ErrmiMÜK der deni sch en Sprache für Mittelschulen und verwandte Anstalten in nietirlpructntjel» ^ünelern. Von Milton Heinrich, Professor am kais. kgl. Obergymnasiuin in Laibach. Laibach 1873. Druck und Verlag von Jgn. o. Kleinmayr L Fed. Bamberg. U o r r e d e. Seitdem die nichtdeutschen Sprachen in unseren Hauptschulen eine sorgfältigere Pflege genießen, genügen für den deutschen Sprachunterricht in den Mittelschulen nicht mehr jene Grammatiken, deren Ziel nur darauf gerichtet ist, eine zum Eigentum gewordene Sprache zum Bewußtsein zu bringen. Die im Z 60 des Org.-Entw. an die aufzunehmenden Schüler gestellte Forderung des richtigen Lesens ist zur Aufgabe des Gymnasial- Unterrichtes geworden. Ein richtiges Betonen ist in den unteren Klaffen selten zu hören. Ich habe deshalb in der Laut- und Formenlehre an den mehrsilbigen Wörtern die hochbetontcn Silben mit deni Accente versehen. In zweifelhaften Fällen holte ich mir Rat in Fr. L. K. Weigands deutschem Wörterbuche. Daß iu gewissen Verbindungen, z. B. bei Hervorhebung eines Gegensatzes, von der ursprünglichen Betonung abgewichen werden muß, dient zu einem der vielen Belege für die Wahrheit, daß der Nichtdeutsche die richtige Betonung nicht aus einigen Regeln erlernen kann. In der Syntax aber verfolgte ich mit der Accentuierung den in der Note auf S. 95 angegebenen Zweck. Nicht alle, sondern nur diejenigen mehrsilbigen Wörter sind acccntuicrt, welche Slaven, Magyaren und Italiener unrichtig aus¬ zusprechen Pflegen; ich begnügte mich aber nicht, ein solches Wort nur bei seinem ersten Vorkommen mit dem Accente zu versehen, sondern er¬ sparte ihn nur, wenn es sich bald wiederholte; denn eine vierzehnjährige Schulpraxis hat mir gezeigt, wie langsam gerade in diesem Punkte die Beobachtung von Regeln zur Gewohnheit wird. Dieselben anzugeben ist übrigens nicht versäumt worden. IV Der im Z 60 des O.-E. an die aufzunehmcnden Schüler gestellten Forderung, „fertig und mit Vermeidung solcher gröberer Fehler, welche durch allgemeine Regeln sich bestimmen lassen," Diktate nachschreiben zu können, muß öfter noch im Obergymnasium nachgeholfen werden. Bei vielen, die ihr beim Eintritt ins Gymnasium gerecht werden, verliert sich mit den Jahren die Sicherheit, erstens weil an den Gymnasien jetzt überhaupt wenig und das wenige zumeist stenographisch geschrieben wird, zweitens weil unsere Orthographie nicht feststeht, drittens weil mit dem oft so häufigen Wechsel der Lehrer im Untergymnasium gewöhnlich auch die Schrei¬ bung wechselt, und endlich weil aus das im O.-E. Jnstr. IV, g. für die erste und zweite Klasse angeordnete Diktandoschreiben nicht immer das nötige Gewicht 'gelegt wird. Ich habe deshalb an jede Regel der Recht¬ schreibung ein Diktando gefügt, das ihr zum belebenden und sicherstellenden Beispiele dient. Es ist gut, nach Erklärung und Abfragung der Regel das Diktando mit richtiger Betonung vorlesen zu lassen und es erst in der nächsten Stunde zu diktieren. Die Sätze der Diktanden sind nicht Büchern entnommen. Mir lag nicht daran, daß sie belehrenden Stoss enthielten, sondern lediglich an einer gedrängten, wiederholenden Einübung der gleichklingenden, aber verschieden zu schreibenden Wörter, die so nahe als möglich neben einander stehen müssen, soll ihr Wesen und ihr Unter¬ schied mühelos erkannt werden. Demnach haben nur wenige Sätze eine allgemeine Bedeutung. Seltene Wörter jedoch sind in ihnen erklärt. Das Verhältniß, ans welchem heraus der Sinn des Satzes vom Lehrer mit wenigen Worten erklärt werden kann, ist überall leicht zu erkennen. Das Diktando 10 ist besonders für Italiener und Südslaven wichtig. Was nun die Regeln der Rechtschreibung anbelangt, so hielt ich mich meist an Englmann und schreibe z. B. mit ihm statt des c, wenn es wie k ausgesprochen wird, k; strikter ist die in ß 24 erwähnte Unterschei¬ dung bei ce, ci vorgenommen; von Prinzipien z. B. spricht auch schon der gebildete Bürger, das Partie ip überläßt er den Gramma¬ tikern. Bei der Unfertigkeit unserer Orthographie wird man mit diesem Teile des Buches um so eher milde ins Gericht gehen, als ich überall der freien Wahl des Lehrers den unbedingtesten Raum v ließ und deshalb neben einander laufende Schreibweisen immer anführte. Wie die Sachen jetzt eben stehen, können wir zufrieden sein, wenn an den Anstalten, für welche dieses Buch berechnet ist, alle Schüler jene deutschen Wörter richtig schreiben, die von allen Parteien auf dieselbe Weise geschrieben werden. Bei Abfassung der ersten Regeln konnte nicht von der Aussprache zur Schreibung gegangen werden, sondern es mußte der entgegengesetzte Weg eingeschlagen werden. Mit einem Lehrbuche, das bloß Betrachtungen über die Sprache enthält, ist unseren Anstalten nicht gedient. Hier muß gelernt werden und deshalb der Stoff in bündige Regeln gebracht sein; Lehrer und Schüler müssen die Fragestellung aus der Textierung des Buches leicht herausfinden. Dafür ist selbst die typographische Anordnung von großer Bedeutung. Das Buch in dieser Hinsicht der freundlichen Beurteilung der Fachgenoffen überlassend erwähne ich von dem, was ich als Begründung und Recht¬ fertigung des Einzelnen sagen könnte, nur Folgendes. Definitionen schienen mir nur dort notwendig, wo sie die Anwendung von Regeln beeinflussen. Dieselbe Anschauung schrieb mir auch das Maß desjenigen vor, was aus der Etymologie ausgenommen wurde, und bezeichnete mir zugleich den Platz desselben in der Formenlehre. Die in K 108 angeführten Fügungen sollen dem Schüler als Muster zur Anlegung einer alphabetisch geordneten deutschen Phraseologie dienen. Sieh die Note auf S. 62. Vieles, wie z. B. die Lehre vom Geschlechte, dem Gebrauche des Artikels, der Reflexivität, die Setzung des es, des haben oder sein, muß unseren Schülern ein¬ gehender mitgeteilt werden, und in solchen Partien bringt das Buch viel Neues, wie z. B. in KZ 100 und 101. Um nicht zu verwirren, vermied ich besonders in solchen Abschnitten so viel als nur möglich die Anführung schwankender und durch Ausnahmen geschwächter Regeln. Manches dürfte demjenigen, welcher nur an rein deutschen Anstalten unterrichtet hat, überflüssig, manches sogar kindisch erscheinen. Die Versificiernng von Regeln und Formen ist eine anerkannte Erleichterung für die Aneignung, wenn dabei beobachtet wird, was auf S. 37 darüber gesagt ist. Manche aus der Erfahrung geschöpfte Winke erlaube ich mir statt in der Vorrede in der Form von Noten an jenen Stellen zu geben, wo sich die Gelegenheit, sie zu VI beobachten, zuerst bietet. Sehr häufig wird auf Fehler aufmerksam gemacht, die in den Theken oder in der Sprechweise der Schüler öfter wahrzunehmcn sind; denn nur die Erkcnntniß des Fehlers führt zur Besserung. Auf frühere Sprachperioden griff ich nur in jenen seltenen Fällen zurück, wenn ich etwas auffallendes rechtfertigen mußte; denn durch" diese Art von Gründ¬ lichkeit werden unsere Schüler nur verwirrt. Im Gebrauche großer oder kleiner Initialen nach „z. B." herrscht auch in cingeführten Lehrbüchern große Inkonsequenz; ich setze einen großen nur dann, wenn ein Satz folgt, außer derselbe ist in den Text eingeschaltet. Grammatische Aufgaben sind an unseren Anstalten viel notwendiger, als oft geglaubt wird. Der eifrige Lehrer übt durch dieselben die verstan¬ denen und augccigneten Regeln ein; das Lehrbuch dagegen enthält nur solche, welche zum Verständnis; und zur Aneignung der Regeln führen. Diese werden am besten in der Schule mündlich gemacht, dann können sie wol auch gleich den andern in das Arbeitsheft eingetragen werden. Bon beson¬ derer Bedeutung sind die Aufgaben in der Syntax. Obgleich in unseren Anstalten mehr gelernt als betrachtet und somit von der Regel zum Beispiele übergcgangcn werden muß, und zwar dies umsomehr, als der umgekehrte Weg lang und nach meiner Erfahrung so dunkel ist, daß man erst auf dein Rückwege von der Regel zum Beispiele etwas sieht; so ist doch die Satzlehre so abgefaßt und typographisch so eingerichtet, daß der Lehrer mit Leichtigkeit auch von den Beispielen zur Regel übergehen kann. Ich wählte zu Beispielen leicht verständliche Sätze, damit der Schüler nicht durch das Nachgrübeln über ihren Sinn die Regel ans dem Auge verliere. Unsere Schüler schöpfen ihre Kenntniß der deutschen Sprache nur aus Büchern. Sei es nun, daß sic vorzugsweise Gedichte lesen oder in der Schule interpretieren und sodann memorieren, Thatsache ist, daß sie auch in prosaischen Aufsätzen zumeist die poetische Wortfolge anwenden; deshalb vermied ich, wo nur immer möglich, klassische Beispiele in Versen. In die Lehre vom einfachen erweiterten Satze habe ich als „vorläufige Bemerkungen" die Lehre von der Entstehung der Nebensätze ausgenommen. Es ist dies erfahrungsgemäß das leichteste Mittel, eine klare Übersicht über den Satzbau zu erzielen. Und diese Nebensätze bildet der Schüler selbst durch Erweiterung der Satzteile in den unter „Aufgaben" angeführten Beispielen. (Nicht Nebensätze habe ich hier ange¬ führt, was verwirren könnte.) Im anschließenden Gegensätze verlangen in der Lehre von dem zusammengesetzten Satze die „Aufgaben" das Zusammen¬ ziehen der Nebensätze in jene Glieder des einfachen Satzes, durch deren Erweiterung sie entstanden sind. Daher ist das Satzgefüge vor der Satz¬ verbindung zu behandeln. Durch die angegebene Art von Resolvierung und Reducicrung werden die beiden Hauptabschnitte der Syntax in einen zur Einheit führenden Kontakt gesetzt, und was die Hauptsache ist, es kommt Leben in die Schule. Sclbstthätigkcit ist ja Bedingung alles Fortschrittes. Gut ist es, in der Syntax von jedem Abschnitte und Paragraphen zuerst eine Übersicht zu gewinnen. Hat der Schüler die größeren Abteilungen ini Auge, dann geht er mit Vcrstündniß an die Unterabteilungen. Das Buch eignet sich hoffentlich auch für rein deutsche Mittelschulen; aber wenn cs den nichtdcutschen Schülern die so schwierige Erlernung der deutschen Sprache erleichtert, so hat es seinen Zweck erreicht. Der Verleger hat bei der Herstellung desselben materielle Vorteile aus dem Auge gelassen; der Leiter der Druckerei, Herr C. Rüting, hat der bei einem Lehrbuche so wichtigen typographischen Einrichtung uner¬ müdliche Sorgfalt gewidmet: beiden sage ich hiemit meinen Dank. Der Verfasser. Lautlehre und Orthographie. tz 1. Ein Wort besteht entweder ans einer oder aus mehreren Sil¬ ben, z. B. Ban (einsilbig), Ban-er (zweisilbig), Ge-bän-de (dreisilbig). Jede Silbe besteht aus einzelnen Lauten. Die Laute bezeichnen wir in der Schrift durch Buchstaben. 8 2. Arten und Betonung der Silben. 1. Stammsilbe nennen wir diejenige, welche schon für sich allein etwas bedeutet. Sic bleibt bei der Bildung von Wörtern in ihrem Wesen unverändert, z. B. leb, be-leb, Be-leb-ung, be-leb-t; Fall, ge-ficl, ver-fall-cn, gc-fäll-t. In jeden: mehrsilbigen Worte erhebt sich in der Regel die Stamm¬ silbe durch einen stärkeren Ton über die änderen, d. h. sie hat den Hochton. Ausnahmen: lebendig, wahrhaftig. 2. Von der Stammsilbe werden durch Vorsetzung von Vorsilben und Änhängung von Nachsilben neue Wörter abgeleitet, z. B. Satz, Vvr-satz, Sätz-uug. Die Vorsilbe ant und die Nachsilben ei, ier sind stets, die Vorsil¬ ben ab, crz, un, ur zumeist betont, z. B. Er antwortet (nicht antwor¬ tet), Bäckerei, Quartier, Halbkereu, undankbar, Ursprung, erzdnmm.*) 3. Die FlexionSsilbcn bilden keine neuen Wörter, z. B. Tag, Tag-es. Sic sind nicht betont. Merke: Dieses Kleid ist modern; seine Gebeine modern im Grabe. Z 3. Won den Buchstaben. A, >t entspricht dem ungarischen langen L, M. Die Aussprache darf nicht an o streifen. C, c, genannt ce, entspricht dem slävischen 0, o, dem ungarischen 0 — Ox; es wird ausgesprochen wie das italienische Es kommt nur iu Fernere Regeln der Betonung folgen an geeigneten Stellen. Die in diesem Buche mit ' bezeichneten Silben sind beim Lesen durch den Höcbton hervürzuheben. 1 — 2 — Fremdwörtern vor, z. B. Cäsar, Clprian. Bor e und i lautet es wie das deutsche z, sonst wie k. Schreibt also: zehn, Zinn, Zank, Zorn, zu, zausen, — nicht: cehn, Cinn u. s. w. Statt des slavischen ö (des polnischen ex), des italienischen e vor i und des magyärischcn es schreiben wir tsch, z. B. Kardätsche, Kartätsche. CH, ch, genannt che, entspricht dem slovenischen y vor Konsonänten. E, e klingt niemals wie das ungarische ä, das zu i hlnneigt; es darf am Ende der Wörter nicht wie ä ausgesprochen werden (was in Kram oft geschieht). Dagegen klingt das kurze e im Anfänge der Wörter bisweilen wie ä (magyarisch und nördslavisch — s), z. B. Erbse, er, Eppich, Esche. H, h, genannt ha, entspricht dem nordslavischcn b, dem slovenischen ll vor Vokalen wie in Vsrliovnile. Es darf nicht wie ch ausgesprochen werden, also nicht wie das slov, d in Iirast, Krull. Die Italiener sprechen es oft gar nicht aus und lesen z. B. Enne statt Henne. K, k, genannt ka; in lateinischen Wörtern o, z. B. Cornelia, Crässus. In der deutschen Sprache klingt hinter jedem k ein leises h. Sprich also z. B. „Sie kamen" nicht aus wie das slav, kämsu (Stein), „der Kanal" nicht wie das ungarische Kanal (Löffel). L, l, genannt el, klingt nie wie das breite polnische l. O, ls, genannt kwe, hat immer ein u hinter sich stehen, z. B. Quark, quer, spr. Kwark, kwer, nicht: Kuark, kuer oder Kvark, kver. S, s, genannt es, am Ende der Silben s, entspricht dem slavi¬ schen 2 und magyärischen 2; schreib daher: Sand, Seele, sind, soll, Sumpf, — nicht: Aand, 2eele rc. — tz, genannt ße (ss) oder sz, entspricht dem slavischen s, dem magyarischen 82.; also: naß, friß, Kuß, — nicht: nas, fris, Kus. Sch, sch, genannt sche, entspricht dem slavischen 8, Z, dem magya¬ rischen s, dem italienischen so vor i. Schiller, Schule, wusch, — nicht: Miller, Zule, wuZ oder 8iller, 8ule, wus. Sh, sh wird im Anfänge der Äbstammungssilbe wie ein slavisches sp oder magyarisches 8p ausgesprochen, z. B. Spalte, spreche — Zpalts (spalko), Schpalte, Zprsolls (sxrsslls), schpreche. Dagegen wird z. B. Haspel (aus Hasp-al), lispeln (aus lisp-eln), nicht wie Haschpel, lischpcln ausgesprochen, sondern wie slavisch und ma¬ gyarisch: lla2psl. St, st wird im Anfänge der Abstammungssilbe wie scht, wie ein slavisches Zt oder Lt und wie ein magyarisches 8t oder 28t ausgesprochen; 3 am Ende der Silbe klingt es jedoch wie einfaches st, wie slavisches st oder zt, magyarisch szt oder 2t; z. B. steh still — schteh schtill; Fürst, Last, Warst, — nicht: die Forschten, die Wünschte. T, 1, genannt t e. Im Deutschen ist hinter jedem t ein leises h zu hören*), sprich also Tanne, Tag, Tod rc. nicht wie das slavische tanek, tak, totk oder wie das magyarische tun, taA (Glied), tüt aus. W, W, genannt we, slavisch und magyarisch v, darf nicht wie ue klingen. Es aüszusprcchen, setze die obere Zahnreihe auf die Unterlippe. Wahl, wenn, Wink, Wonne, Wunde, — nicht: Uahl, uenn rc. Sprich auch nicht br und birst statt wir und wirst. N, y, genannt Up silo n, nur in Fremdwörtern. Z, z, genannt zet, entspricht dem slavischen 0 und dem magyari¬ schen 6 oder Oz. Sieh oben C. Dem slavischen 2 (dem polnischen 2) und dem magyarischen 28 entspricht kein deutscher Laut. Kommt er in gebräuchlichen Fremdwörtern vor, so schreibt man sie in ihrer Weise, z. B. Jalousie (sprich Schalusie mit gelindem sch, žuluzi, zsniuzi), Jargon (Lar^on, zsarAon), Menagerie monaLsri), Courage (kuruž, kuruzs). Anmerkung. Der erste Laut einer Silbe heißt Anlaut, der letzte Auslaut, ein Laut in der Mitte Inlaut. Linleilung der Laute. Z 4. Die Selbstlaute oderVokäle: a, e, i, 0, u. Umlaute: ä, ö, ü (Ä, Ö, Ü, nicht Ae, Oe, Ue); z. B. der Wald, die Wälder, die Not, die Nöte, der Hut, die Hüte. — Zwielaute oder Diphthonge: ai, ei, en, au und dessen Umlaut äu, z. B. der Traum, der Träumer. Ge¬ doppelte Vokale: aa, ee, 00. Z 5. Die Mitlaute oder Kousonänten: 1. flüssige (litMäno): l, m, n, r; 2. hauchende (sxirnntss): s, v, h, ch, j, s, ß, sch, z; 3. stumme (mntus): n) weiche (msäino): b, d, g; d) harte (tonnss): p, t, k. 4. Döppelkonsonanteu sind pf, sp, st, x. Zusammengesetzte Zeichen, aber einfache Laute sind: ch, que, ß, sch. Anmerkung, b, p, pH f sind Lippenlaute; d, t, ts — z sind Zahnlaute; g, k, gh ---- ch sind Kehllaute. *) Desbalb schreibt man auch so viele unnötige h. 1* 4 Aon den Vokalen. 8 6. Jede Silbe enthält einen Vokäl, z. B. wirb, nicht wrb; der Scheitel, nicht der Scheitl; das Mädel, nicht das Mädl. Der Vokal wird entweder gedehnt oder fluchtig ausgesprochen. Diphthonge und gedoppelte Vokale müssen immer gedehnt ausgesprochen werden, z. B. die Seele (nicht Selle); ebenso ie als langes i und die durch ein nächgcsetztes h gedehnten Vokäle, z. B. der Hämmerstiel (nicht .. still), der Sohn (nicht Sonn). 8 7. ll, MM, NN, rr, ck — kk, pst, tt, ff, tz — zz. 1. Folgt auf einen kurzen Vokäl kein ändcrer als ein flüssiger oder här¬ ter Konsonänt oder f und z, so werden diese verdoppelt; für kk und z; setzt man ck, tz. Die Stimme ruht gleichsam auf dem ersten der beiden Zeichen, z. B. schallen, nicht scha-len, auch nicht: schall-en; die Hölle, der Herr, der Kämm, der Senne, die Häcke — Halte, die Belten, der Knästpe, erschläffen, nutzen. Diese und ähnliche Wörter darf man nicht lesen wie: Höhle, das Heer, (er) käm, die Sehne, der Häken, beten, der Knäbe, schläfen, im Nu zehn. 2. Hinter langen Bokälen darf der Konsonänt nicht verdoppelt werden. Fie langen Vokale. 8 8. Die Diphthonge ai, ei, en. Statt ai schreibt man immer häufiger ei. Es findet sich noch in den bezeichneten Wörtern des folgenden Diktändos. Diktando 1. Die fleißige Maid schnitt neben dem schättigen Hain das reife Getreide (früher auch Getraide). Auf einer Reise durch das nördliche Baiern am Flusse Main lag ich eines Tages, es war im Monate Mai, ausruhend an einem Feldrain (der*) neben einem Acker (der), auf welchem Weizen (der) und Mais (der) gepflanzt war; Waid baut man dort nicht. Die Luft war so rein uud ich dächte an mein Väterland Krain, an meine Väterstadt Laibach. Bei der Stadt Mainz fließt der Rhein. Kaiser Karl ländcte in der Bai von Tunis. Die Gefäße aus Eichenholz wurden mit dem A k ch maße ge a icht, d. h. behördlich äbgestempelt. Er ist ein Laie in der Naturgeschichte; er weiß nicht einmal, daß der Hai eine doppelte Reihe von Zähnen hat und daß der Laich desselben nicht runde Eier enthält. Die Leiche wurde feierlich *) Leget euch nach und nach ein alphabetisches Verzeickmiß jener einfachen Wörter an, welche in der deutschen und in eurer Muttersprache ein verschiedenes Geschlecht haben. Im Slovenischen gibt es deren über 400. Ihr Geschlecht ist hier immer bezeichnet. 5 bestättet. Der Leu schüttelt die Mähne. Bittere Reue nagt an ihm. Freund, euer Heu ist Heuer gut geräten. Er hat sein Verbrechen bereut und ist nnn bereit zu sterben. Der Vielfraß verzehrte einen ganzen Laib Brod, davon schwoll ihm der Leib an. Auf diese Weise geht es nicht. Die kleine Violin-Virtuösin spielt zugleich auf allen vier Saiten ihres Instrumen¬ tes. Sie ist eine vaterlose Waise. Ich stand auf der linken Seite. Die Maische gährt. Kaiser Karl IV. (sprich: der Vierte) starb 1378. Die Blaümaise ist kleiner als die Köhlmaise. *) Di klan do 2. Er bckäm dafür vier Kreuzer. Vor zwölf Jahrhun¬ derten wohnten auf der Lüneburger Heide keine Christen, sondern Heiden (früher auch Haiden). Auch den rüstigsten Weidmann (früher auch Waid¬ mann) besucht einst Freund Hein (der Tod). Das Vieh treibt man auf die Weide. Aus diesem Weidenbaum (der) konnte ich nur vierzig Scheiter- Holz hacken. Der Dumme scheut sich, mit einem Gescheiten (nicht Geschei¬ den oder Gescheidten) zu sprechen. Zur Feier des Johännesfestes zündet man Feuer (das) an. Die Kuh hat an ihrem Euter eine Wunde, in wel¬ cher sich Eiter änsetzt. Die Nächt - eule. Eile mit Weile, willst du Nach¬ teile vermeiden. Der Gärber hat die neun Häute wol erst heute früh ge¬ kauft? Nein, gestern abends. Die Zeitungen Preisen die Täpferkeit der Preußen. Ich habe drei Freunde, sie bezeigen sich immer treu. Ich bezeuge die Währheit. Er schlug sich im Fällen eine Beule. Die Verbrecherin wurde mit dem Beile (das) enthauptet. Verleumde auch deinen Feind nicht. Den reinsten Leim gewinnt man aus der Hausenblase. Der Neid bemeistert nur einen kleinen Geist. Auf Reisen zerreißt man viel Kleider. Der Hund heult. Die Ritter zogen aus Abenteuer (das) aus, die ihnen oft teuer zu stehen kamen. Zeige mir dein Zeügniß. Frage. Warum ist „heicklich" unrichtig geschrieben? Antwort. Weil ck nur hinter einem kurzen und betonten Vokäle stehen kann. Wir hacken mit der Hacke. Der Rock hängt an dem Haken. 8 9. ä, ö, ü, äll sind die Umlaute von a, o, u, au. äu wird geschrieben, wenn es leicht als Umlaut zu erkennen ist, z. B. der Raub, die Räuber, sauber, säuberlich. D i k t a n d o 3. Alle Räume der Scheune sind gefüllt. Beim Scheine der Lampe schreibt der Dichter Reime. Sie schlugen mit den Fäusten auf den feisten Ochsen. Er hat Fische (der) feil; getodtet gehen sie leicht in *) Die von euch unrichtig geschriebenen Wörter schreibt dreimal richtig ab, da¬ mit sich euer Auge an das Bild des richtig geschriebenen Wortes gewöhnt. 6 Fänlniß über. Das bakerische Bier. Die bäuerische Manier. Die Ziegen- mäuler sind den jungen Bäumchen gefährlich. Der Kohlenmeiler raucht. Die eisernen Kisten wurden veräußert. Heiser krächzte der Rabe, während er über die Häuser des Dorfes flog. Die Kohlmaise ist ein Vogel, die Ameise ein Insekt. Es gibt auch weiße Mäuse. Wir ruhten neben einer Säule, an welcher zwei Seile (das) befestigt waren. Der Leiter der Lekh- anstalt, ein Italiener, erläuterte uns, nachdem er sich geräuspert hatte, in deutscher Sprache sehr geläufig, warum sic iu einem so guten Leumund (der) stehe. Die Leute stiegen auf Leiter» in die Höhle. Wir gaben dem Verstorbenen beim Geläute der Glocke» das letzte Geleite. Das Mädchen naschte Honigseim. Das weiße Tuch ist braun ekugesäumt. Versäume nichts. Das Fräulein und der Freiherr gehen in freier Luft spaziere». Er ist ihr Freier und wird sie heiraten (richtiger als Heuraten). Die allgemeine Freude vereinte in aufrichtiger Versöhnung Freund und Feind. Die strenge und rohe Frau wollte die Magd dürchbleuen (mhd. dlimvsn, schlagen), weil sie die Wäsche nicht schön gebläut hatte. Der Räuber wurde erschösse», als er eben mit einem Reiber das Fenster schließen wollte. Dieser Hund hat den Räuden, er ist räudig. Es kommt Hochwasser (das), schließet schleu¬ nig die Schleusen (unrichtig: Schleichen). Die Kinder des Tabäkverschlei- ßers schleißen Federn (die). Die Pascher schleichen über die Grenze; sie tragen Wein (der) in Schläuchen. Z 10. Die gedoppelten Vokale aa, ee, 00. Sie wer¬ den immer seltener geschrieben. Die Wörter, in denen sie noch Vorkommen, sind in dem folgenden Diktändo bezeichnet. D i k t a n d o 4. Ich habe älle acht Aale (der) in dem Flusse neben der schättigcn Allee gefängen. Der H aarkünstler harrte lange imVör- saale (der) und ward es herzlich satt. Es paßt auf ein Härchen. Die Saat steht schön, der Schnee hat ihr nichts geschädct; wenn nicht der Hägcl Verheerungen änrichtct, so werden die Bauern Heuer wie Herren leben. Das ganze Heer war mit Speeren bcwäffnet. Bares Geld hat er nicht, aber eine Siberbarre. Statt des Kaisers, welcher den ganzen Staat regiert, leiten Statthalter (die Statt — die Stätte) die Provinzen. Vom Regen waren die Waren naß geworden. Wahren Worten glaubt mau. Deine Schulsachen sind in Wirrwarr. Knabe und Mädchen bilden ein Pär¬ chen. Um ein paar (— einige) Kreuzer kauft man kein Paar Stiefel. Frißt der Aar auch Aas (das)? Während des Kartenspiels aß der Ar¬ meelieferant von der Torte, welche die Form einer Moschee hatte. Er 7 machte mit dem Herzäß (das) einen Stich. Der Arme soll, der Reiche känn sparen. Kaffee (der) trinkt man auch auf dem Lande, von Thee (der) aber hat man noch keine Idee. Der Klee blüht rot. Dieses Garten¬ beet ist mit Salätsamen (der) besät. Er ist am Star (und Staar) er¬ blindet. Die Hände wurden uns von der Kälte starr. Ins offene Meer fahren nennt man „in die See stechen." Dazu gehört etwas mehr Mut, als mit einem Boote (das) auf dem Teiche neben den mit Moos (das) bewächsenen Ufern spazieren zu fahren. Ein Bote rief den Musiklehrer auf das Schloß. Er fand alle Säle (Saal) leer, keine Seele kam ihm ent¬ gegen. Endlich erschien ein Mohr in herrschaftlicher Livree. Der sing mit ihm einen Krakeel an. Das Laibacher Moor mißt vier Quadrät- meilen. Fressen die Bären auch Brombeeren? Wir schlächteten zwei Bäre (der Bär — Männchen vorn Schwein). Gehst du mit mir auf die Geest? (trockenes hohes Sandland). Der (auch das) Ther (früher auch Theer) ist ein härziges Öl. Es ist ein trauriges Los (schon selten Loos), sich von drückenden Verpflichtungen nicht lösmachen zn können. K 11. ie. Die Länge des i wird durch e angedeutet, auch in den fremden Endsilben ie, ier, ierett. Ausnahmen: 1. Die Fürwörter ihm, ihn, ihren, ihr, mir, dir, wir. 2. wider — gegen, daher auch: der Widerspruch, der Widerhall, er¬ widern u. a. m. 3. Der (igel, der Hsegrimm, der Biber, das Lid (am Auge) und viele Fremdwörter, wie die Bibel, die Fibel, der Kamin, der Tiger, die Ruine, die Linie, die Satire, die Maschine. Anmerkung In g i b (gieb), gibst (giebst), gibt (giebt) schwankt die Aussprache zwischen langem und kurzem Vokal; es sind daher beide Schreibweisen berechtigt. In fing, ging, hing ist wegen der Kürze des Vokals die Schreibung mit e nicht berechtigt. Diktando 5?) Der Inn fließt in Tirol, ich habe ihn gesehen. Ihm war es erlaubt im Laibachflusse zu fischen. Binnen kurzem werden die Bienen schwärmen. Die Bühne des Theäters. Die Blume riecht an¬ genehm. Ich bitte dich, nimm än, was ich dir, dem biederen Manne, biete. Der Flieder duftet. Der Eitle sucht den Flitter. Gottfried marschierte im dritten Gliede; er glitt wie viele andere auf dem schlüpfrigen Äbhange *) In Kram pflegt man die kurzen Vokale zu dehnen, die langen dagegen kurz auszusprechen. Das richtige Lesen vor dem Schreiben Les Diktandos darf des¬ halb umsoweniger vernachlässigt werden. 8 aus und fiel. Da sich die Klage aus eiu bloßes Gerücht stützte, gefiel cs dein Ländesgerichte, sie zurückzuweiscn. Dem Rcchtsgcfühle des Bolkes muß mau Rechnung tragen. Der Lärm wird gestillt. Die Zicke ist eine junge Ziege. Das Zillcrthal war das Ziel unserer Reise. Er ist ein ganzer Riese; er kann sich rühmen, hundert Ries (auch Rieß) Papier, wenn sie in einem Riemen znsäinmengebündcn sind, auf seinem Rücken zu tragen. An der Küste des Meeres liegt eine Kiste voll Schiefcrstcine. Der Schisser rollt die Tonne über ein schief liegendes Brett. Wer lügt, betrügt (richti- gcr, aber selten: betrugt.) Der Schleifer schliff vier Messer (das), wäh¬ rend sein Söhnlein schlief. In der Schwüle das Tages hackte er Holz, bis er Schwielen (die) an den Händen hatte. Nebel (der) und Dünste er¬ weisen dem Wächstum der Pflanzen gute Dienste (der). Ich höre die Taube girren. Der Hund frißt mit großer Gier. Als der Hirt die Herde durch den Fluß trieb, wurde das Wasser trüb. Der Küfer bringt eine Kufe Bier. Das Holz der Kiefer heißt Kien (der). Der Kienruß. Es wäre eine Kühnheit das erboste Tier äuzugreifcu. Schließ die Thüre. Er trägt am Kinn einen Bart. Der Leichtsinnige vergißt die Erwähnun¬ gen seiner geliebten Eltern und die eigenen Gelübde, vergießt Tränen und lacht gleich darauf. Dikta n do 6. Die dünnen Zweige (der) erfrieren leicht. Die Sänd- düncn am Ufer dieses Flusses können dazu dienen, die Wiesen (die) vor Überschwemmungen zu schützen. Wir wissen, daß die Wiesel nützlich sind. Ans der verschütteten Stadt wurden verschiedene Gegenstände aüsgegraben. DaS furchtsame Frauenzimmer schmiegte sich ängstlich an seinen Bruder. Die Köchin schmückte den gebratenen Rehziemer mit Grünzeug. Es ziemt sich, das Alter zu ehren. Der Zinnnt ist eine Gewürzrinde. Die Lust wider die Feinde zu streiten erwachte immer wieder in ihm. Während er dies Lied sang, schloß er die Augenlider. Ein heftiges Fieber, an dem er seit längem litt, machte jede seiner Fibern erzittern. Da stiehlt mir ge¬ stern in der Stille der Nacht ein Dieb aus dem Garten zwei Stühle und einen Hämmer mit einem eisernen Stiele. Die Schreibweise des Schrift¬ stellers nennen wir seinen Stil. Es fielen in der letzten Schlacht viele von meinen Bekännten.' Der Knabe fing die jungen Vögel, sic konnten noch nicht gut fliegen, sie waren erst flügge geworden. Das gcschlächtete Tier hing neben der Thüre der Fleischbank. Er ging auf die Universität nach Kiel. Der lange Gründbalkcn eines Schisses heißt Kiel. Der Federkiel. Im Keller ist es kühl. Als die Mine sprang, lag Schrecken auf jeder Miene. In der Mitte des Jahres kündigte er mir die Miete. 9 Diktando 7. Man muß seine Gelüste zügeln. Häuser (das) deckt man mit Ziegeln (der). Er ist ein liederliches (schon mhd. so) Tuch. Die Leute rieten mir, die Reise durch den Wald nur wölberitteu zu wagen. Wer sich verkühlt, kann siech werden. Wir biegen den Zweig um. Die Schmarotzer bücken sich vor den Reichen. Entsage sinnlichen Genüssen. Wir genießen den Duft der Blumen. Wenn ich schnupfe, muß ich uiesen. Der Äquator, die Liuic, liegt im Süden. Wir lassen Thce sieden. Der Ver¬ leumder lügt. Die Soldaten schießen, aber wir erschrecken vor ihren Schüssen nicht. Der Tapezier wollte eine Landpartie machen. Da trifft er seinen Nachbar, den Juwelier. Sie spazieren über die Wiese. Es erwischt sie ein Regen, ihre Kleider triefen von Wasser, und sie können sich gratulieren, daß die Kolonie der Zicgclbrenuer, in welche sie retirieren wollen, in der Nähe liegt. Die Kinder ziehen eine süße Medizin vor. Der Offizier, wel¬ cher bei dem Barbier im Quartiere liegt, kaufte von einem Hausierer ein altes Visier, er wird probieren cs zu polieren. Der Großvezier (sprich: Wesier). Z 12. Durch l> gedehnte Wkal'e. In der Regel steht hinter ihnen in derselben Silbe eine Liquida. Doch nicht vor jeder Liquida steht hinter dem langen Vokal ein h; z. B. die Scham, die Schale, der Maler, die Qual.*) Diktando 8. Die Ahle ist ein Schühmachcrwerkzeug. Seit dem Falle über die Stiege siecht er dahin, er ist ganz fahl im Gesichte. Der Müller hat das Getreide gemahlen. Der Maler hat das Portrait (sprich Portrah) gemalt. Nach dem Gästmahle (das) besichtigten wir das Denk¬ mal jenes Bürgers, welcher für das Wol der Stadt, ja des ganzen Staates, so viel gethän hat. Er war ein Wöllhändler. Die Wahrheit liebte er über alles. Zu seinem Grabe (bas) wällen die, deren Zähren er ge¬ trocknet hat. Der Wällfisch (früher Walfisch). Er lebt in dem Wahne (der), die Wahl werde aus ihn fallen. Wann bringt der Binder die Wanne? Stoßt mit dem Kahn nicht an das Wehr, er kann Umstürzen. Die Not¬ wehr. Die Gefangenen zählen in ihren Zellen die Minuten. In einem Zelte liegen vier Soldäteu. Die Geldbuße nannten die Alten Wergeld (nicht: Wehrgeld). Den Werwolf hielten sie für einen verwändelten Menschen. Das Lamm hinkt, es ist lahm. Weil sie mit ihrer Täpferkeit prählten, blieb ihnen keine Wahl übrig, als den Wall zu stürmen oder sich ver- In Kram begeht man so häufig den Fehler, in derartigen Wörtern den Konsonanten zu verdoppeln, z. B. Onall, Schamm re. 10 spotten zu lassen; sie prallten vor den feindlichen Kartätschen (die) zurück. Die Kette, welche der Dieb ans dem Stalle stahl, war von Stahl (der). Keine Regel ohne Ausnahme (die). Der Name des Herrn sei gepriesen. Heinrich IV. (sprich: der Vierte) wurde in den Bann gethäu. Die Eisen¬ bahn. Wann wird der Wähnsinn von ihm weichen? Ich wohne im dritten Stocke. Es ist eine Wonne, von hier aus das Meer zu beträchten. Die Witwe hatte uicht so viel bares Geld, uni die Bahre ihres Mannes zu bezählen. Eine Silberbarre. Dieser Narr nimmt keine Nährung zu sich. D i k tau d o 9. Ihr letzter Heller ist verzehrt, der Hunger verzerrt ihre Gesichtszüge. Sie weint bittere Zähren. Es läßt sich nichts verhehlen, alles kommt einst an den Hellen Tag. Ich fehle nicht mehr in der Be¬ stimmung der Fälle. Der Maurer schrie mit lauter Kehle, der Händlan- ger solle ihm die Kelle reichen. Wird man jetzt so viele Bäume fällen, so wird es einst an Holz fehlen. Die Schlächtreihen der Dänen dehnen sich über die ganze Ebene ans. Die Hörner ertönen. Willst du dereinst ändere lehren, so mußt du jetzt fleißig lernen, sonst wirst du vor leeren Bänken reden. Sein Geist ist voll hehrer Gedänken. Komm her. Über das Heer befiehlt als oberster Kriegsherr der Kaiser. Gefühl hat auch der Wurm. Fülle die Flaschen. Wer freut sich uicht, daß der täpfere Ländwehrmann unversehrt und doch mit Ruhm bedeckt aus dem Kampfe zurückkehrte. Eine Flasche Rum (der). Die Sälzsole (— Sohle, schlecht: Soole) wird ge¬ sotten. Die Schuhsohle. Auf dem Zifferblatte der Uhr ist ein Ur (Aüer- ochs) äbgebildet. Das Ungeziefer. Daß sich unsere Urväter nicht in Wolle, sondern in Felle kleideten, wisset ihr wol. Die Wollust. Das Foh¬ len kam im vollen Gallöpp (der) dahergerannt. Fällt der Meltau (das e ist im Norden kurz, im Süden lang) auf das Getreide, so gibt es schlechtes Mehl. Der Müller hat seine Mühle verpächtet. Der Karst ist sehr reich an Höhlen (die). Die Tägeshclle weckt uns aus dem Schlafe. Wir denken uns die Hölle als einen hohlen, finsteren Raum. Hole ein Pfund Öl und eine Elle Leinwand. Unter einem Zelte (das) sitzend er¬ zählte er die lügenhafte Märe, daß im Süden das Meer koche. Das Mär¬ chen vom kleinen Däumling. In der Dohne (Schlinge) fing sich eine (besser: ein) Goldammer. Donner und Blitz. Noch vor Aufgang der Sonne wanderte der Vater mit dem Sohne in die Stadt. Die Flaum¬ feder nennt man auch die „Dune" oder die „Daune." Z 13. Wann schreibt man th?*) *) Nach Engelmanns anerkannter Orthographie, 2. Aufl. München 1871. 11 Sicht vor dem langen Vokäle, ans welchen eine Liquida folgt, ein t, so schließt sich das Dchnungs-h an dieses an. Dies geschieht in den Wörtern: das Thal (st. Tahl), der Thaler, der Ther (Theer), der Thon (Erdart, dagegen der Ton — Klang), der Thor (thöricht, bethören), das Thor, die Thüre, thun; davon abgeleitet: die That, der Thäter, der Unterthan u. s. w., das Ungethiim. In jedem andern Falle ist das h hinter dem t unnö¬ tig*), aber noch in vielen gebräuchlich; man findet es sogar in Mün¬ chen Silben, die schon sonst als lang kenntlich find, z. B. thencr, der Theil, das Thier, rieth, Theer, selbst in der Thurm und der Wirth trotz der Kürze des Vokäls. Im Deutschen klingt ohnehin nach jedem t ein leises h. Die Nächsilbe tum wird ausnahmsweise ohne h geschrieben. Anmerkung. Die Fremdwörter behalten ihr th, z. B. der Thee, die Theke, das Theater, das Thermometer rc. Z 14. h wird ferner gesetzt, wenn auf den langen Vokal ein e folgt, z. B. nähen, Kühe, Weihe, drehen. Es bleibt auch in jenen Wortformen stehen, in welchen das e verschwindet, z. B. näh', Kuh, Weihrauch, dreht, Draht, Naht.**) Ausgenommen sind: säen, Knie, knien. D i k t a n d o 10. Der Nachen liegt im nahen Teiche. Wer wird das Feuer änfachen? Wir sahen (alt statt: fangen) Schmetterlinge. Die Frage, ob die Jacht (Jacht) im Hafen (der) eingelaufen sei, wurde bejäht. Bähe dir das harte Brod auf der Platte. Fließen die Bäche zusammen, so bil¬ den sich Flüsse. Die Frösche (der) blähen sich ans. Der Turm ist mit Kupferblechen (das) gedeckt. Die Krähe krächzt. Die Rehe (das) sind scheu. Räche dich nicht. Der mächtige Tarquinius Superbus mähte Möhnköpfe (der) ab. In den langen Winternächten nähte das Mädchen. Der Nüß- heher fliegt hoch, noch höher aber die Krähe. Der Drechsler dreht die Drehbank. Thätsächlich. Unübersehlich. Bleibt ihr stehen, so wird euch die Biene stechen. Die Mntter wird die Bettzieche über den Polster ziehen. Die Tochter glaubte, die Kränkheit des Vaters wiche. Die Pferde (das) wiehern. Labe dich an dem Gerüche der Blumen. Gib Ruhe. Michel gab sich viele Mühe. Die Fleischbrühe. Die Dezimalbrüche. Vom Fuß bis zur Zehe. Wer zahlt die Zeche? Das Fleisch der Enten ist zähe. Wir mach- *) Und an diese einfache Regel wollen wir uns halten. Dieses h braucht ihr fast gar nickt, keinesfalls dürft ihr es wie das slovenische h vor Konsonanten und am Ende aüsfprecken. 12 ten in einem Loche (das) ein Feuer an, bald brannte es lichterloh. Die Schlehe schmeckt schlecht. Der Feind beginnt zu weichen. Er erhielt die geistlichen Weihen. Schließt die Reihen. Die Reichen teilen Almosen (das) aus. Ich sehe kein Zeichen eures Fleißes, ich darf euch der Trägheit zeihen. Die Bauern säen (die) Heide als zweite Frucht. Ich will dir das Geld dazu leihcu. Die Leichenkosteu. Ich seihe den Thce durch. Die Viehseuche. Die Funke» (der) sprühen. Weishcitösprüchc. Das Hirschgeweihe. Ich lag am stillen Weiher im weichen Moose (das). Reben der Küche liegt der Stall für die Kühe. Der (nicht das) Teller ist zersprängen. Lebt wol, ihr heimatlichen Thäler. Anmerkung. Die Wörter: (die) Rauheit, Roheit, Hoheit haben ein h verlören. 8 15. Vokale, denen (in derselben Äbstammnngssilbe) nur ein einfacher Konsonänt folgt, sind ebenfalls gedehnt aus- zusprechcu, z. B. reden (nicht retten; die Äbstammnngssilbe ist red). Ausgenommen find einige einsilbige Wörtchen mit kurzem Vokale: ab, an, bin, bis, gib, hin, in, man, mit, ob, um, oou, weg (aber der Weg). Diktaudo 11. Die Katze legt sich in die Sonne und leckt ihre Pfoten. Auch in der Steppe braucht man Wänderstäbe. Die Rüben wer¬ den gesäuert; die Farben werden gerieben. Er hat sich die Rippen gebrä¬ chen. Die Motte schont auch die Kleider der neuesten Mode nicht. Der Tischler verkaufte mir zwei Säcke Sagespänc. Mein Vater ist der Gevät- ter des Nachbars (d. h. der Pate seiner Kinder). Ich wurde im Schach¬ spiele patt. Der Dichter Platen. Die Schiefcrplatte. Folge meinem Rate. Diese Ratte hat man mit Phosphor vergiftet. Rette dich aus der Gefahr. Das Tischgeräte. Die Kinder liegen in den Betten und beten ihr Abend¬ gebet. Gebet Acht, wenn das Gebet gesprochen wird. Lotte hat an einem Lote (das) Kaffee genug. Die Rotte trug als Abzeichen rote Kappen. Die Abendglut des Himmels spiegelt sich in der Flut. Sie kämpften nicht nur mit Mut, sondern auch mit wahrer Berserkerwüt. Wir ruhten aus. Die Weidenrute ist biegsam. Das Schaf blockt. Schaff mir die Dauben des zerschlagenen Schaffes (das) aus den Augen. Schlägst du auf die metäl- lene Schale, so gibt sie einen Schall von sich. Schäle mir diesen Apfel. Die Kuhschelle ist von Blech. Die Pilgcrschar verscharrte die Leiche ihres Bruders im Wüstensande. Der Holzspan ist eine Spanne lang. Sie ist blind, ihre Augen sind starr, sie hat den Star. Stört den störrigen Men¬ schen in seinem Trotze nicht. Der Stör kommt auch in der Save vor. Der Stär (Widder). Tau, Tier, teil, teuer ohne Dehnungs-h, weil der Diphthong schon an sich lang ist. Anmerkung. Die Nachsilbe in verdoppelt im Plural das n, z. B. Königin, Königinnen. 13 8 16. ä wird immermehr durch e verdrängt. Diktando 12. Er schreibt mit der linken Hand ebenso behende, wie mit der rechten. Edel sei der Adel. Deine Eltern sind schon alt. Der Conducteür ruft vor der Abfahrt: „Fertig". Er sträubte sich heftig, dem Verhäftbefehle Folge zu leisten. Der Hahn kräht, die Henne gackert. Die Elster (nicht mehr Ä) plaudert. Er hat eine Menge Fehler und Mängel an sich. Der Schall der Viehschellcn. Ein Schlag mit dem Schlegel. Binde den Stengel der Pflanze an die Stange. Wildbret ist mein liebster Braten. Ihre Väter sind Vettern. Der Trotzige beugt seinen Näcken nicht, er ist hartnäckig. Überschwengliche Reden sind bei der Jugend in Schwang. Unter stätem (stetem) Schürgcn bewegte sich die Last langsam, aber stätig (stetig) vorwärts. Der Kaiser bestätigte die Rechte der freien Städte, aus daß sie stets Geltung hätte!:. Rom war ein Asyl (das), d. h. eine Frei¬ stätte. „Bestätigen" heißt „dauernd machen." Diktando 13. Der Pascher brachte echte italienische Seide über die Grenze (Gränze). Mein Schwehcr (Schwäger) ist aus Südtirol und spricht welsch. Die Ernte hat unsere Hoffnung nicht getäuscht. DaS Kind steigt auf den Schemel (Schämel). Gebet Gott die Ehre. Die Gersten¬ ähre hat lange Grächeln. Das Nadelöhr. Unsere Färse (junge Kuh) hat eine Blesse (d. h. einen weißen Fleck aus der Stirne). Achilles war nur an der Ferse verwundbar. Der Verwundete lag im Schatten einer Lärche, Tödesblässe im Gesichte. Die Lerche trillert in der Luft. Der Hirte hat nicht so viel Stärke, um die Sterke (junge Kuh) bei den Hörnern festzn- halten. Die Bauern werfen die Heringseelen an die Decke. Wem graut nicht vor solch einer Greüelthat? Es ist greulich änzuschauen. Leugne es nicht, du hast ihn verleumdet. Widerspenstige (auch widerspänstige) Knaben. Das Gespann. Der Nachbar machte uns den Knecht abspenstig (auch — ü —). Wenn in einem Treffen alle Kugeln träfen, es bliebe kein Mann übrig. iK-iM Anmerkung. In vielen Wörtern erscheint L, ii, ii oder äu auch ohne Laß sie als Umlaut leicht erkannt werden könnten. Diktando 14. Der Löwe gähnte, schüttelte die Mahnen und legte sich in die Ecke des Käfigs nieder. Beim Ätzen atmete Göthe schädliche Dünste ein. In einen Knäuel geballt lag das Ungeheuer da, gräßlich än¬ zuschauen. Der zerschrotete Säbel glich einer Säge. Erzähle uns das Mär¬ chen von dem grünen Käfer. Ich gewähre eure Bitte, wenn ihr keinen Lärm macht. Der Fisch hat Gräten (die). Auch die Kröte ist nützlich. Der Grän wiegt ein achtzehntel Lot Silber. Das Segel blüht im Winde. Die 14 Gebühr wurde entrichtet. Das Bier gährt. Er lehnt an dem Gelander. Die Katze hat einen hämischen Blick. Brandwunden schwären (eitern). Die arme Witwe hat nichts mehr zu verzehren, bittere Zähren rauncu über ihre Wange. Verträglichkeit hält Frieden auch im engsten Raume. Gott wacht, wer braucht sich da zu ängsten? Der Nil umspült bei The¬ ben eine Insel. Kinder spielen gern. Egoisten beräüchcrn den Mächtigen mit Lob, um sich zu bereichern. Ich beschwöre dich, laß äb von solchen Reden, sie beschweren mein Gemüt. Die Rechnung wurde berichtigt. Der berüchtigte Dieb. Der Himmel war trüb, deshalb trieb der Hirt die Schafe nicht auf die Weide. Schon vor sieben Jahrhunderten blühte die deutsche Literatur; ihre Blüte dauerte bis ans Ende des dreizehnten. Das Gcblüte. Die Löwen brüllen. Ich trage Brillen. Ich bürge für die richtige Zählung. Das Erzgebirge liegt in Böhmen. Er ist ein Lügner. Durch dick und dünn verfolgten wir die Fährte des Wildes. Gottes Blitze dränen (dro¬ hen) dem Bösen, den Treuen schrecken sic nicht. Die Speicheldrüse ist ihm ängeschwollen. Man glaubt, es verdrieße mich. Die Flöte hat sieben Löcher. Der Bettler flehte um eine milde Gabe. Wer verziehene Fehler jemanden vorrückt, verdient eine Rüge. Man trug in Kübeln (der) Wasser auf den Giebel des brennenden Hanfes. Wer wüßte nicht, daß durch Kanüle selbst Wüsten fruchtbar gemächt werden. Altes Fleisch ist zähe. Wir haben zehn Zehen. Aie kurzen Jokale. Z 17. 1. Die Kürze des betonten Vokals wird-nicht d n rch V e rdö p p e l n n g des auf ihn folgenden K o n s o nä n 1 e n bezeichnet (sieh Z 7), wenn (in derselben Abstammungs¬ silbe) n o ch ein an derer Kon s o nänt folgt, z. B. das Zelt — nicht: Zellt, — der Durst (dürr), der Brand (brennen), die Kunst (können), die Gunst (gönnen), der Gewinst (gewinnen), das Gespinst (spinnen), das Ge¬ schäft (schaffen), die Änstalt, die Gestalt (stellen), die Änkunft (kommen). 2. Die Verdoppelung wird jedoch beibehälten: a) in Zusammensetzungen, z. B. der Stillstand, das Irrlicht, der Hemmschuh; tz) vor Nachsilben, z. B. statthaft, das Schicksal, die Herrschaft; o) in Zusämmenziehnngen, z. B. der Sammt (Sammet), der Zimmt, der Bettler, nackt, jetzt; ä) dis Verdoppelungen des Infinitivs und Imperativs werden auch in den Bcrbälsormen beibehalten (außer der Vokal wird laug), 15 z. B. du gewinnst (dagegen das Substantiv Gewinst, sieh oben 1.); können, konnte (dagegen Kunst), fallen, gefallen, fällst (dagegen na¬ türlicherweise: ich kam, fiel). (Sieh ferner die Ausnahme in Z 15). A II m e r k II II g. Kamen in Zusammensetzungen drei gleiche Konsonanten neben einander zn stehen, so genügen zwei, z. B. Breunessel, dennoch, das Drittel, der Mittag, die Schiffahrt, der Schwimmeister. Sieh Z 27, l. Anin. s 18. Die Konsonanten öb, di>, gg. Die weichen Stümmlaute b, d, g werden nur in wenigen Wörtern und zwar nur zwischen zwei Vokalen verdoppelt. Diktando 15 zu KZ 17 und 18. Die Dogge ist spindeldürr. Die Egge hat eiserne Zinken (der und die Zinke). Der Dicnstmann steht an der Ecke (sprich Äcke) des Hauses. Ein Schiss wollte unter österreichi¬ scher Flagge Roggen (der) einschmuggeln. Die Kroatinnen tragen den R o ck e n und spinnen gehend. Der Fischrogen besteht aus Tierchen. Die Ebbe und die Flut. Die K r a b b e ist ein kleiner Seekrebs. Große Hunde lassen die Kinder auf sich herum krabbeln. Die Dame trug eine seidene Robe und einen Muff vom Felle der Robbe (auch: des Robben). Der Widder begann den Kampf wider die Ziege immer wieder von neuem. Schreibet die Aufgabe zuerst in die Kladde (Schmützheft). Der Pud¬ ding ist eine englische Speise. Der Trottel hatte seine Freude an der Troddel, die ihm vom Hute heräbhing. Bei dem Erdbeben wähnte man, die Wände stürzen ein (nicht tz). Wende dich weg. Der Sparsame stillt seinen Durst (nicht seine) mit Wasser. Die Geschwulst schwillt immcrmehr an. Bei der letzten Feuers¬ brunst sind fünfzig Häuser abgebrannt. Die Mägde spinnen nur grobes Gespinst. Der Hund bellt. Der große und kleine Belt sind Meerengen. Der Kammacher und der Glöckner sind Brüder. Der Maler malt ein Stilleben. Die Blttage. Das Bettuch. 8 19. Aie Konsonanten ö, d, g, — p, t, k. Ob am Ende des Wortes ein weicher Stümmlaut (b, d, g) oder ein harter (p, t, k) stehen soll, richtet sich nach dem Inlaute, z. B. des Grabes, also: das Grab, des Todes, der Tod, des Kalbes, das Kalb, des Liedes, das Lied, des Talges, der Talg; plump, die Glut, der Sack, das Brod (oft findet sich Brot), die Brode. Diktando 16. Die Liebe verzeiht. Laß kein böses Wort über deine Lippe. Wir sahen eine Gruppe von Arbeitern, die um eine Grube 16 herum standen. Die Griechen siegten bei Salamis. Die Schlangen (die) kriechen. Der Bast ist die innere Rinde. Nicht jedes paßt für jeden. Der Reisende bat seinen Gästfreund um ein Fußbad. Die Dose ist aus Schild- pat (das). Wir erstiegen den Grat (Gipfel) des Berges; dort war cs nm mehr denn einen Grad kälter als in der Ebene. Der Rückgrat (nicht das) thut mir weh. Sein Enkel ist ein Engel an Schönheit. Die Gemsen klimmen in die Höhe. Der Anger ist ein Grasplatz; der Anker ist ein Doppelhaken. Der Feind sengte und brannte alles nieder. Beschämt senkte der Schuldige den Blick. Napoleon schwang sich auf den Thron von Fränk- reich. Es wurde ein Schwank in zwei Akten aüfgeführt. Was ziert den Jüngling? Bescheidenheit ist seine Zierde. Die Kohlen glimmen. Das Band der Freundschaft. Der Rebell wurde verbannt. Bald geben heißt doppelt geben. Frisch gefallener Schnee ballt sich leicht. Rohe Buben balgen sich. Ziehe zuerst den Balken aus deinem Ange. Das Schiff hat einen Leck, (niedexl. das L.) Leg dich auf die Bank. Mir ist angst und bang. Der Spitzbub verbarg sich im Parke. Was hat der Rabe mit dem Rappen ge¬ mein? In Reifnitz macht man Rößhaarsicbe. Sieben Glieder seiner Sippe erschienen vor Gericht. Das Wetter schadete weder den Wiesen, noch den Äckern. Ich zog eine Niete. Setze dich nieder. Das Schiff wurde geentert. Es hat sich viel verändert. Dikta ndo 17. Der Schweiß öffnet die Poren der Haut. Die Maulwürfe bohren sich Gänge. Der Knabe wird ein Bergknappe werden. Vor einem Egel ergreift mich ein Ekel. Der Geck benimmt sich keck. Die Barke ist ein Kauffahrteischiff. Er brummt in den Bart. Er spielt seinen Part ans dem Baß gar wacker. An der Grenze zeigt jeder seinen Paß. Die Ente schwamm bis ans Ende des Teiches. Der Tädel thut weh. Die Frucht des Dättclbanmes reift in Dalmäzicn nicht. Hört auf zu schelten. Er wehrt sich lang. Eigen Herd ist Goldes wert. Die Härte des Eisens. Die Herde des Jakob. In diesen: Dorfe wohnen Torfstecher. Jin Hofe liegen neben den: Taubenschlage einige Faßdauben. Mit dieser Tinte schreibt es sich schlecht. Falschheit und Tücke diente ihm als Mittel (das) zum Zwecke. Wer tapfer aüshält bis an das Ende, ist ein Held. Der Dinkel ist eine Weizcnnrt, der Eigendünkel ein Fehler. Der biederste Mann hat oft die bitterste Verfolgung zu erdulden. Alles drang in der Restau¬ ration darauf, bald Speis und Trank zu erhalten. Nehmt die Hüte ab. Hüte dich. Die Hütte ist mit Stroh gedeckt. Ich sehe den Kapitän an Bord, ich kenne ihn an der Goldborte seiner Kappe. Er ist Gemeinderat. Ein ünge- schmiertes Rad wird glühend. Der Abt und der Probst kehrten im Herbste 17 aus Rom zurück, der Papst hatte sie gesegnet. Reist das Obst, so sind die Krebse nicht mehr so gut. Anmerkung 1. dt in beredt, lädt (von laden), sandte, gesandt, todt, wandte, gewandt, bewandt, verwandt, die Stadt. Diktando 18. Nicht jeder 'Abgeordnete ist beredt, nicht jeder be¬ sitzt Beredsamkeit. Er ist todt. Wir beklagen seilten Tod. Du sollst nicht tödten. Der (nicht das) Dotter ist gelb. In der Hütte liegt ein Todter. Eine t'odtliche Wunde. Er hat mich dazu beredet. Das Gewand wurde vom Schneider ümgewandt. Der Geizhals wandte sich von seinen armen Verwandten ab. Statt des Gesandten kehrte nur ein Bote in die Stadt zurück. Der Jäger lädt sein Gewehr. Was hat es mit diesem Schwerte (nicht Schwerdte, das) für eine Bcwändtniß? Anmerkung 2. In mehreren Gegenden Deutschlands spricht man das g wie ch aus. Diktando 19. Dieses Haus von Eichen ist mein eigen. Im fin¬ steren Gange sagte er: „Nur sachte ausgetreten!" Vom Herümkricchen kriegen die Kinder schmutzige Hände. Er trägt den Nacken nicht mehr hoch, es nagen Sorgen an seinem Herzen. Der Nachen des Schissers. Das Kunstwerk. Das Werg ist der grobe, wirre Flachs oder Hanf. tz 20. 1. Der scharfe Zischlaut wird zwischen zwei Vokalen, von denen der erste kurz ist, durch ss (88) bezeichnet, in jedem ändern Falle durch sz (88) z. B. fassen, lassen, essen, Rosse, Russe, küssen, die Masse, Kenntnisse, Zeugnisse. Dagegen älso: am Ende des Wortes: das Faß, laß, iß, Roß, Kenntniß, Zeugniß, vor einem Konsonanten: saßt ihn, laßt, ißt, mißt, geküßt, nach einein langen Vokale: ich aß, Größe, gieße, mit gleichem Maße, die Mußestunde, die Füße. Anmerkung. Ob der S-Laut am Ende der Silbe scharf ist, zeigt die Ver¬ längerung, z. B. die Gans — Gänse, lesbar — lesen, die Nieswurz — niesen, das Ver- mäcktniß — Vermächtnisse. 2. Man schreibt aber aus trotz außer, d a s (Artikel), daß (Kon¬ junktion), die Fürwörter wes, des, trotz wessen, dessen; doch findet sich auch sehr häufig meß, deß. 3. Statt miß- und -niß findet sich auch mis und nis. (Im Plural jedenfalls nisse. 18 Dikta n do 20. Lies mir den Brief vor. Er ließ mich grüßen. Die Gricssnppe. Der Biß des Hundes verwundete ihn bis an den Kno¬ chen. Bei Mastricht stießt die Maas. Die Gassen beleuchtet man jetzt nicht mehr so spärlich. Ich vergäß, das Gas (nicht die Gas) äbzuspcrren. Der Pfärrer verlüs von der Künzel, der Papst habe einen Äblaß gewährt. Die Florentiner konnten die Wölthaten der Mediceer nicht missen. Kein Mensch muß müssen. Eine Maß Wein. Die Lava ist eine geschmolzene Masse. Das Fleisch der Gans schmeckt ganz anders, als das des Huhnes. Die Armen äßen gerne, wenn sic nur etwas besäßen. Ist er vom bösen Geiste besessen? Der Knabe mußte seinen Fehler hart büßen, er bekam auch nicht einen Bissen zu essen. Ein gut Gewissen ist das beste Ruhekissen. Dem Unverschämten wird die Thür gewiesen. Den Edelsten muß man sich zum Freunde erkiesen. Melde meiner Mutter Gruß nnd Kuß. Ich laß sie (lasse sie) grüßen und küssen. Fasse Mut, deiue Angelegenheit tritt in eine günstigere Phase. Mit Reis füllt man Würste. Reiß mir von dem Baume ein Reis ab. Die Reisigen des Herzogs steckten grünes Reisig auf die Hüte. Der Kalk ist weiß. Sälamons Weisheit. Wir stallten unsere Rosse im Gästhofe zur weißen Rose ein. Der Unüberlegte gibt sich manche Blöße. Die Blässe des Gesichtes. Nun, das weiß ich, daß du auf diese Weis' Erfolge nicht erzielst. Erweis' dich gefälliger. Liefere einen Beweis. Des ist der Balg, wes der Fuchs. Dessen erinnert man sich, wessen inan mit Freude genössen hat. Weshalb sagst du mir dies? Deshalb. Er ist außer sich, inan ließ ihn nicht sich äußern. Die Arbeiter aus dem Elsaß sind brüsk. Die Italiener lieben die Burleske. Das sind groteske Figuren, pittoreske Gegenden. Dieser Obelisk ist ein Monolith. A n m e r k n n g. Auch die Norddeutschen sprechen manche lange Vokale kurz aus, besonders vor ß, daher schreiben sie auch fehlerhaft: im Fusse, die Strasse u. dgl. statt: Fuße, Straße. 8 21. V kommt außer in Fremdwörtern in den hier gesperrt ge¬ drückten Silben nnd Wörtern vor. Diktando 21. Wir verdanken dem verehrten Lehrer das Ver- stündniß verschiedener Bor gänge in der Natur. Mein Vetter ist dicker und fetter als ich. Unsere Väter verabscheuten jeden Frevel gegen Gott. Mein Gevatter hat vier Knaben. Iüson holte aus Kolchis das goldene Vlies. Der Vogel singt. Da legte der Land Vogt die Larve üb und zeigte vor allem Volke seine Grausamkeit. Als die in den vor¬ deren Reihen ihr Pulver verschössen hatten, rückten wir vor. Wir fördern vom Spediteur, daß er die Kisten schödlos ans Ziel fördert. Der 19 Nerv der Landwirtschaft ist ein guter Vieh stand. Der Graf gab den braven Sklaven frei. Viel Volk wallfahrtet voll Vertrauen zu dem Gnädenbilde. Füllt die Gläser. Das Veilchen düstet. Bon der ganzen Strophe weiß ich nur noch den ersten Vers. 8 22. L, chs, — gs, ks. x nur in fremden Wörtern und in den folgenden drei deutschen, sonst chs oder gs und ks, wenn an den Auslaut g oder k cin s tritt. Diktando 22. Flugs (— im Fluge) war die Hexe verschwun¬ den. Nun ist die Streitaxt fix und fertig. Er kaufte ein ganzes Oxhoft (— 3 Eimer) Bründwein. Die Nixen prophezeiten den Untergang der Burgunder. Die lLrdachse. Mit dieser Büchse ans Büchsbaum (auch Bux- baum) habe ich schon sechs Füchse (der), einen Luchs und einen Dachs erlegt. Die Taxe ist eine bestimmte Abgabe. Der Taxus heißt auf deutsch „Eibenbaum." Die Sonne ist ein Fixstern. Ich will ihm den Text lesen. Der Lachs ist ein Raubfisch. Linker Hand, links. Menge Erbsen und Lin¬ sen zu einem Gcmcngsel. DaS Geld will nirgends mehr klcckcn (aüsrei- chen). Der Tintenklecks. Diese Stiefelwichse kostet sechs Kreuzer. Die Ei¬ dechse verkroch sich im jungen Flachse (der). Der Stein wachst nicht von innen. Die Biene bereitet das Wachs. Die Deichsel des Wagens brach. Beim Abschiede machte das Mädchen einen Knicks. Der Stengel dieser Blume ist geknickt. Das Pferd bekömmt Hafer (der) mit Häcksel (das) vermengt. 8 23. sch — ig. Diktando 23. Der Bottich ist ein hohes, aus Holzdauben zu¬ sammengesetztes Gefäß; der Böttcher macht es. Der Eppich (sprich Ä ...) ist eine Pflanze. In armen Hütten finden wir statt des hölzernen Fu߬ bodens Estrich (der). Der gemeine Kranich gehört zu den Reiher- Vögeln. Huflattich wächst an den Wegen. Der Pfirsich stammt aus Persien. Der grüne Papagei heißt auch Sittich. Sittichgrün. Der Zwillich ist aus doppeltem, der Drillich aus dreifachem Leinfaden ge¬ webt. Der Teppich. Ein steinichtcr Weg führt in das D i ck i ch t. Das Schiff nähert sich a ll m 'a h li ch. Mein seliger Vater warnte mich unz'nh- ligcmal vor dem Kartenspiele. Der Termin ist füllig. Sonst immer ig, z. B. Essig, Zeisig rc. Anmerkung. Aber: Flttig und Fittich, Käfig und Käfich, Rettig und Rettich, üblich und adelig. 2- 20 Aie Schreibung der Aremdwörter. §24. Allgemeines. 1. Viele Fremdwörter sind ins Volk gedrungen, d. h. vollständig eingebürgert und werden daher wie deutsche ge¬ schrieben, z. B. der Artikel, die Kasse, das Rezept, der Elefant, die Silbe, der Gips, der Zirkel, die Medizin, der Prozeß, die Justiz, das Hospiz. 2. Viele werden nur von den Gebildeten gebraucht, in ihrer Schreibung herrscht Schwanken; an Gymnäsicn findet man die fremde, an Reälschulen zumeist die deutsche, z. B. Conccrt und Konzert, Physik und Fisik, Chronik und Kronik, Symbol und Simbol. 3. Selten vörkommende und solche, welche den Charakter der Fremde noch deutlich erkennen lassen, schreibt man in fremder Weise, z. B. das Corps, das Souper (spr. Supe), Genie (spr. rem), der Gendarme, Plur. die Gensdarmes (spr. Schanghdärm), die Sylphe, die Sympathie. Anmerkung. Wie die Bildung sich verallgemeinert. nimmt die deutsche Schreibung der Fremdwörter überhand. 4. Deutsche Wörter dürfen nicht wie fremde geschrieben werden, richtig ist also: Karl, der Karfreitag, die Kärwoche, Klothilde, Klothar, Köln, Konrad, Kuno, Kurfürst, Ädolf, Ärnolf oder Arnulf, Rudolf, West¬ falen, doch ist gebräuchlich: der Ephcu. § 25?) 1. cc wird beibehalten, z. B. Accusativ, Accent. 2. Ebenso t in der Verbindung tia, tie, lio, z. B. martiälisch, Patient, Nation, Kondition. 3. Mit vielen Fremdwörtern hat sich anch ihre Schreibung einge¬ bürgert, z. B. Prophet, Theäter, Christus, Jntrkgue (spr. Intrige), doch: Fasän, Elfenbein. 4. Eigennamen dürfen nicht verdeutscht werden, also: Mucius Scae- vola, Cicero, Shäkespeare, Paläcky, Vilhar; nicht Muzins Szaevola, Zizero, Schäckspier, Palazki, Wilcher. Doch schreibt inan Horaz, Properz, Constanze u. a. m. Anmerkung. Die Länge und Kürze des Vokals wird in Fremdwörtern im allgemeinen nickt bezeichnet, z. B. Algebra, Pike; jedoch pflegt man Len Konsonanten nach einem kurzen betonten Vokale zu verdoppeln, wenn ans ihn ein kurzes e folgt, z. B. Schaluppe, Schatulle, und vielfach auch ohne ein solches, z. B. bankerott, violett, namentlich in der Endung -ell, z. B. Appell, nominell, reell. *) Das Folgende nach „Regeln rc.", herausgegeben von dem Vereine der Ber¬ liner Gymnasial- und Realschullehrer. Berlin 1871. 21 Z 26. Diktando 24. u für frz. on. Die Truppe lagerte. Die Musketiere bildeten um die Marketenderin Luise eine Gruppe und führten einen lebhaften Diskurs. Der Konkurs wurde ausgeschrieben. ä für frz. ai. Der Kapitän, ein ausgezeichneter Militär, wurde von den: Sekretär in das Kabinet des Souveräns zu einer geheimen Au¬ dienz geführt. Er leidet an der Migräne. Die Staäts-Domäne. ö für frz. en oder oeu. Der Pöbel verließ die Arbeit, um dem Manöver beiznwohuen. Währhaft religiöse Leute glauben nicht an ominöse Zeichen. Ein altes Möbel. ü für frz. u. Diese Broschüre über die Miliz in Indien bietet eine belehrende und interessante Lektüre. o für au. Er starb auf dem Schaffst. sch für frz. eh. Ich habe von meinen Vorgesetzten keine Schikäne zu erdulden. Es wurde Bresche geschossen. Eine telcgräphische Depesche. Die Infanterie trägt Gamäschen. Ein Renn- oder Schlüpfschiff nennt mau eine Schaluppe. Die Dämpfmaschine. Der Offizier band sich die Schärpe um. ss für c. Der Affe schneidet Grimässen. Die istrischcn Hunde sind eine schöne Rässe. k für c. Die Kultur beseitigt die Mäkel der Roheit, welche kräf¬ tige und oft edle Naturen um den Respekt bringt. Er besitzt eine Aktie von der Gesellschaft Lloyd. k für frz. q u. Die spänische Etikette. Ein Mäskenball. Er schickte mir ein Paket Briefmarken. Der Bankier gab ein glänzendes Banket. Er hat eine Pike (spr. Pik) auf ihn. Der Uhläne trägt wie der Kosäke eine Pike im Stiesel. A n m e r k u n g 1. Die auf i k, welche aus dem Französischen (iqu) stammen oder zunächst an das Französische erinnern- haben den Ton auf der letzten Silbe, z. B. die Fabrik, das Mosaik, antik, die Musik. Dagegen aus dem Griechischen und an dasselbe zunächst erinnernd: Physik Lyrik, Dynamik, Stätik. 2. Kein fremdes Wort wird mit ck geschrieben. Diktando 25. Sieh tz 25, 3. Der Professor besteigt die (und den) Katheder. Bringe mir Rhabärber aus der Apotheke, welche neben dem Theäter steht. Dieser Philosoph ist ein Philanthrop. Die Phantasie er¬ zeugt Gebilde. Der Prophet Jereinias. Ein phlegmätisches Temperament läßt sich nicht so leicht beunruhigen. Durch Verkühlung zieht man sich einen Katärrh zu. Auch eine gute Prosa hat Rhythmus (der). Der Rhein fließt nach Norden, die Rhone nach Süden. Die Rhede von Triest wird 22 in eilten Häfen verwandelt. Dao tyrrhenische Meer heißt jetzt auch das toskänische. Diese Chronik beginnt mit Christi Gebürt. Der Chor der Sänger. Der Physiker trägt analytische Chemie vor. Ohne Oxyd gibt es kein Verbrennen. Die Mythe von der übermütigen Niobe ist sehr lehr¬ reich. Spielst dtl Guitärre? Das Denkmal war mit Gnirländen umwun¬ den. Wir marschierten im Staube der Chaussee (sprich Schosseh). Der Czako (und Tschako) wurde uns lästig. Er schreibt in einem Comptoir (sprich (Konghtoähr). Wir genossen zum Souper (auch Soupe) nichts als einen Teller Suppe. Der Admiral hat eilte schnelle Carriere gemacht. Auf dem glanzenden Parquetboden bewegte sich eilte Assemblee (sprich Assanghbleh) in seltener Gäla. Griechische Wörter behalten das k oder ch. Die Krisis ist vorüber. Er geriet in eine fürchterliche Ekstase. Um den arktischen Pol lagern sich breite Landermassen. Er hat ein cholerisches Temperament, aber einen edlen Charakter. Ausnahmen: Das Rhinöceros hat eine dicke Haut. Die Laiba¬ cher Diöcese. Der Centaur ist in der Mythologie eine Döppelgestält von Roß lind Mann. Anmerkung. Doch auch die Wörter dieses Diktändvs findet man (bes. an Realschulen) ganz deutsch geschrieben. Zu beächteu ist immer Z 24, Aum. 8 27. Silbentrennung. 1. Zusämmengesetzte Wörter trennen wir nach ihren Teilen, z. B. das Häls — tuch, der Büchen — ast, das Nädel — öhr, nicht Hal — stuch, Buche — nast, Rade — löhr. Anmerkung. Bei der Trennung schreibt man die drei gleichen Konsonanten, z. B. Brenn — liesset, Kämm — macher. Still — leben (sieb Anm. 8 17). Doch teilt man Mit — tag, den —noch. 2. Die Vorsilbe ist ein Teil für sich, z. B. voll — enden, Vor¬ arbeit, er — innern, nicht vol — lenden, Vo — rarbeit, e — rinnern. Es ist ünnötig mit der Vorsilbe emp eine Ausnahme zu machen und zu schreiben: em — pflnden, em — pfängen, statt richtig c m p — fin¬ den, emp — fangen. Den Aüslaut des Stammes zieht man dagegen in Aüssprache und Schrift entweder ganz oder teilweise zur Flexiönssilbe oder Nächsilbe, und zwar: 23 g,) Ein einzelner Konsonant zwischen zwei Vokälen gehört zur folgenden Silbe, z. B. Bä—der, fra —gen, nicht Bäd — er, frag — en. Anmerkung. Die Döppelkonsonanten (Pf, Ps, st, x) und ck und tz gelten si!r ein- fache und beginnen die zweite Silbe, z. B. ru -Pfen, die Ka —psel, der Hn — sten, die He — xe, Schne—cke, Ka — tze; nicht rnp — fen, Kap —sel; doch findet man auch Schnek — ken, Kaz — ze (jedenfalls: Skiz — ze, weil Skizze, nicht Skitze geschrieben wird). k) Bon zwei oder mehr Konsonanten wird der letzte zur folgenden Silbe gezogen, B. die Fül — le, die Wän — de, die Hoff — nung. Anmerkung. Döppelkonsonanten gelten auch hier für einfache, z B.schim —pfen. 8 28. Wit großen Unfangsöuchltaben werden geschrieben: 1. Das erste Wort eines Abschnittes, eines Verses, nach einem Punkte (.), Frage- (?) und Ansrufungszeichen (!), nach einem Kolon (:), wenn die Worte eines ändern so wiedergegeben werden, wie er sie gesprochen oder geschrieben hat, d. h. in der direkten Rede, z. B. Da fragte Vater- Riese: „Was hast du Kind gemacht?" Anmerkung. Auf Frage- und Ansrufungszeichen folgt kein großer Buchstabe, wenn das, was folgt, mit dem, was vorherging, zu einem Satzganzen verbunden ist, z. B. Was wolltest du mit dem Dolche? sprich! entgegnet ihm finster der Wütrich. Er¬ lebt! er ist da! es behielt ihn nicht! 2. Die Substantiva. 3. Die zu Substantiven erhobenen Adjektkva (z. B. der Reiche, das Schöne), possessiven Pronomina (z. B. das Meinige, die Ünsrigen), Parti- ckpia (Gedrücktes und Geschriebenes, das Glänzende), Infinitive (das Lesen, das Zustandekommen) und alle andern substantivierten Redeteile (z. B. das traute Du, das Wenn und Aber, ein jämmervolles Ach). 4. Die von Personennamen mittels sche (nicht ische) abgeleiteten Adjektivs, z. B. das Mekersche Händlungshaus, Mözartsche Opern; da¬ gegen: die homerischen Gedichte, die sokrätische Weisheit. 5. Das Pronomen Sie, wenn cs die «»geredete Person bezeichnet. Die Adjektiva und Pronomina in Titeln wie: Ew. Majestät, Se. Hoheit, Ew. Excellenz. 6. Die Adjektiva und Ordnungszahlen, die mit dein Artikel hinter einem Eigennamen stehend gleichsam ein Teil des Eigennamens geworden find, z. B. Karl der Große, Josef der Zweite, Nicht: Karl, der Große; Josef, der Zweite. Anmerkung. Ein Adjektiv endet, wenn es hinter dem bestimmten Artikel steht, nicht aus er, sondern auf e. Wörter wie: das Larbacher Moor, die Reifnitzer Siebe, die Laacker Bahn u. s w. sind eigentlich Substantiva. 24 ß 29. Nicht mit großen Anfangsbuchstaben schreibt man: 1. Verwandelte Substantiv»; sic sind geworden: g.) Adjektiv«, z. B. er ist mir g r a m, ein paar (— einige) Äpsel, ein bißchen Geduld, mir ist angst, du bist schuld daran (—schuldig); b) Adverbien, z. B. morgens, nachts, äbends, flugs, teils, allezeit, vernünftigerweise (aber des Morgens, des Abends u. s. w., Sonntags, Montags u. s. w.); o) Präpositionen, z. B. angesichts, kraft, laut; ä) Bestimmungswörter vor Verben, z. B. haushalten, preis¬ geben, er gibt ächt, er nimmt teil, es nimmt überhänd, stättfiuden, stätthaben, wehethun, nötthuu, mir ist angst, wol, wehe. 2. Die Pronomina und Zahlwörter, z. B. jemand, keiner, der eine, manche, alle nenn werfen, wir zwei, drei, mit sechsen fahren. 3. Adverbiale Ausdrücke, wie: am besten, zum ersten, zum ändern, im gänzcn, über die mäßen, zur rechten. 4. Adjektiva in formelhaften Verbindungen, wie: arm und reich, groß und klein, gleich und gleich, den kürzeren (Halm beim Losen) ziehen, das weite (Feld) suchen, eines besseren (Weges) belehren. 5. Die Adjektiva in Verbindung mit etwas und nichts, z. B. etwas schönes, nichts neues. Anmerkung. Schreibt: Er hatte zwei Söhne, der jüngere starb (nicht Jüngere, denn es ist ein Adjektiv). Dagegen: Er ist ein fleißiger Knabe, und dem Fleißigen (hier Substantiv) gehört die Welt. Streite nicht mit ihm, du bist ein ver¬ nünftiger Mensch, und der Vernünftige (hier Substantiv) gibt nach. 8 30. Der Uölaui ist jener Vokäl, welcher in der Konjugation der stärken Verbell an die Stelle des Stämmvokals tritt, z. B. singe, sang, gesungen, nimm, nahm, genommen. Z 31. Der Bindestrich 1. bindet zwei Bestimmungswörter au ein Grundwort, z. B. Feld- nnd Gärtenfrüchtc, oder zwei Grundwörter an ein Bestimmungswort, z. B. Vokallängc und -kürze; er steht an der Stelle des erspärten Wortes. 2. Er tritt ein in Zusämmensetznngen von Eigennamen und in Adjektiven, die von solchen gebildet sind, z. B. Jung-Stilling, Salm-Rekf- ferscheidt-Reitz, die böhmisch-mährischen Bahnen. — 25 — 3. Bei unübersichtlichen Zusännneusetzungen, z. B. Obertribnnals- Präsident. Die Häufung des Bindestriches wird vermieden, z. B. Staats- schuldentilgungs-Kommissiön (nicht Staats-Schulden-Tilgungs-Kommission). 8 32. Aie Llision, d. h. die Weglassung eines Pokals (gewöhnlich des e) wird durch den Apostroph (') ängedeutet, z. B. Da fiel er auf die Knie' und lobt' den mächt'gen Herrn des Himmels. 8 33. Me Mhärese, d. h. das Weglassen eines oder inrhrerer Buchstaben am Anfänge eines Wortes wird ebenso bezeichnet, z. B. Komm 'rein — herein; 's ist 'ne böse Sach' — es ist eine böse Sache. 8 34. Aie Lautverschiebung ist das von Jakob Grimm entdeckte Gesetz, nach welchem sich in den indo- germänischen Sprachen die Konsomintcn verschieben. Es folgt nämlich auf die rnockia die tsnnis, darauf die usxiruta, auf die wieder die mockia n. s. w., z. B. Griechisch und Lateinisch /e §6im8, gothisch kuni, althochdeutsch nIi uni (Geschlecht); griech. nud lat. frutsr, goth. brotlmr, alth. p ruoäar (Bruder). Anmerkung. Die Interpunktion wird in der Syutäp gelehrt. A n h a u g. Die folgenden Wörter findet man in eueren Aufgaben oft fehlerhaft geschrieben. Gebt an, warum sie unrichtig geschrieben sind, korrigiert sie und bildet mit ihnen Sätze: der Reitz, die Schweitz, das Kreutz, der Haussen, genohmen, ergrieff ihn bei der Hand, Wieder¬ stand leisten, resiedirte, die Stadt wurde verschitet, er ließ in (oum) die Fühle seines Witzes fülen, wir wällen ihn, die Wehlen des Stromes, Willkühr, er wahrte mich, Wohne des Himels, der Lehrer lobte in, der Tod rast in dahin, die Sohne scheint deinem Sonne ins Gesicht, die Hofnung, die Bewohner der Hüthen Hütten nicht lange das Bet, der Stul, Wilchelm, Freicheit, auchalten, die Abtrettung, von allen Mänern, mit dennen wir bekannt wurden, der Strick hüllt fest, er hatte sich erhallt, die Stusse, er 20 kamin zu mir, dir Soldaten schützen, die Stätter (Stadtbewohner) leben in stet ter Zerstreuung, bestättigen, tretten, Schmertz, schertzen, gegönt, er rafte sich auf. (Warte) biz (morgen), Bläße, der Beweiß, die (selben, es gelistete den Fux nach Trauben; dan beschloß die Bersamlung, Schaffe und Wölfe, die Mauer stigen hinauf, wir erinnern uns an unsere Gespilen, wen (si) der Somer kamt, die Weinachten, fals, mit geziecktem Schwerte, wochin, wocher? Die Stuffe, die Erhaltung, der Higel, die häußlichen Bedürfniße, das Römische Gebiet, das Fabische Geschlecht, abgestamt, Erwänung, der Teuch, Krig, der Pfarer, er entließ mich. Die Strömmung, die Höche, plözlich, siezen, vorchanden, die Kapele, abgespert, genohmen, öfentliche Anstalt, kristalhcl (zwei Fehler), das Marckt, Pnn — ktc, sog — leich, Prophezeit;—- ung, es schi — en, kir —chlich rc. Die Formenlehre. Redeteile oder Wortarten. ß 35. Es gibt zehn Redeteile: 1. Die Nomina oder Nennwörter: u) Das Substantiv oder Hauptwort: der Mensch, das Tuch.*) b) Der Artikel oder das Geschlechtswort, und zwar der bestimmte: der, die, das und der unbestimmte: ein, eine, ein. Der Artikel ist tonlos. o) Das Adjektiv oder Eigenschaftswort: der Vogel ist schön, oder der schöne Bogel. 6) Das Pronomen oder Fürwort: ich sehe dich und deine Mutter; du begleitest sie. o) Das Numerale oder Zahlwort: drei, der Fünfte. Die Nomina werden dekliniert oder äbge ändert. 2. Das Verbum oder Zeitwort: ich schreibe, es hat geregnet. Die Verba werden konjugiert oder äbgewäudelt. 3. Die Partikeln: u) Das Adverb oder Umstandswort: gestern hat es hier stark gewetterleuchtet. d) Die Präposition oder das Berhältnißwort: der Knabe steht vor mir, neben der Tafel, hinter der Bank. o) Die Konjunktion oder das Bindewort: der Vater und die Mutter. ä) Die Interjektion oder das Empfindungswort: ach! hui! Die Partikeln bleiben unverändert. *) Fahret fort, alle im Lehrbuche »bekommenden Subflantiva, deren Gejchlecht in der deutschen und in eurer Muttersprache ein verschiedenes ist, in das von euch angelegte alphabetische Verzeichniß einzutragen, 28 Aas Substantiv. 8 36. Einteilung. 1. Das Substantiv ist: a) konkret, wenn es einen durch die Sinne wahrnehmbaren Gegenstand benennt, z. B. der Affe, das Echo; b) abstrakt, wenn es Thätigkciten, Eigenschaften oder Zustände benennt, die als abgesonderte Dinge gedacht werden, z. B. der Sprung, die Güte, der Durst. 2. Ein Konkretum kann sein: u) ein Eigenname, nomou proprium, z. B. Franz, Laibach, die Save; b) ein Gattungsname, nomsn uppoUativnm, z. B. der Knabe (Franz), die Stadt (Laibach), der Fluß (Save); c) ein Sammelname, n. oollootivnm; er benennt eine Menge, deren Teile nicht den Namen des Ganzen haben, z. B. der Wald, die Herde, das Heer; cl) ein Stöffname, n. matoriaic, z. B. das Harz, das Gold, die Milch. 8 37. Der Bildung nach ist das Substantiv: a) ein S t a m mw o rt, n. primitivum, z. B. die Nuß, der Baum, der Freund; b) ein abgeleitetes, n. äorivatum, z. B. die Freundin; o) ein zusammengesetztes, n. compositum, z. B. der Nüßbaum, das Halstuch. ß 38. 1. Die Ableitung oder Derivatiön geschieht: a) durch Vorsehung einer Vorsilbe, z. B. der Berg, das Gebirge; b) durch Änhängung einer Nachsilbe, z. B. der Schnitt, der Schnitter; c) durch Anhängung eines bloßen Lautes, z. B. fahr! die Fahrt. «) Vorsilben, welche zur Ableitung von Substantiven dienen: ge der Busch, das Gebüsch, das Bein, das Gebein. MiH der Mißton, das Mißjahr, der Mißbrauch. NU die Untiefe, die Unart, das Unkraut. Ur der Urquell, der Urheber. erz der Erzbischof, der Erzschelm. H Folgende Nachsilben dienen zur Ableitung der Substantivs: e gut, die Güte, schwarz, die Schwärze, bind! Binde. er der Binder, Maler, Gärtner. uer der Bildner, Redner, Lügner. i« der König, die Königin, der Graf, die Gräfin. Pl. —innen. 29 el der Arm, der Ärmel, stich! der Stachel. icht das Dickicht, Kehricht. ei die Heuchelei, die Schmeichelei, die Tändelei (der Tand). rei die Büberei, die Brennerei, die Sklaverei. liug der Lehrling, der Liebling, der Neuling. Illlg die Wendung, die Hoffnung, die Rechnung. nist das Zeügniß, die Hörniß. sal das Schicksal, das Scheusal. sel das Rätsel, das Anhängsel. heit die Christenheit, die Freiheit, die Thörheit. leit die (Ewigkeit, die Mäßigkeit. schäft die Freundschaft, die Rechenschaft, die Leidenschaft. IttM das Kaisertum, der Reichtum. che» und lein bilden Verkleinerungswörter, Deminutkva: der Sohn, das Söhnchen, Söhnlein. al die Heimat, ut die Armut, die Demut. l>e die Gier, die Begierde. Von diesen Nachsiben sind nur ei und rei betont. /) Lante, welche znr Ableitung von Substantiven dienen: d brenn! der Brand, jag! die Jagd. 1 flieh! die Flucht; hiebei wird l> vor t zu f: haben, die Haft, geben, das Gift, g wird vor t zu ch: bieg! Bucht, schlag! Schlacht. st dien! der Dienst, gewinn! der Gewinst. 2. Besteht ein zusämmengesetztes Wort nur aus zwei ein¬ fachen, so ist es ein einfaches Kompositum, z. B. Tischtuch. Der zweite Teil ist das Grundwort, der erste das Bestimmungswort. Besteht ein zusammengesetztes Wort aus mehreren einfachen, so ist es ein doppeltes Kompositum (äseompositum), z. B. Dämpfschiffahrt. Das erste Bestimmungswort wird betont. Man betont aber: das Jahr¬ hundert, Jahrtausend, Jahrzehnt, der Karfreitag, der Wachhölder, das Lebcwol, Viertelstunde, Vicrtelmeile. Anmerkung. I. Tritt an Las Bestimmungswort eine Flexion, so ist die Zusammensetzung eine uneigentliche, z. B. Landsmann. 2. Die mehrsilbigen Feminina auf t, die auf ung, ion und tat nehmen des Wollautes wegen ein s an, z. B. Freiheitsbaum, Landungsplatz, Statiönschef, llniver- sitatsgebäude; ferner: Achtserklärung, Hilfstruppen, Liebesdienst, Liebesgabe. 3. Merke: Der Ländmann ---- der Bauer, die Läudlente Leute vom Lande; mein Landsmann, meine Landsleute — Lente aus meinem Bäterlande. 30 HeWecht, xenii«, Z 39. Das Geschlecht der Substantiv« ist dreifach: männlich, was- oulmmn, weiblich, tomininum, oder sächlich, usutrum. — - Es ist ferner natürlich, z. B. der Ochs, die Kuh, das Kalb, der Herr, die Frau, das Kind, oder grammatisch; dieses stimmt mit jenem nicht immer über¬ ein, z. B. das Weib, nicht die Weib. Leblose Dinge haben nur ein gram¬ matisches Geschlecht. ß 40. Die Bestimmung des Geschlechtes erlernt man vörzngsweise durch die Übung; doch merket folgende Regeln: 1. Männlich sind: n) Die aus üttg: der Drang, Sang, Klang; b) die äbgeleiteten aus littst: der Jüngling, Schirling; e) die abgeleiteten ans er, tter bezeichnen Männer: der Schneider, Zeich¬ ner. Merke: der (nicht das) Teller, die (nicht der) Butter; ä) die mit last zusämmengcsetzten: der Aderlaß, Nächlaß, Eriäß; o) die Fremdwörter ans ttS, Mtts, ismus: der Globus, Rhythmus, Idealismus; k) die aus ier, or, eur (sprich ör) bezeichnen zumeist Männer: der Offizier, Professor, Ingenieur. 2. Weiblich sind: «) Die auf ttttft: die Zunft, Ankunft; d) die abgeleiteten auf de, ei, rei, in, heil, keil, schüft, Nttg; Bei¬ spiele im vorhergehenden Paragraphen. Eine scheinbare Ausnahme macht das aus dem Slavischen stammende Wort „das Petschaft;" o) die Fremdwörter auf aille (sprich ällje): die Bataille, Canaille; ette: die Serviette, Elarinette; ie: die Geographie, Theologie; ik: die Physik, die Logik; iott: die Ration, Legion; üge (sprich äsch - LL): die Blamage, Ballotage; täl: die Calamitnt, Autorität. 3. Sächlich sind: a) Die Namen der Städte und Ortschaften: das neblige Loudon, das romantische Veldes; d) die Namen der meisten Länder: das schöne Kram; das reiche Ungarn; o) die abgeleiteten aus sei, sal, tttM. Ausgenommen: die Drangsal, die Trübsal, der Irrtum, der Reichtum; ä) die Deminutlva auf chen und leitt: das Fräulein (nicht: die Fräulc), das Körbchen; 31 s) die Fremdwörter auf UM, iUM und ment (im Französischen wie mäng ausgespr.): das Quäntum, Kollegium, Offertorium, Funda¬ ment, Departement. k) jeder Redeteil kann in ein sächliches Substantiv verwändelt werden; das Schöne, das Essen, das Ach und Weh rc. 4. Die zusammengesetzten haben das Geschlecht des Grundwortes, z. B. der Hausvater, das Väterhaus. Aber: Das Wort, die Antwort; der und das Teil, aber nur das Erbteil, das Gegenteil; der Mut, aber die Demut, die Schwermut, die Wehmut rc.; der Abscheu. b. Das Geschlecht schwankt: a) Bei einigen auf mtz, z. B. die uud das Vcrdcrbniß; p) das, seltener der Barometer, Thermometer, Zepter, Münster, Skandal; der und das Teil, die und der Hausflur, Katheder. 6. Substantiva mit der Vorsilbe ge, deren Geschlecht sich nach den angeführten Regeln nicht bestimmen läßt, sind bis ans folgende 18 sächlich: Der Gebräuch, der Geruch, der Gewährsam, Der Gewinn, der Gewinst, der Gehorsam, Der Geschmack, der Gedanke, Gefallen, Genuß, Wozu man die weiblichen merken muß: Die Gefahr, die Geburt, die Geduld, die Gestalt, Die Geschichte, die Gunst, die Geschwulst, die Gewalt. Von diesen 18 traget diejenigen, welche in eurer Muttersprache ein anderes Geschlecht als in der deutschen haben, in euer alphabetisches Berzeichniß ein. 8 41. Gleichlautende Substantiva von verschiedener Bedeutung bei verschiedenem Geschlechte. der Band, die Bände eines Buches der Bauer, des — n, der Landmann der Buckel, der Höcker der Bulle, —en, der Zuchtstier der Build, die Bünde, das Bündniß der Chor von Sängern der Erbe, des — en, welcher erbt die Erkenntniß, die Einsicht der Gchält, der Znhalt, Wert der Geisel, der Lcibbürge das Band, die Bänder zum Binden das Bauer, des —s, die Bauer, das Vogelhaus die Buckel, die Mctaltvcrzieruug die Bulle des Papstes das Bund, die Bünde von Stroh rc. das Chor, ein Teil der Kirche das Erbc, des —es, das Erbteil das Erkenntniß, das richterliche Urteil das Gehalt, die Einnahme die Geisel, die Peitsche 32 der Gemähl, der Gatte der Harz, ein Gebirge in Deutschland der Heide, der Götzenanbeter der Hut, die Kopfbedeckung der Koller, die Wut der Kiefer, der Kinnbacken der Kunde, der Käufer der Leiter, der Führer der Mangel, den inan leidet die Mark, die Grenze oder die Münze der Marsch, die Märsche der Soldaten der Mast auf Schiffen der Messer, der Messende der Ohm, der Oheim der Reis, die Getrcideart der Schild, die Schilde, die Schutzwasfc der Schwulst in der Rede der See, der Landsee der Sprosse, Nachkomme der Stift, Nagel, Bleistift die Steuer, die Abgabe der Tau des Himmels der Verdienst, der Erwerb die Wehr, die Verteidigung der Zeug, der Webestoff Aufgabe. das Gemahl, dichterisch für Gemäh- lin, doch auch für Gatte das Harz an Bäumen die Heide, ödes Land die Hut, die Überwächung das Koller, Teil eines Kleidungsstückes die Kiefer, der Baum die Kunde, die Nachricht die Leiter zum Steigen die Mangel —die Mange zum Glatt¬ rollen der Wäsche das Mark in den Knochen die Marsch, die Marschen, fruchtba¬ res Flachland an Wassern die Mast des Viehes das Messer zum Schneiden die Ohm, ein Weinmaß das Reis, der Zweig das Schild, die Schilder am Hause die Schwulst, die Geschwulst die See, das Meer die Sprosse einer Leiter das Stift, die Stiftung, das Kloster das Steller des Schiffes das Tau, ein Seil das Verdienst einer guten That das Wehr am Flusse das Zeug, das Geräte. Bildet Sätze, in denen diese Wörter Vorkommen. K 42. Aie Zahl, »mueru«. Ein Substantiv steht im Singular, in der Einzahl, wenn es nur eine Person oder Sache, im Plural*), in der Mehrzahl, wenn es mehrere Personen oder Sachen bezeichnet. Anmerkung. Im Deutschen gibt es keinen Dual (Zweizahl); statt seiner stellt der Plural. *) Der Plural, gewöhnlich aber Plural. 33 Keinen Plural haben: t. die Eigennamen, außer sie werden zu einer Gattung zusämmen- gefaßt, z. B. die Herrschaft der Ottönen, die Scipivnen, die Müller und Meier sind überall zu finden; 2. die meisten Stoffnamen; ihr Plural bezeichnet mehrere Sorten, z. B. die Weine Ungarns; 3. die meisten Absträkta, z. B. die Liebe, der Glaube. Keinen Singular haben jene Substantiv«, die schon eine Mehr¬ heit bezeichnen, z. B. die Eltern, Leute, Ferien, Ostern, Weihnächten, Ge¬ schwister, Sudeten rc. Anmerkung. Doch sagt man ohne Artikel: „Ostern, Pfingsten, Weihnachten ist gekommen," wobei die Zeit verständen wird. § 43. Deklinieren heißt, von einem Nomen alle Beugungsfälle (cramm) in beiden Zahlen ängeben. Es gibt vier Kasus oder Fälle oder Endungen. 1. Der Nominativ steht auf die Frage wer oder was? Er nennt vorzugsweise den Gegenstand, von welchem in einem Satze die Rede ist, und heißt dann das Subjekt des Satzes, z. B. Der Freund kommt, die Freunde kommen. 2. Der Genitiv auf die Frage wessen? Des Freundes, der Freunde. 3. Der Dativ auf die Frage wem? Dem Freunde, den Freunden. 4. Der Accusativ ans die Frage wen oder was? Den Freund, die Freunde. Dazu kommt noch der Vokativ, die Änrufeform; sie ist immer dem Nominative gleich, z. B. Freund? o Freunde! Anmerkung l. Der Nominativ und Vokativ heißen unabhängige Kasus, cs8U8 reeti, der Genitiv, Dativ und Accusativ abhängige Kasus, eusus obligui. 2. Der Vokativ im Satze wird durch Kommas (Beistriche) von Len übrigen Wörtern getrennt, z. B. Ihr wisset, liebe Freunde, wie sehr die Not uns drängte. 8 44. Allgemeine Aelrlniaiwnsregel'n. 1. Der Accusativ ist im Plural stets dem Nominativ gleich. 2. An dein weiblichen und sächlichen Nomen ist der Accusativ auch im Singular gleich dem Nominativ. 3. Der Dativ endet im Plural immer auf n. Anmerkung. Kann man ein Substantiv mit mir oder dir vertauschen, so steht es im Dativ; es steht im Accusativ, wenn man statt seiner mich oder dich setzen kann, z. B. Er preist Len Helden (Accusativ) preist dich; er hört Len Helden zu (Dativ) — er hört dir zu. 3 34 8 45). Deklination des 'Artikels. 1. Der bestimmte Artikel weist auf einen schon genannten oder auf einen bekannten Gegenstand hin; der unbestimmte Artikel bezeichnet einen noch nicht besprochenen oder unbekannten Gegenstand, z. B. Es war einmal ein Mann, dem starb seine Frau. Und der Mann war sehr traurig. — Der König von Spanien ist gestorben. Fehlerhaft ist: Geßler ließ Len Hut auf die Stange stecken. Treten wir unter dieses Dach; es schützt uns vor Regen, statt: vor dem Regen. Die Bauern ergriffen den Dieb, banden ihn mit den Stricken und hieben ihn mit den Ruten, statt mit Stricken, mit Ruten. 2. Setzt man ein Substantiv im Singular als Vertreter der ganzen Gättung, so darf man den bestimmten oder den unbestimmten Artikel ge¬ brauchen, z. B. Der brcive Mann — ein bräver Mann denkt an sich zuletzt, d. h. jeder brave Mann, alle braven Männer. Steht in diesem Falle vor dem Substantiv ein Adjektiv, so ist es betönt. Ein edler Mensch zieht edle Menschen an. ') 8 46. Der Artikel wird gewöhnlich nicht geteht: 1. vor Eigennamen, z. B. Franz schreibt; Schillers Werke. Er steht aber a) vor den Namen der Flüsse, Berge und vor den weiblichen Länder¬ namen, z. B. die Drau, der Triglav, in die Schweiz, aus der Türkei, die Normandie, die Bulgarei, die Lausitz, die Wochein. Fehlerhaft ist also: in Schweiz, von Türkei re. b) vor Adjektiven und Gattungsnamen, die einem Eigennamen vorän- gehen, z. B. Der gransame Nero beherrschte das sittenlose Rom. Der Dichter Schiller. Auf die Setzung des Artikels mußt ihr besonders acht haben. Im Slavi- schen fehlt der Artikel, der Ungar drückt nur die Bestimmtheit oder Unbestimmtheit aus und bat somit zwei Artikel, aber je einen für alle drei Geschlechter. Wie der Ungar hat auch der Italiener besonders auf das Geschlecht der Substantiva zu achten, um den richtigen Artikel zu wählen. 35 6) ver Eigennamen, wenn sie als Gattungsnamen gebraucht werden, z. B. Er ist der Cicero unserer Zeit, d. h. der größte Redner unse¬ rer Zeit. Aumerkung. In „beim Lucas", „im Matthäus" u. dgt. ist „Apostel" aus¬ gelassen. 2. vor Titeln in der Anrede, z. B. Herr Rat! Meister Gott¬ fried! Brnder Anton! Vater Jahn! 3. nach Genitiven, z. B. des Vaters Haus, des Löwen Stimme. Dagegen: die Stimme des Löwen. Anmerkung. Fehlt er auch vor dem Genitiv, so ist der unbestimmte hinzu zu denken, z. B. durch Freundes Hand ----- durch eines Freundes Hand. 4. bei der Angabe von Maß und Gewicht, z. B. fünf Eimer Wein, drei Pfund Fleisch. 5. vor St öffn am en, wenn sie den Stoff nur im ällgemeinen bezeichnen, besonders nach Präpositionen, z. B. Brod backen, Wasser holen, Wein trinken, aus Gold, von Messing. 6. in ällgemein giltigen Aussprüchen, z. B. Jugend hat keine Tugend. Treue Freunde sind selten. Guter Rat ist teuer. Eigen Herd ist Goldes wert. Not bricht Eisen. Undank ist der Welt Lohn. 7. vor Accusativen, wenn sie mit dem Zeitworte nur einen Begriff aüsdrücken, z. B. Er leidet Hunger, Durst, Angst — er hungert, durstet, ängstigt sich. Ich empfinde Schmerz. Man muß Geduld haben. 8. wenn zwei Substantive statt eines Adjektivs oder Adverbs stehen, z. B. Er ist mit Leib und Seele (— ganz) dabei. Jemandem mit Rat und That (— freundschaftlich) beistehcn. In Freud und Leid treu. Zu Wasser und zu Land. 9. wenn überhaupt zwei Substantiva einen Begriff aüsdrücken, z. B. Er hat Herz und Kopf auf dem rechten Flecke " er ist ein gan¬ zer Mann; besonders wenn sie sich reimen, z. B. Wir geben Gut und Blut — alles fürs Väterland. In Saus und Braus; auf Schritt und Tritt; oder wenn sie alliterieren, d. h. mit demselben Konsonänten beginnen, z. B. über Stock und Stein, durch dick und dünn, mit Mann und Maus, Kind und Kegel. 10. vor „Gott", z. B. Gott (nicht wie in Ungarn häufig zu hören ist: der Gott) hat Himmel und Erde erschäffen; 11 wenn mehrere Substantiva von gleichem Geschlecht und in gleicher Zahl auf einänder folgen, so steht der Artikel nur vor dem ersten, Z» — 36 — z. B. Der Löwe, Tiger, Luchs und Wolf sind Raubtiere. Es kamen die Freunde und Nachbarn. Dagegen: Der Wolf und die Hyäne sind grausam. Anmerkung. Bei ungleicher Bedeutung steht der Artikel, z. B. Der König und der Bauer waren unzufrieden. Fehlerhaft: Der Reichtum und Ehre machen nicht immer glücklich. Die Mut¬ ter und Schwestern sind ausgegangen. Der Reiche und Arme müssen sterben. 8 47. Die Deklination der Substantive. 1. Die Deklination ist entweder stark oder schwach. Bon jenen Substantiven, welche teils stark, teils schwach dekliniert werden, sagen wir, sie gehen nach der gemischten Deklination. Jede dieser Deklinationen zerfallt wieder nach dem Geschlechte der Substantive in eine männliche, weibliche und sächliche. 2. Schwankt ein Substantiv zwischen den starken und schwachen Formen, so wählet die starken. Die starke Deklination. 8 48. 1. Einige Substantive nehmen den Umlaut an, andere nicht. 2. Die Endlaute der starken Deklination sind: Singl. Plnr. N. — — e G. — es — e D. — e — en A. — — e 3. Bei den mehrsilbigen Wörtern auf e, kl, em, en, er und lein fällt das e in den Kasusendungen immer weg, z. B. dein Engel, den Zimmern. A n m e r k u n g. Des Wollautes halber fällt es auch an jenen mehrsilbigen Substantiven aus, deren letzte Silbe tonlos ist, besonders wenn sie ans eine Liquida endigt, z. B. des Bräutigams, des Atems, die Nachbarn, des Königs. Immer: Bei Gott, mit Gott rc. 4. Bei Wörtern auf n fällt nicht nur das e der Flexion, sondern im Dativ des Plurals sogar die ganze Kasusendung weg, z. B. den Mäd¬ chen, statt: Mädchenen. Z 49. Maskulina, a. Mit dem Endungs-e. 37 Beispiele. Zu 1: Hirsch (nicht: dem Hirschen rc.), First (des Hauses), Knecht (nicht: er schlug den Knechten), Krebs (nicht: die Krebsen), Luchs, Pfeil, Wagen (nicht: die Wägen), Wirt; zu 2: Bart, Bund, Dunst, Stock (nicht: die Stöcken), Stuhl. b. Ohne das Endungs-e. I. 2. Beispiele. Zu l: Käse, Kasten (nicht: die Kästen), Magen (nicht: die Mägen), Schneider, Schuster, Regen, Sessel (nicht: die Sesseln), Atem; zu 2: Boden, Kragen, Mantel, Ofen, Sattel, Schaden. § 50. Statt e haben im Plural er: Geister, Götter, Leiber, Männer, Sträucher, Vormünder und Ränder, Wälder, Würmer, sowie alle Auf ein tum im ersten Falle, z. B. die Reichtümer.**) *) Die Diklinierübungen sollen nie an dem bloßen Nomen, sondern stets in kurzen Lätzen vorgenommen werden. Gut ist es, immer dieselben Berba zu nehmen, selbst wenn sie nicht passen sollten. Urodatum est. — Z. B. Hier ist der Wirt, ich erinnere mich des Wirtes, ich folge d e ni Wirte, ich sehe den Wirt. **) Regeln für die Bildung von Formen müssen immer an den gebildeten Formen selbst eingelernt werden. 38 8 51. Feminina. Beispiele. Zu 1: Befugniß, Mühsal, Trübsal; zu 2: Braut, Faust, Luft, Macht, Nuß (nicht: die Nüssen), Wurst. A n m e rk u n g. Starke Endung im Genit. Sing, findet sich in dem Adverb nachts. Z 52. Neutra. 1. Säiumtliche Neutra der deutschen Sprache sind im Sing, stark. 2. Hat der Plural den Umlaut, so endigt er auf er; endet der Plural nicht auf er, so tritt der Umlaut nicht ein. Das eingebürgerte Fremdwort: Kloster, die Klöster. 1. 2. die) Gas, Rohr, Roß (nicht: die Rösser), Thor (nicht: die Thöre), Zelt: zu 2: Haupt, Lamm, Pfand, Faß. 3. Ohne Endungs-c: Erbe, Übel (nicht: die Übeln), Lager, Zeichen, Zimmer. 3 Anßer denen, welche des Umlautes wegen im Plur. e r bekommen, erhälten es noch folgende: Z9 Bretter, Lieder, Eier, Gelder, Nester, Lichter, Kleider, Felder, Schilder, Schwerter, Reiser, Rinder, Scheiter (1), Stifter, Weiber, Kinder, Sowie Geschlechter (k), Gespenster, Gemüter Und die ans t n m , z. B. Bistümer. (l) aber auch bloß e. Tie schwache Teklinatton. ß 53. 1. Alle abhängigen Kasus des Sing, und Plur. bekommen en; ein bloßes N erhälten die Wörter auf e und alle auf k und r, wenn ihre letzte Silbe tönlos ist. 2. Kein schwaches Substantiv nimmt in der Mehrzahl den Umlaut an. K 55. Feminina. 1. Der Singular kommt mir in Redensarten und Gedichten vor, z. B. unter der Sonnen, in Gnaden, von Seiten, auf Erden, Röslein auf der Heiden. macht, Ziffer, Königin, Plur. .. innen. 40 8 56. Neutra. Kein Neutrum wird im Singular schwach dekliniert (sich tz 52, 1); im Plural nur folgende: die Augen, Betten, Herzen, Hemden, die Ohren, Leiden und die Enden. Z 57. Zur gemischten Deklination kann man rechnen: 1. diejenigen, welche im Singular stark, im Plural schwach sind, also: a) die Mehrzahl der weiblichen Substantive, bestimmt alle mit den Nachsilben ei, heit, keil, schäft, ung: b) folgende Maskulina: Lörbeern, Seen (1), Sporen (2), Staaten, Strahlen, Masten und Zierraten, Stacheln, Schmerzen, Vettern Und das Wort Gevattern. (1) der See, des Se-es, dem See. (2) der Spor», des Spornes. 2. das Herz, des Herzens, dem Herzen, das Herz; Plural schwach. 3. der Bursch, des —en, Pl. —e; dagegen: der Bursche durch¬ gehends schwach. ß 58. Bemerkungen zu den Deklinationen. 1. Mehrere Substantive schwanken zwischen der starken und schwachen Form: g.) im Singular: der Ahn, der Nachbar; ihr Plural ist schwach; b) in beiden Zahlen: der Mai, der Pfau, der Schelm; der Star (die Aügenkrankheit) ist stark, der Star (Vogel) ist schwach; o) im Plural: der Forst, die Forste und —en; die Schnur, die Schnüre und Schnuren; der Stiefel, die Stiefel und Stiefeln. 2. Zwei Plurälformen haben: das Aas, Aase und Äser; das Ding, Dinge und in verkleinerndem Sinne die Dinger, z. B. die jungen Vögel, die armen Dinger; das Gesicht, die Gesichter der Menschen, die Gesichte — Bilder der Phantasie; in der edleren Sprache steht Gesichte auch statt Gesichter; der Strauß von Blumen, die Sträußer und Sträuße, der (Vogel) Strauß hat nur „Strauße." Sieh ferner 8 52: 3, l. Die Endung e ist edler als er. 41 3. Plurale mit und ohne Umlaut; der reine Bokckl klingt edler und bezeichnet die bedeutendere Sache oder saßt die Mehrheit zu einem Ganzen zusammen: das Band, die Bänder am Hute, die Bande — Fesseln; die Bank, Bänke zum Sitzen, Banken — Handelsbanken; das Denkmal, die einzelnen Denkmäler, die Denkmale, Merkmale, Wundmale rc.; der Dorn, die einzelnen Dörner, die Dornen; der Druck, die Drucke, in Zusammensetzungen ü, z. B. die Eindrücke; der Faden, die Fäden, die Faden als Sccmaß — 1°; der Fuß, Füße, die Fuße zum Messen; das Gewänd, die einzelnen Gewänder, die Gewände; der Herzog, Herzoge und Herzöge; das Land, die einzelnen Länder, die Lande (zusammenfassend und poetisch); der Mann, die Männer, die Mannen (alle Vasallen). Bezeichnet der Plural einen Stand, so sagt man Leute, z. B. der Kaufmann, die Kaufleute, Ländleute, Eheleute, Fuhrleute, Hauptleute; dagegen Ehemänner (einzelne), Gewährsmänner (bilden keinen Stand) rc. Der Ort, die Örter, Orte — Gegenden; die Sau, Säue, die Sauen (vom Wildschwein); das Tuch, einzelne Tücher, die Tuche — Tuchsorten; das Wort, einzelne Wörter, Worte — Satz, Rede; der Zoll, Zölle — Abgaben, die Zolle zum Messen. 4. Ein scheinbarer Singular stehl oft nach Zahlwörtern, wie z. B. drei Mann — Soldaten, zwei Hand breit, 15 Faust hoch, drei Faß Wein, es ist 5 Uhr rc. Deklination der Eigennamen. A 59. Allgemeine Regeln. 1. Im Plural gehen die männlichen nach der starken, die weiblichen nach der schwachen Deklination, z. B. die Konrade, die Flävier, die Anto- m'ne; unter den Cäsären (Gattungsname) waren die Casare (Eigenname) selten; die Mathilden, die Annen, die Marien. 2. Kein Eigenname erhält im Plural den Umlaut, z. B. die Herren Fuchse, Wolfe, Höffmaune, die Karle. 3. Steht vor einem Personennamen der Artikel oder ein Borwort, so bleibt er unverändert, z. B. des Wilhelm, ohne Emma. Dekliniere: der Franz, die Bertha. A n in e r k n n g. Der Krieg des großen Friedrich. Dagegen, wenn das Gub stantiv folgt: Des großen Friedrichs Krieg. 4. Die Bölkernamen ans er werden stark, alle übrigen nebst Baier, Pommer werden schwach dekliniert. Dekliniere (in Sätzen): der Steirer, der Serbe, der Krainer. 8 60. Eigennamen ohne Artikel. Z. B. die Umgebungen Steins (nicht Steines), Friedrichs des Großen Thaten, Ekceros Briefe, Homers Ilias. A n m e r k n n g. Vor dem s des Genitivs darf kein Apostroph stehen, alfo nicht: Heinrichs. b) Weiche mit einer betonten Silbe ans einen Zischlaut endigen und die weiblichen auf e: e) Hängt der Zischlaut an einer unbetonten Silbe, so bleibt das Wort unverändert, z. B. Odysseus (oder Odysseus') Irrfahrten, Kolumbus (oder Kolumbus') Entdeckung. Bemerkungen. 1. Das n oder en im Dativ und Ace. wird immer seltener. Ich habe Franz (selten: Franzen) gesehen. 2. Die mangelhafte Kasusbezelchnung ersetzt man durch den Artikel oder durch Präpositionen, z. B. das Ei des Kolumbus, die Umgebung von Prag, die Bewohner von Cilli. Bei Länder- und Ortsnamen auf einen Zischlaut geschieht das immer, z. B. das Bad in Töplitz, die Hölzwaren aus Reifnitz, der Bischof von Budweis. ß 61. 1. Von zwei oder mehreren Namen einer Person wird nur der letzte dekliniert, z. B. Maria Stuarts Hinrichtung, die Werke 43 Valentin Vödniks, Gotthold Ephraim Lessings Kritik. (Dagegen nach Z 59, 3: die Werke des Valentin Vodnik rc.) 2. Der Titel vor dem Namen wird wie ein erster Name behändelt und nicht äbgeändert, z. B. Doktor Mühlfelds Rede, die Wahl Kaiser Rudolfs, der Ruhm Erzherzog Karls. 3. Steht aber vor dem Titel der Artikel, so wird der Titel dekli¬ niert und der Eigenname bleibt unverändert, ;. B. des Doktors Mühlfeld Rede, die Wahl des Kaisers Rudolf, der Ruhm des Erzherzogs Karl. 8 62. Aremdwörter. 1. Die meisten Fremdwörter werden stark dekliniert; schwach sind nur n) die männlichen Personennamen aus e, k und t, z. B. der Kollege, die Kollegen, der Katholik, die Katholiken, der Starost, die Starosten; k) die mit arch, graph, krat, nom, soph zusammengesetzten männlichen Personennamen, z. B. die Patriarchen, Telegraphen, Demokräten, Astro¬ nomen, Philosophen. 2. Im Sing, stark, im Plural schwach sind a) alle Feminina, z. B. die Fabrik, die Fabriken, die Monarchie, die Monarchien (zweisilbig); h) die männlichen Personennamen ans or, z. B. der Inspektor, die Inspektoren. 3. Manche, besonders französische und englische Fremdwörter nehmen im Plural ein s an, z. B. die Chefs (spr. Schliffs), Genies (spr. Schenihs, Lovi?), Lords, Söphas. A n m e r k u n g. Bei deutschen Eigennamen bezeichnet der Plural aus s die Familie oder mehrere Glieder derselben, z. B. Wir waren bei Rechers, bei Humboldts. — Niederdeutsch ist: die Kerls, die Jmigeus rc. 4. Die auf am mit vorhergehendem Vokal haben im Plural M, z. B. das Gymnasium, die Gymnasien; die Museen, die Studien, die Individuen. 5. Die lateinische Endung des Plurals wird in der wissenschaft¬ lichen Sprache ost beibehalten, z. B. das Verbum, die Verba, den Verdis, den Pronominibus. Der Genitiv aber lautet: der Verba, der Prono¬ mina rc., niemals: der Verbornm, der Pronominum rc. 6. N. Jesus Christus, G. Jesu Christi, D. Jesu Christo, Acc. Jesnm Christum. Steht aber ein Gattungsname mit dem Artikel davor, so bleibt „Jesus Christus" unverändert. — Dekliniere: der Herr I. Chr., der Hei¬ land I. Chr. 44 7. Der Admiral, — es, die — e, nicht —äle; das Adverb, —es, die — ien; das Adverbium, — s, die — ien; der Atlas, — es, die Atlanten (der Atlaß, Seidenstoff, die Atlafse); der Cherub, —s, die Cherubim; der Choral, — s, die Choräle, aber auch Choräle; das Fossil, — es, die — e und Fossi li e n (zweisilbig); der Generäl, — es, die Generale, nicht Generäle; das Kapital, — es, die — e und — ien (zweisilbig); die Kapi¬ taler — Säulenknäufe; der Kasus, ganz unveränderlich; der Konsul, —s, die Konsulen; das Lexikon, — s, die Lexika; das Mineräl, — es, die — e und — ien (zweisilbig); das Prinzip, — es, die — ien; das Particlp, — es, die — ien; das Schema, — s, die Schemata; der Seraph, — es, die Seraphim; das Thema, — s, die Themen und Themata. Anmerkung. Fehlerhaft ist : Man wählte den Feldherr zum Kaiser. Die Gesetze des Drama. Z>ie Udjektiva. Z 63. Sie sind ihrer Bildung nach Stämmwörter, äbgeleitet oder zusämmengesetzt. Zur Ableitung dienen 1. die Nachsilben: bar, fruchtbar (was Früchte bringt), dänkbar, ehrbar. en, n, golden (was von Gold ist), silbern. ern, gläsern, hölzern, steinern. haft, tugendhaft (wer Tugend hat), boshaft, zaghaft. icht, be'rgicht (was Bergen ähnlich ist oder was Berge hat), steknicht, lehmicht. ig, bergig (was Berge hat), steinig, lehmig, jetzig, mühselig (von Mühsal). Fehlerhaft: lehmigt, steinigt rc. isch, himmlisch (was vom Himmel kommt oder was dem Himmel ähnlich ist), diebisch, neidisch, verschwenderisch, spöttisch. 45 lich, kindlich (was dem Kinde gleicht), herrlich, weiblich, gelblich, wörtlich, namen - t - lich. sam, ächtsam (wer ächtet), furchtsam, spärsam. 2. die Vorsilben: erz, erzdumm, erzfaul. ge, gestreng, geduldig, gehorsam. Nllst, mißvergnügt, mißgünstig. UN, unrein, unecht, ungerecht. ur, uralt, urplötzlich. Die einfachem Adjektiva können zusammengesetzt werden: 1. mit Substantiven, z. B. haushoch, pechschwarz, sorgenfrei; 2. mit Adjektiven, z. B. dunkelgrün, kleinlaut; 3. mit Verben, z. B. tänzlustig, schlagfertig; 4. mit Partikeln, z. B. änheischig, abschlägig, übergroß, vorschnell. Z 64. Ihre Stellung im Satze: k. Wird das Adjektiv mit seinem Substantive durch ein Zeitwort (sein, werden, bleiben) verbunden, so ist es das Prädikat des Satzes, es steht aüssagend, prädikativ, und bleibt unflektiert, z. B. Der Vogel ist schön; die Blume wird schön werden; das Wetter bleibt schön. 2. Steht es aber unmittelbar bei dem Substantive, so ist es ein Attribut, es steht attributiv und darf „Beiwort" genannt werden, z. B. der schöne Vogel, die schöne Blume, das schöne Wetter. Anmerkung. Als Beiwort siebt es in der edleren Sprache bisweilen binter ' dem Substantiv, in welchem Falle es auch unflektiert bleibt, z. B. Röslein rot --- rotes Röslein, in dem Bächlein klar und silberhell in dem klaren und silberhellen Bäch¬ lein, meinen Ritter wert — meinen werten Ritter. 3. Folgt dem attributiven Adjektiv kein Substantiv, so wird es selbst ein solches, z. B. Ich bedaure den Armen — den armen Mann; der Edle Hilst immer dem Schwächeren. Anmerkung. Bezieht es sich aber auf ein vorher genanntes Substantiv, so bleibt es ein Adjektiv, z. B. Den weißen Wein hat er verkauft, den roten behielt er für sich. Are Aelilinatiou. Sie ist stark, schwach oder gemischt. Z 65. Die starke Deklination. Das Beiwort bekömmt die Endlaute des bestimmten Artikels: -16 Anmerkung. Der Genitiv Sing, bat statt der Endnng es jetzt gewAnitick en: doch noch: gutes Mutes sein, heutiges Tages, reines Herzens rc. 1. Das Adjektiv muß stärk dekliniert werden: a) wenn vor ihm kein bestimmendes Wort steht, b) wenn das vor ihn, stehende Bestimmungs¬ wort keine Flexion hat, also nach manch, solch, welch und nach viel, wenig, wenn sie unverändert bleiben. Ausgabe. Dekliniere in Sätzen: Mauch edler Ritter, solch edle Tbat, welch großes Glück, viel kleines Geld, wenig frischer Schinken. 2. Mehrere Adjektiva vor einem Substantive. Es werden alle wie das erste dekliniert, z. B. Menschen von gelber oder brauner Farbe, dünnem, struppigem, schwarzem Haare. Z 66. Die schwache Deklination. Sie hat im Nom. Sing, aller drei Geschlechter und im Accus. Sing, des weiblichen und sächlichen Geschlechtes e, sonst überall en. Singular. ihm der bestimmte Artikel oder statt desselben ein anderes Bestimmuugs- 47 wort steht, welches die Endlaute des bestimmten Artikels an sich hat, wie dieser, jener, jeder, jedweder, mancher, solcher, welcher. Ausgabe. Dekliniere in Sätzen: Mancher — e — es arme Mann, arme Fran, arme Kind; dieser e es reiche Herr, Witwe, Fräulein; jener e — es alte Turm, Kirche, Schloß; welcher — e — es fleißige Schüler, Tochter, Mädchen. 2. Mehrere Adjektiva vor einem Substantiv. Alle werden wie das erste dekliniert, z. B. der gute, alte, weiße Wein, des guten, alten, weißen Weines, dem guten, alten, weißen Weine, den guten, alten, weißen Wein. Dekliniere weiter! Z 67. Die gemischte Deklination: l. Steht vor dem Adjektiv der unbestimmte Artikel, so nimmt es in jenen Kasus die starke Flexion an, in welchen sie dem unbestimmten Artikel fehlt, nämlich im Nom. des Maskulinums und im Nom. und Accus. des Neutrums. Das Femininum dekliniert schwach. Mask. Reut. 2. Dasselbe geschieht nach den besitzanzeigenden Fürwörtern mein, dein, sein, unser, euer, ihr und nach kein, da diese Wörter in den genannten Kasus ebenfalls keine Flexion haben; in den übrigen Endungen sowöl des Singulars als auch des Plurals bekommen sie die Endlaute des bestimmenden Artikels, wcshälb ihnen das Adjektiv mit schwacher Endung folgt. Aufgabe. Dekliniere in Sätzen: Mein treuer Hund, deine falsche Katze, sein schnelles Pferd, ihr freundlicher Blick, unsere starke Hoffnung, lein wahres Wort. 3. Mehrere Adjektiva vor einem Substantiv. Sie deklinieren alle wie das erste. Aufgabe. Dekliniere: Sein alter, kranker Oheim; unsere liebe, gute Tante; ihr großes, neues Haus. 8 68. Bemerkungen. 1. Schwankungen zwischen der starken und schwachen Deklination: g.) Bezeichnet von zwei oder mehreren Adjektiven das letzte mehr das Wesen als die Eigenschaft, so darf eS im Dativ Sing, und Genit. Plur. statt der starken die schwache Flexion annehmcn, z. B. echtem steirischen (und steirischem) Weine, echter steirischen (und steirischer) Weine. 48 Solche Adjektiva werden nicht durch Beistriche getrennt; sic lassen sich nicht durch nnd verbinden; das letzte kann oft in ein Bestim¬ mungswort verwandelt werden, z. B. echter Steirerwein: der Preis fester lederner (nnd ledernen) Hosen — fester Lederhosen; gutem rotem Weine — gutem Rotweine. b) Das Adjektiv darf schwach oder stark dekliniert werden nach den unbestimmten Zahlwörtern (einige, viele, alle, manche, wenige, meh¬ rere, etliche) und nach andere, welche, solche. Bei: manche, solche, einige, wenige, viele herrscht im Nom. und Arcus Plur. die starke Form vor. N. einige brave (u. — en) Schuler G. vieler gut er (en) Bücher D. allen armen Leuten A. keine schöne(en) Reden Im Genitiv wird die starke Form leider immer seltener. e) Ebenso nach mir, dir, wir, ihr, uns, euch, z. B.: S. N. ich, du armer Mann G. meiner, deiner, des armen Mannes D. mir, dir armem und armen Manne A. mich, dich armen Mann. Die starke Form herrscht vor. Pl. N. wir, ihr tapfere und tapferen Soldaten G. unser, euer, der tapferen Soldaten D. uns, euch tapferen Soldaten A. uns, euch tapfere und tapferen Soldaten. Die schwache Form herrscht vor. 2. Unflektiert bleibt: a) ein paar — einige, z. B. mit ein paar Groschen; d) lauter — nichts als, z. B. man sicht den Wald vor lauter Bäumen nicht; o) ganz und halb ohne Artikel, z. B. das war halb Bösheit, halb Unverstand; ganz Marburg war auf den Beineu, ganz Böhmen; ck) die von Ortsnamen äbgeleiteten nneigentlichen Adjektiva auf er, z. B. des Gottscheer Stellwagens, in dem Triester Hafen, aus dem Veldeser See; o) in Titeln, z. B. königlich ungarisches Ministe¬ rium; k) zwei formelhaft verbundene Adjektiva, z. B. bei jung und alt, er ist gegen arm und reich gleich liebevoll; ^) zuweilen vor sächlichen Substantiven, z. B. ein selten Glück, ein wirtlich Dach, sein ritterlich Pferd. 49 3. Substantivierte Adjektive werden wie gemeine dekliniert, z.B. stark: Deutsche sind cs; schwach: die Deutschen siegten; das Ganze; gemischt: kein Deutscher, keines Deutschen rc.; ein Ganzes, ein schönes Ganzes (dafür ist auch gebräuchlich: ein schönes Ganze). Hicher gehören auch, stark: Beamter und Bedienter, Beamte schweigen, Bediente plaudern; schwach: der Beamte, Bediente, des Beam¬ ten, Bedienten, die Beamten, Bedienten (nicht: die Beamte, Bediente); gemischt: kein Beamter (nicht: Beamte), Bedienter, keines Beamten rc. 4. Ausstoßung des e. Bei denen auf el, en, er darf in der Deklination das c der Ableitungssilbe ansfallen, z. B. tröck(e)ner, öff(e)nes, göld(e)ncm ; die auf e l und c r können auch statt des e in der Ableitungs¬ silbe das e in den Endungen cm und en ansstoßen, z. B. dünkel(e)m — dunk(e)lem, edel(e)n — ed(e)len; bltter(e)m — bitt(e)rem, hclter(c)n — heit(e)rcu. Es sind demnach die drei Formen richtig: edelen, edlen und edeln, heiteren, heitren und heitern. 5. Gehört ein Adjektiv zu mehreren Substantiven verschiedenen Geschlechtes, so muß es vor jedem wiederholt werden, z. B. Er verkauft gutes Papier und gute Tinte. Die Steigerung. Z 69. Stufen oder Grade. Drückt das Adjektiv die Eigenschaft ohne alle Vergleichung aus, so steht cs im Positiv, in der ersten Ver- glcichungsstufe; es steht im Komparativ, in der zweiten Stufe, wenn es dem Substantive die Eigenschaft in einem höheren Grade beilegt, und im Superlativ oder in der dritten Stufe, wenn es die Eigenschaft in ihrem höchsten Grade bezeichnet. H 70. Ihre Bildung. 1. Der Komparativ wird durch er gebildet, z. B. neu, neuer; mild, milder; sanft, sanfter; krumm, krummer; freundlich, freund¬ licher (nicht: chr). Die Adjcktiva auf el und kN stoßeu dabei gewöhnlich ihr e aus, z. B. dunkel, dunkler; trocken, trockner, statt dunkler, trockener. 2. Im Superlativ hängen die Adjektiva ein st an den Positiv, z. B. schnell, schnellst; lang, längst; trocken, trocken st. Endigen sie aus einen Vokal, auf-, t oder einen Zischlaut (s, ß, sch, z), so hängen sic est an*), z. B. neu, neuest; wild, wildest; sanft, sanftest; frisch, frischest. *) Dichter erlauben sich auch die Wegwerfuug dieses e, z. B. die spätsten Geschlechter, das Neuste, das Genauste, im mißtrauischsten Geiste rc. 50 3. Den Umlaut im Komparativ und Superlativ haben: ärger, härter, gröber, älter, stärker, schärfer, größer (1), kälter, schwärzer, länger, höher (2), ärmer, näher (3), kränker, röter, wärmer, kürzer, klüger, sowie jünger, und bisweilen frömmer, dümmer. I. Sup. größt gröst; 2. P. hoch, S. höchst: 3. P. nah, S. nächst. Anmerkung. Schwankend sind ferner: bange (banger und banger), blaß, gesund, glatt, naß, schmal. Der offene Vokal ist dem schwächeren Umlaute vörzuziehen. 4. Unregelmäßig sind: gut, besser, best, viel, mehr, meist, — minder, mindest — geringer, geringft oder weniger, wenigst. 5. Die Superlative der erste (eher) und der letzte (laß — träge) bilden wieder die Komparative der erstere, der letztere. 6. Umschrieben wird der Komparativ und Superlativ durch mehr, am meisten, und zwar wenn es der Wollaut erfordert, z. B. mehr malerisch, am meisten malerisch; lind wenn verschiedene Eigenschaften eines und desselben Dinges mit einander verglichen werden, z. B. Er ist mehr leichtsinnig als böse; das Zimmer ist mehr läng als breit. Anmerkung, mehr darf in diesem Falle durchaus nicht betont werden. 7. Nicht gesteigert werden: 1. einige Adjektiv», die in ihrer Bedeutung keine Steigerung Massen, z. B. einzig, todt, recht, schriftlich; 2. die von Stossnamen abgeleiteten, z. B. hölzern, golden; 3. die in ihrer Zusammensetzung die Bestimmung des Grades enthalten, z. B. schneeweiß, grasgrün. 8 71. Ihre AMnation. 1. Der Komparativ und Superlativ werden nach denselben Regeln wie der Positiv dekliniert. Dekliniere nach A 65: besserer Wein, rötere Wange, schwärzester Undank; nach H 66: der schmälste Steg, die glattere Platte, das bangste Gefühl; nach K 67: kein frömmerer Sinn, meine jüngste Tochter, unser größtes Vertrauen. 2. Die Komparative mehr und weniger bleiben unflektiert, z. B. Du hast mehr Verwandte, aber weniger Freunde als ich. Anmerkung. Der Plural mehrere hat nicht komparative Bedeutung, sondern ist gleich einige, z. B. Es besuchten ihn mehrere Verwandte. 51 Aie Pronomina 8 72. Die Pronomina sind: 1. persönliche, xorsonalig,; 2. besitzanzeigende oder zücignende, possossiva; 3. hinweisende oder anzeigende, clowoimtrativa: 4. bezügliche oder beziehende, rolativn: 5. fragende, intoiwo^ativa; 6. unbestimmte, inäotmita. 8 73. Aie Jerlonal'pronomina. Wir unterscheiden drei Personen: die erste, welche spricht: ich, wir; die zweite, zu welcher man spricht: du, ihr; alles übrige, von was man spricht, sehen wir als dritte Person an. Deklination der Personalpronomina. Dativ, mit mich, dich ini Accus. Bemerk. 1. Der altere Genitiv lautet im Siug. mein, dein, sein, ihr. Beispiele: Vergiß mein nicht, ich denke dein, das Buch ist mein, dein, sein, unser, euer; ihr als Genitiv Sing, ist nicht mehr ge¬ bräuchlich; auch sagt man nicht: das Bnch ist ihrer. Unrichtig ist: das Buch gehört mein, dein rc., statt mir, dir. 2. Wenn jemand sich selbst etwas thut, so wird das Verb, welches dieses Thun änzeigt, und das dabcr stehende Fürwort reflexiv, d. h. zurück- führend gebraucht, z. B. Dativ: Ich vertraue mir, du vertraust dir, er vertraut sich, wir vertrauen uns, ihr vertraut euch, sie vertrauen sich; Accusativ: Ich irre mich, du irrst dich, sie irrt sich, wir irren uns, ihr irrt euch, sie irren sich. 4* 52 Unrichtig ist also: Wir setzen sich, wir trauen sich nicht, du ärgerst sich, ich schäme sich, du hast dein Geld bei sich (statt: bei dir) u. dgl. Fragen. Wie lautet das Reflexivpronom der 3. Person im Dativ und Acc. beider Zahlen? Wie lautet es in den änderen Personen? Wie unterscheidet sich das deutsche Reflexivpronom von dem in eurer Muttersprache? Aufgabe. Konjugieret, d. h. gebet in beiden Zahlen alle Personen an von: Ich nehme mir vor, ich schreibe mir etwas auf, ick getraue mir das, ich bilde mir ein; ich lobe mich, ich erinnere mich, ich erhole mich, ich unterhalte mich; es ist mein Wunsch, mich aüszubilden; es ist dein Wunsch, dich auszubilden u. s. w.; ich hoffe, mir zu nutzen; ich fürchte, mich zu verderben. 3. In Urkunden reden fürstliche Personen von sich in der Mehrzahl, z. B. Wir, Franz Josef der Erste, Kaiser von Österreich, finden Uns bestimmt u. s. w. Aus Höflichkeit reden wir die zweite Person mit dem Pronom der dritten Person Plur. an, z. B. Kommen Sie, lieber Freund, ich will Ihnen den Weg zeigen. Meine Herren! Sie wissen, daß ich Ihre Meinung höchschätze. Anmerkung. Das es in Redensarten, wie: „Ich bin es zufrieden, babe es satt, Gott walte es," ist ein alter Genitiv.*) 8 74. Aje Possessivpronomina. 1. Die besitzanzeigenden Fürwörter sind mein, dein, sein, unser, euer, ihr. 2. Auf die besitzende Person bezogen: 1. Pers. Sg. ich liebe mein Vaterland Pl. wir lieben unser V.. 2. P. S. du liebst dein V .. Pl. ihr liebt euer V.. 3. P. S. er liebt sein V.. sie liebt ihr V. . es (man) liebt sein B.. Pl. sie (die Männer, Frauen, Kinder) lieben ihr B.. Beisp. Die Blume öffnet ihren (nicht seinen) Kelch; die Mutter und ihre (nicht seine) Tochter; die Königin vergiftete ihren (nicht seinen) Gemahl; die Ängckommenen legten ihre (nicht seine) Mäntel ab.**) *) In der deutschen Sprache darf Las persönliche Fürwort vor dem Zeitworte nicht fehlen. Unrichtig ist also: die Bauern jammerten, daß so viel Steuer zahlen mußten, statt: daß sie. Darauf reichte dem Sohne das Schwert, statt: reichte er dem rc. **) Gegen diese Regeln fehlen sowol die Italiener als auch die Slaven sehr oft. 53 3. Dekliniert werden sie: n) vor einem Substantiv wie der unbestimmte Artikel ein, eine, ein; im Plural bekommen sie die <^nd- laute des bestimmten Artikels (sieh Z 67, 2); b) stehen sic selbständig, ohne Substantiv, so werden sie wie starke Adjektive (sieh Z 65) dekliniert; o) steht aber der Artikel (oder ein Bestimmungswort mit den Endlauten des bestimmten Artikels) vor ihnen, so dekliniert man sie wie schwache Beiwörter (sieh Z 66); B. Dein Hut ist schön, meiner oder der meine oder der meinige ist schöner; ebenso: mein Hut ist schön, deiner oder der deine oder der deinige ist schöner; seiner, der seine, der seknige; ihrer, der ihre, der ihrige; euer Hut ist schön, uns(e)rer (nicht unser) oder der nns(c)re oder der nnsrige ist schöner; unser Hut ist schön, eu(e)rer (nicht euer), der eure, der eurige ist schöner; dein Haus ist schöner als meines oder das meine oder das meinige; deines, das deine, das deinige; seines, das seine, das seinige; es ist schöner als uns(e)res (nicht unser), das uns(e)re, das nnsrige; eu(e)res, das eu(e)re, das eurige; ihres, das ihre, das ihrige; deine Schrift ist schöner als meine, die meine, die mei¬ nige rc. Er trug all' das Seine — das Seinige mit sich. Die Meinen — die Meinigen sind gesund; was machen die Ihren — die Ihrigen? Unrichtig ist: Das nnsrige Dorf, ein meiniger Landsmann, die deinige Tinte, in den nnsrigen Gegenden. Aufgabe. Mach in Sätzen anschaulich, wie sich die persönlichen Fürwörter mein -^meiner, dein ---deiner, sein---seiner, ihrer, ihr, unser, euer, ihrer von den gleichlautenden Possessivpronöminen unterscheiden. Wie oft kann ihr als persönliches, wie oft als besitzanzeigendes Fürwort Vorkommen? Anmerkung. Statt des possessiven Pronoms steht oft der Dativ des persön¬ lichen, z. B. Man sieht dir's an den Augen an; gewiß, du hast geweint. Mir tödtete ein Schuß das Pferd. Ihr habt das Herz mir bezwungen. 8 75. Die Demonstrativpronomina. 1. Der, die, das; ks ist immer betont, z. B. Den schlechten Mann muß man verächten, der nie bedckcht, was er vollbringt; der ist cs, den ihr suchet, den greifet. Seine Deklination. Steht es vor einem Substantiv, so wird es wie der bestimmte Artikel dekliniert; steht es selbständig, auf folgende Weise: 51 Im Genitiv Pl. sicht derer statt deren, wenn ein bestimmender Zusatz folgt, z. B. Wir gedenken dcrcr, die uns liebten. Ohne diesen Zusatz steht deren, z. B. Das sind Forellen, es gibt deren viele in diesem Bache. Statt dessen darf auch des stehen. Ausgabe. Dekliniert dieses selbständig stehende Pronom in Sätzen. Beisp. Nom.: Der ist barmherzig, welcher die Leiden anderer mildert -c. Anmerkung. Merke: Das alles, bei (aus, in, nach, von rc.) dem allem — bei allem dem --- bei alle dem. 2. Tiefer, diese, dieses oder dies, jener, jene, jenes, solcher, solche, solches bekommen die Endlautc des bestimmenden Artikels, über das unveränderliche solch sieh Z 65, 1. d. Aufgabe. Dekliniere in Sätzen nebeneiuänderstelleud: Ein solcher Hirsch ---- solch ein Hirsch, eine solche Ziffer — solch eine Ziffer, ein solches Ende — solch ein Ende. 3. Derjenige, diejenige, dasjenige, derselbe, dieselbe, dasselbe bestehen aus dem bestimmten Artikel und einem schwachen Adjektiv. Gen. desjenigen, D- demjenigen, A. denjenigen u. s. w. Ebenso das seltenere der selbige, die selbige, das selbige. Anmerkung. In ein und derselbe bleibt ein ost unflektiert, z. B. Er thnt an ein und demselben Wochentage stets ein und dasselbe. 4. Ter nämliche die nämliche, das nämliche. 5. Selbst — selber bleibt unflektiert; es dient meistens nur zur Bcrstarkuug, z. B. Ich selbst oder ich selber sagte es ihm, d. h. ich liest es ihm durch keinen ändern sagen; dir selbst oder dir selber, d. h. keinem andern; der König selbst überreichte ihm den Orden, d. h. der K. in eigener Person, nicht sein Stellvertreter. Anmerkung. Bor dem Substantiv hat selbst die Bedeutung der Partikeln auch, sogar, nicht einmal; z. B. Selbst der König darf die Gesetze nicht verletzen Daran schließen sich: 6. Der eine, der andere — dieser, jener; ein anderer; and(e)res; man darf also sagen: anderes, andres sieh Z 68, 4. 8 76. Die Welativpronomina. 1. Der, die, das, welcher, welche, welches. 55 Anmerkung. I. Der von welcher gebildete Genitiv (welches, welcher) kommt nur in Verbindung mit Substantiven vor, z. B. dein Geburtstag, welches Tages ich mich oft erinnere. 2. Das Relativ bezieht sich nicht bloß aus Hauptwörter, sondern auch sehr oft auf demonstrative Pronomina, z.B. Dankbar gedenke ich derer, deren Wolthaten ich genössen. Aufgabe. Bildet fiir alle Geschlechter und Kasus beider Zahlen Sätze, in deren erstem das demonstrative, in deren zweitem das relative Pronom der, die, das, und zwar stets in dem gleichen Kasus vorkommt, z. B. Der ist's, der da kommt rc., und merket auf den Unterschied ihrer Formen. 2. Wer, was, ohne Plural. N. Wer besitzt, der lerne verlieren. G. Wessen oder wes der Fuchs, dessen oder des der Balg/ D. Wem es nicht gefallt, der gehe. A. Wen mau grüßt, der soll danken. N. Was lebt, (das) muß sterben. G. Wessen oder wes ihr bedürft, (das) weiß euer Vater. D. — A. Was ich suchte, (das) fand ich nicht. Anmerkung. Was kann sich auch auf einen ganzen Satz beziehen, z. B. Er verläßt uns, was mir von Herzen leidtbut. 3. So als Relativ kommt nur noch selten vor, z. B. Das Haupt, so (— welches) er ihm äbgehauen; die Thatcn, so (— die) er vollbrächte. Anmerkung. Ein Fürwort darf das natürliche Geschlecht annehmen, wenn es sich auf einen Personennamen von grammatischem Geschlechte bezieht, z. B. Er gab 56 dem Mädchen einen Bries. Sie fragte, von wem er komme. Doch darf das Fürwort nicht zu nahe bei dem Hauptworte stehen, wie z. B. in: Da öffnete ein altes Mütter- chen, welche eine Lampe trug. 8 77. Die Interrogativpronomina. 1. Wer? was ? wird wie das gleichnamige Relativ dekliniert. 2. Welcher? welche? welches? bekommt die Endlantc des bestim¬ menden Artikels, z. B. welcher Hund? welches Hundes u. s. w., welche Katze? welcher Katze u. s. w., welches Ei? welches Eies u. s. w. A n m e r k u ng. Über das unveränderliche welch sieh Z 65, l. t>. 3. Was für ein, was für eine, was für ein? nur eiu wird dekliniert (wie in welch ein), z. B. Wäs für einen Glauben bekennt ihr? (Welch einer Königin gehorcht Britannien!) Im Plural fällt eiu weg, ;. B. Was für Träume? Bei Stoff- namcn fällt ein auch im Sing, weg, z. B. Was für Wein trinkt ihr? Was für Milch? Ohne Substantiv: was für einer - e — es, z. B. Karl rief: „Hier fliegt ein Schmetterling!" „„Was für einer?"" fragte Fritz. Ausgabe. Bildet für alle Geschlechter und Kasus in beiden Zahlen Sätze, in welchen das fragende und das beziehende Fürwort welcher, welche, welches vorkommt, z. B. Nom. Sing.: Welcher Hnnd bellt? Der Hund, welcher angebunden ist. Z 78. Die unbestimmten Ironomina. Anmerkung. Statt jemand steht bisweilen wer, z. B. Es ist wer draußen. 4. Jeder, 5. jedweder, 6 jeglicher, 7. irgend einer — einer, 8. keiner bekommen die Endlaute des bestimmte» Artikels. — Dekliniere sie in Sätzen. Anmerkung. Steht kein vor einem Substantiv, so hat es im Sing, die Endlaute des unbestimmten Artikels. Dekliniere: Kein Bär, keine Beere, kein Herz.*) 9. Man hat nur den Nominativ; statt der übrigen Kasus setzt man die von eiu, z. B. Wie man in den Hof emtritt, kommt einem der Besitzer entgegen und führt einen in die Stube. Was man nicht weiß, das macht einem nicht heiß. *) Kein in der Bedeutung des slovenischen nie: Er hat kein Geld. Aber: Er thnt nichts böses. 57 10. Etwas, nichts werden nur im Nom. und Acc., ferner mit Präpositionen gebraucht, z. B. Etwas ist besser als nichts. Aus nichts wird nichts.*) Anmerkung. Statt etwas steht bisweilen was, z. B. Er sagte mir was in's Ohr. 11. Es, B. es regnet, es donnert, über seine Stellung im Satze sieh Syntax K 119, 2 und Anmerk. 12. Unveränderlich sind auch einander, meinesgleichen rc. Aufgabe. Stellet wer, was in Sätze als fragendes, in andere als rela¬ tives und wieder in andere als unbestimmtes Pronom. Aas Aumerale. Es gibt bestimmte und unbestimmte Zählwörter. Tie bestimmten Zahlwörter. ß 79. Die Grundzahlen. Sie stehen auf die Frage wie viel? Aus ihnen werden die übrigen Arten der bestimmten Numeralien gebildet. 102 hundert und zwei — hundert zwei u. s. w. 200 zweihundert, .300 dreihundert 1000 tausend, 2001 zwei tausend (und) eins 100.000 hunderttausend — einmal hunderttausend 200.000 zwei hunderttausend — zweimal hunderttausend, 1,000.000 eine Million, 3568 dreitausend fünfhundert acht und sechzig. Unrichtiger Weise setzt man in Kram nichts statt nicht, z. B. Warum kommst du nichts zu uns? Wirst dn Heuer nichts auf Ferien gehen? Unrichtiger Weise gebraucht man in Kram was statt der Zeitpartikel bis¬ weilen oder manchmal, z. B. Besuchst du ihn was? Gehst du was in's Theater? 58 Ihre Deklination. 1. ein ist betont und wird vor einem Substantiv wie der unbestimmte (stets unbetonte) Artikel dekliniert, z. B. Hier ist nur ein*) Fall möglich; auch nicht eine Aufgabe ist fehlerfrei; auch die Türken glauben nur an einen Gott. Steht es selbständig, so bekommt es die Endlaute des be¬ stimmten Artikels, z. B. Einer, eine, eines (— eins) ist gekommen. Hat es aber den bestimmten Artikel oder ein stark flektiertes Nomen vor sich, so wird es wie ein schwaches Beiwort dekliniert, z. B. Der oder dieser eine Mann, die oder diese eine Nacht, das oder dieses eine Wort. 3. Alle Grundzahlen können, wenn ihnen kein Substantiv nächfolgt, einen Dativ aus en bilden, z. B. auf allen vieren kriechen, mit sechsen fahren re. 4. Steht vor zwei und den folgenden Grundzahlen der Artikel, so bleiben sie stets ohne Flexion, z. B. der Wert dieser zwei Bücher, auf den drei Bergen. Anmerkung. I. An zwei unterschied man früher die Geschlechter: zween Männer, zwo Frauen, zwei Kinder. 2. Folgt ein Adjektiv, so sagt man im Genitiv: zweier, dreier, z. B. das Bei¬ spiel zweier edlen Römer. (Warum steht hier das Adjektiv schwach?) Doch findet sich auch: Es bedurfte also zwei verschiedener Herren. (Warum steht hier das Adj. stark?) K 80. Setzt man vor eine Grundzahl je, so wird sie eine Distri¬ butivzahl oder Elnteilungszahl, z. B. Je drei traten vor, d. h. jedesmal drei; die Knäben erhielten je vier Kreuzer, d. h. jeder von ihnen erhielt vier Kreuzer. Z 81. Die Ordnungszahlen. Sie werden wie Adjektiv« dekliniert. *) Will mau das Numerale e i n in der Schrift kenntlich machen, so unter¬ streicht man es, im Drucke wird es durch fette oder gesperrte Lettern unterschieden; man findet es auch mit großem Anfangsbuchstaben. 59 Man bildet sie: der erste, zweite, dritte, vierte u. s. f. durch Anhängung vvn t e bis der neunzehnte; der zwanzigste in s. f. durch An¬ hängung von sie. Dekliniere: erster Abschnitt, ein zweiter Grund, jedes dritte Hans. Z 82. Die Vervielfältigungszahlen entstehen durch An¬ hängung von fach oder fällig und werden wie Adjektivs dekliniert, z. B. Der Zwirn ist dreifach, vierfach. Dekliniere: hundertfältige Frucht, ein fünffacher Druck, der vierfache Strick. Anmerkung. Statt zweifach siebt auch doppelt; einfältiger Mensch — geistig beschrankter M. ß 83. Die Gattungszahlen entstehen durch Anhängung von erlei und sind unabänderlich, z. B. einerlei Wein, zweierlei Schriften. Z 84. Die Wi eder h o tu ng szah len entstehen durch Anhän¬ gung von mal und sind unabänderlich, z. B. Er schoß zehnmal, dreimal fehlte er, siebenmal traf er. 8 85. 1. Die Ä n r e i h u n g sz a h l e n werden ans den Ordnungs¬ zahlen mittelst eils gebildet und sind ebenfalls unabänderlich, z. B. Erstens fördere ich von euch Aufmerksamkeit, zweitens gute Sitten, drittens Fleiß re. 2. Die Bruchzahlen entstehen durch Anhängung von tel — teil und sind Snbstantiva. ein Zweitel; statt dessen sagt man das Adjektiv ein halbes, z. B. ein halber Eimer, eine halbe Maß, '/z ein Drittel, zwei Fünftel. Doch findet sich: Ein drittel Joch u. dgl. In Znsämmensetzungen, z. B. eine Viertelstunde, eine Drittelmeile. 8 86. Die unbestimmten Zahlwörter. Es sind folgende: alle, einige, etliche, mehrere (nicht mehre), manche, viele, wenige. Sic werden wie Adjektiva dekliniert. Anmerkung. I. Die Singulare all, manch, viel, wenig und die Kom¬ parative mehr (von viel), weniger bleiben oft unflektiert, z. B. von all dem Lärm, manch edler Ritter, du hast wenig Geld, mehr Bücher und weniger Bildung. 2. Fehlerhaft ist: einige zwei und dreißig, einige 12 rc., statt etwa oder- beiläufig 32, 12 rc. Fehlerhaft: die einigen, die andern, statt: die einen, die andern. Aas derbum. ß 87. Begriff. Das Verbum gibt an, daß das Subjekt etwas thut (z. B. der Mann schlägt) oder etwas leidet (z. B. der Mann wird geschlagen) oder sich in einem Zustande befindet (z. B. der Mann schläft). 60 Weil das Verb zugleich die Zeit der Thatigkeit, des Leidens oder Zustandes änzeigt (z. B. der Mann schlug, wird schlagen), so wird es auch Zeit¬ wort genännt. 8 88. Arten der Verba. 1. Unpersönliche. Bei ihnen lägt sich entweder keine bestimmte Person nennen, welche etwas thnt, ;. B. Es donnert, es hägelt, oder das eigentliche Subjekt steht nicht im Nominativ, z. B. Es gibt einen Gott. Sie kommen nur in der 3. Person Sing, mit dem unbestimmten Pronom es vor. 2. Subjektive. Die Tätigkeit oder der Zustand bleibt an dem Subjekt haften und geht nicht auf einen Gegenstand über, z. B. Der Mann geht, das Weib kränkelt. 3. Objektive. Die Thatigkeit zielt auf einen Gegenstand, ein Objekt, z. B. Ich gedenke des Freundes, ich gehorche dem Befehle, ich glaube an Gott, ich liebe meine Mutter. 4. Transitive Verba nennen wir jene objektiven, welche das Objekt im Accusatkve bei sich haben, z. B. Der Mann schlägt den Hund. — Die übrigen objektiven so wie die subjektiven Verba nennen wir intransitive. 5. Faktitive, welche die Thätigkcit eines zweiten Subjektes bewirken, z. B. das Vieh träukeu — machen, das? das Vieh trinkt, cin- schläfern — machen, daß jemand schläft. — Sie werden zumeist durch den Ümlant (falten, fällen) oder durch Ablaut und Umlaut (fahren, führen) gebildet. 6. Reflexive, zurückführende. Die Thätigkeit wird auf das Sub¬ jekt zurückgeführt, dieselbe Person oder Sache ist Subjekt und Objekt, z. B. Der Mann freut sich; er schämt sich. Anmerkung, t. Manche unpersönliche Verba werben in der gewöhnlichen Redeweise auch persönlich gebraucht, z. B. ich friere - ich habe bas Gefühl, statt: es friert mich (das Gefühl dringt auf mick ein); ich hungre, dürste, träume, ahne, statt: mich hungert, dürstet, mir träumt, ahnt; ich bin nnwol, besser rc., statt: mir ist ünwol, besser rc. Doch sind dergleichen Konstruktionen nicht nächznahmeu. 2. Das unpersönliche Fürwort darf im Deutschen nicht weggelassen werden; fehlerhaft ist: Im Sommer donnert ost, statt: donnert es oft; wenn er kommt, freut (es) mich; jetzt handelt (es) sich darum, daß rc. Jetzt geht (es) mir schon besser. Da ereignete (es) sich einmal, daß rc. 3. Transitivs können als üneigentliche Reflexivs gebraucht werden, z. B. Er lobt sich, ick vertheidige mich, die Thiire öffnet sich, der Stock biegt sich. — Unterscheide: Er selbst lobt sich, kein anderer lobt ihn; er lobt sich selbst und keinen andern. 61 4. Bedeuten die Pronomina uns, euch, sieb so viel als einander, so drücken sie nicht eine reflexive, sondern eine wechselseitige Thatigkeit aus, z. B. Die Kinder schlagen sich --- einander, d. h. eins schlägt das andere, nicht jedes sich selbst. Wir reichen uns — einander die Hände. 5. Transitiv« stehen oft unbestimmt, ohne Objekt, z. B. Wir lesen, ihr schreibt. 6. Viele Verba find je nach ihrer Bedeutung transitiv oder intransitiv. Man schlägt Len Esel, die Uhr schlägt; mau kocht das Wasser, das Wasser kocht. 7. Manche Verba können in gleichem Sinne intransitiv und reflexiv gebraucht werden, z. B. Ich bade --- ich bade mich; enden, sich enden; flüchten, sich flüchten; nahen, sich nahen; verweilen, sich verweilen. ß 89. Der Bildung nach sind die Verba 1. Stämmwörter, 2. Abgeleitet und 3. zusammengesetzt. 1. Aus den Stammwörtern entstehen durch Äblautung Substantiv«, z. B. finden, der Fund, sprechen, die Sprache, schießen, der Schuß. (Unrichtig ist daher die Schreibung: sünden, schüßen n. s. w.); die wichtigsten Ablautungen sieh in Z lO8. 2. Die Ableitung der Verba geschieht durch и) die Verwendungen: das Lob, loben, der Fisch, fischen, der Pflug, pflügen, das Futter, futtern, kurz, kürzen, stark, starken; к) die Nächsilben: kln, der Frost, frösteln, fromm, frömmeln, lachen, lächeln; er«, schläfern, räuchern, folgern; ieren, halbieren, grundieren, schattieren; igen, ängstigen, reinigen, steinigen; o) die Vorsilben: bk, bebauen, beladen, befeuchten; eilt, entstehen, entkommen, entsällcn; in emp verwandelt in empsän- gen, empfehlen, empfinden; er, erheben, erfrieren, erkranken, ertragen; ge, gefällcn, gebieten, geleiten, gerinnen; der, verbreiten, verfügen, vertilgen, vergolden; zer, zerbrechen, zerfallen, zertrümmern, zerschlügen. Diese Vorsilben sind nicht betont. Miß, mißhandeln, mißdeuten, mißtrauen, miß schwankt in der Betonung. 3. Die Zusammensetzungen sind echte und unechte. u) In den echten Zusammensetzungen behält das Verb den Haüptton, z. B. vollziehen, Hintertreiben; 62 d) in den nnechten fällt der Hauptton nicht auf das Verb, sondern auf das Bestimmungswort, z. B. äblcgen, mltmachen, vorziehen, dänk- sagcn, löbsingen. Bemerk. Die Zusammensetzungen mit durch, hinter, über, um, unter, wider, wieder und boü können sowvl echt, als auch unecht sein und haben sodann in jedem Falle eine ändere Bedeutung, z. B. ein Land durchreisen; in Wien halte ich mich nicht auf, ich kann nur flüchtig durchreisen; wir werden nichts übergehen; wir wollen nun zum zweiten Punkte übergehen; in's Englische übersetzen; wir werden bei der Furt übersetzen.*) 8 90. Bei der Flekticrung der Verba hat man ans sechs Stücke zu ächten: die Form (Genus), die Zahl (Numerus), die Person, die Art der Aussage (Modus) und die Flcktlerungsweise oder Abwandlung (Konjugation). ß 91. Das GeUlls, d. h. das Geschlecht des Verbs, ist zweifach: Wenn das Subjekt des Satzes etwas thut, so ist das Geschlecht des Verbs thatig oder männlich (der Mann schlägt); weiblich oder leidend ist es, wenn das Subjekt etwas leidet (der Mann wird geschlagen). — Da jedoch sowöl das männliche als auch das weibliche Genus durch die Form des Verbs bezeichnet wird, so spricht man gewöhnlich von einer thätigcn oder äktiven Form und einer leidenden oder Pässiven Form, oder kürzer von dein Aktivum und Passivuni des Zeitwortes. Nur die tran¬ sitiven Verben haben beide Formen. 8 92. Die Zahl und Person des Verbs richten sich nach der Zahl und Person des Subjektes, z. B. das Verbum im Sing.: der Mann schläft; im Plur.: die Männer schlafen; das Verb in der 1. Person: ich schlafe, wir schlafen; in der 2. Pers.: du schläfst, ihr schlaft; in der 3. Pers.: er (der Mann), sic (die Frau), cs (das Kind) schläft, sie (die Männer, Frauen, Kinder) schlafen. *) Es sind überaus belebrende Aufgaben, mit den Ableitungen und Zusammen¬ setzungen eines Verbs Satze zu bilden, wie z. B. nehmen. Der Mond nimmt ab nnd zu. Er wird einen Lehrjungen anfnehmen. Der Knabe benimmt sich bescheiden. Medizin einnehmen. Wir wollen die Lektion noch einmal Lnrchnebmen. Wir können aus der Arbeit seinen Fleiß entnehmen. Wo wirst dn das Geld bernehmcn? Die Krankheit hat ihn sehr hergenommen. Er wird die Beleidigung nicht stillschweigend hinnebmen. Nimm das Gewehr von der Wand herunter. Fünf von acht weg¬ nehmen rc. Es macht der Jugend Freude, diese Aufgaben alphabetisch zu ordnen und als „deutsche Phraseologie" hübsch einbinden zu lassen, kiobatum ost. 63 8 93. Die Zeit ist eigentlich nur dreifach: Gegenwart (ich schlafe), Vergangenheit (ich schlief) und Zukunft (ich werde schlafen). Aber jede der drei Zeiten ist wieder entweder dauernd oder vollendet. dauernd. vollendet. Gegenwart: ich schlafe (jetzt); ich habe (jetzt) geschläfen: Vergangenheit: ich schlief (neulich); nachdem ich (neulich) geschlafen hatte; Zukunft: ich werde (morgen) schlafen; nachdem ich (morgen) werde geschlafen haben. Dadurch ergeben sich sechs Zeiten, die wir herkömmlicherweise fölgendermaßen benennen: 1. Präsens: ich schlafe. 2. Imperfektum oder Präteritum: ich schlief. 3. Perfektum: ich habe geschlafen. 4. Plusquamperfektum: ich hatte geschlafen. 5. Futurum: ich werde schlafen. 6. Futurum cxäktum: ich werde geschlafen haben. Anmerkung. Die deutschen Benennungen sind: k. Gegenwart, 2. Mitver¬ gangenheit (früher hälbvergangene Zeit), 3. Vergangenheit (früher völlig vergangene Zeit), 4. Vorvergangenheit (früher längst vergangene Zeit), 5. Zukunft, 6. Vörzukunft (früher künftig vergangene Zeit). — Sie entsprechen nicht durchgehends. Z 94. Der Modus oder die Art der Aussage ist füuffach. 1. Die Nennform ueuut bloß die Thätigkeit oder dcu Züstaud, ohne eiue Person ckuzugeben, welche sich darin befände, z. B. essen, sitzen; sie heißt daher auch die unbestimmte Art, Infinitiv. Sie kann durch Vor¬ sehung des sächlichen Artikels in ein Nennwort, Substantiv, vcrwändelt werden, z. B. das Essen, das Sitzen. — Der Infinitiv kommt nur im Präsens, Perfektum und Futurum vor. 2. Der Indikativ, änzeigcndc Art, steht, wenn etwas als gewiß ausgesagt wird, z. B. Er kam zu mir. 3. Der Konjunktiv, die verbindende Art, sagt etwas als un¬ sicher, als möglich, gewünscht, bloß gedacht oder als bedingt aus, z. B. Ich glaubte, er käme; er käme, wenn er dürfte; wenn er doch schwiege. 4. Der Imperativ, die gebietende Art. Komm! Schweigt! — Er kommt nur im Präsens vor. 5. Gibt man dem Verb die Form eines Adjektivs, so erhält man das Particip. Weil es gleichsam in der Mitte zwischen Verb und Nomen steht, nennt man es Mittelwort. Es kommt nur im Präsens und Per- 64 fektum vor. Das Particip Präs, hat in der Regel aktive und das des Perfektums hat passive Bedeutung, z. B. Präs. Der schlagende Mann, der schlagende Beweis. Pers. Der geschlagene Mann, die geschlagene Armee. Anmerkung, t. Die Verba können, mögen, dürfen, sollen, wollen, müssen, lassen können dazu dienen, durch Umschreibung die Arten des Verbs ans- zudrücken, z. B. Könntest, wolltest, möchtest du doch schweigen -- dem Konjunktiv „daß du doch schwiegest;" du sollst, mußt schweigen dem Imperativ „schweig!" — Sie heißen deshalb Hilsewörter, und da sie zur Vervollständigung ihrer Aussage Len Infinitiv eines ändern Verbs benötigen, so nennt man sie auch unvollständige Zeitwörter. 2. Sie können auch selbständig stehen, doch ist dann gewöhnlich ein Infinitiv binzüzudenken, z. B. Er kann Künste (machen); Salat mag ich, will ich nicht (essen); das darfst du, sollst du, mußt du (thun); laß ibn (gehen)! 3. Die unvollständigen Verba dürfen, wenn sie am Ende des Satzes stehen, nicht betont werden, außer es wird wie bei Fragen und Gegensätzen ein besonderes Gewicht auf sie gelegt. Also: Über das, was wir nicht begreifen können (nickt können), sollen wir nickt Nachdenken. — Kein Mensch muß müssen. (Hier ist „muß" das Hilfe wort, „müssen" der ergänzende Infinitiv.) 8 9.H. Die Konjugation ist: 1. stark oder äblautend bei jenen I7l Verben, die ihre Formen mittelst des Ablautes bilden, z. B. ich binde, band, habe gebunden; schieße, schoß, geschossen. 2. schwach bei denjenigen Berben, welche den Stammvokal stets bcibehalten. Sic schieben im Imperfektum ein et zwischen die Stammsilbe und die Flexion, z. B. ich laud-c, ich land-et-c. Anmerkung. DesWöllautes wegen oft mir t, z.B. ich lob t-e. Nabereš Z 103. 3. unregelmäßig, z.B. ich weiß, ich wuß-t-e. l. Die Wildling des Mtivums. 8 96. Das Präsenö und Imperfektum sind einfach, sic bestehen nur aus einem Worte; znr Bildung der übrigen Zeiten muß man die Verba haben, sein und werden zu Hilfe nehmen, weshälb man diese „Hilfs¬ zeitwörter" nennt. Bergt, ß 94, Anm. 1. Anmerkung. I. Die Hilfszeitwörter kämmen auch als selbständige Verben vor, z. B. Der Reiche bat Geld. Er ist nicht glücklich. Wir werden alt. 2. Ihr dürft nicht sein, statt werden setzen; sein drückt den Zustand aus, werden bezeichnet den Eintritt in denselben, z. B. Karl wurde Soldat, jetzt ist er Soldat. Fehlerhaft: das Weib wußte, daß der Schwache krank sein (stau werden) würde, wenn sie ihm sogleich starke Speisen vorfctzte. 65 im Indikativ und Imperativ das e oft ans, z. B. du lob-st, er lob-t, ihr trag-t. Näheres im K 103. 2. Vor den Infinitiv tritt häufig „zu"; es muß gesetzt werden, wenn das regierende Verb kein Stammwort ist, z. B. Er versteht zu schweigen. Er vermag nichts aus zu richten. Er beginnt zu lesen. Imperfektum. Indikativ. S 66 stark. Pl. 1. wir bädeten schwach, wir schlug en ihr schlug et sie schlug en 2. ihr bäd et et 3. sie bäd e l en Konjunktiv. Lautet wie der Indikativ. ich schlug k du schlügest er schlug e wir schlug e« ihr schlug et sie schlüg en Zu den einfachen Formen gehört auch das Parti cip des Per¬ fekts. Es wird gebildet: bei den schwachen, indem man an die Stamm¬ silbe et oder t änhäugt, z. B. verspott-et, verläch-t; bei den starken durch Änhänguug von en, z. B. zerschläg-en, verwies-en. 1. Ihm wird die Silbe ge (das Augment) vorgesetzt, wenn der Infinitiv des Präs, ans der ersten Silbe den Haüptton hat, z. B. singen, gesungen; verschreiben, vorgeschriebeu; er kann damit nicht durchdringen, er ist dürchgedrungen; die Überzeugung muß euch durchdringen, ihr seid von ihr durchdrungen. Die mit den unbetonten Vorsilben be, ge, ent, er, ver, zer äbgeleitctcn bilden demuäch das Part. Pers, stets ohne ge, z. B. beweisen, bewiesen; genehmigen, genehmigt; entärten, entärtet; zerstieben, zerstöben. Dagegen: Er hat es mißbilligt und gemißbilligt, mißbraucht und gemißbraucht re., weil die Betonung der Silbe miß schwankend ist. 2. Die Verba auf ieren bekommen das Augment ge nicht, z. B. Er hat regiert, fabriziert, falliert. 3. Die reflexiven Verba werfen im Particip des Perfekts das sich weg, z. B. er befleißt sich, er ist beflissen; er bekümmert sich, er ist be¬ kümmert; er ergibt sich, er ist ergeben, — nicht: er ist sich beflissen rc. 4. Von unechten Zusammensetzungen tritt in Hauptsätzen im Prä¬ sens und Imperfekt das betonte Bestimmungswort hinter das Verb; im Particip des Präsens jedoch bleibt es wie im Infinitiv vor der Stammsilbe stehen, z. B. äbschicken, äbschickend, ich schicke äb; um¬ gehen: Lessing ging mit Schauspielern um; umgehen: wir umgingen die Stadt; dürchhauen: er hieb durch bis aus den Sättelknops; durchhaüen: Alexänder durchhieb den gordischen Knoten. — Dagegen: Ich weiß, daß 67 Lessing mit Schauspielern umging; — daß er übschickte, — dürchhieb bis auf den Sattelknopf n. s. w. Steht eine Partikel an der Spitze des Satzes, so stellt man das Subjekt zwischen das Verb und die trennbare Vürsilbe, z. B. Da hörte jede Verbindung auf. 5. Neben ihrem schwachen Particip Perf. bilden folgende Verba auch ein starkes: falten (ich habe gefaltet und gcfülten), salzen (ich habe gesalzt und gesälzen), spalten, schroten. § 98. Me einfachen Normen der Mfszeitwörter. 5* 68 8 99. Aie zusammengesetzten Zeiten. 1. Das Perfektum jedes Verbums besteht aus dem Präsens von haben oder sein und dem Mittclworte der Vergangenheit des betref¬ fenden Verbums. Indikativ. 69 Konjunktiv. 2. Das Plusquamperfektum besteht aus dem Imperfektum von haben oder sein und dem Mittelworte der Vergangenheit des betref¬ fenden Zeitwortes. Indikativ. besteht aus dem Mittelworte der Vergangenheit des betreffenden Zeitwortes und aus dem Jnfiuitiv Präs, von haben oder sein. gehabt j gewesen j gebadet ! geworden ! geschlagen l gegangen l rc. re. 3. Das Futurum besteht aus dem Präsens von werden und dem Infinitiv Präs, des betreffenden Verbums. 70 4. Das Futurum eraktum besteht aus dem Präsens von werden und dem Infinitiv Pers, des betreffenden Verbums. Der Infinitiv des Fntu rums besteht aus dem Infinitiv Präs, des betreffenden Verbums und dem des Hilfszeitwortes werden. haben werden baden werden sein werden schlagen werden werden werden gehen werden re. Aufgaben. 1. Konjugieret durch alle Zeiten im Indik.: „Ich bin glücklich/' 2. Durch alle Zeiten im Konj.: „Man glaubt, ich sei glücklich." 3. Durch alle Zeiten: „Du bist glücklich." 4. Ebenso: „Man glaubt, du seiest glücklich." 5. Setzet diese Übung in allen Personen fort. 6. „Ich habe Mut." 7. „Man glaubt, du habest Mut." 3. Beide Sätze in den übrigen Personen. 9. „Ich werde Soldat." 10. „Man glaubt, ich werde Soldat." 11. Beide Sätze in den übrigen Personen. 12. Stellt ähnliche Übungen an mit den Verben: machen (z. B Ich mache meine Aufgaben); kämpfen, suche»; verarmen, wändern. 8 100. Mit haben werden konstruiert: 1. alle unpersönlichen Verba, z. B. es hat gedönnert, es hat geblitzt; 2. alle reflexiven, z. B. ich habe mich geärgert, er hat sich geweigert; 3. alle objektiven, z. B. ich habe dich gesehen, du hast der Wölthat gedächt, er hat mir gehorcht. 71 Ausgenommen die vier: ich bin dir begegnet, ich bin gewichen, es ist gelungen, cs ist mißlungen. — Wie lauten ihre Infinitive Präs.? Merke: ich habe deinem Rate gefolgt, das Kind hat der Mütter gefolgt — gehorcht; dagegen: ich bin dir gefolgt — nächgegangen. 4. Von den subjektiven Verben konstruiert man mit haben: a) Die Kinder haben geweint und gelächt; Der Hund hat geruht, hat gebellt und gewächt; Der Stern hat geschienen, geleuchtet, geglüht; Der Lenz hat begonnen, das Blümlein geblüht; Die Flut hat ängefangen, hat zügenommen; Der Wind hat nachgelassen, hat äbgenommen; Der Friede hat geschläfen, er hat aüfgehört; Der Soldat hat gefochten (d'rum wird er geehrt) Manch Dorf hat gebrannt In dem armen Land. Schreibet die Infinitive dieser Verba in alphabetischer Ordnung auf. Bildet mit dem Perfektum dieser Verba Sätze. d) Wie weinen, lachen, bellen, so auch alle einfachen Berben, welche ein Lautw erden, ein Tönen bedeuten. Wir zählen sie hier auf, da gegen die Anwendung von haben und sein sehr häufig gefehlt wird: ächzen, belfern, branden, brausen, brodeln, brüllen, flennen, gackern, gähnen, gicksen, jauchzen, jodeln, keifen, keuchen, kichern, klaffen (der Hund hat geklafft), klirren, klempern, klingen, klimpern, klinken — klingen machen, klopfen, knattern, knirschen, knistern, knurren, kotzen, krächzen, krähen, kreischen, kreißen, lügen, maulen, mäckern, mur¬ meln, mussieren, niesen, pfeifen, pispern, plärren, poltern, prahlen, prasseln, quacken, quicken, quietschen, rascheln, rasen, rauschen, röcheln, schallen, schellen — schallen machen, schlappem — locker sein und deshalb Geräusch verursachen, das Gewand schlappert, schmettern, schmoren, schmunzeln, schnattern, schnarchen, schnauben — schnaufen — schnoben, schnüffeln, schnurren, schreien, schrillen, schwadronieren, schwirren, stöhnen, summen — sumsen, surren, toben, tosen, wiehern, wimmern, winseln, wispeln, wispern, zirpen, zischeln (die Schlange zischelt), zwitschern. — Von den zusammengesetzten merke: Es ist erklängen, verklungen. 72 Aufgabe I. Bildet Sätze im Perfektum mit jenen der aüfgezählten Verben, welche menschliche Töne bezeichnen; 2. ebenso mit jenen, welche Tierlaute bezeichnen; 3. ebenso mit den noch übrigen Verben, - - Durch diese Ausgaben werdet ihr euch die Bedeutung dieser Berben klar machen. Die Perfekta der starken Verba stehen im 8 108, o) Wie oben schlafen, ruhen diejenigen, welche ein Still sein (das Gegenteil von denen unter b) ausdrücken, und zwar: gaffen — verdutzt schauen, kuschen, lauschen, schmollen — zürnend schweigen, schweigen, starren, staunen, stutzen. Aufgabe, Bildet mit ihnen Sätze im Perfekt. ä) Wie scheinen, leuchten, so alle einfachen Verba, welche einen Schein, Glan; n. dgl. bezeichnen, nnd zwar: dämmern, flackern, stimmen, flimmern, flunkern, glimmen, glitzern, lodern, lohen, sengen, sprühen. Merke hier auch: schielen. Aufgabe. Wie oben. s) Ähnlich dem blühen alle einfachen Verba, welche einen Geruch bezeichnen: duften, muffen, rauchen, riechen, stinken. — Von den zusammengesetzten merke: Es ist verduftet, verraucht. Aufgabe. Wie oben. 5. Folgende, die ein Bewegen ausdrücken, bei welchem der bewegte Gegenstand seinen Standort nicht verlaßt: beben, blinzen, bummeln — hangend hin und her schweben nnd erst in übertragener Weise müssig hin und wieder schlendern; flattern, ragen, wiegen, schlemmen, schlottern, schmarotzen, sinnen (mhd. sinnen — gehen, reisen), sprießen, strampeln, strampfen, tändeln, trappeln — trampeln, wackeln, wallen (das kochende Wasser wallt), zappeln, zittern, zwinkern (mit den Augen), zittern. — Merke hier auch: walzen. Aufgabe. Wie oben. 6. Endlich noch die Verba: klecken, lumpen, rieseln, rosten, säumen, stocken, strömen, strotzen, sudeln, taugen, weilen, zögern. Aufgabe. Wie oben. 7. Die sögen, unvollständigen Verba. (Sieh Z 94, Anm. 1.) Z 101. Alle änderen subjektiven Verba darf man mit sein konstruieren, ohne einen Fehler zu begehen; sie sind entweder 1. solche, welche nur mit sein konjugieren. Sie drücken zumeist ein Förtbewegen vom Platze oder eine Veränderung des Zustandes ans, z. B. gehen, laufen, rennen, verärmcn, verwaisen (überhaupt viele mit Ver zusammengesetzte persönliche Verba), genesen, erkranken, entstehen, ver¬ gehen, sterben rc.; 73 2. oder solche, welche mit haben und sein konjugieren. Es sind folgende: eilen, einkehrcn, hocken, knien, kriechen, landen, liegen, schweben, schwimmen, segeln, sitzen, springen, sprossen, stehen, straucheln, stolpern, treten, wandern. Aufgabe. Wie die vorhergehende nun mit diesen Verben. Anmerkung 1. Mit habe» verbindet man sie, wenn mehr die Tbatigkeit, mit sein, wenn mehr die Ruhe betont oder wenn ein Förtbewegen vom Platze än gezeigt wird. 2. Wörter, welche transitiv und intransitiv gebraucht werden können, konstruieren im ersten Falle mit haben, im andern mit sein, z. B. Er hat die Strafe äbge- sessen; er ist vom Pferde äbgesessen. Der Gärtner hat Rasen äbgestochen; das Schiff ist vom Ufer äbgestochen. Er hat 4 von 5 abgezogen; der Feind ist abgezogen. Er hat das Brod angebrochen; der Tag ist angebrochen Ich habe dich erschreckt; du bist erschrocken. Ich habe den Hund im Wasser erstickt; er ist in Kohlendunst erstickt. Ich habe dich geflohen; ich bin vor dir geflohen. Ich habe die Schwester gefahren; ich bin nach Wien gefahren rc. (In ß 108 ist bei jedem starken Verbum das zu ihm gehörige Hilfszeitwort angegeben.) II. JMung des Mssivums. Z 102. Setzt man zu den Formen des Hilfszeitwortes werden das Particip Pers, eines transitiven Verbums, so erhält man die gleich¬ namigen Formen von dessen Pasfivum. Hiebei lautet das Particip von werden nicht geworden, sondern worden. Präsens. Indikativ. ich werde geschlagen du wirst geschlagen er wird geschlagen rc. Konjunktiv. ich werde geschlagen du werdest geschlagen er werde geschlagen rc. Imperativ. werde geschlagen Infinitiv. geschlagen werden werdet geschlagen Imperfektum. Indikativ. ich wurde geschlagen du wurdest geschlagen er wurde geschlagen Konjunktiv. ich würde geschlagen du würdest geschlagen rc. rc. Umschrieben: ich würde geschlagen werden rc. 74 Perfektum. ich bin geworden st- geschlagen — ich bin geschlagen worden du bist geschlagen worden rc. ich sei geworden -s- geschlagen — ich sei geschlagen worden du seiest geschlagen worden rc. Infinitiv: geworden sein st- geschlagen --- geschlagen worden sein. Plttsguamverfektum. Indikativ. ich war geworden st- geschlagen — ich war geschlagen worden du warst geschlagen worden er war geschlagen worden rc. Konjunktiv. ich wäre geworden st- geschlagen --- ich wäre geschlagen worden du wärest geschlagen worden rc. Umschrieben: ich würde geschlagen worden sein rc. Futurum. ich werde werden st- geschlagen ich werde geschlagen werden du wirst geschlagen werden rc. Futurum ich werde geworden sein st- geschlagen ich werde geschlagen worden sein du wirst geschlagen worden sein rc. ich werde geschlagen werden du werdest geschlagen werden er werde geschlagen werden rc. exaktum. ich werde geschlagen worden sein du werdest geschlagen worden sein er werde geschlagen worden sein rc. Infinitiv Fut.: werden geschlagen werden. K 103. Bemerkungen zur Konjugation der schwache« Verba. 1. Die Endung est (sieh ß 97, Amu. 1) im Indikativ Präs, darf ihr e nicht aus werf en: n) wenn der Stamm auf d, t oder einen Zischlaut endigt, z. B. du redest (nicht: redst), du ladest (nicht: du lädst mich ein), wartest (nicht: erwartst mich), du reisest (nicht: du reist herum), was wünschest du? (nicht: was wünscht du? wie fast durchwegs zu hören ist); 75 k) wenn vor dein Stammauslaute in, n ein Konsonant steht, z. B. du widmest, leugnest, rechnest. 2. Die Endung et im Indik. Präs., im Imperativ, Imperfektum und Particip Pers, darf ihr e nicht auswerfen: a) wenn der Stamm auf ein d oder t endigt, z. B. er, ihr werdet^ wartet; wol aber nach einem Zischlaute: er reist — reiset; ihr wischt — wischet; sitzt still! ich meldete, habe gemeldet; ich redete, habe geredet (nicht: g'redt; dagegen: er ist beredt); wol aber: ich mischte, gemischt; ich reizte, gereizt; b) wenn vor dem Stammauslaute m oder n ein Konsonant steht, z. B. er oder ihr ätmet, zeichnet; ich ätmete, zeichnete; geätmet, gezeichnet. 3. Verba ans el, er im Präs.: ich händle (nicht: handele, auch nicht: ich handel), du handelst, er handelt, wir handeln, ihr handelt, sie handeln; ich modre (nicht: ich moder), du moderst, er modert, wir modern, ihr modert, sie modern. — Es wird also das e entweder vor oder hinter l, r ausgestoßen. Die starken Verba. 8 104. Sie lassen sich nach dem Zünehmen ihrer Äblautung in 3 Abteilungen und 9 Klassen bringen. I. Abteilung mit einem Ablaute. 1. Klasse, a — u — a. backen, ich buk, gebäcken; schaffen, ich schuf, geschäffen rc. 2. Klasse, a — ie — a. blasen, ich blies, gebläsen; schlafen, ich schlief, geschlafen rc. oder: o — ie — o. stoßen, stieß, gestoßen. u — ie — u. rufen, rief, gerufen. au — ie — au. Hanen, hieb, gehauen und das Wort heißen, hieß, geheißen. 3. Klasse, e — a — e. essen, aß, gegessen; geben, gab, gegeben rc. 76 II. Abteilung mit zwei gleichen Ablauten. 4. Klasse, ei — i — i. gleichen, glich, geglichen; schleifen, schliff, geschliffen (nicht: gejchliefen, gegliechen u. dgl., wie ihr so häufig schreibt; Las i ist kurz). 5. Klas s e. ei — ie — ie. bleiben, blieb, geblieben; reiben, rieb, gerieben (nicht: rib u. dgl.; ie ist lang). 6. Klasse, i — ü — ö. glimmen, glomm, geglommen; klimmen, klomm, geklommen (nicht: geglohmen; o ist kurz). Dazu: erlöschen, erlosch, erloschen rc. e — o — o. fechten, focht, gefochten; weben, wob, gewoben. Dazu: gähren, gohr, gegohren rc. ie — o — 0. biegen, bog, gebogen; erkiesen, erkor, erkoren rc. Ebenso: lügen, log, gelogen; saugen, sog, gesogen. III. Abteilung mit zwei ungleichen Ablauten. 7. Klasse, i — a — e. bitten, bat, gebeten; auch: liegen, lag, gelegen rc. 8. Klasse, i — a — u. binde, band, gebunden; sinke, sank, gesunken rc. 9. Klasse, i — a — o. rinnen, rann, geronnen; sinnen, sann, gesonnen rc. e — a — o. befehlen, befahl, beföhlen rc. Dazu: gebaren, gebar, geboren; kommen, kam (nicht: kämm), gekommen (nicht: gelohnten.*) 8 105. Ablaut in der 2. und 3. Pers. Sing, und im Sing, des Imperativs. 1. Die Verba, welche im Imperfektum den Ablaut a bekommen, haben in den genannten Formen i, z. B. ich gab, also: du gibst, er gibt, gib! ich barg, also: du birgst, er birgt, birg! *) Daß in änderen Lehrbüchern die Einteilung der starken Verba in 7 oder mehr Klassen geschieht, ist sür unsere praktischen Zwecke ohne Belang. Die Hauptsache bleibt uns die Aneignung des in ß 108 Enthaltenen. 77 2. Ferner: dreschen, fechten, flechten, quellen, schmelzen (wenn es intransitiv fleht, z. B. der Schnee schmilzt; dagegen: die Sonne schmelzet den Schnee), schwellen (wenn intransitiv), erlöschen. Aufgabe. Konjugiere in Sätzen das Präsens dieser Verba. 3. ie haben diejenigen, welche ein h im Stamme führen; ferner: lesen, gebaren, z. B. du befiehlst, er liest. Ausnahmen: genesen (dn genesest, er geneset), stecken (er steckt rc.), kommen (du kommst), bersten (obgleich richtiger: du birstest, er birst). Anmerkung. In der I. Person darf der Ablaut nicht eintreten: unrichtig ist daher: ich gib, ich nimm, ich lies, ick birg rc. Ursprünglich war Las i freilich auch hier Vorhänden, daher lebt es im Dialekte noch fort. H 106. Den Umlaut bekommen: 1. die Verba mit dem Stammvokale a; ferner stoßen, laufen, saufen in der 2. und 3. Person Sing. Indik. Präs., z. B. ich fahre, du fährst, er fährt; du läufst, er läuft. 2. alle starken Verba im Konj, des Jmperf., z. B. Indik, ich sprach, verlor, trug; Konj.: ich spräche, verlöre, trüge. Anmerkung. Indik. Jmperf. Konj. ich verdarb verdürbe starb stürbe warb würbe Einige haben im Jmperf. einen doppelten Konj., z. B. ich hälfe und hülfe. (Sieh K 108.) Z 107. 1. Das e in der Endung e st im Indik. Präs, fällt aus, wenn der Stammvokal in der 2. Person Sing. Präs, eine Veränderung erleidet, sei es, daß Umlaut, sei es, daß Ablaut einttitt; es muß aber stehen bleiben, wenn der Stamm auf einen Zischlaut endigt, z. B. ich trage, du trägst; ich treffe, du triffst; aber: du issest, du vergissest, du liesest, du missest (nicht: du vcrgißst, du liesst, du mißst). 2. Bei anderen Zeitwörtern bleibt das e nur hinter -, t stehen, z. B. du findest, bittest; wol aber: du lädst. 3. Das e in der Endung e t darf nicht entfallen, wenn der Stamm auf ein - oder t endigt, z. B. er oder ihr findet (nicht: findt), er oder ihr fandet; er oder ihr bittet (nicht: er bitt mich), ihr batet. 4. Das e in der Endung e t im Indik. Präs, entfällt immer, wenn der Stammvokal eine Veränderung erleidet, z. B. er wirft, sieht, schlägt; auch: er liest (du liesest), er stößt (du stößest). Anmerkung. Das t der Flexion verschmilzt mit dem des Stammes in: er gilt (unrichtig: geltet), schilt, birst, ficht, flicht, tritt, brät, rät, hält. 78 5. Der Imperativ der starken Berben ist die Stammsilbe, doch tritt statt der starken häufig die schwache Form cin, z. B. statt: schlag, trag, preis, kling steht oft: schlage, trage, preise, klinge. Ausgenommen hievon sind jene Verba, welche den Stammvokal in i oder ie verwandeln, z. B. sprich, iß, sieh, flicht; — nicht: spreche, esse, siehe, flechte. 8 108. Alphabetisches Aerzeichnisz der starken Aerba?) h. --- habe, b. --- bin, schw. schwach. 1. ich bäcke, buk, h. Brod gebäcken; backte ist häufig, aber un¬ richtig; der Bäcker, bas Gebäck. 2. befehle, besäht; Konj, befähle und beföhle, befiehl! ich h. dir etwas befohlen; befehligen ist schw.; er hat eine Eskadron befehligt. 3. ich befleiße mich, befliß, ich h. mich einer schönen Schrift beflissen; sich eines Dinges befleißigen, ist schw.; ich h mich befleißigt; ich bin des Turnens beflissen; der Fleiß, geflissentlich. 4. beginne, begänn; Konj, begänne und begönne; ich h. das Werk begönnen, die Vorlesung h. begonnen; der Beginn, Anbeginn. 5. beiße, biß, er h. mich gebissen, er h. in's Brod gebissen; beizen -- beißen macken ist schw.; der Biß, Bissen, die Beize, das Gebiß. Aufgabe. Konjugieret iu Sätzen das Präs. Jmperf. und Perfekt von: sich befleißen und sich befleißigen. 6. berge, barg, er hat sein Gesicht im Mantel geborgen, nun ist es geborgen; häufiger ist: verberge; ich biirge für dich, schw.; ich bin Bürge für dich ----- ich leiste Bürgschaft für dich; ich borge dir Geld, schw. -- gebe dir Geld auf Borg; der Berg, Bürge, Bürger, die Burg. 7. berste (birstest, das Schiff birst), barst, bärste und börste, ich b. geborsten; der bresthafte Greis; er hat ein Gebresten (--- Ge¬ brechen) an sich; die Brust, Brüstung, sich brüsten schw. 8. bewege, bewog, ich h. ihn zu dem Entschlüsse bewögen; aber schw.: ick bewegte den Stein, der Wind bat die Bäume bewegt. 9. biege, bog, ich b. in eine Seitengasse gebogen, und ich habe den Stab gebogen — gebeugt von beugen — biegen machen; dieses ist schw.; der Bogen, Bug, Bügel; die Wäsche bügeln; der Bühel (nicht Büchel) -- Bühl ----- der Hügel, die Bucht, der Buckel. 10. biete, bot, Gott h. dem Adam geböten; altertümlich: du beutst, er beut; der Gebieter, Beutel, Büttel ---- Gerichtsbote, die Botschaft, das Gebiet, Gebot. *) Konjugieret die folgenden Zeitwörter in Sätzen, verwendet zu der Bildung dieser die angeführten Ableitungen und umschreibet die Sätze mit anderen Wörtern; dadurch lernt ihr euren Wortvorrat kennen, vermehrt denselben, macht euch die Be¬ deutung der Wörter klar und beginnt die schwere Kunst des Erklärens zu üben. 79 11. binde, band, bände und bünde, ich h. Korn in Garben gebunden; er ist an sein Wort gebunden; wer bändigt den Unbändigen? die Binde, die Binse, der Bund; bunt. 12. bitte, bat, ich h. dich gebeten; ich bete zu Gott, schw.; bet¬ teln schw.; der Bettel, die Bitte, das Gebet. Fehlerhaft: Ich bitt' Ihnen, st. Sie. 13. blase, blies, er h. Trompete gcbläsen, er h. auf der Trompete einen Marsch gebt.; der Wind bläht die Segel, schw.; auch: die Segel blähen im Winde; sich aüfblähen dick (stolz) thnn; das Gebläse (einer Orgel). 14. bleibe, blieb, er ist bei mir geblieben (nicht h. gebl.); der Leib; wie er leibt und lebt; man hat dieses Land dem Reiche einverleibt; das Überbleibsel. 15. bleiche, blich, b. geblichen — bleich werden — erbleichen; bleichen — bleich machen, schw.; ich bleichte die Leinwand; die Garnbleiche, der Blitz, Blick; verblichen. 16. brate (brätst, brät), briet, gebräten; trans, u. intrans. also: er brät einen Hasen, und der Braten brät; das Wildbret; unrichtig: du bratest, der Braten bratet. 17. breche, brach, er h. das Brod gebrochen, und der Stab ist gebrochen; Flachs, Steine brechen --- brechen machen (das e --- ä) nnd rädbrechen sind schw.; der Steinbruch, die (Flachs)breche, Prache, der Verbrecher, Brocken, das Gebrechen. 18. dinge, düng, ich habe den Diener gedungen, ich h. mit ihm über den Lohn gedungen; ursprünglich war es sck>w.; sich etwas aüsbedingen, es ist bedüngen worden, es ist bedingt --- von den Umständen abhängig; die Bedin¬ gung, Bedingniß, das Ding. 19. dresche (drischest, drischt), drasch, üblicher jedoch drosch, drösche, ich h. Weizen gedroschen; der Dreschflegel. 20. dringe, drang (wir, sic drangen und drungcn), dränge, ich b. iu's Haus gedrungen, ich h. in ihn und b. in ihn gedrungen; drängen dringen machen, schw.; ich habe ihn dazu gedrängt; der Drang; dringlich, zudringlich, eine gedrungene Gestalt --- zusämmengedrängte, kleine. — empsängen wie sangen. 21. empfehle, empfahl, empfähle und empföhle, empfiehl! ich h. dir meinen Freund empfohlen, mich empf.; die Empfehlung. 22. erkiese, erkor, ich h. dich zum Freund erkoren — wählen; der Kürsürst, die Willkür. 23. erlösche (erlischest, erlischt), erlosch, ich b. erloschen; löschen --- erlöschen machen, schw.; man hat das Feuer gelöscht. 24. erschölle, erscholl, das Lied ist erschollen, sieh: schallen. 25. erschrecke (erschrickst, erschrickt), erschrak, ich b. er¬ schrocken; erschrecken --- in Schrecken setzen, schw.; Las hat mich erschreckt (nicht 80 erschrocken); fehlerhaft: ich erschrick, ich erschrick mich, du erschrickst dich; der Schreck, Schrecken, die Heuschrecke (Henspringer, schrecken mhd. aüfspringen). Wie viele Fehler macht man in dem häufig zu hörende«: Wir haben sich erschrocken? Aufgabe. Konjugiert in Sätzen erschrecken intransitiv und transitiv in der I. und 2. Pers. Singl. und Plur. Lurch alle Zeiten, indem ihr beide Verba nach folgendem Muster aufeinander folgen lasset: Ich erschrecke dich durch ein lautes Wort, du erschrickst vor meinem lauten Worte; du erschreckst mich mit Lieser Nachricht, ich erschrecke über diese Nachricht. 26. erwäge, erwog, ich h. deine Worte erwogen, vergl.: wiege. 27. esse (issest, ißt), aß, h. gegessen, alt: ich h. gegen--geessen; ebenso fressen aus veressen — völlig essen; der Fresser, Fraß; gefräßig. 28. fahre, fuhr, b. gefahren; schw. sind: führen --- fahren machen, ich h. dich geführt; wallfahrten und willfahren; eine Fnhre Heu, der Ferge führt uns über die Furt; der Gefährte; fertig. 29. falte, fiel, b. gesät len; fällen---fallen machen, schw.; ich h. den Baum gefällt; ich gefalle, gefiel rc.; der Fall, die Falle, das Gefälle; fällig. 30. fange, fing, h. gefängcn; ebenso empfängen; der Fang, Empfang, Finger, Hirschfänger, die Empfangitiß; empfänglich, befangen. 31. fechte (fichst, ficht), focht, h. gefochten; die Füchtel, fuch¬ teln, schw.; der Fechter, das Gefecht. 32. finde, fand, h. gefunden; der Finder, Findling, Fund; spitz¬ findig. 33. flechte (stichst, flicht), flocht, ich h. Kränze geflochten; der Flachs, die Flechse. 34. fliege, flog, b. geflogen; alt: fleugst, fleugt, fleug! das Geflügel; flügge. 35. fliehe, floh, ich b. vor ihm geflohen; aber trans, ich h. ihn geflohen; alt: du fleuchst, er fleucht, fleuch! sich flüchten, schw.; sich verflüchtigen, schw.; der Flüchtling, Floh, die Flucht; flüchtig. 36. fließe, floß, die Träne ist geflossen; aber: Sein Auge hat von Tränen geflossen; alt: du fleußest, er fleußt, fleuß! das (richtiger der) Floß, die Flosse des Fisches, die Flotte, Flut. 37. friere, fror, ich h. gefrören — Kälte empfänden; das Wasser ist gesrorcn; es friert mich, es hat mich gefroren; unpersöul.: es friert. Wie lautet von diesem Las Perf ? ich erfriere, das Wasser gefriert; r für s: der Frost, Friesel. 38. gähre, gohr (früher auch gahr), der Wein h. gegöhrcn. Bildlich ist es schw.; es gährte unter dem Volke; die Unzufriedenheit hat gegahrt; der Gärmteig, Gischt, das Gras; gerben. 39. gebäre (gebierst, gebiert), gebar, h. geboren; die Bürde, Geburt, Gebühr; urbar. 40. gebe, gab, h. gegeben; die Mitgift, Gabel, das Gift; es ist gang und gebe (nicht gang und gebe). 81 41. gedeihe, gedieh, b. gediehen; gediegenes Gold, das Dickicht; dicht. 42. gehe, ging, d. gegangen; mit Tod äbgehen--sterben; der Gang; gangbar; gängeln. 43. gelinge, gelang, b. gelungen; nach einer Sache langen, schw.; die Länge, Langweile; langsam. 44. gelte, galt, gälte (besser: gölte), dies Papier h. einen Gnlden gegolten; die Gilde, eine in gleichem Geschäft verbundene Körperschaft, urspr. so viel wie: die Gälte ---- Abgabe; das Geld, der Entgelt. 45. genese, genas, ich b. genesen; die Genesung. 46. genieße, genoß, h. Wölthaten genossen; der Genösse, Genuß, Nießbrauch, die Nutznießung. 47. geschehe (geschiehst, geschieht, auch geschicht ist richtig), geschah, es ist geschehen; der Schick, die Schichte, das Schicksal, Geschick; schicklich. 48. gewinne, gewann, gewänne und gewönne, gewinn! h. gewonnen; der Gewinn, Gewinst. 49. gieße, goß, h. gegossen; alt: er geußt, geuß! der Guß, die Gosse -- Rinne im Sträßenpflaster und Gußstein in der Küche. 50. gleiche, glich, ich h. dir geglichen; ebenso: vergleichen, ansgleichen; der Gleicher — Äquator. 51. gleite, glitt, b. über das Eis geglitten; glitschen, schw. 52. glimme, glomm, die Kohle h. geglommen; der Glimmer. 53. grabe, grub, ich h. eine Grube, ein Grab gegraben; die Gruft. 54. greife, griff, er h. nach dem Messer gegriffen; derGriff, Griffel, die Grippe — Schnüpfenfieber, Krippe. 55. halte, hielt, ich h. Wort gehalten, dich bei der Hand geb.; der Halt, Statthalter, Behälter, die Haltung, das Behaltniß, Verhaltniß; ungehalten, nachhaltig. 56. hange (hängst, hängt), ich hing, ich h. treu an dir g e hä N g e N; die Wäsche hing am Strick, hat am Strick gehangen; das schw. biegende hängen bedeutet so viel als hangen machen und auch so viel als das stark biegende hangen selbst, also: ich hänge den Dieb, ich hänge --- hange treu an dir; man bängte den Dieb, der Dieb hängte ---- hing (was gebräuchlicher ist), man hat den Dieb gehängt, der Dieb hat an dem Galgen gehängt --- h. gehangen; es steht demnach hängen auch für bangen, aber unrichtig wäre es, hangen für hängen zu setzen, wie: Man hat den Dieb gehangen, statt gehängt; er läßt den Kopf hängen --- ist traurig, er läßt das Maul hängen —er wurde zurückgewiesen und schweigt; wie hängen wird auch henken konstruiert; der Hang, Henker. Aufgabe: Konjugiere durch alle Zeiten: Das Mädchen hängt Wäsche auf, die Wäsche hängt. Für das letztere Wort gibt es in den übrigen Zeiten zwei Formen, eine von hangen, die andere von hängen. 82 57. haue, hieb, h. gehauen; der Verhau, Hieb, Hieber, die Haue, das Heu. 58. hebe, Hub und hob, hübe und höbe; ich h. dich gehoben; der Heber, Hebel, die Hefe, der Abhub; erheblich, erhaben. 59. heiße, hieß, mein Bruder h. Franz geheißen; ich h. dich einen Faulenzer geheißen, ich h. dich schweigen geheißen (nicht dir); auf sein Geheiß, der Schultheis, der (Verpflichtungen aüflegende) Ortsvorsteher, die Verheißung. 60. helfe, half, hülfe, hilf, ich h. dir geholfen; derHeifer, Gehilfe, Behelf; hilfreich, unbeholfen. 61. klimme, klomm, b. geklommen; klemmen-----klimmen machen fchw.; der Klempner, Klumpen, die Klemme, Klammer; beklommen -^ängstlich. 62. klinge, klang, h. geklungen; aber: ist erklungen, ist ver¬ klungen; die Klinge, Klingel, der Klang; klingeln. 63. kneife, kniff, ich h. dich gekniffen; der Kniff, die Kneipe; kneipen, fchw. 64. komme (kommst, kommt), kam, b. gekommen; die An-, Her-, Wieder-, Aus-, Ab - kunft rc.; der Nachkomme. 65. krieche, kroch, b. gekrochen; alt: kreuchst, kreucht, kreuch! 66. lade (lädst, lädt das Gewehr), lud, lüde; ich h. das Holz auf den Wagen geladen; laden ----- vor sich rufen, war fchw., ist es aber nur noch im Präs.: der Kaiser ladet den Herzog vor sich, er lud ihn vor sich; er wurde zum Speisen geladen, cingeladeu; die Lade, Last, Ladung; entledigen, lästig, belästigen. 67. lasse (lässcst, läßt), ließ, laß! (nicht lasse!); ich h. die Sache gelässen — lassen; er h. mir (nicht mich) nichts merken lassen; laß mich dein (unrichtig: deinen) Engel sein; der Ablaß, Unterlaß; lässig. 68. laufe (läufst, läuft), lief, b. gelaufen (nicht: ge¬ loffen); der Zeitkauf, Plur. die Zeitläufte, Läufer; weitläufig. 69. leide, litt, h. Schmerz gelitten; ich leide ----- dulde keinen Unfug; einem etwas verleiden, leiten, begleiten, fchw.; das Leid, Glied. 70. leihe, lieh, h. geliehen — ich h. etwas auf Borg gegeben; das Lehen, Änlehen ----- die Anleihe; entlehnen, fchw. 71. lese (du liesest, nicht: liest), las, h. ein Buch gelesen; h. die heräbgefalleuen Birnen zusäminengelesen; die Weinlese; leer. 72. liege, lag, h. und b. gelegen; die Gelegenheit, Lage, das Lager, Gelage, Anliegen; das kommt mir gelegen; sich lagern und belagern, fchw. 73. lüge, log, h. gelogen; der Lügner, Lug, die Lüge. 74. mahle, ich mahlte auf der Mühle; aber: ich h. gemahlen; alt: ich mul; ein Bild malen, fchw., also: ich malte, ich h. gemalt; der Müller, die Mühle, das Mehl. 75. meide, mied, h. die Falschheit gemieden; die Vermeidung; unvermeidlich. 83 76. melke, molk, h. die Kuh gemolken, die Mil», Molke. 77. messe, maß, h. mit dein Metzen das Korn gemessen; das Maß; gemäß, mäßigen, schw.; sich änmaßen, schw. 78. nehme, nahm, er h. mir die Feder genommen; der Name, die Vernunft. 79. Pfeife, pfiff (nicht pfief), h. gepfiffen, h. ein Lied gepfiffen; der Pfiff, die Pfeife; pfiffig -- klug. 80. pflege, Pf lag und Pflog; Kons, pflöge, Imperativ s»w. pflege, h. gepflogen; daneben geht ein schw. pflegen, pflegte; ich h. des alten Vaters gepflegt und er hat seines Amtes gepflegt; ich h. die Blumen gepflegt; die Pflicht, Pflege, Gepflogenheit. 81. preise, pries, h. den Herrn gepriesen; lobpreisen, schw; der Preis. 82. quelle (quillst, quillt), quoll; die Erbse ist im Wasser gequollen; quellen als faktitiv schw.; ich quellte Erbsen, ich h. Erbsen gequellt; der Quell, die Quelle, der Qualm; qualmen. — räche, jetzt schw.; richtiger ist: roch, h. gerochen --- rächte, b. gerächt; die Rache. 83. rate (rätst, rät), riet, h. dir geraten; der Rat, Ratschlag, die Heirat, das Rätsel, Gerate; rätlich, ratsam. 84. reibe, rieb, h. Farben gerieben; die Reibung. 85. reiße, riß (nicht rieß), ich h. die Fahne von der Stange gerissen; ritzen, schw.; der Riß, Reiz, die Ritze, das Reißbrett. 86. reite, ritt, b. geritten; etwas bereiten, schw.; der Ritter, Ritt; bereit, beritten. 87. rieche, roch, h. gerochen, der Ranch, der Geruch; räuchern, schw.; Tabak rauchen, schw. 88. ringe, rang, h. mit dir gerungen; der Ring, Rang, Range, Ränke spielen, die Ranke; ranken, sich ein Glied verrenken sind schw. 89. rinne, rann; Kons, ränne und rönne, b. und h. ge¬ ronnen; ich entrinne der Gefahr, bin entronnen; die Rinne; rennen (ursprünglich rinnen machen, lausen lassen), ist unregelmäßig; der Rand. 90. rufe, rief, h. gerufen; der Ruf, Beruf, das Gerücht; berüchtigt, ruchbar. 91. saufe (säufst, säuft), soff, h. gesoffen; sich dem Suff ergeben; süffig. 92. sauge, sog, h. gesogen; sängen, schw.; die Wölfin säugte, sieh, die Zwillinge gesäugt. 93. schaffen (schaffst, schafft), schuf, Gott h. die Welt g e schäff e n ; st. --- hervorbringen, schw. --- tbätig sein oder befehlen; der Schaffner, Schöpfer, Schöffe — Ordner, Schüssel, das Geschäft. 84 — schallen , jetzt schw.; richtig ist: scholl, geschallen; der Schall, Schilling; schellen — schallen machen, schw.; die Schelle. 94. scheide, schied, ich h. die Streitenden geschieden; ick schied von der Heimat, d. von ihr geschieden — b. Abschied genommen; der Bescheid, Unter¬ schied, Scheitel, Schedel, die Scheide, das Scheit; bescheiden. 95. scheine, schien, h. geschienen; schimmern, schw.; der Schein, Schimmer, Schimmel. 96. schelte (schiltst, schilt, nicht schiltet oder scheltet); er schalt mich einen Faulenzer, h. mich gescholten, unbescholten; die Schelle ----- Zurechtweisung, das Scheltwort. 97. schere (schierst das Schaf, schiert), schor (statt schar),- h. geschoren; unpers. das schiert mich viel, wenig; reflex. ich schere mich — mache mich sort; häufig aber ungut: du scherest --- scherst, er schert das Schaf; der Bart¬ scherer, Scherbe, Schierling; die Scherbe, Schere, Schar, Scharte, Schur; bescheren ---- schenken, schw. 98. schiebe, schob, h. dich geschoben; der Schieber, Schub, Schuft, Schober, Schopf, die Schuppe, Schaufel; schief. 99. schieße, schoß, ich h. den Hasen geschossen — getödtet; aus den Hasen geschossen, aber ich weiß nicht, ob ich ihn getroffen habe; das Blut ist ans der Wunde geschossen; der Schoß der Mutter, Plur. die Schöße; der junge Schoß erfror, Plur. die Schöffe, das Geschoß. 100. schinde, schund, h. geschunden; der Schinder, Schund, die Schindel, Schande. 101. schlafe, schlief, h. geschlafen, b. ekngeschlasen; er ist entschlafen — gestorben; schläfrig. 102. schlage, schlug, h. geschlagen; ratschlagen, schw.; die Schlacht, der Schlegel; ungeschlacht — plump und grob; das Leben in die Schanze schlagen --- es auf's Spiel setzen. 103. schleiche, schlich, b. geschlichen, h. das Wild beschlichen; der Schlich, Schleichhandel, die Blindschleiche. 104. schleife, ich schliff das Messer, h. geschliffen, ich b. auf dem Eise geschlissen; schleifen---gleiten machen-^-zerstören, schw.; man schleifte die Festung; der Schliff, die Schleife. 105. schleiße, schliß, h. Federn geschlissen; der Schlitz, Ber- schleiß, die Schleiße (Holzspan, der statt der Kerze brennt). 106. schliefe, schloff, b. in's Kleid geschloffen — dem schw. schlüpfen; der Schliefer, die Schleife, Schlucht für Schlifft. 107. schließe, schloß, h. das Thor geschlossen; das Schloß. 108. schlinge, schlang, h. geschlängen; die Schlinge, Schlange, der Schlingel, Schlund; schlank; sich schlängeln, schw. 109. schmeiße, schmiß, h. geschmissen — werfen und be¬ schmieren; die Schmeißfliege. 85 110. schmelze (schmilzest, schmilzt), der Schnee schmolz, ist geschmolzen; als: schmelzen machen, schw.; du schmelzest das Blei, schmelztest, hast geschmelzt; das Schmalz; schmalzen — mit Schmalz eine Speise zübereiten, schw. 111. schneide, schnitt, h. geschnitten; der Schnitt, Schnitter, die Schneide, das Schnitzel; schneidig. 112. schniebe — schnaube, schnob, das Pferd h. geschnoben; schnoppern, schnapsen, schnüffeln sind schw.; die Sternschnuppe, der Schnupfen. 113. schreibe, schrieb, h. geschrieben; die Schrift; schriftlich, unbeschreiblich. 114. schreie, schrie, h. geschrieen; der Schrei, Schreier, das Geschrei; schreierisch. Aufgabe. Konjugiere durch alle Zeiten: Die Sonne schmelzt den Schnee, der Schnee schmilzt. 115. schreite, schritt, b. geschritten; h. den Fluß überschritten; der Schritt. 116. schwäre (schwierst, die Wunde schmiert), schwor; Jmperat. schmier, h. und b. geschworen; der Schwären, das Geschwür, S»wert, die Beschwerde; schwierig. 117. schweige, schwieg, h. geschwiegen; verschweigen. 118. schwelle (schwillst, schwillt), schwoll und schwall, b. geschwollen — saktitiv schw. du schwellst, schwelltest den Fluß; der Schwall, der Schwulst der Rede, die Schwelle, die Schwiele. 119. schwimme, schwamm, b. und h. geschwommen; der Schwamm, Sumpf; schwemmen, schw.; die Schwemme. 120. schwinde, schwand; Konj, schwände, statt des älteren schwände, b. geschwunden; verschwenden nnd schwindeln, schw.; der Schwindel, der Beinschwund. 121. schwinge, schwang; Konj, schwänge, früher schwänge, h. geschwungen; der Schwang, Schwank, Schwung, die Schwinge; schwanken, beschwingen und schwenken, schw. 122. schwöre, schwur, h. einen Eid geschworen; der Schwur, Geschwörne, die Verschwörung, Beschwörung. 123. sehe (nicht ich sieh), sah, h. gesehen; in Sicht kommen; be¬ sichtigen, schw.; sichtlich, ansichtig. 124. siede, sott, h. gesotten; der Sud, Absud, das Sodbrennen; sudeln, schw. 125. singe, sang, h. gesungen; sengen, knistern --- singen machen, schw.; der Sang, Gesang, Sänger. 126. sinke, sank, b. gesunken; senken---sinken machen, schw.; das Senkblei. 127. sinne, sann, h. gesonnen über eine Sache; ich bin gesinnt --- habe Gesinnung, ich b. gesonnen — ich beäbsichtige; der Sinn, das Sinnbild; sinnig, sinnlich. 86 128. sitze, saß, h. und b. gesessen; niedersitzen -- dem schm, sich setzen; ich setze, sch.; der Satz, Sitz, Sessel, Setzer, Setzling, Sattel, die Sätzung, das Gesetz. 129. spalte (spaltest, spaltet, seltener sp ältst, spalt), spaltete, ich h. gespalten; statt des Jntrans. setzt man gewöhnlich das Reflex: sich spalten, z. B. die Erde spaltete sich; der Spalt, Zwiespalt, die Spalte; zwiespältig. 130. speie, spie, h. gespien; spncken, schw. 131. spinne, spann, h. gesponnen; die Spinne, Spindel, das Gespinst; spannen, schw.; die Spanne, Spannung, das Gespann, der Börspann, Ein¬ spänner. 132. spleiße, d. h. fasere anseinändcr, spliß, h. gesp lissen; die Spleiße — der Span, der Splitter oder Splinter, der Spliß ---- Spalt; splittern, schw.; die Zersplitterung. 133. spreche, sprach, h. gesprochen; die Sprache, das Sprich¬ wort, der Spruch. 134. sprieße, sproß, b. gesprossen; sprossen, schw.; ersprie߬ lich; der Sprosse, Sprößling. 135. springe, sprang, b. gesprungen; sprengen --- springen machen und sprenken sind schw.; der Sprengel (Weihwedel, Bezirk des Pfarrers), Sprenkel (bögenartige Vorrichtung zum Vogelfang); gesprenkelt, der Sprung. 136. steche, stach, h. gestochen; sticheln, aüsstacheln sind schw.; der Stich, Stachel, Stecher, Stocher, Stock, Stecken, das Strick, Besteck; stücken, zerstückeln. 137. ich stecke (irgendwo), ich stak, h. und b. gesteckt; aber auch für das Präs, und Jmperf. sind die schw. Formen üblicher; stecken als trans, schw.; man steckte ihn ins Loch. 138. stehe, stund und stand, h. und b. gestünden; der Stand, Verstand, Stadel die Scheuer; die Stadt, Statt, Stätte; ständige Bersänimlnng, oerständiger Mann, verständliche Rede. 139. steige, stieg, b. gestiegen; der Steg, Steiger, die Stiege; steigern, schw.; steil. 140. stehle, stahl, h. gestohlen; der Diebstahl, verstohlen. 141. sterbe, starb; Konj, stürbe, b. gestorben. 142. stiebe, stob, b. gestoben; der Staub; stäuben----stieben machen, schw.; der Nasenstüber. 143. st i n k e , stank, g e st n n k e n; stinkig, der Stank, Gestank; stänkern, schw.; der Stänker. 144. stoße (flößest, stößt), stiest, ich h. dich gestoßen; bin auf etwas gestoßen --- ich h. etwas unerwartetes bemerkt; stottern, stutzen, schw.; der Stutzer; stutzig. 145. streiche, strich, h. gestrichen; streicheln, schw.; der Streich, Strich, Landstreicher. 87 146. streite, stritt, h. gestritten; der Steit; streitig, strittig --- worüber gestritten wird; unbestritten. 147. trage, trug, h. g eträ g e n ; der Vertrag, Vortrag, die Tracht, Eintracht, das Getreide. 148. tressc, traf, h. getroffen; triftiger Grund; trefflich, betroffen; der Treffer, das Treffen. 149. treibe, trieb, h. getrieben; die Trift, das Getriebe; triftige Gründe, durchtriebener Spitzbub, der Trieb. 150. trete (trittst, tritt), trat, h. ihn getreten; bin in die Kirche getreten; der Tritt; trotten, trotteln, schw. 151. triefe, troff, das Wasser hat vom Dache getroffen, der Mantel h. von Wasser getroffen; der Tropf, Tropfe und Tropfen; tropfen, tröpfeln und träufeln, schw.; die Traufe, das Triefauge. 152. triege, trog, h. getrogen; gewöhnlich wird dafür betriege gebraucht und trüge, betrüge geschrieben, statt des richtigeren triege, betriege; der Betrüg, Betrüger. 153. trinke, trank, h. getrunken; tränken --- zu trinken geben, scyw.; der Trank, Trunk; trunken. 154. verderbe, verdarb; Konj, verdürbe, b. verdorben — zu Grunde gegangen; verderben — zu Grunde richten, sckuv.; z. B. ich verderbte das Papier; die Verdorbenheit. 155. es verdrießt mich, verdroß, h. mich verdrössen; der Verdruß; unverdrossen, verdrießlich. 156. vergesse (vergissest, vergißt), vergaß, h. vergessen. 157. verliere, verlor, h. verlören; der Verlust; lösen, schw. 158. verweise, verwies, h. dir diese Äußerung verwiesen; der Verweis. 159. wachse, wuchs, b. gewachsen; wichsen, schw.; der Wuchs, Mi߬ wachs, das Wachstum, Gewächs; urwüchsig. 160. wasche,wusch, h.gewäschen; wischen, schw.; die Wäsche, der Wisch. 161. webe, wob, h. gewöben (nicht gewebt); der Weber, Web¬ fiuhl, Feldwebel, das Gewebe. 162. weiche, wich, b. vor dem Feinde vom Platze gewichen; die harte Krumme weicht im Wasser, ich weiche die Krumme sind beide schw.; der Weichling, die Erweichung; verwichen --- jüngst. 163. weise, wies, h. gewiesen; auf eine Sache, z. B. die Wolthätig- keit der Menschen angewiesen sein; jemand in einer Sache unterweisen belehren; der Weiser, Beweis, die Weisung, Weisheit; weise, weislich. 164. werbe, warb; Konj, würbe, h. um die Gunst gewörben, h. den Rekrntcn gew.; das Gewerbe, der Wirbel, Werber, Erwerber; wirbeln, schw. 165. werfe, warf, h. gewörfen; der Wurf; das Getreide worfeln--- durch Werfen reinigen, schw.; die Würffchausel. 88 166. wiege, wog, h. einen Zentner gewogen — b. schwer ge¬ wesen, h. das Hen gewogen — seine Schwere gemessen; sich wiegen (bildlich), schw.; wiegen — schaukeln, schw., z. B. Ich wiegte das Kind in der Wiege; die Wage, Woge, Wncht, der Weg, Wagen, Wagner, das Gewicht, Wagniß. 167. winde, wand, h. gewunden; die Winde, Windel, Windung, Wand, Danze (Wändlans), Wunde, der Wandel; wund. 168. wirre, worr, worren, aber üblicher wirrte, gewirrt; verwirren, schw.; aber: er ist verwirrt »nd verworren; die Wirre, nur im Plur. ge¬ bräuchlich: die Wirren, der Wirrwarr, das Gcwirre. 169. zeihe, zieh, h. dich einer Lüge geziehen; verzeihen; ich be- zichtc und bezichtige dich einer Schuld und verzichten sind schw.; der Verzicht, die Zehe, Jnzicht, das Zeichen. 170. ziehe, zog, h. dich gezogen, b. in die Fremde gezogen; der Herzog, Zögling, Zug, Zügel, die Zucht; züchtig; schw. sind: zeugen, zögern, züch¬ tigen, zucken, zücken. 171. zwinge, zwang, h. gezwungen; zwängen, schw.; der Zwinger Zwang; ein ungezwungenes Benehmen. 8 109. Aie unregelmäßige Konjugation. Zu ihr gehören a) die unvollständigen Verba: 1. können: ich kann, du kannst, er kann; wir können, ihr könnt, sie können; ich könne, ich konnte, ich könnte, ich h. gekonnt; 2. mögen: ich mag, dn magst, er mag; wir mögen, ihr möget, sie mögen; ich möge, ich mochte, ich möchte, ich h. gemocht; 3. dürfen: ich darf, du darfst, er darf; wir dürfen, ihr dürft, sie dürfen; ich dürfe, ich durfte, ich dürfte, h. gedurft; 4. sollen: ich soll, dn sollst, er soll; wir sollen, ihr sollt, sie sollen; ich solle, ich sollte (Jnd. u. Konj.), h. gesollt; 5. wollen: ich will, du willst, er will; wir wollen, ihr wollt, sie wollen; ich wolle, wolle! ich wollte, h. gewollt; 6. müssen: ich muß, du mußt, er muß; wir müssen, ihr müßt, sie müssen; ich müsse, ich mußte, ich müßte, h. gemußt; Anmerkung. Das Particip deS Perfekts dieser Verba lautet wie der Infi¬ nitiv, wenn sie einen Infinitiv bei sich haben, z. B. Er hat nicht schweigen können, nicht essen wollen rc. Dasselbe gilt von heißen, lassen, machen, sehen, hören und helfen, bisweilen auch von lehren und lernen, z. B. Ich h. ihn reden hören, statt gehört; ich h. ihn laufen lassen, laufen sehen rc. ^9 b) ferner die folgenden 11 Verba: 1. brennen: ich brannte; Konj, brennte, h. gebrannt; 2. bringen: ich bringe, brachte, brächte, h. gebracht; 3. denken: ich denke, dachte, dächte, h. gedacht (nicht gedenkt); 4. dünken: ich dünke mich etwas zu sein, nnd cs dünkt mich (anch mir) — es scheint mir; dünkte, h. gedünkt; richtiger dänchte, h. gedäncht; 5. kennen: ich kannte, Konj, kennte, h. gekannt; 6. nennen: ich nannte, Konj, nennte, h. genannt; 7. rennen: ich rannte, Konj, rennte, b. gerannt; 8. senden: ich sandte u. sendete, Konj, sendete, h. gesandt u. gesendet; 9. t h u n: ich thne, du thnst, er thnt; wir thun, ihr thut, sie thun; ich thne, thu! thnend, ich that, ich thäte, h. gethan; 10. wenden: wandte nnd wendete, Konj, wendete, h. gewandt und gewendet; 11. wissen: ich weiß, du weißt, er weiß; wir wissen, ihr wißt, sie wissen; ich wisse, ich wußte, ich wüßte, h gewußt. Aufgabe. Bilde Satze mit dem Präs. Jmperf. und Perf. von können und kennen. 8 110. Aie Adverbien oder Amstandswörier. *) 1. Adverbien des Ortes: da, dort, hier, hüben, drüben, wo, woher, wohin, hinten, vorn, außen, innen, hinauf, herunter, links, rechts, äbseits, kopfüber, bergauf, ällscits, empor rc., z. B. Wo du bist, dort will auch ich sein. Oben hui, unten pfui. Der Turm ragt znm Himmel empor (nicht: hervor). Komin aus deinem Versteck hervor. 2. Adv. der Zeit: jetzt, eben, heut, gestern, morgen, bald, kürzlich, nächstens, jüngst, ferner, immer, nie, nimmer, nachts, äbcnds rc., z. B. Er poltert heut wie gestern, er wird auch morgen poltern, denn er poltert stets. 3. Adv. der Art und Weise: so, änders, wie, ernstlich, klüglich, sehr, besonders, oft, selten rc., z. B. Er schreibt schön. Sie schläft süß. Er handelt thöricht. (Adj.: Er ist, bleibt, wird, zeigt sich als dnmm u. dgl.) 4. Adv. der Bejahung oder Verneinung: Sic deuten an a) daß das Gesägte wirklich ist: ja, doch, währlich, gewiß, allerdings, sicherlich rc., d) daß das Gesagte blos möglich oder daß es notwendig ist: vielleicht, schwerlich, durchaus, zwar, notwendigerweise, unbedingt. st Achtet auf ihre Betonung. 90 5. Adv. des Grundes: Warum thust du das? Darum, des¬ halb rc. 6. Besonders beachtenswert sind die Präpo siti ouäl-Advcrbicu. Sie vertreten eigentlich die Stelle eines Pronomö verbünden mit einer Prä¬ position: darän — an das (denkst du?) oder — au dem (liegt nichts); darin — in dem, darüber — über das, daraus — aus dem, rc. Sich tz 114, 3. K 111. Nach ihrer gegenseitigen Beziehung als korrelative Ad¬ verbien sind sie 1. fragende, interrogative; 2. unbestimmte, indefinitive; 3. hinweisende, demonstrative; 4. beziehende, relative. Wo (frag.) bist du? Irgendwo (uub.) Dort (Hinweis.) bin ich, w o(bez.)du bist. — Wohin gehst du? Jrgeudwohin. Dorthin, wohku ich will. — Woher kommst du? Irgendwoher. Vou da, woher auch andere kommen. — Wann schreibst du? Argcndeinmal, irgendwann. Dann, wann (auch wenn) du schreibst. — Wie befindest du dich? Irgendwie. Nicht so, wie ich es wünsche.*) Z 112. Bezüglich ihrer Bildung ist zu merken: 1. Adjektiva werden als Adverbia gebraucht, z. B. Er schreibt schön, liest richtig, lernt fleißig. Ans den Adj. lang, gern, fern werden die Adv. lange, gerne, ferne. Diese Adv. können wie die Adj. gesteigert (kompariert) werden, z. B. Du schreibst schöner als ich, Karl schreibt am schönsten. Er grüßt freundlich, du grüßest freundlicher, ich grüße am freundlichsten, auf das freundlichste. Merke: Gerne, lieber, am liebsten; ost, öfter, am öftesten; bald, bälder oder eher, am ehesten. 2. Viele werden mit der Nächsilbe lings gebildet, z. B. blindlings, jählings. 3. Ändere mit der Nachsilbe lich, z. B. freilich, weislich, wirklich. 4. Viele gleichen den Formen des Genitivs: abends, morgens rc. Dieses s hängt sich auch au Wörter, die im Genitiv kein s haben, z. B. nachts, allerseits, Übrigens. 5. Andere sind cin Accusativ, z. B. meist, wenig, viel. 6. Andere bestehen aus Kasus mit Präpositionen, z. B. beiweitem, vonneüem, zuerst, zuletzt, zumeist, ohnewekters. 7. Andere sind mit einer Präposition zusammengesetzt, z. B. vollauf, rundweg, kurzum, bergab. h Zahlreiche Beispiele von der Anwendung der Adv. findet ihr in der Syntax. 91 Die MäpMionen. Z 113. Die Präpositionen, Vor- oder Verhaltnißwörter, verlangen das ihnen folgende Nomen in einem gewissen Kasus, sie regieren denselben. 1. Den Accnsativ regieren: bis, durch, entlang, für, ohne, son¬ der, nm, wider. Alle sind enthalten in der folgenden Kricgsnachricht: Begeistert durch eine Rede des Feldherrn kämpften Misere Truppen bis sechs Uhr die ganze Front entlang ohne große Verluste gegen den Feind, der sonder Zweifel den Krieg wider alles Völkerrecht begönnen hat nnd nicht für das Vaterland, sondern nm den Rühm allein streitet. A n m e r k ung. gen gegen in: gen Himmel, gen Osten rc. Ausgabe. Bildet mit jeder dieser Präpositionen zwei Sätze. 2. Den Dativ regieren: ans, außer, bei, binnen, entgegen, gegenüber, gemäß, mit, nach, nächst, nebst, sammt, seit, von, z», zuwider. Wer von euch seit dem Beginn seiner Studien nie den Er¬ mähnungen seiner Eltern zuwider, nie den Vorschriften der Schule ent¬ gegen händelte und gemäß den Aufmunterungen seiner Lehrer aus Liebe zur Wissenschaft mit allem Fieiße nach dem Höchsten strebt, der wird sich nicht nur den Mitschülern gegenüber hervörthun und nebst einem guten Zeugnisse auch eine größere Ehre erringen, sondern er wird auch binnen kurzer Zeit außer der Anstalt bei allen Guten Beachtung fin¬ den; ja es wird endlich den Lehrern und nächst diesen den Eltern sammt den Verwandten zum Stolze gereichen, ihn den Ährigen nennen zn dürfen.*) Merke: Außer Landes gehen, leben. Aufgabe: Stellt jede dieser Präpositionen in einen Sah. 3. Folgende bezeichnen mit dem Dativ (auf die Frage wo?) ein Ruhen oder Verhärrcn, mit dem Acc. (auf die Frage wohin?) eine Be¬ wegung oder Richtung, an, ans, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen. Sie kommen vor in den Versen: Der Bach fließt an dem Wege; Ich geh auf einem Stege, Und hinter mir ein Jagersmann, Der neben mir nicht gehen kann, Weil zwischen beiden wenig Raum. In einer halben Stunde kaum Stch'n wir vor einem Wasserfall, *) In Krain sagt man „entgegen" für „sogleich, Teil für Teil u. dgl." z. B. Der Student soll seine Lektionen entgegen lernen, d. h. Lektion für Lektion. Ich zahle alles entgegen, d. h. jede Sache sogleich beim Ankäufe. 92 Sehn unter uns das grüne Thal Und über uns das Blaue. Mit diesen Wörtchen baue Nun Sätze auch im vierten Fall. Aufgabe. Sie ist in den zwei letzten Zeilen enthalten. 4. Den Genitiv regieren: außerhalb, innerhalb, oberhalb, unterhalb, diesseits nnd jenseits des Tempels; des Frevels halben oder halber; inmitten des Dorfes; kraft, laut, vermöge, zufolge, infolge und wegen des Befehles; mittels oder vermittelst der Sprache; statt oder anstatt des Kaisers; unbeschadet meines Rechtes; ungeachtet des schlechten Wetters; deiner selbst willen und um Gottes Willen sei tugendhaft; angesichts der ganzen Klasse; behufs der Erlangung dieses Postells; betreffs, bezüglich, hinsichtlich und rücksichtlich des beabsich¬ tigten Baues wäre zu wünsche» re. Anmerkung. I. Wird zufolge nachgesetzt, so regiert es den Dativ, z. B. deinem Winke zufolge. 2. Bei außerhalb, innerhalb, während und wegen steht biswei¬ len der Dativ. 5. Folgende können sowöl mit dem Genitiv, als auch mit dem Dativ konstruiert werden: längs, trotz, unfern, unweit, ob (mit dem Dat. — oberhalb, mit dem Gen.— wegen). Trotz des Verbotes, trotz dem Schaden fischt er immer wieder; Längs des Baches, längs dem Ufer geht er auf und nieder; Unweit des Dorfes, unfern»des Waldes bei einem alten Kirchlein, Dem ob des Sturmes ob dem Fenster, stürzte jüngst der Turm ein.*) 8 114. Zusammenziehungen. 1. an, in, bei, Von, zu verschmelzen mit dem Artikel dem, zu auch mit der: am Ufer — an dem U., im schwarzen (nicht schwarzem) Buch — in dem sch. B., beim Wein, vom Kaiser, zum König, zur Kirche — zu der Kirche. Anmerkung. 1. Wo kein Artikel stehen soll, muß die bloße Präposition gesetzt werden. 2. Fehlerhaft ist: Wir leben gern am (statt auf dem) Lande. *) Zählreiche Beispiele von der Anwendung der Präpositionen findet ihr in der Syntax. 93 2. an, in, auf, durch, für, über, um, vor verschmelzen mit dem Artikel das: ans Ufer, ins Feuer, aufs Dach, durchs nud übers Wasser, vors Haus gehen, ums Recht streiten. 3. Folgende Zusammenziehungen kann man Prü positiv nal-Ad- verbien nennen: g,) halben, wegen, um — willen mit den Genitiven der persönlichen Fürwörter: meinethalben, deinethalben, seinethalben, ihrethalben, ünserthalben, euerthalben, meinetwegen re.; um meinetwillen rc. b) Hängt was (fragend oder beziehend) von einer Präposition ab, die den Dat. oder Ace. regiert, so verschmilzt es mit derselben, verwan¬ delt sich aber dabei in wo und vor einem Vokale in wor: woran — an was hängt dein Herz? worauf, woraus, wobei, wo¬ durch, wofür, worin, worein, womit, worüber, wor¬ unter, wovon, wovor, wozu. Ebenso verschmilzt das demon¬ strative das: darän — dar-an — an dem hängt mein Herz, oder daran — an das denke ich; daraus, dabei rc. Statt dem demon- strativ-Pronomen das kanu auch hier stehen: hierän — an dem hängt mein Herz, oder an das denke ich; hieraus, hieraus; vor Konsonanten hie: hiebei, hiedurch, hiemit rc.*) Aufgabe. Bildet mit jeder dieser Zusammenziehungen Sätze nach folgendem Muster: Woran denkst du? Ich denke daran, woran du denkst. Woran hängt dein Herz? Es hängt daran, woran das deine hängt. Anmerkung 1. Ist das Relativ nicht kontrahiert, so darf anch das Demon¬ strativ nicht kontrahiert sein, z. B. Er sagte mir nichts von dem (nicht: davon), was er thuu wolle. Ich denke an das (nicht: daran), an was du denkst. 2. Wol aber diirfen sich diese Zusammenziehungen auf Substantivs beziehen; welche Sachen bezeichnen, z. B. Das Haus, worin ich wohne; der Wagen, worauf ich sitze; die Feder, womit ich schreibe. 8 115. Konjunktionen. Die Bindewörter oder Konjunktionen verbinden einzelne Wörter oder- ganze Sätze, z. B. Sei fleißig und gottesfürchtig. Der Donner rollt und die Blitze zucken. *) Soll der demonstrative Teil der Zusammensetzung hervorgehoben werden, so wird er betont; daran, hieran, statt daran, hierän rc. 94 Sie sind entweder beiordnend, koordinierend oder unterord¬ nend, subordinierend. Näheres in der Syntax. Anmerkung. Manche Konjnnküonen sind auch Adverbien, z. B. Adv. Ich bleibe da; Konj. Er blieb, da es zn regnen begann. 8 116. Interjektionen. Die Interjektionen oder Empfindungswörter drücken ein Gefühl (Freude, Schmerz, Staunen, Abscheu rc.) aus, oder sie ahmen Natürlaute nach. Juche, hurrah; ach, o weh; ei, ah, potztausend, pfni! — Piff, paff, puff, klatsch, hui (gleichsam Ausdrücke von Empfindungen der Luft), plump (gleichsam Ausdruck der Empfindung des WasserS). Syntax, Satzlehre. Erster Abschnitt. 8 117. Die Syntax ist die Lehre von der Bildung der Sätze. Ein Satz ist ein Lurch Worte ausgedrnckter Gedanke. Die Satze sind einfache oder zusammengesetzte. *) Aer einfache Satz. K 118. Der einfache Satz ist entweder eng (nackt) oder erweitert (umkleidet). 1. Der enge einfache Satz. Der enge einfache Satz besteht nur ans Subjekt und Prädikat. Der Mensch denkt, Gott lenkt. Weil in jedem Satze ein Subjekt und ein Prädikat Vorkommen muß, so heißen sie die Hauptbestandteile des Satzes. 8 119. Tas Subjekt. t. Das Subjekt oder der Gegenstand, von welchem etwas aüsgesagt wird, ist ein Substantiv oder ein substantivisch gebrauchtes Wort. a) Substantiv. Die Wahrheit siegt. Treue währt. Liebe nährt. d) Pronom. Jedermann hofft. Wer ruft? Ich. (Das Prädikat „rufe" ist zu ergänzen.) o) Adjektiv. Der Eigensinnige trotzt. Der Edle verzeiht. Grün ist lieblich, cl) Numerale. Drei ist ungerade. Das Hundert ist Völl. e) Verb. 1. Im Infinitiv. Irren ist menschlich. Tadeln ist leicht. 2. Sub¬ stantiviert durch den Artikel „das." Das Turnen kräftigt. Das Lügen ist ein Läster. 3. Mit „zu." Zn fluchen ist abscheulich. k) Particip. Aufgeschöben ist nicht aufgehoben. Gut gestimmt ist halb gegeigt. *) Wie in einem mehrsilbigen Worte nicht alle Silben, so werden in einem Sätze nicht alle Wörter gleich stark betont. Wir werden in diesem Teile unseres Lehr¬ buches jene Wärter, welche vor den übrigen durch einen stärkeren Ton hervörtreten, mit dem Accente versehen. 96 8) Adverb. Heute ist nicht morgen. Das Nein erzürnt. Das Zuspät vernichtet. K) Konjunktion. Das Und verbindet. Das Wenn bedingt. i) Interjektion. Das Pfui beschimpft. Das Oh bewundert. 2. Bei unpersönlichen Verben ist es das Subjekt. Sieh Z 69, Anin. 2. In der poetischen Sprache*) steht in Hauptsätzen das es öfter als Vorläu¬ fe r d e s S n b j e k t e s. Es rollt der Donner, es leuchten die Blitze. Doch bisweilen auch in der Prosa. Es kommt kein Mensch, wir warten vergebens. Anmerkung. In der Fürcht, durch Auslassung des „es" einen Fehler zu begehen, fehlt ihr bisweilen durch unrichtige Setzung desselben, z. B. Wenn du dich (nicht: sich) so benimmst, so wird es sich noch alles gut gestalten. — Hier ist „alles" Subjekt und deshalb „es" unnötig. 3. Auch das bestimmte Personal-Pronom darf in der poetischen Sprache als Vorläufer des eigentlichen Subjektes gesetzt werden. Sie siud wieder sort- gezogen, die Säuger des Wäldes. Eklig trocknet er ab die Trane, der Jüngling edles Gefühls. 4. Auslassung des Subjektes: s,) Beim Imperativ, dies! Schweigt! Bei einer Entgegensetzung muß cs jedoch stehen und ist dann immer betont, dies du! (ihr andern schweigt). Geh' du nur immer hin! (ich bleibe da). k>) Ahmt man die kindliche oder volkstümliche Redeweise nach, so fällt das per¬ sönliche Fürwort der I. und 2. Person weg. Die Mutter hat gerufen, muß gehen — ich muß gehen. Spar' fleißig, wirst's brauchen. A 120. Vorläufige Bemerkung. Das Subjekt kann in einen Satz erweitert werden. Der Lügner wird verächtet — wer lügt, wird verachtet. Ein Satz, welcher das Subjekt vertritt, heißt ein Subjektsatz und siebt wie das Subjekt selbst auf die Frage wer oder was zur Antwort. Aufgabe. Erweitert folgende Subjekte zu Subjektsätzen: Lehrer werden von uns geliebt. Der THÜtcr wird bcsträft werden. Der Fromme gefällt Gott. Gesegnet sei der Erfinder der Schrift. Der Besitzer lerne verlieren. Der Glückliche lerne den Schmerz. Der Fällende stehe auf, der Fehlende bessere sich. Wie glücklich siud die Tödtcn! Der Genußsüchtige wird stumpfsinnig. Nicht der viel Besitzende ist reich. — Unsere Unternehmungen mißglücken oft. Unsere Hoffnungen gehen selten in Erfüllung. *) Ihr wendet die poetische Sprechweise mit Vorliebe auch in prosaischen Auf¬ sätzen an, was nicht zulässig ist. 97 8 121. Tas Präoikat. Das Prädikat, d. h. dasjenige, waS von dem Subjekte aüsgesagt wird, be¬ zeichnet man: n) durch ein Verb. Der Friede verjüngt. Sorgen drücken. bk ein Adjektiv oder Particip. Mit dem Artikel stebt cs flektiert, ohne denselben meist unflektiert. Mein Los ist ein trauriges oder ist traurig. Das Leben ist kürz. Er ist erster (zu ergänzen wäre „Schüler der Klasse"). Die Schilderung ist ergreifend (hiebei denkt man an keine ändere Schilderung). Diese Schilderung war eine ergreifende (hiebei ist der Gedanke an ändere Schilderungen nicht ausgeschlossen). e) ein Substantiv im Nominativ. Wüstenkönig ist der Löwe. Die Quappe ist ein Fisch. äs einen Infinitiv mir oder ohne „zu." Das Böse ist zu hässen. Geben ist Aüssäen. 8) ein Adverb. Das Vertrauen ist hui. Alles ist vergebens. Anmerkung. I. Steht der Infinitiv mit „zu", so hat er passive Bedeutung und drückt entweder «) eine Notwendigkeit oder /?) eine Möglichkeit (oder Unmöglich¬ keit) aus. «) Die Gesetze sind zu ächten — müssen geachtet werden. Das Gute ist nächzuahmen. Der Arme ist zu unterstützen. ^) Dieser Fehler ist zu verzeihen — kann verziehen werden. Es ist der Fäll anzunehmen, daß re. Eine solche Behandlung ist nicht zu ertrügen. Er ist nirgends zu finden. Dieses stolze Herz ist nicht zu brechen. 2. Den Infinitiv mit „zu" kann man durch ein Avjektiv ersetzen. Es ist nicht aüszuhalten — ist unerträglich. Die That ist zu loben — ist lobenswert. Er ist zu bedauern — bedauernswert. Statt eines Adjektivs kann als Prädikat stehen: a) ein Genitiv, welcher dann prädikativer Genitiv heißt. Wir sind eines Sinnes — gleichgesinnt. Wir sind gutes Mutes — fröhlich. Selig, die reines Herzens sind. Gebt dem Kaiser, was des Kai¬ sers ist. Das Buch ist mein. b) Ein Präpositional-Ausdruck, d. h. ein Dativ oder Accusativ mit einer Präposition. Ich bin in Sorgen — besorgt. Das ist MM Achen — lächerlich. Keine Rose ist ohne Dornen — dornenlos. Das ist gegen die Abrede. ß 122. Borlänfige Bemerkung. Auch das Prädikat kann zu einem Sätze erweitert werden. Ein Satz, welcher statt eines Prädikates steht, heißt Prädi- kätsatz. Der Mut ehrt den Ritter — der Mut ist's, der den Ritter ehrt. Wer wagt mir zu widersprechen — wer ist's, der mir zu widersprechen wagt? 98 Aufgabe. Erweitert folgende Prädikate zu Prädikatsatzen: Du hast den grausamen Befehl gegeben. Ihr seid die Thäter. Wir bleiben die Alten — was wir gewesen. Nur der Schwäche ist voll Falsch¬ heit. Der ist der Räuber unseres Glückes. Judas wird mich verraten. Z 123. Die Verbindung des Prädikates mit dem Subjekte. t. Ist das Prädikat ein Verb, so wird es mit dem Subjekte durch die Flexion verbunden und muß mit ihm in Person und Zahl kongruieren (übereinstimmen). Fisch — schwimmen: der Fisch schwimmt. 2. In den änderen Fällen geschieht die Verbindung durch das sogenannte Sätz- band, Kopula. Als Kopula stehen die Verba:st^in — Gleim war ein Dichter; der Löwe ist der König (der Tiere); werden — Karl wurde Soldat; Aller Tod wird neues Leben; bleiben — Wir bleiben standhaft; scheinen — Das scheint unmöglich; Er wird ein (großer) Prinz (bis an sein Ende) scheinen; heißen (— genannt werden) — Der Adler heißt auch Aar; das Weibchen (der Hirsche) heißt Hindin; genannt werden, ge¬ scholten werden re. — Cicero wird der Vater (des Vaterlands) ge¬ nannt; der Sparsame wird (oft) ein Geizhals gescholten. Ferner merke: Es steht (— ist) zu erwarten. Das steht nicht zu andern. Es steht zu hoffen. 3. Folgende kopulative Verba konstruieren wir mit als: scheinen, kommen — Der Gesandte erschien, kam als Friedensbote; gelten — Die Münze gilt als (auch für) echt; auftreten — Er tritt als Künstler auf; wandern, reisen — Der König reiste als Gras Leiningen; ein- und ausziehen — Er zog als Triumphätor ein; die passiven Verba: angesehen werden, betrachtet, behandelt werden — Er wird als großjährig angesehen, betrachtet, behandelt. 4. Mit der Präposition für konstruieren: gelten — Er gilt für ehrlich; gehalten werden — Er wird für ehrlich gehalten. 5. Mit zu konstruieren: werden — Der Schnee wird zu Wässer; die Hoffnung wird zu Wässer; gewählt werden — Er wurde zum Abgeordneten gewählt; gemacht werden — Er wurde zum Vorturner gemacht; ernannt werden — Er ist zum Präsidenten ernannt worden. 6. Ist das prädikative Substantiv ein Personenname, so kongruiert er mit dem Subjekte nicht nur im Kasus, sondern auch im Genus und Numerus. Die Erfäh- rung ist die (beste) Lehrmeisterin, nicht: Lehrmeister. Der Fleiß ist der Vater des Glücks, nicht: die Mutter. Das Subjekt im sächlichen Geschlechte: Das Gewissen ist ein (unerbittlicher) Richter, nicht: Richterin. 99 7. Das prädikative Adjektiv ist ohne Flexion, außer es steht ein Artikel dabei; der Superlativ als Prädikat hat immer den bestimmten Artikel vor sich (wogegen ihr oft fehlt). Die Geschichte ist währ. DaS Fest war herrlich. Das Fest war ein herrliches. Mein Schicksal ist ein schweres. Das Mntterherz ist das treueste, nicht: ist treuestes. Sieh ferner 8 126, 5, Anm. 2, und Z 182, Anm. 1 und 2. 8 124. Tie Wortfolge. 1. Steht das Subjekt zuerst und zuletzt das Prädikat, so heißt die Wortfolge die gerade, z. B. Karl wurde Soldat. 2. Steht ein anderer Satzteil zuerst, so heißt die Wortfolge die ungerade oder verkehrte (auch versetzte), z. B. Würde Karl Soldat? Ja. Soldat ist er geworden (nicht Kaufmann). Das Wort, welches in der verkehrten Wortfolge Len Satz beginnt, ist zu betonen. In der geraden Wortfolge wird das Prädikai mehr betont als das Subjekt. Anmerkung. Einfache Satze, sie mögen eng oder erweitert sein, werden durch Punkte von einander getrennt. II. Ter erweiterte oder umkleidete einfache Tat;. 8 125. Übersicht. Die Erweiterung geschieht I. durch Attribute oder Beifügungen, d. h. nähere Bestimmungen eines Substantivs oder substantivierten Wortes. Sie stehen aus die Frage was für ein? Der Hund bellt; der wächsameHund bellt, der Hund des dl ach bars bellt, der Hund an der Kette bellt; ein Baum ohne Früchte wird äbgehauen. 2. durch Lbjektc, welche den Sinn eines Lerbs oder Adjektivs ergänzen, also zum Berständnisse des Satzes notwendig sind. Der Verschwender entäußert sich seines Vermögens. Die Arbeit ist des Lohnes wert. Klage ziemt nicht dem Stärken. Der Schuldige senkt den Blick. 3. durch Adverbialia, d. h. durch nähere Bestimmungen des Prädikates welche den Ort, die Zeit, die Weise oder den Grund des Ausgesagten angebeu. Ich schreibe hier in der Nacht mit Aufmerksamkeit. Er hat sich aus Verzweiflung entleibt. § 126. Tas Attribut kann sein l. ein Adjektiv oder Particip. u) Fremdes Lob klingt, schöne Gestalt verliert sich bäld. d) Eine glimmende Kohle raucht. Zersprungene Töpfe klingen nicht. 2. eiuPronom.DiesesLeben ist unvollkommen. llnserGeist ist unsterblich. 3. ein Zahlwort; es steht nicht wie die übrigen Attribute auf die Frage „was für ein" zur Antwort. Wenige Menschen sind zufrieden. Zwölf Stück sind ein Dutzend. 7* 100 4. ein Substantiv im gleichen Kasus; man nennt es Apposition. Der Kaiser Karl der Größe schrieb eine deutsche Sprachlehre. Steht die Apposition hinter dem Substantiv, so wird sie durch Kommas getrennt. Alexänder, König von Makedonien, hat Persien erobert. Lkcbenthal, ein Dorf in Schlesien, ist mein Geburtsort. 5. ein Substantiv im Genitiv, der attributiver Genitiv heißt. Er wird durch den Ton hervörgehoben. s.) Er ist subjektiv, wenn er einen thätigen Gegenstand bezeichnet. Der Glanz der Sonne. Schillers Werke. Die Liebe Gottes ist unaussprechlich. t>) objektiv, wenn er einen leidenden Gegenstand bezeichnet. Die Plünderung der Stadt. Der Erzieher der Jugend. e) qualitativ, wenn er die Eigenschaft bezeichnet. Ein Jüngling edles Sinnes. Ein Kind der schönsten Art. ä) partitiv, wenn er ein Ganzes bezeichnet, von dem ein Teil genommen wird. Ein Teil des Fleisches war genießbar. Eine Summe Geldes. -Unser einer. Ihrer vier. Die erste aller Tugenden. Anmerkung. 1. Steht der partitive Genitiv ohne attributives Adjektiv, so entbehrt er im Singular ost der Flexion Ein Glas Wasser. Sechzig Fuder Sälz. Ein Pfund Zucker. Wir bewundern den Bau der Blumen. 2. Ist das Subjekt ein Kollektiv und steht bei ihm ein Plural, so kann das Verb in den Plural gesetzt werden. Eine große Menge Soldaten sind gefallen. 6. ein Präpositionälausdruck. k) Dativ mit Präposition. Ein Döggenpaar von flinken Läufen. Die Freuden im Familienkreise sind schön. t>) Accnsativ mit Präposition. Ein Student ohne Fleiß. Der Weg durch den Wäld ist kühl. 7. ein Verb im Infinitiv mit „zu." Die Sucht zu glanzen ist verwerf¬ lich. Der Fleiß ist die Lust zu lernen. Anmerkung. 1. Es ist dichterisch, wenn das attributive Adjektiv hinter dem Substantive steht. Armut macht stolz, die unverdiente — die unverdiente Armut rc. Der Himmel, nah und fern, er ist so klar. Vor ihnen steht ein Komma, außer sie sind einsilbig. Röslein röt. Der Ritter kühn zog das Schwert. 2. Dichterisch ist ferner die Voränstellung des Gcnitivs. Des Lebens Ach und Weh ist mannigfaltig. 8. Die neutrale Endung e s wird an dem attributiven Adjektiv ost weggelassen. Ein unnütz Leben ist ein früher Töd. Bisweilen fehlt auch die maskuline Endung er. Eigen Herd ist Göldes wert. 4. Statt des Particips im Präsens steht bisweilen der Infinitiv. Christus fand die Jünger schlafen, statt schlafend — die schlafenden Jünger. Der Faule bleibt liegen. Ich höre sie singen. Ich sehe dich laufeit. 101 5. Das Particip des Präsens hat passive Bedeutung in den Verbindungen: sitzende Lebensart, fallende Sucht, fahrende Habe, stillschweigende Bedin¬ gung, bleibende Stätte, schwindelnde Hohe. 6. Das Particip des Pers, von subjektiven Verben, die das Perfekt nut sein bilden, hat aktive Bedeutung. Das gefrorne Wässer, der gefallene Schnee, die verwelkte Blume. 7. Participien des Perfekts, welche zu Adjektiven geworden sind, haben äktive Bedeutung. Der verschwiegene Freund. Ein erfahrener Männ. 8. Zu merken ist die Verbindung: Er kommt gegängen, geritten, ge¬ fahren rc. Es kommen Steine geflogen; drei Reiter kommen geritten. 9. Nus dem passiven Infinitiv mit „zu" (sieh s 121, Amu. l) entsteht ein Particip mit passiver Bedeutung: Der zu bestrafende Verbrecher, d. i. ein Ver¬ brecher, der zu besträfen ist, der bestraft werden muß; der zu hoffende Gewinn, d. i. ein Gewinn, der zu Höffen ist, der gehofft werden kann. 8 127. Vorläufige Bemerkung. Das Attribut kann in einen Sätz erweitert werden. Ein Satz, welcher ein Attribut vertritt, heißt Attributsatz oder attributiver Satz und steht, wie das Attribut selbst, auf die Frage was für ein? Ein elternloses Kind heißt Waise — ein Kind, dessen Eltern nicht mehr leben, heißt Waise. Aufgabe. Erweitert folgende Attribute zu Attributivsatzen: Bellende Hunde beißen nicht. Dein Prämium ist ein Atlas, meines ist ein Lexikon. Niklas Zrinyi, den heldenmütigen Verteidiger von Szigcth, hat Körner verherrlicht. Undank ist der Welt Löhn. Ein Kavalier von Kopf und Herz ist überall willkömmen. Hier werden Schuhe von starkem Leder verkauft. Er gab den Rät, zwölf Ritter in den Orden aufzunehmcn (mit „welchem zufolge" oder „daß"). Er konnte die Schände, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, kaum crträgen. Das Meßt. Das Objekt ist entweder von einem Verb oder von einem Adjektiv abhängig. Das Objekt kann sein ein Genitiv, Dativ, Accusativ und ein Präpositionäl- Ansdruck (Verhältnißobjekt). ß 128. Tas Lbjckt ein Genitiv. 1. Abhängig von Verben. Wir harren deines Winkes. Die Jugend darf sich des Lebens freuen. Der Leichtsinnige vergißt der Ermähnungen. 2. Abhängig von Adjektiven. Rein Gewissen ist reiner Spräch' beflissen — befleißt sich reiner Spr. Der Redliche ist des gegebenen Wortes ein¬ gedenk — gedenkt des gegebenen W. Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. 102 Zu I. Die folgenden Verba regieren den Genitiv. Bildet mit ihnen Sätze. u) achten — berücksichtigen (auch: auf etwas achten: in der Bedeutung von höchschätzen regiert cs den Ace.); enträten, ermängeln, gedenken, harren (auch: auf dich harren); lachen und spotten in gleicher Be¬ deutung (auch über jemand lachen oder spotten); warten — pflegen (auch mit dem Ace.: Meine Töchter sollen dich warten schön; da¬ gegen: ich warte auf dich*, bis du kommst). b) Die reflexiven Verba: sich ännehmen, bedienen, befleißen oder befleißi¬ gen, begeben (z. B. des Rechtes), bemächtigen, bemeistern, bescheiden (des Urteils), besinnen (eines bessern), entäußern, enthalten, ent- schlagen, entsinnen, erbarmen, erdreisten, erfrechen, erkühnen, sich Rats erholen, erinnern, erwehren, freuen, rühmen, schämen, versehen, ver¬ sichern, vermessen, unterfangen, wehren (der Haut). c) Die unpersönlichen Verba: es bedarf, braucht, erbarmt mich, jammert mich, es lohnt sich, cs verlohnt sich. Zu 2. Folgende Adjektivs verlangen das Objekt im Genitiv. Bildet Sätze. Ansichtig, baar (aller Ehre), bedürftig, beflissen, (mir) bewußt, eiugedenk, fähig, froh, gewärtig, gewiß, habhaft, kundig, ledig, mächtig, müde, satt, schuldig, teilhast, überdrüssig, verdächtig, voll, würdig. 3. Merket die Redensarten: des Glaubens, der Hoffnung, der Überzeu¬ gung leben, Hungers sterben, des Todes erbleichen, des Handels einig sein oder werden, Versteckens spielen. Anmerkung. 1. Statt des Genitiv-Objektes kann auch ein Infinitiv mit oder ohne „zu" sieben. Er schämt sich zn betteln — des Bettelns. Der Faule weigert sich zu ärbeiten. Er ist würdig zu herrschen. Ich bin mir bewußt, das Beste gewollt zu haben. Er ist es wert, geliebt zu werden. Ich bin begierig zu erfahren, wohin er reiset. 2. Verba, welche das Objekt im Genitiv bei sich haben, bilden nur ein nnper sönliches Passiv. Setzt man hiebei das Wörtchen „es" nicht an die Spitze des Satzes, so fällt es aus. Akt. Man gedenkt vergangener Schmerzen nicht. Pass. Ver¬ gangener Schmerzen wird nicht gedacht. Man schont des Schwächen. Des Schwachen wird geschont — Es wird vergangener Schmerzen nicht gedacht. Es wird des Schwachen geschont. H 129. Tas Objekt ein Tativ. 1. Regiert von einem Verb. Man sollte dem Übel steuern. Kläge ziemt dem Starken nicht. Dem Mutigen gehört die Welt. 9 Ihr sagt feblerhaft: Ich werd' dich warten, statt ans dich warten. 103 2. Regiert von einem Adjektiv. Betrüg ist dem Rechtschaffenen fremd. Sei mir willkommen. Alles versteckte Wesen ist einer edlen Seele zuwider. Aufgabe. 1. Bildet mit folgenden Verben Satze mit Objekten im Dativ: a) danken, dienen, drohen, fehlen, fluchen, folgen*), sröhneu, gleichen, helfen, huldigen, mangeln, nahen, nützen, schaden, scheinen, schmeicheln, steuern (z. B. dein Unrechte), trauen, trotzen, wehren, weichen. b) antworten, entgehen, entlaufen, entsagen, entfliehen, begegnen, beha¬ gen, bekommen (wol oder schlecht) — zuträglich sein, erliegen, er¬ scheinen, vorstehen (einem Amte), mir steht ein Ünglück bevor. e) mit den unpersönlichen: es ahnt mir, bangt, graut, gruselt, schwindelt, träumt mir, es liegt mir daran, es kommt mir darauf äu. 2. mit folgenden Adjektiven, welche ein Objekt im Dativ bei sich haben: a) ähnlich, abtrünnig, angeboren, angenehm, anstößig, angst, bange, be¬ kannt, bewußt, eigen, fremd, geneigt, gewachsen, gleich, gnädig, gewogen. d) hold, abhold, lästig, lieb, nahe, nützlich, schädlich, schuldig, treu, über¬ legen, verderblich, verwandt. 3. mit folgenden Redensarten: aus dem Wege gehen — auswei- cheu, von statten gehen, zustatten kommen, zugute kommen, zuteil werden, zu Hilfe kommen, von Herzen gehen, zu Herzeu gehen, am Herzen liegen, zur Seite stehen, kuudthun, leidthun, Hohnsprechen, den Hof machen, das Wort reden. Anmerkung. Verba mit Dativ-Objekten haben ebenfalls nur ein unpersönli¬ ches Passiv. Dem Schwachen gehorcht man nicht. Dem Schwachen wird nicht gehorcht. Es wird dem Schwachen nicht gehorcht. Mau schmeichelt nur dem Reichen. Nur dem Reichen wird geschmeichelt. Es wird nur dein R. g. Z 130. Tas Objekt ein Accusativ. 1. Regiert von einem Verb. Das kleinste Haar wirft seinen Schatten. Verrat trennt alle Bände. Der Tropfen höhlt den Stein aus. 2. Regiert von einem Adjektiv. Ein laufender Feind ist keinen Schuß wert. Das Buch ist einen Finger dick. Der Graben ist eine Kläftcr tief. 3. Einige intransitive Verba nehmen sogenannte innere Objekte mit Attri¬ buten zu sich, wie: einen edlen Kampf kämpfen, den ewigen Schlaf schlafen, den Tod am Kreuze sterben, heiße Tränen weinen. Anmerkung. 1. Statt des Objektes im Accusativ kann auch ein Infinitiv mit oder ohne z u stehen. Der Weise versteht zu schweigen. Du lernst schrei- ') Ihr schreibt fehlerhaft: Er folgt mich. Richtig ist: Er verfolgt mich. 104 ben. Not lehrt beten. Laß mich dein Geselle sein. Ich lasse den Diener Obst bringen. Heißt ihn schweigen. Die Lust hilft Hindernisse überwin¬ den. Ihr macht mich zittern. Er machte meine Farbe dreimal siegen. Ich höre gern von Gött reden. Ich habe ;n befehlen — ich darf befehlen. Das hat nichts zu sägen —das hat nichts zu bedeuten. Was hast dn zu thün? Was habe ich zu erwärten? Fehlerhaft: Ich th»' lesen, du rhvst schreiben rc., statt: Ich lese, Lu schreibst. Aufgabe. Setzet accusativische Infinitive zu den unvollständigen Verben (sieh 8 49, Anin. 1) und zu hoffen, glauben, raten, versuchen. Ferner zu anfragen, beginnen, anheben. Diese drei und die Verba enden, schließen haben im Aktiv außer der aktiven auch eine passive Bedeutung. Napoleon begann den Krieg, der Krieg begann. Der Pfarrer schließt die Predigt init „Ämen", die Predigt schließt mit „Amen". 2. Den Accusativ regieren unzählige Verba, besonders die mit be, durch, hinter, über, nm untrennbar zusammengesetzten, wie belustigen, durchdrin gen, hintergehen, übervorteilen, umringen rc. Die transitiven Verba allein haben ein vollständiges Passivum. Verwandelt man aktive Sätze in passive, so wird der Objektsaccusativ Nominativ. Der Lehrer lobt den Schüler. Passiv: Der Schüler wird vom Lehrer gelobt. Das Subjekt des aktiven Satzes ver¬ wandelt sich in einen Dativ mit „von" oder in einen Accusativ mit „Lurch". Der Greis pflanzt einen Baum. Von dem Greise wird ein Baum gepflanzt. Ständhaftigkeit überwindet alle Schwierigkeiten. Durch Standhaftigkeit werden alle Schwierigkeiten überwunden. 3. Statt des Passivs steht oft das Verb reflexiv; oft steht das Aktiv mit dem Subjekte man. Ich nenne mich, man nennt mich — ich werde genannt. Das Buch hat sich gefunden. Schwer lenken sich die heftigen Gemüter. Pförten bauen sich aus grünen Zweigen, und um die Säule windet sich der grüne Kränz. Blitzschnell verbreitete sich die Kunde von seinem Tode. 4. Der Dativ mit „von" in passiven Sätzen heißt das logische Subjekt; das Subjekt des passiven Satzes ist nur das grammatische Subjekt (im aktiven Satze war es das Objekts. 5. Die Übung muß euch lehren, welche Verba und Objekte zu einander passen. Man kann z. B. nicht sagen: eine That machen, Dank leisten, Mnße halten rc., son¬ dern eine That thun. Dank zollen, bringen, Muße haben; dagegen: Frieden machen, Hilfe leisten. Maß halten rc. Aufgabe. 1. Bildet mit folgenden Verben und den zu ihnen passenden Ob¬ jekten Sätze und verwandelt sie ins Passivum.*) bauen, Getreide, Wein, Obst; eine Stadt, ein Haus, ein Schiff, ein Nest, eine Orgel. *) Achtet darauf, ob der Artikel vor dem Obj. steht oder nicht. 105 bebauen, den Acker, das Land, das Feld. begehen, die Flur, den Wald, die Grenze; ein Fest, eine That, einen Mord, ein Unrecht, eine Unart, eine Ungeschicklichkeit. brechen, das Brod; den Hals; Obst, Rosen; das Stillschweigen, den Eid, das Wort, den Vertrag, die Treue, den Stolz. gewinnen, Erz, Geld, die Schlacht, den Preis, das Spiel, die Wette, Ruhm, Zeit, Anhang. haben, Angst, Sorge, Not, ein Ende, Ruhe, ein Verlangen, die Absicht, Mut. halten, Vieh, Knechte; Ruhe, Zucht, Ordnung, Maß, Rat, das Maul, Haus. machen, ein Spiel, den Narren, bei einem Geschäfte einen Schnitt machen — viel gewinnen, einen Weg, viel Worte. n e h m e n , Abschied, einen Anlauf, sich ein Beispiel, ein Ende, Platz, Schaden nehmen — Sch. leiden, Urlaub, ein Weib n. — sich verheiraten. schlagen, eine Brücke, die Laute (das Instrument), Münzen, Ball, Feuer (mit Stein und Schwamm), Holz schl. — Bäume fällen, ein Rad, ein Kreuz. stiften, einen Orden, einen Brand, Unheil, Frieden, st. — ihn veranlassen, zustande bringen; eine Gesellschaft, einen Bund. thun, eine Bitte (bei einem), Buße, einen Fall, einen Seufzer, eine Sünde, die Wache, einen Zug, ich thue deinen Willen oder dir deinen W., Schaden. tragen, eine Last, einen Schmerz, Sorge. treiben, Handel, ein Geschäft, Spott, Unfug, Abgötterei, das Vieh auf die Weide, Possen. werfen, Junge w. — zur Welt bringen, Licht, Schatten, den Ver¬ dacht (auf einen). wirken, einen Teppich, Tuch, Wunder. 2. Bildet Sätze mit den unpersönlichen Berben, welche den Acc. regieren: es ängstigt (mich, dich rc.), ärgert, befremdet, betrübt, dürstet, ergötzt, freut, friert, hungert, gelüstet, jammert, reut, schläfert, schmerzt, verdrießt, wundert rc. l!. Die folgenden Adjektivs regieren den Acc. Bildet Sätze mit ikmen: alt, breit, dick, groß, hoch, lang, schwer, teuer, tief, weit, wert; dieses kann auch niit dem Genitiv konstruiert werden. 106 8 131. Tas Objekt ein Prnpositional-AuSdruck. s) Ein Dativ mit einer Präposition. 1. Regiert von einem Verb. Der Eigensinnige verharrt auf seinem Vor¬ nehmen. Der Reisende fragt nach dem rechten Wege. Laß vom Bösen. 2. Regiert von einem Adjektiv. Furcht ist fern von einer großen Seele. Der Träge ist reich an Entschuldigungen. Wir sind zum Tode bereit. Aufgabe 1. Bilde mit den folgenden Präpositionen und Verben Sätze, in denen Dativ-Objekte Vorkommen: an, zweifeln, verzweifeln, sich rächen, versündigen, sättigen, freuen, är¬ gern, ergötzen, sich laben; auf, beharren, bestehen (auf einer Forderung rc.), beruhen (auf einem Jrr- tume re.); tu, wetteifern, sich irren, üben, mäßigen; Vor, es ekelt mir, graut mir, ich erschrecke; sich hüten, fürchten; entgegen, sehen, gehen, eilen, arbeiten (der Hinterlist rc.); nach, schmachten, trachten, streben, ringen, zielen, sich sehnen. 2. Mit den Adjektiven und Präpositionen: an, reich, arm, stark, schwach; Mit, zufrieden, bekannt, vertraut; in, einig, erfahren, geschickt, bewandert; Von, leer, ledig, los, voll; diese können auch mit dem bloßen Genitiv konstruiert werden; Vor, angst, bange, sicher. Anmerkung. Der Genitiv ohne Artikel und Attribut kann bei voll die Flexion abwerfen, und dann darf man statt voll auch voller sagen. Er ist voll oder voller Eifer. Die Welt ist voll Widerspruch. Der Himmel ist voller Sterne. d) Das Objekt ein Accusativ mit einer Präposition. 1. Regiert von einem Verb. Wir bauen auf deine Treue. Gewöhne dich an Entbehrungen. Man findet sich ins Unvermeidliche. 2. Regiert von einem Adjektiv. Sei nicht stolz auf dein Geld. Er ist um sein Fortkommen besorgt. Wir sind auf das Schlimmste gefaßt. Aufgabe. 1. Bildet Sätze mit folgenden Präpositionen und Verben: an, denken, glauben, gewöhnen, sich kehren, sich erinnern, sich wagen, sich anschließen; auf, vertrauen, trauen, rechnen, pochen, harren, warten, verzichten, sinnen, halten, folgen, hören, achten, hoffen, sich berufen, sich verlassen, sich freuen, sich verstehen, sich stützen, sich besinnen, sich vorberciten; 107 für, eine Sache danken, für einen sorgen; über, einen lachen, spotten (diese beiden auch mit dem bloßen Genitiv), jammern, herrschen, wachen, siegen, sprechen, nachdenken, staunen, sich freuen, sich ärgern, sich wundern, sich beklagen; NM, eine Sache wissen, sich bemühen , sich kümmern, sich streiten; in, etwas sich finden, sich vertiefen; gegen, Wider, einen sich vergehen, kämpfen, streiten. 2. Mit folgenden Präpositionen und Adjektiven: auf, böse, stolz, eifersüchtig, erbost (auf eine Person), gefaßt; Über, erbost über eine Sache, froh (auch mit dem bloßen Genitiv), ärgerlich, vergnügt, traurig, erhaben; - UM, verlegen, besorgt, verdient (um den Staat rc.); für, gesinnt, gestimmt; gegen, wider, gesinnt, gestimmt, streng, milde, argwöhnisch, beschei¬ den, nachsichtig. Anmerkung, t. Statt des Präpositionälausdruckes kann als Objekt auch ein Infinitiv mit „zu" stehen. Er hütet sich den Mächtigen zu reizen. Wetteifert einander in der Tugend zu übertreffen. Ich erschrecke nicht die Währheit zu sagen. Trachte den Besten zu gefälleu. Ihr staunt mich so plötzlich wkederzusehen. Es ärgert mich gefehlt zu haben. — Wir sind zu helfen bereit. Der Trotzige ist nicht geneigt zu gehorchen. Wir sind gefäßt das Schlimmste zu hören. Wir fühlten uns nicht stärk genug dem Feinde die Spitze zu bieten. Er ist geschickt sich zu verstellen. 2. Der äativus eowmoäi oder inoommoäi ist jener Dativ, welcher, ohne von einem einzelnen Verb gefordert zu werden, statt des Accnsativs mit „für" steht. Dem Furchtsamen rauschen alle Blätter. Die Uhr schlägt keinem Glückli¬ chen. Dir blüht gewiß das schönste Glück der Erde. 3. In der geraden Wortfolge ist das Objekt mehr betont als das Subjekt und das Prädikat. 4. Komparative und Superlative werden immer betont. 8 132. Zwei Objekte von einem Verb regiert. 1. Accusativ der Person und Genitiv der Sache. Er würdigt mich seines Vertrauens. Ich versichere Sie meiner Hoch¬ achtung. Welches Fehlers zeiht dich dein Gewissen? Hiehcr gehören folgende Verba: anklagen, belehren (eines besseren), be¬ rauben, beschuldigen, zeihen und bezichtigen, entkleiden, entlasten, entledi¬ gen, entsetzen, überführen, würdigen. 108 Aufgabe. Bildet mit ihnen Sätze und verwandelt sie ins Passivum. Anmerkung. Das Genitivobjekt ist starker betont als der Accusativ. 2. Dativ der Person und Accusativ der Sache. Ich wünsche mir nur Gesundheit. Verzeih dem treuen Freunde die heftige Rede. Er versichert mir die Wahrheit (— versichert mich der Wahrheit. Genitiv.) Gib jedem das Seine. Aufgabe. Bildet Satze mit: bieten, borgen, bringen, darrcichen, gön¬ nen, verleihen, lassen (überlassen), leihen, leisten, liefern, melden, opfern, rauben, schenken, widmen u. s. w. Anmerkung. Der Accusativ ist stärker betont als der Dativ. 3. Zwei Accusative stehen 1. bei den Verben nennen, schelten, schimpfen, heißen (---nennen und ----- befehlen. Man nannte Cicero den Väter des Väterlandcs. Er hieß ihn einen Dummkopf. Man hieß ihn schweigen (schweigen ist Hier der zweite Acc.). Der erzürnte Väter schalt den Sohn einen Taugenichts. Anmerkung, a) Der zweite Accusativ ist stärker betont, d) Bei der Ver¬ wandlung in's Passivum werden beide Accusative Nominative. Er wurde ein Lügner gescholten. Er wurde der Vater des Väterlandes genannt. Er wurde ein Dümmkopf geheißen. 2. Einen arm machen, glücklich preisen, freisprechen, los lassen, todt schlagen, lieb haben, etwas feil bieten; sich tapfer zeigen, beweisen, bewäh¬ ren; sich krank lachen, krank stellen, melden rc. Bildet Sätze mit den formelhaften Verbindungen: Den Menschen macht der Wille groß und klein. Der Feind gab sich gefängen. In Fährden und in Noten zeigt erst das Volk sich echt. 3. Bei lehren. Ich lehre dich die deutsche Spräche. Sag än, wer hat dich solche Streich' gelehrt? Lehre mich thün nach deinem Wol- gesallcn. (Thun ist der zweite Accusativ.) Aber passiv: Die deutsche Sprache wird dir gelehri. Mir ist das nicht gelehrt worden (wie: gezeigt). 4. In: Was frägst du mich? statt des gewöhnlicheren: Nm was fragst du mich? Was bittest du mich? Das fragte er mich. Ihr habt mich nichts zu frägen. Ich bitte dich nur dies (häufiger: um dies). 109 4. Ein Dativ oder Accusativ und ein Präpositional- Objekt. Ich mahne dich an dein Versprechen. An Leichtsinnige verschwendet man seine Wolthatcn nicht. Man vertröstete den Armen auf bessere Zeiten. Anmerkung. Das Präpositional - Objekt ist in der geraden Wortfolge stärker betont als das ändere Objekt. Aufgabe. Bildet Sätze mit: einen an einer Sache hindern, übertreffen; Über eine Sache Freude, Ärger, Verdruß rc. haben oder empfinden; unter einer Sache etwas verstehen, vorstellen, sich denken; einen bon einer Sache entbinden, entblößen, entheben, entlassen, entwöhnen. (Bei diesen Verben kann statt von etwas auch der bloße Genitiv stehen.) Vor jemanden Schutz genießen, Furcht, Angst haben; einen für etwas halten, ansehen; einen zu etwas machen, ernennen, erwählen, einen zum Freunde haben; einen als etwas erkennen, sich als tapferen Mann zeigen, beweisen rc. Einfluß ausüben auf jemand; ich bitte Sie (nicht: Ihnen) UM das. ß 133. Bemerkungen. 1. Die folgenden Verba und Adjektiv« können das Objekt im Genitiv oder im Äccusativ bei sich haben. Bildet mit ihnen Sätze: bedürfen, begehren, ent¬ behren, entraten, erwähnen, genießen, gewahren, hüten, pflegen, schonen, verfehlen, vergessen, wahren, wahrnehmen; inne werden, gewohnt, gewahr, los, müde, satt, voll, wert, ansichtig, überdrüssig; aber immer: Ich habe es satt. In der gewählteren Sprache fetzt man den Genitiv. 2. Den Dativ oder Accusativ regieren: dünken, kosten, liebkosen, nachahmen, rufen. Mir oder mich dünkt der Plan gut. Mir oder mich kostet der Hut viel Geld. Ich ahme dem und den Künstler nach. Es ekelt mir und mich; aber nur: Es ekelt mich an. Ich versichere dich oder dir, daß rc. Es schmerzt mir oder mich der Kopf; aber nur: Es schmerzt mich, daß du rc. 3. Ich bezahle den Schneider; ich bezahle dem Schneider die Arbeit. Wem gilt der Schuß? Es gilt einen harten Kampf. Ich getraue mich — ich wage; ich getraue mir — ich traue mir zu. Ich lasse ihn nichts merken, denn er braucht davon nichts zu wissen; ich lasse mir nichts merken — er soll an mir nichts merken. Ich lasse mich oder mir keine Mühe verdrießen. 110 Ich gehe an dein Thore vorbei oder vorüber — ich gehe das Thor vorbei, vorüber. Er stößt, schlägt mich ins Gesicht, auf die Brust re., hiebei denkt man sich die ganze Person verletzt. Er schlägt mir ins Gesicht, tritt mir auf den Fuß rc., wobei man sich nur einen Teil des Körpers verletzt denkt. Er sticht mich in die Hand. Dies Kleid sticht mir in die Augen. 4. Es ist poetisch, ein persönliches Fürwort voranzustellen und das eigentliche Objekt wie eine Apposition folgen zn lassen. Ich seh' es kommen, das Unheil. Ihn, den treuen Freund, kann ich nicht verlassen. 8 134. Vorläufige Bemerkung. Wie das Subjekt, Prädikat, Attribut, so läßt sich auch das Objekt in einen Satz erweitern. Ei» Satz, welcher ein Objekt vertritt, heißt ein Objektsatz. Er steht auf dieselbe Frage zur Antwort, wie das Objekt selbst. Schone des, der wehrlos ist — Schone des Wehrlosen. Ver¬ giß derer nicht, denen du Wölthaten verdankst — Vergiß deiner Wolthäter nicht. Wer Gutes thut, dem ist wol zu Mut — Dem Gutes Thuenden, dem Tugendhaften rc. Liebet, die euch hassen n die euch Hassenden, euere Feinde. Begnüge dich mit dem, was du hast — mit dem Gehabten, init deinem Vermögen. Aufgabe. Erweitert in folgenden Sätzen die Objekte in Objektsätze. Genit. Erinnere dich stets deines Versprechens. Gedenke des Todes (mit „daß"). Er hat mich stets seiner Anhänglichkeit versichert. Der Eitle rühmt sich seiner Thatcn. Der Diener harrte des Befehles. Dat. Das Glück hilft den Stärken (oder den sich selbst Helfenden). Dein Frommen geht es güt. Dem Eigenwilligen ist nicht zu helfen. Dem Hilfreichen ist man zu helfen bereit. Dem Ehrlichen traut jeder. Das Glück ist dem Mutigen günstig. Accns. Anvertrautes bewahre treu. Ehre die Alten; achte die Treuen; liebe die Güten. Beobachte die Stillen. Fürchte den Schmeich¬ ler. Bedenke die Kürze des Lebens (mit „daß"). Das Gewissen predigt uns die Liebe zum Güten und den Abscheu vor dem Bösen (mit „daß"). Das Mverbiale. Das Adverbiale ist die nähere Bestimmung des Prädikates durch Angabe des Ortes, der Zeit, der Art und Weise und des Grundes. 8 135. Tas Adverbiale des Ortes steht auf die Frage wo? wohin? oder woher? und ist entweder ein Adverb Les Ortes oder ein Genitiv oder ein Präpositionalausdruck. 1. Ringsum brennen Dörfer. Dort steht der Feind. Im Kreise meiner Kinder bin ich glücklich. Jenseits des Rheines liegt Straßburg. Ich bin zu Haüse. 111 Bildet Sätze mit Ortsbestimmungen im Dativ, regiert von den Präpositionen an, ans, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen. 2. Die Schwalben ziehen fort. Der Schweizer sehnt sich nach den Bergen. Man darf die Perlen nicht vor die Säue werfen. Ich gehe nach Hause (häufig, aber fehlerhaft „zu Hause"). Bildet Sätze mit Ortsbestimmungen im Ace., regiert von den obigen Präpo¬ sitionen. Fehlerhaft ist: Er wurde vor den Kalifen vorgeführt, statt: vor den K. geführt (oder dem K. vorgeftthrt. Ist hier „dem Kalifen" auch eine Ortsbestimmung?- 3. Ein süßer Trost für alle Welt ergießt sich hkmmelher. Aus der Wölke zuckt der Strahl. Der Apfel fällt nicht weit vom Stämme. Anmerkung. 1. Hieher gehört auch der Accusativ in der Verbindung: Er kommt diesen Weg. Was wälzt sich dort die langen Gassen brausend fort? In „Woher des Weges' ist „Les Weges" eine Art Attribut von „woher." 2. Fehlerhaft ist: Wir gehen auf die Leiche, st. zum Begräbnisse. K 136. Vorläufige Bemerkung. Auch Las Adverbiale läßt sich in einen Satz erweitern. Ein Satz, welcher ein Adverbiale vertritt, heißt ein Adverbialsatz und kommt auf dieselben Fragen zur Antwort, wie das Adverbiale selbst. Ein Adver¬ bialsatz des Ortes heißt auch Localsatz. Bei der Unschuld wohnt Friede — Wo Unschuld ist, da wohnt Friede. Gott steht dich überall — wo immer du seist oder wohin du auch fliehst. Aufgabe. Erweitert folgende Adverbiale des Ortes in Locälsätze: Mit Wo: Bei der Tugend kehrt auch das Glück ein. In dunklen Köpfen zeigt sich gern Eigendünkel. Bei ausgehendem Glücke geht die Demut unter. Beim Häcken fallen Spane. Im Sturz eines Stromes hört man ein Bachlein nicht. Die Weintraube gedeiht nur in einem gemäßigten Klima. Mit wohin: (Stelle in den andern, den ursprünglichen Satz das Wörtchen „dahin" oder „dorthin".) Man wende sich gegen den Feind. Die Kerfe legen ihre Eier an die Nahrungsmittel der Jungen. Dn wirst in die Finsterniß gehen. Das Küchlein läuft zur Henne. Anmerkung. Das Adverbiale ist in der Regel starker betont als die änderen Satzglieder. Z 137. Das Adverbiale der Zeit steht auf die Fragen: wann? innerhalb welcher Zeit? wie lange? bis wann? auf wie lange? seit wann? und wird aüsgedrückt durch Adverbien der Zeit, durch Substantiv« im Genitiv oder im Accusativ und durch Präpositional-Ausdrücke. 1. Guter Rat kommt nie zu spät. Heute muß die Glocke werden. Des Morgens fühlen wir uns am wölsten. Schiller ward den 10. No¬ vember 1759 geboren. Nicht älle Tage vergoldet die Sonne den Himmel. Keine Eiche fällt nach einem Streiche. 112 2. In sechs Tagen hat der Herr die Welt geschaffen. In drei Tägen werde ich den Tempel wieder aüfbauen. 3. Ehrlich währt am längsten. Ich schlafe täglich sieben Ständen. Fichten sind das ganze Jahr grün. 4. Von Christi Geburt bis jetzt (bis auf den heutigen Tag) sind 1872 Jahre verflossen. Bleib treu bis in deu Tod. Ich bleibe bei euch bis ans Ende der Tage. (Fehlerhaft ist bis an den heutigen Tag.) 5. Ich verlasse euch auf vier Wochen. Leih mir das Buch auf einen Täg. ü. Frei war der Schweizer von ältersher. Er war von Jugend an ein Spärmeister. Anmerkung. Mit dem Adverbiale der Zeit ist nahe verwandt die Bestim¬ mung, wie oft etwas geschickt. Ausgedrückt wird sie: 1. Durch Adverbien der Wiederholung, wie: oft, selten, täglich u. s. w. Der Anfang steht oft in unserem Vermögen, die Mitte selten, das Ende nie. 2. Durch die Wiederholungszahlwörter. Neunmal aüsgezogeu ist einmal äbgebranut. Ich habe das Buch schon einigemal gelesen. K 138. Vorläufige Bemerkung Ein Latz, welcher die Stelle eines Adverbiales der Zeit vertritt, ist ein Adverbialsatz der Zeit oder Temporalsatz. Beim Anblicke seiner Vaterstadt traten ihn: Tranen in die Augen — als er seiner Vaterstadt ansichtig wurde. Es irrt der Mensch durch die ganze Zeit seines Strebens — so lang er strebt. Aufgabe. Erweitert folgende Adverbialien zu Temporalsätzen mit wann, wenn. In seinem dreizehnten Lebensjahre ging Jesus mit seinen Eltern nach Jerusalem. Bei seinem Anblick erinnerte ich mich seines Versprechens. Beim Aufgang der Sonne erhob sich ein Nebel. Bei der Wiederkehr des Frühlings ertönen neue Freüdenlieder. Mit so lange: Schaff bei Tage, ruh bei der Nächt. Das Eisen muß in seinem Glühen geschmiedet werden. Der Mensch muß lernen durchs ganze Leben. Mit während, indes, dieweil: Während des Schlummers der Redlichen treiben die Schelme ihr Handwerk. Während seiner Erzählung brach der Feind ins Dors ein. Mit bevor, ehe: Kinder und Vögel werden vor dem Schläfeugehen noch einmal laut. Denke vor dem Händeln. Pflücket die Rose vor dem Verblühen. Mit bis: Haltet euch ruhig bis zum Ende des Sturmes. Wartet bis morgen. Bis zum Verkühlen der Glocke laßt die strenge Arbeit ruhen. 113 Mit sobald (als), nachdem, wenn: Nach dreißigjährigem Dienste wurde er pensioniert. Erst nach dem Aufleuchten des Blitzes hört mau den Donner. Erst nach reiflicher Überlegung schreitet zur That. Gleich nach der Ermordung Casars brach der Bürgerkrieg lös. Mit seit: Seit der Errichtung so vieler Eisenbahnen hat sich der Handel stark vermehrt. Seit meiner Selbständigkeit bin ich nicht mehr frei. Z 139. Das Adverbiale der Weise und des Grades bestimmt nicht nur Verba, sondern auch Adjektivs, indem es angibt, wie, auf welche Weise, dann wie sehr, in welchem Grade eine Thätigkeit oder Eigen¬ schaft sich zeigt. Es wird ausgedrückt durch: 1. ein Umstandswort der Art und Weise. Der Ruhm ist nicht leicht zu crwerbeu. Vom Guten sprich auf's kühnste Gutes. Leichtsinnig beginne nie ein Werk. Er ist überaus thatig. Viele Gegenden Österreichs sind bezaubernd schön. 2. ein Substantiv im Genitiv. Der Ruhm ist nicht leichtes Kaufes zu crwerbeu. Kühnes Mutes sprich vom Guten Gutes. Leichtes Sinnes beginne nie ein Werk. Er versichert alles Ernstes, daß rc. 3. ein Substantiv mit den in den Beispielen vorkommenden Präpositionen. a) Dativ nnt einer Präposition. Der Ruhm ist nicht mit leichter Mühe zu erwerben. Vorn Guten sprich mit kühnem Mute Gutes. Sie marschierten nach dem Schlag der Trommel. Er trank in vollen Zügen. Sie sang zum Davonlaufen. Unter leisem Blatterflüstern schlummern alle Vögel ein. b) Accusativ mit Präposition. Der Ruhm ist nicht ohne Mühe zu erwerben. Vom Guten sprich ohne Bedenken Gutes. Ihr könnt ihm auf sein Wort glauben. Anmerkung. 1. Unterscheidet die unflektierten Adjektiv« von dm gleichlau¬ tenden Adverbien. Er liegt krank darnieder — Er ist krank und liegt dar¬ nieder (usArokus suost, slov, bolan loLi) — Der Kranke liegt darnieder. (Das Adjektiv „krank" steht nicht auf die Frage „wie?" sondern „was für ein?") Karl nahm die Beleidigung schweigend (taoitus) hin. Wir kamen zuerst an (primi) — die Ersten. Weinend (als ein Weinender) verließ er das Väterhaus. Sie antwortete ihm lächelnd (die Lächelnde). Schmeichelnd (die Schmeichelnden) lockten sie ihn in's Netz. Mein Mütter¬ chen sitzt am Sonntag nachmittags einsam (das einsame Mütterchen sitzt) und liest aufmerksam (wie ?) in einem Büche. 8 114 Die Thätigkeit oder der Zustand, welchen solch ein Particip oder Adjektiv aus drückt, ist gleichzeitig mit der des bestimmten Verbums im Satze; es gibt einen be¬ gleitenden Nebenumstand an. In sich selbst versänken steht er da, d. h. er ist in sich selbst versunken und steht (gleichzeitig) da. 2. Statt dieser Adjektiv« und Participia der Gleichzeitigkeit können auch Prä¬ positional - Ausdrücke stehen. Ich nehme dich freudig — mit Freuden auf — ich bin froh und nehme dich auf. In diesem Glauben will ich handeln — dies glaubend. Der Kranke verschied unter den heftigsten Schmerzen. 3. Ter äutivus otüicus wird weder von einem Verb noch von einem Adjektiv regiert, auch dieut er nickt als eine adverbiale Bestimmung, sondern drückt eine Teilnahme oder Zuteilung aus und wird nie betont. Ich lobe mir mein Dörf¬ chen hier. Grüßet mir freundlich mein Jügendland. Daß du mir uicht in's Wässer fällst. Das war dir eine Lüft. A 140. Vorläufige Bemerkung. 1. Das Adverbiale der Art und Weise kann in einen Adverbialsatz der Art und Weise, der Modali tät, erweitert werden. Er steht wie das Adverbiale selbst auf die Fragen wie? auf welche Weise? wie sehr? in welchem Grade? wie stark? zur Antwort. Vertritt ein Adverbialsatz einen begleitenden Nebenumstand, so heißt er U mstan dssatz. Jesus segnete die Kleinen unter Auflegung der Hände — Jesus seg¬ nete die Kleinen, indem er ihnen seine Hände auflegte. Ausgabe. Erweitert die folgenden Umstände in Umstandssätze. Mit indem: Mit dem Rücken an einen Baum sich lehnend verteidigte er sich gegen den an Zähl überlegenen Feind. In traulichem Gespräche wan¬ delten die Freunde. Die Soldaten verzehrten ihr Mahl stehend — stehendes Ftjßcs. Sich immer wieder umschend schied er von dem Thale seiner Kindheit. Unter dem freudigen Schall der Hörner führten sie den Sieger heim. Mit ohne daß: Ich kann das Geschenk mit gutem Gewissen än- nehmcn. Er ist ohne Gefähr entkommen. Ich hatte die Reise ohne des Vaters Erlaubniß unternommen. Mit ohne zu und dem Infinitiv: Ich habe dem Tode furchtlos ins Antlitz gesehen. Die Gesandtschaft mußte unverrichteter Säche zurück- kehrcn. Ihr sollt nicht ünbeschenkt mein Haus Verlässen. Nicht ohne Staunen vernahmen wir die Märe. 2. Vertritt der Modalsatz das Adverbiale der Folge, so heißt er Konsekutiv¬ satz. Du hast dich zu unserer Zufriedenheit benommen — du hast dich sö benommen, daß wir (in Folge deines Benehmens) zufrieden sind. Aufgabe. Erweitert die folgenden Adverbialia in Konsek utivsätze. Mit daß, so daß: Er sprach diese Worte deutlich. Sein Bericht war glaubwürdig abgefaßt. Er geberdete sich lächerlich. Laßt uns in steter Tödesbereitschaft leben. 115 Des Grades: Vom Schäsberge aus genossen wir eine unvergleich¬ lich schöne Aussicht. Mau kanoniertc zum Taübwerden. Der Donner rollte fürchterlich. Eine unübersehbar große Menge Volkes hat sich versammelt. Der Mann war bis zur Verzweiflung unglücklich. 3. Vertritt der Modalsatz ein vergleichendes Adverbiale, so heißt er Verglei- chungssatz oder Komp arativ satz. Im Verhältnisse des Positivs: Dein Bru¬ der sieht kränklich aus — als wenn er krank wäre. Der Rechtschaffene handelt stets nach der Vorschrift seines Gewissens — so, wie es ihm sein Gewissen vorschreibt. Im Verhältnisse des Komparativs: Der Arbeiter war über mein Er¬ warten fleißig — war fleißiger, als ich erwartet hatte. Aufgabe. Erweitert die folgenden Adverbialia in Komparativsätze. Mit wie, so — wie: Das Kleid ist nach meinem Wünsche gemacht. Die Sache fiel nicht nach unserer Vcrmütnng aus. Der König lohnte jedem nach seinem Verdienste. Sie schrien wie am Spieße. Mit als, zu — als daß: Für seine Jugend ist er zu klug — Er ist klüger als seiue Jugend erwarten läßt. Für eine so gewagte Spekula¬ tion ist er zu vorsichtig. Der Berg war zum Ersteigen zu steil. Für einen Betrüg ist der Mann zu ehrlich. 4. Komparativsätze, welche mit je nachdem (nachdem, wie), oder wenn sie einen Grad angeben mit je — desto, je — nm so eingeleitet werden, heißen re¬ spektive Komparativsätze Jede Nation spricht, je nachdem sie denkt, und denkt, je nachdem sie spricht. Aufgabe. Bilde aus den folgenden Adverbialien respektive Komparativsätze. Mit je nach dein: Je nach der Arbeit wird der Lohn sein. Je nach deiner Aussage ist der Angeklagte gerettet oder verloren. Mit je — desto: Je nach der Größe unseres Besitzes soll auch unser Almosen sein. Je nach der Vermehrung unserer Kenntnisse soll auch un¬ sere Tilgend sich vermehren. Der Mensch bereichert seine Spräche je nach der Erweiterung seiner Erfährnngen. 5. Wird der Komparativsatz durch sofern (insofern, wiefern, inwiefern) soweit (insoweit, inwieweit), nur daß (außer daß) eiugeleitet, so enthält er eine Beschränkung des Grades oder Maßes und heißt einschränkender Komparativsatz. Alle Aufklärung verdient nur insofern Ächtung, als sie auf den Charakter zurückfließt. Ich kenne ihn nur vom Sehen — insofern oder insoweit, daß ich ihn gesehen habe. Nach meiner Beurteilung der Verhältnisse ist er unschul¬ dig — Inwieweit ich die Verhältnisse beurteilen kann, ist rc. Ohne Pflicht- versäumniß sich zu unterhalten, ist allein erlaubt. Es ist erlaubt, sich zu unterhälten, nur daß man dadurch seine Pflichten nicht versäumt. 8* 116 Die Adverbialia des Hrundes oder der Kausalität. Z 141. 4. Tas Adverbiale der Ursache oder des Sachgrundes. 1. Die Ursache wird durch Substantiv« mit den in den Beispielen vorkommen¬ den Präpositionen ausgedrllckt. Was die Ursache bewirkt oder zur Folge hat, gibt das Prädikat an. Durch Leichtsinn hat er sich zu Gründe gerichtet. Er ist glücklich in dem Gedanken an die Zukunft. Das Unternehmen gclüng unter dem Schutze der Nacht. Der Stein fällt vermöge seiner Schwere. Der Schnee schmilzt an der Wärme. Er weint vor Schmerz. Der Strauß kann wegen seiner zu kurzen Flügel nicht fliegen. 2. Zur Ursache rechnet man auch den Stofs oder das Mittel. a) Der Stofs, aus welchem etwas gemacht wird. Viele Gegenstände werden jetzt ans Guttapercha gemacht. Aus Stiefeln macht man leicht Pantoffeln. t>) Das Mittel, welches ängewendet wird, um einen Zweck, eine Absicht zu erreichen. Es wird durch Substantivs mit Präpositionen ausgedrückt. Die höchsten Ge¬ bäude werde» mittelst eines Gerüstes gebaut. Der Fuhrmann schnalzt mit der Peitsche. Vom Wünschen wird niemand reich. Wir haben unser Vermögen durch der Hände Fleiß erworben. 8 142. Vorläufige Bemerkung. Ein Satz, welcher die Stelle eine? Adverbiales des Grundes vertritt, heißt ein Kausalsatz. Mancher verliert durch den Besuch schlechter Gesellschaften seinen guten Ruf — dadurch, daß er schlechte Gesellschaften besucht. Aufgabe. Erweitert die folgenden Adverbialia zu Kausalsätzen: Du bist durch fleißiges Turnen so kräftig geworden. Gciserich wird wegen der Plün¬ derung Röms getadelt. Man trocknet die Pflanzen durch Pressen zwischen Löschpapieren. Er rettete sich durch das Anhalten an den Strick. Die Dünste steigen wegen ihrer Leichtigkeit in die Höhe. Diamanten sind wegen ihrer Seltenheit so teuer. In der Unkenntniß der Zukunft lebt das Kind seine Tage so heiter. 8 143. Ii. Tas Adverbiale des Crkenntnisigrnndes gibt an, woran wir etwas erkennen, wodurch wir zu einem Urteile befähigt werden. Es wird ausgedrückt durch Substantivs mit Präpositionen. 8aul der Quittung ist die Rechnung bezählt worden. Alt vielem Lachen erkennt man den Närren. Wir erkennen Gott aus seinen Werken. Dem Aussehen nach ist dieser Mann ein Bauer. Den neuesten Nachrichten zufolge hat der Feind gesiegt. 117 § 144. Erweitert diese Adverbialia in Kausalsätze. Ferner folgende: Jakob erkannte seinen Sohn Esau an der Rauheit seiner Haut. Der hei¬ teren Miene nach muß dieser Mann glücklich sein. Aus deiner Treue gegen die Menschen erkennt man deine Treue gegen Gott. Z 145. 0. Tas Adverbiale des Beweggrundes gibt an, wodurch eine Person (das Subjekt) bewögen oder veranlaßt wird, das zu wollen oder zu thun, was das Prädikat (im aktiven Satze) anssagt. Es wird durch Präpo- sitionäl-Ausdriicke gegeben. Man rühmt ihn wegen seiner Fertigkeit im Malen. Ich bleibe des schlechten Wetters halber daheim. Die Gemeinen thun das Gute nicht seiner selbst willen. Judas verriet seinen Herrn aus Häbsucht. Helft mir UM Gottes Willen. Weint nicht UM mich. A 146. Erweitert diese Adverbialia des Beweggrundes in Kausalsätze. Ferner die folgenden: Im Vertrauen auf seine Redlichkeit folgte ich seinem Rate. Wegen ihrer Kürze wende die Jugendzeit gut an. Ans Müdigkeit setzte sich der Wanderer auf eincu Meilenstein. Vor Hunger frißt der Esel Disteln. 8 147. v. Tas Adverbiale des Zweckes oder der Absicht gibt an, warum oder für wen etwas geschieht. Es wird ansgedrückt durch einen Präpositional - Ausdruck oder durch einen Infinitiv mit „zu" oder „um zu." Der Wolf geht auf Raub aus — um zu rauben. (Wir gehen auf Bier, statt zum Biere, ist nur in Böhmen und Mähren gebräuchlich und unrichtig kontrahiert aus: auf ciucn Trunk Bier.) Er dient um Lohn, für Lohn — um Lohn zu bekommen. Er sagt es ihm zu Schimpf und Hohn — um ihn zu beschimpfe». Karl der Große stiftete viele Schulen zur Bildung des Volkes — um das Volk zu bilden. Nicht für die Schule, für das Leben muß man lernen. 8 148. Vorläufige Bemerkung. Ein Satz, welcher ein Adverbiale des Zweckes oder der Absicht vertritt, heißt ein Finalsatz. Spare für das Älter — Spare, damit du im Alter nicht Mängel leidest. Aufgabe. Erweitert die folgenden Adverbialien des Zweckes und der Absicht in Finalsätze: Der Mensch hat zwei Ohren nnd nur einen Mund, um doppelt so viel zu Horen als zu reden. Ihr lernt für euer eigenes Wöl- ergehen. Um Großes zu empfangen, macht euch des Kleinen wert. Unsere Vorfahren bedienten sich der Urnen zur Aufbewahrung der Asche ihrer Lieben. Dem Stich der Sonne zu entfliehen, suchen wir schattige Platze auf. Für das Wol der Kinder opfern die Eltern ällcö. 118 Z 149. H. Tas Adverbiale der Bedingung oder Kondition oder Hypothese. Bedingung ist das, ohne was ein anderes nicht sein kann. Die Bedingung wird durch Substantivs mit Präpositionen ausgedrückt und steht auf die Fragen unter welcher Bedingung, in welchem Falle? Bei anhaltenden Regengüssen verdirbt die Ernte. Nur im Falle von Widersetzlichkeit macht von eueren Waffen Gebrauch. Ohne Säat erblüht keine Ernte. 8 150. Vorläufige Bemerkung. Ein Satz, welcher das Adverbiale der Bedingung vertritt, heißt ein Bedingungssatz oder Konditionalsatz oder hypo¬ thetischer Satz. Bei ruhigem Nachdenken wirst dn dein Unrecht einsehen — Wenn du ruhig nächdenkst, wirst du re. Bei solcher Verschwendung wirst du einst darben — Wenn du so verschwendest, wirst du einst darben. Ein Konjunktiv, welcher eine Bedingung enthält, heißt Konditional. Die Bedingung der Gegenwart (den Konditional des Präsens) drückt man durch den Konjunktiv des Imperfekts aus; die Bedingung der Vergangenheit (den Konditional des Perfekts) drucken wir durch den Konjunktiv des Plus¬ quamperfekts aus. Diese Konditionale dürfen nie durch „würde" umschrieben werden. Man sagt also: Wenn man mich fragte (nicht „fragen würde", wie ihr fast immer schreibt), würde ich antworten. Im Hauptsatze darf „würde" stehen. Wenn man mich gefragt hätte oder: Hätte man mich gefrägt, so würde ich geäntwortet haben. Aufgabe. Erweitert die folgenden Adverbialia der Bedingung in Kondi¬ tionalsätze, die ihr mit wenn oder falls einleiten könnt: Ohne Gottes Auge bewacht der Wächter umsonst das Haus. Ich komme morgen nur bei schönem Wetter. Der Schwache kann bei mäßiger Lebensweise alt werden. Der Krailke wird bei der geringsten Anstrengung öhnmächtig. Auch der weniger begabte Schüler kann es bei ausdauerndem Fleiße weit bringen. Ohne Liebe wäre die Welt aller Freuden leer. Was ist ein Held ohne Menschenliebe? Z 151. k. Das Adverbiale des Gegeag rundes oder der Einräumung, Konzession. Der Gegengrund ist derjenige, welcher nicht die erwartete Folge bewirkt, son dern etwas entgegengesetztes znr Folge hat. Er heißt deshalb auch der gegensätzliche oder adversative Grund. Da sein Vorhandensein trotz der unerwarteten Folge zügestanden werden muß, heißt er auch Zügeständniß oder Einräumung, Konzession. Der Gegengrnnd wird durch Snbstantiva mit Präpositionen ausgedrückt. Wir landeten trotz des Sturmes. Ungeachtet des angestrengtesten Fleißes — bei dem ängestrengtesten Fleiße bringt er es doch zü nichts. Man hielt ihn Wider alles Völkerrecht gefängen. Der gute Vater ist nocb stärk für sein Alter — bei seinem Alter. 119 8 152. Vorläufige Bemerkung. Erweitert man das Adverbiale des Gegengrundes zu einem Sätze, so erhalt man einen Konzessivsatz. Trotz stiller finstern Miene sieht er doch meinen Besuch gern — Wenn er gleich kein freundlich Gesicht macht, so sieht er doch meinen Besuch gern. Ungeachtet seines schwächlichen Körperbaues besitzt er doch eine große Leibesstärke — Obgleich er nur einen schwächgcbauten Körper hat, so ist er doch von großer Leibcsstärke. Aufgabe. Erweitert die folgenden Adverbialia der Konzession in Kon¬ zessivsätze, welche ihr mit obgleich oder obschon oder wenngleich einleitet; in den ursprünglichen Satz stellt so — doch oder dennoch: Mäncher würde anch trotz des Reichtums nicht glücklich sein. Trotz der Flügel kann der Stranß nicht fliegen. Des Abfalls der anderen ungeachtet bleibe ich treu. Trotz meiner Liebe zn ihm bin ich gegen seine Fehler doch nicht blind. Trotz seiner Süße Frieden gibt das Laster nicht. Er bringt es trotz seiner Geschäftigkeit zu nichts. Ungeachtet der Kränkungen sollen wir doch nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Unser Recht leuchtet ungeachtet der Nächt. Trotz seiner menschlichen Gcstält ist der Affe doch nicht mit uns vcrwändt. Ungeachtet meiner Ermähnnngen konnte er sich zu keiner ordentlicheren Lebensweise entschließen. K 153. Nach Vcm Inhalte und der Fori» des Prädikates sind die Täfle: I. Aussagesätze. Das Prädikatsverbum oder die Kopula steht im Indikativ. Nach ihnen kommt ein Punkt. Sie sind wieder: a) Nennsätze oder erklärende Sätze, welche aüssagen, was ein Gegenstand ist. Der Schierling ist eine Giftpflanze. b) Beschreibungssatze, welche aussagen, wie der Gegenstand ist. Der Schiefer¬ stein ist grau. e) Zustands- oder E r z ä h l n n gs s ä tz e, welche aüssagen, was geschieht. Der Faule schläft zu läng. Das Ruder knärrt. Anmerkung. Wird aber etwas bloß als möglich ausgesagt oder mit Bescheidenheit behauptet, so steht der Konjunktiv, welcher in diesem Falle Potentiälis heißt. Nach den neuesten Nächrichten wäre das Schiff gesträndet. Ich glaube doch, das verstände sich von selbst. Der Potentiälis wird meist umschrieben mit möchte, könnte, dürfte, sollte, wollte. Das Möchte ich nicht behaupten. Es dürfte noch die Fräge sein, wer von beiden Recht hat, statt: Es ist die Frage oder: Es wäre wol noch die Frage. Das sollte mich wundern. Es könnte wol sein. Der Feind dürfte die Grenze bereits überschritten haben. 120 2. Fragesätze. Nach ihnen kommt ein Fragezeichen (?). Man fragt s.) nach dem Prädikäte (Satzfrage). Stürzt Rhodus unter Feüersflammen? Kennst du das Länd, wo die Zitronen blühen? Verstehst du was von Chemie? Hast du verlören oder gewönnen? b) nach einem Worte (Wortfrage). Den ersten Preis hast du gewonnen? (Ja, den ersten.) Wohin segelt das Schiff? Wo brennt's? Woher kömmst du? Anmerkung. Enthalt der Fragesatz einen Zweifel, so steht das Verb im Kon¬ junktiv, welcher deshalb Dubitativ genannt werden kann. Der Dubitativ ist eine Abart des Potentialis. Wär's möglich? Wer riefe Gott je ungestraft zum Zeugen einer Lüge an? Was äller Mund erfüllt, das bürg' sich meinem Herrn? Der Dubitativ wird auf dieselbe Weise wie der Potentialis umschrieben. Wer sollte das nicht wissen? Wer Hütte das glauben mögen, glauben können? 3. Wunschsätze. Das Verb steht im Imperativ oder im Konjunktiv. Nach ihnen kommt gewöhnlich ein Aüsrufszeichen (!). Vergiß mein nicht! Gewähre mir die Bitte! Lebte doch meine Mutter noch! Gott helfe mir! Anmerkung. Drückt der Konjunktiv einen Wunsch aus, so heißt er Optativ. Im Präsens bezeichnet der Optativ einen Wünsch, dessen Erfüllung für möglich ge¬ halten wird, im Imperfektum oder Plusquamperfektum einen Wunsch, dessen Erfül¬ lung man für unmöglich ansieht. Läng lebe der König! Das gebe Gött! — Hätte doch jeder ein versöhnlich Gemüt! O wären die Berge über ihm zusämmengestürzt! Der Optativ kann durch doch, (o) daß (doch), (o) wenn (doch) verstärkt und durch mögen umschrieben werden. Daß jetzt ein^ngel mir vomHimmel nieder- stiege! Möge ihm die Erde leicht sein! Möchtest du doch seine Gesell¬ schaft meiden! 4. Imperativsätze oder Befehlsätze. Hüte deiner Zunge! Entweihe nie deinen Mund durch eine Lüge. Bezeichnet der Imperativ ein Gebot, eine Mahnung, so heißt er Jussiv, be¬ zeichnet er ein Verbot, eine Warnung, so heißt er Prohibitiv. Anmerkung, a) Statt des Imperativs kann auch der Konjunktiv stehen. Des rühme der blutige Tyrann sich nicht. Der Mensch versuche die Götter nicht. Den Imperativ (Jussiv und Prohibitiv) umschreiben die Wörter sollen, müssen. Du sollst Vater und Mutter ehren. Du mußt glauben, du mußt wägen. b) Auch der Konzessiv, d. h. jener Konjunktiv, welcher eine Bewilligung, Ein¬ räumung, ein Zugeständniß ausdrückt, kann statt des Imperativs stehen. Er gehe nur, ich habe nichts dagegen. Umschrieben: Er mag nur gehen. — Es entscheide, wer da will, aber er höre mich vorher. Umschrieben: Es mag entscheiden, wer da will, aber rc. 121 c) Für den Imperativ kann ferner stehen: tt) das Präsens oder Futurum. Ihm folgt gewöhnlich ein „Ausrufzeichen" (!). Du bleibst bei deiner Arbeit! Du wirst gehorchen. fb) der bloße Infinitiv, auf welchen gewöhnlich ein Rufzeichen folgt. Nur nichi verzagen! Nicht zänkeu! 7) das Particip des Perfekts, gewöhnlich mit folgendem Rufzeichen. Die Trommel gerührt! Nur frisch in den Kämpf gezogen. ) Das Futurum bezeichnet nicht nur das Künftige, sondern auch das, von dem man vermutet, daß es gegenwärtig geschieht. Jetzt wird mein Vater, der nach Röm reist, schon in Mailand sein. 5. u) Das Futurum exaktum bezeichnet eine Zukunft, die man sich als vergan¬ gen denkt. Kommst du UM sechs Uhr, so werde ich meine Aufgabe schon geschrieben haben. b) In der Regel fleht aber für dasselbe das Perfekt, auch das Präsens oder Futur. Ich werde dies erst dänn thun, wenn du mich überzeugt hast oder überzeugst oder überzeugen wirst, daß es gut ist. 8 155. Die Wortfolge im erweiterte» Salze. 1. In der geraden Wortfolge steht das Subjekt mit seinem Attribute au der Spitze, darauf folgt das bestimmte Verb, dann das Objekt im Dativ, hierauf das im Äccusativ. Der Diener des Hauptmanns gab dem Hunde das Futter. Der Nominativ oder die erste Endung steht an der ersten, der Genitiv oder die zweite Endung an der zweiten, der Dativ oder die dritte Endung an der dritten und der Accusativ oder die vierte Endung an der vierten Stelle. 2. In zusammengesetzten Zeiten siebt das Particip am Ende. Der Diener des Hauptmanns hat dem Hunde das Futter gegeben. Ebenso der ergänzende Infinitiv. Der Hund ist in ällen Zonen des Erd¬ balls zu finden. Wir sollen auch unsere Feinde lieben. 3. Das Personenobjekt geht dem Aachobjekte voran. Karl hat seinen Freund einer Lüge beschuldigt. Salomon bat den Herrn nm Weisheit. 123 4. Das Adverbiale der Art steht immer vor dem aussagenden Verb (nicht vor dem Hilfsverb). Unsere Truppen haben den Feind mit großer Kühnheit än- gegriffen und ihn vollständig geschlägen. 5. Die übrigen Adverbialien stehen vor dem der Art. Die Zeitbestimmung geht der Ortsbestimmung voran. Der Eigentümer einer Renntierherde muß der zweckmäßigeren Ernährung wegen dieselbe mehrmals im Jahre auf neue Weideplätze treiben. 6. Will man ein Satzglied besonders hervörheben, so stellt man es an die Spitze des Satzes und betont es, ihm folgt das Verb; es tritt also verkehrte Wortfolge ein. Sieh ß 124. Den fröhlichen Geber hat Gott lieb. Ernst ist das Leben, heiter die Kunst. Anmerkung. Wird aber der attributive Genitiv des Subjektes hervorgehoben, so bleibt die Wortfolge die gerade. Des Vaters Segen baut den Kindern Häuser. 7. Verkehrte Wortfolge tritt auch ein, wenn e s dem Subjekte vorängeht; ferner in Sätzfragen; in Wörtfragen steht das betreffende Fragewort an der Spitze. Die Dichter haben eine größere Freiheit in der Wortfolge. Viel Wunderdinge melden die Mären alter Zeit von preiswerten Helden. Zweiter Abschnitt. Der zusammengesetzte Satz. H 156. Ein zusammengesetzter Satz entsteht, wenn zwei oder mehr einfache zu einem logischen Ganzen verbünden werden. Der zusammengesetzte Satz ist entweder ein Satzgefüge oder eine Satz¬ verbindung. Das Satzgefüge. H 157. Übersicht. Das Satzgefüge entsteht, wenn irgendein Teil eines einfachen Satzes zu einem Sätze erweitert wird. Der ursprüngliche einfache Satz heißt sodann „Hauptsatz," der durch Erweiterung entstandene heißt „Nebensatz " Der Neben satz ist dem Hauptsatze untergeordnet, subordiniert; Bindewörter, durch welche er mit dem Hauptsatze verknüpft wird, heißen deshalb subordinierende (unterordnende) Konjunktionen. Die Nebensätze sind: 1. Subjektsätze, sieh 8 120; 2. Prädikatsätze, s. tz 122; 8. Attributsätze, s. K 127; 4. Objektsätze, s. 8 134; k>. Adverbialsätze. 124 Diese letzteren zerfallen wieder in: a) Lokalsätze, s. 8 136; v) Temporalsätze, s. K 138; «) Modalsätze, s. Z 140; welche wieder zerfallen in: 1. Umstandssätze, s. Z 140, 1; 2. Konsekutivsätze, s. Z 140, 2; 3. Komparativsätze, st Z 140, 3, 4, 5; 4. Kausalsätze, s. Z 142, 144, 146. Zu den Kausalsätzen gehören auch: 1. Die Finalsätze, s. Z 148; 2. die hypothetischen oder Konditionalsätze, s. K 150; 3. die Konzessivsätze, s. K 152. Die Nebensätze werden von den Hauptsätzen in der Regel durch Kommas getrennt. Z 158. Substantivsätze, Relativsatze. Ein Satz, welcher ein Substantiv oder ein substantiviertes Adjektiv oder Par- ticip vertritt, heißt Substantivsatz. Der Substantivsatz kann also sein: 1. ein Subjektsatz, wenn er das Substantiv vertritt, welches als Subjekt stand. Wer lügt, findet keinen Glauben. 2. ein Prädikats atz, wenn er ein prädikatives Substantiv vertritt. Der Gesandte war es, welcher die Kriegserklärung überbrächte. 3. ein Attributsatz, wenn er ein attributives Substantiv vertritt. Melde mir den Täg, an welchem du änkommst — den Tag deiner Ankunft. 4. ein Objektsatz, wenn er ein substantivisches Objekt vertritt. Wir Werden denjenigen, der dies gethän hat, bestrafen. Sätze, welche mit einem Relativ beginnen, werden Relativsätze genannt. Zu ikmen gehören die meisten Substantiv-, Attribut- und Objektsätze. Im Hauptsatze kann ein Demonstrativ stehen. Die Relativ- und Demonstrativpronomina, welche hiebei in Anwendung kommen, sind in den Beispielen durch besonderen Druck hervörgehoben. 8 159. Ter Subjektsatz. 1. Versucht es,alleinden folgenden Paragraphen vorkommen¬ den Nebensätze in jene Satzglieder zu reducieren, deren Stelle sie vertreten. (Es wird nicht immer gelingen, ohne der Sprache Gewalt anzuthnn; aber der Versuch muß dennoch gemacht werden, denn er ist sehr lehrreich.) Bei der Reducierung der Subjektsätze in Subjekte verschwindet das Relativ¬ pronom, und das Substantiv (substantivierte Adjektiv oder Particip), welches an die Stelle des Nebensatzes tritt, kommt in den Kasus des entweder vorhandenen oder leicht zu ergänzenden Demonstrativs. An die Stelle des letztem tritt der Artikel. Wer --- derjenige, welcher. Wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt, (der) ist ein Barbar. Wer seiner Eltern spotten kann, ist ein Scheusal der Natur. Was man 125 Gott gelobt Hal, (das) darf nicht zurückgcnommen werden. Was zur Hoch¬ zeit war gesponnen, ward zum Leichentuch schon oft. Wer e i n Laster liebt, der liebt die Laster älle. Der Narben lächt, wer Wunden nie gefühlt. Wer reist, weiß wol seine Ausfahrt, aber nicht seine Heimfahrt. Oft ist gerade der glücklich, der uns bedauernswert dünkt. Ter nur hat Beküm¬ merniß, der die Arbeit haßt. Wer Ohren hat, soll Horen. Wer nicht Horen will, muß fühlen. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Wer¬ den Besten seiner Zeit genüg gethan, der hat gelebt für alle Zeiten. Erlaubt ist, was sich ziemt. Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht gethän. 2. Das Relativpronom stimmt mit dem Worte, auf welches es sich bezieht, in Geschlecht und Zähl überein; sein Kasus hängt vom Relativsatze ab. Nicht -er ist verwaist, dessen Vater und Mütter gestorben, sondern der für Herz und Geist keine Liebe und kein Wissen erworben. Wen die Mißgunst quält, der wird den Vorzug anderer gern zunichte machen. Wessen Leben keinen freüt, wessen Umgang jeder scheüt, der hat nicht viel frohe Zeit. Wer des Unglücklichen nicht schont, sondern desselben spottet, der verdiente, daß man auch sein im Unglück Vergüße. Worüber (über was) der eine sich ärgert, das freut den andern. Womit (mit was) ein Feind zu schädeu gedenkt, wird oft von Gott zum Heil gelenkt. Anmerkung, u) Jeder — der, alle — die wer nur, wer immer, wer auch immer; alles — was -- was nur rc. Wer immer dich grüßt, danke ihm — Danke jedem, der dich grüßt, allen, die dich grüßen. Wüs du auch thust, thu's mit Gott — Thu' alles, was du thust, mit Gott. t>) Nach derselbe, der nämliche steht wie ohne Prädikat. Ich behaupte dasselbe wie du. 3. Wie der Artikel auf das Substantiv, so weist das Wörtchen „das;" ans den Nebensatz hin, an dessen Spitze es steht. Es kann deshalb auch der „Sätzartikel" heißen. (Da es den Nebensatz mit dem Hauptsatze verbindet, ist es ein Bindewort.) Nebensätze, mit das; eingeleitet, heißen Deklarativsätze. Im Hauptsatze, von dem sie äbhängen, stehen oft die Wörtchen es, das, davon, daran u.s.w. Es ist eine große Wolthat für Kinder, daß es Schülen gibt. Daß der Kranke die Vorschriften des Arztes genau befolge, ist durchaus notwendig. Daß der Mensch es glaubt, das ist sein Glück. Düs ist gewiß, daß das Geld allein nicht glücklich macht. Das ist der Fluch der bösen Thüt, daß sie sortzeugend Boses muß gebären. Einst begüb es*) sich, daß der Kaiser das Volk zahlen ließ. Nun zeigt es sich, daß ich Recht habe. *) Dieses es darf nicht fehlen, weil es zu dem unpersönlichen Werb gehört. 126 4. Statt des Deklarativsatzes kann auch der Infinitiv mit oder ohne „zu" stehen. Sagt die folgenden Sätze anch in der Form von Deklarativsätzen. Das ist christlich, daß man erlittenes Unrecht verzeiht — Zu verzeihen ist christlich. Den Hühnern gefallt es, sich im Staube zn bäden. Niemanden ist es erlaubt, von seinem Nebenmenschen ohne Grund Böses zu denken oder zu reden. Es war ihr letzter Wunsch, den Söhn noch einmal zn scheu. Es scheint mir unmöglich, dieses Ziel zn erreichen. Den Eltern zu ge¬ horchen, ist euere erste Pflicht. Es ist ein schöner Brauch, beim Beginne des neuen Jahres sich Glück zu wünschen. Seine Unwissenheit erkennen, ist der erste Schritt zur Weisheit; sich selbst aber für weise halten, ist der sicherste Weg zur Thorhcit. Wirklicher Reichtum ist's, wenig Bedürfnisse kennen. 5. Statt Satz mit dem Konjunktiv steht bisweilen wenn mit dem Indikativ. Es ist Pflicht, wenn man Hilflosen bcistcht — daß man Hilflosen beistehe. Es freut mich, wenn es dir wöl geht. Wie schön ist es, wenn Brüder einträchtig neben einändcr wohnen. Welch edler Mut, wenn man dem Feinde Gutes thut. 6. Oft fehlt im Deklarativsatze Las das; und der Satz bat die Form eines Hauptsatzes. Es ist außer Zweifel, er kommt — daß er kommt. Es läßt sich nicht leugnen, Begeisterung kann ebenso schäden, wie nützen. Es kann nicht geleugnet werden, die Erde dreht sich um ihre Achse. Es steht fest, Unmäßigkeit macht s chwäch, Schwäche macht fälsch, Falschheit macht Feinde. 7. Auch Fragesatz? können das Subjekt eines Satzes vertreten^ sie sind sodann abhängige oder indirekte Fragesätze. Die Frage nach dem Prädikate des indirekten Fragesatzes (die Satzfrage) wird mit der Konjunktion ob eingeleitet. In dem indi¬ rekten Fragesatze stand früher stets der Konjunktiv, jetzt kommt auch der Indikativ vor. Es ist die Fräge, ob wir cs im stände sind. Es ist nicht ausgemacht, ob Äsop seine Fabeln selbst ausgeschrieben hat. Es ist für den Menschen nicht einerlei, ob er links oder rechts gehe. Ob einer vornehm oder gering sei, daS macht vor Gott keinen Unterschied. Nie darf es dir ein Zweifel sein, ob du das Angenehme deut Nützlichen oder dieses jenem vorziehen sollst. Dein Lebensmüden ist es gleich, ob ihn der Tod hellte oder morgen ans diesem Jammerthäle abrnft. 8. Nach änderen Satzgliedern wird nicht mit „ob," sondern mit den entspre chenden Pronominibus oder Adverbien gefragt. Nach der indirekten Frage stebt kein Fragezeichen, außer wenn auch der Hauptsatz ein Fragesatz ist. Wann wir sterben werden, ist ungewiß (frage nach der Zeit) — die Zeit des Todes ist ungewiß. Nur wenigen steht auf der Stirn geschrieben, was sie sind. Worin er sich aüszeichne, leuchtet mir nicht ein. Jedem ist es verborgen, wie lang er leben werde. 127 Ist es bekannt, woher diese Krankheit gekommen? Ist es dir gleichgiltig, wer deinen Umgang sticht? Leuchtet dir endlich ein, worin der Fehler besteht? 8 160. Ter Prädikats»«;. Durch den Prädikatsatz wird das Subjekt des Hauptsatzes mit besonderem Nach¬ drucke hervörgehobeir — Beobachte 8 159, 1. Du bist cs, der den Brief über¬ brachte. Er ist nicht, was er scheint. Die strengen Herrscher sind's, die kurz regieren. Neid ist dem Menschen, was Rost dem Eisen. Was Tau den Flüren ist, sind der Seele Lieder. Geist und Liebe sind es, die Großes vollbringen. Was ich gewesen, werd' ich wieder, Johann, der muntre Seifen¬ sieder. Düs ist's ja, was den Menschen zieret. Wir sind es, die zuerst den Wall erstiegen. (Fehlerhaft ist: Wir sind es die Ersten, statt: Wir sind die Ersten), welche u. s. w. 8 161. Ter Attributsatz. 1. Nehmet, wo es möglich ist, die Reduktion iu attributive Substantivs vor. Die Strafe desjenigen, d e r dies gethan hat, ist verdient. W e r fromm ist, des Glück ist fest begründet. Empfiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allcrtreucsten Pflege des, der den Himmel lenkt. Die Pflege derer, denen wir Leben und Erziehung verdanken, ist eine heilige Pflicht. Die Überschätzung des, waö wir geleistet, ist ein gewöhnlicher Fehler. An der Schonung des, was Menschen durch Jahrhunderte teuer war, erkcuut man den Weisen. Glücklich ist der Mensch, dessen Ohren der Wahrheit offen find. Es gibt wenige Menschen, deren Leben regel¬ mäßig dahinfließt. Die Laster bilden eine Kette, deren erster Ring die Selbstsucht ist. 2. Die Relativadverbia der Zeit und des Ortes dürfen nicht verwechselt werden. Ihr werdet euch die Stunde reuen lassen, da (nicht wo) ihr mit solcher Antwort mich entließet. Er zaudert jetzt, da er Händeln sollte — im Augenblicke des Handelns. In den Wohnungen des Friedens, wo (ist die Ortsbestimmung, daher nicht „da") Tugend, Wahrheit, Ruhm und Se¬ ligkeit wohnt, sehen einander die Guten wieder. Wer vergißt so leicht des Ortes, wo er seine Jugend verlebt hat. Jeder segnet die Stünde, da er einen Freünd gefunden. Möge nie der Tag erscheinen, da des rauhen Krieges Horden dieses stille Thül dnrchtoben. 3. Der attributive Substantivsatz kann auch ein Deklarativsatz sein, der mit „das;" eingeleitet wird. Bergl. Z 159, 3. Er steht gewöhnlich bei einem Substantiv, das einer Ergänzung so notwendig bedarf, wie die mit ibm verwandten Verben (wes- 128 halb er wol auch ergänzender Relativsatz genannt werden kann). Solche der Ergän¬ zung bedürftige Wörter sind z. B. Wahn (wähnen), Glaube (glauben), Hoff¬ nung, Beantwortung u. s. w. Versucht es, die folgenden deklarativen Attributsätze in die attributiven Sub¬ stantivs zurück zu verwandeln, deren Stelle sie vertreten. Sie sind zumeist Präposi- tionäl-Ausdrücke. In dem Wahne, daß man in fremden Ländern sich auf leichte Weise ein besseres Fortkommen gründen könne, wandern viele aus Europa aus; aber bald gewinnen sie die Einsicht, daß ohne Arbeit kein sicherer Erwerb möglich ist. Der Gedanke hat mich am meisten erfrischt, daß es Tugenden gibt, die es nicht geben würde, wenn nicht böse Menschen auf der Welt wären. Der Glaube, daß es ein ewiges Leben gibt, ist sehr tröstlich. Die Hoffnung, daß seine Wünsche erfüllt werden, hat ihn be¬ trögen. Der Vorwand, daß er kränk sei, kam ihm wenig zustatten. Die Menge wenigstens hat den Vorwurf, daß anhaltendes Glück äbstumpft, immer gerechtfertigt. 4. Der attributive Deklarativsatz kann auch in einen Infinitiv mit „zü" ver¬ kürzt werden. Vergl. s 159, 4. Wir hatten die Absicht, in Heiligenblut zu übernachten. Mein Wünsch, in den Ferien das Salzkammergut zu berei¬ sen, ist bisher noch nicht in Erfüllung gegangen. Das Unglück, eine Schlacht zu verlieren, mußten in der Revolutionszeit die französischen Generale mit dein Leben bezahlen. Ein athenischer Gelehrter faßte den Plan, den Isthmus zu durchstechen. Das Vermögen, schaden zu können, erweckt in gemeinen Seelen die Lust, schaden zu wollen. Wer hätte nicht den Wunsch, seine Heimat wieder zu sehen? 5. Der attributive Deklarativsatz in der Form eines Hauptsatzes. Vergl Z 159, 6. Der Beweis, in einem Dreiecke ist die Summe aller Winkel gleich zwei Rechten, läßt sich leicht führen. Das Gebot, ehre Vater und Mütter, hast du verletzt. Unser Trost ist die Hoffnung, wir werden uns Wiedersehen. 6. Der attributive Substantivsatz in der Form der indirekten Frage. Vergl. Z 159, 7. Sage mir den Grund, w a rum Kaiser Friedrichs II. Regierung dem Reiche nächteilig war? Gib die Stünde bekannt, wann du kömmst — die Stunde deiner Ankunft. Alle schauen ängstlich nach der Gegend, woher die Blitze zücken. Kennst du das Land, wo die Zitrönen blühen? (Warum steht nach dieser indirekten Frage ein Fragezeichen?) Einfach ist die Vörschrift, wie die Menschen untereinander leben sollen. Man sieht auf die Art, wie jemand seine Geschäfte betreibt. Gib mir Nachricht, wie es der kranken Mutter geht. Die Ungewißheit, ob das kranke Kind genesen werde, beunruhigt die Eltern sehr. 129 7. Die Apposition (sieh Z 126, 4), die im Grunde nichts ist als ein verkürzter Relativsatz, kann natürlich wieder in einen solchen erweitert werden. Dem deutschen Hermann, der die Schlacht gegen Värus gewonnen, errichtet man erst in unseren Tagen ein Denkmal. Cyrus, der die Mcdier überwunden hatte, be¬ siegte nun auch Krösus, der Lydien und die klcinasiatischen Griechen beherrschte. 8. Nur jene Relativsätze lassen sich in Appositionen verkürzen, deren Relativ¬ pronom Subjekt ist oder durch Verwandlung ins Passiv Subjekt werden kann. Die Apposition ist eine substantivische oder adjektivische oder participiale. Karl, König von Schweden, wurde bei Pultawa besiegt. Der Mond, so klar und ruhig, fühlt nicht mit uns. Karl, bei Pultawa besiegt, floh in die Türkei. Wird ein Relativsatz in eine substantivische oder adjektivische Apposition verkürzt, so fällt das Particip „seiend" weg. Verkürzt die folgenden Nebensätze in Appositionen: s.) In substantivische. Bescheidenheit, die ein Schmuck des Mannes ist, steht jedem fein. Heilig ist uns die Kirche, welche (weil sie) die Stätte der Andacht ist. (Sieh K 170, 6.) b) In adjektivische. Der Mensch, welcher zu Fleiß uud Arbeit träge ist, fällt leicht in die Netze des Bösewichts. Wie kann ein Herz, das von Geize härt ist, des Wolthuns Freuden schmecken? Johannes, welcher jung an Jähren und sanft vom Gemüte war, folgte Jesu unter das Kreuz. Viele Quellen der Freude, welche lieblich und hehr sind, durchwüsscrn den Garten des Lebens. o) In participiale. Die Wölthaten, welche Ulan Wackern Männern er¬ weist, sind wie Buchstaben, die in Märmor gegraben werden; aber was man schlechten Menschen gutes thut, ist Schrlst, die mau ins Wässer schreibt. (Verwandle den Nebensatz vorher ins Passiv.) Ein Herz, das der (Ldel- mut bewohnt, ist durch sich selbst am herrlichsten belohnt. Wölthaten, welche man still nnd rein gibt, sind Tödte, die im Grabe leben. Ein Augenblick, den eine gute Thät bezeichnet, ist vor Gott ein Jähr. Das warme Herz, das hieniedcn mancher Sturm bewegt, erlangt den Frieden nur, wo es nicht mehr schlägt. Ein König, den man vom Throne gestürzt hat, wird von seinen Völkern Verlässen; ein Weiser, den inan aus seinem Vaterlande verbännt hat, wird von seinen Schülern gemieden. Die Gellcrt'schcn Fabeln, die teilweise den äsopischen nachgcbildet sind, sind sehr lehrreich. 9. Ein Attributsatz, welcher kein Substantiv, sondern ein Adjektiv oder Particip vertritt, ist kein Substantiv-, sondern ein Adjektiv- oder Participialsatz. Er gehört aber zu den Relativsätzen, da er mit einem Relativ eingeleitet wird. Versucht es, die Adjektiv- und Participialsätze in 8 b, e und sodann die folgenden in Adjek¬ tivs nnd Participia zurück zu verwandeln. (Participial-Konstruktion.) Die Stätte, die ein guter Mensch betrat, ist eingeweiht. Ihr Wiesen, die ich wässerte, 9 130 ihr Bäume, die ich gepflänzt, grünet fröhlich fort. Die That ist nicht güt, die der Verzeihung bedarf. Mau lobt diejenigen Menschen nicht, die nur sich im Auge haben. Die Liebe, so (— welche) vergeht, ist Liebe nicht zu nennen. 10. Vor dem persönlichen Fürworte der ersten und zweiten Person steht nie welcher, welche, welches, sondern immer der, die, das. Mir, der ich dein bester Freund bin oder der dein bester Freund ist, darfst du es sägen. Was kann ich thün, der ich selbst hilflos bin? Du, der du gestern gesägt hast oder der gestern gesagt hat. O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! (das hinwegnimmt). Euch, die ihr bei Närva gesiegt habt, wird bei Pultäwa der Ruhm nicht untreu werden. Wer wird uns, die wir uneinig sind, fürchten? Verkürzt diese Sätze zu Appositionen. 11. Der Zusatz ist ein unechter Attributsatz. Er steht nicht auf die Frage was für ein zur Antwort. Er beginnt mit dem Relativum was oder mit den Relativadverbien wodurch, wovon, woraus n. s. w. Diese Relativ« beziehen sich jedoch nicht auf ein Glied des Satzes, sondern auf den ganzen Satz. Der „Zusatz" ist deswegen auch als Relativsatz „unecht" zu nennen. Unechte Relativsätze (unechte Attributsätze) lassen sich leicht in Hauptsätze verwandeln. Versucht es an den folgenden: Dcr Lehrer machte mit den Schülern einen Aüsslng, was (— und das) sie sehr freute. Absalom empörte sich gegen seinen Vater, was ihn ins Unglück stürzte. Er traf mit einer Pistolcnkugel die Schwälbe im Flüge, was viel sagen will. Die ersten Wassermühlen sah man an der Mosel, von wo aus (— und von da aus) sie sich schnell über Deütsch- land verbreiteten. Der Unredlichkeit folgt Verächtung, wovon man sich leicht übezeügen kann. Er spricht von seinen Freunden schlecht, womit niemand einverstanden ist. Kain erschlug seinen Bruder Abel, wodurch er sich Unglücklich machte. Gott ist mein Schütz, w o r a uf ich baue (— und auf das, nicht den). Anmerkung. Der Zusatz verkürzt. Da erhielt er die Nachricht von der glücklichen Rückkehr seines Sohnes, dcr letzte Lichtschein an dem Himmel seines Däseins. Pappcnheim fiel, ein unersetzlicher Verlust für das ganze Heer. 12. Der Relativsatz muß dem Worte, zu dem er als Attribut gehört, so nahe als möglich stehen, sonst kann ein Unsinn zum Vorschein kommen. „Die Beziehung macht keinen Sprung", sondern knüpft sich am liebsten an das nächstvorhergehende Wort. Korrigiert die folgenden Sätze: Hier werden Hüte verkauft für Fraüen, welche voll Stroh gemacht siild. Die Maus ist eine große Plage für die Köchin, welche ein kleines Nägetier ist. Der Hase hat einen kurzen Schwänz, welcher sich durch seine 131 Feigheit auszeichnet. Der Wein erquickt den Menschen, welcher aus den gekelterten Trauben gewonnen wird. Frankfurt an der Oder ist eine preu¬ ßische Stadt, welche in Mahren entspringt. Z 162. Der Dbjektsatz. 1. Versucht es, die folgenden Substantivsätze in Objekte zu verwandeln. Erinnere dich dessen, der dir Wölthaten erwiesen hat, mit dankbarem Herzen. Wer dich etwas nützliches lehrt, dem sei dankbar — Demjenigen, welcher dich lehrt, (dem) sei dankbar. Wol dem, der frei von Schuld und Fehle bewahrt die kindlich reine Seele. W e in nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen. Wer treulos sich des Dankes will entschlägcn, dem fehlt des Lügners freche Stirne nicht. Dem, der sich ändern hilf¬ reich zeigt, sind sie zu helfen auch bereit. Was du löblich achtest an än¬ dern, das nimm in dich selbst auf. Wes du dich schämst, das thu nicht. Nütze, wem dn kännst, nutze, was du därfst. Wem das Glück zu wöl will, den macht es zum Närrcu. Der Unaufmerksame hört nichts Von dem, was man sagt. Bilde dir nichts ein ans das, was du geerbt hast. 2. Der Objektsatz ein Deklarativsatz. Vergl. tz 160, 3 Er ist entweder ein abhängiger Aussage- oder Imperativsatz. Bestimme, welche von den folgenden Objektsatzen Aussage, welche Imperativ¬ sätze sind. Reduciere sie wo möglich in Objekte. Euer himmlischer Vater weiß, dast ihr älles dessen bedürfet. Wir ver¬ gessen immer, daß ein schlafender Fuchs kein Hühn fängt. Das Gewissen sägt uns, daß wir das Gute thün und das Böse lässeu sollen. Bedenke, daß das Leben eine Pilgerfahrt ist. Liebt euch auf Erden, liebt und wißt, daß Gott im Himmel Liebe ist. Wie süß ist cs zu wissen, daß unsere Freude fremde Wängen rötet. Mait fordert von einem guten Feldherrn, daß er umsichtig, entschlössen und kühn sei. Strebe darnäch, daß du voll¬ kommen werdest. Verdienst und Glück haben däs mit einander gemein, daß der Neid beide verfolgt. 3. Statt des deklarativen Objektsatzes der Infinitiv nut „zu". Bergt 8 t6O, 4. Niemand glaube, die ersten Eindrücke der Jugend vergessen zu können. Ich bät ihn, sich bei mir um sieben Uhr einzufinden — daß er sich ein- findc. Gott gebot den ersten Menschen, nicht von dem Baume der Er- kenntniß zu essen. Ich bät ihn, mir meinen Fehler zu verzeihen. Wir mußten froh sein, auch nur das Leben gerettet zn haben. Er verwünschte es, nach Parks gegangen zu sein. Anmerkung. Das es im letzten Beispiele kann als Vorläufer Les Objektes aufgefaßt werden. Vergl. s 119, 2. Ich liebe es, im kühlen Schatten zu lesen. S* 132 Er versteht es, andere lächerlich zu machen. Unrichtig: Der Landmann pflegt es, sich einfach zu kleiden. 4. Deklarative Oplativ- oder Imperativsätze umschrieben. Ich bät ihn, er möge sich bei mir um sieben Uhr einfinden. Wir bitten den Herrn, er möge uns vom Übel erlösen — daß er erl. — uns zu erlösen. Bildet selbst mehrere solche Objektsätze. Der Arzt befahl dem Kranken, er solle sich ruhig verhalten. Der Feld¬ herr befahl den Soldaten, daß sie (— daß man) eine Brücke bauen (baue). 5. Der Deklarativsatz in Form eines Hauptsatzes. (Vergl. Z 160, 5.) Ich Höffe, du verstehst mich. Wir wissen, Gott ist Allmächtig. Erinnerst du dich nicht, er hat dich schon einmal getäuscht. Ich sehe, die Sonne geht auf. Ich fürchte, du hast ein schändliches Spiel mit ihm getrieben. Ich höre, du willst verreisen. 6. Der Objektsatz eine indirekte Frage. Vergl: S 160, 6; verwandelt sie in eine direkte Frage, ferner in Objekte. Es ist nicht schwer zu entscheiden, ob innere oder äußere Güter den Menschen glücklich machen. Frage dich zuerst, ob deine Handlung gerecht ist, dänn erst bekümmere dich, ob die Menschen sie billigen werden. Därum frage ich euch, ob ihr gethän nach meinem Willen. Deine Herzensgüte magst du daran erkennen, ob du von ganzem Gemüte das Gute kannst an deinem Todfeind loben. Vergiß nicht, was ein Freund wiegt in der Not. Ich bin ungewiß, wer von euch die Wahrheit redet. Wer kann zählen, wie oft er fehlt? Der Gesunde weiß nicht, wie reich er ist. Die Blume im Garten lehrt, wie lang Schönheit währt. Möchte sich doch der Mensch täglich klär machen, wozu er auf dieser Welt bestimmt ist. Der Mensch versteht nicht immer, warum Gott etwas geschehen läßt. Weißt du, wie viel Tage das Jähr hat? Er wollte prüfen, wer seine Herrschaft am geduldigsten trüge.*) 7. „Ob" kann ausfallen, wenn „oder" folgt; der abhängige Fragesatz tritt so¬ dann in die Form einer direkten Frage. Man wüßte nicht, war er bei Sinnen oder von Sinnen. Ich weiß nicht, schneit es oder regnet es. Anmerkung. Nack hindern, Verbindern, verbieten, abraten, warnen, es ist kein Hinderniß und ähnlichen Ausdrücken darf im Nebensätze „nicht" gesetzt oder weggelassen werden. Ich verhinderte, daß ihm der Fenster¬ laden (nicht) ins Gesicht fiel. Nimm dich in Ächt, daß dich Räche (nicht) verderbe. Niemand soll mir verbieten, daß ich (nicht) meinen Herrn rette. *) „Ob" und „daß" dürft ihr nicht miteinander vertauschen. Fehlerhaft ist: Er bat den Kalifen, ob (st. daß) er ihm einen Becher Wasser reichen lasse. 133 8 163. 1. Der Anführungssatz führt die Rede einer Person entweder wörtlich (direkte Rede, oratio clireeta) oder nur nach ihrem Sinne an (indirekte Rede, oratio obliqua). Der Anfithrungssatz gehört zu den adjektivischen Snbstantivsätzen. Direkte Rede: Lavater behauptet: Jeder Mensch hat seine Teüfels- angenb licke. Indirekt: Lavater behauptet, jeder Mensch habe seine Teufelsaugenblicke. Lerne an den folgenden Beispielen den Gebrauch des Doppelpunktes (:) und des Anführungszeichens („ "). Sie stehen in der direkten Rede bei der Anführung der Worte eines andern. 2. Für die Verwandlung der direkten Rede in die indirekte gelten folgende Regeln: a) Der Indikativ der direkten Rede wird in der obliquen Konjunktiv (obliquer Konjunktiv), und zwar in folgender Weise: «) der Indikativ Les Präsens wird Konjunktiv des Präsens; (?) der Indikativ des Futürums wird Konjunktiv des Futürums; der Indikativ des Perfekts wird Konjunktiv des Perfekts. Direkte Rede. Oblique Rede. Franz Baco sagt: „Wissen ist Macht." Die Weltweisen haben langst bemerkt: Erblinden ist die Hälfte des Todes. Was ein Häkchen werden will, sagt das Sprichwort, krümmt sich schon bei Zeiten. Der Müßiggänger fragt sich im¬ mer am Morgen: Was werde ich heute änfangen und wie werde ich mir die Zeit vertreiben? Er sagte: „Wenn ihr Gewalt gebraucht, werde ich euch daran zu hindern wissen." Sokrates sägte: „Die Seelen der Menschen sind göttlich, und ihnen steht, wenn sie aus dem Körper ge¬ schieden sind, die Rückkehr in den Himmel frei." Franz Baco sagt, Wissen sei Macht. Die Weltweisen haben längst bemerkt, Erblinden sei die Hälfte des Todes. Was ein Hackchen werden wolle, sagt das Sprichwort, krümme sich schon bei Zeiten. Der Müßiggänger fragt sich immer am Morgen, was er heute an¬ fangen und wie er sich die Zeit ver¬ treiben werde. Er sagte, wenn sie Gewalt ge¬ brauchen, werde er sie daran zu hin¬ dern wissen. Sokrates sagte, die Seelen der Menschen seien göttlich, und ihnen stehe, wenn sie aus dem Körper ge¬ schieden seien, die Rückkehr in den Himmel frei. 6) Der Indikativ des Imperfektums wird Konjunktiv des Perfektums. 134 k) Der Indikativ des Plusquamperfektums wird Konjunktiv des Perfektums, und zwar in Hauptsätzen mit gehabt und gewesen, in Nebensätzen aber häufig ohne Hilfszeitwort. Direkte Rede. Als ich nach Gallien gekommen war, begann ich sofort Krieg mit den Helvetiern. Mein Anwalt hatte die Sache schon abgemacht, als ich ankam. Kaum war ich in Bregenz än- gekommen, so hatte ich das Ver¬ gnügen, mit meinem Freunde nach Lindau zu fahren. Oblique Rede. Cäsar erzählt, er habe, als er nach Gällien gekommen, sofort Krieg mit den Helvetiern begonnen. Er schrieb mir, sein Anwalt habe die Sache schon äbgemacht ge¬ habt, als er ängekommen sei. Er schrieb mir, er sei in Bre¬ genz kaum angekommen gewesen, so habe er das Vergnügen gehabt, mit seinem Freunde nach Lindau zu fahren. b) Der Imperativ der direkten Rede wird durch den Konjunktiv des Präsens von solle» und »lögen umschrieben e) Der Konjunktiv, welcher in der direkten Rede als Potentialis, Optativ und Konditionalis steht, wird beibehalten. Direkte Rede. Wieland sagt: „Erkläre dich für Eins und bleib dabei!" Friedrich Jakobs sagt: „Stoß die Wahrheit tief in den Grund des Meeres hinab; sic arbeitet sich doch wieder herauf und erscheint dann meist geläuterter und reiner." Warum bist du noch nicht zu mir gekommen? Zögere doch nicht länger; denn es dürfte dir nicht schwer fallen, dein Ziel zu erreichen. Zweifelst du etwa, daß ich dir be¬ hilflich sein werde? Otto ist deinem Vorhaben nicht entgegen, und wenn dies auch der Fäll wäre, so hätten wir doch kein schweres Spiel. Indirekte Rede. Mil Recht verlangt Wieland, man solle sich für Eins erklären und dabei bleiben. Friedrich Jakobs sagt, man möge die Wahrheit tief in den Grund des Meeres hinabstoßen, sie arbeite sich doch wieder herauf und erscheine dann meist geläuterter und reiner. Karl schrieb seinem Freunde Fritz, warum er noch nicht zu ihm gekommen sei. Er solle doch nicht länger zögern, denn es dürfte ihm nicht schwer fallen, feile Ziel zu er¬ reichen. Ob er etwa zweifle, daß er ihm behilflich sein werde. Otto sei seinem Vorhaben nicht entgegen, und wenn dies auch der Fäll wäre, so hätten sie döch kein schweres Spiel. 135 3. Der oblique Konjunktiv steht in allen Nebensätzen, welche nicht den Gedan¬ ken des Schriftstellers, sondern die Meinung einer im Hauptsatze genannten Person ausdrucken. Hans bektägte sich, daß die Sache noch nicht ihre Erledigung gefunden habe (Meinung des Hans). Als jedoch der Referent entgegnete, sie sei ja erledigt worden, war er erstaunt, daß er keine Zuschrift erhalten hatte (Erzählung des Schreibenden). Er trug nur auf, für ihn eine Woh¬ nung zu suchen, die nach der Südseite liege. Aufgabe. Übertragt Erzählungen in eurem Lesebuche aus der direkten in die indirekte Rede, und oblique Reden in direkte. Anmerkung. Statt: Ich gerate sehr in Schulden. Ich bin sehr in Furcht, Angst, Sorgen u. s. w. — schreibt man richtiger: Ich gerate in große Schulden. Ich bin in großer Furcht, Angst u. s. w. Die Adverbialsätze. § 164. 1. Ter Lokalsatz steht aus die Fragen wo? wohin? woher? Da er mit den relativen Adverbien wo, wohin, woher, von wo eingeleitet wird, so ist er ein Relativsatz. Den relativen Adverbien können im Hauptsatze die demonstrativen da, dahin, dorthin, daher u. s. w. entsprechen. Versucht es, die folgenden Lokalsätze in Adverbialia des Hrtes zu verwandeln. Vergl. 8 136. Wo Fröschlein sind, da sind auch Störche. Wo man den Äcker baut, da wird man Brods genüg haben. Wo viel geschwätzt wird, dort wird auch viel gelogen. Da, wo die Pflicht ruft, muß unser Vorteil schweigen. Wohin der Blick des Naturforschers dringt, ist Leben oder Keim zum Leben verbreitet. Mein Auge sieht, wohin cs blickt, die Wunder deiner Werke. Auch du kehrst nicht zurück, woher noch keiner wiederkam. Frage? Was für Nebensätze sind die folgenden auch mit wo, wohin, woher eingeleiteten? Ich will wissen, wo die Zitronen blühen. Kennst du das Länd, wo die Zitronen blühen? Ich weiß nicht, wohin er gegüngen ist. Fräge ihn, woher er kommt. Z 165. 2. Ter Temporalsatz bestimmt den Zeitpunkt auf die Frage wann'? oder die Zeitdauer auf die Frage Wie lange? Die unterordnenden Bindewörter der Zeit, mit denen er eingeleitet wird, sind in den Beispielen hervorgehoben. Im Hauptsatze steht oder läßt sich leicht ergänzen da, dann, damals, so; vor bis steht so lange; nach nicht eher folgt im Nebensätze als bis. Das vom Temporalsatze Ausgesagte ist a) gleichzeitig mit der Handlung des Hauptsatzes, z. B. Als die Sonne aüfging, reiste ich ab; oder b) vor¬ angehend, z. B. Nachdem die Sonne aufgegangen war, reiste ich ab; oder e) nachfol¬ gend, z. B. Ich reiste ab, ehe die Sonne aufging. 1. Versucht es, die nachfolgenden Temporalsätze in Adverbialia der Zeit zu ver¬ wandeln. Vergl. 8138. n) Als Jesus starb, zerriß der Vorhang des Tempels. 136 Als der Arzt das Zimmer betrat, verschied der Kranke. Wie die Brut¬ henne den Raubvogel erblickt, ruft sie ihre Jungen unter ihre Flügel. Älles sinkt in die Arme der ersehnten Ruhe, wann das große Gestirn des Täges im Westen üntersinkt. Während der Bürgermeister die Anrede hielt, verstummte der Jubel des versammelten Volkes. Ach, vielleicht indem wir Höffen, hat uns Unheil schon betroffen. Viele treten einen Schritt zurück, sobald (— sobald als) sie sehen, daß einen das Glück nicht änlächelt. So länge als die Dichtigkeit der Luft allenthalben gleich ist, befindet sich die Atmosphäre in Rühe, sowie jedoch diese Gleichheit auf¬ gehoben wird, erfolgt eine Bewegung, welche wir Wind nennen. Steh', weil (— so lange als) du fest noch bist. Indes ihr spieltet, lag ich im Schatten der Bäume. Ta wir auf dem Gipfel änlangten, uahmen wir die Mäntel um. Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort. Der Himmel soll, so oft du kommst, dir öffen sein. Anmerkung. Sehr häufig wendet ihr als auch bei einem Präsens an, was fehlerhaft ist, z. B. Als (st. wenn, sobald, wie) die Eisenbahn kömmt, laufen die Kinder in die Nahe. Der Student steht auf, als es tagt. d) Nachdem der König seinen Sohn verloren hatte, tränte er wenigen der Seinen mehr. Seit ich ernste Schriften zu lesen angefangen habe, behagt mir kein äbgeschmackter Lesestoff mehr. Wenn wir's reiflich bei uns selbst bedacht, dann laßt uns frei und offen davon reden. o) Wir sind Greise, ehe wir's «ihnen. Bevor du etwas unter¬ nimmst, bedenke das (§nde! Der Krug geht so länge zum Brunnen, bis er bricht. Bis die Glocke sich verkühlet, laßt die strenge Arbeit rüh'n. Der Affe drückt und dreht, bis das; das Ührchen stille steht. 2. Der voranstehende Temporalsatz nimmt oft die Form eines Hauptsatzes an, indem er mit kaum, eben, gerade, schon eingeleitet wird. Der eigentliche Hauptsatz behalt entweder die Form eines solchen oder nimmt die eines Nebensatzes an; er be¬ ginnt mit den unbetonten Partikeln so, da, als; gerade, eben und so können auch schien. Kaum waren wir äbgestiegen, (so) mußten wir wieder in den Kämpf, oder: Wir waren kaum äbgestiegen, als wir wieder in den Kämpf mußten. Wir wollten eben Machen, da rückte der Feind heran. Der Hirt weidete eben (gerade) die Lämmer am Berge, als ein Wölf aus dem Walde hervörbrach und die Herde erschreckte. Schön schrien die Schweden „Sieg!", da wandte sich die russische Reiterei. 3. Oft fallt wenn weg und der Temporalsatz nimmt die Form einer direkten Frage an. Kommt Zeit, kommt Rät — Wenn Zeit kommt, kommt Rät. Ist der Kreis der Jahreszeiten durchlaufen, der Winter zu ände, (so) tritt in verjüngter Gestält der liebliche Lenz wieder hervor. 137 4. Die Apposition, sowol die substantivische als auch die adjektivische und par- ticipiale, entsteht auch durch Verkürzung eines Temporalsatzes; doch nur dann, wenn Haupt- und Nebensatz dasselbe Subjekt haben. Bergl. A 160, 7, 8. Erweitert folgende temporale Appositionen in Temporalsätze. Als Knabe war Wallenstein von schwärmerischer Natur. Cato lernte als Greis die griechische Sprache. Erst zwanzig Jahre alt bestieg Alexander den väterlichen Thron. Bei Pnltawa geschlägen floh Karl XII. in die Türkei. Verkürzt folgende Temporalsätze zu Appositionen. Substantivisch. Als Sokrates ein Jüngling war, blühte er wie eine Rose; als er ein Männ war, lehrte er wie ein Engel; er war ein Greis, da maßte er sterben wie ein Verbrecher. Adjektivisch. Ein Jüngling, der am Körper gesund, aber lästerhaft ist, gleicht einem Äpfel, der von außen schon anzusehen, aber innerlich ver¬ fault ist. Participiak. Ich sterbe, indem ich dies bemerke. Kaum ist er einer Ge¬ fahr entronnen, so stürzt er sich in eine ändere. Er spielt und gewinnt öft; aber kaum ist das Geld gewönnen, so geht es wieder fort. Anmerkung, s) Das Particip des Perfekts eines transitiven Verbums, ver¬ bunden mit dem Accnsativ, kann den Temporälfatz vertreten. (Absoluter Accusativ.) Hieher gebört: gesetzt daß, angenommen daß, vorausgesetzt daß. Bildet Temporalsätze. Dies vorausgesetzt, schreiten wir zur Sache selbst — Nachdem dies vor¬ ausgesetzt worden ist, schreiten u. s. w. Dieses Geschäft berichtigt, eilen alle Statthalter nach ihren Provinzen — Nachdem dieses Geschäft berich¬ tigt worden war, eilen u. s. w. Dies gesägt, ging er fort. b) Bisweilen fehlt das Particip. (Das Komma muß gleichwol gesetzt werden.) Den Blick gegen Himmel, stärb er. Die Hand am Schwerte, schauen sie einander drohend än. Zn Dionys, dem Tyrannen, schlich Moros, den Dolch im Gewände. 3. Die Modalsätze. Die Adverbialsätze der Art und Weise oder der qualitativen Modalität und des Grades oder der quantitativen Modalität. H 166. Tie Umstandssätze. l. Sie werden eingeleitet durch die Bindewörter indem, ohne dast. Versucht es, folgende Umstandssätze in Adverbialien des begleitenden Ümstandes zu reducieren. Sieh tz 140, 1. Das Tier zog sich zurück, indem es mich fortwährend än- blickte. Indem ich dies bei mir dächte, schlief ich em. Indem der König 138 vor der Fronte kniet, hält er seine Andacht. Titus begegnete keinem Römer, ohne daß er ihn zuerst grüßte. Er geht nie aus, ohne daß er seine Kinder mitnimmt. Wer wird vom Glücke ausgesucht, ohne daß er sich darum bemüht? 2. In den Sätzen mit ohne daß kann statt des Indikativs des Imperfekts der Konjunktiv des Plusquamperfekts stehen. Titus begegnete keinem Römer, ohne daß er ihn zuerst gegrüßt hätte. 3. Statt ohne daß kann auch ohne zu mit dem Infinitiv stehen, wenn der Umstandssatz mit dem übergeordneten dasselbe Subjekt hat. Titus begegnete keinem Römer, ahne ihn zuerst zu grüßen. Z 167. Tie Konsekutiv- oder Folgesätze. k. Sie werden eingeleitet durch das;, so das;. Im Hauptsatze kann stehen so, derartig, solch. Reduciert, wo möglich, die folgenden in Adverbialien der Folge. Sieh ß 140, 2. Niemand kann so reden, daß es allen Leuten güt dünkt. Handle auch im Verborgenen so, daß es jedermann sehen könnte. Der Feind hat solche Maßregeln getroffen, daß jeder Rückzug unmöglich ist. (Dieser Nebensatz ist kein attributiver; aus die Frage „was für Ma߬ regeln?" steht „solche" zur Antwort.) Der Hund biß die Leute, so daß man sich genotiget sah, ihn zu erschießen. Es war eine derartige Hitze, daß wir das Ende der Vorstellung nicht abwarten konnten. 2. Die des Grades. Im Hauptsatze kamt stellen so weit, so stark, in dem Grade rc. Der Sturm war so heftig, daß Bäume umgerissen wurden. So hoch gestellt ist keiner auf der Erde, daß ich mich selber neben ihm verachte. Er sprengte, daß es Funken stob. Die eingeschlossenen Gallier gerieten in solche Not, daß die Alten und Schwachen den Kampffähigen zur Nahrung dienten. Fehlerhaft ist: Er schrie derartig, daß er heiser wurde. Nicht von der Art sondern von dem Grade, von der Stärke des Schreiens wnrde er heiser. Anmerkung. Statt „Der Kranke ist schwacher, als daß er eine Operation aüshalten kann", pflegt man zu sagen: Der Kranke ist zu schwach, als daß er rc. Bei gleichem Subjekte der Sätze kann statt als daß der Infinitiv mit um zu oder mit zu gesetzt werden. Der Kranke ist zu schwäch, (um) eine Operation aüs¬ halten zu können. Z 168. Die Komparativ- oder Vergleichungssätze. k. Sie werden eiugeleitet durch wie (gleichwie, sowie), so, als; im Hauptsatze steht meist so, ebenso. Versucht es, die folgenden in Adverbialien der Vergleichung zu verwandeln. Vergl. Z 140, 3, 4, 5. Wie man die Aüssaat hier bestellt, so erntet man in jener Welt. Wie inan in den Wald schreit, so hallt es wieder heraüs. Genieß deines 139 Lebens, als müßtest du mörgen Weggehen; schone deines Lebens, als weil¬ test du ewig hier. Wie der Weihrauch das Leben der Kohle erfrischt, so erfrischt das Gebet die Hoffnung des Herzens. Eine unbekannte Gegend erscheint beim Anblick gewöhnlich nicht so, wie man sich dieselbe vörgestcllt hat. In der Freude drehte sich Hölth um sich selbst, als ob er närrisch wäre. Der rechtliche Mensch bewahrt ein anvcrtrautes Güt, wie wenn es sein Eigentum wäre. Er schrie, als ob er am Spieße steckte. Domitians Stimme klang auch in der Freude, als wenn er zürnte. Anmerkung, es vertritt die Stelle eines genannten Wortes und darf nicht ausgelassen werden, z. B. Wie ihre Religion ungleich ist, so sind es auch ihre Kleider so sind auch ihre Kleider ungleich. Fehlerhaft: — so sind auch ihre Kleider. 2. Des Grades. Es werden zwei Mäße mit einander verglichen. Er ist eben so cirm, als sein Bruder reich ist. So hoch man steht, so tief kann man fällen. So leer sein Kopf an nützlichen Kenntnissen ist, so reich ist er an Kniffen. Dein Glück freut mich so sehr, als wenn es mir selbst zuteil geworden wäre. 3. Nach dem Komparativ nnd nach anderer, anders steht immer a l s (nie wie). Er war verständiger, als ihn sein Äußeres erscheinen ließ. Diese Unbesonnenheit ist größer, als daß ich sie mir verzeihen könnte. Die Sache fiel anders aus, als ich dachte. 1. Statt als nach einem Komparative steht bisweilen „denn". Du hast mehr als Feind, denn als Freund gehandelt. 5. Wird der Grad zweier Eigenschaften an demselben Gegenstände verglichen, so wird der Komparativ durch den Positiv mit mehr umschrieben. Er ist mehr unüberlegt, als boshaft. Die Schlacht war mehr hitzig, als plängemüß. Z 169. Ter respektive Komparativsatz. 1. Verwandelt die folgenden in Adverbialien der Art oder des Grades. Je nachdem (— wie) du dich äustrengst, wird deine Prüfung güt oder schlecht ausfallen. Du wirst verschieden beurteilt, nachdem du deine Gesellschaft wählst. 2. Der respektive Komparativsatz des Grades gibt das Maß an, von welchem das im Hauptsätze Ausgesagte äbhängt. Je hoher du bist, desto mehr demü¬ tige dich. Je ungerechter der Haß ist, desto starker ist er. Je größer die Not, desto näher Gott. Je mehr du schläfst, je minder lebst du. Je früher wir schlafen gehen, UM so früher können wir aüfstehen. 8 170. Ter einschränkende Komparativsatz. Er beschränkt das im Hauptsätze Gesagte auf ein gewisses Maß, aus einen gewissen Grad. Alle Aufklärung des Verstandes verdient nur insofern Achtung, als sie auf den Charäkter zurückfließt. Hilf mir, sofern du 140 kännst. Vertraue den Menschen nur insoweit, als du sie kennst. Ich werde dir helfen, soweit meine Kräfte reichen. Diese Behauptung gilt natürlich nur soweit, als sie von euch nicht widerlegt wird. Wir Menschen bleiben stets dieselben, nur das; wir uns immer besser kennen lernen. Nichts großes sitzt in seiner schmalen Seele, auszer -atz er seinen Häß so gut verhehle. Wiefern (— inwiefern) jemand richtig denkt, drückt er sich richtig aus. 4. Die Adverbialsätze des Grundes. 8 171. Der Kausalsatz. 1. Gibt der Adverbialsatz die Ursache, Las Mittel, Len Erkenntnißgrund oder Len Beweggrund an, so heißt er Kausalsatz im engeren Sinne. Er wird mittelst der unterordnenden Bindewörter weil, da, nun (— da), zumal eingeleitet. Im Haupt¬ sätze steht ost: darum, davon, dadurch, daran, daraus mit folgendem das; im Nebensätze, ferner deshalb, deswegen, ans dem Grunde. Bersucht es, die folgenden Kausalsätze in Adverbialien zu verwandeln. Vergl. 88 t42, 144, 146. Gott straft die Bösen, weil er gerecht ist — Weil Gott gerecht ist, straft er die Bösen. Dävon bist du krank geworden, daß du unreifes Obst gegessen. Ich kann fröhlich scheiden, da meine Augen diesen Tag gesehen. Nun (— da) ich dich gesehen habe, will ich gerne sterben. Wahre Freunde sind ein großes Gut, zumäl (— zumal da) es derselben nur wenige gibt. Man gefällt oft am meisten dädurch, daß man anderen Gelegenheit zu gefällen verschafft. Weh' mir, daß ich die Jugend vergeudet habe. Da der Kork auf dem Wasser schwimmt, ist er leichter als das Wasser. 2. Kausalsätze, welche mit daß beginnen, können auch Deklarativsätze genannt werden. Sie geben den Beweggrund oder den Erkenntnißgrund an und können auch mit indem emgeleitet werden. Du hast kein Glück, indem du keines festhal¬ ten willst. (Die Aussage des Nebensatzes erklärt die des Hauptsatzes.) Der Müssig¬ gang verkürzt notwendiger Weise unser Leben, indem er uns schwächer macht. Man erkennt den Vogel daran, daß er Federn hat. Zürnst du mir, daß ich die Währheit gesprochen habe? 3. Nach einem Komparativ mit um so, desto steht als statt weil. Ich war über deine Vorwürfe um so erstaunter, als ich mir keiner Schuld bewußt war. 4. Die Konjunktion sintemal ist nicht mehr gebräuchlich. Bisweilen steht nachdem, seitdem in kausaler Bedeutung. Nachdem du mir die erste Schuld nicht bezahlt hast, leih' ich dir nichts mehr. Seitdem man deine Unord¬ nung bemerkt hat, wird man dich strenger beaufsichtigen. 141 5. Statt nicht etwa weil, nicht weil etwa sagt man auch nicht als ob. Ich tädle dich, nicht als ob ich dich kranken wollte, sondern um dich auf deine Fehler aufmerksam zu machen. 6. Kausalsätze haben bisweilen die Form von attributiven Relativsätzen; man nennt sie relative Kausalsätze. Meide den Zorn, der sehr schädlich ist — weil er sehr schädlich ist. Vcrsäuint die Zeit nicht, d i e gemessen ist. Er lobte seinen Sohn, der seine Pflicht erfüllt habe (Meinung des Vaters). Ich Verlässe dieses Land, wo man das Recht mit Füßen tritt. (Gebt diesen Sätzen die Form von Kausalsätzen und dann von Hauptsätzen.) 8 172. Ter Finalsatz. 1. Er wird durch die unterordnenden Konjunktionen damit, das;, aus das; mit dem Hauptsatze verbunden. Im Hauvtsatze steht oft darum, dazu, deshalb, in der Absicht, zu dem Zwecke. Versucht es, die folgenden in Adverbialien des Zweckes zu verwandeln. Vergl. s 148. Lob befeuchtet die Seele, wie den Acker milder Regen, damit die Saat im ersten Wüchse nicht ersterbe. Ziele güt, daß (— damit) du den Apfel treffest. Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Alle Blüten müssen vergehen, daß Fruchte beglücken. Hänge dein Herz nicht au das Vergängliche, auf daß du aus diesem Leben einst mit leichter Seele scheiden könnest. 2. Statt des Finalsatzes kann der Infinitiv mit zu oder nm zu stehen, wenn er mit dem Hauptsatze gleiches Subjekt hat. Der Wanderer verdoppelte seine Schritte, die Herberge zeitig zu ereichen. Wir werden gegen Abend den Berg besteigen, um den Anblick des Sonnenunterganges zu genießen. Der wahre Freund vergißt sein selbst, um dem Freunde zu leben. Christus er¬ schien, die Menschen zu erlösen. Fehlerhaft ist: Er wurde auf den Richtplatz geführt, um ihn hinrichten zu lassen, statt: um hingerichtet zu werden. Fehlerhaft ist es, statt des Präsens das Futur zu setzen. Man arbeitet, damit mau die Früchte wird genießen können, statt: damit man dereinst die Früchte genießen könne oder kann. ß 173. Der hypothetische oder Konditionalsatz. 1. Er wird mittelst der unterordnenden Konjunktionen wenu, wo (— wenn), so (--wenn), wofern, sofern, falls, wenn anders, es sei denn das;, im Falle datz mit dem Hauptsatze verbunden. In diesem stellt, wenn er dem Nebensätze nach- solgt, meist so oder dann. Der Konditionalsatz steht: s,) im Indikativ, wenn die Annahme als wirk¬ lich dargestellt wird; man sagt also: Wenn dies ist, so ist jenes; wenn dies nicht ist, so ist auch jenes nicht — Fall der Wirklichkeit. 142 I>) im Konjunktiv des Imperfektums und Plusquamperfektums, «) wenn die Annahme als subjektive Vorstellung oder bloß als möglich dargestellt wird — Fall der Möglichkeit; ^) wenn die Annahme zugleich als nicht wirklich dargestellt wird — Fall der Nicht¬ wirklichkeit. Versucht es, folgende Konditionalsätze in Adverbialien der Bedingung zu ver¬ wandeln. Vergl. Z 150. Zu L. Wenn die Zeit unter allen Dingen das kostbarste ist, so ist auch die Verschwendung der Zeit die größte aller Ver¬ schwendungen. Wenn jemand mich einmal betrügt, so verzeih' cs ihm Gott; betrügt er mich zum zweitenmal, dann verzeih' es mir Gott. Antworte mit Änstand, falls man dich fragt — fragen sollte. Gib mir, sofern (n wofern) es dir gefallt, des Lebens Ruh' und Freuden. Niemals leg' dich znr Ruh', es sei denn, daß du deinen Feinden verziehen hast — wenn du nicht verziehen hast. Geld macht nicht reich, cs fei denn reich das Herz zugleich — wenn nicht d. H. rc. Zn d, «. Die Nürnberger hängen keinen, sie hatten ihn denn (darf nie den Satz beginnen). Ruf' nicht „Häse!", er läge denn im Netze. Wenn er das Schwert von sich würfe, so wäre er verloren.*) Zu b, Wenn wir ällcu helfen könnten, dann wären wir zu beneidcu. So (alt statt „wenn") du mich verlassen hättest, hätt' ich ver- schmächten müssen. Anmerkung. Statt des Konjunktivs des Plusquamperfekts kann im Hanpt- nnd Nebensätze auch der Indikativ des Imperfekts stehen. Wo (— wenn) du ihm nicht die Händ reichtest, ertränk er — Wenn du ihin nicht die Hand gereicht hättest, wäre er ertrunken. Warf er das Schwert von sich, so war er verloren. 2. Fällt die Konjunktion weg, so bekommt der Konditionalsatz die Form der direkten Frage. Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie die ändern es treiben; willst du die ändern verstehn, blick' in dein eigenes Herz. Hast du viel, so gib viel; hast du wenig, so gib das Wenige mit getreuem Herzen. Soll der Acker Säatcn treiben, darf der Pflug nicht muffig bleiben. O hättest du von Menschen besser stets gedacht, du hättest besser auch gehändclt. 3. Steht statt Les Konditionalsatzes ein befehlender Hauptsatz, dann beginnt der eigentliche Hauptsatz bisweilen mit und. Sei fromm und du bist ängenehm *) Unrichtig ist es also, den Indikativ des Fnturnms statt des konditionalen Konjunktiv zu setzen, was ihr oft thut, z. B. Das Weib wußte, der Schwache wird krank werden, wenn sie ihm sogleich starke Speisen geben wird (statt wenn sie ihm gäbe). Fehlerhaft: Als (statt wenn) der Boden zu naß ist, kann man nicht säen. 143 — Wenn dn fromm bist, so bist du angenehm. Kaufe in der Zeit, so hast du in der Not. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Diesseits des Grabes handle güt, dann wirst du jenseits desselben glücklich sein. Nur Mut! und dn wirst sicher siegen. Gebet, und es wird ench wieder gegeben werden. 4. Konditionalsätze in Form (unechter) Attributsätze nennt man relative Kon¬ ditionalsätze. Vergl. 8 170, 6. Der Arme, welcher mit seinem Lohn zufrieden ist, besitzt den größten Reichtum. Ein Mensch, welcher auf Abwege gerät, hat sich selbst zum größten Verfolger. Sanftmut, welche mit richtigem Gefühle gepaart ist, gewinnt leicht alle Herzen. 5. Der relative Konditionalsatz kann auch in ein Particip kontrahiert werden. Vereint sind auch die Schwächen mächtig. Löst folgende Participia in Konditionalsätze auf. Zu Weit getrieben verfehlt die Strenge ihres weisen Zweckes, und allzu sträff gespannt zerspringt der Bogen. So immer steigend kommt ihr auf die Höhe des Berges. Kontrahiert die Sätze unter 4 in Participien. 8 174. Ter Konzessivsatz. Die Konjunktionen, mit denen er eingelcitet wird, sind durch stärkere Lettern kenntlich gemacht. 1. Versucht es, die folgenden Konzessivsätze in Adverbialien des Gegengrundes oder der Einräumung zn verwandeln. Vergl. Z 152. Obgleich die Seldschucken ihre Herrschaft über Jerusalem verlören hatten, so wurde der Kreuzzug doch unternommen. Ob du gleich im Laude der Sterblichen umher wallest und über Graber wandelst, so be¬ trachte dich doch als einen Bürger des himmlischen Vaterlandes. Obzwar der Sturm im Herzen tobte, sein Auge strahlte gleichwohl Rühe. Ob¬ schon die Frühlingszeit herängekommeu ist, dauert die Wkntcrkälte dennoch fort. Ob auch das Unglück droht, es lebt der alte Gott. Obwohl er mit irdischen Gütern gesegnet ist, fühlt er sich doch nicht glücklich. Ob es Nächt sei, ob der Morgen tage, das Äug' empör in Wonn' und Pläge. Wiewol wir mit den Wegen vertraüt waren, verirrten wir uns dessen üngeachtet. Ungeachtet die Trappisten kein Fleisch essen, werden sie döch bei ihrer stillen, thätigen Lebensweise sehr ält. Die Leiden sind für den Menschen ein Glück, wenn er's auch (— wenn er's gleich) nicht immer eknzusehen vermag. Ein heiliger Wille lebt, Wie auch der mensch¬ liche wanke. So klein anch David war, er war dem Riesen döch gewach¬ sen. Bist du auch noch so elend, hoffen därfst du. Hannibal zog nicht gegen Rom, trotzdem (daß) Hasdrubäl dazu riet. Wer du auch bist, 144 bedenk', daß einer hoher ist. Er bringt es zu nichts, was er auch anfangen mag. Wir werden ihn finden, Wo er auch sei, Wohin er auch fliehe. 2. Mit während, während dagegen in adversativer (gegensätzlicher) Bedeu¬ tung. Ein steiniger Acker treibt nur kummervolle Blüten, während ein guter über und über blüht. Der Mensch ist mit Vernunft begabt, wäh¬ rend dagegen alle übrigen Wesen ohne Vernunft sind. 8. Fehlt die Konjunktion, so erhält der Konzessivsatz die Form des Fragesatzes. Und dräut der Winter noch so sehr (— wenn er noch so sehr rc.), es muß doch Frühling werden. Stets übe deine Kunst, ist sie dir gleich bekännt. Und heulen die Stürme von Nord und Süd, so überschallt sie doch mein Lied. Kommen auch schon alljährlich sehr viele Schiffbrüche vor, die Menschen wagen sich doch täglich kühn aufs Meer. 4. Konzessivsätze in der Form von Attributsätzen nennt man relative Konzessiv¬ sätze. Bergt. 8 170, 6. Das Alter, welches (obgleich es) alles entkräftet, kann edlen Herzen nichts anhabcn. Sic wird die Blutthat rächen, die sie selbst befahl. 5. Verwandelt die Konzessivsätze unter 4 in Participien, wie: Noah wandelte, obgleich unter sündhaften Menschen lebend — obgleich er lebte, gerecht vor Gott. Schiller schrieb, obgleich noch jung — obgleich er noch jung war, herrliche Gedichte. Wenn auch von Schmerzen gefoltert — wenn er auch gefoltert wurde, jammerte der Verwundete doch nicht. Untersucht, welche von Len in diesem Paragraphen angeführten Konzessivsätzen sich in Participien verwandeln lassen. Z 175. Modi und Tempora im Nebensätze. 1. Der Konjunktiv im Nebensätze drückt die Meinung deS Sprechenden aus. In der deutschen Sprache siebt ost der Indikativ, wo in anderen der Konjunktiv ge¬ braucht wird. Ich weiß nicht, ob sich das so verhalt. Ich säge dir das, damit du es weißt (oder wissest). 2. Das Präsens, Perfekt und Futur nennt man Hauptzeiten, die anderen sind Nebenzeiten. Auf Hauptzeiten folgen wieder Hauptzeiten, auf Nebenzeiten Nebenzeiten. Er wird auf mich zürnen, wenn ich ihm nicht folge. Der Unterricht hatte kaum begönnen, als plötzlich Feüerlärm ertönte. Er urteilt in dieser Sache, als wäre (Konditional der Gegenwart) er noch ein Kind. Die deutsche Sprache hält sich jedoch nicht immer an diese Regel. Er behaup¬ tete, die Sache sei erledigt. Hannibal zog über die Alpen, damit er die Römer in ihrem eigenen Lande angreife.*) *) Fehlerhaft: Die Mutter hat den Cariolan bewogen, daß er das Heer zurück- geführt hätte, statt: die Mutter bewog, daß er zurückführle. 145 3. ») Das Plusquamperfektum gibt ein Ereigniß an, das früher geschah, als ein ebenfalls schon vergangenes, daher heißt es auch Vorvergangenheit. Nachdem man das Korn glücklich unter Dach gebracht hatte, ging's an die zweite Aussaat. d) Es stellt Vergangenes in die Vergangenheit, während daS Imperfektum Vergangenes in die Gegenwart stellt. Bor dem Schüsse hatte Tell noch einen zweiten Pfeil zu sich gesteckt, und der Vogt hatte es bemerkt, nicht: und der Vogt bemerkte es. 4. Auf den Imperativ im Hauptsätze folgt im Nebensätze der Konjunktiv einer Hauptzeit, meist des Präsens. Handle so, daß du niemanden Unrecht thuest. 8 176. Stellung der Nebensätze. 1. Der Nebensatz kann dem Hauptsätze voräugehen oder folgen oder eingeschaltet werden, d. h. er kann Vorder-, Nach- oder Zwischensatz sein. Als Zwischensatz darf er nie zwischen dem Subjekte und dem bestimmten Verb stehen, also nicht: Cäsar, als er nach Gallien gekommen war, führte niit den Helvetiern Krieg, sondern: Cäsar führte, als er — gekommen war, Krieg; oder: Als Cäsar — gekommen war, führte er Krieg. Anmerkung, u) Mit dem Zwischensätze ist nicht zu verwechseln der Schalt¬ satz oder die Parenthese. Sie ist ein Hauptsatz, der in einen andern eingeschoben wird. Man wendet dabei die Klammer oder die Pause an. Die Zeit der Jugend (sie ist die schönste im menschlichen Leben) geht bald vorüber. Bank an Bank gedrängt sitzen — es brechen fast der Bühne Stützen — der Griechen Völker wartend da. b) Kleinere Parenthesen werden auch bloß durch Kommas getrennt, so immer die Einschaltungen sagte er, rief er, schrieb er rc. Cr hort, schon kann er nicht mehr sehen, die nahen Stimmen furchtbar krähen. Wer von euch, fragte er, wirft den ersten Stern auf sie? 2. Der Nebensatz darf nicht zwischen dem Verbum und der zu ihn: gehörigen Partikel stehen, also nicht: Der Mensch schlägt immer wieder den Weg, den ihm die Natur vorgezeichnet hat, ein, — sondern: der Mensch schlägt immer wieder den Weg ein, den rc. Z 177. Wortfolge im Nebensätze. 1. Das Verbum finitum steht zuletzt; das Particip des Perfekts steht vor dem Hilfszeitworte. Man zweifelt, ob der Gefangene wirklich schuldig sei. Ich ries meinen Bruder vom Spiele ab, das schon eine Weile gedauert hatte. Fehlerhaft also schrieb einer: Als der Fremde wcgging am andern Mor¬ gen, erhielt er ein Reisegeld. 2. Hat das Verbum finitum Infinitive bei sich, so steht es vor ilmen. Viele Jünglinge wollen nicht glauben, daß sie bald werden sterben müssen. 10 146 Die Satzverbindung. A 1 78 1. Wenn zwei oder wehr Hauptsätze zu einem logischen Gänzen ver- bimlc» wer en, io biwen sie eine Satzverbindung. Sie sind einander beige- .'o l»e> n>vr n ert' - ie eigeent nu Latze werden entweder nnttelst der beiordnenden oder koordinierend n r , u d e w orte > (>ioujiiiikrlvnen> inir einander ver¬ bünden. oder nian stellt sie Llnw »ionjunlüon neben einander, wodurch ein Asyndeton oder eine a yndetiicbe (abgelrennle- Verbindung entstellt. di. Tie Latzoerbindung ist dreifach; demnach sind auch die beiordnenden Konjunktionen dreifach. tz 179. 1. Tie kopulative Satzverbindung. Lie wird bewerkstelligt durch die kopulativen Konjunktionen. Diese sind wieder viererlei: 1. einfach anreihend: und, auch, da, dann, autzerdem, zudem, überdies; 2. wechselseitig: sowol — als auch, nicht nur (bloß) — sondern auch, teils — teils, bald — bald, einerseits — anderseits, weder — noch; 3. aufzählend: erstlich (zuerst, erst), dann, alsdann, hernach, hieraus, ferner, endlich, schlieft- lich, zuletzt, oder: erstens, zweitens re. 4. steigernd: sogar, ja, ja sogar. 1. Kraft gibt Mut, und Mut gibt Sieg. Van edlen Männern hab' ich ule! gelernt, auch mänches lehrte mich mein eigen Herz. Bon den Bienen erhalten wir den Honig, außerdem (überdies) liefern sie uns das nützliche Wachs. 2. Man muß nicht bloß wollen, sondern man muß auch vollbringen. Einerseits habe ich daran meine Freude, anderseits bringt cs mir Nützen. 3. Der Unmäßige schadet erstlich seiner Gesundheit, dann macht er sich auch zur Arbeit untüchtig; ferner vermindert er sein Vermögen. Jesus wurde verraten; hierauf ward er verurteilt; endlich kreuzigte man ihn. 4. Selbst im Scherze zu lügen ist nicht schon, ja es ist sogar eine Sünde. Hieher gehören auch die erläuternden Konjunktionen: uemlich, als, Wie. Die Fische werden zumteil sehr alt; man hat nemlich Karpfen und Hechte 147 mit bemosten Köpfen gefunden. Einige reißende Tiere fallen auch den Menschen an; wie der Tiger und der Löwe (dies thun). Interpunktion. 1. Koordinierte Sätze werden durch den Strichpunkt, das Semikolon (;) ge- trennnt; sind sie kurz und ihrem Inhalte nach eng verbunden, so genügt das Komma; desgleichen vor und und zwischen den wechselseitigen Konjunktionen. Man muß erst ärbeiten, dann ruhen; erst säen, dann ernten; erst denken, dann reden. 2. Folgt etwas unerwartetes oder etwas mit Spannung erwartetes, so steht vor ihm der Gedankenstrich ( — ). Tell legte an, schoß — und der Pfeil durch¬ bohrte den Apfel; auch: schoß, and der Pfeil durchbohrte — den Apfel. 8 180. 2. Tie adversative oder eatgegenstcllendc Satzverbindung. 1. Die adversativen Konjunktionen sindt aber (nun aber, so aber), allein, doch, jedoch, dagegen, hingegen, gleichwol, dennoch, indes (oder indessen), deSnuge- achtet dessenungeachtet), nichtsdestoweniger, nicht — sondern, nicht - viel¬ mehr In dem vorhergehenden Satze steht bisweilen zwar, freilich, weil. L>llge nicht alles, was du weißt; aber wisse immer, was du sögst. Verwaiste Väter sind beklagenswert, allein verwaiste Kinder sind es mehr. Spät kommt ihr, doch ihr kömmt. Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, verderb¬ lich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wähn. Sparsamkeit und Wolthätigkeit Verträgen sich mit einander; der Geiz hingegen verhärtet des Menschen Herz. Arm ist nicht, wer wenig hät, sondern wer viel bcdärf. 2. Hieher gehört auch die disjunktive Konjunktion oder, verstärkt: entweder — oder. Etwas mnß er sein eigen nennen, oder der Mensch wirdmorden nnd brennen. Im Jenseits erwartet den Menschen entweder der Lohn für seine guten Thäten, oder er empfängt Sträfe für seine Sünden.*) 8 181. 3. Die kausale Satzverbindung. 1. Mit der kausalen Konjunktion Senn. Der nachfolgende Satz gibt den Grund au. Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz. Kriech nicht; denn du hast gesunde Füße. 2. Mit den konklusiven oder folgernden Konjunktionen: daher, darum, des¬ wegen, deshalb, demnach, mithin, somit, folglich, also. Der Grund steht im vorangehenden Satze. Die nördlichen Gewässer dünsten weniger ans; daher 2) In Kram setzt man (fehlerhafter Weise) aber statt und, nun, oft auch dort, wo gar keine Partikel zu stehen braucht. 10« 148 bringen die Nordwinde seltener Regen. Anch aus entwölkter Höhe kann der zündende Donner schlagen; darum in deinen fröhlichen Tagen fürchte des Ünglücks tückische Nahe. Der Mensch hat einen freien Willen, mit¬ hin kann er wählen zwischen dem Guten und Bösen. Die Gans hat eine Schwimmhaut zwischen ihren Zehen; folglich gehört sie zu den Schwimm¬ vögeln. Nur wenn jeder seine Pflicht erfüllt, sind alle glücklich; also macht euch keiner Versäümniß schuldig. Fehlerhaft ist: Er kämpfte gegen ihn und bei Mühlberg nahm ihn gefangen, statt: und bei Mühlberg nahm er ihn gefangen. Richtig wäre auch: und nahm ihn bei rc. Z 182. Asyndetische Verbindungen. Verwandelt die folgenden in kopulative, adversative nnd kausale Satzverbin¬ dungen. 1- Kochend wie aus Ofens Rachen glüh'n die Lüfte; Balken krachen, Pfosten stürzen, Fenster klirren, Kinder jammern, Mütter irren, Tiere wimmern unter Trümmern; alles rennet, rettet, flüchtet; taghell ist die Nächt gelichtet. 2. Heute hüpft im Frühlingstanz noch der muntre Knäbe; morgen weht der Todeskranz schon auf seinem Gräbe. 3. In meiner Not trau ich auf Gott; er kann mir allzeit helfen. Du hast es gehört, du kannst es wissen. Anmerkung, n) Das Gegenteil vom Asyndeton ist das Polysyndeton. Und es wallet und siedet und brauset und zischt. Sie herrschet weise im häuslichen Kreise und lehret die Mädchen und wehret den Knäben und reget ohn' Gnde die fleißigen Hände. t>) Zu den asyndetischen Satzverbindungen gehören auch die adverbialen Satzverbindungen. 1. Des Ortes, eingeleitet durch Adverbialien des Ortes. Die Dorier schifften nach Sizilien; daselbst gründeten sie Shrakus — und gründeten daselbst S. In Jerusalem ist das heilige Grab; dort- h i n wanderten im Mittelalter zahllose Pilger — deshalb wanderten dort¬ hin rc. Die Römer hatten diesseits der Alpen manches Feldlager, an solchen Stellen wird jetzt noch Mauerwerk aufgesunden. 2. Der Zeit, eingeleitet durch Adverbialien der Zeit. Die Schwalbe ist än- gekommen, nun ist der Frühling nähe. Franz Drake brachte 1684 die Grdäpfel nach England; (aber) erst später fanden sie Eingang in dem übrigen Europa. Napoleon bestieg von neuem den Thron von Frankreich; in jenen Tagen einigten sich die Fürsten über die Neugestaltung der europäischen Kärte. 149 3. Der Art und Weise, eingeleitet durch Adverbialien der Art und Weise. Der Vater liest uns gewöhnlich ein schönes Buch vor; so vergehen uns die langen Winterabende. Der Mensch unterwirft sich willig den Rat¬ schlüssen Gottes; dergestalt (auf diese Weise) bekennt er seine Demut. Eine Seifenblase währt nur einen Augenblick; geradeso vergänglich ist falscher Rühm. 8 183. Ter zusammengezogene Latz. Entbält ein Satz mehrere gleichartige Sätzglieder (mehrere Subjekte oder Prädikate rc.), so ist er aus eben so vielen beigeordneten Sätzen zusammengezogen. Sonne und Mond sind Sterne — Die Sonne ist ein Stern, der Mond ist ein Stern. Löset die folgenden zusammengezogenen Sätze in die ursprünglichen beigeord¬ neten auf. 1. Mehrere Subjekte bei einem Prädikate. Dauben, Gärten und Deiche machen keinen reich. Anstand und Sittsamkeit zieren den Knaben. Anmerkung, a) Hat ein Satz mehrere Subjekte der dritten Person Sing., so steht das Prädikat im Plural, wenn die Subjekte Verschiedenes oder Entgegenge¬ setztes ausdrucken, dagegen im Singular, wenn sie als ein Ganzes, als Einheit ge¬ dacht werden, oder wenn das Prädikat vor oder zwischen den Subjekten steht. Wind und Regen hatten sich gegen uns verschwören. Grobheit und Stolz wachsen auf einem Holz. Hoheit, Ehre, Macht und Rühm sind eitel. Vertrauen, Glaube, Hoffnung ist hin — alles ist hin. An dir ist Hopfen und Malz verloren. Altar und Kirche prangt in Festesglanz. Eins und eins ist zwei. Zweimal zwei ist vier. Meister rührt sich und Geselle. Erschla¬ gen ist der Hirt und die Herde. ü) Sind die Subjekte von verschiedenen Personen, so bat die erste Person den Vorzug vor der zweiten, die zweite vor der dritten. Steht aber das Verb voran, so kongruiert es bloß mit dem ersten Subjekte. Ich und du wollen brüderlich zu- sämmenhalten. Ich und mein Bruder ertränkten. Kann ich und niein Diener ein Unterkommen finden? Du und dein Bruder habt geirrt. In diesem Punkte hast du und dein Bruder geirrt. 2. Mehrere Prädikate bei einem Subjekte oder einem Objekte. Das Pferd ist schnell, stark, mutig und edel. Gott kennt und durchschaut das Herz des Menschen. Fehlerhaft ist: Gott, vor dem wir uns beugen und die höchste Ehre erweisen sollen, statt: und dem wir rc., denn jedes der beiden Prädikate regiert ein anderes Objekt. 3. Mehrere gleichartige Objekte bei einem Prädikate. Der liebe Gott gibt Sönnenschein und Regen. Nicht Rosen blos, auch Dörnen hat der Himmel. 150 4. Mehrere Attribute bei einem Nomen. Ein stiller und arbeitsamer Männ wird überall geachtet. Der Haushalt der Ameisen, Bienen und Biber ist sehr anziehend. 5. Mehrere gleichartige Adverbialien bei einem Verb. Ich bleibe in Glück und Unglück dein Freund. Bei Sturm und Wind marschieren wir. 8. Die gleichartigen Satzteile werden durch koordinierende Konjunktionen ver¬ bunden. Vor diesen steht das Komma; vor und und oder fällt es jedoch weg. 1. Mit kopulativen Konjunktionen. Vergl. 8 178. Sie starb vor Kummer nnd Sorgen. Das Geld gehört ins Mineralreich, desgleichen der Edelstein. Sowol die lKrde, als auch die Venus bewegen sich um die Sonne. Man kann die Tugend weder verkaufen, noch ansleihcn. Das Obst wird teils roh gegessen, teils gedörrt, teils eingekocht. Die Griechen hatten zuerst eine patriarchälische, dann eine aristokratische, hierauf eine thrannische nnd endlich eine demokratische Verfassung. 2. Die Zusammenziehung mittelst wie und als bei Vergleichungen. Beachte die Interpunktion. Das Leben entflieht wie ein Traum. Er hat gefochten wie ein Held. Ein gesundes Kind blüht wie eine Rose. Die Tugend wird von manchen Menschen nicht so hoch geschätzt wie der Reichtum. Das Ei will oft klüger sein als die Henne. Der Eiche ist ein höheres Alter be- schiedcn als der Erle. Anmerkung, a) Als kann auch ausschließen, sowie außer und nur nicht. Niemand ist vollkommen als Gott (außer Gott). Alles verläßt uns im Tode, nur die Tugend nicht. Nichts nennt er sein als seinen Reitcrmantcl. b) Steht vor dem einen Substantive der Artikel, so muß er auch vor dem ändern, gleichartigen, stehen. Fehlerhaft ist also: Sowol der Vater als auch Sohn spielen die Geige. c) Wird durch zwei Substantivs eine Person oder Sache bezeichnet, so kann bei gleichem Geschlechte der Artikel vor dem zweiten Substantive Wegfällen. Er ist (der) Diener und Mundänt der Realschule. Dies Buch ist ein Freund nnd Ratgeber der Jugend. 3. Mit adversativen Konjunktionen. Vergl. 8 180. Der Mond erleuchtet, aber erwärmt nicht. Der Elefant übertrifft das Pferd an Stärke, da¬ gegen nicht an Schnelligkeit. Man schöpft freilich Wasser mit der holen Händ, jedoch besser mit einem Gefäße. Der Träge thut nicht, was er söll, sondern was er muß. Wir sollen entweder jä oder nein sagen, aber nicht mehr. Hieher gehört auch: Sie lachen, statt (— anstatt) zu weinen. 4. Mit kausalen Konjunktionen. Nur die konklusiven kommen in Anwendung. Vergl. 8 181, 2. Das Glas ist spröde, daher leicht zerbrechlich. Ludwig der Fromme war mißtrauisch gegen sich selbst und deshalb argwöhnisch 151 gegen ändere. Alles vergeht, also auch das Leiden. Selbstverschuldete Übel trägt man allein, mithin schwerer. K 184. Ter nnvollständige oder elliptische Satz. Im elliptischen Satze fehlt ein Glied. Es kann fehlen: 1. Die Kopula. Ein junger Lügner ein alter Dieb. Eine wäckere That den eigenen Feind zu retten. 2. Nach dem Hilfszeitworts sein das Pariicip Les Perfektums. Das Lied ist aus (gesungen). Die Schwalben sind fort (geflogen). 3. Das Grundwort eines zusammengesetzten Verbs im Imperativ. Auf, ihr Schläfer! Heraus mit der Sprache! Herein! 4. Der Infinitiv nach einem unvollständigen Verb. Der Jüngling will in die Welt. Was soll ich bei dir? Das Kind muß in die Schule. 5. Haben und machen; das Objekt in Sprichwörtern. Gleiche Brüder gleiche Kappen. Kleine Kinder kleine Sorgen. Die Leidenschaft macht blind (den Menschen). 6. Das Substantiv nach dem Attributs in Redensarten. Er kriecht auf allen vieren. Niemand will den kürzeren ziehen. Er schob alle neun. 7. Die Hilfszeitwörter sein und haben in Nebensätzen. Wenn die Frist verstrichen, treten bedenkliche Folgen ein. Bedenke, was dn gethän. Was ich gesägt, will ich verteidigen. 8. In Sprichwörtern finden sich mehrfache Auslassungen. Wie der Herr, so der Diener. Wie du mir, so ich dir. Heute röt, morgen tödt. Wie ge¬ wönnen, so zerrönnen. 8 185. Der mehrfach zusammengesetzte Satz. 1. Ein mehrfaches oder ausgebildetes Satzgefüge enthalt mehr als einen Nebensatz. 2. Eine mehrfache Satzverbindung enthält mehr als zwei Hauptsätze. 8 186. Das mehrfache Satzgefüge. l. Wenn mehrere Nebensätze von einem Hauptsatze abhängen, so heißen sie Nebensätze des ersten Grades. B e m e r k un g. Der zusammengezogene Satz enthält mehrere Subjekte oder mehrere Prädikate, Objekte rc.; das mehrfache Satzgefüge enthält mehrere Subjektsätze, mehrere Prädikat- oder Objektsätze rc. Es ist sein Verdienst, daß er die Zustände in der Provinz und das Vertrauen wieder hcrge- gebessert stellt hat. 152 Die Liebe zur Familie ist es, die uns zu Änstrengun- die uns das Glück und die im Unglück un- gungen treibt, mit Mäßigung genie- sere Kräfte aufrecht er- ßen lehrt hält. An jedem Grashälmchen hingen Taütröpfchen, die schimmernden Edelsteinen glichen, nnd in denen die zuckenden Licht¬ strahlen sich funkelnd wiederspiegelten. 2. Wenn von den Nebensätzen des ersten Grades wieder ändere Nebensätze ab¬ hängen, so heißen diese Nebensätze des zweiten Grades. Von ihnen können wieder Siebensätze des dritten Grades abhängen u. s. w. Hauptsatz: Erster Grad: Zweiter Grad: Kinder, welche zur Zeit einer Teuerung heran- wachsen, Haven davon wenig¬ stens den Vorteil, daß sie die Gabe Gottes höher ächten lernen, weil ihnen die Mutter jedes Stücklein Brod nur mit Seufzern ab¬ schneidet. Hauptsatz: Es ist in der Ehrfurcht für das Alter soviel sittliche Schönheit enthalten, s Erster Grad: daß selbst diejenigen, gezwungen sind, Zweiter Grad: welche sie unterlassen haben, ändern, den vollsten Bei- j fall zu zollen. Dritter Grad: von denen sie geübt wird, Bemerkung. Der Hauptsatz ist den Nebensätzen des ersten Grades über¬ geordnet, die Nebensätze des ersten Grades sind denen des zweiten Grades übergeord¬ net u. s w. Nebensätze gleiches Grades sind einander koordiniert. Z 187. Tie mehrfache Sanvervindung. 1. Mehr als zwei Hauptsätze: Güte und Böse wohnen bei einänder; jene haben dadurch Gelegenheit, ihre Geduld zu übeu; diese sehen in jenen Musterbilder ihres zu bessernden Lebenswandels. Berge bestehen aus ein- 153 zelnen Stemm und Sändkörncheu; Ströme bestehen ans vielen Tröpfchen; Augenblicke machen Jähre, und viele kleine Handlungen machen ein Leben. 2. Mehrere Satzgefüge zu einem Ganzen verbunden. Wils Würbe die neue Welt, in der noch alles Jugend ist, darum geben, Denkmäler zu haben gleich denen, an welchen Europa so reich ist; den» ein Mailänder Dom und ein Freiburger Münster, die nicht nur unsere Augen ergötzen, sondern auch Herz und Sinn erheben, sind doch etwas bedeutenderes, als die Pracht¬ gebäude Amerikas, die zu materiellen Zwecken errichtet dem Betrachter nie jene höheren Gefühle zu führ en, dnrch welche das menschliche Thun seine sittliche Weihe erhält. Anmerkung. Steht in einem regierenden Satze der Konjunktiv, so steht er in der Regel auch in dem abhängigen. Er befahl uns dir zu melden, es sei sein Sohn Cäsar, der sie sende. Z 188. Lnüges über die Wriode. Bilden mehrere unter einander koordinierte Nebensätze mit einem oder mehreren darauffolgenden Hauptsätzen ein wolgeordnetes Gänze, so nennt man dies eine Periode. Die Nebensätze zusammengenommen nennt man den Vordersatz der Periode, die Haupt¬ sätze zusammengenommen den Nachsatz der Periode. Nach der Zahl der koordinierten Sätze im Vorder- und Nachsatze zusammen unterscheidet man zwei-, drei- oder mehr¬ gliedrige Perioden. Die Glieder des Vorder - und Nachsatzes werden durch Strichpunkte getrennt; sind sie kürz, so genügt das Komma. Zwischen dem Vorder- und Nachsätze der Periode steht der Doppelpunkt, nach einem Fragezeichen ein Gedankenstrich; ent¬ halten sie nur wenige Glieder, so genügt der Strichpunkt. Zweigliedrig. Wenn die traulichen Schwälben, die uns so lange Verlässen hatten, wieder in unsere Gegenden zurückkehren; dann dürfen wir schließen, daß der Sommer nahe ist. Dreigliedrig. Wer nie sein Brod in Tranen aß; wer nie die kum¬ mervollen Nächte auf seinem Bette weinend saß; der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte. Viergliedrig. Wer nur deshalb thätig ist, um dadurch seinen Vorteil zu fördern; wer seine Kräfte nur dann anstrengt, wenn er dadurch an zeitlichem Güt zu gewinnen hofft; wer bei ällem, was er thut, sogleich fragt : was wird mir dafür? — der gehört nicht in die Klasse derjenigen Sterblichen, von denen wir sägen, sie seien aus edlerem Thon gebildet und von einem höheren Geiste beseelt. Die Lehre von der Periode gehört eigentlich in die Rhetorik. 154 Schluß au fgaben. 1. Warum sind die folgenden Satze fehlerhaft? Korrigiert sie.*) Jetzt geht — dem Bauer schon besser. Geßlcr wußte, daß — von den Schweizern gehaßt war. Was nützt - dem Menschen, wenn — auch viel Geld hat und nicht gebildet ist? Nun galt —,— ganz Schwei; ;u retten. Sie kamen heimlich zusammen, damit ihr Plan nicht verraten wäre. Wenn kommt er, wird uns freuen. Die Kinder spielen sich am Boden. Will man, daß die Arbeit einen guten Erfolg haben werde, so muß man sie mit Gott beginnen. Als das Wasser den Höhepunkt erreicht hat, so beginnt — zu fallen. Früh, wo die Kräfte des Körpers, wie — Geistes gestärkt sind. Wir ziehen sich in die Einsamkeit zurück und leben nur für sich selbst. Er sorgte für den Schutz und — Wolfahrt seiner Unter¬ thauen. Bei der Kirchweih geht — lustig zu. Weil er eine Auszeichnung erhalten hat, geht — stolz einher. Wie elend wäre der Mensch, wenn er allein auf der Welt leben würde! Glaubt ihm nicht; denn was er sagt, ist ja nichts wahr. Der erste war es Heinrich Vierter, welcher rc. Nun schickte ab der Vater einen Boten an mich. Man soll von seinen Grundsätzen nicht abweichen, damit man seinen Feinden nicht Gelegen¬ heit geben wird rc. Man beschloß die Tarentiner zu bekriegen, weil sie Roms Ehre gekränkt haben. Er fürchtet, die Schätze zu verlieren, die er gesammelt hatte. Das ist im gewissen Sinne richtig, aber in einem andern nicht. Jin Schillers Drama Maria Stuart rc. Auf dem drei¬ tausend Fuß hohem Berge- Ja wol, wahr ist —. Das Geschlecht der Fabier zählte einige dreihundert Mann. Dies verdroß den König so, daß er beschlossen hat, ihn zu tödten. Euere Familie nahm auf sich die Last der Krieg¬ führung mit ruhmvoller Aufopferung. Hier kannst du sich bequem machen. Der Mensch, kaum hat er das Licht der Welt erblickt, so weint — schon, daß rc. Weil es schlechtes Wetter ist, so bleib ich zu Hause. Mit Sehn¬ sucht wartet der Student der Ferien. Es ist traurig, wenn jemand Hunger leiden muß, aber noch trauriger, wenn er durch die Krankheit gequält ist. Wenn es kommt die Zeit der Rache, dann rc. Die Pfoten des Bär es werden auch gegessen. Was ist herrlicheres, als ein Gelehrter zu sein? Er wird ein Beamte werden. Die Vejenter sahen ein, daß sie den Fabiern im offenen Felde nicht gewachsen sind. *) Das Korrigieren macht, wie ich erfahren habe, dem Lernenden Vergnügen und ist eine gute Prüfung, ob die Regeln dem Gedächtnisse fest eingeprägt sind. 155 Dort, wo es sich mein Geburtsort befindet. Das Hans ist aus dem Stein gebaut. Wir baden in — Donau. Jetzt lebt — unter der Obhut der Eltern, die aufhören muß mit der Zeit, und dieses oft die Ursache von seiner Verdorbenheit wird, wenn — schwach an Willen ist. Unweit — befindet sich eine Quelle. Stürze dich von — Spitze des Turmes. Eine Aussicht über Pest und deren Umgebung. Das Schloß wird jetzt für Strafhauö benntzt. Der Kamnitnik ist ein steiniger Berg und daher die Leute ihn so nennen Er ist bange vor einem schlechten Zeugnisse. Wie der Hund mich anbellte, hab ich mich erschreckt. (2 Fehler.) Er hatte einem Bettler, der aufs Schloß gekommen war und ihn um Herberge bat, dieselbe verweigert. Die Hauptstadt v o m Ungarn. Wie schön ist — nun da zu spazieren. Ein Hügel mit einem Baume und — Laub. Ich kann ohne ihm nicht leben. Dann ist es nicht sich zu wundern. Ich haben oft hören, daß rc. (das h pflegt ihr Italiener fehlerhafter Weise nicht aus- znsprechcn). Ich weiß, mein Herr, diese Haus ist ihre, grwsta oa8u s 8ua. Lieber Freund Ulrich (sprich nicht — Hulrich. Ital), Sie habe keine Geduld. Er hat mir geschlagen (sprich nicht slagen). Mein Herr, ist diese Brieftasche von ihr (statt: von Ihnen, gehört sie Ihnen? 6 cli Iwi). Jetzt, ich habe gesehu, daß der Tuch war wolfeil, und deshalb ich habe ihn gekauft. 2. Setzet in den folgenden Sätzen an die Stelle der schlecht gewählten Wörter die richtigen. Er ist für alles Schöne empfindlich. Die Leiden¬ schaften, welche den Landmaun treffen, rühren meist von der Witterung her. Sie hielten mannhaft Widerstand. Wegen der Altersschwäche des Sohnes führte bis zn seiner Mündigkeit seine Mutter die vormund¬ schaftliche Regierung. Es ziehen sich Gärten zn beiden Seiten des Dorfes —. Auf einem kleinen Hügel liegt eine Kapelle. Sie fielen über die Feinde, als wenn Wölfe über Schafe stürzen würden. Aus dem Berge hat man eine schöne Aussicht. Kram ist von Bergen aus gefüllt. Unseres Dorf liegt oben am Berge. Der Leichtsinnige kümmert sich nichts für seine Zukunft. Ich (nicht — Ick) habe (nicht: abe) an (nicht: auf) meinen Vater geschrieben. Inhalt Aautkekre unä Ortkograpklie. «8 Seite 1. Wort, Silbe, Buchstabe .... 1 2. Arten und Betonung der Silben. 3. Von den Buchstaben. 4. Einteilung derLaute. . . 3 5. Die Konsonanten. 6. Von den Lokalen.4 7. Verdoppelte Konsonanten. Die langen Vokale. 8. Tie Diphthonge ai, ei, eu. 9. 8, ii, ii, im.5 10. aa, ee, oa.. 6 11. ie -.7 12. Durch h gedehnte Vokale . 9 13. Wan schreibt man th? . . . . 10 14. y wird ferner gesetzt.II 15. Vokale, denen nur ein einfacher Konsonant folgt.12 16. ä — e. 13 Die kurzen Vokale. 17. Vor einfachen Konsonanten ... 14 Form 8 Seite 35. Redeteile.27 Das Substantiv. 36. Einteilung.28 37. Bildung. 38. Ableitung und Zusammensetzung. 39. Geschlecht.30 40. Bestimmung des Geschlechtes. ß Seite 18. bb, dv, gg. is 19. v, d, a - p, t, k, dt 20. Der scharfe Zischlaut.17 21. tz.18 22. x, chs - gs, ks. 19 23. ich — ig Die Schreibung der Fremd¬ wörter. 24. Allgemeines.. . . . 20 25. cc, tia,'tie, tio, Eigennamen. 26. Deutsch geschriebene Fremdwörter 21 27. Silbentrennung.22 28. Große Anfangsbuchstaben . 23 29. Kleine Anfangsbuchstaben ... 24 30. Der Ablaut. 31. Der Bindestrich. 32. Die Elision ..25 33. Die Apharese. 34. Die Lantverschiebung. Anhang. e a k e k r e. 8 Seite 41. Gleichlautende Substantiva von verschiedener Bedeutung bei ver¬ schiedenem Geschlechte.31 42. Die Zahl. 43. Die Kasus.33 44. Allgemeine Deklinationsregeln. 45 Deklination des Artikels .... 34 A Seite 46. Der Artikel wird nicht gesetzt. 47. Die Dekli nati ou der Substantivs 36 Die starke. 48. Endlante. 49. Maskulina. 50. Statt c haben er..37 51. Feminina.38 52. Neutra. Die schwache. 53. Endlaute.39 54. Maskulina. 55. Feminina. 56. Neutra. 57. Die gemischte.40 58. BemerkungenzudeuDeklinatiouen. Deklination der Eigenna¬ men . 41 59. Allgemeine Regeln. 60. Eigennamen ohne Artikel .... 42 61. Mehrere Namen einer Person. 62. Deklin, der Fremdwörter . . 43 Die Adjektivs. 63. Bildung.44 64. Stellung im Satze.45 Deklination. 65. Die starke. 66. Die schwache .46 67. Die gemischte.47 68. Bemerkungen. Die Steigerung. 69. Stufen.49 70. Ihre Bildung. 71. Ihre Deklination.50 Die Pronomina. 72. Einteilung.51 73. Die Personalpr. 74. Die Possessivpr.52 75. Die Demonstrstivpr.53 76. Die Relativpr.54 77. Die Jnterrogatmpr.56 78. Die unbestimmten Pr. Das Numerale. Die bestimmten Zahlwörter. 79. Grundzahlen.- 57 80. Distributiv« ......... 58 8 Seite 81. Ordnungszahlen. 82. Vervielfältigungszahlen .... 59 83. Gattuugsz. 84. Wiederholnngsz. 85. Anreihungs- nnd Bruchz. 86. Tue unbestimmten Zahlwörter. Das Verbum. 87. Begriff. 88. Arten.60 89. Arten der Bildung nach ... 61 90. Flektierung.62 91. Genus oder Form. 92. Zahl und Person.62 93. Zeit.63 94. Modus. 95. Konjugation.64 Bildung des Aktivs. 96. Einfache nnd zusammengesetzte Zeiten. 97. Die einfachen Zeiten.65 98. Die einfachen Zeiten der Hilfs¬ zeitwörter .67 99. Die zusammengesetzten Zeiten . 68 100. Verba, die mit haben konstru¬ ieren .70 101. Verba, die mit sein konstruieren 72 102. Bildung des Passivs ... 73 103. Bemerkungen zur Konjugation der schwachen Verba .... 74 Die starken Verba. 104. Klassen.75 105. Ablaut im Präsens.76 106. Umlaut.77 107. Bemerkungen. 108. Alphabetisches Verzeichnis; der starken Verba.78 109. Die unregelmäßige Konjugation 88 110. Die Adverbien.89 111. Ihre Einteilung nach ihrer Be¬ ziehung .90 112. Ihre Bildung 113. Die Präpositionen .... 91 114. Zusammenziehungen.92 115. Die Konjunktionen.... 93 116. Die Interjektionen.... 94 8II n t a L. Erster Abschnitt. H Seite tl7. Begriff .95 Der einfache Satz. 118. Einteilung. 119. Das Subjekt. 120. Vorläufige Bemerkung. Das Subjekt ein Satz.96 121. Das Prädikat.97 122. Vorl. Bem. Das Prädikat ein Satz. 123. Die Verbindung des Prädikates mit dem Subjekte.98 124. Die Wortfolge.99 Der erweiterte Satz. 125. Übersicht. 126. Das Attribut. 127. Vorl. Bem. Das Attribut ein Satz.101 Das Objekt. 128. Das Objekt ein Genitiv. 129. Das Objekt ein Dativ ... 102 130. Das Objekt ein Accusativ. . . 103 131. Das Objekt ein Prapositional- ansdruck.106 132. Zwei Objekte von einem Verb regiert.107 133. Bemerkungen.109 134. Vorl. Bem. Das Objekt ein Satz 110 Das Adverbiale. 135. Das Adverbiale des Ortes. 136. Das Adverbiale des Ortes ein Satz.111 137. Das Adverbiale der Zeit. 8 ' Seite 138. Das Adverbiale der Zeit ein Satz 1l2 139. Das Adverbiale der Weise und des Grades.113 140. Vorl. Bem. Das Adverbiale der Art und des Grades ein Satz.114 1. ein Umstandssatz; 2. „ Konsekutivsatz; 3. „ Komparativsatz. . . .115 4. „ resp. Komparativsatz; 5. ein einschränkender „ ' Die Adverbialia des Grundes. 141. Das Adverbiale der Ursache. . 116 142. Dasselbe als Kausalsatz. 143. Das Adverbiale des Erkennt- uißgrundes. 144. Dasselbe als Kausalsatz . . . 117 145. Das Adverbiale des Beweg¬ grundes. 146. Dasselbe als Kausalsatz. 147. Das Adverbiale des Zweckes. 148. Dasselbe als Finalsatz. 149. Das Adverbiale der Bedingung 118 150. Dasselbe als Konditionalsatz. 151. Das Adverbiale der Einräu¬ mung. 152. Dasselbe als Konzessivsatz . . 119 153. Einteilung der Sätze nack der Form des Prädikates. 154. Gebrauch der Tempora des Verbs 121 155. Die Wortfolge im erweiterten Satze.122 Zweiter Abschni tt. Der zusammengezogene Satz. 8 Seite 156. Einteilung.123 Das Satzgefüge. 157. Übersicht. 158. Substantivsätze, Relativsätze. .124 8 Seite 159. Subjektsatz. 160. Prädikatsatz . 127 161. Attributsatz. 162. Objektsatz . 131 Berichtigungen. S. 1, Z. 7 leset diejenige, statt diejenige. „ 8!, „7 „ 96, „ 5 „ 99, „ 6 „ 104, „ 9 „ 111, Aufg, „ 112, Z, 22 „ hinter wider noch gegen". „ 88, st. 69. „ § 183 st. 182 rc. „ 94, st. 49. „ s., d, st. Mit wo. Mit wohin. „ ein „als" vor „wann". „ 129, a, S. 143, 4, S. 144, 4 leset Z 171 st. 170. In Z 162, 2, 3, 5, 6 leset K 161 st. 160.