LMcher »'u^ Zettmg. Freytag den n. Winterm. 1791. Inländische Nachrichten. N)l?n den s. Vl)mterm. Nachdem Se. k. f. Maj. die Finanzgeqenstande, welche bisher gemeinschaftlich mit den politischen , bey der böhmisch « österreichischen Hofkau zley behandelt wurden, von dieser zu trennen, und zu derselben Behandlung eine besondere Hofstelle zu errichten dem Beßten des Staates angemessen befunden haben, so ist nunmehr auch die Trennung des bisher gemeinschaftlichen Dienstpersonals erfolgt, und hat die neuerrichtett Finanzstelle das ihr bestimmte unter dem Namen Bankohaus bekannte Hofgebaiide in der Singerstrasse bezogen, wo vecwi-chenen Montag auch zum ersten Male Nathssitzung in Flnanzsachen, unter dem Vorsitze des k. auch k. k. Hofkammerpra-sidenten , Grafen v. Chotek, gehalten worden ist. Dieser Sitzung haben der allerhöchsten Anordnung zu Folge , auch die ungarischen und siebenbürgischen Hofrathe in Kammersachen, mit dem Viceprasiden» tcn dieser Finanzstelle, Grasen v. Mojlach, beygewohnel. — Nachdem Se. k. k. Maj. dem bisherigen ersten Kreiskommissar in Galizien , Joseph Graf Wratislaw von Mitrowitz , in gnädigster Rücksicht auf dessen ausgezeichnete Fähigkeiten und gute Dienstverw?ndllng, bereits unter dem 6. August d. I. die erste in Böhmen in Er« lediglmg kommende Gubermalralhö - oder Kreishauptmannsstelle zuzusichern a/ruh«t haben , so ist dersel^? »ummehr zum Nreis-hauptmann »m Klattan-r Kreise ernannt worden. — Se. k. k. Maj. über den von dem Oberdirektor des hiesigen Armminsii-tutes gerühmten Eifer HMchey düsem Institute unentgeltlich allgestellten Armenvaler und Rl'chnungsführer, dcrln Zahl sich auf 82 belauft, habm zum Zeichen Ihrer al« lerhöchsten Zufriedenheit, niit den von ihnen bisher' geleisteten Diensten, und z» ihrer ferneren Aufmunterung ^einem jeglichen derselben die grosse bey Gelegenheit der römischen Krönung geprägte, und mit dem Brustbilde allerhöchst Sr. Maj. geziert? silberne Denkmünze allergnädigst be-handigen lassen. — Der Freyherr von Trenk soll sich hinbegeben dürfen, wohin er wll, und in den k. k. Staaten gegen Zurücklassung ftin.-r Pension Bücher schreiben/können , wo und wie es ihm unter gehöriger Censur beliebt. Geht er aber' aus dem Lande, und scine Frau will hier verbleiben, so wollen ihr Se. Maj. die Pension desselben ganz überlassen, damit sie nicht unter dem unruhigen Geiste ihres Mannes leiden dürfe. Wieder ein edler Zug von Großm'.tth in dem Charakter Leopolds des Zweyten. — Se. Maj. haben unmittelbar mit dem k. Spanischen Hofe einen Kontrakt auf 6 Jahre, vom i. Vrachnwnats 1792. angefangen , qe-schlosscn, vermöge dessen dem letztcrn jahrlich 826Q Ccntner O.ucckfilber, zu na Psund der Centner, aus d?n Bergwerken von Idria überlassen werden. — Der Sekretär des Herrn Generals und Garde-kapitäns Grafen von Khev-nhüller hatte dieser Tage das Unglück', sich aus Unvorsichtigkeit mit einem Gewehr auf seinem Zimmer durch und durch zu schießen. Trieft den 1. winterut. Am 21. Wtinm. isi der rußischkaiserliche Major v. Heß zur Sce daselbst angekommen, nachdem er 6 Wochen vorher sich auf einem besonderen Fahrzeuge eingeschifft hatte , um den , die kaiserl. FloMe im Mittelländischen Nr. mn sich daselbst zu Betreibung seiner eigenen Geschäfte aufzuhalten; allein er muß sich gehörig ausweisen können, daß e>r keinen besondern Austrag habe. 4) Man hat dem Hrn. Marquis bereits Nachricht gegeben , daß man die französischen Soldaten , welche ohne Pässe durch die Niederlande reisen, als Desntturs betrachten, und baß man sie aufVtrlangen, zu Folge d^s bestehenden Kartels, ausliefern würde. Dieses ist ein Grundsatz, von dem mau nicht abgehen kann. 3) Man hat dem Marquis de la Queille auch zu erkennen gegeben, daß Ihre königl. Hoheiten, die Generalsiaathalter, auf keine Weise darein willigen können , daß sich französische Edelleute , Offizier? und andere in Haufen versammeln sollen. Der Herr Marquis wird deshalb sogar gebcten, dafür zu sorgen , daß dieses von den französischen Auswanderern auf keinerley Weise geschehen möge, weil man es schlechterdings nicht dulden könnte, sondern, um es zu verhindern / Gewalt brauchen müßte. Lembrrg den zc>. V)emm. Er ist uns willkommen der brave Mann, wird auch mancher redliche Ausländer sagen, wenn er den kurzcn Auszug von der Rede liefet, welche jüngst Herr Anton Lukas, Weltpriesicr und Katechet, an der hiesigen hohen Normalschule hielt. Er sagte unter andern : " Mit dem Naturmenschen wird die Neugierigkeit in ihm gebohren. Dieses scheu wir an Kindern, Jünglingen, Männern, und Greisen. Mit jeder Stuffe des Mklischlichcn Alters steigt auch die Wißbegierde in dem Menschen, und dieser haltn wir unser Glück oder Unglück zu verdanken, je nachdem die Geistpekrafte geleitet werden, und je nachdem man diese äligebohrne Begierde, zu wissen , zn befriedigen sucht. Die erhabensten Gegenstände, mit dencn wir unsern Gnsi beschäftigen, haben ihr Ziel , .welches uns vorschreibt, nie wci c<- zu gehrn. Wer sich über die alisg.stcckten Grcu^n waqt, ist ein Bösewicht oder ein Narr. Die heilige Religion saqt unk, wo unsrre Vcr-nuust mit ihren Bcmühmlgeu in geistlichen und weltlichen Sachen still stehen soll., - ungeoiM^olze Einfalt ist die Tochter der Narrheit, und die religionslose Bosheit ist die Schwester der Raserey. Der Narr, uud der Bösewicht argern sich aus ganz verschiedenen Ursachen über das Gute : der Narr, weil er es nlcht versteht, der Bösewicht aus verdorbenem Herzen. Dieser Grundsatz ist so richtig / daß wir nicht nöthig haben, den« selben aus der Geschichte aller Zeiten zu beweisen. Wir hören alle Tage ^ wie der 3larr und der Bösewicht auf dieser Welt handeln. In den Zeiten des finstern Hei-denthums mußten sich die ersten Christen in Höhlen verbergen, um da den wahren Gptt anzubeten. Heute in den hellsten Zeiten in denen alle philosophische Sekten, alle Künste und Wissenschaften es auf den höchsten Grad gebracht haben, wird der wahrhaft aufgeklarte Mann verborgene Winkel suchen müssen, um da vor philosophischen Gleißnern , vor zweyzüngiqen Resigionslehrern, und einer gewissen Klasse Menschen, die man Leute von der freien Welt nennt, sicher ftyn zu können. — Per Aufgeklarte nach der feinen Welt hat keine Religion Er heißt die Ceremonien der frommen Gebrauche der Kir-che, Gaukeley; und wir würden ihm Mück wünschen müssm / wenn er nur Religion, ohne Ceremonien , im Herben hatte. Aber hätte er diese, so könnte er sein Vaterland nicht verrathen, dem Lan-dessürsten im Dienste nicht untreu werden, nicht so oft Meineide begehen, seine Gat« tin nicht verlassen. seine Kinder nicht in ahnlichen Gesinnungen und zu schädlichen Bürgern erziehen / er würde sich nicht zu so vielen niederträchtigen Absichten gegen den Landesfürsten und Las Vaterland gebrauchen lassen. (Die Hortsezung folgt.) Ausländische Nachrichten. Italien. Venedig den /. N)interm. Aus Turin schreibt man unter den 19. Wen,m. daß ein ungemein starker Regen, welcher durch 7 Tage anhielt, in Sardinien unD Piemont alle Flüss? überladen und dadurch allenthalben Ueberschwemmunqen verursachet hat / wodurch an Strassen , Brücken , Feldern, Gärten und Häusern ein sehr empfindlicher Schaden angerichtet wurde. — Der König ist am l8. Weinm, von Moncaliere nach Turin gekommen und hat gleich darauf seine Staatsrathe zusammen rufen lassen, um, wie verlautet, sich über das Benehmen in Ansehung Frankreichs, nach dcr Von dem König« geschehenen Acceptazion der Konstitution , zu berathschlagen. — Nach - Berichten aus dem Kirchenstaate ist am il. Weinm. Nachmittags sowohl zu Fuligno, als zu Spoleto, Tolennno und an anderen umliegsN'.'en Orten ein ziemlich heftiger Erdstoß verspüret worden, der beso.lders cm dem «r^ sten Qrre die, Gebäude sehr erschütterte und alle mehr und weniger beschädigte. Der Schrecken der Einwohner war noch grösser am 14. , da bis 20. , obschon schwächere Erdstösse , nach einander erfolgten. Wird alle Dienst - und Arevtaye nachmittags um 4. Mr aus dem Platze ^0. iSz. in der von Kleinmayerschen Buchhandlung ausgegeben.