Die Sänger und die Fronen. (Lur Erinnerung an die Aedcrgade der von den Frauen des Schiller-Uereins in Triek der Liedertafel des Vereins gespendeten Fahne am Itt. Mai IktU.j Zeiten trat kein Ritter in die Schranken, Dem Franenhand nicht wob der Schärpe Zier: Was weiß so süß wie Franenhnld zn danken? WaS spornt so feurig wie ein Hanch von ihr? Der Frauen Segen gilt, wo Kämpfe schwanken, Sie machen siegreich jegliches Panier. Was wär' der Sänger auch, eh' Franenhändc Gesei't ihn mit bedeutsam holder Spende? Auch Sanggcnossen sind ja kühne Streiter: Sie kümpfen, siegen mit des Sanges Macht. Sie wandern bis ans grüne Meer nnd weiter, In Tönen liefernd manche stolze Schlacht. Entgegentreten lebensfrisch nnd heiter Sie jeder schnöden Truggcstalt der Nacht: Des Trübsinns Dämon nnd der Langeweile Beschwören sie mit gold'nem Licdcspfcile. Apollon schlug, der Gott des Lichts nnd Klanges, Den Python einst, das finst'rc Schlangcnthier: Seitdem ward auch die Pflege des Gesanges Znm Pricsterthum des Lichtes: dem Panier Der Schönheit folgend, wandelt frohen Dranges Der Sänger hin, und steht im Kampfrevier Dem Haß, der Zwietracht, nnd den andern Drachen, Und träufelt Glut in ihre öffnen Rachen. Drum Heil dem Tage, der geseh'n entrollen Das Sängerbanner, hoffnnngsglanz-nmsprüht, Aus Franenhanden. Unter ihm dem Grollen Des Schicksals trotzt der Sanggenoß, erglüht. In diesem Zeichen fortblüht, nnverschollen, So lang noch kräftig klingt ein deutsches Lied, Auch hier am Strand der Adria, der blauen, Der schöne Bund der Sänger und der Frauen. Poliert Samerlmg. Buchdr. des Oesterr. riodd in Trieft.