Bezugspreise Hur (Österreich-Ungarn ganzjährig K 4' — halbjährig K 2- — Hir Amerika: ganzjährig D. 1'25 ^iit das übrige Ausland ganzjährig K 5'20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück« gesendet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jedrn Monates. Bestellungen übernimmt die Merwaktung des Hottschcer Boten in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Hchrittl'eitnng des Hottscheer Bote« in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur ais Beilage des Gott« scheer Boten erhältlich. Postsvarkassen-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul« gaffe Nr. 75. Wr. 9. am 4. Mai 1905. Jahrgang II. Zur Jubelfeier ks Deutschen Schnlvereines. Am 13. Mai feiert der Deutsche Schulverein seinen 25. Geburtstag. Dieser Tag wird in allen deutschen Gauen Österreichs festlich begangen werden und auch in Gottschee rüstet man sich zur würdigen Feier des nationalen Festtages. Ist doch der Deutsche Schulverein zweifellos die glücklichste und erfolgreichste Schöpfung des aus langem Schlafe erwachten Volksbewußtseins der Deutschen Österreichs, In treuer, unverdrossener und hingebender Arbeit hat der erste unserer nationalen Schutzvereine, der vorbildlich geworden ist für alle anderen Schöpfungen ähnlicher Art, nimmermüde erfolgreiche Abwehr geschaffen. Denn Abwehr, nicht Angriff ist seine Aufgabe, sosehr man den Verein auch, zumal in den ersten Jahren seines Bestandes, verdächtigt hat, er habe es auf slavischen oder welschen Boden abgesehen und gehe auf nationale Eroberungen ans. _ Der Deutsche Schulverein ist kein Kampfverein, sondern ein Verein zu nationaler Abwehr, ein Verein zum Schutze und zur Erhaltung des deutschen Besitzstandes. Das Recht, das jedem einzelnen eignet, sich seiner Haut zu wehren, sein Leben und sein Gut zu schirmen und zu verteidigen gegen Angriff und fremde Begehrlichkeit, dieses Recht kommt auch einem ganzen Volke zu. Ja, nicht bloß ein Recht des deutschen Volkes ist es, daß es sein Volkstum, seine hohen nationalen Güter schütze und schirme, sondern es ist dessen heilige Pflicht. Dieser hehren Pflicht sich entziehen zu wollen, wäre schmähliche Schwäche. Die Gefahr, empfindliche nationale Verluste erleiden zu müssen, lag für das deutsche Volk in Österreich hauptsächlich in dem Umstande, daß es an den deutschen Sprachgrenzen und in den deutschen Sprachinseln vielfach an deutschen Schulen mangelte und so durch die Eutdeutschuug der Kinder deutscher Eltern eine beklagenswerte fortschreitende Abbröckelung deutschen Sprachbodeus stattfand. Hiegegeu einzuschreiten, wirksame Schutzdämme zu errichten, war eine Pflicht des deutschen Volkes gegen sich selbst, war eine Sache der nationalen Ehre und Selbsterhaltung. Was der Deutsche Schulverein in den 25 Jahren seines Bestandes zum Schutze der bedrängten Volksgenossen an der Sprachgrenze alles geschaffen hat, die deutschen Schulen, die er errichtet oder unterstützt hat, ist sein schönstes, sein bleibendes Denkmal, sein herrlichster Ruhmestitel. Die Früchte dieser oft unter schwierigsten Verhältnissen und unter heftigsten Anfeindungen und Verdächtigungen geleisteten nationalen Arbeit genießt nicht nur dankbar die Gegenwart, sondern sie werden auch noch unseren Enkeln zu gute kommen. Auch unser deutsches Eiland Gottschee ist umwogt und umbrandet von Massen fremdsprachigen Volkstums; die Gefahr, der nationalen Sturzwelle überflutet zu werden, ist hier eine von große und dauernde. Lost sich doch nirgends ein Stück nationalen Bodens leichter ab als von einer Sprachinsel, die weit abgeschnitten und getrennt ist vom deutschen Volkskörper. In dieser Not und Bedrängnis wurde uns Gottscheern der Deutsche Schulverein ein Helfer und Retter. Er war es, der Schutz und Schirm wurde dem deutschen Schulwesen unserer Heimat. Schon gleich in den allerersten Jahren seines Bestandes hat sich der Deutsche Schulverein um das Gottscheer Gebiet aufs wärmste angenommen und es mit liebevoller Teilnahme gewissermaßen als eines feiner teuersten Sorgenkinder an sein Herz geschlossen. Die Ortsnamen der deutschen Sprachinsel Kottschee. (27. Fortsetzung.) Von Weißenstein führt ein Weg in das Gebiet der Gemeinde Ebental mit den Dörfern Ebental, Setsch, Tiefental und Kukendorf. Ebental, im alten Urbar Ebenthall geschrieben (ein und eine halbe Hube), ist die Ansiedlung, das Dorf „im ebenen Tal", in der Talebene. Der Ortsname kommt auch in Kärnten vor. Slo-venisch heißt unser Ebental Polom, eine Bezeichnung, die jedenfalls alt sein dürfte. Polom (loma) heißt jetzt das Brechen (z. B. der Bäume im Wald), die Zerstörung. Als Ortsname (in Krain, Böhmen, Mähren und Galizien) heißt Polom (čech. polom) Windbruch. Nach Krek (Einl. in die slav. Literaturg., S. 497) bezeichnet lom eine unbebaute Lichtung. In einer nrbarialen Aufzeichnung aus dem Jahre 1771 finden wir bei Hinterberg, und zwar gegen Kölschen im Walde gelegen, sogenannte „Formach Tailler" Zogrost oder Lum genannt. Auch dieses Lum (= lom) dürfte so wie Polom alt sein und aus der Zeit der ersten slovenischen Vorbesiedlung herrühren. Nach Buck (Flurnamenbuch, S. 153) kommt Sam, Lame, Lamm auch in Bayern vor in der Bedeutung Bruch, Steinbruch, Erzgrube (slov. lom). Und nun wandern wir nach O >. isch (slov. Seč), im alten Urbar Setscha (ein und eine achtel Hube). Daß der Name nicht deutsch, sondern finnisch ist, merkt jedermann schon am Klange. Seč, seča heißt der Holzschlag, ein abgeholzter Teil des Waldes. Der Name erinnert also, ähnlich wie Reuter, Gereut, Raut usw., an die Rodungsarbeit bei der Besiedlung. Auch hierher scheinen die ersten Besiedlet aus der slovenischen Nachbarschaft gekommen zu sein. Eine weitere, abgeleitete Bedeutung von seč ist auch Mahd; diese paßt jedoch für unseren Fall nicht. Die europäische Wurzel sak, sek = schneiden, spalten finden wir auch im lateinischen secare. Auch Sekkau in Obersteiermark, wornach das Bistum den Namen führt, ist nach Kaemmel zn slov. sekati = schneiden, roden zu stellen. Tiefental, im alten Urbar Tieffenthal (drei Huben), heißt im Slovenischen Vrbovec. Der Name Tiefental ist insofern auffallend, als die Ortschaft gar nicht im tiefen Tal liegt. Entweder also wurde ursprünglich das ganze tiefer gelegene Tal so genannt und der Name sodann auf die Ortschaft oben übertragen, ober es stellt der Name eine Reminiszenz an die alte Heimat der Besiedlet dar. Vrbovec heißt Weidenbestand, Weidenholz. Es standen also dort einstmals Weiden, ein Weidach. Kukendorf (Kukavas) finden wir im alten Urbar nicht verzeichnet; es gehörte nämlich nicht zur Herrschaft, zum Herzogtume Wenn unser heimatliches Schulwesen in den letztvergangenen Jahrzehnten sichtliche und sehr erfreuliche Fortschritte.gemacht hat, sowohl was die Zahl der deutschen Schulen anbelangt, als auch deren Ausgestaltung und Ausstattung mit Lehr- und Lernbehelfen, so verdanken wir einen sehr erheblichen Teil dieses Fortschrittes dem stets bereitwilligen Entgegenkommen und der freigebigen Unterstützung des Deutschen Schulvereines. Werfen wir doch nur einen ganz flüchtigen Blick ans das, was der Deutsche Schulverein in unserem Ländchen geschaffen hat. Maierle, diesen vorgeschobenen deutschen Posten im Südosten unserer deutschen Sprachinsel, hat er durch eine Privatvolksschule bewehrt, welche blüht und gedeiht. In den ärmsten, verlassensten Gegenden, wie z.B. inMasern,Schöflein, Unterskrill, erbaute der Deutsche Schulverein Schulhäuser; außerdem spendete er namhafte Beiträge zur Erbauung, beziehentlich Erweiterung und Neuherstellung von Schulhäusern in Altbacher, Ebental, Göttenitz, Langenton, Lichtenbach, Lienfeld, Mitterdorf, Nesseltal, Obergras, Pöllandl, Reichenau, Steinwand, Tschermoschnitz, Unterlag, Unterwarmberg. Wie man hieraus ersieht, gibt es im Gottscheer Gebiete keine Gegend, ja beinahe keine Gemeinde, die nicht die nationale Fürsorge des Deutschen Schulvereines erfahren hätte. In der Stadt Gvttschee schuf der Deutsche Schulverein die Fachschule für Holzbearbeitung und trug durch eine lange Reihe von Jahren den größten Teil der namhaften Erhaltungskosten dieser Schulanstalt. Es wurde hiebei der Zweck verfolgt, dem Ländchen, das infolge des Bersiegeus früherer Erwerbsquellen einer wirtschaftlichen Notlage anheimgefallen war, auch materiell aufzuhelfen durch Hebung der holzindustriellen Tätigkeit. Rechnen wir schließlich noch dazu, wie ausgiebig der Deutsche Schulverein die Schülerlade des Gymnasial-Unterstütznngs-vereines, ferner den Deutschen Kindergarten in Gottschee stets unterstützt hat, was er alles geleistet hat für Anschaffung von Lehr-und Lernmitteln an unseren Volksschulen, für Lehrerunterstützungen usw., so müssen wir es mit freudigstem Danke anerkennen, daß der Deutsche Schulverein in Gottschee eine Riesenarbeit vollbracht und sich ein dauerndes Denkmal gesetzt hat in unserem Ländchen. Der Dank, den wir Gottscheer dem Deutschen Schulvereine schulden, soll aber nicht bloß dadurch zum Ausdrucke kommen, daß wir den 13. Mai, diesen Gedenktag des Vereines, mit jubelnder Begeisterung als nationales Fest feiern; wir wollen auch nach unseren allerdings bescheidenen Kräften beitragen zur Stärkung seines Wehrschatzes. Möge es niemand, dem es seine Verhältnisse nur irgendwie gestatten, unterlassen, dem Deutschen Schulverein eine Jubiläumsgabe zukommen zu lassen. Auch ein kleines Scherfleiu, eine bescheidene Spende ist willkommen. Möge sich daher niemand hinter der Ausrede verschanzen, daß sein eventuelles Opfer doch zu klein wäre, um als Jubelfestbeitrag gelten zu können. Wie wir Gottscheer Gottschee, sondern nach Zobelsberg. Wahrscheinlich verdankt Kufen-dorf seinen Namen dem Kuckuck, der dort in Menge Vorkommen soll. Übrigens kann Kucke nach Buck auch Wasserkröte sein; auch ein Personenname (Kuck oder bergt.) ist nicht unbedingt auszuschließen. Und nun wollen wir uns hinauf nach Langenton wenden. Die Ortschaft suchen wir im alten Urbar vergebens; sie ist also verhältnismäßig jung. Dies bezeugt auch die Volksüberlieferung. Die alten Leute sagen dort, der kleine Weiler Christi (zwei Häuser, eine viertel Stunde von Langenton) heiße das „alte Dorf" (beim anten Doarfe); dort soll früher die Ansiedlung gewesen sein; erst später sei man nach Langenton herabgezogen. Die volksetymologische Erklärung des Namens ist die: Vom Friedrichstein aus habe man drei hohe Tannen gesehen, daher der Name Langenton. In Wirklichkeit bezeichnet bekanntlich Tann den Tannwald (der tan mhd.; in Uhlandschen Gedichten noch Tann — Tannwald). Langenton ist also eigentlich Langentann, d. i. die Ortschaft am langen Tannwald, der dort zweifellos einstmals vorhanden war. „Durn Than" finden wir 1770 als Waldname (Flurname) bei Moos. Der slovenische Name für Langenton ist Smuka (gottscheeisch Zmuck). Smuka heißt alle eins sind in der Liebe zu unserer deutschen Heimat und zu unserem deutschen Volkstum, so wollen wir auch eins sein in der Dankbarkeit gegen den Deutschen Schulverein und in der praktischen Betätigung dieser dankbaren Gesinnung. Möge der große, tiefe und warme Dank, welchen wir gegenüber dem Deutschen Schulverein hegen und an dessen Jubelfeste in feierlicher Weise zum Ausdruck bringen werden, zugleich als innige Bitte entgegengenommen werden, daß der Verein auch fernerhin Hort und Schirm bleiben möge dem deutschen Schulwesen im Gottscheer Lande. Reform der Gemeindegesetzgebung und Ausbau der Gemeindeautonomie. (1. Fortsetzung.) In Artikel VIII wird anstatt der Bezeichnung „Gemeinde-Vorstand" der Name „Gemeindevorsteher" vorgeschlagen, indem tatsächlich der bisher aus dem Gemeindevorsteher und den Gemeinderäten bestehende „Gemeindevorstand" im Sinne des Allgemeinen Gemeindegesetzes eigentlich gar nicht korporativ gestaltet war, die Gemeinderäte lediglich Stellvertreter des Gemeindevorstehers sein sollten und nur bei der Ausübung des Strafrechtes neben dem Gemeindevorsteher zu zweien eine amtliche Wirksamkeit selbständig ausüben. Auch erschien es wünschenswert, daß der Titel „Bürgermeister", welcher außer dem Falle eigener Statuten in Städten und Märkten nur nach altem Herkommen geführt wird, auch gesetzlich anerkannt werde. — Die dreijährige Wahlperiode der Gemeindevertretung hat sich im allgemeinen als zu kurz erwiesen und ebenso ist es nicht günstig, daß nach Ablauf der Wahlperiode stets die ganze Gemeindevertretung neu gewählt werden muß, was in den Städten mit eigenem Statut nicht der Fall ist. Es wurden demnach in den Art. VIII folgende neue Bestimmungen ausgenommen : „ . . . Dem Gemeindevorsteher find durch Wahl aus dem Gemeindeansschusfe zwei oder drei Stellvertreter beizugeben, welche im Verhinderungsfälle ihn zu vertreten haben. Ihm und seinen Stellvertretern gebührt aus Gemeindemitteln eine vom Ge- meindeausschusse festzustellende Entschädigung für ihre Mühewaltung nebst dem Ersätze der ihnen bei Ausübung des Amtes entstehenden Auslage». In Stadt- und Marktgemeinden führt der Gemeindevorsteher den Titel „Bürgermeister". Die Gemeinde wählt periodisch ihre Vertretung . . . Die Zahl der zu wählenden Mitglieder der Gemeindevertretung muß durch drei teilbar sein. Alle zwei Jahre scheidet ein Drittel derselben aus und ist die Neuwahl dieses Drittels vvrzunehmen. Die Wahl eines jeden Mitgliedes gilt in der Regel für sechs Jahre. Nur bei gleichzeitiger Neuwahl der die Glitschbahu; „smukati“ huschen, schlüpfen, schießen. Vielleicht rührt der Name davon her, daß einst von der steilen Höhe von Unterwarmberg herunter Holz geschlüpft, heruntergelassen wurde. Neben Kristlern — der Name ist wohl aus dem Vornamen, bezw. Personennamen Christ — Christian, Kristan entstanden — gehört zu Langenton noch ein zweiter Weiler ganz an der Sprachgrenze: Winkel. Über die Bedeutung des Namens Winkel wurde bereits früher gesprochen. Von Langenton geht's über die steile Höhe hinauf nach Unterwarmberg. Es wird einem beim Steigen hinauf auch wirklich warm. Dieses Warmberg, im Ortsrepertorinm 1883 unrichtig Warenberg geschrieben, zählte im alten Urbar drei Huben. Die slovenische Übersetzung Topli reber heißt eigentlich Warmleiten (wie in Österreich z. B. Sonnleiten); reber = Abhang eines Berges, Leite, Halde. Abseits gelegen sind Kuntschen und Lacknern. Kuntschen heißt im alten Urbar Khünschen (anderthalb Huben). Herr Hofkaplan Steska leitet es von Konec (= Ende) ab. Das ist wohl kaum richtig. Viel eher dürfte der Name vom Genetiv des Personennamens Kunz gebildet sein. (Fortsetzung folgt.) ganzen Gemeindevertretung wird durch die Wahl oder nach deren Vornahme durch das Los bestimmt, wer bloß auf zwei oder vier Jahre einzutreten hat. Ergänzungen durch Neuwahl oder Eintritt von Ersatzmännern gelten stets für jenen Zeitraum, während dessen Ausgetretene noch im Amte hätte bleiben sollen." In Art. X wird nun ausdrücklich festgesetzt, daß Frauen in die Gemeindevertretung nicht wählbar seien. Eine neue Fassung erhält Art. XIII, der dem Gemeindevorsteher eine größere Machtvollkommenheit einräumt, indem ja die Überwachung der gesamten Gemeindeverwaltung in halbwegs größeren Gemeinden gar nicht vom Ausschüsse, sondern nur vom Vorsteher wirksam geführt werden kann. Der Gemeindevorsteher kommt in Ausübung seiner Verwaltungspflicht auch nicht selten in die Lage, selbständige Beschlüsse zu fassen, ohne vorerst die Beschlußfassung des Gemeindeausschusses einholen zu können. — Für Städte empfiehlt es sich ferner, anstatt der „Gemeinderäte" Stellvertreter des Bürgermeisters zu schaffen, welche ihn im Verhinderungsfälle ersetzen. Der Artikel XII hat sonach nachstehenden abgeänderten und erweiterten Wortlaut: „Der Gemeindeausschuß ist in den Angelegenheiten der Gemeinde das beschließende und der Gemeindevorsteher das verwaltende ^ und vollziehende Organ. Der Gemeindevorsteher übt das Strafrecht hinsichtlich aller im Wirkungskreise der Gemeinde zu ahndenden Uebertretungen im übertragenen Wirkungskreise aus. Sofern nicht durch besondere Gesetze ein höheres Ausmaß angeordnet ist, kann der Gemeindeausschuß in polizeilichen Verordnungen Geldstrafen bis zu 500 K oder Haft bis zu 8 Tagen androhen. Der Gemeindevorsteher ist berechtigt, die Nichtbeachtung der von ihm selbst getroffenen Anordnungen durch Geldbußen bis zu 100 K oder im Nichtleistungsfalle durch Haft bis zu 3 Tagen zu ahnden. In dringenden Fällen kann der Gemeindevorsteher auch über solche Gegenstände, welche der Beschlußfassung durch den Gemeindeausschuß unterliegen, Anordnungen treffen. Er hat jedoch hiezu in der nächsten Sitzung des Gemeindeausschusses dessen Genehmigung einzuholen. Wählerabstimmungen finden nicht statt." — Der letzte Passus erscheint uns zu wenig klar und deutlich; es wäre vielleicht entsprechender zu sagen: „Abstimmungen der Wahlberechtigten der Gemeinde in Angelegenheit der Gemeindeverwaltung finden nicht statt." — Ob es übrigens ratsanr ist, auch den Ausschüssen ganz kleiner Dorfgemeinden ein Strafrecht im Ausmaße bis zu 500 K einzuräumen, möchten wir bezweifeln. In solchen Zwerggemeinden herrschen nicht selten allerlei persönliche Reibereien und Gehässigkeiten, die leicht einen Mißbrauch dieses Strafrechtes zur Folge haben könnten. Es möckte sich daher empfehlen, das Höchstmaß der Geldstrafen für Gemeinden etwas niedriger anzusetzen. Ist ja doch für die Smibte in Art. XII auch ein noch höheres Strafausmaß vorgesehen. Die in Art. XIII festgesetzte Verantwortlichkeit des Gemeindevorstandes, bezw. des Gemeindevorstehers (Stellvertreters), die im alten Gesetz zu allgemein ausgesprochen ist, wird im neuen Entwürfe einigermaßen eingeschränkt, indem eine Instanz geschaffen wird, welche über die Verantwortlichkeit der Gemeindevorstände dem Staate gegenüber entscheidet, da ja die Regierung (Verwaltungsbehörden) in diesem Falle sonst Richter in eigener Sache wäre. In dieser Beziehung wird die Kompetenz des Verwaltungsgerichtshofes, welche in der Praxis ja eigentlich schon besteht, auch ausdrücklich im Gesetze festgesetzt. — Das Dienstverhältnis der zu Amtszwecken (nicht Privatunternehmungen) der Gemeinden angestellten Personen wird nunmehr als ein Gegenstand des öffentlichen Rechtes anerkannt. Den Beamten und Bediensteten der Gemeinden eine angemessene Lebensstellung, analog jener der Staatsbediensteten gesetzlich zu gewährleisten, liegt nicht bloß im Interesse der Gemeindebediensteten, sondern auch in dem der Gemeinden selbst. Das Maß der Verantwortlichkeit des Gemeindevorstehers für Handlungen und Unterlassungen der Gemeindeangestellten, welches heute nicht selten über Gebühr ausgedehnt wird, soll nun auf jene Fälle beschränkt werden, in denen nach dem Allgem. bürgerl. Gesetzbuch eine Haftung für fremdes Verschulden Eintritt. Die Entscheidung hierüber soll den Gerichten zustehen. Der Artikel XV des Entwurfes räumt, hierin einem oft ausgesprochenen Wunsche Rechnung tragend, den Gemeinden ein umfassenderes Besteuerungsrecht ein als das bisherige, nämlich das Recht, selbständig Besteuerungen vorzunehmen, bereit Objekte allerdings vom Staate den Gemeinden überlassen werden müßten. Es entspricht das auch den Anschauungen der modernen Steuerpolitik. — Nach Art. XV des Entwurfes soll den Gemeinden bezüglich der Höhe der Gemeindeumlagen sowie der Einführung bestehender Auflagen und Abgaben vollkommene Beschließungsfreiheit zukommen, allerdings unter Wahrung des BerufungS= und Einspruchsrechtes der Gemeindemitglieder. ________ (Fortsetzung folgt.) Das Volksschulwesen im politischen Bezirke Gottschee am Schlüsse des Schuljahres 1903/4. Dem „Jahreshauptberichte über den Zustand des Bolksschul-wesens in Kram am Schluffe des Schuljahres 1903/4" entnahmen wir für den Schulbezirk Gottschee (Gerichtsbezirke Gottschee, Reifnitz und Großlaschitsch) nachstehende Angaben. — Es bestanden im politischen Bezirke Gottschee 40 öffentliche Schulen (18 ganztägige, 17 halbtägige, 5 teils ganz-, teils halbtägig). Von diesen hatten 18 die deutsche, 18 die slovenische, 4 deutsch-slvvenische Unterrichtssprache; 3 waren. Knaben-, 2 Mädchen- und 35 gemischte Volksschulen. Die Gesamtzahl der Schulklassen belief sich auf 80 (78 Stamm- und 2 Parallelklassen). Von den deutschen (öffentlichen) Volksschulen waren 10 einklassig, 3 zweiklassig, 2 dreiklasstg, 2 vier-klassig, 1 fünfklassig; von den slovenischen Schulen waren 9 einklassig, 3 zweiklassig, 3 dreiklasstg, 1 vierklassig, 2 fünfklassig; von den deutsch-slovenischen waren 3 einklassig, 1 zweiklassig. Der ganze Schulbezirk zählte 2 Exkurrendoschulen und keine Notschule. Neu eröffnet wurde die fünfte Klasse an der Knabenvolksschule in Gottschee. Von den 38 Schulgebäuden des Schulbezirkes waren 2 gemietet. Der Zustand der Schulgebäude war in 11 Fällen sehr gut, in 17 gut, in 5 genügend, in 5 ungenügend. Die Schuleinrichtung wird in 9 Schulen als sehr gut, in 14 als gut, in 10 als genügend, in 5 als ungenügend bezeichnet. Die Zahl der Schulgebäude (38) stimmt mit der Zahl der Schulen (40) nicht überein, weil die Knaben- und Mädchenvolksschule in Gottschee und Reifnitz in je einem Schulgebäude untergebracht sind. Ein Schulhaus-Neubau wurde in Stalzern aufgeführt. Zubauten oder größere Adaptierungen wurden vorgenommen bei den Schulhäusern in Ebental, Unterlag und Unterstell (außerhalb des politischen Bezirkes Gottschee u. a. auch in Pöllandl und Stockendorf). Der Bezirk weist auch eine deutsche Privatvolksschule mit Öffentlichkeitsrecht auf, nämlich die vierklassige Volksschule der Waisenanstalt in Gottschee. Im Lande Krain bestanden im Jahre 1903/4 416 Volksschulen mit 825 aufsteigenden und 67 Parallelklassen, im ganzen also mit 892 Klassenabteilungen. Im Schulbezirke Gottschee betrug die Zahl der im schulpflichtigen Alter stehenden Kinder 6837, und zwar 3477 Knaben und 3360 Mädchen. Bon diesen besuchten öffentliche Volksschulen 6384 (3240 Knaben, 3144 Mädchen), eine Privatvolksschule 38 (21 Knaben, 17 Mädchen); 61 besuchten höhere Schulen, gewerbliche Schulen oder wurden zu Hause unterrichtet; 66 blieben wegen schwerer körperlicher oder geistiger Gebrechen ohne Unterricht; 288 (140 Knaben, 148 Mädchen) normal entwickelte Kinder (4"21 %) genossen keinen Unterricht. Von den 1498 Kindern (717 Knaben, 781 Mädchen), welche bezüglich der Wiederholungsschule im schulpflichtigen Alter standen, besuchten 1360 (631 Knaben, 729 Mädchen) eine öffentliche Volksschule, 33 (22 Knaben, 11 Mädchen) Privatvolksschulen, 77 (47 Knaben, 30 Mädchen) höhere oder gewerbliche Schulen; 6 blieben wegen besonderer körperlicher oder geistiger Gebrechen ohne Unterricht, 22 normal entwickelte Kinder (l'470/o) genossen keinen Unterricht. 92 im siebenten oder achten Lebensjahre stehende Kinder (46 Knaben, 46 Mädchen) waren vom Schulbesuche befreit; 68 (27 Knaben, 41 Mädchen) konnten die Schule wegen Raummangels nicht besuchen, 76 (39 Knaben, 37 Mädchen) wegen zu großer Entfernung vom Schulvrte, 48 (25 Knaben, 23 Mädchen) Alltagsschüler und 11 Wiederholungsschüler waren nirgends eiu-geschnlt, 5 Wiederholungsschüler genossen wegen Renitenz der Eltern keinen Unterricht. An der Volksschule in Gottschee bestand eine Suppenaustalt. Wegen epidemischer Krankheiten mußten die Schulen in Altbacher, Ebental, Göttenitz, Großlaschitsch, Masern, Morobitz und Stalzern auf die Dauer von einigen Tagen bis sechs Wochen gesperrt werden. (Schluß folgt.) Aus Stabt und Land. Kottschee. (Personalnachricht.) Der wirkliche Gymnasiallehrer am Staats-Untergymnasinm in Gottschee, Herr Mencinger Milan, ist in den zeitlichen Ruhestand versetzt worden. — (Transferierung.) Der k. u. k. Leutnant, Herr Leopold Hofmann, wurde vom Infanterieregimente Nr. 102 zum Infanterieregimente Nr. 17 transferiert. — (Postdienst.) Die provisorische Posthilfsbeamtin Fräulein Johanna Cerer wurde von Senosetsch nach Gottschee versetzt. — (Konferenz.) Die Sod. ss. C. j. des Gottscheer Dekanates hat ihre Monatskonferenz am 18. Mai um 10 Uhr vormittags in Unterdentfchau. — (Kohlenwerk.) Die kommissionelle Lokalverhandlung wegen Erbauung eineS Arbeiterbades beim hiesigen Kohlenwerke fand am 25. April statt. — (Sparkasse der Stadt Gottschee.) Ausweis für den Monat April 1905. Einlagen: Eingelegt wurden im Monate April 1905 128.409 K 85' h und behoben 118.808 K 32 h, wonach sich der Einlagenstand um 9601 K 53 h erhöhte. Der Eiulageustaud beträgt somit mit Ende April 1905 4,904-537 K 88 h. Hypothekardarlehen: Im Monate April 1905 wurden verausgabt 114.500 K, rückgezahlt hingegen 5186 K 04 h, somit ein Zuwachs von 109.313 K 96 h. Der Hypothekenstand beträgt somit mit Ende April 1905 3,744.217 K 12 h. — (Bautätigkeit.) Das alte Haus des Herrn Josef Röthel auf dem Hauptplatze ist bereits niedergerissen worden. An dessen Stelle ivird gegenwärtig ein neues schönes, zweistöckiges Gebäude aufgeführt, das eine Zierde der Stadt werden soll. — Der dreißig Meter hohe Kamin des Muzzolinischen Ringofens (Ziegelei) ist nunmehr fertig und steht der genannte Ofen gegenwärtig bereits im Betriebe. — (Versammlung des Gottscheer Lehrervereines.) Der Gottscheer Lehrerverein hielt seine Versammlung am 19. April l. I. im Volksschulgebände zu Gottschee ab. Nachdem der Obmann, Oberlehrer Perz (Nesseltal), die 25 erschienenen Mitglieder begrüßt hatte, machte er einen kurzen Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr und legte mit markigen Worten den Zweck des Vereines dar; dann dankte er der Gottscheer Lehrerschaft, welche im Monate August v. I. am Lehrertage in Marburg so zahlreich vertreten war wie kein anderer Lehrerverein, was auch im Bundesorgane (Deutsch.-österr. Lehrerzeitung) rühmend hervorgehoben wurde. Hieraus folgte die Eröffnung der Versammlung. Schriftführer Lehrer Schober (Nesseltal) brachte das Protokoll der letzten Versammlung zur Verlesung. Nachdem der Obmann die drei neu eingetretenen Mitglieder (Frl. Pfeifer ans Mosel, k. k.ÜbungsschullehrerHerbst aus Gottschee und Lehrer Verderber aus Altbacher) begrüßt hatte, machte er nachfolgende Mitteilungen: Der Verein hielt im abgelaufenen Vereinsjahre drei Versammlungen ab. In Sachen der Gehaltsfrage konnte der Verein nichts tun, da infolge der Obstruktion der krainische Landtag aktionsunfähig ist. Die Zeitung „Lehrmittel-fammler" wurde abbestellt, dafür aber die in Czernowitz erscheinende „Neue freie Lehrerzeitung" bestellt, welche mit der „Pädagogischen Zeitschrift" (Graz) als Ruudfeudung von einer Schule zur anderen geschickt wird. Am 9. Mai möge an allen Schulen eine Schillerfeier veranstaltet werden. Da im Monate Mai l. I. auch der Deutsche Schulverein das Fest seines 25jährigen Bestandes feiern wird, so wurde demselben ans Antrag des Oberlehrers Kranland (Mosel), einen Jubelfondsbeitrag von 20 K zu überreichen bestimmt. Deswegen mußte der Mitgliedsbeitrag für das heurige Jahr von 10 K auf 12 K erhöht werden. — Die Kollegen werden ersucht, beit in den heurigen Ferien an der Fachschule in Gottschee stattfindenden Zeichenfortbildungskurs zahlreich zu besuchen. Hierauf erstattete Herr Oberlehrer Kraulaud als Säckelwart den Kasfa-bericht, u. zw.: Der Verein zählt 27 Mitglieder und acht Spender. Die Einnahmen betrugen 104"58 K, die Ausgaben 80'32 K; somit wurde ein Kassarest von 24'26 K erzielt. Bis zum Versammlungstage wurden aber noch verausgabt 14'22 K, so baß der Säckel jetzt einen Betrag von 10 04 K aufweist. ----- Dann folgte die Wahl des Vereinsausschusses. Gewählt wurden: Fachschullehrer Petsche zum Obmann, k. k. Übungsschullehrer Herbst zu dessen Stellvertreter, Lehrer Rom (Gottschee) zum Schriftführer, Lehrer Kreiuer (Mitterdorf) zum Säckelwart. — Auf Antrag des Oberlehrers Wiudisch (Lienfeld) wurde einstimmig beschlossen, den allverehrten Herrn Bezirksschulinspektor Peter Wolsegger zum Ehrenmitgliede unseres Vereines zu ernennen. Dem Anträge des Oberlehrers Perz, lautend, es sei von dem jeweiligen Schriftführer über unseren Verein eine Chronik zu führen, wurde zugestimmt. — Auf Antrag des Lehrers Kreiuer (Mitterdorf) wurde beschlossen, dem Herrn Professor Rud. E. Peerz für fein tatkräftiges Eintreten für die deutsche Lehrerschaft Krains den Dank des Vereines auszudrücken. Oberlehrer Wiudisch dankte dem at>tretenden Ausschüsse. Der neugewählte Obmann, Fachschullehrer Petsche, begrüßte die Versammelten und versprach, jederzeit kräftig für den Verein eiuzu treten. Nach zweistündiger Dauer wurde die Versammlung geschlossen. — (Deutscher Schulverein.) Die Bedeutung und das Wirken des Deutschen Schulvereiues im allgemeinen und seine Verdienste um Gottschee beleuchten wir in unserem heutigen Leitaussatze. Hier sei noch eine Übersicht gegeben über die Geldleistungen des Deutschen Schulvereiues für Schulzwecke im Gottscheer Laude bis zum Schlüsse des Jahres 1904: Altbacher K 284812, Altlag K 74'34, Ebental K 543 76, Göttenitz K 559 35, Gottschee K 176.226'92, Hoheuegg K 44'22, Katzendorf K 810'56, Kerndorf K 50, Küchleru K 830, Lichteubach K 231130, Lienfeld K 4140'22, Masern K 7888'72, Mitterdorf K 2l08'54, Mosel K 151'20, Morobitz K 291*74, Nesseltal K 563'82, Obergras K 1955-78, Reichenau K 2080-66, Rieg K 35-46, Schöfleiu K 7013-59, Stalzern K 167'02, Suchen K 506'30, Unterdeutsch an K 100, Uuterfliegendorf K 120, Unterfkrill K 9430'78, Unterwarmberg K 2255*30, Unterlag K 800, Verdreng K 24"80, Win« difchdorf K 50, Materie K 53.344 49, Stockendorf K 70, Krapflern K 20, Snugeitton K 263018, Pöllnndl K 2348*82, Steinwand K 680*74, Tschermoschnitz K 1288*60; zusammen also den sehr bedeutenden Betrag von 284.355 K 33 h. Gott vergelte es tausendfach! — (Bergbaugenossenschaft für Krain und Istrien.) Bei der am 16. April 1905 beim k. k. Revierbergamte in Laibach vorgenommenen Wahl wurde zum Obmann der ersten Gruppe der Bergbaugenossenschaft Herr Bergdirektor S. Ri eg er in Neumarktl und zu dessen Stellvertreter Herr Werksdirektor A. Komposch in Gottschee stimmeneinhellig wiedergewählt. Zum Präsidenten wurde der Sparkassedirektor und Landtagsabgeordnete Herr Dr. Ritter v. Schoeppl von beiden Gruppen (Arbeitgebern und Arbeitern) mit Einstimmigkeit wiederum gewählt. Wie die „Laibacher Zeitung" betont, verdankt es die Laibacher Bergbaugenvssenschaft hauptsächlich den Herren Ritter v. Schoeppl und Bergdirektor Rieg er, welche ihre Funktionen als leitende Organe seit dem Bestände der Genossenschaft bekleiden, daß ste zn den am besten geleiteten Genossenschaften Österreichs gehört. Die k. k. Berghanptmanuschaft in Klagen- fttrt hat sich demnach auch veranlaßt gefunden, ihnen die lobende Anerkennung auszusprechen. — (Volksschulwesen in traut.) Als Übelstände, welche im launischen Volksschulwesen dermalen noch bestehen, wurden kürzlich vom Landesschulrate insbesondere folgende bezeichnet: große Zahl der Notschulen, sanitätswidriger Zustand einzelner Schulgebäude und Lehrerswohnungen, schlechte Schuleinrichtung, unregelmäßiger Schulbesuch in einigen Bezirken infolge der..zu nachsichtigen Behandlung der Schulversäumnisse und der zu säumigen Durchführung der Schul-straferkenntnisse, Überfüllung einzelner Klassen, vorzeitige Entlassung aus der Alltagsschule, Gewährung von im Gesetze nicht begründeten Schulbesuchserleichterungen bei Entfernungen von über vier Kilometer, mangelhafte Ausstattung der Volksschulen mit Lehrmitteln, Schulgärten, Lehrer- und Schülerbibliotheken, Mängel didaktisch-pädagogischer Natur usw. Gewundert hat es uns, daß unter den Übelständen nicht auch der traurigen materiellen Lage der Lehrer Erwähnung geschah. Auf sehr vielen lastet die Sorge um das tägliche Brot und um die Versorgung der Kinder sehr schwer und läßt ein freudiges Schaffen und Wirken kauin aufkommen. Bon der jüngeren Lehrerschaft ziehen oft gerade die besseren Lehrkräfte nach Steiermark oder anderswohin, wo die Entlohnung der mühevollen Arbeit des Lehrers eine bessere ist. Es wird immer dringlicher, daß für die Labung der materiellen Lage der krainischen Lehrerschaft, etwas geschehe, sonst wird's mit dem Nachwuchs von.Jahr zu Jahr schlechter aussehen. Was nützt es dem Volke, wenn um schweres Geld kostspielige Schnlhäuser gebaut werden, in welchen sodann minderwertige Notlehrer 06er überhaupt Personen mit zweifelhafter wissenschaftlicher und ohne jegliche didaktisch-pädagogische Vorbildung den Unterricht erteilen. Da nun aber das Land Kretin selbst zu arm ist, um aus den bisher zur Verfügung stehenden Mitteln eine ausgiebige und befriedigende Erhöhung der Lehrergehalte bestreiten zu können, so wäre es durchaus notwendig, daß der Staat den Länder,l neue Einnahmsquellen erschlösse und zuwiese. Eine diesbezügliche Aktion ist ja im Zuge und. es wurden die Wünsche der Länder durch Vertreter der Landesausschüsse vor nicht gar langer Zeit in Wien der Regierung bekanntgegeben. Hoffentlich wird die Sache nicht wieder im Sande verrinnen. Mit warmem Danke ist es zu begrüßen, daß bei der letzten Versammlung des „Deutschen Vereines" in Laibach auf Antrag des Herrn Prof. Rudolf Pee.rz beschlossen wurde, in nächster Zeit einen Unterstützungsfond zu gründen, aus welchem den deutschen Volksschullehrern in Kretin insolange, als nicht der Landtag das neue Lehrergehaltsgesetz annimmt, ein jährlicher Zuschuß gewährt werde, so daß sie in ihrem Einkommen den Lehrkräften in Steiermark gleichgestellt erscheinen. — (Beraubte Briefe aus Amerika.) Sowohl bei Steinbrück als auch bei Ratschach wurden kürzlich Pakete von Briefen aus Amerika gefunden, die aus dem Postambulanzwagen Wien-Triest geworfen worden waren. Am 16. April wurde durch den Gendarmerieposten in Ratschach erhoben, daß sich in dein einen der Pakete 80 Stück Briefe und zwei Bänkeinlagsscheiue, der eine auf 1000 Kronen, der andere auf 600 Kronen, befanden. Diese Briefe waren int März in Amerika aufgegeben worden, wurden über Hamburg-Wien-Laibach instradiert und waren für in Jnnerkraiu und Istrien wohnhafte Adressaten bestimmt. Sämtliche Briefe waren ihres Geldinhaltes beraubt. Wie nämlich aus dem Texte der Briefe zu entnehmen war, waren dieselben meistenteils mit Geld beschwert. Der Schuldtragende ist tvohl zweifellos ein pflichtvergessener Beamter der Postambulanz. Indem wir diesen Tatbestand zur Kenntnis bringen, möchten wir unseren Landsleuten in Amerika bei einfachen Briefsendungen zur Vorsicht mahnen. Es empfiehlt sich, wie man steht, nicht, in solche Briefe auch Geldbeträge einzuschließen. — (Pferdeprämiierungen.) Im heurigen Jahre wird die Verteilung von Staatspferdezüchtsprämien a) für Mutterstuten mit Fohlen, b) für junge gedeckte Stuten und c) für Stutfohlen in den acht nachbenannten Konkurrenzstationen stattfinden: am 7. August um 8 Uhr vormittags in Adelsberg nur für Pferde des Gestüts- schlages; am 10 August um 8 Uhr vormittags in 8koseljca nur für Pferde des Gestütsschlages und der kaltblütigen Schläge; am 11. August um 8 Uhr vormittags in Domschale nur für Pferde der kaltblütigen Schläge; am 12. August um 8 Uhr vormittags in Krainburg nur für'Pferde der kaltblütigen Schläge; am 16. August um halb 10 Uhr vormittags in Reifnitz nur für Pferde des Gestütsschlages; am 17. August um halb 10 Uhr vormittags in Treffen nur für Pferde des Gestütsschlages; am 19. August um 8 Uhr vormittags in St. Bartelmä nur für Pferde des Gestütsschlages und am 2. September um 9 Uhr vormittags in Lces nur für Pferde der kaltblütigen Schläge. Im ganzen kommen 3385 K und 66 L-tück silberne Medaillen zur Verteilung. Die Besitzer von dreijährigen und älteren zuchttauglichen Hengsten werden eingeladen, diese gelegentlich der Prämiierung der Kommission zum Zwecke allsälliger Vormerkung für einen eventuellen späteren Ankauf als Landesbeschäler vorzuführen. Nähere Prämiierungs-Bestimmungen, die nach den diesfalls bestehenden Direktiven des k. k. Ackerbaumittisteriunts mit Rücksicht auf die Verhältnisse dieses Landes getroffen wurden, werden die demnächst zur Plakatierung gelangenden Kundmachungen enthalten. —- (Jüdische Zudringlichkeit.) Vor uns liegt ein Aufruf zur Beteiligung an der in Österreich verbotenen ungarischen Klassenlotterie, welcher so recht die unverschämte. Zudringlichkeit der ungarischen Bank- und Lotterie-Juden zeigt. Der Aufruf hat folgenden Wortlaut: „Budapest, im März 1905. Sehr geehrter Herr! Sicher kennen Sie das Sprichwort ,Das Schicksal des Mannes ist die Frau'. Und wahr ist es! Glück und Schicksal eines jeden Menschen werden von irgendeiner Frau bestimmt. Bestellen Sie daher in Ihrem Interesse diejenige Losnummer, welche neben einem Ihnen lieben Frauennantett auf einer der beiliegenden Glückmarken verzeichnet ist. Dieses Los wird Ihnen Glück bringen! Ihr Schicksal bindet Sie an dieses LoSl Weisen Sie es nicht ungeprüft von sich ! Der Zufall spielt im Leben die größte Rolle, alles, verdanken wir dem Zufall. Reichftt Sie Ihre Hand dem Glücke, welches durch unsere Vermittlung an Ihre Tür gerade heute pocht! Hochachtungsvoll Philipp Winter, Hauptkollekteur der königl. uttg. priv. Klassenlotterie." Der ungarische Jude weiß recht wohl, daß die von ihm empfohlene Klassen lotterte in der diesseitigen Reichshälfte bei Strafe verboten ist; er weiß aber auch, daß er die von einem österreichischen Gewinner gemachten Treffer nicht auszuzahlen braucht, weil dieser ihn nicht einmal klagen kann, ohne sich der Gefahr auszusetzen, für feine Beteiligung an der ungarischen Klaffenlotterie des Gewinnes verlustig erklärt und obendrein noch empfindlich bestraft zu werden. — (Märkte in Kretin vom 5. bis 19. Mai.) Am 8. Mat in Sawersche; am 9. in St. Marein; am 11. in Soderschitz, Töplitz und Senosetsch; am 12. in Nesseltal, Großlack und L-agor an der Save; am 16. in Rieg, Jdria, Moräutsch, Neumarktl, Widern bei Obergurk, Lukowitz (Bezirk Stein) und Römische (Bezirk Gurkfeld). * Witterdorf. (Nachahmenswert.) Der genauen Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen einerseits, sowie anderseits der immer mehr sich bahnbrechenden Überzeugung vom großen Nutzeit des Waldes und dem steigenden Werte des Holzes ist es zuzuschreiben, daß nicht nur sinn- und planlose Abstockung verhindert, sondern von Besitzern aus freiem Antriebe Aufforstung vorgenommen wird. So haben heuer in den Kofler Berganteilen nachstehende Besitzer aus Mitterdorf Fichtenbäumchen frisch angepflanzt: Georg Petsche 20.000 Stück (die gleiche .Zahl soll nächstes Jahr nachgesetzt werden), Matthias Siegmund 6000, Josef Schneider 5000, Johann Perz Nr. 14 3000, Josef Kren 1000; längs des Zaunes der die Mitterdorfer und Ortrer Hutweide trennt, hat die Ortschaft Mitterdorf 10.000 Bäumchen gepflanzt. — (Land- und Hofs lucht.) Der erst vor kurzem aus Amerika zurückgekehrte Alois Tschinkel aus Windischdorf Nr. 28, hat den kaum übernommenen väterlichen Besitz schon wieder verlassen und der Heimat Lebewohl gesagt. Diesmal hat er sich gar nach Johannesburg in Südafrika gewendet, um dort nach Gold und Diamanten zu graben.— Der Besitzer Franz Krische aus Kerndorf aber hat Haus und Hof einem Großlaschitzer um 15.000 Kronen abgetreten. Der für eine Kerndorfer Hube in der Tat recht annehmbare Preis soll, wie wir hören, noch mehrere andere Besitzer geneigt gemacht haben, ihr Anwesen gleichfalls loszuschlagen, um sich dabei etwas herauszuschlagen. Uns fällt da ein Geschichtlein ein, das vor einigen Jahren in der Neumarktler Gegend passiert ist. Dort hatte ein Baron große Lust nach den Almweiden der Bauern und bot, um sie zu erhalten, den Besitzern sehr hohe Kaufpreise an. In der Hoffnung, um den erzielten Preis nicht nur anderswo wieder Besitz ankaufen, sondern noch mehrere Hunderter in der Sparkasse hinterlegen zu können, verkauften viele ihre Weiden. Und der Erfolg? In der Meinung, das Geld könne nicht mehr ausgehen, versäumten es die meisten, wieder Besitz anzukaufen, dis das Geld beim Teixel war. Da schimpfte man über den Baron und meinte allen Ernstes, er müsse die Weiden wieder zurückgeben. Fiat applicatio! •— (Sterbefälle.) In Triest ist die erst 29jährige Frau Magdalena Hutter, Gattin des Diurnisten Johann Hutter, gestorben. Die Verstorbene war eine Tochter des Müllers Franz Raukel in Rain. — Im Landesspitale in Laibach aber ist nach dreimonatlichem Krankenlager Frau Josefa Hönigmauu aus Kostern Nr. 12 am 28. April ihrem Leiden erlegen. Um sie trauert der Gatte mit acht minderjährigen Kindern. — (Wir gratulieren.) Der aus Windischdorf gebürtige Lehrer Alois Eppich in Rann hat in Bozen die Prüfung für Bürgerschulen mit ausgezeichnetem Erfolge bestanden. Möses. (Wasserleitung.) Die Arbeiten für die Wasserleitung Obermösel sind bereits ausgeschrieben. Somit ist die fast eingeschlafene, viel bezweifelte Wasserleituugsfrage, welche sich nicht weniger als zwölf Jahre in die Länge zog, endgültig gelöst. Dem zielbewußteu und energischen Eingreifen des Bürgermeisters Herrn Hans Jonke ist es zu verdanken, daß in einer kurzen Spanne Zeit diese Angelegenheit allseits zur befriedigenden Lösung gelangt ist. Wie inan weiters erfährt, soll der Bau in vier Monaten, somit bis September, bezw. Oktober 1905, vollendet werden. Der Voranschlag beträgt 38.000 K. Zur Übernahme des Baues sind bereits mehrere Offerte eingelaufen. Wie jedes gute Ding seine Gegner hat, so auch der Ban der Wasserleitung. Der Nutzeil derselben wird aber mit der Zeit auch den Gegnern einleuchten. Der Bau der Wasserleitung wird durch große Beiträge aus Staats- und Landesmitteln ermöglicht; auf die Ortschaft entfällt nur ein kleiner Teil der Baukosten. Möge das Werk gut gelingen! Hlieg. (Reminiszenz.) Am 22. April 1820 ist in Rieg Feuer ausgebrochen und wäre bald die ganze Ortschaft ein Raub der Flammen geworden. Bei dieser Gelegenheit zeichnete sich ein gewisser Peter Seemann durch seine Unerschrockenheit aus, indem er ein Kind vom Feuertode errettete. Hierüber brachte das „Jllyrische Blatt" am 18. August genannten Jahres einen amtlichen Bericht, den wir wortgetreu wiedergeben wollen. Der Bericht lautet: „Edle That eines Gottscheers. Der Bezirksobrigkeit Herzogthum Gottschee gereicht es zu besonderem Vergnügen, allgemein bekannt zu geben, daß sich ihr Unterthcm Peter Seemann, ans dem Dorfe Rieg, 50 Jahre alt, bei Gelegenheit der am 22. April d. I. daselbst Statt gefundenen Fenersbrnnst durch die edle und mit Gefahr seines eigenen Lebens vollbrachte Rettung eines einjährigen Kindes, welches in einer Wiege gelegen, den Flammen bereits preis gegeben war, auf sehr menschenfreundliche Weise ausgezeichnet hat. Dies Werk vollbrachte er aus eigenem edlen Antriebe, ohne zu bedenken, daß er selbst Vater und Ernährer einer zahlreichen Familie sei. Die hohe Landesstelle hat ihm dafür durch gewogene Vermittlung der löblichen Kreisbehörde in Neustadt! eine Belohnung von 25 Gulden M. M. aus dem Staatsschatze gnädig angewiesen und ihm ihr Wohlgefallen zu erkennen gegeben. Möge diese Nachricht zur Nacheiferung bei ähnlichen Gelegenheiten aufmuntern! Bezirksobrigkeit Herzogthum Gotischee am 25. Juli 1820." So der amtliche Bericht. Ist noch jemand am Leben, der sich an diese Feuersbrunst erinnert? Wer war das gerettete Kind? .................. Moroöih. Warum es im Hinterlande so viel und so schmackhaftes Obst gibt, ist sicherlich nicht allen Lesern des „Boten" bekannt; daher dürste eilte mit obrigkeitlicher Bestätigung versehene Aufklärung nicht unerwünscht sein. Für uns Enkel und Urenkel ist es leicht zu sagen: Als der „Großvater die Großmutter nahm, war der Großvater ein Bräutigam", aber nicht so leicht gestaltete sich die Sache beim Großvater. Bevor er die Braut heimführen konnte, mußte er hochnotpeinlichen Verpflichtungen nachkommen, wie dies folgende Ehebewilligung der Bezirks-Obrigkeit Gottschee vom 10. August 1828 Nr. 93 besagt: „Dem Jur Schneider von Händlern wird die Ehe mit der Maria Michitsch von Masereben, wenn kein kanonisches Ehehinderniss obwaltet, gegen dem bewilliget, dass er künftiges Frühjahr auf seinem Grunde 6 Obstbäume verpflantze, worüber et sich auszuweisen haben wird. Zugleich wird das Schießen während der Hochzeit sowohl den Gästen als Brautleuten bey 15 fl. C. M. verbothen." Ob man das Schießen während der Hochzeit unterlassen hat oder nicht, das ist nicht ausgeschrieben; das Einsetzen der Bäume ist gewiß nicht unterblieben, denn das ist auf geschrieben mit gehörigen Buchstaben in den prächtigen Gärten des Hinterlandes. chöttemtz. (Industrielles.) Herr Johann Sumperer in Göttenitz errichtet hier eine Mahlmühle und Brettersäge mit Loko-mobilbetrieb. Die diesbezügliche kommifsionelle Lokalverhandlung wird am 18. Mai stattfinden. Wessettal'. (Volksbewegung.) In unserer Pfarre erfolgten im ersten Quartale dieses Jahres sieben Geburten, eine Trauung und acht Sterbefälle. — (Volksntission.) Seit 30. April wird hier die Erneuerung der heil. Mission von den Vätern der Gesellschaft Jesu abgehalten. Schluß derselben am 7. Mai. Gott gebe seinen Segen! Wiedertiefenvach. (Hohes Alter.) Am 29. April wurde die älteste Person der Pfarre Morobitz zu Grabe getragen; es ist dies die 96jährige Gertrud Wittine, geboren in Verdreng im Jahre 1819 ans der Familie Göstl. Wudoksswerl. (Notstandsaktion.) Das k. k.Landespräsidium hat der Bezirkshauptmannschaft in Rndolfswert ans dem ihm zur Verfügung gestellten Kredite den Betrag von 38.000 K als staatliche Notstandsaktion angewiesen, und zwar 34.000 K für die durch Hagelschlag und Dürre geschädigten Insassen der Gemeinden Dö-bernik, Hönigftein, Prečna, Rudolfswert, St. Michael-Stopic, Treffen, Seisenberg, Langenton, Tfchermofchnitz und Wrttßnitz, die weiteren 4000 K hingegen für die Abbrändler in Hinach. Übrigens wurde im politischen Bezirke Rudolfswert bereits Saatgut im Werte von 10.000 K unter die notleidende Bevölkerung verteilt. Laiöach. (Nächtliche Friedhofsbesucher.) Der auf der Wienerstraße gegenüber der St. Christoph-Friedhofskirche stationierte Verzehrungssteuer-Aufseher bemerkte während seines Nachtdienstes schon zu wiederholtenmalen, daß ein Herr in Begleitung einer Dame, beide elegant gekleidet und in tiefer Trauer, um die Mitternachtsstunde den Friedhof zu besuchen pflegte. Hiebei benützten die unbekannten Besucher jedesmal die nördliche Eingangspforte; eine kurze Manipulation anscheinend mit einem Nachschlüssel und ein kleiner Druck mit der Hand genügte, um die stets verschlossene, sehr schwere eiserne Gittertür zu öffnen. Bei einem dieser nächtlichen Besuche weckte der Aufseher den Totengräber, der sich mit seinen drei Knechten sofort auf die Suche machte, aber trotz des sorgfältigsten Durchstöberns des Friedhofes in allen Ecken und Enden nichts Verdächtiges ausfindig machen konnte. Bei einem anderen Besuche stellte sich der Aufseher selbst zur Gittertür, um die Besucher Beim Verlassen des Friedhofes zu überraschen und womöglich zu erkennen. Aber trotz einstündigen Harrens kam niemand zum Vorschein, und am nächsten Morgen war die Gittertür wieder, wie gewöhnlich, verschlossen. Diese nächtlichen Friedhofsbesuche erregen bereits Aufsehen, da niemand weiß, wer die Besucher sind und warum sie gerade die Geisterstunde für ihre Besuche wählen. — (Todfall.) Der Übungsschullehrer i. R. Herr I. Eppich ist am 2. Mai um 11 Uhr nachts gestorben. R. I. P. — (Landtagsergänzungswahl.) Bei der am 17. April stattgehabten Landtagsergänzungswahl aus der Wählerklasse des Großgrundbesitzes wurden die Herren Rudolf Graf Margheri, k. k. Landesregiernngsrat a. D. und Gutsbesitzer in Schloß Altenburg, und Franz Galle, Herrschaftsbesitzer in Freudental, mit je 56 Stimmen zu Landtagsabgeordneten gewählt. Die Gewählten gehören der deutschen (verfassungstreuen) Partei an. Die beiden Landtagsmandate hatten früher die verstorbenen Herren Ritter von Langer und Dr. Adolf Schaffer inne gehabt. Weltmarkts. (Auszeichnung.) Auf der Internationalen Geflügelausstellung in Salzburg (23. bis 25. April l. I.) erhielt der bekannte Geflügelzüchter Herr Anton Lehmann, Besitzer der Ersten krainischen Geflügelzuchtanstalt in Neumarktl, Oberkram, für den dort ausgestellten Stamm gelbe Orpingtons die höchste Auszeichnung: den Ehrenpreis. Wir gratulieren. Nachrichten aus Amerika. KHicaqo. (Furchtbares Unglück.) Josef Stecher, Besitzer in Schackendorf Nr. 45, war hier in einer Bierbrauerei bedienstet und ist auf schreckliche Weise ums Leben gekommen. Um 1 Uhr in der Nacht fand man ihn in Stücke zerrissen in der Maschinenhalle. Wahrscheinlich kam er in den Transmissionsriemen und wurde von der Maschine zerrissen. Er hinterläßt eine junge Witwe und drei unmündige Kinder im Alter von ein bis neun Jahren. Gott tröste die Hinterbliebenen ! — Über einen weiteren Unglücksfall berichtet man uns aus Californien. Der 23 jährige aus Unterbuchberg (Pfarre Nesseltal) stammende Matthias Agnitsch ist am 12. Februar in einer Kohlengrube durch herabgestürztes Schiefergestein verunglückt; er starb bald darauf. tzlevekand. Aus Cleveland ist uns von einem Freunde des „Boten" folgende erfreuliche Zuschrift zugekommen: „Während des letzten Jahres habe ich den „Gottscheer Boten" regelmäßig gelesen und manches Lehrreiche demselben entnommen. Es freut mich sehr, daß der „Gottscheer Bote" ein so gediegenes Blatt ist, welches besonders die katholische Religion so mutig verteidigt, was ihm zur großen Ehre gereicht. John F., 11 Bliß Ave. Amtliches. Mit dem zweiten Semester des laufenden Schuljahres gelangen u. a. auch nachstehende Studentenstiftungen zur Ausschreibung: Der achte, zwölfte und einundzwanzigste Platz je jährlicher 100 K, dann der erste und der sechzehnte Platz der zweiten Johann Stampflschen Studentenstistung fähr-licher 200 K. Gesuche sind längstens bis 15. Mai 1905 bei der Vorgesetzten Studienbehörde einzureichen. . ^ r r , Für das Jahr 1905 gelangen die aus dem Vermögen des bestandenen Gartenbauvereines in Laibach errichteten drei Geldprämien von je 75 K 60 h für Volksschullehrer hiemit zur Ausschreibung. Anspruch auf diese Geldprämien haben jene Volksschullehrer, welche sich die Pflege der Schulgärten und de» Unterricht im Gemüsebau und in der Obstbaumzucht besonders angelegen sein lassen. Bewerber um diese Geldprämien haben ihre gehörig belegten Gesuche längstens bis zum 15. Mai 1905 beim Vorgesetzten Bezirksschulräte einzubringen. , Sterbcfälle. Pfarre Mitterdorf. > Im Februar: am 13. Maria Kren aus Softem Nr. 45, 20 Jahre alt; am 16. Johann S amide aus Malgern Nr. 41, eine Stunde alt; am 18. Stephanie .hönigmann aus Softem Nr. 12, 1 Monat alt; am 20. Josefa Tschmkel aus Windischdorf Nr. 48, 41 Jahre alt; am 24. Maria Macher aus Rain Nr. 13, 11 Jahre alt; am 28. Johann Jak-litsch aus Mitterdorf Nr. 40, 6 Monate alt. Im März: am 1. Maria Schober aus Windischdorf "Nr. 11, 74 Jahre alt, und Franz Krobat aus Windischdorf Nr. 50, 2 Monate alt; am 20. Josef Jaktitsch aus Ram Nr. 7, 39 Jahre alt; am 21. Josef ©amide aus Malgern Nr. 14, 6 Stunden alt; am 22. Matthäus König aus Soffern Nr. 20, 60 Jahre alt; am 23. Josefa ©amide aus Malgern Nr. 14, 2 Tage alt; am 25. Alois Tschmkel aus Windischdorf Nr-27, 21 Jahre alt; am 26. Alois Supantschitsch aus Windischdorf Nr. 24, 2 Jahre alt, und Franz ©kibar aus Softem Nr. 13, 7 Monate alt; am 30. Maria ©kibar aus Softem Nr. 13, 4 Jahre alt; am 31. Joses Widmer aus Windischdorf Nr. 32, 88 Jahre alt; Josef Perz aus Windischdorf Nr. 31, 62 Jahre alt; Agnes Tschmkel aus Windischdorf Nr. 28, 65 Jahre alt; Maria Jaklitsch aus Rain Nr. 9, 78 Jahre alt. Pfarre Tschermoschnitz. Am 1. Jänner Adolf Meditz aus Tappelwerch Nr 9 2 Jahre alt; am 20. Jänner Michael Stalzer aus Tappelwerch Nr. 8, 81 Jahre alt; am 31. Jänner Matthias Skedel aus Wretzen Nr. 19 und Maria Matzelle aus Widerzug Nr. 4, 70 Jahre alt; am 2 Februar Johann Brinskelle aus Widerzug Nr. 1, 9 Jahre alt; am 11. Februar ^Josefa Po-reber aus Reuter Nr. 14, 17 Jahre alt; am 30. Marz Rosalia Matzelle aus Widerzug Nr. 4, 2 Jahre alt. . ____________ Briefkasten der Verwaltung. I, H. 10240 Chicago. Beide fraglichen Geldsendungen dankend erhalten und" Abonnement vorgemerkt. Besten Gruß. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergesxaltene Aleindruckzeile oder'deren Herum 15 Seiler, bei mehrmaliger Einschaltung 12 Seiler. Bei Einschaltungen durch ein halbes Jahr wird eine zehnxrozentige, bei solchen durch das ganze fZahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Lin-chaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Besieh fangen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. MMZMNZsUMZlZMIIZUWlZWZlZUW Wer kauft? In Softem (Pfarre Mitterdorf) ist ein Haus (Keusche) aus freier Hand preiswert zu verkaufen. Näheres beim Eigentümer iofj. Ileuder in Softem Nr. 42. 25 (2-2) welche sich als Erzieherinnen oder Kindergärtnerinnen ausbilden wollen, sowie solche, die sich mit der Erziehung kleiner Sinder bekannt machen wollen,_ werden im Kindergarten in Gottschee ausgenommen. Der Unterricht unentgeltlich. 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