SLOVANSKA KNJliNICA LJUBLJANA Die Post in Krain und ihre geschichtliche Entwickelung. Anlässlich der Eröffnung des neuen k. k. Post- und Tclcgraphcn-Amtsgebäudes in Laibach verfasst von F*. von Radies. Laibach 1896. Druck und Verlag von lg. v. Kleinmayr «51 Fed. Bamberg. Das neue Post- und Telegraphenamts • Gebäude in Laibach. Das früher an dessen Stelle gestandene Luckmannsche Haus Elefantengasse. Schellenburggasse. Die k. k. Post in Krain und ihre geschichtliche Entwickelung. Anlässlich der Eröffnung dos neuen k. k. Post- und Telcgraphcn-Amtsgobäudes in Laibach verfasst von P. von Radies. Laibach 1896. Druck und Verlag von lg. v. Kleinmayr <51 P'ed. Bamberg. rKN;jiKiCA £- 3^ U I't-v Seiner Excellenz dem hochwohlgeborenen Herrn Herrn Freiherrn Hugo Glanz v. Eicha k. k. Handelsminister und obersten Leiter des Postwesens Seiner k. und k. Apostolischen Majestät wirklichen geheimen Rathe, Großkreuz des Franz-Josef-Ordens, Ritter des Leopold-Ordens und des Ordens der Eisernen Krone dritter Classe, Besitzer der Kriegsmedaille, Großkreuz und Commandeur hoher ausländischer Orden etc. etc. ehrfurchtsvollst gewidmet vom Verfasser. Vorwort. Die Errichtung eines neuen k. k. Post- und Telegraphen-Gebäudes in Laibach, das nun in vollendet schöner und zugleich durch und durch solider Ausführung als eine der ersten Zierden unserer Landeshauptstadt vor uns steht, hat mir den Gedanken nahegelegt, aus diesem für das allgemeine Verkehrsleben wichtigen Anlass eine Geschichte der k. k. Post in Krain zu liefern, zumal dadurch auch wieder ein Baustein zu einer umfassenden Culturgeschichte Krains herbeigeschafft werden mag. Doch wäre eine Gedenkschrift über diesen Gegenstand im Sinne meines Vorwurfs schwer möglich gewesen, hätte ich nicht das Glück gehabt, zunächst in dem k. k. Ober-Postdirector von Triest, Herrn Karl Pokorny, einen für die Idee gleich empfänglichen wie zu deren Verwirklichung thatkräftigst beitragenden Förderer zu gewinnen. Das entscheidende und maßgebende Moment für das Erscheinen dieser Schrift war aber die vom hohen k. k. Handelsministerium in huldvollster Erkenntnis der Wichtigkeit des Gegenstands und im weiteren Ausblick auf die Ausgestaltung einer Geschichte des gesummten Postwesens in Österreich gütigst gewährte Subvention, wofür der genannten hohen Centralbehörde an dieser Stelle der gebürende Dank ganz ergebenst abgestattet sei. Der innigste Dank soll aber auch allen jenen ausgesprochen sein, die in irgend einer Weise das Zustandekommen dieser Schrift gefördert haben, in erster Linie der k. k. Post- und Telegraphen-Direction in Triest und den derselben untergeordneten k. k. Postämtern und Postmeistern, die zahlreiche Beiträge zur Geschichte der betreffenden Poststationen geliefert haben, dann den P. T. Vorständen der Archive und Bibliotheken, die Verfasser zu dem speciellen Zwecke dieser seiner Arbeit zu benützen in die Lage kam. Möge denn die bescheidene Schrift den Freunden der heimatlichen Geschichte, den Angehörigen dos Post- und Telegraphendienstes, sowie allen an der Institution des heute so hochentwickelten Österreichischen Postwesens interessierten Kreisen der Bevölkerung, also mit einem Worte: allen Bewohnern unseres Heimatlandes und darüber hinaus willkommen erscheinen! Dies mein bester Wunsch. Laibach im November 1896. Der Verfasser. Vorgeschichte und Römerzeit. Die geographische Lage von Krain gleichwie die Terrainverhältnisse dieses Landes im besonderen bedingten es, dass hier, und speciell in der Laibacher Ebene, sich schon von den frühesten Zeiten bis heute die großen Hauptverkehrslinien aus Ost nach West und von Nord gen Süd kreuzen mussten. So können wir uns vorstellen, dass von Süden her die bronze-erzeugenden Völker Phönizier und Etrusker den Verkehr mit dem Pfahlbauten bewohnenden Jagdvolko jenseits der julischen Alpen eröffneten und von den Venetern gefolgt wurden, während von Osten her, längs der Donau, Drau und Save, wie schon die Jasonsage (1250 v. Chr.) andeutet, durch die Einwanderung phönizisch-illyrischer Stämme (Japyden) pannonischer und orientalischer Einfluss sich geltend machte, bis endlich in den letzten Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung die von Westen und Norden her in die Alpen vordringenden Stämme der Taurisker und Noriker das Völkergemisch vollendeten.1 Die ebenso reichen als überraschend schönen Funde an Bernstein-und Glasschmuckwaren aus den prähistorischen Gräbern unseres Landes bezeugen uns den regen Handel und Verkehr, der zwischen den ältesten Einwohnern und den auswärtigen hervorragendsten Culturstätten stattgehabt, und zwar auf den später noch benützten Haupt-Straßenzügen, zunächst wohl aus dem Südosten her von den Küsten der Adria, an denen die von den israelitischen Propheten wie von den griechischen Schriftstellern als Meisterwerke der Technik bewunderten phönizischen Kauft arteischiffe, die sogenannten Tarsisschiffe, anlegten.2 Später suchten und fanden die Handelsschiffe der Griechen denselben Curs, denn eine ihrer wichtigsten Seestraßen war die nordwest- ' Doschmann und Hochstätter: Prähistorisclio Ansiedlungen und Begräbnisstätten in Krain. Sonderabdruck aus dom 42. Bande der Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien (mathem.-naturw. Classe), Wien 1879, p. 43 f. 2 Dr. A. Beer: Allgemeine Geschichte des Welthandels, I. p. 55. —"O 8 o°— liehe nach dem adriatischen Meere, von wo aus dann die angedeuteten Verkehrsriehtungen durch unser Land in Benützung kamen. Mit der Herrschaft der Römer in den heute unter der Bezeichnung Krain stehenden Gegenden treten wir aber auch hier in die Epoche einer systematischen Anlage von Straßen, Militär- und zugleich Poststraßen, mit denen diese weltbeherrschende Macht auch unsere Heimat durchquerte, zunächst zu dem Behüte, ihre Legionen auf denselben vorzuschieben, und auf denen dann zugleich die Staatspost (cursus publicus) befördert wurde und sich der daranschließende Privatverkehr entwickelte. Die Bedingungen für Leichtigkeit, Sicherheit und Schnelligkeit des Reisens waren namentlich in der Kaiserzeit im größten Theile des römischen Reiches in einem Grade vorhanden, wie sie es in Europa zum Theile erst wieder seit dem Anfang unseres Jahrhunderts geworden sind. Die Herrlichkeit und Großartigkeit des Straßensystems, welches das ganze römische Reich umspannte, ist über jedes Lob erhaben, und seine Überbleibsel sind am meisten geeignet, uns mit Ehrfurcht vor der Größe des Römerthums zu erfüllen. Wegekarten und Statmis-verzeichnisse, auf denen die Richtungen der Straßen, Entfernungen, Haltepunkte und Nachtquartiere angegeben waren, erleichterten den Verkehr in hohem Grade.1 In hohem Grade instructiv ist die im k. k. Postmuseum in Wien ausgestellte Karte des römischen Straßennetzes in den Donauprovinzen vom Professor Custos Alfons Müllner in Laibach, auf welcher uns das einst so gewaltige Aquileja in seiner Bedeutung als Knotenpunkt für das gesammte Straßennetz Noricums, Pannoniens, Istriens und Dalmatiens recht klar ins Auge fällt. Seit Augustus war die Donau Reichsgrenze und Reichswehr und daher von einer Kette von Castellen und befestigten Standlagern ver-theidigt. Nach den wichtigsten derselben in unseren Ländern, nach Lau-riacum, Vindobona und Carnuntum, ziehen denn auch von Aquileja aus über Emona, Celeja, Virunum und Petovio die Heeresstraßen gegen Norden, während ein Straßenstrang längs der Donau die einzelnen Castelle miteinander verbindet. Desgleichen begleiten Savus und Dravus Roichsstraßen, welche, mit der Donau-Limesstraße vereinigt, über Mursa und Cibalae nach den Balkanprovinzen und Constantinopel führten.2 •------— -- « 1 L. Friedländer: Darstellungen der Sittengeschichte Roms, Leipzig 1864, II. p. 3 ff. ’ Führer durch das k. k. Postmuseum in Wien, 2. Aull., Wien 1894, p. 187. — 0 0°— Die auf uns gekommenen «Itinerarien», einschließlich der sogenannten Peutinger’schen Tafel, sowie die damit in Vergleich gezogenen Überreste römischer Straßen, Meilensteine, Grabdenkmäler und römischen Funde im allgemeinen in unserem Lande,1 gewähren uns ein so ziemlich klares Bild der römischen Straßenzüge durch Krain. Es gab deren bekanntlich drei Hauptzüge, und zwar 1.) von Aquileja nach Emona (Laibach); 2.) von Emona nach Celeja (Cilli) und 3.) von Emona nach Siscia (Sissek). Für die eine dieser Hauptrouten, für die Route Aquileja-Emona und in ihrer Fortsetzung Emona - Celeja, verzeichnen das «Itinerarium Antoninum» und das «Itinerarium Hyerosolimitanum» genau die einzelnen Poststationen (mansiones) sowie die Stationen für den einfachen Pferdc-wechsel (mutationes). Am ausführlichsten in dieser Beziehung ist aber das Itinerarium Hyerosolimitanum, welches in der Richtung von Süd gegen Nordwest die «mansio Longatico» (Loitsch), «civitas Emona» und «rnansio Adrante» (Trojana), dazwischen die «mutationes»: zwischen Longaticum und Emona die «mutatio ad nonum» (Bevke-Freudenthal) und zwischen Emona und Adrante die «mutatio ad quatuordecimo» (Grüble und Ternovo bei Mannsburg) verzeichnet. In diesem Itinerarium erscheint überdies auf dem Wege von Aquileja bis Longaticum (Loitsch) auch «ad Pirum summas Alpes» eine Raststelle im Birnbaumerwalde (HruEica) genannt, sowie anderseits die Peutinger’sche Tafel zwischen Longaticum und Emona auch den Haltplatz Nauporto (Oberlaibach), zwischen Emona und Adrans (Trojana) den Flussübergang «Savo Fluvio» und die Zollstation «ad Publicanos» (Gradisce bei Podpec) nennt.1 2 3 * * Die Benennung «mansio» bezeichnote den Ort zum Verweilen und zum Aufenthalte der Post während der Nacht.8 Der «mansio» untergeordnet war die «mutatio», an welcher die Pferde, Maulthiere, Ochsen, welche das Postfuhrwerk zogen, gewechselt werden mussten.1 Auf jeder «mansio» wurden durchschnittlich 40 Pferde gehalten, auf größeren, welche an sehr belebten Heerstraßen lagen, oft noch mehr, außerdem Zugthiere verschiedener Art; auf den Mutationen genügte in der Regel die Zahl von 20 Pferden.6 1 Siehe das Hauptwerk von Alfons Mttllner: Emona, archäologische Studien aus Krain, Laibach 1879, lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamherg. 2 Mtillner: Emona, und Globocnik: Archäologische Karte für Krain. 3 l)r. Hudemann: Geschichto des römischen Postwesons während der Kaisorzeit, Berlin 1878, p. 114. ' lbid. p. 115. — 6 Ibid. p. 121. 10 O" Zwischen je zwei der Mansionen lagen fünf bis acht Stallungen, welche von den Eingebornen (Provincialen) erbaut und erhalten werden mussten, weil man von der national-ökonomischen Ansicht ausgieng, es käme ihnen die Benützung des Düngers zugute.1 Die Fahrpost hatte auf den Stationen eine Monge Vehikel stehen, welche den Reisenden zugeboto waren, gewöhnlich die rheda, zweirädrige Wagen, zwei-, auch vierspännig, deren sich auch die veredarii (Couriere) bedienten, später auch vierrädrige mit einer Belastung von 1000 Pfund; die carpeta, zweirädrig, mit einem Zeltdache, von zwei Maulthieren gezogen, gewöhnlich für Frachtfuhren und zum Gepäckstransport, aber auch zur Aufnahme von zwei bis drei Personen, Belastung 1000 Pfund; der carrus für die Schnellpost — auf den Stationen am zahlreichsten vorhanden, — aus Brettern zusammengeschlagen, zweirädrig, später vierrädrig, meist von Ochsen gezogen, zu Transporten für Pakete, Briefe, Geld, bisweilen auch für Kaufmannswaren wie für Personen, Belastung 200 Pfund; dann die Inrota, zweirädrig und wahrscheinlich die älteste Gattung der römischen Postwagen, von drei Maulthieren oder zwei Pferden gezogen, vorzugsweise zum Personentransporte verwendet. Nur wenige Stationen hielten die carucca, vierrädrig, die vorderen Räder kleiner als die rückwärtigen und vierspännig mit Maulthieren, die Postprachtwagen mit reichen Verzierungen in Gold, Silber, Elfenbein und Bronze, an welchen Fuhrwerken die römischen Wagenbauer ihre ganze Kunst verschwendeten. Dieselben dienten zu den Kaiserreisen (Nero hatte 500 solcher Wagen auf seinen Reisen mit), aber auch die höchsten Beamten des Reiches konnten sich derselben bedienen. Zur raschen Beförderung des Militärs in Kriegszeiten, gewöhnlich zur Fortschaffung ausgedienter oder kranker Soldaten und der Soldatenfamilien, hatte man auf den Stationen zahlreiche clabulae, Gitter- oder Leiterwagen, Gesellschaftswagen, vierrädrig, von Ochsen gezogen, mit 200 Pfund Belastung.2 Die Aufsicht über alles über das Postverkehrswesen, über die Gebäude und über die Straßen zugleich, — sowie die Sorge für alles auf den einzelnen Stationen hatten die Aufsichtsbeamten «mancipes», welche ihre Station innerhalb 30 Tagen nicht auf einen Tag verlassen durften,8 denen zunächst die «stationarij >, Posthalter, untergeordnet waren. Der «cursus publicus», die Staatspost, konnte in der Regel außer von den römischen Beamten, Courieren und anderen im Staatsdienste ' Ibid. 1. c. — a Ibid. p. 145 ff. — 8 Ibid. p. 120. reisenden Personen nur von wenigen Passagieren benutzt werden und nur gegen eigene Erlaubnisscheine. Ammianus Marcellinus erzählt, dass die christlichen Geistlichen die Post häufig benutzten, um die Synoden und Kirchenversammlungen zu besuchen, sowie auch sonst Festreisende in großer Zahl die Poststationen umdrängten.1 Doch nachdem die öffentlichen Einrichtungen für einen fortlaufend regelmäßigen Verkehr einmal getroffen waren, konnte es nicht fehlen, dass sich Privat-Unternehmungen überall anschlossen, wo das Bedürfnis vorhanden war. Mit der Staatspost konnte man bei längeren Reisen, einschließlich alles Aufenthalts, fünf Millien (eine geogr. Meile) in der Stunde zurücklegen, bei Reisen mit Mietfuhrwerken galt dieselbe Schnelligkeit als sehr groß, und mit Recht, da hiebei das Mieten neuer Pferde und Leute auf den Stationen nothwendigerweise mehr Aufenthalt verursachte.2 Anfänglich und später wieder lastete jedoch die ganze Unterhaltung des Postverkehrs auf den Unterthanen, welche alles und jedes für denselben beizustellen hatten. Kaiser Nerva (Jahr 96) übertrug zwar die Besorgung der Post auf den Fiscus, doch schon sein Nachfolger Trajan scheint wieder den alten Usus eingeführt zu haben,8 und wenngleich auch spätere Kaiser, so Septimius Severus, Constantinus M. u. a., ab und zu für die Unterthanen in der Sache Erleichterungen eintreten ließen, so kommt man doch, wenn man die ganze Geschichte des «cursus publicus» der Römer ins Auge fasst, zu folgender zusammenfassenden Anschauung über denselben: 1.) Die römischen Kaiser benützten und betrachteten die Post als ein Werkzeug zur Führung eines strafferen Regiments; 2.) das römische Postwesen erscheint keineswegs als ein Mittel zur Hebung des Verkehrs und des Volkswohlstands, obschon einzelne Regenten Versuche dazu machten; 3.) die römischen Unterthanen waren diesbezüglich den ärgsten Bedrückungen ausgesetzt, und dabei war der meistgedrttckte Theil des Volkes, der Mittelstand, der sogenannte Bürgerstand, von den Wohlthaten der postalischen Einrichtungen nahezu gänzlich ausgeschlossen.4 So folgte das Alterthum gerade entgegengesetzten Grundsätzen als unsere Zeit, die eben im Postwesen jede mögliche Rücksicht für die Allgemeinheit walten lässt. 1 Ibid. p. 40. — 2 Friedländer 1. c. p. 8 f. — 3 Hudemaii 1. c. p. 18 f. 4 Ibid. 1. c. p. 52. —O 12 •O»- Im Mittelalter. Von den Römern gelangte das Institut der Post zunächst zu den Germanen, die sich in dem römischen Reiche festgesetzt hatten, und zwar war es der fränkische Stamm, welcher die rasch adoptierte Einrichtung auch über das spätere Deutschland verbreitete. Doch geschah dies erst nach ihrer Verschmelzung mit den romanisierten Galliern, durch welche Verschmelzung die Franken römische Bildung und die römischen Einrichtungen, damit auch das Postwesen annahmen. Als die ersten «Ilausmeier» die Macht der Frankenkönige brachen und sich die gallischen Franken mit ihren am Main und Rhein zurückgebliebenen Landsleuten in engere Verbindung setzten, da wurde das römische Institut aus Francien oder Gallien auch nach Deutschland verpflanzt, und zwar als Staatsinstitut, und wie bei den Römern durch die Unterthanen erhalten. Kaiser Karl M. führte im Jahre 807 regelmäßige Curse nach den italischen, deutschen und westfränkischen Ländern ein, nachdem er das Jahr zuvor bei der Theilung des Reiches namentlich auch dafür Sorge getragen, dass dem Sohne Pippin der Ein- und Ausgang von und nach Italien über die norischen Alpen gesichert war.1 Karl M., der die Gegenden an der oberen Drave, Save, Kulpa, Sofia (Isonzo) und an der nördlichen Küste des adriatischen Meeres in Gaue und Marken getheilt, wodurch der Kraingau und die Marken Metlik, Poik, Karst, Istrien und die windische Mark entstanden, hatte sich als Staatsdomänen Thoile des Kraingaues Vorbehalten, wo er Maierhöfe errichtete, so zu Lack (Bischoflack) und Veldes.2 Auf den von Karl M. auch in unserem Lande eingeführten «Cursus» kamen die kaiserlichen Sendboten, die «missi dominici», und gewisse Classen der höheren Beamtenwolt hieher und hier durch, wie dies auch die «Capitulare» seiner unmittelbaren Nachfolger beweisen.8 Doch es hielt diese Einrichtung bei uns nicht lange vor, etwa noch unter Ludwig dem Frommen;4 sie gerieth im weiteren Verlaufe des Mittelalters in Verfall, und es blieben nur noch einzelne in vorzüglich wichtigen Einbruchsstationen gelegene Gasthäusor auch später noch als Ausgangspunkte für einen beschränkten Verkehr bestehen. ' Pertz: Monumcnta Ilistorica Germ. Leges, I. p. 141. 4 Vodnik: Geschichte des Herzogthums Krain, 2. Anti., Wien 1820, p. 2ti. 3 Pertz 1. c. I. p. 426 u. 505. — Flegler: Zur Geschichte dor Post, Nürnberg 1858, p. 14 f. * Beer: Geschichte des Welthandels, II. p. 51. 13 ’O»— Nebenher entstanden, wie in den angrenzenden Alpenländern Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, wie in «Spital» am Semmering, «Spital» in Kärnten, «Spital» am Phyrn — deren einstige sociale Bedeutung zur gastlichen Aufnahme und für den Verkehr der zu Pferde und zu Fuß Reisenden schon aus dem Namen «Spital» (Hospital, Hospiz) ersichtlich und außerdem urkundlich belegt erscheint, — auch in Krain derartige Hospize, so Spitalic (Neuthal) im Gebiete der Steiner-Alpen, dann ein Haus am Loibl und das alte, wieder eingerichtete Stalions-liaus Hrusica im Birnbaumerwalde. Das Hospital St. Antonii (slov. Spitalic = kleines Hospital) auf dem Bocksruck (Kosjakberg) im Tucheiner-Thal in Oberkrain, an dem vorüber ein Saumweg aus Krain nach dem steiermärkischen Sannthal führte, wurde zur Einhaltung dieses Weges sowie zur Aufnahme und Pflege armer Reisender im Jahre 1228 durch Heinrich Markgrafen von Istrien gestiftet,* 1 und bestätigte das Jahr darauf Otto Herzog von Meranien diese von seinem inzwischen verstorbenen Bruder herrührende Stiftung.3 Nach dem Tode der beiden vorgenannten Fürsten kam das Hospital «St. Antonii am Bocksruck» an deren Bruder Berthold, Patriarchen von Aquileja, der diese Stiftung unterm 26. Jänner 1243 bestätigte.8 Von dem Patriarchate von Aquileja später an das Cister-cienserstift Victring in Kärnten geschenkt, wurde dieses Hospiz vom Abte Georg Reinprecht von Victring 1608 an einen gewissen Hans T all er4 verkauft, von dem dasselbe den Namen Schloss Neuthal erhielt und 1670 an Herrn Hans Ludwig von Hohenwarth vererbt wurde.6 Gleichfalls eine Stiftung des Markgrafen Heinrich von Istrien, und wahrscheinlich aus demselben Jahre 1228, war das Hospital am Loibl bei der alten St. Leonhardskirche (Forum Lobei ino pro receptiono pauperum der Markt Loibl zur Aufnahme der armen Reisenden).0 Der «Markt Loibl» lag sechs Kilometer von dem heutigen Neumarktl in Oberkrain am Fuße des Koäutabergs und wurde durch einen Bergsturz und eine darauf gefolgte Überschwemmung zerstört; durch die entflohenen Bewohner des ehemaligen Marktes Loibl entstand zufolge Tradition das heutige Neumarktl, das als «oppidum novum» im Jahre ' Sumi: Urkundon- und ltegestenbuch des llerzogtb. Krain, II. p. 38 (Nr. 52). 2 Sumi 1. c. p. 52 (Nr. 66). 8 Sumi 1. c. p. 93 (Nr. 121). 1 Vielleicht ein Bruder des Laibaclier Postbeförderers Michael Taller (von 1595 bis 1617)? (Anm. d. Verf.) 8 Valvasor: Ehre des llerzogthums Krain, XI. p. 408. 0 Sumi: Archiv für Heimatkunde, I. p. 198. -M> 14 o*— 1320 erwähnt erscheint.1 Im Jahre 1261 (12. März) war (las Hospiz des Marktes Loibl vom Herzog Ulrich von Kärnten, Herrn von Krain, der diesen mit Zustimmung seiner Frau dem Cistercienser - Kloster Sittich in Unterkrain geschenkt hatte, als Eigenbesitz bestätigt worden. (Forum Lobelino pro receptione pauperum cum omnibus suis ad-tinentiis.)1 2 3 Aus dem Beginne des 14. Jahrhunderts liegt uns, und zwar gleich aus dem Jahre 1300, eine Notiz vor, betreffend einen in unseren Gegenden organisierten Briefpostdienst der Patriarchen von Aquileja, die bis zur Gründung des Laibacher Bisthums (1462) ausschließlich die geistliche Gewalt über Krain inne hatten.8 Wir lesen nämlich im Thesaurus Aqüil. die Bemerkung, dass Malaz von Rakek hei Zirknitz zwei Huben daselbst von Aquileja zu Lehen hatte für den Postdienst (ministerium ad portandum litteras domini patriarchae).4 Mit dem Walten des erlauchten Hauses Habsburg in Krain, das die landeshoheitlichen Rechte über dieses Land durch die feierliche Belehnung der Söhne Rudolfs I. von Habsburg überkommen, begann die Blütezeit der krainischen Städte, die fortan von den österreichischen Landesfürsten durch Verkehrserleichterungen und Handelsprivilegien gefördert, durch Gnadenbezeigungen ausgezeichnet wurden. Dass Laibach vor allen rasch zu einem ansehnlichen Stadtwesen herangewachsen war, zeigt uns schon das Jahr 1360, in welchem Herzog Rudolf IV. der Stifter hier einen Congress abgehalten hat, bei dem sich nebst dem Erzherzoge Markgraf Meinhard von Brandenburg, Herzog in Oberbayern und Graf zu Tirol, die Pfalzgrafen in Kärnten, Meinhard und Heinrich Grafen von Görz, der Patriarch Ludwig von Aquileja, der Erzbischof Ortolph von Salzburg, Bischof Paul von Freisingen (Besitzer der Herrschaft Lack), Bischof Johann von Gurk, Bischof Ulrich von Säben-Brixen (Besitzer der Herrschaft Veldes), Bischof Ludwig von Chiemsee, Bischof Peter von Lavant, die Grafen Ulrich und Hermann von Cilli, Graf Otto von Ortenburg und viele andere Edle aus Österreich, Steyer und Kärnten eingefunden hatten.5 Fünf Jahre später (1365) gründete Rudolf IV. in Unterkrain auf einer Insel des Gurk-flusses die von ihm mit ansehnlichen Freiheiten ausgestattete Stadt Rudolfswert, welche, nachdem sie im Laufe der Zeiten den Namen 1 Puzel: Idiographia Monasterii Sitticensis, p. 51 (Museum Rudollinum). 2 Puzel 1. c. p. 34. 3 Ilitzingor: I)io kirchliche Eintheilung Krains, in Kluns Archiv, II. p. 87. 4 Suini: Archiv, II. p. 249. 5 Richter: Geschichte der Stadt Laibach, Kluns Archiv, 11. p. 205. —o-O 15 o«— Neustadtl angenommen, im Jahre 1865 zur Erinnerung an den 500 jälir. Bestand wieder mit der ursprünglichen Benennung ausgezeichnet ward. Die Städte Krainburg, Radmannsdorf und Stein in Oberkrain, Landstraß in Unterkrain blühten schon vordem zu Seiten der zu immer größerer Bedeutung an Stelle des alten Krainburg emporsteigenden neuen Landes-Hauptstadt Laibach. Bei dem von den Landesfürsten aus dem Hause Habsburg stetig begünstigten Aufnehmen der alten und neueren Städte unseres Landes liegt wohl die Annahme nicht zu ferne, dass auch liierlands sich jenes städtische Botenwesen herausgebildet hat, wie wir es in Deutschland schon im 13. Jahrhundert im Gange finden, wo sich namentlich die Städte der «Hansa» zur Errichtung regelmäßiger Botenzüge vereinigt hatten,1 wenngleich sich bei uns bis nun in den städtischen Archiven keinerlei diesbezügliche Aufzeichnungen finden ließen. Wie hierüber die urkundlichen Belege zur Zeit noch fehlen, so haben wir auch über ein organisiertes Briefverkehrswesen der krainischen Klöster nur Vermuthungeu zu hegen, da auch in Bezug darauf das urkundliche Beweismateriale fehlt; doch ist immerhin Grund zur Annahme vorhanden, dass die Cistercienserstifte Sittich (gegründet 1136) und Landstraß in Unterkrain (gegründet 1248) und die Karthause Freudenthal bei Laibach (gegründet 1260) schon in früher Zeit untereinander sowie mit ihren Ordensoberen außer Landes durch eigene Boten in Verbindung gestanden, wie auch sie wohl die sogenannten «Todten-rotel» mit den Nachrichten über die in ihren Conventen vorgefallenen Todesfälle nach außen werden versendet haben. Auch die krainische Landschaft, von deren Landtagen und Aus-schussitzungen wir wohl erst aus dom Beginne des 16. Jahrhunderts protokollartige Aufzeichnungen besitzen,* 3 scheint schon vordem wie dies ein nicht viel späterer Beleg im fürstlich Auersperg’schen Archiv in Laibach darthut durch eigene Boten jedes Mitglied (»Mitlandmann») zum Besuche der Sitzungen auf sein Schloss hin verständigt zu haben, welche Boten eine Art Stundenpass mitbekamen, auf welchem die durch sie Verständigten das Eintreffen des Boten durch ihre eigenhändige Unterschrift bestätigten. Eine feste und einheitliche Organisation erfuhr das Postwesen in Deutschland und Österreich bekanntlich erst am Ausgange des 15. Jahr- ^ hunderts durch Anregung von Frankreich her, wo König Ludwig XIV. 1 Beer 1. c. 11. p. 51.; Amu. 3 Museum Rudolfmum (Landtagsacten). —-oO 1 (i *o°— 1464 die Errichtung der reitenden Post mit unterlegten Pferden für politische Zwecke angeordnet hatte.1 Der große weise Organisator im «heiligen Römischen Reiche Teutscher Nation,» der «letzte Ritter» Kaiser Maximilian I. ist es bekanntlich, der schon 1406 eine Eilboten-Post für Deutschland und Österreich eingerichtet hat, zunächst zur- Besorgung der amtlichen Correspondenz. Die erste der öffentlichen Benützung übergebene Postverbindung, und zwar zunächst in der Richtung Wien-Brüssel, gründete Franz von Taxis 1516, gleichfalls auf Veranlassung Kaiser Max I., und ei'hielt die Würde eines niederländischen General-Postmeisters; 1595 ward dann Leonhard von Taxis zum General-Postmeister von Deutschland ernannt. In die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts fällt dann auch die Einrichtung einer Staatspost in Krain, auf deren nähere Schilderung, als den Beginn unseres eigentlichen Themas, wir in dem folgenden Abschnitte nun eiugehen wollen. Im 16. Jahrhunderte. Kaiser Maximilian I., welcher durch eine Reihe von Verordnungen zugunsten der Bürger von Laibach, so durch das Recht, sich ihre Bürgermeister selbst frei wählen zu dürfen, durch die Freiheit der Errichtung eines Niederlagshauses für die Kaufmannsgüter, durch besondere Begünstigungen für den Eisen- und Transitohandel u. s. w.,1 2 * der Entwickelung des Laibacher Stadtwesens mächtige Förderung hatte angedeihen lassen, erschien wiederholt persönlich in der Landeshauptstadt von Krain. Zuerst 1513, «der namen und meinung, alls wolt Seine Majestät selbst hinein nach Italien gegen die Venetianer ziehen,»8 und das Jahr darauf (1514) kam der Kaiser wieder nach Laibach und «fertigte den Johann von Auersperg mit dem höchsten Commando nach Friaul ab.»4 Von dieser Hereinkunft des «letzten Ritters» nach Krain liegt mir durch freundliche Mittheilung des bekannten Forschers Herrn 1 Beer 1. c. p. 51. 2 Klun: Diplomatariuin Garn, ad ann. 1503, 1504, 1513. 8 1’. v. lladics: Hcrbard VIII., Freiherr von Auersperg, ein kraiuischor 1 leid und Staatsmann, Wien, W. Braumüller, 1862, p. 46. 4 Valvasor: Ehre des Herzogthums Krain, XI. p. 714. —oO 17 •o»— Reichsrathsabgeordneten Dr. Ritter v. Kraus das nachstehende Itinerar des Kaisers vor. Maximilian hielt nach demselben 1514 am 4. bis 5. Juni zu Windischgratz, 6. Cilli, 7. Prawalt (Pragwald), 8. bis 9. Cilli, 10. Franz, 11. Stain in Crayn, 12. bis 13. Craynburg, 14. im Schlosse zu Flednegkh1 (Flödnig bei Krainburg), 15. bis 19. (ununterbrochen) Craynburg, 19. Dra-gembl, 20. Laibach, 21. St. Martin (bei Littai), 22. Ratschach (bei Steinbrück), 23. Cilli, 24. Cilli und Neukirchen, 25. Weitenstein und St. Gilgen u. s. w. Dieses Itinerar bezeugt uns, dass der überall persönlich Einsicht nehmende weise Herrscher den Eintritt nach Krain auf dem alten Wege von Franz über Stein genommen — von welcher Verbindung der Steiermark mit Krain wir dann weiter unten noch sprechen werden — und das Land auf dem Wasserwege (die Save von Laibach hinab bis Steinbrück) verlassen. Der Sohn von Maxens Enkel, Kaiser Ferdinands I., der Erzherzog-Regent von Innerösterreich (Steiermark, Kärnten und Krain), Karl 11. von Steiermark, dessen unausgesetztem sorgsamen Streben zur Hebung und Förderung des Volkswohls der ihm anvertrauten Länder auch Krain so unendlich viel zu danken hat, ist auch als Begründer des Postwesens als einer landesfürstlichen Institution in den innerösterreichischen Landen anzusehen, wenngleich die Nachricht vorliegt, dass er selbst schon 1564, also gleich im ersten Jahre seiner Regierung, per Post von Laibach nach Wien gereist sei. Wir begegnen nämlich in der Schilderung* der im genannten Jahre vom Erzherzoge Karl in der Hauptstadt von Krain vorgenommenen Feier der «Erbhuldigung» dem Passus: «Den 4. Mai (1564) schloss der Erzherzog den Landtag, und nach der Tafel ist derselbe auf die Post gesessen und nach Wien gereist.» Welcher Art diese Post beschaffen gewesen, auf die der Erzherzog «gesessen», wird nicht gesagt, doch war es jedenfalls nur die landschaftliche Postverbindung mit unterlegten Pferden, wie sie in den Tagen der steten Türkenkriege für den Staatscourierdienst zwischen Wien und den Grenzorten bestand. «Auf der ganzen Grenze» «liefen Postpferde,» die im liudget der krai-nischen Landschaft jährlich allein 194 ff beanspruchten, was im Jahre 1573 dahin abgeändert wurde, dass im allgemeinen Boten bestellt wurden gegen Entlohnung von 20 fl. per Jahr; nur die vier Postpferde zu Tschernembl mit 20 fl. und zwei auf Seisenherg mit 10 fl. wurden 1 2 1 Bis 1456 Eigenthum der Cillier Grafen, dann landesfürstlich, 1504 landes-fiirstlicher Burggraf Hans von Auersperg. — Vladimir Levee: Mittheilungen dos Musealvereins für Krain, 18%, p. 8 ft'. a Ms. des k. k. geh. Haus-, Hof- und Staatsarchivs in Wien. 2 —<*> 18 -o-— beibehalten.1 Die Regierung batte bis 1569 aus dem «Aufschlagambt in Laybach» 1600 fl. auf die Kundschaften und Postunterbaltung nach den «crobatischen Grenzen» verausgabt.1 2 3 Erzherzog Karl war es, welcher unterm 17. März 1573 die Einrichtung einer von der Regierung und der Landschaft gemeinschaftlich zu unterhaltenden regelmäßigen Fusspost in Kruin getroffen hat. Der Erzherzog-Regent erließ nämlich unter genanntem Datum den Befehl an die krainische Landschaft, in Beratschlagung zu ziehen, wie es einzurichten wäre, dass alle vier Tage von Laibach nach Grätz und zurück ein laufender Fußbote gienge, der alle Briefe von der Landschaft und von Privatpersonen gegen einen von der Landschaft und dem Erzherzoge gemeinschaftlich zu bestreitenden Betrag, sowie gegen Vergütung von Seite der Privaten für jeden Brief, zur Beförderung übernehmen würde. Die Stände dachten zuerst selbst an die Errichtung einer Post, für welche sie den Boten durch eine bestimmte Provision und eine besondere Vergütung von vier Kreuzern per Meile zu bezahlen beabsichtigten, aber auf wiederholtes Andringen der Regierung bewilligten sie schließlich (21. October 1573) einen Beitrag von 200 H.8 Dies war der Wiederbeginn einer regulären Postverbindung nach und aus Krain seit den Römorzeiten. Fünf Jahre später (im März 1578) trat der Erzherzog «an die Herren Verordneten in Krain* und an den ständischen Ausschuss in Kärnten mit der Forderung «wegen legung der ordinarj Post zu Ross von Marchpurg aus auf Laybach» heran,4 und im Juni desselben Jahres formulierte er den beanspruchten Jahresbeitrag der krainischen Stände zu diesem Zwecke auf 300 Gulden, worein die krainische Landschaft sofort willigte. Im selben Jahre 1578 im December ergieng an die i. ö. Regierung und Hofkammer der erzherzogliche Befehl, «wass Sy gehn Klagenfurth und Laybach (an Briefen) zu schicken haben, dass Sy es auff die Post, welche dahin gelegt worden, geben sollen.» Der neu eingerichtete Postverkehr konnte denn auch in diesem Jahre schon die erste aus Krain bekannte, bei Hans Mannei in Laibach gedruckte «Newe Zeitung», «wie der Türke den 28. Marty für (vor) die 1 P. v. Radies: Herbard von Auersperg, p. 290. 2 K. k. Statthalterei-Archiv in Graz (Hofkammeracten). 3 Dimitz: Geschichte Krains, III. p. 22;!. 1 K. k. Statthalterei-Archiv in Graz (Ilnfkammeractcn). —o-O 19 -o— Stadt Medling (Möttling in Unterkrain) gezogen und (diese) eingenommen hat,»1 außer Landes befördern, diese «wahrhafftige» neue Zeitung, wie der Erbfeind der Christenheit bei diesem Einfall in Unterkrain bei 2000 Menschen «vmbbracht», wie er namentlich in Möttling barbarisch gehaust, den Bürgermeister und die Stadträthe daselbst ermordet und geköpft und deren Rümpfe sodann höhnend wieder in den Rathssaal getragen, «um da weiter Rath zu halten», dann die weitere Nachricht in demselben Blatte, wie sich 200 Bauern aus Kroatien zum Landesfürsten nach Graz aufgemacht und daselbst fußfällig um die Erlaubnis gebeten, den Türken schlagen zu dürfen (aus eigener Initiative gegen den Feind ziehen zu dürfen), wie der Landesfürst sie geheißen, heimzuziehen und ihre Arbeit zu versehen, «denn man werdt Leut genug finden, die wider den Erbfeind kriegen,»1 2 * * * * * wie dann aber doch die Türken, 12.000 Mann stark, hei Wihatsch von 9000 Bauern geschlagen worden, und schließlich «von dem Muskawitter, wie dass er den Kaiser umh sein Schwester zur Frau angesprochen gegen eine Hilfe von 30.000 Mann wider die Türken,» worauf der Kaiser einen Landtag zu Presshurg gehalten, «was aber — so schließt der Berichterstatter jener Tage — auf dem Landtag ist gehandelt worden, wird auch schriftlich an Tag kommen, nit mehr weiß ich auf diesmal zu schreiben.» So willfährig sich nun die Stände bei Errichtung der «Fußpost» zwischen Laibach und Graz und der «Post zu Ross» von Marburg nach Laibach her erwiesen hatten, so ablehnend verhielten sie sich gegen das Ansinnen, das der Erzherzog unterm 5. Mai 1584 an sie stellte, eine neu zu errichtende Post auf Venedig mit einem jährlichen Beitrage von 300 bis 400 fl. zu subventionieren; sie schlugen dieses Begehren mit der Motivierung ah, «weil sie den Vortheil davon nicht einsähen, die Cor-respondenz mit Venedig auch nicht groß sei und die Stände ohnehin mit unerschwinglichen Ausgaben beladen seien.» «Seine fürstliche Durchlaucht möchte auf eine andere Weise für die Errichtung dieser Post Sorge tragen, allenfalls die Handelsleute bei Hof (in Graz) und auswärts zur Beisteuer auffordern.»8 1 P. v. Radies: Osterr. railit. Zeitschrift, 1862, II. p. 27. 2 Man darf nicht vergossen, dass diese Abweisung dos Ansinnens der Bauern seitens der i. ö. Regierung wohl in dem Umstande ihre Begründung finden dürfte, als wenige Jahre erst seit dem großen «windischen (an der kroatischen Grenze stattgehabten) Bauernkriege» des Jahres 1573 verliossen waren und man daher wohl mit Recht miss- trauisch gegen jede Vereinigung der Bauernschaft sich verhalten musste. (Anmerkung des Verfassers.) a Museum Rudolfinum, Laibach, Landtagsprot. IV. p. 105. 2 * —o»0* 20 o— Docli vior Jahre später, im Jalire 1588, gierig die krainische Landschaft auf das Begehren des Erzherzogs betreffs eines Beitrags für die «Post auf Venedig» ein mit einem Deputat von 200 fh1 Im selben Jahre, 1588, kam der Hofpostmeister Johann B. Graf von Paar eigens aus Graz nach Laibach und überbrachte den Wunsch des Erzherzogs an den Ausschuss der krainischen Stände, diese möchten für eine Extraordinari-Post «auf gemeinen Verlag» 300 II. oder 200 Thaler jährlichen Beitrags votieren, und sollte diese Extraordinari-Post nur Schriftstücke der Landschaft und des krainischen Vicedoms (Vertreters der k. Regierung) befördern. Der ständische Ausschuss wurde jedocli an dem Tage, da dieser Wunsch des Erzherzogs ihm geoffenbart worden (25. Februar), über diesen Beitrag nicht schlüssig. Was später in dieser Angelegenheit geschah, ist nicht bekannt.2 Wahrscheinlich begnügte sich die i. ö. Regierung mit dem jährlichen Deputat von 200 fl. für die Venediger Post. Zum Danke für diesen Beitrag begnadete der Erzherzog unterm 26. November 1589 die krainischen Stände mit der «Freiheit», dass alle krainischen Adeligen (Landleute), deren Beamte und Diener ihre Briefschaften portofrei mit der «ordinari» und «extra-ordinari Post» befördern durften.3 Greifen wir aber dem Gange der Entwickelung des Postwesens in unserem Lande nicht vor und kehren wir noch zum Jahre 1584 zurück. Unter diesem Jahre (1584) wird uns der Name des ersten urkundlich nachweisbaren Postamtsleiters in Laibach, Franz Leberwurst, genannt. Derselbe hatte sich beim Erzherzoge dahin zu verantworten, dass bei St. Jakob an der Save der Postknecht keinen Fergen an der Überfuhr getroffen habe, um die Post über die Save zu befördern. Der Postamtsleiter forderte die beiden Fergen von Cernuöe und St. Jakob an der Save vor sich zur Rechtfertigung. Diese sagten nun aus, dass bis 10. August 1584, an welchem Tage die neue Post von Laibach gegen St. Jakob zu laufen begann, noch kein Befehl ergangen war, bei der Überfuhr auf die Post zu warten, und dass daher die Überfuhrknechte damals, als der Postknecht sie gerufen, bereits nach Hause gegangen waren. Daraufhin befahl der Postamtsleiter den Fergen, dass sie von nun Tag und Nacht auf die Ankunft der Posten zu warten hätten, namentlich der Ferge von (Jernuöe, da dieser ja die Überfuhr vom Landesfürsten zu Lehen habe.4 1 A. Koblar: Izvestja Muzejskoga drustva za Kranjsko, 1898, p. 54 f. 1 A. Koblar 1. c. p. 55. A. Koblar 1. c. p. 66. — 1 A. Koblar 1. c. p. 66. 21 o*o» Auch der Name eines Laibacher cFußbotlien» ist uns aus diesem Jahre (1584) erhalten, denn wir entnehmen einer Aufzeichnung in den i. ö. Hofkammeracten,1 dass Andreas Kapuss, «Laybacherischer Fußpott», bei der i. ö. Regierung bittlich einkam, ihm den Ersatz von 100 fl. nachzusehen, «die er am Heraustragen verloren.» Der erste Postcurs in Krain hatte außer dem oberwähnten Hindernis an der Save namentlich auch mit dem schlechten Zustande der Straßen Krains zu kämpfen. Diesem Übelstand im allgemeinen und mit specieller Rücksicht auf die Bedürfnisse einer geregelten Postbeförderung abzuhelfen, war der Erzherzog-Regent in Graz auf das sorgfältigste bedacht. So machte Erzherzog Karl schon im Jahre 1565 den Landschaften von Steiermark, Kärnten und Krain Anträge inbetreff einer Straße, die er zum Besten des Verkehrs dieser Lande, wie nicht minder aus strategischen Rücksichten zur Beförderung des Kriegsvolks, anzulegen gesonnen; er wollte 16.000 fl. aus seinem Kammergut dazu verwenden, das übrige sollten die Landschaften tragen oder bis zur Tilgung der Kosten die Einhebung eines Straßengeldes gestatten.1 2 * Im Jahre 1569 ward die Wegbesserung von Laibach nach Triest, 1570 nach St. Veit am Pflaumb (Fiume), 1574 die Theilstrecke Laibach-Oberlaibach vor die Hand genommen.8 Inzwischen war (1569 bis 1570) der Loibl auf Kosten des Erzherzogs wegsam gemacht. Auf der Höhe des Berges gieng diese Straße durch eine Art Tunnel, 150 Schritte lang, 12 Werkschuhe hoch und 9 breit.4 Endlich ließ der Fürst auch (1576) eine vom früheren Straßenzuge abweichende Straße von Görz durch den Birnbaumerwald aulegen.6 Interessant ist eine Notiz im Protokolle der i. ö. Hofkammer unterm 1. Jänner 1571, «von der gemein der Stadt Stein (in Krain) Supplicieren, damit die Straßen, so der Zeit von Frantz aus gen Laibach auf Podpetsch und Glogowitz geet, widerumb (wie in alter Zeit) vber den Gaißruckh (Bocksruck - Spitaliß) und auf Stein gesetzt werde,» welchem Supplicieren jedoch keine Folge gegeben worden.® Aus dom Ende des 16. Jahrhunderts liegen uns noch einzelne Daten über das Postwesen in Krain vor, die geeignet erscheinen, Schlaglichter auf die damaligen postalischen Verhältnisse in unserem Lande zu werfen. 1 K. k. Statthalterei-Arcliiv in Graz (Prot. d. Hofkammeracten 1584, Dec. Nr. 7). 2 Dimitz 1. c. p. 224. — * K. k. Statthalterei-Arcliiv in Graz, Hofkammeracten. 4 Valvasor 1. c. IV. p. 559. — 5 Dimitz 1. c. p. 225. fl K. k. Statthalterei-Arcliiv in Graz, Hofkammeracten. 0-0 22 - Im Juli 1588 wird von der i. ö. Hofkammer in Graz der Auftrag ertlieilt, der «Aufschläger (1. f. Einnehmer) in Laibach solle das aus dem ,Stammött‘ gelöste Geld und soviel dazu, dass es 1000 fl. bringen thue, dem Bartlmä Castell zustollen, der solle es auf Bezahlung der drinnigen Postbothen verwenden,»1 und im December desselben Jahres erhält der Herr Khisl die Vermahnung, dass man «die Postbeförderer auf der Straßen hinein geen Laibach ihrer ausständigen Bezahlung vergniegen solle.»2 Die 200 H. Deputat, welche die krainisclie Landschaft für die Post dem Erzherzoge beisteuerte, erschienen im Jahre 1589 schon als zu gering, -— doch wenn nur diese «auch hinfüro» ordentlich gereicht würden, so begnüge sich die i. ö. Regierung damit, bis «Ihro Durchlaucht bey gedachter Landschaft ein mehreres als die 200 fl. erhandeln.» Und so ergeht im September 1589, das Postdeputat zu Laibach betreffend, in einem an die Verordneten in Krain der Auftrag, «dem Lamprecht Adlhart (Postmeister in Laibach) zu Haltung zweier Postpferde das durch die Landschaft bewilligte Deputat von 200 11., wie bisher, auch hinfüro ordentlich zu reichen.»8 Aus dem Einschreiten des Hofpostmeisters Johann Bapt. von Paar, dahin gehend, dass zweien «Postheförderern» (Postmeistern) in Krain ihre ausständige Besoldung gereicht werden solle — Juni 1597, — lernen wir die in Frage stehenden «Postbeförderer» Hans Flach zu Oberlaibach und Jakob Dezani (De Zain) zu Podpetsch kennen; für letzteren beantragte der Hofpostmeister, dass ihm auch noch über seine ausständige Besoldung seitens der Hofkammer «etwas fürgeliehen werden solle.»1 Dass es aber auch mit den Postbeförderern zwischen Grätz und Venedig in dieser Epoche ah und zu Anstände gab, dafür zeugt die «Approbation der Regierung und Cammer von Innerösterreich» für die vom Hofpostmeister von Paar wider dieselben eingereichten Beschwerden (November 1595),6 und im Juni 1597 bittet der Postmeister zu Venedig Julius von Paar unter Vorlage seiner Restforderung am Deputat, «so bis Ende 1596 2512 Gulden betrug,» «dass fürohin den Postförderern außer seiner Quittung nichts angeschafft (ausbezahlt) werden solle.»“ Ein Bild davon, wie auch noch zur Zeit, da bereits regelmäßige Postcurse im Lande Krain bestanden, die Herrschaften ihr Botenwesen 1 K. k. Statthalterei-Arcbiv in Graz, Hofkammeracten. — 2 Ebenda. * K. k. Statthalterei-Archiv in Graz, Hofkammeracten. 4 Ebenda. — 5 Ebenda. — 0 Ebenda. «o 23 -o— unterhielten, bietet uns aus dem freilich wohl vom Postcurse in Unter-krain— der zwischen Laibach und Karlstadt bestehenden «Feldpost» — abseits gelegenen Herrschaftsgebiete von Gottschee das Urbar dieser Herrschaft aus dem Jahre 1574.1 Aus diesem Urbare constatiert der um die Aufhellung der Geschichte von Gottschee vielverdiente Herr Professor Peter Wolsegger das Vorhandensein einer Postverbindung im Ober- und Unteramte Gottschee. Drei Unterthanen im Dorfe Moschwald trugen Kundschaften und Briefe nach Reifnitz und Seisenberg. Von der Stadt Gottschee aus lassen sich zwei weitere Verbindungen beobachten, die eine über Katzendorf, Graflinden und Pölland — auf dieser Strecke waren zur Beförderung von Briefen verpflichtet: die Unterthanen von Katzendorf nach Gottschee und Pölland «oder sonst, wo man sie schickt,» dann die Untersassen von Graflinden und die Unterthanen von Deutschau, — die andere Postverbindung gieng von der Stadt Gottschee über Katzendorf, Neufriesach, Nesselthal in die Woingebirge, also nach Möttling. Diese letztere Postverbindung war besonders stark, weil es in dem Urbare von den Unterthanen in Neufriesach ausdrücklich heißt: «Robot thucn sy (die Unterthanen) in diesem Dorf anderst nichts, als dass sy Brief tragen, welche (Robot) fast alle Tag zwaymal an sy khumbt.»1 2 3 Es ist nabeliegend, anzunehmen, dass man auf dieser Route die regelmäßige «Feldpost» durch Unterkrain zu erreichen suchte. Diese wohlorganisierte Gottscheer Herrschaftspost war wohl das Resultat der, durch die seit einem Jahrhundert unentwegt gegen Unterkrain gerichteten und namentlich vom Jahre 1530 an wiederholt in den Gottscheerboden selbst erfolgten Türkeneinfälle8 hervorgerufenen Zwangslage, mit den Factoren der Landesvertheidigung sich in einem unablässigen Contacte zu erhalten. Die Notli durch die Türken, die im Lande Krain im 15. und 16. Jahrhundert eine so überaus große gewesen, dass das Kriegsbudget («der Kriegsstaat der Grenzen») im Jahre 1573 allein die Summe von 368.978 fl. betrug, wovon auf die Landschaft speciell der Betrag von 148.998 fl. entfiel,4 * sie hatte, wie überhaupt eine stramme Landes-Vertheidigung durch Befestigungen (Tabors), durch Instandhaltung einer wohlorganisierten Landschaftsmiliz und erforderlichen Falles Massen- 1 P. Wolsegger: Mittlieilungon des Musealvereins für Krain, 1890, p. 178. 2 Wolsegger 1. c. p. 170. 3 P. v. Radies: Die Einfälle der Osmanen in Steiermark, Kärnten und Krain im 15. und lß. Jahrhunderte. Österr. milit. Zeitschrift, 1862, II. p. 35. * Ebenda p. 19. aufgebote, auch, wie bereits erwähnt, die Errichtung und Erhaltung einer regelmäßigen «Feldpost» zur Folge, sowie die Unterhaltung eines eigenen — optischen — Feldtelegraphen. Der Curs der «Feldpost» (reitende Post) gieng von Laibach in der Fortsetzung des Curses der «Qrdinari- und Extra-Ordinaripost» aus Graz über Franz und Ppdppksoh nach Unterkrain, zunächst auf Seisenberg und TschernembD-afi die Grenze bei Weinitz, später dann, als Karlstadt durch den Erzherzog Karl als Grenzfeste gegen die Türken erbaut war, über Treffen, Rudolfswert und Möttling nach Karlstadt. Um einen Türkeneinfall möglichst rasch dem ganzen Lande bekanntzugeben und die Bevölkerung rechtzeitig auf die nahende Gefahr aufmerksam zu machen, wurde auf hohen, weithin sichtbaren Bergspitzen von der Kulpa bis an die Karawanken der Feldtelegraph, die sogen. «Kreidefeuer»1 (slov. «grmada») errichtet. Auf die Gipfel der höchsten, eigens bezeichneten und kundgemachten Berge wurden mehrere Fuder Holz gebracht, daselbst in viele sehr große Haufen aufgeschichtet und dabei etliche starke, große, geladene Mörser nebst einer Wache auf-gestellt. Geschah nun ein feindlicher Einfall woher immer, so gab der erste und der türkischen Nachbarschaft nächste Wachposten aus einem der großen Mörser einen Schuss ab und zündete zugleich die auf-gescliichteten Holzhaufen (das Kreidefeuer) an. Gleiche Losungsschüsse mit Aufbrennen der Kreidefeuer erfolgten von den landeinwärts bis zur Hauptstadt und von da in bestimmten Richtungen im Lande bis an dessen Grenzen weiters aufgestellten Posten. Auf solcho Art wurde in wenigen Stunden nicht nur die Hauptstadt, sondern auch das Land nach allen seinen Richtungen von einem feindlichen Einfall in Kenntnis gesetzt, und die Ritterschaft und das «Aufgebot des gemeinen Mannes» gewannen Zeit, zur gemeinsamen Wehr gegon die bedrohte Gegend sich zu sammeln und dem Feinde die Spitze zu bieten, während die wehrlosen Greise, Weiber und Kinder mit ihrem Hab und Gut in die festen Schlösser und befestigten Punkte (Tabors) sich flüchteten. Noch heutzutage — hebt Prof. Fr. Levee in seinem vorzüglichen Essay über 1 Vom ital. Wort« «grido» (der Schrei, (Ins Geschrei) oder vom spanischen «grido» in die Redeweise der deutschen Landsknechte üborgegangen, soviel als Feldgeschrei, dann ein verabredetes Zeichen. Heinrich Noii: «Die Kroidofeuer in Krain», Laibacher Zeitung, 1888, Nr. 148 f. — Eine andere Ableitung ist von dem mhd. kreien = schreien, also den gleichen Begriff ausdrückend. — Auch mit «Gereut» wurde versucht, diese Kreidefeuer zu erklären, was auf das «Gereute» bezogen worden. (Anmerk. d. Verf.) —°o 2 5 •o»— die Türkeneinfälle in Krain1 hervor — trifft man durch ganz Krain von der Grenze Kroatiens bis an jene Kärntens Borge, die den Namen Granula führen. Die Kuppen derselben, Stätten ehemaliger Kreidefeuer, bieten zumeist schöne und nicht gerade schwer zugängliche Aussichtspunkte. Beispielsweise — sagt er — führe ich folgende Berge an: Granula (887 m) bei Großpölland nächst Ortenegg, Grmada ((175 m) die westliche Spitze des Großgallenbergs, Grmada (702 m) ob Billich-graz, Grmada hei Planina (902 m), Grmada bei Thurn-Gallenstein (691 m), Grmada hoi Obertreffen (409 m), Grmada bei Laas (893 m). Bei einem feindlichen Einfalle über Petrinja oder Sissek nach Möttling alarmierte der Grenzposten auf dem alten Schlosse von Maichau (571 m) am Fuße des Uskokengebirges die Wachen auf Hopfenbach (507 m), St. Peter bei Scisenberg (889 m), Obertreffen (409 m), Prim-skovo (592 m), auf dem alten Schlosse von Weichselberg (570 m), St. Magdalena hei St. Marein (499 m) und von da auf dem Schlossberge von Laibach. Erfolgte der Einfall an der lvulpa hei Weinitz, so schickte man die Kunde davon durch die Kreidefeuer auf dem Berge Plesivica (366 m) hei Adlesic und auf dem Pröliblerherge bei Graflinden über Oberskrill (659 in), auf dem Friedrichstein hei Gottschee (982 m), auf St. Anna hei Reifnitz (964 m), auf Ortenegg (760 m) oder Grmada (887 m), auf den Höhen hei Laschitz, auf dem Achaziberge (750 m) und auf den Höhen von Sonneg (353 m) bis zum Hauptschlosse von Laibach. Innerkrain und Istrien wurden durch die Kreidefeuer auf dem Hum (395 m) im Grobniker-Felde, auf dem Uökaberge (Monte maggiore) (1394 m), auf dem Slcrapni vrli (737 m) nach Jurdani, auf dem Schlosse Malirenfels (575 m) und Guteneck (570 m), auf der Grmada bei Castelnuovo (678 m), auf dem Schillertabor (747 m), auf den Höhen von Senozeöe und Wippaeh, auf dem Soviö (676 m) hei Adelsberg, auf dem alten Schlosse von Laas (697 m), auf der Grmada hei Laas (893 m), auf der Grmada hei Planina (906 m) und auf den Höhen bei Oherlaibach von dem Einfalle in Kenntnis gesetzt, und auch das Hauptschloss in Laibach erhielt auf diesem Wege von der nahenden Gefahr Kunde. Das Hauptschloss von Laibach signalisierte den feindlichen Einfall dem Oberland über den Großgallenberg (675 m), über Oberstem (674 m), St. Margarethenberg (654 m), St. Peter hei Vigaun (841 in), über Veldes (604 m) und Assling nach Weißenfels und von da weiter nach Kärnten.3 1 2 1 Jahresbericht der k. k. Staats-Oberrealschule in Laibach, 1891, p. 34. 2 Levee 1. c. p. 34. —«o- 26 •o°— Im 17. Jahrhunderte. Das Straßennetz, welches Krain in diesem Jahrhunderte durchzog, war schon ein ziemlich ausgebreitetes; von allen Richtungen trafen die Straßenzüge in der Hauptstadt Laibach zusammen, und es wurde mit Eifer darauf gesehen, die etwaigen Hindernisse des Verkehrs, welche sich auf den Hauptrouten entgegenstellten, nach dem Vorgänge auf dem Loibl durch Einschnitte und Durchgänge durch Felswände zu beseitigen und so die Straßen für Handel und Verkehr vollends frei zu machen. Der Handel und damit das Städtewesen hob sich in diesen Tagen in Krain in ansehnlicher Weise, und in erster Linie war es die Bürgerschaft Laibachs, welche namentlich mit den Naturproducten des Landes lebhaften «Commerz» nach Italien und Deutschland unterhielt und dadurch zu immer größerem Wohlstände gelangte.1 Aber auch die Bauernschaft trieb neben dem Ackerbau mit Vorliebe Handel und wusste ihre schöne und solide Hausindustrie in Holz-, Sieb-, Thon- und Leinenwaren, sowie ihre vielbeliebten Lodentücher im Lande, aber auch nach auswärts bestens zu verwerten.1 2 Das Institut der 1. f. und landschaftlichen Post gelangte aber im Laufe dieses Jahrhunderts zu einer immer volleren Ausgestaltung, und wurde die reitende Post immer häufiger von hohen Reisenden benützt; so sah Laibach gleich zu Anfang dieser Epoche (1601) zwei Herzoge aus Italien mit der Post auf der Reise nach dem erzherzoglichen Hofe in Graz hier durchkommen. Der Laibacher Bischof Thomas Chrön verzeichnet nämlich in einem seiner, durch des Bischofs Eintragungen nicht bloß für die Localgeschichte Krains hochinteressanten Kalender zum 4. Juli 1601 die Bemerkung: «Ist Herr Don Juan de Medicis Herzog zu Florenz auf der Post hier durch Laybach nach Graz als unbekannter Weise (incognito) zu der Expedition wider den Türken gereist; item der Herzog von Mantua.»3 Er, der Bischof selbst, benützte die Post gegen Graz gewöhnlich erst von Gonobitz (in Untersteiermark), wohin er mit eigenen Pferden aus seiner Dotationsherrschaft Oberburg im Sannthale gelangte; so 1 Die Details bei J. Vrhovec: Ljubljanski Mescanjc v minulili stoletjili, Ljubljana 1886, p. 165 f. 4 Die Details in des kais. ltathes J. Murnik trefflicher Abhandlung über Krain bei Wilhelm Exner: «Die Hausindustrie’Österreichs», Wien 1890, p. 22 ff. 3 Museum lludoffimnn. 27 •©— o*o* notiert er z. B. unterm 28. October 1601: «Von Oberburg 8 Uhr verreist, 9 Uhr Abends auf Gonobitz gelangt, umb 12 Uhr Mitternacht auf die Post aufgesessen und Morgens 7 Uhr auf Marburg, Abends 5 Uhr auf Gräz ankliomen.»1 Auch zu seinen Briefsendungen, und zwar auch zu sehr wichtigen, benützte dieser Kirchenfürst und Staatsmann nicht mehr eigene Boten, wie es vorhin gleich dem Adel auch der hohe Clerus zu tliun pflegte, sondern auch schon die Post, so bemerkt er zum 30. März 1601: «Ein geheimes Briefei von meiner gnädigsten Frau, Erzherzogin Maria — der Witwe Erzherzog Karls und Mutter Erzherzog Ferdinands (Kaiser Ferdinand II.) — empfangen. Bei der ordinary (Post) beantwortet.» Die rasche Expedition der Posten galt dem Grazer Hofe und der Grazer Regierung als erste Bedingung im postalischen Wesen. Wir sehen, dass der Erzherzog - Regent unterm 10. April 1609 . den Laibacher Bürgern den Befehl ertheilt, dem Postmeister Michael Taller Pferde für die Schnellpost (Extraordinari) beizustellen, falls der Postmeister seine eigenen Pferde im Augenblicke nicht zuhause hat.3 Und noch einen viel kräftigeren Beweis für den Nachdruck, der von Graz aus auf eine ungesäumte Beförderung der Post gelegt wurde, finden wir in dem Erlasse des «geheimen Rathes» ddo. Graz, 4. Mai 1650, an den Landeshauptmann in Krain, Wolf Engelbrecht Grafen Auersperg, dahin zu wirken, dass die Postabfertigung keinen Aufschub fernerhin erleide, indem sich die Botschafter am kaiserlichen Hofe in Wien darüber beschwert hatten, dass seit längerem die Posten (aus dem Süden) weit später, als es vorgeschrieben, in der Residenz eintreffen. Dieser Erlass, der uns mit anderen, die Postverhältnisse in Krain in dieser Zeit beleuchtenden Actenstücken in einer Abschriftensammlung des Museums Rudolfinum vorliegt, auf die den Verfasser Herr Custos Professor Müllner freundlichst aufmerksam machte, lautet wörtlich wie folgt: Hoch und Wollgebohrner Besonders Lieber Herr und Froundt. Nachdem von einer geraumben Zeit hero verspürt worden, dass die Posten weit spötter, als es der Zeit nach hätte beschehen mögen und sollen, hin und wider ankhomben, desswegen sich dann bey Ihrer Kays. Maj. die an dero hoffe anwesende Pottschaffter gehorsambist beschwort und remedirung gesucht. Also haben Ihre Kays. Maj. die Vrsach dieses saumbfalles zuerforschen dero Erbpostmeister Herrn Karl Freyherrn von Paar allergnädigst auftragen lassen, daß er durch abschickhung einer aignen Perschon, sich dises Mangels, und an wembe es erwinde, erklmndigen und den Befundt gohorsambist rellationieren solle. 1 Museum Rudolfinum. — s Koblar 1. c. p. 56. - oO 28 ’O-o— Von dan Ir Kays. Maj. ilise nacliricht bekhomben, dass unter anderen der Mangl lind saumbsal auch daliero zum Tlieil rüberen time, dass man soliche liinoin alß beraub Lauffendo Posten sowol zu Görz alß zu Laybach und allliie zu Gratz öfftermals in expeditionssachen und in ander weg zimblich lang aufzuhalten pflege. Alß ist ihre Kays. Maj. etc. ganz gemessener allergnädigster Bofelch, dass der Herr nit allein für sich Selbsten darauf! gedacht sein, sondern auch bey seiner untergebenen Cauzley verschaffen, und darob sein wolle, damit die Posten keineswegs aufgehalton, sondern die schreiben und expeditiones also zeitlich verfaßt und zu Standen gerichtet werden, damit die Posten sowol heraus als weiters hinein derentwegen aufzuhalten nit Notli sey. daran u. s. w. Graz den 4 May 1650 ton Jahrs. N. der Itöm. Kay. Auch zu Hungarn und Boheimb Khönigl. May. allliie anwesende geheimbe Rath. An Herrn Wolff Engelbrechten Graffen von Auersperg, Landtshauptmann in Crain.1 Noch umfassender und eindringlicher, als der eben angeführte Erlass, befasst sich eine Verordnung Kaiser Ferdinands III. vom 11. Februar 1651 mit dem Gegenstände der ungehemmten Postbeförderung, die durch verschiedene, in Übung stehende Verhinderungen und Un-gebürlichkeiten aufgehalten wurde, so dass sie zwischen Venedig und Graz und von da gegen Wien oft eine Verspätung von elf bis zwölf Stunden erlitt. Als erster Punkt der Aufhaltung wird das Aufladen schwerer Sachen, Weinfässer, Truhen, Schachteln u. s. w. auf die ordinarj und extraordinarj Post angesehen, dann weiters der Übelstand, dass die Grundobrigkeiten mit den Postmeistern und Postbeförderern ungebür-licherweise schaffen, ja ihnen die Itosse wegnehmen und nach ihrem Belieben dieselben gebrauchen, dass die Couriere (Privateouriere) von den Postbeförderern die Rosse — ohne auf die Beförderung der Post Bedacht zu nehmen mit Drohworten, ja wohl gar mit Schlägen erzwingen u. s. w. Ja es wird im Verlaufe dieses Mandats sogar darauf hingewiesen, dass einzelne Reisende, die mit eigenen Pferden und Wägen oder gar zu Fuß des Weges daherkommen, wann es ihnen in den Sinn kommt, da und dort ein oder mehrere Rosse — und zwar von den besten — bei den Postbeförderern begehren und, wenn man sie ihnen verweigert, dieselben selbst aus dem Stalle holen und damit wegreiten. Alle diese und andere mehr in der Verordnung angeführte Übelstände werden mit Berufung auf in früheren Jahren (1603 und 1642) publicierte Generalmandate abgestellt und nun auch die Postmeister, Postbeförderer und «wo sonst unsere Posten gelegt», von der 1 Museum Rudolfinum. 20 -o— o-O* Einquartierung des Kriegsvolks exempt erklärt, «angesehen, dass sie ohne dessen zu unsern und des Kriegwesens Nothdürften Tag und Nacht Sorge tragen und mehrers als andere bemüht sein müssen.»1 Am Schlüsse dieser Verordnung heißt es: «massen dan öffters beschicht, daß etwo fürstliche Perschonen, derselben Pottschaffter und andere Bekhandte oder Unbekliandte Leuth auf der Post reisen und etwo mehr roß als die Postmeister und Postbeförderer in der Bestallung zu erhalten schuldig bedörfftig und die obrigkheiten oder gerichte von ihnen Postbeförderern umb hilft angesprochen werden, daß Ihr ihnen zu solchen Begebenheiten jedesmal ohne alle Verweigerung und ausfluchte bey Euern unterhabenden Purgern und Nachbarschafften gegen der gebiir-lichen Bezalung und daß sye Euch diß fahls ohne allen schaden halten, alle billige schuldige hilff und assistenz erweisen sollet, auff daß alle Postsachen Schuldigermassen zum Bösten befördert und ebenermassen von den Reissenden khein befuegte khlag wider Euch fürkhome.» Das Postmeisteramt in Laibach versah um diese Zeit Herr Mathias Strobl, der zugleich die Stelle eines Landraths bekleidete, zu den Landständen zählte und 1651 am 25. September im Vereine mit den übrigen 124 Mitgliedern der Landschaft an den kaiserlichen Commissär Max Fürsten Dietrichstein die Erbhuldigung für Kaiser Ferdinands III. Sohn Ferdinand IV. leistete.3 Die Stelle eines Postamtsverwalters in Laibach hatte bis kurz vorher Johann Thomas Knast, ein Neffe» des Bischofs Thomas Clirön, inne gehabt, der von Kaiser Ferdinand III. unterm 27. Februar 1652 die Bestätigung des von seiner Familie früher geführten Adels und Wappens sowie die Verbesserung des letzteren erhielt.8 Dem der kaiserlichen Conflrmation und Wappenbesserung beiliegenden Gesuche des Johann Thomas Kunst entnehmen wir die Anführung, dass er, Johann Thomas, «dem kaiserlichen Postambt zu Gräz in die 10 Jahr als Expeditor, dann zu Laybach aber als Postambtsverwalter 4 Jahre wol und rliümblich vorgestanden und bis dato — Eingangs 1652 — noch in der Kayserlichen Majestät Cameraldiensten als Wassermauth-Einnember zu Laybach» sich befinde. Am Beginne seines Ansuchens um die Wiederaufnahme des Adels beruft sich Johann Thomas Kunst auch auf die Verdienste seines Oheims, des Bischofs Thomas Clirön, * 9 1 Museum Rudolfinum. — 3 Dimitz, Geschichte Krams, 111. p. 420. 9 Adclsarchiv im k. k. Ministerium des Innern in Wien (Hofkanzlei-Acten). — Das ausgefertigte Adelsdiplom bewahrt das Museum Rudolfinum in Laibach aus dem Bestände dos früheren Musealarchivs. 30 ’O*0— in dessen Eigenschaft als Statthalter von Innerösterreich, sowie dass sein Vater «Hans Kunst selig» «sich von Jugend auf in Euer Majestät Vorfahren Kriegsdiensten wider den Erbfeind und sonderlich in der denkwürdigen Schlacht bei Sissek wohl verbal teil habe.» Im Hinblick auf diese Waffenthat des Vaters Hans Kunst erhielt der Löwe im neuen Wappen der Kunst in die rechte Pranke einen Türkensäbel. Die Briefbeförderung für Private war um die Mitte dos 17. Jahrhunderts in Laibach schon eine sehr rege, und das Archiv Sr. Durchl. des Herrn Fürsten Karl Auersperg, Herzogs von Gottschee, in Laibach bewahrt aus dem Jahre 1659 und den folgenden Jahren eine Anzahl von Postrecepissen, wenn wir die im Wesen an die heutigen Postbücher der Parteien gemahnenden Vormerkungsblätter so nennen wollen, auf welchen die Auersperg’schen Secretäre die von ihnen zur Post gegebenen Brief- und Geldsendungen, speoificiert, von den übernehmenden Postbeamten durch Unterschrift bestätigt erhielten. Dieser Aufgabsschein (Papier, Wasserzeichen P. M., kl. Fol., Höhe 31 l/a cm, Breite 20ya cm), hat folgenden Wortlaut: f B.(eata) V.(irgo) Geliebter Herr Shenauitsch, hiebei 1 Paquet Graf von Verdenberg 1 Buccellini Freiherr 1 Graf Lessle 1 Baron Kazianer 1 Secretari Putror 1 mehr an Herrn Kazianer 1 au Herrn Generalien zu Carlstatt 1 Statthalter 1 Landeshauptmann in Steyer 1 Jauerburg Baron 1 Gallnstein 1 Khucn 1 Herr Hoff Canzler J(Schlinger 1 Fürsten von Auersperg 1 Grauen von Portia 1 insimili Graue Portia 1 mehr an Ihr fürstl. Gnaden 2 Herr Generali von Carlstadt All in correspondenz zu nemben. Verbleib Laibach den 15. April 1651) mehr 2 an Baron Kazianer pro Wien, all in correspondenz, ist vill daran gelegen Des Herrn schreiben bah zu recht empfangen Franz Stagl m, p. Wienn Gräz j Wienn } Graz d. li. d. 1. H. Sellenitsch —«o 31 o— Aus diesen Aufgabsscheinen ersehen wir, dass bei der Laibacher Briefpostbeförderung 1659 zwei Personen als Beamte fungierten, einmal Herr Shenauitsch — wahrscheinlich der Postmeister selbst, — an den der Secretär des Grafen Auersperg den Schein stilisierte, und Herr Franz Staql, der die Übernahme der Briefe bestätigte, also wahrscheinlich die Stelle eines Expeditors versah. Doch übernahm auch Shenauitsch selbst die Briefe, da er auf einem anderen Blatte (vom letzten December 1659) unterschrieben steht mit der Bemerkung: «hab diese Schreiben empfangen servus,» während hingegen Stagl wieder unterm 6. Juli 1660 und 4. Januar 1661 signiert. Der Vormerkschein vom 6. Juli 1660 weist uns eine Geldexpedition mit der Briefpost, er empfiehlt nämlich «einen Brief in Correspondenz zu nehmen, darinnen ein Einschluss von etlichen Goldducaten.» Den ganzen Apparat in Beförderung der Reisenden, wie er sich bei der kaiserlich 1. f. und landschaftlichen Post bis um Mitte des 17. Jahrhunderts herausgebildet hatte, sah aber Krain und die Landeshauptstadt aufgeboten bei der Reise Kaiser Leopolds I. im Herbste 1660, da der Monarch zur Entgegennahme der Erbhuldigung aus Kärnten her in das Land Krain kam. Der Kaiser, der die weite Fahrt zu Wagen in der Staatscarosse machte — bei den festlichen Einzügen in die Hauptstädte erschien Leopold I. zu Pferde, — benützte nämlich die Postpferde schon von Wien aus, und es erschienen demnach in seinem überaus zahlreichen Gefolge auch der Erblandpostmeister von Österreich, Graf Paar, und eine Anzahl kaiserlicher Postbeamten sowie einige Couriere.1 Als der Kaiser am 7. September, von Krainburg gegen Laibach anrückend, in Görtschach, dem reizenden Sommerschlosse des Fürstbischofs von Laibach, Mittag hielt, ward ihm von Seite der krainischen Landschaft zur Begrüßung Baron Eck entgegengeschickt, der zugleich die Stunde der Ankunft auf dem Felde vor Laibach zu erkundigen hatte, wo dann der feierliche Empfang durch die gesammte Ritterschaft des Landes stattfand. Nachdem Baron Eck die Ankunftsstunde von den Ministern erfahren, setzte er sich sofort «auf die Post» und kehrte nach Laibach zurück.2 Die Livree der Postillone bei besagter Feierlichkeit bestand in rothen Tuchröcken mit schwarz und weiß «ausgemacht» (egalisiert), in schwarzen Hüten mit «Püschen» von weiß-rotli-schwarzen Federn und silbernen Posthörnern mit weiß-roth-schwarzen Schnüren. 1 (lmrelicz: Breve o succincto racconto del Viagio etc., Vienne MDCLXI, p. 15(i, 159. - 8 Valvasor: Ehre des Her/.ogtluims Krain, XI. p. 373. —«o 32 •Oo — Ein Bild davon, wie Kaiser Leopold I. 1666 in Passau eingeritten — an der Spitze des Zuges der k. k. General-Erbpostmeister Graf von Paar nebst vier Postmeistern, vier Courieren und sechs Postillonen, -bewahrt das Reichspostmuseum in Berlin. (Katalog des Reichspostmuseums in Berlin, 1889, p. 83; freundliche Mittheilung des Reichspostmuseums in Berlin.) Mit der Kaiserreise Leopold I. nach Krain stehen wir mitten in den Tagen des Wirkens unseres berühmten krainischen Historikers Johann Weikhard Freiherrn von Valvasor, der in seinem unvergänglichen Werke «Die Ehre des Herzogthums Krain» auch für das Postwesen seiner Zeit (bis 1689, dem Erscheinen dos Hauptwerks) als vorzügliche Quelle anzusehen ist. Der verdienstvolle Verfasser des Werkes «Die Post in Triest und ihre historische Entwicklung»,1 Herr Dr. Petrus Tomasin, hat unseres Freiherrn von Valvasor Abhandlung über das Postwesen in Krain (mitsammt den umfangreichen Ausführungen über das Postwesen des fernsten Auslands, der Perser, Sinesen, der Mosko-witen und der Türken u. s. w.) auf zehn Seiten wiedergegeben.2 Wir werden uns darauf beschränken, hier sowie in dem besonderen Theile von den einzelnen Posten das zur Sache Gehörige aus des Freiherrn von Valvasor Chronik zu reproducieren. Als hi eher gehörig betrachten wir zunächst seine Daten über den Postcurs durch Krain in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. «Die Hauptpost ist zu Laybach — schreibt Valvasor,3 — dahin alle Pfingsttago (oder Donnerstags) die ordinarj Post von Wien kommt, aber selbigen Tags auch gleich wieder fort auf Oberlaibach postiert, von dannen weiter zu Pferd durch den Birnbaumer-Wald über das Posthaus Ilrusica und über heil. Kreuz (S. Croce)1 auf Görz und Venedig. Der Reisende geht meistentheils zu Schiff bis Oberlaibach — auf dem Laibachflusse, — wie wohl auch wenns einem beliebt zu Lande.» «Von Venedig gelangt sie (die Post) alle Erchtag (oder Dienstag) nach Laibach, geht aber alsobald fort auf Podpetsch und auf Grätz, und Wien. Von Karlstadt kommt die Post alle Erchtag nach Laibach über (Möttling) Rudolfswert, Treffen und Weixelburg (von Karlstadt bis Laibach im ganzen vier Posten).6 Von Klagenfurt etc., St. Veit am Pflaumb und anderen Orten mehr laufen nur die ordinari Boten.»8 1 Triest, Druck und Verlag von G. Balestra, 1894. — 2 p. 54 — 04. :l I. p. 177. — 1 Valvasor 1. c. 1. p. 159 f. — 5 L. c. p. 178. f. — 8 I>. c. p. 178. —“O 33 «•— Während ein österreichischer Kalender aus dem Jahre 16701 unter den beigegebenen «Nützlichen Nachrichten» auch den Curs der Fahrpost in der Richtung von Wien nach Laibach ab Graz nach Laibach mit dem Dienstag angibt, nennt dieser Curs den Freitag als Abgangszeit in der Richtung Laibach - Graz. Bei der drohenden Türkengefahr im historisch denkwürdigen Jahre der zweiten Türkenbelagerung Wiens 1683 war der Postverkehr zwischen Laibach und Graz speciell verdoppelt worden, denn wir begegnen im Verordneten-Protokol 1 der krainischen Landschaft verzeichnet, dass sich die steiermärkische Landschaft bei der krainischen Landschaft unterm 17-Juli desselben Jahres für die zweimal wöchentlich an sie abgefertigte Post bedankt,2 3 * und es wird für den Fall dringender Noth die Absendung eigener Stafetten in Aussicht gestellt. Aus dem Ausgange des 17. Jahrhunderts liegen uns drei kaiserliche Verordnungen vor, und zwar aus den Jahren 1680 und 1693,8 die sich speciell mit den postalischen Verhältnissen von Krain befassen. Die erste, ddo. Graz, 31. Jänner 1680, betrifft wieder die Versäumnis der aus Welschland in Wien eintreffenden Post durch die Fergen an der Überfuhr der Save, und schließt diese Verordnung mit dem Befehl an den Vicedom von Krain, Franz Adam Ursini Grafen von Blagay, dass er «hei deme ohermelter Fergen Herrschaften darob sein solle, damit solche (die Herrschaften) für sie Fergen bei der Überfuhr eine Wohnung oder Hütten aufpauen lassen und ferner (hin) darob sein sollen, auf dass die Überfuhr jedes Mals mit denenselben versehen werde. In widrigen - lautet die Androhung — man die Beschwerde nach unserem kais. Hof (nach Wien) zu nothwendiger Vermittelung gelangen lassen würde.» Die beiden anderen Verordnungen ex 1693 betreffen aber eine über das Postamt in Laibach «eingelofene Anzeige wegen öfteren Verlierens von Briefen.» Sie sind an den Landeshauptmann von Krain, Johann Anton Joseph Fürsten Eggenborg, gerichtet, und lautet die erste bezügliche Verordnung, ddo. Graz, 9. März 1693, wörtlich also: Leopoldt etc. Hochgeborener Fürst Lieber getlireuer. Wir vernehmen gnädigst, waßmassen auf der Post zu Laybach verscliidne Verordnungen vorbey und öffters einige Brieff verlohren gehen solton, so wür zwar gnedigst nit glauben wollen, wie dem allen aber, so ist atiß eingelangter Kays, gnedigsten resolution und Verordnung Wien von 1 Fürstl. Aucrsperg’scho Bibliothek. — 2 Museum Rudolfinum. 3 Abschrifts-C'opie im Museum lludolfinum: Sammlung von Verordnungen ver- schiedenen Inhalts aus dem 16. und 17. Jahrhunderte. —*o 34 •o°— 27.February nechsthin unser gnedigster Wunsch hiemit, daß dein Liebde die Verfuegung tbuen solle, damit mit gemellten bricffen auf orwendter post, die gebührende Ordnung und richtigkeit gepflogen, selbige Jedesmal richtig bestellet, noch Jemandts anderer selbige zu Unterhalten, weniger zu eröffnen untersagen solle, so gowis, als govvis wiir gegen den, oder die Jenige, welche liürüber betreten werden möchten, mit voll Empfündlicher animaduersion vnuerschondt würden verfahren lassen: sollte aber ein fundierter verdacht Einiger verdächtiger Corrspondenz contra statum publicum vor-handten sein, so wolln dein Liebde soliches Unserer I. Ö. Regierung zu vorkherung des weiteren fürderlich berichten, daran geschieht u. s. w. Grätz den 9 Marty 1699. Commissio Sacrao Caesareae Maiestatis Hans Waltliasar Graff von Wagensperg, in Consilio: Statthalter. Carl Joseph Freih. v. Kienpacli, Laurentius Hubert. An Johann Antlionio Joseph Fürsten von Eggenberg, Landtshauptmann in Grain. Die zweite, denselben Gegenstand betreffende Verordnung, ddo. Graz, 30. Mai 1693, constatiert, dass der Postmeister zu Laibach, Baron von Strobelhoff, einvernommen worden, aber vom Angeber Details («Parti-cularitäten») zu wissen verlangte, um sich rechtfertigen zu können, sowie weiters darin constatiert erscheint, dass der Landeshauptmann von Unordnungen bei der Laibacher Post nie etwas vernommen. Ungeachtet dessen habe aber der Landeshauptmann den Postmeister von Laibach ermahnt, «ftirohin auf das Amt» genau zu schauen und seine (also mehrere) Postschreibor an ihren Eid zu erinnern. Diese Verordnung an den Landeshauptmann schließt mit dem Satze: «Dein Liebden wolle aber krafft (nach Graz) hereingelangter Kais, gnädigster resolution und Verordnung ddo. Laxenburg 12. dits darob sein, dass daselbst zu Laibach sowoll von dem Postambt selbst als sonst der in Sachen ergangener gnädigster resolution gebürendt nachgelebt und sich niemandt einiger brieff zu hinderhalten noch zu eröffnen unterfangen, uns auch zu dem widrigenfalls vornembenden einsehen kheine Ursach gegeben werden solle.» Die Postbeamten in Laibach wie die in Graz hatten zu dieser Zeit außer ihren regelmäßigen Besoldungen noch seitens der Landschaften einen Nebenverdienst dadurch, dass sie denselben die sogenannten «Neuen Zeitungen» — geschriebene, ab und zu auch in Druck gelegte politische Nachrichten — vermittelten. So finden wir z. B. im Sitzungsprotokolle der krainischen Landschaft aus dem Jahre 1689 (5. Februar)1 die Auf Schreibung: «Die Gräzerischen Postbeamten pro einem Auswurf wegen herein remitirten guten Zeitungen.» Beschluss: Museum Rudolfiuum. —*o 35 ■»•— «Denen Supplicanten sein 100 fl. ausgeworfen,» und an anderer Stelle lesen wir (1693, 2. Mai): «N. N. beede Laybacherische Postamtsschreiber pro ein Recompens wegen überbrachter Zeitung der vor einem Jahr(!) eroberten Vestung Großwardein. Bescheid: Die löbliche Stöll will hoffen, dass dieses Jahr noch bessere Zeitungen einlauffen werden und wenn die Supplicanten solche der löblichen Stell zeitlich hinterbringen, so wird man ihnen unter ehisten mit einem Auswurff (einer Gratification) eingedenk sein.» Auch «Neujahrsgelder» bezogen die Postförderer seitens der Landschaften, so z. B. Jakob Viwiz das gewöhnliche Neujahrsgeld («regall») mit 50 fl. durch das General-Einnehmeramt der krainischen Landschaft (1693).1 Wie tlieuer für einen Reisenden um diese Zeit ein Postritt von Laibach nach Cilli zu stehen kam, ersehen wir aus der nachstehenden Rechnung des Laibacher Posthalters Karl Aufwartter unterm 7. März 1670j sie lautet: «Dass mir Enndtsunterschriebenen von dem fürstl. Auersperg’schen Secretario Claudio de Hazardt wegen gethanen Postritts Ihrer Excellenz des Herrn Landeshauptmanns Wolf Engelbert Grafen Auersperg bis über Zila gutgemacht und bezalt worden 11 fl. 30 kr. bezeugt meine Handschrift und Fertigung;» das Ritt- und Fertiggeld einer Stafette bis Wien kostete aber von Laibach aus nur 18 fl. 45 kr. teutscher Währung, wie eine diesbezügliche Quittung bezeugt, die unterschrieben ist: «Postambt Laybach m./p.»3 Über die Beschaffenheit des Straßenwesens in Krain um diese Zeit belehrt uns eine Verordnung der i. ö. Regierung in Graz, ddo. 19. Jänner 1680. In derselben heißt es wörtlich:8 «dass der ordinarj Postbothe von Clagenfurt nach Laibach sogar wegen der üblen und unpracticirliclien Straßen über den Loibl nicht hindurchkhomen konnte, sondern genötigt war, wiederum zurückzukehren, desgleichen die Traffi-canten (Handelsleute) mit ihren beladenen Wägen und Pferden auf diesem Wege erliegen,» wodurch das «commercium» großen Schaden habe und «das Cameral Interesse um ein merkliches zurückbleibt.» Die Straße über den Loibl bot stets große Schwierigkeiten, daher denn unser ingeniöse Freiherr von Valvasor um dieselbe Zeit die Durchstechung des Krain und Kärnten scheidenden Berges an seinem Fuße plante und ein diesbezügliches Project bei der Regierung einlegte, das nur wegen der schlechten Zeiten, namentlich wegen der großen Pestseuche, nicht zur Ausführung gelangte. 1 Ebenda. — 2 Fürstl. Auersperg’sches Archiv in Laibach. s K. k. Statthalterei-Archiv in Graz, Hofkammcracten. —O 36 o*— «Das Loch sollte bei St. Anna (sagt Valvasor) sein hineingegangen und auf der andern Seiten des Berges hei St. Leonhard herauskommen und also schnurgerad vom Ein- zum Ausgange zielen. Ich verlangte für meine Mühe und Unkosten von Ihrer Kayserlichen Majestät einen ewigen Zoll nebenst einer gewissen Beihilfe, welcher Zweck aber bey so trübseligen und gesperrten Zeiten der Contagion nicht zu erreichen war. Sonst wäre es wol ein gemeinnütziges Werk und jedwedem damit merklich gedient gewesen, weil man jährlich auf die Ausbesserung der Straßen ein Ehrliches wenden muss, auch zu Winterszeiten offt viel Leut darin verbleiben (ihren Tod finden), wan die Lawin (Lawinen) herunterschießen. Man hat — so schließt er — zwo Meil Wegs über den Berg, eine hinauf, eine hinunter, also aber hätte man (nach Durchführung des Weges durch den Berg) ein halbviertel Meil!» Im 18. Jahrhunderte. War schon unter Kaiser Leopold I., wie in der vorigen Abtheilung gezeigt worden, dem Postwesen die regste Aufmerksamkeit seitens der Regierung zugewendet worden, so hat auch Leopolds Sohn und Nachfolger Kaiser Josef 1., die Bedeutung der Post scharf ins Auge fassend, eine Reihe von Bestimmungen erlassen, die geeignet erscheinen, zur Hebung des Instituts der Post wesentlich beizutragen. So verordnete Kaiser Josef I. unterm 12. April 1706, dass die Postmeister sich nicht über die Zeit von drei Tagen vom Hause ent-ferneu dürften und dass sie die Postboten selbst abzufertigen hätten. Die Postillons sollten gut katholische und verlässliche Leute sein und sollten nicht ohne postämtliche Erlaubnis den Dienst wechseln. Jeder Postmeister solle sechs Pferde für die Fahl-- und Reitpost und zwei «Kaleschen» (Postwagen) für den nöthigen Gebrauch halten. Der Aufenthalt der Post auf den Stationen sollte nur ein geringer sein; Stafetten aufzuhalten war strenge verboten. Die Bevölkerung, beziehungsweise das reisende Publicum, sollte die Postmeister nicht schelten und schimpfen oder gar gewaltthätig angehen, wenn es nicht augenblicklich Pferde zur Reise erhalten könne. Sollte jemand den Postmeister dieserwegen anfallen, so stehe dem letzteren das Recht zu, die Obrigkeit um Hilfe und Gegenwehr anzurufen. Für eine gewöhnliche Postfahrt, zwei vor die Kalesche gespannte Pferde, ward als Taxe 11/a Thaler per Post angesetzt. Eine bereits vorher erlassene Bestimmung, dass die Herrschaften nicht mehr befugt sein sollten, durch ihre Knechte mit —O. 37 umgehängten Taschen und unter Gebrauch des Posthorns Briefe gleich den Postmeistern einzusammeln, ward nun erneuert und die Postmeister angewiesen, daroh zu sein, dass sich niemand erkühne, das Posthorn zu blasen, welches Recht allein ihren Knechten zustehe.1 Die vollständige Verstaatlichung des Postwesens, wie sie dann unter Josef I., Bruder und Nachfolger Kaiser Karls VI., eintrat, war mit diesen Bestimmungen bereits ungebahnt. Das Zeitungswesen, war es gleich bisher schon durch die Postbeförderer mit Nachrichten versehen worden, ward nun von Seite der Post mit sicheren Mittheilungen ausgestattet, und so konnte z. B. die 1708 «in der fürstl. Hauptstadt Laibach erscheinende, bei Johann Georg Mayer Einer Löbl. Landschaft in Crain Buchdruckern und Händlern» ausgegebene «Wöchentlich Extra-ordinary Zeitung» unterm 16. Februar 1708 (Nr. 22) auch auf den Titel setzen: «Extract-Schreiben von unterschiedlichen Orthen, was die Ordinary Post aus gantz Italien mitgebracht. Cum licentia Superiorum,» durch welchen Beisatz der officielle Charakter dieser Nachrichten bekräftigt erschien.2 Einige Zeit hindurch hatte die Post von Laibach nach Graz den Weg über Stein genommen, welche Richtung jedoch später — der Pestseuche wegen — wieder geändert worden und auf die frühere Route über Berdo und St. Oswald verlegt wurde. Im Jahre 1717 baten die Bewohner von Stein den Landesfürsten um Abänderung dieses Postenlaufs im Sinne der Wiederaufnahme des Curses Laibach - Stein - Mötnik - Cilli, doch konnte diesem Ansinnen nicht willfahrt werden.3 Kaiser Karl VI., der im allgemeinen wie für die Verbesserung des Straßenwesens in seinem weiten Reiche und insbesondere auf dem hochwichtigen Wege von der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien über den Semmering durch Steiermark und Krain nach dem Gestade der Adria in Triest so Großartiges geleistet, wobei in Krain «die Straßen-Reparation» (1718) der i. ö. Hofkammerrath Franz Anton von Steinberg, der Verfasser dos «gründlichen» Werkes über den Zirknitzer-See, geleitet,* und auch das Verkehrswesen und speciell die Institution der Post unentwegt zum Gegenstand eifrigster Fürsorge gemacht, hat auch die Bedeutung dieser Institution für das Camerale voll erfasst. Indem er die Taxen für die Beförderung der Briefe und der Passagiere erhöhte, hob er • i ' Koblar 1. c. p. 56 f. - 2 Quartband, 89 Seiten, Museum Rudolfinum. 3 Koblar 1. c. p. 57. * Über Steinbergs Antheil an der Herstellung der Straßen in Krain siehe ausführlich in dessen Werke: Gründliche Nachricht vom Zirknitzer-See, p. 193 f. 38 ■<»— mit Patent vom 12. Juni 1722 die Postfreiheit nahezu ganz auf und beschränkte dieselbe rein nur auf die Exoffo-Schreiben; Postfreiheit genossen die Minister und ihre Familien, die Regierungskanzlei, die Hofräthe und die Mendicanten, Kapuziner, Franciscaner u. a. Bei dieser Erhöhung der Posteinkünfte reflectierte das Ärar nicht mehr auf jene Subvention der 200 H., die die krainische Landschaft in altherkömmlicher Weise zur Erhaltung des Postwesens beigesteuert, aber es hörte auch die Postfreiheit der Landschaft auf, zufolge deren die Stände von Krain und ihre Diener ihre Briefschaften frei hatten versenden können, und so blieb es fortan, denn wir sehen, dass 1741 einer Bitte der Stände um Erneuerung der Postfreiheit keine Folge gegeben wurde.1 Unterm 1. Juli 1722 war aber auch durch Kaiser Karl VI. das Postreyale in Österreich (mit Ausnahme von Tirol und den vorderösterreichischen Erblanden) a/s ein Reservatrecht der Krone erklärt und der Genuss dieses Postregals der gräflichen Familie Paar (im tlieil-weisen Besitze desselben schon seit dem 16. Jahrhunderte gestanden) unter Belassung des Titels und mehrerer Ehrenrechte mit einem jährlichen Äquivalente von 27.720 fl. entschädigt worden.1 2 1 Koblar 1. c. p. 58. 2 Nachdem die Familie Paar schon gegen Endo des 16. Jahrhunderts zugleich und abwechselnd mit anderen Familien (so mit jenen der Taxis, Bichl von Bichelsberg, Wollzogen, Magni) in einzelnen österreichischen Erbländern, namentlich in Steiermark und Niederösterreich das Postregale ausgettbt hatte, wurde Freiherr Hans Christoph von Paar von Kaiser Ferdinand II. mit dem Diplome vom 4. September 1624 mit dem Obersthof-Postmeisteramte in Böhmen und Ungarn und in den einverleibten Provinzen, ferner Ober- und Niederösterreich belohnt. Mittelst Rescripts vom Jahre 1625 ergicng an die niodcrösterroichischo Regierung und mittelst jenes vom Jahre 1628 au die böhmische Ilofkanzlei der Befehl zur Ausfertigung der bezüglichen Lehnbriefe. Im Jahre 1656 wurde Freiherr Karl Paar mit dem Reichs-Postmeisteramt in den österreichischen Erbliindern belehnt. Im Jahre 1690 wurde Freiherr Karl Joseph von Paar auf Grund eines Vergleichs von Kaiser Leopold I. speciell mit dem Postwosen in Ungarn belehnt. Im Jahre 1722 erklärte Kaiser Karl VI. das Postrogale in Österreich, mit Ausnahmo von Tirol und den vorderösterreichischen Erblandon, woselbst die Familie Taxis das Postwesen als Erblehen inne hatte, als ein Reservatrecht der Krone, und es giong die Verwaltung desselben in Staatsregie Uber. Mit dem damaligen Obersthof- und General-Erblandpost-meister Grafen Joachim Adam Paar wurde der Recess vom 1. Juli 1722 abgeschlossen, in welchem der Familie Paar als Entschädigung für den ihr bis dahin zugostandenen Genuss des Postregals in den österreichischen Erbländern nebst dom mehrerwähnten Titel und mehreren Ehrenrechten ein jährliches Äquivalent von 66.000 fl. W. W. = 27.720 fl. ö. W. bewilligt und zugesichert wurde. So blieben die Verhältnisse im großen und ganzen unverändert bis zum Jahre 1813, in wolchem Fürst Karl Paar aus Anlass —K>* 3 9 *o°— Eine große Veränderung im Postenlauf Innerkrains wurde 1728 von Kaiser Karl VI. auf Vorschlag des General-Erbpostmeisters Johann Adam Grafen Paar vorgenommen. Die Straße durch den Birnbaumer-Wald war nämlich so schlecht geworden, dass die Post durch dieses gebirgige Terrain oft drei Tage lang lief. Es wurde daher die Post von Hrusica («Ober Prart oder Pürpeumer Waldt») nach Präwald verlegt, von Loitsch aber der Hasberger Herrschaft wegen nach dem benachbarten Planina (Alben), von heil. Kreuz nach Wippach, in öernice (im Görzischen) aber wurde eine neue Post errichtet. Das Zeitausmaß für diese neue innerkrainische Postroute war nachstehend fixiert: Von Oberlaibach aus, bis wohin die Reisenden den Wasserweg auf der Laibach noch immer der Landreise vorzogen, bis Planina zwei Stunden, von da bis Präwald, wo sich die Straßenzüge nach Triest und Görz scheiden, drei Stunden und bis Wippach gleichfalls drei Stunden, und desgleichen wieder von Wippach bis öernice und von da bis Görz je drei Stunden.1 des im Jahre 1812 erfolgten Ablebens seines Vaters Fürst Wenzel Paar mit dem genannten Erbamte belehnt werden sollte. Da die mehrfachen, der Familie Paar bezüglich der Verwaltung des Postwesens, so namentlich inbetreff der Ernennung der Postbeamten, zustehenden Rechte der damals im Zuge begriffenen Reorganisation des Postwesens hinderlich waren, so wurde die Familie Paar zum Aufgeben dieser Rechte veranlasst und wurden in dem hierüber ausgefertigten Recesse vom 15. Juli 1813 die ihr noch ferner belassenen Postgerechtsame festgesetzt. Nach den dort enthaltenen Bestimmungen hat der Fürst Paar das Recht, dass seine Kutscher das Posthorn tragen; bei einer Hofreise kann der jeweilige Lehenbositzer verlangen, dass er von derselben verständigt wird, um die Reiseleitung zu übernehmen; wenn er selbst reist, haben ihn die Postmeister zu bedienen etc. Bezüglich des erwähnten Äquivalents per 66.000 fl. W. W. trat jedoch keine Änderung ein, sondern es wurde dasselbe im Punkte 7 des Recessos als eine Schuld des Postgofälls der Monarchie erklärt und dessen Bezug für ewige Zeiten der belehnten Familie auf die feierlichste und rechtsverbindlichste Weise zugesichert. Auf dieser Grundlage erfolgte sodann die Belehnung des Fürsten Karl Paar mit dem ühersthof- und General-Länder-Postmeisteramto im Jahre 1815. Weitere Be-lehnungserneuerungen traten noch ein aus Anlass der Großjährigkeit des Vasallen im Jahre 1830 und aus Anlass der Thronbesteigung Kaiser Ferdinands im Jahre 1836. Seit dieser Zeit heißt das bis dahin Obersthof- und Gencral-Erblanden-Postmeisteramt genannte Erbamt: Oborsthof- und General-Länder-Postmeistoramt. Bezüglich Ungarns erfolgte die letzte speciolle Belehnung im Jahre 1839, bezüglich Siebenbürgens im Jahre 1837. Im Jahre 1851 erfolgte aus Anlass dos Regierungsantritts Sr. k. u. k. Apost. Majestät die Belehnungserneuerung bezüglich der sämmtlichen Erbländer. Der jetzige Obersthof- und General-Länderpostmeister ist Fürst Karl Paar, Freiherr auf llartherg und Krottenstein. (Gütige Mittheilung des Herrn k. k. Ober-Postdirectors Karl Pokorny in Triest.) Dasselbe Jahr (1728) besuchte Kaiser Karl VI. selbst, zur Entgegennahme der Erbhuldigung, das Land Krain. Er kam von Klagen-furt über den Loibl (25. August), dessen Weg anlässlich dieser Kaiserreise als «recht-füglichst practicabler Monarchenswürdiger schöner breiter Fahrweg hergestellt worden,» zu Pferde, bestieg zu St. Anna wieder den Reisewagen, mit dem er dann die Fahrt über Neumarktl und Krainburg nach Laibach fortsetzte, wo der Einzug des Monarchen zu Pferde erfolgte, doch ohne jenen Aufwand von Prunk, den Kaiser Leopold I. (1660) entfaltet hatte. Nach der Rückkehr aus Triest setzte der Kaiser die Reise von Laibach (22. September) nach Graz fort.1 Der Kaiser, der bekanntlich die Hebung und Förderung des Commerzes auf sein Regierungsbanner geschrieben,3 hatte sich auf dieser seiner Fahrt nach dem Süden Österreichs von den Bedürfnissen des Handels und Wandels in diesen Gegenden des Reiches überzeugt, und so erflossen denn nach seiner Rückkehr in die Residenz mehrere, auch das, Handel und Wandel so nahe berührende Postwesen betreffende kaiserliche Verordnungen. • Unter anderem verordnete der Kaiser unterm 8. Juli 1730, dass wegen der Triester Kaufmannschaft die Ordinari-Post aus Graz nach Triest und zurück zweimal, statt wie bisher nur einmal, zu verkehren habe; und unterm 12. September ordnete der Monarch an, dass wegen der großen Märkte in Triest in der Woche regelmäßig dreimal «Stöllfuhren», / eine nach Triest, eine nach Görz und eine nach Fiume, von Laibach aus abgehen sollten. Diese Landkutscher - Fuhrwerke übernahm der Laibacher Bürger Sartori. Hingegen für den Verkehr zwischen Graz und Laibach blieb es bei dem alten Verbote, das den Landleuten und Pferdehändlern strenge untersagte, auf ihre Faust Reisehde von der einen nach der anderen Stadt zu befördern. Eine Bestimmung vom Jahre 1736 gestattete dem Postmeister von Adelsberg 17 kr. per 'Post für die Vorspann von zwei Pferden oder Ochsen zur Beförderung der Post über den Berg Maökovc. * Auch den Postcurs von Karlstadt herauf regelte Kaiser Karl VI. Er ordnete unterm 28. Juni 1738 an, dass diese Post in der Richtung nach Graz nicht mehr über Krapina, sondern von jetzt ab über Laibach zu gehen habe, u. zw. nicht nur einmal, sondern zweimal in ' Pcritzhofen: Erbhuldigungsact im Ilerzogthume Krain 1739. 2 Vergl. P. v. Radies: Kaiser Karl VI. als Staats- und Volkswirt. Nach zeitgenössischen Quellen dargestellt. Innsbruck, Wagncr’schc Universitäts-Buchhandlung, 188ti, gr. 8“, 7ti Seiten. 2 Koblar 1. c. p. 59. —oO 41 ‘Oo — der Woche. Gegen die Verfügung aber, dass, abweichend von dem alten landschaftlichen Postcurs inUnterkrain: Laibach-Weichselburg-Treffen -Neustadtl (Rudolfswert)-Möttling-Karlstadt, nun, statt über Neustadtl und Möttling, die Post über Seisenberg und Smuk verkehren solle, beschwerten sich die Neustädtler mit der Motivierung, dass ihnen dadurch die Einkünfte aus dem Nächtigen der Reisenden und das Brückengeld entgehe und dass über Seisenberg (wo, nebenbei bemerkt, auch ein Posthaus erst gebaut werden müsste) der Weg siebeneinhalb Stunden gegen sechs Stunden über Neustadtl betrage. Der Kaiser berücksichtigte die Bitte der Neustädtler und ließ es bei dem bisherigen Bestände.1 Die erste Karte von Krain, auf welcher ein Verzeichnen der Poststationen vorgenommen worden, ist des Johann Dismas Floriantschitscli zu Laibach 1744 erschienene große, aus 16 Blättern bestehende Wandkarte des Herzogthums Krain (Tabula Chorographica Labaci — aeri incisa Abraham Kalkschmid), die mit Unterstützung der krainischen Landschaft herausgegeben worden und auf welcher Posthörner die einzelnen Poststationen erkenntlich machen. Wir entnehmen dieser Karte, dass um diese Zeit bereits wieder die Post von Planina nach Unterloitsch (Romanorum Longaticum, wie Floriantschitscli beisetzt) zurückverlegt war; auf demselben Blatte 5 ist auch die Brücke bei Tscher-nutsch verzeichnet, sowie eine Überfuhr über die Save bei Tazen; gegen Steiermark sind die Posten Podpetsch und St. Oswald angegeben, gegen Fiume Dornegg. Aus dem Beginne der Regierung der großen Kaiserin-Königin Maria Theresia, unter welcher bekanntlich, wie unter ihrem weitausblickenden Vater, dem Commerzwesen eine rege Fürsorge zugewendet worden, bewahrt die k. k. Studienbibliothek in Laibach3 eine hochinteressante Sammlung von Correspondenzen und Verordnungen des damals bestandenen Commerzien-Directoriums und der Ministerial-Deputation mit der Landesstolle in Krain und von derselben (1747 und 1748). In dieser «Protocollum» genannten Sammlung begegnen wir denn auch mehreren das Postwesen in Krain betreffenden Stücken. Der erste das krainerische Postwesen betreffende Bericht (ddo. Laibach, 2. April 1748) des zur Bereisung hereingekommenen Regierungsvertreters constatiert, dass wie dio Posten in Franz mit so schlechten Pferden versehen, dass sich billig jeder Durchreisende darüber zu beschweren Ursache findet, weil der Postmeister daselbst den Pferden —••<> 4 2 keinen Haber reiche, verhalte es sich nicht viel besser mit den Posten zu Podpetsch und Oberlaibach, und «wäre hierüber — sagt der Berichterstatter — meiner unmaßvorschreiblichen Meinung nach die zulängliche remedur gnädig anzukhern.» Mit der Visitation der Posten war auch die der Straßen verbunden, und bemerkte der Rogierungsvertreter, dass die Straßen durch Österreich und Steiermark passabel, «die übrigen durch Crain und bis Triest, wie er ,aufrichtig1 bekennen müsse, dass selbe ziemlich ruinirt und besonders der Triesterische District sehr verfahlen sei, in denen ersteren gebe sich der Oberstraßendirector Graf Leopold von Lamberg alle erlindlichc Mühe und habe bereits seither verwichener Jahre unglaublich vieles verbessert, daher auch nicht zu zweifeln, dass bei continuirendem Fleiß in zwei Jahren die gesammten hierländischen Straßen in der erwünschten Vollkommenheit sich befinden werden.» «Bey der Gelegenheit — so schließt dieser Bericht — habe die bis anhero nicht beobachte Vorsorg in Raum-bung deren an der sog. Poykli von der Alben (Planina) aus gegen Triest häufigen Schneewäderi (Schneewehen) gehorsamst anzeigen und die bereits bei der hiesigen Behörde pro futuro angesuchte remedur zur gnädigen Wissensschaft unterthänig einberichten sollen.»1 Ausführlicher ergeht sich der noch im selben Jahre (18. September) erstattete zweite Bericht über die Poststraße von Laibach gegen Triest. Derselbe hebt u. a. hervor, «dass die erste Post gegen Oberlaybach in Balde zu ihrer Vollkommenheit gelangen wirdt, und sei in diesem District über den Morast ein schütt gemacht worden, wodurch die straßen nicht allein verkürzet, sondern auch ein ganzer Berg aus-gewihen worden.» Sei die Straße dann von Loitsch bis Adelsberg in besserem Zustande, so sei «die gegen Prewaldt sehr stark verfallen und niemals aus dem Grund gearbeitet worden.» «Von dem Borg Gaborkh aber ist der District des Herrn Grafen von Petaz, den er von seiner in der Grafschaft Görz liegenden Herrschaft Schwarzenegg zu repariren hat, in einem schlechten standt und wäre sehr gut wenn dieser Inhaber zu seiner Schuldigkeit verhalten, gleich wie ich solches Herrn Grafen von Lamberg angezeigt und an guten Effekt nit zweifeln soll.» «Endlich ist die sechste Post in dem 'Priester Territorio, welche ebenfalls sehr deplorabl verfahren ist.»3 1 K. k. Studienbibliothek in Laibach. Ms. 58 p. 15 17. * K. k. Studienbibliothek in Laibach. Ms. 58 p. 104 ff. —>o 43 ■o-°— Der kaiserliche Straßendirector und Landesverwalter in Krain, Leopold Graf Laraberg, der in vorstehendem Berichte mehrmals genannt worden, hat auch wenige Jahre später (1755) zur Sicherung des Postverkehrs und des Commerzes gegen die Überschwemmungen durch den Unzlluss hei Planina «einen andern Weg von Adelsberg über Mauniz verfertigen lassen,» wodurch weiteren Gefahren und Unannehmlichkeiten für Reisende und Waren vorgebeugt werden sollte.1 Die Verbesserung des Postwesens «auf der Straßen gegen Triest» selbst aber anlangend, wird unterm 16. Juli 1748 angeregt, dass wegen Verbesserung des schlechten Pferdestands auf einzelnen Poststationen mit dem Obristen Postdirectorium die gehörige Fürsorge getroffen werden solle,1 2 3 * * und in einer Relation vom 25. October desselben Jahres heißt es: «Endlich geruhen auch Euer Excellenz (der Vorstand des Commerz-Directoriums) auf Mein unterm 26. Juli in Betreff des Postwesen gemachten Bericht in Gnaden zu refiectiren, weilen ansonst bei nicht einlangender remedur die allfählige Beförderung noch schlechter als ehevor lauffen dörffte, gleichwie mir dermalen die lauffzettel nicht mehr zugestellt und mithin der error posterior priore pecor werden dörffte.»8 Am Ausgange desselben Jahres (1748) erschien noch unter dem 16. December eine allgemeine Verordnung, betreffend die Abstellung von Missbräuchen, Unordnungen und Excessen hei dem Postwesen, und namentlich waren es die Jahre 1750 und 1751, in welchen zahlreiche das Postwesen in Österreich betreffende allgemeine Vorschriften erlassen wurden, welche theils neue Verfügungen mit sich führten, theils ältere Erlässe in Erinnerung brachten. So z. B. das Verbot an die Wirte und Fuhrleute hei 100 Reiehsthaler Strafe, einen Passagier postmäßig zu befördern (wiederholt dann 1751 mit Strafe von 150 fl.); die Abstellung geschriebener Zeitungen; die Einstellung der Stafettenabsendung durch die Stollen in den k. k. Erbländern, mit Ausnahme der allerdringlichsten Fälle; die Anordnung, dass ohne von dom Landespräsidenten gefertigte Passagierzettel keine Postpferde ausgefolgt werden sollen; die Erlassung einer neuen Posttaxordnung (1751, 20. September).* Ein Hofrescript vom 15. Juni 1752 ordnet an, dass die Correspondenzen der Herrschaften, Klöster und Städte durch die Post, die größeren Pakete aber durch den Postwagen bestellt werden,6 und eine 1'Steiuberg: Gründliche Nachricht vom Zirknitzaee, p. 4 f. 3 K. k. Studienbibliothek in Laibach. IIs. 58 p. 342 f. 3 Ibid. p. 312. * Sammlungen aller k. k. Verordnungen und Gesetze von 1740 bis 1780, p. 98—312. — 6 Ibid. p. 865. — oO 4 -0° —- Hofentschließung vom 2. Dccember 1752 verfügt, dass die Postlivree den Landkutschern und dergleichen nicht gestattet, roth und blau zu tragen sei ausschließlich Sache der Postillons, die blauen Aufschläge seien bei Strafe von 50 fl. verboten;1 endlich bringt eine Verordnung vom 27. August 1753 noch in Erinnerung, dass die Führung von Peitschen auf Postreisen unzulässig sei.2 Man sieht, wie die Regierung der Kaiserin Maria Theresia unablässig bemüht war, das Postwesen im ganzen Reiche auf eine immer höhere Stufe zu bringen und von allen in einzelnen Gegenden und Stationen so hartnäckig festgehaltenen althergebrachten Übelständen und Missbräuchen zum allgemeinen Besten zu befreien. Blicken wir nun von den Postverhältnissen im Staate überhaupt wieder auf die speciellen Verhältnisse in Krain zurück, und fassen wir zunächst die um diese Zeit hierlands bestandene Organisation der kaiserlichen Ämter für das Post- und Commerzialwesen Krains ins Auge. Der Innerösterreichische k. k. Instanz-Kalender auf das Jahr jJStf MDCCLV (Wien) führt unter den kaiserlichen Behörden in Krain an: Ober- Postamt: Herr Franz Amigoni, k. k. Postverwalter; Officier: Herr Andreas Werdnikh; ein Briefträger. Es bestand also das Personale für den Postverwaltungsdienst in Krain vor 141 Jahren aus zwei Beamten, dem Postverwalter und dem sogenannten Postofficier. Der k. k. Commerzialconsess in Laibach zählte zur selben Zeit einen Präses, Herrn Franz Heinrich Freiherrn von Raigersfeld, auch Rath der k. k. Repräsentation und Kammer im Herzogthume Krain, und drei Assessoren: Joh. B. von Nemitzhofen, Michael Angelo Zois von Edelstein und Matthäus Franz Peer, Bürgermeister der Stadt Laibach. Der Postverwalter Herr Franz Amigoni, später «Seiner Majestät wirkl. Rath,» auch in den Adelstand erhoben, war, wie aus allem, was über ihn erhalten, hervorgeht, ein äußerst rühriger, äußerst thätiger Mann und bekleidete sein Amt durch eine lange Reihe von Jahren. Als Mitglied der von der Kaiserin Maria Theresia auch in Krain ins Leben gerufenen «k. k. Gesellschaft des Ackerbaues und der nützlichen Künste» war er in den Mittheilungon dieser heute noch als k. k. Landwirtschafts-Gesellschaft für Krain blühenden Vereinigung schriftstellerisch thätig, und er suchte sich der Allgemeinheit namentlich durch seinen / Ibid. p. 430. — * Ibid. p. 243. —o-O 45 -o-— Vorschlag, aus weißen, süßen Rüben Brot zu backen, indem man dieselben unter das Weizen-, Roggen-, Heiden- oder Hirsemehl mischt, nützlich zu machen.1 Für das Wohl der Reisenden, die trotz dem Bestände eines großen, über eigenen kaiserlichen Auftrag vom Laibacher Magistrat angekauften und eingerichteten Einkehrgasthauses «zum wilden Mann» (neben dem Rathhause — heute Privatbesitz und Eigenthum der Frau Leopoldine Gregoritsch) öfters in die unangenehme Lage versetzt waren, hier keine Unterkunft zu finden und in Posthäusern oder Klöstern zu übernachten, war Postverwalter Amigoni bestens bedacht, indem er 1754 bezüglich der in dem genannten Gasthofe herrschenden Übelstände eine Bescbwerde-schrift überreichte, worin er ausführte, dass entgegen der a. h. Resolution in dem genannten Gasthofe die besten Zimmer an Private vermietet seien, so dass öfters Durchreisende von Distinction, k. k., auch ausländische Minister nicht einmal in den übrigen schlechteren Zimmern Unterkommen können, sondern durch einige Stunden mit großer Beschwerde in den Vorstädten Quartier suchen oder gar bei der übelsten Witterung Weiterreisen müssen; es wolle daher der Magistrat angewiesen werden, auch den zweiten Stock dem Gastwirte gegen billigen Zins zu überlassen, da für Reisende doeb der erste und zweite Stock oder doch wenigstens die besseren Zimmer bestimmt sein sollten. Über vom Kreisamte an den Magistrat ergangenes bezügliches Decret wendete dieser ein, er habe das zweite Stockwerk an Private vermietet, weil er sich von der Überlassung desselben an Reisende wenig versprochen habe. Zum Beweise dessen wird angeführt, dass im Jahre 1749 das zweite Stockwerk über Jahr und Tag möbliert für die Reisenden leer gestanden und im selben Jahre nicht mehr als 141 fl. 36 kr. getragen habe, während im Hinblick auf das für das Haus ausgelegte Capital von 8664 fl. 45 kr. bei einer Berechnung von 3 °/0 Zinsen es mindestens 346 fl. 33 kr. abwerfen sollte.3 In diesen Tagen wurde der Postenlauf nach Unterkrain (1758, 3. April) also festgesetzt: Laibach - Pösendorf bei Sittich-Rudolfswert -(Neustadt!) -Möttling nach Karlstadt.8 1 Wie das Organ der Gesellschaft, das «Laibaclior Wöchentliche Kundschaftsblatt», 1775 p. 209, anführt, war das auf solche Weise bereitete Brot «ganz wol-geschmack zu essen.» a Vrhovec: «Die Wohllöbl. landesfürstl. Hauptstadt Laibach», Laibach 1886, p. 109 ff. 46 o*— Den Postcurs in Krain um diese Zeit illustriert uns das aus dem Jahre 1768 stammende Verzeichnis, « wie die ordinari Posten bey dem Kaiserlich. Königlichen Ober-Post-Amt in der Haupt-Stadt Laybach wöchentlich ankommen und abgehen.» Dasselbe lautet: Kommen an: Sonntag Vormittag: Aus dem ganzen Römisch Reich, aus Schwaben, Bayern, Schlesien, Böhmen, Mähren, Ober- und Unterösterreich, Ungarn, Sclavonien und Steyermarkt. — Dienstag Nachmittag: Ans Rom, Florenz, Livorno, Mayland, Mantua und ganz Italien; aus Cärnthen, Brixen, Trient, Roverodo und Botzen; aus Zürich, Basel und der ganzen Schweitz. — Mittwochs Vormittag: Aus Carlstadt, Agram und ganz Croatien; ingleichen aus dem ganzen Rom. Reich; aus Schwaben, Bayern, Schlesien, Böhmen etc., wie am Sonntag. — Samstags Vormittag: Aus Carlstadt, Agram und ganz Croatien; aus Cärnthen, Brixen, Trient, Roverodo und Botzen, aus Zürich, Basel und der ganzen Schweitz. Nachmittag: Aus Venedig, Görz, Triest, Fiume, Zeng und aus der Carlstädter Meer Granitz. Gehen ab: Dienstag Abends: Nach Steyermarkt, Unter- und Oberösterreich, Mähren, Schlesien, Böhmen, ins ganze Römische Reich und in das Königreich Ungarn und Sclavonien, nach Cärnthen, Brixen, Trient, Roveredo und Botzen; nach Zürich, Basel und die ganze Schweitz. — Mittwochs Vormittag: Nach Agram, Carlstadt und ganz Croatien, nach Fiume, Buccari, Carlowago und in die Meergraontz, dann nach Triest, Görz, Mantua, Mayland, Livorno, Florenz, Rom und ganz Italien. Samstag Abends: Wie an Dienstag und Mittwoch. Fahrender Postwagen: Kommt an: Freitags Vormittags von Wien über Dras-kirchen, Neustadt, Prugg, Paggau, Griiz, Marburg, Cilly nach Laybach. Samstag Vormittag von Triest über Adelsperg nach Laybach. — Gehet ab: Freitags um Mittag über Adelsherg, Präwald, nacher Triest. Dann Samstag Mittags über Cilly, Marburg, Grätz nach Wienn.1 In dem Decennium von 1762 bis 1772 erflossen wieder eine Reihe von landesfürstlichen Verordnungen (Decrete, Rescripte, Generalien u. s. w.), die sich mit der Regelung des Postwesens beschäftigten und den neuerlichen Beweis liefern, wie die Herrscherin Maria Theresia dem Postwesen die unentwegte Aufmerksamkeit zugewendet. Neuerdings wurde eingeschärft: (21. Jänner 1762) auf den unbefugten Gebrauch des Posthorns zu sehen und die Übertreter zu bestrafen; (20. August 1763) ward angeordnet, dass die Officiosa (Amtsschreiben) postfrei, dabei «aber unter Kassazion verboten, die Parteisachen oder Privat-Correspondenz zu unterschieben;» (12. Juli 1771) wurde den Berichten der Kreisphysiker und Chirurgen die Postfreiheit zuerkannt; (24. Jänner 1772) verordnet, dass über die an den Postwagen abzugebenden offieiösen Pakete (Amtspakete) Journalien geführt werden sollen. Der 8. Februar 1772 brachte gleich drei umfangreichere Erlässe. Der erste, zehn Punkto 1 Layhacherisclier Schreib Kalender für MDCCLXVIII. Laybach bey Johaun Friedrich Eger, landseh. Buchdr. — Museum Rudolfinum. — 0*0* 47 -o-"— umfassende kaiserliche Erlass, gez. Maria Theresia, Henricus Comes a Blumegen, erster Kanzler, resümiert eine Anzahl früherer Bestimmungen und setzt neue hinzu, u. a.: «dass, im Falle es die Notdurfft und Unser allerhöchstes Interesse erfordert, irgendwo neue Poststationen anzulegen oder die alten auf andere Orte zu transferieren, den Postmeistern, wenn sie mit einigen Wohn- und Stallungen nicht selbst versehen, ein zur Post anständiges Quartier und genügsame Stallung gegen Bezahlung eines leidentlichen Bestands unverweigerlich angewiesen und mit allem guten Willen an die Hand gegangen, ingleichen, wann sie sich ein eigenes Haus oder Grundstück zu mehreren Nutzen ihrer Wirtschaft ankaufen wollten, ihnen der Kauf nicht schwer gemacht werden solle.»1 In einem angeschlossenen, den Pferdewechsel betreffenden Verzeichnisse erscheinen als in Krain liegende derartige Pferdewechsel-Stationen angegeben: in der Richtung von Klagenfurt gegen Laibach Laibach selbst, in der Richtung von Görz gegen Laibach Oberlaibach, in der Richtung von Triest gegen Laibach wieder Laibach selbst. — Sehr ausführlich behandelt ein zweiter Erlass vom selben Datum die Abstellung von Postexcessen mit Berufung auf Verordnungen von 1(172, 1695 und 1748; und der dritte Erlass desselben Tages betrifft die zum Nachtheile des Postregals eingeschlichenen Missbrauche der Beeinträchtigung durch Brieftragen und Kühlleistungen auf den Poststraßen durch Private, es wird eine Strafe von 1 fl. für einen Brief, von 4 fl. für ein Paket und die Confiscierung von Wagen und Pferden bei Fuhr-leistungen unbefugter Art verhängt. Mit Leeret vom 17. Juli 1773 werden die Postmeister von der Militär-Bequartierung und «allen derlei Beiträgen» befreit,* 3 und die Verordnung vom 30. Juli 1773 regelt das Mautwesen in Innerösterreich, wobei von der Wegmaut befreit erscheinen u. a.: ♦ Die Estaffetal-Ritte und ordinari-Post ohne Passagiere, die wirklichen Reichshofrätlie und Reichskanzlei-Verwandten, wann solche mit eignen oder Postpferden reisen.»8 Im oberkrainischen Postenlaufe wurde 1770 (6. Juli) zwischen Laibach und Neumarktl die Post in Krainburg Postmeister Georg Kodermann — eingeschoben, und rechnete man von Laibach bis Krainburg ein und eine halbe, von da bis Neumarktl eine Post.4 5 1 Gedrucktes Patent. Wien, 8. Tag Februar 1772. — Fürstlich Auorsperg’sches Archiv in Laibach. s Gesetzsammlung von 1740 bis 1780. 5 Gedruckt. — Fürstlich Auersperg’sclies Archiv in Laibach. — »O 4:8 •o»°— m Bei dem k. k. Oberpostamte in Laibach begegnen wir um diese Zeit einer Vermehrung des Personals um eine Person; wir finden nämlich in dem «Land Krainerischen Schematismus auf das Jahr MDCCLXXIV»1 neben dem Oberpostverwalter (Franz Johann von Amigoni) und dem Postofficier (Anton Peteani) auch einen Postwagen-Expeditor (Anton Prelich) genannt. Eine wichtige Bestimmung publiciert als * Postkundmachung» das 1775 in Laibach erschienene Organ der k. k. Gesellschaft des Ackerbaues und der nützlichen Künste, das «Wöchentliche Kundschaftsblatt»1 2 unterm 10. März, dahin lautend: «Nachdem auch an Sonn- und gebottenen Feyertägen einige Postwägen wegen des mit denen übrigen zu unterhalten unumgänglich nöthigen Zusammenhangs expedirt, mithin die fortzuschaffenden Güter auch an solchen Tagen an die Postwägen gebracht werden müssen, so hätten Ihro Kays, königl. Apost. Majestät in Erwegung dieser einem wohl regulirten Publico unentbehrlichen Anstalt allergnädigst zu befehlen geruht, dass die sowol auf dem Postwagen als auch auf der extra Post reisende Passagiers wie nicht minder die bey dem Postwagenamte angestellten Leute in Ansehung der nothwendigen Aufpackung und Übertragung der Pagage von dem Gesetz wegen vcr-bothener schwerer Tragung in Sonn- und Feyertägen dispensirt sofort auch an diesen Tägen ihnen die Aufpack- und Übertragung der Pagage ohne mindesten Anstand gestattet werden solle.» Dem «Wöchentlichen Kundschaftsblatt» wurde aber von Seite der Laibacher Post ein wichtiger Beitrag für seine Spalten durch das ganze erste Jahr seines Bestands (1775) geliefert in dem «Verzeichniß der durchreisenden ansehnlichen Personen», welche erste Fremdenliste in der heimatlichen Presse uns nun einen interessanten Gradmesser auch des socialen Lebens der Landeshauptstadt, insoferne dasselbo durch die Fremdenbewegung berührt erscheint, zu liefern imstande ist. Es kann hier nicht der Ort sein, auf diese Fremdenlisten im Detail einzugehen; doch mögen als Probe ein paar Daten dienen: In dieses Jahr (1775) fiel die zweite Reise Kaiser Josefs II. nach Italien, und da lesen wir in den Fremdenlisten des «Laibacher Wöchentlichen Kundschaftsblatts» u. a.: «Am 13. Mai ein Hof Courier von Ihro Majestät dem Kaiser von Fiume nach Wien, 16. Mai ein Ilofcourier 1 K. k. Studienbibliothek in Laibach. 2 Ebenda. Zwei Hände 8°, Laybach, verlegt und gedruckt bei Johann Friedrich Eger, landsch. Buchdrucker. - Band l.p. 251. —«o 4!) -o*— von Wien nacli Triest an Ihro Majestät den Kaiser, 18. Mai ein Kammer-courier von Triest nach Wien an Ihre Majestät der Römischen Kaiserin, 19. Mai ein Kammercourier von Wien nach Lippiza an Ihro Majestät den Kaiser, 22. Mai ein Kammercourier von Lippiza von Ihro Majestät dem Kaiser nach Wien, 24. Mai ein kais. Kammercourier von Wien nach Venedig an Ihro Majestät den Kaiser, 28. Mai ein kais. Kammercourier von Venedig nach Wien. Den 3. Juni giengen drei Hofpostwägen von dieser italienischen Reise Kaiser Josefs II. mit Ihro Majestät Hofsuite aus Italien zurück nach Wien.» Unterm 28. Juni bringt das «Wöchentliche Kundschaftsblatt» (1775) die Nachricht: «Se. Majestät der Kaiser werden den 10. Juli von Mayland über Klagenfurt nach Wien reisen,» merkt aber zum 7. Juli mit NR. an: «Seine Majestät der Kaiser sind unserer Anzeige vorgekommen und statt den 10. Juli, wie uns letztens von dem k. k. Post-amte allkier gemeldet worden, schon die vorige Wochen durch Klagenfurt durchgereiset.» Am 2. Jänner des nächsten Jahres 1776 kamen in drei Wagen hier durch die k. Hoheiten Erzherzogin Marie Christine mit ihrem Gemahl, dem Herzog Albert von Sachsen-Teschen, in ihrer Begleitung die Obersthofmeisterin Fürstin Bathiany, Hofdamen, die Generale Miltiz und Kempeier, Kammerdiener und Kammerfrauen. Die letzte derartige Mittheilung über Durchreisende brachte das Blatt zum 22. Jänner 1776, nachdem die Post die Lieferung dieser Listen eingestellt. In der Nummer vom 24. Februar theilte es aber die postalische Nachricht mit: «Jede Woche Sonntags und Donnerstags Früh geht von Krainburg der Postbothe nach Marienlaufen, Rattmansdorf, Jauerburg und Assling (soll heißen Sava) und kömmt Dienstag und Samstags Früh wieder zurück.» Die Redaction begleitet diese Nachricht mit dem Ausrufe: «Eine sehr kluge, patriotische Anstalt! Es wäre zu wünschen, dass dergleichen wöchentliche Postbothen gegen alle Seiten des Landes bis an die Grenzen ausgiengen, und dadurch eine größere Gemeinschaft aller Ortschaften des Landes mit der Hauptstadt und untereinander, woran zur Wohlfahrt des Landes ungemein viel gelegen ist, erhalten würde!» Die allgemeine Postgesetzgebung brachte zum Jahre 1778 die Befreiung der Postillons von der Recrutierung, bestimmte aber zum Jahre 1779 (10. April), dass die conscribierten «Postknechte» keineswegs vom Militär befreit seien,1 und vorordnete unterm 9. Juni desselben Jahres, dass ein Postmeister, wenn durch sein Verschulden oder Nacli- * 4 1 Sammlungen der Gesetze von 1740 bis 1780, VII. p. 244. 4 —M> 50 -CM— lässigkeit ein zum Recruten bestimmter Postknecht entweiche, er (Postmeister) statt des Mannes 50 fl. «zur Rettungscassa» zu erlegen habe.1 Im Status des Postamtspersonals, in Laibach im Jahre 1780 ist angeführt: Oberpostverwalter, doch nicht mehr Herr von Amigoni, sondern Herr Jakob von Fischer, Controlor (nicht mehr Postofficier) Herr Anton Peteani und Postwagen - Expeditor Herr Anton Prolich, ein Briefträger.1 2 3 Im Jahre 1784 genoss das Land Krain, beziehungsweise die Landeshauptstadt Laibach, das hohe Glück, den großen Organisator Österreichs, Kaiser Josef II., auf der Rückkehr von der dritten italienischen Reise begrüßen zu können. Der Monarch, der in der Richtung von Triest am 30. März nachmittags dreiviertel 1 Uhr in Laibach ankam und im Gasthofe «zum wilden Mann» abstieg, erschien um halb 8 Uhr abends in der Soiree beim Grafen Auersperg. Der nächste Tag war den ganzen Vormittag über der Besichtigung gewidmet, und wurden hiebei die neue Grabenbrücke des Abbe Gruber sowie das Naturalien-Cabinet und die Anatomiekammer des Prof. Hacquet, das Zuchthaus und die Militärkaserne (bei St. Peter) in Augenschein genommen. Die Abreise des Kaisers erfolgte am selben Tage 3 Uhr nachmittags in der Richtung gegen Steiermark, und wurde das erste Nachtquartier zu Kraxen genommen. Wie ein unmittelbar noch auf der Reise erflossenes Handbillet des Monarchen an den Gouverneur in Graz besagt, erregte in Laibach die besondere Aufmerksamkeit des Kaisers dor für die Bevölkerung und für den Verkehr gegen Süden gleich wichtige Moorgrund, und es verfügte dieses Handbillet diesbezüglich, dass die Austrocknung dieses Morastes mit aller Umsicht und Kenntnis zu unternehmen sei, damit nicht, wie schon geschehen, viel Geld ausgegeben und dennoch das Ziel verfehlt werde. «Hievon geben die Gruber’schen Brücken und Schleusen einen klaren Beweis.»8 Ein zweitesmal kam Kaiser Josef vier Jahre später (1788) durch Laibach, auf seiner Reise zur Armee nach Kroatien. Im Postamtsverkehre trat mit Verordnung, Laibach, 12. Mai 1784, wegen Unterfertigung der Postrecepisse die scharfe Weisung ein, womit zufolge Gubernial-Verordnung «allen im Kreise befindlichen Jurisdicenten bedeutet wurde, dass die von den Postämtern anverlangenden Postrecepisse von ihren Untergebenen so gewiss unweigerlich unterfertigt 1 Ebenda, VIII. p. 307. 2 «Neuer Instanzkaleuder auf das Jahr 1780», Laibach, bei Job. Friedrich Egor, landseh. Buchdrucker. 3 1’. v. lladics: Die Reisen Kaiser Josephs II., Wien 1890, p. 03 f. -—<*> 51 *— werden sollen, als im Widrigen von denselben von Fall zu Fall ein Pönale von 6 Reichsthalern eingetrieben werden wird.»1 Diese Verordnung erftoss, um nicht nur den Rechtslauf nicht unnöthig zu verzögern, sondern auch den Aufgeber der Rechtssache wegen etwa zu Ende laufenden Termins vor Nachtheil zu bewahren. Die postwendende Rücksendung der unterschriebenen Postrecepisse bei Sendungen von Rechtssachen wurde daher den Postämtern mit Verordnung, Laibach, 8. October 1784, auf das eindringlichste aufgetragen.* 2 3 Die Brief- und Paketbeförderung betreffend, bei welcher sich wegen Überführung der Postsendungen in offenen Kaleschen namentlich der Übelstand des Nasswerdens bei schlechtem Wetter herausgestellt, war im selben Jahre (23. August) ein Hofdecret ertiossen des Inhalts: «Da schon öftere Beschwerden vorgekommen sind, dass die Postfelleisen gegen das Regenwetter nicht genugsam versichert waren, und daher die darin befindlichen Pakete und Briefschaften öfters ganz durchnässt und beschädigt eintreffen, so ist sämmtlichen Postämtern noch einmal auf das schärfste einzubinden, dass sie das Ordinarifelleisen mit Kotzen, Decken oder in deren Ermangelung mit Heu oder Stroh gegen das Regenwetter wohl verwahren.»8 Aus dem Jahre 1784 ist uns auch, nebenbei bemerkt, das vom Briefträger Peter Zanetti ausgegebene «Postbüchel» als das älteste bisher bekannte Laibaclier derartige Literatur-Erzeugnis erhalten.4 * Dasselbe führt den Titel: «Alt und neues Postbüchel auf das Jahr 1784,» ist kl. 8° sechs Blätter stark und in buntes, gepresstes Ilmschlagpapier broschiert, mit Silberdruck in den Blumenornamenten. «Laybach gedruckt schwarz auf weiß mit Buchstaben» und dem Motto: «Meine Zwanziger sind schon gar, Drum wünsch ich ein neues Jahr, P. Zanetti.» Eine hochwichtige und einschneidende Verordnung im Briefverkehr erfolgte aber unter Kaiser Josef II. weiters im Jahre 1786, nämlich die Verordnung vom 11. Mai, betreffend die Aufgabe beschwerter Briefe, bei welcher nun die Erleichterung eintrat, die Geldsendungen nicht mehr offen aufzeigen und dafür ein erhöhtes Porto bezahlen zu müssen, «was sowohl dem Publicum überlästig als manchmal zu Veruntreuungen ein näher Anlass und Reiz war.» «So wird dieselbe hiomit ' Sammlung der k. k. 1. f. Vorordnungon für das Jahr 1784, Laibach, p. 77 f. 2 Ebenda p. 223 f. 3 Professor J. Vrhovec in seiner verdienstlichen Arbeit über die allgemeinen Postverhftltnisse in Krain. — Zvon, VIII. p. <552 ff. 4 K. k. Studienhibliothek in Laibach. 4* —®o 5 2 •o°— heißt es in dem Decreto weiter — aufgehoben und vom 1. Junius d. J. an Jedermann freigestellt, Bankozettel und Obligationen auf der reitenden Post, jedoch ohne alle Anzeige auch nur gegen Entrichtung des einfachen Postporto zu versenden. Obwolen nun durch Aufhebung der offenen Anzeige auch die von dem Aerarium bisher für derlei Versendungen übernommene Gewährleistung bei der Ordinari-Brief oder s. g. reitenden Post von selbst aufhört, mithin die Versendung auf Jedermanns eigene Gefahr geschieht, so wird dennoch den Postämtern neuerdings und auf das Nachdrücklichste eingebunden, die möglichste Genauigkeit und Vorsicht zu beobachten, welche zur sicheren Bestellung aller Correspondenzen vorgeschrieben ist.»1 Die Art der Abfertigung der Stafetten in dieser Zeit lernen wir aus einer uns durch die Güte des Herrn k. k. Postmeisters Schrey in Assling mitgetheilten Copie einer solchen vom 2(>. Juli 178G kennen. Dieselbe lautet: Gegenwärtige und sein- liocli eilende Staffelten, an welcher Seiner römisch kaiserlichen auch zu Hungarn und Böheim königl. Majestät, Unsern allergnädigsten Herrn merklich und Überaus viel gelegen, die solle aller Orten bey Tag und Nacht ohne einiger Verhinderung nacher Sava abgeführt, nirgends boy hoher Strafe aufgehalten, gehindert noch verabsäumt werden. Actum Laybach den 26. Jully 1786. Cito, Cito, Citissime. Abgofortigot um 9 >/2 Uhr frühe. Beykommendes Packetl pr. Sava lautont, ist die hocheilende eigene Staffetten, worauf wol Obacht zu haben und aller Orten auf das schleunigste zu befördern, massen hieran Ihre kais. kön. Majestät allerhöchste Dienst gelegen. Johann Wenzel Fürst von Paar. D. 26. Julii von Safnitz nach Sava um 4 Uhr nachmittag expediert. Ig. Kodermann m. p. Eodem dato 4 ’/j Uhr Nachmittag angekommen und zu Sava alsogleich bestellt worden. Am Rubrum steht das obige Cito Cito Citissime wiederholt und dann noch: Eigene Staffetten nach Sava, Sava, Eigene Staffetten. Die k. k. Hofkammer in Wien ventilierte in demselben Jahre (178G) die Frage der Errichtung eines wöchentlich zweimaligen «ordinari» Post-curses zwischen Villach und Salzburg, und es schickte der f. e. salzburgische Agent in Wien ein diesbezügliches Deeret der genannten Hofstelle unterm 18. December nach Salzburg ein, nachdem zuvor (im Mai) (>in Promemoria der Hofkammer die Aufstellung eines Postwagens, wenn auch nur mit vierzehntägiger Fahrt, als für Laibach und Triest erwünscht hingestellt hatte. Nun wurde aber mit Zustimmung des Fürsterzbischofs Sammlung der k. k. 1. f. Verordnungen für das Jahr 1786, Laibach, p. 103 f. von Salzburg die Einrichtung derart getroffen, dass die Reitpost Dienstag abends um 9 Uhr, der Postwagen Freitag nachmittags um 4 Uhr in der Richtung von Salzburg nach Villach abzugehen hatte.1 Das Jahr darauf (1787, 4. October) schrieb die k. k. Hofkanzlei, das Project der Einleitung einer Postwagenfahrt von Salzburg nach Triest aufgreifend, an den salzburgischen Hofagenten, dass sie dazu bereit wäre, aber Salzburg müsse die Verführungskosten bis St. Michel bestreiten. Da sich die Angelegenheit verzögerte, so schritt der Postmeister von Saifnitz im eigenen Namen und in dem der anderen kärntnerischen und krainischen Postmeister um probeweise Überlassung dieser Postwagenfahrt ein, wenn die salzburgischen Postmeister damit einverstanden wären. Hofkanzler von Luidl, der die eigentlichen Kosten dieser Fahrt auf jährlich 133 tl. 28 kr. berechnet hatte, glaubte diesen Betrag durch das ins Ausland gehende Porto zu decken, den Antrag des Saifnitzer Postmeisters Wien gegenüber zu verwerten und daran folgende Vorschläge zu knüpfen: 1.) Der Salzburger Postwagen hat wöchentlich Sonntag morgens in Spital (in Kärnten) einzutreffen, gleichzeitig hätte ein Conducteur von Laibach bis Spital zu kommen, in Villach die Wiener, nach Italien gehende Post zu übernehmen und am nämlichen Tage mit der wellischen Post wieder zurückzukehren ; 2.) einen eigenen tüchtigen Wagen (in Salzburg) auf eigene Kosten zu erhalten; 3.) ebenso einen zwischen Laibach und Spital verkehrenden Conducteur aufzunehmen, zu besolden und für ihn zu haften; 4.) für diesen Fall verzichtete Salzburg auf die ihm angebotenen 110 fl. Am 3. Jänner 1788 genehmigte der Erzbischof von Salzburg diese Vorschläge, und am 1. November 1788 trat diese Postwagenfahrt zwischen Salzburg und Triest mit der Absendung des Laibacher Con-ducteurs nach Spital ins Leben.* Die ganz Europa in Bewunderung versetzende Eroberung Belgrads durch den populärsten Helden seiner Tage, den österreichischen Marschnil Laudon, war der hochfreudige Anlass zu großen patriotischen Feierlichkeiten auch in der Landeshauptstadt Krains, in Laibach, und in anderen Städten dieses allzeit getreuen Herzogthums. Bei diesen patriotischen Kundgebungen der Bewohner dieses Landes war eine Hauptrolle auch den Angestellten der k. k. Postämter zugewiesen, die bei den prunkvollen Aufzügen in ihren kleidsamen Uniformen einen nicht geringen Antheil 1 2 1 Karl Keesbacher: Beitrag zur Geschichte des Verkehrs, bezw. Postwosens des Hoch- und Erzstiftes Salzburg, p. 66. (Gütige Mittheilung des Herrn Landes-Regierungsraths Dr. Friedr. Keesbacher.) 2 Kecsbacher 1. c. p. 67 f. zur Erhöhung des festlichen Gepränges hatten. So schreibt die «Laibacher Zeitung» vom Jahre 1789, Sonnabend, 25. October: «Eine Begebenheit, wie die durch den großen Helden Laudon schnell bewirkte Eroberung Belgrads, konnte nichts anderes, wie die freudigsten Eindrücke in aller Herzen patriotischer Unterthanen unseres großen Josefs machen. Auch wir Einwohner Laibachs erschöpften uns beinahe in Jubel und Freudensbezeugungen über diese glückliche Einnahme. Den 18. d. M gaben zwölf durch Veranstaltung des Herrn Bostverwalters Jakob Edlen von Fischer neu und gleich gekleidete Postillons unter Nachreitung des Herrn Postofficiers von Sterzinger das Zeichen zum Anfänge des allgemeinen Jubels, jede Gasse der Stadt und der Vorstädte erfüllten deren tönende Posthörner mit dem innigsten Vergnügen der Freude und erhoben jedes Herz mit den aufrichtigsten Wünschen zu dem Allmächtigen für Josefs und Laudons Wohl............!» Don Feierlich- keiten der Landeshauptstadt folgten ähnliche Feste auf dem Lande, und der Corrospondent der «Laibacher Zeitung» aus Krainburg berichtet von dort, dass am 25. October durch Veranstaltung des Herrn Postmeisters Johann B. Mayer, «unter Vorreitung des Herrn Paul Schessek, Postschreiber, Postillons das Zeichen zum allgemeinen Jubel gaben, indem sie mit ihren tönenden Posthörnern, begleitet von einer Anzahl Bürgern zu Pferde, die Gassen der Stadt durchritten.»1 Als Kaiser Josef II. am 20. Februar 1790 im Kreise weniger Lieben: Erzherzogs Franz, der Getreuen Lascy, Rosenberg, Dietrichstein, des Beichtvaters und des Arztes, seine edle Seele aushauchte, «da beugte sich — wie Österreichs berühmter Historiker Ritter von Zeißberg in dem monumentalen Werke ,I)ie Österreichisch-Ungarische Monarchie in Wort und Bild12 so schön sagt — noch eine Gestalt trauernd über das Sterbelager des Kaisers, die Idee des Staates, jener behron Geliebten, die ihm den Mangel jedes anderen Glückes ersetzte, der er sich ganz ergeben und der er noch in der letzten Stunde seines thatenreichen Lebens mit aller moralischen und physischen Kraft gedient .... !» Unter den so zahlreichen und umfassenden Organisationen, die dieser Herrscher Österreichs im Staatswesen vorgenommen, nahmen, wie wir gesehen haben, die Verordnungen und Verfügungen, betreffend die Post, nicht den letzten Rang ein; unter seiner unvergesslichen Mutter noch und dann unter ihm selbst als Alleinherrscher war die Post zum 1 P. v. Radies: Laudon und das Land lvrain in Sumis Archiv für Heimatkunde, Separatabdruek p. 0 ff. 2 Übersicht der Geschichte, § 205. °*o* 55 -o- Staatsinstitut par excellence ausgestaltet worden, und es hat Herr Professor Vrhovec in seiner bereits angeführten geschichtlichen Skizze vollkommen recht, wenn er sagt: «Als Josef II. starb, befand sich die österreichische Fosteinrichtung in ihren Ilauptzügen auf dem noch heute gütigen Standpunkte.»1 Die Oberpostverwaltung in Laibach zählte im Jahre 1793 bereits sechs Beamte, neben dem Oberpostamtsverwalter, dem Controlor und dem Officier auch einen Accessisten und für die Wagenexpedition einen Expeditor; die Vertheilung der Briefe besorgte noch immer ein Briefträger.2 Zwei Jahre später trat im Beamtenpersonale noch ein Amtsschreiber hinzu.3 Der Schematismus für das Herzogthum Krain für das Jahr 1795 bringt uns aber auch das erste officielle Verzeichnis der k. k. Postämter und Postmeister in Krain mit beigefügter Meilenentfernung der einzelnen Stationen: Postenlauf Namen der Poststationen Namen der Postmeister — Posten Meilen Von Graz nach Lai- Graz bis St. Oswald: 11 1 22 bach St. Oswald Josef Paulitsch i 2 Podpetsch Jakob Paulitsch 17» 3 Zusammen 13'A 27 Von Laibach nach Laibach Ignaz v.Wurmseer l 2 Triest Oberlaibach Joseph Karl v. Garzarolli l 2 Laase Ch. Förster, Pächter l 2 Adelsberg Heinrich von Huebor l 2 Präwald Anton Alois Bratina 17, 3 Sc sana Mathias Dollenz l 2 Zusammen 67, 13 Von Laibach nach Laibach bis Präwald: 4 8 Görz Präwald Anton Alois Bratina 1 2 Wippach Anton Kallin, Administr. 1 2 Zcrniza i. Görzischen Ludwig Petrogalla 1 2 Zusammen | 7 1 14 1 Zvon 1. c. p. 655. * Instanzkalender für das Herzogthum Krain, 1793, p. 86 f. 3 Schematismus für das Horzogthum Krain, 1795, p. 61. — oO 56 o* - • Namen Namen 1 g g Postenlauf der Poststationen der Postmeister 3 % PL, Von Laibach nach Von Laibach bis 3 6 Fiume Adelsberg: Heinrich von Hueber 1 2 Sagurie Joseph Leopold Rosmann 17* 3 Lippa Joseph Therasch 17* 3 Zusammen 7 14 Von Fiume nach Fiume J. L. Henry 17* 3 Triest Lippa Joseph Therasch 17* 3 Materia im Littoralo Andreas Novak 2 4 Zusammen 5 10 Von Laibach nach Laibach Ignaz v. Wurmseer 17* 3 Klagenfurt Krainburg Joli. B. Mayer l 2 Neumarktl Franz Kautschitsch 2 4 Kirschentheuer in Kärnten Joh. Hofer 1 2 Zusammen 57* 11 Von Laibach nach Laibach Ignaz v. Wurmseer 17* 3 Villach Krainburg Joh. B. Mayer 17* 3 Saifnitz Michael Tschuck l 2 Assling oder Sava Johann Heiller 17* 3 Wurzen Mathias Egger 17* 3 Zusammen 7 14 Von Laibach nach Laibach Ignaz v.Wurmseor 1 2 Karlstadt 8t. Marein Josopli Paulin 1 2 Pösendorf Joseph v. Födransperg 2 4 Neustadtl Franz Hartl 2 4 Möttling Ignaz Massnik 17* 3 Neuschloss, sonst Novigrad llatzenberger i 2 Zusammen 81/, 17 An der Neige des Jahrhunderts (17!>9) war der Status der Ober-Postverwaltung in Laibach nachstehender: Oberpostverwalter, contro-lierender Oberpostamtsofficier, Amtsofficier, Accessist, Praktikant und für die Postwagen-Expedition ein Expeditor, also im ganzen sechs Beamte; dem letzteren war ein Packer beigegeben, während die Bestellung der —°o 57 o°— Briefe noch immer ein Briefträger versah.1 Das Verzeichnis der k. k. Districts-Poststationen und Postmeister stimmt mit dem des Jahres 1795 his auf wenige Unterschiede vollkommen überein; nur im Postenlauf Laibach-Triest tritt die Änderung ein, dass zwischen Oberlaibach und Adelsberg statt der Station Laase die Stationen Loitsch und Pla-nina eingeschohen erscheinen, sowie zwischen Pösendorf und Neustadtl auf der Route Laibach-Karlstadt die Station Treffen.* Das letzte Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts brachte der Landeshauptstadt wieder einen Monarchenbesuch. Kaiser Leopold II. traf in Begleitung des Erzherzogs Leopold am 24. August 1790 zum erstenmal in Laibach ein und besichtigte in Begleitung des Landes-Ingenieurs Herrn Josef Schemerl* * * 8 * * II — der bekannten fachmännischen Capacität im Straßen- und Wasserbau seiner Tage — dio öffentlichen Gebäude und die von Desselbrunner’sche Tuchfabrik, sowie auch der Monarch das Mineraliencabinet des berühmten krainischen Gelehrten und Mäcens für Kunst und Wissen, des hochgesinnten Siegmund Freiherrn von Zois besuchte,4 dessen Palais auf dem Rann noch bis in das zweite De-cennium des 19. Jahrhunderts der Sammelpunkt des wissenschaftlichen und socialen Lebens der Hauptstadt und weiter Kreise aus dem In-und Auslande blieb, in welchem außer den heimatlichen Geistesgrößen Kopitar, Linhart, Vodnik u. a. auch zahlreiche Gelehrte und Künstler von auswärts aus- und eingiengen. Die Kriegsereignisse der neunziger Jahre führten wiederholt den unsterblichen Helden Österreichs, den nachherigen Sieger von Aspern, Se. k. u. k. Hoheit Erzherzog Kurl durch Laibach, so in den Jahren 1795 (26. Jänner)8 und 1797 (17. Februar und 3. März); zum letzteren Datum bemerkt das Tagebuch eines Laibacher Bürgers, Seifried: «3 marcj hatten wir abermals das Glück, den so liehen Prinzen Karl zu sehen, und sein zu der wellischen Armee hinein.»8 Die Begeisterung der Bewohner Laibachs und von ganz Krain für den geliebten Prinzen war eine so große, dass man hei seiner Anwesenheit am 17. Februar ein 1 Instanz-Schematismus für das Herzogthum Krain, 1799, p. 161 f. Laibach, A. Degotardi. 1 Ibid. p. 171 ff. 8 Verfasser u. a. dos ausgezeichneten Werkes: Abhandlung über die vorzüglichste Art, an Flüssen und Strömen zu hauen, Wien 1782. 4 Laibacher Zeitung 1790, Nr. 44. I Laibacher Zeitung 1795, Nr. 27. II Handschrift im Museum Rudolfinum aus dem Bestände des histor. Vereins für Krain. —°o 58 — eigenes Volkslied vom Prinzen Karl gesungen und dem Gefeierten, als er beim Verlassen der Hauptstadt den Postwagen bestieg, stürmische Ovationen dargebracht. Die kriegerisch bewegten Zeiten der Franzosenkriege, wie sie im allgemeinen im Verkehr, in Handel und Wandel eine lebhafte Bewegung hervorriefen, äußerten diese Wirkung auch auf den Postverkohr, und weist dies speciell in Bezug auf die Unterkrainer Route und das Neustadtler Postamt, wo zahlreiche militärische Würdenträger, aber auch viele Kaufleute und Gewerbetreibende als Passagiere eingetragen erscheinen, Professor Vrhovec in seiner bereits erwähnten Studio über das Postwesen Krains des näheren nach, mit der Nebenbemerkung, dass das, was er über den Postverkehr dieses Landestheils beibringe, auch für die übrigen Landestheile Geltung habe.1 Im 19. Jahrhunderte. Das Ausklingen der ersten französischen Kriege im Frieden von Luneville (9. Februar 1801) brachte dem Süden Österreichs die zeitweilige Ruhe, und eine Folge davon war, dass die in den Tagen der Kriegswirren von Italien her als nothwendig erkannt gewesene tägliche Postverbindung zwischen Laibach und Görz, die «Journalpost», wie sie genannt worden, zu Ausgang dieses Jahres wieder aufgehoben wurde. Die «Laibacher Zeitung» vom 21. October 18011 2 3 bringt die Gurrende: «Nachdem die bisher zwischen Laibach und Görz bestandene Journalpost nicht mehr nothwendig ist, so ist mit höchster Hofverordnung vom 24. vorigen, Empfang 19. d. M., bedeutet worden, dass solche aufzuhören und künftig wieder die ,ordinari - Post* nur zweimal in der Woche abzugehen habe. Welches daher zur allgemeinen Wissenschaft anmit bekannt gemacht wird.» In dem umfangreichen postalischen Werke, in des Crusius topographischem Postlexikon vom Jahre 1802,® begegnen wir außer dem Postenlauf in Krain in diesem Jahre, den wir weiter unten zum Abdrucke bringen, auch der ersten Mittheilung über das «Cartieren» des Oberpostamts in Laibach. 1 Zvon 1. c. p. 723. 2 K. k. Studienbibliothek in Laibach (Heilage Nr. 87). 3 III. Theil, 2. Ilaml, im Anhänge. — K. k. Postamt in Laibach. °-o 5 9 ’O*0- Nach dieser Mittheilung «cartierte» unser Oberpostamt Curs Poststationen 1 Absatz- Postämter Ober- Postamt Fiume Sagurie, Lippa Fiume — Görz Wippach, öernice — Görz, Venedig Grätz Podpetsch, St. Oswald, Franz, Cilli, Gonowitz, Feistritz, Ehrenhausen, Lebring, Kalsdorf Marburg Griitz, Wien, österr. Haupt-Postamt Karlstadt Sti Marein, Pösendorf, Treffen, Neustadtl (Rudolfswert), Möttling, Neuschloss (Novigrad) Karlstadt Klagenfurt Krainburg, Neumarktl, Kirschen-theuer — Klagenfurt Triest Oberlaibach, Loitsch, Planina, Adelsbcrg, Präwald, Sessana — Triest Villach Saifnitz, Assling, Wurzen Villach — Diesem Schema ist eine Anmerkung betreffs des Zuwartens der Posten auf den Einbruchsstationen beigegeben, welches in Erinnerung bringt, dass zufolge hoher Direetorialverordnung (ddo. 8. April 17!)ß) die Journalier (tägliche Post) von Triest in Adelsberg nicht länger denn zwei Stunden die Ankunft der Fiumaner abwarten dürfe; im Nichteintreffungsfalle — heißt es weiter — bleibt letztere bis folgenden Tag erliegen. Zu Präwald erwartet die besagte Journalier von Triest die wöchentlich zweimalige von Görz nur auf Befehl des Oberpostamts Görz. Die Ordinari-Post von Karlstadt wartet in Novigrad gemeiniglich durch volle zwölf Stunden die Ankunft der wöchentlich zweimal von Fiume nach Karlstadt gehenden Ordinari ab, wornach beide vereint dahin abgehen. Der Abgang und die Ankunft der Posten in und von Laibach im Jahre 1802 stellt sich nach dem dem Hauptwerke von Crusius gelieferten »Postbericht des Oberpostamts Laibach» wie folgt: Abgang der Ordinari Posten. Nach Finme alltäglich um 8 — 9 Uhr früh nach angekommener Wioner, bis Adcls-licrg mit (1er Ordin. nach Triest, mit Stundenpass von Laibach nach Fiume. Nach Görz Mittwoch und Sonntag nacli angekommener Griitzer, bis Präwald mit der Ordin. nach Triest, mit Stundenpass von Laibach nach Görz. Ankunft der Ordinari Posten. Von Fiume alltäglich um 4 — 5 Uhr abends, mit der Ordin. von Triest, mit Stundenpass von Fiume nach Laibach. Von Görz Dienstag und Sonnabend abends, mit dem Journalier von Triest, mit Stundenpass von Görz nach Laibach. ms■ Nnch Griitz alltäglich nach angekommener Ordin. von Triest, mit Stundenpass von Laibach nach Grätz. Nach Karlstadt Dienstag und Sonnabend C Uhr abends, mit Stundenpass von Laibach nach Karlstadt. Nach Klagenfurt Dienstag mit dem Postwagen v. Laibach nach Spital und Sonnabend, um 8 — 9 Uhr abends nach angekommener Journalier von Triest, mit Stundonpass von Laibach nach Klagcn-furt. Nach Triest alltäglich um 8—9 Uhr früh nach angekommener Grützer, mit Stundenpass von Laibach nach Triest. Nach Villach Dienstag um 8 — 9 Uhr abends, vereint mit der Klagenfurter bis Krainburg, und Sonnabend um 11 Uhr früh, mit Stundenpass von Laibach nach Villach. Von Griitz alltäglich um 7 —8 Uhr früh, mit Stundenpass von Grätz nach Laibach. Von Karlstadt Montag und Donnerstag um 9—10 Uhr früh, mit Stundenpass von Karlstadt nach Laibach. Von Klagenfurt Dienstag abends mit dem Spitaler Postwagen nach Laibach und Sonnabend mittags, mit Stundenpass von Klagenfurt nach Laibach. Von Triest alltäglich um 4—5 Uhr abends, mit Stundenpass v. Triest nach Laibach. Von Villncli Dienstag und Sonnabend nachmittags, ohne die Klagenfurter in Krainburg abzuwarten, mit Stundenpass von Villach nach Laibach. Das Jahr 1805 brachte dem Lande Krain neuerdings die Kriegsfurie durch die Franzosen, deren erste Truppen am 29. November in Laibach einrückten, beim Militärverpflegsgebäude, vis-ä-vis dem damaligen Postamte (Wienerstraße Nr. 19, heute Nr. 14),1 mit der österreichischen Nachhut noch Schüsse wechselnd. Sieben Tage vorher (21. November) war Erzherzoy Johann, der naehherige Organisator der Landwehr, des «Heeres von Innerösterreich», in Laibach eingetroffon, hatte Logis auf der Post genommen, gleich darauf ein «leichtes Kaleschel» bestiegen und dann die Fahrt zu seinem Bruder Karl nach Planina fortgesetzt, mit dem und den Erzherzogen Ludwig und Maximilian er tagsdarauf wieder hieher zurückkehrte, worauf die kais. kön. Hoheiten nach eintägigem Aufenthalt in Laibach am 24. November, also fünf Tage vor dem Eintreffen der Franzosen, die Reise nach Steiermark fortsetzten. Nachdem die Franzosen kraft des Pressburger Friedens (26. De-cember 1806) Laibach am 4. Jänner 1807 verlassen hatten, kehrten sie 1809 am 20. Mai wieder hieher zurück, und es begann nun die Zeit des französischen Interregnums in Illyrien, welche bis in die Octobertage des Jahres 1813 währte. Wir lassen nun, entsprechend dem Gange der Ereignisse, in unserer Schilderung der Entwickelung der k. k. Post in Krain gleichfalls eine Pause eintreten, um die Verhältnisse des Postwesens in unserer Heimat Eigenthum des Herrn k. k. Hoflieferanten J. Mathian. —«O ß 1 »O« — unter der Herrschaft der Franzosen des nähern ins Auge zu fassen, da dieselben, vom fachlichen Standpunkte betrachtet, manch interessantes Detail bieten und sich die Spuren derselben noch einige Zeit nach dem Verlassen des Landes seitens der französischen Machthaber nachweisen lassen, gleichwie diese selbst am Beginn ihres Gouvernements in den illyrischen Provinzen eine geraume Weile noch die österreichischen Posteinrichtungen aufrecht bestehen gelassen. Während der französischen Zwischenherrschaft. Durch den Wiener Frieden vom 14. Oetober 180!) war dio Grafschaft Görz, das Gebiet von Monfalcone, das Gouvernement und die Stadt Triest, Krain mit seinen Enclaven am Meerbusen von Triest, der Villacher Kreis in Kärnten und alle an dem rechten Ufer der Save gelegenen Länder bis an die Grenze Bosniens, ein Theil nämlich des Provinzialgebiets von Kroatien, sechs Militärdistricte, Fiume und das ungarische Littorale, Österreichisch-Istrien oder der District von Castua sammt den dazugehörigen Inseln an Frankreich abgetreten worden. Alle diese abgetretenen Gebiete sammt Dalmatien und dem ehemals venetianischen Istrien vereinigte Kaiser Napoleon I. zu einem eigenen Staate unter dem Namen «Provinces Illyriennes» (Illyrische Provinzen).1 In dem Zeiträume zwischen dem Abschlüsse des Waffenstillstands (Juli) und dem Zustandekommen des Friedens litten aber namentlich die Bewohner von Krain unter dem unruhigen Schwanken zwischen Krieg und Frieden, indem auf dem Boden unserer Heimat insbesondere auch jene Kämpfe zum Austrag kamen, welche die feindlichen Mächte zu ihrer Stärkung oder zur Pression auf den Gegner zwecks Erlangung besserer Friedensbedingungen führten.1 2 Unter diesen Schwankungen litt aber begreiflicherweise in erster Linie das Postwesen. «Die Posten sind gesperrt,» notiert Siegmund Baron Zois unterm 3. Juli in sein Tagebuch und gedenkt im Anschlüsse daran der nun plötzlich wieder zur Geltung gelangten herrschaftlichen Boten, die jedoch jetzt, zum Unterschiede gegen früher, natürlich nicht aus dem Dienstpersonale genommen waren, sondern unter den verschiedensten 1 Vodnik, Geschichte dos Herzogthums Krain, p. 63. 2 Dimitz, Geschichte Krains, IV. p. 293. —°o- 6 2 o°— Vorwänden selbst an die Parteien, denen sie die Correspondenzen vermittelten, herantraten. So schreibt Zois unterm selben Datum: »Ein Reifnitzer Limonihändler bringt unerwartet Briefe von Kopitar an Schulz, vom Bruder Josef (in Wien) an mich, von Graf Aichelburg an Serafine.» Der gewöhnliche Briefbesteller des Freiherrn war ein Gott-scheer Namens Fortuna.1 Aus Steiermark vermittelte ein Oberburger Bote (übers Gebirge her) die Briefschaften, und um Mitternacht pochte man an des Freiherrn Hausthor, und eine «unbekannte Hand» reichte ihm das Schreiben eines Freundes über den Stand der kriegerischen und politischen Vorgänge auswärts. Der seit 1797 an sein Zimmer gefesselte, an den Füßen gelähmte und nur im selbsterfundenen Fahrstuhle sich fortbewegende edle Freiherr, doch immer geistesfrisch, jetzt auch mit den französischen Generälen und Oberofficieren verkehrend, die, nachdem sie mehr und mehr festen Fuß im Lande gefasst, auch seine reichen naturwissenschaftlichen Sammlungen besuchen, seine Bibliothek und seine Landeskenntnis benützen, mit ihm literarische Souvenirs austauschen und durch welche er hinwieder zum Besten des Landes und der Hauptstadt auf die Erleichterung der Kriegslasten einzuwirken versteht, Siegmund Freiherr von Zois hat sich gar bald beim Feinde in solches Ansehen zu versetzen gewusst, dass man seine Boten, die aus seinen Herrschaften zu ihm kamen, ihm Pakete überbringen ließ, die «aus Achtung für die Adresse» als «uneröffnet» bezeichnet waren, während andere, die seinen Namen nicht trugen, als «nach Kriegsgebrauch eröffnet» ihm zugestellt wurden.3 Zum 28. Juli bemerkt Baron Zois: «Es gehen heute wieder Couriere durch nach Mailand und Triest. Man spricht, ein großes Felleisen Wiener Briefe sei angekommen und werde Nachmittag eröffnet, sobald Kermel (damals Oberpostverwalter in Laibach) das Decret ad id (die Erlaubnis hiezu von Seite der französischen Militärbehörde) erhalten haben wird. — Erhalten, verschiebt aber das Ausgeben auf morgen. — Die Franzosen quartieren sich in Gradische ein,» und zum 29. notiert es der Freiherr, dass die Wiener Post ihm einen Brief vom Bruder Josef vom 20. gebracht, enthaltend: Friedenshoffnungen.8 Am 1. August hat sich, wie Zois es in seinem Tagebuche weiters anmerkt, der französische General Baraguay d’ Hilliers in der Burg ein- 1 2 1 Erinnerungen aus dem Kriegsjahre 1809. Aus den Papieren des Freiherrn Siegmund Zois von Edelstein. — Laibacher Wochenblatt 1880, Nr. 815 ff. 2 Ebenda Nr. 318. 3 Ebenda Nr. 139. —63 o*— quartiert als «Commandant suporieur de laCarinthie, de la Carniole etc,» und am 7. August ist der erste Postwagen von Wien wieder in Laibach angekommen; die Briefe, die er mitgebracht, wurden tagsdarauf ausgegeben, und Zois empfieng einen seines Freundes und Schützlings Kopitar.1 Nachdem der Frieden geschlossen war und das französische Regime sich in den occupierten Provinzen einzurichten begann, wurde das Postwesen vorläufig auf österreichischem Fuße belassen, nur ordnete der französische Intendant mit Zuschrift vom 29. November 1809 an den Postdirector Kermel es an, dass die Briefträger und Postillons die französischen Farben und eine Kupferplatte mit der Aufschrift: «Briefpostdienst (Pferdepostdienst) für die illyrischen Provinzen» in der slovenischen Landessprache tragen sollten. Die Postmeister erhielten als Dienstabzeichen einen gestickten französischen Adler, wie einen solchen aus dem Jahre 1809 das k. k. Postmuseum in Wien vom Postamt in Möttling bewahrt. Erst ein Erlass des General - Intendanten vom 20. December 1809 regelte, vom 1. Januar 1810 angefangen, die Postgebüren. Als Porto für einen einfachen Brief wurden vier Kreuzer in gutem Gelde für das Inland, Dalmatien ausgenommen, und acht Kreuzer für das Ausland festgesetzt.2 Zunächst wurden auch die früher gegebenen Befehle vollständiger Befreiung von militärischer Einquartierung für die Postmeister erneuert. Wir verdanken der freundlichen Mittheilung der Frau Marie Gressel, Postmeisterin in Treffen, den Wortlaut des bezüglichen Generalbefehls des Marschalls Marmont, Herzogs von Ragusa, welcher Befehl in deutscher Übertragung also lautet: Illyrisches Heer, Generalstab. Armeebefehl, 24. September 1810. S. E. der Herr Marschall, Herzog von Ragusa, Gcneralgouvorneur, erneuert die früher gegebenen Befehle der vollständigen Befreiung von militärischer Einquartierung zugunsten der Pferde-Postmeister in dem Gebiete der illyrischen Provinzen. Die Befehlshaber dor Truppen und die Platz-Commandanten in jenen Orten, wo Pferdewechsel-Stationen sich befinden, sind verantwortlich für die Durchführung des gegenwärtigen Befehls. Auf Befehl S. E. des Herrn Marschalls, Herzogs von Ragusa, Genoral-l'ommamleurs, der Adjutant des Chef-Commandanten des Generalstabs. Für die Abschrift: Der Intendant des Bezirks von Neustadtl Wilcher. —«o 64 •O*o — Ein regelmäßiger Postdienst für die ganze Ausdehnung der Provinz wurde eingerichtet: Zweimal wöchentlich erhielt der Generalgouverneur Marschall Marmont, Herzog von Ragusa, Nachricht von den entferntesten Punkten.1 Der «Telegraphe officiel des Provinces Illyriennes», das Regierungsorgan der französischen Machthaber im Lande, dem der General-Gouverneur, unter dessen Auspicien der Telegraphe das Licht der Welt erblickte, die ihm täglich durch Stafetten aus Paris zukommenden, nicht mehr als acht Tage alten Neuigkeiten mittheilen wollte, war nun auch das Organ, durch welches die jetzt immer häufiger werdenden Verfügungen betreffs des Postwesens zur allgemeinen Kenntnis gebracht wurden. So bringt das Blatt unter dem Datum: Triest, 1. Februar 1811,2 die Nachricht, dass die Generaldirection der Posten in Wien, um sich an die in den illyrischen Provinzen getroffene Ordnung anzuschließen, betreffs des Abgangs der Diligencen (Eilwagen) von Triest nach Wien beschlossen habe, ihre Diligencen für Triest fortan so abgehen zu lassen, wie dieselben von Triest ihren Lauf haben, nämlich alle fünf Tage. Die österreichischen Eilwagen werden mit den Reisenden und den Gütern bis Cilli kommen, wo sie am selben Tage mit jenen aus den illyrischen Provinzen werden ausgetauscht werden. Der Postwagen von Salzburg nach St. Michel aber wurde mit 2!). März 1811 eingestellt, und blieb bis Februar 1814 nur eine Roitpost in diesem Ourse bestehen.’ Dem ersten größeren Acte bezüglich der Regelung des Postwesens in den illyrischen Provinzen, das in dem großen Organisationsdecrete für dieselben, gegeben von Napoleon im Palais der Tuilerien 15. April 1811, unter die directe Aufsicht des Generalgouverneurs gestellt worden (Nr. XVIII., Titre II), begegnen wir unterm 17. September 1811, erlassen im Namen Napoleons durch den Generalgouverneur. Indem wir diese grundlegende Bestimmung für den Postdienst der Franzosen in unserem Lande nachstehend im Originaltext und in der Übertragung in die deutsche Sprache folgen lassen, fügen wir auch die daran sich anschließenden Anordnungen für den Pferdepostdienst, wie derselbe fortan hierlands beschaffen zu sein hatte, in deutscher Übersetzung an; beide Stücke sind im französischen Original im «Telegraph officiel» vom Jahre 18111 enthalten. Sie lauten: 1 Dimitz, Geschichte Krains, IV. p. 314. 8 «Telegraphe officiel des Provinces Illyriennes.» K. k. Studienbibliothek in Laibach, 1811 Nr. 10. s Keesbacher 1. c. p. 108. — 4 p. 31Q — 312. — «-O 65 -O» — Napoleon etc. Nous Gouverneur Gdndral etc. Considdrant que lo Service de Postes dans les Provinces de notre Gouvernement n’a point encore re^u jusqu’ä present une Organisation conforme aux lois et rdgle-ments de l’Empire Fran?ais, et qu’il est utile, tant pour l’intdret public que pour celui des maitres de poste eux-memes dont nous ddsirons amdliorer l’ötat, d’dtablir les bases d’aprfes lesquelles cettc partie de Service doit etre reglde; Sur la proposition de P Intendant gdndral des finances Avons arretd et arretons ce qui suit: Art. l6r' Nulle personne ne pourra avoir la qualitd do Maltre de Poste, ni en exercer les fonctions, sans avoir obtenu prdalablement une Commission ou brevet, qui lui sera delivrd par le Ilirecteur-gdndral des Postes. Art. 2,le' Les Mattres de Poste actuellement en exercice, ainsi que toutes les personnes qui voudraient devenir titulaires d’une poste aux chevaux seront tenus d’adressor ä la Direction gdndrale des postes ä Laybacli, dans un ddtail d’un mois it compter de la date du präsent arretd, leur soumission par dcrit, pour s’obliger a entretenir en bon dtat le nombro des chevaux ndcessaires au transport des malles aux lettres, au Service d’estafettes it cheval et des voyageurs; ils s’obligeront aussi it se conformer aux reglemcnts sur le fait de la poste aux chevaux. En consdquence, le Directeur gdndral des postes nous prdsentera l’dtat nomi-natif des soumissionuaires pour qu’il soit revetu de notre approbation, d’aprds laquolle il sera autorisd ii ddlivrer aux soumissionuaires des brevots de maltre de poste. Art. Les chevaux fournis par les maitres de poste pour lo transport des malles aux lettres, seront payds aux maitres de posto suivant lo tarif mentionnd dans lo rdglement ci annoxd. Art. 4mo- Tous voituriers, conduisant des voyageurs et des effets, seront astreints ä payer aux maitres de poste une retribution do 25 Centimes par töte de cheval, lorsqu’ils passoront ilevant chaque relais. Art. 5’"“- Daus le cas oü les maitres de poste dprouveraient des pertes en chevaux pour cause de maladies dpizootiques ou d’autres pertes en fourages pour le fait de l’incondie et raisons majeures, il leur sera accordd une indemnitd de 100 francs par chaque cheval, et pour les fourages, une indemnitd proportionnde ii leur quantitd et valour, laquelle indemnitd sera regldo d’aprfes les certificats authen-tiques des autoritds du lieu et l’avis de 1’Intendant de la province. Les pertes en chevaux devront aussi etre constatdes par les certificats des memes autoritds. Art. 6m“- Les maitres de poste, qui auront obtenu le brevet dont ils est parld dans l’articlo 2 du prdsent arretd, seront exempts des logements militaires. Art. 7lno- 11 est defendu aux maitres de poste d’expddier pour le public des estafettes portaut des lettres et paquets. Lors qu’on s’adressera it eux pour cotte expddition, ils devront envoyer los porteurs de cos ddpeclies aux bureaux dos Directeurs des postes de leur rdsidence, ou au plus prochain bureau, s’il ne s’en trouve pas dans leur commune. Art. 8mo- L’ Intendant gdndral des finances est chargd de l’exdcution du prd-sont arrdtd. Fait au Palais du Gouvornomont ii Laybach lo 17 septemhre 1811. Signd: Dertrand par Son Exc. le Gouverneur Gdndral. L’Auditeur au Conseil d’Etat, Secrdtaire du Gouvernement. Signe: A. Heim. 5 Napoleon etc. Wir Generalgouverneur etc. Da der Postdienst in den unserer Regierung unterstehenden Provinzen bis jetzt noch keine Organisation erhalten hat, entsprechend den Gesetzen und Einrichtungen des französischen Reiches, und da es erforderlich ist, sowohl im Interesse der Öffentlichkeit, als in dom der Postmeister selbst, deren Stellung wir aufzubessern wünschen, die Grundsätze festzustellen, nach welchen diese Dienstabtheilung geregelt werden muss, so haben wir auf den Vorschlag des Generalintendanten der Finanzen beschlossen und beschließen wir wie folgt: Art. 1. Niemand kann den Rang eines Postmeisters innehalten, noch dessen Amt verwalten, ohne vorher eine Bevollmächtigung oder ein Patent erhalten zu haben, das ihm vom General-Postdirector ausgestellt werden wird. Art. 2. Die gegenwärtig bediensteten Postmeister, ebenso wie alle Personen, welche in den Besitz einer Pferdepost zu gelangen wünschen, sind verpflichtet, au die Generaldirection der Post in Laibach, nach Verlauf eines Monats, angefangen vom Datum des gegenwärtigen Beschlusses, ihre Pachtanträge schriftlich einzureichen ; sie verpflichten sich, in gutem Stande zu erhalten die Anzahl von Pferden, die benöthigt werden zum Transporte der Briefpost, zum Dienste der reitenden Eilboten und der Reisenden; sie werden sich auch verpflichten, sicli den Anordnungen des Pferdepostdienstes zu fügen. Folglich wird uns der General-Postdirector das nominelle Verzeichnis der Bieter vorlegen, damit es mit unserer Genehmigung versehen werde. Nach dieser wird er das Recht erhalten, den Bietern Patente als Postmeister zu verabreichen. Art. 3. Die Pferde, welche die Postmeister zur Beförderung der Briefposten liefern, werden den Postmeistern bezahlt werden, gemäß dem hier beigeschlossenen Tarife. Art. 4. Alle Wagenbesitzer, welche Reisende oder Gepäck führen, werden genöthigt sein, den Postmeistern eine Entschädigung von 25 Cts. per Pferdekopf zu zahlen, bei jedem Pferdewechsel, den sie passieren. Art. 5. Im Falle, da die Postmeister Verluste an Pferden erleiden, verursacht durch seuchenartige Krankheiten, oder andere Verluste an Futter durch Brände oder andere unvermeidliche Ursachen, wird ihnen eine Entschädigung von 100 Frcs. für jedes Pferd bewilligt werden und für das Futter eine Entschädigung, die der Menge und dem Werte der Ware angemessen sein wird; diese Entschädigung wird geregelt werden nach den authentischen Zeugnissen der Obrigkeiten des Ortes und nach dem Aussprache des Intendanten der Provinz. Die Verluste an Pferden müssen auch durch Zeugnisse derselben Obrigkeiten bestätigt werden. Art. 6. Die Postmeister, welche das Patent bekommen haben, von welchem im Art. 2 des gegenwärtigen Beschlusses die Rede ist, werden von militärischen Einquartierungen befreit sein. Art. 7. Es ist den Postmeistern verboton, für das Publicum Eilboten abzusenden, welche Briefe oder Pakete tragen. Wenn man sich an sie wendet für diese Weiterbeförderung, müssen sie die Träger solcher Depeschen an die Ämter der Post-directoren ihres Wohnorts senden oder an das nächstliegen de Amt, wenn sich ein solches nicht in ihrer Commune befindet. Art. 8. Der Generalintendant der Finanzen ist mit der Durchführung des gegenwärtigen Beschlusses beauftragt. Gegeben im Regierungsgebäude in Laibach 17. September 1811. (Unterschrieben:) Bertram! für S. E. den General-Statthalter. Staatsrathauscultator, Regierungssecretär (Unterschrieben:) A. Heim. —> 67 •O» — Anordnungen für den Pferdepostdienst. Tarif. Den Postmeistern gebürt: Für den Briefpostdienst: Frcs. per Pferd und Poststation.............................................1-301 per Postillon und per Station für Führerlohn.......................—'27 wenn ein Reisender in den Briefpostwagen zugelasson wird .... 1 ■ — Für den Verkehr des Publicnms: per Pferd und per Poststation........................................... als Führerlohn für jeden Postillon.......................................75 für einen offenen Wagen, gestellt vom Postmeister, per Poststation . _ • 75 für idem gedeckt, idem................................................. • 50 Zu dem obgenannten Preise von 1 Frcs. 50 Cts. werden so viele Pferde angespannt werden, als Personen in dem Wagen sind. Dessen ungeachtet können die Reisenden mit den Postmeistern mit beiderseitiger Einwilligung verhandeln in Bezug auf die Anzahl der Pferde, die für die Reisenden und für das Gepäck notliwendig sind, damit sie angemessen der Belastung zahlen. Polizei und Ordnung im Dienste. Die Reisenden werden gebeten, dem General-Postdirector alle Überschreitungen bekanntzugeben seitens der Postmeister oder der Postillons, sowohl den Tarif, als auch das auf den Dienst bezügliche Reglement betreffend. Die Eilboten und die Reisenden dürfen die Pferde weder überanstrengen noch misshandeln, und wenn infolge von Übermüdung, veranlasst von den Eilboten oder den Reisenden, ein Pferd umstehen sollte, hätten sie den Preis desselben dem Postmeister zu bezahlen, je nach der Schätzung eines Fachmanns. Auf gebirgigen Straßen, wo es Sitte ist, Ochsen zu gebrauchen wegen der Unzulänglichkeit der Pferde, müssen die Reisenden dem Ochsenbesitzer die Entschädigung zahlen, ganz unabhängig von der Bezahlung, die den Postmeistern für die von ihnen gelieferten Pferde zukommt. Die Mauten für Fähren, für den Unterhalt der Straßen, für Brücken oder Schlagbäume fallen den Reisenden zu, außer dom Preise für die Fahrt und die Führer. Allo jene, die sich Postpfordo kommen lassen und sie zurückschicken, ohne sich deren zu bedienen, werden den Preis einer Poststation und für die Führer das Entschädigungsgeld zahlen müssen. Jene, welche sie kommen lassen und nicht sogleich abfahren, werden eine halbe Poststation mehr zahlen und die Führer im Verhältnisse zu jeder Stunde der Verspätung. Die Streitigkeiten, welche entstehen könnten zwischen den Postmeistern und Reisenden wegen des Postdienstes, werden vor den Gouoral-Postdirector gebracht werden, welcher, wenn er es nicht ausgloiclien kann, ihnen von competenter Obrigkeit wird Gerechtigkeit widerfahren lassen. 1 Dieser Preis, ebenso wie alle die in diesem Tarife angegebenen Preise, sind bewilligt für die französische Post und nach den Entfernungen, die auf dieses Maß herabgebracht sind in dem Post-Buche für das Gebiet der illyrischen Provinzen. Dieses Buch wird sogleich gedruckt werden. 5* 68 ■<>•— —«o Postmeister. Die Postmeister müssen in ihren Wechselstationen wohnen, um daselbst die dem Dienste nothwendigo Ordnung und Thätigkeit aufrecht zu erhalten. Sie können ihre Wechselstationon nicht von einem Orte zum andern verschieben ohne die Bevollmächtigung der Regierung, und in diesem Falle müssen sie im vorhinein ihre Gesuche an die General-Postdirection senden. Die Postmeister können den Dienst nicht verlassen, ohne den Gcnoral-Post-director sechs Monate vorher davon verständigt zu haben; falls dies nicht geschieht, wird der Dienst auf ihre Kosten gemacht. Die Postmeister sind vor dem bürgerlichen Rechte verantwortlich für die Unfälle, welche durch ihre Postillons geschehen, wenn dieso das für den Dienst erforderliche Alter und die dafür erforderlichen Eigenschaften nicht haben. Sie können sie entlassen und müssen ihnen in diesem Falle Zeugnisse geben, falls sie nicht triftige Gründe haben, sie ihnen zu verweigern. In dem Stalle jedes Postmeisters muss nachts ein Licht brennen, ein Postillon zur Aufsicht vorhanden sein, um die Eilboten nicht warten zu machen. Der Eilbotendienst, das heißt der Dienst jener Boten, welche Befehle der Regierung befördern, muss vor jedem anderen versehen werden. Ausgenommen diesen Fall, müssen die Reisenden je nach der Reihenfolge ihrer Ankunft in den Wechsel-Stationen bedient werden. Die Postmeister können nicht gezwungen werden, Pferde für Querwego zu liefern, nur auf gegenseitiges Übereinkommen. Postillons. Es ist jedem Postillon verboten, eino höhere Entschädigung zu verlangen als die, welche als Führergebür in dem Tarif angegeben ist. Auch ist ihnen verboten, die Reisenden zu beschimpfen oder ihnen irgend eine Ursache zur Klage zu geben, bei Strafe von Absetzung im Falle einer Wiederholung oder der Vorladung vor Gericht, wenn es erforderlich wäre. Die Postillons hängen von den Postmeistern ab, welche sie wählen, aber welche nur solche in ihren Dienst nehmen, welche mit Zeugnissen guten Betragens versehen sind. Die Postillons dürfen sich in den Wechselstationon nach ihrer Fahrt nur die zum Ausschnaufen der Pferde nöthige Zeit aufhalten. Auch ist es ihnen verboten, sie belastet oder im Galopp zurückzuführen. Jeder Postillon muss wenigstens 16 Jahre alt sein; sie dürfen den Besitzer der Wechsolstation nicht verlassen, ohne ihn sechs Monate vorher davon in Kenntnis zu setzen. Die Postillons müssen im Dienste eine Uniform tragen; diose besteht in oinem Rock aus dunkelgrünem Tuche mit rotliem Kragen, die Schöße des Rockes müssen in derselben Farbe wie der Kragen gefüttert und mit Haken aufgorafft sein. Der Rock muss mit Metallknöpfen verziert sein; die dionstthuonden Postillons müssen hohe Stiefel tragen und am Arme ein Schildchen haben, auf welchem der Name der Wechselstation, zu welcher sic gehören, geschrieben steht. Dieses Schildchen muss das Wappen des französischen Reiches tragen. Da diese Uniform und dieses Schildchen von den Postmeistern bestritten werden muss, ist es ihnen gestattet, monatlich von dem Producte der den Postillons bezahlten Führergelder eino kleine Summe zurückzubehalten, um die Ausgabe dieser beiden Gegenstände zu decken. —••<> 69 ■»•— Jetzt fungiert liier in Laibach ein Generaldirector der Posten, sein Name ist G. D'Etilly, während der Postmeister von Laibach den Namen Franz Valentin führt. Der General-Postdirector erlässt unterm 9. October die Kundmachung, dass, da die Herausgabe eines die Entfernungen der Post-(Pferdewechsel-) Stationen feststellenden Postbuchs nach Muster der in Frankreich geltenden Entfernungen noch nicht möglich gewesen, man vorläufig den Postmeistern für ihre Dienstleistungen den in den illyrischen Provinzen bisher üblichen Preis zahlen, eine deutsche Poststation für zwei französische rechnen, im übrigen sich außer dieser Bestimmung nach den Anordnungen des Decrets des Generalgouverneurs vom 17. September richten müsse.1 Einer weiteren Kundmachung desselben begegnen wir unterm 15. November, dahin gehend, dass vom 1. December an von Laibach über Samobor nach Costainizza in Kroatien eine Fahrpost ins Leben gerufen werde, welche am 1. und 15. eines jeden Monats von Laibach in genannter Richtung abgehen und sofort von dort zurückkehren werde. Als Unternehmer dieser Fahrt wird der Postmeister von Laibach Herr Franz Valentin genannt, an den die bezüglichen Anfragen (Platzbestellungen u. s. w.) zu richten seien.2 Das nächste, die Postorganisation der Franzosen betreffende größere Actenstück veröffentlicht aber der «Telegraphe officiel» in dem Beschlüsse des Generalgouverneurs über die Regelung der Briefpost in den illyrischen Provinzen und über die Bestimmungen der bezüglichen Taxen, ddo. 16. December 1811. Wir lassen diese Bestimmungen, welche 22 Paragraplie umfassen, in deutscher Übertragung hier ihrem Wortlaute nach folgen, weil dieselben für die postalischen Verhältnisse von hohem Interesse sind, und verweisen, als auf nur ein Beispiel für die zahlreichen darin enthaltenen, das Verkehrsleben nahe berührenden Bestimmungen, auf die Einführung offener Versendung von Fahrpoststücken durch die Briefpost zu einer geringeren Taxation. Der Beschluss des Generalgouverneurs lautet wörtlich (in deutscher Übertragung) wie folgt: Beschluss Sr. Exc. des Genoralgouverneurs der illyrischen Provinzen, datiert den 12. Decembor 1811, über den Tarif der Briefpost. Art. 1. Angefangen vom 1. Jänner kommenden Jahres (1812) wird der Preis des Brief- und Paket-Transportes festgesetzt werden nach Verhältnis der auf dem kürzesten Woge zurückzulegenden Entfernungen, gemäß dem diesem Bescliluse beigefügten Tarife, sowie gemäß dem Dienste der zu jenem Zeitpunkte bestehenden Strecken. Tdlögraphe officiel 1811, Nr. 81. — 2 Ebenda p. 70 •»— Art. 2. Die Entfernungen werden in Kilometern berechnet werden, das Gewicht der Briefe in Grammen, und die Taxe wird in Döcimes abgegeben werden. Art. 3. Die einfachen Briefe, welche weniger als 6 Gramm wiegen, werden berechnet: von 1 bis 100 Kilometer exclusive . . 2 I i » 100 * 200 » » . . 3 » 200 » 300 * * . . 4 » » 300 » 400 » » , . 5 » » 400 » 500 » » . . 6 » » 500 » 600 » » , . 7 » » 600 » 700 » 8 » » 700 » 800 > * . . 9 » 800 » 900 » » . , 10 » 900 » 1000 > p . . 11 » » 1000 » 1100 » » 12 » » 1100 » 1200 » » 13 » » 1200 » 1300 » » . , 14 » und so weiter 1 1 1 1 § Kilometer. Art. 4. Die Briefe im Gewichte von 6 bis 10 Gramm inclusive werden berechnet 1 Decime über das einfache Porto. Art. 5. Die Briefe und Pakete mit nachfolgendem Gewichte, und zwar: von 6 bis 8 Gramm exclusive 1 Decime mehr, » 8 » 11 » 1 */a mal das Porto, »11 »15 » 2 »» » » 15 » 20 » 2'/, » und so fort von 5 zu 5 Gramm. Jedesmal, wenn das Gewicht der Briefe oder der Pakete einen Bruch von 5 Centimes ergibt, werden 5 Centimes dazu berechnet, um die Taxe in Dücimos zu erhalten. Art. 6. Die Taxe der Briefe von und für dieselbe Commune lautet wio folgt, und zwar: 1 Döcime für die einfachen Briefe unter 15 Gramm, Briefe und Pakete von 15 bis 30 Gramm exclusive zahlen 2 Decimes, im Gewichte von 30 bis 60 Gramm 3 Döcimes und so weiter je 1 Decime mehr für je 30 Gramm mehr. Für den Dienst der Umgebung oder der Bezirke der großen Communen wird 1 D6cime für den einfachen Brief berechnet, für Briefe im Gewichte von 6 Gramm und darüber bis 15 Gramm 3 Ilecimes, für Briefe im Gewicht von 15 Gramm und unter 30 Gramm 4 Döcimes und für je 15 Gramm mehr 1 Decime mehr. Die Generaldirection ist bevollmächtigt, durch ihre Eilpostwagen den Dienst in den Postbureaux der Bezirke der großen Communen versehen zu lassen, wenn selbe sich auf ihrer Strecke befinden. Art. 7. Sobald ein Brief in einem der Postbureaux taxiert worden ist, kann die Taxe desselben nicht erhöht worden, falls er nicht an einen anderen Bestimmungsort befördert werden muss. Art. 8. Das Porto der Briefe und Pakete muss bar bezahlt werden, aber es steht jedem Privaten frei, die Bezahlung zu verweigern im Momente der Zustellung und vor Öffnung derselben. —O 71 •0*o — Art. 9. Die Warenmuster werden taxiert zum Drittel des durch dem gegenwärtigen Tarif für die Briefe festgesetzten Preises, vorausgesetzt, dass die Pakete unter Kreuzband verabreicht werden, so zwar, dass man erkennen könne, was sie enthalten, doch wird das Porto nie geringer als das eines einfachen Briefes sein. Art. 10. Die Taxe für Zeitungen und andere periodisch erscheinende Blätter wird im voraus bezahlt im ganzen Bereiche der illyrischen Provinzen, und zwar zu 4 Centimes. Und die Taxe für andere Drucksachen, wie Kataloge, Prospecte, gedruckte Briefe, lose oder broschierte Bücher zu ö Centimes. Alles berechnet zu je einem Druckbogen, man bezahlt die Hälfte der Taxe für die einen wie die anderen für jeden halben Bogen und das Viertel für jeden Viertelbogen. Art. 11. Die General -Postdirection ist nicht verantwortlich für die Gold- oder Silberstücke, noch für Gold- oder Silbergegenstände, noch für Diamanten und andere Wertgegenstände, die in Briefo oder Pakete eingelegt worden sind. Art. 12. Wer Briefe oder Pakete recommandieren will, muss dieselben den Postvorstehern übergeben, welche im voraus entgegennehmen werden die doppelte Taxe, welche bestimmt ist für gewöhnliche Briefo und Pakete und welche dieselben in ihr Register einschreibon werden. Art. 13. Im Falle, da bei der Post eingeschriebene Pakete oder Briefe nicht an ihren Bestimmungsort in den illyrischen Provinzen gelangen, kann der Absender oder die auf dor Adresse angegebene Person 15 Tage oder auch länger nach der Aufgabe des betreffenden Briefes oder Paketes reclamiereu. Wenn das Paket oder der Brief nach Verlauf eines Monats nach dieser Reclamation nicht abgeliefert ist, ist die General - Postdirection verpflichtet, dem Reclamierenden eine Entschädigung von 50 Francs zu zahlen. Art. 14. Das Porto für gemünzte oder nicht gemünzte Gold- oder Silbergegenstände boträgt 5°/„ ihres Wertes für alle illyrischen Provinzen, und die General-Postdirection wird für die ganze ihr anvertraute Summe verantwortlich sein. Art. 15. In den Postbureaux der illyrischen Provinzen kann man nicht unter 3 Frcs. und nicht über 2000 Frcs. deponieren für jeden zweispännigen Eilpostwagen. Art. Di. Die an militärische Persönlichkeiten gerichteten Briefe, sei es zu Land oder zu Meer, wenn sic nicht das Gewicht von 0 Gramm überschreiten, können mit 25 Centimes frankiert werden, aber alle nicht frankierten Briefe und alle jene, welche das Gewicht von 6 Gramm überschreiten, sind den durch die anderen Artikel des gegenwärtigen Tarifs bestimmten Taxen unterworfen. Art. 17. Die für die Colonien und andere Länder oder Staaten jenseits des Meeres bestimmten Briefe (England ausgenommen) müssen bis zum Einschiffungshafen frankiert werden; die Taxe wird dem Tarif entsprechend mit Aufzahlung von 1 Döcime berechnet werden. Art. 18. Die Briefo und Pakete, welche von den Colonien oder anderen Ländern oder Staaten jenseits des Meeres kommen (ohne dor obigen Ausnahme, was England betrifft), werden taxiert mit 2 Decimes in dem Ausschiffungs- oder Ankunftsorte, und jene eines weiter entfernten Bestimmungsorts nach der Entfernung des Ausschiffungsorts von dem Bestimmungsorte mit Aufzahlung von 1 Dt'cime. Art. 19. Die Schiffscapitäne, welche von den illyrischen Häfen nach den Colonien oder anderen Ländern und Staaten jenseits des Meeres fahren, und jene, die von den Colonien nach den illyrischen Häfen fahren, müssen die Briefe und —°*o* 7 2 o**— Pakete übernehmen, welche ihnen übergeben werden von den Postdirectoren der Häfen ihrer Abfahrt, und sie sogleich boi ihrer Ankunft dom Bureau der illyrischen Posten des Ortes ihrer Ausschiffung übergeben. Diesen Capitänen muss 1 Dücime für joden Brief und jedes Paket gezahlt werden, welches sie entgegennehmen von den Vorstehern der Genoral Verwaltung, oder welches sie an das Postbureau abgeben. Art. 20. Die Taxe der Briefe und Pakete für und aus dom Auslande, wenn dieselbe schon festgesetzt ist durch gegenseitiges Übereinkommen zwischen den Postbureaux der illyrischen Provinzen und jenen der ausländischen Staaten, wird keiner Veränderung unterliegen, bis neue Vereinbarungen zwischen selben geschlossen werden, aber bei Ermangelung von vorhandenen Vereinbarungen wird das illyrische Postbureau im voraus die Taxe entgegennehmen, oder es wird Briefe und Pakete taxieren nach dem oben festgesetztem Tarife von der Abgangsstation bis zu den Grenzen, je nachdem es sich wird zurückzahlen lassen können oder nicht die Briofe und Pakete für das Ausland und selbst die für das französische Heich. So wird es auch die Briefe und Pakete, die aus dom Auslände und aus dem französischen Reiche für die illyrischen Provinzen kommen, berechnen, und zwar mit dem Preise, welchen es an den Grenzstationen, wo sie ihm übergeben wurden, dafür bezahlen musste, und dem durch seinen eigenen Tarif fostgosotzteu Proiso von der Grenze bis zum Bestimmungsorte. Art. 21. Wie nach und nach neue Vereinbarungen entstehen zwischen dem Postbureau der illyrischen Provinzen und dem der umgebenden Staaten, wird die Taxe der Briefe und der Pakoto nach und aus jedem jener Staaten abgegeben werden, und zwar: Für die Briefe, die abgehen aus den illyrischen Provinzen, nach dem Preise, der festgesetzt wurde je nach den Entfernungen und je nach dem Gewichte durch den gegenwärtigen Beschluss. Was die aus dem Auslande kommenden Briefe anbetrifft, nach dem Preise, der durch jede einzelne Vereinbarung festgesetzt worden ist, und zu diesem Preise werden diejenigen Preise hinzugerechnet, welche durch den obgenannten Tarif festgesetzt worden sind. Überdies behält sich die Regierung das Recht vor, die Taxen der Ankunft und der Abfahrt, betreffend die Briefe für und aus dem Auslande, zu bestimmen, besonders in der durch die Bestimmungen der öffentlichen Verwaltung festgesetzten Form. Art. 22. Der Generalintendant der Finanzen ist mit der Ausführung des gegenwärtigen Beschlusses beauftragt. Für gleiche Abschrift: Der Generalpostdirector C. D’Etilly. Der Postcurs war mit 1. Jänner 1812 folgendermaßen festgestellt: Ankunft der Posten in Laibach. Von Frankreich, Italien, Görz: Montag, Donnerstag, Samstag zwischen 8 und 10 Uhr morgens. Von Dalmatien, Ragusa, Albanien: Mittwoch und Sonntag zwischen 10 Uhr und Mittag. Abfahrt der Posten von Laibach. Nach Frankreich, Italien und Görz: Mittwoch, Freitag, Sonntag Nach Dalmatien, Ragusa, Albanien: Donnerstag und Sonntag —oO 73 o— Von Fiume: Mittwoch, Sonntag, Freitag zwischen 10 Uhr und Mittag. Von Deutschland über Franz: Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag zwischen 10 Uhr und Mittag. Von Villach, Bayern, Tirol und Klagcn-furt: Mittwoch und Sonntag zwischen 8 und 10 Uhr abends. Von Neustadtl, Karlstadt, Costainizza und der Türkei: Mittwoch, Freitag, Sonntag zwischen 8 und 10 Uhr abends. Von Triest alle Tage zwischen 8 und 10 Uhr abends. Nach Fiume: Dienstag, Donnerstag und Sonntag Nach Deutschland über Franz: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag Nach Villach, Tirol, Bayern und Klagen-furt: Montag und Donnerstag Nach Neustadtl, Karlstadt, Costainizza und in die Türkei: Montag, Donnerstag und Samstag Nach Triest alle Tage sämmtlicli um 5 Uhr abends. Eine dieser Kundmachung im «Telegraphe officiel»1 angefügte Note machte das Publicum darauf aufmerksam, dass Briefe zum Frankieren oder Recommandieren dem Bureau der Generaldirection der Post vor drei Uhr nachmittags, die gewöhnlichen Briefe aber um vier Uhr abends spätestens aufgegeben werden müssen, um noch am selben Tage expediert werden zu können; später auf gegebene könnten nicht mehr am selben Tage abgehon. Auf dem Fahrpostwagen war der Passagierplatz von Triest bis Laibach mit 20 Frs. 68 Cts., von Laibach bis Franz mit 10 Frs. 34 Cts., von Laibach bis Costainizza mit 36 Frs. 55 Cts. festgesetzt, dazu kam die Gebür für die Postillons mit 26 Cts. per Station und außerdem ein angemessenes Trinkgeld für letztere.2 Der Postenlauf über Villach, Klagenfurt, Tirol zum Anschluss an Bayern wurde jedoch schon unterm 30. Jänner 1812 von Montag und Donnerstag auf Sonntag und Mittwoch fünf Uhr abends abgeändert, um mit Bayern keine Unterbrechung des Verkehrs zu erfahren. Österreich trat, wie dieselbe Kundmachung vom 30. Jänner con-statierte, der neuen Anordnung des Postenlaufs aus den illyrischen Provinzen bei.8 Der Frachten verkehr wurde durch die nachstehende Kundmachung geregelt; sie besagte: Jeden Sonntag jeder Wocho wird abgehen, und zwar: den 5. Jänner 1812 eine Post von Triest nach Franz, der Grenze Österreichs, den 12. desselben von Triest nach Laibach, den 19. desselben von Triest nach Franz, den 26. desselben von Triest nach Laibach. 1 1811, p. 416. — 8 Dimitz 1. c. IV. p. 340. * Tdlegraphe officiel 1812, p. 27 f. —°o 7 4 •Oo — Die Reisenden, die siclx nach Costainizza begeben wollen, können eine andere Post benützen, welche den 1. Januar und der Reihenfolge nach alle 14 Tage Mittwochs abgehen wird. Dieser Postwagen wird durch Samobor und Sissek gehen. Die Preise der Plätze für die Reisenden sind die folgenden, und zwar: von Triest nach Laibach 8 fl. oder 20 Frcs. 68 Cts., von Laibach nach Franz 4 fl. oder 10 Frcs. 34 Cts., per Station für den Postillon 6 kr. oder 26 Cts., von Laibach nach Costainizza 14 fl. 8 kr. oder 36 Frcs. 55 Cts., dazu die entsprechende Entschädigung für die Postillons. Bei den oben angegebenen Bureaux werden die Tarifpreise kundgegeben, die bewilligt sind für das Porto, für Geldrollen und für Waren. Die Unternehmung dieser Einrichtung ist durch die Regierung übergeben worden den Postmeistern auf der Strecke von Laibach nach Triest; diese haben sich verpflichtet, diesen Dienst zu versehen unter ihrer solidarischen und gegenseitigen Verantwortung, somit kann das Publicum volles Vertrauen darein setzen. Für die Gegenstände, welche der Unternehmung übergeben werden, wird Garantie geleistet, nur mit Ausnahme von Unfällen, die durch Elementaroreignisse verursacht sind. Dasselbe Unternehmen wird in Kürze auch die Errichtung des Frachton-verkohrs von Triest nach Fiume und Görz ankündigen. Der Genoral-Postdirector. Die Art, wie einem Postmeister der illyrischen Provinzen die Ernennung zu diesem Amte durch den Generaldirector der Posten mit-gethcilt worden, ersehen wir aus dem uns durcli die Güte der Postinhabungen von Treffen und von S. Croce mitgetheilten diesbezüglichen Decrete. Ein solches lautet in deutscher Übertragung:1 Illyrische Provinzen. General-Postdirection. (Französisches Staatswappen.) Patent. Wechselstation von Treffen. Wir Generaldirector der Posten, der Wechselstationen und des Frachtenverkehrs der illyrischen Provinzen. Im Namen Seiner Excellenz des Generalgouverneurs und mit seiner Genehmigung der nominellen Liste der Pferdepostmeister, welche die durch Artikel 2 des Beschlusses vom 17. September 1811 erforderten Pachtofferte eingereicht haben Haben wir dem Herren N. N., Postmeister von N., inbegriffen in der obgenannten Liste, das gegenwärtige Patent verliehen, welches ihn berechtigt zum Titel und zu dem Amte eines Postmeisters, ihn verpflichtet zu den diesem Amte obliegenden Verpflichtungen und ihm den Genuss der Vortheilo, die damit verbunden sind, zuschreibt. Angefertigt bei der Generaldirection der Posten, der Wechselstationen und dos Frachtenverkehrs. Laibach, den 8. Februar 1812. 0. d’Etilly. ' Den Originaltext in französischer Sprache bringt der besondere Tlieil unter dem Postamte Treffen. (Anm. d. Verf.) — o-O 75 o— Nachdem das Postbureau in Laibach im Anfänge der französischen Zwischenherrschaft sich auf der Polana befunden hatte, übersiedelte es im Monate Mai 1812 von da in die Herrengasse; eine diesbetreffendo Kundmachung des Generaldirectors der Posten, C. d’Etilly, theilte es nämlich unterm 12. Mai den öffentlichen Ämtern und den Bewohnern der Stadt Laibach mit, dass die Bureaux der Postdirection, die sich bisher in der Vorstadt Polana, Polanastraße Nr. 60 — das heutige Gebäude des «Collegium Aloysianum» (vorher Dr. v. Zhuber’sches Haus) — befunden, nun in der Herrengasse Nr. 209 etabliert seien (beute der Neubau des slovenischen Musikvereins 77 •O« — Der österreichisch-französische Krieg des Jahres 1813 machte jedoch dem französischen Interregnum in Krain durch die Einnahme des Laibacher Castells seitens der Österreicher zur Freude aller österreichischen Patrioten ein Ende; am 2. October rückten hei 5000 Mann kais. kön. österreichische Truppen in Laibach ein, eine österreichische Musikbande spielte vor dem Rathhause die begeisternde, weihevolle Volkshymne Haydns, und die versammelten Massen stimmten unter stürmischen Jubelrufen in das Lied mit ein und in die Rufe: «Hoch lebe Kaiser Franz!» Die Lost, die in den letzten Monaten häutig Unterbrechungen bis zu acht Tagen erfahren hatte, verkehrte nun wieder seit 1. October 5 Uhr nachmittags nach allen Richtungen. Die k.k.Post in Krain nach der französischen Zwischenherrschaft. «Nachdem die Franzosen aus Krain vertrieben waren, blieben wie Vrhovec hervorhebt1 deren Posteinrichtungen hierlands noch durch längere Zeit in Geltung, einige sogar bis in die neuen Zeiten, bis in die Tage der vollkommenen Umwandlung des Postwesens, das ja heute auch in Österreich den Gipfel seiner Entwickelung erreicht hat.» Der «Schreib- und Hauskalender für das Jahr 1814 zum Gebrauche der illyrischen Provinzen,»3 der an Stelle des den früheren Jahrgängen aufgedruckten französischen Staatswappens nun wieder mit dem großen österreichischen Kaiseradler geschmückt aus der Edlen v. Kleinmayr’sehen, von Josef Sassenberg gepachteten Buchdruckerei hervorgegangen, er bringt das «Verzeichnis der abgehenden und ankommenden Posten in Laibach, wie sie einstweilen festgesetzt worden sind.» Dieser einstweiligen Festsetzung zufolge war der Postenlauf nun folgender: Die Post nach Görz, Triest, Fiume, Graz und Wien verkehrte täglich. Nach Kroatien und Slavonien gieng sic von Laibach Montags und Freitags ab und kam von dort Sonntags und Donnerstags an; nach Villach über Salzburg ins Tirol und ganze deutsche Reich gieng sie ab und kam von diesen Gegenden Dienstags, Donnerstags und Samstags. Die Wiener Fahrpost kam Montags an und gieng Samstags ab. 1 Zvon 1. c. p. 727. — 3 Museum Rudolfinum. —«o 78 84 •<>•— unermüdlichen Thätigkeit unseres Herrn Oberpostverwalters zu danken haben dürften. Während früher die Seitenrouten nach Villach, Klagen-furt und Agram nur eine wöchentlich mehrmalige Postgelegenheit dar-geboten haben, gehen nunmehr seit längerer Zeit her tägliche Posten dahin ah und kommen von dort hier an. Aber nicht allein in dieser Beziehung wurde dem Bedürfnisse der Zeit sorgliche Rechnung getragen, sondern es wurden auch, um den Verkehr möglichst zu erleichtern und zu beleben, Postanstalten in mehreren bedeutenden Orten errichtet, womit, wie uns die eben ausgegebene Postcurstabelle ankündet, fortgefahren werden soll, wie auch in dem verschiedenen Postenlaufe weitere zeitgemäße Verbesserungen zu erwarten stehen. Nachdem es der Postverwaltung, wie wir eben hörten, nunmehr auch gelungen ist, eine Vermehrung des bisher höchst unzulänglichen Personals zu erhalten, so sollen auch mannigfache, vorzüglich das correspondierende Publicum begünstigende Einrichtungen hinsichtlich der Auf- und Ausgabe der Briefe und Sendungen bevorstehen, das bisher bloß wegen des großen Mangels an Arbeitskräften unterbleiben musste.1 Im Jahre 1850 genoss das Land Krain, beziehungsweise die Landeshauptstadt Laibach, das hohe Glück, Se. k. und k. Apostolische Majestät unseren allergnädigsten Kaiser und Herrn Franz Josef I. zum erstenmale als Monarchen innerhalb der Landesgrenzen begrüßen zu können. Nachdem Se. Majestät Allerhöchstsich das Jahr zuvor hei Eröffnung der Theilstrecke Gilli-Laibach der Südbahn durch Se. k. und k. Hoheit den durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Albrecht hatte vertreten lassen, erschien der Kaiser, vom Jubel der getreuen Bevölkerung Krains umhraust, am 10. Mai 1850 in Laibachs Mauern, und geruhte Aller-höchstderselbe schon beim Empfang an der Landesgrenze hei Trifail auf die unterthänigste Ansprache des Statthalters Grafen Chorinsky allergnädigst die Worte zu gebrauchen: «Ich freue mich, in die Provinz zu treten, deren biedere Bewohner mir auch in den stürmischesten Tagen so sprechende Beweise ihrer treuen Anhänglichkeit gegeben haben,» damit die Allerhöchste Anerkennung der so musterhaften patriotischen Haltung der krainischen Bevölkerung in den vorhergegangenen Revolutionsjahren allergnädigst und huldvoll st zum Ausdrucke bringend. Und nach wenigen Jahren geruhten Se. Majestät Kaiser Franz Josef Krain wieder mit einem Allerhöchsten Besuche zu erfreuen, am 18. und 10. November 1856, und diesmal begleitet von der erlauchten hohen Gemahlin, Ihrer Majestät der allgefeierten Kaiserin Elisabeth, Aller- 1 Laibacher Zeitung 1840 Nr. 55 (Dienstag, 8. Mai). 85 <>•— höchstweiche diesmal das Allerhöchste Namensfest in den Mauern von Krains Hauptstadt zuzubringen geruhte. Die Majestäten, Allerhöchst-weiche sich auf der Reise nach Italien befanden, reisten mit großer Suite; die k. k. Hofreise-Wagenliste führt 37 Wagen mit 162 Pferden an; «wegen zu großen Pferdebedarfs von Adelsberg nach Triest hatte ein Theil der Suite einen Tag oder wenigstens 12 Stunden früher von Laibach abzugehen.» Die Majestäten Allerhöchstselbst mit der nächsten Begleitung fuhren auf der in der Vollendung begriffenen Theilstrecke der Südbahn Laibach-Adelsberg bis zu diesem Orte (20. November), von da mit Post nach Triest. Während der Festtage des Allerhöchsten Aufenthalts in Laibach hatte sich bei der feierlichen Illumination der Stadt auch das k. k. Postamtsgebäude durch besondern Schmuck hervor-gethan, und fielen speciell die in den Fenstern der Verwalterswohnung befindlichen vier Transparente auf, gemalt von dem damaligen k. k. Post-official (gegenwärtigen Oberpostverwalter i. R.) Herrn August Pressl, darstellend die Wappen des Allerhöchsten Kaiserhauses, des Königreichs Bayern, des Landes Krain und des Küstenlands,1 letzteres als Symbol der Unterordnung des Postamts in Laibach unter die küstenländische Post-direction, welche Unterordnung 1852 eingetreten war, in welchem Jahre das Postwesen Krains von der Unterordnung unter die Postdirection in Klagenfurt losgelöst und der k. k. Postdirection in Triest unterstellt wurde. Auch auf der Rückreise aus Italien im März 1857 geruhten die Majestäten in Krain Allerhöchsten Aufenthalt zu nehmen, und zwar zum Besuche der weltberühmten Adelsberger-Grotte.1 2 Wenige Monate später kommt Seine Majestät der Kaiser abermals nach dem Süden Österreichs, und zwar zur feierlichen Eröffnung der inzwischen völlig ausgebauten Südbahnlinie Wien-Triest, beziehungsweise der Theilstrecke Adelsberg-Triest, wo den ritterlichen Monarchen in Adelsberg die jubelnde Bevölkerung Innerkrains neuerdings in ihrer Mitte weilen sieht und wo Ihn ein auf die hohe Bedeutung des durch die Allerhöchste Anwesenheit denkwürdigst ausgezeichneten Festes bezughabendes Willkomm in classischem Stile grüßen konnte.3 Die letzten vier Decennien unseres Jahrhunderts, wie sie eben im Postwesen Europas einen bisher ungeahnten, durch die Erfindung, beziehungsweise Ausgestaltung des Eisenbahn- und Telegraphenwesens bedingten und beförderten Aufschwung im Gefolge hatten, so haben 1 Denkbuch der Allerhöchsten Anwesenheit Allerhöchstihrer Majestäten Franz Josef und Elisabeth in Krain. Von l)r. Ethbin H. Costa. Laibach 1857, p. 63. 2 Ebenda p. 92 ff. — 8 Tomasin 1. c. p. 212. 0*0« 8— Und dieses Haus des Herrn von Amigoni grenzte an das damalige Postamtsgebäude, das infolge der Erdbebenkatastrophe zerstörte und durch einen schönen Neubau ersetzte Haus Nr. 2 der Burgstallgasse, Eigenthum des Herrn k. k. Oberpostcontrolors i. R. A. Premk. In dem Posthause nächst des Herrn von Amigoni Hause logierte 1774 der Post-officier Herr Anton Peteani und der Postwagen-Expeditor Herr Anton Prelich.1 Doch schon zwei Jahre später befand sich das Postamt Laibach nicht mehr in der Burgstallgasso, sondern auf dem Hauptplatz im Hause Nr. 160 (damaliger Numerierung) neben dem Rathhause (letztlich GaTlö’schcs Haus — beute Eigenthum der Stadt und zum Rathhause mit einbezogen), in jener Zeit dem Triester Großhändler Herrn von Stralendorf gehörig, aus dessen Besitze es 1782 der Laibacher Ober-postverwalter Jakob von Fischer erkaufte,* 2 3 während das Postamt 1780 in das Haus heute Nr. 4 der Burgstallgasse übersiedelt war.8 Oberpostverwalter von Fischer kaufte 1786 auch das vorher Abbe Gruber’sche, dann Graf Stampfer’sche Haus bei St. Jakob «zur Sternwarte», heute Eigenthum der krainiscben Sparcasse.4 * Im Jahre 1796 linden wir das Postamt in der Wienerstraße Nr. 19 beute Haus Nr. 14, Eigentlium des Herrn k. k. Hoflieferanten Johann Mathian, — und wohnt im Posthause6 Oberpostamtsverwalter Ignaz Edler von Wurmser, dem wir in seiner Stelle bereits 1793 begegnen6 und der dieselbe auch in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts noch bekleidet. Es folgt ihm als Oberpostamts-Verwalter Herr Johann Webersilc der 1806 in dem Posthaus in der Wienerstraße (Nr. 4, neue Numerierung für 19) wohnhaft angeführt wird.7 In diesem Hause blieb das Postamt bis in die Tage der französischen Zwischenherrschaft, während welcher es, wie schon in der diese Zeit behandelnden Abtheilung erwähnt worden, zuerst auf der Polana Nr. 60 (heute Collegium Aloysianum)8 und dann von 1812 an ' Land Crainerischer Schematismus auf das Jalir 1774. — K. k. Studionbibliothck in Laibach. ■ Instanzkalendcr auf das Jahr 1782. — K. k. Studienbibliothek in Laibach. 3 Instanzkalender 1780. — Ebenda. * Blauer Quatern G. 5 der Landtafel k. k. Landesgericht in Laibach. 6 Instanzschematismus für Krain 1796. — Ebenda. 6 Instanzkalonder auf das 1793. — Ebenda. 7 Instanzkalender für 1806. — Ebenda. 8 Schematismus für Krain von den Jahren 1805, 1828, 1833. — Im Besitze des Herrn landsch. Secretärs Josef Pfeifer, nach gütiger Mittheilung. in der Herrengaase Nr. 20!) (heute Nr. 8 — Eigenthum der «Glasbena Matica»)1 lociert war. Als «General-Postdirector» fungierte unter den Franzosen später hier C. d’Etilly, nachdem in der ersten Zeit der Occupation als Director Herr Marcus Kermel genannt erscheint, derselbe, dem wir 1796 als Amtsschreiber und 1806 als Accessisten der k. k. Oberpostverwaltung in Laibach begegnen. Nach dem Abzüge der Franzosen erscheint die k. k. Oberpostverwaltung (1820) am deutschen Platze Nr. 2031 * 3 * * * * (heute Haus Nr. 7, im Besitze dos Herrn I)r. Ignaz Kotnik, k. k. Notar in Tolmein);8 Oberpostverwalter Karl Edler von Männer wohnt im Amtshause, während die Postwagen-Expedition sich um dieselbe Zeit (1830) im Hause Nr. 64 der Wienerstraße, dem Poststallgebäude (Postmeister des Poststalls Franz Valentins Erben) befindet (heute Eigenthum des Fräuleins Balbina Sinold), nachdem das Gebäude und die Postmeister- und Poststallhalterstelle aus dem Besitze der Valentin’schen Erben an die Familie Smolö übergegangen; 1827 k. k. Poststallamt in Laibach, Posthalter Herr Andreas Smole. Das k. k. Postamt (die Oberpostverwaltung) ist aber seit dem Jahre 1825 in dem heute nun sogenannten alten Postamtsgebäude, dem Hause Nr. 5 der Schellenburggasse (Besitz der Frau Maria Malitsch, geborenen Freiin von Herbert), bis zu dem Beziehen des Neubaues vis-ä-vis ununterbrochen untergebracht geblieben. Aus den Tagebuchnotizen der früheren Besitzer des Hauses aus der Familie Malitsch ist nach einer gütigen Mittheilung der Frau Maria Malitsch ersichtlich, dass Andreas Malitsch im Jahre 1757 den dem Grafen Gallenberg gehörigen Fideicommissgarten im Ausmaße von einem Joch und 1424 Quadratklaftor im Licitationsweg um die Summe von 4000 fl. deutscher Währung erstanden hatte. Da stand an Stelle des späteren Posthauses ein Gartenhäuschen und an der Ecke, an der Stelle des heutigen Hotels «zur Stadt Wien» (der krainischen Baugesellschaft), ein ebenerdiges kleines Haus. Der Gartengrund reichte, wie noch heute erinnerlich, in der ganzen Längenausdehnung der gegenwärtigen Kaiser-Franz-Josef-Straße, deren Häuserzeile durch Parcel- 1 Ebenda. s Schematismus für das Jahr 1820. — Eigenthum des Herrn landsch. Secrctiirs Josef Pfeifer. 3 Im Jahre 1805 verkaufte Franz Freiherr von Schweiger das Ilaus am Commendaplatze beim deutschen Thore sub C. N. 203 an Dr. Josef Pfandol, von welchem es auf Franz Preschern (1840), dann an den Josef Kotnik — den Vater des Herrn Dr. Ignaz Kotnik — übergegangen erscheint. — Gütige Mittheilung dos Herrn k. k. Oberforstraths W. Goll. -K> 91 O» lierung desselben in den siebziger Jahren entstanden, sowie an der entgegengesetzten Längsseite die ganze heutige Knafflgasse entlang und bis an den Garten des Herrn Dr. Josef Kosler, dessen heutigen' Besitz damals eine Freiin von Boroviz, geh. von Buchenthal, inne hatte, sowie in der Tiefe bis an die Triesterstraße. An die Stelle des Gartenhäuschens kamen später dann gewölbte Magazine, welche Gewölbe dermalen noch bestehen, und im Jahre 1824 auf 1825 wurde das erste Stockwerk aufgesetzt und im Sommer 1825 die Parterre- und die Iläume des ersten Stockes von dem k. k. Postamte bezogen, und hatte von da an hier stets der k. k. Oberpostverwalter seine Wohnung. In den Jahren 1802 bis 1833 sind an der Ecke an dem bestandenen kleinen Häuschen nach und nach An- und Zubauten gemacht worden; so wurde das Hotel mit zwei Stockwerken aufgeführt, große gewölbte Stallungen wurden nebenan errichtet, die überhaupt die ersten gewölbten in Laibach waren, Wirtschaftsgebäude, Magazine, Schupfen für den bedeutenden Wagenverkehr der dreißiger und vierziger Jahre, der wohl dann mit der Eröffnung der Südbahnlinie (1849) bedeutend herabsank. Im Jahre 1848 war auf das Postamtsgebäude der zweite Stock aufgesetzt worden, und es wurde später noch der einstöckige Tract nächst Dr. Koslers Besitze zu den Postamts-Localitäten herangezogen. Im Jahre 1881 auf 1882 bei Durchbruch der Knafflgasse durch den Kosler’schen Garten wurde aber dieser einstöckige Tract demoliert und von Grund aus neu aufgebaut in der Art, wie er heute noch besteht. Die große Thoreinfahrt in den weiten Hofraupi zwischen dem Malitsch’schen Hause und dem Hotel «zur Stadt Wien» wurde bei Vergrößerung des letzteren verbaut, und es erschien nun die Einfahrt der k. k. Postwagen nach dem Tracte in der Knafflgasse verlegt. Von der Familie Smold — Herr Michael Smole (f 1877), der das Poststallhalteramt in Laibach von 1829 bis 1849 ununterbrochen versah und im letztgenannten Jahre davon zurücktrat — übergieng es au Herrn Pongratz und von diesem an die Familie Luckmann. Als Poststallhalter (Postmeister) in Laibach und bis zur Eröffnung der Unter-krainer Bahn auch Postmeister in St. Marein erscheint Herr Theodor Luckmann. Das k. k. Postamt Neumarktl. Das im vorigen Jahrhunderte von dem Postmeister Franz Kau-tschitsch geführte wichtige, den Übergang über den Loiblpass vermittelnde Postamt in Neumarktl übergieng später an den Postmeister Franz Klander (1820) und wurde unter dem 15. Juni 1847 von der 92 o— k. k. obersten Hofpostverwaltung dem Andreas Kalischnig verliehen, der dasselbe durch 45 Jahre bis zu der am 16. Jänner 1892 ein getretenen Verstaatlichung in tadelloser Thätigkeit führte. «In kalter Winterszeit, wo alles Grün in Schnee gehüllt, vollzog sich — so beginnt der Verfasser der Hroschüre: ,Die Feier der Verstaatlichung des k. k. Post- und Telegraphenamts in Neumarktl1, der bekannte Schriftsteller Betriebsdirector S. Rieger — «vollzog sich im industriereichen Markte unseres Landes eine Feier voll Wärme und Innigkeit, als befänden wir uns mitten im herzerfrischenden Frühlingsmonat Mai.» Zu dieser Wärme und Innigkeit hatte man wohl Anlass genug, da ja ein Herzenswunsch der Industriellen und des Publicums im allgemeinen durch Erfüllung des Bestrebens der Neuzeit nach Verstaatlichung erreicht war. Nachdem sich die in alten Zeiten so günstigen Verkehrsverhältnisse Neumarktls, namentlich über den Loibl hin, im Laufe unseres Jahrhunderts allmählich sehr verschlechtert hatten und Neumarktl abseits und ganz sich selbst überlassen liegen blieb, während rings um die Karawanken herum die Schienenstränge der Eisenbahnen gelegt worden waren, nachdem am 15. November 1875 der letzte Postwagen über den Loiblpass gefahren war und die zweimalige Postverbindung Neumarktls mit Krainburg, zwar aufrecht erhalten, doch nur mit einem Pferde bespannt, nach keiner Richtung darnach angethan erschien, dem Verkehre Neumarktls förderlich zu sein, anderseits das schon 1863 errichtete und 1881 mit dem Postamte Neumarktl vereinigte Telegraphenamt im Jahre 1883 bereits weit über das Doppelte des Jahres 1875 (nicht einmal 2000 H.) an Einnahme erzielt hatte, gieng man nun seitens der Bewohnerschaft daran, auch eine Besserung der Postverhältnisse anzubahnen. Eine eigene Abordnung begab sich nach Wien zu Sr. Excellenz dem damaligen Herrn Handelsminister; ein anderer Erfolg, als dass im Mai 1884 die Post zweispännig zu verkehren anfieng, konnte jedoch nicht erzielt werden. Die Jahre 1888 und 1889 warfen schon Erträgnisse von 9000 fl. ab und bezeugten eine Verkehrssteigerung um fast das Fünfache von 1875. Allein mit demselben kleinen Postamtsraume, der im Jahre 1875 genügt haben mochte, musste sich Neumarktl auch im Jahre 1889 begnügen. Ebenso stand zur Bewältigung der so bedeutend gestiegenen Arbeiten im Post- und Telegraphen verkehre — gleichwie 1875 — nur ein einziger Beamter, ohne jemals abgelöst werden zu können, im Dienste. —«o* 93 -o— Diese wenig erfreulichen Verhältnisse bewogen die Vertreter der beiden größten Industrie-Unternehmungen im Bezirke, die Herren Karl Mally und Andreas Gassner, zur Abfassung einer neuerlichen Eingabe an das hohe k. k. Handelsministerium, die von der Gemeindevorstehung und dem größten Theile der Industriellen des Bezirks unterzeichnet und dem Herrn Betriebsdirector S. Itieger zur Übergabe an den Handelskammerrath Herrn Karl Luckmann, Director der krainischen Industriegesellschaft in Laibach, ausgefolgt wurde. Herr Director Luckmann war so freundlich, die ihm am 11. März 1890 übergebene Bittschrift sofort an Se. Excellenz den Herrn Geheimrath und Reichsrathsabgeordneten Baron Schwegel behufs Überreichung an Se. Excellenz den Herrn Handelsminister Marquis von Bacquehem nach Wien zu übersenden. Diesmal waren die Bemühungen der Neumarktier Bewohner von Erfolg gekrönt, und schon wenige Tage nach Entsendung dos Abgeordneten der Triester Postdirection — Herrn Commissärs Corä — war schon eine zweite Kraft im Postamte thätig; am 16. Mai wurde die dritte Postverbindung nach Poduart eröffnet, der alte Postraum erfuhr eine wesentliche Vergrößerung, sowie auch die zwischen Neu-marktl und Krainburg verkehrenden altersschwachen Wagen eine angemessene Verjüngung erfuhren. Sodann trat gar bald die Verstaatlichung ein. Der Postschluss am 15. Jänner 1892 war zugleich der Schluss des bisher in Privathänden befindlich gewesenen Post- und Telegraphenamts. Am 16. blieben die Thore und eisernen Fensterläden des Posthauses Kalischnig geschlossen, und die neuen Räume im Parterre des dem Bürgermeister Herrn A. Globotschnig gehörigen Hauses — allen Anforderungen des Dienstes im heutigen Sinne entsprechend eingerichtet öffneten sich dem neuen k. k. Staats- Post-und Telegraphenamte. Ein Hauptverdienst an der Erreichung des langgehegten Wunsches der Neumarktier Bevölkerung nach dieser Änderung fällt der Thatkraft des im November 1889 zum Ober-Postdirector ernannten Chefs des Postwesens im Directionsgebiete von Triest, Herrn Karl Poltorny, Ritter der eisernen Krone, Ehrenbürger von Neumarktl, zu, der auch hier mit jugendlicher Kraft und gereifter Überlegung zielbewusst eingriff und, alle Nebenrücksichten beiseite setzend, nur das eine Ziel vor Augen hielt, die stark darniederliegenden Postverhältnisse auch hier in Ordnung zu bringen und möglichst zu heben.1 S. S. Rieger 1. c. p. 11, —°*o* 94 •o*°— In St. Anna bei Neumarktl besteht dermalen die einzige staatliche Telephonanlage in Krain, welche das Jagdschloss des Herrn Baron Born mit dem Postamt in St. Anna verbindet. K. k. Postamt Assling (Sava).1 Laut Decret des General-Erbland-Postmeisters Johann Wenzel Fürsten von Paar, ddo. Becliin, 12. October 1788,1 2 wurde das vom bisherigen Postmeister in Sava Valentin liuard versehene und von diesem abgetretene, zugleich von Sava nach Assling verlegte Postamt dem Insassen von Assling Haus Nr. 24 Anton Deiller verliehen. Zum Bestellungsbezirke der Poststation Assling gehörten damals die Ortschaften der gegenwärtigen Gemeinde Assling, ein Theil von Breznitz und Göriach, dann Karnervellach und Lengenfeld. Im Jahre 181!) übergieng wogen hohen Alters des Postmeisters Deiller die Station an einen Verwandten desselben, an Lucas Kerstein, Großvater des gegenwärtigen Postmeisters. Deiller hatte unter den schwierigsten Verhältnissen, weil zugleich k. k. Feldvorspannscommissär, sein Amt während der Kriegsjahre am Ausgange des vorigen und am Beginne dieses Jahrhunderts zu führen. Das Postamt wurde vom Feinde zweimal geplündert, zweimal durch Feuersbrunst eingeäschert; das Postamtssiegel aus den Tagen der französischen Occupation Übermächte der gegenwärtige Herr Postmeister zusammt einem Postamtspetschaft aus dem vorigen Jahrhunderte dem k. k. Postmuseum in Wien. Während der Kriegsjahre hatte u. a. auch der Vicekönig von Italien, General Beauharnais, im Postbause Logis, und es musste, war auch kein Pferd im Stalle, für die Beförderung der Stafetten unter allen Umständen gesorgt werden. Dem Lucas Kerstein folgte als Postmeister sein Sohn Heinrich Kerstein, und als dieser auf einer Berufsfahrt verunglückte, übernahm die Mutter Frau Helene Kerstein, eine hochbetagte Frau, die schon vorher eine Zeit das Amt geführt, dasselbe wieder. Es waren eben die Kriegsjahre 1848—184!), in welchen ihr als Postadministrator der gegenwärtig in Laibach im Ruhestande lebende k. k. Postcontrolor Lorenz Rabiß zur Seite stand. Im Jahre 1848 verkehrten durchschnittlich pro Tag sieben Stafetten auf der Route Villach-Laibach, an einem 1 Freundliche Mittheilung des Herrn k. k. Postmeisters Alois Sclirey und des Herrn k. k. Postcontrolors i. R. Lorenz Rabiß. 2 Die Copie der Stafette von 178(i haben wir schon oben im allgemeinen Theile mitgethcilt. 95 o— Tage mussten 54 Pferde aus der Umgebung requiriert werden, um die einlaufenden Posten befördern zu können; täglich langten Cabinets-couriere ein, welche zwischen Niederdorf (in Tirol), wo sich ein Theil der Armee des Feldmarschalls Radetzky befand, und Weißkirchen (in Ungarn), wo der General Nugent mit seiner Armee lagerte, verkehrten; außerdem kamen Abgeordnete und Deputationen an das Allerhöchste Hoflager Sr. Majestät Kaiser Ferdinands in Innsbruck hier durch, so z. B. zu Pfingsten die große Deputation aus Kroatien. Am 19. Juni 1857 wurde das Postamt dem Schwiegersöhne der Postmeisterin, Simon Schrey, verliehen — der 1859 in seinem Postgebäude ein Militärspital unterhielt, — 1880 (28. December) aber an dessen Sohn, den gegenwärtigen Postmeister Herrn Alois Schrey. Nach Eröffnung der Eisenbahnlinie Laibach-Tarvis (1870) wurde 1875 die Poststation Assling aufgelassen und in ein Postamt umgewandelt. K. k. Postamt Lukowitz (Podpetsch). Die Post in Podpetsch zählt zu den ältesten Poststationen in Krain, und Valvasor1 (1089) sagt bei der Schilderung von Oberkrain (mit Ausschluss der Stadt Laibach): «In Ober-Crain, dem Ersten Fünftheil von Grain, ist nur ein Posthaus, nämlich zu Putpetsch (oder Potpetsch), drey Meilen von Laybach zwischen hohem Gebirge an dem Wasser Radolna, und ist diß die andere (zweite) Post von Laybach auf Gratz zu.» Doch schon ein Jahrhundert vor Valvasor, sofort nach der Einrichtung der Institution der Post unter dem Erzherzog-Regenten Karl II. von Steiermark, bestand in Podpetsch eine Poststation, und wird uns 1584 Jalcob Dezani (De Zain) als erster Postmeister von Podpetsch genannt. Derselbe war zugleich Mauteinnehmer daselbst, wie denn das Mauthaus zu Podpetsch schon 1538 (Mauteinnehmer Andreas Salit-tinger) genannt erscheint,2 daher die noch heute für das Posthaus in Podpetsch — derzeit Post Lukowitz — gebrauchte slovenische Vulgar-bezeichnung «Col, na colu.»* * * 8 Als im Jahre 1585 der Steiner Bürger Leonhard Stäbe die Podpetscher Maut pachten wollte, empfahl der 1. f. Vicedom für Krain der Regierung in Graz, dem Stäbe nicht Gehör zu schenken und das besagte Mauthaus auch weiterhin dem Jakob Dezani in Pacht zu geben, da dieser dasselbe bereits durch drei Jahre 1 Ehro des Herzogthums Krain, I. p. 12!). 8 Ivan Vrhovnik: Carinska in postna postaja I’odpeejo pri Brdu. — Izvestja Muzejskoga drustva za Kranjsko, VI. p. 118 ft. (ausgegeben im October 1896). 8 Mittheilung des Herrn Postexpedienten Franz Konüek in Trojana. —«• 96 ■o*— verwalte, den Pachtschilling pünktlich entrichte, seinem Vater vorher schon in dem Geschäfte geholfen habe, wohl erfahren sei und «zumal Ime auch die Förderung der Post daselbst anvertraut.»1 So wurde denn 1586, St. Georgstag, mit ihm — der in der Pfarrmatrikel von Dobovje am Kumberg als Postarius supremus eingetragen — der Pachtvertrag neuerdings auf sechs Jahre verlängert gegen Iteiehung von 360 rheinischen Gulden; als Mitbürge erscheint (wie drei Jahre zuvor) der Laibacher Postverwalter Franz Leberwurst.a Unter dem Jahre 1597 haben wir den Jakob Dezani im allgemeinen Theile dieser Schrift als «Postförderer» in Podpetsoh aufgeführt. Der Nachfolger dos Jakob Dezani im Maut- und Postwesen zu Podpetsch war sein Schwager Gerhard Kraa (Khraa). Diesen empfahl der Vicedom Pauizol unterm 29. December 1628 der i. ö. Regierung betreffs der Maut in Podpetsch mit der Motivierung, «da derselbe die dortige Post überkommen, so wohne er auch im Hause seines gewesenen Schwagers Dezani,» auch sei er ein fleißiger Mensch. Man findet ihn noch 1670 in den Matrikeln von Dobovje. Des Gerhard Kraa Nachfolger im Post- und Mautwesen hier war Georg Ernst Kraa, derselbe, den dann auch Valvasor als Postmeister von Podpetsch nennt. Unser Chronist schreibt: «Jetziger Zeit, da dies Werk mir unter der Feder, versieht die Postverwaltung hieselbst Georg Ernst Kraa als Posbeförderer, der seine Bezahlung von der Hofkammer (in Graz), und zwar aus den Händen des Herrn Postmeisters zu Laybach erhält.»8 Das Posthaus zu Podpetsch, wie es zu seiner Zeit beschaffen gewesen, schildert unser edler Freiherr lobend also: «Es liegt an einem guten, fruchtbaren Orte, hat gute Gelegenheit für die Peregrinanten oder durchreisenden Leute, welchen daselbst mit allen erforderlichen Willen und Bequemlichkeit (um bequeme Erkenntlichkeit oder Bezahlung) begegnet wird. Die so daselbst beim Durchreisen einkehren, finden ein trefflich gutes Tractament, sowohl im Trunk als in der Speise, es sei ein Fast- oder Fleischtag, sintemal man an jedwedem also für ihn zurichtet, wie es sich an solchen Tagen schickt, und dennoch aufs allerbeste kann vergnügen.» Die in der Chronik beigegebene Abbildung zeigt auch die aus dem stattlichen Posthause davonsprengende Reitpost, zwei Reiter, der Postillon voran, während aus dem gegenüberliegenden Poststallgebäude ein weiteres Pferd für einen am Thore harrenden Herrn herbeigeführt wird. 1 Vrhovnik 1. c. p. 119. — 3 Ebenda. ■’ Ehre des Herzogthums Krain, I. p. 129. —O 97 Oo — Georg Ernst Kraa erscheint in den Jahren 1688, 1691 und 1693 in den Steuerbüchern und Zinsurbarien der Stadt Laibach als Steuerzahler für des Andrä Widmar sei. Erben Haus in der Rosengasse aufgeführt.1 Als dessen Nachfolger im Post- und Mautwesen zu Podpetsch wird 1701 sein 19 jähriger Sohn aus zweiter Ehe Karl Josef Kraa genannt, der dann in einer Eingabe an die Hofkammer in Graz in Angelegenheit der weitern Mautpachtung u. a. anführt: «Die Wegmaut zu Putpetsch in Krain ist von alters hero aldort zu Putpetsch bey dem Postamte ge-samblet und ahgefordort worden.»3 Gegen Ende des 18. Jahrhunderts übergieng das Postamt in Podpetsch an die Familie Paulitsch, 1799 Postmeister Jakob Paulitsch. K. k. Postamt in Trojana (St. Oswald).3 Das k. k. Postamt in St. Oswald, welches im Jahre 1872 als k. k. Fahrpostbotenamt nach Trojana übertragen wurde, stand laut eines Grabdenkmals an der Kirche zu St. Oswald durch drei Generationen, über hundert Jahre, im Besitze der Familie Paulitsch, und wird ein Paulitsch schon zu Anfänge des 18. Jahrhunderts als Postmeister in Podpetsch in den Pfarrbüchern der Pfarre in Aich, wohin dazumal Podpetsch gehörte, als «postarius» (Postmeister) genannt. Der erste Postmeister in St. Oswald aus dieser Familie mit Namen Josef, geboren 1741, starb im Jahre 1831, nachdem er seinem Sohne aus zweiter Ehe, Michael Paulitsch, noch zu Lebzeiten die Post übergeben hatte. Herr Michael Paulitsch erkor sich zur Gattin das Fräulein Francisca Pürkher, Tochter des Verwalters auf der Herrschaft Rcichen-burg in Steiermark, eine Schwester des k. u. k. Generalmajors und Brigadiers Pürkher (in Graz) und Tante zweier noch lebender Excellenzen, des k. u. k. Feldzeugmeisters i. R. Vincenz Freiherrn v. Pürkher-Pürkhaim und des Herrn k. u. k. Feldmarschallieutenants i. R. Alois Pürkher. Nach dem im Jahre 1832 erfolgten Ableben ihres biedern Gatten übernahm die ob ihrer feinen Bildung hochgeachtete Frau als Witwe die Post, wobei ihr der älteste Sohn Herr Ignaz Paulitsch kräftig zur Seite stand. Diese rastlos tliätige, umsichtige Frau machte bei Lebzeiten ihres Gatten die anstrengende Besorgung der Postgeschäfte zur Zeit des Laibacher Congrosses mit, wo gekrönte Häupter in sechsspännigen ' Ältere Registratur der Stadt Laibach. ■ Vrhovnik, 1. c. p 122. 3 Freundliche Mittheilung des Herrn k. k. Postexpedienten Franz Ivonschegg. 7 —°o 98 o— Wagen, gelenkt von sattelfesten Postillonen in vollster Gala, voran zwei Vorreiter, auf der Reichsstraße einherfuhren, wo hohe Würdenträger in Menge dieselbe Straße passierten und fast täglich eilende Couriere hin und her flogen. Die k. k. Post in St. Oswald erfreute sich weit und breit des besten Rufes, der Poststall war mit dem besten Pferdematerial versehen; vorschriftsmäßig musste er 18 Pferde zählen, genügte bei großer Frequenz diese Anzahl nicht, so stellten die accordmäßig verpflichteten Nachbarn ihre Pferde zur Verfügung. Die Post passierten täglich zwei Courier-wagen mit Conducteur und einem Personenbelegraum, der im Laufe der Zeit öfters geändert wurde; dann gab es viersitzige ärarisclie Separatwagen, ferner kam wöchentlich zweimal ein ärarischer Brankard-wagen für Geld-und Wertsendungen, mit einem Conducteur und einem bewaffneten Unterofficier zum Schutze; überdies verkehrten auf der Straße viele Extra-Ritte. Rechnet man hiezu die Privatequipagen, Lohnkutschen und die vielen Frachtwagen jeden Calibers, so kann man es sich gewiss lebhaft vorstellen, welches betäubend rege Leben auf der 70 Kilometer langen Strecke von Cilli bis Laibach geherrscht haben mochte, und zwar gerade vom 35. bis 43. Kilometer, wo die Reichsstraße den 770 Meter hohen Uöakbcrg hei Trojana mittelst Vorspann zu überwinden hatte. Es ist ein wahres Wunder, dass bei diesem rastlosen Getriebe des Ausweichens und Vorfahrens äußerst selten ein bedeutender Unfall sich ereignet hat, und doch befand sich in jenen Jahren die Reichsstraße an sehr vielen Stellen in einem bedeutend engeren Rahmen als heutigen Tages. Besonders lebhaft gestaltete sich der Personenverkehr auf der Post in St. Oswald, als bei den Personen-Eilwägen die unbedingte Aufnahme von Passagieren angeordnet worden war und man als Mittagsstation für beide, aus der entgegengesetzten Richtung einherfahrende Personenwagen St. Oswald festsetzte. Zu gewissen Jahreszeiten war die Frequenz so groß, dass im Zeiträume von einer Stunde circa 50 Personen ohne vorherige Ansage bewirtet werden mussten. Der Lösung solch einer schwierigen Aufgabe war Frau Theresia Paulitsch durch klare Übersicht, Berufseifer, seltene Ausdauer und Energie vollkommen gewachsen. Weder über Verpflegung noch über Weiterbeförderung wurde jo Klage geführt — das Beschwerdebuch blieb stets rein, — denn die Küche bot alles auf, um die Gäste zu befriedigen, der Poststall verfügte über exquisites Pferdematerial. —o*0* 99 o— Übrigens war die Lage des Postamts in St. Oswald eine für dasselbe äußerst günstige. Es wurden nämlich vom Posthaus aus in der Richtung gegen Cilli den Eilwägen zwei Paar Pferde vorgespannt, auf der nur einen Kilometer entfernten Höhe des Ucakberges wurde aber das vordere Paar Pferde ausgespannt und durch einen sogenannten Laufburschen zurückgeschickt, denn ein Paar Pferde genügte auf der wellenförmig sich schlängelnden, noch 13 Kilometer betragenden Strecke, das k. k. Postamt in Franz (Stoiormark) ohne Versäumnis zu erreichen. Noch günstiger gestaltete sich der Verkehr auf der Straße zur k. k. Post in Podpetsch — jetzt Lukowitz, — auf der es fast immer bergab geht, so dass man bei günstiger Witterung auch die schwersten Personen-Eilwägen mit dem Zweigespann in der vorgeschriebenen Zeit zu bewältigen imstande war. Die Postmanipulation war noch vor 50 Jahren, im Vergleiche zu den großen Anforderungen von heute, eine äußerst einfache und leichte, dafür war aber auch der Correspondenzverkehr in so manchem Postsprengel, so auch in St. Oswald, ein minimaler, wo man infolge des Mangels an Schulen unter der Landbevölkerung, gering gerechnet, noch 90 Procent Analphabeten zählen konnte. Im Jahre 1840 übergab Frau Theresia Paulitsch die gesammte Verwaltung der Post ihrem Sohne Herrn Ignaz Paulitsch, begab sich zu ständigem Aufenthalte zu ihrer Tochter Frau Francisca Schupeutz nach Laibach, wo sie dann im hohen Alter von 87 Jahren ihr tliaten-reiches Leben beschloss. Ehre ihrem Andenken! Nachdem der weitere Ausbau der Südbahn von Cilli nach Laibach vollendet worden (1849) und auch diese Theilstrecke dem Verkehr übergeben war, verloren selbstverständlich alle zwischenliegenden Postämter ihre alte Bedeutung; deshalb sagte auch der Postmeister von St. Oswald sein Amt anheim, entäußerte sich seines Anwesens und übersiedelte 1851 nach Laibach. Seit dieser Zeit blieb das Postamt als Fahrpostbotenamt zwischen Cilli und Laibach noch durch 20 Jahre in St. Oswald; dann wurde es nach Trojana überlegt und am 27. März 1872 dem Besitzer und Gastwirt Herrn Gregor Konschegg anvertraut. Nach dessen Tode folgte ihm in diesem Amte sein Sohn Franz Konschegg, der dermalige k. k. Postmeister in Trojana, durch Decret vom 8. Juni 1882. Das k. k. Postamt in Trojana steht in täglichem amtlichen Verkehre mit den drei Postämtern Lukowitz und Franz auf der Reichsstraße und mit Islak auf der Bezirksstraße nach Sagor, sowie mit zwei Postbriefsammlungen in Glogowitz und Kraxen. — 100 '0»o— K. k. Postamt Oberlaibach. Das Verzeichnis der Reise, die Heinrich Mellichius aus Leipzig den 25. Mai 1595 begonnen und zu Laibach in Krain den 12. Juli 1596 vollendete, setzt zwischen «Beslaih» (Bezuljak, Wesulah, Ortsgemeinde Wigaun, Bezirkshauptmannschaft Loitsch) und Oberlaibach die Poststation mit der Bezeichnung «auf der Maut l’hosteria con la posta.»1 Als Postverwalter in Oberlaibach wird 1613 Hans Flach genannt,1 2 3 im Jahre 1614 kommt als Postmeister hier vor Hieronymus Muerögger/ 1689 Johann Hoffmann.4 Im Jahre 1798 wurde das Postamt in Oberlaibach mit Bewilligung des Hof- und General-Erbland-Postmeisters Wenzel Fürsten Paar dem Josef Obresa verliehen, und es befindet sich dieses Postamt noch heute, also durch 98 Jahre, ununterbrochen in der Familie Obresa, und zwar: Josef Obresa von 1798 bis 1833, 35 Jahre; Sohn Karl Obresa 1833 bis 1872, 39 Jahre; Sohn Johann Obresa 1872 bis 1881, 9 Jahre; Bruder Karl Obresa 1881 bis heute, 15 Jahre, in einem und demselben Hause, wo in zwei Jahren, 1898, hoffentlich das hundertjährige Jubiläum der Postinhabung durch die Familie Obresa gefeiert werden kann.5 Das im Original erhaltene Deeret vom Jahre 1798® lautet wörtlich wie folgt: (1 H. Stempel.) «Von Mir des hl. röm. Reichs Fürsten von Paar, Freiherrn auf Hartberg und Krottenstein, Sr. röm. kais. königl. Majestät wirklichen Kämmerer, obersten Reichs-Hof- und General-Erblanden-Postmeister den Joseph Obresa anzufügen. Da Ich dem Überlaybacher Postmeister Joseph Garzaroli die Erlaubnis zum Verkauft dieser Poststation an ihn Joseph Obresa zu ertheilen keinen Anstand gefunden habe; So will Ich in dessen Folge Ihm Joseph Obresa die wirkliche Postmeisters-Stelle allda mit dem dabey ausgemessenen Genuss der Ritt-Gelder bey der reitteud-und fahrenden Post, dann zwey Drittel Brief Porto Antheil, gegen Entrichtung des jährlichen Rittaufschlags pr. fünf Gulden 8 kr. und mit dem Bedeuten Verleihen; dass er vor den Normalmäliigen zehnjährl. Besitz die Statzion um deren weitere 1 Ms. der k. k. Studienbibliothek in Laibach. 2 Urkunde im fürstlich Auersperg’schcn Archiv in Laibach. 3 Koblar 1. c. p. 66. 4 Valvasor 1. c. p. 259. — Der Postmeister von Oberlaibach hat unserm Chronisten Valvasor auch der erste den Grottenolm (Proteus anguineus) vorgezeigt (Valvasor 1. c. 1. p. 597). 3 Freundliche Mittheilung des Herrn k. k. Postmeisters Karl Obresa. “ Acten des k. k. Postamts Oberlaibach. —o 101 Verkaufs-Erlaubnis anzulangen sich nicht beigehen lassen, übrigens aber wegen Ablegung (Jer Eides Pflicht bey der ihm Vorgesetzten Ober l’ost Amts Verwaltung und Kontrollirung in Laybach geziemend zu melden haben. Welches also ihm nunmehrig wirkl. lc. k. Postmeister Joseph Obresa zu seiner guten Wissenschaft und Versicherung hiemit ohnverhalten bleibt. Wien datum 30 9h" 1798. An den Joseph Obresa. Wenzel Fürst Paar m. p. Zur Zeit der Verleihung des Postamts Oberlaibach an die Familie Obresa war die Post- und Personenbeförderung eine dreimal wöchentliche in der Richtung zwischen Oberlaibach - Laibach und Oberlaibach-Loitsch (retour leer). Bei dieser dreimal wöchentlichen Beförderung wurde in Oberlaibach an jedem Dienstag der Mallewagen, Donnerstag der Brankardwagen und Samstag der Mallewagen mit (i bis 8 Pferden zur Weiterbeförderung gebracht; in den vierziger Jahren hatten die Postgeschäfte und Personenbeförderungen bereits derart zugenommen, dass, nachdem vorher ungeprüfte Personen, Söhne und Töchter des Postmeisters, zur Besorgung der Postgeschäfte ausreichten, nun schon ein ständiger Postexpeditor gehalten werden musste und 25 bis 30 Pferde eingestallt waren. Aus den Tagen der häutigen, schon im allgemeinen Theile erwähnten Hofreisen dieser Zeit ist der älteren Generation noch erinnerlich das bravouröse Einfahren der Oberlaibacher Post durch die enge Spitalgasse der Landeshauptstadt in den beschränkten Hofraum des Gasthofs «zum wilden Mann», wo die Allerhöchsten Herrschaften gewöhnlich das Absteigequartier gewählt, bei welchen Einfahrten der Postmeister von Oberlaibach auf dem Sattelpferde der Vorläufer ritt. Bei den späteren Hofreisen, namentlich hei den Allerhöchsten Reisen Sr. k. u. k. Apost. Majestät Kaiser Franz Josefs I., hatte der Postmeister nicht mehr auf den Vorläufern, sondern jedesmal auf eigenem Reitpferd in Gala am Wagenschlage begleitend zu reiten, wobei derselbe wiederholt durch den Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit und vollsten Anerkennung der vorzüglichen Bespannung beglückt wurde. Im Jahre 1856 wurde anlässlich der erfolgten Eröffnung der Südbahnstrecke Laibach-Triest der bis dahin auf 78 Pferde gestiegene Poststall zum Verkaufe gebracht. Im Jahre 1870, 21. October, wurde in Oberlaibach die Telegraphenstation errichtet. Im Jahre 1897 kommt die Bahn Laibach - Oberlaibach zur Eröffnung. o. 102 O» — K. k. Postamt Adelsberg. Wie die Inschriften in der alten Grotte zu Adelsberg1 weisen, lebte die Familie von Iiueber, welche später durch lange Zeiten hin das Postmeisteramt in dieser an der Reichsstraße zwischen Laibach und Triest gelegenen so hochwichtigen Station versah, bereits in der orsten Hälfte des 16. Jalirunderts an diesem Orte, denn wir lesen unter zahlreichen anderen Namen auch den des Hans Hueber 1547. Im Jahre 1627 unterm 14. August verlieh Kaiser Ferdinand II. dem Wolfgang Hueber mit Rücksicht darauf, dass nicht allein seine (aus der Schweiz stammenden) Voreltern, vornehmlich sein Ahnherr Siegmund Hueber, mit Bedienung unterschiedlicher Kriegsbefehle wider des christlichen Erbfeinds den Türken «sich» tapfer, redlich und ritterlich ausgezeichnet, sondern auch er selbst (Wolfgang Hueber) «bei Bedienung unseres Aufschlags- und Mitteldingsamts zu Adelsberg in unserm Herzogthum Krain nunmehr in die 36 Jahre lang mit allem sonderbaren Eifer und Treue zu unserm gnädigst angenehmen Wohlgefallen und seinem selbsteigenen Lob und Ruhm unaussetzlich erwiesen hat,» in den erblichen Ritterstand des heil, römischen Reiches.3 Stürmische Tage sah das Posthaus, der schöne stattliche Besitz der Familie von Hueber ein inmitte des Marktes gelegenes massives Häuserviereck mit zwei geräumigen Höfen, großen Stallungen, Remisen, Schüttböden u. s. w. — am Ende des vorigen und zu Beginn unseres Jahrhunderts, da die französischen Heerscharen Innerkrain durchzogen. So z. B. 1797 (März), da die nach Präwald abgegangene Post oft von den Franzosen aufgefangen worden und sich Furcht und Schrecken der Ortsbewohner derartig bemächtigte, dass fast alles in die nahegelegenen Wälder und Berge flüchtete, waren es nur wenige beherzte Männer, darunter der Pfarrer Weniger, der Postmeister Heinrich von Hueber, der Schreiber Schäber u. m. a., welche trotz der allgemein herrschenden Panique wacker aushielten.3 In den fünfziger Jahren unseres Jahrhunderts, als das Länder und Völker verbindende Eisenband der Südbahn nur erst bis Laibach reichte, da gab es tagtäglich eine wahre Wagenburg von Post- und ' Hohenwart, Franz Graf: Wegweiser für Wanderer in der Adelsborger-Grotte, Wien und Laibach 1830. - Die collationierte Copio vom 29. Mai 1809 befand sich im Jahre 1860 im Besitze der Katharina von Hueber, damals Inhaberin des k. k. Postmeisteramts in Adelsherg, und wurde dem Verfasser zur Wiodercopiorung freundlichst mitgetheilt. 3 Postojinsko okrajno glavarstvo — spisali in izdali uiitelji v okraji. V Po-stojini 1889, p. 13. —o-O 103 o— von anderen die Postpferde benützenden Privat-Reisewagen vor dem Posthause, dichtgedrängt um den alten tiefen Brunnen, und der Poststall mit an die hundert Pferde, er konnte nur schwer dem stets sich steigernden Bedürfnisse genügeleisten, und es mussten alle verfügbaren Kräfte an Menschen- und Thiermateriale aufgeboten werden, um die zugleich eintreffenden Haupt- und Beiwagen, die Extraposten und Couriere abzufertigen. In dieser schwierigen Epoche versah den Dienst eines Expeditors mein väterlicher Freund Herr Josef Drenig, der Vater des nachher das k. k. Postamt Adelsberg durch mehrere Jahre führenden Fräuleins Leopoldine Drenig, der gegenwärtigen Postinhaberin, nunmehr verehelichten Vodopivec. Nachdem durch die Eröffnung der Südbahnlinie Laibach-Triest und dann der Linie St. Peter-Fiume der Verkehr des k. k. Postamts Adelsberg nach diesen Richtungen theils ganz, theils zum größten Theile eingestellt erschien, blieb nur noch ein Theilverkehr auf der Fiumaner und auf der Triester Straße nach den von der Bahn nicht berührten Orten, und namentlich auch in der Richtung Präwald zur Verbindung über Wippach nach Görz. Auf dieser letztgenannten Route bewilligte das hohe k. k. Handelsministerium im Jahre 1872 die Errichtung einer täglichen Eilfahrt neuen Systems zwischen Görz und Adelsberg, und wurde der bezügliche Vertrag mit den betreffenden Postmeistern am 26. April 1872 abgeschlossen. Gegenwärtig verkehren auf dieser Strecke täglich zwei Botenfahrten mit zweispännigen viersitzigen Normalwagen. K. k. Postamt Präwald.1 Die im österreichischen Küstenlande schon seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts als solche nachweisbare Postmeisterfamilie Dolenz — Christian Dolenz, Postmeister zu Prosecco (1756); die Witwe Margarethe Dolenz ebenda (1771); Thomas Dolenz, Prosecco, beziehungsweise S. Croce (1779); Bartholomäus Dolenz, St. Croce (1796) — kam mit Mathias Dolenz dem Urgroßvater der gegenwärtigen Postinhaberin in Präwald, als Postmeister nach diesem Orte schon zu Ende des genannten Jahrhunderts. Dieser übergab aber das Postamt seinem Sohne Anton Dolenz, der 1855 mit Tode abgieng und dasselbe seinem Sohne Anton Dolenz, dom Vater der Frau Antonie von Garzarolli, hinterließ. ' Freundliche Mittheilung der Frau Antonia von Garzarolli, geh. Dolenz, Postinhaberin. —*» 104 o*— Anton Dolenz Vater war es gewesen, der 1809 durch sein rasch entschlossenes Vorgehen dem bekannten Organisator des gegen die Franzosen gerichteten Aufstands in Kärnten, dem Johann B. Türk, auf seiner gefahrvollen Reise nach Triest vor dem ihm nachsetzenden französischen Courier rettete, indem er ihn in die Uniform eines Postillons kleidete und mit der Briefpost, die er, Dolenz, seihst begleitete, nach Fiume kutschieren ließ, wo Türk im Hause des Gouverneurs Grafen Rosetti Aufnahme fand und dann auch wieder glücklich nach Kärnten zurückkehren konnte.1 Im Jahre 1812 wurde ein Anton Dolenz von der französischen Regierung zum Postmeister in S. Croce bestellt.1 2 In den vierziger Jahren unseres Jahrhunderts cursiertcn durch Präwald täglich zwei Maileposten in der Richtung von Triest nach Wien und umgekehrt mit einer Fahrzeit von anderthalb Stunden von Präwald bis Sessana, außerdem cursierte eine Brankard-Fahrt, die Post zu zwei Stunden gerechnet. Zur Zeit waren 16 Pferde eingestallt und versahen vier Postillone den Fahrdienst, 1844 waren sechs Postillone mit 24 Pferden vorhanden. Auch bequartierte Präwald damals zehn Mann Infanteristen mit einem Corporal, die zur sogenannten Bedeckung für die Postwagen dienten, da auch diese Gegend, wie die zwischen Planina und Adelsberg, der häufigen Raubanfälle organisierter Räuberbanden halber sehr unsicher war. Nicht selten gab es blutige Rencontres mit den Räubern. Um die Mitte der vierziger Jahre verkehrte auch eine Mailepost von Präwald nach Udine und retour, und waren dafür zwei Conducteure in Präwald stationiert. Späterhin wurde auch die Post von Mestre nach Laibach und retour bestellt. Der größte Verkehr des Postamts Präwald war jedoch, wie der der anderen auf der Route Laibach-Triest gelegenen Postämter, in dem Zeitraum unmittelbar vor Eröffnung der Theilstrecken Laibach-Triest, beziehungsweise Adelsberg-Triest, der k. k. priv. Südbahn-Gesellschaft. Einen Postmeisterdegen aus Präwald bewahrt das k. k. Postmuseum in Wien. K. k. Postamt Illyrisch-Feistritz.3 Vor hundert Jahren war in Illyrisch-Feistritz, von wo aus nach Lippa, Illyr.-Castelnuovo und Adelsberg bis dahin durch Privatboten die Briefe bestellt und beziehungsweise abgeholt worden, eine eigene 1 Schmelzer: Johann B. Türk. — Östorr.-ungarische Revue, XX. p. 310. 2 Original-Decret in französischer Sprache in den Acten des Herrn Poststall-haltcrs in Triest, Eduard Dolenz (nach freundlicher Mittheilung). 3 Freundliche Mittheilung der k. k. Postmeisterin Frau Sofie Valentsits. —*o 105 •<>•— Botenstation errichtet worden, welche Josef Valentsits durch viele Jahre besorgte, und wie es noch alte Leute zu erzählen wissen, brachte täglich ein Bote in einein Sacke die Briefe von Lippa nach Illyr.-Feistritz und trug solche wieder nach Lippa retour. Ebenso wurden die Briefe nach Sagurie expediert und von dort ahgeholt; Geldsendungen waren aber noch von dieser Expedition ausgeschlossen, Absender und Empfänger mussten sich auf eigene Faust nach Lippa oder Castelnuovo wenden. Der Botenpost folgte die Carriolpost mit Pferd und Wagen, und es erklang auch schon das Posthorn. Inzwischen starb der alte Postmeister, und als ihm 1838 sein Sohn Josef Valentsits folgte, da wurden eines Tages die Anrainer der Poststraße des ersten gelben k. k. Postwagens gewahr, der mit Reisenden und einem Conducteur daherfuhr und nebst den Briefen auch Geldsendungen mitbrachte. Rasch wuchs der Verkehr zwischen Fiume und St. Peter, und oft fuhren zwei bis drei Extraposten per Tag unter lustigen Hornklängen der Postillone vor dem Postgehäude in Illyrisch-Feistritz vor. Der Postmeister daselbst musste daher stets 15 bis 20 Pferde in Bereitschaft haben. Weil auch hier die Gegend wegen öfterer Raubanfälle unsicher war, wurde auch auf dieser Route die Post von Soldaten begleitet; der Conducteur Neckermann, der mit den Räubern 1866 einen argen Strauß zu bestehen hatte, wurde später bei seiner Pensionierung von Sr. Majestät durch Verleihung des silbernen Verdienstkreuzes mit der Krone ausgezeichnet. Nach Eröffnung der Eisenbahnlinie St. Peter-Fiume der Südbahn (1873) hörte der lebhafte Postverkehr auch in Illyr.-Feistritz auf, und der 79jährige Postmeister Josef Valentsits legte seine Stelle nieder — er starb 1876 im 82. Jahre. Sein Nachfolger als Postmeister wurde sein Sohn Josef Valentsits, nach dessen 1887 erfolgten Tode dessen Witwe Sofie Valentsits ihm in diesem Amte folgte, indem kein männliches Mitglied der Familie mehr am Leben. Die Post, seit ihrem Ursprünge immer im Besitze der Familie Valentsits, wurde von den Angehörigen derselben stets mit anerkannt größter Pünktlichkeit versehen. Eine Postillon-Feldflasche aus Illyrisch-Feistritz bewahrt das k. k. Postmuseum in Wien. K. k. Postamt Treffen.1 Valvasor, der die von Laibach auslaufenden Posten je mit Einrechnung der Laibacher Poststation numerierte, nennt — nachdem er die Post zu Weixelburg als die zweite Post nach Unterkrain angeführt 1 Freundliche Mittheilung der gewesenen k. k. Postmeisterin Frau Marie Gressel. 1 Oß •o*“- (Postförderer Joannes Floriantschitsch) — Treffen die dritte Post, die gleich Weixelburg «von der ruhmgedachten krain. Landschaft unterhalten, wöchentlich auf Laibach und Karlstadt gieng» und zu seiner Zeit «von Johann Ilalbertaller dirigiert wurde.» Nachdem im 18. Jahrhunderte die Post in Treffen eine Filiale der Poststation Pösendorf gebildet hatte (Pösendorf: Postmeister Josef Edler von Födransperg; Treffen: Postmeister Alois Edler von Födrans-perg), wurde 1802 mittelst des Rescripts vom 17. März höchstenorts, um auf dem Straßenzuge «nach Kroatien eine zweckmäßige Postbeförderung zu erhalten,» beschlossen, in dem Orte Treffen eine ordentliche, selbständige Poststation zu errichten, dieselbe mit dem Erblichkeits-Privilegium auf das dazu bestimmte Haus zu versehen und mit einer ordentlichen Besoldung von 200 fl., dann einer Aushilfe von 100 fl. gegen Verrechnung des ganzen Briefporto zu dotieren und die Strecke von Treffen nach Neustadtl sowohl als jene von Treffen nach Pösendorf für eine und eine halbe Post vom 1. Mai 1802 angefangen zu erklären. Diese Poststation wurde dem damaligen Besitzer der Herrschaft Treffen, Anton von Baraga, unter Verleihung des Erblichkeits-Privilegiums, das unter einem dem Herrn Alois Edlen von Födransperg abgefordert worden, verliehen.1 Von Anton von Baraga übergieng der Besitz der Herrschaft Treffen an Johann von Baraga und damit auch das Erblichkeitsprivilegium. Johann von Baraga leitete das Postamt in der Zeit der französischen Zwischenherrschaft in Illyrien. Das betreffende Einsetzungs-decret, ddo. Laibach, 8. Februar 1812, auf welches, wie auf die Ordre der Militär-Einquartierungsbefreiung für die Postmeister wir schon früher im allgemeinen Theile hingewiesen, lautet im französischen Originale also:3 Provinces Ulyriennes, Direction generale des Postes. (Franzos. Staatswappen.) Commission Relais de [Treffen, mit Schrift ausgefüllt]. Nous Directeur general des Postes, Relais et Messageries des Provinces Ulyriennes. Au nom de Son Excellence le Gouerneur Gäntiral et d’apres son approbation de l’Etat nominatif des Maitres de Posto aux Chevaux, qui on fait la soumission requise par l’article 2 de Parrete du 17 septembre 1811. 1 Acten des Postamts Treffen. — 8 Acten des Postamts Treffen. O 107 •0°— Nous avons delivrü au Sr. [Jean Baraga, mit Schrift ausgefüllt] Maitre du Relais de [Troffen, mit Schrift ausgefüllt], compris dans lo dit Etat, la presente, Commission, ii l’effet de le rendro Titulaire et d’dxercer los fonctions de Maitro de Poste, ii la Charge des obligations attachdes ä cet emploi et aussi pour qu’il jouisse des avantages, qui lui sont attrihues. Fait ä la Direction G (inende des Postes Relais et Messageries Laybach le [8 fcvrier 1812, mit Schrift ausgefüllt]. (Postdirections-Siegel.) d’ Etilly m. p. Von Johann von Baraga giengen Herrschaft und Postamt Treffen (1819) an dessen Bruder Friedrich über, und von diesem, da er als Missionär nach Amerika auswanderte, wo er auch als hochverdienter Bischof das Zeitliche segnete, kam sie an seinen Schwager Josef Gressel, von diesem dann an die Witwe Amalie Gressel, geh. Baraga, und von dieser an deren beider Sohn Karl Gressel. Karl Gressel vererbte den Besitz an seine Witwe Frau Maria Gressel, geh. von Barisani. Alle diese Besitzer der Herrschaft Treffen waren, wie gesagt, zugleich k. k. Postmeister in Treffen und besorgten die k. k. Fahrpost; das Erblichkeits-Privilegium war zum letztenmal ausdrücklich bestätigt in der Verleihungsverordnung vom 24. Juli 1819, in den späteren Verleihungen geschieht davon keine Erwähnung mehr. Die k. k. Postmeisterin Frau Maria Gressel, welche kränklichkeitshalber und wegen vorgerückten Alters im Laufe dieses Jahres die Herrschaft Treffen verkaufte und zugleich die Postmeisterstelle niederlegte, besorgte seit dem Tode ihres Gatten die Post und die Verführung derselben durch von der k. k. Postdirection genehmigte Expeditoren über 30 Jahre. K. k. Postamt Rudolfswert.1 Der vom Erzherzog-Regenten Karl II. von Innerösterreich 1588 eingerichtete Postcurs von Laibach nach Karlstadt hatte, wie schon erwähnt, auch in Rudolfswert seine Poststation; diese Post— «ordentliche reitende Post- — verkehrte einmal wöchentlich: am Freitag von Laibach gegen Karlstadt, am Dienstag von dort nach Laibach. Näheres über die Poststation Rudolfswert in dieser Zeit ist nicht bekannt sagt Vrhovec in seiner Geschichte von Neustadtl (Rudolfswert)3 und fügt hei, die Stadtväter von Rudolfswert sandten nach wie vor ihre Briefe nach Laibach und Graz durch eigene Eilboten, und erhielt ein Bote für den Weg nach Laibach 48 kr. ausbezahlt.* 1 Freundliche Mittheilung der k. k. Postmeisterin Antoinette von Fichtenau. 2 Zgodovina Novega Mesta, p. 91. — 3 Ebenda p. 92. « Der Postcurs Laibach-Karlstadt blieb derselbe noch in den Tagen Valvasors, um welche Zeit Nikolo Liscutin die Postmeisterstelle zu Rudolfswert versah.1 Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Poststation Rudolfswert umgestaltet, so fasst nämlich Vrliovec eine Bemerkung zum Jahre 1769 auf, welche lautet: «Es wird eine Post von Laibach nacher Karlstadt aufgestellt, und zwar die erste Station zu Unterbösendorf bei Fedran, die zweite zu Rudolfswert bei Herrn Pober, die dritte zu Möttling bei Herrn Verlinscheg,» indem er dieselbe der Information des Josef von Fichtenau hinsichtlich der Erblichkeit der «Poststation» entgegenhält, welche besagt: «Die im Jahre 1769 errichtete Post in Rudolfswert (Neustadtl) haben die Vorbesitzer Job. Nep. Pober, Joseph und Franz Hartl, dann Anton Krenn erblich, vererblich zugleich mit dem Verkaufungsrechte besessen.»3 Herr Josef von Fichtenau erkaufte8 die Post Rudolfswert laut genehmigtem Kaufcontracte vom 29. November 1798 von Anton Krenn um die Summe von 2800 fl., nach Abschlag von 300 fl. für rückgelassene Postrüstung, also mit 2500 fl., unter den gleichen Rechten, wie seine Vorgänger sie besessen, welches Erblichkeits-Privilegium demselben durch Se. Majestät Kaiser Franz I. unterm 22. September 1799 verliehen und im Jahre 1818 mit Allerhöchster Entschließung vom 14. November erneuert wurde.4 * Im Jahre 1851 erscheint als Postmeister in Rudolfswert Herr Toussaint Ritter v. Fichtenau, 1881 Herr Adolf Toussaint v. Fichtenau, mit dem sowie mit den andern Postmeistern und Postmeisterinnen auf der Route Laibach-Rudolfswert, dem Herrn Theodor Luckmann als Postmeister in Laibach und St. Marein, Frau Helena von Födransperg als Postmeisterin in Pösendorf und Frau Maria Gressel als Postmeisterin in Treffen, seitens der k. k. Postdirection in Triest der Vertrag wegen Beförderung der täglichen Botenfahrten von Laibach nach Rudolfswert und retour (11. Februar 1881) abgeschlossen wurde.6 K. k. Postamt Möttling.6 Nachdem das Postamt Möttling am Ausgange dos 17. Jahrhunderts Adam Per und an dem des vorigen Jahrhunderts als Postmeister Ignaz Massnik versehen hatten und 1806 Massniks Witwe als Postmeisterin 1 Ehre des Herzogthums Krain, I. p. 170. — 1 2 Vrliovec 1. c. p. 145. 3 Acten des k. k. Postamts Itudolfswert. - Freundliche Mittheilung von der k. k. Postmeisterin Antoinette von Fichtenau. 4 Acten des k. k. Postamts Rudolfswert. 3 Ebenda. 8 Freundliche Mittheilung der k. k. Postinhaberin Frau Constanzia Gustin. °Ö 109 •»•- daselbst genannt erscheint, liegt aus den Tagen der französischen Occu-pation das vom Generalpostdirector d’Etilly, ddo. Laibach, 18. December 1812, für Jakob Fux ausgestellte Decret vor; ein aus dieser Zeit, in welcher zahlreiche hohe französische Ofticiere, darunter auch der mit Ducaten die Post bezahlende Marschall Marmont, Möttling passierten, stammender französischer Adler und eine Postkarte hat Postmeister Eduard Fux dem k. k. Postmuseum in Wien übergeben. Bis zur Einsetzung des Jakob Fux hatte von 1811 an der französische Feldarzt Anton Schönbrunn die Post hier versehen, der Vater des pensionierten Volksschullehrers Franz Schönbrunn, der noch heute das ehemalige Postgebäude, Haus Nr. 13, bewohnt, und Gemahl der Witwe des Postmeisters Ignaz Massnik, einer geb. Katharina Schuh aus Graz, des vierundzwanzigsten Kindes ihrer Eltern, mit der Schönbrunn die Post in Möttling überkommen hatte. Dem Jakob Fux, der 1813 das Zeitliche segnete, folgte im Amte als Administratorin seine Witwe Francisca Fux, später verehelichte Schebenig, bis 1835 die Postmeisterstelle dem ältesten Sohne Karl Fux verliehen wurde. Nach dessen Tode, 1844, bekam diese Post seine Witwe Antonia Fux. Während ihrer 41jährigen Inhaberschaft kamen manche Veränderungen vor, so wurde u. a. in den fünfziger Jahren die Mallepost eingerichtet, zum Verkehre zwischen Kudolfswert und Karlstadt (bis zur Herstellung der Reichsstrabe hatte noch Anfangs unseres Jahrhunderts nur eine Reitpost verkehrt), welche Mallepost jedoch schon 1860 nach Vollendung der Südbahnstrecke Steinbrück-Agram wieder aufgelassen wurde. Mit der Errichtung der k. k. Bezirkshauptmannschaft in Tscher-nembl wurde daselbst auch eine Post errichtet; bishin verkehrten nur Briefboten; später kamen auch die Posten in Semitsch und neuerer Zeit auch in Gradac zur Errichtung. Nach dem Tode der Witwe Antonia Fux gelangte das Postamt Möttling in die Hände ihres Enkels Eduard Fux und übergieng, als auch dieser im Jahre 1891 starb, an die gegenwärtige k. k. Postinhaberin Gonstanzia Gustin. Die Postbeförderung von Möttling nach Netretiö, in früherer Zeit nach Novigrad in Kroatien, besorgten Anton Schönbrunn, dann sein Nachfolger Jakob Fux; seit einigen Jahren übt dieses Recht die Postinhaberin Slndovic in Netretiö (Modruspotok) mittelst einer Carriol-fabrt aus. Nachdem das Postamt Möttling von der oberen Stadt Nr. 13 in die untere Stadt Nr. 182 verlegt worden, wurden zur Bequemlichkeit 110 *— des Publicums die Briefe in der oberen Stadt von einem gewissen Krmel gesammelt und alltäglich zur Post herabgebracht. Eine Postillonspeitsche vom Postamte Möttling bewahrt noch das k. k. Postmuseum in Wien. K. k. Postamt Gottschee.1 Nachdem noch in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts der Fußbote Wermuth auf eigene Rechnung Postsendungen, meist nur einfache Briefe, von Gottschee nach Laibach und retour gebracht, zu welchem Hin- und Hergange er eine volle Woche benöthigte, wurde im Jahre 1835 in der Stadt Gottschee eine Briefsammelstelle errichtet und als Briefsammler Georg Lackner bestellt.2 Diese Briefsammelstelle übergieng 1844 (23. September) aus den Händen des Maximilian Lackner an den Realitätenbesitzer Herrn Adolf Hauff, den Vater des gegenwärtigen Herrn Postmeisters Anton Hauff, gegen eine jährliche Remuneration von 30 fl., dann 10°/0 Antheil von der Briefportoverrechnung des Betrags, welcher 300 fl. übersteigt, und 5°/0 vom Fahrpostporto; für die dreimalig wöchentliche Postbotenfahrt zwischen Gottschee und Laibach wurde demselben ein jährlicher Pauschalbetrag von 200 fl. C. M. zugesprochen. Nach dem Tode des Adolf Hauff wurde das inzwischen zur Postexpedition gewordene Amt 1857 an dessen Witwe, die noch lebende Frau Marie Hauff, verliehen, welcher nebstdem die fünfmal wöchentliche Postbotenfahrt zwischen Gottschee und Laibach und die zweimal wöchentliche Postbotenfahrt Gottschee - Rudolfswert zur Besorgung übertragen wurde; auch wurde ihr 1869 die k. k. Telegraphenstation Gottschee verliehen. Seit 1867 selbstthätig das Amt leitend, überkam der Sohn, der gegenwärtige Postmeister Herr Anton Hauff, dasselbe am 12. Mai 1873, welchem mit dem auch die Besorgung der täglichen Postbotenfahrt Gottschoe-Laibach, Gottschee-Reifnitz als Theilstrecke der Postfahrt Gottschee -Rakek, Gottschee-Altenmarkt bei Pölland, die dreimal wöchentliche Postbotenfahrt Gottschee-Rudolfswert und Gottschee-Brod an der Kulpa aufgetragen wurde, für welche Fahrten 43 Pferde in Verwendung standen. Das k. k. Postamt Gottschee hat sich in diesen Jahren zu einer Geschäftsthätigkeit und zu einem Geschäftsumfange emporgeschwungen, 1 Freundliche Mittheilung des Herrn k. k. Postmeisters Anton Hauff. • Schematismus für Krain 1835. — K. k. Studienbibliothek iu Laibach. — 111 o— dass solches bei einem Erträgnis aus der Gebarung von jährlichen 10.000 H. und einem Geldverkehre von viel über eine Million Gulden wohl mit Recht als eines der stärksten Landpostämter in Krain bezeichnet werden kann. Am 28. September 1893 wurde die Unterkrainer Bahnstrecke Laibach- Gottschee eröffnet, seit welcher Zeit die Postsendungen täglich dreimal tour und dreimal retour befördert werden. K. k. Postamt Landstrass (Gutenhof).1 Unter der Regierung Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin Maria Theresia bestand außer dem Postamte in Rudolfswert im ganzen Gurkthale keine Postanstalt, weder in Landstraß noch in Gurkfeld. Der Ururgroßvater des jetzigen Postmeisters Herrn Johann Globotschnig, Franz Globotschnig, welcher schon Eigenthümer der dem Vorgenannten heute gehörigen Besitzungen und ein für jene Tage sehr unterrichteter Mann war, schickte ursprünglich in der Woche einmal einen Fußboten zur Post nach Rudolfswert behufs Bestellung der eigenen Briefe, was die Nachbarn in Landstraß und heil. Kreuz sich zunutze machten und ihre Briefe behufs solcher Weiterbeförderung nach Gutenhof zu Globotschnig brachten. Aus diesen ursprünglich privaten, unbesoldeten Botengängen scheint nun im Laufe der Jahre eine Poststation in Gutenhof entstanden zu sein, und wird schon auf Schriften aus den Jahren 1790 bis 1796 Josef Globotschnig als k. k. Postmeister unterschrieben gefunden. Am Beginn unseres Jahrhunderts vermittelte die Districts-Station Gutenhof schon den Gesammtpostverkehr und den Fremdenverkehr auf der Strecke Samobor bis Rudolfswert mittelst eigener Pferde in größerer Anzahl und mit Zuhilfenahme fremder; es verkehrten zwei Mallewagen, Condueteure und je zwei Soldaten als Bedeckung auf einem Beiwagen, alles vom k. k. Ärar beigestellt. Erst in den Jahren 1830 bis 1836 übersiedelte das k. k. Postamt von Gutenhof nach Landstraß, und es wurde zu gleicher Zeit eine einspännige Botenfahrt zwischen Gurkfeld und Landstraß eingeführt, welche gleichfalls von Seite des Postamts in Landstraß unterhalten wurde. Im Jahre 1842 brach in Gutenhof ein großes Dachbodenfeuer aus, welches nebst den Familienschriften auch die die k. k. Post in Gutenhof betreffenden Acten vernichtete. 1 Freundliche Mittheilung des Herrn k. k. Postmeisters Johann Globotschnig. — °o 112 o— Der Post- und Telegraphendienst in Laibach während des Erdbebens im Jahre 1895. Ein ehrenvolles Blatt in der Geschichte des Post- und Telegraphen-wesens in Laibach bildet unstreitig die Erinnerung an die schweren Tage des Erdbebens im Jahre 1895, in denen das Post- und Telegraphenamt der Landeshauptstadt unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen, dank der sebstlosen Hingebung des gesammten Personals an seine Pflicht, zum Wohle der Allgemeinheit seiner Aufgabe durch geradezu abnorme Leistungen gerecht wurde. — Während schon der erste, in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1895 um 11 Uhr 17 Minuten erfolgte Erdstoß von so entsetzlicher Gewalt war, dass alle Häuser in ihren Grundfesten wankten, Menschenleben zum Opfer fielen, die Bevölkerung im Freien ihr Heil suchte, und die weiteren Stöße das Werk der Zerstörung vollendeten, oblag das Post- und Telegraphenamt unentwegt in musterhafter Weise seinen Zwecken, obgleich das auf Alluviengrunde stehende alte Malitsch’sche Postgebäude bereits infolge des ersten Dauerstoßes, insbesondere in seiner südlichen Ecke (an der Ivnaffl- und Schellenburggasse), als dem freistehenden Haustracte, eine bedenkliche Situation aufwies. In den ersten kritischen Momenten war es der Amtsvorsteher, k. k. Oberpostverwalter Mathias Sorli, welcher durch sofortiges zielbewusstes Eingreifen, ungeachtet der begreiflicherweise herrschenden unbeschreiblichen Aufregung, jene Vorkehrungen traf, welche geeignet waren, den Dienstgang trotz der drohenden Gefahr unbedingt aufrecht zu erhalten. Zunächst kam es darauf an, für die unter den gegebenen Umständen zu gewärtigende Steigerung der Telegraphen-Correspondenz Vorsorge zu treffen, in welcher Hinsicht der Telegraphendienst sofort permanent erklärt und die erforderlichen Maßnahmen getroffen wurden. Am 15. April um 6 Uhr früh wurden, da die prompte Aufrechthaltung des Telegraphendienstes die unentbehrliche Voraussetzung für die gesammte Ililfsaction war, nicht nur sämmtliche der Telegraplien-Abtheilung zugewiesenen Verkehrskräfte zur Dienstleistung herangezogen, sondern das dortige Personale durch alle telegraphenkundigen Bediensteten der anderen Abtheilungen verstärkt. Inzwischen war der in Laibach stationierte Leiter der Telegraphen -Linien-Section für Krain, Ingenieur Johann Scarpa, seit 4 Uhr morgens — 113 «— damit beschäftigt, die Stadtleitung und Telegraphenzuführungen zu untersuchen; er fand in der Wienerstraße die Telephonleitung und beim Postamte sowie an anderen Stellen die Unterkrainer Leitungen durch herabgestürzte Schornsteine gerissen und ließ diese Leitungen sofort durch herbeigerufene Leitungs-Aufseher wieder hersteilen, worauf er sich um halb 6 Uhr in die Telegraphen-Abtheilung begab und dort unermüdlich thätig, sich am Apparatendienste betheiligend, ausharrte, bis alle von der Amtsvorstehung requirierten Arbeitskräfte den Dienst antraten. Wie riesig die Arbeit war, welche das Telegraphenamt zu bewältigen hatte, geht aus nachfolgenden Ziffern hervor: Während in normalen Zeiten bei der Telegraphenstation in Laibach durchschnittlich 300 Telegramme mit 4000 Worten auf den Tag entfallen, wurden am 15. April 1632 16. » 1637 17. » 1903 18. » 1367 19. > 1181 20. » 1130 Telegramme mit 28.690 Worten, » » 29.820 » » • 37.330 » » 27.250 » » 23.599 » und » » 14.479 beamtshandelt, somit durchschnittlich 1475 Telegramme mit 26.858 Worten, eine plötzliche Verkehrszunahme, die sich aus dem durch die Wirkungen der Katastrophe mit einem Schlage enorm gesteigerten Communications-Bedürfnisse der Behörden und des Publicums sehr leicht erklärt. Diese Arbeit besorgten am 15. und 16. April die eigenen Kräfte des Amtes, und verdient deren rühmenswerte Aufopferung umsomehr der besonderen Erwähnung, als einerseits besagte Bedienstete selbst zumeist obdachlos waren und somit in Erfüllung ihrer Pflicht alle persönlichen und Familienrücksichten dem Dienstinteresse hintansetzten und anderseits das Dienstgebäude nachgerade lebensgefährlich wurde. Am 16. April musste dem drohenden Einsturze dieses Gebäudes zuvörderst durch Pölzung der Hauptstiege und theilweise der anstoßenden Amtslocalitäten in der Schellenburggasse begegnet werden, welche Arbeiten über Veranlassung der Hausbesitzerin, Frau Marie Malitseh, durch die krainische Baugesellschaft durchgeführt wurden. Das Personale des Amtes, welches trotz der kritischen Situation rastlos und ohne der Nachtruhe zu pflegen weiter gearbeitet hatte, war nunmehr infolge der überstandenen Aufregung und außerordentlich vermehrten Leistungen derart ermattet, dass drei Beamte gänzlich arbeitsunfähig wurden und auch die übrigen der Erschöpfung nahe waren. —«o 114 o— Unter solchen Umständen war eine Abhilfe durch Ablösung der bisher im Dienste gestandenen Kräfte unabweislich geworden. Sobald die k. k. Post- und Telegraphen-Directiou in Triest Kenntnis von dem Ernste der Sachlage erhielt, verfügte sie denn auch ungesäumt die Entsendung von Beamten nach Laibach. Mit dem Zuge Triest-Wien 9 trafen schon am Abende des 16. April die ersten zwei von Triest exmittierten Telegraphenbeamten in Laibach ein, welche sich sofort in den Dienst begaben und noch in derselben Nacht die Vorgefundenen 150 sowie weitere 80, von Triest als auf der Linie unabsetzbar mitgebrachte Telegramme ihrer Bestimmung zuführten. In der Nacht vom 16. April kam übrigens mit dem Schnellzuge Triest-Wien 1 auch der diesfalls beauftragte Oberpostcommissär Peter Cora aus Triest nach Laibach, um alsogleich die Amtslocalitäten zu inspicieren und die geeigneten Vorkehrungen zur Sicherung des Dienstbetriebs einzuleiten. Von da ab ließ sich der k. k. Oberpostdirector in Triest täglich mehrmals in telegraphischem und telephonischem Wege über die Ereignisse Bericht erstatten, und wurden die, je nach der fortschreitenden Entwickelung der Dinge, erforderlichen Vorkehrungen auf demselben Wege raschest abgewickelt. Am 17. April stand die Sache, insbesondere infolge der morgens um 4 Uhr 15 Minuten eingetretenen heftigen Erderschütterung, so, dass die erwähnte provisorische Pölzung unzureichend erschien und die Delogierung des Amtes jeden Moment unvermeidlich werden konnte, wogegen der Andrang des Publicums immer stürmischer sich gestaltete und damit die Arbeit immer größere Dimensionen annahm. Nach Anhörung des mangels Verfügbarkeit eines Staatstechnikers herbeigerufenen Forstcommissärs Putick, welcher der diesfälligen Aufforderung sofort folgeleistete, wurde nun die bisherige Pölzung durch Zimmerleute der krainischen Baugesellschaft ohne Verzug verstärkt und vorläufig die Localitäten der Briefpostabgabe und der Zeitungsexpedition, das ist der ganze rechtsseitige Tract des Gebäudes, neu gepölzt. Um den erhöhten Anforderungen des Dienstes gerecht werden zu können, wurden zur selben Zeit noch drei Aushilfs-Telegraphistinnen aufgenommen und ein Postexpeditor von außen requiriert. Als es sich zeigte, dass trotz der stärkeren Pölzungen der gesprungenen Wölbungen in der Briefpostabtheilung die Sicherheit der Beamten und des Publicums dortselbst gefährdet blieb, wurde besagte Abtheilung noch am selben Tage in die hofseits gelegene Wagenremise verlegt, welche hiezu in aller Eile nothdürftig eingerichtet worden war. --o 115 Iu der verschont gebliebenen Telegraphen-Abtheilung waren am 17. April nicht weniger als zwei Oberheamte, neun Beamte und neun Telegraphistinnen angestrengt thätig, um das enorm gestiegene Telegramm-Materiale zu bewältigen; doch erwies sich bald die Unmöglichkeit, den Anforderungen des Publicums auch mit diesem außerordentlich erhöhten Personalstand auf den gewöhnlichen Apparaten (Morsö-Schreib-Apparat) zu genügen, wobei noch der gewichtige Umstand in Betracht kam, dass die permanente Dienstleistung der betreffenden, ohnehin seelisch deprimierten und in hohem Grade physisch ermatteten Organe auf die Dauer zum Versagen der Kräfte führen konnte. Über das diesfällige telephonische Ansuchen des obgenannten Oberpostcommissärs wurden seitens der Post- und Telegraphen-Direction Triest noch am 17. April zwei (Typendruck-) Hughes-Apparate, welche eine wesentlich schleunigere Correspondenzabgabe ermöglichen, nach Laibach geleitet und der Oberingenieur Heinrich Schachner sowie ein geübter Hughesist aus Triest nach Laibach entsendet; ersterer war mit der Aufgabe betraut, die Installierung besagter Apparate behufs Einführung der Hughes-Correspondenz auf der am meisten belasteten Linie zwischen Laibach und Wien einerseits und zwischen Laibach und Triest anderseits, eventuell die immerhin vorzusehen gewesene Übertragung der Telegraphenstation aus dem von Tag zu Tag stärker beschädigten Posthause in eine andere Örtlichkeit zu leiten. Inzwischen ergab sich bei Besichtigung der einzelnen Localitäten durch den k. k. Oberingenieur B. Waschica des Baudepartements der Landesregierung die Nothwendigkeit, noch am 17. April, angesichts der für äußerst bedenklich befundenen Schäden im Mauerwerk in der Schellenburggasse gegen die Hausecke, die dort untergebrachte Fahrpostaufgabe sowie die oberhalb derselben situierte Amtswohnung des Oberpostverwalters Sorli zu delogieren. Die Fahrpostaufgabe wurde sohin eiligst mit der im Tracte an der Knafflgasse unterhalb der bis dahin unversehrt gebliebenen Casse-localität gelegenen Fahrpostabgabe vereinigt; um für weitere Änderung Platz zu gewinnen, verlegte man gleichzeitig das Drucksortendepöt und theilweise auch die Telegraphen-Batteriekammer in den ehemals Luck-mann’schen Pferdestall. Als sich später auch an der Wölbung unterhalb der Postamtscasse verdächtige Sprünge zeigten, wurde diese Localität gleichfalls unterpölzt und die schweife eiserne Hauptcasse in die verhältnismäßig verschont gebliebene anstoßende, von starken Traversen getragene Post-anweisungs-Abtheilung übertragen. Diese Daten mögen ein Bild von den großen räumlichen Schwierigkeiten bieten, unter welchen das Postamt, ganz abgesehen von der rein persönlichen Lage und Stimmung der einzelnen, um das Leben ihrer Angehörigen und um ihr Hab und Gut besorgten Bediensteten zu kämpfen hatte, um seiner Aufgabe gewachsen zu sein. Am 18. April war die Sachlage geradezu trostlos, die fortdauernden Erdstöße ließen das Schlimmste befürchten. Angesichts dessen beeilte sich der exmittierte Oberingenieur Scliachner, im Depot der Postpackhalle des Bahnhofpostamts unter Aufstellung eines der übersendeten Hughes-Apparate für alle Eventualitäten eine Noth-Telegraphenstation einzurichten — eine Vorsichtsmaßnahme, von welcher glücklicherweise nicht Gebrauch gemacht werden musste. Umso dringender ward die Aufstellung des zweiten Hughes-Appa-rates in der Telegraphen-Abtheilung des Stadtpostamts, um endlich dem bis dahin continuierlich ohne Nachtruhe im Dienste gestandenen Personale die absolut nothwendige Erleichterung zu verschaffen; um 5 Uhr nachmittags des 18. April wurde dieser Apparat in Betrieb gesetzt. Da die im Laufe des Vormittags am 18. April erschienene bautechnische Commission nebst neuerlicher Pölzung der gegen die Schellenburggasse gerichteten Hauptmauer, sowie der Eckpfeiler zwischen der Schellenburg- und Knafflgasse, auch die gänzliche Abtragung bes baufälligen Hauptstiegenhauses (im Tracte gegen die Schellenburggasse) anordnete, musste der ganze Tract vollständig geräumt und das Ilaupt-thor gesperrt werden. Die aus Pettau gerade eingetroffene dritte Pionnier- Compagnie führte über Specialbefehl des auch hier mit der den Laibachorn unvergesslich bleibenden, alles umfassenden, bewundernswürdigen Umsicht und Thatkraft eingreifenden k. k. Landespräsidenten Victor Freiherrn von Hein sofort die nothwendigen Arbeiten durch. Zur Orientierung des Publicums wurden Wegweisertafeln an den geeigneten Stellen des Posthauses angebracht. Zu den bereits berührten Schwierigkeiten mannigfacher Art gesellte sich nun auch noch die der Unauffindbarkeit der Adressparteien insbesondere der massenhaft eingelangten Telegramme. Wie bekannt, hatte tlieils die behördlicherseits angeordnete Delogierung der Familien, theils die Furcht vor der eminenten Gefahr die Bevölkerung genöthigt, Nothunterkünfte aller Art aufzusuchen, die zum Theile den Charakter von Massenquartieren annahmen. —••(> 117 o— Man kann sich hienach die Hindernisse vorstellen, welche sich der Einzelbestellung der Postsendungen und der Telegramme boten. Um dennoch diesen wichtigen Dienst mit thunlichster Beschleunigung abzuwickeln, wurden nebst den normalen vier Bestellern noch andere acht der findigsten und stadtkundigsten Diener ausschließlich zur Telegrammbestellung herangezogen und dieselben zur Ermöglichung der Fortsetzung der Bestellgänge zur Nachtzeit theilweise mit Blendlaternen versehen. Nebenher musste trotz der, in der vielfachen Gassenabsperrung und in den die Passage behindernden allseitigen, mehr oder weniger umfangreichen Pölzungen gegebenen weiteren Schwierigkeit auf die zeitgerechte Briefeinsammlung per Wagen Bedacht genommen werden, und hat auch dieser Dienst niemals eine Unterbrechung erlitten, sondern sich unter den widrigsten Verhältnissen stets in vollem Gange befunden. Am 2‘J. April wurden die Pölzungsarbeiten bei stets steigender Gefahr bis 6 Uhr abends fortgesetzt, so dass das Gebäude nachgerade ein unheimliches Aussehen annahm. Nichtsdestoweniger arbeitete das Personal muthvoll weiter, obwohl die meisten Bediensteten, welche sich infolge ihrer permanenten Dienstleistung um die eigene Unterkunft gar nicht bekümmern konnten, erst an diesem Tage durch Intervention des mehrere Wochen in Laibach exponiert gebliebenen Oberpostcommissärs Corä bei dem betreffenden Comite ein Obdach, zumeist in Eisenbahnwaggons, Zelten und öffentlichen Schulgebäuden, zugewiesen erhielten. Am 20. April erfolgte die Exmittierung noch eines vierten Triester Telegraphenbeamten, welcher sofort nach Eintreffen in derselben Nacht den Dienst antrat. In Würdigung der vorzüglichen Haltung des Personals und zur Hebung des Muthes in demselben erwirkte die k. k. Post- und Tele-graphen-Direction beim k. k. Handelsministerium die Betheilung sämmt-licher Bediensteter des Post- und Telegraphen-Amtes in Laibach mit angemessenen Remunerationen, die auch in den nachfolgenden Tagen vorgenommen ward und zur Folge hatte, dass die damit bekundete Anerkennung der hervorragenden Leistung und mustergiltigen Haltung dem Personale neuen Mutli einflößte und dasselbe zum Ausharren auf dem Platze, den ihm die schwere Pflicht zuwies, anspornte. Die allgemeine Lage schien nun insofern gebessert, als am 21. April keine bedeutenden Erschütterungen vorkamen und daher eine wohl-thuende Beruhigung der Bevölkerung eintrat. 118 •<>•— Am 22. April wiederholten sich aber die Erdstöße, und richtete insbesondere der um 3 Uhr 50 Minuten nachmittags eingetretene, vier Secunden dauernde heftige Stoß neuerliche Verwüstungen an. Eine unbeschreibliche Panik war die unmittelbare Folge, deren Rückwirkung auf die Postbeamtenschaft eine umso empfindlichere sein musste, als das Gebäude, in welchem sie zu amtieren hatte, immer weniger haltbar erschien. In welcher Gemüthsverfassung sich die Postorgane befunden haben dürften, kann aus der Thatsache entnommen werden, dass am besagten Tage die in den dortigen Kellerräumen begonnenen ergänzenden Pölzungsarbeiten alsbald eingestellt wurden, weil man neue Risse und Sprünge im Erdgeschoss und im ersten Stocke wahrnahm und eine Mauersenkung nebst einer Ausbauchung an der Fagade sich zeigte. Die Situation legte nunmehr die Frage nahe, was zu geschehen habe, wenn, wie nach dem Aussprucho der zu fraglicher Zeit in Laibach anwesenden Geologen zu erwarten stand, die Erderschütterungen sich wiederholen und die Kräfte der durch die Katastrophe, die steigende Furcht und die andauernde Schlaflosigkeit auf das höchste abgespannten Postbediensteten versagen würden und nebenher auch an die Delogierung des ganzen Amtes zu schreiten wäre. Angesichts dieser kritischen Lage der postdienstlichen Verhältnisse begab sich der k. k. Ober-Postdirector Karl Pokorny in Triest zur persönlichen Information über die Einwirkungen des Erdbebens auf die postdienstlichen Ubicationen und den allgemeinen Dienstgang am 23. April nach Laibach, was wesentlich dazu beitrug, die Zuversicht der Beamtenschaft zu stärken und sie zum unverdrossenen Ausharren in der selbstlosen Hingebung an den Dienst zu bestimmen. Um allen Eventualitäten im vorhinein zu begegnen, wurde nach beendeter Inspicierung des Posthauses beschlossen, die Einleitungen für die durch den allgemeinen Zustand des Mauerwerks und die selbstverständliche Rücksicht auf die Sicherheit der Postbediensteten nahegerückte Nothwendigkoit der anderweitigen Unterbringung des Amtes zu treffen. Noch am 23. April trat die Postbehörde mit maßgebenden Factoren dieserhalb in Fühlung, und gelang es, sowohl einen ausreichenden Platz für den in Aussicht genommenen Barackenbau als auch den sofortigen Bezug des Materials und die rasche Durchführung der bezüglichen Arbeiten sicherzustellen. Erfreulicherweise kam es aber nicht dazu, da die Folgetage das Ende der Hauptstöße brachten und das alte Posthaus, dank der fortgesetzt entsprechend verstärkten Pölzungen, bis zuletzt Widerstand leistete. Abgesehen von der am 24. April verfügten Delogierung der Brief-trägerabtheilung und der noch am 26. mangels verfügbarer Pionniero von einem früher der Pionniertruppe angehörigen Postdiener durchgeführten weiteren Pölzung des Fahrpostlocals, verliefen die nächsten Tage ohne ernstliche Störung, bis endlich am 29. April normale Verhältnisse eintraten. Mitte Mai waren die Reconstructionsarbeiten am alten Gebäude schon in vollem Gange. Der Erweis der pünktlichen Ordnung, mit welcher sich der Dienst trotz der obgeschilderten, schier unüberwindlichen Schwierigkeiten localer und persönlicher Art abwickelte, geht aus der Thatsache hervor, dass am 24. April inmitten der allseitigen Aufregung eine regelmäßige Cassa-Scontrierung vorgenommen werden konnte. Der Beamtenschaft des Laibacher Post- und Telegraphenamts, welche während der ganzen Dauer der Erdbebenperiode nicht nur ohne jegliche Unterbrechung, sondern im Gegentheile von der ersten Nacht an stets mit, gegenüber den normalen Verhältnissen, außerordentlich erhöhter Thätigkeit den Dienst klaglos versah, und der Oberleitung des krainischen Post- und Telegraphenwesens wurde denn auch die Genugthuung zutheil, dass, als Se. Majestät der Kaiser die so arg heimgesuchte Stadt am 7. Mai mit Seinem Allerhöchsten Besuche beglückte, Allerhöchstderselbe anlässlich der Vorstellung des k. k. Ober-Postverwalters M. Sorli der besonderen Leistungen des Post- und Telegraphenamts in Laibach in huldvollen Worten der Anerkennung zu gedenken geruhte und sowohl bei dieser Gelegenheit, als auch tags-darauf bei der, anlässlich des Stapellaufs von Seiner Majestät Schiff «Monarch» in Pola stattgefundenen Vorstellung der Spitzen der Landesbehörden, dem k. k. Oberpostdirector gegenüber Anlass zu nehmen die Allerhöchste Gnade hatten, Sich über die Einwirkung der Erdbeben-. katastrophe auf den Post- und Telegraphen-Dienstbetrieb in Laibach eingehendst Bericht erstatten zu lassen. Die Allerhöchste Anerkennung kam zum sichtbaren Ausdruck in der bald nachher erfolgten Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone an den k. k. Oberpostverwalter M. Sorli und des goldenen Verdienstkreuzes an den Postofficial Franz Magajna in Laibach. Auch der Haltung der nicht ärarischen Bediensteten, sowohl bei den Postfilialen in Laibach als auch bei den im Bereiche des am ärgsten betroffenen politischen Bezirks Stein situierten Post- und Telegraphenämtern, sei gedacht, welche ausnahmslos, ungeachtet der obwaltenden Lebensgefahr, mehr denn je ihren Berufspflichten oblagen. —» 120 -o*«— Die Postämter in Stein, Mannsburg, Domzale und Lukowitz hatten einen äußerst schwierigen Stand, da deren Gebäude mehr oder weniger schadhaft waren und deren Sicherung erst nach einigen Tagen vorgenommen werden konnte, während der dortige Dienstbetrieb gerade in jenen Tagen, nicht zum wenigsten mit Rücksicht auf die in jenen Gegenden im Monat April sich abwickelnden Versendungen seitens der Strohhutfabrikanten, den relativ höchsten Umfang im ganzen Jahre annimmt. Besonderes Lob wurde dem Postmeister M. Novak in Stein zu-theil, da dieser in der Nacht vom 14. auf den 15. April, als sein Amtslocal infolge Bi'uches der Deckenbalken ruinenhaft geworden war und die Gefahr des Einsturzes nahe lag, nichtsdestoweniger das Amt auch des Nachts nicht verließ und die vielen zur Aufgabe gebrachten Telegramme sofort am Apparat absetzte. Wegen der darin gelegenen hochherzigen Manifestation des Gefühls der Standeszusammengehörigkeit sei noch die Mittheilung angefügt, dass als, dem edlen Beispiele Sr. Majestät des Kaisers folgend, in allen Gauen des Reiches die Mildthätigkeit der patriotisch gesinnten Bewohner das Werk der Unterstützung der nothleidenden Bevölkerung von Laibach und Krain begann, die Angehörigen der Postanstalt im Kronlande Bukowina eine besondere Sammlung für ihre durch das Erdbeben geschädigten Amts- und Berufsgenossen in Krain einleiteten, deren reichliches Ergebnis im Wege der beiden Landesregierungen, beziehungsweise der Post- und Telegraphen-Direetion in Triest, un-verweilt ihrer Bestimmung zugeführt wurde. —*o* 121 o>- Das neue k.k.Post- und Telegraphen-Gebäude. Die aus der zeitgemäß fortschrittlichen Ausgestaltung des Dienstes die wesentliche Begründung schöpfende Tendenz, den Post- und Telegraphen-Anstalten in den wichtigsten Verkehrs-Centren des Reiches würdige und den erhöhten technischen Anforderungen des Post- und Telegraphenwesens, wie der Bequemlichkeit dos Publicums gleichmäßig Rechnung tragende eigene Gebäude, unter Verwertung der diesfalls gesammelten langjährigen Erfahrungen, zu errichten, ließ den Plan entstehen, auch Laibach in die Reihe der in dieser Richtung berücksichtigten Städte aufzunehmen. Dieser principiellen Entscheidung folgten alsbald die Verhandlungen wegen der Wahl eines geeigneten Baugrunds, welche sich um so schwieriger gestalteten, als einerseits die widerstreitenden Interessen der (je nach den in Betracht kommenden Entfernungsverhältnissen im Gegenhalte zur Lage des alten Postgebäudes begünstigten oder benach-theiligten) Bevölkerungskreise nach Thunlichkeit auszugleichen waren und anderseits die muthmaßliche Richtung der Stadterweiterung mit in Rechnung zu ziehen war. Unter den vorgelegenen Offerten wurde erstlich von der Anfangs Juli 1890 nach Laibach entsendeten Ministerialcommission der von der Stadtgemeinde diesfalls offerierte Kaiser-Josef-Platz als den Bevöl-kerungs- und Geschäfts-Centren (alte Stadt am rechten Laibach-Ufer) nächstgelegener Baugrund zu obgedachtem Zwecke in Aussicht genommen, wobei noch insbesondere der Umstand als belangreich in Erwägung gezogen wurde, dass vom besagten Platze aus die directe Linie über die Fleischerbrücke und die Resselstraße hindurch zum Südbahnhofe führt und letztere Straße eine Hauptverkehrsader der Stadt zu werden den Anschein hat, da in dieser Richtung die Stadterweiterung hei Ausbau des Polanaviertels ihre natürliche Entwickelung nehmen dürfte. In seiner Sitzung vom 18. October 1890 genehmigte denn auch der Landesausschuss des Herzogthums Krain den Beschluss des Gemeinderaths der Stadt Laibach, betreffend den Verkauf einer Bauarea im beiläufigen Ausmaße von 2500 m2 auf dem Kaiser-Josef-Platze um den Preis von 10.000 fi. an das k. k. Ärar. Als dann eine dem entgegentretende Petition an das Abgeordnetenhaus des Reichsraths gelangte, von welcher Se. Excellenz Geheimrath — °0 122 O- Baron Srhwec/el eine Abschrift dem hohen k. k. Handelsministerium zukommen ließ, wurde der gewesene Central-Postinspector Hofrath Koch von Langen treu im August 1895 neuerdings mit der Aufgabe betraut, an Ort und Stelle unter Beiziehung eines Delegierten der Post- und Telegraphen-Direction in Triest diesbezügliche Erhebungen zu pflegen. Die Verhandlungen, welchen nebst dem k. k. Oberpostdirector Karl Pokorny aus Triest, als Stellvertreter der Landespostbehörde in Triest, auch die von Si\ Excellenz Baron Schwegel zur Abgabe einschlägiger Aufschlüsse namhaft gemachten Herren, als: Landtagsabgeordneter und Mitglied des Landesausschusses Dr. Adolf Schaffer sowie der Präsident der krainischen Sparcasse Josef Luchmann, anwohnten, bewegten sich im Rahmen der in fraglicher Petition gegen die besprochene Wahl des Bauplatzes vorgebrachten Ein wände, welche sich in erster Linie gegen die zugrunde gelegto Supposition der zukünftigen Gestaltung des Verkehrslebens in Laibach richteten, und sie führten zu dem Ergebnisse, dass angesichts der von den competenten Factoren, d. i. von der Gemeindevertretung und von der Handels- und Gewerbekammer in Laibach, in Bestätigung der Anschauungen, von welchen die erwähnte Ministerialcommission im Jahre 1890 ausgegangen und zu ihrer Schlussfassung gelangte, übereinstimmend votierten Gutachten die Gegenvorschläge, wie die Erwerbung und Adaptierung des Casinogebäudes am Congrossplatze oder der Ankauf eines dem Dr. Josef Kosler gehörigen Baugrunds in der Knafflgasse, tlieils einen, die von der Regierung für die Herstellung des Posthauses in Laibach inzwischen beantragte und von der Legislative auch bewilligte Summe von 228.000 fl. überschreitenden Mehraufwand erfordern und theils weder dem Publicum noch dem Dienste die wünschenswerten und angestrebten Vortheile erreichen lassen würden. Der zweitangedeutete Gegenvorschlag musste schon aus dem Grunde fallen gelassen werden, weil der Baugrund des Dr. Kosler ein Area von nur 2001 m2 aufweist und überdies noch durch die vom Stadtbauamto festgehaltene Bedingung der Einrichtung von Vorgärten eine weitere Schmälerung hätte erfahren müssen, während das vom Bureau für Postbauten ausgearbeitete Project einen Flächenraum von 2450 m2 erforderte. Das die Herstellung, beziehungsweise Erwerbung eigener Post- und Telegraphen-Amtsgebäude in mehreren Städten in den im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern, darunter auch in Laibach, betreffende Gesetz lautet: ©o 123 «— Gesetz vom 10. August 1891, betreffend die Herstellung, beziehungsweise Erwerbung eigener Post- und Tclographen-gebäude in Bregenz, Gablonz, Ischl, Laibach, Marburg, Pilsen, Franzensbad und Leitomischl. Mit Zustimmung der beiden Häuser des Reichsraths linde ich anzuordnen wie folgt: § 1. Die Regierung wird ermächtigt, die zur Erbauung eigener Post- und Telcgraphen-gebäude in Bregenz, Gablonz, Ischl, Laibach, Marburg und Pilsen, dann zum Ankäufe je eines Hauses für denselben Zweck in Franzensbad und Leitomischl erforderlichen Geldmittel, und zwar: 1. für Bregenz mit .... .... 213.500 11. 2. • Gablonz » .... 190.000 » 3. » Ischl » .... .... 185.000 » 4. » Laibach » .... .... 228.000 » 5. » Marburg » ... .... 189.840 0. » Pilsen k .... 210.086 » 7. » Franzensbad * ... .... 28.000 » 8. * Leitomischl > , , .... 82.000 » Zusammen . . . 1,326.426 fl. (eine Million dreihundert zwanzig sechs tausend vier hundert zwanzig sechs Gulden) in der Weise zu beschaffen, dass die benöthigten Capitalien mit höchstens vier und einviertel vom Hundert verzinst und in längstens fünfundvierzig Annuitäten getilgt werden. § Ü- Die jeweilig fällig werdenden Annuitätenbeträge sind jährlich in den Staatsvoranschlag, und zwar im Erfordernisse des Handelsministeriums, einzustellen, dagegen ist das im Staatsvoranschlagc für das Handelsministerium bisher erscheinende Erfordernis um den Betrag der in Ersparung gebrachten Mietzinse herabzusetzen. Der durch Vermietung einzelner Bestandtheile dieser Gebäude sich ergebende jährliche Ertrag ist unter der Bedeckung des Handelsministeriums in den Staatsvoranschlag einzustellen. 8 3- Mit dem Vollzüge dieses Gesetzes werden der Finanzminister und der Handelsminister betraut. Ischl am 10. August 1891. Franz Joseph m. p. Taaffe m. p. Bacquehem m. p. SteMach m. p. Nachdem dieses Gesetz im Reichsgesetzblatte XXXVIII ex 1891 suh 120 publiciert worden war, wurden die Verhandlungen wegen des definitiven Abschlusses des Kaufvertrags mit der Gemeinde Laibach fortgesetzt, während die auf die nachträgliche Durchsetzung der Wahl eines Bauplatzes am linken Laibach-Ufer abzielenden Bestrebungen der diesfalls interessierten Handelskreise fortgesetzt zur Geltung gebracht werden wollten. —O 124 •o*°— Die dahin gehende Strömung erwies sich nachgerade so mächtig, dass das hohe k. k. Handelsministerium sich denn auch bestimmt fand, mit dem an Herrn Johann Luckmann, Realitätenbesitzer in Laibach, gerichteten Bescheide vom 13. April 1893, Z. 17.564,. das von dem Genannten im Vereine mit Herrn Josef Luckmann im Wege des k. k. Landespräsidiums in Laibach eingebrachte Offert, mit welchem das den beiden Offerenten gehörige Haus Nr. 8 in der Schellenburggasse und Nr. 11 Elefantengasse1 dem k. k. Ärare behufs Erbauung eines Postgebäudes um den Betrag von 90.000 fl. angeboten worden war, anzunehmen und damit zu beschließen, das neue Post- und Telegraphengebäude in Laibach statt auf der vorher für diesen Zweck in Aussicht genommenen Baustelle auf dem Kaiser-Josef-Platze auf einem dem gegenwärtigen Verkehrscentrum dieser Landeshauptstadt näher gelegenen Platze, d. i. auf der Area der käuflich zu erwerbenden und sohin zu demolierenden letzterwähnten Realität, zu errichten. 1 Interessant ist das Zusammentreffen, dass gerade nach hundertjährigem Besitze dieser Realität seitens der Familie Luckmann der Ankauf derselben seitens des k. k. Ärars erfolgte. Von localgeschichtlichem Interesse dürfte der unterm 22. Juli 1798 gefertigte Kaufvertrag sein, durch welchen Frau Elisabeth Luckmann vor hundert Jahren in den Besitz der Realität gelangt war und den ich der besonderen Freundlichkeit des Herrn Josef Luckmann, Präsidenten der krainischen Sparcasse, verdanke. Derselbe lautet: (2 Ü. Stempel). Kaut-Vertrag So zwischen dem Hochedelgeborenen Herrn Michael Friedrich edlen von Weittenhüller, Großhändler und Wechsler in Wien, als Verkäufer an einem, dann der Wohledelgeborenen Frau Elisabeth Luckmann als Käuferin an andern Theil geschlossen worden. Erstens. Verkauft der Herr Michael Friedrich edler v. Weitenhiller das laut magistratlicher Verbriefung vom 15. März 1773 ihm gehörige Haus Sub Conscriptions Nr. 40 Urbars No. aber 45 in hiesiger Kapuziner-Vorstadt sammt aller An- und Zugehör und der Gemein-Gerechtigkeit der Frau Elisabeth Luckmann in ein wahres und unwiderrufliches Eigenthum mit der Befugnis, es beim Stadtbuche auf ihro Unkosten sogleich auf ihren Namen umschreiben lassen zu können. Zweitens. Dafür verspricht die Frau Elisabeth Luckmann, dem Herrn Verkäufer als einen Kaufschilling Neun Tausend fünfhundert Gulden Wiener Währung entweder baar oder in Wiener Wechsolbricfon, und zwar 5500 II. sogleich bei Unterfortigung des Contracts, 4000 H. sammt 5 proc. Interessen, zusammen also 4200 11. Tw. aber bis Michaeli 1794 zu bezahlen. Drittens. Weil die Frau Käuferin die erste Rate mit 5500 il. bereits den 28. vorigen Monats abgeführt hat, so wird sie dafür hiemit quittiert, zur Sicherheit des Restes von 4000 H. sammt 5 proc. Interessen aber soll gegenwärtiger Vertrag auf den ersten Satz beyrn Grundbuche vorgemerkt werden. —°o 125 Oo— Die Erwerbung der Luckmann’schen Realität in Laibach erfolgte aber unter höchst dankenswerter opferwilliger Mitwirkung der Stadtgemeinde Laibach und der krainischen Sparcasse in Laibach. Die Stadtgemeinde verpflichtete sich nämlich, für den Ankauf dieser Realität einen Beitrag von 15.000 fl. an das k. k. Ärar zu leisten gegen dem, dass die von der Area der erworbenen Realität auf Straßenregulierung entfallenden Grundstreifen, und zwar in der Schellenburggasse per 241 m2 und in der Elefantengasse per 124 m2, daher im Gesammtausmaße von 365 m2, seitens der k. k. Staatsverwaltung der Stadtgemeinde Laibach ohne Entschädigung abgetreten werden sollten. Viertens. Nachdem die der k. k. Tobakgefällen-Administrazion für den Herrn Joseph Urschitsch laut Schuldscheines vom 17. Dezember 1787 geleistete und am 10. Jänner 1788 vorgemerkto Caution per 2000 fl. Tw. zurückgegeben worden, so wird der Herr Verkäufer deren Löschung beym (Grundbuche) zu erwirken haben, jene 125 fl. hingegen, welche zufolgo Obligation vom 9. November 1787 an des Herrn Verkäufers Lebenslang zur Lokalie zu Kuraschok und jene 25 fl., welche laut Testaments am 8. August 1770 zur dortigen Kirche durch die nämliche Zeit jährlich zu entrichten sind, werden auf Wohlgefallen der Frau Käuferin am Hause vorgemerkt bleiben, der Herr Verkäufer aber ist schuldig, nicht allein diese zwo, jährlich 150 fl. betragende Posten selbst abzuführen, sondern auch die Frau Käuferin diesfalls zu vertreten und, falls sie wozu verhalten würde, schadlos zu halten. Fünftens. Verbindet sich der Herr Verkäufer, der Frau Käuferin alle das Haus, dann die An- und Zugehör betreffenden Schriften einzuhändigen und sie in Betref des ihm zugestandenen Eigenthums zu schützen und zu schürmen. Alles getreulich und ohne Gefährde und bei Verbindung des allgemeinen Landschadenbundes in lvrain et cum facultate intabulandi. Laibach den 22. 7ber 1793. Elisabeth Luckmann m. p. I)r. Joseph Luckmann m. p., (Wappen) erbetenerZeuge. Joseph Globotschnig m. p., (Monogr. J.G.) aj8 erbetener Zeuge. Tliomo Oto. Rel. Lit. P. Nr. 5. M. F. E. v. Weittenhiller (Wappen) ^ p,.jv tlroßhämller in Wien. Andreas Malitsch m. p., als erbetener Zeuge. Jacob Anton Fanzoi, als erbetenor Zeuge. Vorstehender Vertrag ist am Montag der Gedächtnis der hl. Thekla, das ist am 25. 7bßr 1793, um 11 Uhr mittags Nr. 2535 praesentato vermög Magistratsbewilligung vom 24. 7ber 1793 Relaten Vormerkbuch der k. k. Hauptstadt Laibach Tliomo Oto. P. 5to. eingetragen und intabuliert worden. Joseph Gollmayr m. p., Jacob Glavan m. p. Magrt. Magistratsraitfhr und Grundbuchsführer. Tax 1 H. 7 kr. 2 Pf. (Das Original dieses Kaufvertrags befindet sich im Besitze des Herrn von Weitenhüller in Wien.) 126 -o— Die krainische Sparcasse in Laibach hat sich hingegen verpflichtet, zum Zwecke des Ankaufs besagter Realität einen Betrag von 35.000 fl. an das k. k. Ärar zu leisten. Am 1. Februar 1894 erfolgte die physische Übergabe der Realität an das k. k. Ärar, nachdem die grundbücherliche Einverleibung des Eigenthumsrechts zugunsten des Ärars bei besagter Realität, Grundbuchseinlage Nr. 22 der Catastralgemeinde Kapuziner-Vorstadt Consc.-Nr. 11, mit Bescheid des k. k. Landesgerichts in Laibach, ddo. 5. September 1893, Nr. 8100, bereits durchgeführt war. Zufolge des hohen Handelsministerial-Erlasses vom 25. October 1894, Z. 55.501, wurde hinsichtlich der Demolierung der Luckmann’schen Realität und des Baues des neuen Post- und Telegraphengebäudes nach Maßgabe der vom k. k. Bureau für Postbauten im k. k. Handelsministerium ausgearbeiteten Pläne die Offertausschreibung veranlasst. Nach Ablauf des zur Einbringung der bezüglichen Offerte vom hohen k. k. Handelsministerium ursprünglich mit 1. December 1894 festgesetzten und sodann bis 10. December 1894 verlängerten Termins hat das genannte h. Ministerium mit Erlass vom 25. December 1894, Z. 68.902, das vom Bauunternehmer Philipp SupanöiÖ im Vereine mit T. Knez in Laibach eingebrachte Offert, in welchem sich dieselben verpflichteten, den Bau um den Pauschalpreis von 150.900 fl. und unter sonstigen günstigen Detailbedingungen auszuführen, angenommen. Die commissionelle Localverhandlung in Absicht auf die Erlangung der Baubewilligung für den projectierten Bau behufs Bestimmung der Baulinie und des Niveau sowie behufs Vernehmung der Anrainer und sonstiger Interessenten hat im Sinne der §§ 5 und 89 der Bauordnung vom 25. October 1875 bereits am 26. November 1894 stattgefunden, bei welchem Acte der k. k. Oberbaurath Friedrich Setz als Vertreter des hohen k. k. Handelsministeriums fungierte. Mit hohem Handelsministerial-Erlasse vom 19. Jänner 1895, Z. 66.660, wurde über Antrag des k. k. Landespräsidiums in Krain der im technisch-seientifischen Departement der k. k. Landesregierung in Verwendung stehende Oberingenieur Roman Waschica mit dem localen Aufsichtsdienste bei dem unter der Bauleitung des Oberbauraths Friedrich Setz gestandenen Baue des neuen Post- und Telegraphengebäudes betraut. Schließlich muss erwähnt werden, dass die gesammten auf die Herstellung des Gebäudes bezüglichen Agenden im Departement XV des k. k. Handelsministeriums bearbeitet wurden, welchem der lang- —»o 127 -o— jährige, verdienstvolle Referent, k. k. Ministerialrath Herr Josef An der Lan von Hochbrunn, Tiroler Landmann, 1. f. Commissär der Wiener Börse für landwirtschaftliche Producte etc., vorsteht. * * * Heute steht das neue Post- und Telegraphengebäude, zu dem am 21. Mai 1895 der Grundstein gelegt worden, als vollendeter und seiner Bestimmung zugeführter Bau vor uns, in seiner soliden und zugleich für das Auge gefälligen Ausführung eine hervorragende Zierde der Stadt Laibach. Es bildet die Ecke der Schellenburg- und Elefantengasse, und sind die beiden Gassenflügel durch einen Rundbau mit Kuppel architektonisch verbunden, beziehungsweise geziert. Die Größe des ganzen Bauplatzes beträgt rund . . . 1800 m3 und entfallen hievon auf den Hofraum........................ 570 m2 Es wurde somit durch das Haupt- und Hofgebäude eine Grundfläche von................................................. 1230 m2 verhaut. Die Frontlänge des Hauptgebäudes in der Schellenburggasse beträgt ohne den Rundbau 55-5 m, während die Länge des Flügels in der Elefantengasse 36’6 m misst. Das Hofgebäude ist 23• 5 m lang und 6-3 m tief. Das Hauptgebäude besitzt außer den Keller- und Parterre-Locali-täten noch zwei Stockwerke, hat zwei Einfahrten an den Enden der beiden Flügel, zwei gerade Stiegen auf Traversenunterlagen und eine hufeisenförmige freitragende Treppe. Die Höhe der Hauptgesimskante über dem Trottoir der Schellenburggasse beträgt rund 17 m. Der Haupteingang für das Publicum befindet sich im Parterre des Rundbaues, und gelangt man zuerst in eine geräumige Vorhalle und von da aus in die aus drei Piecen bestehende Schalterhalle, welche Räume theils direct, tlieils durch Oberlicht beleuchtet werden. Links (Elefantengasse) sind die Schalter für die Aufgabe der recommandierten Briefe und der Telegramme, welch letztere pneumatisch in den im zweiten Stockwerke befindlichen Telegraphensaal befördert werden, ferner die Abgabe der Briefpost; in der Mitte ist der Aufgang in die Stockwerke; hofseits rechts (Schellenburggasse) die Telephon-Sprechstelle, gassenseits die Aufgabe der Frachtsendungen und die Manipulationsräume der Fahrpost. *“ —«K> 128 o° Die Frachtpost-Ausgabe ist im Parterre neben der Einfahrt von der Schellenburggasse und von dort den Parteien zugänglich. Sonst befindet sieh im Parterre noch die Wohnung des Hausdieners, rechts von der Einfahrt in der Elefantengasse. In das erste Stockwerk gelangt man von der Schalterhalle aus mittelst der oberwähnten, 1-55 m breiten freitragenden Stiege zu den Räumen für Geldanweisungen und Auszahlungen, sowie zu der im Rundbaue situierten Postcasse, links von der Stiege; desgleichen links zu dem Raume der Geldbriefträger und dem Bureau des Amtsvorstands. In der Einfahrtshalle im Haupttracte (Schellenburggasse) befindet sich die auf die Erbauung des Hauses bezügliche Gedenktafel aus schwarzem Marmor mit der Aufschrift in Gold: Unter der glorreichen Regierung Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. erbaut im Jahre 1896. Sezidano za slavnega vladanja Njegovega VeliÖanstva Cesarja Franöiäka Josipa I. leta 1896. In diesem Flügel befinden sich im ersten Stocke die Wohnung des Vorstands und Schlafräume für Beamte und Diener, welche Ubicationen mittelst separater Stiege zugänglich sind. Im Flügel der Elefantengasse, rechts von der Rundstiege, sind die Räume für die Briefsortierung und Spedition, und werden die Briefe vom Parterre aus in den ersten Stock mittelst eines Handaufzuges befördert. Im zweiten Stockwerke (Elefantengasse) befindet sich gassenseits der 25 m lange, 6 m tiefe Apparatensaal des Telegraphenamts, rückwärts die Batterienkammer und ein Raum für Aufgabe der Telegramme zur Nachtzeit; im Rundbaue die Telephoncentrale, weiters in der Schellenburggasse, hofseits, die Liniensection, gassenseits vier Reservezimmer und eine Privatwohnung. Selbstredend ist in jedem Stockwerke die entsprechende Anzahl von geruchlosen Aborten und Pissoirs vorhanden. Der Hauptverkehr mit dem Publicum wickelt sich sohin zu ebener Erde ab, nur die Manipulationen mit Geld sind im ersten Stockwerke. —O 129 •O“—■ Was die architektonische Ausstattung des Gebäudes anbelangt, so wurde hiebei der italienische Renaissancestil angewendet, und sind die Gassenfaijaden mittelst je zwei kräftig vorspringender Risaliten belebt, beziehungsweise abgetheilt, welche Lucarne tragen, deren Giebelenden durch Figuren, Postillone und Briefträger geziert sind. Der Einfahrts-Risalit in der Elefantengasse bat einen tburmartigen Aufsatz. Der Rundbau, in dessen Vorhalle sich die Büsten der Majestäten Kaiser Franz Josefs I. und der Kaiserin Elisabeth befinden, ist mit drei Halbbaikonen und vier jonischen Dreiviertelsäulen geschmückt, welche die elegant geformte Kuppel sammt Flaggenstange tragen, und sind die Pilasterenden bei der Kuppelballustrade und der Attika mit Figuren, die Eisenbahn, den Telegraphen, die Post und die Schiffahrt symbolisierend, verziert. Am Fuße der Kuppel, und in deren Mittelachse, ist ein Uhraufsatz mit einem transparenten Zifferblatte, durch einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen gekrönt, angebracht. Die Medaillons bei den Gehängen im zweiten Stocke sind mit Postemblemen, österreichischen Doppeladlern, Landeswappen von Krain und Wappen der Stadt Laibach geschmückt. Im Innern haben die Rundhalle, die Schalterhalle und sämmtliche Gänge Mosaikplattenpflaster und plastischen Wandschmuck wie ornamentierte plastische Decken, und macht insbesondere der sechseckige Lichthof vor der Rundstiege aus mit seinen polierten vier dorischen Säulen (Monolithe) aus St. Stefano-Stein, mit den Colonnaden, den Wandverzierungen und dem farbigen Glasdach einen sehr geschmackvollen Eindruck. Die Ausstattung der Amtsräume ist eine gefällige, doch zweckentsprechend einfach. Die Bestimmung des Gebäudes ist von außen durch im Friese des Hauptgesimses eingesetzte Aufschriften in beiden Landessprachen gekennzeichnet, desgleichen sind im Innern ober den Schaltern und an den Thüren orientierende Tafeln angebracht. Die Parterre-Räumlichkeiten werden durch im Keller angebrachte drei Caloriferen-Anlagen erwärmt, die Stockwerke durch gewöhnliche Kachelöfen. Erwähnt sei ferner, dass im Gebäude sowohl die Gas- als die elektrische Beleuchtung und die Wasserleitung eingeführt sind. Im Hofgebäude befinden sich zu ebener Erde drei Wagenremisen und im ersten Stocke die Räume für das Ökonomat. Die Grundsteinlegung des Gebäudes fand am 21. Mai 1895 statt, und wurden die Arbeiten derart gefördert, dass dasselbe schon im 9 —O- 130 ■CM— Herbste des nämlichen Jahres unter Dach gekommen war. Vollendet wurde das Gebäude am 1. November 1896. Der Gesammtaufwand für das Gebäude beläuft sich auf rund 270.000 fl., wovon auf Erwerbung des Baugrunds 90.000 fl. entfallen, zu welch letzterem Betrage die krai-nische Sparcasse 35.000 fl. und die Stadtgemeinde Laibach 15.000 fl. beitrugen. Zu bemerken wäre schließlich noch, dass die Pläne für das Object im k. k. Bureau für Postbauten im Handelsministerium durch den k. k. Oberbaurath Friedrich Setz entworfen wurden, der auch als Bauleiter fungierte. Die Geschäfte des Bauführers besorgte der k. k. Ober-Ingenieur der Landesregierung ltoman Waschica in Laibach. Übernommen und ausgeführt wurde der Bau durch die Firma Knez <& Supancic in Laibach, welche hiebei nachstehende Gewerbetreibende beschäftigte, und zwar für: Baumeister- und Zimmermannsarbeit Philipp Supanöiö in Laibach, Steinmetzarbeit Felix Toman in Laibach, Schieferdecker- und Spenglerarboit Heinrich Korn in Laibach, Tischlerarbeit Karl Binder in Laibach, Schlosserarbeit Albin Achtschin in Laibach, Anstreicherarbeit Brüder Eberl in Laibach, Caloriferen-Anlage Kurz, Rietscliel & Henneberg in Wien, Lieferung der Kachelöfen August Drolso in Laibach, Lieferung von harten Böden die Parkettenfabrik in Agram, Tapeziererarbeiten Franz Doberlet in Laibach, Glaserarbeiten Franz Kollmann in Laibach, Waterclosets H. Enders in Wien, Zimmermalerei Winter & Richter in Wien. In Regie wurden ausgeführt und an folgende Firmen übergeben: die Lieferung sämmtlicher Möbel an G. Tönnies in Laibach, die Gas-Installation der Gasfabrik in Laibach, die Wasserleitung an J. Ecker in Laibach, die elektrische Beleuchtung an Siemens & Halske in Wien, der tigurale Schmuck an die Wienerberger Thoufabrik, die Uhren an F. Schneider in Freudenthal (Osterreiehisch-Schlesien), die Glasmalerei an Geyling in Wien, der Briefaufzug an A. Freister in Wien. — «o 131 o— K. k. Post-, Telegraphen- und Telephon-Personal in Krain im Jahre 1806. K. k. Sectionschef und General-Director für Post- und Telegraphen-Angelegenheiten im k. k. Handelsministerium in Wien: Obentraut Johann Karl, Ritter von, Ritter des eisernen Kronen-Ordens 2. CI., des preußischen Kronen - Ordens 1. CI. und des russischen St. Stanislaus-Ordens 1. CI., Großkreuz des Liberia-Ordens der afrik. llefreiung, Commandcur des spanischen Ordens Isabella d. K., des schwedischen Nordstern-Ordens 1. CI., Besitzer des bayer. Michael-Ordens 2. CI. mit dem Stern, Commandcur dos ottomanischen Medschidje-Ordens 2. CI., des serbischen Takowa-Ordens 1. CI. mit dem Stern, des französischen Ehrenlegions-Ordens, des japanischen Ordens des hl. Schatzes 2. CI., Ofhcier des griechischen Erlöser-Ordens, Ritter des luxemburgischen Ordens des Eichenkranzes, des montcnogrinischen Danilo-Ordens 1. CI., correspondierendes Mitglied des n.-ö. Gewerbevereins. Stellvertreter: Dr. Lilienau Alfred, Freiherr von, k. k. Ministerialrath, Ritter des eisernen Kronen-Ordens 3. CI. Central-Postinspector: Dr. Neubauer Rudolf, Ministerialrath, Ritter des eisernen Kronen-Ordens 3. CI., Besitzer des montenegrinischen Danilo-Ordens 2. CI. K. k. Post- und Telegraphen-Direction für Triest, Küstenland und Krain in Triest. K. k. Ober-Postdirector: Pokorny Karl, Ritter des eisernen Kronen-Ordens 3. CI., des montenegrinischen Danilo-Ordens 3. CI., Ehrenbürger von Neumarktl und Obergurk in Krain. K. k. Posträthe: Garimberti Paul, Heydenberg Victor, Edler von, Besitzer des Marianneu-kreuzes des deutschen Ordens; Zarich Thomas. K. k. Postsecretäre: Berka Mathias, Tremoli Friedrich, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone; Dudan Nikolaus, Gins Josef, Willenik Anton, Pos-pisil Dr. Rudolf. 9* —o-O 132 o— K. k. Ober-Postcommissäre: Micula Dr. Hugo, Corä Peter, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes. K. k. Postcommissäre: Coglievina Arthur, Hummel Franz, Knotek Franz, Besitzer der Kriegs-Medaillo; Kästner Dr. Anton, Weitliner Dr. Josef. K. k. Postconcipisten: Sweceny Dr. Theod., Vidmar Franz, Czarda Karl, Jeroniti Dr. Aurelian, Basilisco Vietor, Chmielewsky Franz, Wieniawa, Edler von. K. k. Post-Conceptsprakticanten: Meditz Karl, Slejko Dr. Johann, Pojani Angelo. Zugetheilte Verkehrsbeamte: Berger Adalhert, Ritter von Montecrociato, k. k. Postcontrolor; Kutalek Johann, k. k. Postofficial; Petris von Steinhafen Hermenegild, Schwagerl Johann, k. k. Postassistenten. Technische Abtheiiung. K. k. Oberbaurath: Hellmann Franz, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone, der Kriegs-Medaille, der päpstl. Medaille «Benemerenti», erhielt auch die Allerhöchste belobende Anerkennung. K. k. Oberingenieur: Schachner Heinrich, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone und der Kriegs-Medaille. K. k. Ingenieure: Scarpa Johann, Scholz Johann, Waldek Ludwig, Stegü Anton, Meser Vincenz. K. k. Bauadjuncten: Majstroviö Alois, Tabouret Josef, Stedry Gustav, Stolfa Johann, Eisendle Robert, Caurer Robert, Crepar Friedrich. Zugetheilte Verkehrsbeamte: Streinz Josef, k. k. Postoflicial; Taft Josef, k. k. Postassistent. Directions -Expedit: Teuschl Albert, k. k. Ohcrpostcontrolor. Hussak Karl, k. k. Postofficial; Lindtner Gabriel, k. k. Postassistent; Förster Friedrich, k. k. Postamtsprakticant. 14 Kanzlei-Diurnisten, 6 Postamtsdiener, 6 Aushilfsdiener. —~o 133 o»— Directions - Ökonomat: Wimmer Guido von, k. k. Oberpostcontrolor. Mallner Friedrich, k. k. Postcassacontrolor; Gostischa Paul, k. k. Postofficial. 1 Postamtsexpedient, 2 Postamtsdiener, 2 Aushilfsdiener. K. k. Rechnungs- Departement. K. k. Oberrechnungsrath: Winkelmayer Ferdinand. K. k. Rechnungsrevidenten: Posselt Josef, Höger von Högersthal Karl. K. k. Rechnungs-Officiale: Percich Johann, Pendl Franz, Huber Hector, Michelich Narziss. K. k. Rechnungsassistenten: Perissini Attilius, Messner Ferdinand, Bognolo Ludwig, Werner Oskar. K. k. Rechnungsprakticanten: Marincovich Richard, Leeb Albert. Calculanten; Corä. Johann, Slany Franz. 2 Postamtsdiener. K. k. Post-Directions-Casse. K. k. Hauptcassier: Simonis Josef. K. k. Haupt-Cassa-Controlore: Jenko Johann, Vidoz Johann, k. k. Oberpostcontrolor; Tedeschi Samson, k. k. Postcontrolor; Vagaja Johann, k. k. Postcontrolor. K. k. Cassiere: Leuta Josef, v. Bombardi Max, Pozzo Balhi Iginius. K. k. Officiale: Brachetti Aristides, Colombari Alois, Kihaliö Stefan, Sigon Eduard, Gallovich Josef, Mossettig Vincenz, Janda Robert, Prandi Josef, Hafner Franz, Novello Anton. K. k. Assistenten: Galant Franz, Armnig Rudolf, Jackl Karl, Achtschin Engel. K. k. Prakticanten: Rechtsteiner Adam, Rismondo Josef. 18 Briefträger, 4 Postamtsdiener, 2 Aushilfsdiener. —o 134 •Oo—- K. k. Post- und Telegraphenamt Laibach I (Stadt). K. k. Ober-Postverwalter: Sorli Mathias, Besitzer des goldenen Verdionstkrouzes mit der Krone. K. k. Ober-Postcontrolor: Hohn Hugo. K. k. Gontrolore: Göstl Franz, Erßen Thomas, Aussenik Johann, Kosiöek Johann, Kokalj Mathias, Stussiner Josef, Tomasiß Ferdinand. K. k. Cassiere: Arce Raimund, Groselj Bartholomäus. K. k. Cassacontrolor: Verhovc Leopold. K. k. Officiale: Magajna Franz, Besitzer des goldonon Verdienstkreuzes; Vidmar Johann, Flere Josef, Butorac Karl, Kos Josef, Strukelj Josef, Leeb Franz, Pogaßnik Matthäus, Kurent Josef. K. k. Postassistenten: Filic Josef, Petriö Josef, Kenk Franz, Ankerst Emil, Junz Johann, Wolf Anton, Vrtovec Josef, Dietz Anton, Gruden Josef, Kunz Karl, Gregoriö Alois, Pottokar Alois, Czernich Alois, Gilly Peter, Köhler Max, Wernig Alois, Tisina Karl, Ravnikar Alfons, Palöiö Michael, Kristof Josef, Hamperl Leopold. K. k. Postamtsprakticanten: Zupan Franz, Zentrich Josef, Bregant Franz, Wruss Rudolf, Volontär. Manipulationsdiurnisten: Jemec Franz, Saurau Max, Podboj Josef. Manipulantinnen: Pehani Flora, Wechtitsch Elisabeth, Skerlovnik Franziska, Kaps llosa. Telegraphistinnen: Verhovc Marie, Sedlak Mario, Regnard Marie, Tominz Anna, Zagorz Louise, Bukvic Henriette. 2 Postamtsexpedienten, 3 Postconducteure, 22 Briefträger, 21 Postamts- und 14 Aushilfsdiener. -k> 135 136 o»— K. k. Post- und Telegraphenamt Neumarktl. K. k. Postverwalter: Andrioli Guido, Ritter v. K. k. Postassistenten: Schiffrer Adalbert, Zadnik Johann. Manipulantinnen: Mayr Valerie, Buffulini Paula. 1 Briefträger, 2 Postamts- und 1 Aushilfsdiener. K. k. Post- und Telegraphenamt St. Peter i. Kr. (nicht ärarisch, jedoch unter ärarischer Leitung). Karis Ferdinand, k. k. Postofficial und Leiter des Amtes. —°o 137 o°— Statistik des Post- und Telegraphenwesens im Jahre 1894 und der Postsparcasse 1895.1 I. Das Postwesen in Krain. Allgemeine Übersicht. 1. ) Krain hatte im Jahre 1894 auf einer von 498.958 Einwohnern bewohnten Oberfläche von 9.656 km® im ganzen Ul Post- und 190 Telegraphenanstalten. Unter denselben befanden sich drei ärarische mit und eine ärarische ohne Poststallamt, sowio zwei Postambulanzen. Nichtärarische waren 180 Postämter und Postexpeditionen und 8 Postämter mit Poststationen; temporär ärarische oder nicht ärarische keine. 2. ) Die Gesammtzahl der Briefpostkästen belief sich auf 266, und zwar bei den Postämtern oder in den Städten und Orten, wo Postämter bestehen, 193, in den Landgemeinden 65 ; an anderwiirtigon Beförderungsmitteln zählte die Post auf Eisenbahnen 8. 3. ) Die Gesammtlänge der Postcurse sowie die auf Landstraßen von der Post zurückgelegte Kilometerzahl vertheilte sich wie folgt: Postcurse 1508 Kilometer und durchlaufene Kilometer 1,237.420. 4. ) Die Zahl und Gattung der Posten war folgende : Gesammtzahl der Postcurse 181, Eil-und Mailefahrten keine, Deckelwagen und Paketfahrten 2, Carriolfahrten 2, Reitposten keine, Botenfahrten 73, Eußbotenposten 98, Ruralposten 6. 5. ) Die Zahl der Postcurse, auf welchen die Posten verkehrten, stellt sich dar: mit nicht täglich 16, täglich einmal 99, täglich zweimal 25, täglich dreimal und darüber 41, die Zahl der Reisenden mit regelmäßiger Postbeförderung mit 9500, mit außerordentlicher mit 13 Personen. 6. ) Die Zahl der Unternehmer von Postbeförderungen auf Landstraßen sowie der zum Postdienste verwendeten Postillone, Wagen und Pferde für die vom Staate subventionierten Fahrten vertheilt sich also : Unternehmer von Postbeförderungen 67, Postillone 95, ärarische Postwagen 16, nichtärarischo 172, zusammen 188, Zugpferde bei subventionierten Fahrten 216. 7. ) Die gesammte Postcurslänge war also vertheilt: zur Postbeförderung benützte Eisenbalinzügo 49, Postcurslänge auf Eisenbahnen 477 km, bei der Postbeförderung auf Eisenbahnon durchlaufene Strecken 1,072.480 km. 1 Nachrichten Uber Industrie, Handel und Verkehr, LX. Band, I. u. II. lieft, aus dem statistischen Departement im k. k. Handelsministerium, Statistik des österr. Post- und Telegraphenwesens im Jahre 1894. Verkehr mit den einzelnen Ländern. Im Briefpostverkehre stellt sich : 1. ) Die Gesammtiibersicht der Briefpostsendungen also dar (ohne Zeitungs-und Postanweisungsverkehr): frankierte Briefe 4,203.010, unfrankierte 56.020, einfache Correspondenzkarten 1,221.660, doppelte 61.150, Drucksachen 442.260, Geschiifts-papiero 2110, Muster- und Warenproben 144.120, portofreie Briefe 826.920, andere portofreie Sendungen 17.340, recommandierte Briefo 341.880, andere recommandierte Sendungen 7260; Summe 7,324.090, darunter durch Expressboten bestellt 3290, recommandiert mit Rückschein 15.030. 2. ) Der interne Verkehr: frankierte Briefe 2,731.300, unfrankierte 31.000, einfache Correspondenzkarten 784.900, doppelte 35.200, Drucksachen 245.800, Muster-lind Warenproben 84.500, portofreie Briefe 735.400, andere portofreie Sendungen 16.100, recommandierte Briefe 237.600, andere recommandierte Sendungen 6300; Summe 4,908.100, darunter durch Exprossboten bestellt 2700, recommandiert mit Rückschein 11.800. Verkehr mit den Ländern der ungarischen Krone. 1. ) Abgesandt nach den Ländern der ungarischen Krone : frankierte Briefe 336.300, unfrankierte 5400, einfache Correspondenzkarten 138.700, doppelte Correspondenzkarten 8900, Drucksachen 35.800, Muster- und Warenproben 14.500, portofreie Briefe 32.700, andere portofreie Sendungen 300, recommandierte Briefo 24.000, andere recommandierte Sendungen 400; Summe 597.000, darunter durch Expressboten bestellt 200, recommandiert mit Rückschein 300. 2. ) Eingegangen aus den Ländern der ungarischen Krone: frankierte Briefe 329.700, unfrankierte 3600, einfache Correspondenzkarten 112.000, doppelte Correspondenzkarten 5900, Drucksachen 35.000, Muster- und Warenproben 18.000, portofreie Briefe 37.300, andere portofreie Sendungen 600, recommandierte Briefo 20.900, andere portofreie Sendungen 400; Summe 564.100, darunter durch Expressboten bestellt 100, recommandiert mit Rückschein 400. Verkehr mit Bosnien und der Herzegowina. 1. ) Abgesandt nach Bosnien und der Herzegowina: frankierte Briefe 67.300, unfrankierte 1300, einfache Correspondenzkarten 25.100, doppoltel400, Drucksachen 9700, Muster- und Warenproben 1500, portofreie Briefe 9300, andere portofreie Sendungen 100, recommandierte Briefe 8000, andere recommandierte Sendungen 100; Summe 123.800, darunter durch Expressboten bestellt keine, recommandiert mit Rückschein 300. 2. ) Eingegangen aus Bosnien und der Herzegowina: frankierte Briefo 67.000, unfrankierte 1300, einfache Correspondenzkarten 27.300, doppelte 1000, Drucksachen 8300, Muster- und Warenproben 1800, portofreie Briefe 11.100, andere portofreie Sendungen 200, recommandierte Briefe 9700, andere recommandierte Sendungen 100; Summe 127.800, darunter durch Expressboten bestellt 90, recommandiert mit Rückschein 300. Internationaler Verkehr. 1.) Abgesandt nach dem Auslande: frankierte Briefe 353.700, unfrankierte 8350, einfache Correspondenzkarten 71.509, doppelte 6010, Drucksachen 58.010, Geschäftspapiere 960, Muster- und Warenproben 8210, portofreie Briefe 850, andere portofreie O.Q. 139 o— Sendungen 40, recommandierte Briefe 21.700, andere recommandierte Sendungen 190; Summe 529.310, darunter durch Expressboten bestellt 70, reconnnandiort mit Rückschein 1030. 2.) Eingegangen aus dem Auslande: frankierte Briefe 318.040, unfrankierte 5170, einfache Correspondenzkarten 62.070, doppelte 2740, Drucksachen 49.650, Geschiiftspapiere 1150, Muster- und Warenproben 14.810, portofreie Briefe 270, andere portofreie Sendungen keine, recommandierte Briefe 19.950, andere recommandierle Sendungen 130; Summe 473.980, darunter durch Exprossboton bestellt 130, recom-mandiert mit Rückschein 900. Unbestellbare Briefpost-Sendungen. 1. ) Im internen Verkehre: Briefe 12.940, Correspondenzkarten 2670, Drucksachen 1560, Mustersendungen 440; Summe 17.610. Hievon wurden an die Absender zurückgestellt 14.610 und es blieben unbestellbar 3000. 2. ) Im internationalen Verkehre: Briefe 1040, Correspondenzkarten 40, Drucksachen und Geschäftspapiero 40, Mustersendungen keine; Summe 1120. Iliovon wurden an die Absender zurückgestellt 1010 und es blieben unbestellbar 110; nach dem Auslande als unbestellbar zurückgesendete Correspondenzen 420. Zeitungsverkchr. Interner Verkehr: 1,338.300 Nummern, nach den Ländern der ungarischen Krone 26.500, aus den Ländern der ungarischen Krone 26.100, nach Bosnien und der Herzegowina 3600, aus Bosnien und der Herzegowina 3700; Summe 1,398.200. Es wurden pränumeriert für das Inland ausländische Zeitungen 253 Exemplare mit dem Pränumerationsbetrage von 1801 11.; für das Ausland inländische Zeitungen 3 Exemplare mit dem Pränumerationsbetrage von 19 fl. Fahrpostsendungen. 1. ) Gesammtüberxicht: Sendungen ohne Wertangabe 502.380 Stück ; Geldbriefe 93.480 Stück im Werte von 25,285.860 fl.; Sendungen mit Wertangabe 102.640 Stück im Gewichte von 669.870 Kilogramm und im Werte von 1,474.200 tl. 2. ) Interner Verkehr: Sendungen ohne Wertangabe 462.000 Stück; Geldbriefe 74.100 Stück im Werte von 22.043.100 fl.; Sendungen mit Wertangabe 80.300 Stück im Gewichte von 536.900 Kilogramm und im Werte von 1,197.000 fl. Verkehr mit den Ländern der ungarischen Krone. 1. ) Abgesandt nach den Ländern der ungarischen Krone : Sendungen ohne Wertangabe 13.000 Stück; Geldbriefe 5500 Stück im Werte von 1,016.100 fl.; Sendungen mit Wertangabe 11.900 Stück im Gewichte von 75.100 Kilogramm im Werte von 182.900 fl. 2. ) Eingegangen aus den Ländern der ungarischen Krone : Sendungen ohne Wertangabe 9300 Stück; Gcldbricfo 6700 Stück im Werte von 1,206.800 fl.; Sendungen mit Wertangabe 6800 Stück im Gewichte von 39.500 Kilogramm und im Werte von 52.500 11. —O. 140 o*— Verkehr mit Bosnien und der Herzegowina. 1. ) Abgesandt nach Bosnien und der Herzegowina: Sendungen ohne Wertangabe 1200; Geldbriefe 1200 Stück im Werte von 02.800 ft.; Sendungen mit Wertangabe 1200 Stück im Gewichte von 6000 Kilogramm und im Werte von 12.700 fl. 2. ) Eingegangen aus Bosnien und der Herzegowina: Sendungen ohne Wertangabe 800 Stück, Geldbriefe 600 Stück im Werte von 68.100 fl., Sendungen mit Wertangabe 800 Stück im Gewichte von 4000 Kilogramm und im Worte von 8600 fl. Internationaler Verkehr. 1. ) Abgesandt nach dem Auslande: Sendungen ohne Wertangabe 4530 Stück, Geldbriefe 1150 Stück im Werte von 163.160 fl., Sendungen mit Wertangabe 760 Stück im Gewichte von 3690 Kilogramm und im Werte von 10.370 fl. 2. ) Eingegangen aus dem Auslande: Sendungen ohne Wertangabe 11.250 Stück, Geldbricfc 4230 Stück im Worte von 725.800 fl., Sendungen mit Wertangabe 880 Stück im Gewichte von 4680 Kilogramm und im Werte von 10.130 fl. Postanweisungsverkehr (Kram und Küstenland). 1. ) Interne Verkehrsannahme für den eigenen Directionsbozirk : Gewöhnliche Postanweisungen 349.213, Postnachnahme-Anweisungen 31.056, Postauftrilgo-Anweisungen 646, portofreie Postanweisungen 23.896, zusammen 404.811 Stück; für fremde Directionsbezirko: Gewöhnliche Postanweisungen 269.699, Postnachnahme-Anweisungen 89.473, Postauftrags-Anweisungen 6605, portofreie Postanweisungen 10.310, zusammen 376.087 Stück. Gesammtsumme 780.898 Stück. 2. ) Ausbezahlte. Für den eigenen Directionsbozirk: Gewöhnliche Postanweisungen 349.213, Postnachnahme-Anweisungen 31.056, Postauftrags-Anweisungen 646, portofreie Postanweisungen 23.896, zusammen 404.811 Stück; für fremde Directions-bezirke : Gewöhnliche Postanweisungen 310.360, Postnachnahme-Anweisungcn 94.683, Postsparcassen - Anweisungen 297, Postauftrags-Anweisungen 6906, portofreie Postanweisungen 8914, zusammen 421.160 Stück. Gesammtsumme 825.971 Stück. Postsparcassenamt. Dem zwölften Jahresberichte dos k. k. Postsparcassenamtos für das Jahr 1895 entnehmen wir, den Sparverkehr der k. k. Postsparcasse in Krain betreffend, nachstehende Daten: Am Schlüsse des Jahres 1895 bestanden in Krain 146 Sammelstellen, je eine Sammolstelle auf 68'25 Quadratkilometer Oborflächo und auf 3445 Einwohner. Die Anzahl der im Sparvorkehro neu ausgegebenen Einlagebiichel betrug 2186 gegen 2040 im Jahre 1894 und 2041 im Jahre 1893; die Anzahl der im Sparverkehre saldierten Einlagebiichel 1634 gegen 1618 im Jahre 1894 und 1584 im Jahre 1893. Die Gesammtzahl der Einleger betrug 11.323, auf je 1000 Einwohner 23. Die Einlagen bezifferten sieh in einer Anzahl von 15.649 mit 326.759 fl. 84 kr., vom Jahre 1883 bis Ende 1895 in einer Totalanzahl von 164.957 mit 2,772.287 fl. 141 o-- 70 kr.; die Rückzahlungen in einer Anzahl von 6014 auf 275.320 il. 43 kr., von 1883 bis 1895 in einer Totalanzahl von 51.694 mit 2,120.491 11. 10 kr. Die Zahl der Einlagen nach der Höhe der Betrüge stellt sich: Bei 15.685 Einlagen, Einlagen bis 50 kr. 2497, von 50 kr. bis 1 tt. 2352, von 1 bis 5 fl. 4087, von 5 bis 10 fl. 2024, von 10 bis 20 fl. 1763, von 20 bis 50 fl. 1418, von 50 bis 100 fl. 966, von 100 bis 200 fl. 316, von 200 bis 300 fl. 145, von 300 bis 500 fl. 83, von 500 bis 1000 fl. 34. Die Zahl der Rückzahlungen nach der Höbe der Betrüge stellte sich: Bei 6031 Rückzahlungen, Rückzahlungen bis 50 kr. 179, von 50 kr. bis 1 fl. 499, von 1 bis 5 fl. 1308, von 5 bis 10 fl. 1510, von 10 bis 20 fl. 1338, von 20 bis 50 fl. 428, von 50 bis 100 fl. 294, von 1(X) bis 200 fl. 151, von 200 bis 300 fl. 138, von 300 bis 500 fl. 112, von 500 bis 1000 fl. 74. Das Gesummtguthaben der Einleger betrug 412.876 fl. 27 kr., auf je 1000 Einwohner ein Guthaben von 820 fl. 79 kr. Die Netto-Einlagen im Sparverkehre betrugen 51.439 fl. 41 kr., von 1883 bis 1895 im Totale 651.796 fl. 60 kr. Das Guthaben der Einleger nach der Höhe der Beträge im Sparverkehre mit Jahresschluss 1895 stellte sich: Zahl der Einlagebüchel 9870, Guthaben bis zu 1 fl. 2511, von 1 bis 3 11. 1700, von 3 bis 5 fl. 722, von 5 bis 10 11. 1040, von 10 bis 50 fl. 2157, von 50 bis 1(H) 11. 728, von 100 bis 200 fl. 508, von 200 bis 500 tl. 366, von 500 bis 1000 fl. 138. Die Gesammtzahl der im Checkverkehr erüffneten Conti betrug 31 gegen 30 im Jahre 1894 und 29 im Jahre 1893; die Goäammtzahl der im Checkverkehro saldierten Conti betrug 11 gegen 17 im Jahre 1894 und 8 im Jahre 1893. Die Anzahl der Clieckbiichclbesitzer in Krain bezifferte sieb mit 254 gegen 236 im Jahre 1894 und 226 im Jahre 1893. Die Zahl der Einlagen im Checkverkehre nach der Höhe der Beträge stellte sich: Zahl der Einlagen 142.462, Einlagen bis 5 fl. 45.240, von 5 bis 50 fl. 47.425, von 50 bis 150 fl. 27.423, von 150 bis 300 fl. 11.730, von 300 bis 500 fl. 4661, von 500 bis 1000 fl. 3669, von 1000 bis 2000 fl. 1642, von 2000 bis 3000 fl. 385, von 3000 bis 4000 fl. 153, von 4000 bis 5000 fl. 57, von 5000 bis 10.000 fl. 53, von 10.000 bis 20.000 fl. 16, von 20.000 bis 30.000 11. 8, von 30.000 bis 40.000 fl. 3, von 40.000 fl. 2. Einlagen im Checkverkehr: Anzahl 142.025, Betrag 13,629.170 fl. 48 kr., von 1883 bis 1895 Totale: Anzahl 866.658, Betrag 92,130.430 11.31 kr. Rückzahlungen im Checkverkehre nach der Höhe der Beträge: Anzahl 13.052, bis 5 fl. 1768, von 5 bis 50 fl. 4195, von 50 bis 150 fl. 3240, von 150 bis 300 fl. 1456, von 300 bis 500 fl. 835, von 500 bis 1000 fl. 692, von 1000 bis 2000 fl. 458, von 2000 bis 3000 fl. 173, von 3000 bis 4000 fl. 93, von 4000 bis 5000 fl. 65, von 5000 bis 10.000 fl. 77. Rückzahlungen im Checkverkehr: Anzahl 13.051, Botrag 4,904.897 fl. 97 kr., von 1883 bis 1895 Totalo: Anzahl 90.622, Betrag 29,082.847 fl. 18 kr. Theilnehmer am Clearingverkehre: Clieckbücholbesitzer 254, Anzahl der Clearing-Mitglieder 169, Procont der Checkbüchelbesitzer 66 • 5. Der Ausweis über die Städte und Orte, in denen Conto - Inhaber im Check-verkehr ihren Wohnsitz haben, führt an: Adelsborg 1, Altenmarkt bei ltakek 1, Assling 1, Birkendorf bei Podnart 1, Bischoflack 3, Brunndorf 1, Domäale 7, Eisnern 2, Franzdorf 1, Gottschee 10, Gurkfeld 6, Hof 1, Idria 8, Illyr.- Feistritz 1, Islak 1, -O 142 Krainburg 12, Laibacli 124, Lanilstraß 1, Longenfeld 1, Littai 5, Mannsburg 3, Mött-ling 1, Kassenfuß 2, Koudorf bei Rakek 2, Neumarktl 8, Niederdorf bei Roifnitz 1, Planina 1, Prem 1, Radmannsdorf 2, Radna bei Liclitenwald 1, Rakek 1, Ratschach 2, Rudolfswert 12, Sagor 1, St. Anna 2, St. Bartkelmä 1, St. Martin bei Littai 2, St. Ruprecht 1, St. Veit ob Laibach 2, Sava 1, Seisenberg 1, Stein 2, Steinbüchel 1, Traunik 1, Unterloitsch 2, Unterschischka 3, Veldes 1, Weißonfels 2, Weixelburg 1, Zirklach 2, Zirknitz 2, Zoll bei Wippach 1; Summe 254. Der Gesammtausweis über die Geschäftsergebnisse int Postsparcassen-Verkehr im Jahre 1895, getrennt nach Ländern, weist für Krain: Einlagen im Sparverkehr: Anzahl 15.649, Betrag 826.769 fl. 84 kr.; im Checkverkehr: Anzahl 142.025, Betrag 13,629.170 fl. 48 kr.; Totale: Anzahl 157.674, Betrag 13,955.930 fl. 32 kr. — Rückzahlungen im Sparverkehr: Anzahl 6014, Betrag 275.32011. 43 kr.; im Checkverkehr: Anzahl 13.051, Betrag 4,904.897 fl. 97 kr.; Totale: Anzahl 19.065, Betrag 5,180.218 11. 40 kr. II. Telegraphenwcsen. Telegraphennetz. Die Gesammtlänge der Telegraphenlinien in Krain betrug 775'14 Kilometer, die Gesammtlänge der Drähte 2289’53 Kilometer. Es bestanden Stationen: Mit Tag- und Nachtdienst keine, mit bis Mitternacht verlängertem Tagdienst 1, mit vollem Tagdienst 2 und mit beschränktem Tagdienst 60, im ganzen 63 Stationen. Correspondenzverkehr. Verkehr auf den Staatslinien (interne Telegraphenstationen, gebürenpÜichtigo Telegramme): Aufgegeben bei den .Staats-TelegraphenStationen 61.492, aufgegeben hei den Eisenbahn-Telegraphenstationen 4151. Internationale Telegramme : Aufgegeben bei den Staats-Telegraphenstationon 3224, bei den Eisenbahn-Telegraphenstationen 361. Angekommen bei den Staats-Telegraphenstationen 3150, bei den Eisenbahn-Telegraphenstationen 342 ; Summe der aufgogobenen und angekommenen gebüren-pfliclitigen Telegramme: 72.720. Von den aufgegebenen Tolegrammen entfielen auf 1000 Einwohner 139 gegen 133 (1893), 117 (1892), 97 (1891), 95 (1890). Die Gebüreneinnahme den Staats-Telegraphen beziffert sich mit 31.040 11. und entfallen auf 1000 Einwohner 62 fl. Der Personalstand der k. k. Post- und Telegraphenverwaltung stellt sich: 1 Oberverwaltor, 1 Obercontrolor, 2 Verwalter, 8 Controlorc, 4 Cassiere und Cassacontrolore, 9 Officiale, 28 Assistenten, 4 Prakticanten und Eleven, 7 Post-manipulantinnen, 8 Telegraphistinnen, 7 Diurnisten, 2 Expedienten, 8 Conductoure, 24 Briefträger, 29 Amtsdiener und Amtsboten, 31 Leitungsaufseher, Aushelfer und Aushilfsdiener; zusammen 168 Personen. ——o 143 -o- — Nichtärarische Post- und Telegraphenämter: Postmeister (Postexpedienten) mit Manipulationsdienst allein 141, Postexpedi-toron 120, Summa 261, darunter weibliche Personen: Postmeister, geprüfte 45, ungeprüfte 11, geprüfte Postexpeditoren 100. III. Finanzergebnisse des Post- und Telegraphenwesens. Betriebseinnahmen. Briefpost- und Fahrpostporto 331.075 fl. — Telegrapheneinnahmen 31.040 fl. — Einnahmen der Ruralpost 1177 fl. — Zeitungsgelder 12.472 fl. — Erlös für alte Ärarialgegenstände 102 11. — Miet- und Pachtzinse 96 fl. — Mängelersätze aus der Einnahmeverrechnung 419 fl. — Verschiedene Einnahmen 333 fl. — Ersätze 606 fl. — Im ganzen 377.320 fl. — Procento der Einnahmen 100. — Voranschlag für das Jahr 1894 : 352.320 fl. Betriebsausgaben. Besoldungen der Beamten 45.629 fl., der Diener 32.020 fl., Adjuten 650 fl., Activitätszulagen der Beamten 9998 fl., der Diener 7674 fl., Dienstesergänzungs- und Personalzulagen 24 fl., Auslagen für Dienstkleider 708 fl., Bestallungen 52.692 fl., Tag-gclder und Taglöhne 15.144 fl., Belohnungen und Aushilfen 1400 fl., Summe der persönlichen Bezüge 165.839 fl., Mietzins 7239 fl., Reise- und Übersiedlungs-Substitutions-gebürcn, Stundengelder 6648 fl., Amts- und Manipulationserfordernisse 30.897 fl., Instandhaltung und Adaptierung der Ärarialgebäude 526 fl., Beförderung der Postsendungen auf Poststraßen 104.006 fl., Beförderungskosten auf Eisenbahnen und Dampfschiffen 117 fl., Reisegehiiren der Beamten und Diener bei Begleitung der Fahrten 4161 fl., Weitcrbeförderungsgebüren für Telegramme 4179 fl., Auslagen für Ergänzung und Vermehrung des Inventars 471 fl., Reparatur und Instandhaltung der Postwagen, der Telegraphen- und Telephonapparate 153 fl., Erträgnisantheile und Tantiemen 1724 fl., verschiedene Auslagen 98 fl., Mängelsvergütung aus der Ein nähme Verrechnung 96 fl., Summe 326.154 fl., außerordentliche Ausgaben 2320 fl., im ganzen 328.474 fl., Procente der Ausgabe 0'95, Voranschlag für das Jahr 1894 333.790 fl. Der Verkehr jener Postämter, deren Gesamiutcinimhme über 1000 fl. beträgt, weist uns 1894 für Krain folgende Übersicht: Länder und Standorte der Postanstalten Beförderte üosammt- Kinnahmo Brief- Postsendungen Fnhr- postsendungon Stilck dulden Adolsberg 174.000 8.500 4.158 Altenmarkt bei Pölland 17.400 1.800 1.055 Altonmarkt bei Rakek 41.900 4.500 1.887 Assling 33.800 3.600 2.797 Bischoflack 96.800 9.000 3.429 Domüalo 185.700 22.900 11.854 Eisnern 34.300 4.500 1.487 Franzdorf 26.800 2.000 1.882 — 144 o— Länder und Standorte der Postanstalten Beförderte Gesanunt- Einnahme Brief- postsendungen Fahr- postsendungen Stück Gulden Gorenja vas 17.900 2.000 1.510 Gottschee . 219.000 10.700 5.893 Großlaschitsch 22.800 3.400 1.782 Gurkfeld 96.400 12.000 3.622 Jauerburg 17.900 1.500 1.009 Idria 80.600 1.900 3.612 Illyrisch-Feistritz 45.100 2.400 3.038 Krainburg 108.100 10.700 3.997 Kronau 18.000 1.600 1.362 Laas 20.400 1.900 1.071 Laibach 2,702.900 154.100 144.067 Landstraß 28.100 2.600 1.241 Lees 25.500 2.500 2.027 Lengenfeld 18.500 1.200 1.673 Littai 58.600 2.900 2.517 Lukowitz 17.000 1.700 1.024 Mannsburg 30.900 2.800 2.901 Möttling 64.800 8.300 4.085 Kassenfuß 44.600 3.000 2.098 Neudorf bei Rakek 20.500 1.900 1.914 Neumarktl 153.800 19.000 13.378 Oberlaibach 32.300 3.500 1.972 Oberloitsch 19.600 1.900 1.344 Planina 27.100 2.600 2.838 Radmannsdorf 37.500 4.800 2.988 Rakek 40.700 5.900 2.101 Ratschach 29.800 2.900 2.456 Reifnitz 40.400 4.200 3.377 Rudolfswert 197.200 17.500 11.934 Sagor 40.600 6.800 2.483 Sairach 17.000 1.500 1.329 Salloch 17.900 1.400 1.351 St. Barthelmä 20.400 1.700 1.507 St. Martin bei Littai 17.800 2.600 1.574 St. Peter 42.000 2.800 1.571 Seisenberg 25.100 2.400 1.959 Semitsch 17.100 1.700 1.170 Senosetscli 21.900 1.700 1.662 Soderschitz 17.800 1.400 1.396 Stein 75.600 18.600 8.753 Töplitz 16.200 1.400 1.069 —•<> 145 o- Länder und Standorte der Postanstaltcn Beförderte Gesammt- Einnahme Brief- postaendungen Fahr- postsendungen Stück Gulden Traun ik 16.400 1.400 1.226 Treffen 27.300 2.300 2.117 Tschornembl 49.600 4.800 2.578 Tupaliö 14.200 1.300 1.018 Untorloitsch 28.200 3.100 1.772 Unterschi schka 19.800 1.500 1.893 Veldes 67.000 9.600 2.198 Weißenfels 88.800 2.900 1.602 Weixelburg 15.700 4.400 3.062 Wippach 37.300 4.700 2.565 Wocheiner-Feistritz 21.000 2.400 1.200 Zirknitz 38.100 5.300 2.607 Zwischenwässern 17.200 1.800 1.662 IV. Telegraphen-Verkehr 1894. I)io allgemeine Übersicht, verglichen mit den Resultaten des Vorjahrs, weist uns für Krain: Staats-Telegraphenstationen 68 gegen 58 (1893), Eisenbahn- und Privat-Telegrapheustationon 46 gegen 39, Mors6-Apparate 79 gegen 69, Daniell’sche Batterie-Elemente 414 gegen 378, Meidlinger-Batterie-Elemente 662 gegen 537. Die Einnahmen der Staats-Telegraphenstationen stellen sich bei der internen (Korrespondenz mit 27.248 d. gegen 27.221 11. (1893), bei der internationalen (Korrespondenz mit 2695 fl. gegen 2883 6., die Gosammteinnahmen mit 29.943 11. gegen 30.104 fl. (1893). Die aufgegebenon Telegramme: gebürenfreie Staats-Telegramme 107 gegen 23, gebürenfreie Dienst-Telegramme 3634 gegen 3470, gebürenpfliclitige Intern-Tele-gramme 61.492 gegen 59.694, internationale 3224 gegen 3446, gebürenpfliclitige zusammen 64.716 gegen 63.140. — Gesammtsumme der aufgegebenen Telegramme 68.457 gegen 66.633 (1893). Die angekommenen Telegramme: gebürenfreie Staats-Telegramme 101 gegen 70, gebürenfreie Dienst-Telegramme 12.511 gegen 11.938, gebürenpfliclitige Intern-Tele-gramme 64.632 gegen 62.798, internationale 3150 gogou 3556, zusammen 67.782 gegen 66.354. — Gesammtsumme der angekommenen Telegramme 80.394 gegen 78.362, Übertelegraphierungen (doppelt)1 122.004 gegen 109.807. Gesammtsumme der behandelten Telegramme: 270.855 gegen 254.802 (1893). ' Einschließlich der bei den Eisenbahn-Telegraphenstationen aufgegebenen und angekommenon internen und internationalen Telegramme, welche durch die Staatsstationen vermittelt wurden. Verkehr der einzelnen Staatsstationen 1. Classe. Apparate, Elemente und Einnahmen. Land und Stationen Eingeschaltete Einnahme für die | % Meidinger intorne inter- natio- nale gc- sammte Apparate Q Correspondenz Elemente Gulden Adelsberg C 3 6 70 653 59 712 Aich (seit 5. Mai) 1 6 45 7 52 Altenmarkt bei Rakek .... 1 6 20 318 17 335 Assling 1 6 274 45 319 Auersperg (seit 10. Juli) . . . 1 6 31 31 Bisclioflack 1 6 330 5 335 Brunndorf 1 6 42 2 44 Tschernembl 1 12 301 301 DomZale 1 6 CO 164 59 223 Feistritz in der Wocliein . . . 1 6 10 137 4 141 Franzdorf 1 6 112 4 116 Gottschee 2 6 20 921 48 969 Großlaschitsch 1 6 197 3 200 Gradatz 1 6 84 84 Gurkfeld 1 0 385 8 393 Hotederschitz 1 6 48 1 49 Idria 1 36 25 345 4 349 Jessenitz an der Save .... 1 G 124 7 131 Kanker 1 6 27 27 Krainburg 1 (i 60 943 95 1.038 Kronau 1 6 84 3 87 Laas 1 6 146 13 159 Laibach N/2 0 6 800 10.783 1.369 12.152 Landstraß 1 6 162 2 164 Lees 1 6 211 14 225 Littai l 6 419 101 520 Lukowitz 1 6 81 81 Mannsburg 1 6 146 36 182 Möttling 1 6 493 11 504 Munkendorf 1 6 42 . 42 Nassenftiß 1 6 284 2 286 Neudorf bei Rakek 1 6 349 5 354 Neumarktl 1 6 740 148 888 Oberlaibach ........ 1 6 224 18 242 Oberloitsch 1 6 126 126 Rlaniua (seit 22. Juni) .... 1 6 178 59 237 -oO 147 •»" Land und Stationen Eingeschaltete Einnahme für die Apparate Daniell’sche Meidin ger interne inter- natio- nale ge- sammlo Correspondenz Elemente Gulden Präwald i 6 83 8 91 Ratschach i 6 209 17 226 Radmannsdorf i 6 193 11 204 Rakek i 6 502 39 541 Reifnitz i 6 325 3 328 Rudolfswert C 4 6 G7 959 13 972 St. Anna (seit 21. August) . . . 1 ß 88 10 98 St. Barthelinä 1 6 117 117 St. Peter 1 6 609 64 673 St. Ruprecht 1 ß 110 2 112 St. Veit ob Wippach (seit 27. Juli) 1 6 35 35 Seisenberg 1 ß 10 102 19 181 Senosetscb 1 ß 209 4 213 Soderschitz l ß 111 5 116 Stein 2 ß 616 61 677 Töplitz 1 ß 103 1 104 Töplitz-Sagor 1 G 207 27 234 Treffen 1 ß 290 5 295 Tupalic 1 ß 41 1 42 Unterloitsch 1 fi 179 7 186 Untersehischka 1 ß 251 11 262 Veldes 2 G 20 1.025 190 1.215 Weißenfels i ß 176 176 Weixelburg i 6 161 6 167 Wippach i ß 233 6 239 Zirknitz i 6 210 30 240 Zwischenwässern 1 G 95 6 101 Correspondenz- Land und Stationen Aufgcgebone Angekommeno gebürenfreio gebtlren- pflichtige im ganzen gebllrenfreie Staats- Dienst- interne inter- natio- nale Staats- I )ienst- Telegramme Adelsberg 2 426 1.522 48 1.998 i 553 Aich (seit 5. Mai) .... 3 102 4 109 1 Altenmarkt bei Rakek . . 5 626 30 660 448 Assling 8 680 61 749 142 Auersperg (seit 10. Juli) . . 3 77 80 25 Bischoflack 13 791 8 812 87 Brunndorf 7 96 3 106 i 68 Tschernembl 4 11 604 1 620 3 11 DomÄale l 433 67 501 374 Feistritz in der Wochein . . 7 301 14 322 2 5 Franzdorf 2 7 298 4 311 1 107 Gottschee l 37 2.084 37 2.109 l 430 Großlaschitsch 2 10 439 1 452 4 50 Gradatz 3 179 182 2 Gurkfold 58 38 988 16 1.100 6 320 Hotedorschitz 1 100 2 103 179 Idria 25 768 11 804 2 443 Jessenitz an der Save . . . 4 278 11 293 35 Kanker 6 67 1 74 221 Krainburg . 30 2.258 128 2.416 322 Kronau 1 15 218 5 239 1 10 Laas 4 295 2 301 421 Laibach 1.796 23.756 1.856 27.408 1.509 Landstraß 3 4 378 2 387 3 19 Lees 11 493 23 527 91 Littai 116 1.195 3 . , Lukowitz 16 179 195 4 Mannsburg 6 300 39 345 2 314 Möttling 12 967 18 997 15 Munkendorf 1 77 78 20 Nassenfuß 9 693 2 704 54 Neudorf bei Rakek .... . 31 811 4 846 2 356 Neumarktl 57 1.488 166 1.711 3 397 Oberlaibach 9 597 27 633 4 128 Oberloitsch 6 276 1 283 1 126 — oo 149 •O-o— Verkehr. Angokommene Übertelegraphierte (doppelt) Gesammtzahl der behandelten Darunter Land und Stationen gebii ren-pflichtige im ganzen von den | an die Eisenbahn-Tele- interne inter- natio- nale über- nom- mene abge- gebene Telegramme 1.429 65 2.048 12.762 19.808 184 293 Adelsberg. 106 4 111 220 Aicli (seit 5. Mai). 649 31 1.127 1.787 Altenmarkt bei Rakek. 631 76 849 1.598 Assliug. 56 81 161 Auersperg (seit 10. Juli). 1.042 14 1.143 1.955 Bischoflack. 116 2 187 293 Brunndorf. 520 3 537 1.157 Tschernembl. 655 16 1.045 1.546 Domzale. 194 13 214 536 Feistritz in der Wocheiu. 353 6 467 778 Franzdorf. 2.008 54 2.493 1.206 5.808 384 285 Gottschee. 330 6 390 842 Großlas cliitsch. 178 180 362 Gradatz. 834 16 1.176 2.276 Gurkfeld. 63 242 345 Hotederscliitz. 755 24 1.224 2.028 ldria. 278 4 317 610 Jessenitz an der Save. 128 4 353 427 Kanker. 2.539 93 2.954 5.370 Krainburg. 230 1 243 482 • ' Kronau. 249 1 671 972 Laas. 27.717 1.818 31.044 96.124 154.576 3.940 2.458 Laibach. 335 2 359 746 Landstraß. 408 18 517 1.044 Lees. 1.248 149 1.400 2.595 Littai. 163 1 168 363 Lukowitz. 379 36 731 1.076 Mannsburg. 1.006 24 1.045 2.042 • • Möttling. 112 132 210 . . Munkendorf. 752 4 810 1.514 Nassenfuß. 522 4 884 1.780 Neudorf bei Rakek. 1.642 215 2.257 3.968 Neumarktl. 688 32 1 852 1.485 Oberlaibach. 322 449 732 - ' Oberloitsch. k>- 150 •o°— Land und Stationen Aufgegebeno Angekommcno gebüren freie gcbüren- pflichtige im ganzen gebürenfroio Staats- Dienst- interne inter- natio- nale Staats- Dienst- Telegramme Planina (seit 22. Juni) . . . 6 336 34 376 i 219 Priiwald 3 174 3 180 440 Ratschach 7 490 18 515 301 Radmannsdorf 10 491 14 515 416 Rakek 32 1.137 40 1.209 226 Reifnitz ii 18 728 3 760 8 29 Rudolfswert 77 2.271 48 2.390 1 456 St. Anna (seit 21. August) . 4 102 13 179 129 St. Barthelmä 2 283 285 3 St. Peter 1 007 1.445 55 2.108 11 324 St. Ruprecht 1 242 4 247 82 St.Veit obWippach (s. 27. Juli) 2 87 89 60 Seisenberg 2 374 5 381 14 Senoselsch 4 507 9 520 55 Soderschitz 4 11 288 5 308 5 37 Stein 21 1.369 32 1.422 2 192 Töplitz 3 11 262 1 277 2 11 Töplitz-Sagor 22 525 20 567 415 Treffen 35 084 6 725 77 Tupaliö 1 97 1 99 299 Unterloitsch 1 20 465 8 494 4 281 Unterschischka 635 12 047 3 Veldes 1 28 2.030 163 2.222 297 Weißenfels 1 10 440 451 13 Weixelburg 24 383 7 414 3 64 Wippach 15 589 6 610 352 Zirknitz 10 16 519 17 562 16 372 Zwischenwässern 5 232 2 239 5 61 — o-O 151 Angekommene 'S