50872 Anleitung ;um Gebrauche dr» Ersten deutschen Übungsbuches slovenische allgemeine Volksschulen. sl'rvn nenisk» vndnieu xn slovenske odene ljudske sole.) Wien. Kaiserlich-königlicher Schuld ücher-verla g. Unleiümg zum Gebrauche des Ersten deutschen Übungsbuches für slovemsche nllgemeine Volksschulen. (krvn ntzin8kit vustnien slovenske odene Ijustske ^ole.) preis, broschiert, 40 Heller. Wien. Jin kaiserlich-königlichen Schulbiicher-Verlage. 1897. Die in einem k. k. Schulbücher-Verlage herausgegebenen Schul¬ bücher dürfen nur zu dem auf dem Titelblatte angegebenen Preise verkauft werden. Alle Rechte vorbehalten. §rnck i.on Karl Gorischek in Wien. 5 3 Vorwort. Wie Methode des neusprachlichen Unterrichtes hat in den letzten Jahrzehnten eine vollständige Umwandlung erfahren. Ist der auf dem Gebiete des Unterrichtes in der Muttersprache vou der Pädagogik aufgestellte Satz richtig, dass nian die Sprache nur durch Sprechen erlernt, wie viel mehr wird derselbe hinsichtlich des Erlernens einer fremden Sprache Geltung haben müssen! Diese Überzeugung hat der neuen Methode beim Unterrichte im Französischen und Englischen an Realschulen und Bürgerschulen Bahn gebrochen. Nur in die slovenischen Schulen ist der belebende Hauch der neuen Zeit hinsichtlich des Unter¬ richtes im Deutschen noch nicht eingedrungen; hier herrscht noch fast unumschränkt die alte, unfruchtbare „grammatische Methode". Es ist kein Zweifel, dass dieselbe zumeist schuld ist an den vielfach beklagten Miss¬ erfolgen im deutschen Unterrichte an diesen Volksschulen. Mit dieser Methode zu brechen, beabsichtigt unser Buch: Erstes deutsches Übungsbuch für slovenische allgemeine Volksschulen, (krvu nomslru vuänleu /n slavonsko oböus lfnäsüo Solo.) Es ist der erste Versuch in dieser Richtung und möge als solcher beurtheilt werden. Zwei Wege gibt es hauptsächlich, die von der neuen Methodik auf dem Gebiete des neusprachlichen Unterrichtes eingeschlagen werden. Man kann sie kurz als die Lesebuchmethode und Anschauungsmethode bezeichnen. Wir haben uns für letztere entschieden in der Überzeugung, dass diese t * — 4 — für die Unterstufe, welche hier in Betracht kommt, die meiste Aussicht auf Erfolg bietet. Das Wesen dieser Methode ist jedoch unter den slovenischen Lehrern wohl so gut wie ganz unbekannt. Damit soll kein Vorwurf ausgesprochen, werden. Es ist ja bekannt, dass nach dieser Richtung bisher jede Anregung gefehlt hat. Musste ja jeder Lehrer selbständig seinen Weg gehen und sich mit dem deutschen Unterrichte zurecht finden, so gut er eben konnte. Wir erachten es daher als ein Gebot der Nothwendigkeit, die Lehrerschaft in die neue Methode einzuführen, um sie vor den ärgsten Missgriffen zu bewahren. Dies ist der Zweck der vorliegenden Schrift. 5 I. Lese- und SchrMnnterricht. Beim ersten Blick in das vorliegende „Erste deutsche Übungsbuch für slovenische allgemeine Volksschulen" dürfte es auffallen, dass unser Buch im Gegensätze zu anderen, den gleichen Zweck verfolgenden Sprach- nnd Übungsbüchern nicht mit dem Lesen- und Schreibenlernen des deutschen Alphabetes beginnt, dass wir uns vielmehr zunächst der lateinischen Schrift- Zeichen bedienen. Zu diesem Vorgänge sahen wir uns durch nachstehende Erwägungen veranlasst: l. Das übliche Voranstellen einer systematischen Leseschule (slovenisch-deutsche Fibel) ist unpädagogisch, da es dem elemen¬ taren Grundsätze widerspricht: Vom Begriff zum Wort, vom Wort zum Zeichen! Das rein mechanische Lesen und Schreiben unverstandener Wörter und Sätze ist langweilig; es mnss daher eine Unlust, ja eiuen Widerwillen gegen den Gegenstand Hervorrufen, der nicht an letzter Stelle eine Ursache der meist nicht befriedigenden Erfolge in: deutschen Sprachunterrichte an slovenischen Schulen bei der bisher üblichen Methode sein mag. 2. Es ist kein Zweifel, dass zur Erreichung einer entsprechenden Lesefertigkeit, wenn diese nicht durch das Verständnis der Wörter unterstützt wird, ungleich mehr Zeit- und Kraftaufwand erforderlich ist, als wenn beim Lesen das geschriebene Wort durch die vorhandene Vorstellung appercipiert wird. Die Erfahrung lehrt, dass zumeist ein volles Schuljahr an diese mechanische, geisttödtende Arbeit vergeudet wird. Wie sollen dann Lust und Liebe für den Gegenstand, diese unentbehrlichen Helfer jedes gedeihlichen Unterrichtes, erzeugt werden? Und ist denn diese geistige Tortur wirklich nicht zu umgehen? Wir glauben, ja. Es ist nicht einznsehen, weshalb denn anfänglich nicht die lateinischen Buchstaben zur Anwendung kommen sollten? Ist doch die Zahl der deutschen Schriftsteller nicht gering, die sich ausschließlich der lateinischen Buchstaben bedienen, und ist ja schon die Frage vom pädagogischen und von, sachlichen Standpunkte erörtert worden, ob es nicht zweckdienlich wäre, den Gebrauch der sogenannten deutschen Schrift- und Druckzeichen 6 aufzugeben. Doch eine solche Neuerung wollen wir ja keineswegs einführen. Wir haben nur die Einführung dieser Buchstabenformen auf einige Monate verschoben. Was wir damit erreichen? Sehr viel. Wir können beim Unter¬ richte den psychologisch einzig richtigen Weg einhalten: Verstehen, sprechen, lesen, schreiben. Wir sind nicht genöthigt zu lesen und zu schreiben, was die Kinder nicht verstehen. Wir sind im Stande, das Buch gleich vom Anbe¬ ginne als Lernmittel zu verwenden, was hinsichtlich der häuslichen Wieder¬ holung sehr erwünscht ist. Wir sind ferner in die Möglichkeit versetzt, schon in der ersten Unterrichtsstunde die Schüler auch mittelbar in dem Gegen¬ stände zu beschäftigen, was mit Rücksicht auf den Abtheilungsunterricht, der wohl ausnahmslos an allen Schulen, für welche unser Buch bestimmt ist, gehandhabt werden muss und somit im Interesse der vollen Ausnützung der dem deutschen Unterrichte bestimmten Unterrichtsstunden für diesen Gegenstand unumgänglich erforderlich ist. Der Lese- und Schreibunterricht zerfällt demnach in zwei Stufen u. zw. 1. Lesen und Schreiben deutschen Textes mit Hilfe lateinischer Druck- und Schriftzeichen. 2. Lesen und Schreiben des deutschen Alphabetes. 1. Stufe. Lesen und Schreiben mit Hilfe lateinischer Druck- und Schristreichcn. Jedes neu auftretende Wort wird, nachdem es zum Verständnis gebracht worden, vom Lehrer vorgesprochen und sodann von den Schülern bald im Chore, bald einzeln nachgesprochen. Hiebei ist auf eine vollkommen correcte Aussprache das allergrößte Gewicht zu legen. Sind die Wörter durch das Gehör richtig aufgefasst worden, dann werden sie vom Lehrer mit lateinischen Buchstaben an die Tafel geschrieben und vorgelesen. Sodann werden sie von den Schülern gelesen. Hiebei ist die Aussprache jedes neu auftretenden Lesezeichens lsch, ä, ö, ü, Dehnungs- und Schärfungszeichen u. s. w.) einfach mitzutheilen. Leseregeln sind zunächst nicht aufzustellen; diese werden sich nach und nach durch wiederholte Übung von selbst ergeben, und es muss dem Takte des Lehrers überlassen bleiben, den Augenblick wahrzunehmen, wann die Schüler von selbst zum Aussprechen einer Regel gedrängt werden. — Ist das Lesen der geschriebenen, neuauftretenden Wörter einer Übung eingeübt, dann erst wird das Buch zur Hand genommen. Hier finden sich dieselben Wörter am Beginn der Übung vorgedruckt und werden nun gleichfalls von den Schülern gelesen. 7 Bevor die Schüler die Wörter niederschreiben, ist es, namentlich anfangs, unbedingt geboten, dieselben Lautieren zu lassen, damit gleich im vorhinein der fehlerhaften Schreibung vorgebeugt wird. Es dürste sich empfehlen, anfangs nach Dictat schreiben zu lassen. (Ansagen der Buchstaben.) Die Einübung der Schreibung erfolgt durch die schriftliche Behand¬ lung der jeder Übung hinzugefügten Aufgaben. Es ist strenge darauf zu sehen, dass jedes Wort genau so, wie es im Buche steht, geschrieben wird. Darum ist es geboten, dass die Schüler bei der schriftlichen Lösung der Aufgaben die aufgeschlagenen Bücher vor sich haben. 2. Stufe. Lesen und Schreiben mit Hilfe deutscher Druck- und Schriftreichen. Nunmehr sind die Schüler mit dem deutschen Alphabet in Druck und Schrift bekannt zu machen. Ersteres bietet erfahrungsgemäß durchaus keine Schwierigkeiten. Sind doch die deutschen Druckbuchstaben von den lateinischen durchaus nur wenig verschieden. Hier ist nur Übung nothwendig, damit sich das Auge der Schüler an die mehr eckigen und geschnörkelten Buch¬ stabenformen gewöhnt. In deutschen Fibeln wird der Übergang zu dem lateinischen Alphabet zumeist in der Weise gemacht, dass man auf einmal alle Buchstaben der beiden Alphabete neben einander stellt und dann sofort Lesestücke in Lateindruck folgen lässt. Da die Auffassung der deutschen Druckbuchstaben auf Grund der Kenntnis der lateinischen Buchstabenformen, weil in ersteren der Charakter des Buchstaben zumeist minder deutlich hervortritt, als in den lateinischen, immerhin größere Schwierigkeiten bereiten dürfte, als im umgekehrten Falle, haben wir das Alphabet getheilt und führen die Buchstaben gruppenweise vor. Für die Anordnung der Buchstaben war in erster Linie der Grad der Ähnlichkeit mit den correspon- dierenden lateinischen Fornien maßgebend. In zweiter Linie musste jedoch auch auf die Verwendbarkeit der Buchstaben bezüglich ihres Lautwertes Rücksicht genommen werden, damit schon mit der ersten Gruppe Wörter dargestellt werden konnten. Übrigens ist die Anordnung in diesem Falle von ziemlich nebensächlicher Bedeutung. Nach einer kurzen Vergleichung der untereinander stehenden Buch¬ staben einer Gruppe, wobei allenfalls die Buchstabentäfelchen des Setzkastens benützt werden können, wird sofort zum Lesen der sich anschließenden Wörter und Sätzchen geschritten. Es muss nicht erst gesagt werden, dass dies nicht nur eine mechanische Leseübung sein soll. Vielmehr wird sich der 8 Lehrer von dem Verständnis des gelesenen Wortes zu überzeugen haben, indem er dasselbe etwa in einem Sätzchen verwenden lässt, kurz, wenn er so verfährt, wie beim Lesen auf der Fibelstufe in der Muttersprache. Aber nur keine Übersetzungen! Dieses Verfahren wird dadurch ermöglicht, dass als Lesestoff mit sehr wenigen Ausnahmen Wörter aus dem schon gewonnenen Wortvorrathe verwendet werden. Auf diese Weise dürften in einer Unterrichtsstunde zwei bis drei Gruppen verarbeitet werden können, so dass die Einführung in das Lesen des deutschen Druckes in 3—5 Stunden erledigt werden kann. Schließlich werden alle bereits vorgekommenen Wörter mit Dehnung und Schärfung zusammengestellt. Diese Zusammenstellung hat den Zweck, die Regel betreffend die Dehnung und Schärfung, so weit sie aus den bereits bekannten Wörtern abstrahiert werden kann, zu veranschaulichen. Eine allgemeine Fassung der Regel wäre an dieser Stelle noch verfrüht. Was schließlich die Einführung der Currentschrift (Lesen und Schreiben) anbelangt, so dürfte diese wohl am besten mit dem Schön¬ schreibunterrichte verbunden werden. Die einzelnen Buchstaben werden nach den für den Schönschreibunterricht maßgebenden Grundsätzen nacheinander vorgeführt und eingeübt. Natürlich müssen die bekannten Buchstaben möglichst bald zu Silben und Wörtern verbunden werden. Um auch hier nach Thunlichkeit schon bekannte Wörter zur Schreibübung verwenden zu können, dürfte es sich empfehlen, den Beginn niit der Currentschrift etwa auf die Mitte des 1. Semesters zu verlegen. Sobald die Schüler alle Currentbuchstaben kennen und schreiben gelernt haben, werden alle Übungs¬ aufgaben beim deutschen Unterricht natürlich in der Currentfchrift zu schreiben sein. Zur Erreichung der erforderlichen Lesefertigkeit der Current¬ schrift werden in dem 2. Theil des Übungsbuches einzelne Lesestncke in dieser Schrift ausgenommen werden. II. Sprachlicher Unterricht. n) Gewinnung des Wortschatzes. Die Anschauungsmethode sucht beim fremdsprachlichen Unterricht in ähnlicher Weise vorzugehen, wie das Kind die Muttersprache lernt. Das fremde Wort soll sich nicht mit dem gleichwertigen Worte der Mutter¬ sprache, sondern mit der durch unmittelbare oder mittelbare Anschauung gewonnenen Vorstellung verknüpfen. „Dann werden die fremden Worte nicht ein leerer Schall sein, sondern sie werden einen sinnfälligen Inhalt haben. Es wird eine enge und feste Verknüpfung des fremden Wortes mit dem zu ihm gehörigen Begriffe ftattfinden, ganz ohne das störende Dazwischentreten der Muttersprache. Das fremdsprachliche Wort geht hier in gerader und kürzester Linie zum Begriffe, ohne den Umweg durch das muttersprachliche Wort zu nehmen, und haftet infolge dessen mit ganz anderer Festigkeit im Geiste des Schülers. Bei solchem Verfahren haben die Satze, in denen die Vocabeln auftreten, einen realen Inhalt, der sich unmittelbar dem Verständnisse erschließt." (Dr. K. A. M. Hartmann.) Kurz, die zu erlernende Sprache soll nicht durch Übersetzungen aus der Muttersprache und durch Rückübersetzungen in dieselbe erlernt werden. Zu Übersetzungen nehme man nur ausnahmsweise zur Controle des Ver¬ ständnisses seine Zuflucht. Die Bedeutung der fremden Wörter und ihrer Verbindungen ist durch Anschauung zu gewinnen nnd durch daran geknüpfte Sprechübungen zu befestigen. Es ist klar, dass die Anschauung beim fremdsprachlichen Unterricht durchaus nicht dasselbe ist, wie der Anschauungsunterricht in der Elemeutarclasse. Bei letzterem handelt es sich um die Schulung des Auges, um Bildung von Vorstellungen auf Grund der sinnlichen Anschauung, um die Entwicklung des Denkvermögens und damit Hand in Hand gehend um die Entwicklung des Sprachvermögens. Eine so weit gehende Aufgabe hat der Anschauungsunterricht in der neusprachlichen Stunde natürlich nicht zu erfüllen. Die Begriffe sind bei den Schülern, um die es sich handelt, schon vorhanden, und nur darauf kann es ankommen, die Aneignung der fremden Sprache durch das sinnfällige Mittel der Anschauung kräftig zu unterstützen, den Sprechübungen eine anschauliche Grundlage, einen wirklich realen Inhalt zu geben, der mühelos zur Verfügung steht. Was nun die Anschauungsmittel anbelangt, deren sich der Lehrer beim Unterrichte nach der Anschauungsmethode bedienen muss — ohne die erforderlichen Anschauungsmittel ist diese Methode unausführbar; Anschauungsunterricht ohne Anschauungsmittel ist ein Unding, ein Wider¬ spruch in sich selbst — so sind diese, wie bei jedem Anschauungsunterrichte zweierlei: 1. Wirkliche Gegenstände, 2. Abbildungen. Um auch den mit Lehrmitteln am ärmsten ausgestatteten Schulen die Möglichkeit zu bieten, wenigstens den ersten Unterricht im Deutschen 10 auf die unmittelbare Anschauung der Gegenstände stützen zu können, haben wir den ersten Sprechübungen, die in jedem Schulzimmer vor- , handenen Gegenstände zugrunde gelegt. Unsere Schulzimmer sind nun zwar etwas kahl und ärmlich ausgestattet, und man könnte wünschen, dass in dieser Hinsicht mehr Mittel zugebote stünden, immerhin aber bietet auch das Schulzimmer mancherlei Anschauungsstoff dar, der sprach¬ unterrichtlich verarbeitet und von der allerersten Stunde an zu Sprech¬ übungen wenn auch bescheidenster Art verwendet werden kann: Tisch, Bank, Tasel, Schwamm, Kreide, Schüler, Fenster, Buch, Heft, Bleistift, Feder u, s. w. Es mag trivial erscheinen, solchen Stoff in Frage und Antwort zu verwerten, es ist dies aber doch ein naturgemäßes und psychologisch richtiges Verfahren, „bei dem die Sprachbildung in ähnlicher Weise vor sich geht, wie wenn das Kind seine Muttersprache lernt." Aber nicht bloß die oben genannten Dinge lassen sich als Objecte unmittelbarer Anschauung im neusprachlichen Unterrichte benützen; einem aufmerksamen Beobachter bietet sich daneben auch noch manches andere dar. Wer z. B. dem Schüler Gelegenheit gibt, Eigenschaftswörter in directer Verbindung mit den gleichzeitig an Dingen angeschauteu Eigenschaften zu lernen, also beispielsweise „weiß" unter Hinweis auf eine weiße Wand, „schwarz" in Verbindung mit der Tinte, „hoch" unter Hinweis auf einen Schrank, „niedrig" unter Hinweis auf einen Stuhl u. s. w., der erleichtert dem Schüler das Behalten der fremden Wörter ganz wesentlich, weit mehr, als wer sich begnügt zu sagen: weiß so roöo bol, schwarz eru, hoch visok, niedrig ni^ok u. s. w. Hiebei wird die Geberdensprache oft sehr gute Dienste leisten. Auch durch das Nebeneinanderstellen von Gegen¬ sätzen werden die Begriffe oft klarer hervortreten. Die Übersetzung wird erforderlichenfalls nur den Prüfstein bilden, ob die Bedeutung des Wortes richtig erfasst wurde. Dass sich Zahlwörter sehr zweckmäßig in Verknüpfung mit concretem Anschauungsmaterial einüben lassen, ist allgemein bekannt. Dasselbe gilt von den persönlichen, hinweisenden und besitzanzeigenden Fürwörtern. Nicht minder ist die unmittelbare Anschauung für das Einprägen der gebräuchlichsten Vorwörter zu verwerten: nian braucht nur die durch die Vorwörter ausgedrückten räumlichen Verhältnisse herzustellen, oder wenn sie schon vorhanden sind, zu benützen, um eine vortreffliche Stütze für das Einprägen dieser Wörter zu gewinnen. Ein Schüler, der schon auf der Elementarstufe, z. B. die Vorwörter „vor" und „hinter" in einer 11 — Reihe direct auf Anschauung beruhender Sätze vorgeführt erhalten und selbst eine Reihe solcher Sätze gebildet Hatz besitzt den richtigen Gebrauch dieser Wörter einfürallenial. Auch auf dem Gebiete des Zeitwortes ist Gelegenheit für directe Sprachbildung unter Anwendung der unmittelbaren Anschauung vor¬ handen, ganz ohne Vermittlung der Muttersprache. Natürlich ist hier vor allem au die zahlreichen Zeitwörter zu denken, die eine Handlung ausdrücken. Man braucht nur die entsprechende Handlung unter gleich¬ zeitiger Benennung derselben in der deutschen Sprache auszuführen oder ausfuhren zu lassen, so hat man einen Grund für eine feste Apperception dieser Zeitwörter gelegt, und der Schüler wird dann diese Handlung, wenn sie sich wiederum vor seinen Augen abspielt, auf eine an ihn gerichtete deutsche Frage auch in der deutschen Sprache richtig bezeichnen. Das ist nun allerdings klar, dass die Anschauung wirklicher Gegen¬ stände oder die unmittelbare Anschauung allein für das schulmäßige Erlernen einer fremden Sprache noch nicht ausreicht: gewisse Anschauungs- gegeustände kann nian ja auch in die Classe bringen behufs Vornahme von Sprechübungen, aber das hat natürlich seine Grenzen. Und da man andererseits mit der Classe zum Zwecke des deutschen Unterrichtes nicht hinauswandern kann in die Welt, so wird man darauf bedacht sein müssen, die Welt in der Form des Bildes in die Classe hereinzuziehen. So tritt der unmittelbaren Anschauung als zweckmäßige Ergänzung die mittelbare Anschauung zur Seite, die durch das Bild geboten wird. Dem elementaren Unterrichte im Französischen und Englischen pflegen in den letzteren Jahren in Deutschland, in der Schweiz und auch in Österreich vielfach die Hölzl'schen Anschauungsbilder, insbesondere die vier Jahreszeiten zugrunde gelegt zu werden. Mit Rücksicht auf die häuslichen Verhältnisse der Schüler, die wir im Auge haben, haben wir es vorgezogen, nach Erschöpfung der sich uns an den Gegenständen im Schulzimmer darbietenden Gesprächsstoffe in den weiteren Übungen das Haus und die darin vorkommenden Gegenstände zu besprechen. Wir sind allerdings nicht in der Lage, von den bekannten Bilderwerken, die beim Anschauungsunterrichte verwendet zu werden pflegen, solche namhaft machen zu können, die den aus das Haus bezüglichen Sprechübungen zu¬ grunde gelegt werden könnten. Ebenso müssen wir vor dem Versuche warnen, den Unterricht etwa nach den im Buche befindlichen kleinen Abbildungen ertheileu zu wollen. Wir müssen vielmehr mit allem Nach- 2* 12 drucke betonen, dass der Unterricht stets Massenunterricht sein muss, dass somit stets die ganze Classe, bezw. Abtheilung auf ein gemeinsames Lehr¬ mittel blicken soll, welches naturgemäß so beschaffen sein muss, dass die zu besprechenden Dinge und Vorgänge von allen Schülern gesehen werden können. Die Abbildungen im Buche haben nur den Zweck, dem Schüler bei der Wiederholung eine Stütze zu bieten. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als dass sich jeder Lehrer die fehlenden Abbildungen, nach den ini Buche gegebenen Bildern im großen Maßstabe für den Classen- unterricht selbst anfertige. Diese Forderung erscheint durchaus nicht als ein zu weit gehendes Ansinnen an den Lehrer, zumal es sich nur nm einige wenige, sehr einfache Bilder handelt, deren Herstellung keinen besonderen Aufwand non Zeit, Mühe oder Kunstfertigkeit erfordert. Es muss nicht erst gesagt werden, dass unter allen Umständen, soweit es thunlich ist, wirkliche Gegenstände in die Classe zu bringen und beim Unterrichte zu benützen sind. In welcher Weise die Anschauungsmittel zu verwerten sind, soll in den Lehrproben (s. IV. Lehrproben dieses Schriftchens) gezeigt werden, worauf hiemit verwiesen wird. b) Sprechübungen. Auf die erste Stufe des fremdsprachlichen Unterrichtes gehört noch keine Sprachlehre. Ob und inwieweit sie auf den höheren Stufen erforderlich sein wird, braucht hier noch nicht erörtert zu werden. „Die Sprache hat das Sprechen zur Voraussetzung; darum erst Sprechen, dann Sprache, erst Sprechübungen, dann S p r a ch Übungen. Wenn auch in gewisser Beziehung allerdings jede Sprechübung auch eine Sprachübung sein soll, so darf sie doch nicht Sprachunterricht, noch weniger Sprachlehre sein." (Kehr.) Nun ist aber die Sprache nicht eine bloße Aneinanderreihung von Wörtern, sondern sie besteht vielmehr aus nach bestimmten Gesetzen erfolgenden Verbindungen von Wörtern. Da nun diese Gesetze nicht gelehrt werden können, so müssen sie durch Übung zum Bewusstsein gebracht werden. Diesen Zweck verfolgen die Sprechübungen. Hiebei haben die Schüler nach gegebenen Beispielen mit Hilfe des gewonnenen Wort- vorrathes Sätze zu bilden. Das Mittel hiezu sind die Aufgaben, welche zum Theile aus Fragen bestehen, die von den Schülern zu beantworten sind, zum Theile haben die Schüler nach der Forderung der Aufgabe Sätze zu bilden. 13 Die mit Hilfe der Übungsaufgaben zunächst mündlich vorzunehmenden Gesprächsübungen verfolgen demnach einerseits den Zweck, den Wort¬ vorrath durch häufigen Gebrauch zu befestigen, die Zungenfertigkeit zu fördern und die nothwendigen sprachlichen Formen durch Übung dem Schüler zu eigen zu machen. III. Gliederung -es Stoffes. Sosehr es nun dem Wesen der vorgeschlagenen Methode entsprochen hätte, gleich vom Anfang an einen Gegenstand vielseitig anzuschauen uud zu besprechen, so war dies zunächst nicht durchführbar, da wir bei den Schülern zumeist auch nicht die geringste Formenkenntnis voraussetzen dursten. Die Verbindung des Subjectes mit dem Prädicate, der Gebrauch des bestimmten und des unbestimmten Artikels, die Mehrzahl der Haupt¬ wörter u. s. w. sind nun Kenntnisse, die man nicht umgehen kann, wenn man Gedanken mit Worten ausdrücken will. Um diese allereinsachsten und nothwendigsten Formen zu gewinnen, wurden dem eigentlichen Anschauungsunterrichte die im ersten Abschnitte enthaltenen Vorübungen voraugestellt. Bei diesen Vorübungen kommt es zunächst nicht auf die Erwerbung eines großen Wortvorrathes an. Der Wortschatz bewegt sich hier vielmehr in ziemlich bescheidenen Grenzen. Das Hauptgewicht wird hier auf die Erlernung einiger Sprachformen gelegt. Uni nicht miss¬ verstanden zu werden, sei nachdrücklichst nochmals betont, dass es sich hiebei nicht um die Erlernung von Regeln handelt, sondern um An¬ eignung der Formen durch Übung. Damit soll jedoch keineswegs gesagt sein, dass wir die Formulierung einer Regel unter allen Umständen als einen Fehler betrachten. Durch die wiederholte, vielfache Übung müssen sich ja gewisse Sprachgesetze dem Schüler von selbst aufdräugen. Der Schüler bildet sie auf Grund der vorangegangenen Übungen selbst. In dieseni Momente ist das Aussprechen der Regel nicht zurückzuweisen: denn sie wird sich als höchst fruchtbar erweisen. Nur zwinge man den Schüler nicht, unverstandene Regeln auswendig zu lernen, und erwarte nicht von ihni, dass er nach Regeln sprechen lerne. Die Regel muss als reife Frucht von selbst vom Baume der Erkenntnis fallen. Über das in jedem einzelnen Paragraphe anznstrebende Ziel dürfte es überflüssig sein, dem Lehrer weitere Erläuterungen zu geben. 14 Der Zweck des zweiten Abschnittes wurde bereits erörtert; er behandelt die Einführung der Fracturbuchstaben und dürfte in kürzester Zeit erledigt fein. Erft im 3. Abschnitte werden zusammenhängende Lesestücke im Anschlüsse an Anschauungsgegenstände geboten. Hier wird hauptsächlich dahin gestrebt, den Wortvorrath zu vermehren und zu befestigen. Es wird zunächst der auf das Schulleben bezügliche, bei den Vorübungen bereits gewonnene Wortvorrath neuerlich verwendet und erweitert. In gleicher Weise wird sodann mit dem auf das häusliche Leben bezüglichen Wort¬ schätze verfahren. Auf diese Weise glaubten die Verfasser, die Schüler zunächst mit jenem Wortschätze auszurüsteu, innerhalb welches sich ihre gewöhnlichen Gespräche in Schule und Haus bewegen. Hinsichtlich der Sprachformen gehen diese Lesestücke zumeist über die im ersten Abschnitte eingeübten Formen nicht hinaus. Diese Formen sollen vielmehr durch wiederholten, oftmaligen Gebrauch zum unverlierbaren Eigenthume der Schüler werden. Ab und zu schien es jedoch unerlässlich, über diese engen Grenzen hinauszugehen, da sonst die Lesestücke gar zu trocken ausgefallen wären. So war es z. B. nicht möglich, in einzelnen Fällen den Gebrauch der Vorwörter und der von ihnen regierten 2. und 3. Endung zu umgehen, obwohl diese Biegungsfälle, um nicht durch das Zuviel zu verwirren, in den Vorübungen noch nicht eingeübt wurden. Derlei Formen und Wort¬ verbindungen (z. B. in dem ersten Stockwerke, auf der rechten Seite u. s. w.) mögen vorläufig womöglich durch Veranschaulichung, im äußersten Falle durch Übersetzung dargeboten werden. Eine gründliche Einübung derselben folgt auf einer späteren Stufe. Um dem Lehrer die Möglichkeit zu bieten, sich beim Unterrichte im Deutschen möglichst bald ausschließlich der deutschen Sprache bedienen zu können und die Schüler an das Sprechen des Deutschen zu gewöhnen, wurden einige der gewöhnlichsten Redewendungen ausgenommen, die zum Theil in formaler Beziehung gleichfalls über die eingeübten Sprachformen hinausgreisen. Diese Redensarten müssen einfach memoriert werden. Zur Vermittlung des Verständnisses wurde ihnen die sloveuische Übersetzung beigesetzt. Schließlich wurden einige Räthsel, Sprüche, Gedichtchen u. s. w. ausgenommen. Sie sollen den Unterricht beleben, Stoff zum Memorieren bieten und hiedurch die Zungenfertigkeit fördern. 15 Der 4. Thei! enthält zu den einzelnen Übungen die neu auf- . tretenden Wörter mit der hinzugefügten Übersetzung und die Ergebnisse, die durch die betreffende Übung erzielt werden sollen. Der Zweck dieses Theiles darf jedoch keineswegs dahin aufgefasst werden, als ob die Schüler zunächst aus dem zu der betreffenden Übung gehörigen Paragraphe die Vocabeln memorieren und sodann verwenden sollen. Dieser Abschnitt soll nur dem Schüler beim indirecten Unterrichte, der in unseren Schulen zumeist nicht zu umgehen ist, und bei der häuslichen Wiederholung eine Stütze und Hilfe sein. Es wird Sache des Lehrers sein, den Schüler gelegentlich über den Gebrauch dieses Theiles zu belehren. In welcher Weise die Ergebnisse zu gewinnen seien, wurde bereits oben angedeutet. Ihre Formulierung im 4. Theile wird gleichfalls die Selbst- thätigkeit des Schülers fördern. Sie wird aber auch dem Lehrer willkommen sein, da sie ihm die Übersicht erleichtert und das Ziel angibt, dem er zuzusteuern hat. Im 5. Theile wird endlich eine vollständige Zusammenstellung des gesummten, in dem 1. Übungsbuche verwendeten Wortvorrathes in alpha¬ betischer Reihenfolge geboten. Er soll zum Nachschlagen von Vocabeln dienen, die schon in früheren Übungen vorgekommen und etwa in Ver¬ gessenheit gerathen sind. IV. Behllndümg brr Übungen. Die meisten Übungen sind im allgemeinen für eine Unterrichtsstunde bemessen. Einzelne werden nun allerdings für eine Stunde als zu umfang¬ reich erscheinen, zumal ja zumeist eigentlich nur eine halbe Stunde dem unmittelbaren Unterrichte wird gewidmet werden können. Dagegen ist zu bemerken, dass die Zahl der Aufgaben meist eine möglichst große ist, damit der Lehrer hinsichtlich des Stoffes niemals in Verlegenheit gerathen kann. Da sich jedoch ähnliche Aufgaben wiederholen, wird es nicht unbedingt nothwendig sein, bei jeder Übung alle Aufgaben zu lösen. Das Geschick des Lehrers wird zu entscheiden haben, nach welcher Richtung eine Übung noch nothwendig sein wird, welche Ausgaben demnach zu behandeln fein werden und welche übergangen werden können. Übrigens ist die Zahl der Übungen, so bemessen, dass für die umfangreicheren auch zwei, ja selbst drei Stunden 3 * 16 verwendet werden können, ohne dass Gefahr bestünde, dass der Stoff im Laufe eines Jahres nicht aufgearbeitet werden könnte. Grundsätzlich ist jede Übung zuerst mündlich vorzunehmen. Dagegen ist die schriftliche Ausarbeitung nur insoweit erforderlich, als es Zeit und Umstände gestatten. Letztere wird dem iudirecten Unterrichte und dem häuslichen Fleiße zu überlassen sein. Selbstverständlich ist es jedoch wünschenswert, dass möglichst viele Aufgaben auch schriftlich ausgeführt werden. Da es jedoch niemals möglich sein wird, alle Aufgaben auch schriftlich auszuarbeiten, so wird der Lehrer für die schriftliche Bearbeitung jedesmal eine sorgfältige Auswahl unter den angeführten Aufgaben treffen müssen. Der Lehrer hat sich beim Unterrichte nach Möglichkeit der deutschen Sprache zn bedienen. Die slovenische Sprache darf nur hauptsächlich bei den ersten Übungen als Erläuterungssprache, insbesondere zur Erklärung der Aufgaben dienen. Um die erforderliche Zungenfertigkeit zu erzielen, müssen alle Schüler- möglichst viel sprechen. Daher ist auf dieser Stufe dem Chorsprechen ein besonders weiter Raum einzuränmen. Dazwischen sind jedoch immer wieder einzelne Schüler znm Sprechen aufzurufen. Wie schon bemerkt wurde, ist reines, correctes Aussprechen mit allem Nachdrucke zu fordern. Nach dem Gesagten wird sich demnach der Lehrgang einer Unterrichts¬ stunde etwa folgendermaßen gestalten: L. Mündliche Schnndlung. 1. Vermittlung neu auftretender Wörter auf Grund der Anschauung. Vor- und Nachsprechen der Wörter von einzelnen Schülern und im Chore. 2. Aufschreiben dieser Wörter vom Lehrer an die Tafel. Erklärung des zum Lesen Erforderlichen. Lesen der Wörter von der Tafel. 3. Besprechung der Musterbeispiele. Dieselben sind in der Regel an die Tafel zu schreiben und ohne Zuhilfenahme des Buches von Seite der Schüler zu erläutern. 4. Die Schüler nehmen das Buch zur Hand. Lesen der Wörter und der Beispiele. 5. Mündliche Lösung der Aufgaben (bezw. auch nur einzelner derselben). 17 k. Schriftliche Sehandlnng. 1. Lautieren und Aufschreiben der neuen Vocabeln von den Schülern auf die Schiefertafel, bezw. in das Übungsheft. 2. Schriftliche Ausarbeitung einzelner Aufgaben. (Jndirecter Unter¬ richt, bezw. Hausaufgabe.) 3. Verbesserung der schriftlichen Ausarbeitung. V. Llchrprotmu 1. Übung. (1. Theil.) L. Mündlich. L. : Otroci, vsakdo izmed vas bil.jo žo v bližnjom mostu. Kako pa tam govore? (NomZki.) M vsi; pa nokatori mosoavjo ros no znajo slovenski govoriti. 8o pa tudi vasi, mosta in colo veliko dožolo, v katorib ljudje skoro samo nemški govore. kom ljudem pravijo, da so Nomoi. Nomoi so naši najbližnji sosodjo. 2ato imamo dostikrat z njimi opraviti. Vsakemu Llovonou se zatorej sako koristno, ako zna vsa) nekoliko nemZki. Zategadelj so bodomo tudi mi ueili tega jezika. Kazite!! L. (auf den Tisch weisend): Las jo to? N! Sch.: ko jo miza. L. : Lodaj pa bom isto po uomsko povedal in bom tudi po nomZko vpraZal. (Auf den Tisch weisend:) Das ist der Tisch. — Was ist das? (Auf den Tisch weisend.) Sch.: Das ist der Tisch. (Die Frage wird öfters wiederholt und nacheinander von einzelnen und im Chore beantwortet.) L. : Lodaj vam bom pokazal razliöno rooi in vam bom povodal, kako so po nomZko imovujojo. kotom pa vas bom vpraZal, in vi mi bosto odgovarjali po nomZko, kakor smo ravnokar storili, kazite! L. (auf eine Bank weisend): Das ist die Bank. — Was ist das? Sch.: Das ist die Bank. (Frage und Antwort werden wiederholt wie oben. Sodann wird abwechselnd unter Hinweis auf den Tisch, bezw. die Bank, dieselbe Frage gestellt. Sobald beide Sätze vollkommen eingeübt sind, werden in derselben Weise der Reihe nach die Sätze vorgeführt: Das ist das Lineal, das ist 18 der Stuhl, das ist die Tafel, das ist die Kreide, das ist der Schwamm, das ist der Schrank, das ist die Rechenmaschine, das ist das Podium. Sobald ein neuer Satz vorgeführt wurde, sind die früheren in wechselnder Reihenfolge zu wiederholen.) L. Schriftlich. L.: Loäsj 86 ps domo nöili tucii pissti b686äs, ki 8t6 86 M nsuoili. (Es wird sich empfehlen, zunächst jene Wörter anzuschreiben, deren schriftliche Darstellung beim Lesen keine Schwierigkeiten bereitet, z. B. das Lineal.) L. (auf das Lineal weisend): Was ist das? L.: L686<1i „das Lineal" vam dom napisal. (Wird an die Tafel geschrieben.) Oitsj kar som napisal ! Klahns! Ebenso wird „das Podium" behandelt. Nun wird angeschrieben „die Bank" und vom Lehrer und von den Schülern gelesen. Sodann wird das „die" lautiert. L. : .11 i ix Zovs.rja.mo v tos dosoäi V86 erko? (o 86 ne izgovarja). L.: 2ato pa morstv i nato gniti. Izgovarja 86: äl. Ebenso wird das Wort „Bank" lautiert. Dieses bietet nichts Neues. Nunmehr wird „die Tafel" angeschrieben, gelesen und lautiert. Hiebei wiederholt sich die Lesung des „die". In gleicher Weise werden der Reihe nach angeschrieben, gelesen und lautiert: die Kreide, der Stuhl, der Tisch, der Schrank, die Rechen¬ maschine, der Schwamm. Beim Worte „Kreide" wird die Aussprache des „ei", beim Worte „Stuhl" die Aussprache des „st" im Anlaute und die Bedeutung des „h" als Dehnungszeichen, bei „Tisch" die Lesung des „sch", bei „Rechenmaschine" das „ch" und bei „Schwamm" die Schärfung des „a" durch „mm", neu mitzutheilen sein. Alle diese orthographischen Erscheinungen werden sich aus der richtigen Aussprache und aus den: Lautieren ergeben. L. : LsRZni b686Üni rszpoli 80 bosoäo: Tisch, Bank, Stuhl i. t. cl. Sch.: Lsmostslniki. L.: 8smo8tslnitz Hauptwort. Ksj zsxszit6 Zloäö pissv6 ns. vsob tsb 8smo8tslnilrik? (Vs 86 pischo z V6liüo zseotnieo.) L.: vomnito: V nomZeini 86 piZojo V8i samostalniki z vsliko zsövtnieo. Kako ps v slovonsoini? L.: Las 8mo postavili proä vssk 8Lmostslnik? 19 Sch.: Losockieo „der, die all das". L.: kowuito: kroä samostalnrko moškega spola i. t. ä. (Siehe Erstes deutsches Übungsbuch, 4. Theil, 1. Übung, Ergebnissen.) - Schließlich ist die Übungsaufgabe schriftlich auszuarbeiten. Damit die Schüler die Hauptwörter nicht einfach in der Reihenfolge verwenden, in welcher sie im Buche angeführt find, wird es sich empfehlen, die Reihen¬ folge der Gegenstände irgendwie, etwa durch Numerierung zu bezeichnen, in welcher die betreffenden Namen in der Aufgabe zu verwenden sind. Dagegen sind die Schüler anznweisen, nach jedem Satze einen Punkt zu setzen, nach dem Punkte einen großen Anfangsbuchstaben zu schreiben und jedes Wort genau so zu schreiben, wie es im Buche gedruckt ist. 2. Übung. Mündlich. Die Wörter der ersten Übung werden wiederholt. Sodann werden die Hauptwörter „Buch, Heft, Griffel, Bleistift, Feder, Tinte auf die gleiche Weise, wie in der ersten Lehrprobe gezeigt wurde, zum Verständnisse gebracht. Nunmehr handelt es sich um die Vermittlung des Verständnisses der ersten Eigenschaftswörter. Diese sind in Sätzen zu bieten. L.: 8oäas so bomo uöüi po nomZko poveäati, kakšno so rooi. (Auf den Tisch weisend:) Was ist das? (Das ist der Tisch.) L. (die Hände am Längsrande des Tisches von der Mitte gegen die Enden bewegend): Der Tisch ist lang. (Dieser Satz wird von den Schülern einzeln und im Chore nach¬ gesprochen, sodann an die Tafel geschrieben, gelesen und das Wort „lang" lautiert.) L.: Was ist das? (Der Griffel.) L. (einen kurzen Griffel an dem linken Ende in der linken Hand haltend und die rechte Hand aus einiger Entfernung gegen das rechte Ende bewegend): Der Griffel ist kurz. (Wiederholen des Satzes, Anschreiben, Lesen, Lautieren des Wortes „kurz"!) Auf ähnliche Weise sind die Sätze zu gewinnen: Der Stuhl ist niedrig (mit einer Handbewegung von oben gegen das Sitzbrett), der Schrank ist hoch (mit einer Handbewegung von unten nach oben), dis Tafel ist breit (mit einer Bewegung der Hände nach der Breite der Tafel), das Lineal ist schmal, die Kreide ist weiß, die Tinte ist schwarz. 20 (Wenn ein Zweifel über die richtige Auffassung besteht, ist die Probe durch die Übersetzung anzustellen.) Die Sätze sind aufzuschreiben u. s. w. wie oben. Nun werden die Eigenschaftswörter: lang, kurz, niedrig, hoch u. s. w. nochmals ausgeschrieben. L.: Xaksni bosoäui raxpoli 80 bossäs: lang, kurz i. t. ä.? Sch.: kriäovniki (Eigenschaftswort). — Nun werden die Beispiele gelesen. 1. Aufgabe (siehe „Übungsbuch"). Hiebei wird sich abermals Gelegenheit bieten, falsche Auffassungen zu verbessern. 2. Aufgabe. Die gestellten Fragen sind mündlich zu beantworten. Aus dieselbe Frage können auch mehrere Antworten gegeben werden. L. Schriftlich. Es ist die erste Aufgabe, unter Umständen auch die zweite schriftlich auszuarbeiten. Bei der Verbesserung wird es nothwendig sein, die geschriebenen Wörter vielfach lautieren zu lassen. 7. Vbnng. L.: Oan68 86 bomo uöili vprašati tako-Is: Katori kammwck so spioaat? Latora Klop so äolga? Latora mi?a široka? i. t. II. Sprachlicher Unterricht. n) Gewinnung des Wortschatzes.lO b) Sprechübungen.- . . . 14 III. Gliederung des Stoffes.15 IV. Methodische Behandlung der Übungen.17 V. Lehrproben. 1. Übung. (1. Theil).1!) 2. Übung. (1. Theil).21 7. Übung, sl. Theil).22 14. Übung, sl. Theil).24 20. Übung. (1. Theil).— Unser Schulzinimer. (1. Übung. 3. Theil).26 Der brave Schüler. (2. Übung. 3. Theil).28