Nro. 20. ^WWw MWM ^uzüü^. Freytag den n. März i/Zl.' Inländische Nachrichten. Laivach den io. März. Am ytell dieß kam der Fürst Adam von Auersberg um Mittagszeit hier an, und reistte nach eingenommenen Mitragmal sogleich wieder Von hier nach Sonegg, Auersöerg :c. ab, um da die nöthigen Anstalten zu treffen, Ge. Majestät den König vou Neapel, der .am l6. d hier eintreffen wird, mit einer Jagd unterhalten zu können. tvien den 6. März. Den 24.V.V.M. ist der Prinz Karl Christian v. Sachsen, Herzog von Kurland hier tingetroifen. —Der preußische Minister, Graf v. Lusi, wll-cher mit der in Reichenbach geschlossenen Konvention an den Großvezier war abgesendet worden, ist dieser Tagen aus S istow zurückgekommen. — Die Reise , Sr. Maj. des Kaisers ist nun, wie man ^vernimmt, auf den 13. März dieses Jahrs festgesetzet, und wegen der Pferde" Stellung bereits das nöthige an die böhm. österr. Hoftanzley erlassen worden. — Nachdem das wallachische Freykorps dis-solviret worden, so ist dessen Kommandant Major v. Klein in dieser Eigenschaft zum iten Sk^ler Regiment, der Anmuten Major Ivanovich als Hanpt-mann zu eben besagten Regiment gekommen. — Der FcldmarschaUll'elltenant, und angestellter Innhaber dls Infanterie Regiments Karl Toskana Baron v. Drechsler ist mit Tode abgegangen. — Der bey dem pästlichen Nunzius sichcnde Kanzler ^dl.ö (^ui-i,2il ist schon 8 Tage in Verlust gerathen. — Wie man vernimmt, so werden die hiesigen Franziskaner nichl> wie es einige Blatter melden, gan^llch aufgehoben , wohl aber deren Anzahl stark vermindert werden; die m verbleibenden Geistliche sollen den Trakt dby der Kirche zu bewohnen habm , der andere Haupt heil des Geka::des hina/gm solle zu Unterbringung deren bis nun in WWW 5 befindlichen BuchhaltMYM ' zugerichtet werden , um solche an der Hand der Hofstelle zu haben. Vränn de« 2. März. Es sind Ursachen Vorhanden, aus denen man höchst wahrscheinlich, ja fast ««gezweifelt schlies-sen kann, daß weder England, seiner fortwährenden Rüstungen ungeachtet , noch Preußen eine Fehde gegen Rußland un-ternchm?n werde. Letztere Macht sieht nun selbst, daß, so wenig auch Rußland mit Ketten am Himmel hängt, wie man gleich nach dem Vertrage von Reichenbach in Berlin gan; lakonisch zu sagen pflegte, es dennoch keine leichte Sache sey, mit einer großen Armee und dem schweren Geschuze durch Kurland und Samogi.ien zu dringen; indem ein fliegendes Korps von ungefähr 60II Mann, durch Verheerung der Grenzn, die Durchsetzung dieses Plancs gar sehr erschweren könnte. Es kömmt auch noch der Umstand in Betrachtung, daß , wenn P^hlen auch wirrlich qegen .Nußland auftrettcn wollt?/ die in Weißrußland versammelte Macht, unterstützt von den Griechischen Einwohnern der Pohlisch?« Ukraine, schon allein im Stande seyn würde , nicht nur die rußischcn Gränzn ganz zu decken, sondern sich luit dem Kriegsschauplatze so gar in das republikanische Oebict zu werfen. Äicse und andere Betrachtungen hat dem Vernehmen nach cm benachbarter Hof jenem von B.'rlm wirklich vorgelegt, und zugleich Vorschläge gethan, wie man, ohne das HrmMuer wciter zu verbreiten, vielmehr auch den Frieden zwischen Rußland und dcr Pforte herstellen könnte. Diese Vorstellungen, und noch mehr die freundschaftliche Art derselben, haben, wie man von einer andern Seite her vernimmt, wirklich Eingang in Verlin Munden; und'mU'lommt es darauf an, der Pforte begreiflich zu machen, daß sie sich nicht ganz und gar auf die Hülfe der bisher als Vermittler erschienenen Machte verlassen könne, ohne daß sie selbst mit einigem Nachdrucke zu Werke gehen wolle; daß erstere bis itzt gewiß alles für sie versucht und geleistet hatten, was man nur immer von den getreuesicn Bundsgenossen erwarten durste, daß aber stlles seine Grenzen habe, und man ihnen nie zumuthen könne, sich für die Pforte ganz aufzuopfern. Ungefähr diese Spra« che führt man, wie Berichte aus Berlin melden, schon in der That gegen den daselbst befindlichen türkischen Gesandten, und eben diese Sprache soll auch der Gr. von Luchesini in S,ißtow reden. Itzt muß man noch harren, um zu sehen, ob die Qsmanen diese Sprache verstehen wollen. Prag den 28- Horn. Ein junge? Mensch wendet sich in seinen miß!;-chen Umstanden an einen Kavalier, mißachtet er keine andere Empfehlung für sich hatte, als jene seines redlichen Gesichts. Schüchtern laßt er sich melden. Der Großmüthige hört die Schilderung der Umstände desselben aufs gütigste an, und gewahrt dem Menschen mehr, als auch die größle Hoffnung je erwarten konnte, indem der neue Gönner in seinem Hause ihm nicht nur Wohnung sondern auch Kost, Kleidung und jede andere Unterstützung schon ganze Z Jahre hindurch angedeihen laßt , um den Fähigkeiten des jungen Menschen m'gc-störte Gelegenheit zur Bildung zu verschaffen. Dieß ist der K. K/Kammerherr Graf von Okelly. pveßburg ben 8. März. Se. K. Hoheit der Palatin haben am verflossene.« Montag die Redoute mit hoch der« Gegenwart beehret, wo ber hier cmwc-sende hohe Adel sich gleichfalls zahlreich einfand. Gestern Nachmittag um 3 viertel auf 2 Uhr sind Se. K. Hoheiten der Erzherzog Franz und Ferdinand mit hoch Dero Frauen Gemahlinnen rvie auch Se. K. Hoheit der Erzherzog Karl hier angelanget. Abends war bey Sr- Exzellenz »)em unqar. Herrn Hofkanzler Gr. Karl don Palzsy Baal, wo sich Se. K. H. dcr Palatin mit samm lich n hohen Gästen cin'anden, und sich aus das vergnügteste linterhieltcn. — Se. Exzell. der Hr. Pcr-sonal v. Urmcnni erhielten vorige Woche Von dem Vacser Konimitat eine feyerliche Deputazioll, welche denselben zur Einstal-lirung , die im V'onar May erfolgen lvird, einladen. Diese Deputation wurde cigends von dem Komitale Hieher gesandt/ und bestand aus dem Vizegcspann und noch 3 Abgeordneten. Belgrad den 26. Horn. Die Hoffnung , den Frieden bald hergestellt zu schen / nimmt von Tag zu Tage zu, lind n c>n zweifelt auch nicht, daß derselbe für uns vortheilhaft ausfallen werbe. Der den Osmanen eigene hochn üthige Ton hat sich seit einiger Zeit ziemlich heruntex gestimmt , indem ihnen ihre Ohnmacht immer sichtbare werben muß; besonders da von den vielen Verheißungen anderer Machte noch immer nichts in Erfüllung gehen will. Gebeugt durch die vielen Nilbnlagen , wünschen sie nun selbst nichts so sehnlich, als Frieden. Dcr K. K. Minister in Szißlow vertritt die Stelle, die er bekleidet, mit Ernst und Würde, und laßt nichts zu, was dem Rechte des Hauses Oesterreich uachtheilig seyn könnte. Er ließ sogar die übrigen bey dem Kongresse befindlichen Minister der vermittelnden Hhfe versichern, daß er von den Punkten, von denen sie bereilö wüßten , kein Haar breit weichen wurde. Hieraus erhellt, daß die Besorgnissen, alsM» wenn wir ganz und gar clle EroberlMgmW abtrettcn müßten, uns nicht so sehr schre-M cken sotten; und dieß laßt sich auch au