—-----------------------—----------------------------------------------------------------------------------------5^,' ^K »5 Donnerstag am 3 Februar N84s5 W i en. <^e. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Entschlie-ßung^vom 15. Jänner den Hosrath Ferdinand Frciherrn von Scballer von dem Dalmatiner Gubcrnium zu jenem in Trieft allergnadigst zu übersetzen geruhet. Sc. k. k. Majestät haben zwei Ercmplare des von dem k. k. Negierungsrathe und Director der k. k. Hos.-und Staatsdruckerei, Alois Aucr, herausgegebenen Werkes: »Sprachenhalle« (das Vater Unser in 608 Sprachen und Mundarten mit lateinischen Typen) nebst zwei Erem. Plarcn der nachträglich erschienenen zweiten Abtheilung dieses Wertes ^in 206 Sprachen und Mundarten mit I0ft den Völkern eigenthümlichen Schriftzcichcn) wohlgefällig in Allcrhöchstihre Privat-Bibliothek aufzunehmen und dem Herausgeber einen mit dem allerhöchsten Namcnszugc gezierten Brillantring zustellen zu lassen geruhet. Die k. k. vereinigte Hoskanzlei hat die galizischen Kreis-Eommissärc, August Dargun und Alexander, Klosson zu Gubernialsecrctärcn bei der Hof-Commission in Kra. kau ernannt. Gesterrcichischcs Küstenland. Den 22. Iän. langte tin Bataillon des Oguli'ncr Gränz Regimentes aus der Militärgränze in Tricst an, um sich nach Venedig einzuschiffen. Den ganzen Tag hindurcb, so wie des Sonntags Morgens wehte ein heftiger Sturm und das Meer war sehr unruhig. Erst gegen Abend legte sich der Wmd, und die ganze Truppe, aus ,268 Mann bestehend konnte sich an N.rd drcicr Dampfschiffe des ^ 7 A ^"' ^ Mitternacht fand die Abfahrt Mo^n" Das «Journal des österreichischen Lloyd" vom 28 Jänner berichtet aus Trie st vom 26. Jänner: Die Lon-doner Post bringt die Nachricht, daß das englische Schiff »Albion«, Capit. Nouse, von London nach hier bestimmt, den 4. Jänner am (5ap Mondego, nahe bei Figucira, total zu Grunde gegangen und nur ein Mann gerettet worden 'st. Dieser Unglücksfatt ist doppelt bcklagenswcrth, da sich an Bord dieses Schiffcs die so lange schon erwartete Maschine sür den Damps« »Germania« befand. Die Gesellschaft lst für den Werth vollständig in England versichert; allein der Verlust an Zeit würde höchst unangenehm seyn, wenn nicht eme Maschine von 260 Pserdekraft nach dem gleichen Modelle gebaut und sür den Dampfer »Europa« bestimmt, bereits am Bord des englischen Schisses »Dan. Whcler" in London verladen worden wäre, welche nun für die »Germania" dienen wird, so daß die Eröffnung der dircctcn Fahrten zwischen hier und Alexandria nur einen kurzen Ausschub erfahren dürfte. Croatien. Carlstadt, 19. Jänner. Heute Früh halb 9 Uhr fand der Abmarsch des ersten complctirtcn Bataillons unseres vaterländischen Szluiner Gränz-Regiments in vollkommener Stärke, «330 Mann, Statt. Die Bestimmung der Truppe ist über Fiume und Tuest, dann m!t^.st Uebcrsetzung aus Dampfschiffen, nach Venedig gerichttt, allwo die weitere Instradirung erfolgt und wahrscheinlich auf der Eisenbahn essectuirt werden wird. Zwei derlei Bataillone des Dttochaner und Oguüner Gränz-Regiments sind bereits vor einigen Tagen gleichfalls nach Italien in Marsch gesetzt worden, wie nicht minder ein Bataillon aus der slavonischen Militärglänze über Agram und Laibach auf der Landroutc, und es soll, dem Vernehmen nach, eine gleiche Truppcnabtheilung des 2. Banal-Regiments gegcn Ende des Monats dahin nachfolgen. Tyrol. Sillian. Am i. Jänner wurde hier cin Erdbeben verspürt, welches durch seine ziemlich heftige Erschütterung die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. Das Reden hierüber hatte noch kein Ende, als am 7. Jänner. Morgens um halb 2 Uhr cin heftiger Stoß mit nachhaltigem, einem dumpfen Donner ähnlichen Gebraust begleitet, die Bewohner aus ihrem Schlafe aufrüttelte; die Häuser schienen zu zittern, Fenster klirrten, Pendeluhren standen still, Hunde bellten und leichtere Gegenstände wurden aus ihrer Lage verrückt oder umgestürzt. Es herrschte beinahe vollkommene Windstille. Das Barometer war auf 25"0. <— Die Anfangs mit einem heftigen Stosie begonnenen horizontalen Schwingungen nahmen ihre Richtung von Ost nach Süd. Diese zwei Erderschütterungcn wurden in Obcr-Tiliach, Anras, Abfaltersbach, Kartisch, Straßen, Sillian, Minbach und Sexten mit gleicher Intensität wahrgenommen, während von Lienz und Innichen hierüber keine Kunde kam. Diese starke Erschütterung verur--sachte bei Vielen Furcht, Angst und Schrecken, bei Allen brachte sie cin unheimliches Gefühl hervor. Am 15. Jänner, Abends gegen l0 Uhr und am 16. Früh um halb 3 und halb 5 Uhr erfolgten wieder drei mäßige, nicht so vllgemcin, gleich den zwei ersteren Erdcrschütterungln, ver- 88 spürte Stöße. Dieses seit Menschcngedenken in dasiger Gogcnd, besonders in so schneller Aufeinanderfolge in solcher Stärke nie beobachtete Phänomen wurde auf verschiedene W?ise zu erklären gesucht, ausgelegt, und in fti^ n<'il etwaigen Folgen interprctirt; auch der Bauer war yievin nicht mußig und prophezeiet viel Schnee und ein fruchtbares Jahr. Römische Staaten. Se. Heiligkeit, der Papst, hat an die Stelle des verstorbenen Cardinals Fr. 3av. Massimo den Consignor Giov. Nussioni zum Minister der öffentlichen Arbeiten ernannt. Das Ministerium des Krieges wurde dem Com^ mendator D. Pompeo dc Principi Gabrielli übertragen, Mons. Amuboli Capalci ist als Stellvertreter in das Ministerium des öffentlichen Unterrichtes eingetreten, und D. Prosper» Colona di Sciarra, Fürst v. Noviano, zum General - Kontrolleur befördert worden. Königreich beider S'ieilien. Die schnelle Nachricht von dem Aufstande in Palermo gelangte zur ^.'nntniß des Königs durch ein Dampf-boot, das in der Nacht nach der Insurrection ohne Schiffspaß und ohne sich wegen der Dringlichkeit der Umstände den gewöhnlichen Sanitäts-Maßregeln zu unterwerfen, von Palermo abfuhr. Die dahin abgesendeten Truppen kamen am >5. auf der dortigen Nhede an. Ein Schreiben aus Neapel vom 18. Jänner meldet aus Palermo: Die königl. Dampssregatten haben nu Hasen eine solche Stellung eingenommen, dasi sie mit ilircn Kanonen die Hauptstraßen der Stadt, in welckcn sich die Insurgenten befinden, beschießen können. Alle Forts und das Bai'.kgebäude sind mit königl. Truppen besetzt. Zu Folge der Berichte Sr. tönigl. Hoheit, dc5 Grafen von Aquila, Commandeur des tönigl. Gcschwa. ders, steht zu erwarten, daß nach der Ankunft der Truppen die Nebellcn sich entschließen werden, die Stadt zu verlassen. Orosiherzogthmn Taocana. Die »Gazetta di Fircnzc" meldet, daß nach einer allerhöchsten Verfügung eine allgemeine Inspection Statt finden soll, um zu erfahren, wie viel Pulver sich in den Pulver'Magazinen befindet und von welcher Beschaffenheit cs sey. Eine großherzogliche Verordnung vom 15. Iän. ver, sügt die Errichtung und schleunige Instandsetzung einer Compagnie des Trains, so wie den Ankauf der nöthigen Anzahl von Pferden lind die Vermehrung des essectiven Standes der ausgeschiedenen Artillerie-Compagnien. Am 16. Jänner wurde in Livorno folgende Bekannt' machung an dm Straßenecken angeschlagen: „Im Namen Sr. Erccllcnz, des Staatsrathcs Mar-chese Losino Nidolft, wird die Ankunft der französischen Dampf-Corvette „Meteor" in diesem Hasen, von Toulon kommend und mit 5000 Gewehren für die toscanische Regierung befrachtet, hiermit öffentlich bekannt gemacht." Herzogthum Madena. Nachrichten aus Mode na melden, daß in Anbe, tracht des dort herrschenden Ruhestandes, auf Verlangen Sr. königl. Hoheit, des Herzogs von Modena, die auf estensischem Gebüte befindlichen k. k Truppen um vier Compagnien, die am 17. und 18. Jänner nach Mantua zurückgezogen wurden, vermindert worden sind. Die Besitznahme von Ppntremoli durch den hiezu abgeordneten Commissar Sr. königl. Hoheit, des HcrzogS von Parma, ist nicht nur mit Ordnung und Nuhc, son. dem selbst unter freundlichem Entgegenkommen der Be^ wohner dieses Districtes vor sich gegangen. Der »5l<;««. N<'<1." enthalt das Dccrct de5 Herzogs von Modena über die Besitznahme Von Guastaljcl und der auf dem rechten Ufer der Enza gelegenen Ge« bietstheile. Dieselben werden der Provinz Ncggio einverleibt. Die daselbst bestehenden Civil- und Crimmalgesetze haben, so wie die administrativen Anordnungen bis auf Weilers in Kraft zu verbleiben. Unterdessen wird das Ge. setzbuch vom ^ahre l77l, welches unter dem Namen des „('lillieo" eben so bekannt ist, sammt den dazu gehörigen Erläuterungen und Nachträgen, in den neu erworbenen' Ländern kund gemacht, der Anfangspunkt seiner Wirksam-samkcit jedoch erst später bestimmt werden. S ch w e i). Canton Basel. Letzter Tage, den 14., 15. und 16. Jan., sind im Ganzen 60 Personen von Allschwyl im Baselland nach Nord-Amerika ausgewandert. Die Gemeinde bestreitet die für jede Person auf »5.0 Fr. festgesetzten Reisekosten, und läßt in New-York noch jeder 35 Fr. bar zukommen In Basel verstarb am 19. Jänner Freiherr H. v. Gcymüllcr, der ehemalige Chef des einst so berüdmtcn Wiener Bankhauses „Gcymüller und Comp.» Nach dem Sturze des Hauses war Geymüllers Aufenthalt lange unbekannt. Er war von Basel gebürtig, in dessen Mauern er starb. Königreich Sardinien. Die »Nll2/,ßUu rlemol,l<;«u" schreibt aus Turin vom 22. Jänner: »Se. Majestät, unterrichtet von der Fortdauer der Besorgnisse, in welcher die Bevölkerung Sardiniens wegen Mangels an Saatkörnern sich befinde, haben befohlen, daß auf Veranstaltung und Kosten des Staats-Schatzes, wie schon früher, abermals zehntausend Centner Saatkörner zur Aushilfe für die Infcl herbeigeschafft werden. Däne m a r k. Der „Ocsterreichischc Beobachter" vom 29. Jänner berichtet: Die „Bcrling'schc Tidinge« meldet über das Ableben Sr. Majestät, des Königs von Dänemark, aus Kopenhagen vom 21. Jänner-. „Am Donnerstag, den 20. Jänner um 10'/4 Uhr Abends, gefiel es dem Allmächti. gen, Se. Majestät König Christian VIII. nach vierzehntä-gigcr zunehmender Krankheit im 62. Jahre Ihres Alters und 89 Ihrer Regierung im neunten, abzuberufen. Am Freitag, bm 2l. Jänner, um i Uhr Vormittags, wurde Seine koni.ql. Hoheit, Kronprinz Fredcrik Earl Christian, zum ^mge ausgerufen, iiwcm Se. Excellenz der geheime Etaats, und Iustizmimstcr, Paul Christian von Stce. '"aiin, im Vcjscyn der Prinzen, der übrigen geheimen Staatsministcr und dcr Eollegicnchcfs, nebst mehreren ho-hen Beamten aus die Altane des Ehristianburgcr Schlosses heraustrat und daselbst mit lauter und hörbazcr Stimme dreimal nach einander ausrief: »König Christian dcr Achte 'st todt, lange lebe König Frcdcrik dcr Siebente!« welcher Ausruf jcdcs Mal von dem königl. Herold auf dem ^hristianburger Schloßplätze wiederholt wurde, worauf ein Tusch von Pauken und Trompeten erfolgte. Sc. Majestät, König Frcdcrik VII., geruhte hierauf allergnädigst auf die Altane hcrauszutrttcu und die versammelte Menge zu be. Krusten Die königlichen Herolde, mit einem Commando berittener Leibgarde, wiederholten in üblicher Weise diesen Ausruf auf allen öffentlichen Plätzen. Selbigen Tages wurde Kammertrauer angelegt.« Offen er Brief, wodurch König Frcdmk's VII. Thronbesteigung bekannt gemacht und der ungestörte Fortgang aller öffentlichen Angele, gcnhciten nach den allerhöchst bestimmten Vorschriften verfügt wird u. f. w. »Wir Frederik dcr Siebente, von Gottes Gna-Pen König zu Dänemark, dcr Wenden und Gothcn, Hcrzog zu Schleswig, Holstein, Stormarn, Dithmarschen, Laucnburg und Oldenburg « »Kund und zu wissen: Demnach der Allmächtige den theueren Köiug des Vaterlandes, Unseren hochgclicbtcn 'Kater, Sc. Majestät, König Christian den Achten, zu slch gcrustn, haben Wir den Thron Unserer Väter bestiegen. Während wir von dem harten Schlage, dcr Uns als E ohn betroffen, tief gcrühn und schmerzlich bewegt sind, theilen Wir mit Unserem getreuen Volke die Trauer über den harten Verlust, dcr das thcurc Vaterland heimgesucht, Und suchcn Wir Unsere Stärke in dem scstcn Vertrauen zu dem Beistand des Allgütigen und jn dem Bewußtseyn Unseres aufrichtigen und ernstlichen Willens, die Wohlfahrt Unseres gclicbtcn Voltes zu fördern.« «Es wird Unser erstes und wichtigstes Bestreben scyn, dem erhabenen Beispiele Unstrcs vielgeliebten Vatcrs zu wlgen, gleich Ihl^ 9M5«: mit Gerechtigkeit in Unserer d^'l'"^ '" ""l'i"den, die Bewohner sämmtlicher Lan-rescue nut gleiche landesvätcrlichcr Licbe zu umfassen, . ^ lt" "' von ihm begonnenen Verbesserungen m dcr Verwaltung f^.„tz ^ ^ ezweckte Ordnung der örtlichen Staatsverhältnisse zu Ende zu brmgen deren Durchführung durch die Kränkelt und dcn Huttntt Unseres hochlebten Vaters aufgeschoben worden, und welche dic gegenseitigen Ncchte der Würger zu verbürgen, dle Einigkeit in Unsercm gcliebtcn ^Uerlande zu fördern und dadurch die Kraft und die «hre der Staatsgesammthcit zu befestigen beabsichtigt« »Im Ucbngcn ist es Unscr Wille, dasi allc öffentlichen Geschäfte in Uebereinstimmung mit dcn vorgeschriebenen Regeln ihren ungestörten Fortgang nehmen, und daß alle von dem hochftligcn Könige bestellte oder bestätigte Beamten bis aus Wcitcrcs ihren Amtsgcschä,tcn nach dcm von ihnen früher abgelegten Eid der Treue oblicgen.« Gegeben aus Unserem Schlöffe Christiansburg den 20. Jänner i»48. Unter Unserer königl. Hand und Sicael. Frcdcrik k. (>.. 5.) Steemann. Oersted. Ncnzon. Holm. Algrccn. Ussing. Fr a n k r e i ch. Paris, 18. Jänner. Abd-cl-Kader soll mit seiner Behandlung keineswegs zufrieden scyn, sondern sich über Strenge beklagt habcn. Man will ihn, wie es scheint, nach Schloß Villcdicu übersiedeln lassen, wclchcs die Regierung vom Herrn Masson gekauft hat und fürstlich mcu-bliren läßt. Der »Presse« wird sogar alls Tanger geschrieben, dasi Vcn Drix vergiftet worden und Abd-cl-Kader zu seinem Amtsnachfolger bcim Kaiser Abderrhaman bestimmt gewesen scy. Darum habe in Fcz große Trauer geherrscht, als man den siegreichen Ausgang dcs Kampfes an dcr Moulaia und die Unterwerfung dcs Emirs erfahren. — Anderen Nachrichten zu Folge will dcr Vice. König von Acgyptcn Abd-el« Kader nicht in seine Staaten aufnehmen und der Emir soll deßhalb nach dcr (5» lonic am Senegal gebracht werden. Er läßt sich zu seiner Zerstreuung durch seinen Dolmetscher Rousseau die Geschichte dcr Fcldzüge Napoleon's in Acgyptcn übersetzen. Paris, 19. Jänner. Abdel-Kader ward in Tou« lon völlig als Kriegs- oder Staatsgefangener behandelt. Ein Erfüllen der Capitulation kann das nicht heißen, so viel man auch versichern mag, die Negierung hoffe das Staatsintcresse mit der Ehre des verpfändeten Wortes zu versöhnen. Denn, wenn man am Ende ankündigen wird, Abd-el-Kadel habe selbst eingewilligt, in Frankreich zu blcibcn und dcn Aufenthalt in einer Stadt oder Festung daselbst, unter Uebcrwachung dcr Polizei und dcr bcwass. netcn Macht, einem Asyl in Acgypten oder in dcr Türkei oder in dcr heiligen Stadt Mecca vorgezogen, so wciß die Welt wohl, durchweiche Ucbcrredungsgcwalt diese Zustimmung erlangt werden konnte, wenn sie auch vielleicht die versuchten Protcstationen dcs arabischen Fürsten nicht zu hören bekommt. Bis jetzt hat man nicht einmal den Schein dcr Wortbrüchigkcit vermieden. Zwar wurde ein Theil der von ihm zu ihren beiderseitigen großen Leidwesen getrennten Araber auf seine Bitte von der Veste Malbousquet nach Lamalgue gebracht, aber mit einer solchen Begleitung von Gcnsd'armen und Linicntruppcn, daß mau sieht, wie hinsichtlich ihrer die strengste Bewachung an-geordnet ist In dcr »Presse« crhcbcn sich indeß Stimmen selbst von Eeitc derer, die nicht für die Freilassung sind, die aber glauben, die Ehre dcr »großen Nation" crfor-dcrc, wenn auch nicht worttreu, doch darin großmüthig W zu seyn, daß sie den Betrogenen durch Bereitung cincr glänzenden Lage (ssi-ami« »ilunlion), ein vergoldetes (5 c. fä'ngniß, entschädige. Wäre cs nicht der Herzog von Au-male, der Sohn des Königs, dem man selbst eine glan^ zende Lage in Afrika schassen will, dessen Wort man also nicht im Angesicht des Heeres, der Eingebomen, seines Landes und des Auslandes entwerthen darf, so würde die Verlegenheit nicht groß seyn. Einen untergeordneten General wü'rdc man desavouiren und um den Vorwurf der punischcn Treue sich nicht viel kümmern. «Paris, 2l. Jänner. Das »Journal des Debats« zeigt an, daß II. k.k. HH., der Prinz und die Prinzessin von Ioinvillc, eine Reise nach Algier machen werden, um einige Zeit bei dem Herzog von Aumale zuzubringen. Sp ani e n. Madrid. Am 16. Jan. hat General Espartcro dem General Narvacz seinen Besuch abgestattet. Nach Allem, was man hört, ist die Zusammenkunft eine sehr herzliche und vertrauliche gewesen; der Herzog von Valencia hat dem Herzoge von Vittoria, der ganz schwarz und mit dem Stern Carl ill. geschmückt erschien, lange und fest die Hand gedrückt. — Als die Senatoren gestern die Sitzung verließen, wartete vor den Pforten eine große Volksmenge, um den Herzog von Vittoria zn begrüßen. Die Menge war so dicht, daß der Herzog nur mit Mühe zu seinem Wagen gelangen konnte. Nachdem Espartcro im Senate den Eid geleistet hatte, nahm er auf die laute Einladung des Herzogs von Baylcn seinen Platz neben dcm alten Kriegshelden. In der Kammer-Sitzung vom 16. Jänner wurde das Ministerium durch !48 gegen 37 Stimmen ermächtiget, die Steuern noch durch 6 Monate, bis zu Ende Juni fort zu erheben. Hr. Norvary hatte erklärt, das; er aus diesem Vertrauens - Votum eine Cabinctts . Frage n^chc. Portugal. Der „Matrose" bringt Nachrichten aus Lissabon vom 9. Jänner: Die Lottes waren noch nicht in beschlußfähiger Mitgliederzahl versammelt und die Geschäfte hat' ten daher noch nicht begonnen. Die Negierung soll die Absicht haben, eine Zwangs-Anleihe zu beantragen. Costa Cabral war zum Gesandten in Paris, der Herzog von Terccira zum Gesandten in Wien und der Graf von Villa Real (an die Stelle ocs Baron von Moncorvo) zum Gesandten in London ernannt worden. Walachei. Buckarcst, 3- Jänner. Gestern gegen Tagesanbruch fanden die Nachtwachen zwei todte Menschen auf der Straße liegen, einen Deutschen und einen hiesigen jungen Bojaren, Namens Mirischcsku, ohne die geringsten Zeichen irgend einer Ermordung. Letzterer war bis I I Uhr in einer Abendgesellschaft, nach welcher Zeit er ganz wohlbehalten nach Hause ging. Einige Aerzte glau- ben, daß er sich den Magn mit Fastensp.'iscn überladen und daß ihn der Schlag getroffen habe. Die Resultate der bis jetzt vielleicht noch nickt einmal vorgenommenen Obduction sind noch nicht bekannt. — Da nun gerade in neuester Zeit mehrere Herren und Frauen Cholcra-Anfälle gehabt haben wollen, andere auch an verdächtigen Symp-tomen gestorben sind, so glaubt man allgemein, daß auch diese zwei Leichen als ein Opfer der Cholera gefallen. In dieser Meinung wird man um so mehr bestärkt, al5 gestern von Braila aus ein Rapport an die Regierung gelangt ist, ver--möge welchem das Ansuchen um Errichtung eines Choleraspitals und um 25 Mann dazu, gestellt wird. Ueber die Nähe oder Anwesenheit der Cholera selbst in Braila, wo man sogar schon 20 Mann Soldaten verloren haben will, herrschen die widersprechendsten Gerüchte und nur Wenige wollen die Einrichtung eines solchen ^Lazareths auS Vor» ficht errichtet wissen, was doch das Natürlichste ist. Scy dem übrigens wie ihm wolle, I)l-> Wittmann aus dcm hiesigen Militärspital ist sogleich nach Braila beordert wl'r-den, um über den Thatbestand zu berichten. — Der Schnee liegt bei uns allenthalben sehr hoch, während wi? aus andern Gegenden hören, daß die Felder ganz bloß liegen. Es ist sonderbar, daß die walachischc Schneedecke gerade nur bis zu den Gränzkarpathen reichen soll. A c g y p t e n. Trieft, !0. Jänner. Die jüngsten Nachrichten au5 Aegypttn melden von einer Erkrankung des Vice-Königs, an drssen Person jetzt um so mehr ein wohlwollendes In-' tcrcsse genommen wird, als er seinen Ehrgeiz am Schlüsse der Lebensbahn vorzugsweise den Eroberungen der Civi^ sation im Lande zuwendet. So hat der projectirte Canal-ban durch die Landenge von Suez in ihm einen warmen Förderer gesunden, und cr pflegt zu äußern, daß er seine dcm M.'hl Acgyptcns gewidmete Laufbahn mit dicsein großartigen Werke beschlossen sehen möchte. Wirklich hat der alte Pascha der französischen Brigade, welche mit dcc Vorausnähme dcs Terrains und der Pläne beauftragt war und die Aufgabe bereits in der wünschenswerthesten Weist gelöst hat, alle Unterstützung angedeihen lassen; die vier theils an den Küsten, theils in der Wüste stationirtcü Divisionen derselben waren zu, ihrem Schutze mit Artille' rie-Soldaten und zur Bequemlichkeit mit Dromedars und einer Anzahl Treiber unentgeltlich von ihm versehe". Zum Schlüsse dieses Monats werden die bauleitenden In-.genieure von Frankreich, England und Oesterreich (hicsi' gerseits reist der Rath Negrclli zu diesem Behufe in der kommenden Woche ab) in Nismes zusammentreffen und sich da«N an Ort und Stelle nach Aegypten begeben, um die Plä^ dcs Canalbaucs definitiv festzustellen. Die französische 3>^' gierung hat ihre Theilnahme für das Werk ncuerdi^ dadurch an den Tag gelegt, daß der Handelskammer v^ Marseille die Erlaubniß ertheilt worden ist, sich an de»"' selben mit ihren Fonds zu bethciligcn. Verleger: Ignaz Alois Edler v. Kleinmayr. Anham )nr FmlzacljerSeiwnH. Brot-, Fleisch- und Flecksiederwaren-Tariff in der Stadt Laibach für den Monat Februar 1848. Gewicht >Prei^> ^Gewicht > Preis > > Gattung der Feilschaft des Gebäckes ! Galtung der Feilschaft der Fleischgatttmg > z _________ _____________n.>^><^!^> > A r o t Rindfleisch ohne Zuwage 1 — > 8 « s _ 2 ? l»! Flecksieder-Waren, «Mundsemmel . i '-' ^ , ^ mit Einschluß des Hinterkopfes, der Oberfüße, Nie > s ' ' ' ^ « ^ , ren, und der verschiedenen bei der Ausschreitung >Ordin. Semmett - - ' ^ ^ ^ . ^° stch ergebenden Abfälle unterslehen keiner Satzung, ! aus'Mund., ^15 __ 3 und dürfen daher als Zugabe dem Rindfleisch nich, >^. « .. <^""^teig! _ zy __ ä zugewoge,, werden. > Ä3u taxmasiiqen Preis. > Kemnistl^in ^ ^ ^ ' Gewicht, oder in cincr schlccktcrc,, odcr andcr» Qualltat, als > VlMNieltelg l 10 ^ 6 , d,'rch ric Tarc vorgcschricbcnist, vcrtailft. w.rd „ach dc„ be, > a. l >. Wei' ! stcbcnden Gcsc>jen lüinachslckllich gestraft wcrdo», II, welche, « '>?^^N'Nrnt :cn- u »! — 29 — 3 ! Hinstcht auch oas kaufende Publiklim anfgcfordert wlrd,».l^ > ^ocren . Hrot ^ zcn . u. j 4 __ <-, ric i» dieser Tabelle c.n»alte,>c.' Feilschafte., auf tcme Wc.s, > ^ Kornmehl ^ ^ -«u « „,^,^ alo die Sayllüg auswcis.t, zu be^hle»! lede Ueberda». > Hblas,br°t aus Nach., ... ^ 2 '5 "mg und Vcuortheilung aber. '^ > mehlteig. vnlzo 3u..) ' ' ' ^ ?0 ^ ) gege„ die Sahuoc, erlauben sollte, sogle.ch den, Mag,stlal. > «cl.it^ genannt l. « » . 1 29 "> 6 zur gesetzlichen Bestrafung anzuzelgen. Sour» vom 29. Danner »848. VtittelvreiK StaatS'chuIdverschreib. zu 5 s,t^t,, jin CM.) »oi i5^,6 detto deito , ä . (in EM.) 86,!» dttco deito » 3 « . 6,2^4 detto delto „ 2 »^« ^ « .< 5» Darl. mit Verl. v.I, ,85H für 5oa fl (i„ CM.) 78,7^8 vello 0etl0 l83q für 25ofi. «77^2 «i«n«r Stadt. Naxco .^)dlig. zu » ,^2 r>cl. 65 va«s. Ablief, or Stück »55c> >u (^. M. Vermischte Verlautbarungen. Z. 205. (.) Nr. 52. Edict. Von dem k. k. Bezirksgerichte Senosetscl, wild bekannt gemacht: Es sey in der Erccutionssache des (i3 (2) Deutsche Allgemeine Zeitung. Motto: „Wahihcit ,md Recht, Freiheit u»d Gesch.« Auf diese, auch in diesem Jahre in meinem Verlage in der bisherigen Weise taglich erscheinende Zeitung nehmen von jetzt an auch alle Post« und Zeiru ng s-Expeditionen in den k. k. österreichischen Staaten Bestallungen an, und sind die ersten acht Nummern dieses Jahrganges bei F/?. ^FF. F^,F/iL»««F,«tl et?üe5« F5,ec /,F««,«,F/"5»L inKlagenfur , undbei ^F H^ ^tttM^e?' in 2riest als Probe gratis zu erhalten. Inserate aller Art, welche von den genannten Buchhandlungen angenommen und befördert werden, finden durch die Deutsche Allgemeine Zeitung die weiteste Verbreitung, Und werden für den Raum einer Zeile mit 3 kr. C. M. berechnet. Leipzig, im Januar I8-l8. F H Vrockhaus. Z. ,81. (3) Zwei meubline Monatzimmer, nebst einem Vorzimmer, mit der Aussicht auf die Laibach, sind in der St. Peters-Vorstadt Nr. 23, im I Stocke, sogleich zu vergeben Z. 192. (3) Getreide-Licitation. Am 7. des nächstkommenden Monates Fe- bruar, Vormittags um 10 Uhr, werden in der hiesigen Amtskanzlei die nachstehenden Gttreide-Gattungcn, als: 31 Metzen Weizen, 16 „ Roggen, 49 „ Hirse und l«3 „ Hafer licitando veräußert werden. Verwaltungsamt der D. O ritterl. Com< menda Laibach am 28. Jänner 18^8.