■■-.v. :. ■ v DIE EISENBAHNVERBIN- DUNGEN OSTERREICHS MIT GORZ UND TRIEST VON OTTO FREIHERR VON APFALTRERN DER REINERTRAG IST DEM ZWEIGVEREINE KRAIN DES SILBERNEN KREUZES GEWIDMET PREIS 20 HELLER LAIBACH 1911 Die Frage der Ausgestaltung eines unsere Monarchie mit der Kiiste des Adriatischen Meeres und insbesondere mit Gorz und Triest verbindenden Eisenbahnnetzes beschaftigte bereits Ende der Sechzigerjahre die Staatsver- waltung, welche sich nach den politischen Umwalzungen, die das Jahr 1866 zur Folge hatte, der Pflicht nicht langer entziehen konnte, die im Interesse des Staates und der einzelnen Kronlander gelegenen volkswirtschaftlichen Aufgaben auch in bezug auf die Ausgestaltung unserer offentlichen Verkehrsmittel zu priifen und an deren Durchfiihrung zu schreiten. Der durch den Verkauf der Siidbahn an die franzosische Finanzgruppe Rothschild- Talabot begangene handelspolitische Fehler machte sich schon in damaliger Zeit in der empfindlichsten Weise fiihlbar, da die Siidbahn 4 auf den ganzen Handelsverkehr einen harten Druck ausubte, unter welchem namentlichTriest und das Kiistenland, Krain, Karaten, Steier- mark, Nieder- und Oberosterreich schwer zu leiden hatten und trotz des seither erfolgten Ausbaues der neuen Alpenbahnen in vielfacher Hinsicht auch heute noch leiden miissen. Nach Abschlug des Handelsvertrages mit Italien im April 1867, in welchem sich Oster- reich zum Baue der Linie Tarvis — Pontafel formlich verpflichtet hatte, stand im Vorder- grunde der Diskussion das vom Handels- ministerium auf das warmste protegierte, von den einzelnen Kronlandern, von Handels- kammern und zahlreichen Gemeindever- tretungen jedoch heftigst bekampfte Projekt der Herstellung einer Bahnverbindung von Tarvis liber den Predil nach Gorz in der Richtung gegen Triest, wie die diesbeziiglich eingebrachte Gesetzesvorlage ausdriicklich besagte. Gleichzeitig mit dem Predilprojekte wurde ein zweites Eisenbahnprojekt ventiliert, dem sich, die Staatsverwaltung und die Siid- bahnfreunde ausgenommen, die allgemeinen 5 Sympathien und Interessen zuwandten, da durch den Ausbau dieser Linie die so dringend gewiinschte zweite, und zwar ganz unabhangige Eisenbahnverbindung zwischen Triest und der ganzen westlichen Halfte Osterreichs ge- schaffen worden ware. Und dies ware die Linie: Launsdorf (bei St. Veit a. d. Glan) -Bischoflack- Sairach-Prawald-Sessana-Triest gewesen, durch welche dem driickenden Monopole der Siid- bahn einEnde bereitet und dem osterreichischen Handelsverkehre die zu seiner Entwicklung so notwendige freie Bewegung geschaffen worden ware. Wohl kam das auch in militarischen und Abgeordnetenkreisen abfallig beurteilte Predil- projekt nicht zur Ausfiihrung, doch auch die von der vox populi so dringend gewiinschte, von Fachmannern als durchaus richtig be- zeichnete „Lacker Linie“ wurde durch die Einflugnahme der Protektoren der Siidbahn zu Grabe getragen, obwohl gerade diese Bahnlinie den kommerziellen Interessen Osterreichs am besten entsprochen und der Monarchie die ihr gebiihrende, durch die geographischen 6 Verhaltnisse gewahrleistete handelspolitische Machtstellung gesichert und gleichzeitig Triests Entwicklung wesentlich gefordert hatte. Nach langem Zogern gelangte die Staats- verwaltung, auch mit Riicksicht auf den bindenden Handelsvertrag mit Italien, zur Erkenntnis, dag der Ausbau der Pontebba- linie den kommerziellen Interessen Osterreichs wie Italiens in gleich hervorragender Weise Rechnung trage, aber die Erkenntnis, dag unser einziges an der Adria gelegenes Han- delsemporium durch ein selbstandiges, von Privaten unbhangiges Eisenbahnnetz mit dem Innern der Monarchie verbunden werde, lieg lange auf sich warten. Und doch war schon damals jenes epochale, den ganzen Weltver- kehr in neue Bahnen lenkende Ereignis, die am 16. November 1869 erfolgte Eroffnung des Suezkanales, bereits eingetreten und damit der Fingerzeig gegeben, in welcher Richtung sich der groge kontinentale Handelsverkehr aus dem fernen Osten den kiirzesten Weg nach dem Norden und Nordwesten Europas suchen werde. Durch den Suezkanal nach 7 Frankfurt, Amsterdam, Bremen, Hamburg, nach Prag, Dresden, Berlin, Stettin hatte dieser Verkehr den kiirzesten Weg liber Triest gefunden! Dafiir fehlte das rechte Verstandnis zur rechten Zeit. Niedergehalten durch das driickende Monopol der Siidbahn, stagnierte die Entwicklung von Triest und die italienisehen Hafenstadte - Genua voran - konnten sich frei und unbehindert entwickeln und mit aller Gelassenheit auf die Fertigstellung der Gott- hardbahn (1882) und der Arlbergbahn (1884) warten, womit sich namentlich Genua auch des Handelsverkehres nach dem Norden Deutsch- lands, nach der Nordsee und deren grogen Seehafen bemachtigen konnte. Die Schwelle eines neuen Jahrhunderts mugte iiberschritten werden, um Osterreich einen zweiten Weg zur Adria und nach Triest finden zu lassen. Angesichts dieser nunmehr vollzogenen Tatsache bleibe die Frage uner- ortert, ob der von Agling durch das Isonzotal nach Gorz und Triest gewahlte Weg der best- gewahlte, der billigste war. Weit entfernt davon, die augerordentliche, sowohl militarische als 8 handelspolitische Bedeutung dieser neuen Bahn- linie auch nur im geringsten schmalern zu wollen, mug man sich, gerade in Anbetracht der zwiefach vorhandenen Wichtigkeit, stets vor Augen halten, dag dieser neugeschaffene, nach Siid fiihrende Schienenstrang nur ein- geleisig ist und dag dessen Umwandlung in eine zweigeleisige Bahn aus bautechnischen und wohl auch aus materiellen Griinden kaum in ernste Erwagung gezogen werden konnte. Die grogen, seitens unserer Staatsver- waltung im Laufe der letzten zehn Jahre ge- machten Anstrengungen, um, in richtiger Er- kenntnis der in friiheren Dezennien begangenen Fehler, die Triester Hafenanlagen entsprechend auszugestalten — und diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen —, berechtigen zur An- nahme, dag diese Aktion eine erfolgreiche sein und dag der Handelsverkehr liber Triest eine konstante Steigerung erfahren wird. Die Anzeidien sprechen dafiir und damit erscheint die Frage wohlbegriindet: Wird namentlich die Teilstrecke Triest-Agling den sich konstant steigernden Verkehrsanspriichen auch fiir die 9 weitere Zukunft gerecht werden konnen? Nicht minder berechtigt erscheint aber auch eine zweite Frage: Kann die Kriegsverwaltung zumal den Streckenteil Podbrdo-Gorz trotz der langs desselben getroffenen umfangreichen militarischen Sicherungsmagnahmen als inso- weit geniigend gesichert betrachten, dag im eintretenden Ernstfalle auf diese Strecke als Aufmarsch- und Nachschublinie mit der er- forderlichen Sicherheit gerechnet werden kann ? Mancherlei und gewichtige Umstande spre- chen daftir, dag diese Fragen bei kritischer Beurteilung der vorhandenen Verhaltnisse im negativen Sinne beantwortet werden miissen, und damit ergibt sich von selbst die Forderung nach Schaffung einer dritten, wirtschaftlich ebenfalls unabhangigen und gleiehzeitig mili- tarisch tunlichst gesicherten Bahnlinie nach Gorz und Triest. Um paritatisch vorzugehen, mug man in ahnlicher Weise auch die nach Triest fiihrende Linie der Siidbahn einer gleich kritischen Be¬ urteilung unterziehen und man gelangt hiebei zu dem Resultate, dag die Verkehrsverhaltnisse 10 auf dieser militarisch gewig vollkommen ge- sicherten Linie in einzelnen Streckenteilen aner- kannt schwierige sind, respektive, dag der Verkehr (abgesehen von vereinzelten, durch Schneeverwehungen am Karst verursachten Hemmungen), namentlich auf der den Laibacher Morast durchquerenden Strecke Franzdorf- Laibach und von dort weiter durch das Save- und Sanntal bis Cilli, trotz der seitens der Bahnverwaltung getroffenen umfangreichen und kostspieligen Sicherungsmagnahmen als kon¬ stant gefahrdet betrachtet werden mug. Die Betriebsdirektion und die Ingenieure der Siid- bahn, denen die schwierige Aufgabe zufallt, auf diesen Streckenteilen eventuell sehr bedeu- tende Betriebsstorungen hintanzuhalten, konn- ten zu diesem Kapitel hochst beachtenswerte Mitteilungen machen. Es darf also auch beziig- lich der Siidbahn das kommerzielle und mili- tarische Moment nicht unberiicksichtigt bleiben und es darf nicht vergessen werden, dag gerade die Siidbahn sowohl den derzeit noch immer einzig vorhandenen direkten Verkehr zwischen Triest und Wien besorgt, als auch 11 der Kriegsverwaltung - auch unter Hinweis auf unseren einzigen Kriegshafen Pola — als eine der allerwichtigsten Transport- und Auf- marschlinien zu dienen hat. Wenn ali diese Momente — denn mit Er- eignissen und Zufalligkeiten, also auch mit Betriebsstorungen mug gerechnet werden — einer streng sachlichen und vorurteilsfreien Erwagung unterzogen werden, wenn man sich vor Augen halt, welch groge materielle Ver- luste industrielle und Handelskreise erleiden, welch unabsehbare Folgen jedoch dem ganzen Reiche durch den Eintritt derartiger Betriebs- storungen, sei es auf der Siidbahnlinie oder der Wocheiner Strecke, im eintretenden Ernstfalle erwachsen konnten, so mug jeder unbefangen Urteilende zustimmen, dag nicht nur lokale Sonderinteressen, sondern vielmehr weit hoherstehende allgemeine Interessen vor- handen sind, die eine durch Klugheit und von weiser Vorsicht diktierte, weitgehende Sicher- stellung des Eisenbahnverkehres zwischen dem Innern und dem Siiden der Monarchie erheischen. Von diesem hoheren Standpunkte aus miissen 12 Staatsverwaltung und Reichsvertretung die Ausgestaltung des gegen Siid fiihrenden Eisen- bahnnetzes betrachten, parteilos beurteilen und die Schaffung neuer Verbindungslinien zwischen dembereitsbestehendenbinnenlandischenEisen- bahnnetze und unserer Meereskiiste beschliegen. Naheliegend erscheint es, wenn man bei der Trassenwahl fiir eine dieser neu zu schaffen- den Verbindungslinien auf jenes vor 40 Jahren iiber Auftrag des Triester Stadtrates ausge- arbeitete Projekt der „Lacker Linie“ zuriick- greift und dessen Ausfiihrung, selbstverstandlich mit mehrfachen, den geanderten Verhaltnissen Rechnung tragenden Abanderungen ins Auge fagt. Wie eingangs erwahnt, hatte die „Lacker Linie“ vonLaunsdorf iiber Bischoflack-Sairach- Prawald und Sessana nach Triest fiihren sollen. Angesichts des seither erfolgten Ausbaues der Alpenbahnen wiirde der Ausgangspunkt dieser neuen Linie nicht mehr Launsdorf, sondern Heilenstein (Strecke Cilli-Unterdrauburg) sein und die Trasse liber Stein-Krainburg-Lack nach Sairach fiihren, um dort an die projektierte 13 Bahn Idria-St. Lucia angeschlossen zu werden. Nachdem die Trassierungsarbeiten fur den Streckenteil Stein-Krainburg erst im kommen- den Friihjahre in Angriff genommen werden, kann heute die Baulange Heilenstein-St. Lucia nur approximativ mit 140 km und die ge- samte Streckenlange Heilenstein-Triest mit rund 240 km angegeben werden. Hiezu mug bemerkt werden, da§ sich die Notwendigkeit ergeben wird, den Streckenteil St. Lucia-Gorz mit einem zweiten Geleise zu versehen. Solite jedoch der vorerwahnte Anschlug, beziehungsweise der Ubergang aus dem Zeier- tale ins Tal der Idrjca, durch welches die Trasse Idria-St. Lucia fiihrt, infolge der vor- handenen schwierigen Terrainverhaltnisse auf bedeutende bautechnische Schwierigkeiten stogen und der Bahnbau im Idrjcatale selbst erhebliche Baukosten verursachen, so ware ein Alternativprojekt in Erwagung zu ziehen, welches geringeren Schwierigkeiten begegnen diirfte und sich mit dem vorerwahnten Projekte der „Lacker Linie“ grogtenteils decken wiirde. Diese von Sairach iiber Godovič und nach 14 Uberschreitung des Birnbaumer Waldes liber Prawald nach Senosetsch und Sessana gedachte Linie ware bis Senosetsch beizubehalten, wtirde jedoch von dort aus nicht iiber Sessana, sondern liber St. Daniel nach Gorz und beziehungsweise nach Triest fiihren. Die Bau- lange Heilenstein-St. Daniel wird approximativ 166 km und die gesamte Streckenlange Heilen- stein-Triest rund 200 km betragen. Die kommerzielle und wirtschaftliche Be- deutung der Bahnverbindung Heilenstein-Gorz- Triest geht teilweise aus den vorstehenden Ausfiihrungen hervor und ware noch durch den Hinweis auf die hervorragende Bedeutung dieser Linie fiir die westliche und nordwest- liche Steiermark und die unmittelbar an- grenzenden Teile von Oberosterreich und Karaten gleichwie fiir Oberkrain und einen Teil von Innerkrain zu erganzen. Die fiir den Triester Platz bestimmten bedeutenden Holz- transporte aus der westlichen Steiermark und aus dem ganzen Gebiete der Sanntaler, resp. Steiner Alpen, ferner der gesamte Waren- verkehr einer ganzen Reihe von kleineren 15 Industrieorten, die derzeit nur auf die Siid- bahn angewiesen sind, wiirden von dieser Bahnlinie iibernommen werden. Diese wiirde eine weitere bedeutende Alimentation, zumal in der Teilstrecke Heilenstein-Stein, durch die erst infolge des Bahnbaues beginnende Ex- ploitierung des reichhaltigen Kohlenzuges er- fahren, der, westlich von Stein beginnend, iiber Stein in das Tucheiner und Mottniger Tal streicht und dessen Kohle laut den von der k. k. Geologischen Reichsanstalt in Wien ge- machten Analysen als eine der besten Glanz- kohlen bezeichnet werden mug. Beziiglich der wirtschaftlichen Bedeutung der beiden Varianten St. Lucia oder St. Daniel unterliegt es wohl keinem Zweifel, dag der Variante St. Daniel der Vorzug gebiihren wiirde, denn maggebend fiir die Rentabilitat dieser Bahnlinie ist und bleibt der Triester Verkehr und die kiirzere Route. Der Trasse St. Daniel wiirde jedoch auch aus einem weiteren Grunde der Vorzug gebiihren, denn bei dieser Trassen- wahl wiirde ein Anschlug an die Siidbahn bei Adelsberg erfolgen konnen und damit 16 (via St. Peter) eine bedeutend kiirzere Ver- bindung zwischen dem Fiumaner Hafen und den westlichen Relationen iiber Bischoflack — sei es via Heilenstein oder Agling — her- gestellt werden. Die militarische Bedeutung beider Varian¬ ten zu beurteilen, sind ganz andere Faktoren als Schreiber dieser Zeilen berufen, doch selbst dem Laien erscheint die Herstellung einer dritten, unabhangigen Verbindung mit Gorz und Triest als ein Gebot der Notwendig- keit. Moge schlieglich St. Lucia oder St. Daniel gewahlt werden — unter allen Umstanden wird dieser dritten Linie im eintretenden Ernstfalle nicht allein ein namhafter Teil des Truppen- und Materialtransportes zufallen, dieser Linie wird vielmehr auch die prinzipielle Bedeutung zukommen, als Reservelinie fiir derartige Transporte zu dienen. Im Hinblicke auf Triest und Pola ware der Linie St. Daniel der Vorzug zu geben, in Bezug auf Gorz erscheinen wenig- stens dem Laien beide Varianten ziemlich gleich- wertig. 17 Nachdem bei der projektierten Trasse via St. Lucia auf die vorhandenen Terrainver- haltnisse und auf die daraus resultierenden bautechnischen Schwierigkeiten hingewiesen wurde, mug ausdriicklich hervorgehoben wer- den, dag auch bei der via St. Daniel gedachten Trassenvariante die Oberschreitung der Wasser- scheide in der Nahe von Sairach (bei VeharšČe) und die Uberquerung des Birnbaumer Waldes mancherlei bautechnischen Schwierigkeiten begegnen wird. Die Moglichkeit, ihnen wenig- stens teilweise zu begegnen, ware dadurch gegeben, dag — allerdings auf Kosten der Baulange - der Birnbaumer Wald mit einer bei Godovič beginnenden und iiber Hotederšic und Planina nach Prawald fiihrenden Schleife umfahren wiirde, was eine Verlangerung der Trasse um approximativ 10 km zur Folge hatte. Doch unter allen Umstanden mug man sich bei der Wahl und Beurteilung einer jeden aus dem Innern der Monarchie nach Gorz und Triest fiihrenden Trasse a priori mit der un- vermeidlichen Tatsache vertraut machen, dag 18 das unmittelbare Hinterland von Gorz und Triest ausnahmslos bedeutende Terrainerhe- bungen aufweist, dag sich demnach bautech- nische Schwierigkeiten ergeben miissen, die eine Losung verlangen, wenn man das ange- strebte Ziel erreichen will. Der im vorstehenden angedeutete, bei der Trassenvariante St. Daniel erfolgende Anschlug an die Siidbahnstation Adelsberg beruht auf dem bestehenden Projekte des Ausbaues der „Unterkrainer Transversalbahn", die als eine durch Untersteiermark und Unterkrain iiber Adelsberg und St. Daniel nach Triest und Gorz fiihrende Fortsetzung der Wechselbahn gedacht ist und iiberdies durch einen nach Herpelje fiihrenden Seitenfliigel eine weitere, direkte Verbindung zwischen Triest, be- ziehungsweise Pola und Wien herstellen wiirde. Dieser geplanten Fortsetzung der Wechselbahn wird die weitere Bedeutung zukommen, als Basis fiir die nach Dalmatien fiihrende Bahn zu dienen. Zu wiederholtenmalen wurden und werden auch heute noch Stimmen laut, dag der Bau 19 der neuen Alpenbahnen als ein von Oster- reich den westlichen Alpenlandern und Triest speziell dargebrachtes, schwerwiegendes Opfer angesehen werden miisse. Das Opfer als solches wurde gebracht und wird von nie- mandem bestritten werden, doch der Bau der Alpenbahnen war eine von der Staats- verwaltung und Reichsvertretung fiir Oster- reichs Handel und Industrie als notwendig anerkannte verkehrspolitische Magnahme und gleichzeitig ein dem ganzen Reiche zum Schutze seiner siidlichen und sudwestlichen Grenze entrichteter, langst fallig gewesener Tribut. In ahnlicher Weise wird auch die restliche Ausgestaltung unseres siidlichen Eisenbahn- netzes beurteilt werden miissen, denn Čster- reich besitzt nur einen Kriegshafen, nur ein einziges fiir unseren ganzen maritimen Verkehr bedeutungsvolles Handelsemporium an der Kiiste des Adriatischen Meeres. p — 9 Klelnmayr & Bamberg, Laibaoh. 195 ll ■ ■ . *