Nro. LMcher DM Zcilung. Dienstag den 13. Christm. 1791. Inländische Nachrichten. N'ien den 7. Christm. Das am Undrea^tag, eingefallene Titularfest von dm, Orden des goldenen Vließe lst Sonn« ta^s den 4. d. M- begangen worden. Se. k. k. Maj. mir II'. KK. HH- d^ Erz-ber oqen Franz, Leopold und Joseph., und in Begleitung der Ordensritter , t« ter Ordcn^kleidlMg, und mittr Aufwartting des ^oWats, erhoben sich um l, Uhr nach d?r Hofbnrgpfarrkrchc, wo der Kardinal Erzbiscbof das Hochmut absang. Nach Endignng desselben nahmen Se. k. k. M^ij. nnt II. KK. HH., und allcn Ordensrittern in dem grassen Vorqemach, öffentlich das Mittaqmal lin. — Nachdem die ungarischen Stände in der am lyttn Wi',ttrm. v. I. gehaltenen Sitzung des Landtags, beschlossen hatten, znm Denkmal der Krönuna. nud der huldreichen Gegenwart II. Sizil. MM. eine Denk-nmnze ausprägen zu lassen, und Se-Maj. diesen Schluß gnädigst g?tle^wiqet haben, so hat d,r wirkliche geheime Rath, Graf von Szr Aittrag, sMM e in das bürgerliche Gesetzbuch sowohl c.!»s in die allgemeine Gerichtsordnung unter der vorigen Regierung eingeftossene zu harte Verordnungen, durch eine eigene Hofkommißion untersuchen lmb reformiren zu lassen. — Die schlimmen und vielleicht ttbermbenw Nachrichten aus St. Domin-go verursüchcll,., daß/ich in Wien jcder-mami, der' es nur halb vermag , auf MMlmd Tag mit Zucker und Kaffee verficht , woturch viele Kaufleute wirklich schon ganz ausgekauft sind. —'S?-Maj. der Kaiser ha bey den Herrn Obersien von Qllner zum Generalmajor ernannt und selbeu als Kommandaltten zu Eger angestellet. — Se. Maj. der Kaiser haben folgende Hauptleute in Rücksicht ihrer dem durchlauchtigsten Erzhause von Oesterreich geleisteten guten Diensten mit Verleihung des Majorskarakter in den Ruhestand zu setzen geruhet, nämlich: von Vierset de« Hrn. Hauptmaun Nihault ; vou Reisky den Hru, Hauptniann Ploner, von Ben-der den Hrn. Hauptmann Feuersberg, Von der Artillerie die Hrn. Hauptleuce Loik und Mayerhuber. — Der Hrrr Staatrathssekretar von Böhm, ist auf sein alleruntrrthanigstes Ansuchen dergcstalten iu dcn Ruhestand gesetzt worden , daß ihm die von dem höchststtl. Kaiser Joseph legirte Pension zu jahrlichen z 3so ft. lc-benslänglich verbleibet; für die unter der glorwürdigsten Regierung Sr. jeyt hcrr« sch?nden kaiserl. Maj. alleruntershanigst pstichrschuldlgst geleisten Dienste haben Höchstoiesclben diesen wüedigen Staattzbe-aimm ^um wirklichen k. k. Rath und Hof-agcnten allergnädigst zu eenennen geruhet. , Dcr k. k. Felemarschalllieutenant von Brücken , Inhaber eines Regiments zu Fuß, lst zu Prag verstorben. Graz den 8. Christm. Se. k. k. apo^sto/. Waj. hab,en >ll befehlen gencher, daß^ dem bürgerlichen Braumeister zu I«< denburg , Joseph Rttder , wegen seiner biedern menschenfreundlichen Handlung, ein Otifttmgskapitas Don 7Qdv ff. zum ewigen Unterhalt 6 armer Bürger frey hergegeben , und geschenkt zu haben, eine goldene Medaille zum Merkmal höchster Zufriedenheit mit aller Feyerlichttlt ausgehändigt, die gutthätige Handlung öffentlich belobt, und dem Publikum durch Zeitungsblatter bekannt gemacht werdensoll. — Wie wir aus guter Hand vernehmen, so haden Se. k. k. Maj. auch dem Herrn Frauz Xavier Piringcr, Assessor des k. k. Halloberamls M Aussee, k. k. Pfannhaus-Vcrwalter , dann Vauinspektor sämtlicher Kameralgebaude, und Referenten im Sudwesen , in Rücksicht seines ausgezeichneten Diensteifers, und des Dr Genüge der Allerhöchsten Zufriedenheit und Wohlgefallen in seinem Amtsmanipulazionswesen dem höchsten Aerarium vermehrten Nu-zens / zmn Wohl des Staats und Beyspiel für Männer solcher Aemter eine prachtige goldene Denkmünze samt Kette zustellen zu lassen geruhet. Trieft den l. Christm. Der neuer-nannte Bischof von Triest, Slgmund Graf Von Hohenwart , ist am 26. Winterm. zu grosser Freude aller Einwohner der Stadt, in seinem netten bischöflichen Sitze eingetroffen. Fiume den 2s. v)mterm. Endlich haben wir doch einmal von dem Schicksale des jungen Sigele, welcher, wie bekannt, das Unglück hatte, durch Seeräuber gekapert zu werden, Nachricht erhal-reu. Er ist in Algier und begleitet das Amt eines Aufsehers über die Matrosen-Sklaven, welche die Seegeltücher nähen, lind wird sehr gut behandelt. Der Kapitän dieses gekaperten Schiffes ist aber, wie eben diese Berichte melden, an seinen Wunden gestorben. Selbst die Algierer rühmen den Heldenmuth des Verstorbenen, der auch dann noch wie ein Löwe föchte, und sich durchaus nicht ergeben wollte, als er schon nnt tödtlichen Wunden behaftet war. — Wie man hört, sollen wir unsern allgemein geliebten Gouverneur, Hrn. Grafen Johann von Szapary Verliehren, statt dessen aber einen eben so erhabenen weisen und verdienstvollen Mann, nämlich Hrn. von Päszthory erhalten. — Bey unser Zucker - Raffinerie ist der Zen-ten Zucker um 2 ft. gestiegen, und wird wie man versichert, noch viel höher steigen. Der Kaffee steigt in nämlichrn Verhältniß und in Marseiller Briefen wird gemeldet, daß in Ansehung des schröckli-chen Vorfalls in St. Domingo allda niemand mehr weder Zucker, noch Kaffee, noch Indigo verkauffen will, wodurch die Geschäfte mit den Westindischen Produkten fast gänzlich gehcmmet sind. ^embkrg den 32. Winterm. Der hiesige Stadtkaßirer, Manowarda, Edler von Ienna , hat sich einer großen Untreue schuldig gemacht, und sitzt nun in fester Verwahrung. Der Abgang , wo< durch er seine Kasse erleichterte, ist nicht unbedeutend/, indem es heißt , daß die Summe der vermißten Gelder ungefähr lOOOQO Gulden betrage. Bey der dieß-falls von Seiten der Lcmdesstclle vorgenommenen Untersuchung haben sich Dinge von ganz besonderer Art entdeckt. Vorgestern wurde durch den gewöhnlichen Trompetcnschall ausgerufen, daß derMige, der von einem baaren Vermö^n des Matwwarda Wissenschaft hatte, und dieß ben der hohen Landesstelle oder dem löblichen Magistrate angeben würde, hievon den dritten Theil erhalten scllte. Eben dieß ist durch Umlaufschrelben allen königs. Kreisalmern bedeutet worden. Ausländische Nachrichten. ^^^M Frankrei6). WM Paris den ,). V0interm. Kalter Schauder ergreift den Freund der Mensch--heit, wenn er die tragischen Berichte aus dcn meisten Theilen dieses grossen lin^-ßeschaffenen Königreichs liest. B'ynahe überall her schalt die herzerschütternde Knn-de: Mord und Empörung! Uiberall lam-pfen die Freunde der Freyh-it ihren hassen blutigen Kampf mit Leuten aus allen Ständen, und mit keiner Parthey ist dieser Kampf heisser, als mit den eidscheuen Priestern. — Zu Kaen, der Hauptstadt im Departement Kalvados , stellen sich diese sogenannten Herolde der Gegenparthey an die Spi;e der Patriotenfeinde, und in ihren Handen weht der Empörung bluthrothe Fahne. ZO^o mit ihnen gleich-gesinte Bürger sind unter ihrer Anführung wir den Patrioten in ein fürchterliches Gemeyel gerathen. Der Tempel des Friedens Und der Andacht , die dortige St. Iakobskirche, wird zur Mördergrube gemacht. Sie würgen einander am Altare» Das Volk wird häufig aus den Fensicrn wie das Vieh niedergeschossen. Auch m dem Departement V^nde wurden viele Priester ein Opfer des tobenden Em'pö-MVUngsgeistcs; und aus den Departements MMaine und Loire erschallen ahnliche Iam-lNerberichte. Nirgends aber inid die Auftritte so srhr mit einer den Menschen ?,U!N Ahier herabwürdigenden Grausamkeit b-Mz'ichnet , als in Avignon. — Auch in ^dn französischen Inseln Guadeloupe und St. Lu^ia sind Unruhen ausgeürochen. In ersterer wurden di? requlirten Truppen mit den Kolonifttn handgemein. Von diesen blieben ioo , von j?mn 250 a,lf dl» Platz. Zu Sl. Luzia war die Anarchie aufs höchfie gtsiicq?n. Die Inseln Martinique, Sr Vattholoma und Mari-qalante sind auch in dcr Aufbrausnng. D>'r französische Minister zu Philadelphia hat d?y dem Kongreß ber vereinigten Staaten um Hilfe g?g?n di? aufgewiegelten Neger zu St. Domingo angesucht. P 0 h l e n. Iwarschau den 2s. N)nit?rm. Dcr Fürst Czartory^ki, und Herr Graf Mo-sowski, l^andbot? vsn Liefland, si^id gestern nach Dresden abgefangen. — Wir vernahmen von guttr Hand , daß der Graf Artois diese Stadt paßiren soll, um sich nach P ttrsburq , und von da wahrscheinlicher W.ise nach Stockholm zu begeben. Erfinduna, einen Brand schnell zu löschen. Der Versuch , welchen der Herr vo» Acken in Gegenwart des Schwedischen Hofes und der ,rcmden Minister mit sci-n?r Äomposizion zur schnellen Löschung des F mrs gemacht hat , ist glücklich ausgefallen. Es wurden 2 Häuschen, die mit IHe^r und Tagl angesirichkn und mit den brennbarsten Sachen angefüllt waren, in völligen Brand gesetzt. Herr von Acken ließ «inen Theil seiner Komposition in Wasser schmelzen, und dann mitten in den Brand schütten, und in 8 Minuten war das Feuer gelöscht. kWird alle Dienst-und Freytaqe nach mttaas um 4. Mu auf dem Platze ^ro. k l33» in der von Kleinmayerschett Buchhandlung ausgegeben.