14. KamstaZ den 4. A^ril 1829. An Schiller. lAus den Gedichten des Königs Luduig vo» Aaieln») >^as Schöne kann auf Erden nicht bestehen, Erschaffen ist es nicht für diese Welt. Vorüber schwebet es wie Geisterwehen, Zur Ewigkeit es frühe sich gesellt. Verloren ist's/ wenn wir's gewonnen glauben; Wir nennen unser, ach.' de« Sänger kaum. So sehen wir den Göttlichen uns rauben, Er schwindet schnell, ein wonneschöner Traum. Geschmücket mit dem ew'gen Lorbeerkranze, Ist Dir geworden Deines Lebens Lohn, Verkläret wohnst Du nun im Hlmmclsglanze Und siehest, was Du hie aeahnet schou. Gepriesen sei, der nie die Kunst entweihet, Der nie ins Neich der Sünde trat hinaus, Der Reine nur sich an das Eel'ge reihet. Er gehet ein in seines Vaters Haus. Du Reiner schwebtest zu dem Ewigreinei?, Dn. welchen sein der Teutsche stolzer nennt; Unsterblich lebt Dein Name bei den Deinen, In Schinn's Lied der Tcntsche-sich erkennt. Und unvcrgöl.glich wird i:n Herzen bleiben, WaS Du so schön ges^t, s^ wahr acfiihlt; ES werden Früchte Deine Worte treiben. Von kcincm Slrom der Zeiten weagcspiihlt. ^ior vi Nevantc. V (Fortsetzung.) W Seine Ahnung hatte ihn nichl getauscht, als sid'W ihn auf die Höhe des Kiosk lockte. Tie wundcrhcrr- ^ lichste Mondnacht, der er sich entsinnen konnte, lagvor seinen Blicken ausgebreitet; der Himmel war nicht in des Nordens düstre Trauer gekleidet, sondern in das warme Blau des Südens, und nur ein Dämmcrschein milderte den Glanz des silbernen Tages. Die Aussicht war groß, für Marc-Antoinc's scharfes Auge. Über ^ die Häuser, — nach dem Meere hin, schweifte der H Blick, und erreichte, mit dem Mondsirahl über die ruhige Wellenfläche schwimmend, die düstern Gebirgs-massen Karamaniens, gleich finstern Riesen an das Ende der Meere gelagert. Hie und da stiegen Inseln, H wie verschwimmende Puncte aus der See, und bis zu ' ihnen hin schien sich der dunkle Strich des Hafendam-mcs zu dehnen, dessen Vaumwipftl silbern blitzten, wie die schlanken Palmen der nähern Gärten, — wie des Flaggenthurms Spitze am Strande; wie die, im Rücken des Beschauers, weit oben an den Gränzen der emporsteigenden Stadt, hinlaufenden Bastionskantcn und Maucrzinnen der Festungswerke. Ein beiliges Be« ben durchrieselte Bcausirc's Körper bei dcm Anblicke dieser Letztern. Des Mondes davon zurückprallende Glanzgebilde stellten sich ihm dar, wie die in Silber-' rüstung gehüllten Geister der ehem/.ligen Wächter der Heldenstadt, denen es vergönnt worden, bei Nachtzeit , wenigstens die Wälle wieder zu besuchen, die sie im ' Glanz der Sonne so herrlich gegen das Geschlecht Der-jcnigen vertheidigten, die jetzo, weichlich und träge, in den Mauern schwelgen, wo einstens Tapfere entbehr-Ml. Afausire glaubte, dcn heloenmiilhigcn Großmei- sier Villicrs, den eisgrauen Bannerherrn von Isle-Adam, an der Spitze seiner Getreuen, mit gezücktem Schwerte zu sehen, wie er umherging, die Wachen zu besuchen; — den falschen Kanzler Amaral, wie er, einem flüchtigen Schatten gleich, von Zinne zu Zinne schwirrtt, den selbst im Grabe noch unversöhnlichen Rächern zu entweichen: wie er einen Abhang niederstürzte , und unter Gewimmer versank. . . . ! ,,.<5Das Verloschen des Streifschattens in dem Dun: kel des Gartens schien dem Erwachenden sehr natürlich. Der gescheuchte Raubvogel, der an den weißen Häusern und Minarets heruntergefahren war, schwebte nun über dem blauen Meere, und verschwand im Duft der Nacht. Das Wehklagen, das Veausire's Ohr vernommen, dau-«re jedoch fort, in der Nähe des Lauschers; obschon keine kriegerische Stimme, umso ergreifender: einer weidl.ichen Brust schiendie Klage zu entspringen. Nahe, nahe erklangst'«, wallteaufzu demBelvedere, ein schneidender Gegensatz zu der Masse von Wohlgeruchen, die auf ihren anmuthigen Sch.uingen den Schmerz empor zu tragen schienen aus dem lieblich duftenden Garten. — Das Auge, — der bereitwillige Knecht des Ohrs, ^ strengte sich an, zu ermitteln, wo der Laut der Wehmuth entspringe, und haftete auf einem, zunächst unter einer Gruppe von Feigenbäumen gelegenen Gebäude Eine Verzciunung lief um dasselbe, und Lichter waren durch eng vergitterte Laden in dem nicht geräumigen Hause zu sehen. Mehrers weibliche Stimmen ließen sich vernehmen: Accente aus mehreren Spra-chen- Ein gellendes Organ machte dem Unwillen in italienischer Mundart Luft. Zwei andere "Stimmen belferten türkisch dazwischen. Eine grobe Zunge gab immer den Refrein zu den Worten der Türkinnen. Kaum schwiegen jedoch die Zürnenden, als eine melodische zarte Kehle wieder ihre Klagen anhob; weich im Klänge 5md weich in Worten, dieVeausire für Griechische hielt. Hatte sie geendet, so begann der Höllenlärm der Übrigen: ein Schreien, ein Toben ohne Vernunft, und «ndlich ein Geräusch, wie das von Leuten, die Handgemengwerden. Damit endigte der Auftritt. Ein Auffallendes Klagegeschrei noch zum Schluß, und cs gab Ruhe. Die Lichter verlöschten nach und nach, und Veausire, vom fallenden Thau, wie von feinen müden Augen an den Schlummer erinnert, verließ den Altan, vm das Lager zu suchen. Es bettete ihn nicht ruhig. Dis bunten Bilder semer Reise jagten verworren vor ihm auf und nieder. Der Träume Gaukelstab zauberte ihm die seltsamsten Sachen vor die Einbildungskraft. —Er befand sich zwar zu Rhodos, in dem Haus« des Oheims Ruschuck, indem gastfreundlichen Kiosk; aber ihn schau- ' dcrte vor dieser Gastfreundschaft. In allen Winkeln lauschten Ungeheuer und fletschende, Türkenköpfe, — und der Großmeister Villiers von Isls -Adam , gcbückt von Alter, und den weißen Bart an der Erde schlep« pend, wie das lange Schwert und den moderigen Mantel, nahte sich seinem Bette; zu ihm redend: «Sei auf Deiner Huth, Franzos«! Du, den ich liebe um des Vaterlands Willen! Der Renegat will Dir das Wit-thum DeinerlMutter im Blute, in Deinem Eigenen, abtragen! der Dolch des Abtrünnigen sitzt an Deiner Kehle. . . !« Als nun Beausire, entsetzt von dem Gedanken, im Schlafe erwürgt zu werden, mit lautem Ge'chrci dem Lager entspringt, öffnet er die scheuen Augen, und Tageslicht blitzt hinein. Seine Hände suchen nach Waffen, und werden von freundlichen, warmen Handen gefangen. Haleb steht vor dem Erschütterten, des-sen hochklopfende Brust einiger Minuten bedarf, um des Vetters »Guten Morgen« zu erwiedern. «Friede sei mit Dir;« sagte Haleb mit dcmAus-drucke der Herzlichkeit: »Du hattest einen schweren Traum, Marc-Antoine. Erhole Dich; hat Dich Dein Engel auch in Kampf und Schlacht geführt: hier ist das Haus Deiner Verwandten und Gastfreunde. Komm ; begrüße mit mir den schonen Morgen, die Sonne, dic, wie das Volk meint, unter allen Flecken der Erde, nur Rhodos allein zum Liebling erkohren. Wir wollen früh stücken. Meine Gebete und Abwaschungen, die Alfan-zereien, sind vorüber. Ich gehöre ganz meinem lieben Gaste. Beausire versagte sich dem Führer nicht. — In einer Laube, vom Weinstock gebildet, in der Nahe eines murmelnden Baches, war der Tisch bereitet, nach europäischer Weise. Die jungen Vettern saßen auf Stühlen, aßen mit Pariser Bestecken Pariser Früh' stücksgerichle, nachdem der Cassee beseitigt worden war. Haleb wurde munter, und sprach: »Sieh, Marc-Antoine! mir ist's lieb, daß bcc Vater heute zur Mosches gegangen ist, was er dann und wann thut, um dem Volksaberglauben unterthä mg zu seyn. — Mir bleibt die Zeit, mit Dir allcin mich auszusprechen« Ich habe gestern lange über Deine Worte nachgedacht, und noch nie ist mirs so schwer aufs Herz gefallen, daß wir im Oriente noch so weit gegen Euch Abendländer zurück sind, im Wissen, im Können und Wollen sogar. Denke nicht übel von mir, Marc-Antoine, Ich bin keiner uon Dcnen, di« nicht wollen; aber . .. wie cs anfangen? Ich bin wild aufgewachsen. Der Vater hat mir kaum die Mutter spräche beigebracht. Ein Livorncsischer Jude zu Caw? hat mich im Italienischen unterrichtet. Das ist Alles, was ich weiß, und dennoch bin ich dcr Gelehrtest« m»' tcr den Chefs meines Gleichen, obgleich ich die Sprä-che des Eorans nicht so fertig kann, wie jrm. ,I^ ' möchte aber viel, viel wissen und verstehen, um meinem neuen Vaterlande nützlich zu werden. Sage nur, wie ich es beginne!« »Armer Haleb!« antwortete Beausire, von) des Jünglings Offenherzigkeit gerührt: »Hier ist nicht der Boden, Deinen Vorsatz auszuführen. Nicht in Mo-rea; wo Ihr die Henker eines .edlen Volkes spielt,-nicht in Ägypten, wo Ihr alle unter einen Henker bringt! Dein Vater hat, indem er Dich, zarte Pflanze, dem Mutterboden entriß, einen großen Raub begangen. Erstatte denselben eigenmächtig. Gib Dich dem christlichen und aufgeklärten Vaterlande zurück, und nimm Theil an seinen Schätzen. —« Haleb schüttelte langsam und mißbilligend das Haupt. »O nein! o nein!« sagte er fest: »ich habe nicht diesen Rath von Dir begehrt, mein Vetter. Nuschuck Aga mag sich mit seinem Gewissen abfinden. Ich werde ihm nicht in der Verläugnung nachahmen. Ob im Hute, ob im Turban; —> wir vcrchrcn einen Gott! und vollends, den Vater verlassen, — auf ewig? ihn, der meine schwache Kindheit von Land zu Land führte, überall beschützte i Das kannst Du, der selbst daheim tin« geliebte Mutter besitzt, Deinem Freunde nicht an-sinnen! — Neben der Liebe zu meinem Vater, der sich alt gearbeitet hat, mich zu bereichern, und seines Alters Freude von mir erwartet, — neben dieser Liede könnte wohl noch ein andres Gefühl nicht zugeben, daß ich von dem Schauplatz meines jetzigen Lebens Abschied nehme.« Haleb sah den Ossizier scharf an, als wollte er in dessen ruhigem Auge lesen, und fuhr dann fort: »Ich bin kein fanatischer Muselmann, Marc-Antoine. Ruschuck ist's auch nicht, und alle unsere Landsleute, von Soliman Bei an, bis zu dem Trainknecht, der den Turban nahm, tragen unterm türkischen Kleid, noch ein französisches Herz. Ich will Dir einen Beweis davon geben. — Siehst Du jenes Dach unter den Feigenbäumen? Dort ist d.-.s kleine Harem meines Vaters; und in demselben Hause lebt auch ein grie-chisches Mädchen, das ich, auf Morea erobert, mit mir hicher geführt habe, um es in Verwahrung zu lassen, bis^IbVahim zur Heimath kehrt, und mir erlaubt seyn wird, die Schöne als mcine erste Gattinn 'n mein Haus zu Cairo zu bringen. Komm.- Dusollst s" schon; und diese Erlaubniß sei Dir ein Beweis meiner Freundschaft.« . . V°ausire wies den Vorschlag von sich. »Erlasse mir s,« s^ach ^, «^ Schlachtopfer der Kriegsgewalt und Deiner Lüste durch meine Gegenwart noch ^zu beschämen!«, »Das Schlacht^?« f,^ Haleb. halb verwunden, halb spöttisch- "Ich g^b/Dir^i d^neili- gen Fahne, daß Athanaffa meine Herrinn, nicht meine Sclavinn ist, daß ich kaum die Spitze ihrer Finger küßte, und enlschloßen bin, nur von der Zeit und meiner Liebe, mein Glück zu erwarten.« Veausire blickte staunend in des jungen Muselmanns Auge. Es blieb heiter und unbefangen. »Wohlan!« sagte der Capitän: "So gehe ich mit Dir, um die Schönheit Derjenigen zu schauen, die des leidenschaftlichen Kriegers Wuth zu bändigen verstand/ Deine Waffengefährten, Maurice, könnten, wie ich sehe, von Dir lernen.« »Und Du magst erkennen,« setzte Halcb bei: »daß ein solches Himmelsgeschöpf wohl im Stande ist,^mi'ch an Ägyptens Schollen zu fesseln. Ich wette Roß und Waffen, Sattel und Zeug, Blut und Leben, daß in Frankreich keine lebt, die es mit Athanasia's Schönheit aufzunehmen im Stande wäre.« »Du reizest meine Neugier auf's Höchste!« antwortete Veausire lächelnd: »Wie nun, wenn auch mein Herz von diesen seltenen Reizen entzückt würde s Wenn ich, milder hoffnungslosen Erinnerung imB«.- ' stn, heimkehren müßte, sterbend vor Sehnsucht und Gram?« Haleb lächelte gutmüthig. »Du bist ein Franzose Marc-Antoine!« rief er: »Dir wird cs an Trost nicht fehlen. Mich würde jedoch Athanasia's Verlust zur Verzweiflung bringen. Ein glühendes Gefüh) gedeiht unter glühender Zone, und ehe das Gefühl ausbrennt,, verzehrt es den Körper, der es birgt. Komme jetzt, ^ ohne fernere Umschweife. Du bist ein Ehrenmann, und wirst wein Vertrauen nicht mißbrauchen.« Die jungen Männer gingen eilig unter einem schattigen Laubgange durch, und standen binnen wenig Minuten an der Rohrwand, die den Harem umgab. Üppige Psirsichbäume rankten sich an dem Verhau empor und beschatteten die Pforte. Haleb klatschte in die Hände, und die Thüre wurde geöffnet. Eine Ne« gerinn, zum Entsetzen häßlich, alt und schmutzig, empfing den Sohn des Hauses, und maß staunend den Fremden vom Kopfe bis zu den Füßen. Beausire sah auf dem Grasplatze vor dem Hause — in einem Winkel — eine sitzende Frau von fettem Angesicht«, glänzend gefärbten Wangen und Augenbraunen, die ein Kind auf dem Schooße hielt. Auf den Schrei einer braunen Magd, die nebcn ihr kauerte, verbarg sic schnell ihr Antlitz hinter einem kurzen Schleier, und -drehte dcn Männern den Rücken zu. Beausire lächelte unwillkührlich: die Negerinn schnitt ihm ein furchtbares Gesicht, »^uestu non intl-ai!« sagte sie entschuldigend und zugleich herrisch zu Halcb, auf Beansire deutend. Nuschucks Sohn versetzte ihr hierauf statt aller Antwort einen derben Schlag auf den Nückm, dir die grimmige Schließerinn plötzlich zur hündischen Lenk-samkeit hcrabstimmte. Haleb redete heftig mit ihr; Veausire vernahm den Namen Athanasia; bemerkte jedoch, daß die Negerinn Ausflüchte suchte, die nur des Gebiettrs Machtwort verstummen machte. Endlich ging die Wachtcrinn vor den Männern her ins Haus. — Unten war ein ziemlich langer und schmaler Saal, mit dem unvermeidlichen Divan; ein Springbrunnen in der Mitte: auf einem Gesimse eine, wahrscheinlich von 5en neugierigen Damen ruinirte Spieluhr, und einige Brettspiele, zur Vcrscheuchung der gräßlichen Langweile. Gerade aus dem Saale führte eine schmal? Stiege in den obern Stock, dessen niedriger und enger Corridor zwischen zwei Neihcn von Zellen hinlief, die Zum Theil offen und leer standen, zum Theil verriegelt waren. Ein stummer, affenhafter Zwerg war das einzige Geschöpf, das den Besuchern oben begegnete, und sie, maulaufspei.-rend, an sich vorbeiließ. Hinter einer Thüre klimperte eine verstimmte Mandoline; hinter einer zweiten ertönte der schläfrige, eintönige Gesang einer trägen Weibsstimme. Überall sonst Todtenstille; und selbst diese Klänge verstummten alsobald, als die Schritte der Männer auf dem Corridor laut wurden. — »Die Sclavinnen meines Vaters!« fagte Halcb gleichgültig zu dem Vetter: »robe, träge, garstige Gesichter, die Nuschuck nur aus Mitleiden nicht wieder zum Verhandeln auf den Markt schickte, als er Hieher zog. Ich darf sie Dir nicht zeigen, ohne Vorwissen des Vaters,- aber hier —Marc-Antoine — hier stehen wir vor der Thüre Derjenigen , die eine Krone der Schöpfung genannt zu werden verdient.« ^M Er klopfte leise und bescheiden an die letzte Thüre «Offne, offne Deinem Freunde, Deinem Knechte, Du liebliche Vlume des Aufgangs!« sagte er zärtlich und schmeichelnd. — Die Tlmre öffnete sich wirklich nach einer kleinen Weile, und eine Gestalt, vor welcher Beausire's betroffenes Auge, wie vor dem Blibe, den Boden suchen mußte, stand vor ihm unl 5cm glücklichen Haleb. — ^^ (Die Fortsetzung folgt) k Neistungen vcs Mrn. Wosco. ^ Vosco, der weltberühmte Zauberkünstler, hat nun im Theater in Ofen drei große Kunst - Produc< lionen gegeben, und darinnen gezeigt, daß der ihm vorangegangene ungeheure Nuf.nichts als eine gerechte tcs sei , und er denselben im vollsten Maße verdiene. Dieser Ruf, der durch so viele Blätter des In- und Auslandes auch hichcr gedrungen, machte ganz nalür-lich, daß die Erwartung äußerst gespannt, die'Neugier-de, ihn, den Meister der Meister zu sehen, übergroß war. Am Abende der ersten Vorstellung war das Haus übervoll: ein glänzender Empfang wurde dem Künstler zu Theil, er rechtfertigte diesen abcr im Verlaufe seiner Production vollkommen, und befriedigte Neugieroe und Erwartung auf das schönste, herrlichste. Seine außerordentliche Kunstfertigkeit in Changirungen jeder Art, machten Alles staunen, sein launigtcr Vortrag, seine einnehmenden gefälligen Manieren, und vor allem seine Dezenz und anspruchslose Bescheidenheit wandten ihm alle Herzen zu. Allgemeiner stürmischer Beifall lohnte seine Leistungen und Eine Stimme war nach Beendigung der Production nur im Publicum,- daßVos-c o nämlich der erste aller jetzt lebenden Eskamoteursin jeder Beziehung sei. Daß Haus war am zweiten und dritten Abende, wo möglich noch mehr besucht, obgleich auch diestsmal die Eintrittspreise um das Dreifache erhöht waren. Nach der zweiten Vorstellung genoß der Künstler die ehrenvolle Auszeichnung, zu einer großen Produc-tion bei Sr. kaiscrl. Hoheit dem Erzherzog Palatin geladen zu werden, und hatte das Glück den allgemei«-ncn Beifall der hohen und höchsten Herrschaften in rei chem Maße zu erhalten. V u n t e s. Im Brüssel ist ein neuer Hanns Sachs aus' gestanden, ein gewisser Fremolle, Schuster, Dichter und Schriftsteller zugleich, der in einem Buche unter dem Titel: »Memoiren eines armen Teufels»« seine Lebensbeschreibung herausgibt. — Sonderbar ist cs, daß der poetische Sinn nur den Schustern eigen ist, während er denen, ein weit ästhetischeres Handwerk treidcndin Schneidern, bnuahe gänzlich zu fehlen schcir.t. — ^ In O * wo seit mehreren Jahren nne äußerst gehaltvolle Zeitschrift bestand, erhielten ein Trö'dcljude und ,?in Wirth die Erlaubniß zur Herausgabe eines neuen Blattes, welches nun wie leicht zu denken, unter aller Kritik war. Es wurde jedoch der Neuheit wegen stirkdar^ auf abonnirt, und dem schon bestandenen das Interesse dadurch dergestalt entzogen, daß es wegen Mangel an Unterstützung aufhören mußte. — Nicht lange nachher ließ dcr Redacteur desselben, ein äußerst witziger Kopf, einen Subscrivtionsbogcn im Publicum herumgehen mit der Überschrift: «Bitte um einen milden Veitrag für einen durch Wasser verunglückten Redacteur.« Verleger: Dgnaz Al- Gvler v. Alclnmavr.