Bemerkungen über de» Gebrauch der Bäder. Von Vinzenz Kern? der Medizin und Chirurgie Doktor, der medizi» Nischen Fakultät zu Wien ordentlichen Mit- gliede, ordentlichen öffentlichen Professor der Wundarzney und Lntbinvuagskunst Laibach, Bei Johann Georg Licht. 1 3 O 2. Eben so wenig als alles Neue nützlich ist----- eben so wenig können Jahrhunderte -em Schädlichen das Bürgerrecht verschaffen. ipWooozhs-i Seinem Freunde Lem Herrn Joseph Bauer widmet diese wenigen Blätter mit dankkarer Erinnerung an die Beweise seiner Freundschaft Dr. N. Ä. V o rr e d e° -^ie wichtigen Veränderungen und Verbesserungen, die die Heilkunst in allen ihren Theilen im abgewrchenen Jahrhunderte erluten, die vielen neu ausgestellten Sätze in derselben, die zwar mehr neu in der Natur, sondern von jeher schon bestunden, nur aber von uns nicht bemerkt wurden, mußten nothwendig auch im Gebrauche der Ba¬ der eine größere Bestimtheit hervor- bringen. Man ist nun gewiß, daß das Baden keineswegs ein unbedeutendes Mittel sey , welckes von Jedermann, gleich, ob kalt oder warm, ob lang oder kurze Zeit, ob Ein-oder Fünfzig- mal angewendet werden soll. Die vielen unglücklichen Fälle, die ich als Arzt vom Mißbrauche der Bä¬ der zu beobachten Gelegenheit harte, verleiteten mich gegenwärtige Bemer¬ kungen niederzuschreiben, um dadurch meine Mitbürger aufmerksam zu mar- chen, daß das ächte Verhalten beim Gebrauche der Bäder, ein zum glück¬ lichen Erfolge unumgängliches Bedmg- niß scy. Möchte cs mir doch gelingen etwas Gutes damit zu stiften! Möchte ich dadurch meine Mitbürger überzeu¬ gen können, daß es nur einen Wunsch in mir gebe — Denenselben zu nü¬ tzen ü! Laibach den 7. August iZor. Des Verfasser. man den bloßen oder nur wenig bedeck en Körper, oder einen Theil desselben in Wasftr zur Reinigung. z: m Vergnügen, oder zur Herstellung der verlor a n GefnnddeiL eintaucht, eine kurze oder L urgere Zeit öarm läßt, so nennt man dies Vaden Zu/nem?. Da wir uns hingegen zum Baden vorzüglich zur Herstellung der Gesundheit nicht immer des Wassers bedienen, sondern Milch, Wein, Last, Sand, Erde, Schlamm, oder auch noch andere Substanzen gebrauchen, so er¬ hielten die Bäder eben nach dieser Verschie¬ denheit auch ihren Namen, nemlich Wein¬ bad , Milchbad, Ecdbad , Luftbad, u. s. w. Eben so verschieden ist die Benennung der Bader, jenachdem der ganze Körper, nur die Hälfte, oder selbst nur einzelne Therle desselben gebadet werden, und heißen dem¬ nach ganze, halb Bäder, Fußbäder, Hand- öäder u. s. w. Da wie hier nur vom Wasseröade spre¬ chen , so findet ferners eine verschiedene Be- nennnng statt, indem das zum Bad bestimmte Wasser von Natur oder Kunst zusammcnge- sem ist, im ersteren Falle heißen sie mine¬ ralisches Vad, Seebad, Flußbad, im letz¬ teren Falle künstliches Bad , Schwefel - Eisen-Seifenbad, se nachdem diese verschie¬ dene Theile in Wasser aufgelößt enthal¬ ten sind. So wichtig diese bisher gezeigten Ver¬ schiedenheiten der Bader im Bezug auf Her¬ stellung der Gesundheit auch sind, so ist doch die Verschiedenheit in der Dauer der An¬ wendung derselben , und der verschiedene Wärmegrad die Weßentlichste von allen. Anders ist die Wirkung eines heissen, an¬ ders eines lauen Bades. Verändert muß sie s yn die Wirkung , wenn wir das Vad nur eine viertel Stunde brauchen , anders bei einer halben Stunde , anders wieder bei einer ganzen Stunde, und noch veränderter wenn die Bäder durch mehrere Stunden, und mehrmahlen des Tages gebraucht werden. Da cs meine Absicht ist , den in hiesi¬ gen G gcnden etwas fehlerhaften Gebrauch der Bäder zu beleuchten, denen dabei Herr- — 7 — fchenden Dorurtheilen zu begegnen, so wer- Len sich daher alle meine Bemerkungen und Erinnerungen, auch bloß nur auf den Ge¬ brauch deren in hiesigen Gegenden befindli¬ chen Tövliner, Tieferer und Neuhaußer Bades beziehen. Auch erkläre ich hiemit öffentlich, daß diese Bemerkungen nicht für Äerzre geschrieben sind. Ich halte es unter -er Wurde eines Arztes dieser Bemerkungen zu bedürfen ; sie gehören dem Publikum, -aß , wie es so oft geschieht, ohne den Rath eines Arztes, sich der Bäder bedienet, sich bloß an die alte hergebrachte Vadcordnung hatt, und so nicht selten mit zerrütteterer Gesundheit die Badeanstalt verläßt, als cs sie besuchte. Erste Bemerkung. Größtentheils bedienet man sich , bevor man das Bad zu brauchen anfängt, eines Purgier-Mittels, läßt sich zur Ader, oder trinkt durch einige Zeit sogenannte Vlutrei- nigende Dekockte, und glaubt, daß , wenn dieses unterlassen wird, das Bad nie vom gehörigen Nutzen seyn könne. Wer gesund ist, das ist, dessen Verrichtungen feines Organisme mit gehöriger Stärke, Leichtig¬ keit , Andauer, und Wohlbehagen vor sich -— 8 ßcherr, bedarf a^ßer etwa zur Reinigung seines Körpers einige Mahle des Jahres, keiner Bader folglich auch keines Purgier-- Mittels noch Aderläße. Wird nun das Bad z-r Heilung irgend eines körperlichen Ge¬ brechens anqewendet , erlaubt dasselbe eins Aderlaß, oder biutreinigende Getränke? — Wird dadurch die ohnehin zugegen seyends Schwäche des Körpers nicht noch mehr ver¬ mehr werden ? Ich habe es mehrmalen beo¬ bachtet, daß Personnen, die im Begrif wa¬ ren ins Bach zu gehen, sich aber vorher Purgierten, und Blut abzapfken, dadurch sy sehr erkrankten, daß sie für dicßmal nicht das Bad gebrauchen konnten; jedoch mich nachher versichern wollten, daß es gut ge¬ schehen sey , daß die Krankheit bevor aus¬ gebrochen sey, als sie das Bad zu brauchen angrfangcn , fönst hätte es vielleicht noch viel übler ausfallen können. Und doch ist die Zunahme ihrer Krankheit , gewiß nur der unnöthig angewandten Aderläße , oder Purgier - Mittel zuzuschreiben. Man glaube ja nicht, daß eine Aderlaß oder ein Purgiermittel eine so unbedeutende Sache für unsere Gesundheit fey. Man reisse sich los von dem schädlichen Dvrurtheile, der; Magen einige Mahl des Jahres reinige« zu müssen. 9 — Zwote Bemerkung. Es ist ein höchst schädliches Vornrthei! hie mineralischen Bäder, wenn man sich der¬ selben zur Heilung einer Krankheit jemals bedienet harte, diese nun alle Jahre um die riemliche Zeit wieder zu gebrauchen. Wer gesund ist, bedarf keines Heilmittels, folg¬ lich auch keines mineralischen Bades, nur dann, wenn er nicht vollkommen hergesteüc jst, und seine Gebrechen den Gebrauch der Bader fordern , wiederholte er dieselben , oder, was noch besser ist, inan brauche sie gleich zuerst bis man geheilt ist , indem es wider alle gesunde Vernunft geht, ein Heil¬ mittel auszufttzen, wenn es sein« Wirkung nicht vollkommen geleistet, das ist, geheilt habe: Es vcrfte-tt sich, drß es das wahre und gut gemähirk Heilmittel scy. Dies fort¬ gesetzte jährliche Baden kömmt mir eben so vor, alS wenn jemand , der sich einst den Fuß gebrochen, und zur Heilung desselben 6 oder 8 Wochen im Bette bleiben mußte, sich nun alle Jahre um dieselbe Zeit eben so längs in s Bette legen zu müssen glaubte. Wem würde wohl beisallen die Arzmyen alljährlich zu wiederholten, dre er einst wegen einer Krankheit benöthigte ? Gilt dies nicht auch pom Gebrauche mineralischer Bäder? Mik welchen Beschwerden ist die Wiederkollung folger Badekuren nicht selten verbunden; Welchen Aufwand erfordern sie, welcher die übrigen häuslichen Bedürfnüffe nicht fetten unmöglich macht? Wer demnach durch den Gebrauch eines natürlichen oder künstlichen Bades vollkommen von seiner Krankheit ge¬ beitet wurde, und gesund geblieben, b darf der jährlichen Wiedcrhollung der Bäder eben so wenig, als der verrenkt gewesene und voll¬ kommen eingerichtete Arm, der alljährlichen A 'Sdehnung und Wiedcrhollung der Wie- Leiteinrichtung. Dritte Bemerkung. Durchgängig glaubt man, daß man, wenn man sich der Bäder einmal bedienet Habe,. nun alle Jahre um dieselbe Zeit, — von der Natur Lurch eine besondere Em¬ pfindung von Beissen, Jucken-, Reisen n. s, w. ordentlich gemahnt erinnert und zum Gebrauch der Bäder aufgefordert werden, — sagt, daß, wenn dann die Bäder unterlassen würden, immer eine sehr gefährliche Krank¬ heit entstehe ; — und jedeö durch andere Schädlichkeiten verursachtes Uebclbefinden, welches alsdann folgt, wird einstimmig als Folge des unterlassenen Gebrauchs der Bä- — n — Bäder betrachtet. Ich habe schon oben ge¬ sagt : der Vorkommen gesund ist , bedarf keiner He lmittel, den wo nichts zu heilen ist, — g ebt cs da ei» Heilmittel? — Mit dem jährlichen Erinnern und Auffordern der Natur hat eS , scheint mir , eine ganz andere Bewandsckaft. Alle Krankheiten wer¬ den durch Fehler in Speis und Tranke, Bewegung und Ruhe , Lebensart, Klima, Hitze, Kälte, Gemüthsleidenschaften u. s w. er-eugt. Diese Krankheiten werden nun durch verschiedene Mittel, durch Bäder geheilt: Wirken nach geschehener Heilung, diese Ein¬ flüsse von schädlicher Nahrung, Luft, Hipe, Zorn u. s. w. nicht mehr auf den Menschen, ändern die Menschen ihre vorher gewohnte Lebensart? da sie dieß nicht thun. Muffen nicht die nemlichen Nebel entstehen? — Muß der neuerdings krank gewordene Mensch nicht wieder die nemlichen Empfindungen von Beis¬ sen zc. fühlen , die er vorher hatte? Wem wollte wohl beifallen , daß derjenige Mensch, der einst, nachdem er in eine Pftwe fiel, und sich gereinigt, nun nicht mehr kothig werden solle, wenn er sich wieder in die Pfütze legt? der Gestank erinnert ihn, sich zu reinigen. Die durch fehlerhafte Lebensart neuerdings erzeugte krankhaften Gefühle, erinnern die Menschen zum Gebrauche der Bäder der erstere vermeide die Pfütze — die Menscben vermeiden die schädlichen Ein¬ flüße wodurch Krankheiten sich erzeugen — und alles Erinnern der Natur wird sicherlich ausbluben. Vierte Bemerkung. Allgemein glaubt man, daß die Bader nur zu einer bestimmten Iahrszcit, nemlich in Sommer mit glücklichen Erfolge gebraucht werden könnten, und alles verschiebt die An¬ wendung dcrselb n bis zu dieser Iahrszctt. Dieses so allgemein herrschende Bornrtheil hat gewiß schon Vie en Tausenden das Le¬ ben gekostet. Man bedenke, ob die Krank¬ heit , zu derer Heilung man den Gebrauch der Bäder unumgänglich nöthig findet b^s zum Eintritte des Sommers sich avfschieben laßt. Wird sie nicht an Heftigkeit zunehmcn? Wird das Heilmittel in einer Krankheit nm 6, 7 oder 8 Monathe später angewendet den nemlichen Erfolg leisten? Wie grausam würde man gegen denje¬ nigen handeln, der heute schon hungert, und man verspräche ihm in 7 oder 8 Monathcn Etwas zu essen zu geben, — hat es nicht die nemliche Bewandschaft mit dem Aufschie- bett des Gebrauchs der Bäder? — !Z —. Freylich wird man mir einwerftn, da§ die Kalke im Winter , die Ueberbrrngunz der Kranken in's Bad unmöglich mache, daß die meisten Badeanstalten nicht zum Baden in allen Iahrszeiten zugerichtct seycn. Arf'S erstere brauch ich nur zu sagen , daß man vor Kälte überhaupt sich leichter zu schrägen im Stande ist, als vor dem unausweichli¬ chen Steigen der Krankheit, wenn sie nicht geheilt wird; — auch hat man ja ohnehin nur bei der Hinreise in s Bad Uugcmäch- lichkeiten zu dulden , bei dec Rückreise ist man geheilt, und allcS Ungemächliche läßt sich alsdann leichter ertragen. Um das Mangelhafte der Badeanstalten zu beseitigen, hätte freylich die medizinische Polizey zu sorgen; allein , wenn die Eigen- thümer dec Bäder sehen werden, daß zu allen Iahrszeiten Gaste kommen, werden sie es an der nöthigen Einrichtung zum unaus- gesevtcn Gebrauche derselben nicht fehlen las¬ sen ! Sie werden dieß um so lieber thun, da sie im ununterbrochenen Gewinste blei¬ ben , indeß sie vom May bis Ende August oft so sehr von Bade - Gästen überhäuft wer¬ den , daß sic sie nicht aufzunehmen im Stan¬ de sind. Wie oft erfährt man dieses hier, daß kein Pla» bey der ersten, oder zweyren — 14 — Reche der Badezeit mehr zu haben ist, und daß schon oft ganze Familien ausg^storbcn sind, ehe sie au die Reihe kommen konnten, um wegen körperlichen Gebrech n das Bad zu g-.brauchcn? Man gebrauche demnach die Bader dann, wenn sie erforderlich sind. die Iahrözeit scye welche sie wolle , und ver¬ spüre es nicht bis zu einer Zeit, wo nichts mehr zu heilen ist, wo entweder anderweitige wo' lthatige Einflüsse die Gesundheit bereits zurückgefüi rt haben , oder der ?od jede Hei¬ lung eines UebelS unmöglich machte. Fünfte Bemerkung. Ein höchst schädliches Vorurtleil herrscht noch allgemein, dessen Unterhaltung unnenn¬ baren Schaden der leidenden Menschheit ge¬ bracht hat. Man hat nemlich nur eine Bade- ordnung für alle Menschen , sie mögen jung, alt, männlich, weiblich, mehr oder minder schwach seyn, alle baden sich gleich an Zahl und Dauer. Man sagt durchgängig : ja l das ist schon so gewöhnlich — Es thun cS alle so, — Ich habe schon io Jahre das Bad gebraucht, und stets so , und eS hat mir stets gut gethan v. s. w. Aber man bedenke doch, daß man jenen Schneid.r sehr thöricht nenne» würde, der für alle Menschen °- 15 -- nur einen Schnitt hätte? Was würde MSN Äon jenem Schuhmacher sprechen, der für den zierlichen Fuß dcö holden Fräuleins, st h deS Leistens eines großen Bauernhengels be¬ diente ? findet man hierbei einen so großen Unterschied zu machen nöthig. Warum zwingt Man den alle Menschen beim Gebrauch dec Bäder eine vollkommene Gleichheit zu beo¬ bachten ? Da alle lauen Bäder stärken; denn haß sie dies thun, läugnen selbst diejenigen nicht, die vor dem Gebrauche derselben zum Purgieren einnehmen, oder sich zur Ader lassen, folglich schwächen, so muß nach der Verschiedenheit des Alters, des Geschlechts und deS Krankheits-Zustandes des Baden¬ den stets eine große Verschiedenheit herrschen sowohl in der Zahl der Bäder, als auch in der Länge der Dauer derselben; je schwächer dec Kranke ist, desto kürzere Zeit darf er im Anfänge sich im Bade anfhalten, und erst nach und nach muß er sich an diesen großer« Reiz gewöhnen; die Zahl der Bä¬ der kann daher ebenfalls nie für alle gleich groß seyn, sondern bestimmt sich nach dem glüeküchen Erfolg, den die ersteren geleistet haben > ist die Krankheit, wegen welcher man das Bad zu brauchen angefangen, ge¬ hoben, ende man beim Zten oder 4ren Bads die Kur, wo nicht, setze man'S bis in's - lA ----- öo oder wohl auch bis in's rovderste fori» Welches zu bestimmen das Geschäft eines erfahrnen Arztes scyn wird. Sechste Bemerkung» Sehr wichtig ist cS bei dem Gebrauchs der Bäder, wie schon gezeigt worden, nach) Verschiedenheit der Krankheit, die Zeit zu bestimmen, Wann? Wie lange? und wiö oft gebadet werden solite ? Cs ist daher eist sehr verderbliches Dorurtheil, daß die mei¬ sten Badenden ihrer sonst gewöhnlichen Le- bensvrdnung entgegen um 4 oder Z Uhr Frühe aufstehcn sich in's Bad begeben, und daselbst mehrere Stunden aufhalten. Gesunde Menschen bedürfen keiner Bä¬ der, Kranke müssen ihre gehörige Ruhe d rch zu frühes Aufstehen nicht stören, auch kann man bey so frühen Morgen nicht leicht vor¬ her Frühstücken; und nichtern in's Bad zu gehen, ist, besonders für sehr Schwache, nicht zuträglich. Es ist daher notwendig daß jeder Badende Morgens in s Bad gehe, um die Stunde, wenn er sonst aufzustehn gewöhnt war. Er verbleibe in dem Bade nach der Verschiedenheit ferner Schwäche, längere, oder kür.ere Zeit, auch muß detz verschiedene Wärmegrad wesentlich beobach¬ tet werden, je wärmer das Bad ist, desto kürzer? Zett darf man sich darin aufhalte», vorzüglich habe« dieß sehr Kranke, Schwäch¬ liche zu beobachten; Einem solchen Kranken M beim anfangenden Gebrauche der Bäder eine ierrcl, höchstens eine halbe Stunde l-'M 'ichend. Es ist demnach das in allen Kadern lange Baden, oder das sogenannte S reizen bis in s hohe Bad , ein höchst schäd¬ liches Dorvrthcil. Der krankhafte Zustand mag mm seyn, wie er wolle, heißt eS, man gebrauche das hohe Bad, das ist z chch -chcn Vor - und eben so viele Stunden Nachmittage, dann gehr eS wieder zurück. Da die lauen, und warmen Bäder nie eine andere Krankheit geheilt haben, als sol¬ che, welche auf Schwäche, das ist , verminder¬ te Erregung des thicrrschen Orgauism sich gründeten, die wahre Krätze ausgenommen, weiche durch warme Schwefelbäder geheilt wurde , indem sie die Kratze verursachenden MUb-m rödten, da die warmen Bäder größten 'Lbrrls -nur durch ihre größere Menge von Wärm-Dksf, den sie enthalten, reizend auf den Körper wirken, denselben zur größer« igkcit antreiben, so kann dieß in denen in hiesiger Gegend befindlichen Bädern dnrch- * » — i8 — gängig übliche Steigen bis in's Hetze Bad nie allgemein nützlich, höchst selten anwend¬ bar , und fast größten Theils schädlich feyn. Ist denn die Schwäche, worauf sich die Krankheit gründet, in allen Fällen gleich ? — Auch zeigt es leider die tägliche Erfahrung, daß die Wenigsten dies lange Vaden, oder Las sogenannte hohe Bad vertragen ; — Schwindel, Kopfschmerz, Ohnmächten, Vlut- speyen, ja Schlagfiüsfe habe ick bei dem zu langen Gebrauche vorzüglich bei wärmeren Bädern häufig entstehen sehen. Man binde sich daher nicht mehr länger an die alt hergebrachte Vadeordnung, son¬ dern lasse sich die Dauer desselben von ei¬ nem einsichtsvollen Arzte bestimmen, und dann ziehe man sein eigenes Gefühl zu Ra- Ihe. So lange man sich angenehm erwärmt fühlt, das Gesicht nicht roth aufgetrieben ist, kann man sicher bleiben, so bald aber eine vermehrte Wärme sich über den ganzen Kör¬ per ausbreitet, daS Angesicht roth , die Au¬ gen hervorgetkieben werden, ein Schweiß am Gesichte ausbcicht, Kopfschmerz, Schwin¬ del , Neigung zum Brechen, oder funkelnde Augen re. entstehen, dann entferne man sich eiligst aus dem Bade, um sich nicht oban- grführte Uebel zuzuziehrn. — ry —- Siebente Bemerkung. So schädlich der zu lange Aufenthalt ittt warmen Bade den Badenden ist, eben so nachrheilig ist der tägl'che zweymalige Ge¬ brauch desselben. Sehr wenige Menschett sind es, die sich durch vernünftige Vorstel¬ lungen hievon überzeugen lassen. So übel daS zweymalige Vaden denen weiften auch bekömmt , so können sie dem- vhngeachtet, der von jeher eingeführren Ge¬ wohnheit- sich täglich zweymal zu baden, nicht entsagen. Man sagt: Ich bin es feit vielen Jahren - als ich daö Bad gebrauche, schon so gewohnt - alle baden so , was soll ich unter dieser Zeit machen - als andere ba¬ den rc. Allein man bedenkt nicht, daß dieS zweyte Baden gewöhnlich zu einer Stunde geschieht, wo sicher der meisten Badegäste ihr Verdauungsgefchast noch nicht beendigt ist, sie gehen dann mit vollem Magen in'S Bad , das den Körper von allen Seiten umgebende Vadewasser, die warmen Dünste drücken nun auch den vollen Magen, dadurch wird der Kreislauf des VlutS gehindert, das Blut im Kopfe und Lunge zurückgehal- ten , und dadurch sehr leicht Schlagflüsse, oder Blutspeyen verursacht. ** L —- LO Man bade des Morgens , nütze die übrige Zeit z»m Spazieren gehen, Genüße reiner Luft, oder sonstiger Unterhaltungen und der glückliche Erfolg beim Gebrauche der Bäder wird ungleich zahlreicher feyn. Achte Bemerkung. Ein höchst schädlicher, die Gesundheit zerstöhrender Gebrauch ist das Essen und Trinken deS Nachmittags im Bade. Ich ha¬ be schon oben gezeigt, wie schädlich das Ba¬ den mit vollem Magen sey. Zu dem ohnehin nicht leeren Magen kömmt nun eine Menge von Speisen, und Getränken hinzu , die Verdauung, die noch nicht geendet war, be¬ ginnt nun von neuen, der Magen so, wie der übrige Körper wird überreizt , Uebelkei- ten, Brechen, Schwindel , Ohnmächten, Blutspcyen, Schlagflüsse sind keine selt'ne Folgen dieses fehlerhaften Verfahrens. Neunte Bemerkung. Höchst fehlerhaft, und dem Gedeihen des Bades äusserst nachtheilig, ist das Be¬ tragen der Badenden nn Bade selbst — die meisten derselben bewegen sich heftig , spre¬ chen sehr laut, schreyen, singen, bespritzen die Andren und dergl. Ich habe fckwtt ge¬ zeigt, daß eben wegen verschiedener Beschaf¬ fenheit der Badenden eins äusserste Verschie¬ denheit im Gebrauch? der Bäder starr finden mässe. Werden alle Badenden dies Gerößs und ?ärm ertragen können ? Wie unange¬ nehm ist ein solcher gewaltiger Lärm nicht schon einem gesunden Menschen ! — Wie' erst einem Kränken! — besonders jenen schwächlichen Badenden, denen oft die stär¬ kere Fußtritts schon beschwerlich sind! Man bedenke doch , wie einem zu Muths feyn würde, wenn man in Gesellschaft von 4-0, , und noch mehr Menschen, wo jeder schreit, singt, herumspringt, in einem ge¬ wöhnlichen Zimmer durch 2 Stunden einge¬ schloffen seyn mußte, gewiß würden wir fügen: Nein, das ist nicht länger auszn- halren! — der Lärm ist zu groß — mein Kopf müsste mir zerspringen re. Hat es nicht die nemliKe Beschaffenheit bei den Baden¬ den? Gewiß um so mehr, da die meisten derselben wegen ihrer kränklichen Beschaffen¬ heit um so empfindlicher sind; daß Freude, Munterkeit und Frohsinn, gewiß allen , die der warmen Bäder bedürfen, höchst zuträg¬ lich sind , wird gewiß Niemand läugnen; daß aber jener ttmmltuarischs Lärm , der ge¬ wöhnlich in den Bädern Herrscht, die Ge- — 22 — firndheit nicht herbei führen, sondern noch mehr entfernen müsse, bin ich mehr . als zu sehr überzeugt. Man verhalte sich rvh'ie" im Bade, d«e Schwächlicheren bleiben die schon mehr gestärkten können herum hen. vermeiden jedoch sorgfältig alle oben gerügten Ausschweifungen, und ein glücku- cher Erfolg «st der Lohn dieses vernünftigen. Benehmens, Zehente Bemerkung. Allgemein herrschend ist der Glaube « daß der, bei dem Badenden sich am Kör¬ per zeigende Hautausschlag, als eine gute Wirkung des Bades anzusehen sey , und daß man, wenn man denselben bekömmt, ja bis zur gänzlichen Verschwindung desselben fort- Vaden müsse, und wenn man dies unterließe sicherlich die gefährlichsten Folgen daraus entstehen würden. Dieser Glaube an diese althergebrachte Meinung hat einen zu schäd¬ lichen Einfluß auf die Gesundheit der Ba¬ denden , als daß man nicht alles anwenden sollte, um die Menschen von diesem Vor- urtherle zu überzeugen, und davon abzubrin¬ gen. Jedes künstliche oder natürliche Bad har nebst dem Wärmcstof noch andere Stofe als Schwefel, Kupfer, Eisen, Salze, Lust- — 2Z — saure re. in sich, diese zusammen wirken nun auf unsere Nerven, und übrige Theile des Körpers, und treiben sie zur Thätigkeit an, wodurch denn die Krankheiten geheilt werden. Bevor sie nun aber auf die Nerven, oder andere Tkejle wirken können , müssen diese obengenannte Theile nicht zuerst auf die Haut wirken? müssen sie, bevor sie auf die tiefer liegenden Theile gelangen können, nicht durch die Haut eindringen? Man mache nur den Versuch, und lege seine gesunde Hand täg¬ lich durch zwey oder mehrere Stunden in ein Salzwasser , und gewiß wird jn Kur¬ zen, nach der verschiedenen Empfindlichkeit der Haut an der Han-, früher oder später ein Ausschlag an derselben bemerkt werden; ganz dieselbe Beschaffenheit hat eS mit dem Badausschlage. Auch dieser ist stets die Fol¬ ge -es zu heftigen Reizes, oder vielmehr Eindringens der Beftandtheile des Bades in die Haut der Badenden. Nie ist dersel¬ be daher der Gesundheit zuträglich, sondern da er eine neue Form des Uebelbefindens bildet, allezeit schädlich ! Jeder Badende kann sich von der Wahrheit dieser Behauptung selbst überzeugen; — Er bade kürzere Zeit, die Gesundheit wird folgen, ohne daß ein Vadausschlag erfolgt; Auch beweist schon dieß die Unwahrheitdaß der Vadausschlag — 24 — de? Gesundheit zuträglich sey, da ihm so viele, dis da baden, und dadurch genesen, doch nicht bekommen! — Auch beobachtet man den Vadausschlag nur an solchen, dis eine sshr empfindliche Haut haben , oder schon zu Haukausschlägen geneigt sind. Ferners entsteht cr nur immer an denen empfindlichen Thsilen deg. Körpers, an den Schenkeln, Armen , Halse, Rücken re. da wo dis Haut weniger empfindlich, als an der innern Flä¬ che der Hand, Fußsohle, entsteht er nie. Ein Beweis , daß er nie als eine gute Wir¬ kung deä Bades anzufthen, sondern immer als Folge einer zu starken Einwirkung der Beftandcheile des Bades zu betrachten sey. Wie zahlreich sind nicht die Beispiele, wo durch zu langes Baden, der Badaus¬ schlag entstand, welcher durch fortgesetztes Badn!, und durch mancherlei) Mittel nicht geheilt werden kann. Ist dicß die gute Wir¬ kung ei-ws Heilmittels, daß eine anders Krankheit hervorbringt , die oft in Jahren nicht gehellt wird? dis gute Wirkung des B.-des ist die, wenn es die krankhaften Er¬ schein ragen verscheißt, bei dem BadauS- fÄsige werden die damit.behafteten von ei¬ nem unerträglichen Jucken geplagt, dieses Jucke» verursacht unruhigen Schlaf, ver- lohrne Eßlust , und die Gesundheit wird durch diese , auch von anges henen Männern behauptete Meinung, als seys der Ausschlag gesund, oft noch mehr zerstört, als sie es war, bevor man daS Bad zu brauchen ansing. O! möchten doch die Menschen die hier vorg";eichnete Wahrheit annehmen , und dieß höchst schädliche Vorurthcil anfgeben!!! — Eilfts Bemerkung. Sehr fehlerhaft ist durchgehends das Be¬ tragen der Badenden in Rücksicht der zu beo^ buchtenden Lebensordnung. Ohne alle Rück¬ sicht auf ihre Krankheit, wegen welcher sie das Bad gebrauchen , geniessen sie alle Gat¬ tung Speisen, und Getränke, seyen sich je¬ der Unmäßigkeit derselben aus. Vorzüglich übertreiben es die Wohlhabenden im Genüße sogenannter Extra-Weine! Wie schädlich sind nicht den ganz Gesnndcn dis Uebertrci- bung im Efftn und Trinken! Wie erst den Kranken , der wegen zerrütteter Gesundheit sich der Bader bediente — Jedes Vergehen hierin« hat bei denen Badenden doppelt üble Folgen ! Große Vorsicht sowohl in der Wahl der Speisen, und Getränke, als auch in der -— 26- Menge ist denen Badenden nicht genugsam zu empfehlen Eben so fehlen auch sehr viele in Hinsicht der körperlichen Bewegung, sie fahren, reiten beständig, oder tanzen wohl auch wie rasend. So unumgänglich noth- wendig jede Art körperlicher Bewegung, be¬ stehe sie in Fahren, Reiten, Gehen, oder Tanzen, den Badenden auch scy, so wohl- thatigen Einfluß ein mäßiger Tanz im frohen freundschaftlichen Zirkel auf dem geschwäch¬ ten Kranken auch habe, — so ist doch jene bisher in denen Bädern gewöhnliche Ueber- treibung hierin« höchst zu mißrathen; und zu wünschen, daß meine dieserwegen gemachte Bemerkung bald keinen Grund mehr haben möge. Zwölfte Bemerkung. Als ein nicht seltener Zufall findet sich bei den meisten Badenden , besonders zu An¬ fänge der Badekur, eine Leibesverstopfung ein, sie ist die Folge der vermehrten Thä- tigkcit in den Gedärmen, wodurch alle flüs¬ sigen , zur Ernährung des Körpers tauglichen Theile ausgezogen, mithin die gröbern län¬ gere Zeit im Körper zurückgehalten werden. Es ist daher ein, der Herstellung der Ge¬ sundheit höchst nachtheiligeS Vorurtheil, bei — <27 —- nur einen Tage dauernder Leibesverstopfung sogleich ängstlich zu einem Purgiermittel seins Zuflucht zu nehmen; Ich habe schon mehc- mal n gesagt, daß die warmen Bäder nur in Krankheiten nützlich sind, die ans Schwä¬ che sich gn-ndea. Werden wir demnach gestärkt werden, wenn alle jene Theile von Speise uns Getränken, die wir zu uns nehmen , sogleich wieder ausgelehrt werden? Es ist doch sonderbar daß die meisten Menschen über diesen Punkt so ängstlich sind — sie wollen täglich Leibes - Oefnungen haben — und vergessen, daß sie schon mehrere Tags beinahe nichts genossen haben! Möchte man sich doch bald von diesem höchst verderblichen Vorurtheile losreiffen! —- mir ist wenig¬ stens bei rückkehrender Gesundheit meiner Kranken, ihre Leibesverstopfung eine höchst angenehme Erscheinung. Ich schließe hieraus mit voller Uebee- zeugung auf das wieder eingetrettcne Ein- säugungs Geschäft in den Gedärmen, ohne welche der Wiederersatz der verlornen Kräfte nie geschehen kann. Vielfältig habe ich die Rückkehr der vorigen Krankheit mit all' ihren Zufallen, auch auf das schwächste Purgiec- mittel folgen sehen. — Nur dann nehme man bei Leibesverftopfungcn zu gelindem — 28' — Ausleerungs-Mitteln seine Zuflucht, wenn hieserwegen wirklich Schwindel, Kopfschmerz oder Hitze entstehen sollte. Ein einfaches Klyftir, wird aber in solchen Fällen mei¬ stens hinreichend , und selten ein anderes Mittel erforderlich scyn. Dreizehnte Bemerkung. Eben so ein gefährliches Vorurteil ist die Meinung , daß das bei den Badenden öfters cintrettende Abweichen, ihrer Gesund¬ heit sehr zuträglich seu. Jene , die vcber- maß an Kräften besitzen, werd"« und dür¬ fen sich der warmen Bäder nicht bedrc» m. Schwächlicher» hingegen, kann denenselben eine Ausleerung zuträglich scyn , die ihnen alle Stofe wieder entführt, von welchen sie ihre Kräfte hätten erhalten sollen? Sollte cs wohl noch lange Zeit brauchen, um sich von diesem verderblichen Vorurtheile loszu- reissen ? Ich will es wenigstens nicht hoffen. Vierzchnte Bemerkung. Die Schlaflosigkeit ist kein seltner Zu¬ fall , welcher sich bei denen Badenden ein- findet. Sowohl die Stärkcrn, als Schwäch¬ lichen leiden Mangel am Schlafe , und die -9 — dagegen gebrauchten Mittel sind gewöhnlich fehlerhaft, und muffen es seyn, da die Ba¬ denden d,e Ursache vom Ausbleiben des Schla¬ fes nrchr kennen. D»e Stärkeren werden durch den Gebrauch der warmen Bäder mehr er¬ regt, sie trinken dann , um sich Schlaf zu verschaffen , Abends ein Glaß Wein, oder wohl auch Punsch mehr, da sie sich durch diese geistige Mittel noch mehr reizen, so wird o»e nächtliche Unruhe und dec Mangel an Schlafe noch größer, — eine kürzere Zeit im Bad sich aufhalcen, weniger Wein, kaltes Wasser, Limonade, ein gelindes Pur¬ giermittel , oder im äußersten Falls, eine kleine Aderläße, wird den Schlaf bei dieser, sicherlich herbeiführen, jndeß bei denen Schwächlichen durch Enthaltsamkeit von Wein, Punsch, der Schlaf nicht herbeige¬ führt werden wird. Was die Ersteren gänz¬ lich vermeiden müssen, müssen die Letzteren vorsichtig genießen, und Beide werden bald durch einen sanften erquickenden Schlaf für «hr Benehmen belohnt werden. Fünfzehnte Bemerkung. Nickt minder fehlerhaft ist das Beneh¬ men der meisten Frauenzimmer bei Eintritte ihrer monatlichen Reinigung, während der — Zo — Badezeit. Eie setzen sogleich den Gi brauch der Bader aus, und fehlen , da dieß unbcdn geschieht, sicherlich. Gesunde Frauen , deren Reinigung ordentlich emtritt, weder in zu großer, noch zu kleiner Menge abgehl, be¬ dürfen keiner warmen Bader. Bei senen hingegen, die an fehlerhafter Reinigung lei¬ den, — bestehe selbe in einem zu großen, oder zu kleinen Abgänge des Geblüts, liegt immer Schwäche zum Grunde. Nur äusserst seltne Ausnahmen giebt cs; Es ist daher ein höchst falscher Grundsatz, den die mei¬ sten Frauenzimmer habendenen die Rei¬ nigung so häufig, und durch mehrere Tage abgcht, daß sie glauben , sie hätten zu viel Blut. — Man betrachte nur ihr blasses ab¬ gezehrtes Aussehen, ihre verlorne Eßl"st , Schwäche, und man wird an einen k! b r- fiuß des Geblüts gewiß nicht mehr glarb n. Wenn nun diese Frauen die Bäder brauchen, so werden dadurch ihre Gefäße der Gcbahrmnt'ee gestärkt, der Blutverlurst wird sich mindern, da die Gefäße wegen zugenommener Stärke nicht mehr so viel Blut durchlassen. In je¬ nen Fällen hingegen, wo der Abgang dec Reinigung zu gering, wird durch den Ge¬ brauch der Bäder der ganze Körper gestärkt, die Verdauung nimmt zu , der Körper wird besser ernährt, es erzeugt sich mehr Blut - -- zr — und so strommt es endlich in größere!? Men¬ ge beim Eintritte der monatlichen Reinigung hervor. Ist demnach die dec fehlerhafter Rei¬ nigung zum Grunde liegende Schwache no '« nicht vollkommen geheilt, so setze man y-m Gebrauch der Bäder fort, und lasse sich durch das Eintretten der monatlichen Reinigung nickt abhalten ; —» Nur dann können sie den Gebrauch der Bäder ausseyen, wenn d r Abgang allzu heftig wäre. In solchen Fäü»-n wird durch den Blutverlurst die Schwäch ost so sehr vermehrt, daß sie die w^"m Bader nicht vertragen. In unbedeutenderen Fällen hingegen kann das Bad sicher, -nd zwar mit dem besten Erfolge fortgesetzt werden. Sechzehnte Bemerkung. Dm Ende des Gebrauches der Bäder nehmen fast die meisten Badenden, wie zu Anfänge ein Purgiermittel ein , in ihrer Meinung , jenen Unrath , der durch das Bad in Ihnen aufgelößt worden seye, vollends auszuführen; vorzüglich thun sie das, wenn der sogenannte Badausschlag noch nicht ver¬ schwunden ist. Daß jene Krankheiten, zu derer Heilung man den Gebrauch der war¬ men Bäder benöthigt, keine Pupgiermittel Z2 vertragen , habe ich schon m meiner ersten Bemerkung gezeigt, so, wie ich aue' ge¬ zeigt habe, daß der Vadausschlag nur > re durch zu langes Baden erzeugte Krankheit der Haut sey , welche durch Purgiermittel nie geheilt werden könne, Eben sowenig ge¬ schieht eine Auflösung im Innern , das durch Purgieren weggefchaft werden mußte. Wenn die Purgiermittcl je einen Nuy.n nach den Gebrauch der Bader geleistet hakwrrso ist es gewlß in jenen Fällen geschehen, wo die Wadenden, durch Uebermaß im Esten sich erne Unverdaulichkeit zugerogen haben ; wo sodann diese unverdauten Körper mch guten Erfolgs durch ein Vurgiermittel ausgeleert worden sind , in allen übrigen Fällen, ist Lwß ein höchst schädliches Vorurtheil. Es führt fast immer jene Krankheit , zu deren Heilung der Gebrauch der Bäder unternom¬ men wurde, mit allen ihren schröcklichen Fol¬ gen wieder zurück, eine unzählbare Anzahl von Beobachtungen bestättiget diese Behauptung. Wer wird demnach nicht gerne jenen Weg verlassen! auf welchem ihm sein höch¬ stes Gut, seine Gesundheit, die ihm erst zu Lheil geworden , wieder geraubt werden solle ? Ich glaube, Jedermann. — Wenigstens ist es mein sehnlichster Wunsch !!!