Bezugspreise Jür Österreich-Ungarn ganzjährig K 4' — halbjährig K 2;- £iir Amerika: ganzjährig D. 1 25 ^iir das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. GvtWeer Mt Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hottscheer Moten in Gottschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftleitung des Hottscheer Moten in Gottschee. Anzeigen Qnjerate/ werden nach Tarif berechnet und von der 33er-waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage desGott-scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Ar. 24. Kottschee, am 19. Dezernöer 1914. Jahrgang XI. Einladung. Aer Heutigen Kummer liegt ein ßrkagschein öei, dessen stch die p. t. Abnehmer öei Kinznhlnng der Mezngsgeöühr — jährlich mindestens vier Kronen im Inland — gefälligst bedienen wollen. Mir bitten höflichst, die Bestellung schon jetzt zu erneuern, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintrete. _______________ Der große Sieg in Aordpoten. Kurz vor dem Redaktionsschlüsse traf am 18. Dezember die frohe Nachricht ein, daß die Entscheidung in Nordpolen gefallen sei. Die deutsche Oberste Heeresleitung meldet: „Bei den gestrigen und vorgestrigen Kämpfen in Nordpolen brachte die Tapferkeit west-preußischer und hessischer Regimenter die Entscheidung. Die' Früchte dieser Entscheidung lassen sich zurzeit noch nicht übersehen." Der österreichische Kriegsbericht gibt dazu noch die Ortsangabe: der Schauplatz der neuen russischen Niederlage war die untere Bzura. Zuerst wurden also die Russen von unseren Truppen bei Lima-n ow a und nun von den Deutschen an der Bzura geschlagen und haben den allgemeinen Rückzug angetreten. — Unbeschreibliche Begeisterung rief die Nachricht von dem großen Sieg im Osten in Berlin hervor. Die Blätter jubelten über den großen Sieg, der sich den größten Siegen der Weltgeschichte anreihe, und heben die Kriegsbilder. :tn rühmliche Anteilnahme der österreichisch-ungarischen Truppen hervor. Unsere Freude, schreibt das „Berliner Tagblatt", wird auch die Österreich-Ungarns sein. Der neue herrliche Sieg konnte nur errungen werden durch die treue Kameradschaft der uns verbündeten Heere. Der „Lokalanzeiger" vergleicht die Schlacht in Polen mit den Schlachten bei Salamis, auf den katalaunischen Gefilden und Leipzig und schließt: Daß sie für uns fiel, danken wir dem Genie Hindenburgs und dem Todesmute unserer Truppen, „die unter den ruhmreichen Bannern des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns fechten. Die „Tägliche Rundschau" schreibt: Prachtvoll bewährte sich hier in allergrößtem Stile die Waffenbrüderschaft mit den Truppen der Habsburger Monarchie. Die Notwendigkeit, alle verfügbaren Kräfte gegen den Hauptgegner zu werfen, erklärt, daß die Österreicher und Ungarn in Serbien nicht mehr Truppen ersetzten, als sie es taten. Die Serben, die heute in Belgrad eine Komödie des Triumphes aufführen, wurden von den Österreichern und Ungarn in Südpolen schwerer geschlagen, als sie bei Valjevo geschlagen werden konnten. Durchhalten! Seit Kriegsbeginn haben Österreich und Deutschland auch gegen eine Großmacht gemeinster und schäbigster Art zu kämpfen, nämlich gegen die Lüge. England, Frankreich und Rußland setzen, indem sie ihre Herrschaft über die Kabel skrupellos ausnützen, unaufhörlich falsche Nachrichten in die Welt. Eine solche dicke Lüge ist II. Setfehgang in den Lüften. Es war kurz nach einer blutigen Schlacht in Nordfrankreich. Die Mannschaften des Roten Kreuzes waren eifrig mit der Bergung der Verwundeten und Toten auf dem rauchenden Schlachtfeld Beschäftigt. Da trafen sie einen tödlich verwundeten jungen deutschen Offizier an, der eindringlich um den Beistand eines katholischen Priesters bat, da er den sicheren Tod erwartete. Man beeilte sich, einen katholischen Priester aufzusuchen. Allein es war im Augen-blick keiner in der Nähe. Dennoch wollte man nichts unversucht lassen, um den Wunsch des sterbenden Offiziers zu erfüllen. Da hörte der Oberst von dem Vorfall. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß ein katholischer Geistlicher nicht in der Nähe war, ließ er schleunigst einen Flieger (Luftschifflenker) kommen. Diesen schickte er zu der nächsten, etwa zwei Stunden entfernten Stadt mit dem Auftrag, einen katholischen Priester von dort auf das Schlachtfeld zu holen. Nach einiger Zeit kommt der Flieger wohlbehalten mit einem Priester im Aeroplan (Luftschiff) zurück. Der Priester kam rechtzeitig, spendete dem sterbenden Ösfizier die durch die Lüfte getragenen Sterbesakramente und verweilte bei dem Sterbenden, Trost spendend, bis zum letzten Augenblick. Dann führte der Flieger den Priester durch die Lüfte an seine Seelsorgestation zurück. Das war also tatsächlich ein Versehgang oder, richtiger, eine Versehfahrt durch die Lüfte. K o m i t a t s ch i. Komitatschi heißen in den Balkanländern frei herumziehende, gut ausgerüstete Kriegsbanden, die nicht zur regulären Truppe gehören, also Freischärler. Im gegenwärtigen Kriege treiben sie ihr Unwesen insbesondere in Serbien und Montenegro. Ihre Ausgabe ist, den Feind zu belauern, ihn aus dem Hinterhalt zu überfallen, fortwährend zu beunruhigen, Brücken zu sprengen, Bahnkörper zu zerstören, Spionage zu treiben, das Volk aufzuwiegeln usw. Hiebei werden sie von'Weibern und selbst von Kindern tatkräftig unterstützt. Als Kinder des Landes kennen sie selbstverständlich alle Wege und Stege. Gewöhnlich halten sie sich im Gebirge und in Wäldern gruppenweise zu 40 bis 50 Mann auf, um im günstigen Augenblicke hervorzubrechen und den Feind zu überfallen. Fhre Hauptwaffe ist die Bombe. Der Komitatschi sitzt auf einem Baume oder versteckt sich hinter dichtem Gebüsch und wartet auf den geeigneten Augenblick. Wenn es Zeit ist, die Bombe zu schleudern, schlägt er damit an einen harten Gegenstand und beginnt langsam zu zählen: eins, zwei, drei . . . Denn er muß beiläufig bis zehn zählen, bis es auch, wenn in englischen, russischen und französischen Blättern behauptet wird, daß Österreich und Deutschland erschöpft und kriegsmüde seien und demütig um Frieden bäten. Wenn unsere Feinde Gerüchte verbreiten, daß die verbündeten Kaiserreiche schon gerne Frieden schließen möchten, so ist das eine Erfindung, und die sie gemacht haben, wollen damit nur den gesunkenen Mut ihrer eigenen Soldaten neu beleben. Das ..Fremdenblatt" trat Ende November den Auslassungen französischer und russischer Blätter über eine angebliche Kriegsmüdigkeit Österreich-Ungarns entgegen, insbesondere auch dem neuerdings im „Tenips" enthaltenen Gerüchte, wonach besonders Ungarn den Frieden wünsche und der jüngste Besuch des Grafen Tisza mit diesen Friedenswünschen in Verbindung stehe. Es wird darauf hingewiesen, daß die ganze Bevölkerung und alle Nationen und Stände der Monarchie mit tatfreudigem Opfermut fest entschlossen sind, den uns aufgezwungenen Kampf mit dem Einsetzen aller Kräfte durchzufechten. Das Blatt erinnert an die Begeisterung, womit die Kriegsanleihe in beiden Staaten der Monarchie zu einer großen, eindrucksvollen Manifestation des Patriotismus wurde, und an den Enthusiasmus und die Einmütigkeit, womit im ungarischen Reichstage die Majorität und die Opposition sich in Huldigungen für den Herrscher und die Armee in der Bekundung ihres Vertrauens auf den endgültigen Sieg vereinigten. Gewiß, erklärt das „Fremdenblatt", wünscht die ganze Monarchie den Frieden, aber nur darum, weil wir überhaupt immer den Frieden gewünscht haben und weil wir diesen Krieg nur deshalb führen, um endlich nach langen Jahren unaufhörlicher Bedrohungen unserer ruhigen Entwicklung, unserer Interessen, unseres Rechtes und unserer Existenz einen dauernden Frieden zu gewinnen. Man geht nicht fehl, betont das Blatt, in der Annahme, daß diese haltlosen Auffassungen französischer und russischer Blätter von der Friedenssehnsucht der Monarchie und speziell Ungarns keinen anderen Zweck haben, als die Friedenssehnsucht im eigenen Lande durch den Hinweis zu beschwichtigen, der Gegner sei ohnehin bereits mürbe und werde nicht mehr lange im Kampfe aushalten. Das ist aber eine schwere Selbsttäuschung, ähnlich jener, als unsere Feinde vor einigen Monaten sich und anderen einreden wollten, wir könnten keinen Krieg führen, wir wären von vorneherein schon geschlagen und zerschmettert, denn wir hätten keine Armee mehr. Wie sich unsere Gegner von den Gefahren dieses Selbstbetruges sehr bald haben überzeugen müssen, so wird auch der jetzigen Friedensphantasie eine schwere Enttäuschung auf dem Fuße folgen. Die Bevölkerung der Monarchie, schließt das Blatt, ist entschlossen, den Kampf mit aller Energie bis zum siegreichenEnde durchzuführen, denn sie ist sich bewußt, daß dieser Krieg ein notwendiger und gerechter ist, wie es je nur ein Krieg sein konnte. Im ungarischen Reichstag erklärte Ministerpräsident Graf Tisza, es harren unser noch große Kraftanstrengungen, doch müssen wir auf unsere Kraft vertrauen. Es muß in uns das Bewußtsein leben, daß wir auch gegenüber den noch bevorstehenden Kraftanstrengungen siegreich standhalten werden. Diesen Kampf müssen wir ohne Zagen, ohne Zaudern, ohne Kleinmut fortsetzen, bis er für uns die bleibenden Vorbedingungen der künftigen Sicherheit schafft. Unsere Pflicht ist es, dafür zu sorgen, daß das in Bächen vergossene Blut unserer Brüder nicht verloren gehe, daß es seine segensreiche Früchte bringe. Gegenüber den englischen Friedensenten, wonach Deutschland Annäherungen an einflußreiche Franzosen suche, um zu erfahren, ob von Frankreich ein Friedensvorschlag auf Grundlage der Abtretung von Metz und einem Teile des Elsaß annehmbar wäre, wonach ferner die Deutschen den Frieden mit Rußland suchten und die Regierung der Vereinigten Staaten von deutscher Seite um Friedensvermittlung angegangen worden sei, wiesen selbst Blätter neutraler Staaten (Dänemark) darauf hin, daß solche Tendenzmärchen offenbar nur dazu bestimmt seien, in England gute Stimmung zu machen. Der Mindestpreis für den Frieden sei, schreibt der „Politiken", wohl die Abtretung Belgiens an Deutschland und die Zahlung einer Anzahl von Milliarden als Kriegsentschädigung. Außerdem stehe das deutsche Heer auf feindlichem Boden und seine Flotte sei noch gar nicht in Aktion getreten. Daher würde ein Friedensvorschlag der deutschen Regierung im Volke als Verrat und als Verleugnung aller bisher gebrachten Opfer erscheinen. Ein Krieg, der um die Weltherrschaft begonnen wurde, werde nicht nach drei bis vier Monaten aufgegeben. Im sächsischen Landtage (23. November) erklärte Minister Dr. Beck u. a.: Nicht als Amboß für andere Nationen, wie Deutschlands Feinde dachten, sondern zu ihrem Schrecken als Hammer von kerndeutschem Stahl, von dessen wuchtigen Schlägen bald die Tore Europas erzitterten, habe das Volk entschlossen den Kampf ausgenommen. „Die Staatsregierung ist mit dem Volke eins in dem unerschütterlichen Entschlüsse, im Bewußtsein der unbeugsamen Stärke mit aller Kraft durchzuhalten, bis wir die Feinde niedergerungen und einen der ungeheueren Opfer und vergossenen Tränen werten Frieden errungen haben." (Stürmischer Beifall.) In der denkwürdigen Reichstagssitzung in Berlin am 2. Dezember 1914, der ebenso wie jener berühmte 4. August für immer zu den größten Tagen in der Geschichte des neuen Deutschen Reiches zählen wird, bewilligte die Volksvertretung des Reiches einmütig die Bombe explodiert. Wenn er bei sechs angelangt ist, wirft er die Bombe weg, die beiläufig drei Sekunden braucht, bis sie an ihren Bestimmungsort anlangt, und in der zehnten Sekunde explodiert sie. Gegen die Bombe kann man sich jedoch sehr leicht schützen. Die meisten Bombenwerfer sind in dein entscheidenden Augenblick gewöhnlich sehr aufgeregt und werfen die Bombe schon eher weg. Wenn man nun genug Geistesgegenwart hat, die fallende Bombe sofort ergreift und rasch wegschleudert, so geschieht einem nichts. Nur muß man rasch handeln. Der Säbel des Gefallenen. Ein Prager Reserveoffizier, der aus dem nördlichen Kriegsschauplätze kämpfte, wurde in einem Gefechte schwer verwundet. Ein Kamerad, gleichfalls ein Prager, der ihn persönlich kannte, und, selbst leicht verwundet, sich aus der indes vorgeschobenen Gefechtslinie zum Verbandplatz zurückbegab, sah seinen Freund auf der Walstatt aus mehreren Wunden blutend liegen. Er gab kein Lebenszeichen mehr von sich und der Leichtverwundete hielt ihn für gefallen. In der Absicht, nach seiner Heimkehr die Frau des Kameraden zu verständigen und ihr ein Andenken von ihrem Manne mitzunehmen, schnallte er diesem den Säbel ab und nahm ihn mit sich. Vor wenigen Tagen nach Prag zurückgekehrt, unternahm er den beabsichtigten Beileidsbesuch. Er schilderte der Frau seines Freundes, wie er diesen auf dem Schlachtfelde gefunden, sprach ihr sein tiefes Mitgefühl aus und überreichte ihr das mitgebrachte Andenken. Mit wachsendem Erstaunen hörte die Frau der Erzählung des Freundes zu. Dann fragte sie, ob er bestimmt wisse, daß ihr'Mann gefallen sei. ,,^a, war die Antwort. „Nun, es ist glücklicherweise nicht so schlimm, er ist wohl schwer verwundet worden und lag lange ohnmächtig, aber man hat ihn aufgelesen und wieder zu sich gebracht, ^zetzt liegt er hier im Nebenzimmer und die Ärzte geben mir einige Hoffnung." Damit öffnete sie die Türe und führte den Trauerboten in das anstoßende Gemach. „Bitte, leise! Er schläft." Ein mißlungener Kosakenangriff. In einem in der „Salzburger Chronik" veröffentlichten Briefe eines Tiroler Oberjägers vom nördlichen Kriegsschauplätze heißt es: „In der Schlacht bei L. hatten unsere Truppen eine Höhe besetzt als in einer Entfernung von etwa 2000 Schritten eine Division Kosaken auf uns einen Angriff machte. Ich war Augenzeuge von diesem Angriff, da ich eben bei unserem Obersten weilte dem ich eine Meldung gebracht hatte. Links und rechts pfiffen die Kugeln vorbei, ober uns explodierten die Schrapnells, aber Angstgefühl hatte gar keiner. Man denkt eben nicht an die Gefahr, in welcher wie raf fen ein in* vir für fft- me che nb ob ng ter ng ng en ur n. hl hl he in en er -ft n. er h" >n re f- m l- ir >d er e- :r g die neuerlich von ihr geforderten Fünfmilliardenkredite. Ohne Zögern und ohne langes Reden stimmten alle Abgeordneten dafür und bekundeten dadurch aller Welt, daß das deutsche Volk einig ist in dem unerschütterlichen Entschlüsse, durchzuhallen, bis der Krieg siegreich beendet ist, koste es welche Opfer immer. Siegreich beendet, denn daran, daß Recht und Gerechtigkeit, sittliche Kraft und opferwillige Begeisterung schließlich über die Koalition von Größenwahn, Rachedurst und schäbigen Neid, von Lüge, Heuchelei und Heimtücke triumphieren müsse, daran zweifelt niemand im ganzen Reiche. Wir müssen, wir werden siegen — auf diesen antik-römischen..Grundton waren alle Reben gestimmt. Voll überzeugender Kraft, voll hinreißendem Schwung gab der deutsche Reichskanzler in einer meisterhaften Rede, die der wuchtige Ausdruck einer großen Zeit, der Spiegel der monumentalen Größe war, welche das deutsche Volk in diesen weltgeschichtlichen Tagen offenbart, dem unbeugsamen Willen des Volkes Ausdruck, nur einen gesunden Frieden schließen zu wollen. Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg schloß mit den Worten: „Die Zeit ist nicht für Worte . . . Nur noch eins: In Treue und mit^ heißem Danke gedenken wir der Söhne Deutschlands, die auf den Schlachtfeldern in Ost und West, auf hoher See, an den Gestaden des Stillen Ozeans und in unseren Kolonien für die Ehre des Vaterlandes ihr Leben gelassen haben. Bor ihrem jetzt verstummten Heldenmut einigen wir uns in dem Gelöbnis, auszuharren bis zum letzten Hauch, bis zum letzten Blutstropfen, damit Kinder und Enkel in einem starken Deutschland frei und ungehindert durch fremde Drohung und Gewalt an der Größe des Reiches weiterbauen können. (Lebhafter Beifall.) Und dieses Gelöbnis, es soll hiuausfchallen zu unseren Söhnen und Brüdern, die weiterkämpfen gegen den Feind, es soll hinausschallen zum Herzblut Deutschlands, das in zahl- und namenlosem Heldentum aufwallt, für das wir bereit sind, alles herzugeben, was wir haben, hinausschallen auch zu unseren Landsleuten im Auslande, zu den draußen für uns Sorgenden, zu den von der Heimfahrt Abgeschnittenen und Gefährdeten, zu den widerrechtlich Gefangenen und Mißhandelten. Wir halten durch, bis wir die Versicherung haben, daß keiner mehr es wagen wird, unseren Frieden zu stören, den Frieden, in dem wir deutsches Wesen und deutsche Kraft entfalten und entwickeln wollen als freies Volk. (Ungeheurer Jubel im ganzen Hause.) — Daß dies tatsächlich die Gesinnung ist, von der jedermann in Deutschland beseelt ist, haben Österreicher bestätigt, die in jüngster Zeit Deutschland besuchten. Sie stellten fest, daß in Berlin und überall im ganzen Reiche jedermann ausharren und durchhalten will, daß jedermann an den endgültigen vollkommenen Erfolg der verbündeten man sich befindet, man folgt nur mit Spannung dem Ausgang des Gefechtes. Die Unsrigen ließen die Kosaken auf 600 bis 700 Schritt herankommen, dann knatterte es aus allen Gewehren; hauptsächlich unsere vortreffliche Maschinengewehrabteilung bewährte sich sehr gut. Schauderhaft war es anzusehen. Nach einer Viertelstunde sah man keinen Reiter mehr. Ich lüge nicht: Tausende lagen auf einem Haufen durcheinander, Pferde sprangen umher und fielen dann, selbst schwer verwundet, zu Boden, die verwundeten Kosaken unter sich begrabend. Es läßt sich gar nicht schildern, wie es wirklich ist; man muß es eben selbst mitmachen, aber man wird hart wie ein Stein." Lücke aus füllen. In der Wiener Stadtbahn saß ein weißhaariger Mann; seine Haltung war stramm, in feinen Augen leuchtete es seltsam. Ein ihm gegenüber Sitzender begann mit ihm ein Gespräch. „Wissen Sie, lieber Herr," sagte schließlich der alte Mann, „ich bin schon hoch in den Fünfzigern. Aber ich habe eine Reise vor und gehe mich jetzt nur schnell von meinen Bekannten verabschieden. Ich fahre nach Galizien auf den Kriegsschauplatz. Ich habe mich als Freiwilliger gemeldet und sie haben mich angenommen. Mein einziger Sohn ist gefallen, da habe ich eine Lücke auszufüllen." Das sagte er schlicht wie etwas Selbstverständliches. Armeen nicht nur fest glaubt, sondern den Sieg als eine Selbstverständlichkeit betrachtet. Nur die Dauer des Krieges und der Umfang der weiteren Mobilisierung unterliegt verschiedener Meinung, Aber vom guten Ende sind sie alle, alle gleich überzeugt. Der Geist der mutigen Entschlossenheit, der auf Gott vertrauenden Zuversicht wird auch fernerhin Deutsche und Österreicher beseelen. Wenn uns also auch Zwischenfälle und Rückfälle nicht erspart bleiben sollten, so werden und wollen wir doch niemals zweifeln am endgültigen siegreichen Erfolge unserer Heere, niemals wollen wir Zaghaftigkeit und Kleinmut auslommen lassen. Sollte der große Kampf zu einem „Erschöpfungskrieg" werden, wie manche glauben, so sind wir jetzt schon überzeugt, daß nicht wir die Erschöpften sein werden. Der Ausgang des Kampfes, den wir nicht gesucht, der uns aufgezmungen worden ist und den wir für eine gerechte Sache führen, liegt tu Gottes Hand. Wir flehen zu Gott, dem Lenker der Schlachten und der Völker, er möge uns eine glückliche Beendigung dieses welterschütternden Kampfes ehestens erleben lassen. Wir schließen unsere Ausführungen mit den tiefempfundenen Worten, die wir jüngst in einem Aufsätze der „Reichspost lasen: Wäre nur das Leid, das unermeßliche Leid allein bestimmend für das Ende des Krieges, die Völker hätten längst um Frieden gerufen. Aber sie schweigen und harren aus. Ein ungeheurer Stolz, eine siegbewußte Opferwilligkeit ist in ihnen — und die ist größer als alles Wehe. Sie macht dieses ganze Volk in seiner Unbeugsamkeit heilig und auch nicht eine Stimme gibt es, die rufen wollte: Genug! Jeder hält sein Herz mit beiden Händen fest und sagt sich: Durch müssen wir, durch! _________________________ Aus Stabt und Land. Hottschee. (Ernennung.) Seine Majestät der Kaiser hat den Dechanten von Portole in Istrien, Herrn Emil Walker, zum Domherrn von Capodistria zu ernennen geruht. Der Neuernannte entstammt mütterlicherseits einer Gottscheer Familie. Seine Mutter war nämlich eine geborene Kernborferin. — (Vom V olk s schuIdienste.) Der Landesschulrat hat die Zulassung zur Schulpraxis der mit dem Reifezeugnisse versehenen Lehramtskandidatin Fräulein Mara Schau ta an der vierklassigen Privat-Knaben- und Mädchenvolksschule des Laibacher Schulkura-toriums in Laibach zur Kenntnis genommen. — (Vom Klerus.) Die Pfarre Stockendorf wurde dem dortigen Pfnrrverroefer Hochw. Herrn Johann Ja klitsch verliehen. Fleischknödel. Ein Wieselburger schrieb vom nördlichen Kriegsschauplätze an feine Mutter folgenden Brief: „Mein liebes Mutterl l Über mein Wohlbefinden können Sie ruhig sein; ich bin gesund und unverwundet. Sonntag, den 29. August, waren wir im Feuer. Es ging überaus scharf her, trotzdem war unsere Mannschaft nicht zurückzuhalten, sie wollte nur vorwärtsstürmen. Sobald wir Sturm machen und mit Bajonetten angreifen, werfen die Russen alles weg und bitten um Gnade oder rennen davon wie die Hasen. Am vorher erwähnten Sonntag ging einer der Unsrigen Wasser holen, da wurde auf ihn geschossen. Sofort stürmten zehn Mann von uns in der Richtung der Schüsse und griffen die Russen an, und ohne einer, einzigen Mann zu verlieren, machten sie 42 Gefangene. Einer derselben sprach etwas deutsch und erzählte, daß sie stets Hunger leiden müssen und froh sind, von weiteren Kämpfen befreit zu sein. Auch fürchten sie, daß sie am Ende des Krieges bei ihrer Auslieferung nach Rußland erschossen werden. Zu essen haben wir hier genug, aber Fleischknödel gibt es nicht. Darum sage ich, wenn ich zurückkomme, darf der Herd zwei Tage lang nicht kalt werden; da will ich mich für die jetzigen Entbehrungen entschädigen, besonders freue ich mich auf die Fleischknödel. Nicht wahr, liebes Mutterl, die kriege ich gleich, wann ich heimkomme? Es grüßt und küßt Euch alle Euer Hans N., Korporal. — (Kriegsauszeichnungen.) Dem Regimentsarzte Herrn Dr.Franz Schleimer des LJR 24 beim Landsturminfanterieregiment Nr. 1 wurde das Goldene Berdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. — Herr Oberleutnant Richard Fornbacher des LJR 4 wurde zum zweitenmale ausgezeichnet; es wurde ihmdas Militärverdien st kreuz dritter Klaffe mit der Kriegsdekoration verliehen. Wir beglückwünschen den bereits zweimal wegen seines Heldenmutes ausgezeichneten Offizier und seine Familie aufs herzlichste. — Das Militärverdienstkreuz mit der Kriegsdekoration erhielt ferner Herr Hauptmann Franz Kette des IR 14. — (Verwundete Offiziere und Gagisten.) Auf dem südlichen Kriegsschauplätze wurde Herr Fritz Hönigmann. Oberleutnant des 100. Infanterie-Regiments, schwer verwundet (Lungendurchschuß). Er lag zuerst einige Tage in Valjevo und befindet sich nun in Gottschee in Pflege. — In der Verlustliste Nr. 74 sind u. a. verzeichnet: Oberleutnant Paul Eppich, JR. 27, verwundet ; Reserve-Feldwebel Kadett-Aspirant Franz Perz, JR. 27, verwundet; Reserve-Leutnant Alois (Michael?) Stalzer, JR. 27, verwundet. Erkrankt ist Herr Hauptmann Franz Kette, JR. 14. Herr Oberleutnant Hubert Truger ist auf dem nördlichen Kriegsschauplätze zum zweitenmale verwundet worden. Herr Hauptmann Gstettenh ofer, Sohn des verstorbenen Herrn Landesregierungs-rates Dr. Mich. Gstettenhoser, wurde auf dem südlichen Kriegsschauplätze verwundet (Armschuß). Verwundet wurde Herr Kadettaspirant Richard Krauland, LdschR 1. Kriegsgefangen ist der Reseroe-leutnant Herr Dr. Franz Jur an, bh IR 4. — (Ein Kriegs Held) ist Herr Oberleutnant Richard Hönigmann. Er ist bereits durch Verleihung des Militär-Ver-dienstkrenzes mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet worden. Nun hat der Herr Oberleutnant neuerdings eine hervorragende Kciegstat geleistet. Durch sein rechtzeitiges Eingreifen mit seiner Maschinengewehrabteilung trug er nämlich wesentlich bei zur Erringung eines siegreichen Erfolges und wurde infolgedeffen neuerlich für eine Kriegsauszeichnung vorgeschlagen. — (Neue Marktordnung.) In der letzten Sitzung der Stadtgemeindevertretung wurde der neu aufgestellte Entwurf der Vieh- und Waren-Jahrmarktordnung samt Markttarifen genehmigt und das Gemeindeamt beauftragt, dessen Genehmigung seitens der Landesregierung zu erwirken. Nach erfolgter Genehmigung durch die Landesregierung ist die neue Marktordnung in Druck zu legen und in den öffentlichen Lokalen usw. zur allgemeinen Einsicht anzuschlagen und öffentlich kundzumachen. Zum Marktkommisfär wurde Herr David Steiger gewählt. — (Gemeindevermittlungsamt.) Da die Kreiernng von Gemeindevermittlungsämtern nunmehr nicht mehr dem Ermessen der Gemeinden anheimgestellt, sondern die Bestellung dieser Ämter im Sinne des § 1 des Landesgesetzes vom 18. Mai 1914 in jeder Ortsgemeinde angeordnet worden ist, wurde in der letzten Sitzung der Stadtgemeindevertretnng die Wahl in das hiesige Gemeinde-Vermittlungsamt vorgenommen und es wurden gewählt die Herren: Wilhelm v. Für er zum Obmann; Hans Fink zum Obmann-Stellvertreter; Joses Obergsöll zum Mitglied und Matthias Rom zum Ersatzmann. t _ , — (Haftung gegenüber der Militärbehörde.) Auf ein von der Genossenschaft der handwerksmäßigen und verwandten Gewerbe in Gotisch« an die Stadtgemeindevertretung gerichtetes Ansuchen hin erklärte sich letztere durch Sitzungsbeschluß bereit, die Haftung gegenüber der Militärbehörde für Lieferungen von Stoff für Militärbekleidungssorten zu übernehmen. Infolgedessen erhielten die hiesigen Schneidermeister Austräge zur Ansertignng von Uniform- sorten. „ c , — (Stipendienpräsentation.) In der letzten Sitzung der Stadtgemeindevertretung wurden für Johann Stampfls che Stipendien präsentiert: für den 4. Platz jährl. 400 K Georg Krauland, Jurist in Wien, gegen Verlust des 15. Platzes jährl. 200 X; für den 10. Platz jährl. 200 K Johann Lube aus Langenton, Schüler der 5. Gymnasialklasse in Gottschee, gegen Verlust des 4. Platzes jährl. 100 K; für den 3. Platz jährl. 100 K Josef Samide von Langenton. Schüler der 4. Gymnasialklasse in Gottschee; für den 6 Platz jährl. 100 K Franz Witrreich von Klindorf, Schüler der Q. Gymnasialklasse in Gottschee; für den 20. Platz jährl. 100 K Josef Schagar aus Moos, Schüler der 5. Gymnasialklasse in Gottschee; für den 22. Platz jährl. 100 K Josef Schneider aus Mitterdorf, Schüler der 5. Gymnasialklasse m Gottschee. — (Für unsere Soldaten im Felde) bewilligte die Stadtgemeindevertretung eine Weihnachtsgabe von 300 K. — (Kriegssürsorgespende des Vereins der Deutschen aus Gottschee.) Der Verein der Deutschen aus Gottschee in Wien hat sür Kriegsfürsorgezwecke den Betrag von 200 K gespendet und an den Herrn Bürgermeister gesendet. Wie wir hören, wird der größere Teil dieser' dankenswerten Spende für die Verwundetenpflege in unserem Reservespitale, der Restbetrag für die Anfertigung von Kriegerstöcken verwendet werden. — (Gesunden) wurde am 12. d. M. in Gottschee eine Zwanzigkronennote. Der Verlustträger wolle sich beim hiesigen Gemeindeamte melden. — (Ehrengabe für die Pflege von verwundeten Soldaten.) Die Theologen der Diözefan-Lehranstalt in Laibach betätigten sich bei der Pflege der verwundeten und kranken Soldaten in Laibach (Reservespital im Mädchen-Ly;eum). Jene, die sich hiebei durch besonderen Eifer hervortaten, erhielten vom k. u. k. Kommando Ehrengaben. Zu diesen letzteren zählt auch unser Landsmann, der Theologe des vierten Jahrganges Herr Heinrich Wittine aus Lichtenbach. — (Stütz stöcke und Krücken für Verwundete) wurden feit dem letzten Berichte weitere 1400 Stück gespendet an die Spitäler und Rekonvaleszentenhäuser in Klagensurt, St. Beit an der Glan, Leitmeritz, Preßburg, Troppau. Olmütz, Agram, Salzburg, Eger, Fiume, Jglau, Kaschau, Wr.-Neustadt, Donawitz. Krapina-Teplitz, Budweis und Miskolcz. Von 35 Spitälern, Rekonvaleszentenhäusern und Krankenhaltestationen in den Bahnhöfen liegen noch Ansuchen vor. Um diesen entsprechen zu können, wird um Fortsetzung der Einliesernng von Slöcken gebeten. Än Beiträgen zur Erzeugung von Stöcken werden verzeichnet: 40 K von der Firma Felice Nemeuz in Triest und K 42'89 an Lohnrücklässen, die durch das herzogliche Forstamt in Gottschee vereinnahmt wurden. Bis jetzt wurden für die Beschaffung von Stöcken 213 K ausgegeben. — (Die Kriegerstöcke aus Gottschee.) Aus Salzburg erhielt das herzogliche Forstamt in Gottschee folgende Zuschrift: „Die Stöcke und Krücken, die Sie dem hiesigen Roten Kreuze lieferten. sind so ausgezeichnet, daß die gefertigte Sektion die Bitte stellt, ob sie nicht noch weitere erhalten könnte. Unsere Sektion hat die Versorgung von sieben Militärspitälern mit einem Belage von über 2000 Mann mit Liebesgaben über und sind Stöcke dringend erwünscht. Wir sind Ihnen sür dieses Geschenk sehr dankbar. Sie wären zu richten an die erste Sektion des Fraueu-Kciegshilfsver-eines, Vorsteherin Gräfin zur Lippe, Salzburg. Hochachtungsvoll für die erste Sektion der Sekretär Ritter v. Lom." — (Todesfall.) Am 3. d. M. starb nach langem schmerzlichen Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten. Frau Theresia Schleimer, Bürgers- und Gasthofbesitzerswitwe, im 77. Lebensjahre. Sie ruhe in Frieden! — (Raiffeisenkasse in Gottschee.) Es wird hiemit daraus aufmerksam gemacht, daß bis spätestens 28. Dezember (letzter Amtstag im laufenden Jahre) die halbjährigen Darlehenszinsen zu zahlen sind. — (Für die Familien der Einberufenen und den Kriegsfürf orgef onds.) Nach dem XIV. Verzeichnis über die beim k. k. Landespräsidium eingelaufenen Spenden haben u. a. gespendet: zu Gunsten der Familien der zu Kriegsdiensten Einberufenen: ein Prozent Gehaltsrücklaß der Beamten der Bezirkshauptmannschaft in Gottschee K 15'55; zu Gunsten des Kriegsfürforgefonds: Sammlung in der Ortschaft Neulofchin K 14; Sammlung in Obrem K 36"40 ches von den der OK hee; iorf, die :ut» fchee ge- iren, Ler- die eine Ge- ten bach 8ol-die u. k. uds-ine eben Spider mg, iina= itež-egen um igen :rma urch Bis :ben. burq rift: lie-Bitte ; hat von gend Sie räer-svoll nerz-The-. Le- iernit etzter n zu den c die i. ge-men: schaft ilung 6-40 Kommluna in Windischdorf K 4V40; Sammlung m Mltterdorf Sammlung in Koflern X 35*51; Sammlungsergebms m der Riarr'e Masern K 20; Sammlung durch Hochw. Herrn Pfarrer Eppich in Mitterdorf in den Ortschaften Kerndorf und Oberlojchm ^ ___ (Spenden für das Rote Kreuz.) Im XIII. 25 er« ^iebnis über die beim k. I. Landespräfidium eingelaufcnen Spenden rimnnsten der Gesellschaft vom Roten Kreuze sind u. a. ausgewie,en: Sammelergebnis der k. k. Bezirkshauptmannschaft Gottschee: Pfarramt in Riea K42; Pfarramt in Niederdorf K 3; Sammlung der Gemeinde Unterdeulschau K 57*40; Anton Hönigmann in Gottschee K 10* ein Prozent Gehaltsrücklaß der Beamten, Unterbeamten und Aufseher des Trifailer Kohlenbergwerkes in Gottschee für Oktober voq-60* Sammlung des Werkstätten- und Maschinenpersonals des Trifailer Kohlenbergwerkes in Gottschee K 12*01. Zu Gunsten bež Krieqsfürsorgesonds: Frau Christine Hosholzer in Gotischee TZ 2' Pfarramt Niederdorf K 2; Sammlung der Gemeinde Gora •z 15-40* ein Prozent Gehaltsrückiaß der Beamten der k. k. Bezirkshauptmannschaft Gottschee K 20 67. - Nach dem XIV. Verzeichnis iiber die beim k. k. Landespräsidium eingelaufenen spenden haben n a gespendet: Pfarramt Rieg K 20; Pfarramt Morobitz K 23; Gemeinde Mosel K 25 ; Beamtenschaft des Trifailer Kohlenwerkes in Gottschee K lOO'Ol. — (Im Kriege gefallen, verwundet ober gefangen genommen.) Der Res.-Gefreite des 17. Jnf-Regiments Herr Josef Lon Sohn des Herrn Kaufmannes Franz Lop, ist Privatnachrichten zufolge in den jüngsten Karpathenkämpfen gefallen. Seine Kameraven heben seine heldenmütige Tapferkeit in Zuschriften besonders hervor. Nach einer anderen Meldung wäre es nicht ausgeschlossen, daß er schwer verwundet wurde und in rusfische Gefangenschaft geriet. In den Verlustlisten werden angeführt: Inf. Georg Joses Glied e, WIR 27 verwundet; Kvrp. Rudolf Kump, LstJR 27, verwundet; Gefreiter Franz Tschinkel, LstJR 27, verwundet; Reserve-Korp Rudolf Jaklitsch, Tit-Zugsf. des IR 17, verwundet; EZ -Res. Alois Jelen, IR 17, verm.; Ers.-Res. Johann Jonke, M 17, verm.; Ers.-Res. Josef Jonke, IR 17, verm.; Res.-^nf. Malchias KaifeL, IR 17, tot; Ins. Johann Kobe, IR 17, verw.; Erst-Res. Job. Krake r, IR 17, verw.; Res.-^nf. ^ojef Krak er, ^R 17, verw.; Ers.-Res. Peter Kump, IR 17, verw.; ^ns ^ohann Oswald, JR. 17, verw.; Korp. Peter Rauch, ^R 17, verw.; Res.-Korp. Tik.-Zngsf. Adolf Rom, IR 17, verw.; Rest-Offtziers-diener Josef Stampfl. PB Nr. 3, tot; Korp. Andreas Cetinski, IR 17, verw.; Inf. Tit.-Gefr. Alois Fink, IR 17, verm.; Rest* Korp. Michael Fritz, IR 17, verw.; Inf. Jakob Gramer L^R 27, verw.; Johann Hoge, LJR 27, verw.; Ec,.-Res Ludwig Kikel, LJR 27, verw.; Korp. Franz Kresse, LJR 27, verw.; Res-Korp Ernst Anton Lackner, LJR 27, verw.; ^nf. ^o,ef Ruppe. LJR 27, verw.; Inf. Franz Sturm, LJR 27, verw.; Ers-Res. Anton Turk, LJR 26, verw.; Gefr. Johann Kolmanu, IR 17, 13. Komp., verw.; Ins. Adolf Krisch, IR 17, 15. Komp., «erw.; Korp. Karl Kurre, IR 17, 14. Komp., verw.; Erst-Res. Alois Lackner, IR 17, 16. Komp., verw.; Korp Tit.-Zugsf. Johann Ostermanu, IR 17, 15. Komp., verw.; Zugsst Franz Pelsche, IR 17, 14. Komp., tot; Res.-Zugsf. Ltt-Feldw. ^osef Petsche, IR 17, 16. Komp., verw.; Inf. Nikolaus Pfeifer, IR 117, 15. Komp., tot; Ers.-Res. Martin Plut, ^R 17, 12. Komp., verw.; Gefr. Ttt.-Korp. Matthias Plut, 17, 15. Komp., verw. Korp. Leopold Schneider, IR 17, 8. Komp. tot; Rest-Zugsf. Tit-Feldw. Josef Tschinkel, 14. Komp. verw.; Korp. ^ohaun Bezlaj, IR 17, Trans-Abt., aus Lienfeld, Schußverletzung des linken Vorderarmes. — Frau Elisabeth Schemitsch in Verdreng, die bis jetzt drei Söhne im Felde hatte — ein vierter Sohn wurde erst neulich ausgemustert —, erhielt von einer Frau in Rumänien, dieran Rußland die österreichischen Kriegsgefangenen besuchte, die Nachricht, daß ihr Sohn Gefr. Joses Schemitsch, LJR 27, als Kriegsgefangener im Spitale in Charkow infolge Amputation des schwerverwundeten Fußes und infolge Lungenentzündung am 12. Oktober gestorben ist und auf dem katholischen Friedhofe dortselbst begraben wurde. — Der Zugsführer Rudolf Jaklitsch. IR 17, aus Verderb erhielt einen Schrapneüschuß am linken Oberschenkel. Sein Bruder Andreas Jaklitsch, IR 17, 14. Komp., 2. Zug, wurde am 27. August verwundet und geriet am 29. August in russische Gefangenschaft (Nama Nikolajemsk). — Nachträglich sei noch bemerkt daß die Abteilung, der Herr Josef Lop angehörte, in den Karpathen gegen eine sechzehnsache russische Übermacht zu kämpfen hatte. — (Militärisches.) Herr Rudolf Sch abin ger, Ref.' Fähnrich des Feldkanonenregimentes Nr. 8, wurde zum Leutnant i. d. Res. (mit 1. November und dem Range vom 1. November 1914) ernannt. „ ^ _ r — (Der Nikolo-Abend), der am 5. Dezember im Saale des Hotels „Stadt Triest" abgehalten wurde (Vortrag über Serbien mit Lichtbildern, musikalische Darbietungen, Vortrag von Gedichten, Kriegränekdoten, Marionettentheater), brachte für den wohltätigen Zweck „Weihnachten im Felde" über 100 K als Reinertrag ein — (Unterhaltsbeiträge.) Bisher wurden über 1000 Gesuche um Zuerkennung des Unterhaltsbeitrages an Familien von zum Kriegsdienst eingerückten Soldaten ausrecht erledigt, es wurden also mehr als 1000 Parteien entsprechende Unterhaltsbeiträge von der Bezirkskommission bewilligt, etwa 400 Gesuche wurden abschlägig beschieden. c — (Wie lange kann der Krieg dauern?) Der militärische Mitarbeiter des „Pester Lloyd" führt in längerer Begründung aus daß die Entscheidung bereits in diesem Monate erfolgen kann, nämlich durch einen großen deutsch-österreichisch-ungarischen Sieg m Russisch-Polen, sonst wird uns das Frühjahr die Entscheidung bringen, ©eitet werben bte Jeinbe nicht ©iberftemb leiften fönnen. Kit* cheners Ansspruch, der Krieg werde mindestens drei ^zahre oder gar bis ins Unendliche (I) dauern, sei nichts als politische Prahlerei, ein Krieg ins Unendliche sei geradezu barer Unsinn. Spätestens also im Frühjahre 1915 werde für uns der große sieg und mit ihm der segenbringende Frieden kommen. — (Taufe und Kriegstrauung eines Mohammedaners) Der bis zum Ausbruch des Krieges beim hiesigen Kohlen« werke als Arbeiter beschäftigte Abdulah Užunovič, geboren in Gorni Bakus in Bosnien, wurde am 9. d. M. in der hiesigen Stadtpfarrkirche getauft und erhielt den Namen Otto. Als Taufpaten fungierten Herr Anton Kresse und dessen ^Gattin Maria Kresse aus Schalkendorf. Hierauf wurde Užunovič mit der Inwohnerin Antonia Reljac getraut. Trauzeugen waren die Herren Anton Kresse und Wilhelm H ammel, Lokomotivführer der hiesigen Tief-baunnternehmung beim Kohlenwerke. Uzunooič ist Infanterist beim Jnf.-Regiment Nr. 4 und trug seinen verwundeten Hauptmann 12 Stunden weit aus dem Gefechte und rettete ihn. Der Hauptmann, den er von Serbien nach Wien begleitete, erlag seinen Wunden in Wien. Užimooič wurde von der Schwester des verstorbenen Hauptmannes in Wien für seine bewiesene Treue und Anhänglichkeit mit Geld beschenkt und bekam überdies von ihr warme Winterwäsche. Auf der Rückreise von Wien machte Užunovič rasch den Abstecher nach Gottschee und heiratete hier kriegsmäßig die Erkorene seines Herzens Heuer im Frühjahr und sommer war er vor Ausbruch des Krieges in den Lehren der katholischen Religion unterrichtet worden. ., , — (Vom k. k. Staatsgymnaflum nt Gottschee.) Das 66jährige Regierungsjubiläum Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät unseres glorreichen Monarchen wurde von der hiesigen Gymnasialjngend festlich begangen. Um 9 Uhr vormittags wohnte sie mit Kokarden geschmückt, einem Festgottesdienste in der Pfarrkirche bei; daran schloß sich im großen, mit Palmen und einer Kaiserbüste geschmückten Vortragssaale der Anstalt eine würdige Schulfeier an. Herr Gymnasialdirektor Dr. Franz Riedl erläuterte zunächst in einer warmempfundenen Ansprache die Bedeutung des Tages in der Lebens- und Regierungszeit unseres Kaisers, besprach in kurzen Zügen die jetzige Zeitlage und verlas, darauf Bezug nehmend, das ewig denkwürdige kaiserliche Manifest „An Meine 11 i Im I jijlr Völker!" vom 28. Juli 1914, ebenso den herrlichen Aufruf Seiner Exzellenz des Herrn Ministers für Kultus und Unterricht an die akademische Jugend. Nach einigen erläuternden Bemerkungen hiezu schloß er seine Ansprache mit dem Ausdrucke der Hoffnung auf einen sicheren, ehr- und ruhmreichen Frieden nach dem glorreichen Heldenkampfe und lieh dem Wunsche Ausdruck, daß es dann unserem erhabenen Monarchen beschicken sein möge, noch viele Jahre die Geschicke des österreichischen Friedensreiches segensvoll zu lenken. Mit herzenswarmer Begeisterung stimmten alle Anwesenden in ein dreifaches Hoch auf Seine Majestät unseren allergnädigsten Kaiser ein. Hierauf nahm Herr Professor Dr. Hans Gröbl das Wort. Er betonte zunächst, daß wir nicht allein in einem Kriege mit fast der ganzen Welt, sondern auch in einem nie dagewesenen Streite mit Lug und Trug stehen. Klarheit aber stärke den Rechtsbegriff nnd das Rechtsgefühl fei eine Macht, die nicht bezwungen werden könne. Der Redner führte die wahren Ursachen des Krieges vor nnd betonte, daß der Kampf mit Rußland von dem Augenblicke an zu erwarten war, als es feine Fangarme, unbekümmert um Geschichte und Recht, nach dem Bosporus ausstreckte. Als der einzig wahre Freund der Freiheit der einzelnen Balkanvölker gegenüber den egoistischen Plänen Rußlands erwies sich Österreich-Ungarn; so hat es auch in selbstloser Weise im Jahre 1885 Serbiens Integrität gegen Bulgarien, das damalige Protektionskind des Zaren, gerettet. Wohl niemandem hat der Entschluß zum Waffengange mehr Herzweh verursacht, als Österreichs greisem Friebenssürsten. Redner betonte die gewaltige fortschrittliche Tätigkeit während der Regierungszeit unseres Kaisers, der als 18 jähriger Jüngling einen Staat übernommen, in dem die Postkutsche dahinhumpelte und der jetzt einen Staat beherrscht, den nach allen Richtungen hin der Schnellzug durchrast und der als Mitbewerber auftritt auf dem Weltmarkt von Industrie und Handel. Doppelt schwer mußte es daher dem Monarchen fallen, die Friedensarbeit zu Gunsten der Kriegstätigkeit zurückzustellen. Doch die Erinnerung an Radetzkys Lager vor 66 Jahren, das unbegrenzte Vertrauen in die Treue feiner Völker, das eiserne Muß ließ Österreichs Kaiser die Fahne erheben und den Ruf an seine Untertanen verkünden. Und sie kamen alle, in stärkerer Zahl kamen sie als vor 66 Jahren und alle erkennen das eine Ziel: Siegen oder sterben für Kaiser und Reich! Nach diesen trefflichen, mit großem Interesse und Beifall vernommenen Darlegungen wurde von den durch ihren Gesangsmeister, Herrn Friedrich Kancky, tüchtig geschulten Sängern der Schülerschaft der wirkungsvolle Chor „Mein Herz gehört dem Vaterland" von Gackstatter mit Ausdruck, 'Empfindung, klarer und sicherer Tongebung zum Vortrage gebracht. Hierauf trugen in ganz lobenswerter Weise der Quartaner Walter Wittine „An Österreich" von Felix Dahn und der Septimaner Wilhelm Tschinkel „Des Kriegers Abschied" von Friedrich Bodenstedt vor. Die mit Begeisterung gesungene Volkshymne schloß die erhebende, denkwürdige Feier. — In vorangegangenen Geschichtsstnnden waren die Schüler bereits auf dieses Fest vorbereitet worden. Das kaiserliche Manifest „An Meine Völker!" wird, unter Glas und Rahmen verwahrt, einen Ehrenplatz im Anstaltsgebäude erhalten. — (Ein Soldatenbrief aus Lille. — Die dicke Berta und die neuen 52 em-Mörser.) Die Kleidermachermeisterswitwe Frau E. in Gotifchee erhielt am 5. d. M. von ihrem Schwiegersohn, einem reichsdemschen Techniker, der damals in einem Feldlazarett in Lille weilte, folgendes Schreiben: Lille, am 20. November 1914. Liebe Schwiegermutter! Trotz meiner besten Vorsätze habe ich in den letzten Wochen nicht schreiben können und will nun heute das Versäumte nachholen. Seit 5. d. Mts. bin ich hier in Lille (Frankreich) in einem größeren Lazarett zur Ohrenuntersuchung und werde hier von einem Spezialarzt am linken Ohr behandelt. Das Ohrensausen hat schon feit einigen Tagen aufgehört, so daß ich wahrscheinlich Anfang nächster Woche wieder zur Kompanie in die Front gehe. Meine Truppe liegt ungefähr 35 Kilometer weiter nach Westen unweit der Nordsee, in der Nähe von Calais. Es wird gewiß nicht mehr lange dauern, denn wirft unsere Berta (42 cm- eventuell 52 cm-Geschütz) ihre ungeheueren Lufttorpedos in weiter Flugbahn nach Dover (England) hinüber. Schon über ein Vierteljahr ist es nun her, daß wir hier ununterbrochen kämpfen gegen Franzosen, Engländer und Belgier. Die Angriffe unserer Feinde hier in Nordfrankreich sind zerschellt und zusammengebrochen, ihre Macht ist schon zermürbt und erschüttert. Unsere Stellungen hier sind ganz vorzüglich und es vergeht fast kein einziger £aflf an dem nicht von uns mehrere hundert Franzosen und teilweise auch Engländer gefangen genommen werden. Das belgische Heet ist bereits fast vernichtet. Die Belgier, die noch an der Front stehen, zählen nur noch einige wenige Taufende und kämpfen in den Reihen der Franzosen. Das eigentümlichste bei den Belgiern ist der Umstand, daß die Kerle jeder einen Zivilanzug in ihrem Tornister tragen. Sobald sie gezwungen sind, die Flucht zu ergreifen, werfen sie sich vorerst in ihre Zivilkluft. Natürlich ist ihnen hiezu nicht immer genügend Zeit gegeben, sie können ihre „Zivilisieruug" nur dann vornehmen, wenn sie auf der Flucht Häuser und Dörfer Betreten können. Die Engländer sind in der letzten Zeit sehr feige geworden, sie schieben die Franzosen stets in die erste Linie vor und bleiben hübsch hinten in wohlgedeckter Reserve. Infolgedessen ist es zwischen Engländern und Franzosen ab und zu auch bereits zu scharfen Zwistigkeiten gekommen. Von unseren (deutschen) Truppen wurde beobachtet, daß Franzosen auf Engländer schossen, als letztere gerade im Begriffe waren, sich von uns gefangen nehmen zu lassen. Den Engländern, die im Rücken von den Franzosen scharf angepelzt wurden, blieb nichts anderes übrig, als kehrt zu machen, zuerst auf ihre eigenen Verbündeten das Feuer zu eröffnen und dann im wohlgelernten Laufschritt zu uns als Gefangene eiligst herüberzulaufen. — Auch der Ostfront sind wieder 25.000 Russen gefangen genommen an und etwa 70 Maschinengewehre und Geschütze von uns und den Österreichern erbeutet worden — ein Zeichen, daß es bei uns doch vorwärts geht. Also nicht den Mut sinken lassen, wir werden die Kerle schon dreschen! Wenn man vielleicht heute noch nicht sagen kann, wie lange der Krieg noch dauern kann, so ist es doch gewiß, daß er einmal doch sein Ende haben muß. Ich will Euch nun. nicht länger mit Kriegsgeschichten belästigen und zu Privatangelegenheiten übergehen. (Folgen Mitteilungen familiärer Art.) — (Weihnachten im Felde.) Im dritten Weihnachts-spenden-Verzeichnis des k. k. Landespräsidiums sind u. a. ausgewiesen: das Forstamt Radoha K 15'60, die Dampfsägeverwaltung Arnold Spitz in Hormvald K 300, Sammlung des Forstamtes Slinöb K 96, Sammlung des Gemeindeamtes und des Postamtes in Tscher-moschnitz K 121*92, Sammlung des Herrn Hans Arko in Gottschee K 12'62, Sammlung des Pfarramtes Fara K 52, Hochw. Herr Pfarrer Alois Češarek in Fara K 15, Sammlung des hochw. Herrn Pfarrers I. Erker in Möfel K 20, das Pfarramt Rieg K 30, die Sparkasse der Stadt Gottschee K 300, der Lehrkörper der k. k. Fachschule für Tischlerei in Gottschee K 10, die Insassen der Gemeinde Döblitsch K 17 60, Hochw. Herr Georg König in Weinitz K 20. Bisherige Gesamtsumme K 12.624'93. — (Spenden für unsere Soldaten im Felde.) In dem dritten Ausweis der k. k. Sangesregierung über die bei der Natnralspenden-Sammlung in Laibach vom 21. bis 31. Oktober d. I. für die Soldaten im Felde eingelangten Spenden erschienen u. a. ausgewiesen: Pfarramt Göttenitz 1 Sack gedörrtes Obst, 1 Kiste Kompott; Sammlung der k. k. Bezirkshauptmannfchaft Gott-fchee: Robert und Maria Plefchinger in Budapest 10 Schneehauben, 10 Leibbinden, 10 Paar Pulswärmer; Gemeinde Suchen 1 Flanellleibchen, 2 Paar Socken, 2 Paar Kniewärmer, 1 Schneehaube, 1 Paar Fäustlinge, 3 Paar Pulswärmer; Schulleitung Fara 40 Paar Socken; in Geld: Frau Christine Hosholzer in Gottschee 2 K, Pfarramt Niederdorf 2 K, Gemeinde Gora 15"40 K, Hochw. Herr Andr. Orehek, Pfarrer in Strug, 1 Sack Nüsse, 2 Sack Haselnüsse, 2 Sack gedörrtes Obst, 1 Sack gedörrte Zwetschken, 1 Kiste Äpfel, 2 Flaschen Himbeersaft, 24 Paar Socken, 1 Hemd, 2 Pakete Tee, Gemeindevorstehung in Siplein bei Auersperg 1 SchachtelBrombeertee. m Jir ^Mterdorf. (Begräbnis.) Am 5. Dezember wurde unter blreicher Beteiligung seitens der Pfarrbevölkerung der Besitzer f>err Johann Erker aus Mitterdorf Nr. 27 zur ewigen Ruhe geleitet. Heftig auftretende Influenza hatte ihm den Tod gebracht. Das feierlicke Seelenamt und die Einsegnung nahm der hochw. fierr Dechant unter Assistenz der Herren Pfarrer aus Göttenitz, Riea Morobitz, Ebental und Mitterdorf vor. Nebst der Mutter war es auch drei Söhnen, Pfarrer Josef Erker in Mosel, Kommissär AloiS Ecker in Villach, Kaufmann Franz Ecker in Store sowie den beiden Töchtern vergönnt, dem Vater den letzten Liebesdienst za erweisen. Der Verstorbene stand im 70. Lebensjahre. Er ruhe in Frieden I — (Kirche und Schule.) Für die an der Pfarrkirche und dem Schulgebäude vorgenommenen Neuherstellungen und Ausbesserungen findet am 30. Dezember die Kollaudierung statt. Der Unterricht' an der Schule konnte mit 10. Dezember wieder ausgenommen werden. — (Die älteste Person in der Pfarre), die Aus- züglerin Gertrud Michitsch aus Koffern Nr. 7, ist am 11. Dezember gestorben, Sie erreichte ein Alter von 90 Jahren und 9 Monaten. -— (Kriegsgefangen) ist dem Vernehmen nach auch Gendarmerie-Wachtmeister Alois Erker aus Mitterdors Nr. 24 und der Bahnbeamte und Kadett Josef Perz aus Ort Nr. 1. Sie befinden sich in russischer Gefangenschaft. — (Eine Heirat mit Hindernissen.) Ein ganzes Jahr fast brauchte es, um die Hindernisse zu überbrücken, welche sich der Zigeunerin Johanna Hudorovic bei ihrem Wunsche, den Vater ihrer Kinder als rechtmäßigen Mann zu bekommen, in den Weg legten. Am vergangenen Samstag erst konnte sie dem verwitweten Inwohner Lorenz Hönigmann aus Windischdorf kirchlich angetraut werden. Die Herren Gemeindevorsteher Siegmund und Sekretär Brinskelle hatten die Güte, die Stelle der Trauzeugen zu übernehmen. Weg. (Kriegsgefangen.) Herr Paul Plesche aus Prag befand sich' bei Kriegsausbruch in Südfrankreich und wurde, da er es versäumte, rechtzeitig das feindliche Land zu verlassen, als Kriegsgefangener zurückbehalten. Mittels Taufschein wurde nun den Franzosen nachgewiesen, daß Herr Plesche bereits 85 Jahre zählt und zum Waffentragen schwerlich mehr herangezogen werden wird. Daraufhin wurde der alte Herr aus der Gefangenschaft entlassen und kam dieser Tage in Wien au. Sein Gedächtnis hat so stark gelitten, daß er sich nur wenig an seine Gefangenschaft erinnert. Die Behandlung von Seite der Franzosen soll eine elende gewesen sein. — (Das Christkind unseren heimischen Soldaten.) Fräulein Arbeitslehrerin Demšar nahm behufs Anschaffung von Wollwaren für unsere heimischen Soldaten eine Geldsammlung vor. Es spendeten: Maria Lackner 1 K, Pepi Dulzer 1 K, Johann Fritz K 0'60, L. Meditz K 0 20, Franz Braune 2 K, Johann Krisch 5 K, Postenkommandant Lipovec 1 K, K. Lampeter K 0 20, Lena Wittine K 0'60, Postexpedientin V. Loretitsch 2 K, Lena Miklitsch K 0'80, Lena Zekoll K 010, N. Wittine K 0 20, Magdalena Ostermann 4 K, Franziska Kovačič K 110, Pfarrer Kraker 5 K, Gemeindeamt Rieg 20 K, Ortsschulrat Rieg 20 K, zusammen K 64'80. Die hiesür angekaufte Wolle wurde von den hiesigen Mädchen unter Anleitung des Frl. Demšar zu Pulswärmern, Wadenstutzen und Schneehauben verarbeitet. Am Sonntag abends wurde dann noch im Gasthause des Herrn Krisch unter den Gästen eine Tabaksammlung vorgenommen, welche einen solchen Erfolg erzielte, daß die Trafik nahezu ausverkauft war. Herr Oberlehrer Tscherne besorgte die Verpackung und den Versand. Die Soldaten erhielten Wollwaren, eine Menge Zigarettentabak, Feldpostkarten, Bleistifte usw. Wir wünschen, daß sie die Christgeschenke bald erhalten und sich an denselben erfreuen. — (Trauung.) Fräulein Christine Kratochwill hat am 20. Juni in der St. Leonhardskirche in Brooklyn den Herrn A. Schlaepfer aus Agpeyell geheiratet. Kotzenegg. (Zum zweiten male verwundet.) Wie wir Kreits berichtet haben, wurde Zugsführer Leopold Lackner von hier auf dem nördlichen Kriegsschauplätze verwundet und wieder hergestellt. Nun ist er zum zweitenmale verwundet worden (Armschuß) und befindet sich im Reservespital in Golleschau (Schlesien). Nach einem von ihm eingelangten Briefe ist Zugsführer Lackner trotz seiner zweimaligen Verwundung bester Zuversicht und unerschrockenen Mutes und hofft, nach seiner Wiederherstellung ein drittes» mal gegen die Russen ziehen zu können. Sein größtes Glück bestünde, wie er schreibt, darin, nochmals sich eventuell zu schlagen und sodann am Siegeszuge unseres Heeres und an der schließlichen Siegesfeier teilnehmen zu können. Wnterdeutschau. (JmKriege verwundet.) Von unserer Pfarre ist bisher noch kein Soldat im Kriege gefallen. Verwundet wurde am Finger der Landsturm-Infanterist Maurin von Tsche-plach. Er hat auf dem südlichen Kriegsschauplätze fünfmal Sturmangriffe auf die Serben mitgemacht. — (Nach Bosnien.) Von hier sind zwei Männer mit Pferden und Wagen nach Bosnien gezogen und haben von Sarajewo aus bereits nach Hause geschrieben. Grafenfekd. (Spende für das Reservespital.) Von den Insassen in Grafenfeld wurde ein Wagen voll Viktualien — Kartoffeln, Fisolen, Butter. Eier, Milch u. a. — für die verwundeten Soldaten in Gottschee gespendet. Lienfekd. (Naturalspenden für das Rote Kreuz-Spital in Gottschee.) Die Insassen von Lienfeld spendeten einen Wagen voll Lebensmitteln — Fisolen, Kartoffeln, Kravtköpfe, Äpfel usw. — für die im Reservespital in Gottschee untergebrachten verwundeten Soldaten. Göttenitz. (F ü r d i e K r i e g s a n l e i h e.) Die Gemeinde hat in der Ausschußsitzung vom 8. Dezember beschlossen, aus Gemeindemitteln 3000 K für die Kriegsanleihe zu zeichnen. Außerdem haben fünf Privatpersonen einige kleinere Beträge beim Postamte in Rieg gezeichnet. Mit Rücksicht darauf, daß hier in den letzten Jahren acht Huben angekauft und auch mehrere Neubauten aufgeführt wurden, ist es erklärlich, daß wenig Barmittel (Depositengelder ausgenommen) vorhanden sind. Bezüglich der Mündelgelder muß jedoch bemerkt werden, daß die Vormünder als Vertreter der Mündel ihre patriotische Pflicht leider nicht erfüllt haben. — (Für das Reservespital) in Gottschee zu Gunsten der Verwundeten wurden einige Säcke Lebensmittel gesammelt. Mloroöitz. (Weihnachtsgeschenk.) Die Fräulein Mitzi Ditz und Maria Zur! haben in der Pfarrgemeinde Morobitz 66 Kronen als Weihnachtsgeschenk für die Soldaten im Felde gesammelt. — (Verwundet) wurde auf dem südlichen Kriegsschauplätze der Schuhmachermeister Johann Kösel von Niedertiefenbach 43. Die Kugel drang beim Hals hinein und blieb in der Brust stecken. Er befindet sich in einem Spitale in Sarajewo. Auf dem nördlichen Kriegsschauplätze wurde Michael Marintsch von Niedertiefenbach 18 verwundet. — (Erkrankt) sind im Felde die Reservisten I. Händler 13, Paul Wittreich 17, beide aus Morobitz, und Ant. Mallner aus Eben 2. — (Gestorben) ist der Zugsführer Eduard Ditz in Ba-sovica bei Triest an seinen Verletzungen am 30. November I. I. Stutzern. (P o st.) Das hiesige Postamt wird laut Verständigung der Pvstdirektion in Triest mit 1. Jänner 1915 aufgelassen werden. An Stelle dessen tritt wieder die Postablage, deren Inhaber Herr Georg Skieber sein wird. Wesseltak. (Eine erfreuliche Nachricht.) Bor kurzem verbreitete sich hier das Gerücht, daß dem Zugsführer Johann Schneller des Jnf.-Reg. Nr. 17, der bei einem Sturme auf eine russische Maschinengewehrabteilung an beiden Armen schwer verwundet wurde, in einem Militärspitale beide Hände amputiert worden seien. Dieses Gerücht bewahrheitete sich erfreulicherweise nicht, denn Schneller schrieb diesertage aus Wladomir in Rußland, wo er sich in Gefangenschaft befindet, an seine Eltern, daß die linke Hand vollkommen geheilt ist, während die Heilung der rechten Hand noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. — (Eingerückt) ist von hier Ernst Jonke (Persche) als Fuhrmann auf den nördlichen Kriegsschauplatz. Josef Deutschmann aus Suchen und Rudolf Stalzer aus Büchel haben ihre Pferde samt Wagen an das Militärärar verkauft. — (In russischer Gefangenschaft) befindet sich schon seit einigen Wochen der aus Warmberg 6 gebürtige Peter Kump des Jnf.-Reg. Nr. 17. — (Vermißt.) Seit 26. August l. I. werden vermißt: die Soldaten Johann Hiris aus Schäfleiu 1, Matthias Meditz aus Nntersteinmand 7 und Wilhelm Meditz aus Nesseltal. Zkloos. (Auf dem Felde der Ehre gefallen.) Laut Mitteilung des zuständigen Kommandos soll Leopold Schneider auf dem nördlichen Kriegsschauplätze gefallen sein. Katschen. (Heldentod.) In Galizien ist Alois Kromar, Zugsführer im Jns.-Regimente Nr. 17, gefallen. Gvermösek. (Spendensür „We ihn ach ten im Felde".) Die von den Herren Matthias Ga sparitsch und Franz Monte! vorgenommene Sammlung ergab folgende Spenden: Johann Pan-gretisch 5 K; je 3 K: Leni Jonke, Mimt Jonke; je 2 K: Maria Erker, Josef Jonke, Helena Maichin, Maria Guude, Fanny «schemitsch, Matthias Krauland, Rudolf Weiß, Antonia Köstner; je 1 X: Sabine Köstner, Gertrud Schauer, Anton Mochar, Wachtmeister Modiz, Josef Verderber, Heinrich Weiß, Gertrud Swetitsch, Maria Fritzl, Wilhelm Stalzer, Leonhard Köstner, Josef Schuster, Franz Thaler, Josefine Lachter, Maria Sterbenz, Julie Putre, Johann Ostermann, Maria Rom, Johanna Demšar, Johann Dabič, Gertrud Köstner, Johann Stalzer, Magdalena Pelschauer, Magdalena Weiß, Frieda Erker; Johann Rom KO'60; Johann Schleimer KO’SO; je K 0 40: Anna Meditz, Maria Stalzer, Matthias Lackner; Agnes Flack K 0 30; je K 0'20: Maria Michitsch, Magdalena Schemitsch, Maria Kapsch, zusammen K 54'20. Für gleichen Zweck spendeten je 10 K der Spar- und Darlehenskassenverein in Mosel und das Pfarramt Mosel. Mosel. (Weihnachtsgaben) für unsere tapferen Krieger im Felde. Gesammelt wurde in Mösel durch Franz Montel K 54 60, in Niedermösel durch Johann Hutter K 20, in Reintal durch Josef Sterbenz K 15'20, in Unter- und Oberfliegendorf durch Matthias Putre K 14 20, in Unter- und Oberskrill durch Matthias Papesch K 10, in Verdreng durch Heinrich Herbst K 7 50, in Oberpockstein durch Matthias Jonke K 6 20, in Otterbach durch Johann Petschaun K 4, in Verderb durch Franz Hiris K 4 20, zusammen K 135 90. Kkagenfurt. (Todesfall.) Am 8. Dezember starb hier nach kurzem Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, Hett Johann Satter, k. k. Hauptzollamtsverwalter i. R., Besitzer der Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste und der Jubiläums-Er-innerungsmedaille, im 83, Lebensjahre. Der Verblichene, der sich der allgemeinen Wertschätzung erfreute, war der Vater des Herrn Gymnasialprofessors Hans Satter, der im Jahre 1900 in Gottschee gestorben ist. Er ruhe in Frieden! Friest. (Heldentod.) In den jüngsten Karpathenkämpfen ist Herr Erwin Ritter von Zimmermann, k. n. k. Oberleutnant und Generalstabsoffizier der 44. Landwehr-Jnfanteriebrigade, schwer verwundet worden. Er wurde in das Rote Kreuz-Spital nach Eperies gebracht, wo er am 2. d. M. feinen Verletzungen erlegen ist. Sv hat der mit bester militärischer Ausbildung ausgerüstete pflichteifrige Generalstabsoffizier fein hoffnungsvolles junges Leben für Kaiser und Vaterland zu gottgefälligem Opfer gebracht. Oberleutnant Ritter v. Zimmermann war der Sohn des verstorbenen San« desfinanz-Vizeprästdenten Herrn Otto R. v. Zimmermann und der Schwiegersohn des hierortigen Großindustriellen Herrn Albert Faber. Die Leiche des Verstorbenen wurde nach Triest überführt und hier bestattet. Um den gefallenen Helden trauert aufs tiefste seine ihm erst bei Kriegsausbruch angetraute junge Gattin. In den vielen Karten und Briefen, die Herr Oberleutnant Ritter v. Zimmermann an seine junge Frau und an die Familie Faber nach harten Kämpfen und erschöpfenden Märschen richtete, sprach er das höchste Lob und seine größte Bewunderung aus über seine lieben, tapfereu Krainer Schützen, in deren Mitte er auch feinett Heldentod gesunden hat. Die Familie Faber ist in tiefe Trauer versetzt und die Teilnahme ihres großen Verwandten- und Bekanntenkreises ist eine allgemeine. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene !(leindruckzeile oder eten Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes 3abr wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze )ahr eine zwanzigprozentige € äßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Zirmen sich stet« auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Uerein der Deutschen a. ßotfscbee in Wien. Sitz: I., Himmelpfortgasse Nr. 3 wohin alle Zuschriften zu richten sind und kandsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Kereinstokale „Zum roten Igel", I., Alörechtsptatz Mr. 2. Tdsscr gut weingrüne, alte und neue, große und flciVtc, sind zu verkaufen bei Johann Wuggenig, JaMndermeister Laiöach, Rudolfsbahnstraße 5. 2 Reparaturen werden billigst berechnet. Haus Nr. 27 in Schalkendorf a4_14) samt Realität ist zu verkaufen. Anfragen beim Besitzer Josef Fink. Meichhattiges Lager der besten und öissigsten Kahrräder und Nähmaschinen für Kamilic und Schreibmaschinen Caitg|äbrig< Garantie. Mann lax § Sohn « Caibacb tUienerstrasse Hr. 17. Verantwortlicher Schriftleiter C. Erker. — Herausgeber und Verleger Josef Eppich — Buchdruckerei Josef Pavlicek in Gottschee.