Kr Annst, Literatur, Theater «.geselliges Leben. Nedigirt von Leopold Kordosch. ^ 99 . Freitag am April Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich zwei Nummern, jedes Mal ei» halber Bogen. Der Preis des Blattes i!l in Laiback aanziäoria t>. Dithyrambe. e»Su Aganippcns Felsen umstarrteni Schäumenden Quell Laßt mich, » Götter!—mein glühendes Sehnen Wird Aaanippe stillen nur tonnen — Nur Aganippens kristallenes Hell! Dort, wo in dem Haine Sanftlllhlendcr Schatten Sich freundlich die Ulme, Und Epheu galten; Dort, wo der Stille. Heiliger Fittig Läuselt i,» Thal, Wo über Blumen nur Zephyre wehe». Wo der Charitinen Paare sich drehen. Bei Philomelcns leiszittcrndem Schall, Dort lasset niich lauschen Den Sangmelodieen, Die mir meine Seele Süßschmcrzlich durchziehen! Dort laßt den Funken, Den ihr gewecket. Mir in der Brust, laßt ihn anfachen zur lodernden Flamme, Daß er, ei» Phönix, vom irdischen Schlamme Aufflcug' in des Sanges unsterblicher Lust! Ihr ewigen Götter, Ih r habt mir's gegeben — Ihr müsset auch frönen, Des Iünglinges Streben! M. Veh »vor. Der Vurgvogt auf Ainöd (Krainische Vottssagc,) »Ls braus't durch verödete Hallen der Sturm , >>Oft hört man in eine,» verfallenen Thurni »Ein gräßliches Wimmern und Heulen." Ioh. Ritter ». Knicht erg. Obwohl der Tag sich zu neigen begann und am Him­mel manche finstere Wolke dahin schwamm, so verließen wir doch das gastliche Schloß Ainöd und wandelten am Ufer des Gurkflußes schweigsam fort, bis wir zur Brücke ge­langten. Wir wollten nämlich die Trümmerburg Ainöd, wo in grauer Vorzeit ein,glM)namiges, nun schon längst a'Nöte,>be besehen. erloschenes Edelgeschlecht ha'i Es starrten die kahlen, bemoosten Zinnen und Mau­ern, an welchen so manches Jahrhundert vorbeigezogen, still und ernst auf uns herab; leise durchfächelte derAbend­wind die Laubkronen der heimischen Eichen, welche theil­weise noch aus besseren Zeiten der Burg herstammen mochten. — Freilich ist der alte Steinhaufen zum Aufent­halte lichtscheuer Nachtvögel geworden, es erklirret nicht mehr Waffengerassel; man findet dort weder Fräuleins noch Ritter, weder Minnespiel noch Kampfgelage; auch hat sich der Wanderer dort keiner einladenden Fernsicht zu erfreuen, sondern wüst und öde ist die nächste Umge­bung, und der einheimische Slave nennt sie nur „iwril «o­lelK«." — Und doch ist auch dieser Trümmerhaufen ein Beleg mehr, wie vergänglich M,enschcnwerk sey. Wohl mag die Burg in der dunklen Vorzeit erbaut worden, auch dürften die Felsengrotten dort ein Werk der Menschenhände seyn. Die Herren von Scheier bekam­men diese Burg von den Rittern von Ainöd , und sie ge­langte später an öas uredle Haus der Grafen von Gal ­lenberg. Wir verließen die Ruinen, welche bisher noch wacker mit dem Zahne der gefräßigen Zeit kämpften, und gelang­ten noch vor Einbruch des nächtlichen Gewitters in das neuere Schloß zurück, wo man uns mit altdeutscher Gast­freundschaft empfing. "Ist Ihnen die Sage vom Pfleger auf Ainöd be­kannt, welcher nun, wie das Volk behauptet, unter dem Namen des „bösen Burgvogtes" in den Ruinen spucken soll?" forschte die süße, reizende Hauswirthin und begann, als wir dle Frage verneinten, mit liebenswürdiger Bered­samkeit zu erzählen: „Hier lebte vor längstentschwundenen Tagen, zur Zeit blutiger Wirren des Faustrechtes eine Burgfrau, welche wegen ihrer ungemeinen Herzensgüte bei den Unterthanen im größten Ansehen stand. Ih r Gemahl war vor vielen Jahren gegen die Türken gezogen und auf dem Schlacht­felde geblieben, während der Sohn von diesen Erbfeinden des Kreuzes gefangen und in die Sclaverci geschleppt 4Is> wurde. Die edle Frau überließ sich nun ganz den schmerz­lichen Gefühlen einer unglücklichen Gattin und Mutter. Gerne würde sie das Schloß, ihren werthvollen Schmuck und alles Besitzthum verkauft haben, um den geliebten Sohn aus drückender Gefangenschaft loszukaufen, doch wa­ren alle Bemühungen, seinen Aufenthalt auszukundschaften, fruchtlos geblieben. Der Burgvogt auf Ainöd aber war ein harter, mür­rischer Mann, welcher den Unterlhanen seiner gütiger Frau manchen bösen Streich spielte. Leider hatte diese von der schändlichen Sirenge desselben nicht die geringste Kennt­nis;; auch schwiegen die treuen Unterthanen bisher aus Achtung für die gütige Herrin. Eines Tages kam ein alces Mütterchen zum Burg­ vogte ins Schloß, umsich von ihm eine Frist zur Einzahlung der herrschaftlichen Stift zu erbitten; doch der harte Mann wies ihr mit strengen Worten die Thüre. Die Bäuerin ließ sich aber nicht einschüchtern und bat flehentlicher. Der Burgvogt aß das herrlichste Obst, welches in einem zierli­chen Korbchen vor ihm stand, nahm rothwangige, süße Pfirsiche heraus und verzehr« sie, während die Alte zu jammern fortfuhr. — Plötzlich lachte der Pfleger laut auf und sprach: „Hört Mütterchen, es soll euch die Stift für dieses Jahr geschenkt seyn, wenn ihr diese drei Pfirsich­steine sogleich aufknacken wollet. Die Verspotte« fühlte sich hart getroffen, fuhr lang­sam nach dem zahnlosen Munde, trocknete sich die Zähren und kehrte dem harren Manne den Rücken. „Großmütterlein.' du hast schon wieder geweint« sprach Johanna , der Alten wunderliebliche Enkelin. Bald er­fuhr diese den Kummer der untröstlichen Alten. — „Der garstige Mann soll uns dennoch die Stift schenken" sprach sie halblaut und eilte unter irgend einem passenden Vor­wande zum hartherzigen Burgvogte hin, mit dem Vorsatze, die Psirsichsteine für Nachlassung der unerschwinglichen Gabe zu knacken.— Der Burguogt, in der Ueberzeugung, daß es auch dem schärfsten Gebisse nicht so leicht möglich sey, die Aufgabe zu lösen, lächelte spöttisch, bewunderte jedoch im Stillen des Mädchens Entschlossenheit. „Bedenke, holdes Kind, daß du dir die weißen Zähne bei diesem Un­ternehmen zerbrechen könntest" sprach warnend der Burg­vogt.— „„Ach ja"" dachte Johanna, „„mein Veit hat mir zuweilen gesagt, daß meine Zähne weiß und hübsch seyen; doch er ist ein braver Junge, welchen der Verlust von ein Paar Zähnen nicht aus meiner Nähe verscheuchen wird."" Schnell griff sie nach dem ersten Steine und zerknackte denselben; doch beim zweiten stoß Blut aus ihrem Munde, während salzige Zähren des Unmuthes über die hochgerö­theten Wangen liefen; auch der dritte zersprang nach un­säglicher Anstrengung, aber ein schöner, blendend weißer Zahn entfiel dem Munde der heldenmüthigen Jungfrau. „Die Schuld ist getilgt!" sprach sie mit Ernst und erhob den zürnenden Blick zum Burgvogte empor. — Der aber saß todt und mit verzerrten Gesichtszügen auf dem Stuhle da. Erschrocken verließ Johann a das Schloß und tröstete sich mit dem Gedanken, daß sie nur Gutes gewollt hatte. Bald verbreitete sich die Schreckenskunde unter den Thalbewohncrn, und doch netzte sich kein Auge. Johan­na hingegen erhielt zur Belohnung ihres Heldenmuthes von der Burgfrau die reichlichste Aussteuer, und schritt mit dem geliebten Vei t zum Traualtare hin.« Unsere freundliche Wirthin schloß ihre Mittheilung, worauf wir uns zur Ruhe begaben, um am andern Mor­gen die Reise durch das deutsche Wunderland Krain fort­zusetzen. Seit»» in Obcrsteier. Ioh. Vinz. Sonntag. Juan« Novelle uon I » h. Gob. Se < dl. (Fortsetzung.) Nun , da Iuan a gänzlich verlassen, und durch die Hand des Unglücks aus einem Verhältnisse herausgerissen war, welches sie der moralischen Achtung unwerth gemacht hatte, nun hielt es Gomis wieder für seine Pflicht, sich der armen, dem höchsten Elende preisgegebenen Künstlerin anzunehmen. Dem Ausspruche der Aerzte nach, war ihre Kopfwunde zwar nicht tödtlich, aber doch so bedeutend, daß eine völlige Geisteszcrrütung zu befürchten stand. — Und so geschah es denn auch. Körperlich genesen, wan­delte Iuan a geisteskrank umher. Sie sprach nur wenig, blickte starr vor sich hin, und von der Wunderkraft ihrer Kehle schien ihr nur so viel geblieben, als es hinreichte, um die Melodie jenes Abendlicdchens aus der „^läenui»" in unbelauschter Dämmerung halblaut vor sich Hinzusummen. Mit Thränen des Mitleids im Auge betrachtete Gomis diese bedauernswerthe Ruine der Kunst, diese junge Mär­tirin der Eitelkeit. Er machte es sich zur letzten Aufgabe seines Aufenthaltes in Spanien, welches zerrissen vom Par­theikampfe, bedroht von dem Einfalle fremder Heere selbst die neutrale Stellung des Künstlers nicht unangefochten ließ, für Iuana' s Zukunft noch nach Kräften zu sorgen und so die Schuld des Dankes abzutragen, zu der sie ihn durch die Verbreitung seines Rufes verpflichtet hatte. Durch Hinterlegung einer namhaften Summe, fast des ganzen Er­trages seiner „^lna mit starren, thränen­loscn Augen am Gitterfenster ihrer Zelle und vernahm die verhängnißvollen Klänge, und summte unwillkührlich die Worte ihres ehemaligen Abendliedchens mit. Nach drei blutigen Jahren schien endlich eine Art von Ruhe zurückzukehren, welche zwar nicht auf vollkommene Amnestie, aber doch auf sänftigende Mäßigung begründet war. Wenigstens fing Madrid an aufzuathmen, und wen­ dete mitunter seine Aufmerksamkeit wieder anderen Dingen zu, als den schwankenden Resultaten des Bürgerkrieges. Man freute sich wieder des Prado, sehnte sich nach Volks­ belustigungen, besuchte das Theater und nahm Antheil an den Erscheinungen aus dem Gebiete der Kunst und Litera­ tur, welches Jahre lang gänzlich brach lag. Zwei Ereignisse ganz verschiedener Art nahmen eines Tages alle Augen und Ohren in Anspruch. Am Morgen sollte nämlich auf dem Haferplatze, wo die Hinrichtungen Statt zu finden pflegen, ein gefürchleter Bandit den ver­ dienten Lohn für seine Gräuelchaten empfangen, ein Schau­ spiel, welches bei dem wilden, durch manchen Nachklang jüngst erlebter Seenen noch heftig aufgeregten Sinne des Voltes Tausende von Zuschauern herbeilockte. Für den Abend hingegen war ein Schauspiel angekündiget, welchem der gebildete Theil der Bevölkerung mit gespannter Er­ wartung entgegen sah, nämlich das Auftreten der berühm ten Sängerin Giuditta Pasta in der Rolle der Desde­ mona. Während an der einen Strassenecke ein marktschrei­ erischer Herumträger die gräßliche Geschichte von dem Le­ ben und den Thaten des hinzurichtenden Missethäters feil­ bot, bereitete gegenüber ein anderer die Vorbeigehenden auf den Genuß vor, welcher Abends den Kunstfreunden im Theater de la Cruz bevorstände. — „Giuditta Pasta" hieß es hier im echt südlichen Bombast, „der Komet von Verona, der Stern von Paris, der Sirius am europäi­ schen Gesanghimmel, die majestätische, acht und zwanzig­ jährige Königin der Melodieen, mit der herzerschütternden Glockenstimme, mit der plastischen Erhabenheit ihres echt antiken Spieles, wird heute den kunstsinnigen Bewohnern der sehr edlen, rechtlichen, hochberühmten, treuen und heroi­ schen Stadt Madrid beweisen, daß sie bisher weder hör­ ten noch ahnten, was singen heißt!" — „Der fürchterliche, abqefäumce, grausame Bandit" hieß es dorr — „Namens Ruy Juan Chinchon, aus Grazalema in Ober-Andalu­ sien gebürtig, wegen eines an dem hochedlen und ehren­ haften Don Diaz Marquis von V illa - Marinquez, weiland königlichem Contador, versuchten Meuchelmordes gefänglich verhaftet, sodann seiner Haft entsprungen und nach langem vergeblichen Nachforschen unter den Siraßen­ räubern ergriffen, wird heute, zur gerechten Strafe für alle eingestandenen und nicht eingestandenen Mord- und Missethatcn, so wie zum abschreckenden Beispiele für alle Bösewichter öffentlich vom Leben zum Tode befördert werden.« Langsam, unter dem Geläute der Glocken, bewegte sich der Zug mit dem Missethäter der Richtstätte zu. — Starke Militär-Bedeckung begleitete ihn; die Musikbande spielte die noch nicht vergessene Preghiera. Als der trau­rige Kondukt um die Ecke des Frauenklosters bog, tönte ein durchdringender Schrei durch eines der Gitterfenster. Der Delinquent erhob sein dunkellockiges Haupt, schoß einen blitzenden Blick der Gegend zu, woher der Schrei gekom­men, und schritt dann regungslos seinem Schicksale entge­gen. I n einer halben Stunde darauf hatte Vetter Ruy geendet. (Beschluß folgt.) Licht- «nd Schattenbilder. Von W. A. Gerle. Der Meister und die neun Vöglein. Einst war der Saatzer Herzog gestorben und hinter­ließ eine einzige Erbin, eine Tochter mit wundersamer Schönheit ausgestattet; doch war ihr Herz grausam und blutdürstig. Oft pflegte Pietisyl a vom Söller ihrer Burg ins Thal herabzuschauen. Wenn dann ihr Falken­auge einen schönen Jüngling erspähte, der seines Weges vorüberzog, sandte sie ihm einen Knecht nach, ließ den Wanderer vor ihren Thron führen und versicherte ihn, wenn er ihr mit treuer Minne dienstbar sey, wolle sie ihn zum Fürsten des Landes erheben. Da sank der Jüngling, trunken von ihren Reizen und so hohem Glücke, zu ihren Füßen nieder, und schwur ihr dienstbar und leibeigen zu seyn; wenn sie aber seiner Liebe satt war, befahl sie ihm aus ihrem Gemach über eine Gallerie des Schloßes zu ge­hen, die also eingerichtet war, daß, wie sie an einer Schnur zog, das Bret mit ihm einbrach und er in einen schwarzen See von ungeheurer Tiefe fiel, und darin zu Grunde gehend, noch das Lachen des falschen Weibes un­ter den schäumenden Wellen vernahm. Schon waren neun blühende Jünglinge den grausa­men Weg aus ihrem Schlafgemache über den Todcssteg gewandelt, und noch war ihr die Zahl zu klein; darum suchte sie auch den zehnten mit falschen Licbesworten zu berücken; doch dieser war trotz seines jugendlichen Anse­hens schon ein hochgelehrter Meister in der schwarzen Kunst, der durch ein magisch-bereiteteö Augenglas in ihrem schwarzen Herzen zu lesen verstand und nur um der Für­stin Gunst warb, damit er ihre Tücke zu Schanden mache. Pietisyl a war von seinem männlichen Reize so entbrannt, daß sie ihm mit noch süßeren Bitten ihre Liebe und Krone antrug, er aber bat sie, von ihm abzulassen, weil es ihm vorkomme, als warnten ihn neun schwebende Jünglinge vor ihrer Umarmung; zugleich höre er eine schäumende Wasser­fluch unter sich brausen, und ihr Ehebett scheine ihm ein bewegliches Schiff, das umzuschlagen und ihm zu jenen in die Tlefe des Sees zu betten drohe. (Beschluß folgt.) 4tI 3lev«e des Manuissfaltigen. Dupont , ein Schachtclmacher in Paris, war am 29. Februar ausgegangen, um eine bestellte Arbeit abzuliefern. Er machte eben seine Rechnung, als ein Commissionär her­beieilt, und ihm meldet, daß Frau Dupon t mit einer Tochter niedergekommen sey. „Gut," sagt Dupont „ich gehe gleich nach Hause. — Mein Herr, machen wir schnell, wenn es gefällig ist." — Es geht indessen nicht schnell, denn es erhebt sich ein Streit über die Zahlung. Der Commissionär kommt ganz athemlos hergelaufen. „„Mein Herr, machen Sie schnell! Ihre Frau ist wieder mit einer zweiten Tochter niedergekommen."" — „Machen wir, daß wir zu Ende kommen, Sie sehen, ich brauche mein Geld." — Es wird ihm bezahlt. Dupon t eilt nach Hause und trifft eine Nachbarin. „„Eilen Sie"" sagt diese, „„Ihre Frau ist niedergekommen."" — „Ich weiß! mit zwei Töch­tern." — „„Mehr noch, mit dreien"" — „Ah mein Gott," — Als er eintrat, kam eben eine vierte Tochter zur Welt. „Mein Gott!" ruft Dupont, „was wäre erst geschehen, wenn man mich bis 3 Uhr zurückbehalten hätte!" — Ein französisches Blatt erzählt: „Ein Bergmann hatte in einem Schachte eine Minne geladen und angezündet. 'Alle Arbeiter entfernten sich, um der Explosion auszuwei­chen, ohne zu wissen, daß sie an eine Stelle traten, wo so eben eine zweite Minne angezündet war. Der Inge­nieur sieht die Todesgefahr der Bergleute. Es war zu spät, als daß sie sich auf seinen Zuruf hätten entfernen können. Der Ingenieur springt also zur Minne, faßt die brennende Lunte mit der Hand, reißt sie heraus und ret­tet so, indem er sein Leben auf's Spiel setzt, alle Arbeiter glücklich. Green hat in London kürzlich vor einer zahlreichen Gesellschaft einen von ihm erfundenen Mechanismus vor­gezeigt, um den Luftballon nach Belieben steigen oder fal­len zu lassen. Dieser besteht in zwei an dem Nachen an­gebrachten Flügeln, die durch ein Federwerk aufgezogen werden. Green behauptet, man könne auf diese Art die Luftreise von Amerika nach Europa in 3 bis 4 Tagen ma­chen, und läßt jetzt einen Ballon nach dieser Erfindung auf Subscription bauen. I n Paris wetteren kürzlich vier ältliche Damen, zehn Robber Whist durchzuspielen, ohne ein Wort zu spre­chen.^) — Obgleich das Spiel vier Stunden währte, so gab doch keine einen Lant von sich. Doch nach beendetem Spiele wurden drei von der Anstrengung des Schweigens ohnmächtig. — Wie bei uns im Gebrauche ist, eine Prise Schnupf­taback darzubringen, so bietet der Spanier die angerauchte Zigarre dem Nachbar, der sie auch annimmt und erwiedert. I n größeren Gesellschaften wandert oft eine solche Zigarre von Mund zu Mund als glimmendes Friedenszcichen. Soll dadurch nicht auch eine glühende oder feurige Freundschaft entstehen? Griechenlands Handelsmarine nimmt einen so raschen Aufschwung, daß, wie verlautet, im laufenden Jahre die Schiffswerft« von Syra allein gegen 300 neue Handels­schiffe liefern wird. Ueber Krain's Kivchengemälde. Von Leopold Kor d esch. Es ist Thatsache, daß Kram, vorzugsweise Obertrain, sowohl an Anzahl als an Bauart und Ausschmückung der Gotteshäuser, gegen unsere Nachbarländer eine große Uebcrlegenheit behaupte!. Es finden sich Kirchen, die hinsichtlich ihres schönen Naustylcs und ihrer iunern Verzierung mit Kir­chen größerer Vtndie livolisiren tonnten, wenn nicht leider ei» Uebelssand hie und da den Lindruck, den ein derlei Gotteshaus bei dem aufmerksamen Beschauer hervorgebracht hat, auf eine betrübende Art wieder verwischen ivür^e. Dieser Uebclstond besteht darin, daß man fast durchgchends Ge­mälde findet (ich spreche hier von den neuer»), welche oft kaum , oft aber nicht ein Mal die Mittelmäßigkei t erreichen. Die vorherrschende Tri­sienz schlechter Bilder schreibt sich keineswegs von dem verderbten oder un­richtigen Geschmacke her, (ich habe mich selbst überzeugt, daß die Vorsteher jener Kirchen, die dergleichen Gemälde besitzen, meist mit den angeschafften Werken unzufrieden waren), sondern sie ist lediglich in der geringen Sorg« fall der Besteller in Auswahl der Künstler, dann in dem geringen Preise, so wie in der Bequemlichkeit des Umstandes zu suchen, daß man von eine», Individuum, bei del» man Bildhauer«, Vergolder«, Anstreicher« und Lati­rer-Arbeit gefertigct bekommen kann, zugleich bei dieser Gelegenheit auch das Gemälde selbst fertigen läßt. Diese Bilder sind dann entweder »ach sehr mittelmäßigen oder gar nach schlechten Kupferstichen gearbeitet, und tragen den Stempel der Vielheit an sich, indem sich jeder erinnern kann, dergleichen schon oft gesehen zu haben; den» ich muß offen gestchen, daß mir z. V. der heilige Valentin bei acht Mal ganz gleich schlecht gemalt vorgekommen ist, und zwar in Kirchen, die sonst bedeutend zu nennen sind. Ich kann nicht umhin, mich über diesen Gegenstand etwas in's De­tail einzulassen. Die Kirchengemäldc sollen sowohl von Seite des Künstlers, als von Seite des Bestellers, als zur Erweckung und Ermunterung der An« dacht durch würdig veranschaulichte Gegenstände dienend, betrachtet werden, zu welchem Vehufe besonders jeder Kopf eines Heilige» mit der äußersten Sorgfalt und demstrengsten Studium ausgeführt seyn soll. Ls kömmt lä­cherlich heraus, wenn man z. N. in Radmounsdorf am H ud o v ern i l'fchen Gemälde der Schlüsselübergabe an Petrus im großen Altare lauter junge, fast unbärtige Apostel um Christus hcrum sieht; ferner wenn wo anders Lucifcr de,» heiligen Michael im Charakter gleicht, wenn bei der Himmel­fahrt Maria alle Apostel, wie nach einem Modell gemacht, aussehen, und der seligsten Jungfrau auf ein Haar gleichen; wenn z.B. vor den, h.iligcn Valentin ein alter Mann in Convulssoncn liegt, der drei Mal so klein ist, als der Heilige selbst, und endlich, wenn die Figuren in eine,» Gemälde ganz unrichtig tostumirt sind u. s. w. u. s. w. Der Historienmaler hat ein sehr weites Feld und muß unabläßig sowohl Antike als Natur ebensogut, als die berühmten, alte» Meister studieren, wenn er es nur auf einen ge­ringen Grad der Vollkommen!,,it bringen will; ferner muß er Geschichte, Anatomie, Perspective und Charaktere genau und richtig kennen und Vor« zugsweise ein braver Zeichner seyn. Obgedachte alle s machen de Ncttur­künstlcr aber kenne» kaum ein anderes Land, als Oberkroin, und studieren nicht viel. Wenn das Gemälde nur recht grell blau, roth und gelb ent­hält, so ist es schön und gut genug. So findet man z. N. , daß in Groß­ kahlenberg die 14 Nothhelfer fast alle blau und roth kosrumirt sind, und gleich darnebe» prangt ein St. Florian im bleiernen Harnisch, ein heiliger Nikolaus, dereinen Mecrsturm bei stiller Wa sse r fläche besänftigetu. s, w. Anachronismen darf man hier gar nicht rechnen, und es ist wirklich zu wundern, daß von diesen Leuten das geliefert wird, was man sieht. (Beschluß folgt.) <3 h a r a d e. Zweisilbig. Wem der Liebe Zaubcrton erklungen, Wer der Freundschaft Hochgenuß errungen, De»! wird bei der ersten Silbe Klang Bald vor wehmuthsvoller Sehnsucht bang. Nun ! er mag sich neue Freundschaft gründen. Kann auch wohl ein and'res Liebchen finden! Wie in, See die zweit e Silbe schwankt, Eben so des Menschen Seele wankt. Nichts könnt ihr, was ewig daure, bauen! Mög't durch's Ganze selbst den Himmel schauen, Dort auch kau» ja ewig nichts besteh n , Welten selbst im Strom der Zeit vergeh'». U-r. Laibach. Druck «nd Verla«, von Joseph Vlasnik.