3 Laibacher ZeiNng, ^ Mittwochs den 26. Febr. i8cn. Geburtstags-Feyer Sr. Maj. — Kray. — Suwarojv.-. Kadix blockirt.— Rückkehr Türkis. Schiffe. — Dänemarks u. Schwedens Rüstung. — Schrei-ben Klebers. -- Vonapartes Charakter. — Aufgefangene Korrespondenz. Inländische Begebenheiten. Laibach. Die vormals bei St^ Jakob üblichen, nun seit mehr Jahren in die Homkirche übertragenen durch die brey letzten FasMigstäge dauren-den Vethstunden, wurden Sonntags, Montags, und gestern mit gewöhn- licher Feyer!iibkelt. uni» zahlreichem " Besuche des andächtigen Publikums gehalten. — Von der erfolgten Pap-stenwahl hat man noch keine näheren Berichte von Venedig; überhaupt kann sich'selbe so leicht in die Länge nock' verziehen, wie wir anfänglich Höften, das; sie bald erfolgen wcrdc. — Unausgesetzt gehen durch unscrc Stadt Verstärkungen zur k. k. Ital.e-lllschen Armee, die ebm so häilsig auch auf andern Wegen zueilen, unh llns die gluckliche Fortfcyung der Vorjährigen (Ziege versichern. W i^tt. ^" Das den 12. eingefallene Gcburts-fest Sr. K. K. Maj, unseres allergnä-digsten Laudesvatcrs wurde in Ofen mit aller Feyerlichksit begangen. Die dasige hohe Geistlickkcit, die geheimen Räthe, Generalität und alle in Ofen und Pcst befindlichen hohen Landcs-stellen:c. erschienen uach vorher bei Sr. Königl. Hoheit dem Reichspalatin abgehaltenen Zirkel, mit Ihren K. K. Hoheiten, um r o Uhr früh in der größten Galla in der Schloßpsarrkir-che, um dem, durch den H. W. Gternkrcuz-Ordensritter und Prob-sten Sebastian Valentin v. Eberle, «nter Paradirung des K. K. Mlli-tärs, unisormirten Bürgerschaft, wie auch unter zmahligcr Abfeuruug des kleinen Gewehrs, u»td der Kanonen, abgehaltenen Hochamte beizuwohnen, und für dic lange und scgenvotte Erhaltung des huldvollsten Königs und des durchlauchtigsten Erzhanscs, den Geber alles Guten anzuflehen. Zu Mittage war grosse Tafel bci Sr. K. H. für 40 Gedecke. Abends wurde zur Verherrlichung dieses hohen Festes in dem Schauspielhause das Schauspiel von Brandes in 3 Aufzügen: Der Landesvater, unter Beleuchtung des Theaters, aufgefüh- ret, und noch vor Anfang des Stüks, unter einer anpassenden Dekorazion, dab bekannte Volkslied : Gott cr^alte Franz dcn^aiscr:c., d-'rch dicSchau-Z spiclcr abgesungen. Nach dem 3hca-j tcrnarindcmKönlgs. Sch oßbei Ih« ren K. K. Hoheiten grosser Ball, wozu der größte Theil des Adcls von beiden Städten, die Erstern der Lan-desstcllen, und mehrere vom K. K. Militär gcladcn waren. Auf gkicke Art lauten die Berichte aus allen Provinzen und Hauptstädten der Österreichischen Monarchie, wo das frohe Gcburtsftst Sp. Majestät d.s Kaisers mit aü?« F,y-crlichkeiten b<-gaugcn wurde, und in den Herzen stincr getreuen Unterthanen der eifrigste Wunsch für die Erhaltung des gnädigsten Landes-Vaters zum Himmel emporstieg. ! Wien, den 4. Febr. Es heißt, der in Wien angckommcne Genera^ Kray werde die Armee am Oberrhnn bei Frankfurt kommandiren, wahrend die Armee des Erzherzogs Karl als Zentralarmee gegcn die Schwcm agi-rcn wird. Ferner sagt man: der junge Erzherzog Ferdinand werde an der Seite des General Vellegardc das Kommando in Italien übernehmen. Wien, den 8-Febr. Der Rückmarsch der russischen Truppen nach Russisch - Pohlen durch Mahren dauert, fort. Am 12. dieß w»rd Feld-marWall Suwarow zu Krakau er-l wartet; er begleitet die Armee durch ! Galliyien, und begibt sich dann nach Petersburg. ! Ausländische Begebenheiten. ! Spanien. Nachrichten aus Cadix vom 25. ^ecemb. melden, daß der Admiral ben an die dort residirendcn Con-suln neutraler Mächte, unterm ^ten Dec bekannt glmackt habe, die Vlo-kade' von Cadix u. San - Lucar werde fortan mit cbcn der strenge wieder for'acstl)t wcrdcn, wlc vor dem Abstgcln der Flotte des Admirals Massaredo. Türke y. Türkische Gränze, den 29. Jan. Am 18. Dez. ist die türkische Flotte, welche im Dcrftosscnen Sommer int mittelländischen Meer gegen die Franzosen gesockten hatte, in Konstantinopel angekommen. Die Matrosen sind sehr zufrieden, sie haben eine Menge Beute mit gebracht. Schweden. Stockholm, den 24. Jan. Nunmehr ist die Krönung dcs Königs und der Königin, und die Zusammenberufung dcs Reichstags aufden iO. März in die Stadt Norrkiöping festgesetzt. Wie man vernimmt, wird zum ttächsttn Frühjahr in Dannemark eine Flotte von 10 Linienschiffen nnd vier Fregatten ausgerüstet werden. Auch spricht man von Seeröstungvn 5 in Schweden. Unser vor k Jäher» mit Nußland geschlossene Allianz-Traktat ist erneuert worden. Italien. Pavia, den 1. Febr. Da die Wege, welche nach der (genuesischen) Festung Gavi führen, für die Artillerie ganz unbrauchbar sind, so wird nun durch eine beträchtliche Anzahl Bauern ein neuer Weg angelegt. Sobald dieser zu Stande ist, soll die förmliche Belagerung dieses Platzes vorgenommen werden. Großbritannien. 3 0 nd 0 n, den 28. Jan. Gestern sind auf einmal 8 Posten aus Deutschland angekommen. Die Regierung hat damit eine Menge Depeschen erhalten. — Kürzlich wurden mehrere englische Gefangene in Brest auf freyen Fuß gesetzt, wcil fle dazu geholfen hatten , die Besatzung einer französis. Korvette, die Schissbruch gelitten hatte, zu retten. Nach ihrer Aussage liegen zn Brest 48. theils französische , theils spanische Linienschiffe. Nach Berichten aus Konstantinopel ! scheint es so ziemlich ausser Zweifel, daß Kleber, der General der französis. Armee in Aegypten der Pforte Vorschlage gethan hat, dieses Land un- i ter gewissen Bedingungen sreywillig zu räumen. ^ Das aufgefangene Schreiben des ! GeneralKlcbers an das Direktorium in Paris aus Cairo vom 7- Okt. jst folgenden wchntljchen Inhalts: Der General cn ChcfVuonaparte ist am 2.. Aug. Morgens , oHne Ab-sHicd abgcstgclt. Er d.'ri-fmnh a^s den 24. Al'g. nach Rosette, l-ch fan^ aber daselbst nur seine, Depcsckcn. Durch diese machte er'mlch -zum kom-mandirenden Gcncral in L!egypten, und theiltemir eine Abschrift von dem Schreiben mit , daß er an den Groß-vezier nach Konstantinopcl gesckickt hatte, ohncrachlct er gewist wußte, daß sich dieser schon zu Damaskus befand. — Die Armee in Aegyptcn ist zur Hälfte zusammengeschmolzen, sie hat adcr künftig nickt mehr wie bisher gegen einige Horden muthlo-scr Mamelucken, sondern gegen die vereinigte Kräfte drcycr Möckte, der Pforte, Rußland, und England zu fechten. Der Mangel an Waffen , an Pulver, an Kugeln, an Vley, so wie der Abgang an Menschen machen zusammen ein trauriges Ganzes. Vic angelegte Kanonengeifftrey und die Pulvcrmühlcn, haben nicht dcn Erfolg gehabt, dcn man sich versprach. Die Truppen sind nackend; und dieser Mangelan Kleidungsstücken ist um desto schlimmer, weil die Blosse in diesem Lande DurGfäl-le und Augenkrankhcittn erzeugt, die auch stark unter den Truppen gras-siren; die erster« haben besonders unter den erschöpften Soldaten stark geherrscht. Die Wundärzte haben die Bemerkung gemacht, daß obgleich die Armee beträchtlich zusammen geschmolzen ist, es doch jetzt mehr Kranke giebt, als voriges Iahrum die nämliche Zeit. — General Vuo-naparte hate vor seiner Abfahrt Be- ' ' fcll. g?g'bett, daß die Llrmee in Tuch gekleidet werden soltto; aUcin es , dlird in dieft.m Punkt, wie in vielen aüdcrn, bcym blossen Befehl. ' V.ey unserer Ankunft in Aegyytcn erschöpfte Vzwnaparte das Land sc- ! viel möglich, durch Kontrib!ttiott!?n; neue Brandschatznngen zu erheben, während wir aussen mit Feinden :,m-grben, hiesse ein'.n attgmnincn Ausstand bcy dcr ersten basten Gelegenheit vorbereiten. Gleichwohl hat Vno« naparte bey sciner Abfahrt nickt einen Pfennig in den Kassen gelassen. Vielmehr hinterläßt er lo. Millionen Schulden; folglich mchr, als ganz Aegypten in dcn ^Gcg?n,värti-g?n Umständen m einem Jahr abwirft. Uebcrdieß beträgt ^cr rückständige Sold d?r Armee 4. Millionen. Dieß alles, Bürger Direktoren, kann ich durch unv^rw^rftiche Papiere beweisen. Acgypten ist zwar dem äusscrn Scheine nach ruhig, aber nickts weniger, als bezwungen. Das Volk ist mißvergnügt, und es sieht in uns, man mag sick gegen dassrlbc betragen , wie man will, nichts weiter als Feinde seines Giückstandes; immer Höft es auf eine Veränderung. Die Mamelucken sind zerstreut, aber nicht aufgerieben. Murad Vcy steht in Obcrägypten, und hat noch immer Truppen genug , um einen Theil un» serer Macht zu beschäftigen. Wenn man ihn einen Augenblick ruhig lies» se, so würde sein Heer sehr wachsen , und er könnte uns selbst in der Nachbarschaft von Cairo beunruhigen, welche Hauptstadt, Trotz un- serer Wachsamfeit, ilim «och immer unter der Hand Gvld und Waffen liefert. Ibrahim Vcy steht mit 20OO. Mmnel'ckcn zu G a « e. Die ? Engländer sind Meister vom rothen Meer. _.. .^ Dieses ist, Bürger-Direktoren, die Laae, in wclckcrmirVuonapar-te die ungeheure Last, Vefthlshaber der Armee des Orients zu styn, gelassen hat. Er sah dlese fatale Krisis voraus, und''' Was k^n, was soll ick bey. dcr gegenwärtigen Laae der Sache« thun? Unstre«lz. Armee in Acgnptcn, Namonb Po'.c>o Mann nicht hin, Alerandri?« zu vertheidigen, welches lediglich als ein grosses verschanztes Lager angeftl^n werden fa n. Ausserdem,fährtKlcber fort, sähen si^ sich durch die unglückliche Expe-dinon nach Syrien dcs Vclagorungs-. gel^u)eö beraubet, und das Sccgc-sch'tzfty zu Ausrüstung der Fregatte .grtwmmen worden, worauf sich Vuo-tiaparte eingeschifft habe. Das Heer hat weder Pulv'r, Flinten noch Kanonen; es ist ohne Bekleidung nnd hat keinen Sold; die Pulvcrmühlen, welche man errichten wollte, haben nichts hervorgebracht: die Kriegskasfe ist io Millionen schuldig, wovon 4 anf den Sold der Armee gehen; die erstaunlichen Vrandschatzungen, welche Vonaparte bcy seiner Ankunft erhob, habcn das Land erschöpft. Mittlerweile ist Murad Vey noch in Obcre-gypt?n, wo er streiten und seine Ar-m.e mit dem wenigsten Nachtheile rekrulircn kann. Auf den ersten Fer-man sind alle Dörftr bereit, sich zu nnpörcn. IZrahim Vey ist mit 2QOO Mameluken am Eingänge des Syrischen Wüste; und der Großve-zier, welcher an der Spitze von 2^000 M. herbeigerükt, hat einen Gefangenen abgefertiget, dem er sein Lager gezeigt und ihm ausdrücklich befohlen hat, seinem General zu sagen, daß er zittern sollte. Die beiden Trefft« bei Muli, haben den Tür- Z fö«! 9006 M/ MM?t,' nich^22^?3 ^ wie V.rchier vorgab. DerNil ^ ar 3 sehr ungesund, und da jeyt n-?r die ! Hälfte seiner Mcr überjch-vemnit rra-l rcn, so wird Kleber die traurigsten ß Folgen von Pest, Hungersnoth und ^ Aberglauben dcr Ll-llldesbewohuer er-l fahren, welche dicfts Unglück ^dcn Christen zu schreiben werden. Weil es am G?!bc fehlt, suchcn.dio Kricg5->. zl'ihllucistcr dcn gem?wen EoZda-ten, welcher zur Empörung reif,si^, ß dadurch zn b^rnhigcn, das'sic Wclh-! scl auf d?o Schatzkammer d^r Naziol, ^ trassircn , von der die Armee glaubr-i daß man sie acccptiren werde. End-lich erklärt Kleber, daß er für die z Repubjik sterben wolle, wenn es so Z seyn muffe, und sagt, daß es un-< möglich sey, Egypten ohne eine f hundertmahl grössere Seemacht zu ? behaupten; aber unglücklicherweise, ^ setzte er hinzu; hat die Fran-l zösis. Marine ihr Daseyn ! gehabt. ! In dieser aufgefangenen Corre-Z spondenz aus Egypten wird auch erwähnt , daß der Kommodor Vlan-ket ber einem Angriffe auf das Fort im rothen Meere zurückgetrieben worden; überhaupt ze,gt sich noch aus einigen andern Stücken dieser Correspondenz, daß General Kleber in seinem Berichte an das Direktorium, welches er noch in vollem Wesen zu bestehen glaubte , mit einer Art von Anklage auf-getreten ist.