Z g tl a z 6 6 u e a, k. k. Raths, Md Professors Geographisches H a n d k uch von dem östreichischen Staate. Des fünften Bandes zweite Abtheilung. Enthaltend: Wien, bey Joseph V. Degen. i 7 Y 2. lege gegenwärtig den Schluß meiner geographisch statistischen Beschreibung der sämmtlichen östreichischen Staaten vor — Sollte dieselbe etwa ihrer Erwartung nicht ganz entsprechen ; so erinnere man sich, daß ich aus meinen Landesleuten der erste wur¬ de, der es wagte , die östreichischen Staa¬ ten geographisch statistisch nach allen Theilen zu beschreiben — vmve Imrium grave. —- Für die Richtigkeit der vorgelegten Facta (Druckfehler, und menschliche Verirrungen aus- ausgenommen) kann ich Bürge leisten. Ich war selbst in Geschäften , hab von jeher ei¬ nen weitläufigen Briefwechsel durch die gan¬ ze Monarchie geführt, mit unter einige Rei¬ sen , theils in Amtsgeschäften , theils außer denselben gemacht, und genoß ferner das Vertrauen mancher unsrer berühmten Staatsmänner-Se. Ex. der Freyherr von Gebler, Se. Excel. Hr. Graf von Co- ronini , der Baron von Sperges, der Re- gierungsrathvon Taube >—haben mir wich¬ tige Nachrichten mitgetheilet, und über vie¬ le unsere Staatsverfassung betreffenden Ge¬ genstände nähere Aufschlüße gegeben — von dem Hrn. Hofrath von Puchberg wurde mir Manches von seinen merkwürdigen Kinanz- Memoiren mitgetheilet. — Diese Män¬ ner find nicht mehr , aber mein Dank für Ihre bereite Unterstützung ist unaus- lösch- löschbar; —so wie meine besondere Dank¬ barkeit für die ausgezeichnete Bereitwillig¬ keit bey Unterstützung meiner Arbeiten ver¬ dienen, Se. Excel. Hr Graf von Thürheim (ehmahliger Landeshauptmann zu Linz), Se. Excell. Hr. Graf von Kinigl (ehmahliger Vice Gouverneur in Tyrol), Se Excell. Hr Graf von Buquoi. — Durch diese angeführ¬ ten Hülfsguellen unterstützt, habe ich an mei¬ ner Seite nichts gefparet,um nichts Beträcht¬ liches auszulassen ; ich habe geleistet , was Zeit und Umstande zulicsscn, ich habe in Zei¬ ten gearbeitet, wo noch über Staatsfacta ein tiefes Geheimniß lag, zwar nicht für mich, aber für das Publicum. Nun wäre der Grund zu dem Gebäude geleget, meine Pflicht ist es, demselben die möglichste Festig¬ keit zu geben. Daß ich das Ziel zu erreichen hoffen darf, dazu ist die schönste Aussicht Vor¬ hang Hande», da ich von einer ^eite durch die Gna¬ de Unseres erhabenen Monarchen Leopold» II. den Zutritt zu den Archiven, und Regi¬ straturen erhalten habe, von einer anderen Seite zugleich, in jeder Provinz mehr, als ei¬ nen sachkundigen Mann aufgefunden habe, welcher die Beschreibung seiner Provinz zu berichtigen auf sich genommen hak. — Auf die¬ sem Wege darf ich hoffen, meiner Geographie die größte Vollkommenheit zu geben, und auch in den Stand gesetzt zu werden, in der Folge das brauchbareste statistische Lehr¬ buch zu liefern. Einen Auszug aus den ge¬ genwärtigen fünf Banden, habe ich für die Jugend bereits gemacht. Unter der Presse ist ein Anhang, welcher Berichtigungen und Zusätze zu allen fünf Banden , nebst einem vollständigen Register über das ganze Werk enthält. Gleich nach Vollendung desselben werde ich zur Ausgabe meiner Topographie Wiens, und eines national geographischen Echuilexikons, wozu ich bereits bey 50,000 Ortschaften gesammelt habe, schreiten. Wien, im November 1791. In; Zusätze und Berichtigungen. Niederlande .... 760 Lombardie .... 762 Toscana » . 76z D r e Oestreichischm Niederlande , oder der Burgundische Kreis. Zünften Landes ste Abrh. A L h « r t « n, von diesem Kreise sind in folgenden Jahren er¬ schienen : 1702 Levium re^ium, und Lslzium cgtkoli- cum von be Witt, Samson, DankerS , Vi» smer rc. 1707 JaMors Charte. 17«, Hcincrch Friex Charte auf 24 Dl. »70-) De Fer Charte auf 25 großen Quartblät¬ tern. 1744 Charte von Robert. !744 Crepy Charte von r; Bl. 1744 Scutrers Charte auf 24 Quartbläk. Z744 Mortiers Charte mit den Inseln Zeeland, und einem Theil der Grafschaft Holland auf 28 Bogen. 1747 Homanns Erben Chart«. 2751 Voudrts Charte. 176? Ianvirs Cbarre. 277^ Cimrre cboro^rgok^us eis pgzrs - Ra» ^utriokienneL, äochso a lears Nsjestös lm- xeritilor L tdoj!>!s8 x«r le Comtv berraris, 1^i«utenanr xaneral eie leurs Lc, t Lruliol auf 25 Bl. * „ Es ist ausgemacht, daß diese vortrefliche Char¬ te die vollkommenste Darstellung von diesem Lande liefert, welche man von Deutschland nur von irgend einer Provinz aufweisen kann. „ Cromc. Aas -788 37» o-^M-sv 1/85 Charte von den sämmtl'chen i^streichlschen Niederlanden, n-bst dem Ausfluß der Schelde und den angrenzenden holländischen Pcovin- zen von k. Oromo. Schriften. iZ6l Oronigne Ze I'Inväres Lc xar Venis Znvvsxe. iÖion. HV>I. IZ82 ^i»c Hievor Oommeukarii live snnaler rerum klgneiriaarum (von 4- 5 bis 1477) ^nrv. i <>t Fol. 1670 kranc. 8verkü rnrnm öelxiosrnm annn- Ie8 Lc, krLiic. kvl rL2A krgnc. tinrrsei snngles Oncum 5su I'rin. «jxum LrabanriL tvtiu8^ue Lelgü. '1'. III. Hmrv. b'ol. 1642 Olivar Vreäii xeneslo^s Oowitum klan- ärr-L Le. Drvß kvl. 164- ; I»k äe lleka 0gnoni:u8 ,äe Fxizeoxis i)ikr3jeäIin-8 I7Z8 Pütters hi,iorisch t-oiittschesHandbucl, von den besonderen deutschen Staaten rc. g:. 8 Göttingen fS. 6ü — g .) 1781 Erdbeschreibung ^ iu Gebrauch der siudie, xenden Jugend in den k. k.Sraa en 8-Wien. ster Tbeil (k. 1— 1.7). 1781 Anleitung jur Erdd. ,cureibung Erster Thl. Aum Gebrauch in den r rnich n < cbulen der k. k. Staaten 8- W-en (§. z; —07) 2te Auflage i78ii (.E- 54 — -78« o 37 3 1/82 Hermanns Abriß der phystcalischen Bc- schaffenhcit der estrcichiscqen Staaten rc. gr. 8« Et. Petersburg und Leipzig (S. 14^ — 175). 1785 Ueber die Größe und Bevölkerung der ii'im-'ttHeben Europäischen Staaten rc von k. Oromo. 8- Leipzig. Mit i^Tab. * Tabelle VII. enthält den Oestrcichischen und Burgundischen Kreis. l/8) Briefe eines reisenden Franzosen über den gegenwärtigen Zustand der ästreichischen Nie¬ derlande aus dem Französischen mit einigen Anmerkungen, Verbesserungen und Zusätzen, von P. A. Winkvpp. Lrey Lhcile. 8. Leip-'' r?g. 1785 Statistisch geographische Beschreibung der sämmNichen ästreichischen Niederlande oder des burgundischen Kreises rc. mit einer Char¬ te rc. von k. Oromo. 8- Dessau und Le'pzia r^8 Actcnstücke zur Geschichte der ästreichischen Niederlande. 8« 178 ' Versuch einer Handelsgcschichte der Län¬ der , welche an der Schelde, besonders aber von Flandern und Brabant, im 2ten Theile des Handbuchs für Kaufleute für die Jahre 1785 und 1786 gr. 8 Leipzig. (S. 254 — 574> 17 Deutsch Burgund, oder die ösireichischen Niederlande, in ihrem neuesten politischen und geographischen Zustande, nebst einer ac- tenmäßiqen Darstellung der Anlässe und Ge¬ schichte ihrer gegenwärtigen Freyheitsrcvolu» rion. gr. 8. Berlin. . Oslenürior äe 1» Oour sto leurs ^.ltelleL ieoju- A a z ies 374 le« Nsrio ClrriKins Lc. «k Albert Lc. I^ierr- tenLNt« zenersux lies kaxs Zar ä Lruxel- le«. x Chronik. IZ49 Kaiser Carl IV. verleiht dem Herzoge von Brabant Johann til. für die Provinzen Bra^ bant und Limburg die sogenannte brabanki- sche goldene Bulle. *Nach dieser Bulle kann keiner von den bur¬ gundischen Unterthancn vor irgend ein welt¬ liches oder geistliches Gericht in Teutschland» weder in Civil-Personal- oder Kriminalsa- chen. welche vor die Gerichtshöfe besagter Herzogthümer gehören, citirt, arretirt oder gerichtet werden. »^-Philipp der Kühne »Königs Johannesvon Frankreich jüngster Sohn, erster Herzog von Burgund, jüngerer Linie , vermählt sich.mit Philipp des letzten Herzogs von Burgund, älterer Linie »Witwe Margarethe. Durch diese Heirath erhielt Philip p die Graf¬ schaft Burgund , Flandern, Artois, Mcchcln und Antwerpen. Antsn, der zweyte Sohn des vorstehen- ven Herzogs Philipps erhält von Johanne,. Johann des dritten, letzten Herzogs von Brabant und Limburg älteren Tochter, diese b yderr Herzogthümer als Erbschaft. 2-28 Philipps des Kühnen Enkel, Philipp dee Gute, Herzog von Burgund kauft Namn§ und erbt 24LP 37L I4ZV von gedachtem Anron von Burgund, jüng¬ stem Sohn die Hcrzogrhümer Brabant und Limburg, und 14^6 von Herzogs Wilhelm VI. einzigen Er- binn Jacqueline die Grafschaft Hennegau, Holland, Seeland und Friesland. * Jacqueline war die Gcmahlinn Johanns IV. Herzogs von Brabant, Vetters Herzogs Wilhelm des VI. 1444 trat Elisabethe von Görlitz ihre Rechte auf Luxenburg an Philipp den Guten ab , jedoch dem Rechte des Wiederlösungsrechtes, welches Uladislaus hatte , unbeschadet. * Luxenburg ward an Elisabethe, eine Toch¬ ter Johannes von Görlitz um 120,220 st. rhl. verpfändet. Vorstehende Summe hat¬ te Elisabethe als ein Heirakhsgut vom Wen- ceslaus II. einem Bruder Johann von Gör¬ litz zu fordern. 1467 erbte Carl der Kühne, ein Sohn Philipp des Guten alle vorhin gedachten Länder. Er nahm sich x 1472 Herzogs Arnold von Geldern wider des¬ selben Sohn an , und kam dadurch in den Besitz des Herzogkhums Gelder» ; er starb 1477 und König Ludwig XI . bemächtigte sich oesHerzogthums Burgund, und vereinigte das¬ selbe mit der französischen Krone. Dieselbe zog auch in der Folge die Grafschaft ArtviS und beträchtliche Stücke von dem Herzog- thum Luxenburg, der Grafschaft Flandern, Hennegau und Namur an sich. A a 4 Ma-- I7ü Marke, Karl des Kuhnen einzige Tochtee und Erbinn , behielt Franche Comte Flan¬ dern , Brabant, Hennegau , Namur, Lux» enburg , Artois, Limburg, Antwerpen, Mecheln, Holland, Seeland , Frieslands Geldern und Zütphen. 2477 Ang. 20. heirathete eben genannte Marie den Maximilian Erzherzog von Oestreich hierdur- kamen die in der vorstehenden Note aufgeführten Länder an das Haus Oestreich. Der Titel eines Herzogs von Burgund ward Leybehalten. * In künigs R. A. xsrt. 8§oa. I. Vo!. r stehet unter Burgund der Heirathsver- trag. T482 März 16. starb Marie und hinterließ 2 Kinder, nähmlich: i) Philivp (geb. am sz. Juny 1478) 2)Margarethe, (geb. am in. ' Jän. 1480 f. 1520). Maximilian übernimmt die vormundschaftliche Regierung der Nie¬ derlande. »49> Philipp, ein Sohn Maximilians I. über¬ nimmt die Negierung der Niederlande und verehlicht sich 1496 mit des Königs Ferdinand vtn Arrago- nien und der Königin« Isabelle von Častili- ew Tochter Johanne. s- Johanne wird nach Absterben ihres Bru¬ ders Johann (1497) und ihrer an den Kö¬ nig Emanuel von Portugal 1497 vermähl¬ ten Schwester Isabelle (1498) , wie auch dere» Sohns Michael« 1500 Erbinn -der gern- 377 ganzen spanischen Monarchie. Aus dieser Ede der Johanne kamen 2 Söhne, als:«) Csrl, und I,) Ferdinand (150z); dann 4 Töchter, als Eleonore, Isabelle, Marie und Catharine. 1502 starb Philipp, ein Sohn Maximilians. 1512 erklärte Kaiser Maximilian- 1. in dem ReichSabschicde zu Cöln , Burgund mit sei¬ nen Ländern für einen Kreis des römischen Reichs teurscher Nation. 1515 Karl V. kaufte dem Herzog Georg zu Sachsen sein Recht auf Friesland ab. 1521 Erfolgte die Bestätigung auf dem Reichs¬ tage zu Worms , die Verbindung des burgun¬ dischen Kreises mit dem teutfchen Reiche, wel¬ che Vereinigung auch 1522 in dem Landfrieden zu Nürnberg bestäti¬ get worden ist. IZ'8 Kaufte Carl V. vom Bischof Heinrich, gebohrnen Pfalzgrafen am Rhein, die Hoheit über Utrecht, Ober Issel. 1570 fügte Carl V. zu der oben 734«- aufge¬ führten goldenen Bulle hinzu: daß der Rath von Brabant, gegen die Reichsgerichte, wel¬ che dagegen fehlten , mit kaiserlicher Autorin täk aufs strengste verfahren und nicht nur eine Geldbuße von 2-?o Mark Goldes, son¬ der« auch mit dem Reichsbanne rc. drohen könne. I5Z6 kaufte er von Herzog Carl von Egmond das H rzvglh rmGeldern und die GrafschaftZütphen an sich, auch unterwarf sich ihm 1536 Glöni ngcn. 1548 am 6. Juny bekräftigte Carl V. auf dem Reichstage zu Augsburg die Verbindung der A a 5 bur- 378 burgundischen Provinzen mit dem teutschen Reiche von neuem. Die Bckräftigungsurknnde lautet:gibt als rechrerErb- und Oberhevr der Nieder - Erblande die Herzvgthümer Lothrin¬ gen , Brabant, Limburg , knxenburg , oder Luxemburg, Geldern, die Grafschaft Flan¬ dern , Artois, Burgund, Hcnnegau, Holland, Seeland, Namur, Zütphen, die Markgraf» schäft des h. röm. Reichs, die Herrschaften Friesland , Utrecht, Obcryffel, Gröningen, Dalkenburg, Thalhctm, Galin, Mecheln und Mastricht, mit allen ihnen mittelbar und un¬ mittelbar zugehörigen und einverleibten geist¬ lich und weltlichen Fürstenthämern , Präla¬ turen , Dignitäten, Grafschaften , Frey - und Herrschaften und derselben Vasallen, Unter¬ tanen uud Verwandten, hinfüro und in ewige Zeiten in der Römischen Kaiser und des heiligen Reichs Schutz, Schirm, Ver- theidignng und Hilfe, so daß sie sich durch desselben Freyhciten, Rechte und Gerechtig¬ keiten freuen und gebrauchen und von ge¬ melkten römischen Kaisern, Königen und des heil. Reichsständen jederzeit, wie andere Für¬ sten, Stände und Glieder desselben Reichs geschähet und verthcidiget , auch zu allen Reichstagen und Versammlungen beschrieben, «nd wann sie dieselben besuchen wollte» , zu Sitz »nd Stimme zngelassm werden sollten. Hingegen bewilligte der Kaiser für sich uüd feine Nachkommen »egen dieser Länder zu den Anlage» des Reichs, welche durch ge¬ meine Stände beschlossen wurden, soviel als zwey Ehurfürstcn, wider die Türken, aber so- ,»iel als drey Churfücsten, zu geben. Wür¬ de» solche Nieder - Erblande in EntrichtunH 379 ihrer Kontribution säumig seyn, so solltet! sie dieserwegen dem Kaiserlichen Kammergc- richt unterworfen seyn, und durch den kaiser!. -Fiskal) wie andere Reichsstände zur Bezah¬ lung angehatten werden, übrigens aber soll¬ ten diese Länder und ihre Unterkhanen bey allen ihren Freyheiten, Rechten, und Ge¬ rechtigkeiten gelassen werden, und der Ge¬ richtsbarkeit der Reichsgerichte, wie auch den Rcichsordnungcn und Abschieden gar nicht unterworfen seyn. Cie sollten auch, so viel derselbe« vom Reich zu Lehn empfangen, und getragen werben. 1556 Carl V. (s am sr, Sept. 1558) überläßt die Regierung seinem Sohne Psiilipp !!. Mit Carl kamen also die Niederlande an die Burgundische Spanische Linie des östr^i-» chischen Hauses. / * Unter diesem Regenten entstanden der Ge- wiffensfceyheit wegen blutige Austritte in den Niederlanden. i 7y Trennte sich das jetzt bestehende Holland von den burgundisch-spanischen Niederlan¬ den. Man nennt Holland auch die sieden vereinigten Provinzen, ober Gcneraittäts- Länder. Starb Philippi!, und ihm folgte Philipp III. Er starb 16 i ihm folgte Philipp IV. 1648 Fricdcnsschluß zu Münster. *) In diesem Frieden begab sich Philip IV. König von Spanien aller Rech" auf die vereinigten Niederlande, und erkannte sir für unabhängig. r6;s A8c> 1659 Pirenäitcher Friede. Durch denselben er¬ hielt F- ankre' h fast ganz Artois, verschiede- dene Plätze in Flandern, Hennegau und Lur.'nbura. ,665 Carl II. übernimmt die Regierung. Er starb 17c« nnd mit dessen Tode kam die niederlän¬ dische Regierung an Carl VI. und mit ihm an dieteutsche Linie des östreichischen Hauses. 171z Iäner 29. Barrieretractat zwischen Groß- bcittanien und den vereinigten Niederlanden, vermög dessen diese beyde^Seemächte sich über die getroffene Administration der eroberten spanischen Niederlande vergleichen. I7»g April n. Friedensschluß zwischen Frank¬ reich und den vereinigten Niederlanden, in welchem Frankreich zuläßk, daß die gesamm- tcn spanischen Niederlande an bas Haus Oest¬ reich überlassen werden sollen. 171z Im Utrechter Friedcnsschluß erhielt das preußische Haus einen Thcil des Oberquar- tirrs Geldern zu seinen Besitzungen in West¬ phalen. 1714 März 6. Friede zu Nastadt zwischen dem Kaiser Carl VI. und Frankreich, worin un¬ ter andern der spanischen Niederlande halber es bey dem zu Utrecht mit den vereinigten Niederlanden beschlossenen Frieden gelassen wird. 1714 Sept. 7. Friedensschluß zu Baden, mit Zutritt des teutfchen Reichs. ,715 Nov. jiz-. Barrieretractat zwischen Carl VI. und den vereinigten Niederlanden, wor¬ in die Ucbergabe der spanischen Niederlande an ihn (Carl) also erfolget , daß r) diesel¬ be» mit den östreichischen teutfchen Erblän- dern Z8l der« ein unzertrennliches vomsnnrm ausma» chcn sollten , ohne das geraste davon ver¬ äußern zu dürfen, und daß 2) in Namur, Dvornik, Furncs, Warnekon, Apcrn ni d dem Fort Knocke, als in verglichenen Barriere¬ plätzen , den Eeneralsiaaten daS Beiatzungs- recht Vorbehalten bleibt. 2718 Aug. 2. Quadrupelallianz zwischen dem Kaiser, Großbrittanien, und Frankreich un¬ ter vermuthctem Beylritte der vereinigten Niederlande, vermög deren der spanische Successionsstreit dadurch aus dem Grunde gehoben werden soll, daß 1) Carl VI. mit den spanischen Niederlanden, sodann mit Ne¬ apel, Eicilien, und Mayland sich begnü¬ gen , mithin für sich und seine Nachkomme« auf Spanien; so wie 2) Philipp, König i« Spanien auf die Niederlande und italieni¬ schen StaatenVerzicht leisten, auch z) künf¬ tig Toscana, Parma, und Piacenza Phi¬ lippi ältestem Sohn zweyrcr Ehe erlheilk wer¬ den sollen. 1720 Febr. 17. spanischer Bcytritt zur Qua- brupelallianz, auch am 17 Febr. 1720 förm¬ lich unterzeichneter Tractak. 1724 Decemb. 6. Die Sanctiv pragmatiea, die Carl VI. am ry. April 171?, errichtet, wird auch auf die Niederlande insbesondere aus¬ gedehnt. * Nach dieser Sanktion folgt in der östr^lchi- schen Regierung nach dem Rechte der Erst, gebürt der Mannsstamm, nach d.ssln Ab¬ gang aber die weiblichen Nacdkoü men eben¬ falls nach dem Rechte der Erstgeburt. 174» Z8L 1740 Oct. 22. Kaiser CarlVl. stirbt, und des¬ sen hinterlassene Tochter, Marie Therefie, folgt in der Regierung. 1744 April Z2. Marie Theresse bestätigt die sogenannte zozreuke enrr^e (erfreulichen Em» zug) für B»avanr und Limburg. "Das älteste Original einer zogreule enträs findet man in dem Testament d e Herzog Hein¬ rich des Hl. A'S Johann l. Herzog von Bra¬ bant 1288 Limburg mit Brabant vereint, wurde drese Acte vermehrt und bestätigt 1415» Es gehet daher der erfreuliche Einzug beyde Provinzen aemeii srdaftlich an. Die soge¬ nannte zu^outo enträe besteht jetzt in einer Sammlung von Zc, Artikeln aller Privilegien, deren Beobachtung der Herzog bey seiner Huldigung eidlich verspricht. Gegenwärtig folgen die Haupkarktkel derselben, wie solche 17^4 am zo. April von der Kaiserin» Kö- niginn bestätigt, und von Herzog Carl von Lothringen, als General Gouverneur be» schworen worden sind- Diese Artikel stud : i) Ihrs Majestät wollen eine gure , billige, und Gerechtigkeitsliebende Frau und Regen¬ rinn seyn, da sie nicht mit Gewalt, noch nach eigenem Willen, sondern nach Recht und nach Urtheil, und von d u ordentlichen Richtern regieren werden. 2) Ihrs Majestät werden keinen, die Länder Brabant und Lim¬ burg betreffenden Krieg aufangen, ats mit Bewilligung der Länder von Brabant, g) Sie werden keinen Vertrag eingehen, wei¬ cher auf die Verminderung der Rechte, Fr ey- Heiken, und Privilegien der gedachten Län¬ der abzwecken könne. 4) Jhro Majestät wer¬ den Titel und Wappen von Brabant, Lim¬ burg, 38Z bürg , und von der Marrggrafschaft des heil. Reiches führen. Nack, diesem Titel und Wappen werden dieselbe ein Siegel stechen kaffen, das von ihren andern Siegeln durch ein kenntliches Merkmal unterschieden scyn, und welches beständig in Brabant bleiben soll. Mit diesem Siegel wird man alle die Länder von Brabant, und über der Maas betreffenden Angelegenheiten, aber keine an¬ dere siegeln. Auch sollen diese Acten durch einen von Jhro Majestät für die Angelegen¬ heiten von Brabant bestellten Sekretär aus- gefertigt werden. 5) Das Conseil von Bra¬ bant, welches Jhro Majestät anvrdnen wer¬ den , soll aus sieben Personen bestehen; Ei¬ ner soll Kanzler und Siegelbewahrer, und aus Brabant gebürtig seyn, die lateinische. Wallonische , und Flammändische Sprache verstehen, und das Siegel von Brabant ver¬ wahren; Vier andere sollen Brabänter scyn, oder eine freye Herrschaft für sich, oder von Seiten ihrer Gemahlinnen besitzen, und die beyden anderen können Fremde nach Belieben Jhro Majestät seyn, nur müssen sie die Flam- niandische Sprache verstehen; durch dieses Conseil, und durch die anderen Personen, womit Jhro Majestät dasselbe zu vermehren für gut befinden wird, sollen die Angelegen¬ heiten der Länder von Brabant, und über der Maas, die Justitz betreffend, und was davon abhängt, behandelt werden. DieRä° the und Secretäre sollen, ehe sie von ihren Posten Besitz nehmen, den Staaten von Bra¬ bant schwören, daß sie niemals zu einem Acre, die Veräußerung oder Verpfändung »««es Thetis der Länder von Brabant und Lim« Z84 Limburg betreffend, ohne Einwilligung der Staaten etwas beytragen wollen. Sollten die Räche, der Siegelbewahrer , oder die Secretäre in ihrem Amte eine Untreue sich zu Schulden kommen lassen, so versprechen Ihro Majestät sie durch das Conseil des Adels; und der Treuen ihres Landes Brabant strafen zu lassen. 6) Die Glieder des Con¬ seils sollen Brabänter , und ehelich gebohren scyn , und eine Stamm-Baronie besitzen, die beyden Fremden ausgenommen. 7) Das Conseil soll an dem Orte seyn , wo Ihro Majestät in Brabant residiren werden, in Abwesenheit Ihro Majestät aber an einem bequemen Orr der Provinz. Die Rechnungs¬ kammer soll da, wo sie bisher gewesen ist, dlerbcn. 8) Die Patente, welche in dem Conseil von Brabant ausgefertigt werden, sollen in derjenigen Sprache abgefaßt seyn, die man an denjenigen Orken redet, für wel¬ che solche bestimmt sind. 9) Der Kanzler, oder Siegelbewahrer des Conseils von Bra¬ bant muß aus einer rechtmässigen Ehe ab¬ stammen, von Geburt ein Brabänter seyn, oder eine Stamm Baronie besitzen , die drey im Vten Artikel angezeigten Sprachen verstehen, und den im obgedachten Artikel angezeigten Eid beschwören. Die Sekretäre Ihrer Majestät in Brabant, und der Gref- sier des Landes müssen gebohrne Brabänter seyn, doch können Ihro Majestät bey dem Conseil von Brabant zween Sccreräre an¬ stellen , die keine Brabänter sind. 9) Der Kanzler, und alle Officianten deS Conseils, die Secretäre, und alles, was zurR-chen- kammer gehört, auch alle andere Beamten, selbst Z85 selbst die, so auf dem platten Lande, und ollen, denen die Justitzpflege entweder von Jhro Majestät, oder von ihren Vasallen an- vertraut ist, sollen die Beobachtung des er¬ freulichen Einzugs beschwören. n) DieLän- der Limburg, und über der Maas, sollen auf immer mit Brabant vereiniget bleiben. 12) Diejenigen, welche die Standgelder von Jhro Majestät in Pacht nehmen, oder dar¬ an Theil haben, können während der Pacht¬ zeit nicht unter die Obrigkeit der Stadt aus¬ genommen werden , auch diejenigen nicht, welche Theil an das Münzwescu haben. i6) Wenn Jemand in den Ländern Brabant, oder über der Maas, in Verhaft genommen wird, werden Jhro Majestät denselben nicht gefangen außer Land führen lassen. 17) Ihre Majestät wollen kein Geld in Brabant an¬ ders als mit Einwilligung der Stände münzen lassen, und dieses Geld soll nicht verrufen werden können. 18) Alle Beamten in Brabant sollen aus rechtmäßiger Ehe ge¬ bühren seyn. 19) Ihre Majestät wollen kei¬ nen Mörder begnadigen, wofern er nicht zu¬ vor die Verwandten des Ermordeten zufrie¬ den gestellt hat. 2i) Jhro Majestät wollen nicht gestatten, daß dw Brabänter einen an¬ deren Grabänter außer Lands gerichtlich be¬ langen; diejenigen, welche dawider handeln, sollen um 2oo Mark Goldes, ober mit an¬ derer Art, nach Gutbefinoen des Conseils von Brabant, bestraft werden. 24) Diejenigen, welche die Länder Brabant, ober über der Maas, verrathen, oder dem Feinde dersel¬ ben bcystehen werden, sollen an ihren Leib und Gütern bestrafet werden, und I. Maj. wollen sie nicht begnadigen , oder sie in diesen Fünfter Land, ate Abth^ B b Lätt» z^6 Ländern bleiben lassen, als mit Bewilligung der Stände. 2y) Diejenigen Städte, und Distcicte, welche Jhro Majestät mit den Masten der Brabänter erobern werden, svi¬ len mit Brabant vereinigt werden, und die Privilegien dieser Provinz genießen, go) Wenn Jemand verlangte, daß eine Grenz- abtheilung zwischen seinen Districten, und denen, die Jhro Majestät gehören, vorgc- nommen werde, wollen Eie darein willigen. Z4, und z;) Diese Artikel setzen die Frcyheit der Jagd durch ganz Brabant fest, nur die Forste von Soigne, Aaventerloo, Grotheystj, Meerdarle, Grootenhout, und die Freywaldungen ausgenommen, welche seit rz6/ dafür anerkannt worden sind. ^7) Dec Amtmann des Wallonischen Brabants soll ein Brabänter teyn, desgleichen auch seine Subal- tcrnbeainten. g8) Die Subalternbeamten I. Majestät, und die eigenen Einnehmer müs¬ sen Brabänter scyn, tngletchcn auch die Ka- sirlane der Schlösser, sie mästen dann Stamm- gütcr in Brabant entweder selbst besitzen, oder durch Heyrath überkommen haben. 41) Die Stadt Antwerpen, nebst allem, was dazu gehört, soll auf immer mit Brabant vereinigt bleiben, so auch die Stadt Nivelle. 42) Wenn Jhro Majestät die Stände won Brabant, und über der Maas, zusanmien berufen, so soll dieses allezeit fünfzehen Ta¬ ge vorher geschehen, wotern die Umstände keine Beschleunigung erfordern. Diese Ver¬ sammlung soll an einem bequemen Orte ge¬ halten werden, wohin die Stäube sicher rei¬ sen , und eben so wieder zurück gehen kön¬ nen, ohne dadurch in eine Ungnade zu fal¬ len. 38/ len. 4A) Der kehnhof Jhro Majestät soll an demjenigen Orte scyn, an welchem sie in Brabant residiren werden. Im Falle der Abwesenheit wollen sie einen qualificirten Mann bevollmächtigen, welcher sich die Lehn¬ pflichten leisten läßt, und die Streitigkeiten entscheidet, an dem Ort, wo vas Conseil von Brabant seyn wirb. 46) Jhro Majestät wollen keic.en Nationen, die sich in Flandern aufhaiten, Privilegien crtheilen , die dem Lande, oder den Einwohnern von Brabant nachkheilig seyn könnten. 48) Jhro Majestät wollen die Länder und Städte Heusden, und Gertrudenberg mit Brabant vereiniget scyn lassen, solang solches mit Recht gesche¬ hen kann. ;o) Jhro Majestät versprechen, daß die Länder und Städte Grave, und die Länder der Cuyeck, Kessel und Oyen stäts bey Brabant bleiben sollen, solang solches mit Recht geschehen kann. 57) Keine Ab- tey, Prälatur, oder Würde, soll in welt¬ liche Hände kommen , unv Jhro Majestät wollen bey dem Stuhl zu Rom um eine Herabsetzung der Annaten anhalten, wofern die Prälaten und Klöster die zu dieser Re- duction nörhjgen Kosten über sich nehmen wollen. 58) Jhro Majestät bestätigen über¬ haupt den Prälaten, Edelleuten, Ständen, und allen ihren Unterthanen in Brabant, und über der Maas, alle Rechte, Freyhci- tcn, Privilegien , Gewohnheiten, Gebräu¬ che , und andere Rechte, die sie haben, und die ihnen von den Herzogen und Herzoginnen von Brabant ertheilk worden sind, so, wie diejenigen, die sie genossen und gebraucht Haben, insbesondere die Zusätze zu dem er- Bb 2 freu- z88 o freulichen Einzug des Herzogs Philipp des Guten vom 2O Sept. z>45l und 28 Nov. 1457- (k>) und die Zusätze Kaisers Carl V. vom 12. und 26. April 15,5. 59) Ihro Majestät wollen nicht cinwenoen, daß sie nicht gehalten sind, gedachte Rechte, Privi- vilegien und Gebräuche, die überhaupt be¬ stätigt worden sind, zu beobachten, weil sie dieselbe nicht insbesondere bewilligt, oder be¬ stätiget haben. Wenn Ihro Majestät die Privilegien ganz ober zum Theil zu beobach¬ ten aufhören sollten ; so bewilligten Sie, daß in diesem Falle Ihre Untcrthanen auf¬ hören, ihnen Dienste zu leisten, bis das ih¬ nen geschehene Unrecht wieder gut gemacht worden ist- Diejenigen Beamten . welche wider die Verordnung des erfreulichen Ein¬ zugs angcstcller worden sind, sollen also bald entlassen werden. Hier folgen die im Art. angeführten Zusätze , als a) Im Art. II. des Zusatzes Philipps des Gruen verspricht der Souverain seine Unterthanen gegen alle widerrechtliche Ausübungen der geistlichen Gerichtsbarkeit zu schützen, und im Art. XIII. ist den Stiften die Erwerbung unbeweglicher Güter verbothen. b) In dem 2ten Zusatz Carls V. vom 26. April 1515 verspricht der Souverain, daß die geistlichen Gerichte für Brabant aufgerrchtct werden sollen. Art. V. daß er keiner Privatperson, von welchem Stande, Nation, Land, oder Stadt sie auch seyn möchte, eiserne Briefe anders, als in forma snris, und dieses nur einmal ertheilen wolle. Art. VI. daß die¬ jenigen Zigeuner, die nach Brabant kommen würden, mit dem Tode bestrafet werden sol¬ len. o-üMT-o Z8<^ im, Art. Xill., XlV. . XV. baß' die Stifte keine beweglichen Güter in den Ländern Brabant und Limburg, ohne Bewilligung des Souverains, und der Gerichtspersonen der Hauptstädte, unter welche diese Güter ge¬ hören , an sich zu dringen , befugt seyn sollen. 178O Nov. 2y. Lod Marien Therestens — Jo¬ sephs li. Regierungsantrit. 1780 Nov. zc>. Josephs H. Schreiben an die Stände in den Niederlanden. In demselben versprach der Monarch ihnen, daß er sich besonders wolle angelegen seyn lassen, sie bcy dem Genuß ihrer Rechte, Privilegien, und Constitutionen zu schützen. 178t März 2. Se. des Herzogs Alberts von Sachsen Teschen Durchlaucht erhalten die Vollmacht zur Inauguration des Kaisers als Herzogs von Brabant. Dieselbe ist am 17. Juiy dieses Jahrs erfolget. Die Voll¬ macht erhielt unter andern Folgendes: „Wir versprechen bcy Unseren k. k. Worten alles, was durch besagten Unseren theuersten und geliebten Schwager und Vetter, und durch denjenigen, oder diejenigen, die er an seine Stelle gesetzt haben wird, vermög gegenwär¬ tiger Vollmacht in dem obigen, und dem, was davon abhäugt, gcthan, verhandelt und vorgcfallen seyn wird, zu genehmigen, fest und beständig zu halten, zu beobachten, zu behaupten, und unverletzlich von Punkt zu Punkt zu erfüllen, ohne daß jemahls dirccte oder indirecte auf irgend eine Art, und un¬ ter welchem Vorwande es scy, dagegen ge¬ handelt werde» Bbz 3» 0--E-K Z9o In dem im Nahmen des Kaisers gekei- stete« Eid ward die Aufrechthaltung der soge¬ nannten jo^sulo knirös zugesaget. Die Anlässe zu der bekannten erfolgten Re¬ volution waren diese: r) die Schleifung aller Festungswerke der Städte, der Schlösser Böits- fort und Türvuren und die Grundstücke dersel¬ ben ohne Einwilligung der Stände zu verkau¬ fen. 2) Das Tolerauzedict. Die Aufhebung mehrerer für das allgemeine Wohl entbehrlicher Klöster. 4) Die Abstellung verschiedener Re¬ ligionsmißbräuche. 5) Die Herstellung einer zweckmäßigen Justitz, und 6) die Bildung des Clerus durch Ge-uwalseminarien. Das Feuer ficng ganz zu lodern an, als die Aufhebung der zo^enle Lmr^s, die Auseinan- derlassung der Stände rc. erfolgte. Die verschie¬ denen Auftritte, welche dieserwegen in denJahrm 1782 bis i7Noerfolgt sind, sind bekannt. 1790 Febr. 20. Tod Josephs U. Regierungs- antrttt Leopold Ik. 1790 Novemb. Feldmarfchall Freyherr von Bender und der bevollmächtigte Minister Graf Merci - D'Argenkcau stellen die Ruhe in dm Niederlanden/ wo bloß Luxemburg seinem Souverain getreu geblieben ist, wieder her. 1791 Juny 15. Erzherzogen Marie Christine und Herzog Albert Ihr Durchl. Gemahl halten in Brüssel ihren fcyerlichen Einzug und über¬ nehmen wieder vollkommen die Generalcapt- tainswürde der Niederlande. Der ganze burgundische Kreis hat einen einzigen Herrn, nähmlich den regierenden Erz¬ herzog von Oestreich, mithin ist derselbe allein Director und krcisausschreibender Fürst des¬ sen 3di ^!bkn;^da^r in diesem Kreis alles landsäs- ßg ist. S. Burgund in der folgendenTopographier ZurU nterhallung desKammergerichts bezahlt dieser Kreis zu jedem Ziel HozRthl. 72 1/2 kr. Auf dem Reichstage sitzt der burgundische Gesandte im Rejchsfch stenrath auf der geistlichen Bank nach Oestreich. Der Kreis hat das Recht, zwei) Wesiren zum Kammergericht zu prüfen- tiren , stellet aber gewöhnlich nur einen. Der burgundische Kreis, oder die östrei- chischcn Niederlande, die man auch die katholi¬ schen Niederlande nennet, grenzen in Norden an das holländische Brabant, in Nordost an preußisch Geldern, an das Erzstift Cöln , in Osten an Jülich, in Ostsüben an das ErzstiftLrier, in Süden an Lüttich, in Südwester; an die fran» zostschen Niederlande, in Westen an die Nord¬ see, und in Westnorden an das holländische Flan¬ dern. Aus dieser Grenzezeichnung siehet man, daß in Norden Holland, in Nordost Preußen und »n Südwesten Frankreich die bedenklichsten Nachbarn sind. Von der südwestlichen Seite macht eine Kette von Festungen die Scheide» wand zwischen Frankreich und den Niederlan¬ den. Die Länge und Breite, bann den Flächen¬ inhalt des burgundischen Kreises zu bestimmen, hält schwer, da die Westphälischcn Provinzen den sogenannten Maaskrets größtenkheilü durch¬ kreuzen. Lrorne setzt die Länge Burgunds mit den Westphälischen Provinzen, die ihn durch¬ schneiden , von dem Herzogthum Lupenburg bis an die Nordsee, unterhalb Nieupvvrt, auf 45 teutsche Meilen, die Breite aber, südlich von der äußersten Spitze von Lupendurg au , bis jum nördlichsten Theil des Herzogthums Bra- Bb 4 bant. ZY2 bank , welcher von Holland begrenzet wird-, herunter auf Z4 Meilen. * Bey dieser Ausmessung hat Herr Crome die Ferrarische Charte zum Grunde gelegt. Im zweytcn Therl der Erdbeschreibung für die k. k. Gymnasien wird die Länge von Luxen- Lurg, bis an die See auf 40, die Breite aber auf 24 deutsche Meilen angegeben, der Flächen- innhalk hingegen auf 469 Quadratmeilen be¬ stimmt. * Herr Hermann hat vorstehende Angabe auch in seinem bekannten Abriß rc. S» 146aus¬ genommen. Der burgundische Kress ist im Ganzen ge¬ nommen wehr eben als gebirgig. Die vorzüg¬ lichsten Gebirge erscheinen gegen Osten im Her- zogthum Limburg , gegen Süden in der Graf¬ schaft Namur, und in Südwesten in der Graf¬ schaft Hennegau. Sie tragen Eise» , Bley, Gai- aney, Vitriol, Marmor rc. An Flüßen hat das Land keinen Abgang» Desselben Hauptstütze sind: n) die Maas, k) -ie Schelde, und e) die Mosel. Zu den klei¬ neren Flüßen gehören die Lys, Live, Morre. Die Maas (Meute) entspringt in Frank¬ reich in der Provinz Basigny bey dem Dorf Meuft, nimmt den Lauf nach Lothringen , kömmt noch ein Mahl nach Champagne, wird bey Theo¬ bald schiffbar, bey Ansereme empfängt sie die Lesse, welche aus demLuxenburgischen kömmt; bey Namur nimmt sie die Sambre auf, welche / «ns der Picardie kömmt, von Namur gehet der Lauf 39A Lauf nach der Hauptstadt Lüttich, wo sie den Omkfluß erhält , welcher ebenfalls aus dem Lupenburgischen kömmt. Von Lüttich stießt die Maas nach Limburg , von da nach preustick Geir dern, von hier nach Holland, ferner setzt sie den Lauf nach der Nordsee fort, in welcher sie sich verliert» Die Maas kömmt von Süden, läuft nach Ostnord , und verliert sich in Nord- wcsten. Sie berührt 6 Staaten von verschie¬ dener Landeshoheit, ist über no Meilen in die Länge schiffbar, undunterhältmit i^gStädten die Kommunikation. Man nennt die Länder, welche die Maas durchschneidet.zusammen die Maas¬ länder oder den Maaskreis. Die Schelde, der zweyte beträchtliche Fluß in den Niederlanden entspringt in der Picar¬ die in Frankreich, durchströmt Flandern und Brabant, verstärkt sich bcy Gent mit der Leye, nimmt den Lauf nach Antwerpen, wendet sich hier abermahl der Sce zu, umschlingt nach ei¬ nem Lauf von einigen Meilen die seeländischcn Inseln, hier theilet sie sich in zwey Arme, nähiu- lich in die Westlicheschelde, Hont genannt , wel¬ ches der Hauptstrom ist, und bcy Vließingen, zwischen Flandern und Seeland, in die Nord¬ see fällt. Hier empfängt sic den Nahmen die Osterfchelde. Beyde Arme haben noch innerhalb des festen Landes Verbindung mit den Ausflüs¬ sen der Maas und des Rheins. BcyderThci- lung der Schelde in die zwey aufgeführten Ar¬ me, ist dieselbe über igooo Fuß breit. Von Antwerpen aus bis zum holländischen Flandern beträgt die Länge z deutsche Meile; die Brei¬ te dieses Flußes bey Antwerpen beträgt über i6i.O. Fuß , und die Tiefe gewöhnlich so Fuß. Die Flut steigt beyi2 Fuß. Dvornik ist die Bb 5 erste ZY4 erste Stadt von Belang, welche die Schelde im östreichischen Flandern berührt. Bey Gent er- hält sie eine beträchtliche Erweiterung , kheils durch zwey große Kanäle wovon einer die Kommunication zwischen Brügge und Gent, und der andere zwischen letzterer Stadt und Sas van Tenr unterhält, theils durch die schiff¬ bare Leys, welche ans Artois kömmt. Bey Dendermsnde wird sie durch die Dender ver¬ stärkt, welche ihre Quelle in Hennegau hat. Die Rupe! nimmt sie unterhalb Rupelmonde auf. Dieser Fluß hat seinen Ursprung bey Rumpt in Brabant, in dem Zusammenfluß der Flüße Nerthe und Dpi. Die Schelde nimmt also den westlichen Theil des burgundischen Kreises ein, welcher daher auch der Scheider Kreis, oder die Scheider Länder getrennt wird. Ober¬ halb Antwerpen westwärts ist das Fort L'llo. Die Breite der Schelde beträgt hier zwischen Falls, und dem ihm gegenüber liegenden hol¬ ländischen Fort Liefskenshök 54^0 Fuß. * Hier war der Ort, wo die Holländer es wagten, die kaiserlich königliche Brigantine anzuhalten. Es ist bekannt, daß Ge^ Maje¬ stät Joseph.It, dem holländischen in Brüssel befindlichen Bevollmächtigten durch ein Ulti¬ matum die Erklärung geben liessen , dass, nach dem die Gencralstaaten alle in dem Mün- fterschen Vertrage vom Ay. Jänner 1648 ent¬ haltenen Bedingniffc vielfältig übertreten haben, Se. Majestät diese Provinzen von dem widernatürlichen Joch entledigt hielten, so ihnen der igte Artikel dieses Tractals durch eine Folge der damahligen unglücklichen Zeik-- «mstände aufgelegt hakte, indem dadurch die Müll- 395 Mündung des Scheldeflußes für sie gesperrte worden, da doch dieselbe , wie bas offene Meer durch jenen Vertrag gemeinschaftlich verblieben war , und keineswegs der Re-^ publik zugceignet worden ist. Indessen wol- len Sr. Majestät zum Beweise ihrer Unei¬ gennützigkeit , Ihren festgesetzten unstrei¬ tigen Rechten auf die Stadt Mastrichr und die Grafschaft Vronnhvven , das Land der holländischen Overmaas, wie auch auf ver¬ schiedene andere wichtige der Republik strei¬ tige Gegenstände entsagen, im Falle dieselbe von ihrer Seite bloß die Eröffnung und durchaus sreye Schiffarr auf der Schelde nach der See erkennen wollte rc. Die Re¬ publik hat hierauf in einem Mcmotre vom 7ten Eeptemb. d. I. sich erklärt, daß sie in die Forderungen des Kaisers nie einstim¬ men könnte. Von Seite des kaiserl. Hofes wurde untcrm 17. Sepkemb. dasselbe beant¬ wortet , zugleich auch dem Generalgouverne¬ ment der östreichischen Niederlande befohlen, die Erklärung Sr, Majestät an die Repu¬ blik in Ausübung zu bringen; daher die kaif. Brigantine Louis, welche seit einiger Zeit in dem Hzven von Antwerpen vor Anker gele¬ gen , und nach Dünkirchen oder Ostende be¬ stimmt war, am g. November mit kaiserliche Flagge nnter dem Commando des Capitains Lievin von Iffeghenn in die See gestochen, aber vor der Durchfahrt der Westschelde (Hont genannt,) wo die Holländer schon bey ihrer (Brigantine) Annäherung die Pfähle, womit die Sandbänke, und Steinfeiftn angezeigt wurden, hatten wegnehmeo lassen, um die kaiserliche Brigantine zum Scheitern zu brin¬ gen, Z 96 gen, den holländischen Ku/ter Delphin vmr »4 Kanonen, welcher zu dein vor Vliessmge« unter dem Admiral Reynst ausgestellten Ge¬ schwader gehört, «»gehalten, (die Brigantine war bloß ein unbewaffnetes Kauffartheyschiff) mit vollem Ungestüme auf dasselbe die völ¬ lige Lage gegeben, (die letzteren Schüsse ge¬ schahen mit Kartätschen). Diese Behandlung hielten der Capitain, die Schiffbesatzung, wie auch der k. k. Ingenieur Herr Lannoy, wel¬ cher auf Befehl des Gouvernements am Bord sich befand, mit einem ruhmvollen Mulhe aus. Der Schiffscapitain bekam vrm einem Siück Holz, welches von dem durch das Kanouen- feuer beschädigten Tackelwerke absprang , eine kleine Verwundung am Kopfe. Am 6ten Ok¬ tober d. I. um halb drey Uhr Nachmittags gieng eine andere k. k. Brigantine von Ant¬ werpen unter Segel. Solche hat ihre Fahrt über die Schelde nach dem Meer gerichtet. Freykag um 6 Uhr Morgens lief die kaiscrl. Brigantine mit vollen Segeln bey bem Kort Lillo vorbey. Ein Viertel vor 8 Uhr kam auf einem Kahn ein Holländer mit 6 Mann;dic- fer fragte den Capitain, Wohin er wolle ? Die Antwort war: nach dem Meer zu segeln. Der Holländer forderte die Angabe der La¬ dung; allein der Capitain erwiederte: er ha¬ be den ausdrücklichen allerhöchsten Befehl sich nicht aufzuhalten, noch bey den Zollhäusern^ oder Schiffen der Republik die mindeste An¬ gabe zu thun. Um 8 Uhr früh kam die k. k. Brigantine bey einer gegenüber von Gäftin- Zen vor Anker gelegenen holländischen Bri¬ gantine vorüber, welche von weitem einen Kanonenschuß auf das kaiserl. Schiff machte / und 397 «nd em weißes Fiaggezeichen mit einem hol¬ ländischen Wimpel aufsteckte. Hier wurde der s. s. Capitain gefragt: Woher man kä¬ me? Wohin man wvllle? Die Antwort war: man käme von Antwerpen, und segelte nach dem Meer. Der Holländer befahl nicht wer- ter zu segeln : der kaiserl. Capitain wieder¬ holte die gegebene Antwort. Man that einen scharfen Kanonenschuß über die kaiserliche Bri¬ gantine in die Luft; man segelte aber immer fort; allein, als man 2 Kanonenschüsse auf bas kaiserliche Schiff dem Wasser gleich und ganz nahe an dem Vordcrtheile des Schiffs «bftucrte, zeigte der Capitain den k. k. Be¬ fehl, und da das Schiff sich in der Pistolen¬ weite von der holländischen Briganlme be¬ fand; so fragte der kaiserl. Capitain r Ob man auf ausdrücklichen Befehl auf das kaiserl. Schiff schieße? Es erfolgte hierauf keine Ant¬ wort , sondern man schoß drey Mahl mit Kugeln und Kartätschen aufdas Schiff, wo¬ durch dasselbe an einer Scheibe rc. beschädi¬ get wurde; die Splitter flogen dem Capitain an die Schläfe, jedoch ohneGefahr. Dader Capitain von Jffeghcnn sah, baß sein Schiff beschädiget war, ließ er die Segel einziehen. In dem nähmlichcn Augenblick riefen die Hol¬ länder halt zu machen , oder man wolle das Schiff in den Grund bohren : worauf der Capitain die Anker werfen ließ. Ungefähr eine Stunde darnach kam ein Kahn von der holländischen Fregatte Pollux, Capitain Woll- berghen, von welcher^ holländische Officiere an Bord der kaiserlichen Brigantine stiegen und den Capitain fragten: Woher er käme «nd wohin er wolle? Es wurde hierauf die vo- 398 vorige Antwort wiederholt. Die Holländer fragten: Warum man beydem ersten Cano- nenschuß die Flagge nicht gestrichen habe? Der kaiserl. Capitain zeigte hierauf seinen landesfürstlichen Befehl.—Oie Holländer for, decken , daß die Kaiserlichen keinen Schritt weiter thun sollten und die Rückreise antre¬ ten. — Der kaiserl. Capitain fragte die Hol¬ länder : Ob sie Leute am Pord hätten, um etwa das kaiserliche Schiff fest zu machen? Oie Antwort war: ihre Meinung sei), nicht etwas wegzunehmen, sondern bloß die weitere Fahrt durch Kanonenschüsse zu hindern. Der kaiserl. Capitain fragte: Ob man mit aus¬ drücklichem Befehl auf das kaiserl. Schiffge- schossen habe? Die Antwort war: Ja! Am Freytag, ( 8- Octob.) ein Viertel nach 6 Uhr kam ebne gewaffncte Schaluppe von der Fre¬ gatte Pollux, von welcher der Oberlieute¬ nant rc das kaiserl. Bord bestieg , und ver¬ langte , daß man die Anker lichten und un¬ ter die Kanone» gesagter Fregatte legen soll¬ te«; der Capitain antwortete: daß, da erge- zwungen worden, diese Lage zu nehmen , lein Schiff nicht von der Stelle weichen würde. Der Oberlieutenant erklärte : daß er durch seine Leute das Schiff nach der bestimmten Gegend bringen lassen werde, welches auch geschah, allein durch eine ungeschickte Wen¬ dung brachten sie das kaiserliche Schiff an die Küste von Flandern bey Saeftingcn auf eine Sandbank, worauf das Schiffdieganze Nacht sitzen blieb und in Gefahr stand, zu scheitern. Am yten October um 6 Uhl Abends langte ein Expreffer Mit Befehl des sst eichtschen Gene, ralgouvernements an. Der Capitain fragte den cr 399 den auf dem kaiserl. Schiff befindlichen Ober- lieutcnant.- Ob er die weitere Fahrt hindern wollte? Ais man an den holländischen Ca- Pitcrin gewiesen worben; so ward auch an diesen die vorige Frage gestellt. Der Capi- tain fragte.- Ob man sich zu Lillo gemeldet habe? Hierauf antwortete der kaiserl. Capi« tain: daß er hiezu nicht befugt wäre; nun ward erwiedert, daß die weitere Fahrt nicht genehmiget werden könne. Hierauf verließ der kaiserliche Capitain das Schiff, trat die Reise nach Brüssel an, und ließ den Untcr- capitain und den Gchiffschreiber nebst der gan¬ zen Schiffsbcsatzung am Bord. Auch das zwcy- te Handelsschiff, die Erwartung, welches von Ostende auf der Schelde hinaufnach Antwer¬ pen zu segeln beordert war, und am ri. Ok¬ tober d. I. seine Fahrt dahin angetreten hat, ist durch das holländische bey Messingen ste¬ hende Geschwader der Republik an dieser Fahrt gehindert worben. Da es an der Mündung der Schelde ankerte, ließ es der holländischeAd- miral Reynst in der Nacht mittels vier be° wafncten Kuttern nach Vlieffingen bringen. Es erhellet hinlänglich, daß die Gencralstaa? tcn von Drohungen wirklich zu Lhärigkeiten geDritten sind, daher die in den Niederlan" den gelegenen k. k. Truppen: De Ligne, Vier- sek, Muray, Würkemberg Clairfait und Arn¬ berg gegen die Grenzen gezogen wurden, auch tcutfche Regimenter erhielten den Befehl , nach den Niederlanden zu marschiren. Hier folgt der Stand der Regimenter. In Namur, Tillier und Freycorps von Stein. Tirlemonr, Lattermann , Coburg (Drago¬ ner) Esterhazy. Ant- 4vo Antwerpen, Grenadier Bataillon von Hey¬ den , De Ligne, Clairfait, Würtemberg. Brüssel, Bender, Grcnadierbataillon- Geel, Lurch, Herrnthals , Wurmser (Hu¬ saren) Brüssel , drittes Earnisonregiment, i Di¬ vision von Clairfait. Gent, Murray, Teutschmeisier, die Mi¬ neurs. Herrnthals, Arberg (Dragoner). Meeheln, I Division von Clairfait. Lrützye, Vicrftt. Mstende, Die dritten Bataillons von Ligne und Vierftt. Antwerpen, Der Generalstab , die Pon¬ toniers, die Oberaufsicht der Magazine, die Kriegskanzellcy —Generale: Se. kön. Hoheit von Sachsen Teschen, Murray, Ligne. Tirlemont. Colloredo. Turnhour , Arberg. Namur , D'Alton. Brüssel, Stader, Unterm rten Aprll 1785 haben sich der Präsi¬ dent des Raths von Flandern, als k. k. Grenz- Commissär und die Commcndanten der beyden holländischen Städte und Festungen Sas de Gent und Et. Philipp sich zusammen ül^r die Mittel berathschlagct, wie den beyderMtigcn Unterthanen wegen der von Holland zur Vcr- thcidigung gedachter Plätze onbefohlenen Unter- deichung , zu helfen wäre. Die getroffene Con¬ vention wurde durch x,n k. Patent aus dem Staatsrath zu Brüssel am Hen Avril 178Z be¬ stätigt. Dieselbe lautet also : 1) verbinden sich der Landgraf von Hessen und der Oberste von Plettenberg in Zeit von z Wochen die micEee- was- o^W^o 40t Nasser gemachten Ueberfchwemmungen an allen Meerschleußen von Sasde Gent undPhilippine ablaufen zu lassen; dagegen verbindet sich Herr von Diericx hierauf ohne Verzug eben so die Schlcußen vonBouchaut und Watcrvliet,nach und nach, auch fene von Poel zu Assenade, von Polder D'Albert und andere ablaufen zu las» sen, bis das k. k. Gebieth gänzlich davon bc- freyet seyn wird. 2) Um das Seewasser zu er¬ setzen , wird man durch die eben erwähnten Schleußen .oder aus dem Canale von Gent eben so viel süßes Wasser und die beyden Plätze aus- ffießen lassen, als vorher von dem Seewasser dieselben umgeben haben. Während dieser Zeit soll von keiner Seite ein Werk unternommen Werden, um das Wasser aufzuhalten oder abzu¬ leiten , noch soll ein feindlicher Angriff statt ha¬ ben. 1785 am Lchsten July haben die in Wien angelangten bevollmächtigten Depurirten Herr von Wassenaer und Herr Baron von Leyden bey Sr. Majestät Audienz erhalten und ihre Aufträge zur allerhöchsten Zufriedenheit in Voll¬ zug gebracht. 1785 Scpremb. 20. Präliminar¬ artikel , welche zum Grunde des zwischen Sr. Majestät und den Generalstaaten unter Vermitt¬ lung des Königs von Frankreich zu schließenden Dcfinittvfriedens geleget, und zu Paris un¬ terfertigt worden sind. Hier folgen die Arti¬ kel. r) Holland erlegt <>,500,002 fl. in holl. Werth zum Ersatz von Mastrichr und dessen Ge¬ bietes mit Jnbegrif der GerichrSbannr von St. Gervais wie auch der Grafschaft Vroenhoftn, dann 500,000 fl. für den durch die Ueberschwem- mung verursachtenSchaben. Drey Monathe nach Rakificirung diesesVertragcs sind an dtek. k.Kas- ft zu Brüffel zu erlegen 1,280,020 holl. Gulden Kunst. Ldo. 2te Äbch. Ec kN 4 » in S Monalhen «ine gleiche Summe und sofort bis zur Tilgung der ganzen Summe. 2) Se. Majestät treten ab den im holl. Antheil von Daelhcm gelegenen Gcrichtsbann Auine, sammr allem, was davonabhängr, wie auch die Herr¬ schaft fammt dem Obergerichtsbann von Bieg- ny , le Trembleur nebst St. Andre , den Ge- richkSbann und Herrschaft Fenneur: den Gerichts¬ bann und die Herrschaft Bombay, die Stadt und das Schloß von Daelhcm sammt allem, was dazu gebärt, mit Ausnahme von Oost und Cadier mit Vorbehalt einer Ausgleichung, wel¬ che bey der über der Maas vorzunehmenden Cvn- vcnienz Austauschung Platz haben soll, z) Die Grenzen von Flandern verbleiben bey der Be¬ stimmung , welche sie durch den Vergleich vom Jahr 1664 erhalten hüben, re. 4) Von Seite Holland wird man die besten Maßregeln zum Ablaß des Wassers aus dcm K. Flandern und gegen die Maas hin treffen lassen. Man will auch zugeben, daß zu diesem Ende der erforder- ' liche Grund, wenn derselbe auch unter Both' Mäßigkeit Hollands gehörte, in billigem Maß verwendet werde. Von beyden Seiten sollen Commissäre ernannt werden , die schicksamsten Plätze für besagte Schleußen zu bestimmen. 5) Zur Ersetzung des Schadens der k. Unterrhanen widmet Holland die im iten Artikel erwähnte Aoo,coo hol. Gulden. 6) Holland erkennt Sr. Majestät volles unbeschränktes Recht auf den ganzen Theil der Schelde von Antwerpen biS an das äußerste Ende des Gcbiethes von Sacf- tingcn, in Gemäßheit der im Jahre 1644 ge¬ zogenen Linie, über welche man Eins geworden ist, durch Anleitung jener Linie abzuschneiden »wei¬ che auf brr von beyderseitigen Herrn Bochschaf, teru ö7üWk--7 «64 auf der Seite von Bra- bant wieder anschlisßr. 6) Holland thut also auf die Erhebung aller Art von Zöllen aufdtesem Theil der Schelde unter was immer für (Gestalt und Titel sic aufgeleget werden könnten, Verzicht; Mau verspricht auch die Schiffart und Hand¬ lung der K- Änterthanen auf keine Weise zu hindern, ohne daß jedoch die letzter»! diesem eine Mehrere Ausdehnung zn gebe» befugt wären» als durch den Tractat von Münster am zoten Jänner 1648 ist bewilliget worden. 7) Holland wird die Festungswerke von Kreutzschanz und Friedrich Heinrich räumen und schleifen, und den Grund und Boden an Se. Majestät überlassen, tz) Holland willigt rin, die Festungen Lillo und Liefkenshoek zu räumen, und solche sammt ih¬ ren Schanzwerken in dem Stande , worin sich solche befinden, zum freyen Gebrauch an Se. Majestät zu überlassen. 9) Die Bewerk¬ stelligung beyder obigen Artikel soll 6 Wochen nach der Auswechslung der Ratification gesche¬ hen. 10) Holland erwartet, daß Gc. Maje¬ stät demselben alle Rechte Und Ansprüche aus die sogenannten Rebemptiousdörfer abtreten» jene ausgenommen, womit Se. Majestät indem mit dem F. Lüttich gemachten Auslauschnnge» bereits andere Verfügungen getroffen hatten» — Diese» Vorschlag hat Graf von Mercy Ar- genkeau auf das Verlange^ des Vermittlers »st rekeremüum zu nehmen, sich gefallen lassen» n) Se. Majestät begeben sich ihrer Anfprüche auf die Gerichlsbanne und Dörfer Blobet und Neuffel» 12) Graf von Merc») Argenta», vn* E r s langt» 404 langt, baß das Dorf Postel an So. Majestät, jedoči) ohne Zurückforderung der von den Ge- ueralstaaten secvlaiisiiten Güter der Abrey zu Postel , Anlassen werde. — Bcl reforenclum , 13) Die Geldfordcrungcn werden von einem Staat gegen den andern aufgehoben. Zur Be¬ richtigung der Forderungen , so die Unterthanen Don beyden Thei'en zu machen haben , sollen Commissäre ernannt werden , um die Grenzen von Brabant zu erheben und über gütliche Aus- rauschungen sich zu vergleichen, welche beyden Theilen anständig feyn könnten, ig) Der Ver¬ trag zu Münster vom zoten Jänner 1648 hat zur Grundlage des künftigen Desinitivvertrags zu dienen, der in einem Zeitraum von 6 Wo¬ chen geschlossen werden soll. Die Verbindlich¬ keiten dieses Tractars sollen, insofern solche nicht aufgehoben sind, aufrecht erhalten wer-, den. Die Herren Vokhschafter der General¬ staaten verlangen, daß des Tractats vom Jahr 1731 und besonders des Vten Artikels Erwäh¬ nung geschehe, der Graf von Mercy Argenteau aber glaubte nicht diesem Begehren zu willfah¬ ren. Vorstehende Artikel sind in Gegenwart Sr. Excellcnz des Herrn Grafen von Vergen- ncs, welcher das Amt des Vermittlers Sr. allerchristlichsien Majestät vertrat, verfasset und von den betroffenen Bothschaftern unter dem Vorbehalt Sr. Majestät und der Gcneralstaa- ten unterschrieben worden, Paris den 2vsten September,1785. 1785 November 8ten Ratifi- cirter Vertrag zwischen Sr. Majestät und der Revublik Holland. Dieser Vertrag kann im ersten Nande meines volitifchenTodex unter dem Worte: Besitznehmung, S. soo —»02 nachge¬ lesen werden. »7« 4-) A ^96 Febr. is» Die k. k. Commissäre nchmew mit einer bestimmten Anzahl Truppen bit Forts Ltllo und Liefkenohök in Besitz. Außer der Maas und Schelde haben die Niederlande noch mehrere Flüße, deren einige in der folgenden Ortbeschreibung Vorkommen. Das Erdreich in diesem Kreise ist im Gan¬ zen genommen, sehr trächtig. Man kann das¬ selbe am füglichsten in zwey Hauptelassen brin¬ gen. In der ersten stehet das Erdreich von der besten Gattung, Mit dem Erdreich von dieser, Art ist besonders der nördliche und mittlere Tbeil des Landes, wie auch der südliche, ge¬ gen Frankreich, gesegnet. Zur zweyrcn Classe rechne ich den sumpfigen und sandigen Boden. Der erstere ist vorzüglich in dem nördlichen Flandern und in Geldern, und der andere im nördlichen Brabant, im Gebiethe von Ant¬ werpen zu Hause. Das Land , welches in dirsem Kreise gebaut wird, will man auf avao 0 Meilen,bestimmt wissen auch sollen bcy 2Oo,oov Voniers Haiden vorhanden seyn. Der Bauer ist nicht immer gleich thätig; mehr ar¬ beitsam ist der Flammander , industriöser aber der Brabanter Bauer. Bon den liegenden Gü¬ tern soll die Geistlichkeit z/4 besitzen, wovon 2/'l dem Regularclerus gehören. Der Brabän- ter Landbauer hält sehr viel auf den Dung. Dieser ist ein Gemisch von Mist, Gassenkoth, und Torfasche, welche er aus Holland zieht. Dieser Dungart bcdi- uk sich auch ter Flammäu¬ der. Ob man in den Niederlanden auch nut dem Margeldung bekannt ist, weiß ich nicht. Zu den beträchtlichsten Waldungen gehören der Eonjrnbosch br>- Vilvorden im Brabantischei;, 4-6 Nach diesem der berufens Ardenner im Lurenbnr? grschen, und die Waldungen in Limburg und m Namiir. Nach der verschiedenen kandcslage ist auch die Luft verschieden. Im Ganzen behagt sol¬ che der menschlichen Natur sehr. Raül) ist sie Ln Namur und im Limburger Gebiethe; fieber¬ haft in den Moorgegenden, Nachstehende Tabelle dient zu einer Mer, ficht der vorzüglichsten Naturprodukte des. Burgundischen Kreisest 407 4-") C c 5 Na- 4io 4'l B. v. Cranz in seinem bekannten Werke : Gesundbrunnen der östreichischen Monarchie, fuhrt Seite zoz—zo6 folgende in den Nieder¬ landen gelegene Gesundbrunnen auf; diese vnd : Nlarnnont. Der hiesige Brunnen, den man guch den Spaabrunnen nennt, entspringt in der 4? r der Grafschaft Henncgau unweit Mons, hin¬ ter dem Berge', worauf das Schloß Mari- mont steht; das Wasser läuft über ein Kics- lager, und setzt sowohl in seiner Quelle, als in seinem Lauf eine Menge gelhlichten Ocher ab. pouhont bedeutet in der Luxenburger Mund¬ art ein mineralisches Waßcr; cs gibt daher der Pouhonts mehrere; bey drey Stunden vom Harze, einem Gute des Hauses von- Nachier, i Meile von Aywaille, gibt es es mehr als 12. Aus einem dieser Pou- hons schöpfen die Fuhrleute das Wasser,, und verkaufen cs für Spaawaßer., Der Pouchont zu Bnr, unter der Gerichtsbar¬ keit Echcvron des Landes Stavelot, ist an Mineralgchalte am reichcstcn. Zu den oben aufgeführtcn Ste'nkohlenbrü- chen habe ich noch beyzufügen den Bruch h y Mons , welcher Kohlen fssr ganz Heu» negau , und einen Theil von Flandern, so¬ wie jener zu Charlerox für ganz Brabant Koh: len in großer Menge liefert. Die Luferung derselben nach Brüssel beträgt im Durchschnitte jährlich bey rovoo Zentner. Der gewöhnliche Preis von rooo Pfund steht zwiscl>cn 4 bis 5 brabänrer Gulden« Vey dem Ausbruch des Kriegs zwischen England und Holland war die Ausfuhr stärker, weil Holland die Stein- kohlen sonst aus Engelland genommen hat«, Die Herren Colonne und Coup haben 1782 kine kaiftrl. Octroy erhalten für den Skein- t-chlenbruch, mit welchem sic an den bcyden, Äsern der Schelde von Tvurnay bis Qudenarde eine Strrcke von 2 Meilen gemacht haben- Zur, v—HA—n 41 Z Im Thierreiche ist die zahme Viehzucht ungemein blühend. Das Land hat nicht nur von Natur einen sehr trächtigen Wiesenbau, sondern auch die künstlichen Wiesen geben dem Viehe das nahrhafteste Futter. In dem Ge- biethe Meencn wird der Klee nicht selten drey Mahl im Sommer gehauet. So bald er in der Blütheist, gibt mau einen Thei! davon dem Viehc zum Futter, der Rest wird für den Winter aufbchaltcn , auch erhält das Vieh in den Wintermonathen zum Furrer Erdäpfel, Kohlsaatkuchen rc. Die Viehzucht ist daher in diesem Gebiethe von vielem Belange; die Kälber werden gemästet, ihr Fleisch ist sehr schmackhaft, und von besonderer Weiße. In Brabant, wo ebenfalls sehr vielcBultcr gemacht wird, ist die Kühzucht ebenfalls sehr be¬ trächtlich. Auch die Schafzucht ist von Be¬ lange , vorzüglich wird jene bei) Warneton in Brabant, und an den Ufern der Lys gerühmt. Ein Schöps soll 8 bis ic> Pfund an Wolle bringen. Man hat vormahls Schafe aus Ost¬ indien geholt, um sie mit den inländischen zn paaren. Die Schweine werden häufig gemä¬ stet, und finden beträchtlichen Absatz in Frank¬ reich und Tcutschland. Die Pferdezucht wird stark getrieben. Die Pferde aus Ardenne, im Lupenburgischen sind stark. In Flandern hat hat man ebenfalls große, zu 15 Faust hohe, und starke Pferde; sie dienen größkentheils zum Ansprung. Viele Füllen werden im sranzö» Aschen Flandern angekauft, und im östreichi-- 'chcn Flandern zu Pferden gezogen. Die Bie- ?snjucht liegt danieder, und die Seidenkultur 'u fast ganz unbekannt. In den Wäldern kom- Hirsche, Ziehe, und Schweine am häu» S^Tpr-k» figsten vor. Die Flüße und die Nordsee geben dem Lande Fische von bester Gattung in der Menge. Der burgundische Kreis ließ sich am rich¬ tigsten in diese drei) Haupttheile absondcrn, uähmlich: den ersteren könnte man nennen den herzoglichen.den 2ten den gräflichen, nnd den Zten den herrschaftlichen. Der herzoglicheTbeil begreift in sich4Hcrzogthümer. ais : «) das Herzogthum Brabant, Limburg, Luxcnburg, und Geldern, d) Oer gräfliche z Grafschaften, als: die Graft ichaft Flandern. Hcnncgau, und Namur; end¬ lich c) der herrschaftliche die Herrschaften Me- chcln und Doornik. Die gewöhnliche Einthei lung der Niederlande ist in y Therle. Diese sind: r) Das Herzogthum Brabant, 2) Das Herzogrhum Limburg, z) Das Herzogrhum Lu^enburg » 4) Das Herzogthum Geldern > ;) Oie Grafschaft Flandern, <>) Die Grafschaft Hcnnegau, 7) Die Grafschaft Namur, 8) Oie Grafschaft Mcchcln, und 9) Oie Herrschaft Doornik. * Eine specielle Beschreibung von den vorste¬ henden Ländern kömmt in der folgenden To¬ pographie vor. Nach anderen werden nur sieben Nieder¬ ländische Provinzen angenommen, da man Me- cheln zu Brabant, und Dvornik zu Flandern rechnet. Die vorkommenden Buchstaben haben diese Bedeutung , als . B. (Büsching) , L. (Crome) , E. (Erdbeschreibung für die stud» Jug. i- 4t8 Jug ) , 8. (8t»tist. Deberlickt), T. (Teutfch Burgund. Die Einwohner sind Flammänder und Wa<- loiicr. Es gibt auch Teutsche und Franzosen» Die Nation ist arbeitsam und industriös. Man sinket großes Vermögen; überhaupt ist hier Wohlhabenheit zu Hause. Die Nation beste» her, wie in den übrigen Ei blanden , (mit Lus- nähme Tyrols) aus drey Ständen. Diese sind «) die Geistlichkeit; d) der Adel, und c) die Deputirten des Bürgcrstandes. Wie hoch sich die Volksmenge sowohl im Ganzen, als nach den Theilen beläuft, zeigen nachstehende Ta? bellen. Zu den herrschenden Sprachen gebärt die wallonische und flammändtsche. Französisch wird in Brüssel unv anderen Städten sehr häufig gesprochen. Die Wohnplätze theilen sich in Schlösser , Städte, Märkte, und Dörfer. Die Nieder¬ lande haben sehr viele Städte; vielleicht daß diese zum Wohlstände des Landes vieles bey- tragen; wo der Luxus steigt, ist auch die In¬ dustrie und Arbeitsamkeit groß. Die Anzahl der Wohnpiähe überhaupt, und nach den Thei¬ len geben nachstehende Tabellen an, in welchen die Länder nach der Buchstabenfolgr vorkommen. AS- ^»6 I. VolkS^ 417 Brabant. 4-3 n. Doomik, Volks- Tomnay. Lbs Flä- k, lik. Bolk-- 4?r Flandern. 422 IV. Volks-- 42z Gelderrr. 424 Volks- 4»5 Hcnnegau. D d 5 Flä- 426 VI. Volks» 42? Limburg. § 28 VII. 422 Luxenburg.. Llä: 4.^ vm. 4Z1 Mechkls. 4A» IX. Volks- 4LZ Namur, 434 Summarische Uebersichk. Die 4'35 Die Regierungsform in den Niederlanden W beschränkt monarchiich. Der regierende Erz¬ herzog im Hause Oestreich ist nach der oben angeführten Sanckio pragmattca auch Beherr¬ scher des niederländischen Reiches. Die Gren¬ zen zwischen dem Monarchen und Ständen sind für Brabant und Limburg in der sogenannten zo^eule Lncröa, welche Seite aufgeführt worden ist, auseinander gesetzt. In Rücksicht Flanderns hat Marie von Burgund (Gemahlin» Erzherzogs Maximilian,) 14^4 erkläret, daß sie nach dem Willen und dem Rache der drey Stände ihres Reichs Flandern beherrschen wolle. Au den Reichsgrundgesetzen in den Nie¬ derlanden gehören: i. die Sanctio pragma¬ tika ( Seite zzr) 2. für Brabant und Lim¬ burg : a) die sogenannte Brabantische gol¬ dene Bulle , ( f. Seite ^74) ss) die jozreuls Lnträe (s. Sejte Z82) Zi) Flandern nimmt zum Funbamencalgesetze seine seit Jahrhunderten be¬ stehende Verfassung an. 4.) Das Gesetz , nach welchem kein Inländer in einer Provinz eine Bebienstung erhalten kann, wenn er nicht darin geboren worden ist, erstreckt sich fast auf die leisten Provinzen, so wie nicht so leicht ein Fremder zu einer Bebienstung in einer Provinz gelassen wird, wenn er nicht zehen Jahre in der nähmlichen Provinz gelebet hat. Die Krönung des angehenden Regenten geschieht in der Person des Gcncralgouver» «eurs. Dieselbe wird für Brabant zu Brüssel vollzogen. Der Gouverneur schwört tm Nah- Wen des Regenten alle Punkte und Artikel, welche in der angenommenen jazente Lmr^s sind den beygefügtcn Zusätzen Vorkommen, wohl Aid getreu zu beobachten, und beobachten zü E c s läs- o-üüW^c) 4Z§ lassen» Außer diesem Eide wird noch einer insbe* sondere von dem Herzog in Brabant inderKirche zu St. Gudula in die Hände des Erzbischofs zu Mechcln gelcget. Hier ist sein Inhalt: Ich verspreche' in Kraft des — (Kaiserlichen) Wor- res , auf das heilige Evangelium , allen Recken des Herzogthums Brabant treu zu seyn, und die Rech-e, Privilegien, Statuten , Gewohn¬ heiten , Besitzungen und Freiheiten der gedacht ten Kirche in Achtung zu halten und zu schü¬ tzen , wie bisher Tr. Majestät Vorfahren, die Herzoge von Brabant immer gcthan haben. " Nach diesem geleisteten Eide folgt die Huldigung. In Zlan-ern geschieht die Krönung in der Abtey St. Peter zu Gent; dort schwört der Gcneral- gouverneur im Nahmen des regierenden Gra¬ fen von Flandern die Rechte der Abtey auf¬ recht zu erhalten; bann werden dreyGoldstücke geopfert; der Abt weihet einen Degen, und uwgürtet damit den Eidcslcister. Man begibt sich von hier nach der Abtey St. Baron, wo ebenfalls der Eid, die Provinz und die Kirche bey ihren hergebrachten Rechten zu lassen, be¬ schworen wird. Auf dem sogenannten Frey- tagsplatz wird dem Regenten der Eid der Treue von den Ständen geleistet. Zn Hennegau ist keine Krönung, sondern nur eine Einweihung, welche zu Mons vorgehet. An der Seite des da befindlichen Nathhauses wird auf einer er¬ richteten Bühne der Leib des heiligen Waudru, welcher in einer Proceßion dahin getragen wi. d, aufgestellet, der Repräsentant des Grafen von Hennegau stehet auf der Bühne, und schwört bey dem Evangelium, die Gerechtsame der Pro¬ vinz zu erhalten. Nach diesem Eide leisten die Stande den Eid der Treue; von hier verfügt man 437 man sich j» die Collegiatkirche des heiligen Waudru , wo der Rcpräftntent abcrmahl im Nahmen seines Soaverains schwöret. In den meisten übrigen Provinzen wirb dem Re¬ genten bloß gehuliiget. Die Stelle des zeitlichen Beherrschers der Niederlande verirrt gewöhnlich ein Prinz ober Prinzcss-nn mit dem Titel: Lieutenant, Eon- verneur uiib Gcneralcapilain der Niederlande, Der Sitz desselben ist in Brüssel, wö er auch einen sehr glänzenden Hofstaat hat. Die Steile des Generalgouverneurs bekleiden seitdem Mörz i78l Jhro königliche Hoheit die Erzherzogin« von Oestreich Marie Christine und ihr durchlauch¬ tiger Gemahl, Albert, königlicher Prinz von Polen und Herzog von Sachsen rc. Der Hofstaat bestehet i.) im Oberhofmei- sier (6rsnst Nuikrs) 2 ) im Obermarschall (Urnnst Nareehitl) z.) Oberkämmerer , (Orsnä (lbumdöllnn) diese beyden Hofämter bekleidet j^tzt der Fürst von Gavre. 4.) Obcrküchcnmeister (6rsnä Naitro stos curünos) Z ) GrvßstaÜmei- ster ( Orsnst ) Diese Würde bekleidete ^788 der Oberhofmcister in Person des Für¬ stens von Oignyes. Unter dem Großkämmc- rer stehen r.) die in den Niederlanden angeses¬ senen kaiserl. königlichen Kämmerer, deren 1788- 67 waren. Hier folgen die Namen derselben. Marquis von Raigecourt - Gournay; MarquiS iwn Uves ; Graf von Ferraris; Graf von Epanghen; Vicomte von Oudcnaerdc; Graf von Lannoi; Herzog von Eournonville; Herzog von ^ooz und Corswarcm; Graf von Spoiuin; Vicomte von Nieupoort; Marquis v ' Alsace; Graf d' Argenteau; Graf van der Noot; ^>arvn von Romerfwael; Graf Gage; Graf Le» von 438 von Lalaing, Marquis de Chasteler, Graf v- Clairfayt, Graf von Rindsmaul, Marquis von Wemel, Graf von Buquoy^, Graf von Bous- sollt, Graf von kichtervclde, Graf d'Uves v. Ostiche, Marquis della Püente, Graf d' Ar¬ berg, Paron von Ham, Herzog d'Urscl; Graf von Thievues; Vicomte von Sandrouin, Graf von Blois, Graf von Duras, Graf van der Ekeghen, Baron von Plokho , Vicomte von Sandrouin - Hcppignics, Graf von Ligneville, Graf von Brederode, Graf d'Affon, Graf von Gorroy , Baron von Norman , Baron von Senzeille, Marquis von Traizcanies d'Iktres, Vicomte von Dam, Vicomte von Sandrouin und v. Villers, Graf von Bcrlo Suys, Graf v. Clauwez, Graf v. Maldeghem, Vicomte d'Cl- z^e, Herzog von Beaufort, Graf von Woesien- raeo, Grafv. Hohcnzollern, Marquis Vcurqui- Zneul, Prinz von Bethune, Baron van der- Gracht, Graf von Rumbeck, Grafd'Argenteau- Ochain, Marquis von Gavrc, Graf von Me¬ rode, Baron von Merode, Baron von Seelen- rioif, Baron d'Ovcrschies, Graf Theodor Cruquenbourg, und Graf von Nodohan. Unter dem Großkämmercr stehen ferner die Hofkapells, die Musik, die Hof-Leib - uud Wundärzte; das Kammcrpersonale, das Personale des Schloßes Scoonenberghe, des Pallastes zu Mariemont, Terveuren. Zum Departement des Marstalls gehören: die Hofpagen, der Marstall, dasIagdpersonale. Der Hof hat auch zwcy Leibgarden. Die Erzherzoainn hat noch ihre eigene Hofmcisterinn (Zrirnäe Nzitrelle) ferner eine . ' ge- ' 43, gewiße Zahl von Hofdamen, deren i,m Jahre 1788 7 waren, nähmlich > die Freyinn von Nomerswael, Marquisinn von Wemmel, Gra- finn von Lalaiag, Freyinn von CelleS, Grä- sinn d'Arberg, Gräfin» von Ccuquenbourg, und Gräfin» von Maldeghcm. * An dem Hofe zu Brüssel befinden sich auch ei¬ nige auswärtige Minifier- I.» ^ahre 1788 hielt hier einen bevollmächtigten Minister Großbritannien, Holland und der Chur¬ fürst von Pfalzbayern; Frankreich einen Re¬ sidenten, der Papst einen Nuntins, und der B schof von Lüttich «inen beständigen Charge d' Affaircs. Man hat nicht selten Ambassa¬ deurs von Seite der Niederlande an die er¬ sten Höfe in Europa gesandt. Außer dem Generalgouverneyr, welcher im Nahmen des regierenden Erzherzogs alle Rechte nach eben der Art ausübet, wie sie der Souvcrain bey seiner Anwesenheit ausüben wur¬ de, residirt in Brüssel auch der k. k. bevollmächtigte Minister, ohne welchen nichts unternommen und ausgefertiget werden kann. In Abwesenheit des Generalgouvcrneurs vertrit er dessen Stel¬ le. Er ist der erste nach dem Gcneralgouvcr« ncur, führt in dem k. Rath des Generalgou¬ vernements das Präsidium, ist aber kein Mit¬ glied des Staatsraths , doch aber fuhrt er das Direktorium über alle Gegenstände, welche tu diesem Rathe abgehandelt werden. I" bre- sem Jahrhundert haben die wichtige ^reue eines bevollmächtigten Ministers bekleidet: ^raf (jetzt Fürst) von Kaunitz Rittberg , Dear- stuis von Bolta , die Grafen Cobenzl, Bel- E e 4 S'o° 4chs giojoso , TrautmannSdorf, Mercy d'Argenteau, jetzt Graf von Metternich. Die verschiedene» Departemente in den Niederlanden beschränken sich auf 4 Hauptde- partement.» Diese sind: n) das Departement in politischen Angelegenheiten z d) das Depar¬ tement in Justitzsachen: c) das Departement in kirchlichen Angelegenheiten, und Z) das Mi- lizdepartcment. Die Geschäfte einiger von die¬ sen Departemente» erstrecken sich theils über die sän mrlichcn Angelegenheiten der Niederlan¬ de , tbcils nur auf einige Provinzen. Departemente im' politischen Fache für die sämmtlichen Niederlande sind i) Der Staatsrath (Cvnieikler Z'Ltst Ze 8L Ngsslkä k'Lmxereux et I(oi nux?g^8-b38 ) Dieses Collegium hat keine bestimmte Si¬ tzungen , und die Glieder desselben ver¬ sammeln sich nur, wenn der Statthalter sie rufen läßt. Ich habe schon angcmer- ket, daß der bevollmächtigte Minister kein ordentliches Mitglied dieses Collegiums ist, er kann aber , wenn er will , den Versammlungen beywohnen. Die Mitglie¬ der dn-t^s Collegiums 'heilen sich 3) im (lontsilkors Z'krm ä'?xäe, und h) in t'on- 1oiller8 chiskllt äe ktobe. Von der ersteren Classe waren 178a' : Cardinal Migazzi (Erzbischof in Wien.) Cardinal Frankenberg (Erzbischof zu Me- cheln.) Fürst d'Signyes von Grimberghe. Graf von Möst^nraeot. Graf von Cobenzl (geheim- Vice Staats» kauzlcr in Wien.) Mar- 44 r Marquis du Chasteler. Graf Franz, von Gomegnies« Von der sten Claffe: Baron von Cazier, von Wavrans, Lbt von St. Peter LczGand. Vicomte von Walkiers, von Crumpipen, von Ficrlant, von Stassart, von Kühiberg, Graf Neny, von Crumpipen, Chevalier von Diericz, von Naudier, Le Clerc, Cornet von Grez, Graf von Proli. 0 Der Königliche Rath des Generaigouvev- nemcnts. ' Dieses Collegium beschäftiget sich mit allem, was den Staat und die Rechte des Re¬ genten betrift. Von diesem Dcpartcmcnte hängen ab die Erlheilung der Raturalifi- rung , Remission, Begnadigung rc. Der bevollmächtigte Minister ist Präsident des¬ selben, und hat einen Vicepräsidenten zur Seite. 3) Der königliche Schatz (Irelor rozal.) Unter dem vorstehenden Titel wirb das Fr- »anzdrpartcment, wovon der Großschatz- E e 5 urel- 44.2 meister (Nsaövsur 8^"eral äes stuaNLSs) Chef ist, Gegriffen. 4) Die Rechnungskammer ( ckambre äor cow^ter. ) *) Mik dieser Kammer ist auch jene zu Rure- Monde i6Zl einverleibt worden. Mau theilet dieses Departement gewöhnlich in 2 Kammern, als: s) in die Brabantische, und b) in die Flammändischc. Zu der ersteren gehören die Angelegenheiten von Brabant , Limburg und der Herrschaft Mechel«; und zu der zweyren Flandern, Hennegau und Dvornik. Die Verfassung der Rechenkammer ist im Ganzen jener ähnlich , welche ich im ersten Bande der sstreich.ischen Staatenkunde Sette 240—249 beschrieben habe. 5) Die Heraldikkammcr (cknmbre 6e lieralstj- yus ste 8. N.) " Diese Kammer ward 1429 von Philipp dein Guten errichtet. Ihr Chef führt den Li¬ te!: Lieutenant, und hgk für jede Provinz einen Rath zur Seite. Ferner gehören zu dieser Kammer die Advokaten, welche jede P oviuz in dieser Angelegenheit hat, dann der Notar, A 'tsagent, die Procurakorcn, das Archiv t oststoiaux Nrs.) der Bibliothe¬ kar, der Wappenmahler , Buchdrucker rc. II. Departement in Justitzsachen. r) Der große Rath (Is xrgoä Confeil) z» Mecheln. Dieses 44Z * Dieses Departement hat Philipp der Gute r45) errichtet. 147z gab Carl V. dem¬ selben einenKanzler, 2 Präsidenten, 2 Rä- rhe für die Supplikenschrcibcr, 8 geistliche und i2 weltliche Räche, i General Pro- curator, 2 Fiskale rc. 1477 erhielt der Rath seine vorige Gestalt und seit 150; hat er seinen beständigen Sih in Mecheln, da er vormals stäts dem Hofe gefolgt ist. Es ist dieses Gericht gegenwärtig das erste in den Niederlanden. Vor dieses Gericht ge¬ hören alle Sachen der Ritter des goldenen Vließes, desStaatsrathes, des königl.Raths rc. Ferner kann man an diesesGcricht von den Gerichtshöfen in Flandern und Namur, wie auch von dem Magistrat zu Mecheln appelriren. 1788 stand an diesem Depar¬ tement r Präsident, r geistlicher Rath, und 15 weltliche Räche, darunter sich auch der Generalprocurator und Fiseal befand. Der souveraine Rath von Brabant (leOou- leil louversin äe Vradant). " Die Gerichtsbarkeit desselben erstreckt sich über ganz Brabant, mit Inbegriff Ant¬ werpens , und Limburg. Unter diesem Gerichte stehen alle Räche, Edclleuke und ihre Dienstbothen, Advocatcn, Procurato» ren rc. in Brabant und Limburg. Ferner gehören vor dieses Gericht alle Angelegen¬ heiten, welche Bischöfe , Acbte, Hlostero-- bern , Vorsteher der milden Stiftungen an¬ gehen. Dieses Tribunal spricht auch 'K der ersten und letzten Instanz in Dingen, her unter verschiedenen vom Conseil abhän¬ gigen 444 gigen Gerichtsbarkeiten stehenden Personen, dann noch in persönlichen Processen jener Fremden, die nicht in Brabant wohnen, oder da begütert sind. Das Tribunal ent¬ scheidet auch in KrimiNtüsachen mit Aus¬ schließung aller übrigen Gerichtshöfe in erster und letzter Instanz über verjährte Gebrechen, Empörungen :c. Seit 1777 erkennt das Tribunal in allen Lehensachen. Eine Veräußerung eines Kirchenguts oder des Guts eines Minderjährigen findet oh¬ ne Einwilligung dieses Raths nicht statt., Derselbe ertheijt Nachsicht der zur Ma^o- rcr-nität erforderlichen Jahre ec. Der Chef dieses Raths wird Kanzler genennt. 1788 hatte er nebst dem Prokanzler 20 Räkhe mit Inbegriff des Gcneralprocura- tors zur Seite, bann 2 Greffiers und 7 Secrctaire. Der Advoeaken, welche bey diesem Gericht 8mIIum halten , waren und der P? ocuraloren 49. Ferner 5 lieber- fctzer, als: r für das Italienische , 1 für das Teutsche und Englische, r für das Spanische, Französische , Flammündische rmd Lateinische, dann r für das Teutsche, Englische und Italienische, und i bloß für das Teutsche. Dieses Tribunal ist schon sehr alt; seine Rechte waren vormahls viel ausgedehnter; Phüipp H. bestimmte r;49 seine jetzigen Geschäfte. Z) Der souveraine Lehenhof (In louversineEonr stMÜsIe.) * Dieses Departement erhielt am go.Juny t/7Z eine neue Constitution. In den Nie¬ der- 445 verlanden werden die Lehen gewöhnlich von dem Regenten crtheilk, obschon einige Pri¬ vatpersonen ebenfalls einige vergeben kön¬ nen. Jene, welche dieses Recht besitze», haben ihren eiaenen Lehenhof, so, wie in den tcvkschcn Erblanden. , Die übrigen Prvvincialqerichte sind der Rath von Luxenburg (178?- errichtet), der souoeraine Rath in Geldern , dessen Chef den Titel: Kanzler, führt, der Rath in Flan¬ dern , der svuverains Rath in Hennigan , dessen Chef wird Großrichter (Zrsnä ksiM) genannt; eben so der Chef des Raths in Namur, der Rath in Dvornik. 4) Das Forffgrricht (!s ^urisäiötwn äs 1s ko» reüsrie). * Der Chef desselben heißet FVsul msitre. (Holz - und Forstmeisters, Ihm liegt die Untersuchung der Vorfälle ob, welche in den Forsten der Kammer sich ereignen. 8) Das Jagd - und Fischereygericht fla lurisäic- tion äs Is Ckslle L äs In pecke. Man nennt dieses Gericht auch das Konsistorium. Der Chef desselben ist der Oberjägermeister (zrsnä VeneM) von Brabant. D Zwey oberste Kammer in Domainenfachen. * Diese sind: s) die oberste Kammer (I» cksmbre kuxreme) für die Provinz Luxen¬ burg, Geldern, Flandern, Hennegau und Mechel»; d) die oberste Kammer für die Provinzen Brabant , Limburg und das Land über der Maas. Iu der ersten Kammer -ehö- ü> 446 gehören der Domainenrichter in Luxeuburg , St Veit, Gent, Brügge, Coutray , Apcrn, Ästende, Nicupoort, Dvornik , Mons, Ach'Chimar), Namur, und Charlero» Zü der zweyten Kammer gehören die Domai- nenrichtcr zu Briissel, Löwen, Antwerpen und Tiriemont, Turnhout und Hcrve 7) OKcecku Prevol Zeneral (Oberhauptmann- schass) der Niederlande, und von dem königl. Hotel- * Diesem sieht vor der Gcncralprevvk , wel- cher 2 Lieutenante, 4 Räthe, und einen Grefficr zur Seite hat. 8) Das DrostamtfoKos äu Drotlarä) des Her¬ zogs von Brabant, mit einem Drostard , Lieu¬ tenant , 4 Rächen, und einem Grcffier. * Beydc Aemter haben die Kriminaljurisdlc- rioii über alle Personen, welche im Lande nicht siäts donuciliren. Von den Magistraten kömmt bcy jeder Stadt die Verfassung desselben vor. Die Gesetze in den Niederlanden thcilcn sich a) in die Staatsgesetze, b) in die politi¬ schen und 0) in die Justizgesetze. Von den Staats- geseyrn habe ich bereits Seite 4^5 das Nöchjge erinnert. In Rücksicht der politischen Gesetze hat man verschiedene Sammlungen. Eines der ältesten Handlunggesetzc ist jenes vom Jahr 167z. Die Wechselbriefe haben keine andere Kraft, als eine simple Anweisung auf Sich; auch.kann man den Accepkanren nicht arreti- ren , so lange er Güter hat. In Rücksicht der , Schif- ' 447 Bchiffarth richtet man sich nach dem Gesetze Carls V. Die Iustizgesetze rheilen sich i) in Civilgcsetze, und 2) in Krmünalgesctze. In Rücksicht der Civilgesctze bestehen in Brabant sogenannte Plačate, welche in 12 Foliobänden gesammelt sind» ES ist darüber ein besonderes alphabetisches Vcrzcichniß im Druck. In cini- Ken Provinzen ist das römische Recht noch in Uebung, doch ohne alle Kraft in Hennegau und dem Freyen Lande. Man kann hierüber näch¬ sten : die Preisschrist des Amtmanns zu Brüssel Hrn. v.Lery, über die Preisaufgabe der Brüßler Academie 1782: Wie lange ist es, daß das römische Recht in den Niederlanden bekannt war, und seit welcher Zelt hat cs Gesctzkraft in den Niederlanden gehabt's DieKrimiiialgcsetze, oder vielmehr Blutgcsctzc des Herzogs von Alba, die Karolina, und einige anderen Plakate, wel¬ che bey Gelegenheit bestrafter Verbrechen gege¬ ben worden sind , sind die Gesetze, deren man sich gewöhnlich bey dem Kriminalverfahren bedienet. Die niederländische Nation besteht, wie be¬ reits gesagt worden ist, aus der Geistlichkeit, dem Adel und den Bürgern. Diese zusammen (mit Ausnahme Flanderns), machen die Stän¬ de des Landes. Die vorzüglichsten Gerechtsame der Stände sind: r- daß der Souvcrain ohne ihre Einwilligung keinen Krieg an fangen soll. Eben so soll er 2) für sich das Münzrecht nicht ausüben. g)Die Steuern werden von den Ständen aufgelegt und erhoben, 4) von ihnen Subsidien bewilligt und bestimmt, wie auch süc Art ihrer Erhebung. 5) Lassen die Stände u>re ihnen zugehörigen Gefälle durch ihre eigenen Beamte verwalten, rc. Nun 448 Nun zu der inneren Verfassung der Stände von jeder der niederländischen Provinzen ins¬ besondere. Die Stände in Brabant bestehen aus der Geistlichkeit, dem Adel und den Deputierender Städte Löwen, Brüssel und Antwerpen. Die Geistlichkeit begreift bloß die Aebte in sich. Die Bischöfe als Bischöfe sind keine Stände; die Ursache liegt darin, weil vor dem Jahr 1559 keine Bischöfe in Brabant waren. Um sie doch Theil nehmen zu lassen an der ständischen Ver¬ sammlung , so gab Philipp II. dem Erzbischof zu Mcchcln die Abtcy Aflighem und dem Bi¬ schof von Antwerpen die Abtey zu St. Bernard, mithin sind sie als Aebte Glieder der Stände» Primas der Geistlichkeit ist der Abt von Aflig¬ hem; die übrigen geistlichen Stände sind der Abt von Vlierbek , Villers , St» Bernard , St. Michael, Grimbcrghe», Park, Heylissem,Ever- bode, Tongerloo, Diligem und Gertrud; dann die Aebtisiinn von Cortcnberg. DerAbtzuGem- blours als Graf von Gemblours ist Präses des Adelstandes. Die drey Hauptstädte , wel¬ che den dritten Stand machen, werden von ei¬ nem Deputaten aus ihrem Gremium vertreten. Im Jahr 1788 war Depukirter der Pensionär» rath bey dem Magistrat zu Brüssel, Herr von Cork. Die Bürgermeister und Pensionäre nebst den Geschwvrnen, den Zünften und Handwer¬ kern in diesen drey Städten stellen die Bürger- qerschaft vor. Vom Adel kann nur jener ein Mitglied der Stände werden, welcher wenig¬ stens Baron ist und in Brabant Güter besitzet, welche jährlich 4-100 fl. tragen. Seit 1778 werden zwei) vät-rlichc und zwey mütterliche Ahnen, jenen, welcher zu erst den Adel erhielt nicht mit gerechnet, gefordert. Dann werden noch o 449 6 und väterlicher Seite von einem Prinzen für die Aufnahme unter die Stände liegende Guter gefodert, welche jährlich 220,000 si. einbringen, Und von einem Marguis io,<-oo st.» Jeder von den drcy Ständen hat nur eure Stimme, Und zur Schlußfaffung wird die Einwilligung sämmtlicher Stände erfordert. Die Einwilligung des dritten Standes hat erst dann ihre Gültig» seit, wenn die Genehmigung von demjenigen erfolgt, von welchem die Repräsentanten ge¬ sandt sind. Zu den Ständen in Limburg gehören auch die Länder Daelhcm,Fa!kcnburg, Fauquemont und Herkogenrade (ldolclue). Diese drey Länder zusammen machen einen Srand und theilen sich s) in die Geistlichkeit, b) in den alten Adel, und c) in die bürgerlichen Deputirten von den bre» Ländern. Die Geistlichkeit bestehet in den Siebten vonHertogcnrade und ValDieu. Zur Auf¬ nahme in den Adelstand wird erfordert, daß der Candidat von altem Adel ist, und ein Gur be¬ sitzt, welches mit der oberen , mittleren und unteren Gerichtsbarkeit versehen ist« Die Stände von Luxenburgund der Graf¬ schaft von Chinay bestehen i)aus der Geistlich¬ keit. Zu dieser gehöret der Abt zu Münster, St. Hubert, Echternach und Orval, 2) der Adel; als solcher wird jener erkannt, welcher bewei¬ sen kann , daß er von 2 Ahnen väterlicher Sei¬ te und 2 von mütterlicher Seite abstamme» z) Die Deputirten der 15 Städte sind: a) imtcut- schen Luxcnburg die Städte Arlon,Vidburg, Ech¬ ternach, Dikrich,Gravenmuchcrn undRemich«^) Im wallonischen Luxcnburg , die Städte Durbuy, ^astogne,Chiny Homfalize,Marchc,Nenchateau, ^ aRoche, Viarton. Jeder Stand hat z Deputir- 8ünft. Bds, 2te Abch. Ff te, 46o te, mithin bestehet die gewöhnliche ständische Versammlung aus y Deputaten. Die Stände haben einen Marschall, welcher den Versamm¬ lungen Vorsicht und das Wort führet; in den übrigen Provinzen refcriren Pensionäre. Die Stände aus dem Hcrzogrhum Geldern bestehen i) aus dem Abel, und 2) ans den Deputaten der Stadt Rürcmondc. Auf der adelichen Bank kann nur jener einen Sitz er¬ halten , welcher 3 Ahnen von väterlicher und mütterlicher Seite besitzt. Der Chef der Stän¬ de ist der Erbmarschall von dem Herzogkhum Geldern und der Herrschaft Zütphen. Von jedem Stande sind 2 Depukirte, mithin sitzen bey den gewöhnlichen Versammlungen.4 De¬ putate. Die Stände in der Grafschaft Flandern, bestehen i) aus der Geistlichkeit, und 2) aus dem Bürgerstande. Der geistliche Stand be¬ stehet jetzt s) aus 2 Deputirten von der Geist¬ lichkeit zu Gent, und b) aus 2 von Brügge. Der Bütgerstand hat 6 Abtheilungcn, die also folgen: r) der Deputirte von der Stadt Gent. 2^ Der Deputirte von der Stadt Brügge, g) Der Deputirte von der Stadt Courtray. 4) Vier Deputirte von demFreyen Lande. 5) Irvey Deputirre der Burgvogtey Vieuxbourg, und 6) 4 Deputirte des Landes Alost , mithin sitzen bey den gewöhnlichen Versammlungen in dieser Provinz 17 Deputirte. * In dem Patent, welches im Jahre 1755 im October ans Licht trat, ward vcrorv- ordnet: 1) Sollen in der Provinz g Haupt» stimmen scyn, deren eine der Geistlichkeit in Gent/ und eine in Brügge zukömmt; dir 45 r dir Städte und die Burgvogteyen sollen ebenfalls z Stimmen haben« 2) Nach Maßgabe einer jeden Stadt zu den öffent¬ liche» Abgaben hat jede (Stadt) mehr ober weniger zu sagen. Eben dieses verstehet sich '--0 von den Burgvogtcr-en rc. Die ständischen Versammlungen werden von dem Souverain in Flandern angeorduck. Ein kaiserlicher Kommissär macht den Vor¬ trag , und erhält die gefaßten Schlösse. Der jährliche Gehalt eines Depntrrten be¬ trägt 4)vO ff. Seit dem Jahr 1678 , als Kpern an Frankreich kam, hat diese Stadt, ob solche schon mit der Burgvogtey durch den Raffädter Frieden wieder an Oestreich kam. doch kein Recht mehr, einen Depu¬ tieren auf einen Landtag zu schicken. Glei¬ che Beschaffenheit hat es mit den übrigen in Flandern gelegenen Bezirken, welche Frankreich an Oestreich wieder zurückgab« Der Adel war noch im letzten Decennium des i6len Jahrhunderts der zwcyteStand in Flandern. Die Gelegenheit zu seinem Ausschluß gab, daß die Städte und Burg» vogteyen Gelegenheit fanden, die Zusam- rncnkunft der Gemeinen aufznhcben; hier¬ durch erhielten sie die entscheidende Stim¬ me , und machten sich zum Meister der Stände. Im Jahre 1628 am 28. Fcbr. bevollmächtigte der Adel die Herren Pa- schendal und von Sweveghem dahin, daß sie im Wege der Rechte, die Sache des Adels zu vertheidigen und zu behaupten suchen sollten; allein der dritte Stand wandte alles an. daß es nicht zu einem Z f 2 förm- 4Z2 förmlichen Spruch kam, und so sicht diä Sache jetzt noch» Die Stände in Hennegau bestehen ebenfalls aus den drey gewöhnlichen Ständen, nähmlich: s) der Geistlichkeit, d) dem Adel, und «) dem Bürgerstand. Der geistliche Stand, oder wie wie er sich nennt: die geistliche Kammer. Zu dieser gehören 17 Glieder, darunter sind 6 Achte, und 4 Kapituln, als: das Kapital von Soignies, Lcyse, Biuchen und Chinay, und die 7 Landdechanten, welche die Pfarren jedes Di- stricts in sich begreifen. Um auf der adelichcn Bank einen Sitz zu erhalten, muß der Caudi- dat vom Vater, Großvater, Uhrgroßvater, und vom Uräitervarcr in gerader Linie adclich, und als solcher seit roo Jahren bekannt scyn. Von diesen 4 Geschlechtern müßen zwcy mit abclichen Frauenzimmern verheiralhcr gewesen sepn. Jene, welche mittels des Geldes den Adel an sich bringen wollen, müssen statt 4 sechs adeliche Geschlechter probiren. Ferner müssen die Classen vom Adel ein Lehen unter östreichischer Bothmäßigkeit besitzen, und die hohe Gerichtsbarkeit haben. Die Deputieren der Stände begreifen 6g Glieder in sich, dar¬ unter 24 von Mons sind. Im Jahre 1788 bestand der dritte Stand aus 6 Deysitzcrn von dem Magistrat zu Mons, und 2 Deputirten aus den übrigen Städten, ferner aus einem Pensionärrarh. Die Stände in Namur sind abermahl die Geistlichkeit, der Adel, und der dritte Stand. Zu dem geistlichen Stande gehören: der Bischof in Namur, die Acbtevon St. Gerard, Waulfort, Grand Prez, Iardinet, Boneffe, Florcffc und Gc- 453 Geronsart, dann die Pröbste der Kapikul von Walcourt und -Sclayen. Ein Glied des adeli¬ gen Standes zu werden fordert man 6 Ahnen *on väterlicher Seite, zugleich muß der Kan¬ didat ein Gut, womit dit höhere Gerichtsbar¬ keit verbunden ist, besitzen. Der dritte Stand besieht aus dem Magistrat in Namur; dieser hat keinen ordentlichen Deputieren, nur dann, wann über einen für alle Z Stände gemein- scdaftlichen Punkt berathschiagt wird, erschei¬ nen Deputiere des Magistrats bey der Ver¬ sammlung ; die Deputieren aber können nicht entscheiden, sondern müssen die Sache dem Ma¬ gistrat voriegen, und bringen dann den Aus¬ spruch vor die ständische Versammlung. Die Stände zu Dvornik bestehen aus zwey Körpern; als: a) aus dem Magistrat in Dvor¬ nik, und b) der Geistlichkeit und den Ober¬ gerichtsherren im Gebierhe Dvornik. Zu dem geistlichen Stande gehören der Bischpf, De¬ chant, und das Kapitul in Ooornik, dann die Aebte von St. Marrin und St. Medard, fer¬ ner gehören hierzu die Richter in den Herr¬ schaften Montagne , Rumes, Warcoin und Eppierrcs. Der Adel wird eigentlich durch die Deputaten der Obergcrichtshcrren vorgestellet. Im strengsten Verstände hat Dvornik ebenfalls Z Stände, Alle Stände in jeder Provinz haben einen Rathspensionär , der ungefähr das ist. was man in den tcutschen Ländern Syn- dicus nennt. Die Provinz Mecheln hat eigentlich keine ständische Versammlung, aber das, waS dieser F f s 'chrc 4Z4 ihre Bestimmung ist, besorgt der Magistrat irr Meckel"- Die Niederlande haben einstens eine wich¬ tige Rolle in der Handlung gespielt; die Hand¬ lung , vorzüglich die Kunsixroducte in Flandern, sind schon fthr alt, Arbeiten in Wolle und Leinen waren schon im ilten Jahrhundert be¬ kannt. Insbesondere betrieben die Cistercicn- scr zu Anfänge des rzteu Jahrhunderts die Wo!? nwebercy sehr stark. Herzog Heinrich von Brabant (1292) trug Kleider von Tuch, wel¬ ches diese Mönche gearbeitet haben. Im lgten Jahrhundert trieben die Flammänder mit den Italienern ordentlichen Handel, und daß zu Ende dieses Jahrhunderts das Wechselgeschäft jn Hennegau nicht unbekannnt war, sagt uns die Achtserklärung der StadtValcncienncs vonr Jahr royZ, in welcher des Calvinus de Lom¬ bardier gedacht wird (iVlortena "Hiss, rmeocl. D. 2. x. 1249.) Brügge hatte 1262 beträchtliche Waarenlager. Wie sehr der Kunstflciß in Flan¬ dern in diesem Jahrhundert geblühet, bewei¬ set der große Lupus der damahlS geherrschet hat. Die Bürgersfrauen in Brügge kleideten sich wie die Königinnen , und eben dieser Lupus war auch die Ursache, daß Kunstfleiß und mit ihm die Handlung so empor stieg. Im igten Jahrhundert soll Apcrn 4200 Wcberstühle ge¬ zählt haben, und die Zahl der Goldschmiede in Brügge war so groß , daß sie ein eige¬ nes beträchtliches Korps formieren; im letzte» Deceunlum des genannten Jahrhunderts waren in Brügge, äusser der Hansa, 15 fremde Han¬ delsgesellschaften. Vorzüglich blühte der Han¬ del in Flandern unter der Burgundischen Re¬ gierung. Jn Gent hat may 72 Innungen ge- zäh- 455 zählet. Noch um die Mitte des röten Jahr¬ hunderts waren in Flandern, vorzüglich in Gent, die Arbeiten in Leinen, Wolle rc. sehr beträchtlich. Die bekannten Unruhen, welche in diesem Jahrhundert der Rcligivnsfanatiswus in den Niederlanden anfachle , brachten den Handel und den Kunsifleiß sehr herunter. Viele geschickte Arbeiter verlohrcn sich. Die Aus¬ wanderung der besten Arbeiter erfolgte häufig, und das inländische Genie wurde stumpf ge¬ macht. Die Tuchmacherhallc in Löwen nahmen Theologen in Besitz. Mit Carl VI. eröfncre sich für den niederländischen Kunsifleiß eine neue Epoche; er stiftete 1722 die bekannte osiindischc Compagnie. Man sah plötzlich den Kunsifleiß in Belebung; neue Zwirnbleichen wurden in Brügge augelcget; die Tuchweber vermehrten sich in Limburg; man fieng an Segeltuch zu verfertigen ; — aber plötzlich änderte sich die Sache, Carl VI. wurde gezwungen, die osiin- dische Compagnie auseinander zu lassen, und jeden weitern Fortschritt in der Handlung such¬ ten die Holländer zu vereiteln; indessen ward Carl dem VI. für diese Aufopferung dicbekannte Eanctio pragmatica auch von den Holländern garantier. Unter Marien Theresien schien der Kunsifleiß in den Niederlanden wieder ein neues Leben zu erhalten. Joseph II. faßte den großen Entschluß , den Niederlanden wieder ihren vorigen Kunsifleiß zu geben. Die Schel¬ de wurde frey gemacht, Ostende und Nicuport jU Freyhäfen erklärt , die Schifffahrt über¬ haupt verbessert, der Fleiß allgemein belebet. And der Dcnkkraft die Feßcln genommen. Aber Alles war von kurzer Dauer. Der fremde Neid, so wie unter Carl VI., lauerte; man § f 4 suchte 456 suchte in Geheim bey dem leichtgläubigen Nieder¬ länder Josephs wohl gemeinten Anordnungen eine schwarze Farbe zu geben, bis endlich der Fanatismus in Helle Flammen ausbrach; Jo¬ seph stirbt, und Leopold II. sanftes Betragen macht die Niederländer wieder ruhig. Daß die katholischen Niederländer in der Handlung eine wichtige Rohe einstens spielen könnten, liegt am Tage. Der Handel in diesem Lande grün» det sich: i ) auf die vorthcilhafte Lage dieses Landes, 2) auf seine vortreflichcn Naturpro¬ dutte, vorzüglich im Pflanzenreiche, z) auf die bereits vorhandenen ansehnlichen Kunstpro- Lucte, 4) auf das glückliche Genie der Nation in allen Kunstarbeiten, 5) auf den ausgezeich¬ neten Hang zur Arbeitsamkeit, uud 6) auf den Ncichthum des Landes. Hier lege ich nach der Buchstabenfolge die jetzt in dem Burgundischen. Kreise vorhandenen Klmsiproducte vyr; Ajesc sind? Kvnfk 457 F f5 Kunst- 458 Kunst- 45- Kunst-- 462 Kunst- Kunst,- 46» 46z Kunst- Kunst- 46Z 466 c>-Äk--o 467 Kun stpro- du ct. Provinz. Ge gend. Tressen. Luch. Kunst¬ voll Ziegenhaar, in Gold und Sil¬ ber zu Antwerpen, von ausgezeichneter iGüte im Hcrzog- khum Limburg; die Zahl der Luchma- nufacturjeurs soll sich in diesem Lan-§ de gegen 2,0^0be¬ laufen. Die bekann-! testen Manufaktu¬ ren in diesen Lan¬ den sind zu Neau. * Die Tücher / wel¬ che hier gewebet werden, sind ge¬ wöhnlich von ei¬ nerlei) Farbe. Die scharlachfärbigen/ blauen u. schwär-j zen Tücher kom¬ men den Engli¬ schen fast ganz gleich; sie sind 8 bis io Viertel breit. Die hiesigen Fär- Iber machen mit den Tuchmachern eine j Innung, DteFär» G g 2 468 o-üüWü-o 469 G g A Die 470 Die zwey mitgetheilten Tabellen, über die in den Niederlanden vorhandenen Natur - und Kurstproductc, wenn sie schon nicht ihre Voll¬ ständigkeit haben, geben doch über den Kunst- sieiß in dem burgundischen Kreise einiges Licht, sie zeigen ig etwas die Ein - und Auesuhrpro- ducte an; zur näheren Beleuchtung derselben mag nachstehende Tabelle einige Dienste leisten? Einfuhr -er Naturprodukte. Ein- 47» Linfuhr «n Runstproducten. Product. Land. Arrs- G L 4 47» Ausfuhr «n Runsiproöucren. Aus- 473 Ausfuhr an Runstprobucten. Seidenwaare, als: Strümpfe, Tüchcln rc. ..... Spitzen. .... * « » . Tobak. ' . . . ' Tuch. Wägen.' . ' Zwirn. .... Teutschland.^ Frankreich. Holland. Oestreich. -n die angrenzenden Lander. Leutschland.- Oestreich. Tcutschland. wie Leinwnd. Daß die Niederlande die Bilanz des Vor¬ teils für M haben , zeugen vorstehende Tabellen hinlänglich; bcy der Einfuhr aber behauptet das Ausland gegen die Niederlande die Geldbilanz. Die Bilanz zwischen den Nie¬ derlanden und Frankreich wird auf iz Mill. Angegeben. Die ersteren nehmen jetzt das Nö¬ tige von Frankreich selbst , z. B- franz. Grün¬ span kömmt jetzt unmittelbar daher, da solchen dornrahls England dahin gebracht hat. Die haaren, welche aus den Niederlanden vor¬ züglich nach Oestreich kommen, genießen der ^vllbegünstigung und sind diese: Batist, ^'pi- ' als: Points d'Aiguille, Argentines , Alon- 2°ns, Valenciennes und Mechel» (von fi. G g 5 Werth 474 c> Werth i kr. 2 Pf. an Zoll) Teppiche, (von ff. Werth 6 kr.) Tuch, vom Pfund i fi.) Ka- melot mit Filo b'Lngora, (vom Pfund zä kr.^ * Die NicderländerLimburger Tücher werden in Ocstreich eingelassen, wen» denselben der Rahme besFabricanken an beyden Enden ein- gewirkct, jedein Stück ein Blcysiegel ange» hängt ist, welches den Ort und den Nahmen des Fabricanten anzuzeigen hat, und von den Zollämtern zu Hodimont, Herve oder Eupen gestämpclt, von diesen Zollämtern mit Attesten versehen, und die Kolli ver- siegelt sind. Die übrigen niederländischen Fabricate, deren Einfuhr gestattet wird, müssen obrigkeitliche Arreste haben. Die Zoll¬ ämter haben die Waareubchältnisse zu ver¬ siegeln , die Maaren sind an die Haupt¬ stadt jener Provinz zu weisen, kür welche sie bestimmt sind. Lm die niederländische Handlung hak sich »ns Haus Romberg zu Brüssel ausgezeichnete Kerdicnste gemacht. Im Jahre 1770 hat dies Haus in Löwen eine Handlung etablirt,; und- seit dieser Zeit ist der Ort der Durchgang dev Weissen Maaren geworden , welche Lothringen , Ne Schwertz ec- über Ostende ans England Men. Zur vollkommenen stebersicht des nieder- Mdischeu WaarenzugS rhcile ich solchen: i) zur den Waarenzug nach Norden (Holland) , 2) in den Waarcnzng nach Osten (Teutschland Lad Oestreich), ch in den Waarenzug nach- Sndcn (Frankreich und mittelländisches Meer)) Ek 4) tn dcu Waarenzug nach Westen (Eng¬ land Z 475 fand). Der Waarcnzug überhaupt theilet sich ») in die Flußfahrt, d) in die Landfahrt, und c) in die Seefahrt. Ich will diese brcyerley Gattungen von Frachten nach den angeführten Weltgegenden beleuchten. r) Flußfahrt in Norden. Hierzu dienen dies Hauptstösse, als: s) die Maas, deren Laur' S- 392 angezeiget worden ist, und b) die Schelde, wovon S- Ayz Meldung gemacht worden ist. Mittels die; scr Flüsse bringen die Niederlande ihre Pro¬ dukte theils in das nordöstliche Holland, in das preußische Geldern , und nach dem Bißkhum Lüttich; in dem letzteren erschweren die Zölle, welche Lüttich an dem Ourtfluße angelegt hat, das Kommerz. An dem Kommerz von dieser Seite nehmen Antheil Luxenburg , Limburg, Geldern und Namur. Die Schelde bietet den Niederländern eine beträchtliche Handlung an, da sie die Kommunikation mit Brabant, Flan¬ dern , Holland, der Nordsee und Frankreich unterhält. Der Kanal von Brügge verbindet diesen Distrikt mit der Nordsee und der Schel¬ de zusammen. Dieser Kanal nimmt auch den neuen von Nivelle auf, welcher zwischen Bel¬ len, und Mariakerk gelegen ist. Die Lyße, welche bey Gent in die Schelde fällt, beför¬ dert die Fahrt von Neenen aus sehr. Der Distrikt Gent bringt seine Produkte auf der Schelde nach dem Brügger Canal, und von hier beyde Distrikte ihre Products durch den Canal von St. Fort, St. Philipp nach Ost¬ ende, und von da in die See; von Brügge führt ein anderer Canal nach Blankenberg, unb von hier abermabl in die See c gegen West¬ norden führt ein Canal über Sluiö (holländi¬ scher Hafen) nach dem Fluß Zwin, und vorr hier 476 hier in die See. Diese Fahrt, welche 4 Mer- len in die Länge beträgt, sieht auch mit dem Canal bey dem Fort Isabelle in Verbindung. Der angeführte Brügger Canal erhält auch von der Lieve, welche den Gent in die Schelde fällt, Zufluß. Der Canal zählt bereits ein Alter von ;6o.Jahren. Bey Damme hängt er durch mehrere Canäle, theils mit Brügge , thcils mit dem angeführten holländischen Ha¬ fen Gluis zusammen- Die Denier, welche sich ben Dendcrmonde mit der Schelde vereint» verbindet mit ihr Hennegau. Die Kommuni¬ kation zwischen der Schelde und Löwen unter¬ hält der sogenannte Löwencanal und der Dyl- finß. Der Canal von Löwen führt in den Ru- pelfluß, und von da in, die Schelde. Von Brüs¬ sel leitet die Fahrt der hier nach der Schelde angelegte Canal. Endlich Antwerpen, welches dicht an der Schelde gelegen, hat alle Vor- rheite, seine Prodncte nach der See zu bringen. Aus dieser kurzen Zergliederung der niederlän¬ dischen Wasserfahrt zeigt sich , wie glücklich diese Länder theils die Natur, theils die Kunst zusammen verbunden hat , und zu welchem Grade das niederländische Commerz stei¬ gen könnte. Nun aber auf die Landfahrt zu kommen; ihr Stand ist dieser: Von Brüssel thciket sich die Laudfahct nach allen 4 Weltge- gendcn. Hier folgt 1) die Fahrt nach Norden (Holland.- ») nach Masiricht. Station. Meilen,' Korten berg... z Löwen. .. . . » - 3 477 Gtarionj Nieten. Tirlemont « . - 4 St. Trond. 4 Tangers. . . - ' 3 Maestricht. -- . - » ' ' » » > 2 Summe. . . 19 b) nach Leiden. Korrenbcrg 3 Löwen, . 3 Tirlemont 4 St. Trond. 4 Leiden. ,....». » - 5 Summe. , . 19 2) Fahrt nach Osten (Tcutschland.) s) nach Wien. Kortcnbcrg. ........ 3 Löwen. 3 Tirlemont. . . . , 4 St. Trond. 4 Tongers. . 3 Reckem 3 Sittart. . 2 Ailigskirche. 2 - - 2 ^"gen. 3 > 3 . 2 . -L 24 2 . 2 Walm- Iybourg. Uchuerote. Weyerbusch Külroeh. ^^yiingen. 784 Statiou. Meilen, Walmbrod. 2 Limbourg 2 Wirges. . z Königstein z Frankfurch. ........ 2 Hanau. 2 Dcbing. 2 Bescnbach. ........ g Rohrbrunn. 2 Esselbach. . . RcmUng. . . . Würzburg. . . Klyingcn. . . . Boßenhcim. . . Langenfeld. . 2 Emskirche. ........ 2 Fahrnbach. 2 Nürnberg . . . . 2 Weicht. 2 Postbauer. 2 Deiningen. ... - 2 Taschwangen 2 Schambach. 2 Regensburg Plaket g Straubing» Pfatsing.' . Wilzhofen 4 Scharding . . . 4 Wayrbach. 7 Effcrding. . -- Lrn;. .. z Won hier bis Wien ^vr«i,umme. . . 14g 3) Fahrt 47H Z) Fahrt nach Süden (Paris.) s) über Valcnciennes. Station. Meiden. Don Brüssel bis Va'enciennes- - . 22 Buchain Tambray. .... 4 Bon avis. . . . ° . 3 Fins. Z Peronne. ..... 3 Marche le Pot. .... 3 Fonchcs. .... 2 Roye. . . .... 2 Conchy les Pots. . . . . 3 Cuvilly 2 Gournay. .... 2 Bois de Lihcu. . . - . 2 PontSainte Maixcnec. . . . z Senlis. 3 La Chapclle Z Louvres Bvurget. .... I Daris. . . .... 4 Summe. , . 72 ?>) über Arras. Assche. ..... Z Alost.. ^uedrecht. . . . . « 3 Petegem. . - - . . . S ^ive Soint Erloy. . . . t^ourrrav.. 3 lernen. 2 LrNe« d o 453 Station. Merlen. 'Summe. - . 2Z 5) Fahrt nach Nordost. s) nach Nancy. Genappk . L Sombreffe. .... 4 Namrrr. ..... 4 Vivier t'Ann« , . . z Emp° Route von Brüssel nach Antwerpen. Summe . « fünfter LtMd. 2te Adth. H h RE 48- Route von Gent nach Ostende über die neue Chaussee nach der Erklärung E. M. vom 25. Ang., r/8z. Meilen. Von Gent nach Peteghem. . . z Von Peteghem , bis an die Straffe von Courtray gegen Brügge. ... . . z -Tournhout -Z Ostende. Summe. . . tc> Route von Gent nach Dünkirchen. Von Gent nach Courtray. . . y Upern Rosebruck Bergue Saint Winocz. ... 2 Dünkirchen. . . . . .2 Summe. . . 2l . Don Mons nach Charlcroy. Au Val. Courcelles. .... z Charlervy. 4 Summe. . . n Die Postwagenfahrt, oder die sogenannte Diligence in den Niede, landen hat diese Ord¬ nung e u) Von Brüssel nach Paris. Im Sommer und Winter drey Mahl in der Wo¬ che, als am Sonntag, Mittwoch und Freytag durch MvtiS, Valenciennes. b) Diligence für Gent: 48 z Gestt: täglich vom iten Novemb. bis i6.Febr. um io Uhr früh; vom i6. Febr. bis i. May zwischen ri und 12 Uhr; vom 1. May bis I. August um 12 Uhr; und vom r. August bis 1. Nov. zwischen 11 und 12 Uhr. 0) Diligence nach Ostende: täglich um 5 Uhr Nachmittags^. 6) Diligence nach Mecheln und Antwerpen : täglich vom i.^ Nov. bis iS. Febr- um 9 Uhr Morgens; vom 16. Febr. bis i. May um 11 Uhr; vom 1. May bis 1. August um 1 Uhr; und vom 1. August bis 1. Nov. um 12 Uhr. s) Diligence nach Löwen : täglich zwey Mahl; um 6 Uhr früh, und um z Uhr Nachmittag. Vom i. März an bis i. Octob. und vom i. Octob. bis r. März um 1 Uhr. O) Diligence nach Dooruik: Am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend um 5 Uhr früh von Ostern bis Al¬ lerheiligen; sie kömmt zurück am Montag, Mittwoch und Freytag auf den Abend, von Allerheiligen bis Ostern aber 2 Mahl in der Woche, als am Dienstag und Freytag um iü Uhr früh, und fährt ab von Brüssel am Diens¬ tag und Mittwoch um 6 Uhr früh. Dili¬ gence nach Charleroy: Drey Mahl in der Wo¬ che, am Dienstag, Donnerstag nnd Sonnabend um 6 Uhr frühe, ir) Diligence nach Lirle- mont: zwey Mahl in der Woche, als Mitt¬ woch und Freytag um n Uhr früh, i) Dili¬ gence nach Namur : drey Mahl in der Wo¬ che, als am Montag, Mittwoch und Freytag um 6 Uhr früh; vom ro. März bis 12. Octob.; vom io. October hingegen bis io. März um halb 6 Uhr. k) Diligence nach Luxenburg geht alle iz Tage am Montag. !) Diligence nach Masiucht : drey Mahl in der Woche, als am Montag, Donnerstag und Sonnabend um H h s halb 484 halb z Uhr früh vom iz April bis 15. Sept», vom 15« September aber bis 15. April um 6 Uhr. m) Die Diligence nach Lüttich: alle Lage um z Uhr des Morgens, kömmt eben so zurück. Aon Brüssel fahren auch täglich zwei) Barken ab, die erste um 8 Uhr früh nach Dil- vorde, und die andere nach Willebrock. Der Preis für die Barke ist 24 Sols. Die kirchlichen Angelegenheiten theilen sich in zwcy Hauptdiöccscn, alsa) in die inlän¬ dische , und b) in die ausländische. Der in¬ ländischen stehet ein Erzbischof, dessen Sitz zu Mecheln ist, vor. Er hat 5 Sliffragane unter sich. Diese sind: 1) der Bischof z.u Antwer¬ pen; 2) der Bischof zu Gent; z) der Bischof zu Brügge: 4) der Bischof zu Mperil und 5) der Bischof zu Ruremonde. Die fremde Liöccs thcilet sich ») in den Kirchsprengel des Erzbischofs zu Cambrai; darunter stehen als Guffragane die Bischöfe zu Dvornik und Namur. Der sämmtliche bur¬ gundische Kreis hat also einen inländischen Erz¬ bischof und 7 Bischöfe. Das Erzbißthum in Mecheln ward 1550 errichtet. Ich habe schon gesagt, daß mit diesem Erzbißthum die Abtcp von Aflighem ver¬ bunden, und daß der zeitliche Erzbischof, als solcher, Sitz und Stimme unter den Ständen in Brabant hat. Die Hälfte der Einkünfte dieser Abte») fließen dem E-zbischof zu, dessen Revenüen jährlich 80200 fl. betragen sollen. Die Erzdiöces enthält 17 Städte und über 520 Dörfer, welche in 7 Decanate eingetheilt sind» Diese sind: das Erzbißchum Mecheln; die Sradl Mecheln, Löwen, Brüssel, Diest, Tir- lcmont und Oirdtghem. Das Kapikul der K«- 485 Kathedralkirche zu Mechel« bestehet ans einem. Probst, i; Domherren von der alten, und 12 von der neuen Stiftung. Die Kathedralkirche ist dem St. Rombeaut gewcihet; er war der erste Apostel in dem Gcbiethe Mcchelns; er hat hier ein Kloster erbauet, im Jahre 775 ward er ermordet, und das Kloster ward im -ten Jahrhundert von den Normännern geplündert. Zu Anfänge des uten Jahrhunderts hat Bi¬ schof Nolger das Kloster wieder hergestellet, und demselben einen Abt und einige Stiftherrcn vorgesetzt. Aus dem Abte wurde in der Folge ein Probst. * Die Stadt Mechel« gehörte vormahls in die Diöces des Erzbischofs zu Cambrai. Fast alle folgende Bißthürncr find 1559 errich¬ tet worden. Das Bißthum von Antwerpen enthält 5 Dekanate, und diese 190 Dörfer. Daß der Bischof von Antwerpen zugleich Abt von St. Bernard , und als solcher ein Mit¬ glied der Stände von Brabant ist, ist schon gesagt worben. Die Kathedralkirche bestehet aus 70 Pfründen, darunter 24 Domherren, vnd unter-diesen 7 Praläten find. Das Bißthum Gent enthält 7 Dekanate , und diese igl Pfar¬ ren; der Bischof ist zugleich Abt bey der Kollegtat¬ kirche zu Namur. Der Domherren sind 27 , darunter ist 1 Probst, Ein Dechant, i Archi- diacon, i Schatzmeister, und r Erzpricstcr. Das Bißthum Brügge; der zeitliche Erz¬ dischof desselben ist Erzkanzler in Flandern, 'in der Domkirche stehen 28 Domherren. Unter das Bißthum Dpern gehören 12 ^rädte und 157 Kirchspiele, wovon 26 zur H h 3 stan- 486 o-rM^c- französtschen Herrschaft gehören. Die Städte sittdLixmuiden, Dünnkirchcn, Hatzebrouü, Baill- eul, Bergm, Fnrne, Honoutschattcn, Kassel, Nieuport,Poperlngen, Steenvorden und Warne- ton. Bey Errichtung dieses Bißthums wurde demselben ein Theil'des im Jahre iZZZ aufge¬ hobenen Bißthums Terüanne gewidmer. Das Kapitul zu Ruremonde ward gr 8 von Lothar I. König in Lothringen gestiftet, und 1560 von Pius IV. zur Kathedralkirche erho¬ ben. Bey der Domkirche stehen 12 Domherren, wovon 8 zu der alten Stiftung, und 4 zu der neuen gehören. Die Dtöces enthält n Städ¬ te, 98 Schlößer und Dörfer; der ganze Kirch« prengcl ist in 8 Decanake eingethcilet. Das Kapitul zu Dvornik bestehet aus io geistlichen Würden und 42 Präbenden, wovon der Bischof 40, das Kapitul aber 2 zu verge¬ ben hat. Die Domherren sollen von Adel, oder Doetores scyn. Marie Theresie hat ih¬ nen erlaubt, ein Kreuz, wie die Grafen von Lion, zu tragen; man sieht darauf den Nah¬ men der Souveräne, und den verzogenen Nahmen Marie Theresie. Das Kapitul zu Namur besteht aus seinem Probsten, 2 Archibiaconen, und 17 Chor» Herren. Zu der Diöces des Erzbischofs zu Cham» hrai gehört auch die Stadt Mons. Die Diöces in dem Herzogthum Lupen¬ burg ist zwischen dem Bischof zu Trier , Lüttich und Namur getheilet. Gegenwärtig folgt der Stand der in den Niederlanden gelegenen Stif¬ te und Klöster beyderley Geschlechts. r/gs, . 4S7 1 7 8 8. ^errenstifte. 1) in Brabant. s) Von dem Orden des heiligen Augustins« St. Gertrud bey Löwen. 2) in Flandern. zu Enkaute bey Brügge. Dunes bey Brügge. Eoersan. Loo. St. Mard. Warneton. Wonnepel. Zonnebeke. g) in Hennegan. zu Cantimpre. Val äs« kcolieres. 4) in Limburg. zu Rolduc. 5) in Namur. zu Geronsart. d) Von dem Orden deS heil. Benedict. 1) in Brabant. zu Affligbem. Genrbloux. Viicrbeek. 2) in Flandern. Et. Andre bey Brügge. Grammont, 'St. /«an- au mont bey Ipern. St. Martin in Dvornik. Die hier gelegene Abtey ist im Jahr 656 gestiftet worden. H h 4 3" 488 zu Oudenbourg. St Peter in Gent. * Die hier gelegene Abtey ward in dem er.» sten Jabrzehentdes siebenten Jahrhunderts gestiftet. Man hält diese Abtey für die reich¬ ste in den Niederlanden. Dieselbe hat eine berühmte Bibliothek, die sehr viele selte- «e Handschriften enthält. z) in Henuegau. zu St. Guiffain. Et. Denis. 4) ,n Namur. Et. Gerard. Waulsort. 5) in Luxenburg. Münster. Die hier befindliche Abtey ward 1583 vorr. Conrad I. Grafen von Luxcnburg gestif¬ tet. Zu St. Hubert. Voemahis befand sich eine Versammlung der M ltpricster allhier. Dieselbe ward vom Bi» schot zu Lütt'chWalkand in eineDenedictiner- abtey umgcändert. Ihr Dascyn fällt in das yte Jahrhundert. Ida, eine Gräfinn von Hennegau hat die Abkey mit reichen Ei fünften versehen. Der zeirliche Abt fuhrt den Titel als erster Pair des Her- zogchum Bouilloch Zu derselben gehören: 6 Meiercyen und bey 40 Dörfer. Im Jahr 172« hat der Kurfürst in der Pfalz den Abte» zum beständigen Großallmosen- meister ernannt. Die Abtey hat bas Recht, L 489 felnenVorstcher ohneBeytriteinesk. k. Kom¬ missärs zu wählen. Eingesetzt wirb er von dem Bischof zu Lüttich. St. Willebrord zu Kisiernach. c) von dem Orden des heil. Bernard. (Ci- stercienser. 1) in Brabant. zu St. Bernard. Pierre Pots in Antwerpen. Villers. 2) in Flandern. Baudeloo (jetzt Gent). ' Die Abtey zu Baudeloo, im Lande Waes, ward H97 von Bauduin, dem Grafen von Flandern gestiftet. 1225 nahm sie die Re¬ gel des St. Bernards an. Seit 1584 ist dieselbe in Gent. zn Dunes bey Brügge. Waerschot. z) in Hennegau. Cambron. 4) in Namnr. Boneffe. Grand Prez. Iardinet. 4) in Luxenburg. Orval. 5) in Limburg. zu Val Oieu. L) Von dem Orden des heil. Norberts (Prämonstratenser.) r- in Brabant. zu Berne hey Vilvorde. Diligem. HhS Zv zu Everbode. Grimbergen. Hcylissen. St. Michael in Antwerpen. Park. * Die Abtey hat den Nahmen von der Lage des Orts, n 27 ließ Herzog Gottfried von Brabant die Abtey bauen. Die Kolonie kam von Laon in Champagne. Die Abkey bezieht beträchtliche Einkünfte, sie ist auf einem erhabenen Hügel gelegen. Die Stift¬ bibliothek ist reich an Handschriften. zu Tongerloo. 2) in Flandern. Ninive. Furnc. Tl onchien. z) in Hennegau. zur guten Hofuuna. St. keuillien mix koeux * Man nennt Zönobiten jene Klöster, wel¬ che Stabilität haben. Nonnennbteyen. s) Don dem Orden des heil. Benedict. 1) in Brabant» zu Cortenbcrg. Foret. Grand Bigarb. -) 2) in Flandern. In St.Gvdclicve in Brügge. Au Nonnenbosch bey Ipern N. D' des Hospitals in Gent. z) in Hcnnegau. Au Gltffenghien. N. D. in Mons. b) Von dem Orden des heil. Bernard. i) in Bxabant. zu Aywicrs. Florival. Cambre. Ramee. Nazareth. Park des Dames. Roothen. Roosendacl. Valdue. Bernardsthak. Vsl äe Vier§e8. Vignette. Wauthier Braine. 2) in Flandern. Zu Beauprez. Byloke bey Gent. Groeninge bey Kortryk. Dorezeele bey Gent. Hemelsdale bey Brügge. Magd; in Audenarde. Meuwenbosch. Ooft Eclo bey Gent. Spermaille bey Brügge. Saulchoir. Swyvick. Ten Roose. Torhaegen bey Gent. Wevelghem» (S 492. z) in Henncgau. ju Epinlieu bey Mons. L' Olive. N. D. zu Arh. 4) in Namur. zu Argentvn. Marche les Dames-, Salzines. Soleilmont. Solieres. 5) in Geldern, zu Münster bey Nuremonde. *. Die hier gelegene Abtcy hat 1224 Ri¬ charde oe Iulicrs , eine Gemahlinn Gc- rards, Grafen von Geldern gestiftet. e) Vom Orden des heil. Augustins. r) in Flandern. zu Groenenbrille bey Gent. Prez - Porcins bey Dvornik. Rousbrügge bey Upern. St. Trond bey Brügge. Waesmünster. 2) in Hennegau. Beliant. la Lhurc. Auyer den vorstehenden Nonnenklöstern be¬ finden stch noch in den Niederlanden drey ade- kiche weltliche Fraucnkapitul. Diese sind.' r) das Kapitul des hl. Waudru in Mons unter dem Sch"? des Graten von Hennegau. Im Jahr 178Y bestanden in diesem Stifte 2z Da¬ mes. 2^> Das Kapitul zu St. Gertrud in Ni¬ nive 493 yive. Dasselbe bestehet aus einer Aebtissinn, Pröbstinn und z6 Dames, und Z) das Kapi- tul von St. Peter und St. Begge in Namur. Bey demselben befinden sich i Aebtissinn,! Dt- chantinn und z6 Dames. Die Aufklärungsanstalten «heilen sich in den Niederlanden, wie überall i in populäre und hö¬ here Schuianstalten. Zu den ersteren werben die Volksschulen gerechnet. Dieselben zerglie¬ dern sich in Schulen für das männliche und in Schulen für das weibliche Geschlecht. Den er¬ sten Unterricht zur Bildung deS letzteren Ge¬ schlechts haben in den Niederlanden die soge¬ nannten Beghinncn Nonnen gelegct. Diese Non¬ nen, deren in Brabant und Flandern vormahls bey 7c>üo gezählet worden sind , geben den Mäd¬ chen Unterricht im Lesen, Schreiben rc. und Frauenzimmcrarbcitcn. Sie wohnen nicht zu¬ sammen , sondern jede Nonne hat, so wie die Äarthäuser, ihr besonderes Häuschen. Derglei¬ chen Häuser sind in einem besonderen Bezirk gelegen , welcher in der Nacht geschlossen wirb, beym Tage aber steht der Zutritt für jeder¬ mann offen. Ganz Niederland hat eine etn- i'gc Universität; sie hat ihren Sitz in Löwen, svo solche 1426 von Johann IV. Herzog in Trabant errichtet ward, rcformirt wurde sie 1476 von Carl le lmrcii, Herzog von'Burgund; 1617 von dem Erzherzoge Albert und Isabelle. Die Universität ward nach dem Muster der Univer» sikäten in Paris und Cöln eingerichtet. 1431 wurde die Theologie zum ersten Mahl öffentlich belehret. Das Oberhaupt der Universität ist zeitliche Rector magnifieus, welcher von akademischen Senat gewählct wird; er be¬ neidet seine Würde durch z Monathe. Die ote Wur- 424 o Würde bey der Universität ist die KanzlersteK und die ^te bekleidet der Beschützer der acaoe- mischcn Privilegien. Jene , welche zum acabe- mischen Forum gehören, haben in Rücksicht der Einwohner in Lüttich das Privilegium ^nris terrltorii; in Folge desselben können sie vor den Beschützer der akademischen Privilegien die Un- terthancn von Lüttich in Streitsachen vorladen, und die Gerichtshöfe in Lüttich haben seinen Urtheilssvruch zu executiren. Das Privilegi¬ um des )un8 retrnLb. ist durch den Vertrag vom 26. Februar 1457 zwischen der Universitär und 22 Lüttichischen Gerichtshöfen anerkannt, und durch den Vertrag zu Maastricht vom 27. Novemb. 1615 zwischen den Erzherzogen Albert und Isabellen mit dem Bischof von Lüttich be¬ stätiget worden. Die Kanzlerswürde ist mit der Domprobstey von St. Peter verbunden, und der Abt zu St. Gertrud bekleidet gewöhnlich die Würbe eines Beschützers der akademischen Privilegien. Die philosophische Facultät und die Universität überhaupt haben viele Benefi- cien,,theils in den Niederlanden , theilsimLüt- tichischen Gebiete zu vergeben. Die Ernennung zu den Stellen im letzteren Lande findet nur inr Monath November statt, im Jänner aber wird jährlich gewechselt. Man hat im Jahr 1786 in Löwen 42 Collegien gezählet, wovon eines für die schönen Wissenschaften und 4 für die Philosophie bestimmt waren. Der philosophi¬ sche Cursns dauert durch zwey Jahre. Die Professoren haben überhaupt keinen ordentli¬ chen Gebalt, sondern jeder Studierende hat jähr¬ lich 8 Kronen zu bezahlen, welche in eine ge¬ meinschaftliche Kasse gelegt und unter die Prb' fessoren vcrtheilet werben. Die Professoren des Col- 4-)Z Collegiums der Humanitätssiudien ziehen jähr¬ lich rco Kronen, und haben auch Wohnung und Tisch frcy. Uibcr die Theologie, die Mathe¬ matik, Rechte und Medicin wird in der soge¬ nannten Halle gelesen ; dieses Gebäude wur-- be 1557 errichtet. Man zählte 1786, zg Pro¬ fessoren , nühmlich 8 Professoren der Theologie, 6 Professoren des kanonischen Rechts, 7 Pro¬ fessoren des Civilrechts , 4 Professoren des Staatsrechts, 8 Professoren der Arzneykunde, 16 Professores der Philosophie, i Professor der geistlichen Beredsamkeit, 1 Professor der latei¬ nischen Sprache, i der griechischen , i dcrfran- zöflschen und 5 Professores der schönen Wissen¬ schaften. Von diesen 58 Professoren ernennt i6 der Herzog von Brabant, nähmlich 4 Pro- fessorcs der Theologie, r Professor des kanoni¬ schen Rechts , 2 Professores deS Civilrechts, i Professor des Staatsrechts , 4 der Arzncy- kunde, i Professor der Mathematik und i Pro¬ fessor der französischen Sprache. Die übrigen Professuren werden von verschiedenen vergeben, darunter die meisten der Magistrat in Löwen. Die theologischen Lehrstühle sind mit Weltgeist- lichen besetzt. Mit den 6 ersteren sind 6 Prä- denden der Stiftskirche von St. Peter von der ersteren Wahl, mit den 2 anderen hingegen 2 trübenden von der 2tcn Wahl verbunden^ Der Professor der Katechetik hält Vorlesung an Sonn- und Festtagen. Der Lehrcurs für die Hermeneutik dauert durch 9 Monathe. Die jü¬ dische Fticultäk besieht aus 6 , und die medi¬ zinische aus 4 Doctoraten. Don den ersteren ADoctoren lesen 4 und werden vom Herzog von "Orabant ernannt. Die 4 nicdictnischenDocloren ernennt der Magistrat in Löwen. 1617 an; i g. Ap- April wurde zur Aufrechthaltung der bey be'e Universität bestehenden Anordnungen ein k. Com- missär ernennt. Diese Stelle blieb in der Fol¬ ge unbesetzt. 1754 ward solche rpicder erneuert. Der Graf von Neny, ehemahliger Präsident des geheimen Conseils, wurde der Urheber der im Jahre 1764 für den philosophischen Cours gegebenen Anordnung. Im Februar 1775 wur¬ de die Zeit bestimmt, wie langJemand dieCol- legien ju besuchen hat. In eben diesem Jahre wurde auch verbothen, Philosophie auf frem¬ den Universitäten zu studiren. * Briefe eines reisenden Franzosen re. erster Theil 368 — 376. Im Jahr 1788 nahm Kaiser Joseph ki. eine Studienrcform vor, ähnlich jener.in den üb» rigcn teutschen Erdlande». Die juridische, medicinische und philosophische Facultät wur¬ de nach Brüssel übersetzt; die theologische blieb in Löwen. Jede Facultät bekam ihren Director, deren jeoer aus Wien dahin kam. Die theologische Facultät erhielt Abbe Stö¬ ger (Professor der Kirchengeschichke an der Universität zu Wien) , die juridische van der Hayden (Professor der Rechte in Wien) , die medicinische Herrn Melly ( Mitglied der me- dicintschen Facultät in Wi n) und die philo¬ sophische Herrn May-r (Professor der Philo¬ sophie an der Universitär i» Wien). Ein Ge- neralseminarium ward in Löwen und ein Fl- lial davon in Luxemburg errichtet. Das erste ward am 16. October 1786 gegründet^ Nun aber steht alles wieder aus dem vorigcsi Fnße. Die 497 Die Universität hat auch ihre eigene Bi¬ bliothek, ein physicalischesKabinetrc. Der Gym¬ nasien gibt es in den Niederlanden mehrere. Die Väter des Oratoriums geben gewöhnlich Unterricht in den Humanitätsstüdien. Stand der Universität zu Löwen im Jahr 1782. Kd'niglikkn Ovmnnlsris.^ 8. L. Den Oraevs 6e iVerre^, Oommsn- 6eur vsn't konniz. oreler vsn 6en H. 8texlrs- nu8, geheimen en sLkuelsn R.se6sherr van 8tnst, Lkek en Urelisem vsn 6sn Uriväen Use6e. Onncei/ier. Ur. Ioa»ne/ M^arer, tignonik 6s cstli. sierhs Vsn I^entmerit2, en 6er collsßisle vsn Znig- nie8; i'rooik 6er collegisle Irerks vsn 8 Ues- rer8 tot Ikoven , 1i6 6St k. ^Ks6emie wt ^rutlel. Oon/ervateur 6er 7riviie§ien. kir. 6en Laro» 6e Le»e//e 6e Laar, Vsn U'eäel^bä^e vsn sre. Oertru6e rok Ikoven. Doctore in 6e 6o^-§eieert/re^ci. Net, /ac. 7b. IUs. vsn »iLv/e^iA. „ t^r. /oa» oa» 6er Camera, Uegent. Ur viel¬ er vid, Uresi6eM 't zroot coUekie. 8»nft. Ldo. sre Abrh. I i 4^8 Nr. 6er. Nee^err, ?rok. vrä. ?rss. in Ker ^treclns colleZie , Ke^ent. Nr. 2"/-. /a?»- ^Le»»e. ?rof. Ko^gl in kek j'gul8 cotle^ie, Kegent. küter^rna. Ner/r. t'reäiklieer, KeAent. Nr. Netr. M u^tr. ?rok. orä. ?reg. in Lair «oll. Regent. Nr. I. 1^. Davcie Ne/t. kreäikkrer. Nr. I. //. 1. /.eem/)at. t'resiä. in 't IrleztN col. Nr. 6eo. /ar. /o/? Maxence. ?rok. äer cs- lecki8MU8-1etse, xreriä. in 't Nsläeri col- lexie. Nr. /o/. Nranc. Nn^. ZNeMM'. kreüä. in der Ikerellüens coltegie. DoKorr r'u ier/cie «ie /?echten. Nr. Nenric. 6oe//e»r. ?rim. /vr. csn. I'roL. ilä äecrstgles. Nr Demi» /s«. Nvar. ^e/«'/. I'riin. lur. «iv. t'rok. gä Oißeüs. Nr. /oa». prok. nä ?nnäe6i. Nr./.uäoe. /e /'/ak prok. sä Necierrier. Nr. na» N/e»>^, t^rot. »ä NiAeüa. Nr /c>an. Ne»r. Ort««^«oa I'rof gä Deere- rsie? er inttuurs slrervis snnis?rer. in 8te ^nne eolleZie. Nr. o-^Lk-"'O 4W ttr. lo^. v/irr ?rok- sä instituls ec coäiesm «Icerm« »nnis, sötaöleN ^ectur M^gniLeus. ^o/eFellN5 in rte Kec/rten. ktr. >5err, rt t^eer^eeet , t'rot. sä juz civrie > csnonik von 8, /grob« lot I>oven. tir. L«>r». /.rrrtr, ?rof. sä ^us civile?re^ 6ä. in liet tisckeliers collegie. tir. (.ÄroÄr ck /.am-ree-tr, ltrok. sä cociic. ogn Ho. va» L///oe», 1'ro5 sä jus csn. OoKorr irr rie 44ociecr/rrerr. tir. //irrrrrr. oe/, oräinsrius.^ ^o/e//eurr rier dreien. ktr. 6. D^rt-rr, 8.1. ä. van ä'ttelrreeu^» t'sele. ttr. H//E L»o4r, ?ro5, IVlorsli^ ot ticln^ ««8. Ji« Ur.. Zoo Ur. n« I. Deem/>«r, L. r, cl. vsv t. DiKgtvr IIr. Ve/-a, D. O. I'rimgrius« 8^näic»8 ür. Dinte». 8rot. aä )us civile- kiscsel Dr. (,'r.Zkn/, 8 II. D. 8ecretari8 Ur. Den. krim. ?rok. Dr. 8.1. et).V.D. 8rim. krol. Dr. Doseur r. 1.8. k. kroL S" ^rof. Nr. Da» OakLem, 8. 1. 8. k. er k. V. I, 8rok. Nr. 8emolet, 8. 1. N. 3nk Regem, Nr. Da» boS^et/cLrov, 8. 1. s. k. /n tier Regent, Nr. ^?aymaerier, 8. 1. 8. L. Rrkm. Rrok. Nr. Mott/», N. N. krim. ?rok. Nr. Nermam, '1'. 8. L. krvk. Nr. M'»^e/er/, 8.1 8. k. I^ro^. Nr. DM Naerbt, 8. 1. 8. L. 8nb-Regent, Nr. Narro» , 8.1*. 8. k. 7» Net ^e^en. Regent, Nr. N/aDerr, 8.1. 8. L. krim. K'rvf. Nr. Fortune , 8.1. 8. 5. krim. Rrok. Nr. Da» N-smooe/, 8. 1. 8. k. Rrok. Nr. Amo»r, 8. 1. 8.k, Rrvk. Da» Ou^enrn^e, 8. 1. N. 8nb-Regent Nr. §co^aert. ). N. N. /n Net Areurv t.'o//egie. Regent Nr. aksou/an, 8.1.8. k. cgnouik V2N ä« N. Nicksel. en guäuls Lc. Rrof. Rketorices, Nr. o Near». ?oesev8. 6o///n. 8.1.8. t. 8^n rgxev8. Da»ck» Ne»2. Au den besonderen Erziehungsinstituten kr öen Niederlanden gehört die Milizacademic zur Bildung tauglicher Officrere; sie ward er¬ richtet in Antwerpen, wo solche noch besieht. In Brügge wird täglich ^Sonnabend ausge¬ nommen) in der Schifffahrtkunde Unterricht er- theilek. Auch in Brüssel ist eine ähnliche Schu¬ le, an welcher ein Professor der Mathematik und ein Professor der Architektur stehen; diese Schule ist verbunden mit dem hydraulische» Corps. In Brüssel wurde am i6. Dccemb. 1772 eine Academie der Wissenschaften und schönen Künste errichtet. Bey ihrer Entstehung führte sie den Nahmen: literarische Gesellschaft, den jetzigen Titel erhielt sie in dem oben aufge¬ führten Jahre, da sie unter den Schutz des Landesfürsten kam. Der zeitliche bevollmäch¬ tigte Minister in den Niederlanden ist Protek¬ tor derselben. Der sei. Herr Graf von Coben- zel gab sich besondere Mühe, die Academie in Aufnahme zu bringen- Er gab dem Abbe Tu- berville, einem gebohrncn Engländer, die Di¬ rektion und ertheilte ihm zugleich ein Kanoni- cat in der Collegiatkirche zu Sotgnies. Es sind von den Arbeiten dieser Academie bereits 5 Bände im Publicum- Die Präsidentenstelle bekleidet der Kanzler von Brabant. Das Se¬ kretariat ist beständig. Die bestimmte Zahl dec Acadcmisten beläuft sich auf g6, darunter ro Ehrenmitglieder sind. Die Academie gibt auch Preißaufgaben aus. Hier folgt der Stand der Academie vom Jahr 1788. Vräsldent, von Crumpipen, Kanzler von Bra? bant. Wrector, Marquis Chasteler.. Seo 503 «ecretair, Abbe Mann , Kanonicus an der Kirche zn Courtray , Mitglied der königl. Academie zu London re. Die übrigen Mitglieder waren: De Nelis, Bischot' zu Antwerpen. Gerard, Sccretair bcym Generalgouvernement tc. Don Hesdin — Von Limburg der jüngere, Arzt bey der Fa- cultät zu Montpellier. 2lbb6 Chevalier, Kanonicus an der Collegiat- kirche zu Leuze, Mitglied der königl. Acade¬ mie zu London, und königl. Bibiiothecar in Brüssel. Pigott, englischer Gentilhomme, Mitglied der königlichen Academie zu Brüssel. Messier, Seeastronom , Mitglied der Academle der Wissenschaften zu Abbs Marei, Probst der Callegiatkirche zu St. Peter, Kanzler der Universität in Löwen rc. Du Rondeau, Hofleibarzt in Brüssel. Abb4 van ikverlange von Witry, Kanonicus an der Kathedralkirche zu Doorntk. Van Beunie, Mitglied der Academie in Zec- land. Eodard, Medicus und Mitglied der Academie zu Dijon. Van Wyn, Pensionär der Stadt Gouda, Mit¬ glied der Academie OerWiffenschaften in Zee- land. De la Lande, königl. Rath , und Professor der Mathematik, Mitglied der Acadcmte der Wissenschaften zu Parts, London rc. Moreau, Historiograph von Frankreich rc._ von Launay, Sekretär bepm Generalgouver» Ii 4 »e- S°4 newent, Mitglied der Academie der Wissen¬ schaften in Irland. Chevalier van Nieupoort, Malthcscr Ordens¬ ritter. Prinz von Galiern, bevollmächtigter Minister von Rußland bey den Generalstaaten. Sepien, Dechant des Kapitals zu Liere. van Srvinden, Professor der Philosophie und Mathematik zu Amsterdam rc. Abbe Chesquiere, k. k. Historiograph in Brüssel rc. Caelo, Arzt, Mitglied der Academie der Wis¬ senschaften in Irland. van Vouchaute, Professor der Chemie an der Universität zu Löwen. ZSurtin, Rath bey dem Generalgouvernement, Protomedicus in den Niederlanden, Mitglied der Academie der Wissenschaften zu, Paris, Nancy rc. van Berg, Rath beym Generalgouvernement rc. Te water, Historiograph von Irland rc. Graf von Brühl, chursächsischer bevollmäch¬ tigter Minister an dem Hofe zu London rc. Abbö Bevp, Historiograph von Frankreich. Van Zach, Astronom zu Sachsen « Gotha rc. van Roch, Professor der Geschichte und des Völkerrechts an der Universität zu Stra߬ burg. Van Magellan, Kanonicus des königl. Kapi- tuls zu Eoignies rc. Die Academie widmet ihre Bibliothek zum öffentlichen Gebrauche wöchentlich (nur z Mahl, als: am Dienstag, Donnerstag und Sonn¬ abend. In 625 In Brügge befindet sich eine Acadcmie der Mahler, Zeichnung und bürgerlichen Bau¬ kunst. Se. Majestät Joseph II. haben die Aca¬ demie im Juny 1781 für kaiserlich erkläret, und ließen sich, beyJhrcr bamahligcn Durchreise durch Brügge, dem Verzeichnis der Künstler einvcr- verleiben. Die Niederländer haben sich von jeher im Fache der Künste ungemein ausgezeichnet. Ich habe einige der vornehmsten Künstler des bur¬ gundischen Kreises in dem zweyten Bande mei¬ nes gelehrten Oestreichs in der Chronik der östreichischen Künste und Wissenschaften aufge- fährt. Ich behalte es mir vor, in dem Nach¬ trage zu diesem Werke dieses Verzcichniß be¬ trächtlich zu vermehren , und von diesen Künst¬ lern etwas mehr als den Nahmen anzuführen. Die eigentliche erste Epoche des Kriegs¬ wesens in den Niederlanden fällt in die Regie¬ rung Herzogs Philipp deö Guten, da bereits stehende Truppen vorkommen. Eine neue Epo¬ che fieng sich mit der Negierung Carl VI. an. Die Regimenter wurden sämmrlich rcgulirt. Jedes bestand aus4 Bataillonen, welche zusam¬ men g,vOo Mann enthielten. 1755 waren in den Niederlanden io Regimenter Infanterie, l Cuiraßierregiment, und r National Drago- ^erregiment. Zur Handhabung des ganzen Kriegswesens in den Niederlanden befindet sich m Brüssel das Generalcommando. Der Herr neldniarschall Fkcyherr von Bender ist jetzt kvmniandirender General in diesem Lande. Er Mar vormahls Commandant zu Luxenburg. Das kluge Betragen dieses Mannes hat uu- ureitig die Herstellung der Unruhen in diesem «andc beschleunigt» Zu dem Generalkommando zo6 gehören: r) die Kt4egskanzelley mir dem dazu gehörten Personal , das Kommissariat, die Kriegskassc, das Verpfiegsmagazin, und die Oeconomiekommission in Gent. Der Fesiungs- cvmmandanten sind z, als: zu Antwerpen, Luxenburg und Ostende. In Löwen befindet sich das Jngenieurcorps mit einem Obristen, und in Luxenburg eine Artillerledirection.^ * Außer den vorstehenden Festungen waren bis an die Regierung Josephs II. als Bar- ricrplätze bekannt Dvornik, Namur, Upern, Dendermonde, Feurne und Knock. Der eigentlichen niederländischen Regimenter gibt es jetzt 6, nähmlich : 5 Infanterieregimenkec, und r Dragonerregimeut. Ich zeige sie gegen¬ wärtig nach der Zcitsolge der Errichtung jedes Regiments an. n) Jnfanterieregimenter: r?tA. Claudius Prinz be Liane, F. M. i/a6. Ludwig Marquis O'Aynse, F. M.L. »774- Franz Wenzel Graf von Kaunitz Ritt¬ berg, F. M. L. k »785- Ferdinand Lollis Prinz vonWürtemberg, K. M. L. * Stab zu Mecheln, Negimentsnummer ag, Uniform rosenfarb mitgeiben Knöpfen. Das Regiment wurde aus dreh Wallonischen Regimentern (171g) nähmlich be Ligne^ Hollstein und Gent zusammen gesetzt. Aus L-7 Aus den beydcn Regimentern Los Rios und Burnonville entstand 1725 das Regiment Franz von Gurieres, Mar¬ quis de Los Rios, F. M. 1775- Carl Johann Graf von Clairsayt , E. F. Z. *>Stab zu Antwerpen in Brabant, Regiments^ nummer y. Uniform apsclgrün mit gelben Knöpfen. Aus den Regimentern Maldeghem, Lannoy und Pancaliere enrstand 1725 das Regiment des Johann Ant. Mar¬ quis von Pancaliere. >725 Maximilian Prinz von Pri. t)54 Wilhelm Prinz von Sachsen Gotha. 1770 Carl Joseph Prinz de Ligne, G. F. Z. * Stab zu Mons in Hennegau, Regiments- nummcc 30. Uniform hechtgrau mit gelben Knöpfen. 1742 Neu Wallon, 22 Compagnien zu 3000 Mann stark. *74^ Carl Anton Graf von Arberg, F. M. L« l?6g Joseph Graf von Muray, E.F.Z. * Staab zu Brussel , Regimentsnuwmer 55. Uniform blümerant mit gelben Knöpfen«. Carl Albert Freyherr von Vicrsct. * Stab zu Brügge in Flandern, Rcgiments-- nummer 58. Uniform schwarz mit wcißew Knöpfen. Dust Regiment kam aus Zran-> zößschcn Diensten. 0) 6«8 b) Dragonerregiment. Aus den Regimentern Wcsierloo und Prinz de Ligne entstand 1725 Das Regiment Johann Phil. Graf von Merode und Marquis von Westerloo. !7z2 Ferdinand Prinz he Ligne , G. F. M- 1757 Bernard Benedict Graf von Daun. G« D. C. 1758 Chr. Phil. Fürst von Löwenstein. 1759 Joseph Graf von St. Jgnon G. M. 1879 Nicolaus Graf d' Arberg F. M. L- , 1789 Herzog d'Ursel, G. M. 1790 Maximilian Bailler Graf de la Tour. M. L. * Stab zu Mons in Hennegau , Regiments- numer 25. Uniform pvneeau mit gelben Knöpfen. Außer diesen Regimentern befinden sich in den Niederlanden auch 2 Grenatierbataillone, als das Bataillon Nr. 9 mit 6 Compagnien, nähmlich 2 von Clair» fair , 2 von de Ligne, und 2 vyn Muray!, Stab in Brüssel, Nr. 88 mit 4 Compagnien , als: 2 von Wür- temberg, und 2 von Vicrset. Stab in Lu- xenburg. Zu Tirlcmont ist ein Garnisonrcgiment - Uniform schwarz mit weißen Knöpfen. Zu Me¬ chel» befindet sich ciu Jnvalidenhaus. In den Niederlandenbefanden sich vormahls 2 Münzstätte, deren eine zu Antwerpen, und die, andere zu Brügge mar, Beyde sind erlo¬ schen , und bloß die Münzstätte zu Brüssel be¬ steht 509 Aeht noch. Bey dem Münzamt ist ein Münz¬ wardein , i Director, 1 Generalmünzprobie- rcr, i besonderer Müiizprobicrer, r General» und i besonderer Graveur. Man rechnet in den Niederlanden nach flämischen Pfunden (zu So flämischen Schillingen und jeden Schilling zu 12 flämischen Pfennigen ) dann auch nach bra, bäurischem Pfunde. In Folge Verordnung vom 8ten März i/gü wurde der Cours der Gold¬ münzen in den Niederlanden also bestimmt. Halbe Souveraisd'or zu 9 fl. 6 Sols 44 De. Ganze detto zu . . 18 fl. 12 S. 9 Den. Kaiserl. Dukaten zu 6 fl. 6S. — in Brabanter Währung. Von Silber werden Ducatons zu fl. rc> Vanco gemünzet. Der Werth der bekannten Niederländer Kroncnthaler ist bekannt. Ein französischer Schild Louis gilt 12 fl. i 1/2 und in Brabant rin alter Louisd'or ic> 1/2 fl. tvurrant. Man wechselt gewöhnlich auf Amsterdam "nd Rotterdam , Paris und London, Wien, ^.öln, Frankfurt am Mayn, Hamburg, Vene- ^g.Mayland.Man rechnet das Uso bey den Brie¬ fen aus Teutschland und der Schweitz 14 Tage llach Sicht: aus Holland , Loudon rc. einen Mo- ^th nach Dato des Briefs; aus Riga und , rn nordischen Reichen iMonath Sicht; ausJta- ü^n' Spanien rc. 2 Monath nach Dato des Briefes. Die Wechselbricfe habe» i 2 bis 8 Hkr- lpectskage, je nachdem sie abgelaufen sind, da jn jeder Woche der Zahltag ist; . "hin haben die Wechsel, welche am Diens, verfallen, nur r Rcspecttag. Jene, wel¬ che ZIv 0--MÜ--0 che am Mittwoch ablaufcn, haben 8 TügN find sie auf Sicht gcstcllet, so müßen sie bin¬ nen 24 Stu nden bezahlt werden. Man hat Wechs'lgcrichte, aber kein Handlungsgericht, Gold uns Silber wird in den östreichifchcU Niederlanden nach Mark Troys gewogen , wo¬ von ry Mark 20 Mark estnisch Gewicht ma¬ chen. Eine Mark Troys hat 8 Unzen. Im Handel hält das Schiffpfund zon Pfund, und der Zentner 122 Pfund. Das Handelögewichk in Brabant ist 4 3/4 p. Z. leichter als das Troysche Gewicht. Korn mißt man nach Last z» Z7 1/2 viertel und 150. roo Brüßler Pfund machen in Wien 8Z Pfund 12 1/2 Loth — 100 brabanter Ellen betragen 89 Wiener-Ellen. Der Umlauf des baaren Geldes in den sämmklich östreichischcn Niederlanden hält schwer zu bestimmen. Zuverläßig ist es, baß gewöhn¬ lich der Geldumlauf gegen 22 Millionen steht- Daß unter den Erblanden die Niederlande am Gclve die reichsten sind, ist entschieden. I» keiner der östreichischcn Provinzen findet mail so viel ParticuUers von so großem Vermögen/ als in den Niederlanden, wo auch der Rcich- thum des Secular . und Regularclerus viel stär¬ ker ist, als in den übrigen Erblanden. Auch der Bauer ist im Ganzen sehr wohlhabend' Brüssel ausgenommen, ist die Lebensart ils burgundischen Krciie sehr frugal» Die Affecuranzlammer zu Antwerpen ist die älteste in den östreichischcn Staaten. Tue- selbe ward 1754 mit 2 Millionen fundi- t. IkU reu Direktoren ist erlaubt, bis 60,002 st. am ein Schiff zu ziehen Auch können yc mit lan- besfürstlicher Erlaubnis auf Häuser, Waarcn- lager rc. stgntren. 1782 ward auch cine curauz- - Zu curanzcompagnie zu Ostende gestiftet und von dem Landesfärsten bestätigt. Der Fund beläuft sich ebenfalls auf 2 Millionen. In diesem See- Haven besieht auch seit 1782 eine öffentliche Bank. Ihre Geschäfte bestehen im Discontircn einheimischer und fremder Wechsel, in Kasse- zahlungen , in Ausgebung der Wechfclbriefe auf inländische und fremde Plätze. Jeder Kaufmann kann in dieser Bank sein Geld depositiren, er bekömmt zu dem Ende ein Folium in den Ban- kobüchcrn, nebst einer Anzahl vonBankozetteln, welche er nur anssullen und unterschreiben darf, wenn er zu zahlen hat; er erhält noch ein an¬ deres Buch, worin der Empfang alles Geldes auf seinen Credit von dem Bancvkassier einge¬ tragen wird. Die Bancozettel werden bcy der Präsentation jederzeit baar berichtiget. Eine ähnliche Bank ist auch in Brüssel. Durch die Gelangung der burgundischen Länder an dss Haus Oestreich, ist auch das Troßmeisterthum desOrdens des goldencnFIirßcS an dieses Haus gekommen, und in Folge Art. v? des Badners Friedens bestätigt worden. Diesen Orden hat Herzog Philipp der Gute *429 gestiftet. Die Einkünfte der Niederlande werden ver¬ schieden angegeben, sie betrugen (1770) "ach Büsching . Z 184,135 fl> 54 kr. darunter das Kamerale 1,903.152 fl. 4 kr. Politicunl . . . 17,10z fl. 37 kr. Kontribution«!«! « 1,2^0,702 fl. iz kr. Kvmmerciale . . <53,17^ fl. "ach Echlötzer 6,000,0'0 fl. "ach anderen 7,220,000 fl. Zur ZI2 Zur näheren Beleuchtung des Finanzstandes in den Niederlanden mögen folgende Dara hier am rechten Ort stehen. Die Substdien der Graf¬ schaft Flandern betragen 1,642,000; an Steuern zählt die Grafschaft zur Unterhaltung des Ho¬ fes -51,020 fl. Die Provinz gibt jährlich an das Staatsärarium im Durchschnitte 52,52c» fl. darunter 4,500 fl. zum Unterhalt des Ho¬ fes bestimmt find. Das Gcbiekh Fourne gibt an ordentliche Steuer 176,615 Liv., und zum Un¬ terhalt des Hofes 29,245 Liv.; Ipern entrich¬ tet an Steuer bey 90,000 fl. und zum Unter¬ halt des Hofes 15,020 fl. Beschreibung der in dem burgundi¬ schen Kreise gelegenen vorzüglichsten Orte- Aalst, Aclst, eine Grafschaft zwischen den Flüs¬ sen Schelde und Dender in Flandern, imDi- strict Gent. Diese Grafschaft hatte vormahls ihre eigenen Grafen. 1212 kamen die Gra¬ fen von Flandern in den beständigen Besitz dieser Grafschaft. Man zählet darin 4 Städ¬ te, als.'Aalst , Gradmont, Ninove undLer- monde. Das Gebicth Aalst wird von 2 Bür¬ germeistern und 6 Amtmännern verwaltet Das Land trägt sehr guten Hopfen und Lein und ist trächtig an Wiesen. In geistlichen Angelegenheiten stehen 172 Dörfer unter dec DU'ees des Erzbischofs zu Mccheln und Z unter dem Bischof zu Gent. Aalst, eine Stolt an der Dender, in der vorstehenden Grafschaft, 6 Meilen von Brüssel und 5 von Gent gelegen. Der Ort war o Alz war vormahls befestiget. 1667 haben die Franzosen die Festungswerke geschleifte. Dee Magistrat bestehe, aus einem Bürgermeister; 8 Schöppen, r Pensionär und r Stadtschrei¬ ber. Die Stadt stehet in geistlichen Dingen unter dem Erzbischof zu Mecheln. Vor der Ankunft der Jesuiten (1619) haben die Au- gustinereremiren in den Humaniore» Unterricht erthcilet. In der Jcfuikenkrrchc , Martin Thiery, welcher die Buchdruckerkunst aus Deutschland nach den Niederlanden gebracht hat, begraben. Außer der Pfarre zu St. Martin ist hier auch eine Skifrspfarre. Das Capital derselben besteht aus i Probsten, r Dechant und l2 Chorherren. Affkigenr, eine bekannte Benedictinerabtey in Brabant, im Quartier Brüssel. Die Stift tungszeit fällt in das Jahr 1083. Andenne , ein Markt im Gerichte gleiches Na, mens an der Maas, in der Grafschaft Na¬ mur. Die in Andcnne im 7ten Jahrhundert von der St» Begge> einer Tochter Pepins gestiftete Frauenabtey ward in der Folge in ein weltliches Stift umgeändert. Das Ca» pitul desselben enthält go adeliche Fräulein und ro Domherren. O.r Graf zu Namut ist beständiger Abt des Stifts, und vergiebt die Präbenden» Die Fräulein haben zu ih¬ rer Vorstchcrinn i Pröbstin»> welche eine Dechantinn zur Seite hat. «lnderlecht, tVnäerlacum, ein Dorf an dec Senne in Brabant, im Quartier Brüssel. Das in Anderlecht im loten Jahrhundert gestiftete Capitul besteht aus t Probsten, r Sänger, l Schatzmeister und r8 Chorherren, Drei) Präbenden vergiebt der Herzog 8üuft. Ldö. 2ke ^kbth. K k Bra- Zl4 Brabant, drey der Magistrat und die übri¬ gen Hr. vsn Walkourt. Anroing, Antonia, eine Baronie mit einem Markt und einem alten Schloß an der Schel» de , in der Grafschaft Hennegau. Frankreich hat in Folge Vertrags vom i6. May 1769 auf diele Baronie, nebst der dazu gehörigen Pfarr Vezon und dem DorfBrosmenil , Ver- jicht gethan. Im Markt Antoing ist ein Domkapitul. Antwerpen, Vormahls eine Markgrafschaft des heil. Röm. Reichs , ward eine besondere Provinz der 17 sogenannten Niederländischen. Der Landesfürst führte Titel und Wapcn (wie jetzt noch)besonders. Einige schreiben die Errichtung dieser Markgrafschaft dem Vorfahrer Pepins zu. Allein Carl der III., Sohn des Königs in Frankreich , hat den Ti¬ tul davon als Erb seiner Mutter Kaisers Otto II. Tochtergeführet. Inder Folge bekam die Markgrafschaft Gottfried von Ardenncs ;nach Erlöschung dieses Hauses kam sie vom Kai¬ ser Heinrich III. als Lehen an den Gottfried von Bouillon, von dem sie ungctheilt an die Herzoge von Brabant kam, mit welchem Herzogthum die Markgrafschaft jetzt, nach der zo^eul'e emrse unzertrennbar vereinet ist. Dicß Gebieth grenzt in Norden an das holländi¬ sche Brabant; in Osten an Lüttich; in Sü¬ den an Mecheln und in Westen an die Schel¬ de. Man bestimmt die Länge des Gebieths auf i r/2 Meile und auf i in die Breite. Jetzt macht Antwerpen das dritte Quartier von Brüssel» Das ganze Gebieth wird in 8 Di" stricte, in welchen n8 Dörfer gelegen, abge¬ sondert. Die Distrikte oder Quartiere sind r Ar- 5l5 Arkel , Ghele , Herrenthals , Hoogstrate, Eiere , Ryen , und Turnhout. Das Wapcn des Gebiethes bestehet aus einem in der Mit¬ te waagrecht getheilten Schilde, in dessen un¬ terem silbernen Felde drey rokhe ins Orcyeck gestellte Thürme mit 3 rochen Mauern zu- sammengehängtsind , über deren obersten 2 of¬ fene Menschenhände hervorragen; in dem oberen Theile des Schildes ist im goldenen Felde ein schwarzer Adler zu sehen. Die Schel¬ de scheidet diese Provinz von der westlichen Seite von Flandern, im Gebiethe (Antwer¬ pen) selbst sind die bekanntesten Flüsse : dis Ghete, Nethe rc. Au Feiten Carl des Gros¬ sen gehörten zu der Markgrafschaft Antwer¬ pen auch die Städte Dendermonde, Dvornik, Gent, Valenctennes, Bergobzoom und die Schlößer an der Schelde. Antwerpen, hochteutsch Antorf, Ist. Amtver- xi», franz, invers, eine beträchtliche Stadt mit einer Citadelle und einem Haven am rech¬ ten Ufer der Schelde, 152 Meilen von Wie», 17 von der offenen See, 8 von Brüssel und 4 von Mechcln. Antwerpen ist die dritte Hauptstadt von Brabant. Sie ist unrerm 2l. Grade 32 Min. der Länge und Grad *2 Minut, der Breite gelegen. Der Ursprung der Stadt ist ungewiß. 1701 hat Heinrich t. Herzog von Nicderlothringen, und Mark¬ graf des heil. röm. Reichs den Grund zu» Erbauung der Stadt gelegek. Da in derGe- fchichte vom irren Jahrhundert schon Mark¬ ussen von Antwerpen Vorkommen; so ist es Unz wahrscheinlich, daß um diese Feit auch baßSchloß schon muß gestanden sevn.Oiezwey, ansehnliche Vergrößerung ver Stadr fällt in K k s die 6-6 in die Negierung Herzogs Johann III. von Brabant , in das Jahr 1^14. Im Jahr 154Z wurde unter Carl V. eine neue Mauer auf- geführet, die Stadt erhielt gegen Norden ei¬ ne ansehnliche Erweiterung, und beträgt nach dieser letzten Mauer im Umkreis 4812 Klafter. Die Mauer ist hoch und dich, hat starke Ba¬ stionen und 5 große Hauptthore. 1567 wurde an der südlichen Seite vom Herzog Al¬ bert eine Citadelle angeleget, welche aber 1577, in Folge des Genters Vertrags , bis aut ei¬ ne Bastion abgetragen werden mußte. Die Stadt hat H2 Strassen, 22 große Plätze, 8 große Kanäle, 74 Brücken, und 7 Thore, von deren jedem eine Strasse auf den großen Domplatz läuft. Die Zahl der Einwohner sieht zwischen 40 bis 50,000 Seelen. Vor» mahls sollen deren 200,000 gczählet worden seyn. Der Magistrat in Antwerpen bestehet aus i Ecouttete (Vogt>, i Amman, 2 Bür¬ germeistern , 18 Schöppen , Einem Einnehmer, 2Pensionärräthcn, 4 Schreibräthen (Syndi- caträthen) und4 Rakhssccrekären. Der Vogt, die Bürgermeister, Schöppen und Schatzmei¬ ster werden von dem Herzog in Brabant jähr¬ lich gewählt oder bestätigt. Der Vogt führt den Titel: Markgraf des Landes Rhyen xrave äu xazrs Kd^en); die Schöppell sind die Richrer in Civil - Policei-und Cri- nünalsachcn. In Rücksicht der zwey erstere» kann an das große Conseil von Brabant ap- pellirt werden; in peinlichen Fällen aberfin- det keine Appellation statt. Alle Cr'milm"s prvcesse werden bry offenen Thüre« behandelt; der Freytag in jeder Woche ist der gewöhn* liche Gerichtstag. Der Ammann (Amtmann) per- 5i7 vertrit eigentlich die Stelle eines Policei-- lieutenants; er muß ein brabantischer oder Antwerpcnjcher Bürger seyn. Er hat keine Gerichtsbarkeit, sondern vollzieht bloß die aufseineRequisition abgefaßre» Schlüße. Ant¬ werpen bat sein eigenes sogenanntes Oonlue- tuclinarinm, welches aber bis jetzt keine or¬ dentliche Rechtskraft hat. Es ist hier noch ein Gericht unter dem Nahmen : Friedensrich¬ ter; sie haben über Injurien und Zänkereyen zu sprechen. Antwerpen ist in 14 Viertel und jedes derselben in 2 Bürgercompagnien abgesondert. Jede Compagnie hat ihren Hauptmann. Die hier gelegene Münzstätte ist 1758 mit jener zu Brügge nach Brüssel vcrlegtworden. In Antwerpen ist , wie schon gesagt worden, der Sitz eines katholischen Bischofs , dessen jährliche Einkünfte aufBocoo fi. stehen sollen; er ist zugleich Abt zu St. Bernard. Man zählt in Antwerpen zPfarr- kirchen, darunter die Kirche zu Sr. Wal, bürg, auch Burgkirche genannt, die älteste ist. Die Kathedralkirche zu U- L. Fr. ist ein sehenswürdiges Gebäude; es hält 500 Fuß in die Länge, ist 104 Fuß breit und z6o hoch. Die Höhe des Thurmes wird auf 406 Fuß bestimmt. Der Baumeister nannte sich Ame¬ lius, das Gebäude nahm 1422 seinen An¬ fang, nnd ward 151g vollendet. Papst Paul III. hat die Kirche zu einer Stiftskirche erhoben, sie hat 2; Domherren. 1571 ist solche abgebrannt, wurde aber in der Folge schöner hergcstcllet. In dieser Kirche wurde das erste Kapital des Ordens des goldnen Vließes, welchen Philipp der Gute 1429 gestiftet . gehal¬ ten« Eine derrnerkwürdlgsten Kirchen in Ant- K k z wer- Zi8 o^M^o werpen ist noch die Pfarrkirche zu St. Jacob/ da sie die Asche des großen Rubens seit dem Jahr 1640 verwahret. Seine Ruhestätte befin¬ det sich in einer Kapelle Himer dem Chor. Au Der Kirche stehen mehrere Domherren, welche 2 Privatpersonen gestiftet haben. In dem er- loschenenJesuireneollegium ist cincKnegsschule, lk welcher40 Officiersöbne und 400 Sohne von gemeinen Soldaten gebildet werden. Wie sehr die Handlung in Antwerpen gcblühet hak, ist heute n'chts Unbekanntes; Fanatismus brach¬ te sie herunter. Von den vorhandenen Manu» fackuren undFabriken habe ick in den vorstchcn- Kunstproductcntabcllen und Seite 510 von der hier befindlichen Assecuranzkammer Nachricht gegeben. Der Antwerpner Hafen hat Raum, über i^oo Fahrzeuge aufzunchmen. Au den se- henswürdigen Gebäuden gehören: »)basHaus Ostrelins , 1564 auf Kosten der Hauseestädte Zcbauet, dasselbe ist gegen das Ufer zwischen 2 breiten Kanälen gelegen. Seine Länge be¬ trägt 250 Fuß und die Breite 200. d) Die Börse, nahe ander Strasse la Meere, von Thomas Grenhan angelegt. Sie diente nachher zum Modell der Londncr Börse (1694 gebauet). Die Parade der Antwerper Bank wird von mehr als 40 marmornen Pfeilern gestützet, sie ist i go Fuß lang ,und 140 breit. Unter ihr sind Vorrachsbehaitniffe für Kauf- mannswaaren; darüber befindetsich die Mah¬ ler-und Bildhauer Academie. Die Börse hat vier große Thore und zwey mit Glockenspielen versehene LhÜrme.r)Das Theater 1746 gebaut- Ä) Das Rathhaus 1465 nach dem Riß des Cor¬ neille de Vrindt gebauet ^576 brannte es ab, i58r Zi, 1581 ward es wieder gebauet, und 177z ver¬ größerte der Magistrat die beyden Flügel. e) Die berufene Braumaschine, dieselbe ist be¬ stimmt, das Wasser aus dem Herrschafts¬ kanal 1/4 Meile von Brüssel durch Röhren in Bchältriiße zu leiten, und von hier durch 42 Eimer, wovon 20 gefüllt in die Höhe steigen, während 20 andere wieder herabsin- ken , 40 Fuß hoch in einen andern Behälter zu bringen, von welchem erhabenen Ort aus cs durch mehrere Röhren von Bley, in die vorzüglichsten Brauereyen in Antwerpen geführct wird. Diese Maschine, welche bloß durch eine Mühle getrieben wird, halten ei¬ nige für das achte Wunder der Welt, an¬ dere aber für eine gemeine Maschine. Daß die Wissenschaften einstens hier geblühet ha¬ ben, beweisen dic-Ortclius, (bekannter Erd¬ beschreiber) Albert Miräus w., und die Plan¬ tinische Buchdruckerey. Arschor, ein Herzogthum in Brabant , im Ouarticr Löwen. Arschot war vormahls eine Baronie, und gehörte dem Hanse von Croy. 1527 ward sie zu einem Marquisar, und 175^ zu einem Herzogthum erhoben. Es enthält 17 Dörfer und gehört demHause von Aremberg. Arschot, eine Stadt an der Deiner , im Her¬ zogthum gleiches Rahmens , in Brabant, im Ouarticr Löwen, 4 Meilen von Mechcln. Es ist hier seit 1462 ein Kapital mit einem Probst, Dechant, Sänger und 12 Chor¬ herren. Die Diguitätswürden bekleiden die Mönche aus der Abtey zu St. Gertrud in Löwen. Ar- K k 4 Z2O Zlrquenves, eine Grafschaft , seit 1629 m der Meyerey Nivelle, im Wallonischen Brabant gelegen.-Key dem DorfAr- quennes sind ansehnliche Kalkgruben , auch beicht hier schöner blauer Marmor. Asche, eine Freyhctk und Herrschaft (seit i66g ein Morquisat) mir 7 Dörfern und i Städte in Brabant, im Quartier Brüssel. Asche , eine Stadt, im Marquisat gleiches Rahmens, in Brabant, im Quartier Brüssel gelegen. In Asche ist der Postwcchsel zwi¬ schen Brüssel und Aalst,- die Strasse führt hier nach Gent. Aspremont, Sprcmont, ein Gcbieth mit einem Städtchen gleiches Rahmens, im Herzogthnm Limburg. Dies Gebicth ist durch ein Stück Les Bißthums Lüttich von Limburg abgeson¬ dert. Die Grafen Linden Aspremont sind Besitzer dieses Gebieths. Ath, Etinim, eine Stabt an der Dender, in der Grafschaft Hennegau , 7 Meilen von Brüssel und 6 von Dvornik. Ath stehet mit Mons und Dvornik, mittels jweyer Straffen- döaime, in Verbindung. Der Magistrat be¬ stehet in einem Maire, i königl. Beamten, r Bürgermeister, i Schöppen und - Schrei¬ ber. Es sind hier 2 Pfarrkirchen. Die Je¬ suiten hatten hier ein Collegium, und die hier gelegene Frauenabtey St. Benedict ward I2Z4 gestiftet. Der Handel mit Getreide und Leinwand ist hier in Flor. Zu der Lehens¬ herrschaft Arh gehören , außer der Stadt gleiches Rahmens, noch 120 Orte. Andel, ein Dorf, in der Grafschaft Daelheim^ tm Herzogthum Limburg. In Aubel ist 86 Heinrich 1. ein Sohn Gottfried lik. ^85 Heinrich ll. ein Sohn des vorigen. *-47 Heinrich !II. ein Sohn des vorigen. i2üo Johann H. ein Sohn des vorigen. * Er kaufte 1282 Limburg, seit dieser Zeit blieb dieß Land mit Brabant vereinet. 1294 Johann Hl. ein Sohn des vorigen. *555 Johanne, eine Tochter des vorigen« — Dieselbe setzte 1404 Z24 1404 Anton von Burgund zu ihrem Erben ein» Er war ihrer Schwester Margarethe Enkel, und ein Sohn Philipps des Kähnen, Herzogs in Burgund. Nach dessen Tobe folgten ihm a!s Herzoge in Brabant und Limburg feine Söhne. 1402 Johann- 14i-) Bhilipp. Er starb 14^0 ohne Erben , Brabant und Limburg wurden mit dem Herzogthum Burgund ver¬ einet. Das Wapen des Herzogthums Brabant ist ein goldener Löwe im schwarzen Felde. Seit dem i?ren Jahrhundert, da sich die Holländer ernes Theils des Herzogthums Brabant bemäch¬ tiget haben , welcher ihnen auch im west- phälischen Frieden geblieben ist, wird Brabant in das nördliche und südliche abgethcilt. Den nördlichen Theil besitzen die Holländer, und den südlichen das Haus Oestreich. Das östrcichische Brabant grenzt daher in Norden an das hol¬ ländische Brabant, in Osten an das Lütticher Gcbjeth, in Süden an Namur, in Südwesteu an Hcnnegau, und in Westen an Flandern; hier macht die Schelde die natürliche Grenze. Las östreichische Brabant wird in 2 Haupt- rheile abgesondert, als u) in das teutsche, und b) in das wallonische Brabant. Die Grenzen des erstem sind in Norden das holländische -Brabant, in Osten die Maas, in Süden das wallonische Brabant, und in Westen Flandern. Die Grenzen des wallonischen Brabants sind : m Norden das teursche Brabant, eigentlich das Gebicth von Löwen und Brüssel; in Osten Lüt¬ tich, in Süden Namur; hier macht die Gaur- -re Sie Grenze, und in Westen an Hennegau- IM 525 Im eigentlichen Verstände besteht dos walle» Nische Brabant in dem südlichen Theil des Hcr- jvgthums Brabant. Ganz Brabant wird von 2 Hauvtfiüßcn umgeben; diese sind: in Osten die Maas, und in Westen die Schelde. Man theilet ferner ganz Brabant in 3 Quartiere (Distrikte); diese sind: r) der District Löwen, 2) der District Brüssel, und 3) der District Antwerpen. DaS wallonische, oder südliche Brabant ist dcr fruchtbareste; in dem teutschen oder nördlichen Brabant ist noch vieles für den Staat verlohrnes Erdreich. Dasselbe bestehet größtcntheils in Haiden und Wäldern. In dem teurschen Brabant ist die Flämische Sprache die herrschende, im wallonischen hingegen dürf¬ te cs die Französische seyn. Seit 1778 führt der Herzog von Brabant in dem wallonischen Theil den Titel: Oberamkmann (vormahls Obervoogt.) Von der Vrabänter jodens« Ln- trüe ist bereits Seite Z82 Erwähnung gesche¬ hen. Brandenburg, eine Baronie, mit einem Schlos¬ se an der Diese, im Herzogthum Lupenburg. Seit i68Z ist das Haus von Soye Besitzer dieser Baronie. Brame le Lomte, Lrennig Oomitis, eine Ba¬ ronie mit einem Städtchen, 13 Meilen von Brüssel, im wallonischen Brabant. Die Ba¬ ronie gehört dem Herzog von Aremberg. In Braine ist der Postwechsel zwischen Halle und Castiau. Brügge, ein District von Flandern; derselbe bestehet bloß aus dcr Stadt Brügge, und dem um dieselbe gelegenen Gebiethe. Er grenzt grenzt in Norden an das holländische Flan¬ dern, in Osten an die Leye, in Süden an den Distrikt Upcrn, und in Westen an das freye Land. Man zählte 1732 in dem Ge° biethe von Brügge 7 Städte , 36 Märkte und Dörfer, 128 Pfarren, 4 Mannsabteyen, 2 Frauenabteycn, 17 Mönchsklöster und 20 Nonnenklöster. Brügge, Brüghe, Lruzee, eine ansehnliche Stadt, im Distrikte gleiches Rahmens, in Flandern, 167 Meilen von Wien, 22 von Brüssel, 8 von Gent, und 4 von Ostende gelegen. Oer Orr hat mittels seiner Kanäle die vorthcilhafteste Verbindung mit Ostende, Gluis, Up"", Dännkirchen und Gent. Der Kanal nach Ostende ward 1655 angelegt, und war damahls i8 Schuh breit. 1728 wurde derselbe erweitert, und es können nunchenTon- ven bis an die Komme (leöalmn) von Brüg¬ ge hinaufsegeln. Die Aussarth geschieht mit¬ tels der Schleuste bei) Schlicke, sie ist durch ein Bollwerk gcdeckek. Das Erdreich, wor¬ auf Brügge steht, ist mit einem doppelten Graben voll fließenden Wassers umgeben. Diese Gräben dienen zum Abzüge der wilden Feldwäßer, und der Flüße-Leye und Schelde. Die Stadt wird von verschiedenen Kanälen durchkreuzt , mittels welcher die Waaren von einem Orte zum andern mit leichter Mü¬ he gebracht werden können. Der erste schei¬ det den Ort in der Mitte und ist n Fuß tief; er wird von den Schissen befahren, welche aus dem Ostender Kanal nach Gent wollen. Aus dem Kanal des letzter,, Ortes in den von Ostende ist ein Fall von 7 Fuß tief. 527 k>ef. Man bestimmt den Umfang der Stadt auf 26220 geometrische Schritte; sie hat 8 Thore, und bcy 250 Gassen. Der Ort hat kein Oucliwaffer, sondern bas Wasser des Kanals, der Leye und Scheide wird gesam¬ melt, und durch Röhren um die^ Stadt ge¬ leitet. Brügge ha die zwcyte Stelle unter den Ständen in Flannern. Das Haupt des hiesigen Magistrats ist der Oberammann (graust Laiiii); diesem folgt der Vogt, diesem der Schöppen Bürgermeister , dann der Gemeinde Bürgermeister (Lvurzuemaitre äs cmnmn- nes)^, n Schöppen, raPoliceiräthe, 6 Lbeks- iwmmes, r Generalkämmerer, 8 Pensionär- schreiber. Zu dem hiesigen Rathhause wurde i g/6 der Grund gcleget. Von dem hier be¬ findlichen Vißthum ist bereits Seite 4^ 5 Er¬ wähnung geschehen. Der Brügger Kirch¬ sprengel wird in 7 Decanate; abgesondert; diese sind: 1) das Archrpresbiteriar zu Brüg- gc (15 Pfarren), 2) zuAudenarde (15 Pfar- ren) , Z) zu Lhorout (-7 Pfarren), 4) zn Ghistel (20 Pfarren), 5) zu Roßelär (iz Pfarren), 6) zu Arleubuch (2^; Pfarren), 7) zu Damme (az Pfarren), mithin in allen 7 Dceanaten 127 Pfarren. Man zählt fer¬ ner 2 Kollegiatkirchen, 12 Manns-und 19 Frauenklöster. Der hiesige Bischof hat als Probst von Et. Donat, und Crbkanzlcr von Flandern, einen eigenen Gerichtshof; bey demselben stehen ein Amtmann, Präsident rc. ^hre Gerichtsbarkeit erstreckt sich über einen Theil der Stadt und das frcye Land in Ci- Al-und Kriminalsachcn. Das Kapital der Kvllegiatkirche U. L« Frauen ist 1091 von dem Bi- z 28 Bischof zu Dvornik gestiftet worden. Es ster Heu bey demselben r Probst, io Domher¬ ren, 2o Kapelläne und 4 Vrcare. In der Marienkirche befindet sich das Grabmahl des Herzogs Carl des Kühnen von Burgund» Die Jesuiten hatten hier ein Collegium und Seminarium. Bey dem Lchcnhof in Brügge hat der Obcrammann den Vorsitz. Von der hier befindlichen Mahlcracademie und Schiss' fahrtsschule ist schon gehandelt worden. Die vorzüglichsten Kunstproducte in Brügge sind: die Manufactur in gestreifter und gegitterter Leinwand, in Spitzen - und Wollenzcugeir» Die hier befindliche Frcymäklerinnung nahm ihren Anfang, da Brügge das goldene Alter im Hanblungsfache gezühlst hat; sie hatten für die Miethe der fremden Kaufleute zu sorgen, und ihnen in Handlungssachen Bey' stand zu leisten; sie hatten ferner das ausschlie¬ ßende Recht, alles was ins Ausland ge¬ schickt wurde, bey den Zollhäusern anzusa' gen. Sic machen jetzt das dortige Hand' luagsgericht; ein Großhändler kann in ih^ Innung nicht ausgenommen werden. entscheiden in Streitsachen, welche zwische" den Kaufleuten und Matrosen, wegen dck Löhnung entstehen; sie machen Police! De^ fügungcn über die Mäklergcbührcn rc. E uns die Geschichte lehrt, so war Brügge noal ini iZten Jahrhundert die beträchtlichste H^ delsstadt in den Niederlanden; allein Empörung gegen den verkannten ErzhM^ Maximilian brachte die Handiung in Det' fall , Und damit stieg die Antwerpens^' Brügge war tu den älteren Zetten n»ch Z2Y Ork der Zubereitung und Ausfuhr der Hä¬ ringe. Seit 1768 erhielt dieser Handel hier wieder Belebung. Man schätzt die Bevöl¬ kerung in Brügge auf 45, -00 Seelen; diese Angabe ist zuverläßig zu hoch, da nach der¬ selben nur der 45 Mensch jährlich eine Leiche wäre, welches aber nicht wahrschein¬ lich ist. Nach meiner Vcrmuthung stirbt hier jährlich der 28te Mensch, mithin ent¬ hält Brügge nicht 45,020, sondern 28,202 Seelen» l linsten Bandes 2te Abt. L l Sz» o-W^a Lxrrsit äer äoox - 1rou>v-en Oovt - keßis- ters äer 8rsät LrngAs. Lea L3l A» LZ- 'ten Iser* 1780 divne» LlLat Lru^AS. 'sen O-W-0 5AZ I«ii ^aere r^n 'er binnen cis Ltaät LruAAo. s1*xverlinxsn. . . 14 ^Or^Iinzen. ... l Oeäo°pt.j^^n8. . . . 5°8? (Neckens. . > . 517^ sLaven cie txvaelk Kliere 67s ^erlü-i ! Usne6en te txvueli ^srs 422 ' iVlmispersonnen. . . 5Z4 tlrvv/^erlonneu. . 55Z L l z Lrü'sst'l, L34 Brüssel, ein District, im Herzogthum Bra¬ bant, grenzt in Norden an die Schelde, in Osten an den District von Löwen, in Sü¬ den an das wallonische Brabant, und in Westen abermahl an die Schelde. Der Di¬ strict wird in 8 Metereyey (Quartiere) ahge- soadert. Diese sind: i) die Hauptmeftrey Vilwvrden, 2) Grimberg, z) Gacsbeüe, 4) Rode, 5) 'Asche, 6) Merchken, 7) Küm- pchout, 8) Kapelle an dem Busche. Vrüssel, LruLellos , lar. Lru^ollL , dem Range nach die z e.pt Stadt in Brabant, jetzt die Hauptstadt der sämmtlichcn östreichischen Nie¬ derlande an der Senne, theils in der Ebene, theils an einer Anhöhe 7 l;8 Meilen von Wien, 71 Meilen von Paris, 6 von Löwen, 12 von Mons , io von Mechcln, ir von Gent, ry von Brügge , 14 von Antwerpen, und 2I von Ostende gelegen. Brüssel, un¬ ter dem 29/ 5Z/ gz," der Länge, und im 50,» 50/ ;o" der Breite gelegen, wirh von «tner doppelten Ringmauer umgeben; man vechnetden Umfang von ganz Brüssel auf26600 geomesritche Schritte« An der südwettiichen Seite ist die Stadt von dem 167z auf einem Ber7 ge angelegten Fort Monterie, in etwas bcschü- tz-'t. Die Stadt ist in 40 Gegenden, und die Bürgerschaft in. 9 Nationen abgesondert. Es werden 8 Thore, über Z70 Gaffen , bcy,' 14000 Häuser, Mb zwischen 90 und 100,0 0 Einwohner grzählet^ Der Hauptplätze sind g darunter 4 zu bemerken sind; als: a) der große Markt; er besieht in einem Viereck e dessen Hauptzierde das Rathhaus im golhi- schen Geschmack 1400 angelegt ist. Diese« Gebäude behauptet, stach dem Amsterdamer und S35 und Augsburger den ersten Rang« Der Larin befindliche Saal ist merkwürdig, da die Stände in demselben ihre Versammlun¬ gen halten ; sehenswürdig sind auch die Ta¬ peten, welche die Wände des Saals aus¬ füllen , und die Geschichte Carls V. vorstel- Xien; die Wirkerey zeichnet sich vorzüglich an der geschmackvollen Farbengebung ?aus. Der ganze Platz, worauf das Stadtgebäude steht, ist mit Häusern, die meistens erhabe¬ ne künstliche Arbeiten zieren , umgeben. Viele von diesen Häusern dienen den Zünften zu ihren Versammlungen. Die Brauer haben 1752 auf ihr Versammlungshaus die Statue des Prinzen Carls von Lothringen gesetzt ; sie ist von vergoldetem Kupfer. L) Der Kriegsplatz; er ist nach der Zckchnung des Guinard, eines französischen Baumeisters, angelegt. An allen 4 Ecken ist er von Schwibbogen umschloßen, rind mit Gebäu¬ den umgeben. In der Mitre sieht man die Statue des Prinzen Carls von Lothringen, die nach dem Modell Peters Verschaffeid, eim's gcbohrnen Genfers, zu Mannheim in Bronze gegoßen worden, c) der Michaels- piatz; nach dem Riße des Baumeisters Fisko, 1774 angeleget, und si) der große Sand¬ platz; er dienet zur Milizübung. Der Kri-gs- platz ist auch gewöhnlich zur Huldigung be¬ stimmt. Den Sandplatz ziert der hiev gele¬ gene Springbrunnen. Er ist von weißem Genueser Marmor; auf einem iz Schuh ho¬ hen Fußgcstell sitzt die Minerva; sie hält die Bildnisse Marien Theresiens und Franzens I. en Medaillon. Zur rechten Seite der Mi¬ nerva sitzt ein Genius, der tn die Trompete L l 4 des 636 des Ruhms stößt; zur linken Seite sicht man die k-chelde und einen andern Genius, der den Adler und die Lanze der Göttin» hält. An Heyden Seiten des Fußgestells iß das Wavcn des Lords Brouce, Grafen von AilSburg, eines Engländers, zu sehen; er starb 1740 in Brüssel, und har zur Herstel¬ lung dieses Brunnens seine Erben verbun¬ den. Man zählt um Brüssel beySpring¬ brunnen. Der Ort ist der Sitz der General- gouvcrneure; die weiteren hier befindlichen Departement können Seite 443 uachg'lesen werden. Es sind 7 Pfarrkirchen, nebst 2 anderen Kirchen allda Die Pfarr- und Col- legiatkirche ist dem heil Michael undGudula ge¬ widmet. Bey der Pfarrkirche zu St. Jacob, Cauweberghe genannt, ist das regulirte Chor¬ herrenstift St. Augustins; dann sind hier n Manns- und 22 Nonnenklöster. Die Je¬ suiten hatten ein ansehnliches Collegium. Merkwürdig ist hier das bekannte Beghinen- institut, welches bcy -0 Gaffen in sich be¬ greift; von den Bcghinen habe ich bereits Seite 49z Meldung gemacht. In der vor¬ handenen königl. Bibliothek werden die Ver¬ sammlungen der k. k. Aöademie gehalten. Marie Lheresic hat zur Bildung der adeli- rheu niederländischen Jugend ein Pensionat gestiftet. Von der hier befindlichen Münz¬ stätte war Seite 458 die Rede. Der Ma¬ gistrat in Brüssel besteht aus r Ammann, r Ammannlieutenant, r Bürgermeister, 7 Schöp¬ pen, 2 Kämmerern, i Aufseher des Stran¬ des , r Pcnstonärrath, 1 Bürgermeister der Nationen, 2 Stadtcinnchmer, r Strandein- ltthmer, (Receveur st» Rivsge), 6 Rächen der S37 -er Gemeinde (Conleiliers lies Nationr), 3 Secretären, z Schreibern, und 16 Pro- curatoren. Der Bürgermeister, die Schöp¬ pen , der Kümmerer und der Aufseher des Strandeswerden von dem Regenten ernannt, sie können nur aus der Patrictrrfamilie ge- wählet werden. Diese leitet sich von den 7 Herten ab, deren jeder in den alten Feiten sein Schloß in Brüssel hatte. Die Namen dieser Patricierfamilicn sind - Stecnweghe, Sweerts, Slcuws, Coudcrrberg, Serhuyhs, Eerroelofs, Swecrts, und Rodenbeck. Der Ammann ist die erste Person des Magistrats, und wird von dem Regenten ernannt; eben so der Ammannlieuterrant. Diese bcpden Herren müßen aus einer rechtmässigen Ehe in Brabant abstammen. Bcyde legen ihren Eid in die Hände des Präsidenten der Rech¬ nungskammer ab; er sitzt im Nahmen des Regenten; an ihn kommen die Befehle des Herzogs für den Stadtmagistrat. Die Ver¬ ordnungen, welche die Stadträthe angchen, werden dem Bürgermeister zugesandt. Man schätzt die Einkünfte des Brüßler Rarhhauscs gegen 700,000 Gulden. Bey diesen großen Einkünften hat es auch Schulden; sie sollen sich auf 2 Millionen belaufen. Der Magi¬ strat in Brüssel besorgt Policci - Civil-und Criminalsachen. In Civiisachcn geht die Appellation an das Conseil von Brabant. Zu den bekannten Manufacturen in Brüssel gehören die Manufacturen in Spitzen, Ka- tNeloten, Leinwand und Batkist. Auch ver¬ fertigt man sehr gute Tücher, vorzüglich wird das blaue Tuch sehr gesucht. Die Färberey steht auf einem guten Fuß; die Brüßler Ta- Ll 5 pe- 538 peten sind bekannt; man raffinirt Zucker, nnd in den Tobarfabrikcn werden vorzüglich virginische Blätter verarbeitet; auch erzielt man sehr gute Wachsleinwand; der Gemahl- behandel soll sehr beträchtlich scyn , und im Durchschnitte jährlich bcy Zoo,ooo fl. tra¬ gen. An Rücksicht der bekannten Brüßler Spitzen muß ich die Bemerkung machen : baß es bis jetzt noch keiner Nation gelungen ist, Spitzen von gleicher Güte der Brüßler zu ver¬ fertigen. Der Flachs zu dem Zwirn wird bey Ruremonde, und zum Theil zu Courtray in Flandern erzielt. Von da wird er ins Hen- ncgauische, nach Brain le Comte, 5 Meilen von Brüssel gebracht, wo die Flachsspinnerei) viele Menschen beschäftigt. Von Drain le Comte kommt er nach Harlem auf die Blei¬ che, und von da wieder zurück nach Brüssel, wo vieles Frauenvolk Spitzen aus dem ge¬ bleichten Zwirn und Garn verfertigen. Die Zahl der Arbeiter bey den Spitzemnanufac- turen im ganzen Brüßler Gcbieth beläuft ficy auf -OOO Personen. Man hat auch eigene Schulen, wo die Spinarbeit getrieben wird. Wenn man daher im Auslände Brüßler Spi¬ tzen von gleicher Güte erzeugen will, so wird erfordert: 1) Flachs von eben der Güte, wie wie ihn Flandern und Geldern hervorbringen; 2) eben so feine Spinnerei), als in Brain je Comte zu Hause ist; z) eben die weisst Weiche, wie in Harlem; 4) endlich muß man auch mit der vortreflichenFeichnung, und dw Kunst der Gpitzenverfertigung, welche Brüssel zu finden find, bekannt seyn. Prüft fel treibt einen sehr vorthkilhaften Activhan- del, wozu der Kanal, welcher hier 1559 -e- Zciegt wurden , wichtige Dienste leistet. Er dehnt sich von der Senne bis an das Dorf Willebrveck, wo er in Vie Nupel fällt; mit¬ tels dieses Flußes bekömmt Brüssel Kommu- uicationmit der Schelde und von dieser bringt man die Maaren auf die Nor dsee. Die Län ge dieses Kanals wird auf 5 Meilen , seine Breite auf r8 und dix Tiefe auf 12 Fuß be¬ stimmt. Von den in Brüssel ankommenden und abgehenden Postwägen ist Seite 482 Er¬ wähnung geschehen. In Brüssel gibt es sehr viele Buchhändler; von den Wiener Buch¬ händlern ist Grösser der ältere, der die mei¬ ste Geschäfte in Büchern hier macht. Hier folgt die Anzeige der Stunden, wann rn Brüssel die Thore geöfnet und geschloßen werden. S42 Jahrmarkt in Brüssel wird s jährlich am 8ten Ocwber gehalten. Alle g Wochen wird hier dasbckannte Lotto gezogen. Die 92 Num¬ mern sind unter eben soviel Mädchen verthcilt; jene, deren Nnntmer gezogen wird, erhält zum Heirathsguk 156 L» und eine andere bekömmt die Nummer« Burgund wird eingetheiletin das Herzogkhum und Grafschaft Burgund, das erstere wird auch Nieder Burgund und das letztere Hoch Burgund genannt. Es ist bereits Seite gesagt worden, baß 1477 König Ludwig Xl. sich des Herzogthums Burgund (LourgoZiik) bemächtigt und mit der französischen Krone vereinigt hat. In der Folge kam auch die Grafschaft Burgund oder Franchc Comte, Artois, Lothringen re. hinzu. Außer der jetzi¬ gen Republik Holland und dem Königreich Frankreich hat auch Preußen, wie schon ge¬ sagt worden, einen Thcil bekommen, nähm- üch ein Stück von Obergcldcrn. Die Drei» chischen Niederlande, oder der burgundische Kreis , enthalten also jetzt noch: I.) Das Her- zogkhum Brabant mit Ausnahme des holländi¬ schen Quartiercs Herzogenbusch. II.) Das Her- zogthum Limburg bis aufjenen District, wel¬ cher unter dem Nahmen: D'Ianä van over Maas zu Holland gehöret. HI.) Das Herzog¬ tum Luxenburg, mit Ausnahme der imPpre- näischen Frieden 1659 an Frankreich abge¬ tretenen l'rövnkös 'isbionvillo, llauvilliers, Narvills, ^rano«^, Nontmsci^, (Hgmm, nebst dem Herzogthum Bouillon. Ml.) Das Herzogthum Geldern, oder das Viertel Rü» rcmonbe, ein Theil von dem Oöerguartier die- os-Mü-c) 54» dieses Herzvgkhums, welches an das preußische -Haus kam. V. Einen Theil von der Graf- schaftFlandern. V!.) Einen von der Grafschaft Henneqau, und VII.) Einen Theil von der Grafschaft Namur. Der burgundische Kreis hat nur Laudstände, ober keine KrersstAnde. Von der Verbindung d-s burgundische,, Krei¬ ses mit dem deutschen Reiche ist Seite 378 gehandelt worden, wo die Verbindungsakte aufgeführet wird. Lharleroi, OsrvloreAium, eine Stadt ander Sambre im Herzogrhnm Namur, 8 Mei¬ len von MonS, 6 von Namur und io von Brüssel. Vor dem Jahr 1666 siand an dem Ort, wo itzt Charleroi gelegen ist, das Dorf Chernoi. Marquis Casiel Rodrigo hat sie ru einer Festung gemacht; si> kam von den Spaniern an die Franzosen bis zum Jahr 1748 da den Ort bas Haus Oestreich besitzt, war er anfänglich bald französisch,bald spanisch. 1747 wurde er seiner Festungswerke beraubt. Der Fluß Samlwc theilct die Stadt in die obere und untere. Die obere hat 2 Thore, nähmiich das Brüssler Thor und das Fran¬ zösische. Der obere Bezirk steht in geistlichen Sachen unter dem Bischof von Namur. Die untere Stadt ist im Lütticher Gebiete gelegen. Der Magistrat besteht aus i Ammannn: ec verficht das Amt eines Majors, r Bürger¬ meister , 6 Rathsherren und l Schreiber. Der Appellationszug von diesem Gericht ge¬ het an den Rath zu Namur. In der hiesi¬ gen Gegend findet man Z Glashütten. Char- lcroi ist bekannt wegen seines Handels Mik Torf, Nägeln, Eisen rc. Chic- Z4S Lhreveru, Oervis, eine kleine Stadt , mit deiä Titel einer Pairie in Hennegau. Lhinp, l korieuM, vormahls eine Stadt, jetzt ein Dorf. Von dem hier gelegenen Priorat waren vormahls die Jesuiten in Luxenburg Besitzer. Dlarrvaux, Olsrs vsllis, eine Herrschaft mit einem Schloß und Etädtchcnam Fluß Welz iltr Herzogthum Luxenburg. 'Lommines, dominium, ein Städtchen aufei- »er Jnjelim Ley, im District Ipern inFlan- dern, 2 Meilen von MonS. Der Ort war vormahls befestigt. Hier ist eine Pcobstey, wovon der Bischof in Dvornik Besitzer ist. Cortryk, Franz Oourrra^, Ist. ÖvitrsLum, eine Stadt an der Leye, im District Gent, in Flandern, 8 Meilen von Brügge und Gent. Cortryk ist eine der ältesten Städte in den Niederlanden und hat den 4ten Rang unter den Städten in Flandern- Die Leye thcilt sie in zwcy Theile; das hier gelegene alte Kastell macht eine der 12 Pairies der Kastellanen Cortryk aus. Die Jesuiten hat» ten ein Collegium. ES ist hier eine Prob» stey von z Manns - und 5 Nonnenklöstern. Das hier gelegene Kapikul des Unser lieben Frauenstifts ist 1205 gestiftet worden, und besteht aus i Dechant und 12 Chorberren; dann gehören 14 Kapellane und 5 Vwarien dazu. In geistlichen Sachen stehet Cortryk unter dem Bischof von Doornik. Cortryk ist der Haupkort der Kastellanen gleiches Na¬ mens. Dieselbe wird in 5 Bezirke abgesondert. Diese sind 1) Haarlebeeke, 2) Thielt, g)Deyn-- ft ;»4) Meenen und z) Ronde van ig Paro- chien. Bey dem Magistrat stehen Ein Grand Bail- 4 543 Bailli, »Bürgermeister, Mälhe, 4Gardolphes, i Pensionairrath , undr Schreiber. Die Stelle dcsAmmanns ist lebensläng!ich,ebett so auch die der Pensionäre und Schreiber. Sie werben von dem Fürsten gewählet. Cortryk ist wegen sei¬ ner trcflichen Wcbercy in Leinwand sehr im Ruf. Die Weberey nahm im Jahre 126z ihren Anfang. Die hiesige Leinwand hat guten Absatz in Frankreich. Denbermonde, eine Herrlichkeit IN Flandern, im Distrikte Gent. Die hiesige Gegend ist fruchtbar an Getreide , Flachs und Hanf. Die ju derselben gehörigen Orte stehen theils unmittelbar, theils mittelbar unter dem Lan- drsherrn. Die Herrlichkeit Dendermonde mit der Stadt gleiches Rahmens wurde von Lud¬ wig dem 14. Grafen von Flandern mit Flan¬ dern verbunden. Dendermonde, "I enerremonsta, franz. 1'enre- moncle, eine Stadt an der Mündung der Dender, da, wo sie in die Schelde fallt, in der Herrschaft gleiches Rahmens in Flau» dern gelegen. Das hier befindliche Schloß, welches sehr fest gebaut ist, liegt an der Schel¬ de bei) der Mündung der Dender, und ist der Sitz des Lehcnhofs der Herrlichkeit Dender- Monde. In dem Barriervertrag von 1715 wurde den Generalstaatea vom Hause Oest¬ reich Hierselbst ein gemeinschaftliches Besa» . tzungsrecht zugestandcn. Dixmuiden, eine kleine Stadt in Flandern, im sogenannten freyen Lande. In der hie- figen Gegend wird die beste Butter gemacht, tvornik, obes schon in der Grafschaft Flan¬ dern -r legen ist, macht cs doch mit seincmBezirk Z45 eine besondere Herrschaft aus und ist cinTheil des östreichrschen Flandern. Dvornik stand in den altern Zeiten , bis in das Jahr »ZZ8, da cs ein eignes Oberamt erhielt, unter der Gerichtsbarkeit von Vermandois. Heinrich VM. König von Frankreich hat izrg die Herrschaft an Frankreich verkaufet. 1521 hak sie Carl V. erobert und seinem Sohn Philipp eingeräumrt. Carls Gesinnung war, die Herr¬ schaft mit Frankreich zu vereinigen. 1667 kam dieselbe in die Hände der Franzosen. 1702 haben die Miirten sie wieder erobert. 1715 kam sie , in Folge des Badenschen Frie¬ dens, jedoch mit Verlust mehrerer dazu ge- hörigen Orte, wieder an Burgund. 1769 ward mit Frankreich ein neuer Vergleich ge¬ troffen , verschiedene Stücke an dasselbe ab¬ getreten und alle Vermischung aufgehoben. Das Gebiet!) Dvornik grenzt in Norden an Flandern, in Osten an Hcnnegau, in Süden und Westen an bas französische Flandern. Der Hauprfluß in dieser Herrschaft ist die Schelde. Die flammändische und die fran¬ zösische Sprache sind die gewöhnlichen Spra¬ chen. Das Wapen von Doornik besteht in ei¬ nem silbernen Wapenschild im rochen Felde. Doornik wird so zu sagen, von zwcy Bchör- Den beherrschet, mchmlich ») von dem Magi¬ strat« Doornik, dessen Jurisdiction sich über die Stadt und den dazu gehörigen Bezirk er¬ strecket, und b)von dem geistlichen Obergc- richte. Eine Charte von Doornik hat Jail- lot auf i Blatt geliefert. Doornik, lsournazr, eine Stadt in der Herr¬ schaft gleiches Rahmens, i Z Meilen von Brus¬ sel. Von der Schelde, welche den Orr durch¬ fließt , Z4Z fließt, wird sie in 2 ungleiche Theile abge¬ sondert. Längst der Schelde findet sich ein im Jahr i6Zz angelegter, izc-a Schritt lan¬ ger, und 800 Schritt breiter Damm. Der Magistrat ist in 2 Kammern abgesondert. Die erstere besorgt bloß Gerichtssachen; die Glieder derselben sind der Grand Prevot,6 Räche, der'Generalprocurator und der 2te Fiscal. Die 2te Kammer, in welcher sitzen der Groß Maire, 5 Gcschworne, der Raths- pensionär und z Greffiers; hier werden auch die Poiiceigeschäfte behandelt. Hier hat auch der Rath, (Conseil äs '1'vurn3)r L lournensts seinen Sitz; er bestehet aus dem Groß Laiili, als Bräsidenken, und 6 Röthen, darunter sich der General Procurator befindet. Der Le- Henhof ist mit diesem Rath, der eigentlich als ein Provincialgericht anzuschen ist, ver¬ bunden. Die Gerichtsbarkeit dieses Raths erstreckt sich auf l6 Dörfer, die Ludwig XI V. der Lehenherrfchaft entzogen — und zum Gc- bieth Dvornik geschlagen hak. Die geistliche Jurisdiction ist zwischen dem Bischof zu Dvor¬ nik und dem Bischof zn Cambrai (im franz. Flandern) getheilet. Die Gerichtsbarkeit" deck letzteren erstreckt sich über jenen Bezirk, wel¬ cher gegen Henncgau gelegen. Die Stadt hat 7 Thore, man hat hier 1778, zgro Häu- ser gezählt, die von 22,84z Seelen bewohnt waren. Diese Anzahl Seelen befand sich in¬ nerhalb Dvornik , außerhalb derselben belief sich ihre Anzahl ans 2,8rz Köpfe. Di« vor¬ züglichsten Kunstproducte in und um Dvor¬ nik können in der vorstehenden Kunstproduc- *en Tabelle nachgelesen werden. Fünfter Band. 2" Mth. M m Da- S46 Daelern, eins Grafschaft im Herzogchrhum LilN« bürg. Dieselbe enthält diese Orte, alsLu» bei, Bernauwe, St. Jean Sart, St. Mar» tin, Mher, Mouland rc. Enyhien, ^nxia , ^nxinnnm , eine Stadt und Herzogthum in der Grafschaft Hennegau, 5 Meilen von Mons. Von dem Herzogthum ist das Haus Aremberg Besitzer. Man wirkt hier Tapeten, und der hier gelegene Thier¬ garten ist sehcnswürdig. Eupen, Oeven, franz. Nean, ein großer Markt im Herzogthum Limburg, 2 Meilen von der Stack gleiches Rahmens gegen Osten gele¬ gen. Hier sind viele reformirte Franzosen, und der Ort ist wegen seiner vortreflichen Weberey in Luch bekannt. Flandern, «ine Grafschaft , wird in z Haupt- theile abgesondert, als: r) in das östreichi- sche, 2) in das französische und g) in das holländische. Von dem östreichischen Flan¬ dern ist gegenwärtig die Rede. Flandern, mit welchem Artois vereint war , hatte sein« eigne Grafen; sie fangen mit dem Jahr 858 «n. Balduin kömmt darunter am ersten vor; er war mit Judith, des fränkischen Königs Carls Tochter verehelicht. Die Grafen, dl» ihm gefolgt sind, sind diese: zgv Balduin II. des vorigen Sohn, yrg Arnvlph I. des vorigen Sohn. -;8 Balduin III. des vorigen Sohn. * Dieser hat um das Jahr 950 die Weberey in Flandern eingeführt und durch angeleg¬ te Jahrmärkte die Handlung befördert, -S4 Arnvlph H- des vorigen Sohn. 0-7^777-2 247 988 Balduin IV. des vorigen Sohn. roz4 Balduin V. des vorigen Sohn. * Er brachte die Grafschaft Alst an Flandern; er schrieb sich Oomes klsnäti«, Nsrcbio L kdjlixxj risncoiuw keßis Hrocurgtor s« Lazrlus. Lauster klaust. 'I'. HI. iv6? Balduin VI. des vorigen Sohn vermählt mit Richild einer Tochter und Erbinn Ragi- ner V. von Hennegau. Sein jüngerer Sohn hat die Reihe der Grafen von Hennegau fort¬ gesetzt. 107O Arnolph HI. des vorigen Sohn. 1272 Robert I. Balduin V. zweyter Sohn. Er hat Arnolph erschlagen. ro-4 Robert II. des vorigen Sohn. n l2 Balduin VIl. des vorigen Sohn. m- Carl I. ein Sohn Canuts in Dänemark.' H27 Wilhelm, rin Sohn Roberts in der Nor¬ mandie. H28 Throdorich, «in Sohn lThevdortchs, Gra¬ fen in Elsas. tl6z Philipp I. des vorigen Sohn. * Dieser hak die Grafschaft Aalst von neuem als ein Reichslehen mit Flandern vereinet, 1179 Artois aber von Flandern getrennek. Margarethe, eine Tochter der Schwester Philipps I. Balduin IX. (tn Hennegau V.) wurde 1204 Kaiser zu Constantinvpet s 1205. *205 Johanne des vorigen Tochter, erbt Flau- dern, Hennegau und Namur. M m 2 »27» 549 1279 Margarethe II. der Johanne Schwester, ir/- Guido von Dampicr, ein Sohn Marga¬ rethe II. aus der zweplen Che. izoZ Rvdcrr II. des vorigen Sohn. 1240 Ludwig ll. Robcrcs II. Enkel, blieb in der Schlacht bei) Cressy 1^6. iZ4lLudwigIll. des vorigen Sohn, letzterGraf iu Flanderu s- rz8;. * Seine zweyte Gattinn Margarethe, Jo¬ hann l!l. Herzogs in Brabantjüngste Toch¬ ter bekam Antwerpen zum Herrathsguk. Ludwig besaß nebst Flandern auch Nevers, Rethel, Franche Comte, ArkoiS und Me- chcln. azLZ Margarethe III. eine Tochter Ludwig II. * Sie war ig;o gebohren, und besaß die vorste¬ henden Länder, welche sie durch die Hei- rath 51369) mit Philipp dem Kühnen Her¬ zog in Burgund erha, ten hat. Lurch Carl des Kühnen Tochter Marie, welche, wie schon gesagt worden, sich mit dem Erzhe- zog Maximilian verehiichte, kam Flan¬ dern an das üstreichische Haus. DasFlan- - derische Wapen ist ein schwarzer Löwe im goldenen Flde. Philipp k hat dieses Wa- pen am ersten geführet. Charten von Flan¬ dern haben Homanu, Dudek, Nie. Vi¬ schers, Scutker, Biaeuw, Merkator ec. geliefert. Las östrekchisch« Flandern grenzt ju Norden an die Scheide; sie macht hier die Grenze mit Seeland, in Osten an Bra¬ bant, in Süden c.n Hennegau und Ar¬ tois , m Südwcstcn an das französischeFlaN- bern / 54- dern, und in Westen an die Nordsee« Flan¬ dern wird nach der Landplage am richtig¬ sten in das östliche und westliche abgetheilet. Der östliche Theil begreift Gent, Brügge und das sogenannte freye Land in sich, der west¬ liche Theil hingegen besteht aus dem Di» stricte von Wern. Das östreichjsche Flan¬ dern kann noch abgetheilt werden, r) in das tcutsche, 2) wälsche, und g) in das eigene Flandern. Das erste grenzt in Nor¬ den an die Nordsee, in Osten an das kais. Flandern, und an die Schelde, in Süden an die Leye und in Westen an Artois. DaS wälsche Flandern grenzt in Norden an das deutsche, in Osten an die Schelde, in Sü¬ den an Cambray und in Westen an die Leye und an Artois. Diese Z Theile hat Carl V. durch den mit Franz l. er¬ richteten Vertrag von der Abhängigkeit an Frankreich losgemacht. Der Name.- kais. Flandern, kömmt daher, weil dessen Di- strict, welcher die Grafschaft Aalst, das Land WaaS, die 4 sogenannten Aemker und das Land jensett der Schelde in sich begreift, unter der Oberherrschaft des Reichs stand. Der dritte Theil stand einzig un¬ ter den Grafen von Flandern; dazu gehö¬ ren Bornheim, Dendermondc und Geers- bergen mit ihren Distrikten. Die herrschen¬ de Sprache ist die flammändische. Flan¬ dern ist unstreitig eines der gesegnetesten Länder auf Gottes Erdboden. Es genießt einer gesunden Luft, ist trächtig an Ge¬ treide, erzeugt vortreflichen Flachs, und hat Angeneiil ergiebige Weiden, welche eine blühende Viehzucht zur Folge haben. Zu W m z den SSo Len beträchtlichsten Naturprobucten Fkan» berns gehören noch die Kohlsaat, des Krapp, das Obst rc. Flandern ist auch seiner Kunstproducte wegen berühmt. Die Kunst, Figuren in die Leinwand zu we¬ hen , besitzen die Flammönder im höchsten Grabe, so wie sie die Erfinder vieler Kün¬ ste sind. Johann von Eyk hat im XV. Jahrhundert die Bereitung der Oelfarben erfunden. In der Färberey im Tuche und Zeugen kömmt ihnen so leicht keine Nation, gleich» Kreye» Land, vitro krsnconawm, terrs Iran- , ca, het vrye, stand vormahis unter der Ge- , richtsbarkeit der Stadt Brügge, kam aber im zweyten Jahrzehenk des rzten Jahrhun» Lerts, mit Genehmigung drS Grafen Philipp I. von derselben los, und erhielt feinen eige¬ nen Magistrat. Die bemerkenswürdigste« Orte in diesem Landesbezirk find ! Blanken¬ berg, Damme (eine kleine Festung), St. Andre (ein VenedictINerstift) , Dirmuidcn ; Ecklo (ein Markts, Eversham sein Chorher- renstsst St. Augustins), Furne; Ghistel (ein Markt). Knocke (eine kleine Schanze), kich- rervelde; komberthyl (ein Markt),, Male (eine Baronie), Los (ein Markt), Middels bürg (eine Grafschaft mit einem Städtchen gleiches Rahmens), Nieupoort; Oudenborg (einMarkt), Ostende, Plaßendaal (einFort), Thorout (ein Markt), Wynendal (eineHerr» schäft); das freye Land hat die vierte Stelle unter de« Ständen in Flandern, und behaup¬ tet bey der Erbhuldigung den 2t«n Rang» Seine beträgt bey 7 Meilen, und z dev 55» her Breite. Dasselbe grenzt i» Norden sn die Nordsee, in Osten an die Lievr, in S >den an Ipern, und in Westen abermahl an die Nördfee. Das Gedieth Furn, auchFuraeAm: dacht genannt, zählet 42 Dörfer, welche in 42 Vogteyen verthcilt find, imd eine Strecke Landes von 77,755 Aschern (Mexnrer) dr- fitzen. Man rheilt Furue in das Holzlarrd und in die Ebene. Der erstere TMrrrt ,'ß trächtig aa Getreide; es ist mittelmäßige Ernte?« wenn ein Acker nur F Raßeren (rzo Pfund) trägt. Die Ebene besteht aus zwry Drittheiien Weide. Die Luft w«r hier vsr- mahls ungesund, seit dem aber dss faule Wasser abgeleitet, und das Moorland in Ackerland umgeändert Wörden ist, »st der Bezirk sehr gesund. Ma» trinkt Cisterne»- wasser. Die Cisterne» find von besonderer Größe. 177g hat uran im Amt Fnrnr Key 34,000 Stuck Hornvieh, 2,764 Pferde, und 1274 Fällen gezählt. Die Nordsee begün¬ stigt den Handel in Furne rmgeMem. Ver¬ schiedene Kanäle irr diesem Lande Verbinder» dasselbe mit Brügge, Wmposrt, Düuftr- chen re. aurne, Veurne, franz FurneS, eine Stadt, inr freyen Laude, im westlichen Mandern, eine Meile von der Nordsee, mitten am Ka¬ nal , welcher von Brügge nach Dünkirchen führt, gelegen. Die Srrdtpfarre wird von dein hier gelegenen Prämonffratenserstift ver¬ sehen , und seit r/g» lehren dir Väter des Dratoriums die Humankoren »745 im Jvip bat sich der Ort, aks rin Barrierplatz auf Kapitulation den Franzosen ergebe»- Es wer¬ de« hier über zona Seele« --zählet, «eiche M«- k SS 2 in z Kirchspiele Lertheilet sind. Furne und dessen Gebieth steht in geistlichen Angelegen¬ heiten unter demBißthum Ipern. Der Ma? gistrat in Furne besteht aus dem Grand Bail- li, 2 Bürgermeistern, als dem Bürgermei¬ ster und Landhouder der Gemeinde, und dem Bürgermeister und Landhouder des Gesetzes, 12 Schöppen, i Penfionärrath, z Raths¬ schreibern , i Generaleinnehmer der Stadt und der Kastellanen- Der Magistrat richtet sich nach dem gesetzmässigen Herkommen, welches 66, in Artikel verkheilte, (Titel ent¬ hält. Die Kollegiatkirche zu St. Walburgis ist gebaut worden. Das Kapitul besteht aus 4 Prälaten, 8 Domherren und 6 Ka¬ nonikern. Geertberyh, Oerarfli montmm, Nous 6s- rarcii, franz. Oramrncmr, eine kleine Stadt, am Fluße Dender, der sie in den obern und untern Bezirk abkheilet, in Flandern, im Disiricte Gent gelegen. Hier ist die ansehn- sebnliche Benedictinerabtey zu St. Adrian gelegen. Zu dem Stadkgebiethe gehören 45 Dörfer. Geldern, ein Hcrzogthnm. Derjenige District, welchen das Haus Oestreich in Folge des Utrechter Friedens vom Jahr 1713 besitzt, ist ein kleiner Lheil. und bestehet meistens aus Moorlande. Der Hauptfluß ist die Maas, welcher das Quartier in 2 Lheile, nähmlich von Süden gegen Norden abthei- let. Geldern war vorn Jahr 878 bis auf 1061 eine Herrschaft. Dec letzte Besitzer war Richard lli. Seine Tochter Adelheid war ve'mählt mit Otto Walrabi, Grafen von Naßau Lohn; von ihr kam also Gelder« an 553 an den Naßauischen Stamm, von welchem eben Otto io6l der erste Graf von.Geldern war. Romalo tck. warb 1526 von Kaiser Ludwig, dem Bayer, zum Herzog erhoben, und seit dieser Zeit ist Geldern ein Herzog- thum. 1471 erhält Carl der Kühne von Burgund von Arnold Egmond die Ccssion auf Geldern. Im Jahr 1477 bis 1492 beherrsch¬ te Geldern Erzherzog Maximilian. Wegen seiner Gemahlinn Marie von Burgund nahm Carl von Egmond, ein Sohn Adolphs, das Land 1492 wieder in Besitz, , ihm folg¬ te Wilhelm von Cleve, den Carl von Eg¬ mond zum Erben in Geldern eingesetzt hat. 1545 wurde Carl V. Herr von Geldern. Die g Quartiere, welche sich 1579 mit dem Utrechter Bunde vereint haben, sind unter dem Nahmen:, Niedergeldern, oder Nordgel- dern hekannt. Der östrcichische Anthcil an Geldern hat den Nahmen : Obergeldcrn ; auch von diesem Theil hat Oestreich 1713 die Stadt Geldern mit ihrem Bezirk, dem Land Kessel und dem Amt Kriekenberg an das preußische Haus, 171z an Holland die Stadt Venlow mit dem dazugehörigen Gebiethe, die Veste St. Michael und Stevcuswccrt mit dem Bezirk Monfort, und 1719 an Kur¬ pfalz als Herzog von Jülich die Stadt Er- kelins mit der dazu gehörigen Vogtey über¬ lassen. Das ganze östreichische' Geldern be¬ steht nun bloß in der Stadt Ruremonde, der Herrschaft SwalM, dem Kloster Odi- licnbergh und mehreren Dörfern und Frey- Heiken. Dieser Landesbczirk grenzt in Norden an das preußische Geldern, in Osten an Cöln, in Süden an Jülich, und in Westen M m 5 an 554 an Lüttich. Der Vertrag vom rs. SepL. rZ4S, vermög dessen Geldern die Her» schäft Carls V. anerkannt hat, enthält ver¬ schiedene Privilegien dieser Provinz, Das Wapcn ist ein von oben bis unten gespulte» «er Schild, in dessen blauem Felde rechts ein goldener Löw, im goldenen Felde links em rother köw, heyde aufrecht gegen einander sichen. Die teutsche Sprache ist hier die herrschende. Geldern läßt sich am richtigst«« abtheilea, i) in das Gebieth Ruremonde, und 2) in die Gekdrischen Freyheiten. Die letzteren sind Lehenstücke, die nicht unter der Administration der Landstände stehen, fonderni ihre Subsidien besonders unter dem Nah¬ men: Nationen, entrichten« Diese Freyhe» ten sind von besonderem Werthe. Die We, berey in Tuch und Leinwand, dann der Flachs¬ bau sind di« wichtigsten Rahrungszweige der Einwohner in dem östreichischenGeldern. Gemblours, lat. OembigLnm, ein alkeS Städt¬ chen in Brabant, im Quartier Löwen. Div in dem Städtchen befindliche Benedictiner» abkey steht unnüttelbar unter dem Papst» Gent, Ghendt, franz. 6sn6, lat. Osnäuvum, die Hauptstadt in Ostflandern; sie liegt 15^ Postmeile« von Wien, n von Brüssel, un^ g Von^ Brügge entfernt. Dieselbe wird von. 4 Fluße», nähmlich: der Schelde , Leye, Lieve und Moere ducchströmet, welche 26 In¬ seln machen; mittels zoo Brücke« werde» dis getrennten Lheile der Stadt wieder zpsammetr verbunden; dann hart Gent noch 2 beträcht¬ liche Kanäle, welche dem Handel sehr zu¬ statten kommen. Einer von diesen Kanälen ergießt sich bey Saß van Gent in die See- Md Z55 und dtt andere , 8 Meilen lang, dehnt sich nach Brüssel. Man schätzt den Umfang der Stadt auf z,688 Ruthen, jede zu 14 Fuß gerechnet. Gent hak 8 Thore, rz Plätze, darunter 7 große sind. Der sogenannte Frey- tagsplatz ist der größte. Hier wird alle Frcy- tageMarkt gehalten; denselben ziert die Bild» säule Kaiser Carl V. vorstellend. Zwischen dem Kaiser-und Muydenthor har Carl V. ein Castell anlegen lassen; es ward 1573 von den Rebellen zeschleifet, von dem Herzog in Parma aber 1584 wieder hergestellrt. Das Rathhaus ist ein ansehnliches Gebäude, und bestes aus 2 AbcheilungeN. Nahe an die¬ sem Gebäude ist ein hoher Thurm, Beftof genannt, worauf eine Uhr mit einem Glo¬ ckenspiele und einer großen Glocke (ncrocr Pfund schwer) ist. Der sogenannte Fürsten¬ hof war vormahls ein altes Schloß, und stand schon IZ6L- Ludwig der Herzhafte hat daraus seine Residenz gemacht. Das Ge¬ bäude hat g Abtheilungen. Carl V. erblick¬ te darin 1500 das Tageslicht. Die Zahl der Einwohner in Gent beläuft sich gegen Zchvoo Seelen. 1576 ist hier der Vertrag zwischen dem spanischen König Philipp ,11. und der Republik der vereinigten Niederlan¬ den geschlossen worden. Der Magistrat in Gent besteht aus einem Orsnä Lsilli , dann zweyerley Gattungen Lcdevirm (Ge» fchwornen). Die erste Abtheilung enthält ts Lckevivo s Schöppen) lie 1s Leuro; 3 Rathspensionären, 4 Secretären. Zur 2ten gehören n Lcbevinr des Parchons, Pensionärrath , und 5 Secretäre. Von hier gelegenen Bißthum und den Kunst- pry« 5Z6 prodncten ist bereits gehandelt worden. De? heutige Handel der Genter beschränkt sich vorzüglich auf Leinwand ; der Weinhandel ist ebenfalls beträchtlich. Die hiesigen Fisch Händler sind befugt, von allen durchgehenden Seefischen den Oritcheil zurück zu behalten- Bloß die Fischkäufet für den königlichen Hof in Paris unterliegen dieser Abgabe nicht. Von dem großen Hang der Gcuter zu Un-> ruhen gibt uns die Geschichte viele Bcyspiele. Der Abt der Benedictinerabtcy zu St. Pe¬ ter nennt sich Primas von Flandern, und ist Präsident der Versammlung der nieverländi- schcn Klöster , welche unmittelbar un«r dem Papst stehen; dann waren hier 17802 Manns- abteyen, 7 andere Mannsklöster, 22 Frauen- klöster, 2 Bcghinenhäuser. Die Jesuiten hatten 2 Kollegien , und der sogenannte Tempelhof war ein Eigcnthum des Jesuitenordens. Gent, eine Burggrafschaft, Caßelrie van der Oudenburg , deren Gericht im Grafenka» stell zu Gent gehalten wird. Sie wird in 4 Aemtcr abgesondert, und begreift 46 Dör¬ fer und verschiedene Herrschaften in sich. Unter den verschiedenen Forts, welche an dem Kanal der nieuve Varl na Ghendt ge¬ legen, ist das Fort St. Philippe, das vor¬ nehmste. Gr-rmmonr, s. Geertsberghe. Grevcnmachern , äsgcksra t?omiti8 , eine Stadt, in der Vogtey gleiches Rahmens, im Lapenburgtschen an der Mosel. Grimberg? , eine Freiheit, mit einer besann' ten Piämonstratenserabtey, im HerzogthtMt Brabant. im Quartier Brüßel. i-88 wurde diese Herrschaft unter dem Nahmen Berghes 557 zu «inen» Fürstenthum erhoben, und ist ein Eigcnthum des fürstlichen Hauses Oranien. Hal, Halle, franz, lllsule , lar. Halla , ein Städtchen an der Secne, im Herzoglhum Limburg. In dem hier gelegenen Schlosse starb 1404 Philipp der Kühne , Herzog von Burgund. Der Hauptnahrungszweig besteht in Korbmachrn und Wcidenstcchten. In geist¬ lichen Angelegenheiten steht der Ort unter dem Bischof zu Cambrai. Hennegau, eine Grafschaft, hatte vom Jahr 898 bis 977 ihre eigenen Grafen, da sic mit Flandern vereinigt war. Der erste Graf von Hennegau war Raginer. Im Jahr 1042, nach Raginer V. Tode, erhielt dessen Tochter Richildis die Grafschaft Henncgau, s. oben Seite 547. Balduin IV. Der Nähme Hen- negau wird von den Worten Henne (Fluß), und Gan (Land) abgeleitet. Henncgau wird in den obern (nördlichen) und untern (süd¬ lichen) abgethciler. Den letzten Theit be¬ kam Frankreich durch den pyrcnäiscben, nim- wegischen, und ryswickiichen Frieden. In Folge des bereits angeführten Vertrags vom 16. May 176-- überließ Frankreich an Oest¬ reich alle zur Kastellane») Lille gehörigen und in Hcnnegau gelegenen Orte. Das ösirei- chische Hcnnegau grenzt in Norden an die Grafschaft Flandern, in Osten an Brabant, in Süden an das französische Hennegau, und in Westen abermahl an Flandern. Das Wapen des Landes besteht in einem in's Ge¬ vierte getheilten Wapenschjld, in dessen rech¬ en obern, und linken unterm goldenen Fcl- °e ein schwarzer aufsteigendcr Löw mit ro- E»en Klaue« und rorher Zunge, im linken obern §58 ohern aber und rechten untern goldenen Feld ein rother ausstehender goldener Löw mit blauen Augen und Zungen erscheint» Char¬ ten von Hennegau haben geliefert Merca¬ tor, Biaeuw , 1720 Jaillok, 1754 Homanu, 1764 Robert» Das ganze Land wird inKa- stestaneyen, Prcvots und Aemter abgetheilet. Zu den Kastellaneyen gehören, Ath, Brain Lecomt, Leuferc. PrevotcsindBinche, Mons rc. Aemter Enghien, Roeul rc. Zu Hen¬ negau gehören noch das Herzogthum Havre, die Fürstenthümer BarbenconBrain le Cha¬ teau ,Ligne , dann die Baronie Antving, Bel- loeil und Boußut. Die Hauptstadt in Hen¬ negau ist Mons, in derselben hat der sou» veraine Rath von Brabant seinen Sitz. Der¬ selbe besteht aus dem Grand Bailli, einem Präsidenten, 2 geistlichen Rächen, 2 Che- valersi vom Hof, 12 Rächen üe Kobe kongue, 2 Greffiers, 4 Secretären, und r Fiscalsub- stituten. Die Gerechtsame dieser Provinz sind in den Urkunden enthalten, welche den Na¬ men t^ksrkres haben. Im Jahr 1780 hat man in Hennegau gezählt. 2 Benediktiner Ab- teyen, 2 Ctstercienser - 2 Prämonsiratenser- und 2 Augustiner Ableyen, dann von Non¬ nenklöstern 2,2 Benedictiner -2 Cisterctnser, und 2 Augustinerklöster. Herve, eine große Stadt im Ltmburgtschen. Dee Ort ist seiger vortrefltchen Käse wegen, wo¬ mit ein beträchtlicher Verkehr getrieben wird, und der Lohgerberey wegen bekannt. Hertoyenrade, oder der Theil jenes Landes- beztrks , welcher unter diesem Namen in Fol¬ ge des bekannten Friedens zu Münster beM Haus« vestreich geblieben ist, enthält die Stadt 55S Stabt Herkogenrade ( Hcrtogenraid) der Hauptort deö Landes, ferner Klosterrade, «ine Abtey, deren Abt den ersten Rang unter Den Limburgischen Ständen bat, dann die Dörfer Alsdorf, Bochhvlz, Kcrkenrvdr, Mark¬ stein , Ubach rc. ^odimont, ein Markt im Limburgischen. Ho- dimont ist im strengsten Verstände die Dor« stadk von Verviers (im Lüttichischen) liegt aber auf dem östretchischen Boden. Die Tücher, welche die hiesigen französischen Protestanten verfertigen, haben im Auslande beträchtlichen Absatz. St. Hubert , eine ansehnliche Benedirkincr Ab¬ tey, zwischen Bastegne und Rochefort im kuxenburgjschen. 1709 begab sich Frankreich aller feiner auf diesen Ort vermeinten Rechte. Juboigne, bcy den Niederländern Geldenaken genannt, ein Städtchen an der Gete im wallonischen Brabant. Ipern, oder Dperen kxrs, Iprenim, franz. VpreS, die Hauptstadt in Westflandrrn an der Jperle. Dieser Fluß entsteht nicht weit von der Stadk Ipern, fließt Lurch di« Stadt, wird von üLandseen verstärket und fällt nach ei¬ nem Lauf von z Meilen in die Mser. Hier ist ein Bzßthum. Der! siebente 'Bischof der¬ selben war Cornelius Iansepius, von wel¬ chem die bekannt« Ianfentstenftcte ihren Ur, sprung hat. Das Ntßthum begreift 9 Deka¬ nate in sich, als: das Archipresbiterat Ipern von 6 Pfarren, das Decanat zu Wvnoxber« L« von zo Pf. bas Dekanat ^zu Cassel von 2» Pf., zu Berone von22 Pf., zu Pelle von *6 Pf. ,zu Marsten von 15 Pf. , zu Pvperin- L«n und zu Nieupovrt von g Ps, Di« Iesui« ten Aüo . ten hatten hier ein Collegium: dann find hier noch 5 Pfarrkirchen. Der hiesige Ma¬ gistrat besteht ans i Grand Bailli, Avouc, 8 Geschworncn , i Rathspenßonär und Greffier. Ipern, eine Kastcllaney, zu welcher gehören Vorsingen, eine Herrschaft, Comincs ( eine kleine Stadt ans der Insel in der Ley,) Mes- sene, franz. lVlslsines, lat. Mssenincum (ein Markt,) Nonnenbusch (eine beträchtliche Wal¬ dung,) Roßclaers, Moußelaar, franz, lionlles. lat. Idollarium (eine Baronie), Samenbeeke, (einDorf), Waesten oderWarneton s etnStädt- chen.) Ligne , ein Fücstenthum in der Grafschaft Hey- negau. Das Städtchen Ligne, IJznincum, ist zwischen Ach und Leuse gelegen. Ligne ward 1544 aus einer Baronie zu einer Graf¬ schaft und 1602 zu einen Fürstenthum erho¬ ben. Von demselben ist das berühmte Haus Ligne Besitzer. Der setzt lebende Fürst, Carl Joseph, ward am 2z. May 1735 gebohren, succedirte dem Vater am 7 April 1766, ist immcdiater Retchsgraf von Fagnoles im Nie¬ derrhein. westpyäuschen Kreise und im west- wcstphälischen Grafen Kollegium seit 21. Oct. ,786 und Iuly 1788 erster Pair von Flan¬ dern , Pair , Marschall , und Senechal von Hennegau , Pair von Namur und Artois, Grand von Soauien erster Claffe, Ritter des goldenen Vi;eßes,KommanbcurdesThe- resianischen Milizordens, k-. k. wirklicher Kam- m-rer, General Feldzcugrneister und seit l7?o Inhaber eines niederländischen Jnfanreriere- regiments. Limburg, ein Herzogthum, vornrahls eme Z6l Grafschaft, deren Ursprung dunkel ist, 1071 kommt Heinrich I. als Graf von Limburg vor; er war mit Judith, einer Tochter Frie- derichs von Luxenburg verehelicht. Ihm folgt sein Sohn Heinrich ni8; er warb auch Her¬ zog in Nieder Lothringen. Von dieser Zeit an führen die Grafen von Limburg den Titul Herzog. Er wurde mit Avela, Erbinn von Arlvn, wodurch diese Grafschaft an das Um, burgische Haus kam, vermählet. urtz kömmt Walram I. als erster Herzog in Amburg vor; ihm folgte ngo Heinrich VI. ein Sohn Walrams I. Auf diesen folgte Heinrich IV. des vorigen Sohn. Dieser erscheint als er¬ ster Markgraf zu Ärlon. Mit Walram III. erlosch 1280 der männliche Stamm Hein» richs II. Reinold I. Herzog in Geldern, als Gemahl der Ermmingardis, Toclmr Wall- rams III, nimmt Limburg in Besitz, wurde aber von Adolph I. Grafen in Berg, einem Sohn Adolph I V. von Berg verdrängt. Dieser ' (Adolph) verkauft sein Recht auf Limburg im Jahr irga an Johann l. Herzog inBra- öant, cs kam nun mit Adolph, dem Reinvld Und dem Grafen von LuMlburg, die eben¬ falls Ansprüche auf Limburg hatten, zu ei¬ nem Kriege. In der Schlacht bey Wornigerr (1288) behauptet Johann die Oberhand, nahm Limburg vollkommen in Besitz und vereinigte es mit Brabant. Zu diesem Herzogthum ge- hören noch die Grafschaften Daelem, Val» kenburg, und die Landschaft Hertogenrade , weiche drey Stücke zusammen ein Gebieth ausmachen und das Lano jenseit der Maas ge-- Uannt werden, EinTheil von diesenLändern fiel durch den Frieden zu Münster »648 an Hol» Bds. sre AbH« N n laub« Z62 yTüüW^-c) land. Die Orte, welche von den vorstehen¬ den Ländern dem Haus Oestreich gehören , und welche solches wirklich besitzt, kann man in ge¬ genwärtiger Beschreibung in Daelcm, Her- toqenrade und Valkcnburg Nachlesen. E u zeitlicher Herzog von Nieder Lothringen und Limburg ist Obcrvogk von der freyen Reichs¬ stadt Aachen. Limburg grenzt in Norden und Westen an Lüttich, in Osten an Jü¬ lich , und in Süden an Lüttich. Das Wa- pen enthält im silbernen Felde einen rothen Löwen mit gespaltener Schnauze, goldenen Klauen und einer goldenen Krone auf dem Kopfe. * Charten vom Herzogthum Limburg hat 162g Egid Martini gezeichnet; sie wurden von Blaeuw, Mercator, Iaillot ec. nachgestochen» Limburg dürfte man am richtigsten abtheilcn in das Land dies-und jenseit der Maas. Das Land dicsseit der Maas begreift S hohe Gerichte in sich. Diese sind: Barlem, Hrrve, Monzen, Wallhorn, Spremont. Das Land jenseit der Maas enthält: s) die Grafschaft Daelcm, b) die Landschaft Her- kogcnradc, und ch die Grafschaft Balken- bürg. In diesem Herzogthum ist die teuksche Sprache die herrschende. LimburF, die Haupstadt im Herzogthum glei¬ ches Rahmens, auf einem Berge, an dessen Fuße die Wezze, Wafer, vorüber stießt. AM Fuße des Berges bey der Wezze ist die Vor¬ stadt Daelem. Der hiesige Magistrat besteht aus einem Richter, i Bürgermeister, und 3 Rüthen. Lö- Z6z ^örvcn, I-ovanium, franz. I>0UVMN, die erste Stadt in Brabant, in einem Thale, 4 Mei- i^n von Brüssel. Ihre Form ist rund, dif Dyle fließt mitten durch dieselbe. Sie wird in die innere und äußere Stadt abge¬ sondert. Die innere ist seit 1165 mit Mauern und Graben umgeben; die äußere ward 1356 angelegt. Bevor Löwen Mauern erhielt war hier eine Burg mit dein Titel einer Graf¬ schaft, wozu Brüssel, Nivelle, Tervüren, Bil- vorden, Bueren. und der Wald Sonjcn Bosch gehöret hat. Die Burg ist an der Dyl, an der Strasse nach Mecheln gelegen. Die Stadt, welche 8 Thore hat, wird in 5 Vier¬ tel abgesondert, davon jedes einen Stadt¬ hauptmann hat. Die Volksmenge steigt auf 20,000 Seelen. Der Ort war in der Mitte des XiVten Jahrhunderts wegen der We- berey in Tuch sehr bekannt; man will hier gegen 4020 Luchmanufaeturen gezählt Haden» Die Intoleranz hat diese nützliclx Beschäftir gung unterdrückt. Die Bterbrauercy ist von großem Belange, die Brauer bezahlen jähr- uch 42,000 Gulden an den hiesigen Magi¬ strat, dessen Einkünfte sich jährlich auf !oo,oso belaufen sollen. Löwen hat die vortheilhafreste Lage zu einem Stapelplatz, daher auch hier der Kvmmiffions - und Speditionshandcl sehr blühend ist. Sehr beträchtlich ist der Waa° tenzug von Ostende und Brügge durch Lö- wen. Die Tuchmacher im Limburgischen ^ssen nun ihre spanische und levanttsche Wolle über Löwen kommen. Der hier b kindliche Kanal bringt dem Orte beträchtlichen Vor¬ teil , da er die Gemeinschaft mit der Schel¬ de rröfnet erhält. Die Jesuiten hatten hier N n s ein A64 ein Collegium. Löwen zählet 5 Pfarrkirchen. Die Pfarrkirche zu St. Peter ist zugleich ei¬ ne Collegiarkirche, an welcher r Probst, r Dechant, i Kantor, und 18 Domherren ste¬ he»; dann gehören hierher ro andere Aa» nouikate, welche mit theologischen und juri¬ dischen Lehrämtern beseht sind. Der hiesige Magistrat besteht aus Einem Maire, r Lirnte- tenant Maire, r Bürgermeister, und ü Ge- schwornen , ferner gehören hierher iv Eon- seillers äos lißnaZes , 8 Confeillerr sie» Marions, «2 Pensionärräthe, z Rakhsse- cretäre und r Greffier. Die Comeillers äes Plativns werden von den Qbcrineistern der Handwerker, welche die Nationen ausma- chen, geivähler. In Folge eines Privile¬ giums Herzogs Wcnzeslaus vom Jahr ig7- wird der Bürgermeister durch die Aeltesten der Nationen aus den eilf adelichen Raths¬ herren gewahlet. Der Maire hat bcy dein Magistrat als landcsfürstlicher Repräsentant den Vorsitz. Löwen, ein Quartier, wird in mehrere Haupt- metereien, und diese wieder in verschiedene Districte abgetheilt. Diese Hauptiueiercien sind 1) das Viertel von Löwen, welches 23 Dörfer in sich begreift; 2) die Meierei von Arschott; sie besteht aus der Stadt gleiches Nahniens, und aus 28 Herrschaften und Dörfern; z) die Meierei von Taggevinner; 4) die Maicrei Meerhous; Z) die Meierei Gichem; 6) die Meierei Tirlemont, die sich in die Meierei Cumptich, Ghete, und Halen theilet. Luxenbury /oder Lützelburg, ein Herzogthunr, nimmt den Mittelpunkt des ovn alten Zeiten her O7-E---V Z 65 her berühmten Ardenner Waldes ein, welcher, in sofern er zu diesem Heezogthum gehört, in 4 Gegenden obgetheilet wird, nähmlich in die von der Eissel um kuxeubnrg, von Fün enne gegen Horden bcy Marche ; von der Maas und von der Mosel. Die Ge¬ schichte dieses Herzogthums fängt mit Sieg? fried an, der -?6; bas Schloß Luzelinburhut besaß ; ihm folgte rooF sein Sohn mit Nahmen Friedrich. ng6 starb der letzte Gramm des Siegfrieds in Conrad II. ab, und die Grafschaft kam an Heinrich I. Gra¬ fen von Namur, einen Svh» Gottfrieds von Namur, und an die Hermesinde, eine Toch¬ ter Conrads I. Herzogs von Luxenbnrg. Im Jahre ng6 folgte in der Regierung die Her- mefinde und ihr Gemahl Theobald Graf von Baar. Als dieser 1114 starb, verehelichte sie sich mit Malram , Herzog in Limburg, wel¬ cher die Markgrafschaft Arlon mit Laxenburg vereinte. Aus dieser Ehe kamen zwey Süh¬ ne, nähiukich Heinrich und Gerhard; der erstere folgte nach dem Tode seiner Mutter (1246) in der Regierung. Er starb 1274, und war der erste, welcher das heutigeWapen von Laxenburg geführt hat; ihm folgte sein Sohn Heinrich, und diesem 1288 Heinrich der IV. ein Sohn Heinrichs Ilt. Er ward 1)04 Wm römischen König erwählet; diesem folgte Johann, des vorigen Sohn; er wurde rzrr. König in Böheim, dessen Sohn Wenzel I» 'vurdc 1254 im März erster Herzog vpn Lu- Driburg, in welchem Jahre sein Bruder Karl - Luxenburg zu einem Hrrzogthum erhob, starb 1288 ohne Erben, und vermög Nn, Le- S66 Testaments erhielt das Herzoatbum? iz83 Wenzel II. ein Sohn Kaisers Karl IV. * Dieser Wenzel verpfändete Luxenburg an seines Vaters Bruders Johann Heinrichs. Sohn Jodok von Mähren, dann an seines Bruders Johann von Görlitz Tochter Eli» sabcth für i2o,ovv Gulden rheinisch, wei¬ che Summe sie an Heirathsguthe zu for¬ dern hatte. 1419 trat die Regierung Sigismund ein Bru¬ der Wenzels U. an, der seit 1410 römischer Kaiser war. 1437 behauptet Albert von Oestreich, als Gemahl von Sigismunds Tochter Elisabeth, für sie das Herzogtum- 1440 ward Erbe Ladislaus, ein Sohn Al¬ berts. Die Witwe Elisabeth von Görlitz be¬ hauptete noch immer als Pfandinhabcrinn ihre Rechte auf Luxenburg, sie trat «solche 1444 an Philipp den Guten von Burgund ab; jedoch dem Rechte der Wiedeveinlösung, welches der ungerische König Uladislaus und seine Nachkommen hatten, unbeschadet. Von dieser Zeit an bat das Land mitBrabarck fast ein gleiches Schicksal. Der südliche Theil von Brabant kam in Folge des pi-re- näischen Friedens an Frankreich. Bertbo- let lNstairs sie Imxenburz, Koeler Lamilis augnsts I^uxemdurAensts 1722. * Surhyn Montanus hat die erste Charte von Luxenburg gezeichnet; Mercator undBlaemV haben sie mit allen Fehlern nachgestoche^ hie Herrmannischen Erben haben sie in et- W-s verbessert geliefert. Ls- Zo/ Luxenburg grenzt in Norden an Lüttich, Limburg und Jülich, in Osten an Trier, in Süden an Lothringen , und irr Westen an Champagne. Das Landeswapen besieht in einem rochen goldgeklöurcn Löwen mit ge¬ spaltenem Schwänze in einem blau mit Sil¬ ber zehen Mahl gespaltenem Felde. Luxen¬ burg wird verschieden abgctheilt; einige thei- len es i) in das teutsche, 2) in das wal- loniiche, und g) in das französische Luxen- bürg. Zu dem ersten, darin die teutsche Sprache die herrschende ist, gehören Luxen- bürg, Arlon, Bjddburg, Dasburg, Dik- rich, Cpternach, Grebenmachern, Esch an der Alzet, Hosin, Kcmich, Neurburg rc. Zu der zweyten rechnet man Durhuy, Ai)» vaille, Bastogne, Chiny, Habay, Hsufa- litze, Rochefort, Salm, Moutagurc. und zu dem dritten Aampvillers, Jvoix, Stenay rc. Am richtigsten wird Luxemburg in 2 Theile abgesondert, als s) in Vas teutsche Luxenburg, und k) in das wallonische. Das Herzogthuyi enthält in der Länge 20, und in der Breite 26 Meilen. Die Diöces in dem Lu» xcnburgtschcn ist zwischen Trier, Cöln, Metz, Lüttich rc. getheilk. Zu den herrschenden Sprachen gehört die wallonische, französi¬ sche , und die hochteutschc. Luxenburg, eine beträchtliche Festung, und die Hauptstadt des HcrzogthumS gleiches Rahmens, an dem Fluß Elze. Man theilt sie in die obere und untere Stadt. Der Rath in diesem Herzogthum ward r55S er¬ richtet. Derselbe bestand damahlS aus Ei» nein Präsidenten, und Räche» von jwry Klaffen, nähmlich aus den Rächen äe ko. N n 4 bs be cvurte und 6e Kode lončne. Dieses Collegium wurde 1782 am i. Äugust von Joseph II. zum souverainen Rath erho¬ ben, es bat nun ebenfalls seinen Präsi¬ denten, und eine best mmte Anzahl Räche, nach den oben erwähnten zwcy Ciaffen , 1 Geheim- schreibet, i Generalprocuratorsubstikut, r Einnehmer rc. Der Magistrat in Luxenburg besteht aus 7 Geschworncn. Die Jesuiten hatten hierein Collegium; an demselben be¬ steht jetzt ein Pensionat, welches für die vier Hnmanioren errichtet worden. Zu dem Je¬ suiten Collegium gehörten die Priorate zu Chini, Ayfatlle, Daules Moyncs und Usel- Lange. Die Stadt hat Graf Siegfried an¬ angelegt. Es gereicht den Einwohnern der¬ selben zum unsterblichen Ruhm , daß sie an den schaudervollcn Unruhen, welche der Fanatismus in den letzten Tagen Josephs kl. angesponnen hat, keinen Anchcil nahmen, durch alle mögliche Anlockungen sich nicht blenden liessen, und bereit waren, alles zu dulden, als ihrem Monarchen ungetreu zu werden. Lupenbury, (die Vogtey) deren Gericht aus dem Vogt, aus dem Ritter zu Clemancy, und den Landmaires zu Battemburg, Keh¬ len, kintgen, Sandweiler, und Schüttringeu besteht. Mecheln, eine Herrschaft, gehörte vormahls zur Oberherrschaft der fränkischen Könige- Ein gewisser Adon soll 75g von,Pipin dem Kurzen zum Grafen des Landes , welches setzt den Nahmen Mecheln hat, ernannt wor¬ den seyn. So viel ist gewiß, daß Carl der Einfältige bas Gebieth Mecheln (915) Kir- 569 Kirche zu Lüttich überließ. Dieselbe machte eine Schirmvogtcy daraus, und belehnte damit Bertholocn, Herren van Grimberg. Einer von diesen änderte den Titel Kasten- Vogt in einen Herrn von Mecheln; im litten Jahrhundert wollte» die Besitzer dieser Herr¬ schaft einen Thcil davon an Johann H. Herzog in Brabant überlassen, allein Lüttich widersetzte sich, und wollte in der Folge die Herrschaft an den Grafen von Hcnncgau verkaufen; diesen Kauf aber ließ der Herzog von Brabant nicht zu. Eben so gierig cs iz?3, da Mechel» an den Grafen vonFlan- dcrn sollte verkauft werden. Frankreich, als Vermittler zwischen dem Herzog in Brabant und den Grafe» zu Flandern, nahm indessen Mecheln in Besitz , und die Sache wurde ig-S dahin ausgeglichen, daß der Besitz von Me¬ cheln gemeinschaftlich bleiben, die Einkünfte aber getheilt werden sollten. 1346 endlich verkaufte der Graf von Flandern seinen An- kheil von Mecheln an den Herzog von Bra¬ bant Johann til. Nach dessen Tode kam Mecheln abermahl an den Grafen von Flan¬ dern , dessen Tochter und einzige Erbinn mit Philipp dem Kühnen, Herzogen von Bur¬ gund verehelichet war, ihm diese Herrschaft zum Hcirathguth mitbrachte, und so kam dieselbe an das Haus Oestreich. Mecheln liegt zwar mitten in Brabant , sie macht aber doch für sich eine besondere Herrschaft aus. 1490 ward dieselbe von Kaiser Fried¬ lich zu einer Grafschaft erhoben. Das Wa- Pen dieser Herrschaft hat im goldenen Felde Prey senkrecht ausgestellte rothe Pfähle zum Echilde. Man kbeilct das Gebieth Mecheln N n 5 m v--'2° s in brer-Theile, als: r) in die Stadt Mechekn, 2) in das Stadtgebiet!) , wozu z Kirckbör- fer, und <> andere gehöre» , uiid in die Dörfer Ehst und Ghestel. Die Stack Me»- chcln, lat. Nalia«, Noeklinia, franz. Ma- lives, liegt in der Ebene , und wird von der Dylen durchschnitten. Die Stadt hat F Thore, und ist 4 Meilen von Brüssel gele¬ gen, Hier hat das große Conseil, der erste Gerichtshof in den Niederlanden, feinen Sitz, rrud seit 1560 einen Erzbischof, welcher den Ti¬ tel als Primas von Burgund führet. Äußer der Metropolitankirche gibt es hier noch 5 Pfarren; die Jesuiten hakten hier ein Col- legium, und der teutschc Orden ist in? Befitz riner Kommende. Mechcln hak sein eigenes Stadtrecht, auch kann kein itzrabäntcr hiev eine Bedienung erhalten« Der hiesige Ma» qijirat besteht aus Einem Vogt (Laomtette), 2 Gemeinden Bürgermeistern (Oommünes Naities), 12 Schöppen, wovon 6, aus dem Ausschüsse der Bürger und 6 von den Hand¬ werkern genommen werden , 2 Policeimeistern, 2 Secretären , 2 Schatzmeistern , 2 Gressiers und 1 Einnehmer. Der Vogt wirb von dem kandesfürsteu gewähret, sime Steke ist le¬ benslänglich. In jeder Pfarre in Mechcln ist eine Frcyschulc. Die hier 1756 angelegte Caserne hat Raum für 2402 Mann Infan¬ terie oder Cavallerie. Das vorhandene Pfaudamr wird auf Rechnung deS Landes¬ fürstens geführt. Die oben angeführte Kom¬ mende soll jährlich 24 bis 25 »2 fl. tragen- Die bey der hiesigen erzbischöflichen Residenz befindliche Bibliothek hat der Cardinal le Bossa 57^ Eossü gestiftet, sie sieht aber zum öffentlichen Gebrauch bis jetzt nicht offen. Meer en, lot. ^lenena , franz. Ilonin, eine Stadt an der LyS, 2v Meilen von Brussel, io von Genc und ^5 von Paris. Die hie» sige Gegend ist trächtig an Getreide und hat ergiebige Wiesen, die sich in natürliche und künstliche thetlen. Die vielen ansehnlichen Kunstproducte, welche dieser Ort hervorbringt; können oben im Artikel der Kunstproducken- tabclle nachgelesen werden. Der Magistrat in der Stadt Meenen besteht aus Einem Grand Bailli, ! Lieutenant Bailli, i Bürgermei¬ ster ,6 Schöppen,! Pensionärrath und i Pcn- sionnär Greffier. Das platte Land von Mee- nen (la verZe äe lVlsniu ) besteht aus 12 Kirchspielen , dem Markt Isengheim und s Dörfern. Jedes Kirchspiel hat seine eigene Obrigkeit, welche zusammen einem besonder» Magistrat untergeordnet sind.- Derselbe be¬ steht aus dem Grand Bailli, 4 Schöppe» und r Pensionnairralh« Er hat in der Stadt Meenen seinen Sitz , und erkennet über alles, was die Steuern betrift; hierbei) liegt das Reglement vom zr Juli) i6gi, Transport von Flandern genannt, zum Grunde. tNons, Bergen, lat. iVlonrez tZannouise, die Hauptstadt in Hennegau, ist auf einer An¬ höhe am Fluß Troille gelegen. Die Stadt wurde 1716 befestigt; sie hat 6 Thore, und ist ic> Meilen von Brüssel, wohin eine schöne Hauptstrasse führt, entfernet. In Mons hat der bekannte souveraine Rath von Hennegau seinen Sitz. Der Magistrat besteht aus Ei¬ nem Maire, y Schöppen, 2 Pcnsionärraths-- heysitzern, i Ralhspensionär und Pensionnärs» A.>^2 advokat i Gerichtsfchreiber , r Policeifchrei- der und Schatzmeister. Moris , Prevok, ein Bezirk um dre Hauptstadt gleiches Namens; er machte in den älter» Fei¬ ten die Grafschaft Mons ans, und wurde schon vsn Carl dem Großen von Auflrasisn abgesondert. Erbkastellan dieser Prevot ist der Herzog von Gavre. Der ganze Bezirk ent¬ hält 2 Städte und 95 Dörfer. Namur, eine Grafschaft. war im roten Jahr¬ hundert ein Theil der Grafschaft Lomme (r^- xuz lommenliii) und der Grafschaft Arnar» (l'sgux arnusnüs); jene lag zwischen der Maas und Sambre, und diese dehnte sich vomlcz-- ten Fluß bis jenseit Gemblours. Der erste Graf in Namur kommt yjjo vor, er nannte 66) Albert I. und war mit Crmcngardis - einer Tochter Carls, Herzogs in Lothringen ver¬ mählt. Ihm folgte !OOo fein Sohn Robert diesem lOlg Albert II. ein Bruder des vori¬ gen; Albert III. des vorigen Sohn, 1106 Gottfried des vorigen Sohn , n^oHein- riä) der Blinde, des vorigen Sohn, und der lezte von diesem MannSstal» starb 1196« Nach dessen Tode brachte Ermengardis, eine S6)we- ster Heinrichs II. und Gemahlinn Balduins, Grafen von Hennegau, wie schon gesagt wor¬ den , Namur an dieses Haus. (Marne Kvire ste l^amurch 1421 verkaufte Graf Jo¬ hann HI- welcher keine rechtmässigen Kinder hatte, Namur an,Philipp den Guten, Herzog in Burgund fstr 1^2000 st. An Folge dcS Nimegischen Friedens bat Frankreis) die Fe¬ stung Charlemont, nebst einigen Dörßernum Namur erhalten. Char- Ein« Charte von Namur haben dir Homa NN lo¬ schen Erben (47^6) geliefert; sie ist ein Nach¬ stich von Surhonü Charte, Vic bey Blaeuw zu finden; JaiSot hat die Grafschaft in 12 Blättern gezeichnet. DasLLapen be¬ steht in einem schwarzen aufstehenden Löwen im goldenen Felde mit einem über den gan¬ zen Schild gezogenen rechten Querbalken. Namur grenzt in Norden an Brabant, in Osten an Lüttich, in Süden an das Land zwischen der Maas und Sambre und in We¬ sten an Hcnnegau; vorher wird es von dem hohen Weg, der ein Uebcrblcibse! der römischen Heerstrasse von Vavay nach Lon- gersist, geschieden. Die herrschende Spra¬ ch« ist hier gemein französisch. Das Land ist sehr gebirgig und waldicht. Die Maas Lurchströmt einen großen Thcil des Landes und nimmt bey der Stadt Namur die Sambre ans. Die Grafschaft besteht aus 2069 Pflügen, wovon 2ey oer Geistlichkeit gehören. Die ganze Grafschaft, mit Inbe¬ griff jenes Thciis, welchen Frankreich be¬ sitzt , enthält Z Städte und 18« Dörfer. Von diesen 5 Städten gehören 4 zu dem osrangeführten Namur, näbmlich Namur, Charlcroi, Bouvignr und Walcourt. Namur , oder Namen , Namon , lat. Namurum, die Hauptstadt von der Grafschaft gleiches Namens, zwischen 2 Bergen an der Maas gelegen. Dieselbe nimmt hier die Sambre und das Flüßchen Veberin auf. Die Stadt wird in die obere und untere eingetheilt. Von derWestftike der Stadt liegen das Schloß, die Fortreffe Terranova, bas Fort Oran- 574 jeword, und das FortCoehorn; zwischen der Mans und Sambre, von der Nordscike, sind die Bastionen Bnlard , St. Fiacre l'Epinois, und St- Antoine auf einem Berge gelegen. Hier hat der grosse Rath von Namur seinen Sitz. Ec besteht aus dem Grand Bailli, r Präsidenten, io Rüthen, darunter der Ge- ncraiprocurator begriffen ist, r Trcffier, g Secretairen und i Einnehmer. Zu dem Stadt¬ magistrat in Namur gehören der Majer , 2 Schöppen, i Bürgermeister, 1 Greffier,4 gra- duirte Juristen. In Namur ist auch der Sitz eines Bischofs. Nicupoort, Neopvrlus, eine feste Stadt mit einem Haven am Fluß Jperle, der sich nicht weit von hier in die Nordsee ergießt, im freyen Land in Flandern, l Meile von Brüg¬ ge an der Ostende und 4 von Dünnkirchen. Bis in die Zeit, da die Stadt den OrtLom- baerdhpte gekauft hat, ward Nicupoort, Sandishovet, oder Zandhoofd genannt. Nie»- poort hat eine vortrefliche Vertheidigung an seinen Schleusten , mit welchen man die ganze Gegend ohne Verzug unter Wasser se¬ tzen kann. n68 gestand Philipp, Graf von Flandern den Einwohnern in Nicupoort die Ausnahme vom Standgeld und andern Was¬ ser - und Landzöllen zu. Nicupoort hat seine etgenenStaluten; jährlich werden hier 2 Jahr¬ märkte gehalten, nähmltch zu Michaelis der erste, und derzweykc an Johannes; der er¬ stere wurde 1)64 und der zweyte 1492 prt- vilegirt. Hier sind 2 Armenschulen mir an- sehniichen Stiftungen, deren eine für Kna¬ ben und die andere für Mädchen gestiftet ist- Der Ort war vormahls viel bevölkerter. Die Zahl 575 Zahl der jetzigen Einwohner belauft sich et- was über soov , da vorwahls ihre Anzahl drey Mahl so stark war. Eine der Hauptbeschäf¬ tigungen lst hier die Fische, cy; man hält auch viele Schaluppen, welche sich mit dem Hä¬ ring - und Stockfischfang beschäftigen. Der jetzige Magistrat besteht aus dem Büilli, t Bürgermeister, 6 Schöppen, i Pcnstonnär- ^takh, zugleich Etvilgrcssier, r Peusionärraih, zugleich Eriminalgrefftcr und i Schatzmeister. Ninive, oder Ninove, eine Herrlichkeit mit ei¬ nem Städtchen au der Dender , m Flandern- im Disirtct Gent. Die Stadt warb nyZ irüt einem Wall unigebcu, iIZp erhielt sie Stadt- rechte. Vormahls war sie von Flandern ab¬ gesondert. 1515 brachte sie Carl V. an sich. Albert von Oestreich hat sie aus beständig mit Flandern verbunden. Nivelle, IVvizellg, die Hauptstadt Im wallo¬ nischen Bravant, an der Thiene s Meilen von Brüssel, y von Löwen , § von Namur. Die Stadt ist mit Wällen umgeben; der Um¬ kreis beträgt go Bonniers. Sie hat 6 Tho¬ re, bey 750 Häuser und etwa 40 Gassen. Man rechnet die Zahl der Einwohner auf 70-0 Seelen. Dast Nivelle im igwn Jahr¬ hundert viel bevölkerter war, ist außer al¬ lem Zweifel, es hatte damahis zehen Pfar- ren (jetzt 5); in ANonnenklöstern waren 2coo Nonnen. I» Anfang des i7ten Jahrhunderts Sistirte von djesen Klöstern keines mehr. No¬ velle hat z Vorstädte, sie nennen sich: St. Anne, Biüssel und Namur. Nivelle ,steine von den 7 Hauptstädten in Brabant. Es har sein Daseyst dem hier gewesenen adeli¬ gen Kapital zu danken. Dasselbe ward 64s von 7.-^6 von St, Jdubergis einer Witwe Piptns für bcyderley G> schlechte gestiftet, und das Al- lodialgut Nivelle zu einem Fund bestimmt. Zur Acbtiffinn setzte sie ihre Tochter Gertrud ein. 1418 erhielt die zeiciiche Aebtissinn von Kaiser Sigismund den Titel einer Reichs- fürstinn. Das Kapitul in Nivelle hat ein ansehnliches Spital für Arme gestiftet. Hier ist auch ein geistliches Seminarium für den Kirchsprengel in Namur. Ostende, oder Oestende, eine Festung mit ei¬ nem Haven , an der Nordsee im frcyen Lande in Flandern, sie hat den Namen von ihrer Lage , die ostwärts ist. Ihre Entfernung von Brügge beträgt 4 Meilen. 314 war dec Ort noch ein Dorf, 1072 ein Markt. 1572 wurde er mit Pallisaden, 1445 mit Mauern umge¬ ben, 1535 befestigt, rvoi am 15. Julywarbec von den Spaniern belagert; sie erhielten die Stabt erst nach i Jahr z Monath und z Ta¬ gen. Die Belagerer sollen 8o,oao Mann und die Belagerten 50,0-00 Mann verloren haben. 1706 mußte sie sich an Kaiser Carl Vt. ergeben. 1711 ward das hicstgeRathhaus erbauet. 1722 bey Errichtung einer vstwestindischen Haud- lungsgcsellschaft, ward Ostende zur Haupt¬ niederlage bestimmt, 1745 haben die Franzo¬ sen den Ort erobert, 1757 . kam er wieder in die Hände der Oestreicher, 1779 wurde eine Seepost nach London angelegt; an jedem Sonnabend geht ein Schiff dahin , und eines von London wieder ab. 1781 erhielt Oste"" de aste Privilegien eines freyen HavenS, -7^ wurde hier eine Affekuranzcompagnie für Flan¬ dern errichtet, und in eben diesem Jahr eine öffentliche Bank. Der Haven ist 577 kelmäffrg mit Hülfe der Fluch können die Schiffe rinlaufcn, zur Zeil der Ebbe finden sie nur 4 Fuß Wasser und 7 bey der Einfarth. Sie steigt gewöhnlich 18 bis 20 Fuß. Bey dem Seekrieg zwischen England und Holland be¬ fand sich Ostende sehr wohl, 1781 belief sich die Zahl der eingelaufencn Schiffe auf 2656. Der hiesige Magistrat bestehl aus r Bailii, r Bürgermeister 6 Schöppen, r Schatzmei¬ ster, 2 Pensionärrächen. Oudenaarde, s, Audenaarde, park, eine Prämonstratenser Abte» in Brabant im Quartier Löwen. park des Dames, eine Nonnenabtey des St. BernardS in Brabant, im Quartier Löwen. Roermonde , Ruremonäa , eine Slabi im Her- zogrhum Geldern, ander Mündung des Flu¬ ßes Roer, welcher hier in die Maas fallt. Sie wird in Norden und Osten mit einem Erdwall von 8 Bollwerken und einer Kon- treskarpe, in Westen von der Maas und in Süden von der Roer umgeben. Ihre Ent¬ fernung von Brüssel beträgt 28 Merlen , von Geldern I. Hier ist der Sitz des souverai- nen Raths von der Provinz Geldern z er hat einen Kanzler zum Vorsteher , der 2 Oonfeil- lerx st« Rode courte, 2 Oonleiilar8 sie Ro¬ de longuo , 1 Greffrer, l Secreiär und r Einnehmer zur Selle hak» Der hirsigg Stadt¬ magistrat besteht aus i Vogt,-! Bura-rr- melstrr, 6 Schöppen < r Stadrrach,' ( Oon- keiller cis la ville) 2 Secrctären und i ^Schatzmeister. "osselarre, Roußclaar, !al. Rollariuw, franz. Ronllees, eine Baronie am Fluß Mandel in Flandern, im Distnct Ipern. Das ganze «stuften Landes Ltg Ahl. O 0 Ge- 578 Gebieth schätzt man im Umfange auf Zooo Doniers. Der Einwohner werden 10,000 ge- zählt« Die Stabt liegt 9 Meilen von Trug« ge und 6 von Gent entfernt. Die Handlung war hier vormahls im Flor. Man zählte vor dem Jahr 1576,50 Häuser, welche mitLein- wand im Großen handelten, dann waren 17 Bleichen und 1720 Weber in Luch und Wolleuzcugen vorhanden. Die Hauvcproduc-- te sind Flachs , Getreide » Leinwand, und vorzüglich Butter, welche in außerordentli¬ cher Menge abgesetzt wird. Die Mandel, welche bis 16^0 schiffbar war, ergießt fiel) oberhalb dem Dorf Wacken in die Lys, oder Leye. Salm, eine Grafschaft an der Grenze vonLüt- tich , im Luxenburgischen. Johann Salm, Herr zu Reiferscheid ward von Heinrich VI. dem letzten aller Grafen zu Salm, zum Erben l der Grafschaft Salm eingesetzt, und durch ein burgundisches Urlheil 1455 darin bestä? tigt. Er ist der Stammvater der jetzigen Grafen Salm Reiferscheid. Santvliet, eine befestigte Stadt, nahe bey dec Scveide tu Brabant, im Quartier Antwer¬ pen. Soignies, 8oZnircum, eine Stadt an der Sen¬ ne IN der Grafschaft Hennegau. Hier ist ein Coll giatstist zu St. Vincent genannt, bey demselben stehen i Probst, ein Dechant, * Schatzmeister und Z2 Kanoniker., Sonjendusch , eine sehr große Waldung, wel¬ che 579 che sich r/4 Meile von Brüssel südostwärts an? fängt. Ihre Größe wird auf gooo Mor¬ gen geschätzt. Es sind darin viele Abteyen Dörfer re. gelegen. Tiennen, Tienboven, Ist. Henns, franz. TiUs- mont, auch lirlemont eine Stadt an dem Flüßchen Gias in Brabant, im Quartier Lö, wen. Tienne hat den 4ten Rang unter den Städten in Brabant. Es ist hier eineKol» legiatkirche. valkenburg, eine Grafschaft im Herzogthum Limburg. Zu derselben gehören Alt Balken- bürg, Amstenrade , Brunßen, Geelen, Oost, Oorsbeek, SchaeSberg, Schinnen , Schinvelt, Spaarbeek, Schin an der Geule, Strucht, Vasrädt, Wynartsrode. ^ierbeeE, eine Benedictinerabtey in Brabants im Quartier Löwen. Waas, (das Land) in der Herrschaft Door» ntk. rosa gab Balduin , Graf von Flan» der», das Land seinem Sohne Robert Frsso, als er sich mit der Tochter des Grafen Flo- renz zu Holland verehelichte. Als Graf Flo« lenz den 1167 geschloßenen Vertrag nicht er« füllte , wurde ihm das Land abgenommen, und mit Flandern vereinigt. Das vorzügüch- ne Naturprodüct ist hier der Flachs. ^aftourt, Valiocuria, ein Städtchrn an der Hevre in der Gras schäft Namur. H^rt, der Hauptvrt des sogenannten Pellan«i O 0 2 des,. des, eine ansehnliche Stahe , in dem Her- zoykhum Geldern , in den geldrischen Frcy- heiten gelegen. Daö hier gelegene regulirte Chorherrenstjft St. Augustins gibr Unterricht io den Humanioren. Das hier gelegene Büs¬ ser Nonnenkloster hat Johann von Wert gestiftet. Er war von niederer Herkunft, und hat sich von einem Schusterjungen bis zum Kommandanten in Prag, wo er 1655 starb, geschwungen. Aperen, f. Ipern. D i e Lombard i e. 58Z Die Lombardle, darunter versteht man jene Länder, welche das Erzhaus Oestreich jetzt in Italien besitzt. Die¬ se Länder sind: i) ein Thcil von dem Herzog-- thum Mayland. 2) das Herzogthum Mantua, und z) das Färsienthum Castiglione. Die Län¬ der , welche das Erzhaus Oestreich in Italien verloren hat, sind nachher Zeitfolge diese ; i/oz kamen an Sardinien die Landschafte» Alexandria und Valenza mit dem ganzen zwischen dem Po und Tanaro gelegenen District; dann Ludmilla und Val die Se- sia , mit allem Zugehör. Diese Länder wur¬ den, mit Vorbehalt des Dowiniums direc¬ tum des römischen Reichs, abgetreten >735 an Spanien , Neapel und Sicilien. >7Z6 an Sardinien die Landschaften Torkonese, und Novarese , als Reichslehen, nebst 4 Herrschaften, St. Fcdele, Torre di Forti, Gravedo, und Campo Maggiore. an Sardinien ,in Folge des Vertrages zu Worms , das Gebieth Vigevauasco, und der zwischen dem Po und Teßino gelege¬ ne Thcil von Pavese. Der Tcstino macht also da, wo er aus dem Lago Maggiore kömmt, bis dahin, wo er in den Po stießt, O 0 4 die 584 Grenzen zwischen beyden Staaken. Die Inseln behielt sich das Erzhaus Oestreich vor welche der Kanal gerade gegen Pavia über macht. Sardinien erhielt auch noch jenen Theii von Pavese, welcher südwärts des Po liegt, nebstdem District von Bob- d>o, und dem Stück vom Herzogthum Pia¬ cenza, welches westwärts des Flußes Nur« von seinem Ursprung an , bis da, wo er in den Po stwßt, liegt. Diese Landeöstrccke erhielt 1748, in Folge des Aachner Frie¬ dens , der Jnsaiit Don Philipp. Sardini¬ en erhielt noch jenen Theil des Landes Ang- Hiera , welcher westwärts des Lago Maggi¬ ore liegr ; die Grenzlinie zwischen Oestreich und Sardinien zieht sich oben von Helve¬ tien an, bis an den Fluß Teßino, und mitten durch denselben bis dahin. wo er sich mit dem Po vereinigt. Die Schiffarth auf diesen Flüssen ist beyden Untcrthaneu frey gelassen. Die in der komdarbie gelegenen vorstehen¬ den Länder gehörlen zu Nömerzeiten zu dein über dem Po gelegenen Gallien. De»m Ver¬ fall des römischen Nucks wurden die Ostgokhen die Besitzer, diesen folgten die Langobarden, da¬ her der Name kemdarbie. Carl der Große un¬ terwarf sich, den Bezwingung der Langobar¬ den/ ihre Länder. Nach dem Tode des Caro- liugischen Stammes letzten sich die Städte Moy¬ land und Mantua in Frcyheit, und machte» für sich einen besonderen Staatsförper. Die weirere Geschickte wird bcy jedem HerzogthYy* insbesondere fortgesetzt. Bä- o 585 Büsching setzt den Umfang der kombardie auf 2io geographische Meilen; die Erdbeschrei¬ bung für die Gymnasien der östrcichtschen Staa- ten (1781) auf iy2 Meilen; die Erdbeschrei¬ bung für die teutschen Schulen in den k. k. Staaten auf 200 Meilen. Die Ausdehnung der vstreichischen Lombardie beträgt in der Länge 37 teuksche Meilen, die Breite hingegen 9 bis 10 Meilen. Die Lombardie grenzt in Norden an die .Echweitz, in Nordost an Venedig, in Osten an den Kirchenstaat, in Ostsüdcn an Modena, in Süden an Parma, und in Westen an Sar¬ dinien. Der Boden ist in der ganzen Lombardie größtenthcils eben, nur in Norden erscheinen die schweizerischen Gebirge. Im Ganzen iß das Erdreich trächtig; das in nicht unbeträcht¬ licher Menge vorhandene Moorland wird zum Reisbau gewidmet. Die vorzüglichsten Rakurproductestnd: Wei¬ hen, Reis, Flachs, Hanf, und türkischer Wei¬ hen, Obst, wie solches in südlichen Ländern dorkümmt. Wein gehört ebenfalls zu den an¬ sehnlichen Prvducten im Pflanzenreiche der Lom- e'ardie. An Waldungen ist Mangel, im Mine- eaireich ist der einzige Marmor wichtig, Erzte Hut man noch keine entdeckt. Im Thierretch die Seidencultur der wichtigste Artikel; an ,'kse schließt sich die Hornvieh-und Pferde¬ zucht, Bon Fischen sind die Carpionen, Läch¬ le» und Forellen die gesuchtesten. Zu den vorzüglichsten Wässern in derkom. urdie gehören: der Tcssino, Po, Oglio , Min- O 0 5 Ms, zius, Oglio, die Etsch und Gechia. Von den Seen sind zu nennen 5 I) der große See, li,rigo mgMvrs; 2) der Luganer See, Hßo i!i lugano; z) der Comer See , lag» äi Oomo. Aus Mangel der Mineralien fehlen Gesund¬ brunnen. Die Einwohner sind Italiener. Büsching bestimmte ihre Anzahl ("1773) auf 1,315,152 Seelen; die Erdbeschreibung für Gymnasien in den k. k. Staaken bestimmte (i^gi) die Volks¬ menge auf 1,302,002 Seelen; Hermann hat eben diese Summe in seinem bekannte« Abriß (1782)ausgenommen. Gegenwärtig leben in der ko ubardie 1,340,000 Seelen. Es kommen daher aufEine QuadratMcile g,;oo Seelen. Indem Vtcn meiner Staatsanzeigen habe ich den Stand der Volksmenge von Mayland nach allen Theilenvom Jahr 1774 mitgetheilet. Eine ähn- siche Tab-Le kömmt von Mantua vom Jahr ,779 im IVten Hefte genannter Staaksanzei- gen vor. Im Jahr 1774 haben in Mayland gelebt 1,116,827 Seelen, und 1779 in Man¬ tua 207,^1 Seele». Die herrschende Sprache ist die ikaiiänische. Die Thronfolge ist bcy dem Erzhause Oest¬ reich, und nach der bekannten Sanctio pragma¬ tika /nach dem Rechte der Erstgeburt, in männli¬ cher und weiblicher Linie erblich. Die Regie¬ rungsform war in den älteren Zeiten republi- camsch , nun ist solche unumschränkt monar¬ chisch. Der Stellvertreter des regierenden Her¬ zogs führt den Namen: Generalcapitän, wel- « e Stelle jetzt Erzherzog Ferdinand bekleidet r die erste Stelle nach dem Generalcapitän 'je ei« A87 ein zeitlicher Minister des k. k. Hofes; ohne sein Wissen kann nichts beschlossen werden- Die römisch katholische Religion ist die ein¬ zige in den deyden Herzogthümern. Das Land hat Ein Erzbißthnm (Sitz zu Maylanb) und 4 Bißthümer, wovon drey (Pavia- kodi und Cremona) dem Erzbißthum in Mayland unter¬ geordnet sind. Die vorzüglichsten Kunsiproducte in der kombardie sind: Seidenwaaren, Arbeiten in Bronz, Arbeiten in Gold und Silber, mathe¬ matische Instrumente, Leinwand-Fayance rc. Durch den Vergleich der vorstehenden Na¬ tur.-und Kunsiproducte ersieht man, baß die Bilanz des Vortheils nicht auf Seite der Lom- bardie ser> , da der größte Theil unentbehrli¬ cher Bedürfnisse, und Prachkwaaren aus frem¬ den Ländern kommt. Hingegen hat der Lan¬ desbezirk die Bilanz des Geldes ganz vor sich. Die beträchtlichsten Ausfuhrartikel sind: Ge- treibe, Flachs, Seide, Wolle, Käse , Horn¬ vieh , Pferde, und Lcinwaaren. Die Ausfuhr dieser Artikel soll im Durchschnitte über 8 Mil¬ lionen betragen; darunter die rohe Seide der beträchtlichste Artikel ist. Zur Aufnahme der Künste und Wtssenschaf- Ee« besieht die in Pavia vorhandene Universität. Dann befinden sich in der ganzen kombardie Mehrere Gymnasien, und Volksschulen. Man- ^Ua hat seit 1768 eine Academie der Wissen¬ schaften und in Maylayd ist seit 1777 eine patrio- lssche Gesellschaft zur Beförderung des Acker¬ baues , der Manufacturen rc. sur Handhabung der Milizangelegenheiten °°steht in Mayland ein Miliz - Gcneralkomman. b , mit allen dazu gehörigen Branchen, dann sind Z88 sind 2 Feldinfanterieregimenker und I Grena¬ dier Bataillon vorhanden. Die Lombardie hat eine einzige Festung an Mantua, die stäts einen General zum Kommandanten hat. Der Etraffenbau ist in Ser Lombardie grösi- tencheils in gutem Stande, nur das Mantu- anifche leidet, wegen des seichten vorhandenen Bodens, eine Ausnahme. Mehr begünstigen den Handel die Flüsse durch ihre Verbindung mit dem adriatifchenMeere, und noch mehr erleich¬ tern den Handel zu Wasser die vielen vorhan¬ denen Kanäle. Die Kunst Kanäle anzulegen hak man aus den Kreutzzügen ins gelobte kand gelernct. Der Kanal, welcher aus dem Tessi¬ ns das Wasser bis nach Mayland führt, wur¬ de »179 angefangen und 1269 schiffbar gemacht. Er ist za italienische Meilen lang, und heißt setzt Naviglio Grande. Außer diesem Kanal sind später noch andere gegraben worden. Der k- k. bevollmächtigte Minister in Mayland führt die Aufsicht über das Postwesen-. Die gangbaresien ünzen sind die Liri, Soldi, und Denari. Aus Mangel der Land- münzen kursiren hier alle fremde Münzen. Ei» Kremnizcr Ducatcn gilt 14 Liri, 8 Soldi, ein kaiserlicher 14 Liri, 7 Soldi, und ein Hol¬ länder 14 Liri, 2 Soldi , 6 Ouatrini. Eik Lire macht in Kaisergeld 17 kr, und ein Soldo s a/,- kr., Ein Philippithaler , oder Philipp» 2 fl. 12 kr. Das Gewicht wird in das schwere und leich¬ te Pfund abgesondert. Das erstere ist z6 voB hundert schwerer, als das wiener Pfund, hi"' gegen ioo Pfund leichten Gewichts machen i" Wien nur 58 Pfund. Das Körnermaß wird, wie in Tyrol, nach Star gerechnet. Den Wei» verkauft man nach Brenta. Das Das Herzogthum M a y l a n d- n 61 5 ' S? L Las Zerzogthum Mapland ward in den ältern Zeiten Usubricn genannt. 1535 hat Kaiser Carl V., nach dem Tode des Herzogs Franz Sfortia, das Hcrzogthum als ein eröfnctcs Reichsiehen eingezoge« , und seinem Gehn Philipp für sich und seine Erben übergeben. Der Besitz dieser spanisch östreichi- schen Linie dauerte bis zu ihrer Erlöschung, wo das Herzogthnm der östreichischeu Linie zu¬ siel. Der Besitz wurde dem Erzhaufe in dem Badner Frieden 1714 bestätigt. Daß auch die Weibliche Linie ein gegründetes Recht auf die Erbfolge in dem Hcrzogthum hak, dafür spre¬ chen i) die goldene Bulle, welche 1549 Carl v. nach der Uebergabe des Herzogthums an seinen Sohn ausfertigen ließ, 2) der Badner Friede, und g) die bekannte Ganctio präg» wakica Kaisers Carls VI. Kaiser Wenzel hat Mayland zu einem Hcrzogthum erhoben. Das Hcrzogthum Mayland grenzt in Nor¬ men an die Schweitz, in Osten an das Herzog¬ tum Mantua , in Süden an Piacenza und Darina, und in Westen an Sardinien. Das /^zogthum ist also (mit Ausnahme in Osten) 8unz mit fremden Ländern umgeben. , Seit den von diesem Hcrzogthum wcgge- vinincncn Ländcrn ist es nm den dritten Tbeil leuier. Die Größe dieses Herzogthums wird ^schieden angegeben. Länge 59» Länge. Breite. Umfang. 1) Erdbeschreibung für die lateinischen Schu¬ len in den kaisert. känigl. Staaten, und mit ihr Herrmann. 25.T. M-25. 152. 2) Die Erdbeschreibung für die teutschen Schulen in den kaiserl. königl. Staaten 178r. 25.5^69. 175. Im Jahr 1716 fieng man a», die Lombar» die von Ingenieuren ausmeffen zu lassen. 1746 wurde die Arbeit vollendet. Der Werth der sämmtlich vorhandenen liegenden Güter wurde auf 66 Millionen Scudi bestimmt. Mayland ist gegen Norden gebirgig , eben aber in Sü¬ den , hak eine gute Luft, und das Erdreich ist sehr trächtig. Die Gebirge ersetzen den Getret- bemangel mit etwas Hotz, treflichen Weiden und Wein. Die sehr ergiebigen Alpen lassen für sich auf eine einträgliche Viehzucht schließen. Eine Folge davon ist der allgemein unter dem Namen Parmesan gesuchte Käs, mit welchem das kand beträchtlichen Absatz findet. Dir zu große Menge der Käfebereitung ist aber zu¬ gleich die-Ursache, baß der Landbauer das jun¬ ge Hornvieh aus fremden Ländern komme» läßt, daher daö Rind »und Kalbfleisch noth- wendig in hohem Preise stehen müßen. Ma» hat im Mayländischen unter zweyrrley Nähme» Käse, nähmlich den Gtrachino, und Parim- giano. Jener wird nur im eigentlichen Mal)* ländischen District bereitet, ;man nimmt hier»» die Milch ermüdeter Kühe. Der ParmigMno, oder 593 oder Parmesan Käs wird in Lobi bereitet; dir Verfertigung dieses Käses istim kodierGebietbe ungemein häufig. Die Engländer bedienen sich dieses Käses auf langer Schifffahrt, da er ein Präservativ gegen den Scorbut seyn soll. Der Name Parmesan Käs soll von den Franzose» kommen, weil ihn eine Princcssinn von Parma in Frankreich am ersten bekannt gemacht hat. Die Ausfuhr des Käses soll jährlich Eine halbe Million berragen. Die Schafzucht liegt sehr danieder; dec Seidenvogel hingegen wird sehr gepflegkt. Die Berge geben kein Erzt , aber vielleicht dürften sich einige bey genauer NachsuchunK entdecken. An vortrefiicheu Marmorbrüche» ist das Land gesegnet ; an Holz und Kohlen ist Mangel , und die Jagdbarkeit ist von keiner Erheblichkeit. Unter den Bäumen kömmt der Maulbeerbaum am häufigsten vor; eben so dec Pomeranzen» Limonien - und Oelbaum» Das Del istnicht von der besten Güte. Zu dcnlTrzeug» Nissen des Pflanzenreichs gehört vorzüglich der Reis, der häufig gebauet wird, türkischer Wat¬ hen , dann Flachs und Hanf, welche beyde letztere Artikel zum Nachtheil des KnnstfleißeS Srößtentheils roh aus dem Lande gehen. Un- *er den Fischen sind die Carpionen die gesuch¬ testen. Von den Wässern, welche Mayland bene¬ nn , sind nm ersten zu nennen r Der Po; er entspringt in de» savoyschew Alpen, fließt von Westen nach Osten durch- Mantua in das adriatische Meer, und macht . die Landesgrenze zwischen Parma und May- land. Unsrer Land. »t«Abth. P P 2) 5^4 2) Der Tic-no, er kömmt aus der Schweitz, und fallt unterhalb Pavia in den Pv, er macht in Westen die Grenze zwischen May» land und Sardinien. 1786 Nvvemb. ii. wurde zu Mayland die Con¬ vention öffentlich kund gemacht, welche zwi¬ schen Oestreich und Sardinien wegen der Be¬ schiffung des Flußes Ticino getroffen worden ist. z) Oglio, dieser Fluß entspringt im Val Ca- monica, nahe an dem Trienkischen, fällt in den Lago d'Iseo, kömmt wieder aus demsel¬ ben , verliert sich im Mantuanischcn i» den Po, und macht zwischen Mayland und Venedig die Grenze. 4) Die Etsch, sie kommt aus Tyrol durch das Valtelin in den Lago di Como, kömmt ober¬ halb aus demselben wieder heraus, und fällt bey Mvi'ticellv in den Po; ist ebenfalls ein Grenzfluß, 5) Die Brenta entspringt in Tyrol und et» gießt sich bcy Fussine in die l.sxune cli V«' nötig. Aus derselben wurde zwischen Pad»a und Fusskne ein Kanal biS Chiozza gezogen' und DgKlio äellg Zranks genannt. Zu Brc»' dolv, südwärts von Chlozza, kömmt gcnanntek Taglio, und von dem erwähnten Wasser Bros^ tolo ist abermahl ein kleiner Kanal in die EW gczogenworden. Der letztere Fluß wird durK einen andern Kanal, welcher Eringl
  • 5d§ «Ero zusammengesetzt. Bey Eanäli in dem Polesino üi Kovico komme« 2 Kanäle aus der Etsch in denselben, nähmlkch der üsZvuro und der lVlsIopero. Aus dem Ka- nai öisnoo ist abcrmahl ein kleiner Kanal über Data nuove gezogen worden, er fallt in den Ebvcielle ^ornaci. Wenn es der Raum dieser Blätter zuließ, so würde ich alle 'Ver¬ änderungen welche bis jetzt in dem Laufe des Poflußes vorgefallen sind, angeben. Von den vorhandenen Seen verdient ge¬ nannt zu werben, r) her Lago di Como; er dehnt sich in die Länge auf 6 Meilen bis an das Venetianer Gebieth d) Der Luganeser See; seine Länge beträgt 4 teutsche Meilen.' Zu Chiozza ist ein Salzteich, in welchem man 2 1/2 Monathe im Sommer arbeitet-; es werden dabey bey 20 Weibspersonen be¬ schäftiget. Das Wapen des Herzogthums Mayland führt in eintm silbernen Felde eine blaue Schlan¬ ge, welche ein rorhes Kind mir dem UnteUeibe im Rachen hat. Mayland ist wie Mantua im Verhältniß seines Flächeninhalts gegen die übrigen östrei» chischen Staaten am bevölkertesten. Im Jabr 1774 hat man 1,116.8-2 Seelen gezäblet» Es kamen also, wenn man den Flächeninhalt auf 175 0 Meilen annimmt , auf eine 0 Meile 6000 Seelen gerechnet werden. Nach dem Jahr von 1774 zu urkheiten , da im ganzen Gebketbe 46,174 Menschen gestorben sind, har bas Sterben den 2;ten Kopf getroffen; immer eine mäßige Sterblichkeit. Ganz Mayland wird abaetheilt 1) in das eigentliche Mayland, welches in sich begreift P P s 596 ») die Stadt Mayland , I>) das HerzogkhuM Moyland , und c) den Listrict Lciviglio. 5!) In das Gebieth Pavia. Dasselbe besteht aus der Stadt und Herrschaft Pavia. A) Das Ge- bieth Cremona. Dieses begreift in sich n) die Stadt, und b) die Herrschaft Cremona. 4) Der Cremonescr District. Dieser enthält a) das Gebieth Soucino, b) Fontanella, c) Piz» zighcttone, und st) Kastell Leone. 5) Calciana, und die Gerichtsbarkeit Lodi. Dazu gehören die Stadt und Herrschaft Lodi. 6) Das Ge¬ kiest) Como. Dasselbe begreift in sich s) die Stadt, d) das Gebieth, c) die Herrschaft Co¬ mo , und st) das Thal Jnrclvi. 7) Das Ge¬ bieth Maggrore, wozu die Stadt und das Ge¬ bieth gleiches Rahmens gehören. * Durch eine Verordnung vom 26. Septemb. 1786 wurde die ganze Lombardie in 8 Bezirke (Kreise) abgesondert. Diese waren : Mayland, Man¬ tua, Pavia, Cremona, Lodi, Como, Boz- jvlo und Gallarate. Jeder dieser Bezirke er¬ hielt ein eigenes Stadt - und Landescollegium. Won dieser Verfassung ist es pun abgekommen. Von den vorstehenden seht bestehenden Be¬ zirken ist das Mayländcr Gebieth am stärksten bevölkert. Seit dem i. April 1791 ist die Lan¬ desregierung abermahl in den Händen des Ge- neralstatthalters, sedoch also, daß er nichts ohne Vorwissen und Mitwirkung der ihm zu- gegebenen drey Minister weder unternehmen noch verordnen kann. Diese Minister sind-' n) der in inländischen und ausländischen Staats' geschäften bevollmächtigte k. k. Minister, uns ) Z'-7 die zween Staaksconsultores. Diese Personcu zusammen machen die höchste Landcsstelle u'-r-- trr der Benennung : tlonteronsa Fovernstivu aus; alles geht in ihren Nahmen, und nach der Mehrheit der Stimmen wird entschieden. Dieser hohen Landesstelle ist das Rathscolle- gium, unter dem Titel: lVlastisnuko polikico e cumergle untergeordnet. Dieses Collegium besorgt, wie vormahls, die geistlichen Angele-- gcnhetten sammt den; sogenannten LdoZio Kro- rwmato durch drey Rathsglicdsk» Auch das Schulwesen steht unter demselben. * Unter oer Negierung Josephs!I sind auch in der Lombardie in der Landesverwaltung beträcht¬ liche Veränderungen vorgegangcn. Im Jahr 1/86 ward die LandeSadministration einem neu errichteten Rathscolleqium übertragen; das zur Besorgung der Domänengüter und Rechte be¬ standene Collegium r lVsggistrsto cumcrule wurde aufgehoben, so wie die Rechenkammer, welche der Leitung eines Directors und Vice¬ directors anvertrauet worden ist. Ferner sind in dem angeführten Jahr erloschen der SanitatS: Magistrat, und das General Landeecommißariat. In Mayland wurde 1786 «ine Oberpsliceidi» rection errichtet , welche nun ebenfals erloschen ist. Bey der Abtheilung der Lombardie in 8 Bezirke erhielt jede Provinz einen Oberamt¬ mann unter dem Nahmen: Inkonstante Poli¬ tico; er war im eigentlichen Verstand« das, was die Areishauptleute in de» teutsche» Stga« ten sind. Map» v P A Moyland hak, nach dem Beyfpiele berr Zbrigen Staaten in Italien, keine Stände auf dem Fuß, wie solche in de« teutschen Erblan- den bestehen. Dieselben werden durch eine sogenannte OnFroßgruone generale stell» 8tat» vorgcstcllek. Dieselbe besteht aus den verord¬ neten sechs besonderen Provinzialcongregationcn, soviel nähmlich Städte mit den dazu gehörigen kleinen Provinzen sind. In gemeinschaftlichen Angelegenheiten halten sie zusammen, und werden durch die erwähnte (-oNzrezmiyns vertreten. Diese Verfassung, welche Kaiser Joseph H. aufgehoben hat, ist nun wieder her- gcstellet; auch das Stadkwesen e.rhielr seine vormahlige Verfassung, jedoch alko, daß außer dem Adil auch auf Personen bärgcrl-chcn Standes Räcksichtgenommen werden solle. Die Verwaltung, der milden Stiftungen und des Armenwesens, welche von jeher der Aufsicht eigener aus dem Stadtadel gewählten Personen anvertraut war, vom Kaiser Joseph eingezogen, und der un¬ mittelbaren Direktion einiger Räkhe der Lan¬ desregierung untergeordnet worden ist , sieht nun wieder auf dem vorigen Fuß. Zur Hand¬ habung des Jiistizwesens ward von Joseph lll» der Senat zu Moyland, als oberster Gerichts¬ hof. mit Veränderung seines ersten Rahmens in dem eines 8upremo Iridunals sti ÖjMtisi» bestätigt und zugleich vero» duet, daß jeve Rechts¬ sache nur g Instanzen bey verschiedenen Ge¬ richten haben könne, und durch zweem gleich¬ förmige Spräche das Recht ohne weiters ent¬ schieden fey» soll. Es ward daher in Moy¬ land ein neues Appellationsgericht, und statt der vormahligen Richter in der Stadt ein ei» HMs Rathscollegium für die erste Instanz auf-- 59<- aufgestellt. Diese Iusttzverfassung "wurde auch unter der gegenwärtigen Regierung bestätigt. DieKunstproducte im Maylänbischen könn¬ ten beträchtlicher styn als sie wirklich sind., Die Manufakturen in Seidenwaarcn sind von vorzüglichem Belange; von weniger Bedeutung sind die Manufakturen in Wolle, obfchon Moy¬ land wegen seiner vortreflichen Weiden die beste Wolle erzeugen könnte. Fajance Fabri¬ ken sind in Mayland und Lodi. Strümpfe in Seiden werden häufig in Como gcwirket; man findet in den hiesigen Manufackurcn in Seide go bis 40, auch über 200 Stühle auf gewöhn¬ lichen Taffet. Jeder Manufacturier hat seine eigenen Sortiererinnen; ihre Bestimmung ist, die Seide, wie sie vom Filatortum kämmt, zu sorttren. Die hier gelegene Tuchmanufactur erhält ihre Wolle aus Romagna und Neapel. In Como werden auch viele Bänder in Seide gewirket, dann gibt es hier viele Seibenzwirn- Mühley. Die trcflichen Stickercyen in Gold und Silber, in geschlagenen und gesponnenen Tressen in Gold und Silber zu Mayland sind bekannt. Zu Intra ist eine Leinwandbleiche; 1766 bat man den Anfang zu einer ähnlichen Zu Castano gemacht; sie ist so gerathen, daß hie Kaufleute die in Castano gebleichte Leinwand jener zu Intra vorzogen. Die beträchtlichsten Einfuhrartikel sind: Ealz, Farbenstoffc, Eisen , Kupfer, Quecksil¬ ber, Bley, Zinn, Caffee, Gewürz, Zuckerund Hornvieh. In Kunstproducten : Leinwand, «eines Tuch, Hüte, Zwirn, Spiegel, Galan- Eerjewaaren , Kupferstiche, Bücher rc. Die Ausfuhrartikel sind: rohe Seide, Flachs, Hanf, Getreide, Reis, Oel, Käse, getrock--. P P 4 «tt« 6vo riete Fruchte rc. Geidenwaaren , vorzüglich LÜchel rc. Vor ungefähr 40 Jahren hak der W-«r-'rzug tm Mayländischen 3"?,885 Oollr et kacedeti betragen. D-e Fracht ist im Mayländischen wegen des ans-hniichen Waarenzugs beträchtlich. Um die Maaren vom Adriakischen Meere nach der Lom- Hardie zu bringen, hat man diese Wege : der erste dient für die über Venedig kommenden Le¬ vantiner Maaren; sie gehen von'Venedig nach Cbio,za; von da kommen sie bey Brendolo in Brenta; gehen von da durch den Canal all« cavaneUe in die Etsch, von hier nehmen sie den Weg durch den Kanal 6! Ueo in den Kanal Bianco vonwosiemittels - Schleußt «ars lmove über in den i'o ciells sorngci ein¬ treffen. Nun haben sie noch 7 bis eo italienische Meilen bis nach Papocce, wo sie in de» Po gründe Li Lombardi« mit den durch? den Porto del Gore herauf gekommenen Fahrzeugen Zusammen tref¬ fen. Drc» Bueentauri gehen alle Wochen von Francolin ab. und nehmen außer den Paßagieren und deren Equipage verschiedene Maaren mit sich- In jeder Woche gehet eine Barke von Modena nach Venedig über dorrte Imßoscurs; eine andere kämmt zurück; eben lo gehen wö¬ chentlich von Mantua zwey Barken nach Fer¬ rara und von da wieder zurück. Von Man¬ tua bis nach povre lggokuro, und von da bis Ariano befinden sich im jeden großen Dorf Post- barken , die ungefähr 7 bis yoo Reiten °im Jahre machen. Die Fahrt auf dem po Zel Ooro ist auch bestimmt für die Fuhren, welche Salz für die Lombardte bringen. Zu Beförderung der Geisteskultur besteht die vom Kaiser Carl IV. zu Pavia gestiftete hohe . bobe Cchule; sie ist für Italien das, was Göttingen kstr Deutschland ist. Hier folgt der Präleciio.^scatalog vom Jahr 1784 . woraus die Gegenstände zu erkennen sind, worüber man liest. Ltuto stelle Ilni^ersttä sii kavis. ^aco/rä 7/-ec-/oAwcr. pgsire 1). M-rtivo Karsli, pubblicoRrokest'ors sii 'RlieoloZia Uvgmutica , e Reziv Oen- fore. Rasire I). Rlavisno Ricci, xubblicv strokestl'ore sii '1'keoloAjg Dozmatica. Rssir-; ^duce O. sive sterettg ^udblico k'ro- stest'ore cli facra stcrilturs, e eli I^inßug e- draicz. 8ix, Asiate O. (rniseppe 2olg, xubblico pro- tesi'ors eii storiš Rcclssisstiea. 8iA. Asiate I). 'cieiro tamburini, xubdlico krokeil'ore cli 'lkeolozia Norale. F'aco/tä HeFake. k'g'trs Asiate O. 8k8»i«Igc> stevvnstoli Rrofef- soro cli tUnre Rccletigilkico. k). Oinreppe Narcsteste ciK Relcrecio, Oiureconlul'v colleHsto pubblico Rrofes- Gre cli storiš 6cl 6inre civils, e leuösle, e RoZio Lenstore, I). Oio statttsts l^oel sie iaint Osir, Pubdlico Rrosicstorc sii Oiure siubblico, s k^stursle ^8- D. Oivvsnin ^üvg, pubblico Rrvkestors sicste istitu^ioni imperiali. P P 5 ^8' « HA—) 8jz. O. ^nwnio Oiuäici , xubblico ?rose6vre äelle lüitu^ioni imperiali, Lig. O. Zebaliuano IjiZoni, xubblico ^roksi- lore äi panäette. l^uäre l). s.or--n2io Alberti xubblico l'ryses- sors äelle IKitu^ioni äi Oiuce canonici 8 iß. D l^uigi ('remaiii, xubblico ?rose11or» äi (Hure crjminale. 8^F. Obrite I). Domenico Vario , xubdlic» ?rokeÜors äi Oiurs civile. IÄco/tä ä^^äkca. ZiF. D- Oiusexxs llnmxoni, xubblico ?ro- t'eslore äelle lllitu^ioni lVleäicbe. 8iZ. O» Oniieppe ?ieK, pudlrlieo l^roketlor« är Ottorrims, s äelle Operg^ioni Okirur xicks. 8iZ. Don Oiscomo Re^ia , xotzblico ?rofes lors äi ^nntomis, e äeite lüitr^loni cki- rurzickc. 8ig. ^onligliers D Oio. Antonio 8cvpoli „ pui>blicc> ?rokeüore äi ckimics , e üor»- nics. 8iF. O. Rssssily Oarminsti, pnbdlioo I'roküs- sore äi l'ergxsutics Denerste, Nsceri», e 8ig. D- äs 'j?is:ok , proksilors äl jVleäicinL 1sorico -?rs<^ica, s älclinic». H'aco/tu Fi/o/oFca. pmics D. ll2aro Rxallao^ani Ur- rettvre. 6al>rnrtto tir ^erimentaie. ^8« krokell'ore D. ^lelaavilro Volta. Oonbgllere, e ?rotetlore O. (rio. tonio §copoli Oiretkore äell' orto Lotanico^ s l^aborstorio (ldimico. Or- Drmon^ra^ronr anatomrc^e e c/rkrirrZrcite Lij;« ^roksHore I). Oiscomo ke^ia, Dimoiirs tore ^natowico. Lig ?rofellvre O 6ius«ppe I^eisi Dimvür» tore ä'o^erLrioni cdirnrgielie. Kegle fenole kalstir.e in Milano. kegü ?rofeüori. (7,'vk^. Lig. Ooncs ^bsrs O. ^ar^sre kirsgki, 6/nrs Lig. ^vvocato D. Antonio Lilva. ^/atematr>L. Lig» ^bate D. ?ao'o -lvili/ Lig. Lgnoiiieo Ü. 6iv. katkiK» Dakiglioni. Lperi«c»tale. Lig. Kavaliere' j). Msrlilio Dsnärrani. r M«taMra. ?gcire I). 6io. k'rgncesco Losvs Lomsleko. LLEmi« Lig. IVlarckes« ^brte D« ^Ikonlo j ongo. ^eörcr , e Leemcrria. Lig. Larone O. Antoni» t7romkal. ^or^/e. Lig. ^rciprstrs I). Marlin» Kenini. I'eo/o^ Oo^mar,>2. Lig. ?re^oiio O. Oio Ms- vin Loti. 1°r^cL (.'r,H.2/e. Lig. Ootlor Ooilegisto V' Ls5sre ^smxugngni. , ^otcrr/a/l?. Ljg Doktor D. Vincen^io » ^.ääs. ^k«»r'rn. I.'aäre D kulgenrio Vitrmanv. L/oxuLNLa. Lig ^bste D. Onitvxxe ?nvini» LOŽ liiZio Otservsloria. Oireltori. ^i)»kL O. ^bske u. ^kiFslo ^rgncesLv ttc§jz. ^8- ^bgtL O. LllrnLd« OviLui. Liblioreca. k'rotetlore t?»nomcn O. 6io. L»ttr6s Os- Üißlioni t'refettu. k«tire O. Oiusvpxe ^IleArsn^a Libliotecsrio, ke^ü «skuäii in Ngmovs. Teo/oZ-ia lkiß. Ognvnico Oiusexxe I^gimonäi. ^eo/o^ia ^/o^a/e. ^rsprette O. Oigcvmo Nov». DrVrtto t?anonrco. ^'L- ^bste I). (?urlo 6sbb».^ Mrkematrca ^/-atrc«. ^bnre v. Oiuiexxe Nsri. I-vFrca, e Metc/Mca. ^ilrs v. <^«Lrs öslöisvM. N- 626 I'-Fca 6^L^rmenta/c, c t?^imrca. Fjg. ll. I^iccolrl Lerwcmi. crv^e. ^iz. Ü. I>st3N2io Vslsecclii. Lota/rica e Fo?ra ^Vatura/e«. 8iz. ll. Lebsttigvo Helblinz. H/ecircma Katica. Liz. ll. L^uizi ilLttellani. Liz. ^dsle O. kietro ^anli. 6eomet/-ra e I'r/ic.a t^ene^'e . ksäre O. 1^. N. komillis LArnabit» o/ietricra. KZ O. Oovcvräi. LrL/:oteca. /^vvocgto I). (7gmiIIn Volt» ?reketto. LjA. stiske 1^. Oiuseppe 6020Ü Zibliotecari^' O/W ^otanico e 6a/>i»etto cir Fona Liz. t'rokeüore O. LebulUsno Helblinz prekerco- I.«- v 607 T.rrdorato/-io l?/rimrco, e 6u/>r netto cir ^/ca -^eeimenta/t!. ^ig. prokellore V. l^icola Lertvaiui kreketto. tsfu/eo -^ntrc?r!t?i. Ljtz. tVdsre v. Oiacomo Carli ekeAremrio xer- peruo üella Itesl ^cLafiemia^ ^rafarro. Auch in Mayland ist man beeifcrt, der Jugend in höheren und populären Kenntnissen guten Unterricht zu geben. In allen Städten befinden sich Gymnasien und Eewlnarien. 1777 ist zu Mayland eine patriotische Ge¬ sellschaft errichtet worden. Ihre Bestimmung ist Ackerbau und Lanbeemanufacturen zu be¬ fördern. Die katholische Religion ist in der ganzen Lombardie die herrschende. In Mayland ist ein Erzbißlhum, das 4 Euffragane unter sich hat, als: den Bischof zu Pavia, Cremona, Lodi und Como. Der Bischof zu Como istCuf- fragan des Erzbischofs zu Laybach. Jin Jahr «774 waren im Mayländischen Gebieth« ,) Secular Geistliche: Priester. ... 796s. Kleriker. . . . 9966. — 99Z4. d) Regular Geistliche^ Priester. . . . 3353- i°«ien. . . . 1353. — 46x8- 14,622. Non, 628 Nonnen : Chorschivcstern. 4>7r. Laischwestern. . 1778- — 6499. 21,071. Im Vll. Hefte meiner Staatsanzeigen kömmt ein achtes Vcrzeichniß aller im May- ländischen erloschenen Nonnenklöster vor; im Xlten Heft eben angeführter Staatsanzeigcn stehr das Derzeichniß der im Mayländischen aufgehobenen Mannöklöster. In Rücksicht des Milizwesens befindet sich m Mayland ein Generalcommando, dessen Ge¬ schäfte sich über die ganze Lombardie in Miliz- fachen verbreiten. Ferner sind im Maylandi- schen 2 Infanterieregimenter gelegen, nähmlich Bclgiojoso und Caprara. Das erstere führt die Regimentsnummer 44 und das zweyte die Nummer 48. Hier folgen die Proprietäre von jedem dieser Regimenter nach der Zeitfolge. Nr. 44. Belgiojoso. 1744 Anton Georg Marquis von Clerici, F. 3- 177a Carl Graf von Gaisruk, F. M.k. 1778' Ludwig Graf von Belgiojojo, F. M- L. Stab zu Cremona. Uniform krapprvch mit weissen Knöpfen. Nr. 48. Caprara, ,721 errichtet aus der übrig gebliebenen Mann¬ schaft ter 4 spanischen Regimenter, die Carl Vl. mit sich aus Spanien brachte; sie »mimten sich: Faber, Marulli, Ahu- »nadck, und Alcaudete. Dieses Regiment erhielt Anton Diego Marquis Alcaudete F. M.L- 1754 62) L7Z4 Emanuel Graf von Lujan F. Z. r?b5 Zof. Frcyherr von Ried. F. M, L. >773 Arneas Graf von Caprara F. M. L. Stad zu Mayland. Uniform lichtbraun mit gelben Knöpfen. Außer diesen Regimentern ist in Mayland noch Ein Grenadier Bataillon zu 4 Compagni¬ en , als: 2 von Belgiojoso und 2 von Capra» ra gelegen. Der Gcneralcapttain hat eine k k. Garde, unter dem Nahmen: Trabanten Leibgarde ; sie ist ein Detaschemenk von der k. k. Lcabanten- Leibgarde tn Wien, wovon jetzt Grafvon Nostiz Capitän ist. Die Geschichte der vor 4a Jahren im Herzogthnm Mayland zu Grande gebrachten Schätzung sinder man in dem Werke, wejches den Präsidenten Neri zum Verfasser hat. Der Titel ist: ltelarione stell» 8tato in cui le trova l'oxera äel Oenfimenco universale stel sluearo sti Milano nel mese sts Naggio stell' ^nno 1750 fol. Hier dürfte ein Auszug aus dem¬ selben in teutscher Sprache am rechten Ort ste¬ llen. Im Jahr 1345 war in ganz Mayland keine andere Steuer, als eine persönliche. §. 2 In der Folge kannte man nur 2 Auflagen a!S den Oevlo stel 8ale und die l'sfiä ste' Oavalli- §. z. Franz Gforzia führte 146 , eine ge- iwungene Ealzaustheiluug ein. Für jede Per¬ son über 7 Jahr alt, war 6 Pf. Salz gerech¬ net. 15^4 wurden die Unterkhanen von dieser EalzauSkhetlung dahin frcy gesprochen, daß eine jede Gemeinde für jedweden Star Salz, der ihr in der 'lavole stel sale zugeschrirben ^ar, 40 8. entrichten ivilte. Diese Auflage führte den Namen Osulo stel 8als. z. Her» -iunften Banden ste?ldt. O fl « zog 6io zog Philipp Maria Visconti übererschlug - auf was Arter sein bazumahl in 12,500 Pferden bestehendes Kriegsherr im ganzen Lande verthcilen könnte. Diese Ilexartinon ward wirklich im Jahre 149; auf den Fuß von 5829 Pferden zu Ende gebracht, dabey aber nicht sowohl auf das Vermögen jeder Gemein¬ de, als vielmehr auf die bey derselben vorwal¬ tende mehrere Bequemlichkeit Pferde unterzu- bringcn gesehen , mithin kein eigentlicher gemei¬ ner Maßstab bei) der Verthcilung zum Grunde gelegt. Die für die Pferde anfänglich in Natura zu liefernden Geräthe, Holz. Heu und Stroh wurden in der Folge der Zeit zu Geld ange- scylaaen, daher die eie' Oavalli entstand, die zu einem beständigen Einkommen der Kam¬ mer geworden. §- 5. Bey allen nachgehenbs ausgeschriebenen außerordentlichen Auflagen , wurden entweder nach Anzahl der Personen, ober Nach Anzahl der Fenirhccrde obbenannte zwey Auflagen, die ^svole stel 8ale und -Hl- 1k> ste' Oavalli zum Grunde gelegt. §..6 Unter Kaiser Karl dem Vten hatten sich die Auflagen ungemein vermehrt, und dieser Monarch for¬ derte zulezk von dem mayländischen Herzogthume monatlich 25.000 Scudi, das ist, jährlich zooocw. ab. Es warb 154z den 7ml Septemb. unter dem General Capiraia Marchese bei Vasto zum er¬ sten Mahl die allgemeine Schätzung des ganzen Mayländischen angeordnet und diescrBcfehl ward am iten Novembr. 1545 durch den Generalra- pitain den Herzog öon Gonzaga erneuert, und zugleich eine Deputation der strel'etri stell' Lstimü ernannt. §.7. Gedachte strotetli glaub¬ ten , das ihnen aufgerragene Geschäft am sicher¬ sten dadurch anszuführen, daß sie in zwey be- , son- 6'ii sonbern Schätzungen den Werth aller liegendes Gründe, und dann das von allen Gewerben und Kaufleuten des Staats dem Handel gewid- mete Geld zu Kapitale anschlugen. Die erste Schätzung beendigten sic 1561, sie ward im Jah¬ re 156g pubiiciret , die zweyte i;yy. Ehe'aber das Werk angegriffen worden, ward eine pro- vistonal Tabelle zu Vertheilung des Manua» lis unter die Provinzen verfertigt- Dieselbe ward nach Endigung der ersten Schätzung durch eine zwcytc Tabelle ausgebeffert. Endlich, nach¬ dem auch der Kapitalwerth der liiclnürisund des Handels angeschlagen worden, brachte man aus dem zusamniengenommenen Kapitalwerth beyder Schätzungen did Provincialquott in «ine Tabelle, d e w allen nachfvlgcnbeu Zeiten, ihrer Unrichtigkeit ohngeachtck, bey Verrheilung jeder neuen Auflage zum Maßstab angenommen warch Man handelte dgzunrahl nach den nähm- lichen Grundsätzen in allen Staaten des Hau¬ ses Oestreich, wo die Regierung frcye Hand hatte. Die nähmliche Operation ward in der Grafschaft Artois vorgcnommen , wo diese Ein¬ richtung annvch jetzt von den Ständen beobachtet wird. §. 8- Diese Schätzung war vollerUurichkig« keiten. DieArbeit der Kamnrer-Felomeßcr st> m- w mit der Arbeit der Fcldnleßer der Ootnmu- , Städte und Provinzen nicht überein. Man¬ gle liegenden Gründe waren gab nicht ange¬ schlagen - aufdie verschiedenen Eigenschaften des Hodens hakte man keine Acht gehabt, man hat- " jene Käufe und Verkäufe , die in den zwey ^hren i;48 und 154p vorgefallen waren, znnk ?^unde der Schätzung gelegt, und von denset- auf diejenigen Gemeinden, wo keine der-- Gleichen Veräußerungen in diesen Jahren vöra O q 2 Zeä 6is gefalle« waren, den Schluß gemacht. Die Hält» scr, die Anhöhen , die an des Feindes Land grenzenden Gegenden, die Besitzer mächtiger Erundhcrren waren gar nicht in Anschlag ge¬ kommen, Es liefen daher gar bald kaufend Klagen ein , durch welche die Regierung bewo¬ gen ward i/z von der auf diese Artikel geleg¬ ten Auflage nachzulassen, unh zu der Schätzung der Grundstücke zu schlagen. K. y. Ein neuer Fehler von großer Erheblichkeit war, daß man zwischen den Einwohnern der Srädtc und der Dörfer in der Bcysteuer zu der Auflage auf die liegenden Gründe einen Unterschied machte. Die Stadt Maylaud wollte nicht erlauben , daß ih¬ re Mitbürger wegen der außer ihrem District besitzenden Grundstücke anderswo geschähet wür¬ den. Die Congregakion der lmereÜ'cni zu May- land errichtete ein eigenes Tribunal in gedach¬ ter Stabt, um die Gründe zu kaxiren, welche den mayländischen Bürge!n zugchörren. Alle Städte insgemein verlangten, die von ihren Bür¬ gern besessenen Grundstücke sollten nicht mit den Grundstücken der bewohnenden Gemeinde oder Landleutc geschätzcl werden, wenn sie gleich in dem nähmlichen District sich befinden. Daher entstand der Unterschied zwischen toncii rurali und kovcli civilr. Die Bürger, welche tonstr civiU an sich gebracht hatten , zahlten nichts mehr zu der l)uota rurali, die dem ungeach¬ tet so groß als zuvor blieb , hierdurch wur¬ den die Landlcute gedruckt. (Die nähmlichcrr Übeln Folgen ward man in Frankreich bey Erhebung der Dailis gewahr, nachdem 5728 das Edict zum Behuf der sogenannten dorrte- nsns erlassen worden.) Durch ein Ebiet vom 2a. Oct» iH6ü ward en^jch verboten, keine saust» rurali mehr in civili zu verwandeln. Allein ringe- ungeachtet dieses Ebicts, ungeachtet eines Be¬ fehls Philipp des II. vomJahr 1597 undPhr« kipp III. vom 12. März 1599 blieb die Distinc» tion unter beyden Gattungen iunsti stehen. Als der Unterschied zwischen beyderley Arte» Grund¬ stücke im Tortonesischeu im I. 1600 aufgeho¬ ben ward, io fand sich, daß i2">oo Perkiche ans dem Lstimo rurale in das Lstimv civile übcrgekommen , ohne daß dieftrwegen die Sum¬ me des erster» verringert worden. Manche klei¬ ne Gemeinde ließ ihren Beptrag von dem Beytrag der Hauptgemeinde trennen , und hies¬ sen alle^nawri äi Huvka ( aüi^narsrisn cis Oottere). In dem Bezirk einer Oowmunita be¬ fanden sich oft Gründe, die einer weit entfern¬ ten Gemeinde zugehörten. §. io. Das Ludst- stio mentuale ward zwar in so viele Hauptlhci- te als Provinzen waren, nicht abe? unter die eine jede Provinz ausmachenden Gemeinden, noch weniger aber unter die Besitzer jedes Grund¬ stücks durch die l'reketti stell' tkstimo vertheilt, man überließ vielmehr diese Lubstivistou der Willkühr der strovincial - und Orks -- ^stmini- strmoren. In den meisten Provinzen ward bey diesem Geschäft, wegen Unzulänglichkeit der neu¬ en Schätzungen , die alte ungleiche Berthe ilung der Dgvsls stet Oeuko stel Lais oder der lass» ste' Oavslli zum Grunde gelegt. Im Oontasto str Oomo aber und sti Vi«;ovano ward die Auf¬ lage nachher Diaria stoli' Lüimu in l.ire, 8olsti und llsngri, nach älter» Schätzungen der Pro- d>nz vertheilt. Zlvty Drikkheile der Dsstsie ste' Oavglli wurden auf die Grundstücke j eben auf l'U Mannspersonen von 14 bis 70 Jahren , die dlesrrhalb Desto genannt wurden, verlegt. H. Die Gemeinden mußten,um der Militar- Qqz rxe- Sich epecution zu entgehen, sich mit dm größter; Kosten einen Soovcntore verschaffen, der für sie in der Feit zoh. e, sich aber mit dem Ad¬ ministrator flolla Oommnnirn einverstand. §. 12. Im gaiuen Maoländischen Staat waren nur ie> ^usäieelni Regn, aste übrige waren suLäwonti Leuäasi, die nicht ein Mahl am Orte ihrer Bestimmung sich aufhielten, mithin ward nirgends aufdieEkonomie der Gemeinden Acht gegeben, daher eine große Anzahl derselben inz Jahre r66z Banqueroutc machten. §. lg. Die Verwirrungen,welche aus dec unordentlichenVer- rheilung her Militairausiagen entstanden , ver¬ anlaßten die Einführung des rimpla^a, vermö¬ ge dessen alle Milikarspesen aus einem durch den gleichen Veytrag des ganzen Staats erwachse¬ nen Säckel von einem s'rovßstirore ßeversls be¬ stritten wurden. 14. Die Last der unglei¬ chen Auflage veranlaßte viele Einwohner , das Hand zu verlaßen , dennoch blieb die Auflage die nähmliche; und die gegenwärtigen mußten für die Abwesenden oder sogenannten lesti lycw- te zahlen. Die Ungleichheit war so groß, daß manche Gemeinden von dem Scudi Kapital¬ werth nur i 5 §. andere aber rz 8.6 ch zahlten. §. 15. Allen diesen Verwirrungen des alten Lstrmn abzuhc fen , famcn verschiedene Pro- jecte zuni Vorschein. — Der Ingenieur Pigatti trug an, 8 8olcli per kerticn von allen Häu¬ sern, von andern Finsen aber 5 Proc. zu neh¬ men , weiter den Kaufleuten 1/4 Proc. von, ihrem Kapital , den Landleuten aber eine Per¬ sonaltape von io Lire für jede Mannsperson von rg — 6o, von g Lire aber für jede von 7 " Ig Jahren, den Weibspersonen von Ich i 60 aber 2 Lire» aufzulegen. Man ve^-- stehl 6lL steht unter dem Namenz l'sste die Manns-und unter den Nahmen docrks im Mayländischen die Weibspersonen. Dieses , mit den vermindere tcn Regalien sollte , seinem Vergeben nach .jähr¬ liche ?c> Millionen abwerfcn, und zu allen bür¬ gerlichen Auslagen sowohl, als zum Unterhalt von 26^00 Mann Truppen zureichen. § i6, '7'8 ward die Oiunca äel Osnstmenw aller» höchsten Ortes angestellt. § i8- Diese Oiuurs sezte folgende Grundsätze zum Voraus, h >9. Die Bestimmungen dfr gemeinen Lasten find von breyerley Art. Ein Mahl, die so zum Beßren des ganzen Staats dienen. Dann die, so nur jede einzelne Provinz betreffen. Endlich dieje¬ nigen , so das Wohl jeder einzelnen Gemeinde ang hen. §. 20. Die zu Bestreitung gedachter Lasten dienenden Auflagen , außer den alten Kam¬ mergefällen waren bis hierher gleichfalls drei)- erley gewesen, die Auflagen auf die liegenden Gründe; die Tapcn der außer den Städten wohnenden Personen ; der Beytrag der Zünfte und Kaufleute, eine Art von Gcwerbstcuer §. 2! — §»22—7- §. 25. Alle liegenden Gründe sollen ausgemessen, ündgeschätzet werden, und Ungefähr 4 der ganzen Auflage tragen, gleich¬ falls sollten alle Häuser, Mühlen > und andere Gebäude geschähet werden, um die slhiqustron, uas Maß und den Werth aller Gründe an Ka¬ ptal zu wißen. Von jedem Thaler Kapital- 'verth sollte eine gewiße Anzahl Denari und in allen Provinzen durchaus gleich abgefordert werden. Jedes Jahr sey die Real und Per- wllalauflage öffentlich bekannt zu machen-. Je- Privatperson soll im Stande seyn, ihren T^ytrag nach Maßgab ihrer Besitzungen selbst zu Rechnen* §, Die Nebenanflagen für die Qq 4 öe- 6i6 besonderen Bedürfnisse jeder Provinz oder Ge¬ meinde , weiche nicht überall gleich segn , sollen von dem Universalimpost wohl unterschieden, und Nicht anders als nach Untersuchung eines königl. Tribunals bestimmt werden. Alle alten Methoden, die Auflagen zu fordern, werden abgeschafft. Der Staat ist für die ganze Sum¬ me dem königl. Fisev in Loliäum zu haften schuldig. Die Auflage sowohl, als die Verkheilung jeder kast und die Entscheidung der Streitigkei¬ ten soll von einem königl. Tribunal abyängen. §. 2Z. So viel als dazu Mahl Gemeinden den ganzen Staat ausmachten, so viel wurden to¬ pographische Charten mit Hülfe der meninla krsetvrimm verfertiget, in allen 2787. Man reducirrc sie, verkheilte sie in go Bände, in welcher Gestalt sie in der Künzeller) des lMcii siel, (kenlimsnto verwahret werden. -Jede Ge¬ meinde bekam eine Copie ihrer Landcharte. 26. Die auf diesen Landcharken befindliche» Nummern beziehen sich auf den Sommarione, welcher alle Stücke Land nach der Ordnung, wie sie in der Mappa nummerirt sind , die Na¬ men ihrer Abermaligen Besitzer, die Art des Anbaues, das Ruthenmaß, die Güte des Bo¬ dens- zu was für einer Squadra dieselben z» ziehen, anzeigt. Die Reisfelder machten eine eigene Squadra aus« Der Sommarione ward den Gemeinden gleichfalls übergeben. §. 27. Alle Grundstücke wurden zu ihren Gemeinde» geschlagen, die »lseAnssioni äi Huots aufge¬ hoben, die gar zu ki-n.en Communi, die stell Per abulüm abgesondert, wurden mit den nahe gelegenen großen vereiniget. §.28. Die Giu»^ ernannte 4 erfahrne Ingenieure, und fertig^ nach deren Bericht ihre Instructionen für di« 6! 7 Skimatori unterm 12 Mär; 1725 a«S. Dem zu Folge suchte man den Kapikalwerth der lie¬ genden Gründe aus den zu 4 pr. Ccnco an¬ geschlagenen Einkünften derselben hervor, die » Saatkörner, die Anbau - und Unterlwlkunqsko- sten , die Wetterschäben, und die pvrrio tüoloni- ca wurden zuvor abgezogen. §. 29. Die Giun- ra nöthigte die; Stimatori die Entwürfe ih¬ rer Schätzungen) zum ewigen Aeuanlß in die Kanzelley zu liefern. Aus dieser minute ersieht man, daß bey jeder Ovmmunita, nach Erfor- berniß der Umstände, z, 4 und 4 verschiedene Gattungen des) Bodens fesigefetzet werden , die man Equadra heißt, nachdem dieselbe in Archern, Feldern oder Wiesen , Weinbergen , Holz oder Läden bestand, ward jede Gattung besonders angeschlagen, und von dem Kapitalwerth ein Scudi zu 6 Lire ein gewisses Percent dein Landesherrn zu entrichten bestimmet. In je¬ dem Bezirk erforschte man die Art des An¬ baues , und wenn z. E. das näbmliche Stück Feld sieben Jahre hintereinander mit verschiede¬ nen Früchten besäet war, so setzte man den Ertrag jedes Jahres bcsouders an, zog die Summe zusammen, und kürzte davon ab, das Saatkorn, die Unterhaltungskosten, und die ju befürchtenden Wetterschäden , webey für jede Gattung Aussaat noch ein besonderer Ma߬ stab zum Gründe gelegt ward. Was »ach allen diesen Abzügen übrig blieb, das machte den reinen Ertrag aus, nach welchem der Kapital- werrh angesetzk ward. §. 22. Als die Schä¬ tzung vermöge Edicts der Gtuuta von zo. Sept. ^725 öffentlich kund gemacht worden, wurden Finnen einer bestimmten Frist an die— Be¬ schwerden eingerichtet, die durch e.Kunstvcr- Hq 5 stäk» 6i? ständige, welchen man noch ? neue hinzu- fügte, entschieden wurden. Es erfolgte eine zwcyte Untersuchung durch 6 und 8 Revisoren 1/28, eines gte 17^9 , und der letzte Be¬ richt der Kunstverständigen ward am 22. Jan. cingereicht. §. gi. Hierauf fertigte man für j-'des Grundstück ein Register, in welchem der Kapitalwerkh seiner liegenden Gründe , es mochten Wiesen , Ackerfeld, Holz, Weinberge in xrimu, ssoonäa e tsr?n' Squadra seyn, an- gesetzt ward. DaS Mast des Landes, die Be¬ sitzer wurden namentlich ausgedrückt. So viel diese Register zusammen genommen den Bezirk einer Oommunitn ausmachken , die wurden Ea- tsstri genannt , und jeder <7ommunitu eine Ab¬ schrift davon zugestellet. §, Z2. Da die ganze Arbeit zu Ende zu seyn schien, fiel die Cour- mißion noch auf eine andere Auflage, diese sollten die Mqulbeerbäumc geben. Sie wurden daher nicht wie vor Alters, unter der Klaffe der lerreni nmmoronnri verzinset, welches ei¬ ne sehr ungleiche Auflage verursachte, sondern alle gczählet; alle und jede Maulbeerbäume , so 25 Wund Blätter brachten, wurden zu 5 Lire Kapitalwerthund 4 Soldr reinem Einkom' men angeschlagen. Es sind derselben r Million Quadrat Schuh angesetzet worden. Allein die vielen Wiedersprüche veranlaßten die Giunta im Aug. 1704 zu verfügen, daß alle tragbaren Maulbecrdäume, ohne Unterschied des Alters, sollten geMlet und geschätzet werden. Jüngere Bäume sollten gar nicht geschätzet werden- § gz. Loni fli -Lecomla Ltsrione werden ge¬ nannt die Häuser, Mühlen, leiste, solle», magij, 1'orcdi, .seioztra somi, someri und andere Gebäude, die unter die liegenden Grün- 6lH de zu rechnen. Ihre Ubiguation und Realbe¬ schreibung ging noch ab, und die damahls von den Eigenthümern selbst bewohnten Häuser wur¬ den als exemt gar nicht ausgeschrieben. §. ^4. Die Dass» stel küercimonio belangend, ward man eins , den Zünften und Handelsgesellschaf¬ ten in unveränderlicher Summe dasjenige ab¬ zufordern, was sie in den Jahren 1728, ^29 und 1750 gczahler, und diese Summe sollte nie vermehret werden, wenn gleich die Laste» des gemeinen Wesens zunähmcn. Die Con- sulta vom 7. Jänner 17,^2 verfügte, 1/4 dieser Taxe sollte den Gemeinden bleiben, »/4 den Localfpesen der Städte und Gemeinden, wo sich die Zünfte chcsinden , gewidmet werden, die übrigen 2/4 Thcil aber sollten als ein Bcytrag zu dem allgemeinen Carico des Staats anzuse¬ hen seyn. §. zA. In Betreff der Personal- kaxe ward von der Giunta beschloßen, dieselbe den Mannspersonen von 14 bis 6, Jahren, und zwar allen in gleichem Maß aufzulegen; es ward daher durch ein Edict vom 2z. März G30 asten Contabi die Bekanntmachung der Anzahl aller von diesem Alter in ihrem Bezirk Lohnenden Personen aufgetragen. Es sollte mese Taxe itg von der allgemeinen Auflage ^'smqchen. Z. z6—§. Z7. §. Z8. Bey wclt- "ch-n Personen haben zweyerlcy Exemptionen don den gemeinen Lasten stakt. §. 29. i) Ein- ^lahl die P.lenriione stel 12. L^li» Diese ward durch das Edict vom 15. Jul» 17^ folgender- N^sien eingeleitct : so bald die Mutter mit des -oakcrs l2ten Kinde schwanger ging, ward um Immunität angchaltcn, und dieselbe ward ^gestanden, wofern zur Zeit der Schwanger- ichaft io oder n Kinder gelebt, und das i2te le- 620 lebendig zur Welk gekommen. Sie besteht in der völligen Frcyheik von der Tassa Personale und Mercimonialc, und 9 Soldi per Lira von allen Auflagen auf die liegenden Gründe, f. 40. 2) Die Exemptionen xor flrivilsgio onerolo o gra- äuito. Der Fiscui Rancaki gab wegen dieser letzteren an die Hand: die Exemption solle bloß auf diejenigen Auflagen gehen, die bis zum r. Iuly 159? in den S'aat ewgeführt worden, alle nachfolgenden Auflagen aber soll-- ten auch die cxewptcn Personen ^zu zahlen ge¬ halten scyn. Dieses Mittel billiateman untern; 2v. Frbr. 1732. Im Jahre 15 y betrugen die Auflagen , nach Abzug'der abge^angenen Pro- vinzen nur Lire i,8z;,egg. 4 S.. im Jahre 1770 aber 7152/^1 Lire 2 S. io D." Die ersteren bestand n in der Dastia ste' EavaUr, Esnlo äel strle, Nsnflialo cl'ünnui 8custi zoo M- 14 ksali s flreliöi Orstin-rrii endlich dem l8s8a clella Envalleria. Wenn die Münze, wie jetzt gewesen wäre, so hätten die Aufla¬ ge» betragen 1599 — 2,832,762 fl. 14 7/5 kr. 1730, 2,c>97 fl- 37 3/5 A° §. 41. 3) Was die Stcuerftepheit der Geistlichkeit anbclangt', so fand sich durch ein im Jahre 17^ verfaßtes Verzeichniß aller von der Geistlichkeit für frey angegebenen Grundstücke , daß dieselben nacv der Schätzung des Censimento über zi M'^ ordentlichen wollten sie nicht gehalten senn, ! -greifen aber unter o-n Namen der Oaricdl «ifliusrii nichts als den Censo del Sale 62» dre Tassa le' Cavalli. §, 42. Cs werden in- bcffr« die P ächter der boni kcclelisüici ä! sa- lico SLijuiLto. die in dteier, boni destudlichen kandlenr.- sOrangei5) oder 'oloui xarriarir , welche offenbar LaiU sind , uw die Hälfte des gewöhnlichen Heylrags in die Steuer gezogen, und dies heistt die Tassu Coloniea. Sic haben, Werl die Pächter der Geistlichkeit, gleich de» Pächtern der alte» sonäi civlli sollten behandelt scyn, aber auch Erleichterung erhalten. Diejeni¬ gen geistlichen Guter so a tilolo st'Lnsiteutt, 0 sti I^ivello in weltlicheHände gekommen, sollten ferner die Steuer frepheit nicht mehr m geniessen haben, sondern diese iffivel!«ri Lcclesrustioi soll- ten von ihren Einkünften nach Abzug des der Kirchen zahlenden ibivelli oder Oanonm glcich andern ilntcrkhanen steuern. §. 42 — §< 44. Zu dem am 4? December 175,' zwischen her Herzogin« von Moyland And dem römischen Hofe geschlossenen Concordat ward in Betreff b«r stor^ione llomevicale et Eolonica cie bonis ^«ticbi Lceltchülkrois solgeridev veranstaltet: 45« r) Alle Guter, so die Kirche von 1^7; , tsaß, find guosst storkivnem Ovmiuiculom gänz» "ch steuerfrey, die nachher von ihr erworben Horden , steuern gleich den weltlichen , sie müss¬ en denn ansbrücklich privilegirt, oder den doni ptički gehörig surroglret scyn worden. Doch soll nie Verordnung nicht statt haben, wenn binnen einem Jahr die Geistlichkeit aus Do¬ kumenten oder andere« vom römischen Stuhle ^billigten (Vergleichen eine andere Epochal» burchuk. §. 46. 2) Die in den Earsstri^ vom chlshre r§6; angezeigten geistlichen Güter werden 'w exempt behandelt; die nicht dort zu finden seyn , 622 seyn, deren Steuerfteyheit muß durch ächic Urkunden innerhalb einem Jahre der Regierung eingereichet werden, tz 47. Die Coloni der geistlichen Güter steuern auch in den vor 1575 der Kirche gehörig gewesen«» Gründen zu den landesfürstlichen sowohl als OrtsAbgabcn- jedoch nur 2/z von dem, was d,e Coloui der weltlichen Güter von gleichen Gründen steuern« 5« 48- 4) Personal Taxe sollen die Coloni dieser steucrfreyen Güter nur 6 Liren für je¬ den Kopf zahlen, und wenn die andern Coloni einst weniger als sieben zahlen sollten, sollte ihr Contingent auch verhältnißmässiq verringert werden. §» 49» 5) Äste diese Verfügungen haben statt, es mag ein solch altes Kirchengut per Lmpk^teulin einem Laien um einen jähr¬ liche» Canouem überlassen seyn , oder aber bloß im Namen des Geistlichen verwalket werden, es müßten denn die Einkünfte, welche in Ver¬ waltung stehen, 24 Scudi ä'oro äi Rainers nicht übertreffen. §. 50. 6) Die Auflage gehr bloß die?ot2Üone cgnonicn an, daß diescrwe- grn die Kirchen ihre liegenden Gründe, oder dle Kirchenpakrone in ihrer ^orsione Dominicale beunruhiget werden. §. 7) Von dieser Beysteuer sind ausgeschlossen die Coloni derje¬ nigen Pfarren, so nicht über die OokiZrusm an Einkünften haben, auch die Coloui der wahren Spitäler. §. 52. Von der Personal¬ taxe sind frey, kraft des Edicts vom 22, Sept. ,760 die Priester und (Norici tonüirari, dlh klenri äoi XU. Lßli;?l die Oiunäicenti, utkusn und knmigim äei Oiusticis, die t'gpitani üek Uivielo, die königl. Kommissarien und Kass"- rer der kerwr» tzeuorsle, einer bey jeder Kasse? die 6.2) sie Officiere dieses Pachts, die Postmeister und Postillone, die Convietoristcn in den Cvlleaien, die Studenten in den Semlnaricu, die PerZs- inini sti vovmrg, d. i. solche, die ohne Grund noch Haus in Miethe zu haben, bald hier bald dort ihr Vieh weiden; endlich alle jene, die Krankheit halber etwas zu gewinnen unver¬ mögend sind. Zu Folge des Niparto vom 1785. Jahr, ward der Kapikalwerth aller liegenden Grunde im ganzen Staat, nachdem von Zeit des oberwähntcn Edicts vöm 29. Nov. 1759 bis zum 15. Juny 1764 mit Verbesserung der bamahiigcn Arbeit fvrtgefahrcn worben, an- erschlagen: Scudi 63,988,989 Z" — 4? das sind Lire 383,905,98? oder ungefähr Kfl. itZ,i7i,i8i 5 kr., die Lire zu 18 kr. gerechnet. Hie Import» universslo für gedachtes ryä^kes Jahr besuhchet in Lire 5,864,326. 8 S. 5 Sc. bre Lira zu r8 kr. gerechnet, macht ungefähr 759,297 jch 54 kr. Die steuerfrei)en gejstli- Mtn Güter ^uvast xorcionem Oominicslem, "Mcheu ungefähr z des ganzenKapiralwerths vom Staate aus. llibcr dieses besitzt die Kirche noch , '"!'.ch,- Güter mit dem bloßen Dominio ciireöfo, .^l sie in Lmzik^reulin gegeben werden. Auf Art zahlten die Laien der Geistlichkeit so ^CauoncS, daß sic bis auf soo oooL. bnra- Diesen I^ivollsri Lcdeliastici muß der compcnsircn, jnähnillch Lire 40,000 dieserhalb in der Iwpolka univerlül« l>k^, ^765 auguncrket sichet. Die Geisiiichlelt xch'yt «och eine große Anzahl Fundvs , die sie s," "^ch der Zeit der Verlbeilung zwischen Ikoni „nd moäerni a» sich gebracht. Allein -sind j« der Zahlung der Lagen völlig gleich- 6 «4 gleichgcschätzt, 'und leidet der Staat daher bell diesen bloß allein dadurch, daß sie nicht frey veräußert werden können. Wenn man von der obbemeldten Summe bas Mimo cLnlibUe » ii; Millionen Pf. die Einkünfte zu 4 Pr. rechnet, so bekömmt man heraus 4,606,844 j'rostuit net, wovon entrichtet wird 1,7)9,29.7 4? lmpot. Und wenn man voraussetzek , die Imxostu vom Jahr 1765 scy auf die ganze Summe des Mimo cenlibile gleich vertheilet worden; so würde sich ergeben, die maylän- bischen Unterthanen haben im gedachten Jahr 1765 von ihren reinen Einkünften vermög des Soustmenro Z8 pr» d. t. 7 H von jeder i.iru, oder etwas mehr als dtir dritten Theil ihrer Einkünfte, und wenn man die Kapitalsumme nimmt, den 65 4 Theil von dem Kapital das iste lOo. von jedem Scudi Capital gezahlt. §. 52. Nachdem die Imxostu llnivorlsle der all¬ gemeinen landesfürststcyen Auflagen solcherge¬ stalt in Ordnung gebracht worden, so gedach¬ te man zu Einrichtung der Provincial-und CoM- munal Auflagen zu schreiten , als der Krieg tat October 173g ausbrach, welches dann ganzer i6 Jahre lang unfortgesetzt und unterbrochen blieb. Auf allerhöchsten Befehl vom 19. JistY 1749 ward die Huints stel Oenlimonto wicdct festgesetzt, die denn im folgenden December ih¬ re Beschäftigungen aufhub ; die letzteren an den König in Sardinien geschehenen Ceffioncn Ha¬ den den Boden um 20 Millionen Pcrtiche ver¬ ringert. Andere durch natürliche Begebenheit^ veranlaßt« Veränderungen erforderten estuiC Abänderung der Landcharten, oder Sumstet' welche Abänderung 1751 zu Stande kam. S^Lk--n 6rZ 54. Um die Materie der LtenLioni in einige Ordnung zu bringen, theilre man zu Folge ei¬ ner Oonknlta vom 9 May 173z den Kapital¬ werth des Staats in drei) Cesten, Kieme cer- tv, Lsenre äubio, und Oeolibilo cerro. Aus dieser Untersuchung erhellete, die liegenden Grün¬ de so für klemi angegeben worden, betrügen deynahe 1/4 vom Kapitalwerth des ganzen Staats« Die Personal - und zufälligen klon- Lion! der üoliioi LZIi, bereu O. IKorum,lVls- cho. i>lotgr. und kroLsüorum der Universität von Mayland und Pavia rc. machten die ge¬ summten Ausnahmen bis zur Hälfte des allge¬ meinen Kapitalwerths des Staats anwachsen. §. 55. i)Alles^vas perriosew ist, gehörte zu den üoni ste xrima 8ta2iou6. § 56. 2) Oer Kapitalwerth der Lom 6e t'econcia 8tsLione sollte zu Folge eines Decretü vom 22 April 1752 nach dem dritten Tbeile ihres Ertragsim ^-ikgstro angesetzt werden- Die von den El- Scnthümern bewohnten Häuser blieben nunmeh- ro nicht wie das erstemal ausgenommen , son¬ dern wurden wie aüe andere eingeschrieben, und ^geschlagen. §. 57. Z) Die Personaltaxe ward durch das Edict vqm 5. Decemb. 175; auf 7 ^ayländische Liren von jeder Mannsperson don hjs Jahren bestimmt, wovon die Wülfte, nähmlich z L. ro kr. jeder Gemeinde iu Bestreitung ihrer Localspesen, bleibt, die andere Hälfte aber zum Universal tmxost ge- ichlqgen wird. Sie kann nie vermehret wer- ^u. §« 58« 4) Die Gewerbsteuer ward un- °r,n 1^. Decemb. ej« snni solchergestalt ein- sichtet, daß jeder, so irgend eine Art von H,^del treibt, i und H Pr. von dem Kapital¬ es. Vdy. gte Abch. R r werch 626 werth desselben entrichten soll. Wer auf dem Land in dem kuoto mercimonisis begr iffen war, mußte den Kapüalwcrkh semer Verkäufe im ab- gewichnen Jahr eidlich anzcigen. Die Hälfte von dieser neu zu verrechnenden Taxe fäitden Städtischen und Gemeindekassen zu Bestreitung ihrer Ausgaben zu , die andere stießet in die Uni¬ versal- Kasse des Staats. Um diesen KmvtS mercimvniale desto richtiger zu machen, wur¬ den die sämmtiichen Commnnira nach dem mehr oder weniger blühenden Zustand ihrer Gewerb- schäften in 4 Elasten, jede Classe aber in drey 8 und Lslbl mazgiore in 15 kleine¬ re Theile getheilt. tz. 6i. — Üie 8enreur:u äetl' Lttimo generale vom 20» December 1757 machte bekannt, der Kapltaiwerth des ganzen Herzogthums Mayland an Gütern äe priliM e seconäa 8ra2ioüe sey: 8duäi 74,619,683 — t2. 7^ä seden 8cuäi zu 6 Mayländer Liren ge» Zechner. Worunter jedoch 5 kleine Districte dicht begriffen scyn, die noch 2,916 8cuäi 2 anjuschlggen wären. In dem 1756. 1757 und i?58sten Jahre ward eine neue Einrichtung der Xäministration der Provinzen überhaupt sowohl- als auch verschiedener einzelnen Ge¬ binden > jeder durch ein eigenes RäjÄ, so Ri- kvrms genannt wird > angeordnet, ünterm 29. -November 1751 ward nutet dem Namen des Herzogs von Noäeva als ^äwinillratorv äel kaverno und General Capttain der Ocst- ^ichiftPen Lombardie, das Edikt jU Ein» Rr 2 füh- 628 «-W--0 / führvag des neuen 6eu6menro , and Ab¬ schaffung aller ehemaligen Conrributionsarten, im ganzen Staat publicirk. I>'L6imo csnkikile flepurar» ward in diesem käiet auf die Summe von L-uüi ^4,226,092. z 6 gesetzt. DaS neue 8zr- Kem» sollte mit dem Monat Jänner l76o anhe- bcn. Ueber das maylandische Finanzwesen fin¬ det man nähere Aufschlüsse in dein Werk , wel¬ ches den Titel hat: U OeuLmenty är Nilanv — Mlsno 17^4. Das ganze Werkchen besteht aus drey Theilen. I. Theil — alte Auflage. — H. Gegenwärtige Finanjvrrfqssung. Hl- Regle¬ ment für das Tribunal zur Handhabung des neuen Finanzsyfiems- Das Herzogthum Mantua. , 6 z i T h a rt e n von diesem Herzogthum haben geliefert. Vlaeuw, Šanson , Bodenehr und die Homan» Nischen Erben. Mantua gehörte in den Zeiten der Römer ju dem über dem Po gelegenen Gallien. Den Römern sind die Ostgothen, diesen die Longo- barden, und diesen die Franken gefolget. Die beständigen Streitigkeiten, welche in diesen Zeiten zwischen den Deutschen Kaisern und Päpsten geherrschet haben, wurden die Ursa¬ che der verschiedenen Parthgyen in Italien. Auch Mantua traf ein ähnliches Schicksal. Die Passerini und Gonzaga stritten lange um den Vorzug des Besitzes. Kaiser Carl I V. sprach solchen dem Ludwig Gonzaga zu , und bestellte ihn noch zum Reichsverweser in der Stadt und dem Gebicthe von Manrua. Kaiser Sig¬ mund erklärte dessen Urenkel zum Markgrafen i>vn Mantua, und Friedrich II. ward vom Kaiser Karl V. zum Herzog erhoben. Die Gon- Magische Familie blieb in dem Besitz des Her- ivgthums bis zum Herzog Carl Ferdinand; die¬ ser wurde ein Partheygänger; er ließ sich um 62,022 Pistolen und einen versprochenen mo- "'Uhlichen Sold von A,6o» Thalern für die Un- L r 4 ter- c>— LZ2 terhaltung einer französischen Besatzung von Mann bewegen , seine Residenz französi¬ schen Völkern einzuräumen, von Seite Frank¬ reichs warb ihmwcrsprochen, ihm zu den Gäter« , welche vo mahls das Gonzagische Haus tnJta- lien besessen hezt. wiederzu verhelfen rc. Diese französische Allianz brachte aber den Herzog AM alles; er wurde in die Reichsacht erklärt; der Kaiser trat 170z den Theil vom Herzogthum Montserat, mit welchem der Herzog von Man¬ tua bisher belehnt war , an den Herzog von Savoyen ab, und das Haus Oestreich behielt Mantua. Daß der Kaiser berechtigt war, die¬ ses kehen rinzuziehen, und dasselbe an das Erzhaus Oestreich zu übertragen, wird Nie¬ mand bezweifeln. In dem Augenblick, als Oestreich in den Besitz des Herzogthums trat, hat auch die bey dem östreichtschen Hause be¬ stehende gesetzmässige Erbfolge Platz gegriffen. Das Herzogkhum Mantua grenzt in Nor¬ den an Venedig, in Osten an den Kirchenstaat und dasFerraresische Gebieth, südlich an Modena und in Westen an Mayland. Die Größe dieses Herzogthums wird ver¬ schieben angegeben. Hier folgen die Vari¬ anten e Lange. Breite. Zlä'chen* T, M« inhalr. BüschiW iL. ro Erdbeschreibung für die lateinische» Schulen in den kaiserl. könkgl. Gkaa- Lanye. Breite. Jachen- T. M. in halt. Staaten, und mit ihr Herrmann. 14- ro. 40. Erdbeschreibung für die tcutfcheSchulen in den kaiserl. köu. Staaten. ... rs. 8. 40. DaS Wapen des Landes führt im silber¬ nen Felde ein rothes Kreuz, lind in jedem der dadurch gemachten 4 Felder einen schwarzen einfachen Adler. Das Hcrzogthum Mantua gehört in die Elaste der ebenen Länder. Die Luft im Gan» zen würde der menschlichen Gesundheit beha¬ gen , wenn nicht die an einigen Orten stehen¬ den Wässer durch ihre faulen Ausdünstungen daS Clima ungesund machten. Der Boden würde dem Fleiß der Einwohner entsprechen, wenn Industrie mehr zu Hause wäre. Die natürli¬ chen Producke, welche das Land hervor bringt, ßnd nicht von besonderem Belange. Zm Mi¬ neralreich fehlt alles. Im Pflanzenreich sind der türkische Weizen, Reis, Flachs und Hanf die wichtigsten Produkte. Das Land erhält das Holz aus Tyrol. Das Wild, einige Fasanen Ausgenommen, ist selten; Wein wird erzielt. Die einzige Seidenkultur ist von Belaiitze; bcy ^ernardelly werden gute Pferde gezogen, und Jucht der Maulthierc, wozu die Stuten ^ößtentheils aus Tprol kommen, ist auch von Rrz Mas» d A4 Mantua hak mit Mayland gleiche Flüße; der Po fließt mitten durch das kand , die übrigen Flüsse , der Ogltv , Menzo , rc. kommen aus Tyrol; die Sechia kömmt von den appeninischcn Alpen, durchströmt Modena, und verliert st.h in den Po. Der Damm an dem Postuß, und die Schleuße in dem Menzo befördern die Schiffahrt und erhalten den See, welcher die Stadt umgibt, in der gehörigen Höhe. Vor der erfolgten Wiedervereinigung des Herzogthums S ibiouetta und desFärstcnthumS Bozzolv mit Mantua, wurde das letztere ge¬ wöhnlich in daS alte und Zneue abgesondert- Nun kann man Mantua am richtigsten abthei- lcn: g) in die Stadt Mantua, und b) in Preturen, deren ig gezählct werden. Diese sind: i) die Pretur Viadana, 2) das.Fürsten- thum Bozzolo, g) die Pretur Goito , 4) die Pretur Revere, 5) Gonzaga, 6) das Herzog- thum Sadtonetta, 7) die Pretur Borgoforte, 8) die Pretur Cancto, 9) die Pretur Castel Goffredo , io) die Pretur Ostiglia , n) die Pretur due Castelli, 12) das Fürstentum C t>) Regular Llerrrs: Priester. ... z-§. Lmeu- . . . 24-. — 786. Summe 2398- e) Nonnen: Cöorschwr- Ker». , . . 597. kaischwe- ßer» . . . 292. — »so- Summe L287» Im Vllke« Hefte meiner Staatsanzeigm kämmt ein Verjerchmß der im Mantuanische» kn Jahr 1783 erloschenen NorrnenkiLsirr vor, «cbst dem Stand ihrer Einkünfte. Zur Geistesbildung bestehet in Mantua et« ne hohe Schule, (f Sette 60,) doch «erde« auf derselbe« keine Doctsres pre-mov-irt- Die¬ ses Recht hat nur die Universität in Pavia nab kSimen die daselbst kreirten Doctores -er Arz- »eygelchrihett auch in den übrigen Erbt««» den prattictre«. 17-8 wurde in Maut»« eine Akademie der Wiffeufchaften gestiftet. Zur Bil¬ dung der Mädchen k«d verschiedene Nonneuklä* Ker, s» wie im MaylLndihhe» bereit. Ts- 6)7 Topographische Anzeige der vorzüglich¬ sten inderLombardie gelegenen Orte- Antzhiera, ( ^nxlesia) eine Grafschaft an dem Lago Naxziore, tin mayländischen Gebirth. Delgiojoso , rin ansehnliches Schloß des Für¬ sten gleiches Rahmens im Fürstentum Pa- Nia. Br. Benedeit» , eine ansehnliche Benedictiner- abtey südwärts am Po im Mantuanischen. tzozzolo, «ine Stadt mit einem Schloß im Furstenthum gleiches Namens im Mantuani¬ schen. 1779 stnd im ganzen Fürstenthum ge¬ storben 857 und gebohren worben LIZ und der getraute» Paare waren 215. Talciana, rine Gerichtsbarkeit im District Cremona. Die Gerichtsbarkeit hat 1774 L2t8 Seelen gezählt; der Gcbohrnen waren i8r der Gestorbenen 17z und der Getrauten Paar ;z. E^ravagyio, ein Markt mit dem Titul eine- Marquisats im Mayländischen. E«f«l maWiore, tin kleines Gcdieth mit der Stadt gleiches Rahmens zwischen Cremona Mantua, an dem Po im Mayländischen Liegen. Das ganze Gebiekh hat im Jahr ^74, 1^,504 Seelen gezählt. Die Summe Gebohrnen stieg auf 525 Köpfe; gestor- sind 475. Ehen wurden yi geschloßen. vM der Stadt Casal maggiore haben gelebt Die Zahl der Gestorbenen betrug l6g Köp- Tz8 Köpft und derGebohrnen 176; die Stadt wat 1754 no6- ein Markt» Tassiwo, ein Markt an der Ctfch, aus weichet 2 Kanäle, einer in dem Lambro, der ändert in den Serio abgeleitet sind, im Mayiändi-» schen. In dieser hat 1705 Prinz Eugen dem Herzog von Vendome eine Schlacht gelie¬ fert. Lüstelava , ein Marquisat, welches das Hoch¬ stift Trient als ein Reichslchen besitzt - im Manruanifchen. Castei Leone, eine Stadt im Distrikt Cremo¬ na im Mayländifchen» Der Ort hat 1774 4,165 Seelen gczählet. DerGebohrnen wa¬ ren 212 der Gestorbenen igi und der Ge¬ kraut n Paar 51» Tastiglione delle Stiviere, ein Fürstenthünt zwischen Mantua und dem Venetianer Ge- bieth mit einer Stadt an den Grenzen ge¬ gen Brescia im Mankuanischen» Mit die» sem Fürstenthum ist auch das FürstenthuM Solfertno verbunden. Die Fürsten Castrgli- one stammen von Rudolph Gonzaga dem jüng¬ sten Svhn Ludewigs, Marquisen Von Man¬ tua; Ferdinand erhielt von dem Kaiser des Tirel eines Markgrafen von Castigltvne, und Fürsten des h. R. Reichs. 1675 hat der Sohtt des Christian , Grafen von Solftrino die Fü^- stenthümerCastiglione undSolftriNo wieder zu- sammengebracht. Dieser, ein Sohn Ferdinand Gonzaga gerteth 1692 mit seinen Unterthanen fn solche Streitigkeiten > daß er gez-vvnge" > wurde - dss Land zu verlassen, und könnt» dasselbe weder er, noch sein Sohn AloyS ' Gon- L—M--: y 639 Gonzaga mehr erhalten. Die Stadt Castig- lione liegt auf einer Sir,höhe. In dem Für- sicnthum haben 1779, 8,L99 Seelen gelcbet, der Gebohrncn waren 24^ , der Gestorbenen 362 und der Getrauten Haar 64 S. Gon¬ zaga. Tomo, ein District an der See gleiches Rah¬ mens , im Mayländischcn gelegen. Er dehnt sich bis an die nördliche Grenze vonBündten und Veltlin. Er wird in 4 Thcile abgeson¬ dert, nähmlich s) in die Stadt, b) in das Gcbieth, c) in die Herrschaft und ä) in das Thal (Val Inrelvi. Ganz Como hat im Jahr *774 gezählt 73,581 Seelen; der Gcbohrnen waren 2,658 der Gestorbenen 2647 und der Getrauten Paar 488« Tomo , Chum , eine alte Stabt im Thale, im Gebiethe gleiches Rahmens im Mayländischcn. Hier wird sehr viele Seide erzeuget, daher die hiesige Gegend mit den schönsten Maul¬ beerbäumen pranget. Bänder und Tüchel in Seiden werden häufig gewirtet; der Ork hat auch ansehnliche Filatorien. Äußer den Sei« denwaaren verfertiget man auch sehr gute Tücher, die großen Absatz nach Teutschland finden« Die Elle kömmt zu 14 bis 15 Lire iu stehen. Die Stadt hat im iJahr 1774 tZ.625 Seelen Stählet, der Gcbohrnen wa¬ ten 449 der Gestorbenen 549 und der Ge¬ flauten Paar 8a. An dic«em Orte haben CatuUus, Plinius der jüngere, und Iovius das Tageslicht erblickt. ^°Mo, das Gebieth zählte 1774. 26,622 Seelen der Gcbohrnen waren 1026, der Gestorben "en H04, und der Getrauten Paar 189« Co- 640 Como, eine Herrschaft, Hak 1774 gezählt 30, 4,5 der Gebohrnen waren 1,076 der Gestor¬ benen „27 nnd der Getrauten Paar 201. Cremona, begreift in sich: 1) die Stadt Cre¬ mona , 2) die Herrschaft Cremona , und z) die Terra separat» dal Cremonese. Ganz Cremona hat 1774 gezählet 145,236 Seelen. Cremona, eine Stadt mit Mauern umgeben mit einem festem Schloß zum heiligen Kreutz genannt, nahe am Po, worüber eine Brü¬ che führet. Das Schloß hat im Umfang 5 italienische Meilen. Die Brüche wird von einem Fort gedecket. Hier hat der Bischof seinen Sitz. Der Ort hat 1774 gezählet 25,339 Seelen, darunter waren 1243 Weltgeistliche, 573 Ordensgeistliche, Nonnen 545. Der gan¬ ze Clerus betrug also 2361 Seelen. Die Stadt hat einLycäum. Cremona, eine Herrschaft, in welcher 1774 gelebt haben 107,301 Seelen, der Gcbohr- nen waren 512g der Gestorbenen 5299 und der Getrauten 1283. Fort de Fuentes, auf einem Felsen am EiN' fluß der Etsch in den Como See, an der Gren¬ ze von Bündtcn und Lelklin, im Gebiethe Como in Mapländtschen. Das Fort hat 1603 der spanische Statthalter zu Mayland Graf von Fuentes angeleger. Die Luft ist hier sehr ungesund. Gonzaga, ein Markt mit einem Schlost, der Stammoct der Herzoge von Mantua, im Ma»* titanischen. Das fürstliche Haus Gonzaga, dadieherjoglichenHäuser zuMantaa unl'Q»"' Aalla,i76 teuksche Meilen ent¬ haltenden viereckigten Mauer umgeben ist. In diesem Thiergarten wurde 1525 Franz König von Frankreich gefangen genommen, als er dic Stadt Pavia belagerte. Das Stift ist ver¬ bunden , jährlich 32,000 fl. an Almosen aus- zutheileii. La virgiliana; ein herzogliches Vorwerk, s italienische Meilen von der Stadt Mantua, wo Virailius in einer Grotte studiert haben soll. Laveno, an der großen See; hier wird wö» cbentlich ein beträchtlicher Kornmarkt gehal¬ ten , man erzeugt viele Seide, die auf dem unweit der Brenta gelegenen Filatorium gedreht wird« Lodi, eine Herrschaft, in welcher 1774 gelebt haken 106,z;i Seelen; der Gcbohrnen wa¬ ren 4,76z, der Gestorbenen, 4,763 und bet Getrauten Paar 956. Lodi, eine Stadt im Gebiekhe gleiches Rah¬ mens 4mt einem Schloß an der Etsch im Maß' ländischen. Kaiser Friedrich halste 1158 drey ita- 64z kkalienrsche Meilen von dem alten Lodi erbau¬ et. Der hiesige Bischof ist Suffragan des Erzbischofs zu Mayland. Von der in die¬ sem Geptcthe vortrefflichen Käsebereitung war schon die Rede; ferner wird hier Fajancege- schirr fabricirt. Die Stadt hat 1774gezählt 15,678 Seelen, darunter waren zi6 vom Gäcularcierus, 2^4 vom Negularclerus und 245 Nonnen. Der Gebohrnen waren 572, der Gestorbenen 562, und der Getrauten Paar I0l. Madonna des Monte, eine auf einem Berge gelegene bekannte Wallfarthskirche im May- ländischem Mantua, Mantova, die Hauptstadt des Her- zogrhums gleiches Rahmens in einem See - welchen der austretenbc Fluß Menzo macht, 105 ?/4 Meilen von Wien und 2g Meilen von Mayland gelegen. Der See hat Deut¬ sche Meilen im Umfange; die hiesige Gegend hat verschiedene Nahmen, alS Lago di Pai- nolo, Lago di Sopro, Lago di Sotto. Zwey Hauptbrucken führen über die See und un- terhalken die Communtcation mit der Stadt und den Vorstädten. Bey Borgo di Fortez- za ist die bekannte Citadelle, welche gut un¬ terhalten wirdi Das Wasser rheilet die Stadt in zwey Bezirke, beyde hängen mittels einer Brücke wieder zusammen. Jenseit der See sind Z Vorstädte gelegen, nähmlich in Nor¬ den Porto di Fortezza, in Nordost il Bor¬ go di St. Giorgio und in Süden II The. Das hier gelegene Lycäum ward 1625 ge- S s 2 stif- 644 stiftet. Mit der .769 gestifteten Akademie der Wissenschaften wurde die 1752 gestiftete Academie der Baukunst und Mahlerey ver¬ einet. Das vorhandene ansehnliche herzogli¬ che Kunstcabinet wurde r6zo von den kai¬ serlichen Soldaten , welche die Stabt im Sturm einnahmen, rein geplündert. In der Festung ist der Sitz eines Kommandanten. Die Juden, welche hier geduldet werden, wohnen in einem abgesonderten Quartier. Im Sommer ist in Mantua , wenn der See ab¬ nimmt, sehr ungesund zu wohnen. Die Stadt hat 1779 gezählt 2^,572 -Seelen, der Ge¬ hörnen 964, der Gestorbenen 1192, und der getrauten Paar. 2Z9 Es war in diesem Jahr der lyte Kopf eine Leiche, eine außerordent¬ lich große Sterblichkeit. Die Zahl des Mannsclerus ( darunter Z6o Kopfe vom Re- gulirclerus ) belief sich auf 759 Seelen, der Nonnen waren 644. In der Stadt waren Ju¬ den 2,m, und in den Vorstädten 548- Mailand, lVlilsnn, lVleäivisnum, die Haupt¬ stadt des Herzogkhums gleiches Namens 125 z Meilen von Wien gelegen. Dieselbe hat im Umfange 2 teulsche Meilen, ist mit einer Mauer und einem Walle umgeben; in einiger Entfernung ist die Citadelle, welche aus 6 Bastionen besteht, gelegen. Der Stadt kom¬ men ihre zween Kanäle iehr gut zu statte»; der eine kömmt aus dem Fluß Tesstno und unterhält die Gemeinschaft mit dem Lago Mag¬ giore ; der andere ist ostnordwärts gelegen und nimmt die Et-ch auf. Ma» zählt in Mayiand 22 Thore und 16 Pfarrkirchen. Hier 645 Hier ist der Sitz drs Gererakcapitains der Lom¬ bardi«, des bevollmächtigten k. k» Ministers und der hohen Lanbesstellen. Auch der Erzbi¬ schof hat hier seinen Sitz. DieMetropvlitankir- che ist ein großes Gebäude, doch nicht so groß, als die Pfarrkirche zu Nom und die Pauluskir- che in London; es zieren dieselbe 4lxx> Bild¬ säulen in Marmor prächtig gearbeitet. Un¬ ter diesen Gäulen zeichnet sich aus jene, welche den heiligen Bartholomäus frisch ge¬ schunden vorstellet, so, daß ihm die Haut noch über die Schultern hängt, dann die Bildsäulen des Adams und Eva. Die 52 Gäulen, welche das Gewölbe der Kirme tragen, davon viele kaum von drey Männern umfasset werden können, sind auchvon Mar¬ mor. In dieser Kircht liegt der hl. Carl Bor¬ romäus, in einem Sarge von Bcrgcrystall und Silber, von sehr großem Werth begra¬ ben , sein Körper wird jährlich am 4. Novem¬ ber feyerlich gezeigt. Die ehemahligeJcsui- tenkirche, die Kirche des heil. Alexanders rc. sind ebenfalls sehenswürdig. In der Kirche des heiligen Ambrosius wird der Körper die¬ ses Kirchenvaters , dann die Körper der Kö¬ nige Pipin und Bernard verwahret. Bey der Exjesuiten Kirche befindet sich das vom Carl Borromäus gestiftete Collegium mit einem Büchersaal und einer Sternwarte. Das sogenannte Ambrosianische Collegium ist mit¬ ten in der Stadt gelegen und ward von Frie¬ drich Borromäus gestiftet, von ihm ist auch die dabey gelegene bekannte Bibliothek, wcl- He bey 15,0^0 Handschriften und bey 60,000 ««druckte Bände enthalten soll. Für die Hel- S s 2 vetier §46 veticr ist hier ein besonderes Collegium, so, wie seit 1764 eine Academie für Bau» meister und Bildhauer besteht. Das große Hospital, welches der Herzog Sforzia IV. für Kranke und Waisen gestiftet hat , soll jährlich «0 bis 100,000 Rthl. Einkünf¬ te haben. Von diesem Hospital hängen noch sechs kleinere ab. In dem Dominicanerklo- fier bey der Kirche Madonna della Grazia befand sich vormahls die Inquisition. Die Stadt treibt einen ansehnlichenSpebttions-und Commißionshandel. Man findet hier ansehn¬ liche Waarenlager, die Maaren werden theils nach Tcutschiand und der Schweitz, theils nach Italien und Frankreich versendet. Die Stadt ward im Jahr nach Erbauung der Stadt Rom von den Galliern angelegek. Seit dieser Zeit ward sie 40 Mahl belagert, 20 Mahl erobert und 4 Mahl fast ganz zerstöret. Von den hier gelegenen vorzüglichen Mauu- facturen war schon die Rede. In dieser Stadt ist auch der Sitz des Generalkommando der Lomdardie, des Stabs des Belgiojoso In» fantericregiments, dann ist hier noch ein Grc» nadierbataillon gelegen. Das Simonettischc 2 italienische Meilen von der Stadt gele¬ gene Landhaus ist darum zu bemerken , da es auf der Seite des Gartens von den zwei) einander parallel! gegenüber stehenden Flü- geln des Gebäudes, die 58 gemeine Schot¬ te von einander entfernt liegen, ein außer» ordentliches Echo gibt: es wiederholt den Schall einer Mcnschenstimme 40 Mahl, urw den Knall einer Pistole 60 Mahl. Im Jah¬ re 1774 haben in Mayland gelebct ' See- 647 Gecken, die Zahl der Gebohrnen betrug 4,527 Köpfe. Der Gestorbenen waren 4,799 und der Getrauten Paar 918- In diesem Jahr war den 2/sten eine Leiche, gewiß eine ge¬ ringe Sterblichkeit. Im Jahr 1731 hat das Gubernium zuMaylaud eiste neue Leihcbank, für die Eigenthümer der Seiden errichtet. In diese Bank kann jeder seine Seide nicder.- lcgen. Der alten Leihebank St. Therese ward also eine Leihebank zngethcilct, in welcher man in Pfand Parthien Seide «nnimmt, sie se» in-oder ausländische. Der Verpfänder erhält sogleich im Baaren zwey Dnttthcile des geschätzten Werths. Die Verpfändung dauert cinJahr; für die östreichische lombar¬ dische Seide zahlt man 4 von hundert, und für die fremde z. Am 2Z May genannten Jahres ward dieses Institut vom allerhöch¬ sten Ort genehmigt. Lkkonza, Noneetia, lVüogunttacnm, eine kleine Stadt, von dem Flusse Lambro umgeben, im Mayländischen. In der hiesigen Kolke- giatkirchc 4» St. Johann Baptist wird die eiserne Krone aufbewahrt, mit welcher in den älter« Zeiten die Könige und auch die teutschen Kaiser, wenn sie ihr Recht als Könige der Lombardie behaupteten, gekrönt worden. Sie hat ihren Nahmen von dem eisernen Zirkel, welcher inwendig angebracht ist, bestehet aber aus Gold und vielen Ju¬ welen; sie ist ungefähr z Finger breit hoch- ^stigUa, Hostilia, eine Pretnr im Mantuani- schen; sie har im Jahr 1779 15,790 Seelen Sezählet. E s 4 Pa- S s 4 648 Pavia> Ljchnum, ?gxi8 , eine eilte Stavk ¬ am Ticino, 1^2 2/z Meilen von Wien und 2 keuksche Meilen von Mayland. Sie war zur Feit der Langobarden die Residenz der Könige; sie hat noch ein Schloß und eine Citadelle. Der hiesige Bischof sieht unmit¬ telbar unter dem Papst und trägt das Pal¬ lium. Pavia hat außer der Kathedralkirche 18 Pfarren. In dem hiesigen Augustincrkloster sollen in dem marmorne» Grabmahl die Bei¬ ne des heiligen Augustins verwahret werden. Hier hat auch Bocthius seine ^Grabstätte». Piüs V. hat hier ein Collegium gestiftet. Den Ort macht jetzt dle hier gelegene Uni¬ versität (s. G. 6oi) merkwürdig; sie pran¬ get mit einer guten Bibliothek, anatomischen Theater, Laboratorium, einem physikalischen Musäum, und einem botanischen Garten , wozu der sel. Prof., Helbling, s. die 2te Auf¬ lage des Iten Bandes meines geographischen Handbuchs Seite 86, den Grund gelegt hat. Hier ist auch bas von Joseph II. errichtete teutsche ungerische Collegium. Im Jahr 1774 haben hier gelebet 27,627 Seelen; der Ge- bohrnen waren 864; der Gestorbenen 121k und der Getrauten 222 Paar. Die Zahl dec Convickoren belief sich auf 2A8 Köpfe. VoM Secular Clcrus waren 64g; an Regular Cle/ rus Z8i; der Nonnen 664. Es traf in die¬ sem Jahr die Sterblichkeit den 2rten Kopf- Unter den Gestorbenen waren 4z welche irr Hospitälern ihren.Lebenslaufbeschlossen haben- Pavia, ein Fürstenthum, in welchem r/74 56>742 Personen gelebet haben; der Gebohr- ' ' M.U 649 /ien waren 2586, der Gestorbenen 2289 und der Getrauten 5si Paar. Der vorhandene Mannsclerus belief sich auf ^45 Köpfe. Die Sterblichkeit traf in diesem Jahre den 2;ten Kopf. pintola, ehemahls Abbes, ein Dorf, imMan- tuanischcn. Hier erblickte der unvergeßliche Virgilius bas Tageslicht. pj;zlyettone, im Cremonesischcn gelegen. Im Jahre 1774 haben hier Zi88 Menschen gc- lebet. Kolo, eine Pretur. im Mantuauischcn. 1779 wa^cn hier 1714 Seelen. N-e Zahl der Ge- bohrnen war 85, der Gestorbenen 37, und der Getrauten 17 Paar. Tabionetta, ein Herzogthum mit einer kleinen Stabt im Mantuauischen. In derselben leb¬ ten r779, 8,909 Seelen, C« Gonzaga- Tonemo , ein Städtchen am Fluß Oglio, im Crcmonesischen. Hier haben 1774, Z867 See¬ len gelebet. Viadne, eine Pretur, im Mantuauischen. Hier haben 1729, 15,122 Seelen gelebet. Terra separat« -al ssremoncse, im Maplän- dischen; dazu gehören.» Soncino, Fontane!- Pijckgettone, und Castellinone. In die¬ sem Distrikt haben 1774 gelebet 12,596 Ece- S s 5 len, t'ZS len, der Gebornen waren 562, der Gestor¬ benen 62z, und der getrauten Paar 154. Treviglio, ein Distriet im Mayländischen, w» 1773 5,ol4 Seelen gelebet haben. Hier muß ich noch des Oratorium della Mesola oder Mefula, welches rm Herzogtum Ferrara, im Kirchenstaat, unweit vom Meer gelegen, erwähnen, da man bey den Geogra¬ phen sehr wenig davon findet. Mesola war anfänglich eine klein« Insel, in dem Gebiethe von Ferrara , welches einen Theil des Hauses Este ausmachte, und von ihm, als es Herr von Ferrara geworden, als ein Reichslehcn besessen ward. Don Cäsar Este, des letzten Herzogs von Ferrara, Alphonsus Bruder wur ¬ de von dem päpstlichen Hofe genöthiget, dem¬ selben das Herzogthum abzutreken. In dem 1598 geschlossenen Vertrag wurde zwar dem un¬ glücklichen Herzog der Genuß für sich und seine Nachkommen der im Farrarischen gelegenen Al- kodialgüter zugestanden, allein er wurde in der Folge -sehr beschränkt. Der Herzog von Mo¬ dena hat »757 einen Theil dieser Güter dem Hause Oestreich, den größeren aber dem Feld¬ marschall Pallavicini verkauft. Durch die am Einfluß des Po neu angesetzte Insel, deren Breite ungefähr i;o Klafter beträgt, wird der Po in zwcy Arme getheilet, von welchem Sc», päpstliche Heiligkeit den einen verstopften ließ, nm dem andern die gehörige Tiefe zu geben. Unter dem, dem Hause Este entrissenen Allo- dial dial ist begriffen der dritte Theil des Po, mit einigen Gründen auf dem der Mesola entge¬ gen gesetzten Ufer» Die Gemeinde in Ariano hatte die Emphyteusis von diesen Gründen von dem alten Hause Este erhalten. r66z trat die Gemeinde ihr Recht an das Hans Este ab. Der jetzige Herzog von Modena suchte sein Recht, hier zu fischen, in Gang zu bringen; allein er behauptete dasselbe nicht , und ward von Sr. päpstlichen Heiligkeit mit dem verstopften Po und der Ftscherey bcy demselben belehnet. DaS Schloß Mesola hak eine rcitzcn- de Aussicht. Der Umfang des hier gelegenen und mit einer Mauer umgebenen Thiergartens beträgt y italienische Meilen. Der damahlige (l77->) kaiserliche Kommissär hat sich um die Kultur dieses Districts sehr verdient gemacht; er ließ Maulbeerbäume, Pappelbäume und Ulmbäume pflanzen , legte einen Viehstand zur Kaserzeuguug an, ließ Hanf bauen , und leg¬ te Manufakturen in Wachsleinwand an rc. Aus dem viel vorhandenen Schilfwurden Rohr- decken gemacht ; ferner gründete er eine Glas¬ hütte. Einen angesehenen Theil dieser Allodial» güker machen die Thälcr von Polano ; dieselbe gclun diese Revcnüen: r) da diese Thäler Tei¬ che sind, in welchen mittels der Kanäle und Schleusten das Secwaffer eingelassen wird, so ist die Fischerei) in denselben von vielem Be¬ lange. Der Fang an Anquillen beträgt nicht selten bey 40,000 Pfund an Gewinnst, an Molli to,OOO Pfund rc» Diese sch« werden gebra¬ ten, marinirt und verkauft. Die Mannirung beschäftiget binnen 3 Monathen über 60 Per- ihnen. 2) Die Fischerry an dem Ufer zu Po¬ lano ; 6zr lano; diese könnte wichtiger werden, wenn man den Sardellenfang gründen sollte. In diesen Thälern jagt man durch 6 Monathe auf wilde Enten und andere Seevögel, womit nach Ve¬ nedig gehandelt wird ic. Diese sämmtlichen Al¬ lodtalgüter sollen jährlich kä,4Oo ft. tragen. Die Mesola steht unter der päpstlichen Landeshoheit. Hierin dürfte die Ursache liegen, daß Kaiser Joseph II. diese Güter an die päpstliche Kammer um Eine Million , achtmahlhundert tausend Gulden in östreichtscher Muni« verkauft hat. Groß- Das Großherzogthum Toscana. L h 6 v t e n. und eine Charte von Toscana von Bellarmako. Nachstiche davon haben Orto lins, Mercator, mit einigen Aendrungen, Roscelli, Moldo rc. gelieferr. * Bellarmako, ein Sineser, war Kosmograph und Jngenieurmajor Franz I. Königs von Frankreich. *626 Nsgrms Ltrurlse Oucntus. Sie stehet in der vovg er nstorn. IruUse fiostiern. äe» scrixt. ' Vorstehende Charte ist eigentlich ein verbes¬ serter Nachstich der Charten des Anton Magini, welche bey dex Lebensbeschreibung Cosmas I. zu finden ist. Die l^harte deS Vellarmato ist babey zum Grunde gelcgek. Lotter und Hordius haben diese Charten nachgczeichnet. skrito generale stellg ^'oseanri, »omJn- tins Cäsar Ctgni entworfen , die Johann Detroschi gestochen har. Tobias Meyer har Los Z<5 Toscana mit dem Kirchenstaat geliefert. Tie¬ ft Charte haben 1748 die Homannischen Erben ans Licht ge¬ stehet. Schriften. Büschings Erdbeschreibung. Jagemanns geographische Beschreibung des Herzogthums Toscana. 8. Gotha 1775. * Das Original dieses Werkes hat der Herr Verfasser zu Florenz in den Jahren 1771 und 1772 italienisch verfertiget. Eine Ueberscgung davon stehet in der oben auf¬ geführten Büschings Erdbeschreibung. Ge¬ genwärtige Ausgabe ist vollständiger als die italienische. Anleitung zur Erdbeschreibung. ErsterTheil, zum Gebrauche in den teutschen Schulen in den kaiserl. königl. Staaken. 8- Wien >78 r Seite i6r—r6; 2te Auflage >788. Seite 15^ — 146. Erdbeschreibung rum Gebrauche der studie¬ renden Jugend ater Theil. Seite Hs-z—202. Schedrls Ephemeriden d.r Handlung, oder Beyträge und Versuche für Kaufleute, stes und ztes Heft 170.^ Seite rü —^.2. /Vtti fleU' ^ftemdles flexli ^rcivescovi e I'escovi äella 'Hcuns renuta iu dirovLL ne! ^uno l^87- Oovernn äella l'oscgnu sotto il re^no suu ^luelku il t als Belege, sämmtlich von den beyden lisgio- »eri stell' IlKeio stelle kevilicwi e 8inst»- «ati und von deni 0omvuti8tn stell» ste- xoüteri» generale signirt, auseinander ge» setzet. Hier folgen die Rubriken: 1) ^st- inilliKr»2ione sti Oiu8kir:ia civile e criml- ual«. ll) Oommereio, ^rtj, e lVlaoukat- tnre. Ul') ^^ricoltur». IV.) lmxoü^io- tteerexalie. V.)I)editopublico (Staats¬ schulden.) Vl.)^vliticu Lbuollvoverno, Inster Van-. rie Albth. L t VII« <^58 Vil.) penkonliri. Vili.) I'rvvisiongti. IX) lVIinillri so Reli^ivno e clizciplina ecclesiutiica. X) I^eßislaLiono coinmuni- c-ltiva. Xl ) Ornsto e commväo pndlico. Xll.) Erklärung über die vorhandenen Tabellen. Die Staatsverfassung von Toscana unter der Regierung Peter Leopolds des Zwcyten an¬ dern Staatsverfassungen zumMustcr vorgestellt. Noch dem italienischen Original. Von H. B. D. 8- Prag 1791. Das Land, welches heut den Nahmen Tos¬ cana führt, war in den ältesten Zeiten ein Tbeil Hetruriens. Die Griechen nannten es Tyrhenia, bald auch Tuscien. Hekrurien, unter 12 Fürsten getheilet, kam unter die Herr¬ schaft der Römer; diesen folgten die Longobar- Den, an deren Stelle traten die Franken; end¬ lich kam das Land an die teutschcn Kaiser, welche es von Markgrafen verwalken liessen. Nach dem Tode Bonifaz behielt Om ulen Jahr¬ hundert) Tuscien seine Tochter Mathiidis, nach deren Tode Kaiser Heinrich V. das Land als ein eröfnekes Reichslehen einzog. Den südlichen Theil (jetzt Patrimonio diS. Pietro) hat die Gräfinn Mathildis der päpstlichen Kam¬ mer geschenkt. Bey den Streitigkeiten, welche in Liesen Zeiten zwischen den teutschen Kaisern und den Päpsten geherrscht haben, benutzten ver¬ schiedene Staaten in Italien die Gelegenheit, und machten sich zu frcyen Republiken; darun¬ ter war auch Toscana, welches in der Folge die Ficsolancr, die ehcmahls Florenz verheer¬ ten, bezwang; es verlegte die Besiegten nach Flo- Florenz , uno ertheilte ihnen daS Bürgerrecht. Diese Anpflanzung der Fiesolaner wurde der Grund derGrvßc von Florenz. Die Verfassung, welche sich das Land selbst gab, war im eigent¬ lichen Verstände nicht die beßte. Freyheit war die allgemeine Losung; aber diese Freyheit kam leider ! (wie heut in Frankreich) sehr kheuec ju stehen; die Großen und Niederen wollten herrschen, Bürger gegen Bürger stritten, die Strassen wurden von Blut gefärbet. Eigen-- thum und Leben waren immer der Raserey des PöbclS ausgesetzt; endlich siegte das Volk und zog die Verwaltung ast sich. Die Innungen wählten zu ihren Vorgesetzten einen Stadtrath unter dem Nahmen Gonfalonieri. Florenz hat, te damahls sehr reiche Familien in seinen Mau¬ ern, darunter die Häuser von Medicis, Pazzi, Soderini, Galujati, Skrozzi die bekanntesten waren. Die Medicis erhielten Hie Oberhand, Und regierten Florenz durch 200. Jahre. Kai¬ ser Carl V. gab der florentinischcn Regierung / de mehr unterworfen seyn rc. re. Diese Verordnung enthält ferner verschiedene Auflagen und Taxen, von welchen insge- sammt die Inwohner dieser Provinz gänz¬ lich freygesprochen worden. Ferner be, freyet sie der Landesfürst von allem Markt- Tr 5 ge» v-^W-sv gewicht und Maßzolle, oder was immer dahin cinschlägt. „ Damit aber (fährt die Verordnung ,, fort) dieser Bezirk sich desto sicherer nrrd ,, schneller von se.nem Verfalle wieder erhebe, ,, und zum chemabls blühenden Stand empor- „ schwinge, erwählen wir hierzu das schicklichst „ befundene Mitte!: nähmlich Fremde hinzu- „ ziehen, und sie dort mit der schmeichelhafte- „ sten Aussicht anzusiedein Aus diesem Ee- ,, sichtspunkte nennen, erklären und bestimmen ,, Wir hiemit alle jene Fremde, welche sich in „ der unteren Landschaft, Llaronna cli 8ien» „ genannt, anscss-g ru machen Lust tragen, „ und dort den Ackerbau, die Handelschsift , ., oder sonst was für eine Kunst und Gewerbe „ treiben wollen, eben so frei), wie unsere „ dort anftssigen Unterthanen , und dehnen „ alle und jede Freyheiten, Vorzüge undAus- „ nahmen, welche diese geniessen, auch auf jene ,, aus. Wir erklären und deuten anbei) allen ,, und jeden Gemeinden, Gerichten und Herr- ,, schäften unsere ernstliche Willensmcinung ,, hiermit an r damit dieselben, wenn sie Erd- „ reich besitzen, worüber sie frey schalten und „ walten, solches aber nicht hinlänglich, oder ,, gar nicht bearbeiten können — eine angenrcs- „ fene Strecke desselben, jedweder Familie, „ welche sich dort niederzulassen Belieben tra- ,, gen, und sich hierüber gehörig anmelden „ wird, gern, willig, und ohne Anstand über- „ lassen. t/?si im April. Äusser der Urbarmachung dieser Landes- sirecke wurden diele neue Kanäle, z.B. im Thal di Chiena rc. angcleget, bey den Kolonisten hin¬ gegen die Frohndtenste aufgehoben re. Tossana hak 667 hat auch Süßholz, im Gebielhe di Campiglia, im Manisch?»; auch Safran wird erzielt. Der Waldungen sind viele; sie tragen Ei¬ cken , Buchen, Fichten, Pappeln, Kastanien re. Im Sinesischen Gebieihe bcy Pigelatto ist eine Taunenwaldung ; zwischen dem Eastiglioner See, und dem Meece ist ein Eichen-und Bu¬ chenwald, II tombolo gcnanni. Er betrügt io Meilen in die Länge und 4 in die Breite. Die Kastanieubäume sind ungemein be¬ trächtlich. Man theilet die Kastanien in die wilden und Maronen; die letzter« sind groß und sehr schmackhaft. Die Kastanien werde» im Octobcr geerntet , am Feuer getrocknet, bann gewählt, und zu Brot gemacht Der dritte Thetl der Einwohner (Bergbewohner) von To¬ scana leben von den Kastanien. Man hat i77^ 78z,voo Scheffel Kastanien gebauct. Die Oel- bäume sind ebenfalls rin wichtiges Product für Toscana. Die Gegend la Valle di Calci ist ganz mit Oelbäumen bedecket. Die Erzeugung des Oels soll im Lande im Durchschnitte jährlich 1 zo,ooo Bari! betragen. Oliveuwälder findet man im Florentintschen unterhalb Cor- vajo Nuove, im Pisanischen auf dem Gebirge von Pisa. Auch der Pinolbaum und der Kork¬ baum kommen im Toscanifchen vor. kimonien, Pomeranzen werden häufig gepflogen; sie wach¬ sen äusser den Gegenden von Pisa, nicht frey. Ein sehr wichtiges Naturproduct im To- scanischen macht die Seide. Vom Jahre 175« bis 1770 wurden im manchen Jahre 194,000 Pfund an reiner Seide gewonnen; sie betrug im Wcrthe Cine Million Thaler. Das Gebielh um Pisa erzeugt jährlich im Durchschnitte 40,000 Pfund Heide. Die 668 Die Toscanischen Weine sind bekannt, man hält sie für dir besten in Italien, vorzüglich jene, dis in Montepulciano und Artiminio er- zielet werden. Bey Castello im Florentinischen wird sehr schmackhafter weisser Muskatellerwein erzielt. Die Viehzucht ist besonders im Sinesischen blühend. In dem sogenannten Marenna bi Si¬ ena Gebiets) sind beträchtliche Weiden; die Lämmer und Käse von Lucardo im Florenti¬ nischen werden sehr gesucht. Auch werden im Toscanischen viele Pferde und Maulthiere ge¬ zogen. Das Mineralreich ist besonders träch¬ tig an Marmor. Erzt wird nicht grbauct, weil es entweder an Wasser odet Holz gebricht. Hier folgen einige der vorzüglichsten minerali¬ schen Probucte nach der Buchsiabenfolge. Achat, bey Migeano im Pisanischen. Alabaster, auf dem Berg della Capella, im Florentinischen. Alaun, bey Maßa im Sinesischen Gebiethc. Lergblau, bey Maßa im Sinesischen. Llutstein, vorher und schwarzer, bey Levigliani, zwischen der Zinnobergrube und dem Bache Petriolo im Florenrinischen. Volus, rother', bey Spannochia im Sinesi- schen. Lreccia, am Stazzener Berg, im Florentini- schen. Schalcedon, im Bicariato di Nolterra, im Pi° sanischeu. Ei. v^üüW-^o 669 Eisen, bey Castello im Vicariato di Pietra sau-- ta, im Florcntiiüschen» Rupfer, am Berg Argentieri, in der Gegend Farnechia, im Florcntinischen. Markasit, goldfärbiger , zwischen Monte Ca¬ stelli und Silano, im Pisanifchen. Ularmor, am strazzoner Berge , im Florenti¬ nischen. Der hiesige Bruch gehöre zur groß- herzoglichen Kammer; seine Höhe beträgt 6 Ellen. Jenseit der Mulina bricht gefärbter Marmor. Marmor, rother, bey Mactieri, im Ciencsi- schen. Marmor, gelber, rother ec., bey dem Schloße Montarvienti, im Sienesischen. Mühlstein, bey Prato. Gal; , bey Casiiglione della Peseaja, im Ge-> biethe der Marenna Siena im Sienesischen, dann bey Porto Ferrajo und Voltcrra. In der Isola dell' Elba an der Küste des Golfo sind ebenfalls großherzogltche Salzwerkc; hier thuk die Sonne das, was bey Castiglioui das Feuer thut. Schmirgel, bey Castello, im Vicariake di Pie¬ tra Santa, im Florenkinischen. Schwefel, bey Pereta, in der Potcstcria di Scanzano. im Sienesischen. Bey Vagno di St. Michel, im Pisauischcn, dann in eben diesem Gebiethe bey Fvnre a Bagni, im Vi¬ kariate di Noiterra , und bey Castelly j« Walde. Sil. 670 Silbex, am Berg Argentiera in der Gemeinde Farnochta im Florentinischen. Silberspuren kommen im Toscanischen häufig vor. Das Regale, Erz, Edelstein, Marmor rc» auf den Gütern von Privatpersonen aufzusu- chcn und zu benutzen, hat Leopold aufgehoben. Zn den vorzüglichsten Flüßen im Toscani- schen gehören. Arno, ^rnus , ein Hauptfluß, er entspringt in dem appeuinischcn Gebirge, fließt von Nor¬ den nach Osten, wendet sich westwärts und fällt bey Pisa in das Meer. Vmbrone; dieser Fluß entspringt im Gcbiethe Elena, nimmt südwärts den Lauf nach dem Meer, in Westen empfängt er die Arbia und in Osten die Orna re. Von den verschiedenen im Toscanischen be¬ findlichen Seen kommen zu bemerken, r) der Lago di Cajiiglione della Pescaja im Cinesi- schen. Dieser See hat im Sommer durch sei¬ ne faule Ausdünstung die Gegend sehr unge¬ sund gemacht. Der Großherzog hat das Uebel um viel gehoben , da erden kou. Kanal graben ließ, welcher mittels angelegter Treibmühlen den Abzug ins Meer nimmt. 2) Der See bey Montcpulciano und Chiuse im Vicariat di Monte St. Savino im Florentinischen. Beyde Seen stehen mittels eines Kanals zusammm in Verbindung, so , wie mit dem Chianafluß. Der Kanal ist r 6 Meilen lang. Die Ncgiernnggfonn im Toscanischen ist jetzt Monarchisch; anfänglich war sie Aristo¬ kratisch , dann Democraktsch. Die Thronfolge ist in männlicher Linie erblich. 67 r Toscana kann man in bas alte und neue rintheilcn, Zu dem ersteren gehören Florenz , Pisa , und rum letzteren Stena: Der alte Staat bestehet daher nun in dem Florentinischen und Pisanischen Gebieth. Derselbe war rzgi vor¬ handen, als Alexander di Mebicis die Souve¬ ränität über die Republik auf seine Familie brachte« 1772 hat Leopold diesen Staat in Zv Vicariate und <5 Untergerichte (Podesterie) abgesondert. Der neue Staat, oder das Gebieth Sie¬ na war im iZten Jahrhundert noch frcy. 1554 brachte denselben Kaiser Carl V. unter seine Gewalt, und überließ ihn seinem Sohu Philipp H. welcher ihn izz/anCosmas I. abkrat,doch behielt er sich den sogenannten Stato de gli Präsidj vor. Das Bicariat von Siena besaß Spanien als ein Reichslehen. Kaiser Leopold I. erlaubte dem König Carl H. von Spanien, ein Afterlehen daraus zu machen. Das Vica- riat ward an den Großhcrzog abgetreten, und der Kaiser gab die Bestätigung hierzu. Die gewöhnlichste Eintheilung dieses Gross- yerzogrhums ist setzt diese: r) in das Floren¬ tiner Gebieth , 2) in das Pisanische, z) jn das Aenestsche, 4) in die Inseln des tuscischen Meers , und 5) in einen Lheil des Stato de' Präsidj. Jedes von diesen Gebiethen hat wieder besondere Untertheilungcn. Das Flo-» tsnkiner Gebieth wird abgetheilt 1) in das G: - bicth der Stadt Florenz, 2) in das Stadramr, 2) das Vicariak Scarperia,4) Pontaßievc, St. Giovanni in Valbarno, 6) Monte di 'Tl. Savino, 7) Lucignano, 8-Montcpulei» «no. 6/2 ano, c,) Cortona, rc>) Castiglion Fiorentino, h) Vicartato D' Arozzo, rs) Anghiari 13) Borgo St. Sepolcro, 14) Saßo di Simone, iz) Vagno , 16) Poppi, 17) Rocca St. Cas» ciano, i8) ModiZIiana, ry)Marradi, 20) Fi- rcnzuola, 21) Prato, 22) Pistoja, 24) Mar, cesto, 24) Varga, 25) Pontremoli, 26) Gagno¬ ne, 27) Fivizzano, 28) Pietrasanta, 2y) Pes¬ eta, zo) Miniato , zr) Certalado, 32) Geming- nano, 23) Colle, 34) Radda. AußerFIorenz und dem Stadtamte begreift dieses Gebieth 32 Mcariate in sich. Das Pisanische Gebieth enthält 6 Dicari- ate. Diese sind: i) daS Vicariat Pisa, 2) da- Vicarjat di Vico Pisano, 3) das Vikariat di Lari, 4) das Vicariat Livorno, 5) dasVt- cariat di Volterra , 6) das Vicariat di Cam- piglta. Das Sienesische Gebieth wird in die obere und untere Provinz abgesondert. Im oberen Bezirk sind 8 Capitanati gelegen ; diese sind: i) Siena, 2) Capiranato di Casole, z) Capi- tanako di Montalcino, 4) Capttanato di Si» nalunga 5) Capttanato di Prenza, 6) Capi- tanato di Chiust/7) Capttanato di Radicofani, Die untere Marenna Siena wird in 7 Podesterien abgetheilt. Diese sind: i) La Po« desteria di Gcoßeto. 2) la Podesteria d' Ar« cidoßo, Z) la Podesteria di Castiglioni, 4) la Potesteria di Matza, 5) la Podesteria di Scan» zano, 6) la Podesteria di Pitigliano, 7) Podesteria di Manciano. Nach der Angabe des Iagemanus belief sich im v-ü-W-ü-o 67z km Jahr 1766 die Volksmenge im Tokcanischen auf y Z v6g Seelen, sie waren in 2559 Pfar¬ ren eingerheiit. Darunter waren: Weltpriester .... 8355 Mönche . , 5548- Einsiedler . . i4l» 5692 Tskalsrtmme . » ° . 31,751. Die dem Geistlichen Stande in Tosca» nagcwidmeteChor- Jungen . ; . : . Z529. Gegenwärtig wird die Volksmenge auf S7v,oOO Seelen geschätzt. Die italienische Sprache ist die herrschende im Lande, sie wird sehr rein in Florenz gespro¬ chen. Der Toscaner hat, nach Maße des gelin¬ den Himmelsstrichs des Landes, welches er be¬ lohnt, einen sanften Characrer, ist biegsam, ichr thätig; selten artet er in verhärtete Bos¬ heit aus. Leopold, der den Charakter seines Ihm geliebten Volks so gut kannte, verminter- te die Strafgesetze; Er suchte Verbrechen jlt verhüten, nicht zu bestrafen : „ Mair müße, " lagt der MonarchVergehungen im Sta«« 8ünf, Lds. sce Aorhi U n te §74 „ te verhüten, nm keine "bestrafen zu bür» „ fen; der Regent sev dazu von seiner Na- ,, tion berufen, Freiheit und Eigenthum je- ,, dem einzelnen Gtaatsbürger zu erhalten, ,, und positives Glück in moralisch und poli- „ tischer Einsicht unter sein Volk zu verbrei- ,, ten. " Welch eine goldene Lehre für jeden König auf Gottes weitem Erdboden. Die Gesetze fürToscana sind gedruckt, und ma¬ chen eine Sammlung von mehreren Bänden. Hr. Ehrhard hat darüber in diesem Jahr (1791) Be¬ merkungen ins Publicum gegeben. Das Werk führt den Titel: Betrachtungen über Leopolds des Weisen Gesetzgebung in Toscana. Nebst einem Anhänge einiger n;erkwürdigen Verord¬ nungen. gr. 8- Franks, und Leipzig (45 kr.) Für das Seewesen besteht das sogenann¬ te (üonIvlLkv äi Ulare. Das neue Criminalge- setz für Toscana erschien 1786 am Zo. Novem¬ ber. Man hat davon eine teutscbe Uebersetzung, die 1787 in Wien ans Licht trat, der Titel ist-' Criminalgesetz Er. königl. Hoheit Peter lLeo- polds rc. Die außerordentliche Menge der Gerichts¬ barkeiten hat Leopold sehr vermindert, die Ad- vocaten und andere unnützenJustitzpersonen wur¬ den reducirt; die vou den ordentlichen Justiz' Lehorben bisher eximtrten Personen wurden den Landesbicastcrien untergeordnet; die bischöfliche Gewalt in Justjzsachen, welche nicht geistliche Gegenstände betrafen, wurde ganz aufgehoben; die Besetzung der Präsidentensiellen durch das Loos erlosch, die sogenannten bürgerlichen Com- munilälen und Magistraturen wurden in Tos- can» 0-W---0 675 eana schon 1769 reformirt ; einige aristocrati- fchen Collegien in den Städten erloschen, und einer Oumera stella communicn wurde die Ver waltung der Gerechtigkeit in der ersten In stanz, und die Administration des öffentlichen Vermögens den Kämmereyen nebst der Verthei- lung der Abgaben überlaßen. Das Jnquisikions- gericht ward unterdrückt, so wie der ganze Gang des Civilproceßes sehr vereinfachet worden ist. Das oben aufgeführte Criminalgesctz, das einzig ein seiner Art, hat zur Hauptabsicht selten, und gelind zu strafen; die Tortur und Todes¬ strafe wurden für jeden Fast aufgehoben, sowie das crimen iLstr Najestatis in diesem Gesetzbuch Aar nicht vorkommt; Leovold kennt keine Be¬ leidigung , welche ihn betreffen sollte. Die Eides¬ ablegungin ^bloluwrio wurde seltener, ( gewiß dadurch ehrwürdiger) gemacht. Die sogenannte Jndemnationseaffe, welche Leopold im Lvscant- schen gegründet hat, verdiente in anderen Sraa- Een die Nachahmung. In diese Lasse fliessen die Strafgelder, an deren Verwendung weder die großherzogltche Kammer, noch der Beamte ^intheil nehmen; sondern von diesen Geldern bekommen jene bey jedem Tribunal eine Schad- ^shaltuug, welche unschuldig in der Anklage befunden werden. Während derfünfundzwan- Alährigen Regierung Leopolds wurden zwey Personen zum Tode verurtyeilt, bey 200 mit öffentlicher Arbeit beleget, darunter bey 50 sich befanden, welche nicht in Toscana gebohrenwa- *e«. Die am Ende vorkommenden Tabellen und L. geben den unumstöslichen Beweis, s.tzx fich dje Verbrechen mmoern, wenn ^an Vergehungen vorzubeugen sucht- Binnen U us «r 676 2l Jahren sind im Toscanischen die Diebstähle von 500 auf Ivo , die Nothzucht von loo auf za, und die Zahl der Kriminalverbrecher über¬ haupt von 1800 auf 540 herunter gekommen. Wo ist der Staat auf Gottes weitem E.bboden, welcher ein? so groß verminderte Zahl von Ver¬ brechen verlegen kann ? Die öffentliche Sicher¬ heit in der Stadt Florenz auf bas wirksamste handzuhaben, wurde die Stadt im Jahr 1777, in vier Bezirke abgesondert. Jeder Bezirk er¬ hielt einen eigenen Kommissär , dessen Pflicht wurde, über das Betragen der in seinem Vier¬ tel befindlichen Einwohner streng zu wachen. Alle Streit-Rauf -und Ehrensachen, Schad» loshaltuiiff rc. gehören vor das Forum dieser Pvliceirichtcr; sie hören die Partheycn, und ertheilcn auf der Stelle jene Befehle, oder tref¬ fen solche Anordnungen, welche ihnen die be¬ quemsten , und tauglichsten scheinen; sie legen durch ihr Verhör den Grund zum Kriminalpro- ceß, da nach demselben (Verhör) die Krimi» nalrichter den Schluß zu fassen, und zu be¬ schleunigen haben. Die Hauptpfiicht des Po- liccirichrcrs ist, das Laster im Keime zu ersticken, dem Bösewicht, wo nicht den Willen, doch we¬ nigstens die Gelegenheit, Böses zu thun zu be¬ nehmen; er muß dahin sehen, daß der Ausge¬ artete nicht von einer Skuffe zur andern bis zum höchsten Grade des Lasters steigen könne- Diese vortreffliche Anordnung ist gewiß die ein¬ zige in ihrer Art. Im Jahr 17z r ward in Flo¬ renz ein Besserungshaus errichtet. Von den verschiedenen in Toscana vorhan¬ denen Kunstproducten sind folgende die beiucr- kenswürdigsten, als: Et- s—M-üo 677 Clmepiailleriefnbrik, in englischem lind Genfer Geschnrak, in Florenz. In derselben verfer¬ tiget man verschiedene Maaren in Gold, Silber rc. Torallenfabrik, in Livorno. DieCorallen wer¬ den hier fast auf die Art zugerichtet, wie ich die Granatenfabrieatur in den Vorlauben in dem 2tcn Bande meines geogr. Hand¬ buchs behandelt habe. Zajancefabrik, zn Doccia. Der Thon wird im Lande gegraben. Außer allen Gattungen von Geschirren verfertigt man auch sehr ge¬ schmackvolle Basreliefs, und Figuren in Le¬ bensgröße. EisendrahtimHle, zu Pistsja. Eisenflustrver?, in der Marenna. Das Eisen kömmt von der Insel Elba. Eisl-nwaarenfabrif im Dorf Rosina im Floren- tinischen, im Vicariat bl Pietrasanta. Erdyeschirr, zu St. Miniatello einer Stadt im Florentinischen. Man verfertigt hier vie¬ le Oclkrüge, welche in Pisa und Livorno be¬ trächtlichen Absatz finden. ^arnfarbereg (türkische) in Pisa. ^ewehrfabri?, bey Rosina im Florentinischen; bann eine zu Spugnole im Vicariat Scar- peria im Florentinischen. U u z Glas- 678 Glashütte , bey Montajone im Vicarkat di St. Miniato im Florentinischen; dann in Florenz und Livorno. Rattunbleiche, nahe an den Bädern bey Pisa. Rattunmanufacrur zu Pisa, hat vielen Absatz in Rom, Neapel rc. Papiermühle, bey Pischaretta, Colle rc. im Flo¬ rentinischen. porceUänfabrik, inFlorenz wie auch alla Ooccm; diese Fabriken setzen ihre Maaren häufig ab, in Neapel, Rom, Venedig rc. Die Porcel- jänerde wird aus dem Veronesischen gebracht. Salpetersieberey, in Sorano in der Podeste- ria di Manciano im Sienischen. Schneiderverkzeuyfabrik zu Scarperia im Vica-- riat gleiches Namens im Florenttnischen. «Seidenblumenmanufacrur in Pistoja. ^iei-enwaaren werden in beträchtlicher Men¬ ge vorzüglich in Florenz und Pisa verfertigt. Diese Maaren finden im Auslande häufig Absatz. Stückgiefferey, zu St. Martino im Vicariat Scarperia im Florentinischen. Tuch, s. Wollwaaren. Uhrenfabrik, in Florenz. Ihre Arbeiter find groß- 67- größtentheils Genfer und Franzosen. Man verfertigt kleine Uhren, und macht damilgu- ren Absatz nach Neapel, Genua rc. ^Vollwaaren, darunter verstehe ich die Manu¬ fakturen in Tuch,Strümpfen, Schnupftüchern rr. Dergleichen Maaren werben verfertigt in Pistoja , Prato , Siena, Livorno rc. Seit ei» nigen Jahren besteht in Florenz eine Manu¬ faktur'in feinem Tuch. ^andluny, s)Einfuhr in Toskanischem : Getrei¬ de, Flachs, Hanf, Reis, Safran, Holz, Eisen, Galmev , Kupfer, Quecksilber, Zucker, Caffee, Gewürz rc. b) Ausfuhr: Getreide, rohe Seide , Wein, Kastanien, Limonien, Pomeranzen, Käse, Manna , Oel, Hollder¬ bcer re. Runstproducte , g) Einfuhr : Leinwand , Tuch, Holzwaaccn, Eisenwaaren, Blechwaaren, Ku- Pferwaaren, Spiegel, d) Ausfuhr:verstehen- de Kunstproducte, welche im Toscanischen er¬ zeugt werden. Der Kirchenstaat, Sicilien, Genua, Teutschland sind die vorzüglichsten Länder, mit welchen Toscana in Verkehr steht. , Die Handlung steht sehr im Flor, Leopold kannte die Industrie aufs höchste. Er legte ^bcy einen unumschränkten Handel und Wan- .tt zu Grunde. Keine Spanne Erdreichs in Gegenden , die nahe an den Landstrassen lie- blieb unbenützt. Toscana, im Durchschwk» ? genommen, ist eben nicht trächtig an Futter, «Ader man dem Vieh das dürre Laub von den Maulbeerbäumen, Weinreben - Blätter«, die ge¬ ll u 4 schnit- Lgs 2-7M-.-0 schn'iktenen Blätter von dem Schilfe gibt. Bey allen diesen Umständen hat sich doch der Wie¬ senbau unter Leopolds Regierung beträchtlich vermehret. Im Jahr 1778 hat der Großherzig zur Beförderung des Viehhantvls allen Zoll, welchen bey der Ein - Ans: und Durchfuhr des Viehes theils die Kammer, theils die Gemein-: Le gezogen hat, ganz aufgehoben. Leopold gab abcrmahl den vollgätigstcn Beweis von seinem warmen Vatcrherz für den rmtcrdrüchten Land- Lauer , da Er allen Eigenkhümern, Viehhänd¬ lern, und Viehtreibcrn, alle Schulden, welche sie dieferwegen ;u vergüten hatten , erlassen hat. Der Strassenbau ist im ganzen Lande in gutem Stande. Leopold ließ eine neue Strasse von Pisioja nach Modena aniegen. Durch die vorhandenen Kanäle wird die Fracht sehr er¬ leichtert. Der Kanal, welcher sich von Pisa Lis nach Livorno zieht, beträgt -8 italienische Meilen in die Länge. Von dem Livornischclt kommt unter dem Worte Livorno in der fol¬ genden Topographie eine nähere Nachricht vor. Das Wechsclgeschäft ist in Livorno nach Len Plätzen verschieden, als: Korns, io Oiorni vrsta (10 Tage Eicht) o xure 60x0 1; Olorui strtto oder 15 Ta¬ ge nach Dato). Agxoli. Veneria. I'remvng. kiacen23. 20 xiorni rlom- la «lat» (2ch Lerzamo. Tage nach Dato). sViüNWUÜ« Mostens. Arvscj». X 68, U u 5 Osrs ES 682 Cs gibt in Livorno keinen Respecttag. Die verfallenen Wechsel werden Montags, Mitt¬ wochs und Freytags, je nachdem die Verfall- zeit an diesem Tage trifft, bezahlet. Fällt am Montag ein Feyertag, so werden die Wechsel, welche an diesem Tag verfallen, Sonntags ab¬ geführt. Livorno ist so zu sagen der Mittel¬ punkt in Wechselgeschäften zwischen Italien, und den Ländern jenseit des Gebirgs. In Florenz ist eine Münzstätte, wo Geld geprägt wird. In den Zeiten, da Florenz eine Republik war, sollen ein Jahr in das andere gerechnet Goldgulden geprägt worden seyn, und der Nutzen hiervon soll jährliches? Goldgulden betragen haben. Binnen 2z Jah¬ ren sollen ausgeprägt worden seyn : 676z Pfund, 9 Unzen, 4 Denar in Gold, mithin hätte der Betrag jährlich 28,229 fl. betragen. — Gewiß eine beträchtliche Summe vor der Entdeckung von America. Die im Toscanischen gangbaren Münzen folgen gegenwärtig, nebst dem Cours, welchen solche in Wien haben. Münze 68Z Münze. Wiener» Cours. fl. kr. pf. Crazia , eine Silbermünze, f. Lira. Francesconk, oder Thalersiücke, wel¬ che io Paoli gelten. ... 2 Gigliato, oderZechino, eine Gold¬ münze zu iz Lire, 6 Soldi und 8 De... 1. 4 Lira. eine Silbermünze, eine Lira macht 2u Soldi oder 12 Crazien. — r halbe Lira beträgt 6 Crazien. Paoli (20) machen ein Gigliato. 4 Piaster, monera lovga, gilt 72 Crazien. Piaster guten Goldes 69 Crazien. Quadrini, eine Kupfermünze, ist der sechzigste Lheil einer Lira, und doppelte dergl. ^uspone, eine Goldmünze; sie gilt 3 Zechino. - 13 ^eudt d'oro ....... 2 Zechino, s. Gigliato. 20 22 19 22 6 22 Buch 684 Buch und Rechnung hält man in Livorno in Stück von Achten, Soldi und Denan. Ein Florentiner Pfund wiegt 12 Unzen? eine Unze 24 Denari, und einDenaro^g. Gran. In Siena machen rg Denari ein Pfund. Das Getreidemas; hat den Nahmen Stajo, Scheffel, wiegt 52 — 55 Florentiner Pfund. Moggio, Malter, hält 24 Staj. Barile di Vino , Weintonne, wiegt 140 Florentiner Pfund; Fiasco, eine Flasche, ist der schke Theil von einer Barile, und hält 17 Pfund; il Barile dell'Olis, eine Oeltonne, hält 85 Florent. Pfund, und wird in 16 Fla¬ schen abgesondert. Braccia, eine Elle, sie wird in VracciS da Panno, Tuch, Zeug, Maß, und inBrac- cio da Terra , die Ellenlange zu bestimmen, eingetheilr. Die erstere Gattung hält i Fuß, - Zoll, 6 Linien. Die katholische Religion ist in ganz Tos¬ cana die herrschende. Toscana hat Z inländi¬ sche Erzbischöfe , alsFlorenz, Pisa, und Siena, dann 76 inländische Bischöfe, wovon 7 unmittelbar unter dem Papst stehen. Suffra- gane des Erzbischofs in Florenz sind: der Bi¬ schof zn Colle, Fiesole, Pistoja nnd Prato, St. Miniato, Borg, St. Sepolcro; Sussra- gane des Erzbischofs zu Siena sind: der Bi¬ schof zu Chiuso und Pienza, Grosseto, Massa und Soana ; der Erzbischof zu Pisa hat einen inländischen Sussragan, nähmlich den Bischof zu Livorno, und drey fremde in Corsica, als dest Bischof zu Alazzo, Aleria und Sagona. Die exemptcn Bischöfe sind.» der Bischof M Arezzo , Cortona, Montalcino, Montepulciano, Volterra, und Sazzana. Äusser diesen Erz- und 68Z und Bischöfen sind noch 4 Abteyen vorhanden, welche oje bischöfliche Gerichtsbarkeit üben. Diese sind: die Abtei) Bagno , die Abtcy St» Elmo , und die Abtei- delle tre Fontane ; dann gibt eS auch fremde Erzbischöfe und Bischöfe, deren Kirchsprengel sich ins Tos¬ kanische erstrecket. Der Erzbischof von Luca hat 17 Pfarren, der Bischof zu Bologna hat io Pfarren, Sarzano 124, Bertinoro 26 rc. Ganz Toscana wird also in drev inländische Erzdröccse , in 7 inländische bischöfliche Kirch- sprenael, in 4 Abtei) Diärese , und rz fremde bischöfliche Kirchsprengel abgesondert. Die Wahl der inländischen Erz - und Bischöfe be¬ ruht bey dem Großherzog. Im Jahre 1770 hat man in ganz Toscana brey Metropolitan- kirchen, 19 Karhcdralkirchen, und 2559 Pfar¬ ren gezählct. Von po hatten der Großherzog, von löst die Gemeinde, und von 225 die Pri¬ vatpersonen das Patrvnatsrechk. Zur Uibcr- sicht deö Standes der Mannsklöster dienet die Tabelle in t). Hier folgt eine tabellarische Uebersrcht von einigen Nonnenklöstern r f Orte« 1767 i 7 r 2 Sämmc- 687 Cämmtliche Nonnen im Toscanischen haben jährlich Einkünfte 382,647 Scudi; davon ziehen die Nonnen in Die Capuciner in ganz Toscana geniessen jährlich an gewissen Almosen ;o,ooo Scudi. Von den übrigen Mannsklöstern deren Ein¬ künfte von einigen Belange sind, sind diese die vorzüglichsten: Annunciata , Servilen. 12,400 Sc. Val Ombrosa . . igoo» Eamaldoli. . » 16,000 Das ganze Kapital aller im Toscanischen eingczogen Jesuitengüter, Kirchengcräthe, rc. beträgt 60000 Scudi; davon wurde 1782 die Hälfte angeleget, und trägt an Zinsen jährlich 12,000 Scudi. In Toscana betragen die von Rom ver¬ gebenden , und meistens außer Land genossenen geistlichen Pfründen jährlich iz^roo Scu- bi« Diese ziehen gewöhnlich geborne Toscaner, bon welchen nicht selten der Genuß vermehrt ihre Verwandte nach dem Tode zurück kom» Men. Die meisten Reichtümer der Toscanischen ed- "len Familien kommen aus dieser Quelle» Die Einküafte der sogenannten Harconia Florenz har jährlich 1500 Scudj an Re, r-knu- 688 venüen, davon werden 720 auf die Admini¬ stration verwendet, von dciff Ucberschnß wer, den Knaben unterhaltene Man i,immt auch Kostknaben auf, für welche jährlich 40 Scudi gezahlt werden. Die sogenannte <)uinäeu^ , welche jährlich aus Rom nach Toscana bezahtr werden , dürsten jährlich 1020 Scudi betragen« Diese Huiniis- n^- kommen in Folge Vertrags von den Abtcy- e», oder anderen, welche vereinigte Beneficien besitzen. Dir Spolia, welche von Toscana nach Rom fliessen, tragen vom jed m, dec solche zu zahlen hat, nicht mehr als g Paoli, das ist , beyläu- flg z6 kr. Die Spolien zahlen nurjene Bene- ficien, die liberao Oollstioms l'omiÜLML ober LxiLcoxalis sind; jene, von welche Patronen «Miren, bezahlen nichts. In den Jahren , und 1785 erhielt die niedere Geistlichkeit im Toskanischen eine bessere Besoldung; sie erhielten solche, ohne daß das Publicum, oder ein einzelner Stand mit einer neuen Auflage beleget worden ist. Eine zweck¬ mässige Verwaltung der Kircheng.üccr, welch? an weltliche Personen übertragen worden sind, verschaffte diese WohllhaK Das Zehentrecht wur¬ de der Geistlichkeit nicht weiter verstattet ; dock) wurde ihr berErtrag desselben nickt entzogen.D'? Verminderung derZahldcr Mönche (s. Tab.S) erfolgte hierdurch > daß ihnen eine strengere, und ein späteres Alker für die auszunehm nveN Provinzen vorgeschrieben worden ist; ein Ktostc? wurde in Erziehungsinstute umgeänderk, andere, zusammen gezogen Die Verbesserung der Lehr¬ form, und des inneren Zustandes der K"'che 689 tn Toscana, welche -Leopold der Einzige vor- genommen har, lehrte uns das Seite ange¬ führte Werk: ^tti re. kennen. Zur Beförderung der höhern Aufklärung wurde 1343 zu Pisa eine Universität errichtet; sie wird größtcntheils von dem Ktrchenzehent in ganz Toscana erhalten. Die Unterhaltungs¬ kosten der Universität belaufen sich jährlich auf roo,OooLir, Es durfte viele» willkommen seyn, gegenwärtig sowohl die Lehrer, als die Vorle¬ sungen , worüber gelesen wird, zu übersehen« Hier ist eine Anzeige derselben vom Jahr 1790. Paolo Mroello äel Nars sti Osnov» lettore sti 8or^tcura laora, Oan. Vinst. Palmieri sti Oenova, iettore st' Illoria «coles. pastre Mest. /i.vt. keli. Mattel Ui kisto- ja stell' vrst, ste Minori Oonvent. Detl. sti Tdeoloz. Dommat. Petr. Ciccolo Oiani a^onialettor. sti Ilie«- lvA. Dommat. past. 8alvast. sti 8. Llis. Oarmel. soal^o Islk. sti Tlieol. morale. , Oav. 'H.V. Oinlex. paribeni sti kistoja stt kius oanon. Dort, ^nt, Lottieri sti pilloja lettore sti oanon. ^-vvoc. lVliAllorotto Naccioni sti Prato ^ecokio lstt. sti Aws can. prano, pglclii piccliiuesi sti Volrerrn >;iu8 oan. "Unfr. Lds. sre Zs-bth« Z I -Lys ^vvo. kranc. kozzi äi kivorno, lett. äi zins cgn., zig kreeettore äi Norale, e äi xiui-ispruäEg äei L. L. M./^rciä. en-ive. äi loscava. kiüpxo äel liznore äi LiddievS lett. äi zins civile. ^vvc>. I.vrev2v loü äi kiren^e lett. äi xin8 eivile. ^vvv. Lartolom. krave. kellexrini äi l.ue- «g letcore äi kanäette. ^vvn. Oiov N. kamxreäi äi kirevr:« lett. äi zins xnbl. -^vvo. VannnecLi äi Loren- nno lerr. äi ziu» keuägie. llvtt. 6is>rziv äe ^gzuli äi Vienna ä'^nttr. Ooviizl. e ^reliisr. äi L. N. R. lett. äi Neäicing prglie». Uorr. kraue. I'orriziani äi kescia, krok. äi iVleäiciva xrgtica. Dorr ^lexanäro Lieckierai, letr. äe L7e« äieivg, I^ezze in kiren^e. Dorr. ^nr. 6steHaei äi 8. Oglciavo lett. äi Avarowig. Oinr. 8anri 8ene5e lett. äi ckimics, l! ä'iüoria naturale. Dorr, krave, vacca äi konkaver) lett.^ äi cdir reoreriea. l)ntt. Larrol. Lisnncci äi Nvnto (?arlo lett. äi kiüca. Dort» ^när. Oüili äi kli ente lettor äi ki- k"iii cg, gig ?recettore äi kilokoks, e Nsttemg. üei lt . ll, ^rciä exrineixi äi l'ofesng. vott. vav. kelies koorsns äillvvereäi di- Lcv äell' Imp. Osdinetto äi kiren^e- vott. vorenso l^ißnotti äi ^re^rro lett. äi kilica. vott. lommnpo Vomx»s6ni äi kiren^e iekt. äi kiticg. vott. vsrlo-v^ VuuäaZoi äi 1 v«, e 6i 6rittc». llott. <7riüok. <5srti Äel IlvkAo L, 8exolero lett. Äi viriler,, äl critie», e Äi NeteklicL. vott. (riuf. 8lop 6e Osäemberx äi prellt« ^err. äi ^stronomig. vott. lte. ksoli lett. äi ^.l^elira. vott. ksnieri Verdi äi l'illoju lett. äi ^.l- tzedrg. paä. ^bste v. llsmiro Lisnedi äi dr mo- Nonaeo vamalänl. lett. äi veom. s Llec- ^2vicz vott pie kerroni Ugttem. äi 8 N lett. Veomekri», e äi Neecsvie«. vegz« iu . k'sä iVlzell. Osrlo Liitonioli äi Oori e^xio äeli' oräine äei cderici re^olsri äelle teuo- Pie lett, äi lettere um »ne, 6r äi dnzus 8r«eg. Von. L x 2 69» Doti. Cosars LDIanima 6i ?i1s lott. ztchungsinsttrute) außerhalb Florenz, und 36)847 Liren innerhalb der Hauptstadt. Ferner wur¬ den noch aus der Staatskasse -2,669 Liren füc neue Schulen, und -17,953 Lire für neue Ge¬ bäude und für den Unterhalt der Lehrer be¬ stimmt. So wie Toscana vou zeher im Reich der Wissenschaften eine bedeutende Rolle gespielt hat, und fast in jedem wissenschaftlichen Fache Man¬ ner von Bedeutenhstt hervorgebracht hak, eben so rühmlich ist das Laub im Fache der Künste bekannt. Die Schule der Mahlcrcy und Bild¬ hauerkunst , welche in den Zeiten, da Florenz eine Republik war, geblühek hat, hat vorzüg¬ lich in der Bilbhaarrkunst große Männer her¬ vorgebracht. ZurBcförderung ber schönen Kün¬ ste hat Leopold 17^4 am 4. Oct', eine Academie in Florenz gestiftet. Ihre Statuten habe ich nach ih¬ rem ganzen Jnhciltdem IX. Hefte meiner Staats- anzcigen S. 654 — 666 uukgetheijek. Einen Aus¬ zug davon habe ich in teutscher Sprache dem zweyten Stück der Wiener Nealzeitung vom J, >785 einverletbet. Im Jahr 1582 wurde die ^kannte Academir della Crusca zur Vervoll¬ kommnung der Nationalsprache gegründet; es be¬ steht in Florenz euch eine Academie für Aiter- X x z thu- 694 thümer und Naturgeschichte. «Sie ward unrer dem Namen Societa Colombaria 173^ von dem Mieter Joh. Hieran, de Poppi gestiftet. 1753 entstand die Acadcmie di Gcorgofilt, deren Stifter der Abt Montelatici war; ferner ist in Florenz eine Academie der schönen Wissenschaf¬ ten. Die Academia Platonica und del Cimento find erloschen, Leopold hat in seinem Toscana die Findelkin¬ der , die Kranken , und die Armen seiner Auf¬ merksamkeit vorzüglich würdig gefunden. Er wid¬ mete für Findel - Waisen - Krankenhäuser und Spitäler 1,624,042 Lire; die Verbesserung der Lazarethe in Livorno kostete 715,748 Lire. Die Toscanische Miliz beträgt bey 6,ooo Mann; sie wurde auf Veranlassung Leooolds im Jahr 1790 — nach der östreichischen Miliz regulirt. Die Seemacht besteht in einigen Fregatten. Dem gan¬ zen Meerwescn steht ein Commandant vor; zu Portoferrajo ist ein Divisionskommandant, zu Wascello 2 Hauptleute. In Florenz ist auch ein Kavalleriecorps. Zu Pmko ist ein Jnva- Lidenhaus. Die jährliche Unterhaltung der Mi¬ liz und der Marine wird a»f 1,700,000 Liren -estimmt. 1562 wurde von Cosinus I. der bekann¬ te Ritterorden des St. Stephans gestiftet. Dieser Orden hat mit dem Johanniter Orden fast gleiche Rechte. Der Grosherzog ist Großmei¬ ster , und der Sitz des Großpstors ist tnPisa, wo alle drey Monathe Ordenscasitul gehalten wirb» Die Ritter tragen ein kleines rothes Kreutz an «inem feuerfärbigen Bande. Sie können auch heirathen, Der Großprior ist zugleich Prove- ditor 69S ditor Generale der Universität in Pisa. Die Ordensäiuter sind diese : der Großmeister, Gran Cvntestabilc , Großprior, Großkanzler, Groß Schatzmeister rc. Die Zahl der Ritter beläuft sich setzt gegen 700. Die Einkünfte des Ordens werden auf 102,020 Liren bestimmt. Jagemann setzt die Einkünfte von Toscana auf 2,500,000 Scudi (st. zu 7 Lire an) oder Speciesthaler. Zu den Quellen , »voraus solche fliessen / gibt er an: D Le Decime Granducali, den Großherzogli¬ che Zehent, er wird von den Feldfrüchten er¬ hoben , und beträgt 302,000 Scudi. 0) Jl Testatico, die Kopfsteuer, z Lire von einem Vauernkopf. ;) Gal; und Tobak. Als diefe Gefälle ver¬ pachtet waren , betrugen sie uach Abzug al¬ ler Kosten 2,669,000 Liren, Tobak wird bey der Stadt Florenz bey den sogenannten Cas- cincn am Arno manipulirt« Das Salzrega¬ le wurde beschränkt, und einerlcy Preis und Gewicht dabey in allen Provinzen cingeführt« Dieses Regale betrug 1789, 1,570245 Liren. Das Tobakmonopol erlosch 178- , hie Accise davon beträgt nur noch 6^5,374 Liren. 4) Le Dogane , das Waarenlager, und dieZäl- > le, 3,610,000 Lire. Der Äufwanv beträgt 2,020,002 Lire. 5) La Carta bollata, das Stämpelpapier; Er¬ trag desselben,Z 0,000 Lire. Xlx 4 6) 6y6 » 6) Mühlenaccis, und Kartenstämpcl. 7) Vertrag. Jedermann, welcher durch einen gerichtlichen Vertrag etwas empfängt, be¬ zahlt davon 7 j Dercent. Hierher gehören die Ehcverträge, Erbfolge der Agnaten rc. Im Durchschnitte trägt dieser Artikel 234,550 Lire. 8) Der Fleisch - Wein - Caffee.-Zucker, und Ca- caoaccis. Von i Pfund Fleisch bezahlt man r Soldo eben so viel von einer Flasche Wein; von roo Pf. Cacao io Paoli, vom Zucker io Lire, vom Caffee 6 und 21 Theil Lire. Hierzu kommen noch die Lebensmittel, die alle bey ihrer Einfuhr in Florenz der Accise unterliegen. 9) Das Lotto ; der Pacht desselben beträgt 50,200 Scudi. ^o) Der Zehent der Geistlichkeit. 11) Die Großhcrzoglichen Patrimonialgüter. Hierzu fuge ich g) das Postgefäll , welches im Durchschnitte 200,002 Lire beträgt, b) Das Stämpelgefäll. Der Ertrag desselben be¬ lief sich 1/87 auf 55,214 Liren. DenGebrauch des Stämpcls zu den Acren bey Civil-und Cri» minalproccssen, und den Bittschriften hob der Großherzog auf. c) Die Spielkarten — dieses Gefäll betrug 25,929 Liren. In dem oben aufgeführten Werke: 6c>ve» >0 äells IBlcgos;c. wird der Finanjstand des Oroßherzogthums also angegeben: 1789 697 17^5 — 17 29- Einkünfte . . 8,958,685 —9,199,121 Li' Ausgabe . > 8.4^,892 — 8,4 15,056 — Ueberschuß. . 5-^79Z — 784,065 — Nach de», dem Werke beygefügten Tabel¬ len, betrug von 1789 bis 1790 die Staats, einnahme (Tab 29) 10,196,654 Liren ; die Aus¬ gaben hingegen , 8649,753 Lire, mithin dcc Ueberschuß 1,547,301 Liren. Die Staatseinkünften von Toscana waren Vormahls verpachtet; Leopold hat 1768 den Gcneraipacht ganz aufgehoben; das Salzregal wurde beschränket, etnerley Preis und Gewicht bestimmet. 1789 betrug dieses Regale 1,570,245 Lire, 176g hob derGrosiherzog das Regale nut gebrannten Wässern ausschliessend zum Handel auf, so wie 1781 das Vorrecht die Fabrikation und den Verkauf des Eisens allein zu betrei¬ ben. Letzteres betrug jährlich an reinen Ein¬ künften 205,747 Liren. Die Pensionen betru¬ gen i,O8v 287 Liren , und die Provisionatt 1,761,454 Liren. Die Staatsschulden in Toscana kommen aus dem XlVten Jahrhundert; dama» die Kapitalien zu ,14 bis 15 verzinste, so woll¬ te Jemand, der Geld hatte , dasselbe dem Staate geben, wobey der Kunstfleiß nothwen- dig sehr herab kommen mußre. 1765 betrugen die Staatsschulden noch 87,58^,775' Lire, (uu- «esähr 16 Mill. Thlr.) deren Zinse auf 3 auch auf 3 i/2 Pcrcent herabgesetzte wurden , da durch diese Reduktion vitle ihre Kapitalien zu¬ rück nahmen; so wurde der Staat schon eines A p 5 Lheils 6yg v^rüMü!!!» Theils seiner Schulden los; man bezahlte Z/375,552 Liren zurück. Um dec auswärtigen Schulden los zu werben, zog Leopold die Ka¬ pitalien aus der Wiener Bank, welche sein Pri» vatvermögen und die Ootc e contra Dore derKö- niginn seiner Gemahltnn ausmachten , und setz¬ te sie an die Staatsschulden in Toscana, in Wien zog er 4 Percent, zu Hause aber nur z. 1788 wurde eine Schuldensteuer auf dtesämmt- lichen liegenden Gründe gelegt, und mit der übrigen Grundsteuer in Zusammenhang gebracht. Die Bestimmung dieser Steuer ist, die Staats¬ schulden ganz zu tilgen, da 12 Millionen Liren bereits an der Schuldenmasse abgetragen sind. DieEinkünften desPrivatvermögens Leopolds be¬ trugen i78y r,Oz6,i5z kire; die Vorschüsse, wel¬ che Er dem Staate gab, sind die Folgen die¬ ses Deficit. Für den geleisteten Vorschuß wur¬ den im 1.1789, -74-709 Liren, vonbemUcber- schuß der Staatseinkünfte vergütet. Die Prin- cesstnnaussteuer bey der Vermählung der Erz¬ herzogin« Marie Theresie mit dem Prinzen An¬ ton von Sachsen gab der Groß Herzog auS seinem Vermögen; so wir Er einen großen Theil der Ausgaben für die Hofhaltung, aus dem eige¬ nen Vermögen bestritt. Leopold hat fick also in der Regentengeschichte Europens auch dadurch merkwürdig gemacht, daß Er binnen 25 Re¬ gierungsjahren die Staatsschulden beträchtlich tilgte, und dir Abgaben der Unterthanen ver¬ minderte. Zum Schlüße der von mir gegebe¬ nen statistischen Uebersicht des Großherzogthums Toscana nach allen Theilen, lege ich gegenwär¬ tig einige von den vielen Ausgaben vor, welche Leopold unmittelbar zum Beßlen des Los- 69- Toscanischen Staats gemacht hat. Er widme» te für Erziehunginstitute für das weibliche Geschlecht , 2,o8?,8Z« kr. Findel - Waisen - Kranken--und Ar¬ menhäuser - > < Lazareth in Livorno » Physisches Cabinet zu Florenz König!. Eallerie . » Verschönerung der k. Paläste . . . . Summe 1,624,042 — 715,748 - 850,155 570,79! 52,000,000 —- 57,850,566 Ltr. 7»» Beschreibung einiger der vorzüglichste!? im Großherzogthum Toscana gelege¬ ne Orte. Zlnyhiari; ein ansehnlicher Ort, von welchem Las Vicariat den Namen hak, im Florentini¬ schen. Hier hat der Vicar seinen Sitz. Arcidaffo, eine Podestcrie, etwas von der See gelegen, im unteren Etnesischen Gehiethe. Arezzo, ^remm, eine von den 12 Städ¬ ten HeknnienS, lhciis in der Ebne, theils an der Anhöhe im Florentinischen gelegen. Hier ist der Sitz eines Bischofs, der unmit¬ telbar unter dem Papst steht. Die Gegend ist trächtig an Getreide, Wein und Oel. Von d efem Ort führt das hier gelegene Vicariat den Nahmen , welches in peinlichen Sachen über die Podestcrie Subbiano spricht. Bagno. ein Vicariat im Florentinischen. In dem Orte Bagno , hat der Vicar seinen Sitz- Man verfertigt hier viele Rosenkränze von Holz, für die Pilgrime, dann verschie¬ denes Küchengeschirr, welches in Florenz Ab¬ satz findet. Laynsne, ein Vicariat, mit einer Probstey , im Florenkinischen. Der Ort Baguone hat bey 6ac> Einwohner. Barg«, -ine Stadt mit einem Vicariat, im Florenkinischen; sie ist der Hauptort der Land¬ schaft Garfagnana Grauducale, der Sitz ,des Dicars , und ist auf den apemrinifcheN Alpe» gelcgen. Die hier befindliche Collegiatkirch« hat den Titel einer Probstey. Borgo, St. Sepolcro, laLimrziri , eine Stadt mit einem Vicariat, 15 Meilen nordostwärts von Arezzo, im Florenkinischen. DerKüch- sprenget des hiesigen Bischofs erstreckt sich über 75 Pfarren, in welchen 15000 Seelen leben. Das Bißthum ward 1515 errichtet. Der Ort zählet bey 3220 Seelen. Lamaldoli, oder Campo Maldult, Camatdu- lense», eine Abtcy in einer Einöde des Apen¬ nins , im Vicariat Poppi im Florentinischen. iOi2 hat dieselbe Romuald, das Haupt des Camaldulcnser OrdenS gestiftet. Lmnpiglia , ein Vicariat, im Manischen. Dem¬ selben ist die Podesterie Ouardistallo in peins lichen Sachen untergeordnet. Das Erdreich ist zwar fruchtbar, aber der vorhandenen Mo¬ räste wegen, die Luft nicht gesund. Tasole, ein Vicariat im Sienesischen. Es be¬ greift eine Kette von Bergen, welche Mon- tagnola genannt werden , in sich. In der Gemeinde Casole werden Züo Feuerstellen ge» zählet. TastiyUon della Pescaja, eine Podesterie im Sie» nesischen. Der Ort, in welchem der Podest» seinen Sitz hat, liegt an der Mündung des Sees gleiches Namens. ^astiylion Fiorentino, ein Vicariat im Flo- reytinischeu, zwischen Cortona und Arezzo, an 702 an der Strasse, welche von Perugia nach Florenz führet. Die Piaristen haben hier ein Collegium. Terraldo, ein Vicariat, und der Hauptort deS Elserthalsaind der Elsa, im Florentrnischen. Der Ort war der Geburtsort des bekannten Bocaccio. Dem Vicariat find die Podesteri- en Barberino di Val b'Elsa, St. Casciano, Castelfiorenttno, Gambassi, und Montesper- toli untergeordnet. Die Elsa, welche das hiesige Thal durchströmt, entspringt bey Or- ci, aus verschiedenen Quellen, unterhalb Pog- gibonesi nimmt sie die Vaggia auf , und fällt im Vicariat St. Mtniako in den Arno. Die Elsa gibt dem Thal den Namen. Lhiust, Oustum, eine Stadt mit einem Vica, riat an der peruginischen Grenze im Sienesi- schen. Der hier gelegene Morast macht den Ort ungesund. Der Kirchsprengel des hie¬ sigen Bischofs erstreckt sich über rz Pfarren, in welchen 17226 Seelen leben. Lolle, OnIIis, eine Stadt , mit einem Vicari- at, im Florcntinischen. Im XVttn Jahr¬ hundert wurde man hier mit der Kunst Pa¬ pier zu machen bekannt, auch wurde die Buch¬ druckern- , bey dem Schloß Castello di Cor¬ tesi getrieben. Der Kirchsprengel des hiesi¬ gen Bischofs erstreckt sich bis zu Montagno- la ins Sienesische, und enthält 54 Pfarren in welchen 12202 Seelen leben. Lortona, eine Stadt, mit einem Vicariat auf einem hohen Berge, im Florentinischen. Sie war» 72Z war eine der 12 Städte Hekruriens. Die Diöces des hiesigen Bischofs erstreckt sich über 53 Pfarren und 17002 Seelen. 1726 nahm hier durch die zwecn Ritter Marcel! Ridolsi- rio, und Philipp Venuli die Academie der hclrruifchen Alterthümer ihren Anfang. Noch ist hier die Academie degli Uniti der schöne Wissenschaften. Elsa, s. Certaldo. Empoli, ein ansehnlicher Ort an dem Arn», mit einem Vicariat, im Flvrentinischen. Die hiesigen Einwohner waren chis n8i Unter- thanen des Grafen Alberti, in welchem Jahr sie sich der Republik Florenz ergaben. Etwas südwärts liegt Alt Empoli. Die Einwohner in diesem Vicariat sind gr ößtentheils Töpfer. Aesole, hi älteren Zeiten Urwlulas, ein im slorentiner Stadtamt zwischen Florenz und Pratolinv gelegener Ort, wo sich einige an¬ sehnliche Lusihäuser befinden. Fiesole war vormahls eine von den raStädten Hekruriens, und wurde ioic> von den Florentinern zer¬ störet. Sie führte in ihrem Wapen in einem weißen Feld den Mond. Man hält sie für die älteste in Europa; der Ort war der hier gelegenen Schule wegen bekannt, in welcher man Unterricht gab, aus dem Flug der Vö¬ gel und aus dem Eingeweide der Thtcre zu weissagen; die Römer schickten viele junge Adeliche zurUnterweisung hierher. Die Fiesola- ner, welche die Herrschaft über Italien hatten^ wurden 1174 von den Römern unterjocht. Im I. loiöinr Iuly kamen dieFiesolaner nach 7»4 Florenz, unter dein Vorwand, das Fest des St. Nomulus hier zu feyern, zerstörten aber alles; die Florentiner vereinten sich mit ihnen (s. Seite659 ) und nahmen ihr Wapen an. Die Florentiner, welche in ihrem Wapen eine weiße Lilie im rochen Felde führten , Geilten dasselbe in roth und weiß , und vereinten die Lilie mit dem Mond. Zu St. Marie in Campo ist der Sitz des Bischofs von Fiesole, dessen Diäces 245 Pfarren , 1445 Häuser und 66,252 Seelen in sich begreift. Fierenzuola, eine Stadt mit einem Dicarrat, unter den Apenninen zwischen dem Fluß San- tcrno , und der Bonontcr Landstrasse, im Flo» rcnlini scheu. Fivizzano, eine Stadt an der Aulclla, mit ei¬ ner Probstey, und einem Vicariak, im Flo- reutinischen, Zudem Vicarlat gehört die Po» destcrie LUbiano in geistlichen Dingen. Florentiner Gebicth, il Oominio ssiorevtjno, — die Vicariate, welche dasselbe in sich be¬ greift, habe ich Seite 671 angegeben; so wie in der Einleitung zur Beschreibung Toscana die Geschichte dieses Gebiethcs kurz beschrie¬ ben worden ist. Florenz, in den älteren Zeiten lAuemia, lat. kstorentia, itgst. birsrms , die Hauptstadt des Großhcrzogthumü, zwischen Bergen und Hügeln gelegen. Der Fluß Arno theilct sie in den nördlichen und südlichen Districk. Bey- de (Districte) hängen mittels einer Brücke, welche über den Arno führt, zusammen. Die Stadt V-2M--Y 7^S Stadt ist' in vier Quartiere abgesondert. Sie nennen sich : St. Giovanni, St. Maria No- vella, St, Croce, und St. Sp-riko. Jedes von diesen Quartkern hat einen Policeidirec- tor zum Vorsteher. D'e Straffen sind mit breiten Quadersteinen beleget. Der Corso ist eine Strasse von 2 kJ Meilen, hier wird brey Mahl im Jahre e,-i Pferdrennen gege¬ ben. Dec Stadtthore sind/, man zählt fer- ner 17 Plätze, 9-0 Häuser, 75.000 Einwoh¬ ner,---- io Springbrunnen« 6Säulen, 2 Pyramiden, 160 öffentliche Sta¬ tuen, ir Kollegiatkirchen, 172 Kirchen, 44 Pfarrkirchen, 8y Klöster und 12 Spitäler. Von den hiesigen Geistesbildungsaustaltcn war schon die Rede- In den Kirche« findet man ansehnliche Gcmähide. Die hier gelegenen Au- gustinereremiken werden wegen ihres gut ein¬ gerichteten theologischen Studiums gerähmet. In dem Spital St.Marianuova, wird die Arz- ney, wieauch die Hebammenkunst theoretisch, und practifch gelehret; es hat eine Bibliothek, Und ein anatomisches Theater» In dem Palačo de Pirti, welchen Cosmus I, von Lucas Pittt gekaufet hat, wohnt der Gcoßherzog. Seine Länge beträgt 270 Ellen, und ist z Geschosse hoch. Die hier vormahls gestandenen 2 Bä- chersäle, nähmlich der Lothringische, und Me- dicejsche , hat Leopold mit dem Magliabechi- ^nischcn vereinet und zum öffentlichen Gebrauch gewidmet. In dem Pallazzo Vechio sind zu bemerken : n) der große Saal, 90 Ellenlang, Und Z7 breit, Basari hat ihn gemahlek. d) Die Großherzogliche Quarderobe. Unter den dielen vorhandenen Kostbarkeiten ist vorzäg- uch die goldene Krone Cosmus I., welche Gunsten Landes ste Abt. y ihm ihm Papst Pius V. geschenkethat, und die mkS ächten Perlen gezicretist, zu bemerken; dann ch silberne Säulen von dem Vrautbetre Cos- mus III., ferner eiuAltarblatt bloß von Gold, 6 Fuß lang, mit Diamanten besetzt, und 200,000 Ducaten am Werth. Das Gebäude, La Galleria Granducaie, hat die Gestalt ei¬ nes s"s , und ruht auf steinernen Säulen. Dasselbe hat Cosinus I. angeleget; es ist ein Sammelplatz alles dessen , was man Kostba¬ res undSchoncs sagen kann.Man har davon ei¬ ne Beschreibung von vielenFollanten unter dem Titel: Musäum Florentinum. Die Gemählde der Decke stellen dem Auge die Entdeckung der Künste und Wissenschaften, die berühmten Männer der Stadt Florenz rc. vor. Nahe an diese GaLerie stoßt bas großherzoglichs Chimische Laboratorium. Zu den fthenswür- dtgenPallästen gehört auch il Pallazzo Riccard; il Pallazo Skrozzi rc. Don den öffentlichen Plätzen ist zu bemerken !a Piazza di Sk. Cro¬ ce, wo zur Fastnachkszeit die Masken zu» sammen kämmen. Von den öffentlichen Bi-' bltotheken ist am ersten zu nennen, die Medi- ceische im Kollegtakstift zu St. Laurenz (steht täglich offen). Sie enthält sehr seltene ManU¬ scripte ; sie ward vom Herzog Florenz ange¬ legt, vom Papst Clemens VH. und Franz l- vermehret. Michael Angelo Buonaroti hat sie gebauet. Dann die Bibliothek des Mag- Uebechi; sie erhielt einen ansehnlichen Zuwachs durch die Gaddianische , und Lothringische Bibliothek rc. (Sic steht vom April bis Sept, offen). Die Marucellanische Bibliothek istMon- rag, Mittwoch, und Freykag offen. Das Physik ralischk Kabinet, welches Leopold anlegen ließ/ 707 Hak den Fontana zum Vorsteher , und ist reich an Seltenheiten ; in Florenz sind auch ein Thiergarten , und 4 Theater. Florenz gehörte zu den hstrurischeu Städten. Florenz, s. Stadkamk. Gt. Gemiynano, OemrniMum, ein ansehnlk» cherOrt, Mit einem Bicariak, im Elftrthal im Florentinischcn. Die Gegend ist trächtig an Getreide und Oel, und hat ergiebige Wiesen. Von dem Weine , welcher in der hiestgen Gegend gebauet wird, wird jener bey Ver¬ liere cio für den beßtcn gehalten. Der Ork hat er» Findel«und Krankenhaus. Gt.-Giovanni, ein Vicariak, tm Florentknischen, bcgrciftfast ganz den oberen Arno in sich , und ist mit Bergen umgeben. 1296 ward St. Giovanni von den Florentinern angelegt. Mau ' zählt hier Z40 Familien. Wrosseto, eine Stadt mit einer Podesterie, iu der unteren Provinz von Siena. Die D'röceS des Hiesigen Bischofs enthält 20 Pfarren, 1847 Familien, und 7800 Seelen in sich. Zu der hier gelegenen Podesterie gehören die Gemeinden Jstia, Batignano, Montorsajo, Pajonico , Sasso di Muremma, Civirclla, Vicciano und Montepascali. Inseln, welche im mittelländischen Meere dem Großherzog gehören, sind diese: 1) Giglio, ei« Ne dem Berg Argentaro" gegen über gelegene Insel. Die Zahl der Einwohner wird auf Dy 2 S°o 728 920 bestimmt. Der Sardellenfaug und der Weinbau sind die vorzüglichsten Beschäfti- gungsarten. Es ist hier eine Besatzung. 2) Gianuti, Pianosa, und Plancsia, drcy kleine Inseln, inelstcnü von Filchern be¬ wohnt. Z) Jssla dell' Elba. Der großherzogliche Ali- khell von Fort Stelle bis znr Muhlenbastion enthält eine Strecke von 1666 Torsen (die Tolse zu z Eilen gerechnet.) Man nannte den Ort voemahls Kortus ^rxnus, Cos- mus erhielt ihn 15^7 von den Herren von Piombino. S. Porro Ferrajo. 4) Jsola di Gorgona, zwischen Corsica und Livorno. Der Eardellenfang ist hier von großem Belange, und wird damit guter Ab¬ satz nach England gemacht. Die Fischerey nimmt mit dem ersten Iuly ihren Anfang, und dauert biszurHälfte Augusts. Der Fang geschieht Nachts, entweder beym Mondcn- schein, oder bcy brennenden Fackeln, oder auch beym anbrechenden Lage. Gewöhnlich beträgt der Fang 15220 Tonnen, deren eine jetzt zv Pfund hält, und wird die Tonne zu 4 1/2 Lire (i Lhlr.) höchstens zu 8 Lire (4 Thlr.) verkauft. Auf Ein Pfund gehen 20— 22 Fische; Sardellen hingegen 2^—26 von gesalzenen. Der übrige Theil dieser Insel ist zwischen Neapel und den Herren von Piombino eingetheilt. 5) Meloria, welche aus -elegen. vor der Mündung der Alna, der sieneser Marenna kömmt, Lari, 7sy Lari, ein Vicariar, im Vai di Fine, im Pi- sanischcn gelegen. Der Ort war anfänglich ein Eigeruhum der Pisaner, 1267 bekamen ihn die Florentiner. Livarno, vor Alters l,adro, l'orrns lidurons, Osstrum Liburni ein beträchtlicher Hafen am uurtcllünbifchcn Meere, im Gebieche von Pisa, 4 Meilen von Pisa. Livorno wird von zwei) Kastellen, sowohl von der kand-- a!ö Seefttte gedecket. Der nördliche Theil der Stadt ist von Kanälen durchschnitten. Man nennr ihn Neu Venedig. Die Zahl der Einwohner, welche ans allen Nationen be¬ steht, wird aufgv,ovo Seelen bestimmt, dar¬ unter soll der Zke Lhcil Juden seyn. Eie haben ihre Synagoge, und besitzen besondere Vorrechte. Der Hafen enthält in der Liefe z> Ellen und ist der Verschlemmung unter¬ worfen. Die Käste ist dem Südwind sehr ausgesetzt; entstehet er, so erhebt sich zugleich ein nasser Nebel, welchen die Ausdünstungen der See erzeugen. Er fängt gewöhnlich 2 Stunden vor Sonnen Untergang an. In dieser Zeit kann kein Schiff cinlaufen; man hält sich bis zum kommenden Morgen in Cor- stca auf, von da sie zu Mittag in Livorno ankommen. Der Nord - und Norbwestwind treiben manches Mahl die See um ie> Faden don Livorno ab. Der letztere Wind erhebt stch jm Sommer täglich um Mittag, und währt bis gegen Abend. Die Gee steigt und fällt alle 6 Stunden um eine halbe Elle. Die Kästen von Livorno sind fischreich. Die Ge¬ gend um Livorno ist bergicht; der sogenannte ichwaeze Berg trägt seltene Kräuter; da, Ky 3 v^LN^s »vo er sich in die See neigt , findet man ro- the Coralleu; welche in den Fabriken zu Li¬ vorno verarbeitet werden. Auf 2 nicht weit von einander in der See gelegenen Felsen find 2 Lhürme; unter den Kanonen des er- stern hatten die Levantiner Schiffe Quaran» Laine. Jeder hat einen Lcuchttbmm, welcher Nachts mit vielen Lampen beleuchtet ist. Fünf Meilen vom Hafen , auf der Insel Me» loria befindet sich ebenfalls ein Thurm, der Len Schiffen den Weg zum Einlaufen zeigt. Von diesem Hafen har Bernard Sigrilt eine Abbildung geliefert. Das sogenannte Laza- reth zur Haltung der Quarantäne liegt 1 1/2 Meile von der Stadt. Es sind hier mehrere Magazine , welche Raum für ro bis 12 Cchiffladungen haben. Man nennt diesen Ort den kleinen Molo. Livorno hat jetzt eine eigne Wcrfte, um kleine Fahrzeuge zu bauen. Das hierzu nöthige Holz und Eisen kömmt aus der Marcmma und von Pistoja, der Hanf größteuthciis aus Holland und Rußland. Große Schiffe werden zu Porto Fcrrajo gebauet. Das Oelmagazin, welches Cosinus Ikl. bauen ließ, ist ein von Quader¬ steinen aufgcführtes großes Gebäude, wel¬ ches Raum für 24,002 Fäffcr Oel hat. Je¬ der Kaufmann zahlt für jedes eingelegtes Daril Oel monatblich 5 bis 6 Soldi, Der Gpeditionshanbcl ist hier ungemein beträcht¬ lich, die Engländer z. B nehmen über den hiesigen Platz die italienische Seide, ferner Galläpfel, arabischen Gummi, Oel, Oliven, Kamelhaar, Wein, Baumwolle, Ziegenhaar, Schwefel , Kale tc. Frankreich höhlt die «ähmlichen genannten Artikel, und so auch c>k^W—o 7H Deutschland. Dieses schickt dahin Tuch, Leinewand, Wollenzeuge, Eisen -- und Stahl- waaren rc. Die KoraÜenfabrikcn in Livorno verarbeiten auch viele fremde Korallen. Man hält zum Korallenfang an den sardinischen Kä¬ sten, um Corsica, und in der Gegend um Mar¬ seille eigene Schisse. Der Werth dieser Waaren hängt von ihrer Farbe und Größe ab. Die Gattung der Farben wird in 14 Grade unter-- schieden. Man verarbeitet ferner 2 Haupt- gatlungen von Korallen, nühmlich runde, oderlänglich geschnittene. Jede dieser Haupt¬ gartungen hat wieder verschiedene Unterthei- lungen. Alle Waaren, die in Livorno an¬ kommen, zahlen nur die Niederlagsgebähr, und zwar bloß von dem Collo ; die abgehenden Waaren sind zollfrei). In dem hiesigen Wai- ftnhause verfertigen die Kinder Blumen nach Genueser Art. Len Haupthandel macht hier dieLevante: doch iscer nichtmehr das, was er war; so wie der Handel in Norden nicht mehr so blühend ist. Triest hat Len hiesigen Hafen schon sehr beeinträchtiget. In Bocea halten sich kleine Fahrzeuge auf; das Wasser ist hier nicht tiefer als 12 bis 12 Ellen; große Schiffe ankern auf der Rhede. Man hat noch einen Hafen, welcher Darsena ge¬ nannt wird, und mir einer Kette verschlossen werden kann. 1120 gehörte Livorno dem Erzbischof von Pisa. Erst gegen das Ende des r;tcn Jahrhunderts wurde Livorno ein Hafen; Herzog Alexander ließ die Stabt be¬ festigen. Cosmas I. erklärte den Hafen frei). In Livorno ist der Sitz des Gouverneurs. Er hat über die Stadt und den Hafen zu Zcbierhen, und hat einen Auditor, Secrerär Ny 4 rc. 712 re. zur Seite. Das Tribunal thellck sich in das bürgerliche und peinliche'Gericht. Zur Besorgung des Sanikätswesenö besteht ein Sanikätsdepartement mir einem Präsidenten, Sekretär rc. Ueber die sogenannte Korea del Porto ist das Sanitätsossiciuin gesetzt; es hat 1 Capitän, 8 Ministri, und i Spedi- tionsmintster; zu Oariena befindet sich der Cuüos del Molo. An dem kazareth stehen z Capikane. Dem Kriegseommiffariat stehet ei» Kommissär vor, er hak i Ad>uncten, i Pa» gakore und 8 Cvmmeffi jur Heike. Die Tür¬ ken sind berechtiget einen Peivalgottesdicnst zu halten; gleiches Reck t geniessen die Tosca- ner im Ortomanischen Reich. Lucist^ano, eine Stadt, mit einem Vieariake, im Florentinischcn; dazu gehören die Pode- sierie Fozano und Marctano. Manciano , eine Podesterie, zwischen den Flüs¬ sen Flora UIIV Albenga, in der untern Pro¬ vinz von Siena. St- Merroello, eine ansehnliche Stadt , am Fluße Lima, im Pistojenstschen Gebirge, im Florentinischcn. Das Vicariat enthält eigent¬ lich das Pistojcsische Gebietk, zwischen welchem ein Thal, zo Meilen in die Länge, 8 ital. Mei¬ len in die Breite gelegen ist, und wird von 2 Bergen des Apennins umgeben. Es grenzt an das Gcbiekh von Bononicn, Modena, und Lucca. Das Vicariat zählt -.000 Seelen. Das Lammfleisch hat in dieser Gegend einen b londeren Werth Durch St. Marcello ge¬ het dir nene »ach Modena angelegte Strasse, 7'3 auf welcher, 2 Meilen von hier, eine schöne Brücke über die Lima führet. Maremma, oder die untere Provinz von Siena, grenzt in Norden an die obere sienc- fische Provinz, in Osten an das päpstliche Gebieth, in Süden an die Toscancr See, und in Westen audasPisaner Eeble-b. Nach der Berechnung des Marhematicus Amenes enthält cs i8c>o sZ Meilen. Gegen die See ist dieser Bezirk cven. Die vielen vorhande¬ nen Moräste, haben den Ort sehr ungesund gemacht. Durch die Austrocknung derselben, welche der Großhcrzog Leopold, wie schon gesagt worden ist, vornehmen ließ, ist dem Uebcl um vieles geholfen worden. DieHaupt- producre sind hier: Weihen, Manna, Honig, und Wachs, auch gibt es sehr gute Viehwei¬ den, wie bereits bemerket worden ist. Man¬ na wird grsßtcnchcils auf der Insel Tirlt gesammelt. Die Zahl der Einwohner wird auf Ai/goo Seele» angegeben. Zur Empor- bringung der Maremma hat sich der Groß- Herzog des genannten Mathcmaticus Zimcncs bedienet. Von ihm ist bas Werk: Relrrckvne Lliea stell» lVIarswma laueste. wurde der Kanal St. Giovanni, zwischen Grosser» und dem Castigiionersee, erweitert und schiff¬ barer gemacht. Der köuigl. Kanal, der bey dem Castiglionerfte den Anfang nimmt, und sich 2 Z/4 Meilen in die See ergießt, wurde gegraben, hierdurch erhielt das Wasser einen bessere» Abfluß. Ny 5 Mar- 714 Marradl, ein ansehnlicher Ort, mit einem Vi- cariat, im Fiorentinischcn, Zwei) Meilen von Manadi liegt das Mönchklostcr Valom- brosa genannt, welches sich wegen der Gnei¬ sen !7Zg in den Schutz der Republik Flo¬ ren, begab. St. Mart'"o , eine Festung , im VicariatScar- pena, im Florentiuische». Dieselbe hat 156- Coümus l. angelegt. Sie ist auf einem Ber¬ ge gelegen, an dessen Fuße die Steve vor¬ über fließt. Die Festung hat i ital. Meile cht Umfang. Massa di Maremma, eine Stadt, m't einer Podesterie, in der unteren Provinz von Sie- na, am Meere. Die Diöccs des hiesigen Bischofs enthält ic> Pfarren, und 1547 Feuer¬ stätte. Das Gebieth um.Massa ist vorzüglich gesegnet mit Products» aus dem Mineral- reiche. Miniato , a! Tedescho, OiBtar 8. Mniatm ast ^eclesLnm, Vormahls die Hauptstadt der gan¬ zen unteren Pretur von Arno, im Florenti¬ nischen. Das Vicariat gleiches Rahmens grenzt in Nordost an den Bienttner See, in Süden an das Thal Evola, an die Cecinella, welche^ras Florentiuische und Pisanische schei¬ det. St. Miniato hatte Vormahls sein eige¬ nes Wapcn, in welchem ein gekrönter Löwe mit dem Degen in der Klaue zu sehen war. Man zählt hier 2000 Seelen; ferner ist hier ein Scniinarium für angehende Theologen, 6 Pfarren, und ein Findelhaus. Die Diöces des 715 des hiesigen Bischofs zählet 95 Pfarren und 49400 Einwohner. St, Marie in Campo, s. Fjcsole. , Modigliana, ein Städtchen mit einem Vika¬ riat, und einem festen Tergschloß, im Flc- rentinischen. Das hiesige Echieth steht un¬ ter dem Kirchsprengel des Bischofs von Fienza, welcher hier einen Generaivicar hält; ferner sind hier 2 Collegiatkirchen, ein Piaristcn- Collegium, ein Spisal, ein Pfandamt und eine Academie der Wissenschaften degli In- caminati. Man hält die Stadt für das alte Mutilum, Msneascino, lVlons Hari, Nous IlmdrvNls, Lions l.uais, ein Städtchen, auf eimm Ber¬ ge, in der öderen Provinz -von Siena. Der Ort zählt 2650 Einwohner. Die Diüces des hiesigen Bischofs, welcher unmittelbar unter dem Papst stehet, enthält 10 Pfarren, 1720 Feuerstätte, und 7ZI0 Seelen. Montepulciano , Lions xolitisuus, eine Stadt, zwischen Chiusa und Pienza, im Florentini- schen. Die Gegend ist wegen ihrer sehe schmaühaftenWcingewächsc allgemein bekannt. Die Diöees des hiesigen Bischofs, der un¬ mittelbar unter dem Papst steht, zählt ist Pfarren, und 7320 Seelen. Das Bißthum entstand 1560 durch die Bemühung des Car¬ dinals di St. Vivale aus der Familie Ricci, dessen Vaterstadt der Ort war. Der Ort, und mitunter die Herrschaft der Einescr zu kommen, ergab sich ra88 dm Florentinern. Tlle DieJesiriten hatten hier ein Collegium. Hier hat auch der Wcarrus von dem Vicauat gleiches Rahmens fernen Sm, Monte St. Savino , ein ansehnlicher Ort , mit einem Vicartat, im Florenk-nischen Man zählt hier 6c« Familien mit 2;oc> Seelen. Peseia, eine Stadt, mit einem Vicarkat, im Florentinischen. Von dem Fluße Pescia, welcher die Stadt durchstreicht. wird sie -n 2 Theile abgesondert. Die DiüceS des hie¬ sigen Bischoks, weicher unmittelbar unter dem Papst stehet, zählet 40 Pfarrer, und Z0.4 0 Seelen. Orr Seidenbau macht die Hauptbe¬ schäftigung an diesem Orte aus. 144; erschien für alle Einwohner bas Gesetz, vermög des¬ sen jeder Besitzer 5 Maulbeerbäume, welche weiße Beere tragen, auf seinem Gute pflan¬ zen muß. Wan findet in der hiesigen Gegend viele Kastanienwäiber, Oeibäums und Wein- Hügel. Oie Peseta entspringt im pistojeser Gebirg bei) CalaMecca , und fließt in den Fucekkesersee. Es g'bk noch 2 Flüße unter dem Name« Peseta, tmToscanischrn, nähm- sich einen, weicher nicht weit von diesem ent¬ fernt ist, und Pesem vi Collovi genannt wird, und die Peseta di Nalla in der Ma- rem ma. pienza, vor Alters Ourstlianum , eine Stadt, mit einem Vieariat, in der vbern Provinz von Siena. Die Diöces des hiesigen Biß- thums wurde mit Chiusi vereint. pierrasanta, ein großer Ort, mit einem Vi-^ tariat, am Fuße dcS Berges Lallechia im Flo- Worentinischen. Es gibt hier viele Moräste, welche die Gegend ungesund machen. Pisa, Pisä, Eolonm Mm, eine Stadt, von den ,2 Hauptstädten Hetruriens. Cie wird von dem A-no in zwey Theike abgctheilet, Und durch Brücken wieder zusammen ver¬ bunden- Cosn us I. nttwait eine Was¬ serleitung , und Ferdinand II. brachte sie zu Stande. In Pisa waren zur Feit der Republik im Xl. Jahrh, iZc>,vco Seelen. im XVltcn Jahrh. 50,000 unter Cosinus II. < . -.'2,000 unter Franz I. ... 8,vco unter Ferdinand I. . . r8-Occ> unter Ferdinandi!. . . 27,000 unter Joh. Gasto. . . 18,000 und unter Leopold. . . 20,000 Hier wurden s Kwchenvcrsan-mlungcn gehal¬ ten , nähmlich HZ4, da der Aftcrpapft Ana- clet in den Bann gesetzt, und ,409 da Ale¬ xander als wahrer Pcwst erkläret wurde. Das hiesige Bißrhum ist sehr alt; cs stand schon im zten Jahrhundert. loßs ward der Bischof von Plsa als Erzbischof von Corsica ernannt, m/ aber vom Papst Gelasius als Erzbischof von Pisa erkläret, rrys erhielt er das Primat von Sardinien. Die Domher¬ ren von Pisa sind alle von Adel. Der Han¬ gende Thurm, der auf dem Domplatz sicher, scheint auf einer Seite gesunken zu sepn / er hat 7 Geschosse, und seine Höhe wird auf 188 Fuß bestimmt. Am Fuße des Berges St. Giugliano, zwischen der Stadt Pisa und Lucca, entspringen verschiedene warme Quel? len, 718 le», deren 12 an der Zähl sind, uähmiich 8 in Osten und 4 in Westen. Jede von diesen Quellen hat einen heidnischen Nahmen. So lang das Wasser warm ist, ist es ausseror¬ dentlich klar; der Geschmack ist herb. Man rühmt diese Wasser in Geschwüren, Bein¬ brüchen, Podagra rc. Mathildis ließ 1112 die Emporbringung dieser Bäder sich angelegen seyn. izzZ ertheilte die Republik Florenz ein Gesetz zur Erhaltung dieser Bäder. 1742 nahm ' die Beförderung dieser Bäder vor¬ züglich unter Franz I. ihren Anfang. Nähere Nachrichten von den Bädern gibt Anton Co¬ ch, , welcher 1750 eine Abhandlung darüber in Druck gab. Als Pisa an die Republik kam, errichtete man ein Dsti^io äe koLi (Wasseramt) und den Eonsoli del Mare, welche in Pisa ihren Sitz hatten, wurde aufgetragen, besondere Gesetze aufzusetzen; sie erschienen unter dem Titel.- llraturs er orstinamentz säitL per Eoulules maris ?i- karmn eirca zrvntsz et Plumina, et fostms et Qslieeationes aguarum Lomitatus pitarum che z. Juli 147;. Pisano Gebiets) , II lerritorio ?lssno, war vormahls eine eigene Republik, sie brachte die Inseln Corsiea und Sardinien unter sich, nahm Carkhago in Besitz, von den Arabern die Stadt Palermo in Sicilien, bemeisterte sich der Insel Majorca rc. 1^92 aber ward sie von Johann Galcazius Visconti in Mayland, und >406 von den Florentinern von neuem unterwürfig gemacht. Durch die Cecinella wird das Gebieth von dem Florentischen ge» schie- L» 7!d schieden. Dieser Fluß entspringt bey Castel- salsi in Valteira, setzt den Lauf längst der Anhöhe von Larciano fort, und fällt in den Arno. Das Gcbieth ist sehr eden, man nennt es Valdarno di Pisa, und grenrt in Norden an das Avantschc Gebirg, in Osten an die Flüsse Cascina und Era, tu Süden an die Anhöhe von Sovese und Lari, und in We¬ sten an die See. Nach Jagcmann belief sich die Volksmenge auf9-700Seelen, und 17100 Familien. pistosa, ?istorium, eine Stadt am Fuße des Apennins, ein Vicariat, im Florcntinischcn. Man zählet hier bey 9022 Einwohner. Die DiöceS des hiesigen Erzbischofs, enthält igz Pfarren, 16675 Familie», und 86Z26 See¬ len. In einer Urkunde Kaisers Ludwig vom Jahr 826 wird die Stadt mit Arrczzo, Chiusr, Florenz, Lucca, Pisa rc. für eine römische Reichsstadt erkläret. Der hiesige Bischof schreibt sich auch Bischof von Prato. Der «hmahtige Bischof Scipio be Ricci hat sich im Toscanischen merkwürdig gemacht ; «r wurde zu Florenz am 19. Ian. 1741 ge¬ boren, und erhielt am 19. Iunp 1782 das Bißthum. Aistoja, ein Gebieth, grenzt in Norden an Bononien und Modenain Osten au Prato, in Süden an Florenz, und in Westen an Lucca. Sein Umfang wird auf roc> ital. Met¬ ten bestimmt. Dieses Gebieth ist in 2 Vica- riate abgesondert, nühmlich in das obere und untere. Das erstere zieht sich über den ge- von 72,'' birglgen Bezirk gegen Modena und Lucca, der Sitz des Vicars ist in Praro, und der andere gegen Prato, dessen Vicar seinen Sitz zu St» Marcello hat. Der bekannte Prof. Anton Martini zu Pisa hat 1762 über die Naturprodukte in diesem Gsbieche ein Werk zum Druck befördert. Der Titel ist.» sh-zla^ions istoriea 6 üiica stelle?rostu^inn! «aturalr stel Derritorio tMosels. Nit einer Odarts. Äon diesem Gebreche hat auch 172/ Jos. Merlin? eine Charte mit der Folge der Bischöfe ans Licht gestettet. Zu dieser Strasse, welche sich durch dieses Gebiet!) über den Appennin nach Modena dehnt, hat schon Cosi mus Hl» 1698 den Grund geleget, der Groß» Herzog Franz I. ließ 1732 von dein Cino Cini, von Et. Marcello den Riß verfertigen , Leo¬ pold ließ das Werk durch den Limenes aus¬ führen. Durch diese Straffe wurde eine nä¬ here Gemeinschaft mit der Lombardie her» gestellek, pitiylrano, eine Stadt, mit einem Vikariat an der Grenze des Herzogthums Castro, irr der unteren Provinz von Siena. Dieser Stadt gibt eine Grafschaft, in welcher sic gelegen, la Conkea di Pitigliano, den Nahmen. Die Orsini waren vormahls Besitzer derselben. Die Stadt zählet bey o,oor> Seelen, und bcy Z9 südliche Familie«. S. Soana. pontaffieve, ein Flecken, mit einem Vicariat, an der Sieve, «n Flvrcnkinischen. Hier iß der o-rMü-o 72 i der Sitz' einer Kanzelley für die Gemeinde in Pontassteve von 62 Kirchspielen, Rignano von is, und Bagno diRipoli von Z7. Der Bezirk der letzteren Gründe erstrecket sich dis Nach Florenz und zählet 4500 Familien und 24602 Seelen. pontremoli, lat. ^Imn, eine Stadt, «MFluß Magra, mit einem Vicaciat, im Florenttni- sehen. Der Ort hat z Pfavren und 2500 Seelen. In dem Kloster zu St. Jacob woh¬ nen bey 6c> Malrheser Nonnen nach der Reck gel des St. Augustins^ Porto Zerrajo, ein Hafen, auf der Jnsel'El- da. Er ward von Cosinus t. angeieg>t. Ec ist groß und tief genug eine ganze Flstts aufzunehmen. Franz ließ den Ort mit Bastionen, vielen Batterien , 2 Forts (l« Stella, und Fascone) umgeben. Von dce Eeeseite ist die Festung- die eine der be¬ trächtlichsten in Italien ist, von dem Hafen, Und von der Landseite mit einem Wassergrack den umschlossen. Ihr Gebteth erstreckt sich in die Weite auf einen Kanonenschuß. Mair zählt hier 1520 Seelen- Es sind hier Con» suis von Oestreich, Frankreich - Genua, Eng¬ land , Malta , Neapel , Rußland , Sardi¬ nien , Spanien und Venedig. Hier ist ein Obrister, der das Civil-Und Miltjgouverne- Ment unter sich hat. p^ato, eine Stabt, mit einem Vicariak, int Florentinischen. Sie zählt über 9202 Ein- Bds. »te Abch. J z woh- ^22 wohner. Man schätzt ihren Umfang auf2v ttu!. Meilen , und ist mit z6 Vorwerken ver? sehen» Es ist hier eine Domprodstey, an weicher 17 Chorherren, Capelläne und 8 Chorknaben stehen. Das hiesige Pfandamt besitzt 25200 Scudi; ferner sind hier gelegen 2 Malkheser Convente , welche aber bloß Florentiner verwalten. Die hiesigen Bürger unterhalten 10 Studierende im Collegium Ferdinandeum zu Piscu C» Pistvsa. pohvi, ?oxpium, eine Stadt, mit einem Vi- cariat, im Casantiner Thal, im Florcntini- schen. Sie hat 4 Thore. In diesem Vicct- riat geräth der Wein sehr gut. Radöa, ein Vicariat, im Florenk. das sich auch über Greve erstreckt. Es wird vom Vicariat St. Giovanni in Valdarno, vom Elfelthal und Siena begrenzt, Radicofani, ein Ort auf einem hohen Berge, in der oberen Provinz von Siena. Hier ist der Sitz des Capitano vom Capitanat gleiches Rahmens. Auch ist hier eine Post. Gcampano, eine Podesteri«, in der unteren Provinz von Siena, Vcarperia, ein Vicariat, in» Florentinischem Das Land., über welches das Vicariat bi Scarperia sich erstreckt, wird Mugello ge¬ nannt, 72A vannk, uudist zwischen den Apenninknin einer Ebene, welche sich in der Länge auf i; ital- Meilen, und in der Brette auf rg erstreckt, gelegen. Der Umfang derselbe» wird auf 80 Meilen bestimmt. Die Ebene wird von der Steve durchströmt. Die Einwohner in die¬ sem Districk« belaufen sich auf 25060 See¬ len ; man zählt in demselben 20 Dkchantepen, i Probstey, 35 Dicariate, 4 Abtepen, 57 Pfarren, 260 Eapeltanehen w. Šestino, ein Vicariat, im Mkentinischen. Ja Šestino hat der Vicar, ein Generalvtcar, und ein Prälat mir bischöflicher Gerichtsbarkeit seinen Sih. Der Bezirk von Šestino enthält 17 Pfarren und »782 Seelen. Siena, rin Gebieth, grenzt in Norden ans FlorentiNische, in Osten an den Kirchenstaat, in Süden an das mittelländische Meer - und in Westen an das Pisanische; seine Länge wirb auf 60 ttast Meilen, und die Breite auf 50 bestimmt. Int tzren Jahrhundert waren die Sieneser sehr mächtig. 1554 wur¬ den sie von Karl V. bezwungen . und ergab ihr Land seinem Sohn Philipp Is. König von Spanien, welcher sie, der Schulden seines Barers, wegen an Cosmus l. abtrat ; der König behielt sich, wie bereits gesagt worZ den, den darin gelegenen Stato begli Prä- sidi vor. Der Großherzog Leopold hat die¬ ses Gebieth in die obere und untere Provinz abgesondert; die fernere Unterthcilung habe ich Seite L72 angegeben. Die untere Pros A L 2 vin» 724 vinz ist sehr reich an Waldungen. S. Ma- remma. Siena, Senä, eine Stabt, im Gebiethe glei¬ ches Rahmens. Man zählt hier 15.220 See¬ len. (i.z?6 150000.) Der hiesige Adel wird in 4 Cltissen adgetheilt. Die hiesige erzbischöfliche Diöces zählet n8 Pfarren, 7100 Familien, z8,6oo Seelen- ^>ier hat der Statthalter fernen Sitz; ferner befinden sich hier der Auditor des Gouvernements, der Auditor des obersten Magistrats, z Auditorr di Ruota, der Fiscal Auditor und die Do- gana. Für die obere Provinz besteht bas General Gemeinde Officium mit einem Su¬ perintendenten, und dem Ajuto del Mede- simo. Sinalrmya , ein Capitanat, in der oberen Pro¬ vinz von Siena. Soanna, Sovana, eine Stabt, in der Podeste- sterte di Pivigliano, in der unteren Provinz von Siena. Von dem Ort hat baSBißthum, dessen Sitz in Pitigliano ist, seinen Rahmen- Die Diöces desselben enthält Z8 Pfarren, 3400 Familien und 1^500 Seelen. Stadtamt, Florcntinischcs, darunter versteht man jene Gerichtsbarkeit, welcher die Ein¬ wohner um die Stadt Florenz untergeord¬ net sind. Dieser Bezirk dehnt sich von den Flüssen Visenzio, Mugnone und Srerzola in Nor- 7-S Norden; dann der Greve, Pisa und Ema ik Westen. Die Gerichtsbarkeit ist in 6 Pode- sterietl abgetheilet. Stato , deglt Prestdi. Es ist bereits gesagt worden, daß dieser kleine Staat unmittelbar ein Thcil von Siena, in dessen G-'dreth er liegt, ist. Allein, als Philipp, König von Spanien das sieneser Gebiets» an CosmuSt. abtrat', behielt er diesen Staat für sich. 1707 haben ihn die Kaiserlichen mit dem Kö¬ nigreich Neapel erobert. 1745 ist der Besitz dieses Landes dem König beyder Sicilien be¬ stätiget worden, In Folge Vertrags aber vom Jahr 1759 sollte ein Lheil dieses Staa¬ tes an den Großherzog überlassen werden. Der Staat besteht aus 2 abgesonderten Stre¬ cken Landes. Hier stad gelegen: Orbitelle, eine Festung; Telamvne, ein befestigter Ort; eben so Porto Hcrcole , und Porto Et. Stephans; Piombino. Der letztere Ort ist im westlichen Bezirke, und dir übrigen im südlichen gelegen. Val Ombrosa, eine Abtey, am Abhange deS Casentinischen Gebirges, im Vicariat St. Giovanni, im Florenlinischen. Vico pisano , ein Städtchen, mit einem Vi¬ kariate, auf einem Hügel, im Pisanischen. Zu der außer dem Orte befindlichen Dechan- tcp gehören 21z Familien uud n;o Ein¬ wohner. Z j 3 vol-- 7^6 polterr«, eine sehr alte Stadt, mit einem Vi- cariate, im Manischen. Man zählt gegeis 4O«o Seelen. Die Volterraner sind in der Hanblungsgeschichte bekannt. JhrHafcn Vadg Volkerranna kam in der Folge an Pisa. Zu der Diöces des hiesigen Bischofs, welcher unmittelbar unter dem Papst stehet, gehören 146 Pfarren, 424 noo Seelen. Die hiestgest Bischöfe waren einstens sehr mächtig; sie prägten im i2ten Jahrhundert Silber - und Kupfermünzen, und übten dieses Recht noch §m rzten Jahrhundert aus. Volterra war eine der 12 ältesten Städte Hetruriens. T a- Tabellen J j 4 ^28 Tabelle der Delikten, weiche seit 17Ü5 bis 1/84 induüve in ganz Toscana und in allen Lribunalien desselben vorgekommen, pnd ge- strafet worben sind. 72) 73o Nahmen dec Verbrechen Strafen. Irrcemliario , Feuer 731 Omi- 73 r Nahmen dec Verbreche,' <'miLjäio. . . . OminilHone ari in ^lleAria. 8.eUionaks. . . . l .. HanssreEone äj jzjor uo di Oaece. . , Strafen. b,svori zrublicj Lon i'me Llilio. Geldstrafe. Navori pubiici Ge fängntß. Gefängniff,Geldstrafe. Oonkve lav. xublici. Gesang u iß , Geld strafe. Üiiiio, Geldstrafe, Gefäiianiß. l.av. xndliaj (7ont. Geldstrafe. Gefängniß und Ru¬ then im Gefänqntß. b>av. pub.fonst. Geld¬ strafe. Geldstrafe. Oonüus. Oont'. GeG kstlio. zu weil. lav. j>udi. Geldstrafe. 1765 vreüFP-kk), 733 7§4 o— i?6z 735 Nah- 7Z6 , Strafen. Nahmen der Verbrechen Adigsw, Viehdiebstahl. ^borto procursto. > öettemie. . . . rlorlajolo , Benkel- schueider. . . . Orasgarlons, 6 con- Luilione. Gewalckhä- rigkeit Einbruch. ÜLluniu 8xsrglnro , falsches ^eugnlß. (lolomdieistio , Tau- bensiehlen. . . Oomraktssinne sti ro¬ be t'urrivs, Kauf- gestohlene Sachen. Nono äsro e rnrbsro xotaelso. . . üels^ione s 8xinvo, Fel»ergewehr ohne Erlaubniß zu kragen, dasselbe anjctzen , ohne loszudrstücn. Lstorstons. , . . Mmirüons, der Hand der Justiz entziehen- ?urw. «... istlio, t'onüne, Iz¬ vori vublici^ . Geldstrafe, Gefängn- Gefänguist. . . Lülio, Gefängniß. Izvori publici- kstlioi Gefängniß. Geldstrafe. Geldstrafe. Geldstrafe. Geldstrafe. iststlio 6 constne. klilio, Gefängniß. Lstiio, Isvori xu blici, constni, Ear cera , Geldstrafe. 1770 737 Lünften Landes 2te Abth. A a» 73« 1770 739 Om- A a a 2 -42 NahmenderVerbrechen Strafen. ! Ommilsione äi rcfer- ro, nicht gegebene Anzeige und Notiz des Diebstahls. l?eculiar. ... yuestua, unerlaubtes Sammel und Bet¬ teln. .... ksrrv Wcibercnt- fstdrung. - . . >Ke6stevr» 8l!s6iu8ti- ^ia. j Kiss» et vllefe. 8tuxrv cvn Violenria 8oävmia» » . . Lollovasinne e'tumnlto Violsn^g. . , 8xari in ^Ilexrla. j 8tellionatv. » . firniss. .... Nranrzrestlane «li ^iu- ro äl Larre, -«Zelle leM «jelle ^este. » . . ^Ovntrobsnäi, Tobak, ! Saiz. z. » Geldstrafe? Navori ^nblioi, Ge- fäugniß. . . Gefängniß,Geldstrafe. Oonüne, lad.pudlici. Gefängniß,Geldstrafe. Lstlio, Geldstrafe, Gefängniß. pudlici, (7onf. Geldstrafe. Gefängniß und Ru¬ then im Gefängniß. l^nv. xndl. sonst Ge, fängniß, Geldstrafe. Geldstrafe. <7vn6ne. eons. Gef. L6Ü0, ZU- weil. lav. xubl. Geldstrafe. Geldstrafe. Geldstrafe in 5oure. Lovk. lav. xudl. »77° S7!7!W^S 741 74L »77» 74Z A a a 4 744 S-7W--70 Strafen. Nahmen derVerbrechen ^biMv, Vb'hdicbstahl. borko xrocnrato. övrtsjolo » Beutel- ! sthnecher. . . . Ora^32ion6 , o con- cuisione , Gewali- tdätigt-it, Einbruch. l?alui>is 8xerziuro , ! falsches ^ctigüiß. ^<7o1ombiciäio » Tatt- bendiedstahl. . . Sontrsttg^ions sti ro¬ bo Lurcrve , Kauf gestohlener Sachen Dono liato kurbato potneko. . . - Dela^ione y Lxisno, ^euergewchr ohne Erlaubmß zn tragen, dasselbe c^nzuseyen ohne loszudrüüen. LAorfionc>. . . . Lsimi^iovs, der Hand der Iustij entziehen, ^urto» . . . . Lblio. eonüno, la- vori xubllui. Gelostras, Gefängniß. Gesä ignlst. b6Iio» Gefängniß. smvori xublici. Lülio, Gefstngnist. Geldstrafe. Geldstrafe. Geldstrafe» Geldstrafe. tMio 6 ovvZni. Kstlio Gefänaniß. lililio, lsvori pnblr- ci, l-vnüni, Liircere Gelvstrase. st775, 745 A a a 5 - k«- 746 Nahmen dec Verbrcchcn^ Strafen. keriniento e Lzxlo- lione, Verwundung auch nur schiessen, knllitü nsi contratti. kaliinento cloloso. LonkrobaudiinMauth- sachen. . . . locelio. Intünnciäio. . . lnsulci eä ingiuris. lueenäiario , Fcuer- lnae. . . . Inosservan^a äei con- 6ni eil elilio, fuga choanere t'ugz clei xudlici luvori. Summe des Qsärocinio, Strafea- raub .... i>uocmio,Kvpplerey. l.idslli inknmstvrii. Naucan^iu nel xro^ prio impivAo, Nala »äminiliratione. UiNliatario. . . Omiciäw. . . . Navori publici, con- üne, L6Iio Geidsiraf Gefängniß,Geldstrafe. (^online. Geldstrafe. Gefänguiß. Gefängniß. Gefängniß , LMo, Geldstrafe. Oonüns. ^('online. Navori xu- blici. !Originals. . . s>avori publiei. Gefänginß, tililiv, Eselceiten. Geldstrafe,Gcfänguiß- Oatssnione Geldstraf. Osszg^ivne OvnLne. javori publisi. Navori publici Oon- üne liülia. >775 747 Om- 748 '775 749 9'rsn- 7Zo '775 Nah, 7Z2 Nahmen der Verbrechen ^bizsco, Viehdiedstahl- ^.borto procurslo. önstewie. . . . tjori'sjvlo , Deutel- schnciver. . . . Oralssniono , e cou- cullloue. Gewalktha- rigkeit Einbruch. Oslunis Sperxiuro , falsches Aeugmß. l?olvmbiciciio , Tau¬ benstehlen. . . Oontrartsriione äi ro¬ be turtive, Kauf gestohlener Sachen. Dono äsro e rurdsw pvtselso. . . Oetsrioue e 8pisno, Feuergewchr ohne Erlau bniß zu tragen, dasselber ansctzen , ohne l oszudrücten. Morkone. . . . Mmirions, der Hand der Justiz entziehen, burro. Strafen. Lstlio, Oontine, 1s- vori undlici. . Geldstrafe, Gefängn. Gefängniß. . . ' Llilio, Gefängniß. I^svori xublici. Lstlio, Gefängniß. Geldstrafe. Geldstrafe. Geldstrafe. Geldstrafe. Irlilio e conkne. L6Iio, Gefängniß. Llilio, Isvori pu¬ bl ici , cooüni, Lsr cer», Geldstrafe. -775 753 8ünften Vandtö 2te Abth. Bbb ke- 754 O -O *78o 755 Bbb 2 Ow- 756 Strafen. Nahmen der Verbrechen OmmilÄions cli roker w , nicht gegebene Anzeige und Notiz des Diebstahls. ?eculigr. . . . , yuestun , unerlaubtes Sammeln und Bet¬ teln. .... karto , Weiberent führung. . . . K«üÜLN2s glla Giusci- rüg. .... kifs« 6l olkefe. . 8ruxro con ViolenLU. 8oäomi». ... 8vIIeva2il>n6 e tumulto Violon28. . . 8xsri in ^Ilexrin. 8reIIiungto. . . Krulls. 1r3N8Arestione cii ßiu- ro äi i Absolvire sind worden. ' , . 2867^ Alle ssbrigen sind entweder mit Geldstra¬ fen oder Ermahnungen losgekommen. * Die Weiber, welche keine Galeeren ha¬ ben, werden mit Lr^ssoln belegt , und von da in die 8tiuc1w versetzt. Bb b 4 Zn- o-ü-W^o Zusatze, und Berichtigungen. Niederlande. Seite Heile 22. Von der südwestlichen Seite u. s. w. Die Scheidewand, welche eine Kette von Festungenzwi* schen den Niederlande« und Frankreich mach', ist dahin zu verstehen, daß die» se (Festungen) sich von Dünkorken, durch das französische Flandern, W nach Rocroy rc. erstrecken. Seite 405 H. i anstatt 1796 lies 1736. Seite 4ZZ H. 7 anstatt 5, lies 4. Seite 4Z4 H. 1 von unten, anstatt 2O0,k>oo l,cs 2,000,000. Seite444Z. 6 von unten nach Geschäfte kommt beyzufügen.- 1791 Febr. 25. ward der Rach von Brabant wieder eingcsctzet, und die Anzahl desselben provisorisch also bestimmt, als: Kanzler, Herr v. Krumpipen , Staatsrat!) Sr. Maj.; Dicckanzler: van de Velde; Räche: Viron , Cuylen Fiskal, Charlier, van de Cruyce, Wirft, de Jonghe, Frey- Herr v. Partenstein, Huys de Bois, Mercx. Gcrichtschrciber: Lanne und 7l6 Mosselmann. Secretäre : Misson, Bel¬ larger, Dclvaux , Dendvn, von Coe- ckelberg, Reni-rs, Vicomte v. Toici. Substituirker Gcueralprckurator von Leenbeer. Seite 446, z. 4 von unten , anstatt Eich lies Sicht. Gerte 459 z. 7 von unten, vor Dvornik, lies Fajance. Seite ;ig Z. 4 anstatt r Pensionär, lies Ei« nen Einnehmer, r Pensionärrath; ferner Zeile s, nach Iesuitenkirche lies liegt. Seite Z2l Z. 17 Was von dem Magistrat ge- sagt wird, ist also zu verbessern. Der Magistrat in Audenaarbe besieht aus i Grand Bailli, i Bürgermeister, 6 Echevins,2 Penstonärräkhen, i Schatz¬ meister, Z Avoues, 2 Secretären, und i Aman. Seite 540 Z. n nach genannt; lies : Dieses Herzogthumist nicht nur den männlichen Erben, sondern allen rechtmäßigen Nachkommen Philipps des Kühnen , welche durch die sel. Princessinn Marie von Burgund noch jetzt in dem ost- reichischen Hause blühen, verliehen wor¬ den. Sei- 762' ki— Lombardi«'. Seite, 559 roanstatt Chevalersi lies: Che¬ valiers. - Seite 587 Z. 6, anstatt drey lies r, — Pa¬ via ist zu löschen, da es einen un¬ mittelbaren Bischof hat. Seite 607 rz von unten anstatt 4 lies 2, Pavia und Como sind zu löschen. In Rücksicht des mayländischen Kommer¬ zes kommen zwei- Haudlungsverträge anzufüh- ren. deren einer am qten October 1751 mit Sardinien, und der andere am 30 Nov. 1747 mit dem päpstlichen Hofe geschlossen worden ist. In dem vierten Bande meiner ösireichischen Staatenkunde kommen über bepde Verträge nä« Here Aufschlüsse vor. Zu Mayland besieht eine Münzstätte mit einem Münzamte; eine Finanzcasse ist zu Man¬ tua , Cremona, Lodi , Pavia, und Como. Den. Münzkurs, welcher im Jahre 1785 Febr. r.für Mayland, und Mantua bestimmt worden ist, kann man im sechsten Band meines politischen Codex ^Nachlesen. In Folge Verordnung vom 25. Jauner 17^6 soll Mayland die nähmlichcn Münzen, wie Wien, auspragc». Daher soll der Souveraind'or 4; Lire, der Mayländer Zechin, der Kremnitzer und kaiserliche Ducaten 15 Lire, 4 Soldi gelten, Man sehe, oben die 588ste Seite. Seite 64! Zeile 8 , von unten, die Worte: nebst dem Marguisat Mesola, ssiud zu lö- ?6Z Toscana. Zu den Seite 655 und 656aufgefuhrten Char¬ ten sind noch anzufügen, die Charten deöBos- covjch, und Zanoni. Die im Tvscanischen gelegenen Orte ha¬ ben diese Benennungen: Otch, Terra, Lorzo, Ögttello, Villa —Oittä, ist so viel, als in Leurschland eine Stadt. Ter ra bedeutet einen in die Breite, und Länge ausgedehnten Ork; vielleicht ist Terra eben so viel, als man in Tyroi «in zerstreutes Dorf nennt. Den Namen Lvrzo führt jener Ort, welcher in einer langen Strasse , ohne Nebengassen besteht, Lorgo dürfte eben so viel seyn, was man bcy «ns ein Dorf nennt. Oaüello bedeutet ein Wcrgschloß, und Villa, ein Landgut — Hof —- Privre nennt man im Tvscanischen einen Pfarrer, weicher mehrere Kapcliäne unter sich hat, Seite 662 Z. 2 von unten, anstatt baute, lies: zählte, dann Zeile r anstatt 545,73r lies 5,455,73 r- In Rücksicht der Seite 67- und 672 auf- iltführten Eintheilung des Tvscanischen Staats kömmt zu bemerken, daß solche angegeben Wor¬ ten ist, wie sie 1775 bestand. Nun sind die Vicariate und Podcstcnen in Claffen abgethcr« let. Der Vicariate sind vierzig, und bestehen «us V- Claffen. I. Tlasse, in diese gchören: Li- 764 Or-HM-ro Livorno, Pisa, Pistoja, II. Llasse. Arezzo, Cortona, Peseta, Prato, St. Miniato, Voiterra. HI. Llasse. Borgo St, Sepolcro Colle, Montepulciano, Pontremoli, Fivtzzano, Fucecchio, Pontadcra, Popoi , Porto Ferrajo , St. Giovanni, IV. Tlasse. Enipolt, Lari, N. di Pistoja, öietrasanta, Pontassieve, St. Savino, Icarperia, Vico Pisano , V. Llasse. Anghiari, Üagno, Pagnone, Äarga, Campiglia, Casttglione Fiorentino, Ftrenzuola, Narradi, Modigliana, Pietra St. Stefano. Rocea St. Casciano, Radda, Šestino. * Die Vicariate habe« lsowohl Civil als Criminal Jurisdiction. Jedes Vieariat hac seinen Vicar, einen Civil -und einen Cri¬ minal Notar. Bei) dem Vieariat in Li¬ vorno stehen i Auditor, 2 Criininalkanj« ler, 2 Civil Kanzler, und z Civilactuare. Der Podcstcrie sinnb fünfzig, und sind diese: I. 766 I. Tlasse. Bagni di Sr« Giuliano, Bibiena, Borgo St. Lorenzo , Euggiano, Čampi , Castello Franco di Sotto , Ficsvle, Figline, Fojano, Galluzzv, kastra, Monte Carlo, Monte Catini, Monte Varchi, Prato Vccch.o, Seravailc, Sesto. II. Llasse. Bagno a Ripoli, Carmtgnano, Castello Fiorentino, Cerrcto, Greve, Lucjgnano, Palaja, Pecciolr, Pomaranče, Reggello, St. Casciano, Terra Nuova. UI. 766 HI. Tlasse. Albiano, Badia Tedalda, Barb. dr Mugello, Bucine, Culice, Castello Franco dr 8c>g. Castello St. Niccolv, Civitella, Dicomano, Londa, Montajone, Moukc Lupo, Monte Gpertoki, Monterchi, Mentale , Palazzolo , Pogghihonst, Premscore, Raffina, Rosignana, St. Gimignanc, Sambuca, Subbiano, Tizzana, Verghereto, Vicchio. * Die Jurisdiction der Podrsterien erstreckt sich bloß auf das Civile. Seite 675 ^eilr y, nach: ist, kämmt binjuzu» setzen. Im Toskanischen bestehen jetzt diese Behörden, als: l) Adunanzc dei supremi Consigli,e Magistrature, ei- gcnt-- gentlich il Constglio di StatosSkaatS- ratb) besieht aus 8 Secretariaten als.- a) dem Secrctariat del Dipartimcnto, dl Stato (auswärtigen Geschäften. (b dem Sekretariat del Dipartimento di Finanze (Finanzwesen), c) dem Sccretariat per gli Affari Militari) (Kriegswesen.) Bey diesem Departe¬ ment sieht ei» Svprintendenre, jetzt Graf Nanckaldo, Strasoido bi Vt!» lauuova. Zu diesen Deparkementen ge¬ hört noch: Regio Cousultor Legale. 2) Magistrats supremo, 0 sia delLu»- go Tcneute, e Consiglieri. Dieser Magistrat besteht aus 5 Senatoren, deren einer unter dem Namen: Luo- go - Teneute den Vorsitz hat. Sie werden alle g Monathe gewechselt; Rathssitzung ist am Dienstag, und Freyrag. Dor dieses Forum gehören die Rechtssachen der bep Hofe angr- stellten Personen, der St. Stephans- orden, die Stadt Conkado, das Ge- bieth Pisioja , und Pontremoii,' die Postsachen, da- Lotto rc. Man er- theilt den Frauen Versicherungsbrie¬ fe äber das Eingebrachte — Im Jahr 1789 Apr. 6 wurde das Tribunal der Regalien mit diesem Gericht vereint. z) Amministrazione generale delle Regie Rendite (Ftnanzkammer.) Hierher ge¬ hören das Salzwcscn von Doiterra, uuö Porto Ferrajo, la Carta Bollata Papierstämpel, Tvbgk — 4) 76g 4) Giurisdizione, o sia Segveteria del Regio Dtritto (Kirchen - und Kloster, rath). 5) Presidcnte del buon Göverno besorgt Policei-und Fiscaisachen; hierher gc^ hören die 4 Bezirkscommissäre von Florenz. 6) Pupilli. Sotto le Logge degl' Uffiji (Pupillenmagistrat.) 7) Supremo Tribunale di Giustizia be¬ sorgt das Criminalweseu der Stadt- undvesGebieths (8tato) von Florenz- . 8) Zceca (das Münzamt). y) Magona (das Eisenamt)^ ,0) Monte Comune , mit einem Su¬ perintendenten. Hier werben im April - August und December die Baucoin- tercssen bezahlt. n) Fisco (Fiscalamt). 12) Gabelle bei Contratti. Hier wer¬ den die Verkauf- und Kaufverträge rc. rcgistrirt — iz) Camera delle CoMunita, Luoghi pii, Strade, e Fiumi, Oberaufsicht über die Gemeinden, milden Stiftungen-, Landstrassen, und Flüsse. l4) 76Y -i>4) Cancellicri Comunitativi, Gemein¬ devorsteher. Sie sind in V Elasten abgesondert. Zu der ersten Elaste ge¬ hören : Florenz, Livorno, Pisa, und Prato; zur zweyten : Arezzo, Corto¬ na, Lari , Monte Varchi, Pistoja; zur dritten: Dagnone, Borgo Et. tmcnzo , Ce.mpiglia, Empoli, Fiesolr, Figline, Pojano, Galluzzo, Peccio- li, Pescia, Pietrasanta, Pomaranče, Rocca St. Casciano, St- Gio, St. Marcello, Scarperia , und Volterra; zur 4ien: Bagno, Borgo Et- Ge- polcro, Buggiano, Castello Fiorenti¬ no, Castest Franco di Sotto, Castig- lione Fiorentino, Colle, Fjrcnzuola, Fivizzano, Fucccchio, Marradi, Mon¬ te Eatini, Ponte a Sieve, Poppi, Raffina. St. Easciano, St. Minia- to , Verghereto, Vico Pisano ; zur Zten Classe: Barga, Castello St. Niccolo, Civitella, Galeata, Monte St. Savino, Pieve St. Stephano, Prokovecchio, St- Gimignano, Terra de Sole, Ponttemoli, Porto Fer- rajo. * In dem in der Vorrede des gegenwärti¬ gen Bandes erwähnten Anhänge wu8 , tum lie- Zularidux, vel si> giiu «junvi« xerso- nu xiove loco lolvirur. " Seite 68^ Z. 3 nach kennen, ist zu lesen : r78<» im «Leptembcr nahm der bekannte Pi- stojen ftr Synodus seine» Anfang. Die Nerhandiungen und Drcrcte desselben sind im Druck. Das Werk har den Titel: er Decreln L^-uoüi cli- 0«- o--^—c» 771 oocofanae kistorionllz , ?. I. <7om- xleölona er Docretg, k. Ii, (-'ompleNena ^x^enäicLM Nonuwen- rormn- 8- m3). Hin. 1789- Von dem künigl. Collegium in Prato für angehende Weltpriester erschien im I» 1775 ju Florenz eine gedrucltc Nach¬ richt , in der italienischen Sprache. Hier ist der Titel derselbenInlor- i»3?ione ciol Koala ColloZio äikraro liiretko klm 8aeeriloti Leoolgri im- mstligramonce äiponciento cia 8.^.k. k j o rr o I. e ox 0 l ä 0 ^.roiäucrr ä' Austria krincixo Kogls sti Iluglaorig, e cii Loornia , Orsn - Oncs stil'osca- na Lo. 1. In krato (?itt?i rignurärvolo klolls lofoana, stistanto cig kironr-e äieoi mixliu,
  • 772 tetivne con stseZngrgli Zsi copioil k'oncti xer msr teuere tutii ^uei s»A- ^etki, cks tono necetlgrj »tj occuvL- rs le Osttecirs com^onenn nn cvm- xleto corsn cii üuciz; per stMere con- rinuLmente siis vits äomeüica, e ci- vile äei OoUegiüIi, e xer promno- vers in sine uns socin, e vera piel^ conMenle unicgmenke ne!I nciem- pimento ciei äoveri verso Oio, it krincixe, il ?rciliino, e se meär-6- mo; ms 6 ö rilervsta nncvrs l' eie- xione äei 8uxeriori, e Ngsüri prs- ästti, onäe con sicure^Lg i Oenito- ri xotlrmo »6iäar toro Iettore 6i s'iloso- tiu, e Nzttemuticke, un Mgettro cii Ketto7ic3, un N-rekro cii slmanitä, un Nueltro cii brgmmuncg, un Ni- njtiro, 0 tig Ogmarlingo, eä un In- sermiere äettinKto «6 Lver cura 6ei 6iovani nel czso cii mststriu in u» ^usrtiore sex»rsro, vitre nn numero lü ?resetti corrisponäente 3 czuello lteile Lüinere ciei (riovnni, cii On- merinri , eci gltrn Oente necetlsria 1>sr un coiuocio, e ciecente servieto. In quelto OolieFiu venzono gmmeN non tolo i lolcani, wL üncors i 6io- V3Ni 773 vanj sorettieri in qualirä äi Oonvir- lori, pnrckö l^okilj, o s.'ittaäini non ininori äi anni sötte , nö m»Lßiori äi äiciotto , i ^nali rellano äivili in pin < amerste a propor^ione äell' et-l; pruikenäoli ritzsroszmente qnalunque comunica^ione sra loro in veäuta äel buon oräine, v äisciplitta. F. tre cose 6 kg patti?.olgrmente 1g mir» in cpreüo Oollegio, alla l^iskL, allo 8tnäio, eä 3 uns äecevte ücv- nomia. 6. In znanko all» piet^ , ö sunäatoone- lla sopra la pratica äelle Virtü ko¬ rali promolsa con la spie^a^ione äel- le mallime Lvan^elicke, e con le varie Ora^ioni, cks reFolarmence äi- cono i Oiovani in comune nells loro Cappella; con la srecpienrra äei 88. 8acrsmen'i, e con un breve raccog- limynro äi Lserci?j 8pirituali, cko annualmente sgnvo in prepara^ione sila 8anra ?asqua. k poicke KLsom- mainenrs a cuore sl beneüco ?rotet- rors äi sormare äei Oittaäini, cke eller poslano ntili gUo 8tato, eä ai loro simili; perciü attenävvo i 8n- periori aä iräinuare nsl cnore äella Oioventiik, grakittiäine pe' beneii^i: 1g carit^ , e la äolce^^a verso il t'rolliwo , la keneLcenria rr savore äi mtki ßli Ilomini, la wuäera^ione nella kelicilk , la conllan^a ue!Ie slisTra^ie , s ünglmsnte la von inrer- rvt- ' 774 rorrs prsticn 6ellg virtii in tutte Is vicevcle, cke accsäer xolsavo nella Vits. 7. Oren allo Kuäio li inseznano in <^us<> Ko (lollezio nelle 8cuole inlcriori. vitre Ig Orgmmnticg, Ilmanitü, I>in- x;ng (^lrecg, e Kettoricg, nnclis xli lklemenri 6eII'lKorig, äella treoxra- Ln, äel Llasone, e clella Lronolo- Ais, e nelle luperiori, le vgrie psr- ti, clie componZonn un compietv cvr¬ lo lli kilosoüg, 6 le Mgttemgriclie, le qugli 1'onv In bgls äelln Kitica ^6- nerale , e pgrticvlgre, cke vienee^n- almeiite climottrstZ ai Oiovuni per M6220 6ell'elperiev^g, elleiulo kor- »iro il (.'ollegio cli un KMeiente nu- wero 6i lVlgccdine, e ä'una copio- Ki I>ibrerig 6eKiiigrs n quelto ellektv. Lr puönnclie gpprsnäere Io Lcrivere, I' ^bbsco, il Üilegno, la I^inzua I^rsncese , v le lüimsioni Ovili, s t^gnoniclis, con pgFgrepsr gl'ro uns «liscrerg menlugle preKg^ione per cia- l'ckeäung clelle luääette I^e2ioni. Ve- äali in öne. D. Il principsle vggetto, clie lignno in mirg j MgeKri, cke lono impieZgli vell'iKruire la Oiovsnrü , 6 ö äi cg- vare il mgß^ior proktto, clie lig pos- Ilbils tlgj tempo tgnro pre^iol'o in una sunile eiL, e inßua Carina inl'pirando loro di duon ora ü vero xuüo, la delicate^ra, la xrecilione, eia iolidilL delle idee. II l^sttore cii d'-IvLoLs , » Nattema- tiede non si rittrinAe solrgnro alla rli- mostra^ivne delle vericü adratte, o alla nuda spieZaxione dei d'enoineni; Na riunendo 1'utile allo ieienkiöco j> procura di tar conolcere i vantaßgi, cke ricavare 1i polldno nella societL da rali ldortrins, riducendo la Mili¬ ca, e la Oeomekrig gllg pratica, ed gßli uli piü comuni della Vita. , Na poickö le kaccdtL inlellettuali non li lvilupvano egualweute alla rnedelima elä, o nella ldrwa illella in lutti i Oiovani, ed alle volre ac- cade, cke la debole^a del remxera- inenro, o la collitu^ione Lüca di c>ualclie Individpo non ^li xermetts di concepirs vivacememe le idee, tor- 7/6 korlnsre con pronrer!r:a i ra^iocinj, e seguitars bnalmente i! cvrto clej 6roi t'ondiscepoli, perciü von ti ri- krivAono i Naestri alle semplici l^e- rnoni ciella scvola ; ms nells ors an- cora clellinats allo 8niclio, cbe pri- varamente, e von meroäo proporüi- onato slic llaZioni, li pratica imman-> cabilmenrs nells respektive Lamsra- te, riperono le patlate lpisAarnoni, sciolxono tvtti i äubbj, cbe venAvno promolü, ecercano semxre
  • » I Oollezisli sK6sti «Ile Inrü INU1L: t2. Okö ss is vivscit^, v is veZIigenrsl kscetl's msncsre sleuno äei Oolleßis- Ii sl loro 6yvers, e comrsvvemre s quelle Nsllime, cks loro vengonö continovsmence inl'pjrgke, xrocursoo i 8iixeriori 6i riconäurre i Oiovsni sUs Virtüi eä slto 8tuäio con Is 6olee22S e con i 5evlimenti äell' o»o- re, ele^zsnclu seinprs xiülko^o il xuiäsre 1'inlsllekto ovn 1s rsßio^b^ cke Misere semplicemente i senk. «II' LLLe^ions 6i qusicks eslo xsrti- colsre, in cuij toü'e neceüsrio il ri- gore per msnteners Is csnäi6e22s 6ei co6umi, o sllonlsnsre uu'«LL«^ 6enks pronenüove sil' oriio. D d d rz 778 rz. I.s tcrrsivira, ode 6 Kg jv quetlo Lollezio, ö I üconvmjg, prvem an- äo äi vnirla sila äecev^L , eä sila lemplieitil äel rrartameviv. ,4. ?er ciü , cke rißvaräa la perlona a jolameote «li tar uso 81 in cata , clie suori äi Huelli Midili lji colore, ede leeo por- ttvv 77'- tsoo uells prima venuta, purcböno« sbbiano nö gnarni^iove, nä botconi 6 oro, o ä' srALNlo. lü. L' in Uderts cli eisscuno il portar s'srrucea, o Lapelli, proenitindoli gnenlamevte la pulvis in sinbecius le cirLollan^e, e cvn rimuuverü con egvsl premura o§ni vanirä nell' LA- xiullamenco; e6 a 'eke lolenni, v Vscsnre viene aumenrskv čineli« L d 0 2 «"tli- 780 or6insrio tr3ttsmevto, procusvöoü in foüsvss, eke nov msncsnäo coi'4 slcuns sl!a 6ecen^s, cä Mg meLeiH- , ii LVVK22 no i 6iovsvi sä un meiv6c> 6i Vits krnele, e Auiästv äslle reßvle äells lempersrirs. ^9, proporäiove 6el tnxrs inäicsm rrsttsmevto äi vino psßker^ ozvi OoNeßisIe 8cuäi sei kwreimvi per vgni Nese ; L xvicliö riuscirebbe ipol- to tUlpeuäiosv, eä illwmoäo siOs- nirori il ssreoon solo le prime spese rii I>etts, i-icsulis, disäis Le. Mil jl 6>'ver penssre sncors sil' lmdisncs- rurs , e rsHerrgtura äei ?gvni, r>I Assnkenimenw äe: ?resem, 8tipen- tiio ciel Oompuritta, e (^merieri, Osrts, Z ?enne per siiorn^Uerocon- Fumo, kuoco neti' Inverno , nove ,ieU' Lüste, e wtt'gltro eke minu- tswenke vccorre slls ßiornsta; per- ciä, etlev^o renuri s portilro eiss- euno »ei fuo inzreü'o Is Lisncberis 6s Leltn; e per 1s propris ?er5ons, come ezuslmente i ^ovs^Iioli, e !^o- ksrs 6' /^rßento, reüs el'ente äsj pen- liere 6ei soprs iuäirsti ^rricvli col menl'usl pSKsmento 6i Lire okto Li- «rentine. L' sezregsro säun^us 6i queüe 6ue lomme ts sieenäere il lemeüre, cke 6eve psgsrk snrieipa- to, » 8cu6i ^usrrmtsäus, e Lire tei Linrentive, 0 8cu6i «piArsmscinhue I, su- eorckit: vi. koüerv piü krstelli uel rein- xv 78k po msäeÜmo; e ^ueKi vevZono ro- tulmente impiegati per la tnlMeu- na, e 6ecepre tervirio .ors jej I'i- preprine per i Divertimenti 6el Oar- Dd d z «s- 782 o---W^cr nevgls, I>ire tetre per le spete i» Villegziuturs, e per ultimo täre äo- äici per sleune minute spete, e per muntenimento äs' Oioelii äi 'trueco, Lilisräo , l'glloncino , eä ultri limiti uniesmente proprj äells Oioveutü dene eäucsta , eä ilirnits. 22. t.3 premuru , cke zinKumeote ksn- «v i 8uperiori äel Oollegio, perckö non mnneki cots gleunu si Oonvir- rori renäe tuperliuo, clie queüi con- tervino appreli'o äi te äei Oensri, i ^uuli tncilmente xotrebbero ellere convertiti in uti molto noeivi nlls islute eU »I Koon collume. <^ke pero ^unlun^ve tommu vengu loro msn- ästs äni propr^ ?grenti, äeve eiter rjueKu äirettn gi 8uperiori, uno äei qunli terr^ upprell'o 6i le ruti äepo^- titi 6s ervAgrli in loro vuntSMo. L lolrZnto alle (lsmerate rns^ßiori viens permetlo 6i ritenere upprell'o 6i le qunlclie piecolu monet» 6el cle- nnro l'pontnnesmente loro mnn6nko, e non eeeeclents pnoli einczue il Me¬ ss, sen^r per nitro, eke ciü inäur pollu uns necsllirü si "urenii äi lom- mluillrgrln. 2^. t'er 6nre un'itles 6i ^unnto gseen- 6er polis Ig l'pesn 4el mnntenimen- to 6i un Oollezinls unito I' imporku- re äei I^jl>ri seolgllici, I-ettere, Vs- Kinrio, Meäicins Le., e llmili alle somme 6i lvprn ralsnte per il Virco, s rvitü, e äivertimenii, non suole ^nelin eeceäere Ali 8euäi eento veo- ti^uslkro kiorentiui, sntt« perü le prime spete , cke tono le seguemi. 78Z It kemetlre äi 8cuäi quarsntsclae, e tire sei Lioremine, o Lcuäi yusrsn- tscin^ue Itomsni eon nn lollero per j äivertimemi, cbe Zeve pszsrll snti- cipsrsmenle. Da Veüito aero per Oitrk äs ta¬ verno eoa Lerrsiolo, eä uno ümile Za Lüste, eä sltro per csls nelts t'orms äi sopra inZicsts. Len^uola psjs Zue, o tre lunzks drse cin^ue e mes. lsrßbe brac. lre e un terr all» Liorentina, e lunxbe pslmi ctoäiei slts Komsns, e lsrßbe pslmi fette. s)ue Ketixer Is notte, okto Osmi- cie , xaja tre Naniebini, ^usnro ^st- vieice, (jukttro äciu^smani, xsja Ot¬ to 8vttocgl?e, äieci Ls22oletli, e Husllro disncbi, Dalr:e vere Zs ta¬ verno, e Zs Lllsre, eä uns Lotst» Z' ^r^ento. 4. I Libri Zells 8cnola non poüoao äetermiaarü prima, cbe it Oiovsne üs essmiasto, ö seinpre per sltro utile, cbe porliteeo ^uelti, ebe säo- xersvs netla xropris Dass. tt numero Zelle robe sopra Zelcrit- t« ö seinplicemente inZiesto per co- mväo , e nottHs Zei relpettivi Ls- renri, cbe xroüttsr Volell'ero Zet Oot- te^io äi Lrsto per eäucsre i loroLi- ßii, potenäoü vsrisi-e s pjsciwento. 8ono per sltro preasti sä avvissrs il lletkore, se, elUnäo il Oiovsns äi pocs et^, 6s ('reümsko, eä in- kormarlo liacersmsule äet tuo nstu- rale, 784 r«!e^ s stekla tu» complelkisne fistr riZusrsto stelta liMÜL, e stek costume stek mestelkmo. Eine teutsche Uebersetzung von diesem In¬ stitut kämmt tn dem aufgeführten An¬ hänge vöt. Seite s-ü nach der i4ten ?eile ist zu lesen: Oott. Pietro Kanueei sti eirtü sti Oa- Üeiko lellOre äi zius Orimianle. Seite 69a nach der !7ten "^eile ist zu lesen r Dort. Oirisopps I^strr