Nro. I04< LMcher ^^^^M Zettmg. Freytag den 30. Chnstm. 1791. Inländische Nachrichten. 5Vien den 24. (lhrisim. Ihro kömgliche Hoheit die Ercherzogin Maria Theresia Gemahlin des Erzherzogs Franz befindet sich mit der jungen Erzherzogin Tochttr im erwünschten Wohlseyn. — Wir sind äußerst begierig , was für ein?« Emdruck das Schreiben wird gemacht haben, welches Se. Maj. der Kaiser nach Frankreich von Reichswegen gcschi kt hab n, nnd in welchem Se Maj. die Rechle de? dlntschrn Fürsten reklamiren, wtlck)? Besitzungen in Elsaß und Lothringen haben. Wahrscheinlich wird dieses Schreiben b?y der Nationalversammlung ein^ so größere Sensazion verursachen , da man bennahe seil Jahr und Tage i^ies? Soche von Reichs» wec>en nicht in Erwähnung brach!?. -— Am Do»inerstag und Gestern snid Klariere von Petersburg nnd Berlin hier angekom« wen , deren überbrachte Depeschen sich meistens aus die Staatsllvoluzion in Pohlen beziehen sollen. — Ob der Kurfürst von Sachsen die Pohlnisch? Königskrone, und unter welchen Bcdinqm'ssen annehmen werde, wissen wir hier noch nicht ; aber gewiß ist es, daß der Kurfürst sich wohl hüten wird diese Krone anzunchmen, so lange die neue Konstituzion durch die Garantie dcr Höfe von Wien ,.Petersburg und Berlin nicht ihre Festigkeit erhalt. — Der Herr Gubernialrath v. Nüger wird aus Böhmen erwanet um cas Referat der Studien und milden Stiftungen zu. übernehmen , und es soll künstig alles, was dieses Departement angeht, umm'tttlbar an den Monarchen referm werden. — Für die Wittwe des verstoröemn Hrn. Kapcll-mcist?rs Mozart ist auch gesorgt. Stim Majestät der Kaiser haben ihr den ganzen Gehalt ihres Mannes gelafflN, und ihren Sohh hat Se. Erz. der Baron van Swietm w Versorgung genommen« — Nachdem k 5 bl?rch den Tod des letzten Prufaien von dem aufgehobenen Stifte St. Pölcen, die von dem Probsten des dortigen Gottes-haufts vo» Alters h>r bekleidete Würde des obersten Erbhoskaplans in Oesterreich unter der Ens in Erlediqmig gekommen ist, haben Se. Maj, duft Würde dcm gegt'nwartigetl Probsiel: Floridus / voll Klosterneuburg < und den nachfolgende ^ Vorstehern dieses Stifts, mit dcn damit M verbundenen Vorzügen, sowohl in Rücksicht U auf die persönlichen Verdienste des jetzigen ^Probsten, als in huldreichstem Anbetrach-te in verschiedenen Vorfallen geleisteten Dienste, zu verleihen geruhet. — Sline Maj. haben in gnadigster Rücksicht auf die von dem Hofrathe v. Birkenstock erworbenen vielfältigen Verdiensie, und in der Betrachtung, daß derselbe seither im-U mer im Studicnsache bey der bisherigen k Hofkommißion , mit vollkommener aller-» höchsten Zufriedenheit gearbeitet hat, denscl-R Len auch zum Referenten in Studiensachen, M bey der böhmisch - österreichischen Hofkaliz-U ley zu ernennen geruhet. — Nachdem k Seine kurfürstliche Durchlaucht von Köln reinige Zeit hindnrch die Residenzstadt Wien D niit ihrer Gegenwart beehret halten, sind « Höchstselbe am 18. dicses wieder nach Bonn »abgereiset. ^ Prag den 16. Chrisim. Hier sind am 14. dieses in der kleinseitncr Psarr- ^ kirche bey St. Niklas die ftyerlichcn Exe« M quien für den am 5. zu Wien entschlaft- R nen Kapelmcister und k. k. Hofkomponi- » sien Mozart gehalten worden — ein? Fcyer R ( sagt die beliebte Prager Zeitung ) ganz U des grossen Meisters würdig , und die » dem Orchester des Nazionaltheaters unter U der Direkzion des rühmlichst bekannten Hrn. Joseph Strohbach die größte Ehre macht. Diese Feierlichkeit war auszeichnend/ war em redender Beweis, wie sehr in dem edeln Königreich Böhmen musikalische Verdienste geschätzt werden. Tri?st den 2l. Chrisim. Briefe aus Rom vom 9. dieses melden, daß der Pabst nelttrdilihs erkranket ist, und di? Umstand? sich schr bedenklich gezuget haben. Mau ließ Sr. Heiligrclt am 5. .zweym.al zur Adcr, legte auch dcs Abends Ziehpfiaster aii, da jedoch das Uibel zunahm , und Se. Heiligkeit abwechselnd in Ohnmachten verfielen, so geschah am 6. eine dritte Aderössnung. Seit dem haben sich die Umstände dermassen gebessert, daß Se. Heiligkeit am 3« Vormittags auf eine kurze Zeit das Bett verlassn konnten, um die 'Seligsprechung des Diener Gottes, Seraphin de Thomas, spanischer Nazion, zu promulgiren. Presibuvg dcn 21. Lhvistm. Der von der Qttomanischen Pforte nach Wien bestimmte Gesandte ist, wie aus Hermannstadt geschrieben wird, an der Siebenbür-gischen Gränze bereits eingetroffen, wohin einige Hofdolmetscher zu dessen Empfang abgeschickt wurden. Von den kön. ungarischen, und siebenbürgischen Hofkauz-leyen sind gleichfalls fcho» solche Vorkehrungen getroffen worden , damit derselbe aller Orten auf gehörige Art empfanden und bewirthet werden könne. Auch sind bereits in dcn Gegenden, wodu.ch er seine weitere Reise nimmt, verschiedene Lebensrnittel für ihn u:id sein Gefolge welches sehr zahlreich ist, eingelauftt worden. Semlin dcn 9. Chrisim Gestern kam der Belgrader Kiahja Beg mit seinem Gefolge und in Gesellschaft dcs Höft juden, herüber nach Semlin, und nachdem er, so wie alle dte seinigen , aus der Haliplwache alle Waffen abgelegt hat-ten, stattete er zuerst einen Besuch bey unserm Hm. Kommandanten ab. Von da begab er sich in die Gewölber, kaufte einige Stücke der schönsten Seidenzeuge von der neuesten Mode, und wurde nachher in einer großen Csardake von den hi^ sigen Griechen herrlich bewirthet. — Die Vornehmen unter unsern Nachbarn, und folglich auch der Bascha, bestellen von Zeit zu Zeit Semlillcr Kaufleute mit allerhand Waaren zu sich hinüber. Galanteriewaaren sind meistens der Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit, an denen di? gemeinen Muselmänner die Kunst und Feinheit als, ein Wunder betrachten. Die Vornehmen kaufen dann, und die übrigen begnügen sich, die Seltsamkeiten gesehen ,m haben; denn da die dermaligen Belgrader Türken meistens aus den innern Theilen des türkischen Staats sind, so haben sie wenig Kenntniß von den deutschen Landen, noch von den Künsten und Fabriken derselben. — Eben itzt war der Buchhalter des Belgrader Obermamhamts, Hacsi Emin Effmdi, und der ehmabge in Belgrad gestandene Obermauthner Mchmed Aga, nebst einem angesehenen Ianitscharcn, auf einen Besuch bey mir. Sie bezeigten ein unge-meines Vergnügen , daß sie endlich einmal wieder mit Deutschen Umgang haben , und niit ihnen in Freundschaft leben können; nur bedauerten sie, daß sie dcr Erlaubniß entbehren müssen, sich auch in andern Platzen, als Peterwardlin, P»si und Wien umsehen zu dürfen. Emin Effendi ist derjenige Aga, der bey Eroberung Belgrads die Bedingungen der Uibcrqabe an den berühmten Hru, Feldmarschall von Loudon überbrachte. Er sagte, nur Gott habe ihn gegen die auf Belgrad in grosser Menge stürenden mörderischen Kanonenkugeln geschult. ( * Kiahia Beg ist sonst so viel .' Bücher mir einem wolle, nen Läppchen, darein öfter kiein gestosse-ner Alaun gesireuet wird, siark abreiben. 3) Da die Bücher sich desso besser verhalten , je luftiger und trockner sie ^siehen , so ist es gut, solche nicht auf ganze Bretter sondern auf Leisten / die ein Zoll breit von einander stehen, aufzubellen ; oder wo man schon gemachte t,Schranke hat, auf die Äretter eine Art Von Rosi aus aufgeleimten Leisten anzubringen. Auch sollen die Herren Bi-bliothtkaire durch Gefälligkeit , Liebha-.ber anlocken, die durch fleißiges Lesen und Blättern das minirende Ungeziefer vertreiben , auch das Ausstauben alle Jahre nicht vergessen. 4) Einzelne Papiere, Briefe, Dokumenten liegen unangetastet in Schubla- den , wohin kein? Mäuse kommen , nur müssen keine Oblaten und kleisterische Sachen , die der I)erme5te3 plmicnuz liebt, dabey liegen. Diejenige, an denen besonders viel gelegen ist , können in Wachs oder in geöltem Papier eingewickelt oder in blechten Kapseln verwahrt werden. 5) Taffend und alle seidene Zeige, davon man alte Stücke wohlfeil genug haben kann, werden bekanntlich von kei« nem Insekt angegrW-n, und sind dem Wurm ganz undurchdringlich, wann solche durch Wachs g?5oqeu werden. 6) Sind aber schon vcn di^en Bü-cbermördcrn in einem alten Band , den man seines ehrwürdigen Ansehens halber gerne beybehalten möchte, so muß man das Buch durchblättern, ausklopfen und alsdann fest zugebunden, in einen nicht mehr zu heißen Backofen bringen. Man lasse alsdenn auf die innere Seite von beyden Deckeln ein starkes Parg^ment mit Leim aufziehen , oder ein dünnes Blatt Staniol auflegen , so kann ein Wurm, wenn er auch in den Deckel kommen sollte, nicht weiter vordringen. 7) Mau gebe diesen Insekten eine ihnen wohlschmeckendere Kost, z. B. die Haut eines abgestreiften Vogels, woran noch die Federn sind , oder ein Stück von einem unbearbeiteten und getrocknetem Schaaffel, wodurch sie angelockt und gefangen werden können. 8) Um aber die Mäuse vom Zernagen des Papiers abzuhalten, darf man ihnen nur Wasser hinsetzen, weil die Er-fahrnng gelehrt hat , daß sie mehr aus Durst als aus' Hunger Leinwani und Papier zernagen. Wird alle Dienst-und Freytaae nachmittags um 4. Uhr auf dem Platze Nro. 133« in der von Kleinmayerschen Buchhandlung ausgegeben. Nachricht ^ an die Leser der von Kleinmayri schen Laibacher Zeitung. >^chon neigt sich das gegenwärtig« Jahr, und sieht im Begriffe sich in die unabsehbaren Tiefen der Ewigkeit zu verlieren. Alle Vorfälle von Wichtigkeit, — sie mögen slch im Inn— odrr Auslande diese zwölf Monate hindurch auf unserem Erdballe ergeben haben, — hab' ich Ihnen, verehrungswerthe Leser meiner Zeitungsblätter, treulich mitgetheilt, und Sie waren großmüthig genug solche jederzeit gütig aufzunehmen. Bey diesem Gedanke fühle ich so ganz die heilige Pflicht, die Sie mir dadurch aufgelegt haben, Ihnen den wärmsten Dank für Ihre gütevolle Aufnah, me hier öffentlich abzustatten, sich Ibrem fernern Wohlwollen zu empfeh« len, und Ihnen den Entwurf meiner künftigen Zeitungsblätter, die eine neue Zugabe erhalten, vorzulegen. " Der Menschen, Länder/ Städte, und Saaten verschlingende Krieg hat zum Vergnügen der Menschenfreunde ausgedonnert, der über 302,000 und mehr Leichen, über unzählige in Schutt gestürzte Mauern wandelnde Würgengel hat sein Schwerd in die Scheide gesicckr, ist von unfern Fluren abgetretten, und hat sie dem lange davon verseuchten Engel des hol» den Friedens auf ewige Weltzeite» eingeräumt. Es wir> folglich den Zei» tungsblättern an Stoff fehlen.,, — Nein! denn ich kann mich unmög. lich überreden, daß Patrioten , und Menschenfreunden Nachrichten yon Län» derverheerungen, Vestenzerstörunaen, Strömen vergossenen Menscbenblutes, und andern Verwüstungen der Kriccesstamme behagen können, um so mehr, da an die Stelle dieser blutigen Neuistkeiten die angenehmsten Früchte des Friedens tretten, welcke diesen, — sey es mir erlaubt zur Ehre Her Mensch, heit zu sagen, — glücklichen Mangel an Stoff reichlick ersetzen. Nnn die Einrichtung meiner künftigen Zeitungsblatter? — Diese werden mit Anfang des nackstkommenden Jahrs aus z Hauptrnbriken be, siehen. I. Innl^ndische Nachrichten. Hier werden alle Vorfalle, sie möge,» sich auf das Politische, Justiz, Geistliche, Militär, Litterarische, Oekonomi-sclie, oder Handluugs Fach beziehen, nicht nur aus Krain, und dem österreichischen Littorali, sondern auch aus allen k. k. Erblandern geliefert. II. Alls« ländische Nachrichten. Hier erhalten Sie, meine Leser, im Auszüge alle wich« «Mtigen Ereissnissen,^ie bei fremden Nazionen vorfallen. Hl. wird un, ler der sluf'chrift: Stuttgard, di« ihrer besonders kor »igte'i Zhceibart, und «ichtiger Anmerkungen wegen so b«li«bt< Schubarls Chronik den angenehm^ ^ sien Stoff geben. ^ Der beigehende Anhang enthält ^> die TodtenW« von kalbach. 2) den Preis der Viktualien, und d«s Getreides. 3.) Verordnungen der hiesigen hohen La„desste!!e, Appellazionsdekret«, Zitazionen / Äonvokazionen, lizitazioneu, auch andere was immer Namen haben mögend« Verlautbarulu