Donnerstag den 7. Februar 1833.__ T e u t s ch l a n v. ^?c.Durchlaucht derHcrzog von Nassau ist am 22. Jänner auf der Neise nach dem Haag durch Koblenz passirt. Baierischen Blattern zufolge, ist am 24. Jänner Nachmittags der quicscirte erfie Bürgermeificr, Hofrath Behr, zu Würz bürg verhaftet und in die Frohnvesie des königl. Kreis - und Stadtgerichts abgeführt worden. — Denselben Blättern zufolge, »raren zu Mainbernheim unruhige Auftritte Vorgefallen; von Würzburg soll eine Untersuchungs< commission und eine Compagnie des i2tcn Linien» »egimentK dahin abgegangen seyn. (Oest. B.) D r e u si e n. Koblenz, vom 29. Iälnier, Eine königl. lZabincttöorore gebietet, aNe 5vriegsrcservisten der Infanterie sogleich zu entlassen, und die Regimenter auf den Friedcnsfuß, wie vor iL3a zu stellen. Die Artillerie und Reiterei bleibt zwar noch vorla'u« sig in stlltu c>uo; allein alle zur Landwehr gehöri» gen Leute, welche beider Artillerie stehen, werden w die Heimath entlassen. Die (Kolonnen werde» auf» gelost und die Pferde zur bcsseren Bespannung der Geschütze verendet. Bon dem an der Maas stehenden O^^ationöcolps, das ebenfalls, und zwar schleunigst aufgelöst wird, kehren alle Regimenter in ihre Besatzung, mit Ausnahme der drei Posen, schcn. Morgen werden die in hiesiger Festung ste« hendrn Rcservedataillonö schon entlassen. ^ , . (Salzb. Z.) Antwerpen, 21. Jänner. Die Scheide» schifffahrt beschäftigt jetzt alle Hauptmächte Euro-pa's, und ungeachtet der Festigkeit oder Hartnäckig« klit Hollands sind wir überzeugt, daß die Eröff« nung dieses Flusses für die Schissfahrt bei der gun. stigcn Jahreszeit statt haben werde. Dasjenige, was der Messier des Chambres von einer neuen Zwangsmaßregel durch, Anwendung einer franzö. sisch-englischen Flotte, um die Einfahrt an die Schcloe zu erzwingen, meldet, baucht uns unwahrscheinlich. (Allg. Z.) Brüsseler Blätter melden unter dem 21. Iän« ncr: In der heutigen Sitzung der Repräsentanten» kammer legte der Kriegs» Minister das Budget seines Departements vor, dasselbe beläuft sich für den Friedensfuh auf 54,608,000 Fr.; für den Kriegsfuß auf 75 Mill. Fr. (W. Z.) Frankreich. (Messages Das Kricgsministerium ist be« schäftigt: Accorde für die um Paris zu errichtenden Festungswerke abzuschließen. Man hat die Genie« officiere beauftragt, Erkundigungen über den PreiK der verschiedenen Materialien einzuziehen, und die Borschläge der Lieferanten anzuhören. Die Gazette spricht von dem Austritte des Hrn. Thiers aus dem (Zabinette, und vsn dem Ein« tritte des Hrn. Decazes, Letzterer würde das Innere erhalten; Herr o'Argout zum HandelZministe« rium zurückkehren. Biclc St. Simonisten lassen sich den Bart ab» nehmen, und kehren in das bürgerliche Leben zu« rück. Hingegen hat man in den Straßen von Pä» riS Tempelherren mit ihrem weißen, mit rothem Krcutze gezierten Mantel gesehen. Die Commission des Kriegsbudgets hatte am 22. Jänner eine gegenseitige Erklärung mit dem Marschall Soull. Man versichert, sie prüfe das Kriegsbudget mit größler Strenge. Die beträchtliche Zahl der Generale, die.AuSgaben der Colonie 46 Algier, die' der Expeditionen von Ancona und von Griechenland, und das Material der Armee, end« lich die statt gefundenen Käufe, besonders die der ^dolcha.rtigen Säbel, werden der Gegenstand sorg. fältiger Nachforschungen seyn. Die Zahl der dolch» ' artige^ Säbel, die zu verfertigen sind, schätzt man auf mchr als äao,ooo, diejenigen, die bereits ver- ,.ferttgt sind, auf i5o,0oo, und diejenigen, die un< ter die Truppen vertheilt wurden/ auf ^5,ooo. Der nach Konstantinopel als Botschafter be« stimmte Admiral Roussin hat sich am 19. Jänner zu Toulon an Bord der Galathee begeben, welche noch an diesem Tage die Anker lichten ssllte. (Mg. Z. ) Die Nachricht von der Niederlage und Gefan» gcnnchmung des Großwesirs (am 2,. December bei Konieh) war am 22. Jänner durch einen französischen Eourrier, welcher Konstantinopel am Neujahrstage verlassen hatte, nach Paris gc» langt. — DcrMon i teur vom 2I. Jänner theilt darüber Folgendes mit: «Die neuesten Nachrichten aus Konstantinopel sind vom >. d. M. Der Groß' N'tsir hat am 21. December Ibrahim Pascha in der Ebene, die sich hinter Konich erstreckt, ange-griffen; die Schlacht dauerte den ganzen Tag, und mehrere ettomaiinische CorpS fochten mit großer Uncrschrockenheit; als abcr eie Masse der türkischen Armee zu weichen anfing, wurde Alles, was noch Widerstand leistete, von der ägyptischen Artillerie und Kavallerie über den Haufen geworfen, und die Niederlage war vollständig. Der Großwcsir ist in der Schlacht verwundet und gcfangengenom« min woroen, nebst einer großen Zahl ron Pa-scha's, worunter man den Pascha v,on Konieh, und den' Bosnak Ali Pascha nennt. — Die ägyptische Armee, vsr der Schlacht 2^,000 Mann siark, scheint sehr beträchtlichen Verlust erlitten zu haben, und man hat nicht gehört, daß sie vorgerückt sey. Was die ottomannische Armcc betrifft, so waren Mehmed Pasch'a und A h m edPa -sch a, ersterer zu Ä'k sch ehr,> und letzterer zuEs« kischchr geblieben, um die Ueberrcste derselben zu sammeln. Die Pforte schickte itz»er Scits alle disponiblen Rccruten nach Asien, und der Seras« kicr (Ehosrcw Pascha) stand im Begriffe inS Feld zu-rücken. Zu gleicher Zeit scheint es, daß die türkische Negierung Willens war, einen Agenten nach Alexandrien zu schicken, um mit Meh» med Ali zu unterhandeln, und man versichert, daß nach der Schlacht von Konich Verhandlungen in gleichem Sinne zwischen dem Großwesir und Ibrahim Pascha Statt gesunden haben." Hr. Lessees, französischer Gencralconsul,'mit den Angelegenheiten des Königs zu Tunis beauftragt, ist kürzlich auf seinem Posten gestorben. Hr. Alexander Dcval versieht für den Augenblick die Geschäfte des französischen Gencralconsulatcs zu Tunis. — Der seither unter den Formen einer phi« lantropisch.religiösen Gesellschaft im Geheimen fort» bestandene Tcmplerorden hat sich nun öffentlich wieder ^ hergestellt. Am ^. Jänner Abends um 7 Uhr fand, einer vorausgegangenen Verkündigung zufolge, die Einweihung des Tcmpeis vor einem Auditorium von 2 bis 2ao Personen beiderlei Geschlechts statt. 3o Templer im reichen Kostüme und einige junge Templerinnen gaben licscr (Zeremonie ein imposantes Ansehen; ein Orchester führte,mch« rere brillante Symphonien auf und begleitete das von jungen Leuten uno Frauenzimmern adgcsunge« ne Kyrie Eleison. , (B. v. T.) Dijon, vom 10. Jänner. Vorigen Decem. ber war der Canal Monsieur eröffnet, der durch d:e Verbindung der Saone mit dem Rhcine dem mittlern und südlichen Frankreich cinc wichtige Vcr,' dindung mit diesem deutschen Strome und der Nord» see gewahrt. Vor einigen Tagen geschah auch die' feierliche Eröffnung des (Zanals von Burgund, der schon im Jahre 177Q begonnen wurde, um Paris durch die Seine mil der Vonne, und diese durch die Saone mit dem Rhcine zu verbinden. Spanien- Nachdem Nouvelliste'halt sich die aposto< lische Faction in Spanien noch nichi für geschlagen; ' sie machte einen neuen Versuch, und erliti eläe ^ abermalige Niederlage. Ihre Ränke machten die/. Nacht vom 8. auf den 3: Jänner zu einer Perio.oe^ der Bangigkeit. Menschen, auf welche sich das ko'»'' niglicdc Vertrauen am natürlichsten stützen mußtc/ ^ nämlich die Gardes<öu Sr.'Majöftät'dein Könige der Niederlande an die fünf Machte übergcbenen Dcclara« tion vom 25. Jänner lM»,,scit dem 20. Jänner geda^ten Iahrcö gewesen ist/ Art. 4. Ihre Majestäten der Konig der Franzosen und der König der vereinigten Königreiche Großbritannien und Irland machen sich anheischig, unverzüglich nach erfolgter Ratification gegenwärtiger Convention die Räumung von Venl 0 0, des holländischen Theils von Lim bürg und deö deutschen Theils.von Lu« xcm bürg, so wie der Districte, die durch den KW »5. November 1LZ1 zwischen den fünf Mächten und Belgien unterzeichneten Tractat angegeben worden sind, von den belgischen Truppen, zu erlangen, und den Behörden des Königs der Niederlande, Großhcrzogs von Luxemburg, die oben erwähnten Festungen, Plätze und Territorien übergeben zu lassen. Art. 5. Se. Majestät der König der Nie. Verlande willigen ein, daß die Handelsrerbindun- gcn zwischen Belgien und Teutschland über Lim-bürg gänzlich ungehindert bleiben und unter keiner-lei Vorwand unterbrochen werden. Der Gebrauch der Straßen, selche durch die Städte Sittard und Maestricht grhen und nach den Gränzen von Teutsch« land führen, wird lediglich der Entrichtung eines zur Unterhaltung dieser Straßen bestimmten Weg« gcldes unterworfen werden, und zwar dergestalt, daß der Transithandel keinerlei Hinoernih erleide, und dah mittelst der erwähnten Abgabe gedachte Straßen in gutem Stand gehalten werden und zur Erleichterung des Handelsverkehrs geeignet seyn können. Art. 6. Se. Majestät der König der Niederlande machen sich anheischig, daß auf den Gebieten, welche von den belgischen Truppen geräumt oder den holländischen und luxemburgischen Behörden werden übergeben werden, niemand we< gcn irgend einer früheren unmittelbaren oder mit» tclbaren Theilnahme an den Statt gefundenen po-litischen Ereignissen verfolgt oder behelligt werde. Art. 7. Sc. Majestät der König der Niederlande machen sich anheischig, seine Armee unverzüglich nach erfolgtcr Ratification gegenwärtiger Ecnven« tion auf den Fnedcnöfüß zu seyen, dergestalt, daß die Reduction in dem Monate bewerkstelligt werde, welcher besagter Ratification folgen wird, vor» ausgesetzt jedoch, daß auch die belgische Armee in derselben Frist eines Monats auf den Fricdensfuß gesetzt werde. Art. U. Ihre Majestäten der König der Franzosen und der König der vereinigten Königreiche Großbritannien und Irland r.wchcn sich anheischig, auszuwirken, daß die belgische Armee einen Monat nach crfolgter Ratification gegenwär' tiger Convention auf den Friedcnsfuß gesetzt wer« de. Art. 9. Unverzüglich nach geschehener Aus« wcchslung der Ralisicationen werden II. MM., der König der Franzosen und der König von Groß» britannien und Irland das Embargo aufheben, das sie auf die Fahrzeuge, Schifte und Waaren, wel. che Unterthanen Sr. Majestät des Königs der Nie« derlande gehören, gelegt haben, und alle aufge-brachten Schiffe, so wie ihre Ladungen sollen ungesäumt freigegeben und ihren rcspectivcn Eigenthümern zurückgestellt werden. (Gez.) Talleyrand. Palmerston. — London, am 3o. December 16I2." Im Guardian and Public Ledger vom 19. Jänner heißt es:, »Wir haben gesiern fast ausschließlich angekündigt/ daß die 'französische Escadrc, welche in Brest die Anker zu lichten im "46 Begriffe steht, nach dem Taso bestimmt sey. Die neuestes; Nachrichten aus Paris bestätigen dieß. Aus Lissabon erfahren wir, daß ras Gerückt über eine angebliche Suspension der Feindseligkeiten falsch ist. Lord Rüssel schlug dem Herzog vonEa« daval einen Waffenstillstand vor, aber die äugen« blicklich erfolgte Antwort war verneinend, ohne darüber mit Don Miguel zu communiciren; unser Korrespondent schreibt auch, ein Waffenstillstand sey keinesweges wahrscheinlich, so lange ein Re-bell in Portugal sey. Lord Hcrvey, Sccretär der englischen Gesandtschaft in Madrid, ist am 3. Jan« ner mit dieser Antwort abgereist." (Oest. B.) Oglnannislhcs Neilh. Die neueste Post aus Konstantin opel vom ii. Jänner bringt durch ausserordentliche Gelegen» heit eingelaufenen Nachrichten vom 6. gedachten Monats, nichts Neues von Bedeutung. — Ueber die am 2». December bci Konieh vorgefallene Schlacht sind auch in den neueren Berichten we« nig Details enthalten. — «Der Grohwcsir R e-schid Mehmed Pascha," heißt es in einem dieser Berichte, »und die regulären Truppen ent. wickelten in dieser Schlacht die größte Tapferkeit. Die Niederlage der großherrlichen Truppen wird hauptsächlich dem Mangel an gehöriger Unterstüz« zung von Seite der albanesischen Milizen und der Kavallerie zugeschrieben. Der Großwesir selbst ge-rieth in den Vorstädten von Konieh in die Gefangenschaft der Aegypticr. Der Verlust an Todten war auf beiden Seiten sehr bedeutend. Die Ueber, veste des ottomannischen Heeres sind nun in Ak-schehr, Kutahia, Brussa und Nicome« dien zerstreut und obgleich bereits Rauf Pascha mit dem Oberbefehl der Truppen beauftragt ist, so hegt man doch allgemein die Ueberzeugung, daß er bei dem Zustande der Auflösung, worin sich die Armee befindet, der es an Gewehren, Munition und Lebensmitteln fehlt, nicht im Stande seyn wer« de, ctwaö gegen die Aegyptier zu unternehmen. Vlebrigens hat auch Ibrahim in der Schlacht vom 2,. December so beträchtliche Verluste erlitten, daß seitdem in seinen Operationen ein Stillstand eingc« treten ist." Am i. Jänner 5. I. ist ein persischer Abge« fandter Namens Zeinul Abidin tZhan- m,t sehr zahlreichem Gefolge in Konstantinopel ' angelangt, welcher den Auftrag haben soll, von Seiten des Scbahs von Persien Sr. Hoheit dem Sultan materielle Hülfe gegen Mehm ed Ali an« zudieteti. Der Hermann oder Civilchef der griechischen Nation, Hr. Stephanaki Vogo rides, ist zum Fürsten von Samos ernannt, und ihm in dieser Eigenschaft am 3i. December v. I. bei der Pforte das übliche Ehrenkleid angethan worden. (Oest. B.) Oriechenlany. Französische Blatter enthalten folgendes Schreiben aus Nauplia vom 12. December: »Hier bereitet sich Alles zum Empfange des neuen Sou« vcrains vor; man reinigt die Stadt, die es sehr nöthig hatte? Festprogramme werden abgefaßt, und um ihre Zeit nicht zu verlieren, lassen die Herren Minister sich und ihren Freunden die türkischen Gü-ler um billige Preise zuschlagen. Sie sehen, daß man an Alles denkt. Die französische Corvette Per« le brachte nach Navarin den Obermtcndanten deK Hauses Sr, Majestät des Königs von Griechenland, und ein französisches Handelschiff kam beladen mit Sachen aller Art für das königliche Haus an; viele Künstler und Handwerker begleiten diese Sendungen. Bald also wird das Provisorium vorüber seyn, und das Land endlich eine Regierung erhalten. Aber welche Aufgabe für die Regierenden, den Frieden rvieder aufleben zu machen, alle ehrsüchtigen Be-stredungen in Nuhe zu halten, allen Bedürfnissen zu genügen, und besonders alle die zu bezahlen, welche die Volschüsse, die sie machten, reclamiren werdend , (Ocst.B.) Amerika. Nachrichten aus (Zorrientes vom 24. Sep« tembcr melden: Der Dictator ron Paraguay, Doctor Francia, hat von dem Gouverneur Fcrre die Auslieferung von 60a für ihn von Buenos« Ayres besorgten Gewehre,,, reclamirt, die 9 Monate lang in (Zorricntcs zurückgehalten wurden. Auch far» derte er die Abtretung eines Gebietes von Io Licueg im Umfangs. Diese verschiedenen Forderungen naren von Feindseligkeiten begleitet, den Francia befahl,, alle Diejenigen gefangen zu nehmen, die man auf der zu dem Staate Corrientcs gehörigen Insel Tapa arbeiten sehe. In Folge dieser Handlungen lieh der Gouverneur Fcrre ein 4"" Mann starts Oorps gegen die Missionen marsckircn, und die ganze Bevölkerung bewaffnen. Bis jc^t ist je» doch die Stellung der beidcrftitigenNvgievung noch immer unverändert, und e5 hat nech kein Treffen Statt gefunden. (W. Z.) Redacteur: F"r, 5av. Kein rich. Verleger: Mnaj M. Edler v. Uleinmavr.