»«»»er 49. Pett, u, Um 8. ftctmktz 1901. XU. Aatzrs»s. Erscheint jedenHannrag. •Srci« für Pettau mit gustelluna iitf Haut: Monatlich 80 h, vierteliShrig K 8.40, haldjShrtg K 4.80, ga»,jöheig K 9 —, mit Poftversendung im Inland«: Monatlich 85 h, mfrtfljfiijrtfl K S SO, halbjährig K 6.—, ganzjährig K 9.6(1. — Einzelne dummem 80 h. Handschriften werden nicht zunickgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beitrage find erwänlcht und wollen längsten« W Freitag jeder voche eingesandt »erden. LL 11 ______■ J nüi ii i___■ i__________ Staat und Erziehung. La» UnterrichtSwesen in Deutschland hat längst die Aufmerksamkeit und auch den Neid brl AnSlande« erweckt. In der Schweiz' ist die-je« Wesen jvm mindesten ebenso hoch. wenn mcht höhtternchte« »och imtNer vor Deutschland tÜhMkichst an«. Frankreich zeigt sich in der dritten Repnbütk in wahrhast splendider Weise re^müthig hber die napoleonische Schul-wirlschast'nnd überbietet sogclr die anerkenne»«-werten Bestrebungen der Juli-Regiernng^ >der FeOik^ich wit Äutschlaiid find MstitSrstaate». üftd so lauge det heutige „bewaffnete Friede' anhält. bleiben fie nothgedrungen weit von dem gewünschten und so wünschen »werten Ziele, einer wiellich allgeweinro Lolk»bild«ng zurück. Da» halbe Mskitürlmdgek wfli* erforderlich, um diesem Ziele mit Erfolg entgegen zu schreiten, wehr-stand drückt Lehrstand undLehr er. Da« ist ein«. E« kommt oder noch ein ändert« dazu. Der sogenannte „Schnlzwang.' eigentlich da» vom Staate durchgesetzte Recht jede« jungen Staot«lbürger« auf ein gewisse« Quantum von Fertigkeiten und Bildung, wird kein vtrnütistigeik Mensch rückläufig machen wollen Da» Elternrecht der Verfügung über die Kinder wird hier von dem Rechte der Kinder, deren Odervonnnnd der Staat ist, überwältigt. Wer aber kann leugnen, bas« diese Elternpsticht in sehr zahlreichen Füllen auf harte Proben gestellt wtrd? Die Kinder sind in dürstigen Ber-hültnifsen fehr früh ArbeilShrlfer der Eltern, bei der Behütung der jüngeren Geschwister, bei der Viehzucht. zur Ernte, leider mich in Hand-werk und Fabrik und sogar beim Bergbau. (S< handelt sich um die notdürftigste Erhaltung de« kleinen Verbände»; der AuSsall so vieler Unterrichtüstunden auf dem Lande, mit oft mei-lenweite« Hin- uud Hetgang verbunden, trägt sich im Hou»halt«bi'dget al» empsiudliche« Deficit ein. Wenn die österreichischen Elericalen diese ökonomischen Gründe für die Kürzung der Schul-zeit in« Feld führten, ist da« allerding« einsache Bauernsättgerei, da der wahre Grund jener frommen Herren ein ganz anderer ist und sie trotz aller Bemitleidung der armen Bolksklosse» noch nie auf den geringsten geistlichen oder weltlichen Tribut jener Waffen verzichtet haben. Die Sache an sicb hat jedoch ihre Richlmkeit; selbst der elementarsten Ausbildung alle? Kinder, wie viel-«ehr einer höheren. spätere Ledrn»al»,r in An-spruch nehmenden, stellt sich de« Leben« bittere Roth feindlich entgegen. Die Frage ist also nicht mehr: kann der Stoat hunder» Millionen mehr aus den Unterricht verwenden? sondern vielmehr: >t»ie ist e« deN Armen möglich zu machen, an solchen Segnungen teilzunehmen. wie wird die Armuth schulfähig? Wir wohnten einmal der Gemeinderath»fi-tznng einer brdeutenden Stadt, Higen wir in E»« ropa bei, in welcher die Frage erörtert wurde, wie dem zerlumpten und in schlfchter Iohre«zeit gesundheitswidrigen Au»sehen eiiier großen An. jahl von Schiikiadern abzuhelfen sei nnd ob nicht die Eommune sich zur AuSwerfnng einer bestimmten jährlichen Summe zur Beschaffung einer zweckmäßigen vekleidung jener Kinder gn verstehen habe. Mitten in di* Debatte hinein, nicht an« Ironie, sondern au» tiefstem Herzen«-drauge. warf ein Gemeinderath die Bemerkung.' „Da» Bekleiden der Kinder genügt nicht, wir müssen sie auch beköstigen. Entweder bringen sie für die mittägige Freistunde nicht» ** essen mit. oder sie machen den oft iveit«, Veg noch Hanse umsonst; denn auch dort fifden fie nicht« zu essen.' Da« war bie schärfste FonnulientNg de« kchulprvblem». die un« je zu Dhren grstnnmen. Die ganze sociale Frage knüpfte sich direkt an die Frage de« Volk»schulvnterrschte« an und zeigte in überzeugender Weise, wie coMpler alle diese Fwgen sind. Seht man de? einen auf den «rund, so« stößt man *uf die andere? verfolgt man diese, w stellt sich eine dritte in den Ven. die zweite wie die ftftr mit eiserne« BWfrn «Mammenib. Was nun gär bie „Erziehung* betrifft, fy reicht erwiesenernwßen der Arm de« Staate« nicht weit. Utid doch ist die „Erziehung' da« nicht j>n ent-kehrende Complemen« de« „Unterricht«.' Bei de? eigentlichen Erziehung de? Bildung de« Charac-ter«. An der Zchöpsuna de« sittlichen Menschen wirkt der Staat nur theoretisch, doctrinmäßig, in leinen sämmtlichen unteren, mittleren und höheren Schulen mit. Ein einzige« Stück von Erziehung bleibt ihm sür die Moste de« Volke» in den militä« rischen Dienstjahren Überlassen. Hier hobest er den ungeschlachtsten Jüngling etwa« glatte?, qe-wbhnl ihn „militärfromm" Da« ist alle«. Schleiermacher sagt, die Erziehung habe mm Zweck, da« nachfolgende Gefchlecht besser zu machen al« da» gegenwärtige. Ein großer ge« wältige? Satz, der allein plumpem Materialismus dltect vor den Kops schlägt und die menschliche Freiheit, nicht zu verwechseln mit der politischen, wie ein Keil in den psychischen MechaniSmn« hineintreibt, aber zugleich sin wenig beachteter, kaum gehörter, jedensall« schnell vergessener Satz! Die verschiedenen Kirchen hoben sichtlich in neu-erer Zeit blutwenig zu seiner Verwirklichung ge-than und die Ethik, die al« da« bleibend« Rest-dium aller Religionen angerufen wird, die Lehre vom Berhältm« de« Menschen zum Menschen ans Grund der Wesen«einheit de« Geschlechte«, die Ethik wird erstickt von dem Gestrüpp und Un> krau« unserer Leben?verhältnifse. Woher käme e« sonst, das« vereinzelte ethische Thaten eine so all-gemeine Bewunderung. einen so tief empfundenen Beifall hervorrufen? Das« sie diese« zu thun vermögen, zeugt von der Empsänglichkest de« menschlichen Gemüthe« für die Donnnentiernng feine« eigensten Wesen«; das» sie e« aber in solchem Maße thun, beweist, wie selten da» Selbstverständlich, wird. E« ist eine Schmach, aber eS wird nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt sein, wenn man behauptet, dos« da» durchschlagendste Gebot de« moralischen Kotechi»««» heutzutage lautet: „Las« dich nicht verblüffen und besonder»^nicht erwischen!' Da« die abscheuliche Gründerperiode sehr viel zu dieser Herabau »derung de« Sharacter« beigetragen, würden wir bereitwillig zugebe», wenn wir nicht der Ansicht wären, das« die Gründerperiode selbst ei» Produkt der herrsche»-den Sumpfluft gewesen ist, gleichsam die Eiter« beule an einem ohnehin schon trunken Körper. Auch die sogenannte „Realpolitik', der vppor-tuni«mu» der Zweckmäßigkeit, die doch lediglich Berstande«sache ist. hat eine Reihe von her-vorragenden Beispielen geliefert, wie da« Mittel durch den Zweck geheiligt wird, wie lediglich der Erfolg über Recht nnd Unrecht entscheidet. Man kann sagen, das« diese Theorie der Zweckmäßig» seit unsern Parlamentari»>nu« im innerste» Kern vergifte» hat. - Auch der Krieg, so nothwendig, so vntertandrettend nnd stärkend er sein mag. so gewaltig stählend er auf Mann und Bvlk wirkt, hat immerhin an und für« sich etwa» Berrohendc«, folglich Entsittlichend!«; was er an Manne«tugend einbringt, da« nimmt er von den zarteren, edleren Regungen der Menschen-brüst - weg. Ja noch mehr, um deu ernsten Waffengang spielt immer noch ein gewiffe« leich-tere» Flnidum. gemeiniglich Diplomat» genannt, welche« vielfach gar nicht in Einklang zu drin» gen ist mit der sogenannte» Piivatmoral. Wir wollen hier nicht untersuche», ob Staat«- oder Privatmoral in alle» Wege» sich decken tönne»; die Ansichten der bedeutendsten Denker gehen in diesem Punkte auseinander. Aber sicher ist doch, das« wiederholte Beispiele der arpanen Staats-moral. wie sie in kriegeriichen Zeiten vcrge-kommen, nicht besonder» wohlthätig auf die Pri-vatmoral einwirken könne». Den, Gegner ein Bein stelle», ihn zur rechten Zeit überlisten, zu Falle bringen nnd büße» laste»; das ist doch kein gute» Recept für den Verkehr zwischen Bür-ger und Bürger, zwischen Mensch und Mrnsch. Kann nun der Staat in solchen Zeilläufen nicht viel für die Ethik thun, so vermag er vielleicht umwmehr in Bezug auf die Bast« der ättpk, auf die Vorbedingungen der sittlichen Führung zu leisten. Die Vor- und Grundbeoingung aller Sittlichkeit ist die Existenz selbst, speciell die menschenwürdige Existenz. In Sachen her MttcheudSrgerschule uud de« Mädcheuheimea. ES dnrchschwirren allerlei Gerüchte die Stadt, die der Schaffung einer hochbedeutenden Anstalt unberechenbaren Schaden bringen könnttn, daher einige Aufklärungen am Platze sein dürsten. Al» eine Versammlung einberufen wurde, um die öffentliche Meinung bezüglich der Errichtung einer Mädchenbürgerschule in Verbindung mit einem Mädchenheimr zu vernehmen, da war alle» nach den Ausführungen der beiden Redner, der Herren Bürgtrmeister I. O r » i g und Stadt->rbuliiiit>rctor F. Frisch vollkommen im Kloren. da»» ersten« ein« Mädchenbürgerschule für Petlau ei» Geb»,» der Nothwendigkeit sei und das« zweiten«, da diese wegen der Schülerinnenzahl leicht gefährdet werden könnte, ein Mädchenheim für auswärtige Schülerinnen errichtet werden müsse, da« der Schule ein Mehr von Schülerinnen zuführen sollte. Man war auch mit der finanzielle» Beschaffung zufrieden, sah ei», das« eine Mädcheuvolk«» und Bürgerschule gebaut werden müsse, um damit endlich einen Be>chlus« txt früheren Stadtschulratbe« durchzuführen und be» griff, das» eine Geldbeschaffung hiezu auch leichter gelingen würde, wenn ein deutsche» Mädchenheim geschaffen würde, da man ja eine großartig an-gelegte Sammlung einleiten könnte, eine Sammlung für »in Unternehmen, da« Oesterreich al« Original dastünde und welche gewis« ein Erträgni« von 20 —40000 Kronen ergeben wird. Der Borsitzend«, Herr Dr. Ritter von ti ch \ t n o u war auch so vorsichtig, nach der bstimmung die Gegenprobe machen zu lassen und merkwürdig: Niemand, sage niemand erhob sich gegen den Beichluf«, der somit al« einhellig gefaßt angenommen werden muß. trotzdem noto-rilche Gegner anwrsend waren. Run sollte man meinen, die Stadt werde voll Begeisterung der neue» Schöpfung entgegen-fehen, aber merkwürdig, allerlei Geaner tauchen nun auf, Prophetenstimmen erheben sich jetzt, wo die Sache schon beschlossen ist, jetzt, wo an den Bau zu schreiten »st, jetzt, wo die deutschen Frauen aller Länder, soweit die deutsche Zunge reicht, eingeladen werden, um Geldmittel deizu-tragen. So hört man vielfach, man lasse eine An-stalt. die so viel leistete, den Musikverein, ohne Subvention; die Musik und die Musikschule gehe zugrunde, während man für eine neue, zweifelhafte Anstalt taufende von Kronen opfern wolle. Also aus, ihr Musikfreunde, die ihr für da» Mädchen» heim keine Opfer bringen wollt, sendet Euer Scherflein der dafür dankbalkn Musikdnection. Nun, den Wortführern diese« großen Worte« kann gelaffen entgegnet werbey, das« die jetzige Direktion sehr viel arbeitet, um die Schule und die übernommene Musik auf der früheren Höhe zu erhalten. Wenn jetzt die Schwierigkeit eintrat, das« ei» Direktor Hänsgen wegen seiner künstlerischen weiteren Au«bildung sortzog, so wäre dieie« Mis«-geschick auch der früheren Direktion nicht erspart ^blieben; übrigen« ist in der Person de« Herrn Direktor« B a ch m a n n eine tüchtige Kraft ge» Wonnen worden und das» man den Kapellmeister und Biolinsolisten Herrn Ludwig S ch a ch e n-h o f e r ziehen lassen mußte, war auch sehr be-dauerlich, da man sich wohl im Klaren war, das« ein Ersatz für diesen tüchtigen Violinmeister und strebsame» Kapellmeister lc nicht leicht zu finden sein würde. Weiter« kann nicht unerwähnt bleiben, das« die Musik früher durch fremde Kräfte verstärkt N/urde, wenn ein Concert zu geben war. Da« kostete aber viel Geld und der Berein wurde passiv. Da« Beispiel Ktagenfurt sei angeführt, wie weit e« mit dem Bereine gokommc» wäre, wuin man nicht rechtzeitig.Kehrt euch" geblasen hätte. Übrigen« klammert sich niemand an eine Stelle in der Direktion de« Musikvereine«. in Gegentheil bringt jedermann gew>s« viele Opfer, »m einer Bereintleitung anzugehören, dir nur zu leicht kritisiert uud öffentlich bto«gestellt werden kann. Aucki hier wäre e« bester gewesen, die Hauplver-saminlung zu besuchen und frei und offen feine Willensäußerung kund zu gebe»! aber da kamen 6 Herren zur Versammlung, nachdem sie dreimal einberufen werden mußte S« wäre also nur im Interesse de» Musikvereine«, wenn die neue Anstalt schon bestände. Da hätte der Musikverein doch viele Schülerinnen mehr und seine Geldmittel würden gestatten, sehlende Musikkräste zu beschaffe». Weiter» wird behanpte», die Verbindung einer öffentlichen Schule mit einem Insti'ute sei ei» notuens, da die vornehmen Anstalt«-schülerinne» mit den öffentlichen, oft in sittlicher oder physischer Hinsicht gefährlichen Schülerinnen in der Schule zusammenkämen. Entietzlich, da mus« man dem deutschen Kaiser sofort rathen, seine» Prinzen au« der öffentliche» Schule herau«-zunehmen: aber er würde ih» doch dort lalle». Diesem ängstlichen Sitten- und Gesn»dheit«wächter sei gesagt, das« b>« nun an der itädt. Mädchen-schule »oH kein Fall vorkam, der zu einer so ungeheuerlnhen Verdächtigung >»las«gäbe, das« die Leitung, wie die Lehrerinne» gewis» im Stande^m, werden, da« sittlich, Verhalten der Mädcheu zu beaufsichtigen und unfrr Überall« gewissenhafter Stadtarzt wird mit gewohnter Energie auch ein-zugreisen wissen, wenn lHgienische Schritte zu unternehmen sind. Aber nur hinterher Schlag-Worte »u bringen, zeigt von sonderbarer Schneidig-teil. Unsere und die fremden Mädchen sollen ja für diese Welt erzogen werden, darum wird ja gegen die Klosterschule» diese« Institut geschaffen, da wüsten sie also auch mit anderen Menschenkindern zusammen kommen, wozu e« ganz gut ist. wenn sie in der Schule mit den Mädchen uüjerer Stadt beisammen sind und seien selbst arme da-runter. Der ägyptisch« und indische Kastengeist bestand vor Jahrtausenden. soll er zu Ende de« zweite» Jahrtausende« in Pettau wieder ausleben^? Da« wäre ein, m»rkwürd«ge Seelenwanderung. Eine Nichtspenderin bemerkte, die Sammlung für da« Rothe Kreuz habe fo wenig ergeben und für da« Mädchenheim soll ich beisteuern? Die Gute verwechselt eben den Rock mit dem Hemde. Wir leben im tiessten Friede», keine Kriegsgefahr ist zu befürchten. Sind einmal Krie^tjeite» da. so werden alle ihr Scherflein auf de» Altar de« Vaterlandes legen, aber jetzt sorgen wir zunächst für da» Nothwendige, für unsere Mädcheu. Ein anderer wieder bemerkte, die Bürg/er-schule sei überhaupt ein unnütz Ding, denn er kenne absolvierte Bürgerschüler,nne». die sich von andere» Mädchen weder im Gissen, noch im Können unterscheiden. Ganz richtig, r« gibt ja auch hie uud da Hochschüler. die weniger gesunden Menschenverstand besitzen, al« mancher Nichtaka-demiker. soll man de«halb keine Hochschulen er-richten? Oder gar die bestehenden schließe»? Bei einzelnen greift' eben die Schulbilduug schwer durch, da« ist eben Sache der Person und nicht der Schule; schon die Alte» sagen: .Nicht au« jedem Holze läßt sich ein Merkur schnitze»" und die habe» ja meisten« Recht. Mau lasse sich eben durch Schlagworte nicht irre machen, man überlege, ob da» Gehörte richtig ist und handle uud red« »ach bestem Wiffen und Sewisse» uud zivar dort, wo e« am Platze ist. Pdtau soll doch auch einmal ausblühen, daher mus« e« für höhere Bildu»g«anstalten umso mehr sorgen, al« man in Marburg mit allen Mitteln dahin wirkt, eine Lande«lehrerinnenbil-dung»anstalt zu errichte», um dem für un« nicht erfreulichen Einst,iße der Klosteranstalten zu be-gegnen. Männern der Gemeindevertretung die. wie Arnold Winkelried die scharfen Svieße ihrer Feiude in die eigene Brnst eindringen laffen, um der Freiheit, der Bildung, etne Gasse zu bahnen, solche Männer mus« man nach Kräften unterstützen, nicht bekämpfen und der Spruch: nemo prophet* in patria sollte für sie nicht gelten. St. Localnachrichten. ltrneinnng.) Herr Dr. Ernst Treitl wurde zum Ordinarii»« de» allgemeine» Kranke»-hause« vorn Lande»au»schusse ernannt. Man mus« Gott für alle« Gute danken und Herr Dr. Treitl wird hoffentlich ob der riesigen LandeSde» züge nicht etiva übermüthig werden. (Eröffnung der SM»hn-Werkßi»tte.) vom herrlichsten Winterwetter begünstig!, fand Sam«-tag den 7. d. M. i» unserer Stadt die Feier statt, welche die Gemeiudevertretung au« Anlas« der Eröffnung der Südbahnwerkstätte zu Ehren de« Herrn Geueral Direktor«, Hofrathe« Dr. Alexander E g e r, deffen Entgegenkommen die Stadt Pettau die neueste Errungenschaft verdankt, veranstaltet hat. Generaldirector Dr. Eger hat der Einladung, dieser Feier beizuwohnen, mtt Vergnügen Folge geleistet uud ist in Begleitung nachbenannter Herren um halb 10 Uhr Bor-mittag hier eiugrtrofien. Mit ihm kamen s«„ PrasidiiU Sekretär Jtztp^tor Wilhelm, M->. schinen-Direclor-Stellverireter H a n t f ch k e, Ber. kehr«-Dirertor E a \p t r, Betrieb« - Direktor Killer. Inspektor W > d m a n n. Werkstätten, chef vo» W a r t o n, Oberinspektor Kalu». Ek>«f'd,r Werkstätten in Marburg, wahrend mit' dem Nachmittag« Eilzuge der WerkstättenEhks au» Stuhlweißenburg, Ober-Jnspector Rauscher, eintraf. Außerdem waren auch erschienen: Ber-kehr«-Eontrolor Z a t l o u k a l und Oberingenieur Fia la. Am Bahnhose hatte» sich zum Empfange eingesundeii: Bürgermeister O r n i g mit dem Qk-meinderathe und StodtamUvorstande. die Beamten der Station, der Ingenieur-Section. Inspektor von Schmuck ic. und der Werkstätte. Ingenieur Neu-ge bauet lc. Ferner waren erschienen: Herr k u. k. Statthaltereirath Gras A ttem«. Herr Bezirk», richter Dr. G l a «, Herr Probst u. Stadtpfarrer. Fleck, der Herr Station«^Ionimanda»t Major Remeth mit einigen Offizieren. Herr k. k. Ober-geoineter I e » k o, die Herren Schulfink und M a tz u a, al« Vertreter de» Handel«grem>um» und de« Bauvereine« und uoch viele andere Herren, deren namentliche Anführung mit Rücksicht aus die letzte Minute, in der die« zum Druck befördert wird, nicht mehr möglich ist. Nach einer kurzen Begrüßung de« Herrn Generaldirec-tor« und der übrig,» Gäste auf dem Perron durch den Herrn Bürgermeister betraten alle den reizend ausgeschmückte» Wartesaal Z. Elasse, wo vo» schönin Mädchenhände« ein kalter J,»> bi«dargeboten wurde. E« hatten sich dieser mühevollen Aufgabe in lieben«würdigster Weise die Fräulein» Schwester» Fersch, Schwestern v. Schmuck, Frln«. Gisela OsHgan uud Fritzi Rodoscheg unterzogen, welche in wirksamster Weise von Frau Luttenberge r und Gemeinderath Roßmann unterstützt wurden. Nachdem vom Bürgermeister Ornig da« erste Gla« dem Herrn Hosrathe Eger gebracht worden war. eniwickklte sich unter gegenseitigem vorstellen und Bekanntwerden bald ein gemüthlicher Verkehr uud nicht wenig wurde zur Hebung 0er Stimmung durch die Borträge der Marburger Werkstätteiikapelle, die unter ihrem tüchtigen Kapellmeister S ch ö » h e r r vor dem Wartesale Ausstellung genommen hatte, beigetrage». Um 11 Uhr fand die Besichtigung der ueue» Werkstättki, statt, auf deren schöne innere Ein» richtung wir ein andermal zurückkommen werden. Wie begnügen un« damit, festzustellen, das« sowohl Hofrath Eger al« auch all, übrige» Besucher sich angenehm überrascht fühlten. Um '/t12 Uhr verließen die G-ste die Werkstätten, um die Spanne Zeit vor dem Mittagessen zu einer kleinen Spazierfahrt. an welcher im ganzen gegen 30 Herren in 12 offenen Wagen theilnahme». zu benützeu. Die Fahrt gieug durch die zweite »Lahnallee zum Villenviertel, dann zurück an den LandeS-A»-stalte» vorbei durch die Brinner-Allee in den Bolttgarte»; dort wurde» die Wägen für kurze Zeit verlassen, um nach einem kleinen Rundgang von der Terrasse de« Schweizerhaus^ au« den Gästen den einzig schönen Blick auf die Stadt Pettau zu zeige». Darauf gieng« wieder herein, um da» Schloß Oberpettau herum zum Mittag-tische im Gasthofe Osterderger. Um 2 Uhr Nach-mittag begann sodann die Besichtigung der Stadt. Der weitere Bericht über den Verlauf der Er-öffnung»feier erscheint i» der nächsten Nummer de» Blatte«. (Unser? StitdahiwerkMt.) die durch so lange Zeit außer Betrieb gestanden, ist nun zur Freude der Bürgerschaft ein lebender Körper ge-worden und au« den vormal« so öden Räumen strahle» »un durch Hunderte von Fenstern rusch besorgte Wasser^a«stamme» ihr Licht in da« Düster de« Decemberabend«. Seit dem noch in Aller an-ge»ehmen Erinnerung stehenden Eiseiibahueruu«-fluge von Marburg nach Pettau im Jahre 1804 war in den Kreise» der Marburger Bahnbe-amten und der Arbeiterschaft eine erfreuliche Bor- liebe für Pettau zu beobachten. die sich auch in So spätern, großen BesuchSsahrten de» Gewerk-ostSpersonale» änhette. So hoffn, »nd «üiifcham wir denn, dos« die einstige fröhlich« «„»flug». st.mmnng der nun i» Pettau dauernd anwesenden Eisenbahner vorhalten und zu einem recht srennd» lichm Berhältniffe zur Bürgerschaft führen wird. Bon Seite ber Südbahngesellschaft ist biT Betrieh der hiesig«« Wertstätte, wie un» ein Fachmann av»ei»andersetzte, ein große» Zugeständnis und Entgegenkommen fslr Pettau und seine thatkräs-tige Gemeindevertretung. denn da« Zwischenglied Pettau zwischen d«n großen Werkstätten Marburg und Stuhlweißeuburg wird ansangt manche Störung der gewohnten Reparaturenvertheilnng mit sich dring«». Mit der Einwanderung einer für „l'sere Verhältnisse großen Zahl von Familie» der Bahnbediensteten ist unsrre Wohnungtnvth wieder besonder« deutlich uud l«bhast geworden, so das« sür die nächste Zeit »ine rege Baulda»^ tnt zu erwarten ,st und ebenso zu hoffen, das» die att« Römerstadt sich in Bälde mit einem Kürtet schmucker Neubauten umgeben wird. So ist eS denn die Dankbarkeit und Freude über ein« wirtschaftliche Errungenschaft, wie die Hoffnung, das» mit der in» Leben gerufenen Südbahnwerk-statte ei» Anstos» zur iveitereu Entwicklung unserer trauten Stadt gegeben wird, durchau» ein Anlas«. if„ Tag d«r Eröffnung diese» lang gewünschter, Betriebe» al» Femag zu feiern und die Ritter d<« rollenden Rade» mit jenen Ehr«n zu em-psangen. die Männern der Thal gebührt. (Ipenteu fstr ki Dutsdjc Miiöchrutzrim.) Für da« Deutsche MSdchenheim in Pettau haben weiter» gespendet die P. T. Dame»: Matzun 40 K. J)a von Mezler 10 K, Ella Sellin-schegg 10 K, C o g e l 4 K. Anna HöchS-mann 4 K. Anna G u b o 10 K, Anna Kaiser 4 K, «raalia Pirich 20 K, Pirich jun. 5 K, Maria Straschill 90 K. Ina Straschill 20 K, Marie Höaen-wart 30 K und Maria Ste udte 10 K, zusammen 197 K. Hiezu Spenden de» 1. An»-weise» mit K 822.52. Gkfommtsumm« K 1019 52. (irtB Cli dtisk), unsere Landsmännin, wird in der nächsten Woche auf der hiesigen Bühne gastieren. Zweisrllv» wird diese Nachricht unser Theaterpublikum mit großer Freud« erfüllen, da Frau EUi Stärk von ihrem letzten Auf» treten her in bester Erinnerung steht. Sie wird sich die»mal in zwei Glanzrollen präsentieren und zwar al» .Elaire" im .Hüttenbesitzer" und .Magda" in Sudermann» „Heimat", in welch letzterer Rolle sie vor einigen Tagen im Grazer Landestheater «inen großen Erfolg enungen hat. Ta» Theater dürfte wohl an beiden Abenden ausverkauft sein, zumal unsere lieben»würdige Gaftin zwei sehr interessante Stücke gewählt hat. welch« schon seit Jahr«n hier nicht gegebeu wurden und welche immer gerne gesehen werden. Der Kart«nvorverkaus sür beide Vorstellungen findet bereit» Mo»tag den 9. December statt und wird da» Publikum ausmerktam gemacht, sich rechtzeitig mit Karten zu versehen. Heute Sonntag den 8. December findet Nachmittag eine Kindervor-stellnng mit Gewinnstlotterie statt, wobei da» be-kannte Märchen .Rothläppcherr' zur Aufführung gelangt, während abend» da« romantische Lust-ipiel .Renaissance" wiederholt wird. Ein beträcht-licher Theil de» Publikum», konnte zu der Fest-Vorstellung keine E>ntritt»karten mehr bekommen, we»halb sich die Direction entschlossen hat. diese» ausgezeichnete Lustspiel tjeule zu wiederholen. Die Reprise dürst« auch sehr gut besucht werden, noch-dem schon beinah« die Hälfte der Sitze auch für diese». Abend vergebe» ist. — Dien»tag den 10. und Donnerstag den 1!». December finden die Gastvorstellungen der Frau Mi Stärk statt, aus welche wir an anderer Stelle hinweisen. — Samstaq den 14. December wird der samose Schwank .Der ungläubige Thomas" ausgeführt, während Sonntag den 15 December al» Gedeutfeier zu Restroh'» hundertstem Geburtslage, welcher an allen großen und kleinen österreichischen Bühne» geseiert wird, deffe» luftigste Posse .Einen Jux will er sich machen" gegeben wird und ist die» die erste Poffenvorftellung in dieser Saison, daher wir glauben, das» dieselbe namentlich in An« betracht de» besondere» Anlasse» gut besucht sein wird. (Gt»er»l»etsa«ml>»g de, Jttnotrgtstig-Vereiuc».) «m 6. d. M fand untre Leitung de» Obmanns,ellvertreter» Herrn Hau» P e r k o die Generalversammlnug statt. Nachdem die Herren P e r k v, Matzl und Mühlbauer eine Wieder,vahl ablehnten, wurden solgeude Herren in den vereiu»au«schu gewählt: Obmann Franz Kaiser, Obmann-Stellvertreter Dr. Schö-b i n g e r. 1. Edormeister Musikdirietor Bachmann. 2. Ehormkister Dr. A. T o r g g l e r. Schriftführer Lehrer Ha»» W o l s, kassier Karl Kasper jun., Archivar A. D e > s i n g e r, Ökonom Herr L. Slaw > tsch. Außerdem wurden mit Zuruf die Hern» Postverivatter Krischan und Han» Perko ^u SangeSbei-rathen bestunntt. Der Vorsitzende ertheilte weiter» AnSküufte über da» bevorstehende große VI. Sänger-bu»de«fest. woraus selbstverständlich die v«ll»än-dige Betheiligung de» Bereine« beschlossen wurde. Außerdem wurde dem nrue» Sangmeister eine herzliche Begrüßung zutheil. So möge denn dem Liebling unter unseren Vereinen ein gesegnete« Wirken beschicke» sein, handelt e» sich doch »m die Blüte deutsche» Gemüthe»' Da» deutsche Lied. (Cvangelifcher «ottrsiieaft nnd VrbcrtritU-Jeter.» Heute hält der endgiltig bestätigte Bicar Herr M a h n e r t im Saale der Musikoeren,«-schule um 11 Uhr vormittag» den öffentlichen evangelischen Gottesdienst mit feierlicher Aufnahme von drei Personen i» den verband der protestan-tische» Gemeinde. (Jur lhralertunlikfragt.» Wir erhielten folgende Zuschrift: .Löbliche Redaction!" Dem Piiblikum. ihnen und meine» Musikern ist da»: .Da fahr' ma hatt nach NnsSdors 'nan»", bekannt, mir ist e« ein Gräuel, es spielen zu müssen. — Die Eapelle würd« jetzt volle 14 Tage zu auder«» Zweck-n verwendet; ich konnt« keine Proben halten »nd musste somit die Theatermusik leiden. Im verein« Archiv sind keine neuen Stücke und die ich besitze, sind für größere» Orchester. Früher standen de» Eapell-meistern Mittel und mehr Musiker zur Bersü guag, selbst vorige» Jahr war »och ei» guter Secundgeiger, Biolaspieler und Bassist hier, jetzt aber heißt e» sich .freiten ", so gut e« eben geht und sind wahrlich eben von 9 Mau» keine Sym-phouie>Eoncerte zu verlangen und ein (Sa-pellmeister hier nicht zu beneiden. Die» diene al» Antwort aus Ihre in letzter Nummer an mich gerichtete Frage betreff» der Theatermusik und bitte, dieselbe in Ihrem geschätzten Blatte zu veröffentlichen. Hochachtend Schuhbauer. Eapellmeifter. (Her dcnlsche Verein in Marburg» hat am letzte» Dienstag die beim verlrauensmänirertage i» Marburg aufgestellte Forderung »ach Errich-tung einer Lehrerittneii-BildungSanstalt in Mar-bürg einer eingehenden Erwägung unterzogen und hat beschlossen, eine umfassend« Denkschrift de» Abgeordneten und de» betheiligten Körperschaften zn übermitteln. Die Angelegenheit der Errichtung einer LehrerinnenbildniigSanstalt wird dar«» i» ihrer iveittragenden Bedeutung iuS rechte Licht gesetzt. Videant oonsules! mung, das» nachAnnahme diese« Entwürfe» die Weiu. Händler und Gasttvirte verhalte» sein werden, sich über die Herkunst ihrer Weine auSzuwnsen. (ti»e Staut,nuterftittznug für nnscrrii Mufikmein) hat der Minister für Enltus und Unterricht für da« nächste Jahr im Betrage von 200 Kronen in Aussicht gestellt. (Cilt nützliche Einrichtn«^ trafen wir kürzlich in einer fürt tierischen Stadt, nämlich Vermittlungsstellen für Käufer und Verkäufer von Erzeugnisse» der Landwirtschaft, alS Vieh aller Art. Getreide. Futter. Molkercierzeugniffe. Wolle Ur s. w. In verschiedenen Locale» hängen in ganz börsenmäßiger Weise große Tasel» mit Angaben über Angebot und Rachsrage. Die VermittlungS-gebühr sür daS Jahr ist uur eine Krone. Ein Einblick in die Bücher dieser Vermittlungsstelle gewährte trotz de» kurzen Bestände» derselbe» die Überzeugung von der vielseitigen Inanspruchnahme nnd einem überraschend großen Umsätze, vielleicht hält unsere landwirtschaftliche Filiale dir Durch-führuno dieser Einrichtung sür erwägenswert. (3m Msnienscheiu dein, diiaraschrin.) In der Rocht vom Montag zum Dienstag bemerkte der Wachmann F. M a r i n z. das» ein Manu, der innerhalb de» Küchengarten» zum Matzun'iche» Hause stand. Vorbereitungen traf, um dem Geschäftsraume de» Getreidehäudler» Sonnenschein einen nächtlichen Besuch ab-z»statte». Nach wenige» Minuteu hatte der Wachmann den Gartenschlüssel vom Gastwirte Herr» W r a t s ch k o erhalten und sand de» heimliche» Gast zwischen Holzstößen versteckt. Herr Marinz freut« sich, in dem Eindringling de» Franz S a i s ch e g g wieder zu sehen, der erst vor einer Woche de» Eursalon de» KreiSgerichte» in Marburg verlassen hatte und ließ eS a» Auf» mertsamleiten für den lieben Gast nicht fehlen. (Ciue seltsame praris.» Ein hiesiger Kauf-mann zeigte unS ein echte» Zweiguldenstück, dem berechtigter Weife aus dem Steueramte die An-nähme versagt worden war, überdies hatte ma» der Münze eine» erhebliche» Bruchtheil au»ge-zwickt, Man sollte denken, das» die au« dem Cnr» gezogene Münze immerhin noch da» recht» müßige Eigenthui, des Inhaber» ist. welche» einen materiellen nnd Liebhaber wert hat. (Warum» sind bei uns keine Tasel« ange-bracht, rveiche da» Schnellsahren zumal in enge» Gassen verbieten? Erst diese Woche raSte ein Wagen durch di« enge Friedhosgaffe, dass die Funken stoben. (Dir » 56 Kreuzer. — Geflügelmarkt: Eingebracht wurden ca. 600 Stück (Fcucrbcrrilschast.» Bon, 9. Dezember bi» 16. Dezember, 2. Rotte de» 2. Zuge», Zug»fül,» rer Bell an. Rottfühier^ F. S t r o ß. Feueranmeldungeu find in der SicheeheitSivachstube zu erstatten. ^ (Eine praktische Weihnacht^ugade). die jeder HauSsrau sicher viel Freude bereiten wird. ist da« beliebte Kochbuch von Katharina P r a t o .Dir E ü d d < ut s ch e Rüche'. Diese« in ber ganzen Monarchie bekannte, nahezu in einer Viertelmillion Exemplaren oerbreiletr «ochbuch ist vor Kurzem abermals in Reuauflage (der 3t.). und zwar nunmehr i» .modernem" Einbandeerschienen (zum gleichen Preise von K 0.— wie btther) und dürste in dein neuen Gewände zu den alten viele neue Freundinnen gewinnen. Weinbauoerhältuisse i« Sauntsch, in der AolZ» uud diverse Streiflichter. von L- 6nfi fWciniseSf.) In den Monate» Jänner und Februar diele« Jahre« zog wie überall, so auch bei un« enorme uud andauernd« Kälte ei«, wie wir eine ähnliche und in dem Winter 1890 zu ver-zeichne» hotten. Dieselbe schwankte zwischen —b» und — 15* R. Das« unser Rebbestand sozusagen nur mit einem blauen Auge davonkam, ist lediglich der guten Holzreife zuzuschreiben gewesen. Namentlich sind junge Retxn außercrdentlich befähigt, hohe Kältegrade ohne Schaden zu überstehen. Meine Veredlungen, »ach Richter'jcher Methode verschult, überivinterten an Ort und Stelle. Obwohl die Erdprisme» monatelang bis unter die Wurzeln gefroren waren, litt nicht ein einzige« Stück Bon meine» im Vorjahre i» größerer An« zahl, in seuchter Lage versuchsweise ganz seicht «»«gepflanzten Veredlungen erfror gar keine, ob-gleich die Edelftellen nicht zugehäuselt waren, da» Wurzelshstem »ah, an der Oberfläche und die Erde eine längere Periode hindurch schneelo« sestgefrorea war. Dieselben überholte» sogar ihre nachbarlichen, in gleichem, sanft abgedachtem bün-digem Boden stehenden, zwei Jahre älteren Reden, die infolge alter«her üblicher größerer Setz> tiefe ein kümmerliche« Dasein fristen, um ein bedeutende«. Die gleichen Erfahrungen und uuproblema-tischen Vortheile geringerer S>wiesen cvnstatiert auch technischer Leiter Herr K a t s ch t h a l e r in der .Ällgemunen Weinzeitung.' 1901, Nr. 42: .Schon seit mehreren Jahren habe ich die Wahrnchmung gemacht, das« kürzete. veredelte Reben einen besseren Stand ausweise», al« die R'ben mit der bither allgemein gebrauchlichen Länge von 4b Em. I» durchlässigen, warme», steile», der Ab-schwemmuiig anegci>hieu Böden haben derartige Reblängen volle Berechtigung; in flacherem »nd seuchtem Gelände wird man oder mit 2b bis 30 Em. langem Rcbmateriale immer besser fahren. Ebenso litten meine Grünveredluugen. welche ich absichtlich nicht vergrudte. um mich zu über-zeuge», welche Kältegrade derlei Gebilde zu er-tragen im Stande sind, »ich« im geringsten Die Besürchtung. das« im Spätherbste nicht ver> grubte, selbstverständlich auSgereiste Grüavered-lunge» de» Winterfrösten zu unterliegen Gesahr laufen, ist in unsere» klimatische» Verhältnisse» unbegründet Beim Rebschnittk, welchen wir erst ansang« März in Angriff nehmen konnte», erwie« sich da« Holz gesund, nur die Auge« waren hie und da todt, welche Erscheinung am häufigsten bei Rvthgipfler zu konstatieren war. Bon dieser Sorte tiieben einzelne Stöcke gar nicht au«, die übrigen meist lückenhaft; überhaupt zeigte diese Sorte den ganzen Sommer kein freudige« Wochaihum und bildete häufig a» und über den Edelstellen bi« in die Zapfen schwammige, krebfige Wülste. Obzwar dieser Gattung ansonst hinsichtlich Ertrag und Qualität nur Gute« nachzusagen ist, kann man sie au« angezogenen Gründen zur weiteren Vermehrung nicht empfehlen. Der Blütenaiisatz in unseren neuen Bestän-den (von ivelchen nur gesprochen werden soll, da unsere alte» durch die Reblaus bereit« gänzlich am Rullpunkie ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sind), obwohl nicht so reich al« im Vorjahre, war immerhin danach angethan. »»« einen gute» Herbst in Aussicht zu stelle», d. h. wenn wir von Spätfrost und Hagel verschont bleiben, die Blüte bei günstigem Wetter verlaufen sollte. Die E>«mSnner giengen an un« gnädigst vorüber, dagegen wurde ein Theil nnserer Ge-markung im Mai und Juli durch starke Hagel-wetter unangenehm überrascht und verursachte »amentlich im Mai an den zarten, jungen Trieben empfindlichen Schaden Gegen Ende Mai wich da« bi«her wech-feivolle Wetter einem konstanten von ganz hoc^ sommerlicher Wärme. Die zurückgebliebene Rebvegetation erholte sich so rapid, das« in den erste» Tagen de« Juni mit wenige« Ausnahmen fast sämmtliche Rebsorten in die Bifite traten. Doch die Freude de« W'iubauer« daeob war von kurzer Dauer. Die Schleusn de« Himmel« öffneten sich und in Ströme» flos« der Regen hernieder aus die Herr-lich duftende» Blüte», mit wenige» Unterbrechungen mehrere Woche» hindurch. Das« unter solch ungünstigen Witterung«-Verhältnissen noch Befruchtung zu Stande kam. ist wohl ein Wunder zu nennen, und der relativ hohen Wärme, die hiebei herrschte, »»zuschreiben. Am schlimmsten ku», MiiSeat-Gutedel hinweg, dieser röhrte zu drei Viertel ab; etwa« litt auch MuScat-DuinaScener. MoSler nnd Morillon blanc ('älschlich Burgunder weiß.) Richt unerhebliche Schäden an den Geschei-»en sind aber ans Eo»to de« Heuwnrin« zu schreiben. Dieser mästete sich durch volle drei Woche» a» de» Blüten »nd decimierte sie. Ich bemerke. das« dieser Schädling von Jahr zu Jahr starker auftritt »«d das« wir ernstlich an die Bekämpfung werden schreiten müssen, bevor diese« Übel überHand nimmt. Der .Heu- und Sanerwurm richtete im Rheingau nnd an der Mosel vergangene Jahre enorme Schäden an, von denen man sich bei un« gar keine Vorstellung machen kann. In ber königlich preußischen Domäne Stein-berg im beiläufigen Ausmaße von 45 österreichischen Joch erntete man im Vorjahre infolge von Hen- u»b Sauerwunnschaden nur 8 Stück, b. i. 90 Hcktol, also pro Joch etwa« über,2 Hektol. Einzelne (loch wurden gar nicht gelesen. Im heu-ngen Jahre würbe im ganzen Rheingau energisch an die Bekämpfung diese« Schädling» geschritten. I» der Domäne Steinberg gieng ma» in ber ersten Periode siebenmal, in der zweiten zwölsmal o» den Fang der Motten mittelst Klebfächern, ferner worden i» beiden Perioden eine Unzahl Fanglampe» zur Nachtzeit «»«gesetzt. In der ersten Periode fieng man mit Lampe« 10.000. mit Fächern 90000, in ber Sauer-wnrmperiode 271.000 Motte» mit Lampen unb Fächern, wovon ein Fünftel aus Lampenfang entfallen bürste, also im ganzen 377 000 Motten. Obwohl bie Sauerwurmschäde» durch biefe Maßeegel nicht ganz hintangehalte» werben konn-ten, so war der Erfolg immerhin ein besriebi. gender, denn man schätzte bei meinem Dortsein ansanq« September bie anziihoffeiide Ernte auf 90—70 Stück, b. j. da« Achtfache der vorjährigen. An der Mosel geht man diesem Schädling ebenfalls mit Klebfächern zn Leibe; e« ist die« zur Zeit dir einzige erfolgreiche Bekä -pfung». Methode. Unter Anführung von Sachverständi-gen wird zum Fange ausgezogen, vo» b—8 Uhr morge.,s und b—7 Uhr abend«. Schul-kinder erhalten 10. Frauen 20. Mänuer 30 Pfennig pro Stunde Entlohnung. Die vehementen Regengüsse im Juni hatten bei un« aber auch noch anderer Richtung Nach-theil im Gesolge, nämlich sie verursachten Abschwemmungen de« oberen lockeren Erdreiche« theilweise auch Rutschungen im Bereiche unserer Reuanlagen. An dieser (Kalamität laboriert unsere Kolos« mit ihren sehr steilen, wellenförmigen Ge-hängen seit unoenNiche» Zeiten, ohne das« jemals zweckentsprechende Schutzmaßrrgeln dagegen ergriffen worden wären, und auch in neuerer Zeit, mit Beginn der Rekonstruktion, wo die Frage des Schutze« gegen Abschwemmungen und Rutichunqtn actueller geworden ist, find von berufener S^ite in unserer BersuchSonlage zu Hrastowez gar keine mustergiltigeu Borbilder geschaffen worden.' Man scheint überhaupt von der Wichtigkeit solche weder überzeugt, noch vo»'einer culturtechnischn, richtigen Durchführung«»« ,m Klaren gewesen zu sr>». Schon mit dem Gesälle der Hon zontalgrä. bea, welche die Tagwässer abführe» sollen, hapert e« i» der Praxis bei unseren Terrainverhältnisien. wenn man sich a» die Theorie älteren und neueren Datum« hatten wollte, und denselben nur »/,—1% Neigung aeben mürbe. 1*/, ge-neigte Horizontalgräbe» sind bei unseren 80—40 gradigen Weinberg«neigungen einfach uiidenkbar. Die bei solch steile» Abdachungen niederstürzenden Wässer bei Gewittergüssen wollen schneller abgeführt sei», al« e« 1 ♦/♦»# geneigte Horizon-talgräben abzuführen imstande sind, weil, wenn die Abfuhr mit d,m Z»fl»s« nicht Schritt hält, ein Überströme» de« Waffer« und Furchenreißuiiq durch die ganze Weingart«lä»ge stattfinden mus«. Meine, seinerzeit im 3'/» Gesälle angelegte,, Ablaufgräben mußte ich au« erwühute» Gründen in ein 8'/,ige« Gesälle bringn,, welche sich »un bei mir und andervrt«, wo ich sie zur AuSfüh. rung brachte, bewähren. Aber auch außer unse-rem Bannkreise kam man in die Lage, 1'/,igc Ablausgräben zu verwerfen und denselben eine stärkere Neigung zu gebe». EinS zweite Frage vo« pnicipieller Bedeutung ist die: Sollen die Horizontalablaufgräben nach der Mulde oder nach dem Bergrücken ge-führt werden und dort in einen Berticolsaminel-graben einmündcu? Die alte Theorie, welche auch noch in jüngerer Zeit Vertreter findet, deutet n»ch der Mulde, als dem natürlichen Wafferzu-lause. Eine neue These, aufgeworfen und in der Praxis schon mehreremale angewendet durch den Herrn Josef Le«koschegg. bestimmt den Bergrücken mit der Begründung: Die Mulden haben durch den natürlichen ZuflusS ohnehin immer ein PluS von Flüchtigkeit, die Bergrücken dagegen ein Minu«; die Tagwäsierablaufgräbeu sind daher Nets an die Bergrücken zu dirigieren, »m dort daS Minu« vo» Feuchtigkeit durch da» im Laufe znm Theile durchsickernde Wasser zu verringern. Derlei Fragen sind so wichtig, das« man nicht ohneweiter« darüber hinweggehen kann, son-dern, die im Gegentheile wert find, geprüft zu werden, um da» Bessere von beiden der Praxis anempfehlen zu können. Eine weitere Frage steht z» beantworten Wie sollen wir un« gegen Rut'chnngen schützen? Darauf erwiedert un« die Theorie: Durch Drai-nage und durch Stützmauern. E« war unschwer. vora»«zusrhen, das« bei andauernden Niederschlägen die Rntfchgesahr eine erhöhte sein wird, wenn unsere steilen Reb-böden zur Rigolung gelangen, da ein loser Boden weniger Zusammenhang (Eohüfion) besitzt als ein cvnfislenter; ma» hätte be«halb in dieser Voraussicht in der genannten Versuchsanlage. ob in derselben die Rothivenbigkeit vorläge oder nicht, al« Demonstra«io»«object eine technisch richtig an-gelegte Drainage uud Stützmauer aufführe» solle», damit erste,»« die Wichtigkeit derartiger Maßregeln dargethan wäre, und zweiten« den Weinbautreibende» in gegebene» Fälle», ohne erst in dickleibige» cullurtechnischen Fachschristen nachblättern, und dann unter hohen Kosten ex-perimentier»» zu müssen, sichere Anhaltpunkte bei dergleichen Ausführungen zur Verfügung stünden. Jeder Kundige, der einen Blick in unsere Neuanlagen wirst, mus« die Hände zusammen-schlage», wieviel Widersinnige«, mit einzelnen Ausnahmen, in dieser Beziehung geleistet wurde, und e« wäre auch um nie »in Jota besser ge« worden, wenn un« nicht Herr I. Le«koschegg bi« Impuls? zu bessere» Mab-iahmen in cultur-technischer Stahtrw« qeqedeu hätt«. Diesem d«u Wniibaue mit Jener und Flamme ergebenen Aaanc hoben wir «S zu »«,dG>keii, dliiS jetzt in der Kollo« mit SiwauriusUumrtiteii hantiert wird. baf4 allenthalben rationelle tUrfl-„nd Straheanlagen zustande kommen, dass mn» sel>en tan», wie Erdböschung» und Sllltzuitzuer« au« beständigem »»d »nbestitudigem Gtsltt» a»i> gesühN werd?», endlich wir ma» in steile» La^en nach culturlkchnisrt)ett Gruiidsöhe» terrafliert, ohne das» Erdabschwemlnuuge» und Rutschuugcn Patt finde» können. Dünnere Kupserlösunge» bei Bekämpfung der Peronospora erfüllen den Zwck vollkommen und man erspart bei de» hohen Knpf,r»itriytDl<>s' n viel Geld. Ich verwende schon durch »ehre« Jahre beim ersten Spritzen '///,. beim »weitn, '///». b«'M bottcit 1% jtupjervltt'ol mit dem beste, Resultate. Da» «4chfK J°i»r beabsichtig ich die Lösungen nöch dlliin«r zu machen, zwischen >/,»/, mid '/«»/,. da. Direcfr A 10 c i f 111 und Professor »»11 fch,Ditetiir Wr landwirtschaft-lichtn Gersuch»statiou in Kslmar (Elsaß) selbst mit '/» perzentiger 5k»Pt'erlösu»g den gleich de-friedigen»» Erfolg erzielt >»ab.-n. Herr Director 5k u l i s ch zeigte mir im Änstalt«v'fs,ich«iv-i»gar l«n Parci-ilen mit '/»>, l> und Xupserlbsungen mit Soda und «all neutralisiert behandelt. Ich konnte au den Rkdblätteru nicht den leisesten Unterschied herdn-fiiiden. alle Siebe» piangten i» gleichem, üppigsten G?ü». nur die »ich« bespritzie» Eantrolreden »vare» fast giwjlich vom L<»ubr sutbl^U. Nun ^fr^noipora hatten »ir in bet Kollo« nicht Icht ^ lnden; ich d^uerk'e sie erst im «n gust a» nicht bespritzten Blättern. Ebenso war Cibiuai nur sporadisch anzutrefs.». doch wäre e« nicht ralbsam, de« zusöÄg ,^ri,»gere» Anstre« tellS wegcu das Schw.ftlN autzujchultr». Zur Bekämpsnn., d«« Odium« eignen sich die Bevtilatojchwei'et vou 85^90 Fe,nheit«^raden Ehaucel bester, als die gt'w^mi.ch genmt,le»en. stet« gröberen Sorten. Erstere habe» injolge ihrer äu»tst feintSrnigen Beschaffenheit ein besten« Haftvermögen al« letztere, und «an arbeitet »>t thuen trotz etwa« höherem Preise sparsamer. Herr Director »ulisch tritt nur sür «nwendung lioch. feinster Bentilatoschwesel ei» »nd wiid dort d,m» selben« uiu da« Berstänbe» und Haften zu rrt»b> hen. äußnst seine« Kalkpulver (au« gelöichtem Kalt) beigemengt. Leider ist e« dem steirische» Seiuprcrtmcrn-teil »tsagt, durch einen hohen La»dc»an«schui« Bentilato zu beziehen, sonder» man ist in solchen Fälle» auf den theueren Zwischenhandel angewiesen. Die hohen Temperaturen im Monate Juli und August käme» der Rebvegetation sehr zu statten, die Traube» wuchsen znjrhtnd« und wir wiegten nn« in der Hoffnung, iuSgeuiei» in inte« sten« efnen Reunzuier cinzuhnmieu. Doch der September schmälerte diese Au«-sichten; seine lange Regenperiode war der weitere» Reif« picht« weniger al» »usagei'd u»d erst die zweite Halste mit den erste» ganz sommerliche» Tage» de« Oktober holte da« Versäumte so weit nach^ das« wir »och eine Qualität herbstete», die der vorjährigen nur um wenig,» nachsteht. Da« qualitative Ergebnis war Mi mittlere», blieb gegen bie Erwartungen etwa» zurück, wa« wohl der durch die »aste Septeinbcrwitterung verursachte» Fäulnil zugeschrieben werden kann. Die Rachsrage nach Henri.,en Ere»«enzen ist «ine geringe, nur im Sanrltscher Gebiete sind mehrere Berkäuie besannt geworden, sonst liege» die ganze» die»jährigen sehr bescheidene» Fechsun-gen mwertaust »> de» Kellern der Eigner. (Miut* *!*>. Venauer Theater. GerhardHaiipiman»'« .Einsame Menscheu" sand am vorletzten Sonnabend ein überfüllte» Hau» und eine andachtevolle Gemeinde. Die» gereicht den Zuhörern und den Schauspielern zur Ehre, das« die Spotu»n> bi» zur letzte» Scene vorhielt. Hauptmann'» Schöpfungen, die in die Tiefen und dunklen Winkel menschlichen Fühlen» »nd Fehlen» fuhren, sind so ernst und herbe, die Charaktere so scharf und zackig au»kristallisiert. das» wir nüchterne» Alltag»menschen. die wir un« im unvermeidliche» Markt.,etri.be so schön und laugsam uud oft un merklich glatt bügeln lasse» — sollen anfiiorHen, wen» einmal blutwarme Töne ber Leidenschaft dazwischen komme», wie fie Jolxt.te« Bockerat anichlägt. Seltsam und ersreuUcher Weise sind die Gesühtturtheil« der MI reichen Zuhörer sehr getheilt nnd man sucht »ach dein beirrenden Akkorde. Solche» Nach-denken ist i'.i« immer lieber al» ein Beifall«-klatschen über ein »Töff-Töff". Der Angel-puult de« Stücke« ist die Studentin Anna Mahr, welche durch Fräulein Norden v«r-kö.pert wurde. Man hat sich bemüht, un« auf einige Schatten an der persönlichen Erscheinung derselbe» aufmerksam zu mache», welche die Studentin einem Ehemann nicht besonder« ge> säi.ilich machte», aber e« vermag unsere Aner-kennung ihrer gewinnend schöne» Sprache jinb ihre» ruhige» und sinnige» Auttute»» al« Studentin keinen Eintrag zu machen. Mus« denn eine Studentin ein freche«, cigarettenrauchende« Jndividnum sei»? Es würd« da»» nicht ganz begreiflich erscheine», das« der geistig vereinsamte Johanne« Bockerat (R o l a n d-M i l 111) an der geistig hochstehende» Person der Studentin Ge-sallru findet. Beide Darsteller brachten ihre Haupt-fielen glücklich zur Geltung. Dte Schlußscene, wo man den schlaff«» Leichnam de» durch allseitig« Peinigung dazu getriebene» Selbstmörder» auf die Huhne bringt, hätte man sich allerding« ersparen können. Fräulein Stetla spielte die ahnend« nnd gemilthlich vereinsamte Frau mit Hingab« uud Willung. Das» sie die« thut, schreibt ihr doch d,r Dichter vor und energische Frauen, die da meinte», Frau Käthe sollte entschiedener den Faden abschneide», vergessen, das« Frl. Stelln ad personam im gleichen Falle da« Ihrige schon zu thuen wvs«te. Aber al» die weiche, nachgiebige Frau ihrer Rolle hätte sie sich den Dank dc« Dichters erworben. In der Hand de« Fräulein K op pe n ste i n er und de« Herrn Bornstädt wurde auch die»mal da» Ehepaar Bockerat sen. zum lebhaften Genrebilde. Die andachtsvolle Stimmung während der Borstellung wurde bei ben Äctichlüssen durch lebhaste Be,sall»äußerungen au«gelö«t. Da» Bolk»stlick '« Rallerl vom stein-sehen Dichter Earl Morre wurde Sonntag, den 1. December bei auSveikaustem Hause nnd zwar sehr gut gegeben. Überrascht hat allgemein Herr Aloi« Wugganig, der die Hauptrolle zur allgemeinen Zufriedenheit gab »»d auch »ach dem Liede de« Annerl viel Beiiall fand. Aber auch die ander» Schauspieler war« tüchtig am Platze. Herr Roland-Miller brachte zwei Figuren auf die Bühne, die trotz ihrer Gegensätze recht ge-lunge» waren: den Gemeindediener Schein und den siegesgewissen Herrn von Kronwild. Herr Bornstädt war der eiserne Quarzhirn, Frl. Wärter eine recht bttt>e Gab, u»d auch Frl. Norde» gefiel die»mal. Marie Koppen-»einer war die alte Einlegerin, die man ästimiere» mus»le »nd Herr Direktor Gärtner war ei» Sioffl, der stet» mit Lachen begrüßt und begleitet wurde. Besondre» gelungen war auch der Kraller Hia« de» Herrn Ferdinand Ertl. Schnurrer, vom Herrn Joses Hauschulz gegeben. ist ebenso lobend zu erwähnen, wie die übrigen. Da» Bolk»stück ist der Pflege wert, auch dem Dirrctor Nutzen bringend. .Jugend". Ein ehemal» co»st«cierte» Stück, welchen Umstand heute einigermaßen Reklame ist. E» fehlt nicht an Schlagern, die von den Zu-ichrer» temperamenivoll begrüßt werde», darum ist aber da» Stück weder ftaat«gesährlich. noch vo» L.fsing'scher Mache. Herr Bornstädt al« Pfarrer Hopp« fesselte ,» da»ten«werter Weise da» Interesse b>« zur letzte» Scene. E» war ei» erhebender Augen- blick, al« er al» Pfarrer Hoppe von der alten noblen Garde drm jungen, fanatjfchen Kapla» die Standrede hielt. Solche Beifall«äußer»»gen könne» zum Glück nicht confiSkiert werden E« sei ihm Dank! Dagegen hatte die»mal Herr R o l a n d»M iiler keinen glückliche» Tag. In der Erscheinung Überhaupt kein junger Student, der erst die Universität bezieht, gesikl un» die Sprache nicht, weil sich Herr Miller in irgend einem Dialekt gehen läs«t und seiner Sprache einen unangenehmen TouGestattet. Das» er trotz» dem seinen Man» stellte, wollen wir gerechter Weise nicht bestreikn. Herr Wngga » ig hätte die unsympathische Rolle de» fanatische» Kaplan» inne. Er hat sich in der undankbare» Rolle sehr wacker gehalten. Da» quecksilberne Frl. S t e l l a sollte eigentlich durch Lob »icht zu sehr verwöhnt werde»._ e« Körperbaue« ersvrderl ch und da« schnelle Wa-t^lh« fördern helfen. Mit Recht ist .Flora" vicdnälirvulM deshalb so geschaht und in der gut geführten Winsch« auch stet« zur Hand, weil e« in Mq» die Eigenschaften besitzt, die Aufzucht der Nutzthiere gM besonder« zu erleichtern, dieselben nicht nur g«s»»d m erhalte«, sondern auch deren Haltung selbst unter ungM ftiae« Verhältnisse« recht lohnend zu gestalten Ist es doch bekannt, das« da« »Flora" Biehnih>p»lver nicht über» treffen wird, wenn ti sich am die Hebung der i>rr&!«(t der Nutzthier» handelt, die Milchabsonderung normal zu erhalten oder zu vermehren, schlecht» Milch zu »erbesiem. Da« J««goieh nimmt da« Pulker ebenso gerne wie da» erwachsene Vieh »nd da« ist nur bei Futterzusatz der Fall, der dem Ihier« gut betemmt. Da« Biedna!,lpul!?er .Flora" ist in Zchachteln. mit der Gchutzmarte auf de« Dertel überall billigst zu haben und kann auch »em Haupt« versand in Zieusiadil an der böhm. Rorddöhn bezöge« werden. Beim Einkaufe achte man aus den Name» .Flora" und geb« an. ob sitr Pferde. Hornvieh oder Schweine. Liehe die AaUadigueg in dieser Zeitung. V. Schulfink PETTAU empfiehlt sein reich-sortiertes Lager in Spezereiwaren, Delicatessen, Canditen etc. Billigste Preise. Ein Wunder •us dar Sehweii. IX* umerlertlgte firm« uhereendel rder Fkhi, w«lebte Su Bdea Inw. PMWatbeshme um den in der UenchdfUveU nech aie d eyeweoenea frei* vo« ^ mrr JlTNronei» seUlral 1 vonoirl., |e«eu p«h. Meld. Chr alt ®-J»hrlger Garaatle. Am eerdew eibllt Jeder Beeteller der» »»•ten eine elrrene (ein leconkrM tkrkett« aretli Sollte > >» Uhr niciii convenveren, to »Ird 1 ireelb« fern tungeteuechl oder B*> i.« rriournl«. 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GGGGGGGG Diltttftcfcti Mittel DiiutiicDei Mittel. « « Tlir magenleidende!« « Allen benen, bie sich durch Erkältung oder Überfüllung de« Magen«, burch »tenub mangelhaster. schwer verbaulicher, zu heißer oder zu talter Speisen ober btnch unregelmäßige Lebensweise ein Magenleiben, wie: Riltthtani, fRa|eafraai|f, Vtaarvfchwerjea, schwere 8erkaaaa| aber Serschlei«aag zugezogen haben, sei hiermit ein gute« Hou«mittel empfohlen, Hessen vor-Mgliche Wirlungen schon seit vielen Jahren erprobt find. oha>»riea, /Vulaiaaaa», Sodbrennen, Bllhaitgea, Übelkeit mit Erbrecken, bie bei ckranisoben veralteten Magenleldea um so Heftiger auftreten, verschwinben oft nach einigen Mal Zrinken, 3fuhlnrrflnnsn«n und deren unangenehme Folgen, wie Bekleaiaiung, Äia^ierrpopiang K(,IHtlckllMrwn Hwzkiopfea, Soblaflosigkeit, sowie Blutstauungen in Leber, Milz und Pfortadershstem (^ilwerrholda!-laldaa) werben durch »räutrrwein oft rasch beseitigt. Kräuterwein behebt Unverdaullohkelt unb entfernt burch einen leichten Stuhl untaugliche Gtaffe au« beiu Magen unb bei, (Bebännefl. Hageres, bleiches Äusleheil, Slut-mangel, Cutkrästung^S» eine« trankhasten Zustanbe« ber Leber. Bei Appeiitlmlgkell. unter »er-vtteer Abipannung unb Sawüthiveratlaiaiung, sowie häufigen Kops-aohaiafiea, MhlataaM Miehte«. sirchen oft solche Personen langsam bahin. Sräuteiwein gibt ber geschwächten Leben«trast einen frischen Jmpul«. Kräuterwetn steigert ben Appetit, befvrdert Berbauung unb Elnährang, regt ben Stoffwechsel an, beschleunigt bie Bliitbilbung, beruhigt bie erregten Nerven unb schasst neue Lebaaaluat. Zahlreiche Anerkennungen unb Dank- schreiben beweisen bie«. Krllttrwtil ist zu haben in Sttfchen * fl. I.»« und fl. in ben Apotheken von Pett«, ClttflMTg, Uarudli, RgKItKk. Radken-barg, mar«k, WladUck feiitrlts. 0oaobit*. Lttli. OlmdUcb Ciad»-derg. markara a. s. n. sowie in Steleraark unb ganz vitmeick-Uagara in ben Apotheken. 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Dann trat er aus seine grau zu, die da» Iiingste, einen goldlockigen Knaben von (ttua dreiviertel Iahren auf den Armen trug, und gab ihr einen Lug. Heute wollen wir un« des Leben» recht freuen, Mathilde. Hin heiligen Abend soll nicht der leiseste Mißton den Frieden und dos Glück stören, da» wir un» mit unsern bescheidenen Mitteln bereiten können.' Mit diesen Worten nahm er seinem Weibe den Kleinen ab, der lmosend und verlangend die Händchen nach ihm ausstreckte, und drückte da» Kind an» Herz. .Ein Goldkerlchen,' sprach er und küßte die blonden Löckchen stiiie» Knaben. .Wie gern er zu mir kommt!' .Der wird aufgucken, wenn er den geputzten Baum und die vielen Lichtchen sieht!" meinte die Gattin, eine grobe, aber zarte i?rauengestalt. . .Ist drinnen schon alle» fertig?' „Ja, bi» auf» Anzünden.' .Wo sind denn Heinrich und Luise?' .Im Rebenzimmer, sie haben noch et->va» an Ihren Weihnachtsgeschenken zu ordnen. Ich glanbe ...' Die Thüre flog auf und zwei Kinder kiiirmten in» Zimmer und hängten stch slug» an den Hal» de» Bater», der fie mit dem freien Arm zärtlich umschloß und an fich preßte. Da» kleine Mädchen mochte etwa zehn Jahre zählen, der Knabe acht bi» neu». ^ui»chen war da» getreue Ebenbild der Mutter. Dicke blonde Zöpfe hingen ihr über den Rücken hinunter, und die große» blauen Augen blickten so klug und glück-[ich in die Welt, al» wenn e» hienieden keinen Schmerz und Kummer gäbe. Da» ttind war für sein Alter recht groß und von zarter Hautfarbe. Heute freilich lag eine frische Röte auf ihren Wangen, das jelchen einer Aufregung und de» stillen Glücke». Ihr Bruder Heinrich schien au» änderet Holz geschnitzt zu sein. Richt nur strotzten seine Backen von Gesundheit, son-der» er war auch für seine Jahre klein und nach Bubenart von einer gutmütigen Wildheit, die die Bäter so -ft erfreut. die Mütter aber, denen die Ausgabe er-wächst, die zerriffenen Kleider zu sticken, nicht selten zur Verzweiflung bringt. Seine Augen leuchteten vor Freude, uud in seinen Zügen malte sich eine solche Ungeduld, daß der Bater lachend fragte: .Ra, Heinrich, Du möchtest wohl wissen, was daS Ehristkindchen für Dich gebracht hat? Eine Rute jedenfalls, die hat Mama für Dich bestellt, weil Du immer so wild bist.' .Rein, nein.' meinte der Wildsang treuherzig, „Mama hat mir versprochen, diesmal nicht» zu sagen.' .Run, dann wollen wir einmal sehen, was es giebt.' sagte Daniel Wirth Land. PrOstdcnI dcr Vttrinigtea eihi»tlz«rdahi>«>> t. (9Kit ttjt) Schleiden und schritt einer Seitenthär zu. nachdem er da» Rest-Häkchen wieder der mütterlichen Obhut Überantwortet hatte. .In einer Biertelstnnde rnfe ich euch.' Im Hause deS Werkmeister» hatte fich die Sitte eingebürgert, daß der Bater die letzte Hand an den Weihnachtsbaum legte, für alle Beteiligten die Zettel schrieb und die Lichtchen anzündete. Erst wenn die Tanne in vollem Glänze erstrahlte, wurden die Kinder herbeigerufen, und die Ueberraschnng war dann allemal so groß, daß die Kleinen minntenlang stumm und bewegungSlo» dastanden. Auch hente sollte es so seia. Albert Schleiden hatte fich zu dem angedeuteten Zwecke in die gute Stube zurückgezogen, die stets die Weihnachtstanne anfznnehmen bestimmt war. und nach wenigen Minuten sollte die Bescherung vor fich gehen. Die Hälfte der Lichtchen brannte bereits, da — was war da»? Feuerfignal ertönte, und in wilder Hast stürmten die Menschen durch die Straßen der Stadt. Schleiden eilte an» Fenster und schaute in die Winternacht hinau». Ein hellroter Schein wurde im Osten fichtbar, und »och ehe er recht darüber nachgedacht hatte, wem wohl da» entfesselte Element die WeihnachtSsrende stören möge, schlugen die Flammen hoch empor. .Wo brennt'»?' rief er jetzt den Borübereilenden zu. .Bei Grasen u. Eomp., in der großen Maschinenfabrik.' antwotteten einige junge Burschen und stürzten mit der Menge vorwärts. Ein Blitzschlag hätte Albert Schleiden nicht mehr betäuben können, al» diese Nachricht. Bei Grasen u. Eomp., bei seinen Arbeitgebern sollte e» brennen, in dem mnfierhasten Geschäfte sollte eine Unvorsichtigkeit begangen worden sein, die Hunderte aus Wochen hinaus arbeit»-und brotlos machen würde? Das war nicht möglich! ES mußte ein Irrtum sein! Und doch, die Fabrik lag genan in der Richtung, wo die Flammen schon lichterloh emporschlngen. Diese That« sache ließ den Werkmeister seinen Weih-nachtSbaum und das Ehristsest völlig vergefien. Hastig warf er den HanSrock ab, rief feinem Weibe uud den Kindern jui, er müsse zum Brandplatz, hone aber bald wieder zurück zu sein; dann stürmte er hinan». Die Maschinenfabrik von Grasen und Eomp. beschäftigte nahezu dreihundert Arbeiter und galt al» das größte Geschäft dieser Art am Platze. Kein Wunder da-her, daß die Nachricht von dem Au»-bruche des FeuerS. trotz j>eS heiligen Abends, zahlreiche Menschen ans die Beine gebracht hatte. Die Zerstörung der Fabrik war für viele eine Lebensfrage und hinter diese trat selbst da» Weihevolle de» Christfeste» zurück. Al» Schleiden anf der Brandstätte erschien, umzüiigelten die Flammen schon da» ganze gewaltige Gebäude. Die Feuerwehren arbeitete» mit dem Aufgebote ihrer ganzen Kraft, aber welche Fülle von Wasser fie auch durch ihre Schläuche in die Glut sandten, es half nichts, das entfesselte Element fand in den Oelen und Fetten zu viel Nährstoff und griff immer wieder mit erneuter Heftigkeit um fich. 194 Die Besitzer der Fabrik hattn, zu den erste» gehört, die aus der UnglückSsteUc erschienen waren. u»d leiteten mit Ruhe nnd Uinsicht die Rettung»arbeiten Mit klaren, kurzen Worten be-zeichneten sie die Gegenstände, deren Bergung ihnen besonder» am Herzen lag. und die Feuerwehrleute hatten bi» setzt noch jeder solchen Weisung zu genügen vermocht. Albert Schleiden war e» durch die Erklärung, daß er Werk-nieister bei der Firma sei, und daß sich im Gebäude auch ihm ge-hörige Gegenstände befände», gelungen, den Ring, den die Feuer-»yehr um den Brandplatz gebadet hatte, zu durchbrechen und bi» zu seinen Prinzipalen vorzudringen. Gerade al» er atemlos deren Standort erreichte, hörte er einen auö dem brennenden Gebäude kommeuden Feuerwehrmann sagen: .Es ist nicht mehr möglich, Herr Grase»? das Zimmer ist der-maßen mit Ranch angefüllte daß man fast erstickt, außerdem konnte ich das von Ihnen bezeich-uete Fach nicht finden.' „Das ist mir sehr, sehr leid," erwiderte der llhes. ..Gerade diese Bücher sind sür die Fortführung de» Betriebes, bi» ein Neu-bau errichtet sein wird. n nerläßlich, uud ich möcht« Ihnen recht ans Herz le-gen, »och einen versuch zu machen, wenn e» irgend geht." »ES ist nicht möglich, Herr Grasen/ erwiderte der Feuerwehrmann,,wer jetzt noch die Bücher holen will, setzt sein Leben ernst-lich in Gefahr." .Jchwill'Sverfuchen!' rief Schleiden und drängte fich vor. .Ich weiß, was davon abhängt, ob der Betrieb eingestellt wird oder nicht." Die Umstehenden sahen den unerschrockenen statt-lichen Mann neugierig an und lante Bravo» schall-ten ihm entgegen. .Ich möchte Sie aber nicht dazu überredet ha-ben, Schleiden." bemerkte der Fabrikbesitzer, „und lehne jede Verantwortung ab. Wen» Sie eS ver» suche«, so geschieht die» freiwillig." ..Natürlich," sagte Schleide», .ich handle in meinem und in, Interesse vieler Hundert anderer Arbeiter." Damit eilte er davon. — Da» stolze Fabrikge-bände von Grasen u. To. war jetzt ein Schutt- und Aschenhaufen. Dem ge- «i» mHinm« Opfer schickten nnd thatkräftigen Eingreifen der Feuerwehr war e» zwar gelungen, da« Feuer auf seine» Herd zu beschränke», allei» die Maschinenfabrik selbst wurde gänzlich ei» Raub der Flammen. Die Neugierige» hatten sich längst in ihre Wohiiuugeu zurück-gezogen, »»r etwa ei» halbe« Dutzend Feuerwehrleute hielten aus her Brandstätte Wache, für den Fall, daß an» der glimmenden Schuttinasik die Flammen neuerdings bedrohlich emporzüngeln sollten. Die durch das Brandunglllck in zahlreiche» Familien jäh unter-brochene Weihnachtsfeier war überall wieder anfgenommen worden, nur in Albert Schleiden» Haus dachte man mit keinem Gedanke» mehr au die d»fte»de Tanne, an die Wünsche »nd Hoffnungen der ilinder, a» das Ehristfest und seine köstlichen Liebesgabe». Das Unglück hatte sich mit rauher Hand seinen Eintritt in die glückliche Familie gebahnt. Den Vater hatte ma» vor einer Stund« halbtot ins Hau« gebracht, und statt nnter dem Im »erzenschein erstrahlenden Tannenbaum, saß die Familie wehklagend an dem Schinerzen»lager ihre» Ernährer». Schleiden war mntig in da» brennende Gebäude eingedrungen, um die vermiß»» Bücher zu hole». Dreimal hatte ihn die !,,! und der erstickende Rauch zurückgedrängt, und schon nahm e• »<•', Anschein, alö ob auch ihm die That nicht gelingen wolle, da n-er sich beini vierten Anstnrm ein nasse» Tuch über den Kops urb stürzte mit der Hast der Verzweiflung vorwärts. Zwar d> hie ihm wiederhol» Erstickung»gefahr, und auf Augenblicke fchw.' ü?,, ihm völlig die Sinne, aber immer wieder ermannte er sich n« drang über brennende Balken und glimmende Aschenhauseu «' erschrocken vorwärts. Endlich hatt« er da» Bureau erreicht. Vo» alle» Seite» ich! ihm die Flamnien knisternd entgegen, aber dennoch schritt er w. Iter nnd nach wenigen Minuten hatte er die gewünschten Gesch.in bücher glücklich gesunden und nnter seinem Rocke geborgen Äc ei» Trunkener taumelte er, bereits mit empfindlichen Brandn» -id<» bedeckt, wieder dem Ansgang zu. Schon wollte er den Fui; midie Treppe setzen, da — ein markerschütte, !dk» Krachen, und der twc*. mutige Mann stürzie i» die Tiefe hinab. Abcr inich im Fallen ließ Schinde» die Bücher nicht los. Pfeilschnell erhob er iich wieder und rannte wie ein Rasender dem »nix» AuSgaug zu. Seine Klei-der brannte» licht»,loh. al« er da« Freie erreich« und mit dem Ausruf: .Hier sind fie!" wie i« zusammenbrach. Im N» hoben ihn ttt«H-rer« Feuerwehrleute ant ihre Arme und trngcii ihu fort. Der tapfere Mrntit stöhnte fürchterlich, ober kein Wort kam über seine Lippen. Grasen nahm die un«r dem Rocke de» Schwer-verletzten verborgenen Bücher in Empfang, und während eine Tragbalm h«rb«igrschafft wurde. >r-ging sich die umstcl»>idk Menge in lauten Lot.*-erhebungen für den opier-willigen Werkführer »Er ist ein' tapfre er. ein ganzer Mann," tie'r» die einen: .er hat titt un» alle da» Leben c> wagt!' die andern. schweigend gab eine gn";< AnzahlArbeiterd«rBaI»c das Geleit, al» man doi. t Schleide» in sein« Wo i »ung bracht«. Ein eiligst h«rbeige> f«n«rArzt hatte dieBraif wund«» für so bedeuklii' erklärt, daß au ein Au> »er 3<|k. («Hl tu') kommen de» Mai»! nicht mehr zu denken !> Dennoch wurde Schleiden auf Veranlasiung seiner Arbeitgeber no während der Weihnachtszeit in da« Krankenhau» verbracht, allei, auch hi«r hielten die Aerzte einen operativen Eingriff für au ficht«los. da nahezu ein Drittel der Hautstäche zerstört sei. Ma« beschränkte fich darauf, die schrecklichen Schmerzen des Mai»» zu milder». Iran Mathilde saß vier Tage und Nächte mit geringer Untr brechung an dem Schmerzen»lager ihre» Gatten, an' fünften e> löste der Tod den Aeimsten von seinen entsetzlichen Qualen — > war Witwe, ihre Kinder Waisen. • ch Seit jenem furchtbaren heiligen Abend waren nahezu drei Jah> versioffen. Albert Schleiden» Witwe hatte längst ihre früher hübsche Wohnung mit zwei Dachstübchen vertauschen müsien, Hei» richs rote Wangen waren infolge der spärlichen Ernährung merk lich bleicher geworden, und Luise, da» kleine Hau»mütterchen. wi der verstorbene Papa immer gesagt hatte, guckte so ernst in di> Welt, al« ob ihr da« L«b«n «in« Qual sei I yiwr'>**«. 'I f ' : M J"r [ yfltoVlüiMHJ aiA.' 196 Da» Denkmal fflr H. Hofimauu, «ach einer photoarnpd. «ufnahme »INI v Juni in »ranffur» a. «. (BWt Z*P-) »war hatte die Firma Grasen tt lloinp. anfänglich die Witwe ii- » todesmutigen Werkführers unterstützt, »»d auch die Arbeiter t Fabrik hatten es sich in der Erkenntnis, - 5 ihnen der Tod Schleidens zu u»u»terbro-er Arbeit und damit zu Verdienst verholfe» h.; e. nicht nehmen lasie», für die beklagen». 7 :t Frau uud ihre drei unversorgten Meinen . summe zu sammeln; aber allmählich ge-, ver Brand in Vergesienheit, uene Ereig->, traten in de» Vordergrund, und von Tag ir. ag erlahmte da» Interesse für die Sinter-Mi l'iicii mehr uud mehr. !vch uicht ei» Jahr war iu das Meer der j!< >angenheit hinabgesiinken, und schon fragte sei Seele mehr danach, ob Frau Schleiden ihre Kinder zu esien hätte» oder «ich». >rau Mathilde war la»ge mit sich zu Rate y, itgfn, wa» sie beginnen sollte, um sich und ftit linder redlich zu ernähren; schließlich ent-sclii ' sie sich sür die Schneiderei. La» war nie listen» ein Beruf, der ihr gestattete, zu » zn sein und sür die Kleinen zu sorgen. sie kaufte von ihren Ersparnissen eine Räh» in<1 chine, nahm trotz ihre» vorgerückten Alter» >105 einen Kurs»» in der Znschneidtknnst und jin,; mit frischein Mut an die Arbeit. Allein aiii. uglicO fehlte es ihr an lohnender Knud-fifr.it; die Ersparnisse früherer Jahre mußten imiiier wieder i» Anspruch genommen werden und waren bei den sich steigernden Bedürfnisse» der !iera»wachsenden Kinder bald aufgezehrt. Die Sie: begann erst vorübergehend, da»» häufiger unb nachdrücklicher anzuklopfen, jede entbehr» lirtK Aufgabe mnßte vermieden nnd selbst die ini.iitbehrlichsten auf da» geringste Maß be- i.l .inkt werden. Da» arme Weib weinte oft halbe Nächte lang ihr bitteres Weh au», aber damit wurde nicht geholfen. Die Kinder mußten «>:» den besseren Schule» herausgenommen und der Volksschule über-wissen werden, sie gingen mit jadenscheinigen Kleider» und nicht stiren mit rissenen Zltiiihen ein» !xi — kurz, H(v Leben» NotundSor» iitu machten lich trotz der nvenklich-'teil Anstren» fingen der Flitter im» mcr sühlba» :ci. E»fehlte cbm die beste -liitze, der •Vi-tte und üi.iter. 11» aber iii>lich der »denkrei» z>> wachsen bc a»n, al» toi Witwe >!> Geschmack ui s ihre Ge-Ic icklichkeit und nach bi ierbezahl->» Arbeit zu-fü rten. da >»> ten Knm-»> rund See-lc ucin ihre »1 ichin so wache Geil dheit fast R rochen, da mochte sie «:r unter * libietting ihrer ganzen Willenskraft den vollen Tag und die k> lbe Nacht zn arbeiten, da zwang sie ein schleichender Husten, oft stniidenlaiig die Hände in den Schoß zu legen, n»d die Nacht-arbeit, bisher die lohnendste, weil sie nachts ungestört die Nadel führen konnte, wurde schier ei»e Unmöglichkeit für sie. Und dennoch gab es keine Erholung, keine Ruhe. Die Anforderungen an daö Leben waren zu groß, ihr Verdienst zu gering, sie mußte jede» Augenblick aufs sorgfältigste ans-nützen, wollte sie ihre Kleinen nicht hungern sehen. Während da» arme Weib mit dem Mute der Verzweiflung de» Kampf um» Dasei» führte, »ahte da» Unglück in veränderter Gestalt. Ihr goldlockiger Knabe erkrankte, nnd da iveder ihre Zeit eine aufmerksame Pflege, noch ihre Mittel eine angemesienr Ernährung zuließe», starb da» Mi,id. Thränenlosen Blicke» sah die gebengte Witwe da» Kind, da« Kleinod ihres Herzens, inS Grab sinken; sie klagte nicht, aber ihre glänz-losen Auge», ihre gebeugte Gestalt verrieten, was ihre Seele bewegte, daß wiederum ein Teil ihre» Ich vo» Mutter Erde ansgeuommen wor-den »vor. Das silberhelle Lachen des unschnl-dlgen Kinde» war seit dem Tode de» Gatte» und Vater» ihr bester Trost, der Sonnenschein ihre» Leben» gewesen — nuu hatte ihr der Him-Mel auch die» genommen. Maschinenmäßig that sie seit dem Tode ihre» Jüngsten ihre Pflicht, wie geistesabwesend konnte sie. die Nimmermüde, seitdem in» Leere blicken. Wochenlang hielt dieser Znstand an, dann aber traten erleichternde Thränen in ihre Augen, und sie weinte bitterlich. Was sie so lange Zeit mühsam in die Brust verschlossen hatte, da» machte sich nuu auf einmal in einem förmlichen Thräuenguell Luft. .Gott, o Gott." stöhnte sie, »warum prüfst Du mich so hart? Barmherzi-ger, laß mir doch meine Kinder, ich will ja gerne arbeite», Tag und Nacht, nm Brot für sie zu schaffen!" Rastloser als je rührte sie die Hände, unanshörlich schnurrte da» Rad ihrer Maschine, aber »ur zu bald sollte sie spüren, daß mit ihrem lieben Nest-häkche» auch ihre Kraft zu Grabe ge-tragen wor-denwar. Der Verlust von Ga»?e und Küid hatte zu sehr an ih» rein Mark gezehrt, und schneller als man ahnte, traten An-zeichen einer tückische» Krankheit zu Tage, infolge deren die arme Frau Schleiden nun eine» Tages ohn-mächtig zu-sammen ge-brochen. Gepeitscht von dem gro< ßknSchrecke» uiidderAngst um ihr ge-liebtes Mütterchen war Luise znm nächsten Arzt geeilt, WSH> rendHsinrtch bei der be- DI» N»i»» GehUji». «ach kr» »e«Il»e »a, «. (*Ht Int) V1ial0|Ta9Wßln»l. IhioftlXTloa In-Vtnchea. sinnung»losen Mutter Wache hielt. licher älterer Herr, war der weinenden Der Arzt, ein Menschenfreund-Kleinen aus dem Fuße UM» iiriolflt, »nd flstuiiB seiner Weisiittst wurde die Kraute vor alle» X'iiiiicu »» Bett stelnacht. Erst »ach viele» verstcbliche» Beniithiinsten ichlitn (trau Schleide» die Auge» wieder aus. l!^°rtse»u»g toiat-> «« ist der jImii« «ad,er? Daniel Wirth Tan». In der Person d» am 3. Oktober In 2t. Gallen Im «»er vo» >ech.'undachtt,g Jahren verstorbene« Presidenten Wirth-Zand ist »in außerord »ilich eriolg- und arbei,»reich«» Leben erloschen, da» noch bi» in »>e längste gelt Vexierbild. Beweise von gel- sllger und phyfl-scher Frische ab-legte, ff* giebt kein«Brhl>rb«und k«l» größere« Un-ternehme - in sei-ner Heim, dem nicht der *- or» bene oiij, rt li nnd dqrch |e '>e»Wisieu «ftt gewesen toUti «it wurde ora 7. Dezember I8löal«Loh»de« Dekan« zu (Hüt-finge» im Kanton Ihurgau geboren. Räch Ab-solvieru«g ber Vorschulen ge-dachte er sich der Jnr,«prud»nz zu widmen, tiefe sich aber schließlich von seine, Mutter zur kauf» männisch»» Laufbahn bestimmen. Deine Wanderjahr« führten ihn nach Livorno, Neapel und schließlich nach Smhrno, wo «r sich ans lSngere Zeit niederließ, «nde ber vierziger Jahre k«hrt« er nach St. «allen zurück. da» ihm schließlich zur Heimat wurde. Gleich »ach seiner Rückkehr begann die «er» ber Sisenbah»»» und de» damit verbundenen Umschwung» im Verkehr»» unb Geschäft«l»b«». »nd Wirth»Sa«d war einer ber ersten, die ber Neuordnung der Dinge ei» richtige» verstandn!» entgegenbrachten. "HO sich Im Jahre 185U die verschiedene» oft-schweiz«rischen Eisenbahnen zu einer großen G»s»llfchaft. ben vminigt«» Schwelzerbahne», verschmolzen, wurde er an «I» Spitze berufen, un» er hat ihnen al» Präsident in guten und schlimmen Zelten vorgestanden bi» zu seinem Dode. In demselben Jahr «rsolgt« auch die «riindnng einer große» Deutsch-lchweizerische» Kreditbank, ber Wirth.Sand gleichfall» al» Leiter «»gehörte, unb mit deren Hilf« «r nicht nur bi« vereinigt«« Schweizerbahnen, al» »der diese eine schwere Krifl« hereinbrach, durch geschickte» Eingreifen wieder aus ein« sicher« Grundlage bracht», sondern auch den Santo» St. «all«» vor groß«m Wirtschaft-llchen Schaden bewahrte. Der in letzl«r Zeit von Ihm oft geilußeri» «»nsch, seine lhiltigl'-It durch Uebergab» der Bahn an die Sidgevossenscha» abschließen za kvnnen, Ist i.Id«r nicht mehr in »rsüllung gegang«», wenn er auch b«n Boden da,» vorb«r«itet hat. 91 ist selbstverständlich, daß «in Mann, dem im Wirt-fchaftlichen Getriebe «ine so groß« v«d«»t»»g zukam, auch im palitlschen L«b«n nicht unbeachtet blieb. Dem kantonalen gesetzgebenden Körper gehörte er von ]8M bi» 1900 »»unterbrochen an; ebenso war «r viele Jahre Mitglied de» »Ibg«»VIflschrn Parlament», bi» ihn z»n«hm«nbe» Alter und Bermehrnng an-derer Geschäft» zwange«, »inen Teil seiner Bilrde abzugeben. Sin verlorenes Opfer »er Jagd. Sehr groß ist oft b»r Schaden. d»n unvorsichtig» od«r treffunsichrr« Schütz«« d«m Jagdh»rrn ob«r, besser gesagt, »er Jagdbahn d.idurch bereiten, baß sie auf weite Distane«» ans da» b»tress«nb« Stück Wild F„ier geben, und so jene» — wie «» in b»r Jägersprach« heißt — Holz schießen". Selbst «in gut auf» Blatt g«troffcue» Stack Hochwild geht »och eine ziemlich weit« Strecke, ehe «» zusammenbricht Obwohl nach jeder größere» Jagd mit guten Schweißhunden eine Nachsuch» abgehalt»« wird, komnit e» doch häufig vqr, daß ein aus obige geschilderte Art eingegangene» Ettick Hochwild nicht gefunden, sondern die Mahlzeit de« Schädliche«, der Wüchse, Krähe», Naben »nd Aa«geier wird. Unser heutige» Bild zeigt »in solche« verlorene» Opfer »i«»r Hochwildjagd. Sin starker Zwölfer beäugt seine» toten Kameraden, einen braven kapital»» Hirsch, drr durch »inen Weichschuß «ing«. gange», bereit« von einen, schlau»» Ried und von h«»grig»n Raben umkreist wird, um bald ihrer Fr»ßgi«r zum Ops»r zu lallrn. In scheuer Entfernung halte» sich mehrere Tiere und zwei schwächere Hirsche a»f; fl« betrachten angstvoll da» schauervoll« SIld. Der Abend s«»kt fich aber die Winterlandschaft »nd nur da» Gekrächze der Raben stört bi« heilige Ruh» d»> Wald«». St. Ei» Denkmal sür Heinrich Hoffmann, den v»rfass»r de« wohl in den meiste» deutschen Familien helmischen Bilderbuche» .Der Struwwelpeter", hat drr Frankfurter Bildhauer Petry »ntworf»». Da! Modell zeigt aus einem archit«ktonisch gegliederte» Postament bi« sprechend ähnliche Büste de« l»34 in der Geburttstadt Goethe» verstorbenen Kindersreunde» An der Bordrr-seit« fleht ma» zwei aus de» Stufe» d»» Sockel» sitzend» Kinder. Der Lnab« hAlt da« ausg»schlag»ne Bild»rbuch vor sich auf de» Kni»«» und erklärt dessen Inhalt »Inem kleineren Mädchen, da« sich ihm zur Seit» schmiegt. Ob»n am Sini« de« Denkmal« ist »In Schwalbenpaar Im N»st« «u sehen. Die Seiten» fläche» schmückt j» «in Lorbe»r- und tlichenkranz. Die A»«sühr»»g eine« Hoff-man»-De»kmal« wird nunmehr Wohl nicht lang« auf sich wart«» lass«». Die kleine Gehilfin. „Die kleine Slla." so hört man im ganze» Hanse sprechen, .wird einmal ein» prächtig» Hausfrau werden". Und In der Dhat, die Leu!« haben so unrecht nicht, wenn sie mit belunderem Wohlgefallen den kleinen Biondkops blicke». Ueberall, wo «« gilt, «I»» Thätigkeit z» falte», schaffend «I»zugr«ifr», da Ist bie kleine ijlla dab»I; fl» besorg, Gänge für Ihr« Slt«r». fl« holt Z«ck»r und Kasse» vom Kanfman». tritt säub»rllch mittag» und abend» den Lisch »nd hilft der Großmutter tfi beim Kaff««mahl»n. Sie trägt den. Bater dl« gestopft« Pfeif« entgegen. , «r am Abend au» d«m Amt« müd« nach Ha»s« kommt, Nr reicht ihm »ir men Filzschuhe, wenn »r sich'» bequem machen will. »Früh übt sich, wiw Meister werden will.' heißt ei» alt«! deutsche» Wahrwort, da« bei un>" kleinen Blondkopf sicherlich sei»« Erfüllung finden wird. Daftr Ist auch u, beliebt bei Alt unb J»»> unb da« Herzblättche» »icht »»r der Eltern, so l» auch der alten Großmutter, der si« bin Abenb Ihre» Leb««» versaßt. 2; a Da» Hin» alt Kritiker. Herr: .Stelle» Sie sich mein Entsetze» i.r. al» ich gestern meine» dreijährigen Otto dabei erwisch«, wi« er mein« » niedergeschriebenen Gedicht« I» Stöcke zerreißt!" — Dame: ,Wa» — n d«r Klein« schon l«s«n?" EI» drastisches Urteil. Einem gut«» alt«» Maestro sandten Dilettant häutig Ihre meist schwache» Kompositionen «nd dazu Geschenke, um >!i, . »er Beurteilung der letzteren mlld«r zu stimme«. So sandte ihm «u,ii »al ein F ,ose «In« Komposition «I« »nd «Inen prächtige» Roque ?!. t. Der Maestro antwortete daraus lakonisch! .Meinen besten Dank, t« »läse schmeckt ganz a»«g»z»lchnet!" —«in— Der galante Schaffner. Dom«: .Kommt denn der andere Zug noch ni.1it bald, damit Ich weiter fahre» kann?" —S ch affn«r (bec Sekundär!»!!»«, »Da« ist sehr unbestimmt, perehrt«« Fräulein. So nette, regelmäßige ft-igt. wi« Si« si« besitze», habe» wir bei unserer Sekundärbahn natürlich »ich,'- (.HLINNUTZIL L' q rw~r~ iiht man alle brel Jahr« ben Baum mit einer Misch»ng von Kalkmilch nnd Schtvvktl. Sharade. Am Srstr» geht e« stille »u, (li bringt dem müden Qn ib'rtr Ruh'. Dos BNxitc aU»>* In btllrr Pracht, 9« bring, den Xaa nach düstrer Nacht. (Bann naht irtn ?uIi«« yalck AusUsung folgt in ».Ichfter «umiüvr Anflösnng. SilberrStsel. _r T A P E K L K I 1 T | R E I) E | U r r Rätsel. ?a« üiftc such' in melier ffirne B-im unzählbar«» r der «Im«, Ta« Andre Ich,»Sa, I» dunie», »leid Tie dus, ge Au zur Sommer«-zeit. tBom (Bnnzen wird, wie dir be- tannl. Da« 91iiq' den, 9r|)c» juaewandl. guliu« Falls. «luslösiing folgt tn nächster iNuinnur. Wuflüfiiunen a»S variger Nnmnicr: Der Sharade: Nacht, Zchatten. — Äachl'challkn — Karlbffel. £c» Palindrom»! l'rlxi. 'Ji.ie siechte voedetiaiteu, ««•»«•m»«*«»• • «eraniworiii'e «edaktlon von »inst «seissir. von »reiner k «stillet in i aedrueti und itaiiiiati.