tnr Annst, Wissenschaft und geselliges Leben. Nedigirt von Franz Hermann von Hermannsthal. ^ 5G. Freitag am lt.. November 1843. t3^^" Von dieser Zeitschrift erlcheincn wöchentlich zwei Nummern, jedes Mal e,n halber Bogen. Der Preis des Blattes ist in Laibach ganziährigü, ^^^ balblährig » ft. Durch die t. k. Post unter l)«u»ert mit p»rlosreier Zusendung ganz>»drig u, halbjährig <» rl. ^. M., und wird dalbiäbria «orau«< ieiahll. Alle l.l. Gostämler neomen Dränumeruiion nn. In Laibach vränumerirt man beim Verleger am staan, Nr. lyü, im ersten Olocle. Lord Wyrvn's letzte Zeilen, geschrieben in Mlssolunghi, den 22. Jänner 1834. Uebcrs. v. Ortlcpy. H^for' auf mein Herz, hör' auf zu schlagen, Schlag! doch für mich tei» andres mehr! Doch mag man Liebe dir versagen. Du kannst's nicht, den» du liebst zu sehr! Mein Lebe» gleicht dem welken Blatte, Der Liebe Blülh' und Fruchl ist hin; Verdorrt ist Alles, was ich hatte. Nur Schwermut wohnt i,i »icinem Ti,m, Die Brust gleicht einem Fcuerberge, Der auf der wüste,, Insel steht, Und nur auf Grüfte und auf ^nrge Die Fia,umc„b»che »iederweht. Furcht, Hoffnung, süßer Liebe Schmelzen, Äch, Alles schwand, die Brust ist Lten,, ?!„ meine,» abgestorbnen Herzen Klirrt nur die Keile n»ch allem. Doch weicht, ihr düstere» Gedanken, Im Laude, wo der Lorbertranz l!,u Heldeustirne» seine sianken Fortffichc mit ewig neuem Glanz. Ich sehe rings die Glanzgcsildc Des Ruhmes, die m Hellas blüh'»; Kein Spaner kann vor diesem Bilde In höherer Begeisterung glüh n. Erwach' — (nicht Hellas, denn du wachest) — Erwach', mein <Äe,st — und denke d'rauf. Daß du in Eiegesfrcude lachest! Verfolge deinen schonen Lauf! Wirf deine Leidenschaften nieder! Erstrebe jetzt den hoher,, Werth! Vergiß das Lächttn und 1>ie Lieder, Die einst der Schönheit zugekehrt! Die Jugend schwand — wozu noch leben? Hier winkt ein ehrenvoller Tod; Drum säume nicht, dich hinzugeben Für bessrer Tage Morgcnrolh! Such' dir ein Grab, das Manche fanden, Dic's nicht gesucht — ein H^ldengrab! Zerreiße freudig deine Bonden, Und sink' auf öwigkeil hinab. Skizzen aus Kram. III. Volkstrachten in Unterkrain. Von Michael Heinko. (Fortsetzung.) Im Bezirke Krupp nähert sich die Volkstracht ganz jener in MiKcär-Croacien, und zwar der im Bereiche des cmgränzendcn szluiner Gränz.Infanterie-Regiments. Sie besteht bei Männern im Winter aus einem langen, enge anliegenden Beinkleide, aus weißem Haustuche, an den Seitennächen und am Latz mit blauen Schnüren besetzt; das Beinkleid wird mittels eines Riemens an den Hüften um den Leib befestigt. Die Fußbekleidung bilden Bund­ schuhe mir Schnürriemen, welche im Winrer über, im Som­ mer unter das Beinkleid kommen. Das grobe leinene Hemd wird im Winter unter den Beinkleidern, im Sommer über denselben getragen und zu letzterer Zeit mit einem Riemen an den Hüften zusamengehalcen. Der Hals ist bei Männern und Weibern bloß. Im Winrer tragen die Männer ein kurze Weste aus Schafpelz, die rauhe Seite nach innen, welche an der Brust überein­ ander gelegt und seitwärts mit Hafteln geschlossen wird. Dazu wird eine weißcuchene, bis an die Hüften reichende Tuchjacke über die Schultern geworfen, aber nur selten angezogen, sondern dieselbe, um sich vor Kälte oder Wind zu schützen, bald auf die eine, bald auf die andere Schul­ ler gezogen, wohl auch mit den Händen die Rückenseite über die Brust gehalten. Diese Jacke ist mit keinen Knöpfen, sondern nur mit Hafteln versehen, und an den Aerme» aufschlagen, Seitentaschen und am untern Rande gewöhn­ lich mit einem rothen oder blauen Tuchende geziert. Im Sommer machen dagegen Hemd und leinene lange Beinkleider die ganze Bekleidung aus, und die Tuchjacke wird nur an Festtagen umgeworfen. Mäntel aus grobem lichtblauen Tuche, nach der in Krain allgemein üblichen Art, werden nur zuweilen und von Vermöglicheren getra­ gen. Die Kopfbedeckung bildet ein schwarzer Filzhut mit niederem runden Gupf und sehr breiten Rändern. Die Männer bedienen sich bei weiteren Gängen einer aus »»»»»» Leder und Schafwolle verfertigten, an einem Riemen über die Schulter hängenden Tasche von viereckiger Form, welche mit einem teppichartig gewirkten, dann mit einem mit ro­ chen und blauen Fransen gezierten Deckel versehen ist und tui-liiell genannt wird. Die Kleidung der Weiber besteht aus grobleinenen, über die Hüften gegürteten, mit Achselbändern versehenen, in abwärts laufende Fallen gelegten und bis an die hal­ ben Waden reichenden Rocken, einer eben solchen Schürze und aus einem gleichartigen, in unzählige horizontal lau» sende Falten gelegten, nur bis an die Hüften reichenden, und um den Leib frei über den Rockgurt hängenden Hemde. Dieses wird am Halse mit einem rothwollenen Bande zu­ sammen gehalten, und an der Brust mir einer messingenen Nadel, woran Büschel verschiedenfarbiger Glasperlen han­ gen, zusammen gehefter. Um die Hüften wird häufig eine 4 — Z Ellen lange Binde von schwarzer Schafwolle ge­ wunden, deren Enden rückwärts bis an den Nocksaum herabhängen, und in viele einzelne, mit O.uästchen verse­ hene Schnüre ausgehen. Ueder diese Kleidung kommt im Winter ein grober weisituchener Ueberrock ohne Aermel und Kragen, bis an das Knie reichend, der an der Brust mir Hafteln zusammen gehalten wird, und am Vordertheile mit schmalen rochen Tuchstreifchen eingesäumt ist. Die Fußbekleidung bilden rochwollene, nicht gebundene, sondern in O.uerfalren gekgce Strümpfe, endlich rindslederne, höchst unbequeme und mißgestaltete Schuhe, welche mit zwei Zoll hohen, spitzigen Absätzen versehen sind. Am Rist haben diese Schuhe eine Schnalle, über welche ein roch oder gelb verzierter Lederlappen gegen die Schuhspize zu hängt und beim Gehen klappt. Ledige Frauenzimmer tragen das Haar in zwei Zöpfe mit rochen wollenen Bändern einge- flochten, welche am Hinterkopfe kranzförmig gewunden und mit einer großen messingenen Nadel befestigt werden. Die verehelichten Weiber legen ihre Haarflechten unter eine gräulich geformte, spitze, gestrickte Haube, und darüber ein leinenes oder musselinenes, an zwei Enden mit roiher Wolle gesticktes Kopftuch, der Art, daß die gestickten Theile an beiden Seiten des Kopfes sichtbar sind. Eines höchst auffallend aussehenden Kopfoutzes muß Noch erwähnt werden. Bei Hochzeiten in diesem Bezirke trägt die Braut auf dem Kopfe einen aus lauter buntfar­ bigen Seidenbändern bestehenden Kopfputz, der gleich ei-- «er Perrücke den ganzen Kopf bis an den Nacken deckt. Darüber ist am Scheitel eme aus Goldfiiitern geformte Krone befestigt. In den Hauptgcmeinden Weinitz und Freithurn weicht die Tracht dahin ab, daß die Männer, statt der r.ndsledernen Bundschuhe, eine aus ledernen Riemen ge­ flochtene, mit einer Sohle versehene sandalenarcige Fuß­ bekleidung, 0,,l»nlce genannt, dann um die halben Waden eme Art Gamaschen aus gewirter weißer Wolle mit schwar­ zen und rochen Verzierungen tragen, was auch statt der Strümpfe bei den Weibern üblich ist. (Beschluß folgt.) Der Herr, der immer altes Brot aß. Nach dem Englischen. (Beschluß.) „Ich bin bereit, in diesen Antrag einzugehen", sprach der Eigenthümer, „allein die Sache wird durch einen No­ tar in Ordnung gebracht werden müssen.» »Warum Das?" erwiederte der alte Herr; „derKauf ist ja in bester Form in Gegenwart der drei dabei bethei­ ligten Parteien abgeschlossen werden.» „Allein was die Zinsen betrifft«, lispelte Dominik mit kaum vernehmlicher Stimme, „da wird wohl nöthig sein —" „Pah!" antwortete der alte Herr, „ich thue es einem Freunde zu Gefallen und bin kein Wucherer. Gebt Ihr mir eine Verschreibung, mehr verlange ich nicht. Wie ich aber keineswegs die Absicht habe, Euch mit den zweimal- hunderttauscnd Francs ein Geschenk zu machen, so werde ich's auch schon in solcher Weise einrichten, daß Ihr nicht lang mein Schuldner bleiben sollt." Dominik fiel bei diesen Worten aus seinem Himmel, und „der Herr, der immer altes Brot aß", ging in dag Kaffeezimmer hinab. In aller Ruhe trank er dort seine Tasse Kaffee, wobei er nicht vergaß, zwei Stücke Zucker in seine Tasche zu stecken, darauf schlug er einen prächti­ gen Marsch auf dem Tische, zog seine Stiefel in die Höhe, und ging mit seinen beiden Freunden, um mit einem Fe­ derzuge die Angelegenheit wegen der zweimalhunderttcmseno Francs abzuthun. Wenige Tage darauf ward Dominik in seine neue Würde eingesetzt. Der alte Herr fuhr fort, in derselbe^ harmlosen Weise, wie er es bisher pflegte, sein gewohntes Frühstück zu nehmen, als er eines Tages, im Begriffe, das Zimmer zu verlassen, von seiner Art einen so weiten Absprung machte, daß er aufDominik, der auf dem Eh­ rensitze thronte, losging, und ihn mit folgenden Worten anredete: „Dominik", sagte er, „ich glaube, Sie haben ein warmfühlendes Herz.« „Vielleicht", antwortete Jener, indem er den Baren so in's Auge faßte, als wollte er seine Gedanken lesen. „Ich sehe", fuhr der Baron fort, „daß Sie ein s°l. ches besitzen für die Fälle, die eines erlangen — Sie ha­ ben darin Recht — und ich bin mit dieser Einschränkung ganz einverstanden. Ich finde, Sie haben Ihr Herz nicht verloren. Die Ehe ist die wichtigste Angelegenheit im Le­ ben eines Menschen. Dominik, Sie müssen sich ver- Heirachen." „Ich habe schon daran gedacht, mein Herr", erwie­ derte Dominik. „Zudem hätte ich von einer guten Haus, frau nicht blos die Befriedigung der Bedürfnisse des Her- zens, sondern in meiner Lage als Geschäftsmann auch viel' fache Unterstützung und Förderung zu erwarten". „Das ist wahr", sprach der Baron, „Sie bedinfe« Unterstützung durch Räch und That, w,e eben eine Gat­ tin sie gewähren kann. Sie sollen sie auch haben. Ma che« Sie sich fertig bis acht Uhr heut abends; ich weide