Mzugspretje ^iir «Ksterreich-Ungarn ganzjährig K 6 — halbjährig K 3 — jiir Amerika: ganzjährig D. 2* — §ür das übrige Ausland ganzjährig K 6' 50 -Briefe ohne Unterschrift werden nichtberückfichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. (Sotffdim lote Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die ^eroatttmg des Hottscheer Voten in Gottschee 9ir. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftleitung des Kottfcheer Voten in Gottschee. Anzeigen (3t.|erate; werden nach Tarif berechnet und von der SSer. waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-icheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. M. 4. Oottschee, am 19. Aeöruar 1918. Jahrgang XV. Der Kaiser über Len Frieden mit der Hkratna. Der Kaiser hat am 12. Februar folgendes Handschreiben erlassen : An meine Völk e rI Dank Gottes gnädigem Beistände haben wir mit der Ukraina Frieden geschlossen. , Unsere siegreichen Waffen und unsere mit unverdrossener Ausdauer verfolgte« aufrichtige Friedenspolitik haben die erste Frucht des um unsere Erhaltung geführten Verteidignngskampfes gezeitigt. Im Vereine mit meinen schwer geprüften Völkern vertraue ich darauf, daß nach dem ersten für uns so erfreulichen Friedensschlüsse bald der allgemeine Friede der leidenden Menschheit gegönnt sein werde. Unter dem Eindrücke dieses Friedens mit der Ukraina wendet sich unser Blick voll Sympathie jenem strebsamen jungen Volke, zu, in dessen Herzen zuerst unter unseren Gegnern das Gefühl der Nächstenliebe wirksam wurde und das nach in zahlreichen Schlachten bewiesener Tapferkeit auch dazu genügende Entschlossenheit besaß, um seiner besseren Überzeugung vor aller Welt durch die Tat Ausdruck zu verleihen. „ So schied es denn als erstes aus dem Lager unserer Feinde aus, um im Interesse der möglichst raschen Erreichung des nunmehr gemeinsamen großen Zieles seine Bestrebungen mit unserer Kraft zu vereinen. Habe ich mich schon vom ersten Augenblicke an, als ich den Thron meiner erlauchten Vorfahren bestieg, eins gefühlt mit meinen Völkern in dem felsenfesten Entschlüsse, den uns aufgedrängten Kampf bis zur Erreichung eines ehrenhaften Friedens auszufechten, so fühle ich mich umsomehr eins mit ihnen in dieser Stunde, in welcher nunmehr der erste Schritt zur Verwirklichung dieses Zieles erfolgt ist. Mit Bewunderung und liebevoller Anerkennung für die fast übermenschliche Ausdauer und unvergleichliche Opferfreudigkeit meiner heldenhaften Truppen sowie jener, die täglich daheim nicht mindere Aufopferung bekunden, blicke ich voll Zuversicht in eine nahe glücklichere Zukunft. Der Allmächtige segne uns weiter mit Kraft und Ausdauer, auf daß wir nicht nur für uns und unsere treuen Verbündeten, sondern auch für die ganze Menschheit den endgültigen Frieden erreichen. Seidler m. p. Karl m. p. Die Geistlichkeit im Völkerkriege. i. Hie und da hört man hämische Bemerkungen, warum denn bei uns die Priester keine Waffen trügen, warum sie nicht in den Schützengräben lägen. In Frankreich und Italien müsse auch der katholische Priester das Gewehr tragen und auf den Feind schießen. Bekanntlich beruht die Forderung der Enthebung des Priesters von dem blutigen Waffendienste nicht nur auf rein kirchlichem, jondern vielmehr auf göttlichem Rechte, so daß auch der Papst davon grun d-sätzlich nicht dispensieren kann. Tatsächlich hat der Papst im gegenwärtigen Weltkriege nicht dispensiert, er duldet einfach das in Frankreich und Italien von der kirchenfeindlichen Gesetzgebung der Kirche zugefügte Unrecht, das er nicht abwehren kann, beseitigt die Gewissensskrupel der von dem Gesetz Betroffenen und unterbindet vorläufig propter salutem animarum die irreguiaritasex de-fectu lenitatis. Bei uns in Österreich würde es das Volk überhaupt gar nicht begreifen, würde man die Priester zum Waffengebrauche zwingen wollen. Ein gesundes katholisches Denken hat für so etwas kein Verständnis. In Italien müssen mehr als 30.000 Priester als Soldaten und bei der Sanität Heeresdienste leisten, in Frankreich ist ihre Zahl noch größer; sind doch mehr als 2000 französische Wettgeistliche im Kriege bereits gefallen. Und die Folgen davon in der Seelsorge? Die tieftranrige Lage, in welche eine nur allzugroße Zahl katholischer Pfarreien in Frankreich durch die Mobilisierung der Geistlichkeit gebracht worden ist, könnte wohl durch nichts anderes besser und . greller beleuchtet werden als durch das amtliche Schreiben, das Kardinal Dubois, Erzbischof von Rouen, an den Präsidenten des Generalrates Departements Seine-Jnferieure, Herrn Bignon, unter dem Datum des 10. Juni 1917 gerichtet hat. Es.besagt in deutscher Übersetzung folgendes: „Die Anwendung der neuesten gesetzlichen Verfügungen betreffend die Rekrutierung gestattet die Ausübung des Kultus in vielen Pfarreien nicht mehr. Ganze Gegenden sind ihrer Priester beraubt und diejenigen, welche noch verbleiben, sind zu weit entfernt, krank oder zu betagt und somit unfähig, die Abwesenden zu ersetzen. Es sei hier aus vielen Fällen nur ein Beispiel angeführt. Der Abbe Benoist, Pfarrer von Derehiny, Dekan von Dieppe, trägt heute die Last von auch noch neun weiteren Pfarreien. Daraus entspringt für die jeder geistlichen Unterstützung beraubten Gläubigen ein schwerer Schaden. In verschiedenen Pfarreien mußte der Sonntagsgottesdienst vollständig aufg elassen werden; ein regelmäßiger Katechismusunterricht ist nicht möglich; die K in d e r sterben ohne die Taufe, die Kranken ohne bre Sakramente, das ist eine beweinenswerte Lage. Wo ist da die vom Gesetze garantierte Gewissensfreiheit und die zugesicherte Freiheit der Kultuspflege? ... Die Religion ist für die Seele so notwendig wie bas Brot für den Körper; der Priester hat ganz besonders in Kriegszeiten mitten unter der katholischen Bevölkerung seine Aufgabe zu erfüllen. Keiner unserer Verbündeten, keiner unserer Feinde handelt auf diese Weise; die einen wie die anderen verstehen es, die militärischen Erfordernisse mit den Rechten des Gewissens und der Kultusfreiheit in Einklang zu bringen." Dieser Brief einer hohen kirchlichen Autorität zeigt in aller Deutlichkeit die verhängnisvollen Folgen, welche die Einführung der Waffendienstpflicht der Geistlichkeit notwendigerweise zur Folge hat, ein neuer Beleg dafür, daß die Katholiken unter allen Umständen eine solche Militärdienstpflicht der Geistlichen ablehnen müssen. Man denke sich z. B. nur die Lage unseres Gottscheer Dekanates im gegenwärtigen Kriege, wenn Gottschee in Frankreich läge. Von den 15 Pfarren würden gegenwärtig nur zwei besetzt sein, da nur au zwei Pfarren Priester wirken, die bereits über das landsturmpflichtige Alter hinaus sind. Auch bei uns würden in vielen Orten die Kinder ohne die Taufe, die Kranken ohne die Sakramente sterben müssen, es gäbe in den meisten Pfarren kein Kultusleben mehr, keinen religiösen Trost. Wie froh müssen wir also sein, daß unsere Heimat nicht in Frankreich oder Italien liegt, sondern im katholischen Oesterreich 1 Der Priester hat nicht die Ausgabe, sein heiß geliebtes Vaterland mit den Waffen zu verteidigen wie der tapfere Krieger, sondern er soll ihm dienen durch Werke der Liebe, und zwar sowohl im Felde als auch im Hinterlande. Welch hoher Opfermut zeichnet nicht unsere Feldgeistlichkeit ausl Die Seelsorge des Regiments-(Baons-) Geistlichen umfaßt die Kampftruppen auch aus den Hilfsplätzen und in Reservestellung. Nicht selten wie der Frontoffizier in der Kampffront- stehend, wirkt der Fetdkurat auf den Geist der Kämpfer in den schwersten Stunden und trägt somit zum Gesamterfolge in seiner Art bei. So mancher Feldgeistliche hat schon den Heldentod erlitten, wenn er im ärgsten Kugelregen den sterbenden Kriegern die letzte heilige Wegzehrung brachte. Und je länger der Krieg dauert, desto notwendiger erweist sich ja auch die religiös-moralische Stärkung der Kriegsleute. Nicht die Materie, auch nicht die modernste Kriegstechnik ist es, die allein den Sieg brächte, der Geist ist es, der den Sieg davonträgt. Im Juni 1917 unternahm der apostolische Feldvikar Bischof Dr. Emmerich Bjelik eine Jnspizierungsreise an die Südwestfront. Wiederholt konnte der Feldbischof auf dieser Jnspizierungsreise feststellen, daß die Militärgeistlichen ihre Aufgaben mit bewunderungswürdiger Ausdauer und Unverdrossenheit, Liebe und Begeisterung erfüllen. Sie sind wahre Helden, die Stunden und Stunden weit, bergauf und bergab, über dieckühnsten Steige und Felsen wandern, sich in schwindeligen Drahtseilbahnen emporziehen lassen, um den ihrer geistlichen Obhut Anvertrauten regelmäßig in ihren Unterständen und Gräben und auf den Bergspitzen die Kraft und den Trost des Glaubens und Gottesdienstes zu bieten. Wettergebräunte Gesichter, dabei voll heiteren Blickes, durchaus alle mit mehrfachen Auszeichnungen geschmückt, genießen sie das Ansehen und die Verehrung des Kommandanten und ihrer Mannschaft und alles ist nur eines Lobfs über die segensreiche Tätigkeit und den Einfluß, den sie auf die Truppen ausüben, und über den Anteil, den auch sie an der tapferen Verteidigung unserer Grenzen haben. Aber auch die Priester im Hinterlande, die Seelsorger in der Heimat stellen in der gegenwärtigen schweren Zeit ihren Mann, halten sich auf den Höhen ihres heiligen Berufes und leuchten den Gläubigen durch die erhabensten priesterlichen Tugenden voran. Über die Leistungen der Geistlichkeit unserer heimatlichen Pfarren im Kriege werden wir nächstesmal Näheres berichten. Aus Stabt und Land. Gotlschee. (E r n e n n u n g.) Der Minister für öffentliche Arbeiten hat den Direktor der Fachschule für Holzbearbeitung in Gottschee, Herrn kaiserlichen Rat Josef Knabl, mit der Rechtswirksamkeit vom 1. Jänner 1918 angefangen zum Staatsgewerbeschuldirektor in der siebenten Rangsklasse an dieser Anstalt ernannt. — (Auszeichnung vom Roten Kreuze.) Dem Herrn Dr. Walter Linhart in Graz wurde das Ehrenzeichen 2, Kl. m. d. Kd. verliehen. — (Kriegsauszeichnung.) Dem Reserveleutnant Herrn Johann Petsche, IR 17, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde die allerhöchste belobende Anerkennung m. d. Sch. bekanntgegeben. — (Kriegsauszeichnungen.) Dem Gefreiten Josef Ster-benz, IR 17, wurde die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. KL verliehen. Dem Feldwebel Josef Jaklitsch, IR 17, das Eiserne Verdienstkreuz m. d. Kr. a. B. d. TM. Dem Franz Mlekusch, GSchR 2, aus Mooswald wurde die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. verliehen. — (Todesfall.) Am 16. Februar ist hier Frau Franziska Ci an geb. Meisetz, k. k. Sicherheitswachmanns-Gattin, nach langem, schwerem Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, in ihrem 78. Lebensjahre gestorben. Sie ruhe in Frieden. —■ (Neunte Kriegsauszeichnung.) Dem Reserveoberleutnant Herrn Richard Kraul and, K. Sch. R. 1., wurde für vorzügliche Dienstleistung und in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit den Schwertern verliehen. Es ist das seine neunte Kriegsauszeichnung. — (Auszeichnung.) Für aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde wurde der Postadjunktin Frl. Maria Petsche das Silberne Verdienstkreuz in. d. K. a. B. d. TM. verliehen. — (Kirchliche Auszeichnung.) Der "Heilige Stuhl hat den städtischen Katecheten in Laibach. Herrn Johann Smrekar zum infulierten Abt des Heiligen Grabes ernannt. — (Auszeichnungen vom Roten Kreuze.) Dem Herrn Josef Abeles, k. u. k. Oberleutnant' d. R. in Gottschee, wurde das Ehrenzeichen 2. Klasse m. d. Kd. verliehen. Ferner wurde die Silberne Ehrenmedaille m. d. K. verliehen: den Frauen Christine Hofholzer, Paula Hauff und Anna Karnitschnig; den Herren kaiserl. Rat und Bürgermeister Alois Loy, Heinrich Hofhvlzer und Gymnasialprofessor Franz Watzl; den Fräulein (freiw. Pflegerinnen) Augusta Eimer, Franziska Hönigmann, Anna Jaklitsch, Edith Loy, Maria Loy, Sophie Ranzinger, Grete Satter, Anna Schwarzer, Auguste Tomaschek, Dora Trüge r, Juliana v. Wenn sch, der Frau Wilhelmine Winter, dem Frl. Anna David. Die Bronzene Ehrenmedaille m. d. Kd. wurde verliehen: den Barmh. Schwestern B l a n d a (Mara Jenko) und Leokadia (Mara Erklavc); den Herren Georg Kosar. Wilhelm Tschinkel, Peter Staubacher, Karl Weiß, Joh. Bezeljak, Franz Ustar, Hans Kresse und Johann Jaklitsch. — (Goldene Hochzeit.) Am 10. Februar feierten Herr Josef Verderber, Gastwirt und Realitätenbesitzer in Gotlschee Nr. 115, und dessen Gattin Frau Maria Verderber geb. Braune das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Alle Kinder und fast sämtliche Kindeskiuder — 21 Angehörige der Familie — hatten sich in Liebe, Dankbarkeit und kindlicher Anhänglichkeit zusainmengefunden, um diesen hohen Ehrentag festlich zu begehen. Auch zwei Söhne, die au der Front das Vaterland verteidigen, nahmen an der schönen Feier teil. Das Fest wurde am Vortage durch einen Polterabend eingeleitet. Die jüngste, noch nicht zwei Jahre alte Enkelin Zita überreichte mit einem innigen Kuß auf die Lippen ihrer lieben Großeltern einen Strauß mit goldenen Myrten und Ähren. Die jüngsten Enkel und Enkelinnen beglückwünschten hierauf das freudigst überraschte Jubelpaar mit sinnigen Versen, die sie sehr ausdrucksvoll vortrugen. Als ältester Sohn des Hauses brachte sodann Herr Franz Verderber namens sämtlicher Kinder, Enkel und Enkelinnen in tiefempfundener Ansprache die innigsten Glückwünsche zum Ausdrucke. Als Hochzeitsgeschenk wurde dem Jubelpaare ein Tableau mit den Lichtbildern der Familien und der Söhne und Töchter des Hauses überreicht. Es gab so manche Augenblicke tiefer Rührung, so daß sich die Augen der Teilnehmer feuchteten. Sonntag, den 10. Februar, ftor :rrn m. trn )em uit- er- ier- rne >ch. tiHe isfa etn, cem Jer* !0r* vor :ern mg che Hat ar rrn Sas 5\U of- ren i er fl-- a k-:ete ru-■em rde «id :lm a k, err hee me che be, um die cen :nb ,ita sß- ten er- iott m ief- cke. >en ses mß ar, fand sodann die kirchliche Feier statt. Während des Einzuges des von sämtlichen Angehörigen begleiteten Jubelpaares in die Stabt* psarrkirche wurde auf dem Chore das „Preislied" aus Wagners „Meistersingern" (Violine und Orgel) in künstlerisch vollendeter Weise zum Vortrage gebracht. Hochw. Herr Dechant Erker nahm die Jubeltrauung vor. Nach einer dem weihevollen Augenblicke angepaßten herzlichen Ansprache wurden die Hände des Jubelpaares mit der Stola umwunden. Nach Abbetung eines Psalmes wurde ein feierliches Tedeum angestimmt, das so recht innig aus dem Herzen kam. Biele Anwesende wurden zu Tränen gerührt. Den Abschluß der schönen Feier bildete ein Festmahl im trauten Familienkreise. An dem Feste nahm auch die Bevölkerung der Stadt innigen Anteil; wird doch Herr Verderber als kernfester Charakter, als Mann von echtem deutschen Schrot und Korn und dessen Gattin als Muster einer tüchtigen deutschen Hausfrau allgemein hochgeschätzt. Die Verdienste, die sich Herr Verderber um das öffentliche Wohl erworben hat, werden nach Gebühr allgemein gewürdigt und anerkannt. Bereits durch 44 Jahre ist Herr Verderber Mitglied unserer Stadtgemeindevertretung, durch 36 Jahre Ausschuß- und Direktious-mitgaeb der Sparkasse der Stadt Gottschee und seit 1900 Direktions obmann-Stellvertreter derselben, 38 Jahre Kirchenpropst. Sein Wort und sein gediegener Rat hat nicht bloß in der Gemeinde Geltung, sondern Herr Verderber genießt auch in den weiteren Kreisen unserer engeren Heimat das uneingeschränkte, volle und allgemeine Vertrauen. Wir schließen unseren Bericht mit dem innigen Wunsche: Möge es dem geehrten Jubelpaare beschieden sein, nach zehn Jahren auch die diamantene Hochzeit in voller Rüstigkeit und Gesundheit zu feiern. — (Theater.) Der rührige Gottscheer Theaterverein überraschte uns am 3. Februar mit einem großen Strauß von Darbietungen, darunter sogar mit einer Uraufführung „Der Spion" von R. Rychlik. Um die Ehren des Abends, dessen Reinerträgnis zu Gunsten der Kriegsinoaliden verwendet wurde, teilten sich Frau H. Raser, welche die schwierige Rolle der Lebedame Erna verkörperte, und Herr Rychlik, welcher mit den drei schwierigen Rollen eine Meisterleistuna schuf. Auch ein Schwank „Teremtette" von O. Berti wurde brav gespielt; hier glänzte neben Frau Raser und Herrn Rychlik besonders Herr Gustav Raser, der mit seinem „Rillwitz" sogar Applaus auf offener Szene erhielt. In kleineren Partien wirkten die Damen Altmann und Röhne sowie Herr Fröhlich recht wohltuend. Den Schluß des gelungenen Abends bildete der Schwank „Er muß taub sein". Hier hatte der Darsteller des Herne Herr Emanuel Hail die Lacher auf seiner Seite; aber auch Herr Rychlik erntete viel Beifall. Außerdem seien noch Frl. Altmann als Frieda, die wie immer reizend aussah, und die Herren Frisch, Fröhlich und Grüne genannt. Die gewissenhaft Einstudierung übernahm Oberregisseur Herr Wolfgang Reff vom Schauspielhause aus Berlin. — Am 9. und 10. Februar würde Nestroys klassischer Schwank „Lumpaeivagabundus" aufgeführt. Die Herren Rychlik, Raser und Hail gaben die Hauptrollen mit bestem Fleiß. Wegen Raummangels müssen sich die übrigen Darsteller mit einem Gesamt-lobe begnügen. Es seien hier genannt: Frl. Grün (Fortuna) als gute Spekulantin, Frl. Drobiunig (Amorosa), eine talentvolle Anfängerin, Frau Raser (Hannerl), vorzüglich wie immer, dann die Damen Altmann, Hold und Röhne sowie die Herren Groll, Kohlbein, Moser und Feicht. Auf der Bühne herrschte vom ersten Ausgehen des Vorhanges an eine lustige Stimmung, die sich bald auch über den Zuschauerraum verbreitete. Über einzelne Klippen ging das Publikum lachend zur Tagesordnung über, umsomehr, als beide Abende zu Gunsten der Gottscheer Kriegerwitwen und Waisen veranstaltet wurden. Auch dieses Stück inszenierte Oberregisseur Herr Wolfgang Reff. — (Ankauf verdächtiger Ware.) Wegen Ankaufs verdächtiger. Ware wurden kürzlich mehrere Personen aus Schalkendorf gerichtlich abgestraft. Sie hatten von einem Soldaten ärarische Decken angekauft. Es muß doch jedermann wissen, daß ein Soldat derlei Dinge nicht verkaufen darf und daß, wenn man von Sol- daten Kleider, Schuhe, Ausrüstungsgegenstände, Brennholz, Wäsche oder Lebensmittel kauft, man sich des Ankaufs verdächtiger Ware oder der Diebstahlsteilnahme schuldig macht. Mit Recht wird vom Volke eine solche Teilnahme am Diebstahle mindestens ebenso scharf verurteilt wie der Diebstahl selbst. — (Raturproduktensammlung in Gottschee.) 15 vollbeladene Trainwagen haben das Sammelergebnis aus dem Lande nach Gottschee und zur Bahn gebracht. Abgeführt wurden: 351 kg Kastanien, 3654 kg Eicheln, 126 kg Brennesselblätter und 57 kg Maisspindeln. Das Gesamtergebnis der Sammlung ist folgendes: 4162 kg Eicheln, 2137 kg Kastanien, 329 kg Brennesselstengel, 126 kg Brennesselblätter, 164 kg Brombeerblätter, 57 kg Maisspindeln, alles selbstverständlich in wohlgetrocknetem Zustande. — (Zwangsversteigerung.) Am 12. März l. I. findet um 10 Uhr vorm. beim Bezirksgerichte in Gvttschee die Versteigerung folgender Liegenschaften statt: Wohnhaus in Hornberg Nr. 23, Wagen- und Heuschupfe samt Keller, Viehstall, Schtveinestall, Grundstücke 34 ar 34 m2 (Einl.-Zahl 185 Stalzern); Miteigentumsrecht 1/28 und zu 68/1536 (Einl.-Zahl 82 und 121 Kotschen). Gesamter Schätzwert K 3004 98, geringstes Gebot 2002 K. —■ (Generaloberst v. Boroev ic) ist zum Feldmarschall ernannt worden. Feldmarschall v. Boroevic ist der heldenmütige Verteidiger des Küstenlandes und der Sieger in elf Jsonzoschlachten. — (Konkursausschreibung.) An der dreiklassigen Volksschule in Nesseltal ist eine Lehrstelle mit der Beschränkung auf weibliche Lehrkräfte Mit den systemisterten Bezügen zur definitiven Besetzung ausgeschrieben. Gehörig instruierte Gesuche sind bis 4. März 1918 im vorgeschriebenen Dienstwege beim k. k. Bezirksschulräte in Gottschee einzubringen. — (Entschädigungsberechnung.) Der Durchschnittspreis für behördlich getötete oder infolge einer behördlich ungeordneten Impfung verendete Schweine ist für das erste Vierteljahr folgender: A. Nutzschweine des Landschlages: 1.) Ferkel bis zu 3 Monaten K 9'26; 2.) Schweine bis zu 1 Jahr K 5 90; 3.) Schweine über 1 Jahr K 510 per kg des Lebendgewichtes. B. Nutzschweine aus Kreuzungen mit englischer Rasse: 1.) Ferkel bis zu 3 Monaten K 9'80; 2.) Schweine bis zu 1 Jahr K 6 30; 3.) Schweine über 1 Jahr K 5'30. C. Nutzschweine, reinrassige (englische) importierte oder heimische Zucht: 1.) Ferkel bis zu 3 Monaten K 11"80; 2.) Schiöeine bis zu 1 Jahr K 7‘75; 3.) Schweine über 1 Jahr K 5'75. Bei Zuchtschweinen wird der Entschädigungsbetrag unter Hinzurechnung eines Zuschlages von 25 Prozent zum obigen Werttarif bemessen. — (Die ältesten Leute der Stadt Gottschee.) Die älteste Person der Stadt Gottschee, der wir in den Sterbematriken begegnen, ist der städtische Müller Johann Schleimer, der im Jahre 1739 im Alter von 108 Jahren gestorben ist: 1739 mor-tuus est Joannes Schleimer, molendarius civitatis, ann. aet. suae 108. In neuerer Zeit erreichten die verstorbene Frau Maria Hauff und der verstorbene Herr Franz Bartelme ein Alter von mehr als 90 Jahren. Es seien noch folgende Sterbesälle aus den Matriken angeführt: 1876: Margareta Braune, Bürgerswitwe, Haus Nr. 74, 92 Jahre alt; 1786: Andreas Jaklitsch, Nr. 56, 90 Jahre alt; 1830: Bartholomäus Luscher, Nr. 4, 94 I. alt; 1820: Anton Ošura (Oschura), Nr. 100, 90 I.; 1788: Joses Premier, 90 I.; 1782: Margareta Ramor (in), Bürgerswitwe, Nr. 3, 90 I.; 1713: Lukas Rom, 90 I.; 1822: Maria Schleimer, Nr. 14, 90 I.; 1872: Elisabeth Seemann, Bürgerswitwe, Nr. 49, 94 I.; 1680: Andreas Säber (Sever), 103 I.; 1677: Bartholomäus Walisch, 92 I.; 1698: Maria von Pernburg, 99 I.; 1888: Barbara Wahrheit, Finanzwachaufseherswitwe, 90 I. — (Verteuerung der Postsparkasse-Drucksachen.) Das Postsparkassenamt ließ nachstehende Preiserhöhungen eintreten: Vom 1. Februar 1918 angefangen kostet ein Scheckheft mit 50 Blatt 4 K, ein Erlagschein 4 h und ein Bund Gesamtscheckverzeichnisse (25 Stück für je 50 Überweisungsposten und 50 Stück für je 20 Überweisungsposten) 8 K. Die beim Postsparkassenamt vor iS; II dem 1. Februar 1918 eingelangten Bestellungen werden noch zu den alten Preisen ausgeführt. — (Keine Herabsetzung der Zuckerquote.) Durch die Blätter ging ein Gerücht, wonach eine Herabsetzung der Zucker-quote von 3A aus 1/z Kilogramm zu erwarten sei. Schuld daran seien die tschechischen Bauern, die einen großen Teil der Rüben verfüttern oder zu Sirup verarbeiten. Wie nun in Wien von zuständiger Seite mitgeteilt wird, entsprechen diese Beschuldigungen nur zum Teil der Wirklichkeit; an eine Herabsetzung der Zuckerquote soll jedoch nicht zu denken sein. — (Als Mi11lerstelle für den Grundverkehr) wurden durch eine Kundmachung des Ackerbauministers bezeichnet: für Krain die „Zadružna centrala", registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Laibach, und die „Zadružna zveza", registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Laibach. — (Der Viehmangel in Krain. Einschränkung des Fleischzivilkonsums.) Die „Landeskommission zur Regelung des Viehverkehrs in Krain" bei der k. k. Landesregierung in Laibach hat in ihrer am 31. Jänner abgehaltenen Sitzung energischen Einspruch gegen die ungemein großen Anforderungen von Schlachtvieh durch die Militärverwaltung erhoben. Auch die k. k. Landesregierung für Krain machte an kompetenten Stellen Vorstellungen gegen das Ausmaß der Viehanforderungen durch die Heeresverwaltung. An kompetenten Stellen wurde seitens aller Faktoren vorgebracht, daß Krain keineswegs die militärischen Ansprüche erfüllen könne, doch beharrt die Heeresverwaltung auf der vorgeschriebenen Anzahl von Vieh. Aber auch die Zivilbevölkerung verlangt immer mehr Fleisch. Im Monate Februar l. I. müßte die „Krainische Landesstelle für Viehverwertung" über 13.000 Stück Vieh aus Krain abgeben, wenn die Heeresanforderungen und der Bedarf des Zivilkon-fums gedeckt werden sollte. Die „Krainische Landesstelle" kann indessen im Wege des freihändigen Einkaufes im ganzen Lande nur 613 Stück Vieh aufbringen, jede Mehrentnahme könnte nur im Wege der zwangsweisen Requisition geschehen. Die Landwirte sträuben sich gegen die Viehabgabe, da Ochsen zur Bestellung der Felder benötigt werden. Das übrige Vieh ist Kleinvieh; trächtige Kühe und Melkkühe abzugeben, ist aus viehzüchterifchen Interessen unzulässig. Angesichts dieser Sachlage wurde die „Landeskommission zur Regelung des Viehverkehres" gezwungen, auch den Zivilkonsum Krains eißzuschränken; in vielen Landgemeinden werden die Schlachtungen ganz eingestellt, in anderen Gemeinden stark eingeschränkt werden müssen. Die Züchter müssen darauf gefaßt fein, das schwer entbehrliche Zugvieh, aber auch Zuchtvieh, wenigstens nicht reinrassiges, zwangsweise abzugeben. Die „Krainische Landesstelle" wird durch ihre Vertrauensmänner trachten, die schwere Last möglichst gleichmäßig zn verteilen, so daß die Viehzucht, obwohl stark geschädigt, doch nicht ganz vernichtet und wenigstens teilweise aufrecht-. erhalten wird. Bei Entnahme von Zuchtochfen wird die „Krainische Landesstelle" die Sache so zu regeln suchen, daß in jedem Dorfe wenigstens einiges Arbeitsvieh verbleiben wird. Die Landwirte werden sich beim Anbau gegenseitig mit Zugvieh aushelfen müssen. Wir appellieren an die Viehzüchter, in Anbetracht der geschilderten Sachlage der Viehabnahme durch die Vertrauensmänner der „Krai-nischen Landesstelle für Viehverwertung" nicht Widerstand zu leisten, da sonst die Heeresverwaltung zumilitärischenRequisitionen schreiten würde, wodurch ganz unabsehbare Folgen entstünden, denn Requisitionen würden in Bausch und Bogen ohne Rücksicht ans die individuellen wirtschaftlichen Verhältnisse durchgeführt werden, wobei aber auch mit der Bevölkerung unliebsame Konflikte entstehen könnten. Die Vertrauensmänner der „Landesstelle" haben den strengen Auftrag, nur solches Vieh abzunehmen, das zwar schwer, jedoch verhältnismäßig am leichtesten entbehrt werden kann. Anderseits appellieren wir an die Bevölkerung der Städte und Industrieorte, an die Arbeiterschaft und an die Bürgerschaft, den Fleischgenuß zeitweilig und wenigstens solange die Gefahr einer Mißernte im Herbst besteht, einzuschränken. Das konsumierende Publikum möge der Sachlage Verständnis entgegenbringen. Im Interesse aller Bevölkerungskreise und der Zukunft unserer Volkswirtschaft ist es gelegen, daß wenigstens ein Teil des Arbeitsviehes erhalten bleibt. Die Viehzüchter selbst, vor allem aber auch die Gemeindevorsteher mögen dahin wirken, daß auf dem Lande Hausschlachtungen von Vieh und Kälbern vermieden werden sowie daß krainisches Vieh nicht in Nachbarländer geschmuggelt wird, denn beides bedeutet für unsere Wirtschaft die größte Gefahr. — (Feldkorrespondenz und Kriegsgefangenen-korrespondenz.) Es mehren sich die Fälle, daß von der Bevölkerung zur Korrespondenz mit Kriegsgefangenen Feldpostkarten verwendet werden. Hiedurch wird die glatte Abwicklung sowohl des Feld- wie auch des Kriegsgefangenenpostverkehrs wesentlich erschwert. Es ergeht daher die dringende Aufforderung, für die Kriegsgefangenenkorrespondenz niemals Feldpostkarten zu benützen. — (Die einzigen Söhne. — Die Väter von sechs Kindern.) Mit kaiserlichem Befehle vom 11. September 1917 wurde bekanntlich verfügt, daß der als einziger verbliebene Sohn einer Familie, von der bereits zwei ober mehrere Söhne gefallen ober infolge der während der Kriegsleistung erlittenen Verwundung, infolge Kriegsstrapazen oder infolge einer während der Kriegsdienst-leistung zugezogenen Krankheit gestorben ist, und ferner daß der Vater von sechs oder mehr unversorgten Kindern, für deren Unterhalt er zu sorgen hat, ans solchen für Frontdienstuntaugliche sy-ftemisierten Posten bei der Armee im Felde zu verwenden sind, die nicht der ständigen feindlichen Einwirkung ausgesetzt sind. — Die Bevölkerung wird aufmerksam gemacht, daß das Befehlsschreiben seinem klaren Wortlaute nach in der Hauptsache nach nur die Art der militärischen Verwendung der in der Kampffront Eingeteilten und auch. bezüglich dieser Personen im allgemeinen bloß die Einteilung auf Dienstposten außerhalb des Bereiches der ständigen feindlichen Feuerwirkung verfügt, nicht aber eine solche im Etappen-raume ober im Hinterlande anordnet. — (Drei Millionen Rückwanderer.) Nach einer Washingtoner Meldung zeigen die Zahlen einer Erhebung der Regierung, die zum Teil auf der Bestellung von Schiffsplätzen beruhen, daß drei Millionen ausländischer Arbeiter aus Amerika nach dem Kriege auswandern werden. Eine derartige Rückwanderung muß, sofern sie tatsächlich in dem angegebenen Umfange erfolgen sollte, von den schwersten Folgen für das amerikanische Wirtschaftsleben sein, namentlich wenn man bedenkt, daß seit Kriegs-Beginn die „Mindereinwanderung" in Amerika mehr als eine Million beträgt und daß die amerikanische Volkswirtschaft nach dem Kriege auf Zustrom von europäischen Arbeitskräften angewiesen bleibt. Von den Rückwanderern dürften beiläufig eine Million auf unsere Monarchie entfallen. Die Vorkehrungen, welche für die Heimschaffung und Seßhaftmachung in Österreich geplant sind, haben, wie wir erfahren, in letzterer Zeit eine recht unliebsame Unterbrechung erfahren, und zwar deswegen, weil die Beamten der betreffenden Abteilung des Jnnermninisteriums in das neue Fürsorge-Ministerium versetzt wurden. Es wäre außerordentlich zu bedauern, wenn infolge dieses Umstandes die dringenden Vorarbeiten für diese Aktion eine längere Unterbrechung erfahren würden. („Atlas".) — (Rückkehr der Kriegsgefangenen.) Ein Ojsizier, der als Austaufchinvalide kürzlich aus Rußland zurückgekehrt ist, äußerte sich dahin, daß bei dem argen Zustande der russischen Eisenbahnen und infolge der ungeheueren Entfernungen es wohl einige Monate bauern werde, bis nach dem nunmehr eingetretenen Kriegsabschlnsse die letzten Gefangenen aus Rußland in die Heimat zurückkehren werden. — (Die Lage unserer Kriegsgefangenen in Rußland.) Das vorläufige Nichtzustandekommen eines förmlichen Friedensvertrages mit Rußland hat weite Kreise der Bevölkerung außerordentlich beunruhigt. Wie wird es unseren Kriegsgefangenen in einem der einheitlichen Leitung entbehrenden Staate nunmehr ergehen? Es wird in dieser Beziehung verlautbart, daß die zuständigen Stellen die Verhandlungen über die Kriegsgefangenen entschieden fortfegen werden: Die bereits geroffenen Vereinbarungen über bestimmte rer is- rch ibe ote nn n* Je- ;en >hl :r- Kriegsgefangenenklaffen werden voraussichtlich vielen Kriegsgefangenen die Heimkehr in einem verhältnismäßig frühen Zeitpunkt ermöglichen. Die Entlassung der russischen Kriegsgefangenen in Österreich-Ungarn werde nur in einer Form verfügt werden, die den gleichartigen russischen Gegenmaßnahmen entspricht. Die Heeresverwaltung arbeitet seit langem daran, um die vorhergesehene Gefahr (Subststenzlosig-feit unserer Kriegsgefangenen, die nunmehr auf freien Fuß gesetzt werden) von den Kriegsgefangenen abzulenken, und zwar durch die Bereitstellung hoher Fonde zur Erhaltung der Kriegsgefangenen in Notstandsgebieten, durch praktische Verwendung dieser Mittel zur Beschaffung der dringendsten Lebensbedürfnisse, durch Beeinflussung der Kriegsgefangenen, damit sie nicht Handlungen begehen, welche ihre Lage verschlimmern können, und durch Schaffung einer Organisation zur Beschleunigung der Heimbeförderung. Dies alles sowie die kluge und mutige Tätigkeit der für unsere Kriegsgefangenen wirkenden neutralen Stellen, bann das Herannahen der warmen Jahres;eit und die Einstellung der Feindseligkeiten im Osten sind wohl geeignet, den gewiß nicht ungerechtfertigten Befürchtungen die Hoffnung auf Überwindung der augenblicklichen Krise entgegenzustellen Jedes gefährdete Menschenleben in Feindeshand müsse geschützt werden, soweit es die Autorität und die materielle Macht des Staate- in ihrem vollen Einsatz ermöglichen kann. — (Aus der Kriegsgefangenschaft h e i m g e k e h r t.) Am 1. Jänner kam im k. u. k. Übernahmskommando in Saßnitz aus Rußland u. a. an Herr Dr. Franz Jur an, bhJR 4. — (Der Raubmord in Bruck.) Der 21jährige Schlosser-gehilst Josef Waldecker aus Deuchendorf bei Bruck an der Mur wurde wegen meuchlerischen Raubmordes vom Schwurgerichte in Leoben zum Tode durch den Strang verurteilt. Ec hatte am 19. Mai v. I. nach Mitternacht den 64 Jahre alten Hausierer und Hausbesitzer Matthias St alz er ermordet, ausgeraubt und in die Mur geworfen. Waldecker hatte wegen einer beabsichtigten Heirat Bedarf an Geld, zumal, da er viel verbrauchte und ein leichtsinniges Leben führte. — (Der Widerhall der Entschließung der deutschen Geistlichkeit.) Die Entschließung der deutschen Geistlichkeit des Gottscheer Gebietes gegen die Gründung eines selbständigen südslawischen Staates wurde in unserer engeren Heimat und in allen deutschen Kreisen mit lebhafter Freude und besonderer Genugtuung begrüßt. Auch in der Tagespresse wurde die mutige Tat beifällig erörtert. Das „Grazer Volksblatt" brachte den vollen Wortlaut der Entschließung, die es als sachlich, maßvoll und würdig bezeichnete. Die „Reichspost" bemerkte: „Sehr ernst spricht sich die Entschließung des deutschen Gottscheer Klerus gegen die leidenschaftliche nationalpolitische Propaganda unter dem slowenischen Klerus aus und ersucht dringend um Bewahrung größerer Objektivität und besonnener Zurückhaltung in der Diözese. Es muß weit gekommen sein, wenn sich der so zurückhaltende deutsche Klerus der Laibacher Diözese veranlaßt sieht, in dieser Weise öffentlich seine warnende Stimme zu erheben." — Deutschnationale Blätter begrüßten das bekundete warme Volksbewußtsein, wofür der Gottscheer Geistlichkeit Dank und Anerkennung gebühre. — (Friedensfeier.) Anläßlich des Friedensabschlusses mit der Ukraina fand .hier in der Stadtpsarrkirche ein feierlicher Dankgottesdienst statt, dem das gesamte Militär und die Zivilbevölkerung beiwohnte. Das feierliche Tedeum war von Glockengeläute und Freudenschüssen begleitet. Aus tiefster Seele quoll das Dankgebet über die Lippen, der Dank zu Gott, daß unser Hoffen und Sehnen, unser Opfern und Ausharren nicht zuschanden wurde, sondern uns wenigstens ein Teilsriede beschert wurde, der den Grundstein legen wird zum allgemeinen beglückenden Völkerfrieden. Die Stadt war beflaggt; überall herrschte froheste Stimmung. In ähnlicher Weise wurde auch der Kriegsabschluß mit Rußland begangen. — (D i e Z ü n d h o l z k n a p p h e i t.) Wie der Handelsminister sich äußerte, ist die Knappheit an Zündern darauf zurückzuführen, daß die in der letzten Zeit für den Zivilgüterverkehr verfügbaren Betriebsmittel der Eisenbahnen zur Beförderung von Kohle und wichtigster Lebensmittel, wie Kartoffeln, Getreide, Mehl, Obst usw. voll in Anspruch genommen werden mußten, so daß die Beförderung aller anderen Zivilgüter in weitgehendem Maße eingeschränkt, ja zeitweise überhaupt eingestellt werden mußte; unter diesen Umständen war es nicht immer möglich, Zündhölzchen zu befördern. Hierunter haben insbesondere die an der Südbahn gelegenen Fabriken, denen auch das erforderliche Rohmaterial nicht zugeschoben werden konnte, zu leiden gehabt, so daß die vorhandenen Vorräte an Zündhölzchen nicht immer rechtzeitig und regelmäßig in Verkehr gesetzt werden konnten. — (Über die Beurlaubung der Fünfzigjährigen) äußerte sich Abg. Dr. Schlegel in der Sitzung des Abgeordnetenhauses dahin, diese Forderung sei keine Parteiforderung, sondern eine Forderung der Menschheit und sie müßte von Erfolg begleitet sein, wenn die Regierung bei Seiner Majestät diese Bitte des Hauses vorbrächte, worum die Christlichsozialen die Regierung dringend bitten. — (Wahlspruch des Kaisers und Königs Karl.) Auf eine Anfrage des k. k. Ministeriums für Landesverteidigung hat die Militärkanzlei Sr. Majestät den Wahlspruch des Kaisers bekanntgegeben, welcher, wie folgt, lautet: „Im Frieden und im Kriege mit dem Volke fürs Vaterlandl" In lateinischer Sprache: „Pace belloque omnia pro patria cum populo meo!“ — (Ludendorsf über d as Kriegsende.) Im bayrischen Landtage teilte Abgeordneter Sch'littenbauer mit, daß er und Dr. Heim im großen Hauptquartier von Hindenburg und Ludendorff empfangen worden seien und daß, als davon gesprochen wurde, die oberste Heeresleitung zögere das Kriegsende hinaus, Ludendorff folgende Antwort gegeben habe: „Glaubt denn irgendein vernünftiger Mensch, daß wir beide, auf deren schultern eine so ungeheuere Verantwortung lastet, auch nur einen Tag länger diese Verantwortung tragen wollten, wenn es nicht die. Sicherheit des deutschen Volkes und die Lebensinteressen des Reiches verlangen würden?" — (FriedeimOsten. — DerendgültigeZusammen-bruch des Panslawismus.) Eine inhaltsschwere Drahtnachricht meldete am 9. Jänner, daß der Friede mit der Ukraina unterzeichnet wurde. Sv konnte denn freudigen Herzens das erste Friedens-Tedeum in diesem Kriege angestimmt werden. Wornach Millionen und Millionen sich gesehnt, ist wenigstens teilweise zur Wirklichkeit geworden — ein Teilfriede, der Brotfriede, auf den sich hoffentlich binnen wenigen Monaten der allgemeine Friede aufbauen lassen wird. Der .Friede von Brest-Litowsk wird, wie Graf Czernin sagte, hoffentlich ansteckend wirken. Da die Westmächte noch immer nicht friedensbereit sind, wird es im.Westen allerdings vorher noch zu furchtbaren Kämpfen kommen müssen. Einen Tag nach dem Friedens-abschlusse mit der Ukraina kam sodann die'weitere Nachricht, daß Rußland unter Verzicht auf einen formellen Friedensvertrag den Kriegszustand für beendet erkläre und völlige sofortige Demobilisierung der russischen Streitkräfte anordne. Es war das die erste gewaltige .Folgewirkung des Friedens mit der Ukraina. Trotzki beendete den Krieg nicht, weil er wollte, sondern weil er mußte. Trotzkis Stellung wäre sonst unhaltbar geworden. Bisher konnten sich die Westmächte noch in der Hoffnung wiegen, Rußland werde, wenn es auch zu einer aktiven Kriegführung unfähig sei, doch nicht den wirklichen Frieden schließen und damit noch immer erhebliche Kräfte der Mittelmächte binden. Nun ist militärisch und wirtschaftlich auf breiter Front der Einkreisung ein Ende gesetzt. Aufatmend können wir nunmehr erwarten, daß das Ende des gigantischen Ringens in greifbare Nähe gerückt ist. „Nach Jahren härtester Kämpfe mit einer Welt von Feinden ist der uns umklammernde Ring dank der Siege unserer unvergleichlichen Heere gesprengt und das Wort vom Frieden Wirklichkeit geworden." (Worte Kaiser Wilhelms.) Durch den Friedensschluß dürften in absehbarer Zeit größere Truppenmengen der Mittelmächte an der Ostfront frei werden und in anderen Kampfgebieten zur Verwendung gelangen. Wir Österreicher können auch stolz darauf sein, daß das Zustandekommen des Friedens im Osten hauptsächlich ein Verdienst des Grafen Czernin Seile 30. Gottscheer Bote — Nr. 4. Jahrgang XV. ist. — Die seit Jahrzehnten so furchtbar drohende Gewitterwolke im Nordosten hat sich nun aufgelöst. Der Zusammenstoß ist vorüber und nicht Mitteleuropa, sondern das östliche Weltreich liegt zertrümmert auf der Walstatt. Die „Reichspost" schreibt: „Der Weltkrieg war der größte, aber auch letzte Eroberungskrieg des Panslavismus, denn die Vernichtungsziele, die ihm gesteckt waren, haben sich gegen diejenigen gewendet, die sie entworfen und bis an die Grenzen der Möglichkeit auszuführen gesucht hatten. Der Staat, dessen Größe und furchtbare Macht der deutsche Reichskanzler im Jahre 1913 in so nachdrücklicher und besorgt warnender Weise hervorhob, besteht nicht mehr. Eine neue Epoche ist im Osten, aus der blutigen Sintflut des Weltkriegs auftauchend, im Werden, die mit der vergangenen und versunkenen Zeit und ihren Zielen nichts gemeinsam hat. Der voni Zarismus geführte Ansturm der Panslavisten gegen das Germanentum und gegen die habsburgische Völkermonarchie ist heute nur mehr die warnende Geschichte vom Untergang eines großen Reiches. Rückenfrei nach Osten können sich jetzt die Mittelmächte gegen die Westmächte wenden, um auch diesen gegenüber reinen Tisch zu machen. So wie im Osten der großrussische Panslavismus es war, so ist im Westen das mit den sranko-italischen Romanismus verbündete Angelsachsentum der Hauptfeind der Mittelmächte. . . Amerika, „das große und mächtige Amerika", wie es jetzt in den Reden der englischen Staatsmänner apostrophiert wird, soll die durch den russischen Sonderfrieden für die Westfront entstandene schwere Krise beseitigen. Ob es hiezu imstande sein wird und ob die geplante Vereinigung der gesamten Kraft des Angelsachfentums gegen das Germanentum überhaupt gelingen kann, steht noch sehr dahin... Je stärker und drückender man jetzt in England, Frankreich und Italien das Schwergewicht des Weltkrieges empfindet und je trügerischer sich die Hoffnungen auf Amerikas wundertätige Hilfe erweisen, umso rascher wird mau sich in London, Paris und Rom bereit finden, dem im Osten gegebenen Beispiele zu folgen und auch an der Westfront des Weltkrieges die Waffen zu senken." — (Unzureichende Abwehr.) Schiffsleutnant Emo Des-kovich bestreitet in der „Reichspost" (2. Februar), daß die Abwehrmaßnahmen unserer Feinde gegen die U-Boote von Tag zu Tag wirksamer werden. Nun wurden nach der „Times" (also mehr als unparteiisch zusammengestellt) versenkt, bezw. sind Angriffen von U-Booten entkommen in den Monaten (1917): Versenkt Entkommen Verhältnis der entkommenen zu den März 133 56 versenkten °/o 436 April 223 * 106 47-5 Mai 136 81 596 Juni 152 105 68-6 Juli 96 55 57-7 August 109 49 45-4 September 80 44 55-0 Oktober 91 24 263 November 65 28 43 0 Es zeigt sich also, daß die Abwehrmittel nicht nur nicht an Wirksamkeit zu-, sondern im Gegenteil eher abgenommen haben. Sie wurden gewiß außerordentlich verbessert, aber die Entwicklung der U-Boot-Taktik ist rascher vor sich gegangen. Wenn wir uns vor Augen halten, daß der Zusammenbruch Rußlands schwerlich eingetreten wäre, wenn der U-Boot-Krieg nicht das geleistet hätte, was er geleistet hat; wenn wir uns weiter vergegenwärtigen, daß die 'amerikanische Hilfe infolge des U-Boot-Krieges in absehbarer Zeit Überhaupt nicht in einer die Verhältnisse irgendwie ändernden Form auf den europäischen Kriegsschauplätzen auftreten kann, und wenn wir schließlich die Verhältnisse in England, Frankreich und Italien, die durch den U-Boot-Krieg hervorgerufen worden sind, betrachten, so können wir, ohne ungerecht zu sein, nur sagen, daß der U-Boot-Krieg in einer Weise das große Ringen beeinflußt hat wie kaum ein irgend anderes Mittel. Er hat nicht jenen raschen Erfolg gebracht, den Ungeduldige von ihm erwartet haben. Er hat aber jenen Unrecht gegeben, die ihn als einen Fehler betrachteten. Witterdorf. (Gestorben) ist am 25. Jänner der verwitwete Auszügler Josef Hönigmann in Koslern 25. Er erreichte ein Alter von 78 Jahren. — (Diebstahl und kein Ende.) Der Windischdorfer Müllerin hat die Diebsbande, welche ihr Unwesen seit zwei Monaten hier treibt, ein Schwein aus dem Stalle gestohlen und selbes vor dem Stalle gleich geschlachtet. Beim Keuschler Stefan Perz in Oberloschin haben die Diebe ebenfalls aufgeräumt und das Fett und die vorhandenen Kleider fortgetragen. Erwischt hat man noch niemanden. — (Ausbau der Orgelpfeifen.) Am 1. Feder mußte auch unsere Orgel' ihre Kriegssteuer leisten, da sie 44 Zinnpfeifen mit dem Gesamtgewichte von 59 kg für die Zwecke der Heeresverwaltung hergab. Das Kilo Zinn vergütet man mit 15 K. — (Antiavit) nennt sich ein zum Schutze der Saaten vor Krähen, Hühnern ndgl. bestimmtes und von der landwirtsä-aftsge-sellschast in Laibach anempfohlenes Mittel. Die Versuche, dir damit im vergangenen Herbste hier gemacht wurden, haben sich b uv ährt. Die Raiffeisenkasse hat deshalb ein größeres Quantum Antiavit beschafft und wird dasselbe an Besitzer abgeben, die im Füihjahr ihr Saatgut damit beizen wollen. — (Zwei Brüder gefallen.) Nach behördlicher Mitteilung haben die Brüder Franz und Josef Rns aus Maliern 39 im Kampfe den Tod gefunden. Der erste im Juli, der zweite im September vorigen Jahres. Die beiden sind bereits das vierte Brüderpaar aus der Gemeinde, das für Kaiser und Vaterland das Leben zum Opfer brachte. — (Gebarung der Genossenschafszentrale im Jahre 1917.) Der Geschästsumfatz Belief sich auf K166,540.86020, der Stand der Einlagen K 31,533.152'30, der Stand der Kredite K 429.596 80, der Stand der Depositen 4,026.000 K, Zahl der Mitgliedsgenossenschaften 177. — (Daheim beerdigt.) Die Leiche deskam 6. Juli vorigen Jahres an den Folgen eines Kieferschusses in Laslau verstorbenen Besitzers Georg Nadler aus Ort 4 ist dort ausgegraben und jetzt nachhause übet führt worden. Zur Beerdigung, die hier am 7. Feb. stattfand, hatten sich die Nachbarn recht zahlreich eingefunden. Auch eine Abteilung von Rekonvaleszenten ans dem Roten Kreuzsjjitde in Gottfchee und des hier weilenden Militärs gab ihrem Kriegskollegen das letzte Ehrengeleite. — (Ein Todgesagter am Leben.) Kürzlich erhielt die Besitzersfrau Maria Gode aus Utiterloschin 6 vom Kompaniekommando die Nachricht, daß ihr Mann Johann Gode Ende November vergangenen Jahres an der Tirolerfront den Heldentod gefunden habe, daß seine Leiche aber noch nicht geborgen werden konnte. Einige Tage aber darauf langten zwei Schreiben aus Italien ein, worin Gode mitteilt, daß er in Gefangenschaft geraten und gesund sei. Daß diese frohe Botschaft die große Trauer seiner Familie in noch größere Freude wandelte, ist wohl erklärlich. An der Freude nimmt auch die übrige Bevölkerung teil, da Gode überall wohlgelitten war. Altlag. (Todesfall.) Am 23. Jänner ist Fran Leni Hutter, geb. Mansfer, von Altlag Nr. 39, 33 Jahre alt, im Wochenbett gestorben.- ‘ — (Schweinefett gestohlen.) Aus übertriebener Vorsicht vergrub I. H. hier Schweinefett in feinem Garten. Es kamen Diebe darüber und stahlen die 25 Liter „schiattei beiße Mochöde". Der Kübel, in dem sich die 25 Liter Schweinefett befanden, wurde von den Dieben wieder an Ort und Stelle zurückgestellt. Ein richtiger Faschingsdiebstahl! — (Theater.) Am 2. Februar I. I. fand im Gasthanse des Herrn F. König eine Theatervorstellung,' von hiesigen Damen und Herren aufgeführt, statt. Die Veranstalter gedenken von dem Erlöse ein Denkmal für die gefallenen Helden aus unserer Gemeinde zu errichten. Da der Erlös von 177 K für diesen Zweck bei weitem 1 „icht hknreicht, wird in Kürze wieder eine Aufführung stattfinden. Hlieg. (Besitzwechsel.) Das Haus Nr. 20 (Rogale) hat Lerr Johann Zur! aus Morobitz gekauft. Katschen. (Diebstahl.) Am 10. Februar 1918 zwischen 7 und 8 Uhr abends wurde der Besitzerin Helene Krisch in Kotschen Rr. 2 ein großer Topf voll reinen Schweirttfettes mit 8 Kilo in ihrem Vorhause aus einem Koffer gestohlen. Der vermutliche Dieb ist wohlhabend und in der Ortschaft gut bekannt. Er hat auch qenau gewußt, wo das Fett zu haben war. Der Langfinger kann das Stehlen nicht lassen, weil er zu viel braucht. Beim nächsten Diebstahl wird man ihm aber doch einmal auf die Zehen treten und eine Hausdurchsuchung vornehmen lassen müssen. Höttenitz. (Die Nachricht vom Friedensschlüsse) unt der Ukraina verursachte auch hier eine freudig erregte Stimmung, in deren Folge am 12. d. M. ein Dankgottesdienst in der htefigcn Pfarrkirche stattfand, an dem sich die Schuljugend, die GemeinDeuertretung und fast die ganze Bevölkerung beteiligte. Der Anfang zum allgemeinen Frieden ist da, wenn auch aller Anfang schwer -st. Laiöach. (Parteienverkehr bei der Landesregierung und beim Landesscti nlrate.) Mit Rundschreiben vom 14. Oktober 1917 wurde der Parteienverkehr bei der Landesregierung und beim Landesschulrate ans die Mittwoche und die Samstage" kür die Stunden von 10 bis halb 1 Uhr vormittags eingeschränkt. Vom 15. Februar 1. I. an kann das Borsprechen der Parteien bei der Landesregierung und beim Landesschulrate wieder an allen Wochentagen in den Stunden von 10 bis 12 Uhr vormittags stattfinden. Bei der Unterhaltskommission werden Auskünfte an Parteien wie bisher nur an Mittwochen und Samstagen von 8 bis 12 Uhr vormittags erteilt. Hraz. (Ernennung.) Der Grazer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 14. Februar den Titular-Stadtrat Herrn Dr. Hans Kren zum wirklichen Stadtrat ernannt. — (Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.) Dem Jahresberichte (1917) über das hiesige Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist u. a. zu entnehmen, daß Hochw. Herr P. Provinzial Dr. Ansgar Hönigmann das Ambulatorium für interne Krankheiten leitete; -Herr Dr. Walter Linhart war Primarius der medizinischen - Abteilung. „Im vergangenen Jahre hat die Kranken-ansta - durch den plötzlichen Tod des langjährigen um die Anstalt hochverdienten und unvergeßlichen Primarius Dr. Ludwig Luksch einen schweren Verlust erlitten. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, hat der Konvent zum Nachfolger den seil acht Jahren an der chirurgischen Abteilung ungemein tätigen Sekundarius Herrn Dr. Walter Linhart berufen. Herr Primarius Dr. W. Linhart hat während dieser kurzen Zeit als Leiter der chirurgischen Abteilung durch seine bei seinem seligen Chef gewonnenen Fachkenntnisse sowie durch seinen Fleiß das auf ihn gesetzte Vertrauen des Konventes und seiner Patienten vollauf gerechtfertigt, so daß er auch fernerhin die schwierigen Aufgaben, die ihm und der Krankenanstalt der Krieg mit seinen stets wachsenden Bedürfnissen auferlegt, zur vollsten Zufriedenheit lösen wird." Kingescndet. Kriegsanleihe-Versicherung zur Versorgung von Kindern durch ein Aus steuerkapital und eine Erziehungsrente. Das versicherte Kriegsanleihekapital wird nach Ablauf der vom Zeichner gewählten Versicherungsdauer (15 oder 18 Jahre) ausgefolgt. Stirbt der Zeichner während der Versicherungsdauer, so sind für die Versicherung keine weiteren Prämien zu bezahlen und es gelangen folgende Beträge für das zu versorgende Kind oder die sonstige vom Zeichner bestimmte Person zur Auszahlung: a) sofort nach dem Ableben des Zeichners ein Sterbegeld in der Höhe von 20% des versicherten Kriegsanleihekapitals, b) während der ganzen rest l i ch en V ersich erung sd au er eine Erziehungsrente für das Kind im jährlichen Betrage von 20 % des versicherten Kriegsanleihekapitales; weiters c) bei Ablauf derVersicherungsdauer die versicherten Kriegsanleihestücke als Aussteuerkapital. Die Leistungen a) und b) erfolgen in barem Gelbe und sind, sowie die Ausfolgung der versicherten Kriegsanleihe, bei Ablauf der Versicherungsdauer nicht von dem Leben des Kindes abhängig. Stirbt das Kind, so werden die gleichen Leistungen — je nach Wunsch des Zeichners oder seiner Rechtsnachfolger — an ein anderes Kind oder an die sonstige vom Zeichner bestimmte Person gezahlt. Die Versicherung ist vom ersten Augenblicke an für den Todesfall voll wirksam, ärztliche Untersuchung ist erforderlich, die Prämien sind äußerst niedrig. Die Kriegsgefahr i st in die Versicherung bis zu 10.000 K Kriegsanleiheaussteuerkapital und 2000 K, Sterbegeld u. Erziehnngs- ' rente unentgeltlich eingeschlossen; für höhere Versicherungsbeträge ist der Zuschlag für die Kriegsgefahr ein äußerst mäßiger. Beispiel: Ein 32jähriger Mann versichert für sein 2jähriges Kind auf die Dauer von 18 Jahren, also bis zum 20. Lebensjahre, ein Aussteuerkapital von 10.000 K, sowie ein Sterbegeld und eine jährliche Erziehunsrente von 20 % des Versicherungskapitales, d. i. 2000 K. Für diese Versicherung ist eine jährliche Prämie von 491.20 K zu bezahlen. — Stirbt der Zeichner im Zweiten Versicherungsjahre, so wird ausgezahlt: a) sofort ein Sterbegeld von 2000 K bar, b) durch 16 Jahre eine Erziehungsrente von jährlich 2000 K, d. i. 32.000 K, zusammen also 34.000 K bar und überdies c) bei Ablauf der 18jährigen Berficherungsdauer Nominale 10.000K Kriegsanleihe, für diese hohe Versicherungsleistung wurden insgesamt 982.40 K an Prämie eingezahlt. Die Prämien können auch für die ganze Versicherungszeit auf einmal im voraus bezahlt werden (unter Anrechnung von 43A% Diskont); stirbt jedoch der Zeichner vor Ablauf der Versicherungsdauer, so gelangen auch die unverbrauchten diskontierten Prämien zur Rückzahlung. In dem oben angegebenen Beispiele wäre als einmalige Vorauszahlung aller Prämien ein Betrag von 6238.90 K zu bezahlen. Stirbt also der Zeichner im zweiten Versicherungsjahre, so gelangen nach seinem Tode außer der obenerwähnten Barbeträgen per 34.000 K sofort auch die unverbrauchten Prämien per 5676.95 K zur Rückzahlung. Insgesamt würde also die begünstigte Person in barem Gelbe 39.676.75 K und 10.000 K Nominale Kriegsanleihe st ücke erhalten. Eine vollkommenere und billigere Versorgung der Familie ist kaum denkbar! Die einmalige Vorauszahlung der Prämie kann auch in Kriegsanleihe stücken der 7. und früherer Emissionen erfolgen. Jeder Besitzer von Kriegsanleihe kann sonach ohne einen Heller Bargeld und ohne Kursverlust seine bisherige Zeichnung verdoppeln. Er erwirbt hiedurch eine hochverzinsliche und jederzeitliquideKapitalsanlage, besiegelt von neuem seine Liebe zur Heimat und sorgt auch für seine Lieben. Auskünfte in dieser Versicherungsart, sowie in allen, anderen Kombinationen der verschiedenen Kriegs- und Kriegsanleiheversicherungen mit und ohne ärztliche Untersuchung erteilen und Anträge nehmen entgegen: die Landes st eile des k. k. öfter r. Militär-Witwen- und Waisenfondes, Versicherungsabteilung Laibach, Fran-zenskai 1, die Bez irksste llen in allen p o litisch en B ezirken und ihre bevollmächtigten Vertreter. — lil Seite 32. Gottfcheer Bote — Nr. 4. Jahrgang XV. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Xleindruckzeile oder tun Raum 10 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Lin. schaltung zu erlegen. — Es wird Höflichst ersucht, bei Beste!, lungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. verein der Deutschen a. ßomcbee = in Wien. — Zitz: I., Himmelpfortgasse Nr. 3 wohin alle Zuschriften zn richten sinö und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Sufammmßmtft: Jeden Donnerstag im WereinstoKake „Zum roten Igel", 1., Alörechtsplatz Wr. 2. Schöne, Kräftige, vierjährige ficbtenpfianzen das Kaufend zu 12 K, sowie 5 jährige das Zausend zu 15 K liefert, so lange, der Vorrat reicht, Kranz Köderer in Gottschee. Die Verwaltung des Kohlenwerkes in Gottschee beabsichtigt/ gute Bewiesen auf mehrere Jahre zu pachten. In der Nähe des Werkes liegende Wiesen bevorzugt. 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