Bezugspreis« pr Gsterreich-Ungarii ganzjährig K 6 — halbjährig K 3— jür Amerika: ganzjährig D. 2- — pr das übrige Ausland ganzjährig K 6 '50 Briefe ohne Unterschrift werden nichtberücksichtigt, Manuskripte nicht zurück, gesendet. am 4. und 19. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Zücmbermappe' eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hottscheer Noten in Gottschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftteitung des Kottscheer Boten in Gottschee. Anzeigen (Injerate) werden nach Tarif berechnet und von der Vermattung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott» icheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Ar. 16. Oottschee, am 19. August 1918. Jahrgang XV. Amerika und mir. Wie naiv wir doch zu Anfang des Krieges noch waren! Als im August 1914 der Weltkrieg ausbrach, schauten wir Mitteleuropäer uns in der Welt um einen Freund um, der, wenn er auch nicht militärische Hilfe brachte, wenigstens mit der Sache Deutschlands und Österreichs sympathisierte. Die Blicke richteten sich damals nach Amerika. Man hoffte, die Vereinigten Staaten würden mindestens ideell auf unsere Seite treten. Jetzt müssen wir uns recht schämen, daß wir damals so naiv und kurzsichtig waren. Allerdings trat Amerika gegen uns nicht sofort in den Krieg mit den Waffen. Dies hatte darin seinen Grund, weil die 'Multimillionäre in den Vereinigten Staaten zuerst durch Lieferung von Waffen und aller Art von Kriegsmaterial, ferner durch Lieferung von Lebensmitteln usw. an die Entente gute Geschäfte machen wollten. Dann schleuderte Wilson den demokratischen Gedanken in die Welt und das Selbstbestimmungsrecht der Völker, mit welchen heuchlerischen Phrasen er die Sinne ganzer Völker benebelte und in eine Art Opiumrausch versetzte. Der Vorkämpfer gegen den „Militarismus" wurde selbst der Begründer des amerikanischen Militarismus. Das alles ging so schönrednerisch,. salbungsvoll, in so gleißende Phrasen eingewickelt vor sich, daß die betrogene Welt gar nicht merkte, wie sie einem Manne zujudelte, der an Schlauheit und Verschlagenheit selbst England übertraf und sich von Tag zu Tag immer mehr zu einer Weltgeißel, zum Henker Europas entwickelte. Welcher Geist hiedurch in den Vereinigten Staaten großgezogen wurde, beweist der Text eines „Pledge" (feierliches Versprechen), das kürzlich in einer der verbreitetsten und gelesensten englischen Zeitung zu lesen war und das „loyale Amerikaner" nun überall unterzeichnen. Es ist eine Frucht englischer Hetzarbeit und amerikanischer Aankee-barbarei. Der Ausbruch absurden, giftigen Blödsinns wird von dem englischen Blatte „eine vernichtende Anklage gegen Deutschland" gestaunt. Das englische Blatt bedauert dabei nur das eine, daß sein Programm undurchführbar sei. Der Text, der uns wie eine'Mystifikation oder krasse Karikatur anmutet, hat nach den „M. N. N." folgenden Wortlaut: An das deutsche Volk! Wir schwören feierlich, daß wir keinen Verkehr irgendwelcher Art mehr mit Dir unterhalten werden. Wir werden nichts von Dir kaufen; wir werden Dir nichts verkaufen; wir werden Dich mit allen Mitteln an einem Betreten unseres Landes verhindern; wir werden unser Äußerstes tun, um zu verhindern, daß Deine Waren nach unserem Land oder nach anderen Ländern kommen können, daß Deine Schiffe, die Dir oder von Dir Waren bringen, das Meer befahren oder in einen unserer Häfen oder der anderen Länder ein-laufen können. Wir werden unser Äußerstes tun, dieses Verhalten so lange gegen Dich fortzusetzen, bis Du freiwillig schriftlich zugibst, daß Du eine Nation von Mördern, Piraten und Mädchenschändern bist, daß Du Deinen Eroberungskrieg aus reinem .Neid gegen Deine zivilisierten Nachbarn absichtlich geplant und absichtlich Jahre zum voraus beschlossen hast, in ihm jede Waffe zu gebrauchen, die die Hölle ausdenken und der Teufel erfinden könnte, um Deine böse Absicht auszuführen/ daß Du den Namen Gottes im Munde führst, obwohl Du weißt, daß Du mit dem Teufel im Bund stehst, und daß Du jedesmal, wann Du Gott betend nennst, es in Travestie und Heuchelei tust, daß Du demütig vor den christlichen Nationen zugibst, daß die angemessene Strafe für Deine Verbrechen als Volk die vollständige Ausrottung des deutschen Volkes und die Vernichtung von allem, was deutschen Ursprunges ist oder an Deutschland erinnert, wäre, daß Du zum Dank dafür, daß Dir eine Weiterexistenz und Wiederaufnahme in die Gesellschaft als reuiger Sünder zugestanden wird, die deutsche Sprache verbannst, jedes deutsche Buch und Blatt zerstörst und zugibsit, daß Du nicht wert bist, einem anständigen Menschen je wieder ins Gesicht zu sehen, Deine Zukunft auf tausend Jahre verpfändest, um die Nationen zu entschädigen, die Du zerstört hast, die Völker, die Du gemordet hast, die Frauen, die Du geschändet hast, und die Kinder, die Du verstümmelt hast, und während dieser Zeit in schimpflichster Armut leben wirst, daß Du den Kaiser und jeden Offizier in Deiner Armee und Flotte freiwillig hängen wirst, daß Du jeden Beamten hinrichten wirst, der sein Land zu Hause vertrat und draußen Komplotte schmiedete, daß Du jeden Konsul erschießen wirst, der eine Hand in Deinem infamen Spionagesystem hatte, daß Du die Güter, die Du in jedem Deiner früheren Eroberungskriege gestohlen hast, herausgibst und lernst ausschließlich englisch zu sprechen als Pfand Deines Abscheues vor der Art, wie Du die Welt in Blut gebadet hast. Nur wenn Du alles das getan hast, wirst Du wieder zur niedrigsten Stufe der Menschheit zugelassen werden, gerade ein wenig über den Tieren des Feldes und Waldes." So viel Worte, so viel niederträchtige Lügen und Gemeinheiten. Es wäre interessant, schreiben die „M. N. N.", zu hören, ob dieser „Pledge" der „loyal Americans" Wilson auch unterbreitet worden ist und was er darauf antwortete. Jedenfalls sei in keiner amerikanischen Zeitung eine Spur davon zu entdecken gewesen, daß dem Geist, der aus diesem amerikanischen „Kultur"dokument spricht und der sich im Lynchen und Mißhandeln Andersdenkender bereits vielfach in Taten umsetzte, je mit einem Worte entgegengetreten worden ist. „New-Iork Herald" schlägt im Gegenteil einen ähnlichen gemeinen Ton an. Das Blatt schreibt, die Vereinigten Staaten seien in den Krieg gezogen, um mitzuhelfen, das wilde Tier (1) zu erschlagen, das aus Berlin gekommen sei, um die Zivilisation zu verschlingen. Bezeichnend für die Stimmung in Amerika ist auch, daß kürzlich die Mörder eines deutschen Reichsangehörigen freigesprochen wurden, weil es kein Verbrechen sei, einen Deutschen zu töten! Durch diesen Freispruch der Mörder eines unschuldigen Deutschen haben die amerikanischen Richter sich selbst das Urteil gesprochen. Der Skandal sollte jedem Amerikaner die Schamröte ins Gesicht treiben. Was will Amerika? Was bezweckt Wilson? Amerika hat durch Darlehen von noch nie dagewesenem Umfang die Ententenstaaten in wirtschaftliche Abhängigkeit gebracht und strebt offenbar an, der Erbe Englands im Welthandel zu werden. Aus diesem Grunde soll Deutschland als wichtigster Konkurrent niedergeschlagen und zertrümmert werden. Seine eigenen Machtmittel will Amerika dabei möglichst schonen; seine Truppen sollen in Frankreich das Kriegführen lernen, um späterhin gegen eine allenfallsige Invasion Japans geschult und gerüstet dazustehen. Amerika schürt und hetzt zur weiteren Fortführung des Krieges, weil es an der Selbstzerfleischung Europas das größte Interesse hat. Je mehr das alte Europa ruiniert und verwüstet wird/ desto mehr freut sich Wilson. Amerikas Absicht ist es, künftighin als mächtigster, als sozusagen einzig kapitalkräftiger Staat Europa wirtschaftlich ganz zu beherrschen. Amerika würde sich dabei gewiß auch kein Gewissen daraus machen, die weiße Rasse an die gelbe zu verraten. Die Vereinigten Staaten, Japan und China sind die Gebiete, die voraussichtlich die lachenden Erben nach dem europäischen Selbstmord sein werden. Amerika tritt immer mehr in den Mittelpunkt der kapitalistischen Welt, es wird wirtschaftliche Zentralmacht, um die sich Europa und auch der größte Teil Asiens (China) drehen werden. Man nennt Westeuropa gerne „die Stadt", die „industrielle Werkstätte der Welt". Amerika ist nun daran, sich zum Herrn dieser „Stadt" zu machen, wirtschaftlich seine eigenen Bundesgenossen zu erobern und zu unterjochen. Verblendetes Europa! * Wir stehen nun bereits im fünften Kriegsjahr. Amerika trat im Frühjahre 1917 in den Krieg. Der Einfluß der Teilnahme Amerikas am Kriege stat sich erst in den letzten Monaten stärker fühlbar gemacht. Wird die amerikanische Hilfe den Verband befähigen, die Front der Mittelmächte zu bezwingen, so daß die Entente in Berlin, Wien, Sofia und Konstantinopel den Frieden diktieren kann? Die Gegner haben sich da offenbar eine Aufgabe gestellt, der sie nicht gewachsen sind. Was sie anstreben, können sie unmöglich erreichen. Wir brauchen weder Paris noch London, Rom, am allerwenigsten New-Dork-. Wir haben gesiegt, wenn wir nicht besiegt werden. Die Gegner pochen noch immer auf die amerikanische Hilfe. Es wird sich zeigen, daß sie auch mit Hilfe der Amerikaner unmöglich über den Rhein kommen werden. Wir müssen so lange weiterkämpfen, bis endlich auch die Entente und Amerika nnsehen werden, daß ihre Kriegsziele unerreichbar sind. Wir müssen die Zeit der Friedensreife in geduldiger Entschlossenheit abwarten. Wir müssen den uns aufgezwungenen Krieg so lange weiterführen, bis der Vernichtungswille der Feinde gebrochen ist. Die Mittelmächte führen keine Pläne der Gewalttätigkeit gegen die Gegner im Schilde, aber ihre Unterwerfung unter feindliches Diktat würde ihre politische Vernichtung bedeuten und die Verelendung ihrer Völker. Was hat Amerika in Europa zu suchen? Es will vor allem eine völlige Niederlage seiner Verbündeten verhüten, um nicht die Riesensummen zu verlieren, die es ihnen im Kriege geliehen hat. Amerika weiß ferner, daß die Schwäche Europas die Blüte und Stärke Amerikas bedeutet. Die Amerikanisterung Europas ist das weitere Ziel seiner Politik. In Frankreich ist bereits der Anfang gemacht worden. Die Amerikaner haben sich in der Industrie, in der Verwaltung und dem Verkehrswesen Frankreichs eingenistet. Auf diese Weise rentiert sich das Kriegsunternehmen dem Lande der Trusts und Dollars. Die Heereskräfte des Verbandes verbrauchen sich unter den ungeheuren Blutopfern, die, wie Oberst Immanuel schreibt,'von der amerikanischen Hilfe nimmermehr ersetzt werden können. Wir Baben daher allen Grund, der heranreifenden Entscheidung mit ganzem Vertrauen entgegenzusehen. * Das fünfte Kriegsjahr steht im Zeichen Amerikas. Nach einer veröffentlichten Erklärung von Mitgliedern des Kongresses der Vereinigten Staaten, die sich kürzlich in England aufhielten, verfügt Amerika über 20 Millionen Mann im dienstpflichtigen Alter. In • Europa seien 1,500.000 amerikanische Soldaten. Vor Ende Oktober würden 2 Millionen in Europa sein und gleichzeitig 1 Million in den Vereinigten Staaten ausgebildet werden. Die Amerikaner bauen jetzt über 25.000 Flugzeuge und in den Vereinigten Staaten befänden sich 100.000 Flieger. Das Ende des Krieges sei in Sicht. Deutschland werde zur See, zu Lande und in der Luft hoffnungslos in den Schatten gestellt werden. Wenn einer das liest, läuft ihm wohl ein kalter Schauer über den Rücken. „Doch er kann beruhigt sein", schreibt Dr. Oberström im „Aftonbladet" (11. Juli), wenn er erfährt' daß Rußlands Kriegsstärke nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf dem Schlachtfelde die langen Jahre hindurch zwei- bis dreimal größer war. Während Brussilows Offensive verloren die Russen vom 4. Juni 1916 bis zum Kriegseintritt Rumäniens Ende August 1,875.000 Mann, d. H. in einem Vierteljahr verlor Rußland ebensoviel, wie Amerika unter Pauken- und Trompetenschall in 17s Jahren aufgestellt hat. Schon diese einfache Tatsache sollte genügen, um zu zeigen, daß Amerika Rußland nicht zu ersetzen v e r m a g.' Tatsächlich ist die amerikanische Hilfe bisher noch nicht viel größer als vor zwei Jahren die Rumäniens war. Allerdings sucht Amerika und England im Bunde mit Japan den Ostfrieden der Mittelmächte zunichte zu machen, um in Rußland behufs Entlastung der Westfront eine neue Front gegen die Kaiserreiche Mitteleuropas zu schaffen. Selbst wenn dieses Vorhaben gelingt, wird die Ostfront nicht eine Spur haben von der Stärke jener Front, die früher das alte Rußland stellte. Wir brauchen uns also durch amerikanische. Großsprechereien durchaus nicht einschüchtern zu lassen, so ernst auch die amerikanische Hilfe für den Vierverband zu nehmen ist. Der Krieg wird durch Amerika allerdings noch weiter in die Länge gezogen und legt uns eine schwere Geduldprobe auf. Mit Gottes Hilfe werden wir auch diese, hoffentlich letzte, Probe bestehen, wir werden durchkämpfen und durchhalten, in Not und Entbehrung. Steber-noch ein halbes Jahr durchhalten", sagt Generalsekretär Stegerwald, „als hundert Jahre für England (und Amerika. D. Schrift) fronden!" — Der deutsche Kaiser sagte jüngst in einem Aufrufe: „Uns schrecken nicht amerikanische Heere, nicht zahlenmäßige Übermacht. Es"' ist deutscher Geist, der die Entscheidung bringt." Der „Standaard" (Amsterdam, 31. Juli) bringt einen Artikel der englischen Zeitschrift „The Nation", in welchem u. a. ausgeführt wird: Amerika begreift noch nicht, daß eine unbeschränkte Fortsetzung des Krieges das Todesurteil mindestens für eine Nation bedeutet. Wenn dies für Frankreich gilt, so führt diese hemmungslose Kriegspolitik auch in jedem anderen kriegführenden Lande Europas zu einer kümmerlichen Existenz während einiger Generationen, zu einem Leben kümmerlicher Verelendung, wirtschaftlicher Schwächung und geistiger Verkrüppelung, zu einer Häufung moralischer Kriegsschäden. Und das alles nur, damit etwa im Jahre 1920 oder 1921 amerikanische Millionen die deutschen Verteidigungslinien durchürechen und den mürben Völkern Europas einen amerikanischen Frieden auferlegen können, nur deshalb, weil die Union sich nach dem Abschluß eines solchen Friedens mit Japan in den Handel de% ganzen Welt teilen kann." Die Sache steht jetzt so, daß die Entente nicht einmal, wenn sie wollte, ohne Amerikas Genehmigung Frieden schließen könnte, denn Amerika hat jetzt die Führung, das entscheidende Wort. Ein amerikanischer Friede soll am Schluß die Welt „beglücken", wenn im alten Europa die Völker aus tausend Wunden bluten und zu Tode erschöpft sind. Aus Stabt und Land. Hotlschee. (Das Geburtssest des Kaisers) wurde hier am 17. August in feierlicher Weise begangen. Um 9 Uhr vormittags wurde in der Stadtpfarrkirche von Sr. Gnaden dem hochw. Herrn Kanonikus Josef Erker unter großer Assistenz ein feierliches Hochamt mit Tedeum zelebriert, dem die Beamten und Offiziere, die Stadt- 6er in len Den >ch- in ohl n", jrt, nch nal sen lust en- Ve en, en itel cht Der ng >as 'st- ier che nst ist. Die Ifit De« nb al- ka. ein -ge L" fei ls- fte on !s- as Zu ng ,s- ier en en ich ie% tut te, iiu // nb gemeinbeoertretung, die Lehrkörper der Schulanstalten usw. und viele Andächtige beiwohnten. Am Schlüsse des Gottesdienstes wurde begeistert die, österreichische Volkshymne gesungen. Die öffentlichen Gebäude waren beflaggt. — (Kriegsauszeichnung.) Dem Oberstleutnant Herrn Rudolf Jonke, IR 59, wurde das Ritterkreuz des Leopold-Ordens mit d. Kd. u. d. Schw. verliehen. Es ist das die sechste Kriegsauszeichnung. Der Herr Oberstleutnant besitzt bereits den Orden der Eisernen Krone und mehrere andere Kriegsauszeichnungen; er ist der erste Ossizier aus Gottschee, dem der Leopold-Orden ver- ■ liehen wurde. Nachdem der Herr Oberstleutnant bereits früher eine schwere Wunde am Fuße und mehrmals leichtere Verwundungen erhalten hatte, wurde er bei der siegreichen Erstürmung des Col bi Rosso am 15. Juni d. I. durch einen Brustdurchschuß schwer verwundet und befindet sich gegenwärtig zur Erholung in Gottschee. — (Kriegsauszeichnunge n.) Dem Leutnant i. d. Res. Herrn Josef Springer, IR 17, wurde die Silberne Tapferkeitsmedaille 1. Kl. für Offiziere verliehen. Dem Res.-Oberleulnant Herrn Eugen Marquis von Gozani, GAR 49, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde die Allerhöchste belobende Anerkennung bei Verleihung der Schwerter bekaunigegeben. — (Militärisches.) Der Einj.-Freiw. Feuerwerker Herr Otto Cernstein wurde zum-Fähnrich i. d. Ref. ernannt. — (Ernennung.) Der Hilssämterdirektor im Handelsministerium Herr Andreas Perz wurde zum Hilfsämter-Oberdirektor in dem neuemchteten Ministerium für Volksgesundheit ernannt. — (Vom Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Radmannsdorf hat an Stelle des in Kriegsdienstleistung stehenden Oberlehrers Herrn Emil Locker die absolvierte Lehramtskandidatin Fräulein Elwira Frieß zur Supplentin an der Volksschule in Weißenfels bestellt. Die provisorische Lehrerin Fräulein Amalia Erker in Nesseltal wurde auf ihrem gegenwärtigen Dienstposten definitiv angestellt.. — (Christliche Studentenlade.) Der Verein „Christliche Studentenlade" in Gottschee hat im Schuljahre 1917/18 für Schülerunterstützungen im ganzen den Betrag von 2442 K 63 h verausgabt. Hievon entfallen auf die Verköstigung Studierender 1928 K 50 h, auf Anschaffung von Schulbüchern 414 K 13 h, auf sonstige Unterstützungen 100 K. — (Das Standrecht) über Steiermark, Kärnten und Krain ist am 6. August durch Militärkommandobefehl aufgehoben worden. — (Ernte.) Der Weizen-, Gerste- und Roggenschnitt ist bei uns zumeist beendet. Die Ernte ist nicht so ergiebig wie im vorigen Jahre. Voriges Jahr konnte im Weizen zumeist das Neun« bis Zehnfache der Aussaat eingeheimst werden, Heuer nur das Fünf-bis Sechsfache. Rüben und Kraut gedeihen gut, ihnen schadet das ewige Regenwetter nicht, für die Erdäpfel wäre es aber entschieden wünschenswert, wenn wir nun mehrere trockene Wochen bekämen. Auch der Mais und die Fisolen brauchen mehrere Wochen warmes Wetter. Die Temperatur im August war bisher — wir schreiben diese Zeilen am 15. August — mehr herbstlich als sommerlich. In den Karawanken gab es sogar Neuschnee. Auch der Weinstock braucht warme, sommerliche Witterung. — (Preistreiberei.) Es kommt bei Preistreibereien nicht selten vor, daß die Angeklagten vor Gericht sich mit dem Umstande auszureden versuchen, daß von Militärpersonen noch höhere Preise angeboten würden. Erst kürzlich war dies wieder hier der Fall bei Preistreiberei in Butter. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß eine solche Ausrede ganz haltlos und wirkungslos ist, indem ja auch Militärpersonen strafbar werden, wenn sie sich der Preistreiberei schuldig machen. — Eine Gastwirtin in Rieg wurde wegen Preistreiberei in Most empfindlich bestraft: — (Verwundetenmedaille.) Der erste Tag des Anlegens der neugestifteten Verwundetenmedaille war der-17. August. — (Erdbeben.) Am 13. August wurde hier von mehreren Personen um 10 Uhr 2 Min. abends ein schwächeres Erdbeben beobachtet. — (Treiberiemen) für landwirtschaftliche Betriebe sind erhältlich bei der Riemenfabrik Christoph Neuner in Klagenfurt. Unsere Landwirte werden aufmerksam-gemacht, bei etwaigem Bedarf sich an diese Firma zu wenden. — (StaatsfeindlicheFlugzettel.) In der letzten Zeit wurden in Krain wiederholt von feindlichen Fliegern Flugzettel staatsfeindlichen Inhaltes abgeworfeu. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Besitz und die Verbreitung solcher Flugzettel strengstens untersagt ist. Übertretungen dieses Verbotes werden mit Geldbußen von 2 bis zu 200 K oder mit Arrest von 6 Stunden bis zu 14 Tagen bestraft. — (Keine Erhöhung des Unterhaltsbeitrages.) In der Julitagung des Abgeordnetenhauses wurde von polnischer und sozialdemokratischer Seite ein Antrag auf Erhöhung der Unterhaltsbeiträge eingebracht. Die Regierung hat die Erhöhung mit Rücksicht auf die damit bedingte ungeheuere Mehrbelastung der Staatsfinanzen abgelehnt. Die Ausgaben für Unterhaltsbeiträge betragen schon jetzt 3 Vs Milliarden Kronen jährlich, daher ist die Ablehnung der Erhöhungen begreiflich. Anderseits entsprechen die Einheitssätze des Unterhaltsbeitrages, insbesondere in den größeren Städten, schon lange nicht mehr den Teuerungsverhältnissen. . Es wird daher ein mehrseits bereits empfohlener Ausweg gefunden werden müssen: Verkleinerung des Kreises der Anspruchsberechtigten, Einführung von Gefährdungsklassen und Erhöhung der Beiträge für die tatsächlich Bedürftigen. — (Aus Tolmezzo) wird uns geschrieben: Mais erreicht hier eine Höhe 'von drei Metern. Ackerland genügend, doch die wenigen zurückgebliebenen Italiener reichen nicht aus, es entsprechend zu bebauen; überdies sind sie faul. Jedenfalls würden unsere heimischen Bauern, die nicht gewohnt sind, daß etwas ohne Arbeit gedeiht, wie hier, einen vierfachen Ertrag erzielen. — (Felddiebstähle.)' Auch bei uns haben in letzterer Zeit die Felddiebstähle, insbesondere das diebische Ausgraben der Erdäpfel in der Nacht, derart überhand genommen, daß auf behördlichen Auftrag eine außerordentliche Nachtwache eingerichtet werden mußte, für welche jedes Haus, bezw. jeder Grundbesitzer, wenn ihn die Reihe trifft, eine Person beizustellen Hat. — (Entbehrungsvolle Zeit.) Für die Nichtselbstversorger waren die letztvergangenen Wochen eine harte, enibehrungs-volle Zeit. Kein Mehl, auch kein Maismehl, kein Brot, sehr wenig Fleisch, sehr wenig FetlI Man mußte sich mit teuren neuen Erdäpfeln, Salat und Gemüse durchfretten. Hiezu kamen ab und zu Pilze aus dem Walde als kleine Zubuße. In den größeren Städten hat die regelmäßige Zuteilung des nun allerdings bedeutend teuerer gewordenen Mehles bereits begonnen; hoffentlich wird nun auch das flache Land baldigst an die Reihe kommen. — (Krebse in der Rinse.) Um die Mitte der 90 er Jahre ist bekanntlich auch bei uns die Krebsenpest aufgetreten und hat den gesamten, früher so überaus reichlichen Krebsenstand der Rinse vernichtet. Man versuchte, galizische und bosnische Krebse einzusetzen, aber der Versuch mißlang. Nun wurde in jüngster Zeit das Wiedervorkommen von Krebsen in der Rinse festgestellt. Hoffentlich werden sie sich in einigen Jahren derart vermehren, daß unsere Rinse in absehbarer Zeit wieder den früheren Krebsenreichtum aufweisen wird. — (Feindliche Flieger über Wien und Laibach.) Am 9. August erschienen um 9 Uhr 30 Min. vormittags acht italienische Flieger über Wien und warfen in mehreren Bezirken Tausende von Flugzetteln ab. Kurz nach 11 Uhr vormittags erschien am gleichen Tage über Laibach ein Geschwader von sieben italienischen Flugzeugen und flog, von den Abwehrbatterien beschossen, ohne Abwurf alsbald nach Südwesten weiter. Von den über Wien erschienenen italienischen Fliegern ging einer in der Nähe von Wiener-Neustadt nieder. Der Apparat verbrannte vollständig. Der Pilot wurde wenige Stunden nach seiner Notlandung in Gewahrsam gebracht. — Es ist eine ziemlich kindliche Annahme der Italiener, die Wiener durch solche Flugzettel den feindlichen Absichten gefügig zu machen. — (Eine Rosegger-Gedächtnissammlung.) , Der Deutsche Schulverein veranstaltet eine Rosegger-Gedächtnis-s a nt m Ly n g, deren Ergebnis dem Deutschen Schulvereine die Mittel bieten soll, in den gemischtsprachigen Kronländern neue Roseggerschulen und Roseggerkindergärten zu errichten, als würdigste Denkmäler für den verstorbenen Dichter. Es sollen Bausteine in der Höhe von 100 Kronen gesammelt werden, so daß auch dem kleinsten Kreise die Mitarbeit ermöglicht wird. Wenn nur 10.000 Deutsche solche Bausteine stiften, wenn alle deutschen Bezirksvertretungen und Gemeinden, Geldanstalten und industriellen Unternehmungen, Genossenschaften und Vereine dem ergangenen Rufe folgen, wenn Bürger und Bauern, Gewerbetreibende und Arbeiter, Beamte, Geistliche und Lehrer ihr Scherslein beitragen, dann wird bald eine Million Kronen beisammen sein für den Schutz unserer heiligen deutschen Heimaterde. — (Erhöhung derPo st gebühren.) Vom 1. September d. I. an ist für einen Brief bis 20 Gramm 20 h (statt 15 h), für jede weiteren 20 Gramm 5 h zu entrichten, für eine Postkarte 10 h. Die Fünf-Kilo-Pakete werden statt 60 und 80 h 1 K kosten. Die Postanweisungen bis 50 K werden von 20 h auf 25 h verteuert. Die Probepostsendungen erhalten einen Zuschlag von 60 h (statt 30 h); Telegramme einen Zuschlag von 20 h. — Die Postverwaltung schätzt das Erträgnis aller Erhöhungen auf 63 Millionen Kronen. — (Höchstpreife für Wild.) Beim Verkaufe durch den Jagdbesitzer dürfen nachstehende Preise nicht überschritten werden: Für Rehwild pro Kilogramm von Stücken unter 10 kg 4 K 50 h, über 10 kg 5 K; sür Hasen pro Stück bis 3 kg Gewicht 6 K, über 3 kg Gewicht 7 K. — (Verkehr mit Bier.) Die österreichischen Brauereien erzeugen derzeit zwei Sorten Bier, und zwar eine Sorte von vier Saccharometergraden Extraktgehalt und darüber und eine zweite von weniger als vier Saccharometergraden. Da der Unterschied dieser beiden Sorten auch in den dafür festgesetzten Preisen zum Ausdrucke kommt, ist zum Schutze des Publikums vor Übervorteilungen die Anordnung notwendig, daß sowohl die beiden verschiedenen Biersorten als auch der Bierersatz genau umschrieben werden; gleichzeitig muß durch einen strengen Deklarationszwang beim Verkaufe des Bieres im großen und im Kleinverschleiße sowie durch das Verbot, mehr als eine Sorte Bieres oder Bierersatzes zur selben Zeit in den Gastwirtschaften auszuschenken, Ordnung geschaffen werden. Diese Neuregelung des Verkehres mit Bier erfolgt durch eine Verordnung des Amtes sür Bolksernähruug, durch die auch die inzwischen unnötig gewordene Einschränkung des Bierausschankes auf gewisse Tagesstunden außer Kraft gesetzt wird. — (Graf Slernbergs Friedensvorschläge.) Der durch seine Unerschrockenheit und seine guten Einfälle bekannte frühere Abgeordnete Graf Sternberg schreibt in der „N. Fr. Pr.", der Sieg der Zentralmächte müßte sich auf das Festland beschränken. Das verwüstete Frankreich läge dann vor unseren Füßen, aber die ungebrochene Seemacht Englands und Amerikas bliebe aufrecht stehen. Der Enderfolg eines Landsieges wäre also in bezug auf die Folgen noch sehr fraglich. Die Kosten aber, welche nach noch zwei- oder vielleicht dreijährigem Ringen uns auflaufen würden, die Menschenopfer, die diese Erfolge kosten würden, wären groß genug, um sie in einem Jahrhundert nicht ausgleichen zu können. Dabei ginge das älteste Kulturland Europas, Frankreich, in Flammen auf. Maßgebende Engländer bezeichnen das Jahr 1920 als das Siegesjahr des Verbandes. Dieser Sieg wäre mit Opfern verbunden, von deren Größe sich niemand einen Begriff macht. „Die Deutschen haben noch ein Kriegsmittel, welches nur im äußersten Notfälle Anwendung finden soll und das geradezu furchtbar ist: Frankreich und Belgien werden wie einst Karthago während des Kampfes in einen Steinhaufen und in eine Wüste verwandelt. Alles wird zugrunde gehen, aber erst zuletzt der preußische Militarismus.... Der preußische Militarismus ist ganz anders und auf einem anderen Wege aus der Welt zu schaffen, als durch den eigenen Selbstmord und den der weißen Rasse. Ich habe die Formel dafür, und zwar nicht so wie Graf Czernin durch allgemeine Abrüstung, was niemand halten wird, sondern durch allgemeine Aufhebung der Dienstpflicht. Wenn in keinem Staate die Pflicht zu dienen gesetzlich festgesetzt werden darf, dann wird der Militarismus fein'natürliches Ende finden.... Es ist klar, daß es den Engländern nicht um Phrasen, sondern um das Ansehen zu tun ist. England kann und will nicht geschlagen werden, sonst würde es aufhören ein Weltreich zu sein. Gerade deshalb, nachdem die englischen und französischen Truppen jetzt Waffenerfolge erzielt haben, brauchen sie diese Prestigepolitik nicht fortzusetzen. Was also führt heute England zum Ziele, und zwar zur Abschaffung des Militarismus, der Krieg oder die Verständigung? Lie Antwort auf diese Frage kann nur dann richtig erfolgen, wenn der Weg der Verständigung einmal betreten wird. Und wenn man den Deutschen alles vorwerfen kann, eines muß man anerkennen, sie haben immer rote der die Hand zum Frieden hingereicht... Es ist doch lächerlich, daß die ganze zivilisierte Welt den Frieden will und daß ein paar Leute ihn verhindern können, nur weil sie die Verhandlungen zu hintertreiben verstehen. Es ist klar, daß die Gesandten der kriegführenden Mächte mit größeren Forderungen in die Verhandlungen treten werden, als die äußerffeu Bedingungen fein werden, aber der Friedensschluß wird als Remispartie, also unentschieden, enden. Nicht Schwäche oder Verzagtheit spricht aus mir, nein, Kraft, mein Selbstbewußtsem und die Liebe zu den Menschen, ohne Rücksicht auf Farbe, Nation und Religion, leitet mich allein. Ich kann gar nicht begreifen, daß so edle, tapfere und vernünftige Menschen mit allen Mordinstrumenten, Giften und Flammen sich gegenseitig schlachten, nur weil im Hintergründe Kriegsgewinner mit von ihnen eingeheim sten Milliarden den Staatskarren lenken und den Goldstrom, den der Krieg für sie bedeutet, nicht versiegen taffen wollen. Mögen die neutralen Länder den Regierungen der krieg-führenden Mächte nahelegen, daß Streitigkeiten nur geschlichtet werden können, wenn die Streitenden sich aussprechen... An dem Tage, wo Verhandlungen beginnen, ist der Friede auch gesichert. Wir Österreicher und Ungarn haben keine aggressiven Tendenzen und sind daher die besten Friedensvermittler auf dieser Seite, Amerika auf der ändern." — In England steht aber Lloyd George noch immer als Schlagbaum vor allen Erwartungen auf die endliche Besinnung und Überlegung. — Von allen anderen Völkern des Erdkreises wird die führende Rolle der Engländer und Angloamerikaner in der Weltpolitik anerkannt. Nur Deutschland und mit ihm der Vierbund haben sich nicht gebeugt. In Wirklichkeit ist der Ruf der Entente nach dem „Endsiege" nichts anderes als der Wunsch der Engländer und Amerikaner, auch Mitteleuropa zur Anerkennung ihrer Vorherrschaft zu zwingen und ihre Weltherrschaft so zu vervollständigen und zu befestigen. — (Die Schwierigkeit der Geburtdes Friedens.) Trotz der allgemeinen Einsicht, daß das Schwert allein die Entscheidung nicht bringen werde, daß es nur die Lage reif machen kann für diplomatische Auseinandersetzungen und für gegenseitige Verständigung, ist ?s bisher noch keinem Staatsmann gelungen, als ■ moderner Columbus das Formel-Ei aufzustellen, die Formel zu finden, die uns einen Frieden bringen könnte und dabei keiner der beiden kämpfenden Seiten allzu weh oder allzu wohl täte. Würde man sich endlich einmal zusammen zum grünen Tische setzen — der Krieg könnte unterdessen sortdauern, auch ohne Waffenstillstand — so ist kein Zweifel, daß man endlich den Weg zum Frieden fände, dessen Zustandekommen nicht die Völker, sondern nur einige wenige Kriegshetzer und Kriegsprofitler verhindern. — (Keine neuerlichen Musterungen.) Wie das k. k. Tel.-Korr.>Bureau von maßgebender Stelle erfährt, sind die in den letzten Tagen erschienenen, angeblich von unterrichteter Seite stammenden Zeitungsnachrichten über eine im Herbste des laufenden Jahres bevorstehende neuerliche Musterung der Jahrgänge 1896 bis 1876 vollständig aus der Lust gegriffen. Es handelt sich um eine Sichtung aller im Hinterlande beschäftigten Mannschaften, um für einen Ersatz die drei ältesten Jahrgänge, und zwar die 51 jährigen, die bereits entlassen sind, die 50 jährigen, die am 30. September, und die 49 jährigen, die bis 31. Dezember zu entlassen sind, zu besorgen. — (Die Deutschenhetze in Amerika.) KonsulO. Lohan schreibt in den „Mitteilungen für die Presse" u. a. : Seit dem nun bereits über ein Jahr hinaus zurückliegenden Zeitpunkte, zu welchem die Vereinigten Staaten in den Kriegszustand mit Deutschland eintraten, sind alle Fäden, die uns mit der nordamerikanischen Union verknüpften, abgerissen. Mir ist es durch eine besondere Vermittlung doch kürzlich gelungen, in den Besitz einiger in den Monaten März und April d. M. in Neuyork, Philadelphia und Boston erschienenen Tageszeitungen und Zeitschriften zu. gelangen. Aus ihrem Inhalt läßt sich zwar nicht die Stimmung des gesamten Landes erkennen, wohl aber ist daraus zu ersehen, welche Blüten des Deutschenhasses die Kriegshetze treibt, die von der Regierung in Washington ausgeht und von den von Finanzinteressen geleiteten Zeitungen des Ostens mit Hochdruck unterstützt wird. In keiner anderen einflußreichen Zeitung kommt indessen der Haß gegen Deutschland und dessen in der Union lebende Söhne greller und unverhüllter zum Ausbruch, als in den Spalten des „New Jork Heralb". Dieses Preßorgan betreibt die Hetze gegen die Mitbürger deutscher Abkunft in einer Art und Weise, zu der sich ein deutsches Blatt von Bedeutung und Ansehen niemals hergeben würde. Ohne auf die gegen Deutschland und seine Bundesgenossen gerichteten politischen Auslassungen an dieser Stelle einzugehen, seien hier nur einige Proben wiedergegeben, die lediglich einer einzigen Nummer des „Herald" (21. April ,1918) entnommen sind, wuterfüllte Zuschriften einzelner Privatpersonen an den Herausgeber des Blattes, der sie nur allzu gern ausgenommen hat. Eine Elise Scott schreibt: „Ich und andere patriotische Amerikaner protestieren energisch dagegen, daß deutsche Stücke von deutschen Schauspielern in einem deutschen Theater aufgeführt werden. Ist j es nicht eine Schande, daß derartige Dinge gestattet werden? Die i Regierung sollte das Theater für das Rote Kreuz oder einen an- deren guten Zweck beschlagnahmen, wie sie es mit den deutschen Werftanlagen in Hoboken getan hat." Ein Horace Davis aus Montreal in Kanada läßt sich wie folgt vernehmen: „Ich bin stolz auf meine amerikanischen Vetter und die Hilfe, die sie unseren tapferen kanadischen Boys und den Verbündeten gewähren. Aber bedenken Sie, daß Hunderte und Tausende des Feindes, die hier wohnen, täglich drei Mahlzeiten genießen und ihr Bankguthaben vermehren können. Ist das recht? Man sollte jeden Fremden in diesem Lande zwingen, 60 Prozent seines Wochenverdienfles zum Besten unserer braven | Soldaten und Seeleute sowie für deren Witwen und Waisen herzugeben. Wie lange würden die Hunnen zögern, dies zu tun, wenn die Lage umgekehrt wäre?" Eine Einsendung unter der Überschrift „Berlin Counterfeits" lautet: „Als ich letzten Sonntag in der Kirche war, warf ich in die Sammelbüchse einen Kassenschein, den ich für verdächtig gehalten hatte. Ich vermute, daß der Schein nichts anderes ist als einer der vielen in Berlin nachgemachten amerikanischen Banknoten, mit denen die deutschen Spione ihre Zahlungen machen und die seit dem Ausbruch des Krieges die Ver-v einigten Staaten überschwemmen. Mich beunruhigt seitdem mein Gewissen." Eine besonders bemerkenswerte Giftladung gibt eine Beatrice Goodie von sich. Sie schreibt wörtlich: „Bitte, setzen Sie meinen Namen ebenfalls auf die Liste der Protestkundgebungen, die gegen die deutschen Zeitungen irgendwelcher Art in diesem Lande gerichtet sind. Der bloße Anblick eines Blattes jener ekelerregenden • Nation muß wie ein Messerstich auf das Herz jedes Amerikaners wirken. Man verbiete den Gebrauch der deutschen Sprache in den Schulen und lehre die aufwachsenden Kinder, daß Deutschland das verhaßteste und scheußlichste Land auf Gottes Erdboden ist." Das ist die Sprache, die heute in der Weltstadt geduldet wird, die, abgesehen von Berlin und Hamburg, die stärkste deutsche Bevölkerung aufweist I — (Slawische Legionen in Amerika.) Der ameri-' kanische Kriegsminister gab die Bewilligung zur Veröffentlichung der Bedingungen zur Aushebung der slawischen Legionen in Amerika. Die Legionen werden durch Freiwillige gebildet. Die Rekrutierungsbedingungen sind dieselben wie für die amerikanische Armee, nur wird nicht die Kenntnis der englischen Sprache gefordert. Auch die Offiziere sind Slawen. — (Postpakete an Kriegsgefangene in Rußland.) Von jetzt an können Postpakete an die österreichisch-ungarischen Kriegsgefangenen in Rußland auf dem Wege über Deutschland versendet werden; die Versendung erfolgt auf Gefahr der Absender. Das Publikum wird hiebei darauf aufmerksam gemacht, daß mit Rücksicht auf die Unsicherheit des Postverkehres in Rußland und den häufigen Wechsel der Standorte der Kriegsgefangenen auf ein sicheres Eintreffen der Pakete am Bestimmungsorte nicht gerechnet werden kann. — (Die Mittelmächte und Rußland.) In Wiener diplomatischen Kreisen besteht die Überzeugung, daß die Gegenrevolution in Rußland sich nicht gegen die Mittelmächte richtet und daß keine große Partei Rußlands trotz des Fortbestehens der Reste der alten Kadettenpartei einen neuen Krieg plant. Die innere Krise des Reiches läßt sich dahin kennzeichnen, daß die Sowjets sich von inneren Feinden und von der Entente angegriffen sehen und zu verzweifelten Gegenmaßregeln bereit sind. Dabei müssen aber die Nachrichten aus Petersburg als stark übertrieben bezeichne! werden. Die Zahl der Gegner in Waffen, der Tschecho-Slowaken und der gelandeten Truppen der Entente, bleibt im Verhältnis zu dem Riesenreiche eine immerhin kleine. (Friedensverhandlungen in Sicht?) Die der schwedischen Regierung nahestehende Zeitung „Swenska Morgen-Blabet", führte in einem besonderen Artikel aus, daß es wünschenswert sei, wenn die schwedische Regierung zusammen mit anderen neutralen Regierungen den Kriegführenden ihre Dienste als Friedensvermittler anböte. Im Anschlüsse hieran bemerkt das Blatt, man kann glücklicherweise nach dem, was verlautet, voraussetzen, daß die schwedische Regierung ihre Aufmerksamkeit auf diesen Punkt gerichtet hat. Von einer Seite, die als unterrichtet angesehen werden kann, wird mitgeteilt, daß in allen Staaten Untersuchungen angestellt wurden, um feste Linien durch eine neutrale Vermittlungsstation zu finden und daß diese Untersuchungen nicht abgebrochen wurden. Es scheint, als sei die Initiative in der Richtung schon ergriffen und als würden vorbereitende Verhandlungen zwischen den neutralen Staaten bereits geführt. Man kann somit bPoß hoffen, daß diese Verhandlungen in nicht allzuferner Zukunft zum Ziele führen. — Das hartnäckige Auftreten von Gerüchten über Friedensvermittlungen der Neutralen in deren Blättern zeigt, daß die Verhältnisse in den neutralen Staaten sich derart gestalten, daß mit der Möglichkeit eines Friedensschrittes dieser durch den Krieg täglich mehr in Mitleidenschaft gezogenen Länder gerechnet werden kann. — (Der zermürbende U-Boot-Krieg.) Man hat früher zu überschwengliche Hoffnungen auf den U-Boot-Krieg gesetzt. In sechs Monaten, hieß es, werde er die Gegner zum Friedensschluß zwingen. Jetzt verfällt man in das entgegengesetzte Extrem und verurteilt unter Verkennung der wahren Sachlage alle auf den U-Boot-Krieg gesetzten Hoffnungen. Neben der allgemeinen Verminderung des feindlichen Seeverkehres und der Vermehrung und Verbesserung der technischen Abwehrmittel ist es namentlich die planmäßige Anwendung des Geleitzugsystems, welche eine Hauptursache des großen Herabgehens der Versenkungsziffern bildet. Wenn sich die Versenkungsziffern trotz der zunehmenden Schwierigkeiten noch immer auf vollkommen genügender Höhe halten, ist dies vor allem der großen Tüchtigkeit der U-Boot-Besatzungen und ihrer Führer, dann aber auch dem Umstande zuzuschreiben, daß auch die technische Entwicklung der Tauchboote ständig vorwärts schreitet und in den neuesten Unterseekreuzern bereits einen Grad von Vollkommenheit erreicht hat, der viele Abwehrmaßnahmen des Feindes wieder zunichte macht. „Die Krise, in die der Verband durch den rücksichtslos geführten U-Boot-Krieg geriet", schreibt die „Reichspost", „wäre im übrigen viel schärfer ausgefallen, wenn sich die neutralen Staaten nicht dem Diktat Englands und Amerikas unterworfen und entweder den Hauptteil ihres Schiffsraumes dem Verband zur Verfügung gestellt oder durch den offenen Anschluß an diesen die Beschlagnahme zahlreicher Schiffe der Miltelmächte ermöglicht hätten. Ohne dieses Gewaltmittel des Schiffsraubes hätte der Verband die schwere Schiffsraumkrise dieses Jahres- nur unter so großen Opfern und Entbehrungen überstehen können, daß die FriedenLworte der Mittelmächte voraussichtlich ein geneigteres Ohr gefunden hätten. Wenn nicht bei den Staatsmännern, so doch bei den Völkern. Überblickt man das bisherige Gesamtergebnis der rücksichtslosen Anwendung der U-Boot-Waffe, so kommt man zu der Erkenntnis, daß sich hier die gleiche Entwicklung vollzogen hat, wie wir sie auch im Weltkriege zu Lande beobachten konnten. So wie bei diesem hatte man sich auch beim verschärften Tanchbootkrieg anfänglich der Hoffnung hingegeben, durch rasche Schläge in kurzer Zeit den Krieg beenden zu können. Und so wie man im Landkrieg infolge eines gewissen Gleichgewichts der Kräfte von der operativen Vernichtungsstrategie zum allmählichen Zermürbungsverfahren des Stellungskrieges überging, fo hat auch der Tauchbootkrieg dis gleiche Entwicklung genommen, auch hier ist das Vernichtungsprinzip vom Zer mürbung s-prinzip abgelöst worden. Und so wie uns das Zermürbungs-verfahren im Landkrieg schließlich den Sieg über das Millionenheer des Zaren gebracht hat, so nimmt jetzt der Tauchbootkrieg andauernd einen entscheidenden Anteil an der Zermürbungsarbeit, die an der West- und Südwestfront geleistet werden muß, um auch hier den Kriegswillen des Feindes zu brechen. Und in diesem Sinne gilt heute, ebenso wie vor Jahresfrist, das Wort Hindenburgs: „Der U-Boot-Kriea wirkt." — (Abmagerung im Kriege.) Wir sind nunmehr bereits ins fünfte Kriegsjahr eingetreten. Je lä'nger der Krieg dauert, desto schlanker werden wir, desto mehr schwindet jeglicher Fettansatz — selbstverständlich mit Ausnahme der großen Kriegsg^winner, die mit den Hnnderlern und Tausendern nur so herumwerfen können. Durch die fettarme, fleischarme und mehlarme Kriegskost vollzieht sich die fortschreitende Gewichtsabnahme. Nicht wenige haben im Kriege bereits 10 bis 20 Kilo Körpergewicht und auch darüber verloren. Wenn sich eine gewisse Gewichtsabnahme vollzogen hat, kommt nach ärztlichen Beobachtungen nach Verlaus einer Zeit wieder ein Stillstand im Gewichtsverlust, eine Konstanz des Körpergewichtes tritt ein, allerdings mit der Neigung zu weiterem Sinken. Wie kommt diese relative Konstanz zustande? Besteht vielleicht eine der Gewichtsabnahme entsprechende Minderung des Energieverbrauches? Nach den angestellten Untersuchungen fand man in der Tat ein beträchtliches Minus der Verbrennung im Körper gegen früher, und zwar ist die Abnahme des Verbrauchs an Sauerstoff stärker als die Minderung des Körpergewichts. Trotz dieser auffallenden Erniedrigung des Stoffumsatzes, der Stickstoffausscheidung in Harn und Kot und der Wärmeerzeugung und damit der Energieentwicklung kann man sich gesund und leistungsfähig fühlen, wenn nicht stärkere Unterernährung Eintritt. Die Beschränkung in Arbeitsfähigkeit und Ausdauer als Folge der Unterernährung macht sich besonders bei Frauen und alten Leuten bemerkbar. In größeren Städten, wo zum Hunger im Winter auch noch der Mangel an Heizmaterial hinzutritt, konnte mancher, der nicht wegen seines Berufes das Haus zu verlassen gezwungen war, die schlimmsten Tage nur dadurch ertragen, daß er im Bette liegen blieb. — (Abg. GrasBarbo über die Agitation für den südslawischen Staat.) Abg. Gras Barbo führte in seiner am 18. Juli im Reichsrate gehaltenen Rede u. a. aus: „Nun, meine Herren, möchte ich mich mit einigen Worten gegen die Ausführungen des Redners vom südslawischen Klub wenden. Er hat gesagt, der südslawische Gedanke ist in die letzte Keusche gedrungen. Ich habe Ihnen ja, meine Herren, in meiner Rede am 17. Oktober gesagt, die Idee des südslawischen Staates ist im Volke nicht vorhanden, sie soll erst in dasselbe hineinverpflanzt werden, es ist eine Giftpflanze, die in das Volk hineingepflanzt werden soll. Nun, meine Herren, das ist ihnen wirklich gelungen. Die Agitation hat in einer Weise eingesetzt, daß jetzt die ganze brave, ehrliche Bevölkerung verhetzt ist. . . Wie wird da agitiert! In den Versammlungen wird den Leuten erzählt, daß es ihnen schlecht geht — was ja begreiflich ist, das sagen wir auch — aber nur ihnen, daß es aber dagegen den Deutschen sehr gut gehe. Wenn der Herr Verstovschek hier sagen konnte, in allen Ländern herrscht Not und Elend, nur die Deutschen sind ausgenommen, wenn er den Mut aufbringt, so etwas im Parlamente zu sagen, so können Sie sich vorstellen, wie er draußen in einer Versammlung spricht. Damit wird eben eingeleitet, daß den Leuten dargestellt wird, sie haben gar keine Rechte, man nimmt ihnen die letzte Kuh aus dem Stalle, während die Deutschen nichts herzugeben brauchten. Wenn die Leute darüber verbittert und erbost sind und es nicht für ^möglich halten, daß ein Abgeordneter so mit den Wahrheiten spazieren gehen kann, möchte ich sagen, um mich nicht einer tadelnden Bemerkung des Herrn Präsidenten auszusetzen, so werden Sie begreifen, daß die Leute aufgebracht sind. Und so kommt dann der Abg. Verstovschek damit, daß die einzige Rettung ist, daß ein südslawischer Staat gemacht wird. Daß die armen Leute dann dem zustimmen, ist begreiflich. Daß Weiber und Kinder herumgehen und wieder bei Weibern und Kindern Unterschriften für den südslawischen Staat sammeln, ohne daß die, die unterschreiben, eine Idee haben, für was sie unterschreiben, und daß so natürlich Tausende und Zehntansende von Unterschriften zustande, kommen, ist auch bekannt." — (Monopolisierung der Tabakersatzstoffe.) Der Verkauf aller Tabakersatz- und Zusatzstoffe privater Erzeugung ist ab 1. August nur dann gestattet, wenn jedes Päckchen mit emem Stempel zu 6 h für je 25 Gramm versehen ist. Der Verkauf dieser Ersatzstoffe ist schon seit 15. Juni nur den Tabakverschleißgeschäften gestaltet. )- (Amerikanische Verheißungen.) Die amerikanischen militärischen Kreise erklären, daß iti zwei Jahren der letzte Akt des Krieges sich abspielen werde. Zu dieser Zeit werde Amerika seine gesamten Streitkräfte auf den europäischen Kriegsschauplatz werfen können und dann in der Lage fein, den Gegner auf die Knie zu zwingen. — (Hebung der Landwirtschaft.) 60 Prozent der Bevölkerung des bis nun als Agriknlturstaat geltenden Österreich-Ungarn waren im Frieden für die Landwirtschaft tätig, während der sogenannte Industriestaat Deutschland nur 28,7 Prozent für diese Zwecke aufbot. Es erzeugten vor dem Kriege jährlich im Durchschnitte an Weizen Österreich-Ungarn 70 Millionen Meterzentner, Deutschland nur 44, an Gerste Österreich-Ungarn 33, Deutschland 35, an Roggen dagegen Österreich-Ungarn 48, das Deutsche Reich 116, an Kartoffeln Österreich-Ungarn 186, das Deutsche Reich 502, an Hafer Österreich-Ungarn 37, das Deutsche Reich aber 85 Millionen Meterzentner. Dabei wies die Donaumonarchie aber ganz und gar gegen alles Verhältnis der Erzeugung 1,65 mal soviel Landwirtschaftsarbeiter auf als das Deutsche Reich. Ähnlich lag es bei der Viehzucht, denn auch hier entsprach die Berufschichtung hier und dort keineswegs den Erfolgen, die etwa im Nutztierstand zum Ausdruck kommen. Das schreiende Mißverhältnis kann sich nur dadurch erklären, daß wir in Oesterreich-Ungarn es nicht verstanden haben, unseren Boden mit weniger Kräften und doch besseren Ergebnissen zu bearbeiten. Zweifellos wird die nächste Zukunft bemüht fein müssen, die Fehler, die bis in die jüngste Vergangenheit gemacht worden sind, zu vermeiden und fürderhin auszuschließen. Dies kann aber nur durch zielbewußte Modernisierung und Intensivierung der landwirtschaftlichen Arbeitsmethoden ermöglicht werden, wie es erst vor kurzem der ungarische Ministerpräsident amtlich verkündet hat. — (Ende der Schuhnot?) Der im Kriege gegründeten Textilindnstrie-A.-G. (Tiag) in Barmen ist es gelungen, einen neuen Flechtwebstnhl zu bauen, der es ermöglicht, ans Zellstoffgarnen trotz der Eigenart des Materials ein Erzeugnis herzustellen, das ohne jede Appretur die Vorzüge des Leders in glänzendster Weise in sich vereinigt, so daß Schuhe,, ans diesem Stoff hergestellt, vollständigen Ersatz für Lederschuhe bieten und auch in normalen Zeiten als vollwertiger Bedarfsartikel gelten werden. Durch diese Erfindung der mechanischen Flechtweberei wird ein neues Gebiet erschlossen, dessen Ausdehnung sich noch nicht übersehen läßt, da auch für andere Zwecke eine vielseitige Verwendungsmöglichkeit außer Frage steht. Es sei daran erinnert, daß nach einer kürzlichen Mitteilung in Kopenhagen eine Gesellschaft gegründet werde, die künstliches Sohlleder aus Pflanzenfasern Herstellen will. Mosel. (S ilb er ne Hochzeit und 25jähriges Dien st-subiläum.) Am 24. Juli feierte Herr Oberlehrer Matthias Kraul and hier im engsten Familienkreise seine silberne Hochzeit. Gleichzeitig beging er das 25jährige Dienstjubiläum als Oberlehrer an der zweiklassigen Volksschule in Obermösel. Vorher hatte er fünf Jahre als Lehrer an der damals zweiklassigen Volksschule in Nesseltal gedient, darauf fünf Jahre als Leiter an der einklassigen Volksschule in Langenton, so daß sich an die früher genannten Gedenktage auch die Feier seines 35. Wirkungsjahres als Lehrer anschluß. Unter seinem tatkräftigen Wirken im Ortsschulrate kam es im Anfänge seines Hierseins zum Baue des neuen Schulhauses (für zwei Schulklassen), welches im Jahre 1896 eröffnet wurde. Dasselbe dürste wohl eines der zweckentsprechendsten sein im ganzen Gottscheer Ländchen, nicht nur wegen seiner hübschen Lage und des umliegenden gutgepflegten Schulgartens, sondern auch darum, weil sich im Hause auch die Wasserleitung befindet. Wir wünschen dem Herrn Oberlehrer noch viele, viele Jahre verdienstvollen Wirkens im Dienste der Schule und des öffentlichen Lebens. Höttenih. (Vom Zuge überfahren.) Am 7. Juli wollte Andreas Gliebe, Landfturmsoldat, seinen Heumahd-Urlaub antreten. In Pragerhof beim Umsteigen erhielt er von einem übermütigen Soldaten einen Stoß, Gliebe fiel einige Sekunden vor Stehenbleiben des Zuges vom Bahnwagen, geriet unter die Räder und erlitt . Quetschungen an beiden Füßen. Leider ging erst am nächsten Morgen ein Sanitätszug nach Cilli ab, so daß der Verletzte unter furchtbaren Schmerzen die ganze Nacht am Bahnhofe hilflos liegen bleiben mußte. In einem Spitale in Cilli mußte dem Genannten der linke Fuß abgenommen werden. Die Verjrcherungsabteilung des k. k. österreichischen Militär-Witwen- und Waisenfondes fDertragsgefelMast: K. k. priv. Aevensverstcherungsgeseltschaft österreichischer Whüinr in Wien) hat eine Werbeschrift zur Kriegsanleihe erscheinen lassen, die zunächst eine Reihe von Äußerungen hervorragender Persönlichkeiten sowohl über die Bedeutung der Kriegsanleiheverstcherungen als auch über die Kriegsanleihezeichnung enthält. Eine weitere Abteilung bespricht die Aufgaben und Leistungen der Versicherungsabteilung und die Schlußabteilung -veröffentlicht zahlreiche Dankbriefe. Die Kriegsversicherung hat bisher nahezu einer Million Soldatenfamilien Schutz geboten, den Witwen und Waisen nach gestorbenen und gefallenen Kriegern wurden bisher mehr als 30 Millionen Kronen ausgezahlt. Weiters wurden bisher mehr als 500.000 Kriegsanleiheversicherungen mit über mehr als 800 Millionen Kronen abgeschlossen und überdies ohne Zusammenhang mit der Versicherung Kriegsanleihezeichnungen von über 250 Millionen geworben. Insgesamt hat der Militär-Witwen- und Waisenfond das Zeichnungs-ergebnis der österreichischen Kriegsanleihen um mehr als eine Milliarde Kronen vermehrt. Auch durch die Kriegsanleiheversicherung wurden mehr als 100.000 Soldatenfamilien für den Fall des Kriegstodes ihrer Ernährer versorgt. Die Kriegerwaisenverstcherung, mit der binnen kurzem Tausende von Waisenkindern bedacht sein werden, ist dazu berufen, dereinst den Schlußstein des Militär-Witwen- und Waisenfondes zu bilden. Aus den in der Broschüre abgedruckten Dankbriefen geht hervor, daß die Versicherung im wahrhaft sozialen Geiste zum Wohle der Bevölkerung durchgeführt wird und daß in gar vielen Fällen Auszahlungen weit über die vertraglichen Verpflichtungen hinaus geleistet werden. Einer anderen Mitteilung desselben Fondes ist zu entnehmen, daß einschließlich der bisherigen Ergebnisse bei der 8. Kriegsanleihe die Zeichnungen auf Grund der Kriegsanleiheverstcherungen allein den Betrag von 1100 Millionen Kronen überschritten haben und daß durch den Witwen- und Waisenfond bisher mehr als 1700 Millionen Kronen zum Gesamtersolge der österreichischen Kriegsanleihen beigetragen wurden. Das Zeichnungsergebnis des Fondes wird sich noch erheblich steigern, zumal im Sinne der Ermächtigung des k. k. Postsparkasfenamtes Anmeldungen aus Sammelzeichnungen sowie Kriegsanleiheversicherungen auch weiterhin entgegengenommen werden. Auch jede weiterhin beim Militär-Witwen- und Waisenfonde angemeldete Zeichnung oder Kriegsanleiheversicherung erhöht mit dem vollen gezeichneten, bezw. versicherten Betrage das Gesamtergebnis der 8. Kriegsanleihe. Nähere mündliche und schriftliche Auskünfte über Kriegs- und Kriegsanleiheversicherungen erteilen die Landes-Versicherungsabteilung für Kram in Laibach, Francevo nabrežje 1, die Bezirksversicherungs-Abteilungen in allen politischen Bezirken und ihre bevollmächtigten Vertreter. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespallene rLIeindruckzeile oder eren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Iah, wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Beste!« lungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Herein der Deutschen a. Gottschee ■. — in Wien. Sitz: I., Himmelpfortgasse Hr. 3 wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. 3ufaunnmlutnft: Jeden Donnerstag im Wereinslokake „Zum roten Igel", I., Alörechtsplatz Mr. 2. Hausverkauf. Josef Wever, Haus- und Grundbesitzer in Göttenitz Nr. 54, wünscht fein zweites Haus auf Nr. 51, bestehend aus zwei Wohnzimmern mit neuen Türen und Fenstern, samt Scheuer zu verkaufen. Preis nach Vereinbarung. Echter Rohitsclw Sauerbrunn „Tempelquelle", anerkannt bester diätetischer Säuerling, wieder zu haben bei Matthias Mom jun. in Hottschee. Badem gemischt, jeder Art,. 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Stein und Tschernembl und ihre bevollmächtigten Vertreter. Hüchtige nnb verläßliche Akquisttäre werden ausgenommen. Achtung! Alle sollen Seife in Vorrat haben, denn später wird wegen Mangel an Fettstoffe nichts mehr zu haben sein. Daher soll jedermann Kleeblatt ■ Seife kaufen. Niederlage für Kleinverkauf: Oeorg H'elsche, Mitterdorf bei Gottschee. Für größere Bestellungen: Anton Letsche, Graz, Jakominiplatz. Reichhaltiges Lager -er besten und billigsten Tabrräder und Nähmaschinen für Familie und Gewerbe. Schreibmaschinen. Langjährige Garantie. 3obann lax § Sohn * Calbach Klicner$tra$$e Hr. 15. Sparkasse der Stadt Cottschee. Ausweis f. d. Monat Iuti 1918. Einlagen: Stand (Ende Juni 1918 . K Eingelegt von 395 Parteien „ Behoben von 232 Parteien „ Zugefch. Zinsen vom I. Sern. „ Stand Ende Juli 1918 . . „ Allgem. 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