Bezugspreise Hür Gsterreich-Ungarn ganzjährig K 4-halbjährig K 2- — £ür Amerika: ganzjährig D. I 25 jiitr das übrige Ausland ganzjährig K 5'20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Derwattung des Hottfcheer Moten in Gottschee Nr. 121, Berichte )inb zu senden an die Schriftteituug des Hottscheer Moten in Gottschee. Anzeigen (Jajerate) werden nach Tarif berechnet und von der Ver. waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. P ostsparkassen-Konto Nr. 842.285. Yr. 19. OotLschee, am 4. Mtoöer 1912. Jahrgang IX. Die Festtage in Wien. Für jeden, der Gelegenheit hatte, im vorigen Monate an den Festlichkeiten sich zu beteiligen, die in Wien zu Ehren des aller-heiligsten Sakramentes veranstaltet wurden, werden diese Tage unvergeßlich bleiben. Die gewaltige Menschenmenge, welche zusammengekommen war, die freudig gehobene Stimmung bet allen Teilnehmern trotz des fortwährenden Regens, die massenhaft besuchten Versammlungen, die feierliche Schlußprozession, welche mit einer noch nicht dagewefenen Prachtenlsaltung abgehalten wurde, der Besuch der Gotteshäuser und der Empfang der heil. Kommunion von Seite all der Tausende von Teilnehmern; all das hat neue Begeisterung für den katholischen Glauben in uns wachgerufen und der ganzen Welt den glänzenden Beweis erbracht, daß Österreich nach wie vor im katholischen Glauben sein einigendes Band, seine festeste Stütze hat. Es dürfte sich wohl noch selten ereignet haben, daß ein und derselbe Beweggrund so viele und so verschiedene Völkerschaften aus allen Weltteilen zusammengeführt hat, wie bei dieser Gelegenheit. Die Mehrzahl der Kongreßbesucher bildeten selbstverständlich die einzelnen Volksstämme Österreich-Ungarns. Daneben kamen in langen Zügen Reichsdeutsche, Belgier, Franzosen, Italiener, Spanier, Engländer, Amerikaner; man sah Teilnehmer aus den Balkanstaaten, aus Asien, Afrika, ja selbst aus Australien. Und was dieses so bunte Völkerbild noch interessanter gestaltete, war der Umstand, daß die verschiedensten Stände ihre Vertreter hatten. Bei den Versammlungen in der Rotunde und noch mehr bei der feierlichen Prozession Sonntag den 15. September konnte man beobachten, wie die verschiedensten Stände dem menschgewordenen Erlöser ihre Huldigung darbrachten. Der Kaiser samt den Mitgliedern seines Hauses, Minister und Geheimräte, Geistliche, Offiziere, Lehrer und Studenten, Bauern und gewöhnliche Arbeiter, Männer und Frauen hatten sich eingefunden. Bei solchem Andrange von Fremden war es nicht zu verwundern, daß viele kein eigenes Zimmer mehr bekommen konnten, daher mit der Herberge in Massenquartieren vorlieb nlett muBten- Das Wetter war uns nicht günstig; trotzdem hörte ich keinen Fremden klagen. Ein Tiroler, den ich auf dem Wege zu einer Versammlung fragte, wie ihm das Regenwetter gefalle, gab die humorvolle Antwort: „Jst's unserem Herrgott recht, dann h f m'" n rec^t-/< Die radikalen und sozialdemokratischen Zeitungen gaben über diese Festtage und ihre Teilnehmer wie immer mit vollen Backen losgeschimpft; man hat sogar vor den Kirchen Kon-L^keilnehmern Zettel mit den ärgsten Beschimpfungen der katholischen Religion aufzudrängen sich erfrecht; doch hat sich dadurch Inland irre machen lassen. Zu den Festversammlungen, zu dem Gottesdienste, zu den Sakramenten ist man jetzt noch mehr gegangen. Die Rotunde war jedesmal zum Erdrücken voll, ebenso die Kirchen. cF war ein Augenblick, der unvergeßlich bleibt, als bei der letzten Festversammlung in der Rotunde die 30.000 Anwesenden nieder- knieten, das Gegrüßet seist du Maria beteten, darauf das Großer Gott wir loben dich und das Kaiserlied anstimmten. Begeisterung erweckte es bei allen Teilnehmern, daß während dieser Festtage auch unser Kaiser mit den Erzherzogen und Erzherzoginnen, Enkeln und Enkelinnen öffentlich zur heil. Kommunion hinzutrat; das gleiche tat der Bürgermeister von Wien. Diesem Beispiele folgten wohl die meisten Kongreßteilnehmer, auch die Gottscheer blieben da nicht zurück. In den Kirchen Wiens wurden in dieser Woche über 300.000 heil. Kommunionen gespendet. Was uns Teilnehmern aus Gottschee — wir waren unser zwanzig — an Zeit noch übrig blieb, das verwandte man auf Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten, zumal einzelner anläßlich des Kongresses veranstalteter Ausstellungen; der Besuch des gewaltig geräumigen Zentralfriedhofes mit der neuen, prächtigen Kapelle und dem in derselben befindlichen Grabe Dr. Luegers hat wohl niemanden gereut. Während des Kongresses und nach demselben unternahmen die meisten Kongreßbesucher noch eine Wallfahrt zur Mutter Gottes nach Mariazell. Auch wir besuchten diesen altehrwürdigen, berühmtesten Wallfahrtsort Österreichs. Die elektrische Bahn dorthin führt durch wildromantische Gebirgsgegenden; schade, daß uns die tiefhängenden Wolken nicht nach Wunsch weit schauen ließen. Die nächste Umgebung von Mariazell war bei unserer Ankunft schon verschneit. Die Gnadenkirche ist ein herrlicher Bau mit kostbarer Einrichtung und lausenden von Votivtafeln. Die Kirche schön, die Leute lieb, mau möchte gerne länger hier verweilen; doch geht allen der Urlaub zu Ende, daher hieß es, nachdem wir uns und die Unsrigen der Himmelsmutter anempfohlen hatten, wieder aufbrechen. Wir gedenken aber nächstes Jahr wiederzukommen. Zur Geschichte der Gottscheer Landschuten. Die Schule in Witterdorf. (12. Fortsetzung.) Im Sommer des Jahres 1868 weilte in Mitterdorf Stephan Erker, Haus- und Wäschereibesitzer zu Hernals in Wien, ein gebürtiger Windischdorfer. Als naher Verwandter des alten Lehrers wohnte er in dessen Hause zu Mitterdorf Nr. 21 und hatte daher oft Gelegenheit auch mit dem „jungen Lehrer", dem damaligen Oberlehrer Josef Erker, zu verkehren. Er interessierte sich sehr für die Schule, erkundigte sich über den Schulbesuch der Kinder, über deren Fleiß und Fortgang, wohnte einigemale persönlich dem Unterrichte bei und überzeugte sich so durch eigene Anschauung von der Leistungsfähigkeit dieser Schule. Die Wahrnehmungen, die er dabei gemacht hat, scheinen die besten gewesen zu fein, da er sich vor siiner Abreise nach Wien wiederholt geäußert hat, daß er für die Mitterdorfer Schule etwas tun wolle. Im August und September 1869 wurde infolge Anordnung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht ein landwirtschaftlicher Fortbildungskurs für Schullehrer aus allen Ländern Österreichs in Wien veranstaltet. Aus dem Gottscheer Schulbezirke wurde der Oberlehrer von Mitterdorf Josef Erker zur Teilnahme an diesem Kurse bestimmt. Während der sechswöchigen Dauer desselben fand Erker Gelegenheit, mit obgenanntem Stephan Erker zu verkehren und wurde sogar von ihm zu Tische geladen. Daß bei diesen Zusammenkünften auch von der Mitterdorfer Schule gesprochen wurde und der Oberlehrer es nicht unterließ, zu deren Gunsten zu reden, ist selbstverständlich. Am 13. Jänner 1870 starb Stephan Erker in Hernals und bestimmte in seinem Testamente unter anderem auch folgende Legate: „E. Bestimme ich 2000 fl. zu dem Zwecke, daß die jährlichen Interessen davon der jeweilige Oberlehrer der Normalschule zu Dorf Mitterdorf in Gottschee als Aneiferung zur Ausbildung und Erziehung der seiner Leitung anverlrauten Schuljugend erhalten soll. F. Widme ich 2000 fl. zu dem Zwecke, daß von den jährlichen Interessen die fleißigsten und dürftigsten Schüler der Normalschule zu Dorf Mitterdorf in Gottschee am Prüfungstage beteilt werden. Das Recht der Beteilung soll der jeweilige Herr Bezirkshauptmann in Gottschee besitzen." Das ist die sogenannte Stephan Erkersche Stiftung für die Schule in Mitterdorf, aus der nach Abzug der verschiedenen Perzentualgebühren der Oberlehrer sowie die fleißigsten und dürftigsten Schulkinder alljährlich je 126 Gulden = 252 K beziehen. Ohne die Wachsamkeit des Oberlehrers Erker, der gewiß seine Verdienste bei Errichtung dieser Stiftung halte, wäre aber der den jeweiligen Oberlehrer in Mitterdorf betreffende Teil der Stiftung trotz der klaren testamentarischen Bestimmung für diesen beinahe verloren gegangen. In dem vom Landesschulrate berichtigten, dem Ortsschulrate zugekommenen Schul-kostenvvranschlage pro 1874 wurde nämlich auch der für den Oberlehrer bestimmte Jnteressenbetrag von 126 fl. in die Bedeckung einbezogen, demgemäß hätten diese Interessen künftighin in die Schul-bezirkskasse einfließen und an das k. k. Steueramt abgeführt werden müssen. Gegen diese willkürliche, ganz und gar testamentwidrige Auslegung der letzten Willenskundgebung des Stifters wurde der Rekurs ergriffen, darin auf die völlig unzweideutige letztwillige Verfügung des Stifters hingewiesen und betont, daß durch die an-gesochtene Auslegung nur' der Schulgemeinde, beziehentlich dem Landes- oder Normalschulfond ein Vorteil aus der Stiftung erwachsen würde, was gewiß nicht im Willen des Testators gelegen war, der mit der geschenkweisen Zuwendung der Zinsen ausdrücklich nur den jeweiligen Oberlehrer von Mitterdorf und sonst niemand ändern bedacht haben wollte. Dieser Rekurs hatte den gewünschten Erfolg, der streitige Teil der Stiftung wurde für den Oberlehrer gerettet. Der Retter war Bezirkshauptmann v. Fl ad ung, der sich der Sache erfolgreich und energisch angenommen hatte. Seit jener Zeit werden die Interessen alljährlich stiftungsgemäß verteilt, der Lehrer bezieht seinen Anteil, was für ihn eine nicht unbedeutende Gehaltsaufbesserung bedeutet, die fleißigsten und dürftigsten Kinder erhalten Beträge, mit denen die Auslagen für Schulbedürfnisse gedeckt werden können. Die Beteilung der Kinder, die anfänglich stiftungsgemäß durch den jeweiligen Bezirkshauptmann geschah, wird jetzt gewöhnlich durch den Ortspfarrer oder durch den Ortsschulratsobmann in Gegenwart des Ortsschulrates und des Lehrkörpers vorgenommen. Derselben wird in der Regel eine kurze Ansprache vorausgeschickt, in der die Kinder zur Dankbarkeit gegen den edlen Stifter, zu fleißigem Schulbesuch und zu sittlichem Betragen aufgefordert werden; zumeist folgen dann einige Deklamationen patriotischen Inhaltes und Absingen weihevoller Lieder, mitunter werden auch Fragen aus den einzelnen Lehrgegenstäuden gestellt und immer werden zum Schluß die Schulnachrichten den Kindern übergeben, so daß diese Geldverteilungen gewissermaßen einen Ersatz bilden für die ehemaligen, mit größerer oder kleinerer Feierlichkeit vorgenommenen, heute leider abgeschafften öffentlichen Schulprüfungen und den damit verbunden gewesenen Prämienverteilungen. Hier ist auch der Platz, anderer Wohltäter der Schule zu gedenken. Als solche wären zu nennen: der Deutsche Schul-verein, der für die Mitterdorfer Schule schon 1700 K gespendet hat; dann der Krainische Schulpfennig, bekannt durch seine reichlichen Gaben von verschiedenen Lernmitteln; ferner die Herren Johann Erker, Bruder des Oberlehrers und gewesener Ortsschul-inspektor, Matthias Hönigmann, Handelsmann in Triest und Warschau, Peter Schleimer, Kaufmann in Warschau, jetzt Privatier in Laibach, Johann Hönigmann, Geschäftsführer in Moskau, Matthias Fitz, Kaufmann in Graz, Josef Krauland, Kaufmann in Bregenz, Johann Schleimer, Kaufmann in Rottenmann (Steiermark), Josef Kresse, Kaufmann in Olmütz, welche alle teils als gebürtige Mitterdorfer, teils als Schüler des Lehrers Erker, durch Geldspenden zu verschiedenen Schulzwecken oder durch Zuwendung von Schulrequisiten sich hervortaten. (Fortsetzung folgt). Aus Stabt und Land. Hottschee. (Das Namensfest des Kaisers) wurde am 4. Oktober in der herkömmlichen festlichen Weise begangen. Um 9 Uhr vormittags zelebrierte Hochw. Herr Dechant und Stadtpfarrer Erker ein feierliches Hochamt mit Assistenz, dem die Behörden, die Stadtgemeindevertretung, die Schulanstalten, die k. k. Gendarmerie, die freiw. Feuerwehr in Parade mit Fahne und viele Andächtige beiwohnten. Die öffentlichen Gebäude waren beflaggt. — (Vom Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat hat an Stelle des krankheitshalber beurlaubten Oberlehrers Herrn Georg Erker den Lehrer Herrn Alois Erker mit der Leitung der Volksschule betraut und die lehrbefähigte Lehrerin Frl. Elsa Hönigmann zur Supplentin an der Volksschule in Mitterdors bestellt. — Der Bezirksschulrat hat an Stelle des beurlaubten Lehrers Herrn Johann Pe tschau er den absolvierten Lehramtskandidaten Herrn Franz Scheschark zum Supplenten an der Volksschule in Stalzern bestellt. — (Todesfall.) Am 18. v. M. starb plötzlich und unerwartet Herr Gottlieb Marek, Bäckermeister und Hausbesitzer, in seinem 48. Lebensjahre am Herzschlag. Er ruhe in Frieden! ■— (Die Bierauflage) in Gottschee wurde bis Schluß des Jahres 1917 wie bisher mit einem Betrage von 80 h für den Hektoliter festgesetzt. — (Christliche Studentenlade.) Die Hauptversammlung des Vereines „Christliche Studentenlade" findet Dienstag den 8. Oktober um 4 Uhr nachmittags im Pfarrhofe statt. Tagesordnung : 1. Rechenschaftsbericht, 2. Kassabericht, 3. Wahl der Rechnungsprüfer, 4. Allfälliges. Der Vereinsvorstand. —• (Assentierung.) Bei der am 23. und 24. September abgehaltenen Stellung in Gottschee wurden von 250 Stellungspflichtigen 63 assentiert. Mehr als 100 waren nicht erschienen (Auswanderung!). — (Landflucht.) Die großen Städte und Jndustrialorte weisen einen starken Bevölkerungszuwachs auf, die reinen Landgemeinden und die kleinen Städte bleiben stehen oder gehen zurück. Prof. Dr. Hoffmeister weist nach, daß die Frage der Landflucht und das Problem der Wanderungen hinsichtlich ihrer verschiedenen wirtschaftlichen Ursachen heute schon so weit geklärt ist, um der Frage auf den Grund zu kommen und den Boden für zielbemußtt Reformarbeit vorzubereiten. Aus rein ökonomischen Ursachen nach materialistischer Auffassung sei die Landfluchtbewegung nicht allein zu erklären. Den Schlüssel bieten die psychologischen Beweggründe, die auf den wachsenden Drang zu individueller Freiheu Hinweisen. Dieses Bedürfnis, das sich überall geltend mache, treibe den einzelnen sogar aus wirtschaftlich gesicherten Positionen in unsichere, und wer der Landflucht steuern wolle, müsse diesem Drange nach Erringung von Gelegenheiten zu freier persönlicher Entfaltung, nach Familiengründung, freier Bildungs- und Erholungsgelegenheit le zu chul-ienbet feine lerten schul-fchau, ibach, F'tz, >hann treffe, orfer, ver- tifiten ist). e am 9 Uhr r f er 3tadt-e, die : bei« )uimt perru g der Hö-fftellt. perai Herrn Stal- uner-r, in Schluß ir den nmm« z den sord- Rech- ttb. ember ungs- )ienen alorte ndge-urück. iflucht denen , n der mußte nach allein eweg-eeiheit treibe n un-range [tuna, j enheit | usw. Rechnung tragen. Das weise der Weg zu wirksamer sozialer Reformarbeit. Hiemit erklärte sich auch der hervorragende Gelehrte Dr. Lammasch vollkommen einverstanden. Wer die Zukunft gestalten und seinem Bolke Dienste leisten will, darf nicht an der Materie hasten bleiben und die alte, wenn auch noch so ehrwürdige Form, welcher so leicht der Geist entweicht, hüten und retten wollen, sondern er muß dem Leben folgen und ihm helfen, sich neue, edlere Formen nach seinem Geiste zu bilden. — (Schüleraufnahme am k. k. Staatsgpmnasium in Gottschee.) Zu Beginn des Schuljahres 1912/13 wurden in die 1. Klasse 32, in die 2. Kl. 32, in die 3. Kl. 20 (+ 2 Priva-tistinnen), in die 4. Kl. 20, in die 5. Kl. 12, in die 6. Kl. 18, in die 7. Kl. 8, in die 8. Kl. 9 und in die Vorbereitungs-Klasse 8 Schüler ausgenommen. Im ganzen sind also 170 Schüler und Schülerinnen in die Anstalt eingetreten. — (Gesellenprüfung.) Die Gesellenprüfung für die handwerksmäßigen und verwandten Gewerbe findet Freitag den 25, Oktober 1912 statt. Die selbstgeschriebenen Gesuche sind bis zum 10. Oktober bei der Genossenschaft in Gottschee abzugeben und mit dem Lehrzeugnisse und mit dem letzten Schulzeugnisse (Lehrlinge der Stadt Gottschee, aus Seele, Grafenfeld und Mooswald mit dem Abgangszeugnisse der gewerblichen Fortbildungsschule) zu belegen. Die Prüfungsgebühr beträgt 5 K und muß bei der Überreichung des Gesuches erlegt werden. — (Sehr richtig!) In einer am 25. September in Wien abgehaltenen glänzend besuchten Wählerversammlung sagte Seine Exzellenz Minister a. D. Dr. Weiskirchner u. a. folgendes: „Wir werden immer „klerikal" genannt, aber vielleicht wird mancher von denen, die uns jetzt so nennen, ebenfalls „klerikal" in seiner Todesstunde, wenn die Abrechnung kommt. (Lebhafter Beifall.) „Schwarze" werden wir genannt, weil wir dem ewigen Gotte Ehrfurcht bezeigen, weil wir Gott in harten Stunden des Lebens als unsere einzige Zuflucht erkennen und weil wir in der Prozession gegangen sind, um dem Altarssakramente unsere Verehrung zu bekunden. Die Prozession, die unter den Auspizien unseres geliebten Kaisers stattgefunden hat, wird von einem Dr. Granitsch ein „Bar-numschwindel" genannt. Aber wir lassen uns nicht irre machen. Wir halten treu an dem religiösen Erbe unserer Väter!" (Tosender Beifall.) — (Ein neues Amt.) Der Landesausschuß hat im Sinne des § 16 des Gesetzes vom 4. Juni 1912, L. G. Bl. Nr. 34, ein eigenes Amt für die Bemessung und Einhebung der Wertzuwachsabgabe von Liegenschaften ins Leben gerufen, welches den Namen führt: „Inšpektorat für die Landesauflagen als das mit der Bemessung der Wertzuwachsabgabe von Liegenschaften betraute Landesamt in Laibach". Diesem Amte werden nunmehr alle bücherlichen und außerbücherlichen Übertragungen einer im Herzogtume Kram gelegenen bebauten oder unbebauten Liegenschaft, u. zw. binnen 14 Tagen anzuzeigen sein, da sonst die Abgabe im doppelten'Ausmaße zur Vorschreibung gelangen würde. — (Spar- und Darlehenskassenverein.) Behufs Neuwahl eines Mitgliedes in den Aufsichtsrat findet Sonntag den 13. Oktober d. I. um 3A 10 Uhr vormittags im Amtslokale in Gottschee eine außerordentliche Hauptversammlung statt, zu welcher die P. T. Mitglieder des Spar- und Darlehenskassenvereines in Gottschee hiemit geziemend eingeladen werden, sollte diese Hauptversammlung nickt beschlußfähig sein, so findet eine halbe Stunde später eine neue Hauptversammlung mit der gleichen Tagesordnung statt, welche satzungsgemäß ohne, Rücksicht auf die Anzahl der Erschienenen beschlußfähig ist. Der Vorstand. — (Rückgang der Realitätenpreise.) In Krain ist jetzt fast überall ein bedeutender Rückgang der Realitätenpreise wahrnehmbar. Schuld daran scheint hauptsächlich der große Geldmangel M sein. Kommt eine Liegenschaft zum Zwangsverkaufe, so sind mangels an Mitteln keine oder nur sehr wenig Leute da, die die Realität erstehen können. Der große Geldmangel in Krain wird hauptsächlich durch den Umstand verursacht, daß z. B. im vorigen Jahre nur etwa die Hälfte des Geldbetrages von Amerika nach Krain geflossen ist, die in den früheren Jahren verzeichnet zu werden pflegte. Die ausgewanderten Männer verdienen in Amerika jetzt eben bedeutend weniger als früher. In Gvttschee sind vor wenigen Jahren die Realitätenpreise ganz bedeutend in die Höhe gegangen, sogar bis über den wirklichen Wert hinaus. Der Rückschlag ist nun um so stärker und empfindlicher, als abgesehen von dem allgemeinen Geldmangel die Depression noch durch die Liquidation der Kočevska posojilnica verschlechtert wird. Es ist zu fürchten, daß nach Einforderung der Darlehen eine Reihe von Realitäten zur Zwangsversteigerung gelangen wird. Die Depression wird freilich gewiß nicht Jahrzehnte lang anhalten, nach Verlauf einer gewissen Zeit dürften normale Verhältnisse wiederkehren. Die Spekulation wird sich die gegenwärtige Lage vielleicht auch zunutze machen. ■— (Friedrichsteiner Eishöhle.) Die in der Friedrichsteiner Eishöhle neu entdeckten Räume erheben diese Eishöhle zu einer Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Um diese neuen durch die Schönheit und Großartigkeit der mächtigen Eisgebilde herrlichen Räume leichter zugänglich zu machen, wären nach oberflächlicher Schätzung allerdings etwa 15.000 K erforderlich, deren Aufbringung zunächst den verschiedenen Höhlenvereinen zustünde. Die Summe ist so hoch, daß sie wohl kaum so schnell wird aufgebracht werden können. — (33 ei fl eil ung von Zugtieren bei Bränden.) Die Stadtgemeindevertretung von Gottschee hat folgenden Beschluß gefaßt: Bei Bränden sind für die Beistellung von Pferden Gebühren aus der Gemeindekasse zu bezahlen, und zwar für das erste Paar Pferde dem Eigentümer eine Vergütung von 10 K und dem Knecht eine Entlohnung von 3 K, für jedes weitere Pferdepaar, das verwendet wird, dem Eigentümer eine Vergütung von 8 K und dem Knecht eine Entlohnung von 2 K. Bei Bränden außerhalb der Stadtgemeinde kommt die gleiche Gebühr zur Auszahlung und erhält außerdem der Eigentümer für jeden Kilometer noch i K mehr. —• (Sanktionierte Gesetzentwürfe.) Der Kaiser hat dem vom krainischen Landtage beschlossenen Gesetzentwürfe über die Verbesserung der Hutweiden die allerhöchste Sanktion erteilt. Desgleichen erhielt ein Gesetzentwurf des krainischen Landtages, betreffend das Rechtsmittelverfahren gegen Entscheidungen und Verfügungen der Gemeinde- und sonstigen autonomen Behörden, die kaiserliche Genehmigung. — (Kälberprämiierung.) Der krainische Landesausschuß veranstaltet am 11. Oktober in Gottschee eine Prämiierung von Zuchtkälbern. Dieselbe findet am 11. Oktober um 9 Uhr vormittags in der Stadt Gottschee, um 11 Uhr vormittags in Hinterberg und um 3 Uhr nachmittags in Rieg statt. — (Gute Bücher) bringen Glück und Freude ins Haus und in die Familie. Darum freuen sich die Mitglieder der St. Josef-Bücherbruderschaft jedes Jahr auf die neuen Bücher. Die eben in Versendung befindliche 18. Jahresgabe, welcher jedermann gegen den geringen Mitgliedsbeitrag von 2 Kronen 40 Heller erhält, umfaßt folgende fünf (respektive sechs oder sieben) schöne und sehr interessante Bücher: 1. „Meistergeschichten". Eine Sammlung erstklassiger Erzählungen berühmter Schriftsteller. 2. „Die Heilige Schrift. (III.) Vollendung der Geschichte des Patriarchen. Moses und sein Volk. Mit Verwendung der neuesten Ergebnisse der Forschungen. Von Universitätsprofessor P. Linder 8. J. 3. „Bunte Geschichten". Von der berühmten Schriftstellerin Enrica Handel-Mazzetti. Mit schönem Bilderschmuck von Professor Keppler. 4. „Maria, unsere Mutter". Eine ausführliche Erklärung der Sau-retanischen Litanei und ein Gebetbuch mit mehreren Meßandachten, täglichen Gebeten usw. 5. „St. Maria und St. Josef-Kalender 1913". Schön und reichhaltig wie alle Jahre. 6. Gegen Nachzahlung von 60 h oder an Stelle des gebundenen Gebetbuches den preisgekrönten Roman „Im Hause des Glockengießers" von Elise Miller, der in musterhafter Art das Unglück der gemischten Ehen behandelt und von jedem jungen Manne und jungen Mädchen vor ihrer endgültigen Wahl gelesen werden sollte. Als 7. Buch, ebenfalls gegen Nachzahlung von 60 h oder an Stelle des gebundenen Gebetbuches, kann bezogen werden: „Der Menschen Feinde aus der Tierwelt in Haus und Stall, Feld und Wald". Mit Angabe praktischer Mittel zur Abwehr. Wer Mitglied der St. Josef-Bücherbruderschaft werden und diese 5 schönen Bücher beziehen will, schreibe an die Versandstelle nach Klagensurt. Wir empfehlen den Beitritt zu diesem überaus zeitgemäßen Bücherverein recht sehr. — (Der Übergang von der Volksschule ins Gymnasium) ist für manche Schüler mit besonderen Schwierigkeiten verbunden; sie können sich in den ersten Wochen nur schwer in den neuen strammen und an die häusliche Lerntätigkeit größere Anforderungen stellenden Unterrichts- und Lernbetrieb hineinfinden, besonders das Latein ist anfangs für manchen eine recht harte Nuß. In solchen Fällen empfiehlt sich eine zeitweilige (nicht dauernde) häusliche Nachhilfe (Instruktion), die aber rechtzeitig einzuleiten ist und nur so lange fortgesetzt zu werden braucht, bis der tote Punkt überwunden und der junge Lateiner ins richtige Geleise gebracht worden ist. Mitunter kann so durch rechtzeitiges Eingreifen (also spätestens noch im Oktober) ein Schuljahr gerettet werden. Manche an und für sich begabte und geweckte Knaben erweisen sich für den ernsten und strengen Mittelschulunterricht als noch zu jung und zu unreif. In solchen Fällen soll man nicht etwas erzwingen wollen, was der Natur vorderhand noch widerstreitet. Wer mangels entsprechender Begabung trotz allen Lerneifers nicht Nachkommen kann, den möge man lieber einem anderen Berufe zuführen. — (Gegen den sittenverderbenden Zug der Mode.) Sehr interessant und sorgfältig durchdacht waren bei dem dritten Delegiertentag der internationalen Liga kathol. Frauenbünde in Wien (September 1912) die Ausführungen der Baronin Monte nach (Freiburg i. S.) über den sittenverderbenden Zug, der durch die Moden unserer Zeit geht. Es gibt eine Art von Toiletten, die der christlichen Frau nicht würdig sind. Religiöse, moralische, soziale und wirtschaftliche Gründe zwingen uns, gegen solche Toiletten Stellung zu nehmen. Schon beim Kinde fängt die Tyrannei der Mode an, wenn die Mutter so unvernünftig ist, sich ihr zu unterwerfen. In der Schule suchen die kleinen Modepuppen einander an „Eleganz" zu übertrumpfen. Eltern und Lehrer sollten darüber wachen, daß bei der Kleidung der Kinder Bescheidenheit und Zweckmäßigkeit ausschlaggebend seien. Damit soll durchaus nicht der Geschmacklosigkeit das Wort geredet werden, im Gegenteil, die kleinen Mädchen sollen ihren Geschmack frühzeitig nach wahrhaft ästhetischen Grundsätzen bilden lernen. Wie in der Schule, so darf die Mode auch in der Kirche keine Rolle spielen. Pflicht der in fozialcharitaüven Vereinen wirkenden Frauen ist es, mit gutem Beispiel voranzugehen und ihren Mitschwestern zu beweisen, daß die Herrschaft der (sittenverderbenden) Mode abzuschütteln ist. Die katholischen Zeitungen könnten den Frauen auch auf diesem Gebiet wirksam beistehen, indem sie ihre Modeberichte nicht wahllos zusammenstellen, sondern sich hiebei nach dem Urteil der katholischen Frauenwelt richten. Die Frauen sollten au die Schaffung eines eigenen, unabhängigen Modeblattes denken. — Bekanntlich haben auch mehrere italienische Bischöfe gegen die jetzige in ihrer Übertreibung stark frivole Frauenmode öffentlich Stellung genommen. Der Patriarch von Venedig, Kardinal Eavallari, tadelt die heutige Frauenmode, die nicht einmal ein Fünkchen von jener Keuschheit besitze, mit der sich die ersten Christinnen geschmückt hatten. Heutzutage sei (in Italien) die Schamlosigkeit der Frauenkleidung so weit gekommen, daß selbst solche Männer, die nicht geradezu christlich, aber doch anständig dächten, von Ekel erfaßt würden. Der Kirchenfürst bezeichnet dann ausdrücklich alle jene Ausschreitungen der Frauenkleidung, die sein besonderes Mißfallen erregen. Die Arme und der Busen würden entweder unbedeckt gelassen oder kaum mit Spitzen oder ganz zarten Stoffen verschleiert, um die krankhafte Neugierde der Männer noch mehr aufzureizen. Die Kleider seien so eng an den Leib geschlossen, daß alle Formen sichtbar und so die letzten Überbleibsel natürlicher Schamhaftigkeit verletzt würden. Der Kardinal erklärt, daß er von nun an dafür sorgen werde, daß keine so gekleidete Frau als Firmpatin in das erzbischöfliche Palais eintreten werde. Die Strafpredigt endet mit dem Hinweis auf die verderblichen Folgen der sittenlosen Kleidung, die nicht nur die Eitelkeit mehre und die Sinnlichkeit befördere, sondern geradezu zur Sünde verleite. — Auch die Mode darf sich vom Sittengesetz und den Anforderungen der Wohlanständigkeit nicht emanzipieren. Eine anständige Dame wird mindestens alles das ablehnen, was der Frivolität und Lüsternheit Vorschub leistet. Deswegen muß man dann nicht etwa unmodern gekleidet sein, man verzichtet nur auf die unanständigen Ausschreitungen der Mode. Es wäre doch gewiß gar zu traurig und beschämend, wenn für anständige Damen in der Mode Halbweliallüren maß-und tonangebend würden. — (Fleisch taxe.) Der § 51 der Gewerbeordnung besagt: „Für den Kleinverkauf von Artikeln, die zu den notwendigsten Bedürfnissen des täglichen Unterhaltes gehören, dann für Rauchfangkehrer, Kanalräumer, Abdecker, Transport- und Platzdienstgewerbe können Maximaltarife festgesetzt werden." AI. 3 dieses Paragraphen statuiert hiebei eine Verpflichtung zur „Einvernehmung" der Genossenschaften und der Handels- und Gewerbekammer. Der § 1059 des Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches bestimmt andererseits: „Wenn für Waren eine Taxe besteht, so ist der höhere Kaufpreis gesetzwidrig und der Käufer kann für jede noch so geringe Verletzung die Schadloshaltung bei der politischen Behörde fordern." Früher bestand in Gottschee sowie an vielen anderen Orten die Fleischtaxe, seit Jahren ist sie nunmehr ausgelassen. Und doch wäre ihre Wiedereinführung für Rindfleisch wünschenswert. Nicht etwa, als ob wir hievon eine sehr wesentliche Herabsetzung der Fleischpreise erwarten würden. Es ist ja von vorneherein klar, daß, wenn die Viehpreise hoch sind, die Fleischpreise nicht niedrig sein können. Der Fleischhauer muß auch leben und seinen entsprechenden bürgerlichen Nutzen haben. Man sollte grundsätzlich eine richtige Spannung (Preisunterschied) zwischen Vieh- und Fleischpreisen festsetzen, mit der auch die Fleischhauer zufrieden sein könnten. Dann brauchte man bei den neun jährlichen Viehmärkten in Gottschee nur den Durchschnittspreis des Viehes amtlich erheben zu lassen und die Fleischtaxe hienach unter Hinzuschlag der grundsätzlich festgestellten Spannung (Preisdifferenz vom Lebendgewicht des Viehes und Verkaufspreis des Fleisches) feststellen. Steigen oder fallen die Viehpreise, so steigen oder fallen dementsprechend in ganz preisrichtigem Verhältnisse auch die Fleischpreise. Es würde so ein Preisverhältnis hergestellt werden, gegen das weder die Konsumenten noch die Fleischhauer gerechterweise etwas einwenden können. — (Die Kirche als Weckerin des sozialen Gewissens.) Der großbritannische Schatzkanzler Lloyd-George hatte vor kurzem eine Unterredung mit dem Londoner Korrespondenten der „N. Fr. Pr." über das Problem der sozialen Frage und die Pflichten Der Demokratie. Er setze, äußerte er sich, feine Hoffnung nicht auf phantastische sozialistische Pläne oder aus den Umsturz unserer auf dem Privateigentum aufgebauten Ordnung. Aber es gelte, diese Ordnung auszubauen und zu erweitern. Leben und Gesundheit des Volkes müsse auch zu einem Rechtsgut gemacht werden, ebenso wie gegenwärtig das Eigentum oder das Wild des Waldes. „Die Menschen sind das größte Aktivum des Staates, und doch wird mit Menschen viel größere Verschwendung getrieben, als etwa mit Pferden oder Maschinen. Diesem Raubbau muß ein Ende gemacht werden. Unsere sanitären, unsere Wohnungsgesetze müssen ebenso streng gehandhabt werden, wie unsere Gesetze zum Schutze des Privateigentums." Diese Aufgabe sei allerdings nicht leicht und nur schrittweise zu bewältigen. Zum großen Werke der sozialen Regeneration seien alle Klassen der Nation mitzuwirken berechtigt und verpflichtet. Die arbeitenden Klassen könnten die Führung und Mitwirkung des Mittelstandes und der besitzenden Klassen hiebei nicht entbehren. „Diese Mitwirkung darf nicht zurückgestoßen, sie kann aber auch nicht erzwungen werden. Ihre Vorausfetzung ist, daß das soziale Gewissen der Besitzenden geweckt und ivaä den der! die. 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In Großbritannien ist dies nicht der Fall und ich würde es tief bedauern, wenn darin eine Änderung einträte. AnwichtigenWendepunktenunsererGeschichte sind edle Priester im Interesse des armen und geknechteten Volkes auf ge treten. Im Mittelalter war die Kirche die einzige Hoffnung der Unterdrückten. Die Kirche — dieses Wort in einem kollektiven Sinne genommen — ist noch heute die größte permanente Macht im Lande. Sie prägt die moralischen Werte, sie stxiert die Ideale des Volkes in allen Angelegenheiten des privaten und öffentlichen Lebens. Unsere heutigen Kirchen suchen ihrer sozialen Aufgabe gerecht zu werden. Immer mehr zeigen sie Verständnis für die Aufgabe, das Gewissen der Besitzenden wachzurütteln. Nicht bloß zum individuellen Wohltun — die bloße Charitas genügt heute nicht mehr — sondern zur Erkenntnis ihrer sozialen Pflichten. Die Demokratie verlangt von den Reichen, daß sie Schulen erhalten, in die sie ihre Kinder nicht schicken, daß sie, die sie einer Sozialversicherung nicht bedürfen, eine solche für die Massen schaffen helfen; daß sie, die in guten behaglichen Wohnungen leben, dem Wohnungselend des Volkes ein Ende machen helfen. Die Reichen werden dazu aus bloßen Erwägungen der Nützlichkeit nicht getrieben; es handelt sich hier um das soziale Gewissen, und das zu wecken und zu schärfen, sind die Kirchen vielleicht am besten imstande. Sie am besten können den Reichen die Augen öffnen. Nur ein Fensterladen trennt das behagliche, genußvolle Leben der Reichen von der Not und Verzweiflung der Armut nebenan. Diesen Fensterladen zurückzustoßen, dieses Fenster offen zu halten, ist Aufgabe vor allem der Kirche." — So spricht ein liberaler Anglikaner. Würde in Österreich ein Staatsmann in diesem Sinne sich äußern, so würde ihn die nämliche „Neue Freie Presse" wahrscheinlich als erzklerikalen Rückwärtser verschreien. — (Aus s o r st n n g s prämien.) In Ausführung des Beschlusses der XIX. Generalversammlung des krainisch-küstenländischen Forstvereines in Laibach vom 7. Juli 1896 werden Prämien zu je 20 K oder 40 K für gelungene Aufforstungen auf kahlen Flächen des bäuerlichen Grundbesitzes zur Bewerbung unter nachstehenden Bedingungen ausgeschrieben: l.) Die Aufforstung muß in den Jahren 1911 oder 1912 ausgeführt worden sein und eine Fläche von wenigstens 0'56 Hektar — 1 Joch umfassen. 2.) Die Wahl der Holzart und des Pflanzenverbandes bleibt dem Besitzer überlassen, doch muß erstere den Standortsverhältnissen der Holzvegetation auf dem Öbjekte entsprechend sein und darf die Pflanzenweite unter keiner Bedingung mehr als l-50 Meter betragen. Grundbesitzer, welche sich um eine solche Prämie bewerben wollen, haben die Anmeldung hierauf unter Angabe des politischen Bezirkes, der Steuergemeinde, der Parzellennummer und des beiläufigen Flächenmaßes des Kulturobjektes längstens bis Ende Juni 1913 bei dem krainisch-küstenländischen Forstoereine in Laibach einzureichen. Die Besichtigung und die Beurteilung der konkurrierenden Aufforstung findet im Herbste des Jahres 1913 statt, daher die etwa notwendig werdenden Nachbesserungen im Frühjahre des letztgenannten Jahres zu veranlassen sind. Die Zuerkennung der Prämien wird durch das Präsidium des genannten Vereines erfolgen und bleibt es demselben unbenommen, in speziellen Fällen statt der Geldprämie auch Anerkennungsdiplome zu verleihen. — („Wie bereite ich mich ans die Meisterprüfung vor?") Die Meisterprüfung bildet keinen Bestandteil des Befähigungsnachweises wie die Gesellenprüfung, sondern sie ist fakultativ (freiwillig). Die Meisterprüfung soll die fachliche und gewerblich-kaufmännische Tüchtigkeit der Gewerbetreibenden heben; dadurch wird die Lehrlingsausbildung günstig beeinflußt. Die Meisterprüfung wird vor einer eigens hiezu bestellten Prüfungskommission abgelegt; sie hat den Nachweis der Befähigung zur selbständigen Ausführung und Kostenberechnung der gewöhnlichen Arbeiten des Gewerbes, fowie der zum selbständigen Betriebe des Gewerbes sonst notwen- digen Kenntnisse, insbesondere auch der Buch- und Rechnungsführung zu erbringen. Wer eine Meisterprüfung ablegen will, hat ein schriftliches Gesuch an jene Prüfungskommission zu richten, vor welcher er die Prüfung ablegen will. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, ist es in der Regel nötig, daß der Prüfling das betreffende Handwerk selbständig betreibt. Das Gesuch muß belegt sein mit dem Taufschein (Geburtsschein), Lehrzeugnis (Gesellenbrief), Nachweis der mindestens dreijährigen Tätigkeit im Handwerk als Geselle oder Gehilfe, Zeugnissen der etwa besuchten gewerblichen Bildungsanstalten, Zeugnis über die sittliche Unbescholtenheit. Das eigenhändig geschriebene Gesuch muß eine kurze Beschreibung des Lebenslaufes enthalten. Die erfolgreiche Ablegung der Meisterprüfung berechtigt zur Führung des Titels eines „geprüften Meisters", z. B. „Rudolf Jonke, geprüfter Schneidermeister". Vom 16. August 1912 an werden nur solche Gewerbetreibende Lehrlinge halten dürfen, welche die Meisterprüfung mit Erfolg abgelegt haben. Hiedurch werden jedoch bereits vorhandene Meisterrechte nicht berührt. — Die Herren F. W. Eikmeier, Vorsitzender der Meisterprüfungskommission für das Fürstentum Lippe, und Wilhelm Heine, k. k. Professor an der Fachschule in Gottschee, haben ein sehr praktisches Buch ausgearbeitet, das betitelt ist: „Wie bereite ich mich aus die Meisterprüfung vor?" (Ausgabe für Österreich, Preis 1 K 20 kl). Bei der Bearbeitung dieses Buches haben sie ganz besonders das Ziel im Auge gehabt, in möglichster Kürze alles zu bringen, was für den Gewerbestand von wesentlichem Nutzen und Wert ist und in der Meisterprüfung verlangt werden kann. Der Stoff ist sehr übersichtlich geordnet und die Darstellung leicht verständlich. Der Forderung des Gesetzes über die Meisterprüfungen entsprechend, ist der Inhalt in zwei Abschnitte geteilt, von denen der erste die Buch- und Rechnungsführung sowie alles, was damit zusammenhängt, und der zweite die Gesetzeskunde (Bürgerkunde) behandelt. In beiden Abschnitten sind die wichtigsten Bestimmungen in die anschauliche Form von Frage und Antwort gekleidet. Nicht nur den Prüflingen, sondern auch den Prüfenden will das Buch nützlich sein. Großes Gewicht wurde darauf gelegt, trotz der Kürze alles Wichtige so ausführlich zu behandeln, daß ein zeitraubendes, umständliches Nachschlagen und Nachlesen in den verschiedenen Gesetzbüchern usw. unnötig ist. Ein umfassendes Sachverzeichnis ermöglicht ein rasches Auffinden und macht das Buch dadurch zu einem Nachschlagewerk von dauerndem Wert auch noch nach der Prüfung. Wenn sich der Prüfling die für sein Gewerbe (Handwerk) notwendigen Sachkenntnisse zur selbständigen Ausführung und Kostenberechnung der gewöhnlichen Arbeiten erworben hat, dürfte ihm die Beherrschung des Inhalts dieses Buches für die Ablegung der theoretischen Meisterprüfung genügen, insbesondere wird es ihm bei der Wiederholung sehr gute Dienste leisten. — Wir empfehlen hiemit dieses gediegene Buch allen Interessenten aufs beste. — (Konrad Kümmel) nochmals als Volksschriftsteller rühmen ist wohl überflüssig. Daß er ein solcher ist, das weiß jeder, der je ein Bändchen seiner Volkserzählungen in der Hand gehabt und darinnen geblättert oder gar darin gelesen hat. Und wenn man sich einmal eines dieser Bändchen angeschafft und es ausgelesen hat, so will man immer neue haben. Und warum? Kümmels kurze, fesselnde Erzählungen, auch diejenigen, welche tiefernste und tragische Sujets haben, tragen alle in der Hauptsache einen befriedigenden, versöhnenden, tröstenden Charakter. In den Festerzählungen auf Weihnachten, Ostern herrscht wiederholt eitel Fröhlichkeit und Freude erquickendster Art. Das gesunde, natürliche Volk will es so haben; es will sich erfreuen, erheben, laben und verlangt überall eine Befriedigung seines Wahrheits- und Gerechtigkeitssinnes. Und weil Kümmels Erzählungen das berühren und treffen, was Tausenden in der Tiefe des Fühlens und Denkens lebt: deshalb finden sie Anklang in weitesten Kreisen des Volkes. Es wird daher allgemein begrüßt werden, daß soeben zwei neue (3. und 4.) Bändchen der Sammlung „Des Lebens Flut" bei Herder in Freiburg und Wien zum Preise von je 3 K erschienen sind. In diesen beiden Bändchen bietet Kümmel wieder kürzere Erzählungen, welche sich an die Zeiten des Kirchenjahres anschließen. Das dritte Bändchen enthält 8 Adventsund 8 Weihnachtsgeschichten, das vierte 11 Fastenbilder. Die Erzählungen sind mit Hingabe und Liebe geschrieben und werden in den Herzen der Leser verwandte Saiten erklingen lassen. Witterdorf. (Eheschließungen.) Am 24. September wurden in Koflern Alois Högler aus Neuloschin Nr. l und Josefa Tschinkel aus Koflern 17; am 14. September Andreas Schneider aus Malgern 27 mit Magdalena Fink in Cleveland in der Dreifaltigkeitskirche getraut. — (Gestorben) ist nach nur eintägigem Krankenlager Anton Sch agar aus Obreru 11 im 88. Lebensjahre. — (Die Zeit zum Wandern) ist jetzt nicht nur für die Hausierer, sondern auch für die Amerikaner angekommen. Diese Woche hat wieder eine Schar Frauen und Mädchen die Reise hinüber angetreten; der nächste Nachschub folgt Ende Oktober. — (Die Wasserstandbeobachtungsstation) in Ober-loschin ist jetzt mit einem Uhrwerk versehen worden, das von selbst den jeweiligen Wasserstand bezeichnen wird. Uns wäre aber die Wasserleitung lieber als dieser Wassermesser. Altkag. (Trauung.) In der Allerheiligenkirche in Brooklyn wurde am 7. September Anton Samide aus Grintowitz mit Magdalena Ja klit sch aus Neuloschin getraut. — (Zur Erinnerung an die Erdumsegelung der öfter r. Fregatte Novara 1857 — 59.) Der einzige noch lebende Teilnehmer ist der am 14. März 1832 in Neulag Nr. 5, Pfarre Altlag, geborene Josef Hoge. Die Fregatte verließ am 30. August 1857 Triest, segelte über Gibraltar, Madeira, Rio de Janeiro nach dem Kap der guten Hoffnung, besuchte dann den Indischen Ozean, die Insel St. Paul und Amsterdam, ging dann weiter über Ceylon, Madras nach Singapur. Von hier aus wurde Java, Manila, Hong- Shangei und die Salomoninsel ange- laufen. Am 5. November 1858 Ankunft in Sidney. Die Rückreise fand über Valpareiso und das Kap Horn statt. Am 28. August 1859, nachdem bei elftausend Seemeilen zurückgelegt waren, lief die Novara wieder in Triest ein. Josef Hoge, jetzt Bindermeister in Neulag Nr. 30, diente bei der Marine 10 Jahre 3 Monate und 11 Tage; während seiner langen Dienstzeit hatte er im Winter 1859 seinen einzigen Urlaub. Wieg. (Die Vieh-und Schweinezuchtgenossenschaft) in Rieg hält Sonntag den 13. d. um 5 Uhr Nachmittag im Gasthause des Herrn I. Krisch ihre diesjährige Hauptversammlung. Tagesordnung : 1. Bericht des Vorstandes. 2. Allfälliges. Der Vorstand. Kölschen. (Vereins wesen.) Das k. k. Landespräsidium für Krain hat die Bildung des Vereines „Freiwillige Feuerwehr in Kölschen" zur Kenntnis genommen. Uchermoschnitz. (Un g lückssälle. — Tierärztliche Hilfe. — Schlechte Ernte. — Die Rußbacher Quelle.) In kurzer Zeit sind hier zwei Unglücksfälle vorgekommen, die leicht hätten vermieden werden können, wenn zur rechten Zeit Hilfe da gewesen wäre: Einem Besitzer in Ressen verendete sein schönes Roß, dem anderen Besitzer in Neutabor eine wertvolle Kalbizin. An einen Tierarzt war nicht zu denken, zu weit und zu kostspielig. Seiner Zeit, ich habe es noch erlebt, haben sich am Lande häufig sogenannte Tierärztegesellen gefunden, die in kurzer Zeit in Laibach für die notwendigsten Fälle sich ausgebildet haben. Wie viel Schaden haben sie von den Viehzüchtern abgewendet, welch eines Zuspruches haben sie sich erfreut! Daher wohl die Gegnerschaft der neuen Doktoren gegen diese beabsichtigte Einführung, aber alle Viehbesitzer werden mit Freuden begrüßen folgende Ausfchreibnng des hohen Landesansfchuffes: Der Landesansschuß von Krain veranstaltet an der Ackerbauschule in Stauden bei Rudolfswert vom 15. November 1912 bis 15. März 1913 einen viermonatlichen tierärztlichen Kurs für die erste Hilfe in Notfällen und für Geburten bei Hornvieh. Ausgenommen werden höchstens 12 wenigstens 18 Jahre alte Besitzer oder Besitzerssöhne. Die Kost zu Mittag besorgt ihnen die Ackerbauschule auf Landesunkosten. Nebenbei bekommen sie eine Unterstützung von 15 K monatlich. Stempelfreie, eigen- händig geschriebene Gesuche, denen der Geburtsschein beiliegen muß, sind einzureichen bis spätestens 15. Oktober d. I. an den Landes-ansschnß von Krain in Laibach. Diese Verlautbarung ist von besonderer Wichtigkeit gerade für uns, die wir, mitten zwischen Tschernembl und Rndolsswert liegend, von beiden so weit entfernt sind, daß an eine Hilfe bei Vieherkraukuugen gar nicht zu denken ist. Wird sich wohl ein Besitzer finden, der seinen Sohn in diese Schule schicken wird? Fähige hätten wir, trotz Amerika. Welch ein Vorteil für die Gemeinde, und auch der Betreffende hätte hübsche Nebeneinkünfte. Was sagt der löbl. Gcmeindeansschuß dazu? Wird er sich der Sache cinnehmen? Daß wir in unserem Wirtschaftsleben, in dem Wenigen, was hier erjechst wird, durch die unaufhörlichen Regengüsse geschlagen sind, brauche ich Ihnen nicht zu berichten. Gute Geschäfte machen die Holzlieferanten, Fuhrwerk auf Fuhrwerk zum Eiseubahübau, dafür sind aber die Weingartenbesitzer dreimal geschlagen: Frost im Frühjahr, jetzt sind die Weinbeeren teils harr, teils faul, und die gesund und reif sein sollten, werden gestohlen, von Bahnarbeitern und in ihrem Namen auch von Nicht-Bahnarbeitern. Die Ablösung der Weingärten für die Bahn, und merkwürdigerweise, es sind fast nur Gottscheer getroffen, war eine schmutzige, gelinde gesagt, 1 K 20 h pro Rebe und m2 Erde. In Niederösterreich hat man gezahlt mit 4 K. Man muß dein Bauer aushelseu. — Noch eins darf ich Ihnen nicht verschweigen, es verdient ein Nein eingemeißelt zu werden. Bekanntlich wird den Rußbachern und Umgebung das Wasser genommen und nach Tschernembl geleitet, obwohl diese eine Quelle zum Trinkwasser bereits genommen und sonst Wasser genug haben. Ein Grund muß doch sein. Man lese uud staune: das Tschernembler Wasser ist typhusverseucht; steht schwarz auf weiß. Wie viele Millionen Bazillen sich in einem Tropsen befinden, ist nicht gesagt. Aber gesagt ist es und zwar von verläßlicher Seite, daß dieses typhusverseuchte Wasser in eine Bahnstation als Trinkwasser geleitet wird. Da muh wohl ein Fixstern am Himmel geplatzt und dessen Splitter gewisse Schädel getroffen haben; kein Wunder, daß das Wetter auch närrisch geworden ist. Steinwand. (Obstjahr.) Wir haben heuer ein gutes Obstjahr. Die Zwetschken haben zwar unter dem vielen Regen gelitten und wird es infolgedessen mit dem Schnapsbrennen nicht viel heißen, aber einen guten Obstmost werden wir uns bereiten, um nicht ans den sauren, teuren Wein angewiesen zu sein. Wü'andl. (Gerichtstage.) In der Gemeindeausschußsitzung am letzten Sonntage wurde trotz der von einer Seite betriebenen Hetze die Beistellung der Räumlichkeiten für die geplanten Gerichtstage beschlossen. Sie sollen im leerstehenden Petschauer’schen Hanse Nr. 5 stattfinden und werden gewiß viel zur Hebung unseres Ortes beitragen. Kleinriegek Bei Wössandk. (Die Weinlese) hier und in Semitsch ist vorüber. Das Ergebnis lautet: wenig und schlecht. Der Frost im Frühjahr sowie der kalte August und der regnerische September haben dieses Ergebnis verschuldet. Im Pöllandler Tale einschließlich der umliegenden Höhen gibt es heuer auch kein Obst, und da auch die Feldfrüchte vielfach fehlgeschlagen haben, müssen wir das Jahr 1912 zu den schlechtesten zählen. Höergras. (Verunglückt.) Der 46 Jahre alte Holzarbeiter Johann Maurin geriet am 17. v. M. bei der Arbeit in einem Walde bei Obergras aus eigenem Verschulden unter einen Tram, wobei ihm das linke Bein gebrochen wurde. Laiöach. (Todesfälle.) Am 26. September ist der bekannte Schriftsteller Peter von Radies im Alter von 75 Jahren zur Erde bestattet worden. Der Verstorbene war unstreitig einer der bedeutendsten Historiographen der Gegenwart. Durch seine rastlosen Forschungen in den verschiedenen Archiven war er instand gesetzt, über manche dunkle Frage der Vorzeit unseres Heimatlandes Aufschluß zu geben. Die Resultate der Forschungen hat er in einer großen Anzahl" von Aussätzen und Monographien veröffentlicht und sich dadurch einen nicht unbedeutenden Ruf in der Gelehrtenwelt erworben. Sein Hauptwerk ist „Johann Weikhard Freiherr von Valvasor", das vor zwei Jahren erschien. In den sechziger Jahren bereiste er im Aufträge Sr. Durchlaucht des Fürsten Auersperg auch das Gottscheer Ländchen und legte die bei dieser Gelegenheit m 'historischer, kultureller und sprachlicher Beziehung gemachten Wahrnehmungen in zahlreichen, interessanten Aufzeichnungen nieder, die teilweise schon im „Gottscheer Boten", dessen eifriger Leser er von Anfang an gewesen war, verwertet wurden. Ehre seinem Andenken! — Am 27. September starb nach längerem Siechtum Fräulein Marie Eg er, Schwester des Landtagsabgeordneten Dr. Ferdinand Eger. Mit der Verstorbenen ist eine treue Katholikin und große Wohltäterin der Armen Laibachs aus diesem Leben geschieden. Sie ruhe in Frieden! Irrest. (Die italienische Presse — eine Spezialität.) Über die österreichisch-italienische Presse und insbesondere über den „Piccolo" schreibt Dr. Eberle in seiner „Großmacht Presse": „Ich bin drunten in einem Kurort in Istrien. Das ist österreichische Provinz, aber die Augen und Herzen suchen Italien. Der Feldgesang ist „Evviva Jtalia". Ich frage mich vergebens warum: Die wirtschaftlichen, sozialen, militärischen Verhältnisse liegen in der Donaumonarchie besser, als auf der Apenninen-halbinsel. Von Unparteiischen (Dr. Eberle ist Reichsdeutscher) werde ich aufmerksam gemacht aus etliche brüchige Persönlichkeiten, welche für den Sold der Jrredenta gern feurige Rhetorik liefern, unter von Sachkenntnis Unberührten leicht den italienischen Rattenfänger von Hameln spielen. Und ich werde vor allem auf die Presse hingewiesen: Sehen Sie, wir haben hier eigentlich nur eine Zeitung von Bedeutung, die aber den bekannten Glauben an alles Gedruckte findet. Sie heißt Piccolo della sera, wird in Triest gedruckt und von einem geborenen Italiener jüdischer Konfession redigiert. In dieser Zeitung nehmen die „Jtaliana" den Hauptraum in Anspruch. Die Verhandlungen im Parlament auf dem Monte Citorio finden gegenüber denen im österreichischen Reichsrat dreifache Bewertung, eine Cavourseier in Florenz wird höher taxiert als eine Kaiserjubiläumsfeier in Wien, und der König von Italien erscheint als der erste Mann der Welt." — Die österreichisch-italienischen Zeitungen — auch die kleineren Lokalblätter in Jtalienisch-Tirol — sind in dieser Beziehung überhaupt eine Spezialität, die einzig dasteht. Während die tschechischen, polnischen, ruthenischen, slowenischen Blätter stets ausführliche Berichte über die Verhandlungen des österreichischen Reichsrates und überhaupt über österreichische Vorkommnisse bringen, werden diese in den italienischen Blättern zumeist entweder totgeschwiegen oder nur so nebenher gestreift. Es scheint ein gewisses Prinzip darin zu liegen, die italienischen Leser in Unkenntnis über ihr eigenes Vaterland zu halten, an dessen Stelle das Königreich Italien gesetzt wird. Unter solchen Umständen muß man sich wirklich wundern, daß im Herzen des italienischen Landvolkes in Südtirol trotzdem noch so treues österreichisches Empfinden und österreichischer Patriotismus herrscht, wie sich solcher in den begeisterten Evviva-Rufen auf den Erzherzog-Thronfolger im August dieses Jahres in Welschtirol überall kundgab. Die italienische Bevölkerung dortselbst demonstrierte mit wehenden schwarz-gelben Fahnen für ihre nicht wankende Reichstreue und gegen die Jrredenta. Wenn also auch die italienischen Zeitungen Oesterreich ignorieren und links liegen lassen, der gesunde Sinn des italienischen Volkes, worunter man natürlich nicht die gewissen Signori und Jtalianissimi verstehen darf, hängt treu und unentwegt am österreichischen Vaterlande. Wien. (Todesfall.) Hier ist nach langem schweren Leiden am 11. September Herr Peter Loske, Privatier und Hausbesitzer, Bürger und Mitglied der Wiener Bürgervereinigung, im 60. Lebensjahre verschieden und am 13. September am Penzinger Friedhof zur ewigen Ruhe bestattet worden. Bei einmaliger Einschaltung kostet die oiergespaltene Xleindruckzeile oder d eren Raum JO Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Jahr wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige E äßigung gewährt. Anzeigen. Oie Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. um Danksagung. Für die innige Anteilnahme, die uns anläßlich des plötzlichen Todes unseres unvergeßlichen, teuren Gatten und Vaters, des perrn Hotttteö Marek Bäckermeister itttb Kausöesiher allseitig in so reichem Maße zuteil wurde, danken wir auf das verbindlichste. Insbesondere auch Dank für die zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse von Seite der Gemeindevertretung, der Feuerwehr, der Handwerker-Genossenschaft und dem Gottscheer Gesangverein für den ergreifenden Chor am offenen Grabe. Dank auch allen jenen, die dem Toten so schöne Kränze gewidmet haben. Gottschee, am 27. September M2. Die Familie Marek. fässcr im guten Zustande, große und kleine, alte und neue, sind zu verkaufen bei Johann Suggenig KaMndermeister in Laiöach, Rudolfsbahnstraße Nr. 5. (24—3) Reparaturen werden billigst berechnet. Gottscheer Raiffeisenkassen. Zinsfuß für Spareinlagen 4 74%. „ „ Hypothekardarlehen 5 %. „ „ Personal (Bürgschafts)-Darlehen 5 7a/%. In Ebental ist das Haus Nr. 1 mit drei Waldanteilen, bei 60 Joch Äcker und Wiesen, sehr vielen Eichen — das Haus in gutem Zustande — preiswürdig zu verkaufen. Anzufragen beim Eigentümer Andreas Herbst in Setsch, P. Gottschee (Krain). (4—3) Abonnieret und leset den Gottscheer Boten! Haus Nr. 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