SLOVANSKA KNJI^NICA LJUBLJANA C 2533 vwfii IJEy] [1km LVj^.^A7 IJ l^ZZ ■fetfV i \p , t| 1 v%¥^Sr ^MjM' ikaidwSSlÄI iäw^ 9VwT^K3 ^*wwr Ja£HHnJ|kV i /Tl| c?Z2fl§*l/l MIL. 4^H H7 JYyw^ s_ . ■ . 1 • . ■ •>.. • ’ . Geschichte der Laibacher Volksküche. Festschrift zur Feier des zehnjährigen Bestandes 1877 — 1887. 0 Ilerausgegeben von der Leitung des Laibacher Volksküchen -Vereines. Verfasst von P. v. Radies. LAIBACH. Selbstverlag des Laibacher Volksküchen-Vereines. 1887. Buchdruckerei von Kleinmayr & Bamberg in Laibach. Vorwort. Das Institut der Volksküchen, wie wir es heutzutage in den Culturstaatcn zum Vortheile der ärmeren Volksclassen so umfangreich und trefflich entwickelt sehen, ist bekanntlich jungen Ursprunges. Und doch belehrt uns gerade unsere vaterländischösterreichische Geschichte zum Ruhme unseres mächtigen Kaiserstaates, zum Ruhme unserer erlauchten Dynastie, dass vor bereits 200 Jahren im Herzen Oesterreichs, in der schönen Reichshaupt-und Residenzstadt Wien, unter der Aegidc der Kaiserin Eleonore selbst, begründet in den Tagen der Pestseuchen und Türkengefahr, eine in ihrer Einrichtung den heutigen ganz ähnliche Volksküche bestanden hat, in welcher die Armen gegen Beibringung von an dieselben ausgetheilten Marken mit warmen Speisen verpflegt wurden! Diese Wiener Volksküche der durch besondere Tugenden ausgezeichneten hohen Frau, der Gemahlin Kaiser Leopolds /., erscheint aber in der Folgezeit nicht fortgeführt, und es erstand erst wieder in der glorreichen Epoche unseres allergnädigsten und erhabensten Kaiserpaares, des hochherzigen Monarchen Kaiser Kranz Josefs 1. und der allgefeierten edlen Kaiserin und Königin Elisabeth, in der Residenz von neuem solch eine, dem Heile der Nothdürftigen gewidmete Institution. Aber diesmal blieb die humanitäre Gründung nicht auf Wien allein beschränkt; in edler Nacheiferung des schönen Beispiels des Reichscentrums entstanden gleiche Gründungen auch in den —■K 4 Landeshauptstädten unserer weiten Monarchie, und auch unser in Uebung der christlichen Charitas stets in erster Linie erscheinendes Laibach kam nach Ausbildung des Wiener Volksküchen-wcsens der ersten siebziger Jahre gar bald in den Besitz einer gleich beim Beginne im Jahre 1877 allseitig sympathisch be-grüssten und geförderten Volksküche. Heute, nach zehnjähriger, fruchtreicher Dauer kann die Laibacher Volksküche, Dank der hilfreichen Unterstützung durch viele edle Menschenfreunde und Dank der opferwilligen Hingebung seitens der Vereinsleitung und namentlich seitens der ausübenden Damen, heute, nach zehnjährigem Bestände kann die Laibacher Volksküche bereits auf eine vielseitige segensreiche Thätigkeit zurückblicken, auf eine Thätigkeit, die einen nicht zu unterschätzenden hochwichtigen Factor in der Lösung der socialen Frage unserer Stadt bildet. Die Vollendung des ersten Dcccnniums in der so eminenten Wirksamkeit des Laibacher Volksküchen-Vereines legte nun der Leitüng desselben den Gedanken nahe, diesen Markstein in der Entwicklung des Culturlebcns unserer Stadt zunächst durch die Herausgabe einer zusammenfassenden Geschichte der ersten zehn Vereinsjahre und anschliessend daran durch die Veranstaltung einer festlichen Bespeisung der Armen Laibachs feierlich zu begehen. Aus der nachfolgenden Darstellung, die schlicht, klar und wahr den vielen Tausenden guter Menschen in Stadt und Land von den bisherigen Leistungen unseres Institutes berichtet, mögen alle Freunde der Armen und Bedrängten entnehmen, in welcher Weise hierorts die der Gründung von Volksküchen innewohnende hohe und edle Idee aufgefasst und ins Werk gesetzt wurde, und es gibt sich die Vereinsleitung der angenehmen Ueberzcugung hin, dass diese Schrift gewiss geeignet sein wird, der Laibacher Volksküche zu den bewährten vieljährigen Freunden noch zahlreiche neue Gönner und Helfer zu werben, auf dass sie in das --K 5 »- zweite Decennium ihres nunmehr hoffentlich für immer fest-begründeten Bestandes mit verstärkter Kraft eintreten kann. Daher sei denn zum Schlüsse dieser Zeilen an alle, denen dieses Buch in die Hände kommt, die innigste und herzlichste Bitte gestattet um freundlichen Beitritt zum Laibacher Volksküchen-Vereine, um eine hilfreiche Gabe für die Laibacher Volksküche, denn auch unsere humanitären Zwecke können gedeihlich nur gefördert werden in der Bethätigung des herrlichen Wahlspruches unseres erhabenen Monarchen: Viribus unitis! Iler Rückblick auf einen bestimmten Zeitabschnitt in der Geschichte eines Vereines gleicht der Umschau auf eine Gegend von einem erhöhten Standpunkte aus. Gleichwie wir aber bei solcher Umschau besonders Hervorragendes zuerst mit unserm Auge erfassen, so trifft dieses auch bei der Betrachtung einer Vereinschronik das gross Eingetragene zuvörderst. So steht denn dem wichtigen Ereignisse der Gründung unserer Laibacher Volksküche zunächst eine Reihe von festlichen Gratisbespeisungen, die, wie jene selbst, durch den eminent humanitären Sinn der Laibacher Bevölkerung, beziehungsweise durch die edle Unterstützung und Förderung seitens ganz besonderer Freunde und Wohlthäter unseres Vereines ermöglicht wurden. Das schönste und erhabenste dieser Feste war wohl jenes, das durch die Allerhöchste Anwesenheit Sr. k. und k. Apostolischen Majestät unseres geliebten Monarchen Kaiser Franz Josefs /. am 14. Juli 1883 bei Gelegenheit der 600jährigen dynastischen Jubelfeier des Landes Krain in beglückendster Weise verherrlicht wurde, dessen Erinnerung stets das goldene Blatt in der Geschichte des Vereines bilden wird. Ein schönes und erhebendes Fest seltener Art war auch die, zwar ausser den Rahmen der Vercinsthätigkeit in gewöhnlichem Sinne fallende, doch in den Localitäten der Volksküche und unter opferwilligster Mithilfe der Vereinsdamen stattgehabte Bewirtung der aus Bosnien 1879 rückgekehrten braven vaterländischen Krieger, nahezu 1000 an der Zahl. Und mehrmals noch im Laufe dieser ersten zehn Jahre haben sich — wie dies alles im Detail die nachfolgenden Zeilen der Chronik selbst aufzählen werden — festliche Bespeisungen ■■K 8 *- aus patriotischen Anlässen ergeben, die immer in gleicher Art glänzende Beweise waren von den loyalsten wie von den aufopferndsten Gesinnungen der Vereinsleitung — der Herren und Damen des Vereines — und des loyalsten und edelmüthigsten Sinnes der Bewohner unserer Stadt und unseres Landes! Die so eminent humanitäre und zugleich so eminent patriotische Bethätigung des Laibacher Volksküchen-Vereines verfehlte denn auch nicht, demselben im Laufe seines nunmehr zehnjährigen bereits so segensvollen Wirkens Anerkennung und Würdigung in allen Kreisen der Gesellschaft und der Bevölkerung, bei den autonomen Körperschaften, bei der hohen Regierung und bis an die Stufen des Allerhöchsten Thrones hinauf zu verschaffen. Se. k. und k. Apostolische Majestät unser allergnädigster Kaiser und Herr, Allerhöchstwelchcr alle Völker Seines weiten, mächtigen Reiches mit gleicher Liebe umfasst und alle patriotischen Bestrebungen stets auf das huldvollste fördert, geruhte auch wiederholt unsere bescheidene Vereinsthätigkeit durch allergnädigste, huldreichste Spenden zu unterstützen. Die hohe k. k. Landesregierung für Krain, beziehungsweise die Herren k. k. Landespräsidenten Baron Widmann, Ritter von Kallina und Baron Winkler, haben von den Tagen der Gründung bis heute unserer Volksküche die lebhaftesten Sympathien und die fördersamste Hilfe entgegengebracht, sowie die edlen Frauen Gemahlinnen derselben die Interessen unseres Institutes in mannigfacher Weise unterstützten und unterstützen; Frau Anna Edle von Kallina war zudem die erste oberste Schutzfrau und Protec-torin der Laibacher Volksküche, und Frau Emilie Baronin Winkler gibt durch wiederholte Besuche und rege Anthcilnahme an den festlichen Veranstaltungen unseres Institutes den hocherfreulichen Beweis ihrer huldvollen Gesinnung gegenüber unserem Vereine. Der hohe krainische Landtag, der löbl. Gemeinderath, der löbl. Sparcasseverein für Krain erscheinen in der ersten Reihe der hervorragenden Wohlthäter der Laibacher Volksküche; daran schliessen sich durch wiederholte bedeutende Spenden einzelne Private, unter anderen unsere gegenwärtige Vereinsprotectorin -* 9 !4~ Frau Jeanette Reeller, Herr Dr. Ritter von Gutmansthal, f Herr Martin Hotschewar in Gurkfeld und in edler Nacheiferung dessen Witwe Frau Jose fine Hotschewar, Frau Helene Edle von Lenk auf Schloss Arch und viele andere. Eine ganz besondere Förderung erfährt aber die von unserer Volksküche seit Jahren schon aufs eifrigste betriebene Studentenverpflegung durch den hochw. Herrn Domcapitular Msgr. L. Jeran, welcher in aufopferndster Weise die Mittel zur Anschaffung der Abonnementskarten beibringt und auch sonst die humanitären Zwecke unseres Institutes möglichst fördert. Dass das Interesse für die Volksküche, und speciell auch für die Studentenverpflegung in derselben, bereits in die weitesten Kreise gedrungen, bezeugen die namentlich im Laufe der letzteren Jahre immer häufiger werdenden Testirungen zu Gunsten unserer Volksküche, so unter anderen die ansehnlichen Legate des Herrn Roztnan mit 3000 fl., des Herrn Subec mit 1000 fl. u. s. w. Alle bisherigen Sammlungen zu besonderen festlichen Anlässen, die Aufforderungen zu weiteren Beitritten als unterstützende und thätige Mitglieder, mit einem Worte: jeder Appell an das edle Herz, an die christliche Charitas der Bewohner von Laibach und Krain waren stets von den schönsten, erfreulichsten Erfolgen für die Laibacher Volksküche begleitet, wie dies aus den Blättern dieser Chronik leuchtend hervorgehen wird; dass es auch fernerhin so bleibe, des walte Gott! 1877. Die Gründung. Es war im Dezember des Jahres 1876, dass der inzwischen verstorbene Herr Stadtcassier Franz Hengthaler, getrieben von dem ihm eigen gewesenen eminent menschenfreundlichen Sinne, im engeren Kreise Gleichgesinnter die Idee zur Gründung einer Volksküche für die Stadt Laibach anregte. Da derartige Institute heutzutage auf dem Wege der Association leichter ins Leben gerufen und gedeihlicher gefördert werden können, als nur durch die Kraft Einzelner, so war mit der Idee der Gründung zugleich die Anregung zur Bildung eines Laibacher Volksküchen-Vereines gegeben. Herr Hengthaler, welcher die einmal erfasste Idee mit gewohnter Energie weiter verfolgte, gieng nun, gestützt auf die erfahrungsmässige und vielbewährte Ueberzeugung, dass solch ein Institut sich nur durch die opferwillige und hingebungsvolle Betheiligung und Bethätigung seitens der Damenwelt gesund entwickeln und dauernd befestigen könne, zunächst daran, in einem Aufrufe an die Frauen Laibachs für das Entstehen einer Laibacher Volksküche mit Nachdruck zu wirken. Der bezügliche Aufruf lautet wie folgt: Aufruf an die Damen Laibachs zum Beitritte als thätig wirkende Mitglieder der Laibacher Volksküche. «Die Frau ist die nährende und wärmende Flamme der Geschichte. » Wie die grössten Schöpfungen einzelner hervorragender Geister bei allen gebildeten Völkern zumeist auf den Einfluss hervorragender -■K ii Frauen sich gründen, so sind in allen civilisirten Staaten bei Gründung eminent humanitärer Institute edle Frauen Pathinnen gestanden und fungiren da und dort bei der und jener solchen Anstalt unverdrossen und unermüdet nicht nur als Patronessen, sondern mit schöner Hand selbst schaffend, selbst wirkend! Und wie die im grossen Stile angelegte Stiftung des Laibacher BUrgerspitals in der heutigen Spitalgasse 1345 von einer edlen Frau ausgieng, von der Königin Elisabeth von Ungarn, und wie 1758 die unvergessliche Kaiserin und Königin Maria Theresia den Laibachern ein Waisenhaus schuf, so haben in unsern Tagen der Association, der Vereinigung der Kräfte die edlen Frauen von Laibach die Klein-kinder-Bewahranstalt und später das Elisabeth-Kinderspital gründen geholfen. Mit der Sammelbüchse in der Hand pilgerten zum Zwecke der letztgenannten Gründung edle Damen von Haus zu Haus, von Hütte zu Hütte, um auch daselbst die kleinsten Spenden mit ermunternder Fürsprache zu erbitten. Und als bei Eröffnung des Spitals die von denselben bereiteten Bettchen mit den armen kranken Kindlein belegt waren, da standen ihnen die Schutzdamen des Kinderspitals als schützende Engel ununterbrochen zur Seite, sorgend und helfend im Haushalte der Kranken, ja selbst mit eigener Hand die Leiden der Aermsten mildernd und heilend. Und heute bei Begründung unserer Laibacher Volksküche erlauben wir uns an die edle Gesinnung, an das ftir die Leiden des Mitmenschen so empfängliche Herz der Laibacher Damen den Appell, dem Beispiele der edlen Frauen so vieler Städte Oesterreichs und des Auslandes zu folgen und uns helfend an die Seite zu treten und die weibliche Führung der Volksküche in jenem Sinne zu übernehmen, wie sie die Damen an all den Orten huldreich übernommen haben, wo bisher solch eine Volksküche gegründet worden. Die Ueberwachung des dienenden, arbeitenden Personals der Volksküche einerseits, aber — und dies ist es, was das Institut für den durch Noth und Armut ohnedies schwer gedrückten Mitmenschen erst als die Heilanstalt seines mit der materiellen Bedrückung innig verknüpften moralischen Leidens erscheinen lässt — aber, sagen wir, die Darreichung der Speisen an die ihrer Bedürftigen durch edler Frauen Hand und begleitet von jenen milden Blicken echten Wohlthuns, das frei ist von dem Hochmut und Ueberdruss, den bezahlte Diener eben dem Elende gegenüber so gerne walten lassen — dieses —K 12 >f— bei Uebung eines guten Werkes in echt christlichem Sinne keinen Standesunterschied kennende Walten edler hochherziger Frauen, das ist es andererseits, was die Stunde in der Volksküche als den sehn-lichst begehrten Moment in sonst so trüb dahinschleichenden kummervollen Tagen erscheinen lässt. Die Schutzdamen der anderwärtigen Volksküchen, Damen der hohen Aristokratie, der Finanz- und Beamtenwelt, Bürgersfrauen aller Berufssphären, Matronen und blühende Mädchen, sie wetteifern, an die Buffets der Volksküchen zu eilen, um dort zu rathen, um zu helfen, um zu lindern das Leid der armen bedrängten Mitmenschen. Ein Gleiches erhoffen und erbitten wir von den edlen Frauen und Mädchen unserer Stadt, die stets die Ersten waren, wenn es galt, in christlicher Milde zu üben ein schön christlich Werk! Für das provisorische Comite des Vereines Laibacher Volksküche: Hengthaler. * Dieser Appell an das edle Frauenherz blieb, wie vorauszusehen war, nicht ohne Erfolg. Nach wenigen Wochen schon sahen die heutigen Localitäten der Volksküche, welche von ihrem Besitzer, dem Laibacher Sparcassen-Vereine, bereits noch vor Beginn ihrer Thätigkeit der Laibacher Volksküche in liberalster Weise zur Verfügung gestellt waren, eine Anzahl edler Menschenfreunde zu dem Zwecke versammelt, die vorbereitenden Schritte zur Realisirung einer Laibacher Volksküche zu berathen. Diese erste Versammlung der zur Mitgliedschaft des zu gründenden Laibacher Volksküchen-Vereines sich bereit Erklärenden fand am 25. Februar 1877 statt. Herr Hengthaler als Gründer begrüsste in einer kurzen, kernigen Ansprache die zu dieser Versammlung erschienenen Damen und Herren, indem er die Nothwendigkeit der Errichtung einer Volksküche auch in Laibach in lebhafter Weise schilderte. Der damalige Stadtcasse-Official (heute Stadtcasse-Controlor der Stadt Laibach) Herr Albert Valenta verlas hierauf den von Herrn Hengthaler verfassten provisorischen Statutenentwurf, zu dessen weiterer Berathung aus den anwesenden Mitgliedern sofort das —K 13 »- nachstehende Comitö gewählt wurde. Dasselbe bestand aus den Herren Stadtcassier Hengthaler (als Obmann), Hofrath Ritter von Kaltenegger, Bürger Freyberger, Schlossermeister Albin Achtschin, Hausbesitzer Anton KlemenHl und den Damen Auguste Vesel und Antonie Weinhart. An der kurzen Debatte, die sich bezüglich des Wirkungskreises dieses Comitds entspann, betheiligten sich die Herren Hofrath Ritter von Kaltenegger, Dr. Start! und Gustav Fischer, und es wurde beschlossen, das gewählte Comitd sei lediglich mit der Aufgabe zu betrauen, die Statuten zu berathen und dieselben einer später einzuberufenden Generalversammlung vorzulegen , worauf erst die Vorlage derselben an die hohe Regierung zu erfolgen habe. Nachdem sich die in das provisorische Comitd Gewählten bereit erklärt, diese Wahl anzunehmen, ward diese erste vorbereitende Sitzung von dem Vorsitzenden, welcher noch allen Förderern des neuen, so schön begonnenen Unternehmens den wärmsten Dank aussprach, als geschlossen erklärt. So lebhaft die Idee der Gründung aufgegriffen worden, so lebhaft ward sie nun von dem zunächst betheiligten engeren Kreise weitergeführt. Schon zwei Tage nach erfolgter Wahl trat das zur Feststellung der Vereinsstatuten gewählte Comitö zur ersten Berathung in dem freundlichst zur Verfügung gestellten kleinen Magistratssaale zusammen, worauf am 11. März die Schlussberathung im städtischen Rathssaale folgte. Am 14. März 1877 geschah dann die Ueberreichung des Statutenentwurfes bei der' hohen k. k. Landesregierung. Und schon zwei Tage darauf erklärte der damalige Herr Landespräsident Freiherr von Widmann, welcher auch unser humanitäres Streben gleich vom Anbeginne mit dem lebhaftesten Interesse begleitete, den rechtlichen Bestand des Vereines Laibacher Volksküche auf Grund der vorgelegten Statuten als bescheinigt. Diese, die Gründungsurkunde der Laibacher Volksküche, beziehungsweise des Laibacher Volksküchen-Vereines repräsen-tirenden Statuten, welche in einer Geschichte des Institutes vollinhaltlich wiedergegeben werden müssen, lauten wörtlich wie folgt: -+! 14 H— Statuten des Vereines «Laibacher Volksküche». § i. Der Verein «Laibacher Volksküche» mit dem Sitze in Laibach hat den Zweck, Speisen gegen billiges Entgelt den sich darum Meldenden zu verabreichen. § 2. Der Verein besteht aus zahlenden und wirkenden Mitgliedern (Herren und Damen). § 3. Die Mitgliedschaft wird erworben durch die beim Verwal-tungsausschusse abzugebende Erklärung: a) der zahlenden Mitglieder, den jährlichen Vereinsbeitrag mit 2 fl. zu leisten, b) der wirkenden Mitglieder, sich thätig an den Geschäften des Vereines zu betheiligen. Diese Betheiligung ist vorzüglich den weiblichen Mitgliedern Vorbehalten und wird durch die Geschäftsordnung geregelt. § 4. Die Rechte und Pflichten der Mitglieder sowohl bezüglich ihres activen und passiven Wahlrechtes als ihrer Leistungen werden in den §§ 3, 6, 7, 9 der Vereinsstatuten aufgeführt. § 5. Die Volksküche soll sich durch ihre Einnahmen (Jahresbeiträge der Mitglieder, Geschenke, Zinsen von activen Capitalien, aus Speisenverkäufen) selbst erhalten. Dieser Standpunkt ist bei ihrer Einrichtung und Verwaltung festzuhalten. § 6. Die Vereinsmitglieder werden alljährlich im Monate März zu einer ordentlichen Generalversammlung vom Obmanne oder dessen Stellvertreter einberufen. In den Wirkungskreis der Generalversammlung gehören: a) die Wahl des Verwaltungsausschusses von 15 Vereinsmitgliedern, darunter 6 Damen; b) die Wahl einer Rechnungscommission von 3 Mitgliedern; c) Prüfung des Jahresberichtes, der Rechnung des Ausschusses sowie des Berichtes der Rechnungscommission; d) Beschlüsse über die Führung des Geschäftes; e) Bestimmung über die Verwendung eines Einnahmen-Ueber-schusses; f) Abänderung der Statuten; g) Auflösung des Vereines. § 7. Eine ausserordentliche Generalversammlung ist einzuberufen: a) wenn der Ausschuss dieses beschliesst, oder b) wenn 30 Mitglieder diese Einberufung unter Bekanntgabe des Verhandlungsgegenstandes beim Obmanne verlangen. -M 15 »~ § 8. Die Generalversammlung ist bei Anwesenheit von 40 Mitgliedern beschlussfähig, sollte sich diese Anzahl hiebei nicht einfinden, so ist die Generalversammlung wiederholt unter Verlautbarung ihrer Tagesordnung mit dem ausdrücklichen Beisatze einzuberufen, dass dieselbe ohne Beschränkung auf eine Zahl erschienener Mitglieder über die Gegenstände der Tagesordnung zu beschliessen berechtigt sein werde. § 9. In der Generalversammlung hat jedes Mitglied nur eine Stimme. Zu gütigen Beschlüssen ist das absolute Mehr der Anwesenden erforderlich (vorbehaltlich der Bestimmung im § 14«). § 10. Der Verwaltungsausschuss als leitendes Organ besorgt die Einrichtung und den Betrieb der Anstalt nach Massgabe des Statutes und der Beschlüsse der Generalversammlung; er kann Specialcommissionen aus seiner Mitte wählen, er hat die Bediensteten anzustellen, zu entlassen und die Geschäfte des Vereines zu besorgen; er legt der Rechnungsconnnission zu Händen der Generalversammlung alljährlich Bericht und Rechnung und verfasst die Geschäftsordnung. § 11. Der Verwaltungsausschuss wählt aus seiner Mitte die Func-tionäre der Volksküche, u. zw.: den Obmann, den Obmann-Stellvertreter, die Küchenvorsteherin, deren Stellvertreterin, den Cassier, den Oekonom und den Schriftführer, deren Geschäftsthätigkeit die Geschäftsordnung festsetzt.. Der Obmann, oder im Verhinderungsfälle dessen Stellvertreter, vertritt den Verein nach aussen und unterfertigt alle Schriftstücke des Vereines. Rechtsurkunden bedürfen der Mitfertigung eines zweiten Ausschussmitgliedes. § 12. Der Verwaltungsausschuss versammelt sich jeden Monat einmal und ist beschlussfähig, wenn mit Einschluss des Obmannes zehn Mitglieder anwesend sind. Er beschliesst mit absoluter Majorität. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Obmannes, was auch für die Generalversammlung gilt. § 13. Etwaige Streitfälle zwischen Vereinsmitgliedern in Vereinsangelegenheiten gehören vor ein Schiedsgericht, welches aus je zwei —K 16 »- Vertretern der streitenden Parteien gebildet wird, die einen Fünften als Obmann wählen. § 14. Die Auflösung des Vereines tritt ein: a) wenn in einer zu diesem Zwecke einberufenen Generalversammlung zwei Drittel der anwesenden Mitglieder dieselbe beschliessen; b) bei Verlust von zwei Drittel des Vereinsvermögens. § 15. Anträge auf Statutenänderung müssen spätestens acht Tage vor einer Generalversammlung beim Ausschüsse gemeldet und bei der F.inberufung den Mitgliedern bekanntgegeben werden. § 16. Bei Auflösung des Vereines fallt sein reines Activvermögen dem Laibacher Armenfonde zu. § 17. Das Vereinsjahr läuft mit letztem Dezember ab. Laibach am 11. März 1877. * Auf Grund der von der hohen Regierung bestätigten Vereinsstatuten konnte nun zuvörderst an die Sammlung von Geldbeiträgen für die neue Gründung geschritten werden. Und siche da, der sprichwörtliche Wohlthätigkcitssinn der Laibacher Bevölkerung äusserte sich auch diesmal in der glänzendsten Weise. Nach 14 Tagen waren dem Vereine bereits 189 zahlende Mitglieder beigetreten, die sich zur Leistung von Jahresbeiträgen in der Höhe von 10 bis mindestens 2 fl. verpflichteten. Gründungsbeiträge in der Höhe von 100, 50, 30, 25, 20 und 10 fl. leisteten: k. k. Landespräsident Baron Widmann sammt Gemahlin, k. k. Hofrath Ritter von Kalteneggcr sammt Gemahlin, f der hochwürdigste Fürstbischof Dr. Pogatschar, Präsident der krai-nischen Sparcasse Alexander Drco, Banquicr Emerich Mayer, f Anton Baron Codelli, Bürgermeister Anton Ritter von Laschan, Rudolf Baron Apfaltrern, Leopold Baron Lichtcnbcrg, f Heinrich Skodler, Ottomar Bamberg, August Tschinkels Söhne, Anton Permö sowie die bestandene krainische Escomptebank. , In der Eigenschaft als Schutzdamen erklärten sich gleich zu Beginn in liebenswürdigster Weise bereit die Damen: Frau Oberstlieutenant Tormin, Fräulein Jenny Recher, Frau Edle von Fichtl, Frau Seschun und Frau Fischer. —K 17 !+- Den ansehnlichsten Beitrag, die hervorragendste Förderung liess jedoch der Laibacher Volksküche gleich beim ersten Schritt, den sie ins Leben wagte, die krainische Sparcasse zutheil werden, indem sie unserem Institute durch kostenfreie Ueberlassung der unteren Localitäten in dem alten «Schiesstätte-Gebäude» die passendste Heimstätte schuf. Diese ebenerdigen Localitäten, welche von der Volksküche nun schon durch zehn Jahre benützt werden, ihr wohlthätiges Wirken in diesem ersten Decennium ihres Bestandes in erster Linie ermöglichten und sich in jeder Beziehung, sowohl für den täglichen Gebrauch als für ausserordentliche Fälle von Massenbespeisungen bei festlichen Anlässen, vollkommen bewährt haben, bestehen aus der mit einem Glasthor abgesperrten sogenannten «Schiesshalle» nebst den in derselben befindlichen verglasten Räumen, wo nun die Küche, die Speiseplätze und die grosse Vorrathskammer untergebracht erscheinen, ferner aus einem vor dem Glasthore, links vom Haupteingange in das Gebäude, gelegenen Zimmer (Garderobe für die Schutzdamen) und aus einem geräumigen Keller zur Unterbringung von Brennmaterial und Victualien. Die erste Generalversammlung fand am 8. April statt, und es wurde in derselben nach Mittheilung der von uns vorangeschilderten «Gründung» der erste Ausschuss des Laibacher Volksküchen-Vereines gewählt. Derselbe bestand aus folgenden Damen und Herren: Damen: Frau Auguste Vesel (Küchenvorsteherin), Frau Antonie Weinhardt, Frau Marie Murnik, Frau Florentine Tortnin, Fräul. Therese Kellner (Frau Hauptmann Hiibsclnnann), Frau Rosine Eder. ■~r iS Herren: Frans Hengthaler (Obmann), Georg Freyberger, Adalbert Fierhart, Andreas Sakraischeh, Dr. Josef Start/, Caspar Achtschin, Albin Achtschin (Cassier), August Drelse (Obmann-Stellvertreter), Eduard Puppo. Nach geschlossener Generalversammlung fand das Probekochen statt. Frau Fanny Sirnik hatte gefälligst die Leitung übernommen, und es standen ihr die Damen: die Frauen Vesel, Tormin, Valcnta und Frl. Kellner bei Verabreichung der Speisen freundlichst zur Seite. An diesem Probe-Essen betheiligten sich sowohl Damen als Herren aus den ersten Gesellschaftskreisen und auch schon Angehörige aus den ärmeren Volksclassen. Alle lobten die Menge und die Giite der verabreichten Speisen. Als ganze Portion zu io kr. wurde verabreicht: eine Schüssel Reissuppe und ein Stück gutes Rindfleisch mit Kraut; als halbe Portion zu 6 kr. eine Schüssel saure Kuttelflcckc mit Erdäpfeln. Es wurden gleich bei diesem Probe-Essen 60 ganze und 30 halbe Portionen und 90 grosse Stücke Brot guter Qualität ä 1 kr. hinausgegeben. Wenige Tage später, am 15. April, geschah nach vorher in der Kirche der WW. EE. Frauen Ursulinerinnen gelesener heiliger Messe die feierliche Eröffnung-. Derselben wohnten der Herr k. k. Landespräsident Baron Widmann, Landeshauptmann Ritter von Kaltenegger, Bürgermeister Ritter von Laschan und zahlreiche andere Notabilitäten und ein nach Hunderten zählendes zusehendes Publicum bei. Um 11 Uhr begann unter Abspielung der Volkshymne, welche alle Anwesenden stehend und entblössten Hauptes anhörten, die Ab- —K 19 >f- gabe der Speisen. Es wurden 400 ganze Portionen ä 10 kr. und 116 halbe Portionen ä 6 kr. verabreicht, und zwar Griessuppe, Rindfleisch und eingebrannte gesäuerte Erdäpfel. Das Essen, von welchem auch die oben genannten Spitzen kosteten, wurde durchwegs als sehr schmackhaft befunden. Auch diese erste Bespeisung leitete I'rau Fanny Sirnik; mit dankenswerter Aufopferung waren theils in der Küche, theils beim Aufträgen der Speisen thätig die Damen: Frau Vesel, Frau Flora Tor min, Fräulein Kellner und Frl. Jenny Recher. An der Abnahme der Speisen hatten sich über Anregung des Directors der Spinnfabrik mehr als 200 Arbeiter betheiligt. Der Herr Landespräsident, der nahezu eine Stunde verweilt hatte, beglückwünschte beim Abgehen den Schöpfer dieses menschenfreundlichen Institutes, Herrn Hengthaler, und sprach demselben Dank und Anerkennung aus. Am 19. April versammelte die Küchenvorsteherin die Damen, Frauen und Fräuleins, welche sich über 30 an der Zahl zur thä-tigen Mitwirkung in der Küche bereit erklärt hatten, zu einer Berathung behufs Vertheilung der Geschäfte. Frl. Kellner begrüsste die Erschienenen und machte sie auf die Obliegenheiten der thätigen Mitglieder mit der Bitte aufmerksam, es möchten alle Damen die Küchenvorsteherin in ihrem schweren Geschäfte kräftigst unterstützen und in der nun zu bestimmenden Reihenfolge thätigst an den Arbeiten der Volksküche theilnehmen. Hierauf wurde folgender erster Turnus angenommen. Es war derselbe also festgesetzt: Montag: Frau Fanny Sirnik, Frau Albine Valenta, Frl. Ottilie Valenta, Frl. Lusner; Dienstag: Frau Fischer, Frau von Luteroti, Frl. Mathilde Paulin, Frl. Marie Valenta; Mittwoch: Frau Souvent, Frl. Emilie Ribitsch, Frl. Marie Honig, Frl. von Schrey; Donnerstag: I. Gruppe: Frau Johanna Tavöar, Frau Liebenwein, Frau Senekoviü, Frau Marie Lorenzi; II. Gruppe: Frau Hedwig Eisl, Frau Ernestine Lehmann, Frl. Marie Orel, Frl. Souvent; Freitag: Frau Fischer, Frau Cornelia Schollmeycr geb. Costa, Frau Toman, Frl. Schlosserei-; Samstag: Frl. Emilie Ribitsch, Frl. v. Schrey, Frl Anna von Zhuber, Frl. Marie Honig; Sonntag: Frau Caroline Ahn, Frau Fanny Sirnik, Frl. Mina Honig, 2 * —M zo Frl. Ottilie Valenta, Frl. Philippine Lusner. Ausserdem hatten sich Frau von Schrey und Frl. Marie Regnard, erstcre für alle Tage, letztere für die Wochentage zur Substitution bereit erklärt. Der Gründungs-Rechnungsabschluss hatte an effectiven Einnahmen 355 fl. 14 kr. ausgewiesen, denen die Ausgaben im selben Betrage mit einem Cassse-Saldo im Betrage von 33 fl. 78 kr. gegenüberstehend erschienen. Der erste Monatsabschluss (19. April bis 14. Mai 1877) zeigte aber schon eine Einnahme von 909 fl. 11 kr. Davon an Barem von 114 beitragenden Mitgliedern 569 fl.; der Erlös in der Küche stellte sich in der ersten Woche (15. bis 22. April) mit 120 fl. 39 kl'., in der zweiten Woche (22. bis 29. April) mit 38 fl. 74 kr., in der dritten Woche mit 8 fl. 53 kr., in der vierten Woche (bis 13. Mai) mit 88 fl. 82 kr. Allmonatlich wurden Ausschussitzungen abgehalten, in welchen die monatlichen Rechnungsabschlüsse vorgelegt, Anträge gestellt, Beschlüsse gefasst wurden, die sich mit der ferneren Ausgestaltung und Fortentwicklung unseres Institutes beschäftigten. Im Publicum gewann die wohlthätige Einrichtung der Volksküche für den bedürftigen Theil der Bevölkerung immer breitere Basis der Anerkennung und Unterstützung. Auch über die Landeshauptstadt hinaus drang bereits jetzt schon der Ruf der Volksküche; als eine Folge dessen mag man es unter anderem erkennen, dass z. B. die Trifailer Kohlengewerkschaft unserer Volksküche bei Bestellung von Material wesentlichen Nachlass gewährte. 1878. In der am 28. April stattgehabten zweiten Generalversammlung constatirtc der Obmann und Gründer, dass trotz der Besorgnisse, welche bei der Eröffnung der Volksküche über deren Bestehen laut wurden, dieselbe ihre Lebensfähigkeit durch die glänzenden, im Jahresabschlüsse nachgewiesenen Resultate in vollem Masse erwiesen hat, dass aber diese Erfolge einzig nur —K 2 i !+- der unermüdlichen, aufopfernden Thätigkeit der Damen und in erster Linie der Küchenvorsteherin Frau Florentine Tormin zu danken seien. Der erste Jahresabschluss wies eben eine Total-Einnahme von 7854 fl. 90 kr. nach, darunter als Erlös für verkaufte Marken 6419 fl. 54 kr. In diesem ersten Jahre ihres Bestandes wurden 29025 ganze Portionen ä 10 kr., 48381 halbe Portionen ä 6 kr., zusammen 77 406 Speiseportionen nebst 61420 Broten an die Besucher ausgefolgt. In dieser Generalversammlung wurden in den Verwaltungsausschuss neu gewählt: Frau Caroline Ahn, Professors-Gattin, Frau Johanna Tavtar und f der hoclnv. Herr Dr. Johann Gogola. Die Neuconstituirung dieses Ausschusses erfolgte sodann in der regelmässigen Monatssitzung am 7. Mai. Es wurden hiebei mittelst Acclamation als Functionäre gewählt: Herr Franz Hengthaler zum Obmann, Herr August Drelse zum Obmann-Stellvertreter, Fräul. Therese Kellner zur Küchenvorsteherin, Frau Caroline Ahn zur Küchenvorsteherin-Stellvertreterin, Herr Albin Achtschin zum Cassier, Herr Dr. Josef Start1 zum Schriftführer, Herr Caspar Achtschin zum Oekonom. In der Monatssitzung am 15. Juni, welche in Abwesenheit des Obmannes der Obmann-Stellvertreter Herr August Drelse leitete, gelangte zur Mittheilung, dass zur Gründung eines Re-servefondes der Betrag von 15 fl. in die Sparcasse eingelegt worden sei: Die Ausschussdame Frau Marie Murnik beantragte, es sei dahin zu wirken, dass neue mitwirkende Damen dem Vereine beitreten möchten, da sich die Zahl der bisher in der Küche thätigen Mitglieder theils durch Austritt, theils durch Abreise in Sommerfrischen schon ziemlich verringert habe. Dieser Antrag wurde unter vollster Beistimmung angenommen. Um diese Zeit erstand aber der Volksküche eine gar mächtige Förderung durch die vielseitig anregende und unterstützende Hilfe, welche die in unserem Lande stets unvergessen bleibende i< 2 2 >f- hochhcrzige und edelsinnige Frau Anna Edle von Kallina-Urbanow geborne Edle von Pemfuss, Gemahlin des damaligen Herrn k. k. Landespräsidenten Ritter von Kallina, unserem jungen Institute zutheil werden liess. Nicht nur, dass die genannte hohe Dame sofort bei ihrer Ankunft in Laibach dem Volksküchen-Vereine als unterstützendes Mitglied beitrat, so erklärte sich dieselbe unter einem auch bereit, als oberste Schutzfrau das Pro-tectorat über diesen Verein zu übernehmen, wofür der Verwaltungsausschuss in pleno im Namen der Armen Laibachs in eigener Vorstellung den Dank abstattete. Frau von Kallina erschien auch persönlich gleich darauf in der Volksküche, überzeugte sich von dem Gebaren daselbst und sprach den anwesenden Damen, Frau Murnik an der Spitze, das vollste Lob über die Thätigkeit des Vereines aus. Am 18. August fand zur Feier des Allerhöchsten Geburts festes Sr. Majestät des Kaisers eine festliche Bespeisung der Armen statt. Die diesbezüglich eingeleitete Sammlung hatte es ermöglicht, 300 Personen gratis zu bewirten, und hatten zu gleichem Zwecke die Bierbrauer Gebrüder Kosler, Auer, Schreiner (Graz) und Stare (Mannsburg) mehrere Eimer Bier und Herr Penne einen Eimer Wein gespendet. An diesem 18. August war es auch, dass die vom Occu-pationsgebiete in Bosnien und der Herzegowina in Laibach eingetroffenen verwundeten Soldaten in der St. Peterskaserne von einigen Mitgliedern des Volksküchen-Vereines, unterstützt von einigen Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr, aus dem Ergebnisse einer ad hoc vorher eingeleiteten Sammlung im Ertrage von 110 fl. mit Wein sammt 110 Flaschen Sifons, vier Mass Himbeerabguss und Virginier-Cigarren betheilt wurden, welche Betheilung tagsdarauf wiederholt werden konnte; ausserdem erhielten sämmtliche Verwundete Papier, Tinte und Feder. Die Restsumme aus dem Sammlungsergebnisse im Betrage von 67 fl. 16 kr. wurde aber, nachdem ein hoher Erlass der k. k. Landesregierung inzwischen unter Ausspruch der vollsten Anerkennung der patriotischen Gesinnung des Volksküchen-Vereines darauf hingewiesen hatte, dass bei weiterer Ankunft —K 23 von Sanitätszügen der zur Hilfeleistung für verwundete Krieger hier bestehende Frauenverein jeweilig davon avisirt werden würde, sofort diesem humanitären Vereine übergeben. Für die Ueber-lassung dieser Summe drückte dann Namens des dortigen Comitds Frau Anna Edle von Kallina dem Volksküchen-Vereine den wärmsten Dank aus. Aus Anlass später eintretender fortgesetzter Bespeisung von Verwundeten auf dem Bahnhofe ward von der Verwaltung der Volksküche ein eigener blechener Wagen angeschafft, zu dessen Anfertigung Herr Albin Achtschin sich bereit erklärte, denn es hatte sich unterm 11. Oktober das oben erwähnte Frauen-vereins-Comitd an den Volksküchen-Verein mit dem Ersuchen gewendet, dass letzterer die Aufgabe übernehmen möchte, im Zusammenwirken mit dem Frauenvereine die Labung und Verpflegung der in Laibach ankommenden oder Laibach passirenden Kranken und verwundeten Soldaten der k. k. Occupationsarmee bei ihrer Ankunft im hiesigen Bahnhofe zu besorgen. Zu weiterer patriotischer Bethätigung bot unserem Institute die Heimkehr der vaterländischen Reservisten willkommenen Anlass. Ueber Anregung des damaligen Bürgermeisters von Laibach, des Herrn k. k. Regierungsrathes Ritter von Laschan, erklärte sich die Vorstellung des Volksküchen-Vereines bereitwillig , die vom Gemeinderathe beschlossene Bewirtung der glücklich rückkehrenden heimatlichen Krieger zu übernehmen. Die Bewirtung der Reservisten der drei Jägerbataillone Nr. 7. 19 und 33 erfolgte am 21. November, und es wurden an Speisen Schinken, warmer Kalbs- und Schweinebraten mit Salat und Gugelhupf an dieselben verabreicht. Die Damen der Volksküche wetteiferten mit den zahlreich erschienenen Bürgern der Stadt und unterstützt von den Mitgliedern des ersten krainischen Veteranenvereines, den Festabend den braven heimatlichen Kriegern unvergesslich zu machen. Tagsdarauf richtete der Bürgermeister an die Damen der Volksküche das nachstehende schöne Dankschreiben: —K 24 >*•- Hochverehrte Damen! An der von der Bürgerschaft gewünschten, von dem Gemeinde-rathe beschlossenen und gestern Abend wahrhaft gelungen durchgeführten Bewirtung der von den Schlachtfeldern in der Herzegowina heimgekehrten Reservemannschaften der krainischen Feldjägerbataillone Nr. 7 und Nr. 19 haben Sie, hochverehrte Patronessen der Volksküche, ebensowohl durch die aufopfernde Besorgung des mühevollen Bewirtungsgeschäftes für ein halbes Tausend von Gästen, wie nicht minder und ganz insbesondere durch Ihre liebenswürdige persönliche Theil-nahme an der Abendgesellschaft inmitten von Kriegern und Bürgern einen so hervorragenden Antheil, dass ich mich im Namen der Stadt tief verpflichtet fühle, Ihnen, hochverehrte Patronessen, den innigsten Dank aus diesem Anlasse hiemit auszusprechen. Genehmigen Sie, hochverehrte Damen, den Ausdruck der ausgezeichnetsten Hochachtung, mit welcher zu verharren die Ehre habe Ihr ergebenster Diener der Bürgermeister: Laschan m. p. Laibach am 22. November 1878. Am 14. Dezember fand die Bewirtung der aus Livno heimkehrenden Urlauber und Reservisten des vaterländischen Infanterie-Regimentes Freiherr von Kuhn Nr. 17 statt. Diesmal bestand das Festmahl für die Mannschaft aus Krainerwürsten mit Kraut, Schweinsbraten mit Salat und Gugelhupf, ausserdem war auch eine besondere Officicrstafel aufgerichtet. Die Bedienung bei dieser Bewirtung besorgten die Damen der Volksküche, unterstützt von Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr. Auch an diesem Abende war die Bürgerschaft Laibachs zahlreich vertreten, diesmal wie bei der ersten Bewirtung waren die Spitzen der Civil- und Militärbehörden und ein grosser Theil der Damenwelt Laibachs anwesend, Musikcorps hoben die festlich-patriotische Stimmung. Besondere Wohlthäter hatten beidcmale Wein, Bier und Cigarren gespendet. Auch infolge der zweiten Bewirtung richtete der Bürgermeister wieder ein Dankschreiben an die Damen der Laibacher Volksküche, das also lautet: —K 25 »- Hochverehrte Damen! Die von den hochverehrten Patronessen der Volksküche über Ersuchen der Laibacher Bürgerschaft nun schon zum zweitenmale mit patriotischer Hingebung in die Hand genommene und in höchst befriedigender Weise durchgeführte Bewirtung der von den Kriegsschauplätzen in Bosnien und in der Herzegowina heimgekehrten vaterländischen Reservesoldaten des k. k. 17. Infanterie-Regimentes in den Festräumen der Schiesstätte, die herablassende, durchweg persönliche Bedienung der 600 Gäste durch die hochverehrten Damen, und das dem Bewirtungsfeste bis zu seinem Schlüsse durch Ihre ausharrende gesellschaftliche Theilnahme verliehene Lustre verpflichten mich, den hochverehrten Patronessen der Volksküche den tiefstempfundenen Dank im Namen der hiesigen Bürgerschaft mit der Bitte zu Füssen zu legen, den erneuerten Ausdruck der ausgezeichnetsten Verehrung genehmigen zu wollen, mit welcher ich zu verharren die Ehre habe Ihr ganz ergebenster Diener der Bürgermeister: Lase ha n m. p. Laibach am 15. Dezember 1878. Auch der Gemeinderath drückte den Damen in offener Sitzung für die bei diesen Bewirtungen entwickelte ausserordentliche Thätigkeit den Dank aus, was der Bürgermeister mittelst Zuschrift dem Vereine mittheilte; dieselbe lautet: «Aus Anlass des vom Magistrate an den Gemeinderath erstatteten Berichtes über den Vollzug der Bewirtung der aus Bosnien und der Herzegowina rückgekehrten Reservemannschaften der krainischen Truppenkörper hat der Gemeinderath in der Sitzung vom 14. d. M. den Beschluss gefasst, es sei den hochverehrten Damen der Laibacher Volksküche für die gelungene Ausführung der Bewirtung und für die anerkennenswerte opferwillige Thätigkeit hiebei der Dank des Gemeinde-rathes auszusprechen. Es gereicht dem Magistrate zur wahrhaften Befriedigung, den hochgeehrten Damen der Volksküche diesen Beschluss des Gemeinde-rathes hiemit zur Kenntnis zu bringen. Stadtmagistrat Laibach, den 20. Jänner 1879. Der Bürgermeister: Lase ha n m. p.» -+i 26 >+— Die Kosten dieser Bewirtungen stellten sich mit 1085 fl. 71 kr.; die Bedeckung dieser Kosten trugen die Stadtcasse mit 6i8fl.45 kr., der Landesausschuss Namens des hohen krainischen Landtages mit öoofl., die Sparcasse mit 200fl., der Frauenverein mit 50 fl., ausserdem spendete der Herr k. k. Landespräsident 25 fl., und die Volksküche brachte durch eigene Sammlung 739 fl. 40 kr. auf, was eine Gesammtsumme von 2232 fl. 85 kr. ergab. Nach Verwendung obiger Kostensumme von 1085 fl. 71 kr. ergab sich somit ein Rest von 1147 fl. 14 kr., wofür Silberstücke eingekauft wurden, welche die bewirtete Mannschaft an den Festabenden selbst auf die Hand erhielt. 1879. Ueber Beschluss des Gcmeinderathes der Stadt Laibach, ob und unter welchen Bedingungen der Volksküchen-Verein die Naturalverpflegung im städtischen Versorgungshause mit einem Stande von beiläufig 90 Pfründnern zu übernehmen geneigt wäre, und über die diesbezügliche Anfrage des Stadtmagistrates vom 26. Februar wurde vom Verwaltungsausschusse unserer Volksküche in ausserordentlicher Sitzung unterm 8, März einhellig beschlossen, dass der Volksküchen-Verein die Naturalvcrpflegung im städtischen Versorgungshause unter der Bedingung übernehmen kann, wenn ihm für die Verabreichung des Frühstückes, bestehend aus a/10 Liter Milchkaffee mit einer Semmel, für eine Person der Betrag von 5 kr. und für das Mittagsessen, bestehend aus 4/io L'fer eingekochter Rindsuppe, 4/ln Liter Gemüse, fünf Deka guten Rindfleisches und einem Brote, für eine Person der Betrag von 12 kr., zusammen daher 17 kr. vergütet würde. Sowohl das Frühstück als auch das Mittägsessen würden zu den vom Stadtmagistrate zu bestimmenden Stunden täglich frisch gekocht in warmem Zustande in das Versorgungshaus gestellt und daselbst von einer Dame in den angegebenen Quantitäten an die Armenpfründner in das von diesen mitzubringende Geschirr vertheilt werden. —K 27 »- Die am 24. April d. J. im ganzen grossen Oesterreich-Ungarn mit gleichem innigen Jubelgefühle gefeierte silberne Hochzeit der Majestäten wurde auch in unserer Volksküche in würdig-festlicher Weise begangen. Den Spenden mehrerer Wohlthäter und Wohlthäter-innen unseres jungen Institutes sowie der besonderen Unterstützung seitens der Frau von Kallina war es zu danken, dass die Leitung unseres Vereines in Stand gesetzt war, anlässlich dieses patriotischen Festtages 500 Laibacher Stadtarmen ein reichliches Festmahl zu bereiten. Die Bewirtung bestand in Reissuppe, Rindfleisch mit eingebrannten Erdäpfeln, Schweinsbraten mit Salat, Brot, Gugelhupf und einem Glase Wein. Frau von Kallina beehrte nach 12 Uhr die Volksküche mit ihrem Besuche, besah sich die Betheilung der Armen und spendete der aufopfernden Thätigkeit der in der Küche und bei der Austheilung der Speisen beschäftigten Damen wohlverdiente Anerkennung. Der Obmann toastirte inmitten der Speisenden in deutscher und Dr. Stard in slovenischer Sprache auf das Allerhöchste Kaiserpaar. Beide Toaste wurden von den Anwesenden mit stürmischem Jubel aufgenommen. Die Localitäten der Volksküche waren anlässlich dieses hohen patriotischen Festes entsprechend decorirt. Am 11. Mai fand die dritte Generalversammlung statt, in welcher der Obmann mit Genugthuung constatiren konnte, dass der Bestand der Volksküche als gesichert erscheine. Der vorgelegte Rechnungsabschluss ergab eine Gesammt-einnahme von 4017 fl. 2 kr, für die Volksküche selbst, darunter an Erlös für verkaufte Marken 3054 fl. 78 kr.; es waren in diesem zweiten Vereinsjahre im ganzen 39380 Speiseportionen und 47442 Brote verabfolgt worden. In den Verwaltungsausschuss wurden gewählt die Damen: Frau Antonie Weinhardt, Frau Marie Murnik, Frau Caroline Ahn (Küchenvorsteherin-Stellvertreterin), Frau Anna von Ficht/, —K 28 >»~ Fräul. Therese Kellner (KüchenVorsteherin), Fräul. Jenny Reeller und die Herren: Franz Hengthaler (Obmann), August Drelse (Obmann-Stellvertreter), Albin Achtschin (Cassier), Caspar Achtschin (Oekonom), Dr. Josef Start! (Schriftführer), Georg Freiberger, Adalbert Eberhart, Mathias Gerber, Franz Schantl. In der Monatssitzung vom 2. Oktober theilte die Küchenvorsteherin Frl. Kellner mit, dass die Frau Landespräsidentin Frau von Kullina für dringende Anschaffungen den Betrag von 12 fl. gespendet habe und dass sich der Herr Landespräsident selbst bereit erklärte, für vier Studenten täglich die Kost zu bezahlen. Die im November und Dezember d. J. erfolgte Heimkehr, beziehungsweise der Durchmarsch des ruhmbekränzten vaterländischen k. k. Infanterie-Regimentes Freiherr v. Kuhn Nr. 17 aus dem Occupationsgcbiete nach der neuen Garnison in der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien gab auch unserem Vereine den frohbegrüssten Anlass, seine patriotische Gesinnung wieder zu bethätigen, indem derselbe freudigst und werkthätigst die Anregung des löbl. Gemeinderathes auf festliche Bewirtung der rückkehrenden tapferen Landessöhne, soweit es seine Kräfte gestatteten, auf das beste zu fördern bestrebt war. Der löbliche Gemcinderath übertrug nämlich- der Laibacher Volksküche die festliche Bespeisung von über 1000 Mann an den beiden Tagen des feierlichen Einzuges der Truppen, am 27. November und am 7. Dezember. Und beide Abende mit diesen militärischen Festessen gestalteten sich zu wahren Ehrenabenden, wie für die Gefeierten, so für die Feiernden und, man kann cs getrost sagen, auch für die Volksküche, in deren Räumen sie stattfanden. —■K 29 H— Am 27. November wurde die Mannschaft des ersten und dritten Bataillons und das löbl. Officierscorps mit dem Stabe festlich bewirtet. Die Tafeln für die Mannschaft waren in den unteren, festlich decorirten Localitäten aufgerichtet, während in dem schönen Tanzsaale der alten Schiesstätte die Officierstafcl inmitten prächtiger Decoration mit Kriegstrophäen, Fahnen, Wappen und Blumen in geschmackvollem Arrangement placirt war. An der Spitze derselben sah man die beiden Regimentsobersten, die Herren Prieger und von Knobloch, den Oberstbrigadier von Weikhardt, Herrn Hofrath Ritter von Schoppt, Hofrath Ritter von Kaltenegger, Bürgermeister Ritter von Laschan und zahlreiche andere Notabilitäten des Civil- und Militärstandes. Vor Beginn des Officiersbankettes überreichte Namens der Stadt Laibach das jugendliche Frl. Lehmann dem Herrn Obersten Prieger für das tapfere Regiment einen silbernen Lorbeerkranz und sprach einige begleitende Verse, gedichtet von Frau Hedwig von Radies, worauf der Herr Oberst in liebenswürdigster Weise dankte. Den Reigen der Toaste cröffnetc Bürgermeister Ritter von Laschan mit einem schwungvollen Trinkspruche auf den Allerhöchsten Kriegsherrn, auf Se. Majestät unseren ritterlichen Monarchen Kaiser Franz Josef welcher Toast, von der Volkshymne begleitet, enthusiastisch aufgenommen wurde. Im Anschlüsse daran gedachte der Herr Bürgermeister in trefflicher historischer Skizze der Ruhmesthaten des Regimentes und schloss mit Hervorhebung von dessen jüngst bewiesenem Heldenmuthe. Das Namens der Stadt dem Regimente gebrachte «Hoch!» fand stürmischen Anklang. Nachdem Landeshauptmann Hofrath von Kaltenegger das Regiment Namens der Landesvertretung in deutscher und Landesausschussmitglied Dr. Zarnik in slove-nischer Sprache begriisst hatten, dankte Herr Oberst Prieger in bewegten Worten. Landesausschussmitglied Herr Deschmann feierte die heimgekehrten Landessöhne in doppelter Eigenschaft, als Sieger und als Pionniere der Civilisation im bosnischen Lande. Aus der Reihe der übrigen Toaste sei noch besonders hervorgehoben der Trinkspruch des Herrn Hauptmannes Drenik auf die —K 30 »■- geliebte Heimat und des Herrn Leskovic auf die Damen des Laibacher Volksküchen-Vereines, worauf die eigens zu diesem Feste, über Einladung des Obmannes, herzugetretene Frau Flora Termin, Oberstlieutenants-Gattin, in freundlichen Worten dankte. Die Bewirtung des zweiten Bataillons, 400 Gäste, fand am 7. Dezember statt und verlief in derselben festlich-patriotischen und glänzenden Weise, wie das erste Fest am 27. November. Den Toast auf Se. Majestät brachte in deutscher Sprache Bürgermeister von Laschan, in slovenischer Sprache das Comitemitglied Herr Bular aus, worauf die Volkshymne ertönte und jubelnde Zurufe erschollen. Hofrath Ritter von Schöppl begrüsste die tapferen Gäste, und sein «Hoch!» dem Bataillon fand die lebhafteste Zustimmung. Der Bataillonscommandant Herr Major Gindel dankte in warmer Rede. Herr Oberlieutenant Hipsil toastirte auf die Damen Krains, Hofrath von Kalteneggcr auf die Damen der Volksküche. Bei beiden Festen war der Verein in seiner Thätigkeit durch die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, des Veteranenvereines und des Turnvereines «Sokol» werkthätigst unterstützt, und war die Galleric von einem ansehnlichen Publicum dicht besetzt. Bürgermeister Ritter von Laschan richtete anlässlich dieser gelungenen Feste an die Damen unseres Vereines nachstehende Dankschreiben: I. Hochverehrte Damen! Das in den Räumen der Schiesstätte zu Ehren des auf dem Durchmärsche begriffenen vaterländischen Infanterie-Regimentes Freiherr von Kuhn von der hiesigen Bürgerschaft gestern abends veranstaltete Bankett, bei welchem die Patronessen der Volksküche die Bewirtung von nahezu eintausend Gästen durchgeführt haben, ist in allen Richtungen so gelungen, dass ich mich als Vorsteher der Bürgerschaft verpflichtet fühle, in erster Linie den hochverehrten Damen für Ihre unsäglich umfängliche, selbstlose, wahrhaft patriotische Mühewaltung in Vorbereitung und Ausführung dieses Festes, dessen Lustre Hochdie-selben zugleich durch persönliche Theilnahme zu erhöhen die Liebens- —K 3t »- Würdigkeit hatten, meinen wärmsten Dank mit der Bitte zu Füssen zu legen, den Ausdruck der ausgezeichnetsten Verehrung genehmigen zu wollen, mit welcher ich zu verharren die Ehre habe der hochverehrtesten Patronessen ergebenster Diener Laibach, den 28. November 1879. Lase hart m. p. II. Hochverehrte Damen! Die auf den Wunsch der Bürgerschaft durch die Güte der hochverehrten Patronessen der Volksküche in den Räumen der bürgerlichen Schiesstätte zur Bewirtung des zweiten Bataillons vom vaterländischen Infanterie-Regimente Baron Kuhn am 7. d. M, geschehene Durchführung des Festbankettes hat einen neuerlichen schönen Beweis der patriotischen Opferwilligkeit der hochverehrten Damen erbracht. Indem ich mir erlaube, hiefür den wärmsten Dank im Namen der Bürgerschaft auszusprechen und den Wunsch daran zu knüpfen, dass es mir noch fernerhin gegönnt sein möge, bei sich ergebender Gelegenheit das liebenswürdige Entgegenkommen der hochverehrten Damen in Anspruch nehmen und die freundlichen Beziehungen zwischen Ihnen und der Bürgerschaft weiters pflegen zu dürfen, habe ich die Ehre, mit dem Ausdrucke unbegrenzter Verehrung zu zeichnen der hochverehrten Patronessen ergebenster Diener Laschan m. p. Laibach am 9. Dezember 1879. 1880. Es ist im Verlaufe der vorstehenden Blätter wiederholt hervorgehoben worden, wie sich der Herr Landespräsident Ritter von Kallina und dessen edle Gemahlin durch besondere Förderung unseres jungen Institutes das Anrecht auf die stete Dankbarkeit des Volksküchen-Vereines erworben haben. Was Wunder daher, dass bei Ernennung des Herrn Landespräsidenten zum k. k. Statthalter in Mähren die Gefühle im Kreise —K 32 >*~ unseres Vereines getheilte waren, und dass man bei aller Freude über die Allerhöchste Auszeichnung doch nur mit dem lebhaftesten Bedauern der Stunde gedenken konnte, in der diese beiden hochherzigen Menschenfreunde von Laibach scheiden sollten. Den Corporationen, die dem Herrn Statthalter am 3. April ihre Abschiedsaufwartung machten, schloss sich auch eine Deputation des Verwaltungsausschusses der Volksküche, bestehend aus dem Obmanne, der Küchenvorsteherin, der Küchenvorsteherin-Stellvertreterin und dem Schriftführer,, an. Bei der Abschiedsaufwartung, die der Obmann im Namen des Vereines bei Frau von Kallina machte, gab die verehrte Dame — unsere erste Schutzfrau und Protectorin — zunächst ihrem Danke für sämmtliche mitwirkende Damen ob ihrer unermüdlichen Thätigkeit Ausdruck, ermunterte sie zum Ausharren in der Uebung der Werke der Barmherzigkeit und erklärte, auch fernerhin den Verein kräftigst unterstützen zu wollen! Die vierte Generalversammlung wurde am 23. Mai d. J. abgehalten, und weist der hierbei zur Vorlage gebrachte dritte Jahresabschluss eine Gesammteinnahme von 3626 fl. 36 kr. auf, darunter als Erlös für cingegangene Marken 1981 fl. 74 kl'. Der Casse-Saldo zeigt 110 fl. 83 kr. und eine Einlage in der Sparcasse mit 62 fl. Verabfolgt wurden in diesem Vereinsjahre 35301 Speiseportionen und 41402 Brote, weiters wurden bei verschiedenen Empfangsfeierlichkeiten 1468 Portionen ausgegeben. In den Verwaltungsausschuss wurden bei dieser Generalversammlung gewählt die Damen: Frau Caroline Ahn (Küchenvorsteherin-Stellvertreterin), Frau Antonie Weinhardt, Frau Anna von Fichtl, Fräul. Therese Kellner (Küchenvorsteherin), Fräul. Jenny Reeller, Fräul. Marie Honig und die Herren: Franz Hengthaler (Obmann), August Drelse (Obmann-Stellvertreter), —K 33 !*- Alb in Achtschin (Cassier), Caspar Achtschin, Dr. Josef Start! (Schriftführer), Georg Freiberger, Franz Schantl, Anton Ritter von Franken, Josef Smoquina. Zum Schlüsse wurde der aus Laibach geschiedenen Frau Anna Edlen von Kallina der Dank der Versammlung durch Erheben von den Sitzen votirt und dieselbe unter allgemeiner Zustimmung wegen ihrer grossen Verdienste um den Laibacher Volksküchen-Verein zu dessen Ehrenmitgliede gewählt. Zur Feier der Verlobung Sr. k. k. Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen Erzherzog Rudolf mit Ihrer königlichen Hoheit der durchlauchtigsten Prinzessin Stephanie veranstaltete am 4. Juli d.J. die Vereinsleitung eine festliche Bespeisung der Armen im Vereine mit einem Bazar; dies letztere in der doppelten Absicht, um einerseits dem Feste ein grösseres Lustre zu verleihen, um den Besuchern eine neue Abwechslung zu bieten, und anderseits dem Vereinsfonde eine neue Stärkung zuzuführen. Ein reicher Flor schöner und liebenswürdiger Damen besorgte in den untern Localitäten der alten Schiesstätte den Verkauf der Bazargegenstände, welche auch hier aus Blumen, Cigarren, Liqueurcn, Nippes, Spielwaren u. s. w. bestanden und auch hier mit Ueberzahlungen erstanden wurden. Landespräsident Baron Winkler, Landeshauptmann Ritter von Kaltenegger, Bürgermeister Ritter von Laschan, mehrere Mitglieder des Landtages und andere Honoratioren beehrten den Bazar mit ihrem Besuche. Das Festessen war für 300 Arme berechnet, und bei der Vertheilung desselben waren die thätigen Damen unserer Volksküche wie immer mit unermüdlichem Eifer rührig. Das schöne patriotische Fest, bei welchem im Garten die Zörner’sche Musikkapelle wiederholt die Volkshymne und verschiedene andere Piecen executirte, währte durch volle fünf Stunden. "K 34 fr- Auf das freudigste überrascht wurde der Verwaltungsausschuss durch ein Telegramm der eminenten Wohlthäterin der Volksküche, Frau von Kallina aus Briinn, die aus diesem festlichen Anlasse den Verein begrüsste und eine neuerliche Spende von 50 fl. zusagte, wofür sofort telegraphisch gedankt wurde. Auch ein anderer unermüdlicher Wohlthäter unseres Institutes, Herr von Gutmansthal, spendete zu diesem Feste die Summe von 20 fl. Das Erträgnis des Bazars, zu dem das Entrde 40 fl. 80 kr. einbrachte, belief sich im ganzen auf 221 fl. 46 kr. Das Allerhöchste Geburtsfest Sr. Majestät wurde auch in diesem Jahre seitens der Volksküche durch ein Fest-Freiessen, wozu eine eigene Sammlung eingeleitet war, gefeiert, und wurden hiebei 400 Stadtarme bespeist. Die hochverehrte Frau Gemahlin des Herrn Landespräsidenten, Baronin Winkler, Bürgermeister Ritter von Laschem und andere Notabilitäten waren erschienen. Der Herr Bürgermeister nahm die Gelegenheit wahr, sich in höchst anerkennenden Worten über das bei jedem Anlasse be-thätigte patriotische, gemeinnützige Wirken der Volksküche, dieses so wohlthätigen Institutes für unsere Stadt, auszusprechen. Um 12 Uhr brachte ein Ausschussmitglied einen Toast aus auf Seine Majestät und das Allerhöchste Kaiserhaus, welcher begeistertes Echo fand. In diesem Jahre bezog die Laibacher Volksküche das erste Legat aus einem Testamente; es hatte nämlich die am 3. Juni 1879 verstorbene Hausbesitzerin Maria Fohl in ihrem schriftlichen Testamente ddo. 6. April 1879 die Stadtarmencasse in Laibach zum Universalerben ihres Vermögens eingesetzt und im § 26 des Testamentes folgende Anordnung getroffen: *Der Volksküche in Laibach 50 fl.i> Der Stadtmagistrat setzte unterm 12. November 1880 den Obmann unseres Vereines in Kenntnis, dass dieses Legat über Abzug der darauf haftenden Percentual-gebür per 5 fl. im Restbeträge von 45 fl. sammt 6 °/» Verzugszinsen seit 4. Juni 1880 bei der städtischen Armeninstituts-Casse gegen legale Quittung behoben werden könne. —« 35 »~ 1881. Um den hohen Vermählungstag Sr. k. k. Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen Erzherzog Rudolf mit Ihrer k. Hoheit der Frau Prinzessin Stephanie von Belgien auch zu einem Freudentage für die Stadtarmen von Laibach zu gestalten, beschloss unserVerein, 500 derselben mit einem vollständigen, der Feier würdigen Mittagsessen unentgeltlich zu bewirten. Da aber die Mittel des Vereines zur Bestreitung solch einer ausserordentlichen Bewirtung natürlich nicht hinreichten, so wurde auch zu diesem Zwecke wieder eine eigene Sammlung eingeleitet. An derselben betheiligten sich unter andern auch der Herr Landespräsident Baron Winkler, die Oesterreichisch- ungarische Bank in Wien (durch ihre Filiale in Laibach), die krainische Sparcasse, der f hochw. Fürstbischof Dr. Pogatschar und Frau Jeanette Reeller mit ansehnlichen Beiträgen, so dass die Sammlung die schöne Summe von 242 fl. 60 kr. ergab; weiters spendeten die Gebrüder Kosler 1'/« Hektoliter und Schreiner in Graz ein Hektoliter Bier, Frau Jeanette Reeller fünf Eimer und Herr Halbensteiner einen Eimer Wein. Um also auch der ärmeren Classe der Bevölkerung unserer Stadt die Möglichkeit zu bieten, die patriotischen Festtage, welche die österreichisch-ungarische Monarchie soeben anlässlich der Vermählung des durchlauchtigsten Kronprinzen feierte, in entsprechender Weise mitzubegehen, wurden nun am 8. Mai, an einem Sonntage, auf Grund der oberwähnten Sammlung nahezu 600 Arme mit einem unentgeltlichen Mittagsessen bewirtet. Das Mahl bestand aus Reissuppe, Rindfleisch mit Gemüse, Braten mit Salat, Brot und einem halben Liter Wein oder Bier per Person. Während der von 11 bis 1 Uhr dauernden Bespeisung, die von den unermüdlich wirkenden Damen der Volksküche mit gewohnter Aufopferung geleitet wurde, spielte die vom löbl. Regiments-Commando des k. k. 26. Infanterie-Regimentes unentgeltlich beigestellte Musikkapelle. Gegen 12 Uhr mittags erschien im Festlocale der Herr Landespräsident Baron Winkler sammt Familie, bei dessen Eintritte die Musikkapelle die Volkshymne intonirte. -* 36 !+— Ausserdem waren unter andern Notabilitäten anwesend als Repräsentant des Landesausschusses Herr Dr. Robert von Schrey und in Abwesenheit des Herrn Bürgermeisters Herr Magistratsrath Jeras. Einer der betheilten Armen brachte einen Toast auf das Allerhöchste Kaiserhaus und auf das durchlauchtigste Brautpaar aus, in gleicher Weise toastirte der Obmann. Der Herr Landespräsident versprach, beide mit grossem Jubel aufgenommene Toaste zur Allerhöchsten Kenntnis bringen zu wollen. In der fünften Generalversammlung am 29. Mai d. J. wies der Obmann vor allem darauf hin, dass die Volksküche mit Schluss April d. J. einen Casse-Saldo von 309 fl. 80 kr. zu verzeichnen habe, was gewiss ein sehr günstiges Ergebnis genannt werden könne. Die Gesammt-Einnahmc, welche der vorgelegte vierte Jahresabschluss ergab, belief sich auf 3984 (I. 58 kr., darunter als Erlös für in der Küche verkaufte Marken 2240 fl. 55 kr.; im abgelaufenen Vereinsjahre wurden verabfolgt 38248 Speiseportionen und 44651 Brote. 1882. Um die Einnahmen der Volksküche wo möglich immer mehr zu heben, kamen edle Damen, denen das Wohl unseres Institutes besonders am Herzen liegt, auch auf die Idee, zu Gunsten der Laibacher Volksküche ein Concert zu veranstalten. Die Idee wurde rasch ins Werk gesetzt, und so verkündete denn der ebenso wohl-thätigen als musikfreundlichen Stadt Laibach ein vielversprechendes Programm das Stattfinden eines Wohlthätigkeits-Concertes für die Laibacher Volksküche im landschaftlichen Redoutensaale am 12. Jänner 1882. Dieses Wohlthätigkeits-Conccrt, arrangirt von der Küchenvorsteherin Erl. Kellner und durchgeführt von den Damen: Frau Marie Mühleisen, Frl. Olga von Zhuber, Frl. Jenny Reeller, Frl. Clementine von Zhuber, Frl. Anna von Zhuber, den Herren: Johann Kosler, Ernst Pfefferer, Adolf Hauffen und unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Robert v. Balajthy, fiel nach jeder Richtung -+! 37 !+- hin brillant aus, war von der Creme der Gesellschaft besucht und fand stürmischen Beifall. Das Programm desselben war folgendes: i.) Rossini: Ouvertüre zu «Wilhelm Teil» (Clavier, achthändig). 2.) Mendelssohn: «Das erste Veilchen», Gumbert: «Mein Lied», Gesang. 3.) Delph Alard: Symphonie Concertant (für zwei Violinen). 4.) Declamation. 5.) Ferd. Chopin: Scherzo Op. 31, B-moll (Clavier, zweihändig). 6.) Anton Nedved: «Liebeswacht», Schubert: «Die Ungeduld» (Gesang). 7-) L. v. Beethoven: Concert Op. 73 (Clavier, vierhändig). Das Erträgnis dieses bestgelungenen Concertabendes zu Gunsten der Volksküche ergab die ansehnliche Summe von 162 fl. 40 kr. In der sechsten Generalversammlung am 2. Juni ward den zahlreich anwesenden Mitgliedern und Freunden der Volksküche die allseitig lebhaft und freudigst aufgenommene Mittheilung, dass Seine Majestät unser allergnädigster Kaiser geruhten, dem Laibacher Volksküchen-Vereine eine huldvolle Spende von 100 fl. zukommen zu lassen. Die ausgewiesene Gesammteinnahme des fünften Jahresabschlusses ergab die Summe von 4698 fl. 56 kr., darunter an Erlös für die in der Küche verkauften Marken 2991 fl. 50 kr. Die Speisenausgabe stellte sich diesmal auf 44715 Speiseportionen und 45 171 Brotportionen, daher um 6467 Speise- und 520 Brotportionen höher als im Vorjahre. Der Obmann gedachte mit Worten tiefer Trauer und ge-bürender Anerkennung dessen mehrjährigen Wirkens im Verwal-tungsausschusse des mit Tod abgegangenen Mitgliedes Herrn Georg Freiberger. Bei den sodann vorgenommenen Neuwahlen des Verwaltungsausschusses wurden gewählt die Damen: Frau Therese Hübschmann-Kellner, k. k. Hauptmannsgattin (Küchenvorsteherin), Frau Caroline Ahn (Küchenvorsteherin-Stellvertreterin), Frau Anna v. Fichtl, Frau Antonie Weinhardt, -« 38 )+- Fräul. Jenny Recher, Fräul. Marie Honig und die Herren: Fratiz Hengthaler (Obmann), August Drelse (Obmann-Stellvertreter), Albin Achtschin (Cassier), Dr. Josef Start! (Schriftführer), Vincenz Hübschmann, k. k. I lauptmann (Oekonom), Josef Smoquina, Heinrich Gallt!, Carl Lacheiner, Johann Achtschin. Das Allerhöchste Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers ward auch in diesem Jahre seitens der Volksküche durch ein Frei-Fest-essen für 300 Arme gefeiert, wofür durch Separatsammlung die Summe von 167 fl. aufgebracht worden war. Anlässlich dieses Frei-Festessen richtete Herr Bürgermeister P. Grasselli an die Vereinsleitung nachstehendes Dankschreiben. Dasselbe lautet: Der städtische Armenhausinspector hat anher berichtet, dass für das anlässlich des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. k. und k. Majestät des Kaisers am 20. d. M. in der Laibacher Volksküche veranstaltete Armen-Festessen von der löblichen Vereinsleitung sämmtliche Insassen des hiesigen städtischen Armenhauses, 110 an der Zahl, mit Frei-Speise-marken betheilt und den 35 bettlägerigen darunter die Speisen ins Haus geschickt worden sind. Die gefertigte Armeninstituts-Commission fühlt sich angenehm verpflichtet, der löblichen Vereinsleitung der Laibacher Volksküche für dieses nachahmenswerte Beispiel wohlthätiger Nächstenliebe hiemit im Namen der Betheilten den schuldigen Dank abzustatten. Die Armeninstituts-Commission der Landeshauptstadt Laibach den 22. August 1882. Der Bürgermeister: Grasselli m. p. —K 39 H~ In der Monatsversammlung am io. November constatirte der Obmann den bedeutend verminderten Cassestand des Vereines, worauf sofort die treffliche Küchenvorsteherin das Arrangement eines neuerlichen Wohlthätigkeits-Concertes versprach. 1883. Die Monatssitzung am 19. Februar eröffnete der Obmann mit der hocherfreulichen Mittheilung, dass der Herr k. k. Landespräsident Baron Winkler ihn anlässlich einer bei demselben abgestatteten Visite unter Anerkennung des wohlthätigen Wirkens unseres Vereines in Kenntnis setzte, dass in das Programm der Jubelfeierlichkeiten im Juli d. J. auch ein Allerhöchster Besuch Seiner Majestät des Kaisers in der Volksküche aufgenommen werden dürfte. Diese Mittheilung des Obmannes wurde von den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses enthusiastisch aufgenommen. Gleich die nächste ausserordentliche Ausschussitzung hatte bereits zur ausschliesslichen Tagesordnung die ersten vorbereitenden Schritte zur würdigen Begehung der «Kaisertage» im Juli. Der durch seinen eminenten Wohlthätigkeitssinn rühmlichst bekannte Herr Landtagsabgeordnete und Herrschaftsbesitzer Ritter von Gutmansthal hatte gleich bei dem Bekanntwerden obiger Mit-theilung sich bereit erklärt, die Kosten einer I'reibespeisung der Stadtarmen Laibachs während der Anwesenheit Sr. Majestät zu tragen, welche Erklärung vom Ausschüsse mit Jubel aufgenommen wurde, woran sich sogleich der Beschluss knüpfte, den Herrn Ritter von Gutmansthal zum Ehrenmitgliede des Vereines zu ernennen. Da auch bereits von anderer Seite zu gleichem patriotischen Zwecke Spendenzusagen und effective Beiträge erfolgt waren, so wurde jetzt schon festgesetzt, dass zwei Festbespeisungen mit je 300 Personen, abgerechnet die täglichen Besucher, stattfinden sollen; der Präliminarienentwurf wurde den Damen überlassen. Der 2. Mai d. J. brachte dem kunstsinnigen Publicum Laibachs das von Frau Hübschmann-Kellner zugunsten der Volks- —K 40 H— kiiche im landschaftlichen Redoutensaale arrangirte Wohlthätig-keits-Concert, das unserem Vereinsfonde die namhafte Summe von 158 fl. 60 kr. zuführte. Die Gesellschaft Laibachs war dabei sehr zahlreich erschienen und spendete jeder Piece den gebürenden rauschenden Beifall. Das Programm des Abendes lautete: 1.) L.van Beethoven: Ouvertüre Nr. 2 zu «Eleonore» (Fidelio); gespielt auf zwei Cla-vieren achthändig von Frau Therese Hübschmann, Fräulein Olga von Zhuber, Fräulein Jenny Recher und Fräulein Tinka von Zhuber. 2.) Umlauf: a) «Triebfedern», Ländler; b) «Im Kastanienhain», Lied für zwei Zithern; gespielt von Fräulein Lina Galle und Herrn Toregg. 3. a) Lessmann: «Du rothe Rose auf grüner Heid’» (aus dem «Rattenfänger von Hameln»); b) Gounod: «Frühlingslied», gesungen von Fräulein Fanny Kordin. 4.) Ch. de Beriot: Phantasie für die Violine mit Clavicrbegleitung, gespielt von Herrn Robert von Schrey. 5.) Storch: «Nächtlicher Gruss», Solo für Flügelhorn mit Begleitung von vier Posaunen; gespielt von Herrn Nemrawa. 6. a) Storch: «Nachtzauber»; b) Rubinstein: «Frühlingssonnenschein», Quartette, gesungen von den Herren Razinger, Schaffer, Kosler, Till. 7.) Richard Wagner: «Lohengrin», Clavier-Trans-scription von Fr. Liszt; gespielt von Fräulein Tinka von Zhuber. 8.) Mozart: Ouvertüren; Orchestervortrag. Die siebente Generalversammlung wurde am 13. Juni abgehalten, und sprach in derselben der Obmann namentlich der an Stelle der aus Laibach geschiedenen Frau Anna von Kallina zur Pro-tectorin der Volksküche erwählten, so ausnehmend wohlthätigen Frau Jeanette Recher geh. Del-Cott Namens der Volksküche für die bereits so oft dargereichten huldreichen Spenden den wärmsten Dank aus. Der Obmann gedachte weiters hervorragend der ebenfalls aus Laibach geschiedenen Frau Weinhardt. «Diese Dame», sagte er, «war das erste Mitglied, welches sich zur thiitigen Mitwirkung bei Gründung unseres Vereines gemeldet; Frau Weinhardt hat, treu ihrem Worte, bis zu ihrem Scheiden ausgeharrt, mögen Sie, Hochverehrteste, derselben ein freundliches Andenken bewahren!» -■K 41 !+- Nach der Danksagung an alle und jeden, die auch im Laufe dieses Vereinsjahres die Zwecke unserer Volksküche gefördert hatten, drückte der Obmann Namens des Vereines der Redaction der amtlichen «Laibacher Zeitung» den speciellen Dank aus, «war doch dieselbe», wie er sich ausdrückte, «so oft die Vermittlerin unserer Bitten und Angelegenheiten mit den Bewohnern Laibachs». Der sechste Jahresabschluss weist eine Gesammteinnahme von 5021 fl. 84 kr., darunter an Erlös für in der Küche verkaufte Marken mit 1954 fl- 46 kl-., an Erlös für Abonnementskarten 1264 fl. 11 kr. An Casse-Saldo 93 fl. 37 kr. Die Speisenausgabe im abgelaufenen Vereinsjahre stellte sich auf 49092 Speiseportionen und 61 336 Brotportionen (daher um 4377 Speise- und um 16 165 Brotportionen mehr als im Vorjahre). Bei dieser Generalversammlung wurde der bisherige Ver-waltungsausschuss per acclaniationem wiedergewählt; neu gewählt wurde an Stelle der aus Laibach geschiedenen Frau Antonie Weinhardt die Frau Hedwig von Radies, an Stelle des ausgetretenen Herrn Johann Achtschin Herr Julius Müller. Per acclamationem wiedergewählt erscheinen auch die bisherigen Rechnungsrevisoren, die Herren Albert Valenta, Ferdinand Bradaika und Anton Kieme nid. Nach dieser Generalversammlung wurden eine Reihe von rasch aufeinander gefolgten Ausschussitzungen abgehalten zur Berathung und Förderung der Vorbereitungen für die Kaiserfeste der Volksküche. In der Ausschussitzung vom 6. Juli war als Gast Herr von Gutmansthal anwesend. Der Obmann theilte die officielle Zuschrift des k. k. Landespräsidiums mit, welche eröflhete, dass Se. Majestät der Kaiser die Volksküche mit Allerhöchstseinem Besuche beglücken werde. Im Anschlüsse daran theilte der Obmann mit, dass Herr Dr. Ritter v. Gutmansthal für die Fest-bespeisungen die Summe von 400 fl. gespendet habe, und dass weitere Sammlungen, die vorher schon zu gleichem Zwecke veranstaltet worden, die Summe von 135 fl. 25 kr. ergeben haben. —K 42 )4- Allerhöchster Besuch Sr. Majestät des Kaisers am 14. Juli. Von der Besichtigung der k. k Strafanstalt auf dem Laibacher Schlossberge begaben Sich Se. Majestät zu Fuss in Begleitung des Herrn Landespräsidenten Baron Winkler durch die Castell-und Studentcngassc in die Volksküche. Als Se. Majestät mit der Allerhöchsten Suite und mit dem Herrn Landespräsidenten am Portale der ehemaligen Schiesstätte anlangte, empfieng Allerhöchstdenselben Ritter von Gutmansthal, welcher dem Monarchen den Obmann der Volksküche vorstellte. Dieser richtete eine kurze, ehrerbietige Ansprache an Se. Majestät, welche huldvollste Allerhöchste Erwiderung fand. Im Thorwege des Hauses stand die Küchenvorsteherin Frau Therese Hübschmann, welche von Sr. Majestät durch eine Ansprache ausgezeichnet wurde, an der Spitze der Damen und Herren des Verwaltungsausschusses und der übrigen in der Küche thätigen Vereinsdamen, welche Se. Majestät bei Höchstdessen Eintritte ehrerbietigst begriissten, das Musikcorps im Garten intonirte die Volkshymne, und nach kurzer Vorstellung nahm die Besichtigung der Küche und der untern Localitäten ihren Anfang. Se. Majestät hatte die Gnade, die von einem der Fräulein gereichte Suppe zu kosten und Sich huldvollst über die Güte derselben zu äussern. Nachdem Se. Majestät sämmtliche Abtheilungen durchschritten und von den daselbst an Längentafeln postirten Armen ehrfurchtvollst begriisst worden, begab Sich Allerhöchstderselbc unter Begleitung sämmtlicher Damen und Herren in das erste Stockwerk des Gebäudes, wo im Entree zum grossen Saale an diesem Tage (ausnahmsweise) für jene Studenten gedeckt war, welche damals die Volksküche täglich besuchten. Hier hatte sich auch ein zahlreiches, elegantes, zumeist aus Damen bestehendes Publicum eingefunden, das den geliebten Monarchen beim Eintritte ehrfurchtvollst begriisste. Man bemerkte die Gemahlin des Herrn Landespräsidenten, Baronin Winkler, die Gräfinnen Auersperg, Baronin Apfaltrern, Baronin Lazarini und eine Reihe anderer Damen der Gesellschaft; ferner sah man —K 43 'n- unter andern den Landeshauptmann Grafen Thurn, den Bürgermeister Herrn P. Grasselli, den Präsidenten der krainischen Spar-casse Herrn Dreo, Herrn kaiserl. Rath Janeschitz, mehrere Landtagsabgeordnete, den hochw. Herrn Msgr. Jeran u. s. w., u. s. w. Hier oben war auch das Gedenkbuch der Volksküche bereit gehalten, in welches Se. Majestät der Kaiser über die ehrerbietigste Bitte des Obmannes Allerhöchstihren Namen einzuzeichnen geruhten. Nachdem Se. Majestät, Allerhöchstwelche an die Frau Baronin Winkler einige Worte gerichtet hatten, Allerhöchstsich noch eingehend über die Verhältnisse des Vereines erkundigt und über das Gesehene äusserst lobend ausgesprochen, verliess Se. Majestät diese humanitäre Anstalt, welche den 14. Juli stets als schönsten Ehrentag verzeichnen wird, unter den stürmischen Hochrufen der Versammelten. An diesem Tage sowie an dem darauf folgenden wurden je 400 Arme durch die Wohlthätigkeit des Herrn von Gutmansthal bespeist, den Wein spendete Herr Martin Hotschewar in Gurkfeld. Die löbl. freiwillige Feuerwehr betheiligte sich in eifrigster Weise an der Bedienung der Gäste, und so war es möglich, diese ansehnliche Zahl Armer in der verhältnismässig so kurzen Zeit von 11 bis 1 Uhr mittags zu befriedigen. Die Localitäten der Volksküche waren an beiden Tagen mit Blumen und Grün, mit Fahnen und Wappen, mit den Bildnissen des Allerhöchsten Kaiser- und des durchlauchtigsten Kronprinzenpaares festlichst decorirt und boten einen günstigen Anblick. Um das so gelungene Arrangement hatten sich die Mitglieder des Verwaltungsausschusses Herr k. k. Hauptmann Hübschmann und Herr Heinrich Gallt! grosse Verdienste erworben. Im Garten war die Musikkapelle der Rudolfswerter Bürgerwehr aufgestellt, welche unermüdlich heitere Weisen executirtc. Die Stimmung war an beiden Tagen eine festliche. Unterm 17. Juli geruhten Se. k. und k. Apostolische Majestät dem Laibacher Volksküchen-Vereine eine allergnädigste Spende von 200 fl. huldvollst zukommen zu lassen. —K 44 >4- Ucber Eingabe des Verwaltungsausschusses beschloss der hohe krainische Landtag in der diesjährigen Session — Sitzung vom ii. Oktober — der Laibacher Volksküche, und zwar auf Rechnung der Kosten für die Studentenverpflegung, eine Subvention von ioo fl. zu bewilligen. In der Eingabe hatte der Verwaltungsausschuss constatirt, dass in dem laufenden Schuljahre 1882 83 schon über 100 Studenten unser Institut täglich besuchen und hier um sechs und zehn Kreuzer per Person ein frischgekochtes Essen finden. 1884. Die löbl. krainische Spareasse, welcher unsere Volksküche so viel verdankt, votirtc in ihrer Generalversammlung vom 6. März auch einen Beitrag zur Studentenverpflegung im Betrage von 50 fl., wodurch sie auch diese Richtung unserer Vereinszwecke in gewohnt humanitärer Weise förderte. Die achte Generalversammlung wurde am 26. Mai abgehalten. Die Gesammtsumme der Einnahmen weist in dem vorgelegten siebenten Jahresabschlüsse die Höhe von 5899 fl. 96 kr., darunter als Erlös für in der Küche verkaufte Marken 2058 fl. 62 kr. Als Erlös für die versuchsweise in die k. k. Tabakfabrik gelieferten Speisen 38 fl. 48 kl'. An Casse-Saldo weist derselbe Jahresabschluss 346 fl. 68 kr. Die Speisenausgabe stellt sich pro 1883/84 mit 61778 Speiseportionen und mit 61500 Brotportionen; weiters wurden noch während der Jubelfeier im Juli 1883 durch Ritter von Gutmansthal, wie bereits erwähnt, 800 Arme bewirtet, daher in diesem Vereinsjahre 23486 Speise- und 164 Brotportionen mehr als im Vorjahre verabreicht erscheinen. Bei der vorgenommenen Neuwahl des Verwaltungsausschusses wurde der bisherige Ausschuss per acclamationem wiedergewählt, und als neugewählt trat Herr Polivalnik hinzu. Ueber neuerliche Eingabe des Verwaltungsausschusses an den hohen krainischen Landtag um gnädige Subvention für die Studentenverpflegung votirte der hohe Landtag auch diesmal die ansehnliche Summe von 100 fl. -* 45 >*~ Die schöne, erhebende Erinnerung an die Allerhöchste Anwesenheit Sr. Majestät in den Räumen unseres Institutes in den unvergesslichen Tagen der Landes-Jubelfeier im Juli 1883 ver-anlasste die Vereinsleitung, im Juli dieses Jahres eine Gedächtnisfeier zu veranstalten, und so fand am 13. Juli (an einem Sonntage) ein Frei-Festessen für die Armen und täglichen Gäste statt, das von der hochverehrten Gemahlin des Herrn Landespräsidenten, Frau Emilie Baronin Winkler, dem Landeshauptmanne Grafen Thum und anderen Notabilitäten des Civil- und Militärstandes besucht war und in würdevoller patriotischer Weise verlief. Die durch Sammlung hereingebrachten Einnahmen betrugen 103 fl. und 50 kr. 1885. Die Generalversammlung dieses Jahres wurde am 8. Juli abgehalten. Der dabei vorgelegte Jahresabschluss ergab dieGesammt-summe von 4918 fl. 62 kr. Darunter nebst den bereits in unserer Darstellung des Jahres 1884 angeführten Beiträgen des hohen krainischen Landtages und der löblichen krainischen Sparcasse auch ein Legat des hochwürdigen Herrn Pfarrer Kraiovic im Betrage von 20 fl.; als Erlös für in der Küche verkaufte Speisemarken erscheint die Summe von 1427 fl. 17 kr., als Casse-Saldo die Summe von 256 fl. 27 kr. Die Speisenausgabe stellt sich für das Jahr 1884/85 mit 57 593 Speiseportionen und 53 120 Brotportionen. Zur Studentenverpflegung wurden an den hochwürdigen Herrn Domcapitular Msgr. L. Jeran 984 Abonnementskarten ausgegeben und dafür der Betrag von 1520 fl. 23 kr. eingenommen. Die Neuwahlen des Verwaltungsausschusses ergaben diesmal keinerlei Veränderung, sondern es wurden dieselben Mitglieder per acclamationem wiedergewählt. Im August dieses Jahres traf aber unsere Volksküche ein herber Verlust; es wurde ihr durch plötzlichen Tod ihr Gründer und bisheriger vielverdienter, unermüdlich thätig gewesener Obmann Herr Franz Hengthaler entrissen. Von tiefster Trauer erfüllt, ~K 46 »- gab der Verwaltungsausschuss in offener Sitzung durch Erheben von den Plätzen der dauernden Anerkennung Ausdruck, die sich der Verstorbene um den Volkskiichen-Vcrein und dessen humanitäres Wirken erworben. In der Ausschussitzung am 7. Dezember d. J. wurde an Stelle des Herrn Hengthaler zum Obmanne per acclamationem der Oekonom der Volksküche Herr k. k. Hauptmann Vincenz Hübschmann gewählt. Mit der Stelle des Oekonomen wurde Herr Carl Lacheiner betraut. In dieser Sitzung wurde ferner beschlossen, auch in diesem Jahre ein Gesuch um eine Subvention an den hohen Landtag zu richten, das auch diesmal erfreulicherweise von dem gleichen Erfolge begleitet war. 1886. Die zeli7ite Generalversammlung am 22. Mai eröffnete der Obmann Herr k. k. Hauptmann Vincenz Hübschmann mit einer ebenso kernigen als gediegenen Ansprache, in welcher er unter anderem sagte: «Nachdem mir vom Verwaltungsausschussc des Volksküchen-Vereines die Ehre erwiesen wurde, mich zum Obmann des Vereines zu erwählen, so steht es mir zu, den hochverehrten Mitgliedern in der Generalversammlung für alle opferwillige Mühewaltung, die jedes einzelne für das Institut im Verlaufe des letztverflossenen Vereinsjahres aufgewendet hat, den besten Dank auszusprechen.» Im weiteren Verlaufe gedachte der Herr Obmann mit warmen Worten des abgeschiedenen Gründers der Laibacher Volksküche, «dessen Tod wohl jedes Menschenherz mit tiefem Bedauern erfüllen müsse.» Indem Redner con-statirte, dass «namentlich die hochverehrten Damen unseres Vereines mit aller Befriedigung auf ihr Wohlthätigkeitswirken zurückblicken können, sowie sie auch überzeugt sein können, dass ihre aufopfernden Bemühungen gewiss in allen Gesellschaftskreisen verdiente Anerkennung finden», schloss er mit den Worten: < Besonders fühle ich mich noch veranlasst, der Frau Professor -+! 47 H- Ahn von Seite des Institutes den wärmsten Dank auszusprechen, denn solche ausdauernde Opferwilligkeit, wie diese Dame dem Institute entgegenbringt, verdient wohl die grösste Anerkennung.» Der Obmann führt weiter die im Laufe dieses Vereinsjahres der Volksküche zugekommenen Spenden des hohen Landtages (ioofl.), des löbl. Magistrates der Stadt Laibach (50 fl.), des Ehrenmitgliedes Ritter von Gutmansthal u. s. w., u. s. w. an, sowie auch, dass die löbl. krainische Sparcasse der Volksküche nach wie vor die Wohlthat der unentgeltlichen Localbenützung erweise. Redner constatirt ferner, dass die Zahl der unterstützenden Mitglieder um 52 gestiegen sei und dass auch neue thätige Damen hinzugetreten seien. «Und so können wir,» schliesst derselbe, «getrost unsere Vereinsthätigkeit fortführen mit der Hoffnung und Ueberzeugung, dass der Wohlthätigkeitssinn der braven Stadt Laibach dem philantropischen Zwecke unseres Institutes in Zeiten der Noth stets hilfreich unterstützend zur Seite sein werde.» Bei der nun gefolgten Mittheilung, dass der verstorbene Dr. Globotschnik, Sohn des k. k. Regierungsrathes Herrn Anton Globotschnik, unser Institut mit einem Legat von 50 fl. bedacht habe, erhob sich die Versammlung über Aufforderung des Obmannes in pietätvollem Dankgefühl für den in der Blüte seiner Jahre verstorbenen Wohlthäter. Der vorgelegte IX. Jahresabschluss weist eine Gesammt-einnahme von 3853 fl. 20 kr., darunter als Erlös für in der Küche verkaufte Marken 1192 fl. 22 kr., für Abonnementskarten 1465 0.91 kr. (davon für 731 Stück zur Studentenverpflegung an den hochwürdigen Herrn Domcapitularen Msgr. L. Jeran 1055 fl. 26 kr.). An Casse-Saldo weist der Abschluss 207 fl. 45 kr. auf. An Kostportionen wurden in diesem Vereinsjahre im ganzen 53912 ausgegeben. Bei den Neuwahlen in den Verwaltungsausschuss erscheinen die bisherigen Mitglieder per acclaniationem zviedergewählt; neugewählt wurden die Herren: Mathias Zitterer Ritter von Casa-Cavalchina, k. k. Hauptmann i. R„ Johann Velkaverh, k. k. Oberlieutenant i. R., Alfons Mayer, k. k. Adjunct, Jakob Kaviü, k. k. Grundbuchsführer i. R. ~K 48 !+- Die der Laibacher Volksküche stets so hilfreiche krainische Sparcasse spendete in ihrer Generalversammlung vom 10. Juni d.J. unserem Institute als Beitrag zur Studentenverpflegung wieder den ansehnlichen Betrag von 100 fl. Ein Beweis dafür, wie das humanitäre Wirken der Volksküche allseitig Würdigung und Anerkennung findet, ist gewiss der Umstand, dass sich immer mehr und ansehnlichere Legate für unser Institut ergeben. So hat der am 7. November d. J. hier verstorbene Realitätenbesitzer Herr Josef Rozman der Lai-bachcr Volksküche mit der Widmung für Studentenverpflegung die grosse Summe von 3000 fl. testirt mit dem Zusatze, dass diese Summe durch Vertheilung von Speisemarken unter gesittete und fleissige Schüler aufzubrauchen sei. In der Intention des Testators erhalten nun seitens der Laibacher Volksküche täglich 16 Studenten (10 aus dem Gymnasium, 3 aus der Realschule und 3 aus der Lehrer-Bildungsanstalt) je zu 11 kr. das Essen gratis. Ausser aus diesem Legat erhalten durch besondere Wohl-thätigkeit in der Volksküche 4 arme Studenten das Essen ä 6 kr. täglich unentgeltlich. Der hohe krainische Landtag votirte auch in diesem Jahre der Laibachcr Volksküche eine Subvention pro 1887. Diesmal im Betrage von 50 fl. In der Ausschussitzung am 2. Dezember 1886 wurde die Abhaltung einer Festfeier anlässlich des zehnjährigen Bestandes unserer Volksküche im kommenden Frühjahre 1887 beschlossen und der Antrag bezüglich der Abfassung einer Geschichte der Laibacher Volksküche durch den heimatlichen Historiker Herrn P. von Radies von den Anwesenden zustimmend und freudig acceptirt. Seine k. und k. Apostolische Majestät unser allergnädigster Kaiser und Herr geruhten über ausserordentliche Eingabe unserer Vercinsleitung der Laibacher Volksküche in diesem Frühjahre eine Allerhöchste Unterstützung im Betrage von 150 fl. allerhuld-vollst zuzuwenden. ~K 49 »- Neuerlich erfolgte ein Legat an unser Institut, denn der am 6. März 1887 in Utovljc verstorbene Geistliche, der hochw. Herr Primus Subec, testirte der Laibacher Volksküche 1000 fl., welcher Betrag derselben nach Verlauf von zehn Jahren zukom-men soll. Der Verein der löbl. krain. Spaixasse, dessen huldvolle Gesinnung und humanitäre Bethätigung gegenüber unserer Volksküche sich fortwährend in so dankenswerter Weise manifestirt, hat auch zur Studentenverpflegung seinen Beitrag in der Generalversammlung vom 18. März 1887 in der Höhe von 100 fl. votirt. 1886/87. Gegenwärtiger Zustand. Wenn äussere Anlässe, wie die Heimkehr unseres vaterländischen Regimentes und vor allem die freudigen Familienfeste im Schosse unseres erhabenen, geliebten Herrscherhauses in den bisnun verlaufenen Vereinsjahren der Leitung der Volksküche und allen übrigen, an dem Fortbestehen dieses segensreichen Institutes seit Jahren thätig wirkenden Damen und Herren reichlichste Gelegenheit boten, ebensowohl die loyale Gesinnung und Opferwilligkeit aller Betheiligten, als auch die, z. B. bei Massenbespeisungen wirklich bewunderungswürdige Leistungsfähigkeit der Laibacher Volksküche zu bethätigen, so war jedoch im jetztlaufenden Vereinsjahre 1886/87 — das seinen gänzlichen Abschluss wohl erst demnächst bei der Generalversammlung findet — die Hauptthätigkeit und das Hauptaugenmerk der rastlos sorgenden Küchenvorsteherin Frau Therese Hübschmann-Kellner, des wackeren Obmannes Herrn k. k. Hauptmannes Vincenz Hübschmann, der trefflichen Kiichenvorstcherin-Stellvertreterin Frau Caroline Ahn und der übrigen Ausschussmitglieder des Vereines vornehmlich darauf gerichtet, die Laibacher Volksküche nach innen und aussen immer mehr zu con-solidiren, nothwendige Verbesserungen und Neuerungen herzu- —K 50 !+— stellen, Neuanschaffungen zu ermöglichen — so wurde unter anderm im Laufe des Herbstes ein ausserordentlich zweckentsprechender grosser eisener Kochherd, von einer Dimension, wie man solche nur in grossen Hotelküchen findet, aufgestellt, welche Neuanschaffung für die Küche sich bereits als sehr dringend erwies und die Freude der Frauen und Fräulein bildet — neue Verbindungen mit dem Publicum anzubahnen, um dadurch wieder neue Gönner und werkthätige Mitglieder zu gewinnen, und um in erster Reihe durch kluge Einkäufe dafür zu sorgen, dass die Speisekammer stets wohl versorgt sei, dass niemals und nirgends ein Mangel in den Vorräthen entstehe, kurz, dass Küche und Speisekammer, stets wohl bestellt, die Volksküche in den Stand setzen, zu jeder Zeit den an dieselbe gerichteten Anforderungen im Sinne der Gründung zu genügen und die unser Institut Besuchenden befriedigen zu können. Wer immer im Laufe eines beliebig zu wählenden Vormittages sich zu uns bemüht und Umschau hält in unsern Räumen, der weiten Halle der ehemaligen Schiesstättc mit dem freundlichen Ausblick ins Grüne, erfüllt von Luft und Licht, mit den in genügendster Anzahl aufgestellten Sitzplätzen und der gesonderten Studentenabtheilung, in der reinlich und schmuck aus-sehenden Küche, wo die Nächstenliebe das Scepter führt, wo Ordnung und Pünktlichkeit herrschen und die Damen vom lag, die Inspectionsdamcn, in treuer Pflichterfüllung beschäftigt sind, in dem kurzen Zeiträume von knapp r*/., Stunden die Bespeisung von über hundert Personen durchzuführen, die Austheilung der Speisen am Schalter vorzunehmen, die das Essen über die Gasse holenden Parteien zu befriedigen, das Dienstpersonale zu überwachen, nur derjenige, der sich einmal persönlich dieser Mühe unterzieht, wird ein richtiges Bild gewinnen von der P'rauen-thätigkeit unseres Institutes und von dem Geiste, in welchem dasselbe geleitet erscheint. Gegen 11 Uhr vormittags ist alles gerichtet und jedes auf seinem Posten. Auf unserem schönen, blank geputzten Herde steht das Essen bereit, das in grossen Töpfen und Kesseln lustig brodelt, die Suppe duftet einladend. Die Inspectionsdame hat -* 51 >*— bereits, noch vor dem Erscheinen der ersten Gäste, die Einnahmen vom vorhergegangenen Abende controlirt und den Barbetrag der Cassierin tibergeben zur Weiterbeförderung an die Kiichenvorsteherin und geht nun daran, die Fleischportionen zu schneiden, während die zweite Dame vom Tag das Anrichten der Suppen- und Gemüseportionen leitet und auch sonst alles vorbereitet, damit das Hinausreichen der Speisen bei dem grossen Schalter in der Küche so schnell als möglich bewerkstelligt werden kann. Schnell füllt sich nun die «Anricht» mit vier- bis fünffachen Reihen von Schüsseln voll Suppe und Gemüse, auf welch’ letztere dann auf Verlangen eine Fleischportion gelegt wird. Die Inspectionsdame besorgt die Geschäfte beim Herd, das Fleischtheilen, gibt die Speisen über die Gasse, während die zweite Dame — ohne jedoch die Küche zu verlassen — jene Gäste zu bedienen hat, welche in der Halle, also in den Locali-täten der Volksküche selbst, speisen. Niemand bekommt am Schalter eine Speisenportion ohne Speisemarke, welche sich jedermann schon vorher an der Gasse zu kaufen hat. Es sind soeben neue, sehr praktische Speisemarken zu i, 3, 6 und to kr. in verschiedenen Farben eingeführt worden, welche den Verkehr bedeutend erleichtern, vorzüglich weil, wie bei der Scheidemünze, der Wert in deutlichen Zahlen ersichtlich ist. Diese neuen Speisemarken .rangiren unter die eingangs erwähnten Verbesserungen unseres Volksküchen Wesens und bewähren sich vorzüglich. In der Stunde zwischen 11 bis 12 Uhr ist natürlich der Hauptandrang von Gästen, und es haben in dieser Zeit beide Damen und das Dienstpersonal wacker zu schaffen und vollauf zu thun, um alle Kommenden, etwa 200 an der Zahl, mit den Speiseportionen zu versehen. Das Hauptcontingent an Gästen stellt aber die studirende Jugend Laibachs, die hier in unsern Räumen nun schon durch eine stattliche Zeitperiode einen so fabelhaft billigen, täglich mit frischgekochten, nahrhaften Speisen besetzten Mittagstisch findet und zu so billigen Preisen, wie ihn der beste Auskoch bei selbstverständlich zweifelhafter Speisenbereitung nie und nirgends zu bieten imstande ist. —1< 52 » Zunächst der Leitung unseres Institutes und seinen Werktätigen Damen gebürt aber ein grosser Antheil an dieser systematisch durchgeführteu Studentenverpflegung dem für das leibliche Wohl der in unserer Stadt studirenden Knaben und Jünglinge so vielbesorgten, edelsinnigen Msgr, Jeran, der diese im weiteren Sinne ja die ganze krainische Bevölkerung berührende Angelegenheit mit unermüdlicher Ausdauer und hingebungsvollem Eifer für dieselbe fortführt und — wie es der Jahresabschluss 1886 weist — der Volksküchenvorstehung Monat für Monat eine ansehnliche Summe zu dem genannten menschenfreundlichen Zwecke übergibt! Und dass die den Studenten hier gebotene Kost eine durchaus zuträgliche und gesunde ist, das bezeigt ein Blick auf die frisch und blühend aussehenden Studenten aller Altersclassen, die sich täglich in unserer Volksküche versammeln und mit bestem Appetit die ihnen freundlich dargereichten Speisen verzehren. An Wochentagen besteht unser Menu aus frischgekochtem Rindfleisch (bester Qualität), aus einer eingekochten Suppe (Gries, Reis, Gerste, Nudeln und Knödeln) und aus einem der Jahreszeit entsprechenden Gemüse, das im Sommer zur Abwechslung durch Salat ersetzt wird. An Sonn- und Festtagen wird noch ausserdem eine «dritte Speise» (Braten, Würste oder Mehlspeise), servirt. Die gebotenen Fasttage werden streng gehalten, und es weist dann an solchen der Speisezettel, d. h. unsere «schwarze Tafel», eine Fastensuppe (Hülsenfrüchte), ein Gemüse und eine Mehlspeise. Zu hohen Feiertagen, wie z. B. zu Weihnachten und Ostern, werden für die Gäste der Volksküche ebenfalls die im Lande allüberall in Dorf und Stadt üblichen «Potizen» gebacken, welche Bereitung der Wohlthätigkeitssinn der Frau Jeannette Recher ermöglicht, und auch sonst wird bei passenden Anlässen hie und da eine Fxtraspeise bereitet, wie z. B. im Fasching Krapfen, damit insbesondere die Studenten den Familientisch nicht gar zu sehr entbehren. Bei derartigen Gelegenheiten herrscht dann in unserer Küche ein gar fröhliches Treiben! Da regiert die treffliche Küchenvorsteherin - Stellvertreterin Frau Caroline Ahn, die als -+! 53 li- echte Professorsgattin jeden Studenten kennt und ihnen allen gerne eine Freude macht. Mit staunenswerter Geschicklichkeit bringt es die herzensgute Dame zuwege, mit äusserst geringen Mitteln — die nie das Budget überschreiten — die prächtigsten, wohlschmeckendsten Mehlspeisen hervorzuzaubern, grosse Mengen davon entstehen unter ihren kunstfertigen Händen, und der Appetit der Jugend ist ihr schönster Lohn. Solch stilles Walten Jahr um Jahr verdient wohl gewiss das höchste Lob! Die Preise der einzelnen Speisen sind folgende: Eine Schale eingekochte oder klare Suppe 3 kr.; eine Schüssel Gemüse 3 kr.; eine Portion Salat 3 kr.; eine Portion Fleisch (im Gewicht von circa 7 bis 8 Deka) 4 kr.; eine Portion Mehlspeise 4 kr.; eine Portion Braten 6 kr.; ein Paar Würste 8 kr. und ein Stück Brot (täglich vom Bäcker frisch geliefert) 1 kr. Zu den «Neuerungen» in der Volksküche kann unter anderem auch gerechnet werden, dass es die Damen bereitwilligst übernommen haben, täglich eine Anzahl ganz kleiner Kinder, im Alter von vier bis sechs Jahren, mit dem Mittagsessen, bestehend aus Suppe, Fleisch mit Gemüse und Brot, zu versorgen. Diese Kinder besuchen nämlich den in der Nähe unseres Institutes gelegenen Kindergarten des Deutschen Schulvereines (im Gebäude der hiesigen Handelslehranstalt des Herrn kais. Rathes Ferdinand Mahr untergebracht) und kommen um 12 Uhr in unsere Volksküche, wo ihnen die Damen vom Tag mit liebreicher Hand die Speisen vorlegen und woselbst sie bis knapp vor dem nachmittägigen Besuche des Kindergartens verbleiben dürfen und die beste Aufsicht gemessen. Die Kosten dieser Kinderbewirtung, eine Specialität im Volksküchenwesen, werden vom Deutschen Schulvereine getragen. In unserer Volksküche bekommt man auch des Abends so wie zu Mittag täglich frischgekochte Speisen, als z. B. Milchspeisen, Hülsenfrüchte, Polenta, Sterz (im Sommer auch Salat). Des Abends besorgt die Köchin das Ausgeben der Speiseportionen, und es kommen zu dieser Tageszeit keine Damen «hinunter», wie der landläufige Ausdruck lautet. Im Laufe eines jeden Vormittags muss die Inspectionsdame der Köchin die für die Abend- ~K 54 speise nothwendigen Ingredienzien aus der Speisekammer vorgeben, und alles wird ganz genau in ein eigens dafür bestimmtes Buch eingetragen. Das den andern Tag in der Casse vorfind-liche Geld muss dann mit der Aufzeichnung vom vergangenen Tag übereinstimmen. Ebenso hat die Inspectionsdame auch für den kommenden nächsten Tag zu sorgen und daher der Köchin alles vorzugeben, was diese zur Speisenbereitung braucht. In der Küche steht die Wage, auf der sämmtliche Materialien, welche die Inspectionsdamen der Köchin verabreichen, gewogen werden. Ueber alles und jedes wird genau Buch geführt, alles wird in die betreffenden Rubriken eingetragen, und wenn die letzten Gäste das Locale verlassen haben, macht schliesslich die Inspectionsdame mit der Cassierin die Tagesrechnung; die Marken und das bare Geld müssen stimmen, und sodann bestätigt die Inspectionsdame der Cassierin die Ausgaben und Einnahmen in der Küche, und den Restbetrag überbringt die letztere sofort der Küchenvorsteherin. Durch diese höchst einfache, leichtfassliche Gebarung ist die grösste Ordnung möglich, und die Vorstellung ist stets vollständig über den täglichen Cassenstand unterrichtet. In dem Küchenlocale sind die Speisetabellen, die Preise und der Turnus der Damen, wie dieselben in immer gleicher Aufeinanderfolge «ihren Tag» haben, untergebracht, sowie überhaupt in jeder Beziehung die strengste Pünktlichkeit herrscht. Die Inspectionsdamen besitzen jede ihren separaten Schlüssel zur Speisekammer, damit das lästige Schicken um denselben von einer zur andern vermieden wird. Jede der Inspectionsdamen, die nun dem Institute dem grössten Theile nach seit den ersten Anfängen angehören, betrachtet dasselbe und alles was drum und dran hängt, als eigene Angelegenheit. Alle besuchen die ihnen liebgewordenen Räume mit stets gleich reger Lust und dem grössten Eifer, und hier fühlt sich jede als wie im eigenen Heim. Die Vorstellung, der Verwaltungsausschuss und die werk-thätigen Damen bilden eine Familie, und niemals brechen im Schosse unseres Vereines Zwistigkeiten und Gezänke aus, und —* 55 »- alle sind stets eines Sinnes und einig bestrebt, die Volksküche in ihrem Bestände zu erhalten und rüstig weiter zu arbeiten wie bisher. Und diese Einigkeit unter sich und diese hingebungsvolle Liebe zur Sache selbst und das unbegrenzte Vertrauen, das die Damen der Volksküche ihrer verehrten Vorsteherin entgegenbringen, das sich fortpflanzt in alle Kreise t— das sind die festen Pfeiler, auf denen sich unsere Anstalt aufbaut und die sie nicht stürzen lassen in trüben und sie kräftigen in frohen Tagen 1 Möge nie diese selten-schöne Eintracht schwinden, möge sie bestehen in unserm Vereine für alle Zeit, möge er blühen, wachsen und gedeihen! Verzeichnis der thätigen Mitglieder der Laibacher Volksküche pro 1886/87. Herr Hübschmann Vincenz, k. k. Hauptmann i. R., Obmann. Herr Drelsc August, Fabrikant, Obmann-Stellvertreter. Herr Zitterer Mathias Ritter von Casa-Cavalchina, k. k. Hauptmann i. R,, Cassier. Herr Lachainer Carl, Magistratsbeamter, Oekonom. Herr Dr. Start* Josef, k. k. Finanz-Procuraturs-Concipist, Schriftführer. Herr Velkaverh Johann, k. k. Oberlieutenant i. R., Ausschussmitglied. Herr Mayer Alfons, k. k. Adjunct, Ausschussmitglied. Herr Kavöiö Jakob, k. k. Grundbuchsführer i. R., Ausschussmitglied. Herr Galle Heinrich, Ausschussmitglied. Frau Hübschmann Therese, k. k. Ilauptmanns Gattin, Kiichen-vorsteherin. Frau Ahn Caroline, k. k. Professors Gattin, Küchenvorsteherin-Stellvertreterin. Frau von Fichtl Anna, k. k. Statthaltereisecretärs Witwe, Ausschussmitglied. Frau Mayer Irma, k. k. Adjunctens Gattin, Ausschussmitglied. Frau von Radies Hedwig, Ausschussmitglied. Frl. Recher Jenny, Privatiere, Ausschussmitglied. Frau Kaviiö Christine, k. k. Grundbuchsführers Gattin; die Fräulein Elsncr Paula, Elsner Amalie, Honig Mina, Ruda Thekla, Kaväiö Irma, von Alpi Caroline, Jeras Mathilde und Tisch Emma, k. k. Beamtens Töchter, tluitige Damen. -•K 57 »- Rechnungs-Revisoren. Herr Valenta Albert, Stadtcassen-Controlor. Herr BradaSka Ferdinand, Stadtcassen-Official. Herr Klemenäii Anton, Stadtcassen-Aushilfsbeamter. * * * Ehrenmitglieder. F'rau Anna Edle von Kallina-Urbanow, k. k. Statthalters Witwe in Graz. Herr Dr. Ritter von Gutmansthal-Benvenutti, Herrschaftsbesitzer, Landtagsabgeordneter. * •X- *• Der im Vereinsjahre 1886/87 eingeftihrte Turnus der Damen ist folgender: Montag: Dienstag: Mittwoch: Donnerstag: Freitag: Samstag: Frau Kavöif: Christine mit Frau von Radies Hedwig. Frl. Honig Mina Frl. Elsner Paula Frl. Elsner Amalie Frau Ahn Karoline Frau Mayer Irma mit Frl. Tisch Emma, mit Frl. Kav£i6 Irma, mit Frl. Ruda Thekla, mit Frl. Jeras Mathilde, mit Frl. Recher Jenny. Frl. von Alpi Caroline. An den Sonntagen kommen abwechslungsweise in ihrem Turnus je zwei der obgenannten Damen in die Küche. Verzeichnis der unterstützenden Mitglieder der Laibacher Volksküche pro 1887. Hr. Achtschin Albin. Fr. Altmann Marie, k. k. Bergraths Witwe. Hr. Apfaltrern Rudolf Baron, k. k. Kämmerer, Major i. R. Hr. Auersperg Leo Graf, Herrschaftsbesitzer. Hr. Auer Georg, Bräuhausbesitzer. Hr. Baumgartner Johann, Fabriksbesitzer. Hr. Beyschlag Karl, Director der Gasfabrik. Hr. Bilina Ferdinand,Handelsmann. Hr. Bleiweis Ritter von Trsteniski Karl, Primarius. Hr. Bürger Leopold, Handelsmann. Fr. Codelli von Fahnenfeld Antonie Baronin. Hr. Codelli von Fahnenfeld Karl Baron. Hr. Deschmann Karl, Mus.-Custos, Ritt. d. Ord. d. eis. Krone,. Landesausschuss-Beisitzer. Fr. Doberlet Leopoldine. Hr. Dolenc Oroslav, Hausbesitzer. Hr. Dreo Alexander, Präsident der krain. Sparcasse, Ritter des Ordens der eisernen Krone. Fr. Eder Rosine. Hr. Ehrfeld Franz, Restaurateur. Fr. Eisl Hedwig. Hr. Faleschini Franz. Hr. Ferlinz Franz, Gasthofbesitzer. Hr. Feyrer Joh., k. k. Finanzsecretär. Hr. Fischer Hugo, Handelsmann. Hr. Föderl Johann, Hausbesitzer. Fr. Friedrich Maria. Hr. Friedrich Lambert, Fabriksbuchhalter. .Fr. Galle Fanny. Fr. Galle Marie. Hr. Galle Victor. Fr. Gariboldi Edle v. Tonello-Stra-mare Katharina, k. k. Oberlandesgerichtsraths Witwe. Hr. Gariboldi Anton Ritter von, Ritt, des Franz-Josef-Ordens. Hr. Gerber Mathias, Buchhändler. Fr. Giontini Marie, Buchhändlerin. Fr. Gnezda Jos., Hotelbesitzerin. Hr. Goltsch Franz, Plausbesitzer. Hr. Grasselli Peter, Bürgermeister d. Landeshauptstadt Laibach, Ritt. d. Ordens d. eis. Krone. Hr. Gregel Franz. Fr. Grumnik Marie, Hausbesitzerin. Hr. Gutmansthal R. v. Benvenutti, Dr., Herrschaftsbesitzer. Hr. Habit Gustav, k. Rath, Stationschef der k. k. priv. Südbahngesellschaft. Hr. Hamann J. C., Handelsmann. 59 Fr. Hotschewar Josefine, Gurkfeld. Hr. Hozhevar Johann, k. k. Regierungsrath. Hr. Hübschmann Vinc., k. k. Hauptmann i. R. Hr. Janesch Joh., Fabriksbesitzer. Hr. Janeschitz Rieh., em. Director der krain. Sparcasse, kaiserl. Rath, Ritter des Franz-Josef-Ordens, Bes. des gold. Verdienstkreuzes mit der Krone. Hr. Kapier Josef, Dr., k. k. Bezirksarzt. Hr. Kapsch, Juwelier. Fr. Kantz Marie, k. k. Hauptmanns Gattin. Hr. Karinger Karl, Handelsmann. Fr. Kästner Jakobine. Hr. Kästner Mich., Handelsmann. Hr. Keesbacher Friedrich, Dr., k. k. Regierungsrath und Landes-Sanitätsreferent, Ritter des F ranz-J osef-Ordens. Hr. Kenda Heinrich, Handelsmann. Hr. Kirbisch Rudolf, Hausbesitzer. Herren Klein & Kovac, Buchdruckereibesitzer. Hr. König Rudolf, Restaurateur. Hr. Kollmann Franz, Handelsmann. Fr. Kosler Antonie. Fr. Kosler Marie geb. Sormann. Hr. Kotnik Ignaz, k. k. Reserve-Lieutenant. Hr. Kraupp Moriz. Hr. Krenner Max, Director der krain. Baugesellschaft. Fr. Krisper Hildegarde. Hr. Krisper Josef, Handelsmann. Hr. Krisper Vincenz, Privatier. Hr. Kunst M. *- Hr. Kusar Josef, Präsident d. krain. Handels- u. Gewerbekammer, Ritter d. Franz-Josef-Ordens. Hr. Laschan Anton Ritter v. Mor-land, k. k. Regierungsrath, Ritter des Ord. d. eis. Kr. Hr. Lassnik Peter, Handelsmann. Hr. Leskovic Karl, Privatier. Hr. Lichtenberg Leopold Baron, Herrschaftsbesitzer. Hr. Luckmann Anton, Handelsm. Hr. Luckmann Johann, Handelsm. Hr. Luckmann Josef, Handelsm. Hr. Luckmann Karl, Director der krain. Industrie-Gesellschaft, Ritter d. Franz-Josef-Ordens. Fr. Mac-Neven Victoria Baronin. Fr. Mallitsch Marie, Hausbesitzerin. Fr. Mayer Fanny, Banquiersgattin. Hr. Mayr Wilhelm, Apotheker. Fr. Materne Julie. Fr. Maurer Therese, geb. Winkler. Hr. Maurer Heinrich, Gutsbesitzer. Hr. Mikusch Lorenz, Hausbesitzer. Hr. Millitz Rudolf. Se. fiirstl. Gnaden der hochw. Herr Missia Jakob, Dr., Fürstbischof von Laibach. Hr. Mosche Alfons, Dr., Advocat. Hr. Mühleisen Arthur, Handelsm. Hr. Naglas Jakob, Handelsmann. Hr. Neuwirth Ferd., Handelsmann. Fr. Obresa Marie. Hr. Pajk Josef, k. k. Staatsanwalts-Substitut. Frl. Palugia. Hr. Pauker H., Dr., Domcapitular. Hr. Perdan Johann, Handelsmann. Hr. Persche Josef, k. k. Oberlandesgerichtsrath u. Staatsanwalt. Hr. Petricic Vaso, Handelsmann. Hr. Piccoli Gabriel, Apotheker. Hr. Pfefiferer Anton, Ur., Advocat. Hr. Pleiweis Josef, Handelsmann. Fr. Racic Ernestine. Hr. Ramm Adalbert, Handelsmann. Fr. Ramuta Marie. Hr. Ranth Mathias, Handelsmann. Fr. Rastern Baronin. Hr. Rechbach August Baron, k. k. Kämmerer und Major i. P. Fr. Recher Fanny. Fr. Recher Jeanette. Hr. Recher Friedrich, Privatier. Hr. Regorschek Franz, Handelsm. Hr. Samassa Adalbert, k. k. Hof-glockengiesser, Bes. d. gold. V.-Kr. u. d. gold. V.-Kr. mit d. Krone. Hr. Schaffer Adolf, Dr., Privatier. Advocat. Hr. Schantl Franz, Handelsmann. Fr. Schmalz, k. k. Landesgerichtsraths Witwe. Hr. Schmitt Ferd., Handelsmann. Fr. Schreiner. Hr. Schrey Robert Edler von, Dr., Fr. Schreyer Therese. Hr. Schupeutz. Fr. Schusterschitz Josefine. Hr. Schweiger Ant., Zahntechniker. Frl. Smol6 Balbine. Fr. Smolej Marie. Hr. Souvan Ferd., Handelsmann. Hr. Souvan Franz Xav., Handelsm. Hr. Stare Josef, Dr., k. k. Finanz-procuraturs-Concipist. Hr. Stöckl Ernest, Handelsmann. Hr. Supantschitsch Franz, Dr., Adv. Hr. Suppan Josef, Dr., Advocat, Director der krain. Sparcasse. Fr. Taucer. Hr. Tönnies Adolf, Baumeister. Tönnies Erben, Realitätenbesitzer. Hr. Treo Wilhelm, Baumeister. Hr. Trnköczy Ubald v., Apotheker. Hr. Urbane Felix, Handelsmann. Hr. Urbas Anton, Domcapitular. Hr. Valenta Albert, Stadtcassen-Controlor. Hr. Valenta Alois, Dr., k. k. Regierungsrath, k. k. Professor, Director des Civilspitals. Fr. Velkaverh Fanny. Hr. Vok Franz, Dr., k. k. Notar. Hr. Wascher Raimund, Beamter der krainischen Sparcasse, Hr. Winkler A. Baron, k. k. Landespräsident, Ritt. d. Ord. d. eis. Kr. u. d. Franz-Josef-Ürd. Fr. Winkler Emilie Baronin. Hr. Wurzbach Alfons Baron. Hr. Wurzbach August Edler von Tannenberg, k.k. Regierungsrath, Ritt. d. Franz-Josef-Ord. Fr. Wurzbach Marie Baronin. Fr. Zeschko Anna geb. Hermann. Hr. Zeschko Albert, Handelsmann. Hr. Zeschko Guido. Hr. Zeschko Julius. Hr. Zeschko Ludwig. Hr. Zeschko Valentin. Hr. Zois v. Edelstein Egon Freiherr, Gutsbesitzer. Slovanska knjiznica f 6K M 66009490294 COBISS o jlyt tfTZl ^3 M^gm^jw * j^Sf 1[or 'fr jWlSäE *piWj§ f'T^ürr jI^j sKwiEf