102329 . VIII Referat Schollmavcr-Lichtenberg. A1 s M a n u s k r i p t g e d r u c k t. . Internat-o Ln,ndwlrtsohaf tl icher Kongrese .Wien 1907 Sektion V, Referat 2/a. Wasserversorgung im Karstgebiete. Von E. Heinrich Sc kollmajer-Lichtenberg,’ Greneralbevollmiichtigter des Eursten Sch(Snburg-Waldenburg in Schneeberg, Krain. Einleitnng. Um die Frage der Wasserversorgung im Karstgebiete einer, durcli den gegebenen Kali men des Referats zwar beschrankten, in ihrer Kurze jedoeh lnoglicbst eingehenden Erorterung zufuhren zn konnen. erscheint es notvvendig den Stoff so anzuordnen, dafi der erste Teil desselben Aufscbdufi gibt, wo sicb Karstgebiete befinden. welehe dieser im vor- liegenden Referate in erster Reilie in Betracht gezogen und warum gerade diese hiezu ausgervahlt wurden. Der zvveite Teil bringt die Erklarung, warum gerade diese Ge- biete die sogenannten Karsterseheinungen zeigen, deren vornelimlichste eine: „Trockenheit auf der Oberflache, lteichtum an Wasser im Innern der Gebirge“ ist; Schliefilich soli der dritte Teil in Kurze die Mittel dartun, w tleli e zur Wasserversorgung anf dem Karste geeignet er- seheinen und diese in einer kiirzeren Ubersicht zusammenfassen. Diesen Gesiehtspunkten zufolge ist die Behandlung der vor- liegenden Frage in drei Abscbnitte eingeteilt: I. Geographisch-topographischer Teil; II. Geologisch-inorphographiseber Teil; III. Teehnischer Teil. Die Karstfrage im allgemeinen und im speziellen ist in der Literatur vielfaeb, von den versehiedensten Gesicbtspunkten aus be- bandelt worden und die Zalil - der Seliriften hieruber ist eine ganz be- tracbtliehe. Vieles ist in periodischen Druckscbriften enthalten, somit oft schwer aufzufinden und schwer zuganglich; viele Abhandlungen Referat Schollmajer-Lichtonberg. /&J, 32^ 2 und Werke sind ganz vergriffen, n ur noeh in Bibliotheken zu finden und yor allem fehlt es an einem Verzeichnis der einschlagigen Literatur. Der Gedanke lag nalie, die in diesem Referat mitbenutzte Karst- literatur in einem Verzeichnis festzulegen und dieses durch Beifugen auch der nichtbeniitzten Karstliteratnr moglichst zu vervollstandigen um wenigstens den Anfang eines Leitfadens fur die zerstreute Karst- literatur zu bilden. Auf Vollstandigkeit macht dieses Literatur verzeichnis keinen An- spruch und kanu ilm nicht machen; solite es jedoch als zuvveit ge- gangen erscheinen, so moge dies nicht nur der dringenden Notwendig- keit eines soleh en, sondern auch meiner Achtung vor dem Geschaffenen, vor jedweder geistiger Arbeit zugute gehalten werden. Der ganze Komplex der Karstfragen ist relativ noch im Jugend- alter, er gahrt und klart sich noch. Diesem Umstande babe ich voll- auf Rechnung getragen und jeder Anschauung freien Raum gelassen, da ich auf keine Theorie eingeschworen bin; anderseits liabe ich nicht auf Kritik verziehtet und das Material immer mit meinen tat- sachlichen Beobachtungen und der kritišehen Zergliederung in Ein- klang zu bringen gesucht. Gebietemit ausgesprochenem oder nur angedeutetem Karstcharakter sind in allen Teilen der Erde zu finden, da die genetisclien Ursachen der sogenannten Karstphanomene in den einzelnen Landerstrecken der Erde haufig wiederkehren. Die geologischen Formationen und Schichten, die Geoplastik und Tektonik als endogene und die subaerischen und subterrestrischen, chemischen und physikalischen Eimvirkungen als ezogenen Ursachen dieser Erscheinungen konnen in mehr oder minder ititensivem*Zusammenwirken auf vielen Orten liber den ganzen Erdball zerstreut nachgewiesen vverden und wo dies geschehen kanu, zeigen sich auch in verschiedenen Graden scharf ausgesprochen die Folge- erscheinungen der Verkarstung. Im nachstehenden sollen nur in grofien Umrissen jene europaischen Bander aufgezahlt werden, in ivelcliem bislang Karstgebiete und deren Phanomene studiert und beobaclrtet vvorden sind, oder deren Vorhanden- sein in der Literatur erivalint wurde. Im besondern mufi betont werden, dati aufierhalb Europa weite Landerstrecken den Karstgebieten zu- I. Geographisch-topographischer Teil. enge Rahmen dieses Referats uber- Referat Scliollmajer-Lichtenberg. 3 schritten werden, sollten aueh diese zu einer naheren Besprechung mit einbezogen werden. Im beigegebenen Literaturverzeichnis sind jedocli aucli jene Schriften angeffihrt, welche aufiereuropaische Karst- gebiete behandeln. Nachfolgende Aufzahlung nennt die europaischen Karstgebiete, ohne jedocli auf Vollstandigkeit Ansprueb zn erheben, und ohne Rucksicht darauf, ob das betreffende Gebiet mehr oder weniger ver- karstet ist oder die Karsterscheinungen nur rudimentar und teilvveise zeigt. Von Norden nach Siiden gebend findet man solehe Gebiete: Zwischen dem 60. nnd 55. Breitegrad: auf der Insel Osel (1)*), in Livland (1) und Esthland (1) (Rufiland) im Silur; bei Nižninotvgorod (2), Ufa (2) und Perm (2) (Rufiland) im Devon; bei Toula (3), Rjasan (3) (Rufiland) in Nordengland (4) im Koblen- kalk; Yorksbire (5) (England) im Jura; in England (12) in der Kreide. Zwischen dein 55. und 50. Breitegrad: in Miiliren (6), Devonshire (5) in England, Belgien (7), im Harz (8), Ebingroder Mulde (8), Ilermannsbohle bei Rubeland (8), Biels- und Baumannsliolile (8), Burtscheid (9) im Devon: in Belgien (10) und Irland (11) im Koblenkalke; in Belgien (12), Westpliahlen (12), Nordvvestdeutscbland (12), Ober- schlesien (12), Galizien (12), Polen (12) in der Kreide. Ztvischen dem 50. und 45. Breitegrad: im Totengebirge (13), Daelistein (14), Hagengebirge (15), Tennen- gebirge (15), im steinernen Meer (15), Untersberg (16), in den Julischen Alpen (17) im Dachsteinkalk und Hauptdolomit der Trias; im Dinarischen Binnerigehange (12) (Krain), Velebit (12) und Plješivica (12) (Kroatien) in Ilallstadter und Gutensteinerkalken der Trias: in Wurttemberg' (18) im Muschelkalk der Trias: *) Die beigesetzten eingeklammerten Zalilen beziehen sich auf die Nummern des Literaturverzeichnis,ses am Schlusse. 1 4 Referat Schollmayer-Lichtenberg. in Frankreicb (Chausses de Oevennes) (19) und in den Departements Lot (11), Jura (tl), Haute-Saone (11), Gote d’Or (11), Aube (11), Charente (11), Avignon (20), Vonne (7), in der Scbweiz (21), in der Frankischen Alb (22), (Battenau, Geifilingen) (18), in der Krim (23) (Jailagebirge [23]) im Jura; im Pariser Becken (12) in der Kreide; bei Begrad (12) und Pariš (12), in Ungarn (24) j(Leithakalke), bei Agram (25) und in der Krim (12) im Tertiar. Zwischen dem 45. und 35. Breitegrad. in Bosnien (26), Herzegovvina (26), Montenegro (27) (Vir Basar [27]) und Durmitor (27), Albanien (28), Maeedonien (28) in der Trias; Siidspanien (12) (Lojagebirge) (12) im Jura; in Siidfrankreich (29), Seealpen (11 a), Italien (12), Veronesisehe Sette Comuni (12), Monte Baldo (12), Krain (12), Istrien (12), Dalma- tien (12), Westbosnien (12), Herzegovvina (12), Peloponnes (12), Maeedonien (28), Albanien (28), Epirus (28), Mittelgriechenland (12), Adriatisehe (12), Jonische (12) und Griechische (30 bis 33) Inseln, Banat (34), Serbien (12, 35), Bulgarien (12), Balkan (36) in Oapro- tinen und Rudi s ten k alk en; in Krain (12), Triester Gebiet (12), Dalmatien (12), Albanien (12), Grieebenland (12). Jonische Inseln (12), S u d it a I ion (37), Malta (38), Spanien (39) im Tertiar; in Italien (Kalktuffe von Montagnola Senese) (40) im Qnartar. Vorstehende ubersieht zeigt, dali sich die Karstgebiete En ropaš hauptsachlich sudlich des 45. Breitegrades einerseits und -anderseits auf die jiingeren Formationen von der Trias aufVarts, hauptsachlich in cretacischen und eocanenKalken, zusammendrangen. .(Geographisc.be und geologische Lokalisierung.) Grobe Ilaufigkeit und typische Entndcklung der Karstjihanonume zeigt nur die Oberflbcbe des reinen, nackten Kalksteines. Solche Ge- biete sind durch das Vorberrsehen der Wannenformen und durch alle hydrographischen Eigenschaften ausgezeichnet, welcbe dem echten Karste eigen sind, wie das Gebiet von Krain, der adriatische Karst, die Avestliche Halfte der Balkanhalbinsel mit dem Peloponnes, Ostserbien, Sudfrankreich, Frankenjura und das Plateau des Čatirdagh auf der Krim. In allen diesen Gebieten treten die Karstphanomene in jurassi- scben, cretacischen und eocanen reinen Kalken auf, seltener in Trias- kalken und Triasdolomiten. Die stidliche Fazies der Kreidefonnation Referat Schollin a^ver-Lichtenberg. o •ist dnrch Oaprotinen- nnd Rudistenkalksteine vertreten; sie ist dnrch intensive Entvieklung des Karstphanomenens ausgezeiehnet, so dafi ant' ein Gebiet der sudlichen Kreide znerst der Name „Karst“ angewendet m ur d e (12). Dieses Gebiet, welches dnrch die alte Verkehrstrafie zvvischen Triest und dem krainischen ITinterlande nnd durch die Eisenbahn- strecke Laibach—Triest (Siidbahn) durcbquert vird, fuhrt den Namen „Karst“ als altherkommliche topiscbe Bezeichnung (41). (Deutsch: Karst, slovenisch: Kras, kroatisch: Krs, italienisch: craso.) EinschlieBlich der Alluvialboden (Taler und Reeken) jedoeh aus- sebliefilich der niclit karstbildenden Gesteinsarten umfafit der Karst in der dsterreicldscli-ungarischen Gesamtmonarehie eine Flache v on rund 772 geographischen Quadratmeilen, wovon auf das Kiistenland 72 Quadratmeilen, auf Krain 31, Dalmatien samt den Inseln 192, Kroatien 177, auf Bosnien und Herzogowina zirka 300 Quadratmeilen entfallen. Zisleiihanien besitzt einschliefilieh des' unprodiiktiven Bodens zirka 300 geograpbiscbeQuadratmeilen Karstboden, oder wenn man die dazrvischen liegenden anderen Formationen hinzurechnet, 406 Quadrat- meilen Karstlander (42). Fiir den Rali men dies Referats ist es jedoeh notwendig, nocli weiter zentripetal vorzugehen und ein geographisches Epizentrum auf- zusuchen, welclies in mdglicht bester Weise das Substrat fiir die Be- liandlung aller Karstfragen bietet. In dem krainisch-istrisehen Gebirgsabsehnitt des Kustenlandes, veleher aus funf Hauptgliedern besteht, wird soleh ein Zentrum ge- funden. Diese Gebirgshauptglieder sind: der Scheeberger Wald- und Hoehkarst, dessen Hoehkamme von 1200 bis zn 1800 Meter Seehohe (Scbneeberge) reichen; das Flyschgebirge der Reka-Mulde, dessen Ilauptriieken sieh zwischen 600 und 800 Meter halten; der stark gefaltete Ts chitschen-Karst mit seinem vom Slavile mit 1029 Meter zum Sia mit 1234 Meter siidostlich streiehenden Hoch- riieken, dessen nach Šiiti abgedrehte Fortsetzung im Monte Maggiore bis 1396 Meter ansteigt; das Flysehgebirge von Triest-Risino mit Erhebungen der Ilaiijit- riickenlinie zwisehen 300 und 500 Meter; endlieh das flachvolbige siidistrische Karstland, dessen auf- gebroehene VVolbungszone in dem mittleren Hauptstiiek, ztvischen Quieto und Arsa-Spalte, parallel zur Grenze des Fljschgebietes Referat Sehollmayer-Liehtenberg. zvischen 3U0 und 450 Meter liegt und dessen breite Flanke bis zn den Hiigeln der Kustenzone, vvelche einen Weehsel von Steil; abbriichen und Muldenverflachung gegen das Meer darbietet, auf 60 bis 20 Meter Seeliohe abdacht (41). Die Erscheinungen, vvelche die Oberflachengestaltung der Kallc- gebirgsglieder der drei tektonischen Hauptslufen des Kiistenlands und deren innere Struktur in auffallender Weise kennzeiehnen, sind inner- halb dieser Gebirgszonen hei bestimmten Abschnitten in besonders kraftiger und manuigfaltiger Weise zum Ausdruck gekommen. Unter dieseu Gebieten nimmt dasjenige einen hervorragenden Rang ein, vvelches sebon ervvahnt wurde und die altherkommliche topische Be- zeichnung „Karst“ fiihrt. Die Ubertragung dieser Bezeichnung auf physiognomisch und morphologisch analog gestaltete Gebirgsabscbuitte liat mit der geolo- gischen und topographischen Untersuebung Schritt gehalten; es bat in der Wissenschaft eine allgemeine Ervveiterung zu einer geologisch- morpbologiscben Kategorie der Kalkgebirge gefunden. so dali man von Karst-Relief und Karst-Struktur sprechen kann, obne damit den Begriff der Entvvaldung, Vegetationsarmut und Sterilitat verbinden zu miissen und obne Einschankung ihrer regionalen Verbreitung auf das Mustergebiet. Die Entvvaldung, die AusdOrrung und die Entfiihrung der gelockerten Decklagen grofier Kalksteingebiete durch Wind und Ab- schvvemmung bat das innere Strukturverhaltnis und das Oberflachen- relief, vvelches dem Musterkarstlande eigen ist, nicht geschaffen, sondern bat dasselbe nur fiir die Beobaehtung freigelegt. Dafi das Kalkgebirge zu beiden Seiten des Wasserscbeide- Absclmittes, vvelcher zvvei nocb vvaldreiehe Kalksteinmassen der Hocli- Stufe zugleieh trennt und verbindet, das erste Studienfeld fiir die Erscheinungen vverden muBte, vvelche in ihrem Zusammenbang das in- teressanteste und lebrreichste Kapitel in der Morphologie der Kalk¬ gebirge bilden, hangt nicbt nur ab von der leichten Zuganglichkeit langst der beiden grofien Verkehrslinien und von der durch Entvvaldung herbeigefiihrten Freilegung des Beobachtungsfeldes nebst dem sicli dabei aufdrangenden Interesse an vvichtigen nationalokonomischen Fragen, sondern es liegt auch in der tatsachlichen Bedeutsamkeit und Mannigfaltigkeit der sich darbietenden, morphologischen Beobaehtungs- objekte. Die geologiscbe Untersuchung bat eben zugleieh gezeigt, dali das Einbruchs- und Absenkungsgebiet von Adelsberg zvvischen dem Schneeberger und Birnbaumer Waldgebirge, sowie der Kalksteinkorper der zvveitep HOhenstufe, das Karstland von St. Peter Referat Sohoilmajer-Lichtenberg. 7 bei Triest besonders komplizierte Verhaltnisse der Tektonik erkennen lafit. Mithin ist es begreiflich, varam diese Karstgebiete nielit nur fiir die Beobachtung und Unterscheidung der morphologischen Haupttypen der unterirdischen Gestaltung und der Oberfiachenerscheinungen ge- falteter Kalksteingebirge eine so hervorragende Rolle erlangt haben, sondern auch berufen erscheinen, die wesentlichsten Anhaltspunkte fiir die genelisehe Erklarang des Gesamtbildes und des Zusammenhanges einzelner Erseheinungen und fiir die Ableitung der groBeren Zahl v on besonderen Typen aus der lokalen Milwirkung und Aufeinanderfolge der iiberhaupt wirksam gewesenen Krafte zn liefern (41). Wie in der forhergehenden Ubersicht der einzelnen Karstgebiete ersichtlich ist, sind diese in Europa ungefahr im Raum zvvischen dem 60. und 35. Grad nordlieher Breite sowie dem 10. Grad westlich und dem 35. Grad ostlich von Greenwicb raumlicli verteilt, wozu noeh die nicht angefuhrten Karstgebiete der aufiereuropaisehen Mediterranlander (Kleinasien, Nordafrika) kommen, welcbe in den eben genannten Flachenraum mit hineinfallen. Aus der genannten Ubersicht ist auch zn entnehmen, dati die Karstgebiete in der Nahe der Adria am haufig- sten zu finden sind und ihre Eigenheiten am scharfsten ausgepragt hervortreten. Es ist kein blofler Zufall, dafi dieser Musterkarst auch das geometrische Zentruni der europaischen Karstgebiete ist. Ein Kreis auf der Erdoberflaehe, dessen Mittelpunkt ungefahr im Gebiet der Wasserscheide dieses Musterkarstes liegt und dessen spharischer Radius eine Lange von ungefahr 15 Breitegraden hat, umsehliefit mit seiner Peripherie alle Karstgebiete Europas und der Mediterranlander. (Geo- graphische und geologische Zentrierung.) Im vorhergehenden ist der Nachtveis erbracht worden, dafi es nicht ganz unbereehtigt erscheint, gerade dieses Karstgebiet als Grund- lage fiir die vveiteren Ausfuhrungen heranzuziehen, denn es hat in seiner typischen Vielgestaltigkeit einen sozusagen internationalen Ch ar akter. Dieses Epizentrum der Karstgebiete wird im nachfolgenden ein- geliender behandelt, alle Fragen, \velche dieses Gebiet betreffen und deren mehr oder minder vollstitndigen Losungen konnen als Leitliuien fiir andere Gebiete dieser Art und Gestaltung oder ahnliche Gebiete genommen M ; erden. Die reiclie Literatur iiber alle Karstfragen wird im rveiteren Text selbst er w ali n t oder am Schlufi anhangsweise angeftihrt rverden. o ► Referat Scholl mayer-Lichtenberg. II. Geologisch-niorphographisclier Teil. (Tektonik, Orographie, I-Iydrographie.) Die Entstehung de s Karstes ist an endogene und erogene Ur- sachen geknupft. Die erste der inneren (endogenen) Entstehungsursachen des Karstes ist allgemein geologiseher Natur: Das Karstphanomen ist an bestimmte geologische Formationen gebunden; die zweite dieser ist geo- logiscb-tektoniseh-stratischer Art: Das Karstphanomen ist von gewissen Lagerungen, Schichtnngen und der Kluftung der Gesteine abhangig oder wird durch diese Bedingungen positiv oder negativ beeinflufit. Nur die Kalkfonnationen k On n en Karsterscheinungen auf weisen; darfiber sind ali e Forscher einig. O.vijič (12) sagt diesbezuglich: Die Karstphanomene kommen auf Kalksteinen aller geologischen Systeme, von silurischen bis zu den rezenten Korallenkalken vor. Sie sind aber in einzelnen Kaikgebieten ihrer Ausbildung und ihrer Haufigkeit nach sehr verschiedenartig vertreten, je nach der Besehaffenheit des Kalk- steines und dem Vorbandensein oder der Abvvesenheit des losen Materials liber demselben. Im ersten Teile ist schon gesagt rvorden, dafi die grofite Ilaufig- keit und typische Entwicklung des Karstphanomens der reine Kalkstein zeigt, vor allen also alle kretazischen Gebiete. Tonige und mergelige Kalksteine entbehren mehr oder weniger dieser Erscheinungen, oder es sind diese nur angedeutet und rudimentar; (geologische Orgeln) docb konnen alle Ubergangsstufen von dem echten Karste mit allen typischen Merkmalen bis zu den rudimentaren Embryonalstadien der geologischen Orgeln in den verschiedenen Kalksteingebieten nachgevviesen vverden. Weniger Einigkeit herrscht in der Frage uber die zweite endogene Ursache, uber den Einflufi der Tektonik, Schiehtung und Lagerung der Kreidekalke, auf die Bildung der Karstphanomene, sowie uber das geologische Alter dieser Gebirgsbildungen, beziehungsweise den Zeit- punkt des Eintrittes jener Momente, welche die Verkarstung hervor- gerufen, begiinstigt oder unterbrochen Lahen. Cvijič (12) sagt, dali alle Karstphanomene, mit Ausnalime von Poljen, sovvohl in horizontal 'gelagerten, als auch in dislozierten Karst- gebieten vorkominen. Die Poljen fehlen in Tafellandern vollstandig und sie sind im allgemeinen auf die dislozierten Karstgebiete beschrankt. In grofi er Haufigkeit und typiseher Ausbildung kommen sie im ganzen dinarischen Bogen, von Laibach bis zum Peloponnes, dann im taurischen Faltengebirge, insbesondere in Lykien sowie auch in den antilischen Referat Schollmayer-Lichtenl>erg. 9 Kordilleren vor. Selteuer sind sie im Faltenjura vertreten. In seiner Gesamtheit kann man daher das Karstphanomen nicht auf tektonische Bevcegungen zuriickfuhren. Sehon 1856 und spater in seinem geologischen Landschaftsbild des istrischen Kiistenlandes weist jedoch Stache (43) nach, dafi es die Gesamttektonik und die lokale Gebirgsstruktur sind, durch welche allein der Grund gelegt \verden konnte zu ali den auf- fallenden Erscheinungen des oberirdiseben und unterirdischen Baues der Karstgebirge. Es wiirde zu weit ffihren, diese hochst interessanten Ausfiibrungen hier weiter zu verfolgen. Penck (44) kommt zu dem Schlusse, dafi die Karstlandschaften nieht an einen be- stimmten Gebirgsbau gekniipft sind (1. c. Ud. II, P. 273) spridit jedocb den Poljen tektonische Entstehung zu (45). Diesen Ansichten schliefit sich der Schuler Peneks Grund (46) an und ist beztiglieh der Poljen aueh in Ubereinstimmung mit Stache (1. c.), nach \velchen die Poljen von Laas, Planina und Zirknitz an einer Bruchlinie liegen, sonach tektonische Senkungsfelder sind. Supau (47) zahlt in seiner Ubersieht der verschiedenen Elemente des Karstpbanomens die Uvalas und Poljen zu den tektonisch be- dingten GroBformen, und sagt, dati weder das geologische Alter nocli die Lagerungsverhaltnisse der Kallcsteine von Einflufi. auf das Karst¬ phanomen sind. Es kommt ebenso im Faltengebirge wie in horizontal geschichteten Plateaus vor. Mafigebend ist nur die grofiere oder ge- ringere Reinheit des Kalksteines und nur diesem Umstande ist es zuzu- schreiben, dafi die Kaprotinen und Rudistenkalke der Kreideformation die Haupttrager des Karstphanomens zu sein scheinen (1. c. P. 446, 447). Uber die Entwicklungsgeschichte der osterreichischen Karstgebiete gibt Stache (41) ein anschauliches Bild und teilt diese in ftinf Haupt- perioden ein, wobei ein Eingehen auf die Bildungsepochen der Gebirgs- unterlagen von der jiingsten Jura abwarts entfallen konnte. Nach dieser Einteilung scbliefit sich an die erste kretazische, halokratische Periode des Schichtenaufbanes die protozane-halotropische Bildungs- und Um- bildungsperiode an, welche zugleich die erste grofie Erosionsperiode des kiistenlandisehen Baumaterials der Kreide und Protozanzeit und damit embrvonale Vorstadien der Karsterscheinungen und Terrarossabildungen einschliefit. Die dritte Hauptperiode, die eozane, ist durch die Ablagerung gesteinsbildender Meeressedimente ausgefullt und charakterisiert, mul durch \viederholte Schwankungen des Meeresbodens und der Kusten- 2 10 Referat Scliollmajer-Lichtenberg. linien, durch heftige seismisclie Bewegungen und Veranderungen der dem Meere Sedimentmaterial zufiihrenden Stromungen ausgezeiehnet. Der vierte Zeitraum ist die Periode der zweiten Festlandbildung und der grundlichsten Umgestaltung. Im Gegensatze zu der halotropi- schen, wird diese als tektodynamische Festlandbildung bezeichnet. Dieser tektonisch - dynamische Landbildungsvorgang der alteren Neogenzeit gab die Grundlagen zur Ilohlen- und Karstbildung. Die darauffolgende neogenquartare Periode zeigte einen verhaltnismafiig stabilen Festlandbestand. Diese zweite grobe Erosionsperiode ist zu- gleich die Hauptperiode der bedeutendsten Anhaufungen und Umschwem- mungen der roten Karstlehme und Terrarossabildungen. Die fiinfte und letzte Hauptperiode ist jene der fast kataklis- matischen Gewolbeeinbriiche, Schollenversenkungen und Verschiebungen der Gebirgsunterlagen und des Eindringens der Adria in die Senkregion dieses Gebietes. Die Nacliwirkungen jener gewaltigen abyssischen Storungen reichten bis in nachrumiseh-historische Zeit, bis in unsere Tage hinein. Es ist die abyssomotorische Umbildungsperiode. Nach Grund (46) traten in Westbosnien die ersten tektonischen Einbriiche nach Schlufi der Faltungen im Oligozan ein; spater traten weitere tektoniselie Veranderungen ein, die Einebnungsflachen zerbrachen und senkten sicli stufenformig gegen die Adria. Mit dem Absitzen des Gebirges lebte auch die tektonische Senkung in einzelnen Neogenbecken wieder auf, wahrend zugleieh neue Einbruchsbecken entstanden. Auch die Existenz der adriatischen Ostkuste in der Diluvialzeit, und die Gleiehalterigkeit des Embruches der Adria mit der Entstehung der heutigen Karstpoljen will Grund (46) nachweisen, im Gegensatze zu Stache, der diesen Einbrueh in die neogenquartare Periode verlegt. Auch Penck (45) ist der Ansieht, dafi das Karstphanomen in den adriatischen Kiistenlandern postmiozan, aber pradiluvial, semit pliozan ist. — Schliefilick sagt Grund (46), dafi weder die pliozanen noch die diluvialen Seeterrassen Storungen zeigen, so dafi scheinbar nach der letzten Poljenbildung lceine Krustenbe\v r egungen vorgekommen sind. Fiir vorliegendes Referat hat in erster Reihe nur die Tatsaehe Interesne, dafi ein Gebiet desto mehr verkarstet erscheint, aus je reineren Kalken es aufgebaut ist und je nackter diese Kalke zutage treten. Diese mineralogisclien und Oberflachenverhaltnisse sind die einzigen Angriffspunkte fur die exogenen Ursachen der Verkarstung, welche in den Einfliissen der subaerischen und subterrestrischen Gewasser auf die Kalksteinschichten bdstehen. Referat Schollrriajer-Lichtenberg. 11 Das Gestein mufi chemiseh vom Wasser angegriffen w er d e n ktinnen (Korrosion). Die mechanisčhe Erosion kommt bei allen Gesteinen in Wirksamkeit, ist also keine spezifisehe Verkarstungs- nrsache exogener Natur. Die Korrosion wird durch die endogene Ursache der Kluftung ein- geleitet und unterstiitzt. Das Wasser vermag leieht die Gesteinsmassen der Kalkgebirge aufzulosen, und zwar im Verhaltnisse von ein Teil Kalk auf 10.000 Teile Wasser, wenn es kohlensaurefrei ist; enthalt es jedocli Kohlensaure, so kann es unter Umstanden die zehnfaehe Menge an Kalk auflosen (vergl. v. Knebel [48]). Diese losende Wirkung des atmospharisehen Wassers auf den Kalk ist die Ursache der Bildung der versehiedenen Karstoberflachenformen, welche mit den Oberflachen- formen impermeabler Gesteine in scharfen Gegensatz stehen. Die Haupt- glieder des Karstphanomens, welche durch ihr Zusammentreten die Karstlandschaft bilden, werden von den versehiedenen Forschern, je naehdem sie Geographen, Geologen, Spelaeologen, Hvdrotechniker u. s. w. sind, versehieden gewichtig betont, ihnen je nach den Gesiehtspunkten verschiedene Influenz und Sedmere im Verhaltnisse zum Ganzen ein- geraumt. In der schon erwahnten Ubersicht stellt Supan (47) die Elemente des Karstphanomens folgend zusammen: I. Gebilde der Tiefenerosion: 1. Primare, Hohlen, 2. Sekundare, durch Einsturz entstanden: a) alle Sclnvemmlanddolinen, b) Felsdolinen zum Teil, c) Naturschachte zum Teil, d) offene Talstucke. II. Gebilde der Oberflachenerosion: 1. Kleinformen: a) im reinen Kalkstein, a) , auf ebenem oder sanft geneigtem Kalkboden, a a) Felsdolinen zum Teil, p P) Naturschachte zum Teil. P) auf stark geneigtem Kalkboden: Karren, b) im unreinem Kalkstein: geologische Orgeln. 2. Grofiformen, tektonisch bedingt: Uvalas und Poljen. Pene k (44) zielit alle diese Fonnen in den Sammelnamen „Wannen“ (in durchlassigen Gesteinen) zusammen und unterteilt diesen 2 * 12 Referat Schollinayer-Lichtcnberg. Begrili' noch in Felsschlotte (Avens), Felstrichter (Dolinen), blinde Taler, Trockent&ler, Kess.eltaler (Poljen, Combes) und Hohlebenen deren Ent- vasseruug durch „Katavothren“ oder. ,.Ponore“ erfolgt. Ovijio (12) halt sich an die Einteilung Peneks und fflgt noch die Karren (Schratten, Lapiez) und Karrenfelder hinzu. Grund (46) dessen Karsthydrographie sich hauptsachlich auf die grofien Poljen Westbosniens stiitzt, hat in diesem Werke keine Syste- matik aller Karsterscheinungen aufgestellt. v. Knebel (48) legt das Hauptgewicht auf die Ilolilen mit den unterirdischen Fliissen und auf die Dolinen Den Kesseltalern oder Poljen rvidmet er ein eigenes Kapitel. Moser (49) beschrankt sich hauptsachlich auf die Hohlen Kraus (50) gibt in seiner Hohlenkunde eine Svstematik der Hohlen. Schmiedl (51) und nach ihm Urbas (52) klassifizieren nur die Hohlen, Grotten, Trichter (Doline) und Talmuldcn; Schmidi fiihrt den Ausdruck Grotten fiir trockene Hohlen ein. Alle hier genannten Oberflachenerscheinungen und unterirdischen Veranderungen stehen im innigsten Zusammenhange mit den hydro- graphischen Verhaltnissen des Karstes, welche in naturtvissenschaftlicber und volkswirtschaftlicher Beziehung von einschneidendster Bedeutung simi. Iiben diese gewaltigen chemischen (teilweise auch mechanischen) Veranderungen in der Kalksteinrinde sind die Ursachen der sonderbaren Wasserverhaltnisse des Karstes, welche Wassernot in negativen und positiven Sinne, Diirre und t)berschwemmung, zeigen. Das atmospharisehe Wasser erzeugt durch die Korrosion auf der Oberflache des Kalksteines versehiedene Hohlformen, ver- grofiert die schon vorhandenen Spalten und Klufte des Ge- steines gleichfalls durch chemische Auflosung und leitet die Wasser- rnengen in die Tiefen des Gebirges ah, wo es in verschiedenen Hori- zonten zirkuliert, ofters auch wieder zutage tritt und schliefilich den allgemeinen Grundrvasserspiegel erreicht. In dem Karstgebiet zalilt der oberirdische WasserabfluB zu den Seltenheiten; die Kegel ist die unter- irdische Entrvasserung, die sogenannte Vertikalentwasserung in Ver- bindung mit der unterirdischen IIorizontalentwasserung. Der ganze Ent- und Bewasserungsvorgang, \velcher sich in deii Gebieten undurch- lassiger Gesteine oberirdisch in ali den Quellen, Bachen, Fliissen und Stroinen abspielt, vollzieht sich im Karstgebiete, bis auf ganz geringe Ausnahmen unterirdisch. Diese Gebiete sind wie Siebe, das auf sie niederfallende Kegenvvasser wird in unglaublich kurzer Zeit verschluckt und in meist ungeahnte Tiefen abgeleitet. .Referat Schollniayer-Liclitenberg. 13 Unterirdisch entwickelt sicli ein ganzes Netz yon Wasseradern und machtige Flusse durchrausehen die HohL n. In den Zeiten ver- starkter Regenfalle sclnvellen jedoch diese unterirdisclien Gewasser (mogen sie nun rvie immer klassifiziert werden; G run d (46) nennt sie stagnierendes Grundwasser = Grundwasser und fliefiendes Grundwasser = Karstwasser; v. Knebel (48) nennt sie ausschliefilicb nur Ilohlen- flfisse mit iliren Zuflussen und vendrft die Theorie Grunds, welche er als fur den echten Karst nicht zutreffend bezeichnet) machtig an und fiberfluten die Kesseltaler und Poljen des Karstes; da es gerade diese Karstwannen sind, welche nocli Aekeriand aufweisen, befinden sich in ihnen aucli die meisteu mensehlichen Ansiedlungen und diese Uber- sclnvemmungen werden hiedurch umso empfindlicher fur die Karst- bewohner. Alle hoher als diese (geotektonisch oder spater auf auderen Wegen entstandenen) Senken liegenden Gebiete des Karstes bleiben von Uber- flutungen versehont, haben aber auch sonst keine oberirdischen Wasser- laufe aufzuweisen; sie sind durr und trocken und leiden im hochsten Grade an der zweiten Form der Wassernot — dem Wassermangel. Nur hie und da, wo Dolomite die Kreidekalke unterbrechen, zeigen sicli sparliehe Wasserchen — „Hungerquellen“ — doch auch diese versiegen mangels eines grofieren Niederschlagsgebietes bald und ihr Lauf findet ein jahes Ende, sobald die Wasser das meist kleine Dolomit- gebiet verlassen. Die ganze grobe Oberflache der kretazischen Kalke ist wasserlos, umite Wirtschaftsgebiete und deren Bewohner samt iliren Viehstanden leiden unter dieser Geifiel des Karstes und hier eroffnet sicb ein Gebiet zu intensivster und fruchtbringendster nationalOkonomischer Arbeit. III. Teclinischer Teil. Von den Oberflacbenformen des Karstes sind es die schussel- und trichterfOrmigen Dolinen (Karsttricbter, Hiihle, Entonnoires, Swallow holes, Busi etc. vergl. v. Knebel [48]), welche in der VVasserversor- gungsfrage zuerst die Aufmerksamkeit der Karstbervohner auf sicli ge- lenkt haben. Als schussel- oder trichterformige Unterbrechungen der ebenen oder hangenden Landflache nehmen sie das Regenwasser der Umgebung auf und leiten es durch mehr oder weniger grobe Spalten dem Innern des Gebirges zu. Meist sind diese Dolinen mit einer oft selu rnachtigen Schichte des Terra rossa-Lehmes ausgekleidet. Diese Schichte ist an und fur sich schon imstande, das in die Doline ein- 3 14 Referat Seli ollmajer-Lichtenberg. fliefiende Regen- oder Sclnieewasser eine Zeitlaug an der Oberflache zuruckzuhalten; es bilden sicli Lachen, selbst kleiue Scen, welche jedoch mehr oder minder bald verschwinden. Sind jedoch die Abzugsspalten in das Innere des Gebirges ain Grande der Doline verstopft und verschlammt, so kann sieli das Wasser unter Umstanden aueh das ganze Jahr hindurcli oder einen Teil des- selben in der Doline erhalten und \vird dadurch zum naturliehen VVasser- reservoir fur die Bewohner der Umgebung. (Von den Grundwasserdolinen, wie sie C vij ič [12] envahnt, mufi liier abgesehen vverden.) Die Erkenntnis, dafi eine solehe Verstopfung auch kiinstlicli her- beigefiihrt vverden kann, hat die Karstbewohner umso eher veranlafil, sich solehe Reservoire auf diese Weise anzulegen, als hiebei jede grofi ere Erdbewegung und Materialtransportierung entfallen konnte. Es entstanden hiemit die ersten, einfachsten und billigsten Wasser- versorgungsanlagen des Karstes, ivelche heute noch in allem Karst- gebieten zahlreich verbreitet sind und heute noch den grbliten Teil des Viehtrank- und Nutzwassers, sehr oft aueh das Koch- und Trinkrvasser liefern mussen. Es sind die Karstlachen (Viehlachen), welche slovenisch „Ulaka“, „Lokva“, „Lokvica“, „Kal“, in der Gegend von Pola- Dignano aueh „Foibe“ heifien. Mit aufierst wenigen Ausnahmen sind alle diese vielen Wasser- becken kunstlich angelegt und dementspreehend auch gering dimensio- niert- sie sind meist rund bis oval-schiisselformig und wenn sie 500 bis 700 Kubikmeter halten kčnnen, gehoren sie schon zu den Grofien ihrer Alt. Bei der Anlage wird die Doline erst vom Humus und allen ver- rvesbaien Substanzen gereinigt, allenfalls die Talseite durch Aufdam- mung erhčht und auf die Dolinenwande so hoch ein Lehmschlag auf- o-ebracht als das Wasser spaterhin stehen soli. Der Lehmschlag wird auf das innigste verarbeitet und kleingeschlagelter Schotter in den Lelini eingestampft. Fast alle solehen Lokve sind mit Baumen umpflanzt, manche liegen ganz im Schatien dieser (ein grofier Vorteil auf dem baumlosen Karst), manche haben nur einige vvenige Baume, meist Schrvarz- oder Silberpappeln, an ihren Randern stehen. Das Sammelgebiet des Tagvassers fur diese Lokve ist die nachste Umgebung, am liebsten wird das Wasser von Wegen und Slrafien auf- gefangen °und eingeleitet, da es auf diesen undurchlassigen Streifen am reiehlichsten zufliefit und bei den intensiveu Regengussen des Karst- gebietes erstaunliche Mengen in sehr kurzer Zeit liefert. Referat S ch o 11 m ay e r- Lich tenb er g. 15 Durch diese Art der Wasserzufuhr werden die Lokve im Laufe der Zeit verschlammt n n d miissen zeitvveise gereinigt werden. Dieser Sehlamm ist ein gesuchtes Dungemittel. Der Eintrieb des Viehes schadet nicht der Lehmdecke, diese wird eher noch verdichtet, vvie darflber Safford auch von den Sitikholes (lokve, bezw. Doline) in Tenessee und Kentucky berichtet (vgl Penek [44] 1. c., p. 286, II. Bd.). Das Gleiche galt von den Hirschsulden, slov. „JeIenice“ des Hoch- und Waldkarstes (Birnbaumenvald — Schneeberggebiet). In vergangenen Jahrhunderten vvurden solche Suhlen in ganz gleieher Weise vvie die Lokve angelegt; das Suhlen der Hirsehe verdichtete den Lehmschlag immer mehr und mehr; als jedoch nach dem Jahre 1848 das Hoehwild in Krain vernichtet vvurde, verschvvanden auch die „ Jeleniče", vveil das Wasser langsam den Lehmschlag durch- iocherte, abflolJ und der Lehm dami durch Frost aufgezogen wurde; es konnte sich kein Wasser mehr ansammeln; jetzt sind sie nur mehr trockene Dolinen und nur der Name erinnert noch an ihre einstige Be- stimmung. Es liegt in der Natur der Sache, dati gerade die Bevvohner des vvasserarmsten Karstes, jene von Kastua-Klana die besten Erbauer solcher Lokve sind. Diese haben auch ein,e Unterfuhrung der Lokve mit zwei sich senkrecht kreuzenden Luftstolleu als Schutz gegen Beschadi- gungen der Lokve durch Erdbeben oder Krustenbeivegungen uberhaupt eingefuhrt; die Zweckmafiigkeit dieser Luftkanale lafit sich naturlich nicht leicht feststellen, dazu mufiten Erdbeben weit haufiger sein. Es ist ja nicht zu leugnen, da6 solche Lokve nicht das Ideal einer Wasserversorgung sind; wenu man jedoch sieht, dali vielen Dorfern auf dem Karste selbst dieses primitivste Reservoir fehlt, wenu man sieht, wie die Bewohner fur sich und ihr Vieh Wasser zwei und drei Stunden v e it herbeischleppen und fuhren mussen, ein Wasser. welches meist nicht besserer Qualitat als das Lokvewasser oder ein solches selbst ist, so kommt man zur Uberzeugung, dali furs erste schon eine solche Lokve ein Segen fur die betrefende Gegend ware. Hat docli auch in wasserreichen Gegenden jedes Dorf seinen „Dorfteich“, um vvenigstens Lei Feuersbriinsten genfigenden Wasservorrat zu haben. Selir oft sind solche Lokve mit einer Quelle vereint: diese fuhren redit eigentlich den Namen „Kal“ (diminit. „ K ali č“). Wie es schon diese Vereinigung zeigt, ist die (juelle nie von be- sonderer Starke, oft nur eine periodische, eine „Hungerquelle“. Die der (iuelle vorgebaute Lokva ist das Reservoir fur das in Regenzejten reicli- licher abfliefiende Quellwasser. Die Lokva vvird also nicht nur durch 3 * 16 Referat Schollniayer-Lichtenberg. Tagwasser (in den meisten Fallen vvird diesem der Zuflufi nicht ge- vvehrt), sondern auch durcli Quellwasser gespeist; nur in seltensten Fallen enthalt eine soleh e Lokva nur Quellwasser allein. Diese Quellen sind, mit nur vvenigen Ausnahmen in den Kessel- ta'ern und in der Nahe der Meereskiiste, Schichtquellen und hahen meist nur ein unbedeutendes Sammelgebiet; sie stehen jedoch in gar keinem Zusammenhange mit dem Grundvvasser, selbst mit jenem nicht, vvelches Grund Karstvvasser neunt. Eine solehe Quolle mit vorgebanter Lokva ist bei Šambije ober dem Rekatale gelegen, deren Wasser aus dem Hangenden des Eozen (Kailanergelschiefer), vvelches von den Rudistenkalken der Kreide iiberlagert vvird, kommen. Diese Uberlage- rung einer jiingeren und undurchlassigeu Schichte durch die Kreide erinoglicht auch das Erscheinen einer Sehichtquelle in so bedeutender Seehohe von rund 600 Meter in der Kreide, da ansonsten die normale impermeable Unterlage der Kreidekalke ganz bedeutend tiefer liegt. Haiier (53) beschreibt diese merkwiirdige Schichtenstorung, envalmt jedoch nicht diese Quelle. Das Sammelgebiet dieser Quelle ist ein ganz unbedeutendes, Der Kreidekalk ist vielerorts durch dolomitische Schicliten durch- brochen. Diese Dolomite, vvelche fast gar keine Kliiftung haben, sind die Haupttrager dieser Schichtquellen, vvelche gevvohnlich ^Hunger- quellen“ sind, vveil ihr Sammelgebiet ein sehr geringes ist. Diese dolo- mitischen Banke sind ringsum von Kreidekalken umgeben und von der Erdkrume iiberlagert; da der Dolomit nahezu vvasserundurchlassig, vveil zu vvenig kluftig ist, zirkuliert das eingedrungene Wasser zvvischen der Erdkrume oder der sonstigen Bedeckung und dem Hangenden des Dolo- mits, bis es vvieder auf Kreideschichten stofit und dort den gevvohnten Weg in die Tiefe nimmt. Wird jedoch das Hangende des Dolomits irgendvvo und irgendvvie (durch die Terrainkurve oder kunstlich) ge- schnitten, so vvird dieses zirkulierende Wasser freigelegt und erscheint als „Hungerquelle“ periodisch itiit den ltegenzeiten, da alle hier in Betracht kommenden Doloraitbanke eine zu geringe Flache haben, um ansgedehnte Sammelgebiete darstellen zu lconnen. Auf die ausgedehnten massigen Dolomitschichten im Karste, vvelche sehr reichlich vvasserfiihrend sind, soli spater noch zuriickgekommen vverden, vvenn die Wasserleitungsanlagen zur Besprechung gelangen. (Grund [46] 1. c., p. 172, 173, negtert vollkommen deu Karst- ch ar akt er und die chemisclie Loslichkeit des Dolomits, vvahrend ander- seits v. Knebel [48] 1. c., p. 24 bis 26, gerade das Gegenteil be- hauptet und mit den Untersuchungen des Prof. E. v. Gorup-Besanez Referat Sckollmayer-Liclitenberg. 17 [54] seine Behauptungen stiitzt. Audi hier wird die Walirheit in der Mit te liegeu. Ich halte die verscluvindend geringe Kliiftung der liiesigen Dolomite fur die erste und Hauptursache der geringen Korrosion und der reichen Wasserfiihrung dieser Schichten.) Die Fassung solcher Hungerquellen und die Aufspeicherung ihrer Gewasser iu kunstlichen Reservoirs (Zisternen) fiir ganze Ortschaften ware ein daukbares Feld fur die Wasserversorgung im Karstgebiet; allerdings ist das hjdroteclmische Kleinarbeit und in dieser Hinsicht \venig dankbar; weon man jedoch den angestrebten Zweck hiemit er- reieht uud den Umstanden angepafit, wird man ihn wohl immer er- reiehen, so lolmt audi solclie Kleinarbeit vollauf uud es wird mit rvenig Kosten ein Segenswerk geschaffeu. Es mflssen ja nieht nur Wunder- werke der Teehnik sein, welclie die Wasserfrage auf dem Karste mit losen lielfen sollen. Dali es sieh lohnt, solclie Hungerquellen zu fassen und daran selbst grofiere Reservoirs zu kniipfen, moge ein Beispiel fur viele zeigen. Das Dorf Vrh liegt auf der Nordlehne des Berges Gradček, welcher am Sudende das Laasertal, ein Karstpolje, absehliefit, in 644 Meter Seeholie; siidlieh vom Dorfe bei der Dorfkirche S. Thomas, befindet sieh in 684 Meter Seehohe auf dem Hange des Gradček eine kleine Schichtquelle iu Dolomitgestein. Die (juelle selbst ist in primi- tiver Art gefafit und iibenvolbt, vor ihr ist eine Lokva als Viehtrank- laehe hergestellt, vvahrend die Queile selhst das Trink- uud Nutz\vasser liefert oder besser gesagt liefern soli; das Uberfallwasser rinnt in- die Viehtranklache, bei Uberflufi von dort vveiter und versickert nach 2 bis 3 Meter Lauf. Bei Regenwetter ist der Wasserreichtum naturlich ein enormer, der jedoch verloren geht, da alles gleich wieder versickert. [n den Zeiten der Trockenheit nimmt die Wassermenge taglich melir und mehr ab und nach sechzigtagiger Trockenheit gibt die Quelle hochstens 0'00185 Sekundenliter oder 160 Liter in 24 Stunden Das ist eine lacherlich kleine Zahl. So \vie diese ist auch eine ununter- brochene Trockenperiode von 60 Tagen als Grenzvvert anzusehen. Die Insassen des Dorfes Vrh sind mit ihrem Wasserbezuge einzig und allein auf diese Quelle angewiesen. Da diese liber 500 Meter vom Dorf entfernt und rund 40 Meter hoher als dieses liegt, wird das ganze Bedarfsquantum in kleinen Fassern auf Handwagelchen in das Dorf zugefuhrt und das \ ieh zu der erwahnten Lokva den Berg hinauf zur Tranke getrieben. 18 Referat Scliollmayer-Liclitenberg. Nach ungefahr dreifiigtagiger Troekenheit gibt die Quelle noch 0'03 Sekundenliter 2560 Liter Wasser in 24 Stunden, mit - ivelchem Quantum der Bedarf des Dor fes zur Not im beseheidensten Mafie ge- deckt ist. Dauert die Troekenheit langer — was Hegel ist — so sinkt die Ergiebigkeit der Quelle rapid und eiu Gehoft nach dem andern mufi zur Wasserzufuhr aus den Gewassern des Kesseltales von Laas greifen. Mit Ochsengespannen wird das gesamte Trink-, Nutz- und Trankvvasser auf mehrere Kilometer Entfernung zugefuhrt und miihsam den Berg hinauf in das 100 Meter hoher liegende Dorf. gesehleppt. Das Dorf Vrh hat 22 Hausnummern und 200 Eimvohner; der Bedarf an Nutz-, Trink-, Tranlc- und Kochwasser wird mit 50 Liter pro Kopf und Tag, somit 100 Hektoliter pro Tag in Rechnung gestellt, wohei nicht nur auf eine unausbleibliche Vermehrung der Einwohner- zahl, sondern auch auf den Umstand Riicksicht genommen wird, dafi bei leiehterem VVasserbezuge aueh eine Vergrofierung des Wasser- bedarfes eintritt. Der bisber beobachtete Hochstbetrag -der regenlosen Zeit in hie- siger Gegend betragt 60 Tage, vvonach fiir ein Wasservorratsquantum von 6000 Hektoliter oder 600 Kubikmeter vorzusorgen ware. Da jedoch die Quelle noch dureb ungefahr 20 bis 30 Tage nach dem letzten aus- giebigen Regen das notige Trink- und Nutzwasser ergibt, ist nur fiir die Halfte des notvvendigen Vorrates, d. i. fiir 3000 Hektoliter gleich 300 Kubikmeter zu sorgen. Nach einem ausgiebigen Regen mit ungefahr 60 Millimeter Nieder- schlag, vvie solebe auf dem Krainer Karste nicht selten sind, ist die Er¬ giebigkeit der Quelle nahezu unbegrenzt. Wenn ein, Sammelgebiet der Quelle von nur 1 Hektar FJache in Rechnung gezogen wird, so ergiebt dies schon eine Wassermenge von 600 Kubikmeter; fordert die Quelle nur die Halfte dieses Quantums zutage, wahrend die andere Halfte irgendvvohin versickert, so genugt dies doch vollkommen, um das Reservoir von 300 Kubikmeter in einem Tage zu fullen. In diesem Falle liefert die Quelle etvvas liber drei Sekuudenliter, sie ist also immer noch ein be- scheidenes Wasserchen. Die Weiterleitung aus dem Reservoir unterscheidet sich durch nichts von irgend einer anderen Wasserleitung. Die Vergrofierung des Reservoirs, die Anbringung und Einstellung von Ventilbrunnen, Hjdranten n. s. w. ist lediglich nur eine Geldfrage. Unter der Voraussetzung der eben heschriebenen Leistungsfahig- keit der Quelle lcann die Vergrofierung des Reservoirs getrost bis Referat Sfthollmayer-Liolitenberg. 19 600 Kubikmeter und selbst nocli etwas daruber hinaus vorgenommen werden. Solche Wasserverhaltnisse, doch von verschiedener Intensitiit findet man im Musterkarst sehr haufig und manchmals hat die Bevolkerung seit langem. schon versucht, solche Quellen zn fassen, sie auch gefafit, der Effekt ivar jedoch ein geringerer, da auch die gefafiten Quellen in d er Trockenheit versiegen. Das Hauptgewicht ist auf die Reservoirs zu legen, welche den Uberflufi dieser Quellen aufnehmen und fur die Diirre aufspeiehern sollen. In diesem Punkte hat die Wasserversorgnngsfrage anzusetzen, wenn es sich um schnelle Hilfe fur kleine Ortschaften auf moglichst billigem Wege liandelt. Diese Entwicklung aus der Lokva, dem Kal mit der Hungerquelle bis zum Reservoir fuhrt direkt zu den schon in uraltester Zeit bekannten und benutzten Wasseraufspeicherungsanstalten, den Zisternen. Ballif (55) sagt in seinem hervorragend interessanten Werke „Die Wasserbauten in Bosnien und der Herzegowina“: „Die Uferlander des Mittelmeeres sind der klassische Roden der Zisternenbauten.“ Je mehr man sicli iedoch von diesem Ufer entfernt, desto seltener werden diese Bauten. Das hier in Rede stehende Gebiet des Karstes zeigt Zisternen- anlagen verhaltnismafiig selten, man rviirde solche Anlagen in Ortschaften haufiger vermuten, im freien Felde findet man sie uberhaupt spiirlich. In den letzten Jahrzehnten ist es diesbeziiglieh besser gervorden: in manchen Ortschaften hat sich eine fast fieberhafte Zisternenbautatigkeit u n ter den Dorfbewohnern entwickelt; freilich gab zn soleh einer Tatig- keit oft erst eine Feuersbrunst, w el eh e das ganze Dorf eingeaschert hatte, die Veranlassung. Anderseits mufi aber anerkannt iverden, dafi sich die Borfler in vielen Fiillen nur auf sich selbst angeiviesen sahen und solche immerhin teure Bauten aus eigener Tasche, ohne fremde Beihilfe, bezahlten, sich infolgedessen nur selrsver zu diesen Auslagen entschliefien konnten. Die meisten (vonviegend die iilteren) Zisternen zeigen einen runden Querschnitt des Innenraumes und der Mauerung, oft sind sie flaschen- formig mit nach oben verengter Offnung, auf welcher der Schlufistein aufliegt, der den Brunnenkranz tragt; in diesen Fallen ist der Schlufi¬ stein meist ein Monolith; aucdi der Brunnenkranz ist oft ein soleher. Der Fassungsraum der flaschenformigen Zisternen ist gering, 20 Kubik¬ meter kann. als Medium gelten. Einzelne zylindrische, oben abgewolbte 20 Referat Schollmayer-Lichtenberg. Zisternen zeigen Kapazitaten bis zu 300 Knbikmeter und gel ton mit als die grofiten. Ballif (55) sagt, dafi in d er Herzegowina selbst bei den altesten, aus altchristlieher Zeit und aus noch fruheren Jahrhunderten stam- menden Zisternen die Grundform immer das Prisma darstellt; diese Form findet man bier selten (vorvviegend nur bei den neueren Bauten dieser Art), vvoraus si eh schliefien lafit, dafi nicht die mediterrane Zisterne, sondern der nordische Brunnen das Vorbild fiir die hierlan- dischen Zisternen gab. Fon der Bauausfuhrang der alteren Zisternen ist zu envahnen, dafi die Wolbung sehr oft aus Kalktuffstein (lahki kamen) ausgefuhrt ist, velcher zu diesen Z\vecken oft weit herbeigeholt wurde. Die so interessante Bauart in „Orvenica-Mortel“, wie sie Ballif (55) aus der Herzegorvina sehildert, ist bei den alteren Zisternen nicht zu konsta- tieren, obgleich zur Tlinterfullung dieser oft Terrarossa-Lehme A r er- wendet wurden. Die modernen Zisternen werden alle mit Anwendung von Port¬ land- und Roman-Zementen gebaut. Die Samnaelflachen fur die alteren Zisternen, jedoeh auch fur einen Bruchteil dieser, sind rvie fur die Lokve die umliegenden Hange, auch \Vege und Strafien. Der Grofiteil der Zisternen wird heute durcb Traufenwasser gespeist; alle Neubauten dieser Art sind nur fur diese VVasserzufiihrung eingerichtet und auch die meisten der alteren wurden in diesem Sinne umgearbeitet, rvas eben nur in der Nahe der- Baulich- keiten moglich war. Auf freiem Felde lindet man leider selten Zisternen, hier miissen Lokve als Fiehtranke dienen. Fur die Beschaffung des Trink- und Nutzrvassers in den Ort- schaften der Karstgebiete sind die Zisternen von bedeutungsvollstem Werte und verden es auch in Zukunft bleiben, da vielerorts Wasser- leitungsanlagen, der zu groben Kosten wegen, von vornherein ausge- schlossen erscheinen. Die offenen Zisternen (nach Ballif „Tranken“, in Montenegro „Ubli“ genannt) wiirden in vielen Fali en die Lokve als Viehtranken auf des vorteilhafteste ersetzen. Wie fur die Lokve, sind auch fur die Zisternen die bedeutendsten Erbauer im Kustenkarste die Kastuaner; sie haben sich gervisse em- piriscbe Regeln zurechtgeschuitten und bauen nach diesen die flaschen- formigen und zjlindrischen Zisternen, Referat Scho]lmay