P i e territoriale Entwicklung Üeslerreichs und genealogische Chronologie seiner Fürsten. Laikach 1859. Druck von Ignaz v. Kleimnayr L Fedor Baniberg. Ueber die Gebrauchsweise siehe die letzte Seite. Die Dabenberger. (976—1246.) ^er deutsche König Otto I. vernichtet durch seinen Sieg 963 auf dem Lechfclde die Furchtbarkeit der Ungar» für immer. Die hierauf ihnen abgenommenc Mark zwischen der Enns 8? und Erlas verleiht Otto l>- dem babenbergischeu Grafen Leopold S. für dessen Treue während einer baierischen Ver¬ schwörung. L. I. erobert von den Ungarn Melk und erwei¬ tert die Mark bis an den Kahlenberg. L. I. -j- 994 Heinrich L Albrecht I. Ihm schenkte der Kaiser Heinrich U- viele Güter nördlich von der Donau als erblichen Familicubcsitz (Allodialgüter). H. I. ss Albrecht I., der Sieghafte, unterstützte den 1018 Kaiser Heinrich I»., um den von den Ungarn vertriebenen König Peter in sein Reich wieder einzusetzen, und kam dadurch in den Besitz des Landes zwischen dem Kahlenberge und der Leitha, welches die Ungarn an den deutschen König bis Heinrich UI. abtratcn. Auch erhielt A. I. von Kaiser Konrad II. L84S und Heinrich III. ansehnliche Allodialgüter innerhalb der Markgrasschaft geschenkt. A. I. ch ' 1086 Ernst der Tapfere verlor sein Leben als Vertheidiger des Kaisers Heinrich IV. gegen die Sachsen in der Schlacht an der Unstrut, ss. 1076 1 4 1078 Er. d. T. ff- Leopold Sk., der Schöne, kämpfte gegen den Kaiser Heinrich IV., weßhalb dieser die Markgrafschaft dem böhmischen Könige Wratislaw verlieh. Aber in ihren: Besitze behauptete sich 1096 L. II. bis zu seinem Tode. 'Leopold ZSZ., der Heilige, vermalte sich mit Agnes, der verwitweten Schwester Kaiser Heinrich's V. (Ihr Sohn aus erster Ehe war der erste hohcnstanfische König Konrad III.) 1137 L. III. Leopold ZV., der Freigebige. Heinrich II. Weil der welfische Herzog von Baiern und Sachsen, Heinrich der Stolze, den König Konrad III. nicht anerkennen wollte, wurde er in die Acht gethan, und Konrad III. verlieh 1139 das Herzogthum Baiern, zu welchem damals das Land ob der Enns gehörte, seinem Stiefbruder L. IV. von Oesterreich. (Behauptungskampf gegen die Welfen.) 1141 L. IV. ff- Heinrich M., Jasomirgott. Auch ihn be¬ ll 43 lehnte Konrad III. mit dem Herzogthume Baiern. Z L56 Um den Kampf zwischen den Welfen und Hohenstaufen (Ghibcllinen) zu beendigen, leistet H. II. laut Uebercinkunst, Verzicht auf ganz Baiern, und Kaiser Friedrich I., Barba¬ rossa (Neffe Konrads III.), gibt es dem Welsen Heinrich dem Löwen (Sohne Heinrichs des Stolzen) zurück mit Ausnahme des Lnn-es ob der Cnns. Dieses verleiht Kaiser Friedrich I. seinem Großoheim H. II. sammt dem Titel eines von Baiern nun ganz unabhängigen Herzoges mit ausschließlich landcs- fürstlicher Gerichtsbarkeit und mit dem Rechte, daß dieses sein Herzogthum Ober- und Niederösterreich auf männliche und auch auf weibliche Nachkommen vererblich sein soll. (Wien wird Residenz.) 1177 H. II. ff- Leopold V., der Tugendhafte, wurde von seinem kinder¬ losen Vetter, dem Herzoge Ottokar VI. von Steiermark, zum 1186 Erben eingesetzt. 5 Als dieser starb, wurde L. V- (am 24. Mai) mit Steier- SIND mark belehnt vom Kaiser Heinrich VI., welchem er durch die Gefangennehmung (am 20. December) und Auslieferung des englischen Königs Richard Lömenherz eineu Dienst erwies. L. V. ch 1194 Friedrich K., Leopold VI. der Katholische ch. Leopold H S., der Glorreiche. 1198 Er erkaufte viele Allvdralgü'tcr im Innern der Mark und vom Bischöfe Gerold jene freisiugischen Besitzungen, 1LBS welche bisher der eben verstorbene Markgraf Heinrich von Istrien zu Lehen getragen hatte. Dadurch wurde die Verbindung Krains mit Oesterreich vorbereitet. L. VI. ch 1230 Margaretha, Heinrich der Grausame. Friedrich IZ., Witwe des röm. (ch >227) s der Streitbare, Königs Heinrich VII. ———" D" ! der letzte Baben- —-. Gertrude, in zweiter Ehe) , m 1246 Friedrich ch 1280. sich 1248 mitHcrmapn von Baden vermalt. Die Zeit iioii 1246 6is 1282. (Das Interregnum.) Kaiser Friedrich I>. achtet das Nachfolgcrecht der Babcu- bcrgcrinnen nicht (siehe 1136), zieht Oesterreich, Steiermark und die Besitzungen in Krain als erledigte Lehen des Reiches ein und läßt sie durch zwei Statthalter verwalten. Markgraf Hermann von Baden, Genial der (erbberech- 1248 tigteu) Gertrude, bemächtigt sich mit Hilfe seines Verwandten, des kaiserlichen Statthalters in Oesterreich, Ottos von Baiern, des Landes Oesterreich. Er stirbt aber, ohne die volle Herr- 1280 schäft erreicht zu haben. 6 1280 Im selben Jahre stirbt Kaiser Friedrich II., nachdem er seinen Enkel Friedrich, den Sohn der Margaretha, zum Erben Oesterreichs bestimmt hat. Als aber Baiern das Land ob der Enns (s. 1186) be- 1281 anspruchte, nahm Ottokar ll-, der Sohn des böhm. Königs " Wenzel I., im Einvcrständniß mit einem Theile des österrei¬ chischen Adels Oesterreich in Besitz. 1282 Er vermalte sich mit der Babcnbcrgerin Margaretha und glaubte dadurch nähere Rechte ans Oesterreich zu erhalten, als König Bela I V. von Ungarn, welchem Gertrude die ihrigen übertrug. 1283 Ottokar wird durch den Tod seines Vaters auch König von Böhmen und Markgras von Mähren. 1284 Ein päpstliches Nrtheil weist Ottokar II. Oesterreich, Bela IV. aber Steiermark zu. 1289 Unzufrieden mit der ungarischen Herrschaft tragen die steierischen Stände das Land Ottokar an, welcher durch den 1260 Sieg bei Kroissenbrunu den ungarischen König zu dessen Ab¬ tretung zwingt. 1261 Ottokar verliert durch die Verstoßung seiner Gemalin Margaretha alle Rechte auf die babenbergischen Länder; er läßt sich deßbalb von dem neuen deutschen Könige Richard 1262 von Cornwallis, welchen er als Kaiser bei der Wahl nicht anerkannt batte, mit ihnen belehnen. 1268 Ottokar wird von seinem Vetter Ulrich III-, dem letzten Herzoge von Kärnten und Herrn von Krain aus dem Hause 1269 Ortenburg-Sponheim, zum Erben eingesetzt und nimmt in Folge dessen Kärnten und den andern größern Theil von Krain (siche 1229) bei Ulrichs Tode (1269) in Besitz. 1273 Rudolfi, von Habsburg wird zum deutschen König gewählt. 1276 Er zwingt Ottokar, ihn anzuerkennen, sich mit Böhmen und Mähren belehnen zu lassen und alles Uebrige als erledigt dem deutschen Reiche zurückzugebcn. 1278 Den Versuch der Wiedereroberung der Länder büßte Ottokar auf dem Marchfelde mit dem Tode. Die Habsburger. (1282 — 1740.) Wom'g Rudolf I. belebnt mit Zustimmung der Kurfürsten 1T8L seine Söhne Albrecht S. und Rudolf ZF. mit Oesterreich, Steiermark, Kärnten, Krain und der windischen Mark (dem südöstlichen Theile des heutigen Herzogthums Krain). Auf den Wunsch der österreichischen Stände verleiht König Rudolf I. die besagten Länder seinem Sohne Albrecht Z. (Kaiser seit 1283 1298) allein. Kärnten ohne Krain und der windischen Mark gibt A. I. 1286 dem Könige Rudolf I. zurück, und dieser verleibt es dem treuen Meinhard von Tirol, dem Schwiegervater seines Sohnes A. I. König Rudolf I. -h. Die habsburgischen Stammgüter im 1291 Elsaß, in Helvetien und Schwaben (die Vorlandc) gehen auf A. !. über. Mer die Schweizer vereinigen sich zu einem Frei- 1308 staatc, welchem im Laufe der Jahrhunderte die dortigen Be¬ sitzungen der Habsburger bcitrctcn. A. >. -h 1308 Rudolf Hl. Fried- Leopold Albrecht Heinrich i Otto -h >307. rich der A,, der I! , der d. Freund-d. Fröh- Schöne. Glorreiches Weise. I liche. liche. Der Besitz der österreichischen Länder fiel von nun an immer an alle lebenden Habsburger. Die Verwaltung derselben wurde wegen ihrer geografischen Ausdehnung und Zerstreutheit ost getheilt. 1314 1323 1326 1327 1330 1335 1336 1339 1368 L3«L 1362 »36» 1364 1366 8 Fr. d. Schöne wird zugleich mit Ludwig von Baiern zum deutschen König gewählt, verzichtet aber nach unglücklichem Kampfe auf die deutsche Krone. Leopold I-, der Glorreiche, Verweser der Vorlande ff. Heinrich der Freundliche ch. Fr. d. Sch. ch. Albrecht LZ., der Weise, und .-Otto der Fröhliche. Es stirbt Heinrich, Herzog von Kärnten und Graf von Tirol, der Sohu Meinhards (s. 1286). Kaiser Ludwig der Baier belehnt mit beiden Ländern die beiden österreichischen Herzoge. Die Stände von Tirol aber erklären sich für die Toch¬ ter Heinrichs, Margaretha Maultasche, und ihr Schwieger¬ vater, der luxemburgische König Johann von Böhmen, sichert ihr dieses Land (Tirol) durch Waffengewalt und einen Frieden mit Oesterreich. Diesem verbleibt dagegen Kärnten. O. d. F. P. Al. II. ff. RudolfLV., Friedrich. Albrecht III., ! Leopold III-, der Stifter. mit dem Zopfes der Fromme. R. IV. d. St. leitet die Regierung des gemeinschaftlichen Besitzes (s. 1308). Er bewog durch Geltendmachung eines falschen Privilegiums viele Reichsunmittelbare in Oesterreich dazu, sich für österreichische Unterthemen zu erklären; so die begüterten Schcnimberg. Friedrich ch. Margaretha Maultasche (s. 1333) tritt Tiro! an Habs¬ burg ab und Kaiser Carl IV. bestätigt diese Schenkung. Auch schließt er als König von Böhmen mit dem Herzoge R. IV., seinem Schwiegersöhne, zur bleibendeGAusgleichung von Zwi¬ stigkeiten eine Erboerbrüdcrung. In oemselben Jahre (1364) bestimmt Albrecht von Görz, ein Sciten-Verwandter des tiroli¬ schen Hauses, die österreichischen Fürsten für den Fall seines kinderlosen Todes zu Erben seiner Güter im heutigen Krain. R. IV. d. St. ch Albrecht LLL., ! Leopold SSL., i mit dem Zopfe, j der Fromme. 9 An Dcnkungsweise verschieden thcilen sie mehrmals die habsburgischen.Besitzungen. L. III. erwirbt die Grafschaft Feldkirch durch Kauf. Die beiden habsburgischen Fürsten erben die krainischen Güter des Grafen Albrecht von Görz (s. 1364). L. III. erkauft die Grafschaft Bluden;. IV., mit der Tasche. - Wilhelm Wilhelm Leopold ! Ernst Friedrich der Ehrgeizige (ch 1406). Haupttheilung der habsburgischen Länder vom deutschen Kaiser bestätigt. Albrecht l!I. bedielt Oesterreich, alle übrigen Besitzungen bekam Die Albrechtiner in Oesterreich. - IV., der . . . Ticke. Eiserne, d. leeren (1-1411) Ihr Vormund war Al. Hl. und Leopold IV. waren nacheinander Vor¬ münder über Al. V. — Nach dem Tode ihrer beiden älteren Brüder theilen Ernst und Friedrich die leopoldinischen Länder, so Graf Heinrich von Görz setzt (1394) die Habsburger für den Fall, daß sein Ge¬ schlecht erlösche, zu Erben ein. Al. III. (1-139.1). Älbwftv(^ch7404). Albrecht V. (als röm. König Al. II.). daß wir vom I. 1411 die Habsburger in drei Linien getrennt finden: Leopold III. Es gab somit zwei Linien: Die Leopoldiner in Steiermark, Kärnten, Kram, Tirol und den Vor¬ landen. Triest unterwirft sich freiwillig dem Herzoge L. III. L. III. fällt in der Schlacht bet Sempach. Albrecht V. (II.) in Ernst, d. Eiserne, Oesterreich. - in Steiermark, Kärnten u. Kram. A.V. vermält sich 1422 mih Elisabeth, der Tochter des! Kaisers Sigismund, mich erhält Mähren als Mitgift.! Friedrich IV., mit d.l.T., in Tirol und den Vorlanden. Fr. IV. verliert bei Gelegenheit des Kostnitzer ConcilS die meisten helveti¬ schen Besitzungen. LSV« 1379 S38S 1386 1394 1398 1404 1413 1422 Iv 1424 1426 1429 1437 1438 1439 (östcrr. Linie.) (steicr. Linie.) Ernst d. E. ch (tirol. Linie.) Friedrich V. (als Kaiser F. Hl.) und Albrecht VI. Kaiser Sigismund be- DMrmd ihrer lehnt seinen Schwieger- Minderjährigkeit! sohn A. V. mit Nieder- F. 'V. baiern, läßt ihn aber auf^ der l. T. ihre dasselbe zu Gunsten Ober- ach,dcr. bnierns verzichten. Die gesammtcn Stände von Ungarn und dessen Nebenländcrn und die katholischen Stände von Böhmen genehmigen dess Antrag ihres Königs, des Kaisers Sigismund, nach seinem Tode seinen, Schwiegersohn Albrecht alö ihren König auzuneh- meu. Ließ geschieht noch im selben Jahre von Seite der Ungarn obne, von Seite der Böhmen mit Widerstreben. Die Wahl der Chur¬ fürsten beruft ihn auch auf den deutschen Thron, wel¬ chen von nun an nur Habs¬ burger inne haben. Zu früh ch Al. II. (V.) Ladislaus goMumus, unmündig, erbt auch Un- Fr. V. (III.) wird Tr-'^w . d.l.T.ch Vormund über ! Sigismund, Sigismund und 'unmündig. 11 /9 2) (östcrr. Linie.) garn, wo aber Wladislaw von Polen theilweise als König anerkannt und nach dessen Tode (bei Vaym 1444) Johann Huniad zum Regenten gewählt wird, und Böhmen, welches von Statthaltcrnsseit 1449 von Georg Podiebrad allein) verwaltet wird. (steicr. Linie.) Ladislaus, und l440 röm. König. Streit mit seinem Bruder Al. VI. wegen der Vor¬ mundschaft über Sigismund und wegen Länder- theilungen. L., für großjährig er¬ klärt, übernimmt 1482 die! Regierung seiner Länder Oesterreich, Böhmen, Un¬ garn und ihrer Neben- läuder. Kaiser Fr. HI. lcgitimirt den schon von Rudolf dem Stifter gebrauch¬ ten crzherz. Titel. Bei dem Tode des Grafen Ulrich von Cilli zieht Fr. 1II.(V.)bitti ein. L. g. P Kaiser F.IU.be- Trotz des Vertrages von anspruchtc Ungarn 1364 wählen die Böhmen und gerieft) wegen den Georg Podiebrads des Besitzes von (siehe 1449). Die Ungarn Oesterreich in wählen den Sohn des.Streit und Krieg Johann Huniad, Mathias mit seinem Bruder Corvinus, zum Könige. Al. VI. Aber mit (tirol. Linie.) S. erkaufte einen Theil der Graf¬ schaft Bregenz. 1444 1446 1449 L4SL 1482 1463 I4S6 1467 12 1463 1477 1486 1490 1491 1493 1496 (steier. Linie.) dem Könige Mathias Carvinns schloß er zu Oedenburg dm Vertrag, daß^ Ungarn an Habsburg fallen sollte, wenn das Geschlecht des Königs Ma¬ thias ausstürbe; und als in demselben' Jahre (1463) Al. VI. starb, so gelangte die steierische Linie in den vollen Besitz der albrcchtinischen Erblandc. (tirol. Linie.) Tie Vermälung Maximilians, des Sohnes von Fr. UI-, mit Maria von Burgund begründet die Herrschaft der Habsburger in den Niederlanden. In einem abermaligen Kriege er¬ obert Mathias Corvinus ganz Oester¬ reich. Als jedoch Math. Corv. plötzlich starb, nahm Maximilian 1. Oesterreich wieder ein und beanspruchte Ungarn (s. 1463). Die Ungarn aber wählten Wladislaw von Böhmen (König seit 1471, dem Tode Podiebrads, s. 1437), anerkennen jedoch zugleich mit diesem in einem Erbschaftsvertrage das Recht Maximilians auf Ungarn. Fr. III. (V.) P Maximilian T. M. I., von seinem Vetter Sigis- S. bemächtigt sich der Grafschaft Sonnen¬ berg. S. P mund schon 1489 adoptirt, vereinigt Tirol mit den übrigen habsburgischen Ländern. In demselben Jahre (1496) vermält er seinen Sohn Philipp mit Johanna, der Tochter Ferdinands von Arragonicn und Isabellas von Castilien. In Folge dessen kam nachher Spanien sammt seinen italienischen und amerikanischen Neben¬ ländern an Carl (V.), Philipps Sohn, welcher auch die Nieder¬ lande erbte und 1619 deutscher Kaiser wurde (s. 1477). 13 Leonhard von Gör; P. M. l. erbt Görz, Gradiška, LZOO Mitterburg, das Pusterthal u. Zdria 1394. Abrundung. Den ewigen Landfrieden (Worms 1493) verletzte Ruprecht von der Pfalz, um gegen Albrecht von Baiern-München das ihm testamentarisch- zugcsprochene Land seines Schwiegervaters Georg von Baiern-Landshut (P 1303) zu behaupten. Aber 1303 M. I. ächtet ihn, erobert und behält, laut seines Richtcrspruches zu Kostnitz, Kufstein, Kitzbüchel, Rattcnberg u. a. LSr-7 Albrecht von Baiern und die Söhne Ruprechts von der Pfalz willigen in diese Abtretungen und erhalten dnö Ucbrige der Erbschaft. Bei einem glanzvollen Besuche in Wien verlobt Wladislaw 1313 von Böhmen und Ungarn (s. 1490) seine Kinder Anna und Ludwig mit M.'s 1- Enkeln Ferdinand und Marie. Es wird festgesetzt, daß Ferdinand den Thron von Ungarn und Böhmen besteigen solle, wenn Annas Bruder kinderlos stürbe. Die Ver¬ träge von 1364, 1463, 1491 werden erneuert. Nach einem Kriege gegen Venedig, das ihm den Durch- LSI 8 zug verweigert hatte, erhält M. 1. Roveredo. M. I. P 1619 ^Philipp ch^ss^TTÖost 1606 Carl V. Ferdinand S. (röm. König seit 1531; Kaiser seit 1556). C. V. kaust vom schwäbischen Bunde das Herzogthum 1520 Württemberg. Vollziehung der 1515 verabredeten Heiraten. 1 521 In den Theilungen von 1521 und 1522 erhält Ferdinand 1522 die damals deutsch-österreichischen Länder (mit Württemberg). Ferd. I. kauft die zweite Hälfte der Grafschaft Bregenz 15L3 (s. 1451). Sein Schwager Ludwig U. von Böhmen und Ungarn 1526 (s. 1515, 1521) fällt in der Schlacht bei Mohacz. 14 Ferd. I. erwirbt hierauf Böhmen, Mähren und Schlesien, Ungarn, Croatien, Slavonieu, Sieben¬ bürgen, das Banat, die Woiwodschaft Serbien und die heutige Militärgrenze mehr durch Wahl, als wegen der Verträge von 1364, 1463, 1491, 1316. Die Dynastien in Rohmen. Am Ende des 6. Jahrhunderts wanderten die Cechcn ein. Sie wurden von mehreren einzelnen Fürsten regiert. 874 Boriw oi nimmt das Christenthum an, welches sein Enkel Wenzel der Heilige (P 936) um so leichter verbreitet, als er durch die Unterwerfung der verschiedenen Fürsten eine einheitliche Macht gründet. Er stammt der Sage nach von Premisl ab. Christenthum, Bildung und die Waffen hielten die Verbindung Böhmens mit Deutschland aufrecht. Mähren bildete im Laufe des 9. Jahrh. den Mittel¬ punkt des großmährischen Reiches (Suatopluk ch 894). Nach¬ dem dieses von den Ungarn zerstört worden war (906 und 906), bildete Mähren den Zankapfel zwischen Polen und Böhmen, bis der Premislide Breti-slav (P 1066) cs bleibend mit Böhmen vereinigte. 1168 Kaiser Friedrich 1. (s. oben 1166) erhebt das Hcrzogthum Böhmen wegen der Treue des Herzogs Wladislaw zu einem Königreiche. Im Laufe des 13. Jahrh. knüpfte sich an Böhmen eine Kurstimmc des deutschen Reiches. Ucber König Ottokar II. s. oben 1261—1278. Ottokars U. Enkel, Wenzel Ul., war der letzte Premis- 1306 lidc. Er wurde in Olmütz ermordet. Die Böhmen wählen den Habsburger Rudolf, und 1307 als dieser starb (s. oben), den Herzog Heinrich von Kärnten 1309 zu ihrem Könige, vertreiben ihn aber (s. oben 1336). Auf ihren Wunsch belehnt Kaiser Heinrich VII., aus dem Hause Luxemburg, seinen Sohn Johann mit Böhmen. 15 Job. -j-. Sein Sohn, der deutsche Kaiser Carl IV., 1346 gestattet 1348 und in der goldenen Bulle 1336 für Böhmen 1348 auch die weibliche Erbfolge. Uebcr C. IV. s. oben 1363. Schlesien war im Anfänge des 14. Jahrh. in 16 piastische Fürsteuthümcr getheilt. Ihre gegenseitige Feindschaft brachte sie allmälig in Abhängigkeit von Böhmen, so daß C. IV. 1363 ganz Schlesien für ein Lehen der böhm. Krone erklären konnte. Die piaftischen Herzoge starben nach und nach aus. Auch Eger kam an Böhmen. C. IV. st- 1378 Wenzel. Sigismund. W. wird des deutschen Thrones entsetzt. 1400 W. st- Sigismund, seit 1387 König von Ungarn 1419 und seit 1410 auch römischer König, gelangte erst nach Been¬ digung des Hussttenkrieges in den Besitz von Böhmen. Siehe oben 1422, 1426 und 1437. S. st-, der letzte Luxemburger. 1437 Elisabeth, Gemalin des Habsburgers Albrecht II-(V.) Al. II. st- (zugleich Köuig von Ungarn). 1439 Ladislaus pvsilmmus, zugleich König von Ungarn, st-. 1467 Siehe oben 1439—1467. Podiebrad, der frühere Statthalter, bestieg den Thron und behauptete ihn gegen den gewählten Gegenkönig Mathias Corviuus. P. st- 1471 Wl a d i s law, ein polnischer Prinz aus der Dynastie der Jageilvnen, wird zum Könige gewählt. Er besteigt auch den ungarischen Thron, Ueber Wl. siche 1490 oben 1490, 1491, 1616. Wl. st- 1516 Ludwig, Anna mit Ferdin. I. von Oesterreich vermält. L. fällt bei Mohacz. Anna, seine Schwester, ist thron- 1326 berechtigt wegen der Bestimmungen von 1348, 1356 und 1515 (s. 1521). Mit ihrem Gemale Ferdinand I. folgen die Habsburger. 908 und 996 1090 1989 1192 1222 1391 1342 1382 1387 1« Die Dynastien in Angarn. Gerufen von dem deutschen Könige Arnulf zerstören die Ungarn unter ihrem Herzoge Arpad das großmährische Reich und erobern Oesterreich bis an die Enns (s. oben). Gcysa, der Urenkel Arpads, nahm das Christcnthnm an (P 997), welches sein Sohn Stephan der Heilige um so leichter verbreitet, als er durch die Unterdrückung rebellischer Fürsten eine einheitliche Macht in Ungarn gründet und vom Papste und dem Kaiser Otto Ul. den königlichen Titel erhält (1999). Sein Neffe und Nachfolger Peter wnrde vertrieben (s. 1943). Zur Aufrechthaltung ihres Thrones und des Christcn- thums bedurften die ungarischen Könige deutscher Hilfe, bis Ladislaus der Heilige dieses bleibend befestigte. L. erwarb Croatien und Slavonicn, wo sein Schwager ohne Erben starb. Kolomann, sein Sohn und Nachfolger, sicherte (1192) diese Erwerbung; durch weise Gesetze befestigte er die königl. Macht. Aber nach ihm beförderten Thronstrcite die Macht¬ entwicklung des Adels, welchem Andreas II. in der goldenen Bulle 1222 viele Freiheiten, und wenn diese verletzt würden, das Recht des bewaffneten Aufstandes cinräumen mußte. Sein Sohn war Vela IV. (s. oben 1232—1269). Andreas IU. P, der letzte Arpade. Mit Carl Robert, einem Enkel des Königs Carl von Sicilicn, dessen Gemalin Marie eine Enkelin Bela's IV. von Ungarn gewesen war, kommt das Haus Anjou auf den unga¬ rischen Thron. C. R. P Ludwig der Große, auch Herr von Dalmatien, Bosnien, Moldau und Walachei, und seit 1379 auch König von Polen. L. P, der letzte Anjou. Marie, § Hedwig, folgt in Polen, vermält mit dem Luxemburger Sigismund. Dieser läßt sich zum Könige krönen (s. Böhm, bei 1419). 17 Dalmatien geht an Venedig; Bosnien, Moldau und die Walachei gehen an die Türken verloren. Er verpfändet l3 Zipfer Städte an Polen. 1412 S. P Es folgt sein Schwiegersohn, der Habsburger 1437 Albrecht (II.) (siehe oben 1437—1439). Al. II. (V.) P 1439 Ladislaus posttinmus, geboreu 1440. P 1437 14.37 (siehe oben 1439—1457). Mathias Ltorvinus. Ungarns Blüthezeit. P (siehe oben 1437, 1463, 1483). 1490 Wladislaw der Jagellone, König von Böhmen. P (siehe oben 1491, 1313). 1316 Ludwig. Anna. L. fällt bei Mohacz. Mit Ferdinand I., Annas 1326 Gemal, folgen die Habsburger. F. I. wurde in Ungarn von einer Partei anerkannt L526 und gekrönt. 1327 Aber Johann Zapolya, Woiwode von Siebenbürgen, ließ sich von einer andern Partei ebenfalls znm Könige wählen, rief die Türken zu Hilfe (welche Wien belagerten), und wurde 1329 im Frieden zu Großwardein von F. I. und Soliman als 1338 König in den südöstlichen Theilen Ungarns rind in Siebenbürgen gegen dem anerkannt, daß das Haus Habsburg ihn beerben sollte. Aber nach seinem Tode wurde gegen diesen Vertrag 1340 sein unmündiger Sohn Johann Sigismund als König aus¬ gerufen. Der zu Hilfe gebetene Sultan Soliman nahm aber Ofen und das südöstliche Ungarn für sich. 1341 Wirtemberg wird als österreichisches Reichs-Asterlehen dem Herzoge Ulrich wieder zurückgegeben. 1334 F. I. P Laut Hausordnung von 1354 werden die Länder 1564 gctheilt unter seine Söhne: 2 18 1568 1871 1876 1890 1598 19 lande bis Maximilian im Namen beiden Linien als Vermalter dieser Länder einge¬ setzt wird. Wegen der Geisteskrankheit Rudolfs II. erklären die österreichischen Erzherzoge den Mathias zum Obcrhauptc ihres Hauses. Wie früher die Reformation, so hinderte jetzt die Spaltung und ein Familienzwist und endlich der dreißigjährige Krieg die; österreichischen Fürsten an kräftigen: Auftre- ten gegen die Türken. In einem Frieden, welchen Mathias mit ihnen schloß, wurde die Grenze beiläufig durch die Linie Karl¬ stadt-Waitzen in ihrer Verlängerung bis an die Karpathen bezeichnet. Das obere Theißgebict, Kaschau, Tokap rc., gehörten jedoch zu Siebenbürgen (siehe 1841, 1868).! Die Kämpfe an der Grenze hörten aber! niemals auf. Mathias zwingt seinen Bruder, den^ Kaiser R. II., ihm Oesterreich, Mähren u. Ungarn abzutreten. R. II. erläßt den Majestätsbrief. Er muß seinem Bruder Mathias auch Böhmen und Schlesien überlassen. N. II. P Mathias wird Kaiser. Er adop- tirt den Ferdinand II. aus der steirischen Linie. Ausbruch des dreißigjährigen Krieges. Mth. P 1602 1606 1606 1608 1609 1611 1612 1617 1618 1619 Ferdinand H. Siehe 1617. Der von den böhmischen Ständen gewählte Gegenköuig Friedrich von der Pfalz wird in der Schlacht am weißen Berge 1620 besiegt. F. II. vernichtet den Majestätsbrief und erklärte später Böbmen für ein Erdreich (s. Böhm. 1348, 1386, 1816, 1826. 1627 2« LttLS F. SZ. erklärt den rebellischen Markgrafen Johann von Jägcrndorf in die Acht und zieht Jägerndorf ein. Siehe Böhm. 1388. In demselben Jahre überläßt er seinem Bruder Leopold 1632 1638 1636 1637 1648 1687 1662 1668 1676 Tirol und die Vorlande. L. -ff Ferdinand Carl, und Sigismund, Die beiden Lausitze werden alch unter der Vormundschaft böhm. Lehen an Sachsen abgetreten.! der Mutter Claudia von - Medici. F. C. mündig. F. C. verliert im west- phälischen Frieden das Elsaß. F. C. Sigismund ch (1668). Die schlesischen Herzogthümcr Licgnitz, Brieg und Wohlan fallen bei dem Tode des letzten plastischen Herzogs (Wilhelm) F. II. -i- Ferdinand III, F. NI. Leopold I. Tirol wird für immer mit Oester¬ reich vereinigt. an Böhmen (s. 1386). 1687 Die Ungarn geben das Waffenrecht gegen den König auf (s. Ungarn 1222), und ihr Land wird in ein Erbreich des österreichischen Mannsstammes verwandelt. I «86 Durch die Verzichtleistung des Woiwoden Michael Apafi II. erhält Oesterreich Siebenbürgen als besonderes Fürstcnthum. Ein ungarischer Aufstand hatte die Türken herbeigerufen. Sic wurden aber nach der zweiten Belagerung Wicn's 1683 aus Ungarn vertrieben (Eugen), und mußten im Karlowitzer L6VS Frieden ganz Ungarn mit Ausnahme des Banates an Oesterreich zurückgeben (s. 1826, 1641, 1606). 21 Carl I!., der letzte spanische Habsburger P. L. I., dessen 1700 Mutter, Maria Anna, eine Tochter Philipps lll., auf Spanien nicht verzichtet hatte, beansprucht die spanische Monarchie für seinen zweiten Sohn Carl. Spanischer Erbfolgekrieg (bis 1714) gegen Ludwig XIV. von Frankreich, dessen Enkel Philipp V. seine Ansprüche auf ein erschlichenes Testament Carls II. stützte. L. 1. P 1703 Josef S. Carl VI.^ Nachdem Eugen von Savoyen Oberitalien erobert hatte, I ächtete J. I. den mit Frankreich verbündeten Herzog von Mantua und zog dessen Land für seinen Bruder Carl ein. I. l. P. barl 1711 Im Frieden zu Baden erhält Oesterreich auf Grundlage I7L4 des Utrechter Friedens (1713) und der Präliminarien zu Rastatt (1714), Mailand *), Mantna (s. 1708), Neapel, die Insel Sardinien (1720 gegen Sicilicn umgctauscht) und die spanischen Niederlande. Im Passarowitzer Frieden erhält Oesterreich von den I Türken nicht nur alles Land innerhalb der heutigen Grenze (Dalmatien natürlich nicht, s. 1797), also auch das Terneser Banat (s. 1699), sondern auch die kleine Walachei und ganz , Serbien mir Belgrad. Die pragmatische Sanction, schon 1713 gegeben, wird 1724 in Wien feierlich bekannt gemacht: Oesterreichs Staaten sollen untheilbar und auf C.'s vi_, dann auf Josefs 1. Töchter und deren Nachkommen re. im Rechte ver Erstgeburt vererblich sein. C. VI. mischt sich in den polnischen Erbfolgekrieg und 1738 verliert im Frieden zu Wien Neapel und Sicilicn (s. 1714) und an das Königreich Sardinien Novara und Tortona, erhält *) Nach dem Erlöschen des herzoglichen Hauses Sforza 1535 kam Mailand an Spanien, da der Kaiser Carl V. (s. oben 1496, 1519, 1521) es seinem Sohne Philipp II. verlieh. Es umfaßte >714 auch die Landschaften Novara bis an die Sessia und Tortona u. a. m., jenseits der heutigen Südwest - Grenze. 22 dagegen Parma und Piacenza, so wie für seinen Schwieger¬ sohn Franz Stephan von Lothringen Toscana. 1739 Im Belgrader Frieden erhalten die Türken Serbien und die kleine Walachei zurück (s. 1718). Heutige Grenze. 1740 C. Vl., der letzte Habsburger P. Maria Theresia. Ihr Genial und Mitrcgcnt war Franz Stephan von Lothringen. Die Lothringer. (Die Habsburger und Lothringer leiten ihre gemeinschaftliche Abstammung von dem Herzoge Ethiko (ch 693) in Alemannien und im Elsaß ab). Azaria Theresia. Carl Albrecht von Baiern beansprucht ohne Rechts Oesterreich, wird deutscher Kaiser, verliert aber im Kriege Baiern. Er ch Nun wird Franz l-, Genial der M. Th., zum 1748 deutschen Kaiser gewählt. Noch in demselben Jahre erhält Maximilian, der Sohn Carl Albrechts, im Frieden zu Füssen Baiern wieder zurück und gibt alle Ansprüche aufOcstcrreich aus. In dem Wormser Bündnisse gegen Baiern überläßt M. 1743 Th. an Sardinien alle mailändischen Landschaften jenseits der heutigen Grenze (siehe 1714, 1738). Ohne die Rechtlichkeit seiner Ansprüche beweisen zu kön¬ nen"), verlangte Friedrich H. von Preußen die oben bei 1623 und 1678 genannten Fürstenthümcr, eroberte ganz Schlesien, mit Ausnahme des noch jetzt kaiserlichen Thciles, mW die Graf¬ schaft Glatz und behielt beides im Berliner Frieden und nach 1742 dem zweiten schlesischen Kriege im Dresdener Frieden. 1748 *) Er stützte seine Ansprüche auf. das Testament Ferdinands I., von dem er mütterlicherseits abstammte. Aber dieses Testament war durch spätere Bestim¬ mungen österreichischer Herrscher längst aufgehoben (1724). **) Johann Georg, ein Verwandter des brandenburgischen Hauses, hatte Jägeru- dorf durch Auflehnung verwirkt (siche 1623). Die Erbverbrüderung 1537 zwischen Friedrich U. von Licguitz und Joachim von Brandenburg verstieß gegen das Recht der böhmischen Krone (siehe Böhm. 1355). 1748 1763 1766 »7«S 1771 1772 <773 »777 »77« 1780 1790 1792 24 Jin Frieden zu Aachen überließ Oesterreich dem spanischen Jnfanten Philipp Parma, Piacenza und Guastalla (siehe 1738). Kaiser Franz I. erhebt Toscana zu einer Secundogenitur. Kaiser Franz I. -h Joseph II. folgt Leopold (II.) Ferdinand, ihm als Mitregentin in der Sccundogcni- Genial der Erbtoch- Oesterrcich und als tur Toscana. ter von Modena- deutscher Kaiser. , Este. Die seit 1769 erledigte Grafschaft Hohenembs fällt laut eines Beschlusses des Neichshofrathes au Oesterreich. Erzherzog Ferdinand wird mit Modena belehnt. Bei der ersten Thcilung Polens bekommt M. Th. die an Polen verpfändeten dreizehn Zipfer Städte (siehe Ungarn 1412) wieder an Ungarn zurück, ferner das heutige Königreich Galizien und Lodomericn mit Zator und Auschwitz und vorläufig das halbe Gebiet von Krakau. Die Polen müssen die Thcilung anerkennen. Die Pforte gibt an Oesterreich die von Siebenbürgen losgcrissenc und seit 1774 reclamirtc Bukowina zurück. Nach dem Tode des letzten Wittelsbachcrs aus Baiern wurden M. Th. und ihr Sohn Joseph II. von Rußland und Preußen gezwungen, ihre ungegründcten Ansprüche auf Baiern (siehe 1426) durch die Abtretung des Innviertels im Teschner Frieden für befriedigt anzuschen. M. Th P Josef M. (s. 1766). Baiern gegen die Niederlande zu vertauschen gelang ihm eben so wenig, wie die Vertreibung der Türken aus Europa. J. II. P Leopold II. L. II. Franz II. ! Ferdinand, Carl, ! Johann, und noch Herzog in d. berühmte^ wohnte in 6 andere Toscana, Feldherr, Steiermark, Söhne. (P 1824) (P 1847) (P 1869) 25 In der dritten Thcilung Polens *) bekommt Oesterreich 1796 West-Galizien zwischen Pilica und Bug bis zur Narewmündung und die Stadt Krakau mit der zweiten Hälfte ihres Gebietes (s- 1773). 1789 war in Frankreich die Revolution ausgebrochen. Gegen diese und Napoleons Eroberungssucht kämpften Oester¬ reich, Preußen, Rußland, England re. bald vereinigt, bald einzeln vom Jahre 1792 — 181». Am Ende des Kampfes regelte der Wiener Congreß die neuen politischen und territo¬ rialen Verhältnisse. Kriege: 1. 1792— 1797. Der französische General Napoleon Bona¬ parte erobert die Lombardei; für sic bekommt Oesterreich im Frieden zn Campo Formio das Festland der Re- publik Venedig bis an den Gardasee, von da an die Etsch und von dieser südlich hinab an den Po mit der Stadt Venedig, das vcnetianische Dalmatien und Istrien. Abrundung unserer Territorien. 2. 1799 — 1801. Der Frieden zu Luncville bestätigt die Er- 1801 Werbung von 1797, doch nur bis an die Etsch, so daß das Veroucsische und Legnanische am rechten Etschufer verloren gehen. (Der Rhein wird die deutsche Grenze.) Die deutschen Fürsten sollten für ihre Verluste durch, secularisirte Kirchen- güter entschädigt werden. Nach schwierigen Verhandlungen erhielt Franz II. im Rcichsdcputations-Hauptbeschlusse die Bisthümcr Trient und Brixen, und sein Bruder Ferdi- r8«S nand für Toscana Salzburg. 18. August. Napoleon setzt sich die Kaiserkrone auf. 1804 11. August. Der deutsche Kaiser Fr. II. erklärt Oesterreich für ein Erbkaiscrthum (Fr. I., Kaiser von Oesterreich). 3. Im Frieden zu Prcßburg muß das besiegte Oesterreich L8VZ (Austerlitz) das venetianische Festland sammt Dalmatien *) Die zweite war 1793 zwischen Rußland und Preußen. 2« 1807 (siehe 1797 und 1801) an das französ. Königreich Italien und in einer nachträglichen Convention auch Monfalcone abtrctcn, so daß hier der Jsonzo die Grenze bildet; Tirol mit Trient und Brixen gab es an das für sonverain er¬ klärte Baiern und viele Besitzungen in den Verlanden an Wirtemberg und Baden. Als Ersatz erhält cs nur Salz¬ burg als Herzogthum (siche 1803), wofür der Erz¬ herzog Ferdinand Würzburg in Baiern bekommt. 1806 Napoleon macht sich zum Protcctor des Rheinbundes, dessen 16 Glieder sich vom deutschen Reiche trennen. Ver¬ deutsche Kaiser Fr. II. resignirt demnach aus die römisch¬ deutsche Kaiscrwürde für immer (siehe Albrecht II. 1438). 4. Tirol erhob sich für Oesterreich, das aber trotz des Sieges bei Aspern (Erzh. Carl) und der Treue der Ungarn, im 1809 Frieden zu Wien an Baiern Salzburg (siche 1801, 1803), das Innviertel (siebe 1779) und das Hausruckvicrtcl; an Frankreich den Villacher Kreis, Krain, Görz, Istrien, Triest, Kroatien am rechten Ufer der Save, Fiume, das ungar. Küstenland; an daö Hcrzogthum Warschau Westgalizien (siche 1798), den Zamosccr Krais; an Rußland, den Bun¬ desgenossen Napoleons, Tarnopol abtreten mußte. 1812 8. Napoleon in Rußland. 1813 Schlacht bei Leipzig. 1816 Napoleon von Elba zurückgekehrt, bei Waterloo für immer vernichtet, nach St. Helena gebracht. 18 L 5 Kongreß der Fürsten zu Wien (stehe oben 1789). Oesterreich erhält seine heutigen Grenzen außer Krakau, das eine Republik wird. An die Stelle des heil, römisch-deutschen Reiches (siehe 1806), tritt der deutsche Staatenbund; in der Bundes-Versammlung zu Frankfurt a. M. führt Oesterreich den Vorsitz. Die österr. Seitenlinien in Italien, Toscana und Modena, erhalten ihre Länder zurück (siehe 1763 u. 1771). 27 F. l. ch Maria Ludovica, Ferdinand I. > Franz Carl. Gemalin Napoleons, ch 1847! > Gemalin So¬ phia. Krakau fällt an Oesterreich. F. I. dankt ab. Sein Bruder Franz Carl verzichtet zu Gunsten seines ältesten Sohnes Fran; Joses L. Ferdinand Max., GemalinElisabeth. Admiral und Gou¬ verneur im österr. Italien. Rudolf, Kronprinz. Carl Ludw., Statthalter in Tirol. Ludwig I. 1833 1846 1848 Juste x ^as Erzherzogthum Oesterreich, bestehend aus Oesterreich ob der Enns (218 Ouad.-Mcileu, 716.904 Emm.), und Oesterreich unter der Enns (360 O.-M. 1,697.130 E.). Siche 936, S76, »643, 1139, »156, 136», 1776, 1809, Das Herzogtum Salzburg (130 O.-M. 148.023 E.). Siehe 1803, »805 und 1809). Das Herzogthum Steiermark (408 O.-M. 1,070.747 E.), Siehe 1186, ILVL, 1456. Das Herzogthum Kärnten (188 O.-M. 332.393 E.). Siche 1268, 1269, 1286, 1335 1336, 1809. Das Herzogthum Kram (181 Q.-M. 437.328 E.). Siche »226, 1269, 1282, 1286, 1364, 1374, »500, 1809. Die gefürstete Grafschaft Görz und Gradiška mit der Markgraf¬ schaft Istrien und der Stadt Triest sammt Gebiet (143 Q.-M. 539.423 E.). Siehe 1364, 1394, 1382, 1500, 1767, 1805. Die gefürstete Grafschaft Tirol und Vorarlberg (623 O.-M. 876.263 E-). Siche 1333, 1363, 1364, »365, »376, »45L, »474, 1500, »507, »518, 1523, 1765, 1863, 1805. Das Königreich Böhmen (944 O.-M. 4,720.313 E.) und die Mark¬ grafschaft Mähren (404 O.-M. 1,878.806 E.) und das Herzogthum Ober- und Riederschlesien (94 O.-M. 447.497 E-). Siehe 1437, 1526; s. Böhm, dann 1620, 1623, 1627, 1675, 1742, 1745. *) Die Bevölkerung ist nach der neuesten Volkszählung angegeben. 29 Das Königreich Galizien und Lodomericn mit den Herzogthnmern Auschwitz und Zator und dem Großherzogthume Krakau (1423 Q.-M. 4,612.116 E.). Siehe L773, 1796, 1809, 1846. Das Hcrzogthum Bukowina (190 Q.-M. 462.242 E.), s. 1777. Das Königreich Dalmatien (232 O.-M. 416.632 E.). Siehe 1797, 1806. Das lombardisch-venetiauische Königreich, bestehend aus der Lom¬ bardei (392 Q.-M. 2,866.396 E.) und Venedig mit seinem Gebiete (434 O.-M. 2,306.658 E.). Siehe 1708, 1714, 1738, 1743, 1797, 1801, 1806. Das Königreich Ungarn (3265 Q.-M. 8,146.992 E.) und die Woi¬ wodschaft Serbien mit dem Temeser Banate (545 Q.-M. 1,532.251 E.) und die Königreiche Croaticn und Slavonien (333 Q.-M. 865.403 E.), und das Großfürstentbum Siebenbürgen (1102 O.-M. 2,180.121 E.), und die bauatisch - serbische und die kroatisch-slavonische Militärgrenze (6lÜ O.-M. 1,066.272 E.). Siehe 1437, 1526; s- Ung. dann 1538, 1606, 1568, 1687, 1696, 1699, 1718, 1739, 1809. Länder außerhalb der heutigen Grenze. Siehe 1139, 1291, 1415, 1426, 1477, 1496, 1520, 1534, 1635, 1700, 1714, 1718, 1738, 1739, 1742, 1743, 1748, 1763, 1795, 1797, 1809. Das Kaiserthm» -Oesterreich (12.121 geogr. Qnad.-Meilcn, 37,539.102 Einwohner). Siehe 1804. Bemerkung. AZAiederverlorne Länder wurden nur in den hervorragendsten Fällen berücksichtigt. Nur die bemcrkenswcrtheren Söbne eines Fürsten sind genannt. Die bleibend an Oesterreich fallenden Länder, so wie die Namen der zur Regierung kommenden Fürsten sind mit fetter Schrift gedruckt. Die Namen der Söhne stehen unter dem des Vaters, die Namen der Brüder neben einander.