Cillicr W Zeitung Zeitschrift für Stadt und Land, uiit besonderer Rücksicht aus deutsche und slavische Interessen. Erscheint jeden Dinstag und Freitag Abends — Preis vierteljährig 1 fl. 15 kr.; mit Poü»er- senduxg 1 fl. 30 kr. Conv. Münze. "17. Verantwortl. Redaction: Bineenz Prasch, f. k. Professor. DinSiag am 24.Oct. Ig-tS. Wien. In der ReichstagSsiyung vom 13. Oct. zeigt Schuselka an, daß die ungarische Armee in Folge emeS Beschlusses des ungarischen Reichstages sich zu-rück gezogen habe. Die Stadt Cger erklärt in einer Zuschrift jeden, der den Reichstag verläßt, für einen Verrälber. Der Abgeordnete Sturm erklärt, bei seiner Gefangennehmung habe ihm ein StabSvfsizier erwiedert: In Wien gebe eS keinen Reichstag mehr, sondern in Wien beriethen nur die Mörder LatourS, über welche schon die Würfel geworfen seien. In der Abendsiyung berichtet Schneider, daß die Rationalgarden von Bit-litz auf ihrem Zuge nach Wien zu Prerau vom Militär entwassnet wurden. Nativnalgardist Walter wurde zu Stein gefangen genommen, und mit standrechtlicher Behandlung bedroht. Der Studentenausschuß erklärt neuerdings, für die Sicherheit des Reichstages sein Le-den einzusehen. Die Adresse an Se. Majestät wird unverändert angenommen. Über die Proklamation des Reichstages an die Provinzen entspinne sich eine Debatte, bei welcher insbesondere Feodorovich unter großen Bei-fall sich dabin äußert, diese Proklamation könne in Ga-lizien mißverstanden werden, übrigens seien nicht blos die zwei Heere feindlich; sondern der Reactionäre gebe rS unzählige. Ist der Reichstag auseinander gesagt, dann sei auch die Freiheit verloren. Wenn die Völker ihre Rechte noch nicht begreifen, dann könne sie auch der Reichstag nicht schützen. Diese Proklamation wird nun einer Commission zugewiesen nnd dazu erwählt für Oberösterreich Peiiler, Unterösterreich Goldmark, Galt-zien Feodorovich, Mähren Lheral, Böhmen Borrosch, Steiermark Wiesenauer, Küstenland Goriup, Jlyrien Lanner, Tirol Eredler, Dalmcnien Androvich. In der Sitzung vom 19. Oct. waren zuerst nur 163 Mit-glieder anwesend, steigerten sich aber im Verlaufe auf 193 und in der Abendsitzung auf 20-1, wodurch daS HauS beschlußfähig wird. Vom Gouverneur der Steiermark ist ein Schreiben angelangt, daß er mit Bedauern vernommen, mehrere steiermärkische Abgeordnete hätten in den Stunden der Gefahr den Reichstag verlassen; er ersucht um Bekaningebung der Abwesenden. Wiese-nauer ist dagegen, Smreker will, daß die Provinzen diejenigen kennen, auf welche sie nicht vertrauen können. KonigShofer ist dagegen. Zimmer äußert sich, diesem-gen. welche ihre Pflicht nicht erfüllen, sollen an den Pranger gestellt werden. Schuselka spricht vermittelnd, und das Ansuchen deS Gouverneurs wird gewähre. Schuselka berichtet, daß eS in einer heutigen Procla-maiion heiße, die Ungarn würden wiederkehren, sobald sie durch eine legale Behörde aufgefordert würden. Eine solche aber gebe es nicht, der Reichstag wolle nicht dem Kaiser den Krieg erklären und den Abfall einzel-ner Provinzen herbei führen. Die Ungarn hätte» sich auf den völkerrechtlichen Staudounkt gestellt und wie es heißt, unterhandeln sie ebenfalls in Olmütz um den Frieden. Zuletzt wird Goldmarks und Peitlers Antrag angenommen, daß für jene Abgeordneten, welche binnen 10 Tagen nicht zurückkehren, neue Wahlen auSgeschrie-ben werden sollen. Ueber daS Studenten Comite, dessen rastlose Thätigkeit und Mäßigung äußern sich die Wiener Zei-mng und der Lloyd gleichmäßig auf eine anerkennende Weise. DaS Comite, sagt der Lloyd, verlor nicht einen Augenblick seine wahre Stellung, welche ihm die Roch und die Verhälmisse der Zeit gaben, aus dem Auge, eS vergißt und vergaß nie, daß eS selbst nur eine Ver-mittlungSbehörde zwischen dem Volke und den noch be-stehenden Staatsgewalten war, und machte nie einen Versuch, trotz aller Gewalt, die in seinen Händen lag, sich zu einer Gewalt heraus zu bilden. Diese Mäßi-gung der kampfbegierigen bewaffneten Jugend verdient die Anerkennung aller Parteien. — Au6 den Verhandlungen dieses Comites entnehmen wir, daß aus Linz 160 Nationalgarden auf Seitenwegen angelangt sind, da sie daS Damvfboot, auf welches bei Stein geschossen wurde, verließen. Die Frankfurter Deputation der Linke meldet einen Protest gegen deS BanuS Invasion. Im Li- gourianer Kloster »ctftfit SOO Eimer Wetn aufgefunden und dem Gemeindttathe überwieset!. Bauern auS Röy und «fldetn Crtcn fragen slch wegen deS Land-fwrmeS an. AuS Baumzariesl nrtil' gftftcldes/ daß das Militär Haussuchungen vornehme, uth $ef Nationalgarde die Waffen abzunehmen. Die Bewohner MödlingS drücken ihren Schmerz aus über die Erpressungen der Truvpen. Man hat ihnen die Waffen abgenommen, dreimal gebrandschatzt, Victualien, Bespannung und andere Dinge mit Dolchen und Pistolen in der Hand abgefordert. ES wird der Antrag gestellt, die Sapeure, Burgwache, Areieregarde zu entwaffnen. Endlich geht der Bericht ein über die Kanonade vom 18. an der Marrer Linie, wo man neue Schanzen aufwerfen wollte. Bon Seite der Wiener wurden 2 verwundet, von den Croaten fielen mehrere, worunter ein Artille-rist an der Kanone. DaS Militär eilte auS InzerSdorf herbei, stellte sich vor der Spinnerin am Kreuz bis zur Larenburger Allee in Schlachtordnung auf, zog sich aber um 11 Uhr wieder zurück. (Dieser Umstand hat wahr-scheinlich die Reifenden zu dem Glauben veranlaßt, als habe sich Ielac:v vor den Ungarn zurückgezogen.) Die Sitzungen des GemeinderatheS nehmen eben-falls miser Interesse in Anspruch. Am 18. erklärte der Obercommandant in einer länger» Rede, man möge ihm auch die Vertheidigung der äußern Stadt nach seinen Ermessen überlassen, oder ihn für nicht» weiter verantwortlich machen. Die Stimmung sprach sich da--hin auS, die Ungarn nicht zu berufen. FernerS wurde in dieser Sitzung die Adresse an den Kaiser berathen und darin Entfernung Ielacic, Easernirung der volkS-freundlichen Truppen für Wien, und Entfernung der unverantwortlichen Räthe verlangt. Gleichzeitig hat auch die Nationalgarde sammt den zur Hilfe geeilten Wehr-Mannschaften von Brünn, Linz und Gray eine Adresse an den Kaiser gerichtet, mit der Bitte um Beeidigung deS Militärs aus das a. h. Patent vom 15. März und 15. Mai l. I. vorbehaltlich der allgemeinen Beeidi-digung auf die zu berathende Constilution; ferner um Bildung eineS volkSthümlichen Ministeriums, Rückkehr deS Kaisers, Organisirung der Nationalgarde auf Grund-läge eines tadellosen RufeS, Intelligenz oder Besitz nach einem vom Reichstage wenigstens provisorisch zu erlassenden Gesetzes und Verpflichtung der Besitzhaben-den zum Dienste; Redueirung der Garnison von Wien aus 10,000 Mann mit Ausschließung der Regimenter Nassau, Latour und Wrbna; Entfernung von Ielacid und Windischgrätz; endlich Erwählung von sechs Na-tionalgarden alS Adjutanten Sr. Majestät. In der Sitzung des GemeinderatheS am 19. wurde eine Adresse an Erzherzog Johann, nicht als ReichSverweser sondern alS Prinzen von Oesterreich um Vermittlung angenom men. Ein Fall, wo man eine Frau in der Stadt aus-geplündert habe, wurde einer Commission zur Unier-suchung übergeben. ^Die Stimmung scheint gedrückter, die Entwaffnung des Proletariats schwierig, die Kosten dieser Lage vbksch)vengliH. Die unermeßliche Kräft-äußerung der Äevolkerung gewährt citi erhebendes Bsld gegen den sich^ imrnrt^ enger ^beyden Gürtel der Da-zonette, aber dir Mch des alten SistemS, welchle^ das gegenwärtige Geschlecht in GeisteSarmuth uud Mangel an Thatkraft erzogen hat, lastet wie Blei auf den Ge-müthern. Indeß erstrecken sich die croatifchen Vorposten längs deS rechten DonauuferS von Siemering über EberSdorf bis MannSwöreh, und im Winkel über Schwe-chat, Kettenhof, RannerSdorf, Zwölfaring bis Pellen-dorf, und von da über Lanzendorf, BiedermannSdorf und HennerSdorf bis an den Wiener Wald mit dem Hauptquartiere Roihneusiedel zwischen Laa und Jnzers-dorf. Den Uebergang über die Donau nach Groß En-zerSdorf hat Jelaöiö bei der Insel Loban durch Bat-terien gesichert. AuerSperg hat mit seinen Vorposten den Wiener Berg gegen die Stadt besetzt. Döbling bat be-reitS viermal LebenSmittel und Geld liefern müssen. Ungarn. (Die ungarische LandeSver-theidigungS - Commission an die Bürger CroatienS!) Bürger CroatienS! Ein hundertjähriger Verband knüpft Croaten an Ungarn. Durch Jahrhun-derte theilte der Ungar mit dem Croaten gleich die Ge-schicke deS GlückeS und deS Unglückes. Am letzten Preß-burger Reichstage gewannen die Völker Ungarns aus-gebreitete Freiheiten; die Frobndieiiste wurden abgeschafft, zum Eigenthume deS Bauern ward jenes Feld, welches er früher alS bloßer Nutznießer bearbeitete. Der Adel des Landes übernahm freiwillig die öffentlichen Lasten, wodurch die bisher allein auf dem Volke lastende Steuer bedeutend verringert wird. Die Bewohner der Grenze sind gedrückt durch außerordentliche militärische Dienstleistung ; — der ungarische Reichstag befreit euch von diesen Lasten, weil er die Bewachung des Landes auf jeden Einwohner Ungarns und CroatienS ohne Unterschied der Geburt gleichmäßig vertheilt. Eure Nationalität und eure kroatische Muttersvrache werden nicht angetastet. Die Religionsfreiheit beruht auf der breitesten Basis. Und dennoch drang der abtrünnige Joseph Iellacii mit großer Gewalt ohne Ursache in Ungarn ein. Der allmächtige Gott verließ die gerechte Sache nicht; — das Lager des abtrünnigen Jelacii: wurde zerstreut. Tausende von euch sind unsere Gefangene geworden. Glaubt nicht, daß die Ungarn euch alS Feinde betrachten, denn sie wissen, daß ihr gezwungen wurdet zum Einbrauch. Darum verfahren wir auch jetzt noch mit euch, wie mit unsern Brüdern, und lassen euch befreit nach Hause ziehen zu euer» Familien; denn daS große Ungarnreich will dieses Mal seine Gefangenen begnadigen, wird aber jederzeit den Aufwiegler zu strafen wisscn. Gelt leite euch! Lasset euch in Zukunft nicht verführen, daS ist der einzige Wunsch und die gerechte For-derung der Landeömacht. Nur so könnt ihr glücklich und frei fein, wenn der Ungar und der Croale vereint die errun-gene Freiheit schützen. Bürger.' Die Großmuth des ungarischen Mutterlandes kann zur unerbittlichen Rache werden, wenn ihr euch nochmals unterfanget, gleich Raubhor» - 211 - den die Grenzen Anderer ju überschreiten. — Pestham7. Oktober 1343. Agram. (Am IS. d. langte hier die Nachricht an, eS haben einige Tausend Magyaren am 17. d. bei Kotoriba die Mur überschritten, die Insel eingenommen, unsern dort aufgestellten Landsturm verjagt und viele davon getötet. Obschon diese Nachricht im dienstlichen Wege nicht eingelangt war, so hat sie doch die Be-wohner AgramS beunruhigt, wozu meist der Umkand beigetragen hat, daß am 17. Nachmittag« die öffent-lichen Kassen auS WaraSdin hieher gebracht worden sind, waS jedenfalls aus übertriebener Besorgniß geschehen sein mag. Eine gestern durch den Stellvertreter deS 23a--nuS, Hrn. Emerich Lemulaj, veröffentlichte ämtliche Kundmachung hat jedoch die Gemüther vollkommen beruhigt; eS wird darin die Mittheilung deS eben in Waraödin befindlichen Hm. FML. Dahlen veröffentlicht, daß bei der theilweise abgebrochenen Dravebrücke daS auS Italien rückgekehrte Bataillon deS Otocaner Regiments nebst andern Grenzern mit hinlänglicher Artil-lerie aufgestellt sei, die übrige Linie der Drave aber ober und unter der WaraSdiner Brücke durch die Na-tionalgarten und Grenzer in hinlänglicher Anzahl der Art bewacht werde, daß kein Ueberfall derMagyaren ju befürchten steht; überdies werde General Todoroviv mit 14,000 Grenzern, die ebensallS zur Bewachung deS Kordons verwendet werden, am 20. die Drave bei Zau-rii: überschreiten.) Ueber den am 17. um 11 Uhr Vormittags wirf* lich geschehenen Ueberfall erfahren wir, daß nur eine geringe Anzahl Berittene (man sagt KomitatS-Pandu-ren) eine bedeutend größere Anzahl unseres Landsturmes überwältigt und in die Flucht gejagt, und den Haupt-ort Lakaturn besetzt habe, woran nur das feige Be-nehmen des Anführer» des Landsturmes, StuhlrichlerS B orn em issa, der sich überdies selbst zum Obersten avancirte, die Schuld trägt, der bei dem Anblicke der Magyaren, ohne ihre Stärke zu kennen und ohne einen Schuß gethan zu haben, die ibm anvertauten Leute schmählich verlassen und in wilder Flucht davonge-laufen ist, wodurch eö geschah, daß wie man sagt bei 200 Mann getödtet worden sir.d und die übrigen sich zerstreut haben. Ein junger Mann, Popoviü, soll ebenfalls getödtet und Jelak gefangen «'ein. Dieses eben so schmachvolle als sträfliche Benehmen hat daS Agramer Komitat um so mehr veranlaßt den Slublrichter Bornemissa vom Amte zu suspendiren und den Hrn. Verbancii: nach Waraödin zu beordern, um die näheren Details zu erhebe«, als überdies Bor-nemissa beschuldigt wird, sowohl während deS Marsches in Zagorien, alS auch auf seiner Station Erpressungen sich erlaubt und meist hiedurch auch den Aufstand deS Landvolkes auf der Insel und die Vertreibung unserer Nationalgarde hervorgerufen zu haben. Wir hoffen üb-ügcnS, daß die große nun an der Drave coacentrirte Macht daS so leichtsinnig aufgegebene wieder erobern und so die durch den ritterlichen Oberst Borne-miffa den cro«tischen Nationalgarden angethane Schmach wieder verwischen werde. A. Z. Frankfurt. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung erklärte Reichsminister v. Schmer-ling, die Commissäre Welcker und MoSle seien mit der Vollmacht versehen, alle erforderlichen Maßregeln zu treffen, zur Beendigung deS Bürgerkrieges in Wien und zur Herstellung des Ansehens der Gesetze Reichs-truppen nach Oesterreich zu senden, habe das Ministerium keine Veranlassung gefunden, doch feien die Com-missäre ermächtigt, dieselben zu requiriren, falls man sie für nöthig finde. Die allg. Zeitung schreibt: Bayerische Blätter wollen wissen, daß die Erzherzogin Sophie ihren Weg nach Bayern genommen habe. Wir bezweifeln dieß; nach der Stellung, welche die Erzherzogin S?phie im Rathe deS Kaisers einnimmt, dünkt eS uns unwahrscheinlich, daß sie in diesem Augenblick daS Hoflazer verlasse. Frankfurt. DaS ReichSgesetzblatt vom 10. Oct. enthält eine Verordnung, betreffend die Beschaffung von 5,250,000 fl. zur Gründung einer deutschen Marine. Hiervon entfallen auf Oesterreich 1,566,133 fl. 33 kr., Preußen 1,530,636 fl. 50 kr., Bayern 537,939 fl. 51 kr., Würtemberg 230,432 fl. 26 kr., Hannover 215,599 fl. 12 kr., Sachsen 193,193 fl. 49 kr., u. s. w. Auf Liechtenstein entfällt ein Betrag von 916 fl. 1 kr. Brünn. 13. Oct. Unsere auS Wien zurückgekehrten Garden wurden in Lundenburg nicht blos entwaffnet, sondern ihnen sogar ihr Geld, Pretiosen, Wäsche abgenommen. Die Aufregung in der Stadt war hier-über ungeheuer, eS wurde Allarm getrommelt, die Haupt-wache durch die Garde beseht, daS Militär von der Garde in die Easernen eScortirt und von allen Seiten rücken die Garden der umliegenden Ortschaften in die Stadt. Bringt die Deputation, welche nach Lundenburg abgegangen, keine befriedigende Nachricht, so erhebe sich der Landsturm in Massen. Der Telegraph ist in Händen der Nationalgarde. AuS Fürstenfeld berichtet mcn, daß die Ungarn den rückkehrenden Croaten unter Thodorvvich den Ein-tritt in ibr Land verweigerten, worauf daS ganze CorpS der F. M. L. Nugent an sich zog. Nachträglich schreibt man auch auS Gleisdorf, daß vor den Croaten alle Hausthore geschlossen wurden, und daß von denselben durchstochene und blutbefleckte Kinderwäsche zum Ver-kaufe auSgeboten wurde. Wien. In der ReichStagSsitzung vom 20. Oct. berichtet Schuselka über die Behandlung der Brünner Nationalgarde, nnd daß'auch jene von Prcrau, Lun-denburg, Liesing entwaffnet, auch letzteren noch überdies 56 eigenthümliche Gewehre fortgeführt worden seien. Hierüber wird AuerSverg aufge'ordert, die Waffen zu- rück zu erstatten, da die Nationalgarde ein vom Kaiser sanctionineS Institut sei. Gegen die Abschneidung der LebenSmittel an der Taborlinie wird energisch protestirt, da Sr. Majestät selbst dem Reichstage die vollste An-erkennung gezollt habe, dieser aber bei einer Hungersnoth Rübe und Ordnung nicht aufrecht erhalten könne. Dem Gemeinderathe werden abermals 200,000 fl. zuge-wiesen. In der ReichStagSsitzung vom 21. Oct. wird über dic FnedenSmission der ReichScommissäre auS Frank» furt berichtet. AuerSperg hat geantwortet, daß Fürst Windischgrätz zum Oberbefehlshaber ernannt worden sei; die Entwaffnung mehrerer Gemeinden sei nur eine Vorübergehende Maßregel. Hierauf verliefet Minister KrauS daS unten folgende kaiserliche Manifest vom 19. Oct. (DaS Manifest vom 16. Oct. welches in Neu-statt gedruckt wurde, und worin die Wiener als Re-bellen erklärt, die Eoncentrirung der Streitkräste nach Wien, so wie die Ernennung dcS Fürsten Windischgrätz zum Oberbefehlshaber aller Truppen mit AuS-rahme der italienischen Armee, bekannt gemacht wird, scheint der Reichstag unberücksichtigt zu lassen.) Ein Gesuch der Stadt Tarnov um einen eigenen Vertreter wird genehmiget. Andere Gesuche auS Wahlbezirken in Oberösterreich, daß die Landbewohner beim jetzigen WahlmoduS zu sehr begünstiget seien, werden dem Lon-stitutionSausschuße zugewiesen. Die Nationalgarde von Cteyer hat 400 fl. C.M. als UnterstüyungSbeurag übermittelt. Wir theilen hier daS obgenannte Manifest mit: Wir Ferdinand der Erste, constitutioneller Kaiser von Oesterreich, König von Ungarn ,c. ?c., entbieten Unseren getreuen Völkern Unseren väterlichen Gruß. Durch die blutigen Ereignisse, welche seit dem 6. die-seS Unsere Haupt- und Residenzstadt Wien in einen Schauplatz anarchischer Wirren umgewandelt haben, auf daö tiefste betrüb», und in Unserem Innern erschüt-tert. sahen Wir UnS genöthiget, Unseren Sitz zeirwei-lig nach Unserer k. Hauptstadt Olmütz zu verlegen. Mit gleicher Betrübniß erfüllt Unser Herz die eintretende Nothwendigkeit, zur Wiederherstellung der gesetzlichen Ord-nung und zum Schutze der an den GräuelndeS AusstandeS nicht betheiligten Staatsbürger militärische Maßregeln zu ergreifen; doch wollen Wir, daß in der Anwendung dieses UnS abgerungenen äußersten Mittels nur so weit gegangen werde, als eS zur Herstellung der Ruhe und Sicherheit und zum Schutze Unserer getreuen Staatsbürger, so wie zur Aufrechthaltung der Würde Unseres konstitutionellen Thrones nöthig sein wird. ES ist Unser fester unveränderlicher Wille, daß die Unseren Völkern gewährten Rechte und Freiheiten, wenn sie auch von einzelnen Böswilligen oder Mißgeleiteten mißbraucht worden sind, in ihrer ganzen Ausdehnung ungeschmälert bleiben, und Wir verbürgen solche neu- erdingS durch Unser kaiserliches Won. Auch wollen Wir, daß die von dem constituirenden Reichstage bereits gefaßten und von UnS sanctionirten Beschlüsse, namentlich jene über die Aufhebung deS Unterthans-verbandeS, der Entlastung und Gleichstellung deS Grund-besitzeS gegen die im Prinzipe vom Reichstage aner-kannte billjge Entschädigung aufrecht erhalten, und Unserer bereits erlassenen Anordnung gemäß in Vollzug gebracht werden. Eben so ist eS Unser fester Wille, daß das begonnene Verfassungswerk von dem konstitu-irenden Reichstage in einer der vollen Gleichberechti-gung aller Unserer Völker entsprechenden Weise ungestört und ununterbrochen fortgesetzt werde, damit solches in Bälde Meiner Sanktion unterlegt, und einem gedeilichen Ende zugeführt werden könne. Dieses möglich zu machen, wird der Gegenstand Unsere? ernsten Sorgfalt sein, und wir rechnen dabei auf die Einsicht, Anerkennung und bewährte Loyalität unserer treuen Völker. Gegeben in Unserer k. Hauptstadt Olmütz, den 19. October 1348. Ferdinand m. p. Wessenbergm. p. Frankfurt. Das Auöschußgutachten in den vster-reichischen Verhältnissen geht dahin, nach Maßgabe der Nothwendigkeit die weiteren Maßregeln zum Schutze der deutschen Interessen zu ergreifen. Heute kam der erste Artikel über daS Reich zur Berathung, und eS wurde der erste §. in folgender Fassung angenommen: DaS deutsche Reich besteht auS dem Gebiete des bis-h erigen deutschen Bundes. Die Verhältnisse deS Her-zogthumS Schleswig und die Gränzbestimmung im Groß-herzogthume Posen bleiben der definitiven Anordnung vorbehalten. — AuS Berlin geht die Nachricht ein, daß in einem Kampfe der Arbeiter und Bürgerwehr 20 Todte und eben so viele schwer Verwundete gefallen seien. AuS Marburg berichtet man uns, daß die Eroaten sich durchaus keine Eicesse erlaubten und von den Bewohnern gastfreundlich aufgenommen wurden. Die Uebergabe von Osoppo haben wir schon am 17. berichtet. Die Besatzung, an 360 Mann stark, streckt die Waffen und wird bis an die Gränze eScor-tirt. In Mailand herrscht Aufregung, und man will wissen, daß unsere Truppen den Tessin überschreiten sollten. Nach den neuesten Wiener Nachrichten schien eine Versöhnung in Aussicht zu stehen, obgleich ein Einmarsch der Ungarn neuerdings behauptet wurde. Das Proleta-riat war größtentheilS in die Vorstädte verlegt worden. Die Proklamation deö ReichöverweserS athmet eben-falls eine versöhnende Sprache, und es wird darin dem Einmärsche von ReichStruppen widersprochen. Die letzte Deputation war Sr. Majestät nicht persönlich vorge-stellt worden. Bei Iedlersee haben die Truppen ein La-ger gebildet, die Avantgarde liegt bei dem Rendezvous, die Hauptrupve seitwärts von Etammersdon. Das croa-tische Lager ist bei Zwölfaring. Schnellpressendruck und Verlag von I. B- Ieretin. Zntelligelizblatt zur Cillier Aeit»ma. ....zeigen jcfcr An werden gegen Entrichtung der JnsenionSgebühr für die gesvaltene Cieerozeile " ciiiinaltge, 4 kr. für zweimalige und 5 kr. für dreimalige Einfcfcaftuiu im bieiiaen Verlas - j- ... 0.IT-...... -.......... mit 3 fr. für für dreimalige Einschaltung im hiesigen Verlags ZeitungS Comptoir des I. B. Je retin angenommen. >i'«. :<:s. DinStag den 24. October 1848. Än mnne Ä^ngekoinmen in Olmü?, wo ich vor der Hand zu verweilen gesonnen bin, ist eS meinem väterlichen Herzen Bedürfniß, die wohlthuenden Bewei>e treuer Anhänglichkeit, welche ich auf meiner hierherreise von dem Volke allenthalben crl'alten habe, anzuerkennen. Wenn ich in Milte meiner Soldaten reiste, so geschah eS darum, weil Übelgesinnte daö Land durchziehen, nnd ich nicht allenthalben mich von meinem treuen Volke umgeben finden konnte. Landleute meiner Staaten! vertrauet auf Eueren Kaiser — Euer Kaiser vertraut auf Euch! Die Bcneiungen. welche das bereits erlassene Gesep bezüglich der frühern untenbänigen, auf Grund und Boden ge-hasteten Leistungen, alS: Robot, Zeh'mt :e.. Such zugesagt hat, sind Euch gesichert, und ich erneuere Euch dieß.-falls mein kaiserliches Wort,, fo wie ich eS während meiner Reise mehrere Male mündlich kundgegeben habe. ES ist mein fester Entschluß, Euch diese Befreiungen zu wahren. Seid daber ruhig und unbesorgt, meine treuen Sandlente! und wenn es Menschen gibt, welche daS Wort Eueres Kaisers in Eueren Augen zu vn> dächtigen suchen, so sehn sie alS Berräiher an mir und an Euerem eigene» Wohle an, und benebmet Euch hiernach. Olmütz, am 15. October 1348. Ferdinand, /m p. Wessenberg mp. ii z ei«?e. Um einem vielseitigen Verlangen zu enlsvrcchen, werden auch einzelne Numern der Cillier Zeitung zum Preise von 4 kr. CM. abgegeben. Zugleich werten so lange der geringe Vorrath reicht, noch fort' während Pränumerationen angenommen, und dic frü-Herrn Blätter nachgeliefert. Cillier Zeitung? C o m p t o i r. Folgende Zeitschriften werden von Seite der Redaction um billige Vergütung zum Lesen abge-geben: Allgemeine österreichische Zcitung, Oesterr«. chncher Llovd, Wiener Postillon, Zwanglose Blätter für Oberösterreich, Grayer Schnellvost, AgramerZei-tung. Laibacher Zeitung, der Südungar, Zeitschrift auS TcmcSvar, der Serbe, Zeitschrift ans Belgrad. Haus Verkauf. 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