M^MUM tnr Annst, Literatur, Theater u. geselliges Lebel». Nedigirt von Leopold Kordesch. ^ HZ. Freitag am ^4 . Juni OO. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich zwei Nummern, jedes Mal ein halber Bogen. Der Preis des Blattes ist in Laiback aa„li»hr,g 6, halbjährig 5 si. Durch die t. k. Post unter l!uu?ert >»il portofreier Zusendung ganzjährig u, halbjährig 4 sl. C. M., und wird halbjähr,« vora»?,­bezahlt. Alle k. l. Postämter nehme» Pränumeration «n. I n Laibach pcänumcrirt man beim Verleger um Naa», Nr. ,>yu, im ersten Stocke. Klagetöne. IVoh l fielen alle Sterne Von meinen! Hiuiniel ab; Mein Liebchen birgt die Ferne, Die Mutter deckt das Grab; Der Freund, de» ich erkoren Zum Trost mir hoffnungsvoll — Er ist für mich verloren < Und mir wird nicht mehr wohl! Als mir mit kalte,» Arme Der Tod die Mutter nahm, lind meine Secl' im Harme., Mein Aug' in Thräneu schwamm — Da kam die liebe Liehe llnd goß mir Trost in's Herz; Mein Ang' ward minder trübe. Und minder herb mc,n Schmerz. Wie Nlmnen «0» der Sonne Licht, von den Sternen Thau, So trank ich Lebenswomie, Aus Liebchens Augenöl«»; Doch bald ward dieser Ä.ther Getrübt und wich von mir; Und meines Glückes Votier, Marie, find fort mit dir! — Auch Vu, der «Uten Bester, Der da mit mir geweint. Leb' wohl! du warst mein Tröster, Und bist — nicht mehr mein Freund! Ein böser Dnmo» wußte Dein Herz nur zu entzieh'»; Der Freundschaft Engel muhte Betrübt von da,,nen flieh'»! — So fielen alle Sterne Von meinem Himmel »b; Das Liebchen birgt die Ferne, Die Mutter deckt das «rab ; Den Freund, den ich erkoren Zum Trost mir hoffnungsvoll — Er ist für mich verloren, Und m,r wird nicht mehr wohl! N. Maro „sehnig. Gallerie berühmter Krainer. Michael Tiffernus. Michael Tiffernu s (Tyffernu^ rurde im Jahre 1488 in Kram geboren. Bereits als K ' wurde er, bei einem Einfalle der Türken'in Krain, von diesen geraubt, und mit mehreren andern Opfern in die Sclaverei geschleppt, jedoch bei Gelegenheit eines Gefechtes im Lager zurückge­lassen, wo ihn Erasmus Stich , ein Bürger aus Duino fand, ihn erziehen ließ, und später sogar auf die Univer­sität nach Wien sandte, wo er mit der Würde eines Ma­gisters beehrt wurde. Als jedoch Herzog Ulrich von Würtemberg 131» vom schwäbischen Bunde aus seinem Herzogthume uertrie­den, und dessen minderjähriger Sohn,'Prinz Christoph, auf Befehl Kaiser Ferdinand's i. 152» nach Wiener-Neustadt gebracht wurde, wurde Tiffernus diesem Prin­zen al? Lehrer an die Seite gegeben, begleitete ihn später an den kaiserlichen Hof, so wie auch auf den Reisen durch Deutschland und Frankreich. Prinz Christoph entließ ihn nun nicht mehr, nahm ihn 1344 mit sich nach Moni­pelgard, machte ihn zum Kanzler, und als der Prinz 12 50 wieder zur Regierung von Würtemberg kam, folgte ihm Tiffernu s nach Stuttgart. Hier brachte er die letzten Tage seines Lebens zu, stiftete aus seinem erworbenen Ver­mögen 3 Stipendien an der Universität zu Tübingen, die schon in das dritte Jahrhundert fortdauern, und starb dann am 11. April 1Z33, im «? Jahre seines Alters. Andreas Kobavius. Dieser seiner Zeit ausgezeichnete Gelehrte wurde im Jahre 13»4 zu Zirknitz in Krain geboren. Schon in sei­ner frühesten Jugend verrieth er die ausgezeichnetsten An­lagen, studierte mit dem besten Erfolge und widmete sich endlich dem geistlichen Stande. Um jedoch ganz den Wis­senschaften obliegen zu können, trat er in den damals höchst blühenden Orden der Sozietät Jesu, bekleidete später durch viele Jahre die Stelle eines Professors der Rheto­rik und Mathematik zu Laibach, und starb endlich im Jahre 1634 allgemein geschäht und betrauert zu Trieft. Er schrieb nachstehende zwei, in Druck erschienene Werke, als: 1) Vimlieme azirouomicilß ll,oticus pro vixi. SV »innil. 2) Vit!» ü, ^ulloui« llei funällloriü ?. ?. misericor­ 6i«e. Letzteres Werk erschien ohne Namensangabe des Ver­ fassers. Philipp Terpin. Dieser wurde zu Selzach in Krain geboren, zeigte van frühester Jugend an einen großen Hang zur Frömmig­ keit, widmete sich mit ausgezeichnetem Erfolge den Stu­ dien, und trat nach Vollendung derselben in den geistli­ chen Stand. Er erhielt sonach die Würde eines Bacca­ laureus der Theologie und bekleidete durch viele Jahre die Stelle eines General-Vicars ^u Laibach unter den Bi­ schöfen: Otto Friedrich und Joseph. Er übergab dem Drucke ein Werk, das den Titel führt: (.'uu^tttutiuiw« et iuütixuti«!!«» l-)!!nie« e»>»t<>r»m; er starb in seinem neunzigsten Lebenswahre allgemein geschätzt und betrauert zu Laibach. I. 3. Seil. Lljählung V»!I Frniiz Wilh. uon Tl 5 enh u ei! er. (F»ltsetzunZ.) „Es ist eine Abhandlung, womit ich beweise, das! die Kunst, die Quadratur des Zirkels zu finden, in genauester Verbindung mit dem richtigsten Heilverfahren an organi­schen Körpern stehe, und daß die Heilkunde eigentlich ganz allein auf mathematischen Prinzipien beruhe. Warten Sie nur, es wirb noch eine Zeit kommen, und diese ist nicht so fern mehr, als Sie wohl glauben mögen, wo es unter den Aerzte» weder Allopathen, noch Homöopathen, noch Hydropathen geben wird, das heißt, sie werden dann weder viel noch wenig eingeben, weder Decocte noch Pillen, noch verzuckertes Mundmehl aus der Apotheke bestellen, und eben so werden sie dann nicht mehr waschen und nicht mehr begiessen — sie werden nur rechnen. Ob sie sich dann auch noch so oft verrechnen werden, wie dies bei den Anhängern der jetzt in Gang befindlichen drei Sy­steme geschieht, läßt sich wohl nicht in voraus bestimmen, aber ich will sogleich die Probe machen, so wie ich den ersten Patienten bekomme, bei dem zweiten, dritten, vier­ten und fünften auch wieder, und wenn ich oft genug die Probe gemacht habe, wird sich's doch zeigen, wer recht hat, ich oder die Andern. Die Schrift wird übrigens Aufsehen machen und da sie höchst gemeinnützig ist, vor einige» Monaten aber nicht aus der Presse kommen wird, werde ich die Ehre haben, Euer Hochwohlgeboren, so lange nicht mehr Leute kommen als jetzt da sind, einiges davon vorzulesen." „5Wird uns sehr angenehm seyn, Doctor"" fiel der Baron, welchem der Anblick des dicken Heftes den Angst­schweiß auf die Stirne getrieben hatte, „„aber sagen Sie mir vorerst, wie steht es bei Seller's? ich höre, sie sollen vor wenigen Tagen dahin gerufen worden seyn — ist Je­mand krank von den Leuten?"» Der schismatische Heilkünstler legte sein Heft wieder zusammen — der Wunsch, den hingeworfenen Faden aus­zuspinnen, schien mit seiner Autoreitelkeit im Kampf zu liegen, und er begann: „Es war wirklich nicht ohne Gefahr abgegangen, die Kousine der Frau Sel l oder wer sie sonst ist, denn sehen Euer Gnaden, sie führt eigentlich das ganze Hauswesen und Herr Sel l scheint große Stücke auf sie zu halten, wie er denn auch wirklich Ursache dazu haben mag, denn merkcen Hochdieselben wohl, er scheint nicht ganz glücklich mit seiner Gemahlin zu leben, weil, Sie wissen doch noch wie —" „„Doktor, da erfahren wir noch immer nicht, was der Kousine des Herrn Sel l gefehlt hat, oder ist es etwa ein Geheimnis), so wollen wir es auch nicht erfahren, denn —"" „O ich bitte Euer Gnaden — es war nur eine ganz leichte —" »„Ganz gleichgültig""—meinte der Gucsherr,„„ aber sagen Sie mir einmal aufrichtig, Sie kommen auch jetzc noch öfter in's Haus, was hallen Sie von den Leuten?"« Der Gefragte zuckte die Achseln, machte ein so kluges Gesicht, als ob er die Räthsel der Sphinx zu entziffern so glücklich gewesen wäre und den Fund nun von sich zu ge­ben in Bereitschaft stünde, und sprach dann mir halb lei­ser, doch der gesammten Gesellschaft noch vollständig ver­nehmbarer Stimme: „Nicht viel Gutes, gnädiger Herr — durchaus nicht viel Gutes. Eben da ich dort war, wohnte ich einem Auf­tritte bei, das heißt, ich wohnte ihm nicht so eigentlich bei. aber ich stand einige Augenblicke vor der Thüre, und wollte warten, bis der Auftritt vorüber sey, aber es öffnete sich die Thüre, und die Frau kam heraus mit einem unge­wöhnlich gerötheten Gesichte, und ich glaube, Herr Sel l harte " „»Nun er hatte —«" „Ich glaube, er hatte sich an ihr vergriffen.« „„An ihr vergriffen!"" rief sogleich einer von den fünf Andern, „„ja man hört es, er soll sie oft gräulich mißhan­deln. Und doch scheint sie ein so sanftes, duldsames Ge­schöpf, so—"" „Nun was das betrifft," fiel der Arzt ein," ob sie gerade zu sanft ist, will ich nicht unter die Leute bringen, sie ist wie er, und er wie sie, ich glaube, es habe sich von beiden keines etwas vorzuwerfen, ich halte beide oder vielmehr alle Dre i für nicht besser, als jedes von ihnen für sich ist." „„J a die Frau selbst sagt"" — begann ein Fünfter wieder, „„die Kousine sey eigentlich keine Kousine, sondern eine ihr aufgedrungene Haushälterin, und sie selbst erklärt ihren Mann für einen—"« „Das ist langst bekannt," ergänzte der Sechste „und wenn sie etwa selbst auch nicht viel werth seyn sollte, ist sie es unstreitig /)urch ihn allein geworden, denn wie der Mann die Frau' haben will, so ist sie." 51 »„Sicher, sicher,»" bekräftigte der Siebente, und in diesem Augenblicke trat eine Frau ein in bürgerlicher doch ziemlich nachlässiger Kleidung, schritt ohne viele Umstände auf den zu, der da seine Frau machte, wie er sie haben »rollte, und sprach: „Du liederlicher Schlingel, finde ich dich abermal in der Kasina und beim Geldverzehren, während daß deine Frau und deine kleine Rangen zu Hause sitzen müssen? Ich will jetzt hören, ob Du Dich gleich nach Hause auf die Strümpfe machen willst?" Und der Weibcrmacher, wie sie seyn sollen, sprach sehr kleinlaut: „Liebes Friedrichen, ich bin bereits fertig, da trink '»mal" — und in wenig Minuten war das zärt­ liche Paar unfern Blicken entschwunden. Der Arzt hatte sich bei dem Erscheinen der Amazone in einen Winkel zurückgezogen; — da sie fort war, kam er aber sogleich wieder hervor, und sein Heft abermal zur Hand nehmend, bemerkte er, nachdem er sich überzeugt hatte, daß die Thür eingeklinkt habe: „ein Teufelsweib die Bäckerin, aber ich wollte sie wohl zurecht bringen." Aber eben da er sich gesetzt und das erste Blatt auf­ geschlagen hatte, welches er mir zur Einsicht hinüber reichte, und »vorauf mit großer Schrift der Titel des Buches zu lesen war, und mit noch größerer: Von F. G. H. C. D. Baartuch , Medizinä und Chirurgiä Praktikus, ic. :c. ward auch er abberufen, zu einem Patienten wahrschein­ lich, und so wurden wir erlöst von der unterhaltenden Vor­ lesung. Die Kasinogesellschaft aber wurde nicht zahlreicher, und als alle, die noch außer uns gegenwärtig waren, ein halbes Glas Warkhennersdorfer Weißbier getrunken, und ein dünnes Butrerbemmchen, mit einer halben Sardellen­ spalte belegt, gespeist hatten, löste die Versammlung sich auf und wir, die beiden ersten Ankömmlinge, sahen uns nun wieder allein. iv. Am andern Morgen zog ich meiner Wege, obgleich der Baron sich Mühe gab, mir noch wenigstens einen Tag abzubringen, aber man darf des Guten nie zu viel genie­ßen, und so befand ich mich zur richtigen Zeit wieder wo ich hingehörte. Den Mann mit dem sanften traurigen Gesichte aber, und von dem ich so viel Böses und keine Silbe Gutes vernommen hatte, vermochte ich nicht zu vergessen, auch als schon Monate seit jenem Ausflüge über das Gebirge hingegangen waren. „Können Phisiognomien wirklich so ungemein täuschen?"—fragte ich mich immer—„in diesem Gesichte lag so unendlich viel Gutes und doch sollte dessen so wenig in dem Innern des Mannes seyn?" Ich fühlte das lebhafteste Interesse für den Mann und gern würde ich mich näher über ihn unterrichtet haben, allein mein Beruf führte mich bald aus der Nähe des Gebirges und nach und nach tauchte die Erinnerung an diesen Gegenstand meiner einstmaligen Aufmerksamkeit auch seltner in mir auf. Selbst seine Gesichtszüge verlor ich endlich aus meinem Gedächtnisse. Es mochten acht Jahre seit den kleinen Ereignissen verflossen seyn, welche ich hier erzählte, als ich während der Vadesaison zu Teplitz eines Tages an der t!,i>ieci' I»',t6 des fürstlichen Gartensaales speis'te. Mir gerade gegen­über saß ein langer blasser Mann, in volle Trauer geklei­det, dessen Gesichtszüge mir schon einmal irgendwo vorge» kommen zu seyn schienen, ohne daß ich mich zu erinnein vermochte, wo dies geschehen seyn konnte. Er schien noch nicht über den Wendepunkt des männlichen Alters hinaus, allein unbestreitbar waren die Furchen, welche Stirne und Wangen durchschnitten, während das Auge noch im j». gendlichen Feuer glühte/ für die Zeugen schwer ourcyge­kämpfter Jahre anzunehmen. Auch das kastanienbraune Haar begann bereits zu bleichen. Umsonst zerplagte ich mein Gedächtnis!, ich konine mich nicht zurecht finden. Da nannte ein Nebensitzender, indem er den Fremden ansprach, den Namen Sell . Au­genblicklich stand mein Wegweiser bei W^ ^ wieder vor meiner Erinnerung. Er war es. Aber Gott! wie unge. Heuer verändert gegen damals. Und es waren nur acht Jahre verflossen, seit ich ihn das erste Mal gesehen hatte. Ich fühlte mein vormaliges Interesse für ihn wieder in voller Stärke erwachen. Ich beschloß den Zufall zu nützen, und bald war eine Unterhaltung mit ihm ein­geleitet. Ich sagte ihm nämlich, daß, wie ich mich nicht zu ir­ren glaube, wir uns schon früher getroffen haben, und wo und auf welche Weise, und wann dies geschehen war. Auch er schien sich nun zu erinnern, wunderte sich aber, daß ich nach so langer Zeit uird so kurzer Begegnung ihn sogleich wieder erkannt habe. Er machte meinem Gedacht, nisse ein Kompliment, das es nicht verdiente. Ich sagte ihm, daß ich an jenem Tage in W" ^ ge­blieben sey und welch' gastfreundliche Aufnahme ich im Hause des Barons gefunden habe, während ich mich zu­gleich nach dem Befinden meines damaligen Wirthes erkun. digce. „O der befindet sich wohl" crwiederte Sel l mit ei­nem seltsamen Lächeln, „denn er ist nicht mehr. Ein Schlag, fiuß endete vor etwa drei Jahren sein Leben." Ich äußerte mein Bedauern, da mir der Baron ein wirklich braver Mann geschienen, und er in einem Alter sich befunden habe, welches ihn zu einer längeren Lebens­hoffnung berechtigen konnte. „Er Härte allerdings länger leben können" meinte Sell , „und seine Uncerthanen würden auch sehr damit zufrieden gewesen seyn, denn er war ihnen ein guter und väterlicher Herr. Ich selbst kann seinen Tod nur be­dauern." „„Und hatte der Schlagstuß leine bekannte Veran­lassung?"" „Man weiß wenig Sicheres darüber, aber man glaub­te, bedeutende Verluste, welche durch seinen Gerichtöhalter herbeigeführt worden seyn sollen, hätten ihn so heftig er­schüttert, daß bei seiner Organisation ein Schlagstuß ein­treten mußte. Aber es ist nichts Verläßliches darüber 53 bekannt geworden, und der Gerichtshaltcr kann an dem Ganzen so schuldlos sei)« wie wir Beide.« »„Lebt wohl der damalige Pfarrer noch?"« »Nein, auch dieser ist seit mehreren Jahren todt und seiner Gemeinde ein bisher unvergcsiener Verlust.« »„Ist der Arzt—ich erinnere mich jetzt seines Namens nicht mehr, doch hatte ich den Mann im Kasino kennen gelernt, und—«« »Ach — das ist Vaartuch gewesen wahrscheinlich — nun auch dieser ist nicht mehr in W« » doch glücklicher­ weise noch nicht gestorben, sondern er lebc irgendwo in der Nähe der Residenz, wo er seine Kenntnisse besser nützen kann, als er dies in W'^ * vermochte, wo man von Krank­ heiten wenig weiß, und er also wenig zu thun hatte. Und hatte er auch ein Ma l einen Kranken, so konnte dieser sicher darauf rechnen, muthwillig und um der Kosten wil­ len nicht herum gezogen zu werden, denn Baartuch ist ein denkender Arzt, und seine Methode wie ich glaube so einfach als möglich.« »„Sie^ selbst aber sind noch in W«*?«« "Ich war es bis jetzt gewesen, glaube aber nun auch meinen Aufenthalt zu ändern.« (Beschluß folgt.) Nevue des Mannigfaltigen. Die größte Perle. In Moskwa befindet sich als Eigenthum eines griechischen Kaufmanns eine Perle, die vielleicht nicht ihres Gleichen in der Welt hat. Sie ist jedoch nicht das Erzeugnis; Rußlands, sondern soll aus Ostindien mitgebracht worden seyn. Diese unschätzbare Perle liegt in einem dreifachen, mit kostbaren Steinen be­setzten Etui unter einer convexen Linse, damit sie noch größer aussehe, in Baumwolle, und wiegt nicht weniger, als 27^?/8 Karat. Sie ist vollkommen rund, ihre Farbe übertrilsi den metallischen Glanz des volirtesten Silbers, ist aber zu gleicher Zeit vollkommen durchsichtig. Wenn sie heraus genommen und auf ein Stück Papier gelegt wird, rollt sie darauf herum, wie eine Quecksilberkugel und läßt sich nur mit besonderer Geschicklichkeit von den Fin­gern wieder erfassen. Die Fremden besehen dies unschätz­bare Kleinod mit Bewunderung — ja mit Erstaunen. I n Paris ist eine neue musikalische Gesellschaft, die »St. Cäcilicn-Akaoemie« gestiftet worden, an deren Spitze 130 Komponisten und Künstler ersten Ranges stehen. Mar­quis Louvois ist Präsident, Meyerbeer und Auber sind Vicepräsidenten, Professor Charles Duran d ist Se-cretär-Redner. Am 18. Mai war die erste sehr glänzend besuchte Soiree, in welcher sich Beriot, Romberg und Klara Wieck hören liessen. Wa s ist schlimm? Eine nordamerikanische Zeitung zahlt folgende Dinge als die schlimmsten in der Welt auf: Ein unehrlicher Diener, ein rauchender Ofen, ein stolpern­des Pferd, ein schmerzender Zahn, ein leerer Beutel, ein unfolgsames Kind, ein unablässiger Schwätzer, ein stum­pfes Nafirmesser, die Mücken, ein ungebildeter Narr und em Abonnent, der sein Exemplar nicht bezahlt. — Die Kaufleute Stohlle und Kreizig in Danzig haben eine Mafchine bauen lassen, um aus alten, wolle­nen Lumpen wieder Wolle zu machen. Das Fabrikat ist >-­untadelhaft, und da die Farbe chemisch ausgezogen wird, eben so weiß, wie die Primogenitur- Wolle. Sie glau­ben Wolle, die von den Schaffen 80 Thaler kostet, für 30 Thaler liefern zu können. Kurent - Briefe aus Laibach. ii. Theurc Carniolia! Es war ein herrlicher Abend; laue Weste und schöne Domen spa­zierten in den Alleen, und um sie herum standen Akazienbäume >md süße Herren, und streuten Blüten und Liebesblicke herab; sanft schimmerte L»„, «m dämmernden Himmel') und der Abendstern blinkte von Ferne, wie ei„e Verlorene Geliebte — ; an diesen, Abende cllln. »l.Iuni>85y war Hrn.To­se lli's glasharmonikal« violinisch-theatralische Akademie, wie tonnte sie als, besucht senn?-^ Hr. Tosclli , ein junger und interessanter Mann, »nd seine Glosharmonika, eine sehr hübsche, gebildete, tonreiche, zarte und interes­sante Dame! Hr. Toselli behandelt sie hingegen auch mit solcher Zart­heit, Akkuratesse und Behendigkeit, daß es wirklich ein Genus) war, seine,,, Spiele zuzulauschcn — weniger der ihn begleitenden Violine! ^ Woher nahm nur der Mann seine Geige — »nd woher die Geige den Mann? — Ich will nichts gegen seine Kunst sagen, er mag sie recht gut «erstehen; aber an diesem Abende tan, er mit der Violine durchaus nicht zurechte! Die »Dome stiken streiche« von Castelli, dargestellt von Hrn. Vergc r und Dem. Schwenk, wnrden mehr herabgcrissen als gespielt. Dlle. Schwenk taugt für Damenrollen viel besser, als für Stu­benmädchen , wie wir es in ihrer sehr gelungenen Lerne als Naronin sahen, Hr. Vergcr , der sich das nicht immer anwendbare schnelle, sprn­delndc Neden abgewöhnen sollte, spielte zwar gewandt, aber mit einiger Übertreibung. Der stotternde Killion gerieth ihm recht wohl; später jedoch «erdarb er die anfängliche Natürlichkeit wieder durch seine Geschwindigkeit. Ein Stotternder wird nur immer blöder und verlegener, und stottert noch mehr, wenn er schnell reden will. — Hr. Vergc r machte es umgekehrt. Das zweite Stück, die Mahn,, der Pudel und dieUhr, auch von Castelli , — ein drommatisirtcr Spaß, kurz und gut, verfehlte seine W!>­tung nicht. Hr. Tosclli, der sich in zwei Pieccn: <2»vl!tinZ: »c»2tH lliv»» aus Normo — und einem Kon clenu.I'inale mit Variationen: '»^K n«n creäen uilrürti" aus 8unn»mbula produzirte, wurde jedes Mal gerufen; diese Ehre mag ab,r auch beiläufig das EmziZc seyn, wos ihm von diesen, Abende blieb, womit auch ich die Ehre habe, mich dir zu empfehlen. — Moschus. ') Am Tage des Neumonds? — Ei, ei, Herr Moschus! Die Red. Krain's Flora. Mitgctheilt von Andreas F! eischmonn. Von den vorzüglichsten Gewächsen des t. f. botanischen Gartens zu Laibach sind bis zu», 14. Juni folgende zur Blüte gekommen ­ ^,2peru!-> lincturi», färbender Waldmeister. — Hzirant!» c»r­nlnlicn , trainischer Thalstern. — ^5t. »!,-,jar, großer Tholst. — ^Vvena rireuütK, angcbrenntcr Hafer. — Hv. 2<-i»pervir«n5, immergrüner Hof. — ljr^uuia , rothbeerigc Zaunrübe. — Oepiz t>,enn>5, zwei­jähriger Pippau.— s^nuglnzsum c>Nici,iale, gebräuchliche Hundszunge.­(ür^ium cnrniu l icum , krainische Kratzdistel. — Corunilli, mu^­tan«, Berg-Kronwicke. — kumuri« otncinali«, gebräuchlicher Erdrauch, — l?nm. rillr^illur», tleinbluth. C'rdr. — l^Ltuca canezeen«, bläulicher Schwingel. — Ql^erii, iluituriz, fluchendes Süßgras. — <3^i>l>ui>ni!' rcpenZ, kriechendes Gypskrout. — (leranium «!,nz>e>iireuin, blutrother Storchschnabel. — liemcrncaiiiz llav», gelbe Toablume. — Hioruciuin ü^xütil«, Felsen-Habichtskraut. — Iluttnrii» ri.iluztriZ, Wasserfeder.— Hipr>ncrer>i3 cnmuüa, zapfiges Hufcisenlraut. — Iri« Framineö, gros­biält. Schwertlilie. — Iri» ^üeucl-Heuruz, Wasser-Schwerll. — l,uiul» »ldiltü, weis-Iiche Hainsimse. — ?nn riumila, niedriges Rispengras.­lll,ut»i;>> Zer^entin-i, schlankes Wegerich. — ^ulv^oril»» Lizluria, Not­lern-Knöterig. — tiuinnum llulcümnrZ, bittersüßer Nachtschatten. — 1'»' >>!U2 communis gem. Schmeerwurz. — 1'riknl!»,,, l»<>nt,,nu,u, Ner»-Klee. — Vüleriani, uMcinnIiZ, gebräuchlicher Baldrian. — V«runici> ulti­cinüliä, gebräuchlicher Ehrenpreis. Auflösung der Ctmrade im Blatte Nr. 12. Adelheide. Laibach. Druck und Verlag von Joseph Vlasnik.