Nr. 3s. SimMg den V. Inli 1865. 9. IchrgMF. ^ (Vcilage z«r „Laibachcr Zeitung.") M Tic „Blätter aus Krain" crscheiucu jeden Samstag, und ist der Pränumeratimispreis ganzjährig 2 fl. österr. Währ. M Wll»cmftmKcit. In dcs Waldes Stille Lebt' sich'S hiunnlisch schön, Mag das Stadtgcwimmel Gar nicht wieder seh'n. Leb' hier froh und heiter, Wie es mir gefällt, Trage tief im Herzen Meine cig'nr Welt. Unter Bäume Schatten Wandeln stundenlang, Ruhen an der Quelle Bei der Vögel Sang. Seh' im tlaren Bache Spiel'n der Fischleiu Heer, Wcnn'ö doch bei den Menschen Auch so friedlich wär! 8. ^'. Des Müllers Tochter. (S ch l u ß.) Andern Tags besuchte Nosa die Gattin des Barons. „Das ist schön", rief Henriette, „daß Sie sich meiner wieder erinnern, schon scit mehreren Wochen ward mir nicht das Vergnügen zu Theil." Die Gräfin wurde bleich wie Schnee. „Sie scheinen auch nickt ganz wohl sich zu befinden, liebe Gräfin?" „Vorübergehende Wallungen des Blutes, indeß Ihr Leiden —" „Seit einigen Tagen ergeht es mir um Vieles besser. Mein Arzt ist ganz erfreut, wenn kein ungünstiger Zwischen-sall eintritt, spricht er binnen 20 bis 30 Tagen völlige Genesung zu." „Ich nehme herzlichsten Antheil." „Will es gerne glauben, Sie waren ja immer lieb und src-.mdlich," „Aber Sie mediziniren noch immer?" „Unbedeutend, wie Sie sehen." Rosa nahm Rezept und Fläschchen, las, nippte, wandte sich gegen das Fenster. „Ist nur von beruhigender Wirkung." „Ich weih liebe Gräsin, Sic sind eine craktc Phar-mcccutin." Nosa zitterte. „Das wohl nicht, indeß nach dem Heilmittel läßt sich W das Wesen und der Grad der Krankheit einerseits ebenso beurtheilen, wie sich anderseits das Heilmittel nach dem — Wesen und Grade der Krankheit richten muß." M „Also prophezeien Sie mir aus der Medizin." „Aus ihr und aus meinem Herzen nehme ich die Ueber- ,«, zcugung, daß —" W „Ich freue mich wie ein Kind auf den ersten Spazier« > gang. Wenn die Sonne mir ins Fenster scheint, zieht es mich > förmlich hinaus in den Wald. Ich werde die Vögcl wieder M zwitschern hören und meines ersten Ganges erstes Zicl, das sind Sie, liebe Gräfin." „Auf baldiges, frohes Wiedersehe,,," unterbrach Nosa. „Aber was ist Ihnen, gnädige Fran!" rief das Kammermädchen, „Sie zittern ja wie Espenlaub, diese Todtcnblässe ^ ^ des Antlitzes!" M ! „Mir ist wohl, was faselst Du." „Nein, nein, Sie sind trank, müssen krank sein, das^^ kommt von dem vielen Nachtwachen und Hinbrütcn über dxn Büchern." « „Es pocht." > „Sie irren, Gräsin!" ^ ^ „Das ist er!" ^ „Wer?" „Laß ihn nur ein, habe lange nicht an ihn gedacht, wie er seine weißen Locken mitleidig schüttelt. „Der gute Ansclm." > „Nein!" ^ „Du hast Nccht, er ist es nicht, der Graf ist es, nein, den will ich nicht sehen." „Jetzt geh' ich gleich um den Arzt." ! „Du bleibst!" „Um Gotteswillen —" „Ls ist vorbei, daß Du keiner Seele sagst, wer dagewesen — " ! „Gnädige Frau, liebe guädige Frau!" ! „Ja Du hast Necht, will mich schlafen legen, schlafen." ^ Der Morgen fand die Gräfin ruhiger. Baron Aichcnbcrg ! ließ sich melden, er wurde abgewiesen. Acht Tage darauf starb ^ Henriette. ! „Wollen Sie nun mir gehören, schöne Gräfin," rief der i Baron, „ich bin nun in der Lage, Ihnen nicht nur mein ! Herz, sondern auch meine Hand und meinen Namen anbieten ^ zu können." 110 „In einem Augenblicke, wo noch kaum der Hügel über dem Earge Ihrer Gattin sich geschlossen," cntgegnete Nosa. „Es gilt nur noch, die Mitgiftfrage zu besprechen." „Sie werden mir hoffentlich Zeit zur Ucberlcgung gönnen?" Rosa begriff sich selber nicht. Am Ziele ihrer Wünsche, hatte die Hochfluth der Leidenschaft sich geebbt. Der Zauber, der den Baron umschwebt hatte, war entschwunden. Wohl rang sie noch nach dem Besitze, aber dieser Besitz galt ihr nicht sowohl ! an sich, als vielmehr als Preis des dargebrachten Opfers. > Finster vor sich hinbrütend, saß die Gräfin, als das Kammermädchen einen Brief überreichte. „Auch das! —Wohlan!" rief Rofa und ließ die Blätter zur Erde fallen. Eines der bedeutendsten Handelshäuser war gestürzt und mit ihm die Firma Neutlcr. Solches berichteten der Stiefmutter Zeilen. Andern Tags kam wieder der Baron. < „Haben sich die gnädige Gräfin besonnen?" „Es ist ein Ereigniß eingetroffen, das vielleicht Ihre Entschlüsse —" „Was sprechen Sie, Gräfin?" „Lesen Sie." „Nun mit gnädiger Erlaubniß. Dero Renten —" „Fallen im Augenblicke einer Wicderverehclichung cn ! das gräfliche Haus der Hagen zurück." „Und Dero eigenes Vermögen!" „Was ich als Mitgift dem Grafen zugebracht, ist einverleibt dem gräflichen Besitz." „Und sonst?" „Ich hab' von meinem Hause nach diesem Schreiben nichts mehr zu erwarten, das Wenige an Schmuck und Mobiliar — " „Dann freilich, es war mein ernster Wunsch; mein Herz, Frau Gräfin wird Ihnen ewig bleiben, doch meine Hand — Sie werden mich entschuldigen. —" „Ich begreife Sie, leben Sie wohl!" Ernst und ruhig waren die Worte gesprochen. Als aber Aichenberg sich entfernt hatte, brach die Unglückliche ohnmächtig zusammen. „Elender!" stammelte sie, als die Besinnung wiederkehrte. Sonach öffnete sie den Schrein, in dem sich ihre Pflanzensammlungen und Pflanzenpräparate befanden. „Ich will nach Mardorf fahren." „Und in die Mühle?" frug das Kammermädchen. „Nein, nein, ich könnte ihm nur fluchen, dem Vater fluchen, und — nein, ich will mit keinem Fluche auf den Lippen scheiden." Die Zofe mochte dieser Nede Sinn nicht finden. Die Fahrt nach Mardorf galt dem Grabe Ansclms. Betend umarmte Nosa den kalten Lcichenstein und ihre heißen Thränen sielen auf des Hügels Blumen niedcv. Nach Hause zurückgekehrt, verzeichnete sie ihre gesammtc Habe und fügte dem Verzeichnisse weitläufige Erörterungen bci. „Wenn man nach mir frägt, ich bin für Niemand mehr zu sprechen." Als abermals der Morgen graute, schien Rosa sehr weick gestimmt. „Zu Gerichtsrath Walter —" An der Thüre drückte sie des Kammermädchens .Hand. „Wenn ich Euch nicht wieder sehe, lebet wohl." Rath Walter war sehr erstaunt. „Was steht zu Diensten, verehrte Gräsin?" „Ich will, indem ich als Sünderin sterbe, nickt den Heiligenschein in die Grube nehmen." „Ich verstehe nicht!" „Sie follen mich verstehen. Der Graf, mein Gatte und Henriette, Freiin von Aichenbcrg sind als Opfer — —" „Sie zittern!" „Es ist vorbei. Sie sind vergiftet worden, vergiftet durch meine Hand." „Es kann nicht sein. Es läßt sich nicht glauben, Frau Gräsin." ^,Ia, ja, zweifacher Mord lastet auf meiner Seele. — Zeichnen Sie meine Aussage auf — binnen wenig Stunden —" Schaudernd suchte der Gerichtsrath die Wankende zu stülpn. „Will nach einem Arzte rufen." „Drängt nicht, er kommt zu fpät, das Gift wirkt rafch — die Dosis war bedeutend — im Testamente — weitere Bekenntnisse — geweint, gebetet habe ich in den letzten Tage:', viel, entsetzlich, wie der Frevel, war die Qual! Unseliger Ehebund, in welchem Hand und Herz sich nicht vereinen!" Eine Stunde darauf befand die Unselige sich im Hospital der Inquisiten. Alle Versuche der Aerzte, den Wirlungen des Giftes zu begegnen, scheiterten. Weinend und betend schlief sie ein. Der Müller und seine Ehefrau haben im Schlosse de^ alten Grafen ein Gnadenbrod gefunden. Das Macher Kloster der Nrsulinerilmen. Von Leopold Kordcsch. Das wohlthätige und nützliche Wirken des Frauen-Orden'-der Ursulinerinnen ist ebenso allgemein bekannt, als anerkannt. Die Verdienste, die sich dieser Orden um die Heranbildung und Veredelung der weiblichen Jugend allüberall in Oesterreich erworben hat, und sich noch täglich erwirbt, sind in der That von großer Erheblichkeit. — Das ganze Leben unausgesetzt dem Unterrichte, der Bildung kleiner Mädchen zu widmen, unverdrossen jedes Jahr mit neu eintretenden Schülerinnen wieder vom vorn anzufangen, welche Geduld, Opferfreudigteit und Liebe gehören dazu! Darum kann man einen Beruf, wie diesen, mit Nccht einen heiligen nennen. Die Mädchen-Indnstrial-Hauptschule der Ursulinerinnen zu Laibach genießt als Unterrichtsanstalt seit Iabren den besten Nuf im ganzen Lande. Der Znwachs der Schülerinnen mehrt sich aber auch von Jahr zu Jahr so sehr, daß er seit 2 b Jahren die Zahl derselben fast verdoppelt hat, denn im Jahre 1830 zählte das Lehrinstitut 615, im verflossenen Eckul-jahrc 1010 Schülerinnen. Es dürfte daher Freunden der vaterländischen Geschichte, besonders aber edlcn Frauen und Müttern, die ihre Töchter in dieser Anstalt haben, nicht unwillkommen sein, vorerst die Mittheilung einiger historischen Aufschlüsse über die Stiftung und Entstehung des Klosters der Ursulinerinnen zu Laibach, und zuletzt einige Daten über die heilsame Wirksamkeit derselben zu erhalten. Bekanntlich wurde der preiswürdige, jungfräuliche Orden der heiligen Ursula im Jahre 1537, also vor 328 Jahren, von der heiligen Angela, gebürtig aus Tcscnzano im Vene-tianischen, gestiftet, welcher eine so große Verbreitung gewann und für den Unterricht, die Bildung und Veredlung der zarten weiblichen Jugend fortwährend von so großem Nutzen ist. Die nachfolgenden Aufschlüsse über die« Stiftung des Lai-bachcr Klosters dieses Ordens sind das Resultat von Auszügen ^ aus dem Archive dieses Klosters selbst, und daher verläßlich und authentisch. , ! Schon zu Ende des siebenzehnten Iahrhunvertes erfreute ^ sich dieser Orden bezüglich seiner nützlichen Wirksamkeit in der Untcrrichtsfrage des besten Ncnommös. Daher fand sich im Jahre 1L98 Frau Maria Eleonora von Stroblhoff, geborene Baronin von Villichgrätz, zu dem edlen Enschlusse bewogen, den auf Bildung und Erziehung der weiblichen Jugend 'so wohlthätig einwirkenden Orden der Ursuliucrinnen in der Hauptstadt Krams einzuführen, indem sie zu seinem Unter-halte cine Summe von 10.000 ft. spcudeu wollte. Allem 'mehrere unvorhergesehene Ereignisse hinderten die edle Frau an der Ausführung dieses Entschlusses. Zum Glücke stand sie in ihrem Vorhaben nicht vereinzelt da. Ein damals in Krain als religionscifrigcr Patriot allgemein verehrter und gefeierter Mann von großem Vermögen, Namens I oh an n Jakob von Schellend urg , faßte diese Idee auf , schrieb im Jahre 1701 an die damalige Oberin des Nonnenklosters der Ursu-Anerinnen zu Görz, und erbot sich aus freiem Willen zur Gründung und Totirung eines Klosters dieses Ordens in Laibach einen Betrag von 20.000 fl. beisteuern zu wollen, insofern die Oberin geneigt wäre, eine hinlängliche Anzahl von Ehor-. frauen nach Laibach zu schicken. Dieser Antrag des hochherzigen Patrioten wurde von der Oberin zu Görz und ihrer ganzen Gemeinde freudig angenommen und man schritt nun ohne Zögern zur Einholung der Bewilligung von Seite der geistlichen Und weltlichen Behörden. Der damalige Fürstbischof Ferdinand Graf von Kühn bürg, der Landeshauptmann Antonvon Eg g enb erg, der Landcsvcrwalter Wolf gang Graf von Gallenberg, der Landes-Vicedom Franz Ant o n, Graf von Lanthieri Und der Bürgermeister Gabriel Edcr von Edenburg "ahmen keinen Anstand, die angesuchte Bewilligung zu ertheilen. Sohln reisten am 19. April 1702 N. Margaritta ^leonora als Oberin und die Ehorfrauen IVI. Maria "vsalia Gräfin" von Lanthieri, HI. O d ilia von Erä rd in, ^- Elisabeth Frciin von Nosctti und N. Magda--lena Simon et von Görz nach Laibach ab und wurden, ^ sie von Oberlaibach aus die Reise zu Wasser machten, was , damals sehr gebräuchlich war, bci ihrer Anlunft von dem ^ General-Vicar Thalnitscher von Thalberg, von der Anna ^ Maria Fürstin von Auersperg, geborenen Gräfin von ^ Her berste in, von dem Landes-Vicedom Grafen von Lan-! thieri und von Johann Jakob von Schellenburg < am Ufer des Laibachsiusses empfangen und in das zu ihrer i Wohnung einstweilen eingerichtete Haus des gastfreundlichen > Stifters eingeführt. ! Ein Jahr später verfügte sich Jakob von S «bellen- ! bürg persönlich nach Görz, und brachte in seiner Begleitung i die Ehorfrauen N. Eäcilia Gräfin von Herb er st ein, ! N. Franziska Winin und die Laienschwester Ursula Gräsin von Eoronini - Kronberg nach Laibach, wo ihnen die Wohnung ebenfalls in seinem Hause angewiesen wurde. Sämmtliche 8 Klosterfrauen bewohnten bis zum 25. Juni 1703 das'Haus des Stifters. An diesem Tage aber übersic- ! delten sie gegen einen Iahreszins von 250 fl. in das dem ! damaligen Bürgermeister Gabriel Eder von Edenburg l gehörige, nahe dem Kloster der Elarisserinnen (nunmehrigem ^ Militärspital) gelegene Haus, wo sie am 2. Juli 1703 die , Schule für die weibliche Jugend eröffneten. Noch in demselben j Jahre langte auch von der Kaiserin Eleonora Magdalenn ! die Bewilligung zur Einführung des Ursuliner-Nonncn-Ordcns ^ in Laibach herab. ! Bald nach Eröffnung der Schule zeigtö sich der Andrang l der weiblichen Jugend so groß und das Bedürfniß, den Van ^ des neu zu gründenden Klosters sobald als möglich zu beginnen, ; so fühlbar, daß der hochherzige Stifter Jakob von Echel-! lenburg im Jahre 1706 die dem Fürsten Ferdinand ! von Auersp e rg und dem Fürsten von Eg genb er g cigen-i thümlichen Gärten um den Kaufbetrag von 19.000 fl. erstand , und das dabei befindliche Haus zur einstweiligen Wohnung der Frauen Ursulineriuncn herstellen ließ, wclcke dasselbe am 24. > April 1707 auch bezogen. Seit dem kurzen Bestände hatte ^ sich die Schule der Ursulincrinnen in Laibach einen so guten ^ Nuf erworben, daß die Töchter aller bessern Häuser im Lande ! im Kloster erziehen und bilden zu lassen zum guten Ton ^ gehörte, ein Gebrauch, der sich bis in die neueste Zeit auf-! recht erhielt. i Am 4. September 1709 überließen die Stände von Krain. ! der damaligen Oberin das sogenannte Ballhaus (gegenwärtig > das Schulhaus), welches an die vom Stifter erkauften Gärten anstieß, mii der Verpflichtung ins Eigenthum, ein neues Ball-" haus im Garten des Freiberrn von Erb erg zu erbauen, ! wozu der Bauplatz vom Stifter sofort um 1100 fl. erkauft ! wurde. ! Trotz vielfacher Wünsche konnte der Bau des neucn ! Klosters nicht gleich ins Wert gesetzt werden. Bereits im Jahre ^ 1710 brachte Jakob von Schellenburg noch den dritten, ! nämlich den Fabian'schen Garten um den Netrag von ! 2000 fl. käuflich an sich, aber erst im Monate März 1713 , wurde der Grundstein zu dem Klostcrgcbäude gelegt, worauf ! die drei zusammengehörigen Gärten mit einer Elausurmaucr ^ umfriedet wurden. 112 Die feierliche Grundsteinlegung zur Klosterkirche selbst, deren weiter unten ausführlicher erwähnt werden soll, ging erst am 26. Juli 1718 (am Annatage) vor sich, und wurde von dem Diö'ccsan-Vischofe Jakob Wilhelm Grafen von Leslio vorgenommen. ^ Die Platte des Grundsteins enthält die Namen des Papstes Clemens XII., Kaiser Carl's VI., des Fürstbischofs Jakob Wilhelm Grafen von Leslie, des damaligen Landeshauptmanns in Krain Johann Kaspar Grafen von Kobenzl, der damaligen Oberin Mater R o-salia Gräfin von Lanthicri, des Stifters Johann Jakob von Schelle nburg und seiner Gattin Katharina von Schelle nburg. geborenen Hofstetter, welche später sammt ihrem Gemal, dem großmüthigen Stifter, in der Klosterkirche beigesetzt worden ist, wie der in der Kirche befindliche Grabstein beweist. Dreißig volle Jahre wurden zum Ausbau der herrlichen Kirche verwendet. Dieselbe wurde am 16. Oktober 1726 vom General-Vicar Jakob Schilling benedicirt und am 26. z Juli 1747 von dem damaligen Fürstbischöfe Ernst Ama- ! deus Grafen von Attems in feierlicher Weise consecrirt, ! denn der völlige Ausban der Kirche so wie des Klosters selbst ! wurde erst im Jahre 1748 vollendet. Die Verausgabung für ! die Kirche und das Kloster betrug scit dem Jahre 1713 die > Summe von 93.547 fl. (Schluß folgt.) ! Der Zobel in Sibirien. ! Die Gattung und Art der Zobel und damit auch deren ^ Preiswürdigkeit und Werth verändert sich bekanntlich in außer- ^ ordentlicher Weise je nack Maßgabe des Aufenthaltortes dieser ^ Thiere. Die bisherige Ansicht der Naturforscher, als bleiche die ! Farbe der Zobel ab je weiter man sie gegen Norden findet, ist jedoch <;anz falsch; diese Wahrnehmung bestätigt sich nur l?ei den Bären und Wölfen und in dem Distrikte von Iatutsl auch bei den Pferden. Die Zobel und Eichhörnchen dagegen werden gegen Norden immer schwärzer, wie dies auch mit den dort vorkommenden dunkelbraunen Füchsen der Fall ist. Bemerkenswerth ist ferner, daß die Zunahme der schwarzen Farbe fich auch in östlicher Richtung geltend macht, weßhalb die Thiere, welche in dem Kreise von Iencseisk gefangen werden, als die besten und wcrthvollsten gelten. Doch ist der Preis der schwarzen Thiere weniger von deren Farbe, als davon abhängig, daß ihr Fell dicker und fester, die Haare dichter und ihr Glanz bedeutender ist'. je dunkler und kürzer die Haare, desto dicker ist das Fell. desto größer das Schillern der glänzenden Farbe und desto geschätzter die Sorte der Thiere: bei der wcrthvollsten, aber sehr seltenen Gattung haben die Haare hellglänzende fast silbcvarüge Spitzen. Vor Zeiten war die Zahl der Zobel in Sibirien fast unberechenbar; gegenwärtig hat sie sich in der Art vermindert, daß man statt eincr jährlichen Beute von 35.000 Stück, wie noch vor 15 Jahren, in den letztcrn beiden Iabrcn deren nur ! 15.000 gefangen hat. Im westlichen Sibirien ist die Zahl der ! Thiere so zusammengeschmolzen, daß es im Gouvernement Tomsk i deren bereits gar keine mehr gibt. Im Gouvernement Ieniseisk i sind die Zobel etwas röthlicber als die weiter östlich im Kreise i Iakutsk vorkommende Gattung; trotzdem gelten erstere als sehr ! l wcrthvoll. Die erstaunliche Abnahme der Thiere muß ihrer ! außerordentlichen Furchtsamkeit zugeschrieben werden, insofern sie ', allenthalben verschwinden, wo Niederlassungen gegründet oder ^ Wälder zum Zwecke der Urbarmachung gelicktct oder ganz ab- i gehauen werden. Vor 50 Jahren betrug der jährliche Zobel- ! sang im Kreise NertschinZt 4000 Stück, während jetzt kaum 200 gefangen weiden. ! Der Diamant in der Krone Napoleon's III. ^ Dieser Diamant (genannt Pitt oder Regent) wurde 170Z ! in den Minen von Parteal, 20 engl. Meilen von der Stadt ! Masulipattam, von einem Sklaven gefunden, welcher diese ! Entdeckung seinem Herrn verbarg und ihn einem Matrose» unter der Bedingung anbot, ihm dafür seine Freiheit zu verschaffen. Der Schurke lockte, von Habsucht geblendet, den arme» Burschen auf sein Schiff, warf ihn über Bord, und verkaufte den Stein dann für 1000 Pf. St. an Pitt, den Gouverneur im Fort St. George. Er verschwelgtc das Geld in kurzer Zeit, denn regte sich das Gewissen, und er ging hin und erhentte sich» Von Pitt taufte den Diamanten der Regent von Frankreich für 135.000 Pf. St. Er wog in rohem Zustande 410 Karats wurde aber zu einem schönen Brillanten von 137 Karat uw'' geschliffen , so daß er bei dieser Operation etwa zwei Drittel seines Gewichtes verlor. Sein jetziger Werth würde ungefähl 225.226 Pf. St. oder 1.501,520 Thlr. betragen. Er s°ll der schönste (wenn auch nicht der größte) Diamant der W^ und von ebenso schöner Gestalt als Farbe sein. Während dt< Schreckensherrschast und der Plünderung der Tuilerien uel' schwand er mit den andern Kronjuwelen; später aber taucht er wieder auf und wurde von der Republik an einen Kaufmai"' in den Tuilerien verpfändet. Dann wieder eingelöst, schmiB er den Degen Napoleon's I. In der Schlacht bei Waterl°° wurde er von den Preußen erbeutet. Nach Frankreich zurü^ gelangt, strahlt er jetzt in der Krone Napoleon's III. Wie die Perser über die Frauen denken. Allen Persern ist, wie wir im »Globus" lesen, nach dt> Gesetze gestaltet, vier rechtmäßige Frauen , aber nicht mehr, !' halten. Das Ehcbündniß, welches sie mit denselben eingeht hat auf Lebenszeit Gilligkeit, wenn nicht der Ausnahm^ einer Trennung der Ehe eintritt. Trotz dieser Erlaubniß, ^ Harem mit höchstens vier Weibern anzufüllen, ist die lcgit^ Vielweiberei in Persien selbst in der reichen Welt nur !^ beschränkt. Der Perser von gewöhnlichem Schlage begnügt!'' in der Regel mit Einer Frau und sehnt sich dnrchaus '" nach einer zweiten daneben. „Vicl Frauen", pflegen die P^ zu sagen, „viel Kosten und viel Aergcr." — Ob sie ^ haben, wollen wir aus Delikatesse hier nicht untersuchen. Verantwortlicher Redacteur I. v. Kleinmayr. — Druck und ^crlag von Ign. v. Kleinmayv «5 F. Bamberg m Laiba^'z