Mo. 32. LOacher MA Ztttmg. Freytag den 22. April 1791. Inländische Nachrichten. Iwien den ,7. April. Gleich dil ersten Tage lonmienden Monats sind der Kais-rin B ojestat entschlossen mit sämmtlichen höchsten Herrschaften sich auf einige Wochen nach Laxemburg m verfügen, wo währcnd Ihres allerhöchsten Aufenthalts Komödien und Opern gespielt werden. — Die Erzherzogin Amalia befindet sich an den Flecken bettlägerig. — Dieser Tagen ist der Herr Gubernial Konzi-pist Graf von Giulay von Kronstadt in Siebcnbürgen allhier eingetroffen, und hat den Schluß von den Landesproposttionen der dortigen Stände anher überbracht. Es heißt anbey, daß Siebenbürgen neuerdings dem Königreiche Ungarn einverleibt zu sern anverlanget hätte. — Se. Majestät der Kaiser haben den ungarischen Leib-qardisrm Lmittnant Herrn v. Schott in Rücksicht dessen 36 jährigen Dienstleistung bey dem k. t. Kameral Zahlamt eine Pen- son von 4cc> Gulden ani.uweiseu geru« het. — Die Illyrische Hofkan^ley muß nun wieder das Loblowitzische Hottel ver-verlasskN, und vermög der neu erhaltenen Vtsiitrn ling ebenfalls das Generalsemina-rium bewohnen. — Der Herr General-li-ajoi v. Zadubsky / dann der Hr. Graf v. Ctraßoldo sind zu Ritter des Elila-' beth Ordens und zwar ersterer mit 8cxD fi. und zweyter niit 500 fi. ernannt worden. — Der Herr Feldmarschalllieutenant ^ Graf v- Wartenslebcn beginnet schon um vieles sich besser zu befinden, und ist bereits aus aller Gefahr. — Die verwittib« te Frau Grcfin v. Hartiq , gebohrne Gra«^ fin v. Kollowrath, Obersihofmeisterin von. Ihrer königl. Hoheit d«r Frauen Erzherzogin Hhercse ist am Lungen Brand mit Tode abgegangen. — Auf allerhöchsten Befehl wird nach Ostern jegliches Monat gegen Bezahlung eine Redome, wie auch für die Delektanten eine Musikalische Akademie gegeben werden, bey welcher jeder-man frel) stehet , nach vorher ausgehaltener Probe sich hören zu lassen. Die Einnahm dieser Unterhaltung soll dem Armen Institut gewidmet werden. — Es heißt, daß künftighin im Na'iionasth?attr nur Qpern, die Komödien aber tili Karntnerthor - Theater aufgeführet werden sollen ; der nm anher kommende Tenorist nennet sich Folli, auch solle auf künftigen Iuny der berühmte Sänger Marquesini auf einige Zeit Hieher kommen. —7- Die hiesigen Kapuziner in der Stadt haben a^if ihre gemachte unterthanigste VorMlung von dem Monarchen den rückwärts ihres Klosters noch Vorhandenen geräumigen Platz, der vorhin auch zum Verbau bestimmt war zu Wiederherstellung eines Gartens erhalten. — Am 3. May wird bey Hof das Sternkreu^ordensfest gehalten, sodann der ganze Hofstaar das Lustschloß zu Laxem-burg beziehen. Die Poii^ey in den Vorstädten soll um 5QI Mann vermehrt werden , weil die Zahl der Leute stark anwachst. — Der Mllig in Schweden soll sich gegen den Berlitnrhof geäusstrt ha-? ben , daß Er nicht ehe sich erklären könne , als Er die Preußen unter den Mauern von Riga und eine englische Flotte vor Kronstadt sehen würde. — Unser Waffenstillstand mit den Türken ist nun bis zum August verlängert worden, und England soll schon eingewilliget haben, daß wir Belgrad, Qrsova und Choczim behalten. — Inzwischen glaubt, selbst in Berlm keine vernünftige S?ele mehr, daß es bey dem trockenen Buchstaben des Ver» träges von Reichenbach , sein Bewenden haben sollte. Der preußische Hof denkt Wohl selbst nicht mehr daran , und sieht die Nothwendigkeit, die Sache nicht mehr so streng ausdeuten zu können / voikom-men ein; denn derselbe hat wenigstens seit einiger Zeit solche Vorschlage gethan / die für diesen Satz immer als Bürgen dienen können. Wie Ware es endlich , wenn selbst eine von jenen Machten, die sich bisher so eifrig um die Mian; der Republik Pohlen bewarben, nun zuerst eiiis abermalige Theilung dieses- Staates in Vorschlag gebracht hatte, um das allseitige Interesse naher zu vereinige« ? Indes» sen muß man die qan;e Entwickelung der Sahe bloß der Folgezeit überlassen. — D^s Hauptkammeral^ollamt in Wien, das Stadtbanko, und die Kamnnralbuchhalte-rey , nebst der Staatsschuldenkasse und je« ner des Kupftramts, haben bereits angefangen , ihren vorigen Si 5 ;u räumen, und das ehemalige Generalsemillar, bey den mttern Jesuiten, zu deichen. So eben kömmt em Befehl , dem zufolge der Herr Graf von GMeck für das ihm entgehende Quartier jährlich 32)2 Gulden erhalt. Sultan Selim lebt noch so gesund als jene, die ihn todt logen. — Pohlen soll i,t österreichi che Allianz und österreichischen Schu, suchen. Bräun den 8. April. Se. Majestät der Kaiser haben befohlen, daß dik ' von der Mannschaft des nach Florenz abgegangenen Bataillons in Böhmen uud Mahren zurückgebliebene Weiber und Kinder bec) nunmehr eintrettender besseren Witterung anf ärarische Kosten nach Florenz geliefert werden sollen. Preßburg den iz. April. Der würdige Herr Vi.egespann im Hewescber Komitat Herr von Fay, dessen Lieblingsge-schaft nur Wohlthun ist , hat abermal einen Beweis seiner Milde an Tag gelegt. Jeden Armen läßr er in seiner Mühle unentgeltlich, das ist, ohne Manch zu geben, mahlen/— Vorige Woche wurde jedem Bauern , der zwar Felder aber keinen Saamen zum Anbaue hatte, derselbe Von dem hiesigen löblichen Komitate bis zur künftigen Erndte vorgestreckt. Florenz den 8. April.. Heut sind II. MM. der Kaiser, König und Königin von Sizilien, und die Erzherzoge und Erzherzoginnen KK. HH. aus Venedig hier angekomen. — Den 28. Mqrz sind die königlichen Tanten aus Paris in Parma angekomen. Hermanstadt den 5. April. Aus der Wallachey wird geschrieben, daß sich die Türken zu Silisina zusammen ziehen, und Anstalten treffen eine Brücke über die Donau zu schlagen. Daher haben auch unsrer Seils einige Bataillone Ordre zum Vorrükcn. Rarlstadt den 5. April. In C;et-tin ist am 1. April die Mauer, rooran Bresche geschossen , und die seitdem wieder ausgebaut war, durch die anhallende nasse Witterung auf 7. Klafter breit zusammen gefallen. Brüssel den 22. April. Die Mi-noriten dieser Stadt haben an den Feldmarschall Bender Vorstellungen gemacht, weil sie ihr Kloster , welches für den Trost der Menschheit — zu einem Krankenhaus schon in Iosephszeiten bestimmt, in der Revoluzion aber wieder von den Patribus besetzt war, räumen mußten. Diescr ehrwürdige graue Held und fromme Christ gab ihnen folgende schriftliche Autwort: Lhrwürdige Vater'. Es ist zu verwundern, daß ihr euch an das Neckt einer Besitzung berufet, die ihr widergesetzlich und unter dem Schutze des sträflichsten Aufruhrs erhascht habet. Euev Klostev wav schon vov dem Aufruhv zum Wohl des Publikums bestimmt, und jetzt ist es unumyällglich zum Trost dev leidenden Menschheit gewidmet. Dieser ein» zige Bewegungsgrund sollte Geistlichen, sollte Priestern einer Religion, welche die reinste Menschenliebe befiehlt, hinlänglich ftyn, und sollte sie noch von selbst dahin bewegen, ihre Hände zu einen Werk, welches mit der Lehre des Heilands so tresnch übereinstimmt, mit Freude zu biethen. -— Niberleget die Folgen, welche euev, de» Grundsätzen des Evangeliums ganz eittge« genacsctztes Benehmen darstellet , erwäget dabey, daß euer und eurer Brüder seit einer Zeit geäussertes Betrogen die Aufmerksamkeit des ganzen christlichen Europas an euch gezogen hat, vergesset endlich nicht, das; es ein grosses Aergerniß für jeden wahren Christen war, zu vernehmen, daß die Priester einer so sanften Religion den unglücrllchsim Aufruhr gepredigt, daft sie Brüder gewaffnet, und daß sie sogar die heiligste Religion geschändet haben, da sie sich dmelben zur Aueübung der graulichen Meuterey und zur Tödtung vieler Tausenden bedient haben. — - Ihr ziciirt, ehrwürdige Väter, in den Vorstellungen, die ihr mir zugeschickt habet, mehrere Ar-tikrl aus der Landeskonsiituzion, und ihr betrachtet nicht, dc