd Weltlichen Vorste¬ hern/ vnverzüglich anzeigen / auff daß/ wie gemeldt/ derGOttes- Diensi/ zu füglicher Zeit für ihm gehalten werden möge/ dessen Na¬ men auch in der Bruderschafft- Buch / mit den ^verzeichnet / vnd in das hierzu verordnete Todten- Register/könte eingeschriben wer¬ den. So aber ein Mit-Bruder oder Schwester/vor seinem Ableiben et¬ was der Löblichen BruderschaffL vermachte/ ober so was anderst zu B 7 der- z8 Ordnung vnb Satzung derselben geschenckt / vnd gegeben wurde / soll es von den Geistlichen vnd Weltlichen Vorstehern einge¬ nommen werden/ fleissig bewahret/ in einer Lassa vntcr zwcyenSchlös- scrnverspcrtt/deren einen derGeist- liche / den andern der Weltliche Vatter haben soll/vnd wann man etwas auf; der besagten Lassa neh¬ men will / sollen beydeVätter /vnd auffs wenigist einer auß den Rck- thcn gegenwärtig seyn / vnd was heraus; genommen wird/esseyvit oder wenig / in denen darzu depu- tirten Büchern verzeichnet werden vndauffgemerckt- Sollen auch alle Brüder vnd Schwestern / so offt sie durch oder neben einem Freythoff vnd Bein- Hauß gehen/ oder neben einem Haust/ in welchem eintodtervnbe- grabenerLeichnamb stehet/ fahren/ oder reuten / allezeit den Psalm Ve prokuneiis, oder zum wenigsten ein¬ mal)! das Leguicm Lcemsm , Lcc. —, der Brud erschaft. z-y ruTeutsch: HERRgibihnen die ewige Ruhe/ vnd das ewige Liecht leuchte ihnen/rc.mtt Andacht/ die aber/ so des Lesens nicht kündig/ anderen statt ein Vatter vnser/vnd Ave Maria betten. Zum neundten: MeBrüder vnd Schwestern/sollen in ihrem gantzen Leben vnd Wandel/sich aller An¬ dacht/Gottsforcht/ Ehrbahrkeit/ Redlichkeit/vnd Tugend zum höch¬ sten befleißen / vnd jederman ein gutes Exempel geben/damit auch andere vmb so vilmehr Ursach ha¬ ben / diseLöbiiche Lonkrareriütatzu ehren/zu lieben/vnd sich derselben einzuverleiben / auch diser Gestalt die Bruderschafft erhalten / der Nahmen Christi/vndseinerHH. zwölffApostelvmb so vil desto mehr gelobt / vnd gebened eyet werde. Zumzehenden/ vndBeschlüße Soll ein jedwederer Mit-Bruder vnd Schwester fleissig mercke-i/vnd wohl in Obacht nehmen/das./ob¬ wohl 4 Pfangen/ vndeingksHribcn wor¬ den/gibt der Vorsteher den neuen Mit-Bruder oder Schwester / ein brennende Kertzen in die Hand / , sprechend: 4? Gebett beyder Einschrcibung. L Lcixe krater Ckariilims /^aut foror 6kariüirna lu-- men Okriüi, in ÜANUm tuse im- morta1irati8, exurze a mortuis Lc illuminabit te LKMus, Amen. ZuTeutsch: ^MSliebter Bruder (oder E^Schwester) «jhm hin das Liecht Christi / zum Zeichen dei¬ ner Unsterblichkeit / stehe auß von Todten / vnd CHristus wird dich erleuchten/ Amen, (49) Folget/ wie sich die gesunde Brüder vnd Schwestern/ gegen Krauchen: Und wie sich die kran¬ ken Brüder vnd Schwestern gegen GOtt/ seinem Nächsten / vnd gegen sich selbst verhalten sollen- HWserste/ so die Brüder vnd Schwestern/ nach dem sie ihre Krancke Mit - Brüder vnnp Schwestern besucht/getrösthaben/ thun sollen / ist/ der HH. zwölft Apostel Fürbitt ersuchen / daß sie den Allmächtigen erweichen / sich ju erbarmen über den Kränchen / niit folgender Litaney, DUErr erbarm dich vnser- 'LMLHriste erbarm dich vnser. HErr erbarm dich vnser. t Christehörevns. Christe erhöre vns- ! C GOtt 5S Maney GOtt Vatter vom Himmel/ vd erbarm dich vnscr. GOLL Sohn / Der Welt Erlö¬ ser/erbarm dich vnser. (ser- Gott H. Geist/ erbarm dich vH- H. Dreyfaltigkeit ein einiger GOLL / erbarm dich vnscr. H Maria/ 1 H.GOttcsGcbahrerin/ H H. Jungfrau aller Zung- A! stauen/ H. Michael/ H. Gabriel/ y. Raphael/ Alle H. Enge! vnd Ertz-Engel/ bittet für vns. Alle H. Chor der feeligen Gei¬ ster/bittet für vns. H. Johannes Der Tauffer/ biti für vns- AlleH. Patriarchen vnd Pro¬ pheten/bittet für vns. bey den Kranckcn. 51 H-Paule/ H-Andrea/ H-Jacobe/ H. Philippe/ Bartholomeee/ V H-Matthwe/ p. Johannes/ H Thoma/ H H Jacobe/ H. Simon/ Thaddwe/ H.Matthia/ H. Marce/ H. Luca/ - Alle H. Apostel vnd Evangeli¬ sten/bittet für vns- Bittet fürvnsermMit-Bruder/ (oder Schwester.) Den Allmächtigen GOtt: der da heylet / gesund machet / vnd verwundet / daß er ihm L 2 auch ;r kitane» auch wolle dieGcsundheiN verleyhen/ Deu/ der Lödtet vnd leben¬ dig machet: daß^cr vn- sernBruder(oderSchwe- ster-bey dem Leben erhal¬ ten wolle/ Den / der zu der Vollen füh¬ ret/vnd herwider bringet/ daß er vnsern Mit-Bru- der vor derHöllen bewah¬ ren wolle/ Den/ der die Jenigen/ so ihn in ihrer Kranckheit an- rusten / gesund macht/ daß er auch vrijern Bruder (oder Schwester) gesund mache/ Den / der vmb fein Barm- hcrtzigkeit willen/ allesee- lig machet / daß er auch, vnsern Bruder ( oder) Schwer _ bey drn Krarickett. _5, Schwester) seeligmachem wolle/ Den / so den Job mit einem bösen Geschwür verletzt/ geheylet/daß er auch vn- scrn Mit-Bruder heylen wolle/ Den/derdenEzechiam/als er zu ihm gerussen / von seiner Kranckheit erledi¬ get/ daß er auch vnjern Mit - Bruder ( oder Schw ester ) erledigen wolle/ Den / der den Teuffel von Sara vertribenhat/daß erauch vnsern Mit-Bru-- der vor aller Aengstigung vnnd Anfechtung des Leuffels behüten wolle/ Den / der dem Tobias das Liecht der Augen wider) L z Ze- Bittrt für ihn- 54 Litaney ,, geben hat/daß er auch vn-) ferm Bruder das Liecht der Seelen/vnd desLeibs verleyhen wolle/ Den / der die Schwiger Pe¬ tri von dem Fieber erledi¬ get hat/daß er auch vn- sernBrudcr(oderSchwe- ster) von seinem Schmer- tzen erledigen wolle/ Den/ der des Königleins Sohn/ der jetzt sterben weit? vomlFiebcr erledigt hat/ daß er vnftrn Mit- Bruder(oder Schwester) von der gefährlichen Todt-Kranckheit erledi¬ gen wolle/ Den / derdesHaubtmanns Knecht mit einen Wort gesundgcmachthat/ daß er auch vnsern Mit-Bru-, „ bey dcnKranckm. _55 der (oder Schwester) gn sund machen wolle/ -Äen/der die Außsätzigen ge¬ sund / vnd-gereiniget hat/ daß er vnsern Mit-Bru- derxoder Schwester) rei¬ nigen wolle/ Den/der die so von vnreft nen Geistern geplaget/ vnd besessen/ erlediget/ daß er vnsern Mit-Bru- der (oder Schwester) von allen Höllischen Geistern bcfreyet laßen wolle/ Den / der das Weib durch Anrührung seines Saums / vom Blutgang erlöset hat / daß er auch vnsernMit-Bruder(oder Schwester) von seiner schweren Kranckheir erlo? sen wolle/ L 4 Den/ ;6 Manc» Den / der die Tauben hö-i ^rcnd gemacht/ daß er wol¬ le vnsern Mit - Bruder (oderSchwester)das Ge¬ hör der Seelen / vnd des Leibs geben / vnd erhal¬ ten/ Den/ der den Stummen den Mund eröffnet / daß er auch vnserm Mit-Bruder (oder Schwester) verley- hen wolle recht zu reden/ inErkantus seinerSünd/ Den / der die Blinden er¬ leuchtet hat/ daß er vn¬ serm Mit-Bruder (oder Schwester) dieBlindheit des Hertzcns nehmen wolle/ Den / der alle Krancke vnd Schwache/durch seinAn-, rührung heylet / daß er) auch bey den Krancken. 5/ auch vnsern Mit-Brudm (oder Schwester) mit der! Gnad derGesundheit be¬ rühren wolle/ Den/der alle/so mit Mühe vndArbeit beladen sey nd/ erquicket/ daß er auch vn- fern Mit-Bruder (oder Schwester) in seiner schweren Kranckheit er¬ quicken wolle/ Den/derallevnsereschwach- heiten getragen/ daß er vnsernMit-Bruder(oder Schwester) von feiner Schwachheit Helffen wol¬ le/ Den/der den tobten Kna¬ ben der Wittib/ seiner Mutter lebendig wider- umb zugestellt/daß er vn- strn Mit-Bruder (oder) L 5 Schwer Bittet für ihn. ^8 kitaney Schwester) vns widermm^ gesunder schencken wolle/ Den / der die Tochter des Obristen der Synagog wider lebendig gemacht/ daß er vnsern- Mit-Bru- der (oder Schwester) der Bruderschaft gesund vnd frisch zustellen wolle/ Den/derdenLazarum von Todten aufferweckt/daß er vnsern Mit - Bruder' (odcrSchwester)von dem Todt der Sünden erwe¬ cken/vnd bey dem Leben des Leibs erhalten wolle/ Den / der die Krancken besu¬ chet/ vnd denen/ die sie be¬ suchen / die ewige Beloh¬ nung versprochen hat/ daß er vnsern Mit-Bru- der (oder Schwester) miti Bittet für ihn. beydenKrancken. 5- seinerGnad besuchen/vnd vns verleyhen wolle / daß wir ihn Brüderlich mit Nutzen/vnd Frucht besu- ' chen mögen/ Den/der durch den Schat¬ ten Petri/ vil von ihren Kranckheiten erlöset hat/ daß er auch vnscrn Mit- Bruder (oderSchwester) vntcr disenseyrr wolle las-> _^sen/ ! Den/ der durch das schweiß- TüchleinPauli/vilKran- cke gesund gemacht / daß auchdiser vnserMit-Bru- der (oder Schwester) auß denselben seye/ Den/ der durch die Gebein des Elysei / einen Todten widerumb zu dem Leben gebracht/daß auch vnser) L 6 Mit- Bitt-tfür Hi,. Waue» 6?__ Mit-Bruder (oder" Schwester) vor demTodt befteyet bleibe/ Den GOtt / der vnser yelf- fer vnd Beschiermer ist / daß er vnserm krancken Mit-Bruder(oder Schwester) helften/ vnd beyspringen wolle/ Den / der vnser Auffnehmer vnd Erlöser ist/daß er Vi¬ sen Krancken erlösen/vnd auffnehmen wolle/ Den / der vnser Starcke vnd Gedult ist/ daß erdisem Krancken Gedult vnnd Starck vcrleyhen wolle/ Den/der vnserHeyland vnd Erlöser ist/ daß er disen Krancken gesund vndsee- lig machen wölle/ Bittet für ihn. -_bcpdenKrancken. _6r Daß er disem Krancken gnädig seyn wolle / bittet für ihn- Daß er vns vor allem Übel be¬ hüten wolle / bittet für vns. Daß er vns vor Sünden behü¬ ten wolle/bittet für vns. Daß er vns vor aller RranckheiL vnd Schwachheit behüten wolle/ bittet für vns. Vor Pestilentz vnd aller In- ieÄion, Vor aller Untugend/ vnd Kleinmüthigkeit/ Vor heimlichen Nachstel¬ lungen des böfen Feinds/ Vor Gefährlichkeit des Todts/ Von den Schmertzen der Höllen/ Vordem gahen vnd vnver- sehenenTodt/ C 7 Vor. 62 kitanry VorewigerVerdammnus/bit-- tctfürvns/ daß er vns behü¬ ten wolle. Durch sein Versuchung / daß et vns behüte vor allem Übel / bittet für vns / daß er vns be¬ hüten wolle. Durch sein Arbeit vnd Mühe- seeligkeit/bittetfürvns. Daß er vns behüten wolle vor al¬ lem Übel. Durch sein Angst vnd Schmer- tzen / bittet für vns / daß er vns behüten wolle / vor allem Übel. Durch dein Durst vndHunger/ bittet für vns / daß er vns be¬ hüten wolle/ vor bllem Übel. Durch sein blutigen Schweiß / bittet für vns/ daß er vns be¬ hüten wolle/vor allen Übel. Durch «7, vr> bey den Kraiicke». _<) z Durch seine Heilige Wun-' den/bittetfür vns/ Durch sein koftbahrliches Blut/bittetfür vns/ Durch sein Creutz vnd Ler> den/bittetfür vns/ Durch sein Todt vnd Bc- gräbnus/bittetfür vns/ Durch sein glorwürdige Aufferstehung/ bittet für vns/ Durch fein wunderbarliche Himmelfahrt / bittet für vns/ An dem Tag des Gerichts/daß er vns behüten wolle / bittet für vns/ Daß er vns arme Sünder erhö¬ ren wolle/bittet für vns. Daß er vnfer verschonen wollen bittet für vns- 64 kitamo Daß er vns begnaden wolle/' Daß er vns dicZcit der wah¬ ren Buß verleyhen wolle/ Daß er vns Reu des Her- tzens/vndden Brunnen der Zäher geben wölle/ Daß er vns Heimsuchen vnd trösten wolle/ Daß er vns gesunden Lufft/ Gesundheit/vndWolfart der Seelen vnd des Leibs verleyhen wolle/ Daß er vnS Verzeyhung al, lervnser Sünden verley¬ hen wölle/ Daß er die Gnad vnd Trö¬ stung des Heil. Geists in vnsere Hertzen eingiessen wolle/ Daß er vns in aller Trüb¬ saal zu Hülff kommen wolle/ Daß Bittet für vns. _ , iey dm Krancksn. _65 Daß er vns in der Stund' vnsers Todts/wider alle List / vnd Betrug des Teuffels fürsehen/vnd be¬ wahren wolle/ Daß er vns in seiner Gnad biß zum End verharren/ vnd sterben lasse/ Daß er vnser End seegnen/, vnd heylen wolle/ Daßervnsern Geist in seine' yand auffnehmen wolle/ Daß er vns verleyhen wolle/ mitFreuden nach vnserem Abschied durch die Thür des Paradeyß einzuge¬ hen/ Daß er vns erhören wolle/ Den Sohn GOttes/ O du Lamb GOttes / welches du hinnimbst die Sünd der Welt/ Verschone vnser O HErr» O Bittet für vnS- 66 Gebett O du Lamb GOttes/ welches du hinnimbst die Sünd der Welt/ Erhöre vns OHErr. O du LambGOLtes/ welches du hinuiinbst die Sünd der Welt / Erbarm dich vnser- Christe höre vns. Christe erhöre vns. Christehörevus. HErr erbarm dich vnser. Christe erbarm dich vnser. HErr erbarm dich vnser. Vatter vnser. Und führe vns nicht in Ver¬ suchung. Sondern erlöse vns von dem Übel/Amen. Mache scelig deine Knecht. I?L. O mein GOtt die in dich hoffen- yülff vns O GOtt vnser Oeyland- ^.Und Key den Krancken. _87 H Und vmb der Ehr deines Nahnmrs willen/erlöst vns O HErr- HErr erhöre mein Gebett. he. Und mein Geschrey komme zu dir. Gebett. Ms GOtt ein sonderbahre Zu- 8Mflucht Menschlicher Schwachheit/ erzeige mildiglich die Krafft deiner Hälft über Vi¬ sen vnjern krancken Mit-Bru¬ der (oder Schwester) dein Die¬ ner / daß er(oder sie) durchBey- stand deiner Barmhertzigkeit/ deiner Kirchen gesund möge dargestellt werden. O GOtt / der du mit der Ge- dultdeines eingcbohrneSohns/ die Hoftart der altenSchlangen Zerknirschet hast: Wir bitten dich/ 6A Geboktbey bc» Kranckcir. dich / verleyhe vns würdiglich zugedencken/wasderselbigefür vns gelitten hat / daß wir also nach seinem Exempl alle Wider¬ wärtigkeit mit Gedult tragen. O GOtt/ in dessen Willen alle Augenblick vnsers Lebens verfliessen / nihme auff das Ge- hekt deren / welche demüthiglich Ku dir rußen/daß wir von aller Widerwärtigkeit / vnd Kranck- heit erlediget / dich mit ewiger Dancksagung/ loben vnd prey- sen/durch vnsern HErrn IE- sum Christum deinen Sohn/ welcher mit dir lebt vnd regirt/ in Einigkeit des Heil- Geistes/ wahrer GQtt/von Ewigkeit zu Ewigkeit/ AMEN- §ol- (6y) Folgen weiters etliche Fra- . gen so man einem kranckcn Mik- Bruder l oder Schwester) fürhal- tkn mag / darauff er gern nach seinen be¬ sten Vermögen / ja spre¬ chen soll. I. WAErde er gefragt / ob er sich WM erfreue / daß er im rech- tenGlauben verscheyden werde? 2. Ob er wahrlich bekenne/ daß er nicht also Christlich vnd ehrbahrlich nach dem Willen GOttes gelebt / als er billich al¬ lezeit gethansolte haben? z. Ob ihm alle seine Sünd/ groß vnd klein / wie sie GOtt er¬ kennet / von Grund seines Aer- tzenslcydfeynd? 4. Solle ihm der Allmächti¬ ge GOtk sein Leben fristen/ vnd ep- 7o Fragstuck, erlängern / ob er alsdcuin sich gäntzlich / vnd ohne Hindernus bcsiernwolt? Ob er verglich glaube / daß vnftr lieber OErr JEsus Christus wahrer GOTT vnd Mensch vmb seinetwillen / ihn von dem ewigen Todt zu erlö¬ sen/gecrentzig et/ vndgestorben fty? 6. Ob er GOtt vmb das / vnd andere vnzählige Guttha- tendanckbahr sey? 7- Ob er vngczweiffelt glau¬ be / daß er nicht möge seelig wer¬ den/dann durch das bitter Ley¬ den vnd Sterben Christi? 8. Ob er vnrechk Gut / vil oder wenig besitze/ vnd ob er das- selbig (wie er billich schuldig)wi- dergeben wolle? — bcy den Krancken-?r 9» Ob er auß Grund seines Hcrtzcns gantz verzeyhe allen denen / die ihm je mit Worten/ oder Wercken Übels oder Scha¬ den zugefügt haben. Dann will er/daß ihm GOtt sein Sünd vergebe / vnd barmhertzig sey / o muß er solches williglich auch Hun / als vnser HErr IEsus pricht: i8. So nun der krancke Bruder (oder Schwester) zu disen Fra¬ gen recht geantwortet hat/ soll der Frager ihn mit discn tröstlichen Wortm anredcn. >§MNa mein lieberN Bruder (oder Schwester) N. du hast zu allen disen Fragen gantz vnd wohl geantwortet / GOW dem HErm sag ich an deiner stakt groß Lob / Ehr vndDanck: nichts 72 Fragstuck _ nichts anderst ist fürhin noch / dann daß du also beständig blei¬ best/ vnd durch kein Einblasung oder Anfechtung des bösen Gei¬ stes/ der nicht ftyret/ darvon abweichest: wilst du dasselbig thun/kanst du nicht mehr ant¬ worten / so gib mir doch ein Zei¬ chen. Dieweil nun deine edle Seel noch bey dir ist / vnd Zl- them hast / so solst du all dein Hoffnung vnd Vertrauen auff nichts anderst setzen/dann auff das Verdienen / vnd den Todt JESU Christi. Disem seinen Todt solt du dich gäntzlich ein- sencken/dich nut ihm bedecken/, vnd dich in ihm verwickle» / will dich der YSrr über solches vr- theilen/ so sprich in deinen Her- tzen(kanstdu nicht mitWorten) barmhertziger HErrJEsuChri- fle/ bey den Krancken. _7z ste/deinen so schmertzlichenTodt setze ich zwischen dein Urtheil / vnd mein arme Seel / ich karr wich nicht anderst gegen dir be¬ kiffen. Förchtest du dich/daß dich GOTT verdammen wöll (so sprich: O Allmächtiger ewi¬ ger GOtt / barmhertziger Er¬ schaffer / zwischen dein vnauß- sprechliche Gütigkeit / vnd mei¬ ne vnzähliche Sündvnd Boß- heit/ setze ich deines eingebohr- Nen Sohns IEsu Christi/ mei¬ nes Erlösers bittern Todt: sein hohes Verdienen opffere ich dir gar demüthiglich für alle meine Endliche Gebrächen: also zwi¬ schen deinen billichen Zorn ge- ^n mir / setze ich mit gantzen Vertrauen denselbenVerdienst vnd Todt meines lieben OErrn ^TSU Christi/ dann ich weiß ! D Mohs/ 74 Fragstuck wohl / daß solches das allcrwo^ gefälligste vnd angenehmcste L)pstcrist. Nachmahls soll der Krancke er¬ mahnet werben/ sich zu begeben/ in Schutz der Heiligsten Himmels- Königin Maria/ der Mutter Gat¬ tes / der zwölff Apostel / oder an¬ dern Patronen die er erwählet hat in seinem Leben. Gcbett. MErr IEsu Lhriste/ich bitte W) dich flehentlich durch die Bitterkeit deinesHeil. Leydens/ so du vm meinetwillen amCreiE gelitten hast / allermeist aber in der Stund / da dein See! von deinem Heil-Leib geschieden ist/ du wollest dich erbarmen übet mein Seel/ wann sie von rM nem Leib wird scheyden/auffdaß -ein Creutz -O Matter an mir/ bey den Krancken. _75 vnd andern Sündern nicht ver¬ rohren werde/ Amen. HErr in deine Hand befihle ich meinen Geist: O HERR GOTT derWahrheit/der du wich erlöset hast- IEsus/ Ma¬ ria / HH. zwölst Apostel stehet wir armen Sünder bey / in diser Weiner letzten Noch/rc> Folget wie sich der krancke Mit-Bruder (oder Schwester) in Abgang der gesunden Mit-Brü- dern oder Schwestern selber trösten/ vnd erholen soll. M^Er Heil- Nahmen IEsus/ ^W>vnd Maria/derHH.zwölf Aposteln/seyn allezeit/ vnd an allen Orchen gebenedeyet- , Der liebe vnd heylsame Wil¬ len Gottes soll vnd muß an mir Vnd allen Creaturen geschehen« Fragstuck würdigen/ suchest. 76 O mein Seel / warum bist dl! also traurig/vnd betrübest mich? Hoff vnd vertrau dem / der da ist/vnd feyn will der Tröster/ vndNothhelffer/ dein Frid vnd Heyl- DerHErr IEsus hat alles wohl gemacht/ er wird noch all les machen / vnd zum besten schll ckn. Ich glaub gantzlich/GOH sey also gnädig vnd getreu/ daß rr weder mich / noch jemand / über sein Vermögen werde an- fechten lassen. Ich opffer mich auff/ ich er¬ gib mich mit gantzen Hernen in den lieben Willen GOttes. , Ich danckedir/O Himmlr- Ley den Aranckeu._ 77 Ich erkemrederr Willen Got¬ tes / daß ich soll in allem Leyden wich gedultig / vnd in der Hoff¬ nung beständig erzeigen. O GOtt eyle mir Schwa¬ chen zu heissen / daß ich dis Ley¬ den gern vnd willig trage. Den Kelch meinesHeylandS All ich gern annehmen/ vnd den Nahmen des HErrn anruffen. OHErrIEsu/ du Sohn Davids erbarme dich mem/vnd. wehre in mir den Glauben. O süsser HErr IEsu / was großes Ereutz hast du getragen auß deiner Lieb / so will ich dann dis Creutzlein auch auff mich nehmen. Unerforschlich seynd die Ur- theil GOLLes/ jedoch von dei¬ ner Hand nihm ich alles an; D r O 78 Fragstuck OGOttesseyLieboder Leyd/ süß oder sauer. Der böseFeind stellet mir Hess tig nach / vnd last mir keine Ruhe/ du weist aber mein Gott/ daß ich dein bin / vnd dein eigen seynsoll. VErr rum iahe ich an dir ZN dienen / soll ich das Crcutz tra¬ gen / so gib mir darzu nur Ge- dult/ damit ich darunter nicht erlige. Vatter kan diser Kelch nicht von mir genommen werden/ so geschehe dein will. Ich komme zu dir O HSrr IEsu/ fast beschwert vnd bela¬ den / nach deiner Verheissung micherquicke. Haben wir die gute Tag von dem YErm eingenommen/war- umb solten wir vns dann bc-- schwc- _ schweren vnd beklagen über die Traurige? Der Nahmen des HErrn sey allzeit gebenedeyet / wir seynd frölich oder traurig / wir habens gut oder böß. OHErrIEsu Christe/ich lobe dich/ daß du mein gedacht hast/daich nichts war. O mein Erlöser ich lobe dich/ vmb das / daß du mich gesucht hast/daichverlohrenwar- O mein GOtt ich lobe dich/ daß du mich behalten wüst / w ich nicht weiß / wohin ich soll. O HErr in deine yand be- slhle ich meinen Geist/danndu hast mich erlöst. Fol- D 4 So Testament Folget wie alle Brüder vnd Schwestern/ ja alle rechtgläu¬ bigen Christen ihren letzten Willen ordnen/vnd ein Geistliches Testament machen sollen. Im Nahmen derMerheiligsten Drcyfaltigkeit/ GOttes Vatters/ GOttes Sohns / vnd GOtt des Heil. Geistes/Amen. CH N. bekenne vnd Protei stirehiemit vorder Gött¬ lichen Allmacht / vnd der glor-» Würdigsten Mutter GOTTes allzeit Jungfrauen Maria / vor denen HO- ZwölffAposteln/alö zukünftigen Mit-Richtern der gantzen Welt aller Menschen- Kindern/ auch vor meinem H- Schutz-Engel/vnd dem gantzen Himmlischen Heer- L> Nach derKrancke«. 8r Nach dem ich die Ehr vnd Glory meines Erlösers vnnd Beeligmachers zu erweitern / vnd meiner Seelen Heyl Wol- fahrt in Lebzeiten nach allen Kräfften zu versichern inbrün¬ stig verlange: hingegen aber mir vnbewuft / ob mir etwan Zeit vnd Weil zur Ordnung vnd Oiff)otmon meinerSachen/vov Meinem zeitlichen Absterben gc- lasten werden möchte / daß ich demnach solle vnd will/ als cm gehorsams Glied der Heiligen Römischen / Catholischen Kir¬ chen leben vnd sterben: glaube auch vestiglich die zwölff Glau- bens-Articul / allermassen die HH. Aposteln solche gelchret/ auch die Apostolische Catholi- sche Kirch/ als von dem Heil. Geist erleuchtet/dieselbige auß- D 5 gck- 52_ -Testament - geleget / erklärt vnd beschlossen hak / vnd also mit einem Wort protestne ich / alles das jenige zu glauben / was ein frommer Catholischer Christ zu glauben schuldig ist / bey-vnd in welchem Glauben ich verlange / vnd mich erfreue zu sterben/also vnd der¬ gestalt / daß/ im Fall außGött- licher Verhängnuß ich durch Eingebung der bösen Geister / oder aber anderwätige Versu¬ chungen (so der Allmächtige gnädiglich behüte) etwas redete oder thäte / so obberürter meiner Glaubens - Bekanntnus zuwi¬ der seyn könte/ oder möchte/daß alles vnd jedes will ich hicmit in Krafft dis/so jetzo alsdann/vnd dann als jetzo/ außdrucklich vnd gäntzlichen revocirt/abgethan/ pnd für allerdings vnkrMg / vn- derKranScn _8z vngültig / vnd nicht beschehen/ erklärt vnd verstanden haben. Jngleichenprotestire ich mit örsen meinen letzten Willen/ daß ich in mcinenTodtsLNöthen be¬ gehr vnd will mit dem yeil.Sa- erament der Buß vnd Beicht versehen/zu werden / im Fall ich aber wegen erheblichen Verhin¬ derungen vnd Zustande hierzu Nicht gelangen: noch dieselbe würcklich verrichten könte / so Maine vnd will ich dieselbe anje- tzo/ für dasselbigmahl mit dem Hertzen gethan vnd vollzogen haben/ vnd gib mich schuldig/ daß ich mit Gedancken / Wor- ten/Wercken/vnd Unterlassung viles Gütens / so wohl wider GOtt / als auch wider meine Seel/ vnd meinen Nächsten offt vnd vstmahls höchlich gesündi- D 6 get 84_ Testament_, get habe: Derentwegen dann hertzlicheReu vnd Leyd trage/ mit inbrünstigem Verlangen ei¬ ner Zeit vnd Frist / meine Sünd alle vollkomentlich abzubüffen/ vnd bitterlich zu beweinen / vnd dises zwar nicht etwan auß blos¬ ser Forcht oder Schröcken des Todts / der yöllen/ oder ande¬ rer Straff/sondern allein wegen beleydigten höchstens Guts/ meines Oeylands vnd Erlösers Christi IEsu/ welchen ich über alle Ding zu lieben / vnd ihme zu dienen schuldig gewesen wäre: hierumbm ich anjetzo einen steif- fen Vorsatz habe/ solches noch hinführ an mein übriges Leben/ vermittels seiner Göttlichen Gnaden / ohne fernere Beleydi- gung zu vollziehen. Atem her Kcancken. 85 Item protestiere ich vor mei- nem Sterbstündlcin / mich des AllerhciligstenSacraments der Heil- Communion theilhafftig Zu machen/ vnd vermitels dessen Krafft mich mit meinem YErrn vollkommentlich zu vereinigen / vnd zu versöhnen: im Fall ich aber dutch Zustande / oder wi¬ derwärtige Verhängnusscn an dessen würcklicher Empfahung verhindert werden möchte/so er¬ kläre ich mich anjetzo / für dassel- digmahl/daßich solches Hoch- heiligiste Sacrament wenigift Beistlicher Weiß zu empfangen gedencke/ vnd mir gäntzlichcn vorsetze/meinen Schöpffer vnd Seeligmacher von inniglichen Vertzen anzuruffen vnd zu bit¬ ten /derselbe mich in so gefährli¬ cher Reiß begleiten/vor denAn- D 7 stch- 86_ LeßamexL — fcchtungen vnd Arglistigketten der höllischen Mördercr gnä¬ diglich beschützen / vnd also zu sicherer Anlände vnd Port der ewigen Seeligkett verhelffen wolle. Ebnermasien will vnd prote¬ stiere ich vor meinem Ende mit demhetl.Sacrament der letzten Oelunggewaffnet/ vnd versor¬ get zu werden: vnd ob ich hier¬ an einigcrlcy Weiß verhindert solte/ so begehr ich solches anjc- tzofür dasselbigmahl/ vnd bitte die Göttliche Allmacht / daß sie alle meine so inncrlich-als äus¬ serliche Sinn vnd Empfindlich- keiten/mit dem Oel ihrer grund- losenBarmhertzigkcit einsalben/ stärcken/vnd alle meine mit den Augen / Zungen/Gehör / Ge¬ schmack/ Geruch/vnd Greissm; ever der Krancken» - 87 oder sonsten cinigerley Weiß of¬ fene - oder heimlich begangene Gebrechen auß Gnaden verzey- Hen vnd vergeben wolle. Nicht weniger protestier ich in Krafft dis/ daß ich wegen vil- faltiger meiner Sünd/ auch et- wo einigcrAnfechtung oderVer- suchung / an Göttlicher Gnad vnd Barmhertzigkeit nimmer¬ mehr verzweistlen will: vnd ob zwar ich darumb das ewigeFeur verdient zu haben bekenne/ so setze ich jedoch mein veste Hoff¬ nung vnd Vertrauen in meines Erlösers grundlose Güte vnd Müdigkeit / mit welcher er so vil vnzahlbahre andere öffentliche Sünder angesehen vnd begna¬ det/wie auch in demH-Evan- gelio die Verheissung mit eige¬ nen Göttlichen Mund gethan hat/ SS _ Testament _ hat / nchmlichen / daß er nicht kommen seye zu beruffen die Ge¬ rechten / sonderndieSünder/rc. Item bekenne ich / daß mir vnwissend ist / jemahlen einiges gutes / vnd zu Erlangung des ewigen Lebens verdienstliches Werckgethan zu haben / vnd da auch eines dererley geschehen wäre / so hab ich doch solches obenhin/vnd nachlässig verrich- tet/h ätte es auch ohne sond erbar- liche Gnad vnd Beystand nicht verrichten können: dannenhero solches dem bösen Feind zu keine Behelff dienen solle / weilen ich nicht durch dergleichen gute Werck allein/ sondern vilmehr durch die Verdienst / vnd daS am Stammen des Heil- Creu- tzes vor mich vnd alle Sünder vergossene theure Blut Christi der Krancken- _______89 IEsu/die Himmlische Beloh¬ nung vnd Seeligkeit verhoffe. Gleicher Gestalt protestiere ich hiemit/ alle vnd jede Zufäl¬ len / Kranckheiten vndSchmer- tzen/ mit aller Gedult biß zum Todt zu übertragen/ vnd da sich Zutruge (so GOtt giiädiglich verhüte) daß ich auß vermeh¬ render letzter Angst vnd Noch/ oder anderwärtigen bösen Ver¬ suchungen etwo in Ungedult / Unbeständigkeit / Gottsläste- rung/ oder Widerwillen gegen meinem GOLt oder Nächsten außlassen: oder aber sonsten eintziges anders Zeichen eines bösen ärgerlichen Exempels ge¬ ben solte/so trage ich anjetzo/vox dasselbemahl darfür heryliche Reu vnd Leyd / vnd will hiemit alles dasselbc/was ich immer bö¬ ses Testament ses vnd ärgerliches alsdann re¬ den vnd Lhun wurde / gänzli¬ chen / vnd'widersprochen haben/ vnd bitte demnach seineGöttli- che Majestät / dieselbige wolle mich armen Sünder in so ge¬ fährlichen Kampff nicht verlas¬ sen- Ferners will ich hiemit alle vnd jede mir von einem oder an¬ dern so wohl an guten Geruch/ Ehr / Leib / Leben vnd Gut/ oder sonsten anderer Gestaltzu- gefügte Injurien / Unbillichkei- ten / Beleydigungen / vnd Ver¬ letzungen dencnselbe allerdings von Hertzen nachgesehen/ vnd vergeben haben/ den Allmäch¬ tigen bittend / daß er denselben gleichfals gnädige Hülst vnd Vergebung mrttheile. Hinge¬ gen bitte ich vnd begehre eben- mich- derKranckcn. Hr Mässig/daß auch alle diejenigen? welche ich etwo mitWorten vnd Wercken einigerlcy Weiß be¬ schädiget/ oder beleydiget hätte/ Mir verzechen / vnd vergeben wollen / vnd bin vrbietig ihnen nach allen meinen Krasit en vnd Vermögen gebührendes Ver¬ gnügen / vnd Abtrag zu thun/ vndzulaiflen. Item sage ich meinem All¬ mächtigen GOtt vnaußsprech- lichesLob/ PreyßvndDanck/ vmb alle vnd jede mir bißhero vilfältig erwisene so wohl ver¬ borgene/ als wissentliche Gna¬ den/ vnd Gutthaten/ zu forderst aber wegen meiner Erschaffung/ Erlösung / vnd Beruffs zu sei¬ ner wahren Erkanntnus / wie auch vnd vor allen Dingen/mir bißhero zur Neu vnd Buß ver- iyhe- yr- Testament lyhener Zeit vnd Frist / da er mir doch mein Leben Mich/ als ich mit Sünden verschwellet gewe¬ sen / vnd am wenigsten daran gedacht/ hätte nehmen vnd ab- kürtzen können: derowegendan seine Göttliche Gedult/ vnd Lie¬ be in alle Ewigkeit geprysen seye/ von welcher Liebe wegen bitte ich ihn / daß er mir nur einen eini¬ gen Seufftzer schencke / deren die er hat gehabt die drey letzte Stund / so er am Creutz gehan¬ gen/in deren Krafft mir gemil¬ dert werden die Vertzens-Angst vnd Bedrängnuffen/welche mir zur Zeit des Todts werden zu- setzen. Sodann weiters will / vnd verlange ich inbrünstig/ vnd bitt gantz demüthiglich / die Glor- würdigste Mutter GOttes/ all- r«t der Kc aiicke«. _ yz Zeit Jungfrau Maria / als ein¬ zige Zuflucht vnd Fürsprecherin der Sünder/ wolle dises meines letzten Willens ein gnädige Pa- tronin/Beschützerm/ vnd.Hand- hab seyn/ wie ich dann dieselbe sambt meinen Heil, zwölff Apo¬ steln/ als meine Außerwählten Patronen inniglichen anruffc / vnd bitte / daß sie mir in meinem bittern Stcrbstündlein beystc- hen/ mit ihrer glorwürdigen Ge¬ genwart mich trösten vnd stär¬ ken/ mir deren Blick einen ver- leyhen/mit welchen sie ihren ge¬ liebten Sohn am Creutzhatan- geschauet / vnd durch die über¬ mächtige Lieb eben dises ihres allerliebsten Sohns mein Hertz mit desselbenyerken vereinigen/ auch endlichen in die Zahl derje¬ nige Sünder an-pnd auffneh- mm 94 Testament men wolle/ welche durch ihre Jungfräuliche Verdienst vnd Fmbittanjetzo derewigenFrcud vnd Glory geniessen. Ingleichen benenne/ ordne/ vnd setze ich / in Krafft dis/mei- nenOeil Schutz-Engel Zu einem Vertreter / Beschiermer / vnd Fürsprecher meiner Seelen / bey dem erschröcklichen Gericht/all¬ da das gerechte End-Urthcil/ vnd Sententz/ entweder zum ewigen Leben/oder cwigcnTodt ergehen wird: vnd bitt densel¬ ben hiemit / daß gleichwie besag¬ te meineSeel von ihremErschas- fcr seinem Schutz vnd Schirm vntergeben worden / also er die¬ selbe auch beglaiten/ schützen / vnd zu dessen Allmächtiges Händen überlieffernwolle. NW dcrKrancküi. Nicht weniger bitte ich / vmb Christi IEsu / vnd seiner Aller- heiligsten Mutter allzeit Jung¬ frau Maria/ deren Heil-zwölff Apostel willen/alle meine hinter¬ lassene Erben/ Verwandte vnd Befreurrdte / wie auch alle meine m Christo Mit - Brüder vnd Schwestern / daß dieselben / ob Zwar mir vnwiftend wohin nach MeinemTodt ich kommen möch¬ te/ gleichwohl aber mich wegen begangener Sünden einer lang- würigen Straß in dem Fegfeuer beförchte/ mit verdienstlichen Wercken / vornehmlich aber mit den allerheiligstenMeß-Opffer/ als einem zu Erledigung solcher Straft vor allen andern heylla- men vnd dienstlichen Hülfts- Mittcl zuyülff kommen wollen/ IM pMe Mdacht Wh Vor- Testament y6 bitt ich nach meinerErlösung ih«° neu nicht pndanckbahr zu seyri verspricht. Item will / ordne / vnd dispo¬ niere ich/ daß/ nachdem mein Seel von disem indischen Band auffgelöset / in der Heiligistett Grüfft meines Erlösers vnd Seeligmachers IEsu Christi Leib begraben / vnd in solcher le¬ bendiger Begräbnus mit ewiger Freud vndRuhe ligen vnd leben solle. Im übrigen befehl ich denen NN. vnd NN- alle meine gott- seelige vnd vermittels Göttlicher Gnaden/ zu Werck-stellende/ vorhabende gute Werck / alö nehmlichNN.vndNN. Schließlichen protestiere ich/ daß ich den Todt/ wie vnd wel¬ cher Gestalt derselbe mich über¬ sä!- __ derKranckcn.__y? fallen wurde / gantz willig vnd gedultig zu erleyden/ mit dem Göttlichen / meinen Willen al¬ lerdings zu vereinigen: vnd zur Abbüßung meiner Sünden/for- oerst aber zu Ehren der Aller- veiligsten fünff Wunden Chri¬ sti/ desselben Göttlicher Dispo¬ sition, vnd Schickung michge- vvrsambst vnterwerffen will, und sage demnach meinem Al¬ lerhöchsten GOtt Danck vnd vemüthigstes Lob / daß derselbe W meinLeben biß auffdato ver- Wen / in dessen noch weitere Acrlängerung sein Göttliche Muckst geprysen gebene- sey / bey desselben Abkür- hung abrr meine Seel / Leib/ Le¬ ben vnd Todt alles in sein Gött¬ liche Macht übergeben verblei- L be/ E_ Testament __, Le / gantz demüthiglich bittend Dieselbe wolle nimmermehr übet mich verhängen oder zulassen / daß ich disen meinen letztenWib lenvmbstossen/ oder verändern solte/Amen- Zu Bestückung dessen me^ nes endlichen Willens habe ich gegenwärtige Schrifft inFoB einer Protestation/ Geding/ Geschanck/ Bekanntnus/ vnd Übergab / auffgerichtet in M genwart der AllerheiligisteN ZungfrauenMARIA Muttet GOttes/ der Heil, zwölss Ap^ stel/als meiner heiligsten außek^ wählten Patronen/ Richter/ Vnd Vatter/ als zu disem Env Don mir absonderliche erbettenerr Zeugen: Setze hiemit/ ordne/ vnd will/daß solches alles eben t>ie Krafft vnd Würckung erla^ derKmncken. _ yy tze vnd habe/auch allerdings vn- widerrufflich seye/ vnd verblei¬ be / gleichwie ein ordentliches Testament / Codicil/ oder son¬ sten eine Schenckung vnd Über¬ gab auft den Todts-Fall- Da sich auch zutruge / daß ich etwan ins künfftige darwider etwas redete / oderthäte (so je¬ doch der Allmächtige GOTT verhüte) daß alles vnd jedes sol¬ le gantz nichtig/ vngültig/vnd als der Zeit bey gesunder Ver- nunsst / dasielbig hiemit aller¬ dings/ vnd in bester Form vnd Weiß / als esgelchehen kan/ sol¬ le vnd mag / sojetzund alsdann/ vnd dann als jetzo vernichtige/ abthue/ vnd widerrufe mit diser außdruckltcher Erklärung vnd steiffen Fürsatz / daß dises so wöl Er in Testament roo in meinen Lebzeiten / als nach meinem Absterben mein vnge- änderter/ endlicher letzter Wille/ Ordnung/vnd Meinung seyn/ vnd bleiben solle. Derowegcn dann auch zu sch chem End ich von inbrünstigen Hertzen/ demüthigstenGemüth VenHeibEvangelistenvndErtz- Cantzlern Christi IohanneM anruffe vnd bitte/ daß er hier¬ über eines odermehrereAutheN- thisch e / schrifftliche offene Zeug- nus vnd Instrumenta verferti¬ gen wolle/damit solches zu allen Zeiten/vnd Gelegenheiten/ von meinem Heil -Schutz Engel der Göttlichen Maftstat möge vor- getragen werden . E^is^e auch difes mein Te- stammt/MHollrwn, Schän- ckung vnd Übergab auff vor- der Krancken. roi gehende fleißige vnd getreueAb- schriftt / vnd LoUarionimng zu Mehrerer Bekräftigung/ Wis¬ senschaft/ vnd Offenbahrung Weines Willms in Druck ver- fertigetrvnd also in meinen Leb- Zeiten auf allen begebenden Fall vnd Zustand des schnellen vn^ versehenen Todts/ bey mix in wcinem Zimmer gedruckter aüff- behaltenvnd geftrnden werden/ wie auch nach meinem Ableiben Wit mir in die Erd vergraben/ vardurch ich auf einer solchen Dütß für den jenigen mich zu er¬ kennen geben möge / dessen ich bin / vnd daß durch die Ver¬ dienst Christi vnsers Erlösers/ vnd durch die FürbiS seiner glorwürdigisten Mutter allzeit Jungfrau Maria / der zwölf Aposteln/vnd alleryeiligen vnd E z Auß- Gebe« 102 Außerwahlten GOttes / wür¬ dig vnd fähig seye/ das jenige heylsame End-Urtheil Keääice er§v ciuLOMOLOM3tck.22- Lasist: Sy gebet dann GOtt was GOttes ist/ vermählen eines mit Freuden anzuhören/ Amen- Folget tvasmari bey einem krancken/sterbenden / oder schon verschiedenen Mit-Bruder vnd Schwester betten soll. (WArmhertziger AErs IEsn e-^Christe/durch dein vnauß- sprechliche Lieb/ die dich bewegt hat/vmb vnsertwillen Mensch¬ liche Natur an dich zu nehmen/ mannigfaltiglich verwundt ZN werden / vnd endlich ein schnö¬ den Todt zu leyden/ bitt ich dich demüthiglich/ daß du disem N- Mu- , _ beybenKcancken. rsz Ait-Bruder (oder Schwester) der da in Todts-Nöthen begrif¬ fen/ barmhertziglich verzeyhest ttlles/ daß er mit Gedancken / Aorten vnd Wercken / wider deinen Willen/ vnd Gebott ver¬ schuldet hat/ auch zu einer voll¬ kommenen Erfüllung aller seiner Dersaumnus vnd Geistlicher Gebrechlichkeit / ihn theilhafftig Machest deines allerheiligisteU Wandels vnd Lebens/so du biß M deinen bittcrn Todt gehabt/ vnd gefuhret hast/Amew Zu Maria der Mutter GOLtes. Allerheiligiste vnd ewig- gebenedeyte Jungfrau Maria/ ich bitte dich flehentlich/ du wollest disem Krancken in sei¬ nen aufferisten Aengsten dein C 4 . Gebett ,04 HW erzeigen / erwirb ihm voll deinem lieben Sohn / vnd vn- serm HErrn IEsu Christo / der dir nichts versagt / Gnad / Ab¬ laß / vnd Vergebung aller seiner Sünden / vertreib in Krafft dei¬ ner Reinigkeit/ vnd Heiligkeit/ alle böse Geister von hinnen / auff daß er von ihnen gantz vn- gehindert/ mögevernünfftiglich vnd Christlich verscheyden / vnd IEsum mitdirO Himmel-Kö¬ nigin / vnd asten andern Außer- wohlten ohn End loben/ Amen- Gebett zu dem Ertz-Engel Michael. MvHeiligerErtz-Engel St- Michael / du vnüberwind- licher Fechter vnd Bcschiermer/ ich bitte dich/ du wollest auffden heutigen Tag gegenwärtig sw" bey den Krancken. rs; bey disem krancken vnd hinzie- yenden Menschen/bewahre ihn ^ächtiglich / vor aller Betrüg» Weit vnd Nachstellungen der bösen Feind / auff daß er vner- lchrocken/ vnd ohne Zweifflung lm rechten Glauben / inftarcker Hoffnung / vnd in gantzer voll- kommenerLiebe auß disem Elend vndIammerthal seeliglich scheys de/ Amen. Gebett zu den HH. Aposteln- Mv Ihr Oeil. Apostel/ die der Allmächtige GQtt/ darr noch stchtbarlich vnd leiblich bey euch auff Erden wöhnete/ mit seinem Heil. Leib vnd Blut ge- speiset/ vnd mit seiner süssen Ge- genwärtigkeit mannrgfaltiglich getkösttt vnd gcheiligettME E s und Gebett ic>6 und in der vnaußsprechlichen Glory ihm zugesellt hat/ bittet für disen krancken Mit-Brudek N-(oder Schwester N-) daß et den Heil. Leib vnd BlutChM auch würdiglich empfahe / auff daß er auch sein Glied / vnd ihm gäntzlich einverleibt werde / hie in der Gnad / dorten in ewiger Freud vnd Seeligkeit/ Amen. So dieSee! vomLeib schey- det/ so sprich also. MlUn fahr hin du edle Seel in ÄvNamen GOttesdesVatt ters / der dich in so grosser Würz digkeit erschaffen hat. In dem Namen GOttes des Sohns/ der dich so theuer erlöset hat« Und in dem NamenGottes des H. Geists/der durch seinGnad/ s- M m dir gelohnt hat / vnd n-H bey den Kranckm. iv? Noch (wst^chhoffe) in dir woh¬ nen thut / ich begehr vnd wünsch von Aertzen / daß alle ^)cil. En¬ gel / vnd Seeligen GOttes/ dir m deinem Abschied entgegen / vnd zu yülff kommen wollen/ dich Mich zu führen/ vnd su¬ chen zu beglaiten in das Jerusa¬ lem / daselbst mit ihnen in vn- außsprechlichen Freuden immer vnd ewiglich zu lieben /Amen. So die. Seel allbereik ge¬ schehet/ befehle sieGott dem HErrn/also. ^^Err empfahe die Seel dei- nes Dienes (oder Diene¬ rn) an die statt der verhofftm Seeligkeit/ auß deiner grund¬ losen Barmhertzigkeit/Amen, E 6 HCrr ic>8 - Gebett HErr erlöse die Seel deines Dieners von aller Gefährlich¬ keit der Höllen/ vnd von den Stricken der Feind/ vnd von al¬ ler Trübseligkeit / Amen. HErr erlöse die Seel deines Dieners wie du erlöset hast E- noch vnd Eliam von dem gemei¬ nen Todt der Welt/Amen- HErr erlöse die Seel deines Dieners/ wie du erlöset hast den Noe von den Sündfluß/Amew HErr erlöse die Seel deines Dieners/ wie du erlöstthast den Abraham von derHurr derCal- deeer/Amen. HErr erlöse die Seel deines Dieners/ wie du erlöset hast den Jacob von seinen Brüdern / Amen. HErr erlöse die Seel deines Dieners / wie du erlöset hast 3^ bcy den Krancken. roy tacl von dem Opffer/vnd von der yand seines Vatters / Amen. HErr erlöse die Seel deines Dieners/ wie du erlöset hast den Loth von den Sodomtten / von denFlammen des Feurs/Amen- HErr erlöse die Seel deines Dieners / wiedu erlöset hast den Moysen von der Hand Pha- raonis des Egyptischen König/ Amen. HErr erlöse die Seel deines Dieners/wie du erlöset hast die drey Knaben von dem feurigen Ofen/ vnd von dem Gewalt des gottlosen Königs / Amen. OErr erlöse die Seel deines Dieners / wie du hast erlöset die Susannam von dem falschen Laster/Amen- E 7 HCrr no Gcbett HErr erlöse die Seel deines Dieners/ wie du hast erlöset den David von der Hand des Kö¬ nig Sauls / vnd von der Hand Golice /Amen- HErr erlöse die Seel deines Dieners/wiedu hast erlöset Pe¬ trum vnd Paulum von derGe- fangnus/Amen. Und wie du hast erlöset die Heilige Jungfrau vnd Märty¬ rin Teclam/ von greulicher vnd erschrecklicher Peyn / also wol¬ lest du erlösen die Seel deines Dieners/vnd mach daß sie sich mit dir erfreue in den Himmli¬ schen Gütern/Amen. Gebett. LMIrbittendichOHErrdu wollest die Seel deines Dieners N. vnsers Mt-Bru- ders; bty den Krancken. m ders; oder Dienerin N. vnserer Mit-Schwester für welche wir mit Andacht dich anrujfen / in deiner Außerwählten Gesell¬ schaft stellen/vnd mit demThau deiner ewigen Barmhertzigkeit besprengen/durch IEsum Chri¬ stum vnsern HErrn/Amen. Ein anders. Wv VErr/ ich befihle dir die Seel meines Hertz-liebe» Mit-Bruders N-(oderSchwe- ster N.)vnd alle Christglaubi- ge Seelm/m deine Heil- fünf/ vnd in alle deine Heil.Wunden/ vnd bitte dich lieber YErr/ daß du sie darinnen erhaltest nach deinem Göttlichen Willen / biß M den jüngsten Tag/Amen-, Vatter vrrser/re- r s Gebett _ O H Err gib ihnen die ewige Ruhe / vnd das ewige Liecht leuchte ihnen. 2. O YErr / ich befehle dir die Seel meines lieben Mit- Bruder N (oderSchwesterN) vnd alle gläubige Seelen in dei¬ ne fünffHeilige / vnd in alle dei¬ ne Oeilige Wunden/auch in die Stadt vnnd Grund / da das Speer widerkehrt in deinem theurenHertzen/Amen. Vatter -nser/rc- O YErr gib ihnen die ewige Ruhe / vnd das ewige Liecht leuchte ihnen- z. OHSrr/ ich befehle dir die Seel meines lieben Mit- Bruders N- (oder Schwester N-) vnd alle Christgkaubige See- 'beyrenKrmrÄen. uz Seelen in deine Heilige fünff/ vnd alle deine Wunden / vnd in dein blutige Seichen / darür lag dein treues Hertz / gegen dem Menschlichen Geschlecht: Ich bitte dich lieber HErr/ daß du sie darinnen beschiermest/ biß daß über sie gehe dein Göttli¬ ches Gericht/nach deinerErbar- mung/ vnd nicht nach ihrer Schuld / Amen. Vatter vnser/rc. O HErr gib ihnen die ewige Ruhe / vnd das ewige Liecht leuchte ihnen / vnd sie sollen ru¬ hen in ewigen Frieden/ Auren. Fol- Gebekt "4 Das Oie8 irar, 6ie8 illa r nach Gelegenheit der Zeit für die abgestorbene Seelen zu sprechen. I. .MyIs ist der streng vnd zor- nigLag- Derd'Weltzu Aschen machen mag: Nach Da¬ vids vnd Sybillen Sag- 2- Was wird da für ein Zittern seyn: Wann jetzt der Richter bricht Herei' t: Zu nehmen stren¬ ge Rechnung ein. 3- . Posaun die gibt ein wundern Thon / der muß durch alle Grä¬ ber gohn: Treibt alle Welt für GOtteS Thron. 4- Der Todt wird tattern vnd Natur: Wann auffersteht die Crea- für die Abgestorbene. nx Creatur: MußÄntwort geben klar vndpur. Das gschribne Buch wird auffgethan: Darinn begriffen alles schon: was die gantzWclt hatjemahlthan- 6. Da sitzt der Richter mit Ge¬ bühr : All s was verborgen muß herfür: Wer da nicht bstehtMß vor die Thür. 7- Was wird ich Armer dann sagen: Welchen Patron wird ichs klagen? Weil der Gerech¬ te möcht verzagen. 8- O König grosieryerrlichkeitr Der du frey schenckst die Seelig- keit: yülff mir / O Brunn der Gütigkeit- 9>Gü- ?i6 Gebett 9« Gütiger IEsu/ denck an das: Wie ich einUrsachdeincrStraß: An jenem Tag mich nicht ver¬ laß. HO. Mich hast gesucht gantzmüd vnd matt: Dein Creutz/ Todt/ mich erlöset hat: Soltdasvm- sonstseyn alles glat? 11. Du gerechter Richter in der Rach: Laß vns HERR vnser Sünden nach: Ehe dann der Rechts-Tag kombt zu gach. 12. Ich seusttz wie ein armerSün- der: Schamroch / bitt nichts desto minder: Verschon GQLt/ ich bin ein Blinder. iz-Dcr für die Abgestorbene; u v i;- Der duMagdalenaGnad be¬ schert: Darzu dm Schächer auch erhört: Und mir die Hoff- nungnicht verwehrt. 14. Mein Bitten schätz ich gar nicht theur: Du aber bist gut Freund vndheur: Behütmich vormOöllijchenFeur. r^. Gib mir Orth vnternSchaf- fen fromm: Daß ich vntcr die Böck nicht komm: Stell mich zur rechten Hand hierumb- 16. Wanns auß mit den Male- dcyten/ZurOöll von der lincken Seithen/Ruffmich zudenBe- nedeyten- 17-Dich Gebe« n8 r7- Dich bitt ich HErr vmb das allein: Zerknirsche du das Her¬ tze mein: Laß dir mein End be¬ fohlen seyn. 18. Der Tag istfreylich weinens werth: Wann du herfür must außder Erd: Der Sünder/der geurtheiltwird. Wir bitten HErr noch in der Zeit / Erzeig dein milde Gütig¬ keit : Gib den Verstorbnen auch darzu/ das ewig Liecht/die ewig Ruhe/Amen. Vatter vnser/re. für die Abgestorbene. iiy Gebett für ÄHlaubige Seelen / wann man über ein Frcythofgehet. - Wk Ihr gläubigen Seelen / Ws derenLeiber hie vnd allent¬ halben in den süßen Nahmen IEsu begraben seynd: Begnad euch GOtt der Vatter / erlöß euch GOTT der Sohn / tröst euch GOtt der Heilige Geist/ Maria die Mutter GOttes / die HH. zwölff Apostel / vnd alles Himmlisch Heer bitten für euch/ damit ihr von der Peyn des Fegfeuers möcht entlediget Werden/ vnd euch mit Christo/ vnd seinen Außerwählten oh¬ ne End erfreuen / Amen- Ge- rso Gebett _ Gebett fürLebendrge vnd Abgestorbene. ^^Llmachtiger ewiger Gott/ NW der du herrschest über die Lebendigen/ vnd über die Lo¬ den / vnd dich erbarmest über al¬ le Menscheu / welche du erken¬ nest durch den rechten Glauben/ vnd gute Merck dein zu seyn / wir bitten dich demüthiglich / daß durch die Vorbitt aller dei¬ ner Heiligen/alle die/ für wel¬ che wirvnser Gebett außgiessen/ sie seynd lebendig oder todt/ durch die Müdigkeit deiner Gü- te/Verzeyhung aller ihrer Sün¬ den erlangen/ durch vnseren HErm IEfum Christum dei¬ nen Sohn / welcher mit dir lebt vnd regiert / GOtt von Ewig¬ keit Zu Ewigkeit/Amen. Der die Ab gestorbene. rs. Der allmächtige vnd barm- hertzjge HERN erhöre vns / Amen. Die Seel aller abgestorbenen Gläubigen ruhen durch die grosse BarmhertzigkeitGOttes m Frieden/Amen- Vebett vor der Beicht- Würckllche Reu vnd Leyd überdieSünd- MAEin HErr JEsu Christe/ wahrer GOTT vnd Mensch / mein Erschöpfter vnd Erlöser/ mir ist leyd von gan¬ zen Heryen / vnd wünsche/ daß eömir noch leydcr wäre / daß ich dre Güte meines HErrn vnd GOLTes / den ich über alles F lies 122 Gcbett liebe / beleydiget hab" Und nihme mir vestiglich für / nicht mehr zu sündigen/ alle Gelegen¬ heiten des Sündigens zu mey- den/zu beichten / vnd die Buß/ so mir wird aufferlegt werden / fleissig zu verrichten- Zur Ge- nugthuung meiner Sünden a- bcr / opffere ich dir dein bitterli¬ ches Leyden vnd Sterben; die Verdienst der allezeit reinen Jungfrauen Marice/ vndaller Heiligen ; Auch alle meine Werck/vnd mein gantzes Leben- Ich hoffe vnd vertraue auch in dein Güte/ vnnd vnendliche Barmhertzigkeit/ daß da mir durch dk Verdienst deines kost-> barlichenBluts allemeineSün- den vergeben / vnd die Gnad verleyhcn werdest/ daß ich ein Heil. Leben anstellen/ vnd dir biß vor der Beicht._ biß ins End vollkommentlich dienen möge. Der du mit dem Vatter vnd Heiligen Geist in Ewigkeit gebenedeyter GOLt lebest vnd regierest/Amen. Gcbett wann man gleich will beichten. GOLL/ein Erforscher der ^5 Hertzen vnd Nieren / er¬ barme dich meiner sündigen See!/ löse ihre Band gnädiglich auff/ vnd hevle ihre Wunden. Vrrleyhe meinemHertzen wahre Reu / vnd meinen Augen einen Brunnen der Zäher/ damit > ich mit demüthigen vnd rei¬ nem Hertzen alle meine Miffe- thaten / vnd Nachlässigkeiten wmdiglich beweinen / wie auch die Fr ucht deines bittersten Ley- . - § 2 Yens 124_ Gebell__ dens würcklich in meiner Seck empfinden vnd erlangen möge^ Erleuchte mich/ OErr IEsu Chrifte/hilffder Blödigkeit mei¬ ner Gedachtnus/ vnd zeige mir in der Wahrheitalle Fehler vnd Mängel / die ich beichten solle / aust daß ich solche mit reuigem Hertzen erzehlen- vnd beichten/ auch sambtdesPriesters äusser¬ licher ^d5olmiork,mein Seel in¬ nerlich die Süßigkeit der Ver¬ gebung/vnd des Trost empfiM den möge/ Amen- Gebett zu U L» Frauen vot der Beicht- JAS Du Zuffuchtder Sünder/ eWs vndMutterderBarmher- rigkeit Maria / wie auch ihr Heilige vnd Außerwähltealle/ dis vor der Beicht. _»25 die GOtt entweder vnbefleckt auff dem Weeg erhalten / oder aber auß dem Wuest der Sün¬ den gezogen /gereiniget/ vnd ge- rechtfertiget hat; Stehet mir bey / bittet fürnüch / vnd opffert Christo dem YErrn mein Ge- bett. Mff euer Fürbitt vnd WOttes Barmhertzigkeit hof¬ fend/ vnd vertrauend - nihme ich mir vestiglich vor / genug zu Hun für meine Sünd/ vnd die künfftigezumeyden/ mit Oülft der Gnad meines Heylands ÄEsu Christi / dem sey Lob vnd Preyß in Ewigkeit / Amen- Ein Gebett nach verrichter Beicht. MAEin aUergütigster JEfu/ durch die Zerknirschung F? der- 126 Gebett deines Hertzens/vnd Verdienst deines heiligsten Leydens / wol¬ lest du allen Mangl meiner Rett vnd Beicht erstatten/darneben auch verleyhen/daß ichhinfüh- ro alle Sünd / vnd ihre Gele¬ genheiten desto fleissiger meyde vnd fliehe- Welches ich mir dann wit deinerGnad vestiglich fürnihme/vnd lieber ein jedwe- ders Übel oder Schaden zu ley- den/ als dich wissentlich vnd für- schlich zu bcleydigen/ oder dei¬ nen Göttlichen Willen nur in dem geringsten zu übcrtrette er¬ wähle. Hülffvnd stehe mit bey/ mein YErr vnd GOtt/ dann ich ohne dich nichts kan noch vermag. Ab- „ Mch-erVeW. 127 Abbitt derStrafvndPcyn/ so Wir durch die Sund Ver¬ schuldet haben. W Vatter der Barmhertzig- M keit/ vnd GOLT alles Trosts/der du dich auch deines verschwenderischen vnd schalck- hassten Knechts erbarmet / vnd weil er dich gebctten/alleSchuld nachgelassen hast; ichderaller- schalckhasstigiste Knecht/ der nicht allein die zeitliche / ss-ndem auch die cwigeStrass vnd P eyn so osst verdient habe / bitte dich dannoch gantz dcmüthiglich/ du wollest mir durch dein Gütc/wie auch durch das bittere Leyden vnd Sterben vnsers AMM 3Esu Christi (auss den du alle vnsere Missethaten gelegt vnd gcstrasst hast) alle meine Sün- F 4 den Gebett den gnädiglich vergeben/ vnv auch die dardurch wolverschul- deStraffVättcrlich Nachlaßen/ Amen. Gebett vor derEmpfahung des Heil Hochwürdigsten Sa- crament des Mars. Md HErrGOtt Himmlischer Ws Vatter / ich bittedich / gib mir nicht allein das Sacrament des Heil. Fronleichnambs vnd Blut deinesSohns IEsuChri- sti/ zu empfangen / sondern laß die KraAt desselbigen Heil. Sa- craments in mir würcken. O allergütigster GOtt/ gib mir den zarten Fronleichnamb dei¬ nes einige Sohn meinesHerrn/ den er auß der IungsrauenMa- ria ansichgenommen/also wür- diglich zu empfahen / daß ich dar- vor der Communro». r«, dardurch seinem GöttlichenLeib eingeleibt / vnd vnter seine Glie¬ der gezehlt werde/ Amen. Ein anders Gebett vorder Communion. YErr ISsu Christe/ ich binnichtwürdig / daß du eingcheft vnter mein Dach: Aber du O YErr/ derduhast gesprochen: Wer mein Fleisch iffet / vnd mein Blut trincket/ der bleibt in mir / vnd ich in ihm/ erbarm dich über mich armen Sünder / vnd sprich ein einiges Wort / so wird gesund mein arme Seel/ AW EN, F s Ein Gebe« rzc> EinGebettnachderHeil. Communion- .^MieNiessung des zarte Fron- - leichnamsvrrsers HErrn IEsu Christi / scy mir heylsamb vnd nützlich zu dem ewigen Le¬ ben/Amen. Danck - Gebett des Heil. Lhomce von Aquin/nach der Heil. Communion- Barmhertziger ewiger We GOtt/O Heiliger Vat¬ ter/ ich sag dir Lob vnd Danck/ daß du mich Unwürdigen / ohtt alle meine Verdienst / vnd allein auß lauter Gnaden deiner Er- barmung gesättiget hast / mit Dem allerheiligsten Leib deines eingebohrnen Sohns vnsers HErrnIEsu Christi- Ich bitte . - dich nach der Communlü». rz r dich O Vatter der Barmher¬ zigkeit / laß dise Heil. Empfa- hung mir nicht styn ein Schuld 8ur Straff/ sondern ein Reini¬ gung aller meiner Miffethaten: Ein Stärckung des Glaubens: Ein Schild eines guten stand- hafftigen Willens. Sic sey mir ein Außtilgung meiner Laster/ ein Außlöschungder bösen Be¬ gierden : Ein Mehrung vnd Wachsung rechter Liebe / Ge- dult/ Demuth/Gehorsam/vnd eines gantzen tugendsamen Le¬ bens. Es sey mir auch ein star- cke.Beschiermung wider alle An¬ fechtung meiner sichtbahrlichen vnd vnsichtbahrlichen Feinden. Ein steifte Vereinigung mit dir meinem wahren GQtt«' Und letztlich ein seeligeBollbringung MnesEnds. Ich bitte dich T 6 auch Gebett i;» auch getreuer GOtt/ du wollest mich elenden Sünder zu deiner Himmlischen Mahlzeit führen/ da du selbst mit deinem geliebten Sohn vnd Heil. Geist/ deinen außerwählten Freunden / das wahre Liecht / ein überflüssige Ersattigung/ ewige Freud/ voll¬ kommene Lieblichkeit / vnd im- rnerwehrende Seeligkeit bist/ O du wahre Speiß der Engeln / O du wahres Himmel - Brod der elenden Menschen in der Wüsten dises Iammerthals/O du Heiliger Glantz der ewigen wahren Sonnen / O du hoher Ceder-Baum/ wie hast du dich so Liest genciget zu mir armen Erd-Würmlein: Nun begehre ich von allem Himmlischen Heer / daß sie mir Helffen GOtt dancken/ wegen der großen Gua- «ach der Conirrrmrio». i;; Gnaden/ die ermirarmenMen- schen bewisen/ vnd erzeigt hat/ Amen. Ein gar krästtiges Gebett zuGO«. Seel Christi heilige mich/der Leichnam Chri- fti erhaltemich / dasBlutChri- sti träncke mich / das Wasser/so auß seiner Heil. Seichen geflos¬ sen / wasche mich / die Marter Christi ftarcke mich. O güti- ser tzErr JEsu / erhöre mich/ in deine y eil. Wunden verbirg mich. O HErrhülffmir/daß ich nimmer gescheyden werde vondir / vor dem bösen Feind beschierme mich / in der Stund meines Todts begnade mich / vnd setz mich nachmahls zu dir/ F / arrst IZ4 _Gebetk auff daß ich dich mik sambk allen deinen Heil. Engeln ewiglich lo¬ ben möge/Amen. Z«HM Folgen zumBeschluß etliche Gebenlein aufdie Heil Apostel- Fest/ober sonsten zu betten. Zudem Heiligen Petro. ML Gütiger GOtt/ der dn dem Heiligen Apostel Pe¬ tro die Schlüsse! des Him¬ mels verlyhen hast / Gewalt ge¬ ben/ zu binden/ vnd zu lösen: VerleyhedurchHülffseinerFür- bitt / daß wir von den Banden vnserer Sünden erlöset werden/ der du lebst/vnd regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit/ Anim- Ztt ter Heil Apostel. :z; Zudem HeibPaülö^ Wk Allmächtiger GOtt / der dudiegantzeWclt/ durch die Lehr des H. Apostels Pau¬ li vnterwisen / wir bitten dich / gib vns Gnad/ auffdaßwir/ die sein Bekehrung lieben vnd ehren/durch sein Exempel auch Zu dir gehen mögen / durch IE- sum Christum vnsern HErren/ Amen. ZudemHeil.Andrea. M2r bitten / O HERN/ WWdemüthiglichdein Göttli¬ che Majestät / aust daß gleich¬ wie deiner Christlicher Kirchen der Heil. Apostel Andreas ein Lehrer vnd Führer gewesen/ also er auch bcy dir ein ewiger Für- ditterseyn wolle- Durch IE- lmn i;6 Gebt« _ , sum Christum vnsern HErrn Amen- Zu dem Hei!. Jacobo» Ztz? Gütig er barmhertziger M GOtt / verbleibe deines Volcks ein Heiligmacher vnd Beschützer / auff daß es durch die Fürbitt des Heil. Apostels Jacobi beschützet / dir in dem Wandet gefalle / vnd in einem sichern Gemüth dienen möge. Durch IEfum Christum vnsern HLrrn/Amen- Zu dem Heil. Johanne. MMEin Kirchen / Q barmhers- ^^tzigerGOTT/ erleuchte gnädiglich / auff daß sie durch des Heiligen Apostels Johan¬ nis Lehr erleuchtet / zu den ewigen Geschancknussen gelan¬ gen - Her Heil Apostel. «gen möge. Durch IESUM Ehristum vnsernHErrn/Amm. Zu dem Heil. Thoma- WLJb vns/ O gutigerGOtt/ dem Tag des H. Apo¬ stel Thomce vns zu erfreuen / auft daß wir durch sein Fürbitt allezeit erh ebt werde/ vnd seinem Glaubet! in billichcr Andacht nachstreben mögen. Durch JEsumChristum vnsern Herrn/ Zlmem Zu denen HH. Philipps vnd Jacobo- GOLt der Gnaden vnd Barmhertzigteit/ der du vns mit dem Jährlichen Fest der YH.ApostelnPlMpPi vnd Jacobi erfreuest/wir bitten dich/ Derlcyhe vns / daß wir vns er¬ freuen Ecbctt iz? freuen an ihren Verdiensten/ vnd nach ihrem Exemvcl leben mögen. Durch IEsum Ehrt» stmn vnsern HErrn / Amen. Zu dem H. Bartholomys. MpLlmächtiger ewiger Gott/ ÄWderdu vns auffdisenTag des Heil. Apostels Bartholo- mcei mit sonderlicher Heiliger Ehren - Freud vmbgibcst: wir bitten dich / gib deiner Kirchen zu lieben / was er geglaubet / zu verkündigen / was er gelehret hat. Durch IEsmn Christum vnsernHErrn/Amen- Zu dem Heil. Mattheeo. MAsse vns / O gütiger Herr/ Ws durch die Fürbitt des Heil. Apostel vnd EvangelistenMaL- thwi der Heil. Apostel. rzy thceigeholffen werden/auffdas? was wir bey dir nicht vermö¬ gen/ durch seinFürbitt vns wi¬ derfahre. Durch IEsum Chri¬ stum vnsern HErrn/Amen. Zu denen HH. Simon/ vnd Juda. KMmächtiger Barmhertzi- ger GOtt/ der du vns/ durch die YO- Aposteln Si¬ mon / vnd Judam zu der Er¬ kanntnus deines Namens hast kommen lasten/ gib vns/ daß wir ihr ewige Ehr mit Zuneh¬ men in den Guten begehen/ vnd mit Begehung allzeit vollkom¬ mener werden mögen- Durch IEsum Christum vnstrn HErrn/ AMLN. Zu N4S Mbttk ZudemHeil.Matthia. Gütiger GOTT/der du kb Heil Matthiam in die Gesellschafft der Heil- Apostel genommenhast/wir bitten dich/ verleyhe vns / durch sein Für- bitt / daß wir dein Gütigkeit all¬ zeit an vns empfinden können. Durch IEsumChristum-nsem HErrn/Amen. Zu dem H. Barnaba. GOtt/der du vns durch Ws dieVerdienst vndFürbitt des yeil. Apostel BarnabE er¬ freuest/ Verleyhe gnädiglich / auff daß die wir durch ihn deine Gutthaten begehren / dieselbe durchGeschänck deiner Gnaden erlangen mögen. DurchIEsum Christum vnsernyErrn/ Alnen- Zu der Heil. Apostel 141« Zu dem Heil. Luca. §MIr bitten dich O HErr: MKlasse angehen das Gebctt des Heil. Apostel vnd Evange¬ listen Lucw bey dir für vns: der das Leyden des Ereutzes in sei¬ nem Leib jederzeit vmb deines Rahmens willen getragen hat> DurchIEsum Christum vnsern. HErrn/Alnen-- Zu dem Hei! Marco. ^LErr allmächtiger / gütiger- RÄGOtt Himmlischer Vat¬ ter / der du den Heil. Marcum zu der Gnad derVerkündigung des H. Evangelij crhöhethast/ wir bitten dich / verleyhevns/ daß wir durch sein Lehr zuneh- mcn / vnd durch sein Fürbitt ge¬ schütztwerden. Durch IEsum Christum vnsernHErm/Amm. An: 142 Ge bett dtr Hell. Apostel. An alle HH. Apostel. älWHErr Himmlischer Vat¬ ter/ der du vlls durchdieHeil. Apostel verlyhen hast / zu der Erkanntnus deines Rah¬ mens zu kommen / gib vns / daß wir ihr ewige Glory vnd Ehr mit Zunehmen halten/ vnd m Tugenden wachsen. Durch IEsumChristum deinemSohn/ welcher mit dir vnd dem Heil- Geist/ gleicher GOtt lebt/ vnd regiert in Ewigkeit/Amen. Lob vndEhr sey dem Vatter/ vnd dem Sohn / vnd dem Heil. Geist/ wie es war im Anfang/ vnd nun / von Ewigkeit zu Ewigkeit/Amen. HH. Apostel bittet für VNs,