KesrZMngeffard vsMHnW/ zuWolffenbüttel/ Hründü'Zer und austfüWFer VeriMt WmWasmM/ KemandieselttgmnützlG und ftuK- barlich bauen / in glückliches Sluffnehmm bring en / und in guten Notstand beständig erhalten > Znfondcrhcit die Srtze und Metal- Im/alsGold/Stlber/Kupffer/AenGley/Wißmuht/Spleßalaß/ Stab - Etcln/ Magneten und Eism-Stcm/ ciNMsuachseinerrcchtenNamr/ ArtundSigensLafft auffsnützlichste bcarbcitm / röstm/waschemvuchm/ Skigem/auffmancherleyWeistinkl-inemKuerprobiren/cim-nci- «n/und schetden/auch tzn grossen Feuer ohne Abgang schni cl, tzen und zu Nutze machen soll. Nebmst Sielen künstlichen Abbildungen allerband dar;unokt,g-nVfenmid werckzeug«; wie auch vorthevliLe An. Weisung vom Schwcf^nachrn/oitriol/ Alaim/Salpcter Mmpt VeIgefügm nützlGer D Urdnung/und Bericht von der Bergleute Dem tung und Freyheittn. Mendcnen/so Uerglvercke bauen/unbbabeymccrelljrc sind/zu Lstmst und Gefallen auffs neuc wicdcrumb an den Tag Stgcbca. Zwck?olm und HstmVurg / Mn Verlegung Gottfried Debezeitö Buchhändlers. GedrucktinLkipzigbeyChrtstopffGünthem/ JmIahr Christi 1690. 'v-2 c ÄeM. Der erste TM dlescrBergk-Ordnunz saget/ I vonAnfasgk und Erbarvung neuer Bergkwerck. Capitel des ersten Theilö. Bestellung des MrA Berg!-Rath, so! mkk Verständigen/ Vornehmen/und tnBergksachcn wolcrfahrnmLcu^ tenbelieltetwerden/diedaLust und Liebe zumBcrgkwerck haben/ wr'ffen/wie denselben mit Stollen/Schächten / Wüfferkün« sten/Holtz/KolltN/Schmeltzen/Proviant / Vorlag und dcrglei- chen zu Helffen sey/welches das fürnehmste ihresAmpts ist / Dann . . wann sie die Sachen nicht verstehen / so können sie in denselben auch nicht rahken oder etwas anordnen/noch davon juäiciren,sondern müssen glaur ben waS andere sagen / und leiden das ihnen von geringen Leuten eingcredet wird/ und müssen sich gleich wie Blinde leiten Und führen lassen / dahero ausUnverstandk viel Sachen/daran dem Fürsten/Gewercken und gantzemBergkwerck hoch gelegen/ in Schgdenusd Stecken gerahten/undsol solcherBergk-RalhmikdemVergkhaupt- man/einoderzwey aus den Hoff-öder Land-RähteN/Cammermeister/BergöLccre- rario.Ober-undUnker-Bergkmeisier/und zweywol erfahrnen Geschwornen bestes lek werden/ Ihr Ampt und Verrichtung ist / daß sie des gantzen Bergwercks Noch- durfft erwegen/und wie es in einen guten Wolstand zubringen/ undmssNutzfortzn tteiben/Anordnung mgchen/Und -Quartalich von aller Einnahme und Außgabe riG lige Rechnung einnehmen. Von Bestellung der BergMattiM. E^^Ieweil manzuErbawung und Forttreibung des Bergkwercks / viel und ^^Mmannicherley Leute habenmuß/so erfolget daraus/daß auch viel und manni, ^^^chekley EmptcrseyN / welche mit Bergkverständigen und ehrlichen Leuten bestellet werden müssen / alsnemblich : Ein BergkHauptman / Zehendtner/Ze- hendtgegenschreiber / Ober-und Unter Bergkmeister / Geschworne/Nachfahrer/ Ober-Puchsteiger/Vergkschreiber/BerZkgegenschreiber/Schichtmeister / Hütten- Reuker/Hükkenschreiber / Hüttenmeister / Schmeltzer / Garmacher / Abtreiber/ Silbrrbvenner/Hüttenwächker/Fackorn und dergleichen Welche Officirer ein Kürst/wann erVergkwerck in seinem Lande hat/haben muß/ Man sol aberwolzu schen/daßsolcheEmpter nicht mit Eigennützigen / Geitzigen/ Äräfchhafftigen Leuken/oder nach Gunst und Freundschafft bestellet werden/sondcrn sich zuvor erkundigt / obste Goktfürchtig/warhafftig/getrew/verständig und ehrlich seyn/ob sie in ihremOienste fleißig und betrieben seyn/un ein nüchtern mäßigLeben füh- ren/ob sie des Bergkwercks einen guten Verstands haben/ und zuvor viel mit Bergk- werck umbgangen feyn/ Daun die Bergkleute pflegen zu sagen: DasVergkwerck wil haben Verstandt/ Und ein getreue Handk. Denn wo sie dasselbe nr'chtverstchcN/wie sollen sie wissen/ was dem Bergkwerck zuträglich oder schädlich ist/sintemahl sie die jenigen ftyn / welche alle ding regieren und anordnen follen/dann des Bergkwercks Wolstan^k ruhet rigendtlich auffgutcr Anordnung und fleißiger auffsicht / und wer recht vorgehct / dem gehet man recht nach/welche aberden Weg selbst nicht wissen / wie sollen sie denselben andern weisen/ denn esgibts dieErfahrung/daßofft eingantzes Bergwrrck/eines ehrlichen verstän¬ digen Mannes geneust/und dagegen eines einigen bösen Bubens emgetten muß. A V0M 2 Der erste Thetl sagct/von Anfang und Je wunderbarlichGott in allen seinenOingen ist/siehet und erkekrekman un¬ tern andern auch amBergkwerck/da er allerley schön gebigenErtz. auchGolk/ Silber/Kupfter/Eisen/Bley/und andere Materialien , in harten tieffm Skcmfelftn wachsen/und den Menschen zu nutz und gut außhawen / und an Lag bringen läst/ftür diese Güte und Wolkhat / kan und mag GOtt nicht gnugsam ge¬ dankt oder gerühmek werden/weil der Nutz / den man von dem edlen Bergkrverck zugewarkenhat/vielundmannicherley/herrlich und sürtrefflich / auch dem Men¬ schen zu einer grossen Beqvemligkrit seiner Nahrung/ Handelsund Wandels dienet. Dann was für grosseMühe undGefahr etlicheVölcker mit dem umbwechseln und stechen der Wahren in Kauffhandeln / ehe das Geldt im Gebrauch und Gänge gewesen/ gehabt haben/ ist leichklich zu erachten / denen / so in andere weit abgelegene Länder gehandelt haben / welches man ietzoGOtk Lob durch das Bergkrverck geü- brrgct / daß ein eintziger Mensch ein stück Geldes für etwas über Land und SandL traqenundfortbringenkan/daman sonsten grosse Last und gantze Schiffvoll Wah¬ renhat haben müssen/und andere Unbeqvemligkeiten/die man mit solcher Umbwech- selungder Wahren gehabt hat. Cs gibkder Augenschein selbst/das ohne Bergkrverckund Metall / in Krieg und Fkiedenszeiten/auch in allerlei) Handthierung / Künsten/ ConrraQen.un- Handelung des Menschlichen Lebens/bey hohen und niedrigen Standes Personen/ unumbgänckttchgebraucht werden muß / Sondern weil GOLL als der Oberste Lehnherr und LoUaror aller Regimenter, / durch Daniel die vier Monarchien und Haupt Regiment der aantzm Welk / in den grossen RolaM und Bilde Nebucad Nezars/bevorab in den vier Haupt Metallen/Goldk/ Silber/ Kupffer unvEistn< so weißlich und herrlichfürgebilvet hak» Daherv diese Metallen km Heiligen Römischen Reich / von der hohen Obrig- keit/vermöge der beschriebenen Rechte / in allen Landen für das höchste Regal und HerrligkcikimMüntzen gehalten wird / wil geschweige!, / was grosse Zierden Und hochnützliche Artzneyen / auch schöne Farben in den Metallen / undanderegroA Wunder und gewaltige Merck Gotkes/mik Verwunderung Zu sehen und zufindett ftyn. Womitkönteund wo'te der Mensch sein tägliches Brodt erwerben/ und seik Land! bawen/wann man nicht Stahl und Eisen hätte / damit das Landt durch die daraus gemachte InllrumenkL könte umbgerissen / gerodet / gehacket und geäget werden/unv was dergleichen mehr ist. Man sehe an die herrlichen Kunstreichen und nützlichen Arbeiten / so auß dem Metall/als Goldk/Silber/Kupffer/Eisen/Skahl/Zichn und Bley / auffman- nicherlep Arth und Form gemacht werden. WowolkenNun solche nützliche Dinge / deren überaus sehr vielund Manni- cherley sind / Herkommen und genommen werden / wann das Bergkrverck nicht allerley Metall gebe/und durch Müheselige Arbeit zu wegen gebracht undzuberei- tet würde» In Summa/alles daß man nur erdrücken kan / hat man der Metallen von nöhken/also/öas jetziger zeit aller Handel mit Gelbe getrieben wird / und ohndasselbe nicht viel zu kauften oder zubekommen ist. ES Crbakvung neuer Bergkwercke. § Esbezeugeksauch die Erfahrung/daßviel Fürsten/ Grafen / Herren vndvoM Zldel/wieauchgemeineLeute/jagantzeLänderdurchdasBergkwerckunddestenNutz- barkeit erhaben/und ingroß AuffnehmenundGedeyen kommen/ die groß Gut und Geldt dardurch erlanget/und sich verreicherthaben/wie dessen gmWmeEMpel köm ttn erzehlek und dmgethan werden» Von Lust und Begierde Bergktverck zubawen- S ist auch bey vielen der Lust undBegickdeBergkwerckzu bawen/glekch wtt ^I-^bey Jungen Gesellen zur Busi chaffk / sobegierigsind die Menschen Bergk- <^^werck in der Erden zu suchen/daherkömpts/daß ver/ soviel tzabenwil/ wenig bekömpk/GOtt erfüllet nicht alle MenicheN mit Goldt und Gilbet / sondern auch mit Armuthund Koth/IammerundNokh/ DieBergkleutepflegenzu sagen: i. Arbeite fiasslg und halte mit bekcn an/ r. So wird dein Thun ein Fortgang Han. WerBcrgkwrrck wil barven/ 4. MußGOtk und dem Glückvemawen. Dann GOtt hat etlichen sonderliche Erkändtniß und Verstandkgebm auff Ertz und Mekaü/also/daß einer ein nähern Weg weiß dieselben zuerstnden/ einen an- dern/wie dieGebäwdeanzüstellen/dem dritten Au schmeißen und gutzu machen / Zu dem kan auch ein verständiger Mensch mit den einen öder andern Metallen / in der Ar¬ beit besser föttkommen/dann alleÄllchimisten mit deß HiMMelsZeichen und Planeten thun/darumb istesnichtndhtig / hierzueine Rechnung oder Wissenschaffk zu haben/ Wiedas Gestirn der 12. Zeichen und-. Planetengehen/ und sichregieren / auch nicht achten/was für Zeit/Lag und Stunde / dieser oder jener Planet gut oder böse sey/ dann solchrs gibt oder nimpt/forvert oder hindert nichts / zumahl/ womantäglich schmeltzet/und dieErtz Zu gute machenmuß. Dsn Künstlern ^»Irmvius gedencket etlicher KünstreichenLeüke/ dieMühlen / Wasserkünste/ alte Rüstung und irreres, somanmKrt'egsleuffkrnund Stürmen gebrau- chek/ erfunden Habens . Die alten Bergkleute haben die Heinßen/Kerratk/ Bulgenkunst / Laschen- kunst/Pumpen/daß man Wasser mit Kannen gehoben an der Scheibe oder mit ei¬ nem Rade/welches die Leute trrtten/und dergleichen erdacht und angrrichtet / darin die armen Leute wie das Vieh haben ziehen/und sich abMergeln müssen / obeswol zu der zeikgewälW Künste zu schnellen Mastern gewesen / so haben sie doch viel ge¬ kost anzurichkeN und zu erhalten / und ist auch grosse Gefahr darbey geweftn/dan offt- mahls ein eisern Seil an einer Bülgenkunst / allein in die 200. und Mehr Centner gewogen. Aber die jetzigen Künstler übertreffen die Alken weit / dann daß wir der Seiger/ so mit Gewicht und Stönfedern die Stunden halten / und die Büchsen und allerley Mühlen/so heukzu Läge im Gebrauch seyn/geschwiegen/davon die alkennichts oder gar wenig gewusthabrn / DaNN man tzäk jetziger Zeit in Bergksachen viel andere Künste erdacht/ Alsdasind die Stangrnkünste nlitdenkrummen Zapffen / die das Wasser mit geringen Kosten über die röo» Lachter / ein Satz dem andern zu / bißzu tage außheben / Item / wie man in nassen Und trockenen Puchwercken undWasch-- werck über das Sieb/Planherdk/Wcndherdt/Durchlaß / wie imgletchen auch im Ertz rösten/Schmeltzen/Probieren/Abtreiben/Silberbrennen / unv andere Bergk» Instrumenta mehr / damit man die Ertz zu güt machet / viel geschwinder und zu richtiger/dann etwan für alters gewesenist / Man pfleget zu sagen : Viel Hände machen leichte Merck/ Aber geschwinde Köpffe machen auch leichte Arbeit / und er, sparen viel Mühe undUnkosten. A ij Von 4 Der erste Tßcil/öon Anfangk und BonBergkschänbern. «M S sind ihrer viel/die diß clonum cliviaum , welches unter andern für der höchsten Gaben Gottes eine zu achken/ganß uüd gar verachten / undfürMe E^UrsachallesUbels schelten / und derowegen auch nichts vom Bergkwerck bawen halken/gebenfür/es sind ungewisse Dinge/ man müsse alles auffs Glück stek len/und damangleichAuKbeutedarvonhabe / gedeye doch solches nicht / un-fey Bergkwerck bawen nichts anderst / dann eine Verschwendung gewisser Haab und Güttr. Aber diese vergebliche Schwätzerey wird nachfolgends rekurirek, und pro Sc. aonrra clispurirer,auchbewiesen und dargethan/das Bergkwerck bawen gleichfslS eine Gottselige/ ehrliche Nahrung / und ihrFundameat in H. Göttlicher Schriffr hahe/und ist sich dißfalS a^solchr Rede gantz nichts zu kehren. OI8euk8U8. Darlnnm aispurinwlrd/ob Bergkwerck ba«m/nStzlich und nShtlgfty- Gistjeund allezeit unter den Leuten ein Span und Oiiputstiva HEDWTÄ gewrfen/obBergkwerck bawen auch nützlich uünöhtigsey/welches ekltcheloben/etlicheaber fchelkenund verachten/bringen nachfolgen- dersriones und LrAUlvcnrr für / so Zu Heyden theilen ckisputirer md außgeführek werden katt. Erstltchwmden sie für und sagen / daß unter hundert Menschen kaum eiaek scy/der mik B rgkwettk oder dergleichen Dingen wisse umbzugehen/dessen genieste«/ davon Außb^me nehmen und reich werden könne / dieweil viel Leute alle ihre gewisse Ha rb undGüterdemzwtttzelhaffttgen Glück verkrawen/und gemeiniglich darin» betrogen werden. Verhält sich dieses nicht allein mit Bergkwerck/sondern auch in alle« ander» Gachin/Künsten und Sprachen/welche einen rechten Verstaubt und rvolgegrünke Meinung erfordern und haben wollen/uns daß kein Ding unvorsuchek ist / dann da einer etwas ünclicren und lernenwil/mußderselbigeaBfang'ich ein gut lageuiurr» haben/hernach Fleiß in seinen ttucliis anwenden/so er anderst Heut oder morgendes-« sen geniessen wil/andrrer Gestalt istsunmüglich / daß er für einen gelehrten Mamt zuhalten/OcßgleichrnauchmikallenHandwekckiN / da einer nicht allein einen gu^ ten Lehrmeister/sondern auch selbst Fleiß anwenden / und «tn/zwey oder drey Jahr lernen muß/da er anderst selbst einmahl Meister seyn / und sich auffsolch Handwerck mitGOttundehrenernehrenwil/AlsoauchimBergkwercke /danitS alleingroste Müheund Arbeit / sondern auch ein guter Verstaubt und Erfahrenheit erfordert w'rd/daßeinerwissnviemanSchächkesincken/Skollentrtiben/Außleugeü/dkselbett mrt Gezrmmrr verwahrrn/und nützliche Wasserkünste anordnen sol/ Und solches läs- sek sich nicht allein sagen und hören/sondern es muß auch der ukrr darzu kommen /da¬ ma ns stetig gebrauche/und den Sachen recht Nachdrücke / dann wo man arch Unbe¬ dacht etwasordnen/oderaußNachlässigkeit versäumen wolke/istsnichtalleingläub« lich/daß das Bergkwerck zu suwpffe getrieben / sondern er selbst umb das Grme kom¬ men würde / Daß aber viel Leute ihre gewisse Haab in ungewisse Guter Kecken/ist dasselbe nicht ohn und bekenne ichs selber / daß ofltmahls groß Glück / dißwkilm groß Unglück bcy Bergkwerck ist / jedoch verhält sich solches in allen Ständen / da einem in diesem Jahr seine Händel und Nahrung glücklich und wol vou statten gan- gen/da er in seiner Haußhalkung gute Nahrung / Glück und Segen gehabt / uiw ihm alles zu seiner Wolfahrk ge deylich gewesen / Hergegen aber ihn in andern Jah¬ ren groß Unglück und Unheil wiederfahren/und so zu reden / fastalleSdem Krebs« gangk gangen/und solches beruhet alles auff den Segen GHtteS^eyWem G«- Erkawungnekm Bergkkmcke. 5 bet und Handk-Arbeit der Menschen/welche/ da sie jhreS Beruffs und Ampts trew- lich und fleissig warten/nichks unbedachtsamer Weise / sondern mikgutem Rath an- fangen/so ist Gottes Segen/beydes so wol im Bergkwercke als andern Ständen zur hoffen/derzuZeitenineinemQuarkaldaüreichlichundüberflüßrgwiedergibt / daß man dasgantze Jahr über vrrbawek/ derowegenjhre oxinion dieses Punctshalbeti Nichtig. ^0 Zum andern sagen sie/das Bergkwerck habe keinengewissenBessandt / dar¬ auff man gewiß bawenkönne/lobetderhalben den Ackerbaw/daß man sehen kanwaS er trägt/ urrd wie hoch man dessen zu geniessen hak» Hlemkk können fienichthafftkn/zumalensolchesdieEMPtlanderssaußwel- sen/daß GOtkviel Bergkleute/jo lange Zeit und Jahr reichlich ges.gnet/ und noch an jetzo segnet/daß sie aberden Ackerbaw für das Bergkwerck rühmen und erheben/ Dagegen sage ich/wo das Bergkwerck nicht wäre/könke derAckerbaw mitNutz mche gekriebesunv gearbeitet werden / womikwolke man den Acker pflügen/wann man kein Pflugschar häkte/womit wolke man egen / und das Geträydig alßchneyden und abmeyhm/wann vasBergkwerck ketnEisen und Stahl gebe / und in Summa/die gantze Haußhaltung und alle Handtwerckrr müssen verschmachten / undgrossm hunger leiden / dieweil siedasLandtmitden blossen fänden nicht umbreissen kön« nen / und wan sie sich allein von den Kräutern und Würtzeln erhalten und ernehrea solken/muste mancher in Winterszeit grosse Noch und Mangel leyden/undofftmalS ungessm zu Bette gehen / Hierauß istihrgroberUnverstandtzuersehen / daß stedis Metallganß und garverwerffen/ohnwelchedoch/wiegesagt/dasgantze Menschli¬ che Geschlecht nicht leben kan. Zum dritten sagen sie/daß der Nutz und Gewinndadon nicht gedeye/und wis man im Sprichwort sagek/selken an den dritten Erben kömpk- kontra Würdechnensolcheszuschwerprobierenund zu rkweisenseyn / jedoch weil sie keine rariones oorzubringen haben/iss ihre Meinung falsch und iss hierauffzu ^nk- Worten: Dasalles was GDttgibkund schasset/issnüßlich und gut/ auchglücklich und gcdeplich/Nun HatG-OktBergkund Lhal/Gehänge und Gesprenge/ Kiusst/ Genge/Schwefel und Quecksilber/darauß täglich Erß und Silber wüchset /selber geschaffen/So iss darauß abzunehmen/ daß solches nicht böse sondern gutsey / Und gedencket Moysesim Paradieß einer reichen Goldtseiffcn/ iw Kluß Ganges / Sa rühmet Lubal Cain den älkessenBergkmann / welcher auß den Geiffen geschüben / Witkerung/Sicherung zwiselten Bäumen / und mit Ruhten die Gänge zum erste» außgerichketund entblößet hat. Es verheisset auch GOtk durch Moysen unter andern löbliche» Dingen uny guten Gaben/allerley Ertz und Mekaü/Goldt und Silber zurNotthurffk undArtz- my der Menschen» So sind die Philipp» inMacedouia/andieS. Paulus jchrei- bet/auch jehr Bergkverssändige Leute / darzu reich und gewaltig von Bergkwerck ge- wesen/Dann wie vioclorus Sleulus schreibek/So hat König Philippus deß grosser» Alexandri Vater / wöchentlich biß in die zwölfftausrndCronen von Bergkwerck Einkommens gchabk / derhalben er diese Bergk^Skadt mit grossen Frepheiten unl> Privilegien begnadet/auch daselbst eine Müntze auffgrrichket/und die alttn Philip- per Gülden geschlagen hat/deren einer eine doppelte Crone gölten. -Ls haben grosseHerren undHauß-Vätrr/wie solchesauß denHissorien zu er» sehen / sich allezeitauffBergkwerck beflissen / und solchen Städten sonderliche» Schutz und Zreyheit gegeben/dieweil sic/wann das Bergkwerck aasitzet/ Jährliche» grossenNutzundÜberschuß geben/ohne alleVerlust und Darlag derGrundk-Herrrn/ wie wir dann sehen/daß auch von deßwegrn der Gchnehergk/Irrpbergk/Annaberg/ A iij Marien <5 Der erste Thalsaget/von Anfang? Marienbergk/Iochimsthal/Wildeman/Zellerfelt / Claußthal/S-Andreasbergk- undandernBergkstädtenundFlecken/soin Meissen/Sachsen / Kärnken/Ungarn/ Böhmen und anderswo gelegen / vonKäysern/ Königen/ChurmndFürsten/wit viel grossen Freyheiten und Privilegien für andern Städten und Flecken befreyet / begnadet und begabet/und deßwegen gerühmek und gelobet seyn / Wo nun solcher Nutz und Gewinn des Brrgkwercksstscht soltgedeyenNochFrucht schaffen / würde solches von Anfangwol verbotten/ M sticht auffuns / biß auff diese Zeit gebracht worden seytt. Zum vkerdten sey es auch gefehrlichBergkwerck bawen / dieweil viel Leute in den Gruben undHütten von denSchwüden/Staub und Stanek / welchen sie mit den Achem an sich ziehen / davon Lungettsüchtig werden / dicke auffschwellen/oder ganß und gar außdorren/auch viel unket ihnen in den Gruben verfallen / von den Wänden zu tobte geschlagen/ und von den Fahrten in die Schacht stürtzen / Arm/ Beinund Halß brechen/von deßwegen man keinen Nutz des Brrgkwercks so groß achten / daß matt umb deßwillen/des Menschen Leib und Leben in solche Gefaht setzen sok. 6o?r^ä Stehet solches kn Gottes Machk/welcher einen so wol in, als äusser der Grü¬ ben schützen und behüten kan/ Wann des Menschen Zeit und Stunde kommen/daß er sterben sol/muß solches ohn allen Verzug geschehen / es geschehe gleich in-oder auS der Gruben/Zu dem geschicht offtmahls aus ihrer Nachläßigkeit/ daß sie ihrer Stär, cke zuviel verkrawen/unb unvorsichtig seyn/wkewol sie durch ihre Vorsichtigkeit und Verrrawen zu GOtt wol können behütet werden / ünd findetman Bergkleute/ die lange Zeit in den Gruben gearbeitek/die viel gesunder und wol betagter sind / als dis Mffder Erden gewohnet/und nie in die Zechen kommen sind. LVo Zumfünfften/ daßdas Ertz oder die Metall / so man aus der Erden gräbek/ nicht nützesey/und sagen/ die Erde verberge nichts / sondern als eine kostfreye willige Mutter ^gebe alle ding mit grossen Haussen von sich / und bringe herfürmannicherler- Kräuter/ Obst und ^)oltz. 6s?r/^ Scheinet dieser Punck etwas närrisch seyn/also/daß er aus groben Unverstand de herkompt/daönemblichdieErdealles reichlich für sich'selbst herfürgebc / wasa«-- langet Kräuter/Obst/Holtzund derglelchen/ bin ich in keiner Abrede / Gedencken sie aber nichkauffdie Widerlegung des andern Puncks / das man von solcher Speise m'chtalleinlebenkan/sondernauchdasGeträydig/alsRocken / Weitzen / Gersten undHabernmehr bedürffkigist/davon der Mensch seine Nahrung hat / womitsol man das Land bawrn/Pflügen und Egen / wann kein Ertz aus der Erden gegraben/ man sehe zu / obdasLandtvonGeträidkg etwas tragen und herfür bringen werde/ wann solches nicht fieißiggewartek und gebawet wird / derowcgen sie mit dieser vett geblichen Rede wol stiüschweigen möge» Zum sechsten sagen sie / daß die Metall dem Menschen keinen Nutz gebest / herowegen sol manauch nicht darnach trachten / dieweil der Mensch Leib und Seele hat/so bedarffer dessen nicht/das manaüs der Ekdengräbek / weil der Leib mitnokh» wendiger Nahrung und Kleidung vergnüget ist / sogeben ihm auch dieFrüchteder Erden/und die mannicherley Geschlechte bet Lhier/eine grosse Menge der Speise und Lranck/mikwelchenderLeiberhaltenwird/zunimpt/und seinLebenverlängert/ deß- gleich-n kan man auch aus dem Flachs / Wollen und etlichen Lhierfellen / allerley schöne Kleider machen/das ihm also die Metallen / so unter der Erden liegen / nicht Non nöhten seyn. krbawung neuer Bergkwmke. 7° Alsquaühätke der Mensche allein anköstlichenKleidem qenug/daß ervonaussett Mn geputzek und angekhan were / Neintrawn/ solche äusserliche Dinge können den Menschlichen Leib nicht erhalten / sondern sind nur für Hitze und Frost / unnd geben eine äußerliche Gestatt und Schönheit von sich / damit ist aber dem Magen gantz mchtsgedienek/der da wil/daß man ihm Speist verschaffe/welche durch keinem» der Mittel/wie gesagt/kan zu wegen gebracht werden/danndmch die Metall/ damit man das Landt bawen und graben/darein säen und pflantzen / und zudrr Menschen Nethdurfft brauchen könne» Fum siebenden geben sie für / daß durch das Bergkwerck bawen / ganßeFlot und Felder umbgraben und verderbt / die Wälde und Gehöltze verwüstet und abge- hawenwerden / dieweilmanzudettselbigenkägltcheinunzählichHvltzhabenmuß/ dieWasserdurchdiePuchwerckundEktzwaschenvergifftek / daßsievon Fischenöde und wüste werden/dahero die Einwohner der Felder/Wälden / HöltzernundFtsch- wassern/in Mangelund Schaden kommen/daß man Augenscheinlich derBergkwer- cke mehr Verlust und Schaden / dann Nutz habe. Sage ich hinwiederumb/daßsiees viel mehr bawen/bessern/llnd zu des Men¬ schen Nutz bringen/alS Verderben/dann sie ja die höchsten/unfruchtbaresten Vergeh auch tieffe und finstere Lhäler durchgraben / deren niemandk mit Holtz oder Gräfin rey gebessert/viel weniger nützet / und da sie an solchen wüsten und wett abgelegenen Oertern / Bergkwercke zu bawen anfangen / machen sie auch zugleich Wohnung da / richkenHauser / Flecken und Städte auff/ bawen Kirchen und Schulen / und da sonsten allerley wildeLhiere / als Bären / Wölffe / etc. ihre Wohnung gehabt / wird jetzo Gottes Wort gelehret und gepredigek. Item / Sie fangen zugleich an zu Säen und zuPflantzen / habmstaktlichr Viehzucht/dann sie Jährliches zur Haußhalkung / ein ziemliches an Keeft und But¬ ter machen/verkauffen/und sich Winkersmnd Sommerszeit davon erhalten können/ geschweige des jchönenGoldes/Silber/Kupsser/Eisen/Bley/ und anderer Metal¬ len/ die Jährlichen etliche viel tausend LHaler bringen / davon solch Gebirge nicht allein wol bezahlck/sondern auch derLandes-Fürst/undbas gantze Landt/ desselben Bergkwercks geniessen und gebrauchen können. Zum achten nennen sie dasGoldk und Silber eine Verderbung des Menschli¬ chen Geschlechts/dann die/joviel Goldt und Silber haben / müssenallezeit in Ge¬ fahr stehen/unddienichkshabcn/stellettdencnnach/ die es haben / und sind alsobeydt zu ihres Leibes und Lebens-Verderben/eineUrsach / wie derBiblijcheLHk jaget? Samlet euch nicht Schätze/da die Diebe nachgraben» DieLeuke sehen nicht/ daß sie GOLL selbsten als eine Ürsach und Erschaffet aller Dinge/schelten und vernichten/in dem sie sagen/ daßet.iche Creaturen vergeb¬ lich und unnüßlich geschaffen/ und also eine Ursach des bösen sey / welches verstän¬ digen Leuten mehr wol anstehet/ Dann das viel böses Dinges durch das Geldt wird außgerichttk underkaufft/daher groß Jammer und Elend/Morbt und Lodtjchlag entstehet/ist solches nicht des Geldes / noch derer Dinge / so man aus der Erden gräbet/schulk / jondern viel mehr dervorwegenmBoßtzeit der Menschen / und ihr Gottlosen Begierde schult. Item/ s Der erste Tßcil / von Anfang und Item/daß sie vorgeben / das Gelt gebe den Dieben Anleitung zu stehlen/und daßman/lautderD.Schrifft/nichLSchätze samlensol/ da die Diebe nachgraben/ Ist dieses nicht also zuvcrstehcn/als öb man das Gelt verachten/ undfürein Verder¬ ben Menschliches Geschlechts halte / sondern daß man nicht allzusehr mit dem Herr Yen daranhange/ und barneben der herrlichen Geistlichen Güter / der Seelen Selig¬ keit vergessen solle/Dann Has einerein schön Pfervtoder Kleidtstilt/ ist die Schulde nicht des Pferdes oder Kleides / sondern die bös« Begierde des Menschen zu solchem und dergleichen dinge/dann dasGelk denen alles gutes zufüget / so esrechtund wol/ als eine Gabe Gottes gebrauchen/aber diejenigen / so es ÜbeluNd Mit Unrach brars chen/emkiehetgroß Unglück und Schaden daraus Zum Neundken vernichten sie die andern Metall hefftig/ zuvoraus das Eisen/ Mit welchem denMenschen gpqsserSchade und Abbruch geschichk/dieweil man aus denselben / Büchsen / Schwerster / Spieß/Pfeil/Dolch und dergleichen Wehren machet/dawik die Leute verwundet und Lodtgeschlagen werden / und dieweil man auch mit den grossen Stücken/so von Kupffer / Messing und Zien gegossen werden/ auss einen Schuß viel Menschen-tödtet / so vernichten sie dieselben auch über die Massen sehr / Das Bley verachten sie darumb/ das Kugeln daraus gegossen wer- den/damik man die Leute todk scheust / wenden also die Ursach des Lobes ins Eisen/ Kupffer und Bley» s Daß sie auch wegen etlicher Mißbräuche der Metallen / die gantze Sub^ siantzdesBergkwercks verachten/undausderMenschenLocierer schliessen / stehet ihnen nicht wol an/dann wo das zugelassen würöe/daß gute undnüßliche dinge/ we¬ gen etlicher Mißbräuche derselben/solkenabgeschaffekwerden / muß fürwar dieheili- geSchrifft/GeistltcheundWeltlicheRechke/uNdalleanderefreyeKünste / ehrliche Gewerbe und Händthierung/als nichtige und vergebliche Dinge / nach solcher Leute Meinung Nrbotten und ahgeschaffet werdem WelcheVerachkungundVerkleinerung des Mißbrauchs halben / aus kemck andern Ursache / denn allein aus ihrem groben Unverstandt und Unwissenheiten^ sichek/Daß auch die unnützen Wäscher vorgeben/die Mekall/als Kupffer/Meffittg/ Eisen/Skchl und Bley/sind eine Ursache das so viel Menschen erwürget / erstochen/ erschossen /undgantzeLänderundStadttbekriegetund zerstöret werden / ist solches allein bösen Lastern /Zorn / deßgleichen der grausamen Lyranney / Zweytracht/ Gettz/ Mukhwill / undder grossen Begierde zuzumessen/Welches mit diesem E/empel zuvergleichen: Der Weitt ist eine herrliche Gabe Gokkes/undein sehr guter Tranck / dannsö Man ihn mässig brauchet / ist er dem Leibe nützlich und dienlich / hilfft dem Magen die Speise verdauen / macht gut Geblütt/und ein frisch Gemühte / So man ihn aber unmäßigund überflüßigzu sich nimbt/ister dem LeibegaNtzschädlich/und ma¬ chet die Leute truncken undunsinnig/reitzetsiezu allerley Schande und Laster / und überfälksieendtlichmik grosser schwerer Kranckheik/ hieran ist der Wein nicht Schult tmd ürsach/daß sich der Mensch Lruncken und Vollgesoffen / und allerley Sünde und Schande begehet/sondern der Mensch selbst/derihnüberflüßigin sich säufft Und mißbraucht/Also verhält sichs auch mit den Eisen und andern Metallen / daraus MandasGeschüß/SchwerdkerMndDarnisch Machet / welche zu dem ende erdacht/ daß man sich und die seim'gen vamitschützen und vcrthädigen/ nicht aber/das manS Mißbrauchen soll» Und dagleich alle Metallen/als Küpffer/Stahl Eisen und Bley / sotten ab- geschaffet/und aus bet Menschen 8o cieeer genomen und verbotten werden/würdm fürwar die Menschen mit grössemZorn gegen einander ergrimmcn/uNd im geringsten Nach keiner Obrigkeit und ^sullir? fragen / sondern wie dre wilden Lhiermik einan¬ der kämpssrn/sich mit Stecken und Steinen schlagen / einander zerreissen / und mit Gisst/ Dünger und Durst / auch mit dem allerschmälichsten und schändtlichstm Lvdk/wie der tönte und möchte erdacht werdey/erwürgen und umbbringeü / Dero- wegen kröawung nekver Bcrgklrercke. 9 wegen/wann derMißbrauch derWehren abgeschaffek und verboten/wolte man solche Instruments zu Beschützung seines Leibes und Lebens / für nützlich undhochnöhtig achten und halten / und am geringsten nicht entbehren. Zlzm zehenden sprechen sie auch / weil diöDatur diese Metall in die Liesse der Erdenverborgenhak/und zu deß Menschen Lel^llnd Auffenthaltung nicht von noh- tcn/werden sie von ihnen veracht und vernicht/ und schliessen / daß man sie nicht auß der Erden gewinnen uns langen sol/dieweii sie zu viel und grossem Übel Ursäch geben/dar- auß erfolget / das das Bcrqkwerck bawcn dem Menschlichen Geschlechte Nicht nütze sey/sondern viel mehr schädklich und verderblich. Mit diesen und dergleichen Reden werden vres fwmMe Leme beweget / daß sie einen grossen Haß auff dasBergkwerck werffen/än'd wollen es wäre nie kun Ertz geschaffen oder gewachsen / oder soesjaver- handeü/dDesvon niemandtwäre erbäwetoder außgegraben worden. Harauffist die Antwort / daß Gott Und die Natur die Metall nicht darumbsö tiessin die Erde verborgen hak / daß sie Nicht solten ans Licht gebracht/und von den Menschenheraußgelangekwerden/svndr'mwcildieNatureiNjeglichesOingk/inseiü gewiß Element eingeschlossen unö verborgm/sö hadewsie auch die Mctall/weil dassel- dige eine grawe und schwere marcria ist / auch in keinem andernElemcnt bestehen kan/ billich in die Erde/in die Klüffke und Gänge geschassm/solte es aber derohalben/ weil es so Liess verborgen / nicht außgegraben und zu des Menschen Nutz angeweNdekund gebrauchet werden / mit nichten/dann auch die Fische in demElemcnt deßWassers von Gott und der Natur gesetzk/darln sie leben und ihre Nahrung suchen sollen / sollen sie darumb nicht gefangen und außgefischekw/rden. Ist detohalvenKU schliessen/ wasGottunddieNaturzudeßMenschenNutz/ Hei! und Wolfahrt erschaffen und verborgen hat/es sey in welchem Element es wolle/ im Fewr/in der Lufft/im Wässer oder Erde/solmans billigherauß fangen/graben und gebraüchen/Nunhak Gott die Ertz und Metallen in die Liesse der Erden/wcil sie kein ander Element bestehn könneWerborgen und rtsthaffeN/Derwegen sol man auch sol¬ che bissig außgräben und zu deß Menschen Nuß brauchell/und zu allem guten anwen- den/därumb sich auch niemaNdt / der Lust und BeliebuNg zudem Bergkwerckhat und darin bawet/von solchen Bergkschändernund unnützen Fladeren abhalken lassensol. hiernach folgm etliche Bergkpkmses, wie dte Bergkicute attffihre Arth zu redmpstcgen^ Schürssci: isf/wamiciner am Lag anhebt zu suchen nach Gangenund Klüffken. Kübel und Seil einwcrffen isi/wann einergeschürfft hat/und derSchUrsszutiesswird/ daßereinHaßpel drauffsetzenmuß / und Vie erste Fdtderniß die er herauß thut mit Kübelund Scil/dastzeist KübelUnd Seileingeworffen: Haßpel ist bannt man Bergk und Ertz heraus Zeucht mit einen Seil. Bergkübel ist/darin Wan Bergk Zeucht / was nichtErtz ist/heist allesBergk. Ertzkübel ist/dakin man Ertz zeucht. Wasserzuber ist/darin man da 6 Wassrrzeuchk. Sumpss ist/darin sich das Wasser sämlet. Psützeimcr ist/damit man kmpsützt/dann man spricht einpfützen/nichteinschöpffen. Fahr c lst/daran man in die Grube fahrt/ Heist eine Fahrt und nicht eine Leiter. Gezimmer s n Schachten sind Lragstemprl/Iocher einSkrichspreitzen. Äerpferwt isr/wann man zimmert/und so das Gezimmer nicht feste stehet / daß mans ant! cibct mii holtzern Kiilem Außlangen ist das-Ort/das man treibt aüssein Gangk oder neben ein Gangk. VcrschremptoderverfahreNist/ daß man ein Ort neben den Gangk treibt / ündden Gang stehen last (nachschlägk. Nachschlagin ist/wann der Gängk also Verfahren ist/wie gemeldk/ daß man alsdann Wändkgeworffess oder abgetrieben ist/so es sehr fest tst/so muß man Ritzen hawen/daß man Pletz und Keil darin setzen kan/ darnach schlagen die Häwrr Feusteln dar-- auft/das Heist eine Wandt geworsscn oder abgetrieben. V Fest Io Der erste Tßetl/von Anfangk lind Aesiist / wänN der Gangk hart zu gewinnen ist. Gchnetigist/wannderGangkoderGebirggutzugewinnenist. Das Gezeug damit Manin der Gruben arbeitet/grosse Keustel/kleine Feustel/Pteß/ Keil/ Kratzen /Eisenfimel/ Keilhawen /Feustel / ist alles Gezeug/ damit man Ertzgewlnk. . . Zulortijt em weit raumer in der Grubengebrochen/ darinttian ErtzUNdBergkstür» tzet/man Heists gestürtz'k/und nicht geschüttet in der Grüben. Querschlag ist ein Ort / das man durch Querstein treibet/ auff keinem Gangk oder Klufft/man treibet auch zu zelten Querschläge auff Klüffttn und Gangen/ wann man die haben mag. Eine Kundkgrube ist die Zeche oder Gruben auff einen newen Gangk / die hak drry Wehr / ein Wchrist 14 Lachter/ hak also eine Amrdtgrube in ihr Feldt 42 - Lachter. - DkrnechstenüNd andern Massen/oderso viel der auffdemselben Gange auffgenom» men werden hat ein jede Maß nicht mehr dann zwey Wehr / das ist r8 Lachter. Ein Lehen ist sieben Lachter/ zwey Lehn ijt ein Wehr/drey Weht ist eine Fundkgrube/ zwey Wehr ist eine Maß/wie gemel dk. Vierung / ein jeder Gangk hat in die Er btieffe vierdkchalb Lachter ins Hangende/ und vierdkchalb Lachter ins Liegende / das Heist des Ganges Vierung / mache beydrs7.Lachter. „ ' Des Ganges Hangends/ ist däs Dach/ so auffdem Gangk ligk/ünd sein Dach ist. Des Gang-sStreichen isi/wann er zuTage außstrcichet /als etlicheGänge haben ihr Streichen im Morgen/etlicheimMit kag/etliche in Abendt/eklichtgegen Mil- ternachk / auch etliche zwischen den jetzgemelten vier Orten/wie imCompast zu sehens , , Aletzist/ das eben hinwegliegt/ünd weder unkerstch nvch übersich fälk. WannmanauffeinenFletzverleyhek/soverleyhekmanin dieV'erung/alSeineKund^ Grübe in die Länge 42. Lachter / Und in die Breite auch 42. Lachter. Klüfftlin/welche schmal sind wie ein Messerrücken/ schmäler oder mächtiger/die haben jhr Streichen wie die Gänge. SchachkoderLichtlöcher/istalles einNahme/sömandatinuntersicharbeitek / nennet manSgesuncken. Richtjchächk ist/darinman AürdernißhaemitBergk/Ertz/nach dem man kieffstnckk Hornstakt ist eine weite gebrochen/da dekHaßpel stehet. Raktstuben ist/da man ein Kunstratt hänget. Haßpeistuyen ist darinender Rundkbaum ligtL Hengbanck ist darinnen die Haßpelstutzcn stehen/und da man die Ertz außstürßk. Mindfangist/denman an Lag übereineGruben setzk/mitHoltz und Bretttzr/varaN sich das Wetter wechselk/ das man in derGruben oder in den Schacht arbeiten kan. . , Angesessen isi/wo einer in einkr Grubcnanfähet ein Orfzu kreiben/düs heisset angesef, sessen- , SkroßundSitzorkist/ wannmaneinOrtalsotheilek / daß einer Mik einem Sitzort fortfähree / und der ander die Strosse hinffach häwet/ so Heist dann das obertheil ein Sitzort / das unkertheil die Strosse. SiSpfal ist / darauff der Häwer vor dem Ort sitzt; Eisenriemen/ daran det Häwer die Eisen führet. Eines Stollen Mundtloch ist/den man anfähet mein Thal öder Grundk/ ündzuch ner Gruben treiben wil / und wann man unter kreucht / Heist eSdes Stollen Mundtloch. . ... , Unter gekrochen ist / wattttMananfähetLhürlein -u setzen/ und man erstlich hinein in Stollen führet. Lhürlein kappen und verschiessen / aüffStollen und Lmgörtern gesetzt / das ist / daS die lenze des Holßes auffstehek / und die Höltzerdie oben darauff liegen / hetf- jen Kappen/und das kleine Holtz das man in hangends und liegendöiegt/sind Pfäle/Heistmanvrrschossen; Masserjech ErbawungnewcrBtrgkwmke. II Wasserseichist/dadas Wasser;um Mundloch hinauß läufst. Ein jeglicher Ork oder Stollen Heist oben/in der fürst. Solen/der Stollen unken im tiesssten heistauft der Solen. Lreckwerck ist / daß man mit Brettern schlägk/ zwischen derSolen und der FW/ varauffman ein und außfährek/ Ertz und Bergt darauffherauß läufst. Rosch oder Lrögstollen getrteben/ist / wann man ein Stollen treibt/ der5, oders. Lachter einkömpk/ oder tieffer biß aufs > f. oderis. Lachter. Einkommen ist/wenn man ein Ourchschlach machtt/dag man Wetter bringet/ und Wasser benim pk. Durchschlachist/wann man örter oder Stollen gegen einander treibt / wann manzu* sammen kömpt/das Heist man einen Durchschlag gemacht. Wetkerbrachtist wann der Windt durch den Durchschlag oder Stollen hindurch in die Zeche zeucht/ daß man darinnen arbeiten kan. Wasser benehmen ist/daß das W Ler/wann der Durchschlag gemacht ist/auffdrm Stollen hinauß an Lag läufst. Handtstein oder Stuffen Ertz/ Heist mans auffBergkmännisch / und Nicht Stück- Ertz/SteinoderBergk- Anbruch ist/wann man ein Gangk überfährt oder ersinckt verGold/Silber/Kupft fer oder Bley hält. Ertz grpucht oder gescheiden / Heist nicht grklopfft oder zerschlagen- Hall ist derBergk den man auß einer Gruben fordert/es fey viel oder wenig /das Heist man dann der Gruben Hall- Gepelistein rund Gebäw/darinneneitt eisern Seil über denKorb der Spindel sich auffundabwintdamit mangrosseLonnenErtzovrr Bergk/mitPferdenhett auß treibt /wie nachfolqenos zu sehen ist Pumpen ist ein Röhre/darin ist /in Ventil gemacht / die setzt man in einen Sumpfs/ da zeucht ein Knabe ein znNblich Wasser/ zwry oder drey Lachter hoch» Kunst rst/daß man ein groß Wasser hebet / tteibet ein Wasser das andrr/dte braucht manauffBergkwercken/diemaNtieffabsinÄet/undsrhrWassetnöhtigsind. Seiger grricht ist/wannein Gangk geravt nieverfält/uttv weder Hangende noch lie¬ gende hat. Flachist/wann «in Gangk siachfället/und Hangendsund lkegendshat. Marscheiden und abgezogen ist/daß man ein Ort vererbstuffetoder verbawet / oder einen Schachtan Lag bringet/oaß man am Lage wetß/wo man in der Gru¬ ben bawek. L ochstein ist/wo man einem sein Maß gibt mit einerSchnur / als ekner Fundtgrube 42. Lachtrr/undeiner Maßrs. Lachkrr/rrndwoein Maß wendet / da grübet man einen Stein ein / darin hawet man ein Creutz. Marscheidt ist/wo sich die Massen cnven/da setzt man einen Lochstein. Erbstuffenist/daßman in derGrubenweiß / woeinejede Fundtgrube oderMasse wendet. Abwegen ist/da man ein Drt oder Stollen gegen einander wiegt / das man wriß/wo und wie die örtergegen einander seyn- Schichtmeister ist/der der Grwerckrn Geld aussnimpk/lohnek und verrechnet / und der/so in der Gruben unoSchmrltzhütten/auff der Gewercken Nüß unoGuk stehet. Steiger oder Hütlmannist/derauffdieArbeiter sichet/ ihnen Eisen und ilnßlitgibt/ dir Gruben mit Gezimmer und andern/fo vonnöhten/versorgtt- Häwcrist/derdasErtz oderBergk hawet- BcrgkKnech t ist / der Bergk und Ertz zeucht uNd läufst. WasftrKnecht ist/der das Wasser zeucht- Ertzscheiver ist/d«roaö Ertz in der Kaw oder Zechenhauß scheidrt oder quetschttr S'ebwascher ist/der das kleine gequetschte Ertz wüschet. Junger ist/ derBergk oder Ertzanschiägk Die kurtze Schicht ist acht Stunden langk. Lie lange Schicht ist zwölffStunden langk. B ij Mk ir Demste Theilsagek/ von Anfangkund EinStamm oder ein ?2. Lheil/ist vierKuxe/ Stamm / sind 12s . Kuxe/ hak ei« Gruben theil. Kasten geschlagen ist/wo man weiten in den Gruben außhawek/ und darnach starcke Lragstempel in hängende undltegendsantreibk / und Pfäl oder Kastenstan¬ gen darauff legt/ und darnach mit Bergt besiürtzk. Folgen etlkche kkrases, so man lm schmcltzcn der Silber und KupfferErtz gebrauchte. Borschläge auffSilbcrErß/ Krischbley / Glödk / Härdk/ Floßkuflsser/Schlacken/ Stein/ und gekörnt frisch Bley. Frisch Bley ist/das vor hin nicht gebraucht ist. HärdtBley undGlödListdaoBltp/daövomSilbergescheidmwird/wannmanab- treibt. Herdt istdie Aschen/damkkder Lreibhervkgemächt ifi/eheman getticbenhak/ die hr¬ bet man nach dem treiben wieder ab. Treibherdt isi/darauffmanda? Merck abkreibet. Abgetrieben ist/wenn man dasG'lber und Bley von einander scheidet. Lreibhukist vonEisettoderZitgelgemachk/denmanübrrdtnHrrdtsrtzt/wannmaN abtreiht. Zusatzzum KupfferErß/btdakffManBley oder frische Schlacken zum Kloß/ zuetli- chen bedarffwan auch keinFloß/ Wan muß abckkinswehrdannvaö ander rö¬ sten/ darnach es wiidk oder flüssig ist/darnach machet man Stein darauß/als- dannSchwarßkupffer/darnachGarkupffer/wann dasKupffrrüber sechsLottz Silbethälk/sowirdsgeseigert» Das Gezeug in Hüttendamit man arbeitet/Heist manKewrhakenMeneisen/Stech- eisen/Vrechstangem Schicht ist/wann man den Ertz uNd dm Zusatz zusammen setzt / fo viel man in einet Schicht schmcltzen wil. Änlassen ist°wann man anfanget zu schweltzett- Außlassen ist/wann er Schicht machet oder auffhöret. Zugemachtifl / waNn der Schmeltzer den Ofen wiederzurüstek auff einen anderst Lag. Kürgelauffen ist/wann der Helfferknecht den Schweitzer den Zusatz und Vorschläge dieerbedarff/zuttagtundzuläussk. Hüttenaffker 'Hüttengekreß ist/ was von der Gewercken Ertz abrieselt oder Verzekter wird. Was zukttrachtm/wanli manncwc Bergkwerek zubawenüufangenkvtl. Ann in einem unverschrotkenem Gebirge/Gänge oder alte verlegeneZechen UH (vorhanden ftnd/ünd Gewercken seyn/vie da Lust undLirbe zu baweN haben/ vS4^diesollen fürallen Dingen nachfolgendePunctcnwolerwegenündbetrach- ken/damit sie jhr Gülden und Geldknichk vergeblich anwenden/sondern ihrGcbärv- de also anstrllen/ VaMit fle dessen hernach wiedrumb Zu erfteweN haben wögen. Was für ein Gebirg rs sey ob es Donleg/ Seiger oder Kltpptch ist. Eil aber das Ertz nur in Gängen und Kläfften bricht / und solche Gänge irr UH (GebirgenamleichsienaußzurichkenuNdzuverstollen leyn/gebrn verstände v^Ä^geBergkleuteguke achkungaussdieGelegenheikdeßGebirges/undwas der Gänge streichens/fOllrnö und außgehens sep/an hohen/seigrrn und klippichrnG ebir- gen/ Erbawung der ncwcn Bttckivcrckc. lz gen/legenstchBergkleute nichtgerne ein/wanaberdie Gebirge jhreDonlcgundGe- häNge/llNdrlnef«neSänffte haben und vielSoste/da versuchetmannichrr seinDcil/ zumahln/wann die Gänge nicht auß dem Berge fallen / und haben jhre Streichen nachdcmStrinsall imMorgen/undihr außgehen in Mittag/Wir man solche? auff S. Georgen auffw Schneeberge / S, Andreas amLürcknerim Jochimßthal / ge» sehen uno erfahren Hal / daß dir Genge jhr streichen im Morgen gehabt. Dir Bergkleuke lastender Sonnen auch ihre Krafft und Wirckung / die jhr GDtk gegeben hat / nicht allein Zum leuchten und erwärmen/ die Monat / Jahr und Lag zu unterscheiden / sondern das sie auch den Früchten auff und unter der Erden/ dienen könne. Verständige Gärtner mercken/das Erbsen Rübm und Zwiebel« sich nach deß Mondes Krafft richten/ioltenSonnr/Mond und andereSternen nicht auch jhre Wirckung in den Gängen haben. Ob Holtz deß Orts sey / damit man zum Bergkwerck die Mhdurfft haben kan. Jeweil Zum Bergkwerck bawen viel und unterschiedlich groß und klemHolß '^^Ivonnöhtentst/fürnemblichSchachtholß/damitmandtrSchächteaußzim" ^-^Dmerk/zu Wällen in die Puchwercke und Schmeltzhütten / zuGerinindie Stollemüber die Gchacht/zu rösten der Erß / zu setzen in der Gruben auff festen Ge- siein/wie imgleichen auch zUwschmrltzeNdrrErtz/Kollen/Pfäle/Puchstempffel und Delen und was dergleichen Sachen mehr isi/und solches alles/ nach dem das Bergk- werckstarck getrieben wird. Ob auch soviel Wasser in der nähe sey / daß man zu Künsten/ Puchwerckcn und Schmcltzhütten die Nothdurfft haben kan. OravenDingtNmuß man auchWasser haben/daß man zuFvrktreibung der A^Wafferkünstr/Puchwercke und Schmeltzhütten brauche« kan / unter denen mankemesrmrahtrnkam Ob man auch Holtz Zu Bchuffdcß Bergt- kvercks flössen kar^ VK Dftm man die Gelegenheit hat/daß man das Röst- und Lretbholß flössen kan/ vikonte dardurch an derFuhr ein grosser Unkosten erspahretwerden. Anzetzung/wohöfflichr Gebäwde anzustrlkn styn^ wir aber noch m lecunäir csustz, und reden von ordentlichen Mitteln/ t darin und dadurch dieNa kur wircket/müssen wir von demGrbirge/Gänge/ ^^^Klüffte/Flttze und Geschicke den Anfangs Machen / darauß Bergkleuke offt Zeichen nehmen/undVermuhtunghaben/wohöffliche Gebäwde anzustrllenseyn. äL>S kan zwar nieMandk durch das Gestein sehen / so stehet und Hörer man auch nicht das Ertz wachsen/als ist vermuhklich / wo im Gebirge ein Vrunquell ist daß kt von Kläfften und Gängettkomme/stchrrt man was in denBrunnen/io ist desto mehr HoffnuNg/stnvdie Masserkiesig/vberes legt sich ein Staub brauff/Wirern Hütt.n« grstübt/so gibtseine Anleitung / daß die Gänge Metall führen» Zum asidrrn/wann die Witterung Zu Lage außschlächt / oderba ein Gangk Lurch ein Wiesen streicht / und die Dünste verzehren dleLawtröpfleinam Grase/ gibt die Erfabrung/doß darunter eine starcke Wirckung se. Zum dritten/wann man stciffig Achtungauff die Reissen gibt / vonwel* chem alles Graß und Kräuter weiß herriffet wird / außgenottimenvas/ svauffde« B ist Gän, 14 Dererste Thellsagek/ von Anfangk und Gängen wäch sek/dieweil aber von den Gänzen ein kruckner hitziger Dunst gehet / so werden die Kräuter von solchen Dünsten mehr naß/dann von dem Reiffep weiß/wel- ches man an allen kalten örtern sehen mag. Zum vürdten gibt auch die Vermuhtung/däß an den örtern / da viel zwieselte Bäume stehrn/Gängevorhanden seyn / zuvoraus/ wann dieselben oben im Gipste! verdorren/als hätte sie derFrost versenget/oderwanndteselbenBletterimLentzen blaw undbleyfarbeseyn/unddieästeschwartzlich/oder eineunnatürlicheFarbe haben/die- weil der heisse Brodem aus den hitzigen Gängen/die natürliche Feuchtigkeit verzehr ret/davon die Wurtzeln Krafft und Saffknehmen sollen / daher sie die Macht her Miude/ehe dann andere Bäume auß der Erden reisset/ ist auch eine Anzeigung/ daß daselbst Gänge verborgen und jhr streichens haben. Zum fü nfften sind die Rutenganger/die die Genge außrichten/und ist darüber viel und mannicherley stjspulircns, Dann etliche sagen / daß ihnen dieselbe sehr wol diene/die Gänge außzugehen/'Die andern aber sagen / daß es ein Za uberisch Dingk sey/dieweil sie die GängLmcht allein mit der Glücksruten / sondern auch mit Spie- gcln/Ringenund Christallen außrichten / und diene Zur Sachen nicht/die Rute sey gerade oder wie eine Gabel/dann die Form der Ruten habe keine Krafft / sondern die 'Wort und Sprüche dee Zauderey/die darüber gesprochen werden / Dann die Alken Haden nicht allein die Dinge/so zurNachrichkung und Kleidung dienen/damit zu we- gen vracht/sondern haben auch andere Dinge damit verkchlek/Es haben die Zauberer die Auren der Egvpter/in Schlangen verenderk. ttomeruz schreibet/daß die Minerva den alten Vlissom mit der Wünschelru- ten/von siundt an in einen jungen Mann verwandelt habe / und hat jhn wiederumb zu einen alten Mann gemacht. Die Oree hat deß Vlilln Gesellen in wilde Thier verwandelt/ und ste wieder- umb zu Menschen gemacht/Es hat auch ^lercuriusmik seinem Stabe die Wachen¬ de schlaffend gemachk/und sie damit vom Schlaff wiederumb erwecket. Derhalbrn / so lässet es sich anschen / daß ersima hl die Wünschelruten von den Zaubern/iu die Metall seyn Herkommen / darnach als fromme Leute vor den zauberi¬ schen SprüchrnemAbschewgehabt/unddieselbige gantzverworffen/ist der einfälti¬ ge Brauch der Wünschelrutenbeydem Bergkvolck/damitdieGänge außMchteN/ gebliebem uno sind nu r die alten Gebräuche erhalten worden. Oiewetlaber die Wünschelruten bewegekwerden / wann man schon kein He- xsnwerckdarzutreibet so wollm etliche/oaß deren UmbwendungUrsachsey/dieKrafft und Lugend der Gänge/Etliche derGebrauch und Übung / Aber welche Dinge eine Krafft etwas an sich zu ziehen haben / dieselben wenden die Dinge nicht herumb / son¬ dern ziehens nur an stch/alsnemblich: Der Magnet kehret das Eisen nicht umb/ son¬ dern zeuchks allein an sich. Und der Agtstein/wann er vom reiben erhitzet wird/ keh¬ ret das Stroh nicht umb/ sondern zeuebts nur an sich. Dergleichen thuk auch die Krafft der Gänge / so sie einerlei) Natur mit dem Magnet und Agtstein hätten/so würden sich die Ruten nicht so nmbbrehen / sondern alleineinmahlwieeinhalberRingkumbgewandk/stracksansichziehen / und wann nicht das zusammen truckcn deß Menschen /der die Ruten in fänden hat/der Gän¬ gen Krafft widerstünde /sowürden sie die Ruten biß zur Erben bringen/ welches / die« weil es nicht geschicht/folget darauß/daß der Ruten Gebrauch zurBewegung müsse Ursach geben. Dis «st auch bekandt/daßdie Rutengänger nimmer keine gerade Ruten / fon- dernwie eine G ibel gestalt nehmrn/die von Haffelstaukcn geschnitten ist/oder von eü nem andern Holtz/das sich gerne beugen iässek/daß sie es also inven Händen/wie sie es zu halten pflegen, einem jeden Menschen/er siehe an weichem Orte er wolk/ zu rings- welle umbgcwandt werde/Ist auch kein Wunder / warumb die Ruten etlichen nicht schlagen/dieweil sie fauleHandehaben/dann sie drücken dieselbe entweder zu fesi oder zu schwach zu. Welche nun den rechten Brauch der Glücksrutcn wissen / die schneiden eine Hasselne Gabel av/oann man saget/daß das Haffein Holtz / für allen andern am be¬ sten darzusey, insonderheit / wann die Hasselstautrn auff einem Gange gewachsen ist/ Eröawlmz newer Bergkwercke. ic .-i U/Etliche nehmen dieRuken nach Unterscheidk der Metall/ und brauchen die Nuten/ so von Hasselstauten geschnitten/ zu den Silber Gängen / die von Eschen zu den Kupffergängen / die von Dannen zum Bley / Ertz und Zien / von Eisen und Stahl zum Goivt / Und fassen die Ruten in beyde Hände seji zusammen gedruckt / das die Spitze von der Ruten undFingern über sich gegen Himmel siche/ svl dcrhalbcnein Bergkman kein Wort oderZäubereyzn solchen Ruten brauchen / dieweil ers natür¬ licherweise wol damit verrichten kay. Zum sechsten / kine grosse Vermutung ist das/ wann die BrUnquell oder ein strenges groß Lagwasser / rin geschüb auß der Erden oder von den Gängen abgeris¬ sen hak/das Ort nach langheit der Zeit/wiederum!) mit Erden bedeckt und bewachsen wird / wannnun solche Geschübe in Wasser buchen gefunden werden / das die Ecken glatt sind /' ist eine Anzeigung / daß das Wasser solche Geschübe weit getrieben / und die Gänge von dem Orkdasieabgerissen/nochweitsepn/ wann sie aber in der Erden stecken und rauch seyn / so istzuvrrmuhten / daß die Gänge nicht weit davon zusuchen seyn. ... Zum siebenden / soentblössek offtmahls die Gänge das Gewässer / wann es in einem Ungewitter grosse Platzregen thuk / oder der Schnee mit Regen gehling hinweggehet / daßdieGängemsolchemWasserrissenentblösi / Dann alsauff ein Zeit die Fuhrleute vom Wildeman und Zeüerfeldt / Bley in Böhmen auffden Küts tenberg geführek haben/ werden sie bey Freyberg in einer Wagengleiß / eines schö¬ nen glantzengewahr/welchen das Wasser entblösst hat/uNdMlles dem Wildeman¬ ner Ertz nicht ungleich / haben sie.etliche staussen mit sich genommen / und auff den Wüdemaü bracht / da es nun Silber und Bleygehalken/ sind etliche Bergkleüke vomZellerseldtund Wildeman dahin gezogen / daher inFreybergk nocheinOrtdie Sachsen Stadt genennek wird/ welches ungefährlich bey vierhundert Jahren / bey Ottoniö des Marggraffen zu Missen zelten geschehen ist / davon die Marggraffeä sehr reich worden sind. . .... . , Man saget auch für gewiß / daß eines Jägers Pferdt / Ramm genant / als er auffrine Zeit an einem Berge/ nechstbey Goßlar gelegen/einem Hirsch nachgeschlk- chen/ sein Pferdt an einen Baum oder Stauden gebunden / hates mit seinem schar¬ ren Ertz entblößet / daher man denselben Bergk noch heute zu tag nach gemeltem Jäger/den Rammelsbergk nennet/ mehr Anzeigung kan em Bergkman/ eheersich lnsKeidt leget/nicht haben. Vom Schürffen AGZKÄnn nun ein Bergkmän obgemelte Änzeigüng hak / daß in dem Gebirge Gänge vorhanden seyn / so mag eralsdan im Namen GOtkes anfahen zu >DZvschürffen/ob erschön den Gangk nicht alßbald findet/ so schürssek uns sinckek er doch so lange in deselben Gegent / biß daß er ihn findet/ aber die schwebende Gänge oder Fletz / werden selten durch das Schürffen entblöst / sondern wann etwan eint Schacht gesuncken / oder ein Stollen oder Fellort getrieben wird. Anzeigung eines schönen Schweiffs vver LtstnschüßM Bergkarch» ^^^Ann einBergkman schürfftoder röscht / und berüret einen schönen Schweiß AH Lin der Lhonierden / spüret einEisenschüßige Bergkarth / und trifft ein mech- ^S^^tigen Gangk oderGlaNtz/derWißmutführet/da bekömpt er ein Hertz/ ust Mek an stercker zu hoffen / sind folget nach / biß ihm GOktwasbeffers bescheret / welo ihrs er durch offc sichern und ptobiren weiß wird. VonUntcrscheldt der Gänge» /^^Er Augenschein und dieErfahrung gibks/das dieGänge nicht allein in ihren und fallen / sondern auch am halt derMkallctt / einen grossen Un- terscheib !<§ Der erste Tßellfaget/von Anfangk und Lerscheidthaben/als wann ausseinen Gangk gcsuncken wird/und in die Liesse fälk/fälk er seiger/so nennet man ihn ein stehenden Gangk. Item/der Gangk khut sich auff/wirffk ein Bauch/zertrümmert sich/schneidet sich ab/cinFeul oderFleßverdrucket denGangk/ siürtzet sich inshangendtoder liegende/ ein Spadt keilt ihn auß / das Ertz bricht vieren wciß/oder liegt in Drüsen/ offtmals fallen auch Drummer von den Gängen ab / datauffdie Steiger in jonderheik fleissige Achtung geben solleN/und zusehen/daß sie auffden rechten Gangk b.'eiben/dann wann ein Drum von dem Hauprgang auß der Vierung falt / so hüts ein Anderer Macht zu muhten/solangeesauß der Vierungdeß Hauptgangs iss» Von fallen und stretchender Gänge. Hr streichendtbelüngendk/gibt die Erfahrung / daßgeMeiniglich die Gänge vomMorgen in Abend jhr streichend haben/ Etliche streichen vom Mittag im (^^Mitternacht/ welcher Gangk vom Morgen in Abend streichk/das siehetmaN an den Absehen deß Gesteins/dann wann er gegen Abend in die Liesse falt / so wird er ein Gangk gencnt der vomMorgen in Abend streicht / sv er aber das Gebirge gegen Morgen einnimpt / so wird er ein Gangk genent dervom Abend in Morgen streicht/ InwelcherStundeaberein Gangksein recht streichens hak / wird derGrubenCom- past/wann man chnmiff den Gangk setzet/wolaußweiftn. Etliche Bergkleute sind der Meinung/daß dicGänge/soin die Teuffe fallen/die besten seyn/die von 6. oder 7. deß Morgens/in die 6 oder 7- deß Abends streichen/deß- gletchen die von 6. oder 7. deßAbends in die s. oder 7. deßMorgens streichen/daß das liegend gegen Mittemachk sch. loben ^fllch etliche die Gänge/die von rr. deß Mittags / dürch die Gehänge deßGebrrges/weichesgegenMorgensiehet/streichen/unddashangendtabergegenA- bendt/und das liegendt gegen Morgen. , Dieweil aber die Erfahrenheit dezeugek/daß die Gänge / welche vöm Morgen in AbeNd streichen/durch das Gehänge deß Gebirges gegen Mittag/daß sie gleich so wolreichvon Ertz seyn/alß die/so dieBergkleütefürdie bestcnhalten /^wie dessen gnng- same Exempel könten erzehlek werden/Fället der Gangk seiger/ und gewinnet darauff ein Donlag/oder stürtzt sich/sowilmans besser achten/dann wann er gar zu flach fält/ In stickelichen Gebirgen hat es festGestein/und die Gesch-cke fallen gerne auß solchem Gcbirge/oder eilen gar Au sehrzum Gangk/darumb bawct man liebcrauffflachcn und sansslen Gcbirgen/Item/ so er schöne Bergfahrten führet / und wird frisch und fesi/ und behältsein Scilbandt und sein Harnisch tt-ndfasietein artig und b!aw Gesiem/o- der wann er das bestech sichert/ und befinde daß cs zimblich viel Silber hält / so wachst dem Bergkmann das Hcrtz/unv setzt jmmernach/Itemverschört er Wasser / oder scheust ein festen für/ das schewek er nichk/zumahl / wann er den Lag was gcspührct das Silbergehalten/Vercndert slchdasGkbirge/undesfälteinSteinfaÜhrrein / da ist güte Hoffnung / zumahl / wann in andern Zcchcü was darumb gebr ochen ist. Ohne Ertz hat ein BergkMann die stärckeste Hoffnung/wann er ander Gänge oder Geschick im Felde weiß/die seinenr Gangk zu cyiensrlnd sich daran lehnen oder damit schleppen/ oderein Andreas Creutz machen. DaiindieErfahrunggibts / daßseltencin Gang alleinewassonderlichesthuk/ es müssen auffs wenigsteGeschicklttn oder kleine ävttlcin oderKlüftlein/auß hangends oder liegends darzu stechen / die sich mit dem HauptgaNgk vermischen und vermengen/ oderwiedieklMenädeileinguternärcrienaussemSttinindie Gebirge bringen/wie» wol Bergkleuten lieber ist / wanngleich ein Keilbergk zwischen den zusammen gefalle¬ nen Gängen bleibet / wann aber viel Gänge zu Hausse fallen/und machen ein Gerull und Gebrull/daß MaN jhr streichen und ^salbant nicht wol für einander erkennen kan/ da bricht gemeiniglich groß Ertz/thut sich der Gangk auff / und wird mächtiger /inči» nem schneidigenGebirge/oder wie die Bergkleute reden/wann tr ein Bauch wirfft/ so schüttet er gemeiniglich/wie sich auch öäsErtz gerne abschtteiöet/wann es sich zuspitzet/ und der Gangk sich wieder außkeilt und verdrucket- Summa/ CrkawmignewerBergkwmke. i/ Summa/ wann ein Gangk oder Geschick das ander berädelt/und sie ramlett und begaden sich mit einander/oder wie die Bergkleute noch natürlicher hievon zu re¬ den pflegen/ da wtrdderGangkbesamet/ und semeFrüchttwechstttudnikrptzu/ Dann GL>lt hat auch wollen semen Ehestandt und Vermischung in der Erden ha- ben/wie man solches inKräutern undBä umen gewar wird/ und zwar/ wann es ohn den schweren Fluch were/dcn GO« umd Adams Fall Sen Menschen auffgelegt/ da erauchdte Erde umb der Sünde willen verfluchet hat / hielt mans dafür/ das alle Gänge sündig weren worden / und das die Metallen zu tage mißgewachsen rveren/ wie noch bißwcilen geschicht/ aber die Bergkleute werden leider des Fluchs gewar/ und müssen mannichen Schurffs vergebens werffen/ und Vie! Schächte abteuffen/ ehe sie durch den Abraum kommen. Wann ein fauler und znschütter Gangk einem frischenzufelt / so verunädelt er ihn/wie mannicher unartigerFletzvielSchadens im Berge thut/duß sich daSEry darauffabsetzt/aiS hettemansmlt einem Grubenscherperweggeftochen. Wanneincrauffiäßigwird/ so sitzt einander an/ und bricht kaum einerquerett Handt hienein / eder häwec einBünloch und trifft Ertz/dem ist es bescheret/also ge¬ het es offtzu/einersaet/derandererduet/einergidlAubuß/ deranderhebtAußbente/ In alten Zechen und vcrfahmen Felke/rrchten sich Bergkvcrstendige Leute nack der Guhr/soaus den Strossen gieret und treuffct/ undsiehetwie Buttermilch/ welche offcmablsvon ErtzdersonSert/und eine MauteErtz gleich verkundtschaffet. Diß sind falt meines wissens die Zeichen oderGemercke/darauffBergkleu- ke ein Ange haben/ wan sie nicht wollen vergeblich bawen/auffeinen schönen Gangk der in einem guten gekriebe sein streichens hat/ ist wo! zu bawcn/zumahl/wann cr sich am tage mit Ertz bewiesen hat/ doch kan ein schöner Gangk und eine schöne Frawe einen auchwclbetriegen/wie dieBergkleute sagcn/ErtzweisetauffErtz/undligl sel¬ ten allem/mid wo man den Hasen spüret/ svl man ihm nachfolgen. Das aber die Gänge taub ftyn/verdrnckt oder verschoben werden/und wollen mmmer Sildern/oderdaß ein böser Zufall alles verderbc t/und das mannicherHanß und Hoff/ und seinen gesunden Leibtndas Bcrgkwerck steckt/ und richtet dennoch wenig aus,das kömpt alles von der Sünden hrr- Ehrliche Bergkleute hakten auch viel darvon/ wann die Arbeiter fleißig/die Vorsteher trew/und die Kewercken richtig und vertraglich scyu/ dann wie offe eine Stapteinesbösen Menschen entgilt/ oder eines Frommen geneussk/ Sogchekes auch in Zechen / das sich offt das Ery verdruckt odergarabschncidet/ wann es ein böscsAuge anfiehet/ oder ein Diebische oder Manschlachtige Handt nachschlegk rmd angrciffet/ oder ein böser Wind aus einem unwaren Munde anwehet / oder da offtgefehrkich und unkrewlich damit umbgangen wird/wie dieErfabrunggibt/wann daS Ertz am Scein gestanden / und ein schöner Anbruch vorm Ort gewesen/ dsß es sichalleSabgeschnittenundverlohrenhat/jusonderheit/wannman falsche Eyde ge¬ schworen/und die rechten Gewerckenaußgeschworen/ und auff die Hall gesetzt hat. Man findet Bergkleute die ihre eigen Zechen haben / die dafür bitten / man wolle ihnen andere L ute nicht in ihren Zechen fahren/oder ibr Ertz das ihnen GOtt descheret/nichtnachschlagenlaffen/und geben gkeichwolthrGebühr/dem sie eszu ge¬ ben schuldig scyn. Josaphat machte ein Gewerckschafft mit einem Gottlosen Herren/ daerin Ophyr Salomons Zeche/wieder gcwältigen und belegen wolte/aber da muste er sei¬ nes Gesellen und Mitgewercken desAbasia entgelten/ dauern rormenrzuscheitert ihnenbeydenalle ibreSchiffezu Ez onGeber/ Vlkimo cum bonis,cü bona na- vjZario,sagtman/ Werweiswermitdem andern isst/ oder dem andernseinBrot fürmMaulabschneidkt/SagetdochDauielauch/daßdieLandeundErdeoffimals ' unfurchtbarwerden/umb derBoßbeit willen / dererdic drinen wohnen/darumb ver- fluchtGOkt cfft ganye Bergkwercke/un verunädelt die Gänge/ wann man Buben fordert/und öffentliche Bubenstücke ungestraffet lässt hingehen / und untüchtige Leute greiffen daS Ertz an/dann obwol etliche Gottlose Leute pflegen zu sagen: C I- 18 Der erste Thcil sagct/von Anfangk and Je größer Schalck/se grösser Glück / so siebet man dennoch / daß derselben Leute Wolfahrt keinen Bestandthar/ und werden ihrerviel reich / zu ihrem und der ihrigen grossen Verderb/waS Gott mit Ehren und gutem Gewissen gibt / das ge- deyet/unrechr Gut wudelt nicht/und verschwindet wider mit der Zeit/wie die tägliche Erfahrung außweiset. TreweArbetrer/einembsigerFleiß/etngutAuffsehen / auffGängenund Gefällen gute Achtung geben/sich nach treuen und ehrlichen Leuten umbsehen / und selber auffdaS seinige schawen/ist keinem ehrlichen Bergkman verbotken / Aber an¬ dern Leuten zum Nachtbeit seine Kuxe wegschlagen/ ehe es andere erfahren / wie es in der Gruben zustebel/die Ertz versetzen undverschmieren / neben dem Ertz dienern lochen und wieder verstreicheu/frembt Ery hieneu» sehen/mit Listen und Fristen baw- en/da schon Zubuß angelegt/dre armen Gewercken mit schweren Zubussen abschre- cken/mrd was derBubenstückund rrabanr,sieb bey losen Leuten zutragen / das sind nicht Erbare/viel weniger Christliche Händel. Von VnterschM des Gesteins. -KV SgibtS die Erfahrung/das viel an Kleyen/ Geschicken/Kküffteu und Ml- len gelegen ist/Gediegeu Sstbermnß viel Wassers haben/darumb an vielen Orten gemeiniglich das beste Ery an sörtchten örcern bricht / Kobolt Gänge habeunicht allewege Wasser/darumb hat esviel Drüsen oderHölen darauff/ und darin Nochgülden Ertzoder Glaßtropffen brechen/die aus einander getropfen seyn in Sandtttein oder m einem schönen biawen Gebirge / brichtgerne Ertz / Summa/ wo dte Gänge von Geschicken und andernzufallenen Gängen undKlüffilenun ei¬ nem artigen Gcbirgeverädeltwerden/da Helt es alles Silber/ was im Gange und darnebenist/wie auch die Keil oderBergk/sozwischen zwcyenGängen seyn/ob fichS schon nicht allezeit verstrossen lest/daS offtmabls Bestech/Aelsen oder Gestein voller Säberilgt/wieauchdieWasservonfünSlgenGängen/lnchtallein ein geringengu-^ ten Schlich setzel/der Silber bält/sondern auch auffWasserSilber schwimwer/wie In einem Schreitfaß/darinnenman überSS°cb angtfioaenE' Y arbettet/effkmahlS bricht dasEryin d^Tbomerden untern R»sen/Es Haden BergkieureauS Etfab, rung/daß umbeiezo.oder^-O Lachttr/gemeiuigilch die reichen Ery brechen / dann manerfincktoffrein unartig undschwary Gebirge/ dara usssitzen sich ow Ertz abe/ wannmanS wieder durchsincker/erschtagr man brßweikeyin erngue Ery. DasGOtt noch täalich das Gestern und Ertz wachsen lest. S bezeugetSdie Erfahrung / oasGOe in Klussc undGängen/durch die Sonne und natürliche Wärme/anö den supsstc-l^ ttrken /dicken Dünsten unv ÄN Brodem Schwefel und Ouecksilber schaffe / daraus hernach eine Metall nach der andern natürlicher Weise wechsel / dann es gibt- auch die tägliche Ersah- rung/baS auffschweflichten Gängen gerne Gtz brrcht. Die Welk ist voller natur, licher Wunderwerckallein/w^ il solche so gemein seyn/g'bt niemandt achtung Sranff DusFewristdasschöneste Eicment/vakumbeSdieCvalh-ssfurjh^nAhZortanff- Mnffen/umbtrvgen nnd anbeteten / Wann die Welt nicht Feur und Liebt bette / sowereeS eine rechte Höll/ode^oku und koku,wie sie war/ehe GOtt daSLicht aus der ^insterniß herfür brachte. Man hat sich auch wol zu verwundern/daß man ^eur/so a lleS a nfffnst/ iu einemStrick/Keryen oderGrubenllcht tragen/ und mit Fettigkeit erhalten kan/ und da schon kein F-ur und Licht tst/daß man auSeinetn bartenSta bl undKießlin g/ ein neue Feur auffschlagen und erwecken / und in einem dürren Zunder/ Bluter/ oder Faulboly fangen/und mit Schwefel gleich ergreiffen undsi'.ssen kan / Wann einer zuvor kein Fewrzeug gesehen/so muß er sagen/b« ß es der schönstenJnstrument auffErden/neben den Compaß und schlagenden Seiger/einr fty. GOtt Crbawung neuer Bergkwercke. is GQtt schaffet auch Kläfft und Gänge / und wircket seine Schwefe! und Quecksilber driunen/alS in seinem L.sborarorio,daraufflest ereineMetall na h der andern offtmahlS zu Tage heraus wachsen/oderlessetsdurch Witterung verrahten/ gibtRutengengerundzwteselteBäume/neben andernKünsten / daßmanGange außrichten/fichern und probieren kau / und wann man unter kriechen / oderrieffe Schacht abteuffen/und Stollen treiben muß/dagibt ereinemBergkman setnFeur- zeugk/sein Magneten und Qvadraten darzu / damit er auch unter der Erden sein Lichter und Wegweiser habe/und nicht jrrefahre / Smdc das nicht GOttee Ga- ben/ist das nicht danckenS und wunderS werth / Wie es auch prüfen rius rühmet/ das Stahl und Kieß durch einen Schlag Awrgeben / oder das ein Füncklein aus demStahlgeschlagen/imStreich sich anzünden und alsoglümmen/und der Zunder ergreiffen kan/und daß eSMenschenAthem lebendig machk/biß es der Schwefel er- hajchet/und die Kerye angezündet wird/ daraus Licht/ Schein und Wärme könipt. GieichwieGOttimAufangkKlufftundGängegeschaffen / undsiemil Fletzen und Geschrcklein verädelr hat / also lest er noch heute zu rage Ertz wachsen/ Bergkwerck erregen und auffkommen/ES gibt- die Erfahrung/das noch immerdar Srein undFelsen wachsen/dann man findet Stollen/die nach üblichenStollenrecht so weit genommen seyv / daß man mit einem Lauffkarren geraum hindurch fahren können/die mit der Zeit also zusammen gewachsen/ daß einer mit noht dadurch kom¬ men kan/so sivet man auch / daß offt das Gebirge die Kappen an Thürstöcken/wie auch die Tragstempel gar m einander scheubt/und grosse Strauben daran druckt. Zu dem gibtöauch der Augenschein/ wann man in den MmmelSbergk bey Goßkar/ gewonnen Ertz auffetnerStreckenoderFellorteinZeitlangliegenkest/daS etwan aus einer Klufft eine Guhr oder Steinmarck darein treufft/ daß es in kmtzer Zeit sich wieder in einander finden und wächst / daß maus hernach wiederumb mit Schlägelund Ersen gewinnen muß/wie dann dergleichen Exempel noch viel konten erzehler werden- ' Wre nun das Gestein wächst / also wachsen auch die Bergkartben und Ertz noch beute zu rage/uichl aüein m unverschrorenem Fett / da keines Menschen Auge hmgefthcn dal/sondern auch / wann schon em Fett Vorfahren ist / Dann eS sagen glaudwüchtgeBe-gkieute/paKei» Guhrausemer Frist / auffeinklüfftig Gestein gefiuder odcrg: !^^n/daszenich^s^da Korn/Wcin und andere Früchte nicht wachsen/in dieselbigen Wiltnis- sen lässetGott seinen Segen undFeuchtigkeit trieffen/wieDuvtd sagtrWanerdaS Klüfftlein auffthut/daß derGangk mächtig wird/und einBauch wirffk/da tröpffen seineFußsolen Golk und Silber in die Gänge/wie die Bergklente zu sagen pflegen/ da sie die schönen Stüffkein Glaß-Ery tropften heiffen/diewunderbarlicher Weise mitten in den Gängen und Gestein auft einander getropften feyn / gleich wie das Wachs von dem angezündeten Licht über einander treufft und gestehet / solche derbe KnößpleinundTröpfiein sind lustig und lieblich anzusehen / die die Bergk Herren/ dem Grund und Bodem seyn / sampt dem Gewerben und Vorstehern der Zechen/ auch Arbeitern lustig und frölich machen- DaGOtt im Anfang der Erden befehlich gab/ daß sie allerley Kräuter von sich geben solte/hat er einen jeden Kräutlein seine Wüktzlein und Krafft eingespro- chcn/damit ein jedes vonIahr zu Jahr inseiner Wrrckung/Krafft unbGestalt/biß anSende der Welt erhalten werde/und da er dieErden inwendigjnit allerleySteinen und Safften/ruit Gängen und Felsen zieret/ hat er auch allerley Metall in Bergk/ Kluftt/Gäuge und Seiftengesprochen/uud eine Sauchaffte Krafft dareingeschaf- fen/dic sichrnGäugenaksinder rechten Ertzmuttersimbleri/undzu threrVoükom- menheit diirch seinen Segen / damit in einem Gebirge Ertz wachsen sol/ wann und wie lang es ihm gefält/dcm der den Himel ehme/und die Erde mit Hitze und Schwe¬ fel versengen und unfruchtbar machen kan / der kan auch Ertzwachsen/und dasselbe wider abschnetden und verlieren la ssen/In Summa/Gott hat durch sein Wort den Metallsamenindie tieffeabgrund derErdengeworften/darauser natürlicher weise/ durch derSonen/Monden/Sternen unElementenkrasst/allerlcy Ertz wachsen lest. Wer des Samens vielhette/der könte reich werden/ sagte jener Alchimist/da er natürlichen Schwefel/der in kein Feur kommen/und selb gewachsen war / Queck» fllber/das aus seinem Gangk treufft / sampt den rechten Metallsamen haben wolte/ darumb/weil bey der Wirckung und Wachsung der Metallen / Quecksilber und Schweffekist/biß die natürliche Hitze in der Erden/oder im Schmelyofen / in den dichten Metallen die Gisst verzehret/darauS er vermeinet Golt undSilber zu ma¬ chen. Die Metallen spricht Hiob/werden formieret und geziegelt in den Mutter¬ leib der Erden/ da viel Wafferist / gleich wie ein Kindt aus der Eltern Samen in Mutterleibegeziegket wird/mit diesen Worten wil er ohn zweiffeldaS wunderbarli- che Merck GQttes beschreiben/der gemciniglich/wo viel Wassers am Tage und in Zechen ist/seine Kunst und Meisterstück beweiset / und lässet nicht allein Silber und Goltwachsen/sondern formieret und machet es soartig / alS hätteein Goltschmit daran gearbiitet/oderktnPollireroderSteinlktzneiderhätteesznkereitet undabge- schliffen/wie der Augenschein gibt. ES ist kein Bergkarth oder Ertz ohnGifft/insonderheitKiß/Kowalt/ Mißmut/ N-thgüldig Ertz rr.wie manitt den Schmeltzhntten flehet / duß sie nicht allein von Bley Crbawung neuer Bergkwercke. 21 Mv/sondern von allen Metallen ein gifftiger Hüttenrauch an öftn/ Wenden und Tretbberdten anlegt/Es gibts dicErfahrung/daß kein fündigerGangk ohnSchwe- ftl und Blcyschweiffist/diewcilvielBergkarlhen brennen/ rauchen und stinckm wie die Steinkohlen / wie man auffden Goßlarischen Schmeltzkütten/ im E yrösten viel Schwefel außjchöpsst/ davon dieErtz im Rösten 6.7. und mehr Wochen von sich selbst in einander brennen / daherdann grosser giff.iger Stanckim Rösten und Schmelyen/von diesem unreinen vermengtenSchwefel und Quecksilber herkömpt/ dannsomanim Sommer von einem fündigen Gangk Ertz auffdie halbe ftürtzet/ da sie von der Sonnen erwärmet werden / und em warmer Regen daraufffelt / so keucht munden Schwefel gar beschetdentlrch davon. MoseS schreibet daßGOtt ausSteinen lesset das Eisen wachsen/Hiob spricht; daß aus der Erdenstaub Eisen werde/ Am rö.wrrddes Wassrs gedacht/ damit der Erdenstaub vermenget wird / Daun also geben die Gelärten den 5. Verseh im 26. Cap: NiobS/ welchen sie eigentlich von der Zieglung der Metallen verstehen/ Die Metallen werden formiert in: oder unter dem Waffer/wann düGänge zusam¬ men fallen/ darumbist unleugbar/das beyderWirckung und Wachsung der Me¬ tallen/Quecksilber und Schwefel sey/ biß so lange die natürliche Hitze in der Erden/ in den dichten Metallen oder im Schmclyofen solche Giss wiederum/) verzehret. VonBcrgkarhten und Metallen. Eil dann die tägliche Erfahrung gibt/daß GO« in der Erden allerlei)Edel Xr--Z^)and gemeine Steine/ neben köstlichen und herlsamen Bergkschassen/ und mannicherley Bergkarbten/ Ertzen undrcinen Metallen/ tägk-ch schass t und wach¬ sen teilet/ damit man seineHüte und wunderbare Weißbeit und reicheSchatze/nicht allein in den unsichtbarenGeisterlein/oder in Fewr/Luss und Wasser/sondern auch auffr in: und unter der Erden/ sehen und erkennen mögen. Die Bergklente brauchen zwey Wort / damit sie alle« was in Kläfften und Gangen ist/ zu nennen pflegen/als nemblich Bergkarth und Ery/Bergkarth Mm Han-tstem oder Anweisung von Gänzen j die tndenBergk auff Gangen und Felsen bricht/die taub/ leer und keinErtz oderMctall Helt/ Was aber Metall in sich hat/ baß heissen sie Ertz. Was in Gängen uudBestechen bricht oder ligk/imd hat nichtMtaü bey sich/ daß beissen die Bergkleute eine metallische öder minerische taube leere Bergkarth/ Sobald esaberMetall beyfich hat/so beissen sie esEry/helteSGolt/soheist man« Golcertz/ hclk cs Silber/lo hctst mansSilberery/hates Kupffer/ so Heist nians Ku- pferery/ was Eisen bey sich hat/ Heist man Eisenstein/ was Zien Helt/ Heist manZien- stein/ welches Zwitter ist / deßqleichen auch das Mßmut und QuecksilbersEry/ SummaEry beist was gut uudgültigist/und Metall führet. AuffZremBergk- werck bat cs auch manmcherley Arth/ als Wulssum/Mißpickcl/ Farbst^in/ Zien- stein/Zwitterrc. Im EisemBergkwerck findet man MagneLen/Eisenstetn/Glaß- töpffLlutstein/rc. ImKupfferBergkwerckhatesKupfferertz/Schieffer/Kieß. Solche Metall/ sie sind vollkomen oder gediegen/ oder noch vor dem Schmel- yen unrein oder unvollkommen/soststSeine indische tvlatcrig.die GOtt in Klüssen/ Gängen/ Fleyen und Stöcken schaffet und wircket/auS subtiler Erde und fetten di¬ cken Dünsten oder Broden/ die er durch natürliche Hiye/ aus Erde und Wasser zu¬ sammen zeucht / remperirl und vermenget Erde und Wasser ineinander/ daßein Guhr Schweflichter und QuecksilberichterSame wird/ darauSallerley Bergk- arth undMetall gezieglet/undvon derKälte gestehet/welcheSvon tage zutage wech- sct/und in bessere Metall verwandelt/ biß es dicht und gediegen wird/ und zu seinem vollständigen Wesen formiret/ rmd gar rem aus natürlicher Wirckung/ oder im SchmelyrTreib: und Brest Ofen gar gemachet wird. De Mimische odcrBergk- arbten / welche gar kein Metall bey sich haben/ sind von a llcrleyFarben/ die nennet manDlende/Marchesit/Kieß/Kobolt/Speiß/Gmß/Gelb/Letren/Eiftnschuß/ Bleyschwetss Quarts/ MWckel/ Talck/ Ächißlein/ oder Quadtery und Spadr. C uj . Von 2 2 Der erste THeil saget/ von Anfangs und Von Halt und Bnterscheidt derSrtze. ^^.Eil dann ein jedes Metall mannicherley Eryhat/sowil ich aufs dißmah! lÄk. ^etwaS von dem Ery und ihrem Halt reden : Die geringsten Ertz/die man v^Z^auffdie Rosten bringet/sind dre Rawmelsbergischen / welche kaum zn quentinhalten / weil aber dieselben mächtig in ein Steck brechen / und in grosser Mennig gelanget werden/und die Zellcrfclder Schlacken zum Zuschlag brauchen/ welche noch zum ringsten 14. und K5.Pfundt Bley halten / kan man sie zum Über¬ schuß bringen/insonderhcit weil die Rammelöbergischen Ery auch Bley/Kupsser/ Schwefelund Victriolin sich haben. Wann aber die Ery spißig/kißig/ dürr und heißgrätig seyn / die sich nicht selbst verbleyen /.kan man sie von zweyoder dreyLohten schwerlich auffdie Kosten bringen. Die Zellerfeldischen Erye aber/halten ingemein zwey/drittebalb/drey/vierd- tehalb/vierundfünfftehalbLoth/selten darüber / dieweil aber die Gänge mächtig/ und man dieselben in grosser Mengelangeu kan/ darzu reich an Bley seyn/kan man sie zu einem stattlichen Uberschuß bringen. Glautz-EtYist ein gkauchundglantzig Ertz / Helt gemeiniglich Silberund Bley/bißweilen ist eS auch Küpffericht/wann er nicht gar zu grobspießig und spies¬ sig ist/DtePlende ist nichtwol von einem dunckelnGlany-Eryim ansehen zn erben- nen/danneS springt auch wie ein Glany/ waöglanch oder sehr weiß ist/ hat nicht gerne Metall in sich. Man findet auchBley»Ery das Rotb ist / wie ein roth Glödt ober Tbon/ und ist schwehr/wie es auch in einem weissen Kalckstein/ weissen Spadt und weissen Floß bricht. Bleyschweiff ist ein gilblich Ery oder Mulm / darumb es von Bley und Schwefel den Namen hat/oder daß es des Ganges schweiffist/diß hält gemeimg- lich Bley und Silber/darumb bawen die Bergkleute gerne auffden Gängen/die ei¬ nen schönenDleyschweiffführeu. GnkErtzbellderCentner zu^.iO. 20.40. und^o.Marckcn / Mandat vor wenig Jahren auss den Andreßberge Ery gebrochen/das wol der halbe tbeil und mehr Silbergewesen ist / welches die .Bergkleute from Ery'heissen/solch reich Ery ist offt sichtig. Man findet auch häricht/zenicht/wuyschlicht / auch angefochten und ange- schmogen schneeweiß Silber/als hctteeSein Goltschmidtausgesotten / ohn daß cs bißweilenvon den Witterungen berust und gleich versenget / rostig oder schwary wird/inBestegen findet man esst weiß Silber/so klein/als were es von einem Gül¬ den Groschen abgefeilet. Gediegen oder derb Silber Heist / das rein und schier fein ist / und daß sich schneiden und prägen läst/ehe es insFewr kömpt/doch gehet allem gediegen/und son¬ derlich weiß und Rolhgüldig Ery / so wol als dem GlaßErtz / im §eur etwas abe/ umb des Schwefels/QueckfilberS und anderWildigkeit willrn/so noch drinn ist. Man findet Schneeweißgediegen Silber/daß sehr mächtig brickt / und mit Meisseln von einandergeschrotten wird/wiemau diegewärmetcn stück Bley für der Hütten micAexenzerschrottet. GlaßErtz/welches schwartz ist/und dem Bley ähnlich / ist auch gediegen/das ren lassen sich Hacken schneiden wie Bley. Weißgüldig Ery fiehet dem Glantz ähnlich / und weil es spröte und spissig ist/lässet sich nicht schneiden/vtelwenigerdaS Rothgüldig/vb eS wol rein und durch- sichtlgist. AuffmMarienbergkistHornfarb Silber/ welches durchsichtig ist / und schmelyt über einem Lrcht/imFewr aber wirdeinerley weiß Suber daraus/ohn das von einem Gangk geschmeidiger Silber wird/dann vom andern. Man findet auch gediegen Handtstein/daS weiß Silber auöGlaßErtz gewachsen/un GlaßErtz aus weiß Crbawung neuer Bergkwmke. 2; Miß Silber getropffelt ist / wie auch Nothgüldig Ery/ neben weissem Silber und GlaßErtzbrtcht/e-hatoffteinGangkoderStuffmanmcherleyEry / darumb man nicht allen Unterscheid der Eryerzehlen kan. Uber solch gediegen Ery bricht auch sichtig Silber / weiß und zenicht / in al- lerleyBergkarth/wiewoleiu Mißmut der im Fewr außgesprvssen ist/nichtwolvvn einem außgesprossen Silber zu erkennen ist/wann manö ins Fewr legt / so spröst sichtig Silber herauS/wie Mohn oderHanffkörner/auS einer heissenIienschlacken/ so man sie in kalt Wasser wirfft/sprieffen/und Zienzeunlein/welches man für Sil¬ ber ansieket/Aber ein Bergkverständiger kan bald den Unterscheide sehen / Glaß- Erytröpflcin/ Küchlein oder Flitschlein/so in den kleinen Klüfftlein liegen/ offt auch ins Gebirge drechen/kennet man am schneiden / unddaß eS sich unterm Hammer zehnen undfletschenläst/wiemanauchGlaßigErydaran erkennet / wann es sich aussen, Nagel streichen oder schmieren lesset. Weißgültig Ery hat auch sein Geruercke/wer Bergkverständigist. Nohtgüldig Ery ist Blutroth/darumd sagen die Bergkleute / das blutet/ wiewol man offt Quecksilber Ery fürRothgüldigEry anficht. WaS aber unscheinliche Eryeseyn / da nichts sichtiges von Silber inne fies het/kennen verständige Bergkleute zum ThetlauS langer Übung / wiewol eSbiß, weilen auch feilen kan/dann eS ist nicht alles Ery / daß da gleisset oder schwer und Eryähulichist / der Sichertrog undProbiervfen machen Bergkleute weiß und gewiß/was Silber oder nicht Silber sey und haite/zumahl wo die Ery Nierig / und imBestegundLettenliegen/wiemansolcheSaussIwitterBergkwerckerfahren bat. ES haben aber die Ery / so nichtSsichtigS führen / mannicherley Farben/dar- umb trifft man offt ein Graw/Schwary/Braun/Grün/Noth/Gelbicht Ery/oder das sprecklich siebet und wie ein Gänßkoth/von solcher, Farben pflegt man die Ery zu nennen/alS Glanyery/Wißmutertz/Koboltery/ das in solche Bergkarth bricht/ etliche- ist auch schwer/etlicheS leicht/wie auch mülbicht Erydarzufälc/und welch- in ein jrrdische Gäbe oder Lettenbricht. Andere Metall brechen auch derb/dann man findet gediegen Kupffer/Eisen/ Bkey/Wßmut / laurer Quecksilber daß aus einer Stuffeu tröpflet / wann man dra uff schlägt / wie man auch solch weich oderQvecksilber in Zechen antrifft/ da- lauter und rein ist. Gediegen weiß Zien habe ich nicht gesehen/da ß es dicht bricht / man findet aberZwitter oder schwarye Steinkeiu in allerley Bergkarlben / wieauffm Silber- Bergkwerck/deßgleichtttauchgrosseZienaraupenvon allerley Farben / die meisten find schwärylich/gräwlich/wie die Geschüde vouZwilter'Gättgen/ etliche gelblich/ weißlich/bräunlich. Ich werde berichket/daß auch rothe und grüne Ziengrapenseyn/die man in Seiffen beym Schneebergk und auffu, Baldiau solte gefunden babeu / gleich wie man flöß und allerley Farben findet/Noth/Braun/Gelb/Weiß/Schwary/Grün/ Feihelfarbe /wie fie mit Kiefi überzogen seyn. Dann GOtt hat marmicherley Schmeltzwerck in seinem I-abOratorM.dek schmelyet die Metallen so schön von viellerleyFarben/ als die Blümlein auffdem Felde/oder ein Steinschneider sein Wapenstein. Diß ist also kürtzlichvon der Viffsrenrr und Unterscheit der Bergkarthcn »nd Metalleu/wiewol selten ein Metall allein bricht/uud ein Gangk mannicherley Ertzführet/zugleichofft nach Eisenstein Golcery/ offt nach Silberertz / Zwitter bricht/oder Sstberery sich anlegt auff Mißmut Gängen. Die Manßfeldische und andere Kupfftr haben Silber / haß mkkn im seigern davon bringet/Man wil auch sagen/haS solcheKupffcr Golt halten/ daher man sie nach Vcnediqführensol/Ich habe Eisen gesehen / das hat Silber gehalten / wie dann erliche Zien/S'lber und Golt kalten sollen / weil offt Sstbergänge oder Ge- schickdurchdie Zwitter streichen/wie mau auch gemeiniglich in Zienseiffen / flostien nndkleine gediegen Holtkörner wäschet / welche offt ins Zien mit emgeschmelyet werden/ 24 Der erste Tbeil fagct/von Anfangs and werden/man ist aber noch nicht darbinderkommen/wiemanS Sstber vomEssen und Z-enbringensolle/womandieMetallanderstnichtgarim Feur verlieren undver^ brennen wil. Die Zellerfeldischen Gänge halten Silber und Bley/zumTheil auchKupft ftr/wie mandann von etlichen Freydergtschen Glanyund Silber Ertz auch Bley außbringet. Zellerfeldische undGoßlarische Bley/obwol dieselben/ehe mansie verkauft ftt/dieSüberdavonabgetrieben werden/halten sie dennoch Silber / darumbsie frembden Eryen zuträglicher seyn/denn die Polnischen und Villacher/und wer eine scharff gewisse Prob mache» wil/der nehme VillacherBley/dann dieselben halten gar kein Silber. E>sen und Stablstein/bricht auch unter einander / zumabl wo der Stein gut ist/wie am Ibergk beymGrunde/wie dast offtmals derMagnet inEtftnstein bricht. Genug anffdißmahl von derBergkarth undEry/darauS endlich die Haupt- M tu ll/ welcher erliche sechse/etliche sichen / nach der Zahl der Planeteu/etliche noch mchrzeblen/alsGolt/S>lber/Kupffer/Etsen/Stahl/Gl6dt/Blky/Zien/Wißmut/ Qucckstlb^r/iLpleßglaß/Spuß und Merck/ machet man in Schmeltzhütten. Solche jrrdrsche/reine und unreine Cörper / nennen die Gelahrten Metall/ darumb/daß selten die Gänge einerley Arth führen / oder daSgemeiniglichdie Ertz vermenget seyn/und immer eins dey neben dem andern bricht. Wordurch die Gängeverädeltwerden. S gldrs die Erfahrung / daß eine Metall oderBergkarth auffbie ander >j^,weiset/wlezuManßfelk/da man etliche Fley/so ihr eigen und gewisse Bergk- <^bsartd führen/adsincken muß / biß man in ihren guten Schiefer und Kupffer-- Ery erlchlägt/und bieBergkleute.auch sagen/daß nicht alleinErtz auffErtz/sondern auch schöne Dergkarlhen oder Schweisse/und sonderlich der Mißmut / alsder E yeDach/auffEry weise/wiejolcheSdreErfahrungzeuget / daßdaSErtzselten allem? ligk/und die Gänge und Geschichte offl zusammen fallen/ und sichmit einan¬ der schleppen/gaden und Ertz machen/oder von einander fallen und veruncdlen/ w« rk aus einer geringen Bergkarlb oder Ery/mit der Zeit ein besser- wird / dieweil sich einSin baS ander verwandclt/daberdie Metallen den Nahmen bekommen Haben. Dann da-gibtdie Erfabrung/daßein Garigkuüem/wosichnichtanderemlt ibmlchleppen/ramlen odergaden/silten Gtz führet/wannaber dit- Nachbaren zu¬ sammen tragen/unddieGängt sich mit einander kebnen / oderdcch nicht weit von emandcr seyn/daß offt kaum em Keil berges zwischen ist/ oder da sie zusammen und wn dervou einander fallen / oder edle Geschicktem zum Gang aus dem bangenden undliegenben kommen/diekaumdenSttinschetden/ undderGungkemedlerSund schöner-blawGkstein oder Sandstein fasset/oderein artiger Fall miteinkömpl/da brichtgemeimglich Ertz/danndieGäuge tkttn sichauff/uud werffen einen Bauch/ undgeben der natürlichen Wirckung raum und statt. D>e Gänge winden/schlmgen und stüryen sich in der Erden wie eine Schlan- getundwerff.nofftein Hacken/undeinerdenandernverdruckl sefiudtmang wach» sen ZicnleinSilber/die sich krümmen/winden und schlingen wie Me kleinen Sch-an- glem oder Negenwürmlein/Dunn wieein Dratbzieber seinen Droht und ZunletN durch die engen Löchteinzeucht / und em Goltsü-läqer Golt und Säber fc dünne machet/al-ein Mobnblätletn/Alsozeucht Gs?tt Zenlein/und schlägt seine dünne Silberblätlein/zwischen den engen undfesten Klüfftlem / wie eS die-Erfahrung be¬ zeuget. Veränderung der Ertz und Metallen. «^^Iewcilgnugsam erwiesen unddargetbarnst / daß die Metall ein jrrb'tche ^arcris sey/welche auS Staub und feuchten feisten Dünsten/so die natürliche Hitze in Mawttng newerBergkwercke. 25 in her Erden oder Felsen zusammen zeucht / oder die aus dem Gestein in die Gänge brodemet/ von GQttgeschaffen werden/wie eraberdie Erde oder Asche iu bas fette und efett Wasser zu eurem Gsthr vermenget/das ist ihm allein bewust. Nun ml ich auch sagen / wann ein Ertz zu seinem Slillestandt uudVollkour« menbeit kommen ist / wann es nicht verschrotten oder weggeba wen wird/ daseS mit der Zeil von natürlicher Hitze Ser Erden/wieder verzehret w>rd° Es bezcugeiS die Erfahrung / das nichts bestendigcs ist in a llen Creatmen/ Tempus eäax relum,und daSallesVergchetMiewir seben/daSGOti lniddie Na¬ tur fürundfür m die Lenge/Brette/ Tiefe undHöde wttcket/UnbseineAllmacht ist allen Crea mren sich fast Augenscheinlich sehen leffer. Dann es sind nicht allein übernatürliche Und göttliche Wustderwcrck und Verenderung der Ereaturen/als dasausWasserWeui/ auS einem schweren Eifest ein letchteSwlrd/das es im Wasser empor schwunmek/ und daß das Wasser wie eins Mawre stebel/ und feste wird ohne Frost/sondernmau fiudetauch solcher Vereude- tungen vnl in der Natur/als; AuSeinem Guckguck wird ein Sperber öder Habicht/Aus einer Schlan- ge/em Drache/wann sie eine Schlange verschinget/ Aus einer Na npe ein Mykä- fer/ Aus einem Käfer ein Zweyfalter/ und auS einem Holtz ein Stein/ Da der nehs men Bergkleute die Gedai ckcn / das sich auch die Bergkarhtcn und Ery ist der Er¬ den verendcrn oder verwandeln/ und werden von^ahrzu^ahrbesserundgültiger/ biß sie gediegen / oderzu ihremStillestandt und Vollkommenheit gebracht werden/ die Natur (da sre von Gottes Fluch ustd in ihrer Wirckung unverhindert bleibt) die feyrer nicht/und wircker /mmerdar/ wie sie darzu genature k und geschaffen ist» Auffdiesen Grundtunkerstehen sich die Alchimisten aus ihrer Kunst/dieMer Lallest auch zuverendern/und aus KupfferSilber und Golk zu machen/die Kunst un¬ terstehet sich wolder Natur was Nachzuthstn/aber sie kanS nicht erreichen/ Varumb/ weil GottesQrdnungunddiestatürlicheWirckung mGotkesWerckstatt unter dek Erden/ nicht bey der Alchimisten K stnst ist/ so bleibest sie dahindest / und mögen ihrcst Lust/ohu Nutz dabest/biß sie drüber arm und Müde werdest. Das aus Eisen im Nammelßberge Kiipffer wird/istgewiß/^tem/daß auch fcharffVictriolwasser Essen zu Kupffer machet/ unddasmandem Kupffer durch Galmey schier eineGoltfarbeeittbrennen könne/wissen Bergkleute und Rothgies, serwol. Alchimisten treiben auch ein Äbenthewr / wann sie Quecksilber st/r machen/ Ündeine Metall also colOriren, das es in einem Fewr bestehet/ und da sie Scheide- Wafferzuttchken/dasSiiberundGoltzufrisset/unddiequinkamclsesttjamalisrist Kraut und Wasser ziehen/welches alles in seiner Abrt eine sondere Kunst und Ge- schiickligkeit ist/aber ein new Wesen zu machen/Und eine Metall zuverendern/habest sie noch nicht beweisti ' ^n der Erden aber/da GQtt sein Befehl geben/und da er ördentlicher Wei¬ fe/ porkocemstaLcautas durch verordnete Mittel selber mitwircket/ nachskincrAll- wechkigen Krafft/ müssen wir einenatürliche Wirckung und hloüuw perpckuum -eyn und bleiben la ssen/das esfür und für nmbgehet/ustd arbeitet ohn auffhören/ als tvere es an ein Wa sser gerichtet. Dann aldawncketdasFewb/ustdcliüilirteineFeuchtigikeit und Fettigkeit jstachderanderen/aus den erhiytenDünsten undBrodem/welche ördentlicher Weise/ durchKlüfften und Geschickleist in die Gange zusammen stiessen/ und da nun die mMerischenKräffte/imGangk/ als in ihretMutterzusammenkommen/und fallen andere Gänge mit zu/ und das Gebirge und SchwefelgebenjmmerNahrung/daS Fewr lesset auch nicht nach/ da halten Bergkleute/ das die Meta ll verwandelt / unv die Ery jrumer reicher und besser werden/biß sie derb/oder nach Gelegenheit Vet Ge^ birgr auch gültig werdem K Eiü L6 Der erste THeil saget/ von Ansangkund Ein durchsichtig RothgüldenErtz/ leuchtet und brent wie ein Rubin/ rind stehet in seinen orüßlei»/ welches dieHitze außgedorret/ w»e einen Rrngkasten/daS ist nicht so gar reich an Silber/ und weites viel flüchtiges Schwefels und Quecksil¬ bers hat/ gehet ihm im Fewr viel ad/ da a der die na kürliche Hitze den schwefel und Quecksilber in der Gruben verzehret/ und eS duncketer und brauner wird/so Helt eS desto mehr S lber/ wird eSGiäßig/ wie man solch Rolbgülden- Ery findet/ so wird der Halt aber besser/weil es aber anfähe t Glaßtg zu werden/ haltenBergkleute/daS Wetßgüldtg oder Gi ß- Ertz daraus werde/ wie manS aus Erfahrung hat/daS offt mitten im Glaß/Ery schneeweiß Silber/ offk das Gtaß-Ery mit dichtem weissen Silberüberzogen/ oder fern daraus gesprossen ist/ als wann em kalte Probeauff der Capellen em Dorn scheust. Man findet auch Gebirge / da die S'lber-Ertz Golt führen / eins mehr als -aS andere/ dann die Natur trachtet immer nach bessert»/ da fiemcht ander mr- rerienund anden mitwirckenden cauüs mangel bekömpl. Wann Bergkleuce ineinen schönen Mißmut erschlagen / pflegen sie zu sa¬ gen; Wir sind zu früh kommen/ damit sie bekennen/ wann diese Bergkarth lenger ImBergkfewr gestanden/soweregutSilber daraus worden. Alle Früchte über der Erden/ müssen ihre Zeit haben / biß sie reiss und voll- ständig'werden/ solte dann Ery auch nicht sein Zunel men und Mehrung haben/ undmit derZeit verwandelt werden/Wollen doch die Gelänrten/baS Metall seinen Nahmen von derVerenderung undVerwandelung haben solle/das nicht allein eins nach und bey dem andern breche/ sondern immer ein Geringers in ein Bessers ver- wandelt werde/ ob worein jegliches sein eigen Wesen und selbstendige Form habe/ biß thn GOtt und die Natur ein neweS und bessers Wesen gibt. Das die Crtz und Metallen/ wann ste zu ihrer Voll- ftendrgkett kommen seyn / wieder abnehmen. Olget nun/ ob die vermischten undgediegenMetall/dieihrEndl-und Voll¬ öl) kommenheit erreicht/wieder abnebmen/und endlich vonder natürlichenHiye in derEroen verehret werden/ und wieder verwesen/ Hierinnen find dieTiessgl lahr- ten mit den Hochgelahrten/dievernüusstiqe Rechnung machen/ nichteinrg/ WaS ausden Elementengezieglrt/ und in ein Wesenzusammen gebracht oder verbunden wird/ vaSmußauchmitderZeitwieSeraussgelösetwetden und vergeben/ wie die Schrifft neben der Vernunfft und taglicherErfahrung bezeuget/ Nun kommen alle Metall vonElementen her/und haben ihren Anfang/darumb müssen sie auch wieder zuschleissen/ und ihr Endtschafft haben. Von Verwesung der gediegen Em / so ihreVollständigeKrafft erreicht haben/ und dahin kommen seyn/daß sie ihrenSeill- standt erreicht haben / wie ein Mensch in seinen Viertzig fahren / können wir von aller Naturkündiger Grundt und Schluß nichkweichen/ was da wird und wachst/ das vergehet und verweset auch/ Dannmit diesem vernünfftigen Grunde/dem alle vernünfftige Menschen/natürlicher Weise/ aus ErfabrungBeyfallgeben müssen/ stimmet auch S. Petrus Wort / da er Silber und Gold vergenckliche und verwe- sentliche Creaturen nennet/ überein. Dann kanFewrimSchmelyoseu und auff der EapellenGoldund Silberverbrenneu/undzu Rauch und Aschen machen/ so -an auch die natürliche Hitze und Wirckung der Erden/ vollständig und überstendig Metall verzehren. Etliche vernünfftige Bergkleute / wann sie in ein verbrandt Ort oder grosse Drösen erschlagen/und treffen eine mächtigeWitterung an/undfinden nochStaub rmdGemülbe darinnen/daß noch Silber helt/oder da man fein siebet/ daß dem Sil¬ ber imErdtbrandtabgangen ist/pflegen ste zu sagen: Wir sind zu spat kommen/deß» gleichen/wann ste einErtz berühren daß außgesogen ist/al- weren die Bienen darüber gewest/unddaßnichtSmehranLeibebat/undistsoleicht/als einverbrandterAschen- kuchen im Stnbenofen/ so schliessen sie/ eS sey wol gut Ertz da gewesen/aber die na¬ türliche Hiye im Berge habe es verbrantMd darneben den Bergk außgedorret/daß grosse Holen/ Kläfft und Drüsen da worden seyn» Die DieGeiährten stehen auch in denGedancken/ wann denGängen und ErtzeN ihre natür!icheFeuchtigkeitoverbumiaumraäjc3le> unddic Speise/ davon das Ertz erhalten/und imErdtfewr bestehe/entgehe/ Nehme es Von Tage zuTage ab/biß eSentlich wiederzu Staub undAschen werde/ daun kan ein angcschürtFewrSübet auffder Capellen/ und im Ofen züPulver brennen / und ein ^quafort kan Silber und Holt auffiösen und zu Wasser machen/ solte nicht die Natürliche WirckungdeS mächtigen FewrSin der Erven auch die Krafft haben / zumahl/ wann dem Silber semnatürlicherHalt und Nahrung entgehet. Können die Hüner und Vogel in ihren Magen kleine weisse Steilstem Keks -awen und all machen / Solle nicht das gewaltige Fewr in der Erden/ daß das Ohl aus den Felsen zeucht/ Kaick und Koth brennet/ die Wiltbader erhitzet/ undofftzst Tage heraus wittert/Laub und Graßverdottet/unvgarlichterloheheraus läufft/ die Krafft auch haben / daßeSeine vergängliche Creatur/ die vom Ekernent ist zu¬ sammen gestossen / wiederzu treiben und verzehren/ waNnGOttumbgehenlesiet/ und blä/et nr sein Fewr / so schmeltzt Himmel und Erden» Es gibtö die Erfahrung/ daß vfft die Ertz so heiß seyn/ daß man keine Hand daran erleiden kaN/wredaSamTage ist/ daß nicht aUein dieHitze im Berge vieMes tall schmelyet/sondern daß auch etliche Metall ihr Heißgräkigkeit mit an Tag und im Schmeltzofen bringen/ dannetlicheBergkarthen/ so auchSilber führen/ verze HK reu alle Feuchtigkeit jamptdenBley imOfen/daß man alle Stich außgleffen/ und frischBleyvorschlagenmußi Aus diesen Ursachen halte ichsdafür/ daß die Metallen nicht allein aM Iüngsten-Tage/ sondern auch m der Gruben mit der Zett von der natürlichenWir» ckung ihr Wesen verlieren/ und wieder zu Gemülbe Und Aschen werden/ wiesievok gewesen seyn/ dammb S. Peter Gold und Silber auch verweßiich Gold Nennet. Daß man aber sagenwil/ fein Gold mH Silber besteht imFewr/ ist etlicher massen war/wie auch S. Petrus bezeuget/da er spricht t Unser Glaube werde bes werth ün Creutz/wie das Gold im Fewr/ aber die Erfahrung gibks/ wann die Aus säye denMetall entgeben/und man beutet ihn mit grössermFewr/ und starekemGe- bläß und Wmtofenzu / daß beydes Gold Md Silber nicht zunimpt / sondern -aß ihm auch entlich abgehet/ doch kan fein Gold und Silberlängerdawtett/ dann alle andereMetallamLeibe/ausserhalbdeS Menschen SeeleuuSLeben/welchezurUn-- sttrbiiZkelt erschaffen und wieder erlöset seyn/und nach derAufferstchung unvelweß- lich seyn werden/ wie auch das Wort Gottes ewig bleibt / alles ander s vergeht unv Verschwindet wie ein Wiesenblume» Das mau der alten Bcrgkverständigcn Ersah- tung nicht verachte. An muß Erfahrung auch was seyn lassen/ Und der alten vernünfftigeti Bergkleute obfc.-rvgrjon Nicht Verwerffen / aber tecunäc caustr ccstanre pri M2,könen doch nichts oder gar wenig aUßrichtc/Wail dasGewichte vom Seiger abgenommen ist/io stehen und halten alle Näder stille / Wann GOtt die einige pri». ma causa stille Helt/und den secunZiscsuffs und Mitteldingen einenVerbot thUt/ so hilfft weder Gang noch Ganges Mutter/ kein Fall und Fley / wir schön imd ar¬ tig sie seyn/wann GOkt nicht mitwitcket/ so hilfft weder Sonne noch Monn/ Feste Und Wasser/ es streiche der Gangk welchen Weg er wil/wiealleVersicndig Bergt- leute täglich erfahren/ danngemeiniglich/ da mansichSamwenigstenversiehet/ da häwet man am ersten Ery/ Es werden offt die Gänge gleich so bald fündig / die an einer Winterleiten und absönnigoverstickernGebirgesind/alsdiegleich ein erweblt und gewün schet streichen haben / Ein schmälster Gang thut sich gleich so bald anff/ als sicheln Mächtiger verdruckt/ Summa / wo es GOtt hinkegt/da findet maus/ wemsbescheret ist/o?rhäts/)arumb kan man hierin gar kemegcwisseNegel undGe- mercke haben/ wre wir auch sehen/ daß die klügesten und weisesten Betgkleu te selwü Wüsaußrichtem D ij Voll 28 Der erste Theil saget/von Anfangs und Von Muhten der Zechen/ Stollen und Waffeigeftl!« einer/er sey auch wer er welle/ der begehret eine oder mehr Fundtgru» ^A^ben/Massen/Stollen/Wassergefäü/Hütten und Puchstette / beydem Bergkmeisterzu Muhten/ isterschuldigihm dieftlbezuverleyhen/zubesietigen/ und feinrathlicheSBedenckett/ wie er seine Gebawde anstellen sol/ zu sagen/ damit daS bawen nicht vergeblich angewendet werde. Essolauchein jeglicher Bergkmeister feinen Schreiber haben / damit er deSMuhterö Namen/uuv was er gemnhtet/ in daS Verfehreibbuch einzeichne/dar- in er den Tag und die Stunde solcher Mubtung/ wie ungleichen auch den Ort/ und der Gruben Namen mit Fleiß einschreibe und verzeichne. Das den Zechen und Stollen Namen gegeben werden. 8>U Lsdaml werden den fündigen Gängen und gemuhten Zechen / sampt deu "^^Massen und StollenNamen gegeben/nach des Erfinders oderMuhters be- geren/alSnemblichdieHimmclfabrtCbristi/Hirnlisch-Heer/GotkeS-Gabe/ See¬ gen des HErren/BescherteS-Glücke/ Item/ S. Johannes/ Gedeon/ Samuel/ NitterS. Georgen/ Himmelkron/ MariaHeimbsuchung/ Elisabeth/ S Anim/ Narrettfkelskr/unddcrgleichen mchr/ so ttt der Muhtung nach eines /eden Gefallen und Begercs gegeben werden. Wie die Zechen und Stollen in unterschiedliche Theil ' oder Kux abgethcilt werden. Jnemjeden Gcwereken istzugrlassen eine Fundtgrube/ ein / zwey ober drey ^G^Massen zn bawen/ einen oder mehr Stollen zu treiben / jedoch daß erdem Berg? oceL in Bergkrheilen. ErAltenkrocess undBergktheile zuNechten/wardiesc: Welcher den an- (Bädern vorRecht ludt/und derTbeilen halben eine rechtlicheKlage führete/si> dieTbeil gehörten zu der aktenIechen/ so verklagte er denGewercken für d^mDergk- meister/dreyTage an einander/ und alle Tage nur einmahl/ so aber d,e Tbest zu der Fuudtgrnben gehörten/ so verklagter ibn fürdew Bergkmeister/ acht Tage an ein¬ ander/ Uiid alle Tagedrey mahl/unangesehn/er wardaheimen oder zuMarchte/odek z 4 Der ander TM saget/ von inderGruben/soaberderKlägerden Bergkmeisternichtanheimischfandt/somochs te erden Gewerlken für des Bergkmeisters Haußgesinde verklagen/undwaS sie btt schloffen/ daß muste Krafft haben und darbey bleiben/ So er aber die Klage zum drittenmahl anstakte/ nam er mit steh denSteiger/welchen derBergkmeister fraget/ habe ich das Geld verdienet/welcher antwortet/ihr habts verdienet/ alsbald so gab der Bergkmeister dem Kläger die Theil/ der Klager aber zehlet dem Bergkmeister daS Geld/ daß man zu geben pflegt / hin. Nach dem solches geschehen/ so dieser in der Stadt wohnet/ dem derBergk- meister die Theil genommen / schicket er einen aus den Gewerkten der Gruben oder Fundtgrubenzu ihm/der ihm solche Ha ndclung anzeigete/so er aber anderSwo seine Wohnung hatte/ so ward er für Gericht ober bey der Gruben mir Heller Stimme öffentlich verkündet/im zuhören vielcrBergkleutc / Heute wird gesagt/ dem Ver¬ klagten ein Tag / von der Geldschuld oder geschenkten lheilen/ welches ihm der Kuecht/so er vorhanden ist/ansaget/ so er aber nicht zugegen/ward einBrieff an ihm geschictr/ ukid warb also keinem die Gerechtigkeit der Theilen irr anderthalb Mona¬ ten genommen. Lapitel dcö andern THeilS. UolFtt die ZZerFfteMit. (WMM dem sich durch die Gnade Gottes desMmächtigcn/ ^^^Mwelchem ewiglich Lob/ Ehr und Danck gesagt sey/ Bergkwerck auff Silber und ander Metall in unserm Fürstenthumb emrget / Welche Bergkwercke dann mit hohen löblichen Freyheilen/wie BergkwerckS Recht und Gewonheit/und ein jedes Bergkwerck billig haben sol / zu begnaden und zubegaben / nottürffei^ich seyn erachten / Darnach wollen wir auch diese hernach geschriebene sonderliche Freyheiten/ jeden Gewerben zugeiaget und gegeben haben/ allen denen / so sich an vrtern/wo eS einem jeden in unserm^ürstenkhum/Vermöge undJnhalt unserBergk OrdNlnig/gefällig/einkegcnwerden/daßsiesichzulhrerNotturft/Siescsnachheschne- denen ^reyheitengebrauchen sollen / ihnen auch solches knemit und in Kraff dieses Brieffs/wie esArticulSweiseunterschiedlich folget/ publicircundgegeben haben. Bcrgkicutc Schuß. .RWch wollen Wir/ Saß allen Bergkleuten/ Bürgern/Einwohnern/ Handtwercks: und GewerbSleuten/ wie die Namen haben mögen/ so jetzo vorhanden/ oder künfftig sich auffdie Bergkwercke niederlaffen/von unsermBergk- Hauptman und Bergkbeampten an unserstatt/ gebührlicher Schutz und Schirm/ und dann auch in Bürgerlrchen/Peinlichen und Bergksachen/ ein ordentliches glei¬ ches Recht und Gericht mitgetheilet und verholffen werden. Bcrgkicutc BcsreHung der Stcwr und o Heerfahrten. ^sUm andern / damit die Leute von andern örtern dahin zu bawenun-zuwoh- neu/ umb so viel mehr Lust und Liebe haben/ auch ihren BergkwerckSGebaw- den undArbeit zu jederzeit desto bester außwarten/ obliegen/ und beywobnen mögen < So geben Wir ihnen hiemit diese weitere Gnade und Freyheit / daß sie von Uns / unsernErben und Nachkomrnen/mitZinß/Stewr/Schoß/Scharwacht undFrou- diensten nicht beschweret und beladen/ sondern deren/ wie auff andern freyen Bergk- Städten üblich und gebräuchlich ist/ doch unser Fürstenthumb / an denen für alters außgeseyten Erbzinsen und Gerechtigkeit / wie obbemelt/ ohn Schaden/ bcfreyher fcyn/ auch zu Heerfahrten nicht sollen gezogen werden. ' ' . Da der Brrgkfteyheit. ?; Da aber unsermFürstenthumb/ Herrschafften undBebieten/ notb für fiele/ (welches GOkt der Allmächtige nach seinerGnaden / gnädiglich verhüten Wolle) so sollen die/so auff unfern Wergkwrrcken sich enthalten werden/ wie gelrcwenUns mchanen gebühret und wo! entstehe!/ unterthänig erzeigen und halten. Das kein Gewercke seiner Thcil / in Kriegs: oder Medrnszctten/durch Derbrechung oder sonst sich möge O Verlustig machen. Dritten / Als für etlichen Jahren in dett geschwinden Zeiten und Lenff- (J len/ vffcmahis Viel Gewercken adichcwhig und ausskässig gemacht/auch ihnen ihre The«!e emgezogen worden/ Damit nun fortan jeder Gewercke daß nicht besorg kragen/sondern seine TW so viel sicherer und getroster/ vermittelstgöktlicher Ver- leyhungbawen und erhalten mügen/ So haben Wir solches gnädiglich bewogen/ undauffunsern Bergkwercken diese nachfolgende Freyheit und Begnadung gege- ben/ Nembl.ch/SaßinunjerrnFWenthumb/alleBergkwerckundTheil/mitan¬ hängiger Nützung und Außbeute/ dre sein erkaufst / erbawet oder ererbet/jederzeit in Krieg oder >Hieo/ den Gew rckenumbkeinerley Übertretung und Verbrechung willen eingezogen/genommc« oder entwendet werden / sondern in allewege frey blei¬ ben sollen. Da sichs aberzutrüge/ daßeinerbey unserm Bergkwetck saßhafftig odek nicht gesessen/ in oder äusser des unsererFürstenkhumb einigeSchult gemacht bette/ und zu desselbigen Bergkrheilen geklagt würde / so sol nicht zu den Bergkthetlen/ sondernzu seiner des Gewercken Person geholffm werden / doch außgeschlossen die Bergkschult/ da man umdaußsteudigeZubnß/Hütlenkost und dergleichenzu mahs nen hette/ Da aber Sie Häuprschuldener verstorben/ und sichihreEtben oder andere der Bergkihelle Nützung/ derselben unterkahen wolten/ zu denselben Personen Und nicht zu den Thetlen/ mögen sich die Gläubiger vbberührter gestalt gleichsfals hal¬ ten/ Wollen sich aber die Erden oder andere/ umb solche Bergktheste Und yerselbest Nützung nicht annehmen/ alsdann sol den Gläubigern umb ihre Schulden/ so fern die beweWch/ znden Bergktheilenverhvlffen werden. Daneben wollen Wir rrnSauch aller Lonsttcakiou, so sichäus Strasse oder Verbrechung der Gewercken/ im Kriege oderFriedezrrtragcnmöchten/ gegen sol¬ chen ihren Bergktheilenund Nützungen/ hiemitgnädiglich verzeihen / und allein mit Strass gegen den Personen verfahren lassen / es were dann ein solcher Anfall / darzu keinGesipterfreundt vorhanden/alsdan sokzu denTheilcn gebührlichgeholf- fen werden» FreyerZuumdMzugk. ^Um Vierdlen sollen alle und jede Einwohner und Betgkwerck Verwandten/ O diesich derenEnde niederlassen/undBergkwerckbawen/mit ihren Leib/Weib lind Kindern/HaabundGütern/wassie mitsich dahingebracht haben/auchkünff- tiq ererben/ bekommen/ darbcy erwerben und erobern möchten/ nach anderer freym Bergkstädte ördenklichm Gebrauch/ Rechten nrrd Gewonheit/ befteyhet seyn und bleiben/und ihnen von Uns/ unser« Erben und Nachkommen / was einer bey dem RathermelterBergkstädtesuchetrmd begerek/ jederzeit einfreyer Zu rund Abzug vergundt/ und daran nicht verhindert werden / auch ihre Haab und Güter zuver- kauffen/ zuverwechseln/ und damit ihres Gefallens zu thun und zu lassen/ Gewalt haben/eSweredann daßsvlcher Mitrechtlicher Klage oderSchulde daselbst herkom¬ mende oder gemacht/ behafftwere/ biesolereheundzuvor/ nach Gebühr abzurich- ten/verpflichtet sey». D« aber einer oder mchr/Acker/Wiesen/HanjeroderErbe hette/welchevor- mablszinßbar gewest weren/ damit sol es nach Landes Gebrauch gehalten werden/ daßnemblichtzerjenige/sozuvorauffdemselbenGutegewohnetodergesessen/Grunt UNS z 6 Der ander Tbeil saget/von MdBodemerkaufft/oder in andere wege an fichgebracht hette/schuldigseinsol/daß -aSjenige/ was die vorigen davon gethan /auch zu Kisten schuldig seyn. Bestellung Richter und Rahlo / und derselben o Freyhcit? ^^UmFünfften / sollen auch umbmeimr Erbaltunguud Auffnehmung gemein (I neS Nutzes und Friedens willen/a uffden freyen Bergkstädten / Richter und Schöppen bestelletunv verordnet / und ihnen duirFreyheit und kiccncis gegeben werden/ dasieetlichePersoneuausihnenzunominilenundvorzuschlagen / Der Bergkdauplmanaberanstactöcs Landesfürsten einen zuelcgiren und zuconlir- miren Macht haben, Darzu sollen und mögen ihnen auch alle Gerichtsbnssen ( außgenommen ^4a1e6r2, Halßgerichte und andere hochwichtige Sachen/ so den Fürsten / dessen Erben und Nachkommen/verfallen und Vorbehalten werden) zu straffev/nachgelasi sen seyn/wie dan folgendes Inhalts mit mebrem spcci6crret wird- !n was Sachen der Richter/ Rath und Gericht zu o Straffen/zu Buffen/und Rechts z uvcrhclffcn haben. -^sUm Sechsten/ was ausserhalb Bergksachen/ alsBürgerliche Schulden/ die (InichlvondemBergkwerckberfliessen/ Hauß/ Hoff/ fahrende Haab/ Acker/ Wlesen/Gärten/Wasserfuhrenin derStadt/undm die Häuser/jedoch demBergk- werck unschavtlich/ Item/ Schmähung/ Hader/ Schlägercy/ so in der Stadt und Stadtreinen geschehen/ und umballe andere Sachen/dem Stadtgerichte Zusten- dig/alsandenenhen/ daesnichtin unser Bergkhauplmanschafftoder Bergkmei- sterampt gehörig/ sich zutragen/ daßalleSsoldem Rarh und Gericht zuverhören/ zu entscheiden/ zu straffen/ und zu rechtfertigen/ gehören und znstehen. Sosichaberjemandtan ihrem Urtheil und Reicht/ nicht wolle begnügen lassen/daselbst wider zu legen/ und zu äppelli ren begeret/ sol einem jeden zugelassen seyn/ auUns oder unserm Bergkhauptman/und ferner nicht gestattetwerden. WaS aber beschwerliche Fälle antrifft/da einer Leib / Gut und Ehre vor- wircket / und die Sachen peinlich seyn/ das wollen Wir Uns/ aus zugchömiSer Obrigkeit zu straffen/ Vorbehalten. Da sichs aberzulrüqe/ das einer oder mehr auff Sem Bergkwercke/ oder ausserhalb der Stadt / in Sachen mit Worten zu Unfrieden würden / und nehmen doch des Obrt.s dazumahl nichts mit der Thal für/ aber nachfolgends in derStadt/ in Häusern/ Gassen/ oder auffm Stadtmarckt/ und Sa es den Stadtgerichten uns terworffen/ weiter einander mit Schmäheworten oder Schlägen angreiffen/ der oder dieselben sollen in deS Rahts und der Gerichte Straffe seyn / ohne einlrag un- serSBergkbauptmaus. Als sich auch zu mehr mahlen begibt/ das den Bürgern auff ihren Erbgü- tern/alsEcker und Wiesen/von den Fuhrleuten/soHoltz auff das Bergkwerck/und Ery für die Puchwercke oder Hütten führen / Schaden zugefüget/ die oder dieselbi- gen/ dem der Grundt und Boden zustehet/ der mag umb den zugefügten Schaden/ zu pfänden fug und macht haben. Tbut aber derjenige so gepfändet / deme/ deS der Grundt und Bodem ist/ zimblichabtrag/so hat es seine wege/köute es aber nicht entschieden werden/ so soleS durch Richter und Rath erkandt/ was dem Kläger für den Schaden sol gegeben werden/Da er aber denselben / so ihm den Schaden zugefüget/ nicht betreten könte/ ihn zu psänden/und könte doch beweißlich beybringen/ durch wem solches geschehen¬ der magfürdemR'chterklaghafftig werden/kan siederRichterm derGüteentfchei« den/ wo! gut/wo aber nicht/ so sollen zwene desRalbs/zu Besichtigung des Schas denS/ darzugegeben werden / uNdwaS alsy erkant/darbey sol eS bleiben/ und so! der Bergkmeister(ob wol daS Holtz und Eltz/so zurNotturfft deSBergkwekchs gefüh^ m) nichtSdarein zu reden haben. Und der Bergkfrcpheit. z/ Und nach dem sich auch der Schulden halben/vomBergkwerck berruhrent/ -adieBergk rund andere Arbeiter/denLeutenschuldigsey!»/vielfältige Jrrungbe- geben/ Setzen undOrdnen Wu/sosich nun fortan zmragen würde / das irgend ein - Bergarbeiter/Häwer/Schmeltzer/ und die so in Hütten arbeiten / den Wirtheu oder andern schuldigseyn/ an denen man sich sonsten der Bezahlung nicht anderst/ dann an ihren Wochenlohn erholen mag / und so man den Bergkmc»ster deßt aiben umb Kummer ansuchen tdut/ so sol der Bergkmeister zu derselbtgen Lohn zu küm¬ mern gestatten/Mid gebührliche Hülffe wiederfahren lassen. Würde sich aber der Kläger in des Bergkmeisters Ampt / an denseibigen Bergkgesegen nicht erholen können/ noch wissen/ so mag er denseibigen durch den Richter gefänckkicheinziehen und verhassten lassen/ bißerden Kläger bezahlet und zu frieden gemacht. Da sich auch bey denjenigen / so Häuser ausserhalb der Stadt anssdem Bergkwerok haben/zutrüge/ haß dieselben Schult machten/ odersichmit Hader/ Schmähung/ Vchlagen/oder andern freventlichen Thaten verwircklen/über Vie sol -er Bergkmeister/ es seyBehausung/Pferden/ Vieh oder andemVorrath/so dar¬ ein begriffen / zu verkümmern verheissen / und zu straffen haben/ darzu ihn» Han der Richter unddas Gerichk/oderwen der Bergkmeister umb folge oder hülffe anruffen wird / dieselbigen anzunehmen und zu befestigen / bey Vermeidung schwerer straffe/ Schuldig und Pflichtig seyn. Was aber die Pferde und Geschirr / damit man Ertz uud Holtz führet/ un- andere Bergkwercks notturffc/welche in der Stadt begriffen und befunden werden/ über dieselbigen sol von dem Richter/ auffanrussen des Klägers kummer gestattet/ und hülffe geschehen. Und als Wrr aus Gnaden und keiner Gerechtigkeit / auffden BergkwerE alle Straffen/ Buß und Wandel unserm Bergkhauptman / dergleichen auch den Rath und Gerichten daselbst/ was sich in der Stadt oder Fkckenverwikckiich be¬ gibt/ ausierhawpeinlichen Sachen/zugcstellet haben. In Bergksachen aber und Gruben Gebewden/ sol unser Bergkineisterzu bussen uud z»i straffen bemächtigetseyn/jedoch/ das solche Straffe-em Dechen opek Gewercken wiederumb zu gute berechnet werde. DieArstbrücheundwaSdensklbenangehöret / sollen unsere Forstmeisiek midForstbeamMr strassen/und Uns zur Rechnung bringen. Von Entscheidung irriger Sacöcn/so sich Mischen Dem Dergkgmpt/ und Raht/ m Verpfändung der Güter zutragcn mögen. ^UmSicbenden / so auch jemandtumb Güter/ die dem Bergkwerckattbengig O ftyn/Schuldig ist/und umb solche schulden sein Hauß oder anders demStadt- Gerichte unterwerffen und verpfänden will so sol der Bergkmeister solcheStadt- Güter/insBergkschuübuch/verbemelten schulden halben/wieobsteht/verschreiben lassen/ dochdaS der Verpfänderzuvorn vom Stadtschreiber unter seinem Pitschier oder Handtschrifft/ ein zettel und bekändtniß bringe/ das solche Stadl Güter im Stadtbuch Frey und Unverpfändet seyn. Drßgleichen/ wann ein Mitbürger seine Stadt Güter im Stadtbuch ver¬ pfänden wil/sol es ihm auch nicht gestattet werden/er bringe dann ein zettel unter des Bergkschreibers Püschier ober Handlschriffk/daS seine Güter imBergkbuch auch niemandts anders verpfävdet seyn. Und es iol bey vem Bergkschreiber ein sonderlich Pfandtbuch zu solchen Stadt Gütern/ deßgleichcn beyeinem Rath auch ein sonderlichPfandt und Kum¬ merbuch gehalten werden/ darein solche Verpfändung allein geschrieben/ und zur notturfft desto leichter gefuliben werden. E iij Wüch- z 8 Der ander Theil saget/ von Würde jemandt seine Güter Gefehrlicher weise in Bergk: und auch iü Stadkbüchcrn verpfänden/ und solche Verpfändung/ die an einem Ort geschehen am andern verschweigen/ und alsoBetriegltch bandeln/ auch wo der Stadt: und Bergktchttiber hirinnen Betrug gebrauchen / und auderezu solcher Betrieglichen Hanoer »ng fordern und Helffen würven/so sollen dtefelbigen/dje Schult und Ursach amBetrughaben/durchunsernBergkhauptmananLeibundGutaestraffetwerden. Wo aberjemandt seine Stadtgürer umb Schult und Gelt/ das er auffZes chen entlehnet/verpfändcn wolte(ob er gleich solch emlebnet Gelt rum Berakwerck gebrauch!) ,ojol etdoch seineSradtgüterderyalbm/dieweildieSchulden mitStadt- gutem vorgewlssen/allein im Stadrbuch verpfänden/Wo aber Sach/das er umb solch Geidt/Hüttett/PnchwerckeoderanderBergkgüterverschrejbettoderverpfäm den wolre/ so sollen diesebigen Bergegüter alßvau i»u Bergkbuch verschrieben wer¬ den. Und was also in ^radtbüchern verschrieben / daß sok durch das Stadtge¬ richte/ Dichter und Rath / Was aber in Bergkbüchern verschrieben/ durch daS Bergkgericht/ Bergkhauptman/ Bergmeister und Geschwome Gerechlfemaet und verbolffen werden. Trüge sichs aber zu/daS zu jemandtS Stadtgütern -nnuner geschehe/ eö sev UmöBergkroderandernSchuIden/so sollendieselbenKununerzn Däuser/ Ecker/ Wiesen und andern Skadtgütern/ allern beydem Stadtgerichte/undnichk bey-em Bergkampk gesucht/ und durch den geschwome Siadlschmber ordentlich nach ein¬ ander/ welcher der erste/ anderoderdrittegekümmerlhat/ und in welcher Ordnung eniWichergekümmerthat/aliosolihmdieHälffegeschehen/ dochwojemandumb Bergkschulr beydem Ltadtschreiber/wieobstebet/gekümmert hat / demsclbraen so» nachfolgend«-» seiner Bergkschull/durch den Bergkhauptman in solchttOrdmma Wie er mrt seinem Kummer eirikommen ist / auch verheissen werden. " Da auch i-mandS Gin er im Stadt: oder Bergkbuch/zuvom/ehe dicKnm- mer geschehen/verschoben und verpfändet werden/so sollen dieselben für Beschrei- bungoderVerpiä'idung vorgeben/Und dle Hülffe zum ersten / vermöge bereitesten Verschreibung/geschehen/ nachmabls so! den jemgen/so gekümmert haben/ wie die Kummer etuernach dem ander,» einkommen seyn/ sofern sich die Güter erstrecken/ auch verbokffeu werden. Was dem Stadt: und Bergkschreiber zuvor» vom suchen oder einschreis ben gebübret bat/darbeysoleSnochmahksbleiben/aber vondemAettel UtidBekandt- niß/ wie obstchetzu schreiben/ so!dem Schreiber ein Sikbergroschengegeben wer- den/dergleichen ftst dem Sludtschreiber für einen Kummer znverstchreiber»/ auch em Srkbergroschen/ dem Richter fünffGroschen/ und dem Stadtknechtacht Pfen¬ nige gebühren und gegeben werden. FreyeHandthierung aufs dm Bergkwcrckm. ^LUm Achten geben Wrauch allen Gewercken/ Bürgern und Einwohnern/ niemandaußzeschlossen/ hje sich auffunsereBergkwercke niederlassen/ oder sonsten allda wobnen werden / vollkömblicheFreyheit/sich aller und jeden erbarer Handthirrung/ sö den Berqkwercken nicht schädtlich/ sondern nütz und zuträglich seyn/ als mit Brawcn utid Schencken/ frembde und einheimische Bier einlegen/und außschencken/ wo sie das bekommen mögen / nach ihrem gefalle» zukauffenundzu sich zn bringen/ und ohn alles Ungelt freyzu schenken und zu vertreiben/ Macht ha, ben. * Deßgkeichen auch Schlachten / Barken/ Mültzen/ Gewandtschneiden/ Tuchmachen / und andern Handtwercken/ dergleichen ehrliche Handthierung und Nabrungen/was zu Erhaltung des BergkwerckS/und einer freyen Bergkstadt/ zu jbrer und gemeinen Nuy zugebrauchen dienstlich/ so! ihnen ohn alle Beschwerung/ frry vergimdt und nachgelassen seym Zollbtt derBergkfreyheit. Zollbefteyhung des Bergkwcrrks ^Um Nenndten/ sol und mag demnach jedermandahin allffbemelteBergkstad^ O te treiben / führen und tragen/alleö das so man bedarff/ und demBergkwerck/ deren Einwohnern und Bergkleuten zu guten gereichen mag/ ohn Entrichtung einiger Zoll / Muht und andereBeschwerung/ Und damit von denjenigen/so dem Bergkwerck zufübren oder Anträgen / keinLonrridur.Vortheil und Übersetzung gebraucht werde / So ist unser Wille/Meinung und Befehlich/ daß llnser Bergk- meister und Geschwornen jede- Orts/ ihrfleijsig auffmercken und Nachfrage haben/ damitrecht Gewicht undMaßimverkauffen und kauffengehalten / undniemandt in Einkauffung der Viüualien Übersetzet oder Betrogen werde. Da aber einer mit falscher Maß oder Wag fortheikbafftig befunden/ oder -a jemandt im schein des BergkwerckS Notturfft / zu Geniessung der Zollbefrey- hung/Proviant oder Wahren erkauffte/ und dasselbe anderstwohin Verführete und Verhandelte / betretten würde/deme sollen die Wahren und Proviant genom¬ men/ und er darzu nach Gelegenheit seiner Verbrechung gestrafft werden. o Freye Wochen: und Iahrmärckte. ^Um Zeheuden Orden Wir auch hiemit/und lassenzu/ haSalle Sonnabenk eln (Ifreyer Wochenmarckt/ außgeschlossen den H. Sontag/ nudsonst alle Fest¬ tage/ das siealleSdas jenige/sozurKüchenspeife/Bordt/ Butter/Käse/Rinder/ Schafe/Schweine/ Kelder/ Unßlit/Eisen und aller Notturfft / zum Bergkwe rE nöhtig / wie Vorbeschrieben ftyn/ kanffen und verkauffen/undaufffeilen, Marckt tragen und bringen mögen. Wir ordnen auch aus sondern gnädigen willen/ anffden Sontag nach Tri- MatiS/desSontagsnachBartkolomei/ und den Sontagnach Michaels / eine» fteyen^hrmarcktIäbrlichen zu halten. Wir wollen ihnen auch alle Erbgerechtigkeit in Brawhäusern/ Fleisch- bär^Fen/Saltzkasten/ Badtstubeu nnd Mühlen/ pas sie dieselben bawcn/ und dem gemeinen Nutzzugule gebrauchen uudinhaben mügen/zlilassen. Das Verkauffen auff dem Marckt verbotten. S sol sich zum Eilfften kein Vorkäuffer/ VorkäufferinoderHökiv/am Sonnabend auffderSlrassen/Gassen/auffdemMarckt/heiuiblich oder öf- fentüchfür zwcyVhrNachmittag / weil dasFanlein oder Wisch stehetmicht Dor¬ zukauffen unterstehen / Woaberdieftlbigen Vorkäuffer darwieder handelten/uud darob betretten würden/ denen soldasselbige Vorgekauffte/ durch den Stadtknechr genommen/denarmenLeuteninSHaßpitalgegebeu/unddieUbertreter-arzugestraf- ftt werden» o DerBergklmtcCrbschafft. ^§Um Zwölfften/ befteyben Wir alle die jenigen/so sich mit dem Bergkwerckhim (I der Uns einla ssen/ in Erbschafften derogestalt/ das ein jeder alle feine Liegende und Fahrende Haab und Güter/so er alda auffdem Bergkwrrck hat/ und was da¬ hin gehörtg/zu Vertestiren/zu Verschaffen/bey gesunden Leibe/oder auffdemTodt- dette/seinen Freunden oder Frembden/in: oder ausserhalb Landes/ wohin sie wollen/ Ungehindert-u Vertestementiren/undzuhinterlasseu/GutFugund Macht haben sol. Warm 4o DeranderTheilsaget/von Todtabginge/ so sollen alledesslbeuBergktheik/ Haab und Güter seinen negsten Erben oder Blutsfreunden/ sie sind umer: oder ausserhalb Landes/ frey erfolgen/ un -eit und Gefallen nach/danntzu bandeln/zugelassen werden/dcch Saß unserGmndt und Bodem/und daß daranss siebend Gerechttgkeit/unschiedltch/ und wann sie allda etwa- erwerben / oder dahin bringen / wie das Namen haben möchte/sollen siezuversetzen/zuverkäuffen/oder wieder hinweg zu wenden/nach ei» neS jedem wolgefaven/Macht Haden. o Bcrgkleutc Beftepbuug der Schulden. dreytzebenden/ daaucheiuerodcr mehr auss berührte unler BergkwerlLe (Ikommen/ sich allda wesentlich niederkaffm/ und Bergkwcrck bawen würbe/ und an andern Obrtemausserdalb Landes Schulden hinter sich gelassenhette/der¬ selbe sol von derzeit an/ soervon em/ für Uns oder unfern Bergk- Hauptmann/ solcherSchult halben angckangctundbeklagetwurde/aussbrey^ahr allenthalben sicher Gleit Haden/ alfo/ daß niemand mehr auffgemeltcn unser» Brrgkwercken/wederzuseittemLeib/HaadnochGüter/ so er dab«n gebracht/ oder allda dekömpt/ mit Recht in berührter Zeit nicht sot verheissen werden / doch/daß derselbe nichtinitiVlLicütrsachen beschuldiget scy. Derhalben ein si der/der sich dabin aussberührte unsere Bergstädte/ oder da Bergkwerckgebawet wird/ wendet/ und solche Freyhettgemessen wil / bey unserm Bergkhauptman oderBergkmeisteransagen/ und warhasslige Ursachen/seiner da¬ hin Begebung auff die Bergkfrryheilanzeigen/ auch seines vorigen Verhaltens gnugsahlneKundschasst auffweisen/und darüber/ ob er der Orter andern obnScha- den/dergestalt vom Bergkhaupiman/ BergkmeisterundGeschwornen/als von ei¬ nem verordneten Bergkgerichte anzunehmkn/gebührlichen Bescheid undNach- richtunggewartensoll. Wasaber die Schulden betrisst / so anffdemBergkwerck gemacht/ da Lis Bergk: Hüttenlent und andere Arbeiter/ den Leuten / Einwohnern und Untertba- nen schuldigworden/an welchen man sich sonst derBezablung nicht anderst dann an ihrem Wocheulohnzu erholen/ da fol derBergkhauptman oder Dergkme.ffer dem klagenden Tbeil zu derselben Arbeit lehnen/nach BergktvcrckMrblMng/ gebühr¬ liche Hülffe thun undgestatten. Frcphcit der Mschcrcpm / Hasen und Vogelfanges. Viertzehenden/ Wollen Wir auchauSgnadigen Willen / zu und nachge- (I lassen haben / airffunsern Forst und Wälden / von Bartholomei an biß aufs Faßnacht/ m und nwb das N. und nicht weiter darüber/ Hasen/ Haselhüner/ Schneppen und Vogel sahen/und die Wasser mit Fischen / und sonst zum Bcrgk- werck nottürfflig/ betreffent/zugebrauchen / und sonsten alles hohen Vogel Wilt- präts/Awerr und Bergkbanen/ Hüner/ auch Schweinen/ Hirsch/ Hindin und Rebe Wiltpräts/ und sbnsten auch aller Wasser/ Fischereyen und Weydewercks/ heyschwererStraffezumeyden/verschonetundvermiedenbleiben. - , - o BefteHungdesHolßeszumBergkwerck. funfftzehenden/ wollen Wir auch diese nachbeschriebene/ sonderliche Frey- (Jheit/allenundjedenGewercken/daß/dasiesichauffunsernfreyenBergestätten/ in und an den N.sampt andern umbligenden Bergen und Tbalen / zu unserm Für- stentbumb gebörig/ allenthalben einlegen/ Bergkwercke suchen/ bawen/ und sich der Öhrter gebrauchen werden/daß sie aus unsernWälden zu allerNottursstSchacht- holtzMawholy/zu Erbawung der Schachte/Hütten/Puchwercke/Röstboly/auch Brenholtz/ der Bcrgkfreyhett. 41 Brenholtz nach nolturffk/ohn allen Forstzinß/doch nach anweisung vnser Förster/ in vnsern Geholtzen/ wo das wil gelegen seyn / vnd sie darzu bedürffen werden / zu holen vnvzugebrauchen/ fug vnd Macht haben sollen/ jedoch baß sie nichts davonverpar- thieren ober verkauften. Aber Koll: vnd Treibholtz sol jedem nach vnserOrdnung/vnd auffanweisung vnser Förster/zu hawen/ vnd auff fünffIahrlang/ die negstkünfftigen Jinßfrey seyn/ folgends umb einen gebürltchen/liederlichen Walbzinß/ wie sie sich derhalben mitvn- serm Bergkhauptmann vnd Forstmeister vergleichen / gegeben vnd bezahlet werden/ vnd welcher Gewerckebemeltes Holtz bedürfftig seynwürde / der sol sich bey vnserm diesesFDrts verordneten Forstmeistern angeben /vnd äusser derselben Anweisung in den Wäldern / sonst bey Straffe nirgend kein Holtz schlagen / feilen noch abführen/ sondern es soll auch dasselbe von vnsern Forstmeistern an denenOrthen / da es der Wildbahn vnd auch dem Gehöltze/ von wegen langwieriger Erhaltung der Bergk- wercke/vnd wieder erwachsung desselben nicht zu nahe / sondern da es amfüglichsten geschehen kan/ außgewiesen werden / vnd so! sonst damit allenthalben vnser Forst vnd WalvLrdnung/nach jedes Orts gelegenhcit gehalten werden. Befrei) hung Puchwercke vndHütten zu barven. WUm Sechßehenden/wvllen Wirauch dieses/ als ein freyes Bergkwerck/ mit die¬ sen begnaden vnd bcfrcyen/ Puchwerck/ Hütten / vnd Wohnhäuser zu bawen / wie dann auffandereChur: vnd Fürsten/ Graffen vnd Herren Bergkstadtengebrcuch- lich ist/aiso/daß sie Puchwercke / Hütten/ Wohnhäuser/ Scheunen vnd Stalle nach ihrer Notturfft bawen vnd anrichten mügen. Äieweil aber vnsere Bergkwercke noch newe / vnd etliche Puchwerck vnd Hüt¬ ten bedürfftig/welches den Gewercken im Anfangk zu bawen sehr beschwerlich ist/So wollen Wir aus sonderbahren / gnädigen/ bedächtigen Willen / ein Puchwerck vnd Schmeltzhütten/auff vnserVnkostcn rrbawen vnd anrichten / vnd darinnen die gnä¬ dige Versehung thun lassen/ daß die Oewercken/so vnser Puchwercke vnd Hütten ge¬ braucht n/durch solch Puchen vnd Schmektzen/ mit keinen vngebürlrchen Puchroder Hüttt'n;inscn übernommen werden/sondern was sich nach löblicher Berg kgewonbeit in Puchwerckcn vnd Hütten gebürck / wie davon in vnser BergkOrdnung weiter er¬ kläret vnd igeciäcirer werden soll. Erdkuchfe belangend / wie viel vnd weine /6? die gebühren. sol zum Siebenzehenden ein jeder Grundherr/vom Adel / Bürger oder" Bawr/alsbald eine newe Fundgruben oderMassen/aufdem seinigen bestetiget wird/ seine Erbtheil in bcsietigen zu fordern/macht haben/ dan auch der Lehnträger solches für derbestetigung anzuzeigen/schuldig ist/ vnd sol dem Grundherrn frey stehen/vier Kuchse für seinen Erbtheil zu nehmen vnd selbst zuverlegen/oder einen Kuchs/welcher von dcn Gewercken in aller Massen wie derKirchen vnd StadkKuchse/ frey ver¬ kämet werden solbzu behalten. Würde sich aber der Grundherr im bkstetigen nicht finden/ so soll/wie gemeldt / ihm ein Kuchs frey verbawet/ vnd ins Gegenbuch geant¬ wortet werden/ darbey der Grundherr bleiben / vnd ferner keine Anforderung haben/ auch die Gewcrcken keinen Schurffeinzufüllen/ schuldig seyn sollen. Wo es sich aber zutrüge / daßman auffeines Mannes Grund / eine volle Masse nicht einbringen könte / oder daß man von einem Gute auffdas ander stürtzen müsie/so solder Bergkmeister den Erbkuchs nachgelegenheit des schadens theilen. Es soll auch der Erbkuchs allemahk bey dem Gute/ darauff die Zechen oder Massen liegm/denen vom Adel/Bürgern oder Bawren bleiben/vnd nicht denLehn- Herrm/vnd soll kejNBürger/ Bawr oder Gemeine/gemelte Erbkuchs vom Gute zu F ver, 4r Der ander Tßetl sagk/vom verkauftenMacht haben/es sey dann/daßdas Gut mitsamptdemErbkuchSver- kaufft werde/damit solche Erbtheil allewege bey dem Gute bleibe. SomanauffStollen oder andern Gebewden/ Gange in der Grube» über- führe/sollen die Finder oder Lehnträger/niemand den Erbtheil anzubieten/viel weni¬ ger zu geben/ verpflichtetseyn / So sie aber Schächte oder Räumen bedürften wirr- den/sollen sich die Gewercken vmb den Raum/nach Erkäntniß verBergkbeampten/ vertragen. Was aberhiebevorn / vermöge vnserOrdnung/ für Stollen/ Jechen oder Massen erschürftt vnd auftgenommensind/ mit denselben soll es/wie vor Alters gehalten werden. Drcy Kuchse Ktrchen/Rakß vnd Hospital. Achdem auch zum Achtzehenden/ auffallen löblichen Bergkstadten gewöhn¬ lichen/da durch die Gnade Gottes/Zechen fündig vnd zu der Außbeute geratzten/ daß vre Außbeute auffrzr p^rces gemacht werde/vaß der eine Theil der Kirchen/der ander Theil der Gemeine/der dritte/den Hospital zum besten angewandt werde/ daß die Gottseligevnd löbliche Gewonheit auch also hinforver auft vnsern Bergkwercken gehalten werde. KünffIchr Bcfrcpßung des schmdten. dUm Neunzehmdten/ damit auch allerseits in diesem Fall/ gute Ordnung vnd Versetzung gemacht werde/wollen Wir nach alter Gewonheit/ den jetzigen vnd künf¬ tigen Gewercken/ die Silber/ auch allerlep Bleyvnd Glödt / Vie jetzt mgstkünfftigen funff Jahr/ von dem ersten Schmeltzen oder Silber machen an / von Stollen/ Schachten vnv Gebewden / Jeheudtfrey lassen. Bczahlung/SllderlKupffer/GIödkvndBIey. O^Um Iwantzigsienfoll auch alles Silber/Kupffer/Glödtvnd Bley/ invnsern Jehendteu geantwortet/ Vns/ wie auff andern Königlichen/ Chur-vnd Fürstlichen Graff- vnv Herrschafften Bergkwerckm gebräuchlich/bey schwere Straffe überlie¬ fert werden / Vnd dieweil aber jetziger Zeit vas VnM/ Eisen/ Leder/Holtz/ Köllen/ vnd alle ander Ärbeicenvnd Vnkosten bey Schmieden/ Seilern vnd Fuhrleuten/ so manzuforttreibungves Bergkwercks von nötzten hat/hoch gestiegen/ Als wollen Wirden Gewercken hinforderjebeMarck fein brandt Silber / Cöllnisch Gewicht/ mit acht Thaler / den Centner Garkupffer für zwantzig Thaler / die Glödt für zwey Thaler / den Centner Bley für drittehalben Thaler rc. den Thaler für vier pnno zwantzig Silbergroschen gerechnet/ ausvnsern Jehendten wöchentlich baar entrich¬ ten vnd bezahlen lassen / Jedoch / daß sieVns den gebürlichen Jehendten / vnnd den Stöllnern die neundte Marck entrichten/Wir wollenVns aber hiemit vorbehalten) wofern gemelte Metallen wieder in ein Abfall geratzten würdm/ Wir alsdann den gedachten Kauftwieder zuverringern/ Macht haben. E Begnadung von new erschürfften Gangen. Urs Ein vnd Awanßigste bewilligen Wir / vnd lassen hiemit aus Gnaden zu/ daß alle jetzige vnd künfftige Gewercken/Einwohner vnd Bcrgkleute / in obbemelten vnsern Kürstenthumb / auffalle Metall nach Gängen /Kläfften vnd Geschicken / es feyin alten oder newenGebäwden/Schächten oder Stollen/wann dieselben nach Bergkwercks Gebrauch vnd Ordnung/in Muhtungvnd Lehn auffgenommen/ohn alle Verhinderung zu Schürften / Auffreumen / Schacht / Gruben vnd Stollen zu sincken vnd zu treiben / nach Bergkwercks Recht vnd Ordenung / zu bawen gut fug vnd Macht haben sollen/vnd zu mehrer erheb-- vnd auffnehmung der Bergkwercke/ so offt der Bergkfreyßett. 45 offt em streichender oder flacherGangk/in einen vnverschrottenemffelde außgeschürft/ vnbdurch Bergkmeister vnv Gtschworne/nachBesichligung für einen newen Gang erkantwürde / ob ver gieich am Tage nicht alsbald Silberhaltig'wäre / wollen Wir ihnen einen Halden Thaler / hielte er aber Silber/ so viel Loth das Ertz hält / so offt zwep Thaler aus vnserm Jehendten/zu einer Verehrung reichen vnd geben lasten. Vom KupfferErtz aber soll ihnen vom Pfundt Lrey Thaler/ gleichsfals aus vnserm Aehendttn zu einer Verehrung gegeben werden / vnd wollen hiemit mannig- lichcn/ittsonderhcit aberbknen/so Raum/Eckervnd Wiesen/oder ander Gründe eis genthümblich oderim bestandt haben/ernstlich aufferlegtvnd befohlen haben/ daß sie darinnen einem,cdm/werder sey/ohn Verhinderung einzuschlagen/vndzuSchmffm gestatten/welche aber darwider thun/vnd die Schürfferabtreiben würden/ gegen die- selbigen soll jetziger oder künfftiger vnser BergkhauPtMan zn N. mit einziehu ng der¬ selben Raum/Ecker vnd Grund/oder sonst mit gebürlicherSlraffe/nach gelegenheit der Vberttettung/verfahren. Wie cs mit den auffgclvorffcn Echürffcn soll o gehalten werden. Awey vnd Avanßigften gebieten Wir auch ernstkich/daß die auffgeworffm Schürffe/damitKlufft vnd Gänge entblösterftyn/ob die gleich nicht Silber halten/ rvederin noch neben den Räumen / von niemandk wieder eingefüllel oder verschüttet/ sondern damit denselben hernach durchandere weiternachgebawetvnd fortgetrieben/ offen gelassen werden/ Wo aberkein Gangk erschürft^ wäre / dieselben sollen die Schürffer/doch nach besichtigungvnd Erkändtniß vnsers BergkampeS/wieder ein- zusüllm/schuldig sepn. o Von Vermessung der Jundkgrubcn vnd Massen. (D Um Drep vnd Awantzigsten soll es mit dem vermessen / nach vnser BergkHrd- nung vndOebrauch gehalten werdemnemblich: Einer Funbtgruben 42 Bergklach- ter/vnd dann einer Masten 28 Lachter Feldes/vnnd der Vierung des Gangesstrei- chennach/an des Ganges Sakbandt anzuhakten/drey vnd ein halb Lachter ins lies gende/vnd drcy vnd ein halb Lachterins Hangende/nach des Gäriges Fall / in ewige Leuffegegeben werden. Beschluß. ^ö^AsbannzuMBeschlüßdenVorkauffvndIehkndtenvamZien/Eisenflem vnd Metallen betrifft/ begleichen alle obgemelten puncten/ als im Bawen/ Muh- ten/Bestebigen/V^rleihen/BergkAlechken/Fkisten/Feyrtagen/ vnd dergleichen/ soll nach vnser Bergkordnung gehalten vnd dirigiret werden / darbey Wir als obstehet/ dieGewercken/ Btrgkleute/Bürger vnd Einwohner/ mehr berührter Bergkstädte gnädiglich schützen vnd handhaben wollen / Ha auch Gott der Allmächtige durch sei¬ ne Gnad die Bergkwerck segnen/ vnd die Gewrrcken / er sey einheimisch ober außlän- bisch/ solche Gebawde befördern würden/ sollen ste auffihr weiter Ansuchen/nach ges legrnheit mit mehren Gnaden vnd Freyheiten bedacht vnd versehen werben. Vnd gebieten hierauff gegenwärtigen vnd künfftigen vnsermBergkhauptMan/Bergkmei- fier vnd andern Bergkbeampten vnsers FürstenthumbSN. mit ernst/vnd wollen/ daß sie offternante Gewercken/Bergkleutc/ Bürger vnd Einwohner/bey dieser vnser gegebenen Frepheit vnd Begnadung handhaben/ schützen vnd schirmen/ sie darwider zu beschweren/niemand verstatten/noch für sich selbst auch nicht thun/gnäviglich vnv ohn gefthrde/ ZuVrkundtmit vnserm Fürstlichen anhangenden Secret verferti¬ get/ Gehen in vnserm Hosslager 5). den F tj Wie 4-4 Der ander TPetl saget/ von Ke vnk> durA ms Wittel em Bergkwerck zu erheben / vndmgutem WoLstande zu bringen sey. S istwarlich nicht ein geringes/ ein Bergkwerck zu erheben/ vnd in gutem Wolstande zu bringen/damit es an allen örtern richtig vnd vnverweiß- lich zugche/ sintemahl auchbeywolbestalten BergkRegimentcn grosser Mangelvnd Mißbräuche vorfallcn/also/ daß imerzu Auffsehens/ Anorbnungvndbesserungvon nöhten ist/Habe verohalben nachfolgende 14. Puncken anhrrogesetzt/welche zu erhe- bungvnd auffnehmm des Bergkwcrcks/Hochnöhtig seyn. Gcwcrcken vnd Bcrgkicuke sollen GOtk umb E-egen vnd Gedeycn zudem Bergkwerck bitten. bezeugens die Schrifft/ wie auch die tägliche Erfahrung/daß G-Ott Bergk vnd Lhal/GehängrvndGcfprenge/KlufftvndGänge/mik höchster Wcißheit ge¬ schaffen vnd vnterandernieibilchcnGaben/ insonderheit Gotd/Silber/Kupffer vnd Eisen im gelobten Lande verheissen vnd gegeben hat / inmassm auch Salomon vnd Ioiaphat/nach anweisung Moysis/ das beste L)rphirische Gold im Fluß Ganges/ in Iudren habe wachsen lassen/vnd der König Salomon auffeinmal in die 66 Ton¬ nen Goldes Außbeute gehoben. Elchhas fpricht zu dem alten Bergkherren Hiob / wirst« dich zu GÄlt bekeh¬ ren / so wird dcrAllmächtige vnd rechte Ertzmacher dir Goldes Krafft vnd reiche Goldftiffen bcschcren/wieimLandeOphir/oderauffdemIndianischen Goldwasch- werck / da Mcyfts Dem Volek Israel G Ottes reichen Segen verheisset / spricht er: GOtt wwd dir cin Lanbt einreumen/ darinnenDu vielvnd guten Eisenstein brechen/ vnd gediegen Kupfferausden Bergen hqwm wirst» So gehöret nun anftngkkich zu «Hebung vnd steige» des Bergkwercks em gläubiges Gebet/durch welches derVater des Lichtes/von demallegute Gaben Her¬ kommen/erbeten vnd bewogen wird/ daher feine milde Hand auffthut/ vnd seinen Segen/durch welchen er ohn Mühe reich machen kan/in Klufft vnd Gängen/sincken vnv fallen laß vnd seine sittiwerende Wirckung/ das Auge wolle sehen vnd erkennen lassen/ Äannwann GHttnichtgeü/so hilfst keme Arbeit/vnd ist vmbsonst/dast ma»! früh auffstehr/vnd iss t das Brod mit Sorgen/wann GOtt diese einige prima cau. 5a stille hält/ vnd den locunclis cauüs vnd Mitteldingen ein Verbot thut/so hilfst we¬ der Gangk noch Ganges Mutter/kein Fall noch Fleß/wie schön vnd artig die Gän¬ ge auch ftyn/sic haben ihr streichen welche Stunde sie wollen. Neben dem Gebet sol mans mit der Handk .frisch angreiffen/ trewlich arbeiten vnd mitVerstandt Ertz aus den Bergk hawen / welchesofft fest angewachftn / vnnv lieffvnter dcr Erden verborgen ligt /Welchen Steig kein Vogel erkant/ vnd keines Geyers Auge gesehen hat/welcheö mitSchlägel vnd Eiftn/over mitFewrsetzen muß gewoMM vnd zu tage ausgefordert werden/damit mans zu gute machen kan. Daß dteCmpkcr mit treivcn/etzrlicken Lcuten/die des BergkMrcks guten Verftandt haben / be- stellet werden. Je vnd durch was Personen das Bergkampt soll bestelle! werden / ist oben im Eingang des ersten blades vermeldet/ Weilban an rechterAnordnung vnd guter AuffsichL eiues gantzen Bergkwercks / steigend! vnd fallendt gelegen ist / als wird em Landes- crMuiig dre' Bcrgktvcrcks« 45 LandesFürst dahinbedacht seyn/das solcheEmpter mit BergkverstenLigen/trewcn/ unverdrossen/ hurtigen Leuten bcstcllttwerden/welches ich hiemit nochmals trew- llch ermahnet vnd erinnert haben wil. Daß Gericht vnd Gerechtigkeit / Friede vnd » Eyntzkett auff dem Bergiwcrcke erhalten werde. <^^Aß auffdm Bergkstadten / oder wo Bergkwerckist / neben Gottes Wort auch Gerichtvnd Gerechtigkeit/ Zucht vnd Erbarknt erhalten / die sulkcis gegen Arme vnd Reiche/ ohn ansthcn der Person aZmiiüttriret/vnd nicht nach Gunst vnd Kreundtschafft gevrthettet werde. Vndweilbeydem Bergkwerck vnd Bergleuten immerauffsehens/richtens/ scheidens/ in so manmcherlcy Emptcr fmfellet / das zu gedeylichem auffnehmen vnd glücklicher beforderung des Bergkwercks / eine ganhe Oommun, die alle gnugzu khunhabeu/erfordertwirb/Soistvonnöhten/dasdasselbevon ehrlichm/fnedsamen/ veksienbigen/ trcwen Leuten regieret werde / Harm Bergkwerck kan nicht Vneinig- keit/Ianck/Vntrew/Diebercy/Vortheil/Betrug/Vnzucht/Schande vnd Laster leiden vnd vertragen / vnd wie Einigkeit das wenige meM/ Aweytracht aber groß Gut verzehret. Sol derowegen die Obrigkeit dahin sehen / das für allen Dingen Friede vnd Einigkeit erhalten werde / vnd wo der Friede gehasset / Vneinigkeit vnd Zweytracht einreiffet/ da gehet es alles widermrlig vnd deu Krebsgangk. Daß man auch über der Bergkfreyhcrt vnd 4» BcrgtOrdnung halte. Or allen dingen soll die B ergkFreyheit vnd BergkOrdnung / in allen kun- Aeu,dlausu1irvnd^rtlcu1n, wol macht genommen / steiff vnd fest darüber ge¬ halten/ vnd darwider nichts gehandelt / oderjemandt beschweret werde/ Wie imglei- chen auch/ das weder die BergkFreyheit oder die BergkOrdnungcllsputiret, son¬ dern Ia/^ka/vnd Nein/Ncin seynilaffen/vn- das denGewercken keine neweAuffsatze vnd Beschwerungen auffgedrungen/oder listige Künde erdacht werden / wie man ih¬ nen das ihrige per sss öc nesar abzwacken möge» Daß den Gewcrcken auff schweren Wasserntzhtt- 5. gen Zechen / GnadenGelt / oderBefreyhung des Neundtcn ' vnd Zehendten gegeben wird. Dll auffnehmungdesBergkwercks/ damit dasselbe in guttM Wolstandevttnd störe erhalten werde / ist von nöhten / das die hohe -Obrigkeit / auff welches Grunde vnd Bodem bas Bergkwerck ligt/ vnd den Zehendten von Silber /Kupffer/ Bley vnd Glödt hat/ven schweren Wassernöhtigen Zechen / wöchentlich aus deNZehend- ten daselbst/ein Stewr ober GnadenGelt/nach befinbungderVnkosten/so wöchent¬ lich auff die Zechen geheN/gegeben werde/ Dann wann die Vnkosten so groß/ das e- die Zechen nicht mehr ertragen können/ so lassen Die Gewercken liegen / Dann man pflegt zu sagen: Mmandt Wil des Heiligen Grabes umbsonst hüten/da dann (wan dieZechen liegen bleiben) der hohen Obrigkeit an ihrem Zehendten vnd Vorkauff der Metallen/ Ouarlalich ein anseheNliches entgehet. K iij Daß 46 Der ander Thal sagt/von 6, Daß auffden Jechcn/damanCrtz bricht/anVor-> tauffder Metallen / den Gewercken an Bezahlung derselben/ eine Zulage geschehe. Eil die Metall/als Silber/Kupffer/Bley vndGlödt in hohemPreiß/vnd da, gegen/was man zum Bergkwerck bedarff/als Vnßlit/Eisen/ Köllen/ Holtz/ Bergk- Hütten- vnSchmicdekost/wie imgleichen auch die Fuhren/vnd alles was ZumBerg- rverck von nöhten ist / auffs Höchste gestiegen / vnd zum theursten bezahlet werden Mus. So erfordert die ^otturfftfdaß ein Fürst zu erhaltung derBergkwerck / den Zechen befreyungvnd eriassung des Neunvtenvnd Zehendten gebe/ oder daß ihnen die Silber/Kupffcr/BlcpvnvGlövtmiL Reichsthalern/in dem Werth/Wieste für zwantzig Jahren gölten haben / bezahketwerde / derogestalt würde ihnen nichts zuge¬ legt/ dann der Auffsatz vnd steigerung der Müntz/ inbetracht/ daß die Thaler von ih¬ ren eigen Silber Herkommen vnd gemütttztt werden. 7, Daß allerlcy nochwendlge vnd Korn/ zu e: Haltung des ArbeitVolcks / vmb ein billigen Kauff auff das Bergkwerck geschaffetwerde. As zu fortseßung vndsteigen der Bergkwerökc belanget/damit dieselben in gu¬ tem Wolstanee erhalten vnd getrieben werden/ so erfordert die Notturfft/ daß Wei- tzen/Rocken/Gersten vnd Habern/wie imgleichenauch allerley ViökuLlicnvndkro- viAnc,fürnembIich aber Buttcr/Käse/Häring/Speck vnd Kohl/ vnd was dessen das Bergkvolck täglich vonnöhtenhat/ auff dieBergkwercke vmb einen billichen Kauff geschaffet werde / damit das Volck ihre ^otturfft bekommen / vnd nicht alles aus den weit abgelegenen Städten vnd Lörffern / zum thewrsten einkauffrn vnd ho, len müssen. §. Daß sich ein Mrft gegen arme/krancke/keM- digteBcrgklmte tuild vnd gnädig erzeige. 3§U forttreibung vnd beforderung des Bergkwercks/hilfftiusonderheik/wann sich die hohe Obrigkeit gegen krancke/ beschädigte Bergkleute mild vnd gnädig erzeiget/ dieweil die Erfahrung gibt / das der meiste Lheil von der Bergkburffe nichts mehr hat/ als was sie wöchentlich mit ihrer sawren Handtarbeit verdienen / vnd in solcher ihrer Arbeit vielfältig zu Schadrn/vnd vmb ihre Gesundtheit kommen/daß sie Lahm vnd Krüppel bleiben / ja wol gar vmbs Leben kommen / vnd viel kleine unerzogene Kinder hintersich verlassen/vnd obwol bey ihnen hergebracht / daß ein jeder Arbeiter/ von einem jeden Gülden Müntz/ dm er wöchentlich verdienet / zwey Pfennige in die Knapschafftbüchsen geben muß/ zu dero brhuff/ wann rin Bergkmann zu Schaden kömpt/ vnd nicht mehr arbeiten kan / oder gar vmbs Leben kömpt/das ihm / seinem Weib vnd Kindern wöchentlich 6.8.10 auch wol mehr oder weniger Groschen aus derselben Büchsen gegeben werden/ vnd wann er stirbt / vnd nichts verlassen hat / da¬ von begraben wird. Vnd obwol die Gewercken solchen beschädigten Leuten / oder ihren armen hin¬ terlassenen Weib vnd Kindern/ vier Wochenlang auffden Zechen/ da sie gearbeitet haben / ihren wöchentlichen Lohn schreiben vnd folgen lassen / ist ihnen doch damit wenig geholffen. Weil dann/wie grmelt/der mehrertheil der Bergkleute /unvermügenS vnnd arm feyn/als soll ein LandeöZürsi sich gegen solchen arbeitsamenLeuten auch gnädig vnd freygehig erzeigen. Ich erhekung des Bergkwmks. 47° Ichwoltesagen/das ein Fürst aus Gnaden/oderverwirckterStraffederVn- terthanen/etwan em oder zweyTausend Reichsthaler bahin/acl pios usus verwendte/ daß dieselben zu Einkauffung obgedachter Vi^ualien, durch einen darzu beeydigten kuäorn, in einemdarzu wolgetegenem Hause/eine Commis angeordnet würde/bie sie zu Einkauffung Käse / Butter / Häring vnd Speck anlegen / vnd verhoffentlich damit so viel erwerben / baß sie solche arme Leute neben den Büchsenpftnmgen / die hülfflicheHandt bieten vnd erhalten können / welches einem Fürsten nicht allein auff seinen Bcrgkwerckcn / sondern auch auff frembden vnd fernen abgelegenen Bergk- Städten / zu grossem Lob vnd Ruhm gereichen / es würden auch die Außländtschen BergkburschLustvnvBeliebunghaben/stch an demselben Ort zubegcben vnv zu ar¬ beiten/ sintemahl Sommerszeit an etlichen örtern grosser mangel an Arbeitern ist. Daß man gute Auffsicht habe/ daß fleißig ge- y. arbeitet / Lrewltch vnd ehrlich gehandelt werde. erfoderts die Notturfft / das alle Officirer / insonderheit Bergkmeifler vnd Geschwornc/ fleißig zusehen/ das ein jeder in seinem Ampt / Dienst vnd Beruffsteift stg sey/ das die Arbeiter trewlich und rcotlich arbeiten / WannGOtt ein Anbruch bescheret/dieselben nicht vcrsetzen/verstreichen/ frembt Ertz hienein sehen rc. auch nie¬ mand! besebeln/einander kein Schadtort legm / oder mit ihren Gedingen versorthei- len/zu rechter Aeit an vnd außfahren. Au dem »st für allen andern hochnöhtig/ das auch in dem trewlich / auffrichkig vnd ehrlich gehandelt werbe/ das in Verschreiben vnd Anschneiben / keine blinde / fal¬ sche Namen/oderetwas/wiegeringes auch sey/geschrieben oder angeschnitten werbe/ davon Bergkmeifler vnd Geschworne nicht Wiffenschaffk haben/ vnd das in Bergk- Sachm keiner zu seinem eigen Nutz/ es sep im Vorleihen/Bestebigen/ Vorlochsieft mn/StuffenWagcn/Vorschreiben vnd Fristen / nach Gunst vnd akkccten, etwas bestelle vnd anorbene/richte vnd urtheile/vnd dieGewercken mit dergleichen geschwin¬ den Griffen vnb Practikcn / vnter einem Schein desRechten / vmb ihre Acchcn vnd Bergkthcile bringen / Dann vnrecht Gut faselt nicht/ sondern also handeln / daß sie solchesgegenGOtt/jhre Obrigkeit vnd den Gewercken mit gutem Gewissen verant¬ worten können / bann GOtt ist ein vnverbrossener Nachfahrer/er stehet alles/ vnd schnewets ausss Kerbholtz/vnd wer im kleinen Vntrew ist/serist auch im grossenVn- trew/dannes ist nichts so klein gesponnen/eskömptzuletztan dieSonne oder Tage- licht/sonberlich/wann GOttder Lage einsvnsaußpucht/ vnd einen Durchschlag in eines jeden Hertze machet/ das alle hcimblicheHändel offenbahret werden. Daß Wöchentlich mit guter Müntz richtig ,o. gelohnet werde. <^^Nter allen Mitteln befördert vnd erhebet diß daSBergkwerckam meisten/wan der Fürst oder die Herrschafft des Ort selbst Mik barven/ Lust vnd Beliebungdarzu trägt/ ein wachendes Auge vnd Auffsicht darauff hat / vnd verschaffet daß die Arbei¬ ter alle Sonnabent richtig vnd mit gutem Gelbe gelohnet/vttd das der Armut durch geschwinde Griffe oder Wechsel/ jhr verdientes sawres Lohn nicht entzogen/oder mit vndüchtigem Korn oder Wahren abgewässert werdc/bann vnrecht Gutfaselt nichts sonderlich dasBergkgut/rvelcheö zumahl plötzlich/wie^iäa vnd kitkjj in bux gehet/ vnd zu Wasser wirb. Daß alle Quartal richtige Rechnung eingenommen/ n. vnd nbkhivendige Gebewde vnverzüglich angeordnet werde. (^ÄIeBergkRähte sollen neben den Bergkbeampten/ alle Ouartal von de¬ nen/ so des Bergkwercks Einnahme vnd Außgabe haben/richtige Rechnung einneh- mm/ 4-S Der ander Dhetl sagk/von erheb.des Bcrgw. men/vnd mit steiß zusehen / daß kein falsch oder Betrug gebrauchet werde/ vnd wo sie Las beflnden/ohn ans hen der Personen/ andern zum Abschew/ ernstlich straffen /Ju Lem sollen sie sich in der QuartalRechnung aller gelegenheit erkundigens Wiedas Bergkwerck getrieben/wie die Gebawde angestellet / vnd was sonst für nothwenvige Anordnung vonnöhten ist/damit dasselbe bald zuWercke grrichtek/vnd nicht auff die lange Banck geschoben werde. 12. Daß das tägliche Panckcthteren/ Fressen und Sauffen abgesch affet werde. Aß die Bergkbeampten vnLArbeiter/ein Erbar/Vnsträflich/Nüchtern Leben vnd Wandel führen / vnd daß sonderlich Bergkmeisier/ Geschworne/ Steiger vnd Arbeiter/ zuvoraus an Arbeitstagen/ sich viel Hochzeitgehens/langwerenden Kind- tauffen/Wnickelgelagen/Schlaffcollatioli,vnd Ouaserey enthaltcn/Hann wann dre Bergkleute viel Ausbeute vndgut Geding haben /so brauchen sie den Durchlaß/ setzen es redlich wieder hienein/arbeitens über den Schlemgrabcn/ vnnd setzens über die rohe Sch'cht/schlemmen vnddeltrmen/Hißsiedas gewonnen Gütlern wieder Hins durch brmgen. 15. Daß die Gotksläftcrung/ Dievstal/ Hurcrey vnd Todtschlag ernstlich gestrafft werde. O^Nd weil bey diesem Volck das Fluchen vnd Gottslästern sehr gemein ist / ins sonverheit/wann sie Lrunckenvndbezecht schn/welchsman bey schwerer Leibstraffe verbieten vnd abschaffcn soll/Dann GOtt selbsten in den Jehen Geboten (da cin si/ der Mensch bey sirner Seelen Seligkeit zuhalten verbunden) geordnet vnd eingei schrieben/daß sein Name bey vns solt geheiliget/vudobgedachtr Schande vnd Laster abgeschaffct werden. Dann wo solche Lasier im schwänge gehm/vnd ohn Schew vnd re vereng ge¬ trieben werden / daß GOtt seinen Segen leichtlich entziehen /vnd dasgantzeBergk- w rcttn abnehmenpndVerderb geruhten möchte/ Dann GOtt der HErrwol ein gantzes Land/wegcn grosser Sünde vnd Schanve/mitHunger/ThewrerIeit/Pes stllentz/Krieg vnd andern Straffen heimbgesucht hat. Dahcro dann ernstliche Auffsicht von nohten / daß solche Gotteslästerung/ Dicbstal/Hurcrey/L odtschlag/ vnd dergleichen Schande vnd Lasier / vermöge der Geistlichen vnd Weltlichen Rechte/auch des H.Reichs Abschieden vnd der Policeys Ordnung gestrafft/vndstrenge andenVerbrecherern/ nach jedes Mißhandelung exeguirer werde» ig.. GOtt für beschertes Glück vnd Segen danckcn/ vnd davon Kirchen vnd Schulen bedencken. 8^^Ann GOtt reiche Anbrüche bescherek/soll man ihm für den erlangten Segen vnd Glück von Hertzen danckcn / Von solchem Glück vnd gehobene Außbeute/Kirs chcn/Schulen vnd armen Leuten miidiglich bedencken/deßgleichen der Obrigkeit vnd den Gewercken ihren Jehendten/Neundtes/Schacht/ Wasserstewr vnd andere Ges bühr/trewlich vnd zu rechterZeit entrichteN/so wird GOtt das Bergkwerck segenen/ langes Leben / GlückvndGedeyen darzu geben. Diß sind meines Erachtens die fürnembsten Puncten / die zu Erhebung eines Bergkwercks von nöhten scyn/ wan dieselben in acht genomen/vnd ein jeder also han¬ delt/ daß ers gegen GOtt vnd jedermänniglich / vermöge seiner schweren geleisteten Eyve vnd Pflicht/ ohn Rew vnd schew verantworten kan / sv wird GOtt Glück vnd Segen zu dem Bergkwerck geben/daß alles einenglücklicheu Aortgangk gewinne. Im Warumb die Bergkwercke ln 49 Im niedrigen aber/ wann die Gerechtigkeit nicht in acht genommen / dieVn- lrew und Eigennützigkeit nicht gesiraffek / den Oewercken das ihrige mit eim schein des Rechtens entzogen wird / da erfolget in allem das wiberspiel/ die Ertz werden fesi/ NS. das man sie nicht gewinnen kan / oder werden taub / schneiden sich ab / die Gewercken wollen nicht Mehr vorlegen/ die Arbeiter werden verdrossen vnd vnwillig/ein jeder brauchet seinen eigen Nutz wo er kan / dadurch die Gewercken aufflaßig gemacht/ vndmannich ehrlichMann auffgefttzt vndbetrogen wird/welchs man aber nicht dem Bergkwerck (welchs dißfals ohne Schuld) sondern der Vntrew vnd Eigennützigkeit etlichen Menschen zu zumeffen ist / das Gott seinen Segen an allen örtern entzeucht. Aus nm KrsaDen die bergkwerck ln aknehmen kommen/vnd zu Sumpff gctrlbrn werden / die Zechen liegen bleiben / vnd nicht mehr gebawet werd erste Vrsach ist / wann ein BergkaMpr mit Versoffnen / Faulen/ H offertlgen/ L osen Leuten bestellet ist die des Bergkwercks keinenVerstaNdk haben/ vnv die Oebewde nicht recht anordnen / vergebliche Gesencke / Fellvrter / Hornstatt/ Wassergraben vnv Künste angebrn / vnd sonsten keine auffsicht haben / wie gchawet wird/ dadurch die Gewercken mit langwierigen vergeblichen Mussen belegt/dre lenge verdrossen vnd aufflatzig werben. Zum andern/ wird ein Bergkwerck fürnemblich dadurch za Sumpff ge- trieben/wann die Obrigkeit dte Metallen/ als Gilber/Blch/Glödt/Kupfffr/Eiftn/ Aien vnd dergleichen/ denGewercken so gak gering bezahlet/ vnd noch darzudaS Neunvte unv Aehendte davon nimpt / den schweren AecheN keine Stewr weder an -VS. GnadenGelt ober Befreyung gibt/ vnd nicht bedencken / das alle Hmg / als Holtz/ Kollen/Zuhrm,Vntziit/E»skn/Lever/Proviant, vnv qlleArbeit/soManzuforttrei- bungdes Bergkwercks Haden Mnß auffs höchste gestiegen ist/ Dan wie solle GOct seinen Segen vnd Gcoeym zum B /rgwerck geben/ wann Man den Gewercken alles entzeucht/ vnd täglichnewe AuffsatzeMacher - dieBergkRahte vnd andere/ die es billich befördern sollen / demselben Zuwider sind / allen Waschern / so newe Fände er- dencken/Beysall geben / vnd das weder Frepherk noch BergkQrdnung gehalten wird / Hahcro dann die Gewercken weil sie dessen mchtgeniesien/keine Lust oder Be¬ klebung mehr Bergkwerck Zu barven haben / werden aufflüßig/schelten vnd schmehen das Bergkwerck zum höchsten/sagen/bas es lauter Betrug vnd Eigennützigkeit sep/ davon manniglich abgeschrecket/vNd ein Abschew hat/hinfort Bergkwerck Zu bawen. ZUM dritten / ist das nicht der geringsten Vrsach eine/ wann die Grwercken mit erlegung derIubuß nachläßig sind / das den Arbeitern Zu rechter Zeit mit guter Müntz nicht gelohnet wird/ ober aber die Müntz so hoch steigern/ das sie daran etliche Groschen verlteren/auch wol an statt desselben Gewandt/Korn re. von den Schicht¬ meistern vnd andern ockcirem, Zum thewrsten annehmen/ vnd ihr selbst gkbrawtes Bier aussauffen müssen. ZumVierdkett/ gibksdie Erfahrung/ dasofftmals auff einerAeche nicht zehen oderzwantzigKuchse Äorgewerckensind/ dennoch wollen Bergkmeister vnd Geschworne ihrquartalich Farqelt/ Schreibgell/Quatembergelt/Gkdinggelt/von Stewr anlezen / wie dann auch jhr wöchentlich Vnßlit rc. vollkömblich haben/ob sie schon des Quartals nicht einmahl da gefaren sind / Von welcher Jubuß nur allem diefaulen / versoffenen Bergkmeister/ Geschworne/ Steiger vnd Schichtmeister er¬ halten werden/wilgefchweigen/ was den Gewercken sonsten zur vngebür entzogen vnd abgenommen wird / als Hüttenaffteri die grossen Schöpffproben / die Tesikör- ner/ den Herdt im abtreiben / iieferung grosses Gewichts / Quartalszehrung / ein Areyer auffjeven Thaler Außbeute/ vnd was des abzwackenS mehr lst. G Zum 5o Mchmen kommen. Zum fattfftek/ wird auch durch Vie grosse Vntrew vnd EigeilnWgkeW ein Bergkwerck steckent gemacht / wan man viel Eisen/ Vnßlit/ Leder/ Seil/ Arm- Schauffeln/Kratzen/Lröge/Dehin/Holtz/Pfäl/SchmiedckostvndArbeitlohntt. auffdie Archen schreibt/das offtmals nimmermehr so viel dahinLommen ist. ZUM Sechste» / ist biß der fümembsten Vrsach eine / wann GQtt einen schönen Anbruch beschertt/dasman die Ertz stehen leffet/darauffm'cht bawtt/ diesel¬ ben vorsetzen/vorschmierm/vorzimmern/neben dem Ertz hienem lochen/ vnd wieder verstreichen/ oder mit Bergk verfiürtzen/ die rechten Gewcrcken mitschwercn Aubus- sen abschreckend biß das sic aufflasig werben / alsdan lassen siedieselben durch andere wieder Muhten / vnv auffnehmen / bawen etliche Quartal mit listen vnd fristen/ da¬ mit esd-as ansehLn hab/als wann sie solche Anbrüche erst erbawet hetten / Vmb sol¬ cher Bubenstück vnd Vntrew willen/entzeucht GOtt seinen Segen/dasdir Anbrü¬ che sich wieder abschnerden vnd verschwinden. Zum siedenden/ istdiß auch versürnembstm Vrsach eine/daßsienichtMtzr reich am Halt oder von Metall seyn / vnd obwolanfencklich die Gänge mächtig vnd reich gewesen/so sind sie doch/ waii sie in die teuffe kommen/ vnd vber sunsstzig Lach¬ ter abgefuncken / arm vnd geringes Halts worden / insonderheit diereichen Gänge/ die sich verdrucken / vnd wol gar abschnerden. ZUM achten/ ist das ein Bcrgkwerck liegen bleibt/wann es Wassemöhtig ist/ vnd das man vie Aechennichtverstollen/ vnd mit keinerKunst die Wasser zu Sumpffhalten kan / weil die Schächte zu Liess sind / vnd den Vnkosten mcht mehr ertragen können. Zum ueuudtm/ ist die Vrsach/daß das böse Wetter oder Schwaden/wel- ches von Drüsen/Klüfften oder Gängen/ oder von bösen faulen Dünsten herkömpt/ welchen man wedermit Stollen oder Lotten helssenkan/derowegen müssen viel Ge- hewe eingesteüet werden/vnd liegen bleibm. Zum zehendett / ist die Vrsach/ wann die Gezimmer in Schachten / Stre¬ cken vnd Stollen bawfellig styn/ vnd verbrechen/ daß / wann man solche wicvcrumb außwechseln oder gewaltigen / solches ein grosses kosten wird / davon die Gewerckm ein Abschewgewinnen vnd liegen lassen. Zum eÜfftM , ist osstmahks der Krieg oder die Vereinigkeit Vrsach / das man die Gckawde der Aechm/Schächte vnd Stollen emstellen muß/dann wir sollen nicht gedencken/ das die Alten so faul vnd nachlaßig gewesen seyn/ daß sie fhr Ge- bäwde/ wofern sie dieselben mit Nutz hetten bawen können / ohn erhebliche Vrsachm eingesieklet haben/ Damit Man aber künfftig wissen möge / aus was Vrsachen man dir Schächte vnd Stollen hat liegen lassen / so ist verordnet / daß solches mit fleiß in das Bergkduch eingeschrieben wirv/damit die Nachkommen die Vrsach wissen/und dieselben nicht wieder auffnehmen/vnd ihr Geld vergeblich dahin verbawen. Zumzwölsttett/ist dieVrsache das vngeheure Bergmänlein ober Müns mch/sodieLeute tobt drucket vnd umbbringet/ darumb kein Häwer an solchen vus heimblichen örtern arbeiten wii. Diß sind also die zwölffHauptvrsachen / dadurch viel fürnehme Bcrgkwer- ckein abgangkgerahttn/vndzu Sumz'ffgetriehen werden» Kapitel Kapitel des dritten Thetls/ 51 KolM nun der Procest/ wie man an- fengkltch zu bawen ansangen soll. sagen: WcrBcrgkwerck wit bawen/ der muß Gelt oder arbeitsame Hände haben / dan gar reiche oder gar arme sollen sich ins Feld legen/Sch ürffen/ Röschen / Gänge außrichten mit der Ruten oder mit sawrer Arbeit / Der erste Finder / ist der erste Muhter / VNd der älteste behelk bas Feld/ so es frcy und unvorliehen ist/oder wanv Zechen vnd Stollen frey erkandt ftyn worben/ Wer aber sein Recht erhalten wil / der muß brym Bcrgkmeisier schnfftlich oder mündtlich Muhten vnd begeren/ imfall der vothvon einem Berge zum andern/dar¬ nach pflegt mannicher seinen Muthzettel zu erleNgen / biß er sich im Feld besser umb- sichct / vliddcnGangkinsGifleinoderindir gäntze bringet/ oder biß er durch die Lager/ÄZände oder klnMmichte Gestein kömpt. Beweiset sich der Gangk mit Ertz odersühret schöne Bergkart/ odekligtauss einew fündigen Gang vndguten getrieb/so btstetigt er/vndlest esjminsBergkbuch verschreiben / machet eineGewerckschafft auffiLsKuchse/ davonvierdem Grund¬ oder Gutsherren Erblich gebüreN/vnd zwcyzurKirchcn und Hospital gehörcn/und antwortet sie ins Gegenbuch / därauff setzet ereinen Haspel und eineKaw / das eS nicht in den Schacht regene oder schneye /vnddie Haßpelziehervon Kälte erstarren/ oder vom Regen verdrossen werden / vnd daß sie auch ihre LauffkarreN vnd ander Gezeug darein setzen mögen / Bey der Kaw wird ein ander Geben de auffgerichtet/ darinnen der Steiger Höhnet/ in welchem Man das reiche Ertz/ vnd anders das matt haben muß/ verwahren kan/ Etliche bawen Nur eine Kaw/dieweil aber zu zeitcnKül- der vnd Vieh in die Schacht fallen/so bawetMan neben diesem rin Aechknhauß/Wtl- chesvonder Kawro oder zo Ellengesetzt wird/LenSchachtMachtMaN Zwey Lach¬ ter lang/ und drcy viertel Lachter breit / nachdem das Gestein fest ist / der Schacht wird seiger oder donleg gesuncken/nach dem der GaNgk fein fallens hat. Wann er in dm Schacht vielWaffers hat / das er mit dem Haßpler oder Pumper nicht halten kan/ wo ferne es iM Gebirge llgt / so treibet et ein Stollen / an¬ derthalb Lachrer hoch und vitzr Werckschuch weit/ daMit die Arbeiter kaum haben/ mit dem Lauffkarren oder Hundt durchzufahren/ und ihr Ertz und Bergkhekaus Zu fordern/dmselben belegt er mit zwep Häwetn/einer der das Sitzort treibet / und der ander die Strossen hernach hawet/stncket uttv arbeitet/zimmekt seine Schacht aus/ henget Fahrteii ein/und schlägt mit frewdeN dakäuss/und Host alle Stunde auf Ertz. Ein ehrlicher BergkManN/ber an GL^)tt gleubet/ uNd seinen Eydt/ Gewissen/ Lrewvnb Ehkbewahrenwil/derschreyetmit seinenKittderleinZUGOtt/ arbeitet trewlich/handelt redtlich vnd äuffrichtig/vnd gibt rechten Bescheidt/bescheret GOtt eine Anweisung/ öder der Gangk wird schön vnd mächtig / verschrotet Wasser / das Gestein verendert sich / so lest er ihm die Zeche vermessen vnd verlochsteinen/ Eine Fundtgrubehrtt42Bergklachkrr/ deren ein jedes Lächter dreh Ellen vnd 9 Zoll langk ist/die Schnur Helt er üm RünbaUM an / vnd Misset halb gegen den obern/vnd halb gegen den VNtern Massen/ deren eine 28 Lächter hat. OfftMahls Reinen oder Matscheidern zwo Zechen mit einander/ bleibet etwas zwischen/bas Nennet Man ein Vberschak/ Wird die Zeche Waffernöhtig/ so trachtet er nach ein Stollen / welchen die neunde Marck vom Silber / vnv der munde Cenk- ner vom Kupffer/Bley vnd Glövt/wie von alters hetgebreuchlich/gebüret/ so ferne die Stollen dieErbttuffe/das ist/ sieben Lachter seiger gericht/odervnter dem Rasen zehen Lachter einbringen/vndWasser benehmen vNdWetterbringen/wann man die Gebirge oder ebenen nicht verstellen kan / Helt er die Wasser mit Wasserknechten/ oderhengetKünste vnv Pumpenstangen hiemin/felt ihm in der teuffe ein ander Gangk zu / oder scharret sich zu seinem Gange / so hat er die Vierung vierdtehalb Lachter ins Hangende / vnd z; Lachter ins liegende / vom Salbant seines Ganges nach dem fallen des Ganges m ewige teuffe/diese Vierung legt derMarschrider oder Abzieher zu. G st Zu 52 Der dritte Thal saget vom proccl-, wie Au solchem Gebäw allerleyVorath undNotturfft auff die Zechen zuschaf- ftn gehöret alle Quartal Zubuß / nach dem man die Gebäwde mit viel oder wenig Arbeitern belegt/va man wöchentlich im Ampk anschneidet / was für Vnkostcn dar-- auffgangen find/ Dann also reden die Bergkleute / weil man etwan die Bergkost auffKerbhöltzer angeschnitten hak / wirb jcmandt seumig Mit der Aubuß / der kömpt Ms ketarclar, vnd vmb ferne Kuchse/nach den alten BergkRechtcn/Gelt oder Kelt/ Bawet einer unfieißig / oder fahret etliche Schichten nicht an / so lesset die Bergk- Lrdnung zu/ bas Man die Zeche frey mache durch die Geschworue / welches gcschie- het/so man in dreyen Schichten keine Arbeiter furm orte findet / ober spüret daß das Gezaw nicht verrückt ist. Da man Wassers oder Wttters halben nicht fort kan / vnd auff die Stollen wartenmuß/brauchkMan nachdem BergkRecht/milderung und gleichheit/vnd gibt den Wasser-ober Wetternötigen Zechen eine zeitlang ftifi/over legt ihn auff/baßsie den Stollen ober andern benachbarten Jechen/so das Wasser halten/ Stewr geben oder hülffe thun welches sehr wol bedacht/ aber offt übel vnd eigennützlich gebraucht wird/va mancher aus Gunst seine Zeche mit listen vnd fristen erhelt/ vnd bawet im B u che/vud lesset andere im Wasser baden/oder im schwadigten Wetter arbeiten. Wer nun bawen wil/der niuß Kelt haben/obermitVorwifsin der Obrigkeit/ nach gelegenhcit des angesteltcnGebewdes/Aubuß anlegen/vnd wöchentlich in ge¬ genwart des gantzen Bcrgkampts vnd feines Steigers / seinen Anschnitt Halten/ vnd nachmahls zum Beschluß des Quartals/ aller seiner Einnahme vnd Aufgabe richtige Rechcnschafft thun. Gibt nun GHct seinen Segen / das man Ertz antrifft irr einer Zeche / da lassen die Bergkleute GottzuEhren das l'eOLum lauclamu; singen/wie van noch etliche GDtt öffentlich in der Kirchen dafür dancksagett lassen/ Heltes nun etwas/ daß der Rede werth ist/vnd besteht ein nachschlagen oder etliche/vnd legt sich das Ertz im stoffen zu Ganze/vnd lest sich verstrossen/da gehets an ein parthierem keuffen vnd v-rk uffen/einer setzt mit dem andern/ der sticht Wahrevmb Kuchfe/ dann es wil sich jederman gerne beym Fewr warMen/doch saget man/wie auch dieErfahrung zeuget/ bky den KuchsKräntzelemdiezum Käuffenvnv Verkäuffcn verordnet vnd beeydet sind/ttzut man den besten Kauff/ gute Leute fchencken auch wol einandcrKuchse. Wann nun ein zimblicher /Lorath vorhanden/ sähet man an basgvte gü/orge Ertz von dem geringen zu siheiben / Item/ den guten Bergkzu quetschen / vnd über das Sieb Zu waschen/ die geringsten ErtzZupuchen/ vnd über die Planherdt zu wa¬ schen/damit man etliche faßlem voller gute vnd geringe Ertzgrauplem vnd schlich sainble/ das schicket man für die Hütren/ba lesset inan an/mit Vorwrffen des Bergk- Hauptmans ober BergkineisterS/vnd bcpsspn der Geschworue/HüttenReurer/ Schichtmeister vnd Schineltzer. Also bringet man das Silber ins Bley / wann das Werck zusammen kömpt/ §O. 6o Centner / bas setzet man auff den Lreibhervt / scheidetBiey vnd Silber von einander/da wird Blicksilbcr bavon/bas Helt/ nach dem die Ertz rcich/vnd die Silber gkschtneidig ober fleißig getrieben feyn / darnach antwortet man die Blick in den Ae- hcnbten/ da schlägt der Wardein vnd Silberbrenner eine Probe aus / was ihm die Ordnung nachleffet/bamit er vom Halt / der Obrigkeit vnd Gewercken zu jederzeit kau Bericht geben / folgends gibt man die Blick ins Brenhauß / da sie zur örbemli- chen Probe ober Holt gebracht werden. Die Brandtsilber sollen i; Loth vnd z viertel oder 12 tz halten / Der Vber- brandt/ wie mans nicht allewege an der Schnur haben kan/ wird zu erhaltuug Kir¬ chen/ Schulen vnd Armen gelegt / daraus schlagt der Wardein die ander Probe/ vnd wirb bas Silber vollstenbiggewogen/undin bieMüntze geantwortet/allba ma¬ chet man allerley Sorten / grobe und kleine Müntze / nach des ReichsAbschiebt vnd der Müntzordnung gcmeß/man zahlet etwan den Gewercken die Marck Silber umb L L haler/aus der Müntz oderIehcnbtcn/holet derAußtheilcr nach gehaltener.Quar- talsRcchnung die Summa der Äußbeute/ vnd gibt sie den Gewercken unverzüglich. Was man zu bawen anfangcn sol. 5Z Was nun Gottselige vnd erbareFundtgruber seyn / die erkennen die edle Gabe Gottes/vnv wissen daß es ihnen GT)kt aus milder vnv reicher Güte bescheret hat / darumb geben sie ihren Erb-Herren seinen Jehendten / vnd was ihm gebühret/ willig vnd gerne / vnd vergessen der armen Schüler / Kirchendienern/Haußarmen vndKrancken/inner-vndausserhalbdesHospitalsauchnicht/ sintemahl auch ein Lrunck Wassers / geschweige / was man sonsten zu forverung vnd erhaltung des sechsten willig gibt/reichenLohn haben. Was für Gczaw vnd Wcrckzcugk die Bergk- leut zu ihrerArbcit von nöhten haben- <^ÄAs Gezaw/so die Bergkleute täglich zu ihrer Bergk-Arbeit/als Schürffen/ Röschen vnd Aimmern in Schächten / Strecken/ Stollen/ Hornstätten / Rathstu- ben bedürften/ sind Art' Sägen/Klammer/Wendhaken/Schrauben/ Hebzeugseil/ Keilhawen/ Kratzen / Schlage! vnd Eisen / Bergktröglein/ Handtfeustel / klein vnd grosse Peuschcl/Fimmel/Brechstangen/Keil/Ritzeisen/Klotz/Federn/Scheide vudPuchhammer/Ertzauetschcr/Grubenlichtcr/Coinpasi/ Grubenscherper/Vnß- littaschen Sicherbergkvnd Ertztröge/Lauffkarren/ Kübel / Seil vnd ander Gezaw zum Schacht vnd Stollen außMcrn/vnd wan sie Rünbaum/Pfulbaum/Tumpf, höltzcr lcgew vnnd Haßpelstutzen setzen/ein Fach Tonnen darauff schlagen/vnnd die Fahrten anhaspcln / Tragstempelvnd Iocher legen / mit einstrcichen / verpfänden/ vnnd mit Spreutzen vnnd Pfählen verschlieft,/ vnndwoesgesprengethat/ da sie Wercksicmpe! legen / vnd wann sie die Stollen fassen / Thür/ Stock vnnd Kappen darauffsttzen/Tragwerck schlagen/Gerin vnd Gesicng legen / Sumpff vnd Kasten schlagen/Künsie hengen / oder ein Gebaw über die Richtschacht richten / vnd was sie ferner im Gesenck oder fürm Ort bedürften / wann sie sincken/ verstroffen / zuführen/ vnd für sich vnnd über sich brechen/ außlengen/Querschlag machen / Hornstatt bre¬ chen / Verschrcmen / Ritzen oder eine Wandt werffen / vnd Ertz nachschlagen/ vnnd den Hcrgk zu Sell schickcn/vnnv zu Tag außfordern / oder Ertz außführen/ scheiden vnd puchen wollen / Solchen vnd dergleichen Jeugk mehr/ müssen die Bergkleute stündklich vnd täglich haben. Was em verMwrgcr Steiger oder Bergk- t!?' mann wissen sol. In rechter verständiger Steiger oder Bergkmann/muß seiner Kunst sehr wol erfahren seyn/wil er anderst bawen/daß ers künfftig zugeniessen hat / Erstlich muß er sehen/was für ein Gebirg es sey / was für ein Thonlägige vnd Fcldachtige Arth vnd Gelegenheit cs habe / ob auch mit Nutzvndfrommen kangebawet werden/ Item/ daß er wisse wie man Schachte sincken / dieselben mit bestände außzimmern vnd fas¬ sen soll / wie er Stollen vnd Felsörter treiben/ Wetter in die Schacht strecken / vnd Stollen bringen/Pumpen vnd Wasserkünste hengen / Rattsiuben brechen / Es soll ihm auch das streichen der Gänge/ Klaffte/ Geschicke vnv Absätze des Gesteins/ wol bewust vnd bekanöt seyn. Er muß sich auch auffallerley Bergkarhten/Ertzsafften vnd Gestein versie- hen/vnd muß wissen / wie man die Ertz puchen/ über die Plan oder Sieb waschen vnd arbeiten sol / Itcm/wie man sie Prokuren/ Rösten/ Schmeltzen/ vnd waS Man zum Vorschlag im Schmeltzen brauchen soll. Welche Kunst auch mannicherley ist / dann es erfordert eine sonderliche Weise/das Gold vnd SilberErtzZu schmeltzen/ein anderdasKupffer/ein ander das Quecksilber/ein ander das Eiftn/ein ander das Blcy/vnd eben in demselben eine vn- gletche das Zien vnd Wißmut/wiewol die Kunst/dünne Safft hart zu sieden / von G iij dem 54 Der dritte Tßeil saget vom proces-, wie dem Bergkwerck abgesondert wird / Dieweil aber die Safft in der Erden so hart in einander gewachsen / vnnd außgegraben werden / oder sonst aus etlicher Erben vnd Steinern arth außHefotten / welches die Bergkleutr außhawen / vnter welchen man findet/bie auch Metall in sich halten/derhalbcn sie vom Bergkwerck nichtkönnen ge- scheiben werden/ Welche siebung abermahls nicht einrrley ist/dann eine andere ist des Saltzes/ eine andere des Salpeters/ eine andere desVictriöls / eine andere des Schwefels/vndeine andere des-Alianns. Er musi auch des Marscheibens erfahruNg haben / daß er Wiste / wie Liess ein Schacht zu fincken scy/ daß er die rechteStollmteuffe / dahin er getrieben wird / ab- sincke/vn daß ihm dieselbe in einer jeden Gruben zuvoraus in die teuffe gewiß zutrefft. Zudem muß er sich auch auffdie Rechnung verstehen / daß er denKostcn zu Künsten vnd andern Gebewdcn überschlag/vnd zu gewisser Rcchnungbringe/ Ec sol auch allerlcy Oebewde/so zum Bergkwerck vonnöhteu/ zu machen einen guten Ver¬ stands haben/oder zuM wenigsten dieselben abreissew/ vnd andern Leuten angeben kön- nen/Erso! auch des BergkRechts erfahren seyn/daMik ihm ein ander nichts nehme/ vttb daß er auch von andern nichts vnbilligeS begehre. Es gehöret auch einem fleissigen S teiger oderBergkmann M/ daß er alles das jenige/ was die Arbeiter vonnöthen haben/ zu rechter Zeit verschaffe/ in der Kru¬ den die Kehäwde also anstelle/ daß sie mit Nutz vollführct werden, vnd wie alle Hing/ den Gewercken zum besten / auffs radtlichste Mögen ungeordnet werben/ dessen allcS er einen guten Verstanbt haben soll. Wann er gute Anbrüche vnd reich Erßävffven Zeche» hat/ soll er dasselbe alsbald wo! verwahren vnd verschliessen / damit nichts davon komme/vnd losen Leu¬ ten zum Stelen kein Vrsach gegeben werde / Er soll die Häwer annehmem vnd wie- derumb verurläuben auch fleissige achtung geben/baß dieArbeitck zu rechtet Zeit an: vnd wiederumb außfahren/vnv ein jeder seine Arbeit trewlich vnd fleissig thue/vnd die kein Bescheid wissen ober faul seyn/sol er abschaffen/ Er soll auch wo! Zimmern köm nen/damit er den Aechen/wo es vonnöhte», heissen vnd außzkmmern möge. Wofern er aber obgcmeldter Dinge keinen vollkommenenVerstandt hat/ sol er verständige Bergkleute zurath nehmen/ wiewol man deren wenig findet / die des Bergkwercks in allen Dingen einen rechten Verstands haben/ dann gemeiniglich har einer die Erfahrung zum Schürffeu/der ander im OrubenGebawde/ der dritte iuPuchwercken/ oder über bas SiebErtz zu waschen/ der vierdteimSchmeltzen/ der fünsste im Marfchejden / der sechste künstlicher Gebäwde/ vnd der siebende des BergkRechtens- Er sol auch die vnlerhawM Wände wissen zu fassen / damit sie sich nicht ziehen oder gar hernieder gehen/ Item/ daß er wisse Otrin in die Stollen zu legen / in welche bas Wasser/ so in der Gruben vonKlüffte» vnd Gäugen kömpt /möge auß- gieffenvndwegfliesskn. Er sol sich auch verstehe» aufffestem Gestein zu arbeiten / damit er den Häw- ern weisen kan/wie sie es recht angkeiffen vnd ihrePrammen führen sollen/Er sol den Arbeitern täglich ihr Vnßlit vnd Eisen gcben/damit sie arbeiten können/Von wegen vieler Mühe vnd Auffsicht/ wird dem Steiger nur eine Grube vertrawet / ja man setzt auch wol zwey odrr vrey Steiger über eine Grube. Von der Echtcht Arbeit. ^S^S sind vier vnd MNtzig Stunde» in Lag vnd Nacht / die werden in drey Schichten getheilet / eine jegliche Schicht hat sieben Stunden / die übrigen drey Stunden sind zwischen den Schichten die RuheStunben/ in welchen die Häwcr an: vnb außfahren / Die erste Schicht sänget sich an früh Morgens umb vier Vhr/ vnbwehret biß zu EUe / Die ander sänget an umbAwölffVhr / vnd wehret biß zu Sieben/diese zwo Heist man TageSchichten / Die dritte ist dle NachtSchichl/ die gehet an den Abendt umb Acht Vhr / vnnd wehret -iß gegen Morgen vmb rre') man zu kamen anfangen sol. 55 drey Vhr / diese last man nicht gerne zu/es ersorderts dann die noch / sie arbeiten aber gemeiniglich auffihren Gedingen und Weilarbeiten/ ziehen Wasser oder Bergk/so ihnen verdinget ist / damit sie von Müdigkeit nicht schlaffen / so singen sie einen lusti¬ gen Bergkreyen / Aber einem Häwer wird nicht zugelassen zwo Schichten zu fah¬ ren/ darumb daß er gemeiniglich in der Gruben pfleget zu schlaffen/oder fahret iang- samban/vnd eher ab dannsichs gebäret / Wann sie aberihre Schichten der gebär nach nicht verfahren/ wird ihnen am Lohn etwas abgezogen/An etlichen örtern wird es ihnen zugelaffen/ darumb / weil sie sich von einer Schicht nicht erhalten können/ ihnen wird auch nicht verbotten/ ledige Schichte» zu fahren / wann Man ihnen nur eine rechte Schicht zulest/ Wann sic aber an vnd außfahrcn sollen/das hören sie von dem Klange des Bergkglöckleins / oder so eine abgelegene Zeche ist / so klopffet der Steiger an dieBüne des Schachts/ dadurch gibt er ihnen ein Zeichen / heraus zu fahren / derhalbeu / wann die negsten das klopffen hören/ schlagen sie mit den Feu- sicln an das Gestein / biß bas dcr Schall «maller letzten kümpt/Zu dem sehen sie es am Licht/ wann das Vnßlit fast vcrbrandt ist/ AmSonnabend arbeiten siebißzu Mittage/ fahren alßdan aus/ kmfffen ihnen ein/vnd zechen einen Rausch/gleichsfals arbeiten sie auch nicht venSontag oder Aposteltag / sondern gehen in die Kirchen/ Wo aber Wassernöhtige Zechen sind/ Item bey den Künsten/oder wann ein Bruch geschieht/vndein Durchschlag zu machen/darangelegen ist/ in solchen fällen wird nicht dafür gehalten / das es Sünde sey. Die Bergkbursch ist gemeiniglich ein hart arbeitsam frisch Volck / die zur Ar¬ beit geboren / Vnd werden vnter die Hamer gerechnet / die Bcrgkanschlager/ Haß- pler/Hundclauffer/Grtzscheider/Pocher/WaschervnbSchmeitzer» Von der Gruben Arbeit/ vnd Jewr setzen auff Wem Gestein» ^^ÄIe Gruben Arbeit ist mannicherley / eine ist auffschneidigem Gestein / eittk andere aufsfestem / cme andere auff noch fester» / wie dann auch das Geste m im Han¬ genden vnd liegenden vnterschiedäich ist/ Man nennet das rin schneidigen Gang?/ der aus weissen Afftcr vnd Erden zusammen gewachsen ist / ssM festen aber sind / die aus Metallischer maceria, vnd festem Gestein gewachsen sind/ wie dann gemeinig¬ lich die sind / die im Schmeißen leichtlich stößig werden / als der Glantz vnd derglei¬ chen / Der aller feste aber ist der / der mit Kieß oder Kobolt / oder festen Marmelstei- ven vermischet ist/ insonderheit/ wann des Ganges Hangendes vnd liegendes feste ist/ vnd keine klufft oder absätze des Gesteins hat/ wiewol das Hangende vnd liegende sel¬ ten so feste ist / als der Gangk / Auff den schneidigen Gängen arbeitet man mit Keilhawen/ Auff dem festen aber mit Bergkeisen vnd Handtfeustel/ Auffdemfesterr Gestein im Hangenden / arbeitet man mit stärckern vnd grösser» Bergkeisen / dann man verfahret die Gange gemeiniglich im Hangenden/ Auff dem garftsienGestcm setzt man mit Jewr. Wann ein Fcllorth oder Stollen niedrig ist/ so fetzt man ein Haussen dürre Holtz für dassclbige Drth/zündet es an/vnd lests so lange brennen/biß das Fewr daS Holtz gar verzehret Hat/Wanu aber das Drth hochist/vnd raum hat/so machet matt einen weiten Neffen Schram in das Geflein/vnV setztzwey Haussen Holtz übereinan¬ der daran/dann je starcker das Fewr/ je besser es hebet/ vnd je kleiner, je weniger/ wie¬ wol offnnahls ein groß Fewr auch nur etliche Schalen ablöftt/ wann aber das §ewr vom Winve an den Gangk oder Gestein getrieben wird/hebt cs grosse Wände vom Gange ab / wann sic schon feste sind. Hierbei) ist auch zu mcrcken/ daß/wo manmit Kewr setzt/ vnd das Wetter nicht Wechseln oder ziehen kan / da setzt sich ein böser Dunst oder Schwaden / darumb die Häwer vnd Arbeiter nicht in die Gruben fahren/damit sie nicht vmb ihreGesundheit oder Leben kommen/Wann aber der Dampff durch Drüsen / Klüffic/ oder sonsten in andern Zechen zöge/soll ihnen der Bergkmeiflcr mitFcwr zu setzen/nicht gestatten. Das 56 Der dritte Tßetl saget vom?^c-n, wle Das gehobene vnd gebranke Gestein oben/stossen dieBergkleute mit denBrech- stangen herunter / oder so es nicht loß ist / Zerspalten fle es mit dem Stecheisen / vnv werffens hernieder/ wan es aber auffder seyten ist / sozerschlagen ste es M Feusteln/ wann es aber etwamm fürstm bleibt / so gewinnen sie esMit Schlägel vnd Eisen. Es verhindert aber offtMahlS die Bergkleüte / die vielheitdes Wassers/ju zei- ten auch das böse Witter vnd kalter Dampff/ welcher daher kömpt / daß sich daS Wetter nicht wechseln oder außziehen kan/vnb nicht anderst reucht / als der Vnsiath von Schnecken odereines Kellers/der ticffvttter der Erden lang vnd versGoffen ge¬ wesen ist / darumb die Häwer in solchen Gruben/wann sie schon reich von Ery sind/ nicht arbeiten können/oder wann sie gleich arbeiten / dürften sie doch mcht frey AtheM hoten/ vnv haben viel Hauptweh / vnv eine bleiche böse Karbe/ insonLerheit/wann viel Arbeitermit Lichtern in der Gruben seyn/dann der Brodem vnvDunst/so die Men¬ schen von sich geben vnv stanck von KrubenLichtern/machen das Wetter noch mat¬ ter vnd giffciger / welches die Bergkleut wolin acht nehmen sollen» Von Gefcßrligkeit vnd Schaden brr Bergkleüte in der Gruben. O°^ÄIe Gefehrligkeit vnd Schaden/ so den Bergleuten in den Gruben wieder- führet/sind viellerley vnd schrecklich/ Dieweil aber die Gesundheit allezeit höher ZN achten /dann der Gewin / so sollen die Gebäwde also angesteilct werden / das die Ar¬ beiter frey / sicher vnd ohn Gefahr ihre Arbeit thun mögen / an etlichen örtern ist daS Wasser kalter/vnd den Sehnadern schädtlicher/nls am andern/ dasselbige verderbet ihnen die Schenckel dermassen / das siein wenig Jahren lahm vnd steiff werden. Ja Verhütung dieses / sollen die Bergkleüte hohe Wasserstieffel haben / damit sie ihre Beine für der Kälte bewahren/ Herwiederumb sind auch etliche Archen/ so trucken das sie gar kein Wasser haben/ weiche Drögung den Arbeitern auch grossen Schaden thut/ dann der Staub / der im hawen vom Gestein absteubt/ seit ihnen auffdir Lunge/werden davon Lungensüchtig/ bekommen einen schweren Athem/vn- letztlich die Darre. Auff rem Menbergk im Lande zu Meissen findet Man in der Gruben schwar- tzen Rauch/ber die Wunden vnd Geschwirr bchauff den Knochen frist / vnd die Lun¬ ge sampt den Augen verderbet / er verzchret auch oaS Eisen / gierch wie der Hütten¬ rauch auffm Zeüerftlt vnd Wildeman/zu dem ist noch eine arth vonKobolt/dcr den Häwern Küsse vnd Hände/wann sie naß sind / aufffn'st» Im R,ammelsberge bey Goßlar/ wann das Wasser/so aus den Kläfften oder Gangen / den Arbeitern auff die Kleider trofft/ frist es dieselben alßbald durch/ dar¬ umb sie wegen solches schärften Wassers vnd der grossen Hitze/fast nackent vnd bloß in den Archen arbeiten müssen / Derohalben sollen ihnen die Häwer den Mundt/ Angesichtvnb Augen/mit einer grossen Blasen vnd Brillen also verwahren / daS kein Gestüb durch den Athem zur Lungen gezogen/noch in die Augen steuben kan. Au dem machet auch der kalte Dampff oder böß Wetter / wann sichs nicht wechseln kan/ den Arbeitern/ so des orts arbeiten/ schwerem Athem / dem vorzukom¬ men / muß man Stollen / Lotten oder durch Geblaß Wetter in die Archen bringen/ äusser dem ist noch der Schwaden / welcher die Menschen alßbald tödtet / vnd sich in den Zechen oder Kellörtern findet / da das Gestein fest ist / vnd man wöchentlich mit Fcwr setzet/in demselben wird die Lufft vergifftet/bann die Gänge und Kläffte haben die subtile kalte Gisst / die von der Krafft des Fewrs aus den Gängen vnd Metallen gezogen wirb / nicht anderst als der Hüttenrauch/ damanErtz schmeltzet/ an den Wenden/ vnd oben im Lreibherk sich ansetzk/Wann derselbe Rauch nicht aus der Erven kommen kan / so frlt er in die Sümpfte hienab auffs Wasser / schwimmet in demselben oben/vnd bringet töbtliche Gifft/dan wo dasselbige Wasser durch ein klein Steinlein/ oder von andern Dingen gereget vnd beweget wird/ so reucht es aus dem Sumpffwiedervbersich. Wann man Bergwerck zu kamen angefangen sol. 5/' Wann nun die Leute denselben Rauch oder Danpff durch den Atbem an sich ziehen/werden siedermaffenvergifftet/daSsie alle Bewegniß und Empfindlig- keit/auchSuin undVernunfft verlieren/und sind also ohnSchmertzen alßbalo tobt/ wie dann auch diejenigen / wann sie in Schachten auffdenFahrten sind / und der Schwaden vberhandt nimpt/ fallen sie wieder hienunter/ dieweil sie weder Hände noch Füsse regen können/sondern es düncket sie/das ihnen die Hände sampl den Füsi fengantz runbt und kugelicht seyn/und wann sie schon diesemGiffc mitznvalkenNa- sen und Mundt / und Niederiegungauffs Angesicht/entfliehen/ sehen sie doch Her¬ nachmahls gar bleich/ wie die tobten Leichnam / derhalben fahre keiner in eine solche Gruben/ da erst mit Fewer gesetzt ist/ Vorsichtige/ Verstendige Bergkleute fahren vor dem Montag nicht in solcheZecheo/dann zwischen den Sonnabent undMontag früh/ vergehet der böse gifftige Dampffdes Schwadens/ Etliche örter haben selbst den Schwaden/unddampffen von sich die böse gifftigeLufft / wie dann von etlichen Drüsen boß dampfigl Wetter herkompt/welchesrnan an dem gewiß erfahren kan/ wann man ein brennent Licht hinab lest/so dasselbe erlöschet/so ist kein gut Wetter an dem Ort/Solchem vorznkommen undzuendern/geschicht/bas man in den Schacht oderSioüen/LottenoderRöhrenwolvermacht/hineinrichte/dadurchdaSböseWet- ter außZiehen/nnd die Lufft sich wechseln kan/davon nachfolgendts weikerMeldung geschehen sol/ Es begibt sich auch das vfftmahls die Arbeiter mit den Fahrten in die Zechen fallen/ das sie Arm und Bein / ja den Halst gar brechen / oder dienab in die Sümpffe fallen/und darin versauffen/ in solchenUnfällen ist gemeiniglich derStet« gerschult / dieweil sem Llmpt erfordert / das er die Fahrten in Schachten wo! be¬ festige/ damit sie nicht brechen / und die Sümpffe oder tieffsten zubönne und ver¬ wahre/das niemandc darein fallen kan. Es sollen auch die Tkür der Kurven nicht gegen demNordtOst gebawet werden/daunt zn Weinterßzeit die Fahrten nicht mit Eyßbcfriercn/dann wo das ist/ soerstarren ihnen die Hande für kalte/ oder werden schluffericht/das sie nicht zu- greiffrn können/ darumb sollen sie sichvorsehen/das sie ans ihrer Fahrläßigkeit kei¬ nen Schaden nehmen/ Es geben auch zu zeiten die Wände / Schacht und Atollen ein/nndzerschmetterndte Leute/ das siehernachmahls Krüppel/ und umbihrege- fundtheit/ ja gar umbs leben kommen. Man schmbt/daSanffeinzeitemArstim RamelßbergbeyGoßkareingangen sey/dasauffel'nen Tag bey vierhundert Witframen worden sind / wie der Exmpek/ so sich täglich zukragen/vie! konten erzeblet werden/derhalben sollen die Steiger also zimmern/damitdie Gebawde wol verwahret seyn/ünd keinSchadegeschehen möge. Ehe die Bergkleute ansahren sollen sic zuvor in dem Jechcnhauß mit einander djß Gebet thun. Allmächtiger BarmheryigerGOtt/ Himlischer Vater/der du alles was unter den Himmel/ in: nnd auffder Erden ist/ erschaffen und gemacht hast/ Wir bitten dich herylich/ duwellestunssolch dein Geschöpffzum Nutz und Guten erspriessen/auchzu Erhaltung und Fortpflantzung unser Nahrung gedeyenlassen/ und deinen Segen zu unserArbeit sprechen / Wir dancken dir auchvon Grundt un¬ ser- HeryenS/ das du uns biß a nffdiese gegenwertige Stunde so gnädiglich und vä¬ terlich behütet und erhalten Hast/Und bittenferner deinegrundtlostGüte nndBarm- hertziqkeik/du wollest uns hinfort in unserm ein r und außfabren/ für allem Schaden und Gefahr auch gnädiglich behüten / damit wir samptdenUnserigm unser täglich Brot in diesem zeitlichen Leben erwerben/und diese jrrdlscheGüter also gebrauchen/ auffdas wir darneben auch der Ewigen und Himlischen nicht vergessen/sondern dich recht anrufen/uadinEwiqkeil dafür dancken und preisen mögen/ und solcheswollestu thun umb deines lieben Sobns ^Esi« Cd, isti willen / der mit dir und dem H. Geist lebet und regieret/gletcher GOtt/hochgelobrk in alle Ewigkeit/Amen. H Gebet ; 8 Der dritte Thcil saget vom ?rocek, wie Gebet eines Bergkmannes/ snfonderbeit wann cr anfahren wil. AllmächtigerGOtt/ du rechte Erymacher/ der du fegen undgedeyenzu un- sxr Biutsawren Arbeit sprechen kanst / Ich bitte dich vonGrundt meines Heryens/du wollest mir auSGnadenmein täglichesBrodtgeben/ und mich recht anweisen/wo icheinschlagen/sincken/außleugen und Übersichbrechen sol/und wollest mir nach deineniGöttlichen wiüen/m meinerAeche einen sündigen Gangk/Edel Ge« schick und gut Ery bescheren/ und deinen Segen zu meinerArbeit sprechen/ Ich be¬ kenne ja/das Ery/ Gangk und Fley allein dein Werck/ und alles Kupffer/ Silber und Golt dein Gcschöpffund Gaben seyn/Hilff lieber Va ter/beschere mir/ meinem Wclbe/ Kinderlein und Gewercken einen schönen Anbruch/ und gib uns unfern be¬ scheiden Tkeil/daS ich als ein frommer Vater die Meinigen versorgen/undsiedirzu ehren in allen Tugenden erziehen könne/behüte mich und die Meinen für grosser Ar- muth und Bettelstab/laß mich auch mein Hertz auch nicht anGelt und Gut hangen, und wann du mir ausGnaden was giebest / das ich nicht Stoltz werde / oder wider dich und deine Gebot handele/ Behüte mich auch in meiner sawren Arbeit/ und laß deine Heilige Engel mit wir auß: und ein fahren / das sie mich anffmeinem Weg/ S-ollen/Skrecken und Fahrten behüten/das mich keine Wandt schlage/kein Unge- tbümb bethöre / kein Münch erschrecke / verlähwe/ auch kein Schwaden vderböß W tter vergtfsien könne/ umb das verdienst deines lieben SohnsIEsu Christi/ meines einigen Millers lind HeylandeS willen/hochgelobet in alle Ewigkeit/Amerl. Gebet der Gewercken umb Segen und An- brüchc in der Gruben. I Llmächtiger ewigerGOtt/Himlischer Vater/der du Berg? undTbal/Klufft ^i^und Gange schaffest/und sie mit schönen Geschicken verädelst/ und lesseft Ery wachsenzurNotturffl der Menschen/WirbittendeinemildeGüte/duwollest unser > B> rgkwerck aus Gnaden segenen/und uns nach deinem willen gut Ery undAnbrü- che bescheren / deinen Geist und Gnade uns mitthetlen/ das wtrS zu deinen Ebren/ undEchaltungdeineSWortS/und täglichen Notturfft/seliglichgcbrauchen/und un¬ fern Nechsten damit dienen mögen/durch IEsum Christum unfern HErren/Amen. DcrBcrgklttiteIchen Gebot. Irrste BergkOrdnung ha t GOtt als der rechte Bergkmeister in Adams O^IHe^^schfwben/nachwelchererundsemeNachkommensichrichtenscllcl/ Dieweil er aber aus seiner Vierung geschritten / so bleibet eines jeden Hertz und Gewissen/ dieserZepeu Gebot Zeugntß/ wie dann der Sohn GclteS einen jeden auffsein Hery und Gewissen weiset/ da erdieserOcdnungindemAradlschcn Ge¬ birge/ auffdem BergeTdaboranßlcgt/ und spricht: Wasidrwolt/daSeuch die Menschen tbun soUen/daS thut ihnen auch/nemblich/ es sol ein jeglicher in sein eigen Hery gehen / daS wud ihm wol sagen was billig und recht ist / zuvorauß in Bergk- sachcn. 1. Erstlich sollen die Bergkleute gleuben/ daS allein GOtteS Segen reich machet/dann wann GOtt nicht gett/so hilfst keincArbeit/Wann Gottes Gejchtck- tein nicht zum Gange fclt/so bricht und bestehet kein Ery. r. Zum andern sollen sie auch fleißig beten / und mit Arbeit anhalten/so wird ihr Thun einen glücklichen Fortgang? haben/ Sie sollen auch ibreS schweren Eydes nicht vcrgessen/den sie in der Tauffe geschworen Haben/Vann GOlt wilden nicht un¬ schuldig hallen/ der falsch und letchtfer kig schwerst. Zum man Bergwerck zu kamen angefangen sdl. 59 Zum dritten / wann ihnen GOtt Ertz bescheret/ sollen sif Kirchen/ Schn- len und armer Leute nicht vergessen/ sondern willig Mttthetlen/ dann wer da gibt/ demgibt GOtt wiederumb. Zumvierdten sollen sie ihre Obrigkeit Unter tharrnig und geborsahm scyn/ auchbey ihren Gewerckentrewlich handeln / und ihr Gebühr geben/ so wird GOtt ihrBergkwerck wiederumb segenen/ und werden lange leben/ Glück und Seegen in und auffder Erden haben. Zum fünfften sollen fiefriedlich und einträchtig/als Christen gebübret/bcy einanderwohnen/ und nicht in Haß und Neid/ Zorn und Zweytracht besammen leben. Zum sechsten sollen sie auch keusch/ züchtig / nüchtern und mässig seyn/ nicht 6. schlemmen unddemmem/ Unzucht und Hurerey treiben/sondern gedencken/halt werl du hast/ Noht ist ein böser Gast/ und ihr leben also anstellen/ daßGO" und ih¬ re Obrigkeit ein wolgefallen daran habe. Zum siebenden sollen sie trewlich arbeiten / und auffrichtig mit den Leuten 7. handeln/ dann GOtt ist einscharffer Nachfahrer/und sichet alles/ wie heimlich es auch gefchicht/und wer im kleine untrem ist/der wird im grossen auch nicht trewseyn. Zum achteu/wcEmpter undDieuste zubesteven hat/der sol sich nach warbassi S« tigen/verftändrgen/ ehrlichen Leuten umbsehen/ dann eSgenenst offtmablsein gany BergwerckeineSfrommenMannS/undentgultdagegen eines bösen Bubens. . Zum neundten sol man auch einen jedenNechl verschaffen/ttubzusehen/daß 9. trewen Arbeitern redlich mit Gelde und nicht mit Wahren gelohnet werde/dann ein jeder Arbeiter ist seines Lohns werth. Zum zehendten/ es sol sich auch keiner unterstehn dem andern mit geschwinden ,o. Griffen undböfePractiken umb seineZecheoderKuchse briugeu/dann unrechtGut wndelt nicht/kömptauchsek'en andendritten Erben. Und in Summa / es sol sich ein Bergkman/ laut seiner zehen Gebot und BergS-Ordnung/ so ihm jedes ObrtS vorgeschrieben wird/ also verhalten/ auff daß er solche-an dem leytenAnfchnitt/gegenGOtt alS dem oberftenBergmeister/wann erdie Nechnung V.emini5cere thun sol / verantworten kan / und nicht sampt den Gottlosen a uff Oucis Zubuß gebe / und dafür leyden muß/ sondern der frölichen und sehlrgmachenden Außbeuteauffl'rinitausm/t allen Christglaubigen Bergt- Kuren geniessen und theikhasstig werden möge. VcmWetterindieSchachtzuörmgen. Wil ich sagen von denGezeugen/fo frischWetter in dieGruben bringen/ <8^/ und das böse heraus ziehen/ wann ein Schacht sehr tieff/ zu dem keinSiol- len oder Fellohrt von dem andern Schachtgetrieben ist/oder daß der Stollen so weit im Gebirge k?in Lrchtloch hat/ so kömpt alsdann eine dicke Lufft den Bergkhäwern für daSGesicht/dernichtmagzertheiletwerden/ dadmsie dann schwerlich Athen,/ zuzeiten auch wol gar ersticken/eS werden auch die brennende Grubenlichter davon gelöschet/ derhalbeu ist eSvon nöhten/daßman Windfänge oderGezeug mache/die frisch Wetter in die Gruben bringen / damit die Häwer wol Athen,/ und an ihrer Arbeit bleiben können. Deren aber sind viererley/ die erste ist/welche -enBlaß desWindes fäbet/und denselben in deuSchacht bringet/mitten überdenSchachtwerdenCreutzweißBret- ter auffein viereckigt Kloy angeschlagen/ also das eins nach dem andern zusammen gemacht/daß allewege das nachfolgende des vorgehenden BretS ein kleine Zusah^ menfügunghabe/mit welcher gestalt vier Ecken werden/ und so viel darzwischen in der mitten Grüblein/welche dieWinde/so allenthalben blasen/fangen/damit fieaber wann sie über sich kommen/ nicht heraus fahren / sondern wieder zurück getrieben werden/ so find die Bretter mit einem Deckel/ wie eine rundeScheiben geformieret/ oben bedeckt / unten aber offen / derhalben werden die Winde aus Nobt in die vier Löcher des Schachts hinein getrieben/wie nachfolgende Figur außweiset. H ij Die 6o Der dritte Thcil saget vom krocek, wie Die ander Ahrt Wetter in den Schacht zu bringen/ ist diese/ daß wanden Blaß deSW ndeS durch eine lange Lotten in den Schacht führet / welche aus vier Brettern zusa^' schlagen/undindasGevierdtegeformirtwird/ ftineFugen werden gehebe durch ein Discher gemacht/ und mit Leim oder Letten verstrichen/des- sen Gerinne und Mundloch gehet ans dem Schacht herfür/ und hat eine Form/ wie eine gevierdte Aimie/ daß es den Windt desto leichter fangen kan/ so esabernicht herfürgehet/ so darffs nicht breiter seyn/dann die Gerinne/ es werden aber/gegen ü- ber/daderWindtbläst/Brettergeschlagen/-redenWmdtdensie fangen/ in das- felbige bringen. Der dritte Windtfangkist aus einem Faß undRöhreu gemacht/dann über -ie obersteRöhren setzet man ein höltzern Faß/mit eisernReiffen gedu nden/daß vier Werckschtich hoch/ und drey Werckschuch breit ist/ dessen Spunlloch ist viereckigt/ und bleibet allwegen offen/es nimptauch denBlaß des Windes an sich/und bringet denselbigen entweder miteinerRöhren in den langen Canal oder in den Schacht/ dasobersteTheilderRöhrenistineinefo dicke Scheiben geschlossen/ als dicke -er Faßboden ist/doch ein wenig schmäler/damit dasFaß und dieScheiben mögen umb» getrieben werden/man leget aber auch die Röhren der Scheiben in ein rundesLoch/ unten am Faßbodem/ da ein Spillen geschlagen ist/ die bey nahe mitten in dasFaß/ durch des Deckels Loch gehet/der dem Faßboden ähnlich ist/ in demselbigen wird sie geschloffen/und mag also das bewegliche Faß an der steiften Spillen und an der Röbrenscheiben ein kleines Lüsslein umbtreiben/ ich wil einesgrossen Windes ge¬ schweige«/der seine Flügel regieret/ dieser ist aus einem kleinen Bretlein gemacht/ und an das oberste Tdeil des Fasses geschlagen/ undzwar gegen dem Spunde über/ so den Wind fayet/ daß viereckigt ist/ undallewege offen bleibet / -arm eS wehe nun der Wind woher er wolle/so stost er denFlügel von sich/der sich gestracksdiesemTbcit entgegen außstreckek/mit welcher WeisedasFaß den Spundt/so donWmdt sähet/ stedts gegen den Wind kehret/ daß es sein Blaß in sich fahr/ und denselbigen mit der Röhren in den langen Canal oder in den Schacht führen. Die vierdte Aktt Wetter in die Schacht zu bringen/ist/wann man Wasser¬ röhren oben zum Schachtoder unten zum Stollen hinein leget / und gleichwie man die Brunnen fasset/ mit eisern Büchsen aneinander stosset/damit keine Lufttheraus kommen könne/für dieselben Röhren wird einer oderzwene starcke doppelte Bla߬ bälge gelegt/ auss welchen ein grosser Stein (derben Balgen/ wann erauffgezogen wird/ wiederumb Niederdruck«) liegen sol/und woftrne man ihn vor kein Wasserraht legen kan/wird er von denMenschenmitden Händen gezogen/ oder mit den Füssen getreten/wie die Balgen an den grossen Orgeln/ und je weiter daS Feld oder Stoll» ehrt getrieben wird/ je mehr Röhren man obbemelter Weise daran stosset / daß man also dadurch das Wetter von Tage in die Schacht bringen kau. Hiebey ist aber zu mercken/wann in den Gruben faul Wetter ist/ so wechst in , -enLutlen oder Röhren / Moß / biß endlich die Röhren gar voll werden / das der Wind nicht mehr dardurch kommen kan / welche man dann wieder mit Durchzie¬ hung eines dicken Lumpen reinigen muß. Von Haspeln und Gäpeln. Ann dieZechen nicht tieftoderWaffernöhtig scyn/ oder nicht viel Erhund Bergk zu fordern habeN/so braucht man dieHaspeln/wann aber die Zechen tieff/uud viel fordernshaben/da brauchet mandieGäpel/mit welchen man die grosse MengeEry undBergk heran-treiben kan/ die Gäpck werden rundt gebawet/ und zo.Elle» weit/ in dieRunde aber so. Ellen/damit die Pferde raum zu gehen haben/ mitten in dem Gäpel wird eine liesse Gruben oder Kessel gemacht / darin die Spil¬ len/ so mit zweycn Pferden umbgetrieben wird/ gewisse stehe/damit sie aber unbe¬ weglich stehen bleibe/ist em Pfulbaum an den andern gesetzt und geschlossen/ in wel¬ che» emeiserneSPfänletngesenckt ist/darinnen der unter eisern Zapft von der Spil- , . len manMkawcuanfangMsol. 6l ten umgebt/ deßgleichen ist auch indem ober« Bolckeneilie eiserneBüchse / darin¬ nen derZapffder Spillen umbgetrieben wird/die Spillen werden an beyden örkern miteisemRingenbeschlagen/damit siedestofesterhalten/und nichtaussmssen. o - Vom Wmtgäpel. -HkUVerhütunggrosserUnkosten/ undin Mangelung der Wasser/kau man ein (I Gäpel bawen/welchen derWindt umbtreibt/damit man dieEry undBergk bey Tag und Nacht/wann der Windt wehet/aus den Gruden bringen kan/ welcher also gebawet/pas Ständerwerck wird von Eichen/Dannen oder Föbrenbeltz/in die rum de abgebunden / zwanyig Werckschuch wett und hoch/ in der runde umbder wird er mit Dellen oder schwarten Dicht beschlagen/das kein Wasser/ Regen oder Schnee dardurch kommen wöge/und wird allein daS Dach mit den Flügeln gegen den Wint auffDrillen oder Rollen umbgetrieben / auffsokch rundt ständerwerckwird oben einstarcker Ringk von Eichen oder andern Holy gemachet/darinnen die Seulen o- der Ständer gezapftet unyverbunden werden / in demselben Rwgk werden starcke Rollen oder Drillen / eine von der andern zwey Werckschnch weit eingelassen/ also/daß sie nur dreyZoll über den Ringk heraus geben / damit derOberring/ davon ich jetzt sagen wt!/ so umbgetrieben wird/ aufthen Rollen herumb gebe/ uud nicht auffdem Untern auWege/ift derbalbenvonnöhten/daßüberdiesenjetztgemek- ten UnterRingk oben noch einer gemacht werde/ darauffdie Wellen sampt denFlü- geln und Sparren des Dachs befestiget seyn/herumb gehet/ dieWellen darüber daß Eiserne Seilin den Schacht gehet / sot zehen Werckschuch hoch gerade über den Schacht kommen/ damit sienn außstüryen der Tonnen nicht hindert. Uber dem Kampradt an der obersten Wellen muß eine Premsen/ von einem grosse» starcken breiten Eschen oder Eichenboltz/vonetnReiffgemacht/ seyn/damit wann die Tonne aus dem Schacht herauskömpt/man dieWellen sampl den Flü« gelnbemmen und auffbaltcn kau/ biß daß die Tonne außgestürtzt ist / daß eiserne Seilmuß keinDrlrmb oder Ende haben/ dieweil die ledige Tonne nicht mit über die Welle geben kan/ muß man sie mit den Haken aus dem einen Sei!/ und gegenüber »n daS andere See! dengen. Von WasscrnöhtigenZcchen. As Wasser-aß in den Zechen ist/ wird durch-reyerkey Mittel abgeführt/ <^TakS nemblich durchPompen/Zum andern durch dreKunst/und zum dritten durch die Stollen. Die Pompen werdenzwarauffunterschictziliche Manier ge- macht/und mit Menschen Händen gezogen oder getretten/nach dem die Gruben viel Wassershaben Zum andern/wo viel Wasser in einemSchacht ist/daß dieHäwer außtreibt/ da henget man eine Kunst mit krummen Zappen. Zum dritten sind die Stollen. VomPompen. IePompen belangent / werden dieselben also gemacht/ auff den Sumpft (^^wudein Geben, mit Jochem geschlagen / zu welchem ein Röhroderzwo/ die einander schlossen sind/ auffdenBoden desSu mpffs gelassen/ niit starcken eiser¬ nen gespitzten Kkammern/zu beyden Seitenstrackangeheffl/daß sie fest stehen/ daS Untertheilaber derunternRörenistineinPompenstockgefast/der beyzwcyeWerck- schuhen hoch ist/dieserist unten durchboret/aber seinUnterloch wirdmit einemZapf- fen vermacht- DieserStock bat allenchalbenLöcher/durch welche daSWasser hin» eingehet/wastaberinseinemObernthett/daßda außgeholet/eineRöbreist/so schleust man entweders eine eiserne/ küpfferne oder Messinge Büchsen einer Spannen hoch/ obn ein Boden darein/dieselbe verschleust ein rundes Venrilthürlein/ so enge / daß da- Wasser über sich durch den Wmdgezogen/nicht wieder zu rücke stiessen wag. H iss Der- 6 r Der dritte Theil saget vom rrocess, wie Derbalben sol der PomperdrePompenstangen in dieRöhrhinem thuu/auff und nieder ziehen/ oben an derPompcnstange »steine Handthabe / zu unterst mit ei¬ ne mPiompenschuch angethan/ also heisset da- Leders welches eine Gestalt eines Topffshat/dannauffdieseWeisezusammengemacht/daßeS unten/ an welchem Theil es andiePompenstangen/ darin es verschlossen ist^/angehefft wird / enge sey/ amobernTbeil/daeS Wasser schöpffek/weit/oder ist ein Messnger Pompenzog/ei- nes q neren Fingers dick/ oder aber ein HölyernerPompestzog/ zu unterst der Pom- penftangen/welche durch siegehet / mit einem eisernen Nagel durchschlagen / ange- heffct/odcr ist wie ein Schrauben verschlossen/welcheSchraube zu öberst umb und umb mit dem Leder bedeckt ist/fünff oder sechsLöcher hat/entwederSrund oderleng- lrcht/welche allznmahl eine Gestalt einesSternszuvergleichen seyn/ es ist auch eben sobreitalSdaSLoch an dieRöhren/daße-allein darein gelassen/ und wiederumb auffgezogen möge bleiben. So der Arbeiter die Pompenstangen über sich zeucht/ fozeueht erdaSWassrmitdenLöchern der Scheiben/deren Pompenschuch er nie, derdruckt/geschöpffetzu den offenen/undführetSzudemRöhrlein/dadurch es heraus ss ust/daS Vcntilthürleinaberder Büchsen wirdauffgethan/daßalso das Wasser/ welches in denStolL istgelauffen/mit detnWmdegeführet/wiederumbauffsteigein d'.eRöhren/so aber derPomper den Stempel wieder hinein stost/ so schleust sich das Venciltbürleinzu/ daß derPompenzog wiederumb möge Wasser schöpffm. Die anderPompe / so leichter bewegt/ wirdstrachS auffund abgezogen/wek- che also gemachet wird/ Eine Scule wird ob dem Sumpffgeseyt/ die eine bey der rechten/die ander bey de linkten Seiten / an diese hefftet »r»an die Nöhre mit eisernen kla m mern/zu dem andern eine Seule oben außgeholet/daS sie »vie Scheren sind/aber dcrSchwengelnagel/ sodurchein breit und rundeSLoch einer Seulenin der mitte gehet/wirdalso in der Scheren gepor eingeschlossen/ daSer fest bleibe/daS Sta»»- Holtz aber umb denselbigen in die Scheren getrieben / in welcher Haupt das oberste Haupt der Pompenstangen emgeschlosseu ist/und mit einem eisem Nagel durchhef- ter/ an dem untern theil ist em Handthabe / das sie desto steiffer in dm Händen möge gehalten werden- Derbalben/ so der Pompenzieher die Handthabe überfich hebt/ so trerbet er de»» Sreinpel aus der Röhren wieder herauS/und führet also der Stem¬ pel das Wasser Hera nffin das Gerin. Die dritte Pompe istderjetztgewekten etwaSnngkeich/ dann an Satt des St unhelyeS/ werdenzwo Seulen geseyet/zu oberst durchboret/ in welchem gehöre der Wellen Kopffumdgetrieben wird/m der mitte ihrer Wellen sind zwey Dauhöl- tzer eingezapffc/in deren ist ein Kopffim Stempel geschlagen/ an den andern Kopfs aber ist ein schwerer Donholtzangeschlagen/aber kurtz/daseSalso hinein geschlossen/ zwischen zipeyen Seulen getrieben/hin und wieder gehe»» möge/Diß Donholtz/ waü eS der Pompenzieher von sich weg stosst/sowird derSkempel aus de» Röhren gezo¬ gen/ und so er mit seiner gewalt wiederkömpt/ wird er bienein gestossen / mit welcher weiseder StempeldesPompenzogs/daS Wasser milden geboren scböpfft/undvon den Röhren gefasst durch das röhrlein welches die Röhre hat / so sie fornen oben nicht außgeschnitten/in die Wassrgerinneaußgenst. Bon den Stangenkünsten. Stanqenkünste mit dem krummen Zapffen / sind unter allen andern ^^Wasserkünsten die bestendigsten und nützlichsten / zudem sind sie auch ohn grossen Kosten zimbawen und zuerhalten/ sintemahl man dieselben in Gruben/ Stn ckm/ und Schächten aurichten kan/ da schon kein Wasser in der nähe Vorbau- d^n/sondmi wan eS gleich Soo. oder lOvo. Lachter davon ist/Habe derbalben dersel¬ ben Wircknng uiidwiesiezuerbatve»» und anzurichten/ nachfolgendtskürtzlich ver¬ melden wollen. Diese Kunst bat viel Pumpen/ die nicht gerade auffeinander im Schacht ge¬ richtet seyi,/sot dern ein Satz bebetdem andern zu/ und »st dieser S y fünffLachkex tangk/alS nemblich der unterste Satz zeucht das Wasser m sich/ und geust dasslbige tu manBcrgkwerck zu bawmanfangen sol. 6; in den erstenTrog/der ander schöpffk und geust es wieder kienauffin den andernT^g/ deßgleichenthutder z.4.5rc.bißoer lcyke die Wasser in die Germ des Stollens außgeust/wieingegenwertiger Figur deutlich zu sehenist. Capitel des vierdten Theils. Her vierdte Neil saget vsn Artz- scheiden/ Quätzschen/ Durchwurff/ Räder/ Siebwaschen/ Puchwerckeu/ Ertzwaschen und Wende Herten. AEH Von Erbschaden und Quätschen. die Gänge oder reichen Ery selten rein/ sondern mit Berg vermi- seyn/ und man dieselben in den Gruben so rein nicht außhalteu kan/ so erfordert die NotcurM das man zu Verhütung grosser Hüttenkost/ das reine Ery von Pen Berg fcheidet/damit dte.Liilber/Bleyoder Kupffer nicht in sie Vielheit der Schlacken versudelt oder verschmieret werden/ Ist der halben nötu ig / dadregüldi- gen reinen Ery/ehe man sie röstet und schmelyel/vondem uuretncn und Bergkschüßi- gen durchklaubet und geschieden werden. So bald nun das Ery ans der Gruben gefordert wird / bringet wansauff die Schcidebanck/ und scheidet oder schlägt mit einem Hammer die Dergkartb von dem gute» und reinen Ery/ welche Arbeit nicht allein die Männer / sondern auch Wctber/Iungen und Mägdlein verrichten können. Das-escheiden rein Ery wird in fäßlein/ und das vermengte in Tt öge ge» snndert/ damit man das gute in die Schmelyhürten, dasBe rgkschüssige aber für die Puchwercke führen/ unbüber diePlanhert waschen kan/urrd nachmahls beyderley in der Hütten schmelyen möge. D«reichen derben gediegen Ery von Silber/Glaß^Ery/ rohtgüldig oder weißgüldiggraw Ery/ daß quetschen die Steiger auffeineu harten Stein / oder ei¬ ner dicken eisernen Platten/ verwahren dasselbe/ biß daß mans schmelyen wil/in be- sondern verschlossenen Fäßlein. Dieweil auffdemZellcrfekt die Gänge ein/zwey/auch wo! drey Lachter mäch¬ tig/ und offtmahlssehrBergkschüssig seyn/ werden die reinen Ery/ welches man Smffery nennet/ von den andern außgehalten/ und absonderlich gelegt / und gleich wie dieandcrn gemeinen Erygepucht/und über die Planherdrgewa sehen/von den- selb n werden die StussM gemacht/ deren jeder Drey und dreisiigCentner wieget/ darumb man scvielPuchwercke Haden muß/ deren etliches-12.18.2.4 ja zo. und mehr Stempel haben welche täglich umbgrhen/das Ery puchen/ und gleichwoldie Zechen nicht alle befördern können. Bon dem Durchschlag oder Durchwurff- ^^Tdem Pachtroge zusammen geheuffet/ oder von der Hallen bey der Grube» mitdemRechen genommen/sol der Arbeiter oben in den Durchschlag werffen/wel¬ cher fünffWerckschuch langk/Wd vfeyWerckschuch breit/wekchesSeiten außwarS hangen/ausBretterngemachet/unvanzweyenStabeisen/ die zu beydeu Seiten breit angeschlagen sind/auch mit eisern Draten angebunden seyn/ dieserBodem lst Von starcken eisern oder küpffern Drat gestochten / durch welche das gepuchte Ery nicht einer Erbsen großdurchfallen mag/welche grösser sind/ dann baß sie bvrchfal- len/ dieselbigen tregt der Arbeiter wiederumb unter,die Puchstempel/ aber die / so -urchgefallen sind/ausdem Sandt/liefet er in ein groß Faß/ und bebellszurwä- sche/ wann er aber feine Arbeit verrichtet/ si> hänget er den Durchwurffmit zweyen Stricken an den Balcken auff. Von 64 Der vierte Theil saget vom Von der Mdcr. Ndere brauchen ein Sieb/ welches mit zweyeu eisernen Ringen fest umbbun» >^den ist / sein Bodem aber wird nicht anders / al« des Durchwurffs mit eisern Death zusammen geflochten wie ein Garn/biß legen sie auffem Creuy/welches von zweyen Brettlein an ein Pfal geschlagen / der in die Erde gesteckt ist/daS einer auff den andern in diequer vber iiege/Wiewoletlichc den Pfal nicht in die Erde schlagen/ sondern setzen ihn nur auffdie Erden / so lang biß daßdeSdurchräderS ein grosser Hausse wird / so sehen sie ihn wiedrumbin einanderOrlh/ in diese Rader wn ffr der Arbeiter dergepuchten Wände oder Ertz/grob und klein Sandr/den er von der Hal¬ len genommen hat/helter die Handthabe in der Handt/rÜ!teltdaftIlbigemitstarü°em bewegen / das also der Sandt und kleine Grieß durch die Räder fallen/ Andere brauchen kein Sieb/ sondern ein offenen Kasten/welcheS Poden auch mit eisern drä- tm zusammengeflochten ist/denselbigensetztmanauffdenStreichinzweym Seilen geschloffen/ schieben ihn hin und hcr/wie auSdieser Figurzu er sehen ist. Von dem Sicblvaschen /^H^Ann abereinGangk reich amHalt ist/so wirddie Erde/Sandt und Bestech ^§^gepuchr/ die Wände aus dem Hangenden und liegenden/ werden mir der Kratzen oder Kräil von der Hallen heraus geschart/ und mit der Schauffel in ein weit Sieb geworffen / unh in einem Faß voller Wasser gewaschen / Daß Sieb ist zwey Werckschuch breit/ und einen Halden Werckschuch hoch/sein Boden hat so klei¬ ne Löcher/ da« dadurch nicht grösser Ery fallen kan/ dann einer Erbsengroß/ welche wir eisern oder meßing Draten / die stracks und in die quer herüber gehen/ wie ein Ney gefiochten'ist/die werden an ein eisern Ringkgefast/daran zwcyeistrne Stäbe untenher gehen/der Randt umb daS Sieb wird auSBrällein/gleich wie dieFaßtau« den gemacht/ mir zwey eisern Ringen gebunden / es hat auch zu bcyden Seiten eine Handch rbe/welche der Wascher in der Handt helt/wann er das Ertz waschen wil. In diß Seb wir ss ein Junge das bestech oder gequätschte Ery/welches man waschen wil/dasWnb aber wäschctdasselbe mit treiben zurrechten und liuckenSei- ten/ein« umb das anderc/mit welcher Weist eSdie Erde/Sandt/kleme Steinbrüche durchlest/kiegrössern bleiben darin/wclche HerauSgeworffen und zn /amen gehänfft/ und unterdieP.ichstempekgcbracht werden. WattneSnnndcssnvoüwordenist/daSdurchdasSiebistgkfallen/so zeucht er den Zapffen a us/daß das Wa ssr heraus lauffe/das sich aber im Faß gesetzt hat/ wirfft er mit der Schauffel in die Büne, Von den Puchwercken und Srßwaschen. S erfordert die Notturfft/das zu ersparung Holtz/ Köllen und der Hütten» kost / die gross Menge der Bergkschüßigen unreinenErtz gepucht/und über LenPlanherdtgewaschenwerden/damit man das taube Gebirg von dem Sy schei- den/und die grossenU 'kosten etlicher massen erleichtern möze/wtl derhalbcn küi tzlich anzeigen/wie man die Puchwercke bawen und anrichten fol- Wann man ein zimblich Wasser und ein hoch Gefäll einbringen kan/ kau ein Radt wo! iS. oder rq. Stempel treiben/dann wach dem WassergcsäU und Hoche deS Radts/lnus das Puchwerck mit viel oder wenig Stempeln gebawet werben. D«e Welle muS auffS wenigste zwey Schuch und sechs Zoll über den Stack dicke/ und mit einem Circkel in zwölfftbeilabgetbeilet scyn/ damit man b,e Frosch o- der Hebling in drey Hube desto gleicher und gewisser eincheilen/ und ei» Stempel nach dem andern heben kan. Erl; scheiden / Puchen nnd Waschen 65 Die Schnüffeln am Wasserrade macht man zwey Schuch weit/ und so doch als das Radt den Ha ll haben kan/ jedoch so! man dem Wasser einen zimbltchen star¬ ken Schuß auffs Radt lassen/ welche Macht hefftig umbtreibt. Damit aber das Radt im Winter vom harten Frost/Schnee/Eiß oder groß Ungewitter/in seinem Gange nicht verhindert werde/ so wirdesineinGesch-öt 0, der Geheuß geschlossen/ die Puchtröge aber/ da sie zusammen gesetzt / werden mit Moß allenthalben dtchtverstopfft/Es hataberdaSSchrotemLech/durch welches eine Rune gehet/ die das Wasser herab auffdie Schauffeln des R-^deS bringet/ dasselbe umbtreibet/ undwiederumbin die untern Gerinne unter dem Schrott oder Gehäußheraus fieust/ die Arme aberdeS Radeswerden über die lange Wellege, schlossen/ welches daumlingdiePnchstempelauffheben/-te das Eitz naß oder tru¬ gen puchen/ nach dem eS die Notturfft erfordert. DieStempel werden 6.Ellen lang/und ein Viertel in die Vierung geha wen/ von jungen geraden Büchenholtz/ die auffs wenigste ein halb Jahr gedröget haben/ unten an diePuchstempel wird ein Eisen gemacht/ und mit drey Ringen befestiget/ welches in die 57. Pfundt wieget/je harter solch Eisen ist/je länger es gehet/inson, derheit wann dasErtz fest undvielHorostein bey sich hat/ DieUnterlagm imPuchs tröge werd-m drey Zoll d'ck/eineSWerckschuchS breit/und einEllenlang/derPuch- trog muß mit Seiten Biech wolverwahret und beschlagen seyn / damiter von den harten Wänden oder Ertz nicht zerschlagen werde/den Durchschlag/ welches ein Vorfatz-Blechgcnant/ und von starckem Drat gemacht wird/ mag man hoch oder medrigvormachen/nach dem sich die Ertzpuchen und scheiden lassen/ darnach sol man ihm auch starck oder geringWaffer geben/ welches ein verstendiger Puchsteigep nach des Eryes Gelegenheit wol wird anznorbnen wissen, Die Puchstempel sollen offtmahls in den Laden wo! mit Talch oder Seiffen geschmieretwerden/ wierulgletchenauch hinten die Däumling/ welche manunten Mtt Unßlit oder Serffen schmieren muß/damit sie die Welle destoleichter heben kan/ Das durchgeschlagen Ertz wird im Schoß oder ober» Germ / durch den Pucher offt außzeschlagen/ und dem Puchfteiger auffdie Büne grtrecket/ und in den Schlemgraben mit Hleiß reine gemacht. DerHerdt wird mitaußgespantenPlanen bedeckt/ derist »8 Werckschuch kangk/ und 4. breit / welcher außgehawen ist/ daß man die Bretter darin fügen und legen kan / dann sie werden über und über mit Bretern in die Auer belegt/er ist auff beyden Seiten etwas höher dann in der Mitten / daß das Wasser gerade und nicht auffdie Seiten herab kauffen kau/ DieferHerdtwirdmit6. Planen bedeckt/ die werden mit einem Streichhoktz ebengestnchen/daß allezeit die oberste mit den, Ende einzweyQuerfinger überdie untere gehet/dann so sie anderst gelegt werden/ so nimpt -aSWasier / daß herab fleust/ Yen Schlich mit hinweg. Wann nun diePlannen alsoaußgebreit seyn/ so werffen die Buben oder Mägdlein dengepuchten Schlich / Gräuplein und Schlam oben unter das Ge- fäll/ und lasst, dasWassr hinein lauffeu/rühren rind treiben denSchlich/Schlarn oder Gmupkein mit einer Krücken solange/ biß das Wasser durch seine Machtal, lesauff siePianea bringet/ darnach rühren sie mikderKtste oderKrückkein gemach- samauffden Planen/ bißdaßder SchlaÄinden Waschtrog oder in die Rinne fieust/so bald sich aber der Schlich in die Planen gesetzt hat/ so nehmen sie dieselben und waschenS in ein Haß/ daß nahe darbey stehet/ in welches er von den Planen ftltf nnd gesamblet wird / zu letzt giessen sie das Wasser aus dem Faß/und samblen also den Schlich und Gräubkein zusammen/biß sie einen Rost bekommen/ welches drey und dreißig Centner ist. Wann aber der Schlich oder Gräuplein von-en Herdt oder Planen mit überrollen/ und in die Rinne fallen/ solche Affter werden alle Schichten anßgehals ten und zu Hausse geschüttet / welche hernachmals den Gewercken gleichfals unter -em Pucherzu gute gemacht werden. I Von 66 Der vmdtc Tbeil saget von >->. VondemWendtherten. Amitman erber die Planen nicht allezeit auffheben / waschen/ auffbreiteri <-^2)undaußstreichenmuß/hatmananetrtchenÖrteudieWendehekde erdacht/ in weichen man die Planen nicht hinweg nimpt / waschens auch nrcht in die Fässer/ sondern machen ein Herdt von dünnen Brettern / hefften die Planen mit Nägeln daran/ und wa scheu wie oben gemelt/die Ektz auff den Planen/so bald sie nun sehen/ daß sich der rvchlaM oder grober Schlich in die Plan gesetzt hat / so wenden sie den Herbtanffdie Seiten/ undgiessen lauter Wasser daran/ daß der Schlich vonden Plan in den Trog feit/ der aus einem Baum außgehawen/und in die Erden graben jsl/ daßalso der grobe Schlich in den fördern Trog / in welchen er gefallen/ bleibt/ derkleineaberim Hintern The»l/baS ander aber den groben Schlich ober Graupen/ den sie aus dein Gerin werffen/waschen sie wiederumb in den Schlemgraben. Wie man arme mildtscheidige Blepertz probieren tmdpuchcnsol. SpssgetauchvielmahlSderÄleyglanyindie Gengeundins Gestein eins gesprengt/ zu brechen/ wann diesclbigen ein mildtscheldigeS Gebirge haben/ welches sich im Wa sser vom Glaiitz abscheiden lest/ das ist / wann sie gepucht wers den / so können siefoigendtszu reinen Schlich im waschen lind schlemmen gezogen werde»/Weil aber offtmahlsin dem ansspuchen/auS ur'wissenheU/den Ertz schaden geschrcht muö ichdeu Bergkleuten zur nachrichlung anzeigen / waSfür ein unters scheidt im pacht nzil halten ist/wil aber erstlich die versuch prob in kleinem werck' thun- N>mb des geringen Eryes eine gemeine Prob/ zerstoß oder reibs gar klein unter einander/undmengeeSwol/wiege davon ab/beyzwanyig Centnerprobier ge¬ wicht mehr oder weniger/ und zeuch- in einen sicherttog/zu reinen Schlich / solchen Schlich scheibe sauber vom tauben ab/ und wiege wie viel Centner reinen Schlich das gesicherte gemeine E-tzgeben/sokanstuleichtlich deine Rechnung machen/ wie VieiCentlierdeS gemeinettErtzes einenCentner Schlich gebcn/biese reinen Schlich/ er komme nun vom sichern/vom puchen oder waschen / den probiere gleich wie man den guten reinen glany auffBley prvbieret/so findest» den Halt des Bleyes. Das Puchen belangt ndt/da wisse/daß das Bleytty wolein schwer Erst ist/ aber es ist daneben suptWrndleichllichzu einem Schlamzu puchen/dadurch eSauff dem Wassergleich einem Staube schwimmet und hinwcggehet//onderlich wan das¬ selbe in einem gianyOuerts oder Hornstein dricht/uud im puchen denglany angrei¬ fen / und zu eine»! Mehl machen/daher dann vielmahls solcher suptieler Staub/deu ich für den besten Kern desSchlichs achte/alS ein bkawerStaub sich in den fluten an die grossen Wende oder Stein anlegt/ und niemandszu Nutz kömpk. Die nassenPuchwerck pfleget man also anzurichten / das die Puchstemprl diegeringeii Ertz/Wendt oder Felsen/ vonhinden herfür/ gegen den Blechpuchen/ das verstehe alfi rD's der hinderStempelzum ersten fclt / nach demselben der mits lere/ und zu leyt der fordere bey dem Blech/ Diß Puchen ist nicht zuträglich/ dieweil grosser Schaden dadurch geschicht/auS UrsachrDie gepuchtenAffter oderFelftn/ setzen sich für das Blech/ und verhindern/daß der körnichte Schlich nicht wol Vars durchkommenkan/sondernfürdem Blech zu einem Schlau, und suptielen Mehl gepuchet wird/u nd im Wasser oder Fluten weg gebet / verwegen viel Wäscher von den drögcn Puchwerch'en mehrhalten/damandaSgepuchteüberdaSSieb arbeitet/ grobe und kleine Schlich behalten/ undGräuplein machen kan/mehrdann unter den naßen Puchern. Es hat sich aber befunden/ wann man die nassen PuchweriLe vermassen ba- wet und zurichtet/daß das Affter oder die Felsen von dem Blech zu rücke gepucht wcrden/darumb der Puch-Trog ein wenig nach dem Blech schüssig hangen sol/ daß Crtz scheiden/Puchm und waschen. 67 da- ist/daS -erStempel am negsten zum ersten felt/darnach dermitler/und zu letzt der hindere/ so bleibt da-Blech lauter und versetzt sich in die Löchlein nicht/ sondern das Wasser führet den ledigen abgepuchten reinen Schlich unvrrhindert hindurch/ mit welchem dann nicht allein mehr Schlich erhalten/ sondern auch derSchlich grob undkörnicht/uud besser zu Nutz gemacht wird/dann weil ichs im Merck also befun¬ den/ habe ich- zu fernerm Nachdrucken/ einem jeden Bergkman undPuchstkigek kurtzlich andeuten wollen» Capitcl des flmfftm Thcils. Aer funftre MHeil saget vsm vnre^ scheit des Srtz/ Röstens und Schmci- tzen derselben» Das Rösten ausserhasb der Hütten. strengen Ertz werden nmb dreyerley vrsach willen ge- ^^^Deöstet/Erstlich/daß da-unartige festeGestein/al-Spadl/Blendc/Horn- stein Ery/iuürbe uns todt gebrandt werde/damit man- hernach desto besser Schwel» tzen und zwingen San. Zumandern/ da-ihnen die Wildigkeit/ alsSchwefel/ ^r5enicum, Erdks wach-j Blende/ Kobolt und dergleichen räuberischen unahrt/ abgebrandt werden/ 'dann der Schwefel verzehret die Metall im Rauch/wo ein starck fewr imOfcn ist/ so machet er Schalcken daraus. Zum dritten/dieweilallegerösteErtzsichfrischer arbeiten/ und lieber scheide» ül-dieroben unzebranten Ery thun. Die Röstofen/ so man Haussen unter dem Hirnel machet / werden umbher auff drey orten mit einer Mawr nmbfangen/damit sie die Hiye de- Fcwrs zusarüen halten. Erstlichwirddas Holy/ solangderOfenist/kreutzweise g--legt/dreyoder vier schichten auffeinander/in die gerade und quer/ darnach wird das Ery darauffge» schüttet/erstlichdasgrobe/damachda-mittelmäßige/nndzuletztda-kleineste/ wel¬ che-beyzwe? b Huch hoch geschüttet wird. Wann aber da- Bley Ertz Röstens bedarff/sol in dergleichen Herdtgestör» yet werden/allcin daSerein wenig herfür hängc/da der Ofen offen ist/damit wann et- wa-von der Hitze schmclyet/da- esforneu heraus fliessen kam Dast röstenim Brenofm ist für strenge uriahrrige Ertz. Je strengen/unarhtigen/hartflüßigenEry oderSchlich/werden in einen O- <^Äfcn/gleich einem grossen Backofen/ geröst/in welchem man das Ertz oder denSchlicheiner Handt hoch schüttet/und wann derOfen erhitzet ist/ kan man ihn mit geringem Holtz/ so lange er nicht wandelbar wird/in stetter Hitze halten. Man mag auch die Ertz brennen und rösten so lange man wil / und vermeid net/da-sie dessen gnug haben/ E- sollen gberdie Röstbrenner den Ertz oder den Schlichalle halbe Stunde mit einer langen Eisern Krücken/ welche für dem Os fen tu einer eisern Ketten henget/ wenden uyd umbrühren/damit da-Fewr seineWrr» ckung desto besser haben kan/dann je besser es gerüret wird/ je besser sich da-Ertz al¬ lenthalben brennet/ wann aber derbAichbeginnerzu schwitzen / mus der eiserne Bock gebraucht/ welcher form zw/h eiserne Zacken hat / und offt damit umbgerüret werden/wie hernach weiter sol anzeiget werden. 2 ij Das 68 Der fünffte THeil saget vorn Das; im Rösten der Srtz/ der Schwefel/ Erdk- wachs und auffgefängen werde. (^^Äknicum bey sich hat/nichtS entgeh/ sol man hinter oder überden Rostöfen/ rin niedrig flach Gewelbe machen/ darein aller Rauch von den gebranten Eryen durcheine Fewrässegeführetwird/ In gemeltem Gewelbe sol eine bleyerne flache Pfanne sechs Zoll tieff/ oder niedrige weite flache Näppe von Thon gemacht / voll kaltes Wassers gesetzet werden/ in welches der Schwefel oder ErdtwachS/ wan sie wegendergroffen Hitzevom Ery im Rauch getrieben werden / ihrezufiuchtindem kalten Wassersuchen/ in welches der Dampffvom Schwefel und ErdtwachS felt/ in demselben seyt eS sichS wie ein Fekt/wan es Schwefel ist / ist der mehrertheil gelb/ so eS aber ErdtwachS ist/so schwimmet eS als ein Pech darauff/ undfleustzusamen/ welche/wa nn sie nicht heraus gebraut und getrieben werden/so thun sie dem Metall und Ertz im Schmelzen grossen Schaden und Abgangs. Wann es nun erzehlter massengescheiden wird/ fo bringet es den Nutz/ erst, sich den Schwefel/ Zum andern nützt es auch darzu/daß/wann man die Eryröstet/ welche man imBrenefenmit einer eisern Krücken undBockofft rühren muS/davon anfangs der Schlich ehe darin er fleust/ von der Hitze oder Glut gehoben/ und durch die Esse hinaus auffS Dach gefübret wird / wie man dann anffder Zellerfelder und Wildemänner Hütten/auffden Dächern Schlich finhet/der zu drey/ vier und mehr Lohten Helt. -- Wer erstlich das Schuteltzen erfunden hab. ^e Historien melden/daSeatlmusperOsterlänberdaSSchmeltzenvonden <^T alten Juden gelernet habe / und hernach in Gricchenlandt gebracht / Wie dann die Poeten siin Werck nach ihrer Weise wercklich beschrieben haben / dieweil dieser Ostertänder bey Thabe Gänge außgeschürfft/und Seiffen angericht/und das Schmelywerck angefaugen hat/ wie ihn kUnius ein Schmeltzer nennet/ Dann wie die Poeten der GoUselffen in Spanien/die viel krümmen und abschiäge hatte/a uff ihre weise mahlen / Es sey ein Garten gewesen/ drin gülden Epfel gewachsen/ die habe eine Schlange bewahret/ Also reden sie auch von cacimi Sergkwerck/ der habe eine Schlarrgeangetroffen/daSistemSeiffeti/SartnrrenerdasGoit gewaschen ulidangequicket/nach demaberseineGesellen kein Bescheithievonwustm/habe sie dasQuecksikber oderHüctenrauchumbracht/ er abersey davon kommen/und habe der Schlangen Zähne gesähet/undeine Stadt gebawet/da hernach viel Kriegß ent¬ standen swie dann großGelt/:Bawen/Kriegen und PanckethierenmuS)daeraber deö Hütten: und BlcyrauchS viel in sich gefressen / sey er auch endtlich wie ein alter Abtrerbervergifftet/und wie die Poeten dichten/zur Schlangen worden/An- dere deutens/ das der Schlagen Zähne und diese newe Saat sey von den Buchst«, den zuverstehen/und von denSchreibern/so nur SchmädtmdHaderschrifft machen. Vom Oümo kömpt daSSchmelyen in Griechenland/ Weil aber inGrie- chenland/groffeKünstlerwahren/FürstennndHerrenhielten über ihnen/ beförder¬ ten alle freye Künste/wie man der Natur und Eigenschaffc derTbiere/ Kreuter und Metallen nachdencken solte/wie es dann dem grossen Alexander viel Tonnen Gol¬ des gekostet/da er seinem kkseceplore Aristoteli in allen seinen Königreichen alle Fischer und Wäydtleute ließ fordern/von denen er sich erkunden solle/ die Abrt und Gelegenheit aller wilden Thier und Fische/ allda hat gedachter^ristoreles nicht al, lern Schul-Bücher/syndern von allerley Kunststücken undWerckmeistern/auch un¬ ter andern von Vermischung der Zusätzezu Schmeltzen/geschrieben/ wie erschon -en Kieß/ so meister im Ofen ist/ kennet hat. Hernach Mstenund Schmeltzen der Ertz. 69 Hernach haben grosse Herren/die'etwan allein BergkwerE auff ihrUnko- sten'belegten/nach erfahrnen und geschicktenBergkleuteu gekracht/in fiembdeLand zu HochmndTiessgelahrteuaußgesandt / aüerkcy sehenund erfahren laffen/biß sie voneinemVortheil zum andern kommen styn/darzudanndierechtk^lasisundLby. mia grosse Anleitung geben / welche hernach in der Handarbeit durch tägliche Er* fahrung und Erfindung je länger je mehr richtiger worden ist. Dann kan ein Alchimist durch seimKunstund Geschickligkeit/ den Safft/ brasst nndL>bl/oder die spirikusundquinralnelscoriani, au-einemKränt/Holy/ Gtein/Metall/dnrch sein§ewrziehen/undvielanderenatürlicheDingethun/weich Silber hart und besser machen/Victriol seiueUnahrt nehmen/ein ^quafert zurich- len/darin manGold undStlber scheiden kan/wie sie durchWind/Fewr/ und mit ge* bührlichenIusätzen/dienachderAbrt der vier Elementen proportivnirr.tempe- ritt,undgemettgetseyn/GoidundSilberausdenQuartzen/Spaten/Glantzkn/und was der güldigen Bergkahrten mehr seyn/heraus ziehen und scheiden können. Daß sie sich aber unterstehen/aus nichts ekwaS/oder ausSchweffel/OneM silber/Markasit/und was sie mehr für Zusätze gebrauchen/ Gold zu machen/ fehlet an einer gewissen Probe/obwol etttcheBetrieger den vorwitzigenLeuten einen blawe Dunst machen/nnd demKupffer eineFarbe einbrennen können/dieGolcundSilber gleich siehet/und bißwcilen Strich und suptileStich/auch imFewr halten kan/ wie man demKupsser dieMessmgfarbedurchGalmey einbrennet/aber es bleibet darbey/ es istAlchimey/ undallesverlohren/ubi nsn eü iucus-nikil 6c excuz. Aber da- muß man lassen eine gute gewisse und nützliche Kunst seyu / au- ei¬ nem gevigen und güldigen Gestein / das Silber in Bley bringen/ da-Gold in em Quecksilder/das Silber vomBkey scheiden/auS schwartzen ZwitterweißZien ma- chenkönnen/undwasdes Seigerns und^imenrirens mehr ist/ausEisen Kupffer zu machen/ist auch natürlich/ weil Kupffer und Eisen einander sehr nabe verwandt feyn/ und die Tmte/ so ausKnpsserwasser gemacht/einem jedenEisen eine Kupffer- färbe gibt/rvie imRamclsbergeinjcdesEiscn zuKupfferwird/ daher etliche Kunst* ler/denGrundnebmenj die eine Kießlanze giessen und Ebenthewrdamit treiben. Ich glaube auch/daß man durch gelegene Zusätze / wer sie alle kennere/ den Ertzen ehe durch den Ofen helffen/und dasSilber darinnen erhalten könte/wie Heu» tezu Tage -ieErfahrungzeuget/ je reiner die Ertz geschieden/ oder da im Äösten die WilSigkeitzuvorabgebrennet/daßsiefichieichterschmeitzenlassen/daßabervon le¬ ten und tauben Zusätzen/dem Ertz im Ofen solle zugehen/ ist noch nicht erwiesen/ wannSein Schmeltzerdabinbringet/daßer die scharffeProbedeSErtz/oder die klei* neProbohnAbgaugkinsBleybringet/daSmußmaneinKunstftynlassen. . / Ich wil gerne desZugangS geschweigen/welcher imWaschwerck/Wsten und Schlichschmeltzen sich eräuget/ da die Zusätze nicht gar außgepauschet seyn/ wann nurnichtSabgiengeundaustenbleibe/ Em rechte Kunst ist daS/wann sie ein Grund hat/ und in der Prob und Erfahrung augenscheinlich / und ohn falsch und conrra- baut im Werck bestehet/ und mit Warheit dargethan wird. Was em rechter Verständiger Schmeltzer Wissen so!. ^^SgibtSderAttgettschein/daßdieSilberundBleyEryamHaltder^etLl- ^S>!en,unterschiedlich seyn/also/daß etliche Silber»Ertz am Silberreich seyn/ und gar kein Bley halten/etliche finbzimblichs HaltS am Silber und Bley/ etliche sind reich amBley und am Silber arm/deßgleichen sind auch dieKupfferEry/ die da reichamSilberseyn/diesindarmamKupffer/hergegen/ diereichamKupfferseyn/ sind arm am Silber/daber etliche flüssig und etliche strengezu schmelyen seyn. Dieweil dann die Ertz wie gedacht/unterschiedlich seyn/so erfordert dieNobt- turfft / daß auch unterschiedliche Schmeltzen gebraucht werden / anderer Gestalt wird man sie auffden Kosten nicht bringen. ES ./o Der fünffte TW sagtt von Es ist nicht so eine geringe Kunst/ wie manntcher weinet'/ ein Silber ohtt Schaden au-demErtzin-Bleyzu bringen/und das demselben hernach weder im Treibherdt oder Breiihauß nicht- abgebrennet werde/so muß man- auch lassen eine feine Kunst seyn/ eine gewisseProbvou einem Außguß/ Blick oderBranvtsilber macheu/dann diese beyde sind anfengklich vor, der rechtenAlchimey Herkommen / da die altenNaturkündigerundaus fieisiiger Nachforschung/langer Übung und Erfahrung/den Sachen nachgetrachtet/ und diese nützliche Künste em Eltz zu fihmeltzen/und eine gewisse Probe zu,nachen erfunden haben. Salomon ist ein weiser König und rechter Na turkündiger/ dazu ein gewalti¬ ger und erfarnerBergkman gewesen/der in einem Sommer zu Ophir in tue4.r0. Centnerlöhtige-GoldzumUberschußaußbracht hat/DieseLcute baden deuSa- chen nachgetrachtet/wie man ein Ertz könne zu gutmachen/da- sichtige und unsich- tige Gold und Silber außquärtzen/Felsen und Griessen bringen. Ichhalteden füreinenguten Schwelyer/ welcher einem jeden Ery seine ge- bübrende Flüß und Zusäy zu geben weiß/ der den Ofen/ wann er zu licht gehet/ mit Wasser und Sätzen der Er-/ dempffen kan/ und dasGeblaß nach de-EryMssig- kei t zu regieren weiß/ der das Ertz oder Schlich nach Gelegenheit des FewrS/im O- fen zu setzen weiß/damit ihm das, Geblaß und Gewalt deS FewrS/mit demNauch nicht-hinweg treibe. Undweildie Ertz mannigerley/und da-Schmeltzen unterschiedlich ist/daß der Schmeltzerwisse das Geblaß im Herdt bald niedrig / bald hoch zu richten/und die Form/ in welchen die Balgenliesen gesetzt stin/zu Zeiten wol hängig/zu zeitcn nur ein wenig abhängig sey/ und daß er den Ofen bald ein Lindt/ bald ein starck Gebläß gebe/nach dem die Eryflüssgoder strenge seyn / dann zu den flüssigen Ertzenmuß -erHerdt medeig/und dieForm ein wenig hängigt geseyt/und ein lindtGebläß seyn/ herwiedermkL/daß zu den strengen Ertzen ein tieffer Herdt und starck Gebläß von nöbten sey/ wann der Schmelyoftn albereit wol erhitzet/ und daß in demselben vor¬ her einSchlackenSchicht geschmeltzet/were es so viel desto besser/ dann sonsten wür¬ den die strengen Ery das Aug am Geblaß versetzen. Item/ daß grosse Balgeweite Liesen haben/ dann so sie enge sind/so gibt- ein enge und sehr scharff Gebläß in demSchmekyofen/da her da-Werck/ so flüssig wor¬ den/ auffdenSeiten bey denLiesen wieperumb erkalt und zusammen wechst/uud ver¬ setzt da-Aug de-Schmeitzofens/da e-da un denGewercken zu grossen Schade» ge- het/wann aber dasErtz zu Hausse kompt/undnichk fliessen wil/daß er berSchmektzer mit dem spiyigenSchlackenhakc wissezuzerthetle/mitwelchem crauchin dieForm/ darinnen die Balgenliesen liegen/üre zusammen gelotteEry hinweg stossen kan. Oie nun recht schmekyen eine schöneKunst ist/und ein guter verstäudiaer/er- fahnier/fletssiger/trewer Schmelyer und Hüttenmeister/, nicht allein seinesLobnS undBesoldung/sondern auch einer guten Verehrung werth ist/Alsomuß manauch die/ so ander Leute auffdie Arbeit und Fäust sehen sollen/ kunstreiche Leute seyn las¬ sen/ die einem Schmelzer mit gutem Grunde einrcden und unterweisen/unddie vom Außguß/Werck/Härdt und Blick/odervon einem stück Silber / ge naw und auffsallerschärffeste/einegewisseProbenehmenkönnen/damitdcsProbiercrso- der desAngeberSProb mit der Blickprob überein stimrne. Uber einerlcy Wage und Gewicht ist nicht zu klagen / wann sie gerecht und schnell seyn/ aber derProbierer Hände seyn ungleich/ so trifft das Angeben/wie das Ertz schätzen auch selten zn/dieProb im kleinenFewr find sich auch selten im grossen Fewr / manniges bass im kleinenFewr so viel als einSchüttStrob/im qrvssenFcwr ergibt sichs/ Schlackeuproben sind auch nicht einerley/Summa/eine schöne Kunst ist es/ eine gewisse Probe machen. In Seigerhütten / da sichsdie Herren viel kosten lassen/und wenden etwa- auffLente/oder erziehen sievonIugendauff/undsebenselber mit zu/uud verstehens/ oder lassen die Vorsteher Mitkbeil an der^ütken haben/ oder erhalten sie doch also/ dassie nicht Diebesgriffbrauchen/da findet man noch wol die schärffsten und ge¬ wissesten Rösten und Schmeltzen der Crtz. /i wissesienProben/wieeszwarbesserseynkan/imKupfferdann in ungleichen Ery probieren/aber ob ich-wol mehr fechte/eine Scheibe und Blick fty an einem Om rLicherdanttamandertt/wannzumahiSchmeltzerundAbtreiberunfle,ssgstyn/und ineinem Fessel ist manuigerley Ertz/ dennoch ist viel an einem geschickten und fieissr- gen Probierergelegen/es macht böß Geblüht und schwere Gcdancken/ wanndaS Angeben offt wol mnb ein Bawrenschnch fehlet/ und zumahl/ wann die Gewicht in Hütten undZehenden ungleich seyn/reichlich probieren gieng noch wol bin / wann srchS wiederfünde/aber etliche Marck schwinden/ oderdahinden im Abstrich lassen/ Vaö laut nicht sagt der Schäffer/ wann srchs nicht wieder findet. Wer sich nun eineSDmges unterstehen Wil/ der solS zuvorrecht gelernet/und vonIugendauffgebrauchethabrn/alsogebenalteArbeiterhernachguteAuffseber/ alSdicsichdarauffversteheu/wa-dem Ery und Prob im kleinen und grosienFcwr zu oderabgeht/kleineFlüßletnmachen endlich auch ein Bach/es ist kein Prob so klein/eSgebetihretwaSimFewrab/oderestrencktsichwa-darvonein/ Warumb wolle mau sonst dieCapellen anffheben/viel kleineAußschläge tragen in eioerSum- ma auch was zu/ Quinkenund Lohten/ so halbe und Viertels Heller/nach silberGe- wicht/ zumabl/ wann derPosten viel seyn. Ich halte das Schmelyen und Probieren für ein Meisterstück/ derbakben wer solches treiben/oder düchtige Leute Vorschlägen/und sich zumAuffseher seiber arrgeben wolte/ der solle billig zuvor ein Schäler und Lehr-Jung gewcfin styu. Wann man im Schmeltze»/ treiben oder brennen eine Saw macht / oder im probieren ein Fehlschuß thm/ gehet Vergebenen und Gewercken sehr viel daran abe/ und da sichs schon im Gekrätze und breiten Gangk zum Thei! wieder finden möchte/ macht es böß Geblüt und schelc Augen. Vom Gestüb nnd Herdt m machen. Cb achte nicht für nöhtig zu schreiben/ wiedie^)chmeltzhüttengebawet/wie c)Ä hoch und groß die Wasserraht/wie langt und breit die Balgen und Wollen/ wreweituudhochdieSchmelyrTreibrundBcennoftn gemachtfiyn sollen/weil sol¬ ches nicht an allen Obrten und Enden auff einerley Abrr und Weise gemacht und gebraucht wird/ wilderhalben anfänglich sagen/wie die Matena oder dasGesiü- be/daraus der Herdt oder Tiegel gemacht werden/ seyn so! / das Gestübe wird aus Kohlen undLchmauffnachfolgendeWeife bereitet r Die Kohlen werden mit den PrMempeln zerknirscht undgepucht/ daszer- stossene Gestübe wird n/rmhötzem Siebgeworffen und durchgcruttelt/ dasKodk Gestübe aber daSKurchfeii/ist nützlich undgutzum Herdt/die Kohlen die im Sieb blecken/werden wiederumb gepucht und durchgefiebet. Aber der Lehm / soaußgraben/ wird erstlich andie Sonne gelegt/damit er drucken werde/ darnach wird er gleicher gestalt durch das gestübe Sieb gesichte t/da- nut der kleine Lebm durch das Sieb falle/ und die Steine und Schollen davon geo scheiden werden/der klcimLehm wird mitSchupkarren in dieHüttegeführet und gep pucht/weiche man nachmahls in ein Gruben schlegt/mit Brettern zudeckt/damit fie rein bleiben/alsdann nimpt man zweyTheilKohlgestübe und ein Theil desLehmsge- stübe/und vermischetS mit einer Kreil durch einander / darnach feucht mans mit Wasser an/ also das manS zusammen halten kan/ ein solch Gestübe/ wann es leicht ist/ macht mans wol naß/ wann eS aber schwer ist/ neyt mans desto weniger. Wie man die Schmelkofm zumachm/ und das Gespör machen sol. ^M^Er Schmeltzoftn/wan eraußgekassen und wiedererkalt/und das Fewr die O^ZSttin in ruck un seitwendkgehobe/zerbrechk sie leichtlich/insonderheit waü derFürläufferdeu Kobolt der an -en Wänden hangen bleibt/mitdenStoßeisen ab- stöst/ stöst/ und mit einer eisern Krücken oder Krätl heraus zeucht/derowegsn muß marr solche Gruben und Riß die an den Wänden seyn/ mit Ziegel oder Gefchübe der Steine wieder außflicken/ und mit Lehm feinglattaußstreichen/solegensich desto weniger Ofenbrüche an/ jedoch daß die küpfferne Form am Mundloch das Gebläß nicht verstreiche oder verstopfte / sondern aus dem Lehmen herfür gebe / damit der Wind/aus den Bälgen im Schmelyofen nicht verhindert werde / alsdann sol der Vorläuffer den Schmelzofen und den Vorhert mit einem Besen rein außkehren/ und ein wenig mit Wasser besprengen/ und wieder mit dem Besen mit fleiß kehren/ damit eS an allen Ohrten feucht/und das Gestübe sich desto besser anlegen kan/ als¬ dann eins oder mehr fülle Faß des versetzten undangefeuchtenGestübe/mdenOfen geschüttet/und mit fieiß Vie Ränder und Sole angeschlagen/ damit der Herdt gany und hartwird/deßgleichen soler auch in dieGrube/die vor demSchmelyofen ist/das vermischte und na ßGestübe werften und stampffen/daß derHert gegen bemMund- loch ein wenig abhängig in die Grube deSVorherdts sey/damit daöMeta ü berauS siiessenkan/alsdannsolerdenVorherdtmiteinemSporeisenaußschneiden/baßder Vorherdt fein rund undziemblich weit und tieffwerde/ nach dem er viel Bley balten sol/ Die außgeschnittene Grube sol er wiederumb mit einem runden Stempel stam- xen/ wann nunderVorherdt fertig ist/ solerdie beyden Seiten des Mundlochs/ wie auchseinObertheilmitLehmglattverstreichen/undindaöMundlochdekSchmely- »fenseinrundgeradeAugenholtzeinerSpannenlang/legen/daruach soler eineKol« le / welche er zuvor mit Lehm bestreichen sol/ für das Mundloch setzen/ daßesdaS Mundlochgar zuschleust/wann aber so ein grosseKolle nicht vorhanden/ so nehme er ander Statt zwo andere/ alsdann sol erdas Spor mit der Abzucht auch hart stosi sen/undfeinglattmachen/damit die heissen Erysienicht auffheben und durchfres¬ sen/und das Spor lufft habe/ und keine Feuchtigkeit von unten auss an sich ziehe/ darnmb man den Ofen und Spor wol abdrucknen und abdorren sol / damit im Ge¬ stübe nichts Feuchtes blerb/dannwann die grosse Hitze etwas Feuchtes im Spor findet/ so stehet das Gestübe aufs/ sprützelt und schlägt das Silber und Bley alles ausdem Tiegel/ und playet als wann man einBüchsen loß scheust/oder wie die ver¬ schlossene Hitze die feuchte kalte Lufft in Wolcken zureist/ donnert und schlägt ge¬ waltig umb sich/ wann nun diese Arbeit verrichtet/ sol er das Augholtz wieder auS tzem Mundloch ziehen/alsdann ist der Schmekyofen fertig. H D ^Ach Verfertigung des SchmeltzofenS/ sol ihn der Hüttenmeister gany und M^L^garmil Köllen füöen/und ein wenig glüende KolleninTiegel werffen / daß erwärm Mrde/damit aber die Fewrfiamm nicht durch das Auge des Schmelyo- fenS hinein schlage/und die Köllen anzünde/ sol er daßelbige mit Lehm verstreichen/ oder mit einem Scherben vermachen. Etlichemachen zuAbendt den Tiegel nicht warm/ sondernlegen grosse Köl¬ len aussenherumb/daS sicheinevon derandern halten möge / welche nun derersten Weise folgen/ die kehren und säubern den Tiegel des Morgens von Köllen und A- schen rein aus/,die aber der letzten Weise folgen / nehmen des Morgens brennende Brände/ und legen dieselben in den Herdt. Etliche wollen/ daß die Köllen/ so man im Schmeltzofen braucht/ sollen mit- telmässgergrösse seyn/dann die Grossen verhindern den Blaß der Balgen / daß er nicht durch daß Augde- SchmeltzofenS m den Tiegel kommen/ und denselben er, wärmen kan. FürallenDingenaberfolderSchmeltzerwolzusehen/ daß die Nässe ander Forme/ recht gerichtsey/damit der Windt nicht zu hochoderzu niedrig gehe. Vom Rösten und Schmclßm der Crtz. 73 Von Unttrschcidt der flüßlgcn und strengen Crtz im Schmcitzcn. ) der Halt und Unterscheide der Erb bclangek/davon ist obenimzweyund rHZ) ^ZwantzigstenBlavegedachk/FolgeknunwelcheErtzimschmeißen milt/flußig b^^oder streng und unahrtig seyn / Dieweil aber derselben so viel und mancherley sind/wil ich Bergkleufftiger Weise auch davon sagen/ wiewol solches fürnemblich durch dasProbiren muß erkant und erfahren werden/ sintemahl in den weich flüßi, gen Ertzen ein grosser Unterscheide gegen den strengen im schmeltzen ist/dann wie sich ein jedes im kleinen Feur regicrek/also regieret cssichauchimgrossen/und so man für dem schmeltzen der Ertz nicht wciß/wie ste sich im Feur ahrten/so kan man solche mit Nutz nicht schmeißen. Zu dem ist auch für Augen / daß die Ertz gar selten rein und dicht brechen / dann ob manwol bißweilengediegenSilber/Kupffer/Elsen und Bley findet/w ist doch vielmehr Unreinigkeit und Wildigkeit darbey/als rein Mekal/dieselben wilden schwefiichten/speißigen und gifftigen Bergkahrten/so unzehlichmit/ neben und unter das Ertz brechen/machen die Ertz steng und unahrtig im schmeltzen. Die Ertz werden von mancherley AhrtFarbe/und halt gefunden/und wann sie'nicht gar gediegen und gut/seyn sie im Ansehen nichkwo! auff einen beyläufiigen Halt/ wie viel sie Silber halten/ zu schätzen/ derhalben ist das Probiren von den Alten erfunden/ und demselben von Jahren zu Jahren ferner nachgedachk und ver¬ bessert worden / daß man nunmehr eines jeden Ertzgewissen Halt finden / und dar¬ auff das Schmeltzwerck und die Rechnung machen kan/ ob sie dem Halt nach/den kofienertragen können oder nicht. Die Erkändtniß aber der Ertz und Unterscheidt derselben / welche flüßig/ streng und unahrtig sind/zu erkennen/haben dieAlten erfahrnen Vergklcute einer je¬ den Bergkahrt/ nach ihrer Natur Namen geben/welche Bergkleufftiger Weise also genant werden. Erstlich werden unter die weichflüßigen Ertz gezchlet / das GlaßErtz als das fürnembste/ welches ist ein derb Bleyfarbes Ertz/ fast dem gedeigen Silber an der Gükezuvergleichen/dem gehet nicht viel über den sechsten Lheil im Feur ab/ das übri¬ ge ist rein gut Silber/und das hält man/ausserhalb gediegen Silber/ fürs beste. Darnach findet man reich weißgüldig Ertz/ nicht das es Gold hält/ sondern das es würdig undgut ist/das nennet man vergüte nach also/Oeßgleichen HornErtz/ das ist durchsichtig wie ein Horn/und sind beyde reich am Silber. Negst dem Glaßertz ist ein Silbererß/ das ist Braunroth/ fast dem Zinober gleich / doch nicht so licht / das Heist man rothgüldig Ertz/ das gibt auch über den hal- den Lheil Silber/ man findekauch vielmahls/das dieseErtz unter einander brechen/ und nicht wol zu unterscheiden sind. Die Ertz die schwartzgrau brechen und schwer sind/ die sind bißweilen auch sehr reich am Silber/aber die schwachen leichten Mülm/und die braunen und gelben Mülm/sind nicht allewege reich/sondern es kdmptvielmahls das sie gering halten. Alle gelbichte/braune und eisenschüßige/ durchwikterichte Bcrgkahrten/oder die in den Gebirgen von dem kalten Witterungsfeur durchbrandt sind / die halten zum thcil Silber /zum kheil keins/ und sind dieselbigen für sich allein/ ohn andere eingesprcngte Ertz / oder daßbißweilen äuglein darinne stehen/ sollen reich am Sil¬ ber/ wie auch die Bleyschwciffrchten/Gänßköhtichten Ertz/bißweilen sehr arm am Silberseyn/ diese obgemcldteErtzsindflüßig/und bedürffenkeinespuchens oder rö- stens/sondern werden rohe geschmeltzet. Alle Hornsteinichte Ertz / sie sind gelb/weiß/grau/schwartz/braun/roth/oder grün / die halten für sich ohn andere reiche Ertz / wo die nicht darinnen vermischt seyn/ nicht viel Silber/und des mehrenkheils gar mchts/sind auch streng. K Darnach Darnach werden auch für die wcichflüßigen Erst gczchlek / alle Bleyerß/ sie sind Glanß/Grau/Braun oder Weiß/weiche für sich nicht allein viel Silber hal¬ ten / Wer der kleinspcißige Glanß in Böhmen / und der grobipeistige Glanß zu Fm- bergk in Meissen/ die halten zum theil von 12. biß in etliche Loth Silbers. Alle Floß Erß/siesindGelb/Weiß/Braun/Blau/Grün oder Grau/Item Kupsser/Lasur/Kupsfer: oder Bergkgrün und Kupfferglaß / die halten eins theils auch Silber/ aber die grobeLasur und Bergkgrün/ sindgemenuglich arm und nicht reich am wilder. In Summa alle Silber Erß und Bergfahrten / die nicht Kieß/Blende /Ko- bolt / Glimmer/Wolssram / groben Wißmut/Speiß/Kupsferich/SpcißigErß in sich haben/die werden alle weichfiüßige milde und schmeidige Erß und Bergfahrten genant. Spatk und Quärß führen offt Gold und Silber / die machen die Schaken weisser und durchsichtiger / offtmahls sind sie im Bergk avßgesogen wie ein Ofen¬ bruch oder lere Schlacken/ und haben ihre Drüsen/die vtßwellen voller rothgüldiger äuglein stehen/bißwcilen sind sie außgedorrek/das sie gleich zu scherbcngebrandtseyn» Dieweil man aber gemeiniglich aufftruckmcnund festen Gerrgen/ auch solch Schwarße/Glauche/Graue oder AichcrfarbeAhrt findet/ darin osstmahls gutErtz bricht/ nnd solche Metalin den starckenWitterungenverbrant und außgesogen wer¬ den/ wie die rechten Ofenbrüche/und was dergisstigen Hüttenrauche mehr sind/wel¬ ches die Bergkleute Koboit nennen. Dann nach dem Quecksilber und rohtgüldigemErß/ist Kobolk und Wißmut- Rauch dasgiffrigste Metal/damit manauchFliegen/Grillen/Mäuse/Vieh/Vo- gel und Leute tödten kan / so frisset Kobvlt und Mßwass r den Häuern Hände und Füsse auff/ und derGtaud und Rauch vom Kvdott tödtet viel Bergkleute undErtz- fcheider/ wie der Hütten- und Bleyrauch vreiSchmelßer und Abtreiber verlähmek und umbbringtt/dann Kobolt ist einegisstigc und schadtliche Metal / es halte Silbe? oder nickt. Alle schlechte und gemeine auch beständige Eissn/Glimer/Mißpickel/Lalga/ Kahmsilber / die sind gar arm am Silber / ob gleich bißwetlen die schwartze blende Erß haben und Silber halten / so sind doch solche blendichle undgümmerichke Erß in gemein arm/ und ich achte dieselbe für eine rechte Blüte anderer metallischerErß/ weiche auch sehr streng im schmeißen seyn. Alle grobe WißmutErß/ die man auch Speißig Erß nennet/ deßgleichen die kleinsperßigtcn Mißmut Erß / von denen beyden im schmelßen die grobe Speist her- kömpt/ die sind gemeiniglich für sich alieme schr arm am Silber/ und halten oftmals gar nichts. Esgibts die Erfahrung / wann die Gänge arm am Silber seyn / so sind sie ge¬ meiniglich mächtig und strenge im schmeißen/ die aber reich am Silber seyn/ sind - schmal und fest/ wie der Unterscheidtan denZcllerfeldischen / welche zwar mächtig/ aber am Silber geringes Halts/ streng und unflüßig seyn / hergegendieAndreaßber- gischen und Freybergischen schmal von Gängen/aber reich am Silber / Gleicher Ge» statt hat es auch im schmelßen einUnterscheidt/etliche seyn unahrtig und streng/ etliche- aber sind flüßig und mildt. Von UnttrschM der fiüßlgm und strenzen KupfferCktz. NkerdieunflÜßtgenstrengenErßwcrdengerechnet alle Kieß/ was nunGw- berkieß/ Wasserkicß oder Würffüchterkieß ist / die halten wenig Silber / und des mehrenthcils für sich selbst ohn eingesprengt Erß / kein Gilber/oder doch nicht viel übel ein Loth/Kupsterkieß / gelb wie ein Meßrng/braun und blau beschlage¬ ner Kiest halten auch Silber / jedoch einer mehr als der ander/man findet auch reich Kupfferkieß/die gar kern Silber halten. Die Rösten,und Schmeltzen der Ertz. 7^ Die Schweitzer sagen/der Kreß sey Meister imOfen/wann man Sttm dar¬ aus macher/und nimpk die sicher zu sich / und giebt ste dem Bley/welcheö durch die roheSchichk davongebrachtwird/weü die Schlacken noch Kl/ß bey sich haben,- so sind ste schwerer und halten Silber. Sonst hat man Wasserkieß der ist weißlich / und Kupffcrkieß der ist rötlich/ Item / grauen und schwartzen Kreß/ der sichet wie ein Eisenstein/Ob aber woi der Kreß die Bergkleute offt ungewiß machct/wie das Bergkjpllchwort lautet/ dennoch bricht offt Gold/Silber/Kupffer und Zien darein. Diß Metal ist auch jehr gifftrg/ wie dann die Kießwassir sehr ungesunde zu trincken seyn/ und fressen oder beissen die Leute auff/wann man darin arbeiten und sincken muß. Unter andern sind die Kupffergrünen/welche auch reich am Kupffer/aberarm am Silber sind/ die schönen Lafurfarben/auch blau und grünen vernu.chun Kupft ferErtz/halken zu gleich viel Kupffer/aber in gemein gar wenig Silber. Oie braunen KupfferErtz / gleich einem Eijenschuß/ sic sind derb oder milk/ werden zimlich reich am Kupffer gefunden/doch arm am Silber/wie auch dieKupft ferschieffer/in welchen Bildnissen von Fischen/Schnecken/Sonnen und andern ra- xerilronibu8 stehen/sindauchKupsterreich/undmehreStheilsSilbcrhaitig. In Summa alle KupfferErtz und Schiesser / die keinen Kieß / Gpeiß oder andere tirenge Unahrt bey sich haben / sind unter die weichflußigen KupfferErtz zu rechnen. Unter die strengen hartflüßigen KupfferErtzproben/gchören die strengen Kupft ferkieß/ und was blendig/mißpickn'g / glimmerig und spatig ist / auch alle KießErtz für sich selbst/ ohn andere eingesprcngte Bergkahrten sampt den Schiessern / darim nrnder Kupfferkieß stramicht oder eingesprenget liehet. Was den Kobolt belanget/der m Gangen, Strecken und Fletzen bricht / ist einunahrtigzchcs und heißgrätig Ertz/und ist gemeiniglich ftli darbey/lasset die Sil« der ungerne von sich/sondern raubet und verzehret sie/machet die Bley matt und müss sig / dH man alle St ich außgiessen muß / zumayl wann er speißig ist. Alle Kobol-/sie sind gediegen oder mild / schallicht oder kügelicht/schwartz odee grau/die sind bißwnlcn reich am Stlder/bißweNen auch sehr arm. Glock.nspeisse/ so in Gange» bricht/und offt Silber hält / oder die aus den Ertzen gemacht wird / so auss Spatkgängen brechen/ist auch kolblich und heißgrakig/ last sich nicht gern auS den Ofen bringen/nach dem Stich lagert sich die Speise ins Spor zusirmmen/da ste noch Stein und Silber bcp sich hat / mattet und kaubet matt sie durchs Feur/ wie jetzt die Arbeit m Zien und SilbrrErtz auffkömpt / das übrige gibt Schlacken. Alic SpakigeEktz oder Bergkahrken/sie sind roht/geib/grün/oder weiß/die halt, n ohn andere eingesprengte Ertz/zum mehrenthests gar kein Silber noch Metal. Es werden auch unter die hartflüßigen strengen Ertz gerechnet / die rohen Schlackstein / auch die Kupfferstein/Speiß und Ofenbrüche/ die von den Schich¬ ten jetzt erzeh'.tem KießErtz und Bergfahrten / auch von den rohen Schichten im Schmeltzen Herkommen. Gl ich wie nun die SilberErß/ für dem probieren und schmeltzen ihrer Natur nach/uno wie sie sich im Feur halten / erkant sollen werden/ also muß es mit denKupf- ferErtzen auch geschehen damit man ihnen im schmeltzen zu Helffen weiß/und weil ein Unkersche'.dt darunter zuhalken/ io sind tue rohen unflüßigenKupfferErtz/denweich- fiüßigen milden nicht gl.ich/weder im probieren oder schmeltzen. Jedoch ist auch zu wissen / daß von einem Küß oder Ertz jchön Kupffcr wird / als von dem andern / und gememiglich/als die deß Eisens Natur sind/geben Eisenschüßige Kupffer/derhal¬ ben sic auch nicht wo! zum Messing machen dienlich seyn. Wie aber die oberzehlren weichflüßigen / oeßgleichen die strengen unahrtigen hartflüßigen Ertz unterschiedtlich sollen geschmelßet werden / das sol in folgendem Bericht angezeiget werden/damit sich ein jeder Schmeltzer desto besser darnach richr ttnkan. Kst 76 Der fünffte TM saget von Von Vorschlägen und Zusätzen der Ertz M Schmcltzm. IeweildieErtz/wie gemeldk/unterschiedklich seyn/muß man ihnen nach Ge- ^^^A legenheik ihrer complexioa oder temperatur allerlei) Zusätze geben/ damit <^Äsie mit Glanß/Schtacken/ Glödt/Flossen/ Kupsser und angcsrischtem Dley/ Müßiger / und mit Kieß und Stein im Ofen/ durchs Bley geschieden werden/wie man dann siehet/das Silber und Bley durch einander/darnachSkein undSpcise/und letzt¬ lich die Schlacken fliessen/ Item/daß dieMildtgkeit/foin dem Stem durch dasKeur Nichtgarhat könen gedämpsst und abgcdrandt werdcn/die sich in die Schlacken schmic rcn/und im Ofen anlegen/ Aus denselben wilden/ledigen/schweflichten/ jpeißigten und glsstigen Bergkahrten/ so unzchlich mit und neben die Gange unter das Ertz bre¬ chen/merdenendtiich die Lauben und Mekaüosen Schlacken/ wann sie zumahl offk durchgesätzt gepocht/gewaschen/undgar auss den Todt durch die rohe Schicht gear¬ beitet werden / Mines erachtens sind in ch)ütten das die besten Zusatze/guter Ver- siandt/eine lange Übung und Erfahrung/ ein grosser Fleiß und Treue restliche Leute/ M ein gut Gewissen haben. Von Unttrschetdt des Schmcltzcns. IeweildicEktz/wieobcngcmeldt/untcrschiedtlichseyn/soerfordertdie Nchk- ^^Mdursst/däsi auch im^chmeitzcucinUnkerlch ldtgebrauchtwerde/andererGe- ^^^Lssai^wir d man sie auss den Kosten nicht bringen könnens Wil dcrhalben von dem Unters Heidt des Schmeltzcns einen kurtzen Bericht thun. Was oak Schmeltzen anlanger/ isi zu wissen / daß man viererlei) Schwel- ' "tzen brauchet/ Als erstlich übers Leichtgessübe/ Zum andern übersHöltziein/ Zum dritten über den Stich / Zum vkcrdlcn mit dem hvhenOfrn/die kmmme Arbeit. Das Gchmeltzm überS Leichtgessübe / davon wird nachfolgends bey dem Goß'.ari chen Gchmeltzen außführlichcr Bericht gethan/ wie manö anordnenund gedrauchen sol. Das SchmelßenäbersHoltzleiniss/wannmanalsoSchmelHenwil/soMüchk man ein Spor im Osin/oarin sich die Ertz ansieden/ aus dem Spor gehet ein Gangk unter dLs ch)erdtcsOftn/dos heiss man das Ofen Auge/dardurch die gessossene ws- rei-ig für und für heraus fleuss in den Gartiege,'/wann dervollgelaussen t/t/da flicht Mans erst in dem untern Tiegel/da auch Blep vorgeschlagen iss. Das Schmeißen über den Stich belanget/iss das/ wann man die Ertz oder Schlich mitihreng.bürlichenZusäßen/imGchmeltzofen sich wol er arbeiten und an- 'sieden lässet/undossntt darnach dmOfen/stichkein Aug oderLoch dareln/ daß die ge¬ flossene marcrir heraus in das abgewärMcteSporfleust/da frisch Bleyi-orgeschla- fgen ist/welches vom Stein dasSilber zu sich niwpt. Diese Weiss wil man für zuträglicher halten / als wann man dem Ertz im Ofen frisch Bley zusätzr/insonderheit/ wann die Ertz reich oder heißgrätig seyn/ sollen sie sich mit verssopfften Augen über den Stich mit den Zusätzen besser arbeiten/ dierveil der geflossene Stirn im Feur das Silber desto ehe an sich ttimpk/ dann so die Zusatz dem Ertz entgegen/ nehmen die Silber schaden / daß viel Ertz ungeschmcltzt mit heraus in Tiegel kömpt. Das Schmeltzen über den krummen oder hohen Ofen / brdarffwenig Bley über den Gangk/ und die Ertz verschmieren sich nicht so schein die Ofenbrüche/ und die Silber verbrennen nicht so leichtlich / Man kan auch auffdiese Weise mehr Ertz eine Schicht durch,etzen/ und etwas an derDüttenkost ersparen / weil man nicht so viel Sch.ackeasshlcht darff/und die Silber in Stein bringet/ varumb sol es zu gerin¬ gen Ertzen/Mw wann man Schlacken arbeitet/beffer diemn^ Mer Rösten und Schmätzen der Crk- 7-0' Uber die rohe Schicht aber stosset man eine gantze Woche nicht aus/ dus ist/ manläffetdasKeurnicht außgchen/ wannmanausyiießSrun -.na -et/pssg-.t -naä diese Arbeit zugebrauchen. Was aber die Frage und Oispuracion belanget/welchesSchmcltzen daß be- quembste und zutcägüchste sey / wü ich den erfahrnen und verständigen Schweitzern befehlen / weil sich ein jeder Schmeitzernach dem Ertz richten muß/ dl« Erfahrung bleibet doch hie auch Meister. Aus diesen Wdencken und Ursachen/hat man an vielen Oertern unterschiebt» liche Schmcltzen/wie es die Erfahrung givt/daßman sie nach Gelegenheit der i crchut und armen Ertz brauchet/undfonderitch/wannmawSchiachenschlcht setzet/welches den Gewerckcn nützlich und zuträglich ist» Wann man aber nicht zu Schaden arbeiten wil / und die Ertz im Ofenversud« len und verschmieren/ muß man die gemeinen Ertz fleißig Puchen undscheiden/oder die Wildigkcit zuvor im Röstofen täubcnund zu ivdte brennen / wann dkgepuchtm^g. Ertz zu grob bleiben/kan sie das Feur nicht so bald gewältigen/ dann dir heißgratigen Ertz rauben und verzehrar das Silber im Feur. Wann man nun anlässet/ und der Wind erwecket das Feur im Ofen/ daß cs recht regieret wird / daß der Ofm nicht zu heiß oder zu kalt gehe/pfiegct man erstlich Schlacken zu setzen/und die Form über des Blaßbalgs Form zuvernasen / welches im schmeltzen ein Meisterstück ist/ damit sich daß Gebläß nicht versetze / und desto starckek Malle Seiten des Ofens arbeiten könne. Es thut auch ein erfahrner Schweißer erstlich eme Schlackenschichk/damit der Ofen und ch)rrdt wol erwarme/Oann wie ein Magen/ verfeme natürliche Wärme hak/leichttr die Speise verdauet/ alfo/ wann der Ofen recht erhitzet ist/ so jchmeltzet sichs desio besser/darauff setzt man Fiüß und Stein der aus Kießgemacht ist / beglei¬ chen auch das Eltz und Schlich mit ^rärdkbley oder Gldk bestreuet/ in Heyden Sei- len/immet eins umbs ander/damit das Gebläß im Feur arbeiten könne» Was man aber einem jeden Ertz nach Gelegenheit zufetzen jol/ daß cs bald fliesse und nicht lange im Feur bleibe / und sich desto besser scheide / mercken etliche ver, ständige Schmätzer aus dm Gebirgen und Gängen / darinnen die Ertz gefunden/ von aus den BergtalMn/ so ins Ertz oder darneben gebrochen sind / Andere müssen es aus Erfahrung und oflt mit grossem Schaden der Gewercken weiß werden. Kem Ertz ist dem andern gleich / schmeltzek sich auch nicht eins wie das ander/ was m Koboie oder Wißmut bricht und spaßig rst/ das ist hitziger/ dann was in ein gelben Otten oder Gianß bricht/so stehet man/daß etliche Ertz sich heiß stechen/ und fliess n seiger sind zähe und dähnen steh wie einauffgestandener Wein / verschmieren/ und versolen sich/daß man ss von den Ostnbrüchen nicht bringen kan. Was nun so heißgrätig und spcißrge Ertze sind / die matten das Bley flugs imerstenSttch/daßmanaußgl'esscnund frisch Bley zum andern Stich vorMagen muß/etliche fliessen heraus wiö lauter Wasser/zumahl/wo man die Ertz mit geben li- chen Zusätzen temperirr und vermenget hak^ Wer nun die Kunst kan/Und weiß was ein jedes Ertz für Zusatz bLdürff/der ar- beittkäufffrommen/dann wännHitze undKälte/welche im schmeltzen fürnemlieh wir- cken mllFcuchtlgkeitunddem truckenen/nach rechter Proportion undMassetcmps^ rirr und ve.nu'chtt seyn/ so bauet es sich recht und Schleunig/ins Mknschen Magen/ unvmach-.tgut Blut und Spiritus, also gehckes eben äUch zu im Schmeltzofen/berist des Er tzes M igen/und wil eben dnOrbnung und Gerechtigkeit haben/ wie desMen^ scheu Magen/der eine Speise verdauen so!. Wann der Ofen nicht recht zugtmächt / das Feur und Gebläß nicht richtig gemeistert/.und zu rechter Au gestochen wird/ und gehet der Ofen zu lieht / so ver. bläsek sich n cht allein der Scblich und das leicht angeichweichte Silber/die Flamm stosts Über sich / und verjivpssk sich / wofern es Nicht in Rauchkammern oder Ge- K ist weiden Der fünfftt TM saget von welben auffangen und behalten wird / sondern es verhindert auch die Wirrknng im Ofm / wie «in u iwee schlossen«! Magen keine gute Däwung haben kan/siicht man zu früh / ehe sich das Ertz recht angesokten /so bleibt das Ertz roh/und gibt nicht von sich was es bey si ch hat/siichk man zu langsam / so gehet dem Silber im Ofen ab/es würbe dann durch gelegene Zusätze im Feur erhalten. Gumma/wann dieErtzewiedes Menschen Speiß/Mit gedürlichen Zusätze» vermischet / und im Ofen wie sichs gebüret / fein angofoltenseyrr / und sich natürlich durcharbciket haben / so nimbt der Ki«ß( welcher im Feur seine Krafft behält/unbwis der das Arm streitet und kampffet/ daher ihn ^riüorcles?xrom2cüumhciffet)daS Silber za sich/Wann man nun sticht oder öffnet den Ofen / so fieusi das Bley das mit in Oien gesetzet / oder wo sich die Ertze selber verbleym/ius Spor wie ein durchfeu- ert Masscr/darnach kömpt dieSpeiß/StemunddirSchlacken/Wannesalso ins Spor brauset/ und das vorgeschlagene Bley über den Stein auffgehet/da nimbl haS frische Bley das Silber wieder vom hitzigen Stein / welcher am negsten auffdem Bley ligk. Wann die Ertz nicht sehr speißig sepn/weilts kalter Natur ifi / und das Sil¬ ber der Kalke zuflmst / Schutz und Rettung bey ihr suchet/ dann GOTT hat eine WUNderbareBerwanoniß undVereimgung/auch widrrwertigeKrafft und natürliche KeindschM in die Creaturcn geschaffen/daß eine der andern verwandt und entgegen ist / Zu dberst liegen die Schlacken wieM Schaum oder Gesetz auff dem Bier/wann sie aber abgeftischt und erkalt seyn/ so zeucht man siemik eisern Haken ab. Wann nun die Schlacken und Steine abgezogen/ und die Bley durch das seigern der heißgrätrgen Ertz müßig oder gemüdek und unkräfftig werden/ und ihre natürliche Feuchtigkeit vee lieren/so thut man mehr Stich darüber / und schöpftet offk Miteisern Kellen die Bley aus/darinnen das Silber ist/und geust es in eiserne Pfan- iein/ Solche S tztibeN oder Kuchen sampt den König/ den man ZU letzt außjchöpfft/ Heist man Wcrck oder Wercksnber / dann Da ist Bley/ Silber und andere Mil- drgkcit noch bey einander / Ob wol das Bley das Silber vom Stein pr sich nimbt / so bleibet denndch im Stein noch Silber/Spciß. Schlacken und Hfenbrüehe/ wann man schon grossen Feiß braucht/ Darumb muß man wieder über den Gangk arbei¬ ten und in Stein bringen den röstet und täubek man endlich im Heur/und bringet daS Silber auch ins Bley/ alsdann stost man die Ofen aus/und richm sie wieder von neuen zu. Gon der Schnieltzer Gezcttgk. ^^E^^weil des GeZcugks zum Schmeißen zum öfttern gedacht wird / Als des die Silber rein und fein <^Vgcmachet werden/ darzu sie dann ihr Koll: und Lehmgesiübe/K.ickleitern/ Klebcheidt/ Äoßbaum /undKölben / Stössel/ Augenholtz/ Füllfäp / Feurhaken/ Feurkrücken/ Stopffhöltzer/ Stecheisen /Schlackcnhaken / Gabel / Krücken/Pfän- Uin/Kellen/Glödthaken und Schauffeln haben müssen / damit man die Ofen zuma- chet/die Schlacken und Glöte abzmcht/als habeich dasselbe alhie auch kürtzüch geden- cken wollen. Den Herdt und Tiegel wo! abwärmen« Er Herdt und Tiegel Mn zuvor / che man das Ertz auffgibtvdtt hinein wirfft/ wol erhitzet und abgewärmet ftyn/dann fo m dem Gestübe / welches O^Zaus Koken und Lehm gemacht/ und mit Wasser gefeucht ist / die Hessen Me¬ tallen die Feuchtigkeit berüren/grbt eöcingroßGtthönwie ein OonnMap von sich/ und springet m.tgrosser Gefahr der Leute aus dem Herdt. Umh Rösten und SHmelßm der Ertz 7-7- Umb welche Ictt man zu Gchmcltzcn anfangcn sol. S hat zwar keine gewisse Zeit/wann man zu schmeltzen anfangen so! / Damir äA^aber die Schmeltzer desto ehe Schicht machen/ lasten sie gemeiniglich früh umb drey odervier Uhr an/thun einglüende Koste durch dieküpfferneForm/zwtschen dcrBa!grnliesen/in den Schmeltzofen hinein / blasen das Feur mit den Bälgen auff/ damit der Tiegel und Herdt in einer halbenStunden wol erwärmet wird / und wann den vorigen Lag in demselben Ofen ist geschmelket worden/wird er desto ehe warm/ss aber nicht darinnegeschmeltzetist/desto langsamer. Kon Krstndung und Anftngk des Rammelöbcrgtschen Bergkwcrckö bcy GoUar gc« kgm/sampt dWbm Ertz Röstens und Schmeltzme üdtrs Leichtgestübe. ^^ZEll jetzo desRammelsbergischenBergkwercksErtzRöstens und des Schwel- AH- L Yens über düs Letchtgestüb gedacht wird/Als habe ich desselbenBergkwercks HS^^Be schastenheit alhie kürtziich vermelden wolle/weil es von manicherleyMetal und mi ncrslien ist/dergleichenman in einem Begrk oder Gruben nicht finden wird. Es schreiben dir alten wachsen/und ist eine gemeine Sag zu Goßlar/ daß der Ramme'.sbcrgk auffnachfolgende Weise sey erfunden worden / Nemlich zu den tenva Keyser Otto dererste/welchec domals auffder Hartzburgk Hoffhielte, undviel-g^kAnns sättig in den Harßgcbirgen jagen ließ/begab sichs auffeine Zeit / daß seiner fürnehmen 9-s. Jäger einer mit NahmcnRamm/ausBefehldesKeysersandenVorbergendesHar-^^^ tzes/jagete/von der Hartzburgk gegen den Niedergang? / Und als der Jager an einen Ohtt/von wegen der Höhe des Berges / dem Wild nicht mehr Nacheilen kunte / heff- m n seinPferdt aneinenVaum/ in zimblicher Höhe des Berges/stieg ab und folget dem Wilde zu Fusse nach rc. Dieweil er aber dem Wild folget / verlanget des Jägers Pferdt nachseinenOampiKdd Herren/und scharrethefftig an dem Berge /. Wie sein Herr der Jäger Ramm wieder timbzuseinemPferdekam/saheerwieessohartgearbeitethatte/ undvielSteineaus^g, der Erden gescharrek/ welche derIäger Ramm liegen sahe/und Hub davon einStuffe Ertz auff die schwer war / brachte die dem Kepser Otten/ der dann aus des ErßeS schwerenundKarbabnehmenkunte/daßeseinMetallischErtzseynmüste / der dann dasErtz auff Metal probieren und versuchen ließ/Wie wo! sich das Ertz gar geringe am Silber und Bley erzeiget/hak doch der Keyser aus licbc/die er zumBergkwrrck getragen / mit den Bergkieuten den Bcrgkgewaltig angegriffen/und mit SchürffcnGrogrnren, versuchen lassen/da hat man das Ertz in solcher grossen Menge angekroffen/deßglei-geves Er¬ chen man in der Christenheit biß auff diesen Lag/in einem Berg« allein/ nicht gefunden- den! hat. Dieweil der Keyser die Menge und Bestandt des Ertzes gesehen/und dieBergk- leute denBergk je länger je mehrmitBauenangegriffen/ hätderKeyftrdemBerge^ nach dem Zager Ramm den Nahmen geben/Rammelsbergk/wie er dann noch auffAE^tts- den heutigen Lag also Heist. bcrgk scr- Sie melden auch / daß der Keyser für diesem Berge einen Pallast gehabt/»^arne» welcher in Sächsischer Sprach genennet ward/,ein Sahl auffder Stete die geheissenE^'^'"5-* ward Merle / vor welchem Sahl der Keyser einen Ungerischen Kömg/den er ineinttKsmgAA SchlachkgefNngen/VenKopffhatlassenabschlagen- cnwävpr. Auffund umb dieselbe Stetke/ Merle vom Rammelsbergk anzusehen / fasl^'"Otta gtt, dn an»» em-Stad«/ di-«nach des .. ' KU MdtR. Der fünsfre Thell saget von Gosa v«s gers W"b Goßlar genennek/dieweil des Jägers Weib Gosa geheissen/ davonnoch Jägers «uff den heutigen Lag der Fluß/der durch die Stadt fleust/Gosa genenne; wird. Ramm und Es ist auch hernacher der Jäg^kRamm und sein Weib Gosa / in Goßlar in fern werbS. Augustini Capellen/die auss den FranckenbergiHen Kirchhoff stehet? begraben ycrrlrch be- worden/auffihr Grab ist gelegt ein Stein/darauffRamm und ftl!i Weib Gdsa / s- grabe», groß ssk gewesen / gehauen sind/Dem Jäger Ramm ist in seine Hand ein Schwcrdk/ daß er übersteh träge / und seinem Welbeeine Crone auss ihrem Kopffegemacht oder gehauen worden/ Welcher Stein für wenig Jahren / als man den Bürgermeister Karsten Balder in dieseibige Capellen begraben wollen/ hat man, in dem als man das Grab gemacht hat/ den Grabstein des Jägers Rammt/ sali drei)Ellentieff in der fänden / welchen Stein die Herrn derStadt Goßiar/aussen an derselbenCar fuiwen. " pesten auffrecht haben setzen lassen/ daß er von jcderman kan gesehen wer den/D einem ewigen Gedächtniß. DesVergk/ Und jst drr Rammelsbergk sider derselben Zeit bey 6/8 Jahren gewaltig gr, wctcisAi- hzutt worden / und so viel Erst heraus kommen /weiches an den alten und neuen Schlackenhauffen zusehen/ daß man sich darüber verwundern muß/ dänn das Erß ist nicht allein für Gößiar an denseibigen Wasser geschmelßet worden / sondern weil das Bergkwerck also frei) gewesen/daß/was ein jeder darausge^chmelßet/demseiben allein zukommcn und gehöret hak/und haben keinen Zehcndten davon g den dürsten/ das ist darumb geschehen / dieweil die Erß so arm am Silber und Bley gewesen / ha¬ ben sie die Erß von wegen solcher Freyheik- weit in den Hartz/ dem Höiße/ Köllen und Wasserflüssen nachgeführet/wie an den alten Schlackhaussen / die eine theils fast gar beröst oder mitLörssen bewachsen sepn/so hin und wider in den Hartz ii.gen/ zu sehen ist. H.rnagnus Manliesetin deralken Sächsischen Cronica/daßHerßogMagnusznBrmnr z» Beaun- schweig / den Rammelsbergk den sechs Männer zu Goßlar verwendet hak/ we'.r fchw. vccss ch^r Herßög hernacher Anno ^76. erschlagen wordeu/umb dieselbe Zeit sey derRamr Bcrgk." melsbergk einsmahls eingangen / vas "bey vierkehalbhundcrt Witfrauen auffeinen Der R.rm- Lag worden/ die vor dem Berge gestanden / und ihre Männer beklaget haben/nach melsbergk hMsey derBrrqk roö.Jahr stille gelegen/daß es zu Goßlar so eiusamb worden/ daß das Graß auff den Gaffen Ellen hoch gestanden oder gewachsen sey/ wiewol man zu Goßlarvon diesenund aitenGeschichttn nichtsfindet/aus Ursachen/daß die Stadt zu mehrmahlen von ihren Wiedersachern und Feinden / und zu letzt auch von der Stadt Braunschweig ist vkrherek/verbrennk und geplündertworden/ da dann diese und dergleichenSachen mehr mit auffgangen stno/Zu dem ist esauch einegemeineSa- gevondenAlten/daßoerBergkeingangen/ Mid roo. Jahr stille gelegen ist/ so muß der Rammelsbergk AnnoChristi -47<5. wiederumbgewältt'gek styn wordenidas kön¬ nen die Alken von ihren Vätern und Großvätern woi gehöret haben. KerRam« Es sägen auch die Alten/ daß der Rammelsbergkwiederumb sey gewältiget melsbergk worden von den Böhmen von Kütkenberge nnd den Francken/Essittd aber damals wlcderumbyolr den Sachsen alle AußländerFrancken geheissen worden / und die den Rammcls- KE"^'bergk gcwältigek haben / das sind Meißner von Grimme gewesen/wie sie damahls von ihrer Stadt die Grimmen genennet worden/ welches Geschlecht nochauff den heukigeNLagdiesesNamens/zuGoßlarvornchmeLeute ftyn/von derselben Zeit hery ist der Rammelsbergk von den Sachsen und Ausländern gebauekworden / bißauff DerRam' diesenLag.DekRamelsbergkistsehrgroßunddloßohnHolß/undistbewachscnmik mcisbergk grossen Heiden/Skräuchern/Heidelbeer/Breulelbcerund andern/daßes sonsten aus- serhalb ein unfruchtbar Bergkist/undhat keinen Bergk mehr für sich/aber hinden stost er an die andern Harßgebirge. Hohe Ge. An etlichen Omn des RamMelsberges haben die Alken grosse und hohe Ge- welbe mauren lassen/eins theils doppelte Bögen über einander/und ist an denen Orten -erg. da ihre Heinß-n gehangen/ und numehr die Wasserkunsi hanget / damit dieselben für dem Wände fallen sicher seyn/und nicht Schaden nehmen/weiche Geweihe MitKalch gemäuret seyn/und muffen viel gekostet haben. Es RösttnundSchmctzcnderCltz. Es sagen die Bergkleute/ so täglich im Rammelsbergk arbeiten/ daß in dcn^rsß^y Bergk mehrHoltz als in der Stadt Goßlar verbauet sey. bcrgk'v^ Man findet im Rammelsbergk / daß die Alten für vielen Jahren / et! ehe Weiten mit grossen Eichenhc ltz außgezimmcrt haben / damit/ wann-ich der Bergt je-Ltucheweft Ken würde / er daran g lichen köme/undist dasselbige Holtz so schwär tz und hart den/als rin Bein daß auch der Werckzcug darinnen verderbet wrrd / wann mans at beitenwll/und ifivon der länge derZett/zwi'-chendemHoltzgantzgcwachstnvvnKups- chenhsty ferrauch / so im Berge wachst / daß an denselben Orten der Bergt von solchem Ho!tze""ßs^ gute Bergkfestung hat. ' Ich muß auch erzehlen/ wie wunderbarlich der Bergk gerissen ist/ und Vie ErngwM mandts v-.rdesslben Riß Uhrsprungkoder Anfangkweiß/ woherer kommen ist / EsRiß am meinen etliche / weil der Bergk eingangen sey / da habe sich der Bergk voneinander^""""^ geben/ und dcnRrß bekommen / dann der Riß ist über den obern Gruben an etlichen^ ' Orten saji drey biß in die vier Ellen weit/ und bey -oo. Lachter lang/und ist an etlichen Ortensoticff/ daß man den Gr Uttdt nicht absehen kan/ Wie die Alten sagen/ so sich er vor Zeiten nicht einer Ellen weit gcwesen/mw daß der Riß noch auffden heutigen Lag sol weiter werden / Es sagen die Bergkleute / daß sich von dem Regen und Schnee bißweilen Wassr sannet / und das Wasser so oben von dem Berge in den Riß fleust/daö kdmpt alles in denRammelsbergk/ aber erst auffdenneundtenLag/ so lange weret es ehe es sich hindurch dringet. Der Rammelsbergk hat auss der Selten gegen dem Herßberg/da er am allerer" Mn-rv höchsten und steilesten ist/ein gar schönen Brunnen / welcher eines Arms ticke qviliet/ und wird der Brunn von den Einwohnern der Stadt Goßlar/ der Kinderbrunn ge- bergk. nennet/wie dann em Gewelbe darüber geschlossen / und über die Thür zwey Ander in Stein gehauen sind / wovon er den Namen hat/weiß niemandt/Eö rhuk aber der Brunn derSradt vrel guts/ dann sie sich von dem Brunnen ihresRohrenwassks zum «heil erholen müssen» Es hak auch der Rammelsbergk inwendig viel Wasser/undIlNd r. StolleME^ darein gerrleben/wtewol noch ein tiestcrer Stollen bey dem Ocker Lhurm angefan gen/und zimlich weit getrieben / so ist er doch liegen blieben/Es haben auch die Alten den öbern Gtollen/ehe der ander hineinkomen/zu ihrenHeintzen gebraucht/aber durch solche Kunst oer Heintzen / hette der Rammelsbergk müssen liegen blieben / dann man kunte Wassers halben albereik in etlichen Zechen nicht mehr sincken/ Da unterstundt sich ein Außländer aus dem Lande Meissen / mit Namen Heinrich Eschenbach / dieWnrrch E- Wasserkunst mit dem krummen Zapssen in den Rammelsbergkzu hengen / wiewol ihn jederman wiedersprach/dieweil es damahls ein neuDing/und zuvor nicht gesehen w or- wasser- den/hak er doch mit Hülst desalimächkigen/ die Kunst also versertigek/und in die Tief- kirnst, ft gerichtet/so gewaltig / daß nicht allein dieKunst die Wassrhält/ sondern daß man auch ,hr her von gehauen/lst der Rammelsbergk in sehr grosse weiten außgehauen wor, «E Ä den/daß es an etlichen Orten ,ehrgefehrlich zu arbeiten ist/darr es sich wol begeben hat/ ren und geschicht noch wol / dieweil der Rammelsbergk so grosse außgehauene weidten hat/das bey drey ZügeErtz/das sind bey )8o. LonnenElß herein gangen dasselbrErtz aber / so oben herein gehet/ist nicht so gut als das ander am Bley / dann es hat gemeinig» sich vrel Wasserkleß/aber am Silber hält esgleich wie dasander/waiin solche Wände von Ertz herein gehen/ wie es offtgerchicht/ fonehmenM Arbeiwrschaden/und was es trisst/wie man dencken kan/oas zerschlägt es/dann dre weidten sind so sehrhoch/daß man mit keinem Holtz zu hülffe komme» kam Darneben Rösten und Schmcltzen der Crtz- 7? ' Darneben ist auch zu wissen/daß das RammelSbergerEitz so fest ist/ daß der Mehrertheil mit Feurmuß gewonnen werden/ Es hat aber GOlt der HErr / als einErschasscr aller Oinge/dasErtzindengantzenBergk sehr klüsstig/gleich wie zer- schütt/wcrdcnlaßen/damit dieKeuran dieKlüsste können gefaßt werden/ und mchL erstlich verschremen dürssen/und hebt das Feur sehr wol / dann wo das nicht wäre/ könte dasErtz/weil es so arm/nimmermehr aust die Kosten gewonnen werden/unan, gesehen / daß es so mächtig ist/dieweit es aber so erschütt/ und grosse Klüffke hat/so gehen offkmahls solche große Wände/wie gesagk/herein. Es sind die Rammelsbergischen Ertz in gemein Schwartzgrau/und einWeiß- grauer Mß/ mit eingesprrngtenKupsserkieß/ auch Quärtz so darinnen gestossen ist/ und sind des mehrentheils durchaus blendig / welche blende man in Ertzen nicht se¬ hen kan/aber in denSchmeltzen und Schlacken finden sie sich sichtiglrch. Und bricht auff allen Zechen Kupsserertz mit unter / welches die Erßscheider und Haußknechte von einander scheiden/ und wird aisoann das Kupsserertz in dis Ockerhütten/unddas Bleyertz in Vie andern Hütten geführek. Vor Zeiten da die Bürger oder Hütten Herrn in Goßlar / den Rammelsberg und die Schmeltzhütten innen hatten / wmn das Ertz aus den Gruben getrieben ward / da ward ein m jeden scinLheilzugemessen/welcher eine eigene Hütten hatte/ der verschweißte fern Ertz selber / die aber keine Hütten hatten/ die verkaussken ihre Ertz/den Scherbern umb vier Mariengroschen/das iji zwey gutcGroschen/achk gute Pfennige Fürsten Müntze / Oie meisten Gewerckcn die keine Hütten hatten /die liesi^^-^ sen ihre T heil einem andern umb einen jährlichen Zinß über / es muste ein jeder sein Ertz / den Scherben umbvierMariengroschenbezahlen/ davon würden die Arbeiter belohnet / was dann ausss Quartal übrig/oder im Vorrach war an Gelde/das theilte man unter die Gewercken aus / einem jeden / nach dem er viel Lheil in einer Gruben hatte/-und so sich das gewonnen Ertz zu ablohnen der Arbeiter nicht erstreckte/wie vssl gejchach/ somusten die Gewercken wöchendtlich zulegen / und solches mit Geld erstatten. Es hakte ein jeder Hütten Herr / für dem Berge seinen Bergknecht / der em¬ pfing das Ertz/ das ward dann einem jeden in seine Rinne gemessen/das ließ in dek Rmneherab/aNdieOrt/baman darzu fahren konte / welches alSdann die Fuhrleute aussdieHölwegkn luden/und für die Hütten führten/ und gehet in eine Hole sechs Scherben Ertz/ ES hatte auch ein jeder Hütten Herr seine eigene Fuhrleute zu Ertz/ Holtz und Kohlen. Es sind Anno 1540. als die Bürger in Goßlar den Rammelsbergk noch in-EltffHßt- ne hatten eilffHütten gangkhafftig gewesen/als nem blich an der -Ocker drey/und an^». der Gran und Inderste achte / auss diesen Hütten ist wöchentlich alles Ertz/ so auß dem RauiMlsbergckommen/ verschmeißt worden. . Ich muß auch der Bergkleute gedencken/ die in dem Rammelsbergk arbeiten/dte Arbst¬ es ist oben gedachk/daß es ein arm Volck ist / nichts desto weniger sind sie verwege?","^E tte Gesellen/ die niemands/auch ihrer Gefälligkeit nicht achten. verwegen Derohalben lässet man ihnen in der Wochen zweyMahl in G. Claus Kir¬ chen/ die hark am Claus Lhor liegt / Predigen/daß sie sich in solcher Gefahr / GOtt befehlen sollen / aber sie achten lolcher Predigte geringe / dann wo es der Prediger verstehet/ daß er ein wenig die Predigt zu lange machet/und das Stadt Lhorauss- gehet / lausten sie alle darvon/und lassen den Prediger alleine stehen/welches gar ossk geschicht/alsdann muß er wol auffhören, Es 'Glantzertz. Braun Blcytrtz. Gemcm Er«?. Weiß Kupffcrertz. Gelb Kupffcrertz KupffcrUch Weisserkieß Graue Gauß Schmer Ertz Rocen Atramentskem. Rainelsb: Ery gemacht werden. Schwchl Galmey Ungrischen Victriel Grünen Vickriol Blauen Viktriol Weissen Victriol Kobolt Die Wrbe von den Stollen / welche man' Ockergelb nennek. Der fünfftt Theil saget von Es hak der Hertzog von Braunschweig alle Nützungen vom Rammelsberg/ obwol der Rach der Stadt Goßlar für Jahren über den gantzen Rammelsberg das Neundte von allem Ertz gehabt hat/so ist dochAnno »585. den Abend vor Michaelis/ der tieffste Skollen/der bey dem breiten Thor seinen Außgangk hat/im Rammelsberg Durchfchlägig gemachk/und hat damit das Neundte erworben. Es hat aber der Rath offkgedachter Stadt! Goßlar noch drey Zechen / dar¬ aus sie wöchentlich viel Kupfferrauch fodern/und aus demselben Victril siede»/nach dem er abgehet / aber der Hertzog läst fort und fort sieden/so viel man des verkauft fen kan. Was für Crtz und Mineralien aus oem Rammels- httg gewonnen werden. Grauen Atramentstein. Weisse Jockeln Grüne Jockeln oder Victril Weisse Blum oder Victril Grüne Blum Grauen Kupfferrauch * . Gelben Misy Die färb« Ocksrgclb Talg Feder weiß. Mas für KlerLllen aus dem RamelSb- Was für Mineralien aus dem Ertz gemacht werden. Golt Silber Kupffer Glöt Bley ZmcköderConkerfey Kupffer so auß Er«; gemacht wird.' Kupffer so auß Eisen gemacht wird. weisserVw Es wächst in dem Rammelsbergk weisser gediegener Victril/so langk wie die ml Jöckel- Eißzapffen/das heissen sie weiß Höckel g ut. we'lsserVtc- Es wächst auch noch anderer weisser Victril im Berge / weicher sich rundk tul Rosen- außbreitet/das heissen sie Rosen gut/ Diese bepde Victril schlagen sie inLonnen/ gut. und werden verkauftet an weite Ort und Ende. GrönerVic. Gleicher Gestalt wächst auch bläulichter Victril gar schön / das lange nen- tnl Iöckel-nen sie Höckel Gut/das ist durchsichtig/das wird auch wol von andern und den Auß- gut. ländern/gmennet grüner Gelitzenstein / der wird verführet/ und in die Apoiekrn ver- kaufst. GrauerRup Es bricht auch im Rammelsbergk eine graue msrcris, welche man grauen ferrauch. Kupfferrauch nennet/daraus srudt man den Goßlarischen Victril. mem. Das allerschöneste nennet man grau Atrament / das pfleget man auch in den Apoteken zu gebrauchen/ Dieses Kupfferrauchs wechst in den Rammelsbergk über-- flüßig viel/also/ daßmananetlichenOrtendeö Berges, den Kupfferrauch muß hin¬ weg hauen/sonst wüchsen etliche Oerter gar zu/daß man nicht mehr konte hinein kom¬ men/ Unter diesem grauen Kupfferrauch/wechst bi ßweilen eine braunrote Erde oder RothAtra-specier, welches die ULterialitten roth Alramenta nennen. menr. Es wird aber der rote und graue Kupfferrauch / unter einander in grünen Vickril versotten/diese VictrilErde oder Kupfferrauch zergehet in Waffer/das nichts darvon bleibet/dann ein ichwartzer Schlaffi. Etliche schreiben/ daß man das Ertz/oaraus Victril gesotten / auff die Hütten führet/daraus Bley und Silber schmeltzek/das ist unrecht/ dann der Kupfferrauch hat kein metMlck Ertz in sich. Uber Rösten und Schmätzen der Crtz. So Uber diese obgedachte miaorslicn, wächst auch in dem Rammelsbergk eine ^rrerizfastEllendicke/das nennen dieArbeiterBergktalch/ es ist aber nicht Lalch/^^ daß die Alchimisten Lalch nennen / als Katzensilber/ sondern es möchi auff unser Leuksch Bergkunßlit genennet werden/ dann es ist wieein Seißen so schmierig und fttt/undweißniemandtworzu es nützist/esbleibtäuch unweggehauen. Es bricht im Rammelsbergk Werweiß/ welches in den Apotccken gebraucht und weiter verführet wird» Es bricht auch eine Karena im RaMmelsbergk/ welches die ^Acclici MisH nennen / es sind noch wol andere Species mehr/dieaus dem Rammetsbergk kommen/ weiche mir jetzo nicht alle zusallen/Qieweil aber des dinges viel/un d noch zur Zeit nie¬ mand weiß/ was eines jedenEigenschafft/NützuNg undWrrckung ist/ worzu sie zu¬ gebrauchen sind/und biß auff diese Zeit von keinem ist ergründet worden / wil ichs auff dißmah! auch darbey bewenden lassen» Was aber denZinckoderConkerfey/wie imgleichcn auch den Galtney und El- senschußbelangt/so sich imschmeltzen der Rammeisbergijchen Ertz findet/svtnachfol- gends im schmeißen (derselben Ertz)gedacht werden. Wie die Rammelsbergischen Ertz em Rösten auff Vas erste / ander und vntte Fcur ge¬ bracht wer den. /Atzv Ci! gemeldte Rammelbergische Ertz geringes Halts seyn/undwöchendlich r^^Leine grosse Menge inden Bergt gewonnen und heraus gefordert wird/ rvel- ^L4^che sichimWasserNicht scheiden lassen/So wil ich kürtzlich anzelgen/wie man sie jetziger Zeit zu gute machet/und zum Überschuß bringet/ dieweil aber diese Arbeit vielen unbekandt ist/ wil ich ihren gantzen Brauch/den sie im RösteN/mit Ofen zurich- ten/schmeltzen und ander n Zuha ten pDgen/und jetzo im schwänge gehet / mit welchen die geringhaltigen Ertz des Otts in grosser Menge herdürch geschmeltzt werden / kürtz^ Uch beschrieben. Tom ersten Fem der Röste/ welches matt ei- nm rohmRost nennet. As Rammelbergrsshe Ertz/vas aus dem Berge kömpt/wirdalles gerbst/ Es VomRL ist auch in und ausfdem Rammelsbergk klein Ertz/daß sich in der Arbeit vonst«». den groben abrührt/da dann Bergk und anderunreines darunter kömpt/ daß führet man in die Waschen für dem Bergt/daß es durch einen Durchlaß rein gewa-- schen wird/desselben ist zweyerley/das grobe istwie die Hasilnüß/das Heist man Kern/ das ander Heist man klein / solches wird in die Hütten geführet / und zu unkerst i n den Es ist aber noch ein ander klein Ertz / das in den Bergt unker deni Kiipffer^nvÄ^»^ rauch rö.' et/wann man den KupsterraUch laugk/was alleinimKorbe bleibet/Uud nicht zergeht/ dasselbige wird gesondrrek/dasglobeallein/unddasklrineauchaUeitt / das kleine wird in der Wäsche für das Victril Hauß/in einem Durchlaß sonderlich ge- wafchen/daß es rein wiro/das grobe nennen sie Vickriltern/das kleine nennen sit Vic- tril klein Ertz/ oas ist aber gleich dem ändern Rammelbergischen Ertz / das führet man auff die Schmeltzhütken/ und werden von solchem ViMii klein und Kernt die rohen Röste gedecket/wie folget. Wiewol die SchMtzer diß Ettz aus dem Victril Hauß/ nicht gerne aüff die Hütten nrym.n/ dann sie sagen/ es habe von dem Kupffetrauch eine Schärffc Nach länge der Zeitm irch gezogen/die si tz nicht weg rösten lasse/ünd sol auch kern Bley und Silbergeden/wie oasandre Ertz/WNches wolzugläuben/dann oerVictrit der cs!- eionirt sich dann und verbrennet sich nicht/ uns das dann derselbe c-Ieiomne Vic^ ttil im schme.ß.n Schaden thuf. L Man Man nimpt desselben kleinen Erst / und schük es ein halbe Ellen hoch/kn das gevierdtebeyzehen Ellen breit und lang/ darauff schlicht man Holtz/ so breit aik das kleine geschütt ist/auch ins gevierdkeanderthalb Ellenhoch/ gantz dicke zusammen / darnach nimpt man daö Ertz/ wie es aus dem Berge kömpt / so groß die Stuften sind/ . Hänoegroß/gröfterundkleiner/undschüttesvarauff/ undwirvauffcinenRost ge- " schüttet 1500. auch woli6oo. Scherben/deren ein jeder fünfftchabenEentner wiegt/ und werden die Röst viereckigt/gleich einer Pastcyen/ und 9.Schuch hochauffgetra- gen/undwird umb und umb mit dem kleinen Kern Ertz /einer guten Hand dicke seucht gedrck- Wann dre Decke der rohen Röste (wie gemeldit)medergebrandt sind/ werden sie von wegen der grossen Hitze weich/dann nehmen sie ein Holtz / und stossen den Rost oben voll runde Löcher/ daß man ihn mit eisern Löffeln heraus schöpften kan / Es müssen die Arbeitergrossen Stanek darüber leiden / sie sagen daß der VtcmlKern und klein / damit .sie die Röst« decken/woldarzu hilfst/unddaH das ander klein und Krrn/so viel Schwefels nicht bringet. )ch kan aber nicht wißen / warumb das Vickril klein und Kern / zu dem Schwefechelffen solte/mehr alsdaö andere kleineErtz/eswere dann/daß in demVicttii klein und Kern/ der eingedrungeneVictrilhÜlffe/das sich dasselbe kleine desio dichter zusammen sunderk / damit der Schwefel in den Rauch und Lufft nicht sojährling durch dringenköntesonstkanichkeineandereUrsachefinden. Iva- eeste Und so das erste Feur außgrbrcmdt ist/so ist das kleine untergebrachtt Ertz gar cke^k. hichfe zusammen geflossen /gleicheinem Kupfferstein/ welches die Schmelßer Stahl SMhl. nennen/ dkttftlblgen Stahl haltenste sonderlich aus» : Dom andern §mr. Arnach bringen sie den Rost umb / auft-eia ander Feur/ das geschieht al- Kasattver Wann sie den RostvoneinanVerbringrn/so bekommen sic klein Ertz/daS Lear. (^Ssich von dem andern groben Ertz abgebrandt hat/ dassribigekleineE'tz/ das bringen sie «ntevbas ander Holtz/gleich wie unter den ersten rotzen Rost/ aber nicht so hoch /sie legen auch das Röstholtz nm halb sohoch als das erste/und wirb ins gevierdte geltgt/wiezuvor/derselbig« Rostwird mit der ersten Decke (so auffdem rohen Rost ge- legen)gedeckt/das zeucht man erstlich ab/vb gleichvon dem gelösten Ertz/ttwaö darun¬ ter kömpt/das irret nicht. Es werden auch in dem andern Rost/gleichwie indem ersten / Brände auftge, setzet und angezündet / es brennet der ander Rost wiedemmb gar sehr/und gibt einen grossen Schwefel Stanckvon sich/aber er brennet sich ehe aus/als der ersterohe Rost/ «s fleust aber kein Schwefel mehr zusammen/wie in dem ersten. Es setzt sich aber unter dem Holtz in dem kleinen Ertz/ gleich sowol Stahl wie in dem ersten Rost / und bißweilen wol mrhr/den halten sie aus/ der ist dem ersten gleich/das Heist man das ander Frur. . Von Rösten und Schmeißen derCrß. 81 Vom dritten und letzten Icur. F^tzZAnn dasselbe ander Feur auch außgebrandk ist/ daß sie nichk mehr so sehr stin- Lcken/ so machen sie anvm kleine Röste/ mit wenig Holtz/ und bringen unter ^sA^oaSHoltz auch klein Ertz/ungesährlrch eineöSchuchs hoch/und schütten darr aussdes andern gelösten Ertzesso viel / dassiebeyläufftigir.oderl4. Schichten da¬ von schmeltzen können / und machen die Röst nicht dicke / sondern sein breik/Unv fleuss das kleine unter gebrachte Ertz nichk/sondern es suNdcrt an den Orten/ da die Brände stehen/doch nicht sonderliches mehr. Es wird auch mit dem kleinen Ertz aufs allen vier Seiten und oben gedeckt/ und mit dem ansteckrn des dritten Feurö gehalten / wie mit den vorigen zweyen Feus rett. Wannnun das dritte oder letzterem/ ein Lag oder viere gebrattdt hak/ wird das Ertz in die Schmeltzhütten vorgelauffen/.aber die Ertz im letzten Feur/werdett ausien am Rande herumb/mit kleinen eisern Harcken oder Krallen abgezogen/ det. Uliachen/dieweil das Feur dieselben außwendig nichkwo!gebrattdthak / solche Ertz heilt man rohe K umpen/ die werden wiederumbauffden andern Rost gebracht/ da¬ mit sie gar gebrandkwerdrn. Dieses dritte Feur nennen sie das letzte Feur/und so das gar außgebrandk ist/ sö iss das Ertz genug geröstet / und wie es vor dem Rösten roh/ein schwer grau mit Kieß -ermengkcs Ertz ist/so wird es nach dem Rösten Braunrokh» Von zurichkcn der Schmeltzöftn. ^^Olget nun/ w»e die Schmcltzöfen zugerichket und gemacher werden / Ich muß aber erstlich sagen von den Abzuchten/die nichk allein unter die Goßlari- sehen sondern auch unter alle andere Schmeltzöftn müssen gemacht werden. Die Adzuchk unter die Schmeltzöftn/ werden zwo Ellen kiest CreutzweißweedkAb- gelegt/ däßdre Abzuchk gegen den Bälgen außgehet/ EtlicheAbzuchten zu GoßlarA^^^" gehen in die Rättstuden aus/davon ich nichts halte / dann so die Abzuchten von den öft» Men Rattstubmftucht werden/oder dieselbe Feuchtigkeit an sich ziehen/ khukes im schmel-gemacher tzcn Schaven. unvgcbau« DaruMb nicht wenig daran gelegen/daß die Abzuchten an ihren rechten Ott'""'" gemacht/ daßkein Wasser darein kommen kan/auch nicht zu tieff oder zu seicht gelegt werden/ dann so Wasser in die Abzuchk gehets wie gesagt) so wil sich der Zeugt im Herdt nichk recht scheiden und arbeiten/jchlägt und Hüssssetdarinnenimmerauss/wie dann ailegrosseHitze/dieFeuchtigkeit undKäitelchadek. Es ist auch an den Schmeltzöftn/daß die in rechter Weikeund Höhe gemacht von vee werden/ viel gelegen / Die Goßlarischen Schm lßosen machen sie inwendig dritleAflse un- halben Mäurziegcl tieff/ und zwette Zregel weit/ und darüber die Vorwandt drikte-^^^ Halb Ellen hoch von Schieffcrsteinen die nichk dicke ftyn/ daß man den Ofen allezeit/ sA. wann man wil/außschiagen kan/von wegen des Galmey/ der sich darinnen attlegt/ dann die Schiesftrstcinhalken des Orts im Feurgar wol. DettLregel im Schmeltzöftn belanget/ der wird sonderlich zugerichket/ älso:^ Sie legen auffdie Adzucht einen grossen Sttin/dennenNensiedenLiegelstein/ auffvieTrgeim denselben Tiegelstein schlagen sie einen LehMett Herdt / mit kleinen Schlacken ver-d-e schmelz menget / und daraust wieder ein Lehmen Herdt/ und so der krucken worden ist/ schlemmen sie den zugertchteN Liegelswelcher halb im Ofen/und halb he-äusser schüft Anden, sig ist/also/daß sein Mittel recht unter der Verwandt stehet) mit gebrandken Ertz eins Daumens dicke aus/ und so der auch krucken worden/uNd wol abgewärmet ist / daß es garerglüek/ lolstderSchmeltzoftnblßauffdaszuMachenftrtig/ Es solaber solcher Lieget biß an die Schmeltzsorm fünff viertel einerEllen tieff seyn/ und ausserhalb denOftn sich neigen/ damit das Bley vor dem Ofen im Lieget fliesse/ und nichk im Ofen stehen bleibe. L ij S- ST Der fünffte Tßell saget vm ki'-L E das Gebläß belanget/werden jetziger Zeit desOrts vier Bälgen an einer e g»- ^^llen gelegt / es haltens aber die Schmeltzer dafür/wo Mansdes Wassershalben haben kan/ daß cs besser were/daß ein jeder Schmcltzofen sein eigen Ratt ündWel- len hätte/aus Ursachen/das einer sein Gebläß jiarck oder schwach richten könte/ weil sie mit grosser Gewalt und mithauffen das Ertz durch den Ofen schmeltzen müssen/ Es wird aber durch den <^chmellMn der dem Rade am negsien isi/ allezeit mehr Erß ge¬ setzt/ als durch den andern/ und weil mehr gesttztwird/ sowird aull) mchrBley gr- macht/und mit mehrem Vorthcil der Köllen. wie dte Die /Formen legen sie nach eines jeden Ertz Ahrk und Gelegenheit/nicht zu scharff Form ,m auch nicht zu flach/ wclchs dermassen gericht ich / daß die Form recht mitten im Ofen/ Sch'ttely- lfl gleich bcy der Vorwandt nieder blasen / Es haben aber die Gchmeitzdfen zu gen"'^ Goßlar gar grosse Bälge/also das^u einem Paar Balgen 6. Ochsenhäut kommen/ dann weil sie das Ertz/wievorgesägt/in grosser mennig herdurchjagen müssen/ söge- höret auch srarck Gebläß darzü. Wanndiß nun alles alw zugericht/und sie wollen Zum schmeltzen zu machen / so schütten sie ein Füllfaß mit Büchenkollen in den warmen Liege!/und oben auffdie, selben KolleN noch drcyFüllfaß mit lerchtem Kollcngeflübe/die sie also zurichttN/ sie machen an die Welle ans Orth hinaus einen Schlägel/wann die Welle einmahl her- VonRollenUMb gehet/ so fälk der Schlägel zweymahlaüsskteine harte BüchcneKollenuieder/ gestübe ;r, die des Schmclßers Knecht oder Vorläuft.-r/wcrekwan die Zeit hat /mik der Schauf- machen, unterschütten/wiewol solches eine lose Rüjlung isi/so machen sie doch so viel gesiü- b'e damit/ ais sie zu zwcyen Ofen bedürften / dann sie wollen die Welle nicht gerne de« sshweren/sie flössen aber gar keinen Lehm darunter/ wie man in andern schmeltzen zu . thunpflegk/ solch ihr lesch odergeflübe feuchten sie erfllich a» / oder dämmen undlchla- Verben inLiegel im Ofen Mit etwas fchweres/gcmeiniglichmitder eisern Kellen nieder/ Tiegelzumdaßes dicht aust einander kömpt deßgleichen vor dem Ofen /auch daß sie esein wensg schmeltzen. höher machen/damit die Schlacken nicht können heraus fliessen/und lassen unten am" Ofen ein Loch unter der Vorwandt/ so man ein Aug nennet/das einer fass mit der / -- Hand in den Ofen grerften kan. M' viel sic Alsdann wird von obgemeldtemgerösten Ertz /auff jede Schicht !r. Scherbe» zum schmeltzen abgemessen / und für den Schmeltzofen in die Hütte gelausten / darzu lerfelver wird einErntner Hä- tbley/vier fcherben Zellerfelder/ Wildemänner oderClaustha-- . Schlacken 1er Schlacken / da der Centner noch btt) I2.ro. r8.2o.25.1a biß inetlichexo. Pfund schirr sinL halten / zum ztt,chl..gen genommen / welches Hans Francke angeordnet hat/ ,cy >.tz dttivetl sie noch Bleys «ich sind/ wird in cinerSchichf/ drep auch woi vierdtchalbekr wie. viel Centner Merck oder Schwartzbley gemachet/ und wird ausseiner Schicht dritte- UScrcksicckhalb Fuder Köllen vcrbrändt/ welches 24. Maß sind/und wofernkein Mangel am ^I^^Wasier ifl/werden in einer Wochen 7. Schichten mit einem Ofen geschmeltzt. zoer'Hükkest Was die ZeUckfelder/ Wildemänner und CiauSthaier Schlackenbelangek/ Reuter darumb hak cs diese Befchaffenheit/weil sie des Orts keinen Kich oder heißgrätige ^ansFm.k^^ zsim zuschlagenchäben / können sie im Schmeltzen den Schlacken die Silber und Arryschi'ü-Dlch nicht gar benehmen / dann es halten die geringsien derselben Schlacken / der ch ckcn ;um nochsr. oder /6. Pfund Bley/und so die Hartzschlackcn zudemRammelöbergische» ^^g/" Ertzcn nicht zugeschlagen/würden sie nicht vielBlcy machen. ftn" o? ' Nach solcher ZuMächung des Ofens / wird er im und außwendig geglüet / als- fchmeltzes.dann schütten sie oben glüendeKoüenhinein/ und ander Koüen darauft / und setzen dann alsbald der Hartzschlacken einen Lrog oder zwene voll hinnach / dann wie¬ der Kollen/und des qebrandken Crtzes darauss/und also fortund fortKollcnundErtz/ so lange der Ofen gehäufter voll wird / sie legen auch forne Köllen und Brände für/ je- döch nichtviel/sondern daß das Geflübe bey der Vorwand/ da die Schlacken heraus fliesseN/warm bleibe. So nun der Ofen voll gesatzt.isi/ halten sie eine weile siille / biß das Feur iM Oien auffgehet/ darnach hängen sie an/ und fangen an zu schmeltzen/ veraasen nicht mit weichen Schlacken/ wie itt andern Schmeltzen gebräuchlich / haben auch nicht eiserne Formen/ sondern küpsseme/ diezimdltch weit imOfenhuittn lic« Rösten und Schmelßm HI Ertz. s; M / dann die heißgrätigen frischen Schocken / fressen die eisernen Formen in zwo Schichten gar weg/ das fre den küpfferncn nicht leirhttichthun/iedoch verzehret'es dre- seiden in die länge auch/und also/daßsie meinem viertelIahrwied-rumbvemeuerk werden müssen. Ihre Schichte Ku fchmeltzen ist bey 18. Stunden / darin setzt man mit einem Ofen bey 60. Centner oder mehr geröstet Ertz/ und der Zellerftlder Schlacken her- durch/und sieust dasErß wie ein Wasser/ und arbeitet sich frisch. Wann der Schweißer mit einer Forckel die erste Schlacke adzeuchk/ diesehk schwer und dicke ist/so stehm die Schlacken darunter gar lauter/ dann nimpt er eine große eiserne Kelle/und gellst dieselbigen aus/die sich dantt wie ein Bley außgiesseu lassen / so frisch »mdsie/ weil die Schlacken so frisch und hart seyn/kan man auch Km geln daraus giessen / die wie ein Eisen anzusehen smd/das Bley aber kreucht im schmei¬ ßen durch das Leichkgestübe unten in Ofen/ und verbirgt sich also die 2x. Stunden darunter/daß die wilden schwefflichten rohen Schlacken solches nicht berützmr/noch durch die langwierige Hiße fressen und verzehren können. Wann der Schweißer benebenst seinem Schlackenläuster das Erß durchge- schmelßet/ und das letzte noch im Ofen ist/ muß der Schlackenläuffer den Ofen auß- warten/biß es ganß durch ist/unter der Zeit aber/machet der Schweitzer ein Feur von Kollbrändemdoch nicht sehr groß/auffden Kühlherdt/der neben dem Schmeltzofen ist / denselben damit abzufeuren/und wann der Schmelßer Schicht machek/so stosset er die Vorwandt unken auff/ und reist mit einem Eisen das Leichkgestübe mit sampk den Schlacken/die sich darein gesetzt haben/heraus/und weil der Schmelßer das Ger stütze aus dem Ofen reist/ so geust ein Knecht mit Wasser sitsamb zu / damit der Schmelßer für der Hiße bleiben kan/und wann allesGestübe aus dem Gchmetßoferr gerissen ist/so greisst der Schmelßermit der Forckel unten ins Bley/und rührets umb/ damit das Bley alles zusammen kömpt/ alsdann geust er das Bley mit der Kellen m Len abgewärmten Herdt / der neben dem Ofen stehek/daraus reist er bas Bleyschei- benweiß/ und bringet aus den 67. Centner geschweißten Ertz in solcher Schicht aus (wann wol geschweißt wird ) vierdtehalben Centner Bley / da einCentner dritte- halb Loch Silber hält/ Vas übrige Silber und Bley bleibet zurück^ Nun ist die Frage/ Wakumtz von denRaMMelsbergischen Ertzen im schmeliMmuibss tzen/so wenig Silber und Bley außgebracht wird/ da s« doch vor dem rösten mehr^'^bU- halten. MeineserachtenskömpksolcherSchadenmchtvom schmeltzen/sondernwirdLleyrnvle« in den Rösten verursachek/bann das gröste Ertz hält so viel Bley nicht der kleinen Pro^m -ihniel- be nach / als das rohe ungelöste Ertz /und was das gelöste Ertz in der kleinen Probe hält/daßwird auch darausgeschmelßek. Es ist auch oben gedacht/daß man die Röste sehr groß macht/und im ersten Feur 7. oders. Wochen langt an einander/ in einer solchen gewaltigen Gchwefelgluk brennen läst/ da dann das weichflüsfige Bley in den Rösten aus dem Ertz fleufi/ wie Quecksilber/ dasselbige Weiche Bley fleuss durch die Röste unten in das kleine unker- gebrachke Ertz / welches dann so weich ist wie ein Leig/darin muß es sich verbrennen / bann wann man in eine solche grosse Gchwefelhiße Stahl und Eisen legt / so verbrenk es in wenig Stunden gaNtz und gar/wil geschweigen Bley in solchenwilden Schwe- fel-Ertz / und so lange Zeit/ daß sich ohn das leichklicht verzehrt/so hält auch der Stahl der sich unter den Rösten stad / klein Bley / wiewol sie desselben Stahls alle Schichten bey z. und 4. Lauftkarrenvoll zuseßen/und sagen/wo sie das nicht thun / können sie so viel Bley nicht machen/welches nurein alter Gebrauch ist/dann so sie bißweilen dm Stahl auffschmeltzen/und keinen mehr zu zuschlagen haben/schmeltzen sirfcrt Ertz ohs ne Stahl/ und machen gleichwol dasselbe Bley/das möchte aber seyn/daß der Stahl in dem fchmeltzen darzu dieneke/ daß es lieber flösse/weil er klein Bley hält/kan er im schmeltzenauch nichts zutragen. Dieses schreibe ich darumb/ob vielleicht einer rvere / dem GOtt den Verstand gebe / der die rechte Ahrt des Röstens finden möchte / damit nicht so viel im Rauch oder Feur wegginge / erachte das derselbe einen grossen Schatz funden hätte. L iij WaM Der fünffte TW säget pon Wann die Schweißer im schmeißen seyn/ so samblek sich in der Verwandt unten am Ösen in den Kläfften/da es nicht dicht außgesirichenworden/zwischen den tztnck oder Schiefferstein/eine Metall/welche von ihnen Zinck oderConterfeht genennet wird/ Lonterftch-und so sie an dieVorwandt kiopffen/sofieust dieselbe Metall heraus in eimnLrog/ den sie unter setzen / dieselbe Metall ist weiß gleich einem Zrehn/ doch härttr und unge¬ schmeidiger / und klinget als einGlöckiein / Solches Comerfcth konte auch viel ge¬ macht werden/ womanFleißbrauchte/oannesnichtvieigeachtwird/ auchvondem Gesinde und Schweißern keine Mühe angewandtwirv/wie viel dieselbe auch nützet / so viel von sich selber ohn alles gefchr in der Verwandt sambllt/ so viel Machen sie deß/ zu dem klopften sie es nichtalle Schichten aus/ nur wanns einer besicllel/daß sie Lrinckgeld bekommen/so klopffen sie es aus/auch samblek sich eine Schrcht vielmehr als die andere/es kömpt bißweilen/daß sie auffeinmahl bey zwey Pfuuvr heraus kiopf- fen/biß weilen auch nicht drey oder vier Loch. Von dieser Metall kan nichts für sich alleinegemacht werden/ dantt cs so unge¬ schmeidig isi/wie ein geschweißter WtßMuk/ wann es aber unter Zichn gesetzt wird/ machet es dasselbe härter und schöner / gleich einem Englischen Zichn/dte Alchimisten haben eine grosse Nachfrage nach diesem Zinck oder Mißmut. Eisenschuß. E)as Rammelsderger Erß hat auch Eisenschuß / dann in dem SchmeltzeN pfleget sich osttm chls eine Sau unter die Forme zu setzen / aber nicht allezeit/ wann sichs dann also setzet / ist die Eisensau bey 15. biß in2o.PfuNdtschwer/ das sehen die Schweitzer nicht gerne/ dann so sie eine Eisensau haben/ so stehet das Bley darauf und verbrennet sich / und kan, nicht durch das Leichtgestübe hinunter kommen / und ge¬ schieht Schaden/ Aus diesen Eisensäuen kan man nichts machen/sind verwegen für alters eine grosse Anzahl liegen blieben / und habens die Alten für Kupftersäu geach- tet/undfleißigauffgehobeu/aberesist Eisen. Es ist auch zu wißen / daß sich im schmeltzen in den Schmelßosen eine graüe mit gelb vermengte Mairria anlegt / an allen vier Enden des Ofens / alle Schichten eines siarcken StrohalÄs dicke / die Galmey genennetwird/ und dem Kupfter zu ge- saßt/unv das zu Messing macht/wie hernach davon wird gesagt werden. elalmey. Dieweil sichderGalmeyalle Schichten alssanhängt/ müssen dieSchmelßch den Galmey alle 7. oder 8. Schichten bey 6 tß. abschlagen/ dann er sehr schwer ist/ dar- umbist oben gedächt/ das sie ihreSchmclßöfen mitSchieffersieinenzu setzen/camit sie den bald können außlchlagrn/ und den Galmey herauslangen/ sonst würde der Schmelßosen in die länge gar zu wachsen/Dieser Galmey hält Bley/ je näher der Form je mehr daß eram Bley hält / es wirb auch gutergeschmeidiger Messing davon Erasmus gemacht. Dieser Galmey ist innerhalb So. Jahren/ durch ErasmusEbnern von Ebner. Nürenbergk erfunden/ daß man erstlich erfahren/daßer zu dem Kupfter und Messing machen diene / wie es dann für der Zeit mchtgcachtet/ und unter den Schlacken weg ge- lauffen/und nunmehr mit grosser Arbeit undUnkosten/ausdenaltenSchlackenhauf- meves. fen wieder muß gesucht werden / dann der rf setzigerZeit wol umb einen Reichsthaler kanverkaufftwerden/ damanihndoch für2o.Iahren für s-vdets. Silbergroschen geben hätte. Ich muß auch gedenckcn/ das unter dem Rammelsbcrger Ertz/viel V,eß und Kieß und blände bricht / eins theils kiesig und kupfferich/und der mehrertheilistnichk Blende, kupfferich/und hält ein stz ein L guentlin Silber/wie ander Rammeisberger Erß/Nun ist es offtmals versucht / daß der Kieß auff Stein ist ver; chmeltzt / aber es ist nichts da- mitaußgericht worden.Es istauffein Zeit von gemeldkem Kießerß/über 10^ ch Stein geschmelßtwordcn/ und hat der,-fein Loch Silber gehalten/als aber des Steins 6o in einen Rost geschükk worden / und z. Feur gegeben/und wieder durchstechen lassen / derMeinung/dasvondcn6oifrohenStein/wiederumbbeyläusttigsoltengemachet werden/darin das Silber als die 60. Loch seyn möchten im rechten Stein/so haben sie doch nicht mehr als 6. bekommen/ und hat der if nicht mehr als 2. L oth Silber gehal¬ ten / ist also Stein und Silberzurücke blieben / obes wol auffmannicherlcy Ahtt per- sucht/hat man doch das Silber nicht heraus bringen können. Rösten und Schmeltzen der Crtz S4- Es ist auch von dem Schwefel Krcßstcin geschmeltzk worden/ daß sie in -2. Stunden s. Cenkner gemacht haben/ hatrinCentner ein hajbLothSilber/ doch ge¬ nau gehalten/ Dieser Stein hak sich dem andern im Keur nach regieret und gehalten/ daß sich Stein und Silber verlohren hak / man kans keiner andern Ucsach zumesi sen/ dann daß die Ery und Schlacken/ soreicham Schwefel sind/und daß das Ertz sehr blendig isi/welche blende nicht verbrendk/und bleibt in den Schlacken/ derowegen sichS nicht schiedig arbeiten wil/ sondern es arbeitet sich irisch und müßig/derowegen^ das Stcinschmeltzen auch nach blieben ist / biß Anno 1575. Georg Nestler das Stein- r«r machet schmeltzen erst recht erfunden/und Kupffer daraus gemacht hak. Dupss-r-. Von anfrtschcn Härt und Glöt. S wird der Anfrischofen zugerichket/ daß er beyläuffkig 7. Wcrckschuehoch/ zwene Liege! geraum/ weit und kiest isi/und wirb der Ofen mir schwerem Ge? ^b siübe zugemachk/ wie die gemeinen Schmrltzofen/und wird das Gestübe hin» tcn im Ofen gegen der Form hochgestossen / und form gegen dem Auge schüßig zugr- machet/machen sie unken einLoch dadurch dasBley fliessen kan/und für demOfenwird ein Derdt gemachet/zimblichtieff/darein das Bleyfleust / Dieser Ofen muß wie ein Schmelzofen/ eine Abzucht haben / und so der Ofen aljozugertchtek / wird der Ofen und Herdt mit Köllen abgewärmet/alsdann setzet der SchmeltzerLwey Füllfaß mit Köllen invenOfen/und daraust setzt er Härt und Glöt/Oie geklopfft rst/zwene Tröge voll in die Seiten des-Ofens/dann setzt er wieder in den Ofen ein Füüfaß Koüen/und darauff wieder Härt und Glöt/so lange derOfengargehäufftvollwird/ Es wird nicht vernaset mit weichen Schlacken / wie im ersten schmeltzen/ alsdann henget er an / daß die Schmel tzbälge blasen / er muß auch gute Acht darauff geben / daß der Ofen nicht versetzt rvird/dann damit geschieht Schaden/ und so der Schweitzer in der Arbeit ist/ so fleust das Bley durch das gemachte Auge heraus in den Herdt/ welches allezeit offen stehet / und also der Herdt voller Blcyes ist/ soltgkdarauffeine weiche Schlacken / die er mit einem Schlackenhaken oderFor ckel abhebt / welche Schlacken sie letztlich wieder hinnach setzen. Darnach hat der Schmeltzer einen großen eisern Löffel oder Kellen/ die warm gemacht ist/ und geustdasBleyin eisernePfannm / wie groß man dieStücke haben wil/und wiegt ein Stück bey zwey Centmr. , Mit diesem Anfrischen/frischen sie auffeinmahl)vO.Crnkner Glöt/auch wolA^2 mehr oder weniger/und esgehek ihnen bald von statten. ang-ftr- Zu solchem Anftischen brauchet man Dannenkollen/ diegeben einen leichkenkchee wuv. frischen Klammen/ dann so sie mit Harken Kotten ansrischen/ so machen sie weniger Bleyes/als mu den weichen. Ich muß auch gedencken / daß das RaMmelskergische Silber eine Marck / wr« Viel ein Heller Gold hält/und das bleibet von wegen daß es arm am Golde/ungescheiden/ wiewol sich ihrer viel daran versucht haben / hak es doch den Unkosten nicht ertragen GUver wollen/ dann wie ein jeder zu erachten / daß eine Marck Silber für drey gute Gro¬ schen Gold / solcher gestalt und mit Nutz nicht kan geschieden werden / dann solche Sachen nicht allezeit glücklich zugehen/ obwol desselben Silbers bey rooo. Marck geschieden und mehr/so hak mans doch mit keinem Vortheil gethan/ verwegen das Gold darinnen muß vermüntzek werden/und ungescheiden bleiben. Viel Münder und natürliche Ebentheur siehek man in denSchmeltzhükken/ dann weil in den Schlacken allerley Bergk/und allerley mineralische Bergkahrten zu-Schkacke» sammen kommen/ wacht man Bäder daraus /die ihre Krafft wider die Reuden und^^ Kretzen haben/wie die Wilkbäder/und wann man Kupfferseu einwärmet / wann Hi- tze und Feuchte zusammen kommen/da provelk und donnert es wie in dm Wolckeg/ es schlägt auch bißwrilen umbsich/als wann das Gestübe auffstünde. Der fünffte TW saget von Ich solle auch sagen / durch was Mittel diesem Bergkwerckzu Helffen/ und was sonsten fürNutz anzurichkenwere/wil es aber auff dißmahl umb etlicher Ursachen willen bleiben lassen/ und diesen Jägers Bergkhiemit gerühmt haben/daß man der¬ gleichen Bergk/ aus dem somannrcherlep Ertz und Gaben kommen / in Leutschland nichtfinden wird/ IchrededißOrtsnichtsvoneinem reichen weitläuffkigengrossen Bergkwerck/ das auffetlicheMeilen begriffenist/ sondern nurvon einem Berge/va das Bergkwerck in einer Enge so beysammen ist/ daß mans mit einem Pirsch Rohr ü- berschiessen kaN. Es wird jetziger Zeit im Rammclsbergk weder gesunckcn noch außgelrngt/ da doch wöchentlich6oss.zum GeschenckundauffdieStollemverordnet sind/ son¬ dern die Arbeiter werffen das Ertz / was dasFeur die Nacht gehoben hat/ es sey böß oder gut/ mit Haussen herein/und ist kein Zweiffel/wann solchem Bergkwerck durch verständige fleißige Leute recht vorgestanden würde/ bas noch ein gewaltig Ertz allda könte gelanget werden / welches auch am Kupffer und Bley reicher ist / als das je- We/so heraus gefordert wird. Und were diesem alten löblichen Bergkwerck / welches nunmehr in die 07s. Iahristgebäutworden/wolzuwünschen / daß es forthin immer und ohn ausshören/ beständig bliebe /und mit guten Bergkverständlgen ehrlichen Leuten bestellet würde/ Und wilhiemit diesen und allen löblichen Bergkwercken/ Gottes Segen/ undgedey- lichen Aussnehmengewünschet haben. Hom Jellerftlder / WLdemäntm und Llaußthalcr Ertz Rösten und Schmeltzm- Er Augenschein gibts / daß die Zellerfelder/ WildtMänrierund Claußthas Gänge zwey oder dreh Lachter niächkig/aber darneben sehr Bergkschüßig <^Äseyn/also/daß wöchentlich aus einer Zeche 6.8-10.12. auch wol 5o. treiben gc- than werden / da man auff ein Treiben ?o. oder 46. Tonnen rechnet/und eine jede Lonne in die 6. auch wol 7. Centner wiegt/ dasalsoaüseinerZechewöchentlich in die r-4. oder 6c> 00. Centner Ertz getrieben wird / zu Ersparung der Köllen/ wer, den alle Ertz gepucht und zu Schlich gezogen/da dann der Centner z. 4.5.6.7.8. oder 9. Loth. Silber hält/ aber am Blephäit derCentnerbey50.oder6s. Pfund/und noch wol darüber. Es brichtauch auff etlichen Zechen Kupfferkießmit unter den Dleyertzen/wel¬ ches von den andern Ertz außgehalten und in Kupfferstcingearbeitet wird/wann nutt dasVlcyerßgcpuchtist/alsdannwtrdgemeldtereschlichvonBleyertzeninRöste ge- theilek/derenrinjeder/wanner noch naßtst/Z5.Centnerwieget/wanner aber trucken/ zo. Centner. Damit nun gedachter (schlich im Schmeltzofen desto flüßigrr wird/ muß er vorher geröstetwerden/welches RöstenineimngroffengewelbtenOfen/ der iS. Schuch langk und rr. breit isi/geschicht/ die gleich wie die grossen Backofen gema¬ ches seynM weichen der Schlich überdengantzenOfen/einerquerenHanddickge- stürtzet/undeinScheidt^oderx. dürre Fichtenholtz darauffgeworffenwird^ Ein Rost von z?. Centner wird auff dreymahleingeschüttek/ auffjedesmahl) Centner/ welche in den heissen Ofen mit einem spitzigen Tröge geftürtzt/darnach mit der grossen langen Krücken / so in einer Ketten henget/daran eingrosser HakL/worin- nen die Krücke undBock/vurchdenVrenner regieret / von einander gekheilet/ daß der Schlich einer Hand Höch auff dem Herde außgebreitet wich / alsdann daS Feur/so hinter dem Schlich seine statte hak / mit Holtz gestercket / damit die Klammen den Schlich überziehen und erwärmen und mit dem Bock/so fernen zwey Krallen hat / offt hin und herrühren und wenden/so lange er begint zu fliessen / dann muß er noch ein Holtz vor den Schlich ins Mundloch legen / damit die Lohe oder Hitze desto stärcker in denOfenwerde/aisdann rühret derBrrnnerdenwchlich wol durch¬ einander / welches nicht zu viel geschehen kan/ So nun der Rost weich und fliessend wird/ Rösten und Schmeltzen derCltz. S5 Wird / nimpker die Krücke wieder/ und zeucht den gebrattdten Rost rein aus denOftn / das nichts darein bleibt/welchesgemeiniglich auff)). Zentner in )2. Stunden/ mchc oder weniger/nach demstarck gefeuretwird/ und der Schlich strenge öder filrffig ist/ dann je besserdie Röstgebrandkwerden/jc befferund flüssiger sie im schmeltzen eyn und wird zu einem solchen Rost 9. Malder oder drey Ktafft,er Holk vcrbrandt / alsdann wird wieder auffs neue eingestürstet/und kan ein solcher OfeN/wann er nicht außgehet/ in die drey Iahklang/ Lag und Nacht aneinander gebraucht werden. Nach dem man auch etliche Schlich/so wegen ihres räuberischen hitzigen sulf- fers / in gemeldke Röstofen nicht bringen darff/bcsonderN Haussen in den Aöststädtett brennen muß/ darumb müssen solche Röste nach dem ersten Keur noch einmaP ge- branvt werden / und auff drey Schichten ( wie vor)geschüttet werden/allein/daß dek grobe Schlich auffs unterste Holtz/und das kleine auffs Mittelste / und das gebr andtt auffs öberste / unken 12. mitten n. und oben io. Centner/daß er also in drey Lhetl eins getheilet werde. Das Schmeltzm übers ZöltzleiN. F)^2ZAs anlangrk die kleinen Ofen/ so auff den obern Vergkwcrcken/wegen dek (Holst Arbeit gebraucht werden/ist dasselbige gnugsam am Lage/und nichk vS^-^nöhtig zu erzählen/Weil aber an dem zumachen derselben Ofen viel gelegen/ umb manicherleyRdstewillen/fo darüber geschmrltzt/da einer flüsiig/der ander streng/ derowegen er nicht auff einerley Weise kan zugemachk werden/für allen Dingen ist die gröste Kunst an der Formen zu legen / damit dieselbe Ellen hoch über den zuge¬ machten Tiegel / worin die Schlacken und Wercke sich versamlen/gerade ins Mittel gelegiwerden/ weder zu scharff noch Zu stumpff/ darnach auffdieunkergemachke kleine Sole/worunter dasZreutzals die Abzucht verborgen/schwer genetzt/stübe geschüt¬ tet/und Mik fieiß Nieder gestossen / wann solches geschehen/mit ein wenig Wasser bL- spMgek/und Mit den Krallen überzögen / alsdann wieder Gestübe darauff/welchs der Schmcltzer mit einer Kolbe fleissig in der Forme heruMd dicht schlagen sol / und wird solches die Sole im Ofen genant / die Ränder auff beydeN Seiten sampt der Formen/ sollen in gleicher Höhe geschlagen werdrn/damit/wann sich unter der ForMenekwas an¬ legte/im außstossen loß geräümet werde. Auffvorgemeldte Svle/ gerade Unter der Vorwandk/ sol der Schmelßer ein rund Holst/ so nach der Forme dicke/ und nach dem Likgeletwas schmaler / gerade ins Mittel gelegt werden/worüber die Brust sampt den Tiegel gestossen und geschla¬ gen wird / doch / daß sich das Holst/welches die Spitze in deren Liegel/und die Dicke nach dem Stcchherdt/ mit dem vorigen Brustholst gleich eingelegt werden/alsoantt den Tiegel Mit einem krummen Eisen / welches man ein Sporeisen nennet/ außge- schnktten/ Und die beyden Hölstlrin gezogen/ so ist der Lieget sampt der Brust fertig/ der Sttchherdl muß wegen seiner Abzucht/mit guten gemachten Lehmen wo! verwah¬ ret werden / damit / so das Gestübe sich höbe / das Werck nicht in das Zreutz oder Ab- zucht liesse / Und grosser Schäden daraus entstünde/ darnach «ol er ein wenig Wasser über den lehmen Herdt giessen/UNd mit einen Besem omb Und umb fegen und bcfeuch- ten/damit das Gestübe sich desto besser anziehen kan / welches darauff geschüttet/ Und Mik Stopsthölstern fleissig kugelicht äUßgestosseN / und wieder gefeuchtet / Und mik der Krallen überzogen/andet Gestübe darauffgeflürtzet/ Und wieder Mik Fleiß gestos¬ sen/ rundk uns kugelicht zu schneiden / doch daß er eines guten Schuch kiesftr liege/ dann der Tiegel/alsdann grobe Köllen auff beyden Hcrdten über Und über gesetzt/ Mit Splittern oben angesteckt/damit die Feuchtigkeit des Gestübes außtrucknen/und im schmeltzen kern Schade geschehe / auff die strengen Röste Muß es nicht so enge zuge¬ macht werven / sondern die Backen weiter / und die Renne dünne angeschlagen/so Vies VoM zumachen des Höltzleins. L iij Von ss Der fünfftt Thctl saget von Vonden Vorschlägen z» dm geörandten Rösten auff dein Allrrftio und Wildeman. gebrandken Schlichröste werden in den Ofen geschmeltzet/welcher über § das Höltzlein zugemachk ist/jedoch ist das Auge etwas weiter / und das Spor ' längliche geschnitten/einer Hand hoch und ein viertel einer Ellen langk/ da¬ mit der unreine Schlich/ weicher dann sehrstrenge / desto besser herdurch gehen könne/ Diesen Rösten wird färgeschlagen 4. Centner Härdke / 2.. oder z.Centner Hary und frische schlacken/ nach dem die Schliche flüffigseyn/ und in gemein ein halben Cenk- ncr Eisen/damit die Wercke rein und nicht muffig bl.idcn/und stch desto besser trelden/ und in Silber und Klödtgeben. Daß man aber dem Zellerfelder Ertz im schmeltzen Eisen verschlagen muß/ das geschieht dakumb / daß das Spießgiaß oder klemspieffige Klantz / so in den Büy- crtzcn verborgen ist / das Eisen lieber anMsft dann das Bley / und so es kein Eiftn zuveozchren hak/ soMifft es das weiche Bley an und verzehretS/ derowegen man Hm grob alt Eisen im schmeißen zusetzen muß/oadurch man mehr Bley machet und außbrmat/ als wann Man kein Eisen oarzu nimpt/ esdientt auch därzu/wannetliche Bley un schmeißen dickmüslg und unrein Bley geben/ die werden vom ZusatzdesEi¬ sens lauter/dann der kleinspeffsige Glantz/Spießglaß, oder übrigerSchwefel/dersich im schmeltzen in das Bley gibt/der friststeh nach dem Ersen todt/ und kömpt dardurch weg/ daß oas Biip lauter und rein wird. Vom Anlassen und Schmeltzen. Äs Anlassen der Roste hat/ wie oben gemeldt/keine gewisse Zeit/öesondem/ '^Mchwann der Rost mit demdrennen/und derSchmeltzer das Auge mit denVor- O^AwäNden fertig hat/fo setzt er wieder Kosten auffbeyde Herdte / damikder Lie¬ ge! neben dem unkern Auge unkerder Brustwol erwärmet / alsdann fülleter den Ofm Mit Köllen / und läss t in Kolkes Namen an/ oben auff die Köllen setzt er zwey Lröge süffiger Schlacken/ins Mittel üder der Formen/rvannsein wenig Niedergängen / setzt er wieder Kollenund Schlacken / gleichwie zuvor/damit die Forme vernasse / und der' Wind stch auffallen Seiten wenden/undüber sich arbeiten kam Der Rost so! zuvorn von dem Vorläuffer in die Schmeltzhüttsn -gelauffen tmd zerschlagen werden / eines Häncreyes groß oder kleiner / und 4.0. Mr 8. Cenk- Mr Härte/ nach Halt des Silbers im Rost/ alsdann machet der Schmeltzer erst¬ lich eine kleine Schicht ans den gcbrandten^hlich/Rost/Härdte/ Hartz oder Blep- fchlacken/setzet sie in den Ofen/wartet/wann die Schlacken in Liege! fliessen und oben schwimmen / daß er sie mit einer Forcken abhebet / und gibt Achtung / ob er bey der ersten compoüüon bleiben Wil oder nicht/ welches ein erfahrner Schmeltzer in gut Acht nehmen sol. So nun das Merck im ersten Stich dick und müsta wird/muß-der Schwel, her des Xntlmonii Feind Nicht vergessen/ und dem andern Ertz oder Rösten/ das noch zu schmeltzen ist/ Eisen vorfchlagcn/welches der Schmeltzer an den Schlacken und dem Auge mercket/ und sich darnach richten kan / und so ostt der Liege! vom Merck sampk den Stein voll ist/welches in Abhebung der Schlacken der Schwei¬ tzer sehen kan/ mit dem Stecheiftn in den Liege! / worinnen das Lditzlein im zuma, chen / über den Slechherdt außgezogeü / und mttGestübeoder Lehmen verschmieret / gestochen / und iN den Stechherdt lausten lassen / biß die Schlacken folgen wollen/ alsdann mit einem runden StvMoltz/ woraneine Handvoll Gestübe oder Lehmen ist/so ein wenig siuchr/ünb sich Men läst/ zugestopfft/das Merck mit einen Streich- Holtz abgezogkn/biß daß die Schlacken und Stein davon seyn/ alsdann außgegossen tNüiftrnPsänlein mitelnereisern Kellen/ die Pfänlein muffen erstlich abgewärmet/ und mit Lehm geschlemmet/damit das Merck desto leichter außgehohen werde/wann Rösten und Schmeißen der Ertz. 67° der Rost herdurch / sollen die Ofenbrüche von dem Vorläuffer durchgelassen / und gewaschen m dcrSchmelßhütten/auffderVohnen außgebreitet/ und die Schlacken vom Rost darüber gestrcuet und durchgesctzct/das heisset die Schlackenschicht. Wann der Ofen außgangen / jtost man das Auge aus / und rcumet der Schmelßer mit einem Stoßetsen aussbeyden Seiten aus/damit die Nase an derssorm weil es noch warm/ioßwerde/welchcs in Erkaltung mitSchläaelundEisenmüsteger schehen/das loßgesioffene zeucht man mit dem Schlackenhakcn heraus / und etliche mahl ein wenig abgegossen/ damit derSchmeltzervor dem Ofen wegen der grossen Hiße bleiben kan/ das außgebrochene Heist man Ofenbrüche / und wird auffden fol¬ genden Rostschlacken wieder gcseßet/ wie vor / das Werck wird gewogen/ und waS der Stich wiegl/ausseine jede Probe / so nun demselben im Mittel des außgieffensge- nommen/auffgezeichnet/und die Stiche zusammen gerechnet/bestndek man/wie viel ein Rost Merck geben hat / die auffgezeichnete kleine Stichproben / werden den Hüt- tenschreiber zugestelt/ dadurch kan man erfahren / ob die Silber / so er in der kleinen Prob im Schlichfunden/im selben Merckeftyn/ und ob der Schweißer wol oberü¬ belgearbeitet hat. ! 4 8 2 l I rr ir r 7 i 4 2l 2 4 Folget dte Hüttenkost auff zwcy Röste / sind 6o. tztNtner gkpucht und geröst Lrtz. Tal. K z; 8 4 4 :6 7 - -3 Von zweyen Rösten zu wegen. Brennmeistrrlohn. Schlackenläufferlohn. Vorläufferlohn. Schmelßerlohn. Hüttenzinß. Ofen Geld. GcstübeGeld» Voris. Malderholtz. VonzweyRosten zu brenne^ i Vor 59. Maß Kollen/n.Maß zum Schmtltzrn/und 4. Maß zum treiben/ jedes Maß drey Groschen. 8 Davon zu messen. 8 Vor7.CentnerHarßschlacken. Vor ein Centner Eisen. 8 l Lreiberlohn. sl Zu Vier und dem Schürknechte. 4 s VorvierdtehalbLonnenAschem 4 Vorn. Stücke Lreibhoiß. Summa l s. Lha!er/rz. Groschen/4. Dom schmeltzen der reichen Ailöer- Ekße auff dem Andreaebcrge / übers Höltzktn. / ' M^LIe reichen Silber Ertz/werden gleich wie die gemeinen Erß/im gebräuchlichen ^WlSchmeltzofen geschmelßt / dir von der Abzucht anzUrechnen/ostchuld ^MLhocy/und eine Elle weit seyn/ die Abzucht sol unter dem Ofen Crrutzweiß herdurch gehen / und oben einer Hand hoch mit Schlacken bestürßt werden / darauff von Lehm ein Herdt geschlagen einer halben Ellen dicke/ Dieser Herdt wird wol gb- gewärmet/ damit keine Feuchtigkeit dann bleibet/ darausswird im zumachen veS Ofens SS Der fünfftt Tßeil saget von Ofens das Gestübegestossen/der Vortiegel ist von der Abzuchk anderhalb Ellen hoch/ und wird darin gleicher gestalt von Lehm wie im Ofen/ ein Herdt einer halben Ellen dicke/geschlagen Dieser Ofen wird über das Höltzlein zugemachek / welches am dicken Ort ei¬ ner Handtbreit ist / dann im SchMeltzofen der reichen Ertz / muß das unter Auge nicht so groß seyn/als wie ste zu den armen Ertzrn gebraucht werden/ das ober Augesolfast drcy viertel einer Ellen hoch seyn/damit die Ofenbrüche besio reiner aus dem Ofen ge¬ bracht werde». Wann nun der Ofen zugemacht/sol das Auge mit Köllen bestürhet/ und mit LehmeN überstrichen werden/für dem Feur zu Unterst in den Ofen / sol ers mit Köllen vollsülleN/ und das Geblaß gehen lassen / damit der Ofen wol erwärmet/und mit weichen Schlacken vernässck/ alsdann wird von Nachfolgender Schicht darauffge- setzet undgeschmeltzet. Von Rösten und SchtchtschmclW. -^Z^EMNach die Ertz und Schlich probieret seyN/werden ste geröstet/und wird l^^Nauff oder CentnerErtz oder Schlich/fünffMalder Holtz/ undvier ^^MaßkolleN genommen/Erstlich wird das Holtz breit gelegt/ und auffdas Holtz vier Maß Kollen/alsdann wird das Ertz odet Schlich einerHand hoch darauff gestürßk/ wanns nieder gebrandt/und kalt worden/wird cs in die Hütte gclariffen/und mit der Schichtkrücke breit gezogen/darauff dann der Vorschlag/undauffden Vor¬ schlag den Floß und Hartzschlacken/wofern es von nöhten / und die Werck im schmel* tzen musig werden/so wird Eisen aussdie gerösten Ertzgestreutt/damites im Treiben nicht zu viel Abstrich gibt/und die Merck rein werden. Es werden aber diese Ertz nicht Aostweiß / wie aussm Wildeman/ sondern Nach Schichten gefchmeltzet / und wird auffeine Schicht gerechnet) r.) 4. und )<5. Centner/ dieweil die Schlackenschicht auch für eine Schicht gerechnet wird/ wie aus nachfolgender Hüttenkost zuersehen. 8 s - L> Unzcfthrlrche Hüttenkost. Ofen und Lehmen Geld. Gesiübe Geld. Vom Rost zu schütten. Von drey Maß Floß. Vor 6. Karren Harßschlacken. Vor anderthalben Centner Glödk. Vor einen Centner Herdt. Vorz4> Maßkollen. Vor vier Maßkollrn / und fünffMalkerHoltz zumRöstett. Vor Treibholtz. VorAfthe. Von der Aschen außzurädern. .VorläufferLohn. , Schwelßerlohnvon einer Schicht/ sampt einer Schlackettschichö Treiber Lohn. Schürer Lohn. WechkttLohn. Hüttenzinß. HüttenschreiberLohn. Summar 4» Thaler/ w Groschen/5» Pfennige. Was Rösten vnd Schmeltzen der Erß. 8? WaS aber die Vorschläge belanget / wird etwas mehr als im andern schmek- tzen vorgeschlagen/ dann die Ertz geben nicht so viel Werck/alldieweil daselbst virller, ley Ertz durch einander gebracht wird/ vnnd dieselbe kein Bley bey sich haben / als da scynrothgüldenKobolt/ Glaßertz vnd dergleichen / darumb man allezeit keinen ge¬ wissen Vorschlag haben kan/so ist auch des Glcmtzes halber/ob er gleich Bley gibt/ sich nicht darnach zu richten / dieweil man die Schlich nicht so rein machen darffvmb der eingesprengten reichen Ertz willen/so darin gefunden/vnd nicht so rein können da¬ von geschieden oder gebracht werden/ dieweil man sich darnach richten muß/ wie sich die Ertz im schmeltzen vnd mit Werck erzeigen/daun wann sie zu wenig Werck ge- ben/soist von nöhten/daß man Härt oder Glöt zuschlage. In schmeltzung der reichen Ertz / wird gemeiniglich gute Glöt oder frisch Bley vorgeschlagen / dann die Glöt ober frisch Bley/das gediegene Silber vnd andere reiche Ertz/ besser zu sich zeucht als die Härt / Es werden auch die Köllen im schmel- tzen M Wasser begosien/damrt der Lfcn vunckel gehe/vnd dasGeblaß den Schlich nicht mit auWtzre/alßdan wird das Werck zu Blicksilbergetriebeu. Vorgewogcn. 3. Centner Glantz/darin; Marck 6 Loch Silber» 3. Centner Quatschwerck / darin6 Loth Silber. 2. Centner Siebschlich / darin 2 Marek 12 Loth Silber» 5. CentnerSchlamschlich/ darin z Marck 12 LothSilber, 2. Centner Schlamschlich/dann 2 Marck 8 Loth Silber. z Centner 5 Pfundt Quätschwerck / darin ro Marck n Loth Silber» 6, Pfundt reich Ertz/ darin iz Marck Silber. Summa Centner n Pfundt/ darin 42 Marck i Loth Silber. Vorgeschlagen. 6. Centner Hardt, iß Centner Glöt. 3. Maß Floß. 6.KarnHartzschlackett» > Werck außbracht 6z Centner/2z Pfundt/ darin 42 Marck 2 Lvkß. Wann dieses Werck getrieben vnd Blicksilber worden/48 Marck. Auffgchaben vom Treibher-e» Z Centner Abstrich. Centner Glöt. zß Centner Hardt. Item. ß Centner Stein/ darin z Loth fein Silber. Vom schmeißen über den Stich. ^^As schmeißen über den Stich ist / wann daS Aug ein Mang zugeMachek wird/ dieweil in den andern Ofen das aug allezeit offen ist / mit dieser weise wird da§ Ertz / welches von Silber nicht so gar reich / auch nicht so gar arm ist / sondern daS mittelhelt/geschmeltzt/welches garleichtlich fleuss / vnd das Bley gern an sich nimpt/ Brests schmeltzen ist darumb erfunden/das viel Ertz in einer Schicht/ ohn grosse Ar¬ beit vnd Hüttenkost möge geschmeltzt / vnnd mit dem Bley vermischet werden / Der Ofen hat zwene Tiegel / einer ist halb ausserhalb dem Ofen/ der ander halbe theil in¬ nerhalb dem Ofen / da das Bley eingeworffen wird/ dieweil ctn therl im Ofen bleibt? vnd das Ertz welches leichtlich fleust / in sich zeucht / Der ander Herdt ist negst dem vntern/in welchen das Werck vnd Kieß so flüßig wordeN/heraus fleust / aus bemsel- bigen giessen sie daS Werck in die Pfanne / foes von nöhteniss/werffen sie Glöt itt dmOstn. M Wann c>o Der fünffkc Thal sagctvon Wann nun die Ertz geschieden vnd probiret seyn/ werden siegeröst/ darnach setzt der Schmeltzcr die Schlacken in den Ofen/ welche/ so sie flüßig worden/ vnd aus dem Auge herab in Tiegel fliessn/alßdan siopffet er bas Auge mit dem Lehm wieder zu/mit welchem das Kollengestübe vermischet ist/ darnach zeucht er die Schlacken in den Tiegel mit den Schlackenhaken ab / vnnd wann erreich Silberertz schmeltzet/so leget er in den S chmeltzofen ein Centner Bley/wann aber das Ertz geringe ist/einm halben Centner/ dann zu dem reichen Ertz mus erviel Bley haben / zu den armen aber wenig/alßdan wirfft er auffbas Bley in den Vortiegel Kollbrende/ das es flies¬ se/darnach thut er die Köllen in den Ofen / so viel er für nöhtig erachtet / alßdan das Ertz mit Silberglöt/Härtbley vnd Flüssen vermenget/so viel als er in zweyenBerg- tröglein fassen kan/ vnd zu letzt die frischschlacken/ So nun der Ofen also gesülletisik lest er das Geblaß fein gemachsamb an/er sol aber auffachk haben/ bas er nicht zuviel Ertz zur Hintern Wandt des Schmeltzofens / sondern auff die feiten setze / auffdaß nicht bey den Balgenliesen / die Ertz den Winvt im Ofen verhindern / er soll auch zu- sehen/daß berOfen nicht zu Helle / sondern dunckel gehe. Nach einer Vierkel-stunde/ wann das Bley / welches der Vorläuffer in dm Tiegel gelegt hat/geflossn ist/ so thut der Schweitzer das Auge mit dem Stecheism auff/ alsdann fliessen die Schlacken herab in den Tiegel/ in welchen der Stein / mit dem Metall oder Werck vermischt ist/alsdann nimpt das Bley/ so im Tiegel flüssig worden/das Silber an sich/wann nun die mareria so heraus geflossen/eine zeitlangk im Tiegel gestanden ist/daß eins von dem andern mag gescheiden werden/ so zeucht der SchMkltzer dieSchiacken mit dem Gchlackenhaken ober Schlackcngäbkein ab/ aber das Werck/welches schwer ist/vnd sich am boden Helt/ das lest er in den Tiegel/ dieweil aber in den Schlacken der vnterscheibk ist / daß die öberflen nichts / die mittel¬ sten ein wenig / die vntersien aber noch mehr halten/lest er dieselben an einen sonderli¬ chen Ort lausten/ auff daß/ wann er wieder schmeltzen wil / dieselben zum Vorschlag haben kan / in den Schlacken aber/ so wiederumb sollen geschmeltzt werbcn/ist der un¬ terscheide / wann sie viel rauchen / so ist noch etwas von Metall drinnen / wo sie aber nicht rauchen / so ist nichts drinnen / deßglerchen soll er den Stein absonderlich legen/ dieweil er der Mctall am negsten gewesen ist/ alsdan Machtder Schmeltzer das Aug des Osins wiederumb zu/pndfllllet ihn mit Kolken und Ertz vndwann das EiM floffen 'fl/thut er das Aug wiederumb auff/ vnd nimpt die Schlacken im Tiegel/M einem Schlackenhaken heraus/diese Arbeit thut er so offt/biß daß die vorgenomme¬ ne anzahl Ery geschmeltzet ist/wann das Ertz reich ist / so wird die Schicht in acht stunden so es aber arm in lenzerer zeit vollbracht/wann aber das Ertz reich ist/ wird es ehe dann in 8 stunden geschmeltzt/nachdem man dessen viel zu schmeltzen hat / so wnd zu zciten auch ein andere Schicht mjt der ersten herdurch gcsetzt/vnd werden also -»yse Schicht innerhalb zehen stunden verrichtet. l Wann aber das Ertz gar geschmeltzt ist / so wirfft er Silberglök vnd Härt- bley in den Ofen/ so viel der Trog fassen mag / daß also die Metall / welche sonst im Kobolt bleibt/mit heraus fiiesse/wan er aber zu letzt die Schlacken vnd Fletz aus den Tiegel gezogen hat/alsdann geusi er das Werck/welches mit Silber vermcnget/mit der Kellen heraus in die eiserne pfänlein / die er zuvor inwendig mit Lehm bestrichen/ vnd wiederumb abgevrucknet hat/damit sich bas Werck nicht in die pfänlein henge/ sondern rein davon ablöse / so offt das Aug im Schmrltzofen das vermacht ist / mit dem Stecheisen auffgethan wirb / so offt solider Schmeltzer sehen / ob das Ertzzu langsamb oder zu bald fliesse/ vnnd das es sich nicht zusammen sündere / sondern zer- sprewet bleibc/wann aber das Ertz nicht fliessen wil / so thut er ihm Zusatz von Bley- schlacken oder Weichfiöße/dle das Ertz flüßig machen/so es aber gar bald fleusst / so thut er etwas von Ausätz hinweg / er nimpt auch von allen Stichen die Etichprob aus dem Herdt/ damit er wissen möge wie reich das Werck fty. Vom Rösten vnd Schmcltzen der Ertz. §l WmGmelqen -er Mingm Atz im hohen Ofen / Wer die krum- me Arbeit. krume Arbeit ist der Höltziein Arbeit nicht fast vttgleichj allein daß man das H oltz in der Brust nicht gebrauchet/ besondern dieselbe Brust hö, her/vnd »n der mitten auffgeschnitten/vnddasAuge mit Ziegeln machet/welches auff die Höltziein Arbeit mit groben Köllen vnd Lehmen geschichk. Das schmeißen übern hohen Ofen/ ist für geringe Ertz/wo Man derselhigen die menge Hat / kan man sie mit geringem Unkosten / in grosser Anzahl schmeißen vnd zu gute machen/ Die Ofen werden in gemein zwölff Schuch hoch/eine Elle vnd vier Zoll weit / der Tiegel fünffviertel tieff/ vnnd wird wie die Ofen auffdie krumme Arbeit zugemachet/ wie dann auffden Kießvnd Schiefer schmeißen gebreuchkich / da ein Ofen die gantze Woche stets gehet / vnd auffden Sonnabent zu Mittage Wiede- rumb außgehet/ Es müssen auch die Bälge grösserseyn/ als für den andern Ofen/ vnd solches darumb/das man desto mehr Erß darein setzen / vnnd schleunig herdurch schmeißen kan/wann der Ofen oder Herdt keinen mangel bekömpt/kan ereine gantze Woche ohn auffhören gehen» Wann in den hohen Ofen Zellerfelder Erß gefchmelßet wird / werden Zwölff oder vierzehen Schichten nacheinander gefchmelßet / vnnd mit jeder Schicht eilff oder zwölffStunden zubracht/ alßvan mus man den Herdt vnd die Vorwanbt wie- drumb auffs newe zuMachen/Aber Mit dem Zreybergischen Ertz gehet er lenger/ ehe dann man ihn lest außgehen/ dieweil die Freybergischen Ertz nicht so strenge seyn / so hedürffensie auch nicht so groß vnd siarckGebläß/wiedie strengen. * Dieweil aber eine grosse anzahl Ekß an einander in demselbigen gefchmelßet wird/vnvdaß/so geflossen/heraus in Hekdtfleust/vnnd die Schlackenwol abzuheben sind/so ist von nöhterNdas in den Degel/welches Auge offen vnd voll worden ist / in den Herdt gestochen/vnv mit einem Stopffholtz wieder zugemacht werde/die mare- ria so heraus gestossen / mit dem Streichholtz abgezogen / vnd das lauter Werck in die Pfanne gegossen. So aber ein SchMeltzer irl dieser Mert/ seine Schicht in MissStunden ge- than hat/so trit ein ander an seine statt/ Mt dieser weise wird das geringe Silber: Kupffer: vnd Bleyerß geschmeitzt/ welche sonst den Unkosten nicht ertragen körnen/ wann gleich ein Cetttner Ertz r oder r Loth Silbers Helt/ so wird doch desselben eine grosse anzahl nach einander ohne Zusätze geschmeltzet/dan zu diesem schmeißen nimpt man allerley Kieß/in welchen ein wenig Kupffer ist/ oder Ertz das leichtlich steust/den Stein/ der kein Silber Helt/ macht man aus rohen Kieß / wann man aber zu solchen Kieß andere Zusätze thut/ die zuvor nicht gefchmelßet sind/als nemblichr Bley/ Glantz/ Fluß/ Sand/ Kalch/ Weissertuffstein/ Weisserschiefferfitin/ Eiseuertz oder Gelbeisensiein/ so fieust vnd arbeitet stchs desto besser. Vom aötrelöcn oder scheiden der Silber vom Werck oder Schwarßbley/auff die Zcüerfel- der vnd Wilbemänner arth. (^^As Abtreiben oder scheiden der Silber/von Werckvnd Bley/geschicht auff vnterschiedtliche weise/also/ das an einem ort auff einmal fünffvnd zwantzig/dreißig/ sechs vnd dreißig/auch wol vierßig Centner/an den andern sechzig/ja biß in die steben- ßig vnd mehr Centner auff einmahl getrieben werden/ nach dem das Bley reich/ vnd von einer Zeche viel Ertz gefordert vnd geschmoltzen wird/die Werck samblen/vnd die Silber wegen/ des wöchentlichen lohnens/lang entberen kan. M ij Seß- Der fünffte Tßerl saget von Beßglsichen wird dasselbe an etlichen örtern nach Centn»/ vnnd zum Zelltk/ felt/Wildeman vn- Claußthal/nach Rösten den Abtreibern verlohnet. Wann nun der Schmeltz» mit den Rösten fertig/ vnd davon überzo. z§. oder 40 Centn»/mehr oder weniger Werck gemacht hat / wirddem Treiber die Asche von dem Hüttenwechter des Wercks gewicht nach/ viel oder wenig Tonnen Aschen zugemessen/welche der Schürknecht durch ein Span: oderAschensieb sichtet / dM sie rein vnd sauber fey/alßdan feuchtet er sie mit klarem Wasser / wie ein HfengeW an/vnd arbeitet sie wol d^rch einander/ damit sie an allen orten gleiche feucht / vnnd mit einer Handt zusammen trucken kan/ darauff ein jeder Treiber gute achtung ge- den soll. Ten Aschen Herdt im Treiben zu machen / mus der Lehm vnd Herdt erstlich besprenget vnv angefeuchtet werden/damit die Asche sich anziehe/ vnd desto besser an» halten kan / alßdan die zugerichte Asche im grossen Tröge / durch den Knecht in -Hsen gerecket / welcher dieselben erstlich an einen Hrt fchüttet/vnnd von einander ei¬ ner Handt hoch / einen Trog voll nach dem andern für sich in die runde des HfenS gleich außtheilet/vnnd also über Rücks heraus'kreucht/ darnach mit einem breiten Brette/ weiches an rine kleine Stange genagelt/ niederschlägt/ damit sie darauff ge¬ hen/ vnd mit ihren Kolben beyde vleißig abstossen/vnd von allen seiten/flachlich oder schüßig/ fein glgtt biß in die mitte bereitet / da er dann das Spor schneidet / nach an- gebung des Silbers. Es soll auch der Treiber gute achtung auff eiserne Röhre / woran forne daS schnapperlein henget/ vnd dieBalgenlirsen inne liegen/geben/damit / wann der Windt blaftt/sie auffgehen / vnd nach dem blasen wieverumb Vorfällen möge/ auff daß die Hine nicht in die Balgen ziehe/und dieselben verbrenne/wie durch abbrenung des schnäpperleins leichtlich geschehen kan/vnnd der Winvt das Werck / wie im an- fangk biß zu ende fassen könne/So das Werck zergangen/soll der Treiber mit einem Streichholtz fein säuberlich darauff herumbfahren/vnd also/ das noch nicht zergan¬ gen/an die Hitze bringen/damit es sich auch gebe / darnach mit dem Streichholtz ab- sireichen/vnd den Hfen von den Köllen rein machen/jedoch/daß das Treibholtz also geschöret sey/das es nicht auffdem Werck auffliege/von welcher Hitze der ander ab- firich abgezapfft wird / wie nachmals auch die Glöt. Welche/wann die vorhanden / grünlich vor dem schwartzenabsirich scheinen/ vnd soll der Treiber gute auffachtung mit abzapffuug der G/öt Haben/ damit kein Silber darunter scheust/wann dann das Treiben fass zum ende/vnnd dasSilb» be¬ ginnet zu blumen/soll er ihm die Glöt nicht zu sehr nehmen/auffdas es nichtzu dürre gehe/vnd wann das Bley bald davon vnd zu Blicke streichet/fo wird eine gantze rote Haut/gleich wievesMonsfarbe/ so er hinter einer Wolckrn herfür gehet/gesehen/ alßdan soll der Treiber mit warmen Wasser/ so durch ein GerinimLfen gehalten/ abkühlen/das Silber heraus langen/ sauber vnd rein machen / trucknen vnd wegen/ vnd in Fürstlichen Jehenbten mit einem Zettel feiner Zechen vnnd Gewichts / Mit Wachs auffgevruckk/ überantworten. Abtteiben oder scheiden der Silber vom Werck der reichen Ertz. v^sOAnn man etliche sMin reich Ertz / vnnd hernach die Schlacken durch den Hfen gesetzt/vnd rein außgepauschk oder wieder gepuchk/vnnd das Silber ins Bley bracht/vn.dzuvor einen jedenAußgußprobiret/vnnd das Werck gewogen hat/ gibt man im Aehendten an/ wie viel Centn» man treiben wil/ vnd holet einen Lreih- zettel/da richtet der Abtreiber seinen Treibherdt darnach zu/wie jetzt angezeiget/vnd machet Glötgassen darein/ Er muß aber gut acht darauff geben / das der Herdt wol abgewärmel/vnd nichts feuchtes im Gestübe bleibe / oder das die Asche nicht zu eiffer fey/pnd das kein krume Brod ins Hestühe komM/vqr-us der Herdt gestossen wird/ dann Rösten vnd Schmchen der Lrtz. §»Z z-rlassen- Merck pfleget vmrrsich zu graben/ vnd die Asche zu Heben/warm dWannd^erdt2s^ch!gsi^zugerichtet/vnnddaSWerckdarauffgefeßt, eisernen Treibhuk oder ZiegelGewelbe/ welcher inwendig Mit Lehm gksto^n/so lest man an/soll alßdan der Abtreiber zusehen/ das es wol Me/ vnd kem ^E W^N^^E^^rg vnd geschmoltzen ist/ so ssE-t DerMei- «„ das vnreine/so auffdem Merck schwimmet/ abr/ das helffet der Absinth / solche ?n einiakeit bleibet nach dem schmeltzen in Werckscheiben / von K.eß / Spieß vnnd BleyschauM/was sich nicht abfireichen lest/Dem hilfft man/vas es vorder Glöt her¬ aus fleust/vnd weil es schwartz ist/ nennet mans Abstrich/wann nun der Absinch tzer- Darnach Fewr vnd Geblaß recht regieret wird / so treibet das Ge¬ blaß düGlöt vnd Silber zu Rande / rtlich Bley zeucht in den Herdt / oder drencket sich drcki/das irsi man wieder durch denOfen gehen/ober frischt es wieder an/so wird angeftischt Bley daraus/es gehet ihm aber imanfrischen dervnttethesiab. L>ann weil bas Fewr Dem Bley seine natürliche Feuchtigkeit vNdKälte verzeh¬ ret/ so wird es härter/ dieGlötgibtwieberBleyvndgutenAusatz/ vnd dienetden Lövffern zu ihren glaßüren / Man trucknet auch nasse vnnd fliessende Schaven da¬ mit/vnv wann die Kinder statt «erden / flösset Mans/vnv sirewets darein / es gehet auch viel Bley im Fewr und Rauch weg/ vnnd leget sich am Trechhut / Herdt vnnd Wandt an/Das ist M gelber vnd sehr gifftiger Hüttenrauch. Wann nun Die Bley vom Silber also durch das Fewr vnd G-blaß abgetrie¬ ben oder gescheiben wird/ so wil das Silber blicken oder lauter werden/ vnd kriegt fei¬ ne «eG Blümlein oder Wölcklein/wann diese vergehen oder verschwinden/so blickt vndlruchtdas weisse Silber hersür. . . Darauss stehet das Silber im Herdt stille/ vnd Man schützet eüent ab / Lantz das Fewrvnd Geblaß thut dem lautern Silbern schaden / vnndverzehrt es/ weil keiy Bley mehr vabey ist / wie man dann ein fein Silber im Windrosen gar zu Pulver brennen kan/wann.es mit Glaßgallen oder frischem Bley nicht erfrischet oder erhal¬ ten wird» Damit aber der BlickSilber bald gestehe oder Hart werde/ vnd nicht vttrau- che/kühletmanesabe/ man geusi aber das Bier oder warme Wassermcht alßbald auff das heisse Silber/sondern darneben auffden Herdt/ das es zuvor erwärme/van grosse Hchevlid Kälte leidet sich nicht bey einander ohn Schaden / wie Man in gros- Wann nun der Blick oder Silber nicht wol getrieben/ so henget sich Müdig¬ keit vttd Vnreinigkeit vnten an das Silber das heisset man ein Bleysack / es bleiben vfftmahls auch Hanen vnd Silberkötner in dem Herdt, die hawet man aus / vnv werden dem Blick im Silberbrennenwieder zugeftykt. Wann der Blick abgeklopfft/vnd mit einer Meßingkratzbursten abgepußt/ ge¬ säubert vnd gewogen ist/antwortet man das Silber in des Fürsten Zehendten/va wir es wieder aufls schärffste gewogen/vnd weil die Hüttenprobrn vnd angeben offtmals sehr vngewiß seyn/entweder vmb der Vorsteher unfleißiges probiren / oder wie man vorqeben wil/vmb der hinterstelligen Wildigkeit willen/ so im Merck bleibt / vnd da¬ von «bgestrichen wird / so trifft es selten ein/ vnd man findet gemeiniglich mehr / offk auch weniger/dann das Angehen gewesen ist / vnd so viel vom Abtreihen. Vom Sllberbrennen vntcr der Muffel. <^Äzls Silberbrennen istzweyerlep/einsisivnterdtrMuffel/ welches nur mit K-klen geschieht/ Has ander ist vliter dem Holtz sürm Ketzläß. M ist Wil z>4 Der fünffte TM saget von Wil derhalben erstlich Meldung thun von den Testen / darauff die Silber ein¬ gesetzt vnd rein gebrant werden / wie die zu machen vnnd zu zurichten seyn / Hie Lest machet der Silberbrenner also: Er nimpt eiserne Ringe in der weite / darnach er ein groß oder klein stücke Sil¬ ber brennen wil / die Ringe sollen einer queren Hanbt hoch / doch oben ein wenig Mi¬ ter vanu vnten seyn / in derselben einen thut er die geschlembte zugerichtete Lest¬ aschen/vnd füllet ihn gehäufftvoll/vnndschlagt erstlich Meinem breitenHammer solche Aschen fein gemach amRande vmbhernieder / dann immer weiter hinein / so lange biß er die Aschen alle nieder geschlagen hat / was übrig oder zu viel auffm Test ist / streicht er mit einem Eisen ab / vnnd wendet den Ringk also zugleich mit den Test vmb/ auff ein wenigvntergestreweter Aschen/greifftmitder Handt den Lest vnten biß auff die helffte aus / vnd zerreibt die Aschen wieder mir den Händen / vnd trucket den Test mit derfeibigen wieder gehäuffk voll / schlagts mit dem Hammer auch nie¬ der / gleichwie er oben auff der andern selten gechanhat / vnnd die übrigen Aschen streichet er mit dem Eisen ab/so dieses geschehen / so wendet erden Test wieder vmb/ drmv treibet mit der Kugel die Aschen fein glatt an / schneidet darnach den Test aus/ nach seinem gefallen / vnd siebet mit einem Haarsieblein Beinaschen darauff / vnnv treibet die mit der Kugel glatt an/fo hat er den Lest bereitet. Hiß brennen vnter der Muffel/wil einen sonderlichen Fleiß haben/ darzu auch sondere Teste vnd Muffeln. Hie Muffeln belangcnt/die zu diefemSilberbrennen gebraucht werden/sollm nach der grösse des Tests außgeschnitten vnd gemacht seyn. Soernunein Silber brennen wil/so fetzt er den Test Mit sampt dem Ringe/ zwischen gevierdte Ziegelsteine in Sandt oder Aschen / so tieff/ daß der Sandt oben dem Lest gleich gehe / in einen darzu gemachten Ofen / darin man etliche Lest vn- terschiedtlich mit einander einfttzen kan / der Ofen soll auch solche Windtlöcher ha¬ ben / das allewege ein Windtloch zwene Zfen treibet/ welcher Ofen fürnemblich an die Ort bient/ba viel Blick Silber zugleich einkommen / vnd auff einen Tag vnter- schiedtlich müssen gebrant werden / schüttet Köllen auff / vnd leget auch Köllen vnter die Muffel auffden Test / wann nun der Lest warm worden ist / so setzet er das zer¬ schlagene Silber hienein/vnd lest angehen/wil ersnun bald fliessenthaben/so mager Mit einem Handtbalg zum Mundcloch hiene/n vnter die Muffeln blasen/so steußes bald/wans n un gestossen ist/so reumet er vieKoüen wieder davon/vnd Mts also vn¬ ter die Muffel gehen rürets einmahl oderdrey vmb mit einem Eisen/ so gehet es auff der Capellen rein ab. Mit diesem Silber brennen kan man grosse vnnd kleine stücke eben so wo! bren- nen/als mit dem Geblaß / darzu ohn Schaden vnd grossen Abgangk auffden Halt bringen/ Wil nun einer weil es gehet eine Probe heraus nehmen/mag ers thun/daü solches ist nicht zuverachten/Aber wer in dieser Kunst grübet isi/der darffder Proben nicht/sondern er kennets am Oesicht/wann es genug hat. Wann nun das Silber vnterder Muffel rein gebrant/vnnd ansehet zu geste¬ hen / mag man in einem kupffern rinlein Wasser darauff lausten lassen / vnnd es vollents abkühlen / alßvan mit einer starcken Zangen heraus heben / vund von der Aschen reinigen/ so ist das Silber gebrant. Hie Test soll man zusammen halten/dann sie sind nicht ohn Silber / dieselben pflegen auff etlichen Bergkwercken die Gewercken zu sich zu nehmen / auff etlichen aber gehören sie zu gemeiner Stadt / die kan man jederzeit sichern vnd zu gute ma- chen/vnd das Silber/ so darinnen ist/heraus schmeltzen. OHL Silber brennen vorm Gebläß. vrA^Annnun der Wardein den Blick numerirc, vnnd eine Prob dargusge- hawen hat/damit man wisse/wie viel ihm abgebrant werde/ so antwortet er den gewo¬ genen Rösten vndSchmeltzeli der Crtz. §5 genrn Blick ins Breühauß / daß er vollend nach gesätzter Prob biß auffi5 Loth vnd zquentlem fein gebrant werbe/da macht derSilberbrenner sein Lest von Aschen/ darüber Laugen gemacht / vnd die nicht mehr nffer ist/ die schlemmet er/ vnnb last sie wieder trucken werden / beheit sie zu feinem gebrauch / So hat er erstlich einen «de¬ nen vnvcrglasien Scherben/ welche die T öpffer zu machen pflegen/in der form vnnd grösse/wie weit er die haben wil/ geust Wasser darem / vndmacht ihn inwendig über¬ all naß/damn dic Asche desto lieber daran haffte/alsdann schüttet er von der Aschen/ die zuvor gleich einer Capellen Aschen angefeuchtet seyn soll / zwene Finger hoch im Scherben/stost sie mit einem Höltzern stöffel/ der bey 8 Zanckcn hat/gemach nieder/ vnd schüttet mehr Aschen hinnach/ stosset dieselbe auch nieder / vnnd lhut es so lange/ biß der Scherbm gantz voll wird / streicht die übrige Aschen mit einem darzu gemach¬ ten Eisen auffmTest ab/vnd treibt oben vmb den Rand vmbher/mitkiner höltzrrnen gedrebeken Kugel/die Aschen auffdrn Lest glatt nieder/nachmahls schneit er solchen mit einem runden gebogenen scharffen Eisen / nach dergröß des Silbers / das dar- auffgebrant werden soll/aus» ' Wann nun der Lest also ausgeschnitten ist / so hat er ein Harm sieblein / thut gcriebeneBeinaschendarein/besteubct den Lest damit/daß ergarweiß werde/vnd treibet mitder Kugeln die Beinaschen auch fein glatt an/ so ist der Lest bereit. So er nun solchen Lest brauchen vnd darauff brennen wil / so macht er erst¬ lich ein klein Kollfewr darauff/ daß erwol außtrcuge / folgmds setzt er ihn fürs Ge- bläß/ gleich vnd eben / also / daß das Geblase gerade darein blase / welches barbey zu erkennen ist / Er hält eine Schauffel über den Lest / gehet der Blaß an der Schauf- fcl ab / vnnd bläset allen Staub vnd Aschen aus dem Lest heraus / so stehet er recht/ alsdann wärmet er die Blick auff einen Rost ab/ vnd zerschlägt sie auffeinen Stock/ der in der mitten holl ist / in fiücklein/ damit nichts darvon verfalle/ vnd leget zum er¬ sten ein wenig Stroh in Test / vnd die fiücklein Silber darauff/ gibt ihm Fewer vnd Koüm/daß das Süber vnd Test wol bedeckt sey / dann lest er das Geblaß angehen/ so schmeltzet das Silber leichtlich / vnnd senget an zu treiben / vnd wann es treibet/ so reumet er Mit eisern Haken die Koüenvom Silber alle hinweg/vnd streicht das Sil¬ ber auch fein rein ab/ doch also/ damit nichts heraus gestrichen werde / leget alsdann gespalten Holtz / von Hannen / Fichten / Kiefern oder Erlen darauff/ lest den Blaß darunter auffs Silber gehen/vno dasselbe rein verblasen/so treibet das Silber vnter dem Holtz / vnd was noch am Bley vom treiben darbey ist blieben / das zeuch sich in den Lest. Er muß aber mercken/ wann solch gespalten Holtz über den Lest verbrant ist/ so leget er anders darneben oder oben darauff/ damit das Silber mit einer frischen Flammen gebrant werde/ so wird es desto ehe rein/ weil aber bas Silber noch auffm Test gehet/sol mans einmahl oder drey mit einem runbt gebogenen eisern Haken der glüent gemacht ist/auffm Test vmbrühren/ so wird das Silber rein/ sonst behielte cs noch vnten einen Bleysack. Hamit nun dasselbe Silber nicht zu Höch gebrant werde / sondern den rechten gewissen Halt behalte / nemblich i§Loth vnd zquentlem / welchen gemeiniglich die Brandtsilber haben sollen / so soll der Silberbrenner einmahl oder zwcy mit einen nassen spitzigen Eisen/ ein wenig in das Silber stoffen / vnnd eine Prob heraus neh¬ men (dann es hanget bald daran) schlägts abe vnd besiehets/ ob es noch viel Glst ha- be/vnd gelb ftp/oder schlägts auffeinen Amboß/ist es geschmeidig / so ist bas Silber recht gebrant/wo nicht/ so thut er die Prob wieder hinein / vnd lest das Silber auffm Lest lenzer gehen/so lange biß er die Prob am Eisen glatt/ weiß vnd geschmeidig be¬ findet. Weil aber die Blicksilber ungleich am Halt seyn / gehet offt der Marck ein Loth oder zwey/auch wol mehr ab/vnd da dieSilber ober ördentlicherProb gebrant seyn/ daun man kan sie auff einen Pfennig gar fein brennen/ soll dervberbrant bett Eewercken wieder berechnet werben. ES §6 Der fünffke Theü saget von Es sollen auch die Silber auffm Test nicht übertrieben werden / daun die Lest werden von übriger Hitze Mich/ vnnd nehmen mehr Silber zu stch/dann sich gedüret / auff welches der Silberbrenner gut Achtung geben soll / vnnb eine fleißige Vbung von nöhten ist / wann man ein Brandtsilbcr auff einen gewissen Halt bren¬ nen wil. Aus dem Brandtsilber schlägt der Wardein wieder eine Prob / damit man wissen könne/was dem Blicksilber abgangen / vud ob es nach ördentlicher weise auff 15 Loth z quentlein gebraut/ vnd damit die beschickung in der Müntz recht könne nach des Reichs-Ordnung gemachtwerben. Ha auch der Silberbrenner aus Unachtsamkeit versehen würde/daß das Sil¬ ber ehe dann es recht fertig/erkaltet/ so soll er wieder Köllen darauff schütten/ dasselbe auffs newe antreiben/vnd es zu rechte brennen/dann die vnschmeidigen Brandtstlber thun im vermüntzen schaden/ daraus nachmahls ein grosser Abgang erfolget. Etliche Silberbrenner setzen im brennen auffjede Marck Silbers ein halbes L okh oder ein quentlein garkupffer / damit die Silber nicht gar zu hoch / sondern auff ihren gewissen Halt kommen / nicht baß es beym Silber bleibet/ sondern weil es mit' sampt den Bley in den Test gehet / baß dieselbigen Brantsilber/ wie gehöret/ nicht so hohes Halts werden. Hiß ist wol eine Meinung / an denen orten / da die Silber gegen einer gewissen Bezahlung/ auff einen gewissen Halt geantwortet / vnnd ohn Prob angenommen werden/ da mag billig der fleiß im brennen gebrauchet werden / damit keinem theil schaden oder nachtheil geschehe. Was garkupfferige Blicksilber sepn / als die auffden Seigerhütten getrieben werden/ die brennen sich wol geschmeidig / aber sie bleiben zu gering am Halt / denen muß man ein wenig Bley zusetzen / soviel sichs leiden wil / wie dann bißweilen auch den Süber/so von spießigenvnd koblichten Ertz geschmelßtwerden/vmb ihrer wilöig- keit vnd vnreinigkeit willen geschehen muß. So nun das brennen voübracht/vnd das Silber aus den Test genommen ist/ so! ers vollem ablöschen / so fett die anhangende Asche leichtlrch ab/ dasselbe klopssen oder hammem/rmd dasselbe mit einer Meßingbürsten fein säubern vnd abkratzen/rns es hey der Glut lassen drucken werdeu/varnach sol er das Silber Mit einem Hammer Niederschlagen/ daß das stücke allenthalben glatt werde. Wie man das Kupffer vom pazament oder gemünßtem Geld scheiden sol. G>LFImb Schwefel vnd Victril/beydes gleich viel/reibe es klekn/ftucht es an mit Essig / daß es werde wie ein Muß / Menge die Müntze oder Silber darunter / nimb einen langen leinen Sack / thue die Müntz mit dem Zusatz darein/ nehe den Sack quer über / von vnten auff biß oben an / also / daß die Müntz darin nicht zu dicke liege/ geuß alsdann Wasser in einen Hafen oder Lopff/Henge den Sack Darein/daß er we¬ der vnten noch auff den feiten anrüre / siede ihn bey zehen stundenlang bey dem Fewr/ also/was sich vom Wasser einsiedet/das ers mit warmen Wasser wieder fülle/damit dK Haftn oderLopffallewege voll Wassers bleibe / so seudt sich das Kupffer aus dem Pagamc nt oder Silber / vnd bleibet das Silber im Sack / vnnd waschs aus warmen Wasser/vnd geuß zusammen/ das Wasser aber seudt drucken ein/vnnd re- äucir was bleibt mit dem Fluß/das mag man zu denKupffer Ertz brauchen/so Häsin das Kupffer/so sich aus der Müntz gesotten/ auch sonderlich/ allein das Silber wird dardurch nicht gar fein/sondern behelt noch etwas vom Kupffer bey sich. Em jedes Silber fern zu brennen. O^ÄIeweilesbreuchlichist/ das man geringhaltige Silber fein brennet/ vrtd offtmahls die jenigen/denen solches zu Händen kömpt/nicht eigentlich wissen / E vill Rösten vndGchmeltzm der Crß. 97 DleyeS sie darzu nehmen sollen/ lassen sich Mer düncken / sie thun ihm zu viel oder zu tvema/die sollen wissen/daß die solchen geringen Silber / so die Marck von einem biß ins Loch Silbers helt/sechszehenmahlso schwer Bley zuseßen / den Silber aber/ von 8 biß in '2 Lotb haltig / vierzehnmahl so schwer Bley / vnd denen von zwölffbiß in funffzehen Loth haltig/zehen schwer/ dann es ist allewege besser ein schweren zu viel/ als eine zu wenig/damit das Silber desto reiner werde. Sodu nun den Lest eingesetzt hast/so laß ihn warm werden/setz das Bley dar¬ anff/ daß es anfähet zu treiben / trage darnach das Silber gemach auch darein / vnd laß es mit einander zergehen / übertriebe es nicht hart / sondern so kalt es sich leiden wil/ sonst treibet sich das Silber im Test mehr/als sonsi/wann dann das Silber fast rein worden / soll mans mit einem glüenden eisern Haken gemach vmbrühren/ damit es nicht ein Bleysack oder viel Blryrauch bey sich behalte/ sondern sich rein außhalte vndrein blicke/was aber küpferige Silber seyn/ wann man die auffm Test rein bren¬ nen wil/so kans nicht füglicher grschehen/dann vnter der Muffel. Auch haben die Silber / die durchs Bley rein vnd fein gebrant werden / auch noch einen Bleyrauch bey sich / die setz auffeinen flachen Scherben / vnd verblaß die für einem Gebläß / so werden sie gar rein. Wie man ein vngeschmetdkg Silber schmeidig brennen sol. O^)Ieweil vielmahls geschicht / daß ein Silber im zusammen giessen/ etwavon einen bösen Rauch / oder wann ein wenig Zien vngefehr darunter kömpt / oder daß vnter dem Pagament Zienichte falsche Groschen gewesen/ vngeschmeidig wird/so ist solches folgender gestatt wiederumb schmeidig zu machen: Setz das Silber auff einen stachen Scherben / der mit reiner Glöt bestrichen sey/ blaß ihm zu / biß das Silber fleuss vnd wol treibt / dann setz ihm ein küglein oder drey gar rein Bley zu / verblaß es wieder / biß so lange das Silber den Blaß besser Helt vnd schmeidig wird. Jedoch soktu das Silber /M Verblasen auffden Scherben einmal oder jwey mit tinemglüenden Eisernrürha'cklein vmbrüren / damit es durchaus schmeidig werde/ alsdan laß es erkalten/vnd geuß es in einen Tiegel zusammen/nach deinem gefallen/ vnd ist darbey zu mercken/wann sich vom Kupffer etwas verbläset/ davon das Sil¬ ber am Halt reicher wird / dem muß man alsdann / wo es den vorigen Halt behalten soll/im giessen mit so viel Kupffer wiedrumb Helffen. Was aber vngeschmeidig Brandtsilber oder ander gut Silber ist / das von einem Bleysack vngeschmeidig worden were / daffelbige/ wo des Bleyes wenig darbey ist / das kan solcher gestalt auff einen flachen Scherben / ohne allen Zusatz schmeidig getrieben werden/ es were dann/ das es des Bleyes zu viel bey sich hette/so mus es auff ein flach Lesilein/wieoben vomSilberbrennen gesagt/rein vnd schmei- dig gemacht werden. Man kan auch zum schmeidig machen des Silbers / einen Fluß zurichten/ welcher die Metallen sehr reiniget / Als nimb Salalkali/ Salpetersaltz / rohen Weinstein vnd Salpeter / eins so viel als das ander/ calcionir; vnd lolvirs wieder in einen warmen Wasser/laß es durch einen Ailtz gehen/coagulir!, so hast» den Fluß bereitet. §s Der sechste THeil saget Hom Aer WsteIPil ist vomDmeltzm vnd seigern der Kupfferertz vnd Stern EZS ins Bley. WM Ze Seigerhükten / Lfen vnd Herdt/ werden nach gelegenheitder Waffe« gesell / vnd Vielheit der Lrtz zu SchMltzen vnd zu Seigern /nach gemeinem -rauch gebawet. In den Seigerhükten da viel Kupffer gemacht wird / sollen vier Schmelßofen seyn/In zweyen soll bas Kupfer-ertz oder Schiefer geschmoltzen werden/in dem drit- ten soll die Vermischung des Kupfers vnd BleyeS geschehen / )m vierbtm sollen die Schlacken wieder geschmolzen werden/ wiewol biß schmeißen vom Kupfer vnnd Bley nicht viel Schlacken gibt» Wann der Schmeltzer den Schmelßofen zumachen wil / muß er den Tiegel km Herdt etwas eng vnd ckcff/gleich wie einen Arischofen machen/vnd neben dem H- fen/ noch ein ander klein Zstein / welches der Windt treibet / darin er das zugeschla¬ gene Bley lest warm werden / So er nun anfehet Zu setzen / vUd zwey Centner abge, wogenes Rosts im Hfen hat/so setzt er darnach einen Satz weiche Schlacken/darbcy er sehen kan/ wann die zwey Centner Rosts durch sind / vnd dieselben weichen Schla¬ cke« kommen/so stopfst er dasAuge zu/zeucht die Schlacken vnd Stein vom Kupfer abwnd sticht aus dem neben östein bas heisse Bley in bas Kupfer in Tiegel/ vnd hat einen warmen Löpfel / greifst alsbald in Tiegel / schöpft ein Löpfel voll oder zween übcr/bas eS vnter einander kömpt/ vnd geust dann in bre Pfanne das erste frischstück/ so dasselbe gegossen ist / so wieget mans/ dadurch kan man leichtlich sehen / ob baS Kupfer darzu kommen ist / so die ersten zwene Centner des Rosts burchgeschmoltzen sind/vnd die weichen Schlacken kommen/vnud vas Auge desOfeus zugestopffetist/ so setzt der Schmeltzer von einem andern hauffen/zwey Centner abgewogenenRosts auff. WannderSchmelßerdiefrischstückgegossen hak/ so sticht er daSgefamblete Kupsser/ welches m den Herdt heraus gestossen ist/wiedrumb ab/ vnd mach ek em M der fürgewogen Bley im neben östein warm/ damit die Arbeit von stattgehe / vmd nicht gehindert werde/wann solche zwey Centner Rost zum andernmahl hinein stnds so setzt der Schmeltzer wiederumb einen satz weicher Schlacken /vnd so d/e kommen/ so stopfft er gleich wie zuvor zu/zeucht die Schlacken ab/vnd sticht daSBley im neben östein darein/vnv geust das frischstück/also schmeltzer er immer fort / dieweil er Kupp fer/Slein ober Rost hat aufszusetzen/ Solche frischflück / wann die zu einem Seiger¬ ofen gegossen sind/die werden/ weil man andere frischflück schmeltzer vnnd macht? abgeseigert. Biß Seigern ist meines bedünckens auffdie Kupfferstein/ die gut Kupffer ge- ben/gegendem andern sehr fürträglich / bann man kan die Silber alßbald aus den Kupffern haben/ vnnb zu Nutz bringen / besser / dann wann sie erst in die Kupffer ge¬ schmutzt / folgeuds mit grossem Vnkosten auff Vie Seigerhütten gefurth / da dann das Silber davon muß geseigert werben/ es wird ein jeder/ der zu Seigern hat/ ober dem daran gelegen/ demselben wol ferner nachzudencken wissen. Solches habe ich neben dem Bericht des gemeinen Kupfferseigern auch mel¬ den wollen. Was Dörnlein vnnd andere dergleichen Sachen sind / die von solchem Sei¬ gern kommen / die kan man gleich / wie in der erste voll dem Seigerwerck gemeldet/ Schmeltzen vnnd zu gute machen/Vnd biß ist die Form des Schmeltzoftns/sampt den neben östein formieret/wie diese vorgesetzte Figur anzeiget. Bericht schmeltzm der Kupffer-Ertz. yy ML Bericht des schmelzens zur Setzer Arbeit. ^AL^/ZNN die Kieß oderKupffererß zu Stein gemacht seyn / soll man den Stein Rösten vnd durchstechen/ vnd dann zum Kupffermachen/ Brennen vnd Rösten/ so man in solcher Arbeit iss/kan Man nach des rohen Steins / vnnb des durchgestochen Steines Halt/der Probe nach/wiffen/was man für Kupffer vnd Silber darin hat. So nun der Stein zudem Kupffer Machen allerdinge fertig vnd gebrantist/ so nimb desselben eine gemeine Probe durcheinander/ vnd probier ihn eine Prob zwo overdrcy auffKupffer/ vnd dann das Kupffer auffSilber/so fern nun der Kupffer- siein/so gar vngletches Halts / nicht vnter einander kommen ist / so findest« im Halt einen geringen/auch bißweilen gar keinen vnterscheit/dann fiehe/ob solcher desKupf- fers Halt vom Rost/ Mik dem vorigen Halt / der in dem durchgesiochen Stein fun- den/überein komme/das versiehe also: Ob du das Silber in den Rost alles hast/ wie du es mdenKupffersiein gefunden/ wann sich aber vmb drey oder vier Loth gegen einander ein vnterscheidt finvet/so nimb daraus das Mittel/ vnd mach deine Zuschlä¬ ge nach diesem Exempel also t Ich habe in einem gebrauten Rost durch die kleinePwb befunden/das 2 Cent- ner/ halten Centner Kupffer/vud desselben Kupffcrs Helt ein Centner2v LothSil- ber/ darauffwege ich dem Schmeltzer zwey Centnerdes Rosts ab / vnd laß dieselben vnttrschiedllch einen Haussen nach den andern / je auff einen hauffen zwey Centner Rosts sctzen/vnd Wege einem jeden theil sein gebürlich Bley zu/ bas allewege auff ein Loth Silber/das im Kupffer iss / Pfundt Bley/vnd wofern dasselbe gut ist/17 Pfundt kommen/vnd zu dem abgewogenen hauffen Rosts gewogen wird/ vnnd weil zwcy Centner des Rosts / drey viertel Centner Kupffer / vnnd zu einem Stück durch geschmeltzetwird/ so halten drey viertel CenmerKupffer/ der gemeinen Prob nach iz Loch Sllbex/ wtegdarauffiz mahl 17 Pfundk Bley / kommen zwey Centner vnd zz Pfundt Bley darzu. Es ist aber zumerLen/wann Man die Zuschläge des Bleyes machen wil/muß man wissen/was das Bley helt/helt der Centner ein oder zwey Loth Silber / so muß auffvasselbige Silber / so das Bley in sich Helt / auff jedes Loth Silber 17 Pfundk Bley gerechnet werden/dann dieSeigerwerck müssen nicht mehr dann 7 Loth hakten/ halten fie darüber/so ists em Zeichen das die Künfiöcke zu reich bleiben/ vnd das Sil¬ ber nicht alles aus dem Kupffer kömpt. C)arumb/wann Man Bley hat/ das Silberhell/ kaN solches zu den reichen Kupffer« nicht genommen werden/dann die frischstück werden Zu groß / vnd bekom¬ men zu viel Bleyes /vno wird das Kupffer mit dem Bley durch den Seigerofen ge¬ hen/ dadurch dann schade geschichk / Wann Man aber Stein hat over arm Kupffer zu zehen oder zwölff Lohten/darzu könte es wolgcbraucht werden/sonderlichen/wann das Kupffer davon gut werde/muß ber Zuschlag Exempels weise/ also seyn: Ich befinde durch die Prob / Vas Zwey Centner gelöstes Steins/ drey viertel Centner Kupfferhalten/vnd ein Centner des Kupffer 12 Loth Silber/ darauff rech¬ ne ich dasgebürliche Bley/auff jedes Loth Silber 17 pfundt / vnnd weil ich kein an¬ der Bley habe/dann das der Centner zwey Loth Silber Helt / damit kommen aufdie 9 Loth Silber im Kupfer/ von wegen des Silbers im Bley / zu einem stücke zwey Centner/vn ein pfundt des zweylöhtigett Bleyes/Man pfleget aber zu einem solchen frischstück nicht eitel matt Bley zu nehmen / oder das Silber Helt / sondern man ver-, mengets mit frischen Bley/damit die Silber desto reiner heraus kommen/ doch muß ojstmahls aus mangelung frisches Bleyes/solch Matt Bley genommen werden. Auff den gemeinen Seigerhütten pflegt man an statt des srischbleycs/ mit Härtvnd Glöt die Zuschläge machen/ vnd rechen den Abgang / was demselben im frischen möchte abgehen/ herab / vnd wird allewege an statt ivo Pfundt frischbleyes/ i2;pfundk Hartvnnd Glötgenommen / jedoch müssen sie die Glöt vnnd Härt mit Frischbley auch erfrischen/dgn sonsten müssen sie zuletzt/ wann das Härthlcy zu matt würde/Schadm leiden. N ij Solches IOO Der sechste Tßeti saget vom Solches kan man auffdiese Arbeit vnnd Schmeißen eben so wok gebrauchen/ wann man Glöt vnd Härt hat/das man nach gestalt des Steins/ wie oben gedacht/ den zweyCcntncr Rosts das gebürlicheGewicht von Hardt vnd Glödt zuschlägt/ vnv also mit Lurch den Sfen setzet/das wcre gleich so viel/ vnnd würden die srischsiück auch reich gegossen. Lb einer abervieüeicht sagen möchte/solches würdeflch mcht leiden des Spor- fleins halben/ so muß man doch wiederumb ansehen / ob gleich die Sporstein blepich würben/so würden sie doch arm am Silber / vnnd weren derhalben nicht verdorben/ vnd kündte dieselben auffsätzen/vnd vnter andern Kupfferstein in dieRost mit einbrin- gen/das würdegas nichts abtragen/sondern würde dem schmeltzenzutreglich seyn. Weiter ist auch zu mercken/ wann man den Stein im schmeltzen Hart vnd Glöt Zuschlägen wil/muß man acht drauff gkben/das man die Härtvttd Glötsetzet/ wann der Stein fast gar im Ofen ist / so darff das Bley nicht so lange in den Herdt vnter den Kupffer vnd Schlacken stehen/ vnnd sich verbrennen / Es were aber besser/ das man alle Glöt vnv Harte auff die Goßlarische Arth ansrischrte/ da in einer Ar¬ beit bey roo Cenlner Frischblcy in Tag vnd Nacht gemacht wird/Lann was ihm im anfrischen abgehet/das gehet ihm sonsten auch ab/wann aber nach den, cs angesrischt ist/die Zuschlag damit gemacht werden/so geht ihm in den neben öflein alsdan nichts mehr ab/allcin das es zergehet/ vnnd vnter das Kupffer gestochen wird / vnnd solche Härt vnd Glöt frischen/ könte geschehen / wann man nicht in voller Arbeit were / da¬ mit hernach die Arbeit desto schleuniger sortginge. Wie man das Silber von dem Kupffer ' seigern soll. O^ÄAs Silber von dem Kupffer zu seigern ist eine sonderliche Kunst / welche für Jahren von den Seigcrern / wie die Zuschläge recht gemacht werden sollen / in gros¬ ser geheimb gehalten worden. Dieweil aber das Werck sehr groß vnd weikleufftig ist/ so hat es auch nicht gar verborgen bleiben können / vnd ist nunmehr vielen bekam vnd wiffent/ abergleichtvoi noch ein Vnterscheidt darunter/das auffeinerSeigerhütten bessergescigert/vnddie ZarkupffcrarlnergemachtwcrLen/alsaufderandern/auchdieAusch/ägeMchtüber- all können gleich gemacht werden / vnno dann vieüerley Kupffer/auf cinerlcy Wege nicht können geseigert werden/ Wil derowegen vmb derer wiüen/so von solchen Sa> chcn nicht viel wissen / zu einer anleitung auch etwas berichten. Hie ScigerOfen sollen hinden hoch/vnd nach dem fordernthcil hangen/damit daS Blcy/wans geflossen/ von SeigerOfen heraus in die Tiegel fliessen kan / vnd so bald es in den L regel geflossen / soll es der Schmeltzer mit der Kellen in die Pfänlem gu ssen/auffLas es wieder kalt werde. Auf die Herdt des SeigerDftns sollen eisern Platten gelegt / vnnd vier stück Kupffer aus die Scharten gesetzt werden / wann aber fünf stücke gemacht sind / ent- wedcrs aus dem Treibherdt/Bornen/Kobolt oder Schlacken/wan sie nicht zu groß oder zu schwer sinb/sollen sie auf die Scharten gesetzt werden/damit sie nicht über ein¬ ander fallen / sollen harte Kollbrande einer spannenlangk darzwischen gelegt werden/ darnach soll der eisernLfen zugethan/der Riegel vermacht/vnnd der Hfen mit klei¬ nen Köllen gefüllet werden/man soll auch in die Tiegel Köllen werffen/vnnd darauf ein Glut legcn/bie brennenden Köllen / mit der Schnüffeln überher zerspreiten / das sie alles was im Ofen ist / zugleich anzünden. Die aber im Tiegel blieben sind/ sollen in den Herdt geworffen werden / damit er auch warm werde/dann so er nicht warm ist/so gerinnet das Bley/ vnd fleust nicht herab in den Herdt/ Wann nun die langen Köllen zwischen den Kupfferstücken gar vrrbrant sind / das sich die stück an die Mawr lehnen / so soll sie der Seigerer Mit kiuem Haken wieder quffrichten/ haben sie sich aber an die Riegel gelehnet/ so sollen schmcltzm dir Kupffer-CG ,ol Wen sie mit den Köllen vntergestußet werden/ wannsich abereinssücke mehr dann das andere an den Boden gesetzt hat/zu diesen soller Köllen thun/zu den andern aber nicht/ das Silber vnd Bley so herab tropftet/ wird beydes ehe flüssig dann das Kup- fer/die Hörnen so nicht herab fliessen/ sondern im Herdt liegen bleiben/ die soll er offt mit dem Haken vmbwenden/ damit sie von demBlcy auch herab tropffen/vnd in den Tiegel flieffen/dan was da bleibet/das muß man wieder in denSchmc/tzofen schmel- tzen/das aber in den Tiegel gefloffen/soll man mit demandern in den Lreibofen tra- gen/damit das Bich von dem Silber getrieben werde. Has Bley/das in Tiegel heraus geflossen ist/ solider Seigerer mit einer Kel¬ len in eiserne Pfänlein giessen/ die zuvor mit lehmichten Wasser angestrichen seyn/ damit / wann sie vmbgckehret / desto leichter loß werden /vnnd die Bleystück heraus Mn / wann es ihnen aber an pfänlein mangelt / dieweil das zu risch herab in Tiegel sieusi/so so! er sie mit Wasser bcgieffen/damit die stücke erkälten/vnv desto ehe heraus fallen/vnd er diese Pfanlein bald wieder gebrauchen kan. Wann nun alles Bley von dem Herdt herab in den Tiegel geflossen / vnd die pfänlein außgoffcn sind / so soll er die Hörnen mit dem Krücke,sen aus den Herdt in den Tiegel ziehen/ darnach aus den Tiegel auffdie Erden/ vnd alsdann mit den Schnüffeln in die Lauffkarren werffen / mit welchen sie hinweg geführet / zusammen gelegt / vnd wicdrumb geschmeitzt werden sollen. Wann das Bley von den Kupffcrn gescheiden ist/nennet mans Künstöck/bie- weil sie gantz außgesogen / die sollen mit dem Lauffkarren zum Hörofen gefurth wer- den/die Zapften / so an den Scharen hengen blieben sind / sollen mit dem Stoßeisen abgestossen/ vnd zu den andern gcthan werden. Wann der Seigerer von den grossen r6 vnnd von den kleinern 20 / ras Bley geschiedenhat/so hat er seine Tagschicht gethan / wann er aber mehr geschieden / soll ihm dasselbe sonderlich belohnet werden. Auff diese msse wird das Kupffer mit dem Schwartzblcy vermischet / vnd wie¬ der vondem Küpser gescheiden/aberdas Schwartzblcy wird indieLreiböfen bracht/ in welchen das Silber vom Bley geschieden wird. Herogestalt wird das Silber bas im Kupffer ist/ mit den Silbern / so im Schwarßbley ftyn/permstchet/ dasKupfter aber wird zum theilmitdemBleyin Glöt/ vnd zum theil in Härbtblep getrieben. Vnd ist kein Abtrerber seiner Kunst so gewiß / das nicht etwas vom Kupffer vnd Harbtblep bleibe solte/daS Schwartzblcy/ so nicht geflossen/ soll mit dem Schla- ckcnhaken in den Tiegel gezogen werden. Her Kranich / so mit der Winden getrieben wird / hebt ein stück nach dem an¬ dern auffdenHerbtvnnoHoltzscheiter/ dann mit den grossen schweren stücken kan man anderer gestalt nicht handeln. ML Wie man dte Kupffer brechen soll. ^D^Änn die Kupffer groß seyn/ soll man eins nach dem andern auff den eisern Sattel legen/vnnb mit dem Kupfferbrecher zerbrechen vnd zerschlagen / damit man siesampt dem Bley füglich wegen vnnd vermischen kan / im fall sie aber siarck vnnd nicht brechen wollen / soll man sie auff den Seigerherdt / hart an einander setzen/ da§ allein Steinlein oder stück von Ziegeln eines Hünereyes groß barzwischen liegen/ba- Mit die Hitze des Fewrs auch darzwischen kommen kam Erstlich sollen sie mit einem sanften Fewr angefewret/vnd je lenger je mehr mit Köllen beschüttet werden / die einer spanne Hochstegen / dann man zu solchen festen Kupfferstücken ein stärcker Fewr haben muß / als zu denen die sich gerne brechen lassen. Wann nun die Kupferstücke gnugsam erhitzet sind / welches in zwey Stun¬ den zu geschehen pfleget / soll man sie mit einer Krail oder Zangen aus den H>fm zie- N iij !or Der sechste Thal saget vom hen/vnd mit einen grossen Feustel zerschlagen/dann je heisser das Kupffer isi/je ehe es zerbrochen wird/gleicher weise sollen auch die andern stücke zerbrochen werden. Wann nun diegebrochene Kupffer kalt worden sind/sollsie der Hüttenmeister abwegen / vnd nach dem Gewicht mit nachfolgenden Zuschlägen versetzen / danndgs Silber kan vom Kupffer ohn Bley nicht geschieden werden. Vom Dnterschetdkvnd Halt der Kupffer/ so man Seigern Wit ^^Rstlich soll manauffdieschwartzm Kupffer gute achtung geben/ob die Mich vnd geschmeidig sind/ dann wann sie für dem Seigern ungeschmeidig seyn / so kömpt das Silber nicht gerne heraus / wil man ihn dann seine gebührliche Zuschläge vnd Hitze thun/so ficust dasKupffer vnter dem Bley durch denSeigerofen/vnd geschicht schaden / derohalben zu den weichen Kupffer kein besser weg ist/ dann daß man andere harte vnd vngeschlachte Kupfer darunter menge/ damit eins daS ander halte. Zum andern soll man / wie viel die Kupffer am Silber halten / bmch fleissige Prob wol berichtet seyn/dann nach demfelbigen müssen die kupffer verblcyek werden/ vnd so die Halt vngleich seyn/als zu 24.14.8. ober io Lohten / so muß zu einer schei¬ ben 27 vnd ein halb pfundt reich kupffer/vnd55 pfnndt arm kupffer gewogen werden/ darauf mach deine Rechnung / wieviel in den dreyviertel eines Centners kupffer/ Loth Silber sind / vnd wie viel das Bley halt / das man zum Zuschlag brauchen wil/ vnd folgends auf ein jedes Loth Silber/bas im Kupfer vnd Bley ist/17 pfundt Bley rechnen/also vnd dergestalt/ baß das abgeseigerte Bley / das vom kupfer abgeseigert wird / ein Centncr über 6.6Z oder auffs höchste über 7 Loth Silber nicht halten/ Würden aber die Seigerbley mehr als 7 Loth halten/so ists ein Aeichen/daß die kün- stöcke noch zu reich bleiben/vnb das Silber nicht alles aus dem Kupfer geseigert/som dern des Bleys zum Zuschlag zu wenig genommen worben ist. Ex As für Silber tm Kupffer vnd Blep sind. (AH^Ann die Kupffer erzehltermassen probiret sind/ daß Man weiß was siehab ten / so muß man sie auch mitfleiß wegen/damit rnan eigentlich wissenkan / was für Silber in denKupfcr vnd reichen Bleyen sino/vnnb waS dem schwartzen Kupffer ab- gangen ist/soll man sampt demAbzug wegen/alsdan wird denselben stücken ein gewiß Gewicht Bley zugeschlagen/ vnd im S chmeltzofen geschmeltzt / daraus werden stück gemacht/darnach wird das Silber vom Kupffer geschieden/vnd dasBley im Lrcib- oftn wieder abgetrieben/vnd die alten abgezogenen Absirich/müssen gleichsals wieder- umbinden Schmeltzofen geschmeltzet werden/ vnd alsdann wieder inLreibofen/ daraus dannGarkupscrgemachtwerden. Von Zuschlägen der Kupffer zum Seigern. <^ÄAmit man aber wisse / wie es mit den Zuschlägen auff allerley Kupffer auff den Seigerhütten gehalten wird/wil ich solches zu mehrer Fachrichtung durch Er- empel anzeigen. Nimb Zwey CentnerBley/ vnnd drey viertel Centner Kupffer / reichs vnd arms Halts/oder weiche vnd harte geschlachte Kupfer vnter einander/so darinnen nicht i2 oder 125 loth Silber ist/so nimbWerckbley/davon das Silber noch nicht ge¬ schieden ist / oder nimb ander Bley das Silberreich ist / darzu/ daß du das obgenante Silber in srischstück hast / vnnd darnach Bley oder Glöt so viel / daß zu 4 stücken 8. Centner Bley komen/vnd drey Centner Kupfer/davon soll im Seigern heraus kom¬ men 6 Centner Seigerbley/daß ein Centner 6; Loth Silber hält/ daS ander Silber pnd Bley bleibt in Zörnlein pnd Künstöcken. schmkltzm dtr Kupffer-Crtz. loz Em ander Zuschlag auffzwern vnd ein viertel Centner Bley / nimb drey vier¬ tel CentnerKupffer/so darin nicht 15 oder i6Loth ist/ nimbdarzu reich Bley/ bas in ein ftischstück solch Silber komme/oder m'mb frisch Bley / Glöt vnnd Hart / das auffvier stück/als auffeinen Hfen neun Centner Bley / vnd drey Centner Kupffer kömpt / davon soll werben Seigerbley 7 Centner i vnd soll ein Centner6 vnnd ein halb Loth Silber halten. Nimb zwey oder drey viertel Centner Bley/vnd drey viertel Centner Kupffer/ darin nicht i8 oder 19 Loth Silber ist / vnnd nimb reich Bley/ bas es das Silber er- rcicht/Glödt/Härt vnd frisch Bley/wie du es haben kanst/ das auffeinen Ofen / als in vier ftischstück n Centner Bley/vnd drey Centner Kupffer kommen/davon sol im Seigern wieder werden 9 Centner Seigerbley / soll ein Centner halten 17 Loth Silber. OdernimbdreyCentnerBley / vnnd drey viertelCentnerKupffer/ wann darin nicht ist 22 oder 21 loth Silber/so nimb reichBley/das in ein ftischstück benrelt Silber kömpt/das wer« auff vier stück/ als auff einen Ofen 12 Centner Bley / vnnd drey Centner Kupffer/davon sollgeseigert werden io Centner Seigerbley / soll em Centner halten 7 Loth Silber / bleibt in Dörnlein vnnd Künsiöcken 15 oder 16 Loth Silber/die werden ferner gearbeitet/wie hernach folget» So man aber gar reiche / oder sonst verreichen Kupfferviel / vnd der gering¬ haltigen wenig hette/dadurch man die rechten Zuschläg/wie oben gemelk/ nicht errei¬ chen könte/so muß man offtmahls ein reich frischen thun/ das ist/ das man auff drey viertel Centner reiches Kupffer/ biß in die drey Centner Bley zusetzt/ Es werde dar¬ nach das S eigerwerck so reich es wolle / vnd ob die Künstöcke gleich auch reich blei- ben/zu 4.6. ober 7 Lohten / so können sie doch zu den andern reichen Kupffern fer¬ ner zugeschlagen/vnnd die ftischstückrecht gesetzt werden/damit das Seigerbley auff den rechten Halt/auff sechS/stebendehalb/oder auff stehen Loth Silbers / zum höch¬ sten komme. Wann aber vielder armhaltigen Kupfer vorhanden die nicht mit den reichen Kupffern zuersetzen sind / so muh man gleicher gestalt auch ein arm frischen thun/ je¬ doch allewege nicht mehr als drey viertel Centner Kupffer / vnd zwey oder drey vier¬ tel Centner Bley nehmen/ So nun solch schwartzkupffer 8 Loth gehalten hat/würde das Seigerwerck ein Centner in die drittehalb Loth Silber Halten. Hieft arme Seigerbley/ die von arm frischen kommen / die können zu andern frischen wieder zugcschlagen werben / wie aus folgendem Bericht zu vernehmen / es ist aber kein rath varbey/vnd sollen biüich/wo es möglich/ vmbgangen werden» Von dm Zuschlägen auff gut Kupffer. C^ÄEs guten Kupffers wird allewege vier stücke aufeinen Ofen gerechnet/ vnd soll ein jeder stück drittehalben Centner Bley haben/vnd drey viertel Centner Kupft fer/vnb soll nicht mehr dann i8 Loth in ein stück seyn. Item drey viertel Centner frisch Kupffer zu 21 Lohten / drey vierte! Centner Bley zu viertehalb Lohten/ein halben Centner zu zwey Lohten / drey viertel Centner frisch Bley/vnd ein Centner Glödt/also haben vier stück/ 77» vnd ein halb L oth Sil¬ ber in eilffCentner. Item/ drey vierteil Centner Kupffer zu rs Lohten/ein halben Centner Bley zu fünfftehalb Lohten/drey viertel Centnerzu drey Lohten / ein viertel Centner zu zwey Lohten/ein Centner frisch/vnd einCentner i8 pfundt verbleyet/in 47 Loth/gibt zehen vnd ein viertel Centner Seigerbleyes. Item / einen halben Centner Kupffer / zu 15 Lohten Silberhaltig / ein vierte! Centner zu zwantzig Lohten/ein Centner Bley zu vier Lohten/einen halben Centner zu zwey Lohten / ein viertel Centner frisch/ ein Centner Glöt ist vrrhleyet in 70 Loth Eilber/gibt zehen Centner Bley. Wann 1O4 Der sechste TM saget vom Wann kein Glöt vorhanden were'/ so nimb esnen halben Centn» gutKupffer zu 9 Lohten / ein viertel Cenmer zu zo Lohten / ein Centn» vnd em viertel Bley / zu anderthalb Lohten/vnb ein viertel Centner frisch / also mach allemahl die Zuschläge auffm Herdt/das ins stücke zehen/ eilfftehalben oder eilffCentner Bley kömpt / auch am Silber in vier stücken 70.72.74.75» 77 Loth kommen / so Helt das Bley 7 Loth Silber/ ein quentlin mehr oder weniger vngefehrlich. Die geschmeidige gute Kupffer zu n. 12.13.14.15.16 Lohten / davon macht Man hart Bley/ das man gewöhnlich wieder zum zuschlagen nimpt / das 65 Pfundt bringen allemahl in vier stück 39 Loth Silber / wo es aber an den 65 Pfundt Kupffer nicht genug am Halt were / so mag man des Kupffers dreyviertel Centn»/ vimd allemahl auffein Loth Silber / 29 pfundt Bley nehmen / das thut auffein stück drey Centner vier pfundt frischblep / vnd auffvier stück 12 Centn»/16 Pfundt/ darin 42 Loth Silber. Item 6; pfundt Kupffer zu 15 Lohten / ein Centner vnd ein viertel Centn» frisch/205pfundt Glöt/ kömpt auff vier stück eilffCentner^ pfundt Bley/ darin39 Loth Silber/so man ein Ofen von solchen Zuschlag seigert/kömpt daraus- Centn» Bley/das zu drey vnd drey viertel Lohten oder vierdtehalb Lohten helt/daö werezu- fammen 3Z Lothz quentlin/ bleiben in dörnlein vnd Künstöcken 5 Loth / vnd wert wsl gearbeitet/verbrennet stch aber viel Bley darüber. So dasKupfferi8.i9.oder2OLoth Helt/ pflegt man zu nehmen öoodertz Pfundt/varnach man reich oder arm Bley hat/vnnd macht die Zuschläge also / das in vier stück zu Hauffs Loth an Kupffer vnd Bley kommen / vnnd auff die 75 Loth nimpt man auff ein Loth 15 Pfundt Bley/fo man bann einen Ofen seigern wil/zehen, dehalben Centner Bltyes/ das soll halten stebendehalb Loth oder 6 Loth 3 quentlem/ bleibt in dörnlein vnd Künstöcken ir. 12.13 L oth / wie die Zuschläge aber zu machen folget hernach verzeichnet. Item ein stück soll haben mit Bley vnd Kupffer vnter einander/3Cenm» 25 Pfundt/vnd 4 stück zu Hauff 13 Centner / vnd Bley eilst Centner 25 Pfundt / kömpt mein stück65 PfundtKupffer zu i7Lohten/vnddrittehalben Centner Bley zu drey Lohten/doch das die vier stück nicht mehr dann 75 Loth in Kupffer vndBley halten, Item 65 PfundtKupfferzu 18 Lohten /das were 47 LothZuschlag ins Blep/ nimb einen Centner vnd 3 viertekBley zu 4 Lohten/die bringen in 4 stück28Loth/rm viertel frisch/30 pfundt Härt/so kömpt eilffCentner25 Pfundt Bley in 75 Loch. Hie dörnlein aber die davon geseigert werden / habeneineu solchen Zuschlag/ Nimb zu einem stück anderchalben Centn» Bleydörnlein / ein Centn» Rostvörn- lein/ein Centner 18 pfundt Hart / ein viertel Centn» frischbley/30 pfundt Glöt/ so Helt das Bley davon gemeiniglich drcy/viertehalbes/biß in die 4 Loth Silber. o Andere Anschläge auff gut Kupffer. ou Einem stücke nimb 80 pfundt Kupffer/ es Helt 15.16.17.18.19 Loth / so kömpt auff vier stück 10 Centner Bley / thut ein stück drittehalben Centn» / das Helt also: Nimb einen Centner Glöt/einen Centn» vnd ein viertelBley zu 4 Lohten/ein vier¬ tel Härt/vnnd ein viertel frischbley / wie es stch schicket / doch das in vrer stück nicht mehr dann 72 L oth kommen/ vnd nimb zu einem Loth 14 pfundt Bley/es ist aber al¬ lemahl beffer/man nehmeviel Glöt vnd wenigBley/dan die Glöt nimpt das Kupfer baß an/dann das frischbkey/deßgleichen viel Kupffer / so verbrennet man desto weni¬ ger Bley/ drrowegen nimpt man 65pfundt Kupffer zu einem stück/ sokommenzu vier stücken eilffvnd ein viertel Centner Bley/ vnd macht ein Schmrltz» gleich so viel stücke/wann man aber nimpt80 pfundt Kupffer für 65 pfundt / so bleiben in den dörnlein vnd Künstöcken zehen oder zwölff Loth. Hb» nimb 75 pfundt Kupffer/ reich oder arm/ das in vier stück72 Loth scyn/ so kömpt auff ein Loht 14 pfundt Bley/thut in vier stück ro Centn» 8 pfundtBley/ das schmcltzm dcr Kupfferertz. r o 5 düs gibt einen genieinen guten Künstock / und so dieserOfen also geseigert wird/ helk das Kley davon 7. Loth Silber/ ein Quentlein anff oder ab. Wilm aberHänbleymachen/ Nnndö^-PfuiidtKupffer/ zu w Lobten/ Loo.Pfand!Härt/ ^o.PfundtFrischbley/ zu -..Lobten/ sokömpcm H.Stück xr-Lolb/Und einQuentlein/ lo.EenlnerSo. Pfund! Bley- 2tem/Wmb7^.PfnndtKupfferzuK->.Lohten/undnichtmebrdalin48»Letk) in 4. Slück/und auffein Loth 21. Pfund! BleyMmit es mehrentbeils Glvr scy/ st) wird das Bley 4^ oder 5. Loch halten/ und iu Künstöckenü. oder/.Lotb bleiben. Aderzu Frischkupffer solman nehmen dreyviercel Eentner Kupffer/ driltes halben EentnerBley/ dasin 4- Stücke nichtübcr 74. Loth sey/ daß thul rccht/und zumHärtbley drey viertelEentner Kupffer/ zwey und em vicrttlEenrnttBley/und Nicht mehr/ so ist darmzz. Z4- biß m drezS.Lokd Silber. Belanget die armen Kupffer/ diezu 5.6.7. z. Loth Silber halten/ odery. anffs böchlte / die können in solcher gestalt irtcht geseigert werden/ daß das Seiger- bieyauff den rechten Halt / als ein Eentner auffs. biß in die 7 Loth Silber keme/ danndasKupfferistgut/nndsomandem Halt nach Bley zuschlagen wil/ würde dasKupffer des Bkyes kein zuügen haben/ daß das Silber nicht «llesherauS keine/ und die Künstöck reichdleiben. Wannnunder Schmeltzer dieFlischstück machen wl!/ so sollen zuvorher aller derselben Anschläganffejnjekesbdtt DvrnIcun^Ctn'nkr/nemblich/balbSeigctdörnkin! u»dba!b GVL/Röstdörnlein/ undetn Eentner und ein viertel Häpt/ rin Viertel EeNtner Glöt/ so! daö Bley Zr4 Loth/ 4 L oder in die 5. Loth halten. O Item i o6 Der sechste Tbeil saget vom Itemsuffein Centner Glöt rechnet mandrev viertel Centner Bley/kömpk zu einem jz§. Pfundt Glöt/ und auff ,4s. Pfundt Härt auch ein Centner Bley/ wiewolauffetlrchen Seigerhütten rzo. Pfundt Glör/für ein Centner Bley/und ^40. Pfundt Härt/für ein Centner Bley genommen werden. Item / eS gehet gemeiniglich an jo. Centner Bley / anderthalben Centnek ab/dasslbigemagstusamptden Lohten/ an den Anschlägen abziehen. Wie die schwachen armen Kupffer auff dicUngcnschc Hrch geseigert werden, E^Ertcht/wiediearmenKupfferfürdem Seigern gesplissen/nndam Haltscl- ^-^icn versichert werden/ damit sie desto befferzu Seigern ftyn. ^n der Hütten da man die schwartzen Kupffer / die da gemeiniglich 5.6 7. Loth Silbers halten / zusplejssenpffegec/ da ist der Epleißofen wie em Treibhm/ mit einem Gewelbe geformiret/ undbarelnVorgewelbe/ iuifelben zündet mandas Fewr an/mit dün en Büchen oder DanneuScheilernktem gespalt/ wie man in einer Küchen anffdemHerdt braucht/ Dergleichen hat der Spleißvfen einen Vortiegil/ darinnen man das schwarye Kiipffer/ so es genug gearbeitet/ und gut Kupffer wor¬ den »st/ daraus spleisset / am andern Ott des Ofens lest man die Schlacken herab/ kndlest den Blaß nicht mitten im Ofen gehen/ sondern an ein Eisernes Mbrleui/ daß gegen einen Winkel gesteht und gerichtct ist / daran stost sich der Wind / gehet r.achmahks durch das Mbrketii/ mitten auffden Spleißofen. So man nunspleissen wil/ legt oder seyt man in den Spleißofen zs Cent- nerSchwarykupffer/ daß ein Centner^.Loth Silber Helt/ so das zergangen ist/ so kestder Schmelycr oie Schlacken davon herab/ erstlich/ nngefehrlich in die n oder r 2. Centner/ darnach in die vier oder füufftehalbm Centner/ auss welches er dann Fleiß muß hoben/damitcribm die rechteMaßzu geben weiß/nachmahis thnt er den Bleyofenbeydem Vorliegt!auff/ lest dasKupffer darein / und splerst von obste- hendenzS CenknerS-hwartzkupfferauSdemVortiegeliudie iS.oder ro. Centner reich oder gut Kupffer / des gespissen Kupffer aber wird eine jede Scherben außge- schlagen/iind da von ein Aeyn gossen/daß einCentneriu diez?.Loth Siiber-zn daileit pffegt/daSübrigeStlberdleidtimAbstrich/ Kmtz uiidSchiacken/wiefol.ienwud- Diewelt aberaussein-nahk vielSpleiß/und aksogrosseWetck seyn/wird dem Schmeltzereine Schicht für cine halbe Wechegerechnet/darzugehöret en; Meister und ein Knecht/die spleiss'« die Woche mitjcdem Ofen nur zweymah!/ und wird zu solchem spleissen auffeine Schicht verbraucht ungefehrlich 4. Lachter Holtz. Die Schlacken/ so von obstcheuden schwartzen Königen kommen / odervvtt demKupfferauffzweymabl herabgelassen werden/zerklopfft man klein,wieWelschö Nüsse groß/ und schmeltzt es nachmahls durch einen Schmelyofen/ zeucht die Schlacken wieder davon ab in Vortiegel/und macht daraus rote König. Derselbigen roten Könige nimpt man 40. Centner auffeinenSchmelyoftn/ wleobeugemelt/uudschmeltztdavonin diezQ.oderzr. CentnerNokhkupffcr/ das Helt alsdau der Centner drittehalb oderLoth Silber/ welches aber gar nicht her¬ auszubringen ist/ derbalben dienet cSzuverschmiedetz in die Hämmer/ So ManeS aberzudenKlockenauffdenKauffmachenwil/ mußmanvonden4o.Centnerzz^ oderzs. CentnerNothkupfer spleissen/ und bedarffdarzu auffemcn Oftn in dritte- halben LachterHoltz/und wirddenSchmeltzernzwo Schichten fürclneWochc/wie auff Schwartzkupftr gerechnet / Die Schlacken aber/so von solchen r o. Centner künigen herab vom Spkeißofengelassen werden/ und ungefehrlich in die 7. vdcr-L Centner seyN mögen/dieselben zerklopft man/und schmeltzt sie durch cinenSchmeltz, ofen/zenchtdieSchlackenin Vortiegelab/undmachtKobolt/KünigoderKupfer- stein darauS/leget nachmahls dieselbenKobolt/ Künigoder Kupferstein wiederumb 40. Centnerauffeinen Spleißofen/und spleist davon herab zr-oder 54. Centnek Kupfer/Mein Centner r-oder iL Loth Silber Helt. schmeitzen der Kupffcrertz. r e>^ Wan« nun garabgespliffen/ so bebt man das/ so auff dem Spleißberdt ani 'Nande blieben/deßleichenwaSumbden Voriregel ist/und auch etliche guteSchla- cken auffpuchet sie/ so felt das gute kleinKupfcr zu boden/daS wäscht mam und sain- leteSzusammen/setztdeffelbenstoeövorbanden^.ederiH.CenttterauffdenSpleiß- osen/ und uugefedrNch 5. oder 6.CentnerBltckkupffer/PaS «st/rvaS imHcrdl blichen ist/wanndaü Kupfer hinein grädet und nicht heraus wil / und darzu/8. Cmtner schwaryeuKüniz/ und spleistverab wieder 20. Centner gepuchrsKupfferS/ daß ist dierr.odLrlz.Lltbdklt/seigttldannsolchesauch/ odersetztesauffdenTreibherdt/ und treibt es mit den reichen und armen Blcyen ab. Was letztlich vom Puchwerck in die Kälten kömpt/und sich setzt/wird auff- geboben/deS vler Centner e»mn Centner Kupfergeben/ si lches wird wieder mit den Schlacken geschmutzt. ... Bericht auff das Ungerischc Seigern / wie die arme« Ernstlich gemacht werden. erste Schicht/die em Meister mit cincmKuech'tein Z. oher 9. Stundest hindurch schmelyeukan/ nehme«sie darzu reich odergutK upfcrzo. Ccnt- n^r/Item/Frischbley/daß einCenlnerungefeklllch ein Lotb Srlber blit/iio. Cent- ner/ summa / alles/40. Centner Kupfer-Bley/ auswelcherSchicht 40. Stücke werden/ die sticht man herauSauS den Verriegel in ein Küpfferne Pfanne / kömpt auffeinStück reich odergut Kupfer dreyvicrtelCentner/undFrischblcyzwey und dreyviertU Eenlner/und so!hierin der Schmclyer gut Auffachlung haben/daSbek Zuschlag eines jeden Stücks/ nur zu einem Stück komme/ und die Stück gleich ge¬ gossen werden/ damit nicht von der ganyrn Schicht mehr oder weniger Stücke kom¬ men/als harz« vor gewogen worden/die Schlacken sol er nachmadl-au- den Vor- lieget rem abzuden / und wirderumb durch einen Ofen schmeltzen / daraus wird SchlackeMeyj sowirdder GntNer ein Lotk Dilber haltest^ Dieobgrmeldte 4-0 Stück aber werden gescigert/undüAemahl s.Stückauff rin Seiqetofen geieyl/daS Bley/so davon in eine Gruben rmuet/wird nachmahlö in kleine Kupferne Pfänlein gegoss n/ Helt öajsclbige Bley/ nach dem die Kupfer reich gewesen seyn/gememiglrch derCentner in diezweyoder drittchalb Loch Silber/das jenige/so auffdemSe«gerofcN bleibt/das heijt manKünstöck/sind nochungedorret/ und was zwischen dem Ofen herab felt/nennet man Dörnleinvom Seigerofen/we- gen ungeferlich Ss. oder no. Pfunvt/selcheDörnlcin werden also zu gute gemach t/ MannimptderDörnleinvom Seigerofen 20.Centner/ undDörnleinvomDör- oftnauch 20. Centner/d'.rzu40.CentnerHärt undGlöt/jedes halb/ summa8s. Centner/ daraus werdenin einer Schicht 20. Stück / kömpt auffcin Stück zwcy CentnerDörulein/ Und 2.. Centner Härt rindGlöt/ dann es muß also auff dieSkü- ckeeingetheilct werden/ undmanzeuchtdie Schlackenauffm Vortiegel rein ab/ die Werden sonderlich verschmeitzet/darauS wirdSchlackenbley/nachmahls werden von diesen20.StückenDörnlern/allemahl Stückauff ernenS igerofengesetztun- geseigerk/wird der CentnerBley davon ungcfchrlich zweyLotb Silber halten. Aukandern Schicht in der Arbeit/ werden die Zuschläge also gemachet/ sie Nehmen retch oder gut zerbrochen Kupfer 20. Centner/ und ro. Centner Dörnlem/ vomSeiger undDörofen durcheinander/mehr 20 CentnerGlör/Summa in alles 60. Centner/daraus werd n 40. Stück / tbut auffein Stück ein halben Centner gut Kupfer / ein Centner Dörnlcin/ und em halben Centner Glöt / davon werden gleichergestalt/wiezuvorallemahlfünffStückauffeinenSeigerefengesetzt und ge¬ seigert/das Bley davon wird in Eiserne Pfänlein gossen/ Helt der Centner dreyund ein viertel/oder drey und ein halb LotbSilber/ DtesirEinstrich wird nicbl in ge meist gearbeitet/sondern nur/ wann reichKupfferzum Einstrich genommen wird/ vdek -er Vorrath sich hruffen wit- . io8 Der sechste Theil saget vom Zur-ritten Schicht/daß man reichen Emstrich nennet/werden-ie Zuschkäg Mo gemacht r Sie nehmen zo. Centner reichodergut Kupfers und des Bleyvon DörnleinStücken/sro.Centner/Summa inallem r^o.Ceniner/schmelyenSdurch den Ofen/und ziehen dieSchkacken rein ab/ so werden 40. Stück / kömpt auftem Stück drey viertel CenmerKupftr/ und drey Emmer Wey/ solche 4».bück wer- Den gefeigert/undaüemahlfünffStückauffeinenSeigerofen geftyr/ heltdaSBley ungefehrltch der Centner drey auch wvlvierdtekalb Loth / davon werden altchKün- stöck und Dörnkem/ wievon dem andern Emstnch. DaS aberzu solcher dritten Schicht/anftein Stückein viertel EentnerBley wehr genommen wtrd/ alszn dem ersten/ ist dieUrsach/ Saö Polnisch Wey darzü kömpt/ zum andern/ daß esnicht küpftrig ist/ und zum dritten/daß zum reichen An- strich die Bley/ so in der Arbeit küpftrig worden/ genommen werden. Wie die Glötstück gemacht werden. Je Giötsti'nk werden alsogeuiacht/crstlich ist ihrZuschlagauffein Schicht O^ZreichKupsfer/ is. Centner Dörnletn/vom Seigerofen i Centner/Glöt 60. Centner/ Schlacken oder Frischbley Centner/Summa mallem 127^ Centner/Solcher Zuschlag solvoneinem Misier und Knecht inS. Stundendurch Den Ofeugeschmeltzet/unddie SchlackenftiN rein abgezogen werden/ unddieGiöt- stück incine Pfannegegoffen/daranS werdenDreissig Stück/kömpt aufteinStück reich Kupfer ein halben Centner Dönikein / vom Seigeroftn ein Dalben Centner / Glötzwey Centner/Schlacken oder frischbley ein und ein viertel Centner/Sokche fttztgemelte zoGlötstück werden gesetgert/undaVeinahlauffeinSeigeroftnfünff Stück gesetzt/ davon wird Bley/ nent man Glötbley/ daß ein Centner zweyLoth rrnd ein Quentlein Silber Helt/ und werden ausdem Seigeroftn auch Künstöck und Dörnlein/ wir in andern Seigern gemacht» Noch ein anderZuschlag auffGlötstück/ Sir nehmen reichKupffer rx Ccnt» Vtt/ Hörnlein von Seigeroftn r^. Centner/ Hlöt 90. Centner/Schlacken oder frischbley rz. Centner/Suma in allem zzz-Centner/daraus werden dreissigStück/ kömpt auftem Stück ein halber Centner reich Kupfer/ ein halber Centner Dörn? lein vom Seigeroftn/ drey Centner Glöt/ einen halben Centner Schlacken oder Frischbley/ dievorgemeltenzo. Glötstück rv» rden geseigert/ uNdanfteinmabiauff kinenSeigeroftn gesetzt fünffstück/SaSWeydaßdavon wird/helt der Ccntnerzwey Loth und ein Quentlein Silber/davon werden auch Künstöck und Dörnlein/ wie gemelt. Wann nun alle geseigerte reiche und arme Wey zusammen gebracht/ Rech¬ nung darauffgemacht ist/daß sie wiederumb Schicht machen/ also/ das ein Cents per in Dieselbigen vom reichen Kupfer und Bley/ in die Seigerbley/ so von solchem Einstrich kommen / ein Centnerin den andern zurechnen/ fünff und ein vierte! Loch Silber Helt/ darnach der Einstrich gemacht wird. Sie nehmen 2<5. und ein halben Centner reich Kupffer/ und von allen rei¬ chen und armen Bleien/ rif. und ein balbenCentrm/ damit sie auffgcdachttR ch- Uungkommen/ also/daSein Centnerfünffundein Viertel/ oder auffda« meiste Loth Silber Helt/ waS darüber gemacht wird / das ist mit Schaden / und wird öaS Garkupfferzu reich/ Summa 141. und drey viertel Centner / die werden in einem Oft» geschMeltztt/Dle Schlacken auff dem Vorkiegel sollen reln abgezogen werden/ wachet risMeister und ein Knecht / eine Schicht in 24.. Stunden/ kömpt auffem Stück des reichen KupftrS fünft Achtthetl eines CeutnerS/ allerley reiche und arme Bley/ zweyunddreyvierkel Centner. Diesejchtgedachte4L. Stück seigern sie auffeinen Seigeroftn/ auffein- Mablzu gleich nicht mehr dan fünffStück/daraus werden reicheBley/daS einCent« »er unter einander fünffund ein viertel Loth Silber Helt / und bleiben auffdem Sei¬ geroftn/ Mätzen der KuMrertz. ras tzeroftn/ Künstöck und herab gefallene Dömlein / solche Dörnlein / süvon reichest Bleykommen/ schütten sie sonderlich/ bann sie sind-re Bester!/ undwerdenwnder gebraucht^ de« Anstrichen/ unter die Glötstück. Wie von den Spassigen und unreinen Schwartz- kupffern das Silber geseigert wird. U^tAnn die speissigen und gar unreinen Silberhaltigen Kupfer/ nnter andern vSA^guten Kupfern geseigert werden/ so machen sie die Garkupfer/ die rwn den guten Kupfern kommen/ und sonst an ihm selbst geschuieidig seyu/ brüchig und un¬ geschmeidig/ daß sie nicht zu aller Arbeit zugebrauchev sind/ solches zuverhüten/ sol man solche gar unatthige schwartze Kupffer mit Hülffe des Bleyes gar machen / so werden sie durch solch mittel rein undschmeidig/auchdermasscnm dieEnge gebracht/ -aßosstmahlS von drey Centner kaum einer über bleibt/ undistdoch gleichwol dem Silbernichts damit benommen/ sondemwaS vor m dreyen rohen Centner gewesen/ das sindt man hernach in einem beysammen/ darnach kan man diß gar gemachtt K»pser/mtt andern guten Kupfer/ oderfür sich allein seigern/ wie breuchltch ist. Bericht des Mmbms'. X^EAnn man nun der reichen Bley/ da ein Centner füiiffLoth und em Ouent- vr^^lein Silber Helt / gnüg hat / richtet man-en Treibbrrdt zu/ d. rinit einem Gewelbe/wie ein grosser Backofen förmiret/ und schiagt den Herdt mit Fleiß/ und leget dieses BteycstOo Centner dnrauff/ und 6. Centner des reichestcn Kupfers/ so aus den Herd des Spleißofen klaubet wird/des der Centner ro. biß in die iz. Loth Silber helt/welcheS man nennet da- gestampte Kupfer/ treibt Las Werckab/ aber nicht gar/sondern jo man siehek/daß eS einenBlcysack inachet/ löscht mau aus/ Mdbehelr denselben Bleysack/ darin sol bey ^c>. Marck Silber seyn. E- müssen aberder Treibherdte zwrne neben einander seyn/ und weil man da- eine Merck abtreibet/dieweilrichtet wanden andern zu/schlägt ihnmit Fleiß/ und sitzt auffdensilben der allerreichrsten Kupfers 6. Centner/ und reiche Bley j/o. Centner/ so fünss undein viertelLolh Silbers bett / undtrerbtdaS Werckab/ wie obstehet/ und so da- Silber schier hinzu wikgehen / so setzt man ihn gedachten Bley¬ sack zu/darinnen die 50. Marck Silbers seyn/ und lest das Werck gar abgcheN/ so hat man roo. Mrck S'lberzu rs. Lohten fein im Bl'ck. Man mußaberanssein Treibenvier Lachter Holtz haben / und schürtwaii auff solchem tiichtzu mitlangem Holtz/ sondern weil derOfenein sonderlich Gewel- be hat/ so schürt man ein mit guten trucken Büchen Scheitern/und test daS Gebläß gerade auffdaS Merck gehem VonAbdörrender Künstöcke. Er Dörrer sol Erdtgestübe in einFäßlein thun/ und mit Wasservermis <^vscheu/undsoldamitdengantzen Herdt de-Oftn- begiessen/ Ersolauch ei- -e-queren FingerSdicke Kollgestüdedarauffstrewrn/dannwannrrSnichttbut/si) henget sich das Kupfer in Gassen an die Schürten / daß man schwerlich davon ab¬ schlagen kan/ Was fürKünstockmiss obgemelten Seigerofenworden seyn/ es setz von reichen oder armen Blcyen/ Dötnlein oder Glötstücken/ die alle mit einander läufst der Dörrer zu dem Dörofen/ dsrselbigen Dörofen sind vier/ und in jedem vier Strassen. Darnach legt er aüfföie Gassen veS Dörosinsallerkey Künstöcke/ üngefer- sich rro.Centner nach der reigen/und beschüt- mitgrossenKollen/daß sie überall O iij mii no Der sechste TM saget HM wit bedeckt seyn/und dörret dieKünstöck rr.. oder 14. Stunden lang/und was erstli^ vom Künstöck in die Glötgaffen heradrinnet/ dap doch wenig ist/ daSgeusteraur/ das ist frisch Bley/ und was oben vonDörnlein bleibc/felt m die Straffen herab/ die werden darnach wieder zu denSeigerofcn heraus gelauffen/und zu benDörnlein Stücken verschmektzt/eSpflegtsichaberoffcmahlsoa« Kapfferlnven Gaffens- hart anzulegen/ daßmanSmitdeu Hacken Nichtg^wilimri kan. Wann aber nur die Helffte oderein wenig mehr zu dörren ist - soistsan bist oder fünffGasseN genug / daß sie mit Künstöcken belegc/ und mit Kohlen beschüttet werden / darnach schütt er ein Maß Kohlen vor dem Ofen / wirfst Gludt darauff/ zünderS an/ und wann sie glüent sind/ wirfst er sie nm eurer Eisern Schauffe! in deü Ofen/auffdieKünstöcke/ damitdieselbmKoblen zugleich auchglüentwerden/und wann die Künstöcke glüent worden / welches/warm die Kupffcr gut sind/ in einer Stunden geschicht/so sie aber böß und brüchig / zwey Stundendarzu haben muß/ Midwannes von nohten ist/ schüttel derDörrer mehr Kohlen daranff/ ttnd lestdie Eiserne T^ür herab/und wann die Schlacken anfangen herauSzu fliessen / tbutcr mit dem Haken die Thür wieder auff/ welches ungefthr nach fünff Stunden ge¬ schicht/ und wird solche Thür darumb herab gelassen / da ß der Dürrer die Hitze vor dem Ofen erleiden kan. Wann nun die Künstöcke gedörret sind/ so hebet derDörrer dieTbükiM derauff/ undzeucht die Künstöckheraus/ DieKünstöck aber/ die oben auffdenDök- vfen bleiben/ werden nicht wie die schwachen Kupffer / im grossen Schmeltzvfen gar gemacht/ sondern man nimpt die und dickt oder klopfst den Schiefer und was unge¬ schmeidiges darari hangen blieben/ davon / setzt nachmahlS dieselben auffden Gar- herdt/da treibt mandasKupfferrein/ undwandie Schlacken sauber weggezogen/ keist man die Platten oder Scheiben nach einander weg / das ist daun gar oder ge- schmeid-gsKupffer/ es bleibet aber dennoch in einem Centner solches Garknpffers/ fast einAoth Silbers. Der Haken / Nit welchem die gedorreten Stück beranS gezogen werden/ söj ziemlich starck und zweylangeZackenhaben/der Eiserne Stiel daran/ soi cinerElen/ und der Hölßerne / so darin gemacht / drey Elen lang scyn / damit er die gcdörrettn Stücke heraus ziehen kan/ daß sie von den Helfferknechten mit den Aaugen in den Wassrtroggeworffen werden/ aber die Stücke so vou, Kupfer herab geflossen/ sol¬ len nicht alsbald in den Gassertrog geworffen werden/ darumb daß siezersprkigen/ und einen Klap von sich geben/wie ein Donnerschlag/ Die erstenStücke aber sol/en von denNrbeitern Wiederumbaus dem Wassertrog heraus gezogen werden/daNn jL eheste daraus genomMeu/ je leichter das Kupffer davon abgeschlagen wird. Dieweil die gedörreten Künstöck im seigern und Dörren ihre rechte Kupffer färbe etlicher massen verlohren/ damit sie dieselben wieder bekommen / sollen sie im Schmelyofen wieder geschmcltzt werden/ wann dasKupffergnt ist/ so hrnget eS leichtlich am Schlackenhaken. DerDörrer sol ein Hasselnstecken in den Tiegel stoffen / damit ttmbrühren/ wann das Kupffcr Bläßlein gibt/ sol er die Bläßlein mit dem Stoßeisen herab dru- cken/und mit Wasser bey dem Tiegel an die Mawer gieffen/damit da« Wasser law- lechkherabinTiegelfliesse/Mansihet/waNn kalt WafferauffheißKupffer gossen wird/ so zersteubet das Kupffer alles aus dem Tiegel/ welches auch geschicht/ wann nur ein kalt Steinlein/Lehm/Holtz/oder eine nasse Kohlen dareiwfelt/so springt al- lesKupffer mit grossem krachen auS demTiegel/verketzt und zündet an/was eStrifft. Wann das Kupffer nicht gar geschmolyen ist/ so werden die Stücke sehr -icke/ und können auch nicht wol aus dem Tiegel gebracht werden. Es ist bierbey auch wol zu mercken/ wann ein stücklein Essen obnegefebrin den Tiegel felt/ oder von bösen neydischen Leuten darein geworffen wird/daß kein Kupffer (ebedas Eisen verzehret wird) kan gemacht werden/ daher man doppelte Arbeit und Unkosten anwenden muß. F°!» ftkmchen der Kupfferertz. r i r Folget/wic man dicDdrnen/Schicftr/Schlacken und Kobolt zu gute machen sol/ welche nach dem Gcmcht gcthelkt werden. einem Centner Dörnen/ so einmabl gearbeitet siub / Hut ma n ein Ankner O Aischbley/ und ein Centucr Härtbley/ wann man aber Me Silbergsör bu ben kan/ ,vl Vie an statt desFrischbleycs genommen werden/ oder man nehme err-AiNuer derfttschenDötnen/einenhalbenCcntnerderDörnensozweywatigearbei^lsnid/ undemviertcl Centner der Röstdörnen/ undthuaudenbalbenAnin rSübcrglök und Härtbley darzu / Anff drese beyde Weise wird aus hreyen und ein vrm el Cent- nerein stück Kupfer gemacht / Der Dchmelyerjoiauch Fleiß anw.ndeu/ daß die Merck recht herab in Tiegel stressen. Der Dchieser aber/ der von den gekörten Stücken abgeschlagen wich/ so? zusammen gesamblenverben/und denFrilchdömensamptdewGekkätz/ausdernKo- bolt und andern Hüttenaffmn/ so gewachsen sind/wiederumb zngescye t werden/dre^ weil aberdiesemareria, bald stüsslgwlrd/mußmanzweneSchmekyer haben/einet schmelyet/der ander nimpt die Slücke bald aus den Tiegel / diese Stück werden al¬ lein gehört/ und aus Sem Gehörten wiederumb Kupfer gemacht. Die Schlacken/ste sind von den vermischten Metallen abgezogen/ oder sind am Herde behangen blieben / sollen mit dem Stoßeisen abgebrochen / und alsbald wiederumb geschmoltzen werden» Das Gekrätz oder Hüttenasster istzweyerkcy/ etliches gut/ essichesg'rmg/ und wird gesamietausdemSchmeitzofen/vottKobelk/Bley/Kupfer/Dornk.ftsschL Schlacken/Gckrätz, oder aus den außgckerten und schletten derOftn/in welchem d'.e Künstöck zkdöuetund gemacht siud/welche man allzuMahl puchen unVwa scheu sok Das geringe Gekrätzkömytvon geringem Kobolt/der aus EisernDörnen) oder ans gmnzen Schlacken gemacht worden / Der Schmeltzeraber/ der aus hem KrätzSück machen wst/ svlzndrey Lauffkarren/ vier Lauffkarren SüderM oder Härtbleychun/unddcs Schiefersnureinen nehmen/ daraus erK. oder ,o Stück rnachen kan/ davon er fünffauffeinmahl in den Ofen/ darin das Schwarybkey vom Kupfer geschieden wird/ legen sok/ diegeringen Künstöck sollen mit den gntengedör- rek werden / Aber die Dörner die im Treibherdt vom Bley und Silber geschieden sind/ werden abgezogen / wieMgleichen auch das Härtbley/ das iin spor der Ofen kigt/sollen mit wenig Schlacken im Schmestzosen wieder geschmcltzen werven. D>e Schlacken soauff-en Garhcrdt abgezogen / dieselben werden wieder umbgeschmeltzt / und daraus werden die Kupferkönige gemacht/ Ich achte solche wie das schwarye Kupfer/die setzt man in einen Dürofeu/ und dörretsie ab/davon fallen dieDömlenr in die^traffen/dieselben werden zuDörnlein-stückßemacht/daü solcheKupftrkönig kaffen sich nicht gern allein schmeltzen/dai'r sie sind spciffig/drumb mengt man sie unter dieKünstöck die man dörre wil/und machen Garkripftr daraus. VonSchkackm. ^1 LLe Uereinigkeit/ so von den Gängen / Eryen oder güliigeu Metallen im ^i^Schnieltzofen abgehet oder abgezogen wird/ daß Heist man Schlacken/ daß) wasim Treibkerdt vou den Wercken geschieden wird/daß Heist man GkötoderSü» berschaum/ dieweil es auffdem Silber schwimmet wie ein Gescht auffdem Bier - oder Schaum anff dem Wasser / so von den unreinen Bleyenkömpt/ daSgeböret auch znn Schlacken/ so mannicherleyMetall/ so mannicherley Schlacken/ Unser Silber und Bleyschlacken sind grewlich/ daraus matt auch Schlackenbadt machet/ dieliegen zuoberst auffdem Werck. Etliche Bleyschlacken / da Ma» nicht Kicß oder beißgrätige Ertz zuzusetzek bat/ halten noch Silber und Bley/wie dann die Zellerfelder/ Wildemänner unv ClaußthalerSchlacken/derCentneruoch zu r4.16.ro.r4» und mehrPfun-tBley/ unK 112 Der sechste Theil saget bonr und ein Quentlein Silber halten/die werden nach Goßlar gefurth/und denselbigen krefftg^ n und beißgrätigen Erycn zugeschlagen/ welche die Bley und Silber an sich nehmen und rem außpauschen. Aienschtacken sind schwerer und schwächer/ schier wie ein schwaryer Agt- ssein/KupsserschlackeN sind eins tkeils blati/ die andern braun/ oder roth. Eisernschlacken sind voller SünterSund W'ldigkeit. D>e Schlacken oder Schaum so auff dem Glaß schwimmet / nennet man Glaßgallen/kolmnenvon Sandt/Kießlmgen oderO"äryen/sind Schneeweiß und g/darulnbfnrvleGolkschlUleöe/undwasKeschickuttg machet/den,Silber gernezusehen/ damitdemSilberdestowemgerabgche/ wieauchetiiche Glaßmehl Wie man aus Kupffer Messing machen sol. dem Messing brennen/ wie es zu Bündlhtimb eine Meile von Goßlar/ und (Azu Ilsmburgkam Hary gehalten wird/ braucht man Goßlarischen Galmey/ den man allda aus denSchlneiyoftn samblet/da er sich im schmclyenvomDleyertz Lu )o. oder /2. Schichten Handtdicke anlegt, An andern Ortern braucht man den Achischen Galmey/wie derzn Ach/ und sonst anderstwo bnchl/ dersilbe ist Gelb undGraw/ und wird demKupffer zugeseyt/ daß er sie gelb färbt/ lind zu Messing macht. DcrGoßlarifche Galmey aber mnß vorbin fein rein gelesen/ geröstet und gebrant/ Md auff einer darzu gemachten Stampfmühlen kleui^erriahlen werden/ also richten sie den ferner also zu; Sie nehmen des GalmeyS ein Tbestj und zwey Tbci! kleine durchgeräderle Koblnlesch truckcu unter einander vermischt/ und dan giessen sie ein Schausseivoll Wasserobenauffdie Galmey/ daß es allenthalben darein kttucht/lassns eine Scundestehen/so feucht sichs unter einander an/darnach haben sieeinKrücken/vud ziehens wo! untereinander mit der Krücken umb / so ist der Galmey bereitet/ sie nm- chettaberallewegctt sovielGalmey ausseinmahl rmt einander an/ als sie auss r. Oscnbedürffen« Wann sre nun Messing machen wollen/ so,hüben sie riinde Ofen in die Erde Wuacht/ daderWinddasFemrdurchlöcher/ die unten im Ofen seyn/ treiben kan/ in derselben Oftn einen/ scheu siezu gleich acht grosse Tiegel/ lassen die Wokwarm und beiß werden/und so sie heiß sind/heben sie behend heraus/ Und schütten denGals mey darein/ haben ein Maß an einer Schauffel/ daß sie wissen wie viel sie nehmen sollen/damit sie in solche acht Tiegel bey68z Pfundt Galmey eintkcilen/ wann sol¬ ches geschebn/so legen sie oben auff denGalmey in einen jcdenTopss8. Pfundr klein gebrochen Kupffer/ und scyen die Tiegel wieder hieNem/ ündlassen sie nenn Stuns den in grösser Glut stehen / alSdan reumen sie mit einem Eisen durch den Zeug ein wenig im Tiegel/ und sehen wie es geflossen ist/ und lassens noch eineguteStunde in seinem Fluß und Gradirüng stehen/ darnach heben sie die Tiegel aus dem Ofen/ Lind giessen dieselben/ so sie stück Messing haben wollen/alle ineine Gruben / und so der Zeug noch warm ist/ zerbrechen sie denselben/ jedoch daß sie fein dichte beysam- men liegen bleiben / so bckömpt der Messing ein schöne gelbe Farbe im Bruch/wol¬ len sie aber Kessel Und andere Arbeit daraus machen/ so giessen sie dieTiegel in gross se Stem/die sonderlich datzu gemacht seyn/welche manBritannischeStein nenntt/ weil sie des Orts hergebracht werden/ P grossen Blettern/ daraus können sie nach- ruahlS schneiden/ Dchtb ziehen/und schlagen was sie haben wollen. Bißweilen pflegen die Messingbrenner den Messing noch einmahl einzuse- tzen / sonderlich / so sie die Farbe höher haben wollen / es geschieht aber mit keinem Bortheijhdek frommen« schmeltzen der Kupffemtz. 11; Über diß ist zu wissen/das derMessmg in solchem brennen eine schwere bes kömpt/daü so man m die ö.Tiegel 5 5. PfundtKupffercinsetzt/so wechst dem Mes¬ sing in /2. Stunden r r. oder Lz. Pfundt am Gewichte zu/ das man wiedrumb so. PfundtMeffmgaußgeust/thutauffeinenOfenvieWochenüber/alsauffi4-Fewr z. Centner/ Z4.PfundtMessmgzuwachse/Etliche Mssingbrenner sagen/oasder Goßlarische Galmey im zuwachs mehr bringe a!SverBergkgalmey/aber er macht den Mcssng im Bruche grämlich/ darumb wil er mit dem glüen/ das derZeug m der Arbeit nicht reist/fleissg gewartet/und nur mit den Holyflanumn geglüet seyn. D>ß habe ich auffs küryeste/wie daS Kupffer zu Messing gebrant wird/denje« nigen die nichts davon wissen/ vermelden wollen/ Wie aber ferner die Kessel geschla¬ gen/ und der Drath mit dem Leib und mit Wasserrahten daraus gezogen wird/ das ist in wol augerichtetcn Messnghütten zuersehen. Hiemit wil ich vom schmelyen der Silber und Kupfferery/ und dersilbigen Arbeit sampt andern nohtwendigen darzugehörigenBericht/ beschlossen haben/und wird der Leser/ was noch hierinnen mangelt/ selbst nachzudencken wissen. versiebende HM sWt vonprM- ren allerlepErtz uudMetalleii/alsGolt/ Silber/ Kup- ftr/ Bley/Iren/Wißmut/ Gpicßgkaß/Quecksilber/Stahl- stetn/Magnet/Essensteln undMüntz-Bescbickung. AsProbieren ist eine herrliche und nützliche Kirnst / und für langen Iah» ^^Ären'durch die^lckimiL, wieauch alleandereFewr-Arbeiten/ in welcher man nicht allein eineSjeden ErtzeS und Bergkarth/ Natur und Eigenschafft/ was eS für Mttallettin sich habe/ den rechten Halt/ wie viel ein Centner Helt/ erfahren kani sondern eS lernet auch diese Kunst ein jedeSMetall in sich selbst zuerforschcn/ ob einZusaydarbeysey/ was und wie vieldesselbeu sey/ und dann wie die Metall von solcher V-rmischung oder Zusätze zu reparieren/ und zu scheiden seyn/ derohalbeu diese Kunstden Bergßleuten/ die Bergkwerck suchen und hawen/ und Nutz davon haben wollen/ sehr dienlich rst/ die danndieftlbigezu lernen/ und darein zu üben/ für allen dinger» sich besietssigen sollen/ damit sie ihnen selbst und andern Nutz schaffen/ und Schaden verhüten können. Es sind durch diese Kunst des probierens und dar¬ aus erfolgetcmNittz/vielherrit'cherBcrgkwerckeanffkommen/die sonsten noch ver¬ borgen legen / viel Städte und Flecken erbawet/ Lande und Leute vermehret / in Auffnekmen bracht underhalteti/anch grosse wichtigeHandlhierungundGewerb/ mik Silber/Kupffcr/ Bley und andern Metallen hin und wieder im Lande getrie¬ ben/ und die ^ommerria vermehret worden/ wie auch gleicher gestalt bey dem Münywerck / da aus Golt und Silber Gelt gemacht wird / das Probieren neben den scharffsinnigen Rechnungen keines wegeS zu entrahten/ sondern zum höchsten vonnöhtenist. Was einemProbirer zu wissen vonnöhtcn ist. In Probierer sol fürnemblich die Erkändniß der Metallischen Ery und Bergkarthen wlssn/ wie eins vom andern dergestalt und Farbe nach/ zu un¬ terscheiden sey/welchcsgleichwolobngrossenFlcißund tägliche Übung nichtgesche¬ hen kan/ davon oben im 7Z Blade gedacht / Dann GOtt hat im Anfangk und Er¬ schaffung der Welt/ neben andern Creaturen auch die minerLiiaiu die Gebirge/ Klufft und Gänge gelegt und wachsen lassen/ der hat ihnen allen und einem jeglichen insonderheit sein eusserlicheGestalt und Farbegeben/darbey man eines für das an¬ der unterscheiden und erkennen kan. Zum andern sol erdie ErkendtnißdesFewrS/ welches auch einfürnehm undnohtwendig Stücke ist/ damit er wisse dasselbe zu re¬ gieren / und daß er keinem Metall im Fewrzu viel tbue / sondern einem jeden seine rechte Gebühr mit Hiye und Kälte/wie esdieNotturfft erfordert/ geben und neh¬ men könne. P Darnach n 4 Der siebende Tbcil saget vom Darnach sol er auch alle seine Ofen und Instrumenta, äusser wasgroßvon Eisen seyn muß/ leibst machen/geschicklich prsepari ren/oder zu machen/ recht ange- beu können / damit er an seinem Wercke nicht verhindert werbe. Zum dritten sol er sich auffgute schnelle Wagen und recht Gewichte befleissi- genj und so es von nöhten ist/ selbst abtdeilen/ und auffdie unterschiedlichen Metal, len richten können/und sehen/daß er die Vorstaub sauber und rem Halle/ damit er sich darauff verlassen/ und mit seinen Proben gewiß sey. Zum vierdten/ daß er neben diesen jetzterzehlten Punkten / auch in der krkk- wcrica oder Rechenkunst wolgeübet und erfahren sey/welches dann neben dem pro¬ bieren/ auffdem Müntz und Seigerwerck hoch von nöhtcn/und daß rechte Meister¬ stück ist/ und ohn solche Rechelckmst/ das Probieren nicht zli achten/ derowegen em jeder Probierer steh in dem/ so wo! als in andern Dingen/ zum probieren dienstlich/ und was demselben anheugigist/ bevleifftgenundwollernensol/ damit er seiveSa- chen recht verrichten kan. Folget nun vom Probier-Ieug/ als erstlich von den Ofen. ^U dem Probieren muß man sonderliche öfen haben / die von gutem Töpfer- O tbon gemacht / und mit starcken Eisern Drath oder Schienen gebunden seyn/ damit sie von wegen der starcken H?ye nicht zerfallen. Etliche fleissge Probierer/ die ihren Zeug sauber und rein halten/ die formie¬ ren und zieren ihre öfen außwendrg schön/ damit sie ein fein Ansehen haben/ da ß gibt ihnen zwarcine Zterde/aber es wird nicht mehr damit außgericht/als sonst mit ei¬ nem gemeinen Ofen/ der gleich schlecht gemacht ist. Nun find der Probreröfen man- nicherlky/ nach dem ein Probierer der gewohnt ist/ also braucht er auch öfen / Daß sol man gleichwol wissen / daß in einem Probierofen das Fcwer besser zu regieren/ be,ß und kalt zu machen,st/als in dem andern/ insonderheit wann ein Probierer dcir VerliandldesFervrs har/nach welchem er avcProbcnregicren muß/so kan er die¬ selben obn zweiffel in einem jeden Probierofen recht machen / wie aber ein Probier¬ ofen formieret und gemacht seyn sol / ist in folgender Figur Zusehen. In welchen aber am bcquembsten zu probieren / und das Awr recht und wol zu regiren ist/ die sich nicht leichtlich mit Aschen versetzen/ und in denenalle Proben (dieineinem Probierofen zu probieren find-können gemacht werden/ sind von star¬ ken Harnischblech gemacht/und inwendig von eisern Stegen genietet/daran der Lehm befften kan/ welcher inwendig mitgutem Lehm sauber außgekläbet/ und an daS starcke Blechaußwendig deSOfens/ Fürschüble gemacht sind/ welche man in Rmlein bin und wieder schieben/ und dieProben darin wol regieren kan/von solchen Probieröfen wird viel gehalten. So man aber an einem Obrt ist/ da man keinen Probierofen haben kan/ und gleichwol in einerEyl einePreb ober etliche machen muß/so kan man einenPrebier- oftn vonZiegelsteinen in dasGevierdtezusamen setzen/auff den Seite», Lufftlöcher/ undforneein Mundtloch lassen / auch voneiuem halben Topfseine Muffel darein machen/ da dann in einem solchen Ofen einVcrsuchprob wo! kan verrichtet werden. Wie man Muffeln/ Bodcnbletter/ Scherben und an- ders zum Probieren gehörig/ machen sol. S solte billigem jederProbierer seineProbieröfen. Scherben/Tiegel/Muf- feln/und waserzu demProbieren täglich für I nstru menra bedarff/selbst ma¬ chen können/dann man findet nicht anallen örtern Meister/ die solches zu machen wissen/damiteinProbiererbestehenkan. Zu diesem Probierefen werden sonder- licheMnffeln gebraucht/die unten nach der lengeeineScsiieren Fingers weit außge- schnltten seyn/EmS theilS brauchen dieftlbe auffein andereWesse außgeschnirten. Von Probieren allerlei) Crtz nnd Metall. 115 Von Probierwagen und zukirunZ derselben. ^^.InemProbirer istvonnöhten / daßer reine und juüc Probierwagen babe/ ^^lNidwisse/ wann dieselben rrakirn oder sonst wandelbar werden/ wie oder wordUscherdjewiedernmbbeffcrn/und ihncnhetffenkonue/sauutmanmchlumbel- neS solchen geringen dingeü willen/ an frembde abgelegene örierlauffeu odet schicken darff. Das einrichten -er Probierwagen ist eine sonderliche Kunst / und an den Probicrwagendas rechte Meisterstück / welches nicht euiem jeden der sie machen kan/ bekam ist / und geschieht also r Wann eine Probierwage vleissig gemacht ist / daß sie schnell und nicht steckt/ auch weder am Wärylein noch am Bälcklein mangel hat/ so solle sie billig beyde mit den Eichgewichten beladen/ und ohn dieselben unbeladen auch gerecht inne stehe/ thut siedaS nicht/ und schlägt beladen auffdie eine Seiten/ und unbeladen auffdie andere/ dann findet sich der Mangel/ den ihrer viclzu wenden nicht verstehen/ Man sol ihm aber also thun; Hilffder Wage oben an dem einen örtletn undauffveran- dern Seiten am Schällichen j das verstehe also: Biege daß eine örtlein em wenig prüfen unter sich/ oder ein wenig enger/ so giblS der Wage a uff der andern Seiten einen Außschlag/dann die Le nge überwieget dieSchwere/umb so viel nimb auffder andern Seiten dem Schällichen ab/ damit die Wage gleich im Kloben wieder innen stebel / alsdan versuch die wiederumb / ob sie beladen und unbeladen ckre rechte Schnelligkeit babe/ gcschtcht das nicht/sondern zeucht noch ein wenig auffeinc Sei¬ ten/ so hastu ihr zu viel gethan/ dann hitffihr mir den biegen des örtleins am Schel- lichen wieder zurück/ oder aber kastu das örtlein nicht a uff der rechten Seiten gc bo- gen/ so schlecht dieWage noch sehrer falsch/ derhalden du dann leichtUch sehen kaust/ auffwelcher Seiten der mit den biegen und richten zu Helffen ist / du kanst auch den FkHbrauchcn/wamiduauffeiner Seiten das örtlein gebogen hast/ daßbu nicht alsbald auffder andemSeiten deurSchaüichen helffest/sondern Vergleichs müGe- wichtlein/ daßdre Wage gerade im Kloben stehet/ dadurch Sauftu sehen/ ob sie nach solchen beladen und unbeladen/ ohn mangel innen stehen wird. Es ist eine grosse Mühe / eine Wage in solcher gestalt einzurichten/ dann es suchetofftmahlseincn Meister/ undmachetihndermassen irr/ daß er Nichtwissen kan/wieeribn weiter belffen sok/ jedoch i/tSerjetztgesatzteWegzu solchem ernrichren der beste. Damit man auch SrcProbicrwag für den Staub rein behakte/uud wan man die brauchet/durch Sen WmS nicht verhuiderk werde/ sondern olm allen man- gelsicher stehen konne/so solman sieineinstrnberwolgeformirtesvonHoltz gemach¬ tes Probiergebäuß seyen/ welches anffbeyden Seiten mit Hellem lichten Glaß der setztsey/ daßdaSKchtdarein scheine/ undmanalleDing wol sehen kan / rrnddaß das Gebäuß inwendig mit grüner Farbe angestrichen werde/umb desGesichts wil¬ len/ damit es durch diese Farbe/ weil das Fewr dem Gesicht etwas schädtlich / wie- -erumb gescherfft und erfrischt wird. Von demGewicht/so zum probieren dcrErtz/Scklich/ Kupffersttin/ und Beschickung der Golt unv Silber-Müntz' gebraucht wird. As Gewicht/ nach dem alle Erz/ Schlich/Kupfferstein/ Beschickung der v^^Goltund SilberMüny/ und was dergleichen Sachen mehr ist/ provirt werden/das ist von den alten Probieren also abgetheilet/ das derc^ gerade auffioo. Ek getbeilt undgericht ist werden/auS den ursachen/dieweil an vielen örtern das E» y/ -erKupfsirstein/ unddassilbriege ungeseigerte schwarye Knpffer nachm Gewicht grkaufft/und das fein Silber darein derProb nach (ehe -an eö heraus geschweltzt) P tj ' bczah- 116 Der sicl'mdc Thcil saget vom bezahlet wird/damit den Kupfer/wei! er im Abtreiben oder Seigern -e- Silbers ei» nen Abgangk leiden muß/die überigenPfundt/so vielderBergk: oder Hütten Cent- mrmehralü loo.Pfundtwiegt/in seinem Kauffzn gutegehen/weil abergemeinig- lichder Centner auffdenBergkwercken auffreo.undls.Pfundt gerichtet wird/ das er also die übrigen lO.Pfundt sampt dem Silber darin/zu hülffe srinesAbgangS habe / derowegen dann in einem wolgeordneten schmelyen auffarwe Ektz/ die tn ge¬ mein biß in z. 4. oder 5. Loth halten/der Verlust am Silber im schmeltzen billig nicht grösser seyn sol/ als dasSllber/ sodie /o. Pfundtam Hütten Centner/ gegen dem Probier Centner gerechnet zutragen / was aber reich Ery/ auch reich Merck oder reich Küpser anlangt/darinnen werden billig die übrigen Psundt rm Probieren auch mit gerechnet. Wie man das Probiergewicht auff Lent- ner/Lorh/ Karach/Grän uud pftn- nigeabtheilensol. an der Machung der Gewicht nicht wenig gelegen/ muß ich erstlich O^Äanzeigen/wieundwovondieselbenzumachenseyn/akSnembltch/eSist besser/ das sic von gutem Silber gemacht werden / als von Messitig7 dem da- Silber schm uyt nicht/läufft auch nicht so gerne an als der Messng/ sondern bleibt allewege sauber und rein/so man nun das Silberan ein Aehenlein gegessen Hat/ sol man vier¬ eckige Srücklein drauS schlagen / in der Proportion und grösse/ darnach einsebeS Probier gewicht schwervderleicht wegen solle/und solche sein rein feilen/undsolgeutS auffeinen Wetzstein glatt ziehen/darneben offtmahlSauffder Probierwag ein sedeS jnsondcrbiet/gegen der Abtheilung mit Kleitz auffzichen/ damit/ wo rS noch etwas zu schwerist/mans leichter und gerecht mache/daseSjuK innen stebe. Wann man Probiergewicht von newen machen und juttiren wil/sol mau die von oben kerab/vom grösten b>ßauffsklcinstcStückabtheilLu/unnicht vomkleinste« biß zmn grösten/wie etlicheProbierervorgeben/umb deß willen/dasman am grossen Stück Sie gewisse Schwere einer Marck besser und gewisser haben kan / als wann man vom kleinsten/ von dem halben Grän oder Heller anhebt/ und ein Gewicht da¬ von machet/ da entwederdie Marck viel zu schwero-ervielzu leicht wird/ alSman vermeinet hette/undin dem bald fehlen kan. DerohalbetrsolmanzusoicherAbtheilung/vottobenherabtteingekökttt-urch- gesiebt/gewaschen Kupfer brauchen/an welchem zu sehen/wie viel man einemStück/ das noch ekwaszu schwer were/abnehmen und abfeilen müste / und wann nun solch Probiergewichtgarfertrgist/ so solesalßdann von unten auff/ vom kleinesten biß auffSgröste/ müficißauff ernerProbierwag auffgezogen/uud so nochMangel dar¬ an ist/der dann nicht groß seynkan/vollentgeendert werden. BonAbtheilung des Centner Gewichts. Leich wie die Karath / Pfennig und Grän Gewicht / umb der gewissen bL^Schum wiven/von oben herab getheilet werden/ also sol es mit dem Cent- ncr Gewicht auch gesehen/ weil aber in den Pfuudendesselben ungleiche Theil sind/ das verstehe also; Der Centner batroo. Der halbes, und dasviertel rf.Pfundt/ und man wil dara us r ö.Pfundt theilen/welcheS einew/der derAbt heilung nicht wol berichtet^ mühsam seyn würde / so thu ihm also: Wann du die Abtheilung biß auffS Viertel des CentnerS recht gemacht hast/ so wieg solch viertel Centner gegen einem andem Probierqewicht( es sey gleich ein Centner oderPfennig gewicht) ab und'wie viel solches Wieget/nach demkanstu deine Rechnung machen/wie viel rs.Psundt wegen sollen/mmb deß ein Exempel r 24 Probieren allerlei) Erl; Und Metall. 117 Ich sege die newen abgetheilten 25. Pfundt / wegen am Pfennig Gewicht ein Marck-z. Loth/z. Quentlein/so sageich/dier^.Pfundt wegenr. Marck / rz. Loth/z. Quentlein/ was werden 16.Pfundt wegen/fö kommen ^.Loth/o.Quknt, lein/ 0. Pfennig/1. Heller/ und zu prüfen/ ein wenig mehr alt ein viertel eines Hel¬ lers/also schwer müssen alsdann die :6. Pfundt wegen / nach diesem Gewicht oder jü. Pfunden/ theile mit klein gekörnten Kupffcr vollent dein Gewicht ab aufts kki, neste/wie du zuvor berichtet bist worden / und ob gleich der Centner mehr Pfundt hette/ so kan man doch die ungleiche Abteilung daran/durch folcheS gleicher gestalt auch finden. .Pfundt. Pfundtistein Centner. 2. 4. 5. -5- 52. )vo. 4- >Loth. 5- 16. Loth ist tinMarck/ und zwky Marek ein Pfundt: DieMheilnng des gemeinen Probier Centner. z. Quentlein. 2. Quentlein ist ein haib Loth. Folget nun die 2lbtheilung de-Karathund Grän Gewicht-/ so man neben dem Probieren/ auchzu derBeschickungGoldt undSilber-Müntze gebrauchet. 1. ä 'l 2. ! L ! z. sdieentzeleuKarath. i L. l r. > die enyelen Grän. rr. i z. 24.! Karach isieinMarck. 6. j Grän ist ein Karath/ und 288. Grän ein Marek. Die Marek und Grän-Gewicht/ wird außgetheilet in Loth und Gran / diß Gewicht braucht man -e- meHrerutbeilS auffdieBeschickung de-D'egeks undGe, müntzt Geldt/da es dann am besten zu dienet/ umb des willen/ daß allbie die Grän weiter außgekheitet werdert/und derHalt fichgenawer findet dann imPfeunig- Ge- wicht/dasnureinPftnnig und Hellerunterschieden/wiewolaber VaSvierdteTbeil einer Grän im Halt nicht gebräuchlich ist anzuzeigen/ so ist doch eim Probierer von noblen solches viertel Grän/umb Berichtswillen in seiner Abteilung zu haben. Abtheilung des Pfennig- Gewicht-/ so in Abteilung des Niederländischen Ober-Teutschland gebräuchlich. Pfennig Gewichts. Heller. z. i-Pf-nmg. r^Qmnckln. l 12 25s. Pfennige/ die thun sovielalsrSS. Grän. So nun da-Probier Gewicht gany und gar fertig gemacht ist / so zeuch es gleicher gestalt mit fleiß auff/vom Kleinsten biß auffda-Gröste/ wie du mit dem vorigen gethan hast/wird dann daran ein Mangel befunden/so endere denselben auch/dannes wird dochUnterscheidt seyn/ und der Centner gleichwol in deiner be¬ gehrten Schwere bleiben. Damit du aber gewiß seyst/ ob deineProblergewicht jutt und recht seyn/so fey HrsOlgen hin/und mache noch einProbiergewichtf diesem ander Schwere gleich, P nj leg« 118 Der siebende Tbcil singet vom lege alsdann die gemachten Gewichte/ soin einProbier-Gewichtgebörig/ allezu, sammen in eine schnelle Probier-Wog / und wieg die gegen die andern gemachten/ treffen diezwcy gegen einander über ein/ so hastu sie recht gemacht / wo aber mehr/ und du befindest sie nicht in gleicher Schwere / so siehe an welchem der Mangel sey/ daffelbige ändere. Letztlich sonumcri'roderbezeichneauch ein jedeSStückdeSProbiergewicht« mit Ziefferpuntzen/wie viel es an der Schwere wiegt/darbey es zu erkennen fty/doch znvorundehedanncSauffin Wetzstein glatt gezogen wird/ damit der Gradk/ deneS vom Zeichnen guffwirfft/wiedergieich und eben werde/ und lege dieselbigen in ein Höltzern darzu gemachtes sauberS Kastlein/ des Fonne in felgender Higur zu sehen/ in die runden Löchlein / derer so viel darinnen fiyn sollen/als der Gewichte seyn/ schiebe danndas^ürschübleinoder Liebt für umb des Staubs willen/ und daß die Gewicht rein und sauber bleiben. Wie die Strcichnadcln auff fein Goldt o zu machen. allen Streichnadeln soltu nehmen rein fein Goldt (wiewol solches so wenig O^kS fein Silber kan erwiesen werden) so achte ich doch diß für ein rechtfim Goldt/daß durch dasSpießglaß gegoffen/und fleissig verblasen/nachmahlS dün¬ ne geschlagen durchsCiment und andere wege (davon Hernacher sol gesagetwer- den) rein gemacht ist worden/von demjelbigen fein Goldt Wege zu den Nadeln ab/ nach einem sondern Karath-Gewicht/ welchesetwaS grösser als ein gemein Ka- rath-Gcwichtist/undnimbzu cinerjeden Nabel/ wie folget r Zn der ersten Nadel wieg 14 Karach fein Goldt/ das gibt die erste Nadel, zur r. .' '"." " -." "." zur zur 4. zur e. zur s. zur 7. zur 8. zur zur 10. zur rr. zur ia. zur i;. zur 14- zur 15. zur 16. zur 17. zur 18. zuriy. zur ro. zur ri. zur rr. zur r;. zurr4. , Wieg r; uns crn halb karach fein Goldt/ und ein halb karach oder 6 qran weiß o« ! r; Karach fein Goldtl und ein karach weiß. (dttfiin Silber, l rr einhalbkarachGoldt/undanderchalbkarachweiß. ar Farach Gold/und r karach weiß. l ui ein halb karach Goldt/ und drittehalb karach weiß. ur Karach Goldt/ und; karach weiß. ro em halb karach Goldt/ und vierdtchalb karach weiß. ro Karach Goldt und 4 karach weiß. i is ein halb karach Goldt'neundrehalb karach weiß. is Karach Goldt/y karach weiß. 14 ein halb karach Goldt/ zehendchalbkararh weiß. 14 Karach Goldt/10 karach weiß. 1; ein halb kararh Goldt/ io ein halb karach weiß. n Karach Gstd/11. karach weiß.' Nadeln ir ein halb Karach Goldt/11 ein halb Karach weiß. Wie die Strcichnadcln auff Lroncn Goldt zu machen. ^AsCronenGokdtistmder Beschickung an Zusah nicht gleich/dann die "0 Welschen Cronen haben mebrrobtalS dieHranyösischen Cronen/ist dem¬ nach wo! von nohten/ daß manjedemGolt sondereNadeln mache/und weil die recht? Frantzö- Probieren allerlei) Crtzund Metall. 119 Frantzöstschen Cronen ihren Zusatz baben/fast den halben Theil weiß/ dagegen die Welschen Cronen ihren Zusatz ein Theil weiß/ und zwey Tbeil rohr (wiewol die¬ selben auch nicht alle gleich seyn/dann eins TbeilS haben ihre Jusäye auffden hal¬ ben Theil weiß/ und einSTheilS mehr robt als weiß) Derowegen so wil ich die Ab» theilung auffzwey Theil roth/ und ein Theil weiß setzen/ doch wann das eme Goldt darunter weisser were/ so möchte man die andern nachgesiitzten Nadeln/nnt halb weiß und mit halb roth brauchen. Zu der ersten Nadel 24 Karath fein Goldt/ das gibt die erste Nadel, zurr. ----- - - - - - - - - - —- zur;. iM4. zur s. jur 6. zur 7. zur 8. zur 9. jurio, 1; em halb Karach Goldt/1 Gran weiß oder fein Silber l 4 gran roch oder rem 1; Karach Gold/ 4 grän weißt und 8 Gran roch. (Garkupffer. 11 ein halb Karach Goldt/6 grau weiß/und ein karach roch. 11 Karath Goldt/ 8 grän weiß/ und ein karach 4 gran roth. 11 ein halb Karach Goldt/io grän weiß! ein karath 8 gran roch. 11 Karach Goldt/ ein karach weißt zwcy karach roth. io ein Hal 0 Karach Goldtt ein karath 1 gran weiß/1 karath 4 gran roch. 10 Karath Goldtt ein karath 4 gran weißt zweykarath 8 gran roth. 19 ein halb Karach Goldt/ ein karath 6 gran weiß/; karaih roth. ie lk Diese Nadeln werden nicht allein auffdaS gemüntzteGoldt gebrauchet/son- dem au h a uffalleS andere Goldt/so dieser Beschickung seyn/oderdenZusatz/nach- gesatztem Bericht in sich haben. Mhcilung der Strcichnadeln/ darinnen der Zusatz halb weiß und halb roch ist etlicheCwnen mit halb weiß und halb roth beschickt sind/welche ich (^Din der Abtheilung für die schönsten achte/ so wieg in der Abheilung: l Nadel 14 Karach fein Boldt/ wie dann in auenRadeln die > 1; und einhalb karach Goldtt; grän weißt und; gran roth. ' 1; Karach Soldu 6 gran weiß/ und 6 gran roch. ri und einhalb karach Goldtt 9. grän weiß und 9. gränroch. ir Karath Goldt/1 karath weiß/ und 1 karath roth. 11 und ein halb karath Goldt/1 karath; gran weißt und 1 karach; grau roch. ii Karath Goldt/1 karach 6 gran weiß/ und i karath 6 gran roth. io ein halb karach Goldt/1 karach 9grän weiß/ und i karath 9gran roth. ro Karath Boldt/ r karath weiß/ und 1 karath roth. 19 ein halb karath Goldt/ r karach; gran weiß/ und 1 karath; grän roth. 19 Karath Goldt/1 karath 6 arän weiß/ und 1 karath 6 gran roth. 18 ein halb karath Goldt/1 karath 9 gran weiß/ uud 1 karach 9 gran roch. i8 Karath Goldt/; karach weißt un d; karath roth. 17 und ein halb karath Goldtt; karath; gran weißt und; karath; gran roth. 17 K wach Goldt/;karath 6 gran weißt und; karath 6 gran roch. 16 und ein ha/b karath Goldtt; karath 9 gran weißt und; karach 9 gran roth 16 Karach Goldtt 4 karach weißt und 4 karath roth. 15 ein halb karath Goldtt g-karach; grau weißt und 4-karach z grän roth. Zur 1. l Nadel 14 Karach fein Boldt/ wie dann in allenNadeln die höchste und besieNadel zur 1. 1; und eiuhalb karach Goldtt; grän weißt und; grän roth. (feinGoldt seyn sol. zur;. " .... zur 4. zur 5. zurü. jw/. zur 8. zur 9. zur io. zur 11. zur ir. iuri;. zur 14. zur 15. zur:6. zur 17. zuriz. Die Strcichnadeln auffMnisch Goldt zu machen. Iewol etlich Neimich Goldt auch den Zusatz anffbalb weiß und halb roth vrA^hat/derzu solchen Nadeln gebraucht wird/ so ist doch der Zusay des mei¬ sten theilS von zwey Theil weiß/und ein Theil roth/ nach solchen soltu die Nadeln alsoabtheilenr Zu der ersten Radel wieg 14 Karath fein Goldt/ das gibt dieersie Nadel, zurii 1; und ein halb karach fein Boldt/4 grän weiß/und 1 grän roch, zur;. r ; Karach Goldt/ 8 gran weiß/ und 4 grän roth. zur 4. rr ein halb kararh Goldtt i gran weißt und 6 gran roth. Für 120 Zur s. zur 6. zur 7. zur 8. zur 9. zurio. zur ii. zur ir. zur 1;. zur 14. zur is. zur 16. zur 17. zur i8> zur 19. zur ra. Der sichende Weil saget vom rr Karach Gold'i Karach 4 Gran weiß' und 8 Gran rohr. ri, em halb Karach Gold, iKarachßGränweiß/undio gra'tt rohk. ri Karach Goldn r. Kararh weiß/ und r Kararh roht. ro ein halb Kararh Goldri r. Kararh 4 grau weiß/ und 1 Karach r gran rohr, ro Kararh Goldr/ r Kararh 8 gran weiß/ und i Kararh 4 gran rohr. 19 ein halb Kararh Goldr/; Kararh weiß/ und ein Kararh 6 gran rohr. 19 Kararh Goldr; Karach 4 grän weiß/und 1 Kararh 8 grän rohr. i8 ein halb Kararh Goldr/; Kararh 8 gran weiß/ und 1 Kararh 10 gran roht. l8 Karach Goldri 4 Kararh weiß/und r Karach rohr. 17 ein halb Kararh Goldri 4 Kararh 4 gran weiß/ und r Kararh r. grän rohr. 17 Kararh Goldri 4 Kararh 8 gran weiß/ und r. Kararh 4 gran rohr. 16 ein halb Kararh Goldri 5 Kararh weiß/ und r kararh 6 gran rohr. i6 Kararh Goldr/ 5 kararh 4 gran weiß/ und r. kararh 8 gran rohr. 15 ein halb Kararh Goldri 5 karach 8 grän wcißi und r kararh io grän rohr. 1 s Karabr Goldr/ 6 kararh weißi und; kararh rohr. 14 ein halb Kararh Goldr/ 6 kararh 4 grän weiß/ und; kararh r gran rohr. Ob nun wo! das Neinische Goldt nicht so geringes Halts ist/ so macht man dochdieNadelnumb derBeschitkungeoder Zusaywillenalso/ daß man dadurch daSgeringBold wegen desAusayrecht streichen/ und auffden beyleuffiigmHalt erkennen kan. Solcher gestalt köndte man auch etliche wenig Nadeln/ mit eitelNobt oder Kupffer versetzen und beschicken/ dann etliche Golder/ sonderlich die reich sind / als unter dem gemüntzten/die Ungerischen eitel roht haben/ wann man auch Streiche nadelnauffeinen gewissen Halt eineSGoldesrichten wolte/ die mitdem Zusatz an¬ ders/ als die vorgefaßten Nadeln seyn sollen/ so köndten die nach vorgesayrem Bee richt abgetheilet werden/das solman also verstehen/es sey deS Golts Halt mit sei- ner Beschickung oder Zusatz wie eS wolle/ so beschicke dieStreichnadeln also/daß al- lewegeGoldundZusatzeinevolleMarckzusammen bringet/ wie indiesem vorge- saytem Bericht der Nadeln geschehen. Wann die Nadeln mit fleiß abgetheilet sindjso laß dieTbeilung ein jede inson¬ derheit in einen kleinen Tiegel/mit ein wenig Borras zusammen fliessen/ und waris geflossen/sogeuß eö baldauS/dannjeschneller die Tbeilungvonden zusammenge- fatzten Metallen mit einander fliessen/und aus dem §ewr kommen/je bester es ist. Wann die Theikungen zusammen gelesen sind/ so schlag dreselbigen/jede son¬ derlich nach der Lenge/nnd formier die nach deinem Gefallen/ schlag oder stich anff die Nadeln die Aieffern/was einesede an feinem Gokde undam Ansatz halte/ damit man sehen kan/ wle viel Karath mW Grän fein Gold ein jede Nadel hält/damit im Strich nicht geirret werde/ so man wil/ kan man dre zusammen beschichten Nadeln an küpfferne oder silberne Stiffte l'öbten/ daß nur das Untertheil die güldene abge- theilete Nadeln sind/ wie in vorhergehender Agur zu sehen. D>e Goldschmiede aber legen soviel Mühe und Unkostennichtdarauff/ton- Vern schneiden ein Stücklein von einenDucaten/von einerCron/oder von einenNei- nifchen Gülden/löhten ein jedes an ein Kupfferstifft/darnach streichen sie ibrGold/ durchdiese Weise können sie das Gold/ob es der Halt einen hat/ wol siben / wann aber ein Unterscheid unterdem Halt ist/ dannkönnen sie nicht wissen / wie viel deS eigendtlichsey. VondmStmchstcinen. F^^kUnn nun die Streichnadeln also mit fleiß gemachet seyn/und die brauchen V"W»^wik/ so muß man auch einen guten Streichstein haben / darauffman die Gölder streichet/derer findet man eins Tbeils die graw und bleichgrün seyn/aber die schwartzen sind die besten/ wiewol dieselben auch nicht alle tüglich/sdnder fiefind emS TheilS zu hart oder zu weich. Probieren allerlei) Crtz und Metall. 121 Die weichen haben die Arth/ vaß man keinGoltglantz darauffstreichen kan/ sondern das Gold wetzt sich daran/ und wird im arischen matt und rauch/so streichet sich da-Ungerische oder sonsten ein weich Gold auff den Steinen dre zu hart seyn/ auch nicht recht/ dann es schleppet sich das Gold darauff/ daß man keinen rechten Strich sehen kan/ Darumb ist der Streichstein gut/ so streicht sich das Gold/ was Halt es sey/ einen feinen guten starcken Strich/ darauff der Glany ist/ und dagegen deine Streichnadeln/jo lange/ biß derselbe Strich dem Goldstrich an derIarbe und Höbe gleich sey/ dann hast» des Goldes beylenfftigen Halt/ allein/ wie oben berich¬ tet/gib gute Achtungdarauff/ob das Gold auch hoch gegränt sey/ das ist/ ob es viel Kupfferszum Zusaybabe/ odervielweiß/ welches man bleich Gold nennet/ nach solchem brauch auch die Nadeln/ welches nicht ein jeder verstehet/darumb muß man die Erkändtniß der rechten Strich aus grosser Übung haben / WaS aber die un- schmeidigen Bölder belanget/ die geben keinen rechten Strich/ sondern streichen sich allegeringers Halts / den sie an feinem Goldehalten/ derowegen dieselben Strich alle falsch/ und nicht für gewiß zu halten seyn. Was für Bley zu dem Probieren dien- lich seyn. ein Probiererein recht Bleykorn machen wil / davon er täglich Pro- vSA^bicret/ nndin der Probe pfleget abzuziehen / sol er derselben mehr als eins wachen/ damit er des gewiß sey/ dann eS hat fast alles Bley Silber bcy sich/ und ob woldas VillacherBleydafür gehalten wird/als sey es das Beste und Neineste/daS zumProbieren dienet/wiees dann auch ist/so findet man doch wenig-arunter/daß gar vhn Silber ist. Gliche unerfahrneProbiererlassen vondemProbierbleynurvier Centner auffdcr Capellen abgehen/ und so sie kein Silber darein finden/ meinen sie dasPley halte nichts/ damit man aber dessen eine Gewißheit babe/ sol man so vir! Bley auff eineC pellen seyen und abgeben lassen / sovielmanzucinerjeden Probe braucht/ und derselben Mehr Sann eine wacher,/ wo alsdan in denselben nichts gefunden wird/ dann mag man sagcn/daS Bley halte kemSiiber/und istglerchwol nicht gewiß dar- auffzuttawen. D-wbakbeu ein berstendiger Probierer sein Bley offtmahks wiederumb prcbrerensol/damit/ obeinStückan einem Ort dem andern nicht gleich were/ wie dannderBlcystnckkeineSanffeimnabl/ in der Hütten da mans machet/ gegossen wird/daß er dennoch seines Bleykorns/daran dannvielgelegen/gewißseynkan/alß- dann wird sichs befinden/daß auch SasVillacherBley/ was, die ganye Bleyscdwer probieret wird/ ein Körnlein Silber hinter ihm auffderCapellenlest/ welches / wie klein es auch sey / zu dem Probiergewicht in die Wage gelegt / und von dem andern Korn/ daß vom probieren kömpt/ abgezogen werde. Es haltens auch etlicheProbiererdafür / wann man dem Bley ein wenig Kupffer/ daß gar kein Silber Helt/ zuseyt/ und auffder Capellen abgeben lest/ daß sich das Bleykorn desto besserfinde/ daßistwolandem/ wann man ein Silberauff Kupffer probieren wi!/ aberzu den Ertzproben/ die nicht küpfferich sind/ sol ein solch Bleykorn nicht gebraucht werden. Weilauchalle Ertzproben im probieren Schlacken geben/welche sehr Bley ü reich find/ unv gleichwol etwasam Silber in sich ziehen/ ist etlicher Meinung/daß e man die Bleyschwer nehme / und erstlich ein Centnertauben Bergk/ oder einen schkechtenLäim/derkein Silber belt/damitanfiedensol/daßdavoriSchlackenwer- < den/gleich wie in den Ertzproben geschicht/so ziehen die Schlacken chr Tbcilvom Bleykorn in sich/ welches alsdann auffdie Ertzproben für das Bleykorn zu gebrau¬ st chen seyn sol/ Ich achte aber/weil dasProbierbley sonst arm ist/ so werde der Unter¬ scheid hierin nicht groß seyn/doch stehetS zu eines jeden gefallen. Q Wie i22 Der siebende Theil saget vom Wie man das Bleyglaß machen sol. ^L^Amit man aber bericht habe / was zu dem Probieren von nöhten sey/ wik ^--^^ich/ehe dannichzubem procels desselben komme/auch anzejgen/ wieman den Fluß oder Bleyglaß bereiten sol/welchesBleyglaß einFluß ist/ der zu den stren¬ gen und sehrunflüssigeErtzen gebraucht wird/auf das sich diefelbrgen gleich den flüs¬ sigen rein ansieden la ssen/von welchem ansieden hernachferner bericht folgenwird. Diesen Fluß oder Bleyglaß mache also r N>ml> Kießlingstein der schön weiß ist/ brenne den in einen Töpfferofen / stoß ihn klern/ Rädere ihn durch ein Härinsieblcm/geuß rein Wasser darüber/ und Schlem oder Masche das trübe davon/daS der Kießlingstein schön und rein wird. Desselbigen Kießlingstein nimb ein Theil/ und ein halb Theil rote Bley- glöt/menges also trugen unlerernander/ thue eszusammen in einen Tiegel / daser auffden Dritkentheil ledig bleibt/ und dann oben darauffgemein Saltz oder Salpe» tersaltz/welches besser ist/so mans haben kan/also/ wann der Tiegel groß ist/ daß das Saltz deydrey quer Finger hoch darauffkomme/dccke den Ticgelzu/ uudveriurrire i^n/ und setz ihn in ein groß starck Kollfewr / in einen Windrosen /oder in einen Aie- gelofen/sofleusteS untereinander / und wird ein gelb GlaßdarauS/ laß den Tiegel von ihm selbst erkalten/ und schlag ihn darnach auff/fo findest» unten im Tiegel einen Bkeykönig/dersich von der Glöt gesetzt hat/den thue hinweg/und behalt das Glaß/ bas ist der Fluß, Man mag auch wolzuvorn die Glöt in einen Tiegel fliessen lassen/nndder Schlacken/ die davon werden/ zehen Theil nehmen/zu einem Theil zubereites Kicß- liugs/und mit Saltz bedeckt / voriger Meinung nach in Fluß bringen /, so wird auch eingul Bleyglaß daraus. Oder nimb an statt des gebranten Kießlings / guten geschlempten Laim/ der trucken und klein gerieben sey/ ein Theil/und drky Tbeil der guten roten Bley- glöt/mit Saltz bedeckt/laß es in einem ftarcken Fewr fliessen/ daSgibtgar ein schön Bleyglaß. Meck auch / wann man daS gemachte Bleyglaß wieder in einen Tiegel fliessen lest/ und wirfst im Fluß ein wenigguken Salpeter darein/ und kessel den dar¬ ein verbrennen / und eine weile darauffim Fluß stehen/ so wird das Bleyglaß noch reiner und flüssiger/oder man mag darunter ein viertel Todtenkopff brauchen/ und damit fliessen lassen/ der macht den Fluß auch rein und flüssig. Was das Bley im Probieren nützt. einer die Arth undEigenschafft der ErtzeweiS/ welche sich nicht gerne ^^^Ansiedenlasscn/sondernauffSem Bley liegen/undmchtSchlocken wollen/ als da find die Kreidenstein/die grobe rohe Blende / Mtßp.ckel/ dre m-idcu und fri¬ schen Kteß/und Wasserkieß/die so! man alßbald/wann sie eingewogen seyn/mit dem Fluß oder Bleyglaß/davon oben gemeldet ist / vermengen/ daß Helt das rohe E-tzl und lest eSntcht hoch anffsteigen/ dann eS hat eine hülffe von dem Bkyglaß/ das cS weiche Schlacken gibt/ und sich weich arbeitet/wo! Schlacket und rein anscudt/ wie dann dergleichen im Schmelyen zu sehen/ da man den strengen Ghm/ oder die sich gar zu seiger arbeiten/ einem jeglichen mit seinem Zusatz auch Helffen muß/ das sie sich wol scheiden/ sonst bleiben die Schalckm davon noch Silberreich/undge- schicht Schaden. ", Vom VMhMnenderWetdewW. Wasman für Mmm und Kolben zumScheidewas-- ser brennen brauchen stl. ErLäim damit man die Helm und Vorleg pflegt zu verlurnrn, und die Scheidtkolben zu beschlagen/ der sol also zugerichtet werden: NimbgutenLäim/schlemme den in Wasser/ daßyaS steinige undder grobe Sandt davon köllipt/ mache ihn zu Baven/ und laß ihn an der Sonnen wol druck, «en / solches gefchlempten LäimS nimb alSbann zehen Theil/ undzweyTheilge- schlempterAschen/dreyThetlgefeimbtenRoßkoth/einTheil Hammerschlag/und zweyTheil geschlagene Kuehaar/ und menge diese Stücke ave untereinander/ und feucht sie an mitfrtschen Ochsen oderSchassblut/ daß noch warm ist/ und schlag sie wol mit einem Behrelsen / Man möchte auch unter diesen Läimen klein gerieben VenedifchGlaß nehmen / doch nichtzu viel. Mit diesem Läimen kan man alsdan die Scheidekolben/ unddiegrossenKol, ben/darinnen man Scheidewasser brent/ und im Fewr viel leiden müssen/beschla, gen/ Erdienrtauch/ daß man die Ofen/ so man Heinyen nennet/ damitzusammen setzt/ dann er Helt fest und reist nicht, DeuLäim oder dünne Wxmr aber/damitman die Fugen/Helm oder Vor, läge zuverlmticn pflegt / wird alsogemachet: NimbEyerweiß so viel dich dünckt daSgnug sey/zerschlag es in einer ziehnen Schüssel/ und nimb einen reinen Schwamb/ druck das Eyerweiß darein/ und wie, deransdenSchwamh in die Schüssel/daß thu so lang/ biß es so klar wird/ wie ein Brunnwaffer/ darnachnimbStaubmehlvierLoth/ Lolum armeni ein Lotb/weis» sen trögen Katz ohn Rinden zweyLoth/ LanZen? vraconis ein Loth / Die Stücke alle klein gerieben/ und durch ein Harinfieb gesiebt/ vermenge mit Eyerklar / damit beschlag die Fugen/ oder magsteiu Tüchlein darein netzen / und die mareria darauss streichen/nachmahlSumb die Fugen legen/ und von sich selbst drucken lassen/ allein HaS es geschehe ebe du es in die 'Wärme bringest oder anfewrest/ sohektsolche mix- rux fest/und die ipiri'ru? richten mcht-auS- Folget ein ander Läim / damit man die Gläser/ Kolben/ und Krüge/ die im Fewrfesthakten sollen/auch beschlagen kan: Nimb einen guten geschlembten druck, nen Laim/ein wenigTrachenblut/unöKolumarmenimuddarzudendrittenTheil Töpsferchon / und ein drittheil eines halben Tbeils ungeleschten Kalcks/ mach jedes insonderheit zu Pulver / und feuchte das mit Eycrweiß/ wie oben gedacht/ oder mit warmen Ochsen oder Schaffsblut/ tbu darzu so Vies Abschabicht vonTüchern/oder Scherwolle vonParchenk/ als de- Lolus gewest ist/ alles wo! mit einemHolye un- ter einandergemenget/damit beschlag die Kolben/aber nicht dick/ verlmrir auch die Fugen damit/ solcher Läim Helt im Fewr fest. Deßgleichen sind andere mehr Läim zu dem verlurrirn zugebrauchen/ die auch wol halten/ Werl aber meines Bedüm ckensdiejetztgemelten am besten/ habe ich umb Kürtzewillen/ andere Ansätze unter¬ lassen/ Wird derhalbeu ein jeder selbst wol wissen/ welcher ihm am dienstlichsten seynmag. Die Gläser oder Kolben / in denep man pfleget zu scheidet, / oder in die man Scheidewasser thut/die sollen von Vmedischen Glaß gemacht seyn/ doch in zimb- licher Dick/ dann wo sie zu starck von dickem Glaßgemacht werden/wollen sie nicht recht halten/die aber eine ziembliche rechteDicke haben/ und nicht steinicht sind/kön, nen vielmehrerdulden / Und wofern die Gläser von andern Glaß gemacht werden/ so greisst das Scheidewasser dieselben an / und brechen gar leichtNchen/ dadurch Schapen geschicht/ zu dem werden sie auch dunckel und bleich. Q ij Man 124 Der fickende Thal saget vom Man machet auch zu demScheidewaster brennen/Krüge von Töpffertbon/ und unter den TbonKleyen oderklareSägspän wüicken/dasgeschichtdarumb/ da, mit/ wann die Krüge also rohe gebrant werden/ daß sich die Kleyen oder Sägspän heraus brennen / Nachmahls wann dieselben mit Vemdischem Glaß inwendig undaußwendigverglassürt werden/ daß sichdaS Glaß in die Löcher/ daraus die Kleyen und Sägspan gebraut sind/ flieste/ davon sie dann sehr fest werden / und gar wol im Fewr halten / Die Retorten/ die von solchem Zeug gemacht/ sind sehr gut/ die im Fewr viel leiden können/ sind viel besser zugebranchen/ als beschlagene Glaß- kolben. Wiegroß aber die Krüge/ GläsernndScheldekolbenseyn müssen/ wird ei, uemjeden sein Werck wol lernen/ daß er die darnach machen lasse/ dann hat man viel Wasser auffeinmahlzu brennen/ so muß auch ein grosser Krug oderKolben dar, zu seyu/ darinnen Mau den Zeug einsetzt. Man braucht auch zu dem Scheidewasser brennen eisern Krüge/ dievon zweycn Stücken seyn/ eines Fingers dicke/ die von einander können genommen wer¬ den / Ja einen solchen Krug / kan mau auffeinmahl mehr Zeug einsetzen/ als in ei, ncm Glaßkolbcn/ darffauch die Sorge nicht tragen/ daß der Krug zerbreche/ und der Zeug darein verderbe/ darzu bckömpt das Gold von solchem Scheidewasserei, ne bessere Farbe wegen des EsseuS. Ausdiesen und andern Ursachen achteich/ eS scy in allewege besser/ in sol, cheneisernKrügenScheidewasserbrennen/ als in den Gläsern Kolben/ die darzu, nicht mebralseinmahl könnengebrauchtwerden / Seine Grösse sol sein/ daßman bey 2O. Pfundt Zeugs auffeinmahl einseyeu kan/ doch wil einer weniger oder mehr brennen / wirds ihm die Gelegenheit selbstgeben/wie groß er seyn sol- So man nun in solchen Krug Scheidewasser brennen wil/ sol man die Fu¬ gen gar wol vcrlarrirn , daß keine spirims heraus gehen mügen/ und sol von guten Glaß eine Borlaa sürgelegt werden / doch in solcher Grösse/ daß gemclte tpirirus raum darinnen haben/ und derselbe nicht aus Noth sderBedrangniß brechen müsse/ dadurch dann Schade geschicht. Nach vollbrachtemWerck/ sotman den Krug lassen kalt werden/ undWasserdareingirssen/ so erweichtsdenTodtenkopff/ dm Stoß gemach mtteinem Eisern heraus/ so wird der Krug wieder rein. Wiemaii dicöftn zum Schcldcwasscrkrcnncn / machen sol. ^^Ndem Scheibewasserbrennen/ pflegt ein seder seine öfen zu machen nach sei- (Inem gefallen/und wie erder gewöhnet ist / Aber gleichwol so ist eine Formvicl besser und zuträglicher darzu / als die andere / Die Wardein berichten/daß/ die man faule Neinyen nennet / am besten zum Scheidewasser brennen zugebrauchen sind/ tue werden also sormiret r Mache einen Tburn in die gevierte oder Rundes Ellen hoch/ und unten ein eisern Rost darein / unter welchem ein Windtloch sey/ nach der proporrion der gefayten Figur/ und dann macheauff beyden Seiten des TbumSwieder in gleicher Weite/nach desKmgescderGlaßkolbenHöhc/ runde odergevierdte öfen/darin¬ nen dir Gläser oder Krüge stehen müssen/ lege auch unten/ wie im Tburn oder Hcm- tzM/eiserne Röste/also/daß es daruncer Windlöcher Hobe. In solche Neben-öfen sollen aus dem böbernTburm Löcher gelassen wer den/ daßdieHiyeausdemselbigendareingehenkan/ wclche/wannsieeinegukeSpanne und vier Finger weit/ undeine Forderspanne hoch sind/ so sind sie weitund eochge- nuq/ Allein merck / wann du den hohen Thurnauffseyt/ daß du ihn beyden neben Löchern nichtzu dicke machest / sondernder Dicke abbrechest/ damit das Fewr oder F>iyedestv baß in die Neben,öfengehen kan. ' Durnachlaßzu solchenLöchern dadurchdieHitze gehet/Registeroder Intim- menrs vonTöpfertdon machen/ mit dene dn dasFewk regiren/ vortchieben und a ufl schieben Brennen der Scheidewasser 125 schieben kanst/ Wiewol etliche solcheRegisteroderlnkrumcnta vorzuschieben hort starcken Eisen machen lassen/ aber dre sind nicht so gut/als die Erbeneu/dannwann die Eisern erhitzen und glüent werden/ so geben sie gieichwol grosse Hlye/ und ob sie schon vorgeschoben werden/ dadurch kau das Fewr nicht wo! gezwungen oder regie¬ ret werden/ so ist doch Gefahr dabey / Man muß auch zu jedem Ncben Ofen/ dar¬ ein man die Krag oder die Glaßkolben mit dem Zeug setzt / Dackel habe»/ von Er¬ den oder Töpffertbon gemacht/ welche also außgeschnittenseyn sollen/ daß sie sich Mlib den Halß deö Kruges oder Glaßkolbens sein schliessen / unddie öfen auffs ge- Hebstekönnenzugemacht werden/ Man muß auch Lufftlöcherdardurch lassen / so man venrii nennet / die da lhönen Stöpffel haben/ die geheb nein gehen / das Fewr damit zu regieren/ wie in der abgerissen Figur zusehen/ begleichen sol auffdem Thurneme Stürtz oder Decke! gesetzt werden/ der so breit sey/ daß er den Thum oben gar bedecke / Ist also der Ofen oder faule Henry zum Scheidewasser brennen/ bereitet. o Woraus dieScheidewasser gebraut werden. dem gemeinen Scheidewassek brennen / werden allein zwep Stückgebrau- (A chet/ als Salpe ter und Victril / die müssen zuvor« undetze man eittseyt/ pzrirt werden/erstlich muß man den Victril also Lalcioniren: Nunb auffemmahl bey 4. Pfundl/ und thue die in einen erdenen verglassirten Tiegel/ sey den über da- Fewr/daßderV ctrilzergehewie einWassr/laß ihn gemachsieden und kochen/und rühre ihn für und für unt einem hölyern Schäuffelein umb/biß VieWässerigkeitgar verraucht/ und der Victril degint dick zu werden/ bann so nimb mit den höltzem Schauffelein/einSkheitsauffbenTlegel/wellS noch warm ist/ undtreib eSauff ei- uenNabstcin klein / ebedann es erkaltet/ dann thue mehr aus Sem Tiegel auffden Neibstein/ blß solange der V'tlrtl aller aus dem Twgel und klein gerieben ist / dann wann du den Victril mchc warm außm Tiegel tkust/ sondern darinnen kalt lest wer¬ den/so wird er so bart als ein Kießlingstein / und est alsdann übel heraus zubringen/ auchnichtwolzu reiben. Also ist der Victril zu dem Scheidewasserbrenncnzu- gericheet. Dm SakpeterbekangentdenSarssman nicht cg/cioniren/sonöern man setzt den nurausscinenOfen/ baßertruckeu werbe / und sich sein klein reiben und stossen lest/so ist erauch bereitet. Weil er aber nicht aüerding rein/ sondern eins Theils daruntersebrsaltzigist/so muß man ibnzuvor ieutern/ und von seinem Saly reini¬ gen/wie billig ein jeder der mit Scheidewasser brennen umbgehel/ die Handtgriff wissen sol- Wie die Scheidewasser sollen gekrandt werden. ^^Äe Imb vierPfuttdt reinen Salpeter/und vierdtehalbPfundt deSjetztgemeb SsXL/ten calcionitcenVitlrils/ reib dre beyde gar klein/ und thue sie in einen be¬ schlagenen Glaßkolben/ kere mit einem Hasenfuß (an ein Stäblein gebunden ) den Zeug im Kolben am Halßab/ damit das Wasser rein herüber gehe / und nicht Ur- fach habe überzusteigcn. So nun der Salpeter und calcionitte Victril in den Kolben oder Krug gethanist/sosetzeihnin derNeben^öfeneinen/auffdenRost/auffbiedarzu gemach¬ te Capellen/ und lege die thönenBketter/ die sich umbdeS Kruges Halß schliessen/ auffdenNebenT)ftn/und verlurriro dieFugen an allenOrten / mit obgedachtem Läim gar wol/ damit keine Hitze oder Dunst daraus geben kan / und laß auff der Seiten die Lufftlöcher offeu/jedoch nicht weit/ bann so sie bey drey Finger weit offen seyn/so ist es weit genug. Q iij ' D» 126 Der fltßendeTHeil saget vom Du must aber denKolben wie berichtet/ nicht also schlecht a uffben eifernRost in-en Ofen setzen / wie mit dem eisern Krug gejchicht/ davon hernach gesagt wird/ sondern in einen darzugemachten thönen schmalen Scherben/ der unten ein Füß- lein bat/welches man ein Capellen nennet/darein thue Aschen oder kleinen Sandt/ daß der Glaßkolben eine gute quere Hand über dem Rost zustehen komme/ Wann du nun den Aeugdareiugethan hast/ so setze obenem Helm darauff/ undverlurrir die Fugen mit gedachten Läim gar wol. Etliche brauchen diesen Weg/ wann der Kolben eingesetzt ist/ so schlagen ste umb des Kolbens Halßguten zugerichten Läim / und umb den Läim Pappier / das mit der Helm nicht gar andenLäim anstehe/ Das gefchicht darumb/ daßsichder Helm nach dem brennen fein rein ablösen so! / seyen alSdan den Helm darauff/ und schlagen gleichwol noch des guten Läims/ und letztlichen des dünnen mit einem Tüchleinherumb/ damitgarkeine fpirilus herausgehen wöge». Auch mustu den Neben^Ofen zurichten/ deßgleichen den Krug oder Kolben? mit dern Helm also einseyen und richten / damit deS Helms schnäuy über -en Ofen zimlich heraus gehe/ lege nachmahls die Vorlage dafür / daß die Schnäutze deS Helms auch wolhienein reiche/ damitdusehenkanst/ wiedaSWassergeheunddie Tropften fallen. Esistauchzuwiffen/ soviel dem Victriol erstlich im Calcionireo amGe- wicht ahgangen ist/ so schwermustu süß oder fliessent Wasser iudieVorlag giessen / sonstwürde das Wassergar starck/ und wenig werden/ vttlu krir die Fugen ander Vorlage undHelm gar wol/So viel a uffdißmahl vom brennen der Scheidewasser. Ein gar stank Scheidewasser zu brennen. O^^ImbdreyDfundt^akionjrtenVictril/dttyPfuchtSalprter/einPfundt GxL^gebranten Aüaun/zwey Pfundt gedränten Kießling/ Von diesenStücken brenne einWasser/daS erste Wasser laß gehen/ biß sichderHelm beginnet zu ferben/ das thue wegi lege die Vorlage wieder für/veriurrirs abermahl alles wol/und laß das andere Wasser herübergehen/ zuletzt treib die lpirirusmitgar siarckemFewr alle herüber. Dkß Wasser behalt in einein guten Gefäß/ und thue alsdan in einenaM ren beschlagenen Glaßkolben 6. Loch Salpeter/*. Loch V'ctril/r. Lothgebranim Kießling/ein Loch Grünspan/ein Loch gerösten ^nnmonjum. ein Lochgefeilt Eisen/ ein halbLoth Federweiß/ alleskleingepulvert/ Und geuß deSjetzkgebranken WasserSein wenig undaberejn wenig darauff/ dannespfleget sehr zu brausen/ so lange/ biß es alles darein gegossen ist/ wachs fest zu/ laß in einen Kelleretliche Tage stehen / undrüttelsalle Tagezweymahl/darnach setze^eln/ und brenne eS/ wie man sonst ein Scheidewasser brennet / allein daß der Helm bald darauffkomme/ und laß gehen weil esgehetsalsdan sähet eS von sich sechsten anzugehen)darnach gib ihm gar ein linde Fewr/ und zeuch eS auffs lindeste über/ so lange/ biß das Wasser alles Hers über bracht ist/dann sterck das Fewr je langer je mehr/ biß seine soirims mitgrosser Hitze auch alle herüber sind/ laßdrn Oftn erkalten/und nimb das Scheidewasser ab/reinige es von seinen kccibus, undverwahreesinejnem guten Gefäß/ daß wol Helt/ dann eö ist ein überaus starck Wasser. Von diesem Wasserwil man sagen/daßdamitetwasmehramGolhe erhal¬ ten werde/ als mit gemeinem Scheidewasser. Darbeywollestu berichtet seyn / daßdu zu diesem Wassereine grosse Vor¬ lag brauchest/darein die fpirltus raum haben können/und wann du die Vorlage ab- nehmen/und wieder vorlegen wilt/so mustu die Fugen mir einem Läimi der von zwey Tbeil Läim/und ein Tbeil ungelöschten Kalck gemacht/und mil Leinöhl angefeuch¬ tet sey/verluttiren / SolchenLäimgreiffenbie iplrirur nicht ar,/ den anderen aber/ der sonst zum verlurriren gebraucht wird/ .den grerffen sie an/grscht immer/ und Helt nicht sehr wol. Brennen der Scheidewasser 127- oder Scheidewasser zu brennen/ das Golt/ Kupjfer/ Eism/Iten und Bley/ auch und ^(/enr'cttm /o/>r>t. ein gut Scheidewasser/ daß allein von Salpeter undVictrilgebrant/ GVL^und mit Silbervon seinen 5ecibu8 gereiniget ist/und derinnen man nachal¬ ler NotturfftSilber kolviren kan/ ein Psundt/ thue da- in einen guten wolbeichlas genen Glaßkolben/und acht Loth gemein gestossen Saltz darzu/welches Saltz im stiessen nicht fol übertrieben/ sondern so bald es fieust/ heraus gegossen werden/damit es bey seiner Krafft bleibe/ und allein die übrige Feuchtigkeit davon komme / und so bald nun das Saltz davon kömpt / so lege den beschlagenen Glaßkolben mit sampt dem Scheidewasser und Saltz/ nach der Seiten in einem Ofen / darinnen man Scheidewasser zu brennen pflegt / doch also/ daßdu an den Kolben die Vorlag oder den rccipicnr legen kanst/ undverlmrirs wol/ so wird es bald von eigner Krafft an- fahen zu gehen/ zeuch die ticZma mit lindem Fewrherüber/ und siercke das Fewrje längerjebaß/zuletzttreibdielxinms-wieim Scheidewasser gebreuchlich ist/ herü- der/so wirstu befinden / daß durch diese Weise per lams äi ssi lirk, ei» schön gelbes undkräfftiges Wasser werden wird (weil die lpirirus nicht hoch steigen dürffen)alS über den ^lembicum,allein cs wilguten Fleißundacht haben/daßmansehe/daß das Wasser nicht überscheust. D>ß rcZis, wann eö solchergestalt gebrandt wird / kan manS alsbald brauchen/ und darffvon seinen kccibus nicht gereiniget werden. Dißmußichdarbeyberichten/ daßetliche die Gedancken haben/ wann sie starck Scheidewasser haben/ so wollen sie mit einem Marck desselben/ so weitim scheiden reichen/ als sonst mit zwo Marck schwaches Scheidewasser/ welches aber nicht seyn kan/ aus Ursachen/ ob wol das starcke Scheidewesser gewaltig angreifft/ so kan es doch nicht mehr Silber in sich nehmen / als das Scheidewasser nässe hat/ Sage derowegen / das ein Scheidewasser / so zimblicher Starcke und von gutem Aeugegemacht ist / nach seiner Arth mehr thut tm scheiden/als eingar starck Was- stt/dann esheltlänger an in derAlbeil. Wie man dasgeßmnte Scheidewasser von seinen /e^tt/scheldeuso/. /HHLAnn das jetztgemelte Scheidewasser gebrant ist/ so ist es also rohe zum VrAOM,den nicht zugebrauchen / sondern man muß eS zuvor» von seinen teci- busreinigen undfellen/damitesrein und klarwerde/dasgeschichtalso: Wann des gebrauten Scheidewassers 2. Psundt ist/ so geuß davon bey zwey Lohten in em Kölblein / und toi vir darinnen eiuhalbOuentlin fein Silber/ und weil die tolukio noch warm ist/ so geuß die in das andere newe Scheidewasser/ so wird es weiß und trüb/als eine Milch/ schwencke rs des Tageseinmahl oder zwey / und laß dann ei¬ nen Tag und eine Nacht stehen / so setzen sich die kcccs auff den Boden zu gründe wie ein Kalch / So es nun gantz rein und klar worden/ so geuß eS ab/ so hastu gereb- »igel odergeftlletScheidewasserzu demScheiden fertig/alleiu merck/öas dieSchei« dcwasser/ die in einem eisern Krug gebrant werden/ nicht so viel kccc8 geben / und nicht so unrein sind/als die Scheidewasser/diein Glaßkolben gebrandt werden/auS Ursach/ da ß der eiserne Krug für sich selbst ein Metall ist/ davon sichsScheidewas- ser zum theil reiniget/ so gibt dasselbige Scheidewasser auch dem G.olbe eine höhere und schönere Farbe/ als das andere thut/ die teccs halt fein rein zusammen/ geuß die ab/ truckne und trencke sie ins Bley/laß auffeiner Capellen abgehen/ so findest» des mehrentheils des Silbers darinnen/ daß du zum fellen gebraucht hast. Etliche haben den Brauch/Haß sie die newgebranten Scheidewasser mit Groschen oder auch mit Pfenningen und anderer dergleichenMüntze fellen/welcheS zumScheiden gleich so viel ist/allein dieScheidewasser bleiben nichts» schön Hel und weiß/ 128 Der sichende THeil saget vom we«ß/son-ern weilKupffer bey derMmye ist/ wird daSScheidewasser grün davon/ derohalben dienet diß Wasser mit küpfferrger Müntze gesellet / zur Goldprobe gar nicht / dann daö Kupffer so im Wasser rst/ schlägtsichzum theillieder an den Kolk, kalch/ dann das Silber/ und lest sich darnach nicht gar davon absüssen/ weiches der Prob schädtlich ist/ ist aber nach dem ersten fellen das Scheidewasser unrei«/ so mm siu solches noch einmahl fellen/damit eSgarreiu werde/alsdanmagstu eSzum schei¬ den brauchen. Wie man die schwachen Scheidewasser sterckensol. /^^LAnn indem Scheidewasser brennen versehen wird(wiekei'chtlichgeschehen vS-A^kan/wann die Fugen nicht wol verluttirt seyn) baß die Wasserzu schwach werben/ undim scheiden das Silber nicht wolangreiffen/ solche schwache Wasser können auffzwey wege gestercket werden r Erstlich sey einennewen Zeug von Salpeternnd calcionirren Victrilwie- derumb ein/ und schlag das schwache Scheidewasser in der Vorlage für/ und brenne den Zeug aus/nach solchem treib die lpirirus gar wol herüber/so sterckt sich das vor¬ geschlagene Scheidewasser/ daß eS zum Scheiden wol dienlich ist. ElneandereManicr/ Sey dasschwachc Scheidewasser in einem abgcbro- chenen Glaßkolben/ derbeschlagen sey/über einKollsewr/ gib ihm so viel Hiye/ daßeSansangetzu sieden/ soseudlsichdie Wässerkeltdavon ab/ welches/ welleS noch im sieden ist / kanstu es probieren /obdaš Wasser starckgnug worden sey/ oder feye daS schwache Scheidewasser in einen beschlagenen Kolben / in einen Heintzen/ oder in einen andern Ofen / darinnen man Scheidewasser brent/ und ein Helm dar» auff/ und zeug die p'alcZma oder übrige Wässerigkeil davon/ so lmige biß der Helm beginnet braun zu werden / so sterckt sich das schwache Scheidewasser auch / und ist zubrauchen / die abgezogene pkiczma behalt / wann du ein ander Scheidewasser brennest/ so kanstu sie wieder Vorschlägen, Wiedas blawe Scheidewasser wiederumö M »mH zu bringen sey. dd^ASabgegossenebkaweaußgefelteWasseristberogestaktwiederumbzunny <^^zubringen: Mannduivcheidemasserbrcnnest/unddknzugerichteiiZkug in den Krug gethan hast/ so geuß von diesem blawen Wasser / je auff zehen Psundr calcionilrenZeug/ zwey Pfundt Wasser/so bald solches geschehen, -o balö - den Helm daranffseyen/ dann eS sähet zur Stundr von sich seldst/ohn c't >>,esFt. r anzugeben/undlege die Vorlagefür ( du darffst aber darinnen kein süß Wasser Vor¬ schlägen/) verluttireSallenthalben wol/ unblaß die pkietzma erstln - barüber ge¬ hen/dann sterckedaSFewrjelängerje baß/biß solange deripirirusailehetüberms Wasser getrieben/gleich wie zuvor in dem Scheidewasser brennen gesagt ist. ManmöchteauchwolsolchblawgebrauchtScheidewasserincluengrossn abgeschnittenen Glaßkolben tbun/ der beschlagen were / und über einem Fcwr die vbleZma absieden/so würde es ein wenig stärcker/ und davon dem brennen uv Zeug zug,essen. " Das Scheidewa sser aber/ daß davon kömpt/wann das blaweWasser über den caleionirren Zeug gegossen wird/ dasselbige bat in fellen und niederscdtagm nicht so vieltem, ist auch nicht so unrein/als das Scheidewasser/ baßvom andern Zeug gebraut wird/ aus Ursach/ daßdas blawe Wasser vom niederschlagenuk Kupffer/ metallisch worden/ und im Krugoder Kolbensichgereinigerhat. Bericht Goltertzm und Goltschlichcn. 129 MrGtvsndenHolmtzm UM undGoltWchen. D^MLeichwLeesmttder Erkändtniß der Silberertz zugehet/ LÄG^salso müssen auch die Goltery/oh sie wol nicht in so manmcherley Arthen und Warben gefunden/eusserlich erkandt/und dasProbieren darnach gerichtet wer¬ den/ Dieweil aber kein Ery für sich allein (ohn andere Mkallen) Golk helr/ es sey dann daß eSgediegen dann stehet/ und Augenscheintich / wie suptil es auch einge- sprenget sey/ gesehen werde / und ist baffelbige Goltz daß also in den Eryen gediegen gefunden wud/nicht gar rein und ftin/ sondern gemeiniglich Silberich/ wiewolernS mehrslsdaSander, Was gediegen Golt ist/ pflegt fürnemblich in einem weissen Quäry zu stehen/ darnach auch in einem blawen und gelben Hornstein/ deßgleichenauchin einen bla- wenSchnfer/Eisenschußundgelb/suptilundflammicht, Es tragen auch alle Goidische Werckzwelche gemeiniglich Sandich sind/gut gediegen Golt/ jedoch nicht alleüberein/dann etliches hatgrob und könncht/eilicheS flammicht und leicht Golt / und wird fast bey allen solchen Werkten ein schwerer Schurl und Wvlffram gewaschen/jnsondecheitaberkörnichterNen und Eisenstein der sehr weit gegangen/die mit sampt dem Golde von den Gängen durch groß Ge¬ wässer oder die Sündfluch abgerissen/ fortgetriebrn/md zusammen geschoben wor- den/sowunderdarlich und artig/das man der Eryfarbe und Unterscheidt gar wol er¬ kennen kan/davon dan auch die Flüsse und Bäche/ so über solche Gänge fil. ssen/ be¬ samet seyn/daß man darinnen gediegen Golt an vielen örtern bey uns mTeukschlant wa cht undzu nutzbringet/ wiewolder mehrestheil darunter so arm ist/ daSsievie ^nkostendeS waschens mchtertragen können T» ist eine gemeine rede bey uns in Teutschlaadt / von allerlei) arth körnerz so in vielen Landen in Gebirgen und Bächen gefunden/ und von deuAußländern und Landrfalmrnweggettagen werden/ deren etliche Kieffig/ emütheilß Braun/ Gel- brcht/attchSchwary/undjnwendigalSeinGlaß/undanderxiopom'oogemeinig- sich rundt seyl?/aus welchen man Golk sol machen. Für meine Person hatte ich von solchen gar nichts/ dann ich derselben Körner aussmannicherleywegeim Fewr und sonsten versuchen lassen/ aber niemals kein Golt darein gefunden worden/ So viel habe ich aber Von gkaubwirdigen Personen/ die von solchen Landtfa hren gründlich berichtworden / bas solche Körner kein Golt bey sich haben/es werde auch keins daraus gemacht/ sondern durch sie die Landtfah- rer in Iraiiam uns andere örter umb ein Lohn hingetragen/ ajszu einem Zusah/ da¬ raus schöne Farben und Schmelyglaß gemacht werden / Welche Farben oder Schmekyglaßman bey ihnen so hoch achtetzundso thewr verkaufft/als wan eSGolt were/ welches dann derVmmnfftgemeßundwolzu gläubmist/ sonderlich weil mebrBergkarhten bey uns in Teutschlantgefundenwerden / die Glaß undFarbe geben. Ferner bricht auch bißwetken neben dem gediegen Golt ivQuäryen/ ein sup- tilgrawspe-ssigtEry/welches man feiner Farbe nach/ Eisenman nennet / dasist auch reich am Goltz aber Silberich mit / derhalben eS dann dem andern gediegen Golt/so «m Quäryen stehet/nicht zuvergleichen ist, Es werden auch Goltkieß gefunden/ welche nicht allein Golt/ sondernauch Silber halren/und in gemein mehr Silberals Golt/deßgleichen auch Kieß/die sehr Kupfsirreich und Silberreich mit seyn/ dasselbige Silber davon ist auch Goldisch/ wie etliche weisse Kieß die gar kein Kupffer/auch gar wenig Silber halten/und doch Goldisch sind/dieKießaber/dieKupfferreich/ sind gemeiniglich mit suptilen Quär- yen durchflossen. R Anlanget i5o Der siebende Theil saget von AnlangentdenMarcasit/davonihrervieikabuliieuundschreiben/daSeSrin Kieß/der also reich am Golde sey / das ihm der vierdte Theil im Fewr nicht abgehe/ auch im rösten undglüen je lenger je schöner werde/ Demselbigen habe ich offtmahls mit fletßnachgefraget/aberniebekomen/viel weniger von jemantS erfahren mügen/ der einen solchen Kieß gesehen hette/ Soviel ich mich aber bedünckenlaß/ sokan und m us der Marcasit nichts ander- seyn/al-ein gar gut reich Goltery/ man gebe ihm nun diesen odereinen andern Namen/ so istSgleichem-. Vom Goltwaschen und Probiren der Schltchch Ie Goltwäscher/ die dem Goltwaschen in dm Ländern nachztehen/ und O^stch des ernehren/die haben auffdie Goltwercke ein sonderliches probieren/ nach welchem sie sich richren müssen/ wie viel sie auffemen Tag Golt waschen/ und drauffihreNechnung machen können/ ob dasWerck den kostenzu waschen ertragen/ arm oder reich sey / Zu solchem probieren bruchen sie ein sonderlich abgetheilet Ge^ wicht/daßvon einemUngerifchen Gülden schweraußgelhelletist/nach demWerth/ so viel man für solch Wasihgelt zubezahlen pflegt. Weil man aber jetziger Zeit umb einen Ungerifchen Gülden schwer Wasch- Golt rzo. Creuyer/ oder gemüiiytzweyThaler zu geben pflegt/ so machen sie erstlich daS gröste Gewicht eines Ungerifchen Gülden schwer/ und beziehens mit rzo. Creuyer / da-ander Stück halb so schwer mit 6 s. Creuyer/also fort an die andern Stücke alle nach einander/ mit ihrem Werth/ biß auffden einyigen Pfennig und ei¬ nen Heller/ wie hernach stehet; Creuyer der Gülden schwer. ö^Creuyerder halbe Gülden/ z 2^ Creuyer derQrtsgülden. rc> Creuyer r. Pfennige. 8. Creuyer j.Pfenmg. ^-Creuyer ^Pfennig. i Creuye: -.ine-Pfennigs. r Creuyer eines Pfennigs. Creuyer eines Pfennig- Durch solches Gewicht kan ein jedes angequickts/oder Körnlein GoldeS/wie vieleswerth ist/gewogenwerden/derhalbekrauchgemeinssstchbem lttGci^wäscher/ die in den Landen den Wafchwercken nach suche n/ lin selch Gewicht / lampt einem fchwarycn S'chertrögel/ ein Büch Mu vot/AueckMer/ ein Semi/ch-Leder/ein Probierscherblein/unV ein klein Wägelern / zu diesen Sachen gehörig/ bcy sich lra- gen/da mr so bald derselben einer einSandig Werck oder Seissen besticht und sichert/ befindet sich Golt darinnen/ wie klein da- auch siy/ so zeucht er eine Sicherung oder etliche rein davon auS/und quickt solchen remen Schlich mit dem Quecksilber auffS fleissigste amdruckt nachmadlSbasielbrgedurch-Leder wieder davon / und was im Leder blerbt/lester auffmProbierscherbleinabrauchen / nndglüetletztlich das'Golt rein / und was es dann nach seinem abgetheilten Pfennig Gewicht / nach Creuyer und Pfennig werth wieget/nach dem macht er seine Nechnung/wie viel er mit einem Zeug eine Wochenlang Goltwaschen und zu nuy bringen kan. Soernundurchsolche Probe befindet/daßtzsS WaschwerckdieArbeit/Mü- he und Kosten belohnet/pfleget ein jeder dasselbige nach seiner Arth/ die er gewöhnet und am besten berichtetist / zu wajchen und zugute machen/unter denen sind etliche/ die pflegen die Goltwercke/ die in den Feldern unter der Thamerden liegen/ beglei¬ chenden Sandt in den fliessenden Bächen/über daS Brett zu waschen/barauffFal- tzen und Milein hin und wieder eingeschnitten sind / darein sich das schwere Golt legen und sitzen bleiben kan/ Eins theilsaberwaschens über das Gefell/ sonderltch wann das Werck reichist/und körnicht Golt führet/, es gehet aber etwas langsamer zu/und wil mehr Mühe haben. Ein Golkertzen und Goltschlichen. i; r Lin bchendk und schleunig Golt- waschwerck« ^HAnhateinsonderlichWafchwerck auffdenGoltigenSanderfunden/durch welches man in einem Tage beyzoo. LauffkarrenSandl weg roaschen/uuv alles Golt darinnen behalten kan/ welches also zugertchket wird r Man machet erst¬ lich von starcken Messingdrath einen Räder/in der enge und weite/wie eS eines fcden WercksGelegenheit erfordert/ und bindet den auch mit Meffingdru k h die lenge her- unter/und zeucht denselben auffeiserne Stegefestan/ damit er sich nicht beuge oder auffblähe/Die grosse aber deSRäderS fol seyn siebenSpannen lang/fünffSpanen weit/und einer gutcnespannentiess/mlt einenBoden/dcrauffzweydritthellimRä- der reiche/und mit dem einen drittheil forne zum außrragcn komme / daselbst er dann mit Blech beschlagen seyn sol/Es svl/auch derRäder auffbeyden feiten angeschlage¬ ne höltzerne Klötzlein haben/ mit welchen er an die fordcrnHünstampen anstosse/und das grobe/so nicht durchfeüet/ behendtaußcragen könne/deßgleichen dle unternBü» unter dem Räder/ a nff beyden Seiten auch angeschlagene Bretter/ daß nicht- vom Räder bey neben abfelt/von solcher Bün trit daß geräderte Werck auffben Plan¬ herdt/ welcher >z. Spannenlang/ und vier Spannen breit scyn sol/ auch muß die Wasserrinne unten zum Wasseraußtragen/wciter als oben/ und auchmitBlech be¬ schlagen seyn/ und wird hierzu viel oder wenig Wasser gebraucht/nach dem das Werck räsch ist. DiejeS Waschwerck dienet allein zu Sandichten Werckcn/und zu den Lektichen und zähen gar nicht/ dieweil diese Arbeit noch zur Zeit nicht gemein ist/habe ichs umb derer willen/ so es noch nicht gefehlt haben/ in folgender Figur reift sen lassen« Darnachbrauchenauchetliche Goltwäscher auff ihre Herdt/ an statt der starcken Zwilling / schwartzeundemlrwüllene Tücher/ darüber sie ihre Werck trei¬ ben/ von wegen/ well daß wüllene Tuch rauch und harscht ist/ und daß suptile runs de körmchre Gelt in den Haren sitzen bleibt/ und nicht fort rollet/wie auffmZwillig geschicht/ und daß auch dasGott auffdaß schwarye sichtig erkant werde/obs gleich suptil und klein ist. Anderebrauchenan stattder Zwillig undschwaryenTücher/Beyderwants- fücher/nemblich/die hakbHanssen und halb Wüllen/ undaussAmivigArthgewir« cket seyn/ auffdenen daSGoltnoch besser hassten kan / welche Tücher umb ihrer Scercke willen/pon wegen des HanffS lenger wehren/ und in der Arbeit außhalten/ derhalbenste auch besserz»gebrauchen seyn. So viel habe ich von dem Goltwaschen zum Bericht/ wie diß Werck zu Nuy zu bringen scy/ auffskmtztevrrmeldm wollen/ Ist nun ein Werck reich / so ist eS desto bester/ und mag aisyan leichtlich eine Arth des waschens darzu gebraucht werden/ daß das ledige Golt dadurch erhalten wird. Wann nun derSchlichin dieEnge gebracht ist/ unddasGolt mit dem gros¬ sen Sichertrog heraus gezogen / so kan man da sselbige anquicken/ und trucken auß- glüen/undalsdanzusammengieffen/von welchen hernachMcldung gesichehensol. Von den Goltertzen/ die von Gängen gewon- MN werden, ^I^Jßhero ist etlicher massen berichtet von demGolt undSeissenwerck/ die kci- ^^"nespuchenS bedürffen/ Nun wil ich auch von denGolteryen/die in derGrus benvon den Gängen gewonnen/ und gepucht müssen werden/ Meldung thun/ In welchen man gedigen Gelksiehet/ mit denen hat es ein souderliche Arth auffzuberei- ten/nemblich / in welchen Eryendas Golt grobkörnicht stehet / die kan mau mit der Faust scheiden und quctschen/und wo der viel sind/über ein sonderlich darzu gemach¬ tes Sieb/rein und zugute machen/das eS ferner keiner Weitleufsiigkeit nach grös¬ ser Kunst bedarff/ist auch besser/dann das man die Erye ohn allen Unterscheidt/ uns R ij i52 Der siebende TW saget von ter die groben Pucher bringet / sonderlich/ weil man wo! in geringem Metallen / als Stlder/Kupffer und Bleyertzen/solche Faustscheidung zu gebrauchen pflegt D>e geringen Gol.ertz/ die gleichwol eingesprenget/ suptilgediege»! Golt ha, ben/ undvon der Faust nicht können geschieden werden/ dieselben/ wann sie sich rrm geröstet arbeiten lassen/ kan man sie auffzweyerleywegeauffpuchenundauffberei- ten/als unter den nassen und trucknen Puchern. Unter den nassen wird das Ertz durch das Blech in die Gerin und Schlam- gruben gepucht/und wie ein SilberhalkigerSchlich über die Planherdt gewaschen/ und folgends rein gemacht. In den trucken Puchwercken aber wird das Mehl über die Planherdt / über die Wülienen oder BeyderwanlStücher/ wie oben von dem Goltwäschwerck berich- tet/gewaschen/rein gemacht und angepuickt. Von Lösten der Goltertz. Arnach sind auch Ouartzige und Hornsteinige Gollgenge / darinrien das O^-ÄGoit gar suptiel und angeflogen oder eingesprenget stehet/ mit denselbigen ist das beste auffbereiten/das man solche Ouary oder Homsteikstwoftrn man dcrEry d!emengehat)lneinenso!!derlichen darzu gemachten Nöstoftn/darinnen die quärtzk- gen Golterygeröstet/und mit demWasser abgelöscht werden/die macht man also: Der Ofen wird in das gevierdte zwo Ellen /und sechs Ellen in die höbe von Ziegelsteinen anffgewawret/ also/das der Ofen form am Untertheik so hoch offen bleibe/daßuMidaSgerösteEry herausziehen kan/wclcheS/wann daßErtzzumM- sten darein gesetzt/ mitLaim zugemacht wird / Es sollen auch in den Ofen/ unten an statt eines Joosts/ von Ziegeln ein Unterscheidt einer Ellen bock anffgesayt und ge- lttachtwerden/darauffdaSHolyzuliegenkömpt/bamitderWindtzwischcndieauff- geatzten Ziegelsteinen in dasFewr htenauffm Ofen gehen / frey brennen und trei¬ ben kan. Wa6 man in solchen Ofen rösten wil / so lege unten im Ofen/ auffdie Ziegel¬ steine kurtz gespalten oder Reitzboly zweyer Even boch / schlitte dasquartzige Ertz drauff/ so grob es anSder Gruben kömpc/das kleine aber/ so nicht gargrob/scyean die Wände nndSeiteri desOfenS/damitdasgrobe Ertzmittenzu stehenkömpt/und die Flammen und Hitze des Fewrssichherdurch winden kan/ so bleibt die Hitze bey- sa mmen un Ofen/und dringt sich biß oben hmaus/und thu t also die Hitze gezwungen viel mehr/als in einem offen Isost/Wann nun der Rost in dem Ofen in gröster Glut ist/ sosol man ein Wasser darauff schlagen/ undjähling ablöschen/ so läufstdas fuptiek flammichteGolt in kölNlein zusammen/daS manS im waschen bcbalten kan/ uns wird der Ouary vom ablöschen so mürbe / daß evhernacher in grosser Mmmge leichrltchzu puchenundzu scheiden ist / er schadet auch alßdan (weil erimNdsten milt und mürbe worden) dem suptielen Golt weniger/als wann ernochrob/bartund ungeröstet were / wie dann die harten Ouärtz dem suptielen Golt und andern einge¬ sprengten Golteryeu im puchen mehr schaden thun / das sichs an einander abmal- mec als die schweren Pucher/dadurch dan das Golt gar leichtlich auffstehet/ und in der trübe im Wasser weg gehet. Vom schmeltzen der Goltschlich. Wie die Goltschliche über die rohe Schicht etlicher Goltertzm und GoltWchen. iz; etlicher reich am Golde/fo man nun den armen/daß einCentner von zweye Q ue nt, tui/dlß auffanderthalbeS oder zweyLorkGolt helk/zu gute machen wti/kan es nicht heiser geschehen (wann man den Keß und Zuschläge haben kan) als über die rohe Schichtza arbeiten/ daß daS Golt in Schlackenstein komme / dergestalt/wo der Keß zugeschlagen wird/ .biß das ein Centner des Schlackensteins drey oder vier dtes halb Loch Golt helt/mehr Golt sei man darein nichtarbeiten/vaimsoer zu reich am Gelbe würde/wer zubesorgen/die rohen Schlacken möchten zu reich blerben/derhals ben/woman des Keß zum Zuschlag genug haben kan / oder wann der Schlich an ihm selberkiejfig were und Steine gebe/were es besser/man brächte den Schlackens stein nicht höher im Halt/dann den Centner auffdrtktehald Loth Golt / dadurch bleiben die Schlacken desto ärmer Auff dieseWetft könten die Eisenschüssige Ery/ die gar klein / supciel / flammtcht oder angeschmächt Golt haben/auch zu nutz ge- schmelyt werden. Die reichen Goltschlich/darauS das Goltgeqnickt ist / welche ein» theils gar mchamGolde seyn/also/vasbißweileneiu Centner desselben / vondrey bißinbie Vier Loth Golt Helt/ die können besser nicht dann über das Bley geschmutzt werden/ jedoch / dieweil derselbe Schlich gar suptiel ist / so hebt ihn das starcke Gebläß im Schmelyosen gar le tchtlich/daß er heran- steubt/undSchaden geschicht/dem vorzus kommen/mag man den starckenSchltch mit Häfen anmengeu / undlassen trucken werden/folgendS zu Sücklein brechen/oderehe eS gar trucken worden/in Stücklchr schneiden/und also in Ofeir setzen/ so hat der Schlich eine bessere Haltung, Wie man die Goltschlich/ so gediegen Golt haben/mir Quecksilber halten- ?^ Was abera ußgekiaubet und gar gediegen oder sonst außgeschieden Golt ist/ -aSmagman mit BorraS zusammen giessen/ wofern noch etwas unreines dasbey ist/so setzt manSerstlich auffernen flachen Scherben/lesset eS mit eiuemKügeleiii rei¬ nes Bley treiben/bißeSdenBlaßhelt/und dann abermahlSmit Borraszaeinem Zehn gieffen/so wird e- geschmeidig. DieseWeise des Anquickens dienet auffalle Schkich/die gediegen Golt ha, ben/daun wie dasselbe im Sandt gewachsen/oder tn den Ertzen heraus gepucht/also kömpt eS im anquicken auch heraus/ und schadet dem Quecksilber gar mchtS/ dann wann dasselbe wieder davon gezwungen wird/so ist eS nachmahlS wiederumb zuge¬ brauchen. Wie man die reinen Goltschlich in mangclung des Quecksilbere/ansleden sol. NniangelungdesOuecksilbers/machetman den reinen oder reichen Golt« schlich mit gekörnten Blcy/Glöt und Bleyglaß in einen Tiegel/ mit em we¬ nig Todtenkopffund Gla ßgallen vermenget / und mit Saltz bedcckt/lest eS in einen Windtofen rein und wol ffcffen / und folgends den König anff einen flachen Test abgehen / DerTestaberzu solchem abgehen/sclzugerichtet seyu mitgeschlempter Aschen/daruntergeriebene Beinaschen/und ein wenig Töpffertbon / auch oben mit guterkiär betrieben seyn sol/damiessch von, Golt nichts darein ziebc/ und wann der- selbige gar fertig ist/sol man Wasser darein giessen / und solches cinkriechen lassen/ davon wird der Test fest und gut. WannnundaS Golt darauffabgangen ist / so nimbt manden Goltblick/ als der noch ungeschmeidig ist / seyihnauffem flachen Scherben / mueinwemg Glöt bestrichen/treib es vorm gebläß/so lange/brß das Gob den blaß belt / so wird esgeschmeidig/daßman alsdann / woeSnocheinwenigBleyrauchbey sichhat/r'u einen Tiegelzusammen schmeltzen/BorraSdarein werffeu/undzu einem Zehn gjes fen karr. Es möchten auch die reichen reinen gemachten Gcltschlicke mit dem nach» gesetzten Fluß/gleich eurem Klkpfferertzangssotterrwerden/ also: Mannimptden Schlich/menget darunterzweymabl so viel Flüssc/thut eS in einen Tiegelobenmit Saltz bedcckt/lest cs in einen Windtofen mit starckcmFewr fliessen/ so setzt sich der Golckönig/so vielim Schlich gewesen/nnten im Tiegel/lesteswolerkalten / schlägt den König von den Schlacken rein ab/Weil er abervondem Fluß noch ungeschmei, dig ist/jv treibt man ihn auffeinen flachen Scherben/mit einem Kügelein Bley/biß er geschmeidig wird / und wicwol in der mennige des S chlichs/das Anquicken am bequemsten zu gebrauchen ist/sokan mandvchmit diesem Ansieden aufferumahlze» Heu Pfund in einen Tiegel seyen/und daSGolt darein zu einen König bringen. Der Fluß zum ansieden. /^^ErFluß/ davon jeyt gesagek »st/wird alsogemachet ; Mannimptei» Salpeter/undzwey theil Weinstein/beydeS klein gestessen/und unter <^Seinandergemenget / lestesineinen unverglassurtenTopffglüentwerden/ schüttet die gestosserre Materia darein / decket den Topff mit einer Stürtzen behende zu/so brennet sich der Fluß bald auS/uud wird ein schwarygrawPulver/oder wann diegestosseneMitcria in einen Topffgetban ist / so stost man eine glüende Kolle da- rein/sobrennet eSsichauchauSzueinemFluß/dann mischet man Salpetersaltz/o, der geflossen Saltz/auch Glaßga llen und rvhenWcmstein darunter / so ist der Fluß Goltertzm und Goltschlichen. i; 5 Wie man das Golt gar rein von dem < Quecksilber scheiden sol- dem Anqt,icken/wann das Quecksilber durch das Gemische Ader da- XF ^von gezwungen ift/so bleibet gemeiniglich noch ein wenig Golt darbey/son- GvL^derlich/wann dieGoltschlich und Goltery arm/ und das Quecksilber davon nicht reich am Golde gewesen/solcheS kan (wo anderst mehr Schlich vorhanden oder gemacht wird) wieder zu dergleichen Arbeit und'Auquicken gebraucht werden / wo aber mehr Schlich gearbeitet sol werden/ so muß man das Golt / welches mit dem Queckfilberdurchs Ader gangen ist/durch ein sonderliches scheiden/wie dann gemei¬ niglich ein Centner bey z oder Lott) Golt zu halten pflegt/insonderheir/ wann daS Quecksilber von armen Schlichen kömpt/undgeschicht solch scheiden also r Man lasse einen eisern Krug schlagen / den man biß an den Bauch von ein¬ ander nehmen kan/beschlag das Untertheil desselben inwendig eines halben AngerS dicke/mtt gar guten geschlemptenLäim / der im Fewr wol Helt/ und nicht reisset/laß ihn trucken werden/sey das Oberlheil darauff/ und binde beyde Tbeil mit einem Ei- serndrath garfest auffeinander / und beschlag dann außwendig den gantzen Krug überall mit guten Läimen / und so er trucken worden / so setzt man ihn in einen,Ofen/ den man ein Heintzen nennet/ darein man pfleget Scheidewasser zu brennen / und thut das Quecksilber (wo man anderst dessen dieNotturfft hat) beyfo.Pfundtdas rein/und einen erdenen Helm oben darauff/kegt auch ein erdenen Krug für/dariiinen beydrey Maß Wassers seyn/Wannalles außwendig mit einander wol veslurrirr, und trÄen worden ift/so laß alsdann dasFewrgemach angehn/ und sterckSvon ei- nerStunde zur andern/so lange biß vasderKrug letztlich wol erglüe / jedoch thue ihm nicht zujädling beiß/damit der Krug nicht zerspringm Fewr bett/ denselbigen gleicher gestalt mit guten Läim/wie den Eisern beschiagei; / Quecksilber darein thun / und einen Helm darauffseyen/aucheinKrugmitWasseroafürlegen/ undverlurriresalleSgarwol/ und treib alsdann das Quecksilber herüber/sokömpt eS wider zu n»y. SolcheArbeit geschicht gleichwot mitSorgen undGefabr / dann wo ein sol¬ cher erdener Krug entzwey bricht oder auffbürfte/so were das Quecksilber verlobren/ undgienge alles vergeblich im Rauch weg / darumb sol man wcnigerQuecksilber auffeinmahl darein seyen/als i»> die Eiserne Krüge. Etlichepflegen auffden Krug einen erdenen Helm zu setzen / der auffden Sei¬ ten überhengt/darein giessen sie Wasser / undöMircn das Quecksilber darein/ und wann es kalt worden / giessen sie eS heraus durch die ßchnäutzen / die oben am Helm lst/so bleibetdas Gelt m Krug. Welche je Iz 6 Der fickende TW saget hon Welche Arth nun unter diesen / einen am dienstlichsten und beqvemstenfeyq wird/die mager brauchen/ allein merck dabey / wann man das übrigeQuecksilber vom Golte »brauchen lest/so sol man sich hüten/daß einem derRauch oder Dampf nicht insLeibgehe/dann solcher ist ein gtfftiger kalter Dampff / der da lähmet und tövtet/dann wo er nasse findet/da setzt sich das Quecksilber hin/ welches hernach die Gliedmassen verderbet. Dom Probieren im Lewr. Wie man die Goltschlich auff Golt probieren sol. Er Goltertzeoder Schlich sind zweyerley / eins theilsflüssrg/ eins theilsstrenge/gleichwieindenSilberertzen / dieselben pry- bieralso; Nimb das Koltery oder Schlich/eSsey Kiessig/ rohe oder geschmeidig/wie es dir fürkömpt/und reib eS klein / deffenwieg ein CentnerdesProbiergewichtSab/undharzlnf Cenlnerge¬ körntes Bleyes / das menge auffein Probierscherben unterein¬ ander/thue darzu ein Centner klein gerieben Blcyglaß/undsetze es in einen warmen Pwdjerofen/thne ihm erstlichwarm/so lange/biß das Bley anfähet zu treiben/ und das Eitz auffzusteigen/dann khue ihm wiederkühl / daßsich dasEry auffdem Bley abröltek/und nicht mehrauffsteiget/ felgendS thue ihm wieder heiß / soschlackt eS sehr rem/dann rühre es mit einem eisern Hacken umb / undlaß e« darauff noch eine Weile stehen/fo es genug hat/so hebe den Scherben aus dem Probierofen / laß ihn kalt werden/nnd schlag das Wecckvon den Schlacken rein ab/ und laß es auffeinex Capellen abgehen. Wann solches geschehen/so zeuch das Korn gegen dem Bleykor» auff/so viel es schwerer ist/so viel Helt das Ertz Schlich,Golt oderSilber/ welches man an dem siebet / wann die Körnlein sehr weiß seyn / dann muß manSin einem Köiblcin jm SchcidewoGr5o!viren,istaberdasKornzumchamGok:/daßdaSScheidewas- ser solches nicht angrezfft/so muß man dem Korn fein Silber / daS kein Kolt hell/ zu setzen/nembkich : Daßzueinem TheikKolt/Srey Theil Sllber kommen/das laß ariffeiner Capellen mit reinem Bkeyzusammen gehen /nachmahlsnimb daSKorn/ fletsihs rnit einem Hammer/glne es/und so! vir es in Scherdewaffer/geuß afsdann da§ Scheidewasser ab/nnd süße das Kokt mit warmen Wasser ab / tbueeSauS demScheidckölbkem/undglüeesauß/nach verrichterArbeitzeuchSnachdemPro- bicrgewicht auff / so sieheffu unterschiedlich / wievielein CentnerdesErtzeSoder Schlich/ Golt und Silberbelt. Darbeytstzumerckenfdaßmanzuden flüssigen unbgefchmeidigenGoltertzen undSchlichen/keiu Bleyqlaß nehmen darff / sondern eS wird sichdurch die Regie- rungdesFewrS/sonstwolreinansieden/ManmöchteesauchzudenKtessgenGolt- eryin gleichsfalls unterlassen/allein/es sieden sich dieselben ehe und besser an/wann mattDlchglaßdarztt nimpt. Es h »den etliche Probierer den Brauch/daß sie den Goltkieß/Schlich/und andcreGolkertz klein reiben/atwegen / und in ein Scheldekolben thun/ und giessen darauffein gut Scheidewasser/ lassen- iolviren, waS sich solvircn wil/lassen bar, nach das Scheidewasserabriechen / daßesalleS im Kolben hartwird / schlagens alsdann beraus/und siedens in einem Probierscherben mit Bley an / undlaffeiiS auff der Capellen abgehen. Diese Probe lasse ich mir gefallen/unv achte eS dafür / solte etwas mehran Golde in derProbekönnen erhalten werdeu/sosolte esdurch diesen Weg geschehen- allem daß eö im grossen Merck nicht anzurichten ist/Derhalben solem feder Probi« rer fleiß haben/daß er sein probieren dahin richte/damit er den Hakt also finden mög/ daßderselbehernachimgrossenWerckoder Schmelym/ demprobieren gleich her¬ aus gebracht werde. Wie Golkertzen und Goltschlichm. 1 5 7 Wie das Golt/ es sey in dehnen/ Bechern oder ge- müntzrem Golt/mtt ven Streichnavem so! Probierer werden, <7^Awttd/sonderUch vonetlichen/die auftdieStrichdie Gelder kauffen/jo iit zu solchen, prvblererr hoch von nöhten/daS man rechtschaffene Na deln(die ohn Betrug und Falsch seyu (mache/ damjt man tm Strich nicht verfostheilet werde/ danr, man kan einem Golt durch die 6cacjrrun§ so eine hohe Farbe geben/daß man mit solchem ein iS-Karath haltiger Sretch/ auffgut Croneu Golt kan gestrichen und erkant werden. Man sol aber wissen/daseklichBolt/alSdaSauSdemscheiden kömpt/undkein koch sondern eile! weiß yat/mic der roten Nadcl/auffden gewissen rechten Halt nicht zu streichen sey/entgegen kan daß/daS Vielroth und wenig weiß hat/ als da S Cornen Golt/mit der weissen Nadel (die zu dem Scheibe rund Wasch Golt gemacht wrrd auch nicht gestrichen werden/ viel weniger kans mit dem Nenischen Golt/ das mehr weiß als roht bat/ mit der ietzkgemelten Nadeln eine geschehen/ Wil deroyalben erst- lichendie gebreuchlichen Nadeln/und wie dieselberl gemacht undzugerrchter werden/ brschreibenMd nach folgend- die andern auch/mit Ermerung/das ein jeder Probie¬ rer wolle gute Achtung darauff haben/ baß er seiueGoltstriche recht führe/ Saunt eS ikm nicht für ein Uuverstandt oder Betrug zugemessen werde/ und dardurch nicht zu Schaden Somme/dan durch die falschenNadeln/Vielmabls/nicht allein/dte des Gol¬ des unbericht seyu/ sondern die auch täglich damit umbgehu/ könen betrogen werden- Durchs Drathziehen Probieren. dem die Mlallen in gletchergrösse/aber ungleiche schweren baben/wie SXL-A insHoll undSilber zuersehen ist/u6 du wollest gern denUnterscheuöVermi- schungin dentzöldischen Silber erfahren undwissen/^zeuchemGoltdurch ei-'A,eh- eisn/ zu einem dünnen suptstenürahl / deßglerchen auch gut Swer durch Sasseidige Loch/jchueide beyde Drabte/soviel mügltch/in einer länge ab/nii wieg eins gegen dem andern/unteinem P-obiergewicht/auffeiner schnellen Wage/ so wirst» den Unter- scheitzrpischenGo/t und Silber bald finden/ Wann du nunemgo/ligSstherhast/^ uudlest es durch bemeltes Lochzkeheu/und nt'mpst die rechte lärigedavou/wie vie vo¬ rigen Drahte haben/ und wregsteö auch auffderProbierwag / gegen dem silbern Drathsowirstueinen UnterscheitaniG. Wichte finden/ausw-lchen du des GoldeS schwerem viel in den srarb den du gewogen hast)rechnen kanst/ alödan wieg solchen drath auch nach dem Probiergewicht/wie viel der wieqt/nach dem kanstu beule Rech¬ nung machm/wie viel in dem gangen Gewicht deß glötigen Silbers Golt ist Anff -ie/e weise konten auch alle andereMeta llen/weil sie in gleicher g össe gegen einander nnterschiediltche schweren haben/ probieret und gerechnet werden/ drßgleicheninei- .nem gemü atzten Golt/wann daszu einem Dratk/in gleicher dicke der vorigenDräb- te/nach gezogen wird / daS Kupffer undftin darinnen auff dieseWeisegefunden werden/Htrm a uch der Unterscheidr/unter Zien und Bley / wann die unter einander gemenget seyn/ Solches habe ich zu einem Bericht und fernem, Nachdrucken/ ver¬ melden wollen. E-s Durchs Scheidewasser Probieren. du einGolt Probieren wtlt/es sey reich oder armes Halts/und will er- ^2^erfahren/w,e viel eineMarck gewiß an feinem Gokde Helt / soltu vvrberdeS GoldeS beyleufftigenHalt wissen/nach welchen du deinenAuffschnitt machen kanst/ solchen Halt erfehrestu auffzweierley wege: Erstlich durch den Stricht mit der ge¬ machte» gülden Streichnadek/Zum andern/daß man dem Golde einen beyleuffligen Auffschnitt mache/ob schon die Probröbrkein imScheidewasser nicht ganz bleiben/ so wirstu gleichwol fthen/waß das Golt auffein geringes noch helr. S Derhal- I z 8 Der siebende Thctlsaget vmr Derhalben dienet die Versuchprob am besten darzu/dadurch einer auch ersah- ren kan/wa ß das Golt an weiß oder feinen Silber dey sich hat/so er nun des Geldes beyleuffigm Halt auff solche wege gefunden hat / so mache deinen Auffschnttt von feinem Silbcr/daSgantz unogar obneGolt sey/nimbdann dasGoll/und schsageeS mit ernem palliertcnHammer auffeinem Amboß fein dünne/und mache deinenAuff* schnitt dcrogestalt/daßvaS weiß oderSltber/ soalbereitbeydemGoldeist/ milin den Auffschnilt oder Quartterunggerechnet werde/dann es musdreymahl so schwer Silber/als eSfem Golt helt/auffgeschnitten werden. Zum Exempel: Seye das durch Vie Versuchprobe/daß das Golt 14. Karath 8- Grän fein Golt / und 7. Karath 4. Grän weiß Helt / von diesem wieg nach dem kleinen Karathgewichtab/zwoglelchehalbeMarck/iokömpt ineinjedehalbeMarck 7.Karaih4 GränGolt/und z, Karath8.Gläliweiß/darzu setzdreyinahlstschwer fein Silber/alS VaS Golt fein Golt helt/daSist der Auffschnttt. Nun muIcipUcir die 7» Karath 4. Grän/ so die halbe Marck fein Gelt Helt/ mitdreyen/komen rr. KarathSllderzum Zusah oder zum AujMntlt/davonrechs ne ab z. Karath 8. Grän weiß/ so viel die halbeMarck Silber bcy sich bat/ bleiben noch rS- Karath 4. Grän/sovtel mustu feinSilbereinerbalbenMarck zusetzen. Dieses Silber/ und die halbe eingewogene Marck Goldes/sozusammen zo. Karath und 4. Grän haben/ sovielsol auch der anderthalben Marck eingcwogen Golt auffgeschnitttcnseyn/feyjedefampt ihrem Auffschnitt auffeine wolabgcwer- mete Capeüensuiidneuninahi so schwerrein Bley darzu/kaßeSnuteinanderabgehn/ und siebe/ ob die Körner gleich kommen/ lege alßdawem Korn in die Wageschale/ so viel es nun weniger alSzo-Karath und4-Grän wiegt/so viel hat eine halb gemischte Marck Goldes/robtoderKupffer beysich/ doch mag man dem feinen Silber/weil ibm a uffser CapeUen/so maus mitBleydarauffabgehen lest/etwaS entgehet/so viel das Bley weggeführek ha k/em Grän zurechnen/daS verstehe also; ^ch setze das ein jedes Kron babe nachm abgehen 2.5». Karath 4-Gran gcwogen/darzn einGrän Ab- ganganftinSi'.berjwerenochauffdtehalbeMarcketnKaratdabgangen/kemeauff bn'gantze Marck r.Karath/so viel hat eineMarck gemischtesGvldeSKupfferober roth bey sich gehabt. Wann die Körner fleisfig auffgezogen nndgewogen seyn/so schlage aus jedem KortteinfttnsauberSNöüein/kttchtgarzudttNtte/irndgküeesofft/damltkssichnicht schteffert/noch etwas darvon komu-e/zu letzt glüe die Nöllem/und rul/e sie suplik über eiuander/daum du siehest/ob tu den vielen glüen und schlagen etwaSwere abgangeo/ Wann die Nöllein so reinigiich zirgerichtet seyn/ so glüe sie noch einmahl/ob sie vow dem biegen oder rollen weren harr/oder von den Heuden fett worden/das solches dar* durch qeenderl we» de« Es sol aber das glüen in einem darzu gemachten glüdemn Schälltchen geschehen/damit nichts unsauberS daran kome/thue alsdandieNöllein zusaiumentnkinSchetdekolblein/geußdaranbeyläufftigsoviklScheidewaffer/daS es über die Mllein einen halben querenfinger hochgehe/stopffedasScheidekölblein oben mrteinemhartgetretenPappierzu/daskeingrofferDunstherausgehe/und setz es also in ein darzu gemachtes Eisern oder Messing Hüßlein / über glüende Köllen/ daß das Scheidewasser anfahe zu arbeiten/so wird dasScheidekölblein braun wer, den/laß es aber nichtzu sehr und jähling arbeiten / uud so es solches tbet/ so hebe das Köiblein ein wenigvow^ewr/setzeSdaüwider auf/so lange/biß dasScheibewassek außgea, bettet hat/ und das Kötblein wieder weiß wird/ alßdan so geuß das Schein dewasier ab/und ein neweS wicderdarauff/seye eS adermal mit demFüßlein über das K ellsewr/und laß cs arbeiten/das geschieht darumb/ob das erste Scheidewasser we- re zu schwach worden / und bette etwas am Silber zu rücke bey dem rollen g» lassen/ damitdaSandereScheibewassersolcheSwikderangreiffe/undreitimache/merckanch daß du das ander Scheidewasser zu letzt in dem grossem blasen wol arbeiten «essest/ damit bieNöllein garrern wcrden/alßdan geuß solch ander Scheidewasser wiederzu ungebrauchtem Scheidewasser/danu eS hat noch seine stärcke wie vor. Nach* Goltertzen und Goltschlichen. r; 9 Nachmahls geuß mn Negenwaffer auff-leNöllein/laß ein wellig stehen/ geuß es ab/und wieder ander warm Wasser darauff/ und scy das Kölblein mit dem Nöllein überein Kollfewr/laß eS sieden/ und in grossen Blasen arbitten/hebe es dan ab/undgeuß dasWasterwieder dadon/fvlcheS thue dreymahl mit warmen Wasser/ damit sich das silberichScheidewasser/dasnechan den Nöllein henget/ rein ablüs- sek/alSdann so tstS gnug/Wann die Nöllein rein abgesüst seyn/ so geuß die gar meh- lieh mit dem letzten! Süfsewaffer heraus/ inctnglässernAbsüßschällichen/unddaS Wasser davon ab/und hebe diegüldeneNöllein mit einer reinenKornzange aus dem Absüßschällichen/undlege sie auffein rein T"chlcin/so zeucht sich das übrige Was¬ ser darein/und werden die Nöllein schön braun sehen/parnach thue sie in daS gülde¬ ne Schällichen/fttze sie in einen Probierofen / jedoch nicht in vieMbling Glut/ und glüedie wol aus/so werden sie schön als ein rein Golt/wann das geschehen/ so ntmb solchezweyNöüeiu / wege sie gegen einander / sindfieamGewichtgleich/sohasttr recht probiert/!eg sie zusammen in die eine Wagschale / und wieg sie gegen dem Ka- rathKewicht/wle viel sie dann wegen / so viel Helt ein Marck gemischtes Goldes an fememGolt. Hierbeyistzumercken/ Paß man die Wasserschweren / soviel das Wasser hinter sich bey dem güldenNölleitt gelassen / von solchem Halt in allewege am Gewicht abziehe/wie viel aberabzuziehen sey/ das mustu durch eine sonderliche Probe/mit welcher du Pas Scheidewasser probiettst/mnen werden / allein wann du einmahl das Scheidewasser probieret hast/darffstu hinfort solchesnicht wehr pro- bieren/sondern magst im Vorrath behalten / es begibt sich aber gemeiniglich / daß man auffeine Marck fein Go!t/alSauff24.Karath / anderthalb / bißauffzwo Grän/ zur Wasser schwere abrechnen muß. Das were anffdas Exempe! vorgemelter Probe/ als auffig-. Karath Gratis sovieldas gülden Nöllein gewogen hat/emen Granabznrechnen / bleiben noch 14. Karatbb- Gränfkjn Golt/dann in berGoltprvb gibt man an vielen örtern kemrn halben Grän in ein Kauff j Sodanndie Nöllein 14. K watb 8. Gran an feinem Gelbe kallen/so würde eine gemischte.Marck Golt / 7. Karath 4. Grän weiß oder fein Silber halten. N chne mm den Zuschnitt und daSGolt/ als 24 KaratbS. Gran von den gauyen Emschnitt/alSvon r^.KaratbenGotl/undg^ Karatb Srlberab/sowird sichS besiiidm/wie ich gesagt habe / Heike also ein gemischte Marek 14. Karatd S- G 'äu fein Golt/7,Karath 4.Gräu weWnp 2. Karath roth / Paß die drey Halt zusammen thun eine völlige Marck. Auffdiese 2lrtb und Weise solman alle andere Gölder / begleichen das ge^ müntzte Goltprobieren/allein daß man in gemünyrem Golt/so man be>r beyleuffti* gen Halt weiß/derVersuchprobnicht bedarff/ in welcher man aberden Halt auff cinKarath nicht gewiß weiß/muß man die Versuchprob machen / darneben wissen/ -aß manS mit dem Auffschnitt also halte / und gemeiniglich am Silber oder Auff- fchuitt/zweyKarath oder etwasdarübcr/weniger Silber auffsiyneide / wieeSsich jm muIttvlicirenmitSreyen/wieobengedacht/besindet / bann esist besserzwene Karath Silberzuwenig/als ein Karathzuvielauffgeschnitten/so bleiben die Nöl* lein desto dichter/und ganyer/und man dar ffsich nicht besorgen/ das etwas von dem Nollein weg komme oder abrieselt. Man mag in einem Golt/daß man probieren wil / das roth und we'ß also innen werden/wann man VieVersuchprobmacher/wie oben gemelt/ so schneide man ein Marck Goldes ein/und sitze dieselbigen mit dem gebührlichen Bley / ohnAuff- schniktauffdie Capellerr/undlestsiemltderVersuchprobabgehen / und wieget als¬ dann dass lbigeKorn/sosihet man was abgangeu ist / wie viel dasselbige nun leich¬ ter herauskömpt/so Vielist rotb darbeygewesen/daburch wird mandeö rothSauch gewar/also hat man der Goltprob rechten und klaren Bericht. S ij Das i4o Der siebende THeil saget von Das Scheidewasser zu probieren/ wieviel in der Goltprobe zu rücke blieben ist. / wieviel inderGoltprob blieben sey/so <^^Dnimb Golt/daS etliche mahl durch Spießgkaß gegossen/ulld auff- höchste gebrachtworden/mache einen Auffschnittdarauff/ auff vier und zwanyig Karath/ «nv wieg auchzwo kalbe Marek ein / gleich wie dn zuvor berichtet bist/ und muiu- pUcirs mit drey/so kömpt auffjede halbe Marck fein Kolt/z<5. Karath ftinSrlber/ seye eine jede halbe Marck sonderlich mit dem Auffschnitt / auff eine wcl abgewer- mete Capellen/laß mit einander abgehen / wieg die Körner/ sogleich kommen / und schlage davon suptile JWein/thue die in ein klein Scheidtkölblein / geuß darauff so viel Scherdewasser/alS man sonsten zu einer Goltprob nimpt/ seyes mtt dem Ei¬ sern Iüßlein über ein Kollfewrlein/laßes solvilen,undgeußzum andernmahlneu Scheidewafserdrauff/setzeSwiederüber / wann es sich mm recht und wol solvm hat/so geuß das Scheidewasser ab/und süsse die allein mit warmen Süssenwaffcr gar rein ab/druckne sie/und glüe die in einem Güidenschäüichen wol aus / so werde» sie schön/die zeuch dann gegen einander auWnd die Röllein gleich / so ist die Probe recht/ alßdan lege sie zusammen / und dagegen deine gantze Marek/ nach der du ein- gewogen hast/ so viel nun die güldemMllein schwerer kommen/fo viel ist auff die sein Marck Kolt/in der Voltprobe abzurechnen/alszum Efempelr ^chhabeeingewogen auffzwey halbe Marck/ein Marck fein Golt/ und ba¬ be die mil dem Auffschnit guartirt/ wie obgemelt/ und nach dem tolviren absüssen und anßglüen/ haben die zweyNöllein gewogen ein Marck/ oder L4. Karath und zweyGrän/ daßalsodas Scheidewasser zwo Grän in der Probe zumcke gelassen hat/ so viel ist in diesem Scheidewasser auffr^. Karath abzurechnen. Das Golt durchs Scheidewasser auff 2 z. Karath und r» Grän zubringen. As aber daS Scheidewasser so rein nicht Hera uS ziehen kan/ dadurch dann ^^Q>das Goltauch nichtgarrein und fern wird/ das ist an dem zuseben/ wann man diegüldenRöüem proben/mit einem reinen Bley anff einer Capellen abgehen lest/daß sie nichtSabnehmen/sondern behalten ihre schwere/Wann aberdas Schei¬ dewasser bey dem Gelbe feine S'ärcke oder 6pir^ruL liesse/ wie etliche meinen / so würden dieseibigen anffden Capellen nichtbleib-m noch bestehen können. Daraus istzuschliessn / daß durch da-Scheidewasser kein fein Goltkan gemacht werden/daS ist aber gewiß/daS ein gut nnd wol gereiniget Schcibewaffer/ das Golt im scheiden/sonderltchen/wo man den Goltkalch rein absüst / biß auff rz. Karath l -.Grän bringet/gleichrvol ist es noch nicht fein Goli / und ist der Rest bey dem Golde nichts anderst dann Silber/so wol im Scheidegolt / als in der Probe/ sonst könteman das übrige mit demGeblaßvavontreiben/undreinmachen. Wann du aber zu dem Scheidewasser probieren kein fein Golt kast/ so'nimb UngerischGolt/undmacheauffdenselbigenHaltdieQtlartierungoderAuffschnit/ sokanstudesScheidewassers/wievielihmabzurechnen/zurücke lassen/ auch innen werden/und wissen daß das Scheidewasser erstlichen nach dem brennen sol gereini- getundgefelletseyn/eheerSprobierekoderzuder Goltprobe brauchet. DaszudenGoltproben reiner und schöner o Probrerzeug gebraucht werde. allen solchem Probieren/ muß man saubere Schl idekölbkein / Glässerne (ITrechterlein/undGlaßerneAbsüßschällichcnhaben/dleauSgutemVenedische Glaßgcmachtsind/und je Heller und klärer die zu bekvmmen/je beßer eS ist/damit die Proben Goltcrtzm und Goltschlichm. 141 Proben darin wol können gesehen werden/Daß Eiserne rmdMessingFüßlein aber/ -rauffdaSScheidckölblein stebenmuß/ solversüßigseyn/damiteSgewißstche/ und auch mit einerkieinenHanthabe/dabLy maus abhebeukau/deßgleichen noch ein klein Füßlein aus Kupffer oder Eisen/daS flach sey/darauff daSGüldeneSchälltchen ge¬ fetzt wird/ wann man es in dem Probierofen zum außglüen haben wihdann wett dre¬ se Probe die schönste/ herrlichsteundlieblichsteProdeist/ sollen alle Dinge/so man darzu brauchk/mit allem fleiß/und auffs aller reineste gemacht werden. Wie man Golt und Silber im Scheidewasser von einander scheiden sol. manvon den Gordischen Silbern/ daSGvltim Scheidewasser scheiden wil/ müssen die Silber zuvor« aufs einen Test rein gebraut seyn/ und wann des Silbers nicht gar viel ist/so geuß das gedränte Silber in Zehn/und sehlags anff einen Amboß dünne/und schneitö in kleineBlächlein/bte beuge uinb/vaS sie holl wer¬ den/ glüe sie in einen Tiegel/ damit sie das Scheidewasser desto ehe angmff/ solche glücndeBlachleinthueinein beschlagenen Glaßoder Scheidekokben/aber auffein- mahl über oder anffs meiste 6-MarckGöldisch Silber nicht/umb der Gefahr des brechens willen/ob du gleich deß Silbers viel brttest/geuß deS gereinigten und gefei¬ ten ScheidewasserSdaranff/das es einen guten querenFmger hoch über öaSStiber gehet/also bald sengt es an von eigner Krafft zu arbeiten/ Seye den Scheidekolben mit sampt dem Silber auffeinen warmen Sandt/ der in einem Tbonern groffrr Scherben von gutem Jeug gemachet / auffeinen Hcintzenofen stehet / damit der Scmdt allewege heiß bleibet/und wann daS erste Scheidewasser genung gearbettrt hat/dases nicht mehr angrelffet/so geuß das Silberige Scheidewasser ab/ in emen andern beschlagenen Kolben / jedoch Nicht zu beiß/ anffdas berKoide nicht breche/ und genß wiedervmb ander gut ungebraucht un gesellet Scheidewasser daranf/jetz es wieder in warmen Sandi/ und laß es zum andermakl ardeuen / doch etwas ster- lker als in der erste/ so lange / biß solch ander archgegossen Scheidewasser auch nicht mehr angreiffk/ dann geuß es wiederumb rein ab/ zu dein vorigen abgegossmen Sil¬ berigem Scheidewasser / und geußzum drittenmal)! Schlidcwassr darauff und fetze eS wieder auffsen warmerr Sauok/laß zu leyk ssu ck und mit grossem blasen ar- beiken/biß entlich das Silber alles vom Molöe 5ol vircc M welches von den setztge- melken dreyen Wassern rein heraus kömpt/ So man aber mebrzu stheiSen bette/ möchte man das letzte Wasserauffandern Silbern brauchen/ undzum ersten auff- giessen/ dann es würde noch a, beiten/ und wol angreiffen/ damit am Scheidewasser etwas ersparet würde, BouMsüsscn des gcscheiden Golts oder Goltkalchs. Sistauchzuwissen/daSauffeineMarckbreitgeschkagenSilberzufcheideni 8^andertkalb Marck gut Scheidewasser gehöret / und anffein Marck M ge¬ körnt Silber/weil dieKörnlein etwas dicker/auch ungleicher bleiben/als im schlagen/ zwo Marck/Wann nun dasSchcidewasser alles Silber vom Golbe'abgcschicden/ und zu sich genommen/so geuß die SlbriegenScheidewasser/wiegemekt/zujamen m ein Kolben/undauffvas Polt oderGolckalch/derim Kolben gebleiben/rein siedent heiß Wasser/alsivdaß es wolüberdaS Golt gebe/ undfey eswiederüber/ laß es mit -em Goltkalch wol sieden / dann geuß es in ein sonderlich Geschirr rein ab/ damit vom Golt nichts mit weg gehe/ und geuß ein ander rein heiß Wasser darüber/ laßes damit sieden/ diß thu'e so lange/ biß das Wasser gar rein und klar vom Golde gehet/ und gar keine fchärffe in sich bat/so nimbteS dashinterstellige Silber/lo dasSchei- dewaffer noch bey dem Golds in der nässe gelassen/zu sich/daS es rein wssb/dasbeist S m ) man 142 Der siebende Theil saget von man abgesüst/daseS aber'gewiß sey/daß du das Silber rein abgesüst hast/ bas Pro¬ biere also: Laß ein Tropffen in ein rein Küpffern Becken fallen / wann es das nicht mehlet/so ists rein abgesüst/ solche süsse Wafferso! man allevollent zusammen gies¬ sen/weil Silber darin ist/ und zum Fellen brauchen / davon hernach wettepfolgen wird. Wann der Goltkalch rein abgesüst ist/ so halt die Hande oben für den Kolben/ und schütte fein gemach das Golt oder den Goltkalch aus dem Kolben/in eine gläs- ferneAbschüßschale/ mitsamptdem letzten Schüßwasser/ geuß wtederumb rem Süßwasser in den Kolben / halt die Handt wieder für / und schwencke den Kolben «mb/das alles Golt/ so darinnen mit sampt dem Wasser andre Handtfliesse/daS laß fein gemach in die Absüßschale zu dem andern Golt gehen. soseykebas in einen rei¬ nen Schmeltzliegkl/seye den zum Fewr/ und laß daS Wassergemach verrüchen oder einsieden/ dann scy den Tiegel wärmer / zu leyt gar heiß/ das srchder Goltkalchrein außglüe/ so bekömpt das Golt eine schöueFarbe/ laß es kalt werden/ und wiege eö/ dann eS sol heyiach im zusammen giessen nichts mehr abgehen. Wie man das Goltige Silber probie- rcn so!» Amit ichnicht das Probieren dcrMetallen eins in das ander menge- son- <^^2>dern einer jeden Probe ihr Gebär aebe/Auch von jeder jnsonderheit/wie eS damit gebalten sol werden/ schreibe/ So wisse/wann man ein Goldisch Silber auff Golt probieren wil / muß man erstlich aufffein Silber Probieren / damit man den rechen Halt / beyde an fern Silber und auch an fein Golt zu gleich haben / und er¬ fahren müg. WannS nun/wie gesagt/auffs fein probieret ist/alßdan nimb dieselbigenPro- bierkörner/schlage sie dmr/glüe sic/und wieg davon nach deinem Pfenniggewichk ei» Marckab/und vir daS Silberin ein Scheidekölblein in Scheidcwasser/so bleibt ein braun Goltkalch / geußdas Scheidewasser fein gemach ab/ und nimb darnach warmbSchüßwasser/wiezuvor« in der Goltprob/undgeußeSauffdeu Goltkalch/ Wan sich nun der Goltkalchwieder grseyet hat/ so seye das Wasserab/ undgeuß auff den Goltkalch noch zwey oder drcy warme Wasser / damit sich das silberig Wasser vom Goltkalch alles absüß / alsdan grüß den Goltkalch rein aus dem Schridekölbletn in das Absüßschällichen/daS nichts zn rück bleibe/ seye das Wasser gar reindavon/und bringe den Goltkalch Mein gülden Schälltchen zusammen/ und so noch eine nasse bey demGoltkalch were/so truckne die mit einen säubern Tuchlern/ da es am endefeucht gemacht ist/ auff einer feiten seuberlichs das sich die vorige nasse hiencin zlehe/alleinberüre den Goltkalch mit dem Tüchlein nicht. So diß geschehen/fo seye das güldene Schällein auffs Füßlein in denProbir- oftn/doch nicht jähltng/damit dasGolt nicht sprühe/und dieProb falsch werde/und glüe denGoltkalch a us/so wird er sL ön/thue ihn dann wieder aus dem güldenSchäl- lein/in daSEinscyschällichcn/in die Probierwag/und wiege ihn/wie viel er nach dem abgetheilten Pfennig Gewicht/ damit er cingewogen ist/ so bat erden Halt/wie viel ein Marck Silbers Golt Helt/ Alßzum Exewpel r ^ch habe ein goldig oder gekörnt Silber Probieret / deß hat die gemischte Marck gehalten iH.Loth/einQuentlcin fern Silber, da sselbige fein Helt ein Quentlin ein Pfennig Golt / also ist der Halt im güldischen Silber auffein Marckanzuge¬ ben/das dieselbe Halt rz.Loth/zQuenllin/ z.Pfennige fern Silber/un einQuent- lein ein Pfennig Golt. Den Goltkalch außglüen. Ann sichder Goltkalch in der Absüßschale aller gesetzt bat / WasserauffdaSreinefteab/midthuedenGoltkakch also ftncht k s § st 1- il' 'lll i-l tztk lili Ii!- Goltertzen und Goltschlichm. 14; Also und auffdrefe Weise mag man da-fein/ daß vom gekörnten Gol^ oder Silber kömpl/so man ein M-rck d.ssiden abwiegt und lolvirk.auch probicrn/und so die ftmeM^ckm solcher Ptode/emQaenMn / ein Pfennig / cinHcllerGolt hielte/rvere der Halt/wanndaS gekörnte Golt oder Silber ein Marek/ ,4 Lotb/ein Qaenllia fein Silber bclt/' anfffein gerechnet / auffdieMarckeinÖnentlin/tin Pftnnig/einHellerGoltanzugeben/SolcheProbe wird dafürgehalten/ daßstch dadurch das Goltetwas genawer finden solle/ als sonst. Das Golt zu giessen. den außglüendenHoltkakch zusammen giessen / so vermenge ibn mit xK^).in wenigBorraS/und thue ihn in einen reinen Dgel/un bestreich den zuvor fein sauber mik K' eiten / undsetzeihninsFewr/wannderTiegelerglüet/soblaß ihm zu/daß daS Golt im Fluß kömpk / das magst» auch also im Fluß ein wenig treiben/und so du es giessen wilt/so wirffein reines Pappierlein darauff / dasbe- strichen seymit Venedischer Seiffen und Wach-/undweildas Pappier noch auff dem Golk brent / so geußesunter den Flammen heraus/so gewinnet es keine Haut/ und geust fich auch rein/so du eS aber in einen Inguß zu Zehen giessen wilt / so mache den Inguß warm / und bestreich ihn mit Wachs/und lesche alsdann den gegossenen Zehn in Urin/so wird daS Golt schön und weich. Von scheidender Mischen und gekörnten und vergälten Silber. f^^tAnn mau viel zu scheiden har/eS fty an göldischcn körnt / oder an vergülden ^r^^Äildern/und du wilt es imWasser scheiden/so n>uß er zum ersten auffeinen Test ran gebrant und gekörnt werden / daun es würde den Scheider verhindern/ wann alles Silber/svnderltch in grosser Mennigsolte geschlagen werden / doch wer Z irundGelegenhelthat/derthetebrsser / daßerdas Silberschlagenliesse/dann das Scheiden wild dardurch ehe und mit weniger Scheidewasser vollbracht. So aberkeine Zeit und Gelegenheit zum schlagen ist / so nimb das gebrante göldische Sstder/und seye es in einen Tiegel in einen Wmdtofen/ und körne es über einen Span oder Wakyen/oüer fchwencke das Wassert» einem Gefäß/unreinem stecken geschwinde mnb/undgeuß das Silber in den Schwell./ so körnr sichs düuu und holl/wa ns gekörnt ist/so truckue und glüees/ und th ue es in den Scherdekolben/ genß S chcidewasser drauff/daß eS ziemblich wo! ögrübergehe/ und sey einen Helm drauff/aksdann fängt es von eigner Krafft anzuqehen/und wann e- nicht mehr sehr brausset/so setze den Scheidekolben auffdie Capeüeniu den Sandt / auffm Hein» tzeuofen/undlaß den Helm für und für drauffstehen / und was für Wasser sicham Scheidewasser abzeucht / das fange besonders / daöist wieder im Scheidewasser brennen/vorzuschlagen/nnd besser dann gemeine Scheidewasser/ Regiere das Feur ili den Heintzenoftli starck und schwach/wie es die Nothdurfft erfordert / setze aber auffeinmahl in einen Kolben des gekörnten Silbers / über 9. oderro. Marck Sil¬ bers nicht ein/doch wanndesgüldischen Silber- die Menge zuscheidenwere / könte manderHeintzen mehralseinenzu richten / damit der Kolben etliche auffeinmabl könken anffgeseyt werden/Zsist aber darbey zu merrken/daß man auffdasgekörn- te mehr als drey newe Scheidewasser giessen muß / umb Verdicken Körnlein willen/ damit dasGolt rein werde. Wie man das Silber wiederumb aus dem Scheidewasser bringen und feilen sol X^LAnn man daS Silber durchs Scheidewasser vom Golt lolvilt, und daS ^Ä^ScheidewassersolchSinfichgezogehat/ust manwildasselbigewidrumauS demScheidrwasser bringe/ist pz die gemeine arth/welche fast aüeGoltschwiede imge- brauch 144 Der siebende Thal saget von brauch haben/und am wenigsten Mühe nimpt/nemblichen: Mmb des Absüßwas, sers/damu du das Holt abgelüst haft/wie davon oben gemcldet/unb gcuß eS in eine KüpfferneSchale/undin dasseldige das Silberige Scheidewasser / allein baß du rechte Maß hattest / dann wann des AbsüßwassrS wenig / und des Silberigen Scheidewasser zu viel ist/so begutt eS die Kupsserschale zu sehr anzugreiffen. De»« vorzukommen/so geuß in die Kupsserschale^» dem Absüßwasser und dem eiugegess imi Scheidewasser/noch em wenig warm gemein fiiessem Wasser/so thursderKupfferschalenichtzuviel/ alSdann fätt das Silber inder Kupsserschale alSbalS nieder/daS laß eine weile stehen/unv seh darnach SieKupsserschale mit samt dem Wasser und geselltem Silber überdas Fewr/laßeSein wenigauffsieden / so köinptdasStlberdestobaß und dichter zusammen / wann solches geschehen/so laß sichs wieder seyen/undqeuß daSgefellteScheidewasser / welches dann gar schön blaw/lauterunddurchsschligseyUtvird/vonbemSilberab/thueden Sstberkaickin eine Ubsüßschale/oder wo des vrel ist/in einen Fellkesick fein zusannnen/genß ein rei¬ nes warm Wasser darauff/zuzweyodcrdrcymahieu/ bißderSilberkalch rein ab- gesüst wird/und slbe/daßdudasSilbee wolseyen lesset / undhuitsauffSfieiffiZste zusammen/damirmchts davon komme. DusAbsvssen SeöSikberkalchsgeschichtdarumb/daniitdle Schärffe / die dasScheidewasserdareingclasser'/hcrauSkömpt/danndieseldiZe/wannberSilber, kalekgesshmettzetwiid/verfübrel etwas im Fewr. Wann nun das Wasser vom Siiberkalch rein abgesiegcn / so thue den in einereine Küpsserne Schale/laß das Wass.rdaven sieden undabrauchen/damiter gar knicken werde/aisdann thuibn ins^ewr/tneinenWindofen/oderfürdcmBlaß- balg/nach dem es viel ist/und thue idm nicht zu iähttng heiß / damit / ob noch vom Scheidewasser 8virilu5 beydem Silberkalch biitben weren/daß die davon rauchen könlen/ebedann der Silberkaichfiösse / und der Abgangam Silber desto kleiner würde/weicherAdgang offcmabis nicht gcring/nn aller von den äpir>ru8 herkömpt/ damit wann mandleselbigeu alle im Scheldckoiben bebalten könte/würbe demStt der im scheiden nichts abgeben/nach zusammen schmeitzungdes Silbers im Tiegel/ magstu cs körnen/oder in einen Ahn giessen/ narb deinem gefallen. Diß >st der alle Gebrauch der Kottschumde und gemeinen Gettscheider/das Siberii! dem Scheidewassrzu sillen/das Silber aber/ daß in dem Scherdewas- si rgefellet wird/und/c sterckerdu das Wassr im selten gelassen hast / jesehrer es dasselbigeangreifft/uudsichkaiuiunter dem SilberkalchfeÜet/darumbbettgemei- - niglich- ine Marck desgesellten / und also zusammen gegossenen Sklbers/bey if. Loi h fein Silber. Erueandere Atth das Silberzufellen, io einem Glassernen oder ^rrdemn Gcfäß/das Scheidewasser undj>bl brit/ daßdas Si'.ber darinnen niederschlagen kan /nemblich:Man sol solchSchcivewasser mit sampt demAdsüßwassr/wie eben geinett/Uli'ereiuanderindasGlässertteoderIrtdeveGefäßgicssen/ undgeglüere Kupfferblech darein legen/und das Hefäß setzen / daß es warm stehet / so fällt das Silber alsbald zu qrunde/doch/Ui es in einem Kuvffernen oder Irrdenen Gefäß/so lege Eiserne Blech in dieF. llung/so kömpt daS Silber rein aus dem Wasser / wie solches die Erfahrung gibt. Eine andere Arth / Scheidewasser vom Silber wie- Verumb ab;uzichen,daß das Scheld-waff-rcin andermal l mehr zu gebrauchen ist. Je andere Artb/damit man bas Silber wiedcrumb auß dem Scheidewas, <7^Dserbringen/unddas Scheidewasser dermassen abziehe / daßmanszum scheiden wiederumb brauchen kan / geschicht durch eine sonderliche Kunst und Ge- schickligkeit/dem thue also: Goltertzm und GolMichen. 145 Tbue dasSilberiche Scheidewasser in einen guten beschlagenenGlaßkol- ben/ darm mau Scheidewasser brennenkau/ setze ibn auch in derselben Ofur einen/ die zum brennen gemacht seyn/also verklerbt ein(jedoch ist es in emrmHeintzen ambe» stenzuverrichten/auch nicht so sorglich/ als m einen gemeinenOfen) laßeStrucken werben/ alödangenßdas Silberi-che Scheidewasser durch einen langemglässcrnen Trichter/warm und nicht kaltindeu Kolben/ seyalßdanneiu Helmdrauff/ doch mcht fast starck verlurrirr, lege die Verlage für/ verlurrirbie Ingen solcher gestalt/ daß du den Helm wieder abnehmen kanst / So er also eingesetzt ist / so maguu den Heiutzcn anrichtcn / Jewr und Köllen darein tbun/ gib ihm zum ersten gar ein linde Fewr/undlaß die pklcgma zu neun oder zehen Schlägen he übergehen/wann aber daSWafsiroderdiephicAmafastherüdersind/ sothuedieinstrumenraamHein- tzeu alle zu/ hebe den Helm wieder ab/ und geuß mehr Sstberichwasser diirch den lan¬ gen Trichter/ warm in den Kolberi/ und habe acht/ daß es aufs dteSeiten a mKolben nicht sprütze/ eS möchte sonst davon brechen / und Schaden geschehen / und sey den Helm wiederumb darauff/ lege die Vorlag für / doch nicht so starckverlurrirr, wie zum ersten/ laß das Wasser abermahls gemach herüber gehen / solcher massen folge zum andern und drittenmahl/mit demSstbertchenwasser hinnach/un-wann du ver- lneinest/das Sirbergnung im Kolben ist/oder nicht mehr nachzufolgen hast/auch die xbleZ m 2 herüber sind / so hebe den Helm wieder ab / und wirsszu dem S'lder oder Zeug im Kolben ein stückleinttaßlit/ einer halben Haselnuß groß / seyden Helm wiederdarauff/legauchdieVoklagfür/alleSwol undaussebeste du kanst veriurrirr, laß alßüandas fewr wiederumb an den Zeug gehen/und strecke nachGelegenhe-t da- Fewr / zu letzt gib ihm ein starck Jewr/ und treibe die tp > rirus erstlich bey l 2.. stunden zimblich sehr/jedoch imAnfang nicht gar zu hart/nachmals stercke es noch baß/da mit die spirirus mit grosser gewalt herübergehen/ dasauchderKolbengantzerglüe/dast laßes indrr glut dey zweystunden stehen/daß das Silber darin fast schmeltze/ so kom¬ men die spirirus alle herüber ins Wasserfun wird das Silber derselben alle loß/daß/ wo solches nicht geschehe/ das sie rein vom Silber getrieben würden/ sondern dardey blieben/theten sie demselben zusammen giessen schaden/ und verführens dergestalt un also/ das mansauch sichtig am Kolbeu siehst / da es sichplats dicke ankegt/darumb diejenigen/ so dieser Sachen nicht wol bericht/ osskmablsmit Gefahr undgrossem Abgang des Silbers arbeiten. ManmagauchdaSSikberigeScheidewasserm dem beschlagenen G/aßkolbeuaufföen Heinyenofen/ ticssin Sanöt seyen/ und die kklrZma, wieseyt gedacht/geuiach überziehen/dadurch kangesehen werden/ wie eS sichimKokbenregieret/undasWasserabnimpt/imnachfüllen besser fleißzu haben/ Letztlich sollen die lpiritu; so herüber zerrieben/ unddasSilberim Kolben außges glüet werden / Jedoch geschieht das letzte außglüen voriger Meinung/ im faulen Heintzen besser. Wann das Wasser solcher Gestalt überzogen ist / solaß es kalt werden/ und mmb das Scheidewasser inder Vorlag ab/ dasselbe ist alßdan zum scheiden wieder- «mb zugebrauchen/sonderkich zur Goltprobe sehrgut/ und darffnicht mehr gmini- get werden/das Lrilber so in dem Glaßkolben blieben/daS nimb herauS/sey es in ein Ticgel/undgeuß eSzusammen- Hiemithastu des Golts und Silbers scheiden mit dein Scheidewasser/ rechten und guten bericht/ und ist gar ein sehr fein scheiden/ sonderlich/ wann man alle Nocturffc darzu hat. Wann ein Schcidekolben bricht. ^I^NdobeSsichzutrüg / das ein Glaßkolben zersprünge/ und das Silberige ^^Scheidewasser in den Sandtliesse/soistSdarumbnichtgarverlohren/dann man kan dag Silber den mebrern theil mit warmenWa sser wieder aus demSande sieden / und was noch im Sande bleibet / mit dem Gekrätzschmeltzeu/und zu gute- machen/ Wiewol nicht leichtlich Schaden geschicht/ wann man den faulen Heinyen brauchek/undguteScheidegläffer hat/nndfürsichtigdamitumbgehet. T Wann 146 Der siebende Thcii saget von Wann da- Silber vom Golde rein geschieden ist / so süß den Goltkalck wok aus/druckne/ glüe undgeuß idnzusammen/ wie gemelt/und wisse/ wann du fleissig m't dem scheiden und absössen bist umbgangen/ sokömpt -a- Goltaus dem scheiden zu 2Z Karahten und r/. Grän/. in gemein kömpt e- heran-zu rz. Karahten und/, auch wol 8. Grän. Ferner habe auch acht / daß du da- Scheidewasser auffdrm Golde nichtzu hartverriechenlessest/wie offtmahlSauS Verletzung geschicht/damit sich da-Sstber nicht wieder an den Goltkalch schlage / welche-hernach die andern Scheidewasser schwerlich wider angreiffen / so man auch dab idn an- dem Fewr/und laß ihr, kalt werden/dann schlag ihn auff/so sindestir von rc> Marck Sil- berö/unten am boden einen Süderkönig/ beyieuffllg 6. Marck schwer/ oder etwas wemger/m demist das Hott/so Viel in 20, Marck silberS gewesen ist. Nach Verrichtung des ersten Huß/ so Probier bas Plachmahl erstlich ausf Silber/uuddannvas Silber auffHolk/befiudestu/daß das Plachmahl noch Golt heik/so seye es wieder in euren newen Tiegel/ und laß es fliessen/ brauche deinen Nie¬ derschlag mit dem gekörnten Bley undem wenig Kupffer/gleich wie zuvor»/ aber nichtsoviet/eöseydan/daßdaSPlachmalreichamHoldewir./danbrauchtmandeS gekörntenMys und des Kupffersvicl/ so wird der S lberkönig desto gMer/ und kömpt das Holt auch zasamen/sonderttch/ waü viel Holt im Silber ist/ mustu des Niederschlags, rültch desto mehr brauchen/ damit du Vas Hott alles nieder schlägst/ und wan du das Hott alles in den zweyenKömgen haft/uMsiust/daSsie nochzu arm ani Hotde weren/ daß ist/ wo du mcht rn densetbigen den 4. oder zum w> mgii-m den s. cheik Holt ha st/ dadurch das Holt im scheiden nicht gany möchte bleiben/so mggstu Sie Könige wieder einsetzen/körnen/ und wieder mit dem Schwefelzurichten/wie du zum erstenmal mit dem gekönrtmgechan hast/ und seye husselbige gesonderte körnt Wieder iu einen newen Degel/sey auch em wenig Kupsser dara uff/ und bedeck eS mit dem Kuß/unS em deckel oben -arauss/und seyeS also gedeckt wieder in- ,^ewritt ein Wmdlosen/ka ß es wo! fliessen/schlags wieder nut dem körnten Bley nteder/brauche zu allen und einem jeden Niederschlag den hernach gesagten Auß/ rühre es mit dem Eisern Haken wo! u mb / und damit du den Silberkönig nicht zu groß machest / und nicht viel vergeben-im Scheidewasser scheiden darssst/kanstu ibn fein mit den Nie- dttsch!ag(od der König klem ober groß werden svl)belssen/dann durch fie issigesPro- biren kan maus allezeit innen werden/ob dasHolt alles in denKönig/oder ob noch et¬ was indemPlachmal blieben sey/damit man sich desto besser darnach zu richten hab. Wann du nun alle Sachen verrichtet/und den Tiegel berausgehoben hast/ so magst» den Zeug aus dem Tiegel in ein EisernMörselgicssin/ so mit Unßlit oder mit dünnen Laim bestricheu/und ein wenig warm gemacht sey/ welches ich d um für gar gut halt/bast in solchem eingiessen kömpt derKönig rein z usa Ken/und so bald der ZeugauSdemTiegelgegossen/soseyeden Tiegel wiederumbalßbald möen Windt» osen/ sonderlich wann der Tiegel gut/und dem zuvertrawen ,st / jind stoß den Zeug au-den Mörse!/ schlage den König vom Plachmablab/ und seyedaS Plachmahl Von stunden onin ein Tiegel hinnach/laß es fliessen/wie es dann gar gerne fleust/und schlag-wiederumb nieder/ und Halts in aller Hestaltdarmit/ wie davon erst Bericht geschehen / dann geuß eö wiederinden Mörsel/ und laß es kalt werden/ Zu letzt/ wann das Holt alles in die Silberkönige niedergeschlagen / so mmb dieftlbigen Könige/ und brenne die auff einen Test rein / und körne darnach dleselbrgen T ij enlwe- 148 Der siebende Theil saget von entweder in dem schwebenden Wasser/wie obengemell/dünne ober in ernenZehn ge¬ gossen und dünne geschlagenjfolgends,nSchetdewaffer/wie vben gemelr / geschie, den/Zu diesem scheiden gehören gute Ztpfertiegel/tn welche du anff einmal bey funff- tzig March Silber/odermehr^u scheiden/ einsetzen kanst. Wann viel göltig Silbererzehlter massen mit dem Schwefel zugerichtet / m einenTiegel gesetzt/und daS Golt mit dem Bleyj Kupffer und Fluß niedergeschla¬ gen ist/so schlegt sich das Golt von oben ab nieder / alsdann kanstu mit einem kleinen glüenden Schöpfftiegel etliche Plachmahl/doch nicht gar auffdie helffte auß den Tiegel schöpffen/darnach den Tiegel wieder zudecken/ und aber Niederschlagen/ und letzllch den Aeug/wie gemelt/in einen Eisern Morsel giessen / durch diesen Weg wtrd da« Plachmahl auffeinmahl vom Golde gewiß rein werben. Schneiden verarmen goldigen Silber. Ann man die armen göltigen Silber / deren ein Marcknurein Hellerober Pfennig Golt helr/tm Guß scheiden wil / sol man das göldifche gekörnte mit dem Schwefel/wie oben gemelt/in einen Tiegel bey 50. Marck einse- yen/urid wol fliessen lassn / alsdann solches mir gekörntem Bley/ und nut ein wenig Kupfferniedcrschlagen/ und wann der Niederschlag rechtvemchter / dasPlach- mabk mit allem Jeug / das ist/mit samptden niedergeschlagenem Sstberkouig und dem Golt/in einem andern heißgemachten Tiegel / und wieder aus demselbigen in den ersten giesse/undalsdann erli in ein Elsern Instrument / lenglicht wie ern Mül- derlei» formirek/so mit Laim geschlempt/undwot drucken worden/also/daßesiudie breite fliessen kan/daß sich der Sstberköntg mit dem Golde fleyen/ doch breit und gak dünne/so wird sich« befinden/daß sich in solchem umbgieffen / dasGolt allesauff einmabl in den Silberkönig begibt / und man darff das Plachmahl nickt noch ein« mcrhl elusctzen / sondern kansts auffeinmahl rein und lebig machen / Solches ist nunwol ein vernünfftiger Weg/ weil sich der Stlberkönig mit dem Plachmahl an ß- breitet/damitdas Silber das Golt desto baßerreichen undannchmen kan. Wie das Plachmabk sol ;u gute gema- chctweidm. Aß übrige Sikber/so im Niederschlagen nicht in die Sikberkönige kömpt/ bas ist in dem Plachmahl/daSkanstu nachfolgender gestalt also zu gut ma ^^chcn/allein wisse/wann mau zum NiderschlagvteiKupffer und wenigBley braucht/ so wird das Plachmahl reich am Kupffer / derohalben solches wieder umb zu gut zu machen/vielBleyes habenwil. Wann du aber viel körnet Bb y undwenig Kupffer darzu nimpst/ so wird das Plachmahl reich am Bley/und arm am Kupffer / und schlägt sich gleichwol daS Golt solchergestalt nach/ nieder in Silberkönig / welches im zu gut machen des Plachmahl« einem zuträglich ist/man leidet auch amSsiber keinen groffenAbgang Wann deß PlachmahlS zv.Marckist/daß du zu gut machen wilt/so richte einen gar flachen Testzu/von guter geschlewpter Aschen/wiezu der Silber Arbeit/ setze den für ein Gebläß/das nicht zu starck sey/ laß ihn erstlich erwärmen / und thue dann 15. Pfundt rein Bley drauff/blaß ihm m üblich zu/und so eS anfangt zutreiben so lege immer ein stncklein nach dem andern vondemPlachmabl darein/sontmptda« Bleydasselbigebaldzu sich/und verbläst sich der Schwefel auffdem flachen Test/ und gräbi dasPlachmablauch nicht so sehr in Test em/weil eSarm am Kupffer ist/ Wereaber des BleyeS nicht genug/so kanstu des mehr hinnach seycn/so lange / biß du alles Plachmahl eingetrenckr hast / das treib auffden Test rein ab / so wirstu be< finden/daß -emSilber im scheiden nicht viel übereinQuentlein abgangen ist» Man Goltertzen und Goltschlichen. 149 Man mag auch das Plachmahl alles wiederumb in einen Tiegel setzen/ un d in einem Äindtofen fliessen lassen/und wann esgar wol geflossen ist/soktu das Sil¬ ber mrtgefelltem Eisen oder Hammerschlag/unv mit gekörntem Bley darin nieder, schlagen/wolumbrüren/undmitgefeiltemEiienfolgen/solange/bißdasPlachmahl benEisernRükrbaken im rühret, nicht mehrangreiffc/dann hebö aus dem Frwr/und laßeswol kalt werden. In solchem niederschlagen mttdem Eisen/verleurt der Schwefel seine Krafft/ und lest das Silber fallen / das also mit diesem niederschlagen das mebrertheil veS Silbers imTiegel sich nieder seyt/wclcheS darnach sampl dem übt iegcnPlachmahl leichtlichzu gut zu macheo/sonderlich weil es Bleyreich ist. Folget der Fluß zum Niederschlagen.. ^^mbGlöt/GlaßgallenigegossenSaly/einSsoVielatSdeSalidern/kleinge-. itoffen/gefeilt Eisen und gekörnt Bley/ so viel als dieser Stücke eins darun¬ ter gethan/ Dieser Fluß machet das Plachmahl schmeidig/ daß sich das Golt desto lieber setzt/ und schlägt auch nieder/ jedoch nicht so jähling / Wann du ihn brauchen wilt / so mustu mit dem gekörnten Bley und Kupffer / im Niederschlagen desto ge¬ macher thun/ sonst würde der Sstberkönig zu groß werden. HiemithasturechtenBmcht/ wie du mir dem Scheiden im Gußallerding umbgehen solst/ auffwelches gut acht zu haben/ dann man mehrAeiß als im Schei¬ dewasser brauchen muß. Wie mandie alten Tiegelund Scherben wieder zu gute machen sol. >^^^Ie altenTiegel und Scherben/so zum Scheiden/ gebraucht sind/ solmcm ^^Ä sicchig zusacken/balren/ das, sie sind nicht odn Silber/ und wem du dteselbi- genzu gut machen wüt/ seyeder alten Tiegel euren vollBleyeS meinen Wmdkoftn/ laß es gemach tretden/undlege dir Stücke der gebrauchten Tregel/eins nach dem an¬ dern dareür/sozeucht das Bley/was noch vomPlachmahlda,an beugen blieben/al- les insich/und wird gleich alsabgewaschen/ Dasselbige Bley kanstu anstatt anders Bbyes oder doch eins theiks davon dem Plachmahl auffden Testzusetzen/ und da- witzugut machen/dattnjerathsamermanalle dingzusammenhelt/jekieinernndge¬ ringer der abgangk am Silber wird / Das ander Kratz aber wird aüeSzusammeu gesamblet/ undauffeinmahlmiteinandergewast-hen/ undzuNuygeschmeltzt/und wann in diesem Schmeltzen ein Tiegel außläufft (wie sichS dann wol begeben kau- so iftdieftr Zeug un Plachmahl/ weil er schwer ist/und im Wasser siyenblejdt/gleich einem andern Silber auffznsuchen. BondemLimcntiren. ^^ÄASLimenrirenisteinesonderlicheKunst/durch welche manKupffer/Sik- ^^Äber/ Messing und andere Metallen / durch ein angefeuchtes Pulver/ vom Golde bciyen t,nd fretzen kan/damit daSGolc von seinem Zusatz geschieden und un- versehret bleibe/ Es ist aber nur auff solche Gölder zugebrauchen/ die mehr als halb Golc seyn/ dann wo des SilberSoder Kupffers mehr als des GvldeS ist/ da sind die andern scheider besser zu / geschieht auch daselbst in weniger Zeit/ und mit weniger Mühe und unkosten/und wisse/nach dem das Golt reich oder arm ist/nach dem müs¬ sen auch die Omen r zugerichtet werden. Zu dem cimenrpulver aber gehören solche Zeuge und Materien/die das Silber und Kupffer von wegen ihrer schärffe angreiffen und verzebren/als scharffe salyige sxeeies, unter welchen man Svangrün/Lusuttum und dergleichen nehmen ' T iis 'm us/ i5o Der sieöende Tbcil saget von muß/darumbdaßsie dem Golde eine schöneFarbegeben/nndeSxraöircu so! / oder aber I-apiöem tiemariciem.erocum MLrtis.oderluciLll.calciouirlcnVickril/ »velcheStücke einem jeden freystehen/inS Omemzufttzen / wann er nur acht hat/ daß er nichts mmpt/daS dem Golde zuwieder ist / oder dasselbe verunreinige oder verletze/das Aiegelmehl wird derhakben in da- Limeor gebraucht/damit / was die andern Species mit ihrerSchärffe undFeuchtigkeit vomGolde loß beissen und her¬ aus freffen/alsSilber undKupffer/daß das Ziegelmehl soiches in sich zibe/welcheS sonst mehr am Golde hengen bliebe / damtt wird daß Golt rein und sauber / Dietveilman aberzu diesenSachen und cimenuren einen sonderlichen Ofen von nöhten/derlangFeurhelt/sowtticherstlichberichten/wiederseldigefrömblichsolKe- macht werden.- Wieder Liment-Ofcn sol gemacht werden. ^^Annmanvielzu cimcnrirenhat/foistkeinbesftrwegdarzli / öonndaß A^^man einen sonderlichen Ofen darnach zurichte/und obwol andere ei men c- ^SA^öfen auch können gemacht werden/so istdoch dieser meines Bedünekcus der nützlichste/danner heltbey24.Stundetteinstete§eur/daßwannichtsondetlichdar« auff warten darff/ und geschicht also: Mache ihn ins gevierdte inwenöig i iuerEllen weit/und einer Ellen hoch / biß an den Absatz/daß der Ofen eine schm-egen habe/und daß er von dcmselbigen Absatz biß an den Hetritzenthum/eme halbe Ellen doch hin- auffgehe/daß also derThurn derHeiny/biß in zwoEllen hoch/nud inwendig ändert» hakbEllen weit/und der ganyeOfen drey biß in die vierdcehaib Ellen hoch fty / und laß an demOfen/fornezrveyMundlöchern baSunterein dritthei! einer Ellen lang/ und ein sechskheileinerEllen hoch/durch welches derWindvder dieLussr gehen kan/ das ober aber anderthalb vierdtel einer Ellen weit / und auchakso hcch/bepdcmse!» bigcnMundrlochinwendigimOfen sei ein eiserne Rosiliegen/wie der Absay auß, weiset/undanffoemselbigenRostvordemMundtlochimÖftnein Erdenkt Blatt/ auffwelcheseineMuffel/so hoch dasMmidloch ist / unter welches das zugerichte Omenr fein rein zu stehen kömpt / oder aber / daß der Topff mit dem zugerichteten Omcnr-ohne die Muffel darein gesetzt werde / Es sollen auch die vier Rauchlöcher gemacht seyn/daßauffjcher Seiten ein sey.Wannmannunin diesem Oftircimon' riren wil/und dzOmcnrer'ttgesetzt lst/so schüttet man oben im Hcinyen oderTburn glüendeKohlen/und füllet-en mit Todtenkollen hinnach/decket ihn a/sban mit ein er StürtzenoderDcckekzu/daSkeineLufftdarzugehenkan/undlestSasMnnötioch/ Vie Lasst oder Rauchlöcher offen / damit das Fewr angehenunS Lufft haben kan/ darnach timt man die andern Lufftrund Windtlöcher alle auffs gehebcste zu / uns lest nnrzu öberst an Tbur beyder Stürtzen ein kleiriLöchlein/daß man einen kleinen Finger darein stecken kan/damit das Limem nicht zu heiß werbe/ und nicht Scha¬ den geschicht. In einem solchen Ofen kan man dasFewr r ^.Stunden lang balten/daß man nicht sonders darauffwarten darss/auch inderZcit keine Koven «uffwerffen/ dann die Köllen in dem Heinyenofen folgen nach/und erhalten dasFewr eine kangeIeit in einer rechten Hitze/wie man begehrt / wikmandieHitzeauffmebr Stunden erstrc- lken/sokönnenin den r.4. Stunden mehr Kohlen in denHeintzen geschützt werden/so helterdaSFewr solange alsmanSbegehrt. So man aber anff eine ei! einen solchen Öffn zu dem cimcnri ren nicht haben kan/so setzedaszugerickteLimenr in ein rein Koltftwr zwischen Zügcllffinen/und laß rs die nachgesatzteZeit darinnen erglnen / also daß es nicht schmeltze / so kan man daScimentircn auch verrichten/esw!l aber mehr Fleiß „ns Kosten daben. Wie man Reimsch Golt cinientircn sol. ^^OmanReinischGolthat/eöseyaNeii em Zehn oder einer Plantschen/und wileS diecimenriren, so muß mans dünc «chlagen/je dünner je besser/ nn in stückleinwteCronenbreilschnetdcn/sindesaberRcinischtGoligütdcn/dieman bald < c'wcn- N ) » II ch in >!» N' cimenrirt und rein haben Wil / so schlag die ein wenig dünner/wo es aber nicht sl> groß von nöhten/so laßsiegantz/Aaff solch geschlagen Golt oder Goltgülden / ges schicht das Limcnuren also r Ni-nb ich-Loth Iiegelmehl von einem alten und truckenen Dachziegel / der nichtzuhartgcbrandt und nicht sandicht sey/ darnach 8. Lokh Saltz/ und vm Lolh weissen Victrio! / Diese Stücke reibe alle unter einander / und feuchteste an mit Urin/oder scharffen Weinessig/wieein CapellenAsche/so ist das Limenr-Pulver bereitet/alSdann nimb daSGolt/daß man cimcariren wil/ glue es erstlich in einem Fewr/nndlaß es kalt werden/und strewe des Pulvers in eiuenScherben oderTopff derin gleicher weiten eineSFingerS dicke sey/und lege daSGolt/das Vorhin eingenetzt ftyn sol/auffdaS Limcnrpulver einSlückleinan das ander/ so breit als der Scher¬ ben ist/und strewe alsdann wieder darauffdeSangefeuchten dämenrpulvers/ nicht gar einesFingerS dicke/und darauff/wte jetzt gedacht/daS in Urin genetzte Gott/lcge also eine Schicht umb die andere/so lange der Scherben oder Topffvoll wird/dcckS oben mit dem cimempulverzu eines Fingers dicke / daß man kein Golt sehe/stürtze auch oben einen andern Scherben oder Stürtzen gar wol verlnkl irr darüber / das kein Danst oder Spirirus herausgehen könne / seye alsdann den Scherben oder Topff mitdem Golde und dem Omcnr alsozugerichtet in einem <^jmenrirofen/ und gib acht darauff/daß es in gleicher Hitze 24. Stunden stehe / und braun erglüe/ doch daß das Golt im Omenr nicht siieffe/dadurch dann Schaden geschicht/ dast wanneSimdstmenrflösse/sowürdesich dasSilber und Kupffer /welches daSLi« mcnr herausgezogen/widerumb in daö Goltgeben/und were alle Arbeit des schla- gens und cimemirens umbsonstWann nun dasGolt die L^.Stunden im cim enr gestanden ist/so thue den j)fen allenthalben zu/mid laß eSkatt werden / daun nimbS heraus/uudthueeSanff/ und wasche das Limcnrpulver mit warmen Wasser ab/ svwirddaS Golt fast auffrz.Karatham Halt befunden werden / wilmaneSnoch böber habens so mache das Golt mit einem andern frischen Limem widerumb an (Iu welchem sei genommen werden t6.LotkAiegeimebl/8.Lotd Saltz/^-Loth weis¬ sen V ctril/einLothSalpeterinndeinLottzGrnnspan)undiaß widerumb r^ stutt- dengleich wiczuvorn/cimennrcn,dasthue solangejbißdasGolt gar rein / oder nach deinem gefallen verhöbet wird Wann man RcimscheKDcn solcher Gestaltgantz insLimcm legt / und cimcnrirr-so kömptnichtattcin das Silber und Küpffer tsavon/sondern es werden die Gülden Ungarisch Golts Halts / und bebakten ihr Gepräge und ijiubschriffl/ allein / daß sre umb soviel als des Silbers und öcß Kupffels darinnen gewesen ist/ leichterwerden/Aiso und auffdtestWeisewirddnrch daS Qmenr ein geringe Golt itu Ungerischcn Halt bracht / Mrcke aber / wann du dasselbe nach deinem gefallen durchSOimcnrverböbet hast/daßdu daS cimencirte Goltzuleytin reinem Was¬ ser ficdest/biß die Bitterkeit alle davon koinme/so wird es reiner / als von dem auß- waschen allein. D>ß mag man also fort in allen cimemcn halten/ so bekömpt man Golt/so hoch als du begehrest Ein gut Liment auffaüe Golt. l^LorhAegelmehl/4.Lotb »Lmatices, ein Lothc^rocum^3rri'§, N^D'inLoth Spaugrün/s. Lotb weissen Victrll/z. Lotk Salpeter/diese Stüs SVL^cke alle klein gerieben/und das Golt mit dem Urin gefeuchtet / und auff vo¬ rigen weg damitcjmcnnrer,gibteitt schön Golt/etkichenetmenauchlinterd'.ß und sonstanderecimenr ^nrimonium uiid5a!gcmme, solchesstebetnuiieittemjchktt frey/eSgibts aber die Vemunfft/wann man mit drey oder vier Stücken/ dasGolt nachBegeKrenrechtcimenriren kan/daßderSpecicsnicht/.oderS.zunebmenvon ttöthen sey/wil aber einer umb deSZmllircns etwasmehr tkum/das laß ich gescheben abereinmahl ist gewiß/daß ein jedes Golt das sebr rein un noch ist/stine rechte schöne Goltfarbe selbst mikbringet/allein daß man dem Golt uderdiß eine sehr hohe Farbe gebenkan/ daß esmit seinerFarbe alleandere Hobe Götter übertrifft-dasselbe srbet aber meines erachten-nicht so gar wvl/als wan einGolt ayjhm selbst eine hoheFar- be hat, Das 152 Der sichende Theil saget von Das Golt durchs Liment rein und schmetdtgzu machen. Ann nun das Golt cimenrirr und fast MN ist/so leg das cimentirte Golt ^^Ein ein ander Li m cnr.daSgemachl tst/von vier theil Ziegelmehl / ein thcil v^^äLimiac.ein theiläal§cmme,ein theil Saktz/alleS klein unter einander ge> riebev/mid das Gott in Urin genetzt / undveriurlirrin einen Limcrrrscherbenge¬ setzt/-r. Stunden lang/biß das Golt gar rein wird / da-sieaberLalmiac darunter uehmen/welcher sonst pflegt das Golt anzugreiffen/so wisse/ daß er solches roh nicht that/sonderlich/wannermitdem wässerigen Saly/wie alhievermenget wird / son¬ dern er reiniget dafselbevielehe/daS ketnanderMetall/daSvondemandernLimenr ledig gcfiossen/und noch zum theil daran unbdaristen sich erhält/darbey bleiben kan. ESsindauch etliche/waunsieviekzuelmenlircn haben/ so schlagen sie das Golt nicht düun/sondern sie seyenS in einen Tiegel/ und körnen das in einem Was- ser/nnd soesdünne und holl fellt (wie oben davon Bericht geschehens verinengen sie solch und setzen eS ein/wie sie mit dem vorigen Limen c gethan/und so eS seine stun¬ den gestanden / so waschen siedaS Körnt vom Limempulver mit warmen Wasser rein ab/und setzen eS wieder mit dem frischen Limcmpulverein. Dieweil aber das Körnt im giessen/so gleich und dünn nicht fallen kan/sondern dickeKörnerdarunterbleiben/die daS Qmenr nicht so balddurchbeissenkan / als das dünne körm/so körnen sie es noch einmahl / so kömpt es wieder unter einander/ und kan alSdann das Limcnr desto baß wircken/und Pas Golt rein machen. Diese Arth deScimenrirens ist auffdasgermge unschmeidige Golt/das sich nicht schlagen lest/am besten zugedrauchen / und ob man gleich das Golt drrymahl körnen muß/so ist doch besser/dann das manS erstlich mit viel Müh müste schmeidig machen/und darnach erst dünn schlagen : Darumb so das unschmcidige körnt ein- mahl/vier oder sechs eingesatzt/in den cimcm gestanden/ und rein oder hohes HaltS (nachdetnemBegehren)worden ist/so ist es schmeidiggenug/daunalle unschmeidig- keit und Umemigkeit/es seyZien oder Meffug/ das beydem Golt ist/zeucht daSLi- mcm herauS/und wisse/daß sich das Kupffer und der Messing viel ehe und lieber aus dem Golt durchs cimom zieben/alS das S-lber. ManmöchteauchdasBlick oder geringe Göttin Parchende dünne Bögen gicssili/imd wie au ff den Müntzwercken/in kleinem Gettgiessen branchlich ist / und dann die gegossenen Zehn stückweißinscimcnrlegen/wclche / wann sie zweymahk cimcnrirt,und etwas schmeidigerworden/so mag man sie dünner schkagen/nnd ci. mculirenmndaksoweitermttdemschlagenundcimenrircuNachfolgen / bißdaS Goltgar schmcidig wird/und sichdünn schlagenlest/biß das eshochgenung amHalt wird/Durch diesenWeg kan dasGolt reiner zusammen gehalten / dann das körnt auffvem cimenr ist gebracht worden. Sonun dasGoltdurchdasLimcnralsoreingemacht/ oder auffden Halt/ darauff mau eS haben wil/gebracht ist/so mache eS vom clmemrein/ wie oben ge- mclt/und bestreich einen Tiegel mit BorraS/thu da- Golt darcin/und laß es fliessen/ treib eS vor dem Gebläß/oder in einem Windtofen/ biß das esschön hell blickt / und den Blaß Kelt/so ist eS schmeidig/dann so wtrffde-PappierSmitVnßlit unWachS bestrichcn/darauff/ weil dasielde noch brennet / so geuß e-ineinenInguß/dermit Wachs beschmieret und warm ist/undleschden Goltzehnin Urin ab/so hast» schön aut und geschmeidig Golt. , , . , , . . , . Darnach wollest» auch berichtet seyn/wann man gar ab cimenntt kat/und du hast des gebrauchten cimcur viel/ darinnen danndaS Silber undderZusatzist/ so imGolde gewesen/so mag man dasselbigecimenr mit andern, Gekratz/daß nicht Gölvisch ist/schmeltzen und zu gute machen/damit dasSilber/welcheS das cimcnc ausdemGoldein sich gezogen / wiederumd zu gute gemacht werde / dannda-ci- menr ntmpl kein Golt zu sich. Probierender GolbMtz- Memanbas Goldt durchs Spleßglaßgiesscn undfemmachrnsok ^T^ AsGoldk durchsGpießglaß giessen/ist von den Alken dechalben erfundm/da« dasGoldt durch dieses fast gar rein und fein kan gemacht werden/umb deß ^dwillenesauchdieAltendafürgehalkenhaben/daßditzdaseimgeMukel/ und sonst keines sey / dadurch solches geschehenkönne / Solches ist wolwahr/wann das Spießglaßguk ist/daß das Goldt sehr hoch/ und fast gar fein am Halt kan hcrauß ge¬ bracht werden/wie es auch darvon das schönste Goldt wird / dergleichen in keinem Ei¬ mern pflegt zu werden. Dleweil aber das Spießglaß in gemein nicht alles gleiche gut ist / sondern eines viel beffer/auch das Goldt von einem schömrwird/als vom andern / so ist jhm dißfalS nichtzutrawen / daßdasGoldkallewegengewißfastgarseinsolteheraußkommen/ und ob wol das durchgicssen bißweill n auff etliche viel MarckGoldesgebrauchtwird/ so ists doch dahin nicht gemeiner / daß solches alles gar fein und auff den höchsten Halt damit gebrachtwcrde/sondern man läst sich begnügen / wann mans auff gut Oucaten Haltbringen kan/dann durch das höhere Lrechen/greiftt das Spießglaß ins Goldt/ und wann nicht sondere Geschickligkcit zu derselbigcn Seigerung gebrauchkwird/so gehet ihm vielmehr ab / alsmitdem cimenkiron.derwegen dasduechgieffenauffwe- nigGoldk (dasselbe fast gar fein und auffs höchste zu bringen ) nachfolgende Mittel am besten zugebrauchen sind. Wann einGoldt deß Halksvon is. bißauffi7. )S> oder biß auff 2z.Karakh ist/und will es mit dem durchgiessen gar rein und fein machen / sonimb einschelisdeß Goldes/das zimliches reichesHalts ist/und zweyLheil gut reinSpießglaß (weil stchs von dem reinen un dMen ehe durchgeust- setze es in einen Tiegel / blaßjhmzu / laß eS fliessen / und so es wol unter einander gegossen ist/so geuß es in eine warmeGüßpuckel/ die vonCisengemacht/und müUnslit oder Wachs geschmieret sey/laßdaü SpicßalaA mit lampt dem Golde darinnenkalt werdrn/dann kehre die Gießpuckelumb /und stoß sieauffeinen Stein/ so M das Spießglaß mit samptdrn König / der sich unten gesetzt hak/graw und gelb sichet/ herauß/ den schlage ab. Damitmanaber das Goldkauffphöchste bringenmag/ sogeuß solchen König noch e/nmahl oderzwep mit frischem Spießglaß/undattemahl in diese Puckel / nach- mahls setze den König aussemen stächen Scherben msIewr blaß ihm zu/so schmeißet ergargerne/allem blaß mit dem Blaßbalg fein gemach zu /also/ da ß der Blaßgerave auffdas Goldtim Scherben stehe/das thu so lange / biß das Spießglaß gar rein wir, dervom Goldeverraucht ist/und dasGoldt dem Blaß wo! hält und schmeidigwird/ laß es erkalten/und lesch es ab in llcin, geuß es folgends nach deinem Gefallen / so hak man sehr schön Goldt/ welches für fein Goldt geachtet wird. Go aber das Goldt arm am Halt oder gar geringe ist/ so nimb deß Spießglaß mehr/und darzu auffern Marck Spießglaß vier Loch Schwesel/undgeuß dasGoldk damit durch/wie jetzt aedacht/und setz den König zum andern und drütenmahl mst fri> schem Spießglaß wieder ein/aussr dem Schwefel/ lctzlich treib denauffeinen Scher- ben/daßesgarrein wird/Manmöchte auch zu solchem durchgnffen/ auff jede Warch Goldt/vierLothKupffer oder Kupfferschlag nehmen/dannes bckömpteine schöne hohe Farb davon/wokern man aber Kupffer darzu nimpt / muß man deßSpießglaßmehk nehmen/damit es dasselbe von dem Zusatz verzehren kan. 6iche brauchen zum durchgiessen auffgeringe Goldt / daß von -s. biß kn rz. Karath tzält/ein besonder Pulver/von ein Lhcil Gchwefel/ein Lheil Spießglaß/ und einThrilLodtcnkopffprrparirr, nehmen deß lr. Loch zueinerMarckGoldes/und lassens wol miteinander fliessen/giessens in eine Gießpuckel / schlagen den König von den Schlacken / und giessen denselben mit halb soviel Spießglaß einmahl ober zwep wieder durch / treiben jhn auff einen Scherben / so bekommen sie gut und hoch Goldt. 154 Der DenbeTßetl saget von Wann nun das Goldk - so von dem Durchgiessen kommen ist/ gleich auffs rei- nesie Verblasen wäre/ möchte es noch vom Spießglaß einen Rauch behalten haben/dcn- selben davon zu bringen/schlage das Gold gar dünne / lege es in ein sonderliches dazu gemachtes Omeot, wie bey den Limeuriren Meldung geschehen / laßesetliche Stunden darein stehen/so zeucht es solchen Rauch auß/und wird gar rein. Wlc man das LcZis gar rein und stt« machens»!. ^T^^Ieweil das^^uarczis allein das Goldt und nicht das Silber angreiffk / ss ich/daß durch diesen Weg das Goldk am reinesten werde / Nimb das ^^D Goldk/setz es auffeinen gutcn darzu gemachten Test / laß mit reinem Bley darauffabgehen/daß man gewiß isi/daß kein Kupffer darbey bliebe / alsdann verblaß basGoldtauffeinenScherbkN/bißesschmeidigwird/dannschlagsdüne/glüees/und thuees in einen guten beschlagenen Glaßkolbcn / grüß darauffdas^guaregiz, und solvrr dasGoldtalles auff/ was sich nicht lolviren wil / und im Glaßkolben liegen bleibt/dasistkein Goldk/danngeuß das/^guL regi; darein dasGoldkisi/relnab/und thuees in einen andernGlaßkolben/undzeuch das Wasser davon / so bleibet das Goldt imGlaßkolben/ dasgeuß zusammen/und verblaß es rcjn. Dieses Goldt hält man für fein Goldt / dieweil das gua re§i§ nichts dann allein Goldt und Kupffer angreiffk/und das Goldk erstlich auffdcn Lesi vomKupffer reingemachk wird/ so kan nichts anderst dann rein Goldt auß den rcgiskomen. Wie aber gut ^gua reZis so! gemacht werden / davon ist oben außführlicher Bericht geschehen. Wie das Blick: oder ander Goldt/ wann es viel Silber bey sich har/zu scheiden ist. Silberreiche Goldt/sonderlich/welches auß dem Schmeltzenkömpk/ und biß über i2. Karakh fein Goldt hält / das ist also zu siheiden lKörne es in einem Wasserschwall/wie oben gedacht ist/ fein dünne und gleich / dann probiers / so hak es einengleichen Halk/nach dem nimb das Körnk/ feuchte es an mit schlechtem Wasser/und nimb auffjede Marck/deß obgenandken Pul¬ vers l2.Lokh/vermengs damik / und setze es in einen verglassürkenLopff / mit einer Stürzen verlurrirr, macheinEirckelrundtFewrdarümb / bißdasPulverandem Körnt wol geflossen ist / laß kalt werden/und schlag den Lopffentßwey / nimbdaS Körnt/thueesineinenLiegel/sttzeesin einen Windtoftn/laß essehrwolflicssen/und wirst ein wenig geriebene Glaßgallen mit körnkem Bley vermenget / darauff/ laß eS noch eine weile stehen/darnach geußes/sodeßvielist / ineinenwarmengemachtenund geschmierten eisern Mörsel/so setzt sich das Goldt in einen König zu Grunde, und daß Silber wird zu einem Piachmahl/das schlag von dem Goldtkönig / dcr gelbicht und grawseynwird/ab/undweilabervomersienGuß/ das Silber nicht alles ins Plach- mahlkommenkönnen/sokörndas Goldt noch einmahl/und richte esmitdem Pulver zu/und laß es fliessen/und geuß wiederumb in den Mörsel/ Letztlich nimb das Goldt/ und geuß es allein mit dem Spießglaß durch / verblaß das durchgegossen auffeinen Scherben/undgeuß esrein/sohatman gut undgeichmeidigGoldt. Das gebrauchteSpießglaß/damik du zu letzt durchgossen hak/das behalt allei n/ und setze es wieder in einen Tiegelllaß wol fliessen / und setz jhm gefeilt Eisen zu/ so vsel/ daß das Spießglaß den Rührhakcn/mit dem man umbrührek/nichk mehr angreifft/ss frist sich das Gpieszglasz (das es denn gerne angreiffk) matt/ und läst das Goldk und Silber fast alles / sovieiesbeyjhmhat/fallen / dann geuß es in etnen Mörsel oder Gießpuckel/nach dem es viel ist/so setzt sich der König zu Grunde / den behalt sonder¬ lich. DasPlachmahldasvondem erstengiessen/wieobendavon gemeldt / kommen tst/das setz gleicher Gestalt in einen Tiegel / und schlage das Silber darinnen mit ge, - körnrem der Goldtprokcn- I§5 kdrntemBley und gefeiltem Eisen so lange darnieder / biß dasPlachmahldem eisern Rührhaken/damitman pflegt umbzurühren/auch nicht mehr «greisst/ so schlägetsich fast alles Silber in Tiegel nieder/dieses Silber behalt auch besonders. Das übrige Plachmahlsampt dem übrigen Spießglaß/ darauß dasSilber undGoldk/wie jetzt gemeldk/gefelletist/nimb zusammen/und drencks auffeinen flachen Gcherben/oder in eine unverglafführte thönern Schüssel insBlep/seße der zwo in ein¬ ander. Wans eingedrmckt ist / so laß auffeinen Test/wie gebräuchlich /abgehen/und wann das emgedrenckie auffdem Test anfängt zu treiben / und rein gehet / so setz den Gilberkönig/der aus dem Plachmahl gefallen/auchauff den Test / daß er also mit rein abgehet/Dieses Silber probier nachmohlsauffGoldk/wie reich es am Golde ist^ pro» biere auch den König/der auß dem Spießglaß gemacht isi/ auff Goldt. Sofern nun derselbigeKönig (der doch zuvorn/ sonderlich auff einen Lest fol rein gebrandt seyn) nicht gar reich amGoldewäre/ so setzjhn auch unter das Sil¬ ber/und scheide es sonderlichin Scheidewasser / Nähern Weg wird man auffsolch / Goldt rein zumachen/ schwerlich haben / und wiewol sich dieser Bericht ansehen läst/ als wans ein weitläuffkiger Weg wäre/so ists doch nicht/sondern wann man in derAr, beitist/sogehetesbaldvonstatten / dann das Goldt/mit dem Schwefel und Spieß- glaßalso zugerichtet/ fleust ieichtlich / und könnt» in einsu halben Lage viel Güsse qe- schehen/magderhalbrneinIedrr/wie sichs am besten leiden wil/siibst seinNactzbencken haben. Wie man das Goldt zbiren sol. Oldt zu Zraäiren ist / daß man dem Golde über feine schöneGoldtfarbe/ ^^^nocheine höher Farbe gtbt/die sich mehr auffroth zeucht /als seine rechte hohe b^«Farbe/und das geschichk also: Nimb gut rein Goldt/setze jhn so vielfein oder gar Kupffer ;u/geuß es zusammen/ und schlage es dünne / und ci m emir es wieder da- von/daßes seineerste Goldschwrrrbckömpk / alsdann setze demGoldewieder soviel Kupffer zu/und geuß es zusammen/schlags wieder dünne/und cimcmür zum andern» mahl/folgends solange/diß es dir an der Farbe gefällt. Durch diesen krocets vermeinenetliche/kdnne das Goldk/so es mit demKupffer zu dreissig mahlen alsogegossen/und wieder davon cimenrirewird / so hohe Farbe be¬ kommen /daßeFeinemKupffergkeichet / ManmußabernachgeschriebenesLimeae darzubrauchen/welchesvielbesserist/dann eittgemeinLimenr.alsnemblich: Nim b gute tröge Ziegelmehl/das an der Sonnen wol getrögek ist / und gemein Saltz/daseinmahliolvirrunddurchdenFiltzgereiniget/undcmmahlgeglüetist/mach außjedcninsonderheiteinsubtilPulver/dasdurcheinHäristSiebgerädert/unddann Viäkiolium 8.0MSNUM, denrubiticir von erst/wie folget; Nimb gutenrohten Weinesiig/der durch ein ^lsm bieum gedistilirk ist / in denk solvirdenVictril/undrcinigejhn durch einFiltzwolschdnund klar/ und stelle jhnzu evrporiren auffwarme Aschen/ fowird mandenselbigen schönfinden/ dannthuejhn in einen newen Topff/zwischen Köllen gesetzt / und mit einem Höltzleinumbgerühret/ solanae/bißesBiuthrothwird/laßjhnkaltwerden/undrcibejhnatrch klein / so ist er rubiticirr. Nim bfolqends Spangrün/und kolvir den auch in geclistilirrenEfftg / und clillilir jhn per 6Irru m, saß jhn cvsporirea und glüen/gleich wie man mit dem Vic- tril gtthan hat/veßgleichen auch so vleiäalmisc in rohtenWeinessigiolvirr, Von die¬ sen allen jetztgemelt« n Pulvern/ nimb eins so viel als deß andern /ver mengs wol / und besprcngs mu dem Essig / darein manbcnäalmiLclolvitt hat / so ist das^imcue fertig.' Mliche schreiben / daß man das Goldt in gleichem Gewicht mit dem Kupffer versetzen solle / und alsdann den zusammen gegossenen Zeug durch Spießglaß giessen/ das Goldt verblassen und rern machen/und wiederum!) mit dem Kupffer versetzen und durchgussm / so offt biß daß daS Goldt.nach deinemVegchrneinehoheFarbehe- kömpt, U tj Unter- Der flekende Dßcll saget von Unterschiedliche Arth/das nnschmeldtze Goldt schmrtvig zu machen. Iese Arbeit ist für Zeiten von den Müntzmcistern / Goldtichtnieden/und an- ^^M dcrn Goldtar beitern/für ein sonderlich Kunsiück geachtet und gehalten wvr» O^Äden/wie cs dann auch an jhm selbst eine feine nützliche Kunst / und einemfeden Soldkarbeitcrzu wissen hoch von nöthen iss Man hat aber das Goldt schm eidig zu machen/nichkeinerley/sondernvielWe- ge/allein daß einer leichter und besser ist als der andere / Ich wil aber derennur vier er* zehlen/drauß ein Jeder seine Gelegenheit nach / nehmen mag/welcher jhm zu brauchen amfüglichssnscynwird. Wann du Goldt hast das ungeschmeidig ist/essey Ungerisch /fronen oder Rei- nisch Goldk/und wilt das geschmeidig machen / sothuejhmalso x Gcußdasunge- fchmeidige Goldt erstlichzu einem Zehn / setz den in einen Tiegel in einen Windtofen/ Pder für das Gebläß/undgib chm ein starckesFewr/und habe acht darauff/ wannstch dasGoldtschweist/undbaldfliessenwil / so wirst gukengeläuterten Salpeter drauff/ so wird das Goidvom Salpeter brennen / und vollend bald fliessen / jo bald nunbaS Goldt mit dem Salpeter fieust/jo wird der Salpeter das Gold gar bedecken / dann muß mans nicht hart treiben / Damit man das Goldt unter dem Salpeter nicht sehen kan/so geuß es darunterherauß/in einen Inguß der mit Wachs beschmiert ist/ so isteS tzeichmeidig/Etliche brauchen unter demSalpeter ungelöschtenKalch/das rhuts auch/ wird das Goldt schmeidig davon. Wo cs aber versehen wird/daß das Goldt im einjetzen in Tiegel flöffe/ehe dann der Salpeter im schweisscn darauffgeworsten wäre / sogeuß cswiederheraußinein Zehn/und setze cs wieder rin / dann es wird sonst nicht geschmeidig / ob mangicichvie! Salpeter daraüffwüksse/wäreabcr das Goldt (als im Reinischen Goldt wolge schic, het) jo gar ungeschmeidig/daß es ineinemmahlnichk gar schmeidig wäre worden/ so se¬ tze es zum andernmahl ein / so wird es geschmeidig / und ob gleich Messing darunter wäre. Man so! auch wissen / wann das Goldt mit dem Salpeter so hark getrieben wird/daß eö blicket/ undfür dem Salpeter woltan gesehen werden / sowirdesauch nicht geschmeidiq/dann die Unschmeidigkeittreibt sich auß dcm Salpeter wiederin das Goldt/ derhalben soltugute Achtung daraussgcben / daß der Salpeter zu rechtcrZeit Darauffgeworffcn/und daß das Goldtgu rechter Zeit wiederherauß gegossen -werde/ so hat man geschmeidig Goldt. Die andere Arch/Goldt schmeidig zumachm. Ann gut Goldk/dasUngerisch Haltsist/ungeschmeidig wäre/so nimb einen (flachen Scherben/der darzu gemacht, und so groß ist / daß das Goldtguten vr4^Raumdarauffhabe/den bestreichmikklarerBleygldke / und setz dasGoldt darauff/(jedochsolkuüberzwoMarckauffeinmahlnichteinsctzen)undden Scherben mit dem Golde für das Gebläß gethan und getrieben / so es aber den Blaß nicht Hal- «cnwil/sosetzjhNeinkleinKügeleingutreinBlcy zu/undvertteibedaswieder/sö lange es den Blaß hält/und geschmeidig wird / alsdann setze es in einen Liege! / und grüß es in Zehn/dann lösche es in Urin, so ist das Golbkgeschmeidig/es hilfft auch wol/wann man das Goldt durchfrische Köllen auffden flachen Schcrbcnfliessen läst / und dann «reiben. So manaber solch Goldk/es sey gut oder gering/ auß dem Tiegel in ein Plant¬ schen giessen wil/sonimb/wiegemeldt/Pappier/undbestreichs mit Wachs oder Vene« bischer Seiffcn/wirffein Gtücklein darausf/und weildas noch brent / so hebe den Tic* gel herauß und geuß das Goldtuntcr den Klammen hrrauß/so blcibts warm und ge¬ winnet keine Haut/geust sich auch rein anß/das nichts am Tiegel hangen blerbt. benGoldtproken. 157- Dtedrttte Arth Goldtschmcldtz zumachen. Ann ein gutes oder Ungerisch Goldt / von einem unreinen Fewr oder bösen ^HLRauch ungeschmeidig worden wäre/so kan man solchesauch mit dem verbla- ^S^>sen auffeinen flachen Scherben schmeidigmachen/oder zu einemZehn giessen/ und in der Vorgeschriebenen dimenrPulver eins legen/auffeitte Stunde oder zwo/so wird es auch gut schmeidtg/oder mit gutem Venedischen Borras schmelßen / und vor dem Gebläßtreiben/biß es den Blaß hält/oder in Mangelung dieser Stückeall^r/so eingut Goldtalleinvon einem bösen Rauchungeschmeidigworden wäre / mitVene- bischer Seiffen geschmeidig gieffen/also/laß dieVenedischeSeiffe auff einenScherben verbrennen/so bleibt ein graw Pulver / diß brauch an statt deß Vorras / solästsich das Goidt rein giessen. äLtliche werffen auch auffdas ungeschmeidige Goldt im Fluß / kl ercunum sublimsium und Verblasen das Goldt vamit/sownd esauch geschmeidig davon/An> dere brauchen dagegen gelben Schwefel / aberdasGoldtmußbalddrauffheraußge» gossenwerven/Oder nehmen Gpießglaß/lassen das in einenTiegel fliessen / undsoes geflösstn/werffen sic viel Schweftlund Weinstein darein/und lassens imFewr so lange stehen/bißdaßeszurinemGlaßwird/mitdiesemGlaßwirddasunschmeidigeGoldt/ schmeidig getrieben. Dle vterdtc Arth/daS Goldt auffder Kapellen schmetdlg zu machen. (^LAnndu gut Goldt hast/so setze es mit Bley auffeine Capellen/und laßes gar (heiß blicken/daß cs rein und grün auffder Capellenstehet/aber ehe danes dar» auff erhärtet / so stoß mit der Klufftgemachan die Capellen / daßdas Goldt darin schwebt oder Mert/ das chue so iange/biß eserharkek oder stille stehet / so ist es ge» schmeidig/woes aber auffder Capellen vor dem Anstoffen erhärtet / so ist es nicht ge- schmeidig/aüeindaßallesGoldtvomBley einebleicheFarbe brkömpk. Wer man das gekrauchte Spießglaß SetzemM. Eil dasgebrauchke Spießglaß etwas zurücke hält/ so bleibt noch Goldt und Silber darein/solchesrein herauß zu bringen (welches das Gpießglaß gesei, v^s^gert Heist) thue jhln also: Setze dasgebrauchke Spießglaß zusammen in einen Tiegel/ist desselben ein Pfundt / so setze jhm vier Loth gefeilt Eisen /ein Loth Kupffer / vier Loch Vley/und vier Loch Gibt zu. laß es wol unter einander fliessen/ geuß es dann in einen Gießpuckej/oderlaßesineinenLiegelerkalten/dannsetzdasSpießglaßwie- der in einen Tiegel/und schlag es mit ein wenig gekörntenBley undGlöt allein nieder/ und wirffgegossen Saltz darauff/laß wo! im Fluß stehen/ vnd geuß es in eine Gießpu- ckel/dieKönige die davon werden/kreib auffeinenLest ab/so bekömpliu dasGoldk und Silber/so viel das Spießglaß bey sich behalten hat / das mag man noch einmahl mit frischen Spießglaßdurchgiessen/sokömpt dasGoldtherauß / aber doch behält das Spießglaß noch etwas am Goldc zurücke / das muß man im Scheidewasser scheiden/ ist es am Golde zu reich/so muß man jhm fein Silber zuseken / daßesdasWassiran- greiffe. Etliche aber brauchen dasSpießglaß also: Sie nehmen ein TheilSpießglaß/ rin LhrilVictril/ein Lheil Galpeler/ein Lhei! gekörnt Bley/drey Viertel gefeilt El- sen/undeinwenig Kupffer/das setzen sie in einen Scherben/und lassens verriechen/ so bleibt allda unter einander ein gemengte mareria, der setzen sich nach der Mennig deß Spießglaß mehr frischBley zu/und siede es rein an/und treiben deckdasB ey auff deir Lest ab/sofindet sich das Goldt und Silber / daß das Spießglaß in sich gehabt hat. tt iij Wann I5S Dersteöendt Thcil saget von Wann das Spießglaß zim blich reich ist/wird es nachfolgender Gestalt rein ge- macht/und ist dasbeste Geigern/allein daß es viel Mühe nimpk / und etwas langksa- wer zugehet. Nimb dasSpießglaß/sitze es auffein Scherben/ laß es wol fliessen / undfttz jhm gefeilkEisenzu/undrüchre es mit einemEifeNallezeitumb/undwirffdeßgefeilten Eisen sovieldarein/biß dasSpießglaßdasCisen/damikmans umbrühretswie offk ge¬ melkt) nicht mehr angreiffk/welches dann lerchtlich zu sehen/und setze alsdann demselbi- gen Spießglaß Bley Zu/und seudt eS rein an / Durch jolchrn Zusatz deß Eisens wird dem Spießglaß die Wildigkeit benommen/ daß es sich darnach leichtlich ansieden M gehet auch auffden Test rein ab/daß es nicht einfriffek. Folgen nun dle Selber Proben. Als Erstlich: Vom Probieren der Flüssegen Ertz. S ist oben am 7;. Blade gemeldek/was für einUnterscheidt in den Ertzen sey/ ^Fq^wie eins kheils strenge/hartflüssig/ in/onderheikwann sie rohe seyn / und dage- eins chcilö weichflüffig und milde seyn/Wil derohalben erstlich sagen/wie man dieflüsiigen Ertz auffGilber probieren sol: Nimb das Ertz/reibö mit eiNemHammer auffeinem darzu gemachten breiten Ei« ftn klein wieMehl/wiege davon ab einen Cenkner Probiergewichts / thue dasselbige in einen Probierjcherben / und wieg darzu achkmahl lo schwer / als deß geriebenen Ertzs ist/gekörntBley/menge das Bley und Ertz im Scherben unter einander / und setz es in einen warmenProbierofen/tkuejhm alsbald nach dem einletzen heiß / lege Köllen für das Mundtloch/sofähet das Bley an Ku treiben/und jchlacket bald. Wann es null lange im Probierofen gestanden / daß sich daSBley auff dem Probierscherben fast gar mit den Schlacken überzogen hak / so Hakes sich genug ver¬ schlackt/ das Heist man angesotten/dann so nimb e in eisern Häckleln/legS warm/das ein wenigerglüe/undrühredasErtzdsmitauffdemScherbenumb / dasgeschichtdar- umb/so ekwasvom Ertz an dem Randk deß Probierscherbens wäre sitzen blieben / daß solches auch ledig gemacht werde/damtt das Bley solches ergreiffen / und M sichzühen kan/laß es nach dem rühren eine kleine weile stehen / dann hebe den Scherben an ß dem Probierofen/und geuß das Bley und die Schlacken auffein eisern Blech/ in der Grüb¬ lein eins/ die üuffdem Blech darzu gemacht seyn undlaßcrkaMn/alsdannkchlag die Schlackenvom Bley rein ab/so ist dieProb« im ansieden fertig/welches beyläufftig in einer halben Stünde geschicht. Darnach sitz die Capellen in Probiersfen / laß die bry einer halben Stunde im Dfenwolerglüen/dasheistmanabgeädnet / AuffdiesrlbigewolgeadnekeCapel/ letz alsdann deinBlry oder Werck/was vomErtz imAnsiedenkommen ist/Lhue jhm erst¬ lich warm/daß das Werckdarauffanfähet zu treiben und so es treibt/io thue ibmkäl- te/damtt das Bley oder Merck in zimblicher Hitze auff der Capellen abgehenkan / so )eüchtsichdasBieyallesindieCapkllen/undbleibetalleindasKörnieinSiiber(woan« derst das ErtzGilbttbey sich hat) auff der Capellen stehen/wie klein es auch sey/alsdan hebedieCapellenaußdemProbierofrnmitderKornzang/nimbdasKörnleindavon/lo ist die Probe verrichtet. MieaberdasKörnleinnachdemProbiergewichkauffzuzie- hen/ welches dann einen sonderlichen Fleiß haben wil / davon soi hernach Verichtge- schehen» Vom Probieren der strengen Ertz. Ix strengenhartflüssigen Mr!l'g-Iaberg-schlchtdjes-Pr°b-°Is°:Nm>b«aSM,iMDl<«. m>-uP-°bmsch«bmmOft»/Ichw^/bch-«k-m,nSqm-ftIzchm^ e«»i-In T>egle,n/vermeng-imilvmCm!«,dl« Flusses/ der zu dem fchmeidigen Bleyery gebraucht wird/ thue auch geflossen Glaß' ^damn/m«^ I.mftrdenG-bIaßm,M-md>-k^ remen Glanyprobe/ so findestu den Halt auch recht. Darneben soltu wissen/ das ein jedes Bleyery ungeröstet kan Probieret wer¬ den/ und geschieht also ; ^eibe das Bleyery klein/wiege davon zwey Centnerab/ brauch den Flußdarzu/gleich wie jeyt derichlet/aüem da-du neben der Glaßaallen aucbrohen Weinstein daruulerriimpst/meugSunlereinander/bcdecksmitSaltz/und den Tiegelmit einem decklein/ verstreich die Fugen mit Laim/ und setze es in der be- mellen öflem eins/ blaß ihm starckzu/so wirstu den Halt am Bley auch finden. Erne Blcpprobc anffeinen Tisch oder in der Stu- den zu machen. EÄ Odu eine solcheProbe machen wilt/so mus das Bleyery zu djeserProbe aar ^^remundg.'tlkyn/daSnimbundrösteesgarlinde/undwachealßdasteinF?uß vonzweyTheilSalpeter/undeinTheilkleingeriebeneKollenuntereinanderaemen. get/DleseöFlusseSthuezweyTheil/unddeSgeröstenBleyeryeSeinTheilineinen Tiegel/wol verinlschet/ wirffein klein glüents Köllen darein/so sengt es ar, zu brcnen/ undfleult dasBleyzu sammen/ das im Ery ist/ Solches/ ob esweleiue unaewisse Probe ist/darau ff sich nicht zuveria ssen/so dienet fie doch darzu/das einer die ei^ schafft undNatur der Mineralien kennen lernet. Trübe Wasserqucll auff Silber zuprobicrn. U^Ißweilen begibit fichs/ dasvon reichen milden Silbergängen auffden Ge- c^übirgen/ein schwärtzlich odergelbicht trübe Wasserqniücr/welchesoffmadlS pfleget L'lberzu halten/ das Probieralso r N'mb des Wassers einen Tvvff voll/ seudt das ein/daS sich ein Schlamb darein seyet/den wiegem/mi-chue ihm ferner wie einem andern Silberertz/ss findestu was es Helt. ' Wann die grobcnSchwefclkich dasBley schwach und strenge machen. S geschicht auch bißweilen/ das die groben Schweffelichten Kieß/ das Bley <7^auchschwartz und strenge machen/dasesauffeinerabgewärmeten Cappellen imangehcnanfengetzuspringcn/dardurchdieProbenofftmahlsfalschwerden/wel- ches doch sonst der Unreinigkeit halben woldarauffabginge/ und die nichtMisse/ Solch Bley magstu noch einmahl auffeinen newen Schreben/ oder in dem vorigen seyen/und wiederumb schlacken lassen/so wird esauch weiß und rein/gehet dann auff der Capellen wol ab/ und wird dem Halt nichts benommen. Von den Kupfferproben. Probteröfen zu den Kupfferproben. ^^N Ie Probieröftn/ darein man die Kupfferproben zu machen pflegt/diefind O^Dam besten von Töpfferzeug/oderTbon zu zurichten/damitman dieselben/an welchs Ort man wil/ sehen und heben kan/ die mache also; Nimb Probieren der Kupffer-Ertz. 165 Nimb de- zugerichten Tbon/ und formtr daraus ein öflein in die Runde/alsc/ -aSesdem vismercr nach/der proporrr der Probieröfen gemacht werde. Essolaberdiß öflein anderthalbe länge dicke seyn/dann so viel derThon daran schwindet/ so viel muß man ihm zugeben/und weil dasselbe noch weit isi/müssenFal- yen darein geschnitten werden/das man unten und oben Eiserne Reiffen legen kön¬ ne/ sonst würde dasselbe leichtlich zerfallen/ Wann nun das öflein an der Sonnen oder Wärme wol drucken worden ist/ so laß es in einen Töpffer oder Ziegelofen hart brennen/ und darin mit den Essern Meissen und Schienen beschlagen. Man brauchet auch zu den Kupfferproben / Essen wie die Goltschmiede ha¬ ben/ darein man die Proben für dem Gebläß anseudt/ die können in einer solchen Esten auch gemacht werden. Meines BedünckenS aber/ weil der Blaß in diesem äßlein nuran eine Seite des Tiegels gehet/ so können sich die Proben allda nicht so wol und gleich ansiebeu/ als mit dem Gebläß/ daß von unken über sich gehet / wann auch der Bla ß nur a ujf einer Seiten des Tiegels bläst / so zertretbt er denselben leichtlich/ sonderlich wann ermchlgut ist. Wie aber dieobgesayten öflein inwendig und außwendig fvrmirt sind/ ist in folgender Figur zuersehen. Wie man den Fluß machen sol/ damit die Kupffer- Ertz probiert werden. 8 ^.^ImbzweyTbeil Weinstein / und ein Theil Salpeter/reibe jeglicheSkkeln/ mengS unter einauder/thue eS in einen unverglaffürtenTopff/stoß eine glst- endeKolle darein/laßes brennen/ biß es selbstauffhört/ undden Topffkalt werden/ so ist der Fluß gemacht/ dann ntmbS auS dem Topff / thue die Kelle davon/ und be¬ händen Fluß klein gerieben aneiner warmen stätt/ so bleibt er gut/ sonsten wird er in der Kalte und Feuchte zu öhl/ Oder nimb den Topff/ laß ihn warm «erden/ schütte den Fluß darein/decke rhn mrt einerStürtzen zu/ so enyündt sich der Fluß imTopff auch/ und brent aus. Dieser Fluß wirdzuden guten und schmeidigen Kupffereryen gebrauchet/ WaSaberKti flgeund barrschiedige Erye sind/zu denen ist dieser Fluß zu schwach/ und muß da runter etwas mehrersgenommen werden. Wie man die imchfllWgm Kupffererß auff Kupffer probieren soi. Je weichflüssigen undguten Kupffererye / die nicht Kiesslg und Speissg ^^siud/die probiere alsorNtmb dasEry/reibs klein/wiege davon zwencCents ner/nach deinem Piobiergewicht ab/ die thue in einen Tiegel / und dreymahl soviel fttztbeschnebeneri Flußdarzn/ beydes wol unter einander gemenget/ und decke oben im Tiegel Ery und Fluß mit gemeinem Saltz / eines halben queren Fingers hoch/ -rucks ein wenig nieder/undlege einDecklein aufdenTiegel mit ein wenigLäim ver- strichen/daßes nicht abweiche/und keineKollen inTiegel fallen/und mache einFewk in da« öflein/seye den Tiegel auffdas Füßlein/lege oderschütteKollen darauff/biß daßderTiegel böber dann einegute quereHandt hoch bedeckt sey/ laß den Tiegel er¬ wärmen/ und blaß durchdaßgemachte Loch/ daß unter dem Röstlein inOfen gehet/ zu/ so gebet der Wind an allen örtern zu gleich durch das Röstlein/ umb den Tiegel auff/laß dasEry mitdemFluß eine gute weile im zimblichenFluß stehen/so seudt sieh die Probe rein an/ und bricht ein Tiegel nicht leichtlich von einem solchen Gebläß / alSdan lege mit derKlufftdaSOber-Fewrab/und hebe denTiegel also heiß aus dem öflein/ seye ihn auff einen ebenenZiegelstein/ und stoß ein wenig mit der Klufft neben -emTiegelauffden Stein/ob die Körnlein Kupffer nicht alle zusammen gelauffen A iij werenf i66 Der siebende Theil saget von weren/damitihnengeholffen/daßsie zusammen kommen/NachmahkSkaßdenDe- gcl kalt werden/schlag ihn auf/so findestu unten imTiegel einKornKupfer/daß schön ist/ dann die schmeidigen schönet, Kupfferertze geben schön Kupffer/ das zeuch nach detriem Probiergewicht auff/ wie viel ein Centner des EryeS PfundtKupffer gibt. Du inust aber gute Achtung im probieren darauff geben / daß du die Probe nicht gar zu hart inTiegel treibst/dann dasKupffer verbrenk/uud treibt sichleichtlich in die Schlacken/ welches man an den Schlacken stehet (welche von den Kupfferer- tzcngarleichtüch geferbt werden) dann wann dieselben im Tiegel sehr rothfind/ so hastu die Knpfferprobzu bartgetrieben / und istderHaltgeringer als sonst/sindste aber bräunlicht/ so ist die Probe recht gemacht. Wie man die Hartscheidigen Kupfferertz anff Knpffer probieren sos. Ber die hartflüffigen Kupffererye sind nicht also zu probieren/ wie die weich- flüss'gen guten Kupffererye/ sondern auff eineandereWeise/als Nemblkchr NimbdieKupffer-Ertz/ puchesiektein/ wiedieHanffkörner/ undmengeste unter einander/wiege davon abzweneCentnerdeineSProbiergewichtS/undthue die in ei¬ nen Pwbierscherben/ setze den in ernen Probierofen/gtb ihm zum ersten ein gar linde Fewr/ da ß sich das Ery im Scherben anfängt zu rösten / rühre es mit einem Eisern Probierbäcklein auffdem Scherbenumb/ daßnichtS davonkömpt/ sonststndert sich das Eryim Scherbenzusamwen/undröstet sichnicht/ undsoeSzumerstenmahl umbgerühret ist/ so gib ihm ein wenig stärckerFewr/ daß eSzimblich erglüe/ dann heb eSaus dem Ofen/ und laßes kalt werden / seye es dann wieder in den Ofen/ und laß abmuahl Men/das thue so lange/ brßdaS Ery oder Ki-ßauffdemScherbennicht mehr raucht/ oder nach Schweffil rencht / darnach reibe solch gröst Ery oder Kieß etwas kleiner/doch nicht gar zu Mehl/ und röste es wieder/ biß es kernen Schrvefel- stanck mehr von sich gibt/ rübre es auch einmabl oder zweymttdem Häcklein umb/ dann es pflegt sich wieder zu siudern / WanS von newen gerieben/ und zum andern» mahlalsogeröstetwi^d/soiaßalsdankalt werden/undscyeeSzumdrittenmahlwie- der inP. cbierofen/röste es/undreibsgarklein/undröstsbann nochemmahl/dawit daS Ery oderd. rKu'ßtodtgebrandt wird/ alsdan reibSauffSsuplilesteundkleine- ste / so ist das Ertz zum probieren zugerichtet. Wann dißgescheben/ sicherte das Ertz auffeinem Waglein/ in zwo gleiche Tbcil/und chne daseine Tbeil in einen Probtertiegel/mitdreymahlsovieldeszubes reiteten Flusses/uiuerwcichen der sechste Tbeilgt f .7 7^ ien seyn sol/men- geeswolimTiegeluntereinander/undbedeckSmitgemeinenodcrgefioffencmSaltz/ gleich wie duder vorigenProbe gethan haft/ bedecke auchdenTsegel mit einemDeck- lein/verstreich ibn oben umbher mit einem Läimen/daß dasDccklein fast daraufflie- ge/und nichtKollenöarein fallen/ dann setz es mein öflein/ und blaß mit dem Bla߬ balg zu/ und gib der Probe ein starck schnell Fewr / erwas starcker dann der vorigen Prob/dan dißwilmebrHitze haben/undwanndieProbe im zimblichenFluß stehet/ so bebe den Tiegel ausdem Fewr/ und laß ihn kalt werden/ schlag ihn auff/ so finde- stu unten im Tiegel ein Kornschwary Kupffer/in solcher Güte/gleich wie dasEry oderKießim schmelyenKupfer geben wtrd/welcheSdandie rechteProbe darauffist. DasKorn-KupfferdaßausderProbe kömpt/ zeuch nach deinem Centner- gewichtauff/ so siebest» wie vie! Pfunde ein Centner Kieß oder roh Kupfferertz / Schwaryki.pffergibt/ darnach du leichtlichrechen kanst/ wie viel Centner solches Knß oder Ertzes/man zu einem Centner Kupffer haben muß/ und wisse/ daß du darumb zweue Cemner Kreß oder Ery zum probieren einwegen solt/ damit / ob dir eine Probe miAünge/ oder nicht ger-ebte/ daß du noch einen Cenchergeröstet Ertz oder Kt-'ß in Vorath habest/ und alsbald noch einmahl eine Probe davon machen kanst/ es würdedlch sonst lange verhindern/ wann du auffö newe wiederumb einen Centnerallein zur Probe rösten solt. Darge- - * Probierender Kupffer-Trtz. 167 Dargegenaber haben die alten Probierer den Brauch gehalten / daß sie ein jede- Kupfferery oder Kteß auff gut Kupffer probirt haben / nemblich/ wie viel Centner desselbigen/einen Centner Garkupffer geben- D>ß ist wol eine rechte Probe gewest für die jenigeu/ die ihr Kupffer selbst ge¬ seigert und gemacht haben / Aber den Gewercken und Bergkleuten / die das Sil¬ ber darein arbeiten/ und solche Schwarykupffer mit sampt dem Silber darin ver- kauffen/denen ist es besser/daß fie wissen / wie viel Centner Schwarykupffer sie in einem Rost haben / darauffkönnen sie nachmahls ihre Rechnung machen/ wre viel einCentnerSchwarykupffer LothSilber halten wird/ Wie bann unter allen Schmelyen die Kupffer-Ardeit( darauff man eigentliche Rechnung machen kan) dielustigste und schönste Arbeit ist/ man probier nur recht/ so wird sichs im außbrin- gen/derProbe nach/ recht finden. WiltuaberjetztgesagterArthdieKupfferertzauffKupfferprobieren/sothue ihm also : Nunb die Kupfferertz klein gerieben / und wieg davon zween Centner ab / und wann sie etwas Flüssig oder Kiesig weren/ so röste die zuvor»/wie oben ge- melt/ thue die in einen Probiertiegel/ und wieg darzu vier Centner des Flusses oder Bleyglaß/ von Glöt und Kießlingsteinengemacht / davon oben bey den Sstberer- tzen gedacht/ mengs wo! unter einander/ und behecks mit Saltz/ decke den Tiegel o- den auch zu / und laße- in einem öfftein für dem Gebläß / gleich wie eine andere Kupfferprobe fliessen/ und waus kalt wordeti/ schlag denTiegel auff/ so findest» un- tenimTiegel einen König/ da Kupffer und Bley unter einander beysammen ist/ den- selbigen sey auffeinen flachen Scherben/mit ein wenig Glör bestrichen/und treib ihn darauff/btßdas Kupffer einen reinen grünenKupfferdlickchut / alßdan svbededaS Korn Kupffer mit der Klufft vomScherben/undlesth es im Wasser ad/undziehe eS nach deinem Probiergewicht auff/ so findest»/ wie viel die zween Centner Kicß oder Kupfferertz i pfundt garkupffer geben / In dieser Prob kan man das Kupffer gar le Mich verbrennen/ londerüch/wann Vas Ertz arm am Kupffer ist/ wiedninder Arbeu wo! sehen wnsi. Wie man die geringen Kupfferertz auff Kupffer probieren sol. Je armen KttpfferertzZ/bnoerlich die Kupfferkieß und Kupfferglaß/ diein <-^Ä-asGebirge/o0eriuemer,'ieichtenSchiesercii!gespmigekjteben/öieso!maii also probieren : Mnb de-egeruigcu getriebenen Ertz 's eine gemeine Probe/ ver¬ menge sie wo! untereinander/ davon wiege ab deines Probiergewichts/ bey rc>. Centner oder mehr/und zeug esiu einen Sichertrog zu Schlich/ daß sich das taube und leichte Gebirge vom reinen Schlich und Kupfferertz adftheidel/ dann wieg deu Schlich der davon kömt/aiso naß wieder/ und inerck wie viel esCemner und Pj »ndt seyn/damit du wissest/ wie viel Centner rohen Kieß/ einen Centner reinen Schlich geben/solchcSSchlichS wieg wieder naß zweneCentner ab/und seye die in einenPro- bierscherben/mOfen z.» rösten/gleich wie du mitdenvorigenKupfferertz gethan hast. Damit aberdie Prob nichtfalsch werde/ weil die Schlich indem ersten ein¬ setzen von der grossen Hiye/ sonderlich/ wannnochQuärtz darunter ist/ zu sprühen pflegen/ so decke einen andern Scherben über dlesen/ darein der abgewogene Schlich ist/kaß ihn alsozugedecket/ biß der Schlichfast erglüet/ dann so nimb Sen öbern Scherben wiederumb ab/undröstedenSchlich/gleich wieduvbengetban bast/trci--- be ibn alSdan gar suptil / und tbeike ihn in zwene gleiche Tbeil/ den einen Tbeil ver- mengemitdemFlußderzu denKupffereryen gehöret/»ndsetz denineinenTiegel mit Saltz bedeckt / und proceüir aller gestalt darmit/ wie Pu zuvor mit den strengen Kupfferertzen gethan bast/so findestu unten im Tiegel ein Kupfferkorn / daszeuch auff/ so kanstu sehen/ aus wievielCentner oderHöleu/solches roben gcpuchte»K«eß/ du einen Centner Schwartzkupffer machen kaust/welches Korn-Kupffer du nach¬ mahlsauff Silber probieren/ und denHalt desselben auchfinden wirst/ damit du dich darnach richten kanst. Es i68 Der siebende TM saget von Es gibts die Erfahrung/ das die armen eingesprengten Kltpfferertze nichtgar rein brechen/sondern vielPuchwerckS/als eingesprengtes Kieß und suptil Kupffer- glaß im Gebirge führen/ und doch im Puchen und im Wasser sich gern davon scher, ben/und in die Enge bringen lassen/daö man wiffc/daS dieselben auch zu gutem Nutz undUberschußgearbeiketwerdcn können/ daSsonstnichtgefchehe/ wann sie in die weiten also eingesprengec/schlechts roh sollen geschniclyt werden. Aulangmtdie armen Schiefer/ die gar wenig Kupffer halten / die sind nicht wo! in die Engezubringen/dann sie stehen des mehrentheils im Wasser auff/und sind flüchtig / wiewol man etliche darunter findet/die sich im Wussrscheiven/ und einen Schltchgcben/ sichauchindieEnge bringen lassen/ dieselbigenmag man probiem undzugurmachen/gleichden armen Kupfferertzen. Darnach stehet in etlichen Schiefern der Kupffcrk-eß fichtiglich eingespren, get und stramicht/die sindt solchergestaltzu Probreren/oder aber roh unter einander/ oder den Schiefer sonderlich/ob vielleichtder Schiefer auch Kupffer gebe/ das man sich im schmelyen darnach richten kan. Was andere eingesprengte Kupfferery/ als schöne Lasur/Kupffergrün/odcr braune reicheKnpfferertz seyn/die kan man im Wasser von ihrem Gebirge nicht wol sch. iden/ dann sie sind iehrleicht/nnd lauffen nicht ins Gcwicht/wie die Kießkhun/ sondetn gehen in, Wasser wegk/ darnmb sollen dieselben erstlich auff Silber pro- bieewtrderr/halten sikeins/ wie sie gemeiniglich arm am Silber seyn/ soistnicht vrei damitzuvei sichen/ halten sie aber Silber so glüe dieselben Ertz hart/ und lesche sie in ein-m kalten Wassrjählingab/ sokäufft/ wasreicheingesprengtKttpffcrertz ist/in iopulekörniein zusamen/diepuche oder reibe klcin/und zenchsin einen Schlich/ so es sich dann scheider/sokanstu dich im grossen Fewr/wie viel es Schlich fttzet/a nch darnach richten/Wie aber solche geringe Kupfferery in einem kleinenOflcm zuversu- chen senn/solhernachfolgen. Wie man geringe cmgcsprmgke Kupffcrcrtz in cmcm O.uartz zu Nutz bringen kan. ( Etldiegerii gen indicQuärtzcingesprengkenKnpsserertz/vou wegen der här« ui grosser mennige nicht wolgepucht/viel weniger ihrer llnflüsskgkeit Hal- ben/önrchgcschmeltzt/ undzu Nutz können gebracht werden/ dann derAuärtz so eine harte U-mcrmtst/ ebcder im puchen klein genug wird/ machet er daseingesprengke Ertz suptil / und im Wasserauffstehent und fiüchtig/se kankeingewisser/beguemer undbesserer Weg anff solche Kupfferertz gefunden werden/ dann das man dieselben in einem sonderlichen darzu gemachten hoben Nostofen/wie zuvor bcydenRöstender Goltery gedacht ist/ga r siarck röstet/und wann cs in grosserGlut also daher brennet/ LaSmanjablingein Wasserdarauff schlag undabkühle/ soerschkicktdasMetallin dem Ery/lmd läufst körnerweiß im Quäry zusammen/welche schwer werdcn/und im Wasser fast sitzen blerben/das man sie darnach heraus schlemmen und scheiden kan/ waS aber nicht rein Kupffer wird/das wird dochzu guten und schwerenKupfferstein/ das also die quärtzigen Kupfferery/wann sie geröst/ in grosser Mmnig gar leichtlich herdnrch gepucht und gewascben/und kan hernach desselben Schlichs in einer schicht so viel durchgeschimltzet werden/als des rohen Eryes/ davon der Schlichgemacht/ in zehen oder mehr Schichten. Don probiem der Kupfferspeiffigen Ertz. S brechen Ery/ die nennet man Kupfferspeissige Ertz/ wann die einmahl an, gesotten sind/ so gehet das Merck oderBley auffder Cappellcn nicht ab/ es wirft einen randt a uf/frist sehr ein/und macht dieProbe falsch/so mandiß a n emkErtz weis/ so sol daö Merck oderBlevdaS von dem ersten ansicpeu kömpt / unv von den Schalckm Probieren der KnpffeErtz. 169 Schlacken geschlagen ist / wieder auffeinen Probierscherben gesetzet werden/ das es noch einmahl schlacket/dadurch wirddaSBleyvon ftme.r Unreinigkeit geseigert/ taki lest mans auffder Capellen ab. Wieman ein Kupffeml; auff Stein probieren sol. ein Kupfferertz/^sonderlich die Kieß/ sie halten nun Kupffer oder kei- ^9^neS/auff!L)tein/denmanrohenSchlacken:oderKupfferstem nennet/ver¬ suchen und probieren/ so thne ihm also: Reibe das Knpffereryoder den Kieß klein/ wieg davon r. c? ab / thue die also ungeröstet in einen Probiertiegel/ und wieg dar- zu 4. Centner des fluffes / von Salpeter und Weinstein gemacht / wie oben gemelt/ deßgleicheu r- Centner gute geflossene glaßgallen/ menge alles in Tiegel unterein¬ ander/ und bedecks gleich einem Kupfferertz mit Saltz/ und setz es in ein öfiejn / und sendt es durch das Gebläß auch also an/ dann laß kalt werden/ so findest» unten im Tiegel ein Kornstcin/daS scheide von den Schlacken ab/ und wieg eS/ so siehestu wie vielCentnerdeS Kieß/ einen Centner Steingeben/ findaber die Kieß sehr reich am Kupfferwasier/so wirst» lnit diesem Fluß durch die Probe keinen Stein finden/ der- halben versuch den Kieß auffeine andere Wcise/nemblich/ wieg ihn also roh ab/ und thue ihn iu einen Tiegel/ vermeng darunter dreymahl so viel reiner/guter/gericbener/ weicher Schlacken/ die gewiß keinen Steingeben/ auch kein Silber halten/ sondern von armen Eryrn körnen / deckSmit Saltz/ und setz es ein / laß mit starckem gebläß fiieflen/so wirstu stein finden/so viclals der Kieß beysich hat. Wie man den Kupffcrftcin außschlagen/ und auff Silber probieren so!. ^^^iErStein/wiees.etlichedafürhalten/solvon'demSchwefelund^rienlco, einer snpulen Erden verwischet/berkommeu/ der im schmelyen sich von denSchlacken scheide/Kupffer und Silber iu sich ziehe und behalte/beweisen solches aus dem/das sich der Schwefel avfencklich mit einer linden Hitze wegröstet/nnd der /irlenicus miteinrrstarckenHitze/sich auffsuKIlmn,DikErde aber/in welcher das Silber uns Kupffer ist/ fiyen bleibe/ die alßdan leichtlich zu Schlacken zu bringen/ und das Metall da vonzu scheiderr ftp/ welches sonst nicht geschehen körst/ wann Ser Schwefelund ^ricnicux noch darbeyweren. Ausdieser opiniOnistabzunehmen/ wann man auSdcn Schlackenstein das Silber und Kupffer bringen wit/ so kanS durch keinen ander» Weg geschehen/ dann daß man Seu Schweffel und^rtenicum erstlichdavon scheide/daS geschieht durchs rösten/wie solches in grosser! Rösten auffden Schmektzhütten zu sehen ist/dergestalt/ das man den Schlackensteiu anfangs eine linde Hitze/und nicht ein starckes Fewr ge- be/so felidieKälte bald wider drauff/und erbebt den flüchtigenSchwefel(welcher die Kälte fleucht und dieHiye liebt)daS er leichtlich davon weicht/der sonst in der starcken Hitze/darbey für und für Schlackenstein blieb/ welcher sonst nicht so leichtlich davon gebracht wird/ nun thurs eine lindeHitz allein auch nicht/darumb sol man dasFewr in, rösten je lenger je mehr stercken und zu leyt/wan derSchweft! vomSchlackenstein sich fast weggeröst hat / mit einem starcken Fewr den übrigen Schwefel und ^rie- nicum vollen davon brennen/und ob gleich der Rost davon fliessen würde/so ists ih¬ nen doch nicht schädtlich. Dißschreibe ich daruwb/dasman sehedaS dieNaturkün- diger auch den Sachen fleissig nachgcdacht haben/ unddaS.Rösten daher seinen Ursprung genommen. M^Wie die Probe aus den Scheiben zu schlagen. sM^Ann nun der rohe Schlacken: oder Kupffersteln aus dem Herdt gerissen/ vS^^unddie Scheiben auffeinander gesetzt sind/undwilt denselbigenauff Sil- berproblerenssoschlagvoneinkrje-tnScheibeueinStüfflein/nichtgarmitten/auch Y nicht nicht gar am Orth heranssens welche- die beste Mittelprobe gibt/ dann das Silber tret der kälte und dem gestäbe nach/und werden die Sceinscheiben an örtern reicher de« funden/alS mittenin den Scheiben/ dieselben staffle», puche alle unter einander/ ver- men-e die wol/ilnd nimb eineProbe davon/so wird dieProbe kleiner/daS nennet man die Prob verjüngt/dteselbige reib folgents gar klein/ und wieg davon einen Cenlrm deines probiergewichts a b/und probiere solchen Stein gleich wie oben von den stren¬ gen Ertzen berichtet ist/fty ihm alßbald sein gebürlich Bley zu/ und laß stchö zum er¬ sten aussdemselben abrösten/ letzclichthue ihm warm/damit sieb dir Probe rein an» seudt/Dieweil aber an dieser Probe viel gelegen ist/ jo nimb i6. schweren Bley dar- zu/ Hamit dieProb.Bleyes gnug habe/ danneS ist besser zu einer solchen Probezwo schweren Bleyeszu viel/dann einezu wenig nehmen. Iwcycrley Hattwerck und Kupffer anff Silber zu ptobiercn. Aß dürre und feste Hartwcrck und Kupffer/ da- man in etlichen schwektzen O^Äzlreinem Zusatz brauchet die Silberigen Ertz mit demZuschlag desBleyeS darcrn zu arbeiten / und selchen Zusatz Kupfferreich zu machen/ damit mau frische Stücke giessen/und die Silber davon seigern kan/barauffhann gegen demgemeinen Seigern/eine sonderliche Rechnung und Verstaubt gehöret/ Solches dürre Hart- wercksol auffSilber probiert werden/gleich demKupsftrsteiu/allcin das es lieber ins Bley gehet/das feiste Hartwcrck a der/welchSgleich einem schwartzen Kupffer / und fast eill Ding ist/ das soltu auffSrlber probieren/ wie ein Schwartzkupffers davon hernach weiter bericht folgen wird. Gcschmeltzte Speis; zu probieren. und sich Von Schlacken / gleich dem roben Schlackenstein abscheidet / allein in der Speiß gegen dem Schlackenstein sey der Unterscheid/gleich wie der Schwefe! den ^rt-cnicum übertrifft / also in der Speiß übertreffe der ^rtem'cuLden Schwefel/ derhalben ist die Speiß weisser Sann der Schlackenstein/ undgehet derselbe in Rö¬ sten/weder im starcken noch im gelinden §ewr viel ab / lest sich auch mit keinen Bley überwäliigen/sondern findet sich allezeit wieder/ob sie gleich etwa-davon abnstnpt/ so ists doch nicht viel/ Allein gleichwvl sol man das wisse«/ wann man die Speiß/ so von dem Kiesigen Bleyertz gemacht/ avgemacheinkheilt/ und dessen auff einmahl nicht zu viel/ und dieSchichten rnitEisenschlackeu setzet/ auff dkGoßlarische Arths unter dasLetchtgestübe schmeltzet / so verleuret sich hie tzMiß / undfindet sich keine wieder/ und das Sstberkömpt ms Bley/ daß machet das Spießglaß im Bleyertz/ und der rohe Schwefel im Kieß / welche beyde dell Priemes zuwider sind. Wann man aber solche Speiß auff Silber probierenwil/ soltu diesekbige -lein reiben und abwegen/ und mit so viel BleyeSs als cinSchlackenstein Probe be- darff/ in einen Scherben in Probieroferi setzen / so wird sich im Ausreden ein groß Kornspeißfinden/ welches im Bleyherumb fchwimbt/ und davon nicht verzehret wird. Diß Korn pflegen etliche Probierer mit der Klufft auS dem Bley zu bebens wiewo! sich nun das SilberauS der Speiß in das Bley sergerk s so kans tzoch nrcht fehlen/ es dehelt solch Korn noch etwaSam Silber bey sich. Damit man aber den völligen Halt darinnen finde / und das Kornspeiß nicht heraus heben darff/ so feye die Speiß auffden Scherbens und Eisenfestichs daß kein Silber Helts darzu/so verzehret sich die Speiß gantz und gars und wird zn Schlas Probierender Kupffer-Ertz. rzi Wie man die Kupfferertz auff ein andere/ nemblich durch ein klein öflein versuchen sol- LLeKupffereryefiesindreich oder arm am Kupffer/ diekao man wiefolget auffKupfferund Stein versuchen r Nimb des Erys oder Kieß ein Pfundt klein gerieben/und richte dir ein öflein zu von Ziegeln zusammen gesetzt/ ins gevierde oder ründe einer Spannen weit/ oder laß dir einen vonTöpfferthon machen / und mit Eisern Ringen belegen / und mache unten darein von Köllen und Läimein Ge¬ sinde/ wie man pflegt die Schmeltzöfen zumachen/ und laß hinten im öflein eiuLochl dardurch der Blaß gehen kan / schütte dann in- öflein Fewr und Köllen / blaß ihm wokzu/ daßeswolerglüe/ und sey das geriebene Ertz also roh / ohn einigen andern Zusay hienein/dochuichtauffeinmahl/blaßimmersiarckzu/daß sich VaSErydurch die Köllen unten ins öflein schmeltzt/so eSgenug hat/ so laßes kalte werden/ und nlmb den geschmolyenZeug aus dem öflein/schlag ihn auff/sofiehestu/ oberKupffer oder Stein geben hat / finvestu dann Kupffer oder Stein in den Schlacken Körner weiß/ so stoß eskleinundzeuchszu Schlich/ so scheidet sich das Kupsferund der Stein von deniLrchlacken/ Diß ist sonderlich auffdieKupferschieftr und armen ein¬ gesprengten Kupfferery ein fein versuchen / wann aber -asEry keinen Stein oder Kupffer gibt/sofiehestudasselbeanden Schlacken/nemblich/wanufieuichtKupffe- rich find/ sondern alleszuSchlacken worden ist. Wiltu nun durch solch probie¬ ren/lauterKupffer Haden/und daß der Kieß keinen Scein geben sol / so röst erstlich denKieß gar zutodt/undschmeltzden inöflein/so bekömpstu einKönigvöSchwartz- kupffer/ oder ein solchesKupffer/ wie der Kreß oder das Kupfferery in fich hat/dann thue solch Schwarykupffer zusammen/ wieg-/ und flehe wieviel dir ein oderzwey Pfundt geben hat/ darauff kanstu deine Rechnung machen/ wie viel Centuer Kieß oder Knpfferertz/einen Centncr Kupffek geben / dann alle geröste Ery arbeiten sich frisch/ und scheiden fichlieber/ dann die rohen Ertz thun/ Wil man aber mehr als ein oder zwei) Psnndr in ein öflein versuchen und schmeltzm/ so kan man das Kupffer in ein wo! heiß gemachtes Tieglem abstechen / und alSdanvonden Schlacken scheiden/ allein wasinr öflein bleibt/ samptdeuSchlacken die nicht heraus geflossen seyn/sol¬ len gepncht/gcwaschen/undwas darin gesunden/auchmitzum Halt gerechnet wer¬ den/ Aussdiese Mise kan man auch einen rohen Kupfferkieß nngeröst im öflein schmeißen und abstechen / nnderfabren obergnten Kupffer oder rohen Schlacker?- stein gebe/imd ob der Stein im Fewr öestendtg oder flüchtig sey, Wie man ei» gcschmchtm Kupffcrsmn auffKupffer probieren sol. IeKupfferstein sind am besten anffKupfferzuprobieren/gleich einem ro- c^Ä henKupfferery oderKieß/ wie ich oben davon berichtet habe/wann man die¬ selben klein pucht wie die Hanffkörner/ dann abwiegt/ und erstlich in einem linden Fewrauffeinen Scherben röstet/und wieder gerieben einsetzt/ biß daß ersichtodt brent/ und dann zu letzt klein gerieben/ und mit dem Fluß und ein wenig Glaßgallen darunter vermengt/ auch mit Saly bedeckt/ in ein Tiegel oben verlurrire in einem öflein/ gleich einem rohenKupfferrry oder Kieß/für demGebläß anseudt/ so seht sich ein Kupfftrkorn uuten im Tiegel/dasselbige zeuchauff/ und wieg wie vieles Helt/ so kanstu deine Rechrmng darauff machen / wieviel Centner des KupffersteinS einen Centner schwary und ungeseigert Kupffer geben. Darnach ist noch ein ander ver¬ suchen/ nemblich/ man sol desKupffersteinS 2.. Centner abwegey/ und die mit Bor- raS nnd einem wenigVenedischem Glaß vermengen/ und auffeinen Probierschers ben fliessenlassen/nachmalS mit etnemHandtbalg Verblasen/biß daß es grün blickt/ damit wirstu auch irmen / wie viel der Kupfferstein Kupffer gibt / wisse aber/ daß in dieserProbe das Kupffer gar und rein wird/ und nicht fchwartz Kupffer gibt/ wie oben in dererstenProbe geschehe Damit dir nun dieForm der öflein/auchwie man die Kupfferproben darein pflegt zu machen/wissen magst/ ist in gegenwertiger F'gur zusehen. D ij Wir i/2 Der MM Theil saget von Wie man die schwartzen Kupffer auff garkupffer probieren sol. 8 dem die Kupfferave schwartz aus den Ertzen durchs fchweltzen komen/ ^XL/doch eiUs schöner und reiner alödaSander/ welche nachmals geseigerl/uO allesampt/ auch die gleich kein Silber halten/ und nicht geseigert/ gar und schweidig müssen gemacht werden/ Wil man nun ein eigentlichen gewiffenBmcht ha den/wie viel Centner desselben nachm Seigern ga r oder rein Kupffer geben/so mus man« im kleinen §ewr probieren. Es vermeinen etliche/man könne solches durch solider darzu gemacht küpfferve Streichnadeln erfahren/Dieweil aber die schwartzen Kupffer nicht übemn/sondern einSrheils darunter Eisenschüssig/ eins theilsZienicht/ speiffigtoderVlcyicht seyn/ so kan ich solche ihreProbenichtfür gewiß achten/sonLerngeschichtim Fewrbesser. Erstlich schrote den gegossenKupfferzin/und wieg davon zwey oder drky Cent« ner ab/und bestreich ein Scherben mit klein geriebnem Bleyglaß (welchsim probier ren der Silbmrtz gebraucht wird) setz das abgewegerie Kupffer darauff/und dann in ein frisch Kollenfewr/und verblaß es/biß es einen reinen grünenKupfferblick thut/ so bald du denselben siehest/so nimb den Scherben aus dem §ewr/ und hebe mit einer Klufft das Kupffer aus den Schlacken/ uyb lesch eSab/,schrote eS mit einem Meis¬ sel entzwey/sosichestu ob diegar gut ist/darnarh zeuch eSauff/undrechnewievieldaS eingesetzte schwartze Klipffer/garkupffer geben hat. Diese Probe / ob wo! das Kupffer gewisser darin zu finden/ dann durch die Streichnade!n/so ist doch auch nicht eigentlich darauffzu gründen/ aus der Ursach/ dasdieseProbkletn/nnddesKupfferSwemgist/derhalbengarleichtlichetwaSdavon durchSFewr kau abgesühret undverbrennet werden/so man ihm zu viel thnt/welches im grossen Werck / da viel Kupffer im Seigern und garmachrn beysammen / nicht geschehen kan/und billig mehr Garkupffer kommensol- Wil n un einer die rechte Probe treffen / und den rechten Halt wissen anznge- ben/der mns sich nicht verdriessen lassm/und von einem schwartzen Kupffer mehralS eine Probe machen/und daraus das Mittel nehmen. So man wik/magmanzu dieserProb auchBorraSbrauchen/daneSreiniM Las Metall sebr/und bringet das Kupffer ehe zu gar/Aber meinesBedlmckens/weil ma n Zu grossen Wercken kein Vorras brauchen kan/were es besser/das dieser Probe (sonderlichen Eisenschüßigen Kupffem) mit einem wenigen reinen Bley geholffm werde/ weil solches im Sägern darzu gebraucht wird/davon die KünstöckDleyicht werden/wclches die Kupffer sehr reiniget/ wann aber die Kupffer Blcyichk sind/ de¬ nen darff man mit Bley nicht Helffen. Mi? du probieren ob ein Bley sehr Kupffcr- Eist. Ann du ein Bley basi / und vermeinest/ es habe viel Kupffer bey sich / und ^S-ZOwilt solches recht erfahren/ So nimb haS Bley/ wieg davor: einen Cemner LeS grossen Gewichts / und setz es auffeinen gar flachen Herdt/ mache ein geringes ^ewrvon Holtz darauff/ lege auch ein grün Holtz für/ daß das Bley zergede/ und aar gemach unter dem vorgelegtenHokyablaufft/ So nun solch Bl-'v-Kupffr bey sich bat/wansauchgleichnurr-Pfundtweren/sowirddasKufferauffdein flachen F>ärdtiein siyen bleiben/und was dufindest/ daßist Bleyichtkupffer/ W-itu oa ssel- be aarrein buben/ mustu eSauffem Härdtlein/ für -inemBalg Verblasen/bch rs aar wird/^n derkleincnProbe aber flehet manS auff der Capellen/ dann wann vag Bley/ daß viel Kupffer hat/ abgehet/ so streichen die K—« daß die Capellennach dem Abgehen fchn)aryweryen. Probierendes WhMtts. 1/5 Wie man Wiszmuterk probieren so!. A- Wißrnutery ist ein weiß schwer Ertz/ lmd gibt unter den andernErtzM <^2da6flüffigsteMtall/welches kein sondere grosse Mühe bedarff/ heraus zu schmelM/ Es sind der Schmeltzen aber zweyerley / am Winde und fürm Gebläßt wie folget. Wil man solch Ertz probieren/ wie viel es Wißwnt Helt/ so reibs klein / und wieg davon einenC^ntnerWißulnkrrtz/und zweyCmtnerdeS Flnstes/so vonWein- stein und Salpeter gemacht ist/ vermeng- rvoh tind thue es in etnenTiegel wilSaltz bedeckt/ und oben ein Decklein darauff/ verstreich- mit dünnen Läim / und ftudt es vor dem Geblaß/ in ein öfitinschnelie an / gleich einer Bleyprob/ so findet sich der Mißmut unten im Tiegel/ gleich einemBleykönig/den zeuchanffnach deinemPro- biergewicht/so findest»/ wieviel CcntnerErtz/ Wißmutgibt/wiewolmanbißbero -en Weg nicht finden können/ daß man aus dem Ertz soviel geschmeltzt hette/ als man im probieren funden Hai/ und ist der Uuterscheidt ebengroß/dann man in der kiejnen Prob fast umb den halbe «Theil mehr pflegt zu finden/ al- he rnachWißmut daraus geschmeltzt wird/ Ich achte aber/weil man aus den Zienschlackenimftar- cken Fewr/ das hinterlastige Zien hersuS schmeltzen kan / es solle mit Sen Mißmut- graupen auch geschehen können, Den Wißmur aber sonst an-dem Eryzu schmeltzkn/das sind zweyerley We¬ ge/ der eine geschieht ayi Winde/ der ander vorm Gebläß/ Was weichflöffig Mi߬ mut Ertz ist/ wird gemeiniglich am Winde geschmeltzet / wie e- dann auch also am Winhekan probieret werden / undgeschichtdassilbige Schmelyenalso: Nrmb das Ery/so viel man wil/ zerpuchs in Stüfflein / als die kleinen Wel¬ schen MA und thue die in,Erlerne Pfanlein/ darein man in den Hütten da-Werch pfiegt zu giessen/nach einander gesetzt / daß sie darinnen zerbreit liegen/ und setze die PfankmmsFeU/an den Windtj daerwol hmzukommen kan/und mache einFewr von dürren Hvly/ Modaß der Windt den Hammen in die Pfänleinauffdas Ertz treibet/ so fleust der Mißmut gar leichtlich aus dem Ertz in diePfänlem/ und wans fast außgeffoffen bat/ so nihre mit einemEisen in den Pfanlein da- Ertz umb/damrt was SerMammen nicht zum ersten begriffen Hat/ Saß ers noch begriffe/ und sich heraus schmeltzen. DißistaufföenWOnutdl'erechteProbe/anch-aßrechteSchmkktzen/dattu hernach solcher gestalt nicht mehr daraus kangeschmektzt werden/ hebe alsdan d/e PfänleiuvomFewr/ und thue daSErtzdaraus/ rrnd mache mit einem Holy den Mißmut rein/undlaß ihn kalt werden / thue anderWißmut Ery in die Pfäntein/ und schmeltz fort und fort / Dieser Mißmut der also am Winde geschmtlyet wird/ der istderBesteundreineste/nndkandesselbenlolchergestaltauffein Schmeltzen et- liche Centner gemacht werden/ wie folgende Figur außweiset, Daß andere SchMelyen geschieht derogestalt: Puche das Ertz / wann eS rein istM'in/ist es aber nicht garrein/so wasch esvorzuSchlich/und richte ein öflein zn/daß unten cinerguten Spanne Mit/vier Spannen hoch/ und oben zwo Span¬ nen in-Gevierdlesey/ lege hinten einen schwachen Balg für/ gleich einem kleinen Schmiedebalg/darinnenichnreltz dasW'ßmutertzoder Schlich/ mit Holtz oder wachen Kollen/undwansnochnichtgarzu Schlacken worpm/so zeuch csau-dem öflein/ in einenHöltzern Trog/ der sonderlich darzu gemacht seyn sol/ dämme arbeite daßglüeude Ertz hin und her/ sofienstderWißmutzusammen/ den scheide von den Wßmutgraupen/ und mache ihn rein. WaSzuletztvonGraupenbleibet sbeydevom Schmeltzenam Winde und diesem Schmeltzen) davon pflegt man in grosserMnmge blaweFarbe zu machen/ die wird zu dem Glaß und KrausenBlawzu ferben gebraucht/ hin und wieder ver¬ kaufst und vcrfurth. D iij Vom i/4 Der siebende Theil saget von Vom Zien. Er Zwitter ober der Zienstein / davon das Zien gemacht wird/ ist ein sehr O^Äschwer Ery/ und doch daßMetall das davon geschmeltzt wird unter den andernMetallen dasleichteste/ und istderZwittergutzuerkekien/dati ertstbraunfar- be/welcheFarbe sich ein wenig ans eine kleine gelbe zeucht/doch die reicheZiengraupen sindschwartz/anchschönvongewächS/undsoglattalSWerensie pollirt/und lehrreich am Zien/ wiewol offtmals die Zwitter/ auch anderer gestalt gleich einem Eisenstein/ deßgleichen einem spassigen Wolffram gefunden werden/welchen die alten Bergk- leute nichtgekanthaben / und derhalben mit der Arbeit abgelassen/der nachmahls beym Eisenstein am Anbruch gefunden / und auffbereitet worden / Außder Ursach wo! von nöhten/das man die Zwitter mit fleiß probiere/ob« Zienstein sey oder nicht/ ob er viel oder wenig Ziehn gebe/damit sich die Bergleute desto baß darnach zu rich¬ ten wissen. ES mus aber der Zienstein so wol in dersleiuen Probe/als im grossen Werck/ vor dem Schmeltzen nicht allein gebraut / sondern auch auffs reineste gemacht wer- den/dan wo er nicht gar rein ist/oder nachNotturfftgebrant/so gibt er imSchmektzen nicht so viel Zien/als wann er zuvor rein zugerichtet ist. Wie der Zienstein auffZien sol probic- ret werden. Iewol das Probiern des Ziensteins wie viel cigendtlich ein Centner Helt/ xO^^eine ungewisse Probeist/ sokan man ö^ dardurchsovielerlernnen/bas man dennoch wisse/ob der Zienstein geringe oder gut fty/deßgleichen was beyleufftig an Zieu könne gemacht werden / welches dann hierin der rechte Halt ist / und sind diß die breuchlichsten wege hierin zugebrauchen/ wie hernach folget; Erstlich/wanndn von denZwittern oder gepuchtenZirnsteinMgemeineProbe genommen hastiso reibe die gar suptil/ wieg davon ab nach deinem Probiergewicht/ so viel dich düncket/und zeuch das abgewogene zu reinem Schlich/ und wiege densel¬ ben auch/ setze ibn alßdau in einen Probierofen auffeinen Scherben / und röste ihn in zim blicher Gkut/ und so er kalt worden/reibe ihn wieder/sicher das taube in einen Stchertrog davon/ und wiege Sen reinen Schlich abermahlS/und habe allewege gut acht Sara uff/ wieviel Sern Schlich abgehet/daS Rösten und Sichern thueeinmah! oder viere/ bißder L)teingar rein ist/undihm nichtSmehrabgehek/so isterzum Pro¬ bieren bereitet. Dieses bereiteten ZiensteinS wiegezweene Centner ab/und vermenge darun¬ ter klein gerieben Pech/und nimberneglüende Hasseln oder Linden Kelle/ oder eine andere/ die im Fewr nicht springet/ sondern gany bleibet/ laß meinem Sande kalt werden/und schneide darein ein Falyen/und unten an die Falyen einGrüblein/dareiu thue den vermengten Zienstein oben auffs bereite Ort des FalyeS/und lege auffdens selbigen Köllen eine ander Kolle/ Vergleich so bereit sey alS dererste/ undder auch un¬ ten und oben ein Loch habe / das einer mit einem Blaßbag zwischen hienein kan bla- sen/und verkleide auffbeyden Seitendie Kollen/daSfie beysammen bleiben. So es nun also zugerichtet/so lege ihn mit sampt dem Aienstein in ein Kollfewr zimblich schüßig/ also/das der Zienstein über das Grüblein/darein das Zien stressen sol/ zu liegen kömpt/ lege glüende Köllen darauff/ und blase mit einem Blaßbalg zu/ also das derBlaß gleich in den Köllen/darein der Zienstein ist / stebet/ so fieust das Zien mit einem ftischen flammen aus dem Zienstein.in dasGrüblein/dan so bebe den Köllen herauS/und laß ihn kalt werden/und wiege wieviel die zwene Centner des be¬ reiteten ZeinsteinS/Zien geben baben/nach dem kan wandte Rechnung machen/wie viel Centner der gemeinen Zwitter / einen Centner Zien geben/ Diß achte ich für die beste und gewiste Probe. Darnach k 1 !!/ at h O ck M O riba im -zui naht »M rcki sekali )-keia fM' chB indl^ Bfe«! fi'ktsra ivsttat .MN cvrrdi' hen^it hßkdir Probieren der Iienstein. 17 5 Damach wieg dm zubereitetenAenstein ab/ und vermenge ibn mit d-rnFiuß der von Salpeter und Weinstein gemacht ist/ in einen T'egU der mit Saltz k tu ckt/ iucinem öfiein/ gleich dem Kupfferery/ laß mitdcmHebläßansikden/allem dus man der Probe keine stareke jähling Hitze gebe/dann das Z.en verbrennet gar leicht- davon/ bardurch findet man auch/ w.e vul der Aienitern beylänffcig delt. ESHabenauchdieAenschmelyer/auffdengepuchtenundgewaschncn uuge- braucbttn Arnstein eine sondere Probe / Ncmbl.ch: Sic lassen eine Schauffe! aar Ment werden/ darauffstrewen fie den Zienstein/ was nun daranff liegen bleibt/ und nicht davon sprützet/ und sich färbet/ den halten fie für guten Acnstem/ ist aber viel falsch darunter / so sehen fie dasstbige dardurch auch. <,c, r. Achte derohalben fürbräuchlicher/ daß man denAenstem anff diese Weise/ wie vor gedacht/ probiere/ weil er am besten dadurch zu erkennen/ob er reich/gul oder nickt aut scy/ und was man beyläufftig daraus machen könne / doch fck die jmigen/ die mit solchem nicht viel umbgangen/ oder nicht gutenBescheit wissen/ ist diesePrv- bezugebrauchengut. Wie der Zienstein in den kleinen oster» zuversuchen sey. /^lLAnnderAenstein rein gemacht undgebrant ist / kan man ein halbes oder VKZ^gantzeS Pfundt davon abwegen/ und durch ein klein öfiein sitzen/gleich wie vdenvon der Kupffer undBleyprobe berichtet ist/ uudmtt dem Gebläßobneii'igen andern Zusay/ schnieltzen/ dardurch kau mau eigentlich sehen/ wie viel der Aieustun Dien gibt / allem merck / so man den Zienstein durch das öfiein jetzt/ oder denselben Wmlyenwil/ sol man ihn naß vareinseyen/ und kleine weiche Köllen darzubrau- chenjdann daSZien mag nicht so vtelHiye leiden/alsKupssr und andereMtallen. Bericht von JimSeiffenwerck. >^^A^t AmSetffer>siud sehr vrel / eins theils reich/ und eins theils arm am Stein / und wird im waschen deö WerckS sehr grosser Schadep gelhan/ durch die grossen Wasser/die dieSriffner darzu brauchen / welche des Aenmins/ der aller rollig und snpnl ist/ so viel verführen / daß noch beyzwo oder drcy Milen unterhalb im Wasser/ Aenstein gesichert wird' Were meines bedunckenSvic/ratblicher/weil das Seissliiwcrck iri gemein ein voller Bergktrog / fast ein Ach reinen Aierisichr gibt/ daß solche Merck über dis SiebMbeitgeseyt lm-gewaschelr würden/Dann ein Wascher/so fern ermit der Sieb-Arbeit recht uuibzugehen weiß/ kan in einen Arg so viel durchsetzeu/als zwe- ne Jungenzutrageu können. ES muß aber selch Durchsetzen in ein Faß mit Wasser geschehen / welche- unteuam Boden ein Ach hat/ daß der Schlichdardurch urrb auffeinPlanherdt falle/und gleichwol allewege so viel ander Wasser oben ins Faß zngehe/ daß es stet- voll bleibt/dawic wird der Arnstein übern Planhrrdt steti getrieben/ rein gemacher undauffgehoben. Durch diese Arbeit / so ein Tag 400. Bergktröge voll durchgesetzt und rein gemacht würden/darzu man über Vieroder fünffPersonen nicht bedarff/würde eine Wochefast zu einem CentnerZien/reinerZicnsteingemachetundgesamblet/ welch- witbcss-rmVortheil gearbeitet/ dann wie man sonst pflegt/doch stelle ichs gleicher gestalt zuversuchen/und dem ferner nachzudencken/einem jeden zu sejnem gefallen» Vom puchen und auffbreittn der Zwitter. Cb kan auch ungemeldet nicht lasse/dieweil im auffbreite derZwitter/gemei« c^Äniglich Nicht so vielZiensteinsemacht/im -avö kan gewasche werde/ al- man heyr i/-6 Der siebende Theilsaget von beyläufftig in der kleineuProbefindet/welches ich allein dem üblichen und lang he« gebrachten Puchen/ in dem die Puchstempel nicht dermassen fallen/ als ich oben in derBleyarbeit berichtet habe/schultgebe/undachke/es solle dasselbe anderePucheu/ vbs schon auffZwitterwerck nicht versucht und angericht istworden/zuAuffbreitung derselben nicht undrenstlich seyn/ sondern mebrZienstein dadurch erhalten werden/ und ist der Vernunftgemäß / weil es dem Bley zuträglich/ es würde es mit dem Zwitter undZienertz auch thun/solcheS stelle ich in eines jeden bedrucken und gefallen, Es kömpt offt rnanniche nützliche Arbeit durch versuchen an Tag/ die unver¬ sucht mit Nachtheil und Schaden dahinden bleiben/ wiedann dasSchmeltzenauff die alten verlegenen Zienschlacken auch auffeine mwe Weise/ daß man dieselben nicht durch dieZwitteröfen wie zuvor/ sondern über einen gemeineSchmeltzofen/ der sonst zur rohen Schichtgebraucht wird/schmeltzet/und immer wieder seyet/darauff nicht allein viel/ sondern auch gut Zien gemachet wird. DasaberdieSchmeltzerin gemein auseinem FesselZienstein nicht so viel Zien machen/alSaus dem andern/daß ist nicht/ wie sie es achten/ des brennens und aufbreitens/ sondern ihres unfleifflgenSchmelyens schult/ sonst würde nicht so viel Zeen aus den Schlacken / wie jetzt gehört/ können geschmeltzt werden. Dieweil in dem auffbereiten und schmelyen desZiensteinS/ausden gemeinen Zwittern / im grossen puchen und schmeltzen nicht soviel Zien gemacht/ wie in der kleinen Prob befunden wird/auSUrsachen/daß »mPuchenundSchmeltzenScha- den geschicht/ alskan meines erachtensinAuffbreiten undSchmeltzen/wpl andere und bessere Wege angeordnet werden/ als nemblich / weil das Zien im Schmeltzen noch weniger leiden/ und im Fewr flüchtiger als das Bley ist / und dem guten reinen Zienftein im Puchen/vieken brennen und waschen/ so wol abgehet/ als demBleyery/ bedüncket inich / daßesratbsamer und wolzuversuchen were/das die Zienstein kör- nicht gelassen/ wol gebraut/ und nicht halb so rein gemacht würden/ als zu dem jetzi¬ gen bräuchUcheuSchmeltzen/ folgends über das Leichtgestübe mit starckem Gebtäß auff die Boßlarische ^Zlrt geschmeltzt/ darunter sichdas Zien für den Schlacken und grosser Hitze verbergen uud sicher blerbcukönte / und were kein zweiffel / daß durch diesen Weg/ aus einem sechyigen Zwitter/ mehr Zien würde gemacht werden/als in gemeinem Brauch des Schmeltzenögeschicht. Wie das Iren zu probieren / ob Iu/aß dnrkep sep. OZ^I'ub rein Zien/ in demgewißkein Zusatz sey/ und geuß davon in einem dar- S^^zugemachkenModel/einerundeKugel/schneidtdenAnguß sauber ab/nimb darnach das ander Zien/welches man dagegen probieren wil/ und geuß auch davon in dem vorigen Model einerundeKugel/schneidt gleicher gestaltden Anguß rein ab/ alSdan wieg die letzte gegossene Kugel/ gegen der ersten/ von reinem Zien / find die Kugeln am Gewichte einander gleich / so werden die für einerley Zien geachtet/ Ist aber die ander Kugel schwerer als die erste/ so ist ein Zusatz darbey/ entweder im Schmeltzen darein kommen/oderhernachdarzugesatzt worden/ dann je leichter das Zien ist/je reiner es ist/ Wann man aber eigendtlich wissen wil/wie viel desZusatzS in dem Zien sey/ zu dem gehöret ein sonderlichs darzu gemachtes Gewicht. Erß auffSpicßglas; zu probieren. ^^^As Sp'eßgaß .Ertz/ ist ein schönes schweres Ery/ fast einem Bleyglantz <^^a)gleich / doch Speissig/ welches in Tcut schlandt/und im Königreich Böh¬ men/ in zimlichergrosser Anzahl gefunden wird/wiewol eins reicher uudbesser daun das ander / dieweil man dan solches zu etlichen notbwendigen Sachen haben muß/ tvil ich/ wie dasselbe zu probieren sey/ allhie auch gedencken/ undgeschicht also: Nimb Probieren derAcn. §7'7' NimbdesErtzes älsdie Haselnüßgroß/gepucht 2. oder z.Pfund/ thuees in einen Lopff/der unten ein Loch hat/und mit einer Stürßen bedeckt sep / sctzcden auff einenandernLopff/verstreich die Fugen / daßsienichtvoneinanderfallen / setzesie zwischenZiegelsteineinsFeur/dergestalt/daßderUntere dasFeur nicht sehr berühre/ sondern kühl/und nur der ober in der Glut siche / den man wol soll erglüen lassen / jo fleusi dasSpießglaß gar leichtiich durchs Loch davon rn untern Lopst / dann laß es erkalten/unndnimb dasSpießglaß herauß / josiehetman / wie viel die eingesetzten Pfund Erß/Spießglaß geben haben/ darnach kan man sich richten. Von« Quecksilber. As Quecksilber Ertz/ist ein schdnroch und braunErtz/gleich einem rothgül- '^^ldigenErtz/einsLheilsgediegen/kinsLheils insGcbirgeeingesprengt/Die- O^2ses Ertz zu probieren/kan nicht in einem offenen Feur geschehen / gleichwie manmitanderm Ertz zu thunpflegt/und herauß schmeißt/ sondern gleich einem i>i- rim,ineinerstarcken-^IegüldeneMünßeist(deskIinüMeinungnüch ) sv.Iahrnach der Sil^ bern Müntze auftkommen/ Die ailerälteste Gedächtniß dieser Müntze fin- O^Sden wir/Genesisam iz.mit diesen Worten : Abraham war sehr reich an Virh/Silberund Gold. Hie hören wir/daß des ersten Silbers und Goldes gedacht wird / welches ungefthrlich 2000. Jahr nach Anfangk der Welt geschehen ist. Item / Abimelech sprach zu Sara: Siehe/Ichhabe deinem Bruder iovc>. Silberlinge gegeben. Item Anfangund Gebrauchte Müntz. Isl Item/Abraham habe fürdie Begräbnuß seines Weibes Sara/400. Scckcl Gilbers/gänzerund bewährter Müntze gegeben/Er spricht selbst/ daß man zur Zeit Lochs habe kaufftund verkaufff. Hieraus istabzunehmcn / daß man im ersten 5eculo silberne und güldene Münßegehrauchek habe / unnd daß bey Abrahams Zeiten schon Müntze im gelobten Lande gangbar gewesen sey / und daßcrstnachderSündfluth Müntze seygeschla- gen worden. Man hak auch bey Davids Zeilen/in den Kriegen viel Gold unnd Silber/ Kupsser/Zien und Bley außgebeuket. Zu SalomonisZeiten ist des Silbers so viel gewesen / als eer Skeinhaus- fen/Dann GOtk hat dem weisenKönige grosse Schätze gegeben / von Bergkwerck undZollen/wie dann grosse Bergkwercke am Gebirge Libanon/Hermon und Gilead gewesen/daran Hiob undseineFreundedicAmmoniker/auffderandern selten gewoh- nrt/und viel Ertzerbauet haben / WieEzechielisam rr.rcr AmmonitischcnBergk- wercke oder Gänge gedacht wird/Ich will dich straffen /spricht GOkt / in deinem Vaterlande/und soll dich nicht helffen/ob die Feinde der Bergkstädre verjchoncn/so sollen sie dich in loco venarum vel Loäinai um ruarum übersallen / da du Ertz her- auß pflegest zu hauen. Manfindetaber keine alkeMüntzr/dieeinenNamen hak / außgencmmen die Ducaten / welche (inmassen kolxclorus Virgilius meldet) also genennet werden von dem OKcio Oucsruz live Lapikanei , welches Ampk der 1.on§inuL (als ein Stadthalter Keyser Lukini ) zu Rom auffbrachk. Diejem seywie ihm wslle/so sage ich doch / daß derselbe ein schädlich Ding unter den Menschen/undeine grosse Verwirrung und Uneinigkeit in der Welt ange- üchket hat/ Dann LKoriiunrur ope5 irrilamenra malorum. Woraus die alte Müntze gcschla- gcnfty. /ALAoraußdiealteMüntze geschlagen/oder was ihrSchrokk unKorn gewesen sey/ (istdaranketnZweiffel/dieältesieMüntzeinderChaldrischenMonarcheyun ^Kv^benachbarten Reichen/ sey aus lauter seinem Silber und Golde gemacht. Ich redejeßtallein von der Münße/soinder Bibel gedacht/und im Chal- deischen/Vabylonischen und Persischem Reiche/gänge und gebe gewesen / da finde ich noch von keiner Küpssern oder Eisern Müntze /oder von Vermischung der Metallen/ und daß man dem Golde und Silber/Kupffer zugesetzet hak. Das Babylonische Reich war das güldene Häupk / in der grossen Regie, Uttkiks-Geule / davon Daniel schreibet / Wie das Persische Reich die silberne Brust/ Darumbistzuder Zeitlautrr Silberne undGüldcne Müntze gewesen / biß das Küpfferne Keyserthum in Griechenland angangen ist / da hat sich auch Küpffernr/ Bleyerne und vermengeteMüntze gesunden /Wie auch etliche im Römischen Reich Füsse von Eisen und Lhonwaren / Also istsastalle Müntze vermenget/ unnd am Schrott und Korn verringert. Weil aber solcher Müntze/so aus zweyerley Metallen geschlagen / nirgend gedachtwird/habeichderselbigenauchnichtgedenckenwollen/ Fragetdoch nur der HErre Christus nach des Keysers Zinsemünße/ Bild und Uberschnffk / unnd nicht nach Schroktund Korn/darumb wil! ich hievon auch nicht disputiren- Es wär« zn wünschen/daß einerley gute Müntze / Gewichte / Maß und Ellenim Reich wäre / damit nicht wegen der Verringerung/eine solche Steigerung aller Wahrer»/und muthwiltige Lheurung verursachet würde / me leyder Jetzt ge- schicht. Zweper» IZ2. Der achte TW sagetvon Z weyerlep Münßc und Gewicht lnr Jüdischen Lande» Leich wie im Jüdischen Landezweyerley Gewichtgewesen / ein leichtes und schweres/Also ist auch zweyerley Müntze gangen / Die eine hak Kirchen- ^^müntz/oderdesHeiligthumsseckelgeheissen/die ist geschlagen nach Abthei» lung des schweren oder Kirchen-Centners / Die ander ist gemeine Landes - Müntz ge¬ wesen halb jo l icht oder gering/alö derGeistlichen/nach Abteilung des Königlichen CentneröundLoths. Vom Gepräg der alten Müntz. ^^d'An sichet aus dem alten Gepräg und Abguß desStiffts/ derPriester Müm L ße/welcheauffe.'Ner Seiten ein Räuchfaß oder Altar gchabt / mitderUber- Israelis/aussderandernSeiken die blü- . ende Rute Aaronis/mit der Uberschrisst/ffcrulLlem Kaciolcir.das ist/ Jerusalem die Heilige/Odcr wie es die Gelahrten außlegen / weil bre Stadt ist eine Ehebrecherin woroen/^erusalem die Kitsche oder Hure/WieChristus auch redet/ da er die Juden/ die böse undEhbrcchmsche Art nennet. Dieser Schlag und Uberschrifft ist erst nach Mosis Zeiten träuchlich gewe- sen/da Aaronis Priestcrthumb und das Stiffk oder Labernacul auffgerichtet und er¬ bau t worden / Man Halts auch dafür/daß zuvor nur einerley Gewicht und Müntze gewesen sep/ dann es sind SilberneSeckel längst für Aaron und Daruelgewesen/nemr lich zu Abrahams Zetten. KönigMattiaschinHungarn/hakelnenRaben / den er erschoßt da er ihm «inen versetzten Schmaragd wegführet/auff seine gute güldene Müntze schlagen las, sen/welcheman noch hcukezuLage Rabengülden nenuet. Hernach sollen diePersi, schenSeckrlätarercs,denPseilauchauffihrerMüntze behalten haben / Davondie Lagitrsrir vieBöltzner/Wic der Straßbürger Müntz die Rappen / und die Gültz cher ihre Müntz dir Schnaphancn nennen. Die älteste Müntze hat ein Schiff und zweyfacht Haupt gehabt/ wie lanue in kasti; sagt/welchcsNoah Kasten oder Schiffgewesen/ dann die erste und wunder¬ bare Schiffart/lst bey Noahs Kindern und Kindes K ind^rn unvergessen bi cben/und damit es nicht au« der Menschen Gedächtmß kä mc/haben sies Zum ewigen Gedacht« niß auffihr Münßpragen lasscn/wilman es doch dafür halten/daß eS die altenStcra- seher' so die Jahr und Fest /Hch der Sonnen unnv MondenLauff gerichtet/ Noahs Schiff in ihr Vuchgemahlek/und ein Gestirn am Himmeldarnachgenannthaben. Man hat auffGeld unnd Silber / der Götter und grosser Herren Bilder gcprägek/wie die Historien bezeugen / damit der Religion unnd des rechten GOtteS nicht vergeffen/unnd daß sich die Leute ihrer ordentlichen Obrigkeit aus dem Gepräg der Müntz zu erinnern hätten / damit grosser Herren WolthateninkeinVergeffen gesiellet/und daß im Kauften und Verkauften ein Unterscheid gehalten würde. Daher ist Noah und seines Kastens Bilde/auffdie erste Müntze geschlagen/ und hernachvielAbqötter und grosser Herren Bilder / wie auch des KttMs Libmi Müntze/ die der HErrChristus in seine Hände nam/ des Keysers Bildnüß und Ge- prägehakte/damtt der SohnGOttes die auffrührischenIudenihrer Pfiichk/Eydcs und Huldigung/die sie dem Kcyser und Römischen Reich gethan/ erinnert und zu Ge¬ mühte gesühret. Es haben auch die Alten ein Lamb auff ihre Müntze geschlagen / und sich dar¬ aus erinnernwollcn des wahrenLambs Gottes/ welchs für dergantzm Welt Sünde solle geschlachtet werden / wie dann auch äusserliche Griechische Müntze/Ochsen/ Gchnecken/Euten rc. geschlagen / daher die alten Sprichwörter kommen: Der hat einenFarrenauftderZungen. Oderdie Schnecke überwiegt die Weißheik. Wie wirsagenrEin Loch Gold wol bereit/ überwiegt er n CentnerGerechtigkrit. Und jener sagte: Wer kan sich der geharnischten Leute erwehren/da man ihm ivs. Unga¬ rische Gülden finantzen verehrte« Von Anfang und Gckmuchder Mintz. ISZ Bon etlicher alten RöM: Keys: Müntzc und ttderschnffc/somanhinundwieder inLeutschlano funvenhak. Von Ml.10 finde ich keine Müntze. KeysttS ^^«^T'/Müntze. OIVU8 ^U6. L. c. Der in GGrt erhöhet« Reyser Avgustu« /nach dem gemeinen Rathschluß. NIVU8 ^UQU81U8 8. L. cO^8LI-I8U 8^^. Li^. OKU1N. ?. Der m GO» erhöhet- Reyser Augustus/beschloß im Rath,aus Bewilligung desRath». -erRüterschafftunddergantzcn Gemeine zu Rom- ^UL-U88. 8^'8888. 8. c. ?80VWL8IR Augustus Vater des Vaterlandes/durch Kürsehung des Raths sch luß. CL8?i8l -tU6U810 8. k. 8. Aussder andern Setten unrerdem Stegwägen diese Schrifft. -iU6. tz tvi. 008. INI. ^U6U8. 1-8. kOi. L)em Reyser Augusto-Rath und Gemeine der Stadt Rom. , Augujius oberster mächtigster pnesterzum vierdtenmahl Bürgermeister/ Tollega aus den Warß,gern und Vogeldeu.crn Zunffkn,erster mit heiliger Gewalt und Majestät,das ,st / an welchen sich niemauvves Vermeidung vesschweren Bannes/und grosser Vngnaden Gotte»/ sich vergreiffendarss. Xu6N8-r/i V8U^ . 8. 6. Julia etncReyserin und Mutter der Götter/aus gemeinem Rathschluß. ' U888 80X1^. Erne Wölffl . MN zweycn Rinsern vre fäugen/auffder andern Seiten TRI8UMHX ^01888^8. Der Römischen Volcks und Gemeine Gewalt und NTajestat. Kcys-rs 7-/SL /VLGM Müntzc. OIVI k8/iT888 cL8^8L8 ^tt6U8H kib. LOS. VL8l6N-t7'. Die in BGrc heiligen Brüder/Reyser genant des regierenden Ressers Söhne / zu Bü» Kermelsternauffkünfftig Jahr erwehlet und vorgeschlagen. Mko L8/MVIU8 CL8 688. ?. >1. ^81. kOR Mk.k.?. V86U88IO 8. 6. Nero Claudius Reyftr Mehrer des Reichs der Deutschen Überwinder/ der mächtigste sberst r pnester/Zunfftmetster und Beschützer des gemeinen Mannes oberster Feldherr/Vätek des Vaterlands des Rennen und Lauffen beschlossen rm Rath- ^>880 Ll.cZUOIU8 V8U8U8 6L8. I^k.Ti. LI./iUVIU8 CL8. k. 1?8. k. k. 8.L. Nero Claudius Lrusus/der Teutschenüberwlnder oberster Feltzhauptman Tiberius Claudius Reyser Mehrer des Reichs/oberster pt-tester/'Zunfftmeister unnd Beschützer der Ge» meine. Varer des Vaterlandes nach dem gemeinen Rarhschluß. M8O LI.äUOIU8 c^8. >ZU6. 688Xi. ?. ^.7'8. 80. IE k. ?. 6L>lI0 ^U6U8chl. 8. 0. Nero Claudius 2teyser.Vermehrer des Reichs / der Teutschen üb-rwinder/gewaltig- ster oberster Priester des Volet's/und dec Gemeine B eschüyer/oberster Feldherr. Vater des V»d terlandes dem heiligen Engel des Reysers/nach Schluß des Römischen Raths. 7UZ. Ci.. 6L8ÄIt /M6. 6LH. 8. c. Tiberius Claudius Nero Reyser/Mehr-r des Relchö/überwinder der Teutschen/ nach 'ri. CI,/tUO!U8 CL8. /M6. k. ltl. VKI. ?. s.Vl?. ?. k». 8. c. LX 8. C. p. p. k. 08 CIV88 88^V?i'rO8. Tibcrltis Claudius Reyser/Mehrer des Reichs mäckttgster oberster Priester / Zunsst« mersterundBeschützcrdesVolcks/obersterFeldhauptman/VatervesVaterlandes / «ach des Rachs Schluß und Meinung Aus Dccrec und Schluß des Raths/dem Vater de« Vaterlandes, wegen der beym Leben erhaltenen und beschützten Bürger. » X O8^UOIU8 (iL8-i8 O8.sl8U8 088^1. 8X 8/Z.CL8. LOO?. Nero Claudius Rcyser/Drusus ein Überwinder derTeutschen/dvrch den Rathschluß un¬ ter die Priester Mit erwehiet. , Klvittss^/6^^ Müntzc. CL8^8. 6L8N?i8IicU8 ?0m. ^.181. ?. V88Vä. 8.6. Casus Reyser/Mehrer des Reichs der Teutschen überwtndcr/oberster Prrester/Handha- Herder Gemeine, die Göttin» und Nothhelfferin Vesta beschloß der Rath. Vom Ksyfer LI^UOIO finde ich keine Müntze. K-yscrs Do.V/i/^X/ ^L^oW Müntzk. ^880 C^8^8 ^U6U8^U8 VL87'-!i. Nero Reyser Mehrer des Reichs/Vesta der Römischen Nonnen patrov- IEN88O LL8. ?. ^UO. XILXIE8 VicrNLIä ^U6. 8. (i. Gberster Feldherr Nero Reyser / oberster Priester / Mehrer des Rrichs/ der gewaltigste und fieghaffttgste üderwinoek/auffErkändtniß hnd Schluß de» Rach». !S4> Der achte Tßeil sagctvon Keyscrs Müntz. 8886IU8 681.8^ 1^?. -tU6. 8. 6. rMQILäl.Lä IE. 6/88^8 /i.U6.18.?.kU88I6X I.ILk81L8i 5.8. Gemeine Freiheit und Erledigung. Vom Keyftr 0HO finde ich keine Müntze. Kepscrö^lLLLU Müntz«. VI18l,I,IU8 6L8,VLXI6U8 IIV8. ^VI6 ?. ZI. 18. ?. 8. 6. Vitellkus Teutscher Vbstwinder Oberster Feldhauptman Mehrer des Reichs'oberster Priester/Zunffrmerster und Hundhaber des Volcks/nach des Rarhs Schluß. Kkysus^E^ÄE Müntz«. V888.8O6.8.Z1. 608.IIII. IZI?. 6L8.8^I,U8 ZOO. Vcspasianus Mehrer des Retchs/oberster Priester, zum Vierdten mahlBürgermeister, oberster Feldhauptnian/Resser/die woifahrt Augustk. IE V88kä8I^NU8 ?.Z1, 18. k.k. k. II. 608. 8181211^8 1LZI8O8IIZI. Oberster Feldhauptman/Vespasianus/oberster Priester/Handhaber der Gemein/Vater des Vaterlandes zum andernmahi Bürgermeister/ glückseliger Zustand und Zeilen, IE 6L8. V88k^. ^06. 8. ZI. 18. k. ?. ?. 608. III. 8. 6. Oberster Feldherr Vefpastan/Mehcer des Reichs/oberster Priester Zunfftmetster dep Gemein/Vater desVaterlandes/zum dritten mahl Bürgermeister/ durch Schluß des Rarhs. V88k> äU6. k. ZI. 608. III. 1E6^8. 8Z1U8 ^116. Vespasian Mehrer desReichs/oberster Priester/ zum drrttenmahlBürgermeister/ ober/ ster Feldherr/ Reiser/ Glück und wolfarth dem Mehrer des Reichs. IE OL8^.8. V88?^8. ^U6 k. ZI. 18. ?. ?. ?. 608.1. 68818. 8. 6. Oberster Feldhauptman ResstrVespasianus Mehrer des Reichs / oberster Priester/ Handthoberund Zunffrineistec der Gemeine/Vater des Vaterlandes/ zum erstenmahl Bürge«, metster/nach eroberten Jüdischen Lanven/Beschluß des Raths. I/Vk. 6^8. VL8?8. VI6108I8 806. '8.6. Oberster FcldherrResser Vespasiatt / durch Steg Vermehrer des Reichs / mit Beschluß desRaths. I8ie. 6L8. VL8?8.LI8^U8 78I. ?. 8.6. Oberster FeldherrReyterVespasian/obersterPriester/MeisterderZünfftevesRöm-Vol- ffes/durch Beschluß des Rarhs. IEE8k88I88IU8 6L8. P.1V.181. ?.?.?. 608. VII. 8. 6. GbersterFeldherr VespasiaU/oberster Priester/Meister der Zünffte des Römischen Voi- «res/Varer des Vareriandes/zum siebenden mahl Bürgermeister,durch Schluß des Rath». Keysrrs Müntze. IE.1I1U8 6L8.VL8888.8U6. ?.Zl, 181. k. Vlili. XV. 608.VN.?.?. Oberster Feldherr Titus Resser Vespasianus/Mehrer des Reichs / oberster Priester/ Zunfftmetsterder Gemeine/ zumneundtenmahl funffzehner / zum siebendenBürgermeister/ Vater des Vaterlandes. IE. 111.6^8. VL8?.8U6.?.ZI. 181. ?. 6O8.VII.L1LL.XI1 8U6. 8.6. Oberster Feldhauptman Titus/ Resser Vespasianus/ Mehrer des Retchs/oberster prte/ steč/ Zunfftmetster ver Gemetne/zum siebendenmahl Bürgermeister/ Ewigkeit und langes Le¬ ben dem Mehrer des Reichs/bcsihloßderRath. IE.1I1U8 6L8. VL8?8. L.8U6. k. IN. 18. r. k. ?. 608. VIM. 8.0. I81L.6L8. DIVI VL8P. 8U6. 8, ?. IN. 18. 8.8. f. 608. VIII. 8ILIVO8IL OO1VI6ILLL 8.k. Zum ewigen Gedächtniß Domicille der Rath und Volck zu Rom. Vom KelM finde ich keine Münke. Krys-ks Müntz«. ML.LIL8V8 6L8.8U6.L.ZI. 18. ?.6O8. II. ?. ?. 88I.U8 PU8LI68. Römisches Reichs Verwalter,Nerva Resser angezeigt bestatt von Gott ob erster Priester Gewalthaber dec Gemein / Bürgermeister zum andernmahl / Vater des Vaterlandes/ Hesl des Heersund Rrrcgsvoicks. IE-NL8V8 6L8. /iU6. OIVU8 XU6U81O8. 8. 6. Der heilige Augustus Römischer Obrigkeit Verwalter / Nerva Reyser von Gott erweh- iet'geweyher des Rarhs Beschluß. Kryjers Müntze. Ik>I?. 0L8. IM8E 18^1^^.^1.16.688. ?. IV. 18. k. 608. II. Oberster Feldherr Resser Nerva Traianus/Mchrer des Reichs, dcrTeurschen Vberwin, der/oberster Priester, Znnffrmelster des Volcks/Bürg rmelster Zum andern mahl- IE 6V-8 Io?8V/r 18^I8X. ^U6. 688. 8. I-I- 181. ?O1. 6O81II.? ?. 8.6. Oberster Feldherr Resser Nerva Tra/anus Mehrer des Reichster Tentschen überwin- der/oberster Priester,Gewalthaber der Gemelne/ zumdriktenmahl Bürgermeister / Vater des Vaterland»/durch des Rarhs Schluß. O von anfangs und gebrauch der Müntz. 18 5 IE. OäLS. ttLKVä -rkäläN. äV6.6LKK1. IR. p. OOS. IM. 8 o Obersttr-Feltdauptman /KeyftrNerva Tra>anus/vrrmthrrr d,s Reichs, Ubtrwindcr des Trat» scheu/ ObtrsterPriesteri Zunsstmeister und H«nvthaber der Gemeine/ vermöge des RatöS Schluß m? cäL.ttLkVLLrkLi^o zvo.6irk.väc.k.u.rk.i>.co8.vi.k. c^k.0?rlöio?kitieipl. Dtm0berstenFeltbauptman/Keyser Nerve Trajano/vtrmebrtr des Reichs Überwinder ter Ttutschcnund Gothen/ demobersteumächkigstenPriester/ Zuufftmeisternund Handthabern derGe» »leme/ r»m sechstenmakl Bürgecmeister/ dem Vater des V»teriandcs/Rath undGememe des Röms» scheu Voicks/ihremfrömhsteniiud besten/Fürsten. löli'. k. 8.0. ObersterFelthauptman/ KeyIer TrajMus/Vermehrer des Reichs/Uberwinder der Teutschen/ Meistern und Handthabern derZ nnffte und Gemeine/nach des Rathö rinheiligen schluß. So viel von etlicher Röm: Keyscrn Münye/ welcher ichalhie umb der umb- schlifft willen gevencke. Dieweil aber )ulius L-elsr, Keyser Oauöi us, Orro und Oomirianus, mit in die zahl derRömtjcheu Keyser scyn/und ich von ibrer Münye keine Nachrichtung haben mögen/ als habe ich nur allein von Pen obgemellen /o. Meldung getban. Bon der Schwere und Werth der alten Müntz / was sie gewogen/und wie vielste gölten habe» S ist oben gedacht / das bey den Juden zweyerley Gewicht gewesen scyn/ ein o^schwekerundieichterCentner/eiuschwerkruudleichterScckel/Den schweren Cenkner und Seckcl bat inan i>n Tabernacul gebraucht/ darumb nennet sie MoseS des S'ifsis oder derKtrchen und Hitligthumbs Gewichte. Das andere kleineGewichke und leichter Münye/ hieß man das Landt oder gemeine Gewichte/damit man in weltlichen Händeln wug/und das im Landegänge und gebe war i solches wird das Königliche Gewichte r. Sam. »4. geneunet/ dann GHtt hat immer die beyde Regiment unterscheiden wollen/ damit eins dem andern kein Eingriff rbete/Obwol derKönigliche Centner der alteste/und desHeiligthumbs oderSnffcs Gewicht erst mit dem Tabernacul bey Mösts Zeiten ist auffkommenf wil ich doch erstlich vom schweren Gewicht reden. Es hat ein schw/rcr oder KirchenCentner/ irooo. örackmas oder Quintet/ oderzooo. Seckel vder Loth gewogen/daß ist 50. minus oder Schock Teckel/und tvestloo. cirackimLoderQuintet/ solcher Secke! 25. machen/ so hateinJüdisch Pfundt^s. Loth gehalten / ist also diß die sthwere und Gewicht desTabmmculS Cenkner oder Lorh/DeßLandes oderkleinen Gewichts ist Halb so Viel/als ncmblich/ /502. Teckel oderLE. So har man auch hMöhtige/lötbtige undzweylöhtige Goltgükden geschla¬ gen/ Daher viekercht das Wort in Keyserlichen ?«n Sachen geblieben / Zehen MarcklöhtigeS Goldes/oder wie etliche meinen/daS eSlöhtig Golt heisse/ das rein/ lauter und von allem Zusatz erlediget ist/ wie genialen und angequickt oderWasch- Goll pstegt zu seyn/ wolle also Seckel und Loth eines Gewichts gewesen / und nach eines Namens seyn. In Pfunden isteinUnlerscheid/tvie auch mannicherleyM Heilung dcsPfun- des/ Lols undQnmtet gewesen/EinJudischPfund hat seine tvo-Quintet gehalten- DerRönmPfnndthatir-Uny/daStst24-Lorh/oberc/cr.Quintetinstch. Unsere Pfundehabenr.Marck/dasistzr.Loth/diethun128 Quintet. Dies-oo.und 20. Centner Golt / die König Salomon auff z. Jahr in Ophieraußbracht/ein Centnernachgemeinem Gewicht oderGkiechischlalcnr, für 60. schwerePfundt/ oder^Oso Q lintetgerechnet/leufft in die r^.Tonnen Goldes und 20020. Gül- den/eineTonne auff)ooooo. gerechnet/ also fort mit andern Summen in Golt- Rechnung. Einen solchen Quintet Gülden hat man färAlterS auff )o. Quintet Silber- gewardiret / wie auch diese Valvation Heyden Griechen blieben / die einen leichten Centner Silbers/auff 6do. Gülden ta' »ret haben / da- 600 Quintet Goldes ste¬ hen mit 6voo. Quintet S'lberS/so einCentner machen in prooorriove äecupla, und halten sich gegen einander / wir 10,Theilgegen einem- - Aa ' Wann v 18 6 Der achte Thcil saget von Wann man anderthalbe Sächsische oder JochimSthaler nimpt/ die wegen ir. Quintet/ so vielgiltein Ungerisch Gülden/darumb gilt heute zuTage daöGolt zwelffmahl so viel als daS Silber/ dann was dein Golde am Grade fehlet/ das ge¬ het dem vermünyten Silberam Korn abe. D>ß siy also von Veralten Jüdischen Müntze gesaget / daß mau ein Quintet fein Golt / auffeinen alten Gülden gewardiret/ oder daSein alter Gülden/ ein alt Quintet gewogen/ wie noch die jetzigen alten Ungerischen Gülden halten/ Auffdie- sen Taxt sind die grossen Summen/ so in derBibel von GoltCeutner geseyt/gerkch- net. Vom Halt etlicher Goltmüntze/ so jetziger Ait in Tcutschlandt Gänge und Gebe seyn. MGolt-Gewicht wird die Marck in 24» KarathoderKiralh (woesan- <^LSerstsein ist)getheiket/dann fein Gelt sol auff 24. Karathgradiret seyn/wie- wol solches/ so wenig als im fein Sllber kau erwiesen werden / so achte ich doch das für ein m-r fein Golt / daß durch das SpießglaS gegossen / und fleissig Verblasen/ nachmahls dünne geschlagen/ und durchs Li men r rein gemocht wird/daß derHalt dessn auff 2z. Karath und 11 Grän kömpt/ und also biß miss em Grän nach/ fein wird/ der übrige Gran/ so daran mangelt/ist darinnen an fein Silber. Portugaköser hakten fein Golt LZ.Karath/n. Grän und i. Gran weiß. Nosenobel hakten fein Golk rz. Karath/ jo. Gran / und r. Grän weiß. Heinrichnobel halten fein Golt rz. Karath/ 9. Grän/ und z. Grän weiß. Engclotten hakten feinGvlt rz Karath/S.Grän/r.Gränyu iß/ uudr-Glän roth. NrwEngellotten hallen feinGvlt rr.Karath joGmn/t.Karath weiß/und r.gtän DoppetteDacatenhaltenfeinGoltrr.Karath n.Glän/undr.Gränweiß. (roth. Einfache Dncaten halten feinGvlt rz Karath 8.Grän/und 4-Grän weiß. (weiß. Siegmuuder Ungertsch. Gülden halten feinGvlt rz.Karath io. grän/ und r. grän Ladißlat UngerilcheGülden halten feinGvlt rz.KarathS. grän/und 4 grän weiß, ^erbinaudi ÜnaerischeGülden halten feinGvlt rz Karath s.grän/s.grän weißund Spannr'schDucatenhaltenfeinGokt rz.Karath 6.grän. (i.Gränroth. FrantzöflscheCronenhaktenfein Goktrr.Karatbö.grän. Cronen nach deSNeichS Valvation, hakten fern Golt 22.Karath z.grän. Cronen mit dem k hakten feinGokt rL-Karatö//.Karath 4 Grän weiß/unö S.gran Goltgülden hakten fein Golt /8- Karoths.grän. (roch. Von Beschickung der Dncaten Leonen und Goltgülden. Tem/wannein Müntzmcister emPostvornoo. Marck fein Golt hat/ wil daraus Ducaten Münyen / die r z.Karach S-Grän halten sollen / muß er dieselben mit weiß/das ist/ mit Silber beschicken/ist also die Beschickungauffsoo. Marck fein Golt ein Marck 0. Loth / x^Z Theil Grän Silber/ ist daß vermischte Golt 10. Marek/ 6- Loth/ MH TheilGran/die müssenfür demGebiäß nach Arth und Gelegenheit/ zu Zehn gegossen werden/ und zuDucakcn verfertigt/ darnach ge- glüetundgeferbet/und können davon Dncaten gemacht werden <549iStück/ die¬ selben mit r. Thaler zu Thalern/ thun 12-82. Tbaler/ ist also in den beschickten Marckfein Golt 2Z. Karath S Grän/ uudgebenStückauffdieMarck. Cronen Gott zubeschicken auffj oo- Marck fein Golt/muß man Silber und Kl'pffer zersetzen/ doch muß desStkbers MeyTheil/unb desKnpffers nur ein Tbeil seyn / als Silber Marck7. Loth Thcil und Kupff-r/ r»Marck o. Loth/ f.Gtän/ Ansangk und Gebrauch der Müntz. i8z 5. Grän/ist also -ieganye Beschickung 7,Marck iZ.Loth l ^Tdetl grän / halten also die Cronenrr.Karathz.Grän fitn Golt/z.Karath r. Grän weiß / uudS- Grän roch. Wann em Münymeisterfcin Golt hat / undwil dasselbige auff Reinisch GoltoderGoltgülden beschicken/daöistis Karath undrr Grän Halt/muß er anff t02.Marckftm Golt zuseyeu i-.Marck )i. Loth/l2^-?Theil Grän/welrherZu- say muß seyn Silber und Kupffer / doch ist daszehenlöhnge Silber der Reinischm Gülden rechter Zusay/und ist also dieBeschicknngir^.Marck/i) Loth/ rr idcil Grän/basselbige muß nun der Müntzmeister nach seiner Kunst und Verstand! für dem Geblaß schmelyen/daß es fein geschmeidig wird/und folgend- m Zehn giess ns unddurch die Münyeröhme oder Gesellen zu Platten gemacht/ geglüet und geprä- get/u»d darnach mit der darzu gehörigen Goltfarb in einen Tiegel gefärbet / damit sie die rechte Goltfarbe bekommen. Derowegen von den r 29. Marck u. Loth / tbetl Grän Goltgülden ge, wacht werden/^z^r.Goltgülden/thun zu i^ Thaler 1421 iß ist also in jeglicher be¬ schickten Goltgülden Marck lg.Karath s.Grän feinGolt/und geben /r Goltgül- deüauffcin Marck- Deßgleichen können alle Goltmünye durch solche Mittel be¬ schickt und vcrfärtigt werden/alö Portugalöser/Ducaten/ Rosenobel/Engelotten, Cronen/Goltgüldcn und dergleichen Goltmünye mehr. Verzeichnüß der Beschickung etlicher Gangen und geben Gtlbermüntze / nach dem jetzigen deß Reichs Schrott und Korn / alsuewtich: ^eichsThaler/ HalbcThalerund Orter. Mariengroschen. Gute Groschen. Mattier. Crenyer. Dreyer- Halbepayrn. Pfennig. Doppelte und einfache Schillig Plapperpfennig. Die Beschickung der Münye/so nach de-Reichs Schrot und Korn geschrcht/ ist nach Ser CöllnischenMarck/wlewoldie Wrnbergische und Erffurdischu Marck ein Quentlein und mehr schwerer ist/danir die Cöllnr'sche. Ein Marckfein oder Brandtsilberhelt -s-Loth is.Gran/ist also dasBrand- silber biß auffr-Gran noch fein gut. Wann nun ein Münyweister solche- Brandtsilber- joo. Marck auff ReichSkhaler/Halbe Tbaler uns Orter beschicken wil/muß er denselben n.Marck/ ij.Loth/9 Gränroth oder Kupffer zuseyen. Ist also die Beschickung im Tiegel 1 )i Marck/n. Loth/9Grätt/davou gebet im giesseu ab4^Lotb/bleibe>» also in Münyzehn m. Marck 7.Loth/davon werden gemünyet 89-4 Reichsthaler/und Helt die beschickte Marck fein 14. Loth/4» Grän/ und gehen S- Stück/oder acht ReichSthalerauff die Marck- Die Reichs-Fürsten Groschen von Brandtsilber zubeschicken / muß man auff roo.Marck roth oder Kupffer zuseyen/w!.Marck/6.Lotb/9 Grän / ßsTheil Grän/ist also die Beschickung im Tiegel rvi.Marck/S. Loth 9 Gran / A Theil Grän/demselben gehet im giessen ab i r-Loth/x^Theil Grän / bleiben also Zehn looMarck /o. Lotb / davon werden Platten gemacht/ diewegen2Oo.Marck 10. Loth/die sind mitWeinstein und Saltz weiß gemacht / ist in dem weißmachen den Platten abgangenr Marckö.Loth / bleiben also weisse Platten 199. Marck 4. Loth/davon sind geprägte stück 27or9.'dleselben mit 24. gute Groschen cjiviörrr» kommen l i r-.Tbaler r. gute Groschen / ist also die Beschickung in einer March S.Lothfein Stlber/undgehenizs.stück auffein Marck. Aarj Die i88 Der achte THeil saget von Die Dreycreutzer sollen halten 7. Loth s. Grän / und wird auff die Marck gerechnet r 5«.Stück/Die Pumpendrücker aber machen für die Marck 160. stück. HalbePayensollenhaltenSLoth/undauffdie Marck gehen 180. stück. Die Beschickung derdoppelten Schillingvon demBrandtstlber/ auffwo. Marck/mußmanrothoderKupfferzuseyen/n6.Marck/8.Loth/ilWTheil/istdie Beschickungim Tiegel2iö.Marck/S.Loth/WTheilGrän/gehet im Guß ab/ ir. Loth/n s WTHeilGrän/davon werden Zehn r ls.Marck/1 r.Loth / daraus «erden Platten gemacht LlsMarck i -..Loth/ dem gehet im weißmachen ab).Marck «Loth/ bleiben 214 Marck 4-iLoth wer sse Pla tten/davon werden geprägt 17§^6.stück/oder doppelte Schilling/oie thun ijrzyThaler/ist also «seiner Marck der Halt 7.Loth/ 9.GränfeinSilber/und gehen 84. stück auffdie Marck- Item/Mariengroschen oder Mattier von Brandtfilber beschickt auffroo. Marck/muß manroth-der Kupffer zuseyen 229. Marck/ kömpt also dce beschickte undvermischte Marck auSzu ^.Lothen/cmgleichen können allerley sorten von St!» ber/nachArth und Gelegenheit beschickt und verfertiget werden. Zu den Reichs - Dreyern zur von dero Brandtsilber beschickt / als roo. Marck/darauffwird roch oder Kupffer beschickt zzz-Marck^.Loth 6. Grän/ ist i,u Tiegel beschickt gut 4ZZ. Marck 5. Loth 6. Grän / demselben gehet im giessen ab r. Marcks. Loth 6Grän/davon werden Zehner/dieselben werden zuPlattenge» macht/und mit Saly und Weinstein weiß gemacht/ gehet ihnen im weißmachenab z-Marck/bkeiben weissePlatten429.Marck / davon werden geprägte Dreyer ge» macht 1 o^z^/dieselben thunThalerzu 2 4. gute Groschen gerechnet ji^-Thaler/ rr.guteGroscheu^.gutePfennige/istalsoittdembeschicktengut/ ineinerMarck Z-Loth )4- Grän fein Silber/unp gehen. auffeinerMarck rsf.stück oderDreyer- DergutenPfennigegehenauffeinMarck88o.stück/helt ein Marck 4 Loth/ wird der feinen Marck zugeseyet z.Marck roth/und die feine Marck vermünyet für -.Reichsthaler rr gute Groschen. DerPlapperpfennige gehen auffein Marck ü72.stkck / heltrinMarckr. Loth/wird der feinen Marck zugeseyet 7.Marck roth/ und die feine Marck vermüll, yetA.ReichSchaler 28. gute Groschen. Schrott und Korn an Gold und Silber / ist beyMannes -enckerr immergefak len/wie man solches aus Historien/ und wann man alte Müntze aufffetzet und auff» zeuch t/wok bewei sen kan/nun machen vielTHeil schmale erbe und geringereMüriye. Bon Aufföemmng und Prägen der Müntz. S ist nicht eine gemeine Klmst/in der Gießkammer eine Beschtckungzu ma- chen/und ordentliche und gebührliche Korn-Schläge halten/und ein rund uü rein Gepräge auffeiu Circke! richten/und ebene Platten Prägen/ wie auch hierzu vielMühe und harte Arbeit gehöret / wann man die, grossen stück Silber mit Meisseln und in die Tiegel eindrängt/darnach daSrothe/nachgefttzterProbe zuse» tzm/und recht beschicken/wie es der Halt erfordert. Jtem/so man aus dem zerlassenen Werck/Silberzehn geust / und dünne fchlägt/und nach dem sie wiederglüet scyn/zerschrottet / oderschrötling daraus stü- ckel/und mitQuätschhämmern breit schlagt und quätschet/und in der Glüpfanneu wiederabglüet/und folgents mit der Benehmschere beschneidet oderbeniwpt / das ein jeglichs Stück sein Schrott und recht Gewicht behält. Item/wann man solch benommen Gelt wieder zugleichet / undeszumdrtt» lenmahlglüet/unddarauffindie beschlagzangenmitPlatthammern beschlägt/und kurtz beschlagen Gelt drauS machet /und nach dem es abermahl geglüet / wieder ge» quätschet und beschlagen ist/zu Churfürsten machen/darauff es wieder geglüet und bekopffc/und die Platten weiß gemachet/wan sie m Weinstein gesotten werden/als- dan werden diePlatten rein gepräget/wannPrägstöcke undPrägeisen reingeschnit Ansangkund Gebrauch der Münk. 189 Da aber die geschlagene Münye nicht rein/ oder zu gründe angangen/ und sie köppicht vergriffen/ verrückt/ zuckent oder zerschrickt ist/ das nennet man von der Kiesen oder ihrem Schmiedestock / der vom schmieden oder Stücklein also geuenuet Cisalieu/die setzt man neben den andern/ so ihr Schrott/ Korn und Gewicht nicht haben/wieder inTiegel/ geusset und Münyet sie wiedervon newen. IchwilgeschweigenderfchwerenhartenArbeit/wclchedieOhmein derGieß- kammerthun/wann sie die Zehn giessen/ und einen ganyen Tag in ihrer Schmitten mit dem Hammer darauff schmeissen/ wiedann die Münyer-Iungen/ die imGlüen mit ihrer Jungfrau) in dem Fervr herumb tanyen/ daß ihnen der Schweiß über den Pbleufft/ welche-nicht so eine geringe Arbeit ist/ wie mannicher gedruckt/ soviel Mhe und Arbeit gehöret darzu/ wann man saubere Münye machen wik. Ob wol dieReichs Abschiede und Münyordilungett klährllch vermögerl/wek- cher gestalt dieMüny anSchrot und Korn gleichhallig sotten gemüntzt oder geschla¬ genwerden / deren fichalle Stände des Deichs billig bequemen follen/so gidrs doch die tägliche Erfahrung/das allerley frembde/undüchtige/grobe und kleine/ güldene und silberne Mmye/ so nicht nach des Reich- Schrott und Korn beschickt/ jetziger zeit mit Haussen im Heilligen Römischen Reich gemüntzt / und im werth der guten Müntz außgegeben werden. Als ist meines erachtens / das beste mittrl/ das mail solche Abschiede und Mnyordnungen/ durch ein öffentliches Kianäac vernewere/ das dieselbe nicht Hy» Ker / dann nach dem Halt und ihrem werth auffgenommeo und außgegeben werde/ Zuvor auß / weil etliche Chur; und Fürsten / so durch Gottes Segen ihre stattliche Bergkwercke haben/ sich dieserOrdnung bequemen/ das sie nach dem verordneten Schrott undKorn Münyen iasseri/ und obwol denselben Fürstenthumb besser were/ da-darinnen keineanderMünye außgegeben und eingenommen würde / daun sie selbßenMünyen liessen/ so kau es doch wegenber lüomworcicn und mamucherley Haudtlung mitden Äußländern/nicht seyn. Derowcgen man billig alle frembde/ undüchtige / Grobe und kleine Müntze/ alSTdalcr/halbe Tbaler/Orterj guteGroschen/Dreyling/Fünfferling/ Tornosen/ oder Sechslinge/ Mariengroschen/Payrn/dopprlteSchMlng/die solchen Schrott An-Korn mchtgkeich seyn/verbiete. Weik eS aber gantz Teutsch/andtzu mercklichem schaden gereichet/undje len» gerjemebr/soichergerülgen Mmitz von etlichen Reich-Starrden gemüntzrt werden/ Als kan ein Fürst seine Unterthanen gleichsfals durch ein offenes Außschreiben/ denwerth und das geprage/ wie hochman solche geringe Müntze auffnehmenund außgebensol / Nsnäjren lassen / unddarnebennichtalleiydenEinwohnern/son» dem auchden jenlgen/so ihreNahrung/Handel undWande! in denselbenLanden ha¬ ben/gebieten/ das sie obermeltegeringe/freiubde Münye nicht höher einnehmen oder außgeben/ dann der Anschlag nachher feinen Marck und ihrem rechten Werth vs> llrr und gesetzt / bey Verlust und Straffe des Geldes, ES sollen auch dieKreyß-War-einauffden Erzgebirgen/ Quartalichalle geringe und frembde Münye mit Fleiß probieren/ und ikrer Herrschafft grämlichen brrichtdavon thun/damtt man solche Mängel auffdenRcichökreiß oderprobsrion- tagen corriZircu möge/ und verordnen/ wer falsche Müntze an ein Ort brechte/ und wissentlich die Leute damit betröge/der sol nicht allein solchGelt verloren haben/son- dem auch zur Staupen geschlagen/und deß Landes verwiesen werden. ES sollenauch die andern Kreiß-Stände neben höheren und Niederlegung de-HammerS verordneu/daß/wan jemandt äusser des ReichSordnung die Müntze verringen würde/daS er dieselbe wiederumbAuffnehmen undäußwechseln sol. DaS auch diejenigen / so gute Münye in Tiegel setzen / und geringe daraus machen / wie imgleicheo auchdie/sogüldene und silberne Münye beschneiden/ auß- wippen IrgnLUrcn.oder fakscheMünye außgebeu/blllig nach de-Reich-eonüim- rion/ am Leben zu straffen seyu» - Aa iij ES I 9O Der achte Theil saget von Es ist war/ und man befludtS in der Thal/ wann man mit der Müuy (ausser¬ halb unvermeidtlicher Kriegeörund LandeS-Noth) fellet/ und man Schrott ui'd Korn ringert und endert/so endert sich auch entweder Schlag/ Uberschrifft/oder das Bergkwerckkömptin abnehmemDerohalben sehe ein jeder wol zn/ der seines NWS oder bösen vortheilS halben gute Müntz in Tiegel seyt/ und geringe Müntz daraus machen lest/ oder räht/das man guter Landeßwehrung abbrechen/ und frembde böse Münye hilfft unter die Leute schieben/ Es wird des coocrabanrs doch keiner reich werdeu/Wasaberhirinnenzu rc/ormiren undzu bessern/ befehle ich derObrigkeit/ die hievon Ordnung zu geben un zu straffen Macht hat/ Ich sage un thue das meine. Durch was Mittel man die geringe und falsche ' Müntze abschaffcnkan. bIBwol etliche Fürsten und Städte gute Münye nach des Reiche Schrott und Korn auff Thaler beschickt/ die Marck 14. Loth und 4« Grän haltet«/ schlagen laffen/so ilt doch dargegen der mehrer Theik/die sie geringer rnachen/Damst aberdie grosseÜnglnchheittm Müntzeu abgeschafft werde/ist meincSerachtenS diß das einige Mittel/ daS ave Sorten derMüntzeaus lauterfeinoöer Brandtsilber/ da dik-Marckis'LothundlS.Grän hklt/ohtlallesRothundZusayge«uüntzt werde/ wtediejtyigenRelchßthalergletchßhalt uüvaioris,würdealsoderWerthderMün- ye nicht verendert/sontzern blieben beyder vorigen altenReichßordnung unconttiru- rionMnd betten die jenigen/so dieMünyr Regalien haben/das Roth oder Kupffer/ daß man sonsten zur Beschickung derselbe» Müntze zuseyeu muß / zuersparen/man mag auch in vornehmen Handel Städten und Münyen die geringe Müntz / wie sie angeschlagen/einwechselen/ auffm Treibherdc abcreiben / zu Braudrsilber machen/ und also fort wiederumb in obgemelte/reine gangkbahre Münye vermüntzet wer¬ den rc. Dergestalt müsten die jenigen/ so die Müntz verringern und verfälschen/thk Müntzwerck einstellen Von dem Müntz Drnckwcrck. As MüntzDruckwerck belanget/ ist an ihm selbst eine feine nützlicheKunst <^^auffkleineMümz/ als Pfennig/ Dreyer/ Creutzer/Mattier/ Machu- grofchcn/Schilling/Fürstengroschen/ In böherm WerttMüntzezn drucken/weltr ich nicht rabten/ aus llrsachm/ daß die gedruckte grobe Müntze im abschrotten sehr ungleich wird/ wegen des vielen welyen -er Eisen / ESistauch nicht ohn/ daß das Gepräge a uffder gedruckten Müntz viel reiner und scharffer wird/alS öie/so mit-em Hammerauff der Ziese geprägt/ und daß damit an Sem Unkosten wol ein ansehnli¬ ches kau ersparet werden/ insonderheit/wo man viel kleine Münye machet/ und zwey unrerschiedtliche Druckwerck hat/ die dasWaffer treiben eines zur schwachen Arbeit/ als zum Zehn zien/ und daß ander zum Prägen/ Zudemistesaucheinem Fürsten/ der sonst eine stattliche Münye hat/ rühmlich/ wann er ein schön gangkbar Müntzdruckwerck darbey hat. Was aber die Reckbäncker belangt/ welche die Zebn/wie den Drath herdurch ziehen/ oder die geflitzten Zehn an ein Wasser stückeln / und in einem Streich Prä» gen/stebe t in der Herren/ den die Münhen seyn/ gefallen/ was ihnen zu eher abkräg» lrch/ Ich wilauch glauben/ das für alters die dünnevder leichte Silberne Groschen und Pfennige / mit Höltzern Stempeln geprägt seyn / weil man .auch zur noch Le¬ derne Münye in Kriegßleufftengemacht/ und Silberne Scifftedardurch geschla¬ gen hat/ wie die alte Sparnecker Münye au ßweiset/ und etliche/ so Küpfferne und Bleyerne Münze geschlagen/bat seyn Befchetdt/dann wer nichtKalck hat/der muS mit Koth mawren/und wer nicht Silber hat/der mus Kupffer/Vley/oder was sonst geltenwil/vermüntzen/wanneSnurgilt/und einer ftineNotturfft/darumb bekomm anfangk und gebrauch der Müntz. 191 Ob aber die alten GriechisenObel oder Grän lenglicht gewesen/gleich wie die AsperlenundMoßcowiterischepfennigeauchüberlengt seyn/und die Krtegßberren bißweilenzum gedechtniß viercckte Silbere und Güldene Münye/ so man Klippen nennet/auffeineyl/ inwolgeratenen Anschlägen und Belagerungen/baben stückten/ unbenommen und unbeschlagen Münyen lassen/so ist dsch die meiste Münye Plat¬ ten rundt oder Cückelrecht gewesen / wiewvl die alte M'mye kleinere Ctrckel und dickerePlatten hat/als diejetzigeu/so viel von form und gestalt Veralten Müntz. MolSknundiMerFor- KW dcnung. IU« Z«tmdwelchcrgkstaltktnBekgkampkmttdüchtiM/L«--- Uücirten Personen zudcstellen/ und was eines jede» Ampc/ Eydt/ Pflicht und beschlich vermag und mit sich bringet/ ist hiernach ordnet: und unter- schiedtlich verzeichnet/und sollen die jenigen/so nachfolgende Emprer und Dienste zu LestellenMachthaben/wolzusehen/was siefürLeutedarzu nestme/Ob sie auch Ver» » jkendig/getrew/ erfahren und geschickt seyn / damit ein jeder Dienst der Gebur nach/ mit ebrll'chen/düchtigen/lrewenLeuten bestellet werde/unv nicht umb eigenesGenieß oderFittantzenwillen/anrüchtige/cigenttützige/geitzige/detrjegerische/veksoffeneDu- bcndarzu bestellen und befördern/ und das einjeder / der sich zu diesen Diensten wil gebrauchen lassen/ trew und fleissig in seinem Dienst erfunden werde/ dann esgebet bißwesten doch zu / das es wol besser döchte/ und manzeuchtofftmabls urnb Gunst/ Fttundtschasst oder Itnantzen willen die herfür/die kein Verstand! hievon haben/uK wütibr Lebtag nie darbcy gewesen sind. Danncs gehöret vtelGiaubenSdarzu/wo man einem ungezaltGeltreickErtz/ und ungewogcn Silberkuchen vertraweii solle/ So ist kein Empllein so klein/ sohlet es nicht/ so fleckt es doch/ So können die Barmen auff Holtschuch gehen/wan schon die Herren regmnlassw/Und wer bütetdes Hülcrs/DieWeltkinder sind geschwind de/nttd aufs alle T»ck aiogerichtetj So ist es unmüglich/ den Mensen alle Löcher zu- verrennen / und alle böse Vorthril und conrrabanr mitOrdnung vorzukcmcn/ So finden auch /olcheLeuu/ dtezu tieffgreiffen/bakd Schutz und Beyfav/zumahl/wari die fürnembsten mit nn/erderD»cke ltegen/und prarem lle lunica staben fintemastl die ördentlicheBesoldengundzugelassene Einkonmienzirnblich gering/ dagegen die Außgabe/Pancketsttt ren und Zehrung ohne Maßund überschwenckiich tst/welcheS den Kewe rcken ein starckNachdencken machet/wie es doch möge zugehen. Weil daun alle die jenigen / so der Obrigkeit und Gewercken Gut vertrawet wird/einen tstewren und doheriEydt tstun müssen/daß das vertrawte Gut neben dem Siebenden Gebot/mit seinen, Eyde umbschrencket und verpasteyetwird/und also ei- nemjeglichen eine gewisse und schnelle Wage ins Herye gehenget/dann das Gewis¬ sen leidet keinen Schertz/ und Helt die Genge Wage und gegenprobe als der aller fleissigste Wardein und Silber hüter/und mercket wo! auff alle Anschläge und übri¬ ge Heller/ daSwirdeSOuentleinS geschweige» / So ista ,rch nichts so klein gespon- nen/es kömpt doch endtlich an die Sonne. Wil derohalben alle die / so mit der Obrigkeit und Gewercken Gelt/ Ertz und Silber/als vertrawtem Gut umbgehen/ und bey denen es icquettrirt und beygclegt wird/biemit erinnerthaben/dasein jeder/ der einen Eydt thut/ GOtt über seine arme Seele zum Zeuge» anrüfft/nemblich/wo ferne er wissentlich oder gefehrlicher Weise seinem Herren und Gewercken das aller geringste veruntrawe / oder an seinen Nutz und Frommen wende / das G Ott deß solle Zeuge und Straffer seyn / und solle ibn mnb solcher Mißhandlung und bösen Vortheil/ wie heimblich es ist/ fegen und stras fen/wie die alten Teutscheu reden/dan so viel ist es eigendlich im Grunde geret/wann einer seine EydtauffbtüigeErforderung derObrigkeit/tnil dieserClausul beschleust; Ich 192 Der erste Theil dieserBergkomung saget Ich schwere bey dem Allmächtigen GOTT/derallerMenschenHertzenken« net/ und in alle winckel stehet/ und dem memandk die Augen verdecken kan/ Da- ich meiner gnädigsten L^rigkeit und den gemeinen Gewercken wil getrew seyn/ und wil ihrmSchade/so vjelmir Menschlich und müglich/mit höchstem fletß und sorgen Vor¬ kommen/ und ihren frommen und bestes getrewlich fordern helffen/ als mir GOtt helffe und sein Heiliges Wort. Daß ist/so ich diß nicht thun werde/so sol mir GOtt nicht helffen/ich wil mich auch meines TheilS am Edangelio und Reich Gottes wis¬ sentlich verzeihen/und ewiglich mit allen Trüffeln verbant und verflucht seyn. Dißflnd warlich harte und schreckliche Wort/darüber einem die Haar sollen zu Bergen stehen. Weil aber die Weltkinder leichtlich schweren/ und ihrer viel nicht bedrucken was sie schweren / auch mannicher spricht r Es ist b. sser Eyde schweren/ dann Rüben graben/Damit sich aber niemandts zu entschuldigen habe/wann er an jenem Tage wieder in Anschnit gehet und eine klare richtige Rechnung von seiner Verwaltung und dtcnsten/sür IEsu Christo un aüerWelt äugen wird thun müssen. Obichwol niemandtS in seiner Verwaltung sem Gewicht auffziehen oder eichen wil/so wil ich doch hiemi t einen jeden ftims EydtS und Gewissens erinnert ha- ben/daS wir uns alle einstellen müssen für dem gestrengen R'.chterstuel unsers HE« reu und aller Welk Richters IEsu Christi/ da wird es einem jeden an der Strin ge- schrieben stehen/wie er Haußgehallen/wie erauß: und eingewogen/ und ob er in dem kleinesten/wie im grösten trewlich und auffrichtig gehandelt habe. Dann GOtt weis ihre geschwinde HelfferSgrrffe/ Weltgescheide Anschläge und Gedanckcn/wie erdeßungetrewen HaußhalkerS Rechnung kennet/derauch ein Xsürein V schreibenkönte/ und schnrttlhm einePfeiffe/ weilerim Rohrsaß/So spitzfündig/ vorschlagen/schlipfferig Ulld abgeftimdt istkeiner/uudwanerschon auff allen Seitenabgespiyet ist/so köinpt es doch alles an den Tag/Ob gleich jener sagte: Wann wir nur stille schwigen/ wir het ten alle unser Theil darbey/ zumahl/ wann die emkommen groß seyn. Es bricht einePerson allein die Ebe nicht / so müssen ihrer mehr seyn / wann man was vertuschen/unddem Herren die Augenverkleiben solle/ Wasdie panicu- lsr Mängel und beweißliche Gebrechen seyn / das mögen rind sollen die öffentlich Rügen/die hierzu vereydet und verordnet seyn/ und Siem ihrer In cheQ ioa und In- ilruÄion einen klaren un-anß-rücklichettBesehk/undSarnel'cu die Aengen im Her- yenyaben/dasstenichtsauSNeydr nn-HaKo-er Eigennutz! tbun/eder-en ihrigen überhelffen/ WaS schreffetdie Augen sehrer Sann 9ieydtwasser/D>e Warheitsol man nicht verhälen/sondern deß gemeinen bestes befördern. Gute Leute machen nicht gerne Enderung und rsformarion in Regimenten/ daun es werden gememiglichLaßtaffeln daraus/und fehlet an herLxeLurion,wann schon die grosse Glocke gegossen ist / Die Muse bedachten ihre Sachen sehr weiß- lich/und schlossen recht/es wolte aber keine der Katzen di r Schelle anbaugen / So ist esgefehrlich/ auff andere Leute bericht/das alte abwerffcn/ und viel Neweruug an¬ richten. Es gibts offt mannicher sehrgutfür/alSmeineteerSgut/und suchtwasan- derst darunter / Wer kan einem jeden ins Hertze sehen / weil es so viel Winckel und Quärschläge Hat/ L- wird viel eigenes gesucht unter den Namen deS gemeinen Nutzes. Lrackus der Römische Zunfftmeister/ wandte für er suchte gemeiner Stadt BestcS/erwoltedenRaumen undEckern eineMaß seyen/damit die ArwutbzuRom sich auch erhalten könte/Dle Wort waren gut/der Schein war noch bcsser/darumb gab ibn der Rath beyfall / die es mit gemeiner Stadt-Recht gut melneten/ Aber da der Anfänger fühlete/da« mau ihn schier in Sattel gebolffen/gnffer weiter/ dun zu¬ vor i n angeben abgeredet war/ barumb musten ihn dieselben wieder aus den Sattel heben/ die seine Sachezuvor angebracht und befördert hatten/ Also kam dieser Kq- LormatorzuRomumbLtibundLebenkEhrundGut/Wie dan böser Ra th/eigen- nütztgen Rathgebern gemeiniglich zu mercklichem Schaden gereichet. von der Diener Ampt und Beschlich. 19; Darumb wer sich was unterstehen wil/der bedrucke das ende wol/und sehe das ihm auch kri» Auge schwary sey / und könne seine Rechnung wieder klar aufflogcn/ ßvann es von nöhten ist/ damit man ihm nicht wieder etwas auffden Ermel/ oder mS Wapenmale. Menschen gedancken und Anschläge feilen/ und kluge Leute können sich auch auffm schmalem stegletn wenden / darumb fange keiner mehr an / den ir>m befohle/unddaserS wiffe hinaus zufüren/und seye nicht leichtljch eincu; andern nach durch gebrüch oder gemöse/ Einer hatS hei!/ der ander das Srik/Es R 'ite e»nerlie¬ ber einen guten Weg umb/ undthuegemach/ undfahresachte/ sokomptergleichso Lald/und efft ehe in die Herberg/alS einer der umbgehen lest/ das die Räder Hüpffen. Diese Ordnung ist umb mchrerNachrichtring willen/ - in fünff Theil abscthttltt/ alß mmblich Der Erste THcil/ Saget von der Diener Ampt/ Befehlich / EM uns Pflicht und wie sich cinjcder jnsvnderheit in seinen officio verhalten soi. Der ander Weil/ Saget von den Grubengebäwdcn und Stolley/und heS BergkwerckS andern Not¬ türfftigen Sachen. Der dritte THcil/ Meldet von Schmeltzen und Hüttensachen. Der vicrdte THcil/ Sagetvon denAnschnitten/Lohnen/ Rechnungen/ Zubuffen und kotarä-ttkufen/ wie eS damit sol gehalten werden, Der sünffte THcil/ Saget wies im klagen undverhelffen/ aufferhald des Rechtens / für dem Bergk- melstersot gehandelt werden/uudalßdanvondemRecht!ichenkrvcef8,wlem st» rigen und streitigen Bergksachen/inder Güte und zu Recht sol verfahren werden. Eisenhütten Ordnung. Folget nmrzum Beschluß vom Schwefelfangen/Leuten/Dictriol/Allaun/Salpe- terundSalysredm. Ders.Nrticu/. Was' für Amptteilte und Diener auff den Bergkwer- cken von nöhten seyn/ und wie sich ein sider in seinem Ampt und Befehlich verhalten sol. Uffdaßdem gemein^ Bergkwerckgetrewlich und wol vorgestandeu/ diese uü andere unsere publicirte Ordnung/ in allen Arttculn stätt und fest gehalten/ daSUnrechtgestraffet/ hergegrn aber gemeiner Nutz befördert / und jeder männrg» lichrn bemelrer Bergwerckegebrauchen / in gebürlichen Schutz/ Friede/ Recht und Gerechtigkeit erhalten werde / Haben Wir unsere Bergkwercke mit Hernackbe- uanten Bergkverständigen Amptleuten und Dienern versehen und verordnet/ das einen jeden / der sie gebürlich ««suchen wird / ihrem Befehlich nach/ so viel recht und billig ist/gewertig seyu sollen/ alSnemblich: j. Den BergkHauptman an de-Fürsten statt, Zehendtgegenschreiber. r. Zehendtner. 4. Bergkschreiber uiiBergkge- Irem die/so die Grubet,gebäwde verwalten/als r (genschreibrr. e OberBergkmeister. 4. Einfahrer. r. Bergkmeister. 5. Steiger. z. Geschworne. 0. Schichtmeister. 7. Marckschelder. Bb Zu 194 Der erste Theil dieserBergkomung saget InPuchwereken. " r. Puchsteiger. 8« Vorläuffer. 9. Rostbrenner. 10. Hüttenwächter und Kollenmeffer. 1Eltesten undIüngsten derKnapschast. 12 Kuxkräritzler. iz. Einwohner und Häußling. i. OberPuchsteiger. 2. Puchsteiger. Deßgleichen a uch die/ so daöHüttenwerck undSchmelyen verwaltenM nemblich; HüttenReuter. L. Hüttenschreiber. z. Gefchworne Probierer. 4. Sitberbrenner- 5 Hüttenmeister. 6. Schmelyer. 7. Adtrciber. Bon der Bergkamptleute und Diener —Eydt und Pflicht. Iefejetzbenante/gefttzte und geordnete Amptleute undOieuer/deßgleichm <^^aüe anvere/sollen Uns und unfernErben und Nachkommen/gehorsamb/ge« wehr/und getrew zu seyn/gebürliche Eydeßpsijcht leisten/ wie dann eines jeden Eyöt undPflicht/nachfolgendergestalt vermag. Von der Bergkamptleute Besoldung, undgebür. Amik die Gewerben oder cmdere/von dem Bergkmeister/ Zehcndtner/ Ge- ^^Äschwvrne/Außtsteiler/Bergkschreiber/Gegenschreiber/Marscheider/Pro» birer/Silberbrcnner/mitthremLostn nicht übernemen/ unzu klagen Ursache staben/ ist bey eines jeden Ampt und Befestlich/seine Besoldung und Gebür verzeichnet/ba- mit sie begnügig seyn sollen/ und darüber von den Gewercken oder jemandt anders/ weder durch sich oder ander/ ein mehrerS zu fordern/ nicht gestattet um den. Da aber einer oder der ander/sich an geordneter Gebür nicht gütigen lassen/ undsich unterstündenewe Auffaye zu wachen/und em mestrers von den Geumcken oder andern zufordern/ dersolnachBefindungdesLxcesr, anLeidundGulW straffet werden. Was der Bergk-Hauptma n/BergkmcistMmd Ge- schworne/vermüge der Bergkordmmg/sckaffm und öe fehlen/ -em sol gehorsam geleistet werden. '2.-^8 LleSdasjenige/soderBergk-Hauptilian/BertzkmeisterundGeschwottiever- ^^mngederBergkordnung/utid nachBergkläufftigemGebranch/mikSchicht- meistcrn/Steigern/Arbeitern/Gewercken/und allen anvern/so in Bergksachen/ und davon herfliessent/firr ihnen zu tstun staben/ und zu thun gewinen/befchlen/ schaffen/ wissen/gebieten/zu Nutz/ Notturfft und Forderung des BergkwerckS/istnen auffle- gen/dann sollen sic ihnen ostn Widerrede/gehorsambleisten/ uüdemselbeu felge thun/ und sich keines Wege» mit spitzigen/ unbescheidenen Worten und Antwort gegen sie einlaffen/ sondern ein jeder sol und mag seine Notturfft undRcde / mit Bescheiden¬ heit darzu tstun/ Würde aber das Wiederspiel befunden/ so sol derselbe Uberträtter mir Ernst also gestrafft werden/ das er des Landes Fürsten Mißfall daraus vermerk cken sol. Da aberjemandtverrmmdte / ihm geschehedurch bemelte Amptleute ungük tich/oder er würde wider die Billigkeit beschweret/ Verlasse es mit Bescheidenstettatt Uns/ als dem Lande» Fürsten gelangen / sol alßdan gebürliche» Emsesten / und die Billigkeit verschaffet werden/damit sich niemand t mit fuge und gutem Grunde dar¬ über zu beschweren haben sol. Von von der Diener Ampk und Beschlich. 195 Von des Bergk-Hauptmans befehl. ErDerg-Hauptman solandesLandesfürsien statt fleissigeauffsichthabr/ tt belffe und sein heiliges Wort. Von des Bcrgkmcisters Besoldung und Lohn. Damit auch kein Gcwrrckc von dem Bcrgkmetster ungkbürlich übersetzet werde/sol ma n tbm geben/wie folget: dtL. Jeden Güldenzu Msriengr. und einen Mariengr. zu 8. gut Pferr. gerechnet. VoneinerMuhtung. s - -- - VonErlengm , - - , Von einem Mutbzettel oder andern in das Bergkbuch zuverleiben. Davon gebäret dem Bergkschreiber. - - VonbestetigeneinerFundtgruben. s s s Von einer Maß. - s - s Von einem Erbstollen. s « « s Davon gebäret dem Bergkschreiber einzuschrciben / allewege von jedem / es fcy Fundtgrube/Maß oder Stollen. s - Von einer Frist. - - - - Davon gebäret dem Bergkscheiber. - s - Voln Vberschlagen und Lochstein zu seyen/von einer Fundtgruben. Von der ersten Maß. - - - - Den Geschworne». s - s - Vom Vermessen/waü ein Zech maß wlrdig wird von einer Fundtgruben. Davon gebäret den Geschwornen. - - - Von einer Maß. - - - - Davon gebäret den Geschwornen. s - - ss/gr. / r l z 2, 6 i 1> lo z 8 r WaS vsn der Dimer Ampt und Beschlich. 197 Wa-aberBergkmeister und Geschworve zuvornvon den Lochsteinen zuseyen/ und vom Überschlagen empfangen haben/daS gehet ihn wiederumb Ver¬ meß-Gelt ab. Wannern Lochstem vom Tage in die Gruben gebracht wird/soljedsTheil dem Bergkmeister geben. Wann aber die Stuffen förder von einem Stollen oder von einer Sm- ckengebrachtwird/davongebühretihmvon jedem theü. So der Bergkmeister in Kriegischcn fachen neben den Geschwornen fehret/ solihm das ansuchende Thell entrichten, Geschtchtaberdie Befahrungauffbeyder Theilansuchen/wirdauch untere einander getheilet. Von einer Schmidtstatt/Puchwerck/Wajlerin rinenStollen zuMuhten/ gebühret ihm. Vom Bestätigen. - - - - Von eine,«Kummer. - - - st g's 10 6 12 6 2. r Vom Hülffgelde vom Gülden- - - r Ausserhalb dieser obangezeigterSiücke/scl ihm nach altemHerkommen und Gebrauch / gegeben werden. Daauchjemandsvermeinet / daßihm unser BergkmeisteretwaS unbillig- aufflegr/der sol seine Beschwerung an nnserm Bergkhauptmau gelangen lassen/' der sol nach gestalt der Sachen/gebührlicheS einsehen lhun. Und da uuserm obgedachren BergkmeisterSachen fürsielen/darüber sie nicht klare Articui munsirL)rdriunghettett / so soleiner den andern umb berichlanspre- cherstund mit den Geschwornen dieselbigen streitigen Sachen befahren und berath- schlageu / und zugleich schliessen/damit in gleichen Fällen auffuuscrn Bergkwer- cken/gleich und einerley Weisung / Bescheid und Scntcntz gegeben und gehalten/ GesM und Ungleichheil zum höchsten vermeidet werde. Was sonst den, Bergkmeister weiter zuihun und zuhandeln gebühret / da¬ wird unsere Bttgkordnunzftrmt außwelseu/und nach der Lange vermelden. DcrIrticul. hcs IchmvtncrsBcfchlicb. ErAeHendtuer solallesAilber/fo in unserni ihm unbefohlenem Jehendten ^^gehörig/undanffunjern Borgkwcrcken gemacht undeinkömpt / und ihm ohnalle Verminderiuig/AbgangkoberVottheillittgzugestellftwird/ dcrUns und den G^wercken/jeden den gebührenden Anthcil darvon / nach gnter/erbarer Rech¬ nung verrichten/darinnen für sich / Unsundden Gewercken zu Nachtbeil keinen Vortheil suchen noch brauchen/sondern sich in allewege getrew und unverwerMch halten. ErsolauchwöcheuilrchbcydemAnschmttsitzen/dieAußzüge / sovonden Schichtmeistern üdergeden/mit Fleiß durchsehen/und darauff fürnemlich Achtung geben/ob recht damit umbgaugm/und mit den Schichtmeistern die Abrechnug hal- ten/aüe Sonnabend gegenlicferung derSilber/Gclt geben/damit sie lohnen tönen/ darüber aber nicht/auch daranffein Auge haben / daß solch Gelt den Arbeitern ge- geben/und einen, jeden in beyseyü der Geschwornen abgelohnet werde / anffdaß sich niemandtzu beklagen haben müge. Me Kupffer/Glödt und Bley so gemachet/mit fleiß gewogen nehmen / dar- auffsehen / daSimwägen undauffzeichnen recht und treulich damit umbgangen werde/und sich deßwegenniemandtSzubeklagen babe/auch dieGlöt und Bley auff unser- Factorn N.N« zuschreiben/wider außwagen lassen/und darüber nchtigeRe- gister halten/auchzum öfftern in die Puchwercke und Hütten geben oder reiten/ und wilsteißzusehen/daß unser uudder Gewercken Nutz gesuchet und befördert werde/ und sich durchauß unserer Bergkordnung gemäs bezeigen / und UnSgetrew und holt seyn/auch unsern Schaden warnen/ wenden und bestes befördern. Bb itj Wann i§8 Der erste Mil dieser Bergkordming sagt Wann ihm eil! Schichtmeister Blicksilber einantwortet / shsol er dasselbe liebendes Hüttenschreibers Verzetchniß / wie viel der Blick nnddie Hanen oder Treibkörnerzu dem Blickgehörig/in der Hütten gewogen / von ihm dem Schicht¬ meister annehmen/undauffder Wage / im Zehendten gegen des Hüt tenschreibers angeben/wiederumb wegen/und alsbald in gegenwart des Schichtmeisters solchen Gewichts und Haltö/ in ein sonder Buch cinschreiben/von welcher Zeche eres em- pfangen/verzeiehnen / unddasalles dem Schichtineister eine gleichlautende Ver- zcichniszustellen darnach den BlE sampt denHanen/ dein verordnetenSilberbren- nerznm brennen überantworten. NachfvlgendS/so das Silbergebrant/ sol crdaS Brandlstüch'e anff seiner Wage im Vrennhause wägen/und auch im Register ver- zeichnen/auffwelcheuTag/von weicher Jechc/damtt/ wo sich überknrtz oderlangk/ von eineSQlrcksikbers wegen/ denGcwerlcken oder Schichtmeistern / im schweißen/ treiben/brennen/inunserm Zehendten oder in derMüntz einMangel oderIerthumb erheben thete/ daß man sich von dem eineiizu dem andern erkundigen/ erforschen/ er¬ fragen/und biß auffden rechten Grundtkommeu/undBebrichtempfangen möge. Es sollen und müssen auch allenthalben in Schmeltz: Treib rund Brenn, hüt ten/ auch in unserm Zehendten/ und in der Müntz/ die Wagen und Gewicht ein¬ ander gleich und recht seyn/ Solches Brandtsilber sol derSilberbreuncrdemAe- bendkiiek -lkrch den Schichtmeister/ wieder in Zehendten antworten / alsbald sol der ZehendknerdasselbeBrandtstücke auch wieder wegen/doch sollen die Proben/ so fürdemAbwegendeSBrandtstückS/ durch den Wardein außgebawenwerden/ab¬ gewogen/ und mit saMpt dem probierten Brantsilber/ in unser Müntz dem Müntz- mcister liefern und überantworten. Als aber offtmahls durch den Wardein im außschkagen der Proben / der Blick und Brandtsilbcrgewöhnlich von einem Stück/nach einesjeLenStücksGe- legcnheit/ ein/ anderthalb/ und biß in zwey Loch/ und noch mehr ungefebrlich genom¬ men werden/ daßsichdanndieGewerckenbsschweret/ Demnach sol der Wardein hinfübro alles Silber/ so er aus den Blicken undBrandtsildcr außbawet/ und nach beschchenerProbe verbleibet/ wiedernmb zu einem jedenStücke legen/demZehendt- mrznstellen/undin dasGewichteeinbringen/damitden Gewercken unbilligerweise hierinnen auch nichtsenyogeuwerde/undfürsideProbe der Bück uudBrandtsrk- ber/scl ihm dem Wardein für seine Mühe einen Groschen / inmasim sich darrnhitt- über mit ihmzuvergkcichen/ gegeben werden. Unser Jehendtner sol keinen Schichtmeister anss seine» befohlenen Zechen vorlegen/es werde dann daselbst so viel Erygefordert/daß man Silber machen/nnd er m dem Fürstk. Zehendten wiederumb bezahlet werden könne / alsdann so! er dem Schichtmeistcr/vermüge derwöchentlichen Anschnitt / dieBergk: undHütlenkoft erlegen/da er sich aber bedüncken liesse / daß der Schichtmeister zu viel aus demZe- heudten gefordert / sol er mit ihm / so wol auch Bergkmeister und Geschworneu daraus reden / daß die Gebäude a uffdcn Zechen mit besserm Nutz getrieben/ oder wo eS nicht anderst seyn kan/ Zubuß anlegen/und also mit Fleiß verhüten/ das nich- tesvergcblich hinnausgegeben / und die Schichtmeister ihren Gewerckrn keine Schuldenmachen/und soessichbefünde/solersolcheSdeln Lergkhauptmanaozu- zeigeu/verpsiicht seyn. Deßgleichen sol er keine Gewercken oder Schichtmeister / die kein Silber im Zehendten/anch sonsten kein Anbußqelt mehr haben / ohn gnugsamen Vorstand! vorlegen/und sol der Zehendtner seine Sache in guter Acht haben / das also dnrch ihm keine Schulden anffdie Zechen gemacht werden. Er sol auch mit allen Schichtmeistern / die Silber im Zehendten geantwor¬ tet haben/von einer jeden QuartalNechnnng/aller Einnahme und Außgabe / und wie viel den Gewerben im Vorratk bleibet / klare Abrechnung halten / und den Schichtmeisterndeß ein Zettel geben. " Er sol auch Auffacht haben/wie die Silber gewogen/ aus -em Zehendten in -ieMüntzegeliefert werden / und der Bergkornnng nach / den Schichtmeistern wicdc, Von der Diener Ampt und Beschlich. 199 wiederumb hinnauS gebe/und wie sich -aS mit dem wöchentlichen ablohncn / auff ^üttemundBergkost/einnehmeuSund außgebrnS vergleiche/alles in ein ordentlich Register uno Verzeichniß bringen/damit er hievon m veil Quarlalrechnungen not- dürffligenBericht geben könne. Wteerdannimgleichenfleißigzusehensol/daßibmvon dem Müntzrneister/ rechte wolgeprägte/scheinliche Thaler/ in den Zehendten hinwieder geliefert wer- den/und die Thaler/so brüchig/ oder daS volleGepräg nicht haben/ihm außschlief- seii/und fleissiger machen lassen- Er so! auch verpflichtet seyn/nach eingenommenemAnschnitt/den Schicht¬ meistern auff Zechen und Stollen / denen so verordnet Gelt in unserw Zehendteu haben/oder Silber machen und Ertz fordern / alsbald und ungesäumet zu lohnen/ damitsie einem fedenzurechterIeitsein Lohn hinwtederumbgeben können. Es sol auch der Zehendtner das Gelt/ so durch vieler Menscherr-Arbeit und Fleiß inGruben/Puchwercken undHütteu zuwegen bracht wird/ vhn desZebendt- gegenschreiberS Vorbcwust/ nichts davoneinnehmen oder anßgeben/ er seydann ge¬ genwärtig/ damit er seineRechnung gleich demAeheudtner halten könne/ Wie Wir dann zu dero Behufs einen wolverwahrten Eisem Kasten in unsermZedendten/ mit r- Schlössern verordnet/ zu welchem derZehendlmr und Zehendtgegenschreiber/ rlnfeder einen Schlüssel haben sol/ damit keiner ohn des andern Vorbewust/ etwas daraus nehmen möge. Der 4. Irtictik. Des AHtheilcrs Ampt. ^^^ErAußtheilersol alles Gelt/ was in jeglicher Rechnung außzutheilen be- O^Äschlossen wird/ von unserm Zeheudkner empfangen/ und jeglichen Gcwer- cken auff sein Anfuchen/seineGebühr davon/ so bald ihm solch Gelt einkömpt/trew- lichund ungeweigert entrichten / sol auch nicht mehr dann vonjcglicher außthcilen- den Zechen einen Römischen Gülden zu seinem Verdienst haben / und sol darüber von den Zechen oder Gewercken / der Außtkeilunz halber / durch sich oder jemandt anders/ kein Lübniß oder Geschenck fordern. c»-/ Des AujWilers kvdt. Cö N-schwere/daßichwli meinemG. F unöHerren/Hesyogenzir N.N. t^^getrew undgewertig sepn / S-F. Gn. und desgemeinen BergkwerckS Nutz fordern/jchaden warnen undabwenden / einemjeden seine Außcherlnng un¬ vermindert überreichen/darinnen niemandt verküryen / selberauch darinnen keines Nutzes/düim so viel mir in der Ordnung zugelassen ist/gewarken/lnejnes G.F. mrv Herreu Bergkordnungfestigiich halten/ und wo ich die übergangen befinde/ warnen undansagen/mich wider diß alle« keinerleyNuy/Gabe/Gunst/Freundtschaffi v- der Feindtschaffk bewegen lassen/sondern solches allenthalben nach meinem höchsten vermögen halten/trewlich ungefehrlich/alS mirGOtt helffe und sein heiligeSWort. Von der unabgefordcrtmAußbcutc. z^lLO auch ein Gewercke seine Außbeute ungefordert stehen liesse / dieselbe sol ^A)unser Zehendtner/ neben einem ördentlichen verzeichniß / in den Quartal Rechnungen berichten/und in unsermZehendten verwarlich behalten/auffdaß/wan und zu welcher zeit derselbe GewerLe/oder nach seinem abgangk/seineErben sich fin¬ den un angeben würden/daS ihnen dieselbe Außbeute nachmahls gereichet und gefol¬ gt werde. Auff das aber hierinneu richtigkett gehalten/ und solchem allen nachge¬ lebt/Ordenen und wollen Wir/daS einjederunserAußtheileralle Quartal/ von al¬ lerunabgeforderten und hinterlegten Außtheilung/ in seiner Rechnung anhängig mache/und ein klar verzeichniß -enBergkamptkeuten zustellen und antworten jol. Von 2Oo Der erste Thckdichr Bergkordnung sagt Von abgeforderter/ und nicht überantwortet Außbeute. LAnnrinVorkägeroderSchichtmetster/ eines Gewercken Außbeutevon ^^uuserm Zebendlnersder Außtheiler abfordern würde/ und dieselbe an ge» hörende örter nicht akßbald überantwortet /sol er nach Erkändtniß unser Bergkbre ampten/ mitGeltoder Gefänguiß gestraffet werden. Der 5. Irticul. Vondcmzugeordneten Jehendkgegenschreiber/ und seinem Beschlich. O Ach dem wir auch fi,r nothwendtg erachtet / daß neben dem Zehenbtnerein Kegmschreiber Verordner werden muß/ als sol derselbige gute Achtung ge¬ ben/ wie alle Silber / so aus dem Aehendten in die Münye/ auch wie das Gelt dar- nachauSderMüutze/wlederumbindenZehmotengeltef.rtwerde/zudemauch/waS zu wöchentlichen Ablohnen auffHüttcn rund Bergkost Einnahme und Aaßgabe gehet/daßalleS sol er mein Register und Vcrzeichniß bringen/also/wann eS zur Quartals-Rechnung kömpt/beßgleichen wanS auffFürstiichen BesMg/zwischen den Quartalen begeret wird/ und was der Gewercken Gur betrifft/vollständigen Bericht thun San. Er sol auch mitallem Fleiß Achtung darauffgeben/ daß im Beschluß der Quartal-Rechnung/ auch darzwischen die Einnahme der Silber und Empfahung desGeldeSausderMüntze/ deßgleichen daß wöchentliche Ablohnen/ sich mitein» ander vergleiche/und wo in vem Mandeloöer Gebrechen befunden/ denselben war» nen und anzeigen / danm Niemandes daraus Nachtbeil zusteben müge. Des Zchendtgcgcnschmbcrs Spdt. CbN. N. schwere einen Eydt auffGQTT und sein Wort/ daß ich dem Meinem G- F. undHerren/ und S.F.Gn-Erben getrew und gewertig zn seyn/fieiff grAchtung geben wtl/wie alleStlber inZehend- ten/unddarausiudieMüntze/ und nachmahls das Gelt aus der Müntze wieder- umbitt den Aehendten gereicht werde/ deßgleichen/ was zu wöchentlichen Ablohnen anffHütmuind Bergkost/ Einnahme und Anßgabegebet/inem ördenllichRegi¬ ster und Vrzeichnuß bringen/ undzu dcrQuartal-Rechnimg/oder wann eSzwi¬ schen den Quartalen begeret wird/ waSI. § G«. und der Gewercken Gut betrifft/ lautern undvollstendigenBerichtthun/daßanchimBesthlußderQuartal-Rech- nung und darzwischen/die Einnahme der Silber/und Empfahung deSGeldeSauS der Münye/deßgleichen das wöchentliche Ablohnen miteinander Übereinkommen/ und wo ich in dem allen Älangel und Gebrechen befände/ denselben warnen und an» sagen/ damit niemandtS Nachtheil zustehen möge/ und sonsten alle- ander-/ was mir in meinem befohlenen Ahendtgegenfchreiber-Ampt gebühret und auffgelegt wird/ mit allem Fleiß Handelen undaußrichten/ trewlich und ungefehrlich/al- MirGOtt helffe und sein H. Wort. Ders.Irticul. Von des Bergkschrcibcrs Ampt und Beschlich. Er verordnete Bergkschreiber sol «nltallem Fleiß darauffsehen/ daß der Bergkordnung/ in Sachen darbeyerist/ von männiglichen vachgelebet/ auch die/so viclsein Ampt betrifft/ selbsthalten/ undwo er befindet/ daßdarwider gehandelt/ demselben Vorkommen/ und waScr nicht verwehren kau/ unftrm Bergt- - Hauptman oder Dergkmeisteranzeigen/ Er sol fich auch insonderheit de- Bergk» Meisters billigenBcfehl/ nach Besag der Ordnung verhalten/ dem Muhteroder Lebnträger/ und wer da- begebret/mit vorwiffendesBergkmeisterS/von allen dem/ so verzeichnet/Copeyen und Abschrtfft geben. El Bonder DimcrAmpt undBcschlich. 201 Er so! auch alle Zeche» in zwcy Bücher verzeichnen/ in das eine die alten/ in das ander Sie newen Zechen und Stollen/ hie wiedrumb ernewert sind/bergestalt r Erstlichsoler-es Nahmen/ der die Zeche Muhtet/ Darnachan welchem Tage und Stunde erden Muhtzetteleingedenhat/ «Wann hie Zeche und Gangk/und an welchem Ott die Zechegelegen/wie und welcher gestalt sie ihm verliehen sey/ und an welchem TagedrrBergkmeister sie bestetiget habe. Eswird auch dem Muhter ein Zettel oderSchein geben/darinnen diese Din¬ ge Legnffen sind/über daS/wan eine Gruben bestmget ist/ soier die Namen der Ge- wercken in ein ander Buch schreiben / wie imzleichen auch die Wa sserstewr/ welche emerKruben derandern/sv das Wasser helt/von dem Bergkmeister und Heschwor- nmzu erkandl wird/wie dann auch dieSchachtstewr/wann andere Zechen in dersel¬ ben Eltz oder Berg? heraus fordern. Item/ was eine Zeche angeschnitten/und wie hoch die Summa/die der Zes bendtner wöchentlichauffalle Zechen und Stollen verlohnet/ Die Summa aber die ein jederSchtchlmeister in rz -Wochen verlohnet hat/ssl er in em fonLerlrchBuch schreiben/wie dann auch dieVrrzeichuiß und Namen derBewerrken/welche jnö k(e- rarciLt seyu/ Damit aber kein Falschheit oder Betrug geschehe/ so werden die obge- meltenBücher in einen wo! verwarten Kasten vershlo ssen/und mit zweyen Schlös¬ sern verwahret / darzuderBergkmeistereinen/und der Bergkschreiber den andern Schlüssel haben sol- Damit auch allerVerdacht/untz unbillige Gezäncke verhütet werden/söl der Bergkschreiber-re Verträge oder Abscheide / so durch den Bergkmeister mrd Ge- schwornengegeben/undinsBergkbuch zuverleibeu gebeten wird/ erstlich auffsPa- M^jngen/den Partbeyen in beywesen Bergmeisters und Geschwornen vorlesen/ nchWocs^'ßdanntzerAbrede gemäß/ ohn Verzugk von Wort zu Wortemleiben/ rmtz wasvermassen eingeschrieben wtrd/so! verkündig und krefftig gehalte/auch Len Parthcyni/sobald und auffunverwantenFnß/so sie es begern/Copeyen darvon ge¬ geben werden- .M Des Bergkschmbers Lydt. A N l^wttetda« ich dem D»lch tL»ch«gen / tzochgckorneii Fürstin Md Herren/Herren N. N. Hertzogeu zuN- N w. meinemG-F. und Herren Erben gmew und gewertig /epu/ S-F. Gn. und gemeinem Bergkwercks Bestes tteMch rnid fleissig fordern/ Schaden warnen und abwenden/ meines G-F- und .HerrenBergkordnnngftsttglich halten/wo ich übergangen beflnde/warnen undau- sagen/jederman/was mir ans krasft meines Amptseigenet/letsten/ darinnen keines »ndem Nuy oder Genteß/dann mirzugelassen und geordnetist/gewarten/ mich dars widerkeinerleyNutz/Gabe/Gunst oderFrennbtschafftbewegen lassen/ sondernwil solches alles nachmeinem höchsten Vermügen halten/trewlich und ungefehrltch/alS mir GOTT helffe und sein H. Wort. Von des Bergschreibers Lohn und Gebühr. Verzechniß/ was dem Bergkschreiber von einem jeglichen Stücke eiu und außznschreibm/ drßgleichen vom suchenund andern gebühret' Ron einer Fundtgruben/Maß^rbstollrn/oder was bestetigetwird. Ron einer Fristen oder Nachlaffung/jedes > - - Ron einer HKtten/PuchM/Wasserfall oder Schmieden zubestttigeu- Ron einem Puchwerck oder Schmiedestatt abzusthreiben- - Ron emer Hüttcngantz oder zum halben Thrile abzuschreiben - 1 Ron einem Vertrag/ Abschiet oder Einrede ins Bergkbuch zuverleiben/ jede part. 5 Ron einein Titul eines Registers/ so man stehet/ wie es alle Quartal ist verrechnet/ abzuschreiben - - « Rom suchen einer Belehnung/ emerFrist/einer Nachlassung/ einesRertrags/emes Registers/einerSchnlirden/ und was dergleichen zujuchen ist/ von jeden Dasübnge/ so in diesem Befehl nicht begriffen ist/ wird hernach inder Qrdoung angezeiget. Ec Der 202 Der erste THeil dieser Bergkordnung sagt Der^.Slrttcul. Von des Gegenschreibers Ampt undBefehltch. derGegenschreiber angenommen wird/ sol er einrn Vorstandt be- vS§^)steüen/ob er oder seine Diener jemandes Bergktheile/ so ins Gegenbuchge- antwort/verlieren/oder ohn gn ugsamenBefehl/abschreiden würde/das dein vernach- thellten dieselben Kuxe von ihm wieperumbgewehretwürden/Warm demBegen- fchreiber eine Gewerckschafft auffdes BergknieisterSBefehl ins Gegenbuch einzu- vorleiben/überantwortet wtrd/sot er die / laut her überantworten Zettel / mitAeiß einschreiben/doch sol er zuvorn gute Achtung dara uffgeben/das nicht mehrdann i2Z Kuxe eingeschrieben werden / darunterdie Erbttzeile/ der Stadt/ Kirchen und Hoß- pitalS Kuxe nicht begriffen sinh/ welche bey dem allen Herkommen bleiben/ Ersel auch scineBücher mit dem Zu: und Abschreiben der Theile also halten/ daser zu je¬ der zeit guten Bescheidt davon geben kan/überdassolerseinanbefohleu Ampl der¬ ma ssen bestellen/dasein jegtlcher zu jederzeit (außgeschlossen anFeyrtagen/ si'ir En¬ dung des Kirchen-Ampls) mit Zu: rmd Abschreiben/ ohn Verzug möge gefordert werden. Des Gcgenschmbers Epdt. Cö N.schwere meinem gnädigen Fürsten und Herren/un-anStattderselbü ^^gellBergkhaupkittan/sojederzeitvottI.F.Gn.auffdieseBergkwesckever- ordenet werden/getrew und holt zu seyn/I.F.G-und gemeinesBergkwercksBestes/ trewlich undfleisslgfordern/schadrn warnen und abwenden/rveinemAmpt trewlich vorstehen/J. F. G« Bergkordnlrug festiglichhaltev/wo ich die übergangen befinde/ jederman warnen und ansagen/ was mirweineS AmptS gebüret/leisteu/darin keines andern nutzes oder genieß/dann der mirzugelassenuud geordnet ist/ gewarten/mich darwtderketnerleyNutz/Gabe/Gunst/Frenndtschafftoder Femhtschafft bewegen lassen/ sondern wil solches alles nach meinem höchsten Vermügen halten / trewlich und ungefährlich/alS mir GOtt heisse und sein H. Wort. Der s. Articul. Wie stch der Gegeuschreiöer in Au: »ud Abschreiber/ der ^Heile Halten sei. sol auch alle Gewercken/ste bawen in Zechen oder Stolleu/in einBuch(so der Muhterder Zechen/ schrifftlich übergibt) schreiben/ und wann Kuxe ver- kaufft werden/so sol er die Kanffer an des Verkäussers Statt setzen/ dem Käuffer oder newen Gewercken/sol er ein Zeuguiß oder Gewehrzettel/mit seiner eigen Handt geschrieben/geben/Dieweil man aber alle Jahr viermahl Rechnung von aller Ein¬ nahme un-Außgabe thut/was man in ein jedem Quartal verbawet/und fürSilber/ Kupffer/Glöt und Bley grmachet hat/so solereinemjedenSchichtmeistereineVer- zeichniß -er nerven Gewercken geben/damit er wisse/ von wem er die Zubnß fordern/ und welchem der Außtheiler die Außbeute geben sol/Vor solche Gewerckschafft sol ihm der Schichtmeister einen Groschen geben. Wann imBeschluß -erQuartal-Rechnung wiederumb ZubußauffdaSnach¬ folgende angelegt wird / dieselbe sol er «rach den Außbeutzechen in den Zetteldrurkeu lassen damit dieSchichtmeistervon den frembden und weit abgefissenenGewerckeu/ nicht mehr Zubuß fordern/als Bergkmeister und Geschworne angelegt haben/wel- cheZetteleröffentlichandaSAmptroderRahthaußanschlagensol/WanneinGe- wercke in demselben Quartal die Zubuß nicht erlegt/ sol er ins kcmrägr gesetzt wer- -en/wo ferne er aber dieselben in dem andern Quartal noch nicht erlegt/ sollen solche Kuxe unter die gehorsamenGewercken außgetheilet «erden/derhalben wann ihm der Schicht- Bon da diener Anrpt und Beschlich. 205 Schichtmister ein Verzeichniß übergibt/ welche Gewercken nicht Vorlegt haben/ die solerinstinBuchverzeichnen/VonderIubuß aber soiderSchichtmeister/Stti- gern»- alleMeiter ihrenLohn bekommeu/und was sonsten von Holtz/Delen/ Ei- ftn/NagchK»bek/Bergktröge/Seil/ Unßlu und dergleichen auff die Zechen gehet? sol alles davon bezahlet werden. EssolderGegenschreiber keinGewehrzettel nochGewerckschafft aus dem GWbnch geben/erhabe dann dieselbe mit eigner Handt unterschrieben. Der Gegenschreiber sol niemanvts Theil abschreiben / er sey dann gegen- wertig/oder thutglaubwirdigenBefthl/würdejemandt deßhalben durch deswegen- schreibers Unvorsichtigkeit betrogen / oder in Schaden geführet / so sol der Gegen, schreibet denselben Gewercken die abgeschriebene Bergktheile wiederumbinsGe- genbuchgewehren/ rmddaderGewercke deßhalben einigen beweißltchrn Schaden erlitten hette/den sol thmder Gegenschreiber auch uachBilligkeiterstatten. Es sol ihm aber auch offen stehen/sich seinerSchädeu bey dem/ der ftemh-e Tbeilehatabschreibenlassen/zuerholeu/der sol auch/wo er darüber angetrofftn wür- tzk/nnsmr ernsten Straffegrwertig seyn. Es sol auch derGegenschreiber keineKtlxeohnVorwisselldesBergkhaupt- nians oder Bergkmeister-/ jedes Orts aus dem keu^ar geben/viel weniger ihm selbst/ seinem Weibe / Kindern oder Verwandten zuschreiben/Würbe auch der Bergkhaupturan oder Bergkmeister des Zu r oder Adschreibens / der Unvorlegten und inski.ergr6rrgeskytenTheile/auffjemattdtüAllhaltettodervouAmptswegen ei¬ nigen Befehl geben/sol er mit sonderm fleiß Auffacht haben/-aS derselbe befehlich ausrechkem BergklLufftigem gründe geschehe/ wann das erfolget/ sol der Bergt- Hauptman den befehlich selbsten / oder wo der Bergkmeister nicht schreiben kau/mit feinem Pitschafft bedrucken/ auch darneben durch den Bergkschreiber unterzeichn nenlaffrm Wann nun einbefthtich derogestalt verfertigt/ und ins Gegenbuch geank- wortet/solderGegenschreibersichheffen unweigerlichverbalten/ esweredann/daS der GegenschmberauzenscheWch befände/da--es BrrgkmelsterS befehlich aus IrrkbumLoderausEigennützigkeitberkommenjauffdemfallfolderGegenschreibek hemBergknreisterdessmerinttern/dieMängel/IrrthnwbeoderaudererhkblicheVr- fachen/darumb erdaSAb: und Auschreibens/bebenckenshette/dent/ich uod außfür- lich berichten/denselbigenBericht sol SerBergkmeisternichtaÜeingutwistig hören/ sondern auch folgen/thete erdas nicht/ und bliebe auffftioerM-iNuog verßamn/for der Gegenschreiber solches an uusermBergkhauptman oder Uris selbsten gelangey kaffen/yarunterbilligeWeifung zu thun. Könte da- aberfüglictz nicht geschehen/oder wereGefahr auff-cm Befu¬ ge/ sosol derGegenschreiber sein«eimede/ derer er denBergkmeister erinneret/ fleissig bey das Zu-.und Abschreiben verzeichnen/auch svlcheSzum wenigstmeinen Geschwornen und demBergkschreitm berichten/ aufftzenFaÜ der Gegenschreiber entschuldiget/undder Bergkmeister dem oder denen Gewercken/die erverküryet/ihr Tbetle wieder verschaffen/ auch allen Schaden zu erlegen/ schuldig seyn / doch alles auff vergehende unser Bergkverorbnrteu rechtmässiger ErkäNkniß. Von deoGegenschreibers Besoldung md Lohn. fM^Aun einer eine Gewerckschafft in alten oder nerven Zechen/ ins Gegen, buch/wie es sich gebürrt/antwortet / der sol dem Gegenschreiber davon ein- zuschreiben geben einen Mariengrojchen. Deßgleichenvon einer Gewerckschafft aus dem Gegenbuch zu sihreiben/einem Marieugroschen. VonAb r und Zuschrei. beveine-Gewercken Kuxe/Versind gleich Moderweulg/fech-Pfennige. Die Theile aber/ so nachlaut dieser unser Ordnung ins ^eraräLt kommen/ sol er dengemelnen gehorsamen Gewercken umbsonstzufchreiben. Coij Wann Wann unter -iegehörfamenGewercken/Retardatkuxe zuvertheilen sind/ Belcher wegen/so wol auch sonsten ollenthalde/Wir im Gegenbuch guteRichtigkeit undGleichheit wollen gehalten Haben/al-vann so! demGegeuschreiver von einem je¬ den Gewereken/dem er sein Antheilzugeschrieben/eS sey einer oder mehr Kuxe/ einen Mariengroschen gegeben werden. Alle diejenigen/so aus-emRetardat zugelassen werden/die follenbeneben -er Zubuß/auch des GegenschreibersGebühr/ als rMariengroschen auffiegenund entttchten/welcherfich aber desweigern würde/ von dem solder Schichtmeister die Zubuß nicht nehmen/sondern dieTheilim Retardat stehenlassen/ auffdaSdiever- legten Gewercken hiemit zur Unbilligkeit nicht beschweret werden. Von den Gewerckschafften/ so den Schichtmeistern zu den Rechnungen und Retardalkn/auS dem Gegenbuch gegeben werden / gebüret ihm von jeder einen Mariengroschen. So auch jemandt zu seiner NotturfftdasGegenbuchznlesen/oder etwas darein zu suchen begeret/sol er ihm 6. Pfennige darvon geben/also auch von einem je¬ den außzeichnen. Ob dem Gegenschreiber/in Sachen/so biertnuen nichtbemelt find / etwas inehrzu geben gebüret/soleS nach nblrchemBergkwerckSGebrauchgehalten werden. So offt hinfort der Gegenschreiberdienst verlediget wird/ es geschehe durch tödtlichen Abgangk/oder sonst durchEnturlaubung oder williges abkehren/so sollen alle Gegenbücher/zudemtelbigenAmptegehörig/garkeiuesaußgeschlossen/unserm Bergkhauptman/ ohn alle Weigerung und Verzugk/also bald zu gestellet werden/ derselbenzuNottmffgemeineSBergkwerckSzugebrauchrn. Der 8frticul. Von der Gcschworncn Ampt und beschlich. O^AGeschrvorneusollen des BergkwerckS sehrwol verständig/ erfahren/ und in allen Sachen wo! beglaubet seyn / ihre Anzahl ist / nach de« viel oder wenig Zechen gebawet werdrn/und wird einem jeden von dem Bergkhauptman undBergkmeister befohlen/auffwelchem Zug oder Gruben er fahren undauffsicht Haben sol. Die Geschwornen/ wie die jederzeit von dem Bergkampt geordnet / sollen -em Bergkhauptman undBergkmeister gebürlichenGehorsamb letstm/uuö was sir mit ihnen säinptlich oder ein jeden jnsonderheit schaffen/ -em sollen fiegetrewlich nachgeben und gehorsambsepn/fichrmch höchstem Vermügenbefieissrgen/Sawttfie selbst diese Bergkordnung halten/ auch andern dasselbige zu thun verschaffen / dag jenige/soderselbe» zu wider oder entgegen/verwercket wird/ohn alleSchewabschaf- fen/oder demBergkmeister solches ausagen/au ihrer gemachtenBesolduugnud Lohn sich begnügen lassen/niemandt darüber beschweren/ und sich sonsten in allen andern Sachen/FällennudArticuln/ so in dieser Bergkordnung begriffen/vermügedersel- ben/und ausserhalbderer/nach hergebrachtem BergkwerESGebrauch/unvttweiß- kich halten. ES sollenauchdie Geschwornen aussihrenanbefohlenenGebirgentäglich fahren/unb alle Gebäwde/in Schachten/ Stollen/ Gsfeucken und Fellörtern selbst beseben/uund mit dem Steiger sich berathschlagen/ wie die Gebäwde anzustellen/ undam füglichsten fortzutreibeu seyn / damit sie in borfallendenHandlungen/ von allen Sacheu/waS zum Pergkwerck gehöret/warhafften und gutenBericht/auS ei¬ genen wissen/ geben können/ und nicht auff vermeintem Bericht nachsagrn/ darob unser Bergkhauptman und Bergktneister ernstlich halten sollen. Wir wollen auch/ daß unsere Geschworne/ andere Züg und Gruben / wan es ihnen von nnserlnBergkhanptman oderBergkmeister befohlen wird/so wol nach- ttS als TageS/wann es von nöhten ist / unweigerlich befahren/ mit fielß verrichten/ auch gewisse und warhafftige erklindigung nehmen und haben/wie in einer jeden Ze¬ chen gebawet wird/unny sich nach ihrem höchstenVermügen befleissgen/ nach «brer Antvei- Bon der DinerAmpt und beschlich. 205 Aniveisiwg/ wiesie-a-auff- beste ihrem Verstände nach / zu thun wessen / damit Uns/ den Aewerchen/und gemeinem Bergkwerck/ znNuygebawet und gehandelt werde/und was sie auffden Jechenund Stollen/schädtliches oder unnüyiich befin- den/da-sollen sie/wo müMH/selbstabwenden/oderauffdie Verleyh undAnschmt- tageMr auch Miller Zeit/wo eS nöhtig/unftrmVergkhauptman unbBergkmeister anzeigen/ welche alsdann weiternSchaden vorkommen/ dasArge straffen/unddaS Gute ungesaumpt befördern sollen/auch von solchem ihres geordneten befehl des be- faHrens/von den Gewercken keinerBesoldunggewertig ftyn/Auch sollen sie alle Ar- beitSTagezu morgensfrüh bey demBergkmeister erscheineu/und allda/ob man ihrer bedürfftig/ BescheidtS erwarten/ darnach ein jeder seinen beschlich trervlich undmit Fleiß verrichten. Sie sollen auch mit sampt den Steigern / den Bergkhawern ein oder mehr Lachterzu stnckenMchzuschlagen/außzulenges/herau-zu hawen/und wa-de-Dim geS mchr ist/umb ein billigen Lohn / nachdem da- Gestein feste oder gebreche ist ver¬ dingen/ Wann aber in dem Gedinge eine solche feste de- Gesteins vorfiele/ deren sie sich nicht versehen hetten/und dieArbeitdarumb Nichtauffahren könten/so sollen sie ihnen eine Zulage thun / Wann aber in solchen Ge-ing das Gestein schneidiger würde/unddie Arbeit schleunigerkönte vollbracht werden/so sollen sieihnen vondem Lohn etwas abbrechen/ Uvdwann sie die Steiger oder Arbeiter öffentlich über derFahrlasttgkeit oderBetrug ergreiffen/so sollen sie dieselben ermahncn/daß sie hin- forder fleissiger feyn/und besser znsehen/ wann sie alSdaun hernacher nicht fleissiger seyu/ so sollen sie esdem Bergkmeister berichten/ -ersie vermöge seines Ampts/ mlt GefenLniß strafftt/oder des Dienstes gar entsetzet- Sie sollen auch täglich bey den Steigern lnder Gruben fleissig Auffacht geben/das von denHäwern kein Berg-unter die Ertz/ die Treiben oder Haussen damit zuve»Uchren/gchawen/sondern das die Ertz rein gewonnen/unnd an den Tag gefordert werden- Und wsferne sie solcher in den Gruben so eingeutlich nicht sehen können/ sollen sie doch auffden Hallen mit fieiß darnach sehen/ unnd sonderlich die kleinen Ertz/so naßherauS kommcn/in acht nehmen/davon etwa- in einem Bergktroge ab- wafchen/und dasie es mireincbefinden/ sollen sie es ungesaumpt/ bey den Steigern und Arbeitern abschaffen. Sie sollen auchzrm öffternmaök den Treibern ingeheimb nachzehsen/nun- auffachttmg haben/obauchdie vollenTonnen vonErtzundBergk-eraus-etrieben werden/wie sie dann auch die Ertz auffden Hallen / wann sie daran mißdüncken ha- ben/sollen irmbmessen lassen/und da sie es unrecht besinden/solcheS unnachlälsig dem Bergkmeister anzeigen/ damit der Treiber / Stürtzer/ Anschläger und Nachzehler/ deßwegen gebürlich mögen gestrafft werden. ' Sie sollen auchalle Freytage/wannvondenSchichsmeisterndie Schmies dekost geschrieben wird/sich das gemachte Gezaw Md Eisenwerck zeigen unnd für- bringeo lassen/ü«nd fleissig zusehen/ ob ein jede-seine rechteMckehat / auch nicht mehr/al-e- seinergrösse nud klein halber/nachdem Gewicht wirdig/dasür schreiben/ und bezahlen kasfin/ und wider altem Gebrauch/ ohn gnugfamen beschlich de-fal- mchtersteigern. Wie imgleichelt sollen sie auch fleissige auffacht haben/ daß wegen de- Hol- tzes/so mau zu alle'rleyNotturfft des ^rgkwettks/inZechen/Schachten/Strecken und Stollen lal-Schacht/Scheidelatten/Seyholy/Gerin undGezawholy/groffe uudküme PfÄe / Fahrten / wie auch in den Puchverckeo/wa-dem anhängig und von söhten ist)zugebrauchen /Nit dem Hawer r Fuhr: undMacherlobn/altem ge¬ brauch nach/richtig gebäret/ und daß deshalben kein UngebührlicherAuffsatzge¬ macht werde. Nach dem Wir auch in Erfahrung kommen/ bas zu Zeiten nusere verordnete Bergkzeschworne/mit unnöhtigeinGeschwätzk/nicht allein aüffhen Zechen undZe- Er iij chenhaüsern/ 2Q6 Der erste Theil dieser Bergkordnung sagt che,»häustrn/sondttn auch auffden Halles undandern Ortern/die Steiger von dm Einfahrenabhalten/dadurch -ast vielZeit undVerseumbniß derArbeit in den Gru- den vrrspildet wird/sb söl demnach den Geschworuen hiemit ernstlich Verboten seyn / die Steiger hinforder derogestalt von ihreuArbeitern au- den Granden nicht abhab ten/ söndm» vielmehrbey ihnen uothwen-tge-Auffsehen zu haben / damit sie an the rem Fleiß keinen mangel erscheinen lassen- ES sollen dieGeschrvornen nichtsin Anschnitt nehmen/es fty dann solche- zuvorn mit thremVorwisse»» gemacht oder erkaufft/unp das sie solcheS/wastesauff die Zecheugcschgfft/silbst gesehen haben/wie sie dann auch nicht mehr UnMt/Eiskn/ Bretter/ Seil oderanders/ das man zurNotturffbedarff/erkauffen und schreibet» lassen sollen. DerGeschwornenEpdk. CH N-gelobe und schwere/ -aßichdemDnrchleuchtigen/ Hochgebornen Von einerGedingstuffmzu schlagen VonWasserstewr/B.ergkforderniß/StvllenundSchachtstewr zu machens von jeher Zeche/so diese Stewrgibt und mmpt Davon gebüret demBergschreiber/ wegen derVerschreibungderStewr/der halbe tbeil - Von einer Fundtgruben/Maß oder St ollen/drey anfahrende Schicht frey zü machen/ von jeder Schicht L.Mariengrofchen/thut zusamaiku. Voneinem Steigereinzuweisen . - Wann sie da-Wasser seigern So sie sonst gemeine Besichtigung haben/einer VomLochstetnzuftyen - - - ÄZann von den Marfthkidern ein Lochstein zwischen zwey Massen oder Ze¬ chen hinein gebracht wird / und der Bergkmeister und Geschworm werden harzu gefordert zu fahren/ gebüret dem Bergkmeister UnddmGeschwornen,° - gen befinde/warnen und ansagen / die a uch unverbrüchlich selber halten / alles nach meinem höchsteVerumgen/in dem alle»» keine-Nuye- oderGenieß/dan der mir von- meinem G F-undHerren/und ir» S-FGn. Bergkorgnurrg zugrlasse» ist/ gemär¬ ten/ michvondemallenkeinNuyoderGabe/Gunst/Freundtschaffl oder Feinbt« schafft bewegen lassen/al- mir GOtt helffe und sein H. Wort. Gleichßsals ist auch unsere ernstliche Meinung und Befehl/ das keineBergk* amptSperson/er sey gleich wer er wolle/ einige-Fuhrwerck inne haben/ und zum Bergktverck fahre»» solle/ bey Vermeidung unserer schweren Ungnade u»»d unnach- lässiger Straffe. Damit sie auch ihre- befehlichs desto besser abwarten mögen / sollen sie ohn unser-Bergkhauptmans Zulassung/ über eine Tagereise vom Brrgkwerck nicht abreisen/es so! ihnen auch ohn merkliche Ursach nicht erlaubet werde»»- Was der» Gefchwornen weiter zu thuu gebüret / solches wird hernach ir« andern Theil dieser Ordnung speci'stcirer undangezogett. Von der Gcschrvorncn Besoldung und Lohn. Damit die Gewerben durch die Geschwornen mit ihmn Lohne nicht über sommen/und zu klagen verursachst werden/ sol ihnen wie hernach verzeichnet/ gege- . 2. Von der Diener Ampt und Beschlich. 20/ WarldieGeschwornen/Bergktheileoder anders/ das Bergkwerck äuge- hörig/thunschätzen/sogebürt ihnen von jeglichen Gülden / einen Mariengroschen Schanaelt/dovon Nehmen Vie Geschworne»» zwey Tdeil/ und der Bergk»ne»st^ ^s dritteAll. Was hierinnen nicht gemeldet w'rd/jol ihnen nach hergebrachtemGe* brauchgegebenwerden. Der io. gtticu!. Von der Nachfahrcr Ampt und Beschlich. unser Bergkwerck mit Bergkmeistern und Gesthwornen Personen O^notlürfftig versehen werde/die aüenthalben/darnach einem jeden jeme k c- 6ralikatteiLtteti'st/dieGebäwdebefahren/fieissigeErkündtgungdaben/undwiesre WfitideM -arauffoann sämptiiche Lerathschlagu^erfolgen sol/ w.ed.eGedawde benGe- MrckeuuNutz/uttdznBerhücm.gihresDchadenSangeorbttet/auchalleSanders/ was die Berakordmmg Inhalt noltürffrig gebachelt/ und hieriunen niemandts zu Nebeode^MetwasverdaltcN/denenauchderBer-kmeister/damitsolcheöallesge. trew!ichenvoüenzogen/sovte,.nüglich/nachfahren/undMk^ dabensol/DieweilfichaberofflmahlSzutregl/dasemesThetlSGeschworne/,nEr- fabruna undErkülwigungderZechen/unfieissig und unachtsamb styn/und allemauf ber^uUenvondenSkeigeEerlchtnehmen/indieZechenselbstmchteinfahrenoder besichtigen chun / aus welchem Unfleiß dem Bergkwerck viel Schaden- erfolget/ «lchemaberuuserBergkhauptmanausUnwiffeuheitnichtvokkownieumögen. Demnach so haben Wir jeytbemelttn unserm Berghauptman zwene NacktaLrer zugeordnet/ die sol er auff die Zechen oder Gebäw/ wo eS ihm für nöh- tmund ackgen angesehen wird/schicken/ und daselbst die Geschkvornen/ auchdeS BrraSmeArsHandelungmundFleiß/wieakleSachengestalt/zu erkundiget das- sttdenachfolgendtbemeltemunstrmBergkhauptman/oder in seinem Abwesendem ^ebendnrrbenchtenjdamitsie/so etwa-beydemBergkwercknvthwendig gehandelt werden sol j dechalben einen unterschiedtlichenLertcht und Wissenfchafft haben möaen/unddeydemBergeDeisierundGeschwöruen/znErhaltungdesBerskwers ckeS/SestoLefferVorstbungthunmögen/UndsodieEiNfahrerdieAcheubkfahren/ so sollen chneudie Steiger und Arbeiter alleMängel bey denGebäwden und Achen nichtweniaeralSunsermBerse».'eisterundGeschwornenanzetgett/ib»en allerdings Besichtigung stattgeben/und was den Gebawdenzinn besten dienstlich/dasscibe mit srundt berichleu/nvd darinnen nichts verhalten» Und insonderheit sol der Einfahrer beschlicht und verpflicht seyn / das er wöcheütlichalleZÜLebefabren/undmderselbettnichrgewiffeAit/TageovetStnm de halten sol/ besonder», nach stimm Gutachten seine Befahrung anstellen/ es sey ^rüh oder Nachmittage/ Vor t und Nachmitternacht / ausserhalb und in der Schicht/und sol er jedeßmahls alleStrossen/Gestncke/FellöUer und alleGcbäwde befahren/undvonSteigern undArbeitern gründlichen Bericht eit,nehmeu/auff den Ächen undStollen/sol er auffnachfolgendePunclgutAchtung geben/ob dieZechrn mit überflüssigen Steigern/HLwern/Knecht und Jungen belegt seyn. Obmit Nuy und Frommen/ mehr Häwer auff Er-können gelegt werden/ Ul»dmandaSchunkan/wa-dieUrsachseyndaSt-nichtgeschicht. Ob arrch die augelegte Arbeiter für Häwerbestehnkönnen/undobdieUn- düchtigenausGuust befördert werdem . . . Ob mit den Gediugen recht verfahren/uu- ob auch damit nach Gunst gehan¬ delt wird- Obauchledige Schichten und Weile arbeiten nöhtig zu fahren seyn/ und obdieledigel» Schichte», mit den Jungen und Knechten/ so ohn das gehalten/gesche- hen undverrichtwerdenkönnen/unddaSaudenOrten/daman sieja haben muß/bil- lichmesstgröLohn darauffgegeben werden. Sonder- 2 o 8 Der erste THeil dieser Beiordnung sagt Sonderlich sol er dahin fehen/und fleissige Achtung geben / das in denLöse- stunden den Arbeitern keine ledige Schichten oderWelleAtbeit/zuverrichten/gestat-« ret werde. Ersol auchanzeigen/ ob die Geschwornen avffden Zügen/ dahin sie von demBergkmeisterverordnet/zuTag und Nacht fleissig fahren. Mit dem Bergk und Ertz fordern/ sol erficissigeAuffsrcht haben/ das in dem kein unbilligerLohn geschrieben werde/und was ein jederSteiger mit seinen Hawern wöchentlich von Ertz fordern kan/ solches sol er/wo müglich/auch heraus treiben/ und nicht gestatten / daS die Steiger.von einer Wochen zur andern grossen Dorath von Ertz in den Gruben behalten. Da er auch auff Zechen / Stollen / strecken midanßlangen mercket/daS der Steiger den Gebäwden nicht recht verstünde/ und dieselben Schaden nehmen wole ten/solches solerungesäumpt anzeigen. AndenOrternda Wasserkünste seyn/ sol ergute Achtung haben/ dasrecht und redtlich mit den Leder werde umbgangeu/ und keine Utitrewdarbey geschehen möge. Mit dem Unßlit geben sol er für allen dingen fleissige Auffachtung haben/ das er den Arbeitern/wann fieUnßlit empfangen / nachwege/ sie bekommen cs auff zwey Tage/ Nacht/ ledige Schichten/ oder Weile Arbeit/und was er befindet/ das soleranzeigen/Auch dem Steiger in seinem Anschnitt der Unßlit Rechnung nicht mehr/dannwas er befunden hat/nnv damit fie können zukommen/passieren lassen. Er solauchin Hütten/Schmicden und Pttchwerckgehen/ msh da er in einem oder andern was Unrichtiges befindet/anzeigcn. Da auch durch die Fuhrleute mitAbfahrung der Ertz/ oder im heraus trei- benderErtz/Untrem und Unfieiß befunden würde/ das die Ertz unter wegen liegen Lleibeu/und für diePuchwercke nicht kemen/daffelbige sol er WbaldVrrmeldeu und anzeigen. Er sol auch auffHoltz/ Pfäle/ Germ/ Dielen/ Setzholy und Fuhr/ fleissige Achtung haben/das/waS auffdie Zechen und Stollen heßwegen geschricben/solcheS auch zurStätte sey/undkein unbilliger Lohn davon gegeben werden. ItcmdaS die Steigerdie Bergkfiile / so lange gebraucht find/ fie dieselben den Gewerben zu Nutz bringen. Was aber in Angebung der Gebäwde belanget/sollen sich Steiger und Ars beiter/nach dem Bergkmeister und Geschwornen richten. Wann aber ein Schichtmeister.wegen seiner Gewercken/ andesBergk- meisters/des Geschwornen oder Steigers angebenGebäw Mangel hette/ so mag er solches unsermBergkhauptmatt anzetgen/alßdann wird er die Einfahrerzu Erkun¬ digung / daselbst hinschicken/ und ferner nottürfftige Vorsehung nnd Verordnung thim lassen. Der Nachfahrer Epdt. CH N. gelobe und schwere/ das ich wildem Durchläuchtigen undHochge- rzÄbornen Fürsten und Herrn Herrn zu N.N. meinem gnädigen Fürsten und Herrn / und SF.Gn. Erben getrew undgewertig seyn/ I.F.Gn. Bergkwerckrs Bestes fordern/Schadm trewlich und fleissig warnen und abwenden/überI-F-Gv- Bergkordnung festiglich halten/wo ich die übergangen befinde/warnen und ansagenf die auch unverbrüchlich selber halten meinem anbefohlenem Ampte mit hem Nach¬ fahren trewlich abwarten/damit I.F Gn.und den Gewercken nützlich und wol mit den Gebäwden vorgestanden/die Schacht/Gruben und Stollen mit Ammern wo» verwahr von der Diener Ampk und Beschlich. 209 wahret/die Zechen nicht verhawet oder verstürtzet werden/ mit allem Fleiß nachfak- reu undAuffsehen/wasich ungeschicklichesbefinde/I.F.Gn. verordneten E>ergk- Hauptman ohnVerzng anzeigen/ alles nach meinem höchsten Vmnügcn/in dem al¬ len kemeMitz vderKenieß/dantt der mir vonI.F-Gn-und derBergkordnung Ge¬ mäß/zugelassen ist/gewarten/ trewlichund ungefehrkich/ alSmirGOlt heisse lii.d sein heiliges Wort» 'Der rr. Articuk DonBesiellung der Steiger/ und wie sie sich in ihrem Dienst verhalten sollen. A», jeglicher Steiger sol in jede» Schicht / auss der Zechen gegenwertig HL/seyn/uudauffsehen/dasdieHäweruttdArbeiterzurecherZeitalnuudaußfah- ren/auch rechte Schichte halten / und fleissiges Auffsehen haben/das die Gedinge vollenkömsichauffgefahren/unddaSallerFleißinderGruben angewendet/ damit die Erst reingebaweu / undzum schleunigsten an Tag gebracht werden / auch die Schacht und Feüörter/wo es von nöhten/ nut allem Fleiß außzunmern/hangendes und ligendes mit Holtz dermassenverwahren/damitesnichtzusamMen gehe/ undin der Zeche kein Schade geschehe» Er sol auch die Arbeiter anhalten Und unterweifen/das denGewercken fleissig undtrewlich gearbeitet werde / so er würde befinden / das einer oder mehr Häwer oder auderArbeiter/riicht rechteSchichten hielten/denen sol er solches in keinem we- gezu gute halten/sondern wo einer gleich aus redlichen Unsacheu seine Schichten zu haUen/seumiggewest/Vennoch sol demselben seinLohn nachAnzadl dagegen abgezo¬ gen und auffgehaben werden/Wo aber einer aus bösenUrjachen nachlässig befunden würde/ oder seyren wolte/ den sol der Steiger ablegen / oderdem Bergkmeister sol¬ ches onzeigen/dem so! nicht allein sein Lohn abgezogen/sondern ihn auch mit ganyem Ernst straffern Ein jeglicher Steigersol den Hawern und Arbeitern/ selbst alle Schichten/ Unßlit nnd Eisen geben/ und was sie erübrigen / in ihren Nutz zu wenden / nicht ge¬ statten. Die Steiger sollen/auch wann über Feyrtage oder sonsten in den Gruben uichtgearbeitetwird/ihrGezawund Eisen derogestaltinVerwahrungnehmen/da- mitsie dieselben /ederzeit wiedmunb niachtig seyn können. Wofeme aber solches von ihnen ver/äumpt/uud darüber ihnen etwas/es sey klein oder groß/ gestolen wurde/ sol solchesnicht deu Gewerckeu zu Schaden gehen/ sondern die Steiger sollen dasselbe bezahlen und wieder verschaffen. Sie sollen auchfleiffige Achtunggeben/dassieihr Eisen/Mmen/auch son¬ sten allerhandt Gezaw und Eiftuwcrck/ wie sie das in die Schmieden schicken/rechr im) imaußgewechselt hinwieder beko»M,en/und das anch ein jeder Arbeiter/ was er für Gezaw emfangen/ihm solches jederzeit wieder liefern müsse. Nach dem Wir auchglaubwürdigberichtet/das die Steiger / so wol Vor: als Nachmittages in den Zechenhäusern und auffden Hallen sich finden lassen / zu zeiten auch ehe als sichS gebühret/außfabren/So befehlen Wir gantz ernstlich/ das hinsüro kein Steiger von den Arbeitern in derGruben znTage auß/oder sonsten an- berweits fahre/ehe als die rechteZeit ist / er habe dann Ehehaffte nothwendige Ar¬ beitzuverrichten/ bey Verlust seiner Dienste/ und Vermeydung anderer vorbehals tenerStraffe. Es sol auch hiemit verbotten seyn/ das die reichenErtz bey nächtlicher weise/ oder sonsten ohn beyseyndesBergkmeisterS/ einesGeschwornen oder Steigers/ nicht nachgeschlagen oder außgeführet werden/ Inmassen dann auch die Steiger und Vorsteher einer jeden Zeche / ein fleissiges Auffsehen haben sollen / das kein Handtstein oder Schawftuffe/bevorab von den reichen Ertzen(welche in einem ver¬ schlossenen Kasten/ so bald sie gewonnen / zu legen / und verwahret werden sollen) verrückt/entzogen und verkaufst werde / solches auch für ihre Person selbst nicht Dd fürneh- 21 0 Der erste Theil dieser Bergkordnung sagk fürnehmen / noch andern zu thun gesta tten / als lieb ihnen und einem jeden sey unser Ungnade/auch nach Gelegenheit der Überfahrung/ ernstliche Straffan Leib und Gutezuvermeyden. Essollenauch die Steiger zu jederzeit gute Auffachtung haben/ vornemlich beyden unkändtlichen uewen Bergkarten/ daß sie die Ertze recht scheiden/ undwit Flerßzusehen/ wassieaußbaltenodernichtaußhalten sollen/ damit UnS und dm Gewercken keirr Schade zugezogen werde/ Wollen abersolche unkändtliche Ertz und newe Bergkarten/sie am scheiden und anßhalcen zweiffelich machen/ so sol der Wardein oder Hütten-Reuter allemahl / und jo offt es nöhtig / die Probe davon nehmen/ und sie dessen berichten. N. schMre/ daßich wil dem Durchläutigen / Hochgebornen Für- ri>Ästen undHerrn/Henn N- N Heryogen zu N- N. Meinem Gn. F- «nd Henn/ und S. F- Gn- Erben und Nachkommen getrew und gewertig seyn/ S- F. Gn. und gemeinen BergkwerckS destestrewlich fordern/ Schaden warnen und ab, wenden/ und meinem Ampt/ so mir befohlen ist/ und sonderlich weinen Gewercken trewlich vorstehen/ alles/ bamitich ihren Nuy mit Rechtvermehren und erzeugen mag/auffS höchste fleissigen/ keinerley thun oder Verheugen/ daß meinen Gewercken zuSchadenoderNachtheilgeretchet/michaüenthalbenmejneSGn.F.und Henn Bergkordnung unverbrüchlich halten / wo ich die übergangen befinde/ warnen und ansagen/ keines Genieß oder Nutzes/ dann so mir in der Bergkordnung zugelassen ist/ indem allengewarten/ mich darwlder kein Nutz/ Gabe/ Gunst/ Freundschafft oderFeindschaffk bewegen lassen/ sondern wil solches nach meinem höchsten Ver- mögen halten / trewlich und ungefthrlich/alsmirGOlt helffe und sein H. Wort. Bon Entsetzung und Annehmung der Steiger und Schichtmeister. 8 ^Jemand so! sich uMrstehen/ ohn unfers BergßhaupimanS ederBergk- e Schichtmeister sollen tvöchentlich zum wenigsten zwene Tage die Hüt» ten und Puchwercke besuchen/anffthrRost/Schmelyen und Treiben guteAchtung geben/auch emjederbry seinem auKbrechendeS Herdts selbst seyn / und wassich an Hanen undKöruern findct/zu seinem Blick legen/ damit sie selbstWissenschafftba- ben/und berichten können/waS an Holtz/Kollen/Schmelzer und Treiberlohn auff- gangen/ und das den Gewerifeu hierin nichts versaumpt oder veruntrawet werde. Ein jeder Schichtmeister sol auch allemahl in der Hütten / anffdiedarzu verordnete Tage / bey dem ein r und außwegen seiner Oewercken Bley und Gibt/ selbstgegenwertig seyn/undenl flejssigesAuffsehen haben/ das es mit dem vor r und achrvegen/allenthalben richtigzugehe. Siesollen auch sonderlich gute Auffachtung haben / das keine blinde Na- menMsch Gedinge/ledige Schichten/undWeilearbeit/ für andere unrichtige Loh- negeschrieben/undindenAnschnittgebrachtwerden/auch nichts schreiben/sie haben eSdannftlbergesche^otzerhabendrssLNgewiffenGrundluudBericht/dann wo sol¬ che Falschdcrt in denn Registern besnnden/oder sonsten Erfahrung gebracht wird/ derselbe Schichtmeister/so solchesgeschrirben/sol ohne alle Einrede und EmschMdi- grrng/aMaldfemrrDiensteentsetzet/und sonsten nachGelegenhett der Sacher,/an Leib und Gutgestraffet werden. Die Schichtmeisterscllen arrch alle Keytage selber persönlich a uff den Ie- chenhausern in, schreiben sepn/nndeHn sonderjicheVergünstigung desBergkampts/ keinen andern an ihre statt schicken. Des SonnabeutS nachgehaltenem Auschnitt/ folein feder Schich tmeistex auffdemRatbause/undnichtiNihrenHäusertt/oderanwelchemOrtesolcherverord- net/in bey seyn der Geschwornen und Steiger/mit dem Gelde/so er aus den Zchend- tenempfangev/lohnen/undeinemjeden Arbeiter seinLohnselbftenzustcven/auchmiL dem Gelbe keinen Wechsel treiben/bey Vermeydung ernstlicher Straffe. Schichtmeister undSteiger sollen ohn unftrs Bergkhauptmans undBergk- tneistersWissen und Willen/über eine halbe Mile vom Bergkwerck nicht gehen o- her ttisen/und über eine Nacht vom Bergkwercke nicht seyn. Es sollen a uch alle gemachte und verschriebeneStewren/wöchentlich von den Schichtmeistern bezahlet/und richtig eingebracht werden/ un welcher von wegen sei, nerZeche Stewr/Puchzinß/odcrdergeleichenGelt von sich gibt/ der so! von einem jeglichen/dem er solches zustelleMuitantz nehmen/undbeyden AußzügenNumr )z. im Anschnitt aufftegen. Wann geschmeltzt wirh/sollen die Schichtmeister beym anlassen und außlas- senseyn/undanffschreiben/ was fär Kollon und Vorschlag die Schmelyer nehmen/ Und wie viel Werck sie wiederumb machen/und was ein sederStich helt/deßglejchen/ wann die Werck im Treibberdt getrieben werden / sol er dteselbigen Gewichte in eineSchreibtafel auffzetchnen/ dainit er wissen möge/ ob das Silber/ so getrieben/ Ddij ' miß 212 Der erste THeil dieser Bergkordnung saget mit seiner Rechnung überein kömpt/und wasfürGlöt davon blieben r'st/alßdaun sol er daSSilber -em Silberbrcnner bringen/ und wiederumb wegen/und was es wiegt solvonihnenbeydenauffgeschrieben/ und dem Achendtner bericht werden/welcheres gleich sowo! als der Schichtmeister undSilberbrenner auffschreibet/ in Summa/ er so! derGewercken Gut verwahren und versorgen/als wanns sein eigenwere. Der Schichtmeister Cpdt. CHN-N gelobe und schwere/ das ich wildem Durchläuchtigen/Hochge- O^übornenFürsten undHerrn/HerrnN.N.Hertzogen zu N.N.rc.meinem gnä¬ digen Fürsten und Herren/ und D.F.Gn. Erben/getrew und gewertig seyn/ S.F. G-unddeSgemeinenBergkwercksBestes getremlich fordern/Schaden warnen und abwenden/undmeinem A-upt so mir befohlen ist/und sonderlich meinem Gewercken getrewlich vorsteben / alles/ damit ich ihrenNutz fordern und vermehren maganffS höchste befleiffigen/keinerley thun oder Verheugen/ das meinen Gewercken zu Scha¬ den und Nachthei! gereichet/ auch keine Falsche Namen in Rechnung bringen oder schreiben/und mich allenthalben meines GF- lind Herrn Bergkordnung nach/ un¬ verbrüchlich halten/wann ich die übergangen befinde/warnen und ansageu/ keines Genieß oder Nutzes/dann so vielmir inSF.Gn. Bergkordnuugzugelaffen ist/ in hemallengewarten/michwiderdieseSalleskeinNutz/Gabe/Gunfi/Freundl/chafft oder Feindtschafft bewegenlassen/ sondern wi! solches alles nach meinem höchsten Vmnügen hakten/trewlich und ungefehrlich/als mirGOtt heisse und seinH,Wort» Wie viel Zechen ein Schichtmeister innen haben mag. Ls»- Ssolauchkeinem SchichtmeisterüberdreyAechenzuverwescn / öarauffer ^S^Anschneit/undzwoStewrroderk^cc-ess Zechen/Pavonerlohnen muß/ innen Zu haben gestattet werden/doch daS darunter nich t über zwoFüudig seyn / so sie aber Dey ihm fündigwerden/magerdie wo! inVersorgungbißzu Entsetzung behalten. Würde auch einer/ zwene/ drey oder vier / eine oder mehr Zechen bawen/ und selber zu gleich/oder einer aus ihnen/die verwesen wollen/das sollen auffvorbe- rüste gebürliche Pflichtunsers Bergkhauptmans und Bcrgkmcisters gestatten. Wassonsteu dem Schichkmeisterzu thunund in achtzu Haden gebühret/sob cheswirv in dieftrOrdnung au ttuterschledr/rchengehörenPenOrtern ferner vermelt. Der rz. Zfrticnl. Von der Mrscheidcr Ampt und Bcfchl. S sol sich auff unsern Bergkwercken niemandts Marscheidel^ unterste» i^^/ben/ es sey ihm daun zuvor« von unsermBerghauptmans oder Bergkmeister Zugelassen / und darzu gebürlichvereydet / Dieselben unsere Amptleute sollen auch keinen zulaffen / er sey dann dnchtig und des Marscheidens verstendig und geschickt befunden/ Dieselben zugelaffene deeydigte Marscheider/ sollen sich auffeines jeder« Begebrenzu seinerNohttmfft gutwillig gebrauchen lassen/und ihrAmpt mit getre» wem Fleiß auffrichtig/ rind niemandts zu Schaden/ohn Betrug oder Vorthei! der- richten/sie sollen auch keinen gemeinen oder verborgenenZugk/ohnWissen undWil- len unserS Berghauptmans undBcrgkmeisterS thun/und sollen die Gewercken umb dieselben ibr gethane Züge/ mit ungebürlichem Lohn nicht übersetzen. Wo aber jemandt deS Lohns halben von ihnen beschwert würde/daS sol an unscrm Berghauptman und Bergkmeistergelangen/ die sollen-eßhalben zimbliche Messung tbun. , Ob dann jemandts vermeinte/ das ihm durch -er Marfcheider Zugk/ Kur- tzung geschehen weref dem sol durch Vergunsi unserSBerghauptmanSun-Bergk- weisterS/ voll der Dimer Ampt und BeWch. 215 meMs/eimn verstendigen fremb-en Marscheider/ auffsimKostallbie bu'nqen/ und einenWehlZligkzu thun/zugelassenseyn. Wann auch cuißfündrs gem^hk/oas die MarsHeider in ihrem Ampt und gethane Z-Wgeirret/oder die Stollörterund Onarschläge so gegen einander auss idrA-rZebengetriebcn/nichtrechtauffeinanderkomm-ri/ttndalsovergeblicheSolen/ Strossen und Fristen Een nachgehawen werden/ und dre Ge wEn dardurch in vergebliche Unkosten/zu Schaden werengeführet worden/so sollen sie von wegen ge¬ übt- unverstendigen oder unfleissigen Zlchirng/ denselben Unkosten aufl- Mess, mna misers BergkbauptmauSundBergkmeisterSerstatten/vder nach Belegenheit der Schcii/abgelegt/entsetzee/oder sonst mit Gefängnißgcstrassc werden. Wann auch ein Marscheider gezogen / und ftin gemärck geschlagen/und dem Steiger demselben nach/anzuseyen/und die Haudtarbeit anzustelien/anweisen wird/sollen so balde zw.negrschworne darzu erfordert werden/ und ibreaeinerckeu aiichschlagen/dainitsichderMarfchejderdarnachfeineS unflcissigcn Ziehens nickt zuenschuldigen haben möge. Es sollen auch die Marschcider im hienein bringen des ersten LoMeinS vomTag/uudimfortbriuMderErbstuffett/auffelnenGanskeinerrcyaleickeOr- dennngdesBangeShalten/undrnwelcherStundeder Ganaksin streichens vat/ derselben stunde nach /sollen sich dieMarscheider in obberürten hienein bruM-^er Lochsteine/allewegverhalten/unddaemMarscheiderzuvoranffvemselbenBanae -licht gezogen bette/ und von dem andern zu wissen begerte/waS er für ein Ordemma u-idStundemgebaltett/dassolsennkrungeweigertanzuzeigcnmidzuberichtenschnl- dig seyn/undsollensich also die Marscheider der Ordenung und Stund?desstm, chenS verglclchen/dannt denGcwercken an ihrem vermessen Felde kein Abbruch ae<- u.i-nicht derohalben in unnöhtige und vergebliche Unkosten geführet wer- Der Marschcider §pdt. 'LÄ GM "as ichwilMM« G.F und H-MU/ und ^HSLS.F.Su. Eideouud Nachkcmmm g-ttiw und g-w-rtiz s-yn/ und >ueme« b-foblm Auw«« «'-E und fieissig nbwattm 1 mich rimm jchkm nuff sciu e» f°rdM>wM>sNchMkichrn/uuduuranz-bü,Iichcr/MchEtzttBcl°dn^ gnu-mIasseu/undmem-nS««nmitiid!Mm/uochauchMdcrGwU!/.^-»ni>t. sch-P/Nff-ud-tMu-./HnK/N-MFEchuK°d-7uu«^^^ dmigeirenM und n,s° dundklu/wie ichg-gm G0tt/auch ddchgedachcm me nem ö V«inmdi-BrubmMacht/ Gleicher massen sollen die andern her Marscheider Züge/ so sie gegen Orten angeben/oderSchichtauffeinanderzunchten/anweisenwerden/obbttürterGestakt in das verordnete Buch unter sondern Titul einleiben lassen / und von solchem«^ schreiben/ da sol man dem Bergkmeisterzwey Mariengroschen geben. Der Marscheidcr Lohn und Besoldung. Von einer flachen Schnur oder Donlege/ ro. Mariengroschen Von einem Seiger/roMariengroschen. Von jedem Winckel / 5 Mariengroschen. Von einem Ortpfahl zu schlagen/ )o Mariengroschen. Ddiij Der 214 Der erste Theil dieser Bergkordmmg sagt , Der 14. Articul. Bon des'Obcr - PuchsteigcrsAmpt undBcfchklch. dem grosser Unfleiß anff unfern Bcsgkwercken mit Auffbereitlmgder SvL-/Erygefchrcht / Als haben WireinenObekpuchsteigerzu ordnen/für noth- wenSlggeachtet/dersclbe sol für allem Zechen die rm Puchwercke seyn/ und ihre Ertz zugut machenlasseis/ seine außkommende Besoldung haben/ undsolauff nachver¬ zeichnete Puncc sondlich bestellet und gute Achtnng zu Haden/ verflicht seyn/ und wo er in einem und andern Mangel oder Unnchtigkett desinden wird/ solches unferin Bergkhauptman und Bergkmeister unfäumblich anzeigen. ErsolsiLhunserSBerZkmeisteröBefehllchgemeßundgeborsamblich verhal- ten/und neben densklbendahiu trachten und gedencken/ das fleissige/düchtigePuch- steiger/so der Puchardeit wol erfajmn/seyn/gesetzt und ungeordnet werden. D>e Puchsteiger nnd Fuhrleute sol crmit Ernst dahin ballen/ wann sie den Schlich in die Hütten führen / das sie die Karren oder Holen nicht zu voll laden/da, mit der Schlich nicht überschlagen/undzu Nichte kommen möge. Ersolauchfleissige Auffachtung haben/dasden Puchsteigern/ Puchern/ Wäschern und Auffcreckern/ nicht mehr Lunn ibr billjchgemachttsLohliwöchent, richgeschrieben/undwann dieFeyern/oderwelcheSchichcensie nicht anfahren/ihnen abgekürtzet werde. Er sol keine ledige Schichten oder Posen fahren lasscn/es sey dann hochnö- iig/undwannderPuchstciger solches derNotturfftnach/mit seincniW'ssen thut/sol er mit Fleiß nachsirhren/damit solche Arbeit auch also geschehen möge. Er sol auch Zusehen/ wie er in einem jeden Puchwerck anordnen/daS die Ertz mit gutemNahtegepnchet werden/ imgleichcn sol er auch die »nachlässige Verseh» uug thun/das auffdenPlanherdten rechtWasser gegeben/hamit crdenSchlich auff der Planen behalten kan. Da er vermercket/haS ein Puchsieiger unfleissig/ und die Ertz mit Nutz auff- zubereiten nicht geschickt were/solches sol er unsäumbkich/wre vorgemelt/anzeigen. Er sol fleissige Achtung geben / bas nicht mehr Unßlik in den Anschnitkge- brachtweröe/ dannergewißweiß/ daszuBebneffderGewercken2lrbeit/ indcn Pnchwerckm verbrant sey. Er solauch diePirchwercke mituottürsstigem Gezeug/wie das Namen Ha¬ ben mag/versehen/wasabgeutttztundnichtwehrkangenütztodergebrauchtwefdrn/ gegenAbholung des newen belegt/ und also hierin kein untrem an Planer/Puchei- sett/Unterlagen/Ringen/Schauffeln und Bergtrögen beschehen möge / und da er Vas im griugsten vermrrckte/ solches unsernBergbeampten vermelden. Er sol auch gute Auffachtung haben/ daß das Pnchzeug wol und recht wer¬ de angerichtet/und dre Puchsteigerauch darzu gehaUen/das sie eö nicht muthwillich durch ibreFahrlassrgkeitverseumenuudzu brechen lassen. Er sol auch das geringste / was zü Erhaltung deSPuchwercks von nöbten jst/nicht einschreiben lassen/es sey dann zurSätte/auch daskeinLobn auffdiePuch- steiger/Pucher/Wäscher und Auffrrecker/ledige Schichten / wie auch auffallc an¬ dere nothwendigeAußgaben/so zuBehuff VerPuchwercke zuverschaffen/nicht ersieh gert und erhöhet werde. Es sol auch dem Ober rund Puchsieiger hiemit ernstlich und bey wircklicher und unverbleiblicherStraffe aufferlegt und befohlen seyn/daS in denPuchwerckm/ da den Puchsteigern nach der Marck verdingt wird / eines jeden Arbeiter und Kin¬ der Namen und Lokm/kpec >6cc wöchentlich in die Außzüge und Negister/auch waS ihnen in alles auffgebet/geseyet/und von denSchichtmeistern außtrücklich geschrie¬ ben werden sollen/damit man wissen könne/ worauff sie jedes empfangen/und binwi- derderechnrn/ und sollen die L>ch>chmieister den Kinder» selbst ihr Lohn zusiellen. hon der Diener Ampk und Beschlich. 215 Wie danarich dieGeschworne und Oberpuchsteiger mit Fleiß VarauffAchL haben sollen/ das die Sichtmeister mit einem jeden Puchsteiger/ wegen deraußge- brachtenMarlkundBraudt/undnichtauffBlicksilber wöchentlich gewisseAbrech- nunghalten/undsolcheSeigentlichzuRegisterfttzen/auch zusehen/vas den geding¬ ten Puchsteigern nichtzu vielLohnS zuvor herausgegeben werde» Der Ober-Puchsteiger Syd. '^1 Cb N N schwere/daS ich wil demDurchläuchtigen/HochgebornenFürsteu L^undHerren/HerrenN-N-Heryogen zuN-N. meinem griädigenFürsten und Herr/uttd S-A Gn. Erben und Nachkomen/getrew undgewertig ftyn/ S. F- G° undgemeineBergkwercköBestes/trewlich befordern/Schaden warnen und abwen- Sen/und meinem anbefohlenen OberPuchsteiger den 2is Der erste Theil dieser Bergkordnung sagt den und Nachtheil gereichen mag/ mich allenthalben meines Gn. §. und Hem Bergkordnung/des OberpuchsteigerS/ BergkmeisterS/ und Geschwornen Beseh, lich/unnachlässig verhalten/woichSchaden sehe oder befinde/warnen/ansagenund «enden/ so viel mir möglich ist/ mich davon kein Genieß/ Gabe/ Gunst/ Freundt, schafft oderFctndschafft bewegen lassen/sondern wil solches alles nach meinem Höch, sienVermügen halten/.alles trewlich und ungefährlich / als mir GOtt helffe und setnH. Wort» Deris.Articul. Der Hüttmämie/ Nachzchlerund Stürker Befehlig. ^^^At Ie Hüttmänue/ NachzehlerundStöryer/ sollen ein jeder an dem Ort/ (^Äund auffwelchen Zechen fie unterschiedelich von Bergkmeister und Ges schworneuverordnet werden/ mit allem getrewen Kleist Auffachtung haben/daSdie Treiber so wol an Bergk als Ertz mit vollen Tonnen / und rechtergewiffer Zahl in denGeipeln aus denSchachten heraus kommen und getrieben werden/und sich deßs halben durch die Fuhrleute nicht bestechen lassen / oder Geschencke nehmen / würde aber einer darüberFalsch befunden/ der sol neben den Fuhrleuten mit nnnachlassger ernster Straffe/andern zum Abschew/belegt werden. Sie sollen auch/wann unter dem Erg Bergkwändemit heraus kommen/die, selben außhalten/und in die Halle werffen/ wie auch diereinen Ertzstuffen von dem gemeinenErtz außhalte/außklauben/und diejelbe besonders an einHauffen sthütten. Sonderlich sollen dieStürtzer mitFleiß in acht nehmen/wannEry von unter, fchie-ttichenZechen/auseinemSchachtherausgefordertttndgctriebenwird/daßfit solches nicht verwechstln/besondern denjenigen/ so eS gebühret/an ihre gewisse Orter zusammen stürtzen und lanffen/ und darinnen keine Partheiligkeit gebrauchen. DerMchzchlcrundStürtzerEyd. CHN- N- schwere/daßichwildemDurchläuchtigeu/ HochgebornenMr- c^vsten undHerrn/ Herrn NN. Heryogen zu N- N. rc. Meinem Gn> MA undHerrn/undS- Fürstl.Buad. Erben/getrew und gewertig seyn/S FürstlGu. und deSgemeinenBergkwerckSBestessosdcrn/Schadenwarncnntt-abwettden/m nieinem Nachzehlen mit Fleiß Zusehen/ dasvolle Tonnen unddierechte Zahl dersel¬ ben aus den Schachten heraus kommen / und derowegen von den Fuhrleuten weder Gisst noch Gabe nehmen/uudwoferne ich unterdern Ery Bergkwände finde/diesels ben/so vsel müglich/außhalten/Wann auch von unterschiedtlichen Zechen/Ertz aus einem Schacht gefordert wird/das ich solches den jeuigen/so es gebüret/stürtzen/nnd hierinnen keinePartheiligkeit brauchen wil/auch keinerley tbun oder verbeugen/ das denGewercken zuSchaden gereichen mag/mich davon kein Genieß/Gabe/ Gnnst/ Freundtschafft oder Feindtsthafft bewegen lassen / sondern wil solches alles nach meinem höchstenVermögen halten/getreulich und ungefehrlich/ als mirGOtt helffe und sein H. Wort. Der -7- Articul- VonKuxkräntzelern. N Ach dem auch die Erfahrung bezeuget/ und Wir offtmahlS glaubwirdig GvL^berichtet worden/ welchergestaltfichofftmahl etliche leichtfertige Gesellen/ bin und wieder/ an ehrliche Leute bößlicher Weise gewacht/und dieselben durch fal¬ schen Bericht/ und unwarhafftigen erdichten, Angeben/ umb ihre gute Theil und Kuxe/ oder umb ihr wolgewonnen Gut betrogen haben / und dann solcheSzu Ver¬ achtung und Abgänge unsererBergkwercke gereichet/ so sol solches durch dieBergk- beamvten ernstlichverboten werden. Und von der Diener Ampk und befchltch. 21/ Und da nun hinführo einiger Kuchäntzeler auffunsern Bergkwercken oder son- sieniemands(dcssenWirmächtigseynmrgen)EhrlicheLeute/mitöffentlichenLügcn der Ku/e/Zechen und Bergkwercke halben / und jhreLheil oderwol gewonnen Gut und Geldk hintergehen / auffsetzen und bettiegenwüroe/so wollen Wir an demselben seineBübereyund betriegliche Handelung/auffder Beleidigten, befugte/ bewcWche Klage undAnsuchen/nach Verdienst/und mit soichemErnste straffen/daß er es fühlen/ und sich ein ander daran zu spiegeln haben sol. Der iS. Atticul- Wtc sich die Cltesien und Ängsten der Knapschafft halcensol- ^SL^Uffdaß alle Murmelung/Empdrung und böseLhaken / so viel möglich ver- EM biei ben/o der ja desto ehe erfahren möchte werden/so sollen dieEItesten derKnap- E^schafft/die auffder BergkBeamptenNgchlaffung/zu solchem Ampk erweh- !et/zu jederzeit / neben andern ihrem beschlich gute Auffachtung haben / ob sie irgendk vberzehlte oder ander böse Lhaten / oder unbiüichVornehmen möchteneräugen / um sirmBerg^Hauptmannunsäumblichdasselbeanzrigen / und nach ihrem höchsten Vermögen zuvor komen/Deßgleichen sollen sich die zugeordneten Jüngsten der Knap- schafft / und jonsten alle ander Gesessene und Ungrsrsicne auch verhalten/bep Vermep. düng ernster und schwerer Straffe. ^Ls sollen und mögen auch hinführo / wann sich VerenderungderEltesten der Knapschafft/auß beweglichenUrsachen zuträgk/die Knapschaffc mit vorwissen undBe- Mgung unser s Vergk Havpkmans/eimr oder mehr / so vorgenommcn und zuvcr« eMmseyndurchsieaußihnenerkiestundernandt/unsernBergk'Hauptmannvorge- stelltt/und so derselbe sie für nutzend tüglich erkennel/darzu besteligen / und nach Ge¬ legenheit derNothdurfft/anderrdarzu von unsertwegen/durch sie verordnet werden. DcrCltestcnderKnapschafst EM. N. 9). schwer einen EpdtauffGHkk und sein Work/ dem Durchläuchti- genrc. meinem gnädigen Fürsten und Herren/und S. K. Gn. Erben/getrcw O^Lund gewertig zu stpn/Und demnach ichgemeinerKnapschasst zu einemE itcstm/ zu Verwaltung ihres Entnehmens und Außgebens erwehlet/ und durch S- F. Gn. Bergk-Hauptmann darzu bestetigt bin / daß ich mich in solchem Ampk krewlich und fleissig verhalten will Wo ich auch inErfahrung komme und vermercke/daß I. F.Gn. oder derselben Bcrgkbeampken und ganzer Gemeinde / Schaden und Nach.heil zu- sichen/odersich unter dergemeinenBursseeinAuffstandt/Empörung oderAuffwiege, lungerregenwolte/solches obgedachken Bergk-Hauptmann oder Bergkmeister von Stunden an/ündunsäumblich anzusagen / und selbst nach meinem besten Vermögen vorzukommeN/so weit mir leib und Leben wendet/trewlich und ungefährlich / als mir Golkheiffe und sein H. Wort- Dec Hünzsicn Cydt. CH N. N. schwere meinem G. F. und Herren / und S.F. G- Erben getrew undgewertig zuseyn/Und nach dem ich gemeiner Knapschaffk/zuVerwaltung ',hres Einehmens und Außgebens/neben den Eltesten erwehlet bin/und solches von der Obrigkeit ist nachgegeben/daß ich mich demselben Ampk in allem dem/das wir darinnen zu handeln gebühret/fleiffig/trewlich und ungefehrlichverhalten wil / wo ich auch in Erfahrungkomme / daß etwas IhrerFürstl. Gn.derenBergkbeampten und gantzer Gemeinde/zu Schadenrnchte/oder sich unter dergemeineBursse eineAuffwie- gelungoder Mstandterregenwolte / das wil ich I-F.Gn.Bergk-Hauprmann E e -der 2ks Der erste Thal dlrserBcrgkordnung sagt oder Bergkmeister von Stunden an offenbahren/und selbst darwidertrachten/somit mir Leib und Leben wendet / krewlich undungefehrlich/ als mir Gotlhelffe und sein H-Wort. Dtrr§. Articul. Vom Büchsenpfennlge/und wie es damlt sol gehalten werden» S sol auch ein jeglicher Schichtmeister oder Steiger / einem jeden Arbeiter die Woche von einem Gülden einen Pfennig an seinem Lohn abziehen / und am demBergkmeister/GeschworntNUndElkestendtt Knapschafft/ in die Büchsen antworten / dieselben sollen hinforder der Knapschasst Nutz undFrommen damikzu schaffen/und auch Rechnung davon zu thun / verpflicht tetseyn/undsolsolcheRechnungdurchdieElkesten/fodarzuverordnetseyn/alle^uar- tal ördentlicher Weise/von gemeiner Knapschasst gehalten werden. Der KnapschafttKasten/Registrr und anders/wasjhnenzugrhöret/sol forthin in der Anschnitt-Stuben stehen und bleiben / und in demselben mit vorwissen unsers HauptmansundBergkmeistcrs/jederzeitgebandeltwerden. So ein Bergk,Gesell kranck würde / so sol man jhm nach Gelegenheit seiner Kranckheit/undnach Bergkmeisters/Geschwornen und Eltesien der KnapschafftEr- käntniß auß der Büchsen geben oder leihen / doch daß der Krancke / so viel möglich zu thun/folcheswiederum b zu erlegen / einen Vorstandt habe» Der 20. Atttcul- WannArbeitcrln der Grüßen/ oberfoustmanker GewkrckenArbktt Schabcnmhwm. Nd so einArbeitrr inderGruben/oder an ander derGewerckeMelt/anGlieb- ^^massen/Arm odrrBein brechen/oder dergleichen Fällen Schadennimpt/ so sol demselben von derZechen/ob die fündig wäre/achtWochen dasLohnundArßt- Geldk folgen/aber auff andern Zechen/die da nicht fündig/sondern mitZubuß gebaw- et werden/die sollen demArbeiter vierWochen sein Lohn und das Arßtgeltentrichten. Der Gesessenen EM- CH N-gelobe und schwere einen Eydt/daß ich meinem gnädigen Fürsten und Herren/ S. F. Gn. Erben/und an J. F. Gn. statt/ auch deroselben Bergt- Nd weil nach altem Herkommen und Vermöge der Bergk-Rechke / auff den ^^Zechen/in Gruben/ausf den Hallen/Hütten / Puchwercken/in Bergkschnüe« denrrnd andern örtern mehr/so demBergkwerck zusiendig/Frcyheit ist / So wollenWir zu Sterckung derselben Freyheit/ männlglich trewlich verwarnet haben/ daß sich keiner bemelterFreyheit/vorsetzlichen oder außVergessenheit/weder MitWor- ten noch mit der Lhakzu brechen unterstehrn/welcher aber das übergangen/ befunden/ den wollen Wir an Leib und Gut/nach Grösse und Gelegenheit der Ubertrctung/mik der Schärffestrassen. Hiemit wollen Wir auch Steigern / Schichtmeistern und Arbeitern ernstlich gebotenhaben/bey Vermeydung grosser Ungnade/daß sie dieselben Verbrecher / es ge¬ schehe die Übertretung mit Worken/Schelken/Schenden/Schmehen/Gottslästern/ oder wircklich/alsbald unserm Hauptmann oder Bergkmeister anZcigen / auff daß sie in gebührliche Straffe genommen werden. Würde vonder Diener Ampk und BcftWch. 221 Würde aucheiner oder mehr solchesverschweigen/ oderauffAnruffenni.htzu« greiffe^/der oder dieselben sollen gleicher Straffe der Übertretung gewertig jc pn. Der rs.Artiml. Todtschläger sollen dcß Bergkwercks ervtg vttwksenwekden. OeinerinunsermFürstenthumb/oderauffdenzugehörendenundeingcleibten ^bBergkwerckenundGebirgen/ohnNotwchreinenLodtschiagthut/drmsoldas. MABergkwerck/obgleich dieSache vertragen würde /ewig verboten seyn. Der zo. Arttcul. Wie man sich tu Aufflauffen Jewrs und anders halten sol. sich ein AufflauffIewrsundandererSachen halben (daGott für sty) be- ?^^Lgebe/dasol sich niemands unzimblichesGemürmels/schclten oderGeschrkys/ «4^dadurchemigerUnwillewiderIemandt/ oder Empörung erweckt magwer- den/vernehmen oder hören lassen/sondern ein Jeder allein den Schaden/so fürAugen/ vorkommrn/behülfflich seyn/und deßLhuns/da er zugeordnet ist/abwarken/lVoaber IeMNdthiewider etwas vornehmen / und darinnen befunden würde / derselbe sol am Leibe/oder sonsten nach schwerer Verbrechung ernstlich gestrafft werden. Dttzr Artlcul. Hn Aufflauffcn un d Dersamblungen sol man keinen Widrrtvillen etffern. O Iemandt mikdem andern zuchun/oder Widerwillen und Beschwerung ^^hätke/der sol in Zeit der Auffläuffe /oder in andern Nothsachrn /undwann son- sten Versamblungen seyn/ desselben weder wenig noch viel eiffrrn / aust' ücken oder gedencken/sondern sonsten zubequemerZeitbey unsermBergk-Dauptmannodee Bergkmeisier/Rath oder Richter dertzalben anregen / da sol jhm die Billigkeitmikge- cheilek werden/Wo esaber bey ihnen daran erwündr/sol mans an uns gelangen lassen/ wollen Wir einem jeden dieBilligkert aämmlttrit-en, Und sojemaudtinAuffiäufften und Versamblungen/Hierwiedek thun/und dasBvlckinHrem nothdürfftigenBegln- nen hmdern un abwendig machen/oder sönsten UnratWifften oder erwecken würde/der sol dadurch feiner zu spräche verlustig seyn/und forder damit Nicht gehöret, auch darzu mit ernst am Leibe gestraffek werden. Wie dann auch über das/ bey Leib und Lebens straffe / ernstlich sol verbot- ken werden/ daß sich Niemand / weder gesessene oder unzesissene/ einige Aufti utzr/ Auffwiegelung oder Auftstand unter der Bergkburse zu machen / viel weniger ge¬ geneinige unsere Amtspersonen/ sich mitWortenoderWerckenmuthwllligzu wi¬ der seßen/oderthätlich zuvergreiffen/unkerstehen/anmassen/ oder gelüsten lassen sol. Der Z2.Artkul. Goldtschmiede und andere/sovttdrchttg ErtzodkrSübttkauffen. t»V>-Achdrm auch offtmahls etliche Goldtschmiede und ander/ von den Bergk- 8^L,^häwern/Abtreibern/Hükttn!chreibern/ Silberbrennern/un andern vrrdach- ^LIrigen Personen/Heimlicherweise Erßund Silber zu kaufte» psiegen/ung:ach-- tek/von wannen ihn solches zugebrachk/ sodochallesErtzundSilber/es seyvielooer wenig/so auff unftrnBergkwercken gemacht/ in unfern Zehenden zu antworten sich gebührt/ und derowegen/wann drßuichtgeschicht/leichtltch abzunehmen / das sie sol¬ ches nicht redlicher weise an sich gebracht. Ee iss Dem- 222. Der ander Thell dteserBergkordnung sagt Demnach sowollenund befehlen Mir / wo ein Goldischmidk oder ander / wer der siy / solch verdächtig Ertz oder Silber von Jemandes hinforder kauften / und dar¬ über bekroffen.oder deß überweiset würde/der so! gleich dem Jenigen/ der es gesiolm o» der verunttawek/was ihm Urtheil und Recht aufflegen wird / unnachlässiggefiraftet werden. Derzz.Atttcul Die Juden sollen nicht geduldet noch gehausttwcrvm. U dem wird auch offtm ahls solch Ertzund Silber / den Juden / so ihren Unters ^tzSschleiftund Practiken heimlicherWeise allenthalben in unsere Lande machen/um Okerschoben/undvonjhnenauffgekaufft / undfürderauß den Landen verschleisst werde. Diesem vorzukommen/ordnen Mkr/daß hinforder kein Judeauft dem Bergk- Skädten mehr dann eine Nacht von Jemands unsernUnkerthanensolbeherberget/da jhn aber Jemands/es sey Wirth oder andere/beherbcrgen würden/ der sol ernstlich dar, umbgelirafftwerden/und sollen sich gäntzlichsolcherJuden und ihres Betrugs mthab ten/bey LeibsSkraffe/die ihnen im fall der Übertretung begegnen sol. Würde aber ein Jude darüber betroffen / so soi er den halben Lheil alles deß/ so bey jhm befunden/der Obrigkeik/und den andern Lheil / dem/der ihn zu Hasste brin¬ gen wird/versallen sepn/und so er mehr denn einmahl brüchig / sol eran Leib und Gut gestraffek werden. Hex nnöttHIeil hieseEMuttg/st» get vom Schörffen/Muhten/ Stollmstcwrund Zu- duß anlegen/L«aeemLerGeldt ^erarciarKuseenj undandttN Deß Bergkwrrcks nothwmdigm Sachen mehr» Der i. Ärttcul- Vom Schörffen. Inem jeglichen Bergkman sol biemit nachgelassen und vergüt stigek seyn/auft unsern Gründen und Boven/nach allen Metallen/ Gän- und Schichken/ohn derKrundthcrren und Besitzer derGü- ter/Eintrachtzu schörffen. Und welcher also einen newenGangk eNtblöfferr undaußrichtenwird/dersolder rrsieFinderseyn/auchdeßerstenFindersRecht/nembs lich ein Fundgrube haben/dieMassen aber sollen den erstenMuhttm verliehen werden. Derr Attkul. VonMuhtung. Er Bergkmeisiersol Macht und Gewalthaben/ auffden Gebirgen/ soihm befohlen / nach Bergkwercks Gebrauch und Bergrecht / auff alle Metall <^^Bergkwerckzuverleihen / und sol erdem AUssnehMcr die Muhtung zu keiner Zeit weigern/sondern dieselbe Venverliehenen Gewercken ohttSchaden/auss ein Recht annehmen/und sol von einem iegljcheneinZettel nehmen/was er gemahket/ an welchen LagundStunde/und an welchem Gebirge die Muhtung geschehen sey/Deßglnchen sol Er der Bergkmeisier/ zu Beweisung der Muhtung / dem Auffnehmer/woersbe- gehret/auch einen Zettel geben/und von einer Kundtgruben/Maß oder Stollen / nicht wehr dann einen Groschen nehmen/jedoch/so der Bergkmeiffer in der Muhtung Kfm- det/daß der Auffnehmer bey seiner Muhrung außrechten Ursachen nicht bleiben mag/ sol erjhm dasselbe anzeigen und verwarnen/so aber derAussnehmer davon nicht abstehen wolte/sol der Bergkmelsier nichts desto weniger sein Gebühr / sampt der Muhtung auffein Recht annehmen. Wu vomSchörffen/MchtmundIubus; anlegcn rc. 22; Der;- Arücul. Wie man die Muhkzetkel stellen sol. R Bergkmeister/ichMuhke und begehre meknesGn. F. undHerren freyes/AlS ncmblich eine Fundigrube auffdem Himlischen Heerzug / sampt der ober / neg- ^Zstcn/imgleichen auch der unkern/negsten/Maß/bcnebenst dem obernStollorls/ und den liessen Wiesenthaler Stollen. Gemuhtet denr.Ianuari)/ vmbsUhrVor- Miltage/Annor6!6. Der Bergkmeister sol in AnnehmungderMuhtzetkel krewlich unnd ungefehr» lich handeln/und dem ersten der Lehn begehret/ zu leihen schuldig feyn. Dcr 4^ Artkuk Dast der Bcrgkmetster/ ehe das, er vor- Mhtt/KlufftunvGänge/jogtmubttt worden / zuvor besichtige. Ach beschehener Muhkung sol einjeglicher Auffnehmer in negstfolgenden 8^^Lagen seinen Gangk entblössen/welchenderVergkmeisier besichtigen sol/auff HXL/daß er nicht anderst dann auff Kläfften oder Gangen vorleihe / und das nach achkungdesBergmeisters/der Auffnehmer beyseinerMuhtungbleibe/undseingebür, lich Fe5k/ nach BergkRecht/ und dieser unser Ordnung bekommen mag» Der 5. Artkuk. Wie der Auffnehmer nach der Mhtung stM Lehn sol bestctigm lassen/und wastn!4. tagm Nicht bestettgt^ oder mit desBergkmeisterS willen nicht erstreckt wird / sol wieder in das freye gefallen seyn. Er Auffnehmer sol innerhalb 14. tagen ihm sein Lehn auff den verordneten nachfolgender gestalt leihen und besichtigen lassen/ <^9und welcheMuhtungohnsonderlichrZulassung des Bergkmeisters / inner¬ halb 14 tagen/wie obgemelt/nicht bestekigtwird/ sol darnach wieder in das freye ge¬ fallen feyn- Weil sich auch zuträgt/ daß osslmahls nolhwendige und hinderliche Ur¬ sachen vorfallen/daszurVestetigung einkrachk geschieht/ und die Muhtungszettel in das Berghbuch hinterlegt werden / und alßdann solche Lehnzetkel wvl etliche "tahr- lang/ ohneinige Nachfrage der Lehnträger/ allda liegen bleiben/ da sich dannwaser- äuget/wollen sie jhr alter und gerechtigkeit/so wol als andere bestrtigte und vorrecette Massen/ erhalten haben/ dadurch dann agerley Zanck und Unrichtigkeit verursacht. Demselben aber vorzukommen / ordenenund setzenWir/ dajemandisde- rogestaltZettel inliegen hette / oder künfftig hinterlegt würden / pl der Lehnträgrr alle Quartal/ welchen Lag man pfleget das verschreiben zu halten/ seinen inliegende» Zettel mit zweyen Mariengroschen erlengrn / Da aber solches von dem Lehnträger verseumpk / und er nach dem beschluß der Rechnung / den Zettel nicht erlengt hette / so sol dasselbige Lehn in unser freyes gefallen sryn/unnd solche Muhtüng für unkresstig wieder gehalten werden. Der 6. Arttcul. Von fristender Zechen / das solche ohn erhebliche Ursachen/von vem Bttgkmeisterübcrzwey oder dreymahl nicht geschehen sol. Er Bergkmcister sol ohn erhebliche Ursachen keine ftistung geben / und ob ^Mgleichgnugsame Ursache/Fristen zu geben/vorhanden/ sol es doch überzwey oder dreymahl nichtgeschchen. Würdeaber der Bergkmcisterbefinden / daß der Lehnkrägernach fleissigem Schörffen/ den Gangk aus Ungewikker/ Wasser / oder andern beweglichen Ursa¬ chen/ 224 Der ander Thal dieser Beiordnung sagt nicht hätte entblösscn können/so Mögen jhm alsdann die Massen bestetiget/ und biß zu gelegne r Zeit Frist darzu gegeben werden. DaauchdreGäNgemikStollen/sodurchdie Gewerckengebawek/überfahren/ und in der Gruben gemuhkek und belehnet würden / sol cs mit entblösscn der Gänge/ nach Erkäntniß drß Bergkmeisters und Geschwornen jedes Orks gehaltenwerdcn/ Die Gängeaber/welchemitunddurchuNsereeigene Stollen sündiggemacht/ sollen oh» unsere außkrückliche Zulassung Niemands verliehen/sondern Uns / soviel Wir de¬ ren selbst bawen wollen/wie biliich / frey gelaßen werden^ 6ös sol auch der Bergkmeisier dem Eltesten / so äuff andern Vierung und Ge¬ rechtigkeit zu haben vermeinet/ und solches vermuhklich ist / feines Weges Fristungge- ben/sondern jhN zuM bawen weisen und aufferlegcn / auff daß die Jüngsten dadurch verwarnet/ und sich mit jhren Gebäwden fordern mügen. Insonderheit sol derBergkmeister den Ienigen gar keine Frist geben / die ihre oothweNdige Schächte / Stollen und Strecken eingehen lassen/ deßgleichen auch den Ienigen/so den Bergk nicht an Lag fordern / sie hätten dann Zuvor dieselbigen wieder zugerichtet/unddenBergk herauß gefordert / So auch derBergkmeister Frist gegc» den hätte/und keine/die dieselben Zechen bawen wölken / alsdann sol de r Vergkmeisier dreselbigen Fristen wieder ausssagen. üLr so! auch nichkgestatten / daß zwo Maßen mit einem Häwer bawhafftig ge- halkenwcrden/DamitaberhierinnenOrdnung gehalten werde / so sol hinforderkein Bergkmeister Machkhaben/jemands/wer der sey/auffuristrn Silber Bergkwcrcken/ Über einOuartalauffZwikter/Kießund Eisenstein / zumlängsten übereinIahrlang nachzulassenundzuverschreiben/sonderneinjedersol schuldig seym/bey demBergkmei» sier/l'nobbemeltcmOuarkaloderIahresftist/umbneweVcrschreibungundNachlas- sung zu bitten / Da aber einer oder mehr Gewercken / jhre Fundtgruben und Massen/ wie gedacht/auffs newe nicht verschreiben lassen/sollen dieselben in unser freyesGrfal^ Un seyn/und andern/vermöge unser Bergkordnung/verliehen werben. Dtt/. Arttcui. Von Crlmzen and Zettel lns Gegen* bttchZukgen. >^^ErBergkmeisterfolauchohnsonderlichegnugsameUrsachenderBestetigungi mit demErlengen keineFrist oderNachlassungthun/und ob es schon dr'eNoth- O^durfftund Billigkeit erfordert / sol es doch über zweymahlnicht geschehen/ und von einem Zettel Zu erlengen / einen Mariengroschen haben. L rüge sichs aber zu/daß eineMuhtung zweymahl erlangek/und doch derBergk- meister auß gutem Grunde/OaderundGezänck zuverhüten/zum besietigen / nicht kommenkönte / magttdenLehnkräger / damit er an seinem Alter nicht verkürtzt/ seinen Zettel ins Lehnbuch legen/doch sol er sich zuvor erkundigen/inwas Zeit / und wir der Lehnkräger zu seinem Lehn komme» mag / jhm dieselbigeZeit auffeinen Zettel ver¬ zeichnen laße»/ und so der Muhker / ehe die Zeit verfleusi/ nichtanregen würde/ so sol dasselbige Lehn nach Außgangk derZcit / wiederumb in unser frryes Gefallen seyn. Wurde aber der Bergkmeistcrvekmercken/daß einer oder mehr jhr Muhtzckkel/ jhnen zum Vortheil und andern zum Schaden/insVerschreib-Buch woltenverzcich- nen lassen/denen sol ers keinesweges geslatten/und ob es gleich geschehe/ sol es t och um kräfftig seyn/und sol dem Bergkmeister von einem Zettel ins Buch zu legen/einenMa- riengroschen/ deßgleichen auch dem Bergkschreiber einen Marien-Groschen gegeben werden. Und sol nach dem ersten und andern Erlengen eines jeden Zettels / dieselbigen Lehn/wo sie nicht beleget oder gebawekwerden/männiglichenfrey zu »rächen / gestattet und Melassen seyn. vomSchörffm/Mßten undAißuß anlegcn rc ^5 D«8Artirul. Kein Freyschörffen zurrlengen. Nd diewei! offtmahls mit erlengen deß freyenschörffens / anderen/ so Gänge Kläffte entblössethaben / zu Nachtheilviel Zanck und Hader muthwillig siirderreget worden/also/daß man sich mit einem freyen fchörffen in zuvor ent, dlösittGäage/Vierung undMassen eingelegt/und deßAlkers zumBetrug gebraucht L -L Demnach/so sol der Bergkmeisier hinführo keinFreyschörffen erlengen / und ob es gleich auß Unvorsichtigkeit erlengt würde / sol es doch keine Krafft haben/ damit die ersten Finder der Gänge geruhiglich bawen mögen/Wo aberin dem Irrung vorfiele/ so sollen sich die Parth durch Bergkmeisier und Geschworne/ Bergkleufftiger Weise entscheiden und vertragen lassen» Der 9. Artlcul. Von Acpmachen unv Auffnehmen alterAchen» ^^Ucde Iemandkalte Zechen für unser freyes Mchten/der sol in der Muhtung zum wenigsten mitzweyen Grschwornenbeweisen / daß dieselbige Zeche ohn deß Bergkmeisiers Zulassung / drry anfahrende Schichten nicht bawhafftig gehalten sey 'undsolatsoannmitMuthzetkelnundBesietigung wie auffnewenGän- gen gehalten werden/Doch sol der Bergkmeisiervor der Bestettgnng / der alten Ge- werckenUrsachen hören / warumb die Zeche ins freye gefallen sey/und wojhre Ursachen nachBergkrechtgiUlgsamdargethan/sol erste darbeybleibenlaffen. Würden aber die Geschworne die Arbeiter diedrikkeSchicht finden/so sollen sie die gefäncklicheinziehen und befragen/auß was Ursachen sie die vorigen zwo Schich¬ ten nichtgearbettet/ und aüffwas Anleitung sie allererst diedritteSchichlzuderAr- beitkomwm/sodaNnBetrugbesunden/sol derselbe Angeber mit Ernst gestrafftwer¬ den / UndalswiderdieBergkordnungofftmahlsvielZechen / allein mit ledigen Schichten und Posen gebawet und erhalten werden / dardurch andern das Feldk ver-> sperret/di e Stollen/Schächte und örter verhawet werden und eingehen/ daß also nie- mandkdieselben durch dieGe,chwornekanfrey machrn/AIswollenWir/wan hiafor- der eine oder mehr Zechen unser Ordnung gemäß/rrichkgebawet würden/ und die Ge¬ schworne denVorsieheroderArbeiterzueinemmahlimKreymachenverwarnen/und erstchalsdannderOrdnungnichkverhält/ sosoldasstlbigeLehnzu dem andernmahl ohnalle Widerrede und Bchelff/ durch die Geschwornen frcy erkandt werden / Es sol ako alles fteymachen mit Vorwissen deß Bergkmeijiers geschehen. Der io. Articul- Wlc fleh der Btrgkmctsttr und Geschworne lm Freymachmver Zechen halten sollen. M fteymachen der Zechen/Massenoder Stollen/sollen sich die Geschworne» auffrichtig/unpartheyisch und unverweißlichhalten / auffdaßniemandtbc-- gek seyn worden. Ittm/wastmItlbenQuarkalvonjederZechefürSilber / Bley / Glötund Kupffer gemacht / undwaö eine jede Zeche in derselben Rechnung fürSchuldt oder Vorath behalten hat. Zum fünffttn flnd dlc Gegcnbücher. Arinnen stndet man verzeichnet alle Gewerckschaffken der Zechen / und wird auffeines/egen Gewercken Ansuchen und Begehren seinerLheil/ob dieselben verkaufftoder ver/chenckti Wann-hm bie/elben sindzu-oderab- geschrieben worden? Ium sechsten ein Handel Buch. Arinnen stndrtmandieRakhschläg und Bedencken / wasderBergkhaupk, ^^g man / Bergkmeister und Geschworne/ jederzeit deß Bergkwercks und al, (^^lerZrchenvbliegendeNokh/'Mangelund Gtbrechenhalben / handeln und beschliessen. Den 8. Arttcul- Von Gcivcrckschafften tns Gcgcnbuch zu and Worten / und wie vir! Kujce oder Thetleme jede Zeche haben sol» LU2LAnnZechen/Massen/StollenundLchn/obberührtrrWeisebestetigek/likd f6H(insBergkbuchLinverleibk worden scpn / dann sollen die Gewerckschafften ^E^verzeichnet /und dem Bergkmeister zugestellet werden/der sol dicselbigenZe, chen / wann und wie sie ins Gegenbuch kommen/ mit Vermeidung deß Lehntragers Nahmen/ineinsonderlichdarzuverordnekBucheinschreibenlassen/folgendsmitsci- nem Wissen ins Grgenbuch rmzuyorlei-en/befohlen werden. ud e» >" rs el- >ch vom Schörffen/WuhkenundZukußanlezenrc. 229 Auch sollen in einer Zeche» nicht mehr dann 12 s. Klye (darunter hergebracht tem Gebrauch nach/vier Kure dem Gmndtherren für se in Erbtheil zu nehmen/ und selbst zurerlegen/oder ein Kux / welcher jhm von den Gttvercken frey verbawek wer¬ den sol/und überdas/Stabt / Kirchen und Hospital / drep Kuxe in ter Erbtheiiung zugerechnet/gemachk und eingeschrieben werden» Der i5>. Arttcal. Von Zechen oder Thcüen / so andern unteren .. Schein zugeschrieben werden. E^ttrdeauchIemandtötlnemanderneineZccheoderLheilimScheinzuschrtir iLA^benlassrn/unddeß Nutzes davonselbstgewarkenwollen / so sollen dieselben ^^Zcchen oder Lheil deren blciben/denen sie zugeschrieben sind/ und woBetrug oder Vottheilinlolchemüberschreiben befunden/ dersolmitErnst gestrafft werden/ Und wann oieselben/oenen siezugeschrieben/solche Zeche oderLheilnichthaben/odcr nichts davon wissen wolten/so sollen solcheZechenoderLheil/also verleugnet und um verbüsset/Unö/oderwohinWirdieverordnen/heimbgefaklenstyn. Dcrro. Atticul- Wie es mit new angetroffcncm reichen krtz so! gchattcn werden- Annin einerZechenoder Stollen Ertz angrtroffen wird / dassolman dem (BergkhauptmanundBergkmeisterunverzüglich ansagen / damit es der xAA») Bergkmeijier alsbald selber besichtige/odrrdurch die Geschwornen besichtig gen laffe/Man sol auch für der Besichtigung nichts vom Ertz nehmen / und keinEr^ ohndeßBergkmcisteröbcyieyn / oderdeßIenigendemerBefehlgibt/inderNach- schicht nachsthiagen/und das gute so wo! als das gemeine Ertz/ bald nach dem Nach» schlagenverwahren, und nicht verstärken/daß Iemands/viel wenigerer selbsten/rtniß( geSchawstuslenvonderZechentrage/dieselbezuverkäuffenoderzuverschencken. Drr 2s. Ärtieul. Wie die reichen CrlMlen verwahret werden. Je Schichtmeister und Steiger / sollen alle reiche Ertz in einenguten festen fester verschlossener Trog geseßt/wol verwahren/und in ^^E'vcrschwssenen Gemachen puchen und scheiden / Sie sollen auch solche reiche Ertz nicht andrrst/dann m Fäßlcin oder verschlossenen Hölen/sürdie Schmeltzhütten schicken. Da aber einer auß deßSkeigersoderSchichtmeistersUnsteiß/oderVerwahrlo- sunghalber/etwasveruntrawek/und solches offenbahrwürde/solderLhäterVermö- grver Rechten/Peinlich grstraffek/und die Vorsteher/als Steiger und Schichtmei¬ ster ihrer Dienste entsetzet werden. Der 22.Artkui. Daß man die Zechen oder Strecken nicht vcr- stüktzen/ oder die Ertzverzimmernsol. Geschwornen/wie auch M'e Steiger / sollen fleissige Auffachkung haben/ damit auff denZechen oderSkollen/imSinckenund Außlengen keinOromh <^ÄErtz verzimmert oder vttstürßek/ sondern allezeit deßGangesrechts hangen- desund liegends/und das rechteSalbandk wargenommrn/und in achkgehahtwrrdcn möge. So man aber in einer Zechen die L ieffsten/ Stollen / Strecken und andere ör¬ ter aufflassen/verzimmern oder verliürßenwil/sol es zuvordemBergkmeisierangezei- getwerden / solches zu besichtigen / wie dann der Bergkmeister allezeit fleissig zu- schen sol / und da etwan rin Dromb Ertz oder Anweisung eines Ganges / vondem ist Haupt- Der ander Thttldtcfer Bcrgkordnnng sagz Haupkgangeabsctzen würdr/undman solcheswegenEinbringung deßGezimmers/ nichtmitnehmenkönte/dasselbigemit deutlichenGemärckenzeichnen/ damit herna- cher die Gewercken mik^uerjchlägen ihre Vierung durchbrechen/ und jolchrn abfal, lenven Gangen desto besser aachbawen können und mögen. UndwelcherohndasAufflassen/verziwmern oderverstürtzen / oder auch sonst den Bergk in Stollen/Skrecken/Lieffsten oder ander örter (ob die gleich mitWillen deß Vergkmeisteksauffgelassen wären) verstrecken oder verstürben würde/und densel¬ ben nicht an Lag fordern/den sol der Bergkmeister gefäncklich einziehrn / und nicht herauß lassen/er oerbörge dann zuvor/denselben gewonnenBergkanLag zu fordern/ oder da er insolchen alten Zechen Silber macht / daß man ihm dasselbigenichk cheb? zahle / er habe dann zuvwdengewormen Bergk herauß geführt. Der Lz.Attttul. Die Zmlgen so Lchnschaffttn bawcu/sollcn wö- Mmkich davou abschnciden und lohnen- S sol hkemit alle dcnIenigen/josehnschaffien bawen/aufferlegk sepn/dass sie denselben wöchentlich anschneiden/und Ordenung halten / undjolwö- (^^chemlich nachverrichkem Anschnitt / derBergkhauptmannundBergkmci- ster/welcherbeydem Anschnitt seynwürdr/sampt den Bergkgeschwornen/Gchicht- mcistemund Skeigern/sonach Gelegenheit der Nothdurffk/darzuerfordertwerden müssen/Berahkschlagungthun/wieguke und nützlicheGebäwde/ jederzeit angeben und vorgenommen werden sollen/und alsdann dieselben ins Merck zu richten / Fleiß anwendcn. Der 24. Artiml. Vom Überschlagen und Vermessen der Masim. LA^AnNeineZckhrjhrrSchächtbelegk/KübelundSrileinwirfft/undditG^ ^P^wercken über die vierMarckStlbers gemacht/auch andemBergkmelsterbee ^A^gehren/jhre Aundkgruben und Massen darinnen die Erst zu solchem Silber machen/gebrochen/zu überschlagen/undErblich zuvermessen/das sol ernichk weigern/ unnd wo im Überschlagen nicht so viel Feldt wäre / daß man ein Massen ein» bringen könke/odersichausseine Mehr, erstreckte / sol der Bergkmeister solche Uber- schar beydrn negstliegenden Zechen zu gleich außkheilen/wo aber eine Mehr oder dar, über ist/da sol sic derBergkmeistersonderlich vorleihen / es sol aber der Bergkmeister/ che dann er vermissek/solches 14. Lage zuvor / durch einenBrieffoffentlich anschlar gen/und für der Kirchen sußruffenlassen/wo/wann und wem er vermessen wil. Der 2^. Articul. Vom Schweren zum Vermessen/ und Vorgehen der Schnur und Lochsiem Ann derBergkmeister mit denGesch wornen kömpk zumVermessen/sol nach /^H^auftgelegkerVerlehnung der Lehnträaer/oder wo der nicht vorhanden / der ^HK^VorsteherderZechenriner/einenlkiblichenEydt/mitauffgehabm-nFingern schweren daß der Gangk / darauffervermessenwillassen / sein rechter Lehnträger Gangk sey/und daß er ftineFundkgruben oder Massen / auss denselbigen und keinen andern Gangk/laut seiner Bklehnunq/vermessen nehmen Wil. NachgechaNemEydk/soldetBergkmeisternachalkemBerqkwercksGebrauch/ mit der Schnur anhalten / und dem (ehnkräger oder Vorsteher (welche allewege der Schnur Vorgehen sollen) nachgehen/un alsonach üblichenBergkwercksGebrauch/ gebührliche Masse/alselner Fundtgruben 42. und einer Massen 28. LachkerFeldes vermessen undgrbm/und folgends durch die Geschworen perlochstrincn lassen- tlnd Hom Schörffkti/Mhtm und Jukuß anlegcn rc Tz! Und seldas Vermessen allemahlordentlich eingeschrieben/ auch wo.amLage KübelundSeilemgeworffen / auffmmikttldesRunbaumsangrhalten / unddke Fundtgrubehalb hinauff und halb herab vermessen werden / nach beschehenem Ver- mesien/solderLehnkrägeroderVorsteherderAchen/dasVermessen agerGelegenheik nach/objhnendasFeldkab-oderzugangen / beydemBergkschreibereigentlichein- zeichnen lassen/damit sie ihre Gebäwde darnach anzusiellen wissen- Und damit die Lochsieine am Lage / unddieMarscheidstusseninderGruben Nicht verkehren/oder in vergessen kommen/ft sol allewege / so offk ein Steiger oder Schichtmeister a uff eine Ache erttgewieftn wird / der alte Skeigeroder Schichtmei- sier/neben übergrbung deß Voraths/die Lochsieine am L agr / die Erbsiusten in der Gruben / und was sonsten die Gewercken mehr für Belehnung haben / in Gegen¬ wart der Geschworen / gründlich anzeigenund berichten / auffvaßkünffktgIrr- humb und Unkosten verhütet werde» Würde sich auchIemandts unkersichen/dieLochsieine vorseHlichen außzureiss ftn/zuverrücken / die Erbsinssenin der Gruben betrieglicher Weift außzuhawen / zu verschmieren/verzimmem/oder zu versiürßen/derodrr dieselben sollen nachErsindung der Sachen peinlich gestraffet werden. Was aber dem Bergkmeisier undGeschwornw/vomVermessen und Lochsiem ;u setzen gebühret / das ist oben am 19s- und 209, Blade verzeichnet/ da ihrer Besol¬ dung und Lohngedachkwird» Der 26. AtticA Von Hindernißdcß Vermeffens/und grctffm Schnur. L^Nd da Iemandk das Vermessen zu hindern / und ohn gebührliche bescheidene md rechkmWge Einrede seine Gerechtigkeit darthun / vorfttzlich und auß ^^MuchwMen in die Schnur zu greiffen / sich unterstehen würde / vensoldee BergkMister entweder gesäncküch einzichen/oder nach Gelegenheitdeß Frevels/ sich fürunsermBergk-Hauptmanzusiellen/verstricken/unddader/sodenEingriffindie Gchnurgethan/unrechtbefundenwirb/soler Unsohnalle GnadkumbgeübtenFrc- sek/zwantzig Marck Silber verfallen sryn» Der 27. Attkul. Wie es zuhalttn/so zwene unkerschMche vcr- iichenc Gänge m der Teuffe zusammen fallen. WAZ Ann zwekik Gänge am Tage ferne gnugvon einander seyn/ und ausserhalb fZH T der Vrerung wären/und aber einerflach / undderandersetgernirderfielen/ ^OZ^und allo 20. ?o. odermehr Lachter in der Lruffe zufawMn in bieVierung kommen/so sol der älteste im Felde (welches Alker mit der Muhtung im Vorleybuch muß bewiesen werden) die Gerechtigkeit behalten/ und der Jüngst« von dem / was dem ältesten in der Vierung / so vierdtehalb Lachter im Hangenden / und vierdtchalb Lachter im liegenden in sich begreifft/außgekrieben undabgewieftn werden / mmassen nachfolgends davon ferner Bericht geschehen wird. Dir 28. Arttar). Wie es mit den Icchenhäusem zu halten. /TA^ErBergkmeisier und Geschwome sollen dahinverdachkseyn/daß ausskeine Zeche einig groß Hauß oder Kaw / anderst dann zu blosser Nokhdurffkgeba- werde/E?solauch kein Zechenhaußverschenckek/ oder YW dem Bergk» meister zu seinem eigen Nutz gewandt oder yerkaHtwerden* 2z2. Der ander Tßcll dleserBergkorbnung fagt SkcigerundSchichtmeister sollenkeineswegesvonrinerZechenauff dieander re weder Geldk/Unßlit/Eisen/Ledrr/oder einig andern Vorrath/ ohn Zulassung deß Bergkmeisters leyhen/welcher sich aber dessen unterstehen würdr/den sol derBergknieü ster straffen/und das verliehene von seinen eigenem Gelde zubezahlen aufferlegen. Der 2p. Articul. Gon Räumen und Jechenhäusem / daß dkcselbcnohn Vorwlffen deß Berghauptmans und Bergkmeisters nicht sollen verschenckt/verliehen oderverpfandet werden. Nd nach dem auchdas Bergkwerck and die Zechen durch dieRäume / Gärten A^und Häujer/treffentlich verengt und verringert werden/So ordnen und beseh- len Mirhiemit ernstlich/daß kein Raum/Garken/Hauß / Hoffund anders/ umb und neben die Hallen Verlegener und bawhafftiger Zechen/ohn Vorwissen und Zulassung unsersBergkhauptmans und Bergkmeisters/ ferner zu verleyhen und zu bebawen/oder die Zechenhäuser zuverschencken/vcrpfanden und zu versetzen gestatten/ und so dawider dem Bergkwerck und Zechen etwas zu Schaden und Schmälerung verliehen und gebawet würde/das sol ohn alle Mittel / durch gemelken unfern Bergt, Hauptman und Bergkmeister wiederunrb abgeffhassekwerden. Der;--. ArUwl- Bom Muhten der Puchwercke O Iemandt bey dem Bergkmeister Puchwercke Muhten oder Auffnehmen ^^würde/diesol er/so ferne sie den alten vorigenPuchwekcken nicht schädtlich oder zu nahe sind/verleyhen und bestetigen/davon sol derLehnträger demBergkmei- fier lr.Silbergroschen/ und dem Bergkschreiber r. Silbergroschen zugeben schuldig jeyn. .. , '/ Alle die Iemgen/so newePuchwercke bawen/die sollen ihre Mehre also machen/ und die Wasser fassen/auffdaß sie den negstcn überjhn/dasWasser nicht zu rücke un¬ ter dieRäderaufftreiben/sonderndieselbigen Räder über jhn/allewege umb einWerck- Schuch frey lassen/welcher darüber bawen und handeln würde/den sol derBergkmest ster mit seinem bawen nichtzulafsen. Hdlekosten nichtkontrn bringen / so sollen sie das ihren Gewercken und <>orlä- gern deß mehrentheils anzeigen/ob sie mit ihren Willen solches verka utten solken/ dest scnalsdann dem Bergkmeister berichten / soiol man es aufffolgenden Sontaq ost fendklichfür'der Kirchen außruffrn lasten / und sollen auffgrlkgencZ.it zrven Ge- schworne darzu verordnet werden/dieselbigen zu besichtigen/ und in Gegenwatt der Geschwornen/durch die Vorsteher solches den Wäschern / welche am meisten dafür geben wollen/verkauffk werden. Da aber die Vorsteher ohn Vorwissen derGewercken etwas verkauften mürr den/auch sonsten einiger Betrug oderVortheil gesucht/so sol der Kauft nichtig / und die Vorsteher ober Wäscher,/bey welchem derBckrugvermercket/ihrer Dienste entt setzet/undmikErnstgestraffekwerden» Demnach auch offtmahls die alten verliehenen oder verkauftten Hallen / auff unfern Silbrr-Bergkwercken / von denInhabernsichtgeklaubttundauftbercitet mrden/und deren viel/etliche Jahr unvorgeführk liegen blieben / welches unsermZer hendten zu Nachtheil gereichet. . Alswollen Wir/daßdiesclben Hallen/und auch die /so künfftig verliehen oder erkaufftwerdrn/vondenInhahernIährlichgeklaubet vorg führet/uavzugutege- wachek. In welchen aber Jährlichen nicht gearbeitet / und zum wenigsten ein Schock Karrrnvorgesühret wird/die sollen den bacuenden Gewerckm / wofern dieselben ihr Gebäwdenach ErkänvtnißBkrgkmelster und Geschwornen/bawhftktg hallen/gr, lasteNMrdrn/DaaberdieZechenicht verliehen noch gebawek / in unser FreyesGer Men ftyn/undderBttgkmeisier/Vermügeunser Ordnung / dieselben zu verleytze« -haben. Der zz. Articul. Von der Stollen Gcrechngkeriuiid Erbttu/ft. ordnen und wollen/ baß einjeglicher Erbstolle und andere Stollen / was UH (in dieser unser nachfolgenden BergeOrdnung nicht verändert wird / sein >AZ^Gerechtigkelt haben und behaltrn/auch gebawLk werden sol / wie gemeine BergkRecht / und alte herkommende Übung das geben und außweisen/ Nemblich / wann der Stollen an die Marscheidt seiner Fundtgruben oder Massen kdmpt/so ist diesclbeMaßoderFundkgrubeschuidigdkm Stollen / nach Erkäntniß Bergkmei- sters und Gcschworne / Stewrzu geben. Und wann ein Erdstolle mit seiner Erbkeuffe / als zehendtehalb Lachter vom Raftnsrigergeradenieder/auchmitfeiner gebührlichen Wafferfeige / ineineZeche kömpt/überdie Erbschächke/oder an dasOrk / daErtz bricht/ erschlägk/derselben Ze¬ chen Wasser denimpk/und Wetter bringet/ dem ssl der Hieb und das Neundte gegr-- den werden- Dttz4.Artical. Wle hoch und wett ein Erbstollm das Ertzhawmmag- Nd wo ein Erbstolle in Massen kümpt / darinnen er Ertz trifft / so mügen die ^^Stöllnerfünftviertel eines Lachters/ vonderWasserseige über sich / und ein ^»halbLachterindieweite(vierdtehalb Ellen fürein Lachter gerrchneOdasErtz hawm und zu sich nehmen. Gg Der 2Z4 Der ander Thal dieser Bergordnung saget Derzf-Articul. Wann der Stollen Crtz trifft / und hätte nicht du Erbtenffe. ^^^Urdeaberein Skollenineiner Zeche oderMaßgetrieben/und treffe Ertz/und (^L)hätte die Erbkeuffe nicht/ die eine Erbstoüe haben sol / dasselbe Ertz sol der Zechen oderMassen/darinnen es gebrochen/und nicht denSkdllnrrn bleiben/ doch sol dieselbe Zeche oder Masse/wo sie das Ertz zu sich nehmen wollen/ den Stollen die tlnkost/so fern dasErtzgebrochcn/zu erstatten > schuldig sepn. Dek z6.Articul. Don Gesprengen in Stollen nicht zu gestatten- ^kiUch ordnen und setzen wir / vaßrin jeglicher Erbstollen mit seiner Wasierseigen/ nach alten Herkommen BerqkRechrundBrauch/solchekreiben/undeinigGer spreng darin zu machen/nicht gestattet werden/es begebe sich dann/daßKtümmk oderKrsten vorfielen/also/daß der Stollenauß wichtigenUrsachen müste erhobenwev den/welches dennoch ohn Besichtigung Und Zulassung beß Bergkmeisteks / ntchtge, schchen sol/und wo eine Zeche Wassers oderWettrrs halben/einesStollen bedürstte/ derlelbigenZkchenmag der Stollen/doch mit Zulassung deß Bergmeisters/ undohn das nicht mit dem Skollork/durch Gesprenge zu Hü.ffe kommen/ und darumb in der» selbigen Zechen/ das Neundte und seine Stollen Gerechtigkeit erlangen. Welcher Stollen aber ohn Erlaubniß deßBergkmeisiers / fein Ort mitGe^ sprengen in eine oder mehr Z, chen treiben wird / der sol damit kein Gerechtigkeit erlan» gen/Würde aber ein Stollen nach BergkläufftigerWeise/in eineZeche getrieben/dem sol nach alter herkommender Gerechtigkeit undBergkRecht/Uliverendert seineGerech» kigkeitfolgen / und was also für Gesprenge den Stöllnern / durch den BerHkmristek aüß Ursachen zugrlassen / die sollen ins Bergkbuch verleibt werden. Dirs/Attilul. Daß keinStöllncr seine ersikWasscrsctge senckcn/ srhebm oder verlassen sol. AAtzK ElcherStöllner erstlich undanfäNglich in seinerWasterseigeüntergekrochen/ »HH Tdicselbigeaußgezimmert/Lreckbretker darübergeschlagen/und sich also gela- W^)gerthat/dem sol keines weges gestattet werden / diestlbigeWasserfeigeweder in noch ausserhalb deßMundtlöchs zu sencken/oder tieffer zü holen/ohn unseröBttgk- Hauptmanns undBergmeisterZulassung / wo es aber geschehe / so sollen sie es Mik Ernste straffen. Und dieselben Stöllner sollen damit keine Gerechtigkeit erlangen / und beneben der Straffe in jhrerersten Wasscrseigezubleiben/geweiffetwerden/auffdaß dieStost len/so darüber und darunter angefangen / an ihrer Erbteuffe und Gerechtigkeit wider die Billigkeit nicht ve-kürtzet werden/deßgleichen sol es auch mit dem ungewöhnlichen Steigern und erheben der Wasserseigen/so andernSWllen zumNachtheil vorgenom» mrn/gehalken werden. Der z8. Arttcul. Mt was tcuffen ein Stolle dm andern enterbe. L^2^Irordenenauch/daßhinfortein jeder Stolleunker dem andern/sieben Lach-- ?k^^ter seiger gericht einkommen sol/welcher aber die Leuffe unter den andern sie- x^2^beuLachttrNnichtciNbringek / der solkeinen andernenterbcn / auch kein Neun btes eseibigeFundkgrube oderMassen kömpt) amNeundten abgehen/und die^elf- te abgezogen werden. Würden aber Gewercken/zu mehrer Beforderniß ihrer Gebäwde / mit Stöü, nern einer stattlichen Stewr/in-andere Wege / wie oben vermeldet / Vertragsweise einig/ vomSchörffen/MhtenundAubußanlegenrc 2)5 einig/densoles (doch dases mit Vorwissen und Willeadeß Vergkmeisters undGr- schwommgeschche)nachgelaffen/und ins Bergkbuch verleibt werden. Würde einer oder mehr seine Zeche mit der Skewr verschreiben lassen/und diese!, , be versessene Stewr zur Quartal Rechnung nichkenkrichken / von dem solderBergk« MBerkein ReceßnochRechnungannehmen/erlege dannstueH -ndschrissk für/ und einglaubwürsigenSchein/daß er dieselbenStewr bezahlt und vergnüget hätke/auch stllen alle verschriebene Stewr wöchentlich bezahlt und gegeben werdens Drr?r. Arttcul. Vom Quatcmber-Gcldk. In jeglicher Vorsteher der Zechen oder Schichtmeister/ sol zu Erhaltung der -schwornen und anderer gemeines Bergkwc ckS Nottursst / von jeglicher <^HZechen/Fundkgruben ündMass n. sie werden geba wet oder mit schien erhalr kea/alle Quartal sieden Mariengroschen geben. Und sol der Bergschreiber nach geschloffener Rechnung und gehaltenem Ver- schreiben/eine richtige Verzeichiuß aller Zechen / und wie viel von c ensilben jedes Quartal an Quatember-Gelve zu geben ist/machen / auch dieselben unter ferner Handtschrifft unsrem Zehendtner zusiellen/ welches zu Behussder ämptsoiener Be- soldung/svl angewendet werden. So ein Erbstollen Massen hätte / soldasQuakember-Geldtalleinvon dem Massen gegeben werden/Hätte aber ein Stollen keine Massen / alsdann sol er »lle Quartal z. Silbergroschen geben Ooch sol ein jeder das erste Quartal nach dem Auss- nehmen der Zechen/ deß Quatember- Geldt besrepet seyn. Der 55. Arttcu!. Wie man die Zechen/Stollcn und Wasser» GtMvttschretbmsol. ^A^En Gewercken aussm Segen Gottes / ist nachgelassen / daß sie jhre untere z-.Maßnachm Hauß^achsen/auffGange im Hangenden. Mehr/die2. z. 4. Maß auffmGangeimligenden/ Mehr / dieFundt- Gruben und beyden negsien Massen im Hangenden / svzu dem Hause von Sachsen gehörig/M.hr denn Erzengel Gabriel eine Kun dkgruben / bep^e nechsieuncober zvcy Massen/Mehr/denn Äasserfallvonis Lacht,rn/bißauffn fieffenSkollen/nrü- gen bawhafftig erhalten/mik den Gebäwden sojeßo angestellchund künfftig angesiel- letwerden/voa Reminiscere biß Trinitatis Anno rs)6. Der 54. Articu!' Von VerrecessenderIcchm/undsei- mr Giraffe. S sollen auch alle und jegliche ZechenhinfüroalleQuartal durch die Schich- ^/^.mcister und Vorsteher derselben, wie vor Alters gebräuchlich / verrechnet und OHverrccck werden/wo aber eine oder mehrZechen ZMyQuartal nach einander nichtvcrrecetl, sosolUnsderSchichtmeister/Vorsteher /oder welcher Gewttckesich der Zechen oder Lheil anmassen wolke/von dem ersten Quartal so. Gülden / und von dem andern 20, Gülden/ohnallenBehelssoder Verzug zur Strasse erlegen /damit derselben Zechen Alter UNdGcrechtigkeit erhalten werde. Wann aber eineZeche in dreyenQuarkalen nicht verrechnet oder verrccctt wür-- de/sol die ohn alle Mikkel in das Freye gefallen seyn/ und jhre Alker undGerechtigkeit vtclohren haben/die auch denerstenMuhkek / so derselben begehret / vermügeunser Bergkordnungssol verliehen werden / und was also von solchen und andernBuffen einkömmet/die sollen nach veß BergkhauptmansoderBcrgkmeisters Gutachten/zur Notkhurfft dcß Bergkwercks anaelegt werden. Der Der ander Thetl dieser Bergkordnung sagt Dtt55Attrcul. Wie sich die Geschworncn mit dem verdingen » halten sollen. Ergmeister und Geschworne sollen auch bey den Gedingen / schuldigenFleiß ^/^anwe nden/und wann die Geschworncn zu verdingen gcfoderk werden / sollen ^^ste alsdann die örkre/darauff manöingen wil/zuvornwol besichtigen / das Ge¬ stein selbsten behawen/auch ob vormahls darauft verdinget ist / ob der Arbeiter etwas oder nichtserübrigthabe/aufts fleissigste erkundigen/undalsodüsGedingeauffsnäch- ste nach ihrem Bedencken machen / damit dir ^äwer zukommen/ und die Gewercken nicht überseßetwerden/auffdasselbige Gedinge sollen sie Stuften schlagen / undsocS aussgefahrenist/wiederumb abnehmen/ davon sollen sie allein ihres gesatztenStuffen- Gelds/und fonstkeinesandern Genießzugewartenhabem Da sichs auch zukrüge/daß das Gestein schneidiger würde / dann es zur Zeit dch Verdinges gewesen/ so sol nach Gelegenheit desselben/ das Gedinge Geldtgermguk werden/und solches den Gewercken zu gute gehen. 18 Ein Anschläger. Zu Gedinge Gelt- ' 8 EmWafferknechc wöchentlich r r7 Zß: s ic Ttt68.Arrictr1- l6 !0 s s 6 s 4 4 r7 w 5 Zimmerleme. Maurer. Tischer. Teichgraber. Lemmlirer. Einem Gesellen; 'l 7 M Mster jeder Für ein Post ist 4. oder s. stundcnAr- beitgibt man 2. z4. oder nach dem die Men groß und gefährlichist. Für eine ledige Schicht ist 7- Skun-, dcnArbeit. Einem Knechk wöchentlich Einem Karnläuffeo. die Bergkschmiede bekrifft/soles mit den Schmieden und Eisen / w^s k»L (chcssie von dem Steiger / Gewerckcn oder jemandes anders empfangen/ rFZ^nachsolgender Gestalt gehalten werden : Daß man den Schmieden von einem Cenkner Eisen / nicht mehr dann 7. Pfund Abgangs gestatten und nachlassen sol/Auch sol matt VettSchmiedenvonGeMgündallcn andern Stücken/so den Ge-- werckenauffmBergkwerck arbeiten oder wachen / über herkommenoen Gebrauch/ Nichts mehr geben lassen/daräuffdannder Bergkmeister gut achtung geben so!. Der 69.Artscu!. jlnd sol ein jeder zu Tagelohn haben / wie folger : Somnms > r Einem Ocerster Irmgerst Einem Tagelöhner, Winkers-Zeit. Dein Meister. Einein gesellen, Bem Jungen Einern Steiger nach Gelegenheit der Zechen undMZimmerArberk / glbk man zu Lohn. Einem Unterstcrger. EinSchichttn rster'/wann erAustbeitt Zechen und viel zu thun hak. Von einer Receß Zechen. und Winterszeit ihre Schichten hatten/ und auff unftm Bergkwercken belohnet werden sollen. , ^^AchdemMiringlaubwürdlgeErfahrungkommen / daßdieHandwerckex 8F,^und Lagelbhner/ungcacht/sie unser Bergk-Freyheik/gleich andern Bergkar- S^L/beikern lN unfern Bergkstädttn mit geniessen und gebrauchen/in wenigrrZuk/ tvider altem Gebrauch und Herkommen/ihre Arbeit und Lägclohn gantz übermässig Wgernidarzuauch gar unrichtige Schichten halten / und deßwegen nicht allein die ärmenBerMute/besondernauchunserBergkwerckwider die Billigkeit sehr beschwe« renund übersetzemsollen/M haben Wir hierüber nachfolgende Ordnung gemacht/ rrnd ist unstr ernstliche Meinung/daß unser Bergkbeampten jedes Orks hierüber fest Halken/und die Verbrecher mit gebührlicher Straffe belegen sollen. DieAmmerleute / Mäurers und Tischers / sollen zur SommersZeit/von Ostern biß Mkchaelis/Morgens umb vierSchläge mit ihren Gesell» n andre Arbeit gchen/und nichtche biß Abendtsumb fünDhr Schicht m-scheu. Iu WinkersIeitaber/nemblrch von Michaelis bißOsiern / sollen sie Mor« gensumbfünfftthr an derArbeiksepn/und des Nachmittags vorvr'erSchlägen nicht abgehen. Imgleichett sollen Vie Leichgräbers / Lementirers und andere Laglöhner / Sommerszeit des Morgens ümb vicrührgewiß an der Arbeit seyn/und des ZMids vor sechsSchlägen nicht Schicht machen. r Der 70. Ärikul Bergkmeister Unv Geschwornc sollen zusehene Das treulich uno fleiffig gtarbetter mro«. NserBergkmeister und Geschworne sollen allrLage auff denGrhirgenfieissig A^Hachtung haben/und zusehen / daß die Gedäwdr nützlich und wo! angesialt/ H h ij treulich it H ek döm Schörffen/Mhttnund Zubus;anlezcii rc.2.4? der GeschwornenErkändtniß/gegebenwerden / Aber die Steiger sollen behEmsir tzmrg ihrer Dienste/den Arbeitern ihres gefallens/und öhn des Vergkmeisiers Und. dek GeschworM Mißen und Wiüen/kein Lohn machen noch geben. Der?;. Ätttcul. Gchlchtmelster/ Steiger und Arketter follett an ihrem gesetzten Löhn begnüglg seyn. Chlchtmeister/Steigerund Arbeiter / sollen sich ein jiglicher feines gesetzten ^HLohnes begnügig seyn lassen/keitüs Weges mehr Genieß durch verkauffen / l^^Unßlit/Eisen/Seil rc. oder durch wasserley Handthierung öder Practica es geschehen könte/gewar'ten/auch von Außbeutzechm oder Gewercken kein Grschcnck fordern/Da äber einige Gewerckschtifftihrem Schichtmeister öder Steiger / umb gehabtes Fleiß willen / eine Verehrung thunwolte (darzu doch Niemandk verbun¬ den seyn sol) so mag dem Schichtmeister und Steiger jedem drey Gülden / und dar-' über nicht mehr geben werden» . . . ... Auff Skewr und Receßzechen / sol em Schichtmeister die Woche nicht mehr als fünff MarieNgroschen Lohn haben. Dcßgleichen / welcher Schichtmeister öhn Vorwissen und Willen unsers. Bergkampks/ihm selbst ein gröfferN Lohn/dann ihm zugelassen und geordnet / auss rin oder mehr Zechen schreiben würde/dem sollen die Zechen genommen / und darzü ernstlich gestraffet werden. Dtt74 Ärticul . Stelzer und Schichtmeister sollen W Arbeiter nicht M Kost haben- Em Schichtmeister oder Steiger / soll die Arbeiter noch Häwer dringen/ xHL^oder sonst in andere Wege Ursach geben/die Kost bey ihm zu haben / noch -tz)Osün oder anderer Bier außzulrincken/uüd sollen deßhalben keinen Arbeiter an: noch ablegen/auch keinenderhälbeN an der.Arbeit oder Geding / einen Vortheil -uweNden/bep Entsetzung ihrer Dienste und ernster Straffte Hiemit wollen Wir auch allen Schichtmeistern und Steigern ernstlich ver¬ boten haben, / daß keiner keinen geniirthen Inngen/Häwer oder Knecht halten sol/ bey oben erzehlter Straffe/sondern Wik wollen / das hierinnen treulich und ünge- fehrlich gehandelt werde / Item/es Men auch keine Haußgenoffen auff die Zechen genommen werden / öhn des Bergkmeisterö und Geschwornen Vötwissen unö WillMi Der 75. Arttcul. Schtchtmetstcr und Stctger sollen ihre Beschliche und Dienste selbst versorgen- ^^Ie Schichtmeister und der Zechen Vorsteher / die nicht selbst schreiben können/ g^sollcNkein Schreibgelt oderSchichkmeister Lohn auff die Gewercken rechnen solches von ihrem LohNverlegen/Ünd so ein Schichtmeister aus anderttseiner GewerckeN nützlichen Ursachen/nichtallezeit/wieoben vermeldet / auß seinen Zechen mit anfahrett und Zusehen / auch bey dem Schmeltzen selbst vorhandel» seyn könte/somager einenandern VerstäNbigen/döch nicht auffder Gewercken Geldk darzu schicken/s'eine stätte zu verwesen. / Dergleichen sollen sich auch die Steiget verhalten / alle ihre Befehn eigner Person außrichten/wö sie aber aus Ursache/wie oben von den Schichtmeistern ver« meldek/und nicht ihrer eigener Geschäfte halber verhindert/mügeN sie dasselbigemit einem andern vereydeten Steiger/doch mik Willen des Bcrgkmeisters/bestellen/daL M dm Gewercken nichts versäutnpt/treulichundwol gearbeitet werde; Htz iij Dek 24-6 Der ander Tbetl dreser Bergkordnung sagt Dtt/LAMul. Wievlel Zechen eln Stelzer tnhaken svl. S soll auch ohn unsers Vergkmeisters Zulassung / keinem Steiger weht eine Zeche zupersehen/eingechan oder gegönnct werden, Der77-Artkul» Schtchtmetster und Stetger sollen den Gkwkrckm wachaffügLn und rcchtmBe- nchk der Gebäude geben. Nd nach dem Uns vielmahls ist Vorkommen/ als solten etliche Steiger unL Z^HSchichkmeister auch andere/den Gewercken/und sonderlich ftembden / mit ^^^guken gründtlichenBerichk der Gebäude und anders/die Zechen belangenk/ nicht begegnen/sondern die Zechen und Gebäude hernieder schlagen / welches dann hem Bergkwerck undunserm Zehendken nicht zugeringen Abbruch gereichet / auch alicrleyArgwohn darauszuschöpffen/Als ordnen und gebiekenWir allenVorsteherN und Dienern der Zechen/daßsie ihren Gewercken/in dem so sie gefragt werden/ der Gebäude «nd Gelegenheit der Zechen / gründlichen guten Bericht Mik Gelimpff lhun soken/wo eS aber übergangen/und das Widerspiel befunden / und solches für unftrm BergkhauptmanundBergkmeister kommen würde/sollrn sie dieselben bene, den Entsetzung ihrer Dienste / auch mit ernste straffen. Und sollen die Schichtmeister den Gewercken die Register / so offksie es begehr reri/stch darinnen ihrer Nothdurffk nach zu ersehen/ungeweigertzustellm. Der 78. Ärticul^ Die Schichtmeister sollen der Gewercken Gut treulich und flüssig verwahren. Schichtmeister sollen alles / was sie von der Gewercken wegen eiUch- ^^Imen und empfangen/kreulich undwolverwahren / der Gewercken Sachen ^^OmkkGebäuden und was man darzu bedarff/ anffs genaueste und nützlichste bestellen/allcs was zur Nokhdurffk den Gewercken und ihrer Zechen muß gebrauchet werden es seyEisen/Unßlit/Seil/Lrög/Kübel/Gezaw/Doltz / Brek/ Nagel und aücsanders/umbder Gewercken Geldk/auffsnegstealserzu bekommen müglich ist / bestellen unokäuffen / und selber an solchen Stücken gar keines Nutzes oder Genieß gewarten/aus Gunst oder Freundtschafft/Mit der Gewercken Nachtheil/ Niemands detzhalben emigen Nutz oder Vorthei! zuwendem Wir wollen auchhiewit allen Schichtmeisternünd Steigern / dasverkäuffcN mikUnßlit/Eisen/Sellund allenandern/ bey Entsetzung ihrer Dienste / undVm weidung unser Ungnade verboten haben» ' Was aber die Schichtmeister auffihren ZecheN vött nohten haben / sollen sie aus unser Bergkfactorey/wrlche Wir zü bero Behuffverordnet/ hinforder nehmen/ und vornemblich das^Unßlit/wieviel dessen ins Ampt/und auff jeder Zeche insonder¬ heit empfangen/unserm Fackot m ein Buch / so ck allcmahl in feiner Quartal Rech- nungvorzulegen/qvitirem Und weil bißhero viel Wageisen/Anlagrn/Bergkfeuste! / Kübel und andere Unkosten mehr auff die Zechen sind geschrieben worden / So so! nun hinführo M jeder Bergkschmits das Eisen aus unser Bergkfackorry selbst vollwichtig abholen/ wa!< daraus gemacht / und zu Registergesetzt / auffm.Rahthause dafür sein Lohs empfangen. Drr vom SchörW/Mßkenlmd Zukuß anlegen rc.24/ Ter 79. Arkicus. Die Steiger sollen Unßlit und Elsen nach Gewicht empfangen und nicht verleihen. ^/^S sol auch ein jeglicher Schichtmeister seinem Steiger sclberUnßlit undEu S/^,scn nach deM Gewicht reichen/auch solches nach dem Gewicht in die Rech» OHnung bringen/Derohalben ist ernstlich zubefehlen / daß kein Schichtmeister dasEisenvonwegenseinrrGewttckenbezahleUnd annchme/es sey dannzuvorn durch den geordneten Wagmeister in der Wage gewogen / Auffdaß niemand betrogen oderverforlheiltk werde/sosol eine jegliche WageEisen4s.Pfundschweerseym Dcrso.Zltticul^ Das Unßlitsolwle folgek/außgttheilct werden. Auffeinen tzäwerjegliche Schicht r r. Loch/chut die Woche r.Pfundt. AuffWeilcarbeit/auffirden Gülden drcy viertel eines Pfunden > Aufflcdige Schichten zu 8. Stunden/8-lLoch AuffPosen zu vier Stunden/ vier Loch. Geschworne wöchentlich/;.Pfundk- Dem Schichtmeister/wann er seine Zechen/ vermög« der Bergkordmmg brfrhrek- wöchentlich 8-Loch. Der Ä. Atttcul. Die Diener sollen nicht gcfreunbt seyn. ^^>S sollen auch die Schichtmeister und Steiger auffeiner Zechen nicht Brm <^^,der oder Vettern seyn/ sich auch in keine sonderliche Freundschafft und Et- OHmgkeikgeben/dieden Gewercken zum Nachtheil gereichen möchte. Der 82.Attictil. Die Schichtmeister sollen keine Händelet vderVoMuffttscym Nd damit dem Betgkwercke desto fieiffiger abgewarket/ und die Schichtweu den Gewercken wol vorstehen und Zusehen mögen /daß die Viüualj eä ^«^nichk vertheurek werden/sosolhinfördetttichtgeduldek oder gestattet werden/ daß em Sch/chtmeister/ais der GewerckenFactor ein Händler sey. Auch ist Hiemr'k ernstlich verboten / daß die Vorsteher der Zechen / weder ati Münß/Unßlik/ Eisen/ Seilen / Nagel und anderer NothdUrfft/zum Bergkw'erck > gehörend/überihrengesaßten Lohn/einigeN Vortheil oder Genieß / mit verkauffeti i oder wie das geschehen kan/viel oderwettig suchen sollen/beyEtttsetzung ihres Dien- I stes/und des Bergkmeisters Straffe^ Her 8z» Ärtlcui- I Wie eö mitSchultmachen auff den Jecbmfol gehalten werden Je Schichtmeister sollen auch dahin sehen / daß auff den Zechen keine uN^ 8Z)nöhtlge Schuldt (welches ein AufaNgk zu der Gebäwden Untergangk ist ) / geschlagen und geMachtwerde/Eegebe sichs aber / daß einem Schichtmei¬ ster zwischen der Rechnung zu lohnen Geld mangeln/und die angelegte Zubuffvon den Gewercken nicht einkommen/oder reichen würde / so mag der Schichtmeister die Zecheff zu erhalten/mit Willen und Rath des Bergkmeisters / soviel Schuld auff rt die Zechen machen/als zu Erhaltung derselben /biß auff negste Rechnung noch seyn H rvürde/und so der Schichtmeister seines dargelegten Geldes oder gemachten Schul- den/auff die negstfolgende Qvatember nicht entrichten würde / so sol ihn der Bergk-« Meister zu der Zechenhelffen / dieselbe Zeche zu belegen / UNd sol der Schichtmeister hiß auffdas andere Qvartal Frist hchen. M . . Welcher 2-4-8 Der ander Thckl dieser Bergkordckmg saget Welcher Schichtmeister aber ohn Vorwissen und Willen / oder Zulassung des Bergkmeisters/Schuld auffdieZechen machen würde / dem so! zu der Zechen und Geld nicht geholffen/und so die Zecheliegen bleibt/ und wieder auffgenoMmen wird/ keine Schuld davon bezahlet werden. Der 84»2lrkicul. Von anltgen der Jubuß. S sollen auch allemahl 14. Lagefür den Rechnungen / durch die VttM- ampken/alleZechcn/^tollen/Gebäwbe und GrubeuauffunsernBcrgkwer- cken befahren/und inAugenschein genommmwerden / zu welcherBehueffein Zeder Schichtmeister undVorsteher derZechen/auff oder in seiner inhabendenZechen auch Persönlich seyn/dieselben mit befahren sol / und der Bergkbeampten Rach und Gutachten rv.it anhören/wie und welcher Gestalt die Gebäwde zumfüglichsimund nützlichsten angestellekwerdenmügen / und darauff so bald einen förmlichen und or¬ dentlichen Überschlag ins Brrgkampt legen/deßgleichen/ was noch daselbst von Vor- rach anGeldevorhanden/wieweit sich derselbige erstrecke / wie lange die Gebäude da¬ mit können erhalten werden / und was darzu auffjeden Kux noch anzulegen seyn wolle/und solche Anlage oder Zubuß/ solallemahl nicht übermäßig oder allzuhoch/ sondern nach Gelegenheit und heischender Nothdurfft derZechcn undGebäwdegesetzt. Damitaber die Gewercken sich das nicht zubeschweren / noch hierinnen einig bedencken haben mögen/so wollen Wir / daß alle Schichtmeister auff den Gonna- bend für der Rechnung / wann sie ihre Register beschliessen / ihren Gewerckcn und Voriegern/so viel derer vorhanden/und sie erlangen mügen /auff einegewiffrStun- de zusammenfordern/ihnendie Register vorlegen/damik sie sich zu ersehen / wiedaS vergangene Quartal gebawet worden/und mit ihren gutachten/die Zubuß beschlief» ftn und anlegen. Es so! auch nach gehaltenen Auattal Bergkrechnungen / durch einen offe¬ nen gedrückten Zubußbrieff/ mit unsers Bergkampts verordneten Siegel bedruckt/ ungesäumbt/öffentlich in unserm Ampthause angeschlagen werden/ Welcher Zubuß- bri ff gantzer sechs Wochen also angeschlagen stehen/ und solvonniemandt derselbe in solcher Frist/b.yVermeidung schwerer Gkraffe/abgerissen werden» Dcr s>. Micul. Wann und wie dtt Gewerkten rhreAMß enttrchtm sollen / und bey rveche die Schichtmeister dieselbe zu fordern schuldig seyn. stßen und ordnen auch hiemit / ernstlich befehlen / daß alle Gewm ?HH^ckm/die auff unsern Bergkwercken bawen/zujederzeit angelegte Zubuß/vor ^W^oder indeme/ darauff negstfolgenden v-ctarckar » (welches aüemahl sechs Wochen nach dcnAergkRechnungen/durch unsere Beampken gehalten werden sol) enttichten/erleseä und einbringen/ an gutem gangbahren Gelbe / unddurchaußan oder keinen mitWahren/wie die auchNahmenhabenmügen/damit benGchichtmer, stern nicht Gelegenheit undUcsach gegeben werde/ unter solchen Wahren auch an- dcre/und mehr für sich/mit durchgehen zu lassen/und also ihren eigen Nuß / mltder armen ArbeiterBeschwerung suchen/Und sollen dieSchichkmeisterauff uusernBerg» werckcn verpflicht seyN/die angelegte Zubuß zu mahnen und zu fordern / bey denen Gcwercken / da sie bey Sonnenschein zu und wieder von / und auffs Bergkwerck kommen können/und auch bey denen Vorlägern / welche insolcher nähe anunsern Bergkwercken smv/und inZeik der Zubuß schriffklichen anschlagen werden / daß fit daselbst anzutreffen/und die Zubuß bey ihme zubekommen sey/und daunstreSchichk- meister diesem also/wie angedeutet ist/ mitMahnung und Forderung der Zubuß / bey den onsitzenden nahenGewercken und Vorlegern/ Nicht gebürlicheFolge leisten wür» -den/alsdan sol auch ihnen selbst zuSchaven gerrichen/was dardurch versehen oderver- ftumpktst/un-deßhalbenkembauenderGeMlckrgefchm Mr rersrchr werden. vom Schörffm/Mchken undAuW anlegen rc 249 Die andern Gewercken aber/welche unfern Bergkwerck n so nahe nicht geses¬ sen/ oberthregewisse Vorleger haben / daßdie Schichtmeister bey Sonnenschein zu und wieder von ihnen / auff die Bergkwercke kommen können / mögen ihre Zubußallemahlvorbenanter gesaßtcr Frist / entweder selbst den Schichtnuistern auffunsere Bergkwercke zulchicken/oder ihnen solche Vorleger / wie im vorgehenden Articul/sebaffcnund bestellen/welch. ihre Lheil und Kupe mit den Zubußen und son¬ sten der Gebühr vekwahren/und sich dieser unser BergkordnuUg gemeßvechalien/dan die Schichtmeister sollen solche weit abgesessene Gewercken umb die Zubuß fordern oder ansprechen / wie dann auch gleich in der nahe sißrndenGewercken/über einmahl MM dcr Zubuß zu mahnen oder anzufordekn/nicht ichuldigseyn. Der 86. Articul. Von den Vorlegern und lhrm vorthttlhafftl-- gen Auffzügm / mtt Erlegung der Zubuß* ^(>rAch dem auchofftmahlöetlicheSchichtmeisi rund Vorleger / muhtwilli-s OL..^gen Verzug? und Betrug brauchen/mhmen di Zubuß von den Gewerck. n/ und lassen sie doch nichtsdestoweniger im Kerarstat stehen/ daraus dann er- erfolget / das den Arbeitern zu rechter Zeit nicht gelohnet / ustdderowegcn/gleichwie gelohnet/alwüuchgkarbeitetwird/in d«me/ob gleich die Vorleger von dem Außthet- ler oder ihrem Herren/;u jederzeit baar Geld empfangen / sie doch den Schichtmei- sternLuch/Unßlit/Eisenund andere Wahr anhängen / davon dann nicht kangeloh- net werden/und da cs die Schichtmeister ja bißweiien nicht annehmen wollen / Sie/ die Vorleger sich hören lassen/daß sie ihre Herren aufflässtg/und von dem Bergkwerck abrahten-tzollm/wie dann qetchicht. Dergleichen auch etlicheGewercken / sonderlich aber die Vorleger sich unter» sichen wann die Schichtmeister die Zubuß fordern / daßsie die Zubußzettel von ih» mn nchMcnchergegenBekändtnißgeben / und alsdann diegantze Rechnung nichts gcbmnoch .ivleaen/sondern überschickendte Zubußzettel ihren Herren/ alshatten sie dieenttichtet/empfangendarauffdüsGeldt/ wendencsinihrmNutzen/Undentrich- kendarnach dieZubußnachchrerGelegenheit/wir gedacht/mitböser Wahre / und mit verbotener Münße/in Mcinung/daß sie von ihren Herren kein Geldt bekommen hetten/unterstchen sich auch etllche/den Arbeitern ihren !.ohn/und den dritten wol vier¬ ten Pfennig abzuwässern/welches alles dem Bergkwerckzum höchsten nachtheilig. Wollen derohalben / das hierauf alle unsere Bergkbeampten mit Fleiß, uff Achtung und Nachforschung haben/und woeiner oder mehrdißsals hinterkommen der sich solcher vortheilhafftigen Prattiken unterstehen / und seinen Nuß suchen würde / den oder dieselbigen sollen sieinGchorsam nehmen / und nach Erkändt- niß der Verbrechung straffeN/ffuff daß hierinnen andern Zum Abschew / gebührli¬ cher Ernst fürgmommen werde. Wann aber ein Schichtmeister nach empfangener Zubuß nicht den liegst- folgenden keiarstar Lag dieLheilwiederum!) aus dem^erarclar nehmen wird/dcr sol/soofft solches gesthictzt/ s. Gülden aißbald zur Straffe erlegen / dacraber ein ganßQuartal damit verziehen würde / so so! er benebenEntsetzung seiner Dienste/ Wit Ernst unnachlässig gestrafft werden. Der 87. Aktie»!. Wle sich dtt Gewercken und Vorleger mit rlegvng der Jirbuß halten sollen. /^>s^>Ach dem auch unkeretiichen Gewercken und Vorlegern / unser Bergkord- O^^'Utng zuwider/diestt Mißbrauch daß/da die Schichtmeister nach angcltgr E^F cer Zubuß/dle Zubußb ueffe anschlagen / und die Zettel den Arbeitern ihren verdienten Lohn au j o.cher Zubuß/ bey den Gewercken Und Vorlegern darauff einzu¬ fordern/ geben / und die Armen Arbeiter zu etlichen Gewercken und Vorlegern Ji kom- Der ander ThetldteferBergkordnung saget kommen/so machen sie sich dieftlbigen mik einem oder mehr Groschen anhängig/geben darnach die ganße Rechnung über keinen Pfennig / Da nun die Rechnung wieder gesihlossen/und Zubuß angelcgk/begehren sie wisderumb den neuen Zette! / und ma¬ chen sich wieder dergleichen anhangig/und lassen die alken Zettel ungeldsek/ und treiben cs also fork/daßsie wolauffvierQuartal Zubuß sich anhängig machen / unokemen Zettel gäntzlich lösen/mik vorwenden/daß sie solches aus Herkommen befugt / Daher sich dann ursachek / das den Arbeitern ihr Lohn Zu rechter Zeit nicht entrichtet / und die armen Bergkleuke Hunger und Kummer leiden müssen / welches unsermBergk-- werckZum höchsten nachtheilig und hinderlich ist. Derowegen ordenen und sitzen Wir/ da einiger Gewercke oder Vorleger sich nach gehaltener Rechnung/auffeinen Zubußzetkel / auff einer oder mehr Zechen an¬ hängig machen würde/sosol er hernach alle Wochen dm Arbeitern Gelt geben / biß der Zubußzettelgäntzlichgeldfet / oder zum längsten solchen Zettel / darauffer sich anhängig gemacht/imSchluß derselben Rechnung garabzulösen/unddieZubusi ftn zu entrichten/im Kall aber solches von ihm verbleiben würde / ioiso! derselbe Ge« wercke oder Vorleger der L heil verlustig/und der Vorleger seinem Herren solcheLheil wicdemmb für sein eigen Geld zuschassm/ schuldig feyn. Würde aber auch der Schichtmeister denselbigen Gewercken und Vorlegern/ wiederum!) neue Zubußzektel geben oder geben lassen/und die alten obberührker Ge¬ stalt nicht gelöset/so sol derselbe Schichtmeister die Zubuß/als hette er die empfangen/ berechnen/undsolihm von unserm Bergkhauptman darzu nicht geholffen werden. Der 88. Artkul Daß die Gewercken thre Zubussen kn sechsWochm mtrtchtrn/ unv in was Jett sie ihm TW verlustig siym ^EHH^Urde nun ein oder mehr Gewercken oder Vorleger/die angelegte Zubuß alle^ RH L mahl in sechs Wochen Krist/ nach gehaltener Rechnung / und also für dem W^^ttegstenLersräLcnichtentrichten/so sollenunser Schichtmeister / diemchk verzubujtenKuxe/indererstkommendenRechnung darnach rcstLräiren, und wofern für dem daraufffolgenden 8.er2r6ar,der oder dieselben Gewerckenund Vorleger / so die Kuxe nicht gebührlicher weife verzubussek / gegen Entrichtung alter und neuer an¬ gelegten Zubuß/solche reraräirre Kuxe mit unsers Brrgampks Wissen UNdWillmi nicht hinwieder Zu sich lösen/und auß dem ker-rciat bringen/alsdann sollen sie derscl, den rekarciirren Kuxe gantz verlustig / und derselbe den alten gehorsamen bawendm Gewercken anheimb gefallen seyn/welchen auch/und nicht andern oder neuen un frem¬ den Gewercken/solche Kuxe zu gute gehen/und nach richtiger Gleichheit außgetheilek werden sollen. Wannaber die Letarstirtea Kuxe sich zu der Außtheilung nicht erstrecken/ so sollen unser Bergkbeampten iämptlich/solche Kuxe/als hoch sie können / verkauf- fen/und durch den Schichtmeister das Kauffgelt/ welches für die Kuxe kommen ist/ den bawenden Gewercken zu gute in Rechnung bringenlassen/ damit sichauchdiß- fars niemandts zubeklagen habe. Der 89. Zkrticul. Von Überantwortung öes ketLr6acs. (HU Außgangk der obbenanten sechs Wochen nach der Rechnung / sol ein jeder Zubuß angelegt hat / ein (IVerzeichm'ß an oder unter die Gewerckschaffkmikeigner Hand machen/ was er auffjeder Zeche für cschulden/und wieviel Kuxe die Gewercken in sampt und ein jeder insonderheit im k-crarclar haben/auch wer die Gewercken mit Namen sind/ so diesesi ben.licqen lassen/und solche Verzeichniß in wärendem R-erarclsl emsigen / damit dit recarclirre Kuxe reMoi: und in acht genommen werden. Mit VomSchöOn/Mchttnmrd Jut'uß anlczcn rc. 25! MkAußnehmungundAußtheiluNg aber derosclbcn/ sol es / wie im nachfol¬ genden Arlicul verordnet ist/gehaltenwerden/jedoch alsobescheidentlich / wann einige Kufe aus dem^ecarclar genommen/daß es alsdann fleissig verzeichnet werde / auss welche Zeik/wieviel/durchweme/undmikwasZubuß solche Kufe gclösetsind / aüff daß Mn sich darnach allewege zurichken habe. Der 90. Arttcu!- Wie es mit den kctarciÄ rheilen sol ge- halten werden. AV>>AchVerfliessungdesv.et3r6Ll8undzugegebenerLage/sollcndieselbenLhetl/ ^diealso in das ^ecarclar kommen seyn/dcn jenigen deren sie gewest sind/mik S^L^oderohn der vorlegten Gewerckcn willen/ umbsonst oder ohn Zubuß nicht wieder werden/sondern unsere Bergkveampten svilen dem Schichtmeister befehlen/ solche Lecaräsr Lheile den gemeinen Gewerckcn zu gut/ auffs theurste zuverkausten/ oderwo die nicht mögen verkaufftwerden umb dieZubuß/ oder wo es auch nicht ge¬ schehen möchte/umbsonsi zu Vorgewerckcn/zu solchem Kauff oder Gabe / die verZU- busten Gewerckcn den Vorgangs haben sollen. Der 91. Articu!. Schichtmeister sollen ohne Vorwisten der Bergkbeamptm kerne retLrllircc Gcwercken zulasten. S sol sich auch kein Schichtmeister oder Vorsteher der Zechen/ unterstehen A/^.einigen tctLröirren Gewerckcn / ohn der vorlegten Gewerckcn Vollmacht/ OHund derBetgkbeampten Vorwissen und Bewilligung/aus dem kterarciat wiederum zulassrn / sonderlich aüff den Zechen da Man Ertz spühret / oder sonst ein Hoffnung vorhanden ist/auff daß den vorgelegkenGewerckenihre zustehende Lerar- cht Thüle nicht so liederlich und schimpflich entzogen werden. Wo auch dieverzubusten Gewerckcn des mrhrentheils würden begehren / die- selbigen ^crarclarTheile unverkaufftundunvergeben/gemeinen Gewerckcn zu über¬ schreiben und stehen zulaffen / oder die untersich nach Anzahlaußzutheilen/ sosoles also gescheheN/doch daßdieselbigenLheil gemeinen Gewerckcn / oder jeglichen sein Gebühr sondcrlrch/wiees beschlossen wird/oder wie dir sonst/alsvorberührt / andern verkaufft odergegeben/allezeit mit wissen und willen der Bergkbeamplen/in das Ge¬ genbuch geschrieben werden. Her 92. Mim/. Schichtmeister sollen ohn Bewilligung der Ättgkbeamptcn keim Außcheilung machen. A^- Nd sol auff diesem Kall kein Schichtmeistcr oder Vorsteher der Zechen/ eiM U^gs Außtheilungdcr LersrllLt Lheile beschliessen oder machen / ohnvorwisse» derBergkbeampkenunddervorlegten Gewerckcn/und soalsdann etliche der vorlegten Gewerckcn ihren gebührenden Lheil nicht annehmcn würden / der sol im kersrcjLt stehen bleiben / oder durch besonder der verlegten Gewerckcn Vollmacht und Bewilligung hinweg gelassen werden / Da aber die Außtheilung berührter Gestalt Nichtgeschehen/die sol unser Bcrgkmeisier nicht zulassen. Der sz.Articul Der Gcgcnschreibcr sol ohn Dowewnst des Bergkhauptmans/keine Kuxe aus dem kccarllar geben. Er Gegenschreiber sol von ihm selbsi / ohn vorbewust der Bcrgkbeampten/ keinen KufauSdem kerartlargeben / sondern allwegauff den Sonnabend nachdem ANschnitk/ingegenwartBergkmeistersund Geschwornen / doch nicht ohnUrsach/ausdem^clLrclLr gegebenwerden / WoaberBergkmeisierund Ii ij Geschwor- 252- Der ander Thctl dieser Bcrzkordmmg sagt Geschwornehierinnen dervorlegkenGewcrcken / Nachkheil odereinige Bcforthesi lang spührenwücden/sollcn sie sofche Lheil ohn gnugsame Vollmacht der vorlcgtm Gewerckln/außdem^etLrcjrr zunehmen/keineswegesgestatten / undalle diejmis gen/soauß dem ll.etLr6Lrzugelasfcnwerden / diesollenbcnebenderZubuß / auch des Gegenschreibers Gebühr / als zwey Mariengroschen aufflegen und entrichten/ Welcher sich aber des weigern würde / von dem sol der Schichtmeister die Zubuß nicht nehmen/sondern die Lheil im Lersräar stehen lassen / auff daß die verlegten Gcwercken HKmitzur Unbilligkeit nicht beschweret werden. Der94-Articul. Von empfangener und nicht berech- neterAubuß. F^^^Urde em Schichtmeister oder Vorsteher der Zechen/von Gcwercken Zubüß DA Lempfangen/und gleichwohl dieselben Lheil im Kerarclar stehen lassen / auch vS^^dicempfangene Zubuß aufffolgendeRechnung nicht verrechnen / dcrsolbe» ncbcnEntsctzung seinesOienstes/schwererverdienter Straffe gewärtig seyn. UnddaeklichevondenLeukenZubußeinehmen/dieihr Gewehr und Lheilim Gegenbuch nicht hatten / und daß mit ihren Zubußzekleln überweiset würden / die¬ selben sollen durch unsemBergkmeister/ so fern die Gcwercken der Zubuß / auffdie Lheil dringen / zu schleuniger und unverzüglicher Gewehr geweiset werden/unddie empfangene Zubuß/wo die zuvorn verrechnet/den Gcwerckenzuguk / auff folgende Rechnung zu verrechnen schuldig fepn. ImFallabereinGewerckedieLheilnichthabenwolte/ sosollendieEmpfa- her derZubuß/auch gcweisek werden zu den jenigen/so keine Gewehr ihrer Lheil ha- ben/dic eingenommene beweißlicheZubuß/wiederumb zu erstatten/eswere dann/ daß derSchichtmcisteroderEinnchmer derZubuß beweisen könte / daß der Gcwercke dieselbigen Lheil bcy ihm oder bey andern wissentlich hatte stehen lassen / und so unser Bergmeister in diesen Fallen vorsätzlichen Betrug vermerckte/das sol / wieobenbe- rührt/ mit Ernst gestraffctwerden. Dcrp5- Att/cul Don empfangener und berechneter AnkuA so der» Arbeitern nicht verlohnet worden ist A^^Urdeein Schichtmeister/außunstrmZehendten Geldk empfangen / oder Lvon den Gcwercken Zubußeinnchmen/dieselbe berechnen/und gleichwolden vD-H^Arbeitcrn nicht verlohuen/der sol nicht allein alsbald seines Dienstes/ andern zum Abschew/entsetzek/sondrrnauch mit Harker Gefängniß gestraffet/ und hernachrr derBergkstabt verwiesenwcrden. Der 96. Zlrticu!.' Die Schichtmeister sollen nicht mehr Zubus; von den Oewercken fordern/als von unfern Bergk- beampten angelegt ist. Ach dem etliche betriegliche Schichtmeister offtermahls/ von den weit abge- sessenen Gewercken/mehrZubuß fordern und auffm hmen / dann von unfern S^^Vergkbeampten crkandt und angelegt ist/Wofern nun einer oder mehr dessen überwiesen und überzeugetwird/so sol er nicht allein seiner Dienste entsetzet / sondern auch nach Beiladung des Betrugs / mit Verweisung oder Staupschlägen gestrafft werden. 97.M Som Schörffcn/Mußtcn und Iußuß aulegkN rc.2§) Der97Articttl Wie der Gchlchtmetstcr und Gcwcrckcn Betrug/ milden Kuxen auß dem ^crsröLc vorzukonimcn sey. LUV Eilauch etliche Schichtmeister betrieglich handeln/nehmen offt die Zubus- /M^chvondenGewercken/und lasten sie doch nicht destoweniger lm Lcrarclae xA§^sichcn / Wo nun ein Schichtmeister solches hinforder thun würde / undec nehme nach empfangenerZubuß/nichtden nechstfolgendenSonnabend dieLheilwre- derumb auß dem KetLiclar, dersol/soofft solches geschieht / fünffMaricngülden alsbald zur Straffe erlegen / da aber ein ganß Quartal damit verziehen würde/ so solerbenebenEntfttzungseincrDienste / mit Ernst unnachlässiggestraffek werden. Als er aber etlicheGewercken ihre Kuxe offk vorseHlichinsldcwrclLrkommen/ und darinn von einem Quartal ins andere stehen lassen / geben das negste Quartal kvol die vorige Zubuß/und lasten gleichwol die Kuxe im kokmckat sichen / bleiben alsojevcrzeit voncinem QuartalZubuß hinterstellig / biß sie vermercken / daß die Zechen fündig und gut werden/alsdannvorkgensieallcrerst die vollständige Zubuß/ und begehren ihre Lheil wiederum- aus dem ^ctarösr. Weil aber solcher Mißbrauch den andern gehorsamen Gewercken nicht al, lein zu Schaden und Nachtheil gereichet/ besonder« auch die Zechen / mit der ange¬ legten Znbuß(sinkemahl dieselbe so ungewisse einkdmpt / nicht belegt undgebawek rverdenkönnen) >o solsolcheshiemiternstlich verboten / und die ienigen Gewercken/ bey denen dieser muthwilligerVorsatz vermercketwird/zuihren LheNen nicht wiede- mmbgelassen/besondem damit/ jnhalt dieser unserBergkordnung / unnachlässig perfahrenwerden. Dtt s8- Arcku!. Wleesmtt den Bollmachten/so über keraräLl Kuxe auffbracht/soll gehabten werden. /^°^^Er Bergkmeisier sel keinem Schichtmeister oder Vorsteher der Zechen g(- statten/einigeVollmacht außzurichten/ Lheil aus dem ^etarclät zu verge- O^ben/zuvorgewerckcnodcrzuverkauffen/esschdann / daß die Geschwornen zuvor» in derseibigen Zechen die kieffsten/ auch die Oerter und Gebawde / da man Mbawet/undnegstzuvorngebawet Hak / auffs ste-ssigste besichtiget und befahren haben/und wo sie alsdann Betrug und gefährlich Vornehmen befinden / sollen sie es dem Bergkmeifier/ und der Bergkmeisier forder dem Bcrgkhaupfman unnach¬ lässig anzeigen/der sol es an unser Statt mit Ernst straffen. Und da derBergkmeisier befände / daß in den Vollmachten / durch die Vor¬ steher der Zechen/oder durch etliche Gewercken / zu ihrem'eiaen Nutz / den andern Gewercken zum Schaden. Vorkheil gesucht/diesclbigen Vollmachten sol der Bergk¬ meisier keines Wegesannehmenoder bekräffügen / ungeachtet / ob gleich die Gewer¬ cken auff berührte Vollmachten über den halbenLheil eingeschrieben hatten / und wo hierinnen betriegliche Handelung gefunden / daß unser Bergkhauptman dasselbe initErnst straffe/Damit aber auch durchdieVollmachtcn/mitden bawenden Gewer¬ cken nicht gefährlich gehandelk/soles folgender Gestalt damit gehalten werden. Drry^.ArLicu!- Kern SchtthtlMlsttr sol wegen der Ncmixttc-Therle ttne Vollmacht auffbrülgni/ cs fty oarrn Nrr bauen¬ den Gewercken der Zusiandt der Zechen recht berichtet. S sol kein Schichtmeister oder Vorsteher der Zechen/ sich unterstehen einige ^Vollmacht der^elarciarLheile halben auffzubringen/er habe dem zuvor die Od I' lij vorleg- 2 54 Dmrnder Thcil dieser Bergkordnnng fazi verlegten Gcwcrcken und Vorleger/ so viel er der immer bekommen müge / zusammen erfordert/und ihnen derGebäwde und Gelegenheit der Sachen / brnebcn dem Stei¬ ger gründlichen Berichtgekhan/mikihnengeschloffeti / welcher Gestalt sie damitzu gebaren und zu handelngesinnett Solchen der Gewerckcn Schluß sollen sie dem Bergmeister anzeigen / der sol ihnen alsdann eine Zeit/dieVollmachk außzurichten/bestimmen und ernennen / und so dicselbiaen Vollmachten in berührter Zeit nicht vollenzogen / und des Verzugs/ nicht ansehnliche Ursachm dargethan/sollen sie unkräfftig geachtet/und nicht zugeiaft sen werdcn/auftdaß nicht die Auffbringer derVollmachtcn/zü ihrem eigenen Vortheil Und Nutz der^elarciar kheile/so lange alsthn woigefält/mächkig seym Der wo. Arttcu!. Von untüchtigen verbotenen Vollmachten Je Vollmachten sol keiner für dem andern unterschreiben / er habe es dami von seinem Anwalt einen beweißlichcnundauffrichtigen Befehlich/ und wo ^"gkwerck/an schmeltzen der Ertz/und anderer HüttenArbeit nicht ^WW/^xwenig gelegen/ deßhalben gut Auffsehen groß von nöthen. Dero- ^MsMAMDwegensollen die verordnete Hütten-Reuter / eine jede Hütten alle Hütten mit Fleiß zusehen / obun« ' ser Bergkordnung / sonderlich aber / sovieldteHüttenbelangek/ fleissig nachgegangen/daß getreulich und fleissig gehandelt und gearbeitet werde / auch nach cr'nentjegljchemErß/daß man schmeißen wil/sehen unerkunden/ob esstrenge odet flüffiq ist/un d sonderlich die'Verschaffung thun/daßman dieunreinen Bergkjchüssi- gen Ertz rechtpuche / scheide und rein mache/damit man desto besser anordnen müge/ wie man ein jedes nach seiner Arth am nützlichsten schmelßen solle/ und wo er befinde / das wider unser Bergkordnung zu Nachtheil und Schaden geschmelßek würde/ dasselbige abschaffcn/undauff diese unser Ordnung richten. WodieHüttcmReutervermercken/daß eine Hütte mit unverständigen oder unfleissigen Dienern versehen / so sollen sie solches unserm Bergkhauptman ansagen/ der sol alsdann bemächtiget seyn/oen Unverständigenzuverurlauben / und einen Ge¬ schickten an dessen Statt zusetzen. Wann auch die HüttemReuter besinden/daß in einer oder mehr Hütten / mit eigen Nutz und Betrug gehandelt würde / so sollen sie es bey ihren Eydespflichten unserm Bergkhauptman ansagen/dersol das mit Ernste straffen und abschaffen. Es sollen auch alle Personcn/so zu den Hütten gehörig / und die sich derer ge¬ brauchen / und mit Eydespflichten zugethan / und unsern Hütken-Rcutern gehor- samb seyn/und sich nach ihrer Anweisungverhalten. Insonderheit sollen die Hütten-Reuter darauff acht geben / das dengemeinen Gewercken in Hütten zuNutz gearbeitet/ und keine unnöhtige übermässige Hütten« kost/zu unser und der Gewercken Beschwerung gemacht werde / und was man auff eine Schicht/oder in einer Wochm/füglicher Weise mitNutzauffschmeltzenkan/um derHütten-Reuker/Hüttenschrriber / Meister oder Arbetttr Nutzes willen / nicht zweysachettnkost mache. Die 2 56" Der dritte Theil dieser Bergkordnung saget Die Hütken-Reuter sollen auch mit Fleiß darauff sehen / daß die Echichü meister selbst/oder im Fall / daß sie anderer und notwendiger ihrer GcwerckenGes schaffte halben verhinderk/dUrch anderean ihre stakt / beymAnlassen / Schmeltzen/ Außlassen und dem Treiben seyn / und woeiner hierinnen nachlässig seyn würde/ den sollen sie für Schaden warnen/odek unsermBergkhauptman zUwarnrn/ vermel- den/und welcher zum andernmahl gewarnek/UNH darauff nicht fleissiger ist / dersol seines Dienstes entsetzet werden. Die HüttenReuker sollen auch verpflicht seyn / das nicht allein die eingeliefere ken Ertz oder Schlich / so täglich oder wöchentlich in die Hütten kommen / sowol auch die Wercke/so daraus geschmoltzen/ von den Hütkenschreibern probieret wer¬ den / sondern sie sollen auch den Hüttenschreibern nach probieren / und sehen ob sie recht probieret habem Er fol die Treiber dahin halten/öaß fle die Silber / welche / verwöge der Hük-> tenschreiber proben/so in den Wercken seyn / in den Blicksilbern vollkömiich heraus bringen müssen und wann die Silber abgetrieben/ und die Blick heraus genommen feyn/sol er neben dem Hütten^und Schichtmeister fleissig zusehen/wasundwievieldie Anbrüche haben / und ob auffdem Herdt Hanen oder Körner stehen blieben seyn/ damit dieselbentreulichzusammengebracht/ neben den Blicksilbern gewogen / auffe geschrieben/und den Schichtmeistern zugestellet werden. Siesollenauchgute Avffachtunghaben/daß dieSchmeltzer nicht überdieGe-r bühr und Nothdurfft/besondern rechte Vorschlagezu dem Schmeißen nehmen / die darzu dienlich (und nicht schädlich seyn/ daß auch die Schmeltzer mit frühem Lage anlassen/und des Tagesschmeltzen/und wo es immer seyn kam daß das Nachtschmel- tzen undLrcibenabgeschaffet werde. Die Hüttm-Reukersollen neben den Hütkenschreibern in allen Bergkrechnum gen/von allen und jeden RöstcN/was in der Hütten quarkalich geschmeltzek worden / wie viel dieselben gehalten / und was an Silbern außgebracht / so wo! auch/ was Uns am Neundken Zehendten das Quartal über gefallen sey / unfern verordneten Bergk-Mthen und Bergkbeampten eine richtige Verzeichniß übergeben / damit man sich daraus ersehen könne/ob solches auch mit der Schichtmeister Register gleich stimmig sey/Würden auch dieHütten-Reuter befinden/daßeinErß auffandereWei- se/dannesdieeschmeltzer vorhaben zUjchmelßen / und mehr Nutz zu schaffen mre/ das sollen sie angrben/und darnach ^uschmelßen verschaffen. Es sollen auch alle Quartal die Gewicht und Wege in allen Hütten / durch diL HÜtkeN'Reuker/Hüktenschrciber / fleissig und treulich nach dem rechten Eentner in beyseyn unserö Bergkhauptmans oder Bergkmeisters abgewogen und verglichen werden. Die Hütken-Reuter sollen/so offt es von nöthen/die Holen / Tröge/ Kollwa- gen und Karren eichen auffdaß den bauenden Gewercken amFuhr-Puch-und Wäe scherlohn/ auch den Köllen / welches sie Karren oderHölenweiftverlohnen/nicht Schaden erfolgen müge. Der HüttenReuker Arbeit anlangt / gekrew seyn / über dieser unser Bergkordnung mit Fleiß halten/ und gemeiner GewerckenNußm Hütten zu schaffen / auch Schapen zu warnen und abzuwendrn. Sie sollen auch der Hütten-Arbeit / und insonderheit des Probierens guten Bericht haben/auff die Schmeltzer und rindere Arbeiter fleissig sehen/damit einjeder tn seiner Arbeit / seinen Befehl mit gekrewem Fleiß außrichke / und nichts verlasset oderveruntrauet werde/und was sie unrichtiges spüren / dem sollen sie vorkommen/ oder unfern Hütten Reutern zu endern/ansagen/und keines weges verschweigen. Essollcnauch die Hüttenschreiber an ihrem gesatzten Lohn begnügig seyn/ darüber nlemandis beschweren/vonden Hütten Nützungen / und von den Gewer¬ ben sodarlnnen schmeltzen/krinenGemeßhabennoch gewartrn. Wer eigen« Hütten oder chett an Hütten hat/der sol in seiner eigen noch ander n Hütten/zu keinem Hüttenschreiber gebrauchet noch geduldet werden / Sie sollen auch nicht Schichtmeister mit seyn / sondern sich an ihrem Hüttenschreiber Lohn be¬ gnügen lassen. Die Hüttenschreiber sollen darob seyn / daß die Hütten allewege mitKollen/Lreibrund Rösiholtz/anch Härt/Schlacken/Steinflosse / Aschen und andern Zusätzen versehen scyn/damit die Gewercken und deren Vorsteher / solches Zur Notturfft allewege bekomm mügen/denen sie alle Stück auffs negste lasten sollen. Ein jeder Hüttenschreiber sol allemahlbey dem schmeltzen / sonderlich aber bey -em Anlassen ftyn/und alle Außgüsse und Versuchschichten selbsten probiren / auff daß die Schmeltzer ihrer Offen und Arbeit warten mögen / und so man Schichten machek/mit Fleiß zusehen/damit allezeit getreulich und wol gehandelt werde. Es sol auch,einjeder Hüttenschreiber und «Schichtmeister alles Bley / daß sie denKauffleuten oder ihreFactornzuwegen / einejedePost sonderlich inderWage/ so darzu verordnet ist/durch den verordneten Wagemeisier gewogen / und mit des Fürsten Zeichen gomärckt/alles inPersonlicher Gegenwart/ und gar keine ungewo¬ gene Glöt oder Bley/ ohn unser Zeichen außwegen / und vom Cenam nicht mehr dann einen Pfennig zu wegen nehmen. Die Hüttenschreiber sollen insonderheit mit probieren der Wercke/alle Stiche und Schichten fleißthun / und nicht so reichlich / sondern auff dasgenaweste und schärffeste probieren / damit unverdächtig / und den Gswrrcken nicht zu Schaben gehandelt wer de. Sie sollen darob seyn / daß die Wage und Gewicht in den Hüt- ten/sonderlich wann man der gebrauchenwil/rechkschaffen/auch sauber und rein sind/ und daß die Schmeltzer und Vorläuffer das Werckmit allem Fleiß wegen/ undauff die Probe/das Gewicht neben den Stücken zeichnen/darbey dir Hüttenschreiber und Schichtmeister so viel müglich/selber seyn sollen. M Cs 2-5S Dcrbrltte THetldjcser Bergkordnunzsagt/ Cs sollen nuchalleBlcy / Glöt/Härk/ so man Vorschlägen / undzndE Schmeltzcn gebrauchen wil/ZUvorn von den Hütten Reutern und Hütlenschreibcrn gewcgcn/eingeichricbtn/lindwocs die Nochdursit erfordert/ probieret werden. Die Hütkenschreiber sc tlen auch auffcmc jede Wochen alle Silber / so in ihren Hütten gemachkwerden/mik nochdürfttigem Bericht / wie viel und von was Zechen dieglmacht/durchihreeigeneHandschriffkenim Zchendten angeben. Dergleichen sollen sie alle Silber/so im Wcrck angrben wcrden/anzeigen/wie viel das Werckgewogen/wievielSilbers darinnen/und von was Zechen/Hallen/ Waschwerck / oder wovon es, gemacht ist / unsern Hütten Reuterneigentlich alle Montage für dem Silberbrennen/durch einen jchrifftlichrn Außzug berichten / da¬ mit dieselben solches fökder demZehendtnerWöchentlichanZiigen / aussdaßerneben Bergkmeister und Geschworne nachfragen müge/ wovon ein jedes geschmeltzck ist. Und soll durch unsere darzu verordnete / ohn des Htrttenschreibers Handk- schrifft niemand kein Kauffstlber zugewogen noch gefolget werden / und sollen alle Silber/die im Werckverkaufft / niemand anderst dann Ans m unser mZehendtm zubracht und verkausst werden. Die Hüttenjchmber sollen keinem Schichtmeister die Hüttenkost borgen/ welcher aber einem oder mehr Schichtmeistern die Hüttenkost borgen / undunserm Hauptman nichtansagenwürde / dem sol zu solcher Schuldt nicht verholffenwer¬ den. Sie sollenauchAuffachthaben / daß man nichtgrosseunnöhtige Hüttenkost mache. SoeinGewerckschaffk / oder die so eigene Lehn bauen / oder ein Wäsch» schmeltzet / sollen die Hüttenichreiber ihre Hüttenzettel lauter und klar machen/ nembiich dieZeche/dävon gejchmeltzet/desSchmelßersNamen/wie vitt Schichten/ mit wie Viel Ofettgearbeitet/der Vorläuffer/GestübeMacher/ Wechterlohn / den Zusatzmrt rechtem Gewichke/Item was der Schlich gehalten/ wie vielBley/ Härt oderGlöt vorgeschlagen/und Werck außbracht/was es an Silder/Marck und Loch halte/ wieviel Scheiben Wercks/alleSchichten und Außgüsseüußbracht / auff das fleißigste auffz ichnen / Dieselben Hüttenzettel sollen den Vchichrmeistern der Zechen die gejchmeltzet/übergeben/und von ihnen im Wöchentlichen Anschnitt/ und foigends in die Kvartal Rechnung vorgelegt werden. Die Hüttenschreiber sollen auch die Ertz/Schlich und Grübelei» / soMlich derjenigen / so erst zu schmelzen anfahen/ Und die so eigene Lehnfelsen oder HM haben/allewegefürdem schmeltzcn mit ^leißprobieren/ und obste verdachkdarauS spüreten/solchesden Hütten Reutern anzeigen/ die steh alsdann darumb recht erkun¬ digen sollen«. Und wie Wöchentlich alle Hüttenkost in Verzeichniß bracht werden / drauff sollen die Hükkcnschrciber einem jeden Hüttenarbeiter eigener Person sein Lohnge-- bm/und nichts abbrechen/sie sollen auch mit dem Gelde so allemahl aus dem Zehend- iengegebenwirdllohnen/Darzusollensiehinfort das jenige / soSchichkmeistrrund Steiger indenHüttenüber dem SchMeltzen verzehren/ in die Hüttenkost nicht brin¬ gen. Jeder Hüttenichreiber sol auch alle Schichten / so geschmeltzet werden - von was Zechen dasErtz ist/wases im verwegen wieget/ und allemahl daraufi vor¬ geschlagen wird/auch was esherwieder fürWerck und Stein gibt Mit seinem Halt/ deßgleichcn / wasim LreibenfürGlök uNd Harkam Gewichtwiedergeben / Und Blickstlber herwied.rwird/inein »onder Hüttenschmcltzbuch einverschreiben / und so solches durch unserm Bergkhauptman zu sehen erfordert / ihnen durch sie zu Hän¬ den gejtellck / und das allewege für dem SchMeltzeN und Schichten die Ertz oder Schlrchprobierekwerden/ohN uNd überdiß alles / sollen unser HütkenReuter oder Hüttenschreiber alle Sonnabend an dem Orth / da unser verordnete Bergkbeamp- len bchsammen scyn / des Anschluss außwarten / einen richtigen LxlrEins Ampk niedrrlegen / was in der vorigen Wochen auff unser Hütten an Kellen / Aschen/ Hark/ von Schmeltzm und -Mterisachcn 259 Hartz/Schlacken und dergleichen/soihm von unsernkwegen einzunehmen und zube- rechncngebühret/Vorrathgeblieben/darzu was folgende Wochen eingenommen und wieder davonabgangen sey/und dann NochimVorath behalten werde / damikWir vonuasem Bergkbeampttn zu jederzeit erfahren können / an welchem Örtlicher Vorachzu finden/und sie sowol als unserHütkenReuker oderHüktenschreiber davon Beri'chtuNd Wtssenschafft haben. Der HüttenschrelberEybk A^CH N.N. schwere und gelobe/daß ich wil dem DurchläuchkigLn / HochgL» bornen Fürsten und Herren / Herren N. N. meinem gnädigen Fürsten und czAHrrren/und S. F. Gn. Erben getreu und gewärtig seyn / S. F. Gn. und gemeinesBer^wrrck Nutzes und Bestes fordern/Schaden warnen und abwenden / meinem Amptkreulichundfleisiigvorstehen undauffsehm / daß unsere und der Ge, werckenGerechtigkeit mit schmelßennichtverkürßek/treulich / nützlich und wol ge» schMltzek/aller Betrug und unrechter Vortheil gemiethen/ meines gnädigen Herren Ordnungeallenthalbenfestiglichgehandthabekwerde / dieauchselberhalken/ und wo ich die übergangen befinde/warnen und ansagen / und keines andern Genieß oder Nutzes/dann mir zugelassen und verordnet ist/ gewarten / mich wider diß alles kein Nutz/Gabe/Gunst/Freundschafft oder Ferndschasst bewegen lassen / sondern dem allen/nach meinem höchsten Vermögen gnug thun/ treulich und ungefährlich / alS Mir G-Otk helffe und sein heiliges Work. Der 4. Articu!- Daß die HüttenReuter und Hütkenschtttbek an statt der Probcnsilbrr ein gewiß Lohn haben sollen. auch dir Gewerben sich zum öfflern beschweret / baß die Hütten Reute» AHiund Hüttenschreiber / im SchMeltzen und im Abtreiben von den Gewrrcken grosse Probennchmen/und sichdieselben/alsihr Gebühr anmassen und behal» ken/und ihnen selbst zu gute gemacht haben. Demnach ordnen Wir hiemik / daß solche Proben von den Hüttenschreibern unterschiedlich mit Fleiß zusammen gelegt/und einer jeden Gewerchchaffk hinwieder richtig zugetheilet / Dagegen aber unfern HüttenReutern und Hüktcnschreibern ein gewiß billigmässtges Lohn / und an statt solcher Proben Quarkalich 7. Thaler Müntze gegeben werden/ und hinfort keine Probe oderHütkensilber ihnen zum besten passieret werden sol/damit sich dißfals dieGewrrckennicht zubelchweren /-und aller» handt Verdacht vermieden bleibe. D«r. Atttklil» Von der GeschwornenProbtererBeschllch. ^^Ie Geschworne Probierer / «inet oder zweene / wie es Zeit und Gelegenheit <^Ären treulich und fleissig probieren/und desselben rechten Bericht khun/ und sol sonstenmiemandts in ihren Häusern umb Geldk oder uwbsonst newErtz probieren/ außbescheiden in Hükten/da mögen die Hüktenschreiber / Ertz daß man zuschmeltzen hinein bringt/den Gewerckenzu Nutz/wol probieren oder probieren lassen. Wo auch den Probierern neu Ertz oder Vergkarth zuverfuchen zukömpk / das sollen sie auffs fleissigste probieren/und wo es sich mit Silber beweist / sollen sie es erst» lich dem/der es ihnen zu probieren gebracht hat / und darnach dem Bergkhauptman oder Bergkmeister anjagen/ und von einer gemeinen Probe / nicht über einen Gro» schenvehmen/AbervoneinerGoldkoder Kupfferprob / solman ihnen für jeder drey Groschen/und von einer Bleyprobeauch einen Groschen geben. Kk ij De» 2.c5o Der dritte ThclI dieser Bergkordnung saget Der Geschwornen Probierer EM. CH N- schwere einen Eydk dem Durchläuchtigen rc. meinem gnädigen Für- ^>A tlen undHerren/undS.F. G. Erben getreu und gewärtig zuseyn/undbaß O^dich einen jeden auffjein Begehren treulich und fleissigprobieren/und desselben rechten Bericht thunwil/Womik auch neu Ertz undBergkarth/ die sich mitSilber beweist/zukömmrt/wil ichs erstlich dem/der mirs zuprobirengebracht hat / und dar¬ nach dem Bergkhauptman und Vergkmeister mit beständigen Bericht unsäumblich ansagen/und von einer jedenProb/über die geordnete Gebühr nicht nehmen / auch keines andern gefährlichen Genieß odrrVortheils davon gewarten / als mir Golk Helffund sein H. Wort» Ders Arckul. Don der Stltzerbrmner Beschlich. ^^Z ÄNN dem Silberbrenner die Blickfllber von dem Zehendtner / durch den ir)H. (Schichtmeister und Hütten Reuter überantwortet werden / sossol er nebeli vOZ^den Blick/von dem Hütten Reuter einen Zettel empfangen / darinn das Gewicht vcrzeichncn/alSdann sol derSilberbrenner in bepseyn des Schichtmeisters und Hüt enReulers/denBlick/und die Blickkörner vom Lreibherdt zusammen ab- wegen, fürBlicksilberrechnen / und den Blick in Gegenwart des Schichtmeisters und HüttenReuters zerschlagen / die Stücke sampt dem Schichtmeister rein und fleissig zusammen halten/die Silber mikgekreuem Fleiß / ungefehrlich auffiL.Loch ohn ein Quentleinfein brennen/und darüber die Silber/>zum Silberbrank gefehrii- cher Weise im Feur nicht übernöhken / und dann nach dem Brant sol er neben den HüktenReutrrundSchichtmeisterdieTest wo! besichtigen / und was den Gewcr- ckcnvonden äuMendigen Körnlein zu gute kommen kan / daraus klauben/und zu der Gewercken Silber legen und wegen. Mas aber an Testen überbleiben würde/dieselbigemchtzu seinen Nutz wem. den und behalten/sondern in einen Kasten (daran zwey Schloß / darzuderVilber' brenner einen Schlüffel/und jeder Schichtmeister/ so von seiner Zechen Silberbreris nen !est/zu dem andern Schloß auch einen Schlüssel haben sollen) einschliessen/ darin ligenlassen/undbißdaß mansden Gewercken zu gutmachek» Und so m^n dasBrankstücke/wie obstehet/säMpt den Körnern im Brennhautz abgewogen/si' solderSilberbrenner/wieviel dasBrantstücke gewogen/ auffschrri- ben / und mit den Hütten Reuter und Schichtmeister berechnen / was im Brant dem Blick abgangensey / alles ordenklichin ein Buch verzeichnen / damit man sich dessen Zu jederzeit erkundigen möge. Mo auch einiger Schichtmeister bey dem zerschlagen derSilber und Test außs klauben nicht gegenwärtig seyn würde '/ das sol der Silberbrenner unserm Bergk¬ hauptman ans'gen/damik drrSchichtmeisteringebürliche Straffe genomcn werde. Den Silberbrennrrn sollen auch fromme / getreue und verständige Gehülffen vderDiener zugeordnet werden / und nicht unverständige Jungen übers brennen lasscn/dann wann durch seine oder derseinen/Verwarlosung oderÜnfleiß/etwaSden Gewercken zu Schaden gehandelt würde/darumb sol er gevürlichen Abtrag thun/ oder ernster Straffe gewarten. Er sol auch alle Silber (ausserhalb grosser Noch) bey Tage und nicht bey Nacht brennen/doch soll er solches/wann es gleich noch / äusser unserS BrrgkhaUpü mans Nachlassung nicht thun. Der Silber brenn cr Eydt CH N. schwere einen Eydk/daß ich wil dem Durchläuchtigen rc. meinem gnä» ^^Adigen Fürsten und Herren / und S.F. Gn.jErben getreu und gewcrkig seyn/ O^kSF-Gn. und beroseldenVerckwerckeNutzund bestes «chaffen / und ihren Schadenwarnen un vorkomen/auchtnmeinemAmptegetrcuun fleissig seyn/dasSib brr von Schmeltzen und Hüttensachen. 261 her/so mir zubrennen untergeben wird/auffs m'ncste und beste/wie mir befohlen/ mit «reuen >Mß brennen und zusammen halten/also / daßich solchesbeydegegenGOtt/ auch Hochgedachten meinem gnädigen Herrenund denGewercken allerseits verane» worten möge/wil auch keinen Genieß nchmen oder begehren / sondern mich an meiner ordentlichen Besoldung gnügen lassen/als mir Gott heisse und sein H.Wort. Der? Arttcul- Von derHüttenmersterBefchllch ^^)e Hüttenmeister sollen mit Vorwissen unsers Bergkhauptmans und Hütt ^^tenReuteksangenomeu/in das Amptbracht/daselbstgebührlicheP flecht thun/ ^^Uns in allewege/und den Gewercken/soviel sein Ampk betrifft / getreu undge- wertig scyn/seiner Arbeit getreulich und fleissig vorstehen / sich an seinen gemachte» Lohn begnügenlassen/undunserBergkordnung/ so viel ihnen betrifft/halten / weder den Hütten Herren nochGewerckenviel oder wenig/wider dieBilligkeit/zu nochab« wenden/sonderneinem jedenwasthmgebühre/zuNutzarbeitrn. Die Hüttenmeister sollen weder an dem Hüktenwerck darinn sie arbeiten/noch andern/keinen Lheil haben/noch Nutzes gewarten/anders dann was ihr Lohn belan¬ get. Die Hüttenmeister sollen auffalle HütkemArbeiker fleissige Achtung geben / damit ein jeder seine befohlene Arbeit getreulich und mit Fleiß außr ichte / Insonder¬ heit aber sollen sie aussmärcken/ daß alle Ertz und Schlich / was in die Hütten zu schmeltzcngebrachkwird/recht gewogen werde / daßdie Rostbrennr die Ertz und Schlich/so in den Ofen oder herausser gebracht werden/rechtbrennen / dasRöstholß klein spalken/und offtmahls indenOfen umbrühren/und wann sierechtgebrant siyn/ solcheErtz und Schlich rein außziehen/und nicht ehe was anders einstürtzen / sie scheu dann zuvor fleissig zu/das in dem Ofen nichts geblieben ist / solchen gebrauten Ross alsdann wieder wegen/damit man nachrechnen kan/waö demSchlich vderErtz abge» brant/oder ob der rein anSdem Ofen gezogen worden. Ferner sol der Hüttenmeister Zusehen / daß die Schmeltzer die Oefen mit Fleiß Kumachen/dieHerdtundSpor/nach Gelegenheit eines jeden ErtzeS/fleissig stoffen/ Und abwärmen/die Forme recht legen/das Gcbläß gleich führen / denGewercken treulich und mitAleißzu arbeiten/anhalten und unkerweisen. Es sollen auch alle Hütten-Arbeiter dem Hüktenmeistergcfolgig undgehorsam ftyn / undobekwann ein Schmeltzer bessern Bescheid in der Arbeit wüste dann der Meister selbsi/so soll er dem Meister zugefallen/der GewerckenNutz zu schaffen / in keinem wege unkcrlassen/sondern das beste verwenden. Der Hüttenmeister und Schmeltzer Geitzabzuwenden / und damit arme ge, schickte Schmeltzer und Arbeiter auch gefordert werden mügen / sol hinforder keiner mnker ihnen / den Hüttenmeistern und Schweitzern / mehr dann mit einem Ofen zu arbeiten/auch nureinen und nicht mehr gemieihcIungen zu haben gestattet wer« den/darauffdie Hütten Rsuker und Hüttenschreibrr zusehen/und wo sie das Wider-- spie! finden/abzuschaffen und zu straffen haben sollen. Damit auch bey den alten Schweitzern / wiederumb andere desto baß lernen mögen/So geben Wir unfern Hüttenmeistern nach / daß sie einen Schmelßerknechk Len sie mit schmeltzen unkerweisen/anlegen/und von seinem Lohn den dritten Pfennig geniessen mügen / doch sollen die Hüttenmeister wegen des Schmeltzens / so der Knecht thut/jederzeik ankworten/und da einiger Schade deßhaib en geschehe / densel, brn zu erstatten schuldigseyn. Es sol aber der Hüttenmeister mit diesem Knecht keinen eigen Nutz oderVor» thekl/den andern schmeltzenzum Vorfangk oder Nachtheil gebrauchen / besonder» mit demselben eben so wol die unartigen und strengen/als die flüssigen Ertze oder Rd- fle/wie dir in die Hütten kommen/nehmen und schmeltzen. Kk«j S« 2Q Der dritte ThelldlescrBergkordtnmg saget Es sollen äuch Hüttenmeister und Schmeltzer an der Verlauster und ander Hüttenarbeiter Lohn/ganß keinen Genieß oder Vortheil/wie derzu erdencken/ haben/ sondern ejnemjeden sein gebührenkverdjenkt.ohn/wie ihm das nach der Schicht oder Ofen zustehet oder geschrieben ist/ohn Verminderung folgen lassen / Wir verbieten bey Vermeidung schwererStraff/daß kein Hüttenschreiber / Meister / Schmeltzer vder ander Hüttenarbeiter/bey den Wäschern einigen Lheil/und noch wenig / öffent¬ lich oder verborgener Weise haben sollen. WanneinHütkenMeisterineinerZeche/damanErtz/Schlich / oderanders fchmeltzet/Kuye hätke/drrselbesol dieselben Erß und SchlichumbVrrdachkswillcn/ nicht selbst arbeiten/sondern solches andern unverdächtigen Schmeltzer» khun lassen. Der Hüttenmeister Epdk CH N.N. schwere einen Eydk/daß ich wtl dem Durchläuchtigen / Hochgtt bohrnen Fürsten und Herren/Herren N.N. Hertzogen zu N. N. meinem . be/Gunst/Freundschaffk oder Feindschafft davon bewegen lassen/sondern wil dem ollen nach meinem höchsten Vermögen gnug thun / als mir GOtt hclff und sein H. Work. Der iz. Artieul ' Von der Hiikkcnwächtcr und Köllen- messcr Beschlich. Hükkenwächker und Kollmessrr sollen fleissig acht haben Zu Tag und ein jeglicher Hüttenarbeiter und Diener / seiner Arbeit u nd be- (-^Dfohlenem Ampte trewlich nachsetze und abwarte / und so er einen und den andern darin säumig fünde/solches den HütkenReukern ansagen/ Er so! auchdrauff sehen/daß die Kollenführer ihre volle Ladung zur Hütten bringen /und de n Schmel- tzem ihre Köllen zum schmeltzcn recht vernlcsscn/das Zeichen der Zechen / neben den L l ' Köllen 2,<5c> Der dtttteTheil dteserBergkordnungsaget Köllen an eineLafel Fahnen weise anschreiben / damitlder Schmeltzrr wissen mag/ was auffseine Röst oder Schicht für Köllen gangen / undffo dieselben Koken nicht alle auff die Rostschicht nöhtig weren/sol er dieselben in beywesen des Schmeltzers wieder kürtzenundaußleschen / und dm negstenGewercken auffs neue anschrriben und zurechnen. Es soll'auch der Hüttenwechter gut auffsehens auff das Feur und Balgen haben/auch keinenFrembden bey sich oder in den Hütten Hausen noch hegen / bey Vermeidunqunn^chlässiger Straffe / Es sollen auch die Kollenwesser dir Koken von den Köhlern oder Fuhrleuten recht ins Kollschuppeu / deßglrichen denGewer, cken w-eder heraus messen/«ach vermöge der unterschiedlichen Maßkörbe / undkei» nen eigen Nutz oder Vortheil darinnen gebrauchen / so Uns und den bawenden Ge- wercken zu Schaden gereicht/da abereiner oder mehr hinterkommen / der Vortheil oder eigen Nutz hierinnen gebrauchen würde/der oder dieselben sollen nach Erkänot, nist ihrer Verbrechung gestraffek werden. Der Hüttenwechter und KollnrässerEpd. CH N.N. schwere einen Eydk/daßich wildem Durchläuchkigenrc. meine« gnädigen Fürsten und Herren/ S. S G- und gemeines Bergkwercks bestes O^fodern/und'sondrrlich meinem Dienst/wiemir setzt ist vorgehalten/mitPflicht austdem Hüttenhoff treulich und steisig verwahren / -»Mehrung Fürstliches Ze- hendten/und der Gewercken Nutz/darinnen keinen Betrug oder Untrem übe/noder jemandts zuthun wissentlich verhengea / meines gnädigen Herren Bergkordnung/ in allem/das mir darinnen zuthun eingebunden ist/festiglich halten / keineöNußeS oder Geniesses/ dann so viel wir -»gelassen und geordnetist/ in dem allen gewarten/ mich auch keinerlei) Nutz/Gabe/Gunst / Freundschafft oder Keindschafft davon bewegen lassen/sondern wil dem allen nach meinem höchsten Vermögen gnug chun/ als mir GÖtt helffe und sein heiliges Wort. Der »4. Articul. Wann man mit demschmeltzen Massen sol. HT^HAn sol an denArbeitstagen/ind nHüttrnfrüh umb driyUhrzmichten/und L umb v«er lchläge mit schmeißen anlassen / und ohn das zumachen / rechte acht Stunden halten/es wer« dann / daß nach Achtung der HütteiEeuler/Schichtmeister oder Hüktenmeister/gantze Schichten zuschmel- tzen/dem Ertz schädtlich were/ alSdann mögen die Schmeltzer mit Nachlassung der¬ selben ehe Schicht machen» Dtrv.Mricul» Die Schichtmeister solle« öep dem an-und außlaffen deß schmeltzens uud abtreibcns styn. O ein Schichtmeister oder der Zechen Vorsteher /is einer Hütten zuschmel- hat/sol er allezeit für dem Anlassen selber gegenwerkigvomHütkenschrei' ^8? der zu Nothdurfft seiner Gewercken/ErH/Härt/ Bley und andere Zusätze/ wieviel man des auff dieselbige Schicht bedarff / und sonderlich Härt / Glök und Bley gewogen nehmen / mit dem Hüktenschreiber davon ordentliche Verzeichniß machen und halten. Deßglrichen sollen sie auch beydemAbkreibrn/An-und Außlaffen gegenwer, tig seyn/dem Abtreiber die Merck zu wegen / und aus allen Scheiben eine Probe Wagen/und zusammen probieren lassen/damitmaneineGewißhrithabe / wosfür Silber in dem Merck sey/und sehen / ob dasselbe auch widerumbaußgebrachtwer« de/und im Außbrechen die Hanen und Körner mit fleiß zusammen juchen / und Kit dem Blick wegen lassen / sie sollen auch die G'öt und den Härt so wieder außgebrachk wegen/und alles verzeichnen /und dieselbe Verzeichnis mit in denAnschnitt bringen/ und soll allezeit sein Merck/Gkein und Härt in der Hütten verschlossen halten/darzu der Schichtmeister und Hütten schreiber jeglicher einen SchlüsselLabeo soll. Oer von Schmeltzen undMtcnsachen, 2s7 Der i6 Artlcul. Wie mans mit den Schlacken Halten sol. sollen aber Hütten,Verwalter/Hükken Reuter/Hüttenmeister / so WS A/^,auch einjederSchichtmeister in Hütten gute Auffacht haben / damit den <>HBergkwerck an Hüttengekrätz / deßgleichen den bauenden Gewercken vom fündigen Zechen/an ihren Ofcnbrüchen/gukenSchlacken/und allen andernVorath in dcrHükten/nichts entzogen noch veruntrauec werde/und sosichjemandts solcheszu thun/lmd dieser unser Ordnung zu wider unterstehen würde / der oder dieselben sol¬ len nach Erkändtniß ernstlich darumb gestrafft werden. Und sollen jeglicher Zechen ihre Schlacken in der Hütten darinnen ste ge« Mcht/vergunk werden/zu schmeltzen oder zum Zusatz zu gebrauchen / so iofft das Nutz'oder Noch seyn mag / so aber Schlacken von Gewercken verlastcn werden/ sind sie in unser freyerl gefallen / und niemand sol die ohn unser sonderliche Zulas- jung der Bergbearrrpten gebrguchen. Dekl7.Attlcu! Nicmandt sol vom Schmeltzen abge- drungen werdm- /)§2§>Elcher Gewerckschaffk oder Zeche inrinekHütken'mit einem odermehrO- iLL zulchmeltzenverstatketwürde/die sollen nichtabgedrungen werden / sie >^^tzaben dann ihrErtz und Schlacken zuvor gar auffgeschmelßt/und wo ei¬ ne Zeche mit zweyen Ofen schmeltzen wolke / sol ihn der Hütten schreibet und Meil ster dieselben nach einander eingeben / und keinen Ofen dazwischen arbeiten lassen. Der r8. Atticul. Daß an ftembden Orten ohn Verlaub nicht so! grschmütztt werden. unserBergkwerck mit gnugsamen Schmeltzhüttenversehen / so wob lZM. Wir/daß an andern Orten nicht sol grschmeltzet werden / dann in den ^§^)Hütten/so zu denselben Bergkwercken gehörig / es were dann / daß ein Schichtmeister oder der Zechen Vorsteher / an andern enden (jedoch inunsern Lan¬ den) seiner Gewercken Nutz mehrffchaffen könte/das er sol unfern Bergkbeampten jedesOrks ansagen / wo ste dann der Gewercken Nutz daraus bestnden / so sol es einem jeglichen verstärket und zugelasten werden» Der Atticul. Daß den Gewercken das Schmeltzen frey seyn sol. Q^.Nd dieweil denGewercken anetlichenOrteneigene Hütten znbauen / gnä» ^^dig zugelassen werden/so ordnen Wir/daß auch allen denjenigen i die nicht Hütten haben/ihresgefallens/bey wemesie wollen / zuschmeltzen stcy stehen sol/und da einer einmahl oder mehr in einer Hütten geschmeltzet/ und Ursachen auß- zuziehen hak/das sol ihmungeweigert gestattet wrrden/jedochdaßesmitVorbewust unserö Bergkhauptmans geschehe. Der 20. Zlmcul. Memaudt tn eine Hütten zu zwingen / noch mit lübniß darein bringen- A^Iemand sol mit Lübniß/Verheissung/Forderniß/oder in andere Wege/wie F^Hdiezu erdencken/angereitzek/noch viel weniger mit starckem anhalten gedrun- G^LFgerr werden/in eine Hütten zu ziehen/ auch keiner dem andern seine Hütten- gäste abspendig machen/sondernesjsoleiner jeden Gewerckschaffk frev sieben / ihrr- gefallens in eine Hütten zuziehen. Ll ij Der 2«8 Der dritte Thctl dtcstrBergkordnung saget Der 2i.Artiml Keiner sol dem andern sein Silbergekrätz und anders zuschretben lassen. O U dem sol auch männiglich und ein jeder insonderheit / hiemik aus bewegenden °^Aursachen verwarnct/und beyVermeidung schwerer Straffegeboten seyn/ daß (Ikeiner einem andern sein Silbergekräß/Wäschwerck/Schlich / ErßoderHal- len/noch andcrs/zu eigenem Votthck und Schein zuschreiben / noch anders wohin/ dank davon es gemacht oderkommen ist/nehmen noch wenden sol. Der 22. Arttmk. Geringe Lrtz an einen Ort zu stürtzm- Nd weil offtmahlö an etlichen Oertern geringe Erß und Felsen / den Puch- ^N^kosten nicht ertragen können/So wollen Wir / daß unsere Bergkbeampten derowegen jedesmahlanordnen/wasunsers Bergkwercks Nuß undVorcheil seynwil/obauch/wannundwie dieselben geringenErtz und Schlich / biß auff be- qveme Zeit und Gelegenheit eines schmelßens/anein sonderlich Ork zustürßen/oder wieviel davon/!wann man zu Zeiten rohen Stein zum Vorschlägen haben müße/ zu den rohen Schichten genommen werden sol. Der 2z, Articul. Die Schichtmeister sollen keine Schlacken/ Ofenbrückc und Gtkrätz verkauffen. S soll auch keinem Schichtmeister / Steiger oder andern / weder Schlacken/ ^MNOfenbrÜche/Gekräß/Erß/Affter oder anders von den Zechen / die sle in ver- daßdieGewercken selbst nicht treiben wollen/daß solniemandts anderst/danndeme/ sv darzu verordnet wird/verkaufft werden. Der 24- Alticul. Don eigenen Hütten Gebäuden und demselben Arbeit. Je S'chmelßhütten/welche Wir aus sondern Gnaden / den Gewercken/ dieselben für sich selbst und ihrem bestenzubawen / gnädig zulassen werden/ <^^Tdie sollen ihre Ofen/Herdte/Gebläft / Formen mit allem Fleiß Michten/ damit den Gewercken so darrnn schmelßen/dechalbenkein Schaden noch Nachtheil erwachse/und sollen dieSchmeltzer/ welche dann allewege mit Eydespfiichken ange¬ nommen werden sollm/auffs fleißigste auUehen / daß durch sie und andere Hütten- Arbeiter/treulich und ungefthrde gehandelt werde/und wo stein der Hütten an obge- melten Stücken/Gebäwden und andern Mangel spüren / daraus den Gewercken Schaden erfolgen möchte / das sollen sie dem Bergkdeampken bey ihren Pflichten anzeigen/die sollen forder mit den HüttenHerren schaffen-und gebieten/ daßcsgeen- derk werde. Auch to! sich kein Schmelßcrunkerstchrn/w.ik schmelßen anzulassen / es bringe dann ihm der jenige/so schmelßen wil/zuvorn von unsern HüttenReu kern em Zeichen und Zettel, welcher Schmelßer aber darüber schmelßen wird / der sol von unscrm Bergkhauptman oder Bergkmeister gesiraffet werden. Hätte aber jemandk eigene Hütten / so sol doch unser Bergkhauptman und HüktenReuter / gleich so wol dieselbigen Hütteuschreibcr / Hüttenmeister und Schmelßer vereyden/damit derverdacht allenthalben auffgehoben/ und die Fälle da- rmncn/wie gemelk/ zu straffen haben. Der Dcr^s.Ätticu!. Don Straffe der Dieberey/js M Hütten/ Gruben Kämen unv Puchwcrckc« geschieht. ^MEmnachdes Stelens und Dieberey halben / so sich offtmahls'm Hütten/ ^MGruben/Kawen uNdPuchwerckenzuträgt/viel kiagenvorkömpt/a'sso / vH ^^Lanvielcn Orten und Zechen die Gewercken an Blcy/Glök) Nnßlit. Eistn/Ge- zeug/Holtzund dergleichmvielverlohren/ und ihnen bey nächtlicher weile entwan^ und abgedorget wird. Lt iij Damit vonSchmelßen undHüttmfachen 2<5- Der 25. Articul. Den Wäschern sol eine eigene Hütten/dartn zu Schmeißen gewiesen werden S sol auch durch unserm Bergkhauptman / Bergkmeister und Hütten- A/^,Reuter/den Wäschern eine eigene/ sondere Hütten angezeiget und gewiesen <>Hwerden/darinnen zu jchmeltzen/damik Argwohn verhütet werde- Dw2 » von dmAnschniltcn/Lchnc undAbrechmmg: rc. 2/5 chen/ alle Sonnabent nach gehaltenem Anschnit/ bey den Lohnen siyen/ und dabin mit allein Fleiß sehen/ daß das Lohnen richtig geschehe / und daß keiner sm dem an¬ dern sein verdientes Lohn auffnehme/ sondern daßemjcder/ tvaSlhm gcbürek/selbst ernMe / und also dißfals kein Arbeiter oder Haudlwercksman sich nut Fuge zubes Kagenhabe. . Würde man aber erfahren / daß einer oder mehr ihren eigen Vortbcil und Genieß suchten/und sonderlich/ die aus unsttm Zehendlm das Gelt e» pfangen/ undnUtanderm Geldc oder Wabrenlodnen würden/ die sol unser Bergkbaup.n!«» ihrer Dienste ent setzen/ unddarzuin gebührlicheStraffe nehmen/ Undwofernet- kichewerm/ die den Anschnitt verseumpten/ die sol unser Bergkhaupunan oder Bcrgkmcrster acht Tage «ul Kefängniß straffen« st»::. 4 z ' - Der z. Articuk. DicSchichtmeistcr sollen nicht mehr aus dem Zehen- tennchmcn/ dann der wöchentliche Anschnitt außweiset. sollen schuldig scyn/ die Zubuß zu rechter Zeit einzufor« Vern/ und dahin sehen und trachten/daßsiedasselbige/wo müglich/ b)umc- ro ic>. und n.einbringen/ oder der Ordnung nach/dieKuferctareiiren, danutsie richtige Abrechnung un Zehenten machen können/ und Numero /z. kein Geld im Fürstlichen Zehendcen liefern dürffen. Und so ein Schichtmeister von wegen seiner GewerSeu / Silber im Ze¬ henten har/soler bey schwererStraffe/wöchendtlichnichtmehr/dann was seinÄns schnittaußweiset/ davon herauSnehmen / undsovtelerzuAblodttungdcrBergkr Hnttenkost und ändernder Gewercken nohtwendigenAußgadenbedarff/ daffeldlge Mit demZehendtner gegen einander in Verzeichmß bringen. Wo sichs aber befände / daß ein Schichtmeister zuviel aus dem Zebendten genommen/ den sollen üe alsbald gesänckitch elnziehenj nicht heraus lassen/ er kabe dann solch Geidund Schuldenden Gewercken baar bezahlet und vergnüget/ und solle» ihn darzirseineS Dunstes entseyen/undfemerszukeincm Dienstgebräuchen. Auffdaß den Gewerck'e» hierinnen desto trewstcherzugelehen wiche/ soi dem Zehendljregenschrciber biemiternstlich anfferlegt siyn/Saß eralleSonnabenr in den AnstHnittcn / der Schichtmeister Auschnitlzette! übersehe/ und gegen des Aebenhi- ners Buch hakle/ und so er einen oder mehr/ soüder BerZk: und Hnttenkcst/zuviel aus unser:» Zebendten genommen / befände/den sol er von Stunden an unser»; Bergkbauptman und Bergkmeister zu straffen ansagen / und ob ers verschweigen würde/ so sol er solche Übermaß selbsten erlegen/ schuldig seyn. Der 4. Jrticul. DcrZchcndt'icr sol alle Quartal für derBergk-Rech« nung Numero I). mit den Schichtmeistern / Hütttnrund Puchschreibcrn/ richtige Abrechnung halten. XHLAnnnundiewöchendtkichenAtrschnikt(wiegemelt)gehalten/djeAnschnitt- ^^-^zettel in allen Posten richtig befunden seyn/ so erfordert die Notturfft/ daß der Zehendtner Neuners rz. mitdenSchichtmeisternoder Vorstehern der Zechen/ so dasselbe Quartal von ihren Zechen Sstber/ Kupffer/ Glöt oder Bley gemacht/ und wöchendtl'ch aus dem Zebendten Geltzu lohne» / empfangen haben/ auch abs rechne/ damit sieibreOuartal Rechnung obn Tadel wachen/ underdieZeheudt» Rechnung selbsten recht schliessenmöge/ Habederohalben nachfolgenden mvö um -er Abrechnung zur Nachrichtung archerogesetzet. Mm Und 2/4 Der vierdtc Theil dieserBergkordniing saget Undweil jetziger Zeit die güldene und silberne Müntze/ und alleanderMee tall/ über den vorigen Werth hoch gestiegen sind/ und dagegen Unßlit/ Eisen/ Kok len/ Schmiedekost/ Fuhr rund Arbeitslohn / undallet waSmanzum Bergkwerck vonnöhten/zum khewrsten bezahlen muß. Wofern nun ein Landessürst seine Bergkwercke in gutem Woüstandt erhak len und befördern wil / so erfordert- die Notlursft / daß den Gewercken die Metall/ als Silber/Kupffer/ Glöt/Bley/ Ziehn und Eisen / umb ein billigen Wenhde» zahletwerde/ In Betrachtung/daß die Gewerckcn die erste Außlage/und umb ihr Gülden und Gelt die Ery erbawen/ und dem Landessürsten von allen Metallen/ so gemachet/den Zehendten/ Wie imgleichen auch den Stölluern daS Neundte geben müssen / In Erwegung das aller Uberschuß/ den ein Fürst von seinem Bergkwerck hat/ vonder Gewercken Zubuß und Metallen herkömpt. Habe derohalben in nachfolgender Abrechnung / Zehendt< Rechnung und LxrraLk, Die Marck Sllberzu Zehen gute Gülden/ Den CmtnerKupfferzu vier und zwanyig gute Gülden/ Die Gibt fürzwey gute Gülden / UnddaSBley über drittehalben gute Gülden/den Gewerben aus Fürstlr Zehendten zubezahlen/gee rechnet. Dann ein Landesfürst ohn neundteS und zehendteS/nach jetzigem Kauff/ und steigender MünyeGlöt und Bley/ an jeder Marck Silber r. Gülden/ ro. Groschen/ an jcdem Centner Kupffer vier Gülden/ drey Groschen /an einen Cente mr Hlöt zwey Gülden/ und an einem Centner Bley 2. ff/zum Vorkauffhat/ alles nach guten Gülden / zu Ein undzrvanyig gute Groschen/und einen Groscheuzu zwölffgute Pfennige gerechnet. Nach welchem Taxt ich diese Rechnung gemacht/ und die Gewercken nach Gelegenheit und Zustandt des Bergkwercks/auch darbey bleiben undbawenköne nen / anderer gestalt werden sie der Zubuß überdrüssig und aufflässig / lassen liegen/ darüber dann die Bergkwercke zu Sumpffe gehen. vondenAnschnittm/ Lohnen und Abrechnung: rc. 275 Folget nun wie der dchendtner feine Abrechnung mit den Schichtmeistern stellen und machen söl. Diese nachfolgende r. Zechen geben das Neundte und Zehendte. _ Mmtj Setzay, 2/6 Der vierdteTheil dieser Bergkordnung saget Schatzkammer. Marck. Loch. Quent. Mwe Sorge. Marck. Loth-L m. Engels vondmAnfchnittm/ Lohnen und Abrechnung: w. 2// ' ""Diese nachfolgende 6 Zechen geben allein das Zche ndte. Äarrenfttjser. Der vierdte THeildieserBergkordnung saget von den Anschnitten/ Lohnen und Abrechnung: rc. 279 Ober7.8MßnachmGabr:Marck.Loth. Quem. Dreyen Brüdern. Marck.Loth.umn>- Sam- von den Anschnitten/ Lohnen und Abrechnung: re. 2 8 l Nn s.Lie 2 8 r Der vierdtt Theii dieser Bergkordnung saget Ders.^rticul» Die Schichtmeister sollen nach Beschluß des Quar¬ tal unv Abrechnung des Ichenvincks / der Zechen Vorrath an Gelde/mit der Rechnung baar erlegen. befehlen auch hiemit ernstlich/daß ein jeder Schichtmeister feinenVors ^Lj^rath anGelde/sowol von Aubnßals Außbeutzechen/ jedeSmahlvermüge der Rechnung baarin das Bergkampt niederlegen / welcher darnach gezehler wer» den sol/und so einer oder mehr in solcher Nlederlegung/ unrichtig oder mangelhaß, tig befunden/und weniger gelegt / als die Rechnungen außtragenundvermügen/ derftlbige sol seineSDiensteS entsetzet werden / und noch darüber schwerer! Straße gewertigseyn. Seine Vorstände aber sollen alsbald zu Gefängkniß oder sonst nach Gele» genheit de- maugelden Geldes angenommen werden / biß so lange / daß der Vvraih durchausergäntzek ist/Aber die Schichtmeister von den Silberzechen / sollen ihren Vorath in unfern Zehendtenlaffen / damit derselbige in ihren. Hände» nicht blei« ben/und die bawendenGewercken sich deßhalben nicht zubeschweren haben niügen. Der 6. Zirttcul. Der Ichendtner sol nach gehaltener AkrechnunM Schichtmeister nicht an ungewisse Schulden weisen/ sondern mit bahremGelde aus dem Aehendten lohnen. Aehendtner sol nach gehaltener Abrechnung / die Schichtmeisternicht <^^Äan ungewisse Schulden weisen / sondern mit bahrem Gelde aus dem Ze« hendten lohnen/und sol insonderheit der Zehendt- Gegen schreibet neben demZehend, «er dahin sehen/daß die Schichtmeister die Stewren / Unßlit/Glöt/Puchzinß/ Kollen/Hüttenkost/wöchendtlich recht innen lassen / und nicht mehr dann der vöt chendtlicheAnschnittaußwerset/auS unserm Aehendten geben und folgen lassen. Dcr 7-. Articul. Von der Außbeute zu schliessen / und was sich zur Außbeüte nicht erstreckt. LUrdefichin der Abrechnung befinden/ daß vom Silber oder Münyen^ <^Ä^so vielUberlauffS vorharrden/daSauffeinen Kuf ein Thaler außzutheilen nicht erstrecket / das sol den Gewercken zu gute im Aehendten im Vorath behalten werden/odermit Zulassung unserSBergktzauptmanS undjBergkmeisterS/zu ihrem Nutz/waSzurNotturfftderZechenvonnöhtenseyn wird/folgenlassen / Diejeni¬ gen aber/so zur Außbeute Gelt borgen / sollen keines wegeS Außbeutegeben/ et ' erstrecket sich dann/vermüge.der Ordenuug. Dtrs.Zrtleuk. Von den Quartal - Rechnungen. l^OwAich wie im Jahr vier unterschiedliche Ariten/alsFrüling/ Sommer/ Herbst und Winter/Also sind auch die Rechnungen des IahrS Vier unterschiedli¬ che mablangeordnet/alSR.ewiniiccre.l'rinitLrls-Orucis undl-ucire,welche MM Quartal-Rechnung nennet/da auffein jedeß Quartal iz.Wochen gerechnet wird/ in deren jedenQuartal alleEinnabme/eS ftyZubuß oderVorlag/auS denZehendtner Silber/Kupffer/Glök/Bley undZien/deßgleichen alle Außgaben/eSfeyanBergk« undHütteukost/Anßbeute/unallen andern/sodz Quartal oder die iz. Wochen über auffgangen und außgeben ist / weches von den Schichtmeisiern in eine Rechmmg gebracht/ vondenAnschnittm/Lohnen unAörechnung rc. 2 8; gebracht/und in beyseyn Fürstlicher Bergk-Räthe/Bergkhauptman/Zehendtnerf Oder und Unter Bergkmeister/zwey oder d rey Geschworne / Zehendt Gegen: und Bergkschmber/ alles ordentlich und richtig berechnet wird. Es sol auch alda berath schlüget werden/was für Hauptgebäwde/anSchächt- uiidLichtlöchern/Sincken/Stollen undFellörter treiben/nöhtig/wo manHoltz netz» me/dicharten und weichen Kollehäw anlegen/Wo mandaSUnßlic/Etjen / Leder zuSen Wajserkllnsten undPumpen/hernehmen und kauffen sol. Die jenigcn/so ibr Ampt trewlich verrichten / und den Gewercken wol vor- ^2. stebm/viel nuy schasten/die werden für fleissige auffrichtige Manner gehalten / die Beselduugwird ihnen gebejserl/undzuböhern Diensten und E«nptern befördert/ Wann sie aber unverständig/unachtsamb/ und den Gewercken Schaden geschehen kassm/vie werden ihrer Dienste entseyet/oder mit Zwangk dahin gedal;en / solches Wiedmtmbzuekstatten/Wannfleaber mit Diebstahl und Betrug umbgehen / so werdcusie entwederimtGrlde/GefängntßoderamLedengestraffet / naehdemdie Verbrechungist- Es sollen auch die Schichtmeister undVorsteher derZechen/alle iz.Wochen/ nemblich ^ewinisccre-l'rinikatiSiOruci!; und1.uciL, ihre Rechnung schliessen/ und ein jedes Quartal/nach laut der Attschlägbneffe / welche zum wenigsten acht tage für der Rechnung jedes srtbs sollen angeschlagen werden / dieselben unser» BergkRahten/Bergkhauptman/Bergkmeister und andern / so Wirdarzuveror- denen/richtige Rechnung von Wochen zu Wochen / und dieselben Anschnitte fein sauber/rcin und unrötcirten Registeru/sampt einen klaren Beschluß beS VorrathS oder Schult zweyfacht übergeben/verlesen/ und überlegen lassen. Welche Rechnung unsere jetztbenante Bergkbeampten / und darzu verord¬ nete / auffein jeglich Ouartal von allen Schichtmeistern und Vorstehern der Ze¬ chen ankören sollcn/wie den Mwercken vorgestanden und mit ihrem Gut gehandelt sey / und wanndurchUnwiffenkeir einigen Gewercken oder Zechen / Nachtbeil geschehenwere/daß sollen unsereBergkdeamptenhmforder Vorkommen / undwo auch durch Unflech den Gewercken etwaSversäumet were / das sollen die eS verlast/ gegenden Gewerckenverancworten/und schuldige Erstattung thun. Wann aber einer etwas zur Rechnung bringen würde / das zuvor im An¬ schnitt nicht were verlesku wordeu/oder sonst betrieglich und unrecht gebandelt het- tt/dersolnichtaÜtt'ndesDtettsteSe-ilsryet / scnmu auchnachgcstaltderSachen/ gn Leib und Gutgestraffet werden. Der A.Lirticul. Daß die Bergt-Rechnung alle Quartal nach Beschluß der iz. Wochen /m /000 cm genommen werde. (Ir wollen auch/daß binforder allezeit / nach Beschluß des Quartals / die ^?^Bergk-Rechnung iu loco eingenommen werde/damil die Sachen/ so das Bergkwerck bclangen/obnVerzug angevrdnet und verabschiedet werde/es sey dann daß sie aus erheblichen Ursachen an andere Ort und Ende gelegt / oder Wir dersel¬ ben selbst beywohnen wollen. Der »0. Arttcul. Wie die Rechnung sol gestalt seyn. ^V^^Ssollen alle Schichtmeister und Vorsteberder Zechen / inihrerRechnung ^S^und Registern/aufänglich mit deutliche Worten und Zahl/eigendtlich alles Silber/Glöt/Bkey/Kupffer/Gelt/Zubuß/Schachtstewr/Wastergelt/Bcrgkfors derniß/und alles anderS/so den Gewercken zuständig und sie empfangen / für eine Einnahme setzen. Nn ij Darnach 284 Der vierdteThcil dieser Bergkordnung saget Darnach/wassiefürdieZechen/ Bergkost / Hüttenkost und sonsten zu der Gcwercken Nutz außgeben/auch das Neundle und Zehendte eigendtlich artigen / waS/wreviel/undwem er davon außgeben/wie theuretn jegliches Siücke / und von wemecSgekaufft/werdieselbeerkauffte Wahre wieder von ihm empfange» / was iu wehrendem Quartal/mit oder ohn Gedinge /und wie lange über den, Gedinge gearbeitet sey/wasauffda- Gedinge oder Arbeit gangen/ und dieselben Arbeiter/ Knecht undJungen/inBergk: Hütten: und Puchwercken nahmdafftig machen/ und zu letzt was noch übrig/Summa von Summa gezogen / iri Vorrath oder an Schult bleibet/stückweiß und eigendtlich seyen. Und welche dann wegen seiner Zechen/Stollenstewr/Schachtstewr/Bergke forderniß/^abrrund Schreibgeldt von sich gibt / der sol von jeglichem / dem er die Gelder geben/SchrifftlichcBekändlniß/daß er solches entrichtet habe / nehmen/ -.eselbigeSchrifftalso mitderRechnungauffund vorlegen. Der >r. ^rticul. Das; keine falsche oder blinde Nahmen zur Rechnung gebracht werden. ?^?cAnn in den Rechnungen befunden oder dargerhan rvürde/daßeinSckiM (K§^)meister oder anderer/wer der auch sey/jo mit Gelse/iSilber/ Kupffer/Glöt/ Blev/Urißlit/Eisen/Setl/Holtz/Dielen rc. oder wie das Nahmen haben mag/W trenlichhandelet/falscheNabmenderArbeiter/ oder ander- / auffwa-WeiseeS auchgeschehe/zurRechnung bringen/oder sonsten einige» Betrug brauchen würde/ -er sol an Leib und Guth gestrafft werden- Der ir. Articul. Die Rechnung sol richtig und ohne - Tadel scyn. Schichtmeister und Vorsteher der Zechen / sollen ibre Rechnung recht und obn Tadel machen und vorbrtngen/du aber dieselben T«dell astugb^ funden werden/und einer oder mehr/wie etliche mahl geschehen/ sagen wolten/es wer re ungefährlich Uttdausversehunggeschehcn/Obesgklchakro wcre / so sol dennoch ein jeglicher dieselbe seine Unvorsichtigkeit/nach Auffkemmq unser Bergkbcan pten straffe verbussen/die sollen solche Bussen euibringen/undin die Knapschafft-Büch- sen legen. Würde aber/Untrew oder Betrug darinn befunden / so sol derselbe an Leib und'Gut gestrafft werden/Es sollen auch die Schlchtmeist"r ibn Register rein und sauber halten/alle Dmg re.n und klar verzeichnen / mit grossem Fie-ß undAuffst- hen zu der Rechnung bringen/ anders sollen sie nicht angenommen werden. Der »z.-Articuk Aller Vorrath auff den Zechen und in der Hütten/sol hmter die Register verzeichnet und besichtiaet werden. SsollendieSchichtmeisterallenVnachder Z-chen/ samptallenandmi/ daß den Gewercken zustandrg/deßglerchcn den Vo:atb m den Hütten / jegltt cheS stückweiß/eS sey alt oder new/iu die Register eigendtlich verzertt in/ Welchen VoratkdleGeschwornen nachgeschehenerRechnung in beyseynder Scb^chtweie ster besichtigen sollen/ob solcher Vorath / nach des Schichtmeisters Verzeichruß/ aller vorhanden sey/damit den Gerverchen nichts verrücket oder entfrembdt werde. Der «4. vondenAnschnitten/Lohtien unAßrechnungnc. 285 Deri^ Articul. Die Gcwkttkschafften aus dem Gegenbuch sollen hinter die Register gehefftet werden. Vch sollen alle Schichtmeisters Vorsteher der Zechen und Lehnträger/ zu al¬ len Rechnungen/ die Gewerckschafft aus dem Gegenbuch/lmtten an die Re¬ gister hejften / darinnen alle Hewercken mit ihren Namen und Zunamen/ auch wre vielelnjeglichThejlverlegt/undwievieldererimk.erarägrbleiben/auch diejenigen/ soauffVollmacht vorgewerckek/eigcntlich und deutlich sollen geschrieben seyn/ auff -aßstchalleundjedeGewercken/wiesie mnihrenThellen verrechnet,/ sicherkundt- genmügen. Es sol auch unser Gegenschreiber die Gewerckschaff en/ so er zu jeder Quar¬ tal Rechnung heraus gibt/deutlichverzeichnen/undjeden Gewercken seinenNamen mit wie vielen Thestenerausdem Leraräaegenommen/ undzugelaffensey worden/ beschreiben» Er sol auch dieselbigen Quartal / wie sie dazumahl verrechnet werden / ver¬ möge des Gegenbuchs / unterschiedtlrch und ordentlich nach einander seyen/ undda ausdem R.srs.r6at auffVollmachten Thell vorgewercket oder verkauftet worden/ daß dieselbigen Personen/ so die Theil angenommen / mir ihren Namen und R ech¬ nung auch heraus geben rverden/damit ein jeglicher Gewerbe/ weicher gestalc auff diesen Fall mit idmgebandelt/ und wieernnt seiner Zubuß berechnet worden ley/ sichgründtlichzuerkundigenhabe» Derr^.Zltticul. Das; die Zechm/so zwischen den Quartalen ins Freye tommcn/ gleichwol berechnet/ und der Rest verwahret werde. B gleicheine Zeche zwischen eincmQuartal aufflicff^ und liegen bliebe/ so! nichts desto weniger aliffncgsrsylgenPeRechnunWleich andern Z chenEie vorberühtt/ourchdie Vorsteher Rechnung davon geschehet, / und der überbt-ebene Gest in dem Amptkasten Verwahretwerden. Derrec.A'tMk» Vomüberschen der Sscgister nach der ' Rechnung. Nd wann die Rechnung geschehen/sollen dieselben Register nach der Rech- nungangenommen/und von unserm Berghauptman mit einem oder zweyen darzu Verstendigen/mit guter Muße über sehen / und so etwas vormahlsvm eben were/und nachfokgens befunden würde/ sol es nichts desto weniger nach vorigem un- sermBefehlich gerechtfertigl/verbust und gestrafft werden. DeriT'-Hmcuk Wie die ktecels der Zechen sollen verzeichnet/ und die Register verwahret werden. NN die Rechnung geschehen / sollen derselben alle Snmmarien in einen ecek oder Articul/ so darinnen begriffen durch den Bergkstlmrber in Ordnung gebracht/zrveyfach verzeichnet/und unfern verordnetenBergk-Rahten ei¬ ner zugestellet / und der ander wo!, verwirklich / sampt.allen Registern beschlossen werden. Nn iij rS. Die 18 6 Der vierdte Theil dieser Bergkordnung saget Deris.Arttcul. Die Schichtmeister sollen ihnen Schulden zuerlassen/ " keine Vollmachten auffbrmgen. ^^^EmnctchauchoflmablsdieVorstederdesZechen/njchtalleinettnS/sondern <^^ÄauchdenGewercken/durchdaszu viclnehmenausdemZehendten/auchson- sten auff unfündigen Zechen / den Gewercken viel schuldig bleiben / und sich Vertrö¬ sten/ durch Volluiachlen oder sonst durch Gunst der Gewerkten / solcherSchuldm Erlassung zu erlangen. Dieweil Wir aber vermercken / daß es Uns und den Gewercken zurVtt- schmälerung gereichet/ und viel Gewercken derbatben abschewbig gemacht werden/ Sowollen W:r / daß hinfort keinem Schichtmeister solche verletzliche betriegliche Schulden sollen erlassen werden/und ob gleich die Gewercken einem auffseiuAnsm chen/iu Vollmachten die Schulden zu erlassen/ etnschreiben und willigen würden/so sol demnach derVorstandr ohn allen Behelffzubezahlen schuldig scyn. Dcrr-.Nmcul. Von der Schichtmeister ünflciß. ^Achdemauchdie Schichtmeister vonden Gewercken fürnemblichdarmrib ^^Fbesoldet werden/ daß sie aufflhren Zechen/ in Puchwercken und Schmelz Hütten ein fleissige Airffsichl haben sollen/daS mit ihren Gut trewlich und recht umb- gangen werde. Die weil aber etliche in ihren Diensten gar unfleissg befunden / also das sie offtmahkseine ganye Wochenrncht ein i-akl auff die Zechen/ Puchwercken eher Hütten kommens uch wedek bey dem Schmelyen oder Abtrerben seyn/und fast täg¬ lich in Wn ckelgelagen ftcssin/sauffen/lpiclenrc. Ws wollen Wir/daß unter Bergkbauptman sich dessen erkundige/und fleiss sigNachf age thue / und wo solches erfabremsie ernstlich darumb Straffen undda- von abmabnen/wofern sie sich nicht bessern/ohnVerzuck ihrer Dienste entsetzen/md andere fleissige und darzu tügiiche Personen an ihre statt Verordnen- Otrrs.Artlcul. Daß in Sinnchmung der Quartal Rechnung/ den Gewercken kem übermässige Jehrnng auffgcdrun- gen werde. 8^^Nd nach dem auch offrermahls zu einnehmung der BergkRechnung/ viel unnöhtige Personen sich etndringen/ dadurch dann grosser Auffgangkund Unkosten verursachet wird/ weicher hernacher auff die Zechen geschlagen/ und die Gewercken bezahlen müssen/ Weil aber der Schichtmeister Rechnung in den vor- her wöchentlichen Anschnitten/alle Posten deSSonnabentS imBergkampt/inGe« genwart unsers Bergkhanptmans/Zehendtners/ Oberr und Unter-Bergkineisier/ aller Gcschwornenund Steiger einer jeden Zechen/ und andern darzu verordneten Personen/öffentlich verlcsen/und mit Fleiß nachgelegt werden / daß darinnen kein Mangel zu finden und zubefahren ist. Au Verhütung solches unnöbtigen Aiiffganges/ So ordnen und befehlen Wir/-aß hinfütwo( wofern nicht andere wichtigeSachen mehrzuverrichten) einer von unfernBergk. Ruhten/ der Cammermeister und Bergk-Secretari von Hoff dahin ziehen / und neben denen i n loco, als Bergkhauptman/ Jehendtnrr/Ober r Uttd Unter-Bergkmeisier/ sampt zwey Gefchwornen und dem Bergkschreiber alle Quartal die Rechnung einnehmen und eonduäirn, damit mmöhtiger Unkosten verhütet werde. Wie BmMsilber. Himmlischheer im Wiesenthal.Glöt. Blky. 6 7 8 9 io M, i r r 4 5 6 7 8 - io n lL von dm Anschnitten / Lohnen unAbrechnungnc. 28/ Wie die Zehendt-Rechnung sol gestelltund gemacht seyn. Zehendt-Rechnung vonl-uc,Li6i4. biß auff das Quartal ^>rr/c5/- 1515. geschloffen den r. Martij/genant die Rechnung Lemi»r/c«r-. Einnahme. r88 Der vierdte Theil dieser Bergkordnung saget von dmAuschmtten/Lohnen und Abrechnung: re. 289 O 0 Gottes 290 Der vierdteTheil dieser Bergkordnung saga BrandlMer._ Gottes Gabe. _ Glöt. Bley. Der vierdteTheil dieser Bergkordnung saget SunW von den Anschnitten/Lohnen und Abrechnung, rc. Brandrsilber Glöt. Go in > Mn Ixh. 294 Der vierdte Tbeil dreser Bergkordnung saget vonden Anschnitten/ Lohnen und Abrechnung: re. 295 Mchend tuh. Einnahme 296 Der vierdte Theil dieser Bergkordnung saget Mm« Der klttbke Thetl dieser Bergkokdmmgsagek Eon der vorhergehenden Abrech: und Ichendt-Rkchnung. N den vorhergehenden Bericht Nro. 271.272.27;. 274.275. re. ist gedacht worden der wöchentlichen Anschnitt / Lohnen / Außpeuth zuschliessen/ wieder Schichtmeister Rechnung s oll gestalt seyn / und wie es mit Emnchmung der Qvartal/und andern Rechnungen soll gehalten werden/Item/wie derAehenbknerM den Schichtmeistern abrechnen/und seine Zehendt-Rechnung ordentlich stellen und machcnsoll/wie Nro. 287. daraus die jenigen/so Bergkwerck bauen/oder Rechnung «innehmen/ zu ersehen haben/wie ihr Gülden unnd Geidt erbauet / und was sie für Nutz und Uberschuß durch GOttes Segen davonhaben können. VondemkxrraÄauö'der Schlchmeistck und Ikhindt-Richnung- O folget nun weiter / wie man aus der Schichtmeister Qvarkai-Rechnung ^^und obgedachter Zehendk-Rechnungeinen kurtzen LxlraQ machen und stellen soll/daraus man aller Einnahm/Außgab/Uberschuß/ Vorrakh und Schul¬ den der Zechen/Skollen/Puchwercken/SchmeltzhükkeN/ deßgleichen derKolenForst.^ Sagmülen/Kactorey-Rechnung/und was des Bergkwercks Nechdurfft mehr isi/m sehen kan/alles zur Nachrichtung den jenigcn/jo Bergkwerck bauen / und Wit denselbi- gen uno dergleichen Rechnungen umbgehen. Derzetchnüß/wteein jedes Stück/soman tägltchausf VW Bkrgkkverck von ttörhcn hat/jctztgrr Itit vtt- kaufft und bezahlet wird. von dm Lxcraäcn und Wochmzettcln. Zum andern / folget »ach diesem jetzkgemeldten LrrraÄ über der Schichtmei' fier Quartal und Zrhendt-Rechnung Nro. zor. ei» Wochenzekttl oder Außzug/ den ich auffs kürßte und deutlichste / so müglich / zu Papier bracht/ daraus ein Bergt- Herr des Bergkwerckes Auffstandt sehen kan/ wie seine Bergkwercke gebauet und getrie¬ ben werden/Als nemlich: Mas vor 8. Lagen auff jeder Zech für Ertz imVvrrach-liehen ist. Was diese Woche darzu gefördert ist worden. Was davon für die Puchwercke ist geführek worden. Wasnoch auffden Zechen für Vorathblieben ist. Wie viel Röst davon gemacht sind. Was sie an Schlich gewogen haben. Wie viel sie Silber gehalten haben. Was davon im schmeltzen für Merck außbracht» Was für Silber in dem Merck ist. Was die Silber gebrandt gewogen haben. Mas für Gladkgemacht ist. Wie viel davon zu Bley angeftr'schk ist> Wieviel Köllenverbrandt sind. Was diese Woche für Bergkost auffgegangen ist. Was im schmeltzen diese Woche an Hüttenkostasffgangen ist. Was die vorige W ochen die Zechen für Vorath behalten haben. Was die Zechen für 8. Lagen schuldig blieben find. Item was die Wochen an Bergt und Hüttenkost ißverlohmk worden- Bleibt den Zechen Vorath. Bleiben dieZrchen Schuldig. Und was die Schlacken noch für Silber Md Bley halten. Daraus man sehen kan/ ob wol oder unfleißig ist geschmeltzek worden/ dar« amb auch der Vchmeitzer Nahmen hinzngesetzekwerdcn/wie einjedergeschmeltzek hat/ aus welchen allen der Fleiß und Unfleiß/sampt desgaotzen Vergkwercks Auffstandt zuerschcn ist. Zum dritten/so folget Nro. 504. ein kurtzer Außzug / was W öchentlich auff einem sürnehmrn Bergkwerck für Silber/Kupffer /Glödt und Bley gemacht wird/ )ttm was ein Fürst davon zum Uberschuß am 9. und zchenden hat / und was denGe* wrrcken hinwieder aus Fürstlichen Zeheudten dafür bezahlet und verlohnet wird/ Irem was fü, Kupffer/ Glödt und Vky verkaufft/und was nicht veckaufft/im Vs- rach bleibet, Ppij Nahmen Der vm.dtcLha'l dieser Vergkordmmg saget von dem kxtrsL dttZehendk oder BergkRechnlMg. Zehendt oderBebgkNechnung. _ , _„ T er vierdle Lheil dieser Bergkordttuvg saget -oi Kupffer Zechen _-_ wergken I Mehr haben die Achen einge. -Mich len. j . nommcn.' DervierdttLheil dies» Bergkördnung saget Diese nachfol gende4. LxlrsQ, von den Kollen/Forft / Sagmühlen undFactorey. LxcraÄ ausdcn Stollcn/SchlaWIber und-HütttnAffttr. LxcraÄder Kolik». IZxcrLädü voridmkxkraAea derSchmellMkkn/Forst/Sagmühlen undFaRechte andere Bergkmeister zu st rasten Macht gehabt / dochloll derBergkmeister svlcheBussenundStrasten/ mitRa Hunters Bergkhguptmans/thunnndeinn.men.undwasdavvngefället Jährlichen berrchNcN un entr ichten/dtt alßdan fo- der jurNotdurfft deßBergkwercks angelegt werde sollrn» Drrz. Zlrt'Mi. Witfich Bergkmeister und Gcschwornetn Verhör oer Suchen vichalrm sollen Ergkmeister und Geschworne sollen sich in stktttigen Sachen / so für ihnen ge- ^^Handeltwerden/Elbar/Aust'richtig undUnverdächtig halten / und welche in <^^vorfallenden streitigen Sachen / Key einem Theil Mitgewe^cken sind / dir sollen das dem Bergkmeister anzeigen/der sol sie aufflein und derandernGeichwor- üen bedencken/von der Handlung abweisen. INVerhör streitigerPartheyen und Sachen/ solkein Geschworner ohn Be¬ fehl und Erlaubniß deßBergkmristerß / den Partheyen einigen Beicheidzugebe» sich anmasten/sondern ein jeder im Rathschlage seinBcdencken mit guter Bescheiden- heiklagen/eLs sollaucheiner demandernnichk rinreden / sondern die Stimmen frey fassm/undsolchesallcs/sowolauch was sonsten im Ampt ingeheimb berathschlagek wird/bey sich verschwiegenbehalten/Daaber derBergkmeisterin deme / daßer dm ParthkyenBescheidgibt/srchineiwasverirret/dasmagihm ein jeglicher Geschwor¬ ner Mit Bescheidenheit erinnern. , Der 4. Arntui Wie man Bescheid in irrigen Sachen suchen soll. H^ß Tle Gebrechen undStreitigkeitenrnBergksachen / sollen erstlich fürunserm ^^Bergkmeister und seinen zugeordnetenGelch^ornen vordracht und beklagt wer- zo6Der fünffkeTbell drcferBcrMdmmg sagct/wle den/dafiedanngutenFleißhaben sollen/die Partheyen gütlich zuvertragen/ woaber die Gütigkeit nicht statt haben möchte / alsdann dieselbe durch ordentliche Lirätion für sich beyde Lheil zu erscheinen/erfordern / und seine darzu verordnete Geschwor- nen inihrem^ürnehmennothdürsttiglich vernehmen / folgendes der Gebühr und Billigkeit nach/wasrecht/darinnen erkennen / und joeiner oder der ander Lheil sich solches Erkändtniß beschweret zuseyn vermeinet / magderftlbige für unserm Bergk- Hauptman oder inErledigung der Appellation,In-oderAußländische/verständige/ unparthep'iche Bergkleute/naeh Gelegenheit der Sachen/zu sich erfordern / die dann darinn rechtliche Erkändtniß thun sollen / und ob sich dann ein - oder der ander Lheil der erledigten Appellation aewh beschweren würde / so mag der beschwerte Lheil sob cheb durchäuppIicirungan Unö als den Landes-K ürstcn gelangen lassen / darinn die Billigkeit zu erkennen/sich Vorbehalten haben. Derr Articuk. Gttsiilche/so OiZnlcec habcn/mögen ihre selbst und nicht andere Sachen reden. G sol auch für unsernBergk-BeambttnunBergkGerichte/auch in Händeln ^F^ifürdem Fürsten selber/niemandk kein Redener/so Geistliche oder einige vi- (T^-O'Znlter anihm hak/crscheincn / Unkosten und schädliche Einführung zuver¬ meiden / sonderneinGeistlicher/und der viZnireran rhmhak / mag seine eigene Sachen vortragcn. Der 6 Arricul- Wle dte Gebrechen wegen entblösier Zufal- lender Gäugeiin der Güte solleu vertragen und entschieden werden. Bsichsbegebe/daßandereenlblöste Gänge von einem Hauptgang oder vere ^TFÜchenMassen/am Lage ftrnegnug'und außerhalb derVierung voneinan- der weren/und doch inder Liesse zusammen / und unter einander indieVitt nrng stclen/darausGezänck entstünde/ das sol der Bergkmeister sampt denGeschwor- nen/und so es vonnöthen/mit andern unverdächtigen/Bergkverständigen / die Ge^ brechen zubesichligen/ befahren/und Bergkläufftigem Gebrauch nach/inmassen/da- von hie oben Meldung geschehen/zu weichen/weiftn/va sich auch beydeLhcilalso hal¬ ten sollen / damit urmüsi Gezänckund Hinderung desBergkwercks vermieden werde. Würde abercin Lheil an des Bergkmeisters / Gefthwornen und Vergkleuken Weisung / Beschwerung tragen / sich davon an das Recht beruffen/das sol ihnen durch unser nBergkhauptman / auffgnugsame Verbürgung des koenfalls / als zwantzigMarckSiibers/gestattetundzugelasfen werden / und wo dcrjelbige Lheil der Sachen im Rechtenverlustig / sol er bemelkcn ?oonfall ohn all; Gnade erlegen. Endlichen ordnen Wir auchhiemik/umb Vermeidung Zanck und Hader / daß keiner nut einem auffgenommen Gang/auff andern Gängen Vierung erlangen sol/ sondern einjeder/soVierungauffandcrn zu haben vermeinet/sol mit seinem belegten Gangk/ wie gebührlich/kommen/und alsdann seine Gerechtigkeit und Vierung erlangen. Der 7. Mttcu!. Von Kummer und Verbot zu Lrtz und ander». DA^ Urde in solchen zweyspälkigenSachen/das befugkeLheilKummeroderVer- Cbot zumErß/bey demBergmeister suche/alsdan sol er sich mit denGeschwor- >^^nen/wo fern es dieNothdurstk erfordert/durch dieGeschw ornen Marscheider auftö fleissigste erkundtgen/sb derKumer zu gestatten sey oder nichk/wann nun derselbe Kumer zugelassen wird/ solihnder Bergkmeister in das Bergkbuch vorleiben lassen/ forderdem Zehendtner nicht mehr dann Bergk: und Hüttenkost von dem verküm¬ merten ErßundSilberheraus zugeben Befehl thun/und was übrig / unverrncket/ biß zu Außttag der Sachen / in unfern Zehenden verwahret zubehalken / und ob em Lheil dem andern in seiner Massen für dem Kummer oder Verbot / Ertz n>cg- es lm klagen und vrchelffen solgeßakten werden. wcghawet/ob gleich die Sache folgends Rechtlich entscheiden wird/ so sol dochdas- selbe Erß/so für dem Verbot gehawen/und über diehengbanck gebracht ist/dem blei» ben/veresgehawenhak/InallenBergkjachen/UNdwas vomBcrgkwcrck herrühret / und sich des ausserhalb Rechtens begibt/ darinnen Kummer / Verbot oder Gebot zu thun noch fcynwil/sol alles beyunserm Bergmeister gesuchek/ erlanget und geham delkwerven/wie voralters gewonheit und herbracht ist. Der 8. Articul. Keiner sol dem andern oßn Crlaubnißin seine Jeche fahren. /^S S soll auch keiner dem andern in seine Zechen fahren / weder bey Lag noch A/^.Nachk/er habe dann des BergkweisterkEllaubrnß wer es aber hierüber thun OHwürde/de». follernsilicher Straffegewertig seyn/Da einer aber Mitgewercke ist/so sol ihm mit des Bergkmeisters vorwissen einzufahren nicht gewehret seyn. Der 9 Articul. Frembdm Gewerckensolmauwar- hassten Bericht chun. frembde Bergkleute/Gewercken oder andere'/ die gesctzwornen Schicht, (meister oder Steiger/umbGelegenheikderZechen/Stollen undGebäwdm ftagen/den sollen sie warhafftigen guten Bescheid geben / oderwoeinerdaf- selbe Gebirge/daran solche Zechen gelegen/ nicht beführe / an seine Mikgesellen/die bas befahren/bericht zu erlangen/ weisen. Der io. Articul. Nicht zu Maticu daß dle Zechen ver- Mieder werden. ^/^S sol auch der Bergkmeister niemandls Matten / die Zechen zuvermiekev/ ^^»damitdieselbennichtverstürtz t/und die Strossen verhawen werden / daes <^^abervonjemands/demBergkmeisterUnwissend/übergangen / so sollen beys He/der Vermieter und Mieter darumb gestrafft werden. Der >l. Articul. Wie man sich mi Kan/fcn und Derkanffen dcr Thcii haittn/uttdmwss Icit die Ge¬ wehr geschehen soll. Oeiner dem andern Lheil verkauffen / oderumbsonstgebenwürde/solder ^HVerkäuffer im Gegenbuch die Gewehr in vier Wochen thun/und derMuffer ^^^sol auch verpflicht seyn/die Gewehr in bestimpter Zeit zu fördern / so aber die Forderung nicht gcschicht/und der Mangel der Gewehr an demVerkäuffer nichtge« west/soller alsdann zugewehren nicht schuldig seyn/es befinde sich dann/daß derKäuft fer dieGewehrzufördern/mercklichcr und rechtlicherUrsachenhalbenverhindert were. Der i2. Articul. Wann Theil zwischen der Rechnung und dem Ke^ieigr vrrkaufft / wie 0tt sollen Gewerkh werden. ^^.Ieweil sich sfftmalS der Zubußhalben/auffLheil/ so von der Rechnung an zu folgendem Lcrarclar verkaufft werden/MZancks/Widerwillen/ und Beforcheilunqzuträgt/so ordnen wir/daß / welcher forthin innerha b vier Wochen/nach gerchiosienerRcchnung/Kuxkauffen würde/der sol auss dicfolgcnde Lelsr^Lk selbst zu erlegen schuldig seyn/welcherLber nach vier Wochen käuffe.n wür- de/dersolftey gewehret werden. Qq ij rx. Man» zos Der fütiffttTherldleferBergkordnung saget/ wie Der rz. Articul. Wann sich der Dcrkäuffer oder Käuffcr nicht wil finden lassen. ^^Käuffer oberVerkäuffer nicht vorhanden seyn / oder (ftchnicht wolle finden lassen/so sol der Käuffer/wie er die Gewehr zubckom« vAA^men beaehtt/odcr der Verkäuffer/wie er die Gewehr gerne thun wolle / utt- - jerm Bergkhauptman oder Bergkmeifier ansagen/daruit sol er genug gethan haben/ und ihm hierüber nach Billigkeit verho!ffen.werden/so aber befunden würde/das einig Lheilbetrieglich in solchem Fallgehandelt/der soll der Gebühr nachdarumb gestrafft werden. Derr 4- Articul. TaglctstunzfollcnohnLrlaadntsinlchtgksiaktet/ auch in gütliche Handlungen keine ^rocuracoie8 zugelussen werden. Ach dem auch mit unnützer Lagleistung zwischen den Parkheyen / vielUnko- fien auffgehet/Als ordnen und setzen Wrr / das hinforder kein Gewerckschafft Bergkjachen halben einige Lag!, ifiung / ohn unsers Berghauptmansund Bergkmeifiers willen haltensollen/sondern so sich Gezänckin Bergksachen begeben/ die sollen an obgemelte Bergkbeamptengelangen/undda fie die nicht gütlichen können ent cheidcn/dieselben sollen obgrdachker und nachfolgender weise / rechtlichen geordert werden. Und damit umb so viel mehr unnötige Irrthumb und Gezänck vermieden Lleibenmögen/so sollen in gütlichen handelen/und außerhalb rechtlicher Verfassung/ keine kroeursrores zugelafien oder geduldrtwerden. Folget nun der Procesi/ wie in jrrtgen Sachen zurecht so! verfahren werden» Der »5. Articul. Dabie gütliche Handlung entstünde/ so! die Sacke ins Ampr gelangen. L)L^Ann aber die gütliche Handlung für Bergkmeifier und Geschworne ent, ^H ß^fiündr/over dieParten einer ober beyde/gechaner Weisung sich belchwerekcn/ v^O^alßdann mag das beschwerte Lheit seine Beschwerung an Uns oder in das Bergkamptgelangen lassen den sol unser Berghauptman auff daö fdrderlichfie vor- bescheiven/mit verhöre und andern/wie obgemelt/verfahren / allen möglichen Fleiß/ mit vorschlagung ziemlicher Mittel/dte Sache in derGüte beyzulegen/fürwenden. Der l6. Articul. So die Güte ^^Ktager in expem vortheilk/auch die zwantzig Marck Silbers ohn Verzug und bchelff/zuerlegen geweisct werden. Wolke aber BeklagterLhei! den Vorstand nicht bestellen /der soll in der Sa- chen umb aussgewendte cxxeos vertheilt werden/ und nichts weniger im Rechten zu verfahrrn/schuldigscyn. Qqiij Wer« estmklagm undverhelffmsol gehalten werden. Z09 Der 17- Articul. Wannstch ein oder bcpdc Partmiffdas Recht bcruffen würden» M Fall aber/und da einig Parih von der Bergkleuke gethaner Weisung sich beschwerct/zurRechtlichenAußkrageuud Erkändniß beruffen würden / dem soiesfreystehen/unddannaufffolgendewegegchandeltwerden / dochsolder Lhci!/so von gethaner Weisung auffs Recht flcugt/ darzu nichk gelassen werden / er thue dann zuvornseinem Gegemheil für die expen8 undUnkosten/ auch uns gnug-- ^me camion,wo ihm das Recht abfallenwürde/zwantzig Marck Silber/unwieder- Dtrr8»Articur Dle parthcn sollen mltgnugsamm Voll- machten fürkommen. ^^Amitirriger Gebrechen desto ehe/und ohn sonder Verzug? abgeholffen werde/ . so sollen die streitigen Partheyen/wann die Sache in das Bcrgkampk gedeyek/ mit gnugsamen Vollmachten des meistenkheils ihrer Gewercken/ nemlich in die 80. Kuxezu der Gükezum Rechten fürkommen. Der 19. Artistik- Wie viel man krocuracorks haöm/und wie sie sich hakten Mm- M S soll auch eine Parth nicht mehr daun einen krocurator zu seiner Sachen bestellen oder gebrauchen/ und derselbige sol sich unnützes Geschwätzes / und einerden andern zu schimpsiren/ und mit vergeblichen oder unnöhkigenWor- Len/in ihrensetzen zu übergeben/enthalten/Welcher aber solches übertreten/ und ande¬ re H Lndel einmllchen würde /den sol der Brrgkhauptman nach grosse seiner übertret- lung in keinem Wege ungestraffet lassen. Der rv-Articu! Vom Proceß >m Ampt zu halte» / auch vom Dorstandt und Gewehr zu Wellen. Ann die Rechtliche Außübrmg der streitigen Sachen im Ampt bleibt / dann soll dieser Proceß unweigerlich gehalten werden. DerKlägerfowondem Lage an/als zum Rechten bewilliget / auffden 14. seine Klage in Gchriffk verfassen/und zweyfachk im Ampt einlegen/darzu seinWidertheil fordern lassen/ dem soll diceine Gchriffk zugestellet/und die ander im Ampt behalten werden / Doch ehe. dem Beklagten die Klage zugestellet/sollen beydePark einander gnugsamenVerstaudt besteüen/wie sich das zuRecht gebührt/deßgleichen soll auch derKläger auff ansuchen und begehren desBeklagten/die.Gewehr/wie recht und gebräuchlich ist / anzulobm verpflicht seyn. zlo DerfünffteTheildieserBergkordnungsaget/wlc Wereabcreincrarm/das er den Vorstand nicht bestellen/ auch die 20. Marck Silber nicht bezahlen könte/söl er zu dem EydtlichenVorstandt / wierechkgelassen/ undauffdenIaüvesVerlusts/ mit zeitlicher Gesängnäß / auffErkändtnüßdes Bergkampts/gestraffet werdem . Der 22. Artkul. Wann der Vorstände und Gewehr öestel- tet ist / wre ferner so! verfahren werden. A aber Vorstands und Gewehr von den Partheyen bestellet / dassolalso - und der Beklagte sein Rechts-Antworkvom selben <^ÄLage/als die Klage eingelegt/und ihm Vorstandtund Gewehr bestellet ist/ auffdcnr4.Lagauchzweyfach in dem Ampt einlegen / diesolvon stundenandem Kläger behänder / undseingegenNokhdurfft achtLagedarnachauch zweyfachteim bri'ngen/und sollen also die Parten mikdreyeNGätzen/die letzte»'viere von achtLagen zu achtLageneinzubringen/und im letzten Satze keineNeuerung daran gelegen/und der in vorigen Sätzen nicht gedacht/eingebracht werden/und im Fall/da es geschehe/ so sollen dieUrtheilsasserdarauffnicht sprechen / das also neben dm^üen auch ver¬ wahret werden. Der 2z. Arttcul- Don Einbringung dkßBeklagtenExccptton. auch einBeklagter sich mitvilarorien oder Occlinakoricn excexkionen, Schutzwehre undAußfiuchkzubehelffen vermeinte / die soll er alle auffein- mahl mit und benebeneiner evenrusli litis conrcüsrioae , einbringen/ sonst und in andere Wege jol er damit nicht gehöret werden. Derä^. AM»!- Dondcs Beklagten Antwork/undZerstör- ttchenEtnrrdt. Ette aber Beklagter keine exceptio» vorzuwendcn / so soll er auff geforderte UL^undbestellete Gewchr/richtige und klare Antwort auff eingebrachte Klage zu -b^chun chuldigscyn/undwannerdiegethan/alsdann solohnUntericheid ersune xcrewptorienundzerstörlichecxccptionwon stunden anauch einbringen. Der 25 Arttcuk» Von Eol latloMrung ctngcbrachtcrSätze. MW LLenvervacht abzuschneiden/sollen die Parth/so bald der letzte Satz einbrachk/ o/H sonderlich in das Ampt bescheiden/daselbst ihreeingebrachke Sätze in ihrer bey- '^^der beyseyn / oder des einen Lheiis ungehorsam gegen einander collsrionirt, verlesen/von Stundenan versiegelt/und alsdann darauff geurthcilrt werben. Der 26. Artkul. Dlc Urthctl auffdastsörderltchste zu fassen/ uuv zu eröffnen» S sol auch in allewege darauffgesehcn werben / daß die ä7^,. Iewril langwehrende Rcchtsachen dem gemeinen Bergkwerck und Parthen ^^^Nschädltchstnd/SowollenWirdtettkthetler/denenjederzeiLdle/l.uche, Oerz4 Arttcuk» Von Bcwetß'Articuln und Fraostücken. Er ZeuaeNführersol seine Beweiß-Articul/so aus seiner Klage gezogen Und zu der Sachen dienstlicb/auffdas erste im Ampk voppelkcinlegen/und die eine <^2Schrifftdem Widerthkit/neben den Vorbescheid zugestelletwtrden / srint lnrekrogLrorir darauffzufordern/undauffangesayten Termin zu überantworten. DieselbigenlnterroFLrorjasollenkeine unnothdürsttige / weitlauffende un- bienstl'che Fragen mitbring n / woaber das nicht gemieden würde/so sol der Zeugt darauffnicht befraget/noch darauffzu antworten schuldig seyn. Derz^.Ämcu!. Vom Verhören der Zeugen. ^^LIeweil der Parthcy.n Recht und Vnrechk auff der Zeugen Außsage sichet/ ^^unddarauserforschet werden mUß / so sollen Richter und Lommitlsricm is^nr-unyandere/denendasLxsmen befohlen / allen gebührlichen und möglichen Fleiß in Verhör der Zeugen verwenden / eines jeden Außsage aus seinem Munde mit allem Fleiß kreuüch verzeichnen und reMrircn,danüt niemand an seiner Gerechtig¬ keit verkürtzet. Dkk Z6. Articui^ Wtemandte Zcugcn Zeugnis? zu geben zwingen soll- ^MT Elcher in einer Sache n zu Zeugen angeben und rechtlich geladenwird / btt olzuerscheinenundZeugnißoderKundschafftdeß/das ihm bewust ist / der WM^Warhtttund Gcrechtigkeitzugut/zugeben verbunden seyn / und welcher sich an rechtliche Entschlagung weigern würde/der soll bey ?oen r s. Fl. Straffe zu geben verpflichtet seyn. DekZ7«Attkul Die Zeugen sollen den gewöhnlichen JeugmEyvchun. / sollenden gewöhnlichen Zeugeneydki« schweren schuldig seyn/ ohndas so! ihre Außsage nicht glaubwürdig geachtet ^"^seyn / es würden dann die Zeugen des Eydes durch beydr Parthepenmit Millen massen/das sol alsdann rcMrirr werden. Der z8. Artttul Von Eröffnung des Zeugniß / und der Parthiyen Ersätze darauff. die Zeugenverhörek/solderdSorsriurdasRegistekder Aussage /auffdäS ^^Hallcrerste/ so erkan/verfertigen/daösol alsdann auffernantenLermineröffnek und beyden PartenAbschrifftdavonzugestelletwrrden/undsolderParkwidct denoaöZeuMgeführet/vonLageerlangterAbschrifft/inr4.Lagen/dennegsien seine «xecprlvaM.yfgcht in das Bergkampkerlegen/die sol so bald dem xroäucenica - M- es im klagen und hcrhelffcnsolgchalten werden zlz zugestellet werden / der soll seine gegen Nochdurffk in 14-, Tagen auch doppelt einle» gcn/und darnach jede Parthnoch zweene Sätze von acht Lagen zu acht Lagen ein- bringen/undalsomitdreyen Sätzen beschlossen werden/darauff soll ferner verfahren werden/inmassen/wie oben gedacht. Der ;9. Zlrticu!- Von ^ppeliarion wte dle getHan und zu-- güaffttt wrrdm sol. Elchersich von gesprochenen Urtheilen oder rechtmässiger Beschwerung be¬ rußen wil/der sol das/wie oben berührk/auff unverwandtem Fußthun/Und damit in lorcher Appellation kein Mißverstandtvorfalle / jo sol er solche seine Appellation schrMtchverf/ssen/undinnerhalbachtLagen/von der Stunde an eröffnetes Urthestö/ bey demUnter-Richter einlegen/uno sich an uns/wie gebräuch¬ lich berußen. Der 4o.Atttcul- Zn was'Zett die Aposteln gesucht rverven sollen. In jeder Appellant sol von dem Lage an seiner gethanen Appellation» ^/^.innerhalbio. Lagen/den Unter-Richter/von dem er appellier hak/umb ge- <^Ibührliche Aposteln und A bschiedtsbrieffe ersuchen und bitten. Dtt4l. Atticul. Zn was Zelt die Aposteln fürhrachk werden sotten dem Tage erlangter Aposieln/abermahl in )o. Lagen/sol der äppe!- ^^^lanr die erlangten Aposteln und Abschiedtsbrieffe an uns bringen/umb eom. pullorial und mlübrüov.die ihm auch zu geste litt werden sotten / Ansuchung «hun. Der 4r. Atticu!. In was Zeit dte ppcürcion gerechtfettiget werden soll- - Ann also eine Appellation oder Leutemng/ wie obstehek /geihanwiry/ sol der Appellant dieselbe auffslängste/innechalb sechs Wochen/vondem Lagegethaner ^ppellationanzurechnen/für Uns oder unsern verordne¬ ten LommillLricn.ausseinenLermin / der ihn auff seine Bitte ernennt werden sol/wie üblich und recht ist/rechtferkigen/So wollen Wir oder UnsereLom- millaricn, wann zum Rechtenbeschlossen/darob seyn / daß die Urtheil darauffzum förderiichsten/als mügltch/gestellet/und den Parkheyen eröffnet werden / Und weiche Appellation obgemelterGestalt anUnsgethan un voüenführetwird/die solin ihren kormalibus beständig sepn und gehalten werden. Der 4Z» Articul. Was Gestalt die Sätze m der Appellation sollen eiugcbracht werden. Er Appellant sol seinen Appellation Gatzauff den Tag/des Termins der 2 ^)) zur )uüi6caklon bestimpkiji/gedoppelk einbringen/davon sof der eine Satz dem Appellanten alsbaldzugestellet werden der sol seine gegen Nochdurfft auff den achten Lag auch gedoppelt einbringen/die sol dem Appellanten zugestellet/ und rrauffdenachtenLag darnach widereinlegen / und sollen also beyde Partya-en ihre letzten oier Sätze von acht Lagen zu acht Lagen einbrtngen / und mit dreycn Sätzen bcschli-ssen/Wo auch im letzten Satz Newerung einbrachk/ sol imUrthttls- fassen übergangen werden. R k 44» WaS zl4DerfünffteTheildlcserBergkordnungsaget/wit Der-44° A rtiču!- Was ln der ^ppeüLnon zu Recht crkandt wird/varbky so! c§ bleiben. As dannäuffeingebrächke ^ppellärioo sätze zu Recht durch Uns erkandi ^H^und außgesprocheN wirv/darbey sollen es beydeParth bleiben lasten/ Dann vSA^Usswil als derhohenDbrigkeitgebühren/darob zuftyn/das in Ber gkhan- dein die Sachen/zuNacheheil gemeines Bergkrvercks und der Gewercken / über dicst Ordenung ferner nichtäuffgehalten noch vmchleuffet werden; Der4s Articu!- Wann die /rppcüacion fallen und erltschen sol. Annein Appellant dieseKörrn wie oben berleibk / ausNachlässigkeitodei ^^LEHehaffkund beständigen Ursachen stich, haltenwürve / des ^ppellslioä ^^Z^solgefallenunderloscheNseyn/auchvafürgehalten/ und dem Urtheilin erster Inllanc^ gesprochen/Nächgesaßt werdet. Der46Akticuk. Von Straffe der parch/ die MltEinbrtw gung Wit Sätze seumig Elche Parth mit Einbringung feinet Sätze auff Zeit und Lage / wie obcst verordnet / in erster oder anderer Instanz ohn Ehehafft und beständigen uhrsachtn seumig würde/der sol ferner zu satzen / oder Sätze einzubnngen/ erhabedann zuvor-o.GAden Straffein dasAmpkniedergelegk / nicht zugelassest werden. , Dtk4 - ÄttM. , Von Erlegung der 2o. Marek Silber nunderParth/so desBergkmeisiers/GeschwornenundBergkleuke schrkffk- liehe Weisung nicht anstehmenwil / sondern sich auff das Recht gemorsten/ im Rechten endlich fällig und verlustig worden were / Der oder sein Vor¬ stände sol ohn alles Mittel 20. Marc? Silbers erlegen und geben / die sollen mit unserer Bergkbeamptenbewust/zur Nothdurfft des Bergkwercks angewendet werden. Ber48.Articul. Don Bep-Utthttlen fol man ntcht Lemern noch ^ppelliren. MSLAnn auffderKrigischenPartheyEmbringen/Bey Urtheil / sodieHaupt- fache nicht bemffen / oder die Parth an ihrer verhofften Gerechtigkeit nicht beschwercn/erdffnek werden/darauff sol man ihm / zuVermeidung Unkosten und Verflieffung derZeit/keineLeuterungnöch Appellation zulasten. Der 49. Arttcul. Vom Proceß der Bergkgertchtc zu halten- L> aber die Sache für daS ordentliche Bergk-Gerichte / bas Wu bestellet ^^Haben/gedeyet/und dafür außzuübcnvöraenommen wird / da sol die Ord« ^-^^ nustg/wie hie oben von der Rechtfertigung im Ampk gemeldet / in allen Arti- culn gehalten werden / allein äußgeschlofsen / daß die Parih mitEinbri'Ngung ihrer Nochdurffk vön GerichteNzu GerichteN/die da alle 14. Tage sollen gehalten werden/ verfahrest sollen/und daß Beklagter seineNökhdurfft/nicht auff daserste / sondern auff das ander GerichteeiNzubringen/ schuldig sey. Wannaber beydeParkheyenfür Gerichte eine Verfassung wölken bewilligen/ ihre NothdurffteinenLag umb denandern (oder wieviel sie sich dessen vergleichen) schriffklich einzubringen/ so sollen sie damitauch zugelassen / und ferner darauff wi Vbstehet/proceciirel werden. 50. D^ k es im klage» und verhelffcnsol gehalten werden. Der 5v.Atticul Der Parth Einbringen so! mit guter Besehen berihkit gestellt werden. S sollen die ^ä vooarcn,Setzer oder Redener dm Handel / wie der an ihm ^/^selbstgeschaffen/mit gutem bestäädigenGrunde/ohn sinnehmung fremder/ O^weitläufftiger Und unnokhdürffkigerSachrn/auch MitguterBescheidenheik/ ohn i njurien und Schmähe / es sey zukGüte oder im Rechten vertragen / bey k«a fünffGülden/soder Übertreter unnachlässtg geben / und gieichwolder injurien Hal, den/gegen dem Beleidigten in Veraflkworkung stehen so!. Dek5i.Artttul» Bon des VergkschmbttS jufälligcr Besoldung. A*^Amkt niemands in den Sachen / so im Ämpk Zu gütlicher oder rechtlicher gedeyen/wit dem Gchreibgelde übernommen werde / so sol man OdHdem Bergkschrelbergebrn/wie folget: 'Einer Verfassung zum Rechten/jeglichesltheil r. Mariengrofchen. Einer Orstion vier Mariengrolchcn. Sätze zu copüren.von einem Blade einen Mariengrofchen. . Und sol ein Blad auff jeglicher Seiten ungefehrlich 22, Zeilen haben. Eröffnung und Copey der Urkheil/jegliches Parth s. Mariengrofchen, sEinem jeglichen Zeugen zuverhören/derxroclucsnr s. Mariengrofchen.' sAbschrifft des Zeugen Regijms / jegliche Parth von einem Blake einen l „ Mariengrofchen. Vo»v Gemeine Vertrage ins Amptbuch zuschreiben/jedes Parth zwey Marlen- 1 groschen. l Abschrifft eingeschriebner Vorttag/einen Mariengrofchen. ^Vertrage in wichtigen Sachen/nach Gelegenheit der Arbeit. Dom?rocc5; dcr für uttscrm Bergkmelfter / m Sa^ chcn 1» s«n ÄNPt schön, / unv auffcr Rnhw sol gehalten werden. Der52. Artieuk. Wider was Personen/ undmwas Sachen der Bttgkmetster Klage annehmm/Kuttlmer unv Hülffe chun soU Äntt unser Bergkmeister von jemandes ümb Hülffe zu Bergktheilen MWM' oder gefallener Außbeuke zu einer Zeche/derselbenVorathoder andern ersucht wird/und die Sache in sein Ampt gehörig / soll er sich erstlich er-- kundigen/ obKläger zu den Bergktheilen oder beschlossenerAußtheilung Kummer und Hülffe suchk/oder auff Unfern Bergkwercken wonhafft/ und in seiner Bothmässigkeit ist / öder ob er seinem Ampt nicht unterworffen sey/ begleichen sol ek sich eigendlich erkundigen / ob die Schuld darumb Kummer oder Hülffe gebeten/vomBergkwerck oder andernSachen herrühren. Ist nun dte Person nicht in feinem Ampte / sondern unter anderer Herr- schafftengeseffen/unddieSchuldnichtvomBergkwerckherrühret / dasol erkeinen. Kummer gestatten/auch keine Hülffe thun/soudern den Kläger für des beklagten -O- drigkeitwcifen/eswere dann der Schuldiger nirgend besessen / oder auff flüchtigem Fuß stünde / oder feine Bergkrheile dem Gläubiger für dem Bergkmeister und Ge- schwornenoder dem Bergkgerichte kräfftig verunterpfändrt oder sonst verobligir c, und ins Bergbuch verzeichnet were/odtt bewilliget die Zahlung daselbst zu chun/und P r ij attda zlc. Der fünffke Tbet! dieser Bcrgkordnunzsaget^tvle allva zu Recht zu sichen / und Kläger wüste das hcweißlichzu machen / insolchcn Fällen soi dem Kläger Kummersgesiattet/und wie gebührlich geholffenwerden/auch obdem/wasins Bergkbuch verschrieben/fesiigllch halkcn/und der oder dieGläubiger/ die sich alsoverwahrk? andern Gläubigern vorgezogen / und nicht noch seyn / dem Schuldiger sondere äenunci-lriori-das er zahlen solle/dcrwegm zuchun/flösse aber dieSchuldvom Bergkwerck/dafoler Kummers gestatten / und gebührliche Hülffe nichtweigern. WereaberderSchuldiger seinemAmpte zugethan/dasoler Kum¬ mer und Hülffe nicht abschlagen/und nachfolgender Gesialt verfahren. Dw5z.Artiml Bon der Liucion wider einheimische Schuldiger» /Z^ErBLrgkmeisierssldie einheimischen und seiner Bottmässigkeit unkerworffe- ne Schuldiger / wie gewöhnlich/durch ein Kerbholtz / mit Ankündigung des ^Termins und kurtzen Bericht der Sachen/fürfordern lassen / der sol auch dar¬ auff / da er mit dem Krrbholsi antroffen ist, zu erscheinen schuldig seyn. Der 54. Artlcuk. Wie ein Fremder sol geladen werden. In fremder Mann/der unter andern Herrschaffken gesessen / so! in Fällen/ da manzusemenTheilenoderAußbeuteauffmaß/wie obsiehet / helffenwill/ ^^durcheine schrifftliche eirarion (darinnen die Sache LuuMarircroder kmtz vri leibs) pcr LöiÄum an gewöhnlichen Orth anschlagen / darnach an des Schuld- manNs Obrigkeit oder Richter/mit zweyen versiegelten OriZinLlicn gesiellek / bey einem veiceydeten Boten zuftnden/ undalso pcriubLllium juris,mit Ernennung ei¬ nes beqvemenTermins undFürgewissung/daß es forder weder zu folgendenKlagen/ tzu der Ehchaffthülffe/Gchatzung oder anderm / nicht mehr zu Hauff und Hoff/ sondern allein mit anschlagen daselbsi auff jeder Bergksiatt an den gewöhnlichenOrt/ da man den Wöchentlichen Anschnitt und die Qvarka! Rechnung hält / durch sich selbst Persönlich oder seinen gnugsamen Anwalden / für ihm dem Bergkmeister in seiner gewöhnlichen Behausung in Sächsischer Frist / nach erkundigter ^irarion zuerscheinen/pcremprorie und endlich cicirerwerden/auch mit Bitke/ die Lxecm rion,wie und durch wem die gethan / durch seine Widerschriffk oder rsZiürguir, auff diß eine OriZinal citacion.diederBokezuderBchueffauch Überantworten/ und wieder abforoern sol/ zuberichten/ oder inMangelung dessen / vomBolm relsrion zu nehmen/ fürgkladen werden. Dkk55.Artttul» Was auff den erstm/andern und dritten Termin so! gehandelt werden. WMffangestalken Terminsöl Klager fürkommen/undsich ansagen/daß er gehör- Zdrsam erscheine/mit der reproäuciruvZ per eelläkum, und ohne desBeklagtm/ (wannerfremt) Obrigkeit irr lubstciium juris,außgegangene Ladung undih- rerkxccukion,wie die ergangen/un mündlicherErzehlung seinerSache/und desBe- klagten ordentlich cirinen Ungehorsam beschuldigen/und bitten / ihm Zubekennen/ baß er seine erste Klage verführt / und ihm die andere Limlion mit zuthcilen / an gewöhnlichemOrteanzuschlagen/dasso! ihm also widerfahren/und durch den Vergk- schreiber in das Handelbuch ordentlich verzeichnet werden. Dergleichen so! es auff den andern angesetzken Termin auch gehalten / und wikderdritten Klage proceelirc werden. Auff den dritten Termin sol esdeßgleichengehalkenwerden/alleinim Fall/da derBcklagteweder Persöhnlich/noch durch seinen tüchtigen Anwalden erscheine / sol Kläger bitten/den Beklagten biß auff seine Ehehaffk einzubrinAen/mik Mheilen/das ihm also widerfahren soll. Trügt cslm klagen und scrßclffm sol gehalten werden zI/- Trüge sichö aberzu/daß einer oder mehrGewerckerr Todts abgiengcn/dieSchul- den auff chreBergktheile gctricben/und in Fällen/wie oben für unstrm Bergkmcstier dienstpflichtig werden/odcr sichdienstpfiichtiggemachthätten / und einer oder mehr Gläubiger zu den Bergktheilen klaglen/so solderBergkmchier des verdorbenen Er- ben/und soct!icheUnmündlg/iyreVormundenpcrec!iötum insubttUiumsuris, wie oben berührt/auch cutten undauff denersien/ andern und dritten Termen handeln laßen. Solcher Proceß sol auch in Sachen der Kommunen und anderer wite- rabillumPersonen/wieobengesetzt/gchalten / und denselbigen nichts besondersge-- Mchet wccden/damtt das Bergkwerck nicht gehindert/Und sollen die Erben / derer Vormunden du Unmündig seyn/ so wo! auch dir Vorsteher der Kommunen,und anderer miscrabiliumpersonarumchiemikdaraussvmvamek seyn/auß solche Fälle wolachtung zu geben/damit sie sich keiner Unwissenheit zu entschuldigen Haden / und sichselbsten chrer Verw lltung/ für Schaden zuverrvahrcn. Wann sichauchjzuZeitenSa6)en begeben/daß viel Gläubiger zusammen kommen, die super priorirare clitpurircn-Setzen/Ordenenund wollen Wik / öuß die Gläubiger / denen die Bergktheilefürttnserm BergkmetsterundGeschwornen/ insBergkbuch durch den Bergkschreiber / vermittelst eines erbaren rrdtttchen con-- rrLÄ5,ohn Mutter zu Pfandemiethe/oder eigen/ordentlich / richtig und erbar ver-- schmben / sollen für allen andern denVorttitthaben / denen sollen die Gläubiger fotgen/die da können beweisen, daß sie ihre Gülden undGeld haben den Gewercken/ denen oder dessenErben sie mahncn/zuErbawung undErhaltung der Bergkrhem vor- gestrecket. Wannern Gewercke seinem Weibe ein Leibgedinge an Bergkwercke verma¬ ch ?t.'sol solches auch im Vergkampt insBergkbuchverschrieben werden/ ohndassol es (wie auch alle andere conrraLtenchie der Bergkthcilhalber.ohn das Bergkhaupt- mans Bergkmeisters und Geschwornm wissen/ auffgericht und unverzelchntt ins Bergkbuchgeblieben)nichtigundunkrafftigseyn. Was sonsten der Weiber/Frewlicher Gerechtigkeit halbcr/auch mit den Arre- sien und Kummern/inFäücn/da bieLreäirorcs superpriorikare, handelen / Zit Rechtverschen/lassen wik in seinen Würden und Wesen bleiben. Fielen non solche llttputalionc5superpclorttarefür/ so sol obgesaßter Pro¬ test und kein anderer durch unserm Bergkmeistcr gehandeltwerden/ wer nun Inhalts desseibigen sein M vorbringet/der hat dessen billig zugeniessen/und die ungehorsamen zu entgelten. DerMAtt/mt Von Ungehorsamen der Beklagten nun Beklagter oder Beklagte zum vierdtenTermin nicht erschcinen/äuch ^A AHkeine Ehehaßt einbringen würden / so soll Klager bitten / den Beklagten Hch/sD^uss lernen Ungehorsam in der S-ach/darumb geklagt/ zuverurtheilen / und zu der Wülste mitanschmgenund außruffen für der Kirchen / wie gebräuchlich zu citi- rcn/dem sol also geleistet werden. Artttul Von der Hülffe zu ver Außbeute. beulst denLag/der zuderHülffeernamist / solderKläger bitten/ihm gkbürliche §^z -Oülfte umb seine Schuld und aussgewandte Unkost/zu dem Kuxe oderderAußr beu-e/daraust er seine Klagegeführek/zu thun. Da nun die Klageaust Außbeute gethan/und LieHülsse darzu gefuchk/sol der Bergkmcisier aust denviertzch/ndenTag darnach, dem Klagereinen schcisftlrchenBe- fcht/unter seinemPttichafti ändemAußtheilergebm/mitVermeldung/wie N.Brle» ftszciger GüldenvonN.Zeche/beschlosseueAußbeutesoN-zuständig/erstanden und e,k aget/auchdtt.Yülsteerlangethabe / deßhalbenerAmptshalbendem Kläger N. dieselbe Außbeute zu zustellen/dH auch der Außtheiler unweigerlich thun sol. R r iij 58. Wit zog Der fünffce Thest dkescrBergkordnung saget/ wie Dck58 Arttml. Wkcdtc Hülffcauff Bcegkrhetle geschehen sol. aber die Klage auffBergkthrile gangen / und die Wülste darzu gesuchek/ alsdann sol der Bergkmeister die Kufkrentzler für sich bescheiden / und mit <^^Äallem Fleiß bey ihnen erkunden/was die Lheildazumahl gölten / welches sie ihnenauch auff ihr Eydespflichk warhafftig berichten sollen / darnach soll äuffdie er- klagten und erstandene Lheil verholffen / und auff unsere Bergkmeisters undGe- schworneGütdüncken/aOffdasgleicheste keinemLheilzu Vortheiloder Abbruch ge- schäst werden» . , Were aber die Sache wichtig/so sol unser Bergkmeister / Schichtmeister und Vorsteher der Zechen/darein verheissen / auch andere unpartheyiiche Bergkleukrzü sich und den Gejchwornen ziehen/und mit derjelbigen Rath dieGchatzunge derBergk- theile vernehmen / wie Wir dann hiemit verordnen / daß ein jeder Schichtmeister/ Steiger oder Vorsteher der Zechen/und andere Bergkleute/öie allv erfordert werden/ sich sollen einstellen/und auff ihr Pflicht und Eydt/ damit sie Uns verwandt / die Schatzung der verholffenen Lheil machen helffett. Nach gechaner Hülffe und Schätzung / sollen die verholffene und geschätzte Lhril 14' Tage lang von beschehenerHülffe imGegenbuch unverruckt iiehen bleiben/ und so der Beklagte in denstlben i4.Lagen dieselben ablösen/die Schuld und Unkvst/ darumb verholffen ist/erlegen/sol er unverhindckt darzu gelassen werden. Weren aber die Bergktheil andern Gläubigern auch verpatzt/ die mit den Ver¬ heissenen umb den Vorkrit gezanckt/und die wolten das Pfand» mit Bezahlung des ersten Gläubigers an sich bringen/ihrer Schulden jich daran zu erholen / auff venFall sollen die verholffen Bergtheile ein Quartal/und Nicht länger unverruckek im Gegen¬ buch stehen bleiben/ nach Verflieffung desselben Qvartals/sol der Verheissene Gläu¬ biger chnn was seine Gelegenheit ist/ und niemand darum ferner zuantworken schul¬ dig jeyn / Weite auch der ander Gläubiger den ersten von denverholffen LHM abfinden/solerdie Zubussen zuerstatken verbunden jeyn / die Außbeuten aber bkibeff billig den Gläubiger/dem dieLhellzugejchriebenseym HcrxK.ÄrtM Gonauffgewankcr Zxpcns und Unkosten. Kläger seine auffgewante Unkost / beneben der Häupksache fordern rntß XH^erlangen würde/joler dieselben aussein Zettel ordentlich verzeichnen/und «uff xr^^dcnch)ülff Termin übergeben/diesol der Bergmeister und GeschworneW- ren und mässigen/unv nichk mehr dann so viel auff die Lirsrion,Botenlohn/Lxecu- ilon-Klage/Hülfftn/ Schreibgeldtund deßgleichen ordentlich außgeben ist / für tzxpens zulassen/uvd zu der ^)aupksutnma schlagen / die jol der Kläger beneben det ät)auptsumma/ auffden verholffen Lheilen oder Zechen bekommen/das HülffMi Mr sol m'cht höher/dann von einem Gülden ein Grosch genommen werden. Der^o. Atticuk. Da der Beklagte auff den ersten / andern / ßrittm oder vtrrdttn Termin erscheinet. AA^ZAnn aber der Beklagte auff den ersten/andern/ dritten und folgenden Ter» Cmin vorkömpt und gehorsam erfcheinek/sol derBergmeistetsampkleinenGc- VKZ^schwornen/beyde Parth nothdürsskig verhören/und sie gütlich zuvertragen/ Fleiß vorzuwenden/doch in allewege Klägers erlangten Rechten unschädlich / würde es nun gütlich vertragen/hätk es seinen Weg/ wo nicht/so folge man auff des M gers Ansuctzen/mit dem angefangenen Proceß. Würde aber der Gläubiger sich auff klare Brieffe und Siegel / die er irB Bergkbuch schreiben lassen/beruffen/un Beklagter dargegen erhebliche exce^tioncr, nos rs tm klagen und vechelffen solgchalten werden. -I9 nonnumcr3rLpccun!«,lo!ulioni8,scceprioni5r kransuLtionis und dergleichen vorwcnden/diesollenzugelassrn/aber sonst dem Kläger inhaltsdes Bergkbuchs/ ohn ungebürlicheAußflucht/schleunigberholffen werden. Dieweil aber je zu Zeiten die Proceß aus erheblichen Ursachen verzogen / die Quartal Rechnung gehalten/undGestalt der Gebewde / Zubussen angelegt werden/ darüberStreikvorfället/ob Klager oderBeklagttltdievorbejchriebene / bekümmerte oder angeklägte Bergktheile verzubuffen söl/Demselbigenzubegegnen/Setzen / ord¬ nen und wollen Wir/daß drtBeklagttsol schuldig >eyn die Zubufs nauff seine Lhcil biß die würckiiche Hülste und Schätzung ergangen selbst abzutragen^ Lheteerdasnicht/solderSchichtmeistcr/ehe und zuvor er die streitigen Theiil ins kLekristar setzet/dem Kläger/daß dieLheile nicht berlegkwerden vermelden/ und ihn verwarnen /daß er die Theile vorlege/mit derVerwarschawung - wo er die Zubus¬ sen nich^ erlegen würde/daß alsdann die Äergktheile/daraufgeklagt / ins Kcrarciat gesetzt werden sollen/darauffsolKlägeiv sofern er sein verhostse Recht wkl erhalten/ sich erbreten/daß er die Bergktheile vorlegen Wolle / aufsolch erbieten sol der Schicht- meisterdie Theileaus dem KekarNarlassem , Der Kläger aber sol jein Erbieten unserm Bergkmeister zuerkennen geben / auchdieZubussennchtigbtzahlen/und darauff bitten / daßerihmdiese.bigenTheil auyseinrechtmässrgeserbttten/wolkezuichretben lassen / dasselbigejol unser Bergk- meister zuthun schuldig seyn/auch voll stunden ast dem Gegenschreiber befehlen / daß er N.Bergthcile/die N.'in ansprache genommen/darguff Hülste gesucht / aber vom Beklagten nicht verzubussetworden/abe/und dem Klägtr N.zuschreiben sol/ dadurch sol der angestalter Proceß gäntzlich gefalien/dik Bergktheile ves Klägers eigen/ und er denBeklagten darumb ferner zu antworten/nichtschuldig seyn. Wannaber unserZehendtnerin fündigenZechen/inhaltsder Bergkordnunq/ öder sonst mit unsers Bergkhaupi mans vorwrss-n / auffdie Bergktheile etwas vor? leqt/solsolches für allen dingen abgezogen/und der/so die Lheil bekommen / solchen Vorlag zubezahlen schuldig seyn. Der 6t. Articul. Wann die Klage widerElnhetmische angrsttllet wird. A aber eine Klage und Hülste wider einen / so unjers Bergkmeisters Bott- ^^Mmäßigkeit unterworstcn/gethan und gejucht wü/de/sol in allermassen / Form ^^d'UNdGkstalk/wiecbengeordnet/procccliretundvollfahrest werden / allein/ daß die (Nation ohn Mittel wider die Person des beklagtest gestelletwerde/ Wann aber der Schuldiger nicht einheimisch/jondern Vielleichtflüchtig würde oderBergk, meister und Kläger nicht wüsten/wo er anzukrrffen seyn möchte/so sol er durch öffentli¬ che eäi'Lts zu'jcdermL ermin/an gewöhnacher stelle in dasBergkampt/wiegcbiäuch- lich/cuiretmndzum Überfluß durch einenGerichksfronen / drey vierzehentage nach tinanderfür der Kirchen oderRachhauß öffentlich fürgefodert werden. Der 62. Articub Wann dle Klage zu einer Zeche oder dersel¬ ben Dorrath geschche. L^M^änn jemandes seine Klage wider eine Zeche anstellen/und Hülste darzu oder derselben Vorarth bitten würde / da soll der Bergkmcister solch § den >r^^Vorstchern der Zechen / zum ersten Termin durch gebürstche Ladebriefe verkündigen / die eswerter anihreGewerckenodcrVorlegersollengeianden l s> n/ auch sol der Bergkmcister solches darneben anschlagen und außruffen lassen Aber zu dem andernLermin/sol er die Gcwerckcn nur durch einen Anschlagbrieffun öffent¬ liches Außruffen/fürmoen/ noch die Gewercken dessen in erster Litarlon verwarnen/ und barauffverfahren/mmassen wie oben gemeldet. 65. Wann z^oDer fünffteTße! l dicstrBcrzkordnungsagct/Me Der 6z. Atticul. Wann die vcrholffenc LheilAußbeut gebm/und Uberschuß dara» ftyn würde/wie cs damit zuhalttn. ^F^Ann nach gechaner Hülffe/andenvelhoGnenLheilcn/Außbeuk/ Bergk/ ?hH^Vorrachoder Gefällen Uberschuß bleiben würde / der so! dem Beklagten W^^/Lhcilaust sein fordern Zugutegehen/undzugesielletwerden/DaaberKläger an verholstcnenLheilen/Außbeutd oder Vorrach/ nicht volle Zahlung erlangen kön» te/follen ihm fernergebührliche Wege umb den Nachsiandt zujuchm / unbenommen ftyn. Der 64. Ärticul- Wte fichder Bergkmetster mit Verstattung des Kummers halten sol. einKummerzuversiatten/ beyunfermBerkgmeisier gesuchtwird/den (sol er nicht ohn gnugfame Bedacht und Erforschung der Umstände / wie im >S^)Eingangdiefes feinen Proceß berührt / verstauen / und in allewege/daes müglich ist/und sich leidenwil/den/wider weichem der Kummer begehret wird / für sich bescheiden/und seine Einrede/warumb er vermeinet/daß es nicht geschehen solle/ hören / und darnach der Billigkeit und Gelegenheit der Sachen / gemäß handeln. Würde nun ungeachtet deß Beklagten Verwenden/ der Kummer verstauet / soll ^rrcttgnt deaselbigen/wie Bergkrcchts Herkommen ist/in 6. Wochen endlich ab, hMen/wclcher ^rrcüum das nicht thäte/der fol feines Arrests verlustig seyn- DernAttttul. Was für Ordenung in der Hülffe/ zu brwegltchcu oder u nbeweglichen Gütern fol gehalten werden. ^^LlerleyMißbräuchesoanherogeübek/abzüleinen/ordnenWir/WannManhin- führe zu eimsSchichtmejsters oder Vorstandes Gütern (von wegen auW E^l^hender schulden) heiffen wil/ sol es wie folget/ gehalten werden. Ncmbüch die Hülffe soll am ersten zudesSchichmieistere ober Vorstandes beweglichen Gütern und fahrender Haabe gcthaii/also/daß damit nach erbahrer Schakttnge / die geklagten Schulden vergnügek/den Gewercken/ Arbeitern und andern/ss ferne sich die erstrecken / gelohnu werde/Da sich nun die beweglichen Güter zu endlicher Bezahlung nicht erstreckten/ fol solgendis zu unbeweglichen Gükem/alö Hauß/Hoff/Garten und dergleichen verholffeu werden. Und wann die Hülffe also zu Haust undHoffgechan/sol dasselbige Haust auff Befehl/ die negstfolgenden drey Ssntage für der Kirchen außgerrrffen und fiel geboten werden / Wer mm in solcher Zeit das meiste Kauffgclt für das Haust und andere unbewegliche Güter bieten würde/ dem soldas verkaufst werden / und wann die Schuld vom ersten Kauffgclde bezahlet/ selber Herr dcß tzausesandieUbermaß/wsfern etwas bleibet/gewiefen werden. Wann sich abcr kein Kauffman in benanter Zelt füiide/sol daß auff das glcicheste/keiiiem Theilzu Voreheil oder Schaden / durch die Gerichte geschähet / und die Gläubiger das also annehmen/sich ihrer Schulden damit vergnügen / und die Übermaß dem Schuldiger auff leid¬ liche Zeu und Eemessigung der Gerichte zahlen / Wann der Protest also gehalten sol er/unan« gesehen/ was darwider geredet werden möchte/für kräfftig geachtet und crkandt werden. Beschluß dieser Bergkordnung- Jese unsere Ordnung sol in allen Articuln / biß zu unserer Veränderung / die Wir Uns Obrigkeit/allzcit zu thun Vorbehalten / unverbrüchlich von jeder man gehalten werden/und was in dieser Ordnung nicht begriffen / oder ausgelrucki ist/ fol es bey gemeinen BergkRechtcn/und altem hergebrachten Bergkwercks Gebrauch bleiben. Es sollen auch unsere Amptleute/Bcrgkhauptman Bcrgkmeister und andere / so von Uns Befehl habm/fleissig und treulich darob seyn/und auffschcmdaß diese unsere Ordnung ftstiglch gehalten/Uiid wo anderst befunden/ gegen jedcrman mit Ernst gestrafft werde / Ws Wir auch dieselben unsere Amptlcute in dem säumig oder nachlässig befinden / sollen dieselben unser schweren und ernsten Straffe auch gewerrig scyn. Eisen* Boil der Eisenhütten Ordnung. ;ri ' DseHÜtten Ordnunss. Unser von Gottes Gnaden N. N. Hcrtzog zu N. und N. Vefchlen/ wie es hinführo in unserer Eiftn-Faetorey zu N. und auffden Hütten desOhrts sol gehalten werden. Der i. Articul. —. Vorkauff des Eisens. ^^IeweilUnS Hoher LandS-Fürstlicher Obrigkeit wegen nicht unbillig der <^e)VorkauffallesEistnS/ so in unsmn Fürstenthumb gemacht wird/vor an- -em umb die verordneten Bezahlung von unser» Hüttenmeistern undUnterthanm gebühret / in Betracht daß der Eisenstein / so in unserm Fürstenthumb gewonnen/ auch den Hüttenleuten von uns zu dero BehuffHoltz/ Köllen/ Wohnung und an- dereNodttdurfftgegönnet/uttd noch darüberdie Freyheit des Dienstes vor andern gegeben / gefolget und passreret wird / deßhalden Wir auch erheischender unserer Nohtturfft nach/ diese Ordnung verfertigen/ publicieren und außgehen lassen. Der r. Irtirnl. Das; alles Eisen in unstr Factorey gelicfferk und nichts davon anderswo verkaufft und verpar- tierct werde. Nfänglich ordnen und wollen Wir / demnach daß Zuverhütung averhand i^Verparticrung des Eisens/ und umb mehrerR'chtigkeit willen/ Wir billig den Vorkauff alles zweygeschmolyeu Eiserls/ Blech/ Wageiscn / Nadtschienen/ Pfiugherd/ Goßwrrck/ und was unsereHüttenmeister mehr machen und schmieden/ auchdeyihneudurchuuseruFactorjedesmahl zuverfertigen bestellet wird/in unsere Ersen-Factoreyzu N. an untadelbahrem guten Eisen / unfern Eisen-Factor und seinem Zugeordneten Gegenschreiber lieffern und überantworten / die ihnen alsobald dagegen nach der» verorneten Kauff/ ohne Verzug/ bezahlen sollen. Würde aber einer oder mehr von den Hüttenmeistern sich unterstehen/ einig Eisen/eswerezweyZeschmostzenS/Wsg- Eisen/Schienen oderGoßwertk/ anders wohin/ als in unsere Factorepzu NUieffern/verkauffen/verbeuten oder sonsten der- partiererr/der oder dieselben sollen dennassengestrafft werden/ daß ein ander ein bil¬ liges Abschew daran haben sol. Was aber sie die Hüttenmeister zu ihrer selbst eigenen Nohttmfft anEiftn bedürffen/dasselbesollen und wollen sie/angezogenerBehueff/und mehrnichtinne- behalten und zugebrauchen bemächtiget/ doch sollen sie solches Unfern Factor»/ Iu- Verhütung aller Verdacht/ anzuzeigen schuldig und pflichtig seyn. Wann sie aber Wasch-Eisen auffunsirnBergkwerck verkaufferi/daß solih¬ nen nachgelassen und erlaubt / jedoch bey -.o. Thaler Straff eingebunden seyn/sich dessen zuenthalten/biß zuvor unserFactor oder sein Gegenschreiber dessen berichtet/ was und wie viel/und wie tewer eiu Centner verkaufft/damit dasselbe durch unfern Hütteureuter uachgewogen/ und daSvon jedem ct zehen Pfennig in unsere Eisens Factorey entrichtet werde. Der z. Irticul. Daß recht Gewicht in der Factorey fey damit niemand rm Ein-und Außwegen verfotthii- let werde. ordnen und wollen auch/ daßdasGewicht recht suaMciret und stebt- ^s^richtig sey/damit niemand im ein; undaußwegen zurUngebükr verforthei- let/und darüber zu klagen/verursachet werde/und daß der Centner auffHundett und Ss zehen Der fünffte Theil dieser Bergkordnung saget/ zehen Pfundt/wie deSOHrts gebräuchlich/gerichtet/ und alles eingelieffert Eise«/ mit einrundaußwegen darnach rezulirer »sonsten auch in halbe und viertel Cent, ner verteilet werde. Dieweil aber -aS Gewichte nach langhelt der Zeit/ verschliessen thut/sol dasselbe des IahrS ein oder zweymahl nachgeeichnet/ nnd im Fall es unrecht befun¬ den/ hinwieder recht gemacht werden. Der 4. Articul. Von der schwere des Wageiscns/ und wie vici Wage auffcincn§cnmcrzu rechnen. S solauch daö gemeipe Wageisen/ deren drey Bund oder Wage auffeinen 8?VCentnergeachtet/jede Wageznz/.oderzs. Pfundt ungefthramGewichte/ Und nicht darunter gerechnet/eingenommen und wieder verkaufft werden. Oer 5. Articul. Den Hüttenmeistern anzuzcigen / was sie die künfftlge Wochen für Sorten an Elsen machen und lieffern sollen. ^^^^r wollen auch -aß denHütten-Gewerckeu alle Sonnabend/wann sie ihr v^^^Eiftn in unftrFactorey lieffern/ durch unser» FactoroderGegenschretbcr angezeiget werde/waS sie die künfftigeWochen fürSorlen anEiftn und Goßwerck/ nachGekegenheit uudBestellungdeSKauffmans/zu schmieden undzu giessen/liefern sollen/Und daSobgedachterFactorundftinezugeordnete/dieHüttengewerckenniii Ernst vermahnen/daß sie allesEiftn/waS sie verfertigen/ in unsere Factoreylieftrn/ und davon nicht das geringste rn ihre Häuser führen/tragen oder abseyen/nochauch an emtzelenStücken oderStäbenstn den Hütten auffeine andereZeit zu liesftrn/be- halten/Und da das verbliebe/ oderdißfalsimgeringstenArgwon undVerdachl ver« imrcket würde/ sollen sie alsdann bemächtiget seyn / Cammer und Kasten auffven Hütten zueröffnen/ urrd nach Befiudung solcher Untrem und Verpartieruug/ über hem Verlust des Eisens/nach gestalten Sachen ernstlich gestrafft werden. Der 6. Artiml. Cs solalles Cisen mit unserm und des Hüttcumci- sterö Märck bezeichnet werden. S sol ein jeder Hüttenmeister sei» Marck oder Zeichen/ und den erstenBuch« staben seinesTauffnahmenS/neben unserm Zeichen / unten mid oben/ auch VieIaHrzahl schlagen/ woferne das Eisen nicht tüchtig/ daß man sehen könne/ wel¬ cher Hüttenmeister solch untüchtig Eisen geschmiedet/ und sich gegen denselben mit her Straffe zuverfahren wisse. Der 7. Arttcul. Unser Etscn-Iattor und Gegcnschreiber/ sollen kein Eisen an ungewisse Orter verborgen. S sol auch unser Factor und Gegenschreiber/kein Eisen an ungewisse Oer- ter oder Kauffleute bringen und verkauffen/sondern was dißfals geschehet/ sollen sie auffsich nehmen/ und uns für die Bezahlung zu hafften/ schuldig seyn. ' Der s. Arrikul. Die Hüttenmeister sollen ihr Hüttenwerck fleissig treiben/ und zu rechter Jett Köllen und Eisenstein itt Vorath schaffen. W^TAnn einHSttenmeister seinHütkenwerck muhtwilligerWeise/still stehclies, >S4^se/unddieArbeiter nicht beforderte/ust in unftrFactorey keinEisen erbrin¬ gen würde/ sol derselbe oder sein Mitgewerckeri/ so offt daSgeschicht/ Thaler zur Straffe gebe/un über daSauchansernSchade/waSdesienachzugekegterRechnustg sich befinden wird/iu unftreEiftn-Fackorey auch gelten und erlegen. DO Bon der Eisenhütten Ordnung. zrr Begleichen -a einer oder mehrHütlemeister seumig seyn/ nrrd sein Hüt- tewerckzu rechter Zeit mit Eisenstein / Kolleu und anderer Nohtturfft nicht versor¬ gen/und ausdiesenUrsachenkeinEisen in unsereFactorey bringen und lieffern wür¬ den/der oder dieselben sollen ohn alle Gnade ihres Hüttenwercks entsetzet / und ei- mm andern/ der solch Hüttenwerck besser treiben kan/umb die Gebühr überlassen und eingethan werden. Der Articul. Daß der Hüttenreuter dem Factor bericht thue/ was für Köllen und Eisenfmn auff die Hütte geschaffet ist. L Eikdann die Nohtturfft erfordert/daß in drögerZeit und angebeirdenFrü- vS4^)ling/ Eisenstein auff den Hüttenhoff verschaffet / und dreKollhäy zu rechter Zeit mit nohttürfftigen Holtzhäwern belegt werden müssen/darzu ein son¬ derlicher Vorlag vonnöhten ist/zu pero Behueffdann bey unsemFactoru alberejtS Anordnung gemacht / Als sol unser Hüttenreuter SenVorrccht uffn Hüttenhoffin Augenschein nehmen/ fleissige Auffsrcht haben/und davon uriserm Factor undGe- geoschreiber in ihrer Zusammenkunfft/ was etwa dieWochen über für Vorraht ge¬ schaffet/ bericht thun/ damit derselbe Gewercke aus unserFactorey / nach Gelegeu- heitdesselbcu Vorrahts/ und sonsten zu seinerNohtturfft nach/ verlegt werde/ oder auchgegenAbrechnung solchesVorrahts/der vorgestreckte Vorkag/Hrnwieder in¬ nebehalten werde/Zu welchemVorlagc dann unstrHüttenreuter neben denHütten- gewerckenzu antworten schuldig seynsol/UnsauchüberdassolcheHütten für al¬ len andern Lreäirorn auffallen fall kypOtkeci ret und verpfändet seyn. Der ro. Articul. Der HüttcmcutersolWöchmdtlich dieEiscnsiemgru- den und Kollhäy bereiten/ damit kein mangel an Etscn- stein und KoLen auff den Hütten sey. . S sol auch unser Hüttemeuter vermög seines AmptS/ die Hütten un-Koll- c^häy Wöchendtlich bereiten / und fleissige Auffficht haben/ daß an Wö¬ chentlicher LrefferungdeS bestaltcnEisens oder Goßwercks/ keiliMangekfürfallen «rüge/ Item/daß über das erlaubte Wascheisen nicht meh r verka ufft und abgefüh- ret werde/ Es sol auch der Hüttenreuter WöchentlichdteElsensteirkgruben befah- ren/und sehen/ wie in den Gruben gebawet und gezimmert wird/und fürnewblich dahinsehen/daßguterreinerEisensteingelanget/undrechtgemessen werde/ Item/ daß die Köllen von den Hütten und aus den Kollhäyen / durch die Förster / Köler und Fuhrleute/ den Schmieden in Städten und Dörffern nicht verkaufst oder ver¬ parkterer werden. Da nun der eine oder der ander hierüber betreten würde/sol derjenige von einem Sacke mit Köllen einens Thaler/ für einen Karn z. Thaler / und von einem Fuder 6. Thaler Straffe/ unnachlässig zuentrichten/verfallcn seyn / Wofern aber mehrUntrew mit unterliesse/ auffsolchenfallsolderUberträter angehalten/ und bey unsermBerghauptman bescheids erholen. Der». Irticul. Der Factor und Gegenschmber/ sollen wöchentlich die Hütten bereiten/ und zusehmz daß sie mit Kolkn und Eisenstein nohttürffliglich versehen seyn. auch unser Factor und Gegenschreibergleichfals verpflicht seyn/ <^^Äwöchentlich wann sie wegen Verkauffung des Eisens/ und sonsten an¬ derer Geschäffte halber abseyn können / einer umb den andern die Hütten zube- reiten/und dahin sehen/daß die Gewercken den Sommer über ihre Hütten mit nodt- turfftigen Eisenstein und Köllen versehen / damit in Erstattung des empfangenen Ss ij Vor- Der ftmffteTheil dieserBergksrdnung saget/ Verlags / wöchentlich so viel Eisen in unsere Factorey geschaffet werde / daß der Vorlag nach Gelegenheit wieder abgerechnet werden müge/ Es sok auch unser Fa¬ ctor/zu Verhütung allerhand Unrichtigkeit/ mit den Hüttenmeistern eineigenQui- tanybuch halten/ darein der Vorlag/ und Einnahme derHütlemGewerckenwie auch den Abgang/gegen einander ordentlich verzeichnen/damiteinersowolalSder ander/umb solche Außgave de-Vorlags und Einnahm des Eisens/ wissenschafft haben mag/und davon zu jederzeit / rechenschafft geben könne / dasselbe fein rein ge¬ schrieben/ undjedesmahls m» dey die Quartal-Rechnung bringen. Der rr. ^lrticul. Von Vorlag der Hüttenmeister aus unser Fattorey. daß zu zeiten wegen Mangelung Wassers/ <^^Äund dannauch dieHüttemeister wegen dessen/daß sie den Verlagauff den Eisenstein und Kollen/mcht allemahl haben können/stille liegenundstilleha!« ten müssen / So find wirgemeiner/damit die Hüttenmeister unv das Hüttenwerck umb so viel mehr befördert werde / und sich niemandt zuentschuldigen habe / daß es jhme am Vorlag mangele/ die Anordnung zuthun / daß/ wann ihm von unserm Hüttenreuterin zeit des stillhaltens / wöchentlich Stein zugemessen wird / und den Sonnabend solches unserm Factor von unserm Hüttenrevter/ inbeyftyndeSHüt- tenmeisters/verzeichnet/waSerempfangen/überreichetwird/ und dassekbezu Regi¬ ster schreiben/Alsdann sol berürter unser Factor solchenVorlag mitGelde/unscrut- wegen/ gegen gnugsahme Qmtantz/ außgeben/welchen Vortag auch die Hütten¬ leute von unserm Factor zu bolen / schuldig seyn sollen/ Jedoch dergestalt/ sobald das Hüttenwerck wieder umbgebet/ schmieden / und das Eisen in unsere Factorey lieffem/ daß alsdann unser Factor einem jeden solchen Vorlag/von Wochen zu Wochen/gegenwiederHeraußgebimgderÜmtantz/am Eisen allemahl etwas ab¬ rechnen und abziehen sol. Der iz. Articul. DerHüttenreuiersolauchdrewöchentlichEiseir-Sin- nahm/ und wohm es verkaufft/ fleissig auffzeichmn/ und in derQuartal-Rechnung mit übergeben. ^^sMgleichensolauchunserHüttenreuternichtalleindiewöchentlicheEmnah- O^meundAußgabede^EisenS/wasvonjederHütteneinkömptunddavonver- kaufft/sonderuauch an wasQrts/Slädt oderDorff/ solches geladen und Verfahren wird/ fleissig auffzeichmn/ und mit ihrer Quartal-Rechnung übergeben. Der 14. Articul. Das kein Hüttenmeister sein Fuhr: oder Mister- Knecht / für sich selbst Eisen schmieden oder schmieden zu lassen/verlauben sok. ?^HLIr befehlen/ordnen und wollen auch/ daß zu Verhütung allerkandPar- vS^Itierung/keinHüttk/FuhrroderMeister-Kliecht/fürstch selbst Eisen schmie¬ den oder schmieden lasse/ und daß keiner unser Hüttenmeister solches seinem Fuhr: oder Meister-Knecht gestatte oder verhenge/und da jemand hier wider handeln wür¬ de/ sol uns derselbige in 5. Tbalex Straffe gefallen seyn. Woferne aber einereinen guten Knecht dingete/und denselben zur Liebnuß ein oder mehr Eisen zu schmieden/ nachgebe/ sol nicht- destoweniger der Hütten¬ meister schuldig und pflichtig seyn/ des Knechte- gemachtes Eisen/in unsere Facto¬ rey zu Keffern/ und dasselbe nirgend ander- wohin wenden/ oder verkauften/bey Straffe s. Thaler- Die Von der Eisenhütten Ordnung. zrz Der 15. Arkicul. Die Hüttm-Gewercken sollen kein Goßwerckin Sandt oder Lehmen giessen/ esfty dann zuvor von un- E, ferm Factor bey ihnen bestellet- S sollen auch die Hütten-Gcwercke« kein Goßtverck in Sandt oder Lehs ^Nmen zu giessen bemächtiget seyn/ eS sey dann zuvor von unserm Factor/ und seinen zugeordneten- bey ihnen bestellet/ Wie imgleichen auch keine gegossene Ku¬ geln/ Geschütz oder andere Munition, ohne Unser« oder unserS Bergkhauptmans auMuckltchcn befehlig/ schmieden oder giessen lassen/ sondern wag für Eisen bey ihnen bestellet/ an gutem reinen und kauffdahren Eise»« schmieden / giessen / und in unser Factorey Keffern. Der l§. Zirticul. Der Hüttenrcuter sol unter den Hüttenmeistern und K ölcrn/ gute Richtigkeit halten. 2^^Erner sol auch berürter unscr Hüttenreuter/ unter den Eisensteinern/Kö- Ollern undHütren'Gcwerlken/wegen der Kollhäyund Eisenstein/Richtig¬ keit halten / dergestalt / daß sie sämptlich der wöchentlichen Ltefferung Halber/ mit einander einig seyn. Er sol sich auch mit ihnen umb das Brennkohn/Staitegelt und Masse hal¬ ber/nach jedeSHäy Gelegenheit/undBeschaffnng derHöltzung/hamit sie beydc da- bey bleiben können/vergleichen/Svnsten sol er der wöchenklichenAblohnung halber/ wie aufsdenBergkwercken gebräuchlich/ Gewißheit machen/ das sich darüber kein Theil zubeßlagenhabe/ Würde ober einer oder der ander Theil - mit seiner Verglei- chunguicht zu frieden seyn/sollen sie anunsernBergkhauptmanverwiesenwerden. Der r?. Irtieul. Unser Eisen-Factor sol allem Volek mit dahrem Gelde/ und nicht mit oder Wahren lohnen. '^H^Amitsich die Hüttenmeister und ander Volek/ über unfern Eifen-Factor/ <^^Äwegen desLohnens/nichtzlrbeklagen Haben/So ordnen und befehlenWir ihme gedachtem unserm Factor/ blemit ernstlich/ daß er alle Sonnabend das Ei¬ sen/ so ibme die Hitkenmeister gelieffert und zuwegen/ohneVerzug bezahle/damit sie ihren Hütten r Kölern und Arbeits-Volck/ des Sonnabends wiederumb lohnen können/Wie Ungleichen auch allem andern Volck/denen er zu lohnen schuldig/mit babrem Gelde und Müny/ ebener massen/ wie er dasselbe aus unser Zahl-Cammer empfanget/und nicht mjt?roviLllroderWahren!ohrien/nychan ungewisieSchul- den verweisen/beyEntsetzungseinesDienstes/undharterLeibeS-Straff. Der is. Micul. Hüttenmeister/ Bcrgklcute und Arbeiter/ sollen sich unter einander friedlich halten. /MftIrwollen auch / daß sich die Hüttenmeister / zu jederzeit die Bergkleute/ vr-Z^HüttenvolckundArbeitek/mitderZahlungdesEjsenstems/uttdjhresver- dienten Lohn/ und ander« gebührliche« Dingen/ aller Btlligkeik/ihnen selbst zu Be¬ förderung ihres Hüttenwerks/ftiedlich verhalten/ daß derowegen unser Bergk- hauptmann zu gebührlichen Einsehen/ nicht verursachet werde. Wann sichs aber begibi/daß SieHüttenmeisteremitihrenArbeitern/Schul- den undanpernSachen halber zu thunde urld zu klagen/verursachet würden/baß die solches bey unserm Fsckor und Hüttenreurer suchen sollen / die dann Krafft dieser Ss ti/ unser Der fünffte Theil dieser Bergkordnung saget/ rmserOrdmrng befehligt seyn und macht haben sollen/ so ferne die Anforderung bei weißlich/und Beklagter deren geständig / dem Beklagten der Gebühr nach Mr- hekffen/ wie da-auffBergkstätten gebräuchlich ist. DerAnticul. Von Unwillen / Scheltworten und Schlä, gcrcy/ auff dcn Hütten und in den Kollhäyen. ^^^LAnn unterden Hüttenleuten auffden Hütten oder Kollhäyen/ Unwille/ ^S^OSchlägerey und Scheltwort sich begeben und zukragen würden/ sot unser HüttenreutervonAmptswegen sich darzwischm schlagen/ sie erngenssene Mß- Vorstände m derGüte auffhcben/ und ihnen der Gebühr unter sagen/ Köndte es aber bey ihnen kein Gehör haben/oder es weren thrne sonsten dicDinge ihrerWichtigkeit nach/zu hoch/ sol er dieKlage fürs Bergkgerichte bringen/ und sich daselbst gebühr« licheS Beschcidts erholen/ Insonderheit auch auffsokch Hüttenvolck fleissgAuff, ficht haben/daß sich daselbst keine verdächtige Persohnenauffenkhalken/ auch den Hüttenmeistern nicht zugcbsn/ daß sie übermässig Vieh halten/ sondern nicht mehr/ als ihnen vor Alters zuhalten/nachgebcn und verstärket worden ist. Der 20. Artiml. Daß sich kein Hüttcnmeister/Hürteiwolck/Kölcr und Fuhrleute/ keinerlcy Weise an unftrm Factor/ Gegenschreiber und Hüttenreuter/mit Scheltworten undgewaltsahmer Weise/ vergreiffen sollen. S sol auch allen Hüttengewercken / und die sich sonsten unser Factorey nO Hütten gebrauchen/hiemit ernstlich eingebunden und verbotten seyn/sichkei- rrerleyWeise an unsermZactor/ Gegenschreiber und Hüttenreuter / mit unnützen oder ehrenrührigen Cborken zuvergreiffen / noch sichanderer gestalt zur Ungebühr gegen sie vernehmen lassen / sondern was ein jeder bey einem cperandcm zuvmich, ten hat/dassclbe mit Bescheidenheit Vorbringen/ und da einer oder mehr üderdie ge- uandte Amptspersohneri zu klagen/oder auch zwischen ihnen und andern Mangel vorsiele/sol solchesbcy unscrm Bergkhauptman gesuchet werden. Imfallaber xericulum in mora und die Sachen dermassen beschaffen/ daß er sichdttsck ben fürstine Persokn zn unternehmenBedenckens hetce/auffdenFaü dieBeschch fenheitan UuSgelangeu zu lassen/und darauffBescheidt- erwarten. Der 2». Artlcul. Das Hüttenvolck / Köler und Fuhrleute/ nicht zuverleiben/ biß sie ihre versprochene Jeit außge- dienet haben. dem sol auch unftrHüttenreuter nicht zulasseu/daß einer dem andern seinge- dingtes Gesinde/an Bergkleuten/ Kölern undFuhrleuten/ inwendig versM chenerZeit/aus seinerArbeit/mitGeschenck oder Gaben abspannen und an sichzie- He/So Sa der eine oder ander sich dessen zurUngebühr/ unterstehen würde/ sol dersel- LejedeSmabl6.Tha!erStraffe/unnachlässigberfallenseyn/Wieauchderjenige/ welcher sich gedachter maffen auffsprechen undwieder annehmen lässet/nach Gele¬ genheit mitGefängnuß gestrafft werden/Wie dann imgleichen/da obbemeltePerfo- nen/welchesiehmiteinemHüttengewerckenanffgewisseAeitoderIahr/seinHütten- werck mit ihrer Handarbertzubefordern/ eingelassen/deine aber zuwider/inSom- merSwderWinterS«Zeiten/wann man ihrer am meisten zu thun bat/obne erhebliche Ursachen außtreten/und ihrem Herrn zu Schaden die Arbeit liegen lassen/der oder dieselben sollen angebalren/ ern zeitlang mit gefäncklicher Hofft belegt/ sonsten auch «achErkänhtriuß unser-Factor-/an Gelds gestrafft/Und im fall sie sich frembder Arbeit Don der Eisenhütten Ordnung. ? 2 4 Urbeikzu vuternehMen/gelüste» liessen/sollen sie slßbald außgelriebctt/undim Für- stemhumb keineSWegeS gelitten oder geduldet werden. Der rr. Nrticul. Daß kein Auffsatz mitdenSisensicin/ Kotten / Gesind: und Fuhrlohn gemacht werde. f^tIrordmn auch / daß kein Hüttenmeister oder Hammerschmidt / yh» vKj^Dorwissenun HinterwertsunsereEisenFattors/HüttenrenterSundGe- schtvomen/tinigenAuffsayiMEisensiein/KauffundauchimFuhrlohn/wederheimb' iich oder öffentlich mache/ noch auch ihren Knechten gestatten nnd nachgeben/Eiserr- stein zu kauffeu/ oder denselben von der Gruben in Fässern/ Kiepen oder Säcken ab- zuführen/wegzubringeu undzuverpartiereu/bey straffz-Thaler. Der -z. Nrticul- Die Hüttenmeister sollen mit ernst zu gebür- sicher Bezahlung der Köler: und Hütten- volcks/ungehalten werden. ^M Amit auch den Gewercken und Hüttenleuten lngemein/ ihres verdienten <^TLohns halber/ keine Unrichtigkeit Vorfällen müge) Als sol unser Factor dieGewercken zu gebrülichrrbezahlung uvdabfindung/ vlttaüemernstzum öfftern ermahneu/Da aber solche Aujfiadung keine statt finden/ und dißfals von de« Hüt- tenleutenrechtuiesslger weisse geklagt/ und fie die Hütttogewercken dagegen mlt be¬ stände nichts erheblicheSeinMndeükönten / auffsüchen fall sol dem Kläger» durch unfern Factoni zu der bezahlungverholffen werden. Würde aber solche Schuldt nicht von -en Hüttcngewerckev/ sondern an¬ ders woher rühren / damit den Hüttengewercken an ihrem Geld« in unser Factorey/ kein eingriffoder hülffegeschrhe undvrrhenget werde/soldieKlage angebühren-e ör¬ ter gewiesen werden. Der 14» Articul. Der Hütenvogt sol auffjeder Hütten em rechtKotten-Maß haben. >^^l Auu't auch -re Mer/ so woldie Hütten Gewercken/ -er abiadung/KoVen ^^ÄauSdcn Hayev/etgendtlichgewtßbeituud nachrichtung Habey mügen/Sd sol lmserHüttenreuter auffjeder Hütten ein recht Kotten Maß verschaffen/ damit rechte Masse geliefert werde / Es sol aber mit den Massen also gehalten werden: Waun die Körbegroß seyn/und etwan is.Maß halte» / und auff den Hütte» nicht mehr als i4. daraus gemessen werden/ so! der Hüttenmeister oder Gewercke Diesel- bige für voüstendige rz Maß anuehmen und dakür bezalen/was aber unter r4-Maß befunden wird/sol demKöler an der bezalung gekürtzet werden/Wann aber dieKoü- häy sehr weit von den Hütten seyn/sol waniz. fürix. passieren lassen. Der rx. Jrticu!. Daß unser Eisen Factor zu N. Wöchentlich einen Iußzug mache/was für Eisen von gM jeder Hütten einkommen ist. S sol auch linier EisenFactor daselbst/ alle Wochen einen Außzug/ nach ^Vgegcuwerkigem kormular machen/wie viel/ und was für Eisen einjederHüt- tenmeisterdie Wochen über/gemacht/ unhin unsere Factoreygeliefert hat / undun- serm Bergkhauptmau zustillen / welcher UnS denselben wol fernerwird zuzuschi¬ cken wissen/damit wir bericht habe» wügeu/wie der Eisenhandelgetriebenwird/auch jedeßrnalr in diesem Anßznge/ so wol -en Quartal Rechnungen ixecikicireo, wo¬ hin-aS Eisen verkaufft ist. Wochen- Dersünffte THcildieser Bergkordnung saget/ ^o. r. Wochenzettel oder^xE der Eiftn-Factorey zu N.das Quarta« I<5is. r6. Dir Von der Eisenhütten Ordnung. z 2 5 Der r§. Arttcul. Die Kollhäp in weiten und nahen Forst zu le-- gen und die Versetzung zu thun/ daß die versproche¬ ne Köllen wöchentlich Meffert werden» ^,S sol auch unser Hüttenreuter mit allem Fleiß -ieKollhay/ wie sie vonu»- fern Ober-Förstern außgewiesen seyn/und zu einer jeden Hütten verordnet/ sie sind weit oder nahe gelegen/ohne Ansehen der Persohn/ amveisen/ und sich dar- von kein Geschenck oderGabe abhalten la ssen/sondem bey den Kölern in denHäyen hin und wieder/ Anregung thun/damit die versprochene Kollert wöchentlich gemacht werden/Er sol auch bey den HüttemGewercken die Verschaffung thun/daß inAb- holung deroselben keine Saumnuß sey/ und also die Koüen dem Köler zu Schaden und Nachtheil nicht liegen bleiben oder verbrennen. Derr?. Aticul. Daß diese Eisenhütten Ordnung in unserer Faclorep/ Jährlich einmahl/ als den Sor.tag^-e^ in Gegenwart der Hüttenmeister/Schmiede/ Köler/ Holtzhäwer/Fuhr r und Bergk- leuteu öffentlich publiciret und verlesen werde» >^^AAmit nun niemandtsich einiger Unwissenheit zubeklagen haben möge/ <^^AlS befehlen Wir mit Gnaden/ und wollen//daß diese unsere wolmeinent- liche Ordnung / in unser Factorey/in Gegenwart der sämptlichenBergkleute oder Eisensteiner/Hüttenmeister/Schmieden/Köler/Holtzhäwer und anderer publici- ret und verlesen werde/ und baß alsdann auch unser verordneterGegenschmber und Hüktenreuter denselben vorgestellet/ und sich nach ihnen / so viel diese unsere Ord¬ nung vermag/derGebührzurichten/allgekündiget werden» Leylich weilnicht unbillig/-aß Wir Uns gegen obgesatzteS/ mit aller Folge und Gebühr hinwieder verseh« und verwahret seyn/Als sollen die zum Bergk-Sa¬ chen verordnete/ oder etliche ibreS Mittels / welche sie darzujedeSmahlS6epuriren und verordnen werden/so offt die Rechnung geschehen / und eingenommen werden/ den auffden Hütten und Factoreyen berechneten Vorath zubesichtigen/ und von der befundenen Beschaffenheit/nach verrichten Dmgev/ gebührliche Relation ein« zubringen/schuldig seyn. Wir bebalten UnS aber diese unsere Eisenhüttm Ordnung/nachGelegenheit -er Zeit/wann es Uns gefällig/un-Wirfür nöbtig zu seyn/ erach- ten/dieselbe zu mindern und zu mehren/ hiemit außtrürk- tich bevor / Zu Urkundt haben Wir Uns rc» S s Nij Eisenstein Der fünffte Thal dieser Bcrgkordnung saget/ MenM-OrdnutG Gottes Gnaden Wir N. N. Hcrtzog zu N. und Fü- gen unserm Eisen-Factorn/ Gegenschreiberu/ Hültenreuter/ Hüttenmei¬ stern und Hammerschmieden / Inhabern und Gewerckcn/der Eisensteingruben zu N« nnd allen andern/ so sich unftrsEisen-Hüttenwerckes ernehren/gebrauchen/und damit umbgehen/ hiemitgnädig zu wissen/ baß Wir ans denOuartal-Rechnungm unser EisemFactorey befunden/daß gantz nachlässig und parkheilich in unsermFür- sienthumbN« mildem Eisenstein / Köllen und Eisen / in den Hütten und auffdm Eisen^Gruben des Eisensteins/umbgangrn nnd gehandelt wirb / daß unserBestcö und Ser allgemeiner Nutz nicht/ besonder» ein jeder seinen eigenenVorlheil undGe- rvirm darunter sucht/damit solche Verparthierung und eingensseneUnkrew/abge- schaffet/alle Sachen in unserer Eisen-Faclorey/in den Hütten und Eisensteiugni» den/richtig zugehen/und männiglichen/der daselbst seine Nahrung uudHandthie- rung mit kauften und verfuhren des Eisensteins hat/die Billigkelt begegnen müge/ haben WirLandesFürstlicher Obrigkeit halber/nohtwendig erachtet/in diesem ei¬ ne gute nützliche Ordnung zumachen/ wie Wirdann hiemit dieselbige nachfolgeM Gestalk/Haben publiciren lassen/ Begehren und befehlen darauffnnsermEiftn- Factor/Gegenschreiber/Hüttenreuter und andern unsern daselbst verordmtenDie- uern/ daß diese unsereOrdnung in allen Punkten undArticuln fästiglich/ bey Velt rneydung unserer Ungrrade/ und barwider nicht gehandelt werde. Der i. Articul. Die Eisenstcincr sollen des Hcrrendicnstcs erlassen ftyn. Rstlich geben Wir aus Gnaden frcy/ daß zu Befodcrung des allgemeinen Nutzes/Besserung undErweiterung unsersEtsemHüttenwertLS unddcs- selben Gruben/männiglich/undfürnemblich unfern Einwohnern zu N> und andern daselbst umbhergelegenen Dörffern/ nach Eisenstein schörffen/schremen/smcken undkengcn mag/nndwerattsunsemEmptemundBergkstallenansolchettOhrtm arbeitet / wöchenliich und täglich gesehen / und in keiner andern Arbeit/ noch auch Krügen / Bier und Bauchen gefundeuwird/ dessen ansferfordern/ genugsahmen Schein und Beweist/ bringen kan/ der oder dieselben sollen in unserm Land ihres Herrendienstes frcy seyn/ und die Zeit über erlassen werden/Imfall aber/einer oder mebraußgiengen/als wolten sie zuFortsetzuug undBeforderung uuserSEisenbergk» werckes/ schörffen/ und würden nichts au treffen/ und müssig/ oder ihren eigenen Ge- schäfften undArbeit/ nachgehen/Oder auch dieBergkleute undUntersassen/soauff die Gruben und zum Hüttenwerch/ Köllen und Eisenstein zuführen/ verordnet ftyn/ und solches der Gebühr nach/ nicht befördern würden/dem oderdenselben sol weder jetzt nochkünfftigeinige Dienstfreyunggestattetnochnachgegeben werden. Der 2. Articul. o Don Muhten des Eisensteins. Andern geben Wir auch hiemit und in Krafft dieser Ordnung nach/daß wann einer oder mehr nach Eisenstein schörffen/und Eisenstein erbawenwür- den/der unserm Eisen^Bergkwerche dienlich und nützlich/ der oder dieselben sollen und mügen sich mit solcher Gruben durch unsern Bergkmeister/ wie auch andern uns fern Bergkstätten geschicht/ nach Bergkwercks Ahrt/ Recht «lid Gebrauch / umb einen guten Groschen belehnen lassen. Da aber einer oder mehr sich belehnen la ssen/ und dieses verschweigen / auch msere Ordnung in diesem übertreten würden/ der oder dieselben sollen der Gruben MS Von der Eisenstein Ordnung. zr6 Ms auffgewanten Kosten/ verlustige!/ und ms Gefreyegefallen seyn/Imgleichen/ da einer oder mehr Eisenstein erbawen würde/ sollen sie denselben für die Gruben siürtzen/davon nichts verkauften/ noch vondeuGrubenverfübren und kommen las- ftn/eS sey dann vorerst dieses unser» Hüttenreuter oder Bergkvogt augezeiget/ und Von ihmegewardieret/Iedoch aber alles mttdiesem Bescheide und Vorbehalt/daß jolcher Eisenstein / wann derselbe von unser»» Bergkvogt gemessen und wardiem/ dey LQ.TdalerStraff/ausmisermAürstenthumbundLanden/ttichtgesiattet/noch anandere Ortergeführet werden/Undfernrr/da einervdermehrEifenstem ungemes- senjohnevorwissenunserSBergkmeisters/voneiner oderderandern Grubkn/be,m- lich oder vftentltch/oder auch einem andern von/etner Gruben etwas weg zu führen/ verstaue/der oder lneselbHe sollen Wagen/ Karren und Pferve/ und Uns ferner in ro. Thaler sampl dein Eisenstein/ in Straffgefallen seyn. K Der z. Zrticul. Vom vermessen der Eisenstein-Gruden. Tem/Wir ordnen und wollen auch/ daß einem jeden/ der obberütterGestalt OÄschörffen/von unsermBergkmeister i'l einer jeglichen Gruben rr Lachter lang und breit / belehnet und gewähret werden/ Und da nun hierwider emer dem an¬ dern Eingriff lhun würde/ öarauff unser Bergkmeister und Geschwornegnte Ach¬ tung haben soüen/sol unscrBergkmeister muVorwissen de-FaclcrS/und seinen ge- ordneteuGeschworneu/dieselbigen umb die Gebühr/ und mit der Masse oderLach- tern/entscheideu/der Übertreter abersol uns in ro. Thaler Straffe gefallen seyn. Würde sichSaber begeben/daßein BergkmanneiueZechen bawete/und böses Wetters balberdarmnenicht arbeiten köndte/oderaucbUnvermüges halber diesel¬ ben zubawen/ sich beschwerte/ sol unserBergkmeister Macht baben/mnVorwissen unsers Factors undderGeschwornen/ demselben 4. Wochenlang / Zeit zu geben/ auffMmel und Wege gedencken/ dieGruben zuerbawen/ und in guten Wollstandt zu bringm. Umfall aber der Bergkmann die Gruben innerhalb obgesayter Zeit/ nicht mit Arbeitern belegen würde/sol unser Bergkmeister Macht haben/ dieselbige Gruben einem andern umb dieGrbühr/dieser unser Ordnung uach/zuverleHen» Der 4. Arttcul. VoubesttttigendesEisenstkin^. ^^LIr setzen und ordnen auch/daß aller Eisenstem/soakbereitin unserFürsten- xr^^thumb/Graffnmd Herrschafftenerbawet ist / und noch künfftig erbawet wird/mit ihren zugekörenden Massen) als sich auffEisensteingruben gebühret und gebräuchlichist/so vonunsermBergkmeistergemuhtet/ und in Leben auftgenom- men worden/ Derselbige Muht oder Lebenträger sol ihme von der Zeit an/ da er ihn gemubtet/innerhalb 4. Wochen bestättigen lassen/und für solche Bestätigung/ dem Bergkmeister ein Fuder Eisenstein / oder so viel ein Fuder gilt/ zu Lehengelt geben. Der 5. Artr'cuk. Auff einem newm entblöstenCisenstein-GanM so! nicht mehr dann eine Fundtgrube und negste Maß/Vorlieben werden. ^^tAnnsichsaberzutrnge/ daß ein Bergkmann auffememnewenfteksn-en ^Ä^Gang/ Eisenstein entblössenwürde/ und die Muhtung einlegt/ so sol ihme Von unfern Bergkmeister nicht mehr/dann eine Fundtgrube und eine negste Maaß/ vorliehen werden- St » s.Auff Der fünffte Theil dieser Bergkordnung sagch Der s. Articul. Auff ein Uetz sollen 2 8. Lachter in die län- ge und -rette ins Gefierdte vorliehen werden. A aber einerein Fletzentblössen würde/da Eisenstein breche / so sol ihm von unserm Bergkmeister zn einem Lehen nicht mehr dann rs. Lachter t« die länge und rS. Lachter in die breite verliehen werden» Der 7. Flrticul. Keine alte Zeche sol frei) gemacht werden/ fle gebe dann ein Fuder Stern/ oder was es gilt» S solauch keine alte Zeche auffgenommen odergemuhtet werden/ es fey ^S^danndieselbige durch unfern Bergkmeister oder Geschworne zuvor frry ge¬ macht. Der s. Articul. Welcher Eisensteiner in 4. Wochen nicht ba- wet/ oder die Frist suchet/ sol ins Frey ge¬ fallen seyn. S sol auch ein jeder der Gänge oder Fley / auff Eisenstein gemuhtet und auffgenommen/dieselben innerhalb 4. Wochen bestattigen und belegen/und tn bawlichem Wesen erhalten/ es were dann / daß er Wetters oder Wassers halber nicht bawen köndte/so sol er solches bey unserm Bergkmeister suchen / alsdann svl er ihme nach Gelegenheit der Gruben/ Frist geben/ wo er aber das nicht thut/ sol er feiner Muhtung verlusiiget seyn/und dieselbige Belehnung unsheim/ und in unser FreyrS gefallen seyn. Der 9. Articul. Dem Erbstollm sol das 9. Maaß/ wie imgleiche» auch der Hie- gefolget werden. auff Eisensteinein Erbstolle getrieben wird/der die Stollen Erbtäuffe <^^ö)erlanget/ und meine Zeche oderMaaßeinkömpt/dem sol daSp.Maaß/und waS er nach Stollen Gerechtigkeit hawen mag/ es sey auffstreichenden Gängen ober Fleyen/gefolget undgegeben werden. Der ro. Artieuk. Daß von einer Zeche oder Maß 1. Quartal s.^Q.uatember Geltgegeben werde. S sollen auch die Bergkleute/dieauff Eisenstein arbeiten/undLehngewuh- tet haben/ alle Quartal von den Massen oderZechen 6. H Quateinber-Gelt/ unserm Bergkmeister zu reichen und zu geben/ schuldig seyn. Der»i.8lrticul. Ein feder Hüttenmeister sol mit seinen Eisen- steinern ein Kärbholtz halten/ und von einem jeden Maß/ so abgeführet wird/ eimn Pfenning inne behalten. Ann em Hüttenmeister von den Bergkleuten würde Eisenstein abMre» lassen/sosolibmederSteinauffmBergezugemeffenwerden/Und wieviel Maß dessen abgeführet wird/ sol er mit dem Bergkmann ein Kärbholy halten/und bey seinem Pflichten/ damit er UnS verwandt/ alleMaßauffschneiden/uttdden BerMulenvon jedernMaß einen Pfenniginne behalten / undske Wochen ovee Leh«- Von der Wnstcin Ordnung. LohnM/unserm Factor die Kärbhöltzer sa mpt dem Gelds geben / welches hiuwie- belnmban armekrancke unvermögene Bergkleute solangewendet werben. Der ir. Zrticul» Der Eisenstein sol durch einen Beäpdigten Zer- rennerprobterer werden» S sol auch keiner/ der nach Eisenstein schörffen wird/dem andern zri rmhe und HA Verhinderung/einlegen/ Und da er nach VerleyhungdesAllmächtigen/Ei- srnsteiriantreffeu würde/ sol er denselbigen einem Zerrenner zu probieren bringen/ welcher bey seinem Eyde/damit er uns verhafftet/denStein nach seinem bestenVer- staM/ohne allen falsch/ probieren sol / auch da derselbe gut befunden/ sich mit Em- pfahung derLchn undUderreichung desLehngeldeS/wie obstehet/verhalten/auch sei¬ ne Muhtung undBestüttigung auffWeise unbMaß/die gebührlicheFolge thun. Der ir. Artltul« Wann ein Bergkman den Hüttenmeister mit dem Eisenstein übersetzen wolle/ so! es bey dem Bergkmelstek . stehen/ denselben zu wardieren. A auch ein Bergkman Eisenstein gewonnen hätte/und wotte die Hütten¬ meister damit in der Bezahlung/ übersetzen/sol solches nach ErkandtouA unsers Bergkmeister-/nach Billigkeit wardieret und geschähet werden. Der 14. Llrtlcul. Von dem Tart und Werth / eines jeden o Eisensteins» so! auch unser Bergkmeister neben den Geschtvornen/ den Taxt und (AWerthcinesjedenEisensteins/von r. Kübeln/ den Hütten-Gewercken und Bergkmsnn erkennen / und sollen sich an solchem Ausspruch/beydeTheile begnü¬ gen lassen. i ES sol auch unser Bergkmeister bey seinen Pflichten und Eyden/den Eisen¬ stein gleich zuverthetlen/ daß einer Nicht allein guten Stein/ und derander bösen be¬ komme/ sonder» das hierumen die Gleichheit gehalten werde. Dek »s. Nrticuü Daß kein Mffsaß an Eisenstein gemacht/ und anders woHtnverknufft werde. ^I^.Sfol auch kein Bergkman oder Mltgewercke/ ohne Bewust de-andern- OHfürnemblich aber ohne Vorwissen unsersFactorn/Bergkmetster-undGe- schwornen / einigen Auffsayin Eisenstein/ Kaufs/weder mit GeldeoderFreund- schafft/ heimlich oder öffentlich machen/ Und dann auch/ daß keine Fuhr-Knechte/ oder sonsten jemands auffden Hütten/für sich selbst/oder unter demSchein/als ge¬ schehe es mitWillen setneSHüttenmeisterS/Eisensiein an sich kauffen/und daß auch kein Eisenstein von der Gruben/ in Fässern/ Kiepen oder Säcken getragen und ab- geführet werde/solches alles bey Straffio. Thaler. Deris.Atlcul. Der Bergkmeister sol dahin bedacht scyn/ daß der Erftnstem rem gewonnen/ und der Bergt und andere Unahrt davon geschieden werde. sol auch unferBergkmeister die Berge und Eisensteingruben/wöchent- dZ^lich bereiten/ und sich bey den Bergkleuten erkundigen / ob sich der Steitt auffthue/mächtiger oder schmäler werde/auch dahin bedacht siyn/daß derEiseustein Sf vj rrltt Der fünffte THeil dieftrBergkordnung saget/ rein gewannen/ und das der Bergk oder Kummer davon gelassen werde. Da tt aber indem einen oder andern Unrichtigkeit (dahero Betrug zubesorgen) vermer¬ ken würde/ so! er bey nnserm Bergk-Ampt umb einen Geschwornen/ der neben ibin idie Gruben befahren müge/ anhalten / Wiedann ohne das ein Geschworner/ alle Quartal neben ihm dem Bergkmeister/ die Gruben/ zu Abschaffung alles Un¬ rechts/und Beförderung des Hüttenwerks / doch umb die Gebühr/ solbrfchrm schuldig seyn. Der l7. Articul. Daß aller Eisenstein auff dem Berge gc- - messen werde. AU Ller Eisenstein in unserm Fürstcnkhumb/Graff: und Henschafften/sol "^'Surch das Maaß / welches darzu verordnet ist/ auffmBerge gemessen werden. Der 18.8/rticul. Daß kein Eisenstein von der Gruben/ Hütten und andern Ohrten/ ohne Dorwlffen unftrs.Bergk- vogtS/abgeführet werde. Ir ordnen auch/ daß keiner keinen Eisenstein/weder von der Gruben/ Ie- vSA^chen/ Hütten oder andern Oehrrern/ ungemessen/ und ohne Vorwissen un, seres verordneten Bergkvogcs undGeschwornen/ abführe/ noch einer des andern Zeichen und Marck/abreisse/ und seines an die Stättesttzte oder steckte / Unddaß auch kein Bergkmann den Eisenstein zweymahl verkanffe/ alles bey Straff/ einem sehen /o. Thaler- Der 15. Articul. Daß von denFuhrleuten kein Eisenstein abgeworf- fen / und verpartieret werde» ^^LAnnder Eisenstein gemessen wird/werden von den Bergkrund Fuhrlen- vAA^ten zu Zeiten virl/oder eyliche gute Stuffen Eisenstein/ indie Büsche ge- worffen/ die dann andere wieder anfftaden und verpartieren/Derwegen ordnen wir/ daß kein Bergk roher Fuhrman sich unterstehe/den Eisenstein nachgeschchmr Messung / abzuwerffm/ oder zuverpartieren/ alles bey Leibes Straffe/ schwerer Ungnade/und Verlust-eS Wagens/Geschirr und Pferde. Der ro. Lirtieuü Daß keiner keine Zeche oder Eisenstein-Gruben/ ohne unserö Bergkmeisters Wissen verkauffen oderVeraUcnircvsol. ^^LIr ordnen und wollen auch/ daß kein Bergkman einigen Eisenstein ber- kauffen/ noch in andere Wegeentwenden sol/ er habe sich dann zuvor mit unserm Bergkmeister umbs Lehngeldt und unser Gerechtigkeit / vertragen / Da wir jemand» anders hinder kommen/der sol des Eisensteins verlustiger/ und uns in Straffe verfallen seyn. Da auch ein Hüttenmeister auffEisenstein ohne Vorwisseu unsers Bergk- rneisterS/Geld leihet/oder etne Gruben für sich alleine / an sich bringen wolle / sok der Hüttenmeister des Geldes verlnstiget seyn/ und solches an den gemeinen Nu-/ Wege und Stege gewandt werden. Wann aberein BergkmanwaSnöhtigalrffEisensteinzuborgen/daßdann solches mit Wissen des Bergkmeisters geschehe / von einem so wol als von Hers an¬ dern/ Geldt nehme/damit sichrer arme auch erhalten müge. rr. DB Bon der Eisenstein Ordnung. z 28 Der ri. Articul. Das; keiner des andern Gruben oder Thcil listiger Weise an sich bringe. ordnenauch / da Gewercken oderBawherm mit einander bawen wür- Xr7§^)den/daß keiner dem andern sein Theil mit Liste / durch Gaben oder andern Finanyen/entwende/oder durch die Knechte einigen Genieß/an sich bringe/ denen solsbey.ro. Tkaler Straff verbotten seyn/Wofeme aber diesem zugegen geschehe/ M einer oder mehr in dieser Untrew befunden würde/sollen dikPawherrn undMei- ster Macht haben/ mit Vorbewust unserS Factors und BergkmcisterS/andere in die Gruben zu legen/jedoch daß die/so wiederumb darein gelegtwerdeir/erfahrneBergk« leu te des Eisenhandels und derGrnben seyn/Imgleichen/ da sichs befünde/ daß ei¬ ner oder mehr von den Bergkleuten/ eineGrliben erkauffte/ und der Bergkman oder V erkäuffer darinnen ferner arbeiten wolle/ und nicht trewlich in der Grllben arbei¬ ten thate/ so! der Käuffer Macht haben/den Bergkman daraus/und mit Aaht/wie ve rgemeldet/anderedarein zu legen/und die Gruben zubelegen. Der rr. Articul. Das; keiner die Eisenstein-Gruben beraube oder bestehle. <^>^Sbeten/ ihnen ViebUch etwas entwendeten / oder an den Gebewden und son¬ sten Schaden zufügeten/der oder dieselben sollen ohn alle Gnade am Leibe gestrafft werden/ und sol zu dero Behueff unser Hüttenreuter hierauff gutAuffsehmö ha¬ ben/ nndnachsrazenlaffen. Der rz. Articul. Klage über Schulden. X^kEil sich auch offtermahls begiebet / daß der Mußter der Gruben/ von sek- ^F-A^nen Arbeiternoderandern Schulden halber/ beklaget wird / So ordnen Wir/ da jemand zu klagen Ursach hat/daß derselbe solches bey unserm Factor und Bergkmeister suchen sol/ welche dann Krafft dieser unser Ordnung befehliget seyn/ lwdMachtbabensollen/sofernedie Schuld beweißlich/und derBeklaglerderogL, stendig/ de« Beklagten den Bergk undGruben zuverbieten/ undihmeaufflegen Klägern innernalb 6. Wochen klageloß zumachen/undzubeftiedigen/Da aberBe, klagter dieses Gebot verächtlich hingehen lassen würde/ sol derselbe Uns in 5. Tha¬ ler Straffe gefallen seyn/ und daun auff Klägers Anhalten / ibme von un- ftrm Bergkmeister aofferlegtwerden/in einer benandten Zeit/ Klägern zubefriedigeu. Der fünffte Thal dieserBergkordnung saget/ DomAKwefelmtHm. sollen GOtt billig dancken/daßer in KkufftunbGängt/ xV^^durch die Sonne und natürliche Wärme/ aus den supkilen/fetten/ dichten Dünsten und Brodem / Schweffel und Quecksilber schaffet / daraus hernachein Metall nach der andern / natürlicher Weift wechst/ Dann es glbtS die tägliche Er¬ fahrung/ daß auff schweffelichten Gangen/gerneErtz bricht/wis dann auchdie gros¬ sen Hallen/ so von fündigen Gangen kommen/ am Tage sehr schwebelenyen/wann sie von der Sonnen erhitzet/und ein warmer Regen daraufffält. Der Schwefel ist eine indische Fettigkeit/ in dürren Erdreich oder Eryen/ durch die Sonnegewircket/ Etlicher aber ist natürlich selbst gewachsen/ bleichgul/ bißweilen klar und durchsichtig/ wie er in Italien und Schweden bricht/ deri andm macht man aus schweftlichten Wassern und Eryen. Zumaiidern/daßerausdemSchwefelsovielundmannigerlkyArtztteyeEür lins Menschen und Biehe erschaffen hat / insonderheit aber die klores LuIpkurii für die Lungensüchtigen und Schwerbrüstigen Leute. Amu dritten/sollen wir auch billig der Creaturen Gottes gedericken/ daß wik durch den Schwefel/ so ein klein glümmerlein oder füucklein/tmFewrzeugkoderA- schen/fassenuttdergreiffeukönnen/wilgeschweigendesPulvers/waSfüreinMacht und Gewalt esdurch den Schwefel bekömpt/ und dergleichen Sachen mehr. Bericht/wie und welcher Gestalt derSchwcstl aus demNammelsbcrgischcn Ertz gefangen/gelmtcreuny zugutegemschtwird. Ertz/ so aus dem Rmnmelsberge an den Tag gefordert/ welche in der (^^Probe/Silber/Kupffer/Bley/Conterfey/GalmeymidSchwefelhalten/ die werden nach den Hütte« geführet/da sie danu/wie oben gemeldt/ auff einen gros¬ sen HauffenoderRost geschüttet werden/ welches ohngcfehrvon r8. Ellen lang und breit/ und4- Ellen doch/ mit kleinem Ertz/ fast einemMeylerim Kollhäy gleich/ be¬ schüttet wird/ in oder auff solche Röst werden i;oo. Scherben Ertz/ derenjeder vierdtehalben Centner Hakt/gestürtzt/mitFewer angesteckt undgebrandt/Oben auff den Rosten werden mit einem runden Eisen / etliche Löcher gestossen und gemacht/ worin sich der Schwefeldurch die Hitze/ alSer'ne feiste Matery/gleich einerWasser- quelle/ in die Höhe gibt/akSdann wird er aus solchenLochern mit einer EiftrnKelien geschövfft/und in grosseStückc/gegossen/daS unterste aber/da noch viel Unarth von kleinem Ertz/ graweuSchwefel und anderngiffligeMmerien gefunden/wird indie Schwefelhütten gebracht/und folgender Massen geleutert. Es wird abergedachterSchwefelinderSehwefelhüttengar kleingeschlagen/" undineinergrossen gegossenen Eisern Pfannen/ soeingemawretist (damit sich der Schwefel nicht an steckt) durch ein Koüfewr geschmoltzen/driüen sich dann das kleine Ertz auffdenGrundt fttzet/also/daß mans mit einer löcherten Kellen heraus schöpf¬ en kan/die andern unahrtigen Materien gehen durch denDampffundRauchoben Hinweg/darnachwird eraußgefülletingrosse küpfferneBecken/worin sich dann dec gra we Schweffel zu Grunde setzet/ daraus in höltzern Formen zu Röhren gegossen/ und inTonnen gepacket/alSdann ist esgut gelberSchwefel undKauffmansWahre, Belanget dengrawen Schweftl/dessen jeytgehacht/kanfolgenderGestaltin gelbenSchwefelgebracht werden; Es wir- ein Windofen gemacht undgewawret/ darin seyt man etliche grosse lange eiserne villilir Töpffe/darin dergraweSchtve- sel/ wann er klein geschlagen/gethan wird / und durch ein Hsltzfewr fein mehlig ge- schmoltzen/darnach werden erdeneRöhren un-grosse erdensTöpffe/ mi't wol zuge- richtetenLehmen dafür geschmieret/ und stärcker zugefewret/ dann am Fewr istda- meistegelegen / also wird derSchweftl ans den Viüilir-Töpffen rein abgetrieben/ die Unabrt aber dessen/ bleibet alle unten in den Töpffen / daß also auch gar schöner gelberSchwefel daraus wird» Vom Vom Victrilsieden. Asm HlMit Mm. / wird aus viellexley ErtzW M^M^DW marhL/als nemblich : Auß grawen/schwartzen und rochen Atra- mentsteiN/ausKupfferundWasserkkeß/ Erden/ Kupfferrauch/ grünen und weissen Iöckeln/wann die Gänge oder Fellömr auff kiesigken und schwefellchken Gängen naß sepn/jo wachset davon das Kupfferwasser / wann aber das Master auffhörct zu tropf- ftn/und trucken zu werdrn/so wird es dürre und hark / Wann die Schächte und Stollen treff scyn / so zeucht sich solche Feuchtigkeit auch dahin in das tieffste / und wofern es sonsten keinen Zugangk vom wilden Wasser hak/ so wird es je länger je starcker von Vickriol. Wie man die Kreß und andere Crtz/ auff Viktriol probieren so! ^lsLle Kreß/ sie sind küpfferich öder nicht / jo sind sie doch Vickrilisch / aber TAglrichwol einer reicher am Victril als der ander/welches man in nachfolgen- ^^der Probe erfahren kan. Röste den Kieß erstlich gar wo!/ laß ihn kalt wer- den/zerpuch ihn kleia/und mach ein Laugen/derselben wiege ein Cenkner ab / und probier sie / gleich wie nachfolgendt von der Salpeter Laugen gesagt wird / was im Schälichen bleibet/ das wiege gegen deinem Gewicht / so findest» wie reich der Kieß sey / nach, solchem kanstu dich richten / Damit du aber gewiß jepst/daß eS Victril ist/ so versuche solche Probe auff der Zungen / ist sie jcharff und saur/und gibt dem rein gemachten Eisen eine röhte / so ists guter Victril / chut solches die Probe nicht/so mustu der Laugen mehr machen / und in einbleyerPfännleinfernek versuchen/damit Lueigendlich weist/ was es für ein Species gibt. Von den Goßlartschcn Vlctrü sleden. ^T^^IeweiUch oben am 79.Blate/in Beschreibung des Rammelberges / des oder Victril Erden gedacht habe/wilich jetzt auch anzeigen/ ^^Öwie der Victril daraus gesotten wird/weiches also geschieht: DerVickkil zu Goßlarwird gesotten aus Kupfferrauch'/ soaus dem Ram« melsberge kömpt/dann wann das Lagwasser in den Bergk felt / dringet es durch dasErß / nimbk davon dieSchärffeundKräfftr ansich / und wo es starck Hinfalk und frisch Wetter hak/bestehst es und wird hark / welches man hernach Atrament- stein nennet / welcher maNm'cherley Farbe Hak / Etlicher ist roth/eklicher schwartz/ etlicher grau/da es sonsten hinkreussk/wächstk auch weisser und grüner Victril und Jockel Guk/welches schön anjusehen und garmilde ist / derwird zuvielen Sachen a» Menschen und Vieh gebraucht / und unter den gramen Kupfferrauch in das Victril Hauß geführt. Wann das scharffe Wasser sonsten auff gewönnen Bergk oder Schiefer fälk/durchwircket esdasselbe/daß Kupfferrauch daraus wird/und je längeres ligt/je besser es wüchset und wird/ wo es frisch Wetter hat / bindet es fest zu/ daß Man offk Gchlägel/Eisen und Feur darzu brauchen muß/da es aber die Wärme hak/wird cs Nicht sofest/sonvern ist leichklich zu gewinnen/derselbe wird gleichfalls zu tage außge- fordert/und in das Victril ch)außgeführet/dajelbst der grobe klein geschlagen / da siö das kleine unken in die Büdden/ und das grobe oben setzen. Wann der Kupfferrauch in das Victril HaUß gebracht wird / sind etliche Knechte darzu verordnet/die haben von höltzern Schienen kleine gefiochtene Körbe/ darein thun ne den Kupfferrauch oder die Victril Erde / fast einen Bergktrog voll/ und haben eine grosse Büdden Mit heiß Wasser für sich / rütteln und schütteln den Korb hin und wieder im Waffer / so fält und zergeht die Victril Erde oder Kupffer- rauch/durch die Löcher desKorbes ins.Wasser/was guter Kupfferrauch ist / der ze^ gehet aller/wasim Korbe bleibet das ist klein Ertz/so vomErtztn der Gruben unk» demKupfferrauchgerührekist. Lk Wan» zzo Der fünfter Thal dtrftr Bergkordnunz sagck/ Wann nun der Kupffcrrauch/wic gemeldet/ gelaugt ist / nach Anzahl/so viel sie pflegen zu nehmen/daß das Masserstarckgnugist / und sich in der Vüdde geschirrt und geläutert hak/wird es in eineanderegrosseBüdden/datinndas Wasser schönklar und braun wird/das wird alsdann Lauge gcnennet. Darnach wird dieLaugc in eine bleyerne Pfanne geschlagen / die wieget unge- fehrlich-5° oderzsCenttjer aMBley/inwendigs.d.Fuß lang/fünfftehalbFußweit/ und fünftrehalben Fuß tieft/und gehen s. Faß Wasser darein. Das grobe ErtzvondemKupfferrauch/stürtzen sie sonderlich/welches sieStuf- fen / dasandereKernnennen/DerSchiefferwirdweggelauffen/ das kleine so unten in der Büdden bleibet / fsshren stLbeydasfliessendeWasftrundwascherrs / Die Stuften und Kern werden zur Schmrltzhütten geführek/und Wit den andernErtz ge¬ röstet und geschmeltzet/ und mit dem kleinen bedecken sie die Röst- Bckangtt das Sieden / hat man grosse Eiserne Pfannen / darin wol 8, oder mchrFaß Wasser oder Lauge gehen/werdcngesetzetwie folget.- Erstlich wird ein Asihenfast od Uber die Büdden oder Vickri!,> L^2E ^Äs Allaun-Ertz ist unterschiedlich/etliches stehet gleich wie ein gram LV^^^W^Atrament/etlichesistwieein Kieß/ctliches wieSchieffer / Manmä- K-^Ms^^.chek auch wolausErdenAllaunlauge / wannman die Mennig des E ches hat / so stürtztmans auff einen darzu aüßgesiochen Platz zu- fammen/bey25.oderzo.Eüenlangk/4..Ellenbreik / undzweyoder dritthalb Ellen hoch über ein Haussen / und lest es eine Zeitlangk li'e- gen/blß daß es erwitkert/ und in sich selber erwärmet / und je länger eSan der tuffk und Regen ligt/je bester es wird/dann es wachsen offkmals in solchen Hallen/MM sie eine Zeitlangkgelegen/Klüffte die viel besser sind dann dasEch / eszerfälletauch Und schlägt aus/älßdann thuk mans in höltzerne Tröge/und bcgeust es mitWasser/ und wann es Victriol bey sich hat/sö begeust mans mit Knaben Harm / und ver- mengets durch einander / dieArbeiker aber rühren das Ertz alle Lage mit langen H ackscheidern zwey oder dreymahl umb/daß es mit dem Wasser und Harm durch« einander gemengek werde/alßdann nimpt man Lauge / die von der Erden gemacht ist/in ein Wassertrog/der aus einen ober zwey Bäumen gehawen ist / darnach thuk mans in Kasten/ die bey 9. oder 10. Me'rckschuch langk und bmk/und 5.Werck- schuch tieffsind/und begeusts mitWasser/ wann es nun das Wasser in sich gezogen/ so lrstmandieLauge/sovomErdreich gemacht/in dierunde Büdden lauffen/alßdan thuk Man das Ertz auß diesen Kasten in den andern / und lest das Wasser darauff lauffen/und qeust der sungen Knaben Harm darüber/und rürks mit den Hackschei- bern umb/alßdann khüt man nach wenig Lagen die Lauge in bleyerne Pfannen und settdts/biß daß der meisteLheil des Wassers eingesotten ist/Die Erde aber/ dicam Boden der Pfannen liegen bleibt/thuk man davon /darin sie istfetk und Aliaunisch/ in welchem offt das Weisseste und leichteste Kederweiß/wic Erß gefunden wird / alß- dann pfleget die Lauge dem Mehl gleich zusehen/Wann die Lauge ein gut Theil ein¬ gekocht ist/so giessen sie dieselbige inBüdden/ daß sic klar und rein werde / darnach giessen sie dieselbige wieder in die Pfanne / und lastens so lange sieden / biß daßsie dem Mehl gleich werde / wann sie nun dick gesotten / giessen sie dieselben alsbald in die höltzörne Kässer die in die Erde gegraben ftyn / damit sie kalk werde / und wann sie kalk worden ist/giessen sie es inBüdben/in welchegerade und über querHöltztt geschlossen sind/an den es hanget und zu Allaun werde. ES Vom Mauli-und Salpeter sieden. zzz Es werden auch kleine weisse/durchsichkigeStÜckleingefunden wie dieWürft ftl/dielege mau inwarme Stuben und treuget sie/ wann das ErtzKupfter in sich har/ und mit Wasservermengetwird/da kein Harm drüber goss n / giessen sie dieselbeun- kcr die klarereineLauge/dannsiescheiden dasKupfterwasservon demAllaun/und die Erde die unken in der Pfannen liegen bleibk / schüttet man zu den Ertzhauffcn oder in die Kasten/und besprenget sie wiedrumb mit Knaben Harm und Wasser/das ander aber schwimt empor/in welchen auch dasKupfferwassr/sovondemAllaun geschie-- dmisi/das wächst zusammen/und wird hark / aber die Erde / welche in den Kasten ülmblicben/wanndie Lauge herauß geflossen/tragen sie heraus über einen Häuften/ so wird sie je länger jemchr wietzrumb Allaunisch/gleich wie die Erde daraus Sal- pekergelauget ist. Hom Halpeter sieden. Ieweil der Salpeter zu vielen Sachen gebraucht wird / als wil ich berichten/was Salpeter für ein 8peclc5sey davon er gemacht/ auch MHDÄ^wie er gesotten wird / damit man im Kall derNoth denselben haben könne. DerS alpettristelnSteinsaltz/ undwirdausunterschied» "Her Erden gemacht/welcher ein schnell kaltes Feur in sich hat / und wird zu vielen Sachen / sonderlich zudem probieren der Ertz und brennen des Scheidewassers / neben dergrossen Mennig des Pulvermachens ge¬ braucht/welches man nicht entrachen kan/und wird gemacht / wie folget. Welche Erde zum Salpeter siede« dtenstsich undgutift. beste Erde/dieam Salpeter amreichesien/und nicht viel Saltz hat/ ist die alten verlegenen Schaffställeu/die fastkrucken undnicht naßist / Die ^andere Erde die auch guten Salpeter gibt/ist der Kalck oder Lehm von den gar alten Mauren/die an einem Ott oder in einer Stadt/da das Erdreich desselben Lan¬ des an ihm selbst Salpekerisch ist/die ntcht zu naß am Regen/auch nicht allzu trucken gestanden hät/sondern btßweilen feucht worden/und dann die Sonne wieder daran hat scheinen könncn/Nach dieser ist die Erde von den zerbrochen Kalchrnawren / da man'Häusir erngerissen/und solchen «Schutt auffdie gewelbkenKeller geschütkek/und etlicheIahralldagelrgenHak/istdiebeste. Solche Erde wirdderhalbenfürgutge- acht daß sich der Dunstaus dem Keller durch das Gewölbe ziehen kan / undwird oben von wegen des täglichen giessensauch feucht/davon derGalpeter dariNtt Aenc:- rirc wird/und ist solche Erde am tieffsten auffzuheben/dann sie ist von oben nieder biß auff das Gewölbe gut/wittieffman aber dieErde nehmen sol/muß dieselbe probieret werden, - .... Auch ist die Erde nk gepflasterten Häuserft/Kellern oder Kammern / die lange gelegenhat/gut/aber wo die nicht auff Kellern ligt/ist sie über eine Spanne oder halbe Ellen tieff/nicht gut auffzuheben/darumb muß sie probieret werden / allein das soll man berichtet seyn/daß die Oerter des Landes/da man Salpeter sieden wil / an ihm selbst auch SalpetMH seyn/over eine Arth zum Salpeter haben / daß sich derselbe darinn wirckek. Das sind fürnehmlichdieOerter/welche in guten ebenen fetten lehwichttn Lan¬ den liegen / Darnach ist auch alle die Erde in den »»gepflasterten alten Roßstüllcn/die alkenverlegenen Kerichthaüen für den Städten/wann dieselben durchgraben werden/ damit dieSonne darinn wircknkan/ Deßgleichen dir allen Ankrik / OieErdeauS denBraumndFarbehäusern / undvon denen Oerkcrn / damanmitAllaunischen fetten dingen viel umbgehet / Item auch die alte Asche / dievon denSeiffensiedern/ Gerbern in Hallen für die Städte weggestürtzk/und alle andere Aschen/davon Lauge gemacht wird/zum Salpeter sieden gebrauchen / allein das s-lcheErden sastalle viel Aaltz geben/welches im sieden sehr vertzinderlich ist. , Lt iij Wie zz4- DcrsünffkeTßctldkefcr Dergkordnunz saget Wie man die Salpeter Erke probieren sol- Salpeter Erde / wieauch alle andere saltzige Erden / solman folgender ; NimbdieErdr/thmsieineinFaßlelN / geuß bleibknoch Salpeter darunttr/welcher/wicgehött/durch diesen Wegdavongeläuttrk wird. Daneben sey berichtet/ wann das Saltz zu viel Salpeter bey sich hak / oder sehr schwach und unrein ist/so wirds es nicht auffeinmahlschön weiß/dann wann dieLau- ge nn Kessel begint starck zu werden/so seüdt sichS nichkweiß/ derowegen muß rin solch unrein Saltz noch einmahl im Kessel Divirr, gereiniget und geläutert wMn/so wird es erst schönweiß. Man hat auch aüffsolche schwache UmeineSaltzläükerung/noch ein ander MB tel und Weg / nemblich / daß man das tolvirre Saltz im Wasser auß dem Kessel also durch die Asche/darüber aübereik die Lauge gcgoffenworden /vonwelchem sich die täißige Lauge sehr reiniget und läutert / jedoch wird davon auch nicht alles Saltz weiß-idnoern das leßke/so gehoben wird/das bleibt gelb / darumb muß esnochein- wähl gelautert werden?'eßgleichen mercke daneben / wann das Saltz über die Aschen gegeben wird/so muß man letztlich solches wol außwässern / damit der Rohrbodem nichtschrsaltzig bleibt/cs kömpt sonstsolches in die nächste starckeLauge / und machet dieselbige auch saltzig. Hiemit hast» deßSalpetersiedenseinen rcchkenaußführlichenBerichk/wiees setzt bräuchlich/und gehalten wird/allcin/daß es einweitlaufftig / und doch keinvortheil- hafftig sieden ist/aussdem/weil nur in einem Centner Laugen/ ingemein drcy oder vier Pfund Salpeter ist/derhalben dann das übrigWasser muß alleseingesoktm werden/ welches viel Zeit und Unkosten nimpt/die man nichtumbgehen kan^ Wle die rauhe Lauge für dem sieden zu verretchernsky. --7^ Je Salpeter Lauge zu versichern / das ist / wie man Salpeter in das übrige Wasser bringen soi / Nach solchem Stücke haben viel Galpettrsieder ge- trachtet^aber den rechten Weg(weil sie derkleinenProbenicht berichtetgewe- fen) nicht finden können/Es gei chicht aber die Verreicherung also: Nimb der Laugen einen Vüddenvoll/deren einCentner bey vierPfundk Salpe¬ ter hält/giv dieselbige auft newe Erden/laß sic bey zwölffStunden darauffstehen/und alsdenn abrinnen / roviei dannder Laugen zurücke bleibet / daß Nicht das erste Maß Laugen wieder er füllet wird/fo viel geuß ichlechk Wasser auffdie Erden/laß zu der an- derndurchxinnen / so bekompstu so viel wieder/als du zuvorn Lauge gehabt hast/ wans ttu ij allo Z4-o Der fünfftcThelldkcstr Bergkordnltng saget/ aljo geschehen/so probiere die Lauge durch die kleine Probe/ so wirst» befinden/ daß sie alsdann vom andern übergiessen 6. Pfundthaltenwkrd. Diese rechsvfündigc Laugegeuß wiedrumb auffnewe Erden/und laß sie darauff L2. Stunden stehen/unvoann ablauffen/und folge mit soviel Wasser als zurücke blie- hur ist/auffvie Erdenhmnach/damik abermahlsdaS erste gehabkeMaßLaugm wieder voll wird/so wird alsdann dieLauge y.Pfundkhalken/diesi magst» noch einmahl über ncwe Erde giessen und verreichrrn/alleinalleweg Achtung darauff haben / daßweder mehr noch weniger Lauge wird, als zum ersten gewesen ist. Dißhabe ichallcinumbderProbewiüen berichtet/ damit man / weil dieLauge durch diß Mitte! mchrSalptter hütr/und doch derselben nicht mehr wird/daß man der Verreicherung gewiß werden kan/ darnach magstu zu Erfüllung der ersten Maß Lau- gen/dei schwachen Laug-nachgü sten / so wird sie desto ehe und besser v^rrcicherk und solcher verreicherk?n Lauge kanstu alsdann gar bald zu einem Sodk bekommen und pb wol d/e Lauge also zuverreichern/viel Mühe und Fleiß nimpt / so kömpkdoch solches alles wiederumb heran / indem /vas man aiSdann in einer A och«, n zwcy oder drey- wahl mehr Salptter machen kan/auch nicht mchrch)oltz drüberverbrant/ oder barzu gebraucht werden darssals lonst/allsm mehr WtzernGssäß gehörendarzu/damit man die Lauge zum versichern unterschiedlich halten kan. Ichwuß auch dem Leser hiemben Anleitung geben/wie dasSalpcfcrsieden nütz¬ lich anz -stellen ey r Erstlich ist wol in acht zu haben/ nach deni Zu einem grossen Siede- nmck viel und eine grosse Menge Erde gehöret / und nicht allemah! gute Erde zu be, kommen/.ondern osstmahls/wagn man die Erdemchk probieren kan / gargeringemit Unrergebrauchtwerden/oarauffbanndteUnkostenglttchsals/ alsauffdiegutegehen/ und k-m frommen qeschafftwird der Ursachen ha-ben bedünckt mich/ daß csvielrädt, licher s y/ man stelle das Giedewerck desto kleiner/ und nurmik drey oder vier Büdden an/oa mit man allein die beste Erden/so viel Zu solchem kleinen Merck bedarff/ nchmss welche dannin alten Städten auß den Häusern und Ställen / und nicht zu tieffsoll genommen werden/Svlche 8'PfmrvchMge Lauge kan nach obgesatzterLehre/lttchtlich' bißauff)S.odes2L>.Pfundtverreichett / auchmikleichkerm sieden ein Sodt zuwege» gebracht werden- Diesem mügen dieSalpetersieder in denLanden da dasHoltz them/ wol Nachdrucken. M nun dieLaugealso auffneweErden gegeben und verreichertwird/so dich bet in der Erden noch mehr Salpeter / dann die gute Lauge kan solche nicht gar hera- ß nehmm/aussdieselbigeEr^geuß eingemein Wasser/laßekliche'Stundendarauffsin hen/und dann abrirmcn/so wirst» schwache Lauge bekommen / die probier/und procs- Air mit den zu verreiche-n/wie jetzt davon geredetist/ so bleibest» in stetem Merck. Dieweil in solcher Gestalt die Salpeter-Laugen auß armer Er den vermehret werden kan/srelmehr würde es mit der AllaunLaugen/außdenselbkgenErtz undErdm gelchchenkönnLN/und dieftlbezu bcssernVortheilgesokten werden/ welches sich dE rn fleissigem Nachsuchen/wie der zu helffen/wol finden wird. Äuß dieser obgesatztenMeise achte ich/man könte allrgrosse Erde ablaugen und versuchen/was sievoreineSaltzart vonstch geben. Hom Hgltzsiebm. lDSSW S ist männiglichen bewust / daß das Saltz die nützlichste und beste Würtz DM^Z)auff Erdenili/der man am wenigsten entrahtenundentbehrenkan / MMU^weil es auch ein Metallischer Erdtsafft/denGOkk in der Ervc/Felstn/La, chen MeerundSMbrunnLN/denMmschenzugute grgebenhat/alsha« be ich für nothwendtg eracht/hievon etwas Meldung zu khun. As ist das hochlöbliche Leutschlandk / unser geliebtes Vakerlandt/von GDtk für andrrnLändernmirviklen herrlichen Saltzbmnmn gesegnet und begäbet/ cao! .s gibts, vom Satz sieden. Z4l gibtsdicErfahrung/und zwar der Augenschcinselbst /daß an vielen unterschiedlicheiD örtern/schön herrlich und gut Saltz gesotten wird / Als zu Hall im Inthal/da eich grosse Menge gesotten/und in Scheiben/ die von Fichten oder Dannen Brettlein/un- tenenae/undobenttwas weiter eingejchlagen undverwahrekwerden / welche Hernach¬ mahl aussder Lhonaw und Achs/ in vielen umbligent en Ländern / weit und breit vett führet werden. Nach diesem ist dasSalßwerck zuLüneburgk/allda ist die reichesteSöhle/somir bewust/Item zu Halle in Sachsen z Staßfurth undSalß/Untcr allen Landen ist das LandtzuBraunfchweigmitio.unterschiedlichen Saltzwercken von Gott gesegnet/ als nemblich.-Saltz Julius HaUe/Saltz Hemmendorff/Saltz der Helle/SaitzHa- lem Newstadtander Hartzburgk Bürnsdorff/Gchöningen/Minter/"Popenburgk trnd Heyersdorff Item im Lande zu Hessenzu Hllendorff/im Vtiss Padelbornzum Galtzkotten/in der Graffschasst Schwarßburgk zu Franckenhausen/ undzu/ ÄuWer k M- ^oiMMper .oMW SM ^PuWmvÄ' eHMmqiMn. klHLÄAenMÄe LMPEMri» DHkKMDn- k-W»W- IMWMWMMMMSUU/M?ss ^4 HvH D NürMÜr^ (/O^aöer KW ^^M^amerD 8 --'O-MDM rviMU !1 .-LÄDrumo k ztwi