Nummer 46. Petta », den 16. Ro»ember 1902. Xm. Jahrgang. PettauerZeitung. Erscheint jedenFonntag. Prei« für Vettau mit Zustellung in» Haut: Monatlich 80 h, vierteljährig K L.40. halbjährig K 4.80, ga».jährig K S-. mit Postveesendung im Inland«: «onalltch 8ü k. vierteljährig X 2,60, halbährig K ganzjährig K 9L0. — Einzelne Nummern 80 h. Handschriften werden nicht »urückgefiell«. «nkikidigungen billigst berechnet. — Verträge sind erwünscht und wollen längsten» bi» Freitag jeder Woche eingesandt «erden. Twet Versicherungsanstalten. Der Gemeindevorsteher von Arnfel» erhielt, der „Marburger Zeitung- zufolge, von der Laibacher Generalrepräsentauz der tschechische» Bersicherungtgesellschast »Slavia- ein Schreiben, in welchem dieselbe erklärt, e< sei ihr „zu Ohren gekommen, daß Sie (der Gemeindevorsteher) keine Gelegenheit unterlassen. (II) über die .Slavia' loszuziehen-. Nachdem die slovenische Repräsentanz der tschechische» „Slavia" den wackeren Gemeindevorsteher in diesem Schreiben ordentlich hergenommen, >eht sie zu solgender Drohung über: „Wir warnen ie ernstlich. (!) sich in Hinkunst gegen die Bank .Slavia' iu>abfälliger Weise zu äußern, widrigenfalls wir genötigt wären, die behördliche Hilfe io Anspruch zu nehmen." Bon weiterem Interesse dürste übrigen« sol-gende Stelle au» dem Briefe t*» Gemeindevorsteher» sein. S» heißt in demselben: .Anliegend beehre ich mich, Ihnen ei-nen bereit» längst defekt gewordene» Brief der Bank ,Slavia', der mir .zur Warnung' dienen sollte, »u übersenden. Weit davon, mich einschüchtern zu lassen, fehlte »»''mir nur a» Zeit, der betreffenden Generalrepräsentanz Antwort zu gebe». Aber nun, nachdem täglich Bauern. Keuschler u. zu mir kommen mit der Bitte, die betref-send«» Polizzen bet,Slavia' zu« rückzuschicken und zwar deshalb, weil die Angaben der Agenten über den P r ä m i e » s a tz , über die Höhe d e » Versicherungswerte» und der zu zahlenden B e r s i ch e r u n g»gebühr Vror. In den knospenden Bäumen vor der Ka-serne schleiert der Abend. Ein etwa5 schwüler, dunstiger Abend, den die Sterne matt durch» schimmern — verweinten Ki»deraugen gleich, die hinter den vorgehaltene» Händen umsonst nach etwa» Lustigem blinzeln. Die Straße ist einsam. Nur wenn ein neuer Zug oben im naheliegende» Stadtbahnhose an-kommt, eilt ein kleiner Schivarm Leute, schwa-tzend über da« stille Trottoir, aber sie verlaufen sich schnell. Dann ist'» wieder eine Weile wunderbar ruhig. Bon irgendher rührt sich eine Kirchturm-glocke. Acht kurze, hellfarbige Schläge, daß die Einsamkeit jäh aufgewacht ist. Drüben an der eifengegitterte» Kasernen-Hofmauer wird e» lebendig. Erst kommt ei» Einziger nur; der schlendert langsam bi» zu dem hohen EingangStor in der Mauer und späht nach dem finsteren Gebäude hinüber. Bald folgt d?r Zweite, der Dritte und mehr. Dann eiu paar Mädchen--und nun sind sie alle vollzählig die mageren Gestalten mit den wissenden, hungrigen Kindergesichter». Fast jeden Broltag dieselbe». Deiinoch schlie-ßen sie keine Freundschaften zusammen, wie e» Binder sonst immer so leicht tun. In den einander in der Wirklichkeit nicht ü b e r e i » -st i ni m e n . sehe ich mich veranlaßt, dieser Sache näher zu treten, und überlasse e» Ihrem Ul teile, ob ich al« Gemeindevorsteher nicht da» Recht habe, einer ansragenden Partei die AuSkuust zu erteilen, bei der heimischen „Wechselseitigen Vcrsicheruugtge-sellschast- zu bleiben.-Wir erteilen dem wackeren Gemeindevor-steher diesbezüglich mit Vergnügen folgende Ant-wort, er mag samt allen Interessenten nach der-selben selbst entscheide». E« gibt Aktien aesel l s ch a f t e n. welche da» Versicherungsgeschäst betreiben, um für die Aktienbesitzer einen Gewinn herauszuschlagen und e» gibt wechselseitige An-st a l t e n, da« siud gemeinnützige, nicht auf Ge-winn ausgehende Bereine, deren Mitglieder sich gegenseitig (wechselseitig) gegen Brandschaden versichern. Bei solchen wechselseitigen Anstalten ist jeder Versicherte zugleich BereinSmitglied. In Jnnerösterreich besteht nur e i n großer Feuerversicher»ugSvereiu mit mehr als Ivll.lXX) Mitgliedern, nämlich die k. k, priv. wechselseitige Brandschaden - Versicherung«'Anstalt in Groz, welche im Jahre 1829 von Erzherzog Johann von Österreich errichtet worden ist. Da» Bermö-jjm diese» Vereine» beträgt K 637Ö546-06 und ist Eigentum der Versicherten. Die jährlichen Ge-bahrungSüberschüsse werden rückvergütet. Und die „Slavia?- Der obige Brief zeigt da» Vorgehen der Agenten dieser tschechischen Ge-sellschast, gWir wollen dieselbe an der Hand einiger Punkte ihrer Statuten näher in Augenschein nehmen. In einem der Paragraph« derselben teilt die „Slavia" ihre heimlich beobachtenden Blicken liegt eisersüchtige Mißgunst. Plötzlich schießt unten an der Biegung der Straße ein Mädchen atemlo» um die Ecke und hält nicht eher inne. al» daß sie bei den an-dern am Tor steht. „--schon Eener ran»?" Sie fragt e« keuchend und sieht den andern gespannt in« Gesicht. Endlich brquemt sich einer der Junge» zum Antworten. „Nee, »och nich. Wenn man überhaupt Eener kommt.- Auf den erwartungsvollen Mienen malt sich bei diesem Zweifel Bestürzung, die jäh in gespannte Aufmerksamkeit umschlägt. Unter dem düstern Eingang der Kaserne erscheint die breite Gestalt eines Ulanen. Die Mütze sitzt ein wenig schief anf dem strohgelben Schädel, seine fette» Lippe» hallen eine scharf duftende Füufpfennigzigarre, deren Dampf er in kurze» Zwischenräumen durch die Nase auSstößl. Jetzt kommt er gemächlich über den Hos. wäh-rend zwölf Paar gierige Augen sein Nahen nach Schritten abschätzen. Ja — eS stimmt I Er hat ein Brot unterm Arm, ein schwarze« dicke« KommiSbrot! Die Hände mit den wenigen Groschen ballen sich kampsbereit, krampshast. Jetzt gill'S l Schwerfällig dreht sich der eiserne Torflü-gel in seinen Angeln und kaum setzt der Ulan Versicherungtklassen folgendermaße»: 1. Klasse^^ Versicherung von Gebäuden de« Großgrnnddesi' rund die Versicherung von Kirchenbaulichkeiten. Klasis. Versicherung von Gebäuden in Städ-ten und Märkten. 3. Klasse, die Versicherung von Gebäuden in Gemeinden mit ausschließlich oder vorherrschend weicher Dachung (also Bauern-Häuser I) Vom Überschüsse der Einnahme» erhalten : die 1. Klasse (Großgrundbesitz und Kirche) 50'/,. die 2. und 3. Klasse 35'/,. Also Adel und Kirche 15*/# mehr als Bürger und Bauer I Etwa« über die Prolongation der Mitgliedschaft der „Slavia:" „Wenn der Versicherte die Versicherung seiner Gebäude oder Fährnisse zu verlängern nicht wünscht, ist er verpflichtet, mindesten« zwei Monate vor Ablauf der Ver-trag«dauer diese seine Absicht unmittelbar bei der Direktion der Bank „Slavia" anzumelden, widrigenfalls der Versicherungs-Vertrag unter den ursprünglichen Bedingungen aus dieselbe Ver-sicherungSdauer wie bisher ausrecht bleibt." Schau, schau, unmittelbar bei der Direktion, wozu also die zahlreiche» Agenten?? Und völlig folgende Verpflichtung, ent« hallen im § 22 der Statuten: „Jeder Ver-sicherte, der einen Ersatz welche» Betrages immer (also z. B. 10 Krone») von der „Slavia" em> psangen hat. ist verpflichtet, fernere zehn ansein-anderfolgende Jahre mit den bisherige» Objekten bei derselbe» versichert zu bleiben; der „Slavia" bleibt e« jedoch sreigestellt, dessen Versicherung beizubehalten und die betreffende Prämie von dem Ersatz« abzurechnen oder eine derartige Ver-sicherung abzulehnen.- den Fuß aus die Straße, als ihn die Schar wie ein Rudel Wölfe anfällt. „Sie — jeden Se mich'«, jeden Se mich'« !" Der Soldat schiebt mit einem unwilligen Gesicht die Kinder beiseite. „Halt'S Maul!- Uud al« ein paar beson-der« Hartnäckige ihn etliche Schritte weiter ver-solgen. dreht er sich drohend »ach ihnen um. Betrübt schleiche» sie wieder zurück, von den andern mit befriedigtem Lächeln empfangen. Vol-ler Genugtuung bemerken sie. daß die mit dem Wuschelkopf, welche vorhin erst auf die letzte Mi-nute gekommen war. schon wieder fort ist. Eine Konkurrentin weniger — e« macht viel a»S. Der geizige Keil, welcher sei» Brot lieber dem Kolo-nialwarenhäiidler verkaust des lumpigen Schnop- -seS halber, den er da als Zugabe kriegt, ist rasch vergessen. Voll sehnsüchtiger Ungeduld hängen ihre Blicke wieder an der Käsern«. Keiner von ihnen ahnt, daß der Wuschelkopf jetzt allen zu-sammen ein Schnippchen schlägt. Aber e« ist so. Dort fast an der Straßenecke drückt sich da» Mädel wie ein Schatten gegen die Mauer. Aus den ersten Blick hat sie erkannt, daß die ander» bei dem nicht» ausrichte» würden. Doch sie wollte das Brot haben, sie mußte e» haben. Vater und Mutter rechnete» so bestimmt darauf, daß sie eS hier erhielt, wo e« um Obendrauf verlangt die „Slavia1' bei den Versicherungen eine pfarrämtliche Bestätigung der Schul denfreiheit, hat unverhällniSmäßig hohe Nebengebühren (VerwaltungSgebür, Feuerwehr-Beitrag) und wendet ein zu hohe« Abnützung»-(Entwertuug«)-Projent an. Gewisse Agenten kommen, al« ob sie beauftragt wären. Nachschau zu halten. Ist einer bereits bei einer anderen Gesellschaft versichert, so finden sie olle« schlecht, verspreche» die Versicherung billiger und bester zu machen und lassen sich einen neuen Versicherungsantrag unterschreibe». Und wenn der gutgläubige Besitzer jetzt bei zwei verschiedenen Anstalten für ein- u»d dieselbe Sache, also doppelt versichert ist. uiuß er auch doppelt zahlen; brennt aber da« versicherte Hau« ab, so bekommt er vielleicht gar nicht«, denn wer denselben Gegen-stand ohne ausdrückliche Zustimmung der einen Versicherungsanstalt bei einer andere» nochmals versichert, verliert jedweden Entschädigungsanspruch. Im übrigen geben wir dem obgenaiinte» Gemeindevorsteher den Rat. auch künstighin die bei ihm Rat suchenden Parteien dahin aufzu-kläre», daß die „Slavia" kein deutsches, sondern ei» tschechisches Institut ist. welche« au« seinen GebahrungSüberschüssen im reichsten Maße deutsch-feindliche Unternehmungen unterstützt. Wir schreibe» diese» Aussatz niemandem zu Liebe; wa« »»« dazu veranlaßte, war die selbst-versländ ich? Erwäguug, daß der immer und überall praktizierte »chechische und slovenische Grund-sah: „Jeder zu den Seinen!" auch für uns Deutsche Geltung erringen soll. OcmeinderatS-Siyung i« 12. ttiMMkrt 1902. Den Vorsitz sührt Herr Bürgermeister Ornig. Erichienen sind fast sämtliche Gemeinderäte. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Herrn Bürgermeister wird als 1. Punkt der Tagesordnung das Protokoll der Sitzung vom 6. August verlesen und genehmigt. AlS 2. Punkt standen die Mitteilungen an der Tagesordnung. Es wird der Beschluß de« LaiidcSanS-schusse« verlesen, zufolge dessen Herr Dr. Joses Komljanec zum Professor des Slovenischen und der klassischen Philologie am hiesigen Gymnasium ernannt worden ist. Weiter« wird die Zuschrift de» Landesau»-schnsse« verlesen, in welcher die Belichtung de« Zeichensaale« am hiesige» Gymnasium al« unzulänglich bezeichnet wird. ES wird diesbezüglich der mindestens eine» Groschen billiger war al» beim Kaufmann. Ihre sich unwillkürlich weitenden Augen sind sest aus die gemütlich daherpendeliide Figur deS Soldaten gerichtet. Nun tritt sie ihm keck i» de» Weg. „Ach, jeden Se mich doch das Brot!" Ihre dreizenjährige Höhe fnijt leicht zusammen und von unten herauf lächeln die jetzt na-türlich blickenden Augen in das halb geschmei-cheli, halb verdutzt ausschauende VollmondSge-sicht des uniformierte» Bauerusohue«. Der jidoch besinnt sich noch rechtzeitig auf den seiner har-renden Schnaps. „Ne iit, det Brot behalt ick allen?." Aber sie gibt ihre Sache so schnell nicht verloren. „Bitte bitte, jede» Se'« doch' Ick schenke Ihnen ooch 'n Küßchen davorl" Gedankenlos, so wie sie e« von kleine» Kindern der Mutter gegenüber Öfter gehört hat. sährt e« il>r über die Lippen. Und doch verrät da» schelmische Blitze» ihrer Blauaugen eine ab-sichtliche, weuu auch harmlose Koketterie. Der Soldat bleibt mit einem Ruck stehe», um die kleine Person nebe» sich mit raschem Blick zu mustern. Seine aufgeworfene» Lippen umspielt ein faunisches Lächeln. Allein das Mädchen beachtet, Beschluß gefaßt, diesem übelstaude »ach eingeholter fachmännischer Information abzuhelfen. Zum 3. Punkt der Tagesordnung wird die Vorlage de« Gemeindevoranschlage« für 1903 er-Örtert und nach längerer Debatte genehmigt. Die diesbezüglichen Daten sind: Einnahme». 1. Pachischillinge vo» Realitäten . ... i. 16618.— 9. «tftbiijche flfcfälU...........9000 - 8. Wagegebühren.............660.— 4. Brücken- und Wafsermaut........13800.— 6. Zinsen vo» Privat-Kapitalien............38 — 6. Umlage auf bei» Hund,besitz.......1000.— 7. Beitrüge fflr Sckiuljwecke.........1888.— 8. #tlM für Fäkalien- un'j andere Fuhre» „ 7600.— 9. Ertrag der Bestattung«-Unternehmung . „ 8000.— 10. Sonstige zufällige Einnahmen...... 2000.— 11. Ertrag bei «a»w»rk«.........86600.— 18. „ bei Schlachthaus....... 7000 — 13. „ de« Sägewerke-........ 6000.— 14. . der Tischlerei........ . 1000 - Summe der Einnahmen K 94488.— Für die Bergröherung de« Biehmartie« (Tabernig-Realititl, für die Eisenkonstruktion der Brücke, wird ein schwebende« Tariehen von Äronen 80000 erforderlich sein. Ausgaben. 1. Benvaltung»-Au«lagen.......K 18300 — 8. Pensionen und Provisionen........1700,— 3. Ausgabe lür «efülle EinHebung . . . . „ 8>X>.— 4. Maulregie und Brücke-Erhaltung . . . „ 8140 — 6. Steuern und Äquivalente........3000.— 6. Feuerversicherungt-Vebühren.......600.— 7. Unfallversicherung«- „ .......150.— 8. Aedäude-ErHaltung. Reparaturen, Reuan-schaffnngen .......................8000.— 9. Wirischafi«au«lag»n ..........600.— 10. Cffetitl'che Bauten....................1600 — 11, Öffentliche Sicherheit..........13888.— 18. >ult««-A««iageu......................890.— 13. Unterricht und Volksbildung.......18410.— 14. Armenpflege: Subvention a. d. Armenfond „ 600.— 16. Militär-Auslagen...........600.— 16. Zinsen und Anuittten.........47800.— 17. Wag- und Mehamt...........840.— 18. Sanitäts-AuSlagei»...........8840 — 19. Subventionen.............1200.— 20. Erhaltung der Pferde. Wagen, Entlohnung der Kutscher..............6000.— 81. Ga«werk-Regie.............9000.— 22. Schlachlhau^Regic....................2000.— 83. SSgeweit...............3000.— 84. Tischlerei............................1200.— 86. Beit.ag zur Dampfspritze durch 6 Jahre je 1000 Sronen. 2. Rate ....... 1000.— 86. Eisenkonstruktion der Draubrücke . . . „ 6000.— 27. «erichiedene«.............8000.— 88. Beitrag zur Restaurierung der Pfarrkirche, 700.— Summe der Ausgaben K 146868.— Bilanz Einzeln. Zusammen. Summe der Ausgaben..........K 146868.— „ „ Einnahme» .... „ 94488 — „ de« Abgänge«..........„ 61870.— ja empfindet e« nicht einmal. Sie denkt nur au da« Brot. „Na »ich wahr — Sie jeden mich'« doch?!" Zögernd legt er'« in ihre ausgestreckten Arme. Wie sie ,h» aber strahlenden Antlitze« da« Geld in die Haud drücken will, wehrt er großmütig ab, Mntter schickt alle 14 Tage eine reichliche Kiste und an dem nötigen Kleingeld fehlt'« da« rin auch nicht. Also hat er e« nicht ge-rade so nötig. Da« Mädel steht jetzt in ungeduldigem Staunen. „Ne doch, ne doch! Ich kriege ja jetzt doch de» Kuß."-- „Na — nehmen Se doch endlich Ihr Jeld! Ick will nischt geschenkt haben." Und ehe sie etwa« entgegnen kann, preßt er seine »ach Tobak duftenden Lippe» fest auf die ihren. Vor Schreck ist sie im ersten Augenblick völlig erstarrt. Dann versucht ihre freie Rechte umsonst, ihn von sich z» stoßen. Und schnell, so sehr schnell überkommt sie mit dem Gesü^l der absoluten Ohnmacht. Mattigkeit. Schwä jje. Völlig willenlos hängt sie in ftineu Armen und läßt sich küssen, immerfort küsse».--- Endlich fühlt sie. wie er sie loiläßt. Mit einem erstickten Schrei taumelt sie gegen die Mauer, wie im Traum voller Todesangst auf Die Bedeckung de« Abgange» erfolgt durch (wie bi«her)80» .Zuschlag zur vt-zeh'. ^iztsteuer auf Wein, Most und Flcisäi.........K 6000.— Umlage auf de» verbrauch von Spaittt*. Brantwet» mit (wie bi«her) 8 K per $ . . „ 6000.— 40*/. Umlage zur direkt» Steuer lwiebt«her>...........80000.— Subvention der Pettauer Sparkasse . „ 11000 — Beitrag vom Staate für Uferfchutz . „ 8000.— Jnstallatioatraten........ 8400.— Laude«-Tubv«nlion f. b. Tischlerei . „ 600.— Mutmaßlicher Sassarest mit Ende Dezember 1908 ......... 1000.-I 60600.— Al« 4. Punkt folgt der Bericht de« Recht«-ant>ichusse« über Gesuche um Verleihung de« Hei- matSrechte«. Demselben zusolge wurde 17 Bitt-stellern da« Ausuchen genehmigt, einer wurde abgewiesen, für drei wird die Entscheidnug erst getroffen werde». Punkt 5: Da« Ansuchen der Maria Pin-teriü um Entfernung der zwei Alleebäume vor ihrem Hause in der Radker«burgerstraße wird abgewiesen. Zum Punkte 0 wird die Anfrage de« Stadt-rate« Graz in Angelegenheit der Einführung «euer städtischer Steuer» in Graz dahin erledigt, daß eine diesbezügliche Autwort vo» der Pettauer Stadtverwaltung nicht gegeben werden kann, da bisher solche Steuern in unserer Stadt nicht ein» geführt worden sind. Hieraus wird da« Ansuche» de« Vereine« der Bezirk«- und Gemeindebeamte» um Beitritt abgewiesen. Da« Gesuchde« Pettauer Mujikvereiue«um einen Beitrag zu den Kosten der Theatermustk wird be-willigt und werden pro Vorstellung für diese» Ziveck 4 Kronen angewiesen werden. Auf da« Ansuchen der Gymnasial-Direktion um Beitrag zum „U»terstützu»g«vereine für die studierende Jugend" werden hierauf für da« Schuljahr 1902/3 hundert Kronen bewilligt. Al« letzter Punkt der Tagesordnung wird über das Anstichen de« Lederermeister« Herrn Joses Pirich um nachträgliche Bewilligung der Ein-lassung oon IV neuen Lohbottiche» verhandelt. ES wurde der Beschluß gefaßt, diese Einlassung unter den vom Stadtarzte vorzuschreibenden Bedingun-gen zu belasse»; Herr Pirich hat jedoch al« Anerken-nu»g«zin« au die hiesige Gemeinde jährlich 10 K zu entrichten. Allsällige«: Aus den Sntrag de« G.-R. Herrn S t e r i n g wurde beschlossen, an die Südbahnverwaltung ein Gesuch zu richten, bei seine verhallende» Schritte lauschend. Dann blickt sie suchend umher. Das Brot--? Herrgott — »eben ihr auf der Erde ligt e«. Rasch nimmt sie eS auf und da sollen ihr die dreißig Pfennig ein. Sie hält sie noch in der Hand. Langsam vorwärt« schreitend überlegt sie. wa« mit ihnen zu tu» ist. Daheim sagen, daß ihr da» Brot geschenkt wurde? Niemals! Der Vater mußte ihr'« ansehen, wie da« zugegangen war und wür^e sie schlagen. Aber wa« anfange,, damit? In ihrem heißen Köpf-che., werden tausend Wünsche wach, die sie alle mit dem Gelde hier befriedigen könnte. Doch die Lüge, die Lüge--! Plötzlich fliegen die kleinen Geldstücke in weitem Bogen ans den Asphalt der Straße. Mit großen, sich langsam verdunkelnden Blicken sieht sie ihnen nach. Da liegen sie — die vom Vater sauer erworbenen Groschen, lind wa-rum, warum? Alle« nur. um einen einzigen zu erspare». Einen Augenblick ist e« ihr. alle« müsse sie hin und sie wieder an sich nehmen; doch wie gehetzt stürzt sie davon bi« in den engen, schmutzige» Hausflur, uud weint und weint-- dtr hiesigen Bahnübersetzuug an den Schranken-slangen Gitter anzubringen, damit hiedurch u». glückSsäll«, besonder« bei Schulkindern verhindert werden. Herr G.-R Saduik stellt die Ansrage, wie da« Gebäude der allen Mädchenschule ver-wendet werde. Hieraus wird der Beschluß gefaßt, da«selbe nach der Besichtigung durch die Gemein-devertretung in Wohnn gen umzuwandeln und soll mit der Arbeit sogleich begonnen werden. Sine Anfrrn« de» G -R Herrn Reifp bezüglich de« Barkaufes am hiesigen Markte wird vom Herrn Bürgermeister in sehr interessanter Weise erwidert. Da diese AuS«i»and«rsetzungen de« Herrn Bürgermeister» da» allgemeine Interesse betreff« unserer Marktordnung betreffen, so kommen wir darauf noch zu sprechen. Der Antrag de« Grmeinderate« Herrn Matzl, e« möge dafür Sorge getragen werden, daß an Markttagen die auf den Markt ge-brachten Tiere nicht durch^Berlegung der Fußwege die Passanten belästigen und aushalten, sowie der An-trag de« Herr G.-R. Kasimir, e« möge zur Brückenreinigung eine Hils«krast bestimmt werden, wurde» dahin beantwortet, daß diesbezügliche Anordnungen getroffen werden. Hiemit war die öffentliche Sitzung zu Ende und e« folgte eine vertrauliche. In der letzteren wurden zwei Punkte al« öffentlich erklärt, welche wir a» anderer Stelle (.Ein neuer Ehrenbürger" und „Advent-Predigten") bringen. AuK dem Abgeordneten-hause. Die Debatte über die Erklärung Körber« wurde am 14. d. M. in einem allerdings etwa« abgekürzten Verfahren zu Ende gebracht. Die Tscheche» haben viel reden, viel klagen und viel wettern wollen, um die gesunde Ver-uunft zu betäuben und durch häufige Wiederho-lung ihrer Beschwerden die Mitwelt an den Ge-danken von der Unterdrückung der Tschechen zu gewöhnen. Aber sie haben sich nur viele Blößen gegeben, sie wollte» zu viel beweisen, auf eine etwa» zu feine Weise und auf zu schlauen Um-wegtu. Dieselben sind au» ihrer parlamentarischen Gewohnheit herau« und haben sich gemäßigt. So kam e«. daß sich die Redner nicht nur untereinander widersprachen und der eine Tscheche den Nachweis der Unausrichtigkeit der Rede de« anderen erbrachte, die einzelne» Redner wider-sprachen sich sogar selber. Die Sitzung vom 13. d. M hat wieder einmal einige recht schätzenswerte Aufklärung ge-boten. Wa» die Tscheche» trotz ihrer patriotischen Friede »«Heuchelei eigentlich wollten, hat Abgeord-neter Choc mit voller Wahrheitsliebe mitgeteilt. Und von diesen Träumen soll der Mi-nisterpräsident die Tschechen durch Gewährung der innereren Amtssprache abbringen? Wer wird« glauben? Der Abgeordnete Herold, der gleich anderen seiner Klubgenofs«n den Nachweis einer überaus ruhigen, staat»mäanischen Anschauung und namentlich gerechter Friedfertigkeit gegenüber den Deutschen zu erbringe» suchte, ging von ähnliche» Erwägungen au» wie Dr. StranSky in den einleitenden Sätze» seiner Rede. Dr. v. Körber soll weg. Ja. wir Deutsche habe» doch gar keinen Grund, den Tschechen eine» Minister durchaus auf-zudrängen. der ihnen so große Zugeständnisse ent-gegen dringt. Sollen sie ihn immerhin stürzen, wenn sie von einem anderen Manne noch mehr erwarten. Schließlich haben ja mit dem kommen-den Manne wir auch noch ein Wörtlein zu reden. Körber ist nicht unser Minister, wie die Tschechen mit ihrer herzinnerstt» Überzeugung behaupten. Vielleicht wird ihnen da» Spiel auch nicht gelinge». Aber interessant ist, daß die Jungtschechen ihre regierungsfähige Mäßigung hervorzukehrei. suchen. Möglich ist'S, daß sie ihren Parteimännern noch rasch im letzten Augenblick den Anstrich für den Eintritt in »in unparteiische» Ministerium geben wollen. In, ganzen sind in der Sprachendebatte zehn Tschechen, vier sonstig« Slaven, sechs Deutsch« und ein sonstiger Redner zum Worte gelangt. Ministerpräsident Dr. v. Kvrber ist — worauf «r sich durch die Ausführungen am 13. d M volle» Anspruch erworben hat — bei de» Tsche-ch«» mitgezählt. Aus Stadt und Land. (Cii »euer flirnhUrgcr der Stadt petlao.) Bei der am 12. d. M. abgehaltenen Sitzung unseres Gemeinderate» wurde der Generaldirektor der Südbahn. Herr Hosrat Dr. Alexander E g e r. ob seiuer Verdienste um die Stadt zum Ehrenbürger von Pettau ernannt. (Dtrtrag.) Montag den 17. d. M. wird Herr Gymnasialdirektor G u b o im Physiksaale de« Kai-ser Franz Josef^>ymnafi»m« (II. Stock) um 8 Uhr abends einen Bortrag über „Schule und Hau«" halten, zu dem insbesondere die P. T. Eltern oder ihre Stellvertreter freundlichst «inge-laden werden. (4Manrri)ffaa§»(rrtR.) Der Obmann er-sucht un« mitzuteilen, daß die regelmäßigen Proben jeden Mittwoch und Freitag stattfinden. (Sykewatischer CaijBatrrridit.) Derselbe nimmt nun leinen regelmäßigen Fortgang und können neu eintreteude Anfänger, wie Repetenten, i» nächster Unterricht«stunde Sonntag den 16. d. M. um 6 Uhr abend« sich noch bei Herr» Profesior Friedrich Eichler im oberen Saale de« Deutschen Verein»hauseS (.Deutsche« Heim") einschreiben lassen. Sämtliche Schüler ge-nieße» unverkürzt im vollen Umfange den gleichen Unterricht, wie Herrn Professor Fr. Eichler« Schüler in besten Grazer Anstalt. E« ist also das lebhafte Interesse, welche« sich hiefür zeigt, gewiß gerechtfertigt. Außerdem erteilt Herr Pro-seffor F. Eichler auch Unterricht an die Zöglinge deS .Deutschen Mädchenheim" in der Anstalt selbst und zwar vo» 4—5 Uhr Anstandslehr«. Hallung und ästhetische Übungen für sämtlich« Zöglinge, ferner von 6—6 Uhr Tanzunterricht in der Sonder-Abteilunq. Von 6 Uhr ab findet, wie oben gesagt, der Unterricht für Erwachsene im allgemeine» Abendkurs im Vereinshause statt, über Rücksprache erteilt Herr F. Eichler auch in einzelnen Tänzen während seiner jeweiligen An-Wesenheit hier in freien Stunden gewünschten Unterricht. (Iheater-Nachricht.) Für die nächste Woche ist wieder ein sehr interessante» Repertoire zu-sammengestellt. Außer Sudermann'S effektvoller Komödie .Ehre", welche schon seit einer langen Reihe von Jahren hier nicht gegeben worden ist. befindet sich anch Grillparzer« bestes Werk „Die Ahnfrou" in Vorbereitung. Wir können nur wiederum den Eifer unserer rührigen Theater-direktion. die alles mögliche aufbietet, um den Wünschen des PnblikumS zu entsprechen, hervor-heben. Diese Klassikrr-Vorstrllung wird voraus-sichtlich sehr gut besucht werden. Und nun die Hauptsache, die sogenannte pifegc de resistance, der Hanptschlager der verflossenen Wiener The-atersaison. ein Stück, welche» von allen während der letzte» zehn Jahre erschienenen Novitäten die höchste Anzahl von Aufführungen in Osterreich und Deutschland erlebte. ES ist die» die urwüch-sige Posse .Er und seine Schwester", welche eben jetzt auch in Graz unausgesetzt mit durchschlagen» dem Lacherfolge ausgesührt wird. Die Posse, welche sehr originell abgefaßt ist, soll, allen Ge-richte», zusolge. so drastisch sein, daß das Publi-kum nicht au» dem Lachen kommt. In diesem Stücke wird im Theater (und zwar im 3. Akte) auf der Bühne eine Vorstellung arrangiert, deren Mitwirkende die darstellenden Kräfte sind; in dem Akte erreicht die Novität ihren Höhepunkt. Wir wollen nicht mehr verraten, damit daS Pub-likum umso überraschter sei. Die Hauptrolle» sind in den Händen deS Frl. Groß und Herrn Di-rektors Gärtner, so daß ein gennßreicher Abend von vornherein vorau»gesagt werden kann. Allen jenen, die sich einmal gründlich auslachen wolle», sei der Besuch dieser übermütigen Posse ans da» angelegentlichste empfohlen. Wir machen noch daraus aufmerksam, daß blo» eine Auffüh-rung von .Er und seine Schwester" stattfindet. (vtrlRßaa)tigk.) Eine arme Keuschlerin au« Moschganzen hat am 13. d. M. eine 20 Kronen-Note in uns«rer Stadt verloren und bittet den redlichen Finder, dieselbe bei der hiesigen Sicher« heitSwache zu übergeben. (Advenl-Vredigte») Der hochivürdig« Herr Propst vou Pettau richtete an den hiesigen Ge-meindeauSschuß eine Anfrage, ob dieser damit einverstanden sei, daß die beiden Jesuiteupatre» A b«l und P ö l z l auS Wien in der Zeit vom 30. November bis V. Dezember Adventpredigten abhalte» würden. Wir haben diesbezüglich ichon in unserem letzte» Blatte den hochwürdigen Herrn Probst ersucht, er möge dahin wirke», daß diese Predigten aus gewissen Gründen unterbleibe». Wir teilen nun unsere» Lesern mit, daß auch unsere wackere Genieindevertretung dieselben ab-gelehnt hat. Am 12. d. M. wurde nämlich auf die Anfrage deS Herr» Propst in einer vollzählig besuchte» Sitzung die diesbezügliche Antwort er-teilt, daß der Gemeinderat dem Wunsche AuS-druck verleihe, diese Advent-Predigten mögen auS sanitären, politischen und wirtschaftlichen Gründen unterbleiben. („Wir anch.") Unter diesem Titel schreibt die „Marburger-Zeitung" vom 13. v. M. sol» gendeS: „Angeblich wegen des römischen Bischofs-Jubiläums hätteu in der hiesigen Domkirche von einem fremden Pater „geistlich« Übungen" veran-staltet werden sollen, welche jedoch iniolge der in der letzte» Zeit besonder» im Nonnenkloster auf-getreten«!, Scharlachfälle untersagt wurde». Ei» gestern erschienen«» windischeS Blatt bemerkt dazu: „Wir können den Pettauern nur graiulie-re». wen» dieser Pater nächsten» zu ihnen predigen kommen sollt«." — „Wir gratulieren auch!" Wir danke» vom ganze» Herzen für die Gratulation nud hoffen, daß dieselbe jedenfalls etwas voreilig angebracht w»rde, denn wir besitzen in unser«» geistliche» Herren ganz vorzüglich« Prediger und-müssen daher — leider auf andere ganz entschieden verzichten I (Zwischenhandel der Specharrn.) Vorgestern brachte ein Bauer aus den hiesige» Specharen-Markt einen Wagen Speck. Sofort erschien bei demselben der Spechar Sagadin sen. und fragt« nach d«m Preise. Daraushin kaufte dieser Zwischenhändler an Ort und Stelle den gesamten Speck von zirka 10 Rollen, »m ihn zugleich mit seiner Ware a» die Konsumenten «btjidjrt viel teurer zu verkausen, al« der Speck vom erst«» Verkäufer feilgeboten worden war. Daß daher der SpeckpreiS bei »nS eine unerschwingliche Höhe er-reicht hat. ist kein Wunder. Ließe sich daS nicht überwachen, könnte man diesem Unfug nicht einen Riegel vorschieben? (Ein roher Offiiiersbursch«.) Freilag den 14. November um halb 8 Uhr Früh sührte ein kräftig gebanter OsfizierSdiei.er. der in einer Hand ei» blaues Milchgefäß trug, einen jungen dunkel-braunen Vorstehhund a» der Leine durch die Bahnhosgasse. Plötzlich rieß er den Hund wieder-holt fünf- oder sechsmal an der Leine empor, so daß der arm« Hund in der Luft hing und gab ihm ,ioch dazu mehrere Fußtritte. Der Besitzer deS HundeS dürfte mit der rohen Behandlung M TiereS ebenso wenig einverstanden sei» wie die Zuseyer. (Eint Schwindlerin.) Sin ländlich gekleidete« fremde« Mädchen kam am 13. d. M. in die GeschästSfiliale dc« hiesigen Kaufmannes S a d n i k und zeigte einen Zettel vor, auf welchem der Geschäftsleiter ersucht wurde, auf Rechnung eines hier bekannten Herrn verschitdene Waren auSzufolgen. Dem GeschästSlkiter kam da» Mädchen verdächtig vor und er schickte einen Bedienstete» mit de», Zettel zum betreffenden Herrn um nachzufragen, ob der Auftrag vo» ihm her-stamme. DaS Mädchen suchte sofort da« Weite und konnte nicht mehr eingeholt werden, um e« festzunehmen. Tatsächlich war es eine frech« Schwindlerin, denn der betreffend« Herr hatt« natürlich den vorgezeigten Ansirag niemal» gegeben. (Versnchter Einbrach.) In der Nacht vom 10. auf de» 11. November haben bi»h«r unbekannte Täter in der Berggasse in da« im Hause de» Herr» Schepetz befindliche Magazin de» hiesigen Geschäftsmannes S- Friedrich ein-zubrechen versucht. Ein große» AnHängeschloß fand man de« Morgens erbrochen vor. während das zweite Schloß Spure» zeigte, daß die Ein-brechet dasselbe erbrechen wollte», ab'r jedenfalls durch Passanten daran gehindert worden sind. Au» dem gleichen M.igazine wurden vor einigen Jahren Waren im Werte von rund 700 fl. ge-stöhlen. (wegen Lrandlegung.) Wie au« Mon»berg berichtet wird, wurden letzten So»»tag die Keusch-lerin Teresia S i m a und deren Sohn Anton S i m a au» St. Wolfgang iu der Kolos ver-hastet. Der mittlerweile bereit» verstarb«»« Ehegatte der Teresia Sima, Andrea« Sima. verlei» tete im Vorjahre de» Sohn, vo» der »üche au« «in brennende» Stück Holz in da» Strohdach ihrer eigen?» Keusche ^u stecken, wodurch dieselbe abbrannte. Die Versicherungsgesellschaft zahlte beiläufig 350 K au», mit welche» sich die we-na»ut«n (der Bater starb »ach dem Bra»de) ein« neue Keusche erba»tcn. Mutter »nd Sohn wur-de» dem hiesigen k k. Bezirksgerichte eingeliefert und solle» geständig sein. (WilM'rbe.) Ant 12. d. M wollt« «in un» gefLhr 18 Jahre alter Bursche vo» der Kürschnergasse in die Brandgasse gehen und begegnete hiebei eine« hiesigen Sicherheit«wachma»ne. Wie der Bursche denselben bemerkte, warf er eine» kleinen Sack, den er getragen hatte, zu Boden und lies davon. Der Wachmann lies ihm nach und rief den Passanten zu sie möge» den Flüchtigen festhalte». Dieser wußte sich jedoch zu helfe». „Haltet ihn fest," schrie »u» auch der Fliehende den Passanten zu »nd diese sahen sich um, in der Meinung, der Bursche verfolge im Bercine mit dem SicherheitSwachinaiin «in«» Flüchtigen. Die Verblüffung der Zuschauer er-möglicht« dem jedensallS geriebenen Jüngling die»-mal davonzukommen. Bei der Durchsuchung de» Sacke» sond man in demselben zwei erwürgte Hasen. — Da» Wilder» scheint überhaupt i» der Umgebung start betrieben zu werde». Ant 12. d. M. wurde nämlich vom Wachmanne Marinz der Besitzer au» Wurinberg. Wodan, aufgegriffen. Das verdächtige Benehme» des Wo-da» veranlaßte den Wachmann, einen Korb Birnen, den Woda» trug, genauer zu unter-suchen. Im Korbe befanden sich zwei Fasanen, die Wodan unberechtigt gefangen hatte. — Am 11. wurde durch die Wachleute Franz und K a r e s ch der Inwohner Matia« GereSnik ausgeforscht und verhastet. Er hatte einen Hasen verkaust und sagte auS, er habe selben von einem unbekannte» Manne erhalten, der ihn auf-gefordert habe, de» Hasen auf einen Altgenblick Zu halte». Die durch die Gendarmerie sofort ein-geleitete Hausdurchsuchung bei S,r«ö»ik zeigte, daß er allerdings gewiß schon mauchen Hasen zum — halten bekommen habe, den» dort fand man eine Anzahl von Hasen- und Fasanenschlin-gen. — Es wäre am Platze, wenn dein Wild-frevel in der Umgebung Einhalt getan würd« und hiezu würde» alle jene, welche Wild kausen, ge-wiß viel beitragen, wenn sie das Wild nur von Solchen abnehmen würden, die sich auSznweisen im Stande sind, daß sie Wild verkaufe» dürfen. (Jfucrb«rfitfdjafl.) Vom 16. November bis 23 November. 2. Rotte des 2. Zuge», Zugs-sichrer Pirich, Rottführer Stroß. Feueran-Meldungen sind in der SicherheitStvachsinbe zu erstatten. Vermischtes. (Dtrbani ftratschrr Hochschiilrr JUrbargs.) Wie im Vorjahr«, so veranstaltet auch in d«r kommenden FastnachtSzeit der Verband d«utsch«r Hochschüler Marburg« ein Kränzch«». E« wurden hiezu sämmlich« obere» Kasinoräumlichkeiten i» Marburg in Aussicht genommen und ist dadurch dem Kränzchen i» d«r Marburger Faschings-chronik gewiß eine hervorragende Stelle gesichert. Der Ausschuß, welcher bemüht ist, alle» Anforderungen gerecht zu werden, hat nach reiflicher Überlegung beschlossen, da» Kränzchen am 7. Jänner 1903 abzuhalten. Hiebei wird es gewiß wie-der nicht an Überraschungen fehlen, an welch« sich die Besncher lange erinnrr» dürft«». Es wurden bereits Unterausschüsse gewählt, welche sich au« folgenden Herren zusammensetzen. AdreßauS-schuh: cand. jur. Vinzenz Baner. cand. ing. Rudolf Enzi, jur. Fritz Felder, mech. Franz ritz. ing. Hermann Grimminger. mech. Gustav öfter, jur. Fritz Juritsch, mech. Adalbert Ulrich, cand. ing. HanS Weingerl. Dekorationsausschuß: cand. mech. Iqnaz Denzel. ing. H«r-mann Glaninger, ing. H«rmaun Grimminger, cancl. mech. Viktor Vogri», mech. Emerich Bö-gerer. MusikauSschuß. ing. Franz Martinz. mech. Abalbkrt Ulrich, med. Josef Urbatschek. Pnß-auSschuß: ing. Hermann Grimminger, mech. Max Macher, cand. ing. Hans Weingerl. Geleitet von den besten Grundsätzen hofft der Ver-band auf eine tatkräftige Unterstützung der dkulschiiationalen Kreise, da doch auch der allsällige Reinertrag der deutschen Studentenküche in Marbnrg zufällt. (Irr Ausschuß irr Ädookateukammer in Grai) ersticht un« um Aufnahme folgender Zei-len: „In dem Südmark Kalknder für da» Jahr 1903 erscheint in der dort veröffentlichte» Advokatenliste bei dem Namen des Herrn Dr. Oskar O r o s e l. Advokatrn in Marburg, die Bemerkung: „Die Ausübung der Advokatur dermalen einge-stellt." Diese Bemerkung ist ans ein bedauerliche» Versehen deS Sekretär« der Advakatenkammer. welcher die Liste über «in mündlich vorgebrachte« Ersuchen einem Bote» der Redaktion des Kalen» derS, ohne daß der Kammer-Ausschuß hievo» auch nur gewußt hätte, übergeben hat. zurückzu-führen und entbehrt jedweder Begründung, da eine Disziplinarstrafe gegen Herr» Dr. Orosel niemals verhängt wurde. Der Sekretär der Kammer wollte in durchaus unzulässiger und 1 ungehöriger Weise eine gegen einen anderen Advokaten im D>«j>pli»arivege ergangene Ein-stellung der Advokatur ersichtlich machen und verwechselte hiebei den Namen jene« Advokaten mit dem Namen de« Herrn Dr. Orosel. Zur Zvahrung der Ehre de« Herrn Dr. Oskar Orosel sieht sich der gefertigte Ausschuß veranlaßt, dies öffentlich festzustellen." (venlsche SchnlvereinsMder.) Dank der vorzüglichen Beschaffenheit und der besonders schönen Ausstattung dieser jetzt von der Firma Fl. Pojazi &. Komp. in DentschlandSberg gelie-fetten Zündhölzchen steigt deren Verbrauch stetig, so daß unserem Vereine bereits ein bedentend höherer Gewinnanteil al« früher zugeflossen ist. Natürlich wäre ab«r d«r Verbrauch diesrr Schul-vereinSzündholze ein »och viel größerer, wenn jeder Freund des deutschen Schulvereines diesel-ben bei jederGelegenheit und in olle» Kaufläden und Trafiken verlangen würde. Wie der Tscheche alle» bereits gekaufte im Laden stehen läßt, wen» er nicht auch Tschechische Nationalhdlzer erhält, ebenso solle» die Deutschen bei keinem Händler irgend welche Ein-käufe machen, wen» derselbe nicht auch deutsche SchnlvereinSgegenstände am Lager hat. (Ein bedauerlicher Unglücksfall) ereignete sich am 11. d. M. in Eilli aus der Grazer ReichSstraße. Einem Majdtö'schen Mehlwagen, welcher au« der Stadt fuhr, begegnete in dre Nähe des Rebeuschek'sche» Gasthauses ein mit Kisten beladen« anderer Wagen, auf welche» auch drei Mädchen der Stadt zufuhren. Der Kutscher dieses zweiten Wagens fuhr, um auSzu- weichen, über einen Schotter Haufen. Hiedurch fiele» die Kinder vom Wagen und eine» von ihnen, die zwölfjährige Tochter de» Südbah». Lampisten O j st r i ch geriet so nnglücklich unter den Mehlwagen, daß ihr ein Rad desselben über den Leib fuhr. Sie wurde gräßlich verstümmelt und verschied nach wenigen Minuten. (Verein Sttdmark.) Unterstützungen habe»erhol« ten: Abbrändler zu Gottschuche» im Bezirke Fer-lach in Körnten 200 Kronen. Echnlküche in Ar-noldstein 100. Verein zur Förderung einer deutschen Schule in Abbazia 600. ein Gewerbetreibender in Kärnten 200 (Darlehen), ein Lehrer in Untersteier 400 (Darlehen), die Schule zu Maria-Feichl in Kärnten (Lehrmittel) 51.99; außerdem sind neun kleinere Uuterstützunae» im Gesamt-betrage von 328 K. 48 H. verlieh«» und sechs Stipendien von 50 bi» 3(X) Kronen im Gesamt-betrage von 1000 Kronen teil» weiter, teils neu verliehen worden. — Spe»de» haben gesandt: Abendgesellschaft im Kaffee Eentral in Eiln 4.80, Ortsgruppe Klagenfurt 30, Ortsgruppe Bordern-berg 125.84, Ortsgruppe St. Lorenzen ob Mar-bürg (Sonnwendfeier) 201.86, Hans Schiekhert in Stuttgart 10, Spielgesellschaft i» Graz 4, Gasthaus Zur Rose an der Maria-Tröster Straß« (a. d. Sammelbüchse) 129, Ortsgruppe Leoben (Klavierspiel Sammlniig de» Herrn Ing. Rollet) 6 28. Karl Boy« in Wien 3. Dr. v. 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Sind Meldungspflichtige au» ihrem Heimat»- oder AusenthaltSorte abwesend und hiedurch. oder durch Krankheit verhindert. sich müüdlich oder schriftlich anzumelden, so kann die» durch die Eltern. Vormünder ode? sonstige Bevollmächtigte geschehe». Wer diese Meldung, ohne hicvou durch ein unüberwindliche« Hin-derni» abgehalten worden zu sein, unterläßt, verfällt iu eine Geldstrafe von 20 bi» 200 Srone». Eeluche zur Geltendmachung etwaiger Ansprüche aus eine in den £§j 31, 32. 33 und 34 de» Wehrgejetze» bezeichneten Begünstigungen sind, mit de» vorgeschriebene» Dokumenten belegt, bei den zuständigen Behörden, späteste»» aber am Tage der Hanptstellung bei der Stell»»gtko«imijsion einzubringen. Ansuchen um Bewilligung zur Stellung außerhalb de» Heimat»-bezirke» sind mit den Nachweisen der Gründe schon bei der Stellung»«»» Meldung einzubringen. Stabtamt Pettau, am 23. Oktober 1902. Der Bürgermeister: I. Gr»tß. Schweizer Uhren-Industrie. Nur 16 K. w« Ain »um. hMihMMI Uk ta Makattä« —» 41 IMtaM u 99 Germania" Lebens-Yersicherungs-Alrien-Gesellschaft zu Stettin. In Österreich «um Geschäftsbetriebe zugelassen Mit 1878. Bareaax ta WIm : Germaniahof I., Lageck No. 1 und Sonnenfels- gasse Nr. 1, in den eigenen Häusern der Gesellschaft. Versidierangskapital Ende 1901........K. 752,833,539 Neue Antrüge im Jahre 1901.........„ 59,546,204 SichrrhelUfoads Ende 1901 ............ 307,448,426 Gewinareserve ier Versicherten Ende 1901 . „ 21,386,293 Gewinnbeteiligung mit Beginn der Veraleheraig n»d jlkrlicler Beeng der DirfdeMe «ch« bei Zahlung der dritte», vierte» Jakres- frümie u. s t — Dividende im Versicherung^ ahre 1903/4 an die nach lau B Versicherten aus 1880: 63l/«Va, 1881: 60'/,»/,. 1882: 57 •/,♦/. 1883: 55J/„ 1884 : 52'/,*/, u. « t. der vollen Jahres-Prämie, an die nach Plan AVeraicherten 22* , der vollen Dividenden-Jahresprämie. Die Gewianreaerve der Versicherten dient lediglich zur Verteilung von Dividenden. 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Da. wo die Luströbre sich in viel« seine Ästchen — die Bronchien — teilt, di» in die Lunge führen, liegen zwei Drüsen, die sogenannten Bronchial-oder Lungendrüsen. über deren Zweck die Wissenschaft lange im Unklaren war. Jetzt dagegen wissen wir au« den Forschungen Dr. Hoffmann'», daß dieselbe» einen »ganz, besonderen Gast' erzeugen, der die Krankhei««keime, bevor sie noch in der Lunge ihr Zerstö-ung«werl beginnen können, zum Absterben bringt. Wo nun diese Drüsen in Folge eine« »ererbten Fehler« und Schwüche.ustande« oder sonstiger organischer Störung« nicht genügend von diesem Stoffe erzeugen können »nd wo die Lunge, durch Erkältung. Staub oder andere Einflüsse empfindlich gemacht worden find, da könne» die eindlingenden Tuberkelbazillen sich sestietzen und srüher oder später komm« die Krankheit zum Au«bruch. £ Hier log der Bedanke nahe, in der Stärkung und Kräftigung dieser Bronchiald(üsen einen Hebel in der Bekämpsung der Tuberkelbazillen anzusetzen Diesen Nächstliegenden Weg beschritt nun Dr. Hoffmann und schiff au« dem stärkenden Stoff der Lungendrüsen selber ein Heilmittel gegen Lungenleiden (chronische Katarrh« und Schwindsucht,) welche« er BlandulSn nannte. «landultn ilt nicht« Billige« und nicht« chemisch Erkünstelte«, sondern wird au« den Irischen Bronchialdrüsen völlig gesunder und unter tierärztlicher Aussicht frisch geschlachteter Hammel hergestellt — die Natur selber gibt die Heilmittel gegen alle Erkrankungen, man muß sie nur zu finden wissen. Die Bronchialdrüsen werden bei ntfdriger Temperatur im luftleeren Raum getrocknet und zu Tabletten gepreßt! jede Tablrtte von 0 26 «ramm Gewicht enthalt »Ob «ramm pnlverisiene Drüse und 020 «kämm M,!ch. zuck» al« Beschmack«zusatz. Wird da« «SlandulSn nach Vorschrift angewendet, so hebt sich die Eßlust. die Stimmung Heitert sich auf. Kraft und Körpergewicht nehmen zu, Fieber, Nachtschweiß und Husten mindern sich — der «u«wurf (MI sich, der Kenesung«prozeß ist im Bange Bon einer großen «nzahl Ärzte und Privatpersonen ist der Hohe Wert diese« Schmindsuchtheilmittel« bezeugt worden. — «landultn ha« schon überraschende Erfolge gezeigt, wo alle anderen Mittel versagten. Apotheke, richten sendet «landulSn wird hergestellt von der chemischen gadrik Dr. Hosmann Nach! in Meerane (Sachseit? und ist in den Apotheken, sowie in der »iederlage B. Frag«,'« k f. Hoflieferant, Prag 203/111. in Flaschen zn 100 Tadl. k a 6.60, 60 Tabl. A K 3.— zu haben. — Au«sührliche Broschüre über die H(ilmrtod( mit Keank(i»b«-!ndet die Fabrik aus Wunsch grati« nnd sronko. l)r. Rosa's Balsam | Prager Haussalbe -®| aus der Apotheke des 8. FRAGNER in Präg)®- (Vr In H«|co M «t» Hit axkr aia *0 Jahraa allfeaMln bakaantaa Utntr-■Mfl t» «Inar my HUmu «14 mUdr mhfuK- I »iidm Wirkanf. Der Vwird brt r*e*lal**l(«r Aaw.adaaf daaaelbca pekntsUyt an>l in rtrktlfm flanfr rrAmllrm. SrtMl Fluche I «., kl. 50 kr. Toraaiaaadaaf »Mi I. I.M wird ilMpow Fluch* r«a ?» kr aia« klaia* FU»ik* fraaka all«. butiontn «kr UUrr -uBgar. Monareki. ^Mcklekt Gacaa aal <1 ist ein ahes, zuerst in Prag angewendetes Hausmittel, welches die Wunden in Reinlichkeit erhält und schützt, dieEntzündung und Schmenen lindert und kühlend wirkt. >» Doien a 33 kr. «M 25 kr. Per Post 6 kr. mehr. G«f«B Toraaaa«adun( tob fl. I M w«rd«l « I Dom» odar I M I|1 Do**b. adw I 90 *11 Domo. od.r t.i* t i Uomi f.-iako alkr SUUootn dtrOatarr -unfar Monarvhi« geschickt. arnung! Alle Theile der Em-ballage tragen die nebenstehende gesetzlich deponirte Schutzmarke. Haupt-DepOt: Apotheke des B. Fragner, k. u. k. Hoflieferanten „zum schwarzen Adler" Prag, Klelnaeite. Ecke der Nerudagasie 203. Poetversandt täglich. DepöU In den Apotheken Öeterrelch-Ungarn«, in Pettau In der Apotheke d— Herrn lg. Behrbalk. m Apoth«k«r Thiwry (AaU«a«a) aas aa#an Itaaandaa« aiaar 10 t^Mark* fraaaa. Jn der Adelsberger'schen Realität ist eine jmr Wohnung m zu vermieten. Auskunst erteilt das Stadtamt Pettau. I;vCV;Ä' Der Zlmtsrichter von Dingskirchen. Humoristisch, (Srjilhtunfl von Josef Cttvafb. (,>0M f«t(4Jnfl.) |]ie Röte der Jimgsra» war erloschen. Da liegen die Gäste sich nicht länger nötigen, znm Speisesaale zn wallen, »nd Echiinetttchen sonnte den Hut gleich in der band behalten. Endlich entdeckte ihn der Major. .Ah. Herr Amtsricher, da sind Sie ja! Wo waren Sie denn? Sagen Sie mal. ich habe fiir morgen eine Partie ans die Wengernalp veranstaltet. Das Wetter wird herrlich. Es hat sich glucklich die nötige Zahl zusammengefunden, so daß wir eine Gesellschaft?-karte nehmen können, wodurch die Geschichte fiir den einzelnen wesentlich billiger kommt. Sie machen doch auch mit?... Wohl gemer't, eine famose Gelegenheit!- fiigte er zwinkernd hin»», nach-dem Schönekuchen sich bereit erklärt hatte. Der verstand im ersten Aagenblick die geheimnisvolle Anspielung nicht, bis er Olga erblickte. I» freudiger Erregung kam sie auf ihn zu und schüttelte ihm die Hand. .Wo waren Sie denn so lange, Herr Amtsrichter?" .Nnr aus dem Abendberge, gnädiges Frönlein.' .Ach! Muttche» und ich waren in der größten Sorge, Sie möchten etwas Gefährliches unternommen haben. Sie hatten doch hoffentlich einen Führer?' .Aber ich bitte Sie! Auf den Abendberg bra»cht ma» doch keinen Führer.' .Rein/ warf der Stenerrat dazwischen, .einen Führer braucht ma» dahi» nicht. Dagegen soll e» nicht unangenehm sein, eine. .." , Der Amtsrichter schnitt ihm mit einem strafen» den Blick das Wort ab. 0. Wenn man vo» dem dnuklen Schoß der Zeiten spricht, darin des Meuschen Geschicke verborgt« ließen , braucht mau nicht a» eine arktische Nacht oder an eine Sonnenfinsternis zn denke»! es kann sehr wohl ein heiterer Tag sei», wo aus reiner Bläue die Sonne heruiederstrahlt und, von schwülen Dünste» ungehindert, den weite» Umkreis in ent> zückender Deutlichkeit offenbart. Sie hätten es nicht bkster treffen können, das anmutige Lauterbriiuneuthal mit DainmeSkraft zn durchstiegen und, auf den wehende» Riesenschweif des Staubbaches niederblickend, die Freuden der Zahnradbahn zn genieße». Bevor er anszog. hatte der Amtsrichter rechnend erwogen, wie viel Zeit und Geld er »och für seine Ferienreise habe. Das Ergebnis war. daß ihm vo» beide» eigentlich recht wenig mehr blieb. Nnd gerade jeht wurde das Wetter schö» und der Aufenthalt angenehm, erst jebt bot sich die Möglichkeit, diese» unvergleichliche» Erdensteck mit seiner znm Himmel ragende» Poesie zn durchstreife». Wer doch frei, wer wenigstens unbekümmert nm die Tyrannei der Zahle» durch die Welt fahre» könnte! Ihm gegenüber faß die.Prinzessin" in einer neue» blauen Foulardbluse, die sich zu ihrem rosigen Gesicht nnd dem Blvttd ihrer Haare gar gut ausuahm. Sie war doch noch immer ei» schönes Mädchen. Und wie sie ihn schwärmerisch ansah! Es überrieselte ihn eigentümlich. Bremer hatte er allerdings gründlich auSgestochen — keine Frage. Schien ihr doch seine Ab-reise nicht den mindesten Schmerz zu bereite». Ganz gewiß, er, lkiikiiialdcSPriu >??i» der Amtsrichter, brauchte hier nnr die Hand auszustrecken »nd nicht nnr sie, sondern auch die kleine alte Dame nebe» ihr würde nicht «ein sage». Die Umstände hatten etwas Lockendes. Selbstverständlich würde er sich min nnd nimmer zu einer Ehe wider Neigung verleiten lasten; das war bei seiner Gemütsart vollständig ausgeschlossen. Allein dämmerte etwa lebt eine Neigung in ihm ans? Ehrlich darnm befragt, hätte er schwerlich eine klare Antwort gewußt. Die beide» Dame», Mutter und Tochter, schiene» eS dagegen ans das bestimmteste zn glauben, die Übrigen ans der Pension ebenfalls, so daß die guten Leute ihre Aufmerksamkeit »»willkürlich zwische» dem Berner Oberland »nd dem Paare teilten, anS welchem jeden Augenblick ei» Brautpaar werden sonnte, wobei daS Berner Ober-land begreiflicherweise zu knrz kam. DaS traf niemand härter als den Stenerrat. Wie hätte er nach der Aussprache von gestern noch an irgend eine Gefährlich-feit von seilen der ältliche» Sirene gedacht! Ihr gegenüber hielt er de» werte» Skatbruder ein für allemal gefeit. Jedoch die Art. wie sie ihn jetzt in Anspruch «ahm n«d wie er sich von ihr in Anspruch nehme» ließ, wäre« denn doch Anzeichen bedenklichster Art, die den Braven bewogen, jede Gelegenheit zn ergreifen, »in ihm in aller Heimlichkeit warnend zuzuraunen: Amtsrichter, machen Sie es wie Odhflens und stopfen Sie Wachs in die Ohren, Wachs in die Ohren!" Indessen erreichten sie die Wengernalp, wo sie Rast und Mittag halten wollten. Da stiegen vor ihnen die kolossalen Schneemasien der Jnngsrau auf, dieser Riesenbau, aus Eis gefügt und in den Himmel getürmt, daß er inmitten des Wandels und Wech-sels der Zeit starr und trotzig als ei» Denkmal der Ewigkeit rage, silberlenchtend, zauberhaft von dem tiefen Himmelsblau abstechend, die Schrunden nnd Klüfte, die Abhänge und Bnchtnngen von den Schnerwolken der Lawine» überzogen. Wie der Amtsrichter dies alles, das so nahe erschien »nd doch wahrlich noch fern genug war, mit dem Ange ninspannte, ergriff ihn andächtiges Staunen »nd zugleich dankbare Freude. Nie hatte die Natur mächtiger zn ihm gesprochen, »nd überwältigt vo» ihrer Größe und Schönheit überließ er sich stum-mein Entzücken. So war er eine Weile ganz Ange. doch als-bald fände» die Stimmen um ihn her ihre,« Weg in sei» Ohr. »Reizend!.. . Wundervoll! ... Nein, geradez» himmlisch!' .FamoS! Meine Herrschaften, so eine Aussicht ist noch nicht dagewesen. Einfach tadellos!" .Aber sehen Sie doch, ganz wie von Zncker." .Mnttchen, weißt D» «och, wie wir auf der Fl>'g5re waren?" .Gewiß, da hatten wir ja grad' so nah den Mont EeniS vor u»S." .Mnttchen! Du meinst de» Montblane." .War eS der Montblanc? Ach ja, bei Zermatt." .Wie Dn wieder alles durcheinander wirsst! Mnttchen. eS war doch in Ehamonnh letztes Jahr, wo wir mit dem Profestor waren." .Richtig, mit dem ProfessorDer verglich ja noch den Mont-blaue mit dem Kölner Dom." .Mit dein Mailänder, Mntichen! Der Kölner ist doch nicht vo» Marmor." \rcgtii(cii Luii^ld. Xetf.) v.r "iiHtiiirtjtcr rnnzrlte die Stirne. Tieser Wirbel von fade» i'.'edensarten. von Reiseerinnerungen nnd Berwechc-lnngen drohte >!>'» Stimmung »nd Geuub vo» Gnind a»S zu zerstöre». Er schlich beiseite nnd s»chte ei» versteck, wo er allein war. T?ch konnte seine Abwesenheit nicht »»bemerkt bleibe», wo doch alles sich im stillen mit ihm beschäftigte. »Wo ist er mit?" fronte die Majori» den Major. »Wer mag'S wisse»! Wahrscheinlich stttdiert er eine längere Rede, um ihr eine» wohlgesehien Antrag zu mache». Diese In-riste» siud ja die geborenen Umstandskrämer. Da sind wir Militärs doch andere Kerle, was? Weißt Dn noch, wie ich es geinacht habe? Ein »üb.. »Aber, Otto!" Sie errötete noch nachträglich nnd wandte sich ablenkend an die Dame, die nebe» ihr stmtd: »Ich meine, ich müßte den beiden helfen. Sie passen doch so ausgezeichnet z» einander, finden Sie nicht anch. gnädige Iran?" Die gnädige Iran war weder Witwe, noch hatte sie heiratsfähige Tochter; es lag demnach anch kein Wriuid vor. anderer Meinung zn sein. Nach Tische machte einer der Herren den Vor-schlag, die kleine Strecke bis zur Scheidegg zn Fnb zurnckzulegen. wo man sich mit den älteren Ta-inen wie Kran Bork. die inzwischen die Bahn be< iiiiven sollten, wieder zn-sammensättde. Mit Be-geistern»« ging man darauf ein. Unterwegs ge-seilte sich der Major zn dem Stenerrat nnd ver-wickelte ihn in ein politi-sche» Gespräch, so da« er alles andere dariiber vergoß. Fräulein Clgo hatte der attffallende Trieb znr Einsamkeit, weicher bei Echöneknchen hervorgetreten war, al» sie es am wenigsten erwartete, doch verstimmt. Sie hüllre sich schmollend in eine Wolke von Damen, indes der Amtsrichter neben der Majorin wandelte. Die aber verleugnete das Feld-herrngenie ihres Gatten nicht nnd inanöverierte so lange, bis sie inmitten der Damen und — Elgo NUN an des Amtsrichters Seite war. ES war wundervoll. so beauem, in dieser rci neu Berginst. inmitten dieser »klassischen" Ge- Ttirfincbc». »tnial» von birgsieeiic — indem die Musik der Wasser »nd die seinen «nhglocke» iv hochvoetisch an de» Teil gemahnten — in innnterer ttiiterhaltnng dahin zu schreite». Und welcher Jnbel entstand erst, als es lange Strecken weit zn ihren Füßen anfgliihtc! Alpenrosen wucherten hier in solcher Fülle wir anderwärts Bnttrrblnmen. Sogleich begab sich jedermann ans Pflücken. Anch der Amtsrichter steckte sich ein Paar an de» Hut, da»» hals er Fräulein Llga, die es ans einen dicken Strauß ab-gesehen hatte. Sie war je»t wieder gelrötet. ^ede Blume, die er ihr reichte, lohnte ihm ei» Blick, der gleichsam bis in die Tiefe seines Herzens zu strahle» trachtete. Darin war es jedoch mittlerweile klar »nd kühl geworden, wie die Lust, die ihn umspielte: darin gab es kein Wanken »nd schwanken mehr, »nd es war die reine Gutmütigkeit, die ihn bestimmte, als getreuer Ritter ihr immer von »enein Rosen zn reiche». Und so blieb er auch gutmütig dabei stehe», als sie die Blume« znm runde» Strauße ordnete. während sie vo» 'irit zu Zeit glücklich zu ihm emporblickte. Aber die Gruppe blieb nicht »»bemerkt. „Hermann nnd Dorothea!" das war so ziemlich überall bei der ganze» verstreut wandelnden Pension der AnSrns, der sich ans die Lippen drängte, entzückt oder enttäuscht, überrascht oder befriedigt, je »Nk!')em. Den gute» Amtsrichter dagegen beschlich allmählich Langeweile Statt ans das kokette Hütchen der Stranßbinderi» niederznblickei!, sah er »niher nach den Bergriese», sich in Gedanken in die erhaben, Einsamkeit der Gleischerjelder versehend, bis schliesilich seine Augen über die blühende» Alpenrosen hinweg den Pfad verfolgten, i»ci zur Scheidend führt. Was iahe» sie da. daß sie plöhlich in »» heimlicher Griisie erstarrte» ? Es mußte eine Fata Morgana sein Kräftig ausschreitend, fest und elastisch wie die verkörperte Jugend, das Gesichtchen prächtig erglüht, mit dem rotblonde», in der Sonne leuchtenden Kranshaar und den munteren, mutwilligen Angcn, die jehl verwundert ans ihn gerichtet waren: Elfe Müller, wie sie leibte nnd lebte! Und neben ihr — der blasse Mnsiv mit der weinen Weste, den Strohhnt keck auf dem Ohre — Wetter, das war ja ... Und »»» blieb er stehe» »»d schwenkte lachend de» Hnt nnd schrie: „juchhe!" Und .Juchhe!" erklang es zurück ouS all den verschiedene» Gruppen, dazndesStener-rateS Stimme: »Griis; Gott, Herr Bremer, Sie Ausreißer. Sie! Wie koni me« Sie daher?" KoiiiitederAmtSrichter noch zweifeln? — Sicher nicht, als er ein warmes, weiches Händchen in der Hand fühlte und das süßeste Gesicht von der Welt ihm erfreut i»S Ge-ficht blickte, daß ihm das Herz heiß wurde. Dann meinte er wieder zu träumen, den» Elfe schüttelte auch Llga die Ha»d und beide thäte», als ob sie alte Bekannte wäre». Gleich weckte ihn Bre-mer sehr unangenehm. »Darf man Glück wün-scheu, Schöncknchen?" flüsterte er nämlich so laut, daß es jeder hören konnte, indes er mit den Ange» o»f Llga deutete. Natürlich überhörte der Amtsrichter die dumme Froge, obwohl sie ihn stark ärgerte, znn,al er bemerk, te, welche Verlegenheit sich Ligas und welches Erstaune« sich ElsenS bemächtigte. Erwandte sich an diese nnd forschte, wo sie nur geblieben sei? Er habe sie in ganz Jnter-lasen und in alle» Freni-denlistrn wie eine Steck-nadel gesucht. Lachend erwiderte sie: „Denken Sie. wie das Wetter so schlecht wnrdr, H v«y«r. iWit haben wir uns rasch eilt- schlössen nnd sind statt über die Fnrka dnrch den Gotthard »ach Lugano gefahren, wo wir richtig den schönste» Sonnenschein antrafen. Borgestern kamen wir nach Jnterlake», konnte» aber nirgends ein passendes Unterkommen siiiden. Ta haben wir nuS in Grindelwald einlogiert. Hossentlich bleiben wir noch einige Tage. Dann geht's »ach Zermatt, wo wir uns mit einer besreundeten Familie treffen wollen." „Und ihre Frau Mama? Wo ist die?" »Mama hat die Bahn vorgezogen. Wir erwarten sie jeht aus der Wengernalp. Mein Better und ich sind nämlich zu Fuß gc» gangen. Ja, schon in aller Frühe sind wir von Grindelwald ans-gerückt." Bremer war also ihr Better! Davon hatte der Lnckniänser kein Sterbenswörtchen gesagt. Um seiner Heimtücke die Krone aufzusehen, mahnte der verwünschte Gefellc jevt znm Anfbrnch. Da geschah, was jedem Menschen mindestens einmal im Lebe» widerfahrt: -chönekiiche» beging ein» jener »laßiose» Dninmhenen. die man erst gewahr wird, wenn es viel zn spät ist, wenn sic längst eine Reihe weiterer Thorheiten gezeitigt haben — wnrd.pe Nachfolgerinnen ihrer Stammmutter, xe/.'isiern'asikn ein uanzes Riesengeschlech:. 1*3 Sie Sache war die. Wahrend Elje ihm zum Abschied die '„»d reichte »»d mit einem lieblichen Blick etwa« vo» der Mama murmelte, daß sie glcid) auf der Wengernalp eintreffen und sich noiß sehr freuen winde, stotterte der Amtsrichter in seiner Ber-jimntfl nnd Ratlosigkeit sondergleichen: er werde sich die Ehre geben, ihnen mvr-ich in Grindelwald seine Aufwartung i» machen. Damit ließ er sie, wiewohl ichweren Herzens, mit Bremer weiter-,iehe», der sich in der Rolle des schüven» fe„ Betters unverkennbar gefiel, (fr selbst schloß sich dem Schwärm der Pen-lionsgeiioffeii an, wie wen» er mit ih> ne» samt und sonder» höchst unglücklich verheiratet wäre. Dieser erste» Dummheit solgte in Grindelwald eine zweite. Nachdem er dort mit seiner Gesellschaft am dein Gletscher »nd in der Grotte herurnge-krochen, iiberlianpt alles Sehenswerte, auch deu Gasthos, wo Müller» abgestie gen wäre», betrachtet hatte, fuhr er mit der Gesellschast «ach Jnterlake» zurück, als ob da seine Anwesenheit für die Nacht ««bedingt erforderlich gewesen wäre, als ob er nicht viel besser in Grindelwald geschlummert hätte — »ach einem fröhliche« Mahl mit Müllers! Am anderen Morgen kam Thorheit Nnnnner drei zum Borschein. Statt bei Tagesgrauen sich ans den Weg zu machen oder wenigstens den ersten Z»g zu nehmen — er war doch wahrhastig früh genug auf deu Beinen — stand er, wer weiß wie lange, vor dein Spiegel nnd hielt Kostümprobe! Nachher mußte er sich notwendig eine neue Krawatte kan-se«. und als er sie in seinem Zimmer »mgebmiden hatte, fand er, daß seine Haare zu lang seien, worauf er zum Friseur eilte »nd sich mit allen Künste» der Meisterschaft schön mache» ließ. Knapp vor Tisch kam er endlich in Grindelwald an »ud was erfuhr er? Müllers seien vor einer Stunde abgereist. .Doch nicht etwa end gültig?"------------- Gewiß, Nach der Jagd. geiln": nicht traf, und zwar absichtlicher-, nicht etwa irrigerweise. Frei» lich muß man sich de» Seelenziistand des Ma nies vergegenwärtigen, seine grenzenlose Enttäusch»»». seine Erri»»erllng an den Nigi, wo ihn, ja ein ähnlichem Mißgeschick wider-fahre» war. so daß all die traurige», schwarzblütigei, Gedanke» und Bcrmii-tnnge». die ihn damals bedrängt hatte», verstärkt »»d verdoppelt uns ihn luirtteii. Pessimismus ärgster Art prägte sich in feiner Miene ans, indes er in dem hei-teren fimiterbrnmieii herumspazierte. Spat am Nachmittag sah mau ihn oben auf Miirren stehe», wo er unverwandt ans den Schwarze» Mönch starrte, der sich breit und ungeschlacht vor die stolze Märchenbnrg der Jmigfra» lagerte, daß nur ihre Tnrinspive, das leuchtende sil-berhor». darüber hinwegsah. Ei» d»»k-les Schicksal schie» sich ihm überall i» de» Weg zn stelle», ivo es sich »m die Erfüll»»» seiner liebste» Wünsche handelte. Der Tag sollte nicht zu Ende gehe», ohne daß er eine weitere ?»»»»-heit zuwege gebracht. Obwohl es jcho» ziemlich spät war, war es ihm doch »och »icht spät genug, »m zur Benito» zurückzukehren. Er hatte beschlossen, morgen mit dem früheste» weiterziireise«, dabei erschien eS einsacli nnd gerate», sich sran-zösiich zu empfehle». Im K»rha»sc spielte die Mnsik das lehte Stück. Er ging hinein »nd sah sich tun: ans der Terrasse, im Garte», i» de» Säle», über-all. Freilich trog die Hoff»»»». Er fand nicht, die er suchte, wohl aber Soplw-nisbe Rosenreich, die ebenso entzückt war, ihn wiederzusehen, als er das Gegenteil. „Sieh da, der Herr Amtsrichter! Wo hat man denn nnr gestern und hente gesteckt, hm?" .Ich war gestern ans der Wengernalp »nd heute a»f Miirren." „Und ich war fleißig. Mein iliomaii beginnt Gestalt z» ge- wittiie» ... großartig! mit Sack nnd Pack. Sie hätte» bei ihrer Rückkehr am gestri-ge» Abend eineDraht-nachricht vorgesnn-de». die sie »ach Zer-matt rief. Welcher Schlag! — Indessen — ging den« die Thal-bahn nicht ebenso gut zurück wie hin? Stellte sich bei dieser Ge-legenheit nicht glanzend heran«, daß sie noch einen viel höhe-re» Zweck zu erfüllen hatte, als mit ihrem Kohlendämpfe die reine Lust zn verpeste» mit» mit ihrer Eile die Passagiere ni» den Genuß der intimeren Landschasts-reize zn bringe»? — Und so stieg er in den nächsten Ziig - fuhr ober nicht :,j.h Jnterlake», wo er die 7w"ch;r ;tK »-Gleicht iwch Solle» wir morge» zu« samme» anssliege», in freund-schaftlicher Eintracht ans die hohen Berge steige» ?" „Bedan-re sehr, ich reiie ab." „All? -Wohin?" „liebet dieGrimsel »»^ dann so allmäh-lirli wieder nach Hause. Meine Neit ist »äch-steiis abge-lause»." »C, das ist aber lehr schade...!" 7. A»f sei-»ein Zim« »'kr fand Die «adedkL«»' I» ?«d Krca^nach. «Mit Tftf.) jrtuSchöne- kucheit eine Karte vor. »ach deren Lesniig er sich wie to!l gebar« dete. Er laß sie »och einmal. Sie war am Tage vorher aiifge-geben und mußte eingelrossen sein, kurz nachdem er am Mor. u da^ Hans halte. + 1*4 4— Lieder SchiZnekucheu! Wir mache» ii»S morgen aus die Reise nach Zermatt. sind mittags in Interlaken, fahre» dann nach Mei-ri«ge» und über die Wrimfrl i»S Rhoiiethal. Wenn Sie nichts Sc{icrbilb. ^ I'f' "5jp ■ ?Z» Cuitfln, w» ist 'Sol'ortfn? Besseres vorha l»e>:. kommen Tie doch an die Bah», Air vlauder» da»» noch ein bißchen. . Herzlichst Ihr Bremer. Frannnd Fräulein Miiller las-sen «ie bestens atiifien. Also war die Hülle gefalle» n»d das Werk feiner Dummheit zeigte sich in der ganzen Größe. .Herrje!• jammerte er jetzt und r!» Regen von: Wär' ich nur." ging nieder, ihm .Wenn,' nnd: .Hätt' ich doch!" und: indessen er verzweifelt im Zimmer nniherrannte, bis der unter liegende -teuerrat durch das Stubenmädchen sage» lieb, der Herr Amtsrichter möchte sich gefälligst ruhig verhalten, der Herr Steuer rat könne bei dem Lärm nicht einschlafe». TaS Tenkinal bei PrinzRegent«« Luitpvld fiir Fiisien führt den Lanl>e?vater gerab« so vor Augen, wie «r sich bor! unter seinen Lanb«»ki»b«r« leutselig zu bewegen pstegt, im schlichten Straßenanzug In ungezwungener, natürlicher Hallung. ben leicht gebogenen rechten Arm in bie Seit« gestützt, die Linke auf einen mit ornamentalem Schmuck versehenen Fel«block lehnenb, erhebt sich bie nahezu zwei Meter höh», in ber Rupp schen ffrzgießerei in München bcegestellte Bronzefigur. lr« Prinzregente» Züge, in bie ba» Alter seine feinen Zeichen eingemeißelt hat, unb bi« durch ihr»n milb»n unb gütigen «»«druck so ausjerorbentllch sympathisch berühren, finb von gerabej» verblüffenber «eh«, lichke». Der ungefähr zwei Meter hohe Sockel besteht au« bayrischem Granit: seine vorberseil« trägt bie Inschrift: .Lultpolb, Pri»z-R«geiil von Bayern*, die Rückseite kündet: .Errichtet von Füssen unb Umgebung ' Den Schmuck be» Postament« bilden bie an bessen Seiten angebrachten, von Lorbeer umrahmten Bronzerelief« ber bayrischen Känlge Maximilian II. unb Ludwig II., bie beib» auch so gern in glisse» unb bessen 9MH« weilten Neuschwaustein, ba« von Kunstbegeisterung unb Prunkliebe zeugende Bergichloß bei unglücklichen KOnig« Ludwig II., liegt gleichfall» nicht weit von Füssen. Bildhauer «toi« Mayer in München, zu Füssen am 3. März 1856 al» Sohn eine» Bezirk«amt»blener« gebor««, hat mit hoher Meisterschaft ba» g«schilb«rte Stanbbilb geschaffen, zu b«m Ihm ber Prlnzregent persänlich Wochen hindurch Modell gestanben Hot. Tisrfigebet. Die beiden Teckel »nd ber Aeweihschmuck an ber Wanb lassen darauf schließen, baß ba» Tischgebet in dem Zimmer eine» gSrsterhause« ge sprachen «wirb. Da ist e« auch erklärlich, we«halb da» Oberhaupt ber Zamili« am Tische fehl«: auf «iner Streif« burch ben Forst verspätet man sich ja l«icht. Etwa» mehr Aufmerksamkeit aus ba» Tischgebet unb weniger aus bie Katze würbe wahrscheinlich ber älteste Sohn zeigen, w«nn er ben Vater nicht abw«senb wüßte. Nach der Jagd. Ueberall unb zu jeber Iahrelzelt finbet man bi« Ama-teurphotographe» auf ber Suche »ach neuen Motiven, namentlich sinb die Schweizer, Tyroler und Bayrischen Alpen im Frühjahr unb Sommer ein be-liebte» Au«flug«ziel derselben. Keine Berge»hl>h«, k«in Alttscher. kein noch so verborgener Lrbeuwinkel ist sicher vor ihnen, »nd si« schaff«« mitunter Gut«» unb Schlechte». Die Photograph!« hat nun «inmal In b«n letzten Jahren mit ihre« Fortschritten bie Welt erobert. Sin interessante» Momentbilb au» dem Leben im Hochg«blrg« ha« ff. Aanghof«r, «in Namenivctter seine» berühmten Laub»mann», festgehalten. Schte Hochg«blrg«luft, HSHenltimmung weht un» barau» entgegen. Der Schuß saß gut. ffin prächtiger ttefell Ist ber Hirsch, b.'n bie tödliche ltugel ereilt hat. Drei wetterfeste Iager»leut mit dem nie seMenben Stutzen (chniitn stramm nach b«n> Photograph«». ,?l A'sicht muß b«r Mann haben, sunst hat'« ganz« Bild k,rn Wert Nnb «It so 'nem Vieh kann sich nit jeber photographieren lassen." Kr«»zn«ich. Di« alte Rahebrücke In Bab Kreuznach zeig« unser Vilb. kreuznach, besten Saline u«b Bäbee |»b«n Somm»r viele Hunberte von Kranken unb llrholüngtbebürftigen anlocke«, verblent aber nicht nur al» Bab unb Kur-ort unser Interesse. Aus einem historisch hochinteressanten Fleckchen beutscher ikrde erhebt sich ba» alte Stäbtchen nnb rebet eine weithin vernehmliche Sprache von ben Kämpfen und Thäte«, ben Leiben unb Siegen der Vorzeit. Wo bie lieblich« Nahe sich bem stolze« Rhein znlchliingelt, zwischen freuub-"chen Pergen unb Rebhügeln, nicht weit von ber (Grenze ber bayrisch«« Pfalz, bi« ja zu Sud« be» 17. Jahrhnnbert» ber Zankapfel zw«i«r großrr Nation«« gewesen, lieg« ba» liebliche Kreuznach verfallene stelnern« Zeugen einer großen, aber auch furchtbaren Vergangenheit, sinb von Kreuznach au» I» kur-zem Wege zu «wichen — ba» alt« Rheingrafenschloß auf steilem Felsen, die Sbrrnburg aus m'.chtiger Auhihe, vo» «iner groijeu Zelt rede« Kreuznach nnb seine nächste Umgebung, und ber Wanberer, ber bie alt« Brücke, bie uu e, Bilb zeigt, überschreite«, ber bie Statten zu beiben Ufern bet (irlilichrn Nah« besuch«, er wirb vernehmen, wie einst ber Flügelschlag bkuticher weschichi, über blefe reizende Qicgenb dahinging. Bekehrt. Herr (ber eine« vortrag über vegetarische Lebeniwelse an. hSrt, plötzlich begeistert»: .flcllner, bringen Sie mir rasch eine Wurst — ii'.i glaube, e» ist bie letzte!* CFiue kurze, ab»» treffend» Kritik. Der Theaterbirektor PokomI in Wien sanble einst seinen Regisseur Peter nach Strelitz, nm ben Tenoristen Hahn zu engagieren. Dieser kam. saug aber so erbärmlich, baß sich bie Direktion ge. nätigt sah, ihn nach seinem brüten Auftreten zu entlassen. Saphir schrieb im .Humorist' barüber, unker Aufführung b«» belreffenden Kapitel» unb Verses folgende» Bibelcitat: .Aastspiel be» T«norist«n Hahn. Nnb al« brr Hahn zum brittenmal kräht«, ba ging Peter hinau« unb weint« bitterlich." S«. Modern. Junger Watt«: .Di« ff he, bi« ich mit Dir «inging. Ist mir wahrhasiig ei« große« Rätsel!" — Satt in: »Da« kS«n«« wir ja auslösen!" Malitiis. Fräulein Schr«ihal«: ,Wa« raten Sie mir. Herr lkapell-m«Ift«r, morg»« Im Konzert z» sing»«?" — Kapellmeister: .Lieber ohne Worte." ■vy§--sä$«v mtlNNUTfi CLü. H »' *■ Das Abkratze» der Binin« ist im Herbste «In« notwendige Arbeit, be-vor di« Stämm« unb ««st» mit Kalkmilch b»slrich»»> werbe«, ff« ist ab«r b«i bieser Arbeit bebiigt, baß wir sie richtig a»«sührra. fflu zu starke» Abkratze« mit einem nng««Ig»«ien Instrumente kann «h«r zum Schade« al« Nutzen für den Baum werden. Bei jungen Bäum«« mit glatt«r Rinbe Ist ba« Abkratze» Überflüssig. 8cr«inj«tt( Ansätze vo« Moo« unb Flechte« bürstet ma« bester mit «iner Wurzelbürste bei feuchtem W«tt«r ab. Bei alten Bäumen, welche abgestorb»«« Rindenborke habe«, hat ba« Abkratzen mit dem Baumkratzrr mehr Berechtigung, «ber auch ba muß man Maß unb Ziel kennen »üb d,sonb«r« in ber Räh« «euer Neb«rwallung«n der Rinbe vorsichtig zu Werke g«h«n. VI«l« Kr«b»erkrankri«gen sinb aus zu starke« «bkratzen ber Rinbe zurückzuführen. Um Papier auf Metall zn desefti»»«, d»bien« man sich gewbhnlich de« KSlner Leim», Dextrin» ober «I««» sonstig«« Klebemittel«, öar oft muß ma« aber schon nach kurz»r Zeit bi« Erfahrung mach««, baß Nch ba» Papier vo« bem Metall« «»«blättert n«b herabfällt. Bester hierzn Ist Zwl«b«lsaft. Wenn Zink mit Papier versehen werden soll, so wäscht ma« be« «egenstond mit «iner Llsung von Walchsoda ab uud str«icht dann be« Zwi«b«lsaft barauf. Da» Papier wirb bann aufgebrückt unb «ach bem Trockne» ist e» unmiglich, dies«» von b«m Metallgeg««stanb» lo»zumach«n. 'Vl A » - '• » » Ouabratrötsel. Tie Buchstabe» de» Quadrate» find jo ,u ordnen, tah eic Iprrchende« w»>irrech,ei, un» srntrerhlen «eit»n «tclcht»»,ende «>>«,,« ergeb««. ?ie «örw» be»ich»e«: II »inen bidlilchen «ame,. ,) »tne« Nhattfe«. .1» tline arubilch« «bkiir,ung von »mir. Rätsel. «o etwa» fehlt. Mo etwa» qualr, Wo Voll der »Nch der Leiden, ©ii «mu itirCknt, Wo -iie« ?n siehest dn ,>i»sn?e» de> Unh Je» ««nj»n nlor sich neiden, ff. Utaubach. tiilbcrriifel. bS Ausiät,,««, folg« In nächster Nummer. Auslösung deS ArithuiszriphS in voriger Nummer »»iiinpfhelzung, Annam, Haine, Pfnnd, f'tljir »lernn, Kjjhtu, Imnau. K.itigr. l'Mnr. \iiVi, «»enua. mm ««Ut »iechie oordelialiss«. ^ »«rantloortlich« KlebaMsn von Ernst Pfeiffer, «edruM und dera»»«ae»ei von «rei»er » Pleiller in «luttgart