LMacher ^W^^^ Zclwnst. Dienstag den 15. Horn 1791. Inländische Nachrichten. IVlen, den 7. Horn. Am abgewi« Se. K. K. Maj. in Gesellschaft II. Si-zil. MM. und II. KK. HH. im Pratter mit der Jagd belustiget. Hierauf nahmenII. MM. undKK.HH^ lnAugarten dasMittag-mahl ein. Abends begaben sich Se. K.K. 3^. und KK- HH. nach dem Schauspielhause in der Leopoldstadt, Se. Si>il. Maj. aber mit I. M. der Kaiserin in das Nazional-Hoftheater. Am l Z. war beyHoftAppartement u.VaU. Nach geendeten Ho^feste fanden sich die allerhöchsten Herr.chaften in der Redoute «in, welche diesen Abend sehr zahlreich War. Se. k. f. Maj. haben den Hrn. Achatz Von Pettenegg, Obersten und Komman< danten des KaraicMschen Regiments in Rücksicht auf seine durch 36 Jahre treugeleistete Dienste zumGeneralmajor ernannt. Seine Erz. der Hr. Graf v. Kheven« yllUc» Hai np^ll vi. ^v...b',»»<'.sch«l«st«'Ue ^aN . Nieder- Qcsierr. Übernomen. — Se. Maji der Kaiser haben bey Clairfait Infanterie den 2ten Major Carbantier zum i. Major, den Grenadier Hauptmcmn Ripm-court zum 2ten Major, bey Ve Ligne Infanterie den 2ten Major Mvntiqni zum nen Major, den Hauptmann Purner zum^, 2ten Major, und bey Anton Eßterha>Y' den Hauptmann Buresch :um 2. Major ernannt. — Der Hofknegs - Sekretär Hitler ist in den Ruhestand versetzt, und Mt dessen der Feld - Krieqs Sekretär Sumaj. als Hof < und Kriegs Sekretär in Man^ land angestellet worden — Die neum Präsidenten , welche noch nicht geheime Rachs-' würde begleitet haben , sind von Sr. Maj. als solche ernannt worben. , ,. Bw der Einrichtung der neucn Hö^ kanzley für die Illynsche Nazwn wird die Arbeit thätig fortgesetzt, lmb es heißt, baß besagte Nation den würdige» Staats? rath, Herrn von Izdenzy, zum Präsi-, denten derselben sich erbeten habe.—Die böh-! mische Krönung ist auf den 6. September, ^ die Huldigung ans den l. und die Belüh-i nung von Ollmütz ans den 3. September ' ^ b. I. festgesetzet worden. — Ver^anzene» Monrag hat der Neapolitanische Gesandte einen sehr glänzenden Hall gegeben — Der Staatsminister Grafv. Hatzfeld, welcher sich seit einiger Zeit krank befand , beginnt sich etwas besser zu bchnden , und hat das Bette verlassen^ — Der Agent Mayechofer zu Lin; ist wegen unterschlagener Pupillen und anderer Partheyen . Gelder zum ewigen Gefängniß vcrurcheilt worden. — Die Lütticher Depurirten, Graf Verlai-mont, Naau, Corroy, und Hannegard, sind am 17. v. M. allhler angekommen, um Sr. Maj. die gänzliche Unlertverlung ihrer Nazion, dem Urtheile des Rttchs-lanlnlcr^erichts zufolge, anzuzeigen, und das Sclu^sal lx'^.il's.. ^"»»^ l:i Leopvwv Handen niederzulegen. — Die Frarschler-Leute sind die vorige Woche beo der Rr-gieruug Kommissionaliter vernommen , und jene, welche mau zur Erhalmng einer Pol-lete geeignet gefunden, in eine Konsigna-zion zusamengefttzr worden, dl? dem Stadtmagistrat zu dem Ende zugeschickt wurde, um nur denen in selber eingebrachten diePol-leten erfolgen zu lassen; die Pfarrer und Grundrichter werden für die Atcestaten, hie sie solchen Leuten in Rücksicht ihrer Dürftig - und Gebrechlichkeit ertheilen , gut zu stehen haben. > Eine komische und zugleich tragische Geschich e hac^ sich unlängst hier ereignet: Ein Herr von Mrakter gab eine, muslka-lische Akkademie/ unt) lud hierzu mehrere Leute Von Ansehen und Karakter eiu; aber als er eben bey einem Kavalier absteigm wollte um denselben emzuladsn, hatte er das Unglück den Arm zu brechen, weil abcr dle ganze Musik schon bestellet, und die Gaste geladen waren, so wollte er .Niemanden absagen , sondern licß dkffen ungeachtet die Musik beginnen, unh sich in "dcm Mi Zimni'er doßneden,'da >r nichr selbst beywolMu konnte , den Atm einrichten ; wie also die Musik ansing, und die Frau eines großen Virtuosen eine Ane gesungen hatte, bekam diese bie Geburts-Wchen , und wurde entbun« den; dieftt unerwartete Zufall versetzte die ganze Gesellschaft in ein n«ms Schrecken, so , daß alles in Verwirrung gerieth und diese unglückliche Musik auf solche Art ihr Epd erreichte. ' In der hiesigen Hosstallburg werden die Quamere geräumt. Man sagt, daß dieses in der Absicht geschehe, um die K. K. Bildergallene in Belvcdere, nebst dem dazu gehörigen Personale, wieder dahin zu verlegm, uno oaourcy, nacp oeni Beyspiele d HH. begleitet von mehreren Magnaten nach dem eine Stunde von hier entlegenen Sr. Erzellenz dcm Hrn. Iudex Curiä gehörigen Markte und Schlosse Karlburg , allwo d«e hohen Herrschaften das AlmMick einzunehmen geruhettt!. Nachdem Hochdieselben von da,;l!rüä'gclommen waren, verjügte sich Se. Ma) sammt den Erzherzogen Franz und Ferdinand und der Erzherzogin KK. HH. um ,i Uhr in die Neichstagssitzung. Die beoden Erzherzogen Wohnten der Sitzung in dem Saale selbst bey, und nahmen ihre Sitze neben Ihrem tönigl. Herrn Bruder dem Erchrrzoge Palatin ein; Für Sc. Maj. den König v. ^i Vor der Reichstagssitzung wurde von 7 bis tl Uhr Cirkularsi'tzling in demKo« niitatshaus« gehalten. ^- Heute ist wieder «liglMlllit3ieich5tagssitzlwg. — Se. K.^. A. Majesi. haben den Hrn. Mathias von Marlovich der freyen Künste und der Rechten Doktor und ösientlichen Lehrer des geistlichen Rechtes an der Universität zu Pest, ferners den Herrn Johann v. Vobits ge-schwornen Landesadvokaten zu Pest in den "ngar. Adelstand allergnädigst zu erheben geruhet. °— Die bisher immer fort ^gehaltene sehr gelinde Witterung hat sich seit vorgestern jahling verändert, und in ein der heftigsten Wmter mit brausenden Nordwinden und Schliögesiöber vermengtes Wet« ttr verwandelt. Ungeachtet dieses sehr kalten Wetters ist doch die Pasjage ubrr die Donau noch nicht gehemmt, und dte Schiffbrücke stehet noch im vorigen Stande-. — Ein Schreiben aus Pest vom 1. d. meldet folgendes: „Den 29. vor. M. zwischen 7 u. 8 Uhr Abends erschreckte die Inwohner unsrcr Stadt schon wieder em Feucrlälm. I^dtr Ketsklweter Gasse ohn-weit hcr Panliliertirche war ein Haus schon ganz in. Flammen, als die zum Löschen herzueilendcn Menschen daselbst sich einsan-den; nur den guten Anstalten unseres Hrn. Stadthanpttnanns Ion Wittmesser, und der gcsammten Bürgerschaft, welche sich bey solchen Gelegenheiten immer auszeichnet, haben wir es ?u verdanken', daß sonst keines als das benatilite Haus ein Raub der Flammen wurde. Rrüsscl, den 28. Iäner. Den ly^ d. ist der k. k. Gencralfeld^eugmeisier Gr. v. Clairfait, welcher in dem ätzten Feld-zuge gegen die Türken sich einen unsterblichen Nuhm erworben hat, hier eingetroffen, und gestern bey des bevollmächtigten Ministers Grafen v. Mercy» Arqentcau Exzellenz m Mittage bewirthet worden. Die Rede ist allgemein, daß gesagtem Helden das Generalkommando der Truppen in denSster-reichischcn Niederlanden zugedacht sen. Herve, den 20. Korn. Die Equipage und Hanbpferde der Durchl.' General - Gouverneure der Otsierreichisebltt Niederlande , sind vorgestern durch diese Stadt nach Brüssel gegangen. kemberg, den 29. Iäner. Viele vyn dem mittlern Pohlischm Adel setzen Mch^l^ereftfchäft, m!t ihren Vermögen lziach Galligen ;u wandern, um da für zihre Personen und ihr Eigenthum Schutz lund Sicherheit zu suchen, w'il ihnen die U-dermaligen Umstände im Republikanischen ^hiel zu kritisch scheinen. Die Ve-rnünfti-N^en befürchten, daß aus den Uneinigkei-ULrN über die künftige ^önigswahl und Erb-s folge noch ein großer und qeftlhrlicher Streit l entstehen mö kte. Auch weiß man , daß ! vielen das hitzige Streben nach einer Mi-tanz mit der Pforte äußerst m-ßsMt, m-t dem sie glauben , daß eine solch? V'rbin-! düng die schlimmsten Folgen nach sich z«e-l hen müsse. l Ausländische Nachrichten, k Aus der Türke^. ! Man hat. schon Nachrichten aus Kon-l ssantinopel, welch? melden / dc>ß daselbst l nach Verbreiteter Nachricht von dem V?r-l lust Ismails alles in Aufruhr war. Die USürken sind in einer Lage, die an Ver-l zweifiuncz gränzt. Schon vor dcr Erobö-t nn:g Ismails hingen die Glieder des Di-t vans die Häupter ',ur Erde , und Änobels-l dprf, de? allen Versammlungen benwohnte, ^ hatte genug zu thun, die Mnchlose,, ^.l k trösten. Nun kommt noch die Nachricht l hinzu von der Eroberung der Veste Is-!niail, die ein Hiuptthor nach Konstanti-r nopel ist , und voil der Schlachtung so kVieler tausend ssernürken; kein Wunder, k Wenn Stambl>ls B'lrger sich in die Asche k s«;en.,^ und Ierem-as Trenodien jammern r ilber den gan nahen Untergang ihrer Stadt, l Der Großyezin> der ein vaterländischer, elnstchtsvollee unv eapftrer?^ann ük, raun mir seiner entmutheten' ünd ;usammenge-schmol;enen KriegssGaar Nichts thun» Er war daher schon öfters mit Potemkin in geheimen ^riedensunterhandlungen. Aber immer kam Luchesini wie ein Wetter dar-zwischen, und verhinderte den Frieden. Wir müssen Friede machen, oder das Reich qehs ;u Grunde / sagt der Großvener.' LM chesini aber tröst t ihn mit der Macht fei-n-s Hofes, der a>.lch die Russen ,ur He« rausgabe aller ihr^r Eroberungen zwingen werde. Dabc^> zuckt der ungläubige Groß-vezicr die Achsel , und wünscht in sejn?m' Herzen, die Preußen möchten lieber mit dem Schw-rde dreln schlagen, als immer^ nur ihre Frmnde vertrösten, und ihren Feinden drohen^ Italien. Rom, den 12. Ianer. Se. Heiligkeit der Pabst haden befohlen, daß alle Pastoralschreiben und Erbauungsrrden der französischen Bischöfe, insbesondere aber jene d?s Kardinals Rohan in französischer und lataiuischer Sprache abgedrukt werden sollen. — Eill Projektant soll dem päbst-lichen Scha;meister einen Plan vorgelegt hadm, welcher'der heiligen Kammer wenigst eine reine Million Gulden eintragen soll. Dieser Plan besteht dem Vernehmt« nach in dem, daß die Inquisizionsakten des Grafen Ca^liostro auf Pranumerazion in deutscher, italienischer und frau ösischer Sprache Herausgegen werden sollen. Die Geschichte dieses Mannes, sagt er, sey sy interessant, daß man in kurzem lQ5,QQO Eremplare, eines n» einem Louisd'or, anzubringen hoffen könne. Wird alle Dienst .und Freytaqe nachmittags um 4. Uhr auf dem Platze 5K