Mzngspttise zür Österreich-Ungarn ganzjährig K 4 — halbjährig K 2- jnr Amerika: ganzjährig D. 1 25 Hür das übrige Ausland ganzjährig K 5 20 •Briefe ohne Unterschrift werden nichtberücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Gottscherr Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Vaiidermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hottscheer Noten in GoUfchee SJir. 121. Berichte und zu senden an die SchriMeitung des Hottscheer Moten in GoUfchee. Anzeigen (3n|erate; werben nach Tarif berechnet und von der 33er-waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage bei Gott-icheer Boten erhältlich. Posisparkassen-Konto Dir. 842.285. Wr.11. Kottschee, am 4. Zum 1915. Jahrgang XII. An Meine Völker! Der König von Italien hat Mir den Krieg erklärt. Ein Treubruch, dessengleichen die Geschichte nicht kennt, ist von dem Königreiche Italien an seinen beiden Verbündeten begangen worden. Nach einem Bündnis von mehr als dreißigjähriger Dauer, währenddessen es seinen Territorialbesitz mehren und sich zu ungeahnter Blüte entfalten konnte, hat Uns Italien in der Stunde der Gefahr verlassen und ist mit fliegenden Fahnen in das Lager Unserer Feinde übergegangen. Wir haben Italien nicht bedroht, sein Ansehen nicht geschmälert, seine Ehre und seine Interessen nicht angetastet; Wir haben Unseren Bündnispflichten stets getreu entsprochen und ihm Unseren Schirm gewährt, als es ins Feld zog. Wir haben mehr getan: Als Italien seinen begehrlichen Blick über Unsere Grenzen sandte, waren Wir, um das Bundesverhältnis und den Frieden zu erhalten, zu großen und schmerzlichen Opfern entschlossen, zu Opfern, die Unserem väterlichen Herzen besonders nahe gingen. Aber Italiens Begehrlichkeit, das den Moment nützen zu sollen glaubte, war nicht zu stillen. Und so muß sich das Schicksal vollziehen. Dem mächtigen Feinde im Norden haben in zehnmonatlichem gigantischen Ringen und in treuester Waffenbrüderschaft mit den Heeren Meines Erlauchten Verbündeten Meine Armeen siegreich standgehalten. Der neue heimtückische Feind im Süden ist ihnen kein neuer Gegner. Die großen Erinnerungen an Novara, Mortara, Custozza und Lissa, die den Stolz Meiner Jugend bilden, und der Geist Radetzkys, Erzherzog Albrechts und Tegetthoffs, der in Meiner Land-und Seemacht fortlebt, bürgen Mir dafür, daß Wir auch gegen Süden hin die Grenze der Monarchie erfolgreich verteidigen werden. Ich grüße Meine kampfbereiten, siegerprobten Truppen, Ich vertraue auf sie und ihre Führer! Ich vertraue auf Meine Völker, deren beispiellosem Opfermute Mein innigster väterlicher Dank gebührt. Den Allmächtigen bitte Ich, daß Er Unsere Fahnen segne und Unsere gerechte Sache in seine gnädige Obhut nehme. Wien, am 23. Mai 1915. Kranz Zoseph m. p. Stürgkh m. p. Ein Armeebefehl anläßlich des Kriegsausbruches mit Italien. Feldmarschall Erzherzog Friedrich hat zur sofortigen Verlautbarung au alle k. u. k. Truppen und zur Kenntnis für die unterstehenden deutschen Truppen einen Armeebefehl erlassen, der zunächst das anläßlich der Kriegserklärung Italiens ergangene Manifest Seiner k. u. k. apostolischen Majestät im Wortlaute wiedergibt und dann fortfährt: Soldaten 1 Ihr habt die in ernster Stunde gesprochenen Worte Eures allergnädigsten obersten Kriegsherrn vernommen. Sie kennzeichnen die ganze schmachvolle Niedertracht unseres neuen Feindes, der jahrzehntelange Treue mit schändlichem Verrate lohnt. Sie weisen uns, Soldaten, aber auch die neuen großen Aufgaben, deren Lösung Seine Majestät und das Vaterland vertrauensvoll in unsere Hand legen. Kein ehrlicher neuer Feind tritt uns Aug' in Ang' entgegen. Nein! Der treulose, bisherige Bundesgenosse Österreich-Ungarns und Deutschlands sieggekrönter Heere und Flotten, die nach zehnmonatigem heißen Ringen gegen die halbe Welt unbesiegt und fester denn je im Kampfe stehen, fällt uns heimtückisch in den Rücken. An uns, Soldaten, ist es, diese beispiellose Haltung unseres Feindes mit Blut und Eisen zu strafen und ihnen wieder den Weg zu zeigen, den dereinst schon unsere Vorfahren bei Mvrtara und Novara, bei Custozza und Lissa gewiesen haben. Unser heißgeliebter allergnädigster Herr, der alles versuchte, um uns und unseren Verbündeten diese neue Prüfung zu ersparen, soll den Geist Radetzkys, Erzherzog Albrechts und Tegeti-hoffs in uns wiederfinden. Wir wollen ihrer würdige Enkel sein. Viel Feind', viel Ehr'! sei unser Kampfruf. So grüßen wir unseren erhabenen Kaiser und König und unsere treuen Waffenbrüder, so grüßen wir im Norden unsere Kameraden, die im Süden bereit stehen, dem schmählichen Einbruch in unserem Rücken zu trotzen, bis auch für den Süden der Tag anbricht, der blutige Vergeltung bringt. Soldaten! OhneZagen, frohen Mutes los auf den neuen Gegner! Mit Gottes Hilfe und in treuer Waffenbrüderschaft mit unseren verbündeten Kameraden werden wir auch ihn zu schlagen wissen. ____________ Der Krieg gegen den Verräter. „Verraten und verkauft" — das ist die Aufschrift über dem Laden "der Briganten Salandra und Sonnino. Den Freund, den Bundesgenossen haben sie verraten, das Blut der Söhne ihres Landes haben sie verkauft. Banditen moral regiert das Volk Italiens und jagt es in den wahnwitzigsten aller Kriege der neuen Geschichte. Ein neuer Judas Jschariot ist aufgestanden, um seinen Freund zu verraten, ihm meuchlings von hinten den kalten Stahl zwischen die Rippen zu stoßen. Ein tausendfaches Pfui dieser Meintat! ' - Eine französische Zeitung hat seinerzeit das heuchlerische Ultimatum Japans an Deutschland „die höchste Höhe der Unverschämtheit" genannt. Diese höchste Höhe der Schamlosigkeit ist noch um ein Vielfaches überschritten worden durch die Wegelagererpolitik eines Überfalles auf einen langjährigen Bundesgenossen. ' Niemals hat es einen Treubruch von größerer Schamlosigkeit gegeben. Seine Untat preßt Italien das Brandmal der Entehrung auf die Stirne. Wenn es eine Gerechtigkeit in der Geschichte gibt, wird und muß diese Judastat die verdiente Sühne finden. Wir hoffen zuversichtlich, daß Italien, das den meuchlerischen Stoß gegen seine Freunde führt, unter deren Schutz es groß geworden, den Feldzug verlieren wird. Eines hat es bereits unzweifelhaft verloren: Die Ehre. Es hat sich befleckt mit dem schnödesten Treubruch, den die Neuzeit kennt. Eine Welt steht in Waffen gegen uns. Man will unsere Vernichtung. Aber wir zittern nicht und zagen nicht. Geeinigt bis zum letzten Mann zieht Österreich-Ungarn mit seinem treuen deutschen Bundesgenossen dem Kampfe entgegen, ganz anders als unser neuer perfider Feind, der nur dadurch zu einem Entschlüsse kam, daß er die Mehrheit seines dem Kriege widerstrebenden Volkes niederschrie. Was wir verteidigen, ist unser Leben, ist unser Dasein, ist unsere Existenz I Im Vertrauen auf Gottes Hilfe treten wir in eherner Entschlossenheit auch den neuen Kämpfen und Gefahren unerschrocken und zuversichtlichen Mutes entgegen. Wenn jemand in Italien glaubt, unsere Armee werde angesichts der neuerlichen Bedrohung etwas von ihrer Zuversicht verlieren, irrt er sich ganz gewaltig. Unsere Soldaten sind erfüllt mit glüh en d er Be g eist e run g, mit eiserner Zuversicht und mit gerechtem Zorne. Die Züchtigung der Schandtat Italiens — das wird der wahre österreichische Krieg, der Krieg Allösterreichs werden. Österreichs stolzeste Erinnerungen wachen aus! Steigt aus euren Heldengräbern, unsere Altvordern, die ihr mit eurem Blute Italiens Fluren gedüngt! Steig' zu Pferde, Erzherzog Albrecht, führe uns an, Vater Radetzky! Schweb uns voran, Geist Tegetthoffs! Auf gegen den Verräter, auf gegen Tücke und Niedertracht! Nicht nur junge Männer sind es, die kampfbegeistert gegen den verräterischen „Bundesgenossen" zu Felde ziehen, der schnöde die Treue gebrochen; es sind vielfach ältere, reife Männer; es sind Männer, die Weib und Kind, Beruf und Arbeilserträgnis daheim lassen. Umso größer ift ihr Kampfeszorn, umso wuchtiger werden die Keulenhiebe sein, die auf den meuchlerischen Feind niedersausen werden. Der Kampf wird — davon sind wir überzeugt — mit jener Wucht und Rücksichtslosigkeit geführt werden, die dem abgefallenen Bundesgenossen gebührt. Über die neugeschaffene Kriegslage schreibt ein höherer Offizier am 23. v. M.: „Uns ältere Militärs, die auf den Schlachtfeldern Italiens mitgekämpft, aber auch die jüngere Generation, die mit Aufmerksamkeit die Vorgänge in Italien in der ganzen Zeit des Bündnisses verfolgte, haben die Erklärungen Salandras weder überrascht noch enttäuscht. Wir haben es gefühlt, daß es so, wie es gekommen ist, naturgemäß kommen werde. Unsere leitenden Kreise haben mit dieser Prämisse des wahrscheinlichen Krieges mit Italien gerechnet und der kritischen Lage nach entsprechend in den Alpen, im Karst, am Jsonzo und an der Adria vorgesorgt. Hunderllauseude stehen schon seit Beginn des großen Krieges an unseren südlichen Reichsgrenzen, infolge der zweifelhalten Haltung Italiens kampfbereit, die wir bei geklärter Lage im Norden hätten besser verwerten können. Keine Stelle ist aufzuweisen, an der keine Vorsorge für einen allfälligen Zusammenstoß getroffen wäre. Bei der Annexion Bosniens stand der Krieg mit unserem italienischen „Bundesgenossen" auf des Meffers Schneide. Seit jener Zeit wurde der österreichisch-italienischen Grenze eine erhöhte Aufmerksamkeit und regere Vorsorge gewidmet, seit dem Ausbruche des großen Krieges wurde in Anbetracht des mehr als zweifelhaften Verhaltens Italiens au der Ausgestaltung der Befestigungen mit intensivster Anstrengung gearbeitet. Die Erfahrungen der Karpathenkämpfe wurden mit berücksichtigt. Das, was zur Bewachung und Verteidigung der Reichsgrenze seit vielen Monaten an dieser steht, ist gut geschult und vor- | gebildet und mit allen Mitteln des Gebirgskrieges reich dotiert. Was den Geist und die Stimmung unserer Truppen betrifft, so ist darüber kein Wort zu verlieren. Sie haben unter den denkbar-schwersten Verhältnissen das Größte geleistet, was man von einer Truppe erwarten kann. Die Erbitterung gegen Italien hat sich big zum Haß gesteigert. Hunderttausende unseres treuen, auf allen Kriegsschauplätzen Schulter an Schulter kämpfenden Verbündeten werden auch hier nebeneinander gegen den Verräter und Wortbrüchigen kämpfen und, so Gott will,, auch hier den Sieg der gerechten Sache bringen." Unsere Offiziere schätzen überdies den Vorteil, den unserer » Armee die lange Kriegserfahrung, besonders die Erfahrung im Ge-birgskrieg, bietet, sehr hoch ein und versichern, daß sich kein außenstehender militärischer Beobachter, also auch die Italiener nicht, diese Erfahrungen anderer ohneweiters zunutze gemacht haben können. Wir sind überzeugt, , daß sich Italiens Kraft in einem blutigen und fruchtlosen Ansturm gegen die befestigten Stellungen auf den Höhen ebenso verbluten wird, wie die russische Übermacht in den Karpathen. Und wie dort unser und unserer Verbündeten Vorstoß von der Flanke den zähen Feind kürzlich in wenigen Tagen aus allen Stellungen warf und wie einen Papierstreifen aufrollte, so wird gewiß auch an der italienischen Grenze der unbezwingliche Vorstoß der Verbündeten kommen, der wie ein gewaltiger Sturmwind die Feinde weit in ihr eigenes Land hineinjagen wird. Und die Bevölkerung Österreich-Ungarns? Das Maß der Empörung und der Entrüstung zu beschreiben über Italiens Treubruch ist einfach unmöglich. Sie übersteigt alle Grenzen, keine Feder ist stark genug, sie zu schildern. Gewiß, niemand unterschätzt es, was es bedeutet, wenn nun noch eine neue vierte Großmacht sich in den Krieg mit Österreich-Ungarn und Deutschland gestürzt hat. Aber verzagt und entmutigt ist deshalb niemand. Im Gegenteile, der Entschluß ist nur noch umso kraftvoller und unbeugsamer, in dem ausgezwungenen Riesenkampfe dem endgültigen Erfolge alle unsere ° Kräfte zu weihen. Unsere Herzen schlagen heute, wo es gegen den Verräter geht, einiger denn je. Die Ruhe und Entschlossenheit, der Mut und die Zuversicht des ganzen Volkes Österreich-Ungarns ist umso unerschütterlicher, als wir ja gesehen haben, was der Heldenmut und die zähe Ausdauer unserer ausgezeichneten Truppen zu leisten vermag. Sie, die den Millionenansturm der Russen im Beginne des Feldzuges aufgehalten, sie, die mit ihren Leibern in den Karpathen einen unübersteigbaren Wall gebildet und schließlich den großen siegreichen Stoß mitten in die westgalizischen russischen Armeen geführt haben, sie würden es als eine Schmach empfinden, wollte man nur den geringsten Zweifel aufkommen lassen, daß sie mit den Italienern nicht fertig werden könnten. Los auf den Verräter! Das ist das Feldgeschrei. Der heilige Zorn über Heimtücke und Verrat wird die Kräfte bis zur Unwiveruehlichkeit steigern. Eine vom Kriegswahnsinn nicht umnebelte italienische Zeitung („Popolo Romano") schrieb am 20. Mai: Der Krieg gegen unsere langjährigen Verbündeten erscheint uns wie ein böser Traum. Und Giolitii äußerte sich warnend, daß eine Niederlage Italiens den Zerfall des Reiches zur Folge haben werde. — Der Krieg wird Italien zum furchtbaren Verhängnisse werden. Dieses Verhängnis hat Italien selbst auf sich heraufbeschworen. Wir hegen das feste Vertrauen, daß wir von neuem nur siegen S» werden über jenes Heer, das bisher noch immer geschlagen wurde. Heil Österreich! Nieder mit dem Verräter! Aus Stabt und Land. Hottschee. (Die Allerhöchste belobende Anerkennung) wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde bekanntgegeben (Signum laudis) dem Hauptmann Herrn Richard Verderber des IR 84 und dem Leutnant in der Reserve Herrn Franz Stampfe! des IR 27. — (Beförderung.) Herr Professor Dr. Andreas Krau- lanb, Leutnant in der Reserve des Infanterieregiments Nr. 7, wurde zum Oberleutnant ernannt. — (Beförderung von Mittelschulprofessoren.) Der Minister für Kultus und Unterricht hat den Professor Herrn Adolf Ra im ondi degliAstolfi vom Staatsgymnasium in Gott-schee und den Professor Herrn Kuno Hočevar vom Ersten Staats-gymnastum in Laibach (früher in Gvtlschee) mit der Rechtswirksamkeit vom 1. Juni I. I. in die achte Rangskiasse befördert. — (Kriegsauszeichnungen.) Die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse wurde dem Patrouillensührer Theodor Kraulanb, FJB 7, verliehen. Die Silberne Tapfe, keiismedaille erster Klasse wurde dem Feldwebel Franz Fritz des LstJR 4 verliehen; die Silberne Tapserkeitsniedaille zweiter Klasse dem Gefreiten Franz Wiltreich des LJR 26, dem Korporal Jakob Stampfl und den Infanteristen Franz Thaler, LJR 27, Andreas M i ch e l i t s ch, LJR 27, und Franz Wolf, LstJR 4. Die Bronzene Tapserkeits-medaille erhielt Unterjäger Johann Spreitzer, FJB 7, und Jäger-Peter Fink, FJB 7. — (Beförderung.) Gymnasialprofessor Herr Richard Chmel, k. u. k. Leutnant in der Reserve des Gebirgs-Artillerie-regiments Nr. 14, ist zum Oberleutnant in der Reserve ernannt worden. — (Erzherzog Eugen Oberbefehlshaber gegen Italien.) Über die Betrauung Erzherzog Eugens mit dem Oberbefehl gegen Italien schreibt der „Lokalanzeiger": Erzherzog Eugen ist ein genauer Kenner der Grenzgebiete, außerdem ein Mann von umfassender wissenschaftlicher Bildung, ein gründlicher Kenner und warmer Freund der edlen Tonkunst, vor allem aber einer der begnadeten Menschen, denen die Herzen aller zufliegen. Er besitzt das unbeschränkte Vertrauen und die opferwillige Hingabe der Untergebenen und ist ein Abgott nicht nur der Tiroler, sondern eines sehr großen Teiles der Bevölkerung Österreichs. Nach alledem konnte Seine Majestät Kaiser und König Franz Josef bei der Vergebung des so überaus wichtigen Oberbefehles im Süden sicherlich keine bessere Wahl treffen. Mit voller Zuversicht sehen auch wir im Reiche den Berichten über die Leistungen des Armeeführers Erzherzogs Eugen und seiner Tapferen entgegen. — (In russischer Kriegsgefangenschaft) befindet sich der früher bekanntlich mit dem Milttärverdienstkreuze dritter Klasse mit der KriegSdekoralion ausgezeichnete Hauptmann des Regiments Jellacic Herr Alois Verderber aus Gottschee. — (Unter stell» ngderLa n deschessunterdenOber-kommandierenden.) Infolge des Krieges mit Italien sind die politischen Landeschefs in Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Krain, Istrien und Triest, dann die denselben unterstehenden politischen und Polizeibehörden, sowie die Gemeindebehörden verpflichtet, Verordnungen und Befehle des Höchstkommandierenden der zu Kriegsoperationen gegen Italien bestimmten Teile der bewaffneten Macht genau zu befolgen und zu vollziehen. — (Reifeprüfung am hiesigen Staatsgymnasium.) Der Schüler der achten Klasse Hans Rom, Sohn des Kaufmannes Herrn Matthias Rom in Gottschee, legte am 20. v. M. wegen Einberufung zur Kriegsdienstleistung im Heere vorzeitig die Matura ab und bestand sie mit Auszeichnung. — Am 27. v. M. unterzog sich Gottfried Dürfeld der Reifeprüfung, die er mit recht gutem Erfolge bestand. Nunmehr haben sämtliche Schüler der achten Klasse die Matura abgelegt. — (Neuerliche Musterung.) Die Nachmusterung der den Geburlsjahrgängen 1878 bis 1890 und 1892 bis 1894 an« gehörenden, bei der früheren Musterung als nicht geeignet befundenen Landsturmpflichligen fand in Gollschee (Brauhaus) am 25. v. M. statt. . — (Flüchtlinge von der südlichen Reichsgrenze) dürfen, wie die „Laibacher Zeitung" bekanntgibt, sich in Laibach nicht niederlassen, fondern haben sich in die ihnen zugewiesene Station Leibnitz in Steiermark zu begeben. Ein Zug dahin geht täglich um 11 Uhr 22 Minuten vormittags von Laibach nach dorthin ab. — (In Przemysl kriegsgefangen.) Das Kriegsministerium veröffentlichte vor ein paar Tagen die Liste der in Przemysl kriegsgefangenen Ossiziere; sie wurde nach den vom russischen Roten Kreuz ausgegebenen Gefangenenlisten zusammengestellt. Darin ist u. a. auch ausgewiesen vom Regiment Nr. 17 Hauptmann Leopold Hofmann von Gottschee. — (Das Ergebnis der zweiten österreichischen Kriegsanleihe) übertrifft das der ersten um rund 2200 Millionen Kronen. — (Das Schießen) ist im Küstenlande und in Krain, das Glockenläuten im Gebiete des Küstenlandes verboten. — (Die Knaben- und Mäd ch env v l kss chule) in Gottschee wird am 12. Juni geschlossen. Die Mädchenschule an der Waisenanstalt ist bereits im Mai geschlossen worden. — (Das Bezirksgericht in G o 11 [ch e e) hat beim k. k. Postsparkassenamte für seine Mündel auf die 5 Vs % Kriegsanleihe vom Jahre 1914 76.325 K, auf jene vom Jahre 1915 110.250 K gezeichnet, zusammen daher 186.575 K. — (Kriegsanleihezeichnungen in Gottschee.) Bei der Sparkasse der Stadt Gvtlschee wurden von den Einlegern 473 200 K, durch bare Einzahlung 36.700 K und von der Sparkasse selbst für ihre Rechnung 100.000 K, somit zusammen 609.900 Kronen gezeichnet. Weiters wurden bei den Raiffeisenkassen rund 50 000 K, bei den Postämtern ungefähr 120.000 K und beim Steueramte 28.300 K gezeichnet. Insgesamt ergibt dies einen Betrag von mehr als 800.000 K. Da die Zeichnungen bei den Postämtern und beim Steueramte noch nicht abgeschlossen sind, so darf mit Sicherheit auf ein Gesamtergebnis von mindestens 850.000 K gerechnet werden. Bon der ersten Kriegsanleihe wurden bei der Gottscheer Sparkasse 633.100 K gezeichnet. — (Begünstigungen für eingerückte Lehrlinge.) Die vor Erreichung des steüungspflichtigen Alters einqerückten Lehrlinge müßten zufolge den bisherigen Vorschriften nach dem Kriege die Lehrzeit fortsetzen, während ihre als nicht geeignet befundenen Berufsgenossen inzwischen Gehilfen werden konnten. Um diese wirtschaftliche Unbilligkeit auszugleichen, ist mit einer am 20. v. M. im Reichsgesetzblatte zur Verlautbarung gelangten kaiserlichen Verordnung vom 17. Mai angeordnet worden, daß die Lehrzeit jener Lehrlinge (§ 97 der Gewerbeordnung), die anläßlich des gegenwärtigen Kriegszustandes vor dem stellungspflichtigen Alter als Landsturmpflichtige zum Landsturindienste herangezogen wurden, als beendet gilt, soferne der Lehrling am Tage der Einrückung zur militärischen Dienstleistung eine mindestens zweijährige Lehrzeit, das ist die in der Gewerbeordnung vorgeschriebene Mindestdauer der Lehrzeit, zurückgelegt hat. Infolge dieser Begünstigung treten für die in Betracht kommenden Lehrlinge die eine längere Lehrdauer fest-leqenden Bestimmungen der Genossenschaftssatzungen und der Lehrverträge außer Kraft; solchen Lehrlingen gebührt mit dem Tage der Einrückung zum Landsturmdienste die Ausstellung der Lehrzeug-msse, bezw. der Lehrbriefe und im Falle der bereits erfolgreich abgelegten Gesellenprüfung die Ausfertigung der Gesellenbriefe. — (Witwen- und Waisenversorgung.) In Angelegenheit der Novellierung der Gesetze, betreffend die Militärinvaliden und die Witwen- und Waisenversorgung, teilte der Kriegsmunster einer Abordnung von Abgeordneten mit, daß die Vorarbeiten bereits abgeschlossen >eien. — (Die Musterung der 18;ährigen und der 43-bis 50 jährigen) findet in Gvtlschee am 6. Juni statt. MusterunaSvflichtiq sind alle gedienten und mchtgediemen Landsturm-pflichtigen der Geburtsjahrgänge 1897 und 1865, bis 1872. -Der in den Zeitungen gemeldete Aufschub der Musterung der 43-bis 50jährigen hat für Krain keine Geltung. , — (Der Kaiser an Admiral Haus.) Der Kai, er hat folgende Drahtung an den Floltenkommandanteu Admiral Haus gerichtet: „Ich beglückwünsche Sie, mein lieber Admiral, und meine unter Ihrer vielbewährten Führung stehende Flotte zu der weithin vernehmbaren Antwort, die Sie der Kriegserklärung Italiens durch Ihren kühnen Vorstoß gegen die feindliche Küste sofort folgen ließen. Meine Segenswünsche begleiten Sie zu all Ihren ferneren Taten. Franz Josef." — (Rekonvaleszentenhaus.) Im Monate Mai sind in das Rekonvaleszentenhaus in Gottschee folgende verwundete und kranke Krieger ausgenommen worden: Inf. Alois Stinc IR 27 verw.; Inf. Alois Mantel, IR 4, krank; Gefr. Johann Parthe! IR 27, krank; Zngsf. Julius Hofholzer, FJB 7, krank; Inf. Johann Köfel, LstJR 27, verw.; Ins. Hermann (Sichler, IR 92, krank; Inf. Franz Dvorak, LstJR 14, krank; Inf. Peter Högn, LstJR 24, krank; Inf. Edmund Bischof, LstJR 16, krank; Ins. Eduard Schindler, JR. 92, krank; Korp. Johann Köstner, LstJR 27, krank; Ins.' Andreas Oralem, LstJR 27, verw.; Ob.-Feuerwerker Karl Derganc, FKR 7, krank; Einj.-Freiw. Korp. Leo Jelenc, IR 27, krank; Eini -Freiw. Gefr. Milan Juvanc, IR 27, krank; Feld,v. Ruppert Kottnig, x*R 17, verw.; Zuasf. Josef Zurl, FKR 7. krank; Inf. Anton Peterlin, IR 27, krank; Kadett Anton Erker, IR 17. verw.; Kadett Josef Schanta, IR 17, krank; Inf. Johann Hutter, LstJR 27, verw.; Inf. Karl Levstek, LstJR 27, krank. — (Das Kriegsziel.) Der Reichskanzler gab in seiner Rede im Deutschen Reichstag am 28. Mai seiner Entrüstung Ausdruck über den Trenbrnch der italienischen Regierung, der mit blutigen Lettern unvergänglich in das Buch der Geschichte eingeschrieben sei, und äußerte sich schließlich über das Kriegsziel, wie folgt: „Inmitten der Verwirrung der Geister auf der anderen Seite gebt das deutsche Volk ruhig und sicher seinen eigenen Weg. Nicht mit Haß führen wir diesen Krieg, aber mit Zorn (lebhafte Zustimmung), mit heiligem Zorne. (Wiederholte stürmische Zustimmung auf allen Seiten des Hauses.) Je größer die Gefahr ist, bie wir, von allen Seiten von Feinden umdrängt, zu bestehen haben, je mehr uns die Liebe zur Heimat tief ans Herz packt, je mehr wir sorgen müssen für Kinder und Enkel, desto mehr müssen wir ausharren, bis wir alle nur möglichen realen G a r a n t i en u n d S i ch e r-heiten geschaffen und erkämpft haben, daß keiner unserer Feinde, nicht vereinzelt und nicht vereint, wieder einen Waffengaug wagen wirdl (Stürmischer, sich immer wiederholender Beifall auf allen Seiten des Hauses und Händeklatschen.) Je wilder ber Sturm uns umtobt, desto sester müssen wir unser eigenes Hans bauen. (Wiederholter stürmischer Beifall.) Für diese Gesinnung einigender Kraft, unbeschränkten Mutes und grenzenloser Opferwilligkeit, Die das ganze Volk beseelen, für die treue Mitarbeit, die Sie, meine Herren, vom ersten Tage an zähe und fest dem Vaterlande leisten, übermittle ich Ihnen als Vertreter des ganzen Volkes den heißen Dank des Kaisers. (Stürmischer Beifall/) Im gegenseitigen Vertrauen darauf, daß wir eins sind, werden wir siegen einer Welt von Feinden zum TrotzI" (Stürmischer, nicht endenwollender Beifall und andauerndes Händeklatschen.) — (Die zweite Kriegsanleihe.) Ein Aufflanimen des Patriotismus geht durch die ganze Bevölkerung. Nach langen Tagen einer drückenden Ungewißheit ist jetzt eine erlösende Klärung in der politischen Lage eingetreten. Ein neuer Feind hat uns überfallen. Umso stärker ist deshalb auch in jedem einzelnen das Bewußtsein erwacht, daß wir nun alles daransetzen, daß wir alle Kräfte anspannen müssen, um uns zum Siege durchzukämpsen. Die Antwort auf die Kriegserklärung Italiens war allerorten eine erhöhte Zeichnung, eine Massenzeichnung der Kriegsanleihe. Auch in Stadt und Land Gottschee ist bedeutend mehr gezeichnet worden als bei der ersten Kriegsanleihe. Die Zeichnungen bei den Postämtern, bei der städtischen Sparkasse, bei den Raiffeisenkassen, bei verschiedenen Banken dürften den Betrag von 800.000 Kronen übersteigen. Unsere Landsleute zeigten neuerdings, wie sehr sie ihr Vaterland lieben. In dieser überaus schweren Zeit haben wir Österreicher uns alle um unseren geliebten Kaiser geschart, wir alle wollen eine Wehr bilden von Waffen- und Willenskraft, an der alles zerschellen muß, was uns drohend entgegentritt. — Der Gesamtbetrag ber Zeichnungen auf die erste und zweite Kriegsanleihe im Gottscheer Gebiete beläuft sich auf mehr als 1,400.000 Kronen. — (Rumänien bewahrt feine Neutralität.) Der rumänische Ministerrat hat Rußlands Angebot, betreffend Rumäniens Mitwirkung am Kriege gegen Österreich-Ungarn und Deutschland, als unannehmbar zurückgewiesen. Rumänien bleibt vorläufig neutral und denkt heute weniger als je daran, sein Schicksal mit dem Italiens zu verknüpfen. — (Rekonvaleszentenheim.) Dein Vernehmen nach soll das hiesige Rekonvaleszentenheim im Marienheim (Waisenhause) erweitert werden, so daß 100 (bisher 60) verwundete oder kranke Krieger Aufnahme finden können. Im Falle des Bedarfes wird voraussichtlich auch das Gymnasium, gegebenenfalls werden auch die anderen Schulanstalten als Reservespitäler benützt werben. — (Abschieb ber k. k. freiwilligen Schützen.) Anläßlich bes Abmarsches ber f. k. freiwilligen Schützen von Gottschee fand hier am 21. Mai um halb 10 Uhr vorm. ein feierlicher Gottesbienst statt, dem bie freiwilligen Schützen unter bem Kommando bes Leutnants (statiousvorstandes) Herrn Hail, bie Staatsbeamten, die Stadtgemeindevertretung, Vertreter der Lehrkörper der Schul-anstalten uttb eine große Menge Volkes beiwohnten. Hochw. Herr Dechant Erker hielt eine vom Herzen kommenbe unb zu Herzen gehenbe ergreifende Ansprache an bie freiwilligen Schützen, bie er bem mächtigen Schutze Mariens empfahl. Wäbrenb der darauffolgenden heil. Meffe wurde sehr wirkungsvoll das „Vater, ich rufe Dich" gesungen und am Schluffe mit glühender Begeisterung das „Gott erhalte". Während des Gottesdienstes wurden an die freiwilligen Schützen geweihte Medaillen verteilt. Hierauf erfolgte der Abmarsch zum Bahnhofe. Die freiwilligen Schützen — darunter Milchgesichter und Männer mit grauem Haare — hatten ihre Mützen und Gewehre reich mit Blumen geschmückt und wurden von einer unabsehbaren Menge Volkes aus Stadt und Land Gottschee begleitet. Der Bahnhof war übervoll. Es bot sich ein Bild, ähnlich wie Ende Juli v. I., als bie ersten Wehrpflichtigen ins gelb rückten; es herrschte bie gleiche Begeisterung wie in jenen benkwürbigen Tagen vor mehr als 10 Monaten, nur vielleicht mit einem wehmutsvollen Untertone, «stürmische Heilrufe wechselten mit frohen Solbatenliebern, bes Zu-winkens, Abschiebnehmens war kein Enbe; aus vielen nassen Augen ber Zurückbleibenden sprach ber schwere Trennungsschmerz. Frauen unb Mädchen überreichten den Schützen Blumensträuße und Zigaretten. Während rührender Abschiedsszenen sang ber Männerchor bas tiefempfundene Lied: „Ich kenn' ein' hellen Edelstein". Herr kais. Rat und Bürgermeister A. Loy richtete an die freiwilligen Schützen folgende warmempfundenen Abschiedsworte: „Freiwillige Schützen! Bor wenigen Wochen habt Ihr, freiwillige Schützen, den Eib geleistet, das Heimatland zu schützen und gegen den Feind zu verteidigen. Nun ist der Ruf an Euch ergangen, treu diesem Schwure an der Grenzmark des Landes Wache zu halten. Da Ihr nun den heimatlichen Boden verlasset, rufe ich Euch im Namen von Stadt und Land Gottschee den herzlichsten Abschiedsgrnß zu. Wenn es zum Kampfe kommt, werdet Ihr, davon bin ich vollkommen überzeugt, mit derselben Begeisterung, mit demselben Mute und mit bei selben Entschlossenheit in bie Schlacht ziehen wie bie anbereit Söhne bes Gottscheerlanbes im Heere, in ber Lanbwehr und im Lanbstnrm, bie sich burch ihre Tapferkeit, durch ihren Helbenmnt in ausgezeichneter und vielfach beispielgebender Weise hervorgetan haben. In der Stunde bes Abschieds laßt uns bewegtet! Herzeus in patriotischer Begeisterung unseres obersten Kriegsherrn gedenken, dein Ihr, freiwillige Schützen, den Schwur der Treue geleistet habt. Ich sorbere Euch auf mit mir einznftimmen in ben begeisterten Ruf: Seine Majestät unser allergnädigster Kaiser, er lebe hoch, hoch, hoch!" Nachbem die brausenden Hochrufe verklungen waren, hielt der Kommandant Herr Hail eine zündende Ansprache an die freiwilligen Schützen. Er dankte dem Bürgermeister für die warmen Abschieds-wone und wies in begeisterter Rede daraus hin, daß im gegenwärtigen gewaltigen Kriege gerade bie Soldaten aus Stadt und Land Gottschee sich besonders hervorgetan haben, was der engeren Heimat zur Ehre gereiche. Ihren Kameraden und Heimatgenoffen in Heer, Landwehr und Landsturm nachzueifern, werde der Ehrgeiz der freiwilligen Schützen sein. Nicht trauern und weinen sollen die zurückbleibenden Mütter, Gattinnen, Schwestern und Töchter, sondern stolz sollen sie sein auf ihre Söhne, Männer, Brüder und Väter, die, ohne hiezu gezwungen zu sein, freiwillig in patriotischer Begeisterung sich zusammengeschart haben, um das vom Feinde angegriffene Vaterland mit der Waffe in der Hand zu schützen und zu verteidigen. Auch die Oaheimgebliebenen haben ernste Pflichten zu erfüllen wie die Soldaten im Felde. Wenn sie treu und gemeinsinnig zusammenstehen, um in gegenseitiger Unterstützung und Hilfeleistung einander bei der Feldarbeit, bei der Ernte zu helfen, dann brauche niemand eine Sorge zu haben, daß der Segen, der aus Flur und Feld gedeiht, nicht voll in die Scheuern gebracht werde. Den unterstützungsbedürftigen Familien der freiwilligen Schützen werde der Staat zweifellos durch Gewährung von Unterstützungen hilfreich beispringen. Die Rede klang aus in ein begeistertes Hoch auf Seine Majestät und auf das österreichische Vaterland. Unter begeisterten Heilrufen aus Österreich und Abschiedwiuken und Zurufen der versammelten Volksmenge setzte sich der Zug in Bewegung. — Wir rufen unseren wackeren freiwilligen Schützen ein donnerndes Heil und weitschallendes Hurra zu. Wir erwarten von ihnen das Beste, wir sind stolz darauf, daß gerade unsere engere Heimat Gottschee auch im freiwilligen Schützenwesen sich rühmlich hervortut vor manchen anderen Gegenden und Bezirken in Krain. — (Sanktionierung des Jagdgesetzes.) Der Kaiser hat dem vom krainischen Landtage beschlossenen Jagdgcsetzentwurf die allerhöchste Genehmigung erteilt. — (Zur Metallsammlung.) Pfarrer Ottokar K e r n st o ck, der bestbekannte steirische Dichter, hat an das Kriegsfürsorgeamt in Wien folgende Zuschrift gerichtet: „Im Hinblick aus den Aufruf betreffs der Kriegsmetallsammlung teilt das gefertigte Pfarramt mit, daß in der Pfarre Festenburg ungefähr 100 Kilogramm Kriegsmaterial gesammelt wurden. Da die Pfarre kaum 400. größtenteils arme Einwohner zählt, kommen auf den Kopf beiläufig 25 Dekagramm. Wenn in Steiermark überall so viel Metall zusammenkäme, müßten bei einer Bevölkerung von 17-2 Millionen 376.000 Kilogramm ringehen. Angenommen, es würde alles zum Guß von Kanonen verwendet, gäbe — das Gewicht eines Feldgeschützrohres zwischen 300 bis 400 Kilogramm berechnet — die KciegSmetallsammlung in Steiermark allein etwa 1000 Kanonen. Es wäre zu wünschen, daß die Opferwilligkeit der kleinen Gebirgspfarre überall in Österreich Nachahmung fände." — In der Schulgemeinde Gottschee wurden, wie wir bereits mitgeteilt, 1443 Kilogramm Kriegsmetall gesammelt, das macht per Kopf etwa 36 Dekagramm, also noch um ein Beträchtliches mehr aus, als Pfarrer Kernstock für Steiermark als Muster hinstellte. Würden alle Schulgemeinden so reichlich gespendet haben so wäre die Tausendzahl der Kanonen, die davon gegossen werden könnten, noch bedeutend größer, als sie Pfarrer Kernstock für Steiermark wünschte. ___ — (Rechnungsabschluß des Spar- und Darlehenskassenvereines in Gottschee.) Nach dem bei der Hauptversammlung am 24. v. M. vorgelegten und genehmigten Rechnungsabschlüsse betrug der Stand der Spareinlagen zu Beginn des Jahres 1914 Kilo 10743; während des Geschäftsjahres 1914 wurden eingelegt K 32.142-97, behoben K 31.90416; Stand der Einlagen am Schluffe des Jahres 1914 K 115.345-94. Der Stand der Darlehen belief sich zu Anfang 1914 auf K 72.645 70; neue Darlehen wurden gegeben im Betrage von K 23.818, rückgezahlt wurden K 21 668'50 f Stand der Darlehen Ende 1914 K 74.795-20. Der Reservesond hat sich nach Zuschreibung des Reingewinnes für das Jahr 1914 per K 141'51 auf K 4067 51 erhöht. Der Reingewinn ist diesmal aus dem Grunde niedriger, weil für die Mitglieder während des abgelaufenen Jahres eine Dreschmaschine und eine Putzmühle („Sturm") angekauft wurden, die samt der errichteten Hütte rund 600 K kosteten. Bilanz: Aktiva: Darlehen K 74.795-20; laufende Rechnung mit dem Verbände K 39.823; Inventar K 293'74; Ausstände an Darlehenszinsen K 949'65; Geschäftsanteil benn Verbände K 1000; Kriegsanleihe K 1000; zusammen K 119.763'bo. Passiva: Geschäftsanteile K 200; Spareinlagen samt kapitalisierten Zinsen K 115.34594; vorausbezahlte Darlehenszinsen K 150'20; Reservefonds K 3926; Reingewinn K 141 "51; zus. K 119.763 65. — (Stimmung s b ilder.) Ein paar Wochen voller Aufregung liegen hinter uns. Zuerst der Abmarsch der freiwilligen Schützen. Blumen- und bändergeschmückt zogen sie fort die Unsrigen, unter dem Jubel der Bevölkerung; freilich einem Jubel, der nur mit Wehmut und halberstickt aus den Kehlen brach. Vielen, vielen derer, die den Dahinziehenven zum Abschied winkten, standen die Tränen in den Augen. Nun sind sie ausgezogen und nach ihnen wieder die bei der Nachmusterung tauglich Befundenen, um an der Grenzmark des Landes unseren Herd zu schützen und das Land zu verteidigen, in das welsche Raubgier eindringen möchte. Bor 100 Jahren haben die Gottscheer in erster Linie^ ihren Mann gestellt gegen den welschen Eindringling (die „französische" Armee in Krain bestand zumeist aus Italienern). Sie werden dies auch jetzt wieder tun mit gleichem Mute. Sie werden sich würdig erweisen ihrer Urgroßväter. Lebt wohl! Das Gebet eurer Frauen, Mütter, Schwestern und Kinder begleitet euch und wird beim lieben Gott wohl ausrichten, daß ihr, wenn die schweren Zeiten vorüber, wieder gesund zurückkehren werdet als Sieger. Und dann die unerträgliche Spannung wegen der Haltung Italiens. Gewiß, jedermann hätte vom Herzen gewünscht, daß wenigstens mit Italien der Friede erhalten bleibe. Hatte man ja genug des Kriegsschreckens mit Rußland und Serbien. So mancher unserer engeren Landsleute hat in den Karpathen, in Galizien und in Serbien verblutet oder ist verwundet oder krank in die Heimat zurückgekoinmen. Und doch wirkte die Kriegserklärung Italiens wie eine Erlösung. Niemals war die Entrüstung und Empörung auch unseres Volkes so groß wie in den letzten Tagen. Als Die Leute das Manifest unseres gütigen, greisen Kaisers lasen, dessen edle Ritterlichkeit sich einer so schmachvollen Tücke und Niedertracht gegenüber gestellt sah, da stieg jedermann die Zornesröte auf, Tränen der Entrüstung und Empörung füllten das'Auge und Verwünschungen wurden laut über den unerhörten Verrat. Aber trotz dieser gerechten Empörung fiel es niemand ein, den Reichsitalienern, die hier und in unseren Wäldern (als ^Kohlenbrenner) seit Jahrzehnten ihrem Erwerbe nachgehen, ein Haar zu krümmen. Wir denken eben auch als „Barbaren". Traurig kamen die reichsitalienischen Kohlenbrenner mit ihren Familien und Habseligkeiten hieher, um der weiteren Anordnungen zu harren. — Zu allen übrigen Unannehmlichkeiten kommt nun auch noch die durch die Kriegsverhältnisse verursachte Unregelmäßigkeit im Postverkehr. Wir waren manchmal tagelang von der Außenwelt abgesperrt: keine Zeitung, kein Brief, keine Paketsendung! Wäre es nicht möglich, von Laibach nach Großlupp wenigstens eine Kariolpost oder Botenpost einzurichten im Anschluß an die Eisenbahnzüge Großlupp-Gottschee? Auch das Erwerbsleben leidet unter den gegenwärtigen Verhältnissen durch diese Absperrung des Verkehres sehr empfindlich. — Auch haben wir jetzt Flüchtlinge aus Triest, Monfalcone und Cervignano hier und hört man auf den Straßen und Gassen viel Italienisch jprccfycn. — (Der Krieg gegen Italien.) Im Küstenlande scheinen sich nunmehr größere Aktionen des Feindes vorzubereiten; ein in den letzten Tagen in breiter Front durchgesührter Vorstoß gegen unsere Berschanzungen an der Jsonzolinie und zwischen Görz und Monfalcone wurde' glatt abgeschlagen. Die Einleitungskämpfe sind bisher für die Italiener nicht günstig ausgefallen. — (Siegeszuversicht des Ministerpräsidenten Grafen Tisza.) Ministerpräsident Graf Tisza gab in seiner Rede über den Krieg mit Italien im ungarischen Abgeordnetenhause seiner Siegeszuversicht in folgenden Schlußworten Ausdruck: Uns bleibt keine andere Aufgabe als den Ereignissen ins Auge zu blicken (Beifall). Vor zehn Monaten sahen wir uns einer ungeheueren Übermacht gegenüber. Wir haben diese Übermacht zum Stillstände gebracht, zermahlen und in siegreichen Kämpfen gebrochen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Wenn es Italien jetzt für gut hält, uns um die Früchte unserer Siege bringen zu wollen, indem wir wieder einer Übermacht gegenüberstehen, nun so werden wir uns auch dieser gegenüberstellen. (Langanhaltender Beifall im ganzen Hause.) Diese Monarchie, welche die ganze Welt durch ihre Kräfte überraschte, wird jetzt erst recht die ganze Welt überraschen durch ihre Aktionskraft, ihre Einheit und männliche Eiitschlosfenheit. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Die Zeit Maria Theresias erneuert sich wieder. Diese Gefühle und Kräfte sind in der Nation nicht gestorben. Das „moriainur pro Rege nostto" lebt auch heute noch in jedem Ungarn. (Langanhallendcr Beifall.) Die ungarische Nation wird vereint mit sämtlichen Völkern der Monarchie den Kamps bestehen (stürmischer Beifall) und vereint mit unserem mächtigen Bundesgenossen (stürmischer Beifall und Eljenruse) in gegenseitigem Vertrauen zueinander diese Kämpfe bis zum letzten Atemzuge führen gegen alle Teufel der Hölle unv wird den Sieg aus den Händen des Schicksals reißen." (Stürmischer Beifall.) — (Getreidemonopol.) Die ungarische Regierung beabsichtigt, die nächste Ernte im Rahmen eines Getreidemonopols ihre Verwertung finden zu lassen. — (Die Läuterungsglut des Weltkrieges.) Über den „Weltkrieg und seine Wirkungen auf unser Volk" hat der Präsident des Abgeordnetenhauses Dr. Graf v. Schwerin-Löwitz an die Gesellschaft für Jugendschriften in München auf deren Umfrage folgendes geantwortet: „Bismarck hat einmal gesagt: Der Krieg ist wie ein Gesundbrunnen; wer ihn nicht verträgt, den bringt er um; wer ihn aber verträgt, den macht er gesund. Und ich sage heute: Deutschland wird diesen Weltkrieg vertragen und er wird unser Volk gesund machen. Gesund an Leib und Seele. Militärisch noch stärker als zuvor. Wirtschaftlich unabhängiger vom Ausland, sicherer in seiner Selbstversorgung, freier in feinem Handels- und Weltverkehr. Aber auch innerlich freier von kleinlichem Parteigeist, einmütiger und opferwilliger Vaterlandsliebe, höher gerichtet in feinen Idealen, demütiger tu Gottesfurcht und doch stolzer auf feine Eigenart und Kraft. — So wird die Läuterungsglut dieses Weltbrandes mit Gottes Hilfe unser Volk gefunden." — Diese Worte gelten auch für Österreich. ■— (An die Feuerwehren.) In einem Aufrufe des Ehrenpräsidenten des österreichischen Feuerwehr-Reichsverbandes wird den Feuerwehren, deren Reihen jetzt infolge des Krieges sehr gelichtet sind, Selbsthilfe empfohlen. „Diese Hilfe können Frauen und Mädchen bringen. Zum Bedienen der Druckstangen, zum Schlauchlegen und Wassertragen, zum Reinigen der Geräte, beim Samariterdienste kann auch weibliche Hilfe von großem Nutzen fein, und darum fei an alle Gemeindevertreter die dringende Mahnung gerichtet, die weibliche Bevölkerung mit dein Fett er lösch-dienfte vertraut zu machen und rechtzeitig Einschulungen und Dienstanweisungen durchzuführen. Sicher wird ein Ruf an die weibliche Kraft Gehör finden und so mögen unsere Frauen und Mädchen auch auf diesem Gebiete ihre nicht zu unlerschätzende Kraft dem Volkswohle widmen T — Im Gottscheer Gebiete wird das wahrscheinlich keine allzugroßen Schwierigkeiten machen, da vor der Gründung der Feuerwehren (in der Stadt Gotlschee 1877) beim Löschen von Bränden die weibliche Kraft sich regelmäßig und eifrig betätigte, insbesondere bei der Herbeischaffung von Wasser. — (Russische Kriegsgefangene als landwirtschaftliche Arbeiter.) Der Mangel an Innbroirtfchaftlicheu Arbeitskräften wird immer großer. Nachdem nun die freiwilligen Schützen abgezogen sind und nach der Einberufung der 18jährigen sowie der 43- bis 50jähtigen nahezu sämtliche Männer zwischen 18 und 50 Jahren im Felde stehen werden, wird es zur Zeit der Heumahd und dann der Ernte zu Hauje nur mehr Kinder, Weiber und Greise geben. Es sind daher Schritte geschehen, daß in die Stadtgemeinde Gotlschee russische Kriegsgefangene (20 bis 30 Mann) zur Zeit des Bedarfes als landwirtschaftliche Arbeiter kommen. Die Abnehmer der Russen in Steiermark rühmen im allgemeinen bereit Fleiß, Geschicklichkeit und Genügsamkeit. Die Verständigung wird keine allzu- großen Schwierigkeiten machen. Anstände irgend welcher Art haben sich anderwärts, wie man z. B. über Steiermark liest, nicht ergeben. — (Der Verrat Italiens.) Mit einem kaum zu überwindenden Ekel nur, schreibt der römische Korrespondent der „Reichspost", kann man all die Verkehrungen der Wahrheit, diesen Hohn auf Vernunft und Logik lesen, mit' betten Leute ihre feige Tat zu beschönigen bemüht sind und jene eiuzuschüchtern versuchen, die, nicht gering an Zahl, uns selbst so oft sagten: „Wenn unsere Regierung das tut, dann sind wir nicht einmal wert, angefptickt zu werben." Und wie schrieben doch diese Blätter, die längst mn englisches, französisches und russisches Geld sich prostituiert haben, in den beiden Tagen des 31. Juli und 1. August 1914? Italien würde sich ein für allemal der Fähigkeit begeben, als politische Macht je wieder einen Vertrag- zu schließen, so schrieben sie damals. L’atto di fellonia der „Schurkenstreich", dessen Möglichkeit sie so oft mit Entrüstung von sich gewiesen, nun haben sie ihn vollendet. Niemals würde Italien sich für fremde Interessen opfern, schrieben sie, als Salandra das Dogma des sacro egoismo italiano verkündete, und um zwei Milliarden haben Salandra-Sonino Italiens Ehreverschachert. Für jeden Kenner des Landes steht es außer Zweifel, daß es für Italien Wahnsinn ist, sich in diesen Krieg zu stürzen. Die weitaus größere Mehrheit des Volkes ist von tiefstem Widerwillen gegen ihn erfüllt und äußerte dies offen... Dem Heere mangelt jede Begeisterung, jede Zuversicht. Dutzendinal haben wir es in Rom aus dem Munde der Soldaten selbst gehört, wie sehr sie diesen Krieg fürchten, und Mi* litärrevolten waren an der Tagesordnung; mir haben selbst Offiziere gesagt, daß sie diesen Krieg für aussichtslos halten, und das Parlament und mehr noch der Senat konnten nur durch nicht mehr rückgängig zu machende vollendete Tatsachen mundtot gemacht werden; bei freier Meinungsäußerung hatte Salandras Politik niemals Billigung erfahren. Wirtschaftlich steht das Land vor dem Ruin. Was unter solchen Umständen eine einzige moderne Schlappe zu bedeuten hätte, braucht nicht et ft auseinandergefetzt zu werden und darauf baut sich der Plan der Freimaurerei auf. Für ihre Ziele hat die Monarchie vollständig versagt; unter dieser hat sich ein kräftiger Konservativismus entwickelt, der nichts wissen will von Kampf gegen Kirche und Christentum, sondern auf enges Zusammenwirken zwischen Staat und Kirche hinarbeitete. Alle Blockversuche scheiterten und so reifte der Plan, das monarchische System sich selbst stürzen zu lassen, es in ein Unternehmen zu hetzen, das mit einer Katastrophe endigen würde; dann würde das zum äußersten gebrachte ganze Volk den König und seine Regierung zur Verantwortung ziehen und der Unwille und die Wut des verratenen Volkes sie hinwegschwemmen. Dieser Bewegung würde sich die Loge damt beizeiten bemächtigen und auf den Trümmern des heutigen, des dritten Italien, das vierte Italien der kulturkämpferifchen Republik errichten. Das erste Kapitel ist bereits gelungen.“ — Im Deutschen Reiche ist die Entrüstung ungeheuer. Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt unter der Überschrift „Schweigende Verachtung": „Zuschriften, die uns ans allen Teilen des Reiches und aus allen Kreisen der Bevölkerung zugegangen sind, lassen erkennen, wie ungeheuer tief die Empörung und Entrüstung über den Treubruch Italiens und feiner Etpreffei politik im Volke allenthalben ist . . . Die deutsche Sprache hat für gewisse Dinge keine genügend scharfen Ausbrücke. Vor allen Dingen möge man nicht vergessen, daß die tiefste Verachtung nicht schilt, sondern schweigt. Eine solche Verachtung scheint unč gegenüber dem ehemaligen Bundesgenossen am Platze zu fein. Im übrigen mögen jetzt bie Kanonen reben. Das ist die einzig angemessene und am besten verständliche Sprache." — (Die Hauptaufmarschgruppierungen ber Italiener.) Im „Pester Lloyd" schreibt Hauptmann Viktor Hueber in einem längeren Aussatze: Wie die Italiener ihre Hauptangriffs» träfte gruppieren werden, ist noch nicht bekannt unb wird erst durch die Ereignisse der nächsten Zeit zum Vorschein kommen. Im allgemeinen sind auf Seite des Gegners zwei Hauptaufmarfch-grnpp iern n g en denkbar: Die erste im Raume von Verona, —r len en. er« ihn zu cht ng ckt IM -U, ien che ls. so et. en ir« ns ter zu im m it. en ti- re as hr a; il« as in ui nt er in in so t« er in U is n is it n /1 i« n ir mit der Absicht, in das T rento vorzustoßen, die zweite aus einer Versammlung zwischen Liven za und dem Tagliamento, um entweder gegen die kürn Uteri sch e Grenze oder gegen das Jsonzo-becken zu overieren. Ob mit dem Vorgehen der Italiener zu Lande auch eine Kooperation zur See — gegen Triest, die istrische Küste ober die dalmatinischen Inseln — versucht werden wird, muß abgewartet werden. Einen nennenswerten Erfolg könnten sich die Italiener hievon nickt versprechen. Wie schwierig alle Lanbuttgs-mauöver sind, hat sich in den Dardanellen gezeigt. Der Höhenzug nördlich Triest ermöglicht eine wirksame Verteidigung des Hafens. Auch der Versuch einer etwaigen Landung an der istrischen Küste ist von unserer Seite zweifellos als Möglichkeit vorgesehen und sind sicherlich alle notwendigen Gegenvorkehrungen getroffen. Der Kriegshafen von Pola ist uneinnehmbar. — (Diestrategische und politische Lage.) Die „Tagespost" (28. Mai) schreibt: Jeder Tag ein Volltreffer. Die Berichte von allen Kriegsschauplätzen sind so günstig, daß man fast übermütig werden könnte. Die englische Armada wird bald das Schicksal ihrer Verhängerin teilen und Rußlands Riesenheer ist allem Anscheine nach völlig zermürbt, sicherlich aber nicht mehr zu erfolgreichem Angriffe fähia. Was aber noch viel mehr gilt, das ist die Stimmung, die Italiens Eingreifen ausgelöst hat. Das hätten sich die Söldlinge Englands kaum gedacht, daß der Anschluß ihrer Armee an den Dreiverband bei den Zentralmächten und in der Türkei Helle Begeisterung hervorrnfen, bei den neuen Verbündeten aber sehr zwiespältige Gefühle erwecken werde . . . Der Minister des Äußern Baron Bunan war gestern (27. Mai) beim Kaiser und auch Ministerpräsident Graf Tisza erschien in Schönbrunn. Die beiden Besuche werden allgemein lebhaft besprochen und mit sehr wichtigen diplomatischen Vorgängen in Verbindung gebracht. Auch die Ernennung des Erzherzogs Eugen, der bisher die Streitkräfte au der serbischen Grenze befehligte und nun das Kommando an der italienischen Grenze erhält,' steht offenbar damit in Zusammenhang. Es ist jedenfalls verfrüht, heute schon bestimmte Kombinationen zu machen; aber es liegt wohl auf der Hand, daß durch das Eingreifen Italiens und durch die offen zugestandenen Landerwerbswünsche der Italiener eine ganz neue Sachlage geschaffen wurde, und zwar nicht bloß für Österreich-Ungarn und seine Verbündeten. Vielleicht werden wir noch einmal den Italienern, besonders aber ihren heutigen Staatsmännern für ihre Petsidie Dank wissen; denn sie haben so manchem den Staar gestochen, der bisher den klaren Blick verdunkelte. Man hat in jüngster Zeit auch viel von Sonderfriedengedanken gesprochen, die in Kopenhagen zwischen den Zentralmächten und Rußland gepflogen werden sollen. Die Gerüchte gehören natürlich ins Reich der Fabel, denn die heutige Sachlage rechtfertigt sie nach keiner Richnmo; aber ein Körnchen Wahrheit mag darin liegen, ein Körnchen, soweit nämlich die allmählich umschlagenbe Stimmung in Rußland in Frage kommt. Vielleicht werden die Gerüchte, die heute den Tatsachen vorauseilen, in nicht allzu ferner Zeit wahr, denn Rußland ist gerade durch den neuen Bundesgenossen gegenüber seinen Balkan« sreunben in eine recht peinliche Lage geraten. Die Serben zumindest werden sehr wenig erbaut gewesen sein, als sie das Adriaprogramm und die ganze politische Zukunftslinie Italiens erfuhren. Man sieht, daß überall ganz seltsame Dinge reisen, die mit den prächtigen Nachrichten von den verschiedenen Kriegsschauplätzen in sehr begreiflichem Zusammenhänge stehen. — «Was unsere Soldaten denken.) Aus den 671 Briefen, die Präsident Dr. Sylvester von Bekannten aus dem Felde bekommen hat, teilt er im „Neuen Wiener Tagblatte u. ci. |oIgenbe£ als ©efcitntftininiuug bet Schreiber nut. «lus den Briefen leuchtet auch die männliche Entschlossenheit, auszuharren in dem Kampfe, durch, welche vom Drückebergertum, das auf den Augenblick lauert, um in den Hintergrund zu verschwinden, oder vom sogenannten Eindruckschinden, welches daraus berechnet ist, sich irgendwie in den Vordergrund zu schieben und Hingebung p heucheln, nichts wissen will. Parasiten aller Art, Scheinheilige, die nur so tun, als wenn sie irgend etwas getan hätten, Drohnen, die gar nichts tun und nur zehren wollen, genießen keine Achtung. Der männliche Geist sucht Betätigung, geht begeistert in den Kampf und will siegen um jeden Ptets._ Die wetter-harte Schule, die die Leute täglich mitmachen, wird sich jedenfalls im späteren Leben nach dem Frieden zur Geltung durchringen. Mit wahrer Verachtung blickt man auf jene, welche die Not der Zeit für ihre Bereicherung ausbeuten. „Man solle mit diesen kurzen Prozeß machen und sie ebenso behandeln wie den Feind selbst," heißt es. — (Die Balkanstaaten und Italien.) In Serbien herrscht allgemeine Aufregung über die italienischen Adriapläne. Der bulgarische Ministerpräsident Radoslawow betont im „tttro", daß Bulgarien keine Veranlassung habe, seine Politik nach der Italiens einzurichten. In Athen meinen der Regierung nahestehende Blätter, die neutrale Haltung Griechenlands werde durch das Eingreifen Italiens nicht beeinflußt werden. Im übrigen hat die Kriegserklärung Italiens in Griechenland die gegen Italien ohnehin bereits herrschende Stimmung noch mehr verschärft und das Mißtrauen gegen die Politiker Italiens noch mehr erhöht. — (Der Bau der Likabahn) schreitet rüstig vorwärts. Aus der ungarischen Seite ist bekanntlich die Strecke Ogulin-Plaski (35 Kilometer) bereits im Betriebe. Falls keine unvorhergesehenen Ereignisse bazwischentreten, dürste der Bau der ganzen Strecke im Frühjahr 1917 fertiggestellt sein. Lehle Drahtnachricht. Pr^emysl am 3. Juni von uns wieder zurückerobert. Heil Österreich! Heil den verbündeten Armeen! Witterdorf. (Sterbefa ll.i In Rain ist am 24. Mai die Besitzersfrau Theresia Jaklitsch, geborene Ranket aus Zwischlern Nr. 23, im Alter von 32 Jahren gestorben und am 26. zu Grabe getragen worden. Viele gaben ihr das letzte Geleite, unter ihnen auch eine Abteilung Soldaten ans dem Reservespitale zu Gottschee. Nur dem Manne, der seit vorigem Sommer im Felde steht, war es nicht vergönnt, seiner Frau den letzten Liebesdienst zu erweisen. — (Ersatzwahl.) An Stelle des verstorbenen Besitzers Andreas Höser wurde der Besitzer Johann Verderber aus Rain Nr. 14 in den Vorstand der hiesigen Raiffeisenkasse gewählt. — (Zur zweiten Krieganleihe) wurden hier bei der Raiffeisenkasse 23.300 K, beim 'Postanite 39.400 K, zusammen 62.700 K gezeichnet. Für die erste und die zweite Kriegsanleihe ergibt das zusammen 110.000 K, das sind durchschnittlich 64 K auf jeden Kopf der knapp 1700 Seelen zählenden Pfarrgeineinbe. Sollte es notwendig sein, geben wir den letzten Heller her. Messettal. (Metallsammlung.) Die in unserer Pfarr-qenieinöe Durchgeführte Metallsammlung zu Gunsten des Vaterlandes ergab die Gewichtssumme von 534 kg, und zwar 19( kg Kupfer, darunter 44 Kupserkessel, 192 kg Messing und Nickel, 102 kg Glockenmetall, 43 kg Zink, Zinn und Aluminium. Außerdem erbrachte die Sammlung auch viele Kupfer- und Silbermünzen, so drei uralte Münzen mit den Leibenswerkzengen Christi und der Inschrift: „Passio Christi conforta me“ (Das Leiden Christi stärke mich), zehn Scheidemünzen der venetiauischen Republik aus dem Jahre 1736; einen bayrischen Taler aus dem Jahre 1760; fünf Kupfermünzen aus dem Jahre 1800 mit dem Bildnisse Franz II.; zwei Silbertaler aus dem Jahre 1802 mit dem Bildnisse Franz II.; acht österreichische Kupfermünzen aus dem Jahre 1816; zwei lombardo-venetianische Kupfermünzen aus dem Jahre 1822; drei St. Georgstaler aus dem Jahre 1852; eine luxemburgsche Kupfermünze aus dem Jahre 1855; eine chinesische Silbermünze und schließlich eine Menge österreichischer Silber- und Kupfermünzen aus den Jahren 1849, 1858, 1860 und 1865. Die Metalle sind, in zehn Kisten verpackt, am 29. Mai nach Laibach abgesendet worden. Ehre und Dank der patriotischen Betätigung der Bevölkerung! — (Kriegsanleihe.) Mil Schluß der Zeichnungsfrist wurden in unserer Pfarrgemeinde 100.000 K auf die zweite Kriegsanleihe gezeichnet. Beim hiesigen Postainte wurden 70.000 K, bei anderen Geldinstituten aber 30.000 K gezeichnet. — (37 Reichsitaliener) sind in unserer Pfarrgemeinde bei Ausbruch des Krieges mit Italien interniert worden. Bei ihrer Abreise brachen sie in italienischer Sprache in Rufe aus: „Hoch Österreich 1" und „Nieder mit Italien I" — (Von unseren Krieg ern.) Zugsführer Johann Schneller vorn Jnf.-Reg. Nt. 17, der im vergangenen Herbste bei einem Sturme auf eine russische Maschinengeivehrabteilung an beiden Armen schwer verwundet und dann in die Gefangenschaft nach Wladornir abgeführt wurde, schrieb diesertage an seine Eltern, daß er nunmehr vollkommen geheilt sei. — Infanterist Eduard Meditz (Nesseltal Nr. 52) vom Jnf.-Reg. Nr. 27 liegt schon seit einigen Wochen im Barackenspital zu Neutra (Ungarn) an Typhus krank darnieder. — Dem Feuerwerker Josef Schneller des Festungsartillerie-Bataillons Nr. 9 aus Nesseltal Nr. 9 wurde in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde — in einem sehr heftigen Gefechte bediente er das Geschütz ganz allein und brachte durch seine Kaltblütigkeit die feindliche Infanterie zum Rückzug — die Silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klaffe verliehen. — (Spende.) Herr Josef Schleimer aus Nesseltal Nr. 38 hat für die Krieger aus unserer Gemeinde den namhaften Betrag von 60 K gespendet. Vergelt's Gott! ■— (SB t et) er Versteigerung.) Am 14. Juli um 9 Uhr vormittags findet beim k. k. Bezirksgerichte in Gottschee die Wieder« Versteigerung der Liegenschaft E. Z. 32 der Katastralgemeinde Nesseltal statt, bestehend aus dem Hause Nr. 27 in Nesseltal samt Wirtschaftsgebäude, Äckern, Wiesen. Weiden und Wald im Flächenmaße von 17 Hektar, 8 Ar, 32 Quadratmeter und Mileigenlumsrechlen zu V'jo Anteile statt. Der Schätzwert beträgt K 810616, das geringste Gebot, unter welchem ein Verkauf nicht stattfindet, K 4053"08. Aktsag. (Todesfall.) Am 15. Mai starb hier nach längerem schweren Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, Herr Georg Eppich, Kaufmann und Realitätenbesitzer, Obmann des Spar- und Darlehenskassenvereines, der freiwilligen Feuerwehr und des Ortsschulrates, in seinem 53. Lebensjahre. Der Verstorbene war eine allgemein geachtete Persönlichkeit, der jedermann Wertschätzung entgegenbrachte. Als ein Mann von christlicher Gesinnung und von Geltung im öffentlichen Leben gehörte er auch dem Vorstande des Gottscheer Bauernbundes an. Um den Spar- und Darlehenskassenverein sowie um die freiwillige Feuerwehr in Altlag hat sich der Verblichene schätzenswerte Verdienste erworben. Als Obmann des Ortsschulrates war er für das Gedeihen der Schule eifrig tätig. Er ruhe in Frieden! Weg. (Kriegsanleihe.) Beim hiesigen Postamte wurde die zweite Kriegsanleihe bisher mit 64.000 K gezeichnet. Die Anmeldungen dauern an. Göttenitz. (Metallsammlung.) Vier kupferne Kessel kamen zu der bereits ausgewiefeneu Sammlung (seit der Kriegserklärung an Italien) noch dazu. — (Für die zweite Kriegsanleihe) wurden von privaten Besitzern ungefähr 12.000 K, Depositengelder 8000 K gezeichnet. — (Todesfall.) Am 24. Mai starb hier Elisabeth Michitsch Nr. 46, 70 Jahre alt, an Wassersucht. — (Internierte Reichsitaliener) sind ans der hiesigen Gemeinde drei, eine Frau, ein 27 jähriger Bursche und der Verwalter der Dampssäge in Kaltenbrunn, Franz Dakoll. Da manche hier ansässige Reichsitaliener der Bevölkerung in sittlich-religiöser Hinsicht ein sehr schlechtes Beispiel geben, ist es nicht zu bedauern, daß die Regierung da so rasch Wandel geschaffen hat. Laibach. (StaatsbahndireklionundPostdirektion.) An der hiesigen Lehrerbildungsanstalt, ein der Realschule und an den beiden slowenischen Gymnasien wurde das Schuljahr am 25. Mai geschlossen. In diesen Gebäuden wurden die Ltaatsbahn-direktion und die Pvstdireklivn untergebrocht. grifft. (Eine brave Tat.) Unser Landsmann Herr Kaufmann P. Wiktine sah kürzlich einen Knaben in den Kanal stürzen. Kurz entschlossen sprang er, nachdem er Rock und Weste abgelegt hatte, ins Wasser und rettete den Ertrinkenden. Die edle Tat des Herrn Wittine ist umso hoher anzuschlagen, als er erst seit wenigen Monaten von einem langwierigen rheumatischen Leiden genesen ist. Bet einmaliger Einschaltung kostet die oiergespultene rcieindruckzeile ober eten Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes 3abr wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Beste!-lungett von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Uerein der Deutschen a. ßonschee := in Wien. ------------ Zitz: I., Hilmneipfortgasse llr. 3 wohn, alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt atimelbeti können. Sufumrnenlmnft: 3eöc| Donnerstag im Dereinskokale „Zum roten IM , I., Ztörechtsplatz Wr. 2. 6 r fisolenwerden gekauft. Ginkaufsverein chottschee. Sparkasse der Stadt Gottschee. Ausweis f. b. Monat Mai 1915. Hinlagen: Stattö Ende April 1914 . K 6,417.040'04 Eingelegt von 159 Parteien „ 84.444'14 Behoben von 420 Parteien „ 114.379"32 Stand Ende Mai 1915 . „ 6,387.104-86 Hiipotüekar-Darleüeii: zugezählt . . „ 4.000"— rückbezahlt . . „ 34.834 69 Stand Ende Mai 1915 . „ 4,418.011-20 Wechsel-Darlehen: Stand Ende Mai 1915 . „ 118.147"— Zinsfuß: für Einlagen 4 xk % ohne Abzug der Rentensteuer, für Hypotheken im Bezirke Gottschee 51/2%, für Hypotheken in anderen Bezirken 53A %, für Wechsel 67s %. Hottschee, am 31. Mai 1915. Die Direktion. Berankvortlicher Schriftleiter C. Erker. — Herausgeber und Verleger Josef Eppich. — Buchdruckerei Josef Pavlieek in Goltschee