71 4. ?ro Oatsobisino 3 svuIZs-to 8 Ü 8 Ü 8 ü st (pro Lppenciiss 90 H L. ?ro ^.Ipb-tbsta,rio 4 Ü 80 X 6. kro 6atonL 4 tl 80 st pro Lppvnäios 30 7. ?ro Lr^rnino-tiott bis iinprsssL 19 S 20 S, 19 L 20 H > 8. kro oru-tioitiboS Liosronis 20 6 80 st pro npxsnäiss 30 9. kro epistolis Liebronis 14 S 40 L, 10. kro postios, 25 tl 60 11. l?ro znnuL 6owsr>ii 16. ?ro soHoHuiis 12 tl 17. kro ÜEnio 10 Ü 40 Ä 18. l?ro boAios, bis säits, 6 ü 40 H 6 ü 40 L> 4. kro Ontsobisino 3 svnlss.to 11 tl 11 S 11 A st pro LppooOios 90 A 5. I'ro ^.Ipb-rbstLrio 6 ii 60 I> 6. kro Lstons 6 ll 60 st pro itppsnäios 30 7. kro Orninms-tiog. bis imprssss. 26 Ü 40 13 Ü 20 8. kro orstionibus Oiesronis 28 Ü 60 st pro nppsnäios 30 9. ?ro spistolis Liosronis 19 S 80 A. 10. kro postios 12 Ü 60 Ä 11. ?ro ^suus Ooinsvii 41 ll 80 kro inclios 70 Ü 40 kro inoclulls 57 tl 20 Ä st pro sppsnäios 1 tl 10 ro Orstoris bis iinprssss. 6 ll 30 6 Ü 30 H ro Hucliinsntis bis iinpressis 28 tl 60 L, 14 Ü 30 H 16. kro oollo^uiis 16 L 50 17. ?ro LrLE 14 S 30 18. ?ro iMgivÄ bis säits. 8 ü 80 8 ü 80 pro s.Ipba.b. Lllwillg, ts.eit 925 ü 20 Lürls pro ^Ipbabsts-rio 2 vies irs- xrssso 4 ü 80 L, 6 ü 60 1-> suiou!S. slliniQLruiii k^eit s,eeors.ts 936 ü 60 ?ro pripori volowioibus inajoribos voluruios, (in 30 einzelnen Posten) sinoma l-toit 511, volnwins. per 2 ü 50 H, ts.eit 1270 ü. Original, ein Bogen Papier, ohne Jahr, der Schrift nach Ende deü 47. Jahrhunderts. iHermannstädter und Nar-Archiv. Alle unter XII, 1—t mitgctheilten Stücke unregistrirt.) 30 ü 40 13. 14. 15. 12. ?ro inäios 51 ü 20 kro rusänllg, 41 ü pro s.ppsnäios /0 ,! ?ro Orntoriid bi«inH 10 ü 40 10 ü 40 kro Itnciiinsntis 20 ü 80 L, 20 ü 80 Ä Geschichte -es Deutschen Buchhandels in Kram. Von P. von Radies. Das Herzogthum Krain bildet durch seine geographische Lage die Brücke, über welche Jahrhunderte hindurch romanische und deutsche Cultur von Nord nach Süd und umgekehrt gezogen sind. Auf dieser zumeist von slavischer Bevölkerung besetzten Brücke reichten sich demnach Romanismus und Germanismus in Kunst und Lite¬ ratur die Hände. Der Segen beider kam dem Lande und dem Volke hier nur zu gute. Bei den deutschen Rittern, die im frühesten Mittelalter aus Franken und Schwaben nach Krain kamen und hier auf waldigen Höhen ihre Burgen bauten, fand die deutsche Literatur des Mittel¬ alters Eingang, deren Spuren wir noch heute in Archiven und Bibliotheken des Landes begegnen. In den Klöstern der Cister- cienser und Karthäuser wurden die Classiker des Alterthums ab¬ geschrieben und verbreitet. Nicht minder befaßten sich die frommen Ordensbrüder von Sittich und Landstraß, wie auch in Freudenthal (bei Laibach) mit dem Abschreiben der Kirchenväter. Wir lernen aus einer Freudenthaler Handschrift von des Augustinus „cks oivi- tato Ost" von 1347 l) einen vortrefflichen Bücherschreiber, Frater Nicolaus, kennen, der auch meisterhafte Miniaturen fertigte; und ein Jahrhundert später (1429) war der Baccalaureus Rauch von Laibach im Ehorherrnstifte Vorau in der benachbarten Steiermark als Schreiber thätig?). Aus der Karthause Freudenthal bei Laibach stammt auch der 1415 geschriebene und gemalte Sackkalender, der eine Cimelie der k. k. Studienbibliothek in Laibach bildet und sich namentlich durch die eminente Charakteristik der Darstellung der Monatsbeschästigungen — in der Eigenthümlichkeit der sloveuischen Landesbewohner — ganz vorzüglich auszeichnet. 73 Als die Buchdruckerkunst die Popularisirung der Wissenschaften anzubahnen begann, da waren es Hierlands noch immer die Klöster, welche den ausschließlichen Bedarf an Büchern hatten und denselben fast ebenso ausschließlich aus dem benachbarten Italien und zwar zumeist aus Venedig deckten. Die in der k. k. Studienbibliothek in Laibach erhaltenen Bücherschätze dieser 1783 von Kaiser Joseph II. aufgehobenen Klöster, die man noch heute aus den auf den Bücher¬ deckeln befindlichen Stempeln und Signaturen als denselben zu¬ gehörig gewesen erkennen kann, beweisen das Gesagte. Das XVI. Jahrhundert. Erst als die Kirchenreformation Luthers in das Land zog, begann auch mit ihren Predigern die Litteratur aus Deutschland nach Krain zu kommen; die Anhänger der lutherischen Lehre in Kram — und dazu gehörte um die Mitte des 16. Jahrhunderts bereits nahezu der gesammte Adel des Landes — füllten sich ihre „Büchereien" durch Bestellungen vom deutschen Büchermärkte. Der ebenso heldenmüthige Kämpfer gegen den Erbfeind der Christenheit, als gewandte Schriftsteller, der edle Ritter Georg Khisl zu Kaltenbrunn besaß auf seineni Schlosse Kaltenbrunn bei Laibach — später Eigen der Jesuiten — eine so ausgewählte Bibliothek, daß Nicodemus Frischlin, der um 1581 nach Laibach als Rector der evangelischen Stiftsschule berufen worden war, aber in Tübingen seine Bibliothek zurückgelassen hatte, der Khisl'schen „Bücherey" die zu seinen gelehrten Arbeiten nöthigen Werke ent¬ lehnen konnte ch. Ebenso begegnen wir zu gleicher Zeit schon einer ansehnlichen Bibliothek im Besitze der vielberühmtcn krainischen Adelsfamilie der Auersperge auf Stammschloß Auersperg, die ein Jahrhundert nachher den Kern zu einer Büchersammlung abgab, welche noch heute ein Unicum darstellt und auf die ich an ange¬ messener Stelle noch zu sprechen komme. Aber nicht nur einzelne besonders den Wissenschaften und der Litteratur ergebene Adelshäuser des Landes waren besorgt, Depots des Wissens und der Cultur in ihrem Heim zu errichten, auch der Adel in corpora, die sog. krainische Landschaft, wie sie im „Land¬ tage des Ehrsamben Herzogthumbs Crain" vertreten war, richtete gleich am Beginne der von ihr mächtig geförderten „neuen Lehre" ihr volles Augenmerk auf die „Aufrichtung" einer landschaftlichen 74 Bibliothek und rief durch dieses Bestreben bereits 1551 ein scharfes bischöfliches Verbot „wegen Einschleppung ketzerischer Bücher" hervorZ. Trotz solchen und ähnlichen Verboten, die sich mit dem Fort¬ schritte der Reformation im Lande mehrten, wuchs und gedieh die landschaftliche Bibliothek von Jahr zu Jahr. Freilich erhielt sie ruckweise ansehnliche Vermehrungen durch Massenankäufe, die uvoo 1>0IU16 millö all Illllllvais sou gemacht wurden, als der durch erz¬ herzogliche Befehle aus dem Lande geschaffte „krainische Luther" Primus Trüber die Heimath Krain wiederholt verlassen und seine Bücherei zurücklassen mußte, oder als Dalmatin, der Bibelübersetzer, seine Bücher veräußerte, als der Rector und Grammatiker Bohoriö starb und dessen ansehnliche Bibliothek unter den Hammer kam, als Felician Trüber „abzog", als Magister Clement starb"). Es entsteht nun die Frage: wer besorgte den Adligen des Landes, der Landschaft, den Gelehrten ihre Bücher? War um diese Zeit bereits ein Buchhändler, und zwar ein' deutscher Buchhändler in Laibach? Wir können diese Fragen bejahend beantworten. Wir finden um die Mitte des 16. Jahrhunderts Leonhard Stegmann in Laibach in bester, vollster Thätigkeit als Buchbinder und Buch¬ händler. Dieser besorgte seine Einkäufe in Augsburg und ritt selbst dahin zu Markte"), von da brachte er deutsche und lateinische Bücher. Dem Stephan Consul, der mit Hans Freiherrn von Ungnad das Werk der Uebersetzung der Bibel in die windische Sprache eifrigst betrieb, d. h. für den Vertrieb der nach und nach fertig gewordenen heiligen Schriften in windischer Sprache (der vier Episteln Pauli u. s. w.) bestens besorgt war, schien sich Steg¬ mann um die Verbreitung der slovenischen Bücher zu wenig zu bekümmern; „der buchpinter" — schreibt Consul an Ungnad unterm 10. Januar 1563 — „der mit Herrn Primus (Trüber) gen Ley- bach kumen, der Pint nur für sich teutsche und lateinische buecher, damit er sein nutz schaffe"'). Später sehen wir aber Stegmann von den Beförderern des slovenischen Bücherdrucks, der doch nur auf dem Umwege der national-slavischen Sprache den deutschen Reformationsgeist unter den Südslaven zu verbreiten bestimmt war, wiederholt in Anspruch genommen und dafür thätig, die Bücher¬ sendungen aus Schwaben (Urach) zu vermittelns. 75 Zu derselben Zeit, wie Stegmann in Laibach sein Doppel¬ geschäft als Buchbinder und deutscher Buchhändler betrieb, wirkte in Krainburg (Oberkrain — der alten Hauptstadt des Landes unter den kärnthner Herzogen) ein „junger Buchbinder", dessen Name uns aber nicht erhalten ist; er wird in dem erwähnten Schreiben Consuls an Ungnad als unbeweibt geschildert, „daher man ihn leicht zum Herrn Barbo ftirdern könne", auf dessen Schloß Waxenstein sich ein bedeutender Verschleißort der windischen heili¬ gen Schriften befand, damit er (der junge Buchbinder) dort alle die Bücher flugs binde. „Ist groß frag allenthalben nach den puechern" setzt Consul bei. Die krainische Landschaft, beziehungsweise die ihr angehörigen, besonders beim Vertriebe der evangelischen Bücher (in der National¬ sprache) interessirten Adligen, in erster Linie der Herr von Barbo, ließen sich auch die „Colportage" derselben angelegen sein. So gab es in Istrien 1563 einen zwar „siechen", aber frommen Mann, der die Bücher von einem Pfarrer zum andern zu tragen sich an¬ heischig machte 9). Neben Stegmann wird uns aus der zweiten Hälfte des 16. Jahr¬ hunderts noch ein (deutscher) Buchhändler in Laibach Namens Christian Wart genannt. Sein Sohn, vr. Johannes Taufrer, geb. 1584, gest. 1617, ward Lehrer an der Universität in Straßburgs). Ein Buchhandels- und Buchdruckergeschäft in verhältnißmäßig großem Style etablirte aber um 1575 Joannes Manlius (Mandl, slov. Mandelc), über den wir ausführlicher sprechen müssen. Zwar finden wir schon vor dem Auftreten des Manlius Buchdrucker in Laibach, doch nur vorübergehend; es waren dies Augustin Friess und Leonhard Maraula. Betreffs des Augustin Frieß liegt im landschaftlichen Archiv zu Laibach ein Aktenstück vom 21. Octobcr 1562 vor, das also lautet: „So haben wir (die Verordneten Einer Ehrsamen Landschaft in Kram) auch zu erinnern, als hievor in Abwesenheit Herrn Primus Trubers ein Buchdrucker mit Namen Augustin Frieß hiehcr kommen und auf Herrn Primus etliche Wochen gewartet in Hoffnung, er möchte durch ihn zu Aufrichtung des Drucks (einer Buchdruckerei) befördert werden. Alsbald aber Herr Primus von Euch (Hrn. Ungnad in Urach) herein und hieher kommen, hat er be- melten Buchdrucker auf sein Anlangen von Stund an zur Antwort gegeben, er soll solches Crabatischen und Cyrillischen Drucks halber daher keine Hoff¬ nung setzen, denn derselbe Druck sei draußen bei Euch (in Urach) anfgericht - 76 - und numuals statlich im Werk; er hab auch draußen zugesagt, alle seine Ar¬ beit zu solchem Druck hinauszufürdern .... Damit hat er (Trüber) den Buchdrucker abgewiesen. Seither ist kein andrer Buchdrucker in's Land kommen, Herr Primus und wir haben auch uie daran gedacht einigen Truck im Land anfzurichten oder aufrichten zu lassen wie denn dasselbe zu dieser Zeit uud täglich erwartender Verfolgung nicht zu thun wäre, denn man müsset stündlich besorgen, daß solcher bei der Kays. Mas. nicht Verargwohnt und alsdann mit großen vergeblichen Unkosten und Ungelegcnheiten zerstört würde"). An anderer Stelle, in einer Eingabe an den Kaiser (gleich¬ falls vom Jahre 1562) betheuern die Stände, daß dieser Buch¬ drucker Fließ „ungeschafft wieder aus dem Land gezogen sei und kein Lied noch Büchel nie gedruckt noch drucken hat mögen'?)". Und doch liegt die Klage des Bischofs von Laibach vor, daß ein (durch Trüber) in's Land gekommener Buchdrucker in Laibach „un- probirte Schmachlieder" auf ihn (den Bischof) gedruckt und spargirt (also verkauft) habe'3). Dies mag doch Augustin Fließ gewesen sein. Wir haben oben neben diesem auch den Leonhard Maraula (Mravlja) genannt; dies war ein geborner Slovene aus Laibach. Er war 1563 in des Herrn von Ungnad Druckerei der sloveni- scheu heiligen Schriften in Urach als Typograph thätig und 1566 begegnen wir ihm als immatriculirtem Hörer an der Universität in Tübingen^). Später kam Mravlja nach Laibach in des gleich näher zu besprechenden Manlius Druckerei und blieb auch nach Schließung dieses Geschäftes noch in Krams Hauptstadt, seiner Vaterstadt, bis er 1583 sich bereit erklärte, nach Wittenberg zu gehen, um da an dem Drucke der slovenischen Bibelübersetzung Dalmatins mitzuarbeiten'^), was auch geschaht). Kommen wir nun zu des Manlius Buchdruckerei und Buch¬ handel, beziehungsweise Verlagsgeschäft. Schon 1575 im April (21.) wird im „Hofthaiding" der krainischen Landschaft die „Supplication" des Buchführers Hansen Mandl „Jme zu vergünstigen, amen Drukh auff seinen vnkvsten vnd Verlag alhie anzurichten" behandelt. Der „Beschluß" der versammelten Herren lautete dahin: „nachdem auß allerhand bewegungen nit fürthuenlich noch Jme Supplicanten sür nützlich befunden wirdt alhie ainiche Buchdruckerey auffzurichtcn demnach so wissen die bey gegenwärtigen hoffthäding versambleten Herrn vnd Landleut in deß Supplicanten begehren nit zu be¬ willigen"'?). Und doch hat Mandl noch in demselben Jahre die Erlaubniß znr Errichtung seiner Druckerei erhalten; denn es erschien (die Vorrede datirt 11. Oktober 1575) in seiner Druckerei in Laibach 1575 als erstes in Kram gedrucktes Buch eine slovenische Ueber- setzung des Jesus Sirach. Das Buch war auf Veranlassung Hans Khisels schon mehrere Jahre vorher „verwindischt" worden, zunächst zum Gebrauche des Hausgesindes des Schloßherrn von Kalten¬ brunn, und bisher in Abschriften verbreitet gewesen. Diesem ersten theologischen Verlagswerke der Firma Mandl folgten aber in demselben Jachre 1575 noch zwei Publicationen des N. Christoph Spindler: „Leichpredig auf Herbard (VIII.) von Auersperg", der am 22. September 1575 im Kampfe gegen die Türken gefallen war, und die Biographie desselben Helden von Georg Khisl von Kaltenbrunn unter dem Titel: Ilsrbaräi VnsrsporArs Larouis Usrnm ckorai militiaogus praoolaro Zostarnrn Aloria stv. In das Jahr 1575 dürfte auch Salicetis „Rede gegen die Türken" fallen, die bei Mandl erschien, die ich aber nur dem Titel nach kenne. Im Jahre 1576 lesen wir schon von des Buchdruckers „Laden", d. h. einem offenen Geschäfte an der Straße, vor welchem der Buchbinder Holzendorf ein vom Collaborator Seb. Stollius, gegen den Schulpräceptor Adam Bohoriö (den Grammatiker) gerichtetes Pasquill gefunden^). In diesem zweiten Jahre seines Wirkens in Laibach trat Mandl auch schon mit einem Kalender hervor, den er, der damals herrschenden Sitte gemäß, der Landschaft verehrte; auf seine Dedi- cations-Supplik erfolgte der „Schluß": „Will jeder Herr Verord¬ nete aus seinem selbs sakhl ain Thaler verehren und zu des Herrn Einnehmer Händen erlegen"^). Im Februar dieses Jahres erhielt er von der Landschaft die erste Druckarbeit zugetheilt, ein „General xro Maalzeit und Wein¬ schenken"; die halbe Auflage ward mit 5 ft. 45 kr. bezahlt^). An Verlagswerken finden wir in diesem Jahre (1576) bei Mandl außerdem edirt: Hans Kratzenbachers deutsche Uebertragung der Khisl'schen Biographie Herbard VIII. v. Auersperg und Dalmatins „Passion" in slovenischer Sprache. Das Jahr 1577 brachte die „Neu aufgerichte Perckwerchsordnung" Erzherzog Carls von Oesterreich „über all Eisen- Perg- und Hammerwerch deß Fürsten- thumbs Crain und Fürstl. Grafschaft Görz", die Osnoalogia des 78 Geschlechtes Derer von Rain, und zwei lateinische Hochzeits-Gedichte von Tobias Stängel und Clarius. Noch reichhaltiger gestaltete sich die Thätigkeit im Jahre 1578. Da begegnen wir der „Newen Zeitung" „wie der Türk ist den 28 tag Marti für die Stadt Medlinge (Möttling in Unterkrain) gezogen vnd eingenomen hat", dann „in Versen" „Geschichte vnd Sig der Türkischen Niderlag durch den Ritter Hansen Fernberger Leutenambt an der Crabat. vnd Mörgrenzen"; erstere Publication sogar mit einem ganz netten Holzschnitte auf dem Titelblatte. Da der nächstfolgende Verlagsartikel: dse kroatische Chronik des Popen Bramec (Lronilru Vs^cku...) gleichfalls mit einem Holzschnitte ge¬ schmückt erscheint, so ist wol die Annahme nicht ungerechtfertigt, Mandl habe auch schon einen Lylographen in seinem Etablissement beschäftigt. Außer den eben genannten drei weltlichen Schriften publicirte der äußerst regsame und strebsame Buchhändler und Buchdrucker Mandl 1578 auch zwei rein geistliche Piecen und zwar beide in slovenischer Sprache: eine Uebersetzung von Spangenbergs Postille („Uostillu") und den ersten Theil von Dalmatins Bibelübersetzung (Liblis . . . xsrvi ckoil). Das nachfolgende Jahr (1579) kam er mit dem slovenischen Katechismus „Tu osli Uutaobisiuus..und mit einem Gebetbuch (Lisrsbunsks Isips rucckitvs), im Jahre 1580 mit den Salomon'schen Sprüchen (Lslomonovs pripuvssti). Sehen wir so einen tüchtigen, seinem Berufszweige vollkommen gewachsenen ehrsamen Geschäftsmann in der verhältnißmäßig so äußerst kurzen Zeitdauer von fünf Jahren zwanzig größere und kleinere Schriften publiciren und zwar aus den verschiedensten welt¬ lichen und geistlichen Disciplinen, somit also ein ganz anständiges buchhändlerisches Unternehmen hier begründen, so konnte es andrer¬ seits in der aufgeregten Zeit, in der man sich in Oesterreich gegen das Ende des 16. Jahrhunderts namentlich wegen der Religions¬ streitigkeiten befand, nicht fehlen, daß antikatholische Flugschriften durch unbefugte Colporteure durch die Lande verbreitet waren, welche von der erzherzoglichen Regierung in Graz wiederholt ver¬ folgt wurden. Für mehrere solche Fälle ein Beispiel. Bischof Christoph von Gurk, Statthalter in Steiermark, schreibt im Auftrage der erzherzog¬ lichen Commission des geh. Rathes an den krainischen Landeshaupt- 79 mann Weikhardt Freiherrn von Auersperg, und an den landesfürst¬ lichen Vicedom (Statthalter) in Krain, Herrn von Bonhomo, unterm letzten Februar 1579 aus Graz: „Wir haben Eur schreiben so Ihr vnns zu hannden vnnser Regierung vom 20 tag dits monais Februarij wegen der Person so allerley falsche gedrukhte Zeittungen aus Niderlandt vnd Italien allenthalben vnd sonderlich alhie in vnser Statt Graz öffentlich fail gehabt, den Jr albereit betreten alle Exem¬ plare von Jme nomben vnd Ine biß auff vnsern Vernern beschaidt gefenklich einziehen lassen mit genaden empfangen vnd ist darauf vnnser genediger benelch an Ench das Ine alsbaldt examinieren vnd besprochen lasset, damit Er anzeig, wer derselben falschen Zeittungen Dichter oder Author seh von wannen Er Sy auch gesuert vnnd ob er gewußt, das solche Zeittungen aiu gedicht vnd warumb er den gemaiuen Man also bethöre vnnd vmb das gelt bringen dürsten, Insonderheit Ine auch befraget, Nachdem Er solche Zeitungen Alhier von Neuem durch Zachariasen Partschen (Bartsch) druckhen lassen Ans was Vrsachen vnnd bcwcgnnssen Er des Bartschcn vnnd der Statt Gratz namen darinn nit vermelden sonder die Statt Cöln vnd Basel auch aines frembdcn Druckhers uamen setzen lassen, wer Jme auch solche Zeittungen alhie drucken zu lassen vnd fail zu haben bewilligt . . . ?>) In eiuem andern Zuschreiben wird constatirt, daß der Col- porteur Christoph geheißen, ein „Pökh" (Bäcker) seines Zeichens ge¬ wesen und der Landesart nach aus der Unter-Pfalz stamme^). Aber nicht allein auf die Verbreiter calumniofer Flugschriften fahndete die katholische Regierung Erzherzog Carls, des Regenten von Jnnerösterreich. Sie verfolgte auch die Druckerei und den Buchhandel des Hans Mandl und zwar wegen der Herstellung und Ausgabe der evangelischen Schriften in windifcher Sprache und ganz besonders wegen des Druckes der windischen Bibel Dal- matins.- Erzherzog Carl selbst erließ unterm 13. October 1581^) ein Schreiben an die Landschaft und an seinen Vicedom des Inhalts: „Carl rc. Edlen vnd lieben Getreuen. Wir haben Euer vudterthenig be- richtschreiben die Bibel, so ain Ersame Landtschafft allda in Crain in Win- discher Sprach drneckhen zu lassen vorhabens ist, belangend vom 22. Sep- tembris jüngsthin woll empfangen vnd verstanden aber vngeacht bemelter ainer Ersamen Landtschafft sürwendung beuelchen wir Euch hiermit wiederum ernstlich vnd wollen, daß Jr weder gedachte Bibl noch Jechtes anders alda zu Laybach noch anderstwo im Landt zutruekhen nit znelasset noch gestattet, sondern ernstlich darob sehet, damit dieser vnd voriger Verordnung mit ab- stellung der Druckerey gänzliche Volziehung beschehe vnd weil Du Vizdom In deinem Vnnß vom letzten Marz uerschines 80. Jars gethanen gehorsamen Bericht vermeldet, Wie dn dem Buchdrukher vnsern dazumal ausgangcnen 80 Befelch fürgehalten vnd nach beschehener Verweisung mit allem Ernste aufer¬ legt vnd beuolhen daß Er sich der Druckherey allerdings enthalten vnd sich derselben bis auf vnsern weiteren gnädigsten beschaidt Im wcnigisten nit gebrauchen solle, wölches er auch gehorsamblichen zu laisten zugesagt, Wofer eß nun eben derselbig vnd nit ain anderer ist der sich anjetzo deß drukhens vnerwart vnsers beschaidts mit berüerter Bibl oder sonnsten vndcrstanden So ist hiemit vnnser gcnediger beuelch an Euch, das Jr Ine nit allein anß der Statt Laybach Sonnder auch allen vnsern Landen schaffen: vnd widerumb darein zukhumen bet; Leibsstrasf verbietten wollet, inmassen wir anch mit mißfallen vermerkhen, daß du Vizdom auff solchen vnsern an dich außgangen beuelch khein einsehung gethan noch ainichen bericht vns darauff nit hast zuegeschrieben daß dir doch zuthnen in allweeg gebürt hätte." Der auf Ausschaffung des Mandl bezügliche Befehl vom 13. October 1581 wegen Druckes der windischen Bibel ward vom Erzherzog in einem Schreiben an den Landesverwalter und an den Vicedom unterm 30. December desselben Jahres erneuert. So sehen wir denn Hans Mandl (oder Mannel, wie er auch genannt wurde) 1582 seinen Buchhandel andern Händen übergeben. Unterm 3. April 1582 beschloß der krainische Landtag dem „ab¬ ziehenden" Buchdrucker 50 fl. Wegzehrung zu geben. „Jedoch soll" — heißt es weiter — „die gemeine Stadt, weil er ein Bürger ist, auch etwas thun". Darauf bat Mandl, man möge ihm die zum Abzug bewilligten 50 fl. nicht von den früher dargeliehenen 100 fl. abziehen, sondern es möge „auf Gelegenheit damit soviel vcrmüg- lichen gehalten werden", weil er seinen Buchhandel hier zurücklasse (gleichsam als Deckung). Der Landtag willigte darein und beschloß nur wegen einer Anzahl „crabatischer Bücher", die ihm (Mandl) früher in Commission gegeben worden, nachzufragen ^). Kaum war Mandl abgezogen, so stellte auch schon der bereits erwähnte Schulrector Frischliu beim Landtage die Motion wegen Nothdurft eines Buchdruckers^). Doch ein Jahrhundert sollte ver¬ fließen, ehe wieder ein Buchdrucker in Laibach einzog. „Buchführer" (Buchhändler) aber waren, wie schon angedeutet, auch nach Mandls Abzug fortan in Laibach geblieben. Und nicht blos einer, der Nachfolger Mandls in seinem „Laden", sondern mehrere, wie dies aus einer Eingabe hervorgeht, in welcher bei Einführung des vom Bischof streng verordneten neuen Gregoriani¬ schen Kalenders"6) die Laibacher Buchführer 1583 beim Vicedom Klage führten, daß sie den neuen Kalender auf vielfältiges Be¬ gehren weder von Graz, noch von Wien bekommen könnten^). 81 Ein „Wiedertäufer" de Vino aus Triest hatte in einem Eck¬ hause (der Spitalgafse?) im Hause der „scharfen Protestantin" Khlombner einen Laden und betrieb von Laibach aus namentlich nach Prag seinen Buchhandel. Dieser ging auch der Landschaft fehr an die Hand, als es galt, die in Wittenberg 1584 gedruckte slovenische Bibel Dalmatins, die, in Fässer eingeschlagen, durch eine große Anzahl von Zwischenhändlern heimlich nach Laibach gebracht werden mußte, weiter in jene Orte zu bringen, für die sie bestimmt war. Die Landschaft als „Verleger" verkaufte dieselbe jedoch nach einem Manuscripte des nachherigen Gegenreformators aus dem Land¬ hause ganz offenes. Als „Einer Ehrsamen Landschaft in Crain Buchführer" er¬ scheint 1589 Stephan Beckher (vielleicht aus Frankfurt?), den wir auch als Schätzmeister beim Verkaufe der Dalmatin'schen Biblio¬ thek an die Landschaft unterzeichnet sehen ^). Die in dem letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts beginnende strenge Gegenreformation bewirkte aber auch für den deutschen Buch¬ handel in Krain das Eintreten einer Pause. Der „Gegeureformator^ Bischof Thomas Chrön bezog seine Bücher — der gelehrte Kirchen¬ fürst besaß eine prachtvolle Bibliothek, sein Bücherzeichen war ein herrlicher Kupferstich (in Folio von Greuter) — zumeist aus Graz aus dem katholischen Verlage von Widmanstetter, darunter auch Keplers, des „steirischen ständischen Mathematikers", Kalender, oder aus Salzburg, und ihm thaten es dann die Priester und Cavaliere Krams nach. So verfiel auf eine Zeit hin der Buchhandel in Krain und Laibach. Das XVII. Jahrhundert. Die Landschaft freilich verwahrte noch in ihrer Bibliothek im Landhaufe etliche tausend Bände, wechselte wegen Auslieferung der¬ selben Noten und Proteste mit dem Bischöfe^) und vermehrte die¬ selbe noch 1610 mit „ketzerischen Büchern"; denn wir lesen in des Bischofs Chrön Notizen in seinem Einschreibekalender zu diesem Jahre: „lükri lmerstici per Vicknam 8tspbuui (Leoüsri) öiblio- xsAi vöimlo8 olarn oirorllati"^). Es betrieb also 1610 noch die Wittwe des Buchbinders Stephan Beckher buchhändlerische Geschäfte in Laibach. Mit dem Buchhändler Johann Weber und dem Kaufmann Archiv f. Gesch. d. Deutschen Buchch. VI. 6 82 Hans Hüller verhandelte Bischof Chrön 1625 wegen Aufrichtung einer Buchdruckerei in Laibach, aber es führten die Unterhandlungen zu keinem Resultate^). Doch ansehnliche Bibliotheken brachte der Bischof in der Haupt¬ stadt, wie nicht minder auf der bischöflichen Dotationsherrschaft in Oberburg (Steiermark) zusammen; erstere durch Kontribution des Clerus^), letztere durch die Aufhebung der landschaftlichen Biblio¬ thek im Laibacher Landhaufe. Mit dem Tode Chröns (1630) ver¬ schwindet auf lange Zeit die Nachricht von buchhändlerischer Be¬ wegung in Kram. Erst um die Mitte des 17. Jahrhunderts (1655) begründete der große Kunstmäcen Wolf Engelbert Freiherr von Auersperg, der Bruder des ersten Fürsten von Auersperg, eine noch heute in ihrer Bedeutung als Cavaliersbibliothek faßbare „Bücherey". Diese Bibliothek, ein Unicum ihrer Art aus dem 17. Jahrhundert dar¬ stellend, umfaßt an die 7000 Bände, wurde aber seit dem Jahre 1679 nicht weiter vermehrt. Erster Bibliothekar war der krainische Historiograph und Freund Auerspergs, der Laibacher Domdechant I. L. Schönleben. Die Büchereinkäufe wurden zumeist wohl in Frankfurt gemacht, wie die zahlreich vorliegenden Meßkataloge zu beweisen scheinen, dann in Salzburg uud in Venedig. Außer Wolf Engelbert v. Auersperg werden uns noch aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Inhaber bedeutender Bibliotheken der berühmte Chronist I. W. Freiherr v. Valvasor, die Priester Schönleben und PreZiren, die Nocl. Doot. Corusi und Petermann und der ll. II. Or. Carl v. Schwizen bekannt. Jetzt finden wir auch schon wieder Buchhändler in Laibach; zumeist find sie auch zugleich Buchbinder. In den Rechnungen des Hauses Auerspergs) begegnen wir 1661 dem Buchbinder und Buch¬ händler Georg Schaffer, der dem Grafen Auersperg nicht nur kost¬ bare Werke für feine Bibliothek bestellt und sie bindet, sondern nebenbei auch aus seinem „Laden" alle Gattungen Papier, Perga¬ ment, spanisches Wachs, Federn, Spagat, Tinte, aber auch — „Licht¬ putzen" und eine „Lostafel" (zum Tombolaspiel) liefert. Im Jahre 1672 tritt der Buchhändler und Buchbinder Joannes Helm auf, der Verleger von I. L. Schönlebens „Evangelien" und „Episteln" (1673). Diese mußten aber noch in Graz gedruckt wer¬ den. Deßhalb legte Schönleben feine Bitte bei der Landschaft ein, 83 daß der Salzburger Buchdrucker Joh. Bapt. Mayr nach Laibach kommen dürfte. In der landschaftlichen Verordnetensitzung am 18. Juli 1678 ward der „beschaydt" „üak gegen dem anerbietten" gegeben; dieses „anerbietten" lautete: „Johann Bapt. Mayr Buchdrucker will allhier ein Druckerey aufrichten, auch den Buchhandel befürdern bittet ihme unter die landschaftliche krotsetion anzunemben und jährlich 200 fl. xro solaris zugeben, erbietet sich darbey die Buchdruckerey vor Ende des Jahres ohne weitere Vncosten eiuzurichten" "). Und schon am 25. November 1678 verließ das erste Druck¬ werk, „ein Lob der Mutter Gottes" (LloZium), die Mayr'sche Druckerei in Laibach; und auch die Buchhandlung war 1678 be¬ reits eingerichtet; denn es existirt ein — leider bei der Heuer vor- - gekommenen Veräußerung der ehemals Baron Erberg'schen Biblio¬ thek in Lustthal außer Landes gewanderter — „Catalog" der in der Mayr'schen Buchhandlung in Laibach 1678 am Lager befind¬ lich gewesenen Werke. Die Thätigkeit der Druckerei und Buchhandlung Mayrs in Laibach war eine außerordentlich rege. Werk folgte auf Werk; so gleich 1679 eine „i^rs mstriea" und ein geistliches Buch: „Nan- ctnotio g,ä eoslum". Für den Kalender, den Mayr 1680 den Ständen offerirte, erhielt er 100 Reichsthaler bewilligt^), was dann so ziemlich alljährlich wiederkehrte. Im selben Jahre druckte und verlegte I. G. Mayr die „Ver¬ fassung" des Landes Krain, die sog. „Landhaudveste"; das Papier dazu lieferte Hanß Zenger, Papiermacher zu St. Veit in Kärnthen, 76 Riß a 24 Groschen (4 fl. 30 die kärnthnerische Mauth), zu¬ sammen 95 fl. 42 kr. 1. Auch 1680 erschien bei Mayr des Schönleben „Genealogie des Hauses der Grafen Blagay (kvss, Ursina)", ein lateinisches Buch des D. Locatelli über das Teufelaustreiben (Dxoroismi...) u. a. m. Auf dem Titelblatte des 1681 ausgegebenen „Diarium OatRo- lieum" (eine Art Directorium für die katholischen Geistlichen) er¬ scheint I. Mayr als „landschaftlicher Buchdrucker" genannt. 1681 kamen aus I. G. Mayrs Verlage: Schönlebens Ge¬ schichte Krams: OarnioUa antigua ot nova (I. Theil), desselben „Disssrtatio polomioa" über die Abstammung des Hauses Habs¬ burg, und Genealogie des Hauses Auersperg, sowie des Joh. Bapt. Freih. v. Garzarolli Werk über die Unsterblichkeit des menschlichen 6* 84 Geistes (äs imraortalitats rusutis llumauas). Auf den Markt von 1682 gab I. G. Mayr u. a. des Freih. v. Valvasor Todten- tanz, „llRsatruru mortis lluraarms" mit vielen Kupfern, die in Valvasors eigener Kupferstichanstalt auf Schloß Wagensberg (in Unterkrain) von Meistern wie Andreas Trost, Greyfcher u. a. an¬ gefertigt waren. Das Jahr 1683 bringt einen neuen Buchbinder und Buch¬ händler, Alexander Stain, nach Laibach, der sofort bei der Land¬ schaft um Arbeit einkommt und verspricht „er wolle die Landschaft treu und fleißig bedienen". Es wird ihm die Antwort zu Theil, „wenn er billig bedienen wolle, dann werde man seine Arbeit ge¬ brauchen"^). Wir finden seinen Namen noch 1694 und 1695, wo er beidemale der Landschaft Kalender verehrt und das erstemal 50 fl., das zweitemal 80 fl. „verehrt" erhält^). Dem Josef Thad. Mayr, der inzwischen das Geschäft seines Vaters übernommen, hat die Landschaft 1684 die landschaftliche Subvention von 200 fl. auf 300 fl. erhöht^). Diese Erhöhung erfolgte, als Joh. Thad. Mayr die von ihm neuaufgelegte Land¬ gerichtsordnung dedicirte und um die genannte Zubuße gebeten hatte, namentlich als „Zubuß der bey der Druckerey unterhabenden Leuth"^). 1684 verlegte I. Th. Mayr auch ein mathematisches Werk von Fischer. Zwei Jahre später (1686) taucht als Verleger der Buchbinder Adam Skube auf, der der Landschaft dann (1689) etliche Gebet¬ bücher verehrt und dem dafür 50 Thaler „ausgeworfen" werden. -Derselbe giebt auch 1690 ein Flugblatt (neue Zeitung) heraus unter dem Titel: ^guila 4>.ustriaoa „was sich vom September 1688 bis September 1689 merkwürdiges zugetragen". Sein Name er¬ scheint noch 1692 in den Protokollen der Landschaft, die ihm da 120 fl. Amtswährung für ein dedicirtes Büchel vom heiligen Grab, doch ssrasl xro ssmxsr, auswirft mit dem Bedeuten, daß er weiter¬ hin mit dergleichen „äsäioatäoimu nit vorkhumbe""). Sein Sohn Hans Georg Skube erhält 1696 von der Landschaft eine Beihilfe von 30 fl.^). Von 1687 —1690 hat Jos. Thad. Mayr außer einigen katholisch-theologischen Werken vornehmlich eine neue Ausgabe der „Landhandveste", mehrere Kalender („Lpllsmsriäss"), Karners „Raitbüchel" (Rechnungsbuch) und (1688) des Canonicus Gladich 85 Gedicht: LelZraäi inosnia edirt. Doch mit der Buchdruckerei ging es in dieser letzten Zeit abwärts, denn wir müssen bei Vergleich der früheren Arbeiten mit den späteren der Landschaft Recht geben, wenn sie, 23. Januar 1690, dem Mayr die „Ermahnung" machte, „daß er sich eines bessern Setzers und nothwendigen Correctors versehen solle"^). 1691 erscheint, wegen wieder eingetretener Pest, die Jnfections- ordnung von 1625; 1692 Epigramme (lateinisch) von Floriantschitsch und im selben Jahre noch zwei medicinische Schriften von Gerbez (Lxtrieatura intrioatum) und Vidmayer (H^Zisns), dazwischen mehrere geistliche Schriften. Nur zweimal (1692 und 1696) wird der Name der „Buch¬ druckerin" Anna Barbara Märin (Mayrin) Wittib erwähnt, die von der Landschaft 300 fl. und 100 fl. erhält; daneben steht an¬ gemerkt: „abgethan""). Auch der Buchbinder und, müssen wir bei unseren hiesigen Verhältnissen, wie sie zum Theil heute noch sind, hinzusetzen, Buch¬ händler Joh. Carl Mally erscheint nur zweimal genannt 1692 und 1695, beidemale „wegen verehrter Calender"^). Zu Josef Thadäus tritt 1693 wieder ein Johann Baptist Mayr (vielleicht schon des ersteren Sohn?) und „Bede" erhalten „vmb Calender" 120 Thaler^). Im selben Jahr verlegt die Mayr'sche Buchhandlung den von den Jesuiten verfaßten „Lay¬ bacherischen Himmelsspiegel" und die „Marianische Sodalität", welche dieselbe der Landschaft „verehrt", und wofür sie 500 fl. verwilligt erhält^). Zur gleichen Zeit wurde auch die „^eaäsmia, Oxsrosoruiu" (1692) — eine Art Akademie der Wissenschaften und schönen Künste nach Vorbild der italienischen Akademien — in Laibach errichtet, deren Mitglieder bald ausnehmend rührig sind in Ausgabe von Werken verschiedener Disciplinen. Die Mayr'sche Buchhandlung verlegte dieselben, so des Baron Billichgratz Luetm- ristioa (1694), des Floriantschitsch numismatisches Werk: „Los in >tinAua" (1695) u. a. m. Da das Budget der krainischen Landschaft am Ausgange des 17, Jahrhunderts ziemlich stark belastet erschien, so gab es — es war zur Herbeiführung einer Entlastung desselben eine eigene En- quste eingesetzt worden — im Landtage des Jahres 1697 eine 86 längere Debatte über die einzelnen Posten, und man kam schlie߬ lich dahin überein, u. a. auch dem landschaftlichen Buchdrucker und Buchhändler Mayr seine Subvention von 300 fl. wieder auf 200 fl. herabzusetzen^); außerdem ward beschlossen, den Buchdruckern allen (einheimischen und fremden) zu bedeuten, daß die Landschaft fürder¬ hin keine Calender oder andere Dedicationen, die nach altem Brauche bisher mit recht ansehnlichen Gratialen verdankt worden waren, an¬ nehmen werdens. In den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts warf sich die Mayr'sche Verlagshandlung auch auf das medicinische Fach und edirte 1697, 98, 99 die Medicinal-Kalender des berühmten Arztes Gerbetz (OllronoloZiao rnockieas Vnuns xrirnus, ssounckns, tortins). Aas XVIII. Jahrhundert. Am Ausgauge des 17. und am Beginne des 18. Jahrhunderts gab es in Laibach hervorragende Bücherfreunde; um nur einige zu nennen: Vater und Sohn Dolniöar von Thalberg, Bischof Herber¬ stein und Berthold Höffern. Das Domkapitelarchiv in Laibach ver¬ wahrt das Verzeichniß der Bücher, die Dolniöar dem Collegium Carolinum (adeligen Convikt) für seine Bibliothek vermacht hat, welche Büchersammlung die Grundlage der heutigen Priesterseminars¬ bibliothek wurde. Die größte Buchhandlung war auch jetzt noch die Mayr'sche, in welcher nun Joh. Georg Mayr das Regiment führte. Die schon erwähnte „Akademie der Operosen" edirte in seinem Verlage ihre Statuten, die (1701), Karner von Karnburg feine „Deutsch und Krainerische Währungsveränderung", Dolniöar (Alex. Sigismund) ein lateinisches Gedicht: 6itbara in coolura translata v. Ivo, Floriantschitsch seine Voliva parasnosis (1702), der Mediciner Gerbetz seinen „Vnnns III" (1702), Bechtold Borow aus Windischgratz seine LIüZiss ^oackonrioi Oporooi (1705), der Jesuit Hölbling seine Leichenpredigt auf den Tod Leopold I. (1705). Im selben Jahre starb der Buchhändler Adam Skube „vor¬ nehmer Buchbinder und Händler zu Laibach", wie es in dem be¬ treffenden Actenstücke heißt ^). Bei Mayr erschien 1707 in neuer Auflage die Landschrannen- (oder Landgerichts-)Ordnung des Herzogthums Kram. Dasselbe 87 Jahr begann Mahr auch mit der Ausgabe einer deutschen periodi¬ schen Zeitung. Ein Fragment dieser ersten deutschen Zeitung: Wöchentliche Ordinari-Zeitungen oder Extract Schreiben von unter- schidlichen Orthen/ auß gantz Italien; wie auch was die gewöhnliche Ordinari- und Extra-Ordinari-Post von Wien mitgebracht. Gedruckt in der Fürst!. Haubt Stadt Laybach durch Johann Georgen Mayr einer Löbl. Lands, in Krain/ Buchdrucker und Händlern 6uiu tüosutia, Luxorioruru. eines deutschen Wochenblattes in dem fast ganz slavischen Lande Krain, liegt uns in der Nr. 23 vom Jahre 1708 in der Samm¬ lung des Krainischen Landesmuseums vor. Es ist ein Blatt in klein 4° auf grobem Papier mit großen Lettern gedruckt, enthält lediglich politische Nachrichten und zwar aus Wien über einen Zeit¬ raum von 4 bis 5 Tagen, aus der Schweiz, England u. s. w. in bunter Reihe ohne Paginirung und Angabe der Erscheinungstage. Im Jahre 1710 hören wir von der ersten Beschlagnahme, die ein bei Mayr erschienenes Werk betraf: des Herrn v. Pelzhoffer „Imoouö s vero ristrstto politioo S! 2 2 N O