Osvobodilna fronta za Slovensko Koroško - Pokrajinski odbor Befreiungsfront flir slovenisch K&rnten - Landesaussehuss ■P E E S S E D I E N S T Pressedienst der "Osvobodilna fronta za slovensko Koroško", Klagenfurt, Salmstrasse 6, 14. August 1946, Kr.13. KLAGrEKFUBT (Celovec), 12.3.1946. Wir bringen einen Protest des Landesausschusses der"Osvobodilna fronta za slovensko Koroško” aniasslich des unerklftrlichen Ereignisses in Eisenkappel, dem eine bekannte Antifaschistin und Freiheitskfimpferin z um Opfer fiel: Britische 2ivilverwaltung Am 9.d.M. um 22.00 Uhr vuurdeauf der Strasse in Eisenkappel 0 r a ž e Amalija naus Lobnik von einem britischen Soldaten, An- gehbrigen der britischen Bee st z ungse inhe it in der erwShnten Ort- schaft, erschossen: Dieser fuerte mit seiner Pištole drei Schlisse auf sie ab. 0 r a ž e Amalija ist an den Polgen der Verwundungen, des grossen Blutverlustes und der unzureichenden arztlichen Hilfe am nMchsten Tag um 4.00 Uhr fr lih gestorben. Von den dortigen Organen wurde auch nach dem Vorfall keine Transportmbglichkeit in ein Kran- lcenhaus ge bot en. Mit Rlicksicht auf die Tatsache, dat dass 0 r a ž e Amalija Funktionftrin der OP war, dass sie 2 Jahre als aktive Kfimpferin gegen den deutschen Easchismus gekftmpft h at, und dass sie aus einer der bekanntesten antifaschistischen Familien stammt, die unter den Ka- ziverfolgungen schwer zu leiden hatte, ist die slovenische antifa- schistische Bevfllkerung mit Eecht stark beunruhigt. oie sucht nach UNERKLARLICHE TOT [JK G E IKER BIKA OTE N AKTIFASCHISTIN IN EISENKAPPEL: An die Klagenfurt, am 12.8.1946 2 Gr linden dieser unverantwortlicken Tat eines AngekBrigen der verblindeten Arine e. Ebenso iat die sloveniscke BevBlkerung liber die Indolenz des Arztes Dr.Karl Kreulitsck, (der seit 20.5.1939 SA-Sckar- ffikrer war and Mitglied der NSDAP seit 1.1.1940 bis zur Aufldsang) sas Eisenkappel, entrflstet and liber die Tatsache, dass kein Eakrzeug fOr den Transport der Verwundeten in ein Krankenhaus zor VerfOgung ge st e lit wurde. Wir erwarten, dass die Britische Zivilverwaltung die notwendigen Schritte zur Kl&rung dieses Vorfalles onternimrat. P lir den Bande sa as schuss Karl P r u š n i k (e.h.) DIE ZWEI3PRACHIGEN SCKULEN IN SLOVENISCHE KSBNTEN SIND GERMANISIEBUNG3ZENTB2N. KLAGENEURT (Celovec), 12.8.1946. Wir bringen im Aoszug einen Protest des Sloveniscken Kult urverbandes an das Bundesrainisterium flir Unter- rieht in Wien, woraas die Verk<nisse aaf den Kfirntner zweisprachigen Schulen ersichtlich sindi Wegen des Widerstandes der Kfirntner LandessohulbehBrde gegenliber der Sohulverordnung der K&rntner Landesregierang vom 31.Oktober 1945 erkob der Slovenische Kulturverband einen Einspruch an das Bundes- ministeriara flir Unterricht in Wien, worin die Eeststellang gemaoht vird, dass die Bestimmangen dieser Verordnung in wesentlicken Pankten nicht eingehalten wurden. Sogar der Religionsunterrickt wurde entgegen der aasdrlicklicben Bestimmang, dass er aussckliesslick in der Mutterspracke des Kindes za erteilen ist, an einer ganzen Reihe von Sckulen ftberhaapt nar in deut- scher Spraeke erteilt. 3 - Me Bestimmongen der zvveisprachigen Schulen wurden verlautbart, IN WIBKLICHKEIT ABEB WUEDE DIE ZWEI SPE AG HI GK E IT E OB IH El NEM BE tJCHTEIL DIE3EB SCHDLEN V0BSCHBIFTSMAS3IG EINGEHALTEN, wXhBEND DIE AEDEBEH SCHULBN WEITEBHIH SOIOHL NACH IHREE OEGANISATION ALS AUCH NACH IHEEM GEI3T Z UK GbSsSTEH TEIL GANZ DEOTSCH GEBLIEBEN SIRD. Im vergangenen Jshr wurden die Bestimmugen folgender Massen durchgeffihrt: 1/ In 22 Schulen Kbethaupt nicht; 2/ In 42 Schulen mir teilwei.se und 3/ lil 10 Schulen voli durehgef &hrt. Z ur Herausgabe der dringendsten SchulbUicher fftr dlesen zweispra- chigen Unterricht bildete sich eine Arbeitsgemeinschaft slovenlacher Lehrer, die ilare Arbeit bereits im vergangenen Herbst der Lnandesschul- behdrde vorlegten. Sie Stiessen aber auf den gr8ssten .viderstand des Landesschulrates. DEE EB3TE TEIL DEE SLOVENISCHEN SPEACHEIEBEL KONNTE EEST NACH AUSDBUCKLICHEM BEPEHL DIB BBITISCHEN 3CHULABTEIL UN G HEBAUSKOM* MEN. Der Landesschulrpt bestellte im April 1946 dine offizielle /rbeits- gemeinsehaft z ur Vorbereitung slovenischer Lehrbtlcher, auf deren Frftchte wir heute noch vergeblich warten und auch weiterhin noch warten werden. Damit schob der Landesschulrat das erscheinen der dringend benfttigten Lehrb&cher auf unbestimmte %eit hinaus, ja stellte sogar in seinem Bescheid vom 5.Juli 1946, Zl.6771/46, ausdrlicklich fest, dass er DIE WEITEBE BEAEBEITCfNG DEB SLOVENISCHEN SPEACHEIEBEL "MI OTBOCI" ALS UN- nStIG ANSIEHT. So ist es der Landessehulbehbrde gelungen, die frucht- bringende Tfitigkeit der slovenischen Arbeitsgemeinschaft vollkomnen zu unterbinden, was aber nicht nur durch ihre Klarstellung, sondern insbe- sondere auch durch unbegrundete Massregelung, wie durch Versetzung in weit entfernte Dienstorte, Entlassung aus dem Schuldienst und Versetzong*. in den Buhestand, ihrer schaffenden Mitglieder gew«hrleistet wurde.Der Mangel an Lesestoff in slovenischer Sprache, zufolge reatloser Vernich- tung aller erreichbaren slovenischen Literatur durch die nationalsoziali- stischen Gewalthaber im Jahre 1938 herrscht, steht nun am Beginn des neuen Schuljahres so,dass ein erspriesslicher Unterricht vollkommen - 4 - undenkbar ist. Wegen der seit 1920 durcii den Einflass des ^eimstbaades verhin- derten Heranbildung slovenischer Lehrkr&ft e, tar der Mange 1 an geeigne- ten Lehrkr&ften so gross, ddass die Durciiffthrang der Bestimmangen der neaen Z\v4isprachigen Schulen sohvierig war. MIT 31.JULI 1946 WUBDE NUN OH NE VEEHEBGEKENDE KUNDI GUNO EINE GBOSGE ANZAHL DEB S10VINISCHEN SPEA- CHE KUNDIGEN LIHBKBAFIE VOM DIENST ENTLASSEN so, dass fftr komende Jahr flir die weitere Durchf\!ihrang der Bestimmangen die Aasscihten vollkom- men fehlen. Aber aacb schon wfthrend des Schuljahres wurden Lehrkrfifte, die die Schalverordnang dem fort and Sinn nacb durchf&hrten, OHNE ANGA- BE DEB GBUNDE VEBGETZT, ENTLASSEN ODEB PENSIONIEBT. Go ist unter ande- rem der Leiirer Pečarič in St.Leonherd ob Siebenbrftnn (ŠT; Lenart pri sedmili stadencih) entlassen, Oberlehrer Kogelnik Karl in GSdersdorf (Vodiča vas) hinausgeeckelt, Oberlehrer Aichholzer in Letschach (loče) fftr l&ngere Zeit vmm Dienst enthoben, Oberlehrer Lombar Gabriel in Maria Elend (Podgorje) versetzt, Oberlehrer Metod Jenko Method in KBttmannsdorf (Kotmara vas) entlassen, Oberlehrer Koren Johann in St .Peter am fallersberg (Šstt.Peter na Vašinjah) mit Versetzung in einen deatschen Bezirk bedrocht, Schalleiter Krajcar Johann in Binkenberg (VogrČe) in ei&nen deatschen Schulbezirk versetzt and Direktor Legat Franz zwangsweise pensioniert worden. Aach die Bestellung der widerspricht dem Sinn der Verordnang, wonsch in dieser Bichtung ein Vertreter der Slovenen beizaziehen ist. Die vorgesehenen Aasbildungskarse z ur einffthrung in den zweispra- chigen Unterricht wurden nicht eingerichtet and ebensowenig Hess man in den Lehrerbildan sanbtalten die Fremdsprach ethodik als neaes Fach einftthren. Mit 8.Juli 1946 erfolgte die AU3SCHBEIBUNG DEB INSPEKIOBSTELLEN fOr die Schalbezirke des zweisprachigen Sehulgebietes, OHNE DIE IN DEB VEBOBDNUNG VBRGESEHEKE ANFOEDEBUNG DEB LEERBEF&HIGUNG P0B ZWI3PEA- CHIGE VOLKSSCHULE GESTELLT ZU HABEN. Der Einsprach endet mit fol.jender grundlegenden Feststellang: "DIE IN SUDKABNTEN HEEESCHENDEN SGHULVEBKALINIS3E STEIIEN IN KRAS- SEM GEGEKSATZ ZB SEM WOE1IAOI Blffl SEM SIKE SEB 3CHBLVEEOBDNtjlv- j™ - 5 - OBEH EIN3TIMMIGEN BESCHLUSo BEB KAHNINEB LANDESBEGIEBUNG VOM 3.0KT0BEE 1945 EINGEF&HHT 1UBBE. Es ist damit neurdings der Beweis erbracht worden, dass es den massgebenden Kreisen des Landes AUCH DIESMAL WIE IMMEB ^CilON BUB UM E IN POLITISCHES MANO VE B ZU TUN WAB? niohts aber ura eine nor einigermassen gereehte Begelung der 8ciiulverhS.ltb.isse. NACE WIE VOB SINU DIE SCHULEN S&DKAENTEBS GEBMANISIEB UNGSZE NTBE N, WIE 3IE ZUB ZEIT BES AUF DEB HTCLAGEBAHK STEHENDEN KBIEGSVEBBBECHEB3 MAIER-KAIBIT SCH WABIN. Der Slovenische Kulturberband erhebt sohftrfsten Protest gegen diese Art der Schulregelung; denn die Opfer, die die Slovenen auf allen Gebieten gebracht haben, sin so gross, dass ein solches Spiel mit den vitalsten Rechten auf Erhaltung des Volkst ums weder verantwor- tet noch ertragen werden kann." BIE VOM NAZITEBBOB BETBOFFENEN SLOVENISCHEN BOB FEB KLAGEN BEN KB IEiiGS VEBBE E CHEB MAIEB-KAIBIT SCH AN. ZELL (Sele), 10.8.1946. Bie Bevdlkerung der Gemeinde Zeli (Sele), di vom Nazismus ara schvrersten betroffen wurde, frbersandte dem Landesausschuss der "Osvobodilna fronta za Slovensko Koroško” fol- gendes Verlangen: "Wir bitten den Landesausschuss der "Osvobodilna fronta za Slovensko Koroško" ura eine Vermittlung beim Volksgerichtshof in Graz, damit der Prozess gegen den Henker des slovenischen Volkes in K&rnten ehestens zustande komrae. Bie slovenische BevBlkerung von ^ell und Uragebong verlangt entschieden, dass frber Maier-Kaibitsch ein stregacnges und gerechtes Urteil ausgesprochen wird, ein Urteil, das allen Misetaten, die nach seinen Weisungen und Befehlen geschafen, Bechnung tragen wird. Maier-Kaibitsch war es, der die slovenische Bevblkerung Kftrntens wirtschaftlich und moralisch zugrunde richten vvollte und im Nazismos nur eine geeignete Gelegenheit zur Ausrott ung des slovenischen Volkes erblickte. v - 6 - Al s Bev/eis diesejp Schreckenstat en geben wir hier die Kamen un- serer Opfer wieder, die auf Geheiss dieses Kenkers am 29.4.1343 in Wien dureh das Fallbeil get&tet wurden und nach Bache rufen: Gregorič Franc aas Zell-Pfarre, Kelih Florijan aus Schaidach (hinterliess Frau and 3 minder- jfthrige Kinder). Kelih Oreh aas Schaidach (hinterliess Frau and Kind), ■ j jv Or8že Jernej aus 2ell-Pfarre, Oraže Janez aus Zell-Pfarre, Oraže Jakob aas Ždll-Bfarre, Pristovnik Franc aus Zeli and Olip Tomaž aas Zell-Pfarre, Weitera e urden von den Kaibitsch- and Gestaposchergen in den - N Jahren 1942 bis 1945 55 vreitere Personen verhaftet and in verschiedene lager verschleppt. Dort starben oder wurden umgebraohts Dovjak Marija aas Oberwinkel (hinterliess 3 Kinder) and Dovjakx Apolonija ais Oberwinkel (hinterliess 2 Kinder) beide in Bavensbrhck, Dovjak Franc aas Mitterwinkel in Dachau, Ilečnik Prima aas Mitterwinkel (hinterliess 6 Kinder) in Auschwit z, Kelih Peter aas Obervvinkel kara nicht raehr z ur tičk, Gregorič Marija aas Zell-Pfarre, den Folgen von-Auschwit z unterlegen, Gregorič Neža aas Zell-Pfarre in Bavenbbrllck, lasner Tomaž aas Schaidach starb in Klagenfart 25.3.1945. Užnik Janez aas Zell-Pfarre kam nicht mehr z ur tičk, Pristovnik Jera aas Zell-Pfarre in Weldhain ara 24.8.1944; Kelih Pavla aas Zeli in BavensbrEtck (hinterliess 1 Kind) . Am 15.Ap±il 1942 wurden aas unserer Gemeinde 7 Farailien aasgesiedelt . Von diesen Ausge&iedelten starben volgende Personen: Dovjak Lena aus Obervvinkel, starb des Gewalttodes in Dachau, Male Janko aas Oberwinkel starb ara 17.12.1945 an den Folgen d er Aassiedlung, -t - Bovjak Luka a us Obervinkel starto des Gewalttodes in Frsuenaurach, Dovjak Simon aas Oberwinkel verhungerte in Dachau, Olip Florijan aus Že11-Pfarre wurde im Lager erschossen. Aus unserer Gemeind® standen 60 unserer S6hne in den Reihen der Partisanen als -^fimpfer des alovenischtn Volkes gegen den Faschismus und dessen Dngerechtigkeiten. Mit gutem Recht verlangen wir eine gerechte und strengste ver- urteilung dieses Terbrechers, der soviel Unglhck unter unseren Familien arn Gewissen hat, Wer kOnnte die Tršnnen der Hinterbliebenen troknen, wer die Prfinen der /usgesiedelten, die ihre Lebensarbeit verlassen muasten und naoh der Befrelung verwiistet@ Helme verfandenf Wer maciit die Qualen der Internierten und KZ-ler wieder Got?” DIE PBOFASCHISIISCHE PRES3E DER "VEBSETZTEH PERSONEN". Indem Tausende der Personen, die von den Nazisten von der Scholle vertrieben wurden, bere it s l&ngst in ihre befreiten Heirre zurhok-e- o ' K kehrt sind, gibt es in K&rnfen noch imrcer 56.000 Personen, die aus "politischen Gr&nden" keine &e imkehr w'ttnschen.Das sind eben Flliohtlinge verschiedener Nationalitšten, die Schulter an Schulter mit deni deut- schen Faschisten gegen die demokrat ischen Verbhndeten gekhiilpft heben und heute nochfc Propaganda gegen die Demokratie ihrer Heimat weiter ' f (ihren. Ihre ganze verbrecherische Natur zeigen vorallem die jfugoslavi- sc; en j aschisten, die es auf jede Art und Ss Weise versuchen, die demokratischen Errungenschaften des Volksbefreiungskampfes Jugoslaviens zu besohmutzjaec. Ihr blinder Hass zur Freiheit und zun Fortsohritt diktiert ihnen nooh heute den Gebrauch verschiedener Phrasen und Lhben, die sie sich als Schreiber und Scharvvenzler der nazihdrigen Presse der Okupationszeit angeeignet haben. Dass diese Schrebier von Redakteure* bis zu den einfachen Korrespondenten in KSrnten ein breites Arbeits- feld gefunden haben, beweist uns ein kleiner Oberblick Ciber ihre Publi- kat ione n.