pr«I» vir, 1 so 7S. «vüeNsntliot' »«etwm«» 3e»,stftl»ttui»g »nt«rvsd»n »«». ZV70>. V«n»»»>iung u. Luoköruok«rOt (7»t. intsimt». 2024) ^»kidor. »luftttsv« «il. 4 HDlUMketpt» M»i^n nlokt sOt«ssi»i«st. — ^n»r«ii«n I?0okpo5to d«tl«gOK «»SN 10. ^S2S iso ««—1. IN i^>k ariliom Mmm Was Moskau plant Die lassen schon in die Karten blicken. — Mir gehen grohen «ümpfen entgegen." MoSüm, 8. August. Int Zusamttlenhaiige niit den Borqäuj^en iil ^-rankreich veröffentlicht dtc „Pravda", UN! im Hinblick auf tx'n noch nicht ratifi-ziericn Pakt mit Fra»rkreich nicht nffi.ziesl )tcslunc^ nehmen zu nmssen, eine Rede, die Vertreter Frankreichs auf dem ^toni-nttern-.Wnstref; gehalten hat. Thorez saqte: „Noch im Mai haben wir BorsÄ)läveit<'ren Tätigkeit der Koniinunisten in sn-ailkreich saqte Thorez: „Wie qehen in nailkreich «großen .Wmpfen ent;^o<^cn." cheburtenrttckgang in Äapan ,^apan ist der ewi^i rotierende Motor, !" r die Dinste iul ?^ernen Osten in Bewe-littnli hält. T^ie <'nropäische Welt ist si^^wohnt Mei t^ri'lnde für die Expansionspolitik des iapailiscl?<'n ^'^»in>erialismus im besonderen lluulnehinen, nämlich einmal die fnrchiba-si'ii AllZwirkunqen der At noch durch daS Bekanntwerden des rof'.en Ausiedlunqsplanes der Net^ierunji, ilrer Pevlilkernnsi'^überschusz zu eil»cr so iliii^anqreicken Verpflan^nnli zwänfle. llmso überraschender sind de>Zcbalb die Mit teilmiqen die ans enqlisckier Quelle i"il>er 'en l^ebiirlenriicksianq in Iapaii stainmen. '.'^.^äsnend danach der PevölkeruntV^zuniachs iln Ialne nocs> Personen l'e >rim sank sie um rnnd 8s>.!e lierinaste .^ahl sei, 1 !>?-!. nistbrend die n' s'stl' .^„s,l erreicht wnrde. Die .^ahl ?terbe^>Ne war mit tim ?^as>-e NM 1s>M0 höher als Die ^ro^?>iss,il^c' an kVeburten Todesfällen und ^^-.'^i!^s??v,innsivais>?tnm. aus Personen erechnet. su-chen sich solqendermassen verän-l'rt: kamen ans ls>r>0 Personen 17.7^ 'dess'llle. die lvreits ans 15.1 c^e-ii'qen waren^ Die (^Geburtenziffer ist von ans ?s^.N7 nnd die des BevKlkerunflS^ ilwacsise'? ans gefallen. Das ist seit der tiefste Stand und ebt nv'!» nnter dem Durchschnitt aller seit l)sisi erreichten .^sssern. Die von der japa->ll<1>en Negleruug immer wieder l>e>t>)nte Staßenkämpfe ohne Ende s Tote und 200 Derletzte in Toulon Militär und Smegalnegee lm Kampfe gegm AuMndisch» Poris, Entgegen den geliegten Erwartungen des gestrigen Tages sind die Unruhen in Brest und Havre, besonders aber im .Criogshafen Toulon in den späten Nachtstunden neuerdings ausgebrochen, und zwar in blutigster Weise. Toulon besonders war Schauplat! revolutioniärer .Wnlpfe, wie sie bislier in solchem Ilmfange noch nicht beobachtet wurden. Auf den Kampfplätzen blieben dort 5) Tote und ?lX) Perlehte liegen. Di? Unruhen in Toulon setzten wiederum ein infolge einer Denloustration in der Näs)e des Marinearsenals, wo die von den Konimunisten ange-ftihrten Arbeiter die Mobilgarde nlit Steinen bewarfen nnd beschossen. Eine andere riesige Denlonstrantengruppe versuchte e?ini-ge Male die Polizeinnterpräfektnr inl Sturme einzunehmen, wurde "der einige Male nacheinander znriickgeworfen. .An der Svitze der Revolteure stand eine rot gekleidete s^rau, die schon gestern eine ssrof^e Nolle gespielt hat. Gegen 21 Uhr begannen kleinere Grnppen von Demonstranten auf eigene staust in allen Stadtteilen zu Pliindern, Straf^enkandelaber unizuwerfen usnx liegen 23 Uhr versuchten etwa 1000 Demonstranten die Marineprafektur zu stiirmen; es kam zu neuerlichen Gegenangriffen der Pelizei in deren Verlaufe .hunderte von Nevoli><'r-und Geivehrschnffen fielen. gleichzeitig schäumte eine neue Demonstrationswelle vom Place Pouget in den inneren Stadtteil auf. Die innere Stadt war Pli^hlich in Dunkelheit gehüllt, die die dunklen Elemente wiederum zu Plünderungen benützten. Da die Polizei aus^erstande war, gemeinsam mit der republikanischen und mobilen (^arde Ordnung zu lnachen, muszte Militär uud vor allem Se-lkegalneiger herangezogen werden, die im Lichte i^r Scheilnverfe? die Straßen säuberten. In Brest begannen die Straßenkämpfe NN! ?1 Uhr, die Demonstranten errichteten Barrikaden und konnten unr mit Mühe znri'lgeworfen nnd zerstreut werden. Die !)ins'e konnte orst nm Mitternacht Einzug halten. Sehr bedenklich ist die Lage in Le .^)avre geworden, wo es zunächst schien, als ob eine Eiinqiing zwischen der Seetrans-vortarbeiterschaft und den transatlantischen Schiffskompagnien erfolgt wäre. Trotz der großen .^fon^;essionen, die der Marinemini-ster d<'n .Hafenarbeitern znsick>erte, traten t'leselben wieder in den Streik, um so wir? samer gegen die Spardekrete Lavals auf den Strassen demonsdrieren zu können. Alle Anzeichen deuten daraufhin, daß die Ereignisse in ihrer totalen Entfesselung den bolschewistiscs)ett Draht.^i ehern über den Kopf hinauszuwachsen beginnen. Der Traum von Kretoneflen Da? Problem Kreta ist seit Iahren ein Problem Benizelos, und es wird ein solches, wenn nicht alles täuscht, bleiben, solange dieser ehrgeizige, kluge und trotz seines hohen Alters noch iuiiner feurige Kre-tenser nicht gänzlich aus dem politische« Leben Europas verschwunden ist. Wie lange ist es her, da scharten sich die beinahe Tausend Menschen dieser größten griers>i-schen Insel zn einem gefährlichen Aufstand unter seinen ^abnen. Bis tief in das .^>erz des Mutterlandes hinein drang der Stoß. Wochenlang wnrde gekämpft. Große Teile der grieckiischen ??lotte lagen in den kretischen .^afen unter Dampf. Flugzeuge der Athener Negierung überguerten da? blaue Aegäische Meer, um Bomben auf die eigene Flotte nnd die Villa Venizelos zu werfen. Die Beaniten und Truppen der Athe-irer Reqieruug unirdeu entwaffnet. Bon den Regiernngsgebäuden in Eandia. der kretensischen .^"^auptstadt, wehten die Fahne?l der Aufrl'ihrer. Dies war inl März. Inznn-schen wurde der Anfstanid niedergeschlasien. Venizelos flol). ein Teil seiner Freunde mit il>m. Aber kaum sind vier Molmte verstrichen, da brennt Kreta bereits in neuen Flanlmen. Der Sieger von damals. s^U'ne" ral Kondvlis, muß als stellvertretender Ministerpräsident in Vertretung des naanptsrage, und man würde einen fehler begehen, uvnn man einen glat'ten Verlmif der Kö-nigftwableu und die Nückkeihr von König Notwendigkeit, ihrem ..Volk ahne Nanm" neuen 'Platz zii schaffen, erhält dadurcl, ein eigenartiges Gesicht. Georg auf seinen früher«^ Thron ohne n^itere? voraussetzen würde.' Besouders die Kretenser sinid IM prozentiiAe Ropulilika-ner. Sie sind durch die letzteu Nachrichten Uber die Besuche griechisc^r Politiker in London aufgebracht uivd uiit Argwohn erfüllt. Sie fürchten, vielleicht nicht ohne Ne My thilene zn einem politischen Körlier zusammenschweißen könnte. Nicht umsonst sind diese Inseln während der letzten revolutio-nären Wirren sofort von den Ki'etensern besetzt worden. S'rl?on damals wollte man sich gemeinsam von Griechenland trennen. Aber s^ondvlis inar stärker nnd das Ausland diesen Plänen nicht günstig. Der Traun, emeZ selbständigen Kretas zerbrach, erbrach er wirklich? Wurde er incht mir vertagt? Es ist seltsam genug, daß derselbe Venizelos, der heute mit allen Mitteln sein Hei-inatland von Athen losreißen möchte, vor fast genau l?l' Iahrei, die Insel unter grie--chis'rrkchast brachte. In revolnlionä-ren Anfständ^n, die im s^el^nar 1^s^7 ans-bra.l.en, lösten sich die kretenser von der tiirli^scheu Oberherrschaft. Die GroßmäÄ)te griffen ein. Ein Ausschuß der kretischen Nationalversammlung unter Aufsicht ihrer Generale verwalteten die Insel fast in der Form eines internationalen Mandats. Nach einem Anfstaud der Mohammedaner gegen diese Regierung wurde Prinz Gesrg von Griechenland O^rkommissar in ^ta. A'ber noch immer glückte der Zusammenschluß nicht. Evst im Mai I!)10 gelang es Venizelos, die Geltung der griechischen Gesetze für seine Heimat auszurufen. Im Ok<-tober 1912 begrüszte er in feierlichster Fonn die ersten 07 kretischen Abgeordneten im griechischen Parlament in Athen. Am 14. November 1013 wurde die unlösbare Ver-binduug zwischen Kreta und dem griechischen Mutterlande durch de:? Athener- Frieden zwischen Griechenland und der Türkei anerkannt. .(>ente aber sucht derselbe Mann, enttäuscht und au? der Alleinherrschaft in Griechenland vertrieben, daS Band, das er selbst knüpfte, wieder zu zerhauen. .,Ich komme wieder," rief er aus, als er nach dem letzten Aufstaud das Torpedoboot, auf dem er floh, auf einer italienischen Insel verließ. Der neue Aufstand in Kreta ganz gleich, wie er endet — ist eine Be-stätigllng dieses Wortes, .siinter den politischen Zuckungen dieser an Erdbeben so reichen Insel, steht der Sck>atten ihres größten Sohnes. Die Frage ist, wer ans die Dauer der stärkere bleibt: die Nepnblika-ner in Eandia oder die Monarchisten in Atljen. Vorläufig halt General Kondvlis noch das.^eft in der .^"^and. Aber jeder erfolgreiche Aufstand bedroht Griechenland mit neuen Schivierigkeiten. Die Urlaubsreife des Ministerpräsidenten Tsaldaris scheint leider keine sehr ruhevolle und sor-geulose zu werdeu. Vnhnbauten und -«lusbesserungen. Sarajevo, 8. August. Verkehrsminister Dr. Spaho erklärte Pres severtretern gegenilber, daß die Lizitiernng des Bahnbaues Sevnica-.^t. Ian'/ in ki'irze-ster Zeit vorgenommen iverde. Dasselbe gelte für die Linien Varaxdiu-Koprivnica nnd Uise<^e-NikK'i<'. Die gegen Fo<"a fnlnende Bahnstrecke u,erde gegenwärtig trassiert. Auch die Frag? der Uuatalbahn trete in ein -ikn-tes Stadiilm. Für die Ausbesserung der Eisenbahnen, besonders die Schienen- und SchwellenauÄv-eckislung. stehe gegenN'ärtig ein Kredit von li00 Millionen Dinar znr Perfügung. Botschafter Gerard Vermittler im italo-abeffinischen Konflikt. London, 0.August. Der frühere anlei'ikanisck>' Botscsx^fter in Berlin. Gerard, hat die Vernnttlerrolle ?n, italo-abessinischen Konflikt übernonin,en. Gera-rd ist bereits nach Nom abgereist, iin, mit Mussolini Fnhlnng zu nehmen. Er wird sich sodann nach Paris begeben uni dort an der Dreierkonferenz teilzuuehiuen. Italien gründet eine Fremdenlegion Paris, 9. August. Die Ageiu'e .?^avas meldet aus ^^-.'m: Nach Gerüchten, die hier v<'rbrcitet sind, soll die italienische Regierung im Hinblick auf die Aumelduug zahlreigrad 7, Paris London 15). 10, Newnork 805.A75'. Mailand 2.',.10. Prag 12.70. Wien 5,8.10, Berlin 12.'^..?f,. Ljubljana, 0. Anglist. Devisen. Berlin 1 75,^.20 - l 708.08, Zürirl^ 1424.22-1 .20. '.London 215,.41—217.41. Newvork Scheck !:^10.01, Paris 287.18- 28,^.5,2. Prag 1 "^>.70.-181.Triest .'^/',.8i .^>0.00.' österr. Sä)llling t^Privatcleariug) »Manborer Zellung", Nummer 18V. SamAag, den 10. Augult !S35. Srsolge des Arbetttdienfte» in QSA. Präftt^ent Noosesvelt hat dsni Führer deS amerikanischen Arbeitsdienstes, Direktor Fsciiner. vor kurzem die Gene^igung M V^'i>nppc:lung dcs Arveitsdieirstiorp^z in !ien -Lcreinlgten Staaten gegeben. Die vorhandenen Lager sollen auf ü?916 vermehrt llnk» der Mannschaftsbestand auf ruild ^ Tausend Mam^ gebracht werden. Die Be^ stimmungen sind dahin geändert worden, ^as', die Arbeil er 18 Monate, slatt wie bis hvr nur 12 Monate Arbeitsdienst bleiben iönnLN. Äser schon entlassen wurde, kann nochmals für die Dauer der von 18 fehlen^ den Monate eingestellt werden. Vei Gelegeicheit dieser Neubewilligungen Jak Direttcir Fechner iirteressante Mittei-lunql-n über deic Erfolg deS Arbeitsdienstes !n UÄ?l geinacht. Der Wert der während der ersten l?! Monate geleisteten Arbeit wird von ihm auf 335 Millionen Dollar s^sjchä^t. Zuweilen haben nicht weniger als Milll?nen Angehörige der eingestellten Arbeiter dadurch ÄorteUe gehabt, daß sie einen Teil der monatlich ausgezahlten Löh nung oon 30 Dollar erhielten. Besonders wurden die Arbeitsdienste bei Waldarbeiten eingesetzt. Gegensatz ^^u Deutichland wird der Arbeitsdienst in USA von dem amerikani-« s.ijien Kriegsminifterium betreut, das auch die Ausbildung der Arbeitsdienstführer in die .^and genommen hat. Zu diesem Zweck wurde in der .?^auptsache eine Armee von Neleroeoffizieren geworben, die in Zukunft noch um 3W0 bis Offiziere ver-werden soll. Für die Ausstattung der ^'Zager mit Lebensmitteln, Maschinen und Äaumaterial wurden bisher insgesamt über .W7 Mrslionen Dollar ausgegeben. Selbstmord telephonisch onge-meldet In Wien spielte jich dieser Tage ein aus-regen^'^.r 2^orfall in einem Kafseehause ab. Hier satz die Gattin eineS gewissen Franz Plach beim Nachmittagskaffee. Plötzlich wurde ihr Naine aufgerufen — Frau Plach wurde anZ Telefon ge^beten. Zwei Minuten später wurde beobachtet, wie die junge Frau die an den Apparat geeilt war, schreiend nuS lxr Telefonzelle herausstiirzte und Nor der Tür zusamuienbrach. Noch hiilg der Telefon-vörer an d^r Schnur herab, aber als man ihn aufnahm, war dez' Apparat stimlm — kein Laut war mehr vernehmbar. Mit Mühe wurde endlich die junge Frau wieder zu sich gebracht. 'i'll5 man sie nach dem l>^runi> der Aufregung fragte, erklärte sie stammelnd: „Min Mann hat sich erschossen — er hat eS nii'- selbst am Telefon yesagt, dak er schon den Neoolver in der Hand hätte, und gleich darauf ertönte der Schuß!" Die Ausjage der Nlngen Frau bestätigte stck» bald genug. Ein ^'aiwnt, der an einem .<^ause in der Hörl-goisr Nsirüberkam, hörte eine Cchußdetona, tion und benachrichtigte sofort die Peli^ei. Als man in die verschlossene Wohnung ein-« drang, fand man den 3Z-jährigen Angestellten ?^ranz Plach tot auf, der Schuß war in dl<^ Schläfe gedrungen und hatte den sofortii--gen Tod herbeigeführt. Plach, der tatsächlich unmittelbar nor der Tat seiner Frau telefo^ nisch den Selbstmard angekündigt hatte, hat-tc auf dem Tisch lediglich einen Abschieds" brief hinterlas^n, in dem die Worte standen: „Sei mir nicht Kose, daß ich das getan habe!" Ter eigentliche (^rund zur Tat ist bisher noch nicht bekanntgeworden. Ein 82-jährlger Ami»kläufer! Ein 82°jähriger Bauer in einem schwedi-sckM Dorse in der ?!ähe von Upsala versetzte unlängst die Polizeibeamten seines OrtcZ in Schrecken, die mit dem greisen Amokläufer einen recht heftigen Kampf auszufecl^.en hatten. Dem Gemeindevor-iteher war ^u Ohren gekommen, daß der Alte inehrere Mägde soineö Hoses roh Mls;handelt habe. Ilm der Cache auf deir s^rund zu gchen, begaben sich mehrere Beamte auf den Bauernhof. Der 82-Jährige eulpfing sie nicht gerade entgegenkoimneud. Er lag im Beit und neben ihm an der Wand lehnte eine Tense, die cr imitent-brannt den Hütern des Gesetzes entgegen-schwang. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Man lnußte ..^um Mckzug blasen" und Verstärkung holen. Es begann nun eint' regelreiche Belagerung des Bauern- hauses, in dem sich der Alte verschanzt hatte. Plötzlich machte er dann einen „Ausfall". In einer Hand die Sense schwingend, in der anderen eine Axt ging er in wilder Raserei gegen seine Belagerer vor. ES gab wiederum einige beträchtliche Verletz-UAgeil, ehe es gelang, den wütenden GreiS zu überwältigen. Man brachte dann den Alten in sicheres Gewahrsam und später in Äu Krankenhaus, da der Verdacht bestand, daß er geisteskrank sei. Ueberraschen-derweise ergab die Untersuchung, daß der Greis geistig durchaus normal war. Als mau ihn fragte, was ihn denn eigentlich so mrglauÄich zur Raserei gebracht habe, erklärte er sehr sanft, die Famrlie mache ihn gelegentlich etwas „ncrvös"^ Danzlg polnische Einigung vollzogen! Sowohl der Danziger Senat als auch die polnische Regierung für die Liquidierung des Konfliktes Danzig, S. August. Heute nachmittags wurde zwischen dem Se nat der Freien '5tadt Danzig und der polnischen Regierung ein Abkommen unterzeichnet, auf Grund dessen sich die Polnische Regierung verpflichtet, ihre außerordentlichen zollpolitischen Maßnahmen vom 17. Juli j»u annullieren. D:e polnische Regierung hatte aus noch nicht ganz durchsichtigen Gründen den Danziger Zollbehörden die Kompetenz der Verzollung und Abfertigung für polnische Importe abgesprochen. Als Gegenmaßnahme grisf der Danziger Senatspräsident zu einer sehr wirksamen Gegenmaßnahme: Danzig öffnete seine Zollgrenzen Deutschland gegenüber ooll^rimmen, sii 's>aß in einigen Tagen Danzig mit deutschen Waren überschwemmt wurde. Polen sah sich da- durch benachteiligt, ohne einen wirksamen Nechtshebel zu besitzen, mit dem es Danzig hätte zwingen können, seine Grenze Deutschland gegenüber zu sperren. Der VersaiFer Bertrag ist nämlich zuerst non Polen und dann als Repressalie auch von Dailzig verletzt worden. In der besseren Einsicht, daß der Kampf auf dieser Lwis nicht weiterge-' führt werden, kann, annullierte auch Danzig seine Bestimmungen iiber die Zollfreiheit der aus Deutschland importierten Waren. Die Verhandlungen über die Beilegung einiger noch strittiger Punkte werden fortgesetzt. Durch diese Einigung wurden alle ?llarmmelöungen einer bestimmten internationalen Presse bezüglich eines „Putsches" in Danzig glatt widerlegt. Kuli Nevolte in Shanghai Die INIschaleute wollen ihre Sänften nicht registrieren laffm In der franz. K-olonie Schanghais ist eS zu schweren Tumulten der Riks6)afahrer gegen die franzöjij6)en Verwaltungsbehörden gekommen, weil diese mit der Lizenzentziehung sämtlicher Rilschasahrer l-^rohten, die ihre Fahrzeuge nicht registrieren lassen. ttnter normalen Berhältttijsen git-t e.^ ungefähr einige tauseird Europäer in l^changhai. Der größte Teil besteht natür-li6) aus Engländern und Engländerinnen. Die wenigen' deutschsn FamiUen sind eng befreundet und versuchen sich sowohl on das englische, als auch an das chinesische Element anzulehnen. Auch die sranzöisische Kolonie, in der sich soeben die schweren Rischa-Tumulte 'ereigneten, besteht keineswegs nur aus Franzosen. Sie birgt eine ganze Armee non einheimischen Dieneri; aller Art in ihren Mauern. Auch Russen haben sich vielfach in dem sranzösischen >Be^ zirk. angesiedelt, da sie die französische Sprache besser als die englische beherrschen und alte Beziehungen der Borkriegsze't noch bis in die Gegenwart fortbestehen. Daß bei einem solchen Andrang in einer MMonen'stadt schweche ^Konkurrenzkämpfe zwischen dem einheimischen Dienstpersonal unausbleiblich sind, liegt auf der Han^ Trotzdem gingen sie bisher meist glimvllich ab, da die Behörden ein straffes Regiment s^ührten und auch auf die Landessitten ge-irügend Rücksicht nahmen. Mit der neuen Verordnung hat sich die sranzi^sische Ber-walwngsbehörde sa radikal in Gegensatz zu diesen Sitten gestellt, daß sie über das Echa ihrer Verordnung nicht erstaunt zu sein braucht. Die Rikscha-Kulis sind seit alters-her einer der wichtigsten Beruse in den chinesischen GroMdten, da ohne ihre Kari:en eine Fortbewegung in den drailgooll engen Straßen der ' alten Innenbezirke kaum möglich ist. Sie sind untereinander straff organisiert. Die Trinkgeldftaqe spielt bei ihnen eine Hauptrolle. Jeder Hausbot), de<: einen Karrenführer vor dem anderen bevorzugt, erhält dafür eine kleine Provision, das sogenannte Squeeze. Dieses Squee-ze ist für sie ebenso wichtig, als der eigentliche Auftrag. ES ist ein engmaschiges ??etz von Provision, Bestechung und Korruption, das die EiillMinischen gegenüber de»n Europäer zusmnnlenfaßt. Der Europäer viird dabei meist übervorteilt. Dcrfür leben die Ewheimischen von den spärli<^n Erträgen, die sie aus der gegenseitigei: Enipschlung und .Hilfeleistung erzielen. Iehfr Eingriff in dieses Netz bedeutet eine l^sährdung .der Lebensgrundlagen von vielen Familien. Er ist ein Schnitt in uraltes Brauchtum, und man kann verstehen, daß die Rikscha-.^ulis auf diesen französischen Versuch nur mit lautester t^Mpörung antworten. Bei allem Zusammenhalten sind die Rik-icha-!ilulis gegeneinander ost von einer brutalen Rücksichtslosigkeit. > Mitgefühl kennen sie kaum. Wenn ein alter Mann nur noch mit Mühe seinen Karren, der mit schweren Lasten überfüllt ist, über eine Bordschwelle zieht, sitzen die jungen Burschen daneben, ohne nur einen Finger zu krümmen. Ihr schwerer Beruf mag sie zu dieser Seelen-stumpjheit erzogen haben. Wer täglich Europäer und reiche Chinesen in atemberaubendem Tempo kilometerlang durch die Straßen fährt, bis sein ganzer Körper von Schweiß Überflossen ist, wird hart und rücksichtslos. Auch die Einnahmen sind nicht dazu angetan, höhere Lebensinstinkte in diesen Aermsten der Armen zu wecken. Der Nikscha-Verdienst ist jo gering, daß er kaum zu einer Reismahlzeit am Tage hinreicht. im vorliegendem Falle um Mädchenhändler, die von Zeit zu Zeit aus Albanien Mädchen nach Jugoslawien schmuggelten und sie in Südserbien für 10 bis 15. Dinar oerkausten. Die acht erschossenen Per sonen wurden in einem gemeinsamen Gra be in Korenica bestattet. ?7 Millmrt»«« thejavriertes Kapital in K^lmkreich. Paris, K. August. ?lll-'n, der Wunjchtraum ni<'sl'r junger .l^^a'ierin" nen Immer mehr und mehr dichtete die Tl^rffama dem in der Tat unschuldigen Manne an Liebesabenteuern an. TaS Gerede kam ans Ohr der 4Z-jähr!gen Frau, die in ihrer Eifersucht maßlos wurde. Die Streitigkeiten nrehrten sich täglich, die Frau rührte keine Arbeit mehr an. In einem vorgestern neuerdings auSgsbrochenen ^trei te legte sich Milan zu Bette, seine Frau überfiel ihn jedoch blitzschnell und biß ihm, ohne daß er es auch nur irgendwie hätte verhindern können, die Nase ab. wurde dann mit .Hilfe der Nachbarn inS iilrankenhauS gebracht. so Araum geheiratet Die Admteuer eines kaum 28.jährigen. — Cmiftantin Maneas Umtriebe. Bukarest, 8. August. D,e Polizei hat den 28-lährigen ehemaligen rumänischen Millionär Eonstantin Manea festgenommen, der sich wegen Be^ truges, Diebstahls und der Poingam'e z» verantworten l^aben wird. Manea hotte seinerzeit sein Geld leichtsinnig mit ^'irauen verjubelt. Er kam dann auf den 'bedanken, das Geld durch Frauen u>en'gst^ns zum Teil wieder zurückzubekommen, .lis er 1V<^ seinen letzten Lei ausgegeben hatte, schloß er nacheinander als Heiratsschwindler Ehen, um sich in den Beisitz der Mit.^ift iu seken und dann zu verschwinden. Auf diese Weise hattc; Manea 80 Mal gehei-ratet, seinem Treiben hat nun die Poli' zei ein Ende gemacht. Kleine technische R^richtm au» «ah und Sern ^ur Platzersparnis wird neuerdings .n Amerika das Bier in Konservenbüchsen aus Zinnblech vertrieben. Venn die gegenwärtig oen Versuche erfolgreich abschließen, hofft man. für die Zinnblschindustrie ein neues großes Msatzgsbiet erschloßen zu haben. » In Amerika wird' zur Zöit ein neues großes Schiff gebaut, das für den Nordatlantik. Dienst zwischen Europa und NewHork bestimmt ist. Es soll eine Größe von Tonnen erhalten und wie bei Amerika nicht anders denkbar das schnellste auf der Europa-Route werden. « Stettin wur!^ kürzlich der größte Getreidespeicher Deutschlands fertigestell. Zem Fassungsvermögen beträgt 43 M'llwnen Ki' loaramm Getreide. Der Speicher erreicht mit dem Maschinenhaus eine größte Höhe von 61 Me^er. An den: Staudamm von Assuan (AegYP^ ten) wird die Errichwng eines Stickstoffwer^ kes «geplant. Ani Ilm werden jetzt weitere drei Krakt« und Staustufen ausgebaut, die zusammen ct» M 400 Millionen Kilowattstunden jähr, lich erzeugen sollen. Die Stromerzeugung der drei neuen Kraftwerke soll sür die ^-tirt» stoff- und die Aluminiumerzeugug« der obe, bayerischen Werke dienen. : Deutscher Schiedsrichter für Jugchla. wieN'Polen. Das am 18. d. in Kattowitz stattfindende Länderspiel Jugoslaniien-Po-len wird der Berliner Birleni leiten. Zeiwng*, M. » Samstag, de« w N»g«st 1935. Marlbor im Lager Schwimmer der Km J^iselbad beginnen heute, Freitag, die Schwimmeisterschciften der besten Junioren und Iuniorinnen Jugoslawiens. Wie angekündigt, werden am Ttart zehn Klubs mit mehr als 2lX1 Schwimmern und. Schwinnllerinncn vertreten sein. Vor allem sieht man dem Erstauftritt der sonnengebräuilteii Dalmal'iner, die bereits seit Dienstag in Maribor im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stvhen, mit gröszter S^iannung entgegen. Sowohl die Mannschaft 'des Dubrovniker „Iug" als auch die Elite-des Spliter/„Jadran" hoffen, . die Meisterschaft an sich zu bringen. Mit ni5>t. minderest Aussichten ersclieinen aber.auch „Viktoria" aus !?n.^ak und „Jli-rija" .aus Ljulilsaua mit der ziffernmäßig gröszten Abordnung am Ttart. Die Wmpfe versprechen einen ums^i gros;artigeren Verlauf zu nehmcu, als von den meisten Akten ren neu.' ^andesbestleistungen angekilndi^it werden. Heute, ^-'reitag, beginnen die ^äulpfe um 14 Nhr mit dein >^tunstspriugen der Senio-rinnen und .^war worden je drei vorgeschrie bene nud bel!.ebige durchsilefj'lhrt. Daini und Inniorinnen, die vier belie'bige Tpri'tu ge 1WU1 Bretd ausführen werden. Zum 'Sendeten Stadtpräsident Dr. Lipold für den besten Springer, die Stadtgemeinde für den schnell ften Schiuiniuier und die Festivoche für die siegreiche Wasserballmanuischaft schbne Tro- phNle in Sv. Jurij an der PeS- sich wieder Kaufuiann Ter^eli und Schul-nica traten vergangenen Souutag unserc vermalter Safariö besonders verdient. Auch Schützen mit zwei wohlgelltngenen Preis- hier gab es heiß umstrittiab<'der statt.^Paskolo 80, Drev 70 und Failedl 72 Punk-nnd loM' zahlreiche Freunde, dieses edleu te. Im Schießen auf der Maribor-Scheibe Sport? beran. Jni Fissurenschies;en ging der war Prof. Ceftnik der Sieg nicht zu nchnleu. Lehrer Franz Lnknar als Sieger hervor, ^^vx'iter wurde Teröelj und Dritter Lav--wähvend die weiteren Plätze der Reiht, »»ach ranLii-. Prof. Cestnik gewann auch das der s^endarluerien>achtuleister Bajec, Stadt-- Kleinkaliberschießen, wobei er Lavranöie. bannleister 5!pes, Gastwirt Kab<'der^ Maschi- ""d TerSeli anf den ziyeiten und dritten nenineister L.'ibi?< und . Frau Marie Luknar Platz vernnes. Das Jugendschieszen gewann einnahmen. Im Mttschießen ini't dem Lnst- Vrai^-ko vor ^vajncer, Robnik, Krajne und drncsgen>xhr siegte der Mechaniker Siuiit' vor L.'nknar nnd Vajec. Im JnZendschies^eil SreNag dm s. August tsss borska ulica 8; Therese Marek, Gasthaus, KoroSka c. 79; Marie Schein, Schneiderin, Meljska c. 10; „Adria", Sp^ition, Alek-sanbrova c. 35; Paula ^uvga, Obsthandlung, Hauptplatz; Rudolif Vichholz»er, Ge-mi'schtnmrenhandlung, Betrin>jska ul. 30; .'s>elene Robans, Bäckerei, KoroSka c. 34. lo» Liiio Unisn-Tonkmo. Heute, Freitag, letzter Z^ag „Mein Herz ruft mich Dir" niit Jan Kiepura und Martha Eggerth. Ab Sains-tag der sensationelle und spannende Film „Wild4veft". Burg-Tontino. Die Erstaufführung deS qroßen Schlagers „Das Erbe von ^eto. ria" mit Eharlotte Susa und Paul Äemp. .^lade. In! Namen des Mariborer Kreisaus schus^es richtete unser Meisterschütze Prof. blieb Jvk^kv >!äbeder vor Milsana Luknar!^i.'stnik an die versannnelteu Schützen einigc nnd vtiokar '-BaZec siegreich. ,^nm Schlus; ansv^irnende Worte. de? Schies'.en? üb<'rbrachte der !^bmann der! ' Jnrv Verwalter R^ia die (^rüsje der Spitzenorganisation des Jngoslawischen Schnt-zenverbandes. Das Wettschießen in Sv. Jiirif lx'reinigte außer der beinlischen Sck'ntzengarde die bekanntesten Schützen, von Svei^ina. Sv. Krii!, V^aribor, nnd Pot'lehiiik. Für den glatken Ablauf der Veranstaltnnst niachten Samstag, 1V. August Ljttbljana, 18 Ki.nlzert. Ill.'iti Nat. Vor-tra^1. 20 Mainselle Nitoilche. — Wien, lii.W Sonntlig in London. 1K..55 Schallplatte». Cin Monat Weltgescheheu. 10.20 Lie-d<'r nnd Arien. — Berlin, 20.10 Konzert. Bcromünster, 20 Wiener Bilder. — ^-^^rxslan, 2N Jnl Walzertakt. — Budapest» 20.il) Tie lustige Witwe. — Droitwich, 20 Eins. ^Zl.'nzert. — Leipzig. 20.10 Lunlpazi-vagabnndlls. — Mailand, 22.15 Bunter Abend. ^ ?.^iiittchen, lsl.s).', Tanzmusik. — Prnq, 5 ^'^Pernüb''iluuiu>iii. Stuttgart, 24 Sinf. .^?onzi'rt. — Toulouse. 21 Ans Fras-gnl.-k A'arschau. Polnische Lie- ^er. 2!..'i0 Sinfonielouzert. Neue und gelöschte Gewerbe-rechte Die Stadtgeineinde erteilte ini Laufe des Mouats Juli folgende' neue l^knverberechte: Franz Sterui-^a, Musiker, Tr/.a^ka c. 18; Jol)anu Plohl, Tischler. Ulica 10. oktobra; Wart Popp, Tischler, !>toro?^ka c<^sta 21; Fr. ^lik, Möbelhaudluug, .^trekova ulica li; Vojsla, Maler, Dravska ulica 10; .Hilda Schmid, Wäscherei, Barvarska nlica 5; Ant. Franko, (^'miichtn'arenhandlnng. Valva-zorjeva ul. 3l^; Anton Maj. Sof der Gasanstalk statt. ni In die Beograder Militärakademie merdeu Heuer 250 Zöglinge aufgenommen. ?lufgcnommen werden Mittelschulabiturien-ten. Diesbezügliche Gesuche sind bis zuiu 5. September einzureicheu. n, Straßeneröfwung. Die neue Vanats-straße zwischen Sv. '^'^nedikt und Gornfa Radgona wird am 1. Septenvber seierlich er i^ifsuet und sür. den Verkehr sreigegoben werden. m Die Z. Gruppe der für den Ausent» halt im Aerialheim in Ä. Martin be- stinnnten blinder fährt aui Samstag, den 10. d. um 0.40 Uhr von Maribor ab. Das Gepäck uruß am 9. d. um 0 Uhr im Gesundheitsheim ab^geben werden. Die Kinder luögen sich in Bogleitung der (Altern zu-inindest eine halbe Stuude vor der Abfahrt des Zuges am Hauptbahnhoif einfinden. IN Riilktehr vdm ?^rialheim in Sv. Martin. Die zweite Gruppe der im sdünigin Maria Ferialheim in Sv. Martin ux'ilen-den jtinder kolsrte am Freitag, den 9. d. niit dein Personenz-ug^ um 11.14 Nhr uaäi Mari bln- zurück lu Abaängig 'st schau seit -onntag die 2.'ij'isnig<' Gattin des stellenlosen ^selluers Rudolf Lah. Die bisherigen Nachforschungen nach ihren» Verbleib blieben erfolglos. ni Unfall. Der in der Mlinska ulica wohn hafte lil'sälirigen Arbeiterin Barbara 7.er-sav fiel eine schwere sliste auf die linke vand, wabei sie arge Verletzungen an zwei Fingern erlitt. Sie mußte im K'rankenhaus untergebra6?t werden. ni Fahrraddiebstahl. Dein Postbedienste-len Franz Le?nik kam im .Hose der .Haupt-Vost ein nenes Stvria-Rad. h'viden^nummer 101.227. abhanden. Nam 1.^. bis 18. d. nach Salzburg utid aus die neue Großgloctnerstraße (Fahrpreis? 420 Dinar), am 2i). d. nach Nagensurt und zum Wör-thenee (Fahrpreis 110 Dinar), am 27. und 28. d. imch Mariazell (Fahrpreis 200 Tin) uud vom 1 bis 3. Sept. nach Wien lFahr-preis 210 Dinar). Alles Näb^'lv teilt das Reisebüro „Putui!" mit. * Während der Mariborer Festwoche täglich Knbnrettvorstellungen in der Velika Ka-varna. 7771 * Ausstellung der Staatlichen Teppichfabrik Sarajevo, geöffnet nnr ivähr^'nd der Mariborer Festwoche in der ^lovali^ka nli-ca 2 iScherbanm-I^tiosk). Abzal)lnng iii 21 Monatsraten. 7072 * Radeiner Mineralwasser zur Zeit der Marib^>rer Fesnvoci>e gratis iin Paviünn Ecke Aleksandrova—Trg svobode. 70^».; ^ Auf allgemeines Verlangen Sa:nstag nochmalige Moderenue in der Velika ka-varna. Modelle der Fa. Petit Paris, Maribor. ^081 * Bei der „Linde" in Radvnnje (Ander- le) Sanntlig, den 11. d. '.','achfeier des zeim-jährigen ^'^nbiläuins der (sisenbakinerninnk-kapelle (Schönherr). 8iV?3 * Bei .^unko in Radvanje gibt es Sonntag außer Vratenten und Vackhnhnern frische Poganzen. Außerdem billige Weine. Sclnannnelninsik und Faßbier. 808-1 * Merfische! Vrauziu, 5?raden. Varboni Zahnfische und grosse Zevoli heute im Burgkeller. 8082 p Evangelisches. dienst wird diesmal lag. den 10. d. M. IHN ^ljaale itattiiutden. Der Gemeindestottes' ansnaliiii'^lveise '^iN'?-NI)r al>eiid'> iin .Msribore, Zeitung", Nummer ISt«. Samstag, den 10. August 1935. Die Welt des Blinden Sehör. Tastsinn und SIelchgewlchtSftnn als freundliche Heller 7;ür Menschheit ist der Gchcht^isinn sci wichtig geworden, daß er durchweg auf der übrigen Sinne verweirdet und entwickelt wird. Die Welt der Sehenden 's< eine Weit des Gesehenen, dem Blinden nl'cr ist eine solch?: Welt ohne Bedeutung: cr lobt im Reiä) der Töne, der berührten l^'egeuftände, der Gerüche. Der Blinde hat ?m Grunde genommen durchaus kein bcsse« r,?? Gehör oder einen besseren Geruck? als ^er Gehende; der einzige Unterschied ist dt'r, dasi er einen viel besseren (^brauch dl7pnn macht, daß er gezwungen ist, jeden dc'r i^krigen ^inne bis an die Grenze des Mö^ilichcn auszunützen. Die ganze Psycho« losiie des Blinden ist nicht so leicht zu erklären, weil die ihr zu Grunde liegenden (^efuhlÄiomegungen anderen .Ursachen entspringen. Auch das Mitleid, das der SelM de dem Blinden entgegenbringt, wirkt störend, um die Psychotogie deS Blinden zu fi tennen. Ter Gesunde kann unter Umständen über einen Tauben lachen, wo es sich aber um Blindheit handelt, bemerkt man bei allen '!?l^ensZ Sehenden grundverschisden !ev Tann ist aber auch die Meinung altge' rnein. das^ durä) den Verlust des Gesichts dl' utirigen .^'inne geschärft und entwickelt n^ürden. Vor allen Dingen hat der Blinde keme l^e^egenl^eit. etwa einen besonderen Änn -u entwickeln, sondern er muk mit dem Vorhandenen arbeiten. Der Hauptgrund, lne-halb die Blinden ein besseres Gehör oder einen liesseren Tastsinn baben, ist nicht der, daß die tietreffenden jZinne tatsächlich bl'sse- geworden sind, sondern daß sie KiZ ;ur log'schen Grenze .-»es Errei6?baren aus-qcnu^t werden. Ter Zehende ist gewöhnt, lediglich auf sein Gesicht zu verlassen und nimmt keine Rücksicht auf die akustischen uiw. Bedingungen. Befindet er sich in einem dunklen Raum oder werden ihm die Augen verbunden, so fällt es ihm schwer, die.^i^onzentration der Sinne unter AuS^ ickiluk de-? Gesichts zu erreichen. DaS Gehör ist der erste der Sinne, an welchen sich der Erblindete wendet, um eine Neuorien-l'erung norzunehmen. Tr ist ihm auch am ivlcktigsten. viel wichtiger als der Tastsinn. ?luch bei den G^surrden kann man mitunter beobachten, das; eine ganz außeror^ dentliche Ausnüßung des Gehörs stattsin-det.' So kann z. B. em Glektro-Jmxenieur i'n "Summen eines 'Turbk>stenerators sehr wohl eine ganze Neihe vrm Tönen Ahen .ousMNchen vermag. Eine g!wße Rolle ispiÄt das Zurültwerfen der'^./Tonwellen von glatten Flächten und anderen Gegenstanden. Neben dem ursprung lii^ien Ton entsteht ein gewisser Merton, anöden M*der Blinde gewohnt imd den fr verstehens'lernt. Er lernt praktischen Ge brauch^davion^zu'machen,'.uÄd ist im tSgll-chen'Leben darmtst ang^iese:?. Sucht er z.>B. an eiuer.^ReH'e stlchender-'Nutomobike einelLu'ckc, die^ er 'dmeiHM^iten, will,»so- helfen* ihm dabei! Ne Tone des ailf dem,Psta-iler enKangkwPfenden. GwiIeS intd'dle^O^ time sind es, Äe Äe öswMe Stelle anzeigen. Akustische Emd-rinke sind von allen in Rsichimeite de?, Oh^retz beftnKMHen Gvgen-ständ'lm ^^rnichnÄ'ar, nÄht nar vom ScWe-szen einer TVr, dem WHen einer Loiko-mot^e o^er der Mufi?. Ueverckll wei^n die Töne gebrochen, zurü^?geworfen, abgelenkt. Fü-r - den - Nklnden^istvdas ''GD)r wie ein Radio-Apparat, in dem sämtliche Statii>« nen gehört werden können, und wo es dem Hörer überlassen bleibt, sich die Station zu wählen, die er benötigt und auf die er sich zu konzentrieren wünscht. DaS bedeutet natürlich eine angestrengte Aufmerksamkeit besonders fiir den Anfänger. ES gibt allerdings eine Beschränkung. Es gelingt denr BlindLu nicht immer, diese gespannte Auf-mer?sa:nkcit, selbst wenn er jahrelang daran gewöhnt war, für längere Zeit aufrecht zu erhalten. Es tritt verhältnismäßig bald eine Ermüdung ein. Noch schlimmer ist eZ, idaß der GehörmechamsmuS wenig Schuh hat. Wie heftig auch ein Geräusch ist, daZ Ohr muß alles aufnehmen, und zwar init denselben äußeren Jnftrumenten, mit denen es die gewöhnlick^n und feinen Geräusche einpfängt. Der zweite wichtige Sinn des Blinden ist der Taftsinn, dessen Bedeutung nielsach ulberschätzt wird. Sowohl bei ihm als auch beinl Geruch ist der Ermüdungspunkt sehr bald erreicht. Deutlich zeigt sich dieser Ermüdungsfaktor beim Lesen der Blinden^ schrift. Viele Leute glauben, daß .'S nur nötig sei, das richtige Gefühl für die Blind schriftbuchstaben zu bekommen, und daß nach etwas Praxis das Lesen ebenso gut vor sich ginge wie bei den Sehenden. Dies ist nicht der Fall. Der Tastsinn wird sehr bald müde, die Höchstleistung beträtet nielleicht zwei Stunden. S'o wenig das Gehör über die Grenze des Vorhandenen hinaus entwickelt werden kann, ebenso wenig tann der Tastsinn geschärft, sondern nur mehr als bisher ausgenutzt werden Eine wichtlgs Nolle spielt besm Blikden das Gedächtnis, jene unbewußte Funktion, die durch das wiÄiche Sehen so vorteilhaft unterstützt wird. Hier muß der Blinde ein ganzes System anwendeil, um sich zurechtzufinden. Er wird bestimmt im Erkennen der Töne und dei: Stimmen dem Sehenden weit überlegen sein, weil er darauf angewiesen ist, die Menschen an der Stimme zu erkennen. Seine Fähigkeiten in dieser Hinsicht können jedolZ) bedeutend erweitert werden. Dem Blinden ist es möglich, selbst die physischen Eigenschaften eines Menschen aus der Stimme zu erkennen, wie z. B. die Stimmen korpulenter Leute von denen schlanker zu unterscheiden. Ein Sinn, der beim gesunden Menschen bswußt sehr wenig zur Amve:ldung kommt, hat für den Blinden große Bedeutung, nämlich der Meichgewichts- und Richtungssinn. Ein Gesunder wird sich mit verbundenen Augen oder in einem verdunkelten Zimmer alSbald verlieren, selbst dann, wenn ihm die Räumlichkeiten bekannt sind. Einem Blinden dagegen wird eS möglich sein, eine gerade Richtung einzuhalten. Sehr oft kommt eS vor, daß Blind<' gefragt werden, wie sie sich etwa einen Son« nenuntergang vorstellen. Diese Fragen sind schwer zu beantworten, da aus der Ersah-rung während der Zeit deS Sehens geschöpft worden muß. Die Fähigkeit, sich ctwaS bild lich vorzustellen, geht lnit der Zeit verli'-ren und ist sür den Blinden bedeutungslos geworden. Er sammelt seine Erfahrungen nicht mehr auS dem Bildlichen. Er braucht Charaktereigenschaften, psychische Momente^ Er will wissen, wie ein Mensch oder eine Saclie auf gewisse Einflüsse reagiert. Es ist-gewissermaßen ein viel weni^ ger oberflächliches Erkennen als das bildliche des Sehenden. BoNer Erfolg der Festwochen Ausstellungen Taufende von Besuchern zollen unserem Gewerbe, dem 5>andel, der Industrie und Landwlrttchast lhi» Anerkmnung Es ist aus verschiedentlichen Gründen der Munmot der BIÄtter Heuer schiver, in die Details der Ausstellungen der vierten Mari-borer Woche einzugehen. Daß im Rahmen einer solchen Schau gewerblichen und industriellen .Könnens keine weltepochalen Tinge gezeigt n^erden, ist vollends klar. Was aber unbestritten ist und bleibt, wird niemand in Abrede stellen können: die gewerblichen, industriellen, kaufmännischen und ^andwirtschastlichen Schaustellungen der heurigen Moch«? bieten selbst dem venniihn. ten Besucher eine Fülle von Neuem, noch nicht Gesehenem, vor allem aber ringt in diesen Ausstellungen die gute Qualität und bleibt als Sieger-'m bestehen. Gar mancher Nörgler, der da glaukt, unser heimisches Ge werbe sei nicht sähig, dieS und ieneS qualitativ lin einwandfreier Form herzustellen, muß mit Beschämung gesagt haben, doß er nun anderer Meinung sei. S?! eS nun die Möbelindustrie, die Konsektionsbranchen, oder die Erzeugnisse des holz-,popier- oder metallverarbeitenden Gewerbes, überall wird der Beschauer neben dem starken Em-pfilÄven sür das Zeitgemäße, Praktische und Nützliche, auch eine bestimmte, wenn auch undefinierbare Prägung von der ästhätischen Seite her, feststellen können .Man sieht aber auch, wie viel an Ausstellungspraxis unsere Geschäftswelt schon gewonnen hat. Man muß die geschmackvollen Dekorationen, Attrappen, .Hintergründe, Arrangementes usw. auch wirklich gesehen haben, um unserer Ge-schäftswelt die gebührend«' ?lnerfennung zollen zu können. Dip ?luSstellungen sind auch Heuer tag-lich von Hunderten von Besuchern bevölkert. Unermüdlich wandern die Besucher non einem Ausstellungsraum zum anderen und beim 'verlassen der Ausstellung sieht man es ihnen an, daß sie sich nicht enttäuscht fühlen. Dle ZnbivlbualiMl der Schreibmafchlne Schreibmofchlnenfchrtft als Verräter — AestfteNung der Ar veberfchaft - Mvgllchkeit genauer Angaben wer die Snt ftehungszeit Bon Dr. Heinrich Molvus. Das heute die Echtheit eines Dokumentes, welches mtit ?>er Schreibmaschine hergestellt wurde, oachgeprüft und daß schon nach ver-hältniLÄnWig kurzer Zeit, wann eS entstanden ist, als auch mit Bezug auf die Maschine selbst, auf der es «geschrieben wurde, seine Echtheit oder eine Fälschung als solche erkannt zu werden verniag, klingt noch vielen Menschen wie «ii« Utopie. Die Präzision, mit der solche Feststellungen getroffen werden, ist ai^^ für den Laien wirklich er-stmmllch, der sich noch nicht mit dem Wesen der SchreibmaslAnxnschrift näher vertraut gemacht liat. Hat man dM> schon genug M.n-^ TNirt Iden hands^fMch hergestellten Dokumenten bezw. mit den Falsifikaten. — ES mag sein, daß hiem'ber bisher nur in Fachkreisen gesprochen wurde, iin!d daß deshalb das Publikum selbst noch inanchen falschen Anschmmngen huldigt. Die erste Entwicklung der Schreibmaschine in den siebziger Iahren ging sehr lang-sani vonstatten. Erst im Jahre ^379, na,h-dem man über vierIahre an dem Problem herumgedoktert hatte, kam eine «imgermaßen brauchbare ?l1^aschine auf den Markt. Die seither gemachten Verbesserungen haben sie allmählich zu einem populären Requisit des Bureaus und des.HoimS gemacht. Man hat srüher ange:iommen, daß es unmögllich ist, aus der Schrift zu ersehen, zu welchem Zeitpunkt ober auf welcher Maschine ein bestimmtes Dokument hergestellt wurde. Daher auch die Annahme vieler Verbrecher und Betrüger, daß ein ,mt Maschine geschriebener Brief dem Autor desselben nicht gefähr lich werden könne. Daher die vielen mit der Maschine angefertigten anonymen E^is^ln, dtcher such das Verbot des «hemai-igen Sultans der Türkei, Schreibmaschinen in seinem Lande zu verwenden, weil angeblich die Urheberschaft aufrührerischer Schriften in "ie-ser Schriftart nicht festzustellen wäre T'N guten Mann hat niemand darüber nufge-klart, daß eS oft leichter ist, »ine- Maschini'n. schrift zu erkennen und zu entlarven, als ei-n< handschriftliche Fälschung - ' ' Es gibt nun verschiedene Wege, in denen sich die Individualität hinsichtlich der Schrift entwickelt. Zunächst ist zu bem''rk-..'n, daß die Fabrikation immer neu?, bessere Typen herausbringt, die, wenn au6>. unter dem gleichen Namen, so doch geri^fügige Verbesserungen besonders der Typen selbst aufweisen. ES hat immer einiges Kopfzerbrechen verursacht, wie man einen Aiis-gleich zwischen den Buchstaben mit geringen? Umfang wie z. B. dem kleinen i und dem großen M schaffen könnte Für kreide Lettern ist der gleiche Raum vorgesehen, .der in dem einen Fall zu wenig, im anderen zu viel ausgenützt wurde. Wo in dieser Richtung ein guter Gedanke auftauchte, murde er sofort vcu^ allen Fabrikanten übernommen. Daher kommt es auch, daß inan an der Art der Verteilung der Typen auf den zur Verfügung stehendem Raum, auf die Zeit der Herstellung einen Schluß ziehen kann. Ein anderes individuelles Merkmal der Maschine ist eS, daß die Zwischeirräume zwischen den einzelnen Lettern nicht die gleichen bleiben. Wenn auch die Abweichungen geringfügig genug erscheinen, besonders bei. erstklassigen Fabrikaten, so kann doch jede derselben durch Photographien und Vergrößerungen festgestellt werden. Ferner macht sich auch eine Ttt^uckverschie-denheit beim ?lufschlag der Taste auf die Walze mit der Zeit bemerkbar. .Eine Type kann allmählich an bestimmten' Stellen härter auf die Walze drücken als die anderen. Auch hier gibt es wieder Mittel und Wege genug, die Identität der Maschine festzustellen. Auffallend sind aber auch die Abweichungen der langen Lettern voll ihrer vertikalen Position, wenn dies« auch nur' gering sind. Endlich kommt eine wichtige Eigenschaft in Frage, nämlich die Veränderungen, welche mit dem „Gesicht" der Lettern selbst vorgehen. Die meisten Typen ftw Schreibmaschinen werden hergestellt, indem man lveichen Stahl unter hohem Druck in die betreffenden Formen preßt. Besonders da, wo scharfe Ecken und .Tanten vorhanden ^ind, können die Gesichtszüge der betreffenden Type sich ändern, unvollständig werden, ein anderes Gepräge erhalten. Äies ist eine be. sonders feine Art der Identifizierung, wobei darauf geachtet wird, daß d^ie vielgebrauchten Lettern der Vokale sich schneller an den^ alz die iibrigen. Ein Studium der Geschichte einer schreib Maschine an Hand von Proben auS den ver schiedenen Lebensaltern ist ebenso lehrreicki wie interessalrt. Hat man dei einem fraglichen Fall mehrere Muster dieser Art, so ist eS möglich, annäherungsweise den Tag festzustellen, wann ein Dokument hergestellt wurde. Alle genannten Merkmale und Ver-men reden stets eine deutliche '^^.prache, t.ie nicht mißverstanden werden kann. Die von einer Maschim herau^ebr^ch-ten Schriftstücke unterscheiden sich zeittich durch gewiss« Merkmale, welche durch den dauernden Gebrauch ker Maschine gewißer-maßen durch das Altwerden bestimmt sind.' Sie zeigen sich regelmäßiger als j«' bei ciner Handschrist und können natürlich millkürlich kaum verborgen wttben.^ Bei gerichtlichen Ausl^inandersetzungen erscheint es sehr oft wichtig genug, feststellen zu können, wann ein gewisses Schriftstück angefertigt worden ist. Handelt eS sich um eine handschristliche Urkunde, so wird eS äußerst schwierig sein, aus ihr irgendwelche A^altSpunkte zu erhalten. Anders bei einem mit ider Maschin« s^tiggestelltem Dokument. Wichtig z. B. sind (^bschastsangele-genheiten, Testamente, bei denen der Tag der Ausstellung deS letzten Willens zweifelhaft erscheint. Es ist zunächst ersichtlich, mit welcher Fabrikmarke geschrieben wurde, sodann kann man aber auch bestimmt sagen, daß ldaS Schriftstück vor einem gewissen Zeitpunkt nicht hergestellt »verden konnte, weil damals die betr^fende Firma die auS der Schrift ersichtlichen Neuerungen noch nicht eingeMrt hatte. Insbesondere auch bei anonymen Vi^efen zieht sich der K^eiS um den wirklichen Urh^r iimner enger, wenn man die Sprache der Maschine^christ zu verstehen gelernt hat. Samstag, 5en w. August l9Z5. Mapnabmen zur Belebung der MNschaft Die «ationalban» ln Südlung mN den Wirtschaftsweisen Ziltgred, S. August. Der Gouvom«ur dtt Nattonalbank Dr. RadosavljeviS und der Di«ktvr dieses Instituts Dr. Protiö peih»« seit Mttwoch in Zagreli um mit den Wrrt^ftskreisen, vor all^ aber mid den Bertrck^ der Geldinsti^ tute, in Fühlung zu tr^en und mit ihnen die Maßnahme« zur Belebwig der Wirtschaft zu besprechen. Gouverneur erklärte im Gespräch mit den Pvefs4vertretern, es müsse etwas «schiHen, M jugoslawischen Wirtschaft fluf i»ie ^ine zu helfen. „Die EntwWung der Kreditverhältnisse", meinte der Gouverneur, „besonders, soweit die geschützten Institute in Frage kom« m», steht im Zeichen der Thesaurierung gro^r Mittel, die in ihren Kassen immobil liegen. Eine zweite Kal^tät ist daS Fehlen der Möglichkeit für wrzfristige AMgen. Die Nationalbank ist bes^t, den Banken und Sparkassen die Gew^rung von kurz« stistigen KvÄlten zu e^glrchen. Borbc^ dingung ist aber, daß die biSl^rige .Kredit-politis elastischer wird, da nur dadurch der Volkswirtschaft neue Mittel zur Entwick--lung geboten werden können. Gouverneur Dr. Radosctvljeviö machte in der Aonfcrenz mit den Vertretern der Gel?» institute Mitteilungen über die Fragen, mit denen sich die Leitung der Bank gegenwärtig befaßt. Zunächst müssen Mittel und Wege ge funden werden, die Mittel der Geldinstitute richtiger zu. verteilen, um emerseits das F«hlen, andergrseits a^ daS Anhosen der» selben zu verhindern. Die geschützten An- Höchstkurse unter dem Einfluß mnfangrei« cher Gswinnrealisationen der BerufSfpeku^ lation nicht gehalten werden konnten. Die klagen über ^warArostschäden im Nordwesten der Bereinigten Äaaten und in Tei len Kanada? sowie über Trockenheit in Ar^ gentinil^n halten an. Der Durchschnitt der am Freitag publizierten Privatschätzungen über dii' ErnteauHchten der Uniorr lautej^ stalten müssen zwecks Belebung der Tätigkeit bk'i Wi'i^^Ln auf M" Millionen BushelS; da Reeskont- und Lombardkredite «ehalten. Da mit im Zusammenhange steht auch die entsprechende Aenderung der Verordnung über Ken Bankcnschutz, soweit dies<'l>i>.' die Placi«" runig von neuen Einlagen beschränkt. Ferner werden an die Geldinstitute. Lombardkredite in größerem Maße gr'wahrt nierden, jedoch in laufender Rechnung. Die neue Lombardierungsart wird die Äreditlicdingungen sicherlich günstig beeinsluszen. Bevorstehend ist auch die Einführung des Reports für Staatspapiere, der eine 1W?yige Beleh dil' Iulischätzung der Regierung den Ertrag mit 7."I Millionen bezifferte, ergibt sich ein MinuZ von IN Mllionen. Für Mais sind die ^Konditionen hingegen besser, da daS Wetter als ausserordentlich günstig bezeich^ net wird. 7)ie Privatschätzungen lauten im Durchschnitt auf 2298 Millionen Bushels, geg?n ?>'>!.' laut letzter Regierungsschätzung, was einem Mehr oon 2^3 Millionen ent^ sprechen würde. Zucker: ?luS den europäischen Rübenge-^^lieten lil^'^en Meldungen nor, nach denen nung der Papiere ermöglicht, wogegen der da-? Wachstum der Pflanze gute Fortschritts Lombard nur höchstens 75?^ vorsieht. Vor. ^ Tschechoslowakei klagt wei-läufig wird der Report für die igen Obli^ fgx Trockenheit und einzelne Strichs gationen für öffentliche Arbeiten eingeführt! wenn nicht ernste Gefahren entWerden. ! stk>s^c?n solll'n, dringend Niederschläge. F-m-i- k°fabt sich «-Iwnal^nl mit ^ P, «Zrückg°nq liicst in d°r ab ^ JW.'m Clmnngv-rk-hr , w°L>k°ch angisichtZ der an di-s.r A.5« .rw-ihnt-n Um-A«s° d-Knnt»uM»°n. smd«m b«. der Cm. . ül'.rr°sch. -Z sin» !.°rz°it auch »ahl^g «mm Scheck auszuMcn^ wodurch , ^ ^iaklor-n sch-n, ?>i- -in An die Flnanzierun^q oes (5rports erlelchtert .. . ^ wür».^ Schli-Nich ,°Il°n M^n°Iin.°n s-n werden, um die Annahm- WS Siwerg.l- ^ . . ..... des in größeren Mengei? seitens der Nano^ ^ 5soutschuk: .».er Kautschukmarkt stand un nalbank zu eni'öglichen. ^c'r dem E'nfluß der politischen und wlrt- Gouverneur Dr. Radosanlicvi.' und Di-^ Nachrichten Hollands und der rektor Protic begäbe,! sich ^peitaa nach "nmerhin Iiestehenden Gefahr emer Deval-Lsublsana, u?n auch mit den dortigen Vc'rtrc iiation deS GuldenS, doch bot die langiame tern der Geldinstitute in Fühlung zu treten ' Mnahme der Borräte und d.e Meldung, wenden und um der Gefahr großer Verlu-« ste vorzubeugen. DaZ Kämmerplenum beschloß, diesen Bor schlag den maßgebenden Ministerien vorzuleben. SeVftbilfe der Weinbauern Zu dem in/unsttör??ummer vom 7. d. veröffentlichten Aufsatz unter obigem Titel erhielten wir von einÄn HeingutKbesitzer aus der Umgebung nachstehende Zuschrift, die zum erwähnten ArtikÄ Stellung nimmt. „Herr Ludwig Stemmler, Äeograd, — heißt es in dieser Zuschrift, „beleuchtet rich-t,g den zu erwartenden, fast völligen Ruin de? Weinbauern, doch schemen seine vorgeschlagenen Richtlinieir Mr Hebung und Er-Haltung dieser wichtigen Nätionalwerte nicht richtig gewählt zu sein. In erster Lmie ist die Annahme, daß durch Hebung der Weinlfualität der Inl!andökonsum ge' boben'werden könnte, ganz unrichtig, da der Jnsandmarkt wegen der stark gesunkenen K'aufl^ast. nur für billige Durc^chnittS Ware aufnahmSMig ist. Für den (Export aber gibt es heute schsn und noch genug ?A?ine nicht nur höherer, sondern höchster Qualität, die aber ai^ nicht abgesetzt werden können, und öaran gerade krankt die Hache. Da wäre von Seiten der maßgebenden Kattoren dringendst nötwendig, wieder die seinerzeitige Ausfuhr zu ermöglichen, wenn notwendig auch mit griffen Opfern (Ausfuhrprämie, FrachtsahstlÄung usw.). .Hingegen müßte die Einfuhr von Ko-rintt,en usw. gänzlich j^sperrt we^en, damit die minderen, Mimischen Weinprodukte wiedstr zur. Branntweinbrennerei und Essigbereitung Verwendung finden könnten. .Weiters müßte die allAustarkt^ Belastung des Weines geändert ^Verden, um den Wn-jum, der hier zu Lande kaum 1o Liter per Kopfi und Jahr beträgt (in anderen Ländern das. Zehnfacke und mehr) zu verdop« peln. Dann gäbe es wirklich keine .Ense bei den A^inbauern mehr, die ihr Schicksal wobl geduldig, aber nicht gleii^ültig tragen. Sie sind sich der Gefährlichkeit ihrer La ge wf»5l bewußt, waS in vielen (Eingaben und ö^rkläriingen oft zum Ausdruck kam. Auch Iiati<'n sie das Rechnen und Berechnen schon längst gelernt, doch aus Selbsthilfe angewiesen, wäi:e samt vorgeschlagener Berufsorganisation ein (5rfolg unmöglich. Die Aufstellung von Lehrkellersien, die 5^err Stemmler im Vorschlag bringt, ist cinl' gutl' doure oine unge^ mein schwierige Situation. Die National-bank begann zwar mit dem LoSkauf der For derungen der (Exporteure, zuerst mit einem Abstrich von Prozent und später von 2 Prozent, hat sedocti nach kurzer Zeit die« sen LoSkauf wieder eingestellt. Die Holzhändler kamen dadurch und' auch wsgen der ohnehin niedrigen .Holzpreise in eine schwere Lage. Sie traben große Forderungen in italienischen Lire, die sie nicht in kurzer Frist realisieren kömlen. .Diese Situation bringt die (^efabr größerer Verluste nahe und könnte den weiteren normalen Geschäftsgang unmöglich macheir, sa sogar zu Betriebseinjtellungen führen. Wie die „Jugo-Pressekorrespondenz" erfährt, hat die Vereinigung der Holzir^u-striellen und Holzhänd^cr in Sarasevo nun^ mehr der dortigen .''^antmer für .Handel, (bewerbe und Industrie den Vorschlag unterbreitet, die .Mmmer möge in Anbetracht dessen, daß der Hol.^cxport einer der Haupt s'aktoren für die Astivität dl'r sugoslawi' schen Handelsbilanz ist, !iei der königlichen Regierung raschmöglichste Schritte unter« nebmi'n, um die schwermiegi^^den 7vk'lg-'n c»eS Oszillation der italienischen Lira alizu« 5turze Nachrichten l^ine holländische Kammgarnspinnerei ist als neuer Industriezweig in Tilburg geplant. Außerhalb der Kontingente lönnen nach der Türkei feuerfeste Schränke, Uhren, Kraftwagen, Ziegelstieine, Dachziegel, Fliesen und einige Papier-, Pappe- und Leiiien-sorten eingeführt werden. Bn den 104.15.^00 stillgelegt. Die Aufstellung neuer Spindeln für die ungarische Textilindustrie wurde verboten. Die syrische Spinnerei Arida plant die Angliedexung einer Weberei. Die japanische Papiereinfuhr war in den ersten drei Monaten 103^ mit 21.l)1o Toir-nen um ?Ä Prozent größer als in der glei-chen Vorjahrszeit. Die chinMche Regierung will die inländische Papierindustrie ausbauen. In Mostar soll eine neue Aluminiumsa-brik gegründet werden. Turin erhält eine Kochakademie Bielleicht schon i,r Kurze wird der jung" Akademiker an der neuen gastronomischen Hochschule m Turin seinen „Dr.rer.cul." machen können. Dem bedauerlichen Man^^ an Sach- und Fachkenntnis, an dem di«' meisten Menschen hinsichGch der Zuberei' tung des Essens lÄdeir—unÄ inr besonderen natürlich die Männer—soll in Italien liun mehr abgeholfen wevden. Turin bekomt d'^ erste moderne Schule der !^^ochkunst. Freilich --- auch von ihr könnde der alte Ben Akibo sa^en: eS ist c^es schon dagewesen. In d-^ römischen Kaiserzeit init ihrer geradezu vor langten Verschwendungssucht ur^d Böller stanjd auch die Kochkunst auf i>eln Höhepurrft Es gab bereits damals eine Art von Hochschulen der .Kochkunst, dk?ren berühmt'-' ste die Schul.? des ApiciuS i?ewesen ist. Hier lernte der Koch alle Feinheiten seines Han > Werks. So mußt«? er eS zun: 'Beispiel ver stehen,bei der T!afel ein rateneS Schmoin nach dem TÄt der Ätusik zu traiichicrcn, wie es damals überhaupt üblich war, rieiige Braten im ganzen auf die Tafel zu bnnq.^n Eins besondere Kunst stellte iin alten auch das FWen der Speisen dar. Braton wurde damals mit allen möglichen SacZ^ n gefüllt, mit Wurst, Eiern, gebratenen — >0 manchma sogar mit lebenden Bög^n. Zeiten ändern sich. Heute l)at di.-! Koch— „Kunst" ein etwas anderes Gesicht. Hcii?'' heißt es für den modernen Koch, die Wisst-n schaft vom Nährwert der ^'inzelnei? Sp^'i' sen und ibrer Wirkung auf die l^esun^ili''', genau so beherrschen wie die i'^rag^', möglichst schmackhaftes Mal zuzutiereite" Die Turiner Akademie der Kochlunst will den sungen Akademikern zeigt'ir, das; e'n zelne Rohstoffe, dio inr l^ebrrgSwasp^r .i'-kocht weriden, einen, andern Geschm^7ck bcn als wenn man sie in destilliertem Va« ser kacht, sie wird lehren,das^ lede Iahr'5-zeit ihre eigenen Gerichte hat, welch.^ bi-stimmten Speisen bei bestimmten ?,iranttii^ ren gemieden iverdcn nrüssen un^'» iv^^^lche gc ra,de dann dem Körper, zuträglich jind,uid sie wird endlich versuchen, ihre Junge, ,,1 die (^heimnisse der internationalen elnzulweihen. Bialleicht lain scl)echt''-r Gl-danke. Denn dig Kochkunst ist gerade Heu" eines der Gebiete, die wohl ein gründlich!'? wissenschaftliches Studium wert sind. Die Dritte Internationale will die Zweite Internationale ausfressen. Die seit zwei Ialiren zwischen der Drittl'n (sozialistischen) Internationale gefübrtcn F'.' sionsverhandlungeil zniccks Heytellung l'' l'.cr „gemeinsamen Froitt der ArbeitZtlnsi.' in der gairzeil Welt" sind gescheitert. ?i'' Vertreter der ^»voiten verzögerten di^' i lMdlungen, wohl wisseird, daß sie iln Mo nlLNt der Fusion ihre wenigen Anhän.i-'r verlieren müßten. Die Bolschewitei? I>a!''!' letzt beschlossen, den SozialiSniuZ niit ' »unu't und Sti^'l auszurotten um das ^^iel Uiii malt zn crv'icbe". „Maribc'rc'r Zeitung", Nummer IN). EamStag, ben 10. Auyilst 1935. Noemi Cskul: Spätsommer-Liebe Von der weißen Mauer der Nachbarvilla I^uchtetcn dic letzten Kletterosen in fast hochsommerlich heißem, überschwen.gli6)em Rot. l5s war ein Rot, fast so leuchtend wie das des Äartenkleids, das manchmal durch das l^rün der Bi'ische schimmerte. Die Nach« barvilla war seit Sommerbcginn bewohnt. Milans lasi lang hingestreckt neben dem Zaun. Eigentlich war es gar kein Zaun, son dern eine Hecke. Eine sehr dichte Hecke zwar, die kaum etwas erspähen ließ, aber man könnte vielleicht doch einen Zettel, einen kleinen, nlit heißen Liebesworten beschrie-lx'nen Zettcl durstecken. Es konnte auch eine Rose sein oder irgendein anderes bewährtes Zeichen der großen Liebe. Man mi'lßte cs geschickt anfangen; KlauZ versuchte, die kleinen, zähen Zweige auseinanderzubiegen, denn dri'lben, nur durch diese dumme i^cke von ihm getrennt, lag sie. Klaus wußte es. Es war der schattigste Platz des Gartens und dort schlief sie oft. Klaus konnte dann ihren Atem hören, wenn er seinen ganz anhielt . . . W^enn Klans gefragt wurde: „Kommst du heute mit auf den See?" sagte er, der sonst immer der Erste beim Schwimmen und Rudern gewesen, jetzt stets „nein!" ?ln anderen Tagen: „Willst du mit uns nicht angeln gehen,- ich weiß einen Platz, vo große Forellen sind?" ant'wortete er: „Es ist heute viel zu heiß", oder „viel zu kiihl", und wenn die Kameraden unwillig fragten: „Klaus, was machst du denn eigentlich immer in deinem Schlupfwinkel an der 5iecke?" sagte er ebenso unwillig: „Stiert mich doch nicht immer, ich lese. . . schlafe .. ., träume . . Dann hörte er ganz gut. daß das eben, hinter der .Hecke^ ein boshaftes Kichern war. Klaus hatte fie nur zwei-, höchstens dreimal gesehen. Sie war schlank und nußbraun, sie hatte einen Mund, der so rot war wie . . . wie ihr Gartenkleid. Und ^hre Stinnne war dunkel und kühl. Klaus liebte diese Stimme und diesen Mund und das rote Kleid und . . . Er wußte es ganz genau, daß dies nun endlich die große, die ganz große Liebe war. Im Garten, rieben der .Hecke, duftete eS nach Blumen lmd Kräutern. Wenn man die kleinen Blättchen des Thymian zwischen den heißen Fing^'rn verrieb, es konnten au6i ein paar Minzstengel sein, atmete man Duft und Kühlung ein. Klaus wühlte die erhitzte Stirne ins Gras. Wie die Erde duftete! Er sprach mit halblauter Stimme einen zarten LiebeKvers. Da raschelte das Laub der .<^cke, raschelte stärker, es knackte darin und — sein Herz schlug bis in die Kehle — es erschien ein kleiner Fuß zwischen den Vlättem, die Spitze eines kleinen Fußes in einer blauen nnd silbernen Sandale. „Die Nägel schimniert'en wie Mondstein," dachte Klans, obwohl er nicht genau wußte, was Mokrdstein ist Aber ehe er noch zu Ende denken könnt.', war. der kleine Fuß wieder verschwunden^ KlauZ weinte beinahe über sein Zaudern. „Ich hätte ihn feschalten sollen . . dachte er, „ich hätte ihn mit meinen Klissen festhalten sollen . . Wenn man sechzehn Jahre ist, hat das Wörtchen „hätte" einen sehr vertrauten Klang. Am nächsten Tag hatte sich Klaus zum Willen zur großen Tat durchgerungen. Die dunklen Trauben an den sanften Hängen der niederen Berge waren reif geworden, man spürte ihre volle Süße durch die ame-thristfarbene Schalle. Diesmal wollte Klaus die schönsten Trauben — frühmorgens aus des Gutsherrn sorgsam behüteten Weinbergen gestohlen — um seinen Stock gewunden hinüberreichen. Er mußte lange warten, eHe der Ruhc-Platz betreten wurde. Endlich! Mit aller ??c>rsicht steckte Klaus den fruchtgekrönten Weiden zweig über die trennende Hecke. Tchweigen. Nichts. .Kein W»rt. kein.Kichern, kein Ausruf. Dann kann der Wetdenzweig zuri'lck. Er trug nur eine te,ive ai^Slkndische Zigarette an der Spitze. Maus rannte. Er mußte vor Freuve einen kleinen Dauerlauf um den Nasen machen, dem Punshingball einen Schlag versetzen, die Bahnenstange erklettern und eine Flai^ge hissen. Da sah er vor der Nachlbarvilla einen kleinen Wagen kmtten. Eine schlanke, elegan te ?fran ftieq miS . . .'fie. Mer war sie VtHt eben . . .? Wie knm jie d«v AU glei- cher Zeit . . .? Klaus schlich zur Hecke zurück. „Da bin ich wieder!" rief sie drüben und eine Männerstimme — aus dem Liegestuhl neben der .Hecke — antwortete ihr wohlig faul: „Da bin ich noch. Ich habe dir deinen Platz warm gehalten. Mit guten: Nutzen übrigens. Die Trauben haben mir großartig geschnieckt." „Dle Trauben . . .?" „Ja, es wurden prachtvolle Trauben herübergereicht, ich nahm an, für dich. Aber der Durst, weißt du. Und so habe ich sie angenommen, gegössen und micki mit einer Zigarette_ mehr hatte ich nicht b?i mir — revanchiert, sie wurde in Gnaden aufgenommen!" Sie lachte, er lächte,"beide'lachten-Nun bedauerte der ülcann Klaus es heftig, daß er nicht ein paar Jahre jünger und ein tüchtiger Lausejunge lvar, delni für einen .Herrn in seinem Alter war die Gartenspritze leider nicht die richtige Waffe meyV... Am nächsten Morgen aber sah Klaus, daß die Kletterrosen gar nicht mehr hochsommerlich rot ivaren, soni>ern müde violett, der .Himmel war in graue Regenwolken verhüllt, die Nachbarvilla stand verlassen nnd leer, da? Tal, der See, die Welt und das Leben waren grau in grau: der .Herbst war gekommen. 5P0«7 Motorradfahrer über Berg und Tal Die gestern veranstaltete erste Geländefahrt des Motoklubs Maribor gestaltete sich zu einer wertvollen Geschicklichkeitsprüfung unserer Motorradsportler. Für die dreimalige Ueberquerung der 7 Kiloineter langen Strecke Maribor—Kamnica—Ro«pol>^—Kr-öevina—Maribor wurde der Stundendurch schnitt von 30 Kilon,eter vorgeschrieben. Bon den Solomaschinen placierte sich als Erster Adolf Zoster (AutoNuV) vor Franz (!:eh (Pohorje) und Max BraLiK (Pohorje). In der Beitvagenklasse fiel der Sieg an Franz «Saneal Motoklub). Zweiter wnrde Karl Kanzler (Motoklub) und Dritter Otto (!repinko (Pohorse). Um die glatte Durch-fi'chrung machten sich die Klubfunktionäre Antonöie und Iurjaveiö. verdient. HtaatsmeifteNchaft der Elsen-bahnwortler Das alljährliche Fußballturnier um die Staatsmeisterschaft der Eisenbahnersportler Jugoslawiens geht Heuer Zanistag nnd Sonntag in Maribor in Szene. Als Ans-tragSort Lurde das „7.eleZniöar"-Stadion wählt. An beiden Tagen beginnen die Kämpfe, die die Meister von Beograd, Zagreb, Sarajevo uud Maribor als Gegner sehen, um halb 16 Uhr. Samstag treffen zunächst Sarajevo. und Ljubljana aufeinander, während Maribors Vertreter gegen Zagreb spielt. Sonntag absolvieren im ersten Match die am Bortage unterlegennen Mannschaften den Wettkanrpf um den dritten bzw. vierten Platz, worauf das Finale der beiden Sieger der Vorrunden folgt. Auch Heuer verdienen die .^tämpfe ein besonderes Interesse, zumal alle vier Städte durch ihre prominentesten Fußballer vertreten sind. Nudersportler aus der Drau Sonntag vormittags werden auch die Rudersportler mit einer Eliteveranstaltung vor die Oeffentlichkeit treten. Zunl ersten Mal wird aus der Drau und zwar im Abschnitt Fala-^Maribor die Kajakmeister-schaft des Draubanats bestritten werden. Als Veranstalter zeichnen der hiesige Ruderklub sowie der Ljubljanaer Kajakklub. Der Start erfolgt um 10 Uhr bei der Ue-berfuhr in Fala, mähend daS Ziel beim Bootshaus unterhalb des Steges festgesetzt ist. Insgesamt werden vier Klassen gewcr-tet und zlvar Ein- und Zweisitzer-Holzboo-te.und zusammenklappbare Boote. Die-einzelnen Wettbewerber werden in einem Intervall vo 1 Mnute abgelassen. Die drei Erstplacierten in jeder Kategorie erhalten Plaketten, außerdem wird dem Boot, das die beste Zeit des Tages erzielt, der vom Ruderklub gestiftete Wanderpofal zugesprochen. Insgesamt werden zwei Kontrollen aufgestellt sein und zwar unterhalb des Schloss^ MldhauS und auf der Mariborer Insel, woselbst der rechte Arm der Drau passiert werden muß. Die Wettbewerber b<^geben sich Sonntag frühmorgens um 5.44 lchr mit dem Personenzug nach Fala. : Eine jugoslawische B-Mannschaft wird demnächst zu einem Fußballkampf gegen ein Team der Normai^die antreten. : „Jugoslavija" nach Italien. Die Beo-grader „Jugoslavija" tritt am l. September eine Tournee durch. Italien ein. Es sind Spiele in Roui, Mailand und Florenz geplant. : Wieder sportliche Beziehungen mU Ita« lien. Der italienische Fußballverband hat aintlich den INS in Kenntnis gesetzt, daß i schweizerischen Rekord. er bie sportlichen Bezichunigsn M Jussfla-Wien, die seit 19N wegen eines Zwischenfalles beinl Spiel „Gradjanski"-'„Iuventus" abgebrochen waren, wiederherstelle. : Das jugoslawische Ruderteam, das vom 13. bis lg. d. bei den Europameisters^sten in Berlin antreten wird, passierte gestern unsere Stadt. : In B«ögr«d besagte „Vienna" den BSK mit 2 : 9. " ' : Roch ein Ausreisjer. Der bekannte rech-te Flügel des Zagr'eber „Gradiansti" und jugoslawische Auswahlspieler, ^i.PoZ, ist in die Schweiz übersidelt, wo er dem Verner Klub „?)oung Bdys" beitreten,wird. : Auf die htzpt«rtstel Sekunde genau. Die Berliner Firma Loebner hat eineii Zeit-ineßapparat fertiggestellt, der nicht nur ntit der Startpjstole in Kontakt steht, sondern mit einenl ' at»tomatsich''n Zielband-'Anstö-sungsapparas verbunden ist. sodaß ^jede-Zeit gengnestens registriert N'exden kann, ^^'r Appargt soll zuerst bei den Olympi-scheii spielen' in Berlin ?ln,v"ndnng finden.-: Redie trat auch Heuer in, B^dener Tennisturnier an, vnd wnrde von Aatejka 8:l»^ k : 3 elimhlicrt. . : In Hambutg'sjnd nunmehr alle drei Ju goslawen ausgeschieden. Cramm - Pallc^da t'i :n : 4, tt/: ,3, .Henkel .^inkttlievii^ : .'i. 4 : 6 : 3, tz ö, und S^igeti - - Pun^ec 3 y : 4, 8 s, a : S. : Der. holländlfche' Fußballincistor „Plp-lipS" wnr^ von der Prager „Slävia" mir y : 0 Nberlegesv geschlagen. : 1VV Nieter w 1V.3! In Basel lief der Anlerikaner Peacoc? 1W Meter in der Welt-rekordzeit von Seknnden, der- Schweizer .Hänni errei^te mit 10.4 einen neuen Zum Tobt veruMll Wle Seen sterben Bon Hans Bourquin. „Alles fließt!" hat «in Wcltweiser der Alten einmal gesagt, nnd er hat daniit kurz und bündig zunl Ausdrck gebracht, daß nichts in der Mlt einen festen Bestand hat. So werden die „ewigen Berge" nach und nach abgetragen, nlRd alle Seen sind zu einenl langsamen Sterben verurteilt. Hier spielen z. B. Flüsse eine inörderische Rolle. Ein GebirgSstrom ergießt sich nllt seinen stürmenden Wassern, in denen schniut zige Massen von Schutt wirbeln, in einen lveiten See. Aus seineui Boden scheidet sich aller Sinkstoff ab, und die zerriebenen Massen sammeln sich inl Laus der Zeiten im Seebecken zu gewaltigen ^lichten an. Jedes Körnchen, das der See einschluckt, bedeutet einen kleinen Triunrph des Landes über das Wasser. Der Kampf der Seen Nlit dem zuge-schwemnlten Schutt spielt sich etwa auf dr^n Arten ab. Zwischen St. Maurice au der Rhone und dem Genfer zieht sich — um ein Beispiel vorznfnhren — ein langes, jchnia-les Tal hin. das üppige Knltnren und blüh ende Ortschaften trägt. Einst haben dort keine Menschen Hansen können. Denn es läßt sich nachweisen, daß der Genser See vor Zeiten mit einem langen Zipfel fast an dns scharfe Knie der Rhone gegriffen hat, bis zermahlenes Gestein ihi: abdrängte. Ost schioben Flüsse seitlich vom Ufer aus ein Delta mit Kehricht des^ Gebirges inS Wasser vor. So ruht das. liebliche .Hallstadt ans einenl derartigen Stück Sch^vemlmland. Und wenn solch ein Delta schließlich das gegenüber liegende User erreicht, so fin'det eine Teilung des Seen in zwei Becken statt. Die Paradiesische . .Landschaft deS Bödeli zwischen Thuner und See verdankt ihre Entstehung einen, derc;rtigen Vorstoß, und man muß den häßlichen öchntt,nassen dankbar sein, daß. sie sich zum Fundament eines so herrlichen Fleckchens Erde gemacht haben. Manch schmutziger Flnß, der in einen See mündet, kommt auf der anderen Seite ^ wohl unter neuem Äamen — geläutert wieder heraus, und ein f^ittsinniger Beobachter der Natur hat daru,n die Seen als „die lieblichsten' Kloaken der Wolt" gefeiert. . ^ ES gibt aber auch organische Feinde, die den Seen mächtig zusetzen. Begeben wir nnS einmal nach Norddentschlaird, an einen der vielen nntiefen, besonders an, Ufer ganz seichter Seen, deren flache Wannen von Gletscheri, der iLiszeit auSMräst »Vör- den sind. Bei diesen betragen die größten Tiefen oft kaum 10 Meter, und der Spir-ding- und der Mnritz-See, wo Lotungen bis zu 22 Meter reichende Tiefen zei^n, bild<'n schon auffällig Ausnahme. Hier schwimmen ans stehenden.Ms-ser winzige Organismen aus der PslaM'n-. und Tienvelt, die gern ewe grünliche, schnlierige .Hänt bildei,. Nach dem Abster-b<'n sinken unzählige kleine Leichen zu Boden, und dann bildet sich der sogenannte ^anlschnvamin. Dieser ladet nnn allerhand Röhricht ein, iich an, llfer aiMsiedeln. Uiid wenn das Schilf abgestorben ist, I»o liefert es nenes Material zur Verfestignilg des Nferrande'). " Nach Und' nach kl^imen hi.r auch schwerere Gewächse, ivie Erlen, Birken und Kiefern, Wurzel s6ilagen. .U,ch. so verwandelt sich l^r immer weiter ersterlvn-'^ de See vom User aus in ein .Hochmoor. Auch bei Gebirgsseen finden wir einen Ka,npf von Tier und Pflanze Mit den, Wasser. De,n Leser Ist vielleicht da? „Blühen" der Seen -bekannt^ bei dein sich ihr Spiegel mit einen, Scksauin bedeckt, der eine rötliche, lila, gelbliche oder weißliche-Farbe zeigt, und dtt. M oft Handhoch an den Ufern absetzt. Das Mikroskop hatte verra-leik, daß dieses Farbenspiel von Milliarden kleiner ^nfnsorientierchen stammt, die niit eine,n kalkigen Panzer l>en'chlt sind. Und diese festen Hüllen' bilden nach dem Tods ihrer winzigeii. Träger mineralische Abla-' gerungen, nwdurch Mi die Tiefe der Seen mehr und niehr verringert. Wie immer ein See in der Sonne glänzt, wird a,t6) der Sensemaitn eininal Sieger sein. Natürlich werdeil in allgemeinen 'die tiefen Seen, wie sie iin Bergland vorkommen, eine längere Loliensdauer haben, als die seichten Wasser in' den Glacial-Wmmen. >So wird wohl noch sehr viel Wässer ins Meer laufen, bis z. B. in Bayern der Königsee mit IM nnd der Walchensee mit I!^ Meter Höchsttiefe verschwunden sein werden. Und sehr lange dürfte der jetzt ganz italienisar ein Sieg des Landes iÄer das Wasser! .' E-M-s. 5m «. «»»« kW^' Hochzeltsbauchtanz in AbeWien Als emopäischer Gast bei einer Hochzeitsfeier der Eingeborenen Der englische Aorschvngsttiseude Ney, der süh lSageve Zeit iu Ahnten aufgchcckten hat, schSkert i» einem ivtereßlmten. enMH gchhrje-benen Reiseweck seine perfialkh» Enchrücke von Land mck SeutM und die BoRSbÄuche deS noch immer ^cht unSelamrten Landes. Wir «ü-nehmen davovS stckgaKen Wschnitt: Saft bei swer «MachochM Während wir Sei Leacha Ehacha lag^ ten, hatten wir das Awck, die Zeremonien bei einer Gallachoch^t beovachtm zu «w nen. Etwa 50 Reiter iu frilsch gewaschenen weitzen SchamaK iHauMSkidungMck), «lsten im Galopp in der RMung auf «nS zu um die Braut äuS ihrem GeburtSdo«fe einzuholen. Nach etwa vier Stunden lärmenden, aufgeregten Duvcheinanderschwat" zens wuÄte die dnnve Gl^nheit auf ein M^ltier gesetzt, lmt inmitten des Trupps in ihre neue H^mat einKureiten. Die las treiben, besonders in diesem DistrÄt, viel Pferdezucht. Ge sind äußerst gewandte Reiter und liefen uns itz« Wnsts sehen, lndem sie auf einem KÄenklich zerrissenen Terrain wild hin^ und her^opplerten, allerhand Einzelkämpfe mimten, dann den geschlagenen Feind verfolgten, kurz, unS so etwas wie «n glänz«rdes ZivkuSsKau' spiel boten. Der Wter piSM M ' Gchon früher einmal hatten wir G^e« genheit gehabt, ganz intwi einyr a^ssini-schen Hochzeit beizuwoihnen. wie sie für die BolZSbrauche typisch ist. Die Sache spielt sich meist wie folgt ab: Wenn .^i junge Leute ema^ep ^u heiraten wun>schen, oder, was himfiger der Fall ist, wenn die Mern sie verheiraten wollen, so schickt der Bater de^ zukünftigen Nrautigams zwei oder drei /,-Schimad-schille", das sind alte Mmmer, zu dem Ba» ter der erwählten Braut, um die Werdung vorzubringen. Es ist aber n'uht „guter Ton", schon in diesem Anfangsstadium eine entscheidende Antwort zu sondern der Vater des Mädchens antwortet nach vielem Hin- und Hevgevede und Vertilgung reichlicher flüssiger Erfrischungen, er wolle sich die Sache überlegen. Nach zwei oder drei Wochen kommen die alten Männer wieder und berichten, wenn sie, wie üblich, nun den günstigett Bescheid erhalten haben, diesen ihrem AustraggÄer. Wenige Tage da-nach wird ein „Brautführer" gewählt, welcher der Erwählten einen Ring überbringt, den diese sich an einem Aand um den Hals legt, um ihn evst nach der Hochzeit an den Finger zu stecken. Darauf erst stattet der Vater des Bräutigams persona lich der anderen Familie seinen Besuch ab, womit das Mäd^n bereits faktisch des künftigen Aatten Besitz wird. Entj«W»»gm»g bei Ahejtteik. Wenn sie aus irgendeinem Grunde noch vor der .^ochzeitsseier „streikt,., nmk ihr Aater Entschädigung zahlen. Mr gewöhn« luj, aber sindet die Hochzeit statt, ^r Bräutigam und seine Freunde kommen bei dem Schwiegervater zu Besuch und verLrin gen eine Nacht auf dem Stückchen Land, welches auch zu dem ärmlichsten ,.Tukul" (Hütte) zu gehören pflegt. T^bei wird ein etwas seltsames Spiel gespielt. Die Braut und dier oder fünf ihrer „Brautjungfern" sst^iden sich alle genau auf dieselbe Weise an und sind dicht verschleiert. Eine von ihnen, die nicht unbedingt die Braut zu sein braucht, sit^t in einer Ecke, während die anderen in einer Reihe beiseitestehen. Der erste Brautführer — für gewöhnlich sind es z^vei — hat nun die Aufgabe, zu erraten, ivelches die Braut ist und sie dem Bräutiflam präsentieren. Dabei irrt er sich natürlich meist erst einige Male, was dann allc^eineine Aufregunl^ und 5^citer-seit I^rvorruft und, da das Spiel sehr iienau den Regeln nach durchflefichrt werken muß, es dauert ziemliä) lange. Am nächsten Tage zieht die ganze Hoch-^^eit'^gesellschaft M den: Bater deS Bräuti« der sie in eigens dazu l^crgestessten Uder jiemieteten Tukuls und Zelten unter brinflk. S6)manci werden vi^n ihm einige S6)afe oder, wenn er reich ist, em Ochse spendiert, die roh gegessen mid mit r^li^ Mengen von „Talla", dem EingeboreueBier, begossen werden. Schmttzlmt mtieem Baldachin. ihierbei vollzieht sich auch die eigentliche HochzeitSzeremome. Bei der, die wir „mit-mai^^eu", ging es äußerst lebhaft zu. In beu und Zel^ hockten die Aaste 'dtchtgedräNgt i» einer mit Worten rricht MederzugÄenden ,Luft". Sie vertilgten Uomengen von festen und flüssigen E^ri-schmlgen, sangen oder spielten auf ihren sÄtsamen Instrumenten und vergnügten sich auf ihre Weise ausgezeichnet. Nach ein!--ger Zeit wurden wir in den Tukul geführt» in dem die tzauptgäste waren. Wenn ich sage, das auch diese vollgeMtc Hütte keine Fenster, snndern nur einen schmalen Eingang hatte und daß der Tag glühend heltz war, so kann man sich wohl die auch hier herrschende Hitze vorstellen. In einer Ecke war e'me Art kleiner Baldachin auge-lbracht, wO das Brautpaar und zwei Brautjungfern, wie die ScrÄinen zusaMmenge-Pfercht, saßen. Sie waren, als wenn eS bitter kalt wäre, in alle nrög^icheu Festkleider gehüllt, sodaß ihr Schweiß in Arö-men lies, was natürlich shhr zu „Aromatisierung" der Luft beitrug, zumal ihre Haut vorher tüchtig mit Butter gesalbt worden war. Ich erfuhr dann später, daß die schwe re Bermummung mit der uralten Aufgabe der Brautjungfern zusammeuhÄngt, die Birginität der Braut festzustellen. Die ent sprechende Verkündigung wird dmm mit lautem Beifall der l^äste aufgenommen. Wir zogen un? vorsichtig zurück, als einige Damen uns zu Ehren eine Art Bauchtanz vor der Hütte aufzuführen begannen. Der Hochzeitsschmaus — ini wesentlichen immer wieder rohe? Fleisch — war a^r sicherlich noch lange nicht zu Ende. der Die „Gefellfchaftsreiftn Vögel beginnen! Kuckuck uck» Mauersegler schon im Aufbruch — Die Kiebitze liabeu Rivierasehnsucht Herr Zkiiluck dars vorslieqen. Sobald der August ins Land gezogen ist, rüsten schon einige Bogelarten für die gro^ tze Reise nach dem Süden. Am eiligsten hat es zweifellos der Kuckuck, der bereits Ende Mi zum Abflug startet. Andere Bogel wieder lassen sich mehr Zeit und beginnen ihre große Reise erst Ende »September oder Ansang Oktober. Es ist bei den Vögeln nicht anders als bei den Menschen: es gibt große Reisege^ sÄtfchaften und es gibt Einzelgänger, die allem den Weg in die Ferne suchen. So versammeln sich z. B. die 'Schwalben in rie« sigen Scharen und starten dann gemeinsam zu ihrem großen Fluge über Länder und Meere, der sie bis nach Südafrika führt. Auch unsere Störche gründen solche großen Reisegesellschaften, bei denen übrigens stets die kräftigsten und erfahrensten Tter«^ die Führung übernehmen. Ein Einzelvogel dagegen ist der Kuckuck. Dieser Bogel, der durch seine berüchtigten Eier, die er fremden Bögeln ins Nest legt, einen schlechten Ruf bekommen hat, besitzt überhaupt wenig Familiensinn. Si' macht sich Vater Kuckuck meist schon Ende Juli oder auch Anfang August auf die Reise. Was aus seiner lieben Familie wird, ist i^ höchst gleichgültig — nach den ausgesäten 'i^ndern fragt er ja sowieso nicht. Einige Wochen später hält eI dann meist Frau Kuckuck für angebracht, dem Herrn Gemahl zu folgen. Kinder wachsen unterdessen im Schutz d?r Pflegeeltern auf. Wenn sie — nft genug ersv Ende Septem ber —. kräftig genug sind, wagen auch sie den Flug nach dem Süden, und es bleibt ein ewig ungelöstes Rätsel der Natur, wie diese Jungtiere allein den iveiten Weg nach Süden finiden. Die beiden Reisewege der GtSrche. Einer der Bügel, die jetzt Anfang August vom Reisefieber befallen werden, ist unser Mauersegler, der ja auch als einer der ersten im Frühjahr zurückkehrt. Die ewig uw ruhigen Vögel, die wie der Blitz um unse^-re Türme und Giebel schießen, reisen in großen Trupps. An Seen und Flußufern kann man gerade jetzt große Scharen von Jungstaren beobachten, die auch in den Obst gärten oft erheblichen Schad^ anrichten. Es sind junge Tiere, die auf der Durchreise von den nordöstlichen L'än^m wie Finnland, Livland, Lettland usw. nach dem Süden Rast machen. Unsere einheimischen Jung stare gehen schon früher auf die WandA^ schaft. Mit Hilfe der Beringung weis; man, das; si>? um diesl' Zeit bereits w Nordfrank-' reich, Belgien und an der Südwestiüste Englands sind. Außerordentlich interessant lit der Zug der Störche. So hat man z. B. festgestellt, daß von den 'Störchen ein Terl über Frankreich, Spanien, Gibraltar nach Afrika fliegt, Run fahren wir mit« ItSdern i AUW wShread die audeven die Zlugroutc über ÄonftaMinopel wählen uÄd dann mlaus-wärtS flisgen. Daß dabei die T»ere immer wieider den Weg von diesen beiden wählen, den schon ihre früheren Generationen u)Shl ten, ^gte folgender m Deutschland gemachter Versuch. Man hat Störche, die in der Bogelwarte beringt wurden, die irgend wo in Ost- oder WesLpreußen zu Hause wa« res, mit der Bahn mich Hessen geschafft. Normalerweise hättm also die Tiere nun den Weg über Gibraltar nehrnen müssen. Das war jÄwch nicht der Fall. Sie kehrten quer über ganz Deutschland nach dem Osten zurück und zogen dann die altbekannte Strecke über Kolnstantinopel. Ron-stopiFlug über den Ozean. Irrig ist die vielfach vertretene Ansicht, daß die Zugvögel den größten Tell ihrer Reise in ununterbrochenem Fluge zurücklegen. Man hat nachgewiesen, daß fast alle Zugvögel in Etappen fliegen, wobei sie unterwegs rasten mid neue j^äste für den Werterflug smmneln. DurchschnitMch werdet sogar täglich nur geringe Strecken zu^ rückgelegt, etwa drei bis fünf Stunden fliegt der Bogel an einem Tage. Nur der ameri, kanische Goldregenpfeifer machr eine Ausnahme und ?ann Wgleich den WeÜrekord' der Vögel im Danerflug für sich in Anspruch nehmen. Er fliegt nämlich im ,.Non- Wometer! Die Reiseziele unserer Zugnögel sind durchaus verschieden. Am weitesteir fliegen unsere Schwalben, die man im Win» ter in SÄdafrita findet und die also eine Strecke von 6000 Meilen überfliegen. Dagegen gibt es eine Reihe anÄerer Bogel, die sich damit begnügen, die südlichen Länder Europas aufzusuchen. So begibt sich B. der Kiebitz „zur lSaison" nach der franzii-sischen Riviera oder nach Portugcrl. DK Vegetarier Kleiben zu Hause. Welche Vögel ziehen nun eigentlich fort und welche bleiben hier? In: großen und ganzen läßt sich sagen, daß die 7^leischfresser nach dem Süden ziehen, die „Vegetarier" aber daheimbleiben. Alle Vögel, die sich überwiegend von Insekten ernähren, müssen ^värmere Länder aussuchen, weil sie iir der .Heimat unter Nahrungsmangel leiden müßten. Andere dagegen wie z. V. Spatzen und Meiself, die von Körnern, «^rünsutter usw. leben, können sich auch mährend der kalten Jahreszeit mühselig durchschlagen. Dann gibt es manche Arten, von denen einige Tiere fortziehen, andere aber hlcr-bleiben. Dazu gehören V. Amseln und .s^iebitze, von denen stets einige in der mat bleiben, während die Artgenossen n>l? dem Sieden reisen. Der Bogelzug ist eines der interessante sten naturwissenschaftlichen Probleme. Sc^" ne Gesetze, der sichere Instinkt, der die Tic^ re leitet, ist für den Forscher ein <^biet, das noch lange nicht restlos erschöpft iit. Das wesentlichste Hilfsmittel in der Erforschung des Vogelzuges ist- die Beringung der Tielge. Mit Hilfe des winzigen Metall--ringes, der dem Vogel um das Bein gelegt wird, läszt sich in fremden Ländern leicht feststellen, woher der Vogel komnit, wie lange er M seiner Reise brau6)te usw. Nur so war es auch möglich nachzuweisen, in welchen Ländern eigentlich unsere ^onnner' Vögel den Winter v<^rbringen. Leider gibr es bisher derartige Vogelwarten nur im Norden. Sobald er!t auch in südlichen oern Beringungsstationen eingerichtet sein werden, wird es e'n Leichtes sein fejt^^u^ stellen, aus welchen südlichen (legenden un« sere Zugvögel zurückkommen. In Berlin wurde soeben eine tieue Auto kvnstruktion vorgeführt, die mit Rädern v?rsesien ist. Dieses Auto soll nicht nur b«^-si^nder.' sicher l^nd stoßfrei sein, si'ndcrn auch eine größere Geschwindigkeit entwik- keln können. Die Anbringung de»: acht Räder vermeidet Unglück-Zsalle bei Achsen-briichen und gibt aucii beiui liel'ersahren von Bodenunetienheitcn ein ^!ci t?5088e (Zoleslsalielt! Llexan- tes Inäian-Scout ^otorrsä m. lieivvZLell. fast neu, komplett susLesluttel. sekr btUix 2u verkaufen. beZickitixen: 8. ttnc! 9. ^uLust ttotel »0rel« tl^ortier) 8012 KvmmlssionsIsKes in tlsrren» >vü8clie vvirä kür j^Ändor sb LeL(-den. ^ntr. bi8 12. 8. 1935 unler »HerrenwÄSLke« an äie 8061 I'rbovlje-Ltüclilcok-le kl-ankc, ttaus vin 39. l^iboje ^tüLkkolNe franlto Nsus 35 I^jn VON 1000 Kk sukviirts lisufen 8Ie in cier tiol?. unä Kvlilenliancüunx ^Ibin Oed. lZetnavska c. 4. 8066 >Veln von 5 I^lter suivArts f^in K und 8 per l^Iter 2U Kaden dei kZ^rntiarä, poLekvva k'S. 806« vi'aktsoiibslin 3.Z km kilr I.uli^'Iic)l2tr^N5pvrt Sv^tem fa^^t neu billik ali^uee-den. ^nfraxen unter »^icsru» UN ciie Verv. 8071 20» Kl^ten Lebrauelit La8t n^u. verkauft suck einzeln »!V^erkur«. i^e1i5ks cests 12 8050 l^aiicl» ^aisa Ivpe I^mbäs. I'orpodo 4-5it2le. Zekät2unx8 vert vin "10.000. v!rVoIn, 140 Iii, proclukt 6er el» Lsnen >VejnLsrten, am VarsZ cZiner-kerx verkauft: I?svna» teijstvv nsöbiskupskik äobara ?axreb. VlaSks ul. 76. 7786 l Z« vermiete» Lekr xute ev. mit >VoIinunL. 'sstx»r8ks 11-11 8064 ?vei mi^dliertö Zimmer im Zentrum 6er Staät 2U vermie ten. ^n^utraeen (Z()8i>o8ka ul. 37-l. «070 (Zv»c!>öIt»lok»I im Zentrum per sokort eesuclit, ev. sucli l^eliernakme des Inventars, sietl. ^ntr. unter »p. t?.« an die Verv. 8057 ^Ileinsteiiende I^rau suekt svnniee ^voklmmvrHvvkvua«. ^sjstrova 13, ?art. links 8069 Mem" I Nerroii.Zu»elm«iä«r xesuclit. I?ef1ektiert wird nur auf titell tixe. erstklssslxe Krgft mit eenüxender l^rsxiz zur seid-stLndix. k'üi^run'ir der Arbeit l>sl «rosser firms. ^neebote an Xntun Krämer 1 drus, 3u-botics. 7978 elnl»«vdijek«r der l.jublZan» »ka kredltns banka xexen so-kortiee Sarausraklung ?u k^auken eesuekt. ^nträse an die Verv. unter »Xompensa» Sohn eine« Professor« als Stnbr«cher. Budapest, 8. August. Di« Polizei verhaftete den 24jährigen stellungslosen Privatbeamten Georg Pater wegen Einbruchdiebstahls den er in der Wohnung einer Grund^itzerin im Hause Rako-czyplatz 3 verübt hatte, wobei er Schmuck im Werte von 3000 Pengö erbeutete. Diesen Schmuck verkaufte Pater für 1000 Pengö an dlie Hehler Bela Stahr und Karl Wmmer, bei denen die Beute von der Polizei sichergestellt wurde. Pater ist der Sohn eines pensioniierien Klausenburger Hochschullehrers. Bon dort ist er ohne Dokumente nach Ungarn geflüchtet. Er gibt an, daß er keine Stellung erhellten konnte und sich deshalb dem Einbrecher-beruf zuwenden mußte. 8lelle»>e»>cliel lunxer, solider Lkautkeur, spriLtit perfekt deutscli, mit melirjälir. Praxis im In- und Auslände, suclit Stellune. — I^Äderes: K. tsoktmann, vokr-Hin. 80S6 l.oI,rmLäeIioii iiir Natel-I?e. staursnt per sofort eesuelit. ^ntrÄee: Hotel Osterberser, ptuj. 8052 ZslilkeUnerln vlrd sofort aul eenomlnen. f^rankopanova 17 8062 «»6v»breli»tAO »IIMlMÜÜIIII« I-6,i>iiU »«eU «I»z ? l, >» >«<«> l M»« i^». Zt »»»«». - »«? ». vnerreickt in Ist äie l)s8 Sckreib^euß^ äes modernen ^enseken. SI»Iir»Lar»ntI« Alleinverkauf: ivai« uesa? Lr8te ZpezisI - I?epar»tur-vvslestAtte lür Lüromasckmen .ici?A§ eidt in allen Her?-. Kerufs-und k'lnanüsnlrele^eiilieiteii jeden vienstax und k^roitaii von 15—19 I^lir xonaueste Auskunft. >VäIirend IVlaribo-rer k^estvvoclie täklicli. liar-varska ul. 5, liir 4. 7893 Kaufen ß^esuckt: Vedr»uckte8» xut erkalt. av7<> ß^exen sokollixe lvÄnäsreje >V.'?re 2UM lagespreis xe. en öar-ligssa äie ^irms Iv»n i«k Obstxlvsslisnlilunxi Korotk» eeÄ» I2K >28». voi» v»rdot«n' M.' „Dazu würde Onkel Mfred nie seine Ein-wissiquttg geben. Er hängt so an der Firnm. Sein Geschäft ist sein Äbensinhalt immer gewesen. Er würde es nie in fremde Hände übergehen lassen." — „Wenn aber diese fremden Hände die Rettung für uns, für unser Vermögen bedeuten würden? Na so wcit ist es no
  • at, weißt du wohl? Er kamt unsere Aktien auf ein Drittel oder noch weniger herabsetzen. Kann dann , klein und bescheiden weiterarbeiten. Fiir ! lhu selbst lvud es ja zur immer noch jreichen. Er ist Geschäftsfi'chrer, wird seilten ^Lebensunterhalt für sich schon verdienen. ^Aber mit einer Gewinnausschüttung, mit eigner Dividende für uns wird es dann wohl Essig sein. Und dn mußt dich darauf gesasit machen, daß wenn die junge Frali hier einzieht, für dich kein Platz unter den veräit-Iderten Verhältnissen sein wird. Du wirst in ^eine tle!»e vesch^'idcue Siadtwohiulug zie!?^'!,. dafür »Verden deine Zinsen la wohl reichen? Mit dent großen Haus wird es viell'.'icht auch für Onkel zu Ende sein. Aber n»etln er nur seine Wiebk? hat, wird er den Verlust wohl verschmerzen. Sckiade ist es ja, diesen ' Besitz aufzugeben, traurig wäre eS sür ^ich, ^ Tante Fränze, da dn so lange iit großen ^Verhältnissen gelebt hast..." „.Hör' auf!" ruft sie erregt. „Du.bist ein gräßlicher Jungs, Erich! Mich init solchen Zukunftsau!?!l.h-ten zu erschreckeu." — „Weitn du dich nicht mit uns verbündest, wird es dazukouimen und wird Onkel Alfred vielleicht noch froh sein, daß es so gekoinnu'n ist. Deni, sür Wiebke komnlt er am Ett-de do^i, nur als reicher Mann in Betracht. Wir n,ollen hosfeu. l)aß er eS bleibt, wcnit aber die Berl'/iltN'isse stärker sind als er ..." — „Dann werd? ich ans eurer Seite sein, Kinder." — „Das ist ein vernünftiges Wort, Tante Fränze. Deine .Hand darauf!" — „Natiirlich nur — — wenn es nicht anders geht. Wenn G'.'fahr für unser Verinögen besteht Erich!" — „Bestimmt! Nilr im ?^ll der Gefahr werden wir nns gegen Onkel Alfred »venden, und dann gemeinsain tnit dir." Etwas unbehaglich ist lder Frau zumute. Aber sie ist ängstlich geworden. Fürchtet für ihr Verniögen. Fürchtet die >>imat zn »verlieren. Ihr ist nicht tnohl dabei, aber sie sagt doIie1« Oireiltor 8t»ako Keidv «»linliss» ia