WW? Ignaz Ze I.ucs, königl. Rath, undProfessors, Geographisches Handbuch von dem Destreichischen Staate. Zweyter Band. Enthaltend die im östreichischen Kreise gelegener? Wien, Key Johann Paul Krauß. '79". A- 6^ K V o r r e d e. W ^ch lege nun auch den zweyten Band von meinem geographischen Handbuch vor den Richterftuhl des unpartheyL- schm Publikums nieder. In soweit Zeit, Umstande, und der Raum dieser Blätter es zuließen, hielt ich's für Pflicht, dem Werke die möglichste Vollständigkeit zu geben, in wie fern ich solche erreichet Habe, mögen andere entscheiden. Die behandelten Gegenstände sind nicht em schöpft, vorzüglich bedürfen dieNatur- und Kunstproducte, welche ich bey je¬ der Provinz aufgeführet habe, beträcht¬ liche Vermehrungen. Man wird mir das Mangelhafte zu Gute halten, wenn man sich erinnert, daß selbst da, wo X » man man es nicht vermuthen sollte, Tabel¬ len von dieser Art oft ganz vermißt,, meistens aber sehr unvollständig gefun¬ den werden^. Als Privatschriftsteller, heißt es, leümL lems — Mehrere Auf« laaen können allein, Werken von dieser Art, Vollständigkeit geben. Bey jeder Provinz habe ich bloß rene Schriften aufgeführet, welche ich theils bey dieser Arbeit zu Rathe ge¬ zogen, theils benützet habe. Jene Schrif¬ ten hingegen, welche entweder die sämmt- lichen östreichtschen Staaten, vdermeh^ rere Theile derselben behandeln , stehen in der zwevten Auflage des ersten Ban¬ des meines geographischen Handbuches angemerktt. Ich wünschte, daß Je¬ mand sich die Mühe nähme, meine Ar¬ beit mit d n angeführten Schriften zu dergleichen, um zu urtheilcn , ob ich. mehr mehr Kopist , oder Selbstschasser ge¬ wesen bin. Mich mit fremden Federn zu schmücken , war nie meine Sache. Den bey einigen Provinzen beygefügten Finanzstand habe ich, mit Grunde, aus Büschings Erdbeschreibung entlehnt. Zu einer andern Zeit werde ich eigene Angaben vorlegen. Von dem ersten Bande meines geo¬ graphisch - statistischen Handbuches er¬ scheint eine neue Auflage. Sie ist bereits unter der Presse, und ist ganz auf den Fuß, wie gegenwärtiger Band, bear¬ beitet. Der dritte Band ist ebenfalls unter -er Presse. Derselbe enthält Böh¬ men , Mahren, Schlesien, und Gali¬ cien- Die Druckfehler, woran es auch in dem gegenwärtigen Bande nicht man¬ geln dürfte, wird man miri nachsehen. Es sind menschliche Verirrungen, deren -er der Autor, wenner zugleich selbst Cor- rector seines Werkes ist, sich leicht schuldig macht. Am Ende des vierten Bandes folgen Zusätze und Berichtigun¬ gen zu dem ganzen Werke, also bis hahin Nachsicht — Geschrieben in Wien am rsten Hornung An- Inhalt -es zweyten Bandes» Dir Inhalt. Die Balleyen des teutschen Ordens Herrschaft Trasp» Vorlaube Vorarlberg Grafschaft Zalkensiein Seite 528 —- - — — 533 — 593 — 593 — 599 — 599 — 600 Geo- Geographisches Handbuch Oestreichs. Zweiter --V a » d T t, t. r r r V « x x EtvSlilLKrtch^ - > » - - Deschreibüo.g des Herzogthums Steyer- mark von Aquilin Zulius Cäsar, regu- lirten Chorherrn aus dem Stifte Voran, und Pfarrherrn zu Friedberg. 8. H. Thle. Graz 1773. Landschaft, welche letzt Steyermark ge- nennt wird, gehörte bis in das rote Jahrhun- dert theils zu Obecpannonicn, theils ju dem mit¬ telländischen Nordgau. Diese Landschaft führte A s bis Das Herzogthum Steyermark, nach Liesgamgs Wahrnehmungen, auch sonst merklich verbessert. Zu finden bei Ioh. Veit Rnuperz k. k. Kupfer¬ stecher in Graz. Historischer und geographischer Abriß des Herzogthums Steyermark von Zvs. Karl Rindermann. Dritte ganz umgearbeitete Auflage, gr. 8. Graz, 1787. bei I. G. Wemgand, und Fr. Ferstl. 4 bis am Ende bes i-ten Jahrhunderts de»N«^ men Grafschaft, deren Besitzer in dem südliche« Lheile des Landes ob der Ens angesessen waren. Sie stammen von den Tauriszern ab, weiche Anwohner des im Lande ob der Ens, im so» genannten Stober gelegenen Flusses waren, und der von ihnen den Namen Sleycr erhallen hat. Kaiser Friedrich l. erthcilte im Jahr n8o. dem Markgrafen Ottokar Vk. die"herzogliche Würde; und von dieser Zeit an ward dieGraf- schaft das Hcrzogkhum Sttyer genannt. Eben dieser Ottokar überließ sein Hcrzogkhum mit Bewilligung der Stände im September n86. an Herzog Leopold zu Oestreich; der dieftrwe- gen misgcfcrttgte Schenkungsbrief kann inPre- veuhnbers Air.- Etey-rmarr S. zyg. rrachgclescri werden. Durch diese Schenkung wurde die Grafschaft SLeyerniark in zween Theiie zerstü- chet; der südwärts gelegene Theil ward in eine Herrschaft umgcformer, und der nordöstlich« Hchielt deu Nahmen Herzogthrim. In welchem Jahr dasselbe den Nahmen Etcyermark erhal¬ ten hat, kann mit Gcwisheit "nicht bestimmt werden. Mehr, als wahrscheinlich ist es, daß bei dieser Theilung der Fluß Steyer zur Grenz¬ linie mag angenommen, und das Wort: Mark (Grcuzzcichen) hinzugefügt worden seyn. Das Heizogrhum blieb nicht immer bei dem Hause Oestreich. Im Jahre r2;r bemächtigte sich Przmyßel, Ottokar lt, Lsonig von Böhmen der Sstreichischen Länder. Die Eteyermärker, wel¬ che zu ihm keine Neigung fühlten, stimmten für Heinrichs Sohn, Herzog Otto zu Bayern; indessen bemächtigte sich Bela , König von Un¬ garn, der Stcycrniark, der aber 1260. von dem König Ottokar um den Besitz dieseeHerzogchun s wieder gebracht worden ist. Ais dieser mit L Lsde abgieng, belehnte Kaiser Rudolph auf der« Reichstage zu Augsburg, im Jahre 1282. sei¬ ne» Sohn Albert I. mit der Steyermark; und von dieser Zeit an, blieb dieselbe beständig bei dem Erzhause Oestreich. Das -Wapen dieses Herzsgkhums ist ein silbernes feucrspcyenbes Panterthier. Seine Hörner sind vom Stier, und die Pfoten voM Greifen entlehnt. Die Steyermark grenzt gegen Norden a« das obcrenserische Traunvicrtcl; (eigentlich an die Traun) gegen Nordost an das untercuftri- sche Viertel Unterwienerwald, gegen Offenem lingarn, gegen Ostsüben an Kroazicn, gegen Süden an Mittel- und Jnnerkrain, gegen Süd¬ west an Oberkram, und Kärnten, gegen Westen an Salzburg, und gegen Westnord an das ober- enserische Salzkammergut. Zu der trockenen natürlichen Grenze dieses Landes gehört die Bergkette, welche sich von Westen, bis gegen Nordost dehnt. Die bekanntesten Grenzflüße in diesem Lande sind; die Mur, Drave, Save, Traun unö Ens, Die Länge dieses Landes wird von Weste« nach Osten auf 25, und seine Breite, von Sü¬ den nach Norden auf 26 Meilen bestimmt. Die größte Länge ist unstreitig von Nmdwest bis nach Südost, das ist: von dem Salzderge Sändlirrg, bis dahin, wo die Save die Sreyer- rr ark verläßt. Sie beträgt gegen sechs «nd dreisig Meilen-. Ä ?)er. K Der größere Theil des Landes ist gebürgt Dasselbe 'ist von Westen nach Norden ganz von Gebirgen eingcschlossen. Noch ist es nicht bestimmt, welches G.ebirg eigentlich zu den höchsten im Lande gehöre. Mr schien es, daß die höchste Bergkette sich von Westen nach Westnsrd dehne» Der östliche und ostftldlich'e. Theil des Landes hat die meisten Ebene. Die wcstnordwärts gelegenen Gebirge sind trächtig an Salz; so wie die yord- und nord, ostwärts gelegenen Berge reichhaltig an Eisen sind. Die Gebirge sind größtentheils kalkartig, und geben dem Lande Abdachung fast nach allen Seiten, wovon die vielen Flüsse, welche das Larch bewässeren, zeugen. Die Wässer, welche Seyernrark benezen, theilen sich in flößende, und Seen. Der Flüße gibt es zweifache. Einige kommen von Außen; andere haben im Lande ihre Quellen. Zu den ersteren gehören die Ens, Mur, Drave und Save; die Flüße, die im Lande ihren Ursprung haben, sind: die Traun, Raab. Lavant, Mürz, Laufniz und Sau. Zu den schifbarcn Flüßen sind zu rechnen: die Mur, Drave , Ens und Save. Auch an Seen ist das Land sehr reich¬ haltig. Man zählt .12 beträchtliche, darunter der Äusser, Gruudelsee rc. am bekanntesten sind. Unter den Naturprodukten Steyermarks zeichnen sich die Produkte des Mineralrciebs vorzüglich aus. Nachstehende Tabelle gibt nähere Aufschlüsse. er a. e — 7 3. Mineralreich. -A 4 Ei>- 8 ». Mineralreich. Ku- 2 s. Mineralreich. !S g. Mineralreich. Produkte. Gegend. Kreis. Marmor: M.dunkelro- ther .... n. rokher n. schwarzweißcr o. gesteckter p. grauer M. weisen Adern MüMein . . — Mickel.... -Porzellänerde »Quarz .... IQuarzkrysiall Salzbergwerk Sandstein , . . grauer . . weißer Schiefer, grü¬ ner .... Schleifstein. Spicsglas. . Stahl.... Stahlstein. . Stsinbruch - Rein . Röchelstein .. Wilbalpen. . St. Stephan Muckernau , Hilflau . . . Ncustscki . . Neualpen bei Schlädming Eiscnärz . . Schlädming. Radmär . . . Sändling. . Polsterberg . Frauenberg Fraslau . . Leoben . . . Mkainach .. Rssitsch . . . Schlädming. Eiscnärz. . . Altkainach. . Rohsitsch . . Neustöckl. . Misckcrnau. Leoben. Gräzcr. Drucker. Gräzer. Marburger. Brücker. Cillier. Judcnburger. » Brücker. Judcnburger. Brücker. Judcnburger. Brücker. Marburger. Cillier- Drucker. Gräzer. Cillier. Judenburg. ) Drucker. Gräzer. Cillier. Marburger. Brücker. Stern- Ä. Mtn eralrelch. Die Eisenberge sinks größtentheils nord- ivärts gelegen, darunter der sogenannte Erz- hcrg der älteste und bekannteste ist. Er zählt bereits ein Alter von icroo Jahren. Dieser Erzberg theilet sich in den Jnnernbcrg (Eisen¬ erz) und Vordernberg. Er grenzt gegen Nor¬ den an das sogenannte Gemsgebirq, gegen Osten an den S-ebach, gegen Süden au die Listing, und gegen Westen an die Ens. Seine Höhe wird auf 400,und der mittlere Durchschnitt auf 900 Klafter gerechnet. Der Bergbau wird durch eine Gesellschaft, welche den Nahmen - Gewerkschaft, hat, und womit der Landesfärst interessier ist, getrieben. Diese Gewerkschaft besteht aus drei Gliedern, welche sind e die Radmeistcr, Hammermeister, und die Verleger. Die Radmcister bearbeiten den Bergbau. Das ganze Personale desselben besteht ans 2 Ober- Hütter, 7 Berszimmcrnz dann folgen die Stahl- Hämmer, Gedinghämmer, Wegmachcr, Anrescher, kezfasser, Erzielter, Erzknappen, Leimknappen, S rckzieher,dungtragcr, Provisionen - und Brrg- schmiede. Dws Persona! bestand im I. 1746. aus 27i Köpfe». Die Bergarbeit fängt täg¬ lich des Morgens, um 7. an, und endet sich um ri Uhr Vormittags Um 12 Uhr Mittags wird wieder angefangen, und um 4 UhrNach^ mittag geendet. Dec Bergmann bekömmt auf 4 Stunden eine Kerze, deren acht auf ein Pf« gehen. Die Oberhütter, oder Geschwornen sind verbunden, täglich in den Berg einzufahrenj, und der Arbeit nachzufehen. Dem Obcrbergi- richter liegt ob, jährlich einmal eme Haupt¬ fahrt zu machen, den Stand der Grube» zu beschreiben, was etwa zu verbessern wäre, an- jumerken, und über die ganze Untersuchung a« Ar Behörde einen ordentlichen Bericht zu geben, Ls« lZ Bon Len Erhalten °wird das Erz mittels dec Pferde nach den Blechhäusern geführt. Die Fahrt beginnt um 6 Uhr des Morgens, endet fich um n Uhr; beginnt abermal um !2 Uhr Mittags, und endet sich MN 4 Uhr Nachmittag. Das Er; wird nach den Blechhäusern in die sogenannte Grämerle zum Dörren gebracht. Ein Kübel gedörrtes Erz enthält dem Mittel nach, 4 Zentner 34 Pf.; die Tara aber zu 5- bis 66 Pf.; wenn man nun 12 Blechhäuser annimmt, so werden durch 48 Wochen jährlich 227,485 Zentner , 44 Pf« Erz verschmelzet. Voss dergleichen rz Kübel werden dem Mittel nach bei einem Biechhaus bsi 24 Zentner: als r6 bis 17 Zent. Rauhmäseisen, 5 bis 6 Zent, Graglach, und 2 bis z Wischwerk aufgebracht. Miß ifr ein grosses 16 bis 17 Zentner schweres Eisenstücr, welches sich i» der Schmelzung ;u- sammensezt. Es wird glühender aus dem Ofen genommen, in den Müllern mit eisernen Hacken geschrottet, nach vollkommener Auskühlung wird esmbgewischct, und in zwei Theile gesprengt. Graglach nennt man ;enes Eisen, welches wäh¬ rend des Schmelzens, oder meistens bei dem Boden sich häuft, und da man vom Ofen fährt, abzustießen pflegt. Das Wischwerk ist jenes kleine Eisen, welches sich Unter dem Sinter vermischt, dann klein gcpuckct wird, das Rin- xere wird von dem Wasser weggespielct, daS Schwächere aus den Pucherridl» ausgehoben, Mittels des Siebes geläutert, und in die Wisch- we klammer gebracht. Das Rauheisen wird wöchentlich in oder außer dem Blechhause, wie es die Witterung zuläßt, gewogen. Die Wage hat den NamenFdohnwage. Nach der Abwä« vung hat der Raucheisenbeförber«« das Eisen der Ham- L4 Hammcrwcrkfchaftsstelle zu versprechen, und wer-- /ers nach Laimbach , und Reifling zu befördern- Las Blcchhans-Personal bestand im I. 1746» ans einem Schmelzmeisier, Müller mit einem Adjunkten, Kohlmesser, Erzschläger, Eisenabküc- zrr , Kohlschreiber, u. s. f. Jnr Jahre 1746. hat man bei dem innerbcraischerr Eisenwerke 1,621,802 ösircichische Metzen Kohlen verbraucht. Der Distrikt, in welchem das Essener; gelegen, pranget mir prächtigen Waldungen; auch bricht am Fuße des Berges cur weißer und grauer Leim- Der erstere wird in 2 Stollen gebauet- Zu leichterer Beförderung des Holzes hat man Rechen «ugcleget. Ein Rechen (Holzfang) be¬ steht an bcm Ensflnß bei Hilfiau, und wurde rur Jahr 1565. durch Johann Gasieiger auf ranbeofürsiliche Kosten erbauet. Der große Rechen ist samt der Durchfahrt iZZ, der unt¬ rere -wischen beiden Zügen 15, der kleine aber 4z Klafter lang. Der große hat sammt der Durchsicht l6i, der mittere rg, und kleine g8 Hauptsteckeu. Man schäzr die Aufführung die- feä Wasscrgebäudes auf 152,020 Gulden; denn hch der großen Waffcrergießung im Jahr 176z dar dieReparirung dieses Rechens allein 50,202 Gülben gekostet. ' Der zweite Hauptrechcn ist xu Reifling. Derselbe wurde im Jahre 1560, durch den genannten Gasieiger gebaut. Seine erste Erbauung soll gegen 200220 Gulden geko¬ stet haben. Er hat zzo Hauptstccken. Seine Länge wird auf Z52 Klafter bestimmt. Wie viel Hämmer bei den vier fteyrischen und öst- reichischen Hammerverwaltungen im I. 1746° im Gange waren, wie viel man an Flössen tRaucheiftn) und Graglach ausgearbeitct, und was'hierzu verbraucht worden, zeigt nachste¬ hender tabellarischer Ausweis- Der Bau der Eisenberg» in der Turrach hat 166c- angefangen. Man schätzt die jährliche Erzeugung des -Roheisens in der ganzen Eisen-? von den Standen. Zur Leitung der ständischen Geschäfte gehört der Ausschußrath. Die Stän¬ de haben ein Geueraleinnehmcramt, welchem ein Gencralstcuereinnehmer.Vorsicht» Demsel¬ ben sind untergeordnet ein Hauptkassicr, und die Kreiskassiere. Die Stände haben ihr eige¬ nes Vauamt; Exerzicrmcisier für den junge» Adel, und unterhalten auch ein öffentliches Theater. Die in der Stcyermark befindlichen Erbämter find : Erblandhofmcister, Erblanb- kämmerer, Erblsndmarschall, Erblandsiallmeister, Grblandjägermeister, Erblandstabelmeister, Erb- landmundschenk, Erblandtruchfts, Erbsandsilber- kämmcrer, Erblandvorschnerdcr, Erblaudküchen- meister, und Erblandfalkcnmeisicr. Bon dem sogenannten steyrischen Landhandfest kömmt es heute ah. Unter 24 Unter den Kunstprodukten Ker Steyermark stehen die Eisenarbciten oben an, da ihre Aus¬ fuhr jährlich bei zwei Millionen Gulden zurück- Kringt; dann folgt die Messingfabrik, Toback; fabrik, die Erzeugung der Kupfergeschirre, die Glasblasercyen, die Fabrikatur der Töpferge- schirrc, die Pulverfabrikatur, die Kottunmanu¬ faktur rc. Nachstehende Kunstproduktentabelle mag zu einiger Uibersicht dcs sieyermarkischen Kunsifleißes dienen. o -'-O -5 M- »6 Ku- Sen- 28 Aus Ly Aus vorstehender Tabelle kömmt zu ers»- hen^, daß das Mineralreich den Hauptstoss zur Beschäftigung der Steyermärker gibt , und baß die Arbeiten in Eisen ihren vorzüglichen Siz in der Obcrsicyermark halben. Hicrinn liegt auch die Ursache, daß in diesem Lhcile des Landes die vermöglichsien Einwohner sich befinden. Wir sehen zrigleich, daß die Arbeiten in Lei¬ nen, in Wolle, und in Seide ganz danieder liegen, mithin wie wenjg die Flachs - und Han- ferzielung, die Schafzucht, und die Seidenkul- tur getrieben wird. Am meisten wird noch Hanf erzielt, vorzüglich im Makburger - und Cillicrkrcise; so wie die Flachscrziclung im Gräzer-und Brukerkreise Statt findet. Im Jahre 1775 hat man den Ertrag der sämtli¬ chen Komcrzislcrzcugniße auf 7,557,257 fl. 1/2 kr. bestimmt. Der Absaz der Waarcn im Lande wurde auf 1,700,179 fl. und im Aus¬ lande quf 1,217,429 fl. 47 kr. geschazt. Die Lederbercitung gehört auch noch in jene Klasse der Nahrungsweege, welche ämsig betrieben wird. Da meines Wissens von der Steyermark bis jrzt kein Kommerzialschema öffentirch er¬ schienen ist; so theile solches vom Jahre 1769 mit, in welchen sich befanden. Meister—Gesellen—Jungen— Bilberdrucker . Bürstenbinder . Blrimenmacher. Buchbinder . . Buchdrucker . . ^üchschrnaches. 4 — ! — — 4 — 7 — 4 i und 6 Gehülfen — 7 -- 10 -- 4 L — H 6 H Dratt- Ac> Meister —E es« Len — IirnyeN— Drahtzieher 5 Fellenfärber . 2 Feilcnhaner . 8 Galantcriearbeiter. 2 Geigenmachcr . 2 Gelbgicßer . . 2 . Gürtler ... 29 Glashütten . 4 Glasschleifer . 90 Glockengiesser . Z Goldschiäger . 2 Goldschmiede. . 8 Hackenschmiede. 106 Handschuhmacher 2z Hutmacher . 88 Kammacher . r; Kappenmacher 8 Kartenmahlcr r Kirschner . . läy Klempner . . 12 Kotzenmacher . 12 Kreutzelmachcr 1 Kupferschmieden Al Lederer . . ZZi Leimsieder . i Lcinwanddrucker 8 Messerschmiede 9 Matrazcnmacher 2 Nadler . . 8 NaHelschmiede 75 Papiermühlen 4 Pcrgamcntmacher i Posamentirer 22 R- — i — r — 20 — l0 — — 18 — 4 — — l82 — 59 — -- A -l —. — I — 2 — — 7 - A — — lA9 — r^4 — 2Z - 8 — — I2A — 40 — — l8 — 7 — — -> — l — __ i — A — --152 — 5A — -- 9 — 9 — l2 -- Z — — 201 —. 9Z — — l2 — 6 — — IA — 8 — — 2 — - — — 10 — 2 — — 157 — 60 —> — 19 — 6 — — 24 ——' t) " Stühle 46 Zr Seidenzeugmanufaktur Töpfcrgeschirfabrick Knopffabrick ( im Metal- ' Messingfabrick Bräi;lcr!edcrfabrick Gigellaclfabrick keonische Fabrick Markom «»aren in ganz Steyer-- Kom- ZL Kommerzialmeister .... 2«^.- - - Gesellen .... 178^ - Jungen .... 262 - - Behül fen . 4 . , 220 Summe « . , Fürbereyen. Bleichen. . g Stühle.,. . 2564 Wenn man vorstehende Kunstprodrckte mit den Naturprodukten in Vergleich bringt; so zeigt sichs offenbar, daß die Sttyermark in Rücksicht ferner Bedürfnrße noch sehr von an- " dern Ländern abhängt. Cie hat Mangel an Leinen, an Wolle, xnd an Seide; daher das Land die Leinwand, die -Wollenzenge, die Sci- denzeuge, kurz, alle Waarcn in Wolle, keinen, und Serbe von den Erblanden zu erhalten hat, In Rücksicht der Kattune allein, seit dem in derj Münzgrabcttvorstadt zu Graz die Weiglr- sche Kattunmanufacktrir besteht, bedarf das Land von diesem Produkte weniger. Der Ge¬ winnst also, welcher von dem Eisen dem Lande zufließt, geht ihm dreyfach durch das Geld verloren , welches für keinwaaren > Wollcnzeu- ge, Hüte, und Seidcuwaarcn in die übrige »Erblonde kömmt. Auch an Hoizwaaren hat das Land noch Mangel; so wie für die Galanterie- bedürfniße der Geldausfluß nicht minder be¬ trächtlich ist- Außer dem Eisen führt Steycr-l mark thcrls ins Auslande, theils nach den Erblonden: Hornvieh, wovon viel nach Ita¬ lien kömmt, Leder, Wein, Vitriol, Speik, Enzian , Klee, Federvieh, Sensen, Sichel rc. gehen häufig nach Ungarn, Polen, Ausland ; Roheisen nach dem Lande ob der Ens/ und ' nn-> 33 unter der Ens, Salzburg rc. Die Stahlaus¬ fuhr hat sich vermindert; vielleicht wäre es vorthcilhafccr gewesen, wenn das Ausland denselben nie erhalten, und man sich bestrebt hätte, geschickte Arbeiter in diesem Fache ins Land zu ziehen. Dcrmahlen hat also die Stey- ermark die Bilanz des Vortheils in Rücksicht der Erblande im Ganzen nicht für sich. An Ungarn bezahlt Steyermark für verschiedene Produckte jährlich im Durchschnitte eine Mil¬ lion Gulden. Zu den Ausfuhrwaare» nach dem Auslande gehört auch der Nohitschcr Sauer¬ brunnen. Um ein noch wesentlicheres Bild von der Abhängigkeit der Steyermark von den übrigen Erblandey zu geben , folgt hier eine kurze Anzeige der Maaren, welche Steyermark von folgende» Ländern erhält, als: «.) von U r- garn: Ochsen, Schweine, Wild, Wolle, Ge¬ treide, Knoppern, Weine, Fische, Farbenerde, Tobak rc. b.) vorn Lande unter der Lno: Safran, Wein, Tuch, Majolikageschirr, Por- zelain, Spiegel, Seidenwaarcn, Galantcric- waaren, Hüte, Bänder, Bücher, Mußelin rc. «.) von Kärnten: Vleyweiß, Tuch, rc. ci.) von Kram: Töpfergcschiir, Holzwaarcn, Leinwaa- ren, Leder, Strohüte rc. e.) von Görz: Queck¬ silber , Seide, Oel, edleFrüchte, u. s. w- t') von Tirol): Obst, Handschuhe, Seide, Wein, Teppiche, Käs; ß.) vom Lande ob der Ens : Wollenzeuge, Leinwand, Zwirn, b.) von Böh¬ men: Gläser, Hopfen , musikalische Instru¬ mente , Bücher, Tuch, Leinwand, Zwirn, i.) von Trieft: Liqueurs, Fajance, Zucker, Oel- seife, rc. k.) von den Niederlanden: feines Tuch, Spitzen, Zwirn, rc. von fremden Lan» bern: Kaffee, Thee, Mandeln, Limonien, Feigen, Baumwolle, Seide, Flachs u. s. w. C Ein Z 4 ' Eiu wichtiger Haudlungszweig für die Gteyerr mark «st unstreitig die beträchtliche Maaren? durchfuhr, welche vorzüglich häufig zwischen Triest, und dem Lande unter der Ens statt findet. Zum Transport der Maaren dienen die Flüsse, und die Landstrassen. Die Mur bietet die Gelegenheit an, mit wohlfeiler Fracht die Maare nach Ungarn zu befördern; so rvie die Eave die Fracht nach Kroazien sehr erleichtert. Zu den Hauptkommerzialstrassen gehört die Straffe, welche von Wien durch die Steyer.? mark nach Triest führt; dann die Straffe, welche ebenfalls von Wien durch die Steher? m'ark nach Tirol, und von da weiter nach Italien führt; weiters die Strasse, welche nach Kroazien sich dehnf; und endlich jene, welche von Linz nach Graz führt. Vielleicht ist cs manchen nicht unangenehm, eine nähere Zergliederung von den vorstehenden Strasseu z» erhalten; wie näbmlich dieselben eigentlich ihren Lauf haben. Hier folgen also die auf feder Strasse gelegenen Stazionen; Md zwar: K o mm erzialsi rasse nach Triest Kries.- 3 S LtKoinerjialstraffe nach Triest. Meilen 45 L 2 V»»r «. Komm e rzrai straffe nach Pettan. e. Strasse von Ens nach Gräz. C Z v. ÄLM- e. Kommerzinlstrnffe „ach Klagenfurt, i) über Judenburg. (Mur,) s-üMü-2 3d e. 2.) über Marburg. 2Q Die Straff.m sind alle im guten Stande. Hie sind mit Schober, und Bruchsteinen cin- gcschlage»; und ihre Breite beträgt trch etwas mehr, als drei) Klafter. Mit den zwei) Posirautcn , welche nach Marie uze II, und mit den 2 Routen, welche nach krsenburg ins C 4 Vn- AH V--HA--V Ungarn führen, hat Steyermark, wie schon gesagt worden, Z4 Postämter. Die christliche Religion nahm im siebenten Jahrhundert ihren Anfang, und hat sich auch immer als die herrschende erhalten. Auch die Lehre Luthers hat in diesem Lande viele Vereh¬ rer gehabt; vermählen aber bestehen nicht mehr, als zwey lutherische Bethhäuser; näm¬ lich zu Schladming, und in der Ramsau im Ju- denburgerkrcise. Der Erzbischof von Salzburg steht der römischkatholischen Kirche in der Steycrmark, als Oberhirt vor. Das ganze Lchld ist jezt in drey Diözese (vormals in zwey) abgetheilet. Diese sind: die Getaner, die Le- obner, und die Lavanter. Die ersteren zwey sind im Lande gelegen; von der dritten hinge¬ gen ist der Bischof zu Lavant in Körnchen Bestzer. Zu der leobncr Diöccs gehören: der Judenburger-und Bruckcrkrcis; das ist: Obcr- steyermark. Dem Bischof in Sekan ist der Gräzcr-und Marburgerkreis, das ist: die südliche Hälfte der Untcrstcycrmark; und der Eillierkreis dem Bischof zu Lavant zugetheilet. Das Bißthum zu Schau ist rrig von dem da¬ maligen Erzbischof zu Salzburg errichtet wor¬ den. Jezt hat der zeitliche Bischof zu Seckau, der sich des heil. R. R. Fürst schreibt, seinen Sij in Graz. Zu diesem Bißthum gehören die Herrschaften: Krotkenhof, Wasserberg, und Scckauberg, dann die Märkte: Leibniz, und St. Ruprecht an der Naab. Das Bißthum kn Leoben wurde von Kaiser Joseph II, im Jahre 1786 errichtet. Jeder Bischof hat sein eigenes Konsistorium, welches aus dem Gene¬ ralvikar , Domprvbsten, Domkustos, Domscho- lastikuS,»und z Domherren bestehet. Ganz Stcy- 4l Steyermark zählt izt: 4 Archidiakonate, 42 Dekanate 785 Pfarren, und 140 Lokalkapel- laneycn. Im Jahre 1776 waren 776 Pfarren vorhanden. Martenzeli ist wegen der häufigen Wallfahrten, die noch dahin gemacht werden, bekannt. Jeder Bischof hat sein Priesteralumnat, und in Gräz befindet sich das Generalsemina- rium für ganz Jnneröstrcich, welchem die Ein¬ künfte des da gelegen Priesterhauses sind zuge- theilet worden. Dasselbe wurde vom Stadtpfar¬ rer in Gräz, Herrn Aloys Bertholdi 1742 ge¬ stiftet. Der tcutsche Ritterorden besitzt die Herrschaften: Großsonntag, Lech, und Mere- tinzen. Dieser Orden wurde im Jahre 127z durch Herzog Friedrich in die Kirche zu St. Kunigunde am Leeh eingcführt. Großsonntag war die erste Kommcnthur, die dieser Orden in der Steyermark erhalten hat. Der Orden hat auch ein Haus in Gräz. Zu den Kom¬ menthureyen des Maltheftrordens gehören die Herrschaften: Fürstenfeld, und Melling. Hier folgt die Uibersicht von den zu jedem Kirch, sprenget gehörigen, Dekanaten, Pfarren, u, s. w» k 5 o-Wü-« 43 Zum Unterrichte der Jugend dient die in Gräz gelegene Universität, welche im I. t?86« errietet worden. Dieselbe erkennt im Erzher¬ zog Karl von Oestreich ihren Stifter. Schon im Jahre 1277. gab Kaiser Rudolph den put¬ schen Ordensrittern zu Kunigunde am Lech die Erlaubniß, Schulen in Gräz zu unterhalten. Dieselben stunden fürJedermann offen. DerOr- den konnte die Lehrer aufnchmen, und wieder entlassen. Diese Schule erhielt das kaiserliche Privilegium, vermög welchem jeder Schüler, welcher sich eines Verbrechens schuldig gemacht hat, von dem Oberhaupte des putschen Or¬ dens in die Untersuchung, und Bestrafung ge¬ nommen werden konnte. Im Jahre 1572. er¬ hielten die Jesuiten diese Schule, in welcher anfänglich nur drey Klassen statt fanden ; als aber im Jahre 1580. die protestantische Schuft in Gräz eingieng, nahmen die Jesuiten auch die Lehre der freycn Künste, und der Got- tesgelahrtheit über sich. Ein zeitlicher Fürst¬ bischof von Seckau ist Kanzler der Universität, welche im Jahre r78-> in ein Lyzäum umge- schmolzcn worden ist. An demselben stehen nun vier Profefforcs der Theologie, welche unter sich die Lehre der Dogmatik, Hermeneutik, der orientalischen Sprachen, der Moraltheolvgie, Patristik, Polemik und Pastoraltheologie thei» sen; dann sind drey Lehrer der Rechte vorhan¬ den, welche unter sich die Lehre des Natur- und Staatsrecht, des bürgerlichen und peinli¬ chen Rechts (angewandt auf das vaterländische Recht) des Kirchenrechts, und der politischen Wissenschaften theilen. Für das medizinisch- chirurgische Studium, und die H bammcnkunde sind ebenfalls zwcen Lehrer aufgestcllr; zu wel¬ chem chem noch gehört der Lehrer der Thierarznep- künde. Für die philosophische« Wissenschaften sind abermal drey Lehrer angestellet. Das Ly- zäum ist berechtiget, sich jährlich einen Rektor aus den Lehrern zu wählen; auch findet die Eintheilung in sogenannte Fakultäten statt. Das Lyzämn hat eine Sternwarte, physikali¬ sches Musäum, und eine öffentliche Bibliothek. Nebst dem kyzäum besteht auch ein Gymnasium, eine Normalschule, mehrere Hauptschulen, und bey jeder Pfarre eine Trivialschulc. Im Jahre 1778 hat Steyermark eilf eingcbohrne Schrift¬ steller gezählt, darunter die bekanntesten waren: LieSganig, Metzburg und Julius Cäsar. Zu den bekanntesten gestorbenen steyermärkischen Schriftstellern gehören: Erasmus Frölich, Si¬ gismund Pusch, Noyko, und Popowitsch. Zu -en eingebvhrnen Künstlern in der Steyermark sind zu rechnen: Kauperz, Kupferstecher, Ja- ueck, Maler, Ka Niger, Bildhauer. Das ehemq- Ze in Gräz für Studircnde bestandene weltliche Geminarium ist erloschen; und die Stiftlinge erhalten das Stipendiengeld auf die Hand. Die¬ ses Seminarium bestand im I. 1775. bis zu seiner Auflösung aus drey einzelnen Hauptstif- tungen. Diese waren ») : das Fcrdinandäum, vom Erzherzog Karl 1574. für arme Studen¬ ten gestiftet, k) das Konvikt 1576. gestiftet. Die Absicht dieser Stiftungen war, tüchtige Kirchendiener zu bilden, und e) das Joses phinum. Das «----NK---» 48 Daß in Gräz ein Generalmilitzkommando (letzt wegen des Krieges in Triest) für ganz Jnnerösircich gelegen, ist bereits im ersten Ban¬ de gesagt worden, wo Seite 276° auch die dem¬ selben untergeordneten Behörden angezeigt wor¬ den find. Gegenwärtig liegen in der Steyermark ^rey Regimenter, und ein Grenadierbatallion. Die Regimenter nennen sich: Baden-Durlach — — Stab — zttGräz, Lattermann — — — zu Leoben. Terzi — —- zu Gräz. Das Grenadierbataillon besteht aus sechs Kompagnien von den vorstehenden Regimentern, und ist in Gräz gelegen. Nach den Regimen¬ tern ist Steyermark in drey Hauptwerbdezirke abgetheilt, welche sich in ss viele Unkerbezirke rheilen, als jedes Regiment Kompagnien hat. Wie viel Dominien, Städte , Märkte u. s. w. zu jedem Regimentsbezirke gehören, zeigt nach¬ stehende Tabelle. - Ae- 46 _—... 47 Das Armen - und Stiftungswescn wird auch in Steycrmark nach dem für alle Erblande bestimmten Iosephinjschen System handgchabct. Zum öffentlichen Skaatsaufwand hat das Herzogthum bis jezt jährlich 5,889,062 Gulden beigetragen; darunter betrugen die Eisenwerk- gefalle 2,102,222 Gulden, und das Kontribu- Lionale 2,080,002 Gulden - die übrigen Gefalle waren: Das Tobak - und Siegelgefäll, Lotto, die Domainen, die Zölle, verschiedene Aufschläge: als Bieraufschlag, Musickimpost u. s. w. Nun folgen die in jedem Kreise gelegenen merkwürdigsten Orte, als : im Zudenburgerkreise : 'Derselbe grenzt gegen Norden, an das un- terenserische -Viertel Obcrrvienerwald, gegen Nordost, und Osten an den Bruckcrkreis, gegen Süden abermahl an den Bruckcrkreis, gegen Westen an Kärnten, nnd gegen Wcstnord an Salzburg, und das obcrensersche Traunviertel. Dieser westnördliche Theil des Landes ist der gebirgigste. Die Flüsse, die ihn bewäffen, sind : die Traun, Ens, Balke, Rötsch, Ränken, und Pöls- Die Traun und Ens machen die natür¬ liche Grenzen dieses Bezirkes von seiner west- nordlichen Seite Er ist reich an Waldungen« In Rücksicht der übrigen Produkte, und der Oerter, welche er überhaupt in sich enthält, sind vorstehende Tabellen nachzusehen. Nun ru den, in diesem Kreise gelegenen Orte - Ab- 48 A-mont, ein Markt zwischen der Ens, und Balte- Das hier gelegene Benediktiner- stift ist im eilften Jahrhunderte gestiftet worden. Hier befindet sich eine Hauptschule, und ein Wegaufschlagamt- Aussee , ein Markt, westnordwä'rts an der Traun 24 Meilen von Grä'z, und 49 von Wien gelegen. Der Ort ist seiner Salzsuden wegen bekannt. Hier ist der Siz des Salzoberamtes, welches aus einem Direktor, vier Assessoren, einem Protokollisten, und Amtsschreiber besteht. Luter diesem steht das Bcrgamt mit einem Vergverwalter, Bergmeister, Oberschaffer, Un- terschaffcr, drey Geschwornen, und einem Vst- chelschreider; dann das Hauptkassicramt mit einem Kassier, Kontrolor, und Schreiber e fer¬ ner das Pflegamt mit einem Pfleger, Rent- schreiber und Amtsschreiber ; weiters die Pfarm- hausserrsaltung, bei welcher stehen r ein Ver¬ walter, Oberpfannmeister, zwei) Zuseher; das DZrrungspcrfonale, ein Zeugverwahrer, Wag- meister, Fudernummerirer; das Waldamt mit einem Oberwaldmeister, Unterwaldmcister, zwe- en Waldvorstchern, zwecu Waldamtsschrcidern, Oberamtsfvrstcr, sechs Förstern; hierzu kommen das Physikat; die Apotheke, und ein Wundarzt; ferner das Salzabgeberamt, die Hofkasten-und Materialverwaltung, mit einem Bauinspektor, Bau - und Zimmermeister , Maurermeister, Schmiedmeister, Suljstrennmcistcr, Loefmeister, Strasseninspektor; und endlich das Forstamt mit einem Obcrjä'ger, und 18 Revierjägcrn, die ihren Sitz zu Jrduing, am Bühel, Micter- dorf, Langdorf, Oeblern, Eich, Licze«, auf dec Pürg, und zn Wörfchach haben. Zu dem Aus- seersalzkammerguc gehören die Herrschaften Gru- deck, Hinterberg, und Pflindöoerg. Aus- 49 Auslee, ein See, nordwärts vom Markte Aussee, und westwärts gegen den Berg Eänd- iing» D'nkte, ein Flüßchen, dessen kauf ostuorb- wä'rks ist» BepmAbiiisutergcvirg fäütdaöselbe in die Ens» Ens, ein Fluß, welcher uns Sulzburg kömmt, unterhalb Schlaömiuq die Steycrmark betritt, westnordwärts den Lauf fortsezk, bey Altenmarkl das Herzogthum verlaßt, und - en Lauf nach dem Lande ob der Ens nimmt. Die Flüsse', die sich mit der Ens vereinigen, sind die Balte, und Salza, Bey dem Schloß Gesiad »inweit dem Markte Gröbmjng wird sie befah¬ ren. und bei Hilflau befindet sich der obcnan- gcführtc Rechen. An sein südliches Ufer gren¬ zen Schlädminq, Haus, und an das nördliche, Manling, Oberhaus rc. So wie dieser Fiust westwärts die Steyermark von Salzburg trennt, eben so scheidet er westnorowärls die Skeyer- nrark vom Lande ob der Ens, und von der Ost- feite macht er die natürlich: Grenze zwischen dem Jud'cnburger - und Bruckerkrcise. Grimwlvy, ein hohes Gebirg- - Maa hä'lt es gewöhnlich für das höchste im Lande. ES liegt nordwärts von der Ens. Grödmmy, einerzbischöflich Salzburgrschee Markt, zwischen Steinberg, und der Ens an der salzburgischen Grenze. Das hier gelegene Weazvllamtist dem Bankalgefällmiusprerorat irr Judenburg zugecheilt- D HauS, Haus, cin erzbischöflich Salzbnrgischer Markt am südlichen Ufer der Ens, ostwärts von Schladming. Irdiny ein gräflich Saurauischer Markt am östlichen Ufer der Ens. Judenburg (lällvum) eine landesfürstliche Stadt, nordwärts gegen die Mur, und ostsüo- rvärrs gegen den Gräzerkrcis. In der hier gs- legencn Burg hat ehemals eine Nebenlinie des Erzhauses gewohnt. Hier ist der Siz des Kreisamtcs, und einer Hauptschule; ferner ein Postamt, ein Franziskanerkloster, und ein Kreis: physikat. Der Iesuiterorden hatte hier im I. 1621 ein Probierhaus für seine Novizen er¬ richtet. Judenburg war seines Handels wegen schon im zwölften Jahrhunderte bekannt. Dem hier gelegenen Bantalgefällcninspekto- ratc sind untergeordnet, die kegstätte in Leo¬ ben, die Kommerzialgrenzzollämter Seebach, Mandling, Predliz, die Zollämter Preber, Rams- au , bas Hauptwegamt in Bruck, die Wegauf- schlägämter Marienzell, Kirchberg, und Prein, die Wegzölle ^Mühlrhal, Wasen, Zteumarkt, Kindberg, Mürzzuschlag, Lordernberg, Rotten- mann, Auesee, Pühren, Altenmarkt, Mittern¬ dorf, Gröbming, Trieben, und Admont, das Lalzamt in Leoben und Mura». Ge-. Lambrecht (St. Lambert,) ein Markt, nordwärts gegen die Mur, südwärts von der Grenze Kärnchens, und westwärts gegen die Grenze von Salzburg. Das hier gelegene im zwölften Jahrhundert gestiftete Benediktiner- kloster war Besitzer dieses Markts, der nun Zr ekn Stgsnthuln des Religronfondes ist. Das Stift ist in seinem 714.^'« Lebensalter erlösten. Zu diesem Stifte haheri die Schlösser Lind und Stein , dann die Märkte Manenzell, und Aft lenz gehört. Mandlivy, Kommerzialzsklgrenzamt an der falzburgischen Grenze. Dasselbe ist dem Bankal- gefälleninspcktvrat in Judenburg untergeordnet. Mur, man sehe dieß Wort im Brucker- kreise. Murau, eine fürstlich Schwarzenbergische Stadt am südlichen Ufer der Mur,. Das hier gelegene Salzamr gehört zu dem Baukalgefäl- leninspektor-uamt in Judenburg. In dieser Ge¬ gend ist der Flachsbau sehr beträchtlich. Neumarkt, ein landesfürstlicher Markt a« der Olkza gegen die Grenze von Kärnten. Das hier gelegene Zollamt ist dem Vankalge- fällemnspektorat in Judenburg zugethcilt. Hier ist der Postwechsel zwischen Unzmarkt und Kahls- dorf. Obedach, ein landesfürstlicher Markt an der Grenze von Kärnten. Dieser Ort ist we¬ gen seiner Fabrikat»«? in Töpfergeschirren be¬ kannt. Oberzeyriuy, eilt landesfürstlicher Markt zwischen der Pöls und der Mur. St. Peter, am Kammersberg, ein bischöf¬ lich Freysrngischer Markt, nordwärts von der Mur. D 2 pöl» pow, ein Flüßchen, welches westnordwarkS nach Süden den Lauf nimmt, und dem Authal gegen über sich in die Mur begiebt. Dic Lä'nren, ein Flüßchen gegen Salzburg, vermischt sich der Stadt Murau gegen über mit der Mm. Rottcumnnn, eine landcsfürstliche Stadt an der Balte. Das« hier gelegene Bankalgefäl- lenintpektorat ist eingcgangcn, und befindet sich jetzt hier blos ein Wegzollamt. Das .hier gele¬ gene, und 1454 gestiftete latcranensische Chor- herrcnstift St. Augustin's ist erloschen. OLerwests, eine bischöflich Freysingerifche Stadt am Flüßchen Wöls, nordwärts gegen, Pusterwaid. Schlä'dminy, ein gräflich Sauerauischer Markt an der Grenze von Salzburg. Derselbe war bis im Jahre 1525 eine Bergstadt. Hier ist eine Berggerichtssubstitukion gelegen; auch, hat hier die evangelisch-lutherische Gemeinde ei» Bcthhaus. Seckau, ein Markt am Geilfluß südwärts gegen Knitteifeid. Das hier gelegene, und im Jahr 1149 gestiftete lateranensische Chorhcrren- stift ist erloschen. In dieser Kirche ruhen di« Gebeine des Herzog Karls, fünf seiner Kinder und drcy seiner Enkel. Im Jahre 1218 wurde hier von dem damahljgcn Erzbischöfe in Salz¬ burg ein Bißthum errichtet; der Bischof hatte aber gewöhnlich seinen Siz auf dem Bergschlossr Seckau bey Leipmtz; nun aber hat derselb« seinen Sitz in Gräj, und die hier gelegen^ Dom- SZ Domprobffey ist eingegangen. Das Bißthum zählt bis jetzt 44 Bischöfe^ Äer Markt ist nun ein Eigcnthum des Religionfunds. Turrach, ein Dorf drey 1/2 Meile von Murau. Hier befinden sich die fürstlichen Schwarzenbergischen Eisenhämmer. Johann Aholph Graf von Schwarzenberg ließ hier 1660 den Bergbau auf Eisen eröffnen. Diese Eisenberge liegen zwischen Unzrriarkt und Tur- raeh, in dem letztern werden jährlich 12 bis IZOOO Zentner Erz verschmelzt, und bey 5000 Zentner Flossen (Roheisen) davon erzeugt. Bey vier Meilen von Turrach stehen zwey Stahl¬ hütten , in jeder Hütte sind drey Frisch- und ein Streckfcucr. Hier erzeugt man den besten Brescianstahl in Europa, welcher guten Ab¬ satz in England un^Hollanb hat. Zn Turrach ist auch die Eisen - Stahl - Draht - und Feilen- fabrik gelegen, deren Nicdenag in Wien, jetzt in derJohannesgasse Nro. 1004, ist. Unzmarkt, ein fürstlich Schwarzenbergi- scher Markt zwischen der Mur und Jndenbur- gcralpe. Hier ist der Postwechsel zwischen Ju¬ denburg, und Ncumarkt. weiökircho , ein landesfürstlichcr Markt zwischen Judenburg , und Knittelfeld. Bruckcrkcers. Derselbe grenzt nordwärts an das unteren irische Diertel ob dem Wienerwald, nordost¬ wärts an das Land n. d. Ens^ gegen Osten an den Gräzerkreis, gegen Süden an die Mur, und D Z gegen A4 «-E--» qeqen Westen an den Judenburgerkreis. Die Flüsse, welche denselben bewässern, sind dir Mur, Mürz, Salza, der Scebach, Erzbach; dann folgen der Erlaphsee, Lcvpoldstejnersec. Dieser Kreis macht eigentlich den nordöstlichen Lheil der Steyennark aus. Nun folgen einige der in diesem Kreise gelegenen merkwürdigen Orte - ?lffenz , ein Markt zwischen Bruck und Marienzell. Der Markt war vormabls ein Eigentbum des erloschenen Benediktinerstifts zu St. Lambrecht; nun gehört derselbe dem Reli- gionsfund. Mtenmarkt, ein Stift Admontischer Markt an der Grenze des Landes ob der Ens, wo der Fluß gleiches Rahmens die Steyermark ver¬ läßt. "Das hier gelegene Wegaufschlagamt ist dem Bankalgefällcninspektsrat in Judenburg rugetheilet. ' Hier ist der Postwechsel zwischen Kasten (im Lande ob der Ens) und Reifling. Druck, eine landesfürstkiche Stadt an der Mur, 7 Meilen von Gräz, und 19 von Wien, an der Strasse nach dem Lande unter der Ens. Hier ist der Sitz eines Krcisamtcs, und Erz.- pricstcrs; auch sind hier ein Milizproviantma- gazin, ein im Jahr igot gestiftetes Minvriten- kloster, ein Kreisphysikat, und ein Hauptweg-- zollamt gelegen. Das letztere ist dem Bankai- gclälsinspektorat in Judenburg untergeordnet. Eisenerz, ein landcsfürstlicker Markt, nordwärts gegen den Leopoldsteincrsee an der Strasse nach dem Lande ob der Ens, 14 Mei¬ len von Gräz, ist von Li«;, und 25 von Wien. Hier ist der Postwechstl zwischen Vordernberg, und Reifling. St. S5 St. Gallen, ein Stift Admontischer Markts nordw/ärts gegen Altenmarkt, an der Straffe »ach dem Lande ob der Ens. fNöß, bey Leoben. Das hier gelegene, und ioc>^ gestiftete Benediktinernonnensiift ist erlo¬ schen ; und in dem.Stiftgebäude ist jezt der Sitz des Bischofs von Leoben. Rapfenberg, ein von Stubenbergischer Markt an der März. Rindberg, ein landeöfärstlicher Markt am »stlichen Ufer der Mürz. Leoben, eine lemdesfürstliche Start an der Mur, o Meilen von Gräz, 4 Meilen von Eisen¬ erz, und 21 von Wien. Diesen Ort macht nun vorzüglich das hier gelegene, und vom Kaiser Joseph II. im Jahre 1785 errichtete Bißthum merkwürdig, welchen das günstige koos anheim fiel, zu ihrem ersten Oberhirtc« den Herren Grafen von Engl zu erhalten, welcher sich um die oberenserische Kirche sehr verdient gemacht hat. In Leoben sind zugleich der Stab des lattermanntschen Infanterieregi¬ ments , eine Zolllegstü'tte, eine Saizlegsiatte, eine Hauptschule, ein Dominikanerkloster, rag» erbauet, und zwry Pfarrkirchen gelegen. Das hier gelegene, und erloschene Jesuiterkollcgium ist r6iz gestiftet worden; das außerhalb der Stadt 1690 errichtete Kapuzincrklvster ist in seinem 87 Lebensalter erloschen. Die hier ge¬ legene Rauhcisenvcrlagstalt befördert in dieser Gegend den Geldumlauf ungemein. Die Stadt hat im rgten Jahrhundert zu der Grafschaft Vteyer gehört und vermuthlich hat Herzog D 4 Leo.- Zä §evKold hier seine erste Residenz genommen. Von hier fahrt die Post durch Brock nach dem Lande unter der En6, und durch Kranbar nach Klagenfurt. Das hier gelegene Bankalgefäl- lcninspcktorat rst nach Judenburg übersetzt wordcn- Marienzell, s> Dell. Maittcvn, ein gräflich Brenncrischer Markt an der Lissing. In dieser Gegend bricht Frau- rneis- Lisssny, e>n Fluß, westwärts gegen den Judenburgerkreis. Er fällt bey St. Michael in die Mur. Mur, ein Fluß , welcher aus dem saszbur- gischcn Gebiete kömmt, westnordwärts den Lauf nimmt, und ostsüdwärts unterhalb Radkersburg die Eteyermark verläßt, und nach Ungarn sich bcaicbt. liegen Westen macht er die natürliche Grenze zwischen Salzburg, und Steyermark, so wie ostsüdwärts zwischen dieser und dem nördlichen Ungarn. Er macht auch durch fli- ncn wcstnordlichcn Lauf die natürliche Grenze zwischen Ober - und Untersieycr; und ist zu, gleich die Grenze zwischen dem östlichen Theil des Gräzer - und westlichen Theil- des Mar- burgerkrcifts- Die Flüsse, welche sich mir der Mur vereinigen . sind : im Judenburgerkreise, die Rauten, Katsch, Wäls, Pols, und Jngering.« im Bruücrkreise, die Lissing, und Mürz: im Gräzerkrcift, die Schwarza, und Kaiuach, und im Marbnrgerkrcise, die Culm. Die Mur führt Karpfen, Hechten-, Forellen, Huchen, und Hlter. Mürz 87 Mürz, ein Fluß, welcher von Nordost nach bilden den kauf nimmt, und sich bei) derStadt Bruck mit der Mur ve rmischt. Mürzchal, ein sehr trächtiger Boden, an der Mürz by sechs Meilen in der Länge. In dieser Gegend ist die Hornvichzucht sehr beträcht¬ lich. Dieser Bezirk hatte im Uten Jahrhun¬ dert ihre eigene Grafen, welche sich Mürzthalev nannten. Von diesem Geschlechte regierten als Herzoge in Kärnten: rora Adalbert, ein Hohn Marquarts, rc>7z Marquart ein Sohn Adalbero; 1077 Luikold ein Sohn Marquarts itoyo Heinrich der zweyte Sohn Marquarts, mit tiefem ist das Geschlecht der Mürzchaler erloschen. Nmrzzuschlay, ein landesfürstlicher Markt am Fusse des Eämerings an der Mürz, iz Meilen von Graz, und iq von Wien. Hier ist der Postwechsel zwischen Scbortwein, und Kricglach. Das hier gelegene Wegzollamt ist dem Bankalgcfälleninspektorat in Judenburg zugetheilt. Trafaxcrch, ein landesfürstlicher Markt an der Lissing, südwärts gegen Lcobcn- vordernbery, ein landesfürstlicher Markt, nordwärts gegen Eisenerz an der Strasse nach dem Lande ob der Ens; 15 Meilen von Steycr, rr von Gräz, 2 von Leoben, und sz von Wien. Zell, im gemeinen Leben, Marienzell, ei» Markt- vormahls ein Cigenthum des Bencdik- tincrsiiftes zu St. Lambrecht.(Lambert) ;etz tin Eigenthum des Religionfonds, an der Grcntz« D 5 - des 58 des Landes unter der Ens, an der Salza, 14 Weilen vonGräz. Die Wallfahrtskirche wird «un bereits in das vierte Jahrhundert besucht. Die vorhandene Schatzkammer ist Jehenswür- dig. Marie Therefie, Kaiserin» Königin», hat im Jahre 1769 ddie Kirche mit einen: M Herne» Srirnblart an: Altäre beschenkt. Die¬ selbe wiegt go; Mark, ist 4 Fuß breit, und r hoch. Man sieht an demselben von halb erho¬ bener Arbeit einen Stammbaum, und auf dem¬ selben auf vcrw'de'en Medaillen die Bildnisse Kaisers Zranz I-, seiner Gemahlin«, und ihrer gemcmscha^iiiben Binder mit der Inschrift Div» virzini matri Maria Ibsrelm ^usutt» xro z,«4to lihi, er cariss. covzuZi st'ranciseo I. t.om. Impor. In rsdziL aäversis omnibus per- fur-io, servgris seepius suscepra sregunre lo- bols boe stsma sumili» unimi Lacravit. V 8epr. N. 1). O L. k.XlX. Das Benedik- linerstift von St. Lambrecht hatte hier bis zum Jahre 1787 eine Residenz gehabt. Das hier gelegene Wegaufschlagamt ist dem Bankalgefäl- leninspcktorat in Judenburg zugethcilt. I» Ztü iji auch ein Postamt gelegen. Nun zu den Orten im Grazerkreise. Derselbe grenzt nordwärts an die Mur, Nordostwärts an den Bruckerkreis, ostwärts an Angarn, ostsüdwärts an die Mur, südwärts an den Marburgerkrcis, und westwärts an den Judenbnrgerkrci's. Die Flüsse, die diesen Kreis bewässern sind.' die Mur, Save, Raab, Lauf- «itz, Feistritz, Ritschein, Lungwitz, Schwarza, und Kainach. Die höchsten Berge sind: der Wechsel, undSchöciel. Hier fyigrn die in die¬ sem Kreise gelegene« merkNÜrdigen Orte: S-üWTT-q» KH Zlnyer, ein gräflich Khevenhüllischrr Markt an der Feisiri^. Bnryau, ein gräflich Ta thyanlscher Markt an der Cave, an der Grenze von Ungarn, 7 Meilen von Gräz, und 22 von Wien. Hier ist ein Kommcrzialzollgränzamt gelegen, welches dem in Radkersburg gelegenem BankalgcMeu- inspckkorat untergeordnet ist. Zehriny, ein landesfürstlicher Markt an der Raab, wo dieselbe die Steycrmark verläßt. Hier ist ein Zollamt, das dem Bankalgefällen- inšpektorat in Radkcrsburg zugetheiit ist. Zcistriy an der Mur, ein gräflich Dietrich- sicinischer Markt. Zeldbach, ein landesfürstlicher Markt an der Raab, südwärts gegen Fchring. Das hier gelegene im lyteri Jahrhundert errichtete Fran- jiskanerkloster ist erloschen. Zri--dbery, eine landesfürsiliche Stadt am Fusse des Wechsels an der Grenze des Landes unter der Ens. Zronlerten, ein kandesfürstlicher Markt an der Mur. Die Servilen haben hier ein Klo¬ ster seit dem Jahre 1687. Auch ist hier ein Weazollamt gelegen. ZstrstenfeH, eine Lanbesfürstliche Stabt an der Feistriz, 7 Meilen von Gräz, 20 von Ofen, und von Wien. Hier ist ein Kommenrhurhaus deSMaltheserordens,einKommerzialgrenz;ollamt «nd einSalramt,welche bendeAemter demBankal- gcfällen- 6c> fälleninfpektorat in Radkersburg untergeordnet sind; auch ist hier die Aerarialtobakfabrik ge¬ legen , an welche» ein Verwalter, Kontrolor, Kassier, und Magazinverwalter, ein Waagmei- stcr, ein Beizmcisterfabrikant, und zwey Ober- spinner stehen. St. Geory an der Gtissrnu; ein frey- herrlich ESischer Markt, nordwärts gegen Grätz »sifüdwärts gegen die Mur gelegen " Gleisdorf, ein gräflich Kolonitfchischer Markt an der Raab, südwärts gegen den Raa- benboderr. Hier haben die Plansten seit 1746 ein Kollegium, und eine Hauptschule. Gnä'ß, ein gräflich Trautmannsdorfifther Markt bey Feldbach. Grarwein-, ein Stift Rcinischer Markt am westlichen Ufer der Mur. Graz, die Hauptstadt im Herzogtum Steyer- mark, liegt an der Mur. Ihre Entfernung von Wien beträgt 26 Meilen; von Ofen 771/2 von Carlstadt zo 1/2; von Laybach 2;, von Triest Z7; von Klagenfurt 27; von Salzburg 62; von Linz gi, und abermal von Wien (von der Nordseite) zg 1/2. Dieselbe wird nach der karolinischcn Feuerläschordnung von dem Jahre 1722 in die Stadt, und in vier Vorstädte abgetheilt. Die Stadt war bis zum Jahre 1782 in die Klasse der Festungen gerech¬ net. Daß die Festung älter als die Stadt sey, daran wird nicht gezweifelt; aber die eigent¬ liche Zeit der Entstehung der ersteren ist noch unentschieden. Die Festung ist auf einem ho- hen Felsen nordwärts gelegen. Dftftlhe erhielt rm.Jahre 1576 ihre jetzige Gesie.lt. Sie Ke- besieht aus zehn Bastionen, mehreren Ravelin- nen, und einer auf einem hohen Berge'gelege- neu Cttabeile (Thurm) welche zum Gesänge Nisse für Stagrs - und andere Verbrecher dient. Die Stadt har fünf Thore, als, das Murthor, das neue Thor, das Eiftuthor, das Paulusthor, und das Sackthor. Nach der angeführten Fsuer- löschsrdnung wird die Stadt in sieden Quar¬ tiere akgethcilet. Diese sind : die Sporrergasse, die Bürgekgaffe, die Herrengasse. die Stämpfer- gaffe, die Schmiedgasse, Murgaffe u.Sack. Man rechnet die Lange der Stadt von dem Eiftuthor Ms zum Sackchor auf 520, Wd die Breitr voll dem Murkhor dis zum Paulusthor üiif 42a Klafter. Im Jahre 1770 hat man 404 Häuser gezählt!; jetzt wird ihre Anzahl auf 410 bestimmt. Im Jahre 1786 am 27 November ist die hier gelegene Hofkirche zu einer Domkirche erhob m, und die Stadt in drey Pfarren abgecheilet woc'den, welche siod: die Dsmpfarr zu St. Aegidi, die Pfarr zum heiligen Blut, und zur Marienhimmslfahrt. Der ersteren wurden 112 Häuser, und LzHJZeelen; her zweytrn r6y Häuser, und Seelen, und der dritten 17; Hauser, und 52 .4 Seelen zugetheilet. Nach dieftr ächk'N Kircheneintheilung hat die Stadt Gräj im eben genanntem Jahre 41g Häuser, und 4yH Seelen gczählet; mithin kommen in ein Haus 2^ Personen zu wohnen. Am z6 November 1786 nahm der Bischof zu Seekarr von der nen errichteten Domkirche öffentlich Besitz, Daß für. ganz Jnnerösireich die Landcs- sielle unter dem Titel: Landesgubernium ihren Sr; jn Gräz haben, ist schon gesagt worden, Mch die derselben untergeordnete« Behörden sind 6, »— find angezeW worden. In Gräj wurde vom Kaiser Joseph II. ein adeliches Damcnstift im Jahre »784 gestiftet, und am 2kcnJäner 1735 geschah die feyeriiche Eröfnung. Das Stift besteh! mir Jnbegris der Vsrstchcrinn ans 19 Fräulein vom östreichischen Herren - und Rit- kersiandc. Ein zeitlicher Gouverneur in Grätz bekleidet das Stiftsprotcktorat. Das Ordens- Zeichen besteht in einer emaillirtcn Medaille; auf deren einer Seite das Bild des heiligen Josephs mit dem Jesukinde, und auf der an¬ dern der verzogene Name Er. Majestät des Kaisers unter dem Kaiftrthron im blauen Felde sich zeigt. Das Band ist ponsoroth, und lauft Son der linken Schulter gegen die rechte vpr, und rückwärts. Vorne ist das Ordenszeichen mit einer Schleife befestiget. Die Stiftsda- men bcy Eröffnung dieses Stiftes waren? r. Fräulein Antonia Gräfinn von Haller, Stiftvorsteherinn. 2. — — Josepha, Gräfinn von Brenner. Z.-- Rosalia vou Geispach. 4. — — Cajetana Freyinn von Moschkon. 5. -Theresia Gräfinn von Wurmbrar-d« 6. — Rosalia Gräfin» von Saurau. 7. -Cecilia Gräfinn vou Stürkgh. 8. -Maximilian« Gräfinn von Stürkgh- 9. --Josepha von Balkon. io. —-Henrika Gräfinn von Galler. n.-Antonia Gräfinn von Lrautnranns- dorf. §2. -Franziska von Pichel. 1 . — Franziska Herrinn von Stnbenbcrg» _Eleonora Herrinn von Stubcnberg. . — Cecilia Herrinn von Stubcnberg. !6 0--E-6 6Z r6. Fräulein Marianna Antonia § Gräfin» von Wurmbrand. r?.-Elevnora Zreyinn von Weidmanns dvrf. »8.-Elisabeth Gräfin» von Wurmbrand. 19.-Barbara Gräfinn von Aebersberg. Nach der angeführten Fcuerlöschordnung wird Gräz in drey Vorstädte abgctheilet. Diese sind: die Murvorstadt, die Geyvorstadt, die Leonardivorstadt, und der Münzgrabcn. Die Murvorstadt liegt der Stadt Gräz westwärts, und unterhalt mit derselben die Kommunikation mittels der über die Mur geschlagenen Brücke. Nach der angeführten Fcuerlöschordnung hak diese Dorstadt zwey Quartiere' Das erste deh¬ net sich von der Murbrücke nach dem Pran- kerhof, und das andere fängt sich links bey dem Murthor an, und erstreckt sich Lis in den sogenannten Grieß. Der Häuser in dieser Vor¬ stadt werden 1082 gezählt. Hier haben dir Nonnen der heiligen Elisabeth ein Krankenspi- tal. Die Entstehung dieses Klosters fällt ins Jahr 1649. Auch halten hier die barmher¬ zigen Brüder seit dem Jahre 1516 ein Kran¬ kenhaus, Nach der angeführten Feucrlöschord- nung wird der Graben und das Gcydorf in ein Quartier zusammengczoaen. und fängt sich außer dem Sackkhor bey dem GlockenhauS an, dehnt sich um den Schloßberg von hier dis an den Graben fort, und schließt auch die Schergelgaffc in sich. Der MünzgraLen, und die Leonardivorstadt machen nach der an¬ geführten Feuerlöschordnung eine einzige Vorstadt. „ Das Viertel Leonardigasse, „sagt die Verordnung, fängt bey dem sogenann- „ten Leonardisteig an, erstreckt sich Leyderseits „bis b4 „bis an die Lepnatdikirche, >mb- enthält bke „völlige Schörglgaffe, den Münzgraben, und den Grazbach in sich." Kindermann- bestimmt diese drey Vorstädte als: die Murvorstadt, die Leonardivorstadt , und den Mänzgrabm. Au der Leonardivorstadt, welche 550 Häuser zählt, rechnet er den Graben, das Geyoorf, die Kerblcrgasse u, s. w. Ja dieser Vorstadt ist die alte Komthurkirche des teukschen Ordens an demLech gelegen. Das hier gelegeneKapu- zinerklostcr ist erloschen. Der Münzgraben ist vor dem Eisen-und Neuthor, und zähir 420 Häuser. Zwischen dieser Vorstadt , und der Stadt wurde ein neuer Platz der Jostphsplaz genannt, angelegt. Im ganzen Gräzerbezirke zählt man ein Dekanat, 7 Pfarren, 2^Loka!ta- pcilstNkycn,; mithin ro Kirchspiele, 2448Häst» ser, 40 Glochenrhürme, und d u) ^0,022 Ein¬ wohner. 'Von der Stadt GrazLkömmt noch anzuführen, d,ß in derselben der oon den Regiment» m: Vaden - Durlach, uM^T rzi ge¬ legen. Seit r6"6'halten die Nonnen der heil. Ursula eine Mädchenschule. FrDbriD-der lV. hat die Stadt am ersten mit Mast.rn umgebest. Gräz hält jährlich zwey Jahrmärkte, atö : in der Mitfasten, und an Sl. A giditag. Jeder dauert durch drei» Wochen. Dieselben werden von Wiener-Handelsleuten stark be, sucht. Sie liefern dahin: Tücher, Seidcn- waaren, Gläser, musikalische»Justrumente, Ga- lankeriewaaren ü. s. w. In Gräz ist auch der Sitz des Kreisamtes des 'Gräzerkreifts- rtavtbery, eine Fürst Paarische Stadt bey r,em Klusse Lnngwitz. Hier sind zwey Kompag¬ nien "von Baden - Duriach, ein Physikat, und rin Zollamt gelegen. Aas Zollamt ist dem E,— Banfalgefällenlnspektorat in Radkersburg ge- lcgui- MZ , cin Graf Wildensteinscher Markt jwrstz'cn' Fürst nfeld, und Gleisdorf. Hier ist zwischen diesen beydcn Orten der Postwechsel. Rai"ach, ein Fluß, welcher an der west- nördlichen Grcüze des Iüdenburgcrkreiscs ent¬ springt, südwärts den Lauf nimmt, und bey Wilbon in die Wur süllt. RLffach, ein Markt bcy Voitsberar Der¬ selbe war ein Eigenthum des erloschenen Le- nebiktinerstifts zu Sr. Lambrecht, letzt aber ge¬ hört derselbe dem R.ligipnsfund. La^kowitz, ein Schloß mit einem Dorf Westwärts an der Grenze de.s...Iud,enburgcr- krcises am Fuße der Etubalpen. In dieser Gegend sind trächtige Steinkohlengruden. Laufm; , ein Fluß; er hat gegen Nord- esten seinen Ursprung, macht von dieser Seite die Grenze zwischen der Stcyermark und Un¬ gern , wo et sich mit der Mab vermischt. Mit der Lanfniz vereinigen sich die Safe, Aek- striz, und Ritschein. Ligist, ein Graf Saurauscher Markt, west¬ wärts Hl der Kainach. Mooskirche , ein Graf Easterschcr Markt sn der Kainach. E Mu- plureck, ein von Etubenbergischer Markt a,, 'ver Mur, ostwärts gegen Radkcrsburg. Hier ist ein Wegzollamt, untergeordnet dem Bankalgefällcninspckrorat in Radkcrsburg; auch ist hier der Postwechsel zwischen Ehrenhausen, und Radkcrsburg» Passail, er» von Stubenbergschcr Markt an der Raab. In dieser Gegend ist gute Horn- Viehzucht. Pockau, ein Stift Dorauischer Markt am östlich rn Ufer der Mur, 2 Meilen von Gräz, und 4 von Bruck. Hier ist der Postwechße! zwischen Röthelstein, und Gräz. pirkfcld (Birkenfeld ) ein Graf Trau^ mannsdorsischcr Markt an der Fcistriz. Pischelsdorf, (Bäscheidorf) ein Graf Her- bersteinischer Markt am wcstsädltchen Ufer der Feistriz. pöllau, ein Markt, nordwärts von Vorau zegen den Ursprung dckSafe, wovon das hier gelegene, und im r^teu Jahrhundert gestiftete latcranensrsche C/wrherrcnstift St. Augustins Besitzer wcrr,jetzt ein Eigcnthum des Religion- funds. Das Stift ist 1785 erloschen. Priidiny, ein Markt zwischen der Lasnitz, «Nd Kainach, gehört dem Religionfustd. Raab, ein Fluß, welcher nordostwärts an der Grenze des Bruckerkreises entspringt, ost- südwärts den Lauf nimmt, und bcy Rittengrab Key nach Ungern bezieht. Sie macht an die¬ ser ser Seite die natürliche Grenze mit Ungern. Gegen das osisüdliche Ufer dieses Flußes grenzen, Friedberg, Eich, Anger, Unkerfladniz, St. Ruprecht, Gielsdorf, Mühlhausen, Feldbach und Rittcngrab; wcstsüdwärts grenzen an den-" seiden: Passail, Stubeck, der Berg Scheckel, Guttenberg, Freyberg, Kirchberg und Fehring. Rabkerabury, eine landcsfürstliche Stadt auf e ner Insel der Mur, dicht an der Grenze von Ungern , io Meilen von Gräz, und z6 von Wien. In vorigen Zeiten war dieser Ort sehr befestigt. Hier ist ein Kapuzinerkloster, weiches im Jahre 1617. errichtet worden ist. Dem hier gelegenen Bankalgefälleninwektorate sind untergeordnet: das KoMerzialzolUzrenzamt Radkersburg, und Fürstenfeld; das FoÜ - und Ealzamt inAriedau, das Zollamt in Polsierau, das Zollamt in Fehring,Biukau, Burgau, Lafniz, Neubau, Wörth, (Werder) Aigen, Luttenbcrg, Wernsee, Harrberg, und das Wegaufschlagsamt in Murcck. Der Ort treibt einen ansehnlichen Handel mit Eisen, und andern Maaren nach Ungarn, und die hiesige Gegend ist wegen ihrer vortrefljchen Wcingcwächse allgemein bekannt. Hier ist ein Postamt. Riegersburg, ein GrafPurgstallscher Matkk zwischen der Raab, und Nitschein. Ritschem, ein Flüßchen, hat unterhalb Gleisdorf seine Quelle, und vereinigt sich un¬ terhalb Fürstenfeld mit der Laufuiz. Ruprecht, ein bischöflich Seckauscher Markt am ostsüdlichcn Ufer der Naab zwischen Pischelsdorf, und Glcisdorf. , , E s Schö- Scheckei, ein zwischen Pcckau, und Greiz gelegener hoher Berg, Semriach, ein Graf Dietrichsteinscher Markt zwischen dem Berge Schecke!, und Gräz. Stein;, ein Markt an der Grenze des Marburgcrkreises ostwärts gegen Kainach. s')as hier gelegene, und im i' ten Jahrhundert gestiftete iaterancnstsche Chorherrenstjft,tst er¬ loschen. Der Markt ist nun cm Eigcnthüm des Religionfunds. Straß, ein Graf Leslschcr Markt zwischen der Mur und Schwarza, südwärts gegen Mureck. Schwarza, ein Flust, er hat seine Quelle bey Äirchbach, und vermischt sich bey Rädkers- bürg mit der Mur. Uebelbach, ein Graf Dietrichsteinscher Markt westnordwärts an ier Grenze des Ju- denburgerkrcises. vortsberg, eine landesfürstlichc Stadt an »er Kainach. Das hier gelegene Kloster der Karmeliter? war 1401 entstanden. Hier ist ein Wegzollamt gelegen. Voran, ein Markt und Eigenthum des hier gelegenen, und 1162 gestifteten lateranensischen Lhorherrenstiftes St. Augustins. Der Ort grenzt nordwärts gegen Friedberg, ostwärts gegen die' Lausnitz, südwärts gegen Hartberg, und west¬ wärts gegen die Feistrij, Hier ist eine Haupt- schule. . we,z, .. 6, Wei;, ein von Stubenbcrgscher Markt zwischen Anger und Gleisdorf. Der sind Ak- beiter in Eistnwaürcn angesessen. wildon, ein landesfürsilicher Markt, liegt südwärts. Hier tritt die Kainach in die Mur. wechsel, ein hoherBerg, nordostwärts an ^er Grenze des Landes unter der Ens- MarLurgcrkrsis, der mirrere Theil der Unterstexernrark. Derselbe grenzt nordostwärts an den Grä- zcrkreis, und Ungern, südwärts an den Cillier- krcis, und.südwestwärts an Kärnten. Zu den eigentlichen Flüssen dieses Kreises gehören: die Drave, die Sulm, Lasniz, Pesniz, Drän, und Pulsgau. Der Weinbau ist beträchtlich, und die besten Weingewächse sind in Luttenberg, in den Windischcn Büheln u. s. f. Nun zu den m diesem Kreise gelegenen vorzügliche» Orten: Arnfels, ein Graf Schvnbornscher Markt zwischen der Sulm und obern Pesniz. Die Gegend ist wegen ihres rochen Wcingewächscs bekannt- Drave, ein Fluß, welcher aus Kärnten kömmt, nordostwärts den Lauf nimmt, und hintcrMriedau den Weg nach Kroatien fort- At. Derselbe macht daher südwestwärts die Menze zwischen Kärnten, und der Steyermark, EZ Md yo und ostwärts zwischen derselben und Kroatien. Die Flüsse, welche in die Drave ihren rmuf ncbmcn, sind in diesem Kreise: die beydcn Pcsniz, Pulsgau,und Drän. An das nördliche Ufer dieses Flusses grenzen Mährcnbcrg, St, Oswald, Wildhaus, Marburg, Wurmberg, Pctau, und Frieda»; ans südliche Ufer grenzen: St. Laurenz, Lembach, und Ankenstenw Ehrenhaus, ein Graf Leslischex sMarkt zwischen Lcbering, und Marburg, an der Mur. Hier ist ein Postamt, und eine Salzlegstätte, welche letztere dem Bankalgefäilcninspcktorat in Marburg zugcthcilet ist. Eibeswald, ein Graf Hcrbersteinischer Markt, westwärts gegen die Grenze von Kärnten. , Sr. Florian ein bischöflich Lavantischer Markt, nordwärts an dem.Gräzerkreis, und südwärts an der Lasniz. Fraucmhal, ein Schloß , nordwärts ge- gen den Grätzcrkrcis, am südlichen Ufer der kasnitz. Hier ist eine ärarial Messingfabrik gelegen, deren Qberfactorey sich in Gräz be¬ findet Frieden, eine Graf Königsackersche Stadt, Hoheneck, ein landesfürsilichcr Markt Zwi¬ schen Cilly, und Ganowjz. tzörberg, ein Baron von Dpfalkcrnschcr Markt, gegen die Grenze von Kroatien. Laufen, ein bischöflich kaybachischcr Markt -egen Kärnten beym Ursprünge der Sän. Lemberg, ein Graf Thurnischer Markt M der Köttnig, südwärts gegen Cilly. Lichtenrvald, ein GrafSermagyscher Markt westwärts gegen die Sän, und südwärts an tzie Save. Maxau , ein Graf Akteinsrscher Markt, an der Drän, wo dieser Fluß den Cillycrkrcls verläßt Mvntpreis (Planina) ein Prothaftscker Markt westwärts gegen die Sän, und süd¬ wärts an den Berg Wacher. rMtnjtz, ein landesfürstlichcr Markt, Westwärts gegen das Obervurgergebirg. Mbexbury , ein bischöflich kasachischer Markt, an der Grenze von Kärnten- Das Lier gelegene, und im 15. Jahrhundert gcstif- tste Bcncdiktmersiift ist erloschen. Pack» 79 pack, ein Flüßchen. Sein Lauf ist nord- Westwärts- und vermischt sich unter Schönster« Mit der Sän. Pfellenstein, ein Baron Wintershosischee Markt gegen die Grenze von Kroatien. präsbery, ein Baron von Cürkifther Markt westwärts gegen die Sän. pulstzau, ein Fluß, welcher bey Windisch- feistriz seinen Ursprung hat, und im Marbnr-- gerkreise unterhalb St. Barbara in die-Drave fällt. Reichenlmry, ein GrafAttemsischer Markt südwärts gegen die Save. Riers, ein bischöflicher Laybachrscher Markt Heym Oberburgerg ebirg am westlichen Ufer der Gän. Rohirsch, ein landesfürstlicher Markt au der Grenze Kroatiens. Das hier gelegene Grenzzollamt ist dem Bankalgefälleninspectorat in Marburg zugetheilt, S. Hejligenkreuz. Sachsenfeld, ein landesfürstlicher Markt gegen die Grenze von Krain, an der Save. Sckldenhof, ein landesfürstlicher Markt westwärts gegen Kärnten, und westnordwärts gegen die Drave. Sän, ein Fluß, welcher an der Grenze von Kärnten seinen Ursprung hat, von de west- jjo 6—^—" westMw§rLs5t>en Lauf nuumt , And', südwärts beym Stein am Bruck in die Save'fällt ' ! Sch »«stein,, cm Graf ThuruMee^Narkt an der Pack^,.. , - .. Selyf zwischen Gonowlz / und'.Yvhcü'eck, ein einsames,.Thal., M 8. ö NH »vom.M^rafea Otto V. eine Karthauft; gestiftet worden,. die 1782 erloschen ist. Derselben gehörte "Äk Markt Gouoaviz, und die Herrschaft LZ^loniz. stKorlas- ein Fluß, welcher .bey RoUtsth seine Quelle hat, ostsudwärts den Lauf NichNW, und unter Dobowa in die Save fällt. Dieser Fluß macht hier die Grenze zwischen der Stcyer- mark, und dem Kroazien. - Stubenlz, ein Markr- am südlichen Afer der Drän b'cy Maxau. Gehört den Religionfund. TraEeubury, ein Baron Wintershofcn- schcr Markt gegen die Grenze Kroatiens. Tüfftr, ein landesfärstlicher Markt am östlichen User der Sän nordwärts gegen Cikly. Das hier 126z gestiftete Nonnenkloster St. Do¬ minik ist 1782 erloschen. Weitenstein, ein Graf Attemsischer Markt, nordwärts gegen den Berg Lacher. Seit 178S ist hier eine Glaswaarenfabrik, in welcher ver¬ schiedene Gattungen von Gläser, wie auch Ge¬ schirre von Beinglas verfertiget werden. ' WindischferstriH eine landesfürstliche Stadt zwischen Gonowiz, und dem Fluße Drave. Das hier 1629 gestiftete Minoritenkloster ist » er- erloschen. Hier ist der Postwechsel zwischen Warburg, und Gonowiz. Winöischyraz, eine landesfürstliche Stadt weshvättö gegen den Bacher, und ostwärts gegen Windtschfeistriz. Von diesem Städtchen waren irL?, und 1-04 die Markgrafen von Meran , und Andechs Besizer. Im Iahe 1251 kam der Ort durch Schenkung an di« Kirche zu Aquileja. Windischla'-ösbertz, ein Graf Attewsckee Markt an der Sotla, südwärts gegen Perlen¬ stem. wolan, ein Graf Sauerschrr Markt an der Pack. wacher, ein an Waldungen trächtiges Gcbirg westwärts gegen die Sän, und ost¬ wärts gegen die Grenze von Kroatien. Nach Haequec besteht das ganze Gebirg aus weiß grauen derben Kalkstein, Und ist nordwärts am Fuße mit Thonschiefer, und Sedimenkstem belegt 82 Anzeitze jener Herrschaften , Güter - Schlösser rc. welche in -er Gtepermark seit -em Iahte 1782 dem Religwnoftm- zu ge^ fallen find» Dieselben skn- : rm Iudenbnrgersreis: Hautzenbühel, Dirrberg (Dürrberq) Lam¬ brecht , Lind bcy Neumarkt, Praiik, und Stein bey Unzmarkt. ÜN Lruckerkreiu e Aflenz, Fahrcngraben, Göß, Marienzell, Neuberg bey Mürzzuschlag, Schachenstein Tragöß, und Veitsch. rni Erayerkreis: Biber, St. Gotthart, Herbersdorf, Horn, eck, St. Joseph, Kilbel, Kvflach, Lan. kowitz, Leonrod, Pöllau, Prödnig, Stctnj, und Welsdorf. im Marburyerkreis: «s« Freysburg, Turnisch, und Witschein. im Lillikreis. Gonowitz, Oplonitz, Seitz, Skitzdorfe Gtudenitz, und Lrübeneck. Hex- Herzogtum Kram. 8d ^1 ^arniola , Ilarkis , ksikrig , er ^Vmäorum kelsrckia äelivLgtg, errecerns eäita per losnnem UVejekarstum Valvasor. L.- R. V/azenrderAi Garniol. Im ei'Keo Hielt Valvasors 8sr2v§- rtrum Urain. I)uesw8 OsrniollT Dabnla cboroZrapbieg^ pEu, sumpnupie inclzrtorum provinelL 8ts- ruum ^eometrice exliibira per tvansm silsmam Vtoriansebitsob äe Orlensei^, ?arocb. con6K. Hrebicl. OKeii 8itttcien68, et per ^dra- Iiswllm Isalreckmi6t «rj lllcjsa. Daksci rs. Eine litholog. Charta von Kranr im erste« Theile Hacquets Or^eroxrapbis. oarnloklca. ^appa üclio - stzr6rvzrap!nca v-Atlonl« sla- vlcT ast occiclentem totem stisr im dritten Thei- !e der vorstehenden Or^ctv^sapbia esmro/eca Die Ehre des Herzogthums Crain- von Joh, weichard Valvasor, Freiherr», einer Äochiöbl. knndschüst in Crnrn, Hempmrann im ynrern Vreriei, und der königi. englischen So- istctäl in England Mitglied, aber in reines deutsch gebracht, auch auf Begehren nut man¬ chen beyfüz'gcn Erklärungen, Anmerk - und Er- zehlungcn erweitert durch Eraemum Zrarici»- m; des Hochgräfl. Hauses Hohcnloh, und Gleichen Rath. 4 Theile, in §r° Fol. Laibach r689- OlFawAropstm osruioUcri, oder physikalische Erdbeschreibung des Herzvgchunrs Krain, Inrien, und zum Theile der benachbarte» Länder. ,^gr. 4to 4 Theile. Leipzig 1778 s?8y urir vielen Kupfertafeln. Der Verfasser dieses sehr intcressartteu Merkes ist der bekannte Herr Professor Hacquet (jert in Lemberg.) Zz Der HO F^er Name Krach (Kreinska) leitet sich von Osrnis ab, welcher Name in der Felge in tchrniola umgeändcrt worden ist. Die Slaven ließen üch im sechsten Jahrhundert in Krain nieder; im Jahr /88 haben die fränkischen Kö¬ nige, und Kaiser in dieser Provinz besondere kandvögte gesetzt. Unter Okto ll. im zwölften Jahrhundert war das Land schon eine besondere Grafschaft. Der Markgraf hatte seinen S>z in Krainburg. Nach dem Abgänge der Mark¬ grafen 12^4 kömmt das Land an Friedrich II. von Oestreich , und nach dessen Tode an Ulrich von Kärnten. Kaiser Friedrich II. er¬ laubte dem Herzog Friedrich, seine Herrschaft Krain als einHerzogthum zu besitzen. Nach des¬ sen Lod zog König Rudolph I. Krain als ein Reichslehen ein, und belehnte 1282 mit diesem 'Lande seinen Sohn Albert, .Den größten Thcil von Krain besaß noch Graf Meinhard von Tyrol, thcils als ein Stück von Kärnten, theils als Güter, welche «hm der Kaiser ver¬ pfändet hatte. Nach Abgang der Grafen von Tyrol igg-t, und da Albert IV. Graf von Görz durch ein Vermächtniß seine Landschaft, darun¬ ter auch einige Theile Krams begriffen waren, im Jahr 1^64 den Herzogen von Oestreich ver¬ schrieb, wurde Krain mit dem letztem ganz vereinigt. Das Wapen des Herzogthums besteht in einem gekrönten Adler, auf dessen Brust, und ausaebreitettn Flügeln er« weiß, und roth ge- schach- yr schachter halb Mond zu sehen ist. Kaiser Fried¬ rich IV. gab demselben 146z. die jetzige Gestalt. Der Umfang des ganzen Herzogkhums Krain wird auf 214 ssü Meilen bestimmt. Seine Ausdehnung von Westen nach Osten be¬ trögt go , und seine Breite von Norden nach Süden 25 teutsche Meilen. Die Grenzen des Landes sind gegen Nor¬ den Oberkäinken, gegen Nordost der Cillykreis in der Stcyermark, gegen Osten die Save, gegen Ostsüd die Kulp, gegen Süden Jstreich, und ein kleiner Lhcil des adriatischen Meers, gegen Südwesi Friaul, und die karnischen Al¬ pen, und gegen Wesinord der Berg Wurzen, und Fluß Wulzbach. Wenn man Jstreich zn Krain rechnet, so grenzt das Land von seiner ostsüdlichcn Seite auch an das kroatische Litto- rale. Zu den natürlichen Grenzen dieses Lan¬ des gehören die karnischen und Mischen Alpen, der Berg Wurzen, und Loibl. Die Grenzflüsse sind die Save, und Kulp. Das Land ist im Ganzen mehr gebirgig als eben. Zu den beträchtlichsten Gebirgen dieses Landes g.hören die karnischen und Mischen Al¬ pen, welche ihre größte Ausdehnung von Nor¬ den nach Süden haben. In Unterkrain hält man den Kum für Las höchste Gebirg, und der mittere Theil des Landes ist gleichsam eine Kette an einander reihender Hügel, welche Theile der Mischen Alpen sind. Die Gebirge in Oberkrain tragen fast beständig Schnee. Die kraincrischen Gebirge gehören größlcnkhrüs in die Klaffe der talkartigen. Sie sind für daS Land nicht immer verloren. Uibcr einige sind sehr gut gebahnte Strassen, angelegt. Man find«! hiep und da Zrqsrciche Wiesen, viele § 4 find «p o-E-s sind trächtig SN Holz und seltenen Pstanser^ und enthalten für das Mineralreich vsrtreftjchx ßchatzc. Zu den Unterscheidungszeichen der kralne» rrschcn Gebirge von Gediegen in andern kän» Deen, gehören auch die merkwürdigen Grotten, die man in diesen Gebirgen anttift, als: die Höhle am Adelsbcrg, in welcher ein Gang von zwey Meilen ist; r<4 Mette von -Adelsberg ist die Höhle Se. Magdalen gelegen. Die Höhle bcy Lucg isLocii) hält in der Länge eine Meile, darin die Tropfsteine verschiedene Verzierungen bilden. Die Thaler in Krain haben das Un¬ terscheidende, daß sic mehr geschlossen, als offen sind. Der obere Thett vonKrain ist mit Wäs¬ sern vorzüglich gesegnet; aber auch den übri- Hen Theilcn des Landes fehlt cs nicht ganz an Fiüssün. Die bekanntesten sind : die Save, die Laybach, die Gurk, und die Kulp. Die erstcrcu d.rey haben im Lande ihren Ursprung. Die übrigen Flüße, welche hier noch häu¬ fig zn finden sind, werden an den gehörigen Orken augczeigt. Das Land hat auch viclp Seen, darunter die bekanntesten sind: der Zirk- nizerfte , der Feldesscrsee, und der Wochcinersce. Die Lage Krachs läßt ans eine ergiebige na- -tärliche Fruchtbarkeit des Bodens im Ganzen kei¬ lten Anspruch machen, da die Ebene selbst manch- mal L« fielsig, oder zu sandig, oder zn sum¬ pfig ist. ' Die nuüste sfiäche in diesem Lande hat der sogenannte Morast bey Laybach, das Zey- »rfeld im oberen L'heile des Landes, und in dein unteren ThcUc desselben das G. Bartho- i0Mäfeld° Die Dle Nakueprodukte dieses Landes MS nicht Hmmer von gleichem Belange. Ich beginne mit dem Pflanzenreiche. Der beste Gctreidboden ist in der Gegend an der.Save gegen Stcyermark^. Man baut mehr Weizen, als Roggen, (Korn)<- Häufig wird Buchweizen, Hirse, uftb Hafer gebauct. Der Mais» oder türkischer Weizenbau hat seinen vorzüglichen Ei; nm Wipach. Der Gerstenbau wird nicht besonders gereichen, am meisten noch im oberen Theilr des Landes; «uch der Weinbau ist im Ganzek nicht von be- soliderem Belange. Die besten Weingcwächse And um Servolo und Wipach- Hingegen ist die Obstbaumzucht desto beträchtlicher. Aus Birnen, und Aepfel wird Most häufig (wie in -allen Ländern, wo Wein und Vier mangeln) bereitet. An Kastanien, und Nüssen ist Uibere- siuß; so wie die Ültven, Limonicn, Mandeln, Feigen, Pfirschm, und Zwetschen sehr häufig zerathen. Ja Rücksicht der brennbaren Holz¬ arten hat das Land eben keinen Uiberflusi. Die Wälder bestehen mehr aus Laubhülzern, und Kiefern. Das Kohlholz wird in stehende» Meilern verkohlt; eine Verkohluagsart, die ei¬ nem Lande, wo kein Uiberfluß an Holz ist. Nicht entspricht. In Rücksicht der Handlungs» kräuter wird Flachs in sehr großer Menge in Gebirgen erzielt; hingegen wird der Hanfbau weniger getrieben. Lobakbau findet nicht Plaz; wie reichhaltig aber Krain an heilsamen Pflan¬ zen ist, davon zeigt Scopoli tlora cgruiolics, wovon zween Bände im Publiko sind. Das Mineralreich ist besonders reichhaltig, wie au^ Nachstehender Tabelle zu ersehen ist. Aa- Y4 Glim« 95 Kitz» 96 Mar- v-ü-^-o 97 H8 * Qv«rr ic>2. Im Thierreichs kommen mir ersten die Ufe, be zu nenne,!. Mau hak deren im Jahre 1776 in ganz Krain 16,2^2 - - kstch gezählt. Darun¬ ter waren .Hengste», ^77^ Stnten, und 9096 Walachen. Sehr gute Pferdezucht findet man im mitteren Kraiu zu Laß, Polank, und Son neck. In den zwey letzter» Orten hält man Stntereycn. ^nch in Obcrkrain im Bi- scho'flack wird die Pferdezucht gut getrieben. Zn diesem Lande werden vorzüglich tüchtige Eaumrosse, nähmlich Packpferdc, gezogen. Die¬ selben verstehen sich auf das Bergsteigen vor» rrcflich. Dergleichen Fuhrleute, die man Säu¬ mer nennt, find vorzüglich im inneren Krain angese'steu» Diese Pferde tragen Wein , Oel, «and andere Prodnike, theils nach Friaul, theils auch nach den nördlichen Ländern. Derglei¬ chen Fuhrleute findet man auch in der Gegend um Cirkniz im Obcrkrain. Hier aber tragen die Pferde gewöhnlich nur Meersalz, daher die Fuhrleute Salzsaumer genannt werden. Die Hornviehzucht ist in Verhältnis gegen andere Länder nicht unbeträchtlich. . Im Jah^c 1776 hat man 47,846 Stück Ochsen gezählt- Et¬ was beträchtlicher ist die Viehzucht im mitteren Krain , wo sehr grasrcichcr Boden um Mött- ling, Oblock, Selcin zu finden ist. Au Wild hat Krain keinen Mangel; häufig kommen vor: die Villiche, Füchse , wilde Tauben, Luchsen, Steinadler, Gemsen, Wachteln, und Lerchen. 1666 hakZman bcy einem Wachtelfang von die¬ sen Vögeln 2LZy gefangen. In der Gegend Gurkselb sind die Rephüner sehr häufig. Un¬ ter den Fischen dieses Landes sind die bekann¬ testen, die Aesche, Forellen, Hechten, Karpfen, auch hat das Land sehr schmackhafte Krebse. Unter den im östrerchischen^ Kreise gelegenen Län- Ländern zeichnet sich hier die Bienenzucht aus¬ nehmend aus, wovon die Menge von Honig, und Wachs, welche Krain hervorbringt, zeugen; Seidcnknltur hingegen ist wenig bekannt. End¬ lich sind nach die Schnecken anzuführen, an welchen das Land keinen Mangel hat. Die verschiedenen Einwohner, deren Krain in sich faßt, werden meiner Meinung nach am richtigsten in zwey Klassen abgetheilt; nämlich in Franken und Wenden. Die Wenden, oder Slaven machen die größte Zahl. Im Jahre 1776 hat das Hcrzoqthum 575,670 Seelen ge- zählet; darunter belief sich das weibliche Ge¬ schlecht Rif 172,2a! Köpfe. Unter dem männ¬ lichen Geschlechte befanden sich von r bis mit 17 Jahren 84,238 Köpfe, von i8 bis mit 4» Jahren 4.8,599; und von 41 bis über hundert Jahre 75,802. Im I. 1789 wurden 440,000, Seelen gezahlet; mithin kamen auf eine ssJ Meile i,8ov Seelen. Im Verhältniß mit an¬ dern Erblandcn hat Krain unstreitig eine große Bevölkerung. Die Franken kamen im achten -Jahrhundert in dieses Land. Die Wenden ließen sich ebenfalls in dem ebcngenannke» Jahrhunderte, jedoch um 20 Jahre früher nie¬ der. Zu dem fränkischen Stamme gehört der Adel, und zu den Slaven der gemeine Mann. Aus dies^Verschiedenhcit der Einwohner zeigt sich auelM^ie Verschiedenheit der. Sprachen, welche sich in die slavische, und teutsche Spra¬ che thcilcr. Die Gottscheer haben ihren eige¬ nen Dialcct. In landesfürstlichen Kanzcllevsa- chen ist die teutsche Sprache die herrschende. Sitten, Kleidung und Lebensart sind nach je¬ dem Landesvierkel verschieden. Abbildungen bvg den verschiedenen Kleidungsarten findet Gz man ic/L man auf der likhologischen Karte, welche dem dritten Theile der Hscquetischcn Oryctographie beygefüget ist. Zur Beleuchtung der Zunahme oder Abnahme der Volksmenge in Kram dürste nachstehende Kirche»listen einige Dienste leisten. Gebohrtte. Gestorbene. Getrauete. 1784— 17,131 — 14,449 — 3,906 Paar 1785— 15,950 — 13,889 — 2,823 — 1787—15,104 — 15,196 — 8,084 — 48,185 — 43,534 — 9,818- Aus vorstehenden Listen zeigt sich binnen drey Zähren au Geburten ein U-berschust von 4,651 Köpfen, zugleich erhellet, bast der rote Mensch gestorben ist. Unter den vorstehenden Kirchenlistcn ist die Miliz nicht uütbcgriffen. Im ganzen Herzogkhum werden 16 Städte, 24 Märkte, und 3,307 Dörfer gezählt. Zm Z. 1776 wäre» der Häuser 70,996, und Pfarren 2Z8. Nach den alten und neuern Geographen wird Krain in fünf Theile abgesondert. Die¬ selben sinda) das obere Krain,.Hr- das un¬ tere Krain, c) das wittere Krain, n) das in¬ nere Krain, und e) das Zstreich. Jetzt wird das Land kN drey Kreise eiugetheilt als irr den kaybacher Neustadler, und Adelsberzer. Der 10Z Der Neustadlerkreis enthält bas untere, und.wittere Krain, und der Adelsbcrgcr den inner» Landesbezirk, und Histreich. Ich habe dem letzter« eine besondere Abtheilstng gewid¬ met ; dieselbe folgt nach der Beschreibung Friaul. Auch Krain hat seine kirchliche und Milizab- rheilullg- Die vormahls in Laybach, unter dem Na¬ men: Landeshauptmannschaft, für ganz Krain bestandene Landessiclle ist eingcgangcn, und ist, wie bereits gesagt worden, zur Handhabung der politischen Angelegenheiten für ganz Jn- nerösireich ein Landesgubernium inGrckz. Die politischen Behörden, die jetzt ist Krain beste¬ hen, und dem angeführten Landesgubcrnio un¬ tergeordnet sind, waren 1789: die drey Kreis- ömter, eine Vankalefällenadministration ( die sämmtliche Bankalgefällcnadministratisncn ste¬ hen in Gcfäilsachen unmittelbar unter des Vankalgefällendicektion i« WienH in Laybach, welcher das Bankalgefäneninspektorat in Neu¬ stadt! untergeordnet ist; dann das in Laybach gelegene Hauptzollamt > Md die Hauptlegstätte; ferner zwey Kommerzialgrenzzollämter, als: zu Mottling und Asling; eine Tobak- und Sie- gclgefällenadministration, und eine Lottokam- wer in Laybach. Dem vorstehenden Bankalge- fälleninspektorat ist noch untergeordnet - das Zollamt zu Neustadl, Freyrnthurm : Grüble, Weiniz, Pölant, Brod, Obergraß, und Waben¬ feld ; ferner dir Weinimpostamter, Gurkfcld, Ratschach, Möttniz, Ssger, TschemschensS' Gimpl, Weichselburg, Einöd, Obergurk, Weis¬ senburg, Leutsch, Iranz, kichtcnwald, Reichen- b«rg., Ran, und Nesselthal. Das in Garz ge¬ lesene Inspektorat, das Hauptjvllamt in ^riest, G 4 bas rc-4 das Hauptzoll - und Salzvcrschlxißamt in Fiu¬ me, dann das Salzamt zu Lriest sind eben¬ falls der Bankalgefällenadministrgtion in Layb¬ ach zugetheilt. In Laybach ist auch der Sitz eines Oberpostamks, zu welchem ^7 Fili- alpöstämtcr gehören. Zu den Iustizbepartemen- ten, in Krain gehören: das vereinigte karn- ner, und krainerische Landrecht in Laybach; dann das da befindliche landesfürstliche Bann¬ richteramt , und die DerggerichtSsubstitution. Im Jahre 1780 waren in Krain 24 beeidete Advokaten. Zu den vermischten Gerichten ge¬ hören die Magistrate, und die Grundgerichte. Der ersteren werden 40 gezählel. Die in Krain befindlichen.Landstände ha¬ ben mit den übrigen Erblandeu gleiche Be¬ schaffenheit, wovon bereits in der Einleitung zur Beschreibung des östreichischen Staats Mel¬ dung geschah. Noch in diesem Jahrhundert be¬ stand die krainerische Landschaft aus diesen In¬ dividuen, welche waren: die Erbämtcr, der Lan¬ deshauptmann. Landsvcrwcscr, Landesverwal¬ ter, Landcsvicedom, die Verordneten, und der Generaleinnehmcr. Der Landeshauptmann war der Ehef der Landcsstclle. Der Landes- Verweser hatte bloß bcy Abwesenheit des Lan¬ deshauptmanns dessen Stelle in Gerichrssachen zu vertrcttcn, und der Landesverwalter versah die Stelle des Landeshauptmanns, wenn die¬ ser nicht an dem gewöhnlichen Ort residirt hat. Das Geschäft des Landesvizedoms be¬ stand in der Aufsicht über die Kammeralgüfer, und hakte seinen besondernGerichtszwang über die landcsfürstlichen Städte, und Märkte, und Baue r. Des Landesvizedoms Beysitzer wurden Landräthe genannt. Die Verordneten, oder Has rsz -as verordnete Kollegium hatte das Oekono- micum zu besorgen. Dieses KollcLiuw, bestand aus dem Geistlichen - Herren - und Riktersiande. Das Amt eines Verordneten dauerte durch z Andre, und der erste Verordnete von dem Her- rcnsiande führte den Titel P-ffisident. DerGe- ncralemnchmer hatte die ständische Kaffe un¬ ter seiner Obsovge. Der Landeshauptmann, Landesverwalter, Landesverweser, und Landcs- vizcdom wurden umnittelbar vom Landesfür¬ sten ernannt. So war es vormals, letzt hat ganz Jnnerösireich einen Landeshauptmann, und lede Provinz ihren Ausschußrath, welcher die Stände präsenttirt, die an dieselben um Gut¬ achten remitirtcn Materien erörtert, die Bilan¬ zen , Summarirechnungcn u. d. gl. durchgeht, und an die Stände weiter r cfcrirt. Hierzu kömmt noch das Gubernialcinnehmeramt. Auch das suL colleKnnäi hat zu erlöschen, sobald dir neue Josephinische Steuerregulirung im voll¬ kommenen Gange sepn wird. Hier folgen die krainerischcn Landeshauptleute nach der Zeit¬ folge.' vis zum töten Jahrhundert. Diese waren: 1261. Rudelinus von Pierbaum. Er schrieb sich Kastellanus von dem Kastell in Lapbach, als dem damahligcn Sitze der Landes¬ hauptleute. 1270. Ulrich von Dürrenholz. ,27z. Ulrich Schenk von Habsbach , oder Hauchsbach. Sein Titel war: Egpitemenr EnruioliL, NarcluL, ot rn ^VinchlebArar:. 1277. Meinhardus Graf von Görz. 1278. Ulrich Graf von Hainburg, tgoo. Graf von Ortenburg. Stephan von Modru sch, Konrad von Krcyg. O— ro6 1-85- Hugo ^vu Tybein. iZ8y> Graf Wilhelm von Zilly (Ciliy). izyo. Graf Herrmann vonCiüy, dessen Tochter hat den König Sigismund, welcher 1411 römischer Kaiser wurde, geheurachet. Vermög einem, izyo am Oculitag vom Herzog Albrecht in Oestreich erlassenen Patent, durfte das Meersalz an der Obcr- strasse nur über den Ssibei, an der ma¬ teren iu die Kapel, und an der unteren bis in die Keistriz Leflihret werden; so wie das Saiz von Ansfee nur bis Ge> merk den Weg nehmen durste. ia-2. Graf Herrmann von Cilly. 140». Hans Ncudaacr. 1405. Seyfried von Kallenberg. 1407. Jacob von Stnbenbcrg. 1412. Wilhelm von Rabensicin. 1414. Ulrich Schenk von Osterwiz. 1422. Graf Heinrich von Görz. 1425. Georg von Aursberg. 1428. Ulrich Schenk von Osterwiz. 1429. Joseph Schenk von Osterwiz. 1427. Stephan, Graf von Frangepan, und Modrusch. 144z. Ulrich von Schaumburg. 1444- Trajan Graf von Frangepan. 1449. Georg von Tscherneml. 1451. Graf Ulrich von Schaumburg. 145z. Graf Frangepan, und -Modrusch. 1458« Graf Ulrich von Schaumburgs 146g. Sigmund von Scbriach. 1467- Andreas von Hochenwarth. 1470. Sigismund von Sebriach. 1282. Wilhelm van Aursberg. 1527. Veit von Thurn. rzay. Christoph Räuber, Bischof in Laybach, rzzo. Hans Kazianer, Freyherr von Katzensteiu. ls-7 Im Jahre hat König Ferdinand ;ur Emporbringung der Universität inMicn einen Aufschlag auf die Stifte und Kirchen inKrai« gelegt. Die Erbämter irr Kram sind folgende, «ls r - Erblandmarschall, seit 1450 die Fürsten und Grafen von Aursberg. Der erste von de« Grafen von Aursberg, welcher dieses Amt bekleidet Kat, war Johann von Aursberg, Schönbergischer Linie. Der Laudmarfthall wählt mir Einwilligung der Stande neue Landesmitglirder, beruft zu den Landtagen, tragt die sogenannten iandesfürstlichc» ?ostuIsiÄ vor. Astes, was auf dem Land¬ tage vorzutragcn ist, ist ihm vorhinein mit- zntheilen re. Diese Beschaffenheit hatte es mit diesem Amte in vorigen Zeiten. Erklandkammerer. Die Fürsten und Grafen von Aursberg. Im Jahre 1466. bekleidete dieses Amt Engelhardt von Aursberg. Erblandhsfmeister, feit 1577 die Grafe« vo« Thurn. Erklandstallmeister, seit 1566 die Fürsten und Grafen von Lamberg. Erblandjagermcister, seit izz2 versahen dieß Amt die Herren von Altenburg; 1552 die Grafen von Dierrichstcin; 1592 die Grafe« Kihsl, jezt die Grafen von Gallenberg. EMandstabelmeisier , im' i/ten Jahrhundert t'e Krcyherrn von Egk, feft »nbesezt. Erd- rc>8 o --M- -L- Erb!anbmundschenL, die Herren von Tscherveml; dann dre Fürsten von Eg¬ genberg, jezt die Grafen von.Cobenzl. Erbbandtruchses, 1297 Conrad von Kreyg, 146g Kaspar vonTscherneml; jezt die Gra¬ fen von Hohenwart. EMandfalkenmeister, :6gi Ockav von Pani- zelli, Freyherr von Altenburg ; jezt die Grafen von Lanchieri. Erblandssilberkämmerer, seit 1672 die Grafen von Kazianer. Erblandvorschneider, schon seit roo Jahren die Grafen von Sauer. Erblandkuchewmeister, die Freyherren von Wolkcnsperg. Zum näheril Kcnntniß der Vorrechte,, welche die Stände in Kcain vorhin gehabt haben, dienen das Landhandfest des Hcrzog- thums Krain 1687; dann die Landgerichts- ordnnng dieses Landes 1708; und seine Land- schranncnordnung 1717. Unter den Kunstprodukten Krains nehmen die Arbeiten in Eisen den ersten Plaz ein. Die Erzeugung der Eisenwaaren beträgt im Durch- schnitet jährlich über zoooo Centncr, darunter machen die Nägel die größte Zahl. Die Orte, wo Arbeiten in Eisen vorzüglich im Gange find, werden bey jedem Kreise, in welchem sic gelegen, angezcigt, und sind daher diese Orte aufzusuchen, als: Althammer, Feistriz, Gurk, Iauerburg, Kamelk, Steinbühcl, Krop , Neu- O— I2Z NrUmarktl , und Save, eine Glashütte ist zu Carlowitz; Kupferschmiede in Wipach; Erden- geschierr wird ungemein häufig im Lande fa- bricirt; vorzüglich in Reifniz, Groß -Gailen¬ berg , St. Peter; beträchtliche Salpeterhüttcn in, und um Laybach. »Diese waren also die Vorzüglichsten Kunsiprodukte, wozu den Stoff das Mineralreich liefert. Die Arbeiten in Leinen sind von besonderem Belange, daher die Spinnerey in diesem Lande ungemein beträcht¬ lich ist. Man hat unter dem gemeinen Mann eigene Rockenzusawmcnkünfte, das ist; man kommt zusammen , um zu spinnen, wobey ar¬ tige Lieder gesungen; auch^Histärchcu von Ge¬ spenstern, Hexen, rc. erzählet, werden; nicht selten wird auch mit unter getanzt. Außer brr Leinwand werde«; Spize, und Borten in der Mcr.ge gewirrt. Man zählt im ganze Lande über'800 Jbeberstühie; auch einen beträchtlichen Nahrungözweig macht die Fabrrkatur in Holz- waaren, oder sogenannten gemeinen Berch- toldsgadnerwaaren. Die Fabrikalur dieser Wagten ist vorzüglich in Reifniz, Gottschee u. s. w. angesessen; ferner folgt die Fabrikatur in Strohhüten, die im Lande sehr stark getra¬ gen , und auch außer Land verführet werden; in Klciniz ist eine Tobakfabrick; und zu Layb¬ ach eine Tuchmanufaktur. Der Landbauer ver- ferrigt sich seine Joppe selbst. Beträchtliche Masselan,manufaktrw, und Wollenstrümpfstrickee sind in Weichselburg; auch Siebe von Ro߬ haar werden häufig verfertigt, vorzüglich in Straß, und zu Feuchting. Die Manufacktur im Leder, die Roth-und Weißgerbcrey wer¬ den häufig getrieben. Die erstere hat ihren Siz in Asling, Laybach, Neumarktl, und Weichselburg; die leztcre vorzüglich in Laybach. Mber- IIS Übersicht der vorzüglichsten Kunstproduete in Krain Kunstproducte Gegen!) Laudcölage ! Berthoidsgav- ncrwaare, ge-- meine. . . - A A s s - - - - s Bethenmacher. Eisenhammer. § Drahtzug. . . Glashütte. . Kotzenmacherr Kupfergeschirr Lederbrcitung. Leinwand. . , - - - - ü Feldes. . . . Eelzvch. . Hutauza. Gottschee. . Rcifnitz. ° Jauchen. . Biepofen. . - Kamcik. . Kropp. . . Moisierua. . Save. . - - Wocheinerthal Zerbuza. . Wschcin. . . Carlowitz. . St. Jorgen. Ncumarktl. . Wipach. . . Feistritz. . . Älthammer. « St. Märten. Laß. . . . Neumarktl. . Laybach. . - Lack. . . , Dobruoina. . Die Verferti¬ gung der Lein- Oberrram Mittcrkrain. i Oberkcai» Oöer'traiu lnchcrsra'in Mitkerkraiir Unterkrain Milterkrain Oberkratn Oberkrain Unterkrain Mass«- Ein genauer Vergleich vorstehender Natur und Kunstxroduktc zeigt uns sowohl den Man¬ gel der Naturprodukte, als den Abgang an Kunstproduktcn, und führen uns zu den Ein? und Ausfuhrartikeln dieses Landes. Dasselbe erhält Getreide, -Wein, Hornvieh, Schweine, Fische aus Ungern; Safran - Luch, Seideu¬ waaren, Kattun, Galanteriewaaren, Spiegel, Porzelain, aus dem Lande unter der Ens; Glas, musikalische Instrumente, Zwirn, Lein¬ wand , re. aus Böhmen; Meffmg, Teppich > Wein, rc. aus Tyrol; Bley, Galmey, Tuch ec. aus Kärnten. Zu den Ausfuhrartikeln Krains gehören.- Eisenwaaren, Wachs, Ho¬ nig , Strohüte, Holzwaren, Obst, Kastanien, Ocl, Oliven, Lorbcrblätter, Töpfergeschjrr, Butter, Schmalz, Käs. Die Einfuhr-und Ausfuhrartikeln gegeneinander gehalten , so zeigt sich, daß im Ganzen das Land die Bilanz des Vortheils nicht behauptet. Die Erblande, mit welchen Krain »orzilglich im Verkehr steht- "L pnd , die Steyermark , 'Kärnten, Ungern Kroatien, Triest, und Görz. Die Fracht zu Wasser wird ungemein durch die zwey Flüße, nähmlich die Save, und Kulp befördert. Die erstere erleichtert die Waaren- fracht nach Steyermark , Ungern, und Kroa¬ tien ungemein. Die Landstrassen sind im gu« ten Stande. Der gröste Waarenzug ist nach Triest, und pon da wieder nach Laybach, Gräz, und Wien zurück. Der Hauptstrassen gibt eS eigentlich 8 , und sind diese: rtens von Laybach nach Wien, 2tens nach Triest, diese Strasse bis an die Grenze des Litorale beträgt Z4,ooc> Klafter, ztens die Strasse von Laybach nach Fiume ; 4tens die Strasse nach Gräz; yten- nach Klagenfurt, 6tens nach Steyermark (ei¬ ne Kommerzialstrasse) 7tens nach Karlstadt M Kroatien und 8tens nach Salzburg. Summe 4 sre H4 b) Strasse nach Triest. 4te Summe ro riK e) Straffe von Laybach nach Klagenfurt. d) Strasse nach Salzburg. Wenn Aemona wirklich das heutige Laybach war, so fällt der Anfang des Christcrtthum in diesem Lande in das dritte Jahrhundert. Ei¬ nige Bischöfe, welche dieser Kirche Vorstän¬ den , sind nach der Zeikfolge gegenwärtig auf- geführet. Die Lehre Luthers fand im I. 1521 in diesem Lande Eingang, in welchem Jahr zu Laybach der Domherr Primus Trüber zur Be¬ förderung dieser Religion in her Domkirche verschiedene Predigten hielt. Im Jahre 1547 traten dze laybachischen Domherren Paul Wi-n- ncr, und Leonard Mertlitz als Lertheidiger dieser Religion auf; da aber Trüber der stär¬ kest« Anhänger war, so wurde er gefänglich ^«gezogen, entkam, verließ Krain, urd kehrte nach erhaltenem Rufe wieder zurück. Die ständischen Verordneten gaben ihm im I- 256z in der Person des Sebastian Crcllius ei¬ tlen Gchülfen. Trüber wurde abermahl des Landes verwiese». Indessen hat sich die Lehre Luthers immermehr im Lande verbreitet. 1572 waren Prediger in Ratmannsdorf, Nudolphs- wcrder, Neumarktl, Mättling, und Gurkfeld. Der erste Euptnnktndtnl war in Laybach. Er nannte. nannte sich Sebastian Crellius. " Nach dessen Lode kam der Magister Christoph Spindler <- Hy S5i. LSaximr-.s. 579' Pa.^cius. 78^. Mauritius- 9?2. Firminus. 965. JoanneS. V 1015. Azza° IOZI. Joannes.'! ' Nicolaus. Alexander. / - Andreas. irgo. Joannes. ' 1249. Bonacursius. »282. Egidius. izz9> Natalis. 1401. GibertuS. 1596. Antonius. Vorstehende Bischöfe waren Suffragane von dem Patriarch in Aquileja. Im I. 146» am St. Niclastag ließ Kaiser Friedrich lV. ei¬ nen Brief zu Errichtung eines neuen Vißthums m Laybach ausfertigen, wozu Acneas Silvius, ^ecretär des Kaisers, und nachmahliger Pabst ANter dem Name» Pius U. vielen Vertrag H 4 iei- v-ü-W-7-c, "s Leistet haben soll. 1462 wurde dieses Bißthum Don der Jurisdiction des Patriarchen in Aqui- la, und des Erzbischofs von Salzburg losge¬ sprochen ; mithin einzig dem Pabsten in geist¬ lichen Dingen untergeordnet. Die Bestätigung dieser Ausnahme ist unter dem Pabst Paul II. 146z erfolget. In Folge eines päbstlichen Breve vom Jahre 146z hat der Pabst das Recht, Len Bischof von Laybach zu prascntiren, dem kandesfürsten abgetretten. Die Jnvestirung der Domherren hat der Bischof. 147z wurde das Benediktinerstift in Oberburg aufgehoben, und dessen sämmtliche Pfarren, und übrige Gü¬ ter dem neuen Bißthum zugctheilet, In eben dem Jahre, in welchem das Bißthum in Layb- erch errichtet worden ist, wurde auch die dabey gelegene Probstey gestiftet, und derselben die Pfarr zu Ratmannsdorf, in Qberkrain gelegen, und wovon, der Landesfürst das Patronatsrecht hat, zugctheilet. Im Jahre 1708 wurde ein bischöfliches Seminarium erbauet, und darin zwanzig Alumnen gestiftet. Die Stifter waren Schellenburg, Thalberg, Preschern, und Schif¬ fer. Auch in Oberburg befanden sich stets 6 Alumnen. Diese theologischen Stiftungen sind nun dem krainerischen Stipendienfund zugetheilt worden. 1787 wurde dieß Bißthum von Sr. Majestät dem Kaiser Joseph II. in ein Erzbiß» , «hum umgeändert, und dasErzbißthum in Görz aufgehoben. Zum ersten Erzbischof ernannten Se. Majestät den Bischof zu Zips, Grafen Michael von Brigido, Freyherrn von Mähren¬ fels. Im Juny 1788 nahm derselbe den fey- erlichen Besitz von dem neuen Erzbjßthum. Die Suffragane von dem hiesigen Erzbischof find: der Bischof zu Gradišča (Vormahls in Triest) zu Zeng in Kroatien, zu Trient in Ly- rol- !2? spl, nnd zu borno in der Lombardie.V Der Kirch- sprengcl zu Ambezzo in Tyrol ist ebenfalls dem Erzbißthum zu Laybach zugetheUt. Der letzte Bischof rn Laybach war Carl Graf von Her> berstein. Er starb am /ten Oktober r/87 im 6ysten Lebensalter. Er hat sich durch seinen 1782 ans Licht getretenen und der Religion Ehre machenden Hirtenbrief merkwürdig ge¬ macht, wodurch er den römischen Hof sehr wider sich aufgebracht hat, Der reutsche Ritterorden hat drey Kommenthuren in Krain, als in Mött- ling, Tscherneml, und Laybach. Der Ursprung der ersteren fällt in das erste Jahrzchcnd deS i4ten Jahrhundci ts; die Kommende in Tscher- neml ist mit jener in Möttling vereinigt. Die Entstehung der Kommende in Laybach fällt ebenfalls in das i4te Jahrhundert. Im Jahre Z2Y5 war Landcskomm.enthur Ottilia von Her¬ renberg. Im Jahre i/8y war Rathsgcb, und Kommenthur zu Laybach: Karl Reichsgraf, und Herr von Finzendorf, und Pottendorf, k. k. wirklicher Kämmerer, geheimer Rath, und Präsident der Hofrcchnungskammer. In Ober- krain zu St. Peter ist auch eine Kommende des Malteserordens gelegen» H 5 La- t2L Tabellarische Uibcrsicht der 'sammtlichm in Krain gelegenen Bißthümer, Stifte, Klöster, u. s. w. rsZ 124 NsN» 125 Landcslagfl Oberkrain^ Oberkrain Oberkrain. Oberkrain. Oberkrain. Don den ersten Schulen, die in Krain öffentlich bestanden, gibt Thalberg in seiner Lxiwme einigen Aufschluß : ^.nno 1418 Lrne- 1tu8 ^trokijäux ^nüriL ?riviIeZium xro liu- üios» suventuto aä Lalilicam 8. Nicolai lclio. 1«8 xudlicas eri§encli Lenami l.adsLenst tribuit. izsz eröffnete Leonard Budina in seinem Hause eine öffentliche Schule für die evangelisch!»- thcrische Jugend. Der Lehrer wurde von den stünden besoldet, und Adam Bochoritz st»"^ dieser Schule als Rektor vor. Diese Schule valte noch im August 1588 ihr Daseyn. ^n der Folge bekamen hje Jesuiten bas Haus des Bu» r,6 Bubina, welche dasselbe in ein SeminarimN uwgestaltet haben; zugleich wurde damit eine Kapelle vereint, weiche dem St. Rogaiian und Donatian gewidmet worden ist. Dieses Haus erhielt m der Folge verschiedene Stiftungen» 1609 stiftete der Bischof in Laydach 2 Alum- uen, und ebenfalls 2 der Gcrrrralvicar und Domherr Adam Sankner. Die erste Be¬ stimmung des Hauses Budina hat sich noch heute erhalten, da die Gasse, in welcher dieß Haus gelegen, noch jetzt K»ru bcllol», die alte Schule, oder die alte Schulgasse Zenannr wird. ,774 ist das Semenarlurn mir Dämmt dem Kol- iegio abgebrannt. i;8ö kamen auf Veranlas¬ sung des Laybachers Bischofs Joannes die Jesuiten nach Lgybach, wo ihnen das Fran- zifcanerkloster zur ersten Wohnung bestimmt wurde; in der Folge nammen sie Besitz von dem kaiserlichen Hoftpital; endlich baueten sie sich selbst ein'cigeueS Kollegium. Jur Erbauung des¬ selben, wie auch der Kirche hat die krainerische Landschaft namhafte Beyträgc gemacht. Niben der Kirche wurde das Gymnasium, und ein Se- minarium für Jünglinge hcrgesicllt. Das Gym- rrasium hat jetzt mit den übrigen in den Erb- landen gleiche Einrichtung. Außer dem Gym¬ nasium ist hier auch ein Lycäum, und eine Normalfchule; die Nonnen der heil. Ursula halten eine Mädchenschule. 1557 wurde die Buchdruckern) in Laybach durch Joh. Manlium gegründet. Die ersten Werke, welche gedruckt worden sind, war Joh. Ealiceti Rede wider die Türken; und )elu8 8lr3Lb, all nsZove stll- durch soaunessivigrclelra lVl l).u XXV. Das. erste Buch , welches in der krainerischen Sprache hier erschien. 1687 wurde in Laybach auf Verlangen des Schöulcbens eine ständische Buch- !2^ Bnchdrnckerey errichtet. Der Buchdrucker kam »orr Salzburg, und nannte sich Job. Baptist Mayer, Er brachte Sezer und Drucker mit sich, Das erste Weck, welches aus dieser Presse kam, war eine Lobrede auf die Mutter Gottes 1678 am 25 November. Im Jahre 169^ blühte in Laybach eine gelehrte Gesellschaft unser dem Titel: ^csstemia operolorum lsbacenstum. Johann Baptist Prescheru., Domherr in Layb» ach, wird für den Stifter derselben angege¬ ben , wozu Thalderg, bekannt durch ein Lpi- tome, thäkig mitqewirket hat. Hier folgen die Statuten dieser Academie: Acut omni« ^.csäemiL chniz eü, rsi liktsrurlD exercikurio, «t incremenrum; lic Kuiu8 labucensts, ^piu« ßaustet sgnnbolo. piLcipuu8 , et stngu- Mri8 erit, instar upium ckronoIoZmus turbetari liuäedunt, primo Aimo es 6ibmittere, qusr primo poli nsrum (ibriüum iLcuIo sreiäerum in msreris tbeo- lotzies, iuriäies, msäics, Leu. slis, qusm re- rnnt, iecunäo anno, «juX leeuväo Leulo, et 6e äeineeps, nt smum ssseulum po!i siium imprimatur. Vl, Irenes bsnc eursm eommu- nem prLkstL coIIeKsrionis, eüius occsiionsm euivis kuciis prsdedit propris protelbo, »ilsborsbit gniiibst opuleulnm in msteris übi bene vifs, pro xenio et inxenio f^o r-^pi§ ps- rsre, et xoümoämn sb ^esäemi« censoridus rsvisum eäers. VII. in quem 6nem prLter prViiäem Perpetuum prLfentium/Xcsäewieorum voris eteÄum, sen eÜjtenäum, euiur oiücium srit »ciiäemiss preliäere prol'picere , conven- ru» inäresre, clubis äeeiäere, se vicem ?rLÜ- «lem in eju» sbssinisl mnnns fupplemem, nee noü rmrsrium, cuins cur« vlit!;eits AesäsmiK re- zilirsre, lizillnm, et lFMvol» cuKoüire Le, trs« erunt opsrnm prTlo psratorum esnlorsz, nnu8 ex cksoloLia, silm ex juriäics, tertim »x meäiea kaeultate. VIll. Ilt sutsm ksn> 6m lircermmm »MStpribnz äebita psretur iupei^ lex, parsbiwr mnniüeemia ^eaäemieorum Lib1iot8sea pu^Iies, «ä quam omnibus pats- dki secsssus, er pro es conüikuetur öibiiorke-^ csrius ,Iibrorum eursm bsbiturus, er äs iit rslionem reääiturns. IX- Unsrer sä mini¬ mum in imno biibsdsnrur convsntus privsri, udi et uusnäo pr«6äi, vsi in eius OsfsLiu Vice prLliäi viüim fuerit, sä quos äiii^emsr «vmpsrebnnt /^esäemiei pr«tentes ^ in eisque äsUbIrsbn»! 6s redur »6 ^s«äsmi«W tpec-- k»»- tanribus, m maceria in pudiico Zeiv con- ventu perceaklanäs. (^vnvenrus aucem kis pnklicus leme! in gnnv institnetur, 3ct <^uem invitsbumnr proLsres, er Mobilna« provineiL, »lii^ue eruüirioni« eulcores, er in ev xrq rtz dara et eireumilantia cemxneis reeirabuntur 1)iscurüi8 ncaäemici ; nut nli^e eruclinons8» Hier folgen die AcadeMisien nach der Lucysia- bcnfoige mit dem Symbol i welches jeder Ze- führcr hat. 1, ^OKN- L-lpt. ld'esebern, enrit. RnttmannL- elorfens. 88. Icheotoßi« b>r. cstkeilr. cha- trlsiiK IskAeanlis xrL^otrrus, nsa non in- dl^k. Katnum Onrnioli« Osj-urstu«. sss A.L2äemjL - - « - - Äe,o^Lu- 2. ^nt krieäer. s Kanb, i» linveuknimd. agrniol Ighne. juä. prn^. all'eü'or, et cä- plr Oarniol. 8eeret. OiÄNL - - Keel»/« z. O«r. Aenricas. belivveizer j cnrn. lad. juck, xreel ^tl'allor - - - - - 2'a^tuw-,/, 6sr. ^dsspd. Xkappuä Üe ?ickslstein, (^nr- ni«I. Ltein^iLdlenli» 8eeret. Viceclomin. Francise. Kr»?m ab k-socdenwart, tlnrviod. " .tierlncdlleinLnsi^ inel^r Ouc r, Onpiker liLteelunr. ec juä. prsr. Hll'eüdr, ö. dianL. wildel. 3 ZerAvHern, ^nrn c>l. ls^ bae.i l'roVinc. Osrni 1. - - sr«/. OeorK. Andress Olsrdlab , blnw 1)x. lLuckeelr. Lecles. t^bns, «anon- Ä IZS Q-Tk-W-70 g. -f- Oevr^ Andress I,. 8. 2 OalleüksiÄ <7grnic>). I^bse. 8», Ideolog. Dr. ^reki- ^>ac. üix. Lsrniol. - - - - 6e/«tu/. 9. 6sorg 8igi8m. I'ogatzcdnig, Oniniol. IsdA«. Ne6. Dr» ----.- > pel ernannt wurde. Ais Mitglieder erschiene»» der eben genannte Herr Kummerdcy, und Lin- Harb. Die Versammlung begann mit einer Le»» Gegenstände angemessenen läteinischcss Re¬ de. Freyhcrr von Güffich, ein Mann., der ii» Skaarsgeschäfiett, und »»» Umgänge Mit Mü¬ sen grau gcrvorben, bankte in den rührendsten .Arrsdrüüen s»ir die einstimmige Wahl des Prä¬ sidium; dann zergliederte H. Graf Edling oic Absicht der Versammlung in treffenden Augen, -NW »nit einer Rede in reutscher Sprache »vur- he die Feyerlich-keit geschlossen. Die Acadcmie hat das Motto gewählt : Mehr Schritte, we¬ niger Worte, Am Ma») des eben genann- .ren Jahres wurde die zweyte acadcmische Vcr- samlung gehalten, ii» welcher neue Mitglieder gewählt, und durch besondere Namen nach Ge¬ wohnheit derselben unterschieden wurden. Cs waren folgende Skaatsrath Freyhcrr von Gebier erhielt den Namen InZeniur; Herr Math le Prct den Namen: Lxtjüilüus/ Herr Professor Karpe in Brünn (siezt »u Wien) den Namen: Inyhrrus; Herr Professor IBM zu Jnsbruck (»ezr in Freyburg) den Namen ka- ttmr. Die Hersteller der Academie erhielten Lieft Nahmen: nähmlich der Frcyherr von Buss'ch den Namen: UefvlutuL; Herr Graf en Edling den Namen: Vivax ; Herr Zappet vess »3Z rn Namen 8ecretus; Herr Kummerdey den Namen: -»öskeskur; und Herr Linhard den Na- / ?,Aiiis. In dieser Versammlung wurden bl- oben aufgeführten akademischen Geseze be¬ stätigt; das akademische Wapen , Diplom, u. d. gl. in Uiberlegung genommen. So viel von der Academie. " Irr Kram hat sich auch merkwürdig aemacbt die in Laybach befindliche öconomische Gesellschaft, von welcher, der be¬ kannte Herr Professor Hacquet, Secretär war. Die im Druck erschienenen Schriften dieser Gesellschaft sind schäzbar, und zeugen einstim¬ mig von der grossen Thätigkeit ihrer Verfaßen. Unter den älteren Schriftstellern Krams sind Schönleben, lLhalberg « Prejchcrn und Valva¬ sor die bekanntesten. Die jezt lebende^ einge-- bohrnen Schriftsteller sind: Ambschell, Apfal- tcver, Christan Gruber , Jappel, Iellenz , .Karpe, Kummerhey, Linatz, Linhard und Mucha, In Krain liegt des Regiment Thurn, wovon der Stab in Laybach gelegen ist. Dem¬ selben ist Ober-und Unterkrajn zum Werbbe- zirkc zugetheilt. Diese zwei) Haupkwerbbezixke sind abcrmahl in i6 besondere Bezirke abge- rhcilt, denen jedem eine besondere Zahl von Orten zugetheilt find. Zum öffentlichen ordentlichen Staatsauf¬ wand hat Krain bis jezt 2,089,210 Gnlden beygetragen; darunter belief sich das Bankale «uf auf 1,275,010 Gulden, nnd bas Kontri- Kutionale auf 775,000 Gulden. I Z - ^UK LZ4 Nun zu den in jedem Lanbcsviertel gelr genen Städten, Märkten, und anderen merk¬ würdigen Orten; als: in Vberkram ( Görenska Stran ) Dasselbe grenzt an Obcrkärnten, Steyrs mark, Unretkrain, und Jnnerkrain. Zu den höchsten Gebirgen in diesem Kreise gehö¬ ren die karnischen Alpen , in welchen der bekannte Tergio» gelegen; ferner kommen zu bemerken, der Berg Loibl, und der Kalen¬ berg. Außer diesen Bergen sind noch folgende anzuführen, als der Kramberg, Eisenberg, Liiicnberg, Neuthaleralpm, Trojanerderg, und Wurzen. Die zwey letzteren sind Grenz- gebirge; der erstere macht die Grenz gegen Steyermark, und der andere gegen Kärnten. Au den merkwürdigsten Thälern sind zu zäh¬ len : das Kankerthal, Feistrizerthal, Kolo¬ braterthal , und das Wocheinerthal. De« Kreis ist gesegnet an Flüßen, darunter die bekanntesten sind: die Save, Kanker, Fei- firiz, Laybach rc. Die vorzüglichsten Fische, Die diese Flüße führen, sind Forellen, Hech¬ ten, Barben, Aesche, Huchen, und Stcin- krebsen. In den Wälder« kommen vor: Bu¬ chen , Lerchen, Tauen, Fichten, Eichen, und Haselsiauden. Sie sind der Aufenthalt vieler Gemsen, Hirsche, Rehen, und Füchse. Man findet auch Luchsen, Dachsen, Haselhühner u. a. Die Einwohner find größtentheils Sla¬ ven. Gegen Kärnten giebt es einige Leutsche. Anter den Rahrungszweigen in diesem Kreise ist die Masselanwirkerey sehr beträchtlich. Hier¬ zu kommen die Arbeiten in Eisen, die Verfer¬ tigung der Siebdsdm, Bereitung des Leders re. '3S kc. Unter der Viehzucht ist die Pferdezucht nicht unbeträchtlich; auch die Schaf-und Ziegenzucht wird siaich getrieben. Unter den Fuhrleute« sind d-r Saunier die bekanntesten. Auch han- dew. viel« in diesem Kreise mit Leinwand, Pfer- d , Wolle, Käse ec. Der Haupthandel gehr n Italien. Nach Laybach und von da wei- < - wird vorzüglich Stahl, und Eisen geführt. Die Rückfracht besteht nicht selten in Getrei¬ de. Iezt zu den merkwürdigsten inMrsem Kreise gelegenen Orten r Althainmer (Nastarmkkadue) zwischen den: Schneegcbirg bcyni Wocheinersee, Meilen von kaybach. Im Jahre 1777. wurden hier 924 Centner Nägel "2^4 Cenkner Zaine, und Schuren, und Z85 Centner Draht gewonnen. Asling (Jessenize) ein Markt an der Strasse nach Kärnten, gegen die Save, 8 Meilen von Laybach. In dieser Gegend ist der Eschbaum nicht selten. S. BIcyvfen, und Savc- Blepsfen (Naplaushe) jm Schneegebir- ge nordwärts von Asling. Hier wird viel Eisen, und Stahl verarbeitet. Das Eise» kömmt von Save. Dragernl, ein Dorf an der Postffraffe nach Popetsch. Hier sind viele Säumer ange¬ sessen. Eisnern, auch Aisnem ( Seleniko ) zwi-- tchen hohen Gebirgen, oberhalb Bischoflach. Z 4 rz6 Hier ist ein landesfürstlichcs Eiseugewerk, den sen Ursprung in das i4re Jahrhundert gesezct wird. Dasselbe war anfänglich ein Eigenthun» des Stiftis Freyfing ; im i6 Jahrhundert aber kam es an das Erchnns. Hier stehen 2 Wolf¬ öfen , und 88 Nagelschmiedfcuer, welche ^4 Gewerken zugehören. Die jährliche Erzeugung beläuft sich auf 4,4«-! Zentner Zeineisennni> Z,oOo Zentner Nägel. Der Fluß Zeyer durch¬ fließt bas Dorf, und theilt dasselbe in zwey Theile« Hier befinden sich viele Mühlen. Zeistriz, ein Dorf in der Wschein. Die Einwohner ernähren sich größtentheils von den sn dieser Gegend gelegenen Eisenwerken« Zeisirft, (Brste! zaI ein kandesfürstlichce Wald. Derselbe enthält Buchen, Lerchen, Tannen, und Fichten, und ist der Aufenthalt einiger Hirschen, Rehe, Füchse , Dachsen und Wildkazen. - Zeiffriz, eirr Thal, dasselbe nimmt bey Stein seinen Anfangs und dehnt sich tief in das Schneegebirg. fleistri; , ein hohes Schneegebirg , welches die Grenze zwischen Kärnten , und Krain macht, und oberhalb der Stadt Stein gele¬ gen, hat nach Valvqsors Angabe eine Höhe von 10274 Werkschuh. fleistriz, ein Fluß welcher sich in die Neu- markler-upd Steinerfeistrtz theilct. Die er¬ stere entspringt 1/2 Meile oberhalb Nenmarkl, wo sich der Moscheniclbach mit ihr vereiniget. Von hier ist der Lauf südwärts, und fällt dem Dorf Porf Polschitza gegen über in die Sase. Die Etcinerfcistriz entspringt im hohem Gebirge nordwärts von Stein. Zwischen diesem Or¬ te, und Oberfeld nimmt sie die NcyU auf, sanft südwärts, und begicbt sich unterhalb Lustthal in die Save. Die Feistriz führt Fo¬ rellen , Acsche, und -Huchen. Feldes, (Bled) Ein Dorf dicht am Fcl- btEersee. Hier verfertigt man Geschirre von Holz^ . 8elLessersee, beym Dorfe Feldes. Seine Lange wird auf eine Meile, und die Breite auf r/2 Meile bestimmt. Mitten im See ragt fine Anhöhe hervor, wo sich Vormahls eine Einsiedelei) befand. Nm Fusse dieses Hügels quillt ein sehr kaltes Wasser hervor. Zeuchtiny, (Bitina) ein großes Dorf zwi¬ schen Krainburg, und Lack. Hier sind viele Siebmacher angesessen; auch werden viele Pfer¬ de gezogen, und nach Italien verkauft Flednich, (Stare Borst) ein Wald hinter St. Peter. In demselben kommen Eichen, und Fichten vor; und unter den Thieren Füch¬ se , Luchse, Hafen. Manchmal lassen sich auch Wölfe sehen« Jauchen, (Iehavve) ein Dorf in der Steinfcistriz bey Kreutberg. Die Einwohner sind gröftentheils Strohwaarenverfertiger und Bethenmacher, und handeln mit Paternoster den? Kirchweyfesten im Lande. I 5 I«'--- lz8 o-üE-o Jauerbury, 5Jauerniza) ein Dorf 2 Mer¬ ken oberhalb Radmannsdorf am Fusse keines hohen Schneegebrrgcs. HierH wird treflicher Stahl bereitet. St. Jorgen, ein grosses Bors. Hier werden viele Kozen verfertigt. Anhlenberrt. der bekannte Nons cstiu«, welcher am südlichen Ufer der Donau im Lan¬ de unter der Ens seinen Anfang nimmt, von da sich südwärts nach der Leitha, und Bruck an der Mur dehnt; von hier ist-die Richtung in gerader Linie nach dein Fluße Drave. Von hier zieht er sich an der Save unterhalb Cilli, und von hier dehnt sich die Kette nach Laybach. Wittels dieses Gebirgs werden das Land un¬ ter der Ens , die Steycrmark, und Kram zu¬ sammen geschlossen. Der Kallenberg hat ver¬ schiedene Theile, welche von der Gegend, da¬ hin sich die Bergkette zieht, den Namen erhal¬ ten ; so z. B. sind der Wienerwald, Kaunberg, die Bescheid, der Schneeberg, Gartberg, und Lrojanerberg Theile des Kahlenbergs. Der An¬ fang , und das Ende dieses Gebirges wird Kahlenberg genannt. Der Kahlenberg nimmt eigentlich unter den Nammen: St. Leopolds- berg bey Wien seinen Anfang. Rarnslk, ein Hammerwerk, unweit der Steinalpen. Nach Professor Hacquet schmelzt her Inhaber dieses Gewerkes drcycrley ArtcN von Erz: als, Blutstein, Sumpferz, undBohn- die Hauptstadt des Herzog- thrmrs Kram, am Fluße gleiches' NamenS, Z2 Meilen von Wien, 25 von Eräz, 44 von Salzburg, ri von Klagenfurt, 16 von Carl- stadt, und 12 von Triest. Ihre Lage ist eben , und wird von den Italienern Lubiana^ von den Slaven Düblana, und von den Lateinern D-chgaum genannt. Unter Earl dem Grossen kamen die Franken in das durch die Hunnen, und Avaren zerstörte Aemona, und erbauten ^"r.it Mauern umgeben , und m dcb Folgc^immermehr befestigt. Der Ort wird in sre Stadt, und Vorstädte abgetbeiit. Dis Stadt hat sechs There, als: das Karlstädter- kbor gegen Osten (Hier gelt die Straffe nach Kroaten) dab Wafferthor am Fluße Laybach, das tcutsche Thor, 1525 gebaut, hat von dem nahe gelegenen teutschen Hause seinen Namen, das Vicedomthor, zwischen der Laybach und dem teutschen Hause gelegen, das Bürgersp c- kalkhor über der Brücke, und bas Klostcrthse «m gemeinen Leben Franziscanerthor. Der Vorstädte werden 4 gezählt, als-, die St. Derer - Pölander - Burgstaller - und Karlsiädter- Vorstadt. In Laybüch wird am Mittwoche, und Sonnabend Wochenmarkt gehalten. Der Jahrmärkte sind fünf, als: am St. Paul Be- kehrungstag, St. Philip, und Jakob. Peter, und Paul, Kreuzerhöhung, und Elisabeth. Die Stadt treibt einen nicht unbeträchtlichen Spedition - und Kommissionshandel« Von hier kommen Eisen, Wolle, Getreide, Vieh nach Italien; von da zurück: Salz, Gewürz, rc.; nach Kroatien werden Rauhfutter, Vieh, Honig rc. geliefert; nach Oberteukschland Ho¬ nig, Kastanien, Zwetschen, Oliven, Nüße rc. Eben dergleichen Maaren kommen durch Skeper- mark nach Wien« Von iZ4i bis mit 150z wurde die Stadt von einem z itlichen Stadt¬ richter beherrscht; 1504 kamen die Bürgermei¬ ster. Jezt hat der Magistrat in vaybach mit den übrigen Magistraten in den Provinzen eint gleiche Verfassung. Die Stadt hat ansehnliche Hauser, die gewöhnlich 2 bis g Beschoss- hoch Aid. Das RakhhauS ist am alten Markt ge¬ legen. '4? ftgen, und wurde 148^ neu gchaut. 0-e Mahlerey in diesem Hause ist von dem dekanst: ten Mahler Anton Geriči. Im Jahre 1784 waren in Laybach iz öffentliche Kirchen, alb: die Domkirche zu St. Nikolaus. Ihre Erbauer waren Fischer; die Kirche zu St. Jakov (vor¬ mals Jesuitenkirchc) die Kirche zu. U. L. Frauen im tcutschcn Hause; die Kirche zu Ma- rienhimmelfarrh.(Zranziscanerkirche) die Spi- talkirche zu St. Elisabeth; St. Laurenzkirche am Rein; die Ursulinerkirche; St. Florian am Aitenmarkt, und die Schloßkirche zu St. Ge¬ orgi; St. Maria Loretko s Augustincrkirche) Sr.^ Josephkirche ( Discalcearenkirche ) St. Johann Evangelist ( Kapuzinerkirche ) St. Michaelikirche; von dieser Kirche waren die Klarifferinncn Besizer; deren Orden aber 178s in den sämtlichen Erblanden erloschen ist. (Der Stifter dieses Klosters war Mathias Heller, der Sohn eines Buchbinders, und nachher Franztscancrprovinzial. Das gestiftete »Ver¬ mögen betrug 60,000 Gulden: ) die Pfarr¬ kirche zu St. Peter und die Kirche der Barm¬ herzigen Brüder, welche im Jahr 1787 von Triest hicher versetzt worden sind. Die 9 erste¬ ren Kirchen waren in der Stadt gelegen. Im Jahre 1041 hat Peter Verlach, ein Handels¬ mann in Laybach, sein ganzes Vermögen zur Stiftung eines Waisenhauses bestimmt. Im Jahre izoo mußten die Tempelherren Laybach verlassen. 121g bauten die Juden zu Laybach ei¬ ne neue Synagoge. Sie machten beträchtliche Handlungsgeschäfte mit den Veuetiauern, u>E Ungarn. r68r am tsten Oktober starb in Layv- ^ch, der durch seine Schriften bekannte Schön- leden, und liegt in der Jesuitenkirchc begru» oen« d« Laybach werden auch die Dörfer Kta- O—o rch.4 Krakau, Tirnau, oder Turnau »Md UthmD zerechnet. kstach Valvasor Hat man 1690 in Laydach bey ?o Gassen , und Straffen gezählt, über 500 Häuser, und bey 17,200 Entwöhnet; Die Zahl der letzteren steht jetzt zwischen 19, und 20/000. Das Sradtwapen stellt einen wei¬ ßen Thurm vorauf weichem ein Kraner Lin¬ denwurm sizU Die Erbauung des aus einem Felsen oberhalb der Skadr gelegenen Schlosses wird in daS eilfte Jahrhundert geftzt. Der da befindliche Wall wurde 1579, und 1582 aufgeführct. Der ans dem Schlosse befindliche Thurm wird dct Pfeiftrthurm genannt. Lapbacher lssküräst rssmMt seinen Anfang bey Obcrläybäch / lind zieht., sich nach Norden hin. Die Breite dehnt sich auf Mostall KiS über den Jggsssiß- ..Der ganze Hläarnraum wird auf g sch Meilen bcstinimk. Dieser Morast ist sowohl von der östlichen und südlichen^ als chon dem westnördlichen Serie mit Gebirgen umgeben. Das Daseytt dieses Morast. S kömmt von den Flüßen Laybach, und Zgg. Der erstere durchschneidet gerade die Mitte dieses Morlan¬ des. Diese beyden Flüße haben keinen freyen Ablauf; und da sie jährlich durch drcy bis vier Monate diese Gegend überschwemmt halten; se liegt es offenbar, wo-her diese Morstäche kömmt. In Valvasors ge Theils Xlten Buche S- 67; werden die Vorschläge, die man zur Austrocknung dieses Morastes im verschiedenen Zeiten gemacht hat, aufgcführk. Jin Jahre 177?! b"c fi aber- mahl eine Person angebdthcn, durch Ziehun,, ei¬ nes Grabens das ÄLasser abzuieiten, und fodcrte zu d ;um im escm unternehmen 70,000 chuihen. AUe-n Unglücke, sagt Herr Professor Hacouet trn Theile seiner Oryktographie S, . y°/ f«r das Sand war der Unternehmer mik der natürlichen Beschaffenheit des Bodens so we¬ nig bekannt, daß er nicht allein die verlangte Bausumme, sondern noch überdies 100,000 ff. aufwandte, ohne diesen kurzen Graben von lorz Lachtern zu vollenden. LiUenberg, (Limberska Gora) nordöstlich von Laybach, oberhalb Morairsch, Hier soll Agatstein brechen» Meistern«, ein Eisengewerk gegen die Grenze von Kärnten, gegen das südliche Ufer der Save; 1780 war der Ausbeute, als man die Frohn zum ersten Mahl einführte, ro,8oc> Zentner rohes Eisen. Von diese» hat man 5,200 Zentner Stahl verarbeitet. Morairsch, (Morautsche) ein Dorf am Fuße des Lilienbergs drey Meilen von Layb- ach. Hier ist gutes Ackerfeld; auch sind hier viele Säumer angesessen. Moscheniy, ein Dorfan der Save, un¬ terhalb Ponamz. Hier findet man häufig den Tufstcin. Mmkendorf, oder Mönchendorf ein Markt «m östlichen Ufer der Steinfeistriz. Das hier gelegene, und izoo gestiftete Kiariffernonnen- klosiet ist erioichen. Nenmarktl, ( Tersezh ) ein Markt 5 Mei- len von kaybach, und 6 von Klagenfurt. Hier wird Korduan bereitet; auch fabricirt man ^el Eisen und Kupfergeschirr. Die b'" ge¬ legenen Wälder tragen Tannen, und Lerchen, K eben 146 o—M-n eben so wird viel Messalan gewirkt. Der Markt wird in den ober», und untern adge- theilet, wovon der unrere Theil nach Allguten- berg gehört. Durch das hiesige Thal geht die Strasse nach Klagenfurt. Hier ist der Post- wechsel zwischen Krainburg und Kirschentheuer. St. Peter , eine Commcnde des Malthc- ferordens, z Meilen von Laybach, und 2 von .Krainburg. In dieser Gegend werden viel Tspfergeschirre verfertigt. peuma, ein DvLf zwischen Krainburg, Md Lack. Hier werden viele Siebe von Roß- ssgare verfertigt; auch die Pferdezucht wird statt getrieben, da man mit Pferden nach Jt« lien handelt. ponavitsch (Ponovizhe) ein Schloß 4 Meilen von Krainburg. In dieser Gegend soll sich Bleyerz finden. potpetsth.- ein Postamt am Flusse Radel- na, 5 Meilen von der Grenze Eteyermark, und Z von Laybach. Rabolna, ein Fluß, hat seine Quelle am Uluße des Lrojanerbergs, und vermischt sich nsst der Fsistrij., Ratmannsdorf, (Radovelza) eine landes¬ fürstliche Stadt, 6 Meilen von daybach, und 2 von Krainburg. Nach dem Abgänge der Grafen von Ortenburg kam die Stadt an den tzrzherjog vor» Oestreich. Rudorpbse^, ein Schloß im Moraitschet Thal, z Meilen von Layvach. In der hier ge¬ legenen evangelischen Schloßcapelle liegen viels Evangelischiutherische begraben. Gagür , ein Dorf 1/2 Meile von Gallens, berg gegen die Save. Hier ist gute Viehzucht. GajeleineE, ein Wald bcy Wllichgräj- Derselbe ist reichhaltig an großen Haselstau- den. v Save, (Save) ein Fluß, hat seine Quel¬ le unterhalb Ratschach unweit des BergeS Planina; von hier ist der kauf nordöstlich, und bcgicbt sich unterhalb Mokriz nach Kroa¬ tien. Dieser Fluß ist einer der vorzüglichsten Grenzflüße in den Erblanden, und macht die natürliche Grenze zwischen Srepermark, und Krain; dann zwischen dem lcztereu Lande, und dem Königreiche Kroatien. Der Fluß ist fchif- bar. Die Orte, welche an diesem Fluße lie¬ gen, sind: am nördlichen Ufer Wurzen, Rüt¬ te, Moistcrna, Asling, Save, Steinbrücke, Ratmannsdorf, Kramburg, Flednick, Ruzich, Tschernemtsche, Kletschen, Walbhof, St. Ni¬ cola :c. am südlichen Ufer grenzen: der Berz Planina , Schrortenkhni m / Vtschoflack, Oster- berg, Ratschach, und Mokriz. Der Fluß hak ungemein viele Zuflüsse vdn Bachen , und Flüßen. Man will gegenwärtig nur einige von den Wässern anführen, die sich mit der Save vermischen- Diese sind: Pischenza, Fei- striz, Festnij, Radolna, Wochein, Kanker > ^teinfeistriz, Jgg, die Sän (aus Steyer- ^rk) t,nd Bregana. Die Save gehört, tn dre - K s !4S Classe der reifenden Flüße. Der Fluß führt Huchen, Schaiden, rc» Gaye, (Save) ein Dorf zwischen Asling, und Jauerburg. Hier steht ein Hochofen, wel¬ cher nachHacquet, etwas über 19 Schuh hoch ist. Die Schmelzung ist mit jener in Jauernik gleich. Mit einem Aufwande von 464 Mezen Kohlen werden 97 Zentner Erz verschmolzen, von welchen man Zo Zentner rohes Eisen sr^- hält. Selzoch , (Seuze) ein Dors zwischen Lach, und Eisnern. Hier werden viele Geschirre ich Holz verfertigt, Stein, (Kameck, I.itvycüir) eine landes- fürstliche Stadt an der Steinfeistriz, A Mei¬ len von Laybach. Der Ort wird in die Stadt, und drey Vorstädte abgcthcilet. Die Stadt hat vier Thore, als: das Schüttthor, Schergen- thor, Frauenthor, und Brüchenthor. Die Vorstädte nennen sich; die Schütt, gegen Layb¬ ach gelegen, der Graben gegen Minkendorf, gelegen, und der Neumarks jensctt der Stein« feistriz. Das Wapen der Stadt stellt eine Jungfrau mit einem Schlangcuschweif, zwk-> schcn einem Thore, vor. Steinbühel, c Kamenagoriza ) am Fluße Leipniz Key Ratmansdorf. Hier stehen iv Ejv sengewerke, welche zusammen einen Wolfofen haben; dann ein Zern, zwey Zain - und 32 Nagelschmicdfeuer. Man verfertigt jährlich l'ep 70« Zentner Nägel. i4) ein Fluß, oberhalb Eis¬ nern , vermischt sich mit der Save, und führt Forellen. HirNa, ein Dorf ostwärts gegen Stein. Hier ist eine Stutercy, von welcher die Pfer¬ de nach Italien kommen. Unterkrain (Darenska Stran) Dasselbe grenzt nordwärts an Oberkrain, und Steyermark; ost-und ostsüdwarts an Kroatien, und westwärts an Mitterkrain. Zu den vorzüglichsten in diesem Kreise gelegenen Bergen gehören: der Kumberg, Oster'berg, Sittariauzund der Flezberg.' Die Wälder tragen vorzüglich Buchen, und Eichen. Auch kömmt der Kastanienbaum sehr häufig vor. Die vorzüglichsten in diesem Kreise gekegelten Flüße sind: die Ferstriz, Gurk, Ncyring, der Sopod und die Töpliz. Unter den Getrerdar- ten kömmt die Buchweizen am häufigsten vor: auch Flachs geräkh sehr gut. Von den Wern- Zarten sind die Vorzüglichsten am Gertschberg, Wttnberg, Milzberg w. In diesem Kreise ist K 4 beson- besonders die Bienenzucht sehr beträchtlich, auch die Viehzucht ist von Belange. Man zählt in diesem Kreise 5 Städte, Märkte, 92 bewohnte Schlößer. Der Siz des Kreise «mtrs ist in Rudolphswcrder, oder Neustadt!. Nun zu den vorzüglichste» in diesem Kreise ge, jegenen Orte- Dieselbe sind: Arch , (Raka) ein Schloß mit einem Dor¬ fe, Eine Meile von Gurkfeld, und io von Laybach. Das Schloß zählt bereits ein Alter von 540 Jahren. Der Ort ist trächtig an Wiesen, Obst und Kastanien, Ge. ZZarcholoma , an der Gurk, dem Kro- fauwald gegen über. Hier ist guter Feldbau. Dobu; , ein beträchtlicher Dergwald bcy Schwarzenbach gegen die Grenze von Sleyer- mark. In demselben kommen Eichen, und Buchen vor, und unter den Thiere» Rehe, Dachsen, und Haselhühner, Dobrouma, ein Dorf, Eine Meile ostwärts von Laybach. Dasselbe wird in das obere, und untere Dorf abgetheilt. Hier befinden sich viele Wäscher, und Bleicher, Die Ebene wird mit Getreide gebauet. ^Einö-, (Soteska) ein Schloß an der Gurk, 7 Meilen von Laybach, Hier wurde l6st6 ein prachtvoller Pferdstall gebauet, in welchem die sogenannten Krippen ganz vou Steinen aufgeführt sind. Valvasor hat auf drm hier gelegenem Berg« Agatstkin entdeckt. , ' Lei- rZZ Keisiriz, sBisterza) ein Fluß , derselbe entspringt wcstnvrdwärts im Gebirge, läuft nordostwärts, und fällt oberhalb Rukcnstcin in die Save- Unterhalb Weizenberg vermischt sich mit ihm die Hepting. Gertfthhxry, (Gerzevie) ein Weingebirg nordwärts von Neustadt!, und ostwärts gegen die Gurk. Hier wächst rother, und weißer Wein- Gurkfekb, eine landesfürstliche Stadt an dem Fuße eines Berges, rr Metten unterhalb Laybaeb an der Save. Das hier gelegene Berafchlvß war schon im raten Jahthunderte bekannt. Gegen Westen ist der Boden sehr eben; auch Hat der Ort einige Weingcwächse, Gurk, (Kerka) ein Fluß, entspringt bey Obergurk. Von hier ist der Lauf bis unter¬ halb Seissenbnrg nordsüdlich. Böy Altttnüh im inneren Krain wendet sich derselbe nord¬ wärts nach Neustadt! gegen den Krakauwald, wo bey Gutenwcrk die Radolna in denselben fließt. Von hier ist der Lauf südostwärts, und fällt bey Ahatesch in die Save. Der Fluß führt Forellen, Schaioen, und Krebsen von besonderer Länge. An der Gurk eine Mette von Seifsenburg ist ein Eifengewerke unter dem siavischen Namen Kerka gelegen. tzrastiny, ein beträchtlicher Kastaniemvald bey Wagensperg, oder Wagensperr, 4 Meilen unter Laybach. Iavoxie, ein Dorf auf einem Berge bey Eichwarzenbach. Hier bricht Tufstein. K 5 St. !Z4 Sr. Jorgen, r,St. Georg ein Dorf, nordwärts gegen die Save. Diese Gegend ist wegen Erzeugung ihres vortreflichcn Flachses bekannt. Rrakauwal-, (Krakguo) ein beträchtli¬ cher Fsrst zwischen dem Gurkfluß, und der Cave. Der Forst liegt ganz eben, und trägt größtentheils Eichen; daher in dieser Gegend viele Schweine gehalten werden; auch wird jährlich viel Vogeüeim gewonnen. Rv-kmiy, (Krcsnize) ein Dorf unterhalb kaybach an der Save. Hier wohnen mehrere Roßhändler. Rum, der höchste Berg in diesem Kreise unterhalb kiaybach , nordostwärts gegen die Save, gegen welchen Fluß er seine Abdachung hak. Dieses Gebirg hat viele Fläche, und ist daher ziemlich bewohnt. Seine Bewohner ge¬ ben sich vorzüglich mit der Hornviehzncht ab. Landstraß, ( Kostainaveza ) eine lanbes- fürstliche Stadt mit einem Schloße, auf einer Insel in der Gurk gelegen. Der Name dieser Stadt kömmt von dem da gelegenen Kastanien¬ walde , da es bekannt ist, daß Kastain in der krainer Sprache Kastanien heißt. Im Jahre 1268 bat bas Schloß Herzog Ulrich in Kärn¬ ten, der damahls Ober-und Untcrkrain innen gehabt hat, besessen. Im Jahre 1305 hat Graf Meinhard von Gsrz dem Herzog von Oestreich die Herrschaft verpfändet. Im Jah¬ re rg86 haben diesen Ort die Grafen von Cisti bekommen ; nach Abgänge aber dieses Stammes 14-6 erhielt diese Stadt, und die Herrschaft das IZ5. das Haus Oestreich. Die Stadt blieb immer landesfürstlich, aber die Herrschaft, und bas Schloß erhielten verschiedene Besizer. Der lezte Besizer dieser Herrschaft wurde das Cisterzien- sierherrei'.stift Fraueabrunnen, auch Land- siraß genannt, welches 1248 vom Herzog " Vernarb in Kärnten gestiftet worden ist. Die Herrschaft Liegt von der Stadt eine Viertel Meile entfernt. Dieß Herrenstift ist erlo¬ schen - mithin gehört die Herrschaft nun zum Religionsfund. Hichey, (Litja) ein Schloß mit einem Markt, 10 Meilen ostwärts gegen Laybach, nordwärts gegen dir Save. Hier wird viel Flachs gewonnen, und Hirs gebaut. Sr. Märten, ein Dorf 4 Meilen unter¬ halb Laybach gegen die Save. Die Einwoh¬ ner sind, tbeils Säumer, theils Lederer, welche vorzüglich viel schwarzes Leder bereiten. Nassenfnß, (Mokro Nog) ein Markt, y Meilen unterhalb Laybach. Vsterbery, (Ostcrverch) nordwärts gegen Sän, westw «i ts gegen die Save, und süd¬ wärts gegen Feistriz. Dieses Gebirg ist merk¬ würdig , da sich an dessen Fuße drey Flüße zusammen vereinigen. Ratschach, (Radezhe) ein Schloß, und Markt, 7 Meilen unter Laybach an der Save. Hier sind viele Weingärten gelegen j auch wird,isiel Ob'» erstell» Ru^.' --Ls Ruöalphswerth, (Novo Mosto) »sMg. , Neustadt, eine landesfürstliche Stadt auf einem Hügel, an der Gurk, 8 Meilen von Laybach, und eben soviel von Earlstadt, Die Stadt hat ihren Namen vom Erzherzog Nu- Lolph, welcher sie an hem Orte, wo der Hof, Gräz genannt, gelegen war, 1^65 erbauen ließ, und privilegirt hat. Der Name: Werth (Werder) wurde vermög ihrer Lage, die eine Halbinsel formiret, beygefügt. Ihr eigentli¬ cher Name ist also: Rudolphswerder, im ge¬ meinen Leben Rudolphswerth. Der Hof Gräz genannt , war ein Eigenthum des Klosters Sittich, wofür das Kloster andere Huben von Rudolph IV erhalten hat.' Die Kirche zu St. Nicolaus ober dem Berg der Stadt gelegen, wurde ,4tz4 vom Pavst Alexander VI zu einem Collcgiakstift erhoben. Maximilian I soll das¬ selbe 7svy fuudirt haben. .Anfänglich bestand das Stift aus Einem Probstcn , Dechant, und n Domherren. In der Folge wurden die letz, teren auf 4 reduzirt. 1510 war Probst Jacob Aursberg, und feit 1666 trägt ein zeitlicher Probst stets die Insul. Au dieser Kirche gehö¬ ren 4 in der Stadt gelegene Filialkirchen, 44 Pfarren in Kram, und 5 in der Stcyermark. Das Hochaltar, den St. Nicolaus verstellend, bat Tintorct gcmahlt. Elisabeth von Tschrr- neml hat 1462 die in der Stadt gelegene Franziscanerkirche gestiftet, und 1660 wurde der Bau des in der Vorstadt gelegenen Kapu¬ zinerklosters angefangen. 1567 befand sich hier «in evangelisch lutherischer Prediger mit Na¬ men : Gregor. Der hier gelegene Boden trägt Getreide, und Weingewächft, Hier ist der Postwechftl zwischen Bösendorf, und Möttling; wie auch der Siz des Kreisamtes. «chd'r- LZ? GchärftnbsrF , Mvivven) em Schloß Und Markt zwischen Laydach, und Natschach, 7 Meilen von dem ersteren Orte, und Einr von dem letzteren. Das alte Schloß ist auf einen ungemein hoben, spizigen Felsen gelegen. Seißonberg, s'Eusenberk) ein Schloß, und Markt 6 Meilen unterhalb Laybach, und 2 von Rüdolphswerder au der Gurk gelegen» Hier ist eine Papiermühle. Sittich , (Sitizena, Litiaium) eist Cistern zienscrkloster , zwischen Laybach , und Ntt- ikolphswerder, von beydcn Orten 4 Meilen entfernt» Dieses Kloster wurde von Pcregrft uus, Patriarch in Aglar 11^5. gestiftet. Das hier gelegene Stift wurde 1784 in eine De- chankey und Pfarre umgeändcrt. Der hier ge¬ legene Wald, in gemeinen Leben Sittiske Borst genannt, trägt Eichen, und Buchen. Slapnize, ein Dorf zwischen Osterberg, und Litey. Der hier gelegene Wald ist rcich- hältig au Kastanien. Sopolü , ein Fluß hinter Bilichberg. Derselbe führt Forellen, Barben, Krebsen re... Wey Ratschach fällt er in die Save» Temeniz, (Tcmenza) ein Dorf gegen Seift sonberg, und Treffen gelegen. Hibr wird viel Buchweizen gebaut; und auch die Hornvieh- Mhk stark getrieben. Der Ort hat Mangel an Wasser, Lref- Tressen, (Treben) ein Schloß, und Helft- schäft zwischen Maybach, und Rudolphswcrder^ von dem ersteren 6, und von dem letzteren zwey Meilen gelegen an dem Fuße eines Ber ges bey dem Fluße Tcmeniz. Tresten , ein Dorf an der Temenitz. Hier ist ein guter Getreideboden, und trefflicher Wiesewachs. Der hier gelegene Waid trägt vorzüglich Buchen. St. Veit, ein großes Dorf bey Sittich. Der Ort hat gutes Baufeld, auch wird die Viehzucht ämsig getrieben. wayensoerF, (Bogensperk) ein Schloßt und Herrschaft 4 Meilen unter Laybach gele¬ gen. Das Schloß liegt auf einem hoben Ber¬ ge, und ist ganz mit Waldungen umgeben. In demselben har Herr von Valvasor 1678 eine Kupfcrdrukercy (die erste in Kftain) auf eigene Kosten errichtet, und unterhalten. Zu An sage des r/ten Jahrhunderts wurde hier Geld ge- N'üuzet. Bis in das Jahr .1670 haben dieß Schloß sammt Herrschaft die Herren Wagen besessen. Im Jahre 1672 kam in Bcfiz dessel¬ ben Herr vun Valvasor. Der in dem Schloße befindliche Brunnen hüt eine Tiefe von ro Klaf¬ ter. In dieser Gegend bricht schwarzer, und gelber Marmor. weichfelbevF, (Vischna Gora) eine lan- desfürstliche Stadt bey Weichsclburg. 1579 wür¬ be den Einwohnern dieser Stadt verbothen, evangelische Prediger zu halten. Die Gegend hat wenig Ebene. Die hier gelegene kleine Waldung trägt Buchen, . Weich- rZY M tVelchselbury, ein Schloß, und Herrschaft Zwischen Laybach, und Rudolphswerder auf einem sehr hohen Berge gelegen. Die Herr¬ schaft hat ihr eigenes Landgericht. Im Jahre n-7 war Albrecht von Weichftlberg Besizcr Nieser Herrschaft; i§8r ist dieß Geschlecht mit Carl, und Friedrich von Weichselberg. erlo¬ schen« Hier befindet sich eine Gtahlfabrick. ?,ervuza, ein Dorf bey Gagensperg Hier sind viele Schmiede in Eisen «ngescOn. Mitter Rrain (metlishe Krai) Dasselbe grenzt nordwärts an Unterkrai», rstwörks an die Kulp, südwärts au Liburni- cn, und westwärts au Junerkrain. Dieser Theil des Landes ist ganz Gebirg. Man rech¬ net zu seinen vorzuglichsteu'Bcrgen: den Zriedrichftein, Lozberg, MokrizH St. Peters¬ berg, Schneeberg, und den Ostokenbcrg. Auch an Waldungen ist dieser Landesdistricr sehr ge* segnet, darunter die bekanntesten find: der Einöder - Friedrichsteincr -- Jauarnig - Kessel - Lozchingcr-, Motrjzer-, Reifntzcr-, Schlei- nizer-, und Uskokerwald. Zu den vorzüglich- sten Flüssen werden die Kulp , Gurk, Jgg, und Laybach gerechnet. Die Wcingewächse sind von keinem Belange. Die besten sind noch um Möttling. In diesem Landesbezirke ist der allgemein bekannte Cirknizerfee gelegen. Die Waldungen tragen Fichten, Tannen, und Buchen. In diesem Landesviertel sind eigent¬ lich viererley Gattungen von Einwohnern, As: Krainer , Gottschcer, Walachen; und Kroaten. 'Jede dieser Nation unterscheidet sich voneinander in der Svrache, Kleidung, Sit» krn - i6s ten, und Handthierung. Ihre vorzüglichste» Nahrunasgewerbe sind die Verfertigung der Töpfergcschirre, Holzwaaren, nnd das Kalk- lbrennen; andere handeln mit Honig, und Billichhäulcn^; auch gibt es unter ihnen viele sogenannte Säumer. I» diesem Landesthcilc sind 4 Städte, 6 Märkte, 44 bewohnte und 112 verödete Schlößer. Die hier gelegenen vor-' züglichstc» Orte sind: AlMx.che, in der Gottschee^ Hier wer¬ den viele Hslzwaaren verfertigt, und damit in, und außer Land gehandelt. Auersperg, (richtiger Aursbekg, ^nrn- xinm) ein Schloß, und Markt zwischen Laich- ach, und Reifniz gelegen; 1067 hat Conrad von AurFbcrg den Echloßbau anfangen lassen. Das ucüe Scdloß liegt auf einem sehr hohe» Felsen,' und ist sehr solid gebauct. Von dem Schloße, und der Herrschaft ist die älteste, und Hauptlinie der fürstlichen , und gräflichen Aursbergischen Familie seit 722 Jahren Be- fijer. ZZrunnendorf, ein Dorf am Flüßchen Jgg- Die Einwohner dieser Gegend ernähren sich meistens durch Hande! mit Holz, Kalk, rc. welche Produkte sie mittels des genannten Flußes nach Laybach bringen. Der hier gelegene Morast macht die Gegend etwas ungesund. Lukauza, ein Dorf bey Reifniz. Seine Einwohner ernähren sich mit Verfertigung verschiedener Holzwaaren, als: Schachteln, Beding, Teller, Schüßeln rc» Lar- s-^AüT-G r6r Tarkowltz, bey Cirknitz; hier ficht eine Glashütte, in welcher verschiedene Gattungen von Gläsern, als Trinkgläser, Uhrgläser rc. sehr weiß, und rein verfertiget werden. Der Eigcnthümer dieser Glasblaftrey ist ein Bauer aus Cirknitz» Lirkniz, (Zirkniza) M Markt am See gleiches Namens, und d.enr Fluße Vrohitza, 5 M ilen südwerts von Laybach. Hier wird ein nicht unbeträchtlicher Handel mit Meersal; getrieben, welches wöchentlich die Karster hier¬ her bringen, von welchen es die krainerschen Säumer abnehmen, und weiter damit nach Zaybach, und anderen Gegenden handeln. TirImzersee, lacns Ingens, liegt 6 Mer¬ len südwerts von Laybach, und ist von Ge¬ birgen umschlossen. Seine Länge wird ans r und die Breite auf 1/2 Meile bestimmt. Der Amkreis des ganzen Thales, in welchem dieser See gelegen, soll 8-9 Meilen betragen» Sei¬ ne Tiefe beträgt nahe gegen das Ufer g bis 4 Klafter; da aber, wo Gruben find, steigt die Tiefe nothwendig höher. Der See erhält aus den ihn umgebenen Gebirgen, die reichhältig an Wasserbehältern find, seine Zuflüße, mehr, «der weniger, nachdem die Jahrszeik, der Re¬ gen die Behälter mit Wasser erfüllt ; daher kömmt cs, daß, wenn in einem Jahre der Regen sehr häufig ist, oder wenn der Regen durch mehrere Jahre anhält, auch der See nicht abläuft, vielmehr das Bett überschrei¬ tet. Hierzu kommen die Waffcrzuflüße, wel¬ che dieser See durch seine unterirrdischen Wasser¬ behälter erbälk. Hierdurch wird es einleuchtend, r daß L§A Laß dieser See, wie gewöhnlich die Sage geht, Ehelich nicht immer ganz «bläust; mithin ist auch die Behauptung unrichtig, daß man jähr¬ lich auf dieser ganzen Seefläche ernten, fischen, und sagen könne. Gegen Norden hat man Ebenen, welche zum Betreib-und Wiesenbau dienen. Der Dörfer werben neun, der Kirche» LO und der Schlösser 2 gezählt, welche um den See gelegen. Die Dörfer nennen sich: Laste, Oberstcborf ( Verchjestro) Unrerdorf ( Dvlj- navas) Lipst; Martinsbach (.Martini Potok) Sersvenza, Grehovo, und Otcock, welches mitten in der See auf der Insel Vornek west- werts gelegen. Zu den bekannten Quellen, welche den See bilden, gehören: die Sitarza, Tressenz, Malla - Ponikva ; Reitiza, Reitie, Kateriazh, Slatavez, Zenizhe, Gcronschiza, Martinsbach, Cirknizerbach, Oberg, und Lip- ssnziza. Das Gebirg, welches von diesem See südwestwestwärrs gelegen, wird Javornick ge- «annt, gegen Norden liegt der Berg Slivenza. Die Inseln, welche in diesem Sec gelegen, sind: Vornek, auf welcher das Dorf Ottok mit einer Kirche gelegen z Velka Goriza, und Mala Goriza. Die letzteren zwey Inseln find kleine Lusiwäldchcn. Mit der Insel Vornek ist mittels eines Kanals die Halbinsel Dorvo- schez verbunden, gegen Sübwest deö Sees sind zwey große Löcher, welche Urama jamma und Sekalbuce genennt werden, etwas höher, als der See liegen, und über eine Klafter hoch «nb breit sind. Lus demselben stürzt, wenn es donnert eine Menge von Wasser mit be¬ sonderem Ungestümm bey g bis 4 Klafter breit, Werhaupl brechen die Wässer bei) eine« Don¬ ner- s—r6z »erwetter sehr heftig und häufig aus ihren Löchern. *) r-olneynaves, ein Dorf, bey Reifniz. Hier sind viele Töpfer angesessen. Durres Rrain, (lonclm craina) nennt man jenen Erdstrich, welcher von Laybach süd- werts, und nordwerts gegen die Gurk gele¬ gen. Seine Länge wird auf ; Meilen be¬ stimmt. Den Namen erhält die Gegend von dem Mangel des Wassers, woran cs leidet. Dieselbe hat eigentlich keine Brnnnenquellen; sondern bey anhaltendem Regen kömmt an ei¬ nigen Orten Wasser hervor. Die Bewohster dieser Gegend sind daher bemüßiget, das ihtien nöthige Wasser von der Gurk zu nehmen. Einod, (Alteinöderwald, Stateiske Borst) gegen die Gurk, 7 Meilen von Laybach gele¬ gen. Die Waldung hat Buchen, Fichten , und Tannen. Von Thieren kommen vör Hirschen, Rehe, Schweine , Füchse, manchmcchl auch Wölfe, und Bären. fircxenthurm, (Podbreische) ein Schloß, und Markt an dem Kulp, 12 Meilen von Layb¬ ach', und 2 von Möttling. In den älteren Zeiten hat man die hier gelegene Gegend die L 2 win- *) Von diesem See geben mehrere Nachrichten: BalvasorS Iter Theit IV B. Seite Szo dann des k. Kammerraths Anton von Steinbergs gründliche Nachricht von dem Tirknizersee im inneren Krain. Dieselbe erschien im Druck zu Laybach »75« Mit zz Aupferbl. und HacquetS I Theit vrzf». roxr. rar». 4t. - -4°. i6ch windische Mark genannt. Hier herrscht groß- tentheils die kroatische Sprache. Iriedrichstein , ein oberhalb der Stadt Gottschee gelegener Berg, der größtcnthcils Buchen trägt. Gottschee, (Chotzschevie) eine Stadt mit einem Schlöße, 8 Meilen von Laybach an dem Fluße Rcifniz. südwerts gegen den Kulp. Im Jahre 162z hat die Herrschaft Gottschee den Titel einer Grafschaft erhalten, womit die Herrschaften Reifniz, und Pöllant vereiniget worden sind. Von der Grafschaft Gottschce ist das fürstliche Aursbergische Hans Besizer. Außer der Pfarr in der Stadt Gottschce sind in dieser Grafschaft noch 6 Pfarren gelegen, als: Altlack, Mössel, Äesselthal, Tschermosch- niz , und Offiuniz. Dann liegen auch da- rin die Dörfer: Altkirche, Grafiinden, Ha- senfell, Hinterbach, Kleinlack, Oberloschin» Malgern, Riek, Schalkendorf, Smuck, Weis- sensicin, Zcrmofchniz, Moswald, Kerndorf, Unteriofchin, und Kofflern. Von dem Namen Gottschee hak man verschiedene Meynungen. Einige leiten ihn von den Gothen her, an¬ dere von Golt, und einige von Gut. Die Einwohner, im gemeinen Leben Chottschcv'art genannt, haben ihren besondren Dialcct, ihre eigene Kleidung, welche aber selbst unter ihnen verschieben ist; z. B. einige kragen Hü¬ te, andere schwarze Kappen; einige kleiden sich lang, andere kurz. Stakt der gewöhnlichen Hosen tragen einige sogenannte Schlafhosen von Leinwand, welche bis zum Schuhe reichen. Der Kopf ist gewöhnlich geschoren; nur oben «uf der Stirne haben sie ein kurzes Zöpfchen. Me- r65 Vrele tragen einen Bark. Ihr Seitengewehr besteht in einer kleinen Hacke. Die Frauen kragen kurze Röcke, lange Oberrvcke ohne. Aermel. Ihr moralischer Charackter ist der beste; im Uibrigcn find sie sehr abergläubig. Sie glauben an Hexen, Zauberei), ans Schu¬ hewerfen rc. Ihre Handthierung besteht in Verfertigung der Leinwand, verschiedener. Holz- waarcn rc. Ein großer Theil von ihnen macht Hausirer und mit welchen Maaren sie von Lande zu Lande herum wandern, sagt uns das Gesez vom 14. April 1785, vermög welchem den Gortscheern erlaubt "wird, mit folgenden -Waarcn zu handeln, als da sind: gemeines Baumöl, italienische Früchte, Pomeranzen,- Limonien, Zitronen, Granatäpfel, Margariten Kastanien, Datteln, Bockshörner, Haselnüße, Feigen, Zibebsn, Weinbeeren, Kapern, Reis, Sardellen, Schildkröte, Calamari, Lorber- blätter, Austern, Trägwein, und Muscheln. Mit diesen Maaren dürfen sie in Oestreich, und Ungern nur zu den Jahrmarktszeiten han¬ deln , und müssen zugleich mit obrigkeitlichen Pässen, welche nur ein Jahr gelten , versehen seyn; eben so haben sie sich mit jenen Maa¬ ren , welche aus Ungern, und den Seehäfen kommen, mittels der Zollbolleten zu versehen. In der Goktschce baut man vorzüglich Buch- »veizen, Mais, Hirs, und Hafer. Unter dem Federwild sind die Wachteln im dieser Gegend sehr häufig. Gutenfeld, (Dobrkpolo) ein Dorf im so¬ genannten dürren Krain gelegen. Hier sind mele Salzhäuoler angesessen. Sie sezcn das ^al; theils gegen Haares Geld, theils auch gegen Getreide um. L z r66 Iauerniek , (Iavornick) ein sübwerts vom Cirknizersee gelegenes hohes Gebirg, welches Lannen, Buchen, und Fichten trägt. Dieser Berg ist e»n Thcil von dem bekannten Birn- baumwald. In dieser Bergkette sind die Vi* per* sehr häufig. IM, ein ebener Boden an dem Fluße koybach und Igg. Der untere Thcil ist Mor¬ land , mithin ungesund. Äuf dieser Ebene bauet man Erbsen, Bohnen, Linsen, Wicken rc. Aucd find die Wiesen fruchtbar an Heu, Die zween Flüße Laybkich, und Igg geben den Anwohnern am leztcren Fluße viele Gelegen¬ heit, mit Holz, Kalk, rc. nach Laybach zu handeln, IM, ein Fluß, dessen kauf von Süden nach Norden ist , und sich sübwerts von Layb¬ ach mit dem Flusse gleiches Namens verei¬ nigt, Oberhalb kack fällt in den Jggfluß der Alschbach und rberhalb Turnick der Seleiner- bacy. Die Orte, welche hier gelegen, sind: das Dorf Igg. Unter demselben liegen: Tur¬ nick , Hammerstill, Sclimble. Resselrvalö, dicht bey Anrsberg. Er trägt Fichten, und Tannen. Rossel, ein Markt mit einem Schloße, auf einem hohen Felsen, an dessen Fuß der Kulp vorüber fließt, io Meilen von Laybqch, «nd 2 von Gottschee. Das Schloß, welches ober dem Markt liegt, hat den Namen: Gra¬ fenwart. Hier trägt man. sich, und spricht ge¬ wöhnlich kroatisch. Rukp, 167 Rttlv, ein Fluß, entspringt in Kroaten in dem gegen Süden gelegenen Gcbirg, Se- gina, genannt. Sein Lauf ist nordwerts, wo fick) bey Osiuni; der Zubranfluß mit ihm vereiniget. Don hier ist der Lauf nordwerts. Bey Rakowiz verläßt er Krain, und sezt den Lauf nach Kroatien zu der Save fort. Die Orte, welche an das nordöstliche Ufer des Kulp grenzen, sind: Grindowitz, St Anna, Kostel , Radovinza , Dalmaniva , Ottock, Wolfsdorf, Weiniz, Sylt, Freythurm, Lri- butsche, Grible, Krafinize, Vainovitsch, Ober- brod, Unterbrod, Bosnakowiz; etwas vou die¬ sem Dorf oberbalb bey Rakovitz vermischt sich mit dem Kulp der Camniza Bach. Das ganze südliche Ufer dieses Flusses macht die Grenze zwischen Krain, und Kroatien, rc. Von de« Flüßen, welche sich mit dem Kulp vereinigen, find vorzüglich zu nennen: die Lachina, und Kropp. Last, (Loosch, lssestium) eine landesfürst¬ liche Stadt mit einem Schlosse am Fluße glei- c es Namens. Der Ort wurde 147/ aus ei» ren Markte zu einer Stadt erhoben. Die Einwohner dieses Ortes find größtentheils Lederer; auch wird die Pferdezucht getrieben* Luf den Wochenmärkten wird viel mit Saiz, und Getreide gehandelt. Laschin, ein Wald in der Gottschee ge¬ legen. Er trägt vorzüglich Buchen; hat viel Wildbret, auch lassen sich manchmal Mären sehen. L 4 M,- ,6« Mokrir, ein hoher Berg, unterhalb Jgz gelegen. Er trägt Tannen, Buchen, und Fichten. Möttliny, f Metlika, l^lechullnin ) eine landesfürstliche Stadt an der Poststrasse nach Kroatien, 7 Meilen von Laybach, uno 6 von Karlstadt. Der Postwechsel ist zwischen Ru- dolphswerdcr, und Novogrod in Kroatien ge¬ legen. Die hiesige Gegend hat gute Weinge- wächst. Im Jahre 1497 Hal hier Andreas von Hohenwart ein Spital gestiftet. Die hier gelegene Pfarr hat den Titel einer Probstcy; auch ist hier ein teutschcs Haus gelegen. S. Windische Mark. peryoriza, ein Dorf bey Reifniz. Hier wohnen viele Töpfer. Reifniz, (Ribcnza) ein Markt mit einem Schloße am Fluße gleiches Namens, südwerks gegen Gotischer. Markt, und Schloß liegen eben, und werben von Gebirgen umschlossen; nur gegen Tottschee ist die meiste Oefnung. Das Flüßchen Reifniz führt schmakhafte Forellen. Hier sind viele Töpfer, und Holzwaarcnfabri- kanten artgesessen; auch wird mit Bilichhäuten gehandelt. In Folge des Gesezes vom rten Dezember 1785- §- ls wird den Unterthanen der Herrschaft Reifniz das Hausrren in den sämmtlichen Erblanden mit diesen Waaren ge¬ stattet, als: mi! Töpfcrgeschirren, Schachteln, Sieben, anderen Holzwaarcn, Bilichfellen, und Bauernpclzcn. In Rücksicht der italieni¬ schen Früchte genießen sie mit den Gottschee- crn gleiche Vorzüge. Der Reifnizer Wald trägt Buchen, und Fichten; und ist'der Auf- rnt- rnthalt von vielen Hirschen, Rehen Wild¬ schweinen rc. . Schneeberg, (Snesnick) sjn sehr hohes Gcbirg, dessen größte Ausdehnung von Süden nach Norden ist- Am nördlichen Fuße dieses Berges ist ein Schloß gleiches Namens gele¬ gen. Dieses Gcbirg hängt südwestlich mir den julischen Alpen zusammen, und dehnt sich ost- südwerts gegen Kroatien- SmuE, ein in der Gottschee gelegenes Dorf, in welchem viele Schindeln gemacht werden. Tschevneml, (Tschernombl) ein kleiner landesfürsilicher-Markt am Lachinasiuß, nord¬ wärts gegen Möttlrng, und ostwärts gegen den Kulp. Hier sind gute Weingrwächse, und trächtige Wiesen gelegen. In der Stadt ist ein Schloß, und eine Kommenthurey des teut- schen Ritterordens, welche der Laybachischen Kommenthuren zugetheiit ist. 1467 haben Ge¬ org , und Kaspar Tscherneml, oberste Mund¬ schenken in Krain das hier gelegene Franzis- canerkloster gestiftet. Us?okenberg, ein hohes Gebirge zwischen der Gurk, und dem Kulp gelegen. Die Ein¬ wohner , welche hier zerstreut wohnen, nennt man Walachen. Sie bekennen sich zu der nicht unirtcn Kirche. Die Viehzucht wird stark ge¬ trieben. Die hier gelegenen Wölber tragen viele Kastanienbäumck Die Einwohner reden walachisch, und kleiden sich auch nach dieser Nation. « Vev- ,7« Vershvsvl;, ein uordwcrts von dem Ur« sprunge des Kulps gelegenes Gtzbrrg. Die hier befindliche Waldung gehört rheils dem in Kroatien ge egenen Eisenwerk in Ihuber, theils nach Gottschee, I» diesem Walde ist eine an Steinkohlen sehr trächtige Gegend. Der Berg Veschneviz besteht aus w^ßenr Kalkstein. wsinlz, sViniza) ein Markt mit einem Schloße in der windischcn Mark, 2 Meilen von Tscherneinl. Hier wird ein schmaclhaster Wein berertev. windifiHe Mark, (Vinäornm Nsrcstirl) Derjenige Erdstrich, welcher zwischen der Gurk, und Kulp gelegen, hat den Namen: die win- dischc Mark; und enthält diese Orte, als: Möttling, Tscherneinl, We— Birnbaumwald , (Kruscheza) ein i» de» julischcn Alpen gelegener beträchtlicher Wald , welcher in den älteren Zeiten Pyrn, oder Byrn ( Birg ) genannt worden. Man kennt dieses Gebirg unter dem Namen , die julisch«,» Alpen, welche eigentlich den ostsüdlichcn Theil der karnischen Alpen ausmachcn, und sich bis nach Kroatien hinziehen. Da, wo diese Berg¬ kette am schmälesien ist, beträgt ihre Breite doch drcy Meilen. Von den Holzarten dieses Gebirges sind die Fichten, Buchen, und Tan¬ nen die bekanntesten. Rrem, ein Markt mit einem Schloße «uf einem Berge, an dessen Fuße sich die Re¬ ka dahinschlängeit. Lrünbek, (Studenz) ein Dorf bey Nu߬ dorf. Hier ist guter Wcizboden. Gt. Johann, ei^ Markt a^rr Timävo. / Die Gegend ist ihrer Oelbäume, und guten Weine wegen bekannt. Freudenthal, (Bistra) eine Karthaus zwischen dem Berge Loitsch, und dem Fluße Laybach gelegen. Der erste Grund zur Stif¬ tung dieser Karrhause wurde vom Herzog Ber¬ nard in Kärnten 1255 geleget. Der Bescher von Hasbcrg hat sein Fischrechk auf dem Cirk- nchersee dieser Karthause überlassen. Man fischt in diesem See Ruten, Schleien und Hechte. Da Luthers Lehie rn Kraiir Eingang fand, folgten derselben viele Mönche in dieser Kar¬ rhause; daher es schon daran war, sie aufzu- hebcn. Ihre Erlöschung aber wurde dem Jahr Z782 Vorbehalten, Ran Rürnischs Alpen, wesinordwerts gele- Diese Alp.en werden in die sogenann- 'ten karnischen, ttnd juiischcn abgctheiiek. Die ersteren find westnordwcrts gelegen. Ihr An¬ fang ist oberhalb des Ursprunges der Save; dieselben dehnen sich bis zu dem sogenannte» Dirnbaumwald, als dem Anfang der julischrn Alpen. Der bekannte Berg Terglou ist in den Carnischen Alpen gelegen, und macht einen! Lheil derselben. Rarst, (Nakrasso') nennt man jene Ge¬ gend, welche sich unterhalb Wipach nach Se- nosetsch über ven ßZaberg bis an das adriati- sche Meer hinzieht. Ich theile diese Gegend in den oberen, das ist,, nördlichen; und süd¬ lichen , das ist, unteren Karst. Den obere» Lheil nenne ich den krainerschen Karst. Der¬ selbe wird von der nordöstlichen Seite von dem Eaberg, und dem Rcckafluß begrenzt. Jener Lheil hingegen / welcher sich, von hier bis ans adnarische Meer hinzieht, ist der größte; und ist mir unter dein Nam.n: der istreichische Karst, bekannt. Der Gaberg ist zwischen Pre- wald, und Cornial gelegen. Uiber diesen Berg führt der Weg nach Triest. Dieser Berg liegt von Laybach 8 und von Triest 4 Meilen entfernt« Auf diesem Berg macht der Wind, welcher in dieser Gegend sehr wüthcrid ist, die Reise be¬ schwerlich. Es ist nichts, seltenes, daß er die schwersten Frachtwägen danieder schleudert- Von der eigentlichen Beschaffenheit des Kar¬ stes , seinen Einwohnern, und Produkten wird bey Jftrcich Nachricht mrtgethcilt. Lshitsch, (Logake'ch) ein Schloß mit ti« nem Markte an der Poststrasse nach Görz- Hier sind viele Saumrr angesessen. Der hie» un- ^74 v-TTMü-o unter dem Namen: Lohitsch gelegene Berg ist ein Zweig der julischen Alpen. Nanas, ein steiles Gebirg, an dessen Fus« se der Markt Wipach, und St. Veit gelegen. Es ist ein Zweig der julischen Alpen. Nußdorf, westwerts von Prewald. Der hier gelegene Boden bringt sehr guten Weizen hervor. Oberfeld, ein Dorf bey Wipach gelegen, hat gute weiße, und rothe Weingewächse. Vberlaybach, ( Vehrnika ) ein Markt an -er Straffe nach Triest, 2 Meilen von Layb¬ ach , und 10 von Triest. Etwas oberhalb des Marktes entspringt derFluß dieLaybach, genannt. Dieser Fluß kömmt dem Orte ungemein zu stat¬ ten ; die hier befindlichen Handelsleute führen einen einträglichen Spedizionhandel. Diese Gegend ist auch merkwürdig, da hier die juli- fchen Alpen von der nordöstlichen Seite den Anfang nehmen. In der Gegend um Ober- laybach sind die eigentlichen Krainer angeses¬ sen. prervald, (Prevale) ein Dorf am Fuße des Berges Nanas, 2 Meilen von Adelsberg, 4 von Laybüch, 4 von Triest, und 6 von. Görz. Die.Pöststraffe theilt sich hier in zween Theile. Die westwerts gelegene Straffe führt über den Karst r.acy dem Friaul; und die süd« Werts gelegene über den Gaberg nach Triest. Genosrtsr--, (Senosezhe) ein Schloß, und Markt auf dem Karst am Gaberg «n oer Siras- »75 Straffe nach Triest gelegen. Hier ist «ine Salzniederlage. Im Jahre 14c« hat der Ort den Herren von Wallsee gehört. Nach deren Abgang kam derselbe an Oestreich. Sers, (8ervvlo) ein Schloß, und Herr¬ schaft mit einem Landgerichte auf dem Karst gegen die Strasse nach Friaul. In dieser Ge¬ gend wirb viel Oel gepreßt, und vvrtreflicher Wein , welcher unter dem Namen, Tscher- nekall bekannt ist, gewonnen. Hier ist die Grotte merkwürdig, welche sich hinter dem Schloße Et. Servolo befindet. Herr Profes¬ sor Hacquet glaubt, daß dieselbe die tiefeste in ganz Kram fey. Ec hat sich mittels der Striche Lachter tief hinabgelassen. Man findet darin sehr geräumige Gewölber. Sie find, wie gewöhnlich mit Tropfsteinen ange- süllt, welche verschiedene Verzierungen machen. Zwischen Serf, und Neuhaus sind Abkömm¬ linge der Japydyer angesessen. Man nennt sie Khitschen (Zhizche). Ihre Sprache ist slavisch; vermischt mit dem illyrischen Dialekt. Ihr Hauptgeschäft besteht im Salzführen. Jin Steinschleudern sind sie ungemein geübt. Sie haben ihre eigene Kleidungsart, wovon Hacquet im qten Theile seiner Oryctographie S'. 44. eine Beschreibung giebk. Timavus, ein Fluß der schon den Alten bekannt war. Uiber dessen Ursprung, und Lauf gibt es so viele Meinungen, als Schrift¬ steller von demselben geschrieben haben. Dir- gilius, und Mela geben 9 Quellen von diesem Fluße an; Strabo, und Cluver bestimmen sie¬ he«. Der letztere läßt ihn bey der Kirche hes St. Canzian in Krain entspringen, wo i?6 «r sich bald in die El'de verlieren, und nach einem Laufe von 14 Meilen zwischen St. Io» Hann, und Tybein wieder hervor kommen soll» Das Gewisseste, was man heute vvn diesem Fluße weis, ist dieses, daß derselbe zwischen Friaul, und Jstrcich bey Tybein aus sieben Orten hervorquillt, und sich ins adriatische Meer verliert. Das Wasser ist ungemein kalt, und macht die Gegend sebr ungesund. Tybein, (lluiu, Ouino) ein Graf de lL Torrisches Schloß auf einer Anhöhe, am Fluße Liwäoo gelegen. Zn dieser Gegend blühen vie¬ le Olivenbäume, welche gutes Sei geben; auch werden die Weine, welche die hier gelegene Gegend erzeugt, sehr gesucht; so wie hie» schwarzer Marmor bricht. Tomen, ein großes Dorf am Karst ostit. Werts gegen Prewald gelegen. Die hiesige Gegend ist an gutem Obst, und Wein ZS« segnet» Tschernekal, sieh Sers» wipach, (Vipava) ein Fluß, welcher in dem Berge Nanas entspringt, westwcrts den Lauf nimmt, oberhalb Rentsche Krain verläßt, und im Friaulischen bey Rudia in die Lisvnzo fällt. Bey Rentsche macht er die natürliche Grenze zwischen Krain, und Friaul. Dieser Fluß war den Alten unter dem Namen: Vm« xjäus ssnviu» bekannt. Er führt Lachsföre. Mir dem Wipacherfluß vereinigen sich die/Bä? ehe Mvzhiunick, und Della. wis, 177 wipach, ein Markt am Fluße gleiches Namens , wird von der Nordostsette von dem Berg Nanas umschlossen. Im vorigen Jahr.- hundere stano hier nordwärts gegen den Fluß Hob! ein Eisenhammer mit einer Schmelzhüt- te; beyde aber sind eingegaugen. In Wipach werden noch viele Kupfergcschirre verfertigt. Die gelegene Gegend ist ^vorzüglich ihrer gu¬ ten Weingcwächse wegen bekannt. Man hat rochen, und weißen Wein. Der erstere wird Terant, Marcewin, Pigeol, und Refoschk» genannt. Nachstehende Tabelle zeigt die Lage der be^ schriebenen Gebirge, Flüße, Städte, Märkte, und Dörfer nach den Kreisen: N »78 Za«-- L74 M s i8o, O r8! 182 Da in vielen Schriften, auch in mancher HtographisU-en Charte die Orte nicht selten nach »em krainerischen Dialekt aufgeführet werden; so dürfte nachstehendes Verzeichniß, welches von jeder krainersscheu Ortbenennung auch zu¬ gleich die teutsche anzeigt, hier am rechten Lrte sichen. Per Sueti Neue, St. Helenabodtk. Bajsenfcls, Weißenfels Daiftnflcin, Weißenstei» Vistcrza, Feistritz. Bistra, Freudenthal Pikina, Früchting Bled, Feldes, auch Velbe- Bohina, Wochein. Dochniska Sava, Wocheinersee Dogensperk, Wagensperg Choschevie, Gottschee Leve, S-!!!M^7A r83 Telle, Cilley Cirkensko Jesers, Cirknizersee ClaNo, Klan , Crcinskagova, Krainberg. Darensta Stran, Unterkrarn Dobrepole, Gutcnfeld Dolejnanas, Unterdocf Dougart, Langeneck Dnin, Lybein Gallenberska Planina, Gallenbergische Alpen. Gärenska Stran, Oberkraiir Gotcfta, Einöd Iamma, Lueg. Javeuerni^a, Jauerbnrg. Jinhavv, Jauchen. Jeffenize, Asling. Ischcza,Jgg. Jstrianste, Jstreich. Kamnez, Stein. Kamcnogortza, Steinbühel. Kamenska Bisterza, Steinerftistrij. Kerka, Gurk. Kersko, Gurkfeld. Kolovrath, Kollobrath. Kalten, Kesselwald. Kastainaveza, Landsiraß. Krain, Krainkurg. Kropa, Kropp. Laschko, Tüffer. Lazhna Gora, Lajhenberg Lipnitza, Leibnitz, - Litja, Lithey. Logatez, Loitsch. Losch, Laß. Lublana, Laybach, Stadt. Lublanza, Laybach Fluß. 184 kubno , kaufen. Matena, Höflein. Martini Potek , Martmsbach. Mekyne, Minkcndorf (Msnchendorf) Metlika, Mötling. Metlishke Kram, Mitterkrain. Mokrije, Mokriz. Mokronog , Nasscnfuß. Morautsch, Moreitsch. Mudia, Gallneckerbach Najesero, Scedorf. Naplanshe, Bleyofcn. Naseleiso, Eisenberg. Nasta'rmkladue, Althammer. Novo Mesto , Rudolphswerder, Najirknom, Zirkna. Nakrasso, Karffboden« Osterverch , Osterberg. Penovzhe, Ponavitsch. Perkamneku, Steincrboben, Pertersizhe, Neumärktlerboden. Per Sertjauscho, St. Johann, Postoma , Adelsberg Piuck, Poyk. Planina, Alben Pletarje, Pletriach. Podpetzbii, Gallenstein. Podbreschie, Freyenthurm. PoLotehek, Nußdorf, Schloß. Polane , Pöland. Postojna, Adelsberg. Porhargradez, Bilichgräz. Potstredo, Hörberg. Präsberg, Mostrie. Prevale, Prewald, Ptuja i8Z Ptuja, oder Luy, Pettau. Radezhe, Ratschach Radovclza, Natmannsdors. Raka, Arch. Ribenza, Reifniz. Nogatez, Rohitsch. Roschrza, Riets- Rofiza, Lrackenburg. Sr. Saretska, Altcneinöd. Sava, Save. Schau;, Sachscnfeld. Schkofialoka, Bischoflack.^ Schumberg , Schönberg, Sclcniko, Eisnern. Senosezshe, Senosctfch. Sitizcna, Sittich, Sloweni Gradez, Windischzräkj. Smak, Smučk. Sorra, Zeyer. Stare Borst , Flednikerwald Sucha Krama, Dürres Krain. Sushenberk, Srißenberg. Svivveu, Scharfenberg. Tariack, Aursberg. Tersejh, oder Tcrshizh, Neumarktl. Terschiska Wrsterzq , Neumarktlerfeisirij. Trebno, Treffen. Trojaine , Trojanerberg. Lschernpotock , Schwarzenbach. Turen, Thurn. Upolanach, Pölandthal. Useurach, Selzaherttzal. Vatshe, Watsch. Velesalo, Michclstätteü. Delesal, Mich-lstätten. Vcrhnina, Obcrleybach. Smagorrtza, Wxjnbäyel M 5 V-pac- IZÜ Diniza, Wriniz. Bipacco, Wipach, oder Wibach. Bischnagora, Weichsekburg. Vltainc, Weiten?ein in Stcycrmarl. Wisterza, Fcistriz. Werschne, Wernsee. St. Dur, St. Georg. Jepizhe, Zepitsch. Zhernomel, Tscheruemk. Jirknija, Cirknij- Herzogthum Kärnten. ^erzogthum Kärnten. in Valvasors Ivpo- ^rsxdis ^rediäucstuL Osrmrdi«. Lsrimdis Uucatus llillinKa in luxsrio- rcm, L inUriorem de für den Bauer aus Plassendorf erblich* Noch haben die Bauern dieses Dorfs daL Erbrecht, daß stets einer derselben den Titek eines Herzogs von Kärnten hat. Im Jahr genoß dieses Rechtes der Bauer Johann Ed-- linger genannt, welchem der Freyheitsbrief am 4ten Dezember r?8r ausgefertigt worden ist. Vermög desselben wurde er in dem Be- size einer Hube in Plassendorf bestättigt, von aller Steuer, Dienst, Zinns, und Her»nfode- rung frey gelassen, und ihm die zollfreye Ein¬ fuhr von z bis 4 Fäßern italienischen WeineS zngestanden. Hier erhält die Geschichte von Kärnten eine Lücke. Zuverläßig ist erst di» folgend» Siech» der Herzoge tn dieser Provinz. Grto>. ein Sohu Kourads, Herzogs in jokhrchgei!, ivnimt b'k!) den Schriftstellern als -Herzog, der Kür.;icr, und Graf der Veroneser «vr. Rottdaö> des Vorigen Sohn, 1012. ^s!2. ALelLerv, ein Cohn Marquards, Kra¬ ft» im Mürzthal, zum Herzog in Kärn¬ ten ioi2 ernannt, ivzz des HerzogthumS cncftzt, 1' rozy. ioz6.stRonraL, Les Vorigen Sohn f 1047. 1047. welxhm', !ll. ein Sohn -Delphi !1. der lehre dieses Stammes, wirb Herzog in Kärnten 1047. 1' 1056. Kärnten begrif damals das an der Etsch gelegene Me¬ ran in sich, die Grafschaft Cilli, Görz - las Pustcrthal in Tirol, und jenen an »cr Mur gelegenen, und ;u Kärnten ge- hörigeti Ankhcil. Ottocar III Markgraf m Steuer wird vom Kaiser Heinrich III mit der ganzen Gegend über die Mur, welche damahls zu Kärnten gerechnet war, tpcgcn Verjagung der Ungern aus dieser .Gegend, beschenkt. Seit dieser Leit blieb dieser Listrict bey Stcyer, zrzk Steycrmark. ,056. Ro-nrcrd, des vorigen Cohn kam 1256 zur Regierung von Kärnten. 1° ro;8. lOÜs. ZZcrchol-, Graf von Zähringen wird Herzog iu Kärnten 1060. h 1077. Nach andern ronrb? er lc>7Z des Herzoglhunrs enrseft. re>7Z. W7Z, Marquarb, ein Söhn Adalbero, Gra¬ fens in Mürzkhal, wurde 1077 Herzog in Kärnten, mußte aber an den angeführ¬ ten Qttocar III. den östlichen Lhcil von Kärnten abkreten. Marqnard -f 1077. Im folgte sein Sohn rv77. Luitolb, inzv. >090. Heinrich, der zweyte Sohn Marquarbs, kam zur Regierung von Kärnten royv. H27. Dieser Heinrich war der lezte von dem Stamme der Grafen von Mürzthal. Nach Prevenhubcr Altstcyermark (S- 27) hat Ottocar vom Heinrich, durch Kauf folgende Orte ay sich gebracht; als: Lan¬ genau , Et. Stephan, Bruck, Semerich, Gestnick, das halbe Khavoley, Portenau, Nairn, Kübein, Spcrgenberg, und die Vogtey zu St. Lambert. nag. Heinrich, vom Geschlechte der Grafe» von Ortenburg übernimmt die Regierung in Kärnten, f rizo. Ihm folgt fein Bruder LIZO. Engelbert. Er entsagte H25 der Regier rung, wurde ein Mönch, s 1142. z'lZs. Ulrich, I. übernimmt die Negierung von seinem Vqter im Jahre HZ5 -j- H4Z. ri4g. Heinrich, Vk. ein Bruder des vorigen. Er verlor auf seiner Reise nach Constans tinöpel n6r das Leben. Ihm folgte tr«r. Herrmann, her dritte Sohn Engelberts. »94 rr8r. 2Nrich, LI. ein Sohn des Hermanns folgte H8r in der Regierung. zsv!. Bernard , zweyter Sohn des Hermanns erhalt 1221 von seinem Bruder die Re- Zierung -j- 1256. LS56. Ulrich, IN. ein Sohn BernardS folgte in der Regierung 1256. Da er, außer einem Bruder, mit Namen Philipp, der erst Erzbischof in Salzburg, dann Pa¬ triarch in Aquilrja war, ohne Erben war, sezte er im Jahre 1268 den böh¬ mischen König Ottocar, den Bruder sei¬ ner Mutter, zum Erben ein f 1269. L2§9. Philipp, ein Bruder Ulrich des HI. folg¬ te in der Negierung des Herzogthums Kärnten; da aber, wie eben gemeldet worden ist, das Herzogthum durch Ulrich III dem König Oktocar von Böhme« - erblich zugesagt worden ist; so bemächtig¬ te sich Ottocar des Herzogthums, wur¬ de aber desselben vom Kaiser Rudolph I cntsezt. 3276. Meinhard, NI. Graf von Tyrol, wird von dem Kaiser Rudolph I. dessen Sohu Albert mit Meinhards Tochter Elisabeth verlobt war, anfänglich als Statthalter von Neichswegen in Kärnren, und Kram geschickt, ,286 aber mit Vorbehalt deS "" Rückfalls an Alberr, und dessen Nach¬ kommen damit belehnt, ch im Jahre 1296. Heinrich, Meinhards Sohn folgte 1296 in dtp Kegirrung. t 1335. Seine Tochter Mar- Vargareth - Maultasch genannt, wollte sich bey dem Tove ihres Vaters des Her- zogthums bemächtigen; allein Kaiser Lud¬ wig übergab dasselbe 1335 den 1335. Gebrüdern Albert, und Otto vonOest» reich, 1339 f Otto. Albert« II. Gemahlin» war Johanna, eine Tochter Ulrich« , de« lezten Grafen »vn Pflrt, ve»-- rnäLIt ,,ly f irz'. Durch diese Gemahlin« brachte Albert di, Grafschaft Pstrt an seim Hau« ; und leqte flch schon iz-c> den Tltek oomer kkirreraruln bey. 1339. Durch den Tod des Otto nahm die ges rneinschaftliche Regierung ei» Ende, und Albert wurde Alletnbeherrscher 1339. 1358. Er hinterließ vier Gähne, als; Rudolph, Friedrich, Albert, und Leo« pold. »358° Rudolph, tritt 1358 die Regierung VE Kärnten an. s 1364. Albert, der erstes erhält Oestreich , und Leopold Kärrp» ken, und Steyermark. 1364. Leopolds Albert II Sohn wird Hers zog in Kärnten, und Steyermark. 1365 kaufte Leopold die Grafschaft Feldkirche von Rudolph, dem lezten Grafen Wer- denbergischen Stammens für 36,000 st¬ il 376 kaufte er die Grafschaft Bludenz von Albert Grafen von Werdender«- 1379 erhält er pfandweise von dem ro« mischen König Wenzel beydc Landvogtey* «« in Ober-«nd Ntederschwabe«; rzz» N s kauf. ry6 kaufte er die Grafschaft Hohenberg von Rudolph, Grafen von Hohenberg für 66,ovo Gulden, und am y. Iuly 1^36 bleibt er in der Schlacht mit den Schwei¬ zern bey Scmbach. Er hinterließ 4 Söhne, nämlich: Wilhelm», Friedrich IV, Leopold IV, und Ernesi. IZ86. Wilhelm, erhält rz86 Steyermark, und Kärnten, f 1426. unbeerbt. 1406. Ernest, erhält 1406 Steyermark, Kärn¬ ten, und Krain. f am Uten Iuly 1424. Er hinterließ drey Söhne, und zwey Töchter. 1426. Friedrich, ein Sohn Ernesi tritt 1426 unter der Vormundschaft Heines Vaters Brühers, Grafen von Tirol die Rcgierirng Kärntens an; 14^5 über¬ nimmt er dieselbe selbst; 1439 stirbt Frie¬ drich IV. mit Hinterlassung eines Soh¬ nes Siegmund, über welchen Friedrich V. Vormund wird; 1440 wird Friedrich zum römischen König erwählt; 144z verpfändet er die seit 1415 aus den Uiberbleibseln der Grafschaft Altorss ent¬ standene Landvogtey in Schwaben an sei¬ nen Brudrr Albert VI. der sich dieser- wegen mit den Truchsessen von Waldburg vergleicht, welche dieselbe vom Kaiser Siegmund Pfandweise erhalten haben; ' 1451 vermählte sich Friedrich mit der protugiesischcn Prinzessin Eleonora ; 14^8 stirbt Ladislaus, ein Sohn Albert V. welchen dessen Gemahlinn Elisabeth, als Witwe (1440) jur Welt gebracht hat. Durch lyv Durch diesen Tod erhält Friedrich das Erzherzogthum Oestreich, Albert Tyrol, und Sregmund einen Theil von Kärn¬ ten; 1459 geräth Friedrich der V. aber- mahl in einen Zwist mit feinen Uuter- rhanen, und seinem Bruder Albert, welcher 1463 unbeerbt die Welt verläßt. Durch diesen Tod fällt ganz Oesterreich an Friedrich. Am 19. August 149z stirbt Friedrich zu Linz an der Äuhr, und hin- ' tcrlaßt Maximilian zum Nachfolger. L49Z. Maximilian I. Friedrich des 'V. Sohn — Die Regierung Maximilians macht in der Geschichte der osireichischen Beherr¬ scher eine ausgezeichnete Epoche. Er starb am i2ten Jaucr 1519. In diesem Jahre versammelten sich die fünf nicder- östreichischen Länder samt der Graf¬ schaft Tyrol zu Bruck an der Mur, u«d schlossen zusammen die bekannte Vereini¬ gung, (ständischen Bund ) damit dem König Kar! von Spanien, und Erzher¬ zoge Ferdinand die ihnen angehörigen Länder nicht entzogen werden. In dem eben genannten Jahre am 27. Juiy er¬ nannte Karl V. für sich, und seinen Bruder Ferdinand, als natürliche Erb- Herren, einstweilen Statthalter, in ihrer Abwesenheit die Huldigung zu empfangen. Am 21. April 1521 Heilen sich Karl, und Ferdinand zu Worms. Karl behielt Tyrol, und die Vorlande; und Ferdi¬ nand die Fürstenthümer Oestreich, Stey-- er, Kärnten, und Krain; 1522 erhielt Ferdinand auch die Grafschaften, und Herrschaften: Görz, Gmunden, Ort u- N 3 bürg, «98 Lura, u. s, w.; 1522 am 7ten Hornung folgt dir Hauytheilung, vermög welcher Karl, .nebst der spanischen Monarchie, auch die burgundischen Niederlande für sich, und seine Nachkommen behielt; alle teutsche Länder des Hauses Oestreich hingegen kamen an Ferdinand. Nach dem Lode Ferdinands , welcher drey Söhne hinterließ , erhielt Maximilian II. Ungern, Böhmen, und Oesterrei-ch, Fer¬ dinand Lftol, und die Porlandx, und 1564 Ravi, erhielt 1564 Steyermark, Kärn¬ ten, und Krain; vermählte er sich mit Al-ert V. von Bayern Tochter Ma¬ lta (s rSog) Ex erzeugte mit ihr 15 Kinder, und starb 15^0, Er hinterließ ein unterm iten Juny 1584 errichtetes Testament, worin er seine Länder mit ei¬ nem Fideicommiß belegte, und das Recht Hex Erstgeburt in seiner Linie einführte, Von Ferdinand H. an'wurden bie unter de» Namen Nicdexästreich begriffenen Länder zu« fammen von dem ErstZebohrnen des HauseS Oestreich unmittelbar allein beherrscht. Sie hielten in den verschiedenen Ländern eigene Statthalter , pdex Landeshauptleute, In Kärnten kommen schon im l4ten Jahrhunder¬ te die Landeshauptleute zum Vorschein; und gegen das Ende des r6tcn Jahrhunderts wur¬ dest auch Burggrafen aufgestellet. Die Grenzen des heutigen Kärntens find: gegen Norden der Judenburgerkreis, in Stey- ermark, gegen Osten der Marburgerkreis des Lenansttca ^auoe-s, gegen Süden das Ober- Oberkrain, gegen Westen Tyrol, und gegen Westnord Salzburg. Dir Drave , und Geil machen die Grenze zwischen Kärnten, und Ty¬ rol. Von der südlichen Seite machen der Berg Loibel, und Wurzen die natürliche Grenze- und von Seite des venetianischen Eebietyes der Bach Fella. Der Flächeninhalt des ganzen Herzog- thums Kärnten beträgt 209 Merlen. Das Land erstreckt sich in die Länge auf 27, und in die Breite auf 12 teutsche Meilen. Die Provinz ist sehr gebirgig, und'wal- tzungreich. Noch ist es unentschieden, welches Gebirg in diesem Lande eigentlich das höchste fey. Fast allgemein werden die 4 Berge St. Ulrich, St. Helena, St. Veit, und St. Lau¬ renz für die höchsten Berge angegeben. Diese vier Berge, welche zusammen eine Bergkette machen, sind i» Unterkärnten westwerrs z Meilen von Klagenfurt an der Strasse nach Wien gelegen. Diese ganze Bergkette möchte in verhänge bey ra Meilen betragen. Nach meiner Meynung sind die höchsten Gebirge in diesem Lande gegen Salzburg , Tyrol, und> Krain gelegen. An der Grenze des lezteren Landes zeichnet sich vorzüglich der Berg koibl an Höhe aus. Die gegen Tyrol gelegenen Berge sind trächtig an Eisen, und Bley. Die gegen Salzburg gelegenen N.lpcn haben eine» vortrefiichen Wiesenwachs, der dem Viche sehr gut behagt. Die Holzarten, welche in den Gebirgen Vorkommen, find eben jene, welche bey Krain aufgeführt worden. Lste wenige Vorsorge, die man in vorigen Weites «us die Kultur der Wälder auch in Karyte« R 4 mx- L2V verwendet hat, ist die einzige Ursache, daß die Provinz bey der Menge ihrer Waldungen dennoch drückenden Holzmangcl fühlt. Kie- ferholz findet sich jn dieser Provinz häufiger, als in Krain. Auch die Laubhölzer zeigen sich häufig, vorzüglich in den Waldungen gegen Krain, und Untersteyer gelegen. An Flüßen, Bächen, und Seen hat das Zand keinen Abgang. Zu den vorzüglichsten Flüßen in dieser Provinz gehören: die Drave , Geil, Lieser, Gurk, Glan, Villach, Möll, Lavant, Fella rc. Die ersteren zween komme« aus Tyrol, und der dritte aus Salzburg. Die übrigen entspringen in Kärnten. Die Seeen dieser Provinz sind: der Wörthsee (Werdersee) Ossiachersee , der Mühlstättcrsee, Forhnsee, Greifersee, Schwarzsec, Weißsee, Rablsee. In Rücksicht der Naturprodukte kämmt am ersten das Mineralreich zu nennen. Die vorzüglich¬ sten Mineralien, welche in diesem Lande Vor¬ kommen , zeigt nachstehende Tabelle. Den- SO« ML Bleyberg, Bleyberg. . Oberkärnt. theils im west» wärts von Großkirch¬ heim gelege¬ nen Lisgc- birg, wei¬ ches Mitten zwischen Ty- rvl und S ülzburg gelegen. Pleyberg. . nen Bley schweiß allenthalben nisten¬ den Krystallcn . . Gelber und aus dem Gelben ins Grüne spielender fließlger Lley- spach rc. . . . Grasgrüner kry- stallisirtekLiicyipat, mit sechs eckigsäu- ienförmigen, theils aufgcrichteten, theils umgestürzten Krystallcn. . . . ^elizirconentzel- der, 'wie bleiches Gold glimmernder fiießiger Bleysput, und Rrystallislrter, Lleyspat mit rheils sehr großen pome- ranzenrothen,thei s sehr kleinen zitro¬ nengelben achtzehn¬ flächigen Kry- Hallen. . . . . Ochergelber fiie- ßiger Sicyspat rc. . pomeranzengel- ^ber krystallisirrer Bleyspat, rc. . » i Rother krysialli- Mter Sleyspat, mit Q—-W7-O Lvz wer.- 224 - - - . . .Bleyberg. . Calce- 2OZ LV? Unter den vorstehenden Mineralien nimmt Vas Bley den ersten Platz ein, da mit dem¬ selben das Land sehr gesegnet ist. Das Vil- lacherbley ist in Europa allgemein bekannt. Die Dleygrube aber ist nicht in Villach, auch nicht gleich außcrdemselbcn, w^e^ele dafür halten, son¬ dern dieselbe liegt südwärts 4 Meilen von Villach jm sogenannten Blepberge, dem Berg Dobratsch gegenüber. Am Faß« des Blepbcrgs fließt »er Bach .208 . Bach Notfch. Bevor MSN zu der Grube kömmt, welche im Greid, odcrGereit genannt, gelegen, ist ein kleiner etwas hoher Hügel. " Derselbe besteht aus Quarz, Lhonschiefer, und Trapp» -oer Bleyberg wird in den innern und äußeren abgetheilt. Die Lage des erste'- ren ist westlich, des anderen östlich. Die gan¬ ze Länge des Erzgebirges bestimmt Hr. Pro, feffor Hacquet auf z Meilen; sein größter Durchschnitt enthält ein Drittel. Das ganze Erzgcbirg hat acht Gange, wovon der Haupt, gang in dem inneren, und die sieben anderen in dem äußeren Berg gelegen . sind. Dir Schmelzung der Blcyerze geschieht in Flammö¬ fen. Dieselben stehen seit 1782 in dem Geil- Hal. Der Ertrag an Bley vor 17 Jahren Lelief sich auf 12,000 Zentner; jczt aber steigt LaS Erzeugniß auf 22,000 Zentner. Das zweyte beträchtliche Bleybergwrrk liegt süd¬ wärts gegen die Grenze Krains westwärts ei¬ ne Halde Meile von dem See Rabl. DaK' Erzgebirg wird der Königsberg genannt. Die Weygrube war vormahls ein Prrvateigenthum; im Jahre 1767 aber kam dieselbe an den Hof. Das Gebirg besteht ganz aus Kalkstein. Die Knappen arbeiten auf Geding, und werden nach dem ausgeschlagenen. Schuh bezahlt. Die Schmelzung der Erze geschieht hier eben¬ falls in Flammöfen. Die Höhe eines der¬ gleichen Ofens von dem Heerde bis zum Ge¬ wölbe beträgt Einen, und 1/2 Schuh. Auch -ie Schmelzer arbeiten nach dem Geding. Die Erzeugung des Bleyes beträgt jährlich loooc» Zentner. Au Kalrwasser, nordwärts von Kö¬ nigsberg, stehen die Mmmöfen. Die inBley- brrg, und am Königsberg gelegenen Bleyerz- gebirge sind die beträchtlichsten im Lande.. Maie 2 SH hak noch einige kleinere , als -. zu Gelcnize. Dieses Gebirg liegt dicht an der Grenze Krarns füdwerts gegen den Berg Loibl. Diests Bley- werk zählt ein Alker von 60 Jahren. Dasselbe wirb von 4 Eigenthümern betrieben. welche 1782 in allen 50 Arbeiter im Lohne hatten^ Endlich ist noch des Bleywerks am Berge Pet- za, welcher vom Berge Loibl nordwerts gele¬ gen , zu erwähnen. Von dem Graben Schwar¬ zenbach bis zur Grube bestimmt man die Hohe gigen iso Klafter. Die Erzeugnisse der sämt¬ lichen in Kärnten gelegenen Eleyerze betrage« jährlich 37,002 Zentner; diesen zu neun fl. ge¬ rechnet, beläuft sich der Ertrag des Bleyet «uf 333,002 Gulden. Nach dem Bley nimmt Der Galmey unter den kärntnerischen Natur¬ produkten den ersten Plaz ein. Der oben er¬ wähnte Königsberg theilt sich in Rücksicht dev Mineralien, die er enthält, in zwcen Theile» Jener gegen Westen gelegene liefert Bley; und jener gegen Norden und Osten gibt Galmey. Die Gruben des lcztercn haben mit den Lley- gruben fast eine gleiche Höhe. Im Uibrigeu ist der Betrieb hier eben so , wie bey den Bley- gruben. Des Galmeys, welcher hier bricht, gibt es drey Arten , nähmlich: u) rothen, welcher in der TheresiastoÜe bricht, b) asch¬ weißen. Diesen führt die Grube an der Mitte Des Berges, und «) weißen. Diesen enthält dir Grube hinter dem Berge. Auch auf dem Berg Zanken wird Galmey gebauek. Außer dem Blcy beträgt der Verschleiß des in dieser Provinz gewokinencu Galmeys, Kupfers, Eisens, und Stahls jährlich 1,208,002 Gulden; hiezu Vie obige Summe von 333,000 Gulden, so beläuft sich das ganze Erträgniß der angeführ¬ ten Erze jährlich auf 1,541,002 Gulden Bey L> Groß- 210 Großkirchheim wirb etwas Gold und Silber gebauet. Die sämmtlichen in Kärnten gele¬ genen Gesundbrunnen theilen sich in Sauer¬ brunnen und Badbrunnen. Von der erster» Gattung sind zu Brebl, Gmünd, Kleining- graben, Linzmuhle, Jrrbeh, P.ulitsch, Ra- bernig, Neuschutz, und Weißbach. Von den Käberu sind die bekanntesten das St. Barvara- bad bey Friesach, das Bad zu Fragant, St. Leonard, Nicolas, Katterin Ley Mühlstätt, Magdalen bey Feldkirchc, das Bad zu Villach rmd Wangernitz- Das Pflanzenreich Kärntens ist Minder beträchtlich. Von den Getreidear- ten, die am meisten gcbauct werden, sind: -Hafer, Buchweizen, Hirse, und Bohnen. Der Weizen wird stark in Unterkärnten gebaut, wo auch bet Roggctt (Korn) gur geräth. Wit Ausnahme der nordwerts gelegenen Gegenden wird in Kärnten sehr viel Obst, vorzüglich im Lavanthal, erzielt- Unter den Banmsrüchten sind die Wallnüße sehr häufig. Auch in Kärn¬ ten wird, wie in Krain, Most, und Essig in großer Menge bereitet, und damit gehandelt. Der wenige Wein, der in Unterkärnten an der Grenze von Untersteycrmark vorkömmt, ver¬ dient kaum genannt zu werden. Das Land muß daher allen Wein , dessen es bedarf, «us den Erblanden nehmen; eben so das Bier, da der Bau der Gerste nicht besonders getrie¬ ben wird. Uiberhaupt ist der Feldbau in Kärn¬ ten von keinem Belange; und das Land ist von dieser Seite Noch weit zurück. Die gras¬ reichen Alpen, welche wcstnordwerts gelegen, machen in diesen Gegenden die Viehzucht von einigem Belange« Die Viehzucht ist vorzüglich beträchtlich im Lavanthal. In Rücksicht det Holzarten habe ich bereits- wo von den Gev birgen 2! L Birgen gehandelt worden ist, das Näthige er-- innxrt. Flachs wird sthr häufig in Oberkärn- ten gcbauet. Der beste Fiachsbau ist in der Gegend ttm Sachsenburg- An seltnen Medici- Äalpflanzcn hat Kärnten keinen Mangel. Dee bekannte Freyhsrr von Wulfen hat sich um die Sammlung derselben schon viele Verdienste ge¬ wachte Man sehe ZacPiins ?lorg. Auf das Thierreich zu kommen. Im Jahre 1776 hat Kärnten 21,490 Stück Pferde gezählt. Darun¬ ter waren 2,72z Hengste, 12,641 Stuten, und 6,121 Walachen. Die Zahl der Ochsen be¬ lief sich auf 44,oc>8 Stück. Im Gcilkhal steht dir Pferdezucht auf gutem Fuße; eben so wir» die Hornvichzucht in Obcrkärnten - wo die Al¬ pen dem Vichc die beste Nahrung geben, sehr gut getrieben. Es kommt viel Vieh von dcr nach Italien. Die Schweinezucht findet größ- tenkheils in Untcrkärntett statt, da hier viele Eichenwälder sind. Auch an Ziegen hat Kärn¬ ten keinen Abgang, und die Schafzucht ist eben nicht unbeträchtlich; Bey dem guten Stande der Horuviehzucht ist die natürliche Folge, daß auch viel Käs, und Schmalz bereitet werden, womit auch ins Ausland gehandelt wird„ Unter den wilden Thiercn kommen am ersten die Gemsen zu nennen- die größtentheils im Gebirge von Oberkärnten Vorkommen« Hirsche, Rehe, Hasen- und Schweine finden sich haufiA bin. Auch Füchse- und Marder kommen vor- Kärnten hat fast alle die Fische, wie Steyer- wart'. In dem Ossiachersee kömmt die Lachs- förte vor. Die Seidenkultur erwartet noch die Auferstehung; und die Bienenzucht wird.hier und getrieben. Die Einwohner Kärntens stammen von Franken und Wenden'ab- Die leztern find vorzüglich in dem westsüdlichen Theile von Obcrkärnten angesessen. Im Jahre 17^6 be« lief sich die Volksmenge in diesem Lande auf 282,514 Köpfe. Darunter waren 142,883 weibliche Seelen. Von dem männlichen Ge¬ schlecht hat man von 1 bis mit 17 Jahren 50,404; von iZ bis mit 40 Jahren 49,220, und von 41 bis — Jahren 39,607 Köpfe ge¬ zählt. Im Jahre 1789 belief sich die Volks-' menge auf 295,000 Seelen; mithin kamen auf i 0 Meile 1,400 Seelen. Nachstehende Kir¬ chenlisten zeugen von der mehreren, oder we¬ nigem Sterblichkeit in dieser Provinz. Gcbohrne — Gestorbene — Getraute 1784 . . 8,512 -- 8,308 — 1,7.36. Paar 1785 " 8,948 — 7,55« — 1,913- 1787 - - 8,371 — 9'59« — i,7«7. Sustm.. 25,831 — 25,448 — 5,356. AuS vorstehender Tabelle zeigt cs sich, daß in KarNten binnen drey Jahren um 283 mehr gebohren wurden, als gestorben sink z und baß der rite Kopf eine Leiche war. Die Zahl der Landbaner (im strengsten Verstände) steht zwischen 28 und.sy.oco Köpfen. Die Zahl der Adelichen in dieser Provinz ist nicht beträchtlich. Man zählt ihrer gegen 420; und die Anzahl der Geistlichen steht zwischen 90-,, und 1200 Kopsen. In dem ganzen Herzogtum Kärnten wer¬ den 11 Städte, 25 Märkte, und 2,801 Dörfer gezählt. L »Z gezählt. Im Jahre 1776 waren im ganzen Lande 48,568 Häuser, und .266 Pfarren. In den vorigen Jahrhunderten ward Kärn¬ ten in vier Theile abgesondert. Dieselben wa¬ ren : das untere Vierthel, Obervierthel, La- ' vantthglervierthel, und das Gurkervierthel. Nach der Lage des Landes hat dasselbe drei) Theile, als s) Oberkärnten, i>) Mikrerkärn- ten , in welchem Klagenfurt die Hauptstadt Kärntens gelegen ist , und e) Untcrkärnten Unter der Thcrcsianischen Negierung war Kärn¬ ten in drey Kreise abgetheilct, als: in den Klagenfurter - Villacher - und Völkrrmarkter- kreis. Gegenwärtig ist das Land in zween Kreise getheilet, als: in den Klagenfurter- und Villacherkreis'. Der Klagenfurterkreis be¬ greift Witter-und Unterkärnken in sich. Auch in dicsemzLande findet die Miliz - und kirchliche Abthcilung Plaz. Die vormals in Klagenfurt gelegene Lan- ocshauptmannschaft ist erloschen, und werden nun die politischen Angelegenheiten von dem in Gräz befindlichen Gubernium besorgt. Die demselben untergeordneten , und in Kärnten gelegenen Aemter find diese, alszwcy Kreis¬ ämter, nähmlich das Kreisamt iu Klagenfurt, und jenes in Villach; ferner zwey Bankalge- fäilcninspektorate, deren eines in Klagenfurt, und das andere in Villach den Siz hat. Dem letzteren sind zugetheilt: die LegjMte in Vil¬ lach , das Kommerzialgrenzzollamt in Pontafel, Oberdravburg, und Cremsbrück, das Zollamt zu Lukan, St. Blut, Tröppelach,-Winklern, Rabl, Wurzen, Mairtern, Malniz, Fladniz, "nd Mühlbach; das Wegzokantt in Ter!, und A Z das LI4 das Hauptmautamt in Tabor. Dem Dankal- gefäLeninspektorat in Klagenfurt sind zugetheilt; die in dieser Hauptstadt gelegene Hauptlcg- siZtte; das Zollamt im Loibl, Kappel, Kanker^ Friesach, Hüttenberg, Breitencck, Bayerwie- ftn, Reichenfcls, Unterdravburg, Mößbrstcke, Guteristeiu, und Schwarzenbach. Ferrrer find bcmGubermo in Gräz zugccheilkdieKammeral- Lobak - und Stempelgefällenadmimstrazion in Klagenfurt. Das demselben zugetheiltr Auf- sichkspersonale besteht a) in Mittelkärnten, in einem Gcfällslommissär, ,Revisor, Amtsbe¬ schauer, und drey Aufsehern. Zu diesem Ge¬ fällskommissariat, welches in Klagenfurt gele¬ gen, gehören: die Filialaufscher zy Ferlach, Marienelcnd, Feldkirche , St. Veit, Friesach, und Metlniz. d) Das Aufsichtspersonale in Anterkärnten, dessen Siz in Völkermarkt ist. Hierzu gehören die Filialaufscher in Unter- dravburg, Wolfsberg, Bleyhurg, Schwarzen¬ bach, und Kappel; und c) das Aufsichtsvcr- sonale in Oberkärnten, dessen Siz in Villach ist. Seine Filialaufscher sind zu Spital, Rei¬ chenau, Epmachor, Tarvis, Tcutschpantafel, Kötschach, Lukau, Oberdravbprg, Winklern, Döllach, Cremsbruck, Ginünd, und Obervcl- lach. Das in Klagenfurt gelegene Pfandamt, und das Obcrpostamt mit seine» 12 Fiiialpost- ämtern sind ebenfalls dem Gubernio in Gräz jugetheilt. D-e Justizbehörden in diesem Lan¬ de sind: das Appcllatiors..'cricht für ganz Jn- neröstreich,, und Tyrol. Dasselbe bestand r/89 aus einem Präsidenten , und Vizepräsi¬ denten, , 17 Rathen, g Sekretären, und z Rathsprotükollistcn. Hierzu l auen die Regi¬ stratur, das Cchibitcnprorokoll, und das pch- peditamt. Diesem Obergerichte sind Unrerge^ ordnet; LIK I ordnet: n) das landesfürstliche Bannnchteramr in Klagenfurt, in Laybach, und z in Gräz, als für Oberstcyer , 'Untersteyer , und den Cistierkreis. Advokaten wurden in Kärnten 14 gezählt, b) Das adeliche Landrecht für Steyer- mark Mit dem consosLn in csnlis rnmmi ^rin- «üpis, ut commissornm durch ganz Inneröster« reich. c) Die drey Landtafeln in Steyer, Kärn¬ ten , und Krain. ä> Das vereinigte kärntner- sche, und krainersche adeliche Landrecht in Laybach. Dasselbe bestand aus einem Präsi¬ denten , 6 Rächen, einem Sekretär, Rachs- protolollisten ; «) Die adeliche Justizadministra- zion für Kärnten in Klagenfurt, von welcher ein zeitlicher Kreishauptmann des Klagenfurter- krcjfes Präses ist. Ihm sind zugetheiit: 2 In- siizkommissäre, ein Acktuar, Protokolls, und 2 Gcrichtsoianer. k) Die in Jnnervsircich, und Friaul gelegenen Berggerichte. Diese find: i) in Sieyermark; das Berggericht in Vordernberg , die Berggerichrssuvsiitution iss Echladming, und das Frohuwagamtspcrsonale. 2) Das Berggericht in Klagenfurt. Bey diesem sichen: ein Bergrichter, 4 Assessoren; als der Landmünz-und Erzprobirer, Landesmarrschei- dcr, Aktuar, und Oberfrohnwäger, welcher zugleich Liquidator ist. Hierzu kömmt noch das Erohnamkspersonale, dessen FMalfrobg- wäger in Friesach, Hüttenberg, und Gmünd find. Z) Die B'rggerichtssubstikutwnin Bley- berg. 4) Die Berggerichtsfubstitution in Sr. Veit. 5) Qie Berggerichtssubsiitution in Hüt- tcnberg und in Rabl. Die leztere besteht aus einem Bcrgkassicr, der zugleich Werkvvrsteher ist, einem Kontrolor, der zugleich ^engsa-rcchcr ist; einem Huttenschaffer , Bergschreii er, und 5 Hutmännern. 6) das Berggericht in Iüria. O 4 Die M 6 Die Landstände haben hier eben die Ab- theilung , und Verfassung wie die übrigen Stände in den ösireichischen Kreisiändern. Es gibt daher auch hier 4 Stande, weiche find : der geistliche Stand, der Herrenstand Ritterstand, und die Deputaten der landes- fürstlichcn Städte und Märkte. Zu dem gejst- Lichen gehöre» der Erzbischof in Salzburg, der Wischof zu Gurk , Bischof zu St. Andree , der Probst zu Gurk, St. Andrer, Gurnitz, und die Prälaten. Dcr ständische Ausschu߬ rath bestand im Jahr 1789 aus iz Mitglie¬ dern. Der Generaleirmchmer erhebt im Na¬ men der Stände die Kontribution, und hat aste ständische Zahlungen unter seiner Obsorge. Unter ihm stehen das Generaleinnehmeramt, die kiquidatur, und 5 Skeuereinnehmer, als: inDrav-und Möllthal, Groskirchheim, Trcf- yerboden, Geilthal, Hcrzfeld, und Lavanthak» Dem ständischen Personale sind noch bcyzusetzcnr die Leibärzte, deren im Jahre 1789 mit In¬ begriff des Protomedikns 9 waren. Der Lan- desphysikate waren 5, als: zu Spital, Vör- kermarkt, Villach, Wolfsberg, und St. Veit; ferner 2 Wundärzte, 2 Hebammen, 2 Apothe¬ ker, ein Ingenieur, und 4 Exerzizienmeister,. als: Bereiter , Fechtmeister, Tanzmeister, und Sprachmcistcr, in Klagenfurt. Die Landescrb- ämter sind folgende: Erblandhofmeister, seit den Zeilen K. Leopolds die Grafen von Roseu- hcrg; Erblandkckmmerer, seit 1566 die Gra¬ fen von Herberstein,- Lrblandstalliireister, die Fürsten und Grafen von Khevenhuller; Erb- la dmlmbscheuk, die Fürsten und Grafen von Dietrichstein; Erblandstabetmeister, vormals die Grafen von Wels, jezt mibcsezt; Erblai L- ttuchfts, serk dem 16 Jahrhundert die Grafen von LI^ »on Herberstein; Erblandjagerrneisier , die Grafen von Paradeiser ; Erblanövorschneider, die Grafen vün Stürgkh; Lrblan-falkenmei- ster , die Freyherren von Hallcrstcin. Im Jahr 1789 hat das Amt eines landständischen Kapellans Eugen Alexander , Rcichsfreyherc von und zu Wczel und Karben, infulirter Kommendeaök zu Maria auf der WiesenRit¬ ter des Ritterordens in Malta, k. k. Rath, und Pfarrer in der Hauptpfarrkirche in Kla¬ genfurt , bekleidet. Daß ein zeitlicher Bauer von Plassendorf Vormahls den Herzog in Kärn¬ ten eingesezt hat, ist bereits gesagt worden. Nähere Aufschlüße über die ältere Verfassung der Stände in Kärnten, und ihre Freyheiteis gibt das Werk, welches den Titel führt: Landhandfest des Erzherzogtums Kärnten, darinnen Kaiserliche, Königliche, und landes- fürstiiche Frcyhciten, Statuts, kande^gcbräu- che, und andere Saz -ur.d Ordnungen begrif¬ fen, auf Befehl der Landschaft gedn-cit 1610, Im Jahre 1759 hat bas Tambergische Bißthum seine in Kärnten gelegenen Herrschaften und Güter an das Haus Oestreich verkauft, und Has Capital in der wiener Stadtbgnk auf Zin¬ sen angelegt. Die Kunstprodukte Kärntens sind bald ge- nennt. — Die Arbeiten in Eisen, und Stahl nehmen darunter den ersten Platz ei». Man theilt das sämmtliche Eiscngcwcrk in diesem Lande in drey Theilc, als : r) in die Raoge- voerke, diese sind diejenigen, welche an den Haupteisenwurzenzu Hiltteicherg, Moßnlz, i« Lölling einen AnlhcU haben. Eie können is viel Eisen aufarbeiten, als sie wollen, den ^Überschuß aber haben sie an die in St, Veit Q 5 «c- sr F Ael-gene -Hauptnicderlage in Eisen sbzngebm. 2) In dic Wü^üeisengk-wer^c, diese sind jene, weiche das erzeugte Eisen bloß auf ihren Häm¬ mern anfzneudeslea das Recht baden. Zn die¬ sem Gc werke gebären das bischöflich Gurkische Eisenwerke am G-isb;rg , das Marburgische Gewerk zu Döllach und Sadersdorf, die lan- Lesfurstlichen Gewerke zu St. Gertraud und St. Leonard, das Gmflnderifche , das gräflich Schönborriische zu Waldenstein. Das Gmün- der'schc G'werk kann seinen Uiberfchuß eben¬ falls veräußern. In die ^anrrnerwerlre, n elchr das von dem Radgewerke an die Haupt- cifeuruederlage zu St. Veit abgegebene Eisen vcrarBtten. Dran zählt in ganz Kärnten 149 Lrahrzuge, go Nageischmiede, 20 Floßöfcn, und 267 Hammer, darunter zo Stahlhämmcr, 79 Stttrihä nmer , 56 Waüischhammcr , 49 Aeinhämmer , 17 Großwallischhümmer , 8 schwarz Blechhämmer, und I teutsch Hammer ze. Die Waaren, welche man verfertigt, be¬ stehen in Eisenstangen, Brescianstahl, Drath, Nägeln, Sicheln, Sensen, Messern, Schere re., dann sind zu nennen: die Bleyweißfabrik, und Tysische Tuchmanufaktur in Klagenfurt» Die letztere zählt ein Alter von 40 Jahren. In derselben wird bloß feines Tuch verfertigt, und qrößtentheils in Wien abgesezt. Eine be¬ trächtliche Gcwehrfabrik ist in Ferlach, oder Verlach. In Lcrsilöen arbeiten gegen 500 Per¬ sonen , deren Geschäft einzig in Verfertigung Les SchußgnvchrcS für die Armee besteht. Ma¬ nufakturen in Leinen bat man nicht, Der Landbauer verfertigt die L-inwand, die er für sich, und üire Familie braucht, selbst. Die vielen Rehe, -Hirsche, und Gemsen, welche die kärrttnerschmWnldci haben, machen die Ltz- bcr- 219 herberritung «n diesem Lande beträchtlich. Pier folgt eine Uibersichr der vorzüglichsten Kunst- produkte in diesem Lande, Wenn man die vorstehenden Natur-und Kunsiprodukte etwas genauer untersucht; so zeigt es sich, wie groß dec Mangel an diesen deydcn Produkten im Lande ist. In Rücksicht der Naturprodukte mangeln dem Lande das ^alz, weiches aus Steyermark, u -d Salzburg ge- -z»* geliefert wird; Kupfer, Alaun, Wein, Seide , Wolle, Steinkohlen, Korn, Weizen, Gerste rc. An Kunstprobuktcu werden vermißt: Lein? wand, Zwirn, grobes und von Mitterer Gat- tüng Tuch, Hüte, wollene Strümpfe, Socken, Geidenwaaren von allen Arten, Hvlzwaaren, Porzellan, Gkaswaaren , Papier °, Töpftrge- schirr, Pelzwaaren, Daumwollwaaren rc., mn- sikalischc Instrumente, Messingwaarcn von al¬ ten Arten, Schießpulver rc. Hieraus zeigen sich die Einfuhrsartikel. — Non fremden Län¬ dern erhält Kärnten : Kaffe, Zrrcker, Del, Gewürze, und Apothekcrwaaren. Die Aus- fuhrsartikel nach den Erbläudern bestehen in: Breßcianstahl, Bley , Bleyweiß , Gal- mey, Eiftnwaaren, inid Tuch, Diese eben genannte Maaren kommen auch ins Ausland, wozu noch gehören, Käse, Leder, Hornvieh rc. Won Triest bekommt Kärnten, Oel, Llqueurs, Seife , Fajance, Potasche, Syrop, Wein, Zucker ; von Krain : Top sorge schirr, Holz- waare, Leinwand, Marderfelle , Skrohhüte - und Weine; von Sceyermark : Kapaune , Kleesamcu, Salz, Alaun, Vitriol rc. Das fand unter der EnS liefert Porzellän, Spie¬ gel , Galanteriewaarrn; Böhmen gicbt Lein¬ wand, Zwirn, Luch, Gläser, Hopft» rr. Aus Ungarn kommt: Getreide, Hornvieh, Potasche, Kupfer rc. Lyrol liefert Wein, Käse, Kupfer , Messingwaaren, Teppiche rc. Wenu man uu^r die Ein - und Ausfuhrartikel zusammen n» Vergleich bringt; so zeigt sich offenbar, daß, was Kärnten bey seinen mineralischen Natur- und Kunst-Produkten gewinnt, es auf der andern Seite durch den großen Bedarf doppelt wieder verlie.t. Das Land kann daher weder die Bi¬ lanz des Geldes, noch breDilanz des Votthrils behaupten. Der Straßenbau hat Mit senem in de«! ädrigen Ecblanden eine gleiche Beschaffenheit. Hier folgt eine tabellarische Uibersicht, wie. die Straßen von Klagenfurt nach den verschiedene» Landcsgrenzen gelegen sind: r. Von Klagenfurt durch Steyermark naüi Wien. -2S2 22Z 6. Non Klagenfurt dutch Marburg nach Gräji Bölkermark. 4 Lavamünd.. 2. Unterdravb. 4. von hier nach Gräz. i . . 15. Summe»,. I 7. Von Kirchenth. . (BergLoibl) von hier bis Oberlayb. . Summe... Von hier nach Loitsch, von welchem Orte eine Seitenstras¬ se nach I- dria führt, »welche im uIahre 1765. d angelegt sworden ist. Unter den vorstehenden Strassen sind xwey beträchtliche Kommerzialsirassen in diesem Lan- Selegen, bende gehen von Villach aus, die eine. 2). I Klagenfurt nach Jdria» 4. 10. 224 rine dehnt sich westnordwerks, und die ändert Westsüdwests. Die erstere führt in das teutsche Reich, und die andere nach Venedig. Die er- stere dehnt sich von Villach über Gmünd nach tzremsbruck, rmd von da nach Salzburg. Die Maaren, welche von dem letzter« Orte den Zug nach Kärnten nehmen, machen den Weg ebenfalls durch Cremsbrück nach Gmünd, Villach rc. Von hier geht derWaarenzug entweder ost- werts nach Klagenfurt, oder südwerts durch Auroldsten, Tarvis , Malburget, nach Pont a Fella, und von hier in das venetianische Ge- biet. Die christliche Religion wurde hiet im sie¬ benten Jahrhundert bekannt. Das Landvolk nahm dieselbe am ersten an; später der Adel. Daher das Landvolk, wie bereits gesagt wor- den, mit dem Rechte begnadiget worden ist, «inen zeitlichen Herzog in Kärnten einzusetzen. Die römisch katholische Religion ist also auch hier die herrschende; aber auch die Lehre La¬ chers fand in diesem Lande mächtige Anhänger, vorzüglich in Obcrkärnten, und in der Gegend um Völkermarkt rn klnterkärnten. Das be¬ kannte Ferdinandische Neformationspatent jagte aus diesem Lande die Protestanten ebenfalls hin¬ aus. Indessen hat die Folge praktisch gelehrt, daß das Gewissen durch Gewalt sich nicht bän¬ digen läßt. Im Jahre 175? versuchte das Landvolk von neuem , sowohl hier als im Lande sb der Ens, sich als Bekenner zur evangelisch lutherischen Kirche zu erklären, und da ihre Fahl sawu stark zu werden anfieng, sa wur¬ den auch in diesem Lande Missionäre aus den Religiösen gewählt, und in verschiedenen Lan- desgegendrn als Apostel angestekt. Ihre Stand. orte - -LZ vrte waren zu Zeblizdorf , 'iv der Gne- sa , zu Teichen unter der Herrschers Him- melsberg; in Karnar; im Leßachthale; zrr Friesach; im Gcilthale; zu St. Pcter und zu St. Paul im Buchholz; zu Stranick, Tees- king, Altersbcrg, Tresdorf, Mitschighof , Dröpelach, Rittendorf, Ermachor,.und Kirch- Lach; im Dravthal, Kellersberg, Ruebland, und Töpliz. Außer diesen Missionären hatte man noch einen Nclioionskonseß , welchem die Handhabung der Bekehrung oblag» Derselbe bestand aus geistlichen und weltlichen Rächen; auch war ein eigener Rcligionsfuud vorhanden, aus welchem die Unterhaltung der Missionäre, und ihrer Wohngebäude bestritten worden» Die Zahl der in Kärnten ausgestellten -Missw- uäre b'lief sich über ZO. Schön unter Kaiser Kar» VI. wurden jene, welche sich zur römisch katholischen Religion nicht bequemen wollten, nach Siebenbürgen gesandt. Dieser Anordnung ist auch der Theresianischc Religionskonseß ämsig gefolgt; allein wcd»r Missionäre, noch Reli- tigionskonseß waren vermögend , die Lehre Luthers zu unterdrücken- Dieselbe behielt im¬ mer ihre geheimen Anhänger, die sich in der Folge ganz still betrugen. Sie besuchten de« katholischen Gottesdienst, giengen zum Abend¬ mahl, wohnten den öffentlichen Prozessionen -c>y; und hatten hierdurch diejenigen, welche sie bekehren sollten, nur zum Besten» DaS Feuer loderte immer in der Stille; endlich im Jahre 1781, als Joseph, der Erhabene, das Rcligionsedikt pubiiziren, und die Mis¬ sionäre in ihre Klöster zurück schicken ließ, loderte es auf. Es fanden sich sogleich viele Familien, welche sich öffentlich zur Lehre Lu- L»6 thers bekannten; und im Jahre >78z waren im Lande schon folgende Betyhäuser vorhanden, als» zu / Zkrriach, Pastor Hagen, zugleich Senior der sämtlichen evangelischen Gemeinen in Kärnten. St. Peter im Feld, — Prediger, Hr. Cnopf, kam 1785 als ater Prediger zu dem Bcth- Hause in Wien, und starb da 178^. Gneftr, und HimmelberF — Hr. Prediger Siegmund; als dieser starb, folgte ihm Herr Mag. Wucherer. Rabe! , Nahrmg- , und Trefling: — Hr. Prediger Draßler. Zricsach, und Buech: — Hr. Pr. Kurz. Slau: — Hr. Pr. Wallmuth. Wiupriach, und Weißensee: — Hr. Pr. Gott? Hard. Als dieser 1784 von dem Hirten¬ amte abgieng, folgte in demselben Hr. Wilhelmi. watfthig: — Hr. Pr. Renner. Tresdorf: — Hr. Pr. Braun. ZZleyberF: — Hr. Pr. Steinhäuser, Ossiach: -- Hr. Pr. Sachs. Nahring: — Hr. Pr. Wachs. Die 227 Die Zahl der sämmtlichcn evangelisch luthe¬ rischen Gemeinen stand im Jahre 1784 zwischen 14—und 1 s/voo Seelen. Jzt ist bereits der i?te Kopf hfcr ein Protestant. Im Jahre 178z wurde Hr> Johann Georg Fock, als Superin¬ tendent der evangelisch lutherischen Gemeine in Jnuerästreich in Folge eines landesfürst- lichen Dekrets angestellet. Hr. Fock kam zu Neumünster , einem Flecken im Hcrzoqthum Holstein, am itcn November 1737 in die Welt, studierte zu Kick unter Ehlers, und Velthu- scn; 1779 ward er Rektor seiner Vaterstadt; 1782 kam er als k. dänischer Eesandscdaftspre- Ligcr nach Wien ; 178Z erhielt er das Prediger¬ amt an demBcthhause seiner Religionsgenossen in Wien, und 1785 wurde er Consistorialrakl), und Beysitzer des evangelisch jurherischen Kon¬ sistoriums in Wien. Kärnten ist in Rücksicht der katholischen Religion eigentlich in g Diäresen abgctheilk, nähmlich in die Gurkische, und Lavantische, welche keyde dem Erzbißthum Salzburg in geist¬ lichen Sachen untergeordnet sind; und in die Laybachjsche. In den ältern Zeiten hatte auch der Patriarch zu Aquilcja einen großen Theil Les Kirchensprcngels in Kärnten uutct sich. Im Jahr 811 wurde zwischen dem Patriarchen Maxentius in Aquilcja, und dem Erzbischof Arno in Salzburg die Sache dahin verglichen, daß der erstere den diesftit der Drave gele¬ genen Kirchsprengei, und der letztere den jen- scit gelegenen behielt. 1752, in welch em Jahr das Patriarchat zu Aquilej« ganz unterdrücket, und das Erzbißthum in Görz errichtet ward, trat das letztere in die Aquilejanischen kärntner- hchen Diseesanrechte. Nun aber hat bas Lay- P 2 . hachkr 228 bacher Erzbißthum den diesseik der Drave geles genen Kirchsprengel unter sich. Hierzu gehö¬ ren noch die Erzpriesterey zu Villach und Ebern- dorf. Der Bischof zu St. Andree im Lavant- thal, ist Salzburgischer Generalvicar, und be¬ sorgt daher alle geistlichen Geschäfte im Namen seines Oberhirten. Er hak drey Erzpriestcr unter sich, welche sich zu Gmünd, Friesach, und Leinach befinden. Hier folgen nach der Zeitfolge i) die in diesem Lande gelegenen Bißtbümer, 2) die Kommenthureyen des kcut- schen Ritterordens, z) die Probsteyrn , 4) die Stifte, 5) die Mönchklöster, und 6) die Non¬ nenklöster. i) Dißthümerr rv7r. Anfang des Bißthums in Gurk. Geb¬ hard , Erzbischof in Salzburg, hat beym Kaiser Heinrich IV. die Aufhebung des von der Markgräfinn zu Friesach undZelt- schach mit Namen, Hemma 1042 hier gestifteten adelichen Nonnen - und Chor- herrenstistes, und die Widmung der Ein¬ künfte desselben zu einem Bißrhum bewirket. Der erste Bischof nannte sich: Gunther, Edler von Karpfeld; 145g wurde von Kaiser Friedrich der Bischof Ulrich IH» von Sunnenberg mit allen seinen Nach¬ folgern in den Reichsfürstenstand erhoben. 1226. Anfang des Bißthums zu St. Andree im Lavantthal. Der Stifter war der Erzbi¬ schof zu Salzburg Eberhard, aus dem adelichen Hause von Truchsessen, welcher zum ersten Bischof: Ulrich, Pfarrer in Hauß gemacht hat. Er starb 125s. Mel¬ der sr? der Bischof zu St. Andree führt den Ti¬ tel: des heil. röm. Reichs Fürst, so wie der Bischof in Gurk; beyde aber sind nicht unmittelbar Reichsfürsten. 2) Rittercommenden: L2.°. Kommenthurey des teutschen Ritteror- vrdens in Friesach, wozu auch die Kom- mcnde zu St- Georg im Sandhofe ge¬ hört. 1684 war Kommcnthur Johann Jacob ErafKazianer von Kazenstein; i788 Christian, reg. Graf von Erbach - Schon» berg rc. Hoch-und Teutschmeister. geh. Rath, und Statthalter in Mergen¬ theim rc. 22... Kommenthurey des Maltheserritterordens zu Pulst mir der Kommende Rechberg. z) probsteyen: z6;. zu Mariensaal im Zollfeld, in Mitterkärn- ten. Hier soll das erste Bißthum gestan¬ den seyn. Oswald wird als leztcr Bischof angegeben. Von dieser Zeit an hatte hier immer «in Probst den Siz. ri47. zu Wieting, in Mitterkärnten. Die Ge¬ legenheit zur Stiftung dieser Probstey gab Gottfried, Freyherr von Wieting , welcher alle sciüe Güter in Kärnten dem Benediktinerstift zu St. Peter in Salz¬ burg mit dem Bedingniß vermachte, baß in Wieting eine Klostergememde unter¬ halten werde. N 3 "ZK rzo r- «2Z2 zn Völkermarkt in Unterkarnten. Vir- gil, Bischof zn Salzburg , Hat zn St« Ruprecht außer Völkermarkt cin Kolle- giatstist errichtet . 1212 erhielt die Prob- stey für den Probstcn cine Wohnung in dem Nölkermarkt, und 1232 ließ Eberhard II. Erzbischof von Salzburg, die Kirche von Grunde aufbauen, übersezte das Kapitul von St. Ruprecht dahin, und stiftete iz Kanoniker. ,ZZi zu St. Niclas tn Straßburg in Mitter- kärnten. Der Stifter dieser Probstey und 6 weltlicher Chorherren, war Gerold, XVIII. Bischof in Gurk. Die Lehen- Herrschaft über die Probstey , und das Kapitul gebührt einem zeitlichen Bischöfe in Gurk. Der Probst zu St. Niclas hat Siz und Stimme auf den Landtagen in Kärnten. L500 zu Kreig in Mitterkärnten. Der Stifter dieser Probstey war das frcyherrliche Hau.s von Kreig. Da die Herrschaft Kreig ein landcsfürstliches Lehengut ist, so hängt auch das Temporale der Probstcv bloß von der Landcsstelle in Jnneröstreich ab. Der Probst hat Siz und Stimme auf de» Landtagen in Kärnten. zu Gurniz in Mitterkärnten. Ein zeitli¬ cher Probst hat Siz und Stimme auf dem Landtage in Kärnten , 1789 war Probst: Joseph Aichwalder, Drysttzer bey dem ständischen Ansschußrath in Klagen- furt- »775 Ä ^M -7 n 2Z»' r.775 zu Eberndorf in Unterkärnte«. Ackaj Graf von Arco überließ seine Güter zur Aufbauung einer Kirche, und eines Klo¬ sters an Mein Orte , wo sein Körper zur Ruhe gelegt werden wird. no6 brach¬ te den Willen des Stifters Ulrich , Pa¬ triarch in Aquileja, zum Vollzüge, und errichtete in Eberndorf ein lateranensischeS Chorherrcnstist St. Augustins. 1450 er¬ hielt die Probstey die Insul; 1604 erhiel¬ ten die Probstey die Jesuiten rii Klagen¬ furt, da vermuthüch'die Chorherren der Probstey größteutheils der Lehre Luthers gefolgt sind, 1775 wurde die Probstey als eine weltliche Stiftung erklärt , für den Probsten sein jährliches Einkommen bestimmt, und der Uiberschuß der Prob- sieyrevenüen dem Schulfond zngetheilk. Die Probstey ist landeöfürstlich° 4. Mönchstifte 68) Venediktinerstrft zu Ossiach, inOberkäru- ten. Der Stifter war Ossius, oder Oj- zius, Graf zu Tiff n. Der vielen Wen¬ dischen, und Hunnischen Kriege weg. n blieb das Stift bey 40a Jahre vd« 1784 wur¬ de dies Stift mit dem Zu St. Paul ver¬ eint, royl Benediftincrsftft zu St. Paul in Un- .terkärnten. Die Stifter waren: Graf Engelbert.von Spanheim, dessen Deu¬ ber Harwick, Bischof in Magdebuig, und seine Gemahlinn Hedwig. Duft» Stift war bereits zu seiner vollkommenen Auslösung im Jahre 178? reif, P^4 - LI« feyn aber wurde am rasten Oktober des eben genannten Jahrs wieder bestätigt. rn6, Benediktinerstift zu Arnoidstein in Ober- kärnten. Der Stifter war Otto, aus dem gräflichen Hause Andechs , Bischof in Bamberg. Valvasor setzt die Stiftungs- zert i» bas Jahr §126. Das Stift, wel¬ ches schon r/82 für erloschen erklärt wor¬ den ist, wurde 1784 mit dem zu St. Pauk vereinigt. RI47 Cifterzienserstift zu Victring in Mitter- kärnten. Den Grund zu diesem Stifte hat Meinhart Yon Molentein rn7 ge¬ legen Sein Schloß Natcrnburg bestimm¬ te er zum Klostergebäud c. Z2ZZ. Prämonstrateuftrstift zu Griefen in tln- terkärnten. Eckenbert , Bischof in Baur- birg, hat nach dem Tode seines Bruders^ Heinrichs, Markgrafen von Andechs, mi Einwilligung der Gräfinn von Heimburg, alle die an ihn gekommenen Güter dem Stifte in Griefen eigenthümlich überlassen , welches daher in ihm seinen wahren Stif¬ ter erkennt. L604. Jesuiten in Klagenfurt vom K. Ferdinand - kl. gestiftet 's 1773« 5. MönchMster: L242. Minoriteu , oder das Kloster der min¬ deren Konvcnkualbrüder zu Wolfsberg im Lavantthal^ward 1242 mit Bewilligung Heinrichs,-von Schmiedftld, Erzbischöfen 4 zu 2ZZ zu Bamberg, erbauet. Dies- Ordensgeist- Uchen wurden verpflichtet, hier die Jugend in den 4 Humanilätsclassrn zu unterrich¬ ten , wofür ihnen Heinrich jährlich: ein Faß Wein , vier Metzen Weizen , 20 Klaf¬ ter Holz, und fünf Pfennige legirt hat« Diese Stiftung erhielt in der Folge ver¬ schiedene andere gestiftete Zuflüße. 1250. Minorite», oder Les Kloster der min¬ deren Konventu albrüder zu Villach , 1250 vom Bischof Heinrich zu Bamberg ge¬ stiftet ; 1264 eröfneten diese Brüder Schulen, s 1262 Augustinereremiten in Völkermarkt. 1617. Franciscaner in Klagenfurt. Die Er- laubniß zum Klosterbau ertheilte Ferdi¬ nand , Erzherzog von Oestreich am i. July Mi. 1626. Kapuziner zu Villach. Sie wurden von dem da residirenden bambergischen Dizdom berufen, um den katholischen Glauben zu verbreiten, und die Lehre Luthers zu unterdrücken ; i6zZ wurde die Klosterkir¬ che eingeweihet. i6z5. Serviten in Lukau, in Oberkärnten- 159k baute hier Johann Graf in Ortenburg ein Kloster , und besetzt« dasselbe mit Franzifcanern ; 1594 wurde die hier ge¬ legene Filialkirche zu einer Pfarre erho¬ ben, und 1625 den Franziskanern nn- geräumt. Sie verließen 1627 den Ort. s6A5 bekamen die Serviten von de»x P 5 Grafen LI4 Grafen Georg von Ortenburg bas Klö¬ ster, und die Pfarre. i6z8- Kapuziner in Wolfsberg stiftete Franz Graf von Hazftld, Bischof in Bamberg. -649. Kapuziner in Klagenfurt kamen durch das Bestreben der kärntnerrscheu Landes- siände hierher. 1710. Servitcn zu Kötschach in Oberkärnten stiftete 1170 im Juny Mit i r,ooo fl. Franz Walter von Herbstenburg, und Fran¬ keneck, fürstlich fteysiugerscher Rath zn Innicheu in Tyrol. 1710. Hkeronymitancr zu Ortenburg in Ober.- kärnten stiftete Annibal Emanuel, Fürst von Porzia. Die Absicht dieser Stiftung war, die in dieser Gegend ausgebrettete Lehre Luthers zu, ersticken. i?z6. Hieronymitaner zu Weißach in Oberkärn? ten stiftete Leopold Graf Ursim, und Ro- fenbcrg. Die Absicht der Stiftung war der vorstehenden gleich. Im Jahre 17^8° im Oktober wurde die hier gt legene Kir¬ che Tft Nicolauch zu eiyer Pfarre erho¬ ben , und dieselbe den genannten Hierony- mitanern anvertraut. ^7)2. Augustiner, Barfüsierordens zu Rueblanb in Kärnten. 1752. Karmeliter zu Zedlizdors in der Gnesa. Beyde Hospitier- si..d auf Veranlassung des erwähnten Rckigionsconftsses erricht ttt 2ZZ tet worben, nm die wieder aufgeloderte Lehre Luthers in diesen Gegenden ju dam¬ pfen. 6. NonnenMster: iOo6. Nonnenstift des heil. Benedikt zu Arnold- siein zu St. Georg am Längste. Stifter waren Herzog Ottwein Graf zu Görz, und dessen Gemahlinn Wigburg. Zustif- tungen haben gemacht II84 Ulrich, und Bernard, Herzoge von Kärnten , und mehrere andere. Als erste Acbtissinnen Werden angegeben die drey Töchter des Stifters, als: Hildegard, Hilburg, und Berchtigund, f 1782 im 7/6sten Lebens¬ alter. r6s. Nonnen des St. Dominik zu Maria Lo- rctto im Lavankthal. Der Stifter dieses Klosters war Albert de Priamis XXVII. Bischof zu St- Andree. Das Kloster ist 1782 zu seinen Vätern gegangen. . 1670. Nonnen der heil. Ursula in Klagenfurt. Die Gelegenheit zur Gründung dieses Klosters gab Veit Balthasar von Grim ming, Freyherr von Stall, welcher in sei¬ nem Testament verordnet hat, daß , wenn sein Vetter Kar! Friedrich ebenfalls ohne Erben die Welt verlassen sollte, das bcp den Landsiänden in Klagenfurt auf Zin¬ sen gelegene Kapital zu 10,000 ft. auf milde Stiftungen verwendet werden soll. Karl Friedrich von Grimmingen gieng ohne Erben aus der Welt ; daber damahlige Landeshauptmann in Karuten, szS Siegmund Hettfried, Reichsgraf v»« Dietrichsiein das grimnüngische Kapital zu Stiftung genannter Rönnen zu ver¬ wenden beschloß. Auch die Kaiserin«, Könrginn Eleonora ließ durch den damah- lige» Burggrafen Ursin, und Rosenberg Ne Zupandcbringung der Stiftung betrei¬ ben. Das Kloster wurde am ersten Mit § Nonnen dieses Ordens aus Men hesezk. L?l6. Nonnen der Gt. Elisabeth in Klagenfurt. L742. Tertiärsten - oder Schwestern des dritten Ordens St. Fran; zu Villach. Ein von Geburt adelichcr Kapuziner bewog einige Burgersmädchen nach der Regel des St. Franciscus zn leben. Er brachte die Zahl auf 12 , welche gemeinschaftlich in einem Hause wohnten , und nach der ihnen gegebenen Vorschrift zu leben an- siengen. Dieses Institut wurde von der Kaiserin« Königin» Maria Theresia in so fern bestätigt, daß die Mädchen keine < Lebenslängliche Verbindlichkeit auf sich nehmen durften; und zugleich mußten sie sich verbinden , sich der Unterwei¬ sung der Jugend ihres Geschlechtes zu widmen. Ihre Kleidung besteht in einem braunen Zeug von Wolle ; und da sie keine Klausur haben, so können sie auch «usgehen. Auch dieses Kivster ist fäcu- larisirr. Die Minorikcn waren in diesem Laude die ersten , welche öffentliche Schulen gehalten ha- brn. Ihre Entstehung fällt in das izre Jahr> hundert.. 2Z7 hundert» (Ma» sehe oben bep der Religion die chronologische Reihe der Mönchklösier) Ihnen folgten die Protestanten , welche an ver¬ schiedenen Orten Schulen hatten. An diese schlossen sich die Jesuiten an, welche in Kla¬ genfurt ein Kollegium und Geiniuarium, und zu Mühlstätt eine Residenz hatten. Im Jahr 2777 wurde in dem BenediMn»rstifr zu St. Paul ein Gymnasium eröffnet. Dasselbe be¬ stand !78r aus 5 Classen. Au Klagenfurt ibe- stehen jetzt ein kycäuin, Gymnasium, und eineNor- malschulc. An dem kycäo stauben 1789 drcy Lehrer der Philosophie, ein Prosektor, einLeh- rer der Chirurgie, und ein Lehrer der Thier- arzneykuude. Das anatomische Lehramt war rmbcsezt. Das Gymnasium besteht, wie ge¬ wöhnlich, aus einem Präfekt, und 6 Lehrern, darunter einer die Lehre der griechischen Spra¬ che auf sich Hal. Auch ist noch eine öffentliche «endemische Bibliothek vorhanden. Die Schrift¬ steller, die theils in Kärnten -geboren , und da noch leben, theils da im verflossenen Jahrzehcnt gclebet haben , find: Freyherr von Wulfen, Abbe von Herbert, AbbeStorchenau, von Edling, Prälat zu St. Paul, Kirchschlager, »Radit- schnigg, HofrathRaab, Wenger, Wunder, Mayer, und Juliant. In Klagenfurt besteht auch eine k. k. öconomische Eocietät. In ganz Kärnten liegt ech Regiment mit der Nummer 26. Der jezige Jnnhaber ist der Feldzeugmeister D' Alton. Der Stab liegt in Klagenfurt. Dem Regimente ist ganz Körn¬ ten zu seinem Werbbezirk angewiesen. In Kla¬ genfurt befindet sich in Friedenszeiten ein Fclb- Marschalllieutenant, und Feldkriegskommissär msd LZ8 und ein Milizmagazin. In Klagenfurt ist auch ein Grenadterbataillon gelegen. Die 'Besorgung des Stiftungund Ar- menwesens geschieht auch hier „ach dem für die Erblande allgemein angenommenen Josephi- urschen System. Die landesflirstlichen Einkünfte betrugen bisher 2 286,000 fl. darunter belief sich das Kont, ibutionale auf 1,26-1,000 fl, und das Ban- cale auf 6oz,oL« Gulden. Nun folgen die in Kärnten gelegenen vor¬ züglichsten Gebirge, Flüsse, Seren, Schlößer, Städte, und Märkte nach der jezt bestehenden Kreiseinthcilung, als: «. Im Klagenfurterkrcise. In diesem liegen: Altenhof, ein Markt mit einem Schloße, dem Erzbißthum Salzburg angehörig, auf ei¬ nem Berge an der Mettniz. St. Andree , eine bischöfliche Salzburgi- sche Stadt am Fluße Lavant im Thale gleiches Namens. Hier ist der Siz eines Bischofs , und einer Probstey. Blevbury, eine landesfürstliche Stadt an der Feistrij zwischen Völkermarkt und Gutcn- flein. Das hier gelegene Schloß besitzen die Grafen von Lhurn als einen Pfandschilling, i^ay war von dieser Herrschaft das Geschlecht der Grafen von Hainburg Besitzer. Von die¬ sem kam dieselbe an die Grafen von Pfannen¬ berg. AZ9 berg» Der hier gelegene Boden ist trächtig ak; Wiesen» DrnvburH , auch TrabNrg, Draaburg, wird in das untere, und obere Dravburg ab« getheilt. Unterdravburg, ein Markt und Schloß an der Drave im Lavantthal dicht an der Grem zc des Marburgerkreises in Stcyermart, 6 Meilen von Klagenfurt. Die Herrschaft ist ein Eigenthum des Benediktinerstifts za St. Paul Hier ist ein Zollamt , und der Post- wechscl zwischen Lavamünd , und St. Oswald »n Steyeimart. Dravburg hat mehr als wahr¬ scheinlich seinen Namen von dem Fluße Drave ; daher cs richtiger Dravburg, als Draaburgoocr Traburg geschrieben wird. Eberndorf, eine Probstey, südwärts von Völkermark. Die Chorherren dieser Probstey ha- Len größlentheilö im rütcn Jahrhunderte die Lehre Luthers angenommen. S. oben dm Stand Ker Geistlichkeit in Probstey. Friesach , auch Freisach , die ästeste Stadt Zn Kärnten an dem Flüßchen Mettritz 6 Mel¬ ken von Klagenfurt, gehört dem Erzbischof in Salzburg. Hier ist eine Probstey, unbKom- menthurey des teutschen Sritterordms gelegen. Die Stadt hat drey Thore. Das hier gelege¬ ne Schloß hat Gebhard Erzbischof in Salzburg iO8o neu erbauet. 1140 har Conrad Erzbischof Zn Salzburg hier ein Spital angelegt. Oie teutsche Ordenscommende ist außer der Stadt gelegen. Die in dieser Gegend zelegenen Ei¬ senwerke sind bekannt. Hier ist ein Zollamt, und der Postwechsel zwischen St. Veit, und Rcunmrkl in Stepermark. Krssach war i.-q roten 24S raten Jahrhundert im Besitze des Rechts zu münzen. KeisberF bey Friesach, hier sind ergiebige Eistnzruben gelegen, welche theils dcm Bißtbum Gurk thntS ^ndrren Gewerken gehören* Nov 720 fahren soll hier ein beträcklichcs Silber- bergirerk im Betrieb gewesen scyn. Sr. Leor^ am Längste. Das hier gele¬ gene Nonnenstift ist erloschen, und find die demselben zugehörigen Güter dem Religionsfund zugefalb n. Der Ort liegt eine halbe Meile nortwärts von St. Veit.- St. Gertraud unterhalb St. Leonard an der Lavant. Diese Gegend ist wegen ihres h!cr befindlichen bis auf 42 Loch silberretchen C stqsrats bekannt. Auch find hier trächtige Eiieugruben gelegen , wovon der Landesfürst Besitzer ist. Gla-r, ein Fluß , hat südwärts zwischen demOssiacher und Werderfee seinen Ursprung, nimmt noidwärts den Lauf, wendet sich bey St. Veit nordostwärts , und fällt ostsüdwärts unweit St. Jacob in die Gurk. Gcwtschiz ,ein Fluß , hat oberhalb Hütten¬ berg seinen Ursprung, läuft südwärts, und fällt Unweit Oste:wiz in die Gurk. Gurk, «in Fluß, entspringt Westwärts zwischen dem Engerfte, und Schwärzst«, nimmt den Lauf sütwärks nach Laurenz, Reichenau, und klein Kirchheim; von hier ist der Laufnord- wärts nach Weitenfeld , Gurk , Straßburg , und 24l ANb St Magdalena, wo sich die Mektmz mit demselben vermischt. Von hier ist der kauf süd¬ wärts nach Osterwiz; unterhalb dieses Ortes vermengt sich Mit ihm der Fluß Gortschiz ;pon hier ist verkauf südostwärts und fällt zwischen St. Nicolaus und Stein in die Drave. Griffen , ein landesfürsilicher Markt mit einem Schloße nordwärts von Völklmarkt. Der Ort war vormahls ein Eigenthum des Bißrhums Bamberg. Hier istdasi2ZZ gestiftete Prämorr- stratenserstift gelegen- Gurk, ein Markt am Fluße gleiches Na-- mens, nordwärts von Klagenfurt zwischen ho«? hen Gebirgen. Hier wurde im Uten Jahr¬ hunderte ein Bißrhum gestiftet ; die Residenz des Bischofes aber ist in Straßburg. Das Dom« kapital, und das Konsistorium sind in Klagen¬ furt gelegen- Der Pcrsonalstand des ersteren war !78y dieser: r Generalvicar. Domprobst, Domdechant, Domcustos , Domscholastieus , Senior und 2 Domherren. Bey dem Konsi¬ storium führt da- Präsidium , der Generalvicar. Die übrigen Bcysitzer sind: der Domdechant , 2 Domcapitulare, der Stadtpfarrcr zu St. Negidi; der Konsistotialdirectok, der bischöfliche Notar, und der Stadtpfarrer zu St. Laurenz. Zu der Konsistorialkanzelley gehören: der Re¬ gistrator , und Kanzeüist- Im Jahre 1779 ist di^ß Domstift von der Höchstsel. Monarchinn, Maria Theresia mit einem Kapitulkreuz in Form eines Pektorals beschenkt worden. Die eine Seite enthält die Etifterinn Hemma; die an¬ dere aber die Namen bcyder k. auch k. d° Mff- festäten. Die Geistlichkeit in dem schrick Mühlstatt ist dem Bißkhum Gurk zugelheut. Q L>ur- 242 Gurm'z, cin Schloß und Probstey, zwi- schen dem F'uß Glan, und dem Gebirge, süd¬ wärts von Klagenfurt gelegen. Gutensicrn, ein lalldesfürstlicher Markt am Fluße Miß, dicht an der Grenze des Cil- lierkreises in Cttyermark. Guteriny, ein dem Crzbißthum Salzburg gehöriger Markt an der Olkza südwärts von Hüttenberg. HüttenberF, ein salzburgiscker Markt am Fuße des hier gelegenen Erzberg an der Gort.- schiz. Hier ist eine k. k. und fnrstl. saizburg. Perg- gerichkösubstitution; auch sind hier viele Ar¬ beiter in Eisen angesessen , welche das Eisen aus dem ober dem Markt gelegenen Erzberg erhalten. Der Betrieb des hiesigen Bergbaues soll ein Alter von iooo Jahren zählen. Es wird hier an drei) Seiten einzeln und vereint gcbauet. Die Zahl der Arbeiter steiget gegen ZOv Köpfe, und jedes Gewerk hat seine» ei¬ genen Verweser. Dlagenfurt, (Elsuäü kor»m, Olaßen- kurtum) die Hauptstadt in Kärnten. Sie liegt fast in dem mittcren Theiie des Landes gegen das südliche Ufer des Glanflußes 40 Meilen von Wien, 27 von Gräz, n von Lapbach , und Z5 von Salzburg. Im Jahre 1518 am 24» Aprtl hat Maximilan I. die Stabt de» kärntnerischen Landständen geschenkt. Gegen das Ende des i6ten Jahrhunderts wurde sie befestigt, und mit einem liefen Wassergraben umschlossen. Der Bastionen werden 8 gezählt. Die Stadt hängt mit dem Werdersee, dessen Länge 0ü^F-7'v L4V Länge auf 2 Merlen bestimmt wird , mittels eines Kanals zusaMMen. Die Stadt hat vier Thore, nämlich: das Villacher - St. Vetter - Vöiklmarltcr und - Victringerthor. Von dem ersteren führt die Strasse ngch Salzburg, Ty- rol, und Italien, von dem ztveyren durch Steyermark nach Wien , und von dem dritten nach Mrätz. Außer der Stabt Hst Klagenfurt vier Vorstädte. Diese sind : die Völklmarkcer, die St. Vetter - Villacher - und Victringervor- siadt. In der ersten ist die herzogliche Burg, und das Nonnenspltal der heil» Elisabeth ge¬ legen. In der St Veitcrvorstadt ist die Ly- fische Tuchmanufaktur ( 1764 errichtet ) und die Blcyweißfabrik fthcnswürbig. Von dem NictrinackthoeWM man eine angenehme Fahrt nach dem WerMrste. Die Stadt wird in zwcy Pfarren abgethcilt, nähmiich: indic Pfarr tzu St. Aegidi, und Et» Laurenz. Unter den se¬ henswürdigen öffentlichen Dmkmählern kömmt am ersten zu stehen, die auf dem neuen Platz siehcudc kolossalische Statue von weichem Me¬ talle, das Bildniß der verewigten Maria The¬ resia vorstellend; dann das Portrait Kaisers Leopold zu Pferde, von Marmor gemacht ; fer¬ ner auf dem alten Plaz : die von Marmor auf¬ geführte Säule, auf deren Spize das Bild¬ niß St. Johann von Nepomuk ruht, und die auf dem Plaz bey dem St. Veirerthore be¬ findliche viereckichre Gpizsäule von schwarzem Marmor. Sie ist dem St. Florian gewidmet, «nd wurde 17-li aufgestellt. Am uten Novem¬ ber 1600 kam Markin, Bischof zu Seckau , «vn 400 Kricgsleuten begleitet in Klagenfurt an, ließ alle vorhandenen lutherischen Bücher öf¬ fentlich verbrennen , hob allen evangelischen Gvttesbienst auf, und zog von da am i4tm Qs Novem- 244 November wieder ab. Die politischen, und Justizdepartemente, welche in Klagenfurt ge¬ legen sind , habe ich bereits oben aufgefährt. M das hier 1764 errichtete Waisenhaus hat -ie Äommerziaikasse im Jahr eine Sum¬ me von 15,002 fl. abgegebm. Im May 1781 kam die Erzherzogin!, Maria Anna nach dieser Hauptstadt, um da ihre Tage zu schließen. Die rrzherzoglichc Residenz ist in der Völklmarktcr.- Vorstadt gelegen. Diese von allen geliebte Princessinn starb am 19. November i -Zy in ihrem 51 sten Lebensjahre au der Brustwasser- sucht. Die Höchstselige hatte im Fache der Naturgeschichte sehr weit verbreitete Kcnntniße, Sie hatte ein Naturalkabinet unter der Anlei¬ tung des Herrn Hofraths vM Born gesam¬ melt , und systematisch geordnet. Dieses aus¬ erlesene Kabinet hat die Universität in Pest 1789 um 2O.OOO Gulden an sich gelöset; aber so tief ihre Kenntnisse' im Fache der Mineralo¬ gie waren, eben so eine grosse Freundin war Sie auch von den bubenden Künsten. Die Selige geruhte am 5. Mär; 1767 der Academie der bildenden Künste in Wien eine Handzcrch- nung zuzustcllen, und ließ sich zum Mitglieds erklären. Diese Zeichnung besteht in einem mit Rothstein schroffirten Fraucnkopfe, auf dessen scheinen Gesichtözügen ein lebhaftes Nachdenken herrscht. Das Haar ist mit Perlen geschmückt, und den Hinterthcil des Hauptes bedeckt ein Schleyer, der in zierlich abwechselnden Falten- brüchcn über die Brust herab wallt. Das Bild ist i Schuh, y Zoll hoch, und l Schuh 4 Zoll breit. Man sehe den II. Heft der östreichischm gelehrten Anzeigen vom Jahr 1779. L»- V-^W-7» 24Z Lavsnk, ein Fluß, welcher in Steyer- Maik im Judcnburgerkreise unterhalb Obedach entspringt, südwärts de» Lauf nimmt, und be» Rcichenfcls Kärnten betritt, wo er den Predlbach zu sich nimmt. Von hier ist der Lauf nordostwärts, und fällt südwärts bey La- vamünd in die Drave. An sein nordöstliches Ufer grenzen: Lichtcngrabcn , St. Leonard, Wiesenau, St, Gertraud, St. Stephan, Elln- Dorf, St, Magdalena, -c. Gegen daS west- lici e Ufer liegen : Et. Margareth, Haunhof, St. Paul, Loschenlhal, und Lavamüud, Lavantthak, am Fluße gleiches Namens, her dasselbe durchströmk. Die Länge dieses Thales beträgt 6 bis 7 Meilen, ist sehr frucht¬ bar, und hat eine sehr reizende Lage. Diese Gegend hatte vormahls den Titel einer Graf¬ schaft, welche Heinrich Herzog zu Kärnten, rm Jahre 992 seiner Tochter, welche Siegfried Graf von Cpanheim geheirarhet bat, zum Brautschaz mitgab. Die vorzüglichsten Orte, welche in diesem Thale liegen , sind: St. Andre, Lavamünd, Er. Leonard, Lichtengra- hen, Mittertrixen, Mosern, Ncidau, Nicder- trixcn , St. Paul , Paye'rhyf, Pfaffendorf, Preblau, Rcinhof, Reichenfels, Sauerbrun¬ nen, Schmelzhof, Stein, Tachenst.in, Läl- lerberg, Thurn, Untcrdravburg, Völklmarkt, Weißenau, Wiesenau, und Wolfsthal. Gegen Zsordcn grenzt dieses Thal an den Fluß La- vant, der hier die Grenze zwischen Stcycr- mark, und einem.Theile von Kärnten macht» gegen Osten an die Schwar.nberg-ralpeu in Stcyermarf , gegen Süden an die Drave UNS gegen Westen gegen den Fluß,Gurk. 246 Lavamün-, rin landesfürstlicher Markt an der Drave , wo sich mit diesem Fluße dir xavank vereinigt, 8 Meilen von Klagenfurt, und IZ von McrrbuvF. In der Lelltny, unterhalb Hüttenberg. In dieser Gegend sinder man verschiedene Arten von Braunstein, als: flockigen, filberfärbi- gen, derben, stahldichten, schuppichten, flie- ßigen, petragorischcn, krystallisirten, d-ndri- tischen, ocher-und tropfsteinartigen. Die hier befindlichen Radgewerke haben an den Eisen,- gruben oberhalb Hüttenberg mit Mosinz glei¬ chen Antheil. Die zwischen Hüttenberg, Lel- ling und Mosinz gelegene Gegend nennt man die Eisenwurzen , welche ihre eigene Berg¬ werksordnung hat. Die Inhaber Vieser Eisen¬ wurzen waren 1782 , die landesfürstliche Stadt St. Veit, Graf Kristallnigg, die Freyherm von Ecker und Wieting, die von Pfeilheim, Mayerhofen, Secheray, Riegler, Rauscheri¬ sche Erben und Kcllerstcinische Erben. St. Hconard, eine lanbcsfürstliche Stadt im Lavantthal , nordwärts gegen Steyermars gelegen , gehörte vsrmahls dem Bißthum Bam¬ berg. Loibl, ein gegen Süden gelegenes, und bekanntes Gcbirg, welches Kärnten und Krain von dieser Seite scheidet. Uiber dieses hohe Gebirg wurde zwischen den Jahren r;6y, und i;7o eine Straffe angelegt, Sie ist schlangen- artig, da die Lage des Berges die Anlegung einer geraden Strasse nicht zugelasscn hat An der Äbrndseilr dieses Berges isi eine Brück? mit ü-üHKü-Ä 247 Mit einem sehr hohen Bogen aufgefährt, durch welche das Wasser durchstießt, welches aus einem Felsen ungemein schnell und brausend hcrausstürzt. Die ganze Länge von dem Berge Loibl bis zu den Steinern!pen beträgt 4 1/2 Meile. Valvasor bestimmt ihre Hohe auf 10,274 GÄub^ Auf der größten Höhe des Berges ist eine Höhle im Felsen durchgehauen. Dieselbe ist mir Holz ausgezimmert. Ihre Höhe wird guf 12 Werkschutz, die Länge auf 152 geome¬ trische Schritte, und die Breite auf 4 Ruthen bestimmt. Dieser Felsendurchgang ist hier die Grenzscheide zwischen Kärnten und Krain. Das Eisen, welches die Kärntner nach Triest lie¬ fern, wird bey diesem Felftnthor umgeladcn, und von Kramern an den Bestimmungsort gebracht. Am Fuße des Berges an der Kärnt¬ nerseite ist ein Dorf im Hammer genannt, mit einem Hammerwerk. Auch ist hier ein Zollamt gelegen. Der Berg Loibl ist eigentlich zwischen Kirschentbeucr, und Neumarkt gelegen. Mit¬ hin beträgt seine Entfernung von Klagenfurt, 6- und von Laybach 5 Psstmeilen, » Loibl, ein Fluß , welcher oberhalb des Dorfes, im Hammer genannt, entspringt, den Lauf nach dem Berg Loibl nimmt, und bey Neumark! in die Feistriz fällt. Nlariensshl , ( 8v!ienssr csmxns ) eine Probsiey , im Sahl - ch>er Zollfeld au dem Fluße Glan auf einer Anhöhe gelegen. Die eigent¬ liche Lage ist zwischen Klagenfurt, und St. Veit. Man vermuthet, daß hier Tiburnta ge¬ standen sey. 1502 hat ein Bauer auf feinem Acker eine Mannsperson in Kupfer stegchlM Wit einem runde» Hute von gleichem Metalle F4K Mtdeckt, Auf den: rechten Schäkel Kes Tik- Hes standen d e Worte: -v l^oblicins O. L-. ^ntioa. 1i- blardiaz H ?. s,. "l ib^r. Am Ranke des H; e.- >'as "an. Mrmis Oülli'ina« VinällL libsrmz Lsrbius 1^,. Illr rcnz lchilo^tus I'opuli UomLni, LrüL —snnnis Lsrbius ^olaorE Mr;. Hlcr.ist auch der stüa rne L.ynjruht zu se- Hen, wo vormahls cm Bauer aus Plaffendorf Den Herzog von Kärnten , wie berens gemeldet worden, eingesetzt hat. Der Boden ist eben. And sumpfig- Meifelöingen, eine halbe Meile von Hirt ist daS silberhaltige Bleybergwerk gelegen. Hirt Liegt 11/2 Meile von Friesach. Mist, ein Fluß , entspringt südostwärts im Gebirge, fließt nordwärts, und fällt gegen Osten unweit Unterdravburg in die Drave. Die Bäche, welche sich mit diesem Fluße verein mgen, sind: ter Frauenbach, Reichenbach, und Schwarzenbach, Nerdau, ein Schloß im Lavantthal beH Wolfsberg- Hier ist gute Viehzucht. Niederrrixen, ein Schloß im Lavantthal § Nordwärts von Wölllmarkt. Tripcn wird in Witter - Rieder - und Oberirsen abgetheilt. Die Gegend ist von Waldung umschloffen. Auch jst die Viehzucht hier im gute» Stande. Glkza, ein Fluß, welcher oberhalb Neu¬ markt im Iudenburgerkreise in Steyerniark ent pringt , von da wrstsüdwärts den Lauf nimmt, und Friesach gegenüber sich mit dex Mettnir verbindet. Oster-- Vsterwi; , ein auf einem steilen Felsen gelegenes Graf Khevenhüilerisches schloß zwi¬ schen Klagenfurt, und Altenhof, z Meilen vom erster« Orte, iggH ist dasselbe von der Margabetha, Maultasch genannt , vergeblich belagert worden. Für die Fußgänger nach dem Schloße ist , nachdem man eine beträchtliche Höhe erreicht, eine ausgehauene Lr ppc an¬ gebracht. Diejenigen, die hinauf fahren, ha¬ ben 14 Ahore zu passiren. Zum Anfänge der Fahrtstrasse stehen zween nach altem Geschmack e gekleidete Knechte, deren jeder eine Fahne in der Hand hält. An der rechten Sette ist die Maultasche in Stein ausgehauen zu sehen, welches Bild r;8o der damalige Lanocshaupt- inann, Frcyherr von Khcvenhüll r, als Lrsi- zer dieser Veste, verfertigen ließ- Die Keller in diesem Schloße sind in lebendigen Felsen ge¬ hauen und hoch gewölbt- In diesem Schloße werden verschiedene schmswürbige Armaturen , gut kvnservirt, vorgezeigt- In einem Kasten sieht man die-Maultasche, nackt, in Lebensgröße von der Hand eines Bildhauers verfertigt, Ihr Haupt ist mit einer Pickelhaube von Eisen bedeckt. Uiber dieselbe ist eine hohe Kappe von einer Tygerhaut , angebracht. Uiber ihre Echult-rn hängt gegen den Rücken ein Drarh- Panzerhemde. Vor ihr hat sie das Schwert, Die Hacke, und einen stählernen Spizschilv- Auch ist ihr schwarzsammtener Sattel mit Gold gestickt zu sehen, St. Paul, ein Benedikkinrrstist- im La- vantkhal, an einer Anhöhe zwischen Et. Andre sind Lavguiünd. H § Uck« LZ» pockstein, auch Zwischen Wassern genannt» Hier vereinigen sich die Gurk, und die Mett- «iz, daher der Ort den Namen: Zwischen Wäs¬ sern , oder zwischen den Wassern, erhalten hat. Pöckstein ist ein Eigcnthum des Bißthums zu Gurk. Man sieht hier eine neue, sehr geschmack¬ voll angelegte bischöfliche Residenz Rechberg, ein Schloß , und Kommende des Joharuterordens im Lavantkhal zwischen Völklmarkt und Kappel. Reicheufers, ein landesfürstlicher Markt im Lavantthal, da , wo her Fluß Havant Kärn¬ ten betritt. Der Markt, und das Schloß, welches auf einem hohen Berge gelegen, ge¬ hörte dem Bißthum Bambergs Hier ist gute Viehzucht. * Sauerbrunnen, im Lavantthal zwischen Wolfsberg, und Linhard im Gebirge. Der Brunnen ist mit Waldungen und mit einer Mauer nach Art einer Kapelle umschlossen, Anten am Grunde ist ein Kanal angebracht, um das Wasser an-und ablaufen zu lassen. St. Salvator, ein Dorf oberhalb Fries, «ch. Hier befindet sich ein sogenannter Wal- lischhammer, auf welchem sehr große Eisen- fiangen fabricirt werden. Sttiu, ein erzbischöflich salzburgisches Schloß im Lavantthal zwischen Wolfsberg , und St. Andree auf einem hohen Perge. Von die¬ sem Schloße ließ Graf Paul Hildegard seine Gemahlinn 'Agatha wegen bejchuldigter Untreue über Len Felsen stürze«. Eie entgiellg aber dem sZr dem Tode. Ihre Unschuld wurde entdeckt. Ihr Gemahl suchte durch eine Reise nach Rom sein Bergehen wieder gut zu machen; Agatha aber hatte zu Stein eine Kirche dem St. Laurenz, «nd eine am Fuße des Berges der St. Mar- gareth gewidmet. Uibcr die Zeit des Todes¬ falls der Stifterin ist man nicht einig. Strafibury , eine bischöflich Türkische Ssadt am Fluße Gurk. Das Schloß ist hoch über der Stadt gelegen, und ist die ordentliche Residenz eines zeitlichen Fürstbischofs in Gurk. Johann Jakob, Frcyherr von Lamberg, der Z9> Bischof in Gurk hat im Schloße zwcy neue Stockwerke, und andere Gebäude auf¬ führen lassen, und auch die hier gelegene Bi¬ bliothek mit neuen Büchern vermehret. Franz Graf von Lodron hat die laurctanische Kapelle Unterhalb des Schloßes neu erbaut, und mit z,cwo fl. dotirt. Wenzel Graf von Thun, zugleich Bischof in Paßau, hat baS Archiv in einen besseren Stand gebracht. Christoph An¬ dreas, Freyhcrr von Spauer, der Z8. Bischof in Gurk, hat das hier gelegene Seminarium errichtet, und demselben die Pfarr in Krapfeld, und die Gaslenstschen Benefizien , (xrwlenlm be- pestem) bcy Weitenstcin in Stcyermark zuge- cheiit. Er hat auch das Spital zum heil. Geist fundirt- Joseph, Graf von Thun, und Ho¬ henstein, der 48. Bischof in Gurk , hat das angeführte Seminarium mit neuen Stiftungen vermehrt. Dieser würdige Oberhirt ist am 8» November 1761 zum Fürstbischof in Paßan erwählt worden, und am r; Juny Z» Matkjghofen in Bayern (izt Innviertel) für die Kirche immer zu früh gestorben. Tret? o-ü-Mü-o LZ« Treibsch) , ein Schloß am Fluße Gurk zwischen St. Beit, und Attcichvf- Hitr be- sinsrn sich jwecn Eisenhämmer , und ein Floß- vfen. Gegen das Enoe des 17^11 Jahrhundert waren hiervon die von Neppsspergischen Elben Besizcr; izt aber sind fic ein Eigenthum des Freyherr» von Ecker« St. Veit , tkannm 8. Viel) am Fluße Glan Mulen von Kmgeufnrc, 17 von Leo¬ ben, und 9 von Villach. Herzog Meinhard ernannte diese Stadt 1292 zur Hauptstaot von Kärnten. 1^07 hak dieselbe Konrad, Erzbi¬ schof in Salzburg, eingenommen, welchem sie aber Rudolph, Herzog von Oestreich r 59 wie¬ der abgenommen hat. Die Stadt har drey Hauptrhore. An dem Friesacher Tbor ist die Burg gelegen , welche Herzog Ulrich I. in Kärn¬ ten aus dem gräflichen Hause der Mürzthaler aufbauen ließ. Hier befand sich noch am En¬ de des !7ten Jahrhunderts eine Münzbank, wo verschiedenes Geld gemänzct worden ist» iz2z hat hier Graf Friedrich von Auffenstein, bamahliger Landeshauptmann in Kärnten ein Nonnenkloster errichtet; da aber der Lebens¬ wandel dieser Nonnen dem Institut nicht ent¬ sprach , wurde das Kloster für die Welt nüz- barer gemacht, und in ein Spital nmgeändert- IZZ8 hat die Maultasche diese Stadt belagert, aber mit Verlust abziehen müssen. 1515 sind die ständischen Versammlungen, wie auch das Zandrecht nicht mehr hier, sondern in Völkl- nrarkt gehalten worden, weil in Klagenfurt, welches zur Hauptstadt des Landes erkläret worben ist, der Bau des Landhausesnvch nicht Vollender war. St. Veit hat 2 ansehnliche Plätze, auf deren einem ein Brunnen aus et- 252 r-em Stück weißen Marmor, der -r Klafter im Amfang hak , zu sehen ist. Der Stein soll :m ^oUftld gefunden worden seyn. In St. Veit ist die Hauptniedcrlage des kärntnerschen Eisen» vicermy, (ViKoris) ein Cistercienserstift, Don welchem bereits Meldung geschehen ist. v-'Mmarkt, nach andern, Völkermarkt ^Oentjiorum) eine landcsfürstliche Stadt im Lavantchal an der Drave , 4 Meilen von Kla- Henfurt an der Poststrssse nach Marburg. Die¬ ser Ork war das Stammhaus der Herren Nölkl, von welchen die Stadt den Namen er¬ hielt. Hier ist eine Probstey gelegen. 1542 fanden sich i» dieser Gegend viele Heuschrecken ein. weröersee, ein westwärts von Klagenfurt gelegener See. Von der hier gelegen Probstey war 1782 Besitzer Probst Ignaz Ant. Freyh. von Enzenberg zu Frcyen und Jöchlsthurn, De¬ chant an der Cathedraikirche in Brixen. Er erhielt die Probstey 1756,- ihm waren zugetheilk L Capelläne. Von dem See kömmt nähere Nachricht bey Klagenfurt vor. Wieling, ein Dorf, dem Erzbißkhum Salz¬ burg angehörig, zwischen Hüttcnberg und Eberstein gelegen. Von der hier gelegenen Probstey ist bereits Meldung geschehen. Wolfsber^ , eine landesfürstliche Stadt tm Lavantrhal am Fluße Lavanr gegen den Mar- burgerkreis in Stepe« mark. Der eben genannte Fluß durchströmt die Stadt. r^>o6 bat Kaiser Heinrich II. die Grafschaft Lavantkhal , die Stadt SZ4 Stadt, und bas Schloß Golfsberg dem Biß- thum in Bamberg geschenkt, welches die Ver¬ waltung einem zeitlichen Viztom, der auf dem Schloß residirte, «»vertrauet hat-. In der hiesigen Gegend -wird viel Getreide gebauet. Sie hat grasreiche Wiese», viel Obst, auch Wird hin und wieder Wein gebauet. Zwischenwä'ssern, s. Pöckstein. Villacherkreis. In diesem liegen r Aruoldstein, ein Schloß zwischen Villach, und Tarvis. Von dem hier gelegenen Genc- diktinerstifte ist bereits Meldung geschehen. Vleyberg, eine Bergstadt westsüdwärts von Villach. Von dem hier gelegenen Bleyerz- gebirge ist bereits gehandelt worden. In Bley- berg befindet sich pn Bergamt mit einem Berg» Verwalter, Hütrclischaffer, und Zeugschreibcr. Lrems, ein Fluß, entspringt nordwärts im Gebirg, nimmt den Lauf nordostwärts, und vereinigt sich unterhalb Cremsbrücke mit der Lieser. Tremsbrücke, eine Dorf, und.Kommer- zralgrenzzvllamt an dem Flüßchen Crems , und der Lieser. Von hier gehr die Kommers zialstrasse von Italien in das teutsche Reich, und von dem leztern nach dem erster». Hier wird das in den im Cremsgebirg gelegenen Eisen- gruben, und aus denselben erbeutete Eism auf die Schmelze gebracht. Lrems» LZS Lrkmsyebirs, an der Straße nach Salz- Zurg, Hier sind 5 Eiftngruben für die Schmelz¬ hallen in Cremsbrüüe gelegen- Diettichstein, ein auf einem hohen Berge gelegenes neues Schloß unwert Feldkirche. Von dem ulken Schloße, welches dem neuen Mgenüber gelegen , hat der Diet'ichsteinische Stamm den Namen erhalten- 1^4 eroberte die krtegsschwastgere Maultasche das Schloß. 4 Dobratfch, ein von Bleyberg esiwärts , «ud von Villach nordwärts gelegener Berg. Drave, ein Fluß, dessen Quelle in Tyrol liegt, bey Obcrdravburg 5tärnken betritt, und von hier den Lauf nordwärts nimmt. Unter Villach wendet er sich nordostwärts, verlaßt ostwärts bey Unterdravburg Kärnten, und be¬ gibt sich nach Steyermark. An sein nördliches Ufer grenzen: Oberdravburg, Greifenburg, Gachsenburg, Villach, St. Peter, Hollenburg, Grafenstein , Völklmarkt, und Lavamünd. Die gegen das südliche Ufer gelegenen Orte sind : U. L. Frau, Gentborf, Ortenburg. Perlach, und Unterdravburg. Mit diesem Fluße vcr» mischen sich die Lieser, die Glan, die Gurk, und Lavant. St. Ermachor, ein Markt im Geilthal an dem Flüßchen Gestring 6 Merlen von Vil¬ lach. Auf der von hier nicht weit gelegenen Egqeralpe wird Falkupfererz gegraben. ' Der Markt ist ein Eigenthum des Fürsten Porkia. 8elökirche , ein landesfü>-silicher Markt Key dem bekannten St. Ulrichsberg, westwärts s 56 von Klagenfurt. Her Markt war vorwaM ein Eigcnchum der Herren von Auffenstcin; izyü aber kam derselbe an das Hochstift Bant- berg. Zellach, auchVclkach, ein landesfürsilichcr Markt an der Möll. Der Ort ist wegen sei¬ ner Eisenhämmer bekannt. Man schäzt die sährliche Verarbeitung aufs bis ^--oo Zentner. Der Ort wird in Ober--und Unrerfellach ab- gethcilt. Zrayant, zwischen Raurisertauern, und dem Fluße Drave gelegen. Hier ist ein träch¬ tiges Kupferbergwerk, wovon Graf Stampfer B srtzer ist, gelegen. Fragant wird in das Obere und Untere abgetheilt. Das.lcztere liegt an dem nördlichen Ufer der Drave. Geil, ein Fluß, hak seinen Ursprung in Lyrol, fließt nordwärts, und vermischt sich Et. Magdalena gegen über mit der Drave. Geilthal , hat seinen Namen von dem Fluße Geil. Seine Lage ist südlich. In die¬ sem Lhale liegen : Dobcrniz, Natendorf, Dro- plach, Möderndorf rc. Grnüvd, eine Graf Lodronische Stadt an der Liser, n Meilen von Klagenfurt und 24 von Salzburg. Die hier gelegene Burg ist im italienischen Gesel, mache gebaut. 1495 hat die Stadt, und Herrschaft Leonard von Keutschach, Erzbischof in Salzburg von Maximilian I. um -o»o fl- als einen Pftndschiiiing erhalten. '1904 hat dieselbe Wolfgang Dietrich, Erzbi¬ schof in Salzburg, au seinen Bruder verkauft. 1ÜZ9 §57 r6zy gelangte dieselbe durch Kauf an Christo¬ phen Grafen von Lodron. In dieser Gegend sind eisenreiche Gruben gelegeii. In Gmünd ist der Postwechsel zwischen Spital und Renn¬ weg- Mreifenbury, ein Schloß, und Markt em der Drave rg Meilen von Klagenfurt Von der Herrschaft ist Graf Vincenz von Rosenberg Besitzer. Hier ist der Postwechftl zwischen Spi¬ tal und Obcrdravburg. Großkirchheim, eine Herrschaft kn einem von Villach westwärts gelegenem Thale, dessen Länge auf 2 Meilen bestimmt wird- Die hi«- sigd Gegend hat Gold - und Silbergruben» tzimrNelbertz/ bey Feldkitche- Hinter dem hier gelegenen Schloße entspringt die Fftstriz, Und verliert sich in den Ossiachersee. Hier sind Eisenhämmer. Die Herrschaft ist ein Eigett« thum des Niclas Graf von Lodron» Rönigoberst, ein westwärts am Rablerfee gelegenes ergiebiges Bley - und Galmeygebirg» Lcrndokron, ei» Schloß, und Herrschaft des Grafen von Dietrichstein, zwischen Villach und Fcldkirche, gehört der gräflich khevenhül- lerischeu Famili ° ^Unler dieser Herrschaft iL auch das verübele Schloß Sternberg, vornkahls eine Grafschaft, gelegen» Liefer , ein Fluß - entspringt nordwärts dicht an der salzburgischen Grenze tm Schwarz¬ horn . läuft südwärts , und fällt Ortenburg Hegen über in die Drave« . R Mal- ZSS Malburyet, ein Markt zwischen klein Lar^ vis un» Pont a Fella, im Kanal genannt , an der Kommerzialstraffe nach Venedig» iz68 haben hier die Venetianer einen Einfall ge¬ macht, find aber mit Verlust zurückgetrieben worden. 1435 haben fie abermahl einen Einfall gewagt, bey welchem 70 adeliche Venetianer, und 6oo Gemeine geblieben sind. Von dem Markt ist Franz Graf von Rosenberg Besizer» Mauten, ein Markt an dem Fluße Geil. Hier führt die Straffe nach Italien. Der- Markt gehört zur Grafschaft Ortenburg. Von Der Herrschaft ist Fürst Portia Besitzer. Moll, ein Fluß, entspringt westwärs im Salzburgischen in Rauriser Tauern- von hier Sst der Lauf westnordwärts nach Fragänt, wen» det sich hier nordostwärts, und vermischt sich Dey St. Magdalen mit der Drave» Mühlstart, ein Markt, zwischen Villach und Spital an dem Mühlstättersee. H40 ge¬ hörte die Herrschaft dem hier vom Herzog Erbs in Kärnten gestifteten Bettediktincrkloster. 146c» har Friedrich Ht. die Abtey aufgehoben, und Den St. Georgenorden mit dem rochen Kreuze gestiftet. Der erste Hochmeister war Johann Siebenhtrt. 159z erhielten die Herrschaft die Jesuiten. Nach deren Erlöschung wurde dive selbe dem Studienfund zugekheilt. Oherdravburg, xm Markt, 15 Meilen von Klagenfurt, und 14 2/^ von Brircn, an Der Drave, da wo dieser Fluß aus Tyrol in Kärnten tritt» Inhaber der Herrschaft ist Fürst von ' , LZ, vdn Pörkia. Hier ist der Postwechsel zwischen Greifenburg und Lienz in Tyrol. S. Dravbur- im Klagenfurterkreise. Ortenburg, eine Grafschaft zwischen Spi¬ ral und der Möllbrücke gelegen. Gegen daF Ende des to. Jahrhunderts wurden Ortenburg und Spital von dem «Grafen Friedrich von Spanheim gebaut. Bey dieser Familie ist die Grafschaft über 400 Jahre geblieben. Det lezte von der Familie war Friedrich IH. Da dieser aus Abgang eines Leibeserben Hermann II. Grafen von Cilly an Kindesstatt annahm, kam die Grafschaft an die Cillyer. Nach dere« Abgang sind Lavant und Ortenburg dem Hause Oestreich hcimgcfallen. Kaiser Ferdinand I» hat die Grafschaft Ortenburg seinem Kanzler Salamanca zum Lehen gegeben. Jetzt ist Befizev dieser Grafschaft daS fürstliche Haus Portka. Ossiach, ein Benediktinerstift, dessen Stif¬ ter sich Ossiach genannt, von welchem der Ort den Namen hat. Das Stift ist erloschen, und die Güter desselben sind dem Religionsfund zu- gefallen. St. paternion, ein Graf Äidmannischer Markt an der Drave z Meilen von Villach. Oberhalb des Marktes ist das Schloß gelegen. Hier ist der Postwechsel zwischen Villach und Spital. psnt a Kella, ein Fluß , welcher gegen Westsüden Kärnten von Italien trennt. Pont a Kella, auch Pontafel, am Fluße Pont » L«üa, ein landesfürstlicher «renzmarkt. R» Hier v^W^o s6o Hier ist über den Fluß eine Brücke geschlage«, und in der -Mitte derselben ein Bogen ge¬ spannt, bey welchem sich die Grenze zwischen Obcrkärnten und dem Venetianergebiete an¬ fängt. Hier ist die Kommcrzialstrasse für die Waaren, welche aus Kärnten, Obersteyermark, und Salzburg nach Italien bestimmt sind, auch ist hier ein Kommcrzialgrenzzol amt gelegen. Der hier zu entrichtende Zoll wird der Ponlasi lerzvll genannt. Derselbe ist zu entrichten von allen Waaren, welche über Pont a Fclla auf den weitern Strassen nach Italien geführet wer¬ den; inglcichen für Waaren, die in, aus, »der durch Kärnten passircn, wie auch von je¬ nen, welche ans, oder durch Kärnten über die Neudeißcrsirasse nach Italien, und im Ge- zenkhnle aus Italien dahin ziehen, ohne Un¬ terschied der Waaren , und ohne darauf zu se¬ hen , woher, oder wohin eigentlich damit ge¬ handelt wird, und zwar bey Gcwichtwaaren r fl. Grenzzoll, bey Getränten aber, in soweit diese von diesem Zolle nicht befreyt sind, vom Eimer 2 fl. Von jenen Waaren, welche nach dein allgemeinen Zoll bey der Einfuhr zum Kon¬ sumo netto zu verzollen sind, ist auch der Porttaflergrcnzzoll nach dem Nettogewicht ab- junel'weu; in den übrigen Fällen aber wird diese Gebühr nach dem Sporkogcwicht erhoben. Von diesem Zotte sind befreyt, i) bey der Einfuhr alles, was in klemein Verkehr unter einem Zentner vorkömmt, unddie vcnekianische Schotte überhaupt. 2) Bey der Ausfuhr das kärntnc- rjschc Eisen, und die kärntnerische Leinwand. ?) Bey der Ein - und Ausfuhr: Getreide, Hanf, Flachs, Heu, Stroh, Mühlsteine, Stein- mezarbeiten, Lemeine Wei,ne, Thon »vcr Tö¬ pfer- «6r Pfergeschirr, und Ziegel, von welchen Waarek nur die in dem allgemeinen Zolltarifs ansge- rmssenen Zölle abzunehmen sind. Rabl, ein Dorf. Dieser Ort ist wegen der hier westwärts gelegenen Bley-und Gall- mcygruben bekannt. " Hier ist ein Zollamt ge¬ legen. S. Königsberg. Rosenbach, ein Dorf, g Meilen von Kirfchenlheuer. Hier befinden sich sehenswstr- dige Skahlhämmer, welche dem Grafen von Rosenberg gehören. Rosenberg, ein Schloß zwischen Ober- »ravburg und Sachsenburg. Roseneck, ein Schloß und eine Herrschaft zwischen Villach und Hokenburg an der Drave. Rottenstem, ein Schloß und. eine Herr¬ schaft an dem Fluße Drave zwischen Oberbrav- burg und Sachftnburg. 79a war von dieser Herrschaft Besizcr, Meinhard !Il. Graf von Eörz. Jetzt ist dieselbe ein Eigenthum der Gra¬ fen von Rosenberg. Sachsenburs, ein erzbischöflich salzburgi- scher Markt an der Drave zwischen Oberdrav¬ burg und Spital. Die hier zwischen Sachsen- Burg und Spital gelegene Messingfabrik, auf der Möllbrücke genannt, ist zur Beförderung der Messingwaarenfabrikatur zu Lienz in Tyrol eingegangen. Spital, ein Markt zwischen Nillach mch Oberdravburg an der Lieser- Der Markt ge¬ hört zur Grafschaft Ortenburg, N Z Tas- 26« Tsrm«, ein landesfürstlicher Markt zwi¬ schen Villach und Pontafel im Kanal. Hier find Hammerwerke gelegen. Der Markt hat -ormahls dem Höchster Bamberg gehört, vellach, s. Fellach. Villach , eine landesfürstliche Stadt am Fluße Drave an der Kommerzialstraffe nach Italien, 4 Meilen von Klagenfurt, und zr »on Salzburg. Hier ist ein Bankalgefällenin- spectorat,' und eine landesfürstliche Bley-und Gallmeyspeditlon. Durch diesen Ort gehen alle Waaren , welche entweder in das teutsche Reich -urch Salzburg, oder nach Italien über Pon- «afel, oder nach Tyrvl tzurch Sachsenburg ht« Weg izehmen. Friaul. Zr 4 265 (-^otnilatue 6orin«, Lc. stelivesvir in col- legio 'liierestsno 8. ). lt. Fink¬ ler sc. Nonumenr» Zcclesi» ^guilejevli» «orn- nientario Ki6orico - ckrouologico — cri ico il- lusiritka eum sxxer>6ice , jv stan v «lakti» ^stvilejeulium t^striureberum, rerumstue t'o- rojnleaüum ckronic« vmenäntorin stnreänm , sli» nunc xrimum in lncew proäennr. ^uc- rore sr. ^o»n. krnnciscv üernuräo Nuri« st s Knbejz, orstmis ktLsticiltorum. kol. ^rgentin« lentsmen goneslozico — clironologieum promovensts seriei eomitum, er reruin (io- littL conecriptum a ku6vlxk K ls comite L^.on«»/ äs ^aiscka 1^. ij g Oronberg Aori- »jenti; in coliegio ^e^io nvbiiium 'skereiiano 8. I UirroriL , er )arir 8t läioio. Vien"» Sartri» anvo 83iati8 40 Visnn« Iztpis ^osn. I^Ii krstmer (nun« iVobilir ^e (krsttner) vniversuslis k^j-og.g^Iij. Der F>äck>eninhakt dieses Lcmdesbezirkes beträgt, n8 0 Meilen. Seine Länge wird auf y, und die Breite auf 15 teutsche Mcilcu bestimmt. Die Grenzen dieses Landesbczirkes sind: gegen Norden die karnischen Alpen ; ge- geu Nordost die Wocheinersave (da wo solche R 5 tNk- S56 entspringt,) die Mischen Alpen, oder vielmehL der Birnbaumwald; gegen Osten der BerZ Nanas. gegen Ostsüd das Triestergcbiet; ge¬ gen Süden das innere Krain und Venedigcr-- gebiet, gegen Südwest und Westen der Fluß Iudrt, welcher die natürliche Grenze zwischen dem Venediger - und östreichisch«.» Friaul macht; gegen Westnord Oberkärnten und der in Krain gelegene Mannhartsberg, als ein Theil der karnischen Alpen, Auch Friaul hat mehr Gebirge als Ebene, Die siärkeste Bergkette zieht sich von Norden «ach Ostsüd. Die meiste Fläche ist gegen Sü¬ den und Südwest. Im Ganzen hat Friaul eine gesunde Luft; nur die südwestlich gelegene «glarische Strecke ist des hier befindlichen Mo¬ rastes wegen, vorzüglich in den Sommermo¬ naten, sehr ungesund. Ohne Zweifel dürfte der Reisbau, wenn man denselben hier gründen wollte, bald sehr schnell reifen. Die Gebirge sind größtcnrheils talkartig. Nordwärts von Görz liegt der heil. Berg (wonre 8,uro) wo das jetzt erloschene Kloster der reformirten Fran« ciscaner stand. Die hier gelegene Kirche ist von Quadersteinen gebaut. Auf diesem Berge hat man sowohl von Westen als Osten die herr¬ lichste Aussicht. Am Fuße des Berges fließt die Lisonzo vorüber. Die vorzüglichsten Flüße in diesem östrei- chischen Erdstriche sind: die Tulmein, Tribut» sche, der Kirchheimerbach, die Jdria, Hobt, Li- fonzo, Torre, Iudri und Wipach. Zu den vorzüglichste» Naturprodukten die- fts randsSbezirkes gehören im Pflanzenreiche: der s6y her Mais, im gemeinen Leben, türkischer Wei¬ zen, Buchweizen, Hafer und Obst, als: sehr schmackhafte Birnen, Aepfel, Pflaumen, Pfir¬ schen , Feigen, Datteln, Limonica , Oliven, Mandeln, Kastanien und sogenannte wälsche Nüße. Unter den Bäumen kommen die Ka¬ stanien - und Maulbeerbäume am häufigsten vor; so wie die Haselnußstaude. Noch ist der Wein¬ beere zu erwähnen , die hier vorzüglich zu Hause ist. Der Weinbau gehört mit zu den vorzüglichsten Handlungszweigen dieser Pro¬ vinz. Der Wein theilt fich in rothen und wei¬ ßen. Im Thierreiche ist die Seidencultur am bemerkenswürdigsten. Tyrol und Friaul sind hie zwey einzigen Provinzen im östrrichischen Kreise, wo dieses Handlungsproduct von gro¬ ßem Belange ist. Noch ist cs mir nicht gclun- geu, die Zeit , in welcher die Ecidcncukur in hem östreichischen Friaul eigentlich entstanden, wer sie gegründet, wer fie fortgepflanzct, wel¬ che Verbesserungen dabey vorgegangen find , u. d. gl, aufzufindcn; ich hoffe aber in der Folge über diesen wichtigen Handlungszweig nähere Aufschlüße geben zu können ; so wie wie ich mir schmeichle der erste zu ftyn, der die Geschichte des Seidenbaues in Tyrol aus Acht gcstellct hat. Im Jahre 1776 hat man 2.7^8 Pferde gezählt, Darunter waren 78 Hengste, n;5 Stuten, und Walachen. Der Och¬ sen waren 12,146 Stück. D e Ziegenzucht ist hier von Belange, Im Mineralrciche ist das wichtigste Produkt das Quecksilber, kessen Gru¬ ben in Jdria gelegen, und wovon bck näherf Beleuchtung folgt, , ' Die Einwohner kheilen sich in Tentfche und Slaven, Zu den ersteren gehört größtcntheil« der L68 der Adel; und zu den letzteren der gemeine Mann. Man hat im Jahre 1776 in Friau! H4,z87 Seelen gezahiet. Darunter waren weiblichen Geschlechtes 56,057;. von i bis mit 17 Jahren waren männlichen Geschlechtes 19668, »on 18 bis mit 42, 24,482; und von 41 bis hinab 14654. Der Judcii waren z89 , darun¬ ter 2Oo des weiblichen Geschlechts- Die Sumi¬ mo der Gcbohrnen, Gestorbenen, und Getrau Len, war im Jahre 1787 folgende, als; Gebsrne . . . 4,956« Gestorbne . . . 3,458, Getrauete ... 977. Unter den Gebornen waren weiblichen Ge¬ schlechtes 2,Z84 , und eben von diesem Ge¬ schlechte sind 1,656 gestorben. Im Jahre 1739. wurden in diesem Bezirke i2y,ocx? Seelen ge- zählet. In diesem kandesbezirke find 4 Städte, i Markt, 38O Dörfer. ImJahre 1779 hat man 19,240 Häuser gczählet. Ganz Friaul dürfte sich am füglichsten iw Liese Gebiete abtheiley lassen, welche find: «) Die gefürstete Grafschaft Görz, d) Die gefürstete Grafschaft Gradišča, «) Das aglarische Gebiet. Z) Das Flitscher Gebiet. c) Die Hauptmannschaft Tolchein, F) Das Jdrianer Gebiet. Nach LÜH Nach der politischen Kreisaötheilung hat ganz Friaul ein einziges Kreisamt, dessen Sij ,n Görz iss. Mit demselben ist seit dem i<° Iuly 178?, dis adelichrJusiizadministration ver¬ eint. Von der kirchlichen und Milizabtheilung dieser Provinz folgt am gehörigen Orte die Er¬ wähnung. Die politischen Angelegenheiten dieser Pro- Sich werden von dem Landesgubernio in Triest besorgt; bas idrianische Bergwesen aber steht un/er dem Landesgubernio in Gräz. Die übri¬ gen in dieser Provinz gelegenen Behörden wer¬ den therls bey Görz Und Gradišča , theils bey Triest aufgeführt. Unter den Kunsivrodukten dieses Landes¬ bezirkes stehen sowohl die Erzielung der rohen Seide, als die Verfertigung verschiedener Sei- denwaarcn oben an; auch wird viel Leder , vorzüglich Korduan bereitet, so wie eine Pa¬ piermühle besieht. Aus den reze,nsirten Natur - und Kunst- Produkten zeigt sich offenbar der große Mangel an den wesentlichsten Natur - und Kunstpro- dukken dieses Landes. Es fehlen demselben: Eisen, Messing, Kupfer, Bley, Gaimcy, Vi¬ triol , Kochsalz (auch am Meersalz ist Mangel) — Holz, Weizen, Roggen, Gerstel, Honig und Wachs. In Rücksicht der Künstproduktc vermißt man: Leinwand, Tuch , Porzellän, Spiegel, Majolickgeschirr, Eisen, Messing, Blechund Kupfergeschirr , Schießpulver, Ga- lantericwaaren u. s. w. Man schließe bsermls. Wie beträchtlich der Geldausfluß in dieser Pro-- vinz styrr mag', und wie wenig dieselbe aus die Geldbilanz, und die Bilanz des Vortheils An^ spruch machen könne. Der Strassenbau steht auch hier auf eben dem Fuße, wie in den übrigen östreichischen Erblanden. Der Hauptstrassen in dieser Pro¬ vinz sind eigentlich 4 , nähmlich r) von Görz ttach Wien; 2) von Gradišča nach Venedig, und 3) von Görz nach Triest; 4- von Görz nach Gradišča. O* H7L Die Strasse nach Jdria führt über den Fluß Hobt durch die Herrschaft Heidenschaft über den Berg Dull. In Görz ist ein Ober- Postamt, und in der ganzen Provinz sind 3 Filialpostämter, als Czernicza, H, Kreuz , und Nogaredo. Auch in diesem Lande hat die Christenlehre frühen Eingang gefunden. St. Marcus soll hier den ersten Grund zu derselben geleget ha¬ ben. Beym de Rubels findet mau noch die richtigste Angabe der aglarischen Bischöfe. 314 war Bischof Theodor; 369 kommt Valerian al§ erster Erzbischof; 557 Paulinus, als erster Patriarch vor. 711 erhält Serenus das Pal¬ lium von Rom. Die aglarische Kirche wrrb ln die Aqnilejensische und Garlenfische abgo- therlet. Z7» kheilct. 1412 bemächtigten sich die Venetianer der friaulifchen Provinz, wovon ein Theil in der Folge wieder an das Haus Oestreich zurück kam. Durch diese venetianische Besizw Harting wurde der Siz des Patriarchen von Aqui- !esa nach Udine übersetze, ,5.24 hielt Martin Grimai'iis seinen Einzug in dieser Stadt. Die Republik brachte esbey dem römischen Hofe da¬ hin, daß das Patriarchat mit keinem andern Sabjcct, als einem venetianifcyen besczt worden. Das östrcichische Haus verbot!) daher in den Jahren 1621 und 1641 dem Patriarchen, die. vormahls seiner geistlichen Aufsicht untergeord¬ neten, uns in den östrcichischen Ländern ge¬ legenen Kirchen zu besuchen. 1749 am 29. November bestellte die Höchsiselige Kaiserinir Königin» Maria Theresia den Carl Graf von Aursberg zum zeitlichen Gcneralvicar des acharifchen Kirchsprcngels in den östrcichischen Ländern, welcher auch von dem Pabste bestä¬ tigt worden. Endlich wurde zwischen dem Erz¬ hause und der Republik Venedig im Jahre 175! ein Vergleich getroffen, vermög welchem das sogenannte aquilejensrsche Patriarchat ganz auf¬ gehoben , und zwcy Erzbißthümer gestiftet worden , nämlich : zu Udine im venetianischen Ge¬ biete , und zu Görz im östreich. Friaul. Deut letztern- wurde der chemahlige Kirchsprengel des Patriarchen, soweit er sich durch die vstrcichi- schen Lander erstreckt hat, zugetheiit. Das Haus Oestreich erwählt den z itlichen Erzbi¬ schof, welchem die Bischöfe zu Trieitk, zu (so- mo in der Lombardie; zu Triest (jetzt Gradišča 9 U'ld zu Zeng in Kroatien als Suffragane zuge- theilt sind. DasErzbißthum vrnGZrz hat setzt seinen Sitz in Laybach, wie bereits gemeldet worden ist- Das jetzige Domkcipitul, dessen - Sitz 27Z Gitz ebenfalls in Laybach ist, bestand 1776 aut dem Generalvicar , Dombprobsten, Domde¬ chant und 9 Domherren. Am r§. July 1788 fand sich der neue Erz¬ bischof von Laybach zu Görz ein, wo er dem borkigen Vicar, und den vier Dommherren die päbstliche Buke, durch welche das Erzbißthum in Görz aufgehoben worden , vorlesen ließ; eu ernannte den eben erwähnten Provicar als -einen eigenen für den görztschcn District, di- spensirte die übrigen Domherren von ihren Ka- pitular-und Choralfunccionen , versicherte sie des fortwährenden Genußes ihrer Pfründen, und erklärte die Domkirche zu einer Pfarre. In Friaul liegt ein Regiment, welches die Nummer r; fahr', und den Freyherrn von Reisk! zu seinem Inhaber hat. Der Stab liegt in Görz, wo sich auch ein Feldkriegskommissär und Verpflegsoffizier befindet. Die in Friaul gelegenen Klöster sind «ach der Zeitfolge diese: Mönchskl oster : »614. Jesuiten in Görz s 177^ 1226. Minoriten zu Görz. Den Gründ z« diesem Kloster soll Anton von Padua gelegt haben, welcher hier 1225 zu predi¬ gen anfieng. f 1785. r48t. Serviten in Gradišča. Von Jobany Mozeniqo, Doge von Venedig sten der Republik errichtet. Im Jahr? G N-d 274 1769 wurden die Mönche dieses Klo¬ sters gethrilct. Die Italiener kamen nach der Lombardie, und die Teukschen blieben hier. rzsb. Reformirke Franciscaner auf dem Mon- Lesanto, im Görzischen, -j- 1785. 1596. Capuciner zu Görz 1- 173^. 1615. Capuciner zu Kennons, im Görzischen. r6r6. Barmherzige Brüder in Görz. »626. Minoritcn zu Grignian. r6z4. Capuciner zu St. Kreuz, im Görzrschen. 1646. Dominicaner zu Farra, im Görzischen 1785. 1648. Carmeliter Barfüßerordens zuCastagna» vicz«/ im Görzischen -j- 1785. i6;o. Capuciner zu Gradišča, f 1785» 1698- Dominicaner zu Agells, im LiDlejichen» 1702. Dominicaner zu Kormons f 1785. 1747. Minoriten zu Castello Porpeto, im Gör- zischcn ch 178). -780. Piaristen in Görz. d) Nonnenklöster: rooo. Nonnen des St. Benedicts zu Aquileja. Bey Ql-IKüüQ «75 Bey der 1782 erfolgten Auflösung die¬ ses Klosters begaben sich die Nonnen ins Benetianische. 16. Nonnen der St. Clara in Görz. -j- 1732. 1648' Institut für Baucrmädchen zu Farra , im strengsten, Perstande Nennen >bcs dritten Ordens; ihre Kleidung ist weiß, mit eigener Arbeit ernähren sie sich , und jährlich legen sie dasGeiübd der Keusch¬ heit ad, jedoch mit freyem Willen, im jeder frey steht, dem Institut zu ent- sagen- ch 1785° 1672. Ursulinerinnen zu Görz- ,714. Barmherzige Schwestern zu Comorns f 1782. I- Görz. Die Grafschaft Görz (comirstuL Ooririse) war schon im siebenten Jahrhundert ein Theil von Friaul; aber wer die ersten Grafen des¬ selben waren, ist unbekannt. 895 stand Wal- fted dem Friaul vor; ihm folgte Grimaldus, welche beyde den Titel als Markgrafen gehabt haben. Im roten Jahrhundert erhielt die fri- aulische Provinz den Namen die veronestsche Mark. Kaiser Otto I. har roor Werichen, Grafen in Friaul die Hälfte der Dörfer und Prädien zu Salcauo und Görz geschenket. ^>77 schenkte Kaiser Heinrich IV. dem Patriarch Sig- hart, wo nicht die ganze Provinz Friaul, doch wenigstens einige in derselben gelegene Orte, lo-jv erhält auf Veranlassung Kaisers Heinrich S - IV, 276 IV. die Grafschaft Görz von Heürrich Epperr- 6er« , Herzog in Kärnten, die Familie der Gra¬ fen inTyrol, mit welchen die Grafen von Görz verwandt waren. i-chi überläßt Meinhard Graf von Gvrz alle feine Lander dem Herzoge von Oestreich, wenn er selbst ohne männliche Erben sterben sollte. 1464 überläßt Albert, Graf von Görz und a.yrol, Pfalzgraf in Kärn¬ ten, Vogthcrr der Kirchen zu Aquileja , Trient und Brften, den Herzogen Rudolph, Albert, lind Leopold in Oestreich, und ihren Erben die Grafschaft Görz ; Istrien; Metlick; Lienz, Pusterthal, die Pfalzgrafschaft Kärnten, und alle seine übrigen Länder, wenn Albert ohne Kinder sterben würde; wenn aber Graf Mein¬ hard, der Bruder des Alberts, unbeerbt stür¬ be, soll seine Länder Albert bis zu seinem Tode in Besitz nehmen, doch also, daß ohne Ein¬ willigung der Oestreicher (8ins contenü» Zeus- triucorum) von diesen Ländern nichts hinweg komme. 1Z94 haben die Herzoge von Oest¬ reich, Albert und dessen Bruders Kinder rc. mit den Grafen Heinrich, und Johann Mein¬ hard von Gorz bas Bündniß getroffen, baß, wenn der männliche Stamm der östreichischen Herzoge vorhinein erlöschen sollte, die Görzer Kärnten, Istrien und Möttling ; hingegen, wenn dieß Loos die Görzer am ersten treffen sollte, dann fielen den Herzogen von Oestreich das Fürstenr hum Görz, die Pfalzgrafschaft Kärn¬ ten, und Lienz in Tyrol zu. 14^6 erneuert Herzog Friedrich in Oestreich für sich und seinen Bruder Albert mit Grafen Heinrich von Görz den Vertrag, welchen mit eben genann¬ ten Grafen die Herzoge Rudolf und Wilhelm igy4 errichtet haben. 1500 am 12. April stir zu Lienz i» Tyrol Leonard der letzte der Graftz vonen von Görz; und MüJimttiau I. läßt die Graf¬ schaft Görz in seinem Namen von dem Grafen von Nassau Zollern und Fürstcnbcrg mit goo Mann Cavalerie in Besitz nehmen. Von die¬ ser Zeit ist diese Grafschaft ununterbrochen bey dein Hause Oestreich verblieben, welches die¬ selbe durch Landeshauptleute verwalten ließ. Was den Titel von Görz anbelangl, so kommt der Beynahme Graf am ersten im Uten Jahr¬ hunderte vor. Der Titel Fürst erscheint cm ersten in dem.Testament Heinrich des IV, Grafen von Görz vom 14. Jäner 145Z. Ma¬ ximilian I. hat sich Len Titel, gefürsteter Graf von Görz ebenfalls beygelegt, wie es das Di¬ plom bezeuget, welches cr amgi. Oktober i^or dem Collegio der Dichter in Wien erthcilet hat. Der Titel beginnt also — princsxz, er cvmer Lnrgunäiss, ?lanäri« , 's^rochz, 60- vrtiL Lc. Die Grafen von Gbrz stammen wahrscheinlich von den Franken ab. Das Wapen der Grafschaft Görz ist rechts durchschnitten. Im oberen himmelblauen Felde ist ein goldener Löw mit einem getheilren Schwänze zu sehen; das untere silberne Feld aber wird rheils durch zwcy rokke Binden ge- thcilt, oder cs enthält drey silberne Binden mit zween untergemischten rochen. Die Grenzen der Grafschaft sind eigentlich diese, gegen Norden die kornischen Alpen, .aeaen Nordost der idrianische District, gegen Osten die julrschen Alpen , gegen Süden Istrien, Zsgen Westen Gradišča , Und gegen Westuord dw Hauptmannschaft Lulmetn. . Zu den Flüßen, di- diese Provinz benezen, siud zu zählen: bet Fluß Lisonjo , Joria , Wipr S z ach. 278 o ach, und Hobi. Die Berge, welche unmit- trlbar in dieser Grafschaft gelegen, sind: der heilige Berg, und der Berg Tschaven. Die ganze Provinz Görz enthält legen. Rreuz, ein Dorf. Hier ist der Postwech¬ sel zwischen Zherniza und Wipach. Lia? , ein Fluß, welcher seine Quelle im Gebirge Lfchavcn hat, und bei) Gradiscuta sich mit der Wipach vermischt. Lisonzs , richtiger Sontins, ein beträchk» sicher Fluß hat seinen Ursprung in dem von Görz westnordwäcts gelegenen Mamihartsberg , Uud fällt im Lcnedigcrgebicre Monfacolne in das adrialische Meer. Sein Lauf ist von Nord¬ west nach Süden. Die Flüße, die er aufnimmt, find: die Tulwein bcy Villa, Idria unweit Mauro, Wipach.oder der sogenannte ftigi- Zu8 fiuviux bcy Rubia. Dieser Fluß ciyält berrüchtlichen Zufluß aus dem CivdcrgTcrgiou. Montesauto, ein nordwärts von Görz gelegener Berg. Das hier gelegene Fraucis- canerklostcr ist erloschen. petsch, ein Kammcrgut an der Wipach südwärts von Görz. S x Murska, SF» c> Omsk«, ein Schloß gegen düs'westliche User der Versa. Salcano, ein Markt am östlichen Ufer der Lisonzo zwischen Görz und dem Monke- santo. Tfthaven, eiu Berg zwischen der Haupt¬ stadt Görz, und dem Idrmnerdistrict gelegen» ^herniza, ein Dorf. Hier ist der Post- wechsel zwischen Gor; und Kreuz. Von Zhcr- niza dehnt sich die Postßraffc nach Kreuz, Ne., nnzhof und Heidenschaft, (der letzte Ort vsrr hier im Görzcrgcbiete.) n Grafschaft Gradrfca. ^Jn derselben ist die Stadt gleiches Na¬ mens gelegen- Sie ist klein, aber sehr gut befestigt, welche die Venetianer gegen die Tüt- krn 141z angelegt haben. 1511 kam die Graf¬ schaft an das Hans Oestreich. 1641 schenkte dieselbe Kaiser Ferdinand III. dem fürstlichen Hause Eggenberg. Als dasselbe 1717 ausstarb, trug Kaiser Earl Vs. dieselbe dem Grafen von Althan an, welcher sie aber geziemend ablehnte. Sie wurde daher von einem landesfürstlichen Hauptmann verwaltet; nun ist die Verwaltung gleich Görz dem Gubernio in Triest zugcthcilt. Gradišča ist 2 Meilen von Görz, 22 von Ve¬ nedig , und 68 von Wien gelegen. Hier ist -er Postwcchsel zwischen G-ftz und Nogaredo. In Gradišča ist eine Hauptschule, an welcher rin Aufseher und 5 Lehrer stehen. 1788 wurde hierher das Bißthmn von Lriest übersetzt. Im Jahr 178Z den July sieng die Prätur in, Gra- «8 Z Gradišča an. Dieselbe besieht aus l Prator i KanzMsten und r GerichtSbothen. Sie ist in dem Bezirk von Gradišča die erste Instanz in allen Rechtssachen, und geht von derselben der weitere Zug an das AppeLationsgericht in Klagenfurt. . Hier folgen einige in dieser Grafschaft gelegene Orte, als: Nogaredo , ein Kommerzialgrenzzollamt. Hier ist der Posiwechscl zwischen Gradišča und Udine, welcher letztere Ort im Venetianiiche» gelegen. Sayrado, ein Dorf mit einem Aollamte an der Lisonzobrücke. vrllese, ein Dorf mit einem ZvFamke zwi¬ schen der Lisonzo und dem Fluße Torre, wel¬ cher sich hier mit der Natisso vereint. Hl. Das Aquilejagelüet grenzt gegen Norden an den Fluß Natisso und Torre, ostsüdwärts an die Lisonzo, süd¬ wärts an das adriatische Meer, und westwärts an Venedig. Im Uten Jahrhundert hat das hier gelegene Patriarchat schon angcfangen, auch die weltliche Herrschaft über dieß Gebiet aus- zuüben. Im Jahre i^rz haben die Venedige- sich desselben bemächtiget. Die bekanntesten, in diesem Gebiete gelegenen Orte sind: Aquic leja, Villa Vicentina, St. Martin, St. Be- ligna, St. Marco, Marsano rc. Die hier südwärts gelegenen Moräste, welche die Gegend, öesonders in den Sommermonathen, sehr un- Sesukch 2^4 gesund machen - hat man 1765 angefaugen tro- eken und urbar zu machen. Hierzu hat die Kommerziencasse einen Heytrag von 4,500 st, geleistet; bi- Arbeit entsprach aber der Er¬ wartung nicht. Aquileja , vormahks eine beträchtliche Stadt, liegt im Gebiete gleiches Namens, und war durch eine Reihe von iooo Jahren ser ununterbrochene Besitz der agrarischen Pa¬ triarchen. Daß im Uten Jahrhundert das heutige Aquileja schon oivttgr aurrria (öst¬ liche Stadt) ist genannt worden , bezeugt der Brief , welchen der Patriarch Vodalrich H76 ausgestellet, und in welchem den Bürgern in Aqur-- lleja das Recht, Jahrmärkte zu halten, bestätigt wird. Uiber den Namen: oivimr mmkria, wie der¬ selbe dem Aquileja beygeleget worden, ist nichts Bestimmtes bekannt. Nocherns hat auch t-ey Aquileja ein Hospital für Reisende gestiftet, welches von seinem Nachfolger Berthold be¬ stätigt worden. Dieses Hospital war auch be¬ stimmt, den bey den Sarareneir gefangenen Christen Hülfe zu leisten. Daß Aquileja aus einer Stadt in einenj Markt, oder wie andere , wollen, in ein Dorf umgcschmolzen worden scyn soll, davon habe ich bis jetzt eine» diploma¬ tischen Beweis nicht aufgefundeu. Aquileja ist heute noch eine Stadt, doch freylich dieselbe nicht mehr , welche sie Vormahls war. Es gibt einige, welche behaupten wollen, daß Aquileja eine bessere Lage zu einem Hafen Ha- Le , als Triest; es gibt andere, welche bas Gegentheil behaupte». Wer aus diesen beyden Lheilen bas Recht behaupte, kann gegenwär¬ tig nicht untersucht werden. Jetzt ist in Aqui- leja ein Kommerzialgrenzzollamt. Düs hiev gelegene Nonnenkloster ist erloschen. Hier fole gen einige in dem aglarischcn Gebiete gelegene Orte, als: Ayello, nach ankern Ajello, ein Dorf am Fluße Lisonzo und Torre. Hier ist eine Tri- valschule. Torvignan , ein Dorf am Fluße Änsa° Gr. ÄTarrin, ein Dorf am Fluße Ansa. Manftrno, Lin Dorf südwärts am kisonzo- Goadovaea, eitt Dorf am Fluße Lisonzo. Villa vmcenrma, ein Dorf südwärts von dem vorstehenden, am Fluße Lisonzo- ?v, Tolmein u- v. das Flr'tscher Gebiet grenzt gegen Norden an die kamli'chm Al¬ pen , gegen Nordost an das Locheinexthal in Kram, gegen Osten an das Idriancrgebiet, nnd gegen Westnord an (den Mannhartsberg, einen Theil der karnischen Alpen, Zu den Flüßen, welche in diesem Gebiete ihren Lauf haben, gehören die Lisonzs, der Fluß Lulmcin, der Knesafluß, Kirchheimer- bach, und die Corizna- Die Einwohner sind größtentheils Slaven ; daher diese Sprache hier gleichsam die herrschende ist. Es gibt auch Italiener hier. Der Hauptnahrung^- zweig jst das Fuhrwesen und die Viehzucht, besonders werden viele Gänse gezogen. Dese .286 Dieses ganze Gebiet theilt sich rn jwey Districte, nahmlich in den Flitschcrboden, und in die Hauptmannschaft Lulwein. Der Flit- scherbsden macht den nördlichen Theil dieses Gebietes aus. Alitscherboden, ist ein Kammergut, und macht im strengsten Verstände genommen für sich ein eigenes Gebiet , welches über , 5 Dör¬ fer :n sich begreift. Es wurde dasselbe vor- maßls von einem eigenen Hauptmann gelei¬ tet , jetzt aber si-yt dasselbe unter dem Gou¬ vernement in Triest. Dieser Distrück grenzt gegen Norden «n die karmischen Alpen, gegen Osten an die Wochein, gegen Süden an die Hauptmannschaft Tulmein^ und gegen Westen an Oberkärnten. Die Grenzen der Hauptmannschaft Tul- mein sind: gegen Norden bas Flitsche, gebiet, gegen Osten das Jdrianergcbiet, gegen Süden das Görzergebiet, und gegen Westen das ve- netiarnsche Friaul. Von dem Dorimbergischen Stamm kam dieses Gebiet an die Grafen von Breuner giazerschen Linie. 1649 wurde die Hauptmannschaft aus einem Lehen ein Allodi¬ um , und kam an das gräflich Coroninische Haus. Die vorzüglichsten in diesen bcyden Gebieten gelegenen Flüße und Orte sind: Batfchcr, ein Fluß, dessen Quelle in dem nordostwärts gelegenen Gebirge ist. Sein Lauf Ist westwärts, wo er sich bey Tributsche mit der Idria vereint. Lhmvorelo, ein Dorf an der Lisonzo. Ho- -287 Eorizna, ein Fluß, welcher bey Sirzeniza im Fiitschcrgebiete sich mit der Lisouzv vereint. zlftfch, oder Flitscherklauftn, auf einem hohen Berge nordwärts gelegen, in welchem die Hauptleute dieses - Gebirges ihren Sitz hatten. Flitsch, ein Dorf am Fluße Lisonzo. Hier ist eine Trivialschule. Rirchheim, ein Dorf am Fluße gleiches Namens, südwärts von dem Jdrianerdiyrict. Rneftr, ein Fluß, welcher nordwärts in den karnischen Alpen entspringt, und sich mit der Batscha vereinigt. St. Maurus, ein Dorf am Fluße Lisonzo wo sich mit ihm die Tulmein vereint. An der hier gelegenen Brüche, Maucusbrücke genannt, ist ein Zollamt« Schwarzenberg imFUtschexgebiete. Hier bricht ein schwarzbrauner, derber, mit weißem Kalkspat gemischter Braunstein« In einiger Entfernung von diesem Berge, dem Terglou gegenüber, befindet sich in einer Kluft Berg-- grün, welches von den Inwohnern des Dorfes Canal im Venetianischen, im Sommer gegra¬ ben , und nach Italien versendet wird. Tributsche, ein Dorf am Fluße Idria lm Görzergebietc. Tulmein, ein Schloß und Markt am Flu¬ ße Lisonzo. Von dem Schloße bat die Haupt¬ mannschaft ihren Namen« L8S Unterpr-r, ein Dorf im Flitfchergebiek. vi. Das Jdriauergebiet. Cine Abbildung von der Bergstadt Jdria kömmt in Valvasors ^tc» Buche Seite ^§7, und im 2. Theil von Hacquets Orycrographie.vor- Unter den verschiedenencn Schriftstellert?, welche von Jdria geschrieben haben, find Val¬ vasor und Hacquek die blmerkenswürdigsten- Der erstere gibt davon Nachricht im III. Bu¬ che G- Z66—-426 seiner Ehve des Erzherzog- thums Ärain; und der letztere im zweyten Thcile seiner Oryctographie S- z6 — 157. Valvasor hat diplomatisch gearbeitet, und Hacquet war einige Jahre in Jdria selbst- Ich bin daher bey der Beschreibung dieses Berg¬ werksbezirkes diesen zwcy angeführten Schrift¬ stellern grvßtentheils gefolger. Das Jdrianergebiet ist zwischen Krain und Görz gelegen. ES liegt in einem Thale zwi¬ schen hohe» Kalkbergcn. Sie sind auf Ton¬ schiefer aufgesetzt, von welchem in dem Thalr ein sehr mächtiger Strich hervorragt. In die¬ sem Schiefer brechen die Quectsrlbererze. Die Berge, welche das Gebiet umgeben, gebendem Thale eine runde Vertiefung, welche sich von der Grundfläche aus immer mehr verbreitet. Der Erzberg hat seinen Strich von Süden «ack Norden, und sein« Höhe beträgt bey 80 Pachter. Dieß Gebiet grenzt gegen Norden an die julischen Alpen, gegen Süden an Jnnerkrain, »nd gegen Westen an das Görzergebjet. Drr 2L9 Der einzige bemerkenswürdige Fluß ist hier die Jdria, auch Jdriza gcuanut. Sein Lauf ist südostwärts, und verläßt am Fuße des Berges Cladniek Jdria. Von hier ist der Lauf nordwärts, wo er in dem Gebiete der Haurt- mannschaft Tulmein den Kirchheimerbach auf- «nd den Lauf nordwestwärts nimmt ; bcy Gcheminskaqora vermischt sich mit ihm der Fluß Datscha, beym Dorfe Tributsche der Fluß gleiches Namens, dessen Lauf von Süden nach Norden geht. Unweit der Maurusbrüeke, noch im Tulmeincrgebiete, vermischt sich die Jdria Mit dem Lissnzo. Noch ist des Fluß Bolza od-.r Welza zu erwähnen, dessen Lauf von Westsude» nach Osten ist. Er vermischt sich mit der Jdria» Der Bach Nikova fließt durch das Bergstädt¬ chen. Derselbe aber hält nur Wasser, wenn ein Regen fällt. Außer einigem Wein , der hier Hebauel wird, und den Fischen , die die Flüße mit sich führen, ist das Quecksilber das einzige Natur- Product von einem Belange, und zwar von dem beträchtlichsten. Die Entstehung dieses Quecksiiberberqwerks wird in das Jahr 1496 gesetzt. Sein Erfinder war ein Binder, ^Bött¬ cher) welcher hier unter einem kleinem Flü߬ chen etliche Schäffer gefetzt hatte. Als er des Morgens wieder dahin kam, wo er die Schäf¬ fer in den Bach gelassen hat, fand er in den¬ selben eine Materie, die er nicht kannte. Er faßte daher etwas in ein anderes Schaff, und sieng damit nach Gischoflack in Kram, zu einem Goldschmied, um von demselben zu erfahren, Was bieß für eine Materie ftp; hütete sich L «der. LY0 aber, dem Golbschmiedmeister den Ort, wo er den Stoff fand, zu entdecken. Als er sich »ach Hause begab, begegnete ihm im Walde em Landsknecht mit Namen : Kazian Anderlei». Sie kamen beyde in Unterredung, und es ge¬ lang dem Landsknecht, den Bauer durch Ver¬ sprechung einer bestimmten Summe zu bereden, daß er ihn zu dem Orte führte, wo er die - Materie fand- Die Entdeckung des ersten Quecksilbers geschah gegen Norden am Fuße Les Berges Rvshna Hrib, der jetzt wegen der hier gebauten Kirche den Namen Antontberg hat. Von den Bergleuten wurde an dem Orte, wo das Quectstlbererz entdeckt worden, eine Kirche gebaut, und der heil. Dreyeinigkeit ge¬ widmet. Der angeführte Landsknecht trat mit andern in Gesellschaft, und fieng den Bau an. Diese Gesellschaft setzte denselben bis in das Jahr 1504 forr, in welchem Jahre selbe wahr¬ scheinlich , da sie zu wenig im Bau dergleichen Werke geübt war, das ganze Gewerk an eine andere Gesellschaft verkauft hat, welche den Bau 1506 anficng, und solchen gegen Osten betrieb. Die Schächte, welche man gebauet hat, hatten den Namen Georg, Amohecin, und Achatz.' Von den ersteren zwei) Gesenken ist heute nichts mehr bekannt. Die Gesellschaft, welche r;o6 den Quecksrlberbau an sich gebracht hat, bestand aus diesen Personen. Sie nann¬ ten sich: Hans Wagner, Vittig (vermuthiich Veit) Tollhauser, Agath Rindiiffer, und Flo¬ rian Teller. Der letztere war noch 1544 Berg- werksverwaltcr in Jdria. 1514 wurde dem Bergbau ei» Bcrgrichter in der Person des Steffan Zcrrer vorgesetzt. Er brachte den Berg¬ bau in Ordnung, und wurde der Angeber der Ge-- LH.r Gebäude» Dies« Gesellschaft blieb im ruhigeir Besitze ihrer Unternehmung bis in das Jahr 1520, da die Denrtianer des Bergwerks HÄ bemächtigt haben; allein sie wurden bald wie¬ der durch eine kleine Mannschaft, welche Mas ximilian hierher gesandt hat, ihres Besitzes ent¬ setzt, und die Gesellschaft setzte wieder den Bau fort. 152; ereignete sich hier ein heftiges Erd¬ beben , wodurch ein Theil eines Kalkberges 1/4 Meile von Idria in den hier gelegenen Fluß stürtzte, wodurch das Wasser so ange¬ wachsen ist, daß es bis zur Grude kam; al¬ lein durch rastlosen Fleiß gelang es, einen Durchbruch zu bewirken, wodurch der Fluß wieder seinen ordentlichen Lauf erhielt. Die Gesellschaft , welche einige neue Mitglieder» von Geburt Salzburger, erhiilt, konnte nun wieder in ihrem Baue fortfahren. 1527 ließ die Gesellschaft das nordwärts gelegene Schloß mit landesfürstlicher Bewilligung befestigen, hielt darin eigene Wächter, zugleich aber kam in dasselbe der Bergwcrksverwcser zu wohnen» Sein Gehalt betrug jährlich 802 fi.; man gab ihm auch einige Grundstücke und Wiesen zur Nutznießung hinzu. 1578 sandte Herzog Carl von Oestreich rc. einen Abgeordneten in der Person des Franz Khiefel hierher, weicher das ganze Bergwerk im Namen des Landesfürsterr übernahm. Zur Zeit, als diese Uibernahm er¬ folgte, bestand das Gewerk aus 72 Gliedern, Franz Khiesel verbesserte den Brennproccß, da er Kalk hinzusetzte, welcher vormah-s vermiße worden. Der Grubenbau wurde von Tag zu Tag ordentlich getrieben, und eine neue Berg- vrdaung verfaßt. lzg; wurde das Werk wit einer ordentlichen Tagfart, unter dem Na- r Parbaraschacht, vermehrt. Er bientavee T s L9L jetzt zum Einfahren der Bergleute nicht mehr, linker Kaiser Leopold befanden stchE'bey dem ' Gewerke: ein Verweser, der über das Ganze die Aufsicht führte, ferner ein Gegenschreiber, welcher das Erz einzuwägen, und wieder auf -je Waage zu geben hatte; bann ein Bergge- Licht, an welches man zugleich in Bergstrittig- feiten appclliren konnte; und ein Brückenschrei- Ser , welcher das Eisen , Unschli«, Oel, Leder, Hacken, Nägel, Stricke, Garn rc. in Ver¬ wahrung hatte. 1591 fieng die Hauptschacht, St. Barbara genannt, zu sinken an, und zu¬ gleich brach heftig ein Wasser hervor, um die Nachtheile zu verhüten , welche dasselbe dem Bergwerke zufügen könnte, hat man eine» Wasserleiter angelegt, und denselben einem Kunsimcister zur Aufsicht eingeräumet. Alle Fremde, welche noch die Gruben in Jdria be¬ fahren haben, bekennen einhellig, daß so schö¬ ne , sichere, und wohl eingerichtete Gruben, als die hier gelegenen, in Europa nicht zu se¬ hen sind. In den Jahren l66l — 62 und 6z hat, nach Angabe Valvasors , das idriani- sche Bergwerk 695,^4 Pfund , mithin 695Z Zent¬ ner Quecksilber geliefert, und zwar 1661 an gemeinem Quecksilber . 198,481 Pf« Iungfernquecksilber . . - 6,194 -204,675 1662 an gemeinem Quecksilber » 225,066 Iungfernquecksilber . . . 9,612 -- 234,67z ;66z an gemeinem Quecksilber . 244,119 JiMgfernquecksrlber . . . 11,862 —255,981 Summe.?. 695,334. Hr. LYZ Hr. Professor Hacquet bestimmt im Jahre r7Sr das Erzeugniß des Quecksilbers auf 2002 Zentner; allein bcy den vorfindigen reichen An¬ brüchen fügt er hinzu, kann man auch goos Zentner erzeugen, ohne die Gruben zu schwä¬ chen. Man setzt nun die jährliche Erzeugung des Quecksilbers auf 12,002, und die Gewin¬ nung des Zinnobers auf 6 bis 7000 Zentner. Der reine Gewinnst beträgt zährlich i,150,002 buchen. Vor iz Jahren betrug der Gewinnst 176107 Gulden. Im Jahre 1637 stand bey diesem Bergwerke folgendes Person al, als: ein Verweser; Gcgenschreiber ; Capcllan ; Bergrich- ter, zugleich Waldmeister; Gruben undBrand- stättenschreibcr; Oberbrennmeister; kcuthutt- mann ; Unterbrennmcister , drey Hutlevte, Wafferleiter, Kunstmeister, sammt neun Knech¬ ten, oder Zimmerleuten , und Gewerkmcjster mit 6 Knechten; Rechenmeister, sammt 6 Knech¬ ten ; (Ztallparthey, und Stader, an der Zahl vier ; ryy Bergknappen, darunter 12 Bren¬ ner ; vier Anschlager , und Ststrzer in der St. Achazgrube; ig Haspler, Truhenlaufer, und Setzer; 6 Zimmerleute in den Gruben; z Wächter bey der Brennhätte, 2 Wächter bey der Schctdhütte; 41 Holzkncchtmcister sammt Knechten; 5 Arbeiter bey der Ziegclhütte; 42 poljklauber, und Holzsager. Die Zahl der Ar¬ beiter betrug . , . . ^5 Köpfe Hierzu die Officiers ... 10 Dumme des ganzen Personals . . 56z Köpft Im Jahre 1789 stand bcy dcw Bergwerke dieses Personal, als: ein Bergweftnsdirector^ sy4 und Bergrichter mit dem Charakter eines k. kv ObcraMts - und Berggerichtsassessors ; Buchhal¬ ter , zugleich Oberamtsasscffor; Vergverwalter, zugleich Bergwerksinspector ; Oberamts ' und Berggerichrsassessor; Oberbrennmcjster; Probi- rer; Bcrgwerkseiimehmcr; Obcramtstaxator, Waldberciter; Oberbrennmeisiersadjunct; Mark¬ scheider; Zeugschrctber; Obcramtskaffekontrolor; Schichtmeister; Markscheidcrsadjunct; Kunst¬ meister ; Oberlendbutmann ; Oberhutmann; Drey Grubenhutmänner; Schciderhutmann; Schichtenschreiber; Materialvcrrcchner; Ka- stengegcnschreiber; Unterbrennmeister; Buch- haltereyaccessist; Oberamts--und Berggerichts- kanzcllist; Kasseamtsschreiber; Schtchtenmei- sterkschreibgehülf ; 2 Kratzenfüller ; Erzwagmei- ster; Hättcnschreibrr;^ Practicanten; 1 Leibarzt; ÄZunvarzt; Apothekenprovisor; Dechant, und Etabtpfarrcr;. Meßner; Organist; Weinin- spector; Wirtbschaftskontrolor; Wachtmeister; Schlosthorwarter; Z Silbcnbinder; Z Wald¬ hüter; r Postmeistct; Wcgmeister; Wasch- tverkanfseher; 1 Getreidebefötdcrer in Laybach; Eetreidebeförderer in Oberlaybach. Das ganze Arbeitspersonal beläuft sich jetzL ssber 6oc> Köpfe. Die Arbeiter haben ihren be« stimmten Gehalt. DieHutleute der Gruben er¬ halten jährlich bis Gulden. Die Ar¬ beiter yekommen die Lebensmittel in einem be¬ stimmten geringen Preise, und zwar nach dem Bedarf eines jeden. Die Arbeiter bey diesem Bergwerke haben das ihnen Eigene, daß sie zu all n Arbeiten gebraucht werden können. Bey dem Waldwesen stehen 60 Arbeiter, Zur Her- Hey- 2W beyschaffung des Holzes hat man in den entlc- genen Orken, wo die Hauptschläge sind, Was-? serdämme, welche man Klausen nennt, angelegt. Diese sind Schleußen, welche einen Teich bil¬ den , und den man nach Willkühr Massen kann. 1767 wurden dieselben von Steinen aufgeführt. Man hat deren zwey, eine an dem Ftuß Idria, und die andere an dem Bache Welzo- Der Bau der lezteren ist jünger. Die Verkehrung geschi« ht mit ganzem Holze in liegenden Meikro. Die Herausschaffung der Erze aus den Gruben ge, schieht durch die Schächte mittels eines i;o Lachter langen, und bcy 5 Zoll dicken Stiles, welches gut verpichk ist. Der Srof der Verpi- chung besteht aus Pech, Unschlitt, Terpentin, und Leinöl. Ein dergleichen Geil hält 20, bis s; Zentner an Gewicht. An dem Seii hängt ein runder Kasten, welcher Tonne getrennt wird, und 4 bis 6 Zentner Erz in sich faßt. In den älteren Zeiten wurde hier auch Zinnober berei¬ tet; es kam aber in der Folge davon ab. Im Jahre 1788 wurde hier eine Zinnoberfabrik an¬ gelegt, wie es nachstehende Nachricht, welche am 28. Juny 1788 dem Wienerpublico vorge- leget worden, bestätiget. Hier ist ihr Inhalt: „ Da die in der k. k. Bergstadt Jdria im Herzog- „ thum Krüin , vor Rurzem neu errichtete Zin- „ noberfabrik, nunmehr in solchem Stande ist, „ daß sie in hinlänglicher Quantität den Zinno- ,, der sowohl in Stücken , als auch gewählt von „ der schönsten jede andere Fabrication, wo nicht „ übertreffenden, doch gewiß derselben gleichksm- „ wenden Qualität, und nebstbei ohne diemin- „ beste wie immer Namen habende Verfälschung , „ oder Beymischung solcher Bestandtheile, sie bey " dem Gebrauch des Zinnobers in der Medi- T 4 „rill 2y6 . „ zin der menschlichen Gesundheit schädlich seyrz ,, könnten, fabricirt; so wird dem handelnden „ Publikum hiermit bekannt gemacht, daß die- „ ses Produkt sowohl im Fabrikort zu Jdria, „ als auch inderHauptnieberlagedcrk. k. Berg- „ werksproduktcnverschleißdirckiion in Wien, „ und bcy der k° k. Bergwerkeprv.duktenver- „ schleißfaktvrie in Triest an Jedermann gegen ,, kontante Bezahlung, ledoch nicht weniger, als ein Lagei, oder Fäffel, welches zwey le- ,, derne, mit dem k. k° Fabrikfiegcl stgnirte ,, Beutel, jeder zu 25 Wiener Pfund Nettoge- „ wicht enthaltet, derzeit in nachstehenden Prei^ „ sen, und in Wiener Kurrent verkaufet wird? Die ic« Pfund Wiener Nettogewicht ,, Uibcrdieß werden jenen Verkäufern, wel- „ che eine größere Partie von wenigstens 5s „ Fäst-l, oder 25 Zentner auf einmal abneh- „ men, und zum auswärtigen Konsums aus „ den k k. kcukschen , und ungarischen Erblan- „ den ausführen , an obigen Preisen zehn Per- „ cent , als ein Ausführsprämium erlassen 5'- werden „ Nun folgt eine kurze Nachricht von ^47 von der Bergstadt Jdria selbst, von welcher das Gebiet den Namen hat, und welches Kis an das Jahr 1527 ein Lhcil der Haupt'mannfchaft Tul- mein war; in dem eben genannten Jahre aber wurde es davon abgesondert, als ein eigenes Gebiet erklärt, und zu einem Kammerguk gemacht. Jdria war also memahls in Krain gelegen. Jdria, ( nach den älteren Urkunden Hn- drka ) die Bergstadt, liegt ostwärts am Fiußc gleiches Namens, 6 Meilen von Laybach, gi Son Gräz , und ^8 von Wien. Die Poststras- sc geht von Laybach über Oberlaybach, und Litsch. Das Städtchen zählte Häuser, und gegen 4002 Seelen. Die Häuser sind nach alt» tcutscher Sitte einzeln gebaut, und fast jedes mit einem Garten umgehen. Die merkwürdigsten Gebäude sind dasSclssoß.die Magazingebäude, die Pfarrkirche, das Schulhaus, und das Theater« Das Schloß liegt nordwärts auf einemBerge,und ist 2 Geschosse (ohne das Erdgeschoß) hoch, hat 4Thürme, und ist ganz rund gebaut. Das Ma¬ gazingebäude liegt mitten im Städtchen. Das¬ selbe ist nach neuem Geschmacke gebaut, und ein Geschoß hoch. In demselben ist die Auf¬ fahrtstube , welche über 202 Mann faßt; hier erhalten die Arbeiter das ihnen nöthige Oel. Zugleich verrichten sie hier ihr Gebeth; fer- ner werden hier die Unschlittkerzen , das Oel rc verwahrt. Auch wohnen darin der Oclmcs- ser, und Kerzenzieher. An der hier gelegenen rcutschen Schule standen 1789 vier Lehrer, da¬ runter drey Weltpricster, ein Zeichenmeistcr, und eine Lchrerinn für die Mädchen waren. In Jdria ist auch der Siz des Bergoberamts, und Bcrggerichts. Das Personale dieser Behörden »98 ist bereits oben angezeigt worden. Am Jahre ijsZo belief sich .die Anzahl der Schulkinder ans §80 Köpfe, Die Bergarbeiter sind in Kompag¬ nien abgetheilt« Sie haben ihre Uniform; kurz, dre Disciplin ist militärisch. Die Uniform der Beamten besteht in einem rothtuchenem Klei¬ de mit Klappen von schwarzem Sammet. Weste, Md Beinkleid ist strohfarb, und das Seitenge¬ wehr besteht in einem Säbel mit Pvrkd'epee? Ist- Istreich, Zstrjanske. 32 L Ästreich' ,^)arunter vergehe ich jetten io dem ösireichi» schen Kreise gelegenen Landesüezirk Oestreichs, welcher seine Lage zwischen dein venetianischen Istrien, und dem Königreiche Kroatien hat. Ueber die Grenzen des alten Istriens sind die Schriftsteller sehr unbestimmt» Einige rech¬ nen das Triestergebiet zu Istrien, andere zst Carmen. Nach Gtrabö hätte sich Istrien bis zur Urquelle des Flußes Timävus ausgedehnt. ,,ke>8t l'üNLVum sschreibt er) iLtronnin U8qn« istvlsm littus 88t, ^NL ItsliiL gstjacet, in meäio lerzorr« ca8tellum 68t, ,, allein im 5. Buche nennt er Triest wieder xaZuur caruioum, ein karrst- sches Dorf. Die Unbestimmtheit dieser Grenzen- bestimMung liegt unstreitig in der Verschieden¬ heit der Beherrscher dieser Gegend. Indessen geht meine Mcynung dahin , daß das eigentliche Istrien von der Urquelle'ches Timävus an, biL «11 Liburnien sich ausdehne, mithin, daß so¬ wohl der Fluß Timävus, als Tpbein unmittel¬ bar Theile des Istriens sind. Jener Theil von Istrien, welcher jetzt ei¬ nen Zweig des Herzogthums Kraiu ausmacht, wurde ig?4, in Folge des Vertrags vom Jabre ^64, welcher oben bey Görz Seite aufgcfsthrt worden, dem eben genannten Herzogthum voll" kommen einverleibt , und im Julius tZ74 ben Jstreichern von den Herzogen Albert, und Leo» Pvld hxe kandesfrevbeiten bestätigt- Mau rech¬ net v ZdL Ret verschiedene Orte zu Jstreich, welche aber, der Lage nach, zu Liburnien gehören, als Ka, stua, Verschetzsch, Lourana, Vaprinez, Mesch» nize , und alle Orte welche am Meere gele¬ gen; daher in diesen Gegenden schon die dal¬ matinische Sprache, und Sitten herrschen. Die Grenzen dieses Bezirkes sind: von Sü¬ den bis Norden Venedig, gegen Nvrdost Inner- krai», gegen Osten Kroatien , und gegen Ostsüd das kroatische Litorale. Dieser Laudesbezirk ist mehr eben, als ge¬ birgig. Ley Mitterburg hat er einige Hü¬ gel. An Wassern ist grosser Mangel. Die be¬ kanntesten Flüße sind die Ansa, Boglionschitza, und die Rekna. Von Seen ist nur der Zepir- schersce bekannt. An Getreide , und Wicfewachs ist dev District gesegnet. Die Gegenden um Bellejai, Berbo , Gvglior, Paßberg , Galingnana, und Zepitsch sind ihrer ergiebigen Getreidefelder und des trächtigen Wiescnwachses wegen bekannt» In dem Gebiete Kastua bricht «in sehr weißer Marmor. Die Hornviehzucht wird in den an- gezeigten Gegenden sehr gut getrieben. Im Ge¬ biete Kastua ist die Schafzucht sehr blühend, so wie die Rienenzucht. Hauptwaldnngen hat Ist- reich nicht; und unter den vorhandenen Bäu¬ men sind die Kastanien-und Olivcnbäume un¬ gemein häufig, so wie die Haselnußstaudcn sehr beträchtlich sind. Zu den hiesigen Hauptprodnc- ten gehören der Wein, und dasOel, und man San von diesem Landcsbezieke sagen, er fließe ' vo n Oü-W^o Zvz von Wein , und Oel. Die besten Wcingewächse sind bei Bersche;, Bibeu, Casiua , Wepriniz- und Zepitsch. In Jstreich befinden sich 7 Städte, iD Märkte, bey zo Dörfer, 12 bewohnte Schlös¬ ser; und 1781 hat man ein Bißthum, 4 Klö-. stcr, und 20 Pfarren gezählt, Der Haupthandel der Jstreichcr besteht iS Wein, Oel, Kastanien, und Nüßen. Sie ma¬ chen auch guten Absatz mit Wachs, Honig, und Lammfellen. Die herrschende Religion ist die katholische. Das Christenthum fand im 4. Jahrhunderte hier Eingang; und gegen das Ende des 6. Jahr¬ hunderts ward Heer ein Bißthum errichtet. "Das¬ selbe nahm ;79 seinen Anfang. Hier folgt die Reihe der Bischöfe, wie solche de Rubels bis in das :6te Jahrhundert angibt. 579. Marcianus. 679. Ursinianus. loži. Vvldaricus» Peter. 1186. Poppo. 965, Fredebertus. iOi;. Stefan. 1282. Wcrnardus. iZio. Odoricus. 1596. Georg. Der Bischof hak in Biben, in der Graf¬ schaft Mittcrburg gelegen, seinen Sitz; dasBiß- thum aber stand unmittelbar unter dem Landes- gubernio in Gräz. An der Cathedralkirche wa¬ ren 4 Chor «und Kapitularherrcn. Die ganze Diöces bestand 1784 aus 12 Pfarren, und 2 Kuratien; dann war darin ein Paulinerkloster, wozu auch bas bey St. Peter, und Paul rm Walde seit 1459 gehört. Im Jahr17S5 ist daS Biß' 304 Bißtbum erloschen und an dessen tzlay kam eiu Provicariat zu sichen« Die Diöces ist dein Erz¬ bischof in Laybach untergeordnet. Der teure Bischof in Bibcn roar Aidrqg Anton von Pic- tardi, 1766 ward er zum Bischof erwählt, und 1767 am 22. Hornung cousecrirt, 1785 kam er als Bischof nach Zeug, wo er 178« im Herbst siarb. Hier folgt der Stand des Klerus m Isircich nach der Chronologie: 1255. Abtey St. Peter - und Paul im Walde- welche 1459' vom Kaiser Friedrich Paulincrn an der See geschenkt »vor- den isi. 1266« Errichtung der Kirche zu St. Nikolaus in MiLterburgi Der Vorsteher dieser Kir¬ che führt den Titel: Probst- 1474. stiftete der Schulprobst zu Mittcrbttrg zu dem Altar U. L. Frau in der Sc. Nikolai- Lirche ein Bmcfizium, und legirte hier- ' zu das DorfGsllogoriza mit allem, was zü demselben gehört. Der Kapellan isi verpflichtet, in der Woche g Messen zu lesen. Das Präftntationsrecht gebührt' dem Hauptmann in Mitcerburg. rzgo. Pauliger an her See. Die Stifter wa¬ ren Nicolaus , und Herrmann , zwecks Söhne des Philipp Guteueggcrs Vom, Castell Wachscustcim L40O. Franziscaner in Mittcrburg. Die noch im Jahr 1784 hier gelegenen Pfar¬ ren waren! Derds, Z "- s Nerdo, die Präsentation bes Pfarrers har ein zeitlicher Besizer der Grafschaft Mitter- burg- Berfez, die Pfarr gehörte Vormahls in die Diöccs des Bißthums Pola. Die Pfarrkirche ist dem St. Georg gewidmet, zu welcher folgende Filialen gehörten, als.° St. Mqgareth in der Dorstadt, St. Andreas zu Oggradia, St. Ma¬ ria Magdalena zu Stavaz, Et. Stephan zu Go- riza, Sr. Dreyeinigkeit. St. Nikolaus zu Do- lovich, St. Martin zu Suctivi, und St. He¬ lena. Die Präsentation des Pfarrers ist wie hey Bcrdo. Biden - die Pfarrkirche ist der Mariaverkün- bigung gewidmet. Zu dieser Pfarre gehören die Sn der Stadt Biden gelegenen Kirchen zu St. Johann, St. Stephan/und St. Helena. Lsstua, die Pfarr gehörte vormahls in die, Diöces des Bißthums Psia. Bey dieser Pfarr standen 6 Kapikulares. Die hier gelegene Kir-- che ist der Ek° Helena gewidmet. Zu dieser Kir¬ che gehörten eilf Filialen, als: St° Dreycinig- keit,.U. L. Frauen, St. Lucia, und St° Se- hastian. re» Die ersteren brey find in der Stadt, und die anderen in der Vorstadt gelegen. Noch im gegenwärtigen Jahrhundert haben zu die¬ ser Pfarre 1202 Familien, »and 6,020 Seele« gehöret. Gaslgnana, die Pfarrkirche ist dem St» Veit, und Modestus gewidmet. Die Präsen¬ tation des Pfarrers gebührt einem zeitlichen Be- sizer der Grafschaft Mitterburgi, iz Äsers ZO6 Ger-ofell, in der Grafschaft Mitterburg gelegen. Die Pfarr gehörte vormahls j» die Diöces des Vitzthums zu Parcnzo, und ein zeitlicher Besizer der Grafschaft Mitterburg hat den Pfarrer zu prasentrren. Rerschan, in der Grafschaft Mitterburg. Die Pfarrkirche ist dem St. Anton gewidmet. Rrrey, in der Grafschaft Mitterburg ge¬ legen. Die Pfarrkirche ist St. Peter, und Paul gewidmet. Lindar, in der Grafschaft Mitterburg ge¬ legen. Lourana , in der Grafschaft Mitterburg gelegen. Die Pfarr , welche dem St. Georg gewidmet ist, gehörte vormahls in die Diöces des Vitzthums Pola. Mührenfels, die Pfarr zu St. Stephan gehörte vormahls in die Diöces des Vitzthums Pola. Die Präsentation des Pfarrers gebührt dem freyherrlichen Hause Brigido. Mitterburg, f. dieß Wort im nachstehen¬ den Ortverzeichniß. Neusäß, in der Grafschaft Mitterburg gs» legen. «pberburg, in der Grafschaft Mitterburg gelegen- Die Pfarr stand vormahls unter der Diöces des Vitzthums von Parenzo. paß in der Grafschaft Mitterburg gelegen. Die Dk Pfarr stand vormahls unter der Diöees de- Bißrhums Pola. Samassco, richtiger Zumasco; von dem hier gelegenen Dorfe gehört ein Thcil nach Oest¬ reich , der andere nach Venedig. In dem ösireichijchen Thcile sind zwo Filialkirchen gele, gen. Die Pfarrkirche, dein St. Michael gewid¬ met, steht auf venedischem Grunde. In die¬ sem Dorfe befinden sich zween Suppan ( Schult- heiße), nähiulich ein ösireichischer, und ein vene- kianischer. Swing, in der Grafschaft Mitkerburg ge^? Legen. Die Pfarr stand vormahls unter der Diöees des Bisrhum Parenzo, und hat drey Ka- «onicate. Terviso in der Grafschaft Mitkerburg ge¬ legen. vermo in der Grafschaft Mitkerburg. Die Pfarr gehörte vormahls in dieDiöees des Bi߬ rhums Parenzo. Wachfenstern, in der Grafschaft Mitkerburg gelegen. Die Pfarr stand vormahls unter ded Diöees des Bißthums Pola. Zepitfche, in der Grafschaft Mitkerburg ge¬ legen. Zumaoao, f. Samasco. Nun folgen die in Istretch gelegenen Stär¬ ke »nd Märkte: U - Ank»? Z 98 vr-üWüüo Anritznans, eine Stadt an der Venediger Grcnze^me Meile von Mittcrburg. Die Stadt gehört dem Besitzer der Grafschaft Mitterburg» Ja derSfadt sind, nebst der Pfarrkirche,noch drey andere Kirchen gelegen, und eine befindet sich in der Vorstadt» Im ganzen Orte ist eine ein» žige Cisterne ; und man muß das Wasser von einem entfernten Orte vor der Stadt holen. In der hier gelegenen Gegend sind trefliche Weingewachse, und sehr schmackhaftes Obst: als Pfirschen, Nüße, Aepfel rc. ZZerschezh, eine Stadt am adriatischen Meere, in der Grafschaft Ritterburg gelegen, 6 Meilen von Mitterdurg. Zum Einlaufen der Schiffe ist hier ein kleiner Hafen befindlich. Der hiesige Wein wird seiner besonderen Güte wegen sehr gerühmt. Die Oltvenbäume geben ergiebiges Oel; und die hier befindlichen Kasta¬ nien , die den Namen - Maron , haben, werden ihrer besonderen Größe, und Dicke wegen sehr gesucht. Biben, (keteim) eine Stadt in der Graf¬ schaft Mitterburg gelegen. Hier hakt der Bi¬ schof gleiches Namens seinen Siz. Die zeit¬ lichen Bischöfe von Biben waren vormahls S»f- fragane von dem Patriarchen in Aquileja, und in der Folge von dem Erzbischöfe in Görz. Die Sabt liegt auf einem hohen Berge, wel¬ cher an Weingewächsen, Olivenbaumen und Ha¬ selnüßen gesegnet ist. Voylion, ein Markt, auf einem hohen Berge in der Grafschaft Mitterburg gelegen. Am Fuß dcS Ber-es fließt das Flüßchen Vog- ltyrr- lionziga vorüber. Die Gegend ist mit Getrei¬ de , Wein, und Qlivenbäumen gesegnet. Tastua , (Khäsiau) eine Herrschaft am adriarischen Meer gelegen. Man glaubt, daß dieses Gebiet seinen Namen von den häufigen Kastanien, die jährlich gesammelt werden, habe. Diese Herrschaft grenzt an den Meerbusen, ma- 20äi earnero, genannt, an das Venediger Ist- reich, und an die Grafschaft Miterburg. Ihr Umfang wird auf 8 teutsche Meilen bestimmt; in dieser Herrschaft sind der Hafen VoiuS- ka, der Markt Veprinir, und Moschinize gelegen, 1402 kam die Herrschaft an das Haus Oestreich, und wurde demHerzogthum Krain zugctheilt, wie solches das kramersche ständische Gülteubuch be¬ zeugt, in welchem enthalten ist, daß nntermn. Jänner 1585. die zwcy Richter in dieser Herr¬ schaft den Befehl bekamen, die jährliche Steu¬ er rc. zu erheben, und an die ständische Kasse abzuführen. Im Jahre 1454. wurden die zwi¬ schen der Gemeinde St. Veit am Pflaume ( Fiume ) und der Gemeinde Kastna wegen des Blumenbesuchcs entstandene Streitigkeiten bey- gelegt. Da der dieser Vergleichung wegen aus¬ gestellte Brief zugleich eine Uibersicht von den Grenzender HerrschaftKastuagibt, so führe ich ihn nach seinem wörtlichen Inhalt aus Valva¬ sor hier auf — ,, Erstlich so!! das castanische „ Gebiet anheben, im Bach Rezchina bey der „ Gcrschoraz, oder Groburger Brücken von ei- ,, nem ein gehauenen Kreuz , und Buchstab» ( A ) Von danen über sich nach dem evrcige „ des Grahovitz Mayerhofs, auf dem >>er«e „ Lubria zum eingehauenen Kreuz ch Uc. ,, vor sich hinaus auf das Eck auf einem ge- spizten Felscnkreuz, ut lit. und irr U z nach J!» „ nach der Höhe, und Schärfe ( also «ennk „ man da diesen Ort) dieses hohen Gebirges „ und dann herab über die Landstrasse, welche „ von St. Veit gm Laybach, und Grabnerk „ gehet , neben dem Weg auf Kästau auf ein ,, Kreuz, und lit. L. ein wenig herum unter dein „ Wege, abcrmahl zum Kreuz, und lir k. „ abwärts der Stadt St. Veit Accker airf ei- „ ner Anhöhe, oder Kafclkrcnz, und lit. O. von dannen wiederum abwärts, ein Rigl „ gegen Unserer Frauen Kirchen schnurgrad „ auf ein Kreuz, und lit. !1. von dannen ab- „ wärts auf gedachte Unsere Frauen Kirchen, ,, Scharnitza genannt, in deren von Kästau „ Gebiet, und Grenzen gelegen, von dannen „ über sich auf Napläsck bey einem Tabor ein „ Stein im Kreuz, und lit I. von dannen ge- „ gen den Kreuz, »nd der Landstrasse Elopoz „ auf der Seilen des Weges ein Kreuz. und „ Ut. k- Von hier zu Kirchen zum St. Kreuz, „ welche durch die von Kästau mit Gottes- „ dienst versehen wird , oberhalb zu einer „ tiefen Gruben, darneben ein Kreuz, und Ur. ,, I,. ein wenig abwärts zu einem Stein, und „ Orts Zerouiza ein Kreuz Uc. U abwärts „ nach einem engen steinernen Fußsteig desZe- ,, rouiztbals zu einem fließenden säßen Wasser „ in Felsen ein Kreuz ut Ut. 1^,, Kaiser Fer¬ dinand der II. überließ die Herrschaft dem Gra¬ fen Balthasar von Tannhausen. Die Gräfin» von Tannhausen schenkte solche den Jesuiten zu Judenburg. In Folge eines k. Diploms erhielten src die Jesuiten in Fiume, welche da ein Kol¬ legium sammt einer Schule errichtet haben. Sie ließen die Herrschaft durch einen Hauptmann re¬ gieren. Bis in das Jahr r;y4 sind die Haupt¬ leute von dem Landesfürsten emgesczt wor¬ den» Ar» dest. Ohne Zweifel macht die Herrschaft Kasiua letzt einen Zweig des Studienfunds aus. Zu den Hauptnahrungszweigcn in diesem Gebiete gehören die Weingewächse, und die Bereitung des Oels. Die steilesten Felsen siebt man hier mit AZcknreben bepflanzt. Es wird auch viel mit Kastanien, Limonien, Feigen, Mandeln rc. ge- handel . In Rücksicht der geistlichen Angele¬ genheiten war Kastua der Diöccs des Bißkhums Pola zugetheilt. Zu Anfänge des gegenwärti¬ gen Jahrhunderts hat man in der Pfarre Kä¬ stau 1220 Familien, und bey 6022 Seelen, wie bereits gesagt worden ist, gezählct. Der hier gelegene Fluß Rezina, der an Fischen, vor¬ züglich an Forellen, sehr gesegnet ist, war vor- mahls ein Eig-mthum des Peter Grafen von Jeri¬ ni, dessen trauriges Schicksal bekannt ist. Tastua eine Stadt auf einem hohen steilen Felsen im Gebiet gleiches Namens amadriati- schen Meere gelegen. Die Stadt ist mit Thür- men umschlossen, von welchen man mit Kano¬ nen das Meer bestreichen kann. Galliniana, ein in der Grafschaft Mitter- burg gelegenes Städtchen. Es find hier gute Getreidefelder. Rerschan ein Schloß, und Markt vier Mei¬ len von Mitterburg auf einer Anhöhe gelegen. Johann Wcichhart, Fürst von Aursberg hat dir Herrschaft an sich gekauft, und der Grafschaft -ontterburg einverleibt. «z, Ariey, oder Krick, ein Markt, welcher zur Grafschaft Mitterburg gehört. Der Ort hat u 4 Mangel IlL 0-^E^S Mangel a» Wasser , desko blühender aber sinH die Weingewächse. Llndar , ein Markt mit der Grafschaft Mitrerburg vereint. Derselbe ist auf einem ho¬ hen Berge gelegen, welcher trächtig an Getrei¬ de , Wein, und Obst ist» Lourana, (Laura) eine Stadt in Liburni- «n am adriatischen Meere unter dem Utschkokcn- bsrg gelegen. Dieselbe gehörte 1705 den Gra¬ fen von Görz; j. tzt aber zur Grafschaft Mittex¬ burg. Ihren Namen soll die Stadt von den hier häufig vorhandenen Lorberbäumm haben- Der Ort hat einen kleinen Haven, um Schiffe aufzunchmen, und ist mehr gebirgig, als eben- Wein, und Oel werden hier häufig gewonnen; so wie der Handel mit Leinwand, und Kasta¬ nien , welche sehr groß, und dick sind, hier sehr stark getrieben wird. Mittsrbur§, eine Grafschaft, 17 Meilen von Laybach gelegen. Wer die ersten Befizer die¬ ser Grafschaft waren, ist bestimmt nicht be¬ kannt. ion hat Kaiser Heinrich die Grafschaft den Patriarchen in Astuileja geschenkt; 1770 hat sich dieser Grafschaft Leopold , Herzog in Oestreich bemächtiget, 17,77 war von dieser Graf¬ schaft Meinhard 111, Graf von Görz Herr, 1459 waren die Grafen von Görz noch Bcstzcr davon. Nach deren Tod 1774 kam, in Folge des oben hey Görz aufgeführten Vertrags, die Grafschaft «n das Haus Oestreich. 1644 hat Kaiser Fer¬ dinand llk- diese Grafschaft den Herren Anton, und Hieronymus Grafen Flangini verpfändet, von welchen solche an Ferdinand , Fürsten von Portia kam. Diese Schenkung gab den Land¬ ständen 3-S ständen in Krain 1664 Anlaß, den Kaiser zu bewegen, daß die Grafschaft um 550,000 Gul¬ den dem fürstlichen Hause Porkia abgelvset, und dem fürstlich Aursbcrgischen Hause mit Vorbe¬ halt aller von dem Lande adhangcnden Ho, Heiken, Rechte , rc. überlassen worden. Das fürstlich Aursbergische Haus aber bat diese Graf¬ schaft abcrmahl an Ferdinand 111. für Thcngen in Schwaben überlassen. Von da kam solche an den Marquis de Prie, und von diesem 1767 an den Grafen Montecuccoli. In dieser Graf¬ schaft sind diese 6 Städte, als: Antignana, (mit einem Haven) Lcrschez, (mit einem klei¬ nen Haven) Biben , Gallignana, Lourana ( mit einem kleinen Haven) und Mitterburg; ferner 9 Märkte, als; Boalion, Kerschan , Krieg, Lindar , Paßberg , Gchumberg , Swing, Ter- viso, und Vermo gelegen. Durch das fürstli¬ che Aurebergische Haus wurde die Grafschaft mit den Herrschaften Kerschan, Wachsensiein , Zepitsch nebst dem da gelegenen See, aus wel¬ chem der Fluß Arsa kömmt, und der Herrschaft Paßberg durch Käufe erweitert. Von dem hier gelegenen Bißthum, Klostern, und Pfarrey ist bereits das Nöthige aufgeführt worden. Mofchenize, ein Markt an dem adriati- schen Meere in der Herrschaft Kastua in Li- lmrnicn gelegen. Beflzer dieses Marktes wa- sen die Herren von Lybein, von welchen der¬ selbe an die Grafen Walsee, von diesen an die Grafen von Gor;, und nach deren Abgang an das Haus Oestreich kam. In der Folge erhiel¬ te» den Ork die Grafen von Tanhaüftn, von welchen solcher mit Kastua an die Jesuiten kam. Hier bricht schöner weißer Marmor , womit ° 48^ 9^ nördlicher Breite, und Zi* 17^ o" östlicher Länge von Ferro den Pariser Meri¬ dian zu 19° 53/ 15^ angenommen. Triest grenzt gegen Norden an Innerkrain, gegen Osten an den Flitschcrboden, gegen Sü¬ den an das venetianische Istrien, und gegen Westen an das adriatische Meer. Der Flachenraum dieses Gebietes wird auf 5 teutsche Quadratur eilen bestimmt. Sei¬ ne Lange beträgt bey 2 Meilen, und die Brei¬ te bey 4. Von der Landseite wird es von ei¬ nem steinigten Gebirge dem sogenannten Karst cingeschlosscn. Diese Gebirgskette dehnt sich bis gegen Ostsüd, und von der westlichen Sei¬ te macht das adriatische Meer die natürliche Grenze. Im 9. Jahrhundert kam Triest durch ein Geschenk König Lothars an das in der Stadt Briest gelegene Bißthum. In der Folge ver¬ kaufte diesen Ort der Bischof Johann um 502 Mark «in die Grafen von Görz, von welche sich die Triestiner Bürgerschaft im Jahre 94s wied-r ZLO wieder losgekaufet hat. 1002 kam das Gebiet unter die vcnetianischc Bothmäßigkeit» i?8o kam in Besitz desselben der Patriarch von Aqui- leja, und IZ82 nahm Leopold Herzog von Oest¬ reich von diesem Gebiete Besitz-, seit welcher Zeit dieses Haus ununterbrochen dasselbe be- sitzt. Zwischen den krainerschen und triestinern Landständen gab es in vorigen Jahrhunderten stets Streitigkeiten» Die ersteren sahen.das Lriestergebict als einen Thcil von Krain an, und die anderen behaupteten das GegentheiK Der Karst hat ursprünglich mit Krain keinen Lheil gemacht. Die Natur selbst hat diesen Berg zur Scheidewand zwischen dem adriatischcnMeet und Krain gesetzt. Auch Florianschitsch nimmt tincn Thcil des Karstes zu Kraju , und die an¬ dere Hälfte zu Triest. Im Jahre 1648 ha¬ ben die krainerschen Stände das Tricsterqebiet nicht mehr für einen Zweig des Herzogthums Krain angesehen. In einem an die I. Oe. Re¬ gierung und Hofkammer erstatteten Berichte vom 19. Aug. 1648 ließen die krainerschen Stände diese Worte einfließ-n. „ Die- „ sem allem nach, und weilen die 8uppli- „ canten schon vor vil Jahren diesem Herzog- „ thum Crain , deme sie doch sonsten Craft „ Gültbnches incorxoriret gewest, entzogen- ,, und wie wiffent, in kheiner Sach demselben „ unterworfen — sondern für ein frene Oom- ,, inunitel gehalten scyn wollen, khönen wir „ sie nicht anders, als Ausländer «stiimren. " Im Jahre i5!5 haben die Stände in Gtcycr- inars, Kärnten, und Krain den Kaiser Ma¬ ximilian gebeten , baß er Triest u. s. w. von den I. Oe. Landen nicht möchte abgesondert Z»! «ögeiondert lassen. Die Vitke Segam, also;. „ Item die EraUchafr Mitterburg, Triest und -, ganz Karst hab-n vor Alters zu dem Haus „ der J. D. Landen gehört, vaselbst hin ihr „ ^pxollsrion geführt — aber nun in kur; „ verschinen Iaren ist das alles durch Kayh. ,, Maj. Regiment zu Kusprukh hindangezv- „ gen. ec. " Unter den Naturprodukten des Lriesierge- Lietes sind diejenigen die vorzüglichsten, wel¬ che unter dem Namen; südliche Früchte, be¬ kannt sind, alsWein, an welchem nicht nur Uiberfiuß vorhanden; er ist auch von vortrcfli- chen Gcschmacke. Die hiesigen Weingcwächse theilen sich in weiße, und rothe; dann folgen Oel. Limonien, Mandeln, Feigen, Pomeran¬ zen und Datteln. Die See liefert schmack¬ hafte Fische, so wie die Triesiincr Austern sehr gesucht werden. Auf dem Karst , zu Lippiza, und Prestianick, sind landcsfürstliche Srutereycn. Die Pferde derselben, gewöhnlich von mittel¬ mäßiger Größe, sind sehr gute Bergsteiger, fordern aber kundige Reiter. Auf dem Karst ist die Schafzucht von einigem Belange. Man macht mit den Lämmern guten Absatz nach Ita¬ lien. Die Waldungen tragen Buchen , Ei¬ chen, und Linden, mitunter auch Fichten und Tannen. Kochsalz hat das Land keines, son¬ dern es wird Meersalz bereitet, wovon die Sa¬ linen zu Servola und Jaule sich befinden. Zu dieser Salzbereitung werden gewöhnlich die Gommcrmonache July und August gewidmete Da bas Triestgebiet Mangel an Holz hat, so bedienen sich mehrere Fabriken bey der Feue¬ rung der Steinkohlen, wovon sich Gruben bey Evrnial befinden. Seit der Zeit, als die Sa«? » UlW, ZSL kinen, die man auch Salzgärten nennt, an den jetzigen Orten gelegen sind, genießt die Stadt Triest einer sehr gesunden Luft. Das Triestcrgcbiet wird in die Stadt, Dörfer, Mandarien (einzelne Häuser) und den Flikscherboden abgerheilt. Der Dörfer werden ro, und der Mandarien y angegeben. Die Einwohner, deren Zahl i-n Jahre 1739 auf 22,000 Köpfe stieg, sind Italiener und Krai¬ ner; daher auch hier die italienische und krai- nerfche Sprache am gewöhnlichsten vorkömmt. Der gemeine Mann spricht Kraincrisch; da aber Triest der Aufenthalt verschiedener Na¬ tionen ist, so hört mau auch viel Teutfch, Französisch unk Englisch sprechen. Auf eine 0 Meile kommen 4,400 Seelen. Im Jahre 178/ Leli f sich in Triest die Zahl der Gebornen auf 102z -- Gestorbenen. . 817 - -- Getrauten .. azr Unter den Gebornen befanden sich vom Weib- lrchen Geschlechte 494, und g6z Gestorbene» Einige wenige Bemerkungen will ich hier von Len Karsinern, welche dem Berge Karst, Len sie bewohnen, den Namen gaben, bcy- fckgcn. Sie haben einen starken ncrvichken Kör¬ per, und find sehr arbeitsam. Der Weinbau ist eines ihrer vorzüglichsten Gewerbe. Viele geben sich mit der Viehzucht ab. Andere be¬ reiten Oel, welches sie in Säcken von Wid- derhauten nach anderen Orten bringen , und damit handeln. Ihre Sprache ist die krainer- sche, doch bemerkt man einen besonder» Dia- le et. , Zur Fud Besorgung der Lanbesangelegenheitett besteht in der Hauptstadt Triest ein Guder- eiium, welches auch, wie schon gesagt wor¬ den , die politischen Geschäfte der Grafschaften Gör; und Gradišča zu besorgen har, dann ist diele Hauptstadt auch der Sitz des Kreisawtcs«. Der Gouverneur chat ein sehr ausgtbreitetcs Ansehen. Ihm sind alle k» k. Consuls und Viceconsuls im Ponente untergcprduct, nahm- lich: zu Agosta , Aigles, Alghieri (in Sar¬ dinien) Alicante, Altona, Amsterdam, Anco¬ na, Barcelona, Barletta, Bayonne , Benga¬ len , Bordeaux , Bremen, Cadix, Cagliari, Calais, Cankon in China, Cartagena, Ceffa- konia, Ccrigo, Cetto, Cherson, Civita nuova, Civitavecchia, Cvrunna, Drnia, Dünnkirchen, -Faro, Ferraro, Funcha», Gallipolis, Genua , Gibraltar, Hamburg, Havre de Grace, Jsle de France, Kopenhagen und Elscnör, Korsi¬ ka, Lisabon, Livorno , London, Lübeck, Ma- cerata, Madera, Mahon, Majorka, Mala¬ bar, Malaga, Manfredoma, Marseille, Ma- karo, Messina, Morlarx, Nantes, Neapel, Niza , Pesaro , St» Petersburg , Ragusa , Nvchellc, Rouen, Salo, Sassarr, Scruvai, Einigaglia, Toulün, Valenza, Venedig, Zante Und Zara. Oie übrigen Politischen und Justizbe¬ hörden kommen bcy der Sradt Trjcst vo r. In Rücksicht der Handhabung der Streitigkeiten auf der See dient das bekannte Conlols o stol ma¬ ke zum Entscheiden» In Folge Hofbecrets vom ka. Sept. '78a dürfen b-y dem in Gör; be¬ findliche« Nonrs kietA keine Pupillen - Curaral- Stiftungoder Zideicommißcapltaiien angelegk werben- Z 24 Zu den eigentlichen Kunstproducten Triests gehören die Erzeugung des Zuckers, Syrops, Vitriols , präparieren Weinsteins, Grünspans, der Potasche, Seife, u° s. w. Hier folgt eine Aibersicht von den in Triest vorhandenen Ma- nufacturcn und Fabriken im Jahre 1787, als: Baumwostenzcngmanufactnr des Augustin Co- chr und Compagnie, in welcher Parchent und Molton verfertiget werden. Fajanccfabrik der Herrn Santini und Com¬ pagnie. Färbercy in rothem türkischen Garn, der Fra- kelli Placko. Kartenfabrik. Flor-und Seideumanufactur. Liqueursdrennerey, (5) Sie machen beträcht¬ lichen Debit. Lohgärbercy der Fratelli Luzznlo. Majolickfabrik bes Peter Lorenzi. Oelseifensiedcrey» (5) Segelwchmannfactur des Ambros von Stroh- lenborf. Seidenspinnerei) des Isaac Treues und Com¬ pagnie. Unschiittkerzengießerey. , sa) Wachsrerzengteßerey. (2) Wachsbleichen. (2) Juckerraffincrte des Ignaz Verporten. Sie macht ansehnlichen Absatz. Der Handel von Triest theilt sich j» de» See-Land-und Niederlaghandel. Der Land¬ handel ist älter als der Seehandel. Der er¬ stere entstand im Jahre 1715, nnd der See¬ handel 1717» Es ist außer allem Zweif-l , daß, daß, wenn man den HandlungSgewinnst bloß 'M Gelds sucht , der Seehandei wichtiger, als der LandhKnbc! ist; allein der Landhandel ist imstreitig wichtiger, da er die Nationalbcschäf- kigung beträchtlich vermehrt, wen» mau an¬ ders unter, dem Landhanbel, die Ausfuhr der Rationainatur «nd Kunstprodukte versteht. Au den beträchtlichen Artikeln des Landhanhels gehören: die Leinwand, die Glaswa.arm, die Bergwcrksproducte, Tobak, Vieh, Hoizwaa- een, Tuch, Potasche, Getreide, rohe Wolle, tc. Im Durchschnitte betragen jährlich diese Ausfuhrartikel bey 6 Millionen Gulden- Dee Sechandel, das ist, die Einfuhr fremder Maa¬ ren ist unstreitig - seit dem Joftphinischen Zoll¬ system sehr heruntergekommen, da es bekannt ist , daß dieser Waarenhandel einen großen Theil des Spcditionshandels gemacht hat. Zu den beträchtlichen Maaren , welche noch den Sechandel beschäftigen, gehören : Seide, Baum¬ wolle, spanische Wolle, Honig, Wachs, Wcyh- rauch, Indigo, Getreide, Borax, Salmiack, Kaffe, Zucker, Thee, Flachs, Hanf, China¬ rinde, Pfeffer, Ocl, Zimmet, Reis, Kreide, Krapp, Papier, Bücher, Vanille, Netzwerk w. Der Niedcrlagshandel -'darf nur im Großen geführt werben. Er besteht größteutheils in Transitowaarcn, und wird immer blühender. Man schätzt diesen Waarenhandel jetzt auf z Millionen Gulden. Die Maaren , chie vpn er See, als Konsums in die Erblanbe kom- My, betrage« bey 7,000,000 Gulden. Von Triest gehen zwe'y Hauptstrassen , be¬ sten eine über Laybach nach Wien, und die an- üd?r Görz durch Kärnten, theils nach X s " Salp Z26 o^W^o Salzburg, und khsrls nach Tyr»l zieht« Der Waarenzug über Laybach ist der beträcht¬ lichste. Nach Salzburg geht die Strasse durch Kärnten über Villach, Spital, Gmünd und Cremsbrncke , an welchem letzteren Orte ein Kvmmcrzialgrcnzzvllamt ist. Nach Lyrol führt die Strasse abermahl über Gvrz durch Kärnten nach Villach, Ex-tal, Sachftssburg und Ober- dravburg. In Lyrol geht die Strasse durch Bozen nach Teutschland. Die Waaren, welche in Triest erzeugt werden, und in den Erblan- den der Zollbcgünstigung genießen, sind: n) der weiße, geschnürte, geblümte, mußirtc und so¬ genannte Piqueparchcnt; dann der Bett-und Futterparchent; d) der baumwollene, weiße, geblümte, gestreifte und gefärbte Molton; o) überzogene Früchte und Samen, als: Aran- zini , Cikroueuschalen, Aneis und Fenchel; rt) eingcsalzene Ekambri, eingesalzene Tonini , Sardellen ;e) baumwollenes Garn; t) diffillirker Grünspan; Z) Karten, als: Tarock -undTra- pellrerkarken, Pfquetkarten , und Bauernkar- ten; h) Leder; j- Rosoglio, versüßter Brant- wein, Nack, Rum, Kitschen - und Eyrup- geist, .Danzigerwasser u. d. gl. k) Majolickge¬ schirr-und Fajance; i) Oelseife; m) weiße und gelbe Wachskerzen; tft Triestinerwein (mit Ma- gistratsatkest) v) weißer und brauner, wie duch raffinirter Zucker, und x) Auckersyrup, Die erbländischen Waarcn , deren Ausfuhr nach Triest einer Begünstigung genießen, sind diese, als: Bock-uyd Zregenfclle, Gemsfelle, Hirsch- Häute , Kalbfelle, Küh - und Terzhäute, Lamm- und Kizselle, Ochftuhäute, Rehhäute, Roß- Häute, Schaf-und Schö'psenfelle, Schwein¬ häute, roher Flachs, gehechelter Flachs, Werg, Hüchftues ungebleichtes Webergarn, wergenes unge- z. '7 ungebleichtes Garn, Dachtgarn, ungebleichtes, ganz - und halbgebleichtes , dann Schafwolle ohne Unterschied, mithin auch die Flock-und und Scherwolle von Tuchschercrn und Weiß- gcrbereyen, ingleichcn Fadcnwolle. Im Triesiergebicte ist ebenfalls die römisch katholische Religion die herrschende. Uebriqcns herrscht hier eine ganz uneingeschränkte Tole¬ ranz. Die nicht nnirten Griechen, so wie die Protestanten und Inden haben insgcsammt nach ihrer Weise freye Rcligionsäbung zu genießen. Die Christenlehre fand schon frühzeitig in die¬ ser Gegend Eingang; allein, wann das Bißthum hier seinen Anfang namm, kann mit Gewißheit nicht bestimmt werden. Ich setze die Reihe der Triesiiner Bischöfe hierher, wie solche de Rn- beis bis zum röten Jahrhundert angiebt. Es sind: Tmgiferus. 579. Severus. 602. Firmius. 679. Gaudentius. 965. Joannes. 1015. Richolfus. 10ZI. Adalgerus. 1149. Wernardus. iiZr- Bernardus. H88- Liutoldus. . 1217. Conradus- 1244. Volricus. 7232° Ulvinus. i8io. RodulphuK. 1.889- F- Pa>'° 1590. Joannes. Das Domkapitul in Triest bestand aus 12 Domherren, und dem Dechant, welcher den ersten Rang hat, und seit 177z infulirt ist. Die Triester Domherren lebten in den vorigen Jahrhunderten, gleich den Orbcnsgcisilichcn, zu¬ sammen unter einem Dach, undHecrd. Unter Bischof Konrad in dem 2ten Jahrzehnt des r ckcn Jahrhunderts erhielt bas Domkapttul auch er- mn Domscholasticus', mithin brieflich bamahks X dir Z28 hie Zahl der Domherren auf 12 Köpfe. Zur Jahr 1/88 ist das Bißthum von Triest nach Gra¬ dišča üdersctzr worden. Die Bischöfe von Triest r«aren auch im Bcsize des Rechtes zu münzen« Bon Bischof Konrad befindet sich beym Jrenäy im r. Buche, ro. Kapitul der Abdruck einer Münze, deren eine Seite das Bilbniß des Bi¬ schofs , und die andere die Stadt Triest vor¬ stellt. Hier folgen nach der Zeitfolge die m Triest gelegenen Klöster, als: 2229. Minoritenkloster in Triest, wozu 1229 Anton von Padua , der hierher als Pre¬ diger kam , den Grund gelegt haben soll. > I2Z4 wurde die Kirche geweiht: ibi7. Kapuziner in Triest, Ihre Kirche Wier¬ de rbLZ eingewcyht. r6ig. Jesuiten in Triest. 1- 177z. 1624. Barmherzige Brüder in Triest , jetzt ik Laybach. z-775. Probstey, und Kloster der armenischen Mechitaristen in Triest, wohin sie von Venedig kamen. Diese Geistlichen be¬ sorgen die Seelsorge ihrer Glaubensge¬ noßen. deren Zahl man in Triest gegen 50.0 bestimmt. LL78» Benedictinernonnenkloster i» Triest, Zu seiner Entstehung gab ein Mädchen An¬ laß ,' welches noch andere ihres Ge¬ schlechtes fand, die sich zusammen ent¬ schlossen haben, ein abgesondertes Leben zu führest. Ja der Folge erhielten sie «in 3»^ eiu eigenes Kloster, und nahmen die Re- gcln des St. Lcnrdrct zu ihrer Lebcns- vorschrift an. f In Nücl sicht der Milizangelegenhciten kömmt zu bemerken, daß ein zeitlicher Gouvcr- neur in Triest von der Stadt, und dem See¬ hafen gleiches Namens Milizkommandank ist. Diesem Milizkommando sind zugelhciiet ein Plaz- major, eine Garnisonartillerie, welche aus ei-» ncm Zeugwarter,Munitionär, Kanonicrkorpo- ral, und z Kanoniers besteht. Der jetzige Krieg mit den Türken hat nothwendig gemacht, das i n Gräz gelegene Gencralmilizkommando hierher zuvcrlegen. Nun zu einigen Nachrichten von der Stadt, und dem Seehafen Triest, und einigen in hem hiesige» Gebiete gelegenen -Orten. Triest, die Hauptstadt in dem Gebiete gleiches Namens , ist ihr.es hier gelegenen See¬ hafens wegen allgemein bekannt. Man theilt die Stadt in die alte, und neue. Die lcztere nennt man auch die Theresienstadt , da diesel¬ be der Höchstseligcn Monarchinn, Maria The¬ resia ihr heutiges Daftyn zu danken Kat. Die Altstadt ist an dem Abhange eines Hügels ge¬ baut, aufbessenSpize ein berits im iZtcn Jahr¬ hundert erbautes, 1470 aber wieder hcrgcstell- tes Castell steht. Die Theresienstadt nimmt bey- nahe die ganze Ebene bis an das Seeufer ein, und hat schöne, grade, und breite Strassen. Die Zahl der in beyden Thcilen gelegenen Häuser steigt etwas über r,ooo, welche von 16,000 Seelen bewohnt werden. Die Neu¬ stadt zählt ein Alker von 40 Jahren. Triest ist in 8 Quartiere abgerheilt, wovon jedes sei- L 5 nen sz? uen Vorsteher hat, welche zusammen unter ei¬ nem Polizeydjrector stehen, welcher vermahlen derKrcishauptmannist, und welcher einen Kas- sier, Kanzelltsicn, Plazkommissar rc. zur Sei¬ te hat. Der hier gelegene Hafen wurde unter Karl VI- im Jahre 1717 zu einem freyen See¬ hafen erklärt, und privilcgirt. Diese Privile¬ gien wurden in den Jahren 1719, 1729, und 17^0 bestätigt. Die Zahl der in diesen Ha¬ fen 1780 eingelaufenen Schiffe belief sich auf ^,8oo. Run steigt die Zahl bereits auf 7,020. Im Jahre 1784 gieng das erste Triester Schiff 1s Esxricjo«» nach Nordamerika hin, und kam mir einer ansehnlichen Ladung von da zurück. Die ostindische Handelsgesellschaft, weiche in der Folge fallirtc, halte die Erlaubuiß durch 5 Jahre allein, Schiffe nach Chiaa auszurüsten. Der Odrisilicutenant Bolts führte das erste östrekchische Schis nach slhina. An dem Falle Lieser Gesellschaft waren eigentlich die Englän¬ der , und Holländer schuld, welche gerade zu der Zeit, wo 5 Schiffe der Socictät mit Thee ankamcn , denselben um 25 Bercent im Prei¬ se herunter setzten. Seit dem Jahre 1782 nimmt der hiesige Plaz auch Aukheil an den levantischen Handel, woran das Haus Bel¬ leti , Zaccar, und Kompagnie, welches sich in dem eben genannten Jahre hier 'niedergelassen hat, Anthcil hat. Triest hat unstreitig in Rück¬ sicht des Seehandcls grosse Fortschritte vor Venedig gemacht; ob aber-der Tricstiner Han¬ del auf die Höhe steigen wird, auf welcher sich der venetianischc im rztenJahrhunberte befand— kömmt zn wünschen. Dec Ranco eii JTzjcnr!,- rioue, e csmbr marinini hat im Jahre 1786, da derselbe entstaub, einen Fund von 400,09 Gul¬ den gehabt. Irr Folge Hofdrcrrty von 4. May !786. 3Z! Z786 haben die Actionairs der Compagnie dieser Lank nur vor dem Wechselgcrichte in Triest Red und Antwort zu geben; 2) ist der Fund der aoo,oc>O fl. von der Erbschaft. undJnte- ressensteuer frey, und haben die Seewechsel- contracte dieser Compagnie die gesetzmässige Ei¬ genschaft fölmiicher Wechftlbriefe, urd sind al: so von der Nothweiibigkeit der Unterfertigung zwcyer Zeugen befreyet. Triest hat vier Märk¬ te, welche zu den vier Quatembern anfangeu, und sedesmahl 8 Tage dauern. Eie sind von wenigem Belange, da hier so zu sage» sters Messe ist. Bey 'der hier befindlichen Börse führen 6 Handelsdcputirte das Direktorium , davon alle Monarh zween derselben Vorsitzen. Am Schlüße des Jahres gehen zween dieser Deputieren durch das Loos ab, und an ihre Stelle werdew zween andere durch die Mehrheit der Stimmen erwählt. Gewöhnlich halten hier die großen Handelshäuser Buch und Rechnung in Wienerkurrentguldcu zu 6c> Kreuzer, und die Krämer in siorini oder Gulden
  • fl., Wr Verhandlung 60,000 fl., und zur Ausrstq stung , 3Z4 siikng zweyerFregaktcn r6 oos fl. Im Jahre 1788 waren 15 fremde Consuls, und Agenten in Tri¬ est gegenwärtig, als von Dänemark, Frank¬ reich , Genua, Malta , Modena , Neapel, Pfalz. Portugal, Preußen, Ragusa, Rom , Rußland , Sardinien , Toscana , und Venedig. Im Jah¬ re 1786 war auch ein Consul von England» Holland / und Schweden hier. Lelvcder, ein Schloß, nordwärts von der Stadt Triest. Lornial, ein Dorf mit einem Postwechsel auf dem Karst gelegen. Ascherberg , ein Markt, osisüdwärts von Triest. stlitscherboden, in Jsireich westwärts von Triest. Das hier gelegene Verwalteramt steht unter dein Gubcrnio von Triest. Hier sind der Markt Märenfels, die Dörfer, St. Servolo, Preschuschcnza rc. und das verödete Schloß Carst- bcrg gelegen. Grignano, ein Schloß, oberhalb Belve- der gelegen. Lipp'za, ein Schloß, und Dorf auf deck Karst. Hier ist die bekannte landesfurstliche Ekuterey gelegen. Gr. Michael, ein Dorf, südwärts vok Fischerbcrg. Montebello, ein Schloß zwischen der Stadt Listest, und dem Markt Fischerbcrg. Hxssccco, ein Dorf oberhalb Belvcder. Die hiesigen Weingewächse sind ihrer besonderen Vor- rrefiichkeit wegen allgemein bekannt. Kizinina, ein Dorf oberhalb Fischet-berg. Rosandra. ein Bach, welcher seinen Aus¬ lauf in den Golfo di Triestc hat. St Servolv, auch Scrvolo, ein Dorf. Der Ort ist der Salzsalinen wegen bekannt. Die Die gefürstete Grafschaft Tyrol. H37 ist det akgemeinrn Mcynung , baß d!6cuncli L. äesoripra, V»rmun« N AA8 ' Vgl in Volcierttmrm. ineit. ^vsn. Vorl- lenberger , 8ile6u§ , excuci. ßöo. i>Iigrinus ^Vnno N- DO. V. im Rareut formal , Xl. Maetter. Am Rande sind die Gebirge «»gezeigt, welche das Land von Norden, Osten, Süden und Westen umgeben, eben so die Flüße, deren Ursprung angezcigt ist. Diese Charte ist un¬ gemein selten. Selbst in ihrer Geburtsstadt ist dieselbe kaum dem Namen nach bekannt. Die Grafschaft Tyrol. In gerader kinid abwärts sieht man das Wapen des Heraus¬ gebers , und darunter die Worte : Mathias Burgk'ehncr, baider Rechte Dottor, und Ober Oester» eichischer RegimentsNaht- Gegen Osten steht der Inhalt-der tyroiischen Landtafel, und unter diesem das Landeswapen. Gegen We¬ sten ließt man die tyroiischen Landesfürsten von rzchz bis mit dem Jahre 1602. Sowohl die Holzschnitte, als die Kupfcrplatten vsn dieser Charte sind in dem Schloße Ombras verwahrt, "I'^rolis Oomilutus. Am Ende der Charte stehen diese Worte: Rotem. Imp. Rom, Deopvlüo I. , ^Lrcbiä. ^.uzeris Oom. I^rolii. —- Naserualis 8UL D. D. bumilitor Natd. Lumx^ lu^sn. L ^rcbiteLb. 1674. Izwolis snd telici Rezimine Naris 1b a- reliL Rom. Imper. ^nß. cboro^rsxbice äelj- veara a Uerro ^Lvicb, sr Ulalio Istuber colonir Ober^ertustüvis, eursure IgriatioN-^einbgrt, Rro» teftor. Nakket. in Oniverüruce oenipontsun, sri iueiür a ^osn. Lrn.NannLtelä Vienos 1774. Die Charte besteht aus 2 Theilen- nähmlichaus dem nördlichen und südlichen Theile des Lan¬ des. Jeder enthält 12 Plätter , wozu ein 3)9 gehört, mithin enthält dreier Alas - k^ütt.r. Diese C harte ist bis jetzt die Kö- v-l : -rbländkschen Charten, die im össeut» Uche. Druck bekannt worden sind. Die ürllüeirs Orsfleiiakt 'ffzrrol. /se./eri tscil , ('e-iponti 1678. schurr comeL » LrunätS eislineavir. I örsnärs kyrotischen Adlers Jr. 8j)srZ8 s ^ulsn-! L tteis- 6ors Oo-> p. e^nc. 'V^ej ikopl' 8. c. ».cs-icel. jnt. ^r--biv. eV. ?. feuipl'it VliMNL r7Z9 üe 8xer§8 üelinLSvit. 4 p!. Eine C: arte vsn Tytol auf einem halben B»'""! »n d<- > rl6)>' , wetH's d.n ?it l hn': IKoris äslls ^rincipetca contes sel 1»- rolc» <6.n, Franz Frcyherr von Prandau besitzt eine aus¬ erlesene Sammlung von «clkenen Büchern, wo¬ von seine vortrefl'che Geschichte Wiens, von welcher «?lis der erste Theik rn der Paul Kraußi- sch^i» S4L rm Werkes war Matthias Burgklehner, bcy- der Rechte Doctor, und oberöstr. Reaiments-- rath. Von der gefürsteten Grafschaft Tyrol, beschrieben von Maximilian Grafen von Tyrol, «E>t Thcile. Ein Man-,script. Das Original dieses interessanten Werkes ist mir nicht zu Gesichte gekommen. Abschriften von diesem Werke gibt es' mehrere. Cie sind aber nicht immer vollständig. Die vollständigste fand ich in der Hofbiblivrhek zu Wien , und in der Bibliothek des Reichsgrafen von Selb, der setzt in Wien lebt. siernnrstini Nalanoti , ksronft äs Onl- ciesio »naniensts st^roiensis , Oonsiftarü < X- snrei — luskona ^rolenstr ab orizine vsczus sä Onrolum Na^num pars I. opus oh im- maturam snäkoris mortem imperkoLkum Das Original dieses intcreffanten Werkes besindet sich'in der Büchersammlung des Freyhcrrn von Epcrges. 8imoni8 Petri Lartsiolomei ft (?. perAl- Renkir, <1e orientalium 's^rolonstnm xrircipue slpinorum vriiftiiihll8 , libellus , ^nidrns prs- mifsK sunt stisseriationeL «ex aä eas viam ps- ranres, nststitur^ne in sine stisieKuum , quo «ipini ntnnwr, cntaloAns. Das Orig nal die¬ ses Manuscripts ist in der Bibliothek des Frey- Herrn von Sperges. V Z Des schen Wuchhandlunq ans Licht Dftreten ist, »eugt. Der Werth dieser anschnlich>N Sucher,- sammtung steigt bereits gegen rzovo isulvtn. Z 42' Des tyrolischen Adlers immer grünendes Ehren Kanzel, beschrieben durch Franz Adam Giafe on Brand s, wohl bemelter fürstl. Grafswaft Tyrol Erb -- Silber - Cammcrern 4. Botzen 1678- Kurze Beschreibun; der fürstlichen Graf¬ schaft Lm ol, verkerliget von Antonio Rosch- mann V. O. der römisch, kaif und köniel. kathol. Majestät Obere str. Universitäts uotario 4. Insbruck i'4y. Die ft Beschreibung könnnt auch in der allgemeinen und neuesten Welrbe- schreibung vor, die bey Barlholomä in Uim erschien« Geschichte der gefürsteten Grafschaft Tyrol, zum Gebrauche der studircnden Jugend in den k. k Staaten, 8- Wien 17-73 von Kassian von Roschmann, Offizial des geheimen Haus - und- Hofarchiv in Wien. §8tvrja clella princip65ca contra stel 1^- rolo, rrar-portara üal leeiexco, — cou uns Luova Nasx». 8» 1780. Ursprung und Merkwürdigkeiten der k. k. Erzherz. Haupt und Residenzstadt Ansbrugg im Tyrol 4. Ansbrugg, bey Mich. Anton Wagner. Beschreibung der kais. köniql. Stadt Jns- bruck , Hauptstadt der gefürsteten Grafschaft Tyro'. Von Joseph Freyherin Ceschi von H. Erenz k. k. n ickl. Kämmerer O. oe. <^"ber- nia'rath im Iah-e -7" F^oltzang KoM , 8chaurxieler p, 7^. 5crip it, >n grvsi Fol.H. Theilez zugeeignet der Kaiserinn Königinn Maris The-- Thercsta. Das Original dieses interessanten A!^scr,pks verwahrt die Hofbibliothck in Freyherrn von Brandls, Geschichte der Landeshauptleute an der Etschund Tyrol Ei» Manuskript in der Dlvllvthek desHel. Grafen von Eoreth. Irr der alteren Zeit ist Brandts größtenteils dcmHlvcn- uno gcfolget. Diese Zeit ausgenommen, ist, Freyherr von Sperges schreibt, dieß Werk eme wahre pragmatische Geschichte der tyroli- ichen Landesverwaltung bis zum Jahre 1590, von welcher Zeit, da der Verfasser die Archive hat benützen können, er sehr richtig wird. Ty- rol hat nichtsOcsseres und Zuverläßigeres auf- zuzeigen,. Ludwig Markgrafs von Brandenburg Lau¬ desordnung unter dem Titel-, wissent iZ49» Im Original im ständischen Archiv j» Ins- Ludwig Markgrafs von Brandenburg neue Landesordnung igzz. -Herzog Leopolds Landesordnung 1404- Gesaz, Vnd ordnungen der NnzichtenMa- 'esij Rechten. Vnd anderer Händeln des Lan¬ des der Graueschast Tyroll. — Am Erchluße ließt man: Diese ncwe ordnung vnd erfundung der Rechten der Graucschafft Tyroll. Hab 'M Hannss pirlin durch Vergünnung der -c. ' M. Regenten, vnd Stathaltere zu 3""^' g-druck zu Mgspurg /ennv Millesimo Qm-.gci- killmo sexto. Die vicesima tert'a Mens elprr- V 4 ls. — Dieses sehr seltne Merk ist in der Bü- chcrsammlung desHrn. Hofraths von Kruft, Der fürstlichen Grafschaft Tyrol Landes- ordnung im Jahre 1526 zu Augsburg durch Sylvan Ottmar gedruck. 1532 würben einige Artikel dieser Landesordnung erläutert, und 1574 erschien eine neue AusaaM von dieser Landes'ö'rdnung- Hier ist der Titel: New Re- formirte landsordnung der fürstlichen Grafschaft Tyrol , in Fol- Der Herausgeber derselben war Herr Johann Ernstinger, Rath und Re- gimentssecretär. Die Gerichte Nattenberg , Kitzbühel und Kuffstein, nammen diese Landes- ordnung nicht an, sondern hab^n die soge¬ nannte bayrfche Buchfag zu ihrer Richtschnur- Bayrisches Buchfag 1346. ^clss äella 8toria , e clolls consuetuäini smicks ciella vslle , la^arm» ecl in parricnlare äel Lioverctgno , sti un 8ocio clel Keg.ucuäe- ruia äeßir sčisti 4. maj. Os Zalinir ^roienstbus in Isirckeri Nus- rio 8ubceiranoo x.227. Beschreibung des tyrolischcn Salzbergwerks vom Alexander Tronner, Perkincisteramtsvcr- walter des Galzbergs im Jnthal. Ein Ma¬ nuskript in dir Hofbiblrothck in Wien. Joseph von Spergcs, auf Palen; rc. Land- ma'incs in Tyrol, tyrolische Bergwerfsge- sch-chte, mit allen Urkunden und einem Au¬ ch ;°ge, worin das Bergwerk zu "Schwatz be. schrieben wird, im gr- 8-1765. bey von Trattnern- Koencim O-Ü-W-Ü'O 34Z Neßnum animale, veßersbile, minerale ^s^rolsnle, slifterrsiione acaäemica per, 8^- vnp^jn reoiesta — sär-rnutum sb> ^.ntouio Lozabwsuu I. II. ^lLenciaro 4. Oonip». fter per 8:'Iinns 1z--rolsnle8 pudlieX cov- cerrarivni p^opntimm - hlniverütaee oeni- . xonmna, ?lLÜä. sch kruno. 6aun L. kol. 1707 Oeni^. Joftph Walchers— Nachrichten von den Eisbergen in Tpro!. 8» Wien 177g bey von Kurzbcck. Joseph Müller -— Nachricht von den in Tyroi entdeckten Turmalinen — an Ignaz Ed¬ len von Born. 4. Wien -778- Johann Nepom. Edlen von keichardina, von Eichberg und von küzlgnad, tyrolischen Laudmannes Verzeichnis und Beschreibung der Tyroler Insekten. II. Theile 8> Zürich 478i — 1784. Versuch über die erste Gestalt und Bevöl- kcrung Tyrols. I. Lheii, eine physikalisch--hi-- siorisch - geographische Schrift, von Kari Mi- chälcr — 8- Wien 178Z. Ab^and^ung von den Uiberschwemwungen in Tyrol. Vom Franz Zallmger zu Lhurar, Professor der Mathematik zu Jnsbruck. 8' druck 1779. Ausglelchmigstabeklcn über die ebevor in ^yrvl zum Weinmaß gebraucvte §)b'eu, und ben nunmehr eingeführten Wiener Eimer, witz g) 5 auch 346 auch über deren beyberseitrge Maaße. Verfas¬ set von dem Priester Ignaz von Weinhart» Fol.^Iurbruck 1781. äeÜL liibliotbec» l'^rolass , 0 sis »oti^io isroricke üszli 8crittori stell» provin- «is stel Pirolo , sti Oiscoxv Urtarotti Pove- remvo 8. lkoversto l7zz. 8ggxio stell» Likliotkec» l^roleks , 0 sm t^ori^ie istoriclie stebli Lcrittvri stell» provin¬ ci» stel Igrrolo sti Oiaoopo Urtarotti — s ä» Oominico krsucesco lostescsiini, poete ^>sr- zinenke Le. 8c»N2i»xriw» 8- ^sn Veneri» 1777. Das gelehrte Oestreich, med. Octav. Wien 1776 — 1778 bey Zierch in der Singerstrasse im teutschen Haus. In diesem Werke kom¬ men von den in Tyrol gebornen Schriftstel¬ lern, und Künstlern Nachrichtcu vor, Lebensgeschichte des berühmten Makherna- tikers, und Künstlers Peter Anichs eines Ty- roler Bauer. Verfasset von einer patriotischen Feder (Joseph von Sterzinger Vorsteher der Bibliothek und des Kunstkabinets zu Paler¬ mo ) 4. München 1767. pstogium pustici ^g-rolenkis Petri Hniclr 'lorvatoris , OligleoArapki , NackrMiLakum zrtium .^la^iskri Lc. g. Viennre Z768- Versuch einer akademischen Gclehrtcnge- schichte von der k. k. Leopoldinischen Universität zu Jnsbruch 1782 in dem aufgeführten Jour- na» ^der Literatur und Statistik. Kurze 347 Kurze Nachricht von dem i- k. Rarrtäten- kabinet (Kunstlabinet) zu Ombras in Tyrol, vom Johann Prmüssrr , k. k. Rath und Schlos- hauptmann. Tyrol war in den ältcrn Zeiten ein Thci! von Rhätien; mithin hatte es mit demselben fast gleiches Schicksal. Es stand um die Mitte des 6ten Jahrhunderts unter der fränkisch bv- jarischen Herrschaft. Gegen das 8te Jahrhun¬ dert breitete Carl der Große seine Herrschaft auch in Tyrol aus , und setzte in mehreren Be¬ zirken des Landes sogenannte Gaugrafen als Verwalter ein. Um die Mitte des raten Jahr¬ hunderts erscheinen die Grafen von Tyrol , Andechs und Görz. Die ersteren waren Besi¬ tzer von dem Vinsigau und Untercngadein. Die Grafen von Andechs, nachmahlige Markgrafen in Istrien, hatten ansehnliche Besitzungen im In" und Wipthal. Sie hatten Ausdruck und noch andere Güter im Gebirge, und an der Etsch , wo die Stadt Meran gelegen, inne. Nach Abgang des Andechs - Meranifchen Stam¬ mes, welcher mit Otto !l. 1248 erfolgt ist, fielen jene Stücke Landes, welche im Gebirge gelegen, an den Grafen Albert von Tyrol. Als dieser am 22. July 125z starb, und mit ihm auch der Stamm der tyrolischen Grasen erloschen ist, traten in den Besitz feiner Län¬ der Meinhard t!k. Graf von Kürz und Geb¬ hard Graf von Hirschberg, welche unter sich diese Tbeilung machten: der erste übe-nahm alle an der lgd'tkchcr Brücke gcleaene Länder, welche mit Brft' N zerstreut an Eisäch , und an der Etsch lagen, nebst dem ganzen V-enstaau und dem Tbeile von Obcriuthal bis v- clwoken- stein; Gebhard hingegen erhielt das Jnkhal von 34S von Schrofenstein biy Landeck bis Jnsbruck, und das Wipchal bis zur genannten Ladikscher- Brucke. Meinhard starb im Schloße Tyrol am 22. July 1258/und hinterließ zwecn Söh- ne, als Meinhardum und Albcrtum. Diese beydcn prüder regierten gemeinschaftlich über Tyrol und Gsrz bis in das Jahr 1271, irr welchem Jahre am 4. May sie die Länder theift reu. Meinhard IV. behielt Tyrol, und Albert !I. übernahm die Grafschaft Görz und das Pusterthal. Meinhard kaufte in der Folge von dem Grafen von Hirschbcrg den ganzen An- kheil, welchen er 1248 Gsaß, um 4,000 Mark Silber an sich. Durch seine Heirat!) mit Eli¬ sabeth, der Witwe des Röm. Königs Conrads, kam er zum Besitze einiger in Ober-uyd Unter- rnthal gelegenen Länder. Er starb am Tage der Allerheiligen 129^ zu Greiffenburg in Kärn¬ ten , ernannte in fernem letzten. Willen seine drcy Söhne, Otto, Ludwig und Heinrich als Erben, und befahl dem Hochstifte in Trient, dasjenige, was ihm abgcuommen worden , wie¬ der zurück zu stellen. Ludwig starb am 12. September 1:05, und Otto am 2;-. May iZio.. Heinrich war nun allein Beherrscher. Er starb am 4. April 1^5 an der Kolik im Schloße Tyrol, und hinterließ eine Tochter Margareti), welche im September iz-o Johann Heinrich, den zwcyten Sohn des Johann, Königs in Böhmen , gechclichct hat." r /48 wußte sich Mar- gareth mit Hülfe Kaisers Ludwig von ihrem Ge¬ mahl Heinrich zu trennen, und verehelichte sich 1842 mit Ludwig Markgrafen von Bran¬ denburg, dem Sohn Kaisers Ludwig; 1259 am 4° September stellte Margarets) eine Schrift aus, in welcher sie den Herzogen von Oestreich , und Dren Erben dis Grafschaften Tyrol und Görz, wenn 349 Wen« chr einziger, mit ihm erzeugter Sohn, »hne Erben sterben sollte , vollkommen ver¬ schrieb. i^6r am rx. September starb Lud¬ wig , Markgraf von Brandenburg. Sein hin» teriassener Sohn Meinhard kam aus Bayern, im Monat Oekober des eben genannten Jahrs, zu seiner Mutter nach Tyrol. Meinhard Her¬ zog in Bayern und Graf zu Tyrol siarb zu Meran am 1-4. Jäner 17,63, und in eben die¬ sem Jahre im September trat Margareth an Erzherzog Rudolph in Oestreich die Regierung über Tyrol ab^ und begab sich nach Wien , wo sie am g. Oktober !Z6y gestorben ist. Die kaiserliche Bestätigung, dieses östreichischen Lan- desbesitzes ist zu Brünn in Mähren am 8> Hor¬ nung 1364 erfolgt. Aus dem vorstehenden er¬ hellet hinlänglich » wie Tyrol an das Erzharis Oestreich gekommen ist. Jene Länder, welche das nördliche Tyrol in sich faßt, haben zur fränkisch bayrischen Herrschaft gehört. Den südlichen Tbeil Tyrols hatten im 6ten Jahr¬ hunderte größtcntheils die Langobarden inne. Um bas Jahr ^73 sielen die Franken in daS iongobardische Gebiet, und bemächtigten sich des Sulz - und Nonsberges. Die Franken aber, da sie keinen festen Ort inne hakten, mußten zu ihrem eigenen Nachtheile das Land den Longobarden wieder ganz überlassen. Im Jahr 724 hatte Graf Ursing das tridentinische Herzogthnm in seiner Verwaltung. 0027 er¬ hielt die Grafschaft düs Hochstift vom Kaiser Conrad II. zum Geschenke. Das Hochstift Dri« lcen namm K. Ludwig schon 814 in seinen Schutz« Eben so gab es in Tyrol noch mehrere Bezirke, die ihre eigene Herren hatten. Ich will nur einige aus ihnen anfübrcn, von welchen der Beyname zugleich den Distrikt ihrer Herrschaft SN- 3Zo qnzeigk. Diese waren: die Grasen von Espan (sic haben zn Hocheppan restbirk^) die Grafen von Eschenloh, die Grafen von Täufers, die Grafen von Hall im Jnchal ec' Vom Erz¬ herzoge Rudolph an ist Tyrol ununterbrochen bcym Hause Oestreich verblieben; nur haben manchmahi eigene Fürsten aus diesem Hause das Land beherrscht. Diese Fürsten waren: IZ86. Leopold lV. Er trat 14-26 die Beherrschung der Länder in Schwaben, Elsaß und der Schweiz an. 1406. Friedrich IV., im gemeinen Leben Friedl mit der leeren Tasche, genannt, f am 24 Juny 1459. Er hinterließ größes Vermögen, und ließ den Erk r der alten herzoglichen. Residenz zu Jnsbruck mit vergoldeten Kupfcrplatten decken. 1446. Siegmuud, ein Sohn Friedrich IV. Don 14^9 bis 1446 har Kaiser Friedrich die Vormundschaft über Siegmund, und die Verwaltung über Tyrol besorgt. Siegmund war in seinem zwölften Le¬ bensalter, als er seinen Vater verloren har. Siegmund -f 1496. 1521. Erzherzog Ferdinand, nachmahls römi¬ scher König, und endlich Kaiser. Er hielt sich in Tyrol bis zum Jahre auf, in welchem Jahre er römischer König wurde. r;6z. Erzherzog Ferdinand, ein Sohn Kaisers Ferdinand I. Er wurde in Tyrol er¬ zogen, und 1563 von seinem Vater zu Ins- ZAr Jnsbruck zum Landesfürsicn von Tyrol und den Vorlanden ernannt. i;8o ver¬ lor Erzherzog Ferdinand seine Gemah¬ lin»« die bekannte Philippinen aus dem patrizischen Geschlechte der Welser. Er gicng am 14. May 1581 ein neues Ehebündniß mit Anna Catharina , Her¬ zogin« von Mantua ein. Ferdinand am 24. Jäncr 1595. r so2. Erzherzog Maximilian übernimmt die Re¬ gierung der O. O. Lander, und zwar auf Veranlassung der Stande in Tyrol, indem Rudolph II. als eigentlicher Lan- dcsfürst persönlich im Lande nicht ft,m konnte, -s r6rz. 1619. Erzherzog Leopold erhält von seinem Bru¬ der Ferdinand die Regierung über die O. und V. Länder, und läßt durch ihn die Erbhuldigung einnehmen. >6?6 am Herr May ließ er sich als wirklicher Landes¬ fürst huldigen. Leopold war seit 1607 Bischof zu Straßburg und Paßau, de¬ ren beyben Bißthümern er aber entsag¬ te, und sich am 18- April 1625 mit Clau¬ dia Prinzeffiun aus dem Hause Medrces zu Florenz vermählte, -f am rten Sep¬ tember 162,2, und hinterließ 5 Kinder, als 2 Prinzen, und Prinzcßinnen. Die Prinzen waren Ferdinand Carl, und Siegmund Franz. Die Prinzeßinnen nann¬ ten sich: Maria Elconora, Isabella Cla¬ ra , und Maria Leopoldina. t6zz. Kaiser Ferdinand übergibt der Claudia, Witwe des Erzherzogs Leopold die Re¬ gie- 35L HicruKg des Lattdcs. Die Huldigung gieug äm 4. April i6gg vor sich. Kai" serFerbinand übcrnainm zugleich die Ober- Vormundschaft der Kinder des Erzherzogs Leopold , Erzherzogin» Claudia. 1648. 1646. Erzherzog Ferdinand Carl, em Sohn des Erzherzogs Leopold , und der Claudiu, übernimmt die Regierung, ff 1662 Dez» 20- und hinterläßt 2 Prinzeßinnen , als: Claudia Felicitas ( Gcmahlinn Kaisers Leopolds) und Marra Magdalena. r66z. Erzherzog Siegmund Franz läßt sich als Laudeöfürst der O. und V. Länder hul¬ digen. Er war seit 1646 Bischof irr Augsburg. Er starb, ch rsä;, da er eben im Begriffe war, sich mit Marig Hedwig von Pfalz Sulzbach zu vereheli¬ chen. Mit ihm erlosch die östreichisch ry- rolische Linie. In welchem Jahre eigentlich der Graf¬ schaft Lyrol der Name: gefürstete, zum ersten Mahl beygclegt worden, läßt sich gewiß nicht bestimmen. Daß Kaiser Maximilian sich in sei« neu Urkunden gefürsteter Graf in Tyroi schrieb , liegt am Tage. Oie folgenden Erzherzoge schrie¬ ben sich bald Fürsten, bald Grafen; von Carl VI. an ab?r bediente man sich ilUmer des Ti¬ tels : gefürstete Grafschaft Tyrsl. Das Landcswapen ist ein einfacher rother Adler mit einer Krone auf dem Kopfe, und auf- gesperrten Flügeln, in welchen man Klcestengc! v-W-s Zve» Die Grafschaft grenzt gegen NvrdeN an Bayern, gegen Nordost an Salzburg, gegen Osten an Kärnten, gegen Ostsüd, und Süden an das Venediger Gebiet , gegen Westen an Bundtcn, und gegen Westnord an Schwaben. Das ganze Land beträgt in der Länge ZL, und in der Breite 44 Meilen« Vom Paße Strub bis Ausdruck beläuft sich der Länge aus «) teut- sche Meilen- Den Flächeninhalt des ganzen Landes bestimmt man auf 4Zs Quadratmeilen« Die Menge der hohen Gebirge - welche das Land umgeben, und die vielen Flüße, welche es durchsirötnen, machen Tyrol, mit Ausnah» nie einiger weniger Bezirke, zu einem der ge- sündesten Länder auf.Gottes Erdboden« Au den gewöhnlichen Winden in diesem Lande gehört der Chiroccowittd, weicher nicht jeder Natur öchagt. Er macht den Körper ungemein matt, treibt.das Geblüt nach dem Kopfe, zieht Heftis ges, und öfteres Erbrechen nach sich, und hat die Migrene , und Hypochondrie zu seinen Ge¬ fährten. Dieser Wind wurde auch die einzige Ursache, daß ich 1788 Ausdruck verlassen muß- re. Durch ein volles Jahr hatte ich fast an jedem dritten Tage das heftigste Erbrechcn, alle angewandten Mittel waren ohne Wirkung, und ich war gezwungen, ein Land zu verlassen, wo alte teursche Redlichkeit noch einen Werth hat. Das Frühjahr, und der Sommer sind gewöhnlich Mebr feucht, als trocken. Die Ges birge, welche schon frühzeitig im-Herbste mit Schnee bedeckt werden, und die ungemein vie¬ len im Lande vorhandenen Flüße, und Bäche verursachen häufige Erddünste, die sich beson¬ ders jm Frühjahre rinfinden, und vielen Re« Ken in den Sommermonathen zur Folge haben. A Da- 3Z4 Daher in diesem Lande der Herbst die besteJah- reszcit ist. Man hat nicht selten bis zur Hälf¬ te des Novembers schönes Wetter. Sturmwin¬ de finde» sich öfters ein. Sie sind ungemein wuthend; halten sie drey Tage an, so bringen sie gewöhnlich gutes Wette-.' Mik Ausnahme Jnsbruck fand ich die Sterblichkeit in diesem Lande zwischen zz und 40. Tyrol hak wenig Fläche. Es ist größten- theils gebirgig. Die Alpen laufen nicht in glei¬ cher Höhe fort. In einigen Oertern erniedri¬ gen sie sich, werden tiefer, und erheben sich an andernn Orte desto größer. Nach Anich ist die sogenannte Ortlesfpize , welche westwärts an der äußersten Grenze des Landes gelegen, der höchste Berg im Landr. Walcher in seinen Nachrichten von den tyrolischen Eisbergen be¬ hauptet, daß die höchsten Berge im Oezthale gele-- Zen seyn. Einer andere» Gattung von Bergen dieses Landes ist noch zu erwähnen. Sie füh¬ ren den Namen: Mitterberg, und sind jene, über welche höheres Gebirg hervorragt, und in der Mitte eine Oefnung haben , in welchen nicht selten Dörfer von einigen Meilen gelegen sind. Die sogenannten Eisberge, die man in Ly¬ sol Ferner, in der Schweiz Glätscher, und in -Kärnten Knäß nennt, sind größtentheils im Oezthale gelegen. Eigentlich sind die Eisberge nichts anders , als ewige ungeheure Eisfelder, welche von den nächst gelegenen Oertern ihren Namen haben. In Burgklehners Charte findet man Key dem Ferner diese Anmerkung.,. Der „ große Ferner bat innerhalb 2 Jahren, alö „ 1599 und 1600 sich daher gesezt, ist imSom- ,, nm r4sn,l»ng 625, breit 174, tief 6s Klaft» „ ter IZZ ker gewesen. Dieser weil er fast klüftig, und „ brüchig, thuc er allgemach abfeyhen , zer- ,, schmelzen , und ausrinncn. „ Am best-n , und richtigsten hat von del! Fernern (Firn) ge¬ schrieben Hr. Abbe Walchcr. Sein hierüber gedrucktes Werk erschien 177^ bcy Joseph ^von Kurzbcck unter degr Titel: Nachrichten von den Eisbergen in Tyros. Er behauptet, daß die Ferner dem Lande die Gefahr nicht drohen, als seine Wildbäche, die schon öfters schauder¬ volle Verwüstungen gestiftet haben, und noch öfters stiften werden. Noch habe ich der Löhne zu erwähnen. Dieselben sind nichts anders als dicke Schneeklumpen , welche von den Bergen herabstürzcn. Man theilt sie in Schnee» Wind--! und Stcinlähne. Schneelähne sind Klumpen^ .welche sich nach und nach auflösen, im Herab-- rollen.sich vergrößern, und nicht selten ganze Häuser bedecken. Windlähne sind Schneeklum» pen, welche der Wind losreißt, und welche größe¬ res Verderben anstiften, da sie auch in Ge¬ genden kommen , wo die Schneelähne nicht hin¬ reichen. Stein - oder vielmehr Grundlähne sind diejenigen, welche die Steine auf den Alpen aus dem Grunde reißen, und ins Thal stürzen« Diese Gattung von Lahnen ist die gefahrvolle- sie; aber auch die Schneelähne werden nicht sel¬ ten das Grab vieler Menschen. Die Anwoh¬ ner an dergleichen Bergen haben schon manch¬ mal auf Mittel gedacht, ihr Leben vor deut Sturze dergleichen Löhnen zu sichern; sie waren aber immer ohne Wirkung. Durch die Tbäler, in welchen man von den Löhnen bedroht wird, überschüttet zu werden , geht man daher sehr leise, um nicht die Mindeste Gelegenheit zur Auflösung einer Löhne zu geben. So sehe Tchrol mit Gebirgen umschlossen ist t so sind dre- Z 2 selben selben doch für das Land kein verlornes Erd-' reich. Sie schüzen vor dem auswärtigem Fein¬ de , da man von den Bergen bloß durch Hcr^ abrollung großer Steine dem eindringenden Feinde widerstehen kann; sie erzeugen aber auch aus allen drcy Reichen der Natur die vortrcf- kicksten Produkte. Sie geb^i dem Viehc im Sommer das ergiebigste Futter, und sind vor¬ züglich trächtig an Salz, Kupfer , Galmei) rc. Hier kan man sehen , was der menschliche Fleiß zu bewirken im Stande ist. Um ein spanndrei- tes Erdreich zu gewinnen, klettert der Bauer mit einem Korb voll Dung auf dem Kopfe berg an, bedecket damit den Boden, und bearbeitet ihn, wie einen Gartengrund, um sich aber vor dem Herabstürzen zu sichern, umwindet er seine Lenden mit einem Stricke, welcher an einem im Boden gesteckten Pfal befestigt wird. An Flüßen , und Seen ist das Land unge¬ mein reichhaltig. Sie rheilen sich in inländck sche und fremde. Zu den inländischen, nähm- Uch jenen, die im Lande entspringen , gehören ; die Etsch, Cisach, Jser. Sill, Drave, Geil, Šar¬ ca , Brenta, und Piale. Die fremden Flüßs sind der Inn, und der Lech. Als Grenzsiüße find zu nennen: die Drave, Etsch, Jser, Geil, der Lech, und der Inn. Die Ferner geben ei¬ ner Menge von Flüßen den Ursprung. Außer den ongezeigccn Flüßen gibt es auch eine Men¬ ge vyn Seen ini Lande , darunter die bekannte¬ sten sind: der Achner Caldonazer - Gad - Kalber - Piller - und Schlittersee. Hier fol¬ get eine nähere Beb-uchtuug der vorstehenden Flüßc.j Drenta , f.die) kömmt aus den zween Seern Caldonaz und Levico fließt nach Telvan. und Borgo die Valsugana z von hier ist der Lauf 357 I-mf in bas venctranische Gebiet» Drave s die) auch Trag, entspringt im Gerichte Welkchrg unter Doblach zwischen Unterbühel, und der HvfM'-rk Innichen, Mohr läßt solche im Ge- ricbre Weisberg ober Innichen im Holze beym Hof Haspen entspringen. Dem Laufe nach, welchen dieser Fluß hat, dürfte seine Quelle Mohr am richtigsten bestimmt haben. Von dem Hof Haspen nimmt der Fluß den Lauf nach dem Markte Gillian, Mittenwald, Lienz, wo sich die Jsel mit chm vermischt, von hier ist der Lauf nach Körnten. Dieser Fluß scheioet daher Ty- rol an seiner östlichen Seite von Kärnten. Eisach, Eysack(Niftaou8, k^s^us > ItarZn8) Wenn man tue Quelle dieses FlußcS mit feinem Namen zusammen hält; so wird cs mehr als wahrscheinlich, daß wir den Ursprung dieses Flußes dis jetzt Nichtwissen. Das Wort Eisach (, nach andern Eissack) ist aus Eis, und Ach , welches leztere Wort ein Fluß heißt, zusam¬ mengesetzt. Als ein Eisfiuß mußte oder sollte er nokhwendig eine Eisquelle zu seinem Ursprung haben; allein, da man die Eisach allgemein auf dem Brenner unterhalb der Kapelle des St- Valentin westwärts von dem Ursprung der Sill auf einer hohen Alpe, wo feine Eisquelle be¬ kannt ist, entspringen laßt; so wird wahrschein¬ lich , daß dieser Fluß den Alten unter einem ganz andern Namen bekannt war. Es ist wei ¬ ter bekannt, daß da, wo die Eisach, oder Hisimcus und die Sill entspringen, die Zriones oocr Lrioni ihren Siz hatten. Dem Namen r es Flußes nach hätten hier vielmehr die kchsirci, ih¬ ren Siz haben sollen, da es bekannt ist , baß die Flüße , und auch andere Gegenden qe? wöhnlich von ihren Bewohnern den Na- men erhalten haben. Ersch ( die ) B ne sr, rntsprinat nach Burgklehner beym Dörfchen Z Z Neschen^ v—W-ü-0 HZ8 Resch«« ; nach Ugl kömmt sie aus dem Ge- barschferner, und nach Anich aus dem Re- schersee. Gump, und Brandts geben für die Quelle dieses Flußes ebenfalls den Ferner an« Meiner Meynung nach ist die eigentliche Quel¬ le der Ersch der Langltaufcrerbach , der unmit¬ telbar aus dem Eissee kömmt. Von der Quel¬ le aus nimmt die Etsch den Lauf nach Castel- bell, Meran, Stein unter Lebenberg, Neuhaus Botzen, Welschmetz , und Trier,'. Von hier ist der Lauf nach Rovercit, Ala rc. Unweit Borg¬ hetto verläßt er Tyrol , und begibt sich in das veron siche Gebiet. Die Etsch »chcidct südwärts Tyrol von Verona. Die Flüße, welche sich mit ihr vereinigen, sind: der Bach Plana bey dem Dorf Latsch, die Paßeyer bey Meran , die Eisach bey Siegmundskron, die Neis (sieent¬ springt auf dem Berge Donal) bey Metz, der Fieinsbach bey Ncuvis, die Perscn unterhalb Trient, und der Leinerbach bey Rovercit. Die Etsch wird bey Tronzoll Meile unter Bot¬ zen schiffbar. Gell, (die) ?Isvir, entspringt im Pusterkhal im Gerichte Heimfels auf den Alpen bey St. Leonard, nimmt den Lauf nach Tannwicsen, und Tilliach, wo sie Tyrol verläßt, und sich nach KarMcn begibt. Inn, (der) Oenus, entspringt beym Julierberg im GvtreshauSbund, nimmt seinen Lauf durch Unterengcdein, und betritt bey der Martinsbrückc den tyrolischen Boden. Von hier ist der Lauf nach Finster- münz, betritt bey Jnsbruck das Unterinnthal, fetzt den Lauf fort nach Schwär , Rattenberg, und Kufstein, und tritt bey Eichelwang ins Bayern. Bey Tclfs im Obcrinnthal wird die¬ ser Fluß am ersten schiffbar; da aber hier sein Lauf noch ju schnell ist, so wird er bloß mir Wßc» sö'^ Flößen bcfahcen ; zu Hall aber geschieht die Fahrt auf Schiffen. Der Flüße, welche sich in Tyrol mit dem Jmr verbinden , sind viele. Anweik der Finstermünz tritt der Schalkbach, welcher aus dem Thale Sammaun in Uu- teringedeiu kömmt , ein, bcy Prutz nimmt er die Dacca zu sich , welche ihren Ursprung m dem Gebatschfcrner hat. Unweit dem Dorfe Arzt im Gerichte Laudeck treten viele Bäche ein, die ihre Zuflüße unmittelbar aus dem Rofnerferner holen, und aufFarhach im Gerich¬ te Petersberg kömmt die Achen , oder der soge¬ nannte Octzthalerbach aus dem Sctzchalerferner hinzu. Iw Untcrrnnthal bey Reichenau verei¬ nigt sich mit ihm die Siel, und oberhalb Schlik, rers bey Straß kömmt der Zillcrbach hinzu. Der Inn macht westwärts die natürliche Grenze Zwischen Bündten , und nordwärts scheidet er Tyrol von Bayern. Jser, (die') Isars, entspringt im Gerichte Hcrtenderg oberhalb dem Hallerbcrg im Gebirge auf dem Heiscnkopf genannt. Ihr Lauf ist westwärts nach Schar- niz, wo sie Tyrol verläßt, und sich nach Bayern begibt. Die Bäche, welche sich mit ihr ver¬ einen , sind: der Birkkorbach, Odkorbach, Hin- terödbach, Habersbach, Zierlbach, und Giesi- fcnbach. Die Iscr macht westnorbs die natür¬ liche Grenze zwischen Tyrol, und Bayern. Isl, (die) Insuls, entspringt im Gericht Virgen im Pusterthal auf der Jselalpen, nimmt den Nog-- geubach bcy der Skcinbrürkealpe zn sich, begibt sich nachPrcgartcn,durchsiretcht Windischmatrcy, empfängt ober St. Johann den DiebsbaÄ, fließt nach Weyerburg , und fällt bcy Lienz in die Drave. Lech , (, der) I,zrcu5, entspringt vicht, wie viele dafür halten, in Tyrol, son¬ dern in Vorarlberg im Vregenzschen' unter dem Z 4 loge. J 62 sogenannten HornspitzaufdemTannberq. Dgl und Anic!) geben einn fast ähulicherrUrsprung die- fch Flußes au. In der Gegend der sogenannten Lechleiten betritt dieser Fluß Tyros, durchstrSmmt einen Theil des Gerichts Ehrenberg, kömmt von ha nach Oberweißenbach , ins Gericht Afckau; von hier ist der Lauf nach Reitti« mrvVüs, wo sich mit ihm der Wilsbach -vereint. Von hier ist der Lauf nach Füßen, woer die na¬ türliche Gräuze zwischen Tyrol, und Schwa¬ den macht« Bey dem Nonnenkloster Schönwer- der sästt er in oie Donau. Rienz, ( die) Vurr- du5, entspringt im Gerichte Weisberg im Pu- sierthal- Ihre Quelle ist der Dürrsee. Sie Nimmt den Lauf nordwärts, wendet sich bey W elsbcrg nordwestwärts nach Brunecken , em- pfängt bey Baumgarten, den Kauzfoserbach, und vermischt sich bei) Brixeu mit der Eisach, Sarc«, (die) — Den Ursprung dieses Fln- H-s hat Ämbrssins Franco in seinem Tuche äs »rcovliL easttri funciariono am richtigsten be¬ stimmt. „ Nickt weit von CampUis ( schreibt ,, er) wo einstens ein Hssptta! für Reifende, und Kranke sich befand , heute aber ein Wn-tbsoa rs ist, stießt aus demSce Nam- „ binns ein kleiner Bach, den die Anwohner „ an diesem Fluße die 8arca csmxiUensts ,, nennen ,, Ihr Lauf ist dieser: Don St. Mar-a di Campilio stießt sie in gerader Linie nach Mavignola: Von hier zum Dorfe Carc- soi, wo sie den Bach, Šarca di Genova ge¬ nannt, zu sich nimmt, streicht die Orte St. Lu» oia ec vorüber, empfängt bey Cadezzo den Vi- Letlostnß, ourchstreicht das Thal Randena em- x^ngt hey dem Dorfe Peku co den Bach Bedu. Hinter dem Dorfe Vertsine, tritt der Fkuß Fi¬ rmt em« Von hier wendet sie sich rmchStenr- cv, g6r ro , durchstreichk die Grafschaft Arco , bey St. Lucia , tritt der Toblincrsee ein , der aus dem Tritntimschen kömmt, vermischt sich bey St. Katharina mit dem Garbsee, lago äi 8-iräo, und kömmt bey Vcschiera unrer dem Atamcn: Mineio wieder vor, gehet nach Man¬ tua , und in den Po, Die Sarca fährt sehr köstliche Fische. darunter die Capitogen Nothbarke, ( mulli barbari) und Forellen die gesuchtesten sind. Die Sarca hat weder,eine» schnellen, noch reißenden kauf- Siv ( :e) Utivs, entspringt im Wipthal etwas dea Eiö»- ach gegenüber auf einem Joch , formirt sodann einen Wüdsee, fließt nordwärts nach Stein¬ ach , Matrey , und Wildau. Hier hat die Sill einen prächtigen Fall. Man steht zwischen zwcy großen Felftnstücktn ein rauhes Thal, wor¬ aus das Wasser ungemein schnell strömt. Es stürzt mit einem schaudcrvollen Brausen über hohe Felsen herabch wird ganz kochen¬ der Schaum, und läuft in gerader Line bey der sogenannten Kammerau hinter dem Stifte Wildau vorüber , hält sich rechts um nach dem Dorfe Pradi zu komme», und verliert sich in der sogenannte» Reichenau, vorwahis Lixiar genannt, in de» Inn. Nach Strabo hätten die Sillund die Etsch eincrlcy Ursprung. ,, Da wo „ sich die Wohnpläzecher Karner enden (schreibt „ cr)fangcn die pcninischen Alpen an, auf deren Gipfel ein stehender Ece ist , durch weiche» ,, die Jsara fl'cßt, wenn er zuvor denAta- „ gis'( Etsch) einen ander» Fluß zu sich ge- „ nommen hat, ins adriatische Meer stürzt- „ Aus eben diesem See fließt noch ein anderer „ Fluß Artcsinus ( Etsch ) dann der Jster, der „ sich nachher in so gewaltige Arme t^net, ,, entspringt auf diesem Gebirge,, — ' A? E A6'2 «us wiriklce osrruptus est gusa6 »v min» Krr^ viorum attiuar — ira Lstsudvnu«. „ Uebcr diesen Ausdruck wundert sich Hr. Penzl in sei- ncr Uebersezung des griechischen Geographen Man darf nur, (schreibt er),, für Jsara, Jsier ,, lesen , so ist «»er Zweifel gehoben. ,, Mei¬ ner Meynung nach hat Hr. Penzl seinen griechi¬ schen Gevpraphcn übel vertheidigt. Wie soll¬ te man Aster, für Jsara lesen, da keiner von diesen Flüßen weder auf dem Brenner ent¬ springt, noch da einigen Lauf har, und dann ist es ja etwas sehr bekanntes, daß Atigrs und Athcsinus gleich bedeutende Wörter sind, und die Etsch andeutcn, welche lateinischere- sinus , italienisch S,äißc genennt wird. Sehr wahrscheinlich ist es > daß die Sill , und die Eisach einen Ursprung haben. So wie sich der letztere Fluß unter die Erde verliert, so ist cs leicht möglich, daß dieser Fluß eben da wie¬ der hervorquillt, wo man den Ursprung der Eisach bestimmt. Die vorzüglichsten Bäche, welche di? Sill aufnimmt, sind , bey Grieß der Leitncrbach , bey Steinach der Geschnizerbach, und bey Unterschönbach der Gtubaybach. Die -Meynung, daß die Alpenwässer Goldsand füh¬ ren , mag Anlaß gegeben haben , der Sill eine ähnliche Eigenschaft beyzulegen. So viel mir, bekannt ist , so führt dit Sill bey ihrem Ursprün¬ ge keinen Goldsand. Er wird erst iirt weiter ren Laufe gefunden. Vermuthlich dürfte der Stubaibach ihm diesen bringen. Mohr behaup¬ tet, daß im Jahre 1468 auf der Bdzueralpe am Peil im Thale Gtubai sich ein Goldbergwerk befand. Ober Wildau bey dem angezeigteu Wasserfall ist über die Sill eine hölzerne Brü- 776 auf 14, 834 Stück , und die Zahl der Esel stieg auf 8,640 Stück. Diele Sturen werden aus diesem Lande nach Italien geliefert. Die Pferde find von gutem Bau, und treflich rm Zuge. Das Hornvieh ist dem sieyermärkischcn sehr ähnlich. Diese einzige Bemerkung habe ich beyzufügen, daß die Säuberung des Hornviehes hier nicht allgemein sittlich ist. Wie sich der Koth an die Haur des Viehes ansetzl, so läßt man es auch babey bewenden. Die Kühe melken hier die Knechte. Bey der beträchtlichen Menge des Hornviehes läßt sich leicht auf eine ansehnliche Gewinnung an Käse , Butter, und Schmalz schließen. Die Kanarienzucht, welche, so zu sagen, in Tyrol zu Hause ist, verdient beson¬ ders erwähnt zu werden. Man zieht auch in den übrigen Erblanden Oestreichs viele Kano¬ nen, aber kein Land ist mir, außer Lyro!, in der Monar- S— Z 67 Monarchie bekannt , wo der Kanarienvogel eine Handlungsspekularion macht. Der Lyrolcrhan- delt mit den Kanarienvögeln bis in die Türkei, auch weiter noch. Er sezt sie kheils um baa- res Geld ab, oder macht damit mit andern Waa^ ren erneu Tauschbandcl« Die Kanarienzucht hat ihren Siz im Oberinnthal in der Gegend um Imst. Die Brut wird in Schwaben angekauft. Es stehen mehrere zusammen in Gesellschaft, wovon einige das Geld vorschießen, und die an¬ dern mit den Vögeln nach fremden Staaken ge¬ hen. Nach vollendetem Handelsgeschäfte begibt man sich nach Hause, und läßt den übrigen den Tag der Ankunft wissen. Kommen die Händler an, so begeben sic sich in das vorhinein be¬ stimmte Wirthshaus, wo sie von den übriger» Interessenten erwartet werden. Das mttge- drachte Geld wird auf dem Tische ausgelegt, nach den bestimmten Theilen vertheilt, und, an «ine weitere Rechnungslegung denkt Niemand. Nach vollbrachter Theilung begibt man sich in die 'Kirche, und von da in das Wirthshaus wieder zurück , w» ein einfaches zubereitetes Mahl die ganze Handlung beschließt. Ungeach¬ tet der vielen Wässer, welche das Land bene- zen, hat es doch Mangel an Fischen. Indes¬ sen kommen doch einige sehr gute vor, darun¬ ter vorzüglich gehören: Die Capitonen, Sal- veling, Huchen, Nutten , Aesche, Renken, Fo¬ rellen , und Förchen. Die Bienenzucht ist in diesem Lande nicht unbekannt. Viele aus den Landbauern halten sich Bienenstöcke; allein Ho¬ nig , und Wachs machen noch keine Handlungs¬ spekulation. Sehr wichtig ist in diesem Lqnbe die Scidenkultur, die ihren vorzüglichen Siz an den wälkchen Konfinen im Gebiete Rovereit hat. Aon wein eigentlich in diesem Lande der erste ' Grund z68 Grund zur Seiden kultur gelegt worden, konnte ich bis jetzt nicht erforschen. So viel ist gewiß, daß schon im i^tcn Jahrhundert ein Filatori- um, wovon man den Grafen Castelbarco als Erfinder angibt , vorhanden war« 1582 kam Hieronymus Savioli ein Handelsmann von Venedig nach Rovereit, und errichtete da eine S.cidenhandlunq. In der Folge kamen zween Brüder Johann, und Paul, aus Nürnberg, und handelten hier sowohl mit zubereiteter, als gefärbter Seide. Diese zween Brüder haben 1580 ein Filatorium, welches durchWasser getrie¬ ben ward, errichtet, rüis errichteten hier zween Nürnberger, Volkammer und Gulde r eine neue Seiden Handlung. 1670 sieng man an , feine Seide zu verfertigen,, welche noch heut der Hanptgegcnsiand des Handels ist. Man schreibt diese Erfindung einem Manne zu, der von Bassanv nach Rovereit kam. 1679 ließ sich ein neuer Seidenhändler in Rovereit nieder. Er kam aus Nürnberg, und nannte sich Fried¬ rich Souharr. Zu Ende des i7ten Jahrhunderts befanden sich bereits acht ordentliche Seiden- Händler zu Rovereit, deren Anzahl sich 1782 über 26 erstreckt hak. 1740 wurden in Rove- Veit 2g Filatorien mit 29 Bäumen, und 2^8 Gängen gezählt. 1782 waren hier 26 Fila- korien mit 66 Bäumen, und 692 Gängen. Alle Stockwerke sind von gleicher Größe. Jedes bat rck8 Spulen die aufrecht, und 128 die senkrecht stehen. Die Räber, welche die Filatorien in Bewegung sezen, treiben bey den meisten zu¬ gleich die Spulwerke, wo die Seide von einer gewissen Gattung Haspel, die man Corli nennt, auf die Spulen gewickelt wird. 178 2 waren dergleichen Spulen 220, und der Corli waren 27,500. Auch in Privathäusern wird viele Sei- . Zsy öe erzielt. Die Kinder, wenn sie sechs Jahre alt sind , verwendet man zur Spulecey. 1782 belief sich die Zahl der Frauen , und Kinder , welche ihren Unterhalt mit Spulerey verdient haben, über 4,000 Köpfe. 1782 waren zu Rovereit drey Seidenfärbereven. Man ist hier Mit der Kunst, den Farben den lebhaftesten Glanz zu geben, besser bekannt, als in Vene¬ dig- Die Roveretaner Seide fand anfänglich nur auf den Märkten in fotzen Absatz ; seit 56 Jahren aber wirb viele zubereitece Seide un¬ mittelbar von Rovereit nach den Erblanden, und fremden Staaten,'als: Sachsen, Polen Schweiz re. debitirt. 1782 belief sich in bet Pratur Rovereit die erzielte Seide auf 2,000 Ccntner, wovon 500 nach den Erblanden, und izoo Ceutner in fremde Staaten kamen. Außer der Präkur Rovereit wird auch viel Seide erzielt zuTclvan, Ivan, Guesta, imEtschtya-- le, Botzen; im Gerichte Petersberg ic. Die außer der Prätur Rovereit jährlich erzielte Sei¬ de beträgt im Durchschnitte z,ooe> Cenrner. Das Mineralreich im Tyrol ist von besonderem Belange Es liefert Gold, Silber, Kupfer, Bley, Eisen, Quecksilber, Salz, Alaun, Sal¬ peter, Galmei), Vitriol, Marmor, Alabaster, Steinkohlen, Ocher, und Gesundbrunnen« Ue« der das Alftrthum , und die Beschaffenheit des Bergbaues , seiner Rechte , m ft w, verdient die vortcefliche Bergwerksgeschichte welche Frey- Herr von Spergcs von seinem Vaterlaude 1765 aus Licht gcsiellet hat, nachgelesen zu werden. Ich begnüge mich, hier nur so viel anzumer¬ ken , daß Tyrol an Kupfer, und Eisen sehr reichhaltig ist/ Die^Bleherze sind an einigen Or¬ ten Z. B. zu Naßereit, am Gattberg' bcy Schianders, u« s. w. ebenfalls silberhaltig. ' A a Dre ZfS o-^Lk^V Der Bau des Goldbcrgwerkes im Ziilertha! ist zwischen Oestreich und Salzburg gctheilt, so wie von dem trtentinischen Bergwerke die , Hälfte den tyrolischen Landesfürsten gehört. Die Silbererze brechen in Tyrol mit Kupfer, und Bley, und um Falkenstein sind sie eisen- schüßig. Der tyrolische Galniey ist seiner be¬ sonderen Güte wegen bekannt Der Salzbau Ley Hall zält ein Alter von beyläufig 700 Jah¬ ren und wird fast auf gleiche Art, wie im Lande ob der Ens getrieben. In Hall sind 4 Salzpfannen, die aber kleiner, als die Ober- enserschest sind. Der Mangel des Holzes hat hier die Steinkohlen zur Feuerung nothwen- Lig gemacht. An Salpeter hat das Land kei¬ nen Mangel. Tyrol hat Marmor nach allen Abänderungen überflüßig. Endlich ist noch zu bemerken, daß der Bergbau in diesem Lande sehr abgenvmmen hat. Freyherr von SpergcS sezt die Ursache seiner Abnahme: r ) in die in¬ nere Beschaffenheit der Erzgebirge selbst, 2) in den großen Mangel an Holz, g) in den un¬ ordentlichen Bau der Alken , 4) daß die Natur unmittelbar aus dem ersten Urstof, und nach Len Bestandthctlcn kein Erz mehr erzeugt, und 5^ in die Theurung des Bau-und Brenn¬ holzes, der Eßwaarenrc Hier folgt eine tabel¬ larische Uiberficht der vorzüglichsten in Tyr»! befindlichen Mineralien. Nro- 37r Aas Bley- 37A Z7Ä Kupfer- -375 376 Der Gesundbrunnen , welche in Tyrol vorhanden sind , werden in Freyherrn vou Cranz östreichischen Gesundbrunnen sechzig aufacführt. Ich führe gegenwärtig von einigen bloß die Orte an, wo sie gelegen. Dieselben sind : Apfal- ter, Aubad, Baumkirche, Brax, Brenner, Brutz, Cast orupt, Egerdach, Fockberg Grvßhof, Inni- ihen, Iünkelbrun, Jungbrun, Kitzbühel, Lau- deck, Maystätre, Rätters, Nacher, Oberper- fluß, Offenloch , Pey, Rabbi, Röhrbühcl, Heiligkreuz, Sellrcin , Sarnthal, Sexten, Eterzittg, Trasp , Volkers , ultiner ,, In „ diesem Lande sind zwar keine Warmbäder; ,, (schreibt Frcyherr von Cranz) im Gegentheile „ aber sind daselbst viele vorrrefliche Sauer- „ brunnen, die durch ihren angenehmen Salz- ,, reiy, oder beißenden Geist die matten Ein- „ gcweide zu ihrer Thätigkcit wieder zurück« „ rufen , und durch ihre stärkenden Eiscn- „ bestandtheile denselben Kraft geben- — Es „ gibt auch mehrere Spaawässer, auch viele ,,^um Vaden, und drese sind sehr kräftig, und / „ an v-377 >, an Eiftu reich?// Nähere Aufschlüße üher die Naturprodutte Tyrois zu g den, setze ich gegenwärtig die Naturproducte an , welche 1779 ui diesem Lande als Konsums ein -.und ausgr- fuhrt worden sind. s) Einfuhr. Agstein, Granaten Alaun Anis .. > » Apothokerwaaren . Arsenic . - Bäume Baumwolle, rohe, Bley--Schrott Caffee Eameelbaar . Cucintglia Eisen, Stahl, roheS Farben Federn, Bettfedern Fische, frische - - gesalzcire - - - Stockfische » Fischschmalj Früchte, frische . - - trockne -7 - ordinäre. Galiyey Gerste, gemeine - - gekrrntlete Getreide Haar (Flachs) Hirschhorn « Sporcogewichk. Wiener Pfund. 241. 18,984. 27,611. « 47,^8. . 165. . 2,411. . 58,492. . »20,427. . 156,465. . 1,887. ' 848. . 462,171. . r°7,Z57. . 55",8t 8. . 152,458. . 144,780. . 158,267. . 64,451. - 99,-85- . 717,746. . 179,699. . 224,550. 14,191- IL/715' 206712, 7,^46. Holz, . Metzen 440,414 Ä a 5 378 279 >) Ausfuhr, Sporcvgewicht. Wiener Pfund. . Z. . 297. - 4,945' . 141,679- . 924,869. . 2,220. . 297591. . 15,907. 17- . 7,465' 290. . 8,660. . 21,789. . 284,522. . 104,257. 16,135 Anis, Fenchel Apvtbckcrwaare Bäume . . Bley . Eisen, Stahl, rohes Eisenstaub . Erdfarbe . » Farbe Fische, eingesalzene - frische . Fischschmalz . Früchte, trockene - r - frische . - - gemeine Galmey Getreide (Metzen) . Gerste, gemeine - - gckrentelte Haar, Flachs Hirschhorn . Holz, gelbes Hopfen, , . . . Huhn, Federvieh, Wildprät Stück. Käse . . . . . Kastanien - « Knoblauch ° . . . Kupfer, rohes Marmor . . . . Oliven , eingemachte . . Pech, Wagenschmier . Pferde . . Stuck zu . Pulver, Schießpulver Galj . . . r- i,O89- r,8 5. >Z,922. 25. 17,846' 2,195. 254 .. - 494,398. 239,774- 15' 120,759. 460. ,>72. 86,92 c-. 4..'68. 1, tl/ -8 58. Schinken Z8s Schinke, Speck , . schmalz , Vutter, Unschlitt . iz.354« rycl)weftl . . . . 22;. Tärtüfcln . . . . 839. Vieh, Hornvieh. . Stück . 12,309 . . - - - kleines . « . 19,831 - » ° Wein . . Eimer . 32,08z > . - Weinstein . . . 5,950. Wetz-und Schleifsteine . Stück .410 . . . Wolle, rohe . . . 4,472. Zwetschgen . « . 581. Die Grafschaft Tyrol wird von vielen Geo¬ graphen in 5 Theile abgesondert , als: a.) in das eigentliche östreichische Tyrol, b.) in das Bripner Gebiet, c) in das Trientiner Gebiet, d) in das Gebiet des teutschen Ordens, und e) in die fürstlich Dietrichsteinische Herrschaft Trasp. Diese Abtheilung gründet sich wahr¬ scheinlich auf die Verfassung des östreichischcn Kreises, von welchem Brixcn, Trient, der teut- sche Orden, und der Besizer der Herrschaft Trasp Stände sind; allein diese Absonderung hält im; Wesentlichen^ niemals Ski ch: da vorste¬ hende Gebiete sowohl nach ihrer Lage, als po¬ litischen Verfassung unmittelbare Theile der Graf¬ schaft Tyrol sind, wie ich's in der Folge bcy jedem Gebiete darkhnn werde. Die Anichische Charte theilt Tyrol in den nördlichen , und südlichen District. Der nördliche Theil fängt westwärts an der Grenze von Unterengedcin an , dehnt sich von hier nordwärts , und schließt ostwärts mit der Grenze an Kärnten. Der südliche Theil des nördlichen Distriktes enthält : Lienz, Ombras, Welsberg, Rasen , Michälsüurg, das Brixner Hofgericht, Salurn, Sa- 38» Sarcnkhein , Casielbell , Marienberg ». s- w. Da, wo' sich der nördliche Diftrict endet, fängt der südliche Theil des Landesan. Vorstehende Abtheilung ist der Lage des Lan¬ des ganz angemessen- Die politische Abtheilung Tyrols war nicht immer gleich. In den ältern Zeiten war das Land nach der ständischen Ver¬ fassung in io Bezirke abgetheilt. Diese waren r r») das Trientiner Gebiet, 2.) das Vierti an der Etsch, 4.) das.Viert! am Eisach, 5.) das Burggrasenamt, 6 ) das Obertnthal , 7.) das Unterintha! , 8 ) das Vinstgau, 9) das Wip- khal, und io.) das Pusicrrhal. Rach anderen wird das Land in diese Districte abgesondert, welche sind . 1.) das Unterintha! ,2.) Oberin¬ thal, gc) das Land an ddr Ets6), 4.) das Burg¬ grafenamt, 5.) das Vinstgau 6.) das Wipthal 7.) das Pustrrthal 8-) das Land an Eisach. 9. ) der Bezirk Valsugana .und aufdemNons 10. ) an die wälschen Confinien n.) das Brix- ner Gebiet , und 12 bas Trientiner Gebiet- In Folge Hofdekrcrs vom i° Juny 1755 wurde Tyrol mit Ausschlüße Briren ,unb Trient in 6 Kreise abgetheilet. Diese ttarcn: i.)Oberin- tha l, 2. Unterin - und Wipthal, g.) an der Eisach und an der Etsch, 4.) Vinstgau, und Burggrafenamt 5.) Pustcrthal, und 6.) biewäl- fche Confinien. Im Jahr 1^784 wurde das Land in fünf Kreise eingetheilt, und diese sind Noch : r.) der Kreis Mterm khal, und Wip- thal 2e) der Kreis Oberinthal, e;.) der Kreis Busterthal und Eisach, 4.) der Kreis an der Etsch Burggrafenamt und Vinstgau und dec Kreis an den wälschen Confinien. Jeder Kreis ist wieder in Landgerichte , und diese in Ge¬ richte abgetheilet. Von der kirchlichen , und Milijabchcilnng folgt am gehörigen Orte hir Ans- 382 o-üE-D Auseinandersezung. Hier kömmt noch anzumers ken, baß die Vorarlbcrgischen Herrschaften nun abermahl mit Tyrol ein Guvsrnium haben, und daß im Jahr r-zS zu Bregenz für diese Herr¬ schaften ein Krcisamt errichtet worden ist- Auf der Burqklehnersche» Charte kömmt gegen Osten e-ne tyrolifche Landtafel vor. Die¬ selbe enthält 142 Herrschaften , Gerichts--und Hofmärkte, 2 hohe Stifte, n Märkte , Deut¬ sche Lanokommenthurcyrn , 4z Klöster, 207 Pfarren, 12^0 Kirchen, 255 Schlößer , und Ansizc, 894 Dörfer, i; Flüße, und 29 bewohn¬ te Thäler. Aus welcher Landtafel Burgkleh- ner diese Angabe cnti- hnt hat, weiß ich nicht. Ich hatte Gelrgonh.it, sehr viele Landtafeln von Tyrol von verschiedenen Jahren einzusehen, deren keine dec Burgklehnerschen Angabe ent¬ spricht. Mohr, in seiner Beschreibung Tyrols, Hiebt an: 12^ Landgerichte, Herrschaften , Ge¬ richte , n >d Hofmärkte, 2 hohe Bißthümer, 8 fremde Bißthümer, deren Jurisdiction fich in das Land erstrecket, l teutscher Landeskom- menihur, und 4 deutsche Häuser, 59 Manns¬ und Nonnettstifte, und Klöster, 200 Pfarren, non Kirchen , und geweyhte Gotteshäuser mit Ausschluß der Hauskapellen, 17 Städte, 14 Markte, gc>Z Schlößer mit Jnbegrif der be- freyten Häuser, und 1141 Dörfer, und Wei¬ ler. mit Ausschlüße der Einöden, (einzelne Höfe). Die Einwohner sind Deutsche , Slaven , und Italiener. Die Zahl der ersteren ist die stärkeste. Im Jahre 1/76 hat man in ganz Tyrol 5,8,421 Seelen gezählt. Darunter wa¬ ren weiblichen Geschlechts 286,824 Seelen» Ich Z8Z Ich habe bereits! der geringen Sterblichkeit irr diesem Lande erwähnt. Sie giebt überzeugen¬ de Beweise von der gesunden Luft in diesem Lande, und von dem frugalen, und häusli¬ chen Leben der Nation. Ihr moralischer Chs- racter ist der beste. Offenherziges, und auf¬ richtiges Betragen gegen Jedermann ist ein wesentlicher Characker der Nation. Gegen Fremde ist man sehr leutselig. Man findet in den Wirthshäsern in diesem Lande gute , und ehrliche Bedienung. Ein Beyspjcl von einem ausgezeichneten redlichen Betragen dieser Na¬ tion kann ich hier nicht mit Stillschweigen über¬ gehen. Es war zu meiner Zeit in Jnsbruck noch die Sitte, daß. wenn jemand einen Haus- schlüßel, oder Chatulschlüßel verlor; man we¬ gen des Wiederfunds desselben unbesorgt seyn durfte. Es brauchte weiter nichts , als sich zu der FranciscanerKirchthüre zu verfügen, wo man ihn aufgehängt fand. So redlich der Finder den Schlüßel an die Thüre Hieng ; so redlich ließ jeder vorübergehende denselben han¬ gen. Die durch die Verfeinerung der Sitten in den meisten Ländern zum Bedürfniß gewor¬ dene Lustseuche war selbst in Insbruk noch vor 54 Jahren nicht einmahl dem Namen nach be¬ kannt. Die erste Epoche der in etwas ver¬ feinerten Sitten in dieser Hauptstadt ftzt man in die Zeiten des siebenjährigen preußischen Kriegs. So sittlich gut der Eharacter der Tyroler ist; ebenso auszeichnend ist der Geist dieser Nation in Wissenschaften, und Künsten. Beyspiele folgen gegenwärtig in dem Para¬ graph , der die Anstalten enthält , welche bis letzt zur Bildung der Jugend , und Erweiterung der Wissenschaften bestehen. Eine nicht unde trächtltche Menge von den Einwohnern Ly. rols« Z84 rols begabt sich jährlich in fremde Länder, w» sch sich durch einige Mvnakhe mit Arbeiten be¬ schäftigt , yder mit Maaren ihres Landes Han- sirb Daß Mangel der Nahrung die Ursache dieser jährlichen Auswanderung seyn soll - ha¬ be ich mich bis jetzt nicht überzeugen können» Arbeitsamkeit ist ein Wesentliches dieser Na¬ tion. Auch fehlt es nicht an Mitteln zur Ver¬ mehrung der Nationalbeschästtgung. Wie viele Naturproducte gehen nicht aus dem Lande! Und wie viele Menschen würden sie nicht Unterhalt geben, wenn man diese Produkte inKunstpro- ducke zn Hause umstaltetc! — Es ist aber auch gewiß , daß ein großer Theil der Tyroler , wel¬ che sich jährlich in fremde Länder begeben , auch wieder im Winter zurückkehrGi, und mit ihren Angehörigen das Erwerbens verzehren. Der¬ gleichen Familien wohnen nicht selten, wie z. B. in Grödenthal, auf einem Zimmer zusam¬ men. Jede Familie hat ihren mit eener Kohle angezeichneten Plaz im Zimmer» Jede hat ei¬ nen Tisch, und eine Bank. Ober dem lTische hängt nicht selten die Wiege für das unmündige Kind» Die Landessprache in Tyrol ist nach Ver¬ schiedenheit der Lage der Gegenden sehr ver¬ schieden, An den wäischen Cousinen ist so zn sagen , die italienische Sprache die herrschende. Nähere Aufschlüße über die Sprache in diesem Lande findet man im 8ten Hefte meiner Staats- anzeigen. S- 580 — 598- Wenn schon in Tyrol die Geseze der teut- fchen östreichischcn Länder größtentheils ange¬ nommen sind, so wird doch das Kenntniß der Spezralgcseje dieses Landes jedem, der hier der > einer O-^K— o 385 einer Behörde, öder in einem Amte steht, noth- wendig, da diese Geseze im Ganzen nicht er¬ loschen sind. Zu den Speziaigesezcn dieses Lan¬ des gehören : die Landesordnung , die Bayrisch- duchsag (doch diese giil nur für Kufstein, Ra- tcnbsrg, und Kizbühel) die Statuten der Bvtz- Ner Märkte. (Man sehe,Botzner Märkte — im. Politischen Codex ) die 8tutrus Iristenüna rc« Eben so hat Tyrol seine eigene Zollordnung. Die neueste ist vom Jahre 1786» Die Kon» scription wurde 1775 in diesem Lande eingeführt, zu Anfang des rossten Jahrs aber wieder auf« gehoben» Zur Handhabung der politischen Angele¬ genheiten besieht in Jnsbruck ein Landesguber- nium, unter ^dessen Leitung auch Vorarlberg sieht. Ferner sind demselben untergeordnet , die 6 im Lande vorhandenen Kreisämter. Die¬ se sind: das Kreisamt zu Schwa; für das Un» tcrinihal; zu Imst für das Obcrinthal, und Vinstgau; zu St. Laurenz für das Pusterkhal; zu Botzen für das Land an der Etsch und Eisach; zu Rovereit für die wälscheu Constnien; und zu Nreyen; für den Vorarlberg» Die übrigen rm Lande gelegenen und dein Landcögubernium untergeordneten Behörden, rind Aemter sind! die in Land - und Waidkultursachen angeordnete Hofcommiffion , das Salzamtsdireckorat zu Hall, das Mnnzamt zu .Hall, das ober - und v. oest. Bergwefensdirectorat , das Oberstbera und Schmelzwcrksfactoramt zu Schwaz, das Obekstjä-- germeisteramt, das Sanirätspersonaie, der Hof- burgpflcger, der Schloßhauptmann mOmbras, das Gubernialbauamt, die Strafsenbaudirection, das Umgelbamt, das Obersthofpostanit, und dre zg6 Zollämter. Im Jahre 1786 waren in ganz Ty- rol 7 Hauptzollämter. Diesewarcn: das Haupt- zollamt zu Jasbruk , Hall, Rcr/ti, Botz.n - Jnnichen, Lienz, und Rovereit. Der übrigen Zollämter waren 82>. Zn Besorgung der Justiz angelegenheisen sieht "eben die Verfassung , weiche in den üb» kigen Erblanden ist ; es sind nahmiich 2 Justizbehörden in erster Instanz, als eine ade- jichc, und eine bürgerliche. Eine adelichc Ju.- siizbehörde besteht unter dem Namen: Landrecht, zu Jnsbruk, und eine adeliche Justizadminr.- sirazion zu Botzen. Das Universitätsgcrichr, und basz Justizreviforiüm' srndj auch in dieser Pro ¬ vinz Erloschen , so wie die Prätuii, in Rovereit 1784 aufgehoben, und an deren Stelle ein nach dem bestchcndcm Jusiizsyftcm regulirter Magi¬ strat eingeseyet worden ist. Der zu Botzen be¬ stehende Mercantilmogistrat wurde ebenfalls re-- gülirt. Nähere Aufschlüße hierüber gibt der 'politische Codex in dem Leitwerte: Botzncr Mark¬ te — In Rücksicht der Burgfriedeusobrigkeiten wurde in Folge Hofdecrets vom 2^. Septem her 1782 üur jenen Burgkriedensobrigkeiten die Untersuchung , und Bestrafung kleiner Ver¬ brechen zugestanden, welche die Ausübung ih¬ rer Jurisdiction mit landcsfürstlichen Privile¬ gien , oder landesfürstlicben Urbarien bestätigen können, die Einmengung in Criminalsachen aber wird ihnen nicht, sondern bloß den Criminal- berichten zngclasscn. In Folge Hofdecrets vom 7 .April 178- wurde zu Schwaz für ganz Tm röl - und den Vorarlberg ein .Berggericht aufge- stellet, und demselben dir Berggerichtssubstitu- rionen tu Brixlegg , Kizbühei, Ähren, Lien,, Klau- 387 Klausen, Perginc, Windil'chmatrey, Imst, Gos- sensqß, und Slerzing zugetheilet. Las Hof- dccrer vom tg. Dezember 1784 verordnet, daß bey den sogenannren Dynastien in Tyrol dem s4 Lanbcslagc. .^urggrafeua. Burggrafen«. Unterinthal. wälsch.Confin. wälsch.Confin. U'äisch.Confin. wälsch.Confin. Vinstgau. Vinstgau. Burggrafen¬ amt. am Eisach. Untcrtnkh^l. Etschth-U. wälsch.Confin. wälsch.Confin. wälsch.Confin. Bnrggrafen- amt. Vinstgau. Vinstgau. Vinstgau. Etschtbal. Etschthal. Etschthal. Etschthal. Ecschthal. Pustcrthal. Pusterthal. Weist- 4vr Zu den vorstehenden Manufacturen, Fa¬ briken und Kommerzialgewerbcn kommen Noch die Arbeiten in Baumwolle zu Schwatz hinzu zu setzen. In diesem Orte werden in beträcht¬ licher Menge die sogenannten Zobdclmützen , nämlich Hauben von Wolle, verfertigt. Diese Hauben werben in ganz Tyrol, vorzüglich im Unterinthal, von dem gemeinen Fraucuvolk sehr häufig, auch im Sommer, getragen. Man trägt dieselben gewöhnlich weiß. Man nennt Liese Hauben im gemeinen Leben, Schwatzhau¬ ben. Die Manufactur in Teppichen hat ihren vorzüglichen Siz im Pusterthal. Mit dieser Waare treiben die Tyrolcr einen beträchtli¬ chen Hausichandel in den Erblanden, und fremden Ländern. Verschiedene Fabrikaturen in Waaren, welche vormahls beträchtlichen Debit fanden , sind heut kaum mehr dem Namen nach bekannt, als da sind ; der Handel mit Messing, und Degenklingen in Sterzing; die Harnisch» schmiede zu Melau bep Insbruck; bi« Stück- gießcrey zu Insbruck, rc. Hier folgt «ine Uebersicht der sämmtUchen Kunsiprodurte, wel- che 1/79 in Tyrol ausgeführt, und durchgefuhrt C c worden 4-2 4QZ 404 YT-WTro 29,835- 60,4224. 266,866. 582. V-mn . 287,186. 5- > 296,369. . 19,816. . iZ7,oy8. 3,7c>S. . 4,956. 1284. 1,714. 536. 10. 2,270. 218° 222. 752. l6Z,828. 4°7. l,55ir. » 78. 2,605. d) Durchfuhr. Sporcsgewicht Pfund Pelz, . ... 3,605. - Geiß 7 und Schafpelz . 214. Porcelain, feines . . 3,218. Nosoglio .... 13,770- Sammel in Kisten . . 6234. Seide, venetianische in Ballen . 1,701. - aus andern Ländern in Ballen 7824. - - aus Vicenza in Kisten . 75. - - aus andern Ländern in Kisten 1,904. - - rohe in Kisten Seidenflor . . - - von Bologna Seidenwatte in Ballen . Seidenwaare halbe in Kisten - - - - in Ballen . - Floretseide in Fäßchen . Seidenstof Seife . . Spanisches Rohr Spitzen, feine . - - gemeine . Spiegel Tobak: Ranchtobak « spanischer Schnupftobak in Blätter» . Rappee benetzter Trientiner in Säcken, Thee . , Töpfergeschirr Tuch-und Wollwaare, feine - gemeine ^artstftl , c 3 40 L b)' Durchfuhr : Sporeoyew'chr Aus der vorstehenden Uebersicht der Ei»- fnhr der Natur-und Ausfuhr der Kunstpro- Lucke zeigt sich zur Genüge, daß das Land )A Ganzen die Bilanz weder von Seite des Geldes , noch des Vortheils für sich hat. Der Haupkgewnwst der kyiolischen Handlung bestand Vormahls, und besteht noch größtentheils m Lem Zwitchenhandcl, der aber nur dem Straf- s'.ngcwecbe, einigen Handelsleuten , und an? deren Privatpersonen beträchtlichen Nutz'» bring-. Auf die Vermehrung der National- beschäfrigung hat eine Handlung von dieser Art w -nig Einfluß. Das vor 24 > Jahren ange¬ nommene Zollsystem, vermög welchem die Ein¬ fuhr einer Menge von Waärcn, die nicht im Lande verfertiget wurden , verbotkv'n, und an¬ dere, die man licht entbehren konnte , mit Hohem Zolle b.legt worden sind , hat auch dem Sp.edttrvnshaubel einen simken Stoß gegeben. Viel- O-Hk-Q 407 Vielleicht hat man hierdurch' mehr die Häfen ju Triest, und Fiume zu begünstigen gesucht, bis daß, wie viele dafür halten, die Absicht die¬ ses Zollsystems , die Nationalindustrie zu bele- den,war. I n Jahre 1786 erhielt Tyrol einen ueucnZolltariff. In Folge dessen wurde der vor- hergegangene aufgehoben; und was man von dem¬ selben beyzubehalcen norhwendig fand , wurde dem gegenwärtigen emverleibt. Durch dieses System echielt der Speditionhandel wieder eine Begünstigung. Für 'alle Waaren , welche Mittel-oder unmittelbar durch ^Lyrol gehe» , dann die nach Botzen zum Gpccularionshandrl bestimmten Waaren , wie auch alle Gattung von Leinwand, Tuch, Banmwollen-und anderen Waaren, wird bcy der Ankunft an der Grenze nur der Durchfuhrzoll bezahlt. Zur Beför¬ derung des tyrolischcn Waarcuzugs, wie auch den -Waarenzug auf der mit Triest, und Fiu- me verbundenen Strasse zu vergrößern, be¬ zahlen die von Kärnten über, Lienz herein , oder hinaus gehenden Waaren nur die Hällte des Durchfuhrzolles. Dieser Begünstigung genie¬ ßen auch alle Waaren, welche aus den deut¬ schen Erblandcn durch Tyrol mit der vorge- schriebcnen zollämtlichen Sicherheit geführt wer¬ den. Auch steht jedermann, welcher zu Wasser, oder zu Lande von Italien nach Teukjchland durch Tyrol Waaren sendet , frey , sich der Spedition zu bedienen, oder nicht. Die Waa¬ ren , deren Einfuhr in Tyrol der Zolltarifs ver¬ bietet, sind diese: Bley, und die daraus ver¬ fertigten Waaren, mit Ausnahme der Kinder» spielsachen ,Bley - und Hafnerglätte, Bleyerze, Eisen, fremdes, rohes in Gänsen und Flößen, mit der im Tarisse bemerkten Ausnahme des Brescignischcn, und Brucheisens ; Kupfer, ro^- C c 4 hts« 4v8 OÜÜÜW--0 hes, und kupferne Fabrikate, Messing, rohes, und messingene, auch tompackene Gußwaaren', mit Ausnahme der Quinquallcricwaarcn , wel¬ che unter dem Artikel Krämerwarcn Vorkom¬ men , der Uhrglöclchen, und des Kinderspiel- Werkes; Salz, mit Ausnahme desjenigen, wel¬ ches für die trientrnischen Unterthanen in die Thäler Ledro, und Bono im bestimmten Be- darfcinzuführen erlaubt ist; Salpeter Schie߬ pulver , Zinn und daraus verferkigte'Waaren; Meine , gemeine , wälsche, Weinlagcr, und Drantweine; Wein - Bier-und Obstcffig. Die Maaren , deren Ausfuhr aus Tyrol verbo¬ ten ist, sind : Asche, gemeine , auch Ka- pcll-und Zunderasche; Eisenstaub mit Paß ; Eisen , rohes in Gänsen , und Flößen; Hader¬ lumpen ; Hascnbälge, ungearbeitete Häute , und Felle, rohe; Potasche mit Paß; Salpeter; Schießpulver mit Paß; Bruch, und rohes Sil- der, und Gold; dann ausgebranntes, und ausgezupftes Fadensilbcr, und Gold ; wie auch Muttcrpferde ; deren Ausfuhr aber jetzt wie¬ der erlaubt ist. Aus dem Brescianischen ist Eisen in Gänsen, und Flößen, wie auch al¬ tes Brecheisen nach Tyrol über Pönale in daß Val di kedro e Sole auf die dortigen Eisen¬ hämmer einzuführen erlaubt, auch werden bey der Einfuhr;nur 2 Pfennige vom Zentner an Zoll bezahlt. In wie fern Tyrol mit den Erb- inndcn im Verkehr stehe, kann nachstehende Ta¬ belle einiges Licht geben. Dieselbe zeigt die «rbländischen Maaren, welche 1779 in Tyrol Angeführt worden sind. Diese waren : Anis- 409 Sporcoyewichr: Pfund. 4lv 4rr Spsrcoyewicht Pfund Wein . - . 17,730. Weinstein . . , 4,^00. Wolle, rohe . . 44,596. Zinn, rohes und gearbeitetes . 2,156, Zucker . ° , 9Z-945- Zunge, Schinken, und Speck , ror. Zwetschgen . ° . 54/5Lll. Die tyrolischen Maaren , deren Einfuhr in die Erblande begünstigt ist , find im Wiener Zolllariff vom Jahre r?88 aufgeführt. Die Strassen -sind , ungeachtet des Vielen steinigten , und gebirgigen Bodens, in gutim Stande. Da, wo reißende Flüße eintrcien, sind trcfiiche -Wasserdämme angclegct. Man nennt diese Dämme Achen, und denjenigen, wel¬ cher die Aufsicht darüber führt., Acheuchchekcor, Der stärkest« Waarcnzug ist durch Kärnten nach Botzen- ' Die katholische Religion ist auch in diesem ?ande die herrschende Die Lehre Luthers.fand vorzüglich im In - und Wipthal, Anhänger. Einige Mönche, die das Kloster verließen, ga¬ ben sich viele Mühe, unter den Bergarbeitern in Hall die Lehre Luthers' zu verbreiten- Der Anhang zu dieser Lehre hat sich bis zum Aus¬ gang des i6ten Jahrhunderts erholten. Der inländischen Bischöfe, wie schon gesagt worden ist, sind in Tyrol 2, und d^r fremden Diöccsanen >O. Hier folgt der Kirchsprcngel von jedem dieser Bischöfe, als: Der- . 4l» « Der Kirchfprengel des Erzbischofs von Galz- bürg verbreitet sich über Ratenberg, Kufstein und jenen Theil , der diesftit des Inns liegt, mit einem großen Theil von Lienz. lieber den Di¬ strikt Kitzbühcl übet das Bißthum Chiemsee die Dröcesanrechte aus. Der Kirchsprengel des Lißthums Augsburg erstreckt sich bloß über 4 im Oberinthal im Gerichte Ehrenberg gelegene Pfarren, Das Bißthum Frcysing hat den gan¬ zen jenjeitigen District am Inn in Besitz, Un- rer dem Kirchsprengcl desBischofs von Verona ste¬ hen Avio, und Brenkonico an den wälfchen Confi- Nien. Der Bischof zu Feltre besizt das Valsaguna , die Herrschaften Primör, Borgo, und Persen- Der Erzbischof in Laybach hat unter sich Ambez- zv. Der trientinische Kirchfprengel verbreitet sich über bas Etschthal, und jenen Theil an de» wälfchen Confinien , welche keinen fremden Dis- cesan erkennen^ Die Bripaer Diöces erstreckt sich durch das ganze Oberinthal, mit Ausnahme der augsburgischen Diöcesanrechte ; über das. Wipthal, vurchdas ganze Unterinkhal, mit Aus¬ nahme der Saljburgischcn, Chiemseeschen , und Freysingischen Diöcesanrechte , über den District an Eisach, und das Pusterthal, mit Ausnah¬ me Lienz. Um den Umfang der briMerischen, und tri utinischen Di-'cösen noch mehr zu beleuchten , folgt hier eine speciele Uibersicht von der bischöfli¬ chen Brixner Diöces vom Jahre 1781« In dieser sind gelegen: 2 Collegialkirchcn, 1 Kommende des teukschen Ordens zu Sterzing , 2 Präpositu- ren , als : zu Trazberg , und Ehrenburg, i-o Dechanteyen. Diese sind: Brftnerdistrickt, Braun- eck, Flaurliag, Fügen, Layen, Enneberg , Matrey, Innsbruck, Gillian, Sterzing, und §ams. za Collcgicn, Klöster, und Hospitien. 65 Pfarren, und Vicariate. 142 Cnratien, und Cxposimren, 218 Benefizien, Caprstaneycu. Qü-SM-o 4! 2 *893 Geistliche, darunter 1048 vom Regularor¬ den. Gegenwärtig folgt eine chronologische Ue- sicht sämmtlicher in Tyro! (mit Ausnahme Trient, und Brixen) gelegenen Cvllegiatstifte, Probsteyen, Stifte, und Klöster. L.) Cvllegiatstifte: 770. Collegiatstift zu Jnnichen vom Herzog Tas¬ silo HI in Bayern gestiftet, s »785. 800. Collegiatstift zu Arco ( Arch ) - ,776. Collegiatstift in Totzen. f 178?. d.) Stifte. 1000. Benediktinerstift zu Georgenberg, auch Vicht ( Ficht) genannt, bep Schwaz. HZO. Prämonstratenser in Wildau. H42. Regulirte Chorherren des St. AugustinS zu Neu stift. »145. Regulirte Chorherren des St. AugustinS zu Welschmichäl. »45v. Benrdickiner zu Marienberg. Dieß De- nedictinerstift ward 1090 vom Grafen Ulrich von Trasp zu Schulz gestiftet, und iinach Matrienberg übersezt. 7 1785. Hbcr 414 1162. Regulirte Chorherren des St. AugustinK zu Grieß bey Botzen. fr 785. 127z. Cistercienscr in Slams, f >785' lZ26. Carthäuser in Echnais. f. 1782 1562. Jesuiten in Jnsbruck -s 177z im 2lt tcn Lebensalter. r;68. Jesuiten in s«U- f. i?7tz 176z. Dameostift zu Jnsbruck, von der Höchst- ftl. Monarchrnn Maria Theresia gestiftet. Die Gelegenheit zu dieser Stiftung gab der Tod Kaisers Franz 1. Das Zimmer, im welchem der Monarch selig in dem Herrn entschlief, wurde in eine Capelle umgeär.dcrt , in welcher täglich Messe gelesen wird, und die erwähnten Da¬ men ihr Gcberh zu verrichten haben» Die Zahl der Stiftdamen wurde auf 12 bestimmt, deren jede ihre Ahnen nach dem Bcyspiele des Johannikcrordens zu erweisen hat. Das Stift hat zur Vor¬ steherin« eine Dechantinn , und Untcr- dechantirn. DieDechantinn hat den Rang als wirkliche Gchumerathsfran. Die ädrigen n Dames sind bei) öffentlichen Feycrlichk.itcn unteriic wirklichen Kam- Nierherrcufrau.en aetdeilt. Diese Damen sind im schwarz n Moi g-kleidet. Eie tragen an der linken Geile in einem weis¬ st, und jchwarzen Bändchen eine von Gold geschmolzene Medaille, deren Vor¬ derseite «in Crvcifft mit einem Todten- köpf zu buchen Seiten zeigt. Der Re- vrrs enthält bie Buchstaben k. N. D. dar- 4^5 dag über ist eine Krone; unter den «Buchstaben steht man einen korb-r . und unter diesem die Jahrzahl ^lOOOl.XV. Die Uiberschrift lautet: IVI. 'ltierella auz. in MLmor. 8z)on6. vxt. coxit. konll. Die Dames stud verbunden, drcy Mahl Tage den Chor zu besuchen, und das römische Brevier zu bethen. Das Gtiftgebäude ist dicht an der Hof¬ burg gelegen, und hat seine Aussicht gegen die ehemahlige Franziskanerkirche. Im Jahre 1781 am -0- May wurde die Durchlauchtigste Frau Elisabeth, kö¬ nigliche Prinzefsinn, und Erzherzoginn zu Oestreich , als Aebtissinn dieses adcli- chen Stiftes feyerlich «ingesetzt. Ern zeitlicher kandesgouverneur ist beständi¬ ger k- k. Cvmmissair, und Protector dieses k. auch k. k. Damensstiftes. e) NonnenfrauenstifreI toiZ. Benedictinernonnen zu Sonneburg im Pusterkhal. f 1785. !Zrv, Clarisserinnen zu Meran, -f 1785. L562. Königliches Frauenstift z» Hall. Diese Frauen haben sich eigentlich zu dem Or¬ den. der Jesuiten bekannt. 1-1734. MouchMsier; . 2269. Capucinerhospitium zu Sterzrng» *270« Minoraten, in Botzen, an deren Platz kamen 416 o-r-M-rv komm 1514 reformirte Franeiftaner Lahin. 1274. Dominikaner in Botzen, f 1785. rz48« Carmelitcr, beschuhte zu Zrenj, -f 1785. iz86. Augustinereremiten zu Ratcnberg. 140z. Carmeliter, beschuhte zu Rovereit. 1507. Reformirte Franciscaner in Schwaz. 1514. siehe 1270. 1563. Reformirte Franciscaner zu Jnsbruck. f 1784' »575. Capuciner zu Rovereit. 1785- »585> Capuciner zu Arco. ;6oo. Reformirte Franciscaner zu Borgo. ,604. Augustinereremiten zu Seefeld, s 1785- 4*7 ^6zZ° 'Capuciner zu Eppan. f 1785» 1540. Franciscaner zu Kallern. f 1785- 1644. Capucincr zu Schlanders. ^655. Dominikaner zu Kizbühel. 1654» Rcfovmirte Franciftaner zu Kamp» 1664. Capucincr in Lana, f 1735- 1679. Capuciner zu Imst. i'6zi. Augusiinereremitcu zu Kufstein« i682.»Hieronymitaner auf dem Zoftphsberg bey 'Merau. f L785 189z. Capucinerhospitium zu Ried. 1781 leb¬ ten hier ein Eupener mit 5 Priestern Und einem Layenbruder. f 1785. 1697. Capucinerhospitium zu Ma!ß° f 1785- 1697. Capuciuerklosier zu Kizbühel. ^1785« »704. Franciscanerhospitium zu Telfs. 1781 lebten hier ein Superior mit 9 Priestern, und einem Layenbruder. 2717. Capucinerhospitium zu Trasp. r7l8. Serviten zu Weißenstein, f r785° ^7ZZ. ^Capucinerhospitium in Engedein. D d »784- ^734- Capucinerhospitium zu Münster. Nonnenklöster: 0-^Z^'O 4! H Nonnen des dritten Ordens zu Kal¬ ter«. s !/z6. Augustinerinnen zu Caco. Zu den vorstehenden aufgehobenen Stiften und Klöstern gehören noch die Minoritenktöstec zu Brankolini, und inReifnitz; die Walzbrü¬ der; und das Venedictincrnonneiisiift in Mün¬ ster und Geben. Das k. Nonncnstift in HaC ist in ein Fräuleinsttft umgeändert worden, die Zahl dieser Fräulein wurde auf bestimmt, deren ;ede jährlich 4-70 fl. genießt. Jede kann ihr Geld wo immer, jedoch in den Erblanden, verzehren. Die Probstey zu Ncustift ist in eine Abbcrommenoe umgeänderr worden. Wo, und in welchem Jahre in Tyrol die ersten öffentlichen Schulen entstanden sind, konnte ich bis jetzt nicht aussinden; so viel ist gewiß, daß im i-ften Jahrhundert eine öffent¬ liche Schule in Jusbnct war. sambecius im 2ten Buche cominem. Lidl. Vinäob- führt ei¬ nen gewissen Conrad auf, der sich 1411 lls- ökvrom Lckolarum in Jnsbruck nannte^ Ma¬ ximilian t. Gesinnung war, an dem Platze, wo das Franciseanerkloster in Jnsbruck stand, ein Canonicat zu stiften, dessen Bestimmung der Unterricht der Jugend in höheren Wissenschaften hätte werben svllem Ferdinand 1. war anfänglich geneigt, den Willen Maximilians zu vollzie¬ hen; (Man sehe Ferdinands Testament im Ztcn Bande von Schi ökterS Abhandlung aus dem östrejchischen Staatörcchte C>. ZÜ4.) er änderte aber den Entschluß, und stiftete Franc-scaner. 1562 eröffneten die Jesuiten öffentliche Schu« »en in Jnsbruck» 1606 ward da das Gymng^ K d L sium» siumgedäude angelegt , und 1669 lehrten sie schon die Physik, Metaphysik, und einige Thcl- le der Theologie. 1568 begann das Jesuiccr- gymnasium zu Hall. 167g ward die Universi¬ tät in Jnsdruck vom Kaiser Leopold gestiftet. Dieselbe bestand anfänglich aus drei) Facultä- ten; nähmlich der rheologischen, juridischen, und philosophischen- 1675 kam die medicinische hinzu. Bis zum Jahre 1677 waren die Jesui¬ ten die einzigen Lehrer in der Theologie; in diesem Jahr aber erhielt das Lehramt der heil. Schrift ein Weltpriester. Im folgen¬ den Jahre bekam die Polemik ebenfalls ein Weltpriester zu lehren. Diese 2 Lehrämter blieben auch in der Folge bey dem Wcltprie- sterstande. Bis zum Jahr 1772 befand sich , die Lehre des geistlichen Rechtes bey den Je¬ suiten ; in diesem Jahr aber wurde hier der bekannte Lackics Lehrer des geistlichen Rechtes. Auch dieses Lehramt wurde in der Folge stets von einem Layen versehen. Bis zum Jahre 1677 waren die Lehrgegensiände in der philosophi¬ schen Facultät: Logik, Metaphysik, und Phy¬ sik. Nun kam auch die Mathematik hinzu; i7gs die allgemeine Weltgeschichte, 175Z die philosophische Beredsamkeit, und die Lehre der orientalischen Sprachen; 1769 ward bas Lehramt der politischen Wissenschaften errich¬ te/. wurde die Lehre der Anatomie ange- fangen. i7ZZ fieng die Lehre der Chirurgie öffentlich an; und 1777 wurde das chemische Laboratorium unter dem Professor Schiverech (letzt in Lemberg) angelegt. Mit diesem wür¬ digen Manne begann in Jnsbruck die kehre der (hymie. Zur Unterh«ltung dieser hohen Schu¬ le hat der erhabene Srilter die Ealzwerke zu Hall bestimmt. Hier sind die Worte des k. k. Di- 42 l Diploms: — nominnmns, L üeclarnmu;, „ eamgue Überall, ae perpetuo ciuratnro äo- ,, re, mnnlsioe stonamn« funclnm lili stota/ein „ astiAnanres 'U^rolenles »a//rar ö'astrrar Lc. „ DaS UniverfikätSgebäudc stand anfänglich auf dem Rennplätze, "da wo jetzt die Gtibernial- kanzelley ihren Sitz hat. 1776 wurde die Uni¬ versität in das Jesultercollegium übergesetzt. Freyherr von Martini har sich nm die hiesige Universität unauslöschliche Verdienste gemacht. Dieselbe hatte sich auch bereits ihrem goldenen Alter genähert ; und man sprach selbst im Auslände von ihr mit Ächtung, als im August 1782 die Universität, in Folge einer allerhöch¬ sten Entschliessung in ein Lycännr nmgeändert worden, jedoch mit dem Rechte, sich jährlich aus Pen Professoren einen Rector zu wählen. Im Jahre 1782 waren in der theologischen 8 ordentliche sichrer, in der juridischen 5, in der medicinischcu 4 , nebst einem sichrer der Thierarzncy, und in der philosophischen Facul- täk 5. Jetzt sind 4 Lehrer in der Theologie, Z für die Rechte, z für das mediclnisch - chi¬ rurgische Studium , und z für die Philosophie» In Jnsbruck besieht ein Generalsemiiiariiim für ganz Tyrol, welchem Herr Abbe Alberti¬ ni , der durch io volle Jahre das Lehramt der Logik, Metaphysik, und praktischen Philoso¬ phie an der dgsigen Universität mit allgemei¬ nem Beyfalle versah, mit gleichem Ruhme vorsieht. Unter der Leitung dieses Mannes hat sich dieses Hans seiner Vollkommenheit ge¬ nähert , und gehört mit zu denjenigen in den Erblanden, von welchen man sieb für bas Prie- sierthum die besten Folgen versprechen darf. Die Universität hat auch ein wohl eingerichte¬ tes physicalisches Musanin , und eure academi- D d -Z schk 428 fchc Bibliothek, welche durch die von Eggers- sche Büchersammlung eine sehr ansehnliche Ver¬ mehrung erhalten hat. Herr Anton Egger von Ma'ienfreud, tyrolischer kandmann, Csmpro- miissrrius , und zur Acrivirät Verordneter bey den Landständen in Tyrol, hat in seinem Te¬ stamente seine auserlesene Büchersammlung zum üss.ntlichca Gebrauche bestimmt. Kaunr dürfte ja der osireichischen Monarchie ein Ork besser Kriegen seyn zu einer Universität, als Ausdruck. Dieselbe wurde auch von den Fremden sehr häufig besucht Durch die Vermissung dieser Universität verliert Ansb- uck jährlich bey Aoouo Gulden. 167a wurde zu Rovercit von dein da- fig:n Stadtmagisirat ciu Gymnasium errichtet. Dasselbe erhielt ein ansehnliches Stiftungska- pital von dem Domherrn zu Salzburg Ferdi¬ nand Orefiei. 1725 wurde zu Meran ein Gym¬ nasium errichtet, in welchem man 1727 auch Die Dicht-und Redekunst, und 1777 die Phi¬ losophie zu lehren anfieng. Die Bcnedictiner zu Marienberg versahen das Gymnasium mit Den nothigen Professoren. 1756 erschien eine gedruclte Nachricht von diesem Gymnasio. Hmr ist der T'tel : 8eminariuw puhlico - scdolasti- cnm gh in.Igrts Honatu Msranonst pietsti» honiz mc>i-jhu8, ncc non religioni vsrL catkot. prop3A.!näL, consorvznäLyuc — conthcrakgm, t/77 wuroe na Gymnasium zu Lienz errichtet, und dem da gelegenen Karmelitenkloster über- g den. 178 > errichtete man in Botzen ein Gym¬ nasium. Die L'hrer in demselben wählte man MS dem da gelegenen Franeiseancrkloster. Zu Bnxen und Tnent ist ebenfalls ein Gymnasium. N-ch uuer von den bei)den Bischöfen 1782er¬ folgten Eikl'runq l^abeu diese Gymnasien mit »eney in den k. k» Htaaten eine gleiche Verfas¬ sung. 4LZ Lung. Zur Unterstützung der Jugend im Stu¬ dieren wurde, in Rücksicht des Adels, 1765 in Jnsbruch ,ur Errichtung eines adelichen Col¬ legiums der Grund gelegt. 1775 kam dasselbe ganz zu Stande, und ward hiezu ein Theil des Jesuitencollegiums gewidmet. Auch dieses Collegium ist erloschen. Die Eleven bekommen das Geld auf die Hand , kurz, dieß Collegium wurde fast ganz auf den Fuß gesetzt, auf wel¬ chem das Lheresianische Academiehaus in Wien besteht. Auch das Seminarium St. Nicola ist erloschen, und die Eleven erhalten ebenfalls das Geld auf die Hand. Dieß Haus hatte im Jahre 1782 ein Stiftungscapital von 18,450 Gulden. Der erste Grund zu diesem Hause wurde durch den Jesuit Nicolaus Lanojus ge- leget. 1575 bewilligte Erzherzog Ferdinand für go arme Schüler, jedem täglich Einen Kreuzer Brod und einige Speisen aus dec Hofküche zu geben. 1598 befahl Rudolph ll. für diese zo arme Schüler jährlich z6o fl. aus der Hofkammcr dem Hause zu bezahlen. 1615 stiftete Erzherzog Maximilian einen Jahr- tag in der Pfarrkirche zu Jnsbruch, welchem Zo arme Schüler aus diesem Hause beyzuwvh- nen hatten, wofür dasselbe 12a fl. erhielt. 160- stiftete Erzherzog Maximilian für 15 arme Stu- Liercnde jährlich 250 fl.; und Erzherzog Sieg¬ mund 1621 für 15 andere arme Studierende jährlich iZO. Die academische Congrcgation hatte jährlich an den Universitätsrector 124 fl. zur Verkeilung unter arme Studierende abzu- gebcn. Unter meinem Rectorat im Jahre 178? wurde durch die eifervolle Verwendung des Herrn Grafen von Kinigl, damahligeu Vir cepräsrdcnts bei) dem Landesgubcrnio aus dem »urücigelassenen Vermögen des erloschenen Re- D'v 4 arl- 424 v^FN-°o gelhaufes ein Stipendium für 12 Studierende gestiftet, wovon jeder jährlich 52 fl. auf die Hand erhält. Das Nonnenkloster gab, von der Zeit seines DaftyuS bis zu seiner Auflösung, armen Studierenden täglich das Essen. Das oben angeführte Geminarium zu Gr. Nicolaus hat noch jährlich von der Hofkammer in Na¬ tur erhalten, 26 Star Weizen , ^4 Stär Rog¬ gen , und 42 Fuder Holz; dann wurden für Prämien und Austheilung verschiedener Ge¬ schenke an die Studierenden 200 si. verabfolgt« Wenn man alle diese Gelder zu Capital rech¬ net, so beläuft sich das Stipendieucapital mit den aufgeführten r8,4?o Gulden, aus58,650 Gulden. Der Betrag der abgelisfertcn Natu¬ ralien zu Gelb gerechnet, ist darunter nicht begriffen., Im Jahre 1750 ward zn Roveredy. die noch bestehende Academie der Wissenschaften errichtet. Joseph Valerian Vanetti war ihr Stifter. Dessen Leben erschien im Jahr 1766 in italienischer Sprache im Druck. In eben dieser Sprache erschienen 17;; die Statuten dieser Acadcmie, und die Namen ihrer Mit¬ glieder. 1767 wurde zu Jnsbruck eine pa¬ triotische Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste nach dem Beyspicle anderer Erlaube errichtet. Die Gesellschaft erhielt jährlich co-o fl- aus dem Kommercienfund. Von der Universität und den damit verbundenen gelehrten An¬ stalten hab ich ein eigenes Werk unter den? Titel : Versuch einer academischen Gelchrtcn- ge schichte von der k. k. Leopoldinischen Univer¬ sität zu Jnsbruck, geliefert, und diese Geschichte dein in Jnsbruck 4782 erschienenem Journal, der Literatur-und Statkstik einverlcibt. Ich darf mir schmeicheln, daß diese acadewnche Geschichte bis einzige (so anstößig dieß Wort klingen 4-5 klingen mag) in ihrer Art in den Erdkunden ist. Tyrol hat zu allen Zeiten sowohl im wissen¬ schaftlichen als im Kunstfache große Männer gehabt. Einen Thcil dieser Männer, die sich in den Wissenschaften ausgezeichnet haben, findet man in Tartarotti tylosischen Bibliothft. Hier folgt ein Verzeichnis von einigen tyrolischen Schiftftellern, die thxils noch leben , rheils vor einigen Jahren gestorben stud. (Von denjenigen, deren Namen sich gegenwärtig im Ln-che aus- zeichnen, findet man Nachri.'.ten im Gelehrten Oestreich.) Diese stud : Albertini , Bonelli, Faber , Gasler , Graser , Jäger , Voller, Laicharring, Martini, Menyhin, Michäler, Migazzi, Molinari, Mumeiter, Oberragch^ Pilati , Platner , Primiffer, Resch , Ricci, Rieyyer, Roschmann, Teopoli , Speryes, Stadler, Staffier, Sattler, Treidele, Ster-, z'nyer , (Pfarrer) Sterzinaer (Bibliothecär zu Palermo) Sterzinyer, Todeskrni , Unter» richter, weinhart, Weitcnauer, Zallinyer, ZaUinyer- Im Kunstfache haben sich die Ly» roler von sicher ungemein ausgezeichnet, und das Land kann in jeder Classe Muster zeigen. Hier folgt bis jetzt ein blosses Namenregister der vorzüglichsten Künstler, welchesTyrol als ihr Vaterland erkennen. Diese sind: s) Ar- chiteoten: Schor, Gabriel de Gabrieli nnb Christ. l>) l-ildhauer: Auer, Donner, Hu¬ ber, Joh« Bap. Lechleitner, Linz, Mola, Moll, Oradini , Pozzo. Laurenz, Reinhart, Praun und Strudel, c) Elfenbewarberter: Püchler Johann, ä) Glasschneider: Pichler, o) Ku¬ pferstecher : Zoller; s) Mahler: Alberti, Am¬ brosi, Baroni, Benedeti, Berger, Busbiuger, Capello, Degler , Eher, Feistenberger, Ga- (Miniaturmahler) Gfall (Historienmahler) D d z,- Gianda 4r6 Glandschnigg , Graß , Graßmayer, Heftr! , Holzer, Kiniger, Landsknecht, Mühldorfer, Mühlt olfec.nn (Miniaturmahlerinn) Pozzv An¬ dreas, Pl 8-r. Renzi, Schlctterer, Scarte- zrni (Landschaftmahler) Troyer, Unterberger, Vateröcrger, Vinatzer, Waldmann, Fächer!, And Zauner, x) Metallgießer : Löffler ; lr) SteinfthneiLerPüchler. Auf die Ver¬ fassung des teutschcn Schulwesens in diesem Lände zu kommen , so kömmt vorzüglich zu. bemerken, baß man hier früher zur Verbesse¬ rung der teutschcn Schulen geschritten ist, als Ln Wien. Der erste Grund hierzu wurde in Jnsbruck im November 1767 geleget. Die Gelegenheit hierzu gab der Weltpriester Carl Agsthoftr, welcher, als er um die Erbauung eines Schulhauses in Gkrrbai bey dem Landcs- gubcrnio in Jnsbruck das Ansuchen machte, von dem Landeschcf Herrn Caffian Grafen von Enzenbcrg den Auftrag bekam, mit der. Ver¬ besserung des Schulwesens in Jnsbruck den An¬ fang zu machen. Man thcilte ihm im Jahre 1767 ,, zur besseren Zustand'bringung dieses erhabenen Werkes, zween Gehülfen in der Person des Phi¬ lipp Tang! und Georg Demoscr zu. Beyde waren Weltpriester. Diese drcy Manner arbeiteten durch volle zwey Jahre mit verein¬ ter Kraft an diesem patt'vtsschcn Gebäude« Die Goganische Schulvcrf.chuug wurde zum Grunde gelegen, auch darnach ein Hand¬ buch für Lehrmeister entworfen, und in Druck gegeben. Die Schule in Jnsbruck nahm an Knrdern sehr zu. Agsihcfe? begab sich auf das vffeue Land, um da den Anfang zu besseren Schulen zu machen, und bas Ordinariat zu Nrixen aab dem Tang! und Demoser den Welt- Priester WiuMk zum Gehülfen« Um die Schul- vcr- 4«7 Verfassung bey der Quelle lkennen zu lernen , hegaben sich die Schulvricster auf eigene Kosten mit einem kleinen von der Landesstestc erhalte¬ nen Bcytrag, zur Bestreitung der Reisekosten, nach Breßlau. Sie traten die Reise am 5. Sept, 1770 an, und da sie sowohl von dem Fürstbischof in Brisen, als der Landcsstelle zu Ausdruck Empfehlungsschreiben erhielten , ss wurden sie in dem Schulseminar zu Breßlau ungemein gut ausgenommen, Aer bekannte Herr Probst von Felbiger kam selbst dahin, um diese Biederschulmänner zu sprechen, und fand sich bereit, ihnen über die Saganische Schulverfassung die umständlichste Auskunft zu geben. Nach einem Aufenthalt von fünf Wo¬ chen traten sie die Rückreise über Wie» an, wo eben sich der kyrolische Landeschef Herr Graf von Enzenberg befand. Auf dessen Vor¬ schlag blieb Tanql in Wien; denn man wac eben bamahls beschäftigt, den Meßmerifchen Grundstein zur Verbesserung des teutschcn Schul¬ wesens zu Legen. Die übrigen drei) Priester begaben sich durch Kärnten in ihr Vaterland zurück, wo sie am 6. December eingetroffen siech. 1772 wurde in Insbruck eine eigene Schuldirection aufgestellet, und dieAcichnungs- schule durch den neuen Zeichenmcister Peter Dcnifie vollkommen hergestcLct. In eben die¬ sem Jahre am 09, Juny starb Agsthofer, und am 17, September gienq der Landeschef Herr Graf von Enzenberg zu seinen Vätern. 1774 im März kam Langi mit dem Charactcr eines k. k. Schulcommissionsraths zurück, und über¬ nahm die Leitung des hiesigen teutschen Schul- tvesens. In Folge Hofdeerets vom r6. Juiy des cbengenanntcn IahrcS wurde die Mnuer- ichulc in Insbruck zu einer Normalschule erkch.- 4-8 Len , mit einem Director, 2 geistlichen und 4 weltlichen Lehrern, ?. Geholfen, und einem Zeichenmeifter versehen. In eben diesem Jahre wurde von dem neuen Landeschef Herrn Grafen von Heister unter dem Vorsitze des Herrn Aloys von Sarenthein eine Gchulcomnuff-o > niederge¬ setzt. In Roveredo wurde eine Normalschnle mir einem Director, in der Person des Weik- pricstcrs Johann Marchetti, 4 Lehrern und ei¬ nem Schuldedientcn ausgestellt. Im December wurde die Einleitung zürGrÜndvng. einer Haupt¬ schule in. Hall getroffen , welche mit Anfang des rasten Jahres cröfnet worden ist. In dem «ben genannten Jahre im Jänner wurden in Jnsbruck 2 Trivialschulcn errichtet , deren Eine zu St. Nicolaus unter der Jnbrücke, und die andere auf der Kohlstatt zu den g Heiligen zu stehen kam. Noch am Ende des i77;ren Jahres wurde im Markt Reitti eine Hauptschule errichtet. 1777 im December wur¬ de die Hauptschule in Meran eröfnet, bey wei¬ cher ein Direktor und zween weltliche Lehrer angestellet wurden. 178» am irten September starb im 48ten Lebensalter der k. k. Schulcoin- M'jsionsrath, Herr Philipp Jakob Tangl, nach¬ dem er durch «iif Jahre als Director .der tcut- schen Schulen in Lyrol, und durch g Jahre als Catechet «n der Normalschule in Wen mit Beyfall gestanden war. In Folge Hofdecrets vom Ig November des eben genannten Jah- reB wurde der Lehrer und Catechet Georg Demostr als Ob-rauffehcr «und Direktor an den Platz des verstorbenen Tangl gesetzt. In Folge Hof¬ decrets vom 28- September 1780 wurde" befoh¬ len, daß aus allen Kasserneu uud Milizquar- rieren im ganzen Laude alle schulfähige Eolda- kenkinder in die ihnen nächst gelegenen Cwll- schulcn schulen in den bestimmten Schulstunden ge¬ sandt werde» sollen. Die Normalschule in Jnsbruck erhielt an diesen Kindern im folgen¬ den Jahre einen Zuwachs von 78 Köpfen, darunter 22 weiblichen Geschlechtes waren. Lim die Verbreitung der Zeichnung in Jusbruck hat sich Herr Graf ,von Enzenbcrg (jetzt Vize¬ präsident bey dem Äppellationsgericht in Kärn¬ ten) unvergeölich gemacht. Er ließ durch io volle Jahre jenen, weiche sich in der Zeich¬ nung "besonders hervor gcthau haben, nach vollendetem Sommercurft Preise austheilen , und beschenkte die Schule mit vielen vvrrrefii- chen Zcichnungsstüchcn. Hier folgt eine sum¬ marische Uebersicht des Standes des teutschen Schulwesens im ganzen Lande vom Jahre 178k. 2 Normalschulen, als: Jnsbruck undRove- reit. 4 Hauptschulen, Botzen, Hall, Meran und Schwatz. iz Musterschulen, nähmlich: 7 in Unterin- und Wiprhal, und 6 im Pusierthal. 478 Trioialschulen, als: r^7 im Unterin - und Wiprhal; 227 im Oberinthai, 62 im Pu- fierthai, !Z8 an der Etsch und Eisach, und 62 im Vinstgau und BurZgraftnairit.. 4 Mädchenschulen, als: zu Jnsbruck bey den Ursulinerinnen, zu Meran bey den englischen FrZulen , zu Botzen bey den Schwestern des zten Ordens, und zu Kal¬ ter« bey dcndasigen Nonnen. Außer den Vonnenschulen gab es in dem Lande vielt Echu- 4zo Schulen , bey welchen sich eine LehrMe?-- steiinn befand, deren Bestimmung war, die Mädchen in den Arbeiten ihres Ge¬ schlechtes zu unterrichten. Musterschulen waren im UnreriN - und Wipthal , zu Mcrzinz , Lews, Volkers , Imbach , Ratcnberg, Kizbühel, und Kufstein. Im ganzen Lande wurden rhcils schulfähige Kinder, rhcils solche, welche wirklich in die Schule gierigen , gezählt 51,9-7 , und zwar: Schulkinder — Schulfähige chr Unterin , und Schulen nach der alten Lehrart waren z8. Im Gerichte Breitenbach wurden alle Schulzim- mer auf Kosten der Gemeinde hergcstellct, Welche Anstalten zu Handhabung her inne¬ ren vorzüglich aber der äußeren Sicherheit die regierenden Landesfürsten in Tyrol getroffen, zeigt vorzüglich das eilfjährige Bandiibcll. Ci- ge neue kandesverthcidigungsvrduung ließ Erz¬ herzog Maximilian 1604 verfertigen, und be¬ kannt machen. Außer einem Feldoberstcn hatte man auch Viertclhauptleute. Der älteste mir bekannte Feldoberste ist vom Jahr 1497 , Herr Veit von Wolkenstein. Im Jahre 1745 wurde eine 43 r «ine eigene regulirte Landmiliz anfgestesset. Die Inhaber dieses Regiments waren nach der Acik- svlge: 1786. Freyherr von Neugebauer. Die Uni¬ form dieses Regiments, welches die Regiments- nummer 46 führt, ist weiß mit dunkelbraunen Aufschlägen, und die Knöpfe sind von gelbem Metalle. Der Stab liegt in Jnsbruck. §unr Werbbezirke hat dicß Regiment das Land in dem es gelegen, und den Vorarlberg. Bis zum Jahre 1782 waren im Lande 6 Festungen ge¬ legen, als: Kufstein, Ehrenberg, Kofel, Ra¬ tenberg, Rovereit, und Schärniz: jetzt besteht «ine ndch , die fünf lezteren sind eingegangen. Bis zum Jahr? 1786 hatte das Land ein eige¬ nes Gcneralmilizkommando, dem noch die Be¬ sorgung der Milizangelegenheiten in den Ver¬ landen zugctheilt war. Dieses Generalkomman¬ do wurde in dem eben genannten Jahre nach Gräz in Stcyermark versczt. Das Regiment hat in Jnsbruck sein eigenes Institut für 46 Soldatenkinder, und ein Milizspital. Außer die¬ sem Regimente besteht noch in diesem Lande die bekannte Scharfschützenkompagnie. Die Zeir ihrer ersten eigentlichen Errichtung ist mir bis jezt nicht bekannt. Die Uniform ist hechtgrau mit grünen Kragen, Westen , und Aufschlägen. Die Offiziers tragen grüne Westen mit goldenen Tres¬ ter 4Zr sen bcsezt. ^Welche trefliche Schützen die Tyrs-' ler sind , und wie selten sic den Mann verseh- zcn > nach dem sie zielen , ist Heut nichts unbe¬ kanntes. Das Stistungs-und Armcnwescn wird auch §n diesem Hände nach dem Ioscphiuischen Sy¬ stem gehandhabet. Unter den teutschen Erblan- dcn dürfte Tyrol das einzige Land seyn, wel¬ ches die wenigsten Spitäler zählt. Nach einem von der Lanl-csbuchhaltcrey in Iusbruck ge¬ machten Auswurfe waren inl Jahre 1780 im ganzen Lande, mit Ausnahme Trient, Und Bri- xcn , 4- Spitäler, und 5 Giechenhäuser. Diese sämtlichen Häuser hatten an angelegten Kapitali¬ en 527,209 fl. 22 kr. Diese gaben Zinsen 20,971 sst- n kr. Die übrigen Einkünfte betrugen 43,574 fl. 19 kr» Sie bestanden in Grundzinsen , Be¬ standen sen , Beyträgen vom Aerario, Depu¬ taten, anderen Zuflüßen , und Realitäten. Die Grundzinsen betrugen 8,308 fl» 3 kr» ; die Be- siaudzinsen 5,985 st- Z kr.; die Schäferey 1,816 fl. 20 kr.; der Beytraq vom Aerario 1,000 fl- an Deputaten 7,133 fl. 11 kr.; von bearbeite¬ ten Realitäten 18,275 fl» 44 kr. Die Ausga¬ ben betrugen, 264,583 fl. >24kr. Hiervon'wUr- dcn erhalten : 49 Verwalter, 131 Pfründler, 211 Pfrünblerinnen, Z2 Knaben; 15 Mädchen, und 42 Personen zur Bedienung sämtlicher Pfründler. Luc Unterhaltung der Verwalter betrug 3,692 fl. 42 kr; der Dienstbothcn 1,517^. 44 kr. ,dcr sämtlichen Pfründler 15,554 fl. 554 k>., ihre Kleidung 1,948 fl. 52 kr. Die aus¬ wärtige Keankenverpflegung kam auf io,öä2 fl. 24 kr. j" stehen. Die Besorgung der Realitä¬ ten.bett Ugl 15'307 ist- 574 kr. an Almosen außer den 43Z dm Spitälern 4.544 si, .54 kr. für Hslz, und Licht für die Pfrüudler tzn fl. 52 kr. Ergänz zungen zu diesen Angaben hoffe ich bey einer an¬ deren Gelegenheit geben zu können« In Trient wurde bas Münzrechk am ersten ausgeübet. 1182 gab Kaiser Friedrich dem Bi¬ schof in Trient die Erlaubniß, eine Müuzord- nung, mit Ausschluß des dortigen Bürgermei¬ sters, zu machen. Im iggen Jahrhundert war eine Münzstätte in Meran. Eine Meranische Münzorduung vom Jahre 1.212 wird in dem erzherzoglichcn Hausarchiv zu Jasoruck auf- bewährt. In dieser Münzstätte wurden die so genannten Etschkreuzer g.-münzet» Um die Mit¬ te des i;tcn Jahrhunderts wurde dfe Münzstätte in Hall für die so genannte grobe Münze an¬ gelegt. Man rühmt an Erzherzog Siegmund, baß er unter allen rcutschen Fürsten seiner Zeit das beste Geld gcmünzet habe. Der Münzfuß kn Tyrol ist von dem gewöhnlichen in den tcut- schm Erblanden um 5 vom Hundert unterschie¬ den« Ein Zwanzigersiüct gilt daher in diesem Lande 21 Kreuzer» Das Maß, und Gewicht sind mit dem üntercnserifchen auf gleichem Fuß. Nur in Rücksicht der Benennung ist einiger Un¬ terschied , B. was man im Lande unter dec Ens eine Metze nennt, hat in Tyrol den Na¬ men : Star , Son dem italienischen Wort 6rrs» Ein Star hält eine halbe Wiener Metze. In einigen Gegenden rechnet man nach Muth. Man rechnet auch nach Vierlingen. Man sehe Aus¬ gleichungstabellen über die chevvr in Tyrol zum Wcinmaaß gebrauchten Urn, und den nunmehr eingeführte» Wiener - Eimer , wie auch über beren beydcrseitrge Maße. Verfaßet vou dem 4Z4 ' Priester Ignaz von Weinhart — gr. Fol. Ins, bruck »78r, Nun zu den in den verschiedenen kandesvier- teln gelegenen Gerichrcu, Slädlen, Märkten rä. I. Inrhal. Dasselbe fängt bey der Fünstennünz an^ und dehnt sich bis zum Dorfe Eicheiwana, wo sich der Inn nach Bayern begibt. Dieß Viertel, welches in das obere und untere abgetheijet wird , grenzt westwärts an das Binsigau, nord¬ wärts an den Inn , nordostwärts att Salzburg, und südwärts an das Wipthai. Die Länge die¬ ses Viertels betragt 26 teutsche Meilen. In diesem Thale sind gelegen: Achensee, ein bekannter See int Gerichts Rothenburg im Untcrinrhai. Der See führt Ränken, Aescht rc. Achenrern, eine Messingfabrik am Bran^ denbergeracheubach, im Landgericht Natenbergim Unterinthal. Achenrhal, ein großes Pfarrdorf «n A- chensee im Gerichte Rothenburg. Man zählt hier bey 120s Seelen. Ascha» , «i» Gericht/wovon der Markt Reitti Bestzer ist, im Oberinchal. In diesem Gerichte sind gelegen: 14 Berge, 9 Bäche, i; Alpen, 2 große Dörfer, z kleine Dörfer, 8 Weiler,! verödetes Schloß. Es grenzt an die Vorland?, Ehrenberg, und Bils. Axame, 4Z5 Axam , et» Gericht, wovon baS Nonnen-- iloster zu Chiemsee Inhaber ist, unterhalb Jns- druck im Unrerinthal» In diesem Gerichte sind 7 Dörfer, darunter 2 großzerstreute und über 470 Häuser gelegen. Der Seelen werden übet 7-400 gezählt. In diesem Gerichte ist auch Selrain, in welchem das bekannte Frauenbad ist, gelegen. Im Gerichte Axam ist der beste Flachsbau in ganz Tyrol. Bkixlech, ein kleinesDorfam Inn im Land- gerichte Ratenberg bei) der Stadt gleiches Na¬ mens. In diesen Dorfe befindet sich ein Haupt- schmelzhüttenamt, bey welchem em Obcrhütten- verwälter , Hücrenamlscassicr. der zugleich Pro- viankverwalterist, ein Hüttenschrerber, ein Ober- probierer, und Silbcrbcenner, und ein Gegen- probierer stehen. Ehrenberg, ein Gericht an der Grenze VM Schwaben im Oberinrhal. In diesem Gerich¬ te , wovon die Gemeinde Ehrenberg Inhaber ist , sind: s Markt, r groß zerstreutes Dorf, 13 große Dörfer, 18 kleine Dörfer, 57 Weiler, -7 einzelne Höfe, 57 Alpen, 127 Berge, r Bergwerk. 4 Grenzpaße, 5 Pfarren, 6 Kir¬ chen , 7 Wallfahrtsorte, n Lyäier, r Fluß, r Ferner, 4 Seen 52 Bäche, i Schmelzhütte, s Waldungen, i Gesundbrunnen, 2 Postrou- ren, 4,330 Häuser, und 22,^00 Seelen. Die fremden Grenzen dieses Gerichts sind Schwaden, und Bayern; die Landgrenzen hingegen dir Ge¬ richte Dils, Petersberg, Imst, und Ascha». In dieses Gericht erstrecket sich die Augsburgi- Ae Diöccs. Die Dörfer Lermoos, Biberbier, Eyrwald, und Berwang gehören in die Brix- ner Diöces, und enthalte» z,8oo Seelen« Die e 2 Gegenb Gegend in diesem Gerichte ist sehr rauh und trä'chtiq an Waldungen. Dorzuglrch sind die ^dölei- Erwald, und Amcrwatd reich an Holz. lczteren Walde entspringt die Amer , mrd fließt nordwärts nach Bayern. Falkensiem, ein berühmtes Bergwerk bcy Schwa; iui Gerichte gleiches Namens. Moi¬ scht die Auffindung dieses Bergwerkes in das Jahr 1420, und 1409soll der erste Aufschlag ge schehen seyn. Zveundsbery, ein verödetes Schloß ober¬ halb Schwaz mit einem Landgerichte. Unter der Regierung Erzherzogs Cicgmund wurden das Sch.oß, und die Herrschaft, mittels eines Tau» sches , landessürstlich. Die von Freundsbcrg er¬ hielten dafür das Stadt - und Landgericht Ster- jing im Wipchal und das Gericht St. Paters¬ berg im Oberinthal zu Mannslehen. In die¬ sem Landgerichte ist r Burgfrieden, nähmlich Trazbera,mir eineni einzelnen Hofe, i Alpe, und 1 Pforr; ferner sind i« diesem Landgerich¬ te gelegen : i groß zerstreutes Dorf, g große Dörfer , 1 kleines Dorf ; ig Weiler , r Schloß , Edelsitze, 2 einzelne Höfe, ^Al¬ pen, 48 Berge, Zo Bäche, 1 See, 4Berqwer-' ke , 5 Waldungen , 9 besondere Gegenden, und Tbälcr, 1 Kloster, 2 Pfarren, 2 Wallfahrts¬ orte, r Postroute, 1522 Hauser, und 6620 Seelen. Die Gerichtsgrenz^n sind Roten¬ burg, Trazb rg, Ficgen^ Kropfsbcrg, Neten- bcrg, und Tauer. Georgenbevff - auch Dicht ( Ficht) genannt, ein Bcnediotitierstift am Inn , im Landgerichte FreundSbcrg in der Brsxncr Diöcce. Um das Jahr 1202 fügte es sich, daß ein Prisier, mit Namen 437 Namen Ratoldus , von Aibling aus Oberbayern, in die hier gelegene Gegcno kam, nmnachArr der Einsiedler zu leben; allein die Luft wollte ihm nicht behager ; er begab sich daher in sei» Vaterland zurück, kam aber wieder , und wählte zu seiner Er mikage einen Ort , auf dem Berg, bey dem Kloster Stams aufdcrPürg genannt. Hier ließ er für sich eine Wohnung bauen; allein er stand während d>"s Baues da-- ^on ab, und ließ gerade an dem Orte, wo das abgebrannte Kloster steht, die Wohnung , mit ei¬ ner Capelle Herstellen, Er bekam in der Fol¬ ge an den Rittern von Schüttres , Freundsberg, und Geben Gesellschafter, deren jeder für sich eine eigene Wohnung bauen ließ. Der Bischof Regiberkus in Brixen ließ diese Eremitage anfäng¬ lich mit einer Mauer umg eben , und n^6 über- sezte ftr die Venedictincr aus Wildau hierher, und sezte Eberhard von Aibling als Äbten ein. 1701 brannte das Kiostergchäude durch ein in dem nahe gelegenen Walde entstandenes Feuer,vollkom¬ men ab. Die Stiftgeistlichen erhielten daher die landesfürstliche Erlaubniß, am Fuße des Fichtsbergs ein neues Klostergebäude aufzufüh¬ ren. Der Name Georgenberg kömmt wahr¬ scheinlich vpn der Capelle, zum St. Georg ge¬ nannt, her, welche auf diesem Berge von dem Einsiedler Aibling aufgebauet worden ist. 1097 erhielt das Stift vom'Kaiser Heinrich cin Ge¬ schenk auf 7 manso«, gelegen jn den Dörfern Kundl, Berkfeld , Oberndorf, Winftlheim, Birkenwgng , und Eibs. 1240 verlieh ihnen Kai¬ ser Ludwig das Lehen Schließung in der Söl- lerpfarr ; 1411 stiftete Erzherzog Friedrich 4 -Fel¬ der Salz. Dafür ist das Stift verbunden , alle Ouatember für den Stifter einen Gottesdienst zu halten. 1472 erhielt das Grift von Erzherzog Siegmund die Wiese Herrenau , unter Schwaz ge? E e g fegen, ÄZ8 legen, stiftete eben genannter CrzherzvH 4 Fuder Traminer Wein. Bey diesem Stifte befand sich auch ein so genanntes Gpent. Ja Folge desselben wurden Ehrlich am ersten Montage nach Läkare jedem Armen, der zum Stifte kam , 2 Sp iscn, 2 Leib Brod , und ein Becher Wem abgereicht. 1782 haben hier , nebst Lcm Prälaten, und einem Prior, 26 Priester, rind Layerbi über gelebt. lieber den Ursprung dieses Etlftes findet man eine nähere Beleucht sung in dem Büchelchen , welches den Titel führt: Ein Täfel des Anfangs , des würdigen «Dosier , und Aptie auf fant Görgenbcrg (Vickt) im Innthal, und Brixner Bistum 4to »480- Die Reche der Aebte bis zum Jahre t6-.. in Brandts — Ehrenkränzl» ^all, eine landesfürstliche Stade, am Inn, mit dem Weiler Hciligcnkreuz, im Unterinrhal-. Dieselbe grenzt an das Gericht Tauer, und Land¬ gericht Sonnenburg, und erhielt r,og vom Her¬ zog Otto in Kärnten verschiedene Privilegien. >742 wurde bas hier gelegene Spital zum-heil. Geist gcbauet. Seiue Capitalicn beliefen sich im Jahre 1782 auf 17,800 fs. die Grund-und Bestandzinftn betrugen igirfi. 27 kr. an ver- fchi^oeneu Zuflüßen 1664 st. 2z kr. , an Reali- rätcnerträgU'ß 5,468 st. 14 kr. Summe sämt¬ licher Einkünfte 8yt/> fl. 24- kr. Die Ausgaben beliefen sich auf iv.6r,8 fi. ro kr. Davon wur¬ den unterhalten, ein Spitalverwalker, 8 Pfründ¬ ner, z Pfründnerincn, und z weibliche Dienst- bothcn rum Dienste der Pfründner, izoo wur¬ de die Salzpfanne von Lauer hierher gesetzet. 1Z52 wurde der Grund zu der hier befindlichen Pfarrkirche St. Nicolaus gclcgct. 1567 har Erzherzog Ferdinand den Grundstein zu dem, 43«? k. 8nd jezk erloschenen Stift gelegt. Dasseloe ist in ein adelichcs weltliches Fräuleinsiistt >-mge- Ändert worben. 1567 wurde die Münzstätte, welche vormahls da, wo das Stift stand, rn die Burg Haseck übersetzt. DaS Gtadtwapen be^ steht in einem rothen Felde , im welchem ma-> eine weisse Salzkuffe mit gelben Reissen neh« Kaiser Maximilian hat dem Wapen 2 gekrönte gelbe Löwen, welche den Küssen in ihren Klauen halten , bcygeleget. Die Jesuiten hatten hier , wie schon gesagt worden, ein Collegium, und ein Gymnasium-, Oberhalb der Stadt in der Taurcxalpc liegt der bekannte Salzberg, Hall ist das Salzamtsdirectorat , und das Münz- rnm gelegen» Bey dem ersteren sichen ein Salj-- director, welcher zugleich die Dsrection über das Münzamt führt; ferner ein Hauptcaffier, ein Salzberg - und Banamtsinspector , ein Pfannhausund Salzabgeberamtsinspeckor , und ein Oberwaldmeister. Diese 4 Beamten sind zugleich Galzamtsräkhe; weiter das Actuariat, und die Registratur, Bnchhalterey, Hauptcaffe, Obersalzfactorey, Salzversilberamt, Bauvcr- walteramt, Getreide - und Schmalzverlegeramt Aergmeisterschaft, Waldmeisteramtspersonale. Dasselbe besteht aus einem Oberwaldmeisier , und 7 Unterwaldmeistern. Das Holz wird aus den Waldungen im Oberin-und Unterinthal , bey Imst, Laudcck, Pfunds, Naudersberg, Lclfs, Ehrenberg, und den Waldungen im Stanzer- nnd Paznauerthal, mittels des Innflußes nach Hall geflößet. Ealzfactore sind zu Botzen, und Lejftrs, Zirl, Telfs, Nasscreit, Lermoös, Reit¬ ti , Vils, Neffelwängle , Simmerbcrg, Bregenz, und Trient. JnBotzey ist die Haupkspedltions- fackorcy gelegen. Salzmagazinc sind zu St. Laurenz, Lienz, Kastengstatt, Brixleck , Jendach, E e 4 Nen- . 44^ Neumarkt, und Borgo di Valsugana. Bey dem Müuzamt stehen ein Münzmeister, ein Münz- wardein , der zugleich 478g Münzmcister- anttsprovisor, und Casscverwalter war, ein Casrer, und Zcugfchaffcr, ein Obermünzqraveuv- Irr »en Münzarbeitern gehören: ein Werkmei¬ ster, Vchmiedmeister , Schlößermeister , 2 Schmelzer rc: -Von hier fährt wöchentlich die sogenannte Wasserordinäri nach Wien. Hast zählt öey 400 Häuser, und über 4000 See len. Die hier gelegenen Nonnenklöster sind aste .'er¬ loschen. Bey der hiesigen Pfannhausverwal-- rung sind verschiedene Stiftcapitalien auf Zinse angeleget ; so z. B. hatte das in Jnsbruck ge¬ legene sogenannte Regelhaus hier 158,800 st° anliegend; die Jesuiten in Hall 28,800 fl. die Augustinerin Seefeld 12,288 st- das k. Nonnen- fiift in Hall 54,802 st. rc. Auch hatte die Pfann- vcrwaltung für verschiedene von dem Erzhause gemachte Stiftungen an Kirchen, Klöster, Spi¬ täler rc jährlich 8,668 st. 41 kr. zu bezahlen. ^ertenberg, ein gräflich fiegerisches Ge¬ richt , grenzt nordwärts an die bayersche Hof¬ mark Werderfels, ostwärts an das Gericht Lau¬ er , und Landgericht Eonnenburg, südwärts an das Gericht Wildau , westwärts.an das Ge¬ richt Stams, und Petersberg. Das Gericht Herrenberg enthält den Burgfrieden Fragen- siein, mit einem verödeten Schloße, 2 zer¬ streute Dörfer, 9 große Dörfer, 4 kleine Dör¬ fer , 88 Weiler, 4 Schlößer, darunter 2 ver-' ödete, t Edelsitz, 2 einzelne Höfe, 2 Klöster, Seefeld , und Telfes, 2 Wallfahrtsorte , z Pfarre» , 7 Kirchen , 25 Alpen , 45 Berge, z Seen , 2 Flüße , 17 Bäche, 2 Postroutcn, rv Lhäler, und besondere Gegenden, 6 Wal¬ dungen s—Mso 44? düngen, 7 Wiesen , 2 Gränzpässe - 117? Häuser, und 8,500 Seelen. Die Z in diesem Gerichte gelegenen Pfarren, welche Key Seelen zählen, gehören in die Bripner Diöces, Flachs wird in diesem Gerichte mehr erzielt , als Hanf; und die Zahl der hier befindlichen Weber in Leinen beläuft sich auf 90 Köpfe, sL, Imst, ein gräflich Ferrarisches Landgericht im Oberrnthal. Die Gerichtsgrenzcn sind Eh¬ renberg , Petersberg , der Burgfrieden Rosen , die Gerichte Landeck , und Laudcck. In diesem Gerichte sind gelegen: i Markt, 4großeDör- ler, 8 kleine Dörfer, 45 Weiler, 4 Schlößer, 2 verödete Schlößer, 2 Edelsitze , 12 einzelne Höfe, 88 Alpen, 6o Berge, 5 Bleybergwerke, als : Feigenstein , Fernstem , Dirschentritt , St, Veit, und Reiscnschuh, z Ferner, 2 Flüße, 4 Seen, 41 Bäche, r Postroute, 12 Lhäler,;2 Pfarren, 2 Kirchen , und 1 Wallfahrtsort , 1270 Häuser, und 8,a8o Seelen. Im Markte Imst ist eine Kartunmanufactur gelegen. In diesem Gerichte sind bey4.52 Weber in Leinen, und 10 Senftnschmiede angesessen, Außer ei¬ ner Mnsterschule waren im Jahre 1781 in die¬ sem Gerichte 17 Lrivialschnlen vorhanden. Die Herrschaft sanmit dem Schloß Imst hat Erz¬ herzog Ferdinand um 41,784 st- n kr° Z Vierer an Georg Fieger von Hirschbcrg ver¬ kauft, Im Markte Imst ist das Kreisamt des Viertels Oberrnthal gelegen. 154z unter Kai¬ ser Ferdinand wurde die hier gelegene Land¬ strasse, welche bey Siegmundsburg über den al¬ ten Ferner mit vieler Beschwerde, und Gcfayk köhrte, in der Ebene angelcget , und dehnt sich nun von Siegmundsburg am Fuße des.Her- Ms nach Hintcrsam, und Lack ( Hier fangt E e 5 sich 4 HÄ sich bas Gericht Ehrenberg an) von hier nach dem Blindsee, Achen, (Hj,-r ist eine Schmelz Hütt?) Biberdier, Lermoos, ( Hier ist ein Post- wechsel) Bübtlbach, H^irrrwüng ( Hier ist ein Post-oechsel ) Ehrenbergschanz , Breitenwang, ^Hier theilt sich die Strasse, nordwärts führt sie durch Reitti nach Füssen , und westwärts dehnt sie sich über den Lech nach Nils'.) Von der Nordseite ist St. Ulrich und an der Stras¬ se nach Vils, Vilseck der letzte Ort ;« Tyrol. Jnsbruck (Oemxovs) eine landesfürstliche, lind die Hauptstadt der Grafschaft Tyrol. Sie liegt am Fluße Inn im unteren Inthal, 6i^ Meile von Wien, 44 von Mantua , 41 von Klagenfurt , gz von Verona, Z2pon Rovereit, 28 von Trient, 26 von Bregenz, 21 von Salz¬ burg, 2v von München, rg von Botzen , «8 von Kempten, ra von Bl ixen. Im Jahre »i8<» war Jnsbruck bereits ein Markt. Er lag damah, ls noch jenseit des Inns, Unter Berthold Grafen von Anhechs wurde der Markt an den Ort verlegt, wo jetzt dieGtadt steht. 12^4 hielt Berthold, Herzog von Meran, zu Jnsbruck einen Landtag, erklärte den Ort zu einer Grabt, und begnadigte denselben mit ver¬ schiedenen Freyhciten. Der Markt Jnsbruck war ein Eigenthum des Stiftes im Wildau ; wurde aber in der Folge mit andern Gütern aus- gctanschct. Die Kirche zu St. Jacob ist schon sehr alt. Sie stand bereits an ihrem heutigen Platze, als der Markt Jnsbruck noch jenseir Les Inns lag. Bis zuin Jahre 1261 war die Kirche zu Wildau die Pfarrkirche für die Ins- brncker; in diesem Jahre aber bestellte das Stift einen eigenen Wcltpriestcr für die Kirche in Jnsbruck. 1458 wurde dieselbe zu einer Pfarre er ho,- Ä—M-ü-v 44 Z schoben; und nach verschiedenen'zwischen dem Stifte zu Wildau , und der Stadt Jnsbruck geherrschten Streitigkeiten kam es endlich dahin, daß die Kirche zu St. Jacob 1642 zu einer ordentlichen Pfarre, ganz abgesondert von Wil¬ dau, erklärt worden ist. Die Stadt selbst ist von sehr kleinem klmfange. Die merkwürdigsten Hauser, welche sie in sich faßt, sind : s.) ein Theil der Hofburg , deren Aussicht in die Hof- gaffc ist, d.) das Haus zum goldenen Dach, von Friedrich mit der leeren Lasche gebaut. < Der Erker dieses Gebäudes ist mit sm Feuer vergoldeten Kupferplatten gedeckt) u :d c.)las Rathhaus. Einige Häuser ruhen auf Schwib¬ bögen , darunter man bey feucht m Welter trocken gehen kann. Jetzt sind in Jnsbruck zwey Pfarren gelegen ; nämlich in der Stadt zu St. Jacob ,, die Hauprpfarr, und die Pfarr zu St. Kreuz in der sogenann¬ ten Neustadt. MaHniliay Z. welcher im Jahre 1494 sein zweytes Ehebstudniß mit Blan¬ ca , Herzogin» zu Mailand in Jnsbruck be¬ grenz, erbaute zu seiner Residenz den sogenann¬ ten Neucnhof mit dem Wapenthurm: Dieser neue Hof ist fetzt unter dem Namen: k. k. Burg bekannt. Dieselbe besteht aus 2 Geschossen", wovon das erstere ein zeitlicher Landeschef von Tyrol bewohnt. Im zweyten Geschosse sind die Wohnzimmer der Durchlauchtigsten Frau Frau, Elisabeth , königlichen Princessinn, und Erzherzoginn zu Oestreich, und Aeblissinn des adelichen Damesstifts. Die Hofzimmer haben die Aussicht auf den Rennplatz» Sehenswür¬ dig ist in diesem Geschosse der prachtvolle Saal. welcher zu den crzherzoglichen Zimmern führt. Der Plafond desselben ist von dem bekannten Maulperrfch gemahlt. Der Angeber der dar- 444 o-stWr-e- auf befindlichen^ allegorischen Stücke ist dese Freyherr von Spergcs. An die Hofzimmcr reiht sich daö Cabinet, in wachem Kaiser Franz I. zu seinen Vätern grenz. Dasselbe wurde, wie bereits gesazt morde». in eine Capelle um- gesormt. Die älteste landrsfürstliche Burg ist hier das Gebende, welches sich rechts , wenn man bcym Stadtthore hinaus geht , befindet, Gei» Erbauer war Herzog Otto, In dem vor- mahlrgen Wapenthurm ist jcht das Krzherzog- liehe Archiv- Ein großer Theil der Urkunden, weiche hier verwahrt worden sind , wurde 1751 m das geheime Hausarchiv nach Wien überbracht« Ja der Hpstirche ( vormahls Frauciftaneiür- chc) ist das Denkmahl sehenswürdig, welches Ferdinand I. dem Maxmilian im Jahre 1566 errichtet hat. Dasselbe stellt in erhabener Ar- beit die Thaten des Maximilians vor. Die Ta- fein sind alle von Marmor , und eben so alle Figuren mit ungemeiner Kunst j» Marmor gearbeitet, Oben auf dem Denkmahl ist Maximilian kniend volgestellet. Die Person ist in Metall ausgearbeitet. Die ersten 4 Mar- morblätter haben die 2 Brüher A'wle bearbei¬ tet. Die übrigen Blätter wurden vom Alexan¬ der Collin, aus Mecheln gebürtig, verfertigt. 1561 am 28. April wurde mit den Abelen der Vertrag wegen Errichtung dieses Kunststückes geschlossen, und für jede Tafel 240 ff. zum 'Ar¬ beitslohn bestimmt. 156^ waren 4 Tafeln vol¬ lendet. Gleich beym Eingänge in die Kirche kömmt man rechts über eine Treppe in die so¬ genannte silberne Capelle, deren Namen ver- muchlich von dem da befindlichen Altar her¬ rührt , auf welchem in der Mitte das Marien- Sildniß in Silber gegossen, und zu beydcn Sei¬ ten mit silbernen Platten umgeben, zu sehen 44Z ist. Das Merkwürdigste in dieser Capelle ist bas Grabmahl des Erzherzogs Ferdinand und seiner Gemahlinn , der Philippine Welsen«. Das hier gelegene Frantiscanerkloster ist er¬ loschen. Unter den Vorstädten zeichnet sich die Neustadt vorzüglich aus. Sie hat eine rei¬ hende Lage , und enthält viele sehenswür- dige Gebäude , darunter vorzüglich sich das Landhaus , das Ksniglische , Welsbergi- schc, und Carenthcinischc HauS auSzeich- neu. Diese Vorikadt hat vormahls der hier gelegene Kirchhof zum h. Kreuz merkwürdig gemacht, wegen der vielen kunstvollen Grab- mähler, womit er geprangt hat. Auch ruhen hier die Gebeine manches im Fache der Wis¬ senschaften und Künste bekannten Mannes. Der bekannte Mathematiker Georg Tannstekker fand hier seine Ruhestätte, so wie Alexander Collin, der sein Denkmahl selbst in Marmor sehr künstlich bearbeitet hat. Die Neustadt fängt sich bey der Altstadt an, und dehnt sich in gerader Linie bis zu der steinernen Triumph¬ pforte, welche hier 1765 bey dem Beylagcr des Großhrrzogs von Toscana, Peter Leopold , mit der spanischen Infantin» MaHa Louise er¬ bauet worden ist. Diese Pforte wurde agf städtische Kosten erbauet; spater aber ließ der ?. k. Hof dieselbe umändcrn, und ihr die je¬ tzige Gestalt geben. Anf der südlichen Seite wird das großherzogliche Bcylager, und auf der nördlichen der Todesfall Kaiser Franz I. vorgcstellek. Mitten durch diesen Ort , und durch die Altstadt fließt die Sill in einem ge¬ mauerten Kanal in gerader Linie in den Inn« Dlle Neustadt ziert eine Marmorsäule mit den» Euldniß her- unbefleckten Empfangniß Maria. Dieselbe wurde 170z zum Andenken der glück¬ lichen 446 i'chen Befrcyung von dem bayrische» und fräst- zösifil-cu Einfall errichtete Der Verfertiger bies-s Kunststückes war Bencbetti von Morr in Tycol gebürtig. Das Landhaus wurde hier 1725 gebauer. Das Rathüzimmer in diesem Gebäuoe zi'ren die Bildniße der tyroiischen Landeshauptleute vom Jahre igz; angcfangett. r;oo wurde das oben angeführte goldene Dachl erneuert. Die auf dem äußeren Theil des des Ganges in Stein kingcharitcu Figuren und» Wapen stellen Maximilian I. , seins 2 Gemah¬ linnen , und seinen Sohn Philipp Vor- Noch sind 6 Wapen sichtbar, nahmlich: i) das öst- reichtsche, 2) das böhmische mit der Umschrift: Kunig Lasle (nicht Lumz Laris j wie in Her- gotts l. Dom Ndnum. xV. zu lesen) g) das kaiserl. Reichswapen - 4) das röm. königl. 'Wapen, ) das Wapen Herzog Philipps, und ü) das Mayländische. Erzherzog Siegmund war der letzte, welcher dieses Haus bewohnt hat. In der Folge wurde cs der Sitz der Hof¬ kammer, und jetzt ist dasselbe eine Infanterie Kaisern. Der oben aufgcführke Wapenthurm wurde 1496 erbauet. Derselbe enthielt 66 Wapen, und* seine Höhe betrug ivo Schuhe. Der obere Theil wurde von Holz aufgcführt. Der Mahler war Georg Waldner. 1604 wur¬ de das Gemählde durch Christoph Dax erneu¬ ert. Eine Abbildung von diesem Thurm fin¬ det man in den lVlonum. des Herrgotts. Auf dem sogenannten Rennplätze sind das Hoftheao ter, der Redoutcusaal, der Hofgarken, und die Reitschule gelegen. Das Hvfrhcater wurde r6;g unter Erzherzog Ferdinand Carl erbauet. 1654 wurde die Reitschule aufgeführt, und un¬ ter der Regierung Erzherzogs Leopold ward dec Hofaarren angelegt, in welchem die metallene Bild- 44? Bildsäule, den Erzherzog zu Pferde vorstellend, sehenswürdig ist. Die Pfarrkirche zu Sr. Jacob wurde 1717 neu gebauet. Am 12. May 17.14 ward das Gebäude vollendet. Dasselbe ist nach korinthischer Ordnung angelegt, und das Gewölbe von Aßam aus München gewählt. Die beydeu Srirengänge des Hochaltars ver¬ ewigen sich dadurch, daß sie Uiberdleibsel von dem künstlichen Grabmahl zeigen , welches Ma- -tmrlian dem Leukschmeister errichtet werden ist. Die Hofkirche zu St. Kreuz genannt, tu der Sillgasse gelegen, ruht auf 10 hohen von Mehreren Stücken zusammen gesetzten Marmor säulen. r;6g wurde das Gebäude vollendet. Der erste Baumeister desselben war Nicolaus Tunng; als dieser starb übernahm die Vollem- duilg der Baumeister Maximilian della Bolla. In der Sillgaffe, etwas abwärts, waren 2 Non¬ nenklöster , uähmlich bas sogenannte Ziegel Haus, und das Kloster der Servitinnen. In der sogenannten Kohlstatt (Kohlenstätte) liegen das Zeughaus, eine Artilleriekaffern , und die sdgenannren 8 Capellen unter der Aufsicht de¬ iner gelegenen Capucinerklosters- Im Jahre 178c har man iN d«M Bezirk Jnsbruck ig Got¬ teshäuser, Z Mönchklöster, 2 Nonnenklöster, 6 adeliche Ansitze, 574 Häuser, 26g Geistliche, darunter 124 säcularistrte waren. ns Nonnen, 66o Kommerzialprofessionisten, und 10,000 See¬ len , ohne Miliz und Fremde gezählet. Die Hospitäler, die in Jnsbruck gelegen, sind: das Hofhospjtal, das Stabtspital, und daS Bru. derhaus. Die Capitalien dieser drey Häuser sollen sich auf 8Y458 st. 19 kr. belaufen. Die Gründ - und Bestandzinse betragen i,og2 st. 26 kr. , an Aerarialbeytrag ivoo st«, an De¬ putaten 584 st- ry kr.; an verschiedenen Zu- stußtn 1.7^ st, 47 kr., an Nk«tträkenerträs- 448 niß 4,022 si» 48 kr. Summe sämtlicher Eitt^ künfre 8^79 si> 19 kr.; die Ausgaben betrüge» 12,444 fl. 8 3^ kr. Hiervon wurden unterhal¬ ten 4 Verwalter, 5 Dieiistbvthen zur Bedie¬ nung der Pfründner, und '46 Pfründner , dar¬ unter 15 Männer, r Knabe, und 7 Mädchen sich befanden. Jur Äenntniß der Sterblichkeit in Insbrnck mögen nachstehende Angaben ei¬ niges Licht geben. Gcborne. Gestorbene. Getraute !78i. .. . 822' . . Z67 . . 80. 1782. . . , Z80 . . Z78 . . 65. ^783- -- »Z2 ; . . 58 9 . . 58. Summe. .977 . . 1284 » 2vz Es sind also binnen 8 Jahren um 8v7 Personen mehr gestorben , als geboren worden» Anter der vorstehenden Kirchenlistc sind auch Die Pfarr Wildau, die Pfarr Hötting, und das Dorf Pradl mitbegxlffen. Die Zahl der Gestorbenen enthalt auch die von bcrMiliz Gestorbenen. Unter ber vorstehenden Zahl der Gestorbenen befinden sich 82Z Männer, g78 'Frauen, gar Knaben, und 857 Mädchen. Im Jahre 1^.77 wurden in Inöbruck, Mit Ausnahme der Geistlichkeit, 5,280 Seelen gczahlek. Ritzdühel, ein gräflich Lambcrgisches Land- Zericht im Unterinrhal» In demselben sind ge¬ legen , die Stadt Kitzbühel, 8 groß zerstreut« Dörfer, 4 große Dörfer, g' kleine Dörfer, rot siLciler, 1 verödetes Schloß, 8 Edelsitze, § einzelne Höfe, r einzelnes Wirthshaus, 89 Alpen, 67 Berge, Z Flüße,,42 Bäche, 5 Seen, 5 Bergwerke, 2 Schmelzhütten, 21 Thälcr, und blondere Gegenden, r Waldung, 8 Pfar» ren, z Kirchen, l Wallfahrtsort, i Einsiede- !ey, 2 PostvvmeN, 2579 Häuser, und 15,40s Seelen, 44y Seelen, an Hornvieh bey 15,000 Stuck; die Erzeugung des Flachses belief sich (1780^ ge- gen 24,000 Pf !58> war in Kitzbühel eine Uustcrschulc, und im ganzen Gerichte 14 Tri- vialschulen- Das Gericht grenzt an Salzburg, Bayern, an die Hofmark Pillersee, und an das Landgericht Kufstein./ Die in diesem Ge¬ richte gelegenen 5 Bergwerke sind am Röhr¬ bühel , am Kvgl, am Schulzberg, Taxcrthal, und Seerhal gelegen- Sie geben Silber und Kupfer. Man gibt nochl diese Bergwerke an, die in diesem Gerichte vormahls sich befanden, als : im GreinN-al , Laperthal , Lugeck , Oberhausberg, Hasensiam, am Ckreitcck, an der Schnecaipe, im Weißeneceerchal, im Kä- ßcrkhal, an der Bachseite, iw Haugler, auf der Grub, in der Wnßach, am Horn, Trakt¬ alpe, Wilbalpe rc. D«S Gericht Kitzbühel ist Unstreitig das größte in Tyrol; denn seine Län¬ ge erstreckt sich auf 7 teiuschc Meilen. Man theilt es gewöhnlich in 5 Viertel, als r) in eaS Jochberger, welches sübnÜrts gelegen, 2) in Das Reitviertel, liegt weftnordwärrs , g) in das nordwärts geleg ne Vierte! Keßen, 4) in das ostwärts gelegene Viertel Kirchdorf, und 5) in bas zwischen Kirchdorf und Jochberg ge¬ legene Viesrei Loickcnrhül, Mor rechnet zum Sten Viertel die Hofmark Pillersee. Dieselbe macht aber für sich ein besonderes Gericht. Die im Gerichte Kitzbühel gelegene,n Pfarre» gehören in die Diöces Chiemsee. In diesem Gerichte wird guter Käs bereitet. Unter den Flüßen, welche ui Liefen; Gerichte ihren Lauf haben, ist vorzüglich der Achcubarb zu bemer¬ ken. Er entspringt im Viertel Jochberg, in Der südwärts gelegenen Moosalpe. Von hier kst sein Lauf nordwärts , verläßt bey Rauchadl F f Tyrol, 4Zs Tyroi, und begibt sich ins Bayern. Dieser F-uß hat eigentlich eine dreyfache Quelle. Die erste liegt im Tiefenbacher Thal im Ealzburzi- schen, die zweyte, wie schon gesagt worden ist, im Viertel Jochberg; und die dritte ist im Schledergraben. Man nennt sie die Schwarz- ach, sie vereinigt sich mit der großen Ach, bcym Dorfe St. Johann; die Salzburger Ach betritt unterhalb Minich Tyrol, und vereinigt sich mir der großen Ach bcy Taxa. RufsteLn , eine landesfürstliche befestigte Stadl mit cin m Burgfrieden am Inn an der Grenze Bayerns im Unterinthal. In diesem Burgfrieden sind gelegen, Z Berge, z Seen, s Bäche , r Dorf, Kifersfe-d, 6 Weiler, i einzelner Hof, i Einsiedelei) zu Loretto. Die Grenzen des Burgfriedens sind der Inn, das Landgericht Kufstein, und Ratenberg. RufsteLn, ein lar-desfürstliches Landgericht im Unterinthal. In demselben sind gelegen: 3 groß zerstreute Dörfer, Zvon mittlerer Gat¬ tung zerstreute Dörfer , große Dörfer, 5 kleine Dörfer, 95 Weiler, r Schloß , Z verö¬ dete Schlößer, r Edelsitz, n einzelne Höfe, 56 Alpen, go Berge , 2 Bergwerke, 2 Fluße, 27 Bäche, 2 Seen, r Schmelzhütre, 7 Block¬ häuser , Thäler, Z Waldungen, 5 Pfarren, A Kirchen, i Wallfahrtsort, r Einsiedelei), 4,622 Häuser, 28 5 '^ Seelen, 24,800 Stück Hornvieh 1781 befand sich tu Kufstein eine Mustcischule, und im ganzen Landgerichte 17 Trivialschulen. Das Landgericht wird gewöhn¬ lich in ? Schr'nmn abgetheilet. Dieselben find: Evas, Kirchbühcl, und Langkampfer. Di« Grenzen dieses Gerichts sind das Gebiet Salz- o-7W^o 4Zr Salzburg, die Gerichte Kitzbühel, Rakenberg, und Maricnstein. . La"-eäl, ein gräflich Spaurlsches Geeicht tm Oberinkhal. dasselbe grenzt an die Gens¬ ke Naudersberg, Imst, Ehrenberg, und Lau- d ck. In diesem Gerichte sind gelegen : 71 Berge , i See, 5 Bäche, 5 Burgfrieden; i groß zersireu-es Dorf, 6 große Dörfer. i mittereö Dorf; iz kleine Dörfer, 80 Weiler, 1 Schloß, 6 einzelne Höfe, 52 Alpen , 12 Thälcr, 2 Waldungen, z Kirchen, 2 Wall¬ fahrtsorte, I28Z Häuser, und 10122 Seelen. 178t waren hier 2g Trioialschulen. Laudeck, ein landesfürstliches Gericht im Oberinthal. Dasselbe grenzt an Imst, Lan- deck, Pfunds und Naudcrsberg. In diesem Gerichte sind gelegen: Z8 Berge, r Bergwerk, 2 Flüße, 2 Seen, n Bäche, r Ferner, der Burgfrieden Kaltenbrunn; i groß zerstreutes Dorf, 4 großeLiörfer , 4 kleine Dörfer, zz Weiler, i Schloß, r verödetes Schloß, 8 einzelne Höfe, 29 Alpen, 2 Pfarren, 5 Kir¬ chen, r Wallfahrtsort, 2 Einsiedeleyen , 5 Thäler, i Sauerbrunnen ; 574 Häuser, und 5gi7 Seelen. 1781 waren in diesem Gerichte n Trivialschulen. Der Leinweber weroen irr diesem Gerichte über 90 gezählet. Die Pfar¬ ren in diesem Gerichte gehören in die Brixnrr Diöces. Lechthal (vrrllis ücgtis) im Gerichte Eh¬ renberg. Dasselbe nimmt feine» Anfang da, wo der Lechflaß Tyrol betritt, von welchem das «.Hal den Namen hat. Seine Länge wird auf F f - 3, 45 L z Merlen bestimmt, und ist ein Eigenthum der hier gelegenen Vauerngemeinde. Mcriensiein, eine Hofmark am Inn, zwi¬ schen Ratenberg, und Kufstein gelegen. Von dem hier gelegenen Schloße waren die Herren von Freundsberg Besitzer. In dieser Hofmarb sind i8 Häuser gelegen. Der Seelen werden bey iso gewählt. Mäzen, eine Hofmark im Landgericht Ra- tenberg, im Unteriuthal. In dreier Herrschaft sind go Hauser gelegen, und werden darin bey 400 Seelen gezählt. Der Flachsbau wird hier besonders getrieben. Die Erzeugung dieses Products steht jährlich zwischen 42 und 50,220 Pfund. Münster, eine Hofmark im Gerichte Ro¬ thenburg gelegen. In dieser Herrschaft sind gelegen r Schloß, i großes Dorf, r Pfarr, l Kirche. (Vmrcrs, auch Ambras, ein landesfürstli- ches Bergschloß, 1 Meile von Jnsbruck, im Uriterinthal gelegen. Don diesem merkwürdig gen Schloße hat Herr Schloßhauptmann Cast- sian Primisser im Jahre 1777 na besonderes Merkchen in Druck gegeben. Dasselbe hat den L'lcl: Kurze Nachricht von dem Raritätenca- binet ( Kunstcabinet) zu Ambras. (pnrras, «in landesfürsiliches Gericht zwi¬ schen dem Geriete Wildau , Burgfrieden Insbruck, Landgericht Eonnenburg, und Ge¬ richte Srubai, und Steinach gelegen. Das Gericht omras begreift in sich 7 Berge, 6 Al¬ pen, 45 Z pen, r Fluss, 7 Bäche, i Schloß, 2 große Dörfer, - kleine Dörfer, 9 Werler, 2 einzelne Höfe, 1 Badhans, 1 Pfarre, 2 Kirchen, 217 Häuser, und über 1922 Seelen. Merrchal, im S,--richt; St. Petersberg, ein ungemein rauhes Thal , weiches der hier gele¬ gene große Ferner merkwürdig macht. Dir Länge dieses Thals wird auf 20 Meilen be¬ stimm'. Der südwestwärts gelegene Lhei! die¬ ses Thales hat den Namen Rosenthal, in wel¬ chem der sogenannte Rofensee iä/8 , 7679 und 1652 auögcbrvchen, und 1771 sich wieder ge¬ sammelt hat. St- perersbery, ein Gericht im Oberin¬ thal zwischen dem Burgfrieden Rofcn, den Ge¬ richten Hcrtenbcrg, Grams, Wildau, Gru¬ bar , Paßcyr, Castelbell, Imst, und Ehren¬ berg gelegen. Das Gericht St. Petersberg enthält rov Berge , g hohe Berggipfel, «Fer¬ ner, 2 Flüße, 62 Bäche, iv Seen, Alpen, 2 zerstreute greße Dörfer, io große Dörfer, 9 kleine Dörfer, 84 Weiler, g Schlößer, r verödetes Schloß, 4 einzelne Höfe, 2 Pfar¬ ren, 4 Kirchen- 1 Einsiedelei), 11 Thaler, 5 Waldungen, 4 Bergwerke, i Schmelzhütte, i Postroute, 1866 Häuser, und 12 Hoo Seelen. t78i befanden sich in diesem Gerichte 22 Tri- vialschnicn, und 1 Wusterschule. Der Flachs¬ bau wird in diesem Gerichte vorzüglich getrie¬ ben. Das jährliche Erzeuaniß dieses Products steigt hier gkscn 2OOO Centner. Der Lein¬ weber werden über scro gezählet, und der Een- ,cnschniiede bey 15. Dberinrhal, ein Landesviertcl, welches F f z ergcnt. 4Z4 eigentlich den wesinördlicken Theil des Landes »nacht. Da , wo der Lcchflnß Tyrol betritt, n>wnw es snr.en Anfang, und dchat sich west- riordwälts bis babin wo sich die Jser in Bayern bcgiebe, Dieß Viertel grenzt an Vor¬ arlberg, an Schwaben und Bayern , an die Gcr'chte No'hcnbnrg, Frcunbsbcrg, Tauer, Scmwnburg und Wildau. DasErzeugniß des - F!achftS -ste,gt in diesem Viertel jährlich auf 2,120 Zentner. An Hanf erzielt mau bey 20,000 Pfand, u>-d 62,222, Pfund Schafwolle. Die Zahl der Kommercialprofessiouistcn beläuft sich auf lcv n Meisier. Die Weberey in Leinen, rmd bas sogenannte Sp-tzknöppen sind ein Hanptnahrungezwcig in dicfcm Viertel. Auch ist hier eine Kütkiiumanufactur gelegen. Die sn diesem Viertel gelegene Gerichte sind: das Landgericht Imst; dann die Gerichte Aschau, Ehrenberg , Hertenbeeg , Landcck, Laudech, Petersberg, Pfunds, Schioßberg, CtamSund Vils. Pfunds, ein gräflich Gpaurfches Gericht rm Oberinthal. Dieses Gericht ist zwischen den Gerichten Nauderoberg, Laudech, und Burg¬ frieden Nofcn gelegen. In diesem Gerichte sind: 18 Berge, y Bäche, 8 Alp.n, g Thälcr, i Waldung, 2 große Dörfer, y Weiler, i ein- jclncr Hof, i Pfarr, i Ciusicdeley , 1 Paß beym Schallbach , und i Kirche befiudiich. Der Häu¬ ser werden iZr und der Seelen 1600 gezählet. Dlc Pfarr ist in der Beizmer Diöccs gelegen. Pillersee, mne Hvfn.ark, ws"on bas Be nedlctincr Siilk zu Roth in Bayern B's^cr ist. Diese Hobnark, welche von dem hier gelegenen See. den Namen hat, ist im Landgerichte Kiz- bähei 4ss bühel an der Grenze von Salzburg rm Unter- inthal gelegen. Die Hofmark kam mit den Gerichten Ratenberg, Kizbühel, und Kufstein zu Anfänge des i6ten Jahrhunderts von Bay¬ ern an Tyrol. Die dem Stifte Roth wegen des Besitzes dieser Hofmark verliehenen kaifcr- lichen Privilegien hat Joseph II. am 22. De¬ cember 178z bestätigt« In diesem Gerichtsüe- zirkc sind aelegen, 20 Berge, 1 Bergwerk, 25 Alpen , i4Thäler, 1 Moos, g Seen, 7 Bäche, Z zerstreute große Dörfer, i kleines Dorf, 2-0 -Weiicr, i Edclsiz, r einzelner Hof, 1 Priorat seit i-Zr; r Pfarr, 4Filia!kirche , r Schmelz- Hütte, r Pulvermühle, r Wachthaus, und r Blochhaus. Der Häuser werden Z74, lind der Seelen 2500 gezählt. Das hier westwärts in Ochscnkoreth gelegene Eisenbergweek zählt be¬ reits ein Alter von 58Z Jahren. Nordwärts oon diesem am Moos liegt die Scbmelzhätte. Das Erz wird hier auf die nämiche Art, wie bcy dem Eiscnbergwcrke in Krain ge¬ wöhnlich ist, ins Thal gebracht. Das Erz wird, wie Mor mgt, in große Säcke von Schwein- Häuten gefallet. Der Bursch ftzt sich auf den Sack , an welchem noch mehrere Säcke hängen, und fährt mit Hülse eines langen Steckens , den er rückwärts unter dem Arm hinaus hält, den Berg hinab. Um leere Säcke wieder zu den Eisengruben zu bringen, hat man eigene Hun¬ de, welche sic leer hinauftragen. Bey der Fahrt bergab, steilr sinh der Hund ebenfalls auf einen Sack, und fährt so mit seinem Herrn. Ratenberg , eine landesfürstliche Stadt am Inn in, Unteriickl s. , 6 Meilen vonJusbruck, *5 von Salzburg, und 55z von Wien. Es werden hier gegen 192 .Häuser, und bey 600 Ff 4 Seelen 45L Seelen gezählt, Die hier in der Nähe gelegt neu Knpfergrubcn befördern in diesem Orte die. Rahrungswcg'r sehr. Norm ah ls hak Ratenberg in die Claffe der Festungen gehört, seit 1782 aber nicht mehr, wie bcreiss angemcrket wot- hrn ist. Von dem hier gelegenen Augustiner? ercmircn Kloster ist bereits Meldung geschehen, Rütenbery, ein Schloß, und Landgericht sm Unterinihal. Dieses Gericht grenzt an Bay- ern, und Salzburg, an das Landgericht Kuf¬ stein , und Gericht Rettenberg. In diesem Lantz- gerichte sind gelegen; 46 Berge, z Bergwerke, 60 Alpen, Flüße, 52 Bäche, 9 Thäler , z Stadt, 1 Bnrafrieden, 2 Hvfmärkte, als Mä¬ zen , und Münster, die Schronc Breitcnbach, 4 zerstreute große Dörfer, 2 große, 8 kleine Dörfer, 59 Weiler , 2 Edclsitze, 8 einzelne Hö¬ fe, r Schloß, Pfarren, 2 Klöster, 4 Kir¬ chen , 2 C'mstrdcleyen , r Postroukc, 2 Schmelz- Hütten , 1 Glashütte, und r Pulvermühle. Dec Haustr werden ZZio, und der Seelen 20,620 gezählet, Die hier befindlichen Kupftrgrnben sind sstfädwärts gelegen, Cie nennen sich in der Sommerau an der Holzalpe, und Thierberg. Ja diesem Gerichte befindet sich auch die be- kaunte Messi gstrbrik in Ächenram, und zu Kran- zach eine Draht-und Nadeifabrik. Rottonbsry, ekn Graf Fügerischcs Gericht im Unterintha!. Die Grenzen dieses Gerich¬ tes sind nordwärts der Znu , ostwärts das Landgericht, Freundsberg , ostsüdwärts dieHof- ma-.s Dnx. südwärts bas Gericht Steinach, und westwärts das Landgericht Sonnenburg- Zn diesem Gerichte sind g-stegen: ,7 Berge,I Gcrgwerk, 22 Alpen, 2 ^häler, 2 Flüße, r Ser» 4§7 See, 7 Bäche, Z große Dörfer. 7 Weiler, s Ebcisltze, 2 Schlößer, r Pfarr, i Kloster, l Postroute, und r Bad. Der Häuser werdet? 466, und der Seelen z,c>oo gezählt, Das hie¬ sige Bergwerk ist zwischen dem Weiler Au, und Voldcrberg gelegen. Röhrsrbühek, (Nohrbühel) ein reichhalti¬ ges Silber-und Kupferbergwerk im Landge¬ richte Kitzbühcl irtr ttnterinkhal westuorowärts von der Stadt Kitzbühcl an der großen Ach ge-- legen. Die Erfindung dieses Bergwerkes fällt in das Jahr i;2y. Rotenburg, ein gräflich Tannenbergisches Gericht im Unterinkhal. Dieses Gericht grenzt nordwärts an Bayern, ostwärts an das Lano- gericht Ratcuberg, südwärts an das Landge¬ richt Freundsberg, und westwärts abermah! scheif 4ZS fchen Sees ld, und der Martinswand gelegen. Es ton ist sehr kleinem Umfang und besteht größten Theiis aus Waldungen. Doch ist hier ein Schiost gelegen. Erzherzog Ferdi¬ nand hat dieses Gericht, mit allem , was da¬ zu gehört, dem Aagnstin-rerciniken in H seid 1586 geschenkt. I tzt ist dieses Gericht ein Ei- gcnthum ocsRelrgioasfnnds. Schwaz, auch Swncz, Lovaoinm, wird Von einigen als ein Markt von anoern als e'n Dorf angegeben. Mor nennt cs ein Dorf. Dasselbe ist am Inn an der Landstrasse nach Ins- bruch im Landg. richt- Feeu.'.vsberg im Untcr- r'-rhal gel.gcn. Schwaz ist ein ansehnliches Dorf, deren es sehr wenig iu Teutschland gibe. Der in dieser Gegend befindliche Berg¬ bau gab ihm das heutige Ansehen. Es pran¬ get mit herrlichen geistlichen , und weltlichen Gebäuden. Die Pfarrkirche zn Marienhimmel- fahrt ist mit Kupfer gedeclcl , und von be¬ sonderer Größt. Sie hat 4 Gewölber neben¬ einander , und ruhen auf Reihen - Säulen. Der Thurm ist von gehauenen Steinen dem Mar¬ mor ähnlich gcbauct Die Entfernung des Dor¬ fes Schwaz von Insbeuck beträgt 4 Meilen , 22 von Salzburg , und 57; "von Wien. In Schwaz ist der Siz des Bergwescnsdirec- torars , und des obersten Berg - und Gchmelz- werksfactoramts, bey welchem stehen: ein Di- rector, 6 Dlre-tionsräkhc; dann gehören, hier¬ her der Ob.'-Hstttenvcrwaiccr, der zugleich Leh¬ rer der Metallurgie zu Brixleck ist, und der Eiftnwerksi-ispector; er ist zugleich Oberwald.- m-istcr, beyde Obe'deamte sind zugleich Di- rceloraträrhe. Weiter gehören hierher die Un- schlitt - und Eisenhandlungsvmvaltugg , die Prs- 4Zd Proviantverwaltung , die Achenreiner - und Lien¬ zer Messinghandlungsbuchhaltung; die Berg- mcisterschaft, welche bess-ht aus einem Ober- bcrgmeister, Unterbergmeister , Oberschichten- meistcr am Falkenstein, Unterschichtenmcistcr , Oberschichtenmeistcr bcy dem Bergwerk am Isie- genwechsel; Bergwerkseinfahrer zu Bnxleck; die Erzkasterey; das Silbcrbrenn - und Pro- bicramr; ferner das Berggericht , und Odcr- waldmeisteramt für Schwaz , Rettenberg, und Avttenburg am Inn; die Berggerichtssubstitu- tion, und das Waldmcisteramt für Ratcnberg, und Kufstein; eben dieses Gericht, und Amt zu Kitzbühel, zu Imst, Sterzing , Gncßbrucd (am Eisach) Mölleck, oder Mühlcck in Arn; eben dieses Gericht, und Amt für Lienz, und Hcimfcls; die Berggerichtssubstitution zu Pri¬ mor, Windischmarrey ; das Hauptschmclzhürr rcnamt zu Bnxleck; die Berg - und Schmelz- werksverwesnng zu Kizbühcl ; der Berghande! zu Fiorizo im Trientinischen ; das Schmelz - und Kupferhammerwerk zu Küssen ; die Eichchmclz- und Hammcrwerksnerwesung in Pillcrsce ; die Eisenberg- und Hammerwerksverwesung zu Zie¬ gen ; das Etsenhammcrwcrk zu Kastengsiätt ; Las Eisenschmelz - und Hammerwerk zu Jen» bach; die k. k. und miiwerkschaftliche Mess-ng- werksverwaltung in Achcnrein ; die Messing- werksvcrwcsung zu Lienz ; die Erz und Ge- traidckastcnverwaltung zu Hall ; die E'ssn- wcrksverwesung zu Schüttendob! in der Herr¬ schaft Hshenck ; das Eisenwerk am Bämle, Las k. k. und Salzbvrgische Evidbcrgwerk im Z-llerthal; die Holz-und Kobl nlend an der Brankenberger Achen; und das L- t'tmeisteramt zu Brantenberg. Dieses sümmtliche Berg: werkspersonal« belief sich im Jahre 1789 auf log Personen. Die in Sckwaz gelegene Fran-r eiftancr Kirche gehört ebenfalls zu den sehens- würdigen Gebäuden. Das Mktelgewölb ruht auf hohen Säulen von rothcu Marmor. Das zu Se. Martin Key Schwaz gelegene Augusti- nerercmiteu-Nonnen Kloster ist 178- erloschen. Der Schwestern waren damahls Z8 Vorhang den. Schwaz ist auch bekannt wegin seiner be¬ trächtlichen Wellcnspinnrrey - wovon bereits Meldung geschehen ist. Das hier gelegene Spi¬ tal hat ein Capital von 19,929 fl. — Der Grunh-.- »nd Brstandzivß betrug ^646 ft. "5 kr.; an ver¬ schiedenen Zuflüßen 42g fl. 4 fr.; die sämMtli» chen Eiekänftx betrüge!! iZ66 fl. 18 ke. Die Ausgaben bcliefen sich auf 1,550 fl» 59 kr. Da¬ von " wurden unterhalten ; i Verwalter, rg Pfründner, darunter 7 männlichen Geschlechts waren, und r weiblicher Dienstbothe. SsnNkmburF, ein landesfürstliches Land¬ gericht im Uuterinthal. Die Lage besftiberr ist zwischen Insbruck, Stubai, Omras, Wil¬ kau , Sftam, Rettenberg, und Tauer. Dieses Gericht hat seinen Namen von dem Schloße Sonnenburg , welches jensert des Berges Isei 1 Meise von Jnsbruck gelegen ist. Das Land¬ gericht Sonnenburg begreift in sich, y Berge , 8 Alpen, g Tbäler, Se-n, 8 Bäche , den Burgfrieden Jnsbrucl , die Gerichte Axam, Omras, Schbai, und Wildau ; den Burgfriede^ Thiergarten, 6 große Dörfer, 8 kleine; 114 Wei¬ ler, l Schloß, 4 verödeten Schlößer, 2 Edel- fitze, 5 einzelne Höft, 1 einzelnes Wirthshaus; 4 Pfarren,s>Kirch:N, 2 Wallfahrtsorte, r Pulver¬ mühle, ic.24 Häuser, und 6,4'00 Seelen, i-rzr warm.hier rLAiviglschulen gelegen. Das Er- ijn'g-- z-ugnlß des Flachses steigt in diesem Gerichte jährlich^ über 20,022 Pf. Gtarns ; ein Gericht , im Gerichte St. Petersberg im Obcrinrha!. Dies Gericht, von welchem vormahls das hier gelegene, und nun erloschene Cistercienftrstift Besitzer war, ist >ctzt ein Eigenthum ves Religionsfunds. Diests Gericht grenzt an Hertcaberg, an P-tersbera, Und Wildau In diesem Gerichte sind gelegen: 6 Berge, 2 Alpen, 1 Fluß, 2 Bäche, 4 Wei¬ ler, / einzelner Hof, i Pfarr und 502 See¬ len. Der erste Grund zu dem hier gelegenen Cistercicnserstift hat Elisabeth, geborne Ptalz- gräfinn am Rein, und Herzogin» in Bayerns, geieget, da sie ,27^ das im Gerichte Peters¬ berg gelegene Dorf Stams mit allen dazu ge¬ hörigen Gerechtigkeiten an stcn gekauft, und eine Wohnung von Holz für 12 Mönche aus dem Kloster Kaiscrsheim, hat auffuhrcn lassen. Die hinzu gebaute Capelle wurde dem St. Jo¬ hann Baptist gewidmet. In der Folge ließ Graf Meinhard in T»rol , zwcher G mahl der angeführten Srifterinn, das Klostergebüude von Stein aussührcn; und 1284 am St. Ma¬ lachias Tage ist die Einwenhnng erfolgt. Graf Meinhard, der am 21. October 1295 zu seinen Vätern gieng, schenkte dem Stifte das qanre Dorf Stams, die Pfarren ,Silz , und Mais', Merkwürdig für die hier gelegene St'ftkiraie ist, daß darin 4! herzoglich- , und fürstliche Personen ihre Ruhestätte haben. Unter den verschiedenen Stiftungen, welche dem Kloster gemacht worden sind, ist jene vom Jahre 1409 niir die merkwürdigste- In Folge derselben wur¬ den dem Stifte jährlich ^22 Duchten von dem Pfannhause zu Hall, und 100 Dukaten von dem 46 s -cm Zollamte zu Lueg gegen dem zugesichert, daß alle Freykage ein Dukaten, und alle Sonn¬ abende ein halber bey Strafe, und Fluch,, unter die Armen -crtheilct wei den solle. Erz¬ herzog Friedrich war der Stifter dieses öffent¬ lichen Almosens. Das Pfannhaus hat die ihm zur Bezahlung angewiesenen ivo Duka¬ ten mit jährlichen 300 fl> in 2 Fristen, als am St. Georg - und Thomastag abgcführt. Vor¬ stehende Summe zu Zoo fl. hat auch das Zoll¬ amt in Lucg an das Stift jährlich abgegeben. Da nun das Stift in Stams erloschen ist, so wird vermuthlich dieß gestiftete Almosen dem Armeninstitute im Gerichte Stams jetzt zn Gu¬ te kommen. Auch hat das Stift jährlich am St. Sylvtstcrtag eine Spent, welche ebenfalls gestiftet worden ist, gegeben. Stum eine gräflich Svaurische Hofmark, unterhalb Ratenbcrg im Salzburgischen Ge¬ biete gelegen In diesem Gerichte find 8 Berge, z Alpen, i See , 4 Bäche, nn zerstreut gro¬ ßes Dorf, 9 Weiler, 189 Häuser, und 1500 Seelen befindlich. Thauer , ein freyhcrrlich Sternbachrsches Gepicht im Unterinthal, grenzt an Rettenberg, Freunbsberg , Omras und Hcrtenberg. In diesem Gerichte sind gelegen: 34 Berge, iz Alpe«, 2 Bergwerke, 14 Lhäler, 1 Fluß, ir Bäche, 2 Burgfrieden, 9 große Dörfer, i Lleines, 3 Weiler, 4 Schlößer , darunter z verödete, 3 Edclsitze, 4 Pfarren, 5 Kirchen, 2 Wallfahrtsorte, z Einsiedelcyen, 1 Badhaus, und gl? Häuser. Der Seelen werden 5750 gczählet. 178'1 befanden sich in diesem Gerich¬ te « Trivialschulen. Dieses Gericht war in de» älte- 462 alteren Zeiten eine Grafschaft, von welcher sich die Besitzer die Gräfin von Tauer geschrieben haben. Thierbery, eine Millauische Hofmark, zwi¬ schen Kufstein, und Maricnstein im Unterin- thal gelegen. In diesem Gerichte, dessen Lan¬ deshoheit in das Landgericht Kufstein gehört, sind gelegen: i See, 2 Bäche, 2 große Dör¬ fer, l Schloß, und 26 Häuser. Der Seelen werden 160 gezählct. llnterinthal, ein Landesvicrtrl, grenz! nordwärts an Bayern, nordostwärts, ostwärts und südostwärts an Salzburg, südwärts an das Wipthal, und westwärts an das Oberin¬ thal. In diesem Viertel sind , i Messingfabrik, r Kattunmanufactur, eine Draht und Näh¬ nadelfabrik , und r Seidcnwaarenmanufactur vorhanden. Das krzeugniß des Flachses steigt auf 140,000 Pfund, Zu den beträchtlichsten Aus¬ fuhrartikeln gehören das Salz, Silber, Kupfer, Messing, Eisen , und Wollenwaarcn. Das Kreisamt für dieses Viertel ist in Schwaz ge¬ legen. vils, eine landesfürstliche Stadt, und Ge¬ richt im Obertnthal , grenzt nordwärts an Schwaben, ost-säd-und westwärts an das Gericht Ehrenderg. In diesem Gerichte befin¬ den sich: 6 Berge, 8 Alpen, r Thal, i Fluß, 4 Bäche, r Stavt, i Weiler, r einzelner Hof, i Blockhaus, 1 Kirche, 1^2 Häuser, undüo-, Seelen. Der Fluß Vils köm.mr von Wcstnor- den, und fällt nordostwärts in die Iser. Wildau, ein Prämonstratenferstift, im G<» richte 464 richte gleiches Namens im Untern thal , nach andern m Wipthal, Meile v' n Jusbruck. Das Stift ward die in das Jahr rrz6 mit Bcncdictinern bevölkert, welche s! drei in Jah¬ re von. dem B'chof R'giubert nach St. Geor¬ genberg überntzr worden, An den Platz der Benedik in« setzte der genannte Bischvt Prä- mvnstratrnser crr^ In ecm Stifte wird - die Geschichte d sselben im Manusc -pr ai fbehalten. Der Titel dieses Merkes ist: Zonales csooiu.» V/ilrlrinenstL, vrstinis l'rLNwnkialcnsts !^b an¬ no .i:Z ULgue gä annuni 1476. — g k. Rliol- Uerro "k lekaveller b di-Worte die- „ ses Briete» , in valla FViptstgl in villä, ,, gvL btilpkeg sticitur inunsum unuw st crch ,, itipain — coneult erie.m eisstem t'rarribus, ,, L sororibus auriam Lc.,, Noch deutlicher ist ocr Schi nkuugübrief des Friedrich von Reif- fcnstein, wegen eines in Algund gelegenen Äckers, welchen er dem Stifte geschenkt hat. Die Wor¬ te dietes Briefes sind diese : „ Oesti Notmüe- „ riv 8. ftaurenrii in ^Hilikina vsili« r>e»j ,, ftruribus, L storvribus ibistem Oev — ser- ,, vienübus. „ 125(1 erhielt das Stift vom Frworich von Wangen die Hälfte des Zehents bon den Einkünften der Ealzwerkc zu Tauer. In diesem Briefe führt von Wangen auf, baß er viesen Zehent von Ulrich Suppan von Lyrvl er¬ handelt habe. Ein zeitlicher Prälat von Wil- »an ist zugleich Erb-Haus-und Hoftapellarz G g Ur 466 in Tyrol. Der jetzige Abt nennet sich Mar- cus, ist k. k. wirk!. Rath , und Director des Gymnasiums zu Jnsbruck. Er folgte in der Abtenwürde dem Hez-rn Norbert von Epergcs auf Palenz, und Reisdorf- Nähere Nachrich- ren von diesem Manne, einem Bruder jdes be¬ kannten Freyherrn von Sperges findet man in meiner Geschichte der Universität zu Jnöbruck Seit. Y4- in der Note. Im Jahre 1781 habe» in diesem Stifte, nebst dem Akten, Prior, Sub- Prior und Senior 52 Chorherren, und g Novizen gelcbet. Unter den Chorherren waren 25 bey der Seelsorge gestanden ; nähmlich z als Pfarrer, und 22 als Curatcn. Im Bu- cellino findet man eine richtige 8ericm t^bbn- tum J^ilchinen6um. Wildau, ein Gericht, wovon das vorste¬ hende Prümonsiratenserstift Besitzer ist. Dieses Gericht grenzt' an Jnsbruck, an das Gericht Omras , Axam, Stubai, Petersberg, Herten- berg, und Landgericht Sonncnburg. In die¬ sem Gerichte sind gelegen: 27 Berge, z Fer¬ ner, ro Alpen, i Wiese, l Abtey, und Klo¬ ster, 2 große Dörfer, 5 Weiler, i Edelsitz, 4 einzelne Höfe, i einzelnes Wirthshaus, 2 Flü¬ ße - 5 Bäche, 1 Pfarr, i Kirche, r Wall¬ fahrtsort, und i;z Häuser. Der Seelen wa¬ ren !2e0. ^illertl-al, ein bey 6 Meilen langes Thal ganz im Salzburgischen Gebiete gelegen. Die¬ ses Thal hängt von seiner Ostseite ganz mit Salzburg zusammen, gegen Süden hingegen grenzt dasselbe an das tyroiische Gericht Täu¬ fers , gegen Südwest an das Gericht Sterzing ; gegen Westen an Steinach; gegen Westnord an 46/ an Rettenberg, und Frcundsberggegen Nor¬ den an Rotenberg; und gegen Nordosi an die Hofmark Pillersee. Die tyrolischen Gerichte, welche in diesem Thale gelegen. sind: west¬ wärts die Hofmark Dux, nordwärts einige im Gerichte Fiegen gelegene Orte, und ostsüdwärts die Hokmark Srum, nebst einigen im Gerichte Roch-nburg gelegenen Orten. Die Ziller ent¬ springt in diesem Thale südwärts im Gerichte Krovfsberg, läuft nordwärts, und vermischt sich bey Straß im ty.olischeu Gebiete mit dem Inn. Die Ziller theilet das Thal in zween Theile, iu bas östliche und westlich". Die in dem letzteren Theile gelegenen Pfarren und Kirchen gehören in die Brixner Diöces. Das bep Zill gelegene bekannte Goldbergwerk, des¬ sen Bau zwischen Oestreich und Salzburg ge- theilet ist, wurde 1628 entdeckt, und 164F wurde wegen des Baues dieses Berges zwischen Oestreich und Salzburg ein ordentlicher Ver¬ klag gemacht. Der Bau geschieht in den zween beyeinander gelegenen Bergen, Rohr- und Hein¬ zenberg auf 2 Stollen. Man schätzt die jähr¬ liche Ausbeute auf 80 Mark Gold. Der Schicht¬ meister wohnt in dem salzburgischen Dorfe. Zill. Im GerichteFiegen ist das östreichische Eisen¬ werk am Et. Pongrazberg gelegen. Der Verweser desselben hat seine Wohnung in dem salzburgischen Dorfe Fiegen ; die hier gelegene D'arr aber gehört ins Tyrol. Fiegen und Zill stud teutsche Meile von einander entfernt« Die Orte, welche in diesem Thale gelegen, und zu dem tyrolischen Gerichte Rothenburg gehö- stad: der Riedberg, die Bodenangeralpe , kW' Hochalpe , der Riederbach, das Dorf Ried, und Udrrns. Bey Kapfing im Gerichte Fiegerr rst eine Eistnschmelze. G g 2 Wrp- 46'8 s-üHA-V N. wipchal, rin Landesviertel , dessen Lage von Ansbruck süowärcs ist. Es grenzt nordwärts an das Unterinthal, ostwärts an das Zillerthal, süd¬ wärts an das Viertel am Eisach, und Etsch, rind westwärts an Vnrstqau. Das Erzeug- niß des Flachses beläuft sich j» diesem Vier¬ tel jährlich auf gooo Pfund. 17z, waren t» diesem Viertel g; Trivialschulen', und r Mu- sierfchule. Die Zahl der Kinder, welche in die Schule gierigen, belief sich auf 1752 Köp¬ fe , und jener des Schulenbesuches fähiger, auf s668. Im strengsten Verstände fängt daS Wip- rhal da an, wo die Sill entspringt, und en¬ det sich dort ,wo dieser Fluß in den Inn fällt. Alle Orte also .welche an die Sill grerrz n, gehörten in das Wipthal, oder richtiger zu sa¬ gen, in bas Sillthal. In diesem Viertel, wel- ches nach der politischen Landesabtheilung mit dem Unkerinthal ein Laadesviertel inacht, sind folgende Gerichte gelegen , als : Matrey , eine fürstlich Trautsohnlsche Herrschaft, mit einen Markt an der Sill im Landgerichte Steinach gelegen- Zu dieser Herr¬ schaft gehören: g Berge, i Bergwerk, 4 Al¬ pen , i Fluß, r See, 2 Bäche , r zerstreutes großes Dorf, r Weiler, r Schloß, r Pfarr und 54 Hauser. Die hier gelegene Pfarr zählt 2Z20 Seele«. Steinach, ei« fürstlich Trautsohnischeskand- gerichk, grenzt an die Gerichte Sonnenburg , Rettenberg, Omras , Stubai, und das Ziller- thal. In diesem Gerichte sind gelegen: 4S Mrge, r Fermt/ 5- Alpen, 12 Tbäler, , stlüße, K— » 469 Flüße, F Seen, 31 Bäche, i Markt, 2 groß Zerstreute Dörfer, 5 große Dörfer, 6 kleine, ?2-Weiler, 3 Schlößer, r Edelsitz, einzelne Häuser r einzelnes Wirthshaus, i Bergwerk, r Pfarr, 3 Kirchen, und 262 Häuser. Der Seelen werben 6500 gezählt. Dieses Landge¬ richt nimmt seinen Anfang am Schönberg, und dehnt sich von hier südwärts bis an denDorn see auf 16,000 Klafter in die Länge. Der Markt Steinach liegt am östlichen Ufer der Sill, zwi¬ schen Makrey, und dem Brennerberg, von dem ersten i , und vyn dem iczkeren 2 Meilen ent¬ fernt. Seerzwy, eine freyherrlich Sternbachische Stade am westlichen Ufer der Eisach, 8 Meilen von Jnsbruck, 4 von Brixen, und 69 4 von Wien. Zum Baue der hier gelegenen Pfarr¬ kirche, zu welcher 3000 Seelen gehören, wurde der Grundstein am nen Hornung 1494 gelegt. Das hier befindliche Capucinerkioster wurde 1'36 gebauet. Im Jahre »780 haben in die¬ sem Kloster 17 Priester, i Kleriker, und 5 Laycnbräder gelebet. Don der hier gelegenen kommende des teurschen Ritterordens ist bereits Erwähnung geschehen. In Slerzing ist ein Pvsthaus gelegen. Sterzintz, ein freyherrlichcs Sternbachisches Landgericht. Dasselbe nimmt seinen Anfang am Berge Brenner, und dehnt sich südwärts auf ir.QOcKlafter in die Länge bis an das Dorf Ei¬ cha , wo sich die Landstrasse in das Brivner Ge- d>ct hinzieht. Die Grenzen dieses Gerichts sind: Nordwärts der Brenner, ostwärts das Zillerrhal, Und das Gericht Täufers , ostsüdwarts das Brizmer Hofgcricht , südwärts die Ge» G g z nchtt 472 richte Salern, und Sarenthal , westwärts das Gericht St. Petersberg, uud westnordwärts das Gericht Stubai. In diesem Gerichte sind gelegen: 26 Berge, 4 Ferner, 2 Berg¬ werke, darunter das Gilbcrbergwerk bey Gos- sensaß das bekannteste ist, tt-Alpen, le Thä- jer , ro Wadumgen (südwestwärts von Ster- zing oberhalb dem Dorfe Rarschnigs ist auf dem Stein genannt, ein weißer Mannorbruch ) 2 Flüße, 4 Seen, Z2 Bäche, 4 Burgfrieden , 1 Stadr, 4 zerstreute große Dörfer, 6 große Dörfer , 4 kleine, 40 Weiler, l einzelner Hof, A Edelf tze, 7 Schlößer , dar unter 2 verödete, l einzelnes Wirthshaus, § Pfarren, 6 Kirchen, 1 Kloster, i Commende des tentschen Ritteror¬ dens, 2Badhäuscr, g Postrouten, und 10,4 Häuser. Der Seelen werden Zäoogezählek. Studey, ein Gericht, grenzt nordwärts an das Landgericht Sonnenburg, ostwärts an das Landgericht Steinach, südwärts an das Landgericht' Sterzmg , westwärts an das Ge¬ richt St Petersberg, und westnordwärts an das Gericht Wildau. In diesem Gericht sind gelegen: ZZ Berge, 2 Ferner, 25 Alpen, r Thal, und 2 besondere Wiesen, 2 Waldungen 2 Flüße, s Seen, 2 Bäche, r zerstreutes gro¬ ßes Dorf z kleine Dörfer, 19 Weiler, r ver¬ ödetes Schloß , 2 einzelne Höfe, l Pfarr, 2 Kirchen, uud 519 Häuser. Der Seelen wer¬ den I,^oo gezählt. Hl. An der Eisach und Etsch, ein Krcisvierttl, welches sich in 2 Theile absondert, nähmlich in den Bezirk an der Eisf ach, und in den Bezirk an der Etsch. Dieses Kreis- 47 r Kreisviertel grenzt nordwärts an das Wipthal, eigentlich an das Landgericht Stcrzing, ost¬ wärts an das Pnsterkhal, südwärts an dre fälschen Cousinen , und westwärts an das Burggrafenamt. Dieses Kreisviertel läßt sich am richtigsten in den nördlichen und südlichen Tsteil absondern. Der nordwärts gelegene be¬ greift den Bezirk am Eisach, und der südliche den Bezirk an der Etsch in sich. Auch wird der Seidenbau in dem ganzen Krcisbezirke sehr eifrig getrieben. Man scvätzt die jährlich ge¬ wonnene Seide im Durchschnitte auf 8o,ooo Pfund. Der südliche Theil dieses Kreisvier¬ tels wird eigentlich das Etschthal, nach andern das Etschland genannt. In dem Viertel an der Eisach sind diese Gerichte gelegen, als: Bellfort, Castellrut, Gramais , Gufidaun, Jenesien, Mölken, Ritten, Viilandcrs, Völs, Wälscherofen, Carneit, Wangen und Wolken« stein. Im Viertel an der Etsch sind gelegen die Gerichte.» Altenburg Castell in Fleiws, Cronmatsch , Curtasch , Enn und Caldiff, Fläß, Hocheppan, Kalkern, Königsberg, Neu¬ haus , Neustift , Saturn , Sarentbal , und Zimmers. Hier folgt nun eine nähere Be¬ schreibung von den oben genannten Gerichten: Altenbury, ein gräflich Thunischcs Ge¬ richt im V. Ersch, grenzt an Neuhaus, Kai- tern, und Ronsberg. In diesem Gerichte sind gelegen: i Fluß, 2 Seen, 2 große Dörfer, 14 Schlößer, darunter 5 verödete, i einzelner Hof, r Pfarr, i Kirche, und 296 Häuser« Der Seelen, werden 2,720 gezählt. Castell in F'eims, ein Gericht, wovon Ircyherr von Zenobio Besitzer ist , an der, Gg4 Etsch. 472 Etsch. Dir Grenzen dieses Gerichtes find: das Gericht Salern, und die wälschen Confinicn, In diesem Gerichte sind gelegen: r Bergwerk, 20 Alpen, r Fluß, 12 Bäche, r Markt, 4 große Dörfer, zo kleine, 14 Weiler; r ein¬ zelner Hof, 2 einzelne Wirthshäuser, I ver¬ ödetes Schloß, r Glashütte, i Pulvermühle, iPfarr, 4 Kirchen, I Kloster, und roz Häuser« Der Seelen werden 800 gezählet. Tastelkrut , ein Gericht an der Eisach, wovon Freyherr von Zebeni Besitzer ist. Die Grenzen dieses Gerichtes sind : Gusidaun , Eves, Tiers, Vils, und Stein auf dein Rit¬ ten. In diesem Gerichte sind gelegen: 4 Ber^ ge, » Thäler , ro^Bäche, 2 Burgfrieden, i großes Dorf, 7 kleine Dörfer, 7 Weiler, 2 verödete Schlößer, i einzelner Hof, i Pfarre, 2 Kirchen, und 394 Häuser. Der Seelen wer¬ den ZZ50 gezählt. Ennund Taldif, ein Gericht, imV. Etsch, grenzt an Fleims , Salern , Tramin, und Ealtcrn. Es enthält r Berg , 2 Alpen, 2 Thäicr, r Fluß, 5 Bäche, r Markt r Dorf von Mitterer Größe, 7 kleine Dörfer, 6 Wei¬ ler, z Schlößer, darunter i verödetes, Bauernhöfe, 256 Häuser , Pfarren, Z Kir¬ chen, l Etnsicdeley, 2 Postrouten, und ;2S2 Seelen. Borzen , italienisch Potzanv, eine Stadt an der Etsch, 75§ Meilen von Wien, 6 von Drixen , und 18 von Jnsbruck. 1028 erhielt von Kaiser Conrad das Bißthum Trient die Graf¬ schaft Vinsiqau und Botzen. ,462 trat der Bischof von Trient seine Rechte auf das Stadt-- gcricht 472 zericht in Botzen auf immer ab. , unter Kaiser Ferdinand, erhielt das Bißthum in Tri¬ ent die Herrschaft Persen als eine Ausai. i^bung, wegen des geleisteten Verzichts auf B tzen. Botzen ist als eine ansehnliche H.nideisstadt schon in den altern Zeiten sehr berühmt gewe¬ sen. Sie hält noch jährlich 4 beträchtliche Messen, welche mit kaiserlichen Freyheiten schon in den vorigen Zeiten begnadiget worden find. Kaiser Foscph il. hat dieselben bestätigt. Ucber die Beschüff.'nheir dieser Märkte findet man um¬ ständliche Nachrimr in dem politischen Codex?, wovon Z Bände bis jetzt i« Drucke find, un¬ ter dem Leitwerte: Botzncr Märkte. — Hier ist auch der Sitz des Kreisamtes, und einer adelichen Justizadministr.ttion, Das hier ged¬ iegene Costegiatstift, und Dominicanerkloster find erloschen. Die Francilcaner halten hier ein Gymnasium , wie bereits erwähnt worden ist. Oberhalb Botzen, im HeHenstein, oder -Weg am Stein ist das teutsche Ordensritter- Haus gelegen. Die adelichen Hofrechte, chie viermahl im Jahre in Botzen gehalten wurden, sind erloschen. Hier ist auch ein Postamt ge- kcgen. Botzeü und Grieß, ein Landgericht, nimmt seinen Anfang oberhalb Rafenstein, «nd dehnt sich bis an den Renzbach. Die Grenjen dieses Gerichtes sind: Stein aufm Ritten, Wangen, Ienesien, Altenburg, Teutschenofen, und Car¬ neid. Das Totzner Landgericht wird von drey Flüßen umschlossen, als: westnordwärts vom Talferbach, vftsüdwärts von der Eisach, und westwärts von der Etsch» In diesem Gerichte sind gelegen-. 2 Berge, z Flüße, 1 Bach, i Stadt, 2 große Dörfer, 5 W-iler, 534 Bau- G g 5 ?rn- 474 ernhöfe, 7 Schlößer, darunter 4 verödete, r Edelsitz, q einzelne Höfe, r teursches Haus, r Cvllegiatstift, r Abrey, 4 Klöster, i Pfarre - ; Landhaus, und 484 Häuser. Der Seelen Werden 8222 gezählet. Zlafi, ein Gericht, im V. Etsch, zwischen Mölren und Wangen gelegen. Es enthält em großes, und i kleines Dorf, r Weiler, 2 ein¬ zelne Höfe, 72 Bauernhöfe, 12 Häuser, 2 Kirchen, und zoo Seelen. Gramerß, ein Gericht im Fleimsthal, in V. Etsch. Es enthält r kleines Dorf, mit r Ärrche, 5 Weiler, 60 Bauernhöfe, 5 Häuser , und 600 Seelen. Dreß Gericht ist ein trienti- msches Lehen. Grieß, ein Cvllegiatstift, im V. Eisach, westwärts außerhalb Botzen gelegen, -f 177,. Gusidauu, ein gräflich Wolkensteintsches Gericht im V. Eisach, grenzt an.Rorheneck, Thurm am Gader, Wolkenstein, Castclrutt, Drllauders, und Vellthurms. In diesem Ge¬ richte sind gelegen: 4 Berge, g Alpen, 2 Thä- ler, i Stadt , 2 zerstreute große Dörfer, 7 große Dörfer, 5 kleine, ir Weiler, 821 Bau¬ ernhöfe, 5 Schlößer, darunter 2 verödete, 8 Edelsitze, i einzelner Hof, 2 einzelne Wirths- häuscr, i Fluß, 7 Bäche, 1 BadhauS, ! Pfarr, z Kirchen, und ,yQ Hauser. Der Seelen wer- ZZyo gezählt. Die in diesem Gerichte gelege¬ nen 2 Lhäler sino: das Affererthal und Villne- ferthal. Von dec westuordlichen Seite wird dieß Gericht von der Eisach, und säbwärks von dem Grödnerbach umschlossen. Das soge¬ nannte 475 nannte Grödnerthal wird von den Geographen irrig in dicß Gericht gesetzt. Dasselbe ist in dem Gerichte Casiellruk gelegen. Das in die¬ sem Gerichte gelegene Städtchen hat den Na¬ men: Klausen s. BriMer Gebiet. Sochcxpan, ein gräflich Khunisches Ge¬ richt, im Gerichte Altenburg an der Etsch ge¬ legen. Es enthält: i Dorf, 26 Bauernhöfe, i verödetes Schloß, 8 Häuser, und rgo See¬ len. Von dem Schloße waren die Grafen Ep- pan die ersten Besitzer. 1292 crhieltn es die Grafen Eschenloch , 2364 die von Schena; 1400 die von Starkenberg; 1494 dir von Fuchs; r;;a die Trautsvhn, 1614 die Grafen Fuchs« Ienesien , ein gräflich WolkensteinlscheS Gericht an der Eisach. Es grenzt an Flaß, Wangen, Landgericht Botzen , NeuhauS und Mölten. In diesem Gerichte sind gelegen: r Fluß, 2 Bäche, 2 große Dörfer, r kleines, 5 Weiler, 157 Bauernhöfe, 2 einzelne Höfe, r einzelnes Wirthshaus, und 87 Häuser. Der Seelen werden 1500 gezählt. Raleern, ein gräflich Giovanellisches Ge¬ richt im V. Etsch, grenzt an Altenburg, an das Landgericht Botzen, an das Gericht Tra- min, und an den Ronsberg. In diesem Ge¬ richte sind gelegen: i Berg, i Fluß, r See, i Markt, 1 großes Dorf, 7 kleine Dörfer, 709 Bauernhöfe, 4 Schlößer, darunter 2 ver¬ ödete , r Pfarr, r Einsiedelei), r Babhaus, und Zo Häuser. Der Seelen werden 2200 ge¬ zählt. Durch dieses Gericht geht die Landstrasse nach Trient. Bönigs- 474 Ronrysberg, ein Gericht im R. a« ber Etsch; von welchem Frcyherr von Zenobt» Besitzer ist. Dieses Gericht grenzt an Salcrn, Grameiß, Hegonzano, das Trieffcrgebiet, an die Etsch, und Kronmetz. In diesem Gerichte sinh gelegen: Berge, 2 Flüße, i See, 2 Märkte, 2 große Dörfer, n kleine, y Weiler, 724 Bauernhöfe, 2 Schlößer, n einzelne Höfe, r einzelnes Wirthshaus , 2 Sauerbrunnen , z Pfarren, 2 Kirchen, r Abtei) und Kloster, i Poftroute, und l6z Häuser. Der Seelen wer¬ den gezählt. Dieß Gericht war in den ältcrn Zeiten eine Grafschaft,, welche die von Eppan als ein trientinisches Lehen besessen haben. Rro^mey, ein gräflich Firmianisches Ge¬ richt im V. Etsch, grenzt an Kurtatsch, an die Etsch, und Wälschmetz. Man theilek die¬ ses Geriet 2 Thcile, als: in das Kronmetz (weäium coronx) undin das Teutschmetz (me2» tasteseo.) In diesem Gerichte sind gelegen: i großes Dorf, 2 kleine Dörfer, 6 Weiler, 2 Flöße, 5 Kirchen, und 156 Häuser. Der Seelen werden 1000 gezählt. Die Veste Kron war ein Eigcnthum des Geschlechtes von Metz , wovon das Gericht den Namen hat^ 129g hat Albert Metz das Schloß an Graf Meinhart von Tyro! verkauft. Die Firmian haben das Gericht, von Erzherzog Siegmund, für das ab¬ getretene Schloß Eiegmundskron , welches vormahls Firmian genannt war, erhalten. Rurratsch, ein landesfürstliches Gericht, im V. Etsch, grenzt an das Gericht Tramin, an Königsberg , und Kronmetz. In diesem Be¬ tuchte sind gelegen: 2 Dörfer, 4 kleine Dörfer«. Z 477 Z Weiler. 2'Schlößer, r Edeisitz, r einzelner Hof, 64 Bauernhöfe, i Pfarr, und 45 Häu¬ ser» Der Seelen werden zoo gezählt. mölten, ein Graf Wolkenstennsches Ge¬ richt , im V° Eisach, grenzt an Schcna, Ea- renthctn, Ieneflen, Neuhaus und Tiefens. In diesem Gerichte sind gelegen: r Alpe, r See, ! Bach, r großes Dorf, i kleines, i Weiler, r verödetes Schloß, 5 einzelne Höfe, i Pfarr, mnv iZ8 Häuser. Der Seelen sind 950. Neuhaus, ein gräflich Lannenbergifches Gericht, im V. Eisach, grenzt an Möiten, Ieneflen , an das Landgericht Botzen, und Tie.-? sens. In diesem Gerichte sind gelegen ; r Fluß, 2 große Dörfer, i kleines Dorf, 2 Weiler , z Schlößer, darunter 5 verödete, i Edelsitz, i einzelner Hof, 184 Bauernhöfe, 1 einzelnes Wirrhshaus, r Pfarr, 1 Wallfahrtsort, und Häuser. Der Seelen werden 1622 gezählt. Neustift, auch Neuzell , ein regulirtes Ehorherrenstifl des heil. Augustins an der Eis-- ach, H42 von Rembert Rktter von Sebcn, und dessen Gcmahlinn gestiftet. Veyde Stifter find selbst in den Orden getreten, und., nach in demselben vollbrachten r? Jahren . gestorben. Diesem Stifte steht jetzt rin Commendeabt vor. Kaiser Heinrich hat dem Stifte 24 Fuder Salz (zu 5 fl. t2 kr.)MV 22 Mark Perner (52 st.) legirt. Zu dem Stifte gehört auch das Gericht, dessen Grenzen nordwärts das Brizmer Hof- zericht und Rovereit, ostwärts die Rienz, iudr wärts Bripen , und westwärts Salern sind. Dieses Gericht, welches im Trauer Districte «elegen ist, enthält r r Berg, 2 Flöß', , großes 478 o-^r^-o großes Dorf, 4 kleine« Dörfer, r Pfarr, r Commenbeabtey, 59 Häuser, und 590 Seelen. Im Jahre 1780 haben in dem Stifte mit Aus¬ nahme des Abten, Dechant, Vicedechant und Senior, 48 Chorherren, und 4 Novizen gclebet. 2km Stein aufm Ritten, ein Graf Tro, serisches Gericht, im V. Eisach grenzt an Vil- ianders, Castclrutt , Vels, Carneid , Landge¬ richt Botzen, und Gericht Mangen. Von der ostsüdlichen Seite wird es von der Eisach um¬ schlossen. Dieses Gericht enthalt: 2 Berge, i Alpe, t Fluß, 4 Bäche, 2 große Dörfer, z kleine, 4 Weiler, 2 verödete Schlößer, 5 ein¬ zelne Höfe , 481 Bauernhöfe, r Pfarr, 129 Häuser, und z,6oa Seelen. Salern,^ein Graf Zenobiosches Gericht an der Etsch, grenzt an das Landgericht Sterzing, an das Gericht Neustift , Vellrhurms , Lazfons, und Sarenthein. In diesem Gerichte sind ge¬ legen: 5 Berge, 2 Alpen, r Fluß, r Dach, r zerstreutes großes Dorf, i großes Dorf, 4 Weiler , 98 Bauernhöfe, l verödetes Schloß. 2 Edelsitze, i einzelner Hof, 1 einzelnes Wirths- haus, r Waldung, i Blockhaus, i Pfarr , und i2i Häuser. Der Seelen werden nco ge¬ zählt. Garnthein, ein gräflich Sarentheinrsches Gericht an der Eisach , grenzt an das Landge¬ richt Sterzing, an das Gericht Salern, kaz- fons , Woanders, Wangen , Jenesten, Möl¬ len , Schena, und Paßcyer. In diesem Ge¬ richte sind gelegen: 16 Berge , 22 Alpen, 4 Thäler, z Seen, 20 Bäche, 6 Waldungen, 2 große Dörfer, 6 kleine, 409 Bauernhöfe, r Edel- 479 Ebclsitz , z einzelne Höfe , 2 Pfarren, r Kirche, r Badhaus , und 256 Häuser. Der Seelen werden 4,zco gezählt. Teursch Nofen , oder Teukschofen , ein Frey- herrlich Sternbachisches Gericht, im V- Etsch, grenzt an Botzen,^ Gericht Carneid, Fleims- thal , Enn , und Caldisf. In diesem Gerichte sind gelegen: Z Berge, g Alpen, 5 Thäler, 2 große Dörfer, 2 zerstreute Dörfer von Mitte¬ rer Gattung, io Weiler, §19 Bauernhöfe; io einzelne Höfe, r Pfarr, Z Kirchen, i Wall¬ fahrtsort, r Kloster, 5 Bäche, und 6g Häu¬ ser. Der Seelen werden 2350 gezählt. Vcls, ein Gericht, im D. Eisach. Von demselben ist Freyherr von Dölß Besizer. Das¬ selbe grenzt an Castcllrut, Tiers, Carneid, arr die Eisach. Dieses Gericht enthält: 2 Berge, i Fluß, 1 Ece, z Bäche, r zerstreutes Dorf von Mitterer Gattung, i großes Dorf, 4 Wei- ler, 242 Bauernhöfe , 2 Schlößer, darunter i verödetes, r Edclsitz, i einzelner Hof, i ein¬ zelnes Wirthshaus, i Pfarr, 5 Kirchen, 56 Häuser, und 1700 Seelen. In diesem Gerich¬ te wird gegen Carneid, und die Eisach viel Wein erzielt. villanders, ein gräflich Wolkensteinifches Gericht im V. Eisach, grenzt an Lazfons, an die Eisach, am Stein aufm Ritten, und Sa- renthem. Dieses Gericht enthalt: 3 Berge, 3 Alpen, l Bergwerk bcy Rothlohn, 3 Dörfer von mittcrer Gattung, 2 kleine Dörfer, 391 Bauernhöfe, r Schloß, i Pfarr, z Kirchen, Häuser, und Zoos Seelen. Wgw- -n 480 Wanyen , ein Freyhcrrlich Gandalasches Gericht im V. Eisach, grenzt an Sarcnthein, am Stein anfm Ritten, an das Landgericht Botzen, Jcnciren , und Möltcn. In diesem Ge¬ richte sind gelegen: r Berg, i Alpe, i Fluß, 1 Bach, l Burgfrieden, 2 Dörfer, i Weiler, 5 einzelne Höfe , 102 Bauernhöfe, i Pfarr, 2 Kirchen, und 17 Häuser. Der Seelen wer¬ den 7ZS gezählt. welsch Nofen, s. Carncid« Wolkenstein, ein gräflich WolkensteinischeK Gericht im V° Eisach , grenzt an Thurm am Gadern, Ennenderg, Buchenstem, Eves, Gu- sidaun , und Rothencck. Dieses Gericht ent¬ hält: 6 Berge, z Alpen, i Thal, r zerstreu¬ tes großes Dorf, 4 Weiler, r einzelner Hof , 99 Bauernhöfe, 2 verödete Schlößer, 4 Bä¬ che, Z4 Häuser, und 1200 Seelen. Zimmers, ein Gericht im V. Etsch , grenzt an das Gericht Königsberg, an das Fleimsthai- Tricnttncr Gebiet, und Gramciß. IV. Das viertel pusterchal grenzt nordwärts an das Zillcrthal, nordost¬ wärts an Windischmatrcy, in! salzburgischen Ge¬ biete gelegen, ostwärts an Kärnten, südwärts an bas Venediger Gebiet, und das Erschthal, südwestwärts an das Viertel Eisach, westwärts an das Wipthal, unt wcstrortwärts antoafin- tcrtnthal. Gegen Norden nimmt dieses Vier¬ tel seinen Anfang im Gerichte Virgen am ku- fensvitzberg, und dehnt sich bis in das Gericht Ambezzo, zu dem Markstein Ambezzo. Die gan¬ ze 48 L ;e känge von Norden nach Süden dürfte bey 14 Meilen betragen« Von der Westseite nimmt bas Thal seinen Anfang im Gerichte Rothencck, lind dehnt sich auf 12 Meilen bis zur Lienzer Klausen, wo die Drave Tyrol von Kärnten scheidet. Das Pustertha!, Vallis ku^rilsa (ita¬ lienisch, la l>U8teri«) kam nach Abgänge der Grafen von Görz 1500 an das östreichische Haus, und wurde IZH mit Tyrol vereint. In die¬ sem Viertel zählt man bey 800 Kommrrziatpro- feffionisten, darunter die Leinweber, und die Spizknöppcrinnen die beträchtlichsten sind. An Flachs erzielt man jährlich bey igoo Centner. In diesem Viertel sind gelegen: Arnpezzo, oder Haiden, ein landesfürst- lichcs Gericht, grenzt an Welsberg , an das Venctianer Gebiet, an Emchenstein, und Ennen- berg» Dieses Gericht enthält: 114 Berge, z Alpen, 7 Thäler, k Fluß, 4 Bäche, r zer¬ streutes großes Dorf, 4 grosse Dörfer, y Wei¬ ler, 251. Bauernhöfe, zäd Haujer , und 2002 Seelen« Altrasen, ein gräflich Welsbergifches Ge¬ richt, grenzt an Anrholz , Welsderg, und En- nenberg. In diesem Gerichte sind gelegen: 6 Berge, 5 Bäche, i großes Dorf, z-kleineDör- fer , 2 Weiler, l Edelsitz , 227 Bauernhöfe, r einzelnes Wirthshaus, r Pfarr, i Kirche /L verödete Schlößer, und r;r Häuser« Der See: len werden zroo gezählt« Deferegyen, ein Gericht, von welchem bas erloschene königliche Stift zu Hall Besizer war ; fltzt ist dasselbe" ein Eigenthum des Religionsfunds. Dieses Gericht grenzt an daS H h Salz- 482 Salzburgergebict , Windischmatrey , Heim fels , Weisberg , und Täufers. In diesem Ge¬ richte sind gelegen: 40 Berge, g Ferner, 24 Alpen, 6 Thäler, iz Waldungen , 2 Seen , zo Bäche; r zerstreutes großes Dorf, 4 große Dör¬ fer, 2 kleine Dörfer, 9 Weiler, i einzelner Hof, Z4^ Bauernhöfe, 1 Pfarre, und 57 Häuser. Der Seelen werden z,s;oo gezählt. Ennenberg, ein Gericht, wovon das er¬ loschene Stift zu Sonncndurg Besitzer war. Jetzt ist dasselbe ein Eigenthum des Religions¬ funds. Dieses Gericht grenzt an Altrafcn, Weis¬ berg, Ampezzo, Wolkenstein, und Thurm am Gader. Es enthält: n Berge, 4 Alpen, 4 Thäler, i Fluß, r'Bach, l See, 2 große Dör¬ fer von mittcrer Gattung, 6 kleine Dörfer, 9 Weiler, z Edelsize, 2 einzelne Höfe, g;7 Bau¬ ernhöfe, i einzelnes Wirrhshaus, r Psarr, Kirchen, und rz; Häuser« Der Seelen werben 4500 gezählt. „ ^eimsels, ein Gericht, von welchem daS erloschene königliche Stift zu Hall Besitzer war, Nun ist davon der Religionsfund Eigenthümer. Dasselbe grenzt an Defercggcn, Omras, Jn- nichcn, und Welsberg. Dieses Gericht ent¬ hält: 5; Berge, 26 Alpen , i8 Thäler, io Seen, 5 Bäche, i Markt, r erstreutes gro¬ ßes Dorf, g große Dörfer , 7 kleine, io Wei¬ ler, i Ebclsi!;, z einzelne Höfe , 6;7Bauern- pvfe, 2 Pfarren , 5 Kirchen, Z Badhäuser, r einzelnes Wirthshaus, ü Maldungen, t Post- route, 2io Häuser, und 9,000 Seelen. Jstnichen, eine Hofmark, wovon das Hoch- stift zu Frepsingen Besitzer ist. Dieselbe grenze > au 48 Z Seelen» Das hier gelegene Collcqiatstift ist erloschen. i78r bestand dasselbe aus iPrvbsten, und 21 Chorherren (cauonieis ). Rals, ein Gericht, von welchem das er¬ loschene königliche Stift zn Hall Besitzer war. Jetzt ist der Neljgionsfuns Eigenthümer des¬ selben. Es grenzt an Salzburg , Kärnten, Lienz , und Windischmatrey. In demselben sind gelegen: z6 Berge, 4 Ferner, 6 Alpen, z Thäler, r Fluß, 20 Bäche, r See, r Wal¬ dung, i großes Dorf, io Weiler, 141 Bau¬ ernhöfe , i Pfarr, 1 einzelnes Wirthshaus, i Gchmelzhütte, und 9 Häuser« Der Seelen sind 6ooo. St Laurenz, ein Markt mit einer Pfarr, im Gerichte Michälsburg. Dieselbe enthält 2690 Seelen. In diesem Orte ist jetzt der Sitz des Krcisamtes für bas Viertel Pusterthal. Lien;, Lontium oder Pentium, eine Stadt an der Jsl, gegen die Grenze von Kärnten, zu welchem sie vormahls gehört hat, nach dem Abgänge der Grafen von Gör; aber an bas Haus Oestreich kam, und 1511 mit Tyrolver» eint worden. Dieselbe liegt 24 Meilen von Jnsbruck, 12 von Brixen , l8 von Klagen¬ furt, und 57 von Wien entfernt. In Lienz ist der Postwechsel zwischen Mittenwald, und Oberdravburg. Die in Lienz gelegenen Non¬ nenklöster sind erloschen. Die hier befindliche.be- krächtliche Messmgfabrik ist bekannt. Jenseit der Jsl liegt das große Dorf Oberlienz. Lienz, H h 2 die 484 die Stadt, enthält 218 Häuser , und r;vv Seelen. Lienzer Rlauscn, ein Paßort am Fluße Iscl, an der Grenze von Kärnten. Zn diesem Orte gehören : 5 Dörfer, i einzelner Hof, so Bauernhöfe, 23 Häuser, und t250 See¬ len. Lienz, ei» Landgericht, grenzt an Kärn¬ ten, an die Drave, welche hier Lyrol von Kärn¬ ten scheidet , an das Gericht Omras, Win- dischmatrcy , und Kals. In diesem Gerichte sind aclegen : 43 Berge, 1 Ferner, 21 Alpen , 7 Lhälcr, 2 Flüße, z Seen , 21 Bache, i Stadt, l Klausen, z Gerichte , als : Kals , Virgen und Defereagen, 2 zerstreute Dörfer, iz große Dörfer, 14 kleine, 9 Weiler, 2 Edel- sttze , 5 elnzcine Hofe, 628 Bauernhöfe, § Schlößer, darunter 4 verödete, 2 Pfarren 8 Kirchen, 1 Wallfahrtsort, 4 Einsiedelcyen r Schmelzhütte , r Badhaus, r Postroute und 78 Häuser. Der Seelen sind 6020. Von der Stadt Lienz, der Lieber Klausen , und dem Landgerichte Lienz war das iu Hall ge¬ legene königliche NokmenMt Besitzer. Jetzt ist davon Eigeuthümer der MeligionSfund. St. Michälsbury, ein Graf Kiniglisches Gericht, grenzt an Gals, Altrascn, Ennen- berg und Life«. In d-esem Gerichte sind ge¬ legen : 4 Berge , 8 Bäche , i Burgfrieden nut einen! Ldrlsitz , und kleinem Dorf, r Markt 2 große Dörfer , 6 kleine, ü Weiler, § Edel- fitze , 2 einzelne Höfe, 244 Bauernhöfe , 2 verödete Schlößer, i Pfarr, i Kirche . und 149 Häuser. Der Seelen sind z,c>oo. Rothen- 48Z Rotheneck, ein GrafWolkensteinisches Ge- richt, grenzt an St. Prtcrsoer.g, Pfunderstha!, Life», Gusidaun, Stadt Brlxen, Salcrn, und an das Brixncr Hofgericht. Dieses Gericht enthält: 14 Berge, 4 A pen , rThal, i Fluß, i See, r Bach, 1 Markt, 4 zerstreute große Dörfer, 4 große Dörfer, 2 Dörfer von Mitterer Größe, 9 kleine Dörfel - 14 Weiler, y Edel- sltze , Bauernhöfe, z Schlößer , 4 Pfarren, 4 Kirchen, i Wallfahrtsort, 297 Häuser, und 4,600 Seelen. Schöneck, ein Graf Kiniglifchcs Gericht, grenzt an das Gericht Täufers, Ukterheim , St. Michälsbnrg, Rocheneck, und Pfundcrs« chal, In diesem Gerichte sind gelegen: 5 Ber¬ ge , 7 Alpen , 7 Bäche, 3 große Dörfer, 5 kleine, 5 Weiler, 276 Bauernhöfe, 2 Schlö¬ ßer , darunter i verödetes, 3 Edelsitze, i ein¬ zelner Hof, i Pfarr, 2 Einsiedcleyen , 224 Häuser. Der Seelen sind 4,000. Tonnenbury, ein Nonnenstift, und Klo¬ ster des heil. Benedikt, im Gerichte St. Mi- chälsburg an der Eisach gelegen, ward 1018 von Volcoldus, ältesten Sohn des Grafens Otwein von Görz gestiftet. 14'7 legirten die Erzherzoge Ernst, und Friedrich 22 Fuder Salz. ( 124 fl.) Eine zeitliche Acbtissmn dieses Stiftes hatte Sitz, und Stimme auf den ty- rolischen Landtagen. Dieß Stift ist erloschen» Das Gericht, wovon das Stift Besitzer war, ist von sehr kleinem Umfange, und enthält blos r großes Dorf, 1 Waldung, 52 Bauernhöfe, 37 Häuser, und 6oo Seelen. Täufers, ein Gericht, wovon Graf Fex- H h Z rar« 486 rara Besitz-r ist , grenzt an das ^illerthal, Virgen, Deferegaen, Antholz , Utkrub-im, Schö¬ neck und abermahl Zigerthall. In diesem Ge¬ richte sind gelegen: 16 Berge , 6 Ferner , i Bergwerk, 21 Alpen , g Tbäler , 5 Seen , z>7 Bäche, 6 zerftreure g'oße Dörser , 6 große Dörfer 2 kleine Dörfer , - W.iler, 1 Edelsitz , 6sy Bauernhöfe, Z Schlößer, darunter i ver¬ ödetes, 2 Pfarren, 12 Kirchen, I Einsicdclcy, 1 Gesundbrunnen, i Cchmclzhutte, und 462Häu¬ ser. Der Seelen sind 9,60a. Uttenbeim, oder Gais , ein Graf Troje- eisches Gericht, grenzt an Täufers, Antholz, Altrasen, Michälsburg, und Schöneck. Dieses Gericht entbält: r Bach , 2 große Dörfer , 2 kleine, 2 Weiler, lEdelsitz, 72 Bauernhöfe, 2 Schlößer, r Pfarr, 22 Häuser, und 8ao Seelen. welsbery, ein Graf Kiniglisckes Gericht, grenzt an Defereqcn, Windißchmatrey, Heim- fels, Doblach , Ampezzo, Ennenbcrg, Altra¬ sen, und Antholz. In diesem Gerichte sind gelegen: z? Berge, r6 Alpen, Lhäler , i Kluß, z Seen, 19 Bäche, 1 Markt, i zerstreu¬ tes großes Dorf, z große Dörfer , 5 kleine 9 Weiler, z Edclsitze, 2 einzelne Höfe , 657 Bauernhöfe, 4 Schlößer, darunter 2 verödete, 2 Pfarren , l Wallfahrtsort, 2 Gesundbrunnen, und Häuser. Der Seelen sind 6200. Viryen, ein Gericht, grenzt an das Ziller- thal, Hcimfels, und Täufers. Von diesem Ge¬ richte , welches vormahls ein Eigenthum des k. Nonnenstiftcs in Hall war, ist nun der Re- ljgionSfund Besitzer. Es enthält 40 Berge, 2 48/ Z Ferner , 24 Alpen , 6 Thäler, r zerstreutes großes Dorf/ 4 große Dörfer, 2 kleine Dör¬ fer , 9 Weiler, r einzelnen Hof, 249 Bauern» Höfe , i verödetes Schloß , r; Waldungen, nebst der in Windisch Marrey gelegenen k. k. Waldung, 2 Seen, zo Bäche, Z2 Häuser, und 2500 Seelen. An -en walschen Lonfimen. Mit dem Namen: wälsche Confinien, be¬ legt man jene kandcsstrecke, welche eigentlich den südlichen Theil von Tyrol macht, und fast ganz an der Grenze Italiens gelegen ist. Diese Lan- desstrecke grenzt nordwärts an das Pusterthal , süd -- und südwestwärts an das Venediger Ge¬ biet, und westwärts an Las Vinsigau. Die Länge dieser Landessirccke, das ist von Norden nach Süden beträgt 12 Meilen. Die vorzüg¬ lichsten Natur-undKunsiprvducte sind hier der Wein, Seide, und Tobak. In dieser Lan- desstrccke sind gelegen: Arco , eine Grafschaft mit einer Stadt, und Bergschloß am Fluße Sarca gelegen. Im Jahre 141g hat K. Siegmund die Grafschaft, von welcher die Grafen gleiches Namens Be¬ sitzer sind, gestiftet. Die Grenzen dieser Graf¬ schaft sind: Jadiciarien, vnl cli csveäine, la¬ ze, äi garän, und Riva. In derselben sind ge¬ legen: 2 Berge, 2 Thäler, i Fluß, i Stadt - 7 große Dörfer', 6 kleine, 5 Weiler , ver¬ ödete Schlößer, 4 Edelsitze , 796 Bancrnhösc, i Pfarr, 4 Kirchen, und 34g Häuser. Der Seelen werden 2700, dann 2000 Stuck Horn¬ vieh , und über roo Maulthicre gczählr. H h 4 Nell- 488 Nrllfore, oder Altspauer, cin gräflich Ss- racinisches Gericht, grenzt an Sporo, Wälsch- rnetz, Zambana, und Iudiciapien« Dieß Ge¬ richt enthält: I Berg, 1 Ser, 2 kleine Dör¬ fer/ r Weiler, 8oHäuser, und zzo Seelen. Tastelan, eine gräflich Lodronische Herr¬ schaft, grenzt an die Etsch , und an Eastel- novo. In diesem Gerichte sind gelegen r 3 Berge, 2 Alpen, t Fluß, r Vach, 2 Dörfer von Mitterer Größe, 2 große Dörfer, 3 kleine ro Weiler, 2 Schlößer, darunter ein veröde¬ tes , r einzelner Hof, r Pfarr, ! Einsiedcley und i Pulvermühke. Tastelcorn, csstrum cornu, ein gräflich Achtensteinisches Gericht, grenzt an Castelnovo, an die Etsch, und Arco. In diesem Gerichte find gelegen i i Fluß , r Dorf von Mitterer Größe, 7 kleine Dörfer, r Weiler, 3 Schlö» ßer, darunter 2 verödete, und r Kirche. Bey Jsera und Predaglia wächst guter Wein. Castelnovo, ein gräflich Lodronisches Ge¬ richt , grenzt an Caftelan, an die Etsch, Ca- stelcorn, und Arco. In diesem Gerichte sind gelegen: r Fluß, 1 Dorf von Mitterer Größe, 3 kleine Dörfer, i Weiler, r Kirche, und L Schloß. Taste! Pfund , auch Castelfond , siehe t Nonsderg im trientinischen Gebiet. Hobart«, oder Vilgrcit, kulxrriäg, «in landesfürstliches Gericht, grenzt an Caldonaz, Val Sugana, ans venetianische Gebiet, an die Prätur Rvvereit, und an Besano. Zn die¬ sem E, E M sem Gerichte find gelegen : r Berg, 2 Alpen, 3 Thäler, a zerstreutes großes Dorf, 2 Dör¬ fer von witterer Größe l kleines Dorf, i Z Weiler, 1 einzelner Hof, I Pfarr,' und 2 Kirchen. Gresta, ein gräflich Castelbarkifches Ge¬ richt, grenzt an Castelnovo, Castckcorn, an die 4 Vicanaten, an Iszo cki ^aräs, und an Ar.o. Dieses Gericht enthält: g Berge, r untreres Dorf, z kleine Dörfer, 2 Weiler, ,82 Bauernhöfe, r Pfarr, Z Kirchen, 2 ver¬ ödete Schlößer, 76 Häuser, rzoo Seelen, und -2üo Stück Hornvieh. Ivan, ein gräflich Wolkensteinisches Ge¬ richt, grenzt an das Fleimsthal, anck Vnretia- ncr Gebiet, an Val Sngana, und Casielatto, In diesem Gerichte sind gelegen: 2-; Berge, 28 Alpen, 28 Thäler, 2 großeDFrfer, 2 Dör¬ fer von Mitterer Größe, 8 kleine Dörfer, 8 Weiler, r Edclsitz, 1 einzelner Hof, 884 Bau¬ ernhöfe, 4 Schlößer, darunter g verödete, r Fluß, 2 Seen, g Bäche, r Pfarr, 4 Kirchen, 1 einzelnes Wirthshaus, 207 Häuser, 840^ Seelen, 14 Stück Hornvieh, und ZZO Maul- thierc. Layerthal, Val laAgmnL , valliL chZaring. Woher dasselbe seinen Namen har, ist nicht entschieden. Einige leiten dknscchen von dem hier gelegenen Dorfe Zagar ab; andere behaupten, daß hier die Stadt Lagaris gele¬ gen, von welcher das Thai den Namen erhal¬ ten hat. Mir schien -s am wahrscheinlichsten, daß hc- diesem Thale westwärts gelegene See, lsM fli Zarflo, demselben den Namen gegebc: H h 5 hat, hak. Dre Grafen von Castelbark haben dieses Thal vor einigen Jahren als ein trientinisches Lehen besessen. Im Jahre 144c, bemächtigten sich dieses Thales die Venetianer, welchen es aber 1509 wieder genommen worden ist. In diesem Thalc sind gelegen: Gresta, die 4 Vi¬ kariaten , Caffelan , Castelcorn, Castelnovo, Nomi, die Prätur Rovereit, und Piscin. Lago bi Garba, ein bekannter See zwi¬ schen dem Thale Ledro, und dem Lagerthale gelegen. Bey Covel Caldar macht der See die natürliche Grenze zwischen Tyrol , und dem venetianischcn Gebiete. Lobron, eine Grafschaft, wovon das gräf¬ liche Haus Lodron Besitzer ist, grenzt an In- hiciarien, an das Thal Ledro, an den Lago d" Idro, und an das Brcscianische Gebiet. In dieser Grafschaft sind gelegen: r6 Berge, io Alpen, 6 Thäler, 2 Flüße, 2 Bäche, 9 kleine Dörfer, 4 Weiler, 2 einzelner Hof , Bau¬ ernhöfe, 2 verödete Schlößer, 2 Kirchen, i Wallfahrtsort, eine Einsiedelei), und Z8 Häu¬ ser. Der Seelen werden 900 gezählt. Das hier gelegene Schloß wird carrrum 8. foannüs genannt; dann sind hier auch das casrellnm romgnum(die römische) und car.ellum loärouuM (die lodronrsche Veste) gelegen. Nonri, ein G richt, wovon Freyherr Fe- bri/izzi Besitzer ist, zwischen Castcllan, und Beiaao gelegen. Dieses Gericht enthält 4 Dör¬ fer, no Banernhä'.lftr, ->4Häuser, 1270 See-» !en, und 400 Stück Ochsen. pssaum, 49 r pflaum , ÜLvon , lat. flavsnium, s. Nons- berg im tricntinischen Gebiet. Primor, "rimiero, Ig preve äi primer, sin gräflich Welsbergisches Gericht , grenzt a» das Flciinsthal, an das Ven tiancr Gebiet, und Ivan. In diesem Gerichte sind gelegen: 27 Berge, gi Alpen, 2o Thälcr, 2 Flüße, i See, Bäche, i Markt, 2 zerstreute große Dörfer, 4 von Mitterer Größe, 4 kleine, rr Weiler, i Edels,z, r einzelner Hof, 544 Bau¬ ernhöfe , i Pfarr, 4 Kirchen , 1 Schmclzhütte, r Paß, 1 einzelnes WirchsbaUs , und 146 Häuser. Der Seelen werden zzoo gezählt. Ror>ereit, lkodoretum , eine Prätnr im Lagerthale gelegen, grenzt an Vcsano, Folga- ria, ans Venckianer Gebiet, an die vier Ni- cariaten , und an die Erich , welche dieses Ge¬ biet ven oen Gerichten Castellan, Castellcorn w. absondcrt. Die Prärur enthält vom Stein, c»8- teils stell kierra, bis an Scravalle 14, tcutiche Meile. Die Breite von der Etsch bis ans Ve- netianer Gebiet beläuft sich auf 2 teutschc Mei¬ len. In diesem Gebiete sind gelegen: ig Per¬ ge, io Alpen, 14 Thastr, 1 Fluß, i Stadt, 2 zerstreute große Dörfer, 2 von Mitterer Grö¬ ße, 2 große Dörfer, g Mitterer Größe, 4 klei¬ ne, 64 Weiler, g Edclsitze, r verödetes Schloß, z einzelne Höfe, y5g Bauernhöfe, 4 Pfarren, ,Z Kirchen, l Kloster, 1 Einsiebcley, und 8^8 Häuser. Der Seelen sind 16000, darunter bei 4000 ihre Nahrung bei) dem Seidenbaue finden. Die Zahl des Hornvkhcs beläuft sich auf zors Stücke. Daß in diesem Bezirke der Seidenbau seinen vorzüglichen Eiz habe, ist bereits ge¬ sagt worden. Nove- 492 v°^8N^o Rovereit, eine landesfurstlicke Stadt weA- wärts von der Etsch an der Landstrasse nach Italien gelesen. Ihre Entfernung von Wien beträgt 91 Meilen, 8 von Verona, 14 von Mantua, 4 von Trient, 14 von Botzen, 18 von Brfiren, und zo von Jnsbruck. Hier ist der Sitz des Kreisqmtes, womit zugleich das k. Commissariat vereint ist. Ferner befindet sich hier ein Hauptzollamt , und eine Nornral- schuls. Das hier gelegene Clarisser Nonnen¬ kloster" ist erloschen. Es befinden sich hier noch ein Kloster der beschuhten Carmeliter, der re¬ formieren Franciscaner, und ein Nonnenkloster des St. Franz Salesins. Saco, ein Dorf in der Prätur Rovereit, an der Etsch gelegen, enthält 46 Bauernhöfe, 145 Häuser, und 1,500 Seelen. Spauv, 8xoro, s. Nonsberg im trientini- schen Gebiete. Telvan, ein Graf Ioanellisches Gericht im Thale Val Sugana gelegen. Dieses Ge¬ richt enthält r r Markt, y Dörfer, Z92 Bau: crnhöfe, -85 Häuser, 5200 Personen, und der izoo Stuck Hornvieh. Val Guyana, vsllis susuAÜ, auch vsllis sugLnes gtvannt. Durch dasjelbe zieht sich di- Laadstrasse nach Italien. Zwry Flüße, nähmlich oie Etsch und Brenta, rheilcn dieses ' Thal in zween Theile. In diesem Thale find das Gericht Lelvan, Ivan, P> nnör und der Paß Kose!, Csvelo, clz«6rum <7ubalj gelegen. Die hier im Gerichte Primär au» einem 52 Klafter hohen Felsen gelegene Veste verdient erwähnt 49Z erwähnt zu werden, da zu derselben von der Landstrasse kein Weg führt. Diejenigen, wel¬ che von dieser Veste ins Thal kommen wollen, müssen mit Stricken Hinabgelaffen werden- und werden- mittels derselben, auch wieder hinaUfgr- zogen. Der unterhalb der Veste gelegene Weg hat so viel Breite, daß gerade 2 Wagen auf demselben neben einander fahren können. Da, wo sich der Weg in bas Venetianisclle öffnet, befindet sich ein sogenanntes Bollwerk nm ei¬ ner Mannschaft. Po» dem Ronsberg öffnet sich ebenfalls ein Weg nach dieser Veste. Nord¬ wärts von derselben liegt bas kleine Dorf Primolan mit hinein Postwechsel. Das Burggrafenamt, und vinstgau , oder der westnordliche Landesbezirk Ty- rvls grenzt nordwärts an das Oberinthai- ostrvärts an das Viertel Eisach, ostsüdwärts an das Etschrhal, südwärts an die wälschen bonfinicn, westwärts an Bündtcn, und west- Nordwärts an Uutcrengadein. In diesem Lau- desvierrel sind gelegen: Burgstall, ein Graf.Spaurischcs Gericht, grenzt an Meran, Mölken, Gargazon, und an Lana. Dieses Gericht enthält: r kleines Dorf, i Weiler, 26 Bauernhöfe, 6 Häuser, und 260 Seelen. In diesen; Gerichte fängt eigentlich der Weinbau an. Tastellbetl, csürum bellum, ein Graf Hend- mches Gericht an der Ecsch. I» demselben find gelegen r 41 Berge, 17 Ferner, 2 Alpen, 6 Thäler, 4 Flüße, 24 Bäche, l zerstreutes Dorf von Mitterer Größe, A-roße Dörfer,' 494 z kleine Dörfer, i; Weiler, 26 einzelne Höfe, grü Bauernhöfe, z Schlößer, darunter 2 verö¬ dete, 2 Pfarren, - Kirchen, 1 Wallfahrtsort, 1 einzelnes Wirthshans, und 6- Häuser. Dcr^ Seelen sind 3,ro.>. Dicles Gericht grenzt an Schnals , Meran , Forst, und SchlauverS. Das Gericht ist inr Dinstgau gelegen. Forst, oder Vorst, ein Graf Brandisches Gericht, grenzt an Meran , Stein «nrerm Le¬ benberg , mid Schlanvers. Es enthält r gro¬ ßes Dorf, 1 kleines, y Weiler , r Schloß , 2v Bauernhöfe , 8 Häuser , und 200 Seelen. 1290 waren von dem hier gelegenen Schloße Besitzer die Grafen von Brandls. 1321 ward damit Albert von Vorst belehnt. Nach dem Abgänge des Vorstischen Stammes trat 1321 Adolph von Ems in Besitz. In der Folge kam es an die von Starkenberg, und 1477 an die Branbis. Garzza^on, ein landesfürstliches Gericht, grenzt an Burgstall, Molken, Neuhaus, und Lana. In diesem Gerichte sind gelegen : r kleines Dorf, 18 Bauernhöfe, 6 Häuser, und 175 Seelen. Hier sind viele Weingewächse. Glurns, und Mals, ein GrafTrappisches Gericht , grenzt an Naudersbeig, Rosen , Matsch, Scblandcrs, und Büudten. Dieses Gericht enthält: Zo Berge, 3 Ferner, 3 Berg¬ werke , iy Alpen , 9 Thäler, 2 Flüße, :8 Bä¬ che, 1 Stadt, io große Dörfer, 21 Weiler, 6 einzelne Höfe, 822 Bauernhöfe, 8 Pfarren, io Kirchen , 3 Wallfahrtsorte, g Einsiedeleyen, i Wachthaus, r Blokhaus, l Schmelzhüttc, und A2o Häuser. Der Seelen sind 7350. Ma- 4B Nlarlenberg, cin Bencdiclincrstift, im Berichte gleiches Namens, und wovon das Stift Besitzer ist. Dies Gericht grenzt an Un-- tercngadein, Naudcrsberg, und Glurns. Es enthält.' 5 Berge, Z Alpen, sThäler, i Bach, r großer Dorf, g Weiler, 77 Bauernhöfe, L Abtey, i Kirche, 2 verödete Schlößer, iy Häu¬ ser, und 240 Seelen. In dem Thals Engadcm befanden sich im n. Jahrhunderte viele adeli- che Familien, darunter ein Ritter mit Namen Eberhard von Montfort war. Als dieser sich ohne Erben sah, entschloß er sich in dem z Meilen von Nauvcrs entlegenen Dorfe Schulz ein Kloster aufzubaucn , und besetzte das¬ selbe mit Benedictinermönchen aus Ottobay- ern. Zur Herstellung dieses' Klosiergebäudcs hat sein Bruder Ulrich, Bischof von Chur thä- tig mitgewirket. Bald nach dem Tode des Stifters brannte das ganze Gebäude ab; es wurde aber wieder hergesMet, und vom Bischof Conrad zu Chur eingeweyhet. In die¬ ser Gegend wohnte der Ritter von Trasp, ein sehr bemittelter Mann , und dessen Vermögen vorzüglich in einer sehr großen Menge von Schafen bestand. Das feiner Wohnung nahe gelegene Kloster gab dem Ritter Gelegenheit, öfters in dasselbe zu kommen. Die Mönche wüsten ihn zu gewinnen, und cs gelang ihnen den Ritter zu bewegen, daß er als Klostervvgt dem Kloster einen Akten vorletzte. Der Bnr.- Ler dieses Ritters beschloß , eine Reiss nach Jerusalem zu machen, bevor er aber die-, selbe ankrat, machte er sein Testament , und ernannte das Kloster zum Universalerben. Der Pilger starb auf der Reife, und das Kloster trat in die Erbschaft. La die Einwohner in Schulz nicht immer mit Anstand den Mönchen' begeg- 496 begegneten, und nicht ftltön viele Undrlden voü ihnen anszustehen hatten; so begab sich Ulrich 1146 nach Rom , und bewirkte bep dem damah,- ligen Pabsten Eugen die Crlaubnjß, das Klo- sier an einen andern Ort zu verlegen- Hierzu wurde Burgeis gewählt, wo das" Kloster noch sieht. Es fugte sich, daß während des neuen Klostcrbaues der Hauptmann, und Jnnhaber des Schloßes Fürstenbcrg, den Ritter Ulrich, die¬ ses G-bäades wegen, sehr zum Besim hatte. Hierdurch wurde der letztere gegen den erstere« so erbittert, daß Ulrich bei) einer Gelegenheit, da eben der Hauptmann ihm entgegen geritten kam, diesen angriff, und mittels der Diener, die er bep sich hatte, ihn erstechen ließ. Er zog dem rätselten Körper die Kleider ab, klei¬ dete sich damit, und begab sich in das Fürsten- bergische Schloß, woraus er die Gemahlin« des Umgebrachten samt dem Gesinde vertrieb, und alles rein ausplündrrte. Nach dieser voll¬ brachten ritterlichen Thal, gieng er als Pilger in das h° Land, kam reuevoll zurück, und ver¬ ließ auf Einratben seiner Gemahlin« die Welt » wurde ein Mönch , und starb als solcher im Jahre 1177- Auch der Sohn ist dem Vater als Mönch nachgefvlgk. Nach Mor Hal der Sohn das Mvnchlcben vor dem Vater gewählt, nach andern aber wäre dem Sohne der Vater gefolgt. Nach Mor hat die Kwstervogte» der Sohn Ulrich im Jahre HY2 seinem Vetter Egnv von Mäksch übergeben, wurden dem Klo¬ ster 12 Fuder Saiz legiert, und t/85 ist das hier gelegene Stift erloschen. Matsch , eine gräflich Trappjsche Herr¬ schaft, grenzt an Naudersberg , Glurns, Schlau- ders, und Casielibeil. In diesem Gerichte sind gele- Arl egen: 5 Berge, 2 Ferner, 4 Alpen, sTha- ier, 4 Bäche, r großes Dorf, 4 Weiler, 64 Bauernhöfe, 2 verödete Schlößer, 2 Kirchen , und 7 Häuser. Der Seelen sind 55^ Meran, eine Stadt mit einem Landge¬ richte, grenzt an das Gericht Paffeyer , Sche- na, und Stein unterm Lebenberg. Dieses Ge¬ richt , welches eigentlich im Burggrafenamt ge¬ legen ist, enthält: 6 Berge, i Ferner, 6 Al¬ pen, i Thal, 2 Flüße, 6 Seen, 5 Bäche , r Stadt, 4 große Dörfer, 7 von Mitterer Gat¬ tung, 6 kleine, 20 Werler, 15 Schlößer, dar¬ unter r verödetes, r einzelner Hof, 67z Bau¬ ernhöfe, 4 Pfarren , 2 Klöster i Wallfahrtsort, z Einsiedelryen , ^76 Häuser, 12,000 Einwoh¬ ner , darunter 620 Kommercialp! ofessionisteu. Meran warim laten Jahrhundert der vornehm¬ ste Ort in Tyrol. Seine Besitzer schrieben sich Herzoge von Meran. ( Nach anderer Mey- nung wäre Meran, von welchem sich die Be¬ sitzer Herzoge schrieben , in Friaul gelegen. Diese Meinung hat viele Wahrscheinlichkeit.) Die Stadt hat auch heut noch auf den tyro- lischen Landtagen den Vorrang vor Jnsbruck, wenigstens bestätigen diesen die älteren Land- tafeln Tyr«ls. Im 14. Jahrhundert »wurde hier gemüuzet. 1418 wurde die Stadt durch den Austritt'des oberhalb derselben gelegenen Sees ungemein verwüstet. Das hier gelegene Nonnenkloster ist erloschen» Hingegen besteht noch das Kapuzinerkloster. Bey Meran be¬ findet sich die Anhöhe, Aayß genannt , wel¬ che in die obere , und untere Mayß abgethci- ^et wird. Hier war der Grenzork zwischen den ^syern , und Lvngobarden. I i Ma>>- 498 ' Montani, «in gräflich Mohrisches Gericht, grenzt an das Gericht Gchlandcrs, Ulten, Rabbi, und Gufidaun. Dieses Gericht enthält 8 Berge, l Ferner, 2 Alpen, 2 Thaler, r Fluß, Bäche, i Dorfvon mittlrer Größe , 8 Wei¬ ler , ic>7 Bauernhöfe, 2 einzelne Höfe, i Kir¬ che, r Badhaus, 38 Häuser, und 1,300 Ser¬ ken. Naudersbery, ein von Eggcrisches Gericht, grenzt an das Gericht Pfunds, Rosen, Glurns, und Mals, Marienberg, und Unterengadein» In diesem Gerichte sind gelegen: 53 Berge, 2 Ferner, 3 Bergwerke, z8 Alpen, 22 Thäler, 1 Fluß, ivSecn, zo Bache, 1 zerstreutes gro¬ ßes Dorf, 6 große Dörfer, z kleine Dörfer» 32 Weiler, l Edelsitz, io einzelne Höfe, zg2 Bauernhöfe, 2 Pfarren , n Kirchen, g Block¬ häuser, r Bolusgrube, i Schloß , und 134 Häuser. Der Seelen werden 5,000 gezählt. In diesem Gerichte ist der bekannte Paß Fiu- stermünz gelegen. Man zählt in diesem Gerich¬ te gegen 4000 Stück Hornvieh. Das DorfNau- ders enthält i ^Bauernhöfe., g? Hänler, 1,102 Einwohner, und über 602 Stück Hornvieh. Im Jahre 1781 befanden sich im diesem Gerichte 5 Trivialschulen» Niederkana, eine Gericht, wovon Frey- Herr von Hausmann Besitzer ist. D«- Schnals, eine Karthause, im Gerichte Ca- sielldcll, im Schualftr Thal gelegen, welches ge¬ gen den großen Ferner , g Meilen in die Län¬ ge beträgt. Der Ferner hat sich isyy, und iüOO hierher gesetzt; er ist im Jahre 1601 aus 6s Klafter tief, 625 in die Länge, und 175 i» die Breite angewachsen. Die hier gelegene Karthause hat König Heinrich in Böhmen, und Graf zu Tyrol im Jahr r 26 gestiftet. Don diesem Fürsten erhielt das Stift zugleich das Vorrecht eines landesfürstlicheu Erbcapcl- !ans in Tyrol. Von der Herzogin» Margarekh erhielt das Stift 12 Fuder Salz, und den Hof zu Platten; vom Erzherzog Leopold 2,OO0, und abcrmahl io,Soofl in Folge des Testaments vom Jahre 1629. Die verschiedenen Güter, welche das Kloster vom König Heinrich erhalten hat, behalte ich mir vor, im meinem geographischen Gencrallepikon anzuzeigen. Das Kloster ist 17z» erloschen. Schnals, ein Graf Trappisches Gericht , grenzt an Castellbell, Paßeyer, und Meran. Dieses Gericht enthält 408 Joch Stecker, 984 Joch Wiesen , i Dorf, 86 Bauernhöfe, 19 Häuser, 650 Seelen, undj Z,4vo Stück Horn¬ vieh. Stern unterm LebenberF , ein Barsn Fuch- stsches Gericht, grenzt an Meran, Niedcrla« na, und Castellbell. Dieß Gericht enthält: r B.-rg , i Fluß1 Bach, 2 kleine Dörfer, e Weiler, z chlößer, darunter r verödetes. Tiftus, oder Majenburg, ein Gericht, grenzt an Stein unterm Lebenbcrg, Meran , Burg¬ stall, Castellfond, und Ulken« In diesem Ge¬ richte richte find gelegen: i Fluß, i Bach, i gro¬ ßes Dorf, i Dorf von Mitterer Größe, z klei¬ ne Dörfer, 5 Weiler, ; Schlößer, darunter g verödete, 2 Edelsitze , i einzelner Hof , i7l Bauernhöfe, i Pfarr , und 7 Häuser. Der Seelen sind rgoo. Der Name MHcnbnrg kömmt von dem in diesem Gerichte gelegenen Schloße gleiches Namurs» Tprol, Vormahls Terioli genannt, ein im Landgerichte M^ran, oberhalb di ser Stadt, ge¬ legenes Haupkfchloß, von welchem man ver- muthct; daß das Land seinen Namen habe. Ulten , ein ErafTrappisches Gericht, grenzt an das Gericht Tifens, Stein unterm Leben- -erg , Casicllfond , Rabbi, und Casiellbell. Die¬ ses Gericht enthält: 12 Berge, 5 Alpen, 1 Fluß, io Bäche, i zerstreutes großes Dorf, 2 zerstreute Dörfer von miktcrer Größe , y Weiler, v Edelsitz , z? einzelne Höfe, zyo Bau¬ ernhöfe, i Schloß, i Pfarr, s Kirchen, izz Häuser, und Z,6oo Seelen. vinstFan, auch Vinschtgau, vallis vonus- ta , nimmt seinen Anfang im Gerichte Nauders- berg an der sogenannten Malserhaid bey dem See, wo die Etsch entspringen soll, u»d dehnt sich bis zum Landgerichte Meran, wo eigent¬ lich das Burggrafenamt anfängt. D-e ersten Bewohner dieses Thales waren die Veno.ues, von welchen dasselbe den heutigen Namen hat. diesem Thale liegen die Gerichte Nauders- , Glurns , Marienberg , CasteUb-'ll , Dchlanders, Montani, Durgrofcn, die ,?err- fchaft das Schloß Fürstcnburg , und die Probstey Eyrs. JaZ ZSL Das weltliche Gebiet des Bißthums Trient. Thcrrten: Außer der Anichischen großen Charte von Tnrol, vnd der Baron von Spei gischen, über d n südlichen Theil d-eseö Landes, kommen ge- märrig folgende Epecialcharten anzusetzen, als: 1'sjlksntii principatnr, in Hondri Sova sccurara Italiae doäiervae äeserrpno, 1'erriiorio 6i 'I'rento, Lxcnäcbat Ouiljemus Llasv in nvv. ^tlau, oder Wcltbeichr. lerritorio äi Irentv , in Iasonii atlanr. miuor. lerritorinin Driüenn'nnin, in Jansonil NOUV. Bei. ou Ikear, äumonäo. Orient mit 6er Oegenä ank 2 Ltunäen. Ivb. Lrriübcck znn. fee. L exc, Schriften: lani ?zerrsti I'incii mant sä rover L i1-> Instr. s'rincip Ckr^rk Na lrntiuin <7arä kriä. L 6pl8Lvp. ürixin 6e Ze^tis liucnin IHclenki-. nornm, üe Oallornm 8enonnm aclvenm in chz- liom, 6e online urki«'5riüenc äe a^xell^tio- ne, L travLitu »lpium, 6s con6nibn8 lraÜL, I i l IVlantnse in TÜil» >8 Venenrini knünelli — M i). XXXVi in tot. Der erste Lhcil er¬ schien in einer ilast nischep Nibers^vng, unter -em Titel: ^nusli > overo Cdrovi<.de 6i Dremo con» - 0-7M7-0 ."-OZ ssniposte — — kzrrrlro ?incio. M. Irist. ^548- Hieran, lartgrotti Roboretani 6s ori^ine yccleliL 1'riäentinL, L primis ejus i^piscopis Liilsortatio 4. Venetiis N. O. 0. <3. XL.. LH kluvc Lpiscopornm Iriäcnrinorum catalo- zum, cum ncijeKo aä kinZulos t- rc vitD com- xenäio ab incsrto 8criptors cvnciunMum s primo eccleÜL IriäsntinB exorclio usgue r>A 3NNUM N -LL. XL.. öidlivlkecL auZ. 'I kercstan« Loseplius Lxergelius L). L). Li. N. Li. <36. L.. IV. in 4W. Ein Mannscript. Nonumems ecclcstT Irrst. volum ni; ter- rü pars aliera, iu yna cvutinerur tristenkinornm Anastilnm Leries Universa comme Mario Listo- rico— stiplonmkico iliustram. ^ceeäunt cma- 1o§i äe^anorum, caromcorum, prLpotiwrum, »c Luürg^ansorum ejusäem ec.lei'L, nec non MLpoüwrum Kexnl. 8 ^Lickaelis aci Zicketin mc. t'. Lj.'Lrläemi N. L). E<3 I.XV. Der Verfasser dieses Wertes ist Beneeict Bonelli ar§ dem Franciscanerkloster in Trient. Kaisers Conrad II Diplom vom Jahre 1027 . vermög welchem er die Grafschaft Tnenk dem .Hochstift geschcnket. Lüntas Spicil. eccl. 2. Thi. S. 913. Des Cardinal, und Bischof Ludwigs zu Trient Verschreibung, daß er Men Vcrschrci- bavgen seiner Vorfahrer gegen die Grafschaft Tyroi in allen Stürzen Nachkommen wolle. r§78. Lünig cvnt. Lll. 8pic. eccl. S« ^239. I i 4 Bischofs S04 Bischofs Carl , und Domcapituls zu Trient Verschreibung, baß sic den inserirtcn Verschrei- bunten der Bischöfe Georg, und Johannes zu Trient, wegen der Grafschaft Tyrol in den Jahre,l 1454, und 1464 in allem, Nachkommen wollen» Lünigs HI. Lzrieil. eocles. S. 1285. Vertrag zwischen dem R. König Ferdinand L., als Grafen in Tyrol und Bischof Bernard zu Trient wegen der Casielbarkischen Leben, und einiger Vicariaten. 1582. Lünigs cone. 8pic. ecclof. S. rsgo. Ein ähnlicher Vergleich »om Jahre 1232. Kaisers Leopolds Lehenbrief für Bischof Johann in Trient 1698« Lünigs. Lxicil. ecoles, S. 950. Lornsrälft episeopuz IriüenrinuL 1'ticlenti Lol. 1614. Cnrhält die Staeurcn für Trient. Privilegium für das Hochstift Trient, die Gold-Silber-und Kupferbergwerke betreffend. Das weltliche Gebiet, welches ein zeitli¬ cher Bischof von Trient besitzt, ist bloß durch ein« freye Schenkung Kaisers Conrad ll. an das. da gelegene Bißthum gekommen. Daher kam cs auch, daß die Bischöfe in den vorige« Zetten nicht immer im ruhigen Besitze dieses Gebietes geblieben sind. Erzherzog Rudolph übergab bas vom Markgrafen Ludwig von Brandenburg dem Stifte entzogene Gebiet aus freyem Willen demselben wieder zurück. In dem Briefe vom Jahre IZ/-Z, welchen Bischof Albrecht, mit Rath, und Bewilligung des Ca- xituls, den Herzogen Albert, und Leopold auss gestellt ZoZ gestellt hat, darin er sich, und sein ganzes Stift «ruf ewig mit dein Lande Tyrol vereinigt, Hälft und Dieristleistuug^versprach, und nebst Qeffaung über stiftischen Städte, und Vesten verordnet bat, daß die Hauptleute, und Pfleger, beym Antritte ihres Amtes, diese Verschreibung jedes- mahl beschwören sollen — in diesem Briefe kom¬ men im Eingänge diese Worte vor: „ Wir Al- „ brecht — Bischof zu Trient — thuu khund „ öffentlich mit diesem Brief, wan nach er- „ kanntnuß, und Ordnung des letzren Geschäft „ tcs des Wcyl. Hochgeb. Fürst Unser lieber „ Herr Herzog Rudolph seb. Gedächtniß — „ gethan har zu Maylanb an seinen letzten „ Zeiten die Hochgeb. Fürsten seine Brüder „ Unser lieben Herren Herzoge Albrecht, und „ Leopold, Herzoge, und Herren obgenannten „ Landen, Uns, und dem obgenannten Gottcs- „ Haus zu Trient wieder gegeben haben, frcy- „ lich, lediglist), und gänzlich durch die Treu, „ Freundschaft, und Liebe, die sie Uns-^mö- ,, gen haben. Unser Statt, und Burg zu Tri- ,, ent, und all andere Burg , Stäkt , und ,, Märckchr Dörfer , u. s. w. Es werde» da¬ her die Bischöfe zu Trient, und Brixen, als Landsqffcn von Seite Oestreichs, wir schon ge¬ sagt worden, angesehen. Das weltliche Gebiet dieses Bißthums grenzt nordwärts an die in Tyro! gelegene Di- öees Chur, gegen Osten an das Gebiet Feltres , gegen Süden an das vcronesischc Gebier, und gegen Westen an den Brizmer District. Man bestimmt die Länge dieses Gebietes auf 20 Mei- kn, und die Breite auf 16, Von den in diesem Gebiete gelegenen Ber- 5 KM gen find der Ronsberg, und Sulzberg die he- kanntesten; und von den Thälern sind das Zieimsthal, und das Lederthal vorzüglich zir nennen Nähere .Nachrichten von diesen Ber¬ gen, und Thälern kommen in folgender topo¬ graphischen Beschreibung vor. Die bekanntesten Flüße in diesem Gebiete sind: die Etsch, Brenta, Sarca, Nons, und Avis, und von den Seen brr Gardsee, und Caldonazer See. Zu den vorzüglichsten Natur-und Kunst- producten in diesem Gebiete gehören der Wein, die Seide, und der Tobak. Die zwep erste¬ ren Producte sind von besonderem Belange. Ueber deu hier gelegenen Bergbau gibt Frey- Herr von Spcrgcs die treflichsten Aufschlüße in seiner tyrolischen Bergwerksgeschichte. Bey Artzenach, richtiger Erzach, Pc>sen,Orsinaund auf dem Sulz, sind Eisengrubcu. Es ist be¬ reits angemerket worden, daß von den triden- tinischen Bergwerken die Häifte des Bergwer¬ kes dem tyrolischen Landesfürsten gehöre. Tri¬ ent hatte schon im t-ten Jahrhundert eine Berg¬ werksordnung. Jene von raost bezieht sich auf eine ältere. Trient kann daher die älteste Bergwerksordnung aufzeigen. Der Bischof von Trient erhielt schon im Jahre l '82 das Recht zu münzen. Man sehe Petrus Dartholomäi Abhandlung eie moueti8 tristem. L Lüeran. -?49- , > - Die Einwohner find theils Italiener, rhei's putsche. Man zählt in dem Tricntcr-- Gebrete über 14^200 Seelen. Zur Jur Handhabung der politischen Angele? genheiten besteht ein Hvfrath , in welchen; Geist¬ liche und Weltliche sitzen. Jur Besorgung der geistlichen Angelegenheiten ist in der Stadt ein Generalvieariat' Bey dem Domcapitul stehen ig Canonici. Nach der Anordnung Kaisers Friedrich IV. sollen zween Theile der Domher¬ ren im teutschen Reiche, den östrcichischcn Staa¬ ten, oder in dem Trientiner Gebiete gebrchrcn seyn Auch soll Niemand zu einer Domherren- würde gelassen werden, der nicht von Vater und Mutter adelich, oder wenigstens aus der Zahl der Gelehrten fty, Das Douicapitul hat auf den Landtagen Sitz und Stimme. Den Stadthauptmann in Trient setzet das Haus Oestreich. Die Erbämter, welche sich bey diesem Hochstifte befinden, sind diese : a) Das Hofmar- schallamt, welches die Grafen, und Herren zu Firmian bekleiden, k) Das Rstmmereramt, so die Grafen von Arz versehen, c) Das Mund- schenkamt, bekleiden die Grafen von Thun, und ä) das Truchßenamt, die Freyherren von Prato. In Trient besteht ein bischöfliches Semi¬ nar, und ein Gymnasium, welches mit den in den Erblanden gelegenen Gymnasien fast eine gleiche Beschaffenheit hat. Stifte und Klöster in Trient. «) McwnsMster: <6. . Jesuiten in Trient f 1773- !7os« 2»8 1709- Die Conqregation der Väter des Orato¬ rium Sr. Philipp Nerii. IZ24, Augustinereremiten in Trient. 14^0. Reformirte Priester in Trient. 5450. Minoritcn in Trient. 1584. Reformirte Franciscaner in Trient.? 1600. Reformirte Franciscaner zu Borgo- i6n. Hicronymitaner zu Reif. 1607. Reformirte Franciscaner zu Pergine. 1625. Reformirte Franciscaner zu Cles am Nonsbcrg. 1642. Unbeschuhte Carmeliter in Trient. 1662. Reformirte Franciscaner zu Cavales. »664. Reformirte Franciscaner zu Welsch-Mez. b) Nonnenklöster; 1229. Clariffcrinnen zu Trient in der Vorstadt. 15?Z. Clariflerinnen in der Stadt Trient. Zur Besetzung dieses Klosters kam die erste Colonne aus Verona. 17 -«. Ursulinerinnen zu Trient. Nun folge« die in diesem Gebiete gelege¬ nes Zoy ne Gerichte,, und andere merkwürdige Orte, als Ala, ein zerstreutes großes Dorf an der Etsch in den 4 Vicariaten, unter der östrcicbi- schcn Landeshoheit gelegen. Dieser Ort besteht aus Z Dörfern, 4rZ Bauernhöfen, z^r Häu¬ ser , und 4,200 Seelen. Hier hat die Eammet- weberey ihren vorzüglichen Sitz. Listin, Beseno, an der Etsch, ein gräflich Trappisches Gericht, grenzt an Trient, ßolga- ria, und Etsch. Dieses Gericht enthält: i Berg, 2 Alpen, 1 Fluß, i Bach, i Markt (Caiiano) i großes Dorf, z Weiler, 2 Schlös¬ ser, darunter i verödetes, 1 einzelnen Hof, 162 Bauernhöfe, r Pfarr, z8 Häuser, und 1,700 Seelen. 8Ieimschal, val äi Lome, am Fluße Avis, grenzt an Teutscbofen, Eves, Primär, Gru- mcs, En und Caldif. In diesem Thale sind gelegen: der Markt Cavaleso , iü Dörfer und Weiler, und i Pfarrkirche. Der Fluß Avis fließt mitten durch das Thal. Dieser Fluß gibt den Einwohnern Gelegenheit zu einem nicht unbeträchtliche» Handel mit Holz. Die Aviso entspringt im Gericht Eves im Tdal Fasse, läuft südwärs. Bey dem Markte Avis vereinigt sich mir ihm die Reims, und süd¬ wärts von der Sarca verliert er sich in die Etsch. Grumes, oder Grameis, ein Gericht, unter östrcichischer Landeshoheit zwischen Königsberg, «nd dem Flcimsthal gelegen. Dieses Z io Dieses Gericht enthält I kleines Dorf, und 2 Weiler, Iuöle'arien, OiuclicariL, eine Landschaft an der Sarca , grenzt an den Ronsberg, Bell¬ fort, Trient , Arco, Tenno, Lederthai, Vene¬ dig, und deN Sulzberg» Diese Landschaft ent¬ hält : 77 Berge, Z Ferner , z6 Alpen , 57 Thä- ler, und besondere Gegenden, r Fluß, 5 Seen, rz Bäche, i Markt (Storo) 4 große Dörfer, g Dörfer von mitlerer Größe, n kleine Dör. fer, 17 Weiler, 7 Schlößer, darunter 2 verö¬ dete, 4 einzelne Höft, 1654 Bauernhöfe, 7 Pfarren, 27 Kirchen, r Wallfahrtsort, 1 Ein¬ siedelei) , i Schmelzhüttc, i Puivermühle, 16,402 Einwohner, und 10,022 Stück Horn¬ vieh, Das bemerkenswürdigsie in dieser Land¬ schaft gelegene Thal, ist das Thal Randcna. Seine Lage ist westwärts an der Sarca. Man schätzt die Länge dieses Thales auf 14 teutschs Meile. Es sind hier 2 Pfarren, alszu Ra¬ vena, und Lion. Raldonaz, csIstvELt', ein gräflich Trapv xischcs Gericht. Dessen Grenzen sind Trient, Besens, Levico , und Foigaria. Dieses Ge¬ richt enthält: 5 Berge, i Alpe, 2 Thäler, l See, 2 Bäche, z zerstreute Dörfer von Mitte¬ rer Größe, 2 große Dörfer, i Dorf, n Wel¬ ker, r verödetes Schloß, 2 Pfarren, i Kirche, i Einsiedeiey , SiZ Bauernhöfe , 66 Häuser, und 4,020 Seelen. Lederthal, val äi Oestro, grenzt an Ju- diciarien, Teno, und Lago di Garda. Dieses Thal enthält: 18 Berge, 2 Alpen, z Tbäl-r, r See, z Bäche, r Dorf von Mitterer Größe/ O"^Wü7-o Zrr k! kleine Dörfer , 2 Weiler, und i rinzelncw Hof. Leviro, rin Thal, mit einem Markt, und Gerichte gleiches Namens. Dessen Grenzen sind: Caldonaz, Pergine, und Telvan. In diesem Gerichte sind gelegen : 2 Berge, 5 Alpen, I Bergwerk, i Markt, 1 kleines Dorf, r Schloß- 2ry Bauernhöfe, r Fluß, i See, 2 Pfarren, l Einstedeley, 44 Häuser, 2,ovO Einwohner, und 82O Stuck Hornvieh. Mori , IVlurimn, ein Markt in den 4 Vi¬ kariaten gelegen. Zu diesem Orte gehören: 5 Dörfer , 24g Bauernhöfe , 206 Häuser i und 2720 Seelen. An Hornvieh zählt man rovo Stück. Nonsbery, vrst äi Nons, HimiM, ein be¬ kanntes Gebirg, grenzt an das Sulzthal, Ti- sens, Neuhaus, Altenberg, und Iudiciarien^ Dieses Gebirg hat seinen Namen von dem Flu¬ ße Nons, welcher gegen Bündten am Gebirge i! corno äi tre 8i§nori entspringt, fließt durch das Sulzthal, und fallt im Gerichte Kronmetz bey Lana in die Etsch. Das Gebirg liegt sehr hoch - zählt 20 Pfarren, und über 21000 See¬ len. Dieser Berg hat folgende Hauptpäße. Sie sind:itens, der Paß Rochetta, atens, der Peß Ealteri im hohen Gebirge, der Mandel genannt, und gtens, der Paß auf dem sogenannten Zwin¬ genberg, Der Ronsberg ist trächtig an Ge¬ treide , und gesegnet an Waldungen, die gu¬ tes Bau-und Brennholz liefern, und zugleich zum Aufenthalt vieler Hirsche, Rehe, Schwei¬ ne, und Füchse dienen. Bey der am Schloße Belast gelegenen Waldung kömmt der Cimbaum vor. 07^88^0 ZIL vor. Die Waldungen bey Traß find reich an Lcrchcnholz. Im Thale Rums ist ein schöner Marmorbrnch. An der Wirse , Crefin genannt, sind siele Hammerschmieden. In dem Gerich¬ te Bellfort, in dem bey dem Weiler Andal gele¬ genen See, werden schmackhafte Salveiing ge¬ fischt. Folgende Gerichte, die eigentlich zu dem Erschlcha! gehöre», sind auf dem Ronsberg ge¬ legen : i) das Gericht Bellfort, oder Altspau-» er. Es gehört dem gräflich Saracinischen Hau¬ se. :) Das Schloß , und Gericht Spor, in welchem die Dörfer, Groß Spor (8poro maz- xioro) und Kleinfpvr (5xe>ro mivvre) g legen. ?) Lic Grafschaft Flavvn, ein Eigcnthum dec Grafen von Spam. 4) Das Gericht Castel- psund wovon Graf Thun Besitzer ist, und das Gericht val stistiarli. Außer diesen Gerichten find noch folgende auf dem Nonsberge gelege¬ ne Orte zu bemerken, als bas Schloß, nnb der Marke Clesi, das Schloß Arz, und Thun,. Auf dem Ronsberg sind viele Gesundbrunnen gelegen, auch wurde hier der bekannte Verfas¬ ser der Kilorma st' Ivistia, Herr Carl von Pi¬ lati am 28. December 17g g gebohren. Man zählt auf dem Ronsberg 2 Märkte, roo Dör¬ fer , 2,687 Bauernhöfe, 51z Hauser, und 2120s Seelen. persen, Verjzig, ein Gericht, mit einem Markt gleiches Nameuo grenzt an Königsberg, te'g, siel Et. Pietro, Tclvan, Levico, und H'aldo» naz. Dieses Gericht enthält: 5 Berge, r Al¬ pen , 7 Tbäler, i See, 2 Bäche, i Markt , 5 rerstr ute Dörfer von Mitterer Größe, iy klei¬ ne Dörfer, 12 Weiler, 2 Schlößer, darunter r verödetes, l einzelner Hof, 976 Bauernhö¬ fe, Z!Z ft,284 Häuser , 7,422 Einwohner, und 5,200 Stück Hornvieh» Rabbi, ein Thal grenzt an das Sulzthal, und ist Meile lang; cs gehört dem Grafen Thun , dem auch das hier gelegene Schloß Cal¬ ves gehört. Reif, ital, Ilivs, lat. Wxs, eine bischöf¬ lich trientinifchc Stadt, und Gericht an dem Gardsee , !.ßv cii^arclo. Dickes Gericht grenzt an Arco, Gresta , laAo eli žarelo , val c!i Hsäro, und Teno. Es enthüll : b Berge, 2 Bäche , r Stadt, l zerstreutes Dorf von Mitterer-Größe, Z Weiler, l verödetes Schloß, 2 einzelne Hö¬ fe, 2621 Bauernhöfe, z Pfarren, 4 Kirchen, 2 Klöster, 2 Einsrebelcyen, 997 Häuser, 20,002 Einwohner, und rz.ooo Stück Hornvieh. Reif kam als ein Geschenk Kaisers Car! des Gros¬ sen an das Bißthum Zu der Podestarie (Land¬ gericht) von Reif gehören : das Lederthal, die Haupimannschafc Thenn, die 4 Vicariaren, das Gericht Bilein , die Landschaft Judiciarien » Le¬ vico , das Flcimschal, das Gericht Bcgunza», Grumes, der Ronsberg , Sulzberg, das Ge¬ richt Pcrgcn, und Calbonaz» Segunzan, ein dem freyherrli- chen Geschlechte Praro gedöriges Geriäit, grenzt an Königsberg, und Grumes» Di-Hs Gericht entbältr i Fluß, 6 Dörfer, t Schloß , 74 Bau¬ ernhöfe , und 1,202 Seelen. Sulzthal, Val du Sol,VLllis 5olis, grenzt ag den Ronsberg, an das veneorg" G biet, und ün Bündten. Die Länge dieses Thals wb d auf 4 teutsche Meilen bestimmt. Die merkwürdig» K k sie» sten Orte sind hier : Orsana , Mezana, Pkrn, Marteiine, Caldes rc. Tenn, eine Hauptmannschaft, grenzt an Arco, Riva, Lederthal, und Judtciarien. Sie enthält:! Dorf von Mitterer Größe, 5 kleine Dörfer, 1 Weiler, i Schloß, i Pfarr, und i Einsiedelcy. Cramrn, ein trienkintsches Gericht, grenzt an Kalter», an die Eisach, Kurtatsch/ und Ronsberg. Dieses Gericht enthält : i Berg, i Moos, 1 Fluß, i Bach, i Markt, 64 Bauern¬ höfe, r einzelnen Hof, 45 Häuser, und 6oo Seelen. In diesem Gerichte wächst vortrefiicher Wein. Im klebrigen aber ist hier nicht gesund zu wohnen, woran wahrscheinlich die hier ge¬ legene beträchtliche Moosstrecke Schuld trägt- Trient, ital. Trento, lat. I'riüentum, die Hauptstadt im Gebiete gleiches Namens, im Etschthale gelegen. Hier hat der Fürstbischof dieses Gebietes seinen Siz. Von dem Namen, Trient sind die Meynungcn verschieden. Eini¬ ge leiten ihn ab von den Z Bächen, die aus dem Gebirge kommen, und in Trient zusammen fließen , andere von den Beraspizen , zwischen welchen die Stadt gelegen. Der Umfang von Trient wird auf eine italienische Meile bestimmt. Sie liegt von Wien H Meilen , 45 von Kla¬ genfurt, iz von Jnsbrnck, 16 von Bripen, ro von Botzen, und 4 von Rovereit entfernt. Die Stadt hat4Thore, als: das St. Martin- Laurenz St Kreuz und Adlerthor. Zu den ansehnlichen hier gelegenen Gebäuden gehört die Domkirche dem St. Vigil gewidmet, und die Marienkirche, In dieser Kirche ist eine sehenZ- würdige 5l5 würdige Orgel, die aus 24 Registern besteht« Eie ist von weißen, und rotben Marmor ge¬ baut. In dieser Kirche wurde das bekannte geistliche Conrilium gehalten, welches 1545 sei¬ nen Anfang nahm, und 1562 das Ende erreich¬ te. Die S. Peterskrche. Hier ist das Monu¬ ment zu sehen, welches dem tapferen Georg von Frcnndsderg, der in der Schlacht bcy Pa¬ via 1525 geblieben ist,errichtet worden. Unter den weltlichen Gebäuden zeichnen sich die Gebäude der Fugger, und Mabruzen vorzüglich aus« Das bi¬ schöfliche Schloß, jetzt Hrx boni genannt,-prangL mit Marmor und FreScogemähldcn. Die Klö¬ ster, welche sowohl in der Stadt, als in den Vorstädten gelegen, sind bereits ««gezeigt wor¬ den. Die Einwohner sind theils Teuksche, thctls Italiener. Die Zahl der leztcrm ist stärker« Die Seidcncultur ist hier von Belange. Nicht Minder beträchtlich sind der Wcinhandcl , und die Lobakfabrikata. Trient thcrlt sich in das Stadtgericht, und in die Podestarie. Zu dem ersteren rechnet man: i Markt, 15 Dörfer, Bauernhöfe, r/8 Häuser, und 5,600 See¬ len Vier Vicariaten , qugtro vicariari, im Lagerthale gelegen. Dieselben grenjen an das Gebiet Rovereit, an den Gardsee, Venedig, an das Gericht Gresta , und Castellnovo. Die¬ se 4 Vicariate bestehen aus 4 Märkten, wel¬ che sind: Ala, Aviv, Brentonico, und Morr« Die Zahl der Einwohner steigt hier auf 21200 Seelen. Von den 4 Vicariate» waren die Grafen von CasteKbark Besizer, welchen sie aber im Jahrhundert abgenommen worden sind. hat Kaiser Maximilian dieselbe wieder an Tyrol gebracht, und 1532 gab solche Kai* K k 2 , ' scr Zl6 frr Ferdinand dem Evchsiifte, mrl Norbehalk der Lausesbohtir zurück. Das weltliHs Gebiet des ?ZißHums Brixen. Mit diesen! Gebiete hat c > eben die Be¬ schaffenheit , weiche Seite 502 beschrieben wor¬ den ui. Die Grenzen, und der Umfang dieses Gebietes lassen sich nicht bestimmen, da die Gerichte, und Orte, welche zu diesem Gebiete gehören, in dem kyrolischeu Gebiete sehr zer¬ streut liegen. Das Brixaer Gebiet wird in i8 Gerichte abgetheiiet. Gegenwärtig folgen die Schriften, welche unmittelbar das Brixner Gebiet betreff n. Diese sind: Ostglo^uL bipiscopornm strixinoustum u§- que acl bLe uvUra isuipora omui.im , prout ex vetusristLinns leripri^ eolUgere lionit z eiti nän ociuw ruso tlilo cuutrenk, uibi! ramen >m- ruut.-ustum stuxiwuü, gu-cl Ilmilex Iiuju8 ino- sti r>rüo uonuuuquam üstelius incc>erupt!L gn- t puiktui^ veritäiem exprimere vistoakur. gtv. IlrixinK a üttnalo bokio, eccleli« OollsgiiitL Les^T N. r,L in ?>mlstru , Oauonico, cvlleotus, er in luocm estituL. olnuv ll. OXXXil. Mit dein teden Caffeus fängt die tebenoge- schichtc der Bri^uer Bischöfe an, und schließt mit Johann, Thomas aus dem freyherrliehen (j'tzt gräflichen) Haufe Cpaurund Balör. Cr bat die Regierung iur Jahre rzüz am z. August angrfreecn. Beschreibung des fürstlichen Hochstifts, tind Biftbirn'S Brixen, dessen Ursprung, bisan- hero gtwrs-nca -.chösen »edst dazugehörigen kaiftriichen DipIüwalibkL, und bruwtis 8zrno- äuli- 5l7 ÄLlikur. J» kunigs com. Lnicil eeolss. S» «?87- Conzecturs pro nk srenclo ^pl^copatu 8s.- bonienLr sancn Oassinni, !V?,8eop. snbionevüuin korlie llrixineniiuw uns cun: bi8- tori-r ejllxciem eccleilD cstkeclr-qn« — 3b ^c,8. rr<-8uk— ürrxinL spuä j. <7. LrgpL. ^784 4ro. Tinnnlex eccle^L Zghionenüs nunc 8«xi- nsns'i8, qrin8 e renebri8 in lucsm eciiäir ^08. KesciiiuL 1". I. ^u§. Viuäeiill. 17ZZ. Lol. 'LV H. 17^7. ^»numenta veterin ec^leliL krixinsnüZ, in luesm ecliäis so«. tte8ckivL — Lol. üiixinre jo, (738. R.ü^L. 17^5. U Liipxlemenmm monumenta Drixinen- K», uns eum e^ikripkiiz , er insLrip^iomkus in eccleüig conrermmi8, er V3lÜ8 ?üttiL8L, u jo8. I(e8ckio — ürixinL 177^. (7atr!oZN8 per yns,rom Li:e.!e6g8nc3rum , Io.:ormn clice^eüs LnxinsnNk;. snno IVl. -0- (7(.'. I7XXX1 gvo.'L-ixins;, 4'^p ^0. ^e^sr, itnljeo — >^pi8L04> -lis "I^oArs^n. wirser tz4iluiog crjcyeiur mir jeo-uu ociura ^>U)rc, K k Z Heilig, zr8 Heiligmäßiger Lebenswandel des sek. Hart¬ manns , unv Bischöfen zu Brixen — Nebst Nachrichten von allen Pröbsten im Kloster Neu- fijft vom Philipp Ncrio Puell, Chorherren des Et. Augustin zu Neustift 4. Brixen, gcdrukt bey I' Casp. Krapf.1768. Oixloma s8'4) - vermög dessen der R. K-. Ludwig — das Hochstift Brixen in seinen, und des h R. R. Eckuzes nimmt. In Lünigs Contiv. txicit. ecelef. S. 98?- Gründlicher Bericht über des Dißthunr Brixens ^us territoriale, Ninorarum, und Steu. erwesen. In Lünigs eont l. sxicil. eceles. Königs Friedrichs III. Lehenbricf für Bi¬ schof Johann VI. ru Brixen über seines Höch¬ stes Leben, uni> Regalien. rg48- In Lünigs s^icil. eccles. eont. III. Bischof Christophs Andre Oecretg 8zrno- 6,,Iis, wie solche auf dem 8^nc>äo zu Brixen publicirt, und §auf Angehen Bischof Paulinus daselbst corrigirk*, ijxch im Jahre wieder aufgelegt worden sind. In Lünigs 8zgicil. es- cl-s. S° rooz. Vertrag zwischen Erzherzog Maximilian zu Oestreich / als Regenten von Tyrol an einem, bann dem Stifte Brixen am andern Theile, der geistlichen Gerichtsbarkeit wegen. Hermanni» P18 8r3wtnr. fs)rrol. E. 99. Isttt. Zoll - Mühlen - Markt - und Münzordnung für das Hock'stift und die Stadt--Brixen 1179 In Lünigs Ixicil. eccles. L-Thl. S. ioe)<7. I'rivi- Zlh Privilegium für das Hochstift Drchen in Rücksicht seiner Silber--Metall-und Salzberg werke. 1258. Gründlicher Bericht über des fürstl. Hoch¬ stift Brixcn )ur territorsle, er Moersrum » und Stcucrwesens. Ein Manuscript in der Bibliothek Sr. des Paris Grafen von Wol¬ kenstein Excellenz. Jnsbruck. Die Naturproducke, welche das Brixner Gebiet hervorbringt, find mit jenen fast in gleichem Verhältniße, welche die Kreise hervor- brinacn, in welchen Brixnerische Orte gele¬ gen sind. Gleiche Beschaffenheit hat es mit den Kunstproducten. Die Eilbergruben zu Gcrenstcin im Gerichte Lazfons, und Derdins weiden jetzt nicht mehr beleget; eben so auch die Kupfer-und Eiscngruben inr Thale Livinal longo, zu Pescul, Borca, Soldo, Zinzinige, Picolein, Valparola , und Capril. Im Jahre 1489 kam es wegen der im Brixnerischen Ge- bicthe gelegenen Bergwerke zwischen dem Erz¬ herzog Siegmund, und dem Brchner Bischof Melchior von Mcggau zu einem Vergleiche , vermög welchen die Bergwerke zu Gerenstcln, und im Gerichte Buchenstein , durch die näch¬ sten 5 Jahre, von beyden Theilen in Ge¬ meinschaft genoßen werden sollen °— Sper- ges tyr. Bergwerksgefchichtc. S. 6v,— u. 81. Der jetzige Bischof nennt sich Joseph Phi¬ lipp Franz de Paula, aus dem Reichsgrafli- chen Hanse von Epaur. Er warb geboren zu Jnsbruck 171g am a^ten September , wurde Eischgs Seccau 1768 am 18- Octcber, und im eben diesem Jahre am ar. December gewey K k 4 hrt. het. 1^79 am 21; May erhielt er den Ruf als Fürstbischof in Br-xen , und wurde !"8o am 22. März in dieser Würde bestätig». Das Dom- capitul besteht aus einem Domprvbst, Domde¬ chant , Domcustos, BomscholasticuS , und 16 Domherren. Ein zeitlicher Bischof in BriMN ist Silffragan von Hem Erzbischof in Salzburg. Zur Besorgung der weltlichen Angelegen¬ heiten sind der Hofrath, und die Ho^kam- mer bestimmt Die geistlichen Angelegenheiten besorgt das Consistorium unter dem Vorsitze des Domprobstcn , welcher 14 ^wirklich geistliche Rä¬ che zu Gehülfen hat. In Rücksicht der Erbärnter dieses Hoch- siiftes besitzen das Erbniarschallamt die Grafen zu Welsberg, und Priinör; das ErbkÜmmerer- amt dir Freyherrcn Colonna zu Vels , und Schenk-nb rg; das Erbschenkenamt Vie Grafen von Thun, und das Erbtruchsessenarm die Gra¬ fen von Wolkenstein , und Rotheneck. Der kandesfürst in Tyrol ist des Stiftes Erbvogt, und besetzt als solcher von demselben risch viele Lehen. In Brixen besteht ein Gymnasium , wel¬ ches fast gleiche Beschaffenheit mit den übrigen östrr ichischen Gymnasien hat. Die hier gele¬ gene Buckdiuckeeey ist im 16. Jahrhunderte entstanden. Die im Brixner Gebiete gelegenen Stifte, «W Klöster folgen gegenwärtig in chronologi¬ scher Ordnung. B) S2l s) Tollegiatstift: lLk8. Collcgiatkirche 8. V. Nori« in ambitu in Brixen- An der selben stehen ein Probst, uno 6 Capitularherren. b) Zrguenstifte: i'2Z;. Clarisserinnen in Brixen, Im Jrhre 1782 befanden sich in diesem Stifte r Priorinn , 42 Conventualfrauen , it Schwestern, und r No oizinu. r68?« Nonnen des St. Benedicts zu Erben bey Et. Kreuz, gestiftet von dem C -pi- tuiarherrn, und Pfarrer zu Klausen, Herrn Mathias Jenner. In dreftm Stifte befanden sich 1782 , mit Jr-be- grif der Aedtiffnn und Priorinn, 37 Chorfrauen, und 14 Schwestern. 1739- Englisches Fräuleinstift in Brixcn. Im Jahre 1782 haben in befliselbeu gcievt 14 Domicellaren mit Jnbegrif der Obc- rinn , 6 Jungfrauen , und 8 Schwest.ru« 2) Mönchklöster: 1622. Capuciner zu Brunesen. Reformirte Franziscaner in Brixeu. ^699. Capuciner zu Klausen, Ü9 Nonnenkloster: 4741. Ursulinerinnen zu Et. Nikolaus in Brun- K k 5 neclen. ecken. In diesem Kloster hüben im Jahre 1780 gelcbck; i Oberinn, r Prä- fecti.rn. i8 Conventualfrauen, 6 Schwe¬ stern , und 2 Novizinnen. Paulinus Mayr, der 84te Bischöfen Bri- Jen. har in seinen Testament ein Legat zur Gründung eines Jesuiten Collegiums , oder Re¬ sidenz gemacht. Allein ungeachtet seine Nach¬ folger sich alle Mühe gaben, diese Stiftung zu Stande zu bringen, so waren doch alleBemü-- Hungen vergeblich. Im Jahre 1724 datirt Wien am la. April, ist folgende kaiserliche Entschlie¬ ßung erfolget. Hier ist ihr Inhalt: „ Uns ist der „ allerunkerthänigste Vortrag gemacht worden, ,, was massen der Bischof zu Bnxen ungchin- „ dert Unsers dagegen gefasten Schlusses sich ,, noch imw-r in denen Gedanken aufhaltc , „ die jvtroäuerwll deren ?. 8. i. in ftlbi? ,, ger Stadt zum Stand zu br-ngen , wann ,, selbiger jüngsthin in seinem alikier seyn sich „ neuerlich hat vernehmen lassen, ob wäre er „ denen weltl. Pri.stern die unteren Schl'/en „ nach w-iters zu lassen, und alle!!! poesim, „ und ksierorjnLM nebst der Isioolochg morsü „ mit der Oirecüan d ö 8ominarii deren ? „ 8 I. in der Anzahl von mehreren nicht , als „ etwa zehea Geistlichen zu übergeben gesin- ,, net, welches, wie derselbe vermeint citra ,, uUum xrLjuäicium des cleri «Lcularis ge- „ stochen rannte --Gleich wie aber all An« „ gebrachtes keineswegs von solcher Beschassen- „ hcit, daß andurch dasjenige , welches Uns „ zu der in Sachen gefaßten K.oxolunvn be- „ wogen hat, im mindesten ans dem Weg qe- ,, räumet, und gehoben werden könnte. Als „ habt ihr gedachten Bischöfen deutlich auzu- „ zeigen, L«3 „ zeigen, das die Kmiones xndl. , vielleicht „ wohl auch das, Leibst eigene Interesse seiner „ Kirche die Vermehrung deren Schulen, und „ Collcgien in Tyrvl nicht gestattet , ihme „ Bischöfen aber gleichwohlen uuverwehrt bliebe, ,, 2., z. 4., oder mehrere patres, die er zu „ seinem privat G 'brauch, nud consolativn , „ oder auch pro IVlilsionariis uökhig erachten „ möchte, bcy sich an seinem Hofe bcyzubehal- „ teil, und die gestifteten legata glcichwohlen ,, zu ihrem Unterhalt , oder in andere xios „ Illlus anzuwendcn. Gleichergesialken wirk' de- „ »en ?. ?. 8. unter einstens Unsere vorhin ,, geschöpfte landesfnrstl. Resolution zu wi- „ derbolen, und zu erklären seyn, daß, wann „ die katres sich zu Brixen mit einem collegio , 8eminario, und Schulen stabiliren , oder „ einführen lassen würden, Wir eS endlich an- „ derst nicht geschehen lassen könnten, als daß „ sie zu gleicher Zeit ihr coUegium , und Schu- „ len zu Hall aufheben, uuo verlassen sollen, „ und müßen. , In dem bischöflichen Seminariv in Brixen haben im Jahre 1780 24 Alumnen, und Con- victores gelebet. Nun folgen die zum Brixnergcbiete gehöri¬ gen Gerichte, Städte, u. s. w. Albeins, Hlbivum, ein Gericht im Eisach, im Viertel gleiches Namens. Die hier gelegene Pfarr zählt bey 460 Seelen. Anras, ^naraüim, ein Gericht, im Pu¬ sterthal gelegen. Dasselbe grenzt an lrenz, Windjschmatrey, und Heimftls. Es enthält: 25 A 24 25 Berge , ü Alpen, 7 Thäler, 2 Flüße, 2; Bäche, 5 große Dörfer, 1 kleines Dorf, ir Weiler, i Edelsitz, i einzelner Hof, 211 Bau¬ ernhöfe, 2 Pfarren , 6 Kirchen, 82 Häuser, rzo-o Seelen, und 6,900 Stück Hornvieh. Anthokz , ein Gericht im Pustcrthal, grenzt an Welsberg , Täufers, Virgen, Altrasen, und Ultenheiin. Es enthält: 8 Berge, 5 Alpen , 2 Thaler , 2 Seen, 7 Bäche, 2 große Dörfer, 2 Weiler, ic Pfarr, 2 Kirchen, l Waldung, 52 Bauernhöfe, und 42 Hünsrx. Die Pfarr Antholz zählt 902 Seelen. Brauneck, nach einigen Brurrnecken, viel¬ leicht richtiger Bruneck, eine bischöfliche Stadt am Fluße Rienz, im Pusterrhal gelegen- Die¬ selbe grenzt an das Gericht Utteuheim, Alrra- scn, und Welsbcrg. Ihre Entfernung von Wien beträgt 65; Meilen, und von Brixen 6. Das hier gelegene Schloß, wie auch die Stadt hat Bruno von Kirchberg, der tzzte Bischof in Brixen, von neuem erhauet. 1271 hat Kaiser Kari lV. der Stadt Bann, und Acht von neuem verliehen. Hier befindet sich ein Capu- cinerclostcr, und das Ursulineriusirrut. Auch Ist hier der Postwechsel zwischen Niederndorf und Uukervieu el Zu der Stadt gehören: 2 Berge, 2 Dörfer, als Althofen und Tessel- berg, 6g Bauernhöfe, i See, i Wildjee im Prags, wovon die Hälfte nach Brixen gehört, so Häuser, und izoo Seelen. Brrxen, die Hauptstadt deS'Brixner Ge¬ bietes, und R siveu; eines zeitlichen Fürstbi¬ schofs. D«eseche ist am Eisach, im Viertel gleiches Namens, 69 z Mtilen von Wien gele¬ gen« ZrZ gen« wurde der bischöfliche Sitz von Gceben hierher verlegt. Die Stadt hak ; Tho¬ re, als: das Platzthor, Aitenmarktthor, Stadl- thor, Krcuzsrrasscnthvr, und Stufflerthor. Die Häuser haben nach italienischer Art gewölbte Bogen. Zu den hier gelegenen bcmerkcnswür- digsteu Gebäuden gehört die Domkirche; die Pfarrkirche , bey welcher ein Pfarrer mit Cooperatoren sieht. Zu derselben gehören auch das Bencsiciat zu Tiscns, nnd die Eppositur zu Lfchctsch. Die Pfarr har im Jahr 1780 Z805 Seelen, roo Getaufte, 78 Gestorbene, rind 29 gekraute Paar gezählt. Ferner kommen zu nennen: der fürstliche Pallast, das Nach¬ halls, und die Kirche St. Jsilianr. Die hier gelegenen Mönch - und Nonnenklöster sind be¬ reits augezeigt worben. Auch befindet sich hier der Postwcchscl zwischen Untervintel und Koil- mann. In der Gegend um Brixcn wächst ror- trcflichcr rothcr Wern. Drixner ^oftrericht, grenzt an Sterzing, Rothcnech, und Niol. Dieser District enthält: r Alpen, : Thal, z Dörfer, 86 Bauernhöfe, iz Häuser, und 800 Einwohner, Bucheusicin , nach anderen Puchenstein, livin-i konZÄ, ^usiraciuM. Ließ Gericht kam »850 von einer adelich.cn Familie an Brixen. Die Grenzen dieses Gerichtes sindEves, Wol- kcnstein, und Ampezzo. Dasselbe enthält: n Berge, 4 Alpen, 2 Bergwerke, 2 Dörfer von Mitterer Größe , 6 kleine Dörfer, 17 Weiler, 2 Bäche, 1 Pfarr, i Schm-Izhätte, 228 Baus ernhöfe, Z2 Häuser, und sc kleine Dörfer, 6 Weiler, i ein¬ zelner Hof, r Pfarr, 1 Kirche, 47^ Bauern¬ höfe, Häuser , und Z115 Seelen. Dieß Gericht hat von dem hier gelegenen Thal Fas- cia, nach andern Fass« , den Namen. Hier ist der Sitz einer Hauptmannschaft. Fascia, s. Evas. Klausen, Oulium, ital, t^hiula 6i llressg- none, ein Städtchen an der Eisach, im Viertel gleiches Namens, im Gerichte Gufidaun gele¬ gen. Die Stadt sieht unter östreichischer Lan¬ deshoheit. Eie hat 2 Thore, das Vrixner Thor, und bas Botzner Thor. Dichter ge¬ legene Pfarr ist dem heil. Apostel Andreas ge- weyhk; dann ist hier »och eine Kirche, zu den Aposteln genannt, und ein Capucinerkloster, welches mit seltenen Gemählden pranget, ge¬ legen. Die Pfarr zählt bry yoo Seelen. Zu dem Bezirke der Stadt gehören: r Bauernhof, und 106 Soldhäuser. S. Soben. Das Ge¬ richt Klausen enthält: 2 Dörfer, n; Bauern¬ höfe, 142 Häuser, und 1702 Seelen. " Lazsous , laris lnuäii , auch sons latin», rin Gericht, grcnzr Ä llthurms, V-llanders, und Sarenthzein. Es rnrhälr: a Berge , 2 Alpen, i Fluß, 2 Bäche, 1 großes Dorf, 2 kleine Dörfer, 2 Wei'er, r einzelner Hof, H4 Bauernhöfe, 2 Schlößer, 57 Häuser, darunter 24 Soldhäuser, und i,zoo Seelen. Liisen, 5«- Liisen, oder Lisen, ein Gericht im Puster- rhal, grenzt an Rokhcneck, Michälsburg, und Brisen, und enthält: 2 Berge, 2 Alpen , 7 Bäche, l großes zerstreutes Dorf, 4 Weiler, io6 Bauernhöfe, i Pfarr, 4z Häuser, und 2,500 Seelen. Niedervientel, oder Untcrvientel, einGe« richt im Pusterthal gelegen, grenzt an Ster- zing, Täufers, Schöneck, Lisen, und Rothen- eck. In diesem Gerichte sind gelegen: 5 Ber¬ ge, i Ferner, 4 Alpen , i Bergwerk, r Thai, i Gee, 1 großes zerstreutes! Dorf, r großes Dorf, 1 kleines Dorf, r Weiler, 2 Kirchen mit 2 Curaticn, 160 Bauernhöfe, 77 Häuser, und 1800 Seelen. Am Schwarzriflberg bricht blauer Marmor. In Untervientl ist der Post¬ wechsel zwischen Brauneck und Bnxen. pfeffersberg, ein Gericht, grenzt an Dric xen, Rotheneck, Gufidaun, un d Vellthurms. In diesem Gerichte sind gelegen: » Berg, Muß, 2 Dörfer von Mitterer Größe, 6 kleine Dörfer, i Weiler, i Edelsitz, 70 Bauernhöfe, und zü Häuser. Der Seelen werden 6zo ge« zählt. Riol, ein Gericht, im Viertel Eisach, ist zwischen Salern, und dem Brizwer Hofgc- richt gelegen. Hier find der Riolerberg, und r Weiler zu bemerken. Dieses Gericht gehört nach Neustift. Salern, ein Gericht im Pusterthal, grenzt an Skerzing, Riol , Neusttft, Brisen, und Earcnthcin. Es enthält: 5 Berge, 2 Alpen, Fluß, L Bach, r zerstreutes großes Dorf, l l s-8 r großes Dorf, 4 Weiler, r verödetes Schloß, 2 Edelsitze, i einzelner Hof. nn Bauernhöfe, r Pforr, i Blockhaus, r Gesundbrunnen, 41 Häuser, und 8oo Seelen. Geben, ein Bergschloß am Eisach, und der T-enne im Gerichte Lazfons gelegen. Hier war im 4tcn Jahrhunderte ein Bißkbum /wel¬ ches im roten Jahrhundert nach Brisen über¬ setzt worden ist" Das hier gelegene Benedicti- nrr Nonneiistift ist 1782 erloschen. Thurm am Gabor, l'urris gst Oscleram, ein Gericht im Pusterthal gelegen, grenzt an Michälsburg , Alkrasen , Ennenbcrg, Wolken¬ stein, und Rothcneck. ' Dieses Gericht enthält: 2 Kerze, l Fluß , 2 Bäche, 2 zerstreute große Dorf r , 2 Dörfer von Mitterer Größe, 2 klei¬ ne Dörfer, , üchlc ß, t ^6 Bauernhöfe , z Kir¬ chen , 4^ Häuser, und 2000 Seelen. Veldes, eine briMnsche Herrschaft in Oberrrain, s. Feldes in Krain. vellthnrms, ein Gerjchtzwischen Lazfons, und Pf.-ffereberg gelegen» Dieses Gericht ent¬ hält: i Berg, lÄ!pe, iFiuß, 1 See, »Bach¬ ra Dörfer, darunter l von Mitterer Größe, ! Edelsitz m cinietne Bauernhöfe, r Pfarr,42 Häuser, und ic-'o Seeler> Dre Düllcyen -e« teutschen Mrdens» Von dein Daleyn des kcutschen Ritteror¬ dens an der Etsch, und au dem Gebirge irs Tyrol, we>s man nur so viel, daß derselbe 1215 ein Haus zu Botzen gehabt ,hat, DicLa'U- des- S «9 descsmmenthur hatte anfänglich seine» Sitz jen- seit der Eisach an dem Orre, wo jetzt das Siechen¬ haus gelegen, allein die Ueberschwcmmungen , welchen der Ort öfters ausgcsetzct war, haben den Anlaß gegeben, daß der Landescommenthur das Schloß Wcgenstcin, ober Weg am Stein, bey Botzen gelegen, zu seiner Residenz gewählt hat. Dieselbe ist cs noch. Der Orden hat dieß Schloß 1^02 von denen von Greiffenstein als ein Ge¬ schenk erhalten» Man schüch die Revenuen die¬ ses Hauses jährlich auf 4,002 Gulden. Das zweyte tcutsche Haus war bey St» Elisabeth zu Trient gelegen» Dasselbe war vor-, wahls ein Kloster Augustinerordens, und wur¬ de ise; von Jnnoccntius IV. dem tcutschcn Orden geschcnket. Dieses Haus aber ist in der Folge erloschen. Um den Abgang dieser kom¬ mende zu ersetzen, hat sich 1781 der damahlige Landescommcnrhur , Freyherr von Kavanagh entschlossen, zum Besten des Adels eine kom¬ mende zu Lana zu stiften , allein er konnte hier¬ zu die ,'andessürstliche Entschließung nicht er¬ halten» Das dritte tcutsche Haus liegt auf ^em Ritten zu LengMoos. Die Entstehung dessel¬ ben sezt man in das 1 te Jahrhundert, und man gibt Bernard von Lengmoos als Stifter an. Das vierte tcutsche Haus ist zu Schlan- ders im Vinstgan gelegen, und gehört hierzu die Pfarr bey unserer lieben Frauen an Rein in Schlanders. Kaiser Friedrich ll. hat diese Pfarr dem Ritterorden geschenket. L l Das 520 Das fünfte tcutschc Haus, in Sterling, Ha¬ den Hugo, Graf von Läufers, und dessen Ge¬ mahlin« Meiheit 12s; gestiftet. Papst Urban Hal Liefe Stiftung bestätigt, und Bischof Bruno zu Brixcn hat barzu die Pfarr in Sterzing ge- schenket. Der Landescommenrhur zu Wegcnstein sind jetzt untergeordnet: die Commcnde in Lcnginovs, Schlanders, und Sterzing Die Pfarren, und Güter, welche dein tcutfchcn Ritterorden in Tyrol gehören, sind diese, als: die Pfarr an: Rein in Schlanders, zu Lana, Sarentyal ,Paß.- eyer , Lengmoos, Laß , im Gerichte Schlau- ders; Unteryhn im Gerichte Ritten; Wangen, Mareik, und Sterzing; dann die Curatien in Gargazon, Gosftnsaß, Moos, Ried, und Völ- lan; ferner das Curatbenesicium an der Kirche in Wegenstein , Lengstein, Oberinn , Päsigl, Wangen, und Walten in Paßeyer; das Bene- ficium an der Pfarrkirche in Botzen ; das Bene- ficiat bey der Cvmmcnde in Sterzing, die Früh» messe in Lengmoos , Unterin , und Wangen. 1470 wurde der Burgfrieden Reifenstein vom Erzherzog Siegmund an den teutschen Orden-, übenassen , wofür für eben den erwähnten Erz» Herzog ein Jahrtag zu halten ist. 1657 sind verschiedene Grundstücke von dem damahligcn LandeScommcnthur Vintler angekauftt worden. 1670 ist von dem Landescommenrhur Grafen von Thun das sogenannte bayrische Urbarium erkauft worben; hingegen mußte die Cvmmcnde in Trient verkauft werden. 17.. hat der Lan- bescommenthur Freyherr von Kaganagh für 6 arme Männer eine Stiftung gemacht, und die- ftlbe der Landescommende inWegamStein zu» ge- S3« Aekheilt. 1777 brachte der Landescommenthur, Rcichsfreyherr von Ulm, das Zinsurbarium iir Botzen, und 1778 das Gericht zum Stein anfnr Rieten, im Viertel Eisach gelegen , zu der Lan, descommende. Die fürstlich Dietrichsteinische Herrschaft Trasp. Dieselbe ist in Unterengadein gelegen, grenzt nordwärts an den Inn, ostwärts an Marien¬ berg , und westwärts an Bündten. Im laten Jahrhundert wohnte in Unterengadein zu Fet- tan, letzt ein großes Dorf an der Landstrasse, der Ritter Ulrich , welcher jenscit des Flu¬ ßes Inn , dem Dorfe Fettan gegen über, das Schloß Trasp erbauet hat. i2gz wurde dasselbe von Sweigher Reichenberg an den Gra¬ den Meinhard zu Tyrol verkauft. l686 schenkte Kaiser Leopold dasselbe dem Fürsten Ferdinand Joseph von Dtetrichstein mit aller Landesho, heit, wodurch der Fürst Sitz uyd Stimme auf dem Reichstage bekam. Fürst Ferdinand erbot sich zu einem beständigen Matricularanschlsg von 76 fl. An Kammerzielern ist ein zeitlicher Besitzer dieser Herrschaft zu jedem Ziel auf 49 Rchochlr , 70 kr. angesetzt. Das fürstlich Dietrichsteinische Haus wird in Ansehung der Reichsanlagen von dem Erzherzog in Oestreich, als gefürsteten Grafen zu Tyrol, vertreten. Die Herrschaft sieht unter der östreichischen Dberbothmäßigkeit. In dieser Herrschaft sind Liegen: 8 Berge, 2 Alpen, das Schloß Trasp, das große Dorf Fontana; die Weiler FlormS, L l a o Hauftr gezahlt; und die Volksmenge belief siv auf 752,6^ Köpfe. Darunter be- l fanden sich männlichen Geschlechtes von i bis 17 Jahren 66.470 Köpfe. Von i8 bis 42 waren 58'527 Seelen, und von 41 Jahren Lis hinab 51,8 ch Der Juden waren iz' g Köpfe; daru ter sich 6^8 vom weiblichen Ge¬ schlecht befanden. Die Volksmen.gr in den Vorlauben beträgt letzt, mit Jnbeqrif der vor- arlbergischen Herrschaften, :6o,ooo Seelen. Im Jahre 1787 waren in den Vorlanden mit Aus¬ nahme des Vorarlbergs. , Gebohtie . . . 14.777 Gestorbne. . . 10,979. Getraute . . . 2,968 Paar. Der Ucberschuß an Gebohrnen betrug 7798. Unter den Gebohrnen befanden sich 7594 männ¬ lichen , und 678Z weiblichen Geschlechtes; und unter den Gestorbenen waren männlichen Ge¬ schlechtes 5620 , und weiblichen Geschlechtes 5879« Die Vorlande werden gewöhnlich in drey Haupttheile abgesondert. Es sind dieser I. bas Breißgau; ll. das eigentliche schwäbische Oest¬ reich ; und 111. dir vorarlbergiftLcn Herrschaf¬ ten. Da aber diese letzteren abcrmahl dem Lan¬ de Tprol zugetheilt sind; so besteht jetzt Dor» deröstrcich nur aus den zween vorstehenden Hauvtcheilen. Die Dorlande werden nach der reurschen Schnlvirfassung in vier Kreide abge¬ sondert, als 39 in das untere Land BreGgau , d) indas obere Rhemviertet o)in Ober - und Nieder- SA«- Niederhohenberg, und in dir kaudgrafschaft Ncllcnburg, ä) in die Markgrafcnschaft Bur¬ gau, und die Landvogtey inOber-und Nieder- fchwaben. Die Verwaltung der Vorlande war noch zu Anfänge des gegenwärtigen Jahrhunderts mit der Landesverwaltung in Tyrol vereint ; und die Landesstelle für diese bcydcn Länder be¬ fand sich in Insbruck. Die Landesregcntctt hatten zugleich die Regierung der Vorlaube , wie Seite 352 zu lesen ist, über sich. Zm Jah¬ re 1752 war für die Vorlande eine Repräsen¬ tation, und Kammer zu Costanz niedergesetzek; im Iuly aber ward diese nach Freyburg unter dem" Titel: k. k. Regierung, und Kam¬ mer in den vordcröstreichischcn Fürstenthümern, und Landen, übersetzt, wo dieselbe noch be¬ sieht. Der Chefdiescr kandesstelle (jetzt Johann Adam Freyherr von Bosch) führt den Titel: Präsident der vorderöstreichischen Negierung , und Kammer, Lehcnprobü, und Präses des breisgauisch landständischen Cdnscß. Außer der kandcsstellc bestehen noch : i.) eine Oeco- nomatscommission, 2.) eine Milizcommission, und z.) die Hauptmannschaft der Stadt Co- sianz. Von den zwey Commissionen führt der Landeschef das Präsidium. Dec Landes- sielle sind ferner untergeordnet : n) das Fis- kalamt, bey welchem i Fiscal, mit L Adjunk¬ ten sieht; d) die Landesbandircction mit einem Director, und Unterarchitectcn; c) das Sie. gelamt mit einem Cassicr, und controlircuden Eignator; 6) die Eisenschmclz - und Hammer- werksverwcsung in Bärenthal in der Herrschaft Hohenberg; e) die Eisenwerksverwesung zu Zizeiihauscn in der Landgrafschaft Nellenburgz Z40 k) dieBergwerksvcrwaltnng zu Wimmweiler 'm der Reichsgrafschaft Falkenstein; x) das Münz- amt zu Günzburg; fi) die Prüfungscommisstorr für die Forstcandnaten (diefiibe besteht aus ei¬ nem Präses, 4 Assessoren, und 2 Actuarien) L) das Oberforstamt in Freyburg ; k)dasSalz- verschleißoberamt zu Freyburg , bey welchem stehen: l Oberamtmann, r Controlor , und 7 Salzfactore ; I) das Salzverschlcißoberamt zu Ehingen mit i Oberamtmann , i Einnehmer, r Controlor, und 9 Calzfactoren; m' das Obcrpostamt; u) die Universität, die Gymna¬ sien, und dir keutschen Schulen; o) die Land- vvgteycn mit den dazu gehörigen Aemtern; x) die Kammeralgütcr in Vreißgau, als: daS Waldvogteyamt zu Waldshut in der Graf¬ schaft Hauenstein, und Herrschaft Laufenburg; die Herrschaft Rheinfcld; das Obervogtcyamt zu Trybcrg; das Obervogteyamt der Herrschaft Kastel - und Schwarzenberg ; das Obeevogtey- amt der Herrschaft Kürnberg; 9) Vie Oberzoll- ämler, deren 5 gezählt werben. Diese sind r das Oberzollamt zu Günzburg, Altorf, Gebraz- Hofen, Srockach, und Hrholzheim. In der Markgrafschaft Burgas befinden sich: i Land- zoller, i Dvnauzoller, 14 Hochzoller, 4 Weg: und Brüclzoller, i<> Beyzoller, und 2 Haupt- zollaufsehcr- Zu dem Oberzollamt in der Land- vogtey Schwaben zu Altorf gehören: i Ober- zollcr, r Gegenschreiber, und g2 Zoller- Bey denß Oberzollamt in der Landvogtey Schwaben zu Gcbrazhofen stehen: r Oberzoller, r Controlor « I/ Zoller, 2 Holzzvlleinzieher, und r Schran» Anwärter; ferner das Zollamt in Niederhohen- berg mit 1 Oberzoller, 17 Zollern, und r Auf¬ seher, Dem Rentamte in Oberhohenberg sind 71 Zoller subordinirt. Bey dem Zollamte in Horh steht i Verwalter, dem io Zoller zuge- cheiir 84! kheilt find. Dem Zollamte zu Oberndorf sind 2, und dem Schultherßenamke zu Schöneberg rn Zoller zugetheilt. Zu Besorgung der Zustij- angelegenheiken bestand vormahls in Freyburg ein Appellationsgericht; dasselbe ist aber 1787 erloschen, und geht jetzt die Appellation von den Vorlanden au das in Wien gelegene Ap- pellationsgerichk. Durch ein Hofbekret vom i. Juli) 1782 wurde in Freyburg zur Handhabung der adelichen Iustizangelegenheiten ein adeliches Gericht unter dem Titel: Landrecht, niederge¬ setzt. Das Personal desselben besteht aus r Präsidenten, 4 Rächen, r Secretär , und r Rathsprotokollistcn. Dir Kanzelleygeschäfte werden gemeinschaftlich mit der Regierungs - und Kammerkanzelley besorgt. Wenn bcy der Erimmengebung die Zahl von 4 Stimmen man¬ gelt, kann in Folge des angeführten Dccreks zur Ergänzung der Stimmengeber ein Rath von der Landesstelle beygezogen werden. Die übrigen Grundsätze sind eben jene, welche bey den übrigen Landrechten bestehen. In Folge Hofdeerets vom i. August 1783 ward zu Frey¬ burg eine kandtafcl für den Breißgauer Bezirk errichtet, und dieselbe der Aufsicht des V, Oe. ( jetzt unterenserischen ) Appcllationsgerichts un¬ tergeordnet. In diese Landtafel werden nur die im Breißgauer Landcsbezirke befindlichen ständischen unbeweglichen Güter, und Gülten eingetragen. Oie Eintragung geschieht mittels bloßer Benennung der ständischen Realität. Je¬ de derselben, die für sich allein , und beson¬ ders einliegt, erhält in der Landtafel ihre be¬ sondere Rubrik, darunter alles für begriffen Zu halten ist , was unter solcher Rubrik jn dem ständischen Cakastro als ein frey ständisches Gut «inlkgt. Die Realitäten, welche sich bey einem in Z 42 inder Landtafel einliegenden ständischen Gut be- finden, mitqenoffeu werden , und einer Obrigkeit uutrworfen sind, werden als kein frcycs Ent ange¬ sehen ; Mithin können dieselben unter der Eintra¬ gung bcy der Laudtaftl auch nicht begriffen seyn. Für die Schätzung, Abmessung , oder anderweitige Bestimmung des Werthes eines der Landtafel cinzuserleibmden Gutes hat der Teilnehmer selbst zu jorgcn. Im Falle von einem ständischen Gute ein Thcil abgeschricben werden soll, haben die Stände dieß Geschäft zu besorgen, sie haben sich aber vorhinein mit der Landtafcl , und den Landrcchten einzuvcr- stehen. AIS Eigcnrhumcr eines bey der Land- Lasel vorgemerkken Capirals ist nur derjenige anzusehcn , auf dessen Namen das Capital bey der Landtafel vorgemerket ist; oder welcher sich über das erhaltene Eigenthum rechtmäßig aus¬ weisen kann. In Folge Hofdecrcts vom 12. " September 1782 wird der Appellationszug a.n die Obcramrer gestattet , wenn angesessene Reichsklöster , Reichsritter rc. in erster Instanz erkannt haben; nicht aber , wenn östr. Vogtcy- en , oder andere subordinirte östr. Gerichts¬ behörden in erster Instanz eingeschrittcn find. Von den Insassengcrichtcn kann auch der. Rechtszug an die Oberämter gelangen. Das Hofdeeret vom 7. July 1784 schreibt vor, daß deu Betroffenen, welche von dem Insassenge¬ richte an das Oberamt appelliren, die gesetz¬ mäßige Frist von 14 Tagen zu bestimmen sey, wenn fie dem Oberamte die dey dem Insassen» geeichte ordentlich gepflogene Verhandlung vor¬ legen ; wo aber diese mangelt , oder nicht or¬ dentlich ausgenommen worden, ist die Frist nach der Gerichtsordnung also cinzuleiten, wie in derselben wegen der Verhandlung in erster In¬ stanz 643 stanz vorgefchrieben ist. Bey der r7Zz erfolg- ten Regu-irung der Berggerichte wurde für die Borlanbe ein Berggcricht zu Freyburg ausge¬ stellt. Dasselbe besteht aus i BerZrichter, und Z Assessoren. Demselben sind untergeordnet: die Berggerichtssubstimkion >n der RejchSgrasschaft Falkenstein, unv zu Staufen. Außer diesen? Gerichte sind in den Vorländer! auch 2 Land¬ gerichte vorhanden; als n) das kais. freye Landgericht in Ober - und Niederschwabcn auf der LcukkircherHeide, undin derGepürö. Das- selbe besteht aus r Landrichter, und 4 Lanl- gerichtsstabhalkern; nähmlich in der Mahlstadt Altdorf; bey demselben stehen r Srabhaitcr, r Syndicus, i2 Assessores, und Z Procuratorcs; in der Mahlstadt Ravensburg: 1 Etabhalrer , r Kanzellcyvcrwalter, 12 Assessores , und i Pro- curator; in der Mahistadt W angcn : r Bürger¬ meister , der zugleich Syndicus und Stabhalter ist, i Rathsconsulent, 12 Assessoren, und 2, Procuratorcn; und in der Mahlstadt Jßny: l Stabhalter, i Rathsconsulent, ,12 Assessores , und 2 Procuratorcs- Bey dem kais. frcyen Landgericht d) in Hegau i» der Landgrafschaft Nellcnburg stehen: 1 Landrichter, i Gerichts- schreibcr, i Stabhalter, 4 Beysitzer von der Stadt, 6 vom offenen Lande, r Fiscal, unhH Procuratores. Der Advokaten werden 25 ge¬ zählt. Vorstehende Angabe der Behörden , und des dazu gehörigen Personals ist vom Jahre 1-89- Die Oberämter haben sowohl politische als Civilangelegcnheiten zu besorgen. Die ständische Verfassung weicht in vielen von der in den östreichischen Erblanden ge¬ wöhnlichen ab. Eigentlich werden die Land- Künde in Vorderöstreich in den dreißgauischerr Con« §44 Conscß, und in das schwäbisch.- östrcichisch- stätt« dische Direcloeium, und in den Landesausschuß ringetheilt. Bey dem breißgauischen Conseß führt der kandeschef den Vorsitz ; ferner besteht derselbe aus 2 Assessoren, vorn Prälakenstande, 2 vom Rikterstanbe, und 2 vom dritten Stan¬ de. Zum Prälakenstande gehören: der Fürst und Abt zu Et- Blast, der Großprior des Jo- hanuitei Ordens zu Heitersheim, die Acbke von Schultern, St. Lrnkpert, St. Peter; von Ettcnheimmünster, die teukfche Ordcnocommcn- thur zu Bcuggen; die Collegiatstifte in Wald¬ kirche, und Seck lugen, und der Abt zu Tennen¬ bach. Der Ritterstand wird in die Realisten, und Personalistcn abgetheilt. Zu den ersteren gehören jene, welche zu dem Ritterstaude con- tribuirende Güter besitzen; in die Classe der Persvnalisten aber kommen jene zu stehen, wel¬ che zum dritten Stande contribuircnde Güter besitzen. Der dritte Stand besteht aus rg Städten, und 6 Kammeralherrschaften. Die Städte sind: Freyburg, Breeßach, Villingen, Breunlmgen, Neuenburg, Kenzingen, Endin- gen, Burlheim, und Waldkirchc; hierzu kom¬ men die 4 Waldstätte: Laufenburg, Rheinfeld- Seciilig, und Waldshut. Zu den Kammeral- herrschafken werden gerechnet: Kastelberg, Äürnbcrg , Tryberg ; die Grafschaft Hauen- stiin ; die Herrschaft Nheiufeld, uiid die Herr¬ schaft Laufenburg. Der Breißgauifche Land¬ stand hak seine eigene Kanzelley, bey welcher l Syndikus, i Secretar, Registrator, 2 Kan- zcllisten, und i Aecessist stehen. Ferner folgt die Buchhalterey , und das Einnehmeramt. Das schwäbisch-östreichisch^ ständische Directo- rium zu Ehingen, an der Donau, besteht aus einem Oberdirector, und aus Abgeordneten, welche Z4Z welche find: der Syndikus von der ersten Di- rectorialstadt in Edingen; der Syndikus von der 2ten Directorialstadt zu Rothenburg am Neckar; der Syndicus von der gten Dirccro- rialstadt zu Radolphsz ch am Unternsee; de, Syn¬ dicus der 4? n Directvl-aistadt zu Munderkin¬ gen; der Ober -mtmaiU! zu Warthausen; ' r Syndicus der Stadt Günzburg; t - wann der Herrschaft Wär'enwag, und K - Und der Oberamhnann b; s adeiicker» höuses zu U' springen. Bey der siä ' r Directori lka-zelley st hcn : r EyusS. r Registrator, 2 Protocolttsten nnd 2 Ken zej. dann hat dieß Dirccrvrium seine ri - c ' halt.rey mit r Buchhalter, Und 2 Ea-c ren, i Jngrossrsten, und 1 Ace-ssisten; sev, c l Einn.hmeramt mit einem EinUeyy.-r, troior, und K irzestiiwn. Bey der Reeien; Z Und Kamme- in Fru,öarg hak r ständischer De« pultrrcr Sitz. Die Kunstprc'-ekc ^er Vorlaube sind bald genannt. Am ersten kMin n zu nennen di«; E: en und Hammerwerken am Harras, in der Herrschaft Hohenberg, zu §izer bansen in der Laudgrafschaft Nellcnbnre. Ans Holz uns Mr tall werten viele Waaren v rfcrtigt. linker den Holzwaar-n stftwn die hölzenien Uhren oben an. Sie werden am Schwarzwalde in, Und uni Fu twang häufig verfertigt. Dieftlbeu finden sowohl im Auslande, als in den Erb- landen beträchtlichen Absatz. Die Genfer Uh- renftibricarur in der Stadt Costanz macht be¬ trächtliche Absätze. Eie entstand im Jahre 1785, da sich jn der eben genannten Stadt einige Uh- rensabrirannten von Genf niedergelassen haben. In dem eben genannten Jahre unkermgoJuly M m wurden Z4b - wurben dieser Colonie vermiedene Begünsti¬ gungen zugestaaden, und ein Instrument dar¬ über an die Herren Roman und Milly, als Directores der Uhren - und Juwelenfabrlk, und Repräsentanten genannter Colonie ausgcfertigt. Auf zwanzig Jahre genießt diese Colonie die Freyhcit voi^ allen persönlichen Anlagen. Ihre Equipage, Fabnkwerkzeuge und Maaren sind von allen Eingangsabgabeu, sowohl in Con- stanz , als in den Vorlandes frey; ihre Arbei¬ ter und übrige Einwohner bleiben vom Kriegs¬ dienste , und Milizquartier fcey° In Rücksicht jener Artikel, die zu der Uhren - und Juwelen, fabrik gehören, und in den Erblanden nicht fabricirt werden, genießen sie eben jener Rech- te, wie die Niederlande, und andere abgeson- derte Staaten. Die Colonisten unterliegen bin¬ nen 20 Jahren keinem Abzüge von ihrem Ver¬ mögen, wenn dasselbe an auswärtige Erben zurückfällt; oder wenn sie wieder in fremde Staaten überwandern. Nach diesem Zeiträume sollen nur fünf Percent vom Verkaufe der l!e- genden Güter bczahtt werden. Noch ist der Granaten-und Crpflallfabriken zu erwähnen, die ihren Sitz in Freyburg, Waldkirche, und Rheinfelden haben. In diesen Fabriken wer¬ den Granaten und Krystall gebohrt und geschlif¬ fen. Die Krystall - und Achatschleiferep hak hier früher angcfangen als das Bohren und und Schleifen der Granaten. Die Granaten kommen auS Böhmen. Dieselben werben, so¬ bald sie ankommen, nach dem Gewichte gewo¬ gen, und ihr Werth darnach bestimmt. Von Liesen Granaten, deren Zoo aufs Loth gehen, gilt das Pfund 2 fl. Aeichsgeld; gehen nur 250 Stück darauf, so gilt das Pfund 3t fl» In drin Fall, baß si» so kichk wärm, baß 4»» 547 420 aufs Loch gehest , gilt bas Pfund nur Zv kr. , höchstens r Gulden. Wenn tausend geschliffene und gebohrte Granaten i Pfund wiegen, hält man sie für die besten. Sind die rohen Granaten gewogen und gezählt, so wer¬ den sie tauftndweise an die Meister abgegeben. Bevor die Granaten geschliffen werden, wer¬ den sie gebohrt. Die Aubohrung geschieht mit¬ tels eines Diamanten. Die Granate wirb umgekehrt, und auf bcydcn Seiten angebohrt. Jede wird einzeln vorgenommen, und in eine kleine Maschine , welche auf einem Tische be¬ festigt ist, cingezwängt. Die Maschine ist so beschaffen, daß die.Granate un'er dem Drucke nicht weichen kann. Die Anbohrung geschj ht durch eine starke Mannsperson. Das völlige Durchbohren übernimmt meistens ein Mädchen, welches einen Stift, in welchem zwey kaum sichtbare Diamantstücke eingcsitzt sind, in der Hand hat, ihn in die festgemachte Granate , da wo sie angcbohrt ist, einsctzt, und nun diesen Stift, mittels eines kleinen Bogens, oder anderer geringen Maschine , so lang herum- treibt, bis die Granate von oben herab ganz durchgebohret ist. Tausend, auch raoo Grana¬ ten von mirterer Größe könn » in einem Tage angebohrt werden. Durchbohrt können nur 4 bis 500 Stück in solcher Zeit werden, je nach¬ dem die Stücke groß oder klein sind. Der Ka¬ rat vom Diamanten, dessen man zum Bohre» bedarf, gilt 2 Gulden. Ist der Diamant von guter Art, so dauert er in den Händen eines geschickten Arbeiters Ein Jahr. Die aebobnen Granaten werden geschliffen, damit sie den ih¬ nen nöthigen Spiegel und Glanz bekommen- Man hat eigene an einem Wasser gelegene Schleifmühlen. Diese Mühle besteht in einem M m 2 Wasser- Wasserrave mit Schaufeln, und wird von dem Wasser getrieben. Das Rad treibt eine Daum- welie. An dem Baum sind4 große rothe Sanb-- steine befestigt. Mit der Daumwelle müssen auch diese herum laufen. Vor den Sandstei¬ nen liegt der Arbeiter mit der Brust erhoben, auf einer Art von hohl ausgeschnittenem Stuhl. Indem der Stein herumgetrieben wird, stäufc aus einem Canal immer etwas Waffer auf den Stein. Der Arbeiter hält einen hölzernen Stiel in der Hand, der etwas länger isltz, als eine Spanne, hinten dicker zum Anfassen, und vorne zugespitzt. Dieser hölzerne Stiel, der nöthig ist, weil die Granate zu klein ist, als daß man sie mit der Hand fassen, und schleis¬ sen könnte, ist hohl. Der Arbeiter steckt durch Liesen hölzernen Canal einen Stift von Eilen- draht, etwas dicker als eine Gteckvadel. Auf die außen hervorstehende Spitze des Eisens steckt «r eine Granate; damit sie wieder hcrabfarle, drückt er die in ihrer gebohrten Höhlung auf- gesteckte Granate in einem Stuck gelben Leders das er neben sich liegen hat, fest, legt sich auf Len Stuhl, und schleift. Ein Sandstein lömntt «uf 24 bis 26 Gulden zu stehen. Es geschieht manchmahl, daß die Steine in der Mitte un¬ versehens entzwcyspririgcn. Das Schleifen ist überhaupt eine gefährliche und undankbare Ar- -eit. Der Arbeiter ist nicht selten in seinem 40. oder Zoten Jahre blind, und kann alsdann von Hause zu Hause betteln. Beym Schleifen kömmt's hauptsächlich darauf an, daß der Arbeiter die Granaten in Llauten abtheile. Die, se Abkheilung muß er aber im Kopfe ma¬ chen. Ein geschickter Arbeiter schleift in einem Klage iooo Granaten; dafür ist sein Laglohn Z8 Kreuzer. Wenn die Granaten geschlieffm sind. Z49 find, werden sie 'gleich von Weibspersonen in der Mühle mit Trippel auf einer runden Schei¬ be polirt, wodurch sie ihren herrlichen Glanz erhalten. Die Meister der Schleifer fassen sie auf, und reihen solche an Fäden von türkischem Garn, 50 Stück in jeder Reihe, und 20 Schnür vc zusammen. Von der kleinen Gattung wird das Tausend für 5 ss. oder 1 Ducaten verkauft x irregulär geschliffene werden für 2 bis Gul¬ den , oder 4 Ducaten gelassen» Es gibr deren auch , wo das Tausend 6 fl. kostet. Diese Gra- natfabriken sind das nichr mehr, was sie wa¬ ren , seitdem in Böhmen diese Schleiferey eben¬ falls getrieben wird, und der Granatenschmuck nicht mehr so in der Mode ist. Der Bergkry- stall, welcher in den vorstehenden Orten ver¬ arbeitet wird, wird auf eben die Art , wie die Granaten geschliffen. Man macht davon Klei¬ derknöpfe, Stockknöpfe, Kronleuchter, Trian¬ gel, Kirchenlampen rc. Die wenigen Productc, welche die Vor¬ lande erzeugen, lassen in der Handlung keincu beträchtlichen Gewinn erwarten. Die Ein¬ fuhr ist um vieles beträchtlicher, als die Aus¬ fuhr. Die beträchtlichsten Einfuhrartickel be¬ stehen in Leinwand, Zwirn, Awirnspitzen, Tuch, Wollenzeugen, und anderen Wollenwaaren, Sei« denwaacen, Zinawaaren, Glas , Porzellai», und Galanteriewaaren. Unter den Naturpro¬ dukten ist die Einfuhr an roher Seide, Wol¬ le, Flachs, Hans, Wachs, rohenKupfer, Ei¬ sen, Galmey rc. besonders beträchtlich. Hier¬ zu kommen noch der Kaffee, Zucker, Lhee, alle Arten von Gewürz rc. Au dcn Ausfuistar- kickeln gehören Hornvieh, Pferde, Leder, höl¬ zerne Uhren (sehr häufig) Genfer Uhren, Wein, Mm? Gra- K ZV Gruaten, Krystallwaaren , Holz , Holzwaaren »c. Die Granaten, und Ac--stallwaaren kom¬ men vorzüglich nach Italien, nach der türki¬ schen Levante, in die Schweiz, Elsaß rc. Die Lage der Vorlande macht für dieselben den Zwischen¬ handel beträchtlich. Derselbe kömmt Vorzug- Üch dem Scrassengewerbe sehr zu statten. Die Fracht theilt sich in die Wasser - und Landfracht. D-w Rhein, die Donau, und oer Bodensee tragen zur Beförderung des Handels sehr bcy. Die kandfracht ist in gutem Stande. Die Strassen sind gut angelegt, und für ihre Erhaltung ist gesorgt. Die in diesem, Lande gelegenen Strassen theileu sich in IV Hauptstras¬ sen ; als I. in die Strasse nach Wien. Sie führt durch München, und beträgt von Freyburg A8o,o6o Klafter in der Länge. Die I!ke führt durch Schwaben, und Elsaß über Straßburg nach Frankreich. Man rechnet von Günzburg bis Paris 146 Meilen. Die IUrc gebt durch die Schweiz nach Italien, und die IVte über den Vorarlberg nach Tyro.'. Auch in den Vorlauben ist die katholische Religion die herrschende. Der Bischof in Co- stanz ist der einzige inländische Bischof. Er ist ein schwäbischer Reichsstand, und hat sei- nen Sitz in Mersburg; das Domcapitul aber ist in Costanz. Man ist der Meinung, das hiesige B ßthum sey um das Jahr ^70 von Win- disch , 6 Meilen von Costanz in Helvetien, im Gebiete der Sradt Bern , hierher verlegetwor- Len. Die Gr< uzen dieses Bißthums, welche in der Bulle KaisirsFriedrich l, bestimmt werden, sind gegen Norden bas Bißthum Würzburg, und Speyer, gegen Osten macht der Fluß Ist die 55 k die natürliche Scheidewand zwischen der Augs¬ burger, und Costanzer Diöccs. Gegen Westen dehnt sich die CostanzerDiöces über den Schwarz¬ wald , und das Breißgau bis an die Bleich«- ch«, wo abermahl die Grenze des Bißthums Straßburg eintritk. Vom genannten Fluße ziehr sich die Grenze bis dahin, wo derselbe in den Rhein fällt. Hier ist die Grenze des Basler Dißlhnms. Von hier zieht sie sich am diesseits gen Rheinufer zwischen dem Schwarzwaldc bis zum Thurmsec, von hier bis zu den Alpen, und über dieselben südwärts bis gegen Chur in Bündten. Im Jahre 1779 befanden sich in der CostanzerDiöces 2Z CollegiaMrcher?, r68 Cans- sncate, rar Capellaneyen, 52 Ruraldechantcx- e:i, g; Scparakpfarrcn, 7 Commenden des Maltheser Ordens, 5 fürstliche männliche Ab- teycn , z fürstliche weibliche Abteyen, 74 ungr- fürstete Abteyen mit Prioraten vom männlichen Geschlechte, 41 vom weiblichen Geschlechte, 24z Klöster von beyden Geschlechtern. Die Volksmenge in der ganzen Diöccs belief sich auf 897,624 Köpfe. Darunter waren 6068 Regu- lärgcistliche mit Inbegrif der Nonnen. Den 52 Nuralvechanrcyen waren zugcthcilt 1192 Pfarren, und 774 Capellaneyen. Zu den sepa- eirten Pfarren gehörten 24 Capellaneyen; mit¬ hin waren 1244 Pfarren, und 918 Capellaneyen. Der Nichkbcneficiatcn waren 464, und der Ein¬ siedler rho. Der ganze Eierns betrug 8,902 Köpfe- Darunter waren 2854 Weltgcistliche. Die Zahl der getrauten Paare belief sich auf 7,607, der Gebohrnen auf zg,959 Knöpfe, und der Gestorbenen auf 27,741 ; mithin war ein Ucberschuß an Gebshrncn von 6,218; bas Ster¬ ben traf also den I2ten Kopf. Die fremden Bilchvfe, deren DiöceOnrecht? sich in die N ru 4 Dor- e-üM-'v Z§r Vorlande etstreckeN , sind die Bischöfe zu Straßburg , Augsburg, Chur , und Basel: In Freyburg befindet sich dis Genera lfimina- rium, welches mit den übrigen Generalseminari- en in den Erblanden eine gleiche Verfassung Hat- An diesem Seminario stehen i Rector, 2 Vice- direckores, 4 Studienpräfectc, und r Rech» nungsführcr. Hier folgen nach der Zeitftlge die in den Vorlanden gelegenen Stifte, und Klöster. ») Ritterorden. Teutfcher Ritterorden s Compiende zu Freyburg. zu Beuggcn. In dec Costanzer Diöees. Maltheferorden: rz . Obristmeisterthum zu Heidershcim. Commende zu Villingen seit 1207. In der Costanzer Dlöces- Dleser^Orden wird in Ansehung seiner in den Vorlauben gelegenen Güter als ein östreichischer Landsaß betrachtet. k) Stifte. s) Tollegiatstifte: ^228» Colleegiatstist bcy Et. Martin in Rhein¬ feld. Stifter war der Bischof zu Basel, Heinrich Graf von Thun. In der C. D. IZ87, Colleg'atstift zu Horb am Neckar in der Grafschaft Hohenberg. Rudolph Graf von Hohenberg hat dieses Collegigt auf 12 Chorherren gestiftet. In der C. D. 55z g) Toklegicrtstifte : r4'?4. Collegiatstift zu St. Margareth in Wald- kirche. Im iv/cn Jahrhundert befand sich hier ein Nonnenkloster "des St. Dominik. In der C. D. d) Chorherrensiifte: xo . Chorherrenstift zu St. Stephan, und Nielas in Costanz. In der C. D. ngi. Regulirte Chorherren des St. Augustin zu Waldsee in der Grafschaft Waldburg. In der C. D- royz. Regulirte Chorherren des St. Augustin zu St. Märgen im Schwarzwalde. In der C. D. 1276. Chorherrenstift des St. Johann Baptist in Costanz. Anfänglich war es ein welt¬ liches Coilegiatstift. iZ2o. Chorherren des St. Mauriz, und Re¬ migius zu Ehingen, am Neckar. c) Lenedictinerstifte: 62.;. Benedictiner zu Echrtttern am Fluße gleiches Namens. Vor Alters wuede der Ort Offenzell genannt. 858, Bcnebictinerstift zu St. Blasi, an der Alb, auf dem Schwarzwald. 1747 wurde das Stift in den Reichsfürstcnstand, mit Er- theilung der 4 Erbämter, erhoben. Wegen der Reichsgrafschafk Bondorf, welche 1595 Abt Martin I. gekauft hat, führt ein zeit¬ licher Abt zu St. Blasi Sitz und Stimme auf dem Reichstage. Die Grafschaft ist im schwäbischen Kreise gelegen. Die dem M m 5 Stifte 5Z4 e) Benedretinerstifte (St. Blafi) Stifte St. Blasien gehörigen Herrschaften und Gäter werden in Rcichsherrschaften,, in inländische Herrschaften, und Schwei- zergüter abgethsilt. In dem Reichsgebiete find gelegen: die Grafschaft Bondorf. Diese begreift in sich die Herrschaften Grafen¬ hausen, Bürkcndorf > unb Bettmariugcn. Ferner liegen im Reichsgebiete die Obervvg- rey Becrmaring, und Gutcnburg. In dem östrcichischen Gebiete find gelegen: die zur Obervogtey und Gütenbrun» gehöri- Zen Reichsoogteyen, Gutweil, Weilheim, Bürdorf, und Neggesweiler. Ferner ge¬ hören zur östreichischen Landeshoheit das Obcramt Staufen, wozu nebst der Stadt auch die Herrschaften Staufen und Kirchhof ge¬ rechnet werden die Obervogtey Zwing und Bahn. Man sehe Schlötzers Briefwechsel i.> Sl, Im Zirchergebiethe sind gelegen: Urdorf, Birurennsdorf, Stallikon, und Seiden- buren. Diese 4 Orte machen zusammen ei» Amt; ferner die Gerichtsschrciberey Kiingenau mit ihren Vogteyen. In dem Diplom, welches Kaiser Otto dem Stifte St. Blaß-n ausgestellet hat, werden die Grenzen dieses Stiftes bestimmet , die aber mit jenen , welche die Copie dieses Diploms im Vten Tom der O^liiu ckriNiuna ent¬ hält, nicht zusamm n kommen. Die Ur¬ kunde schließt also: „ Data nonis Jun» „ anno Dominic» incurnurioni8 DiOOOO „ DXlll Kezni vero Ottouis XXVlI. ,, mpe^v unrein D.—„ Herrgott macht .m II. 1. I. seiner zeneulog. Dom. »uz. e) Benedictinerstifte^ (St. Blasi) -, AUF. die Bemerkung , daß für das Zahl 96 g zu lesen scy 98^, da durch einUeber- sehen des Schreibers 96z gesetzt worden; allein wenn man weis, daß Otto U. 967 als Kaiser gekrönet wurde, und 98Z ge¬ storben ist - wie sollte man glauben kön¬ nen, daß Otto diese Urkunde in dem Uten Jahre seines Kaiserkhums habe ausferti¬ gen lasse» , da er, wie er starb , im r6ten Jahre, nicht im zwcyten, wie die Urkunde sagt, Kaiser war. Man sehe den Hren Heft der östr. Staatsanzcigcn S. 166. Zu dem Stifte St. Blasien gehört auch das im Oberried atssm Schwarzwald gele¬ genen Priorat. Anfänglich" wohnten hier Nonnen, welche nachher sich imGünters- thal niederließen. An ihren Platz kamen Wilhelmiten, von weichen cs an tue der- mahligen Besitzer kam. 90g Kenedictinerstrft zu St. Trukpert. ro8i. Benediktiner zu Vllliugen. Dieß Stift ward von Jürgen (Georg) auf dem Schwarzwald hierher verlegt. 109z. Benedickiner zu St. P-ter auf dem Schwarzwald, Das Stift befand sich an¬ fänglich zu Weilheim in der Neckarau. 1099. Benedickiner zu Wiblingen an der Iller in der Markgrasschaft Burgau. i6n. Benedjckinerpriorat zu St. Johann zu Fcldkirche im Vorarlberg. 6) Tist-rciensev: n6r. Cistercienscr zu Thcnnenbach im Brciß- gautschen. «) ZZ6 e) Tarthaus. rz46. Carthäuser auf dem Johann Baptistcu- berg außer Freyburg, f 1782. k) prckmsnstratcnftr: H26. Prämonstratenser zu Roggenburg in der Markgrafschaft Burgau ; Augsburger Diö- ces. LZ2Z. Prämonstratenser Priorat zu Wühlen bey Rheinfelden ; in der Cosianzer Diüces. I8V wurde hier eine Prämonstratenserab« kcy gestiftet. In Folge Revers vom Jahre ist der Abt derselben verbunden, für die Erzherzoge Leopold, und Albrecht jähr¬ lich eine Vigil z« halten, r.nd drey Messen an dem Tage des Absterbens dieser Fürsten zu lesen; wegen einer von denselben dem Kloster legirren Wiese, Holzes, und Brun¬ nen. 152' wurde dies Prämonstratenser- stift der Äbtey zu Bclleley im Basler Ge¬ biete zugetheilt, und in Wüten das Prio¬ rat errichtet. 8) Jesuiten: ibzci. Jesuiten in Freyburg. Das hier gele¬ gene, und im Jahre 177g erloschene Col¬ legium hat Erzherzog Leopold gestiftet, und demselben die Probstey, und das Kloster A. L. Frauen zu Ollenburg zugetheilt. Ferner erhielten sie die Probstey St. Ul¬ rich , und zur Herstellung der Wohnung ra, 000 Gulden in verschiedenen Fristen ; daher jeder Priester in diesem Collegio für den Stifter 6 Messen zu lesen, und jeder . KZ7 8) Jesuiten. Hünenbruder 6 Rosenkränze zu bethen har¬ re. Zu diesen Andachtsüdungen waren sie vermög des Stiftbricfes nicht verbunden. Das Collegium besaß auch die Herrschaft Merzhausen im Brcißgauischen. L649, Jesuiten zu Rotenburg am Neckar. Die¬ selben wurden r65r vom Erzherzog Fer¬ dinand Carl auf beständig gegründet, und die Residenz in ein Collegium um- geändert. Das Fundationscapital be¬ trug iZ.a-zo Gulden, ferner wurde ih¬ nen angewiesen: s) jährlich ein Fuder Wein - und 12 Säcke Korn benm erz- herzoglichen Amt Rotenburg, b) Das Einkommen, und Gefäll der Capeilaney zu Dierbsheim. c) Das Bencficium der Kirche zu Silchen bey Rotenburg sammL den Gefällen der Kirche bey Unterhirschau, Ä- stark des Gefälles in der Herrschaft Schramberg die derselben gehörigen Ca- pitalicn, als bey der Kirche Ämthaus 2OOO fl., bey der Kirche St. Georg auf dem Schwarzwald 1000 st., bey der Stadt Rottweil 8eo fi°, bey dem crzherzogli- chen Amt in Stoclach 2000 fl., fernec die Kirche, Magenthal genannt , bey Rotenburg ; dann noch jährlich 600 fl., wegen des bey dem erzfürstl. Amt Ro¬ tenburg cedirtcn Hausischen Legats; wel » ter jährlich Klafter Brennholz- Es wurde dem Collcgio auch bewilliget, bei» Wein, welcher auf den Gütern des Col¬ legiums erzeugt, oder an Bezahlungsscatr übernommen warb, gegen Vergütung d.Z UM- ?Z8 8) Jesuiten. Umgclbcs, und des Maspftnnigs, aus- zuschenken , oder au6) auf der Achse zu verkaufen. Das Collegium erhielt in dec Folge vom Kaiser Leopold noch ein Ca¬ pita! von I4LO2 Gulden nebst den 2 Dör¬ fern Roßwang, und Dokeuhausen, ober Todtenhaus. Diese zw en Orte wurden dem Coüegio von dem Landesfürsten um 2o,oo) Gulden mir Vorbehalt des Ter- ritorialrechts, und Landgerichts überlas¬ sen. Oer Fundationsbrief wurde im Jah¬ re 1670 aüsgeftriigt. Die Kirche, und das Gymnasium haben in der Folge noch verschiedene andere Stifter erhal¬ ten , als den Freyherrn von Hohenberg, den Johann Melchior Schorer rc. li) piaristen: / 1750. Plaristencollegium in Günzburg. Sie er¬ öffneten die Schulen am 7 December I7ZO. Zur Erhaltung dieser Priester wur¬ de -nebst anderen Zuflüßen- der Fund der ehcmahligen daselbst gelegenen Hofcapelle gewidmet. Bey derselben standen - Hof- capelläne - einige Sänger, und übrige Mu¬ siker. Der erste Capellan genoß an jähr¬ licher Besoldung-so fl., der -te 188 fl. z6 kr. Zur Bestreitung der übrigen Aus¬ gaben für die Capelle waren jährlich 250 fl. bestimmt; 600 für die Musik, und 40 fl. erhielt der Religionsagent, mithin betrug der ganze Aufwand jährlich 1298 fl- «) Rlö- Z52> «) Dlöster: Auyusiinereremicen. »68. Augustinereremiten zu Costanz. !27o- Augustinerercmiten in Breysach- »78« Augusiinercremiten in Freyburg.. »517. Augustinereremiten zu Oberndorf anr Neckar. Larmeliter r »zr, Carmeltter beschuhte in der Stadt Ro¬ tenburg. Barbara von Hohenberg hat dem Kloster 1220 fl. legirt. Graf Al¬ bert von Hohenburg hat ihnen 1276 in der Stadt Rotenburg einen Plaz zum -Bauen des Klosters, und der Kirche ein- qeräumct. Dominicaner: F2Z5- Dominicaner zu Costanz» »z6. Dominicaner zu Freyburg in der Costan- zer Diöces. Franciscanev: 1242. Franciftaner in Freyburg. ^624. Franciscaner zu Hödingen in Sigma¬ ringen. a6z2. Z6o i6zc>. Franciscancr zu Ehingen an der Dona». 1665 wurde ihnen der Opftrwein (zu 52 fl.) jährlich legirt. 1644. Franciscancr zu Horb am Neckar 1665 ward ihnen jährlich i Fuder Wein be¬ willigt. 1646. Franciscancr zu Sulgau im Nellenbnr- gischen. 1649. Franciscancr bcy Marienhilf zu Wald¬ see. 1658. Franciscancr zu Kenzing an der Elz im Breisgauischen. 1735« Frcmciscanerhospitium zu Seelbach iM unteren Breißgau. Rapucmer: 1596. Kapuciner zu Rheinfelden. Koo. Kapuciner in Freyburg. - , rsor. Kapuciner zu Zeldkirchc- iüo> Kapuciner zu Costanz. i6i6. Kapuciner zu Feldkirche. 1622. 5sapuciner zu Rakholfszell am ZeÜers8. Terrarien zu kaitz. f O-üWkT?-» AS/ izz6. Tertiaricn zu Thalbach Key Bregenz. IZ4!. Tertiaricn zu Scckingen. s iZ47. Tertiaricn zu Gorheim. -j- iZ8o. Tert-aricn zu Moosheim im Nellenburgi- schen. -j- rZ8 " Tertiaricn zu Warthausen zwischen Ehin¬ gen , und Bieberach, -f rzgr. Tertiaricn in der oberen Klausen bcy Ro¬ tenburg am Neckar, -f rZ95- Tertiaricn z» Ehingen an der Donau, in der Vorstadt Groggcnchal. 1° iZ9Z. Tertiaricn zu Sulgau. 14z; hatten sie ein förmliches Kloster, -f ,400. Tertiaricn zu Reute in der Landvogtey Altorf. -f 1402. Tretiarien zu Munderkingen unter der Landvogtey Altdorf, s 1402. Tertiaricn zu Maria Loretto am Wald¬ see. f 1414. Tertiaricn zu Unlingen an derDonau bcy Niedling, f 1420. Tertiaricn zu Niedling, -f ,4ZZ. Tertiaricn zu Günzburg, f N n 4 2570. zsz 1572. ?.,Uarien zsi Weiden. Diese Nonnen kamen von Weilern bey Blaubayern hier¬ her. -si 1604. Tertiarien in Bregenz. 1707. Tertiarien zu Ehingen an der Donau« f Diese haben sich einzig dem Unter¬ richte der Jugend ihres Geschlechtes ge¬ widmet. Alle Nonnenklöster, wo das f steht , sind erloschen. Die öffentliche Bildung der Mädchen begann !n den Vorlanden früher, als jene der Kna¬ ben. Im i2tcn Jahrhundert waren hie Be- nedictinernonnen zu Urspring schon mit derDil- Lung der Jugend ihres Geschlechtes beschäftiget. Im rqeen Jahrhundert wurde in Costanz bereits die Theologie gelehrt. Jetzt ist hier «inLycäum, welches aus 2 Faeulräten besteht;, riähmlich der theologischen, nno philosophischen. Jahr i78y lehrten in der ersteren 2 Pro- festeres, und Z in der letzteren , und an dem Gymuasio standen 5 Lehrer , und, i Präfect. Es ist hier auch eine academische Bibliorheck vorhanden. Im Jahre 1456 hat Erzherzog Al¬ bert die hohe Schule in Freyburg gestiftet. Die Stiftung ward vom Kaiser Friedrich itl. bestätiget. I« de n Bericht, welchen der Rec¬ tor dieser hvh n Schule am 20. May an das V« D. Wesen erstattet hat , wurden die acad-mischen Auslagen auf y,z;<) Gulden an¬ gegeben. Das Getr.idedeputat für die Profcs- sores wurde auf 261 Muth bestimmt. Der Uni¬ versität gehören die Probsteycn zu St. Ulrich §69 im oberen Elsaß , und die zn Ochlcnberg ; auch gehören derselben die Güter Bieberach, Wald¬ see, die Herrschaft Merzhausen rc. Im ^ahrc 1789 Haden in der theologischen Facultat 5 Proftssores gelehret. Sie haben unter sichge-. theilt die Lehre der Kirchengcschichte, Patro logie, theologischen Litcrargcschichte , Dogma tik, Polemik, Pastoralthcologie, theologische Encyclopädie, orientalischen Sprachen, der h. Ecl)rift, und theologischen Moral. In der juridischen Faeultät waren der Lehrer 6, un- ter welchen die Lehre des Naturrechts , all gemeinen Staatsrcchts , Völkerrechts , Kl"chen- rechts, des bürgerlichen Rechts, der Reichsgc- schichte ^Statistik , des peinlichen Rechis, der politischen Wissenschaften , und des Ge¬ schäftsstils gethcilct waren. In der medicini- schen Faeultät wurde von 7 Professoren geleh.- ret: die Gpecialnaturgeschichte, die Oekonvmie, die Anatomie, Physiologie, die Chirurgie, Ge- Lurtshüifc, dir medicinischc Praxis in zwo Äb- theilungen ; als s) gemeinsäiaftlich für Aer,te, und Schüler der höheren Chirurgie ; und b) für Civil- und Landwunbärztc; die Chymie , Botanik , Vicharzncykunde , die Pathologie , und materi« medica. Dann standen bey dieser Faeultät noch ein außerordentlicher Lehrer für theoretisch medicinifchen Unterricht für Civil - und Landwundärzte, ein Prosector , und ein Gehülf des Pros der Chirurgie. In der phi¬ losophischen Faeultät waren der Lehrer 6. Sft lehrten Physik, allgemeine Weltgeschichte, rei¬ ne Mathematik, Logik, Metaphysik , practi- sche Philosophie, schöne Wissenschaften , und an¬ gewandte Mathematik. Dann waren noch 2 außerordentliche Lehrer, deren einer Diploma¬ tik, Heraldik, Numismatik, und Allerrhums- N n 5 künde, L7--> künde, nud der andere Naturgeschichte, und Technologie lehrte. Außer diesen standen an ver Universität- ein italienischer Sprachmcister, ein französischer Sprachmcister, ein Tanzmcister, und ein Fechtmeister. Der Lehrer des Kirchen» rcchts in der juridischen Facultät setzte auch die juridische Praxis auseinander. Das Gymna¬ sium in Freyburg begann mit den Jesuiten. Jetzt stehen an demselben 6 Lehrer, nebst einem Präfect. Hier ist auch eine Normalschule mit 6 Lehrern, und i Geholfen. An dem Gymna¬ sium zu Günzburg, welches mit den Piaristen begann, stehen 2 Lehrer mit einem Präfccten , hingegen Z an der Normalschule. Die Nor- malschule in Rotenburg am Neckar hat 2 Ab- rheilungen. Bey der Knabenschule sind 4 Leh¬ rer, und 1 Gehülf; und bcy der Mädchenschule g Lehrerinnen. Jede Schule hat ihren eigenen Katecheten. Don dem Unterrichte, welchen die Miuoriten zu Alkbrcisach gaben , »st bereits Meldung geschehen. Der Raum dieser Blätter läßt es vermahlen nicht zu , in eine nähere literarische Zergliederung der Aufklärungsan- stalten in den Vorländer» sich einzulassen. Nur bemerke ich noch, haß der Herr Gubernialrath von Riegger, der im Jahre 1764 als Professor des bürgerlichen, und peinlichen Rechts dahin kam, sich um die hiesige Universität durch thä- tige Mitwirkung bey Emporbringung sicstr ho¬ hen Schule unvergeßlich gemacht hat. Unter den noch lebenden Professoren, welche sich an dieser hohen Schule auch im Auslande rühm¬ lich bekannt gemacht haben, sind vorzüglich zu nennen: Bob/ Klüpfel, Mederer und Sauter. In den Vorlanden sind eben die Münzen gangbar, welche in den übrigen ösireichischen Erb- Hx— o 57 L Erblanden im Cours sind- Ihr Werkh wird nach dem 24 Guldenfuß bestimmt; z. B. Der Ducaten gilt hier fünf Gulden. Hier folgen die in Breißgau, und dem schwäbischen Oestreich gelegenen merkwürdigen Orte: Irr Brerfinau. Dasselbe macht den südwestlichen Thcil der Vorlande aus, «ub wird von dem Kanton Basel, Baden Durlach, dem fürstenbergischen Gebiet, und schwäbisch Oestreich begrenzt. Der Um¬ fang dieses Landesbezirks beträgt 59. Mer¬ len. Seine größte Breite steht zwischen 1^, und 14 Meilen, Unter den Gebirgen ist der Schwarz» wald das bekannteste. Von Flüßen kömmt der Rhein am ersten zu nennen. Ec läuft mitten durch den oberen Theil des Breißgau , und 'macht westwärts die natürliche Grenze von Elsaß. Ganz Breißgau wird in das untere Land, und in das obere Rhcinoierte! abge- theilct. Das erste liegt westlich-und das an» dere südlich. Das untere Land wird auch das Waldviertcl genannt. Die Volksmenge in dem ganzen Breißgauer Bezirk beträgt etwas mehr, als die Hälfte der Seelen, welche in den Vor¬ landen leben- Zu den vorzüglichen Naturpro¬ dukten Breißgaus gehören : das Eisen, Blei), und der Wein, der vorzüglich im oberen Rhein- Viertel gut gcräth^ Die Wiesen sind sehr träch¬ tig an Heu. Obst wird häufig erzielt, und die Kälberzucht zeichnet sich besonders aus. Auch an Holz ist, wegen der vielen vorhandenen Wal¬ dungen, kein Abgang- Die bekanntesten Wal¬ dungen sind der Haagwald, und Frepwaid in L72 der Herrschaft Laufenburg. Die Waldungen m der Herrschaft Rheinfelden sind umOberfrick, und Zeiningen, im Friüthal «.gelegen. Hierzu, kömmt noch der Stcineckbergerwald, der Ehe- rvald re. In ganz Breißgau zählt man 17 Städte, weiche zum dritten Landstande gehören. 4 Märkte, und über 500 Dörfer. Nun folge«, die merkwürdigsten Orte, welche in diesem vor- derZiftcichlfchen Landesbezirke gelegen sind, als: Altbreisach , im Gegensätze der jen- feit des Rheins gelegenen französischen Festung Neubreisach , eine Stadt am Rhein auf einem Berge» Das Castell wurde 1210 von dem letz¬ ten Grafen von Aähringcn erbauet. Bis zum Jahr iggr war sic eine Reichsstadt; in die¬ sem Jahre aber ward der Ort an das Haus Oestreich verpfändet. Karl IV. bestätigte die Verpfändung im Jahre 1848. ImlJahr 1688 warb die Festung von deu Franzosen erobert; kam aber im ryswikischen Frieden 1697 an das chaus Oestreich wieder zurück. 170; kam die Festung/ durch Verschulden des Kommandanten, Grafen von Arco, wieder an Frankreich; allem der Rastädrcr Friede gab dieftlbiqe 1714 dem Hause Oestreich wieder zurück. Maria There¬ sia ließ 1741 die Werke dieser Festung schleifen. Gr. Vlast, eine gefürstete Venedictiner- abtey auf dem, Schwarzwalde, an dem Flü߬ chen Alb'. Von der hier gelegenen Abtey ist be¬ reits Meldung geschehen. ' - DenNyen, oder Bücken, kn dem oberen Rheinvieriei beyWckdslM und Seckingen ge !eg>n. Von der hier gelegenen Comme tthnrey des ' 57S des teutschen Ritterordens ist ebenfalls schon Er¬ wähnung geftheu. Breunliny , ein Städtchen, im oberen Brcißgau, eine Meile von Villingen gelegen. Ärichch , Lrrlnoum, mons isri-MLU8 s, Altbreisach. Durckheim, ein Städtchen am Rhein im oberen Brcißgau. Lüstellbery, und Schwarzenberg, zwo Karu- meralherschaften im oberen Breistgau gelegen» Hier ist ein Obervogteyamt. Die Herrschaft Schwarzenberg contribuirt zum Ritterstande, und Castellberg zum dritten Stande. Zu der erste¬ ren Herrschaft gehört die Vogtey Heuwsthler, Ohrensbach , Oberglottertha! , Sackenthal . Siegelau und Siensbach. Zuber leztereu gehört die Vogtey in Bleibach, Gutach, Kollnau, Ober- Winden , und Simonswald. Ehrungen, eins dem Stifte Gk. Galle« ge¬ hörige Herrschaft. Elzbach, ein Städtchen mit einer Herrschaft. Ending, ein Stäbchen im oberen Breiß- gau gelegen. Etttenheim, eine Stadt im oberen Breiß- gau gelegen. Dieselbe ist ein EigeNthum des Bißthums Straßburg. Hier ist bas Benedic- tiner Stift Etkenheimmünster gelegen, dessen Äbt ein Mitglied -es breißgauischen Landstan- 6/4 Krickchak, im oberen Rhernviertel gelegtiit Es dehnt sich von dem Dorfe Augst zwischen dem Rhftn, und der Schweiz bis an den Bötz- berg. Dieses Thal wird nordwärts voM Rhein, ostwärts von der Herrschaft Klegqau, und der Grafschaft Baden , süd und westwärts von dem Kanton Basel umschlossen« Die hier gelegene Scbafnercy gehört zur Herrschaft Rhcinfeid. Der Gehasster hat in Frick seinen Sitz. In die¬ sem Thaie sind beträchtliche Waldungen vorhan¬ den. Frepbury, kriburgum, die Hauptstadt dek sämtlichen Vorlaube, am Fluße Treisam 94 Mei¬ len von Wien gelegen. Die Stadt ist im Jah¬ re in8 von Herzog Betthoid von Zähringen augelegct worden. Beym Abgänge des männ¬ lichen Stammes der Zähringen trat dessen äl¬ tere Schwester, eine Gemahlinn des Grafen E- gons von Fürstenbcrg in den Besitz der Länder, welche ihr Bruder, in Schwaben, Brcißgau, und auf dem Schwarzwald besessen hat. Graf Egon hinterließ zwceu Söhne, als den Egon, und Ci- mon. Der erstere erbte den Schwarzwald, und der andere wurde der Stammherr der Grafen von Freyburg, und Brcißgau. 1^67 wurde Freyburg Mit dem Grafen Egon in Krieg verwickelt» Sie kaufte sich mit 22,000 Mark Silbers los, und da diese Summe das Haus Oestreich bezahlt hatte, unterwarf sich die Stadt diesem Hause. Kum Gebiete der Stadt gehören auch die z Dör¬ fer Kirchpart, Lehen, und Mezhausen. Man zählt in Freyburg gegen 1202 Häuser, welche von 9,000 Seelen bewohnet werden. Du den sehenswürdigen Gebäuden gehört hier das Mün¬ ster mir seinem ansehnlichen Thurm , dessen Hö-'' he auf 500 Schuh besiimmtwird; dann das Rath- Haus, L7Z Haus, das Stipendiatenhaus , die Universität w No» der hier vorhin gebishken Granaten - und Krysiallschieifcrey ist bereits Erwähnung gesche¬ hen. Güntersthal, nordwärts gegen den Fluß , Treisam gelegen. Das hier gelegene adeliche Cistercienftr Nonnenstift ist erloschen. Gutenberg, eine Herrschaft am Fluß Gchwarzuch, welcher hier die Grenze zwischen dem unteren Lande Breisgau, und dem Stüst- lingenschcn Gebiete macht. Hauenstein , eine Grafschaft, liegt zerstreut, cheils im unteren Lande, theiis im oberen Rhein- viertel. Sie ninunt ihren Anfang im umerem Lande, und erstreckt sich von dem Fluße Alb bis Freyburg, über ; Meilen; von da aber bis nach Rheinfelden über 4 Meilen. Das Städt¬ chen mit dem Berqschlo.ße Hauenstcin, von welchem die Grafschaft den Namen hat, liegt am Albflußc zwischen Laufenburg, und WaldS-/ Hut. Die Gegend ist sehr gebirgig. Die ganze Grafschaft wird in 8 Gemeinen, welche Ein¬ ungen genannt werden < abgetheilcr, als: in die Einung zu Bierendorf, oder Bierdorf, Wolpadingen, Doger, Hechenschwand, Gor- wii, Rikcnbach, Hochsaa! , und Murg. Jede Einung har außer ihrem Cinunameisier (Vor¬ steher) auch einen herrschaftlichen Vogt. Die Einungen zu Wolpadingen, und Hechenschwand haben einen Bogt zusammen. Au der Albdrücke, gegen den Rhein, ist das bekannte Eisenberg- werk gelegen. Hauenstcin ist eine Kammerale Herrschaft, und hat mir der Herrschaft Laufen¬ burg einen s^rrinschastlichen Waldbogt, wel¬ cher Z76 . cher zugleich Schultheiß ist, und in Waidshut seinen Sitz har. Diese Grafschaft kam mit Freyburg von dem Hause Zähringen an bas Haus Oestreich. Rernmyen / cine Stabt am Fluße Elz, 6 Meilen von Freyburg mit einem Franciscaner- kiostcr. Hier har der Obervogt der Herrjchaft Kürnbcrg seinen Sitz. Airchhofen, eine der fürstlichen AbteySt. Blast gehörige Herrschaft. Dieselbe cvntrjbui- ret zum Ritterst-mde. Rürnbery, eine Kammeralherrschaft mit einem Obervogteyamt, welchem untergeordnet stad: der Schultheiß zu Herbolzheim, dann der Vogt zu Oberhausen, Niederhausen, und Bombach. Laufevbury, ci-e von den 4 Waldstäd- kcn , und die Hauptstadt einer ehemahligm Grafschaft im Obcrrheinviertel. Die Stadt ist zwischen Scclingen, und Waldshut gegen den Rh-in gelegen. Der Fluß Rhein sondert die Stadt in zwcen Theilc, welche durch eine höl¬ zerne Brücke zusammen hangen. Die Stadt ist ein Lehen des Stiftes Gechingen, welches die Grafen von Habsburg, Laufenburgischcr Linie, inne gehabt haben. Nach Abgänge derselben 140g kamen beyde Grafschaften, näbmlich Lau¬ fenburg, und Gechingen an das Haus Oest, reich. rz87 hat Herzog Leopold die ganze Graf¬ schaft Laufenburg vom Grafen Johann, dem Jün¬ gern, von Habsburg, um 12000 Gulden erkauft. Es ist irrig, wenn einige Geographen behaup¬ ten , daß hier der merkwürdige Fall im Rhein Z77 fcy. Dieser Fall ist eigentlich bey dem Schloße Laufen, unweit Schafhausen, welches Schloß aber jetzt ru dem Kanton Zürch gehört. Die Herrschaft Laufenburg gehört zu den Kammeral- herkschaften. Siehe Rheinfelden. Laufenburg , eine Kammeralherrschaft, bey der Stadt gleiches Namens gelegen- Man theilet sie in 8 Vogteyen, als : in die Vogtey Keiften, Sulz, Mettau, Gensingen, Irren- thal, rn der Rcßlen, Schwatterloch und Leib- statt. St. Morgen, ober Märgen, ein regulir- »es Chorherrenstifk St» Augustins, auf dem Schwarzwald, ostwärts gegen Fürstenberg Stüh¬ lingen. Merzhausen, eine Herrschaft , von wel¬ cher vonnahls die Jesuiten ^etttzer waren; nun aber ist dieselbe ein Eigen-Hum des Stu- -ienfunos. Diese Herrschaft ist im unk reu Lan¬ de Brcißgau gelcgen- Möhllnbach, 'eine Herrschaft beo Rhein¬ feld. Sie hat einen Oberrogte.-rer uattcr, der in dem Dorfe Möhlin seinen S>tz hat- Ihm sind untergeordnet: 6 Stabhaller , als : der Etabhaiter;u Augst, Mägden, Mchlin, Mumvf, Zciningen, und Zuzger» In Mohiin hak auch -er Landschaftsfäck lmcister seinen Sitz. Möh¬ lin , und die übrigen Orte dieser Herrschaft sind im Frickthaal zcirgen» Neuenburg, eine Stadt am Rhein , Z Meilen von Altbrcisach. Dieselbe war ehe- Mahls eilte Reichsstadt, und hatte ihre eigenen Grafen. Dim ruteu Jahrhundert kam dieselbe O » «n^ 578 an das Haus Oestreich. Der Ort ist im unte¬ rem Lande gelegen. In Neuenburg ist ein Zoll¬ amt , welchem das Filialzollamt in Bamlach, Liehl, Rheiuweiler, und Böllingcn untergeord¬ net ist. Gberried, ein Weiler, auf dem Schwarz¬ wald. Hier ist das Benedictiner Priorat, wel¬ ches nach St. Blast gehört, gelegen. St. Peter, eine Benedictiner Abtey auf demEchwarzwalde. Rhemfel-en, (Rheinfeld) eine von den vier Waldstädten. Sie liegt nordwärts am Rhein. Rheinfelden war vormahls eine Graf¬ schaft, welche ihre eigene Herren hatte. Nach Abgang derselben kam ssc an die von Zährin¬ gen, und da auch diese erloschen, fiel dieselbe 4218 dem Reiche nach Haus. kam die¬ selbe , nebst anderen Städten, an die Erzherzo¬ ge Albert, und Otto für 20,000 Mark Sil¬ bers Csstanzer Gewichts. Das hier gelegene Schloß ist auf einem, aus dem Rhein hervor¬ ragenden Felsen gebauet, welcher der Stein zu Rheinfelden genannt wird. Unter diesem Felsen hat der Rhein einen starken Fall. Man nennt ihn den Hellhacken. Er reicht bis an die Rheinfelder Brücke. Mit tüchtigen Schif¬ fern von Seckingen kann man mit beladenen Schiffen durchfahren. Die Länge der Brücke wird auf 94 Ruthen angegeben. Die Stadt ist mit Mauern, und Graben umgeben. Die¬ selbe hat 2 Thore; nähmlich dasRheinthor und Seckingerthor. Rheinfelden ist eine Kammeral- Herrschaft, zu welcher gehört: das Frickthal, die Herrschaft Möhlinbach, und das Rheim thal. S79 khal. In Rheinfelden ist auch ein Oberzoll, amt, welchem i6 FilialzoUämtcr zugekheilt sind. Diese sind: der Zoll zu Adelhauftn, Frick. Herznach, Kaiseraugst, Laufenburg , Mägden, Minseln, Schaffnersau, Schwertstätten, Weg» siätten, Wolflingswohl, Wiehlen, Wehr, Zei» ningen, Zell im Rtesenthal, und der Zoll an der Rheinbrücke. Rheimhal , eine Kammeralhcrrschaft , dehnt sich von Süden nach Norden, und liegt zwischen dem Rhein, und dem Schwarzrvolde. Westwärts wird dasselbe von dem Gebierc Ba¬ den Durtach begrenzt. Die landschaftliche Ober- vogtcyverwaltung ist zu Degerfcld. Derselben sind 6 Etabhalter untergco, tuet, als.- der Gtabhalter in Dcgcrfelden, E'chscl, Herthen, Minseln, Nollingen, und Wehlen. Zu Warm¬ bach hat der LakbschaftSsäclelmcister seinen Sitz. Schwarzwald, eine beträchtliche Waldung, von Süden nach Norden. Dieselbe ist unter verschiedene Herrschaften getherlet. Einen be¬ trächtlichen Thcil desselben besitzt das Haus Oestreich. Dann haben Theil an dieser Wal¬ dung, oder vielmehr Landschaft, die Marlgra- fen von Baden, die Grafschaft Baar, Fürsten¬ berg - Stühlingen rc. Der Anthcil, welchen das Haus Oestreich an diesem Walde hat, wird von der Markgrafschaft Baden, dem Für- stenbcrg Stühlingifchen Gebiete, und dem Her- zogthum Würtenberg begrenzt. Der Wald trägt grvßccntheils Tannen. Die Viehzucht wird hier stark getrieben. Die mcikwürdiatleu Orre im Schwarzwalde sind: die Stifte St. Blast, Eft Trutpert, Et. Märgen rc. Oos Seffin» Z8o Seckinyen , eine von den vier Waldsiätten , im unteren Lande Breißgaic auf einer Insel des Rheins zwischen Rheinfelden, und Laufen¬ burg gelegen. Wie diese Stadt an das Haus Oestreich kam, ist bereits angemerket wor¬ den. Das Wappen der Stadt besteht in einem geschlossenen Sack mir einem blauen Bande. Staufen, ejne Herrschaft an der Grenze der Markgrafschaft Laden Durlach. Die Herr¬ schaft iss ein Eigenthum der fürstlichen Benc- Lictincr Abtey St. Blast am Schwarzwald. St. Lrmpcre, eine Benedietmerabtey auf dem Schwarzwald, an der Grenze der Mark- grafschafl Baben Durlach. Trpbcry, eine Kammeralherrschaft im un¬ teren Lande, auf dem Schwarzwalde, gegen die Grenze des Hrrzvgthums Würtenberg gelegen. In dem Städtchen gleiches Namens hat der Obervogt seinen Sitz. Die ganze Herrschaft wird in 5 Vogleyen, und 5 Stabhalter abgc- theilt. Die Vogtcyen sind: Furtwangen, Gü¬ tenbach, Ncukirche , Rohrbach, und Schön¬ wald. Ein Etabhalter ist in Gremelsbach, Nlcdcrwasser, Nußbach, Rohrharbsberg, und Echönach. ! villinyen, eine Stadt an der Briege im unteren Lande zwischen Donaueschingen, und Schiltach, ty Meilen von Freyburg gelegen. Der Ort war ein Eigenthum der Herzoge von Zähringen. Von diesen kam er an den Gra¬ fen von Fürstenberg ; und von diesem an das Haus Oestreich. Die Berge, welche die Stadt umgeben, dienen ihr zur Schuzwehre gegen aus- Z8l auswärtige Feinde. Hier ist ein kandesfürst- Liches Zollamt, zu welchem io Fi!ia!zol-ämrer gehören. In Villingen bat die bereits erwähnte Eommeuthurey des Malrheserordens ihren Sitz. Dann befinden sich hier die Benedictiner Abtey zu St. Georg, und ein Minoritcnklostrr. Zw y hier gelegene Nonnenklöster sind erloschen; so wie Vas Capucinerrloster. waldshut, eine von den vier Waldstätten , an der nördlichen Seite des Rheins, an der Grenze der Landgrafschaft Kleggau im oberen Rheinviertel gelegen. Die Erbauer dieser Stadt waren die Grafen von Habsburg. In dieser Stadt hat der Waldvogt der Grafschaft Hau- enstein, und Herrschaft Laufenburg, wie be¬ reits gesagt worden ist, seinen Sitz. Er ist zugleich Schultheiß der Stadt Waldshut. Hier ist auch ein Obcrzollamt mit 9 Filialzollämtern. Waldkirche, eine kleine Stadt, oberhalb Freyburg*, an der Grenze der Markgrafschaft Baden Durlach, am Fluße Els gelegen. Die Stadt kam 1648 von Frankreich an das Haus Oestreich. Hier ward im r^tcn J-hrhundert ( s. Seite 55". ) rin Eollegiacstift errichtet. Erzherzog Siegmund verlieh dem Stifte die gegen Rothweil gelegene Pfarr Schönberg , wo¬ für dasselbe auf die Lehenschaft über Castell- berg, und Waldkirche Verzicht that. Waldkir- che war in den vorigen Zeiten einzig berühmt, wegen der vortreflichen Granaten - und Cry- siallschleifcrey, deren Seite 546. Erwähnung geschehen ist. Im Jahre l^82 wurden hier 28 Schleifmüblen, und über hunoert dreyßm Mei¬ ster gezählt, welche bey der Grariatcnfabrika- tur ihren Unterhalt fanden. In der S^avt O 0 z Waid- 582 Waldkirche hat der Obervogt der Kammerak- herrschaften Castell-und Schwarzenberg seinen Sitz. Er ist zugleich Schultheiß dieser Stabt. Dem Vogreyonne ist untergeordnet das Zoll¬ amt in Walvlrrche, Blcpbach, Simonswald, im Glotrcrkhal, und Hauwühler. Tlahrinyen, ein Dorf mit einem verödeten Schloß, j- Meile oberhalb Freyburg gelegen. Dw Besitzer dieser Herrschaft gleiches Namens waren aus dem Geschlecke der Grafen Ber¬ thold 'M Breißgau. Berthold 1. war Herzog in Kärnten, 107? aber wieder abgesetzt. Con" rad nahm am ersten um das Jahr ngo den Titel eines Herzogs von Zähringen an. Mit Berthold V. ist 1218 der zähringische Stamm erloschen. * L. Schwäbisch Oestreich, oder der westnordliche Thcil der im schwä¬ bischen Kreise gelegenen östrcichischen Ländern, Diese Länder werden von Elsaß, dem Herzog« thum Würkenbcrg, Bayern, Vorarlberg, und der Schweiz begrenzt. Der ganze Fiächenraum dieses Land-ebezirkes wird über 59 Meilen be¬ stimmt. In so fern cs möglich ist, die Länge, und Breite eines Landcsbezirkes , der von so vielen einzelnen fremden Gebiethen durchschnit¬ ten wird, zu bestimmen, dürfte die Länge des Schwäbisch Oestreich etwa go Meilen , und die Breite luy 25 betragen. Die vorzüglichsten Flüße, welche diesen Landcsbczirk dnrchströnicn, sind die Donau , der Neckar, die Günz, Slock- ach, und Günzing. Die Zahl der Seelen, welche in dem östrcichischen Schwaben leb n, macht den dritten Thcil der sämmtlichen Ein¬ wohner 583 wohner in den Vorlanden aus. Die teutsche Sprache mit dem schwäbischen Dialect ist hier die herrschende., In dem ganzen Landesbezirkc werden gezählt 2g Städte, 18 Märkte, nnd gegen 600 Dörfer, und Wertes. Das schwä¬ bische Oestreich wird in sieben Theile abgeson¬ dert. Diese sind: i) die Markgrafschaft Burg, au; 2) die Landgrafschaft Nettenburg; z) die Landvogtcy Schwaben; 4) die Grafschaft Ho¬ henberg , 5) die V Donaustädre, welche sind: Mengen, Munderkingen, Waldsee, Sulgau, nnd Riedlingen; 6) 4 Stifte, io Landschaften, und 5 Städte: Au den Stiften gehören Bux¬ heim, Heiligenkreuzthal, Urspring, und Wiblin¬ gen. Au den Landschaften gehören die Graf¬ schaften Kirchberg , und Weißenhsrn , die Graf¬ schaft Siegwarmgen, Herrschaft Erbach, Berg, Buß, Gutcnsiein, Hausen, Worthausen, Kal¬ lenberg, und das Gericht Reuthen. Die Städ¬ te sind: Costauz, Ehingen, Schelklingen, Stock- Horn, und Vöringen. 7) die Landvogtcy Or¬ tenau. Die sämtlichen schwäbisch östceichischen Länder sind theils als Erbgüter, theils durch Kauf rc. an das Haus Oestreich gekommen. Kaiser Maximilian I. hat zuerst den Titel eines Fürsten von Schwaben angenommen. Nun folgt eine nähere Beschreibung der vorstehenden Grafschaften, kandvogteyen, Herrschaften , Städte re. Aach, ein Städtchen, am Fluße gleiches Namens, in der Grafschaft Nellenburg, auf ei¬ nem Berge gelegen. Aryen, eine Herrschaft mit einem Ober- vogtcyamt in der Grafschaft Tettnang. Der Obervogt hat m Argen seinen Sitz. O 0 4 Altewf, Z84 o-^8N---o Altsrf, ) Die Stadt- ammannschaft in Günzburg, un> Kurgau, c) s Pflegämker, ä) 5 Gerichts-und Jurisdicti, onsvögte. «) Das Landschaftspersonate, zu wel¬ chem gehören, 2 Kcrichtsammänner, i Haus- Weister, r Vogt, r Holzwarter. k) Das Ober- " O 0 joligmt Z 86 zollamt in Günzburg m't 14 Hochzöllern , 4 Weg - und Bcückenzöilern , und r; Vcrgzöl» lern. Burgau, ein Markt, mit einem Schloße, sm Mindclfluß , wovon das Mindelthal den Namen hat. Tostanz, Cosiniz, Oonrtantig, am Boden- f.e, jenseit des Rheins 78 Meilen von Wien. Der Ort war ehmals eine Reichsstadt. Da die¬ selbe aber von der römisch katholichen Lehre ab gieng, erklärte sie Kaiser Carl V. in die Acht. Ferdinand machte dieselbe 1549 dem Erzhausc Oestreich unterwürfig, und ihre Unterkhänig- keir ward 1559 auf dem Reichstage zu Augs¬ burg bestätigt. Die Stadt ist mit 8 Bastionen, «nd die Vorstadt Perershausen mit 5 Bastio¬ nen verseden. Von dem hier gelegenen Biß- thum ist bereits Meldung geschehen. Der Bi¬ schof residirt in Meröburg , 2 Meilen von Co- stanz. Von 1414 bis 141z wurde hier das be¬ rufene Concilium gehalten, welches statt zwccn Päpsten, die einander in den Haarm lagen, ei¬ nen dritten wählte , und Johann Huß, nnd Hieronymus von Prag. aus christlicher Liebe verbrennen ließ. Des französischen Krieges we¬ gen hat sich 16^6 die Universität von Freyburg auf ein Jahr hierher begeben. 17,2 befand sich hier, wie bereits gesagt worden , die k. k. vor- heröstreichische Repräsentation, und Finanzkam¬ mer. Diesseit des Rheins gehören zu der Stadt die 2 Vorstädte, Krenzlingen und Pa¬ radies. Im lezteren Orte mußte Huß das Opfer des Fanatismus werden. Bey Costanz befinden sich mehrere Säg - und Schlcifmühlen,. Lohe - Pfeffer - und Gerberstampfen. Der Wein- ban,* o— L 87 bau , und der Fischfang geben vielen Einwoh¬ nern dieses Orts Nahrung. Mau fangt hier eine Art von Häringen/die man Gaugfische nennt. Das Merkwürdigste in Costanz ist jetzt unstreitig die hier gelegene Genfer Uhren - und Juwelcnfabrik. Hier hat der k. k. Etadthaupt- inann mit einem Rentmeister seinen Sitz. Auch ist hier ein Lycäum, Gymnasium, und tcuksche Hauptschule. Ehinyen, an der Donau, eine Stadt zwi¬ schen Riedlingen, und Opfingen- Die hier ge- legene Marienkirche ist sehcnswürdig. Hier ist der Sitz des schwäbisch Üstreichisch ständischen Direktoriums, und Landausschußes. Ehingen, am Neckar, eine Stadt in der Grafschaft Hohenberg. Der Fluß Neckar schei¬ det den Ort von Rothenburg. Eine über die¬ sen Fluß gespannte Brücke unterhält zwischen bcyden Orten die Communikation. Von dun hier gelegenen Stifte zu Et. Mauriz ist bereits Er¬ wähnung geschehen. Eimzb«ry, oder Günßberg, eine Siadt an der Donau, wo die Günz in dieselbe fällt. L Meilon von Freyburg. In dem hier gelege¬ nen Schloße hat Vormahls Markgraf Carl /ein Sohn Erzherzogs Ferdinand , und der Pbickp- pme Weiferin residier Jetzt ist hier der Siz einer Landvog'ey, welche der Landcsre .ic rü g in Freyburg untergeordnet ist. Von de n hier befindlichen P aiist ncollegium ist bereits Er¬ wähnung gemacht worden. Zohe'-benff, eine Grafschaft im Schwarz¬ wald. Dieselbe kam durch Kauf rziS an bas Haus Z 88 Haus Oestreich. Dir Grafschaft wird in Ober- nud Niederhohenberg abgetheilt. Der ganzen Grafschaft ist ein Landvogt vorgesezt . welcher z Oberamtsrache, und den Schultheiß in Ro- rhenburg, der zugleich Criminalinquisttor, und Profiscus ist, unter sich hat. ^orch, eine Stadt am Neckar in Nieder- hohenbcrg. Von dem hier gelegenen verödeten Schloße ist Graf Rudolph von Habsburg Er¬ bauer. Hier ist ein Iollvcrwalter , dem IO Zoll¬ ämter zugetheilt sind. Rirchbern. eine Grafschaft an der Iller, und Donau. i-Oj. erhielt dieselbe mit der Graf¬ schaft Weißenhorn mittels des Fiskalrechts, Maximilian I. 1307 ward dieselbe den von Fug¬ gern um 70,000 ff verpfändet, und in der Fol¬ ge diesem Stamme als ein Mannskehen um ^1^.000 st. überlassen. Zu dieser Grafschaft gehören das Schloß Oberkirchbery an der Iller § der Markt Ooerkirchherg, das Stäbchen Wcis- fenhorn sammt Schloß am Rothfluß; die Herr¬ schaft Mauerstätten mit einem Schloße , und die Herrschaften Adelshofen, Pfaffenhofen, und Wülenstätten. Rrumbach, eine Herrschaft, mit einem Schloße, und Markt in der Markgrafschaft Burgau. Leutkirche, eine Stadt in der Landvog- tey Altdorf. Dieselbe wird von einer Wiese umgebe», welche den Namen : Lentkirchcnheid führt, und ben yo Morgen beträgt. Die zu dieser Heide gehörige» Dörfer, Weiler , Höfe, und Güter betragen z -Metten in der Länge , und Z 89 und ! in der Breite. Hier ist bas kais. freye Landgericht in Ober.-und Niederschwaben ge- Segen. Demselben steht ein Landrichter, mit dem -.Character eines vorbcröftreichischen RegierungS- 'raths,vor; dann gehören hierher die 4 Mahl- stälte , a!S: Altdorf, Ravensburg, Wangen, rind Jiny. Jede Mahistakt hat ihren Stabhal- ter, Kanzelleyverwalrer, und eine bestimmte Zahl von Assessoren. Maurstatten, s. Kirchberg. Mengen, eine von den 5 Donaustädten bey Ehingen. Nellenburg, eine Landschaft. Sie begreift einen Theil von Hegau in sich , und wurde 146s von Erzherzog Siegmund, mittels Kaufes mn 37,905 Rhein. Gulden, von Johann Grafen von Thengen an das Haus Oestreich gebracht. 1542 hat K. Carl V. vom Graf Christ, von Thengen auch die Herrschaft gleiches Namens um fl« gekauft. Damahls bestand die ganze Landgrafschaft aus den Acmtern Aach , Gkochach , und Thengen . wozu 30 Orte gehvr- ren; nun aber macht Thengen für sich eine be¬ sondere gefürstete Grafschaft aus. In Croclach ist der Sitz des Landvsgtts der Landgrafschaft Ncl- lenburg. Das Oberamt besteht'aus 1 Land- Vogte, z Oberamteratden, und dem erfordere liehen Kanzelleypersonale. Ferner gehört hie- hcr das Forstgmt mit r linterforstmeifler, und 6 Jägern. Die Landgrafschaft wird in 2 Theile gesondert, näbmiich in 9 Kammeralvogteyämter abgerhciler. Diese find das Vogtcyamt Ma- dach, Hindelwangen, Winterspühren, Sipplin¬ gen , Liptingen, Heudorf, Nenzingen , Reit, haß- ZYÄ Haßloch, und Mahlspühren; und in 4 Amts- vogkeyen, als : n> die Amtsvvgtep Randeck, Sernatingcn, Möckingen, und Gailingcn. Oberndorf, cine Stadt am Neckar im^ Schwarzwald, in der oberen Grafschaft Ho¬ henberg. Hier ist der Sitz eines Schuitheißes. Offenburg. Hier ist der Sitz des Oberamts Ser Landvogtei- Ortenau. Ortenau, eine Landvogtey. Ihr Flachen¬ raum wird auf 7 0 Meilen bestimmt. Diesel¬ be wird in 7 Genu-re abgetheilet, als : in das Gerichte Ortenburg; in das Gericht Grießheim; in das Aftergcrichr Schuttcrwalden ; in das Gericht Appenweycr, und in das Aftergericht Otterswcyer. Man bestimmt die Länge der Land- vogtcy auf 4, und die Breite auf 7 Meilen. Sie enthält 1 Markt, 4') Dörfer, und z> Wei¬ ler, und Höfe. Riedlingen, eine von den 5 Donaustädten, zwischen Ehingen, und Mengen. Rothenburg, eine Stadt am Neckar, in der niederen G afschaft Hohenberg. Vormahls wurde sie Lanofurl genaynt. ni2 ward sie von einem Erdbeben eingcäschert ; 1271 aber von den Grafen von Hohenberg wieder aufge- bauet. Das Wapen der Stadt besteht in ei¬ ner rolhen Burg mit Thürmen , im silbernen Felde. Hier ist ein Spital gelegen , welchem bas Gut Schadenweiler gehört- Hier ist der Sitz der Landvogtey Niedcrhohenberg. Ferner ist hier eine Normalschule, und einOderzollamr mit 17 Filralzollämtern. Schon- 59 L Gchönbery. eine Stadt am Fluße Schlichen, in Oberhohenberg. cschwamberx, ein Markt, mit einem Schlos¬ se , im Obcrhohenberg am Fluße Schiltach 17 Meilen von Freyburg gelegen. Sigmaringen, eine Hohenzollerische Eraf^ Mast unter östreichischer Landeshoheit. Hierr ist ein k. k. Oberzollinspcctor , der zugleich hoch- fürstlich Sigmarischer Geheimrath ist. Zu die¬ sem Amte gehören 14 Filialzollämter. Speichmgen, ein Markt am Fluß Prim, ur der oberen Grafschaft Hohenberg. Hier hat das Obervogteyamt für Oberhohenberg seinen Sitz. Zu demselben gehören, i Obervogt , r Rentmeister, i Amtsbothe, 4 herrschaftliche Kastenvögte. Dem Rentamte sind zr Filialo Zollämter untergeordnet. Sreckh orn, oder Ratolfzell, eine Stadt am Jellerfte. Stoekach , eine Stadt in der Landgrafschaft Nellenburg. Sulgau, Sanlg.nr, eine von den 5 Dor naustädten an der Schwarzach. Dieselbe hatte vormahls ihre eigenen Grafen. Thengen, f. Nellenburg. Thettnany, eine Reichsgrafschaft an dec nördlichen Seide des Bodensees. Sie kam durch Kauf an das Hans Oestreich. Als am 22. Au¬ gust 1782 bet Lettnangische Stamm srloscherr Zyr ist , trat Oestrich in den vollkommene» Besitz dieser Grafschaft. Dieselbe besteht aus den Herrschaften Wasserburg, und Langenargen, und den Aemtern Neukirche, Hömigkofcn , Ddcr- dorf, Nonnenbach, Langenau, und Schomburg. In Tettnang ist ein Obcramtmann , der 2 Oberamtsräthe zur Seite hat. Dem Oberamre sind untergeordnet, die Wirthschaftsb--amren, das Forsiamt, bey welchem stehen 1 Forstmeister , und Oberjäger mit 8 Jägern. Der Flächen raum dieser Grafschaft beträgt II Meilen ; und wird von dem Lindauischcn Gediete , dem Bodensee, und dem Mangenschen Gebiete be¬ grenzt. Die Grafschaft enthält 4 Herrschaf¬ ten, r Stadt, r^o Dörfer, und Weiler , und 96 Höfe. vorinyeu , eine Stadt auf der Als, am Muß Lauchert. Nach Abgang der Grafen von Werdenberg kam der Ort an Oestreich. Vörinyen, ein Dorf, wovon das Haus Hchenzollern Sieginaringcn Besitzer ist. Die Landeshoheit Hal Oestreich. Waldsee, eine von den 5 Donaustädten im Umfange der Grafschaft Waldliug. Wasserburg, eine Herrschaft mit einem zerstreuten großen Dorfe, am Bodensee, in der Grafschaft Tettnang. Im Dorfe Wasser¬ burg hat der Obervogt seinen Sitz. weißendorn, s» Kirchberg. wiplingen, eine Benedictinerabtey an der Mer. Dieselbe wurde 1720 von der Graf.? schäft Z9L schäft Kirchberg, von welcher sie ein Theil werd, abgesondert, und zu einer eigenen Herr¬ schaft erklärt» Vorarlbergische Herrschaften. ?rovincia Hrld?r§icn, 8ei;ucntS8 comits- ^tu8, g!Io8gue stominkttNL 3u8triae.c>5, Lri^nlinuM n.'wp--, Ilodenecleenssm, VcläXirclievscm, 6lu- äentjnvm , L 5onnenberxcrlem in 8S com- pIcLkcn8, una cum iutcrmixU8 xro pnne cum Lcu>lo kU!8tn2ci8 terrirorn8 imxcrigliku8 ^.Itc» er s.ucknüvienli, irem Ulumeu- eckenli, ?c 8anÄ Oerolcleicki, secunäum clisr- lam n Klalio I^uber, colore oberperkulisno cborotzraykice confeKam, 8ccurzris8ime stoli- nsms xer ^oannem Hnron ?kauustlcr 1783. LlLt. 2. Die vorarlbergischen Herrschaften haben ibren Namen von dem Arlberg, Hrula Hstn- ia, welcher ein Theil des alten Rhäticns war, und diese Herrschaften von Tyrol absor.dcrt. Dieselben h bcn fast immer mit den Vorlanden ein gleiches Schicksal gehabt. Unter der gegen¬ wärtigen Regierung wurde die Verwaltung derselben dem Landesqubernium in Tyrol zu- gerheiiet. Die Grenzen dieser Herrschaften sind: nord¬ wärts das Trauchburgische Gebiet , nordost¬ wärts Kempten, ostwärts Augsburg, ostsüd- wärts Tyrol, südwärts Bündten, südwestwärts d-w Rhein, westwärts der Bodensee, und west- nordwärts die Grafschaft Tettnang, nnd das Gebiet Eglof. Der Flächeninhalt der vorarlbergischen Herrschaften beträgt z8 s) Meilen. Die Lan¬ ge erstreckt sich auf I l Meilen, und die Brette Mf iS. P p 594 ZU den vorzüglichsten Flüßen dieses Ges Liekes gehören: der Rhein, die III, Argen, Ach, Bregenz re« Unter den Seen ist der Bo» densee, auch laeu« bri^sntiiiub, Bregenzer See genannt, der bekannteste. Die Zahl der Einwohner in diesen Herr- schäften beläuft sich auf yLpoo Seelen. Die sämmtlichen Vorarlbcrgischcn Herr¬ schaften werden in 5 Lhcile abgesondert, als: s) in die Grafschaft Bregenz, b) in die Graf¬ schaft Hoheneck, c) in die Grafschaft Sonne¬ berg , ä) in die Grafschaft Bludenz, und c) Feldküche. In den ältern Zeiten wurde Vor¬ arlberg in den oberen und unteren Bezirk ab- getheilet. Zu dem ersteren wurden Fcldkirche, Bludenz und Sonnenberg gerechnet, zu dem letz¬ teren Bregenz und Hohenberg. In diesen Herrschaften sind gelegen : z Städte, 4 Markte, 8 zerstreute große Dörfer, Loo Dörfer, und Weiler. In Bregenz ist, wie bereits Key Tyrol ge¬ meldet worden, der Sitz des Kreisamres, und der Landvvgtey, deren Vogt zugleich Director der vorarlbcrgischen Stände ist. Ihm sind 4 Oberanusräche, einKreisschulencommiffär^ i Ee- cretär, und das erforderliche Kanzelleyperso- naie jUgetheilei. Das Kreisamt wurde in Folge Hofdcercts vom rülen März 1786 errichtet. Nach der LandcSverwaltung sind die vorarlber- gischcn Herrschten in die Grafschaft Hohen¬ ems, in daS Dvgteyamc Fcldkirche, und Dog» kcyamt Bludenz, Sorncberg, und Montafon abPthcilet. Der Zollämter werden g6 gezählt, d..runker sich 5 Hauptzollämtcr befinden. Das ständische Directvrium besteht, außer dem Prä¬ ses, aus io Konferenzdeputirten. Bey allge¬ meinen Langesverfammlungen werden folgende Gerichte, als. Stände beygczogen, uähmlich: in der Z9Z der Herrschaft Bregen; die Gerichte Altenburg, Sulzberg, Lingciiau, Simmerbcrg, Grünneu- buch, Alberschwendc, Mittelberg, Thannberg, und Köllhof; in der Herrschaft Fcldkirchc die Gerichte: Neuburg, Jagdberg, Höchst, Fuß- ach, und Danittls. Das Direktorium hat sein eigenes Einnehweramt, rind Bnchhalterey. Au Mankwcil, in Müsinen ist ein kais. freyesLanb- aericht, bey welchem ein Landrichter mit 8 Bey- sitzern steht. Nun folgen die in den vorarlbergifchen Herrschaften gelegenen vorzüglichsten Orte, als: Begau , ein großes Dorf, im Bregenzer¬ wald. Den Ort macht die hier gelegene Ma-» nufartur in Caktgn und Muselin bekannt: Ja derselben werden glatte, gestreifte, auch ge, strickte Jndienncn, Wuselige, und Tüchel von der feinsten Gattung verfertiget. Dieser Wanufac- tur wurden in Folge Hofdecrcts vom Wonach Oktober 1788 verschiedene Begünstigungen zu- gestanden, Bregenz , eine Grafschaft, em»ckatu8 Lrs- zamiuus, liegt westwärts am Booensee, und debnc sich von hier südostwärts. Man nennt diese Strecke bas Dregcnzcrthal, auch den Bre¬ genzerwald, Die ganze Länge dieses Bezirkes beträgt 5 Meilen, und die Breite 8 Meilen. Diese Waldung ist trächtig an Holz, weiches den Bre¬ genzern Gelegenheit gibt , verschiedene Holz- waarcn zu verfertigen, und damit zu handeln. Die Grafschaft war im Uten Jahrhundert ein Reichslchcn, wurde aber in der Folge al- lodiqk», und erblich. Don den Grafen von Chur kam die Grafschaft an die Herren von Istrien, dann an die Grafen von,Pfullendorf, von diesen an die Grafen von Tübingen, und Son ihnen an die Grafen von Montfort. 145t P p 2 ver- verkaufte Elisabeth , Gräfin» von MontforE und Bregenz - mit Bewilligung Königs Fried¬ rich, ihren Anthcil an der Herrschaft, Burg, und Stadt, sammt der Herrschaft , und Veste Hoheneck, an Erzherzog Siegmund um 25,592 Gulden; die andere Hälfte verkaufte GrafHaug von Montfort 1523 um 50,000 st. an Erzher¬ zog Ferdinand. Die Grafschaft begreift die Herrschaft Hoheneck, das Gericht Dornbirn, und Hofsieig, die Stadt Bregenz, und den so¬ genannten Bregenzerwald in sich. Ferner sind in dieser Grafschaft gelegen: r Benedictiner- abtey, und 2 Eapuzinerklöster. Die drcy in dieser Grafschaft gelegenen Nonnenklöster, als das Kloster der Schwestern des dritten Or¬ dens in der Vorstadt Bregenz, der Tertiarien zu Thalbach, und das Kloster der Schwestern des St. Dominik sind erloschen. Lreyen; , ein Fluß, entspringt im Wal¬ de gleiches Namens, läuft von Süden nach Westen , und fällt zwischen dem verödeten Schlos¬ se Weyenburg , und dem Bcncdictinerstifte Mererau in den Bodensee. Mit diesem Fluße vereinigen sich die Rothach, Weißach, der Seu- hcrsbach., Bregenz, eine Stadt am Bodensee mit ei¬ nem südwärts gelegenen Schloße, Pfannenberg genannt. Es sind hier einige Eisenhütten gele¬ gen, Lreyenzer Wald, dessen Lage südöstlich ist, und im welchem viele Orte gelegen, darunter die vorzüglichsten sind: Reite , ein großes Dorf mit einem Gesundbrunnen, das Pfarrdorf Be¬ za» , das zerstreute große Dorf An rc. Bludenz, eine Grafschaft. Dieselbe wird von Feldkirche, und der Herschaft Sonneberg be¬ grenzt. Sie kam 1376 vom Graftn Albrech t von Werbenberg «n Erzherzog Leopold von Oest¬ reich. S97 reich. In dieser liegen die Stadt Bludenz , das Dommicanerkloster St Peter (f) der Ge¬ sundbrunnen bey Geyenhofeu, wo Wein gebaut wird/ die Weiler Brunuenfeld,Büngs, St. Leo¬ nard rc. Bludenz, eine Stadt mit einem Schloße am Jllfluß, worüber eine Brücke gespannt ist. Bey dem Dorfe Brunnenfeld vereinr sich mit der Jll der Bach Aflenz, weicher am Arlberg ent¬ springt. Feldkirche, eine Grafschaft, wird von den Grafschaften Bregenz, und der Herrschaft Son¬ nenberg begrenzt, i z6; ist dieselbe von Rudolph Grafen, von Werdenberg dem Erzherzog Leopold um z6 ovo fl. verkauft worden. In derselben sind gelegen hie Stadt Feldkirche, das Landge¬ richt Jagdbcrg , die 'großen Dörfer Schrusm, Barthlmesberg, das Dorf Frästen;, in dessen Gegend viel Wein gebauet wird das Domini¬ kanerkloster Aitstatt ( jetzt erloschen); der Wald Valduna , in welchem das erloschene Clariffer- kloster gelegen, der Victorsberg bey Montfort, wo das Minoritenklvster gelegen ist re. Am Barthlmesberg ist ein Bergwerk. Feldkirche, eine Stadt an der Jll, in der Grafschaft gleiches Namens. Hier ist das Vog- teyamt mit einem Verwalter, Landschrciber, Rentmeister re. Auch ist hier ein Obcrzollamt gelegen, welchem 12 Filialzollämter zugetheilek sind. Zrastenz, ein Dorf südwärts von der Stadt Feldkirchc. Hoheneck, eine Herrschaft, grenzt wvrd- wärts an daS Trauchburgische Gebiet, notdost- wärts an Kempten, und das Königseckische Ge¬ biet, und südwestwärts an die Grafschaft Bregenz. In' dieser Herrschaft sind zu bemerken: dasI>er- sdete Schloß Hoheneck, westwärts gegen Sim? mer- S98 merberg gelegen; dann das zerstreute große Dorf Wettenast, durch welches die Strasse nach Kemp¬ ten führt, das Dorf Ebratshofen re. Zu Schüttendobl ist eine Eisenwerksvcnvcsung Hohenems, eine Grafschaft, deren Lag? südwestwärts ist« Nordostwärts wird sie von dem Bregenzer Wald, südwärts von der Graf¬ schaft Feldkirche, und westwärts von dem Mein begrenzt, In dieser Grafschaft sind zu bemer¬ ken: das alte Schloß Cms, das neue Schloß Cms, der Markt Hohenems, das zerstreute große Dorf Lustnau am Rhein gelegen, das Dorf Ebnit ec. Die Administration über die¬ se Grafschaft, und über Lustnau, quosä terrr- torislia, führt ein Oberamtsrath. Hofsteist, ein Gericht in der Grafschaft Bregenz zwischen der Fußach, und Bregenz ge¬ legen, Hier sind zu bemerken : die Dörfer Wehl» furt, Buch, der Stcisberg, das kleine Dorf Echwarzach. Hier harten die Grafen vonBrc? genz ihr eigenes Gericht. Linyenau, ein Gericht in der Grafschaft Bregenz, am Seubcrsbaä. Mererau, eine Bencdietinerabtey an der Bregenz, und dem Bodensee. Monfore, ober Stärkend-rg, ein verödetes Schloß im Gerichte Sulzberg am Berg gleiches Namens, zwischen Neuburg und Hoheucrys gele¬ gen. Hier haben die Grafen von Feldkirche ge¬ wohnt. Der Montfort gibt es 2; das alt, und yeu verödete Schloß. Tas erster liegt nordwärts gegen Hohenems, und das ante»« westwärts ge» gen tenNhun. Montfort war nie eine Grafschaft, Neuburg, eia Gericht mit einem veröde¬ ten Schloße in der Grafschaft Feldkirche. Ra ftwcil, ein Neichsmarkt mit einem frei¬ en Landgerichte in der Grafschaft Feldkirche. Hier sind zu bemerken: die Dörfer Meiningen» Alte»-- Z9d Aitenstatt- (In dieser Gegend wirb viel Wein zebauet. > Valduna, Ueberjachsen rc.' Schrams , ein zerstreutes groß s Dorf in der Grafschaft Bludenz. Sonnenberg , eine Grafschaft an der Gren¬ ze von Tyrol an der Asien; gelegen. Diese Grafschaft hat 146 z Eberhard von Walbburg von dem Grafen von Werdenberg gekauft , von welchem sie an bas Haus Oestreich kam. In diesem Gebiete nimmt der Arlberg seinen An¬ fang ; auch hat hier die Asien; ihren Ursprung. In dieser Grafschaft sind gelegen: die großen Dörfer Bratz, Tales: ferner die Dörfer Ncn- zingen, Bürscberg, Bürs re. Sulzberg, ein Gericht in der Grafschaft Bregenz. Es grenzt an Neuburg, Hohenems, und Fcldkirche. Darin liegen : das große Dorf Jaterns, die 2 verödeten Schlößer Montfort, der Victorsberg rc. Tanvbery, ein Gericht in der Grafschaft Bregenz an der Grenze von Tyrol. Durch die¬ ses Gericht fließt der Lech nach Tyrol, und macht hier zwischen diesem , und dem Vorarl¬ berg die natürliche Grenze. In diesem Gerich¬ te sind zu bemerken: die Dörfer Schröken, und Krumbach. In diesem Gerichte südwärts, ge, gen die Herrschaft Sonnenberg, entspringt der Lech. Gberhei'Ascher Arem» Lalkevstem , eine Reichsgrafschaft im ober? rheinischen Kreise am s-uße des Tannenbergs gelegen. Wie diese Grafschaft an das Haus Oestreich gekommen , ist bereits im erster Bande Seite 15 gesagt worden. Der Flä¬ cheninhalt derselben wird auf 24 s) Meilen bestimmt. Eisen, und Wein sind die vorzüg¬ lichsten 600 lichsten Naturproducte In dieser Grafschafw Die Waldungen tragku Tannen , Eicken , Bu¬ chen, Lerchen rc. Die Volksmenge wird in die¬ ser Grafschaft auf 42,002 Seelen bestimmt. Hier sind zu bemerken: der Markt Falkensicin, die Stadt Winnweiler, wo das Oberarm sei¬ nen Sitz hat» Bey demselben stehen i Oberamk- mann, 2 Oberamtsräthe, ein Secretär. Fer¬ nergehören hieher der Kreiscomingentsha upt- mann , das Laudschastsphysicat, und das Forstamt mit einem Unkcrforstmeister, 6 Jä¬ gern , und 2 Wolfskrcisern. Das Oberem ist der Landesregierung m Freyburg uutNM- »rdnet. Seite »y. Zeile iz. ließ: 780,000 für: 800400 Seelen. Geile -0. Zeile 3. ließ: der zoffe Mensch für: Ei« ge¬ ben zugleich die traurige U-ber«-ugung, daß der siebente Mensch eine Leiche war Seite rc>-. Zeile ix. ließ: der g4ste für : der rote Gerte 5»6. Zeile ließ : guae scsi rucli astmaclum für: guae scsi sclmoüum luclv. In der zweyken Aussage des erffen Ban¬ de« diese« geographischen Handbuches ist in dem Artikel Jnnerbstreich die Volksmenge dreser ostreich,schen Landesstreche nach beit Aichren genau angegeben. Tabellarische Uibe; Fxeyhx^A dorr Cranz östrci„-Nz^^, Tabellarische Merffcht-er m Steyer-nark g-elegsnen , und in Freyherru dorr Crarrj östreichischerr Gesundbrunnen, beschriebenen mineralischen Wässer. tzei!»-