Deutsche Macht Kerausgeöer: Herkard Kamöerq. HtfeiHdie Vacht ersehnn! jeden gonniöfl und lennerstaß «orgenß und kostet sko««t Ut 5onntag«dnlaoe Die S ti v » art) für Ttlli nit ZnsteZlnns in s Hau» »oiaMch I. — &S, Vierteljahr»« si. UO Mfiinj fl. ganzjährig ft. « . Mit Ti»stversendnng: vierteljijhrlich ft. l.vo, haldjähriß fl. 3.80—. aan,jährig fl. «.«o.—. Einzelne Nummer 7 kr. Anzeigen werde« nach lartf berechnet. Bet !«frer. Vtederho langen tntfpt^btnitx «echlah. Wslc bcdevtenden Ankitndigultas-ÄastaUen de» In- nnd Autzlande» nehmen Anzeigen entgegen. In Tilli wolle. ,olck»e beim venoaUer der Deutschen Wacht km> S. Öech», Hauptpwtz 4, I. Stock adaegcden »erden. Aenseriie .^rift : Vitttvolt, und Samftaa 10 lldr sammt««. Lvrcchvunden von 11—1t Uhr Vonnittng» nnd von ökr Nachmittag (m«f llbftt ikt tot auch t» da Wu&biiitati Joch»«» Maln!ch d?rn>»i!I>zs> «rlhrtll). Schrifllctliiiia rx»l»ll>>-e K I. StiMt. Spttchstuade« M ^tt#a»n«6crt (««» iSMtrtoctturJ): XI—1! Uhr vo. .....----- . - ------.. rrtU*tf, bntit icrfdff« fcon H«r»,»«cbn u«t«f«mtt fitti, fta*n ititt frntidljftttgt wo»«it. ■ittoj« (ant Kln»ü(i>mt bet £»nn- unü gfKrtogf.) — ttcclMiatttnea flitb pottoftri- Nr. 78 Cilli, Donnerstag den 29. September 1892. XVII. Jahrgang IM" In der nächsten Nummer unserer Kxmiagsbeilage Die Süd mark beginnt eine auf Erzählung von Mark. Derwall: Hör-fri| sat) Liebe. Gegenwärtig schreibt der. namentlich in Iwischland, geschätzte Verfasser einen geschichtlichen Roman, der gleichfalls in unserem Blatte wcheinm soll. Er heißt: Z>ie Rettung der jjhMrt. Außerdem dürfen wir Beiträge ankündigen !«> B. C h i a v a c c i, Martin Greif. Franz Hirold. Wilhelm Lauser, Ferdinand von Kaar und Franz Wolfs. Auch steht zu tei5«, daß Georg Ebers, Franz Keim und v«ls Wilbrandt dem Kreise unserer Mit-«beiler treu bleiben. 7 u k aj! Am Montag haben in Cilli die Schwur« gnichiSverhandlungen begonnen. Als der Bor-fizende oas Verzeichnis der Geschworenen verlas, ntworleien zwei von ihnen nicht mit dem tmtichen Worte Hier, sondern mit dem slove-chhm Ausruf Tnkaj! Seltsam, höchst seltsam! Nach dem Gesetze «jfi der Geschworene beider Landessprachen I^tig und also auch im Stande sein, auf eine tätliche Frage deutsch zu antworten. Aber n#a zwölf Männern mögen immerhin zwei sm. die das Gesetz nicht kennen und die sich tot berechtigt halten, den Schwurgerichtssaal Kütchen An Märchen von Adolf W i l b r a n d t. r A*rrf/tftfu*4t+ ..Deutsche Wacht" einer gehätschelten Classe zur Verfügung gestellt haben, um Oesterreich auf den Kopf zu stellen! Die Agitation machte Anstalt, aus alle öfter-reichischen Ueberlieferungen in der Rechtspflege zu brechin ; die Rechtspflege wurde zur Sprachen-pflege und nicht mehr d?r Rechisgelehrte, der Sprachenk?nn?r kam zunächst in B?trach«. Wäre es möglich gewesen, so hätte man damals einen Mann an die Spitze des Grazer OberlandeS-aerichtes gesetzt, der imstande gewesen wäre, eine slovenische RechtSterminologie zu erfinden, denn nichts erschien verdienstlicher als die äußere Ausbildung von Mundanen zu Sprachen. Gibt man sich doch heute noch die Mühe, nachdem das Slovenische längst bei Gericht Eingang ge-funden hat. erst eine slovenische Rechtssprache im Wege der Beurlaulung uud der Commissionen zu schaffen ! (Siehe den Aufsatz über die s l o -v e n i s ch e Amtssprache in unserer vorigen Nummer). Nun wird eine wilde Hetze um die Nach-solaeschaft nach Ritter r. Wafer sich entwickeln. Die Gegner der staatSerhaltenden Deutschen werden einen der Ihrigen an seine Stelle gesetzt wünschen, damit er der sogenannten Gleichberechtigung Raum mache. Da wird sich Hohenwart einsetzen müssen. Wir hoffen jedoch, daß ein Mann vom Schlage Wasers wieder an diese Stelle kommt! Herr Dr. v. Waser ist Ehrenbürger von Graz, Pettau, Friedau, Brück, Leoben, Trosaiach, Vor-dernberg. Luttenberg und Krieg lach, sowie von den Landgemrinden Groß- und Kleinveitsch. Reitenegg, Kapellen und Altenberg, Langenwang. Pretull, Schwöbing, Millerberg. Feistntzberg, HönigSberg. Treibach. Ratienau. G.iy, St. Peter ob Leoben, Göß, Miuerndvlf, St. Michel. St. Stefan. Kraubath. Kammern und Traboch. Ilmschau. Die Slovenen werden weiter begünstigt. Die Regierung hat nunmehr die Errichtung eines Seminars für slavische Sprachen an der deutschen Universität in Graz beschlossen. Dem Seminiar werden vielleicht slovenische Lehrkanzeln und ganz slovenische Facultäten folgen. Es ist eben derselbe Weg, der auch in Prag eingeschlagen wurde und zum Ziele führte für die — Tschechen. In Wien starb der erste Bürgermeister-Stellvertreter, Herr Dr. Franz B o r s ch k e. Er war eine Stütz? der deutschliberalen Partei und ein Mann von solcher Tüchtigkeil, daß seine Vorzüge auch von politischen Gegnern anerkannt werden müssen. Die Kosten der Beerdigung wird die Stadt Wien tragen. Im böhmischen Landtag brachte am Dienstag der Oberstlandmarschall die von den Jungtschechen eingebrachte Adresse an die Krone zur Verlesung. Zunächst wird dem Mo-narchen treue Ergebenheit ausgedrückt, dann werden Beschwerden gegen die Deutschen und insbesondere gegen den deutschen Schulverein gesührt, dessen Wirken der Abreß-Entwurs als unmoralisch bezeichnet. Zum Schlüsse heißt eS: Auch wir wollen einen Ausgleich, doch einen wirklichen und ehrenhaften Ausgleich unter Zustimmung und nach dem Uebereinkommen beider Natio-nalitäten, einen Ausgleich, der auf moralischer Grundlage fußt. Der jetzige fogenannte AuS-gleich, der einseitig durchgeführt werden soll, ohne Rücksicht auf die Rechte des Königreichs Böhmen, ist ein« bloße Vergewaltigung und wird die Verwirrung im Lande noch er-höhen Der Landtag des Königreiches Böhmen, in Bes»rgnis um die Zukunft diese« König-reiches, bittet Eure Majestät, seine garantierten Rechte in Betreff der Einheit und Untheil-barkeit dieses Königreichs zu schützen. Wenn Eure Majestät. Ihr am 31. April 1861 der Deputation des Landtages gegebenes Verspr echen, sich in Prag alt König krönen zu lassen, erfüllen, dann werden durch diesen erhabene»» Act die legitimen Rechte diese» Königreiches, seine Selbstständigkeit und Untheilbarkeit erneuert. — Nachdem noch einige andere Anträge eingebracht waren, wurde der 189? Muß der Geschworne beider Lande»' sprachen machtig sein? Wie eS scheint. ist diese Frage auch in Tschechien niht entschieden. In der Verhandlung über die Erb- ! s ch a f t nach dem Grafen Wald st ein erhob sich einer der Geschwornen und gab die Erklärung ab, die Geschwornen des Prager LandeSgerichtssprengelS seien der deutschen Sprache nicht genügend mächtig, um dem Processe folgen zu kömten, sie ver- ! langte» eine Uebersetzung der An-klageschrist ins Tschechische und diese müßte dann unter ihnen zur Vertdeilung | gelangen. Der Vorsitz.nde und der StaaiSanwalt erklärten, daß sie diesem Ansuchen gegenüber r a t h l o S (!) dastehen und erst nach längerer Debatte zwischen de» Privatanwälten, den Ver« ! theidigern und dem LtaatSanwalt gab der Prä- I sident dem Antrag stutt und beschloß, trotzdem keine Bestimmung besteht, daß den Geschwornen diese Uebersetzung der Anklage gegeben wird, ' im Laufe der Verhandlung die Anklage ron einem Dolmetsch ins Tschechische übersetzen und I vertheilen zu lassen, inzwischen aber die Ver-Handlung fortzusetzen. — Auf die Frage, wie I viele der Herren eine tschechische Uebersetzung ! wünschen, erhoben sich neun Geschworne. Sammlung der ftrastr Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die Abwehr in WarnSdorf einen bemerkenswerten Leitaufsatz, dessen Schlußsätze lauten.- Trotz des bestimmt ausgesprochenen Wunsches auS dem Norden und Süden de» Reiches will sich die geforderte Ver« einigung aller deutschen Kräfte zur energischen Abwehr der immer unverschämter vordringenden nationalen Gegner nicht vollziehen. Die Tschechen lassen eS, wie jeder Tag fast be- I weist, wenigstens nicht an Bemühungen fehlen, I eine Verständigung ihrer Fraktionen anzubahnen; die Deutschen betrachten dies als Luxus. Welche Schicksalsschläge sollen denn noch das deutsche Volk treffen, ehe es sich fest aneinanderfchließt. um den nationalen Gegner gemeinsam den Weg z« seinen Gebieten zu vertreten i! Angesichts der neuesten VereinigungSversuche der Tschechen wäre i es hoch an der Zeit, daß sich die Vertreter der Deutschen der im Volke sreudig begrüßten An-reguna der Abgeordneten Dr. v. K r a n S und Dr. Foregger erinnern und vielleicht einen deutschen Generallandtag infcenierei», der wohl zum mindesten so ^imposant' ausfallen ! dürfte, wie der geplante tschechische. DaS deutsch« Volk wird die Concentration der Kräfte nicht aus dem Auqe verlieren. Endlich muß «S sich einmal vor Aller Augen zeigen und auf das Bestimmteste festgestellt werden, wo der Zer- -splitterungs-BacilluS steckt, der die deutsche That-kraft und Actionssäblgkeit lahmt. In Reichender», hat kürzlich ein großer Fcickelzug und ein FestcommerS zu Ehren des Landtagsabgeordneten und Bürgermeisters Dr. Schücker staltgefunven. Die Feier ist inso-fern bemerkenswert als sie eine Kundgebung darstellt gegen die in der Reich. Ztg, erhobene Beschuldigung, welche die loyale und österreichisch patriotische Gesinnung des genannten Land-tagsabgeordneten in Frage stellt. Zur Ginlösung de» Silbergeldes Im Landvolk ist vielfach die nanz irrige Meinung verbreite», daß die k. k. Steuerämter das zur Einlösung bestimmte alte Silbergeld nur bei Steuerzahlungen annehmen. Dem entgegen wird daraus aufmerksam gemacht, daß die k. t. Stenerämter verpflichtet sind, alteS Silber ge 1 d nicht nur bei Steuerzahlungen, sondern zu jeder Zeit und in j e d e r Menge zu den in den öffentlichen Kundmachungen angeführten Preisen einzulösen, was sie auch thun. Wahrscheinlich sind eS die im Lande zum Zwecke des Silber-aufkaufe» herumziehenden Agenten, die den Landleute» das alte Silbergeld unter allen mög-lichen unwahren Vorspiegelungen zu bedeutend billigeren Preisen abzudrücken suchen. ES kann vor diesen Leuten nicht entschieden genug gewarnt werden. Auszeichnungen. Aus Budapest wird vom 24. September berichtet: Diejenigen Beamten der beiderseitigen Finanzministerien, die um das OufftnS,^iHMwan_Kjlic__ nagende Verdienste erworben haben, wurden m Kaiser in besonderer Weise ausgezeichnet. aalSiecrelär Lang erhielt das Commandeur-toiij des Leopold - Ordens. Ministerialrath inyedy das Ritterkreuz deS Leopold-Ordens «n* EeclionSrath PopovitS den Orden b«r Eisernen Krone dritter Classe; Seciionsches iedauer und Ministerialrath Winier« ein wurden in den Freiherrnstand erhoben vü Ministerial-Vicelecretär G r u b e r erhielt wider gleichzeitigen E> nennung zum Finanzrath Ritterkreuz deS Franz Josef-Ordens. Weltausstellung Khicago 1893. tie k. k. Central-Commission sür diese AuS« Wng hat sich in den letzten acht Tagen mit l« Aufgabe befaßt, die Anmeldungen (etwa üiKi) nach den verschiedenen Gruppen rücknchtlich im Zulässigkeit und der Ansprüche bezüglich >» Raumausmaßes einer Prüfung zu unter-Diese Arbeit ist nun abgeschlossen, so Ufe in nächster Zeit den Ausstellern die ent-brechenden Zulassungsscheine zugeserttgt werden tonnen. Am Samstag, den 1. Oktober findet auf Krund einer gegenseitigen Verständigung eine öesprechung des Architekten der österreichischen Tommission. Emil B r e ß I e r, mit dem Archiven für die deutsche Abtheilung, Karl Hoff» «iler in Prag statt, die den Zweck hat. Be-ulhungen über einzelne gemeinschaftliche Fragen jii pflegen. Am 22. September fand eine Sitzung t« Cillier SiaatSgymnasium unter dem Vorsitze d«» Herrn !i.'andcSschulinsp«ctor« Dr. Zindler deüinden : Karl Hummer, Anton I o 11 und Richard Zirngast. Herr Dr. Neckermann unser ver-rhner Bürgermeister und Ehrenbürger, hat sich m seiner Ngenschast als ordentliches Mitglied d» l. k. LandessanitätSratheS am Montag nach Graz begeben und ist gestern von dort zurück-zekehrl Die Urkunde für den neuen Ehren- bürger von Cilli, Herrn fais. Rath und Bürgermeister Dr. N« ck e r m a n n wird in einer kunstvollen Mappe ruhen, die nach dem Ent« würfe deS Herin Professors Theyer in Graz vom Hof-Juwelier P a ch i a f s o in Cilli h«r-gestellt worden ist. Auf rothem Plüsch hebt sich wirksam ein in oxydiert,m und vergoldetem Silber ausgeführter Schild ab, der den Rahmen fürs Siadtwappen von Cilli bildet: drei goldene Sterne im blauen Felde. An den unteren Theil des Oruamenis schließen sich symmetrisch zwei Füllhörner an. in denen Früchte liegen und aus denen je ein Lorbeerzweig (aus grünem Email) sprießt, den ganzen Schild umrankend. Oberhalb deS Schildes ist die Mauerkrone aus vergoldetem Silber angebracht. Vier leuchtende Armanttn-steine, die den Schild zieren, erhöhen noch den farbigen Eindruck. — An den vier Kanten der Mappe find Schmuckbeschläge au» mattem, glänzendem und vergoldetem Silber und farbigem Email angebracht. Sechs sogenannte Knöpfe zeigen die Buchstaben j. W. in Gold auf weißem Emailgrund. — Vier Arbeiter waren ab« wechselnd etwa einen Monat lang mit dieser Arbeit beschäftigt, die künstlerischen Wert beanspruchen und den Vergleich mit wellstädtischen Erzeugnissen dieser Art herausfordern darf. Auch der Entwurf des Herrn Prof. Tbeyer verdient volles Lob, weil durch das starke Hervortreten deS Wappen» von Cilli und der städtischen Mauer-kröne der Hauptgedanke richtig betont wird. — Die Buchbinderarbei« wurde in einer Wuner Anstalt hergestellt. — Nach erfolgler Überreichung. (die bei der Feier des 25jährigen Bestandes unserer Selbständigkeit stattfindet), soll die Mappe öffentlich ausgestellt werden. Es findet dann jeder Cillier Gelegenheit, diese Blüte unseres heimischen Kunstgewerbes zu bewundern. Künstlerbilder. In der Buchhandlung von Johann R a k u s ch sind seit Dienstag die Bildnisse der Künstler und Künstlerinnen aus-gestellt, die von Herrn Direktor Galotzy für die vereinigten Bühnen von Marburg und Cilli angeworben worden sind. Theater züge. Die Spielzeit unsere« StadttheaterS beginnt in den ersten Tagen des Oktobers. Bei vielen Kunstfreunden in T ü f f e r und S t e i n b r ü ck erwacht der Wunsch, unseren Theatervorstellungen beizuwohnen. Ließe sich dieser Wunsch erfüllen, hätte Herr Galotzy eine größere Einnahme und wir hätten daS Der« gnügen, unsere Freunde und Parteigenossen des Oefieren zu begrüßen. Die Leitung der Südbahn braucht nur den Abendzug eine Stunde später, als bisher verkehren zu lassen. Vielleicht ist sie so liebenswürdig.?! Auch ihr muß ja die stärkere Benützung dieses Abendzuges willkommen sein. Es soll uns herzlich freuen, wenn die An-regung auf fruchtbaren Boden fällt. Vom Dtadtparksest. Der vom Cillier Stadtverfchönerungsverein für das Stadtparkfest erwählte GesammtauSschuß hielt am SamStag Abend feine feierliche Schlußsitzung ab, bei der das glänzende Ergebnis des Festes gleichsam amtlich zur Kenntnis genommen wurde. Der Sitzung folgt« eine gesellige Zusammenkunft, die in der heitersten Weise verlief. Trauung. Gestern, am 28. Sept. fand in Windisch-Feistritz die Trauung des Herrn Victor Stibill mit Fräulein Mizi Wretzl statt. Ikohitsch Sauerbrunn. (Eigenbericht der Deutschen Wacht.) Gemeindewahlen. Dificile egt satiram non scribere. Es ist thatsächlich schwer, über unsere am 20. September erfolgten Wahlen zu schreiben, ohne dabei zu spotten u>rt zu lachen. Die armen Geschäfts-macher in den kirchlich geweihten Räumen vom heiligen Kreuz, wie haben sie sich mit ihren Bänkelsängern e tutti quanti seit mehr als einem halben Jahre die Füße wundgelaufen! Es war ihnen das Höchste, sich den Sieg zu sichern, einen Sieg, durch den die Deutfchen und deutschfreundlich Gesinnten gründlich ver-nichtet werden sollten. Ein Katzenjammer aber ist ihr Sieg; eS würben Früchte gezeitigt, bie viel bitteren Beigeschmack ausweisen, ba ihr« Thätigkeit weiter gieng, als es sonst ber Anstanb bei halbwegs cioilisierten Menschen gestattet. Wir wollen vom Abküssen der alten Weiber, beren Qualität unseren heißblütigen Rußlingen ganz gleichgiltig ist; wir wollen vom Hände-ringen, von Bannflüchen u. s. f. u. f. f. absehen und diese bedauerliche Wahlstimmenfischerei lediglich als der Würde eines jeden Manne», der auf gesellschaftliche Bildung auch nur im geringsten Ausmaße etwas hält, abträglich hin-stellen. Aber ist es nicht abscheulich, wenn man Wähler der Gegenpartei förmlich absängt, sie im Wagen davon führt? Spricht es nicht von vollkommener moralischer Verwöhntheit, wenn man Wähler der Gegenpartei förmlich absperrt, sie zu ihren Gesinnungsgenossen nicht kommen läßt, um so ungestört und mit dem Aufgebot aller priesterlicher Macht die guten zitternden pfarrherrlichen Unterthanen durch Ueberredung, gleißnerifche Versprechungen und Drohungen zum Mindesten von der Stimmenabgabe abzu-halten, wenn richt sür sich zu gewinnen? DaS war ein Fangen und Feilschen um die bäuer-lichen Stimmen, daß man sich abwenden mußte, um dieses erbärmliche und verwerfliche Spiel nicht zu sehen. Es wurde so arg getrieben, daß der politische Commissär, der mit 6, fa^e sechs Gendarmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung f ekommen war. einschreiten mußte, um den Ver-uch zu wagen, die gefangenen deutfchgefinntea Wähler aus ihrer Klausur zu befreien. Aber auch dieS nützte nichts. Unsere Gegner, unter denen sich nicht ein Mann befand, den man Halbweg» der Intelligenz beizählen könnte — Pardon! es waren drei christlichkatholische Seelenhirten dabei — geriethen außer Rand und Band; die Leute folgten nur den falbungs-vollen Worten ihres Oberpfarrers (nadiupuk) und feiner beiden tonsurierten Avjutamen, sie horchten auch nicht auf die freilich sehr mild ge-sprochenen Worte des Wächters der Wahlordnung. So erzwängen sie mit ihrem Trosse bie Mehr-heil im zweiten unb dritten Wahlkörper. Doch, wie sieht es mit dieser zusammengewürfelten Mehrheit aus? Da sie unter sich nicht 18 Männer mit nur halbwegs nöthiger Eignung für einen Gemeindeausschuß auftreiben konnten, mußten sie Leute auf ihr Schild erheben, die bereits unsere Partei bei ber vor 3 Jahren stattge« haltten Wahl selbst wählt«, bie allerbingS währenb ber ^unctionSbauer von den pfarr-herrlichen Rußlurgen durch wahrheitSentstellendes Vorgehen etwas in ihrer deutschfreundlichen Gesinnung wankend gemacht, dieser doch, bei Leibe, noch lange nicht entfremdet wurden. Ihr „Sieg* ist daher ein äußerst bescheidener und sür di« kolossale Anstrengung, die er be-ansprucht«, thatsächlich kein Erfolg. — Nun, wir werden sehen, wie sich biese Mehrheit weiter helfen wirb. Ihre Zusammensetzung ist eine ber-artige, baß man ihr ohneweiters einen brei-jahrigen Turnus überlassen kann, bamit sie sich bestimmt unb zwar grünblich als zur Leitung der Gemeindeangelegenheiten unfähig erweise. Die beutfchfreunblich gesinnte Parte», bie in ihr«r gegenwärtigen Minderheit geistig thurmhoch die Russenfreunde überragt, wird sehr gut thun, den russisch - römischen Helden hübsch aus die Finger zu sehen und ihre Intelligenz einzu-setzen, daß auch künftighin Ordnung in unseren Gemeindeangelenhetten herrsche. W i r haben keinen Grund, der uns bange machen würde, unsere „Besieg«" aber sind nicht in der gleichen günstigen Lage. Der zwanzigste September wird noch ganz ungeahnte Folgen haben, dann wird die Reue zu spät kommen! — Wenn man aus dieser Wahlschlacht einzelne Episoden an-sühren wollte, könnte man ganze Spalten voll-schreiben, um die Unverschämtheit unserer na-tionalen Gegner, mit benen wir uns. Gott sei es geklagt, herumschlagen müssen, klarzulegen. Wir lassen biese »nsruchtbare Arbeit, fassen jeboch mit einem Worte alles zusammen, was bas Gebahren ber clerical-slavischen Hetzer hervorruft, unb bieseS Wort ist: Eckel. Pettau Großes Aufsehen erregte bie am 25. September auf offener Straße vom hiesigen k. k. Genbarmerie-Wachtmeifter Josef Pozun vor. genommene Verhaftung eines fein gekleibeten Mannes, ber im Jahre 1886 in hiesiger Gegeilb bedeutende Gelddiebstähle verübt hatte und seit 1837 steckbrieflich verfolgt worden war. Der 4 Dieb war damals nach Amerika g.flüchtet und kehrte jetzt anläßlich der bevorstehenden Hochzeit seines hier wohnenden Bruders aus Besuch zurück. Der Verhaftete wurde dem hiesigen k. k. Bezirksgerichte eingeliefert. Der Name deS Ver-hafteten, der am Wege zum Bezirksgerichte einen Fluchtversuch machte, ist Martin L ö s ch n i g. Uebersiedlung von Notaren. Der Notar in Rohitsch, Dr. Adolf Mravlag, dem die nachgesuchte Versetzung nach Tüffer bewilligt wurde, wird sein neues Amt am 1. October antreten. Ebenso wird der Notar in Weiz, Herr Josef R u d l, am l. Ociober das Notariat in Murau übernehmen. Steindruck (Eigenbericht der Deutschen Wacht.) Am 23. September hielt der Verein Kegelbahn- und L e s e c l n b in Steinbrück im Gasthaus? zum Bahnhof feine Hauptversammlung ab. bei welcher der Obmann, Kerr Kropei den Vorsitz führte. Herr Kropei begrüßte die Anwesenden in herzlichen Worten und eröffnete die Haupwersammlung. Dem zum Vortrage gebrachten Thätigkeitsberichte entnehmen wir, daß im verflossenen Jahre folgende Unterhaltungen veranstaltet wurden : Fünf Vergnügungsabende veranstaltet von den Herren R i z z o l l i, Knina, Laa, Kaiser und Kropei; ein Concert veranstaltet von Herrn Rizzoli; ein Kränzchen veranstaltet von Herrn Gärtner und ein Costümkränzchen, welches letztere jeden-falls zu den schönsten Unterhaltungen gehörte, die in Steinbrück je gegeben wurden. Nachdem kurz vor Abhaltung der Haupwersammlung der frühere Säckelwart Herr Kaiser von Steinbrück verfetzt wurde, so berichtete über den Cassestand Herr Kropei. E« beliefen sich die Einnahmen auf 319 Gulden 44 Kreuzer, die Ausgaben auf 252 Gulden 41 Kreuzer. Somit beträgt der Cassestand 67 Gulden 3 Kreuzer. Es wurden noch die Zeitungen licitier» und nachher fund die Neuwahl des Ausschusses mit nachfolgendem Ergebnis statt: Herr Heinrich Gärtner, als Obmann, Herr Blasius Kropei, als Obmann-Stellvertreter, Herr Johann L a a, als Säckel-wart, Herr EliaS Wurmsberge r. als Schriftführer, die Herren Felix Schindler und Anton W i t t e f ch n i k, als Ersatzmänner. Für die heurige Herbst- und Fafchingszest wurde für jeden zweiten Donnerstag ein Gesellschafis-abend festgestellt und zwar von Mitte October angefangen, außerdem ein Kränzchen und ein Concert in Aussicht genommen, vorüber jedoch der Ausschuß Näheres bestimmen wird. Schließlich wurde dem Herrn Kropei für seine Verdienste um den Verein durch Herrn Emil Rizzolli warmer Dank ausgesprochen. Der Ver-ein zählt gegenwärtig 22 Mitglieder und ist stramm deutsch. L. In Obersteiermark haben der Kaiser F r a n z I o s e f. der König von Sachsen, der Großherzog von T o s c a n a und Prinz Leopold von Bayern diesertage 'Hoch» w i l d j a g d e n abgehalten. Wom AadsaHren Wien-Hriest. Anläßlich deS RadwettfahrenS Wien-Graz» Trieft war der Gasthof zum Engel in Cilli zur Controlstation bestimmt worden. Das Amt der Controlore übten die Herren K m e l n i g e r aus Graz und R a n k l aus Cilli. Schon am Abende fanden sich sehr viele Freunde des Radfahr-sports ein und die Menge vermehrte sich bis 2 Uhr nachts derart, daß kein Platz mehr zu be-kommen war. Vor dem Gasthofe war ebenfalls alles dicht besetzt. Um 3 Uhr 29 Minuten kam der erste Radfahrer Herr Josef S o b o t k a unter Begleitung zweier Cillier Radfahrer in der Controlstation an. Derselbe sprang mit 8roßer Leichtigkeit vom Rad, übergab sein ^ontrolbuch, nahm einen kleinen Imbiß, trank '/« Liter alten Weines und setzte nach einem Aufenthalt von genau 3 Minuten (um 3 Uhr 32 Minuten) die Fahrt fort. Herr Sobotka zeigte nicht die geringste Spur von Aufregung oder Ermüdung, beantwortete die an ihn ge-stellten Fragen der Neugierigen und war sehr guter Laune. Er wurde bei der Ankunft wie bei der Abfahrt mit einem All Heil begrüßt. Um 4 Uhr 9 Minuten kamen die Herren Bach- ».Deutsch» Macht" mann, Fischer und Wokurka und um 4 Uhr 13 Minuten Herr Tritt kau« an. Dieselben ließen sich das Dargereichte sehr gut schmecken: Herr Fischer äußerte sich aus eine an ihn gestellte Frage, daß sie Herrn Sobotka noch ganz gut einholen werden. Stach einem Aufeut« halte von 20 Minuten setzten die zuerst ange-kommenen drei Herren und dann Herr TrinkauS die Fahrt fort. Als sechster traf Herr Josef L u g e r t um 5 Uhr 5 Minuten ein, als siebenter Herr Heinrich Freiherr von E f e b e ck um 5 Uhr 20 Minuten, als achter Herr Josef Blumauer um 5 Uhr 29 Minuten, als neunter Herr Moritz Ehrenfeld um 7 Uhr 35 Minuten, als zehnter Herr Karl S ch u g um 9 Uhr 3 Minuten, als elfter Herr Dedo Winkler um 9 Uhr 59 Minuten und als zwölfter und letzter Herr Arthur T h o m um 10 Uhr 13 Minuten. Herr Karl Schug ist, durch eine Verstauchung des Fußes an der Weiterfahrt behindert, in Cilli verblieben und mit dem nächsten Zuge nach Haufe gefahren. Hiebei kann nicht unerwähnt bleiben, daß Herr Zorzini als Besitzer deS Gasthofes zum Engel sür ausgezeichnete Küche und Getränke sowie für gute Bedienung vorgesorgt hatte. * Herr Max Kleinoschep, der sich zum Empfanq der Rennfahrer nach Trieft begeben hatte, schrieb folgende Mittheilungen für das Grazer Tagblatt nieder: Trieft. Ziel! Es ist nicht leicht möglich, daS Ziel eines Rennens unscheinbarer auszustatten. Wir sind gewohnt, bei 50 oder 100 Kilometer-Rennen schon festlich geschmückte Ziele zu sehen — hier — bei einem 500 Kilometer-Rennen, beim ersten derartigen und größten Rennen Oesterreichs nichts, gar nichlS als eine rothe Fahne, die das Ziel be-deutet, die Funktionäre und 10 bts 20 Per-sonen aus der nächsten Borstadinachbarschaft. Die Zielfunctionäre sind verstärkt durch die auS Wien und Graz gekommenen Start- und Central-functionäre. Die Sonne brennt hier auf die Umgebung deS 2*6 Kilometer-Steines in schauderhafter Weise, eine miserable Osteria versucht, ihr Bestes zu leisten Die Telegramme und telephonischen Mittheilungen müssen von Triest per Rad heraufbefördert werden, sie kommen immerhin schneller als durch Boten. Trieft entwickelt auch nicht daS geringste sportliche Interesse, die Blätter besprechen das Rennen in kurzen Artikeln, ohne eben zu wissen, waS eS heißt, mit eigener Kraft 500 Kilometer zurückzulegen. Soeben wird Fischer als Erster in AdelSberg avisiert. Inzwischen sammeln sich einige Neugierige an. Leute derNachbarschaft bringen sogar einige Fahnen, die an den Bäumen in aller Eile befestigt werden. Auf diesen hat übrigens längst die liebe Straßenjugend platzgenommen und begrüßt jede Staubwolke, die aus der in Serpentinen herabziehenden Opcinastraße sichtbar wird, mit frenetischem Ge-heul. Endlich ertönt ein Schuß und in schärfstem Tempo kommt ein — — Preßburger Radfahrer dahergefaust, der eben nur eine Reife zu Rad nach dem Süden macht. Es war also nichts oder richtiger ein falscher Alarm. Inzwischen siedelt sich am Ziele ein ambulanter GefrorneS-Mann an. der prächtige Geschäfte macht, denn die Sonne brennt un-barmherzig herab. Endlich ist es auch gelungen, in aller Eile sieben Mann einer sehr, sehr vorstädtischen Musikkapelle auszutreiben, die nach längerem Handeln endlich auch ihre Instrumente bringt und den Versuch macht, den beliebten Bnona Fortuna-Marich loszulassen. Gleich darauf wird eS 2 Uhr Nachmittag. Abermals ein Schuß, jetzt ist's Ernst. Zwei große Staubwolken wirbeln dicht hintereinander auf und — Sobotka von der Wiener Wanderlust, mit Tusch und All-Heils-Evivas begrüßt, fliegt 2 Uhr 0 Minuten 45 Secunden durchS Ziel, somit den Record Wien-Tnest 500 Kilometer mit 28 Stunden und 45 Secunden schassend. Ihm dicht an der Ferse um 30*/. Secunden später als Zweiter folgt Wokurka vom Wiener Touren-Bicycle-Club. Beide ganz frisch und munter, nur ettt-fetzlich mit dem Staub bedeckt, der fußtief auf der miserablen Opcinastraße liegt. Sie werden 1892 sofort ins Hotel spediert, wo sie nun ruhen. Kaum von der ersten Aufregung beruhigt — wird wieder Achtung gerufen, und der dritte Renner wird sichtbar. 2 Uhr 25 Minuten 10*/» Secunden geht Fischer von der Münchner > „Germania" überS Ziel. Er ist ganz wohlauf und geht sofort ins Meer, ein kräftigendes Bad zu nehmen. Fischer, der in Adelsberg an der Spitze war, hatte leider das Malheur, 24 Kilo-meter vor dem Ziele das Rad zu brechen, die dortigen Posten waren so indolent und ver-weigerten ihm ihre Maschine; erst nachden, er einige Minuten fern zerbrochenes Rad geschoben hatte, und dabei mehr als zwanzig Minuten ein-gebüßt hatte, fand er ein Mitglied des Veloce-Club Triestino. da» ihm sein Rad — leider ein Coushion — anvertraute. ES war zu spät, et konnte die Ersten nicht mehr einholen und landete als guter Dritter. Dann folgte der Vierte, TrinkauS, vo« den „Wiener Wanderern", der Fünste, Lugert, von den Wiener 1883er Cyclisten und Sechste, Bachmann. vom Münchener Radfahrer-Ver-ein Dies die Preisträger, die alle innerhalb 29 Stunden die große Reise, reich an Hinder-Nissen. Bergen, schlechten Straßen, von Wien nach Trieft fast ohne Rasten machten. Soeben. 5 Uhr 30 Minuten, trifft Blumauer (Pischelsdors) ein, er erhebt Protest gegen Wokurka. der bekanntlich ohne Nummer mit kurzer Verspätung zum Start kam. • « Am nächsten Tage fand bei einem Fest-mahle die feierliche Vertheilung der Preise statt. Die Sieger und Herr Kleinoscheg als Vera«» stalter wurden lebhast gefeiert. Sereinsnachrichten. Der Postmeisterverein für Steiermark und Körnten Hai seine ordentliche Hauptver-sammlung am 20. September in Feldkirchen abgehalten und als nächsten Versammlungsort . Cilli gewählt. Laibach. Der Ausflug des Laibacher Deutschen Turnvereines nach T a r v i S am 13. September hat in jeder Hinsicht eine» \ die einzelnen Theilnehmer befriedigenden, de» Verein ehrenden Verlauf genommen. Der Früh« > zug brachte die erste Hälfte der Festtyeilnehmer — . ungefähr 30 Vereinsmitglieder — nach Tarois, ' wo dieselben unter klingendem Spiele den Zug verlteßett und von einer Abordnung des Tarvifer TurvereineS — an deren Spitze der Sprechwan Herr Puffitsch — auf das herzlichst« begrüßt wurden. Ueber Vorantritt der Tarotser Musik« kavelle vollzog sich der Einmarsch nach Unter-Tarvis ; unterwegs »ahm noch der Bürgermeister und Landtogsabgeordnete von Tarois, Herr Schnablegger, Gelegenheit, den Laibacher Deutschen Turnverein zu begrüßen. Im Gasthofe Teppiu in Unter-TarviS wurde ein Gadelfrüh» stück eingenommen und die Mitglieder de« Laibacher Deutschen Turnvereines auch von Seite des Tarviser MänuergefangvereineS freundlichst bewillkomm!; Herr AloiS Dzimsky dankte dem Tarviser Turnverein« und dem Äefang-vereine sür die freundliche Aufnahme, die die Laibacher deutschen Turner in Tarvis gefunden haben. Um halb 12 Uhr begaben sich die Fest« theilnehmer in die herrlich gelegene Schlitzo-schlucht. die Eängerrunde trug daselbst einen Chor vor und — wohl nur um die Großartigkeit des Eindruckes auf die Besucher zu erhöhen — öffnete Jupiter PluviuS die Schleusen deS Himmel» unter Blitz und Donnerschlägen — die von den Felswänden widerhallten. Etwas durch» näßt, darum jedoch nicht weniger befriedigt, langte die Turnerschaar in Unt«r°TarviS an, von wo die Fahrt nach Ober-TarviS zum Gast-Hof Gelbfuß mittelst Wagen erfolgte. Um drei Uhr nachmittags langte die zweite Hälfte der Laibacher Deutschen Turner in Tarvis an, und sie wurde gleichfalls unter BinsittlSngen von einer Abordnung des Tarviser Turnvereines auf das herzlichste begrüßt und nach Ober-TarviS geleitet. Um halb S Uhr nachmittags fuhren sämmtliche Laibacher Gäste, begleitet von vielen Tarviser Freunden — im ganzen mehr als 70 Personen — nach Pontaf«l, von wo auS 1892 d«r Einmarsch in den italienischen Grenzon Pontebba mit klingendem Spiele erfolgte. Vor dein italienischen Bahnhose in Pontebba lagerte sich die ganze Gesellschaft; tei perlendem Chianti, der den Gästen geboten wurde, ertönte fl ir manche» frohe Lied und brachte Herr AloiS T z i m S k y unter stürmischem Beifalle ein drei» saches Gut Heil und Evviva auf den hohen Verbündeten unseres erhabenen Monarchen, König H u m b e r t von Italien, auS. Begleitet von einer nach Hundert zählenden Menge aus dem Kreise der italienischen Bevölkerung gieug t% durch die italienische Ortschast Pontebba. m deren engen Gassen die Klänge der Musik, nächtig widerhallten, auf den Bahnhos in Hontafel zurück, von wo die Rückfahrt nach Ober-Tarvis angetreten wurde. Die Räume d«S GasthofS Schnablegger waren am Abende bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Die Vortrage der Sängerrunde fanden imfang kam in Graz). — Wilhelm Cremer- Kein Fremd-wort für das, wnSdeutfchgutau«» gedrückt werden kannl Der gegenwärtige Stand de« Kampfes für die Reinheit der deutschen Sprache. (Hannover-Linden. Verlag von Manz und Lange.) — Kleine Lehrer-Bihliothek, Heft 10 Moralische Gebrechen d«r Jugend, Ursache und H«ilung derselben, von Johann Drescher Ober« lehrer in Graz. Vierte uingearheitet« und erweitert« Auflage Znaim, 1892, (Fournier und Haberl«r.j Im Billichgrazer Gebirge, Berg und Thalwanderungen von Johann Sima. Mit einer Uebersichtskarte von Laibach mit markierten Wegen. Laibach 1892. Verlag der Seetion Krain des deutschen und österreichischen AlpenvereineS. (In Commission bei Jg. von Kleinmayr und Ferd. Bamberg. — Die Sprache in ihren Beziehungen zu den Sprachwerkzeugen. Von Dr. Adolf V o g l, (Graz, Commissionsverlag Levkam*). Durchge fallen« Engel könnte die jüngst« Reuheit des deutsch«« VotkStheatcr» in Wien heißen. D«r Versasser, der sich Nordmann und fein Werk G«fall«ne Engel nennt, erklärt, daß er nicht Marquis Baequehem sei. Man hatte nemlich den HandelSministev im Verdacht, daS Werk geschrieben zu haben obgleich die Personen de« Schauspiel» nur w«nig und schltcht handeln. SiUanttNche tytt onattetatrn Büchn Ant tu t«i>che» iit drr Äunft- unt TlufitalKR • r r 11• Riirli in tttni. * Die Schristleitung behält sich die Besprechung dieser Werke vor. Gingesendet. Für Mütter. Die von dem hochwürdigen Herrn Pfirrer Seb. Kneipp in WöriShofen aufge-stellte Behauvtung. daß d«r reine Behnenk-ffee durch seine nervenerregenden Eigenschaften die Ge-sundheit der Menschen, namentlich der Frauen und Kinder schädige, und für nervöse Leute, Bleich-stchtige, Blutarme geradezu ©ist sei, wird wohl von allen ärMchen Autoritäten bestätigt, und et empfiehlt sich daher. Mal»kaffee al» Zusatz zu verwenden, um dadurch die schädlichen Eigenschaften de« Bohnenkaffee« aufzuheben. Der von der Firma Kathreiner unter dem Namen Kathreiner'« Malz-kaffee in den Handel gebrachte Malzkaffe nimmt unter allen ähnlichen Fabrikaten entschiede« den ersten Rang ein und liefert ein vorzügliche« Getränk von aromatischem, kaffeeähnlichem Geschmacke, da« sowohl auf den Tisch der Reichen al« der Armen gehört. Herr Pfarrer Kneipp hat eine Kundmachung erlassen, worin er diesen Kaffeezusatz wärmsten« empfiehlt und auch hervrnhebt, dah er dieser Firma da« Recht eingeräumt hat. sür ihren Kaffee seinen Namen führen zu dürfen, weil er sich überzeugt habe, daß derselbe seinen Anforderungen in jeder Beziehung entspreche. Ein so vorzügliche« Genuß-und Nahrung«mittel sollte in keinem Haushalte mehr fehlen. 73.000 Gulden ist der Haupttreffer der Großen 50 Kreuzer Lotterie. Wir machen unsere geehrten Leser daraus aufmerksam, daß die Ziehung bereits am 15. October stattfindet. Hilenkaknverkehr. Abfahrt der Züge von Cilli in der Richtung nach Wien: l'38 nacht« (S.-Z.):1*51 nachm. (Sch.-A.): 5-24 nchm. (P.-Z.)3.1 ttnacht«; (P.-A): 6-2öfrüh(Sec.-Z.); 8-49 vorm. (S.-Z.); Trieft: 4 22 nacht« (S.-A.); 3.24 nachm. (S.-Z): 1-5 l nacht« tP.-Z.)! 10.20 vorm. (P.; Z); 5-40 abend« (S.-Z.) 6-30 früh.S.-Z. Woll an : Ü*55 früh 3*50 nachm. Ankunft der Züge in Cilli in der Richtung von : Trieft: Wien Wöllan 1-36 nacht« (S.-Z.1; I'49 nachm. (S.»Z.), 5-19 nachm. (P.-Z.); 3-05 nacht« (P.«Z.)i 9.04abend«(Sec.-Z.); 8'41 vorm. sG.-Z.); 4 21 nacht« (S.-Z.); 3 2L nachm. (S.-Z.); 1-44 nacht« (P.-Z.); 10-15 vorm. (P.-Z.): 5.32 abend« (E.-Z.) 9*2.r> abend« (Sec.-Z.) 8 24 früh; 5'09 nachmittag«. Kourse der Meuer Mörle vom 28. September 1892. Silberrente . . Notenrente . . Goldrente . . . 5 % igc Märzrente Bankactien . . Creditaclien . . London, vista 20 Frankenstücke. Münzducaten . . 100 Reichsmark . 96.70 96.35 115.60 100.30 9.90 313.75 119-65 9-51 5-68 58-70 «Kifueiwn ,»» WIIIIUIUIIU|V ijdtMirifttn find »»Ich »k «,chl,»li«lang Jod,»» 9tatisch In liiUi i» Schwane, weiße und farbige Sriden-vamake von Ü. 1"40 M w®,,tr (ea. 38 Qual. u. 00 mm. s Buchdruckerei 1.1. Hiiltiiscli, Cilli Ä # V • ►5 1 » j w empfiehlt: Speise-Karten pr. 100 Stk. 1.60 Meldezettel pr. Buch 100 , —.40 Fremdenbücher je nach Stärke von 1 fl. aufwärts. Schankbücher in Leinwand gebunden pr. Stk. 1.50 sowie alle anderen Drucksorten für Häteliere, Gastwirte etc. prompt und 1011110:. flsa W V kA V V v v w ß w v # V ES M M « V ßS Die Katzen-Schule Farbe nferniftKlk Fornat 4S/58 Sm. frei« 70 kr. vorräihig in ber Pii|>i«rhmi4ll un|( Joh. Hitkuttoh, Restaurant V»lleiit«cli»c Freltnzf 818—3 Sulzöacher Joretlen. Iiu Ausscbanke Original Gonobitzer 1890er und Sicilianer Weine. Wer guten Kaffee zubereiten will, kaufe den echten Hlz.Kaffee. SlzMee Ös* enthält keine Birnen, keine keinen Tvrnp. Zu haben in allen Specerei Geschäften. 002—25 Sieg des Fortschrittes in der Wirtschaft. Unentbehrlich in jedem Haushalt ist Edelweiß Silberwüschegwnz hinreichend fOr 60 Oberhemden nur 20 kr. bei Atois Wassand in Kissi, und Hauptplatz. 847—5 3 kr. kostet's ein Hüli ii eräuge ohn« zu schneiden und zu ätzen, schmerzlos radical zu entfernen durch di« T h i 1 o p h a c-P 1 a t te n des vom höh. Minhit bes. Hühneraugen - Operateur? ^.Icxar-der Fn\-.nA. in Oldenburg. Dieselben werden verkauft in Cöuverts zu 12 Stück für Zö kr. in der Apotheke de« Herrn J. Kiipfer-schmid in Cilli. 71'J—10 > * Grosser, schöner Weinkeller auch als Magazin verwendbar, ist sog leieb zu vermiethen Brunngasse 9, bet Frau ZAXGGEB. äö4—3 Theodor Gunkel, Uiirx, Bad TölTer, Winter, Cnrorte, Sommer. 885- 61 Ein nett möbliertes Zimmer ist zu vergeben. Theatergas«« Nr. st. 7.11—6 Aepfelmost heuriger sowie vorjähriger a Liter 6 kr. versendet gegenAngabe (Beat Kachnahme) ROSENKRAKZ, Auga**e, Oraz 931—3 Geschäfts Verkau f. 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Alle Zolltarife, so geordnet, dass jeder Artikel abzulesen ilt, Güter» Tarife nach allen Hauptpunkten der Erde. Das Adressbuch gibt Ausschluss über alle nur denkbaren Handelsfragen, auch handelspolitische, in allen Landern der Welt. Im 11. Bande sind tlber lO.lR'O österr. ungarische Fabrikanten-Exportfirmen aulgeführt. Im Anhange rennt das Buch Tausende von Schwindeltirmen der ganzen Welt. Die „New-Yorker Haodel-zeitung" sagt in No. 2173 Polgen les : „Das Bach leistet geradezu Aussergewsihnliehes und ist für jeden amerikanischen Importeur und Exporteur einfach unentbehrlich." L'nd so urtheilen über 84'0 der grössten Blätter iu allen Welttheileo. — Bestellungen siu-l zu richten an Jie Direction des Export-Hand-Adressbuches 842—3 von Oesterreich I ng»m, t u n i; cnvurii. Freiwillige siutatüm von Möbeln aller -Art in sehr gutem Zustande, findet Tamstag den t Oktober lHf)2 vormittags von 0—13 Uhr und nachmittags von 2-6 Uhr im MagiftratSgebäude in Cilli statt. .Raufluftige werde» zum Erscheinen eingeladen. 848—2 ..Deutsche Wacht' $ KÄTHREINERS Kneipp-Malz-Kaffee Nur eckt mit toser Scbntznarke. Vor Hack- Unübertroffener Kaffeezusatz. 8ö0—13 Ueberall zu haben. IGläfllt. < Bau-Ausschreibung. Nachbenannte Arbeiten für den Neubau einer Landwehr-Kaserne in Cilli sollen im Osfert-Wege vergeben werden: Erd- nnd Maurerarbeiten . . . Badium fl. 263') Arbeiten in Cement und B6ton . . „ „ 520 Zimmermannsarbeiten..........„ „790 Dachdeckerarbeiten............„ „ 135 Steinmetzarbeiten............„ n 25 Spenglerarbeiten............„ „ 50 Tischlerarbeiten ............H H 230 Schlosserarbeiten............„ „ 220 Glaserarbeiten..............n n 40 Anstreicherarbeiten............n n 40 Schmiedarbeiten............„ „ 100 Hasnerarbeiten..............„ „ 25 Alle jenen Herren Bau-, Maurer- und Zimmermeister und sonstigen Gewerbeinhaber, welche auf die Uebernahme einer oder mehrerer der vorbenannten Arbeiten «flectieren, werden eingeladen, ihre eigenhändig geschriebenen und mit vollem Namen unterfertigten, mit einem 50 kr. Stempel und der Aufschrift: ,.A«tU der ^andweljr-Ktllerne in versehene Offerte bis zum 22. Oktober 1892 12 Uhr mittags versiegelt hieramtö zu überreichen nnd ist diesen Offerten auch das entfallende Badium oder der Nachweis über den Erlag desselben bei der städtischen Casse beizuschließen. Später oder telegrafisch einlangende Offerte werden nicht berücksichtigt. Borbeuanute Arbeiten werden nur an Uuternehmer vergeben, welche der betreffenden Branche eigeuberechtigt angehören. Die Vadieu sind in Baarem oder in österr. Staatspapieren nach dem Tagescnrfe oder in Spurcaffebücheln der Svarcasse der Stadtgemeinde Cilli zu erlegen. Ueber die Annahme der eingelangten Offerte entscheidet der Gemeinderath der Stadt Cilli, ohne hiebei an die Höhe des Anbotes gebunden zu sein. Es steht demselben auch das Recht zu, sämmtliche Offerte zurückzuweisen, eine neuerliche Bau-Ausschreibung anzuordnen oder die Bauardeiten nach freiem Ermessen zu vergeben. Die auf deil Bau Bezug habenden Pläne, BorauSmaße, Kostenanschläge, allgemeinen und besonderen Bedingnisse können täglich von 8—12 Uhr vormittags im Studtbanamte eingesehen werden, woselbst auch die Kostenanschläge, Bauvorschristen, Bedinguisse und Offertsormularien sammt den zugehörigen Beilagen gegen Erlag der entfallenden Gebühr (10 kr. per Bogen) bezogen werden können. (killi, am 20. September 1892. Der kaiserl. Rath und Bürgermeister: m~2 Dr. Neckermnnn. Grosse äO Kreuzer-Lotterie. schon 15. October.l 2^aA3.;pttre£fer 7S.OOO 709—15 Cjt II 1 (1 e 11. Lose a 50 kr. empfiehlt: „Mercur", Wechselstuben-Aelien-Gesellschaft SB* Letzter -Wv VW, L WMb 10. Hlouat! «m Ämniöus,. 7 £ »ehr (jat erhalten, aoch für Eilpost wagen verwendbar — Innenraom für 6 Personen — Ist billigst tu verkanten in der WerksrestauratioH zu Trifail. • • • II «I p.. k. k. Gendarmerie-Wachtmeister derzeit in 8t. M... n bei W........ 0.. t, wird aufgefordert, «einer Verpflichtung in der Wertatairation 20 Trifail nachzukommen. » 855 Wohnung in der Villa Lanhof, Ecke der Gisela-und Lanhufirstraaae, im I. Stocke links, 3 Zimmer, Köche nnd '/ ugehOr vom l. November u iu vermiethen. 857—3 Der 802—2 Zeichnen- & Mal-Cors für Mädchen beginnt am 1. nnd 3. October. Aujf. Flanlier. Ich mache die ergebenste Anzeige, das* bei mir die besten N n t u i-weine ah: Jernsalemer 48 kr.. Gonobitzer roth 86 kr., üraula-berger 24 kr., sowie Heilung*-hauser Märzenbier 16 kr. per Liter im Ausschanke sind, — Es ist auch für gute Kslche bestens gesorgt , Achtungsvoll 856—s Johanna Spann. Josef Kiedl's k. k. conc. B'jrcan für Realitäten-Verkehr, Hypothekar- nnd Cora-mi&sions-Geachttfte, Ciroz, Mehlplatz IVr. -t, verschafft schnell und billigst Darleihen zu 4'/, u. 6\\ jedoch nur geg. Intabn-latioB u. genügende Sicherheit auf Stadthäuser und Landi ealitiiten, Capitalien, welche Gelder auf solche Objecte vollkommen »icher anzulegen wünschen, erhalten ohne irgend welche Spesen »ehr gut» Posten zugewiesen. Hat Stadthäuser und Landrealitüten jeder Art nnd Grösse in grösster Angwahl zum Verkaufe in Vormerkung und werden zu diesem Behufe angenommen. An« fragen von auswärts ist eine o kr.-Marke beizulegen. «64— 2 3 Wohnungen können bei Ferdinand Rakef in Unter- kotting sofort bezogen werden. — Jede dieser Wohnungen besteht aus Zimmer nnd Küche sammt ZugebGr nnd 3m Gasthnf „i. wild. Mann" ist eine 866—L bestehend ans 3 Zimmern, Köche, Keller etc. üiu monatlich fl, 10 sogleich zu vor- miethen. DfUrk" tin.l V«»rl*ff flor Firm« .Inhnnn RuLiiuAh in Pilli U... __sI.VL.__Ci.l__üal _»A