----->5?------>^ >>< ' > <»-----.^^..,,,,^,^ ^ro. 45. , '789. ' Laibacher ^ Dienstag den 3. Wintermonat. ' Inländische Nachrichten. L^ibach, öen 29. IVcinm. Gestern hat eine Gesellschaft hiesiger Theaterfreunde , die Widersinn, und edle Denkungs-art gleich auszeichnet, uns abermal einen rühmlichen Beweis ihrer thätigen Menschenliebe gegeben; denn über alle Vorur-theile weggesetzt, hat sie im Landschaftlichen Theater zum Besten des Armeninsti-tuts das Lustspiel in 5 Auszügen / genant: Die Erbschaft, oder d^S wunderliche Testament , mit ungetheilten Venfalle aufgeführt. Das gan;e Schauspielhaus war von Menschen, Schulter an Schulter ge-drangt, so besetzt, daß noch eine Menge des herbeyeilenden Volkes davon, um allem Unglücke vorzubeugen, mit Gewalt «bgehalten werden mußte. Die Einnah-Me betrug 271 fl., die sogleich in die Armenkajfa abgeliefert wurde. Edle Menschenfreunde! empfanget hier öffentlich dafür den wärmsten Dank,jden euch der Ar-we aus einer morschen Hütte / dm euch die vom Eigensinn eines Heuchlers mit dem Fluch belegte Thalia, den euch das ganze hiesige Publikum zinsct; der Arme durch eure Wohlthat unttrstützt fühlt minder sei-ue Bürde; die Thalia an cure Arme geschlungen sicht ihre Ehre wider alle Schmahsucht gerettet, und uimmermel-? soil es gesunder Menschenverstand waqcn Thaliens'Pflegfinder für Kinder der Fin-! sterniß, und ihre Freunde für Verlornes Schaaffe zu halten : das Publikum end« lich durch cuer vortres!ich?s Spiel, wo ihr Natur, und Kunst schwesterlich vereinbaret habt, bis zum Entzücken gerührt, findet sich auf jenen Grad des Vergnügens erhoben , der dem Menschen Ehre macht. Am 27. d. Abends wurde auf der Tricster Strasse Milchm Loitsch , lind Pla-nma ein griechischer Priester in seinem Wagen durch einen Räuber erschossen; sogleich liefen 12 derer mm Wag n herbey; sein Herzoglich den Schlüsirl zum Reiskoffer; ' Iie nahmcll die int selben befindlichen 200. ! kaiserliche Dukaten heraus, und liessen die ^ übrigen ftmt Wagen , und Pferd ohn? ih- ' Nen was leides zu thun, wnter fortreisen. ! /; Sc. Maj. haben , laut eines Schreib (üs ^ 'aus Wien dem, wie neulich in der ,B eylage zur Laibacher - Zmnng fNro. 37. gesagt worden, weg.'u seiner ,beym Slnrme an die Vorstärde Belgrads ausnehmend bewiesenen Tapferkeit zum Generalmajor vor den übrigen beförderten Ka-jetan Gr. v. Lichtenberg die gewöhnliche Karakteurs-Taxe nachzusehen geruhet. "N)ien, den 28. N?einm. Se. Maj. haben den Hauptmann des Karlsiädler Szlu-incr Gräninnfantcriercgimcnts Anton Kot-tas in Rücksicht seiner dem durchlauchtigsten Erchause dnrch mehr als 30 Jahre und besonders im gegenwärtigen Kriege ruhmvoll geleisteten und noch fortzusetzenden Feld-und Kriegsdienste in den Erblandischen Adelstand mir dem Prädikat von Heldenberg zu erheben geruhet. — Der Monarch hat auch auf das erneuerte Zeugniß des F. M. Loudon, daß der Feld-!narschallliel!tt!:al?t Grafvon Vrowne, bey dcr Eroberung von Belgrad sich durch kluge Einsicht, und durch Tapferkeit Vorzüge lich ausgezeichnet hat, denselben zum Feld-zeugmeister befördert. Bey d^m Hoskriegsrath hat der Archivar Hagel, dann der älteste Kanzellist Hager von dem Monarchen wegm ihrcr über >o Jahre geleisteten Dienste einen goldenen Pfening erhalten. — Der Herr Feldfrieqskommissaire Balthasar ist jltbilirt, und statt dessen der Komisiariatsoffiner Haring :um Feld?riegs^o:umi!saire befördert worden. — Zu den jüngsthin '.ve^en Belgrads Eroberung hier g?q?benen Festinen gehört vorzüglich die M'".M?nfr?lmd-^ liche Handlung der allgemein geschätzten ^r. Feldmarschallinn Bar. v. Zoudou / die wegen des durch ihres Mannes Heldenarm erfochtenen, und durch das Gebeth der Armen unterstützten Sieges 12. Arme Knaben ganz neu gekleidet, und jedem noch dazu ein Stück Geld gegeben hat. Se. Majestät haben unter den 16. Oktober dem 83 jährigen Greise, Ferdinand Odcrmcyer der k. k. Hanpt - und Residenzstadt wirklichen Qbersteueramts - und Höft cmartmsverwalttr in Rücksicht der von lhm durch Volle 52. Jahre geleisteten treu-en, und eifrigen Dienste eine grosse goldene Denkmünze, unter den huldreichsten Ausdrücken , als einen Beweis Ihrer allerhöchsten Zufriedenheit in Gnaden überreichen zu lassen geruhet, welche demselben in voller Amtssitzung, zugleich mit einer goldenen Denkmünze des Magistrats, nebst einem Belobungsdekrete eingehändi-gec rvmde. Seine kaisers. Maj. haben dem Hrn. Karl Leonhart Lühmann, vormaligen Kö, liiglich - Dänischen Lieutenant, und Eigenthümer des Erbguts Galkow in Schwedisch - Pommern , den Adelstand des heil. röm. Reichs mit der Benennung v. Lutz-mann allergnädigst zu verleihen geruhet. ^-Ingleichen haben Se. kaiserl. Maj. aller« gnädigst geruhet, den Königl. Preußischen Kriegs - und Domainenrath Aemilius August Gerhart Edlen v. Culemanu, Erb« iehcn, und Gerichtsherrn zu Bennngero' de im Fürstenthnm Blanckenburg in des H. R. R. Nitterstand zu erheben. Aus allen Provinzen, allen Stadtttt, selbst aus geringen Orten, und D'^feul gchen Nachrichten von Freudenfesten, M'd Fcyerlichkckm ein, wo.il Koburgs Stt^ gc, und Londons Eroberung der."i'^P warm. An vielen Orten begnügt 'ub del-^ Patriotismus nicht blos wit vor^,bcrge-landen H'l.euden.'eicüeu . souderu sucht onlc/ U Wohlthaten die Fmwe I zu verlängern, und zu verewigen. In » Ofen und Pest ist unter der Bürgerschaft U eine Subslnpzion auf Wein gemacht, l und sind bereits über 1140 Eimer zur « Vertheilung an die tapfern Einnähmer der R Festung Belgrad abgesandt, auch isi in R letzterer Stadt eine GeldsubskripMN für » die Wittwen dcr bey der Belagerung Ge-> bliebencn eröffnet worden. Zu Prag hat » eine Gesellschaft bereits eine ansehnliche » Summe zusammengelegt, um dem Feld-» warschalle Baron v. London zu Prag eine Bildsaule aus Erz zu errichten, wozu noch Beytrage angenommen werden. L.mz, den is. N)emm. Gestern früh langte hier die frohe Nachricht von Belgrads Einnahme ein, und des Nachmittags um s. Uhr ritt schon der Ober« postkontrollor, mit 2 PosiozWeren, und 8 Postillionen unter lautem Jubel aller Einwohner ein. Diesen Zug zu verherrlichen , begleiteten ihn verschiedene Patrioten zu Pferde. Nach 6. Uhr wurden in der ganzen Stadt alle Fenster beleuchtet ; um 8 Uhr zoM bii Bürger unter Militärbcdecklmg und prächttg-r Musik mit den Bildnissen Sr. Majestät, und des Feldmarschalls Bar. v. Loudon, von Fackeln umgeben, durch die Strassen auf das Nachhaus, wo auf Kosten der Bürger Frcnball gehalten Wurde. Der Jubel des Bolks gewahrte ein Schanspicl, das ^cn Einwohnern cben so vi.'lc Ehre ma-chcv, muß, als die unglaubliche Ordnung, in dn das Volk sich..von selbst erhalten hat. Scmlu, , bcn 17. N)ei,im. Ml 11. d. ist das T? Dtum über die Einnahme Belgrads auch hier aus 42 Kanonen zu Land, und zn Wasser qefeyert worden. Die ganze.Zonaufiott!,' stand un^r wäheMn 8'^ügcn, ul^^val^uinH^M'e, und machte den Anfang des FretldenschsWns, wilches durch ein Maliges Lauffeuer verherrlichet wurds. — Dcr F. Z. M. Clair-fait, hat sich von seiner Unpäßlichkeit beynahe ganz erholet, und wird nächstens wieder seinen Hosten beziehen. Der F. M.L. Fürst Anhalt - Köthcn ist heule Frühe mit Tode abgegangen. Der Hr. OberstsieutenantHofmann vom Ingcnieurforps, der vorhin Direkteur der Fortifikazionen allhier war, hat die Di-rckzion des Fortifckazionsbaues in Belgrad nhalteu. Der Hr. Oberstlieutenant Lie-derskron vom grossen Geueralstab soll zum Baudirektor, und Wiederherstellung derVor-stadte besiir.imt, und beyde sind vor 2 Tagen schon von hier dahin abgegangen. Sie haben Veschl allcs ans das schleunigste, und dauerhafteste herzustellen^ welch s uns einen längern Besitz der eroberten Festung vermuthen läßt. Zchn Bataillonen Infanterie werden den Winter hindurch die Besatzung von Belgrad ausmachen. — Ei bcsiättigt sich, daß der Angriff auf Or-sova noch in diesem Herbsie Statt haben werde; und der General Gr. v. Wartcns-lcben, der eine Ve:siärkung von 8oco. Mann erhalt, isi bestimmr, diese Festung von dem Berg Allion aus zu bombardieren , da indessen die bey Belgrad gebrauchte Flotille sie von dcr Wafsirseite beschießen wird. Vcsgrvd, den 12. N?emm. Um vh im Namen des kommandir^nden Prm;en über wichtige Angelegenh.'i^n mit ihm m besprechen, und besonders über den -Pmikt, wie man die Türken über die Donau jagen, und diese zwey Provinzen sich. gänzlich untt»? werfen könne. Unser General wurde von dem Fürsten mit ungemeiner Höflichkeit ^ empfangen, indem die Armee zu Land ihm zu Ehren ausrücken, und exercirett mußte, wobey nach und nach auch sOO Kanonen zur Begrüßung des k. f. Generals , als eines hochgeschätzten Gastes, abgefeuert wurden. Man sa.)t, daß dee Graf kaum Worte genug finden könne, um die Ehrenbezeugungen, die ihm von dem Fürsten von Potemkin , und von allen vornehmen Nuisen nach d m Beyspü-le des Oberbefehlshabers erwiesn wurden, zu bezeichnen. — Privatbriesen ans 'Pe? tersbur.'j zu Fogse ist der Prinz Nassau, da nun der Feldzug der Galeerenftotti geendigt ist, nach St. Petersburg zurück gekommen/ und hat von der Kaiserin zum Zeichen Allerhöchstdero Zufriedenheit, ein Geschenk von zoDOO. Rubeln erhalten. Berbir, den 15. N)einm. DieVatl-jalukcr müssen vielleicht für diesen Herbst noch vom Hrn. F. M. London einen Besuch wittern; daher sind sie dermal recht sehr mit Füllung unzähliger Schanzkörbc, und Ausbesserung, ihrer Wcrker beschäftiget. Zu diesen Arbcitcn werden die Unterthanen der umliegendcn Gegmd mit Ge< walt getrieben. , Der Vafcha von Travnik wurde durch, die Nachricht, daß, B.'fgr^d erobert,,Semendria, und Passarovitz siH an F. M. Loudon ergeben haben, äusserst betrogen , und scheint bereits für Bosnien zu.Merrl; daher hat er alle s«'^ Truppen etwas engtr zusamnnngez?Zen -und eineu Eilbothen an den Div.^i nach Konstantinopel sowohl, als a^ch an den Bascha von Skutari mit dem Gesuche ab-geschi-kt, daß ihm schleunigstHilfstruppw ugckshickt werden. _____,........— Wird alle Dienstage nachmitt,.i »„n 2. 'tt>r^ulf dem" Plaste ^ro. 135. in der U von Dem!na.^sib^> Buch!)^-,dl^ng ausgegeben.