Laib ach er Donnerstag den 29. Ienner. Inländische Nachrichten. L^'b^ch, ö-n ?). Iennev. Hmte ist der Hr. Dol. Anton Podobnig nach vor^ her von einem hohen Gubcrttio , und von der hohen Appellant» erlangten' Wahlfa-higleits Dekret beinahe einstimmig zum «llhiesigen Magistrats Rath erwählet worden ; wodurch dlese durch den Austritt des Hrn. Dok. Michael Vallemschitsch er-ltdigte Stelle in der Person des neuer-wahlten Magistrats Rachs sowohl seiner bekannten Fähigkeit, als auch ftincs durchaus . rechtschaffenen Betragens wegen zum Vortheil des Dienstes sehr gut ist ersetzet worden. TVien, den 7. Ienner. Nach der 5on Sr. fürstl. Gnaden zu Moynz, als hohcn Reichserckan;ler, geschehenen Benen-«ung und lpräsetita^ion, haben Se. Majestät der Kaiser den Fürsten Gundaker v. Colloredy - MamMld, kais. wirkl. ge-htimen Räch, Ritte« des goldenen Vliel- ses, und Erbpriorm des toskanischen St»« phansordens, zu der durch den Tod sei--nes Herrn Vaters erledigten Würde eineF Reuhshofvicekanzlers allergnädigst anqe» nominen, in welcher Eigenschaft derselbe gcsiertd von Sr. fais. Maj. in Gegen-' wart des k. f. Herrn Qbersthofnieisters, Fürsien v. Stahrenberg des Hrn. Obprstr'^m-merers Grafen vonRösenberg, und des gchcj-men Relchsrefercndarius, Frecherm "v. Albini, in der k. f. Retirada in Pflichten genommen wurde. Rlagcnftirt, den 3. Iemier. Das Gurksr Konsistorium, das sich je;t allhier befindet, hat se!t furzen 1. Solche Seelsorger , die an Vonn ^ und Feyert^gen mit Predigen^'Beichthören, Katcchisiren, u. s. f., an Wochentagen aber mit Schul-und Kinderunterrichle sich beschäftig-'«, an den Tagcn, wo solche gehäufte Arbeiten vorfallen, der Pfllcht das Brevier zU be^ then ganz enthoben. «. Hzt e< erMrötf taß katholische bei Akatholiken in Dienst sichende Personen , ohne erst eine Dispense anzusuchen, an Freitagen, Samstagen, und andern Fastagen, alles was ihnen ausgesät wird, mithin auch Fleisch unbedenklich essen können. 3. Hat es allen Pfarren die Weisung gegeben, daß wenn abgettettnte Brüder wieder in die Einigkeit der Kirche zurückkehren wollen, sie ihr Glaubensbekenntnis auch nur in Geheim auf des Pfarrers Zimmert! in Beiseyn von 2 oder 3 Zeugen ablegen können. 4. Hat es der vorgehaltenen Sun-densälle ( calu5 re5?rv3n ) sich ganz begeben. Für gröbere Verdungen ist es also nicht mehr nöthig, wieder einen höhern Festtag ab «warten, noch die oi-schöss'che Vollmacht zur Losspr^chung einzuholen; und die Bekehrung auch grosser Verbrecher wird dcr Sora/alt chrer or-dencllch.'N Hirten qanz überlassen. Wenn dieß Schreiben seine volle Richtigkeit hat, ss kann man es N'cht l^uq-nen, daß dies Konsistor um für die Nö-thell der Gläubigen tharig sorge. ^embercs, den l. Ienn.r. Ob es gleich gewiß ist, daß einige Türken über die Donau gesetzt, und in die Wallachen eingerükt sind, so ist dieses nur in dieser Absicht geschehen, um sowohl die kais. Russischen Truppen , als las Korps des Prin.en von Sachsen Coburg zu beobachten. Es ist a so hieraus für die Fortdauer der Ruhe in diesen Gegenden wenig lu besorgen. Um aber den etwa vorrückenden Fünden naher zu seon, mußte der itzige Hr. Major Baron Kien-mayer die Stadt Backo mit einer hinlaug-lichen Anzahl Truppen, und einer Kano-«e besetzen, so daß sich also unsere Kan- ton, rnna/quartlre nnnmehr durch die 4« Moldauer Be irke Alr-Suc;ava, Roman, Niemtz und B.cko erstrecken. Ei sinbe» diese Gegenden ihrer Fruchtbartcit, und schönen Lage lvreth w-rd unsern Truppen sehr qur auf dav Frühjahr zu statten kommen, indml au: Befehl des Prinzen b^reirs ia Schi?e erbauet w rden, deren jedwedes 200 Zentner Lasten tr<'gs, so daß al'o w chnitlich 2QO0 Zmtner von allem n:^llch^n V)r-rarh aus der Vulowine zu dcr Armce können gebracht werden. priest, ben 2^2. Ir«^,cr^ „Die W r-bung für das FnnkmM des' Hrn^ 'Oß:7'?s« Freyherrn v. Vul lich zu bekämpfen. > ' ' BaH «ach'er M . das ' Ochlcksql eher vielleicht die l!n.'virkstmkeit unserer Regi« rung die Abtrettung, der Lander, worin ein Theil meiner Güter lieht/ an eine fremde Herrschaft weder verhindern, noch «bwenden konnte, geruhete ein Herrscher', der durch den Ruf seiner Eigenschaften ^ so berühmt, als wegen seiner Macht achtbar ist, mich m sich zu berufen, ohne mir ander? Gesetze als jene der Ehre auszulegen , und ohne andere Äerpftichtungen von mir zu fordern, als solche Gesinnungen zu hegen, die seine Seele veredeln. ,, > - . . Ich habe ferner um mich darnach zu richten das Beispiel erlauchter Landsleute vor mir, welche,'da sie, wieich,die Eh-?e hatten, hc»z dem Henen Deutschlands ^u dienen, in ihrem'Haterlailde ansehnliche Würden ,, und Sttllen erhielten. Die Füriteil, in deren Dienste sie die Waffen trugen, schöpften die 'Gründe ihrer Achtung , und ihres Vertrauens zu ihnen «ms dem Eifer, welchen meine erlauchten Lalldesleute für die Vorihttle ihrcs Vaterlandes äußerten. Das Haus Saphie-ha hat drei solche Beispiele, und .das Aubonurschkysche derm ;wei gegeben, de-ven ich noch jencs des Poniatowsky beyfügen kann, weHer.,' ob er gleich nicht wirklich in Diensieu fti:;es Vaterlandes Hnd , selbiges dennoch nicht minder üebtc. Ich würde mich dem Vorwürfe einer strafbaren Undankbarkeit aussetzen, wenn ich diese Gelegenheit versäumte jenen Gna, zenbezkugungen, wovon der Kaiser die schmeichelhaftesten Beweise über mich verbreitet hat, hier öffentlich mit Ehrerbietung, und Erkenntlichkeit ?u huldigen. Ich rechne mirs zur Ehre? Ihm aufrich- tig zugethan :« seyn. Allein dieß lst nicht wegen der BeuehlMgen, die mich seiner Person nahern; denn da ich in dieser Ver-samlung r?de, von der ich ein Mitglied zu seyn die Ehre habe, kaun sich keine andere Betrachtung , keine Erin?rung meis nmi Geiste darstellen i als daß ich ein Bürger, und unter der Zahl der Stell-vertretter der Na ion bin: nicht, sage ich, wegen der Bez>chung/ als einer, der in einer Kaiserlichen Krie.'sbedienung steht, fondern weg/n der innigen Kenntniß , die ich von der Erhabenheit der Gesinnungen Se. kaiserlichen ^Nai/stat habe. Von dcn Gesinnungen, und von der Groß'nuch dieses Monarchen überzeugt, steh ich nicht an , zu versichern, dasi , wenn wegen einiger ?lrti'el, die man anf verschiedene Art verstand ( wie man unter att-dern die Rede d.'s Lan"bo^en ausleit, der vor mir gesptochen hat,) einige Mis-bersic-ndnisse sich tigehen haben , diese bloß aus der Art entstch"N, wie si«: dem kaiserlichen H^se dur ö L.'ute, die mit Vor-urtheilm l chastet sind, vorgestellt wurden, und daß man iil a'lcn Fallen, worüber man Vorstellungen, die sich auf die Billigkeit gründen, au/eine schickliche Art an^ geöachtcn Hof gelangen lassen wird, der Kaiser sorgfältig dahin trachttn werde,' unserer Nauon Beweise seiner Freundschaft , ln:d der Welt ein sichtbares Beispiel der Billigkeit, und Gerechtigkeit zu g