| 17 ntes Fo DUŠAN KOS Franc Henrik Raigersfeld: Dnevniki 1697–1759 PR EPISI THESAURUS MEMORIAE FONTES 17 Dušan Kos FRANC HENRIK RAIGERSFELD: DNEVNIKI 1697–1759 PREPISI THESAURUS MEMORIAE Fontes 17 FRANC HENRIK RAIGERSFELD: DNEVNIKI 1697–1759, PREPISI Avtor prepisov in opomb Dušan Kos Recenzenti Martin Bele, Žiga Oman, Marko Štuhec Urednik Boris Golec Oblikovanje in prelom Nina Semolič Izdajatelj Zgodovinski inštitut Milka Kosa ZRC SAZU Za izdajatelja Petra Svoljšak Založnik Založba ZRC, ZRC SAZU Za založnika Oto Luthar Glavni urednik založbe Aleš Pogačnik Prva e-izdaja. PDF je priloga knjige z istim naslovom in je pod pogoji licence Creative Commons CC BY-NC-ND 4.0 prosto dostopna: https://doi.org/10.3986/9789610508304 Monografija je nastala v okviru raziskovalnih programov ARIS »Temeljne raziskave slovenske kulturne preteklosti« 2015–2021 (P6-052) in »Podoba – besede – znanje. Življenje idej v prostoru med vzhodnimi Alpami in severnim Jadranom 1400–1800« (P6-0437) ter temeljnega raziskovalnega projekta ARIS »Ambicije, karierizem, pohlep, prevare: socialno-materialne strategije, prakse in komunikacije družbenih elit na Slovenskem v zgodnjem novem veku«, 2020–2023 (J6-2575). Izid elektronske knjige sta podprla Javna agencija za znanstvenoraziskovalno in inovacijsko dejavnost Republike Slovenije na razpisu za znanstvene monografije v letu 2023 in Zgodovinski inštitut Milka Kosa ZRC SAZU Na naslovni strani: stran v dnevniku iz let 1758–1759, vpisi iz 1. januarja 1758 (Arhiv Republike Slovenije, AS 730, fasc. 199, Diaria 1758-1759 , p. 1) (foto: Dušan Kos) Kataložna zapisa o publikaciji (CIP) pripravili v Narodni in univerzitetni knjižnici v Ljubljani COBISS.SI-ID 187107075 ISBN 978-961-05-0837-3 (PDF) Dušan Kos FRANC HENRIK RAIGERSFELD: DNEVNIKI 1697–1759 prepisi Ljubljana 2024 KAZALO Kurze Nachricht 1697–1732 in Extract aus meinen diariis 1725–1726………………………………………………………1 Diaria 1735………………………………………………………………………………………………………………………………..18 Notata 1738……………………………………………………………………………………………………..………………………..18 Journal……………………………………………………………………………………………………………………..……………..21 Diaria 1739–1740………………………………………………………………………………………..……………………………..24 Diaria 1746–1750………………………………………………………………………………………………………………………..38 Diaria 1751–1756……………………………………………………………………………………………..…………………………331 Diaria 1758–1759………………………………………………………………………………………………….……………………651 VI | KURZE NACHRICHT1 [1] 2 Kurze Nachricht dessen, so sich seit meiner Geburt (da meine Eltern, auch Bruder und Schwestern al e noch am Leben und zu Haus noch unversorgt waren) mit mir und den Meinigen zugetragen hat. Al e habe ordine chronologico, so gut als ich es habe finden und mich dessen, so mich angehet erinnern können, von darumen zu Papier gebracht, damit es nach meinem Ableben meine Posterität desto leichter continuiren möge. 16973 Den 6ten Juli abends, bald nach 10 Uhr am Hl. Isaiætag, so da war ein Samstag im Zeüchen Wassermann, bin ich Franz Heinrich gebohren worden. *† 17[-].*4 Mein Famil e bestunde damahls in folgenden Personali: - Vatter Herr Sebastian von Raigersfeld. *† 1732, 57. - Mutter Frau Maria Isabel a geborne von Sorgfeld. *† 1727, 46.* - Bruder Herr Georg Sigmund. *† 1719, 14.* - Schwestern Fraule Anna Cæcilia und Maria Catharina. *† 1720, 17; † 17[-]*.5 Seyn unser also in al en gewesen [2] zwey Brüder und zwey Schwestern. 1705 Den 5ten Marty ist mein Schwester Francisca Josepha gebohrn worden. 1706 Den 9ten Augusti um 10 Uhr Vormittag ist gedachte mein Schwester Francisca Josepha gestorben und in die Rosencranz-Capel en bey denen PP. Augustinern vor dem Spital thor begraben worden; war alt ein Jahr, 5 Monath und 4 Täg. In November bin ich zu den PP. Jesuiten in die erste Schull gegangen und habe in 6 Jahren die 6 kleinen Schul en, al e unter einem Professore, P. Adamo Kotscher, absolviert. 1708 Den ersten Juni zwischen 4 und 5 Uhr morgens ist mein Schwester Johanna Antonia gebohrn worden. Den 24ten Novembris ist meine Schwester Anna Cæcilia an dem Herrn Franzen von Utschan, Schrannenadvokaten und ex post gewordenen Landssecretaryum, vermählt und in der Teutschen Kirche zusammengegeben worden. 1 AS, Gr. Dol, fasc. 201. 2 Zapis ima tudi mlajšo paginacijo s svinčnikom, ki se začne s p. 30. 3 Letnice, ki so v prepisu "Kurze Nachricht" zaradi lažje orientacije v poudarjenem tisku, so v ediciji zapisane na levem (verso stran) ali desnem robu (recto). Če se zapis v rokopisu nadaljuje na novi strani, se letnica ponovi; v takih primerih je v prepisu izpuščena. 4 Avtor je umrl leta 1760. 5 Številke 17 ter zgoraj še 57, 46 in 14 na desnem robu se najbrž nanašajo na nek seznam. | 1 1708-1714 1709 Den 20ten Jenner, als am Nahmenstag meines Vatters, ist mein [3] Bruder Georg Sigmund zu Triest als Capuciner eingekleidet und P. Ludovicus benahmset worden. 1710 Den 30ten Novembris hat mein Schwester Frau von Utschan ein Tochter gebohrn, nahmens Maria Anna Francisca, so ihr erstes Kind war. 1711 Den 21ten Juni ist mein Schwester Maria Catharina zu Lack alß Clarisserin eingekleidet und Maria Maximiliana benahmset worden. 1712 Den 5ten Jenner hat mein Schwester Frau von Utschan einen Sohn nahmens Joannes Nepomucenus Balthasarus gebohren, welcher ihr zweytes Kind war. Den 26ten Februari ist gedachtes Kind gestorben und zu denen PP. Augustinern in die Rosencranz-Capel en begraben worden; war alt ein Monath, 22 Täg. Den 17ten Octobris bin ich alß absolutus rhetor von Laybach nach Wien abgereist, al da die Philosophey zu hören, wo ich auch unter dem P. Ludovico Panigal i angefangen, hingegen wegen einer entstandenen Contagionskrankheit mein studium [4] philosophicum unterbröchen und von Wien abreisen müssen, wie ich dan auch den lezten Decembris von Wien abgereist und 1713 Den ersten Jenner, nach Graz gekommen bin, wo ich logicam unter dem P. Preschern frequentiret biß ich über etliche Wochen von meinem Vater den Befehl bekomen habe, nach Laybach zu retourniren, allwo ich unter dem P. Joanne Leger den Rest der logic gehört, auch das Jahr darauf physicam biß auf dem tractatum de causis inclusive continuirt dan aber außgesezet habe. Den 6ten Februari hat mein Schwester Frau von Utschan ihr drittes Kind, ein Tochter nahmens Maria Juliana gebohrn. In Marzi darauf ist gedachtes Kind bey 7 Wochen alt gestorben und zu den PP. Augustinern in die Rosencranz-Capel en begraben worden. 1714 Den 18ten Juni, ist mein Ändel mütterlicherseits oder meiner Mutter Mutter Maria Susanna von Creizberg zu Adlsperg gestorben und daselbst begraben worden. [5] Sie war eine gebohrne von Lukantschitsch des Gabriel Lukantschitsch von Hertenfels gewesten Landschafftssecretarii in Crain und Catharinæ Meußriemblin Tochter. Sie hatte 3 Männer, der erste war Johann Ludwig von Sorgfeld, fürstlich-eggenbergischer Verwalter der Grafschafft Adelsperg, auß welcher Ehe meine Mutter gezeüget worden. Der anderte war Johann Jacob von Ständler. Der dritte Johann Franz von Creüzberg. Sie war gebohrn anno 1659 den 7ten Augusti, war also alt 54 Jahr, 10 Monath und 11 Täg. Den 14ten October bin ich von Laybach nach Wien ad studium juridicum gereist, wo ich bei dem H. von Schweizhardt auf dem Graben in dem sogenanten Pfeifferischen Hauß in der Kost war,6 und unter dem Dr. Sanuti die instituta gehöret habe. 6 Popravljeno iz bar 2 | 1715-1717 1715 Den 11ten Juni hat mein Schwester Frau von Utschan einen Sohn gebohrn namens Antonius Ferdinandus; das war ihr 4tes Kind. *† 1723, 23.* Den lezten July bin ich von Wien [6] nach Ungarn in compagnia des H. von Schmitthoffen, Luckantschitsch und Wremsfeld, meiner Landsleuth und Col egen, umb die Vacanzenzeit zu passiren. Es hat uns aber der Luft daselbsten nicht angeschlagen, so daß wir nur nach Prespurg und von dar in die Insull Schitt gekomen, dann aber den 4ten Augusti wieder nach Wienn retourniret seyn. Den 8ten Augusti bin ich in compagnia des H. von Schmitthoffen, meinem Landsmann und Col ega, von Wienn nach Löwen in Niederland abgereist, daselbsten das studium juridicum fortzusezen. Bey solcher Gelegenheit, umb unterwegs etwas mehres zu sehen, giengen erstlich nach Prag, wo wir den 15. angelangt, den 24ten abgereist seyn. Von dar giengen nach Linz, wo wir den 30ten angekommen und den 4ten September wieder abgereist seyn, den 5ten auf Passau, den 8ten abgereist, den 10ten nach Regensburg, den 13ten abgereist, den 14ten auf Ingol statt, den 19ten abgereist, den 20ten auf München, den 24ten abgereist. Und so pro-sequirten wir unser Reiß [7] über Augspurg, Nüremberg, Wirtsburg, Franckfurt, Maynz, Cöl en, Mastrich, Achen und langeten zu Löwen an dem 15ten Octobris. Den 17ten Decembris ist meiner Schwester Frauen von Utschan ihr Tochter Maria Anna Fräncisca gestorben und zu Laybach bey denen PP. Augustinern in die Rosencranz-Cappel en begraben worden; war alt 5 Jahr und 17 Tag. 1716 Den 6ten Juli bin ich in compagnia des Alexander Baron Pataschich, mit dem wir in einer Kost waren, auch zusammen die jura höreten, von Löwen abgereist und machten ein Tour in denen Niederlanden zu besehen das merckwürdigste zu Mechlen, Brüssel, Tienen, Lütich, Huy, Namur, Charleroi, Mons, Tournai, Lil e, Menin, Ypres, Grevelingen, Donkerque, Vuerne, Nieuport, Ostende, Bruges, Gand und kamen nach Antwerpen, wo wir unß nacher Hol and embarquiret haben. Da kamen wir nach Dortrecht, Rotterdam, Delft, Haag, Leyden, Harlem und Amsterdam. Und nachdeme wir überall das merckwürdigste besehen, retournirten zu Land über Goude nach Rotterdam den 29ten July. [8] Hier zu Rotterdam haben unß embarquirt und gingen über Helevoetsluys nach Engel and. Langten auch in 5 Tagen zu London an, allwo wir das merkwürdigste besehen haben. Br. Pataschich machte ein Tour nach Oxfort, ich aber blib indessen zu London und bey sein retour reiseten wir von hier ab über Canterburi nach Dovers, wo wir unß embarquirten und nach Calais in Franckreich über-fahrten. Von Calais giengen per posta nach Paris, wo wir den 12.7 September angelanget seyn. *NB. In meinem Schreiben habe gefunden notirt den 12ten, welche noch besser verificiren werde.*8 Br. Pataschiz ist in einer Zeit von hier nach Straßburg. Ich hingegen blib noch zu Paris bis 1717 22ten Jenner, da ich dan al ein abgereist bin und meine Reiß über Maeux, Chalon, Mez etc. nach Maynz genohmen hab, wo ich den 19ten Februari angelanget bin. Den lezten April bin ich von Maynz abgereist und über Franckfurt, Nürenberg, Regenspurg etc. nach Wien angelangt den 15ten May. Den 21ten May bin ich von Wien gegen Maria Zel meiner Mutter (welche dahin und nach St. Pelten wahlfahrten gangen) entgegen und treffe [9] solche an 2 Posten von Maria Zel . Ich habe sie sodann biß nach St. Pelten begleitet, von wanen sie wieder nach Laybach, ich aber nach Wien retournirt, wo ich den 26ten dises Monats May angelanget bin. Von hier auß habe meinem Vattern nach dessen Verlangen über meine Standswahl meine Erclärung schriftlich überschickt, das ich nehmblich unter dem geist- und weltlichen Stand zu dem lezten, in diesem aber die Feder vor dem Degen zu ergreiffen resolviret seye. Und da man just damahls an dem kayserlichen Hof auf dem Tapet hatte, wie denen Ländern mittels einer gutten Policey durch Einführung der Commercien, Manufacturen und 7 Številka 2 je popravljena. 8 Pripis je bil kasneje prečrtan. | 3 1717-1718 der Navigation etc. dem Provinciali und Camerali geholffen und dadurch der Länder Wohlfahrt befördert werden kännte, wie dan auch zu dem Ende einige Generalien publiciret und jedermann zu Secundirung der landsvatterlichen Intention encouragiret worden. Und da ich zu dem Justiz- oder Processwesen ohn das keine Inclination hatte, so habe meinen Vater gebetten, [10] das er mich wieder nacher Hol and schicken und daselbst ein comptoir practiciren lassen möchte. Mein Vater hat mein Resolution beangenehmet, jedoch nach Holland wollte er mich wegen der Religion absolute nicht gehen lassen. Stellte mir aber frey ein anderes Orth in denen catholischen Landen zu wählen. Bin also den 7ten July von Wien nach Laybach gereist, umb mich mündlich mit meinen Eltern zu verstehen, da ich dan Genua in Italien choisiret, auch von mein Vattern den Assensum erhalten habe. Den 20ten July hat mein Schwester Frau von Utschan ein Tochter gebohren nahmens Maria Anna Magdalena, das war ihr 5tes Kind. Den 21ten Septembris bin ich von Laybach nach Genua abgereist, den 23ten zu Triest embarquirt, den 2ten Octobris zu Venedig angelangt, den 10ten von Venedig abgereist und über Padua, Vicenza, Verona etc. den 16ten zu Mayland ankomen, den 20ten abgereist und den 22ten zu Genua arrivirt. Da ich was die Schrifft und arithmetique anbelangt [11] das comptoir des sig. Trassinetti, was aber das commerciale Correspondenz betrifft, deren sig. Boggiaro e Bensi, wohin mich sig. Codel i von Laybach recomendiret hatte, frequentiret habe. Hier hat der Lufft meinen Augen nicht sonderlich anschlagen wollen, bin also nach etlichen Monaten nach Hauß beruffen worden, jedoch habe vorhero in Italien einen giro gemacht. 1718 Den 14ten Marzi bin ich von Genua abgeseglet und über den Porto del a Specie und Lerici den 19ten nach Livorno gekomen, den 22ten abgereist und über Pisa, Lucca, Siena den 23ten zu Florenz angelangt. Den 27ten bin ich von dar abgereist und den 29ten zu Rom arrivirt, allwo ich in der Charwochen al e Solemnitäten, auch das Merckwürdigste in und äusser der Stadt gesehen. Den [– –]9 bin ich von Rom abgereist und über Loreto nach Senogaglia gekommen den [– –]10 Hier fande ich just ein kayserliches Mercantilschiff, welches sich nacher Triest unter Segl zu gehen richtete. [12] Ob ich nun schon von Rom biß hieher in compagnia eines jungen Grafens von Pichler auß Schlesien gekomen und über Bologna und Venedig unser Reiß zu nehmen resolviret waren, so hat mich doch diese gutte Gelegenheit und favorable gewester Wind dergestalten eingenohmen, das ich mich von meiner compagnia separirt und embarquiret habe den [– –],11 da ich dan den [– –]12 zu Triest und eben den Tag zu Lueg arriviret bin. Den [–]13 November gieng ich nach Fiume14 zu Herrn von Orlando in die Kost, wo ich zugleich sein comptoir frequentiret habe. Dieses Jahr kam H. Dominicus Hingerle, der die Tuecher (womit die Gränizer von denen Landschafften in Steyer, Kärnten und Crain krafft einer mit dem Hof habender Verständnus versehen werden) auß Zeneda, stato di Venezia, providiret und gedachten Landschafften lieffert, auf die Gedancken, ein solche Fabrique bey Laybach zu errichten. Sein Aydam H. Milpacher war bereith ein Capital darzu zu geben und mein Vatter deme diese Gedancken gefielen, [13] wolte mich umb die Helffte interessiren. Die Sache wurd abgeredet und resolvirt, das ich nach Foggia in das Königreich Neapel eine Reiß machen und daselbst die dazu erforderliche Wolle erkauffen möchte. Indessen habe ein Memorial an die Hofcamer geschickt, umb das Privilegium zu haben, solche Fabrique zum Nuzen der Länder und das Geld darin zu erhalten, errichten zu därfen. 9 Prostor za datum. 10 Prostor za datum. 11 Prostor za datum. 12 Prostor za datum. 13 Prostor za datum. 14 Na robu kasnejši pripis: wo ich den 9ten dicti angelangt 4 | 1719-1720 1719 Den 21ten May hat mein Schwester Frau von Utschan einen Sohn gebohrn, nahmens Franz Adam; das war ihr 6tes Kind. Den 17ten July bin ich von Fiume abgeseglet und den 25ten zu Manfredonia in Königreich Neapl angelangt. Abends bin ich abgereist und den 26ten fruhe zu Foggia angekomen. Hier habe ich die zu der zu Laybach zu errichten vorhabende Tuchfabrique benöthigte Wolle erkaufft, auch die Veranstaltung gemacht, das solche zum embarquiren nach Barletta expediret worden. Biß nun dieses geschehen, bin ich den 30ten dicti July von Foggia nach Neapel gereiset, [14] umb diese schene Stadt und Gegend, wo ich biß dato noch nicht gewesen war, zu besehen. Nach diesem bin ich wieder nach Foggia retournirt und den [–]15 Augusti nach Barrletta gekomen, wo ich mich den darauf embarquirt und den [–]16 *October* zu Triest angelangt und den [– –]17 zu Laybach retourniret bin. Hier habe ich (ohngeacht al e die Jähr her der Hof von dem Commerciali viel Wesens gemacht, auch zu deren Fabriquen- und Manufacturen-Introducirung mehrere Generalien mit vielen favorablen Verspröchungen hat publicieren lassen) mit Verwunderung vernehmen muessen, das die vorhabende Tuchfabric unter allerhand nichtigen pretexten Anstand findet, sodas, umb in keine ferere Unkosten und Weitlauffigkeiten zu verfal en, ich bemüssiget war, die bona fide providirt und erkauffte Wol e mit meiner Ungelegenheit und nicht ohne Difficultät wieder zu verkaufen. Den 15ten Augusti ist mein Bruder Capuciner P. Ludovicus, der alß missionarius nach das Königreich Tibet bereits resolviret war, auch die Benediction zu Rom erhalten hat und auf der Reiß nach Franckreich, [15] wo er sich zu St. Malo hette embarquiren sollen, zu Florenz gestorben. Er war gebohrn den 9ten Juni 1691 umb ein Uhr Nachmittag, war also alt 28 Jahr, 2 Monath und 6 Täg. Er war Capuciner seit den 20ten Jenner 1709. Die mehrere Außkunfft von gedachtem, meinem frommen, gottesfürchtigen und tugendhafften al erliebsten Brudern ist nachsehenswürdig unter meinen actis sub No. 56 lit. H. Den 12ten Octobris circa bin ich wieder nach Fiume, allwo ich mich mit dem H. von Orlando (Antoni Jacob) unterredet und mich in sein Negocium zu interessiren verstanden habe, wie wir dan unter unß den 19ten Novembris einen Contract aufgerichtet haben. 1720 Den [–]18 Juli bin ich von Fiume in negoti Affairen ins Kärnten und den 26ten darauf wieder nach Fiume retournirt. Den 14ten Septembris *abends* bin ich gleichfals in negoti Affairen von Fiume mit einem eignen Schiff nacher Sicilien abgeseglet, von diesesmahl mit einer Schiffsladung kayserlichen erbländischen Waaren daselbst eine Probe zu machen, [16] und sogestalten von diesem Königreich eine nähere connoissance einzuhollen, umb künftig zwischen solchen und denen kayserlichen österreicherischen Erblanden eine beederseits nuzliche Correspondenz zu etabliren. Den 15ten Septembris, gleich nach 5 Uhr Nachmittag, ist mein Schwager Herr Franz Sigmund von Utschan, Oberlandtssecretarius in Crain, nach einer außgestandenen 14-tagigen Krankheit wohl disponirt gestorben. Er war gebohren anno 1678 den 22ten Novembris, war also alt 41 Jahr, 9 Monath, 24 Täg. Er ist bey denen PP. Augustinern in der Rosencranz-Capel en begraben worden. Den 20ten Octobris (nachdeme ich zu Manfredonia19 mich debarquiret und mein Schiff weiter nacher Messina abgeschicket, ich aber zu Land nach Neapel meine Reiß prosequiret habe) habe mich hier zu Neapel nacher Palermo (weil ich addritura nacher Messina keine Gelegenheit gefunden embarquiret auf eine neapolitanische 15 Prostor za datum. 16 Prostor za datum. 17 Prostor za datum. 18 Prostor za datum. 19 Kasnejši pripis na robu: wo ich den 17ten passatto angelangt bin mit favorablen Wind, wegen Contagions-suspectis-Zeiten habe gleich eine Stafetta nach Neapel geschickt, um die Practic zu haben, auch den 23ten septembre die Antwort erhalten. Den 28ten septembre bin ich von Manfredonia nach Foggia und Neapl, arrivirt den [– –] | 5 1720-1721 sogenannte Feluca di dispacio. [17] Weil aber die vor 14 alß auch die lezte vor 8 Tagen von hier abgeseglete von denen Seeraubern auß der Barberey hinweg genohmen und die Leuth zu Sclaven gemacht, diese betrübte Nachricht auch in Neapel bereits kund geworden, alß habe ich von dem französischen Consul zu Neapel mittels eines Regals vor mich und meinem Bedienten ein Passeport angesucht, auch den 18ten Octobris solchen erhalten, mit welchen ich als ein Franzoß passiren und meine Reiß (die ich wegen bereits gemachten Veranstaltungen nicht evitiren könte noch wolte) prosequiren konte. Den 31ten Octobris hat mein Schwester Frau von Utschan, Witib, zwischen 2 und 3 Uhr nach Mitternacht ihr 7tes Kind Mariam Caeciliam gebohren. Den 9ten Novembris bin ich von Palermo per mare zu Messina angelangt, wo ich mein Schiff, so vor 8 Tagen arriviret war, gefunden habe. Den 10ten detto ist mein Schwester Frau Anna Cæcilia von Vtschan, Wittib, gleich nach 2 Uhr Nachmittag gestorben und nächst ihrem Gemahl [18] zu die PP. Augustiner in die Rosencranz-Cappellen begraben worden. Sie war gebohren anno 1692 den 18. May20 zwischen 8 und 9 Uhr abends; war also alt 28 Jahr, 5 Monath, 22 Täg. Sie hatte sich verheürath den 24ten Novembris 1708 und wurde Wittwe den 15ten Septembris dieses 1720ten Jahrs. Sie war von Jugend auf from, gottesfürchtig und andachtig, lebte auch mit ihrem gleichfals fromen, gottesfürchtigen und andächtigen, auch gelehrt und vernünfftigen Gemahl auf das beste. Sie konte seinen Tod nicht vergessen, nichtes konnte sie trösten weder von ihren Leid und Betrübnus ein Ende machen alß der Tod. Sie war ein gutte und fleissige Haußwirtin, auch sorgfältige und christliche Mutter ihren Kinder, wie sie dann auch wohl disponirt und exemplarisch gestorben ist. 1721 Den 30ten Jenner, nachdeme ich meine Negocien zu Messina verrichtet und das Schiff21 beladener nach Fiume expediret hatte, bin ich auf einer Feluca von Messina abgeseglet und den 3ten Februar zu Troppea in dem Königreich Neapel angelangt, wo ich in einer darneben ligender Peninsula auf einem Berg in einer verlassenen Kirche [19] die Contumaz habe machen müssen, so da auf dieser Reiß die dritte war; alß die erste zu Manfredonia, weil das Litorale Austriacum da selbst suspect war, die anderte zu Palermo und die dritte in gedachte Troppea, weil beede Königreiche einander suspect waren, folgsam eines vom anderen gesperrt war; diese letzte Contumaz ist die längste gewesen.22 Von Troppea bin ich nach Selerno, dann über den Golfo allezeit per mare, sodann aber per terra und bin den 13ten Marzi zu Neapel angelangt. Von dar bin ich per terra nach Barletta wo ich mich per Fiume embarquiret habe, allwo ich den23 May angelangt bin. Den 8ten Juni bin ich zu Laybach und den 3. Juli wieder zu Fiume angekommen. Umb diese Zeit war mein compagno sig. Antonio Giacomo d‘Orlando zu Wien, welcher mir erinnert hat, daß die anno 1719 daselbst aufgerichtete Orientalische Handlungscompagnia ihre commercia per mare zu extendiren inclinire; und so wir ein Interesse dabey zu nehmen resolvireten, sie unß die Administration überlassen wol e. [20] Und da er meine Meynung herüber verlangte, gab ich ohne Anstand mein Assensum darzu. Es war also ein Contract unter der Orientalische Compagnia von unß zweyen errichtet und zu Wien von meinem compagno den 8., von mir aber zu Fiume den 16ten Augusti gefertiget. Den 4ten Octobris habe ich, so dan mit meinem compagno wegen unserer antiparte einen besondern Contract aufgerichtet. Den 6ten Octobris bin ich in negocy Geschäfften nacher Triest, al wo die Compagnia ein Arsenal und den Schiffbauangelegter hatte; den 4ten Novembris retournirte ich zu Fiume, den 9ten Decembris bin ich abermals nacher Triest und den 14ten detto zu Fiume angekomen. 20 Dan in mesec sta zapisana nad vrstično linijo. 21 Pripis na robu: den 23. hujus 22 Pripis na robu: und 24 Täg gedaueret 23 Pripis na robu: es muß der erste oder 2ten gewesen sein 6 | 1722-1723 1722 Den ersten Marzi ging ich per Ordre der Wiener Direction nach Triest, al wo ich der Compagnia ein fermes comptoir zu etabliren auß der Ursach gerathen habe, weil ich Triest vor ein grosses Commercium weit avantagioser alß Fiume gefunden. Den ersten July bin ich nomine der Orientalischen Compagnia nach Sinigaglia auf dem Marckt von Triest abgeseglet. [21] Und da ich immer contrari Wind hatte, habe mich den 8ten detto zu Pesaro debarquirt und bin von dar *per posta* den 9ten darauf *vortags* zu Sinigaglia angekomen. Den 3ten Augusti bin ich von Sinigaglia per mare wieder *al alba* zu Triest retournirt. Den *circa halben* Octobris (da der H. Graf von Wagensperg, H. General Schmettau und H. von Schuberth, erster als commissarius, ander alß in der Compagnia Mitinteressirter und lezter alß Director von der Compagnia mit einigen subalternis von Hof beordnert war, die Seehaffen zu recognosciren und was zu Beförderung des Commercy nuzlich gefunden wurde, an die Hand zu geben) bin ich mit dieser Commission nach Fiume und den 4ten Novembris wieder nach Triest zuruckgekomen. Den 17ten Novembris bin ich von der Orientalischen Compagnia ins Römische Reich abgeschickt worden und bin selben Tag von Triest nach Fiumicel o ins Friaul abgeseglet. Von dar kam ich über Görz den 24ten nach Vil ach, den 2ten Decembris nach Salzburg, den 14. detto nach München und den 24ten ejusdem kam ich zu Augspurg an. 1723 [22] Den 2. Jenner bin ich von Augspurg abgereist und über Regensburg, Passau und Linz den [– –]24 zu Wien angelangt. Den 15ten Februari bin ich in compagnia des sig. marchese Franco Felice de Giudici (alß welcher nomine des Jean Kolebrocke und seiner associers die, von der Wienerischen Orientalischen Handlungscompagnia neuresolvirte besondere Branche des Commercy nacher Portugal zu Triest zu dirigiren, ich aber nomine der Orientalischen Compagnia die, mit dem grösten Fundo dabey interessiret war, von dieser Branche die Inspection hatte) von Wienn abgereist und über Kärnten und Friaul den 27. detto zu Triest ängekomen. Den 12ten April habe ich gedachten sig. marchese Giudici (nachdeme er mir durch einen sehr besondern und verwunderungswürdigen Weg suspect geworden und ich nach genauer und secreter Untersuchung seiner Conduite je mehr und mehr dessen bössen Absichten und wie er die Compagnia umb viel tausend Gulden zu filoutiren und mir alß inspectori auf die listigste Arth durch den Sinn zu fahren gedachte) [23] krafft der mir von der Orientalischen Compagnia unter 27ten elapsi february in secreto ertheilter specialer Vollmacht zu Triest arrestiren lassen, wie ich dann gleich von solchem meinem facto und was mich dazu bewogen, die Orientalische Compagnia nach Wien per Staffetta berichtet und von selber die Approbation erhalten hab. Den 29ten Junii ist das utschanische Knäbl Antonius Ferdinandus gestorben und zu seinen Eltern begraben worden; war alt 8 Jahr und 18 Täg. Nun nachdeme gedachter marchese Giudici arrestiret war und seine tramirte Intriguen stets mehr an Tag gekommen, ihme auch der Process gemacht worden, hat die Orientalische Compagnia über das currente negotium, welches ich mit und nebst dem H. von Orlando zu administriren hatte, auch das portugesische und zwar diese Branche mir al ein und unter meinem Nahmen zu administriren anvertrauet auch die erste Expedition per dahin, umb so mehrer zu beschleinigen, recommendiret, alß der Hof inclinirte ein, zwischen denen österreichischen und portugesischen Landen [24] (davon die Souverainen, ohne das durch Blutfreundschafft al iret seyn) Gemeinschaft nuzliches commercium bald etablirter zu sehen, wie dan der Hof zu mehrerer Facilität und Animierung dieser Enterprise zwey neapolitanische Kriegsschiff zur Escorte der ersten Expedition auf aigne Unkosten herzugeben versprochen. Und weil dieses Engagement bereits concertiret, auch der Orth des rendez-vous und die Zeit, in welcher die Kriegs- und Kauffardeyschiffe daselbsten eintröffen sol en, bereits bestimet und man zu Neapel mit Außrist und Equipirung der Kriegsschiffe in vol er Arbeit begriffen war, alß bin ich (umb in rechter Zeit fertig zu 24 Prostor za datum. | 7 1723 seyn) mit Anschaff und Betreibung der annoch abgängigen Ladung und Equipirung deren Kauffardeyschiffe nicht wenig occupirt und sonderlich von der Kürze der Zeit pressiret gewesen. Und da die Compagnia in solchen wichtigen Engagement von des Giudici Boßheit sehr desorientiret, auch wegen seiner Associers und Correspondenten wegen gespielten Intriguen nicht wenig besorget war und deßwegen mit al er Fürsichtigkeit [25] procediren mußte, als hätte sie gerne gesehen, das ich diese Reiß mit denen Schiffen gemacht und alle Besorgung derenselben Verkauff, der Ladung, Anschaffung deren Ruckladung etc. auf mich genohmen hätte. Ich, der ich voll des Eyfers war und die Noth der Fürsichtigkeit selbsten gar wohl erkante, vor allem aber, das ich gesehen habe, was vor ein grosses Vertrauen die Compagnia zu mir hat und wie sie meinen Eyfer in allem agreiret, habe mich ganz gerne und mit Freüden dazu resolvirt und bin den 11ten July fruhe mit 3 Compagnischiffen, alß dem Primo Genito, St. Leopoldo und Francisco Xaverio unter Abfeüerung der Canonen von Triest abgeseglet und den 20ten July zu Manfredonia in Königreich Neapel (wo unser rendez-vous war) angelangt. Al hier habe die 2 kayserlichen Kriegsschiffe S. Carlo und S. Barbara bereits angetroffen; ich habe mich mit ihnen coniungirt und seyn in der compagnia den 24ten darauf von danen unter Seegl gangen. Den 27ten detto hat das Schiff Primo Genito (worauf ich embarquiret war) [26] angefangen so stark das Wasser zu lecken, daß die Leuth an denen Pompen nicht mehr resistiren und das eindringende Wasser nicht superiren konten. In der Gegend von Capo S. Maria an der Küste von Calabrien gabe ich ein Zeüchen dem Commendanten der Kriegsschiffe. Und da wir zum Parlament kamen, resolvirten (umb den augenscheinlichen Untergang zu entgehen) entweder nach Messina oder nach Malta, wohin unß der Wind am favorablesten sich zeugen wird, einzulaufen, da ich dann den 2ten Augusti zu Messina angekomen bin, mir auch die andere 4 Schiff tags darauf nachgefolget seyn. Hier habe das Schiff durch gute Wassertaucher (welches auch wehrender Reiß geschehen) und andere in arte peritos auf das fleissigste visitieren lassen, ohne gleichwol en den defect decouvriren zu könen, biß das ich obligiret war, das Schiff völ ig außzuladen; da man dan gefunden, das ein grosser Nagel mitsambt dem Kopff in der Tieffe des Schiffs soweit in eine Dil en geschlagen und versenkt worden, das er bey dem motu des Schiffs durchgekommen, [27] und sogestalten die Öffnung und das Übel causiret. Mit dem Außladen, Repariren und wieder Beladen viele Zeit consumiret, die ganze Flotil e daselbst arretiret und nur an denen ordinari täglichen Unterhaltungsunkosten deren Schiffe grossen Schaden verursachet hat, anerwogen ich jeden von denen 2 Kriegsschiffen monatlich 7.500 fl. circa und vor die 3 Mercantilschiff circa 3/m fl. habe fourniren müssen. Den 21ten Septembris bin ich von Messina abgeseglet. Den 11ten Octobris *gegen Abend* bin ich mit der ganzen Flotil e, Gott Lob, ganz glücklich zu Lisabon angelangt. Allhier habe ich meinen aufgehabten Geschäfften abgewartet, auch sowohl bey dem König alß der Königin Audienz genohmen und erstem ein Handbriefl von dem Kayser, auch verschiedenen Ministern von dem kayserlichen ministerio einige Recomendationsschreiben behändiget. Und da ich bald wahrgenohmen, daß hießige negotia ein weites Außsehen haben und das ich die, von und nach Brasilien abzugehen und anzukomen habende Floten [28] werde abwarten müssen, war ich hauptsächtlich besorget, wie ich mich der gewaltigen und beschwerlichen Unkosten, welche sonderlich die 2 Kriegschiffe erforderten, befreyen könte. Ich wolte zu dem Ende gerne die 2 Kriegsschiff zuruck nach Neapel schicken, umb mich deren Besorgung und den Hof der grossen und unnöthigen Unkosten zu.deliberiren, weil ich von unbil ich fande, der Generosität des Hofs zu abusirn. Es hatte hingegen der Commendant expresse Ordres die Kauffardeyschiffe wieder zuruck nach Triest zu begleiten und deßwegen wol te er nicht und konte auch nicht solche Ordres transgrediren und machte umb so mehr Difficultät, weil die Verkürzung der Reise, sowohl ihme, alß der Officialität und gesambter Equipage in privato præjudicirlich war. Der kayserliche Minister General Vasquez wolte was solches (ohngeacht meines Zuredens) auf sein Verantwortung auch nicht nehmen. Erst nach Wienn zu schreiben, ware mir auch zu weitlauffig, weil es 3 Monath braucht, umb eine Antwort zu haben. [29] In arena ergo consilium capien-dum erat, das beste war, das ich in allen die freye Hand und daß die Compagnia diese ihre Anliegenheit mir allein völlig anvertrauet hatte, deßwegen ließ ich mir auch die Sache auf das Beste angelegen seyn, 8 | 1723-1724 fande auch endlich ein stratagema, gieng zu dem kayserlichen Minister und sagte ihm in Gegenwart des Commendanten deren Kriegsschiffe, das ich resoluiret habe die 2 grosse Kauffardeyschiff hier zu verkauffen und das ich nur al ein das kleinste, das ist Franciscum Xaverium zuruckschicken, zu dem Ende mich befleissen werde, solches bald zu beladen und zu expediren, welches also die 2 Kriegsschiff escortiren und so gestalten zurück kehren kännen. Sowohl der Vasquez alß der Commendant don Girolamo de Marchesi konten gegen meinen Dispositionen nichtes einwenden; verlangten solche meine Declaration schriftlich, die ich ihnen auch ohne Anstand gabe und obligirte mich zugleich, die Verantwortung bey Hof auf mich zu nehmen. Sie resolvirten also (umb sich keiner Verantwortung zu exponiren) zur escorte [30] und respective zur Retournirung der Kriegsschiffe. Umb nun auch diese Reiß zu verkürzen und die Unkosten der Kriegsschiffe zu menagiren, machte ich die Expedition des Francisci Xaverii nicht nach Triest, sondern nach Neapel. Schrieb an dem daselbstigen kayserlichen Minister Baron Fleischmann, das ich gedachtes Schiff von Neapel nacher Triest in Engel and bereits genugsam assecuriret habe und das er deßwegen dem Vicekönig vorstel en möchte, das es der weitern Escorte nicht mehr bedarff und das folgsam die 2 Kriegsschiff zu Neapel alß ihren gewöhnlichen Porto verbleiben sollen, welches alles ich auch an die Compagnia nach Wien (auf das von Hof an dem Vicekönig gleiche Ordres ergehen möchten) relationiret habe, wie dan auch al es nach Wunsch abgelauffen ist. Den 24ten Decembris, da nun sowohl Franciscus Xaverius alß die zwey Kriegsschiff seeglfertig waren, habe ich mich gegen Abend auf erstem embarquirt und seyn mit allen 3 Schiffen den Tagum hinunter biß nach Bellem, wo wir unß von Anker gelegt haben. [31] Den 25ten Decembris gleich nach Mitternacht, alß am Hl. Christag, habe auf dem Schiff 3 Heilige Messen lesen lassen, dann habe noch ein und andere Veranstaltung gemacht und gegen den Tag habe die Anckers lichten lassen und das Schiff biß an die Mündung des Tagi begleitet. Dan bin ich in meiner Chaloupe wieder nach Lisabon gekehret. 1724 Den [–]25 Juli (nachdem ich allhier in Lisabon meine aufgehabte Geschäfften vollendet, das Schiff Primo Genito per 36/m fl. verkaufft, das Schiff St. Leopold aber, weil kein raisonablen Werth dafür haben, folgsam solchen nicht verkauffen konte, mit Retourwaaren bereits beladen und nacher Triest zu expediren bereith gemacht. Von der Compagnia aber Ordre hatte, mich wegen der barbarischen Seerauber weder auf kayserlichen weder andere Schiffe, die kein sichere Flagen führen, zu embarquiren) bin ich mit einem kleinen englischen Schiff nahmens Betti oder Elisabeta, Capitaine Capithorn, nacher Livorno (weil addritura nach Messina, wohin ich zu kommen hatte, kein Gelegenheit gefunden) abgeseglet, unterwegs aber bey beständigen [32] theils contrairen Winden theils Windstil e und grosser Hiz, welche unß das Fleisch und Wasser völ ig corrumpiret hatte, umb Anschaffung frischer vivers zu Alicante in Spanien eingelauffen und endlich nach kurzem Aufenthalt die Reiß vortgesezt und den [–]26 zu Livorno angelangt. Hier zu Livorno habe abermahls kein addritura Gelegenheit nach Messina angetröffen, habe mich also den [–]27 auf ein französische Tartana nach Palermo embarquirt, wo ich den 5ten September28 in der Nacht angelanget bin. Den [–]29 Septembris bin ich auf dem nehmblichen Schiff von Palermo unter Seegl gangen und den [–]30 zu Messina arrivirt. Hier habe das Schiff St. Leopold von Lisabon mit Ungedult erwartet, welches endlich den [–]31 hier zu Messina eingelauffen. Den [–]32 habe mich auf gedachtes Schiff embarquirt und bin den 22ten Octobris zu Triest angekomen. Hier habe ich den directorem H. von Schubert und den Br. von Fleischmann, Deputirten von der Orientalischen 25 Prostor za datum. 26 Prostor za datum. 27 Prostor za datum. 28 Nad mesecem še enkrat: 5ten 29 Prostor za datum. 30 Prostor za datum. 31 Prostor za datum. 32 Prostor za datum. | 9 1724 Compagnia, angetroffen. Lezter machte sich [33] etwas zu mausig, raisonirte von Sachen, die er nicht verstund und wolte behaubten, was er nicht kont. Und da mir solche seine Conduite nicht gefiel, beklagte ich mich bey H. Director von Schubert. Und da er sich der Sache nicht sogestalten angenohmen alß ich glaubte, das er es hätte thun sollen, faste ich ein kurze Resolution und proponirte dem Br. Fleischmann bereit zu seyn, mein mit der Compagnia auf 20 Jahr stipulirten Associationscontract allsogleich zu cassiren. Er nahm ein Bedenkzeit, tags darauf aber hat er zur Separation resolvirt, war demnach eine Separationsschrifft aufgesezt und von beeden Theilen gefertiget. Sogestalten habe ich mich von der Compagnia völlig separirt und kan wohl sagen, das weder die Compagnia weder ich auf eine Separation nicht gedacht hätten, wan Br. Fleischmann mir dazu die Ursach nicht gegeben hätte. Damit aber diese Ursach, so auch der casus der darzu den Anlaß gegeben constire, wil ich solchen pro memoria hier ganz kurz entwerffen auf, das jedermann sehe, was ein ehrlicher Mann der Authorität, freye Hand und Manutenenz hat, von [34] einen grossen Nuzen schaffen und wie hingegen ein Ignoranter und Malitiöser deme mal à propos eine Authorität conferiret wird, davon abusiren, die besten Entreprisen verderben und was von mala caudata in societate humana causiren kan. Bey meiner Ankunfft zu Lisabon sobald ich gesehen, das die negotia ein weites Außsehen haben und das ich lange Zeit daselbsten zu bleiben haben werde, war ich nicht allein bedacht die 2 Kriegsschiff weg zu bringen, sondern auch auf denen Mercantilschiffen die Unkosten zu menagiren, zu welchem Ende habe ich die in 200 Mann circa bestandene Equipage biß auf einige wenige zur unumgänglicher Besorgung der Schiffe nöthige bel modo congediret. Und da ich ex post überlang das Schiff St. Leopold (weil ich solches nicht verkauffen konte) mit einer Ruckladung nacher Triest zu expediren resolvirte, hingegen nicht soviel von frembden Seevolk fande alß es nöthig war das Schiff zu equipiren, batte ich den König, das mir erlaubet wurde, das abgängige Seevolk [35] von seinen Vasal en (denen sonst auf frembden Schiffen zu dienen nicht leicht permittiret ist) enroliren zu dörffen. Dieses ware mir auch ohne Anstand, jedoch gegen deme concedirt, das ich verspröchen müste, solche wieder zuruck zu stel en. Ich habe mich dazu nicht al ein zu Beschleinigung der Expedition, sondern auch von darumen umb so leichter engagiret, weil mir gar wohl bewust war, das die Compagnia (nach Intention des Hofs und auch kraft ein-gangnen Impegno verschiedene Waaren dahin zu verschaffen) dieses angefangene commercium continuiren und das nehmbliche Schiff wieder nach Lisabon zu schicken haben wird. Wehrender meiner Reiß nach Messina (wo ich das Schiff St. Leopold zu erwarten hatte) machte ich öffters meine speculationes und calculationes: wie lang das Schiff auf die anzuschaffen habende Waaren zu Triest wird warten müssen und was die Equipage, die ich krafft eingangenen Engagement nicht congediren konte, die Zeit hindurch kosten wird. [36] Ware demnach bedacht, wie ich das Schiff (damit es zu Triest nicht fruchtloß stehen und auf Unkosten der Compagnia warten dörffte) auf einige Monath anderster emploiren und darmit wenigst die Spesen verdienen oder doch weniger discapitiren, ich aber indessen zu Triest umb so leichter und mit mehr Comodität die Ruckladung nach denen mitgebrachten Mustern verschaffen känte. Zu Messina præsentirte sich zu solchem meinen Absehen eine favorable Occasion, da Mr Gambon (ein franzö- sischer Handlsmann und Entrepreneur, die khayserliche in Sicilien liegende Miliz mit Brod zuwersehen) ein Schiff nach Patrasso und den Golfo von Lepanto in Morea, umb Getreyd zu schicken hatte. Ich machte ein Contract mit ihme und überließ ihme à nolo das Schiff von solche Reiß, die 2 oder 3 Monath dauren konte. Wie das Schiff von Lisabon zu Messina eingelaufen, embarquirte ich mich darauf und fahrete nach Triest, wo ich solches außgeladen und dem sopra carico (den Mr Gambon mitgeschickt hatte) übergeben [37] zu Messina aber in der Compagnia comptoir recommendiret habe bey retour des Schiffs auß Morea neue Ladung nach dem Adriaticum per Ancona, Venedig oder Triest zu procuriren, auf das es auch in solcher retour etwas verdienen möge. Der Director H. von Schubert und der Br. Fleischmann, welche beede sich damahls zu Triest befanden, haben solche meine Veranstaltungen beangenehmet und belobet. Bald darauf aber hat Br. Fleischmann angefangen diesen nolegio zu critisiren und wollte bald dem Capitaine, bald anderen Officieren von der Equipage, alß ob sie nicht fechig genug wären, Ausstel ungen machen. Ich habe ihm die Insubsistenz seiner Difficultäten vorgestellt, auch gemeldet, das sie auf der glücklichen Reise von Lisabon biß Triest die Probe ihrer Fechigkeit werckthätig gezeüget, das ich (der ich mit diesen Leüthen 10 | 1724-1725 navigiret habe) solche besser alß niemand kennen mußtete und endlich ich hatte al e Authorität von, der Compagnia nach meinem Gutbefund zu operiren. Diese meine Veranstaltung [38] muß auch von jedermann, der Sachen kundigen und unpassionirten, von gut und profitable erkennt und belobet werden. Da aber Br. Fleischmann schine deme ohngeacht mit mir anzinden zu wol en, offerirte ich mich diesen nolegio auf meine Unkosten und Verantwortung à monte gehen zu lassen und mich mit Mr Gambon deßwegen abfinden zu wollen. Er Br. Fleischmann aber möge sorgen, was er mit dem Schiff anfangen oder wie er solches besser zu emploiren finden wird. Dieses ware dem Br. Fleischmann auch nicht recht und wolte a tout prix sich an mir reiben, fieng an einige von dem portugesischen Matelots (ohngeacht ich ihme vorgestelt mich engagirt zu haben, solche wieder nach Lisabon zu stellen) zu congediren, enrolirte andere an deren statt etc. Enfin, da ich gesehen, das kein Raison Plaz findet, habe ich mein Resolution gefast, mich von der Compagnia (wie obgedacht) loß zu machen; sagte auch dem Br. Fleischmann und dem directori, das ich wünschete dieses Schiff niemer mehr zu sehen. [39] Dieses ist die wahre und ainzige Ursach, warum ich mich von der Compagnia (vor welcher Interesse ich so viel Lieb und Eyfer gehabt, das ich mein Fleiß, Mühe und Arbeith niemahls gespart weder mein leben geschonet) loß gemacht habe. Ich hatte die 3 Jahr und mehr stetts viel e und grosse Verrichtungen, auch über ½ Million nach meinem Gutbefund zu manegiren, ohne das mir jemahls von meinen Dispositionen das mündeste wäre disapprobiret worden. Die Compagnia zeügte auch alle Affection und estime vor mich und das grosse Vertraun, das sie in mich sezte, war mir zur grösten Consolation. Daß sie aber in ihren Resolutionen langsam war und niemahls ein rechtes Systema gefasset hat, war mehrerentheils der Hof selbst daran Ursach, deßwegen sie dan auch keinen gutten Vortgang haben konte. Dieses und ein Mehres zeüget meine mit derselben und dan privatim mit dem directore geführte Correspondenz, sonderlich aber das lezte meiner Separation wegen unter dato Triest den 24. Decembris an selbe erlassenes Schreiben. [40] Merckwürdig ist es, das dieses Schiff, da es von Triest abgeseglet, wegen contrari Winden nicht fortkomen konnte und endlich in Istrien bei Pirano anlanden muste. Daselbst seyn unter den Portugesen und Venezianern solche Händl entstanden, das der Capitain gefahrlich blessiret worden. Br. Fleischmann und der Director ersuchten mich, weil ich mit die Portugesen reden konte, dahin zu gehen, die Händl zu untersuchen und zu stil en. Ich thate es auß Lieb zur Equipage, indeme mich das Seevolk und sonderlich die Portugesen alß ihren Vattern liebten. Legte auch al es bey und das Schiff continuirte die Reiß nach Morea, von dar retournirte es nach Messina und dan unter nolo nach Venedig, allwohin die Compagnia einen Expressen geschickt hat den Capitain, einen Raguseer, nahmens Gio/vanni/ Pauli (ohne Zweifel von darumen, weil er mein Creatur war) sans rime et sans raison zu congediren und stelte an dessen statt einen Anconitaner, nahmens Carlo Aubert. [41] Es passirten nicht zehen Tag nachdeme Pauli das Schiff verlassen und Aubert das Comando angetretten hat, so entstund unglücklicherweiß auf dem Schiff ein Feuer; und da solches nicht zu leschen, in der St. Barbara aber grosse Quantität Pulver war, lief alles vom Schiff weg. Und da die Republic gleich davon Nachricht hatte, ordinirte sie eil ends eine Gal ern dahin, umb das brennende Schiff (bevor noch das Feuer zu St. Barbara komen möchte, umb ein grösseres Unglück sowohl am Land alß an benachbarten Schiffen zu verhüten) zugrund zu schiessen, welches auch ordinirter massen erfolget und das Schiff, was davon nicht verbrannt war, zu Malamoco versenket worden und nach Triest nicht mehr gekomen ist. Aubert war in dem Castell zu Triest arrestirt und processirt; endlich fand er Gelegenheit zu echapiren und machte dem Process dadurch ein Ende. 1725 Den 9ten Jenner haben wir die scrittura di separazione unterschrieben, auch an al e Correspondenten parte [42] gegeben, das ich kunfftig in der Compagnia Negotien keinen Theil mehr habe. Und gleich darauf, noch selben Tag, bin ich von Triest abgereist und den 11ten Jenner fruhe zu Laybach angekommen. Den 14ten Jenner habe ich das erstemahl die englische Frl. M/aria/ A/nna/ Freyin von Erberg gesehen. *NB: Dieses ist umständlich zu beschreiben.* | 11 1725 [102]33 EXTRACT AUSS MEINEN DIARIIS. 1725, Jenner 9. Nachdeme ich mich dieser Tagen von der Orientalischen Compagnia separiret habe, bin ich heüt um 1 Uhr Nachmittag von Triest abgereist und den 11. morgens zu Laybach angekomen. 14. Heüt war ich in der Comedie, wo ich m. L. das erstemahl gesehen und zu kennen das34 Glück gehabt. Die Begewenheit ist merckwürdig. Ich ware bißherr und fast seit anno 1712 mehrentheils ausser Land, folglich hab ich sunderlich die junge Welt al hier in mein Vatterland nicht gekent. Ich sasse in der zweyten Reyhe und die Frl. nebst andern Frauenzimer in der ersten Reyhe. Der Br. Kuschland, mein bald darauf gewordener Schwager, sagte mir auf crainerisch, ich solte aufstehen, er wolte mir eine lepa punza zeügen. Ich ging mit ihm und passirte bey dem ersten Rang, wo er mich die Fräulle observiren machte. Er fragte mich, wie sie mir gefalt. Ich antwortete ihm, wan mich diese Fräule haben wolte, so wäre ich resolvirt, sie gleich zu heyrathen. Ach, grosser Gott, wie hätte ich mir einbilden könen, das du sie mir destiniret hast? 12. Februar. Heüt war ich bey Mad. de Wertenthal , wo ich m. L. mit ihrer Schwester der Frl. Franzl angetroffen und führte alle 3 in die Comedie. 13. Ist ein gleiches geschehen in compagnia der Mad. de Widerker. 22. Habe beede Frl. in compagnia Mad. de Wertenthall und Widerker zu Hl. Grab geführt. Ach, angenehme Andacht! 23. Heüt zu Mittag habe auf Veranstaltung des H. von Werthentall [103] bey dem Arrestanten Calò auf dem Castel gespeist, wozu er auch den Br. Franz Michael von Erberg, meiner mir von Gott bescherten al erliebsten H. Vatter auch eingeladen hat und ich machte mit ihm Bekandtschafft. Nachmittag führte mich H. von Werthenthall bey gedachtem Br. Erberg und seiner Frauen auf und war das erstemahl bey ihnen und machte mich bekandt; sahe auch daselbst, was mir Gott destiniret hat. 1. Marzi. Heüt gieng ich zu Hl. Grab in compagnia mehr Frauenzimmer, worunter auch mein englisches Objectum war. 8. Marzi. Heüt gieng ich wider zu Hl. Grab und fande unterwegs Mad. Wertenthal mit andern Frauenzimmer und darunter auch mein Inclination. Ein gewisse Frau Knopperin, die in br.-erbergischen Hauß wohl bekant war, suchte Gelegenheit, mit mir zu sprechen und redete dergleichen, alß ob die Bssa. von Erberg meine Gedanken wegen ihrer Frl. Tochter gerne wissen möchte. Ich sagte ihr ohne Umschweif, das ich von ihr Frl. Tochter, die Frl. Mariandl, mehr estime und Hochachtung habe, alß von kein andere Person in der Welt und das sie dessen die Bssa. von Erberg meiner allerdings versichern köne. 10. Heüt hat mir die Knopperin ein Brief geschrieben, den ich ihro mündlich beantwortet und ist das P. S. nachzusehen.35 Den 13ten Marzi war das Verspröchen meiner Schwester Joannæ Antoniæ mit H. Wolff Caetan Frh. von Kuschland. Den 24ten Marzi bin ich alß Assessor bey denen Lands- und Hofrechten von dem Landschrannengericht per decretum resolviret worden. Den 13ten May ist mein Schwester Joanna Antonia mit H. Wolf Caetan Frh. von Kuschland in al er Fruhe in der Kirche bey Hl. Christoph copuliret worden. Den 13ten Decembris bin ich über Lustall nach Wien gereist; am ersten Orth mein Liebste, am andern aber mein Capital bey der Orientalischen Compagnia zu suchen. Den 14ten detto habe ich *hier zu Lustal * das Ansuchen an die Frau von Erberg Freyin von ihre Freile Tochter Maria Anna [43] selbsten gethan. Und weil sie nicht al ein nichts dargegen hatte, sondern auch mit denen obligeantesten Expressionen ihr Wohlgefallen darob gezeuget hat, die Freille auch ganz content war, alß habe ich mich mit ihro in Gegenwarth der Frauen von Werthental versprochen; dero ich zum Zeichen meiner wahren und beständigen Treue ein Ringl mit der Devise fidel et constant, sie aber mir ein Z zum Anhangen gegeben. Darauf ich vollkommen vergnügt abgereiset bin. 33 Sledijo zapisi na priloženem foliju, ki pa je ločen od tega spisa. 34 Beseda je popravljena. 35 Tu se konča zapis na priloženem foliju. 12 | 1725-1727 Den 17ten Decembris bin ich zu Wien angekomen. Und nachdeme ich hier meine Geschäfften nach Satisfaction verrichtet, auch Verschiedenes vor mein allerliebste Brauth providiret habe, bin ich 1726 3ten Februari von Wien abgereist und ohngeacht ich mich zu Gräz bey 1 ½ Stund aufgehalten, bin ich von Wien nach Laybach in 46 Stunden retourniret. Den 19ten Marzi hab ich mich mit meiner al erliebsten Brauth Maria Anna Elisabeta [44] Freile von Erberg, Freyin, in Beyseyn beederseits Angehörigen solemniter versprochen. Den 29ten detto habe ich umb das sogenandte laichenhaimische Hauß zu Laybach mit dem Dismas Grafen von Auersperg den Kauff geschlossen. Den 10ten Junii bin ich in der Hl. Catharinæ-Kirche ohnweit der br.-erberischen Herrschafft Lustall mit meiner allerliebsten Freile Brauth von daselbstigem Pfarrer Herrn Hingerle ehelich zusamengegeben worden. Den 16ten detto (weil ich biß dato in mein neuerkaufften Hauß noch nicht erforderlich bin eingericht gewesen) war erst die Haimführung und habe mein al erliebste Freile Brauth bey ihren Eltern abgeholt und abends unter Begleitung ihrer Eltern sie in mein Hauß geführt und sogestalten mein Haußhaltung und meinen Ehestand, wozu der Al erhöchste seinen göttlichen Seegen geben wol e, mit grösten Vergnügen [45] angetreten. Den 10ten July war bey unß meiner al erliebsten Gemählin ihres Herrn Vatters Bruder H. P. Inocentius Erberg, Jesuiter, welcher nach Paraguay in America als missionarius gehet. 1727 Den 6ten July gegen 11 Uhr Vormittag ist mein allerliebste Gemählin von einem jungen Söhndl glücklich entpunden worden. Weil aber diese Gebührt zu fruhezeitig und das Kind erst 7 Monat war und deßwegen ganz schwach, habe solches gleich im Hauß tauffen lassen unter dem Namen Antonius Sebastianus. Mein Nachbar der H. von Werthental und meine Mutter seyn Gevattersleuth gewesen. Eben heüt Nachmittag ist gedachtes Kind umb 4 Uhr gestorben und tags darauf alß den 7ten July in der Frühe bey denen PP. Augustinern in der Rosencranz-Capel en begraben worden; hat also nur 5 Stund gelebt und dieses war mein erstes Kind. [46] Den 11ten December umb halb ein Uhr in der Nacht ist mein al erliebste Mutter Frau Maria Isabel a nach einer lang und schon viel e Jahr her zum öfftern außgestandener Krankheit (nachdeme sie christcatolischen Gebrauch nach mit al en Hl. Sacramenten versehen worden ist) ganz sanfft gestorben und habe ich ihro das Licht in der Hand gehalten, biß sie ihrem Schepffer den Geist aufgegeben. Den 9ten dieses fruhe habe ich sambt meiner allerliebsten Gemahlin von ihro den mutterlichen Seegen empfangen. Den 12ten darauf umb 8 Uhr Vormittag ist sie zu denen PP. Augustinern in der Rosencranz-Capel en begraben worden. Sie war gebohrn anno 1674 den 2ten September, war also alt 53 Jahr, 3 Monath und 8 Täg. Ihre Eltern waren Hanß Ludwig Sorger von Sorgfeld und Maria Susana, gebohrne von Lukantschitsch, welche anno 1714 gestorben. [47] Gedachte mein al erliebste Mutter war ein Erbtochter, da sie mein Vatter geheyrath hat. Sie war wohl erzogen, lebte jederzeit from, gottesfürchtig und exemplarisch. Sie war eine getreüe und gutthätige Eheconsortin, eine recht milde Mutter ihrer Kinder, ein gutte haußliche und fleissige Haußwirtin und grosse Wohltäterin der Armen und gedultig in ihren Krankheiten, wie sie dan auch die Welt ganz rassegnirt verlassen hat. Den 16ten Decembris, da mein Vater alß ein alterlebter Mann und der beständig mit seinen Ambtsgeschäfften occupiret, auch öffters kräncklich war, in seinem betrübten Wittwerstand Hilff und Besorgung nötig hatte, hab ich mein schenes Quartier verlassen; welches mein al erliebste Gemählin sowohl meinem Vatter alß mir zu Lieb auch gerne gethan und haben unß beede zu meinem Vater ins Landhauß überzogen, umb ihme und insgesambt die Economie zu führen, auch sonsten ihn in al en unserer kindlichen Schuldigkeit gemäß [48] zu besorgen und zu bedienen. | 13 1730-1730 1728 Den 29ten Februari reisete ich mit meinem Vater (der in Landschafftsgeschäften dem H. Bischoff Marotti als landschaftlichen Deputirtem und commissario zu Hilff nachgeschickt worden ist) von Laybach nach Wienn ab. Den 4ten Marzi seyn wir zu Wienn angelangt. Den 29ten April seyn wir von Wienn abgereist und den 2ten May nach Laybach retournirt. Den 5ten May umb 3 Uhr fruhe ist meine al erliebste Gemählin von einem jungen Söhndl glücklich entpunden worden; weil aber diese zweyte Gebuhrt abermahls zu Fruhezeit und das Kind erst von acht Monathen war, hab es gleich in Hauß tauffen lassen und war benahmset Franciscus Gotthardus. Umb 9 ½ Uhr Vormittag ist dieses Kind gestorben; hat also gelebt 6 Stunden und 30 Minuten und dieses war mein zweytes Kind. [49] Den 6ten May abends ist gedachtes Kind zu denen PP. Augustinern in die Rosencranz-Capel en begraben worden. Den 5. April habe mich mit dem laybacherischen Stadtmagistrat umb das Plazl hinter meinem Hauß an der Stadtmauer verstanden, wo ich ein kleines Gebäu vor Stal ung und Wagenstel en habe aufführen lassen. 1729 Den 30ten Marzi habe den Kauf umb den auf der Polane liegenden, vorhin gewesten warnusischen Mayerhof und Garten geschlossen. Den 8ten April in der Nacht gleich nach 2 Uhr ist mein al erliebste Gemählin von einem Söhndl glücklich entpunden worden. Das war ein Freytag, das Zeüchen in Calender ein Löw in aufnehmenden Mond. Nachmittag bald nach 2 Uhr war das Kind getaufft und Joannes Nepomucenus benamset. Die Gevattersleüth waren mein Vater und meine Schwiegermutter. Das war mein drittes Kind. Den 19ten Augusti gegen halb zehn [50] Uhr Vormittag ist meiner al erliebsten Gemählin ihr Mutter Frau Maria Renata Theresia von Erberg, Freyin, nach einer lang und viele Jahr her zum öffteren außgestandenen Kranckheit (nachdeme sie christcatholischen Gebrauch nach mit al en Hl. Sacramenten versehen worden) ganz sanfft gestorben, dero ich das Licht in der Hand gehalten habe biß sie dem Schöpffer ihren Geist aufgegeben. Noch den detto Fruhe habe ich und meine al erliebste Gemahlin von ihro den mütterlichen Seegen empfangen. Den 20ten darauf ist sie umb 5 Uhr Nachmittag zu denen PP. Augustinern in die baron-erberische Gruft begraben worden. Sie war gebohrn anno 1684 den 12ten Octobris war also alt 44 Jahr, 10 Monath und 7 Täg. Ihre Eltern waren Herr Wolff Engelbrecht von Gall, Frh., und Maria Elisabetha gebohrne Kaysel in, Freyin. [51] Diese mein al erliebste Schwiegermutter war ein wohlerzogene, frome und gottesfürchtige Dame, frisch und munteres Gemüths, eine getreüe und gutthätige Eheconsortin, eine milde Mutter ihrer Kinder und hatte vor mein al erliebste Gemählin jederzeit eine besondere Lieb und Affection. Sie war eine gute und fleissige Haußwirtin, auch große Wohlthäterin der Armen, gedultig in ihren Kranckheiten und wuste alle ihre Kreüz mit fröhlichem Gemüth zu übertragen, wie sie dann auch in Gott ganz rassegnirt die Welt verlassen hat. 1730 Den 20ten Jänner ist der Tonerle, meiner allerliebsten Gemählin jüngster Bruder (welchen sie mein al erliebste Gemählin gleich nach dem Tod ihrer Frauen Mutter zu sich genohmen und mütterlich besorget, ihn auch nebst ihren eignen Sohndl den Hanßl selbsten gestillet hat) umb 11 Uhr Vormittag gestorben und tags darauf, als den 21ten detto Nachmittag in die baron-erberische Gruft zu denen PP. Augustinern begraben worden. Er war gebohrn [52] den 8ten July 1729, war also alt 6 Monath und 12 Täg. Den 8ten May in al er fruhe bin ich mit meiner al erliebsten Gemählin, umb ihro eine Recreation zu machen, mit Erlaubnus meines Vattern nacher Venedig und Padua mit einem Bedienten und einem Zimermensch per posta abgereist; am ersten Ort die am Himmelfahrtstag gewöhnliche Solemnität der Vermählung der See zu sehen und am andern unsere Andacht zu verrichten. Den 31ten detto bin ich mit meiner al erliebsten Gemählin, nachdeme wir sowohl zu Venedig alß Padua das Sehenswürdige besehen, von Venedig abgereist. Den 2ten Juni sein wir über Fossetta, Motta, Goriziza, Ontagnano, Görz, Zerniza, Wippach, Præwaldt, Planina 14 | 1730-1731 und Oberlaybach die nehmbliche Rout, die wir hinein seyn, Gott Lob glücklich und gessund zu Laybach angelangt. [53] Den 27ten July bin ich auß Curiosität von Laybach nach Triest gereist, umb daselbst zu sehen, was der von Hof neuresolvirter Jahrmarck〈t〉 vor einem Anfang nehmen und was darzu von dem zu dem Ende dahin abgeordneten kostbaren Hofcommission vor Veranstaltung gemacht werden wird. Den 7ten Augusti bin ich von Triest zu Laybach retourniret. 1731 Den 3ten Februar in der Nacht umb halb 2 Uhr ist mein allierliebste Gemählin von ein Töchterle glücklich entpunden worden. Das war ein Samstag und das Zeüchen in Calender des Schizens in aufnehmenden Tag und abnehmenden Mond. Nachmittag gegen 3 Uhr ist das Kind getaufft und Maria Juliana benahmset worden. Die Gevattersleüt waren meiner al erliebsten Gemählin ihr Herr Vater Franz Michael Frh. von Erberg und Frau Catharina Cordula von Egg, Freyin. Das war mein viertes Kind. Den 19ten Juny hab ich mein Hofdecret de dato Laxenburg, den 26. May 1731, [54] auß Handen des H. Hofraths von Lierwaldt empfangen, mit welchem ich bey der neuerrichteten Intendenza del commercio alß secundus Assistens von Seiner Kayserlichen Mayestät ex officio (dieweil ich mich darumen nicht beworben weder bey jemand umb Dienste recommendiret habe, mir auch was solches nicht hätte einbilden känen) resolviret worden. Ich habe mit meiner al erliebsten Gemählin deliberirt, ob ich solches officium annehmen solte oder nicht in Ansehen, das ich mich mit Sack und Pack nach Triest überziehen und daselbst etabliren müste in einer Zeit, wo ich zu Laybach zu bleiben resolviret war und wo ich ceteris paribus ohne Sorg comod und vergnügt leben konte. Sonderlich auch considerirte ich, das ich bey Hof keine Bekandschafft hatte, auch nicht gewust habe, wer mich auf das Tapet gebracht. Ich habe auch meiner Gemählin nicht vergessen vorzutragen, das wir, so ich kayserliche Dienste annihm, künftig nicht mehr so vergnügt und ruhig leben werden. [55] Enfin, in Hoffnung eines Bessern und das Gott meine gute Maynung seegnen wird, sonderlich, da die Freyde meine talenta zu Diensten des Publici sacrificiren zu känen alle Consequenzen überwogen hat, habe mich sowohl mit ihren alß meines Vaters Consens darzu entschlossen und dieses unverhoffte Decret alß eine Schickung und Willen Gottes angesehen. Heüt umb Mittag habe ich auf Befehl des Landtshaubtmanns den Hofcanzler Philip Ludwig Grafen von Sinzendorff von hier biß nach Oberlaybach zu Wasser begleitet. Tag darauf alß den 20ten Juny fruhe bin ich mit dem Landtshaubtmann obgedachten Hofcanzler nachgereist nach Fiume, Porto Ré und Triest und dann über Laybach biß an die Höhe von Loibl, wo ich mich von dem Hofcanzler beurlaubt habe und seyn mit dem Landtshaubtmann wieder nach Laybach retournirt, wo ich den 27ten detto angelangt bin. Den 21ten July abends umb 10 Uhr bin ich auf Befehl des Landshaubtmann alß præsidis der Intendenza del comercio von Laybach [56] abgereist und den 22ten umb Mittag zu Triest angelangt, al da die Veranstaltungen zu dem kunfftigen Jahrmarckt zu machen. Den 31ten July Nachmittag ist der Graf von Gallenberg hier zu Triest angekomen. Den 29ten Septembris ist H. Graf von Gallenberg von Triest per terra nach Görz abgereist. Den 30ten Septembris habe dem Grafen gefolget und bin per mare nach S. Gio/vanni/ di Duino, dann per terra über Monte Falcone, Sagrad und Gradisca und bin den ersten Octobris mit anbrechenden Tag zu Görz ankomen. Den 7ten Octobris Nachmittag bin ich auf Befehl des præsidis über Vil es nach Aquilea, alda die Gegend und die Amphora biß an die See und dann nach St. Giorgio di Noghera die kayserliche Waldungen zu besehen, abgereist. Und bin den 9ten darauf zu Gradisca retournirt, wo ich den Grafen von Gallenberg angetroffen und meine Relation erstattet habe. Den 10ten Octobris bin ich mit dem Grafen von Gal enberg über Farra nach Görz retournirt. [57] Den 14ten October Nachmittag bin von Görz abgereist und den 16ten Vormittag zu Fiume angelangt. Den 22ten detto bin ich mit dem Grafen von Gal enberg nach Buccari und Porto Ré und selben Tag wieder nach Fiume retournirt. | 15 1731-1732 Den 23ten detto fruhe bin ich von Fiume abgereist und den 24ten vortags zu Laybach angekomen und also diese Reiß, auf welcher wir das Litorale besehen, auch verschiedene Veranstaltungen vorgekehret haben, vollendet. Den 14ten Novembris, nachdeme der Graf von Gallenberg sambt meiner an dem kayserlichen Hof beruffen worden, bin ich heüt umb Mittag von Laybach abgereist und den 16ten mit anbrechenden Tag zu Graz angekomen. Den 17ten Novembris Vormittag bin ich von Gräz aufgebrochen und den 18ten umb Mittag zu Wien angelangt. 1732 Den 15ten Jenner bald nach 9 Uhr Vormittag ist mein al erliebster Vatter Herr Sebastian von Raigersfeld nach einer 9-tägiger Unpäßlichkeit an einem Steckcathar [58] (nachdeme er vorhero dem christcatholischen Gebrauch nach mit al en Hl. Sacramenten versehen worden) ganz sanfft und wohl disponirt von dieser Zeitlichkeit in die Ewigkeit verschieden. Dessen Kranckheit und Todtfahl ist in meiner liebsten Gemählin Brief von [–]36 Jenner, den sie mir nach Wien, wo ich in kayserlichen Commercialgeschafften in commissione war, geschrieben, umständlich zu sehen. Den 16ten darauff um 10 Uhr Vormittag ist dessen Cörper zu denen PP. Augustineren in die Rosencranz-Capel en begraben worden. Er war vom Jugend auf ein embsiger, fleissiger und arbeitsamer, auch fromer und gottesfürchtiger Mann. Er war von anno 1669 stetts bey der Buchhalterey und deßwegen seiner grossen Erfahrenheit halber alß vieljähriger Landschaftsbuchhalter ein Protocol1 von Land Crain. Er war ein treüer Beambter, ein christlicher Ehemann, ein gutthätiger Vater seiner Kinder, barmherzig gegen die Armen, thate jedermann guttes und war unfechig jemanden [59] zu beleidigen. Vor die Religiosen hatte er grosse Veneration und sonderlich vor die Capuciner, die ihm auch bey dem Tod assistiret haben. Er war von starker Complexion und hätte deßwegen noch lange leben känen, weil er diæt und al enthalben moderat gelebet hat. Er war gedultig in seinen Kranckheiten und hat sonderlich an denen Augen (die er völlig zu verlühren in grosser Gefahr war) viele und sehr empfindliche Schmerzen und lange Churen außgestanden. Von seinen Eltern hatte er keine Mittel und mußte sein Glück von der Piquen machen; hat auch sein weniges Vermögen mit seinen eignen grossen Fleiß, Mühe und Arbeith durch grosse Oeconomie und den göttlichen Seegen erworben, nicht weniger durch sein Wohlverhalten (wie es verschiedene landtsobrigkeitliche an ihn erlassene decreta bezeügen), sowohl bey der Landschafft alß auch bey jedermann, in particulari so verdienstlich gemacht, das er den vom Jugend auf erworbenen gutten Nahmen und Credit stets und biß zu seinem Tod [60] beybehalten und also zu besonderer Consolation seiner Posterität das Leben mit al en Ruhm geendet hat. Er war gebohren den 10ten Jenner 1655; war also alt 77 Jahr und 5 Täg. *Wan er sich verheürath hat, vide giornal 1728 19. Jener.* Den 22ten Jenner Vormittag nach 10 Uhr habe ich bey des H. Hofcanzlers Grafen von Sinzendorff Exzel enz in ihrer und des H. Hofraths von Lüerwaldt, auch des geheimben secretaris von Rollemann Gegenwart das Jurament alß kayserlicher Commercienrath abgelegt. Die Obligationes gegen Seiner Kayserlichen Mayestät hat mir der secretarius von Rol emann abgelesen. Das Jurament aber hat mir der Hofcanzler selbst vorgesprochen. Den 26ten dicti ist mir von der Commercialintendenz per decretum die kayserliche Resolution (mit welcher ich zu Untersuch und Einrichtung das i.ö. Mauth- und Tariffenswesen alß kayserlicher und landsfürstlicher commissarius *ex officio* denominiret bin) intimiret worden. Den 30ten dicti [61] (nachdeme ich sowohl wegen meines Vatters seeligen erfolgten Todfahl alß auch wegen der bald anzutretten habender Maut-Untersuchungs-Commission von dem Hofcanzler Grafen von Sinzendorff, Hofcammerpræsidenten Grafen von Dietrichstein und dem præside der Intendenz Grafen von Gallenberg auf mein Verlangen die Erlaubnus abreisen zu dörffen erhalten hab,) bin ich abends umb 5 Uhr von Wien abgereist und den ersten Februari nach 5 Uhr abends zu Laybach37 angekommen. Den 25ten Februari Nachmittag umb 3 Uhr bin ich von Laybach abgereist und meinem concommissario H. Hofcamerrath von Sartori und dem unß zugegebenen Hofvicebuchhalter H. Veigl (welche beede dieser Tagen hier durch Laybach nach Triest passiret seyn) nach gedachten Triest gefolget, da ich, ohngeacht mich unterwegs nichtes aufgehalten hab, theils wegen des schlechtem Wegs, theils wegen der schlechten Postpferd erst den 26. 36 Prostor za številko dneva v mesecu . 37 Beseda je popravljena. 16 | 1732 gleich nach 2 Uhr Nachmittag angelangt bin und sogestalten die mir und nebst obgedachten concommissari s von Hof aufgetragene Maut-Untersuchungs-Commission angetreten habe. [62] Den 9ten April. Da die zu Untersuchung und Reformation des triesterischen publici, Justiz, Oeconomie und Policeywesen krafft kayserliches Decret de dato Wien den 2ten Februari dieses Jahrs ihren Anfang genohmen, bin ich zugleich, so lang ich allhier bleiben werde, darbey zu interveniren, pro concommissario ernennet worden. Den 11ten May. Nachdeme gestern meine Concommissarien von der Maut-Untersuchungs-Commission nacher Görz abgereist, bin ich solchen umb ein Uhr Nachmittag, gleich nach Ankunfft der Wiener Post gefolget und von Triest abgereist über Scorcula, Obchena und Prosecco und bin umb 7 Uhr abends nach Labresina angekomen, allwo ich pernoctiret habe.38 38 Sledi še en prazen neoštevilčen folij zadnje pole. | 17 DIARIA 173539 1735 Avgust [630] [–]40 Augustis. Von Breßlau biß nach Wien bezahlt man Pracht von Wiener Zenten 34, 40 biß 46 Groschen; erste von schwähren, andere von voluminosen col i. 2., 25. 41 Von Breßlau nach Hamburg et vice versa 6, 7 bis 7 ½ Reichstal er von einem Schiff Pfundt, so da sein drey Wiener Zenten und dieses zu verstehen zu Land. Zu Wasser hingegen bezahlt man weniger, hingegen gehet die Waaren langsamer und rischirt öffters lange Zeit underweegs zu bleiben. 3., 26. Ein Zechin oder Ducaten wügt 17 carati oder 68 Gran. 4. Heit war Vormittag bey mir Br. Gab/riel/e Marenzi, der mich per grazia und auf das schenste gebetten hat, das sich an H. von Lüerwaldt nach Wien oder doch an die Intendanz nacher Görz schreiben möchte, das die Marina hier Unnuz dem kayserlichen ærario und hiesigen Publico zu schaden seye und besser zu Buccari oder Porto Rée stehen. Enfin, das ich mit cooperiren sol te, das H. General Pal avicini mit denen 3 Kriegsschiffen und 3 Gal eren, item den 2 anderen nach dem Poo destinirten Kriegsschiffen und etlichen trabacoli von hier weegkomen möchten, weil er das hiesigen Publicum ruiniren und so lang er hier sein wird, immer beunruhigen und graviren werdet. Ich excusirte mich obgedachtem Herren Generalen, nicht disgurtiren zu wol en. Er aber replicirte mir vorgebend, weil hier dieses außgestelt wird, das man al es nur per aspetti, rispetti und dispetti operire, warum ich also auch riguardi vor den Pal avicini habe? [631] Ich antwortete, das ich über keines von dreyen zu pecciren glaube, weil ich kein Ursach wider denen Pal avicini zu klagen finde und gabe ihme genug zu verstehen, das sich per rispetto suo dem Pal avicini kein dispetto thuen wol en etc. 29. Heit Nachmittag ist auf 2 zombeckini und einer Tartana die kayserliche Guarnigion von Orbitel o über Ancona hieher nach Triest gekomen, bestehend auß 770 Man circa Prinz Lothringen und o’nel ischen Regiments. 31. Heit Vormittag ist der Obriste Pretwiz von obgedachtem Guarnison mit etlichen Officiers auf einem englischen Schiff hier angelangt. Eben heit morgens ist obgedachte Orbital er Guarnison außbarquirt und in der Stadt einquartiert worden.42 173843 1738 Avgust [42] 〈8. Augusti.〉 Nachdeme ich seith den 10ten Aprilis dieses Jahrs in der *i.ö.* Tariffenscommission mich hier befinde und nur bedaure, das ich nicht al e Tät, das passirte, aufnotiret, sovill ich solches wenigst führohin thue, auß welchen zu sehen, wie das Gemeine beste vernachlassiget und unverantwortlich tractiret wird. 39 AS, Gr. Dol, fasc. 199. 40 Manjka številka dneva v mesecu; glede na nadaljevanje besedila gre najbrž za 24. avgust. 41 Pomen številk 2., 3 . in 4. pred datumom v naslednjih zapisih ni jasen; morda gre za naštevanje. 42 Pod tem kasnejši pripis: Ad Tergestina 43 AS, Rok., I/47r. 18 | 1738 Avgust Fürs erste ist anmerckungswurdig, das in dem Tariffenswesen bereits seit anno 1711 gearbeitet wird und biß an heit noch kein Tariffen an Tag gekomen, darinen nicht Fehler wider die erste principia anzutröffen wären. Es komen immer neue Commissarien an Tag und die acta der vorigen bleiben ligen und ungelesen. Von einigen seyn gar verlegt, das niemand mehr darum weiß. Das curioseste aber ist, das man dieses Jahr die Commission nach Wien gezogen und niemand dazu genohmen, der biß dato in Sachen wäre gebraucht worden. Von I/nner/ Ö/sterreich/ ist hier H. von Apostlen mit mir erster, wie gesagt, war biß dato in Sachen nicht gebraucht. Mir hingegen will man von keinen actis etwas comuniciren, sowohl ridicul ist. [43] Die Direction von dieser Commission haben in Capitl Seiner Exzel enz Gr. von Starenb/er/g. Diese con-fidiren die Commission dem Gr. Ferd/inand/ von Harrach und dieser H. von Schwantner, der ein tröffliches subjectum ist, aber sehr oberirt mit Geschäfften. Anfänglich hat es geheissen, das seyn lauter Kleinigkeiten, die in wenig Tagen außgemacht werden müssen. Bald hat es geheissen, die i.ö. Mauth tragen nur44 100/m fl., ein bald wieder 300/m fl. Man hat stabilirt principia, nach welchen hette gearweitet werden sol en. Es sey aber solche schon offters abge- ändert worden. So das ich heit, alß den 8ten Augusti, eben soviel weiß, alß den Tag meiner Hieherkunfft. Was er mir unter 29ten elapsi dictirt hat, habe mit H. von Apostlen überlegt, welcher sich aber nicht darin findet. H. von Schwantner habe etliche Tag her öffters und gester zweymahl gesucht, war zu Nusßdorff. Heit hat er Vormittag Commission, ist wieder nichtes zu thun. Al es habe H. Gr. von Harrach gesagt, schupft die Achslen und Last gehen, wie es gehet. Da ihme aber gesagt, das ich dieser Tagen zu ihm mit H. von Apostlen zu gehen habe, fragte er mich: »Wan?« Ich sagte: »Sonntag«, so er genehm gehalten und recordirt hat. 9. Heit ist Postag. 10. Heit, da wir auf Nusßdorff mit H. Apostlen zu gehen hatten, excusirte sich lezter vor heit, versprach aber Morgen. 11. Heit Nachmittag excusirte sich Apostlen abermahls, weil er zu Mad. Lürwald zu gehen hat auf Hacking wegen ihres morgigen Nahmenstag. 12. Heit Nachmittag gieng mit H. Apostlen nach Nusßdorff. [44] H. von Schwantner wolte, das ich die Tariffen machen möchte. Die Außkunfft, die ich verlang, wäre nicht zu erlangen und also vergebens zu verlangen, ein Tariff muß gemacht seyn und also sol en mit H. von Apostlen sehen, wie wür zurecht komen känen. NB. Hier habe ihme vor dem H. Apostlen mein Meinung t[he]utsch45 gesagt. 13. Heit hat H. von Apostlen die acta von H. von Schwantner zuruck verlangen zu wol en mir versprechen. 14. Apostlen absens. 15. Absens. 16. Absens. 17. Absens. 18. Absens.46 19. Heit morgens, sobald ich dessen retour vernohmen, bin ich in al er fenhe zu ihme. Sobald wir aber zu Commission angefangen, ist er zu H. von Pistrich beruffen worden. 20. Heit morgens haben von 7 Uhr biß Mittag gearbeith bey H. Apostlen. 21. Heit ließ er sich excusiren, war unpäsßlich. 22. Heit am Freitag war ich abermahls bey H. von Apostlen und haben gearbeith biß Mittag. 23. War er unpasßlich. Habe aber ich zu Hauß gearbeith. 24. War ich bey H. von Schwantner und zeigte m. Arbeith. [45] Der H. von Schw/antner/ hat es approbirt und mir ferers Arbeith committirt. 25. Bin ich zu Apostlen. Weil er noch unpasßlich, ich aber mit der Arbeith zu continuiren hatte, habe die nöthige acta mit mir nach Hauß genohmen. 44 Pred tem prečrtano mehr 45 Spackano. 46 Sledi prečrtano besedilo: Heit morgens, sobald ich sein Retour vernohmen, bin zu ihme H. von Apostlen und haben kaum zu Commission angefangen, ist er zu H. von Pistrich beruffen worden. 19. Heit haben von 7 Uhr morgens bis Mittag gearbeith. 20. Apostl ließ sich excusiren, wäre übel auf. 21. | 19 1738 September 26. 27. Habe al ein zu Hauß gearbeith. 28. 29. Habe die erste grosse Tabel a deme H. von Schwantner zu zeügen getragen, der sie aggradirt hat. 30. Zu Hauß continuirt. 31. 1738 September 1. September. Heit habe m. anderte Tabel a H. von Schwantner gezeügt, der sie aggradirt und weitere Arbeith continuirt hat. 2. 3. Zu Hauß gearbeith. 4. 5. 6. Habe abermahls H. von Schwantner m. Arbeith gezeügt. 7. 8. Zu Hauß. 9. 10. 11. War ich wieder bey H. von Schw/antner/, der al es approbirt hat und gemeld, das er mich ehistens nach Nusßdorff wird komen lassen. 12. Zu Hauß gearbeith. 13. In simili. 14. Habe H. von Schw/antner/ gesucht, aber nicht gefunden. 15. War ich bey Apostlen, der krank ist. 16. Habe Schw/antner/ gesucht, war nicht anzutröffen. 17. In simili. 18. In simili. 19. In simili. 20. War ich zu Hauß, Bostag. 21. H. von Schwantner etl ichmahl gesucht. [46] 22. Heit habe abermahls ein parmahl gesucht und endlich umb 1 Uhr Nachmittag erwar〈t〉et. Deme habe mein Arbeith gezeügt, der al es approbirt und mir die völ ige Tariffen, sogestalten zu entwerffen, anrecom-mendirt hat. Ich habe vorgestelt, das ich umb mein etablissement wissen möchte und das ich ein und andere meine Noticien zu Graz abhol en müste, auch einen Schreiber benothigen werde, weßwegen nächstens mit H. Gr. Harrach, der derzeit abwesend, sprächen werde. Heit habe auch wegen H. von Apostlen Abreiß gesprochen. H. von Schw/antner/ hat gemeldet, H. Camerpræsident davon sagen zu wol en. 23. Zu Hauß gewesen. 24. War bey H. Gr. von Harrach wegen i.ö. Tariffenswesen beruffen. Habe ihm al es gezeügt, aber à la hâte terminirt, weil er in Geheimrath zu gehen hatte. Habe ihm al es zum nachgesehen gelassen und gemeldet, das er mich bald wieder ruffen lassen möchte, umb al es erforderlich zu debatiren. 25. Heit war ich zu Hauß. 20 | [1] JOURNAL47 Journal oder Tagbuchlein, welches ich in meiner Jugend und besonders auf meinen viel en Reisen offters geführt, offters unterlassen, wieder angefangen und laider abermahls außgesezet habe. Die tägliche fleissige Anmerkungen seyn jederman sehr nuzlich, viel en auch nothwendig. Ich habe solche al ermahl erkennt und selbsten erfahren. Nun aber erkenne und erfahre ich es mehr und besser alß niemahls und deßwegen kan ich dessen Unterlassung weder genug bedauren weder von mir selbsten rechtfertigen. Es derangiret mich dieses in meinen Geschäfften auch nicht wenig und geschicht mir öffters ungemein hart, das ich mich bey anderen erkundigen muß, was oder wan dieses oder jenes geschechen oder wie ein und anderes passiret seye und sogestalten bey anderen jene Außkunfft und Nachricht öffters vergebens suchen muß, die ich bey mir selbsten am geschwintersten und am getreuesten finden känte und solte, wan ich solche zu rechter Zeit mit leichter Mühe aufgemercket hette. Und damit ich mir hierinfahl wenigst ins künfftig nichtes reprochiren möge, wil ich führohin täglichen, [2] so kurz als es seyn kan, viel oder wenig, ohne Ordnung und ohne auf den Stylum und dergleichen Acht zu haben (umb mir dadurch die Arbeit und darmit die Erreichung meines Absehens in al en nach Möglichkeit zu facilitiren), das Nöthige und merckwurdigere, soviel nur die Zeit permittiren wird, umb so lieber annotiren, alß gar offt Sachen passiren, die reflexionswürdig seyn und nicht al ein zu meinem aignen Gebrauch, sondern auch der Posterität zu dem Ende dienen känen, damit dieselbe wissen möge, in was von Zeiten ich gelebet? Was von einem Weeg gehalten und wie incontriret habe? Umb seiner Zeit über das dermählige Weldtheatrum (auf welchen sich immer was ändert und bald eines anfangnet, bald48 sich das andere endet) auß dem Außgang des Sachen, sowohl über mein, alß anderer Thun und Lassen, nuzliche Reflexiones machen und judiciren zu känen, wie das viel e dem Ansehen nach gut angefangene Dinge übel außgeschlagen und hingegen andere wider al er verhoffen gut renosiret seyn. Wie das al e menschliche Dinge der Unbeständigkeit unterworffen und wie das man in der Weld auf nichtes eine sichere Rechnung machen käne? [3] Wie das öffters die Gerechten viel Ungemach außstechen, die Unschuldigen viel es leiden und die meritirtesten kümerlich leben müssen. Wie hingegen die boßhafften und unwürdigsten Leüthe gar offt ihr Glück befördern, in groß Ansehen und zu hochen Würden gelangen. Man lehrnet zwar auch auß der Erfahrenheit, das lezte der Weld al emahl pernitias und alß eine Straff Gottes gewesen seyn und das sie leztlich selbsten ein fatales Catastrophé genohmen und sogestalten ihren wohl verdienten Lohn empfangen49 haben. Aus dem vergangenen Last sich das Gegenwertige und auß diesen das Kunfftige beurtheilen. Al es was geschicht, ist nur eine notwendige Folge des Geschechenen. Und man kan deßwegen gar wohl sehen, das unser künfftiges Glück und Unglück nur von unß al ein dependire. Man erfahret ja täglich, das ungerechte und unerlaubte Weege die Leüth nur verführen. Das die respectus humanis niemahls wohl außschlagen. Das das gar zu grosse Vertraun auf Menschen ein falsches Fundament seye. [4] Das das ungerechte Gut und geiziges Zusamenscharen die Leüth nur arm und el end machen. Das durch die Falschheit50, Boßheit, Neüd und Rache jederman nur 47 AS, Gr. Dol, fasc. 199. 48 Popravljena beseda. 49 Popravljena beseda. 50 Popravljena beseda. | 21 Journal sich selbsten am besten schade und gemeiniglich in jene Grube fal e, die er vor andere gegraben hat. Das auch die sonsten unschuldige Kinder solcher Eltern Boßheit noch biessen müssen. Enfin, es wird niemand seyn, der in wenig die Weld zu kennen anfänget, das er nicht selbsten bald erkennen solte, das al es, was auf schlechten Grund gebauet wird, in die länge keinen Bestand habe. Je höcher das man sogestalten steüget, desto tieffer fal et man. Ein einziger ungerechter Pfening verschmelzet hundert andere. All Boßheit komt endlich an dem Tag und bleibt gewiß nicht ungestrafft. Die Gutten hingegen, wan sie auch leiden und gedrucket werden, so sie nur Gott nicht verlassen und beständig auf ihn trauen, komt ihr Unschuld und ihr Ehrlichkeit doch auch seiner Zeit an dem Tag und werden wahre Meriten, wo nicht der Person selbsten, so doch der Posterität [5] umb so reicher belohnet. Und endlich muß jederman überzeüget seyn, das der Al erhöchste sein göttliche und al mächtige Hand in al en habe und das das feste und unzweifelhaffte Vertraun auf Gott die ainzige sichere Stüze in al en Thun und Lassen seye. Das nichtes einen Bestand habe noch haben käne, alß nur al ein was die Tugend und Gottes Forcht, folglich was Gottes Ehre und des Nächsten Liebe zum Grunde hat. Bevor ich das Gegenwertige anzumercken und darmit zu continuiren anfange, muß ich von den Vergangenen, weil dieses in jenes viel einschlagt, eine kurze Erwehnung thuen und zwar: Nachdeme ich mich nach wohl überlegten meinen biß dahinigen Lebenslauff und damahligen Conjucturen gänzlichen entschlossen hatte, zu Laybach in meinem Vatterland (alwo ich mich nach Wunsch verheyratet und eine vergnügte Ehe getroffen hatte, auch ceteris paribus, Gott Lob, von aignen Mitteln leben konte) mit genehm Halt- und Einstimung meiner, mir von Gott bescheerten Ehegemählin, ein ganz privates und solitaires und sogestalten nach beederseits Befund vergnügtestes Leben zu führen und haubtsächlich zu mehrerer Ehre Gottes vor die Education [6] meiner Kinder, Cultivirung eigner Talenten und meiner Seelen Seeligkeit Sorge zu tragen, bin ich ganz unverhofft von Seiner Kayserlichen Mayestät unter dato Laxenburg, den 26. May 1731, alß 2dus Assistens bey der neuangestelten Comercialintendenz ex officio resolviret und mir das Decret51 ex post den 19ten Juni gedachtes Jahrs von dem H. Hoffrath von Lüerwaldt zu Laybach behändiget worden. Und ob ich schon lange Zeit nicht habe erfahren känen, wer mich etwan bey Hoff muß vorgeschlagen haben, in Erwegung, das ich weiters nicht viel bekand war, mich auch umb Bekandschafft nicht beworben und weniger umb Dienster recomendirtet hab, so habe ich es doch ex post erfahren, das es der bohaimische Hoffrath Baron von Widman war, der viel Güette und Gnad vor mich auch ex post jederzeit vor mich gehabt und mir viel Ehren erweisen hat. Gott gebe seiner Seele die ewige Ruhe und seiner Descendenz al Glück und Seegen. Und wünschete, das ich mit meiner Posterität denenselben meine Danckbarkeit bezeugen zu känen in Stand wäre. Bald darauf war ich in grossen Gnaden bey des H. Grafen von Gal enberg, damähligen Landshaubtman in Crain und zugleich, da ich Assistens, er alß præses der Intendenz resolviret worden. Dieser fürtröffliche Minister hat meinen Vatter und mir vom Jugend auf wohl wollen, ex post aber, da ich anno [–],52 den die crainerische Tuchfabrique zu dirigiren von ihm und der übrigen Landsobrigkeit ersucht worden und ich [7] solche Direction pure ex amore patriæ auf mich genohmen hatte, seyn uneins worden. Welche Uneinigkeit der damahls geweste Landssecretarius von Vermati und Vicebuchhalter Rastner ganz53 widerrechtlich causiret und mich unter der Hand verfolget haben, davon mir (wan ich einmahl ein locum permanentem und al e meine notata bey mir haben werde) weitlauffiger anzumercken reservire. Enfin, ex post hat er al emahlen und biß sein leztes End viell Gnad und al es Vertraun in mich gehabt. Gott seye seiner Seel e gnädig. Wie ich bald darauf nach Hoff beruffen und daselbst pro commissario zu der i.ö. Mauth-Untersuchung denominiret und von weme casualiter vorgeschlagen worden war, wer die commissarii waren, wie ich mit selben incontriret und wie die Arbeith passiret, reservire nur ebenfahls seiner Zeit, wan mir einmahl Got ein fermes Domicilium geben wird, umständlicher anzumerken, um das man sehen möge, wie ehrliche Leüth schlecht secundirt und weniger protegirt, wie das Herrendienst dadurch vernachlässiget und das Publicum wegen privat Interesse und Absehen unverantwortlich angesezet und stetts mehr von boßhafften Leüthen verwürret wird. Enfin, wie man mich zu Triest nichtes hat thun lassen? Wie ich 4 ½ Jahr ohne Besoldung habe stehen müssen? 51 Popravljeno iz Dectet. 52 Letnice ni, vendar je iz »Kurze Nachricht« (pp. 12–13) razvidno, da je Raigersfeld tu mislil na leto 1718. 53 Popravljeno. 22 | Journal Wie ich zu der Santi Martyri-Erkauff gekomen? Wie in die Maylander Salzprovista gerathen und in falsche Gott und ehrenloser Leüth verfal en und was ich bey meinem gerechten und aufrichtig ohninteressirten operiren [8] (ja ich kan Gott zum Zeügen nehmen, das ich niemahls auf mein Interese gedacht, sondern fur al ein den Herrendienst zum Absehen gehabt und mich in al en gar gerne contendiret hette, nichtes zu verluhren, um mir Merita dadurch zu machen) gleichwol en von al erhand disgusti, persecutiones und Schaden außstehen müssen, soll al es seiner Zeit mit Nahmen meiner Feinde und die Ursach ihrer Boßheit angemerket werden, umb damit man ihr Ende sehen und sich von ihrer Descendenz zu hütten wissen werde, welche, obschon unschuldig, wolte Gott das nicht, ihrer Eltern unverantwortliche Boßheit entgelten werden. Enfin, wie ich ex post nach Graz zu der Maut-Untersuchungs-Commission beruffen worden, wan und warum ich meine Familie dahin transferiet, wie und von wem sich wieder angesezet et wieder nach Triest wider Gott und al es Recht verschaffet, 8 Monath daselbst seüffzen und weinen habe müssen, wie ich wieder und von weme hernach nach Wien zu der Tariffenscommission beruffen worden und was wieder da al erhand passiret ist, soll al es seiner Zeit wohl annotiret werden. Nun aber, umb mich derzeit, weil meiner Schrifften sowohl zu Triest alß Laybach, Graz und hier zu Wien hin und wider zerstreüet und weder rechte Gelegenheit noch ruhiges Gemüth habe, al es erforderlich zu notiren, damit ich wieder mit meinem zu continuiren vorhabenden Journal nicht zuruckbleibe, will es gleichheit zu continuiren trahsten und zwar […]54 54 Naslednjih šest folijev v sešitku manjka. | 23 DIARIA 173955 1739 September [632] 27. Septembris. Morgens war bey Gallenb/er/g, dan bey Schwantner. Zu Mittag speiste bey Toussaint, war bey Belanischen. Gallenb/er/g ist gar zu kleinmüthig, fürchtet sich nach Triest. Förchtet daselbst schlechte Leuth und hir schlechten Protection, weil alles dem Commerciali feind und die Sachen nachlassig tractiret wird. Ich habe ihn bestens animirt und encouragirt. Schw/antner/ macht eine Difficultäten. Ich habe ihm die bereits verfaste Intendenzinstruktion, item die expeditiones an Gallenb/er/g, mich, Hoffkriegsrath, Hoff[cammer]56, in allen 6 Stuck, gegeben. Er [wollte]57, so viel ich abnihm, die Direction von [dem Werck]58 gerne haben. Starch/enberg/ ist jaloux (so sagt er), wollte alles thun. Hingegen thut nicht, weil er alt, dem werde abgeneigt und sonsten occupirt ist. Dem Kinski will er das Hefft nicht in die Hand geben. Kinski ist jaloux mit Harrach et enfin, die Modalität wird hart zu finden, diese zu componiren und ohne diesen wird nichtes zu thuen. Den Kinski haltet er hoch und meinte, das er noch Premier-Minister werden wird. Doch ladet er sich so viel auf, das er hernach vielles ligen lassen muß und deßwegen das Meinung ist, Harrach wäre besser pro Comerciali-Austria-Intendenz den Haller (sagt er), kann er nicht erkennen, was er aigentlich will und scheint, das er ihme nicht traüet, enfin, es ist ein kleine Jalousie. 28. Bey mir war morgens Auersperg und sein Agent Leti, dan sein Landkütscher, denen der Graf biß Laybach 75 fl. zahlt über Mariæ Zell à son retour. Habe mit ihm verglichen, mein Familie heraußzuführen und haben accordirt von Graz biß hieher per 17 fl. à Conto, deren ich ihme ein Species Ducaten per ara gegeben habe. Er verspricht langst den 13ten Octobris zu Graz zu seyn und dan am Mittwoch mit der Stellfuhr hieher zu komen. Der Wagen ist völlig per mein Conto zubeladen. Nach Tisch war bey mir Grena e Maroti. Ich fahrte mit m. L. auf dem Marde am der Tanau, dan zu Auerspergischen umb Urlaub. 29. 59 Morgens war bey mir Andler, Nachmittag der Rolleman. Ich suchte Schwantner. War bey Standler, Halberg, Br. Widman, welcher, das ist der Leopold, Morgen nach Straßburg verreist. Morgens ließ mir der Landespræsident ansagen auf Morgen umb 10 Uhr zum Juram[ent.]60 30. Morgens habe in pleno consiglio mein Jurament alß Hofcamerrath abgelegt. Erster war Joseph Kinski, 2ten ich, 3ten Eitelberger, 4ten Griebelbaur. Der Rath, wo ich auch Session genohmen, dauerte61 biß nach 2 Uhr Nachmittag. 55 AS, Gr. Dol, fasc. 199. 56 Pod madežem črnila. 57 Pod madežem črnila. 58 Pod madežem črnila. 59 Sledi napačna beseda Juli , najbrž zaradi izvirne datacije 7bris pri prvem zapisu z dne 27. 9. 60 Pod madežem črnila. 61 Orig. daurete 24 | 1739 Oktober 1739 Oktober [633] Den ersten October in Wien. Morgens waren bey mir zwey Hoffcamerthürhütter, 2 Camerhaizer und ein Camerboth, die mir gratulirten zu meinem gestern alß Hoffcamerrath in pleno consilio abgelegten Jurament. Jedem habe ein Specis Ducaten und also zusamen 5 Ducaten geschenckt. Dan fahrete zu Hoffcamerrath vom Schwandtner, der mir die von mir aufgesezten und ihme comunicirte expedienda, alß die Instruction vor die Intendenz, der Decret an Graf Gallenb/er/g alß intendente, wegen meiner Expedition in Commerciali, wegen meiner Abreiß nach Triest in materia der Abthuung der Marina etc. restituirt hat nebst seinen Reflexionen. Dan gieng zu Graf Ferdinand Harrach, deme all obiges gezeigt und vorgelesen, auch gemeldet habe, ein gleiches bey dem Hoffrath von Doppelhoffen thun zu wollen. Dem Harrach war alles recht, nur das er stetts der Meinung ist, das, wan das Commercienwesen nach Wunsch empor gebracht und erforderlich besorget werden wolte, die ganze Constitution in kayserlichen Landen geandert werden müste. Weil aber dieses nicht geschehen wird, so verspricht er sich von der gänzlichen Commercialeinrichtung nicht vielles und glaubt, das nichtes guttes erfolgen wird. Es wären gar zu viellen die per imperatorem schreiben und befehlen, e. g. die Hoffcanzley, der Hoffkriegsrath, die Hoffcammer und die Commerciumconferenz. Was einer guttes thut oder thun will, verdärbt oder verhindert der andere. Alles wird tractirt [634] nach Tagsazungen, wie das Justitale, welche, als da ist das Commerciale, Policeyweesens etc., anderster und kürzer tractiret werden müste, andererseits aber kann es nicht wohl anderster seyn, weil alles per collegia, wo vielle zusamen komen und per vota deliberiren müssen, tractiret werden will. Item so nihmt man zu allen den Sachen Advocaten und Gelehrten, welche auf diesen stylum bereits gewohnten seyn und also alles sogestalten einrichten; alles gehet freillich per imperatorem. Aber, laider, Imperator ist derjenige, so in allen am wenigsten thut, man ihn auch am wenigsten thun und gelten last. Er wundert sich, das ich so lang nicht nach Triest zu gehen beordert werde und sicht vor, das, wie mans auch anstelt wird, doch noch vorhero eine Commision müssen gehalten werden. Den Landshaubtman in Crain Graf Saurau stelt er zwar auß, das er in allen so weitlauffig sey, doch aber hat er von ihm alle Gutte und die beste Opinion et quod sit vir secundum cor Dei, den Graf Goes Landshaubtman in Kärnten hinterhältig und nicht aufrichtig. Wegen Gr. Gallenberg glaubt er, das er die Verordnetestell in Crain bey seinen dermahl angehenden officiis nicht wohl beybehalten käne. Leztlich sagte ich, was das Comerciales anbelangt, wünsche ich, das Gallenberg einmahl in Triest recht stabiliret und in seiner Activität wäre auch ein vertrautes und seinen officiis gewachsenes subjectum (id est Baron Erberg) an der [635] Hand hette. Den 2do, das ich hier in die Activität gesezt werde, das man mir den oder die nöthige Handlanger an die Hand und dan alß einem honet home zu leben gebe und das ich das vom Zeit zu Zeit vorkomende zu proponiren vorzustellen oder zu referiren habe. Und 3tio, das solches in einer engen Commision, id est unter seinem præsidio, dan Schwandtner und Doppelhoffen, wenigst alle Wochen einmahl geschehe und das diese Commision genugsam authoriciret werde, sollen die Sachen bald besser gehen. Abends schikte zu Doppelhoffen, das ich ihme gerne einige Schrifften von Graf Harach sehen lassen möchte. Weil er aber Morgen Vormittag in Rath gehen muß, ließ er mir wissen, das mich Morgen Nachmittag erkündigen möchte. Heit war bey mir Eder und Graf Capitanei, morgens war ich auch bey dem Cameralsecretario, der mir gestern das Jurament vorgehalten, deme 10 Species Ducaten regaliret habe. Den 2. Heit morgens war bey Graf Gallenberg, dan war bey mir Graf Gvido Cobenzelle. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Cobenzlischen. Nachmittag war bey Cammerpræsidenten Graf Dietrichstein, wo mich nochmahls wegen abgelegten Juraments bedankt und mich ferers in sein Gnad und Protection recommendiret, auch gebetten habe, mich bey Gelegenheit in allerhöchsten Herrndienst zu brauchen, auch zu erlauben, das ich mich in denen anteactis und in specie das i.ö Mauth- und Tariffenswesen [636] betröffend ersehen dörffen, absonderlich wan etwan in Commercialgeschäfften, nicht soviel, alß ich wohl wünschete, zu thun gebete, umb mich zu ferern allerhöchsten Herrndiensten desto mehr qualificirt machen zu känen. Seine Exzellenz haben versprochen, das Sie den Sachen nachdenken und sich informiren wollen. Den 3 Haußbedienten, die mir zu der Landrathsstelle gratulirten, habe 3 Species Ducaten geschencket. Heit habe mir ein Galarocken machen lassen und das Nöthige darzu erkauffen. | 25 1739 Oktober Spätter schickte zu H. von Doppelhoffen, wan ihme aufwarten und die expedienda nach h.-gr.-harracherischen Befehl zeügen kännte, war aber nicht zu Hauß. Gallenberg sagte mir auch, das ihme vorige Woche, das er in Dienste war, unter anderen der Kayser befragte, wie es in Crain mit dem Geühandl stunde? Er aber wuste ihm Mangl Information kein Außkunfft zu geben. Den 3ten detto. Morgens war ich bey Doppelhoffen, deme die Instruktion vor die Intendenz und andere expedienda von mir abbozirter gezeügt und zum Ersehen gelassen, dabey aber ein und anderes aventiret habe. Haubtsächlich aber meldet ihm, das das besser gehen in dem Commerciali von deme dependire, das Gallenberg in Triest stabiliret und mit einem Getreüen und den Sachen gewachsenen subjecto (Stand/ler/) versehen werde. Das ich in die Activität gesezt [637] und an jemand angewisen werde, deme ich das vorfallende in Sachen vortragen und referiren auch allenfahls die Verbescheidung ohne Aufschub erhalten möge. Das mir indessen das i.ö. Tariffensweesen und in specie die Aufschläg betröffendes zum Außarbeiten comuniciret wurde, pur allein mir dadurch einiges meritum zu machen und dem allerhöchsten Herrendienst zu befordern etc. Dan das wegen der Marina zu Triest einmahl ein End gemacht und die kayserliche Resolution befolget wurde etc. Er antwortete mir, das an etablissement des Gallenb/er/g, so auch an Zuziehung des proponirten subjecti kein Anstand seye, so auch an meiner Activität hier und das, was Gallenberg relationiren wird zum Starhemberg komen, von ihm dem Harrach und von diesem mir gegeben wird. Ich werde meine Meinung dem Harrach zu sagen und von ihm den Bescheid zu gewarten haben. Wird aber er einen Anstand haben, kan ein Par Räthe in ein enge Commission beruffen und deliberiren, allenfahls dem Starhemberg das passirte oder passirende mündlich vortragen und wo was wichtigeres wäre, von ihm den Bescheid gewertigen. Mir wird auch jemand zum Schreiben zugegeben werden und inclinirt er zu dem von mir vorgeschlagenen Standler, glaubt der Camerpræsident wird nichtes dargegen haben und man wird ihme ohne Anstand [638] ein Versicherungsdecret bey dessen Wohlverhalten zu seinem avancement geben. Das i.ö. Tariffenswesen soll mir ohn anderes gegeben werden, weil es Pistrich schwerlich außarbeiten wird. Die Marina betroffend glaubt er, das es vielleicht nicht nöthig wäre mich hinein zu schicken. Ich versezte, das alles ohne meiner geschehen känte, das nur die Sach an ehrliche und treüe Leüth appoggiret wird. Leztlich versprache er mir die obgedachte ihme comunicirte Schrifften nächstens zu restituiren. Er gratulirte mir auch zu dem leztabgelegten Jurament und war mir wie allemahl ganz gnädig. Ad 4. detto. Morgens waren bey mir zu meinem Nahmenstag zu gratuliren Mr Robles mit seiner Frauen, die 2 belanische Jungfern, Siculus, Khappus und der junge Ständler. Mit disem habe gesprochen, ob er Lust hette zu meiner Expedition zu komen und haben lang discurirt. Er zeugt Lust und gutte Capacität und ich wünschete ihn an der Hand zu haben. Zu Mittag speiste bey mir Graf Andlern, dessen auch heüt Nahmenstag ist. Den 5. detto. Morgens war bey mir Eder und Luckantschitsch. Erster beklagte sich, das man ihm nicht consolirt und zum Assistenten macht. Schwandtner hat ihm gerathen, sich bey Gallenberg zu recomendiren, diser aber sagte ihm, das er sich nicht pressiren solte. [639] Er scheint auch mit Gallenberg nicht content zu seyn, absonderlich da er Gr. ihme gesagt, das er sehen wolle, wie er sich verhalten wird. Und glaubt Eder, das an seiner Fechigkeit und Wohlverhalten niemand zweiflen solle. Enfin, er wäre ein grosser Man, wan er wäre, was er glaubt oder sich einbildet zu seyn; doch scheint, das ihme die Fligeln fallen. Er recommendirte sich mir, ich aber erzelte ihm den casum mit capitano Pauli, welchen ich von einem Unterschreiber gradatim zum capitano gemacht. Und da er unter der Hand sich undanckbar erzeügt und mir Wehe zu thun gesucht hat, ist er wider all Verhoffen vom Brod gekomen. Und ob ich schon mein möglichstes gethan, ihme zu helffen, scheinet doch, das ihme das Verhängnus contrair ist und er kan seit selber Zeit zu nichtes komen. Zu Mittag speiste bey mir der Engelsman Porter. Nachmittag schikte mir der Secretär Kuhlman Copien von mein abgelegtem Jurament. Den 6ten detto. Heit war ich stetts zu Hauß und allein. Ad 7. detto. Morgens war bey mir der Kriegsagent von Lette, der mir 70 fl. per Conto Auersperg erlegte. Dan kam capitano Conti, der gestern von der Armée gekomen. Zu Mittag speiste bey Graf Andlern. Abends schikte zu mir Schwandtner, mir zu sagen, das Starhemberg ihn gefragt hette wegen der Instruktion 26 | 1739 Oktober vor die Intendenz und übrige expedienda. Ich ließ ihn wissen, ich hette solche alles bereits dem Gr. Harrach und Doppelhoffen gezeügt. Und nun ist [640] alles beym lezten, welcher mir versprochen hatte, mir alles ehestens zu remmittiren, so aber biß dato noch nicht geschehen. Ich aber wurde Morgen schon selbsten zu ihme Schwandtner komen. Den 8ten detto. Morgens war bey Schwandtner. Zu Mittag speiste bey mir Graf Andlern, abends war bey mir der Hofrath Jordan. Schwandtner glaubt, das auß dem Comerciali nichtes werden wird. Doppelhoffen ist zwar ein ehrlicher Man, es scheinet aber, das ihm gereühe, das er in die Sachen soweit eingewilliget hat und will allen Ansehen nach wieder die Sachen zur Hoffcanzley bringen etc. Er glaubt, der Kayser wird hiermfahls nichtes richten wan er dieses Werck nicht an jemand besonderes appoggiret und er meint auf dem Kinski und Doppelhoffen, jedoch müste Starhemberg nicht præteriret werden. Bald meldete er wider, Kinski wäre auch ohndas stark occupirt und wäre auch hart, wan die Sache daselbsten anhängig wäre etc. Von mir meldete er, von Landpræses gehört zu haben, das er mich zu der Österreicherischen Commission sezen und bey solcher brauchen wolle. Er sagt, das solche 2- oder 3-mahl viel werde profitiren känen. Er propheceyet mir immer schlechter Sachen. Doch aber promittiret er mir, was ihm anbelangt, alle Assistenz und das er mir unterschiedliche Noticien zu comuniciren continuiren wolle, wie er es auch in Wahrheit jederzeit und bestandig in Effect bezeüget und vor mich viel gütte hat. [641] Den 9ten Octobris. Nachmittag war ich bey H. Jordan. Spätter war bey m. L. Mad. Doppelhoffen und Gräfin von Opperstorff, dero lezter ich die mir von der Frh. von Peck zum Aufbehalten gesassene sigilirte Schrifften dem Kampel von Ödenburg betröffend behändigen habe. Und zwar auf ein von ihro Frh. dem Gr. von Opperstorf geschribenen Briefen, worinen sie expresse meldet, ihme solche zu consigniren, umb das er Gr. solche ihro bey seiner anzutretten vorhabender Reiß zu Prag werde überbringen känen. *NB. 10.* Ad 10. detto. Heit abends war bey mir Graf Oppertorff sich zu beurlauben, sol künfftig Dienstag nach Prag verreisen seiner Gräfin Erbschafft wegen. NB. Gester, da ich bey Jordan war und wür zwey Billiard spieleten, haben sich 2 Partheyen, so in Ambtssachen bey ihme zu solicitiren hatten, angemeldet. Hat aber keiner Audienz gegeben und ob ich schon protestirt habe, das er sich in nichten hindern und seine Geschäfften besorgen solle, hat er gleichwollen sowohl einer alß der anderen Parthey melden lassen, er habe kein Zeit. Und da noch sein Bedienter versezte, das sich die Leüth nicht sogleich abspeisen liessen etc., befahle er ihnen zu sagen, er habe Commission und känte mit sie nicht sprächen etc. Den 11. detto. Morgens war ich bey dem Fendrich von Baden Baden wegen Luckantschitsch, dan bey Gallenberg. Dieser förchtet beständig den Lürwald und obschon der Hoffcanzler sein Angehöriger, so hat er es [642] laider auß der Erfahrenheit, das er ohne Lürwald nichtes thut, wie er dan sagt, den Hoffcannzler öffters in ein und anderen in secreto avertirt und nicht alß Hoffcanzlern sondern alß seinen Schwigervatter in landcrainerischen und in specie Strassenangelegenheiten wohl der Deputirten zugeschriben zu haben. Er hat aber auß denen Antworten allemahl gemercket, das solche von dem Lürwald verfast waren etc. Er erzehlte mir auch, wie das bey den lezten Schiessen auf der burgerlichen Schießstadt in Anwesenheit Seiner Kayserlichen Mayestät, der Graf Bucceleni (der sonst niemahls bey Gallenberg war) ihme auf die Seiten beruffen und umb eine Gnad gebetten, kurz aber ihme vertrauet hat, wie das er an deme wäre, die seillerische Frl. zu heürathen, und weil er seinetwegen befragt werden wird, das er guttes sprächen möchte, et hoc *ultimum* narravit in præsentia des H. Khappus. Zu Mittag war ich bey Hoff. Nachmittag war bey Schwandtner, der von Commerciali nichtes haltet und glaubt, der Doppelhoffen wird alles verdörben. In specie gefahlt ihme nicht, das die Expedition nicht per imperatorem gehen soll, sondern nur per conferentiam. Er sagt auch, das er nichtes mehr darmit zu thun haben wolle und ich ein verlohrener Mensch seyn und nichtes zu thun haben, weder sonsten emploiret werden. Wegen meiner Expedition nacher Triest wil er Morgen mit Starhemberg reden und solche ohn anders befördern. Wegen [643] Gallenberg kan er sich nicht genug ärgern, das er sein Decret qua capitaneus civilis auß dem Taxambt zu erhöben anstehet und seine Expedition nicht solicitiret. Ich habe ihm versprochen, das ich Morgen | 27 1739 Oktober nochmahls zu dem Gallenb/er/g gehen, von ihme ernstlich sein Sachen zu solicitiren und das Decret62 zu erhöben, [sich]63 befleissigen und keinen Anstand an diesen haben solle. Das Decret von der Conferenz solle ihm sodan auch gleich expediret werden, wan er mir einmahl das Jurament alß capitano bey der Hoffcanzley wird abgelegt haben. Den 12. Octobris. Heit morgens war ich bey Gr. Gallenberg, deme alles gesagt, was gester bey H. von Schwandtner gehört. Er ist in Sachen zimlich kleinmüthig, absonderlich aber, da der Hoffcanzler sich immer gar zu frembd gegen ihme zeüget und sein Interesse nicht viel beym Herzen zu haben scheinet. Wider den Punct, das er beständig zu Triest residiren solte, beschwähret er sich am mehresten; nicht allein weil er dadurch die Verordentestell in Crain verlühren därffte, sondern auch, weil er zu seinem domestico nicht zusehen känte. Und dan ist Triest ein Orth, der ihn wenig gefreydet, wie er dan auch nicht willens ist, sich völlig dahin zu transferiren. Er lamentirt alleweil, das man ihn dahin ins exilium verweisen und von seinem Vatterland und Güttern absentiren wolle, da er doch nichtes verschuldet hat. [644] Ich habe ihn öffters avertirt, das er keine solche Gedancken haben, weniger aber dergleichen reden möchte, anerwogen der Hoff glaubt ihme hiermit besondere Gnad gethan und ihn von anderen acomodirt, von eine solche Staffel gleich anfangs gegeben zu haben, umb welche andere vielle Jahr dienen und solche erst überlang meritiren müssen, wie es dan vom jederman auch alß ein besonderes Glück von ihm angesehen und erkennet wird. Er confidirte mir gleich anfangs, da er auf das Tappet gekomen, von Br. Partenstein die Versicherung erhalten zu haben, das wan er sich in diesen Gebrauchen lassen wolle, er in ganz I/nner/ Ö/sterreich/ nach und nach zu schaffen und 10/m fl. an Besoldungen, auch alle Protection von hier haben solle. Nun aber machte man haubsächlich Rechnung auf die Haubtmanschafft zu Triest (wie ihm Starhemb/er/g gesagt), die er allein nicht haben, weniger verlangen möchte. Und in solchen Ambt wurde er lediglich von Lürwaldt dependiren, welches er über alles förchtet etc. Er hat versprochen doch nächstens mit Sinzendorff zu sprächen und trachten sein Expedition zu betreiben. Gegen Mittag war ich bey Adlersfeld, wo auch Br. Zimerman war. Erster versicherte, das in wenig Tagen Neuberg hier seyn wird und das den 26ten elapsi Seine Kayserliche Mayestät ein Handschreiben an ihn erlassen hatten und das das Circularschreiben zu nichtes diene, alß dem Publico zu imponiren etc. [645] Den 13ten Octobris. Heit mittags speiste bey mir capitano Conti. Nachmittag war ich in der Dogana, mein Bagage zu empfangen. *NB. 14.* Den 14. detto. Morgens war bey Schwandtner, wohin auch Gallenberg kam. Und nachdeme lange Zeit etwas uneins seinetwegen gesprochen worden, hat man sich endlich dahin verstanden, das Gr. Gallenb/er/g facultatem liberam substituendi et capitaneum et præsidem intendentiæ zu Triest haben sollen, ohne an dem dermahligen locum tenentum gepunden zu seyn. Dan giengen zusamen zu Doppelhoffen, der aber in64 allen faciler ist. Zu Mittag speiste bey Cobenzell. Nachmittag suchte den Cammerpræsidenten, war aber nicht zu Hauß und ist auf dem Land. Suchte Schwandtner, war aber auch nicht zu Hauß. NB. Gester habe das Decret wegen meiner anzutretten habender Commision nach Triest empfangen. Den 15. detto. Morgens führte ich dem Conti bey Gallenb/er/g auf. Dan fahrete mit m. L. zu der F. Cobenzell, von dar nach Hoff in Galla. Nachmittag suchte Mad. Doppelhoffen, dero heit Nahmenstag ist. Dan war bey Mad. Pistrich auch auß der Ursach. Spätter gieng zu Toussaint und führte daselbsten auf dem Porter. Mit ihm war ich bey Schwandtner, wie auch vorhero mit m. L., weil auch ihr Tag ist. Spätter war mit Porter bey dem Agenten Gregoris. Den 16. detto. Morgens suchte den Hoffkriegsrath Weber, dan dem Vicedomb. War bey Schwandtner, der mir rathete wegen meiner Abreiß und vorhero von dem Hoffkriegsrath zu erfahren habender Expedition [646] zu dem Hoffkriegsrathspræsidenten zu gehen und ihme copiam des Referats und darüber ergangender 62 Orig. Decect 63 Pod madežem črnila. 64 Popravljeno. 28 | 1739 Oktober kayserlichen Resolution zu ubergeben. Ich gieng auch gleich dahin, allein mit Verwunderung habe da gesehen, was noch bey keinem Minister observirt, das nehmblich die Bedienten niemand ansagen därff, sondern jederman (wie ich deren auch viellen angetroffen) in der antichambre warten muß biß Seine Exzellenz selbst herauß komen, da dan ein jeder sein Sach von anderen vorbringen thut, wie ich es auch gethan habe. Und bin bey ein Stund in gedachter antichambre gewesen, von anderen aber versichert worden, das man öffters vielle Stunden wartet und auch offt wieder unverrichter Sache, das entweder Seine Exzellenz nicht heraußkomen oder sonsten verhindert werden und zwar sogestalten abziehen muß, das Seine Exzellenz nicht wissen, wer oder warum jemand da war etc. Dan suchte Schwandtner, umb ihm von Erfolg zu benachrichten, war aber nicht zu Hauß. Nachmittag war bey mir Giacomo Zanchi von Fiume, der mir unter anderen erzellet hat, wie ihme Sartori und Popp verächtlich tractiren und widerrechtlich persequitiren. Folglich auch Pistrich nicht Freund ist, er aber auf dem Marpurg alß seinem Vetter gutte Hoffnung hat. Lamentirt auch, das er mit Camerpræsidenten nicht wie er wolt sprächen käne. Abends gieng zu Pistrich in die assamblée, blieb ein kleine Zeit und retournirte nach Hauß. Den 17. detto. Morgens war bey Gallenb/er/g, deme die graf-harrachische [647] protocolla und Referaten in No. 104 bestehend übergeben habe, nebst einigen meinen in livre des memoires annotirten die i.ö. Tariffen betröffenden Acten ad restituendum comunicirt. Dan suchte Hilleprand, der just außgangen, doch habe mit ihm gesprochen. Von dar gieng zu Jacoberinen zu der Schwester der Bssa. Hackelberg, dero ich ein Wechselbrief per 53 fl. krafft gr.-thurnischen Schreiben de dato Laybach den 9ten dieses, übergeben habe. Dan war bey Mad. Widman. Nachmittag war bey mir capitano Conti und Mad. Gonzaga. Den 18. detto. Morgens war bey Harrach, dan bey Br. Huebber, dan nach Hoff. Nachmittag war bey bir Br. Huebber und Mr Toussaint. Umb 7 Uhr abends kam H. von Vtschan mit dem Hänßl, Hoffmeister und famulo von Gräz, item H. Wanner mit in der compagnia, die bey mir logirt hab. Harrach wunderte sich, das das Decret unter 13. dieses an mich Schwandtner per imperatorem expedirt hat. Er ist der Meinung, das die vielle imperatores schädlich seyn und besser wäre, wan alle unter einem Hut stunden. Huebber sucht sich hier zu établiren. Toussaint scheinet, das er die kayserliche Kriegsschiffe vor das Groß Hörzog haben und das Salz ins Litorale Austriaco von Toscana introducirn mochte. Den 19. detto. Morgens war in Galla bey Kuffstain, Harrach, Colobrat, Rovere und Lachmeyr, fande aber niemand alß Br. Rovere. Dan war in der Dogana mein Bagage abzuhollen. Zu Mittag speiste bey Pistrich. Abends war bey Porter, der auch zu [648] Erkauff der kayserlichen Kriegsschiffe ein Lust zu haben bezeüget, auch deßwegen kunfftigen Mittwoch nach London schreiben will und nun die Inventarien gewertig ist. Heit morgens war bey mir Graf Gallenberg und Br. Prandau. Erster sucht Geheimberrath zu werden mit Vorzug dem Gr. Ant/on/ von Aversperg, umb seiner Zeit zu der Landshaubtschafft in Crain dieses impedimentum nicht zu haben und deßwegen sich bey Doppelhoff/en/ Raths erhollen und die Sach durch selben Canal acheminiren will. Abends suchte Schwandtner, war auf dem Land. Den 20. detto. Morgens fahrete mit mein Hänßl zu St. Steffan, von dar zu Unter-Jesuiten zu dem P. Rector, P. de Biel, P. Abfaltrer. Der Magister Erberg und Mr Mäster waren nicht anzutröffen. Dan war bey Schwandtner und bey Gallenb/er/g, wo ich an beeden Orthen den Hänßl aufgeführt hab. Nachmittag fahrte auf die Linie unter Winerberg, wo ich ein Brief vor die Mariandl gelassen. Abends war bey mir Gr. Andler. Den 21. detto. Morgens war ich bey P. Krieger, Jesuiter, mit mein Hanßl, dan bey P. Abfaltrer, Magister Master. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rovere und Br. Locatelli. Abends kamen von Graz meine Encklein und Kinder, Gott Lob, in ganz gutter Gesundheit. Den 22. detto. Morgens war bey mir Magister Erberg. Dan kam P. Manersperg, mit dem und dem H. von Vtschan und mein Hänßl ich auf die Maur gefahren bin und war daselbsten auf Mittag; retournirten abends zuruck. | 29 1739 Oktober [649] H. von Vtschan hat mir gesagt, das Prunerstein, leztgewordener *i.ö.* Hoffcammerrath, umb zu hantiren dem Pistrich 2/m fl. regaliret habe. Das der Prunerstain von der Constitution sey solle, das er schwerlich 2 Jahr leben wird. Das der Landshaubtman in Kärnten Graf Goes kein Freünd von Jesuiten seye und 500/m fl. von Millstatt (umb es zu secularisiren und an sich zu bringen) offeriret habe. Lürwald habe gesucht, die Jesuiten zu obligiren, die Universität zu Gräz wegen Stifftung Milstatt complet zu besorgen. Es hat sich aber gefunden, das Milstatt, weil viel vorhero davon gekomen, nur 15.700 fl. eintragen; Lürwald hat obiges negirt, weil ihme von der Landschafft *Steüermark* 12/m Regal versprochen waren. Vtschan prognosticirt, das Seillern gewiß der erste Hoffcanzler werden wird und zwar ex meritis quia cum vir justus et inteligens, ob er schon auf sein Interesse genau ist, so nihmt er doch keine Regalien etc. Den 23. detto. Morgens war ich bey Schwandtner, dan bey der Auerspergin Wittib. Heit habe 4 Par Strünpff di setta cruda schwarz zu färben in silbern Becher geben, das Par per 24 kr. Schwandtner sagte mir, das hier kein Ordnung sey, das Holler das Comerciale nicht befördert. Und bey mir war P. Abfaltrer und Magister Erberg. Den 24. detto. Morgens war bey mir Welner und Luckantschitsch, der heit nach Siebenburg verreisen sollen. War auch der Geistliche Erntler. Nach Tisch capitano Conti, der Morgen fruhe nach Triest zu gehen hat. Sonsten ist heit nichtes passirt. [650] Den 25ten Octobris. Morgens war bey Starhemberg, Exzellenz, dan bey Hoffkriegsrath Koch. Dan suchte Schwandtner. Mittags war bey Hoff. Nachmittag suchte Tainer, canonicum. Ex post war bey Hilleprand, bey cobenzlischem Geistlichen. Starchenb/er/g meldete, das ich zu Koch in sein Nahmen gehen und die Expedition an chevalier Perelli solicitiren solle. Er Koch hat sich auch ganz geneügt gezeügt und versprochen, das er alles mit erster Post expediren wolle. Ich möchte ihm nur abbaziren, was ich aigentlich wolle. 26. detto. Morgens war ich bey Gallenb/er/g, mit ihme bey Sinzendorff, Hoffcanzler, wo mich beurlaubt habe. Nachmittag war bey Schwandtner, suchte Cammerpræsident, schickte dem Hoffkriegrath Koch den abazo von der Expedition nach Triest. Nachmittag reisete von hier weeg der Vtschan und Pahner nach Gräz. 27. detto. Morgens war bey Cammerpræsident, der mir gesagt, wie ich das Memorial wegen meiner Abreiß einlegen solte. Dan war bey Mad. Andlar wegen thurnischen Säck. Nachmittag war bey Jordan, Schwantner, Toussaint. Schwantner gabe mir die Inventarien, das ich sie abschreiben lassen möchte, weil er niemand weiß, der sie sonsten abschreiben känte. Die spesa will er zahlen lassen auß seiner Canzley. Ich habe ihm auch Meldung gethan, das ich nach verrichteter meiner Arbeit zu Triest von dar abreisen därffte, umb erst hier die Relation von meiner Arbeith einzugeben und nicht ohne Nothzeit und Liffergeld zu verlühren. Er antwortete content zu seyn, doch wolle er weder rathen noch widerrathen. Ich möchte [651] nur mit Starhenb/er/g sprächen ohne von ihme was zu melden, massen bey disen Zeiten, je weniger sich einer in Sachen einmischt, je besser ist es. Er will dencken und denckt nur, wie er vergnügt und ohne Sorgen leben kann. Und wo er mit Ehren auch die Arbeith außschlagen kan, wil ers allemahl thun etc. Er sagte auch, das das Memorial, das ich der Hoffcamer wegen der Liffergelder eingeben werde, ein unerhörte Sache sey, indeme solche vor sich selbsten gebühren etc., doch aber hat er nichtes dargegen. Den 28ten detto. Morgens war ich bey Gr. Harrach, Pistrich. Bey mir waren Pistrischen umb Urlaub. Ich übergabe mein Memorial bey dem Cammerpræsident wegen der Liffergelder. Nachmittag war bey Acugna, abends bey Doppelhoffen. Diesem lezten (ob ich mich schon bey obigen beurlaubte) sagte mein Meinung, das nehmblich derzeit mein Reiß nach Triest unnuz befinde. Und ob ich schon krafft empfangenen Befehl bereit bin, nach Triest gleich übermorgen abzureisen, wolte ich doch, wan er es gut befindete, dem Starhemb/er/g sagen, wie ich es meine. Er approbirte mein Meinung und da wir weiter in Discurs kamen, redete ich ganz offenherzig und sagte ihm, das Schwandtner sich in Sachen ganz indiferent zeüge und das sogestalten das Werck von ihme (wie ers auch selbsten öffters gesagt) nicht promoviret wird. Doppel/hoffen/ gefiel dieses nicht und glaubt, Harrach känte in Sachen eyfriger seyn und alles betreiben, wie ihme solches alß bey der Subdelegation præsidi obliget. Er wolte 30 | 1739 November ihms auch sagen. Er sagte auch, das Werck war gleich anfangs verdorben angesehen, Kinski die Subdelegation unter seiner hette haben sollen etc. [652] Den 29. Octobris. Morgens war bey Starhenb/er/g, deme ich gesagt, das ich sein lezt mir gegebenen Befehl in allen nachgelebet und kein Difficultät gefunden habe. Indessen aber finde ich gleichwollen, das ich derzeit zu Triest unnuz wäre, massen die Inventarien von den Schiffen ohne meiner errichtet, von der Werk65 von Schiffen eben also procuriret werden känte. Was aber die Versenckung der Schiffe anbelangt, wäre besser, wan solches in Anwesenheit des Gallenb/er/g debatiret werden möchte, da ich dan mehr Nuzen schaffen känte. Starhemberg war content und sagte, das ich dem Holler sagen solte zu Starhemb/er/g zu komen. Ich suchte Holler, war nicht anzutroffen; dan war bey alten Cobenzell, bey der Kinskien. Nachmittag bey Holler, deme eine notta, dessen so zu thun wäre schrifftlich pro memoria gegeben. Den 30. detto. Morgens war bey mir Kersek und Grena. Zu Mittag speiste bey Cobenzell. Den 31. detto. Morgens war bey Schwandtner, welcher der alte ist, und glaubt auß dem Comercio wird nichtes. Gallenb/er/g prætendire unerhörte Sachen und ist deßwegen an seinem Aufenthalt und in Præjudiz des Herrendienst selbsten Ursach. Doppelhoffen ist ihme stetts an Weeg. Von mir glaubt er, das ich nichtes zuwegen bringen werde, ob er mir schon mehr Qualitäten concendiren will alß ich besize. Nachmittag war bey mir Hilleprand. 1739 November Den ersten Novembris. Morgens war bey mir Robler. Zu Mittag war bey Hoff. Nachmittag fahrte mit meinem Sohn Joh/ann/ Nep/omuk/ spaziren. [653] Bey Hoff habe unter anderen lange Zeit mit Gallenb/er/g gesprochen, der sehr kleinmüttig und forchtsam ist; und sich in specie des Lürwalts und Pistrich mehr förchtet, alß er von Seiner Kayserlichen Mayestät und samentlich ministerio Protection hoffet. Bey ersten war er gester auf Einrathen Doppelhoffens und sucht ihm zum Freüd, so das er ihm auch ein osculum pacis gegeben, damit er ihm alß capitano civile von Triest keine Chicanen machen möchte. Pistrich aber will er cultiviren, damit ihm seine Pension bleiben möchte und zeügt inclinirt zu seyn, dem Eder zum Assistenten zu helffen, wozu ich ihme auch gerathen mit dem Beysaz, das ich denjenigen, so mir böses gethan von Herzen gerne geholffen wissen wolte. Den *2ten*66 Novembris. Morgens war bey mir Eder, deme gerathen, zu Gallenb/er/g zu gehen und sich zu recomendiren. Nachmittag war bey mir Maroti und Eder. Vormittag auch Graf Andlern. Den 3ten detto. Morgens war bey Starhemb/er/g beruffen, der mir des Perelli Information von der Marina und hoffkriegsrathliches Referat an Kayser zum Ersehen communiciret und ihn mündlich die Außkunft nächstens zu geben, vorhero aber mit Doppelhoffen zu sprächen committiret hat. In simili gabe er mir ein Schreiben von Cervelli in materia Maylander Salzprovista. Seine Exzellenz haben über ½ Stund mit mir gesprochen und sich von ein so anderen informiren lassen. Bey mir war Zanchi von Fiume. Nachmittag war bey Jordan. Suchte Doppelhoffen und Standler. [654] 4ten Novembris. Morgens war bey Hilleprand Max. Dan suchte Starhemb/er/g, habe daselbst mit sein secretari gesprochen. Dan war bey Cobenzlin zu ihr Nahmenstag zu gratuliren. Ein gleiches suchte bey Doppelhoffen zu thun, dan suchte Gallenb/er/g. Zu Mittag war bey Hoff, küste allen Herrschafften die Hände. Nachmittag fahrte mit Hänßl spaziren. Bey mir war Grenna. Hilleprand fragte, ob er die Provista jemand andern cediren wolte, wie er sich öffters vernehmen lassen. Er antwortete, lieber Heit alß Morgen. Hingegen glaubt er, das man vor das passirte alljährlich vor das impiegirte Capital 12 per % und vor das kunfftige 2/m fl. oder wenigst 1.500 fl. per carato von dem Übernehmer Profit 65 Orig. verk 66 Številka je zapisana nad zatem prečrtano besedo ersten | 31 1739 November prætendiren sollen; anderer gestalten aber wolte er die Provista nicht abandoniren etc. Den 5ten detto. Morgens war bey Doppelhoffen. Dan suchte Kinski wegen seines Geburtstags Compliments. Zu Mittag speiste bey mir Porter. Vormittag suchte Starhemb/er/g, der mir aber sagen ließ, das ein andermahl komen möchte. Dem Doppelhoffen habe vorgetragen nach Starhemb/er/g Befehl in merito der Marina: was Perelli-Relations von Hoffkriegsrath in Referat an Kayser gegeben hat; 2do, wegen Cervelli Brieff. War in beeden meiner Meinung. Den 6ten detto. Nachmittag war bey mir Zanchi von Fiume und Eder. Abends gieng ich zu Ständler, deme gerathen mit seinem Sohn Morgen H. Doppelhoffen ihre Reverenz zu machen. [655] Den 7ten Novembris. Morgens war bey Starhemb/er/g, dan bey Gallenb/er/g, dan suchte Schwandtner. Nachmittag waren bey mir Standler, alt und jung, item der Agent Lette wegen des Auersperg. Starhemb/er/g hat über ½ Stund ganz gnädig gesprochen in merito Cervelli wegen Ablesung der Salzprovista, hoffkriegsrathliches Referat in merito Marina zu Triest, import et export in I/nner/ Ö/sterreich/ erniren, Mauth und Tariffen reguliren, Gallenb/er/g-Expedition und substitutum betröffend, curialia außzumachen bey meiner Expedition, St. Elisabet dem Teutschen Orden. Den 8ten detto. Morgens war bey Schwantner, dan auf Befehl des Starhemberg bey Monte Santo. Zu Mittag war bey Hoff und speiste daselbst mit Gr. Gallenb/er/g. Abends war bey Standler. Schwantner, deme offters die abgewichene Täg gesucht habe, er aber auf dem Land auf einer Jagd war, approbirte, was ich ihme erzelte, indessen gethan zu haben. Auf die lezt aber, da ich ihme sagte, das ich gerne die von mir von Gallenb/er/g Decret, Instruction etc. aufgesezte expeditiones gerne hette, umb sie zu Ständen schreiben (und allenfahls sie approbirt wurden) in Bereitschafft fertiger halten zu känen, auf das mir nicht imputiret werden möge, das ich an der Verspättung Schuld habe etc., wurd er unwillig und sagte, das er auch keine Schuld haben wolle und das gedachte Aufsäz bey Starhemb/er/g wären. Er wolle sie Morgen verlangen, ex post aber sagte er wieder, ich möchte sie nur selbst procuriren. Er wolle sich in nichtes mehr mischen, er habe davon nichtes und wolle auch keine disgusti haben. [656] Er wolle sich in aller die Sachen nicht ingeriren. Wan er hette solche Incumbenz haben wolle, hette mir dazu nicht geholffen. Da ich nun heit wider wie öffters gemeldet, das ich auch die i.ö. Aufschläg betröffende Schrifften gerne hette, sagte er mir wie öffters, das er nicht wuste, ob er sie hette. Oder ob er sie schon dem Pistrich restituiret habe. Dan Pistrich hatte sie schon langst verlangt und nachdeme er öffters seinen Zweiffel repetirt, hette er sie gefunden und resolvirte sich endlich mir alß einem Rath solche geben zu wollen. Jedoch solte ich ihme *eine* Quittung schicken, welches ich auch versprochen habe. Merckwürdig aber ist es, das er sich gezörnet, alß ob es von mir komete, das man glaube, er seye an Verzögerung der Sachen Ursach und suspiciret, alß ob ich dieses deme Doppelhoffen gesagt hette. Ich antwortete, das ich an ihme einen Patron gehabt noch allemahl conserviren wolle. Man habe mich öffters wegen des i.ö. Mauthweesen befragt, so habe ich gemeldet, das man schon etliche Monath daran nichtes mache. Dieses hat ihme noch mehr verdressen und sagt, das wäre nur mit halben Worten geredet. Ich hette die Ursach sagen sollen, welche seiner Meinung ist, weil man auf das Elaborirte kein Aprobation gegeben und nichtes dazu gesagt habe und weiß nicht, wo das Elaborirte, so er rouliren lassen seye. Bald darauf aber sagte er, er wuste nicht, ob es bey ihm seyn oder nicht. Es känte seyn, das es bey ihm seye, er hette es aber noch nicht angesechen [657] und nicht eröffnet. Den Gallenb/er/g betröffend ist er der Meinung, das er niemahls intendente sey und nie nach Triest komen wird und repetirt dies öffters mit Vermelden, ich möchte mich seiner Worte wohl reflectiren, da er mache solche prætensiones, die ihme nicht zugestanden werden, enfin etc. Den 9ten detto. Morgens schickte dem Schwentner ein Quittung, gegen welcher er mir die i.ö. Aufschläg betroffende acta comuniciret hat. Dan war bey Harrach, deme persuadirte eine Commission gehalten, umb zu erniren, warum Gr. Gallenb/er/g nicht von hier expediret wird. Graf Harrach war gleich content und schickte eine Billiet deßwegen zu Schwantner, Pistrich, Lürwald und Doppelhoffen auf Nachmittag umb 5 Uhr zur Commission anzusagen. Ich fragte zu Starhemberg den Brief von Cervelli mit der Antwort von Monte Santo. Nachmittag umb 5 Uhr war Commission bey Harrach, wo ich Ordre hatte, darüber ein Protocoll oder Referat 32 | 1739 November ad conferentiam zu entwerffen. Nach 7 Uhr war die Commission auß. Den 10ten detto. Morgens habe das Protocoll verfertiget, dan tragte solchen zu Harrach, der darmit content war. Zu Mittag speiste bey Porter. Abends ließ mich Harrach ruffen, der mir gezeügt, was Schwandtner von reflexiones über mein Protocoll gemacht und dan haben solches besser nach sein Genie eingericht. Nach 9 Uhr schickte mir Harrach ein Billiet, was ich noch in Protocoll zuesezen solle, umb es das Schwandtner Genie conformer zu machen. [658] Mittags war ich bey Hoff. Da habe dem Graf Harrach extractum protocolli von der unter 9ten dieses gehaltener subdelegirten Commission gegeben. Bey mir speiste H. Zanchi von Fiume. Den 12. detto. Morgens war bey mir Gallenberg. Dan fahrte zu Starhemb/er/g in die Conferenz, von welcher H. Gr. von Gallenb/er/g mit ihnen und anderen in specie wegen Br. Ben/jami/n gesprochen hat. Nachmittag war bey Jordan, wo den Hoffrath Kannengüsser kennengelehrnet. Den 13. detto. Morgens war bey mir Eder. Zu Mittag speiste bey Cobenzell. Dan war bey Prandau und sonsten war ich stetts zu Hauß. Den 14. detto. Morgens war ich bey Schwandtner, dan Gr. Harrach. Zu Mittag speiste bey Hoff bey Gallenb/er/g. Bey mir war Nachmittag Graf Andler. Morgens war ich auch bey Pistrich, der mir abends ein Billiet geschriben. Schwandtner war wieder ganz mal content und sagte, das weder ich weder Harrach noch Dobelhoffen den Gallenberg die Expedition gegeben fechig wäre. Und machte solche exagerationes, alß wan niemand fechiger alß er das Werck zu dirigiren wäre. Abends suchte mit Gallenberg den Dobelhoffen. Den 15ten. Morgens suchte Windischgraz, jung und alt, wegen dero Nahmenstag. Bey mir war Kersch, der mir viel schenes von Toussaint sagte. Abends war bey mir Gallenb/er/g und Br. Zimerman. Mit ersten gieng zu Dobelhoffen, wo ihme alles wegen Schw/andtner/ und Ben/jami/n sagte und wären beede content von seinem gutten Rath etc. [659] Den 16ten Novembris. Morgens war bey Graf Harrach mit dem Referat ad cesarem, dan bey Schwandtner eben deßwegen. Dan war bey Gallenberg und mittags wieder bey Harrach. Vorhero hatte bey Kümer 1/m fl. erhöbt und solche ins Militarzahlambt erlegt. Abends war bey mir Schubert. *NB. 17.* Den 17. detto. Morgens war bey mir der Solicitator des Kriegsagenten von Herdt betröffend Bssa. Raunoch, Wittib. Zu Mittag speiste bey mir Graf Andler, spätter kam zu mir H. von Zanchi von Fiume. NB. Gester war Schwandtner wieder ganz gut. Ich habe ihm mein Referat abgelesen und er gabe mir gutten Rath. Heit Nachmittag hat mir der Agent Herdt per Conto Bssa. Raunoch 280 fl. 30 kr. gegen meiner Quittung bezahlt. 18. detto. Morgens war bey mir Eder. Nachmittag Grenna und dan ein Seidenfabricant nahmens Joseph Penco von Prem auß Crain gebührtig, der hier 10 Jahr stabilirt ist und vor in Valenzia gearbeitet hat. Er wohnt hier neben der Schleiffmühl in reichshoffrath-pinterischen Hauß. Er sagt, hier wären bey 30 Meister und jeder wird haben 6 Stähl et sic bey 180 Stähl auf Zeüg gericht. In Valenzia waren damahls circa 18 Jahren No. 1040 Fabricanten von Zeügen, jeder von 5 Stähl, wären 5.200 Stähl. Er klagt, das hier kein Justiz, kein Protection und kein encouragement habe. 19. detto. Morgens fahrte zu Gräfin Fünffkürchen mein Compliment zu machen, dan fahrte mit Porter nach Hoff in Galla. [660] Zu Mittag speiste bey Graf Valdisotto. Ein Engelländer bey Hoff habe mit Schwandtner gesprochen, der mir gesagt, das wegen des nach meiner Meinung ad cæsarem von der Conferenz abzugeben habenden und von mir würklich aufgesezten Referat, der | 33 1739 November Starhemberg noch nichtes resolviret habe und das ich mich nur an Harrach halten solte. Er Schwandtner aber versprache mir alle Assistenz. 20. detto. Morgens war bey Schwandtner, dan bey Gallenberg. Zu Mittag speiste bey Cobenzell. Abends war bey Graf Valdisot, den ich spatter bey Schwandtner auffährte. 21. detto. Morgens war bey mir ein Agent, der mir 2 Memoriale præsentiren wolte. War auch bey mir Grena. Nachmittag war bey Jordan. Abends schickte mir Pistrich ein Schreiben von de Blanchis von Graz ad legendam. 22. detto. Morgens war bey P. Koller, Jesuiten, deme der Flaster vor die Nate gegeben. Dan suchte Br. Imbsen. War bey Gallenb/er/g, wo den Eder fande, der sich auf die von Gallenberg gethane Proposition erklärte, sich mit seinen dermahligen 800 fl. begnügen zu wollen, wan man ihm zu der i.ö. Hofflandrathsstelle verhelffet. Ich gieng nach Hoff. Nachmittag war bey mir Zebull und der Aloi, sein Interessirter. 23. detto. Morgens suchte Harrach. Nachmittag war bey mir Marotti und Vormittag der Geistliche Franchetich von Fiume. 24. detto. Morgens war bey Harrach, ex post ließ mich Schwandtner [661] hollen. Zu Mittag speiste bey Andlern. Nachmittag suchte Pataschitschin, dan war in der Stadtbanco. Spatter bey Halberg. Dem Graf Harrach recomendirte nochmahls mit Starhemb/er/g zu reden und Conferenzschluß in merito expeditionis67 Gallenb/er/g beforderen, damit mir kein mora imputiret werde, welches er auch versprochen hat, vielleicht noch heit thun zu wollen. Mich aber versicherte er, das mir kein mora imputiret werde, mit dem Beysaz, wan ich länger hier werde, das ich mehr Flegma haben werde. Schwandtner zeügte mir perellische Relation an Hoffkriegsrath, umb die ich schon vor etlichen Tagen gewust. Er will, das ich gleich nach Triest solt und meine Excusen dienen nichtes: der Kayser hat befohlen und cece muß man obediren etc. Ich versezte, das ich noch Morgen zu Starhemberg gehen und meine rationes der nicht angetrettener Reiß, in das ich derzeit ohne Noth dem Kayser Unkosten machen wurde, representiren wolle. Wan Seine Exzellenz gleich wollen wolten, das ich abreisen solt, bin ich gleich reißfertig. 25. detto. Morgens war bey Starhemberg, dan bey Harrach, dan bey Gallenb/er/g, leztlich bey Pataschitschin in Gala. Bey ersten habe Seine Exzellenz vorgestelt, was mir gester Schwandtner gesagt, die aber mein Meinung vor gut befunden und mir aufgetragen haben über lezte Conferenz ein Referat as cæsarem zu machen. Zu dem Ende habe solchen bey Harrach abgeholt, umb es nach Befehl einzurichten. Sie gabe mir auch, was der Großherzog wegen seines ins Litorale einfähren wollenden Salz eingegeben, umb meine Meinung darüber zu eröffnen. Gallenberg ist sans racion kleinmüthig und bezeügt schlechten Lust nach Triest zu gehen, welches ich ihme nicht habe billigen känen. [662] Den 26. Novembris. Morgens war bey Schwandtner, deme mein aufgesezt Referat vorgelesen und er vor gut befunden hat. Zu mir kam Zebull, spätter Andler, der bey mir speiste. Nachmittag war bey mir der Geistliche Vitnich. Den 27. detto. Morgens suchte Starhemb/er/g, ihme das Referat zu übergeben. Dan war bey Gallenberg. Suchte wieder Starhemb/er/g, der mich auf Morgen bestelte. Zu Mittag speiste bey Cobenzell. Nachmittag war bey Kersch, der mit mir nach Hauß kam und arbeiteten an Introduction des Toscaner Salz. Den 28. detto. Morgens war bey Starhemb/er/g und præsentirte ihm der Referat über die lezte Conferenz. Seine Exzellenz sagten mir, ich möchte solches dem Schwandtner und Dobelhoffen lesen lassen und dan ihnen wieder überbringen. Ich gieng also zu Schwandtner, welcher mir gesagt, er habe es bereits gelesen. Dieses aber will so viel sagen, das er zu Starhemb/er/g gehen und ihme solches vorlesen solle, ich möchte ihms also nur dorten lassen. Ich vermeldete, das ich es auch gerne dem Dobelhoffen sehen lassen wolte. Er versezte bey Leib 67 Popravljeno iz expedicionis 34 | 1739 December nicht. Ich sagte, Starhemb/er/g habe es befohlen. Dan meldete er, er wolle sich in diese Sachen nicht mischen und wolle sein fait darauß nicht machen, das gieng ihn nichtes an. Endlich, da ich ihm ersuchte, mir zu sagen, was ich dem Starh/emberg/ zur Antwort geben solte, sagte er nichtes anderes, alß er habe es gelesen und hat weiter nichtes gesagt. Dan gieng zu Dobelhoffen, das alles gut befunden. Zu Mittag speiste bey mir Eder, dan war bey mir Grena, der gester Audienz gehabt und soll ihm der Kayser gesagt haben, [663] er möchte sich seines Memorials wegen nur bey dem Hofflanderrath, der das Commerciale zu besorgen hat, melden. Den 29. detto. Morgens war bey Starhemb/er/g, deme das Referat behändiget. Dan suchte den Geistliche Br. Pilati. War bey Hoff. Zu Mittag speiste bey Toussaint. Den 30. detto. Mittags war bey Hoff bey der Function der Toisonisten. Zu Mittag speiste bey Graf Pataschitsch. 1739 December Den ersten Decembris. Nachmittag suchte Zanchi. War bey Toussaint, deme meinen Aufsaz und Information wegen Introduction des toscanischen Salzes abgelesen und bey ihm Approbation gefunden habe. Den 2ten detto. Morgens war bey Starhemberg, deme obiges mein Aufgesezte gegeben und vorgelesen, auch Approbation erhalten habe. Wegen der Intendenzinstruction meldeten Seine Exzellenz, das solche von Seiner Kayserlichen Mayestät oder von Ihnen unterschreiben werden müste und das darnach der Kopff und Schweiff eingerichtet wird. Ich meldete, das auch so bleiben und den gallenbergischen Decret beygeleget werden känte. Dan suchte Harrach. Den 3ten detto. Morgens war be[y]68 mir Franchetich der Geistliche. Nachmittag der Tudorovich, Erzpriester von Fiume, mit dem Zänchi. Den 4ten detto. Morgens war bey mir Graf Andlern. Dan suchte Harrach und Gallenberg. Mittags speiste bey Cobenzell. Dan Nachmittag war bey Pataschitschin. Abends war bey mir Zebul und ein Geistliche auß69 Licka gebührtig mit dem Geistliche Francetich. [664] Den 5ten Decembris. Mittags speiste bey mir Andlern. Abends war bey mir Rocci. Den 6ten detto. Morgens suchte Harrach, dan war bey Gallenberg, der mir das Decret vom Kayser zeügte auf der Hoffcanzley ainbringen in merito der Substitution. Zu Mittag speiste bey Fünfkürchen. Abends kam zu Hänßl Dr. Bianchi. Den 7. detto. Morgens kam zu Hänßl Dr. Bianchi und der Chirurgus Retter und hat man ihm zur Ader gelassen. Nachmittag in simili beede und ist ihme die Ader wieder gesprengt worden. Abends in simili wieder die Ader gesprengt. Den 8ten detto. Morgens in Beyseyn beeder Obigen ist ihme auf dem lincken Arm wieder zur Ader gelassen worden und also in allen bey 20 Unzen jedesmahl 5. Die Hiz hat gleichwollen weder das70 Seiten stehen nachgelassen und biß über Mittenacht gedauret. Den 9. detto. Morgens waren abermahls beede hier, der Hänßl aber befindet sich, Gott Lob, seit 4 Uhr morgens stetts besser. Nachmittag war Bianchi wieder da. Ich war morgens bey Harrach und suchte Schwantner und Gallenberg. Den 10ten. Morgens war bey Toissaint, dan bey Gallenberg. Nachmittag war bey der großherzog-koniglichen Hoheit bey ¼ Stund, der mich verlangte zu kennen, auch ganz gnädig empf[äng]t hat. 68 Pod madežem črnila. 69 Sledi prečrtano: Den 5ten detto. 70 d čez prvotni s | 35 1739 December Nachmittag war bey mir Kersch und Zebull, abends war ich bey Jordan. [665] Den 11ten Decembris. Nachmittag gieng mit Gallenb/er/g zu Pataschitsch. Zu Mittag speiste bey Cobenzell. Dan war bey Toussaint und spätter bey Harrach. Bey mir war Capitanis, dan der ilirische Interpres und der von Licka. Den 12. detto. Morgens war bey mir Eder. Nachmittag Grena, item ein Geistliche, der von Fierenberg ein Schächterle mit Apffel gebracht. Gallenb/er/g comunicirte mir ein Schreiben vom Gabriel Marenzi, der ihn erinnert tradimenti decouvrirt zu haben und zwar des Bonomo und gar auch ich wider ihm agiren solten. Den 13. detto. Morgens war beruffend bey Starhemb/er/g, die mir das Referat vom Kayser decretirt gaben mit Ordre, die Expedition zu machen und mich wegen Formalität bey anderen Rathen informiren. Dan war bey Harrach, dan bey Schwandtner, item bey Gallenberg. Nachmittag bey Dobelhoffen und bey Bssa. Widman. Den 14. detto. Morgens war bey mir Rocci. Dan gieng zu Starhemberg in Galla. Da habe mit Pistrich wegen gestrigen Referat mich verstanden. Nachmittag suchte Cammerpræsidenten, item den Lürwaldt. Dan war bey Tudorovich und Marpurg, spätter bey Schubert. Bey mir war auch Andlern. Den 15. detto. Morgens kam zu mir Andler und Rocci, die bey mir zu Mittag speisten. Nachmittag suchte Cammerpræsidenten, dan war bey Lürwald und bey Schwandtner, Den 16. detto. Nachmittag war bey Cammerpræsident. Suchte Gallenberg, war bey Schwandtner und schrib ein Billiet an Dobelhoffen. [666] Habe aber kein Antwort wider Verhoffen erhalten. Den 17. detto. Morgens habe ein Biliet an Toussaint und einen an Gallenb/er/g geschriben. Lezter war bey mir mittags, der auf alle weiß den Benj/amin/n haben wil. Eder war auch bey mir. Sonsten aber hoffe vom Dobelhoffen auf gestrigen Billiet Antwort, erhielte aber nichtes, anzi. Den 18. detto. Gester abends spatt habe die Schrifften zuruckerhalten und bin heit morgens zu Graf Harrach, deme solche noch gester mit ein Billiet accompagnirt gesant habe. Von Graf Harrach gieng zu Starhemberg, wo ich die Schrifften übergeben und befahlen mir, das ich mich Morgen darumen anmelden möchten. Gaben mir auch des Maroti Memorial und des Frattl. Von dar gieng zu Br. Bilati, dan zu Gallenb/er/g. Suchte Koch. Nachmittag war bey mir Andlern. Den 19ten detto. Morgens suchte Hoffkriegsrath Koch. Dan war bey Gallenberg. Dan bey Starhemberg, wo mir Seine Exzellenz die Expedition an Gallenberg bereits gefertigt gaben und71 mit Befahlen, mit ihme bald nach Triest zu gehen. Zu Mittag speiste bey Cobenzell, wo die junge Brauth gesehen. Nachmittag war bey Schwandtner, der wieder wider des Comercium geschrien. Dan gieng in Stadtbanco, wo die Expedition mit grossen Insigil fertigen ließ. Schwandtner hat abermahl angezogen, warum ich nicht den ersten Decret obedirt habe und gleich nach Triest gangen bin. Seine Kayserliche Mayestät sollen solche Inobedienz anten, welches Reflexion meritiret. [667] Den 20. Decembris. Morgens war bey Hoffkriegsrath Koch, dan bey Gallenb/er/g, dan bey Hoff und bey mir war Gallenb/er/g und Kersch. Heit abends habe den Gallenb/er/g ein Aufsaz eines Memorials geschickt, wie er, umb den Br. Benj/ami/n pro assistente zu haben, die Nothwendigkeit vorstellen känte. Den 21. detto. Morgens war ich bey Gallenb/er/g, dan bey Starhemberg in Galla. Bey mir war der Mahler, das Wapel aus dem Diploma zu copiren. Den 22. detto. Morgens war bey mir abbate Tosquez und der Zanchi. Dieser lezte und Rocci speisten zu Mittag bey mir und H. Marburg war auch bey mir. Den 23. detto. Morgens war bey Harrach, dan bey Gallenb/er/g. Suchte Schwandtner. Nachmittag war bey Schwandtner. 71 Popravljeno. 36 | 1740 Januar Harrach widerrathete mir leztes Referat dem Hoffkriegsrathspræsidenten zu comuniciren in merito Gallenb/ er/g. Gallenb/er/g aber sans rim et sans raison war ganz geändert von anderen Zeiten. Den 24. detto. Morgens ware mit dem Glückwunsch bey Starhemb/er/g, Dietrichstein, Harrach Landmarschall, Harrach Ferdinand, Sinzendorff, Seillern, Kuffstein, Cobenzell, Windischgraz, Kinßki – Hoffcanzler und Joseph, Imbsen, Dobelhoffen, Gallenb/er/g. Speiste zu Mittag bey Cobenzell. Nachmittag war in Dogana, die Wein zu empfangen. NB. Gallenb/er/g hat sich aufgeführt wie gester und noch irraisonabler. Den 25. detto. Morgens suchte Pataschitsch. War bey Grafin Opperstorff, [668] suchte Gr. Funfkürchen, war bey Andlern, dan bey Hoff. Nachmittag bey P. Hallerstain und spatter bey Schwandtner. Lezte erzehlte die gallenbergerische Conduit, der mir sagte von Starh/emberg/ in comiissis zu haben mit ihm zu reden und das er ihn Morgen Vormittag suchen wolle. Den 26. detto. Morgens war bey Sinzendorff, mein Compliments zu machen. Mittags speiste bey Schwandtner. 27. detto. Morgens suchte Starhemb/er/g, dan Dietrichstain. Wegen Geburststag suchte Harrach, dan Fünfkurchen wegen Nahmenstag. Bey mir war Zebull und Interprete ilirico und abate Chruschiz. Heit gabe mir Penitsch per Ordre Starhemb/er/g ein latainisches Memorial von lezten nomine Marcello Bassi. Abends waren bey m. L. Grafin Kheri und F. Ranhoff und Colalto. 28. detto. Morgens suchte Starhemb/er/g. Dan war bey Harrach, deme wegen Gallenb/er/g erzehlte. Er wunderte sich und widerrathete mir absolute zu Starhemb/er/g etwas zu melden und wenigst ein Par Tag solte mich gedulden. Er wolle indessen mit ihn sprächen. Dan gieng zu Schwandtner, der aber absolute rathet: ich möchte zu Starhemb/er/g gehen und ihm alles sagen. Enfin, ich gieng zu Starhemb/er/g, der mir aber sagen ließ, er habe heit nicht Zeit, habe demnach beeden Satisfaction geben. Morgens war bey mir P. Hallerstein, abends Capitani. 29. detto. Morgens war bey mir Rocci und Grenna. Mittags speisete bey mir P. Hallerstein und P. Abfaltrer mit dem Rocci. Nachmittag war bey mir der Geistliche Kruschitsch und Zebull, welcher lezte meine 6 Kasten vor Schrifften erkauft hat. [669] Den 30ten Decembris. Morgens war bey Harrach, dan bey Schwandtner, dan bey Starhemberg, wieder bey Schwandtner, dan bey Gallenberg, wieder bey Schwandtner. Suchte Dobelhoffen. Zu Mittag speiste bey mir Andlern. M. L. habe contrefiren lassen mit Pastilien. Seiner Exzellenz habe wegen Gallenb/er/g alles erzehlt, die auch seiner Conduit halber bereits informirt waren und sich nicht wenig wunderten. Den 31. detto. Morgens war bey Starhemb/er/g, Dietrichstein, Harrach – Landmarschall und Hoffrath, Sinzendorff, Seillern, Kuffstein, Cobenzell, Windischgraz-Schärffenbergin, Kinßki – Hoffcanzler und Hoffcamerrath, Pataschitsch, Opperstorfin, Dobelhoffen, Schwandtner. Nachmittag war bey mir der junge Weinacht, der Interpres illiricus und der Lickaner. 1740 1740 Januar Den ersten Jener. Morgens verrichtete mein Andacht. Dan suchte Gallenberg und Gonzaga. War bey Belanischen und bey Hoff. Nachmittag suchte P. Hallerstain, Br. Rovere und Gr. Capitani. War bey Schwandtner, der mir sagte, Morgen mit Starhemberg wegen meiner Abreiß reden zu wollen und das mich mittags bey ihn anmelden solte. Das Decret will er mir auch gleich machen und expediren und ich soll | 37 1740 Marec mich gleich reißfertig machen. Den 2. detto. Morgens war bey Dobelhoffen umb Urlaub, bey Harrach detto, bey Schwandtner, Kersch. Nachmittag bey Hoffkriegsrath Koch, bey Cobenzlischen umb Urlaub. Den 3. detto. Morgens suchte Kinski, beede. War bey Kersch, bey Br. Zimerman, suchte Schwandtner, bey Opperstorfin. Nachmittag war bey unß P. Hallerstein, Leopold Hallerstein, Fierenberg, Rocci, Gräffin Arrivabene, Kheri, Ranhoff. [670] War auch bey Toussaint und spatt bey Schwandtner. Den 4. detto. Morgens war bey Kinscki Hoffcanzler – Graf und Gräfin. Suchte Joseph Kinscki, war in Stadtbanco, bey Schmuderer mit Schwandtner. Zu Mittag speiste bey mir Rocci und Mahler, der heit mein Portrait angefangen. Nachmittag war bey mir der Leüthnant Luckantschitsch. Den 5. detto. Morgens war bey Hoffkriegespræsidenten, dan bey Schwandtner. Suchte Pataschitsch und Grafin Arrivabene. Mittags speiste bey mir Porter und Leüthnant Lukantschitsch sambt dem Mahler. Bey mir waren 2 Minoriten. Empfieng das Geld von Cobenzell vor die Wein. Nachmittag war bey Br. Prandau, Bancaldirector, dan bey Schwandtner. Suchte Pistricht und Eder. Bey mir war auch Palm und Buccelleni. Abends schrib ein Billiet dem Buccelleni, dem Pistrich und dem Eder. Bey mir war auch Rocci. War auch bey Gallenberg, denen die 20 mir gelichene Ducaten bezahlt habe. Heit morgens habe von Schwandtner das Decret zu meiner Abreiß erhalten. Den 6ten detto. Morgens war bey Starhemberg mich zu beurlauen, dan bey P. Hallerstein. Nachmittag suchte Br. Prandau, war bey der Scherffenberg, dan bey Schwandtner. Heit ist mein contrefait fertig worden. 1740 Marec [671] Den 3ten Marzi in Triest.72 NB. Heit Nachmittag waren etwelche Cavalirs von Malta und andere bey mir, mit denen m. L. spiellete und sich stetts wohl befanden. In der Nacht gegen 11 Uhr war ihr nicht wohl und vor Mitternacht hatte sie so grosse Schmerzen in Kreüz, das sie gleich jedoch inrensiblement abortirt und ex poste noch grosse Mathigkeit empfunden hat. Die Frucht mag von hochst von 2 Monath sey. 1740 April Den 18ten Aprill. Heit gegen Mittag ist das maltesiche Kriegsschiff St. Theresia von hier, id est von Triest, abgeseglet, nachdeme den dieses das Kriegsschiff St. Francesco di Paula, ebenfahls gedachter Religion zugehörig, von Malta hieher das nöthige Seevolck von gedachter St. Theresia mitgebracht. NB. Gedachtes Schiff St. Theresia war den 2ten April abgerucktes 1739ten Jahrs von Malta hier angelangt. Den 15ten detto seyn zwischen cavalieris, deren 14 waren, und dem Seevolck, an der Zall 362, von hier nach Hungarn abgangen, umb auf der Donau wider73 die Türcken zu dienen. Anfangs Jenner dieses Jahrs seyn sie wieder hieher retournirt, hingegen seyn deren in Hungarn unterweegs und hier soviel gestorben, das von obigen No. 362 nur 32 ad 33 übrig gebliben und von hier nach Malta retourniret seyn.74 174675 1746 Januar [1] 1. Jener. Morgens suchte ich die Generalin Fürstenbusch, dan war ich wegen Neujahrscompliments bey den Obern Jesuiten: bey P. Hingerle, Brobsten, P. Marbolan, P. Provintial, P. Debiel und P. Kampmiller. 72 Pred Triest prečrtano Wien 73 Popravljeno. 74 Na p. 672 je pripis Raigersfeldovega sina Franca Borgie iz leta 1788: Als wichtiger beizubehalten zu der Nachkommen-Unterricht, durch wie viele Intriguen man sich durch Arbeit müsse, wenn mans auf der Welt in ansehnlichen Bedienung stehen wil . Triest den 19ten Februari 1788. Franz Frh. von Raigersfeld, Domherr bei der Metropolitenkirche in Laibach und Geistlicher-Kommissionsrath beim Triester Gouverment. 75 AS, Gr. Dol, knj. 165. Knjižni hrbet je počil. Pred folijem s p. 1 sta še dva prazna neoštevilčena folija. Pred njim je na sprednjem veznem listu s črnilom: 2885. Knjižni hrbet je počil. 38 | 1746 Januar Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey der Generalin Fürstenbusch. Da war eine Grafin von Trautmansdorff auß Bohmen, die Frl. von Hauß und ein Sohn der Generalin. Nachmittag war ich bey Grafen und der Gräfin von Patachich, dan bey den Ständlerischen. Abends war bey mir Bethanges, Frasß und morgens der Werth. M. L. war Nachmittag bey der Hallerstein und abends bey der Fürstenbusch. 2. Morgens war bey mir Graf Pötting, zu Mittag speiste bey mir der Geistliche Luckantschitsch. Nachmittag war da der Student Weinacht. M. L. speiste auf Mittag bey der Herzogin von Hollstein und abends war sie bey der Frl. Ganß. Heüt Nachmittag ist der Graf von Auersperg, der vorhero eine Godenus zur Ehe hatte, mit einer Fraule von Payersperg in der veitl-trautsonischen Capellen von ihme Veitl Trautson zusamengegeben worden. 3. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting. Nachmittag war da Br. Gall, Haubtman, und der Portner, dan der Raab (Nic/olaus/), die Gräfin Andlern, Bethanges. 4. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting. Es war auch da Bethanges und Vormittag der junge Zebull. Dieser erzehlte, [2] wie er76 vor seines Bruderes Fabric zu Laybach die Confirmation oder besser zu sagen, die weitern Extension seiner Privilegien ansucht, massen die 10 Jahr, in welchen er solche Genossen bereits exspiriren. Und da es auf eine gutachtliche Relation des Grafens von Herberstein ankomt, hat er dessen secretario Benger 4 Flaschen vino di Draga und ein Par seidene Strünpff regalirt, welcher ihme auch versprochen, bey Herberstein seiner favorable ingedenck zu seyn. Doctor Christian, der von seinem zu Linz verstorbenen Vetters gleiches Nahmens, der ein Proviantcomissarius war, ein Legat von 1/m fl. bey dem Hofkriegsrath alß der Obergerhabschafft zu suchen hat und solche seit Juni voriges Jahrs und seit November in persona hier solicitiret hat, schon 12 Species Ducaten, ein Vassl Draga-Wein und einige Par seidene Strünpf regalirt. Und kan deme ohngeacht zu seinem bilichen und liquiden Gesuch nicht gelangen. Er hat schon 900 fl. annehmen und solche einen Juden verhandlen wollen, über die Nachsehung der Interesse kan doch nicht renssiren. Der Agent Vogl ist sein Agent. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 5. Vor- und Nachmittag war bey unß Graf Pötting und Bethanges. 6. Vormittag war bey mir P. Mascambroni, dan der Welner, Gütterbestätter. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. [3] Da war Graf Schemburg, Graf Ferrari, Bethanges, P. Kopelhoffen. Nachmittag suchte ich den P. Prior von Dominicanern und abends war bey mir Bethanges. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. 7. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting und P. Mascambroni, Augustiner. Nachmittag war da der Raab und spätter Bethanges. M. L. war biß abends bey der Hollstein. 8. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting und die Br. Eillerin. Nachmittag war da Pötting und Bethanges. 9. Vormittag war ich bey Hof beym Kürchen- und Taffeldienst. Nachmittag war bey unß Bethanges. M. L. war Nachmittag bey den Laurenzerinen und abends bey der Generalin Fürstenbusch. 10. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Nachmittag war ich bey Kuffstein ihme zu bitten, das er meinetwegen seinem Verspröchen gemäß mit der Kayserin reden möchte, dessen er sich excusiret und *mich* an Kinsky oder Hofcammer angewisen hat. Dan war ich bey Vicecammerpræsident Br. Prandau, theils wie oben, theils wegen meiner Aræragen. Dan bey Max/imilian/ Prandau wegen Maylander Salzwesen. Dan suchte Graf Patachich. Bey unß war Graf Pötting und Raab. Spätter war ich bey Bethanges. [4] 11. Morgens war da Graf Pötting. Nachmittag suchte unß P. Waicard Hallerstein, da ich ein wenig spaziren war. Es war auch da der weltliche 76 Pred tem prečrtano es | 39 1746 Januar Werth, der Donerstag abreisen soll nach Laybach. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. 12. Vormittag war bey unß Graf Opperstorff, dan der Graf Pötting. Nachmittag war m. L. bey der Generalin Wurmbrand, dan bey Hollstein und abends bey Fraule Ganß. Bey mir war Bethanges. 13. Zu Mittag speiste bey unß Graf von Pötting, P. Waic/ard/ Hallerstein und P. Marbolan und H. von Raab. Nachmittag war da Graf von Schemburg und Bethanges. 14. Vormittag war ich in Galla bey der Herzogin von Hollstein wegen ihres Geburtstags. Zu Mittag speiste bey unß Graf von Pötting. Nachmittag gieng ich nach Hof in Hofnung bey der regirenden Kayserin Audienz zu haben. Es waren da über 100 Personen, gabe aber gar niemand Audienz und befahle, das man sich künfftige Wochen wieder melden solle. Nachmittag war bey mir der Raab biß abends. 15. Zu Mittag speiste bey unß Br. Eilerin. Nachmittag war da Bethanges und Raab, welche lezte Morgen nach Laybach retourniret. 16. Sontag war ich bey Hof beym Kirchen- und Taffeldienst. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. [5] Nachmittag war da der Leopold Br. Hallerstein und spätter Schifferstein und Haubtman Fräsß. Spätter gieng ich mit Bethanges zu Graf Schemburg, wo wir biß 10 Uhr abends bliben. M. L. war abends bey der Bartenstein. 17. Zu Mittag speiste ich bey Graf Kollowrat. Da war Graf Rottari, Bethanges *und* ein Theatiner. Nachmittag war ich bey P. Waic/ard/ Hallerstein biß spatt und abends war bey mir Bethanges. Zu Mittag speiste m. L. bey der Hollstein und abends war sie bey der Generalin Fürstenbüsch. Heüt morgens habe krafft Br.-Zetschker-Schreiben auß Bohmen, de dato 10ten dieses, seinem Corporallen die 4 Reißkoffers consignirt. 18. Nachmittag gieng ich spaziren mit m. Hänßl. Dan war bey unß P. Waic/ard/ Hallerstein, spätter der Ciolich vicarius generalis von Zeng mit dem jungen Demelich und Bethanges. 19. Heüt morgens umb 9 Uhr hat sich m. L. par Precaution zur Ader gelassen von Moebus in Gegenwarth des Bianchi. Zu Mittag speiste bey m. L. die Eillerin und Graf Pötting. Ich aber speiste zu Mittag bey der Generalin Fürstenbusch. Da war die Frl. von Hauß, die Generalin Ariostin mit ihrer Tochter und Br. Leopold Hallerstein. Abends war bey m. L. die Gräfin von Andlern, so auch Graf Pötting und Bethanges. [6] 20. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting und Bethanges. Nachmittag waren die Nehmbliche bey unß biß abends spatt. 21. Vormittag war bey unß P. Waic/ard/ Hallerstein mit ein Gespann. Nachmittag war die Stund zur Audienz, gieng also nach Hof. Es ließ mir aber die Kayserin melden, das mich Übermorgen umb 9 Uhr Vormittag melden solte. Vom Hof fahrte nach Hauß mit vicario generali Ciolich, der da blib biß abends. 22. Zu Mittag speiste bey unß die Br. Eillerin. Nachmittag war da Graf Pötting und Bethanges und abends Br. Leopold Hallerstein. 23. Vormittag war ich umb 9 Uhr bey der regierenden Kayserin bey der Audienz, welche ich gebeten mich zu dispensiren nach Triest zu gehen, welches sie auch gleich accordiret und gemeldet hat, das sie glaubte mir dardurch eine Gnad zu erweisen. Ich batte sie mich hier zu brauchen, sagte aber den numerum bereits bey der Camer determinirt zu haben und das sie mich sogestalten nicht zu placiren weiß. Ich batte sie umb ein Quartier. Sie sagte, das solches hart seyn käne wegen meiner numerosen Familie. [7] Sie war sonst ganz gnädig. Weil sie aber nach meiner keinem andern mehr Audienz gegeben, zeügte sie pressirt zu seyn sich zu retiriren. Et sic konte ich mehr anderes nicht vorstellen, wie ich gewunschen hätte, doch habe ein und anderes vorgetragen, wie das sie einen solchen alß ich bin hier nicht allein nuzlich brauchen känte, sondern auch nöthig habe, das sie die Früchte ihrer Länder und Vasallen nicht genüssen wird, wie sie wohl känte, wan sie sich das Policey- und Commercienwesen nicht ein mehres wird angelegen seyn und besser besorgen lassen. 40 | 1746 Februar Nachmittag war bey unß P. Pitermann des Kayser Beichtvatter und P. Waicard Hallerstein. 24. Zu Mittag speiste ich bey Graf Herberstein. Abends war bey unß Graf Pötting. 25. Vormittag war ich bey Hof, wo ich mit dem Obristcamerer gesprochen habe wegen des ihme den 23. dieses comunicirten graf-ignati-auerspergischen Brief. Nachmittag war bey mir der Partenius, dan der Miari, dan P. Waic/ard/ Hallerstein. Abends war ich bey Prandau (Max/imilian/). Spätter suchte den Ciolich, vicarius generalis von Zeng. 26. Morgens war bey unß P. Waic/ard/ Hallerstein. Gerster abends war m. L. bey der Furstenbüsch und spätter bey Frl. Ganß. Zu Mittag speiste bey unß Graf von Pötting. Nachmittag war da P. Waic/ard/ Hallerstein wie Vormittag. [8] 27. Morgens war bey unß P. Waicard Hallerstein mit P. Marbolan. Zu Mittag speisten bey unß diese zwey Jesuiter, dan der Ciolich, vicarius generalis von Zeng, der junge Demeli und Hochenwarth. Es war auch da Graff von Pötting und abends Bethanges. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 28. Vormittag habe mein Tabella vom Kopffsteüer ins Ambt geschickt. Bey mir war Nogarona, welches klagt mit den Formalien, qui non trovo la giustizia in nisun luogo, se non scolpita ò depinta. Es war auch da Bethanges und Pötting. Nachmittag war da P. Waic/ard/ Hallerstein und P. Cito, spätter Leopold Hallerstein. 29. Zu Mittag speiste bey unß Br. Eilerin. Nachmittag und abends war da Potting und Bethanges. Heüt habe von Graf Königsegg Erbs seiner Kopffsteüercommission das Billet No. 79 erhalten, umb nach meiner eingelegten Tabella zu bezahlen 167 fl. 30 kr. 30. Vormittag war ich bey Hof beym Kirchendienst. Zu Mittag speiste bey mir Pötting, dan war da Luckantschitsch und Bethanges. M. L. speiste bey der Hollstein. Dan war sie bey der Van Swieten und abends wieder bey der Hollstein. 31. Zu Mittag speiste ich sambt m. L. bey der Herzogin von Hollstein. Da war auch [9] der General Wurmbrand und sein Gräffin und Mad. Abends war m. L. bey Frl. Ganß, bey mir aber war Pötting und Fräsß. 1746 Februar 1. Februari. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting. Nachmittag war da Bethanges. Heüt habe dem Mayr vom Kriegszahlambt 2 steyerische Kapauner und 2 Botilien grüchischen Wein geschickt und gester 2 Kapauner dem Ständler. Nachmittag war m. L. bey der Frl. *Andlau*77 in Jacoberinen Kloster und abends bey Bssa. Widmann. 2. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting. Nachmittag war m. L. bey Bssa. Selb und abends bey der Herzogin von Hollstein. Bey mir war Luckantschitsch und Bethanges. 3. Morgens war bey mir umb Urlaub P. Moscambroni, der mit dem Graf Thun, Bischoff zu Gurg, nach Gurg verreiset. Zu Mittag speiste bey unß Graf von Pötting. M. L. war abends bey der Herzogin von Hollstein. Bey mir war Bethanges und Pötting. 4. Die passirte Nacht hat Graf Pötting am ersten in mein Quartir in Taffelzimer geschlaffen. Morgens war bey unß P. Waic/ard/ Hallerstein. Gegen Mittag kam zu mir Herberstein, der biß nach 2 Uhr da blib. Unter anderen ersuchte er mich umb ein Extract von allen seinen heraußgegeben Relationen. [10] Er sagte mir unter anderen, das er noch jezt nicht weiß, woran er ist und warum er heraußgekomen sey und habe leztlich wieder mit Kinsky gesprochen und ihn gebetten, wenigst einige Conferenzen zu halten vorgebend. Er habe etlich von 30 Relationes heraußgegeben 77 Nadpisano nad prečrtanim Hackelberg | 41 1746 Februar und noch kein Buchstab einer Resolution darüber erhalten. Und da einige von seinen Relationen bey Kuffstein, andere bey der Hofcanzley, andere bey mir seyn und wieder andere wird der seeligen Starhemberg vieleicht dem Schwandtner gegeben oder gar verleget haben, so sucht er endlich sein recours zu mir bone dene, wie werden doch die Publica tractirt. Abends war bey m. L. die Gräffin Andlern, dan Bethanges und Pötting. 5. Zu Mittag speiste bey unß Potting, abends war da er und Bethanges. 6. Zu Mittag speiste bey m. L. Luckantschitsch. Ich war Vormittag bey Kollowrat. Da waren 2 Augustiner vom Hof, dan P. Kopelhoffen Caetanus und ein Jesuit, Feldpater unter kollowratischen Regiment. Nachmittag suchte Br. Leopold Hallerstein. Bey m. L. war Mad. Van Swieten. Kollowrat erzehlte mir, wie er bey einer Conferenz in Gegenwart des Kaysers, der Kayserin und des Kinsky den Br. Wisenhit deffendirt und gezeüget hat, das man mittels seiner sich am mehresten und am besten Credit machen käne. [11] M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Gester mittags, da ich den jungen Pötting bey sein H. Vatter ersache, batte ich gleich Nachmittag, das man des Jungen Beth ins Hauß brachte. Er möchte mich und mein Quartier mit diesem Gast dispensiren. Ich rememorirte den Alten, wie offt ihm dieser sein Sohn betrogen, belagen, bestallen, auch ihn und viel ander auf das schändlichste filoutiret, sich auch, wo er nur war, so schlecht aufgeführtet hat, das er von Regiment weggejagt war. Und schon nach diesen ist er ihm ein parmahl auß dem Hauß verschwunden, etliche Nächt *ohne Erlaubnus* außgebliben, dan aber mit handgreifflichen Unwarheiten sich wieder eingelogen hat. Enfin, er versprache mir ihn ausser Hauß zu logiren. 7. Zu Mittag speiste bey mir Graf Herberstein und Br. Wildenstain. Abends war ich vocatus bey Kollowrat. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. Herberstein erzehlte mir verschiedenes und sonderlich, wie nachlässig die Sachen tractiret werden. Von Kinsky prophezeüet er, das er gewiß noch von Sinnen komen wird, weil er öffters dergleichen simptomata vor sich gibt. Auf dessen Verlangen hab ich ihme einen Extract von seinen Relationen gegeben und er glaubt noch den Kinsky zu einer Conferenz zu bringen. Ich habe ihm auch meine Reflexiones über das Policey- und Commercienwesen zu comuniciren versprochen gegen seiner Cavaliersparola, [12] das er solche weder jemand comunicirn weder abschreiben wird. Ich klagte ihm nicht weniger, das der Kayserin Regierung so schlecht bestellet sey und das man ehrliche Leüth nichtes gelten lasset. Meldete ihm auch, das er in allen seinen Thun und Lassen übel fahren wird, wan hier niemand ist, der die Sachen verstehet und zu referiren, auch wo nöthig zu poussiren weiß. Er versicherte mich mein wahrer gutter Freünd zu seyn, sagte mir Gedult zu haben und das ich künfftig mehr gelten und gebraucht werden sollen alß ich mir einbilden. Er hoffet noch vor den 6 Wochen mit der Kayserin zu reden. Kollowrat hat mir ein sein Vorstellung an die Kayserin gelesen und bevor er sie præsentirt, wolte er mein Mainung darüber hören. Sie betrüfft den dermahligen nöthighabenden Credit des Hofs zu Erhaltung des militaris. Er zeüget darinen, das man sich zu dem Ende niemands besser und nuzlicher, alß des Br. Wissenhit prævaliren kän,78 und das man ihm sowohl alß Anticipanten alß directorem der Cassa annehmen und protegiren solle. Er anticipirt Gelder à 6 per % gegen sichern fundis auf Kupffer. Pro fundo war unter anderen vorgeschlagen Wein und Bier neuer Daz, item auf das Mehl *und Salz* und dan die Kopffsteüer. Erstere waren verworffen, lezte aber angenohmen, wie sie dan wircklich eingetrieben wird. Die Schrifft ist von dem Wisenhit favorable gestelt und er thut dieses nicht allein in egard des Bartenstein, sondern, [13] weil ers revera auch pro publico gut und nuzlich findete. Den Kinsky, ohne ihn zu nehmen, ziehet er etwas starck durch die Häsel alß einen Præcipitanten und hiezigen Kopff, der alles über die Knie brechen will. Von der Kupffermünz sagte er, das das Project dem Hof zwar gegeben worden, hingegen hätte der Hof solches verworffen. Das Obereinsehen über des Wisenhit Cassa-Direction hat ihme aufgetragen werden wollen, er hat sich aber entschuldiget. Und ist an die Land komen, id est die Commission, die da bestehet auß dem 78 Prvotno känen, a je zadnji zlog prečrtan. 42 | 1746 Februar Landpræsidenten, dem Koch, Saffran und Zuana. 8. Morgens war bey unß P. Waic/ard/ Hallerstein. Nachmittag suchte den Peter Prandau und den Rolleman, war keiner anzutröffen. 9. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da die Eillerin und spätter kam die Bucelenin, die ihren seyn sollenden künfftigen Gemahl aufgeführet hat. 10. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting, P. Waic/ard/ Hallerstein und der Galgenpater, dan die Frl. Matthei. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 11. Nachmittag war ich bey Rolleman, dan bey Herberstein biß abends spatt. Lezter erzehlte mir, das er von den Seidenfabriquen nichtes haltet und der Mainung ist, das alles nur ein Tandlerey sey, die denen wollenen Landmanufacturen præjudiciret. Wegen der in Friaul zu errichten vorhabender Papiermühl sagt er, das dieses der Mauth und dem ærario præjudiciren wird, [14] weil so weniger von Frembden introducirt und umb so weniger Mauth eingehen wird. O que beau raisonement! Herberst/ein/ sagte mir, das er dergleichen schene principia öffters hören muß und Kinsky kan sich recht zörnen, wan man etwas darwider einwendet. Panure public! Herberst/ein/ arbeitet nun an einer Plan, wie er glaubt, das das Comercienwesen hier und in denen Länderen besorget werden känte; hingegen laboriret er auch in keiner gutten Idée und kein rechten systemate. Ich sagte ihm, das dieses Werck weder unter Kinsky weder unter Kuffstein renssiren wird, weil das übrige assessorium nicht taugt zu deme, so muß diese Expedition wie andere eingerichtet, mir alle acta übergeben, ein Secretarius und Cancelist zugegeben werden, sonsten ist nichtes zu thun und weder Ehr zu erwerben noch Nuzen zu schaffen möglich. Wan er mit der Kayserin selbsten reden und ihro sagen will, das ich ihro in Sachen am besten zu dienen fechig wäre, das er mich alß ein ehrlichen und fleissigen auch in Sachen erfahrnen Mann kenet. Wan er ihro dieses sagt, so ist mir schon genug, ob man mich braucht oder nicht, ist mir indifferent. 12. Heüt morgens bald nach 5 Uhr ist der Graf Pötting mit sein Sohn und in [15] compagnia des Keuenhiller nach Cammer abgereist. Abends war bey unß Bethanges und Luckantschitsch. 13. Zu Mittag speiste bey unß Luckantschitsch. Nachmittag war da Bethanges. Abends war ich bey Max Brandau, der mir unter anderen erzehlte, das Königseeg Erbs hier Landpræsident werden därffe. 14. Heüt war bey unß Bethanges. 15. Nachmittag war bey unß P. Hallerstein, dan bey mir der Schifferstein und der junge Häring von Gräz, der hier in der Cabinetcanzley mit 600 fl. Besoldung emploiret ist. Spätter war da Bethanges, welcher sagt, das er leztlich bey Kinsky war, von welchem er meldet, das er in sehr schlechten principiis laboriret. Erstlich ist er portirt vor die Ferme-Generale, dan vor die Kupffermünz. Item so will er die Linzer Wollenmanufactur aufhöben, auß der Ursach, weil Ober Östereich keine Wolle hat, ergo solche Manufactur Böhaim überlassen soll. 16. Heit war bei unß Bethanges. 17. Vormittag hat m. L. zur Ader gelassen. Zu Mittag speiste bey unß Graf von Herberstein. Nachmittag war da Bethanges. Herb/erstein/ erzehlte mir unter anderen, das vorige Wochen in Hofcamerrath der Saffran offentlich gesagt, das der Eder zu Graz des Pistrich Schwager sich so schlecht halte, das vielle Klagen wider ihm eingehen und das man leztlich die Sachen nicht wird leiden känen. Pistrich, der gegenwärtig war, hat ganz still geschwigen. [16] 18. Zu Mittag speiste bey unß Br. Wildenheimb und Luckantschitsch. Abends war da Frl. Matthai und Bethanges. Gester war bey mir Künz ungarischer Agent wegen der Cobenzlin und Patachich. 19. Heüt war bey unß Bethanges, ingleichen der Hohenwarth. 20. Gester in der Nacht umb 11 Uhr empfande m. L. einige Kreiczschmerzen. Ich schickte gleich umb die Hebame und umb die Besehnerin. Erste war in gleicher Arbeith bey der Gräfin Regal, einer gebohrnen Trautson, | 43 1746 Februar jedoch ist sie mit Permission der Gräfin79 gleich komen, wie auch bald darauf die andere. Die Schmerzen, die öffters gefolget, liessen m. L. die ganze Nacht nicht schlaffen. Heüt Nachmittag umb 3 ½ Uhr, nach deme sie ½ Viertl Stund in Stuhl gesessen war, sie von ein Töchterle glücklichen entpunden, wovor Gott gedanckt und gelobet sey. Abends war ich bey Herzogin von Hollstein sie zu bitten, das ihr Schwester die Generalin Grafin von Wurmbrand das Kind auß der Tauff heben möchte, welches sie auch versprochen und Morgen (weil ihr Schwester heüt nicht zu Hauß war) die Stund wissen lassen wird. Bey mir und bey m. L. war die Obrist-Eilerin und Bethanges. Ich hatte bey Graf Kolowrat zu Mittag speisen sollen, habe mich aber excusiret, umb m. L. nicht zu verlassen. [17] 21. Umb Mittag kam zu unß die Generalin Grafin von Burmbrand, welche das gester gebohrnes Töchterle abgeholt und nach St. Stephan zur Tauf gefahren ist, welche auch ich begleitet habe. Und das Kind war benahmset Josepha Charlotte Walburga; den ersten Nahmen der Herzogin von Hollstein alß Gevätterin, den anderen der Burmbrand alß die anstatt der Herzogin zur Gevätterin gestanden und den dritten hat m. L. verlangt. Die Burmbrand begleitete das Kind wieder nach Hauß, ich aber fahrte zu der Herzogin, wo ich auch die Burmbrand und die Tarouca, dan den General Burmbrand und sein Sohn, auch Generalen, angetroffen und mich bedancket habe. Zu Mittag speiste bey mir die Ederin und der Richtern. 22. Zu Mittag speiste bey mir die Eilerin und der Luckantschitsch. Nachmittag war da Bethanges. Heüt habe des Hüeber Memorial, das mir der Stainhoffen leztlich beygeschlossen, recomendirt dem Agenten Frölich. 23. Zu Mittag speiste bey mir die Eillerin. Nachmittag war da der Rad Silberarbeiter wegen des von der Cobenzlin erwartenden Silbers. Dan war da der Demeli, sich pro canonicatu zu Zeng zu recomendiren. Abends war da Bethanges, der mir sagt eine Pension zu hoffen. Vormittag war auch da Br. Wildenheimb, der Morgen nach Olmüz abreist mit der mährischen Landmiliz. Ich habe ihm ein Copi von der auerspergischen Assignation zu Brün gegeben und recomendirt den Außstand zu solicitiren. [18] 24. Zu Mittag speiste bey mir Br. Eilerin und Luckantschitsch. Nachmittag war da Bethanges, P. Hallerstein und Marbolan. 25. Mittags speiste bey bey unß Eilerin. Nachmittag war da Bethanges. 26. Mittags speiste bey unß Eilerin. Nachmittag war bey mir Häring, der mir ein Wechselbrief per 50 fl. gebracht an P. Plieml zahlbar, hingegen mir gehörig und ist der Rest dessen, so mir P. Meak schuldig war. Spätter war da Graf Herberstein und Bethanges und Graf Andlern. Erster blib da von 5 Uhr biß ½ 10 Uhr. Erster sagte mir, das Kinsky leztlich selbsten angefangen hat von mir reden und das er mich von einem ehrlichen Mann kennet. Und mir sagte Herberst/ein/, das er hoffet, das ich nicht allein zum Commerciali sondern auch zur Banco-Deputation komen werde, indeme Kinsky zu Schwandtner kein Confidenz hat und sich seiner nur par necessité bedienet. Von Kinsky hat er immer desavantagiosere Mainung: erstlich, ist er primæ impressionis violent. Ohne gedult nihmt sich kein Zeit, etwas mit Fundament zu begriffen, judicirt auf den Superficialen, embrassiret vielles, steingiret wenig oder nichtes. Liebt die Ostentation mit viellen in Confusion ligenden Schrifften, die er verlegt und nicht wieder zu finden weiß, ohne sich zu erinnern, was er habe, implacable, wo er nur meint offendirt zu seyn. Jaloux von der Authorität, davon [19] er doch kein usum macht, unfleissig in den Nöthigen und occupirt sich in Kleinigkeiten. Abends allmahl spatt zur Ruhe erst gegen Mi[tte]rnacht.80 Nachmittag geht er auch schlaffen gleich nach Tisch. Des Tags passirt er sein Zeit in Bagatellen und discouriren des Bagatelles. Heüt abends nach 10 Uhr ist unser Kayserin von einer Erzherzogin glücklich entpunden worden. 79 Popravljeno. 80 Pod madežem črnila. 44 | 1746 Marec 27. Zu Mittag speiste bey mir die Eillerin. Vormittag war da Miari. Nachmittag war bey m. L. Graf Blasi, Bethanges und die Bssa. Jaxheim. 28. Morgens war da Bianchi. Nachmittag die Eillerin, Bethanges und Luckantschitsch. 1746 Marec 1. Marzi. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Nachmittag ist m. L. am ersten in Zimer aufgestanden. Bey unß war die Eillerin, der Graf Andlern und Bethanges, dan auch die General Acugna. Heüt hat man von Seiten der Stadt in mein Quartier das Personale beschriben et sic in anderen Haüsern wegen der Kopffsteüer. Bey mir war auch der Dionisio Nogarona. 2. Zu Mittag speiste da die Eillerin. Nachmittag und abends war bey m. L. der Graf und Grafin Andlern, Br. Hager und Bethanges. Bey mir war der Geistliche Demeli. 3. Zu Mittag speiste ich bey Br. Palm. Da war sein Frau, Br. Zuana, Laterman, [20] Loscani, Haußlab, Pino von Friedenthal und sein Sohn. Nachmittag war ich bey Graf Nimptsch, dan suchte den Ciolich, Bischoff von Zeng, den Graf Schenburg und Graf Herberstein. Dem Graf Nimptsch gratulirte ich zu der lezt auß Schlesien erhaltener gutter Nachricht, das ihme der Konig alle seine confiscirte und sequestrirte Gütter wieder restituiren wolle81 und das sich ein Graf Hoberg offeriret ihme alle seine Gütter abzukauffen, wan er solche Weg zu geben willens ist und sollen bey 600/m fl. betragen. Nimptsch sagte mir, das man ihm nun aller Orthen Gutter offeriret und persuadiret sich niederzulassen. In Böhmen, sagt er, will er sich nicht ankauffen, weil sein Bruder dasselbst umb mehr alß 200/m fl. zu kurz gekomen und kein Justiz hat finden känen. In Mähren möchte er auch nicht sey, weil daselbst, so offt ein Gut einen Herrn chargirt, allemahl ein grosse Taxa bezahlet werden muß, so das bey 4 oder 5 Wechslungen von Vatter auf dem Sohn, von diesen weiters, fast soviel die Taxen betragen alß das Gut werth ist. In Osterreich möchte er nicht sey, weil man zu nach bey Hof und also allen grossen Unkosten und oneribus mehr alß ander Orthen exponiret und zuviel in Augen ist. Endlich scheinet er ins Friaul zu incliniren, wo ihme das Land sowohl gefahlet. Br. Zuana erzehlte mir, das [21] obgedachter Pino von Friedenthal Administrator in Schlesien sey. Sonst aber von Como gebührtig und nun sey er beordert von Kinsky in I/nner/ Ö/sterreich/ und nach Triest zu gehen, umb zu recognosciren, was daselbst in Comerciali zu thun sey und das er alß commissarius auch sodan seiner Relation zu geben haben werde. Er hat ihm zwar in meiner Gegenwarth gesagt, das er viel Zeit verbrauchen, Unkosten machen, ein grosse Relation erstatten und keine Frucht schaffen werde, weil hier, wie er sagt, nicht zu thun ist. In Discuriren habe auch gehört, das dieser Friedenthal noch kein Instruction habe, das er von Kinsky die anteacta schon öffters verlangt, aber noch keine erhalten habe. Er zeüget sich precios zu seyn, [schw]äzt82 viel, perorirt viel, kan sich auch misterios stellen. Enfin, mi pare fanfarone. Haußläb scheinet mir ein Tuckmauser zu seyn, der wenig redet und dem Ansehen nach wenig zu reden weiß. Der Loscani pare huomo da bene. Abends erzehlte mir Bethanges von Schenburg gehört zu haben, wie das auf des Bartenstein bitteres Weinen vor der Kayserin, sie den Kinsky habe sollen lassen, vor ihm gesagt, das er trachten solle, den Wisenhit und folglich den Bart/enstein/ zu consoliren. Es wäre ihm an seines Aydams Crediten gutten Nahmen et vielles gelegen. Enfin, dem Kinsky ihme Wisenhit ein Attestation vor sich geben solle, das er in allen sein Schuldigkeit gethan seinem [22] engagemens vollkomen nachgekomen und das der Hof mit ihm ganz content seye. Kinsky declarirte sich gleich ein solches keineswegs thun zu känen, indeme diesses wider die Wahrheit und wider sein besseres Wissen und Gewissen wäre. Er stellet der Kayserin die Sache vor, wie sie ist. Sie aber kan sodan begnaden oder disponiren wie ihr beliebig wird. Enfin, nachdeme sie wieder auf das attestatum 81 Prvotno wol en 82 Pod madežem črnila. | 45 1746 Marec angetragen, legte Kinsky sein Charge der Königin zu füssen und reterirte sich. [Kaum]83 war Kinsky zu Hauß, schickte die Kayserin umb ihn und sagte, sie wäre mit ihm in allen content mit der Banco-Direction und diese Resignation nehmete sie nicht an. Enfin, es blib alles bey alten, nur das sie wieder auf die attestatum angetragen und gezeüget hat, den Bart/enstein/ contentirn zu wollen. Kinsky sagte ihro, sie möchte ihm schrifftlich befehlen, was und wie er thun solle, so will ers befolgen, hingegen sich auf dem Befehl beziehen. Endlich wurd die Sache vor einer Commission und præsidio Kollowrat remmittirt. Da ist Saffran, Brandau, Zuana, Koch. Brandau perorirte schen in solchen von keiner Consequenz ad punctum attestati, aber wurd er so obscur in sein voto, das der præses nicht wuste, was er aigentlich schliesset: fragte ihn zum andermahl umb Erleüterung seines voti et tantum scivit quantum prias . Kinsky erklärte sich sonsten, [23] das er alle Attention von dem Bart/enstein/ habe, alß welchem er zu danken hat die Carriere in welcher er ist. Und in dessen egard hat er auch an sein Aydem das ressentiment nicht gezeügt, welches er sonsten gethann hätte, massen er so impertinent war; und nicht allein da pæri, sondern, alß ob er eine Superiorität über Kinsky hätte mit ihn gesprochen und expostuliret hat. Dieser egard von das Bart/enstein/ Hauß gehet jedoch soweit, das er sein Gewissen und Ehre allemahl in Acht nehmen wird. Den Kollowrat tractirt er alß einem lache et plein du respect humain und das er in seiner Schrifft, das Creditwesen betröffend, solches gezeügt und den Wisenhit gar zuviel flatirt und menagiret, dabey aber das Interesse Publicum nicht observiret hat. 4. Morgens war bey mir Herberstein, deme ich wegen Pino von Friedenthall avertiret hab. Er aber hat bereits dieses und ein mehres gewust und erzehlte mir, das er gester mit Kinsky in harten terminis gesprochen und rescentiret hat, das er solche Leüth brauchen und alß Commissarien in I/nner/ Ö/sterreich/ abschicken wolle, ohne ihm nichtes davon zu sagen. Über das hat er ihm vorgehalten, wie das er schon bey 6 Monath vocatus allhier seye, ohne das man noch eine Conferenz gehalten hätte. Sagte auch, wan Pino nach Triest komete und gleich in seine Sachen einmischen wolte, er ihm beym Kopff nehmen lassen wolte. Und so Kinsky in [24] ihn Herberstein kein Conferenz habe oder ihn in Sachen nicht fechig finde, so soll er dieses der Kayserin sagen und er wär bereit sein Charge zu resigniren. Sie waren etwas hart übereinander und Kinsky sagte, das er noch wohl die Autorität habe jemand hinein zu schicken, seine unterhabende Maüth untersuchen zu lassen. Herberst/ein/ stelte ihm vor, das Pino ein Mensch seye, der schon 3-mahl criminaliter processirt war und das solche Leüth in derley Geschafften nicht taugen. Kinsky wuste wohl etwas hingegen, war er in allen doch nicht informirt. Enfin, Kinsky zoge donerre Saitten auf und sagte, warum er Herb/erstein/ sich sobald etwas verdrüssen lasse. Es war bey mir auch der Obristleuthnant Ferra, welcher vorgibt, ein starcke und machtige compagnia zu haben, umb ein Negocium nach Spanien und Portugall zu entrepreniren; fragte umb verschiedene Außkunfft. Zu Mittag84 speiste bey mir Graf Andlern und Eillerin. Nachmittag war da Bethanges und Schifferstein, bey m. L. aber die Van Swieten und gester die *Generalin* Sternthal und Frl. Schwarzenau. 5. Zu Mittag speiste da die Eillerin. Nachmittag war da Hochenwarth. 6. Vormittag war ich bey Hof, dan bey Herberstein. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. [25] Da war der Obristleüthnant von Kollowrath-Regiment und der Major, dan Graf Ferari, Bethanges und Gröner. Nachmittag war ich bey P. Hallerstein. Bey mir zu Hauß speiste zu Mittag die Obrist-Eilerin. Bey m. L. waren in Visit die Frl. Latour, 2 Frl. Leisserinen, dan die Br. Bartenstein, Br. Knorin und Br. Wisenhitin. Bey mir war abends Haubtman Fräst. Vor, alß ich zu Mittag essen gieng, war ich bey Herberstein, der mir erzehlte, das mann ihme erst jezo vor die voriges Jahrs zu Görz aufgehabte landsfürstliche Commission 3/m fl. per Pausch außgeworffen habe. Ich sagte ihm, das man damahls hier starck geredet, das man ihn expresse deßwegen in selben Commission geschicht 83 Pod madežem črnila. 84 Predtem prečrtano: N. M. (=Nachmittag) 46 | 1746 Marec hatte, damit zu Triest das Commerciale unbesorgt gebliben und ich sezte bey dem, auch ich der Mainung war, er erwiderte das Triest leicht seyn känte. 7. Vormittag war bey unß P. Hallerstein. Zu Mittag speiste da Eilerin und Hochenwarth. Nachmittag war bey m. L. die Generalin Ariostin und Bethanges. 8. Vormittag war bey mir der Mayer auß dem Zahlambt, der mir Hoffnung gabe, diese Woche die Besoldung zu erhalten. Er erzehlte mir, das die neue Einrichtung bey hiesiger Hofcammer 52/m fl. alljährlich mehrers außtragt, worunter die Buchhalterey noch nicht mitverstanden ist. Die Kopffsteüer, glaubet er, das [26] das nicht soviel alß die Vermogensteüer betragen wird. Die Vermögensteüer, so zu 10 per % auf die Einkunfften geschlagen war, hat bey 7 Millionen betragen und eben soviel auch die Türkensteüer, die auch auf 10 per % war. Zu Mittag speiste da die Eillerin. Nachmittag war bey unß P. Pittermann und P. Hallerstein. Bey m. L. war die Br. Widmanin. Heüt abends ist in Schottenhoff in einem Winckel beym Bierbraüer ein Sack gefunden worden, worinen 2 frisch abgeschnüttere Hände und Füssen von einem Menschen sich befanden. 9. Vormittag war ich vocatus bey Kollowrat, der mir Ablase die Continuation von dem Creditwesen, welches er mit seinen politischen Reflexionen entworffen hat. Zu Mittag speiste ich bey gedachtem Minister. Da war der General Papalardo, der Generalvisitator von Caetanern und der Feldpater von kollowratischen Regiment, ein Jesuit. Bey meinen Kindern speiste die Eillerin. Kollowrat zeüget unter anderen an, das wan die Königin auf die 40/m Recrouten von den Länderen bekomt, so manglet ihr der Fundus zu deren Unterhaltung und das sie endlich Mangl Gelds und Zahlung desertiren und der Feindmacht verstercken, unsere Länder aber desenpliren werden. Mangl Gelds seye auch in Italien [27] unsere Arméen geschmolzen, weil von dem Feind die wenigste umgekomen sey et sic etiam in anderen Orthen. Dan sagte er mir, das das Comissariatambt unglaubliche Sumen kostet und soll lezte Campagne bey 4 Milionen, die vorlezte oder von einjahrige 9 Milionen betragen haben. Er hatte einesmahls verificirt, das ein Magazin, dessen sich der Feind bemächtiget, hatte per 30/m fl. unsern Hof von dem Comissariatambt angesezt worden; und hat sich befunden, das kaum 3/m fl. betragen hat et sic sæpius und in mehr Gelegenheiten. 10. Morgens war bey mir Gabrieli, medicinæ studens, und der Raich, Jurist, beede Crainer, wegen des leztverstorbenen Geistliche Wagner. Zu Mittag speiste bey unß Eillerin. Nachmittag war bey m. L. Br. Pfefershoffen, Wittib, mit der Fraüle. Heüt Nachmittag ist mir mein Besoldung von erstem Juli biß lezten Decembris 1745 bezahlt worden. Unter Morgen werde Specificiren wie die Zahlung geschehen. Heüt Nachmittag umb 2 Uhr ist die alte Starhemberg, eine gebohrne Jergerin, unversehens gestorben und hatte gester noch grosse assemblée. 11. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey m. L. der Graf und Gräfin von Andlern und spätter der Ciolich, Bischoff zu Zeng. Gester ist mir die Besoldung bezahlt [28] worden wie folgt: erstlich in Baargeld 563 fl. 17 kr. Abgezogen ist worden vor die Turckensteüer von anno 1737, 1738 et 1739: vor erste zwey ganze Jahr und vor das lezte 9 Monath, in welcher Zeit ich nur 1/m fl. Besoldung gehabt. Die Türckensteüer war à 7 per %, komt also, wan die arrham mit 30 fl. abgezogen wird: – Von 970 fl. von ein Jahr 67 fl. 54 kr. – Von anno 1738 67 fl. 54 kr. 186 fl. 43 kr. – Von anno 1739 ¾ Jahr 50 fl. 55 kr., welches dan mein halbjährige Besoldung außmacht mit 750 fl. Es ist zwar in der Quittung de dato 10. dieses der Abzug notirt per 254 fl. 37 kr., hingegen ist dazu gesezt der Abzug von anno 1738 mit 67 fl. 54 kr., welches die Quittung von 20ten Jenner 1745 außweiset und von welchem ich erst jezo mit und nebst dem jezigen Abzug quittiret worden bin. 12. Zu Mittag speiste bey mir Graf von Herberstein und gegen Abend gieng er zur Begräbnus der alten Starhemberg. | 47 1746 Marec Abends war bey m. L. die Generalin Gräfin von Wurmbrand und ex post die Eilerin. Herb/erstein/ sagte mir, das Kinsky den Pino von Friedenthall wieder zuruck nach Schlesien geschickt habe et sic nach I/nner/ Ö/sterreich/ nicht mehr, wohl aber statt seiner den [29] hiesigen Obereinnehmer Mr le Comte abschicken wird, womit endlich Herb/erstein/ content zu seyn scheinet. Er zeügte mir in kayserlicher Resolution, krafft welcher er auß den i.ö. Salzgefahlen dem Prinz Hildburgshausen alle Quartal 20/m fl. und etliche Hundert erlegen lassen solle. Von sein Commission zu Görz ist ihm monatlich 450 fl. passirt worden. Die Commission hatte bey 7 Monath gedauret, von sein Hierseyn hingegen ist er an sein Gehörde, id est an Kinsky und an Comercialfundum, angewisen worden. 13. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Nachmittag war da Luckantschitsch. Abends war ich mit m. Hanßl beim Standler. Dieser sagte, das die Hungarn zwar kein Kopffsteüer, hingegen an dessen statt sub alio nomine 5 per % bezahlen, Vermögensteüer 10 per % et sic 15 per % von Einkünfften. Er glaubt, das die Vermögensteüer von der ganzen Monarchi über 1 ½ Milion Gulden nicht abwerffen solle. Confusionem in regimine kan er nicht genugsam beschriben und klagt über viellen unnuze Arbeith. 14. Morgens war bey mir der Mohr auß Terre Neuve. Nachmittag war da der Baron Roborden, ein Westfahlinger, den der Richter aufgefährt hat; er sucht in Civilchargen hier anzukomen. Bey m. L. war die Frl. Leisserin und die Eilerin. Es war auch da der Hochenwart und Zebull. [30] Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. 15. 85 Nachmittag war da Andlern, Bethanges und Zebull. 16. Zu Mittag speiste bey unß Andlern. Vormittag war da P. Hallerstein. Nachmittag Bethanges und Frasß. Bey m. L. war auch die Frässin. 17. Zu Mittag speiste bey unß Eillerin. Nachmittag war da Bethanges. Abends war ich bey Graf Schemburg, wo auch der Bethanges und Graf Götz waren. Spätter war bey mir Bethanges. 18. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Nachmittag fahrte mit Bethanges und m. Hänßl zu den Salesianerinen in Meinung, daselbst die franzosische Predig zu hören. Sie wird aber nur am Sontag gesagt. Dan fahrten ins spanisches Spittall den Obristleüthnant Gerardi zu besuchen, welcher sehr lementirte, das er nach 46 Jahr dem Hauß Österreich præstirten Dienste endlich in Spittall sein Leben enden müsse. Nachmittag war bey m. L. Leop/old/ Hallerstein. Dan suchte ich den Herberstein. 19. Vormittag war ich in Gala bey der Herzogin von Hollstein wegen ihren Nahmenstag. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war da P. Hallerstein, dan Graf Andlern und Haubtman Fräsß. 20. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich mit m. Hänßl bey denen Salesianerinen in der franzoschischen [31] Predig eines Carmeliters P. Mecenati von Ferrara. Bey m. L. war die Gräfin Huyin und die Lanjus, dan die Frl. Mathei. Bey mir war Graf Herberstein, Bethanges und der Baron Roborden. Herberstein sagte mir unter anderen von Kinsky gehört zu haben, das ehistens ein Referent vor das Commerciale resolviret werden wird und das dieses ohnfählbar mich betröffen därffe. 21. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war da die Gräfin von Andlern und Bethanges. 22. Morgens war bey mir der junge Demeli. Zu Mittag speiste da die Eilerin und der Luckantschitsch. 85 V tem in naslednjem zapisu ni jasno, kateri dogodki in obiskovalci so se zvrstili 15. ali 16. marca. 48 | 1746 Marec Nachmittag war da Bethanges. Abends war ich in Galla bey der Gräfin von Andlern zu ihrem Nahmenstag. Bey mir war auch Demeli Vormittag, sich umb das Canonicat zu Zeng zu recomendiren. 23. Morgens war bey mir der Ingenieur-Leüthnant Bonome, der nun auß dem Reich und leztlich auß Bayern gekomen. Kan nicht genug beschriben, wie arm und desolirt das Land sey. Zu Mittag speiste bey unß Graf Herberstein, Br. Leopold Hallerstein, P. Hallerstein und ein Pater, so dieser Tagen in die Mission nach Chili in America abgehet. Herberstein erzehlte mir, das [32] er gester abends biß gegen Mitternacht bey Kinsky war und das ihme Kinsky gesagt habe, bey der Königin eben gester gewesen zu seyn und das er der erste Minister war, deme die Königin nach ihrer Niederkunfft Audienz gegeben. Die Königin habe ihn gefragt, wie er mit Herb/erstein/ content sey. Kinsky lobte ihn, die Königin recomendirte ihn und das sie in gutter Einverstandnus operiren solten. Kinsky sagte ihm weiter, das nächstens ein Referent in Comerciali resolviret werden solle, der nichtes anderes alß mit dem Comerciali zu thun haben solle. Und Herb/erstein/ glaubt, das Loß därffte mich treffen. Ich aber versezte, das mich freüete die Königin dienen zu känen, hingegen bin ich sehr sensible auf meine Ehre, werde also sehen, wie man die Sache einzurichten gedencket, das ich kein Schande zu beförchten hätte. Spätter war da die Eillerin. Heüt morgens hat sich mein Liebste zu Hauß fürseegnen lassen. Herberstein sagte mir auch, wie das Kinsky der Königin vorgestellet habe, das die Resolution an Herberstein in merito der dem Prinzen zu Hildburgshausen zu bezahlen habenden 80/m jahrliche Assignationen auf die Salzcassen nicht subsistiren, weniger der Herb/erstein/ zu solcher Sache obligiret werden käne, weil es nicht bey ihme stehet, ob diese Suma Gelds in gedachte Cassen eingehet oder nicht. [33] Die Königin war mécontent uber diese Resolution und befahle dem Kinsky, das er ihro solche sehen lassen solle. Sie sagte auch, das es mit dem Pistrich kein gut thuen werde. NB. Der Pistrich ist bey ihr ohndas in kein gutten Credit. Und Kinsky sagte auch, das solang er das i.ö. Referat haben wird, die Sachen nicht gut gehen werden. 24. Zu Mittag speiste bey unß Eillerin. Nachmittag war da P. Hallerstein und P. Kessler, dan Graf Andlern, Bethanges, Luckantschitsch und abends marchese Verzoni. 25. Morgens war bey mir Graf von Herberstein, mit *dem* ich das Museum zu den Jesuiten bin sehen gangen. Zu Mittag speiste bey unß Graf Herberstein, P. Waic/ard/ Hallerstein und P. Marbolan. Nachmittag war bey m. L. die Germeken mit 2 Töchtern, davon die jüngere den Weber von Fierenberg haüratet. 26. Umb Mittag fahrte in Galla zu Kueffstein wegen seines Geburtstags, dan war ich bey der Hollstein wegen des missionaris, der nach Chili gehet. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich bey P. Hallerstein, dan bey Gerardi in spanischem Spitall, dan bey Herberstein und spätter bey Brandau. Abends war bey unß Bethanges. 27. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Vor- und Nachmittag war da Bethanges und Nachmittag bey m. L. die Tarouca und bey mir der Häring. [34] 28. Vormittag war ich in Gala bey der Generalin Gräfin von Wurmbrand und dan bey der Gräfin von Andlern wegen dern Geburtstags. Dan suchte den Br. Leopold Hallerstein, hernach fahrte mit m. Hänßl spaziren. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. 29. Vormittag war bey mir ein Agent oder notarius, den Prandau zu mir schickte wegen der zu errichten habenden procura von Mayland. Er war aber in der wälschen Sprach nicht erfahren. Dan war bey mir der Miari, der mir erzehlte, den 26ten dieses von dem Hofmarschallgericht jurato das juramentum dem Br. Tallman deferirt zu haben. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Nachmittag war da Graf von Opperstorf, dan der abbate Carlo Paduani und spätter Bethanges. Opperstorf erzehlte, das heüt der Duel seyn soll zu Schwechat zwischen dem Franz Harrach und dem Erdedi wegen der palfischen Freüle. Des lezten Secundant soll sey der General Forgatsch und des ersten der [–].86 86 Ime manjka. | 49 1746 April Paduani erzehlte mir, den 7. Augusti 1744 der Königin zu Prespurg ein Project gegeben zu haben, den Appalto von Tabac zu angiren und die Contraband des Agui[l]a[r]87 zu eruiren. Er batte sie aber, das Tarouca davon keine Wissenschafft haben möchte. Er, Paduani, aber beklagte sich, das nicht 24 Stund passiret waren, so hatte Aguillar eine Copie davon, welche ihm [35] niemand alß Tarouca hat communiciren känen. Leztlich hatte er beym Kayser Audienz und brachte es dahin, das eine Comission in I/nner/ Ö/sterreich/ resolviret worden, die Contraband des Auguillar in I/nner/ Ö/sterreich/ zu untersuchen, indeme in I/nner/ Ö/sterreich/ bey 90 und mehr Tausent Centen consumiret werden und doch niemahls per Dogana ein frembdes Tabac introducirt zu finden ist. Er sagt, die königliche Lande consumiren allein von der Qualität Tabacs, von welchen das lb. per 24 Groschen verkaufft wird, 10/m centum. Und weil Aguilar zu 24 Groschen das lb. verkaufft, von dieser Qualität die Dom/eni/co St. Nicolo nur per 16 Groschen88 verkaufft und gleichwollen jahrlich bey 180/m fl. profitiret hat, so macht Paduani Rechnung, das allein die 8 Groschen mehr schon 400/m fl. Profit abwegt. 30. Morgens batte mich mein Bedienter Johannes umb die Entlassung und zugleich umb eine Recomendation bey einem Herrn, wo er Monathgeld haben wird, welches ich ihme auch versprochen habe. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin, Graf Andler und Richter. Abends war bey unß Bethanges. 31. Morgens brachte mir ein Fischmeister zehn Hollander Ducaten von Graf Pötting von Camer auß Ober Osterreich, wovor ich ihme eine Quittung gegeben habe und diese 10 Ducaten werden dienen zu Bezahlung einiger pöttingischen Schulden, wovon mein Liebste die nota hat. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. [36] Nachmittag ist m. L. am ersten außgefahren: erstlich um Mittag in die Kirche, Nachmittag zu der Herzogin von Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Bey unß war P. Hallerstein und P. Barbolan. Erster erzehlte mir, das Prinz Carl ein Geld zu entlehnen sucht und ist jemand, der ihme gegen 5 per % 100/m fl. gegen deme offeriret, das er bey der Königin außwürcken solte, das sie ihm zum Hofkriegsrath mache und das subjectum soll ohndas diesen posto durch erworbene merita hoffen känen, cela non obstant, wil der Prinz von niemand intercedirn. Abends war bey mir Bethanges. Gester ist der Haußhofmeister des Caravalho, portugesischen Gesandten, bey dem Taffeldienst hinter dem Sessel seines H. von Schlag berihrt worden und gleich tod nidergefahlen. Morgens war bey mir, anzi Nachmittag, der abbate Padovani, der mir die procura brachte und die ich dem Prandau geschickt habe. 1746 April 1. April. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Es war auch da Graf Opperstorff biß 5 Uhr Nachmittag. Dieser erzehlte mir, das sein Tochter 2 Ansuchungen habe von jungem Graf Kueffstein und von Graf Troyer auß Mähren. Mit leztem scheinet mehr ernst zu seyn. Nachmittag und abends war da Bethanges und spätter war ich bey Prandau wegen der Morgen abzuschicken habender procura per Milano. 2. Morgens war bey mir Herberstein. [37] Dan fahrete mit ihm in dem Bischoffgarten, wo ich ihme die Schweizer Stühl gezeüget habe, auf welchem einer soviel Bänder in einem Tag machen kan alß auf anderen Stühlen 16 Personen. Dan fahrete auf dem Spittalberg zum Zeißl zum Steinschneider. Zu Mittag speiste bey unß er Graf Herberstein, der biß abends da blib und ich habe ihm auf sein Ansuchen versprochen, mit ihme diese Reis in I/nner/ Ö/sterreich/ und in das Litorale zu machen. Es war Vormittag da die Eillerin und Nachmittag Bethanges. 3. Zu Mittag speiste m. L. bey der Herzogin von Hollstein. Bey mir war die Eilerin, Bethanges, Graf Opperstorff und Graf Andlern. Abends gieng ich mit m. Hänßl auf die Bastionen spazirn. 4. Zu Mittag speiste ich bey Graf Herberstein, wo mich der Bischoff von Zeng Chiolich abgesezt hat. Nachmittag fahrten mit Herberstein spaziren und dan in die kayserliche neue Favoriten, welche den 2ten dieses denen Jesuiten übergeben worden, in Gegenwart des Favoriten-Haubtman von Wisenfeld und der Hoffurier. 87 Popravljeno. 88 Pred Groschen prečrtano fl. 50 | 1746 April Und der P. Procurator hat davon possess genohmen, wie er auch darinen bereits wohnet. Abends suchte ich den Max Prandau und spatter war bey unß Bethanges. Vormittag war ich bey Bethanges. Da war auch ein Lothringer nahmens Maison Neuve, bey 33 Jahr alt. Dieses [38] komt erst auß Bengala und hat die Reiß in 7 Monathen biß Engeland gemacht von dorthiesiger und manchirt von Bengala in allen bey 11 Monath. Er ist hier vor 12 Tagen circa angekomen, war addressirt an Friedrich Harrach, dieser aber wiese ihn an Tarouca. Er Mr de la Maison Neuve erzehlt unter anderen, das das etablissement, so die Ostendische Compagnia zu Coblon an der Küste von Coromandel hatte, nun völlig abadoniret sey und wäre nur noch ein Geistliche daselbst, der alle Sonn- und Feyertag die kayserliche Flagen inalberirt. Der König von Coblon war von mehr anderen Nationen umb selbes etablissement angesprochen, will es aber niemand verlassen und wünschete, das wieder osterreicherische Unterthanen dahin komen möchten. Der sig. Scomenville, von Ostende gebührtig, war daselbst Gouverneur und hat noch die Patent von Kayser Carolo VI. Er und dieser Maison Neuve hatten sich ex post auf dem Ganges zu Banquibasar etablirt, seyn aber von dem König von Bengala vertriben worden. Scomenville soll noch daselbst seyn mit 500 Mann Trouppen. Und dieser Maison Neuve sagt solche Veranstaltung gemacht zu haben, das diese Mannschafft auf 3 Jahr versehen ist. Indessen muß er einige Projecten an diesen Hof haben, tractiret mit Tarouca und Toussaint, was er von Progressen machen [39] wird, lehret die Zeit, diese 500 Mann sollen auch noch die schwere Artillerie mit sich salviret haben, folgsam im Stand sich zu souteniren. Von dem König von Assem spricht er viel, sonderlich von seiner Macht. Er residiret zu Tarra landwerts und extendiret sich von Bengala89 biß an die grosse Tartarey, ohne irrgends an die See zu stossen. Er sagt, das auß Ost-Indien nach Europa an Gold 10 per % und auß China biß 15 per % zu profitiren wären. Unter anderen sagt er, das von die essayeurs und affincurs des Gold und Silber niergends in Europa so habile Leüth alß in orientalischen Orthen zu finden seyn. Maison Neuve ist schon 15 Jahr in Ost-Indien etablirt und hat sich alle die Zeit durch mit obgedachter Mannschafft mit dem trafico soutenirt. Er sagt, das Goa schon bey 2 Jahr belagert ist und das die Portuguesen diese und anderen ihre etablissemens nach und nach verliehren werden, weil ihr Gouvernement wegen der Inquisition und der Möncheextorsionen verhast wird. Die Hollander seyn auch en decadense und seyn nicht beliebt. Die Engeländer haltet er vor die stärkesten in Ost-Indien, die Franzosen aber an der Population allen Europæren überlegen. Zu Mittag90 speiste m. L. bey der Herzogin von Hollstein. Nachmittag [40] war m. L. in der Visit bey der Generalin Acugna und der Grafin von Andler. Abends aber war sie wieder bey der Hollstein. 5. Zu Mittag speiste m. L. abermahls bey der Herzogin von Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Bey mir speiste zu Mittag die Eillerin. Nachmittag war da P. Hallerstein und Magister Göz. Dan der Bethanges, welcher lezte wieder al solito zu exageriren sich bemühet hat, was ihm alß von ein Præjudiz dadurch cousiret worden, das Graf von Herberstein dem Kinsky von seiner Schrifft, die er vor Jahren aufgesezt hat, Meldung gethann. Ich habe ihme ersucht, das er nicht glauben solle, das die Welt soviel mit ihme occupiret sey, alß er sich einbildet. Habe ihm auch versichert, das der Herb/erstein/, sobald er von mir gehört, das er ein Ministerium darauß macht, mir expresse gesagt, das ich solche nicht mehr verlangen solle. Und mit diesem hatte die ganze Comedie ein End. Und wan er selbsten sich davon zu reden enthalten will, wird niemand mehr darauf gedencken. Er wolte mir glauben machen, das Kinsky mir nicht geneügt sey und das ich von Herberstein auch kein Satisfaction haben werde. Und er prætendirt, ihn besser alß ich zu kennen. Ich aber lachte darzu und sagte ihm, das mir alles dieses nicht die mündeste ombrage91 macht, das ich mit jedermannn und sonderlich mit obigen ganz aufrichtig umgehe, ehrlich und redlich handle und niemand förchte. Wohl aber stellete ich ihme dem Bethanges auß, [41] das er gar zu ombragios seye und um nöthige suspitiones habe, auch mit überflüssigen 89 Pred tem prečrtano Go 90 Obe besedi pripisani kasneje in popravljeni. 91 Popravljeno. | 51 1746 April Circumspectionen lebe und sich dadurch mehr schade alß nuze und das seine Reserue ihm selbst suspect mache. Das ich lezlich dem Herberstein von Mr de la Maison Neuve und das er auß Bengala gekomen seye, gemeldet habe, wolte er auch ein grosse Sach darauß machen und das ich diesem Menschen dadurch præcipitirte. Ich lachte zu allen deme und sagte ihm, wie der Maison Neuve gegen mir kein Misterium darauß gemacht und das wohl mehrern gesagt haben wird, das er auß Bengala komt und das dieses von gar keiner Consenquenz seyn käne. Er erzehlte mir dan, das gedachter Maison Neuve92 mit Friedrich Harrach nach Bruck gehen soll, das er also mit diesem Minister conferiren wird und das er von Tarouca auch satisfait sey. 6. Morgens war ich vocatus bey Kollowrat, der mir von Bulainvillern sprache. Nachmittag war da die Eillerin, Betanges und der Louison canceliere di Gradisca. 7. Morgens verrichtete ich mein österliche Andacht bey den Franciscanern. Dan war ich bey Hof, wo der Kayser die Füßwaschungsceremoni verrichtet hat. Nachmittag war bey unß P. Hallerstein und Magister Göz, dan P. Socher und Mag. Paumgarten. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Dan habe ein Portion Silber, der alten Cobenzlin gehörig, dem Silberarbeiter Rad verkaufft per 918 fl. [42] Vormittag war ich bey den Jesuiten in der Kirche mit m. Hänßl. 8. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Nachmittag gieng ich mit Bethanges und m. Hänßl Hl. Gräber besuchen. Spätter war bey mir Magister Wolf und abends Bethanges. 9. Morgens war da ein Geistliche von Novi in Nahmen des Bischoff von Zeng umb ein Briefpapier. Gester ist die gebohrne Grafin Spaur auß ihrem Quartier verschwunden und *hat* durch den P. Johannes auß93 Hl. Johannis Nepomuceni-Spittall der Haußfrauen wissen lassen, das sie die Bezahlung ihrer außständigen Schuld schon bekomen wird. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Nachmittag gieng ich zu der Auferstehung. Bey mir war Bethanges, Hochenwart, Luckantschitsch. M. L. war Vormittag bey der Hollstein und bey der Wurmbrand. 10. Vormittag war bey mir Graf Fr/anz/ von Liechtenberg und Br. Valvasor von Laybach. Gegen Mittag gieng ich nach Hof, blib da beym Taffeldienst, wo der Kayser und die Kayserin offentlich gespeiset haben. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin und der Luckantschitsch. Nachmittag war ich bey Graf Liechtenberg und Br. Valvasor, denen ich den Agenten Frölich aufgeführt und recomendiret habe, weil sie mich ersucht hatten, sie an einem Agenten zu addressiren. [43] Dan suchte ich den Mr de la Maison Neuve, der auß Bengala gekomen. Ex post kam dieser zu mir. Nachmittag war m. L. bey Mad. Van Swieten und abends bey Frl. Ganß. 11. Vormittag war ich bey der Opperstorfischen, wo die Grafin mir wissen ließ mit mir etwas zu reden zu haben. Und dieses war, das sie bey 5 # zu Leich verlangte. Von dar gieng ich zu Herberstein, mit ihm zu die Capuciner in die Mesß und nach Hof. Dan fahrte mit Mr Maison Neuve, der einige ostindische Galanterien abholte und zu mir fahrte, solche m. L. zu zeügen. Nachmittag war bey mir Graf Liechtenberg und Valvasor, dan Bethanges und Frast. M. L. war bey der Hollstein und abends bey Bssa. Hayden. 12. Vormittag suchte ich den Camerpræsidenten, der abwesend ist. Dan den Vicecamerpræsidenten, der nicht zu Hauß war. Dan war ich bey P. Hallerstein. Nachmittag war bey mir Herberstein biß nach 8 Uhr abends, ingleichen der Haubtman Fräsß und Bethanges. Herb/erstein/ erzehlt mir, gester in dem Apartement bey ¾ Stund bey der Kaiserin Audienz gehabt zu haben. Unter anderen kam sie mit dem Discours auf mich und sagte, das ich halt absoluté nicht will nach Triest gehen. Er antwortete, er wird gleichwollen gehen und zwar mit ihm und auf sein Parola, das mir nehmblichen dieses nichts [44] præjudiciren und ich nicht zu beförchten haben solle, das mir etwan ein Ordre nachkomen 92 Popravljeno. 93 Popravljeno. 52 | 1746 April möchte, umb darinen bleiben zu müssen, und das ich von hiesigen Referendarien und ihrer Boßheit dependiren müste, welches die ainzige Ursach war, warumb ich die Kayserin gebeten hatte, mich von dem Hineingehen zu dispensiren. Anjezo aber, das er Graf Herb/erstein/ mir garantiret und auf sich genohmen hat, das ich nichtes zu beförchten habe, habe ich mich leicht resolvirt mit ihm zu gehen. Er hat der Kayserin auch gesagt, das mich künfftig wird brauchen und emploiren müssen, weil sonst keiner ist, der von darinigen Sachen eine connoissance hat und die ich anjezo, da er mich überall mitnehmen wird, noch mehr überkomen werde. Die Kayserin war ganz content und sagte ihm, das sie mich von einem ehrlichen und capablen Menschen kenne und das ihr lieb ist, das ich diese Reise mache und das sie seiner Zeit sich meiner erinnern werde. M. L. speiste zu Mittag bey der Herzogin von Hollstein. Vormittag war sie bey zweyer Einkleidung bey Laurenzerinen und abends bey Frl. Ganß. 13. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Nachmittag war da Graf Andlern, Haubtman Frasß und Bethanges. 14. Morgens war ich bey dem [45] Cammerpræsidenten umb Erlaubnuß auf ein 6 Wochen nach Laybach und Triest abreisen zu därffen, der mir auch solche Erlaubnus erthielt hat. Dan war ich bey Vicecamerpræsidenten, der mir solche ebenfahls confirmiret hat. Dan war ich bey Kinsky mich zu beurlauben. Der auch ganz gnedig war und unter anderen meldete, das er anjezo an deme sey, den Bilanz des Comercii zu erniren und die Mauthe zu untersuchen und soderlich auf die Einbruchämbter bessere Ordnung zu verschaffen. Er will auch einen besonderen Referenten in Comerciali haben und scheinet von den dermahligen Büthen nicht satisfait zu seyn. Doch aber meinet er, das er sich einiger par force bedinen müsse biß er unter die connoissance der Sache komt, die man ihme sonsten accultiret. Er sagte mir, das ihm lieb sey, das das Mautwesen eben sowohl alß das Commerciale ihme übergeben worden, massen eines von anderen dependiret. Er hat vielle Dienster zu vergeben und er glaubte anfänglich, das er sogestalten die Ämbter wohl besezen und viellen nach ihren Meriten wird helffen känen. Er findet aber dermahlen, das dieses das odioseste Werck sey, massen ihm so vielle von allem auch hochen und hochsten Orthen dergestalten recomendiret werden, das er niemahls einen acommodirt ohne 10 zu disgustiren. Ich habe ihm sonderlich den Herberstein und das er fleissig, capable und best intentioniret [46] sey, angerichmet und das er ihn also in dem Litorali mit freyer Hand operiren lassen solle, zeügte auch alle gutte Intention zu haben. Ich habe ihm gemeldet, das seine Ehr und Reputation von denen Leüthen, die er sich ad latus choisiren wird, dependiret. Weil er von deren Sachen gutten success, hingegen von dem Übel gehen alle blame, haben wird und das er sich also wohl vorsehen solle, massen an schlechten, gottlosen, üntreyen und intriganten Leüthen kein Mangl ist. Er sagte auch, das er von Triest bessere connoissance haben und die Sachen in rubricas abgetheilet haben möchte, dan sonsten wird man ihme mit der viellen Schreiberey und Lesen aller Zeit nehmen und confus machen. Ich habe gemeldet, das er alles dieses haben käne, hingegen sagte ich ihm, das er sich *en*94 detail der Kleinigkeiten nicht einlassen solle, sondern viel mehr sich angelegen sey, lasse gutte subalternos zu procuriren und dan zu vigiliren, das jeder sein Schuldigkeit thut. Und das er jene, die er unfechig oder boßhafft findete, ohne allen egard deplaciren, weil sonsten mit der Connivenz nichtes rechtes an Tag komen kan. Er fragte mich, wie lang ich außbleiben werde und zeugte, das ihme lieb sey, das ich diese Reiß unternehme. Ich sagte ihm, das ich alles in den Landen schon kenne, nun aber mich deren noch besser saniren werde. [47] Dan war ich auch bey Max Prandau mich beurlauben. Zu Mittag speiste bey unß Graf von Herberstein, Graf Liechtenberg, Br. Valvasor, Mr de la Maison Neuve, dan P. Hallerstein und P. Kesßler. Nachmittag war da Haubtman Fräsß und Bethanges und spätter Graf Andlern. Es waren auch da die Bediente von Luz und Rathgeb wegen des transito des Wachs, welche auch mit Herberstein gesprochen haben. Herberstein ruhmte sich der gnedigsten Acoglienz der Kayserin, hingegen sagt er dieses von Kaiser nicht und scheinet, das weder er weder der Kinsky von Kaiser viel satisfactum haben. 15. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Nachmittag war da P. Hallerstein, Bethanges und die 2 Standler und Hochenwarth. 94 Nad prečrtanim ein | 53 1746 April 16. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Vormittag war bey mir der Lovison. Nachmittag war da Graf Opperstorf, dan Graf und Gräfin von Andlern und Bethanges und Maison Neuve. Abends suchte ich Graf Schemburg, war aber nicht zu Hauß. 17. Morgens war ich umb Urlaub bey Landmarschall Ferdinand Harrach, Kueffstein, Herzogin von Hollstein, Kollowrat, Graf Operstorff, Graf Andlern, P. Hallerstein. Zu Mittag speiste bey unß Bethanges und Eilerin. Es hätte da auch speisen sollen Mr de la Maison Neuve, welcher aber kam sich zu excusiren wegen der bey Kayser zu [48] erlangen hoffend Audienz. Graf Herberstein liesse mir wissen, das wir heüt abreisen werden und das er zum supiren zu mir komen will, wie er dan auch nach 8 Uhr abends gekomen ist. Und nach dem suppé seyn wir abgereist in seyn Wagen mit 4 Postpferdten bespandt, umb 10 Uhr 30 Minuten arrivirt auf Traßkirchen. 18. Morgens, id est nach Mitternacht 45 Minuten, abgereist umb 1.00 Uhr, arrivirt auf Neystadt 3.45, abgereist von Neustadt umb 4.00 Uhr, arrivirt auf Neukirchen 6.15, abgereist von Neukirchen 6.30, passirt Glogniz 7.40, arrivirt auf Schottwienn 8.20, abgereist von Schottwienn 8.40, Höche des Semering 10.00, arrivirt auf Meerzuschlag 11.20, abgereist von Merzuschlag 11.35, arrivirt auf Krieglæ 12.25, abgereist von Krieglæ 12.40, arrivirt auf Merzhoffen 2.10, abgereist von Merzhoffen 2.20, arrivirt95 auf Kapffenberg 3.15. Hier ist ein Herrschafftsiz des Johannes Grafen von Stubenberg, der zur Gemählin hat ein Grafin von Burgstall, des Landshaubtman zu Görz Tochter. In diesem Hauß bey gedachter Herrschafft seyn wir auch gebliben und haben abends supirt. Es war auch da der Graf Inzaghi mit seiner Grafin, einer Grefin von Thurn, gewesten96 Hofdame bey der Kayserin Elisabeth, dan der Br. Egg von Graz. 19. Morgens gieng ich mit Br. Egg spaziren auf dem Berg gleich darneben in die Loreto-Kirche, welche unß der beneficiatus daselbsten aufgemacht hat. Da in der Kirche ist weiter nichtes zu sehen, ausser das unß der beneficiatus erzellet hat, das was von Opffersilber daselbsten geweste vor 4 Jahren entfrembdet werden seyn. [49] Ein wenig tieffer ist die Cappellen von Hl. Donato nebst einer Einsidlerey, wo aber der Einsidler schon einige Jahr sehr krank und weder gessund werden weder sterben kan und deßwegen noch hiesser in dem Schloss liget. Das merckwürdigste ist, das wo diese Loretto-*Kirche*, auch Donati-Cappelen, stehet, vorzeiten ein altes Schloß gestanden und noch dato vielle rudera zu sehen seyn, alß ein recht starcke Maur an Berg an alß eine Umfangmaur, von wo noch vielle gewelber Keller und gewelbte unterirrdische Gäng zu sehen seyn. Man erzehlte mir, das daselbsten einmahl ein Graf von Stubenberg gewohnt und wider das Hauß Österreich rebeliret habe, deßwegen ihme das Schloß rasirt und ruiniret worden. Besser unten ist ex post ein Schloß gebaut worden, welches auch schon alt und von einem Stubenberg erbaut worden ist und nun dem Johannes Grafen von Stubenberg gehoret. Daselbst zeügte mir der nehmbliche obgedachte beneficiatus, der da seine Wohnung hat, einen von Silber gemachten Zopff sogestalten gearbeit alß ein geflochtenes Har und ist auch das Silber vergold. Von diesem Zopff erzehlte man mir folgende Begebenheit: es war nehmblich vor einigen seculis ein Stubenberg verliebt in eine Frl. von Habspurg. Diese versichterte ihm auch ihrer Zubeügung und gabe ihm zu einem Zeüchen ihre Har in der völligen langen geflochten, welche er in obgedachten eben also formirten Silbernfueter all thute. Und weil er ins Feld zu gehen [50] und einige Campagnen zu machen hatte, so ließ er auf sein Becklhauben gedachten silbern Zopff, worin die Haar seiner97 Geliebten waren, umwindten, so das nach ein kleine Span über die Circumferenz blib. Da nun dieser Stubenberg bey 8 Jahr98 nicht zuruck kam und sein Geliebte der Meinung war, das er etwan tod sey, versprache sie die Ehe einem von Perneg. Und just den Tag, da die Hochzeit hatte celebriret werden sollen, kam der Stubenberg auß dem Feld und meldete sich an. Dan kam es auf ein Duel zwischen dem Stubenberg und dem Perneg, welcher lezte vom ersten erleget worden und hat sogestalten auch sein ihme destinirt geweste Braut emportiret. Eben daselbst wird gezeügt ein eisenes Halßband inwendig voll der eisenen Spizen und noch ein anderes Halßband etwas geringer von diesem erzehlte man, das die Unterthanen, die daselbst wider einem Stubenberg, 95 Pred tem prečrtano passirt 96 ge prečrtano. 97 Popravljeno. 98 Popravljeno. 54 | 1746 April ihrem Herrn, rebeliret hatten, die 2 Halßband præparirten, umb mit dem ersten ihren Herrn und mit dem anderen den Verwalter zu schliessen. In der dasigen Pfarrkirche soll seyn ein Grabschrifft eines Herberstein, der da Pfleger bey einem Stubenberg war. Zu Mittag speisten wir alle biß auf dem Haußherrn bey dem anderen Grafen von Stubenberg nahmens Georgius, der eine Gräfin Preünerin des [51] Landeshaubtman99 von Graz Schwester zur Ehe hat. Er ist auch ein decretirter i.ö. Geheimberrath. Dieser Cavalier hat sein Herrschafftssiz bey ein viertl Stund ober dem anderen Stubenberg und hat ein schenes Gebaü aufgeführt gleich an der Strassen. Beede diese Cavaliers und Dame seyn voller politesse und habe alle Höfflichkeiten von ihnen empfangen. Der erste Joannes, der bey 70 Jahr alt ist, hat 4 Söhne und ein Frl. Erster heüst Wenceslaus, der andere Franciscus Seraphinus, die dritte [–],100 der 4te Sigismundus, die Frl. Antonia. Der Wenzell ist rhetor, die andere seyn alle kleiner.101 Georg Stubenberg, der den ersten Jener 1705 gebohren worden, hat 2 Sohne und 7 Töchter; der erste Sohn ist logicus, die andere sey alle kleiner. Des abends supirten wir wieder alle bey Johannes Stubenberg. NB. Des Georg Stubenberg sein Herrschafftsiz wird genandt Auf der Widen. 20. Heüt morgens seyn wir102 von hier abgereist und mit unß der Br. Eckg, id est von Kapffenberg 6.50, passirt die Poststation Bruck an der Muhr 7.15, Perneg 8.10, arrivirt auf Rettelstein 8.45, abgereist von Rettelstein 9.00 Uhr. Weiher, ein Gut gehörig der Heydeg, einer gebohrenen Weissenberg 9.45, Fronleüten 10.00. Pfanberg, Saffran gehörig 10.15, arrivirt auf Pecka 11.20, abgereist von Pecka 11.30, arrivirt auf Gräz 1.45 Nachmittag und nahmen die Logirung in Seines Exzellenz aigner Behausung in der [52] Stempfergassen. Da haben wir gespeist, dan gieng der Graf zu dem Landshaubtman, Br. Egk zu Hauß und ich rengirte meine Sachen. Abends kam Graf Herberstein nach Hauß und wir discourirten und schmauchten Tabac biß Mitternacht. Er sagte mir unter anderen, das ihme vielle inculpiren von denen dermähligen Reformationen, auch der Kopffsteüer und suspiciren ihn pro authore. 21. Morgens war bey mir Canduzi, dan der Obrist El/er/ von Wienn. Hernach war ich bey dem Landshaubtman, bey dem Landpræsidenten und bey den Cobenzln, suchte auch Br. Eckh. Zu Mittag speiste ich in Wirtshauß. Nachmittag war ich bey Canduzi, der sehr klagte, das man ihm deplaciret hat sans raison. Er macht Rechnung, das das ganze Herzogthum Steyer bey 100/m Startin Wein erzeüget; jeder Stardin per 10 Eymer gerechnet, sey ein Milion Eymer. Er erzehlte mir, das die Picinelli, Pingizer, Pittoni103 nicht à donzene oder à centenaja mà à grossi Ducaten zu Wien regaliret haben, da sie die Verpachtung des hiesigen Oberambt erhalten haben. Er sagt, Lürwald und Pistrich hätten ihnen Geld gelichen ihre Caution zu laisten. Er sagte mir auch, das er auf Interposition des Prinzen von Hildburgshausen dem General Vasquez 12/m fl. Geld, dan verschiedene Leinwathen liberiret hat, welches aber alß ein Contraband angehalten war. Das Geld ist bestanden in königlichen neuen Taller, Ducaten, die Vasquez nach Venedig geschickt hatte. [53] Der Prinz von Hildburgshausen bediente sich der Expression, das Vasquez sein liebster und bester Freind sey den er hat. Bone Deus, ecce, wie ein Hand die andere waschen und wie beede das Publicum zerkrazen! Wan dieses ein Kauffmann von Profession gethan hätte, wurde sich seiner Gewiß niemand angenohmen haben und die 12/m fl. nebst den Waaren wären ein richtiger Contraband und ohne Barmherzigkeit confisciret worden. Cammerpræsident erzehlte mir, wie das er leztmahlig, da er zu Wienn war wegen der Mauthuntersuchungscomissionsacten, sein mögliches angewendet, umb sie wieder zuruckzuhaben und sagt, das wie die i.ö. Hofcammer die Relation daruber nach Hof gegeben expresse gebetten hat, solche beygelegte acta alß ein referens ad relatum wieder zuruck zu schicken. Und das sie Hofcamer biß sie solche acta nicht zuruck bekomt, in104 Sachen weiter nicht fürgehen kan, indeme die acta viel zu voluminos, das also so unnöthig alß mühsam sie zu copiren wäre. So hätte er nicht allein kein Resolution über die Relation erhalten, sondern auch 99 Popravljeno. 100 Prostor za ime. 101 Pred tem prečrtano den 102 Orig. wird 103 Pred tem prečrtano: und Prattoni 104 Orig. ins, a je s prečrtan. | 55 1746 April die acta nicht mehr außfindig machen känen, massen ihme Pistrich gesagt, das einige davon bey Saffran, andere bey Schwandtner, dan bey Zuana und bey Lachmayer wären. Et sic concludit, das die so kostbar alß mühesame abgeführte Commission ganz fruchtloß gebliben und das die acta nach und nach völlig verlohrn gehen werden, wobey er protestiret hat kein Schuld haben zu wollen. Er sagt mir auch, wie die Kayserin [54] öffters ganz sinistré informiret ist, e. g. sie recomendirte ihm öffters nur, das Personale bey der Hofcamer und den davon dependirenden Orthen zu restringiren. Und da er öffters vorgestelt, wie das sich ein solches nicht wohl thun liesse, sagte sie, die Banco-Deputation hat nun zu aussen doch weniger Leüth alß vorhero die Camer. Er replicirte, das er sich zwar deßwegen nicht informiret habe, doch aber wuste er nicht, wie dieses seyn käne, massen die Leüth die da105 wären, alle vor nöthig befunden waren. Enfin, da er einsmahl mit dem Camergrafen dem Haugwiz gesprochen, batte er ihm, das er sich deßwegen informiren und die wahre Außkunft geben mochte. Haugwiz thate es und erinnerte ihm schrifftlich, das die Banco-Deputation nicht allein gar keinen licenciret oder das Personale minuiret, sondern noch dem ni fallor Gegenhandler 400 fl. jährlich zugeleget habe. Et sic rex male informata erat. Anzi Athems sagte mir, das wie die comissarii von der Banco-Deputation von Ischl nach Ausßen gekomen, von selber Einrichtung gesehen haben, hätten sie 3 oder 4 Veranstaltungen oder notam genohmen, umb solche alß bessere gleich auch zu Ischl einzuführen. Diese Brief, sagte Athems, will er aufbehalten, umb solchen bey etwan einer Acten der Kayserin zeügen zu känen. In merito der Kopffsteüer sagte er, 1.400 lb. zu haben und davon 1.100 fl. circa bezahlen zu müssen. Jerg Stubenberg hat 1.300 lb. und zahlt Kopffsteüer davon 500 fl. Abends retournirte nach Hauß. Der [55] Graf und wir bliben beysamen biß Mitternacht. Da ich ihme sagte, Morgen die venezianische Glaß- oder Margaritenfabric besehen zu wollen, scheinete er mit gedachter Fabric nicht allerdings satisfait zu seyn und mir ist vorgekomen, wan er sich solcher nicht schon angenohmen hätte, das er es nun nicht mehr thun wurde. Er sagte unter anderen, das seine über diese Fabric erstattete Relation noch dato nicht gelesen oder besser zu sagen, nichtes darüber deliberiret worden. Er Graf sagte, das ein gutte Meister abgehet, ohne deme werden die anderen nichtes rechtes an Tag bringen. Das Haubtwerck aber ist, das kein Geld da ist, folgsam ohne solchen die Arbeit ins Stecken gerathen ist. Conduzi sagte mir, das was man biß dato gethan, das solches ein jeder Glaser hätte thun känen und das man die weisse Farb nicht zu geben weiß. 22. Heüt morgens waren beym Grafen 2 hiesige Landkutscher, welche ihre privilegia bey Hof haben confirmiren lassen und erwarten solche nun postæglich; umb die Confirmions haben sie in der Canzley die Tax bezahlt mit 150 fl. Es seyn deren allhie in allen fünf. Diese verlangten von Grafen einige prærogationen zu Triest, welche aber einen Anstand leiden und künfftig getrifftert werden müssen, indeme es von Grafen lediglich dependiret. [56] Umb Mittag gieng ich zu der alten Gräfin Cobenzl, wo ich zu Mittag speiste und blib da biß gegen 5 Uhr. Dan war ich bey dem Hofcammerrath Sartori, den ich unpaßlich gefunden habe. Von da gieng ich in die Glaß- oder Margeriten- und conteriafabrica, wo mir gesagt worden, das es an Direction, an Debit der Waar und an Geld und Bezahlung der Arweitsleuth fahlet. Man lamentirte sonderlich wider den Perr von Laybach, das er versprochen habe den Bodaschen und das nöthige Geld zu fourniren und das er anjezo mit nichten zuhaltet. Enfin, die Sache sicht auß, alß wan sie verlassen wäre und an derselben Auf- oder Abnahm niemand gelegen wäre. Vorhero war ich auch bey dem Magister Erberg (Bernardino), der allhier primi anni theologus ist. Da hat er mir das Observatorium und das ganze neuaufgeführte Gebau gezeüget, welches noch in diesem Jahr in Stand gebracht werden solle. Abends kam nach Hauß der Graf von Herberst/ein/ und wir bliben beysamen biß gegen Mitternacht. Er macht Rechnung, Übermorgen von hier aufzubrechen, Tag darauf bey Kiemburg zu Mittag speisen und den anderen Tag zu Laybach einzutreffen. Unter anderen erzehlte mir Herberst/ein/, das der Kinsky die Schwächäter Fabric absoluté nicht leiden käne, weil106 solche denem *schaff*wollenen Zeügen præjudicirlich ist. Bey dem Sartori war auch ein anderer Sartori, sein Vetter, der in landschafftlichen Diensten ist. Seiner Schwester Tochter soll nun ein Hochenwarth, der gester von Laybach gekomen, [57] heürathen. Dieser Hochenwarth soll von einer anderen Branche sey alß der Fiumaner und prætendirt anzi besser alß der Fiumaner und selbe Branche 105 Sledi prečrtano sie 106 Pred tem prečrtano und ins 56 | 1746 April zu seyn. Die Brauth ist des Hettinger (der Generaleinnemer Registrator ist) Tochter, die Mutter aber ist eine Tochter des Perr, eines gewesten medici zu Gräz, von welcher Perrin Schwester der Sartori, landschafftlicher secretarius, zur Ehe hat. Und bey diesem Sartori hat unser Lenerle107 gedient. 23. Morgens war bey mir Magister Erberg und *P.* Floriantschitsch. Dan fahrte ich nach Plabutsch zu H. von Vtschan, war aber nicht daselbst; suchte ihn sodan in der Stadt, fahnde ihn niergends. Zu Mittag speiste ich beym Plazl-Wirte. Nachmittag war ich bey Corduzi und abends richtete mich auf die Reiß. Spätter kam nach Hauß Graf Herberstein mit dem ältern Sohn des Landshaubtman, dan hatten unßer Conversation biß gegen Mitternach. 24. Morgens hörten die Meß und dan reiseten von Gräz ab umb 5.25, arrivirt auf Wildon 7.40, abgereist von Wildon 8.00,108 nache bey Leibniz 9 ½, Lanscha-Brucken 9.40, arrivirt auf Ernhausen 10.15, abgereist von Ernhausen 10.40, Landschafft-Brucken, wo der steyerischen Deputirten Wapen zu sehen 12.35 Nachmittag, arrivirt auf Marburg 1.35, abgereist von Marburg 1.45, arrivirt auf Schleiniz zu dem Grafen von Kiemburg 2.½. Hier haben wir zu Mittag geessen. Die Gräfin von Kienburg ist eine Schwester zu dem Ernst Grafen von Herberstein und Tochter des Ernst Grafen von Herberstein, gewesten Landsverweser, einen renomirten Ministern. [58] Hier seyn von dieser Herrschafft etliche Kinder alß Nepomucenus rhetorices studiosus, die andere seye jünger, alß der Franz Carl, Gandolfferle, Wilhelmerle, dan zwey Frl. Mariandl und Loiserle. Die erstere schlagt gut das Instrument und lehrnet schon bey 4 Jahr. Von Schleiniz seyn wir abgereist umb 6.30 Nachmittag, arrivirt auf die Poststation Feistriz 8.05, abgereist von Feistriz 8.30, arrivirt auf Gonoviz 11.30, abgereist von Gonoviz 12.00 Mitternacht, 25. arrivirt auf Cilli 3.45, abgereist von Cilli 4.10, passirt San-Brucken 6.00, arrivirt auf Fränz 8.00, abgereist von Fränz 8.30, passirt den steyerischen und crainerischen Confin 9.30, Höche von Troyaner Berg 12.00 mittags, arrivirt auf St. Osbald 12.15, abgereist von St. Osbald 12.40, arrivirt auf Potpetsch 4.10, abgereist von Podpetsch 5.00, Feistrizer-Brucken 6.35, arrivirt auf Laybach 8.30 abends. Hier suchten wir ein Quartir in den Wirtshausern über ein Stund und fanden keine lähre Zimer. Endlich logirte sich der Graf von Herberstein bey dem Perr und ich bey mein Schwager dem Br. Wolf Daniel von Erberg. Ich war auch bey Br. Benj/ami/n von Erberg. 26. Morgens war bey mir der H. von Wuseth, sein Frau und die Mariandl. Zu Mittag speiste ich mit dem Grafen bey Perr und dan seyn wir abgereist Nachmittag 1.45, arrivirt auf Oberlaybach 4.40, abgereist von Oberlaybach 5.30, arrivirt auf Loitsch 7.40, abgereist von Loitsch 8.00, 27. arrivirt auf Adlsperg 1.00 nach Mitternacht, abgereist von Adlsperg 1.20, [59] arrivirt auf Præwaldt 3.45, abgereist von Præwaldt 4.00, arrivirt auf die Höhe des Gabrik 5.00 und auf Cornial 6.10, abgereist von Cornial 6.30, arrivirt auf Triest 9.30. NB. Zwischen Potpetsch und Laybach haben wir begegnet den Leopold Grafen von Lamberg, der nacher Wien reiset und sein Gräfin sol den109 Tag darauf in compagnia des Br. Posarelli abgereiset sey eben nach Wien. NB. Zu Laybach war bey mir der Geheimbesecretari von Häring, der sich in der Suite des Prinzen von Hildburghausen befindete. Den 25. Nachmittag ist gedachter Prinz auß Karnten zu Laybach ankomen und den 26ten war Landtag wegen seiner vom Hof habenden Commission. NB. Zwischen Cornial und Triest bey Betschena Gora ist unser Caless gebrochen und haben sodan ein Postchaisse von Triest komen lassen und in solcher seyn wir110 ins Castell und ich in meine Possession. Zu Mittag habe gespeist bey dem Grafen von Herberstein, wo eine grosse Taffel war und die erste Officirs von beeden englischen Kriegsschiffen auch daselbst gespeist haben. Nachmittag war ich bey Graf Cozzoli,111 dan bey Österreicher. 107 Pred tem prečrtano Led 108 Izpuščen prostor. 109 Popravljeno. 110 iz bir 111 Popravljeno. | 57 1746 Maj 28. Heüt den Vormittag hatte ich stetts Visiten wohl von circa 40 Personen. Zu Mittag speiste ich bey Haubtman Conti. Da waren auch die englische Officiers und verschiedene andere, an der Zahl 16 Personen. Vorhero war ich bey Br. de Fin. [60] Nachmittag übergebe ich ein Schreiben bey den Jesuiten. Dan umb 7 Uhr gieng ich ins Castell, wo ich beym souppé gebliben. Da war Graf Ant/on/ Rabata, Graf Purgstall, Graf Lantieri und sein Grafin, der Radieucich und mehr andere. Und spätter nach 10 Uhr gieng ich nach Hauß, wo ich biß gegen Mitternach mit mein Geistlichen discouriret habe. 29. Heüt Vormittag war bey mir Graf von Herberstein, dan Graf Rabata, Graf Strassoldo und andere. Dan gieng ich mit ihnen ins Castell, wo ich in grosser compagnia gespeiset hab; blib auch da biß 10 Uhr abends und bey dem souppé. Graf Rabata erzehlte, ein bewertes remedium wider die Apoplexie, das nehmlich jene Person, so davon berührt wird, 40 Tag nacheinander 2 Unzen jungfer Quecksilber morgens bey nirchten Magen einnehmen solle. Und weil solches gleich durch den Leib passirt, kan es allemahl wieder aufgefangen und wie gedacht 40 Tag nacheinander repetiret werden. Er versicherte mich, das einigen die ein Hand, Fuß, Stim und die Red verlohren hatten, das sie mit diesem remedio, wo nicht in totum, doch zum Theil restabiliret worden sey. Graf Rabata erzehlte mir auch, wie da er königlicher commissarius seye in Görzerischen die Kopffsteyer einzubringen, und sagte, das die Leuth darüber sehr mécontent seyn und vielle von der Kayserin disavantagios dencken und von solche nicht betten wollen, da sie solches anfänglich sozusagen offentlich auf den Gassen gethan haben. Rabata glaubt, das auß dem Contado di [61] Gorizia per fuori stato nach Kärnten bey 300/m fl. Wein verführt wird und das circa eben soviel auch die Mauth biß ad locum consumptionis der Königin tragen. 30. Morgens war bey mir sig. Christoforo Bonomo Stetner, dan der Osterreicher. Zu Mittag speiste ich bey Cozzoli, wohin ich mich selbsten eingeladen hatte. Nachmittag bin ich in die neue Vorstadt mit dem Grafen von Strasoldo. Spätter gieng ich ins Castell, von wanen um 8 Uhr zu Hauß retourniret bin. 1746 Maj 1. May. Zu Mittag speiste ich in Castell und abends retournirte spatt nach Hauß. 2. Zu Mittag speiste in Castell und abends retournirte ich spatt nach Hauß. Heüt in der Nacht war resolvirt eine Stafetta nach Wien abzuschicken wegen schlechter Providirung des Proviant zu der Armé in die Lombardie. Man will den comissarium Amigoni zu Laybach beschuldigen, hingegen soll hinter ihm der Zuana stecken. Enfin, heüt ist auß Italien eine Stafetta gekomen, womit man sich über dem Mangl des Proviants sehr beklaget und unser Armé bestehet auß 55/m Man. Heüt morgens seyn die zwey hier von Ancker gelegene englische *Kriegs*schiff von hier abgeseglet; eines alle Promontore die mit Proviant beladen Schiff von Fiume nach Goro zu escortiren, der andere aber die hiesige. Heüt sagte mir mein Geistlicher, das er gester 4 Jahr in mein Diensten compliret hat und bittet umb Verbesserung seiner Besoldung. [62] Biß dato hatte er 120 fl. und bey 5 orne gionta nebst freyen Quartier. Er tragt an auf 20 fl. Zulag und obligirt sich noch anderen 4 Jahr zu dienen mit aller Treü und Fleiß. 3. Morgens war ich bey den Jesuiten, wochin auch der Graf Herberstein gekomen. Da hat ein famoser Oculist an fünf oder 6 armen Mans- und Weiberpersonen, die da blind waren, seine Operation mit grosser Geschicklichkeit gemacht in Gegenwart unser aller medicorum und viel anderen Leüthen. Er heist Meyners, ist ein Sachs, in Engelland stabilirt und komt112 leztlich von Constantinopel über Venedig in willens, nun über Wien nach Engelland zu retourniren. Zu Mittag speiste ich in113 Castell. Nachmittag war ich bey canonico Picardo, dan bey den Großlischen. Er, Grosßl war vor 4 Monathen circa von Schlag berührt und ist ihme noch dato nicht wohl. Abends fahrete ich per mare spaziren und nach Hauß. 4. Morgens war bey mir sig. Bonomo Stetner mit seiner Frauen und 2 Töchtern, dan die Violaschin mit ihr Töchterle. Item der Pirinello, Marco Soderini, cavalliere Vitali, Wezel und Rizzi, welchem lezten ich mein 112 Popravljeno. 113 Popravljeno. 58 | 1746 Maj Wunden am Füß gezeüget hab. Vitali zeügte mir ein königliche Resolution de anno 1744, womit er capitano del porto mit 240 fl. ernähnet worden ist, kan aber nicht in die Activität solcher seiner Charge komen. Gester erzehlte mir der canonico Conrado [63] Giuliani, das in vergangenen 1745ten Jahr allhier zu Triest 367 Personen gestorben seyn. Derzeit bestehet das Capitul auß folgenden 12 canonicis: Papler decanus, Brandolin archidiaconus, Vidal Giuliani scholasticus et vicarius generalis, Conrado Giuliani, Gio/vanni/ Cergna, Giuseppe Budigna, Aldrado Picardi, Fran/ces/co Schiavuzi, Germanico Francolsperg, Roco Pasqualato,114 Fran/ces/co Giuliani, Antonello Francolsperg. Zu Mittag speiste ich mit mein Geistlichen zu Hauß und gieng heüt den ganzen Tag nicht auß dem Hauß wegen mein wehenden Fuß. Nachmittag war bey mir H. Österreicher, Dr. Camillo, canonico Giuliani scolastico, Graf Cozzoli, Rocci, Reali, 3 Capuciner, Nicoletti von Lipiza, Garzaroli, Ricci und mehr andere. Österreicher klagte, das Graf Herberstein kein gutter Wirth oder Zahler sey und das er ihm bey 11/c fl. schuldig ist. Obgedachter canonicus erzehlte, das der Doctor Anto/nio/ Giuliani, gewester canceliere, vor circa 7 Monathen hier gestorben seye ab intestato und das er all sein Sach in Confusion gelassen habe und dem verstorbenen Bischoff Br. del Mestre wegen der sede vacante administrirten bischofflichen Einkünfften ohngeacht der soviel hereingelangten scharffen Resolutionen niemahls Rechnung gegeben hat. [64] Das Bißthum tragt jährlich ein 5/m fl. circa. Er hat die Einkünfften bey 4 Jahr administrirt, so da betragt 20/m fl. *circa*. In allen mag er Spesen gemacht und restituiret haben bey 12/m fl., sey also 8/m steckengebliben. 5. Morgens war bey mir sig. Müller, dan capitano Conti, dan der P/iet/ro Francolsperg figlio del Lazaro, der mir ein Schreiben von Garzoni gebracht hat, hernach Marco Soderini und der Schuster, der mir die Paputschen gebracht hat. Zu Mittag speiste ich allein mit mein Geistlichen. Nachmittag war bey mir Br. de Fin, Br. Fran/ces/co Marenzi, canonico Conrado Giuliani, Bonomo der kleine, Graf Cozoli *und der Camerdiener des Graf Herberstein*. Abends habe von meiner Wunden den peruanische Balsam weggethan, weil ich ihn zu corosiv empfunden und legte wieder das ordinari Tannenpech darauf, welchen bessern Effect hoffe. 6. Morgens war bey mir die Violaschin mit ihr Töchterle, dan der Babich, eine Taz, Israel Levi, Ricci und Cozzoli, item der englische Sprachmeister. Zu Mittag speiste ich allein mit mein Geistlichen. Nachmittag war bey mir der Pusch, Bonomo, Cozzoli, Conti, Dr. Cicio, Osterreicher und der Graf Herberstein, der biß 8 Uhr bey mir gebliben. 7. Morgens war bey mir canonico Picardo,115 die sig.a Helena des Dr. Anto/nio/ Wittib, der Dr. Camillo Staglieno, Cozzolli, Bonomo. Zu Mittag fahrte in der Postchaise ins Castell, wo ich zu Mittag gespeist habe. Und Nachmittag oder besser zu sagen abends nach 8 Uhr ließ mich [65] Graf Herberstein in sein Bierotsch nach Hauß führen. Abends schwanzte ich al ordinaire mit meinem Geistlichen. 8. Morgens war bey mir der junge Bajardo, Lorenzo Francol und Cozzoli, Müller, Fosconi, Luzato. Zu Mittag ließ mich der Graf mit sein Birotsch abhollen und ich speiste in Castell, wo auch die Costanzi mit ihren 2 Töchte[r]116 war. Abends ließ mich der Graf wieder nach Hauß führen. 9. Gester habe dem Luzato geben ein Brief von m. Hanßl an Graf Lamberg nach Laybach, ein Buch Dell incerteza delle scienze vor mein Hänßl nach Wien und heüt hab ihm geschickt das porte feuilles des Betanges, weil er Luzato heüt nach Görz und in 8 Tagen nach Wien gehet. Vormittag war bey mir Theodoro Bono mit dem jungen Lumaga und dan der Müller. 114 s popravljen. 115 Pred tem prečrtano Giuliani 116 Pod madežem črnila. | 59 1746 Maj Zu Mittag ließ mich der Graf mit sein Birotsch abhollen, speiste also in Castell, von wa[ne]n117 er mich um ½ 9 Uhr abends wieder nach Hauß führen ließ. Vormittag ist heüt ein englisches Kriegsschiff und Nachmittag das andere von Goro retourniret. Nachmittag war bey dem Grafen der Joseph Riedl von Salinen, der sich beklagte, das der Magistrat ihn wieder mit dem Weindaz vexiret. Der Graf sagte, mit der Stadt sich verstanden und dahin accordirt zu haben, das er der Joseph alle Jahr per Pausch 100 fl. zahlen solle, id est dem Magistrat. Und weil er solches zu thun willig war, die Stadt aber das Geld nicht abbehmen sondern 150 fl. haben wolte, alß hat ihm der Graf befohlen, das er das Geld nicht mehr in die Stadt tragen, sondern ihnen wissen lassen oder sagen solle, das er von Grafen den [66] Befehl habe, ihnen ein mehres nicht zu zahlen, alß sie sich in Gegenwarth des Grafen einverstanden haben und damit sich der Graf in der Jurisdiction nicht præjudiciret. So hat er ihm befohlen gedachten 100 fl. nicht mehr in die Stadt zu tragen, wohl aber, wan solche der Magistrat haben will, soll er sie durch jemand scodiren lassen. Dieser tratto des Magistrats mißfahlet dem Grafen umb so mehr, alß sich der Magistrat mit 100 fl. schon 3 Jahr nacheinander begnüget hat und nun die judices wieder was neues einführen und von dem Accord resiliren wollen und scheinet, alß ob er deßwegen von Br. de Fin Jurko nicht satisfait seye. Die englischen Officiers erzehlten mir, das ihre Kriegsschiff über 7 oder höchstens 10 Jahr nicht dauren. Das sie Aychholz in Engeland allein genug haben. Das ein jeder privatus, der ein Eychbaum verkauffen will, zeügen muß, weiß nicht, 3 oder 4 junge gesezt zu haben. Das ihre Schiffbaumaisters und übrige Subalterne sehr gut und das ganze118 Jahr hindurch bezahlt werden, id est die in119 königlichen Diensten seyn. Das die Kriegsschiff von 70 biß 100 Canonen, durcheinander gerechnet 1/m lb. sterling per Canon appreciret werden, id est ein Schiff von 70 Canons kostet neuer völlig außgeristet 70/m lb. sterling, die kleinere aber etwas wohlfeiler, hingegen muß alles gut und gerecht seyn. Die Seeequipage, Officiers und Gemeine durcheinander gerechnet, kostet jeder Man den König monatlich 4 lb. sterling und das Jahr wird 13 Monath gerechnet. Über das, was der König zahlt, gibt noch das Parlament gemeiniglich ein Zubuß von järlichen 500/m lb. sterling, [67] welche sodan unter die Officiers und Gemeine vertheilt werden. Von Masten haben sie in Engeland nicht, hingegen lassen sie solche von Neu Engelland auß America komen. Wie diese 2 Kriegsschiffe, die erst heüt von Goro retourniret seyn und unsere Barche von hier und Fiume mit Proviant dahin escortiret haben, eine Tartana unterwegs begegnet, welche sich zwischen unsere Proviandbarche gemischt, haben sie ihro ein Zeichen mit 2 nacheinander gelesten blinden Canon schussen. Und da die Tartana nicht zur Obedienz gangen weder ihre Flagen außgezogen, schosse eines von den Kriegsschiffen mit der Kugel auf die Tartana. Die Stuckkugel passirte zwischen der Arboratur, die Tartana zoge gleich die venedigische Flagen auf und kam zur Obedienz. Excusirte sich der Patron davon, das er die Kriegsschiff von Venedisch angesehen und selben geforchten habe von darumen, das sie Tartana nach Triest geseglet seye. Der Comendant erzehlte mir, das er intentionirt ware, gedachte Tartana zu Grund zu schiessen, wan sie nicht gleich damahls zur Obedienz gekomen wäre. 10. Morgens war bey mir ein Soldat von Castell, mein compadre, der gehört hat, das der Prinz von Hildburghausen alle diese soldatesca cassiren und mit regulirten Troupen besezen wolle. Dan war da der alte Bonomo, der mir sein Noth klagte; unter anderen, das Graf von Herberstein das christliche Werck gethan und von ihme die Kopffsteüer mit 10 fl. bezahlet habe. Er batte mich, seinen Sohn den Ingenieur-Leüthnant [68] dahin zu persuadiren, das er ihm ein securs schickete. Und da er sich zu Wien befindet, habe versprochen deßwegen an m. L. zu schreiben. Bald nach 9 Uhr schickte mir Graf von Herberstein sein Birotsch und ließ mich ersuchen ins Castell zu komen und meine in Salzwesen habende Notizien mit mir zu bringen. Ich gieng also hinauf, blib auch da beym Mittagessen und abends gegen 8 Uhr ließ er mich wieder nach Hauß führen. Und weil mit mein Fuß sich zu bessern anfangt, so habe ihn gebetten, mir künfftig den Wagen nicht mehr zu schicken, massen ich zu Fuß zu komen trachten werde. Beym Mittagessen waren 6 oder 7 Officiers von den englischen Kriegsschiffen und dan nebst anderen auch Mr 117 Madež črnila. 118 g je popravljen. 119 Popravljeno. 60 | 1746 Maj Montil, fermièr general von Toscana, mit dem ich lange Zeit gesprochen habe. Er tragt an, das zwischen hier und Goro oder Ponte di Lago Scuro eine barca in forma eins brocaccio sogestalten eingerichtet werden möchte, das eine allemahl alle 14 Tag von hier per dahin und von dort per daher fahren und sogestalten den Transport der Waaren facilitiren möchte, welches zu bewürcken der Graf von Herb/erstein/ auch versprochen hat, umb mit solchem transito Venedig zu evitiren und den Nuzen unseren Unterthanen zu zuschanzen. Das Salz von Toscana hieher zu introduciren findet er selbsten unthunlich. Und da ich ihm umb sein Mainung über gedachem Salz befragte, sagte er, der Kayser solte sehen den grossen Verrath à tout prix zu versilberen. Soffern aber das ihm solches niemand abkauffen [69] wolt, so soll ers ins Meer werffen lassen, alß wormit er keinen ferern Schaden und dardurch noch ein Nuzen haben wird. Erstlich, das ihme die darmit von unten biß oben angefilte Magazinen nicht völlig zugrund gehen, massen das Salz in so viellen Jahren die fundamenta der Gemaüer und auch oben die Böden miniret. Secundo, diese Magazinen wird er affiffiren und etliche Tausend Gulden eaviren känen, welches utile ihme nun jährlich entgehet. Ich habe ihme zu verstehen gegeben, alß ob unser Hof inclinirete eine ferme generale in alle die Länder einzuführen. Er sagte, das wäre ein Glück vor die Kayserin, indeme ihro derzeit von den Revenuen ⅓ veruntreüet wird. Ich habe bel modo den Bethanges auf das Tapet gebracht. Er sagte: « Je le connois c’est un fou, qui en Lorraine a voulu aller contre le gouvernement, il a fait un belle et une très belle remonstration, mais c’etait aller contre le torrent; il a de l’esprit, mais il est méchant et sans conduit et sans prudence. L’empereur come grand duc à voulu récompenser son zèle et l’ a employé en Toscane, mais il s’y est allié avec la nation, qui est mal intentionée et s’est precipité lui même. » Von denen M[-]120 zu Wien sagte er, [qu‘] est une malheureuse nonchalance qui les fait vivre tranquillement ne se souciant que de bien manger et de se divertir, ils font quelques fois un mouvement de tête en aprouvant [70] ou faisant semblant d’approuver ce qu’on dit. Ils veulent passer poser savants par la qu’ils parlent peu et veulent faire croire qu’ils reflechissent et pensent beaucoup, mais ils ne savent pour le plus de ce *dont*121 il s’ agit. Ils sont pasants et ne se prendent pas le loisir ni la peine de réfléchir. Er gehet Morgen nach Venedig, will daselbst die Function der ascensa sehen und dan retournirt er nach Florenz. Er sagte auch, les Mad. de Vienne sont a peu près come les Florentins qui pour gagner 10 # sont capables de faire perdre à leur maître mille. Morgens war bey dem Grafen auch der Bono, machten einige calculationes über verschiedene Salz von Tripoli, Trapani, Augusta und Barletta und der Graf will von einigen die Prob machen. Abends war bey mir der librajo. Der junge Lumaga zeügte heüt dem Grafen ein Befehl von der Hofcamer von Gräz an das hiesige Oberambt, das das vorrathige Quecksilber alsogleich mit sichern Schiffen nach Venedig122 zur Disposition des questore Dr. Gaetano Barbieri abgesendet werde. Und wird noch soviel von Idria komen, das in allen No. 1.800 Lagl abgeschickt werden und damit diese Expedition desto schleiniger beschehen möge. Und da Idria nun in der Cassa kein Geld hat, alß soll das Oberambt alle Unkosten von Idria biß hieher mit *sein*123 ordinari Ainkünfften bestreitten biß von dem Br. von Wisenhitten solcher Unkosten ehistens wieder bonificiret werden. [71] Es ist über das auch verordnet, das kunfftig allhier kein Quecksilber mehr verkaufft werden sollen. Das nehmblich ist auch von dem Ratgeb von Venedig an dem Oberbeambte erinnert worden, ingleichen von Barbieri, und alle machen grosse premura dieser Expedition. Und lezter meldet in den Schreiben in Vertraun, das solche 1.800 Lagl, id est der Werth, zu Unterhaltung der kayserlichen Armée in Italien zu dienen haben. Die Oberbeambte hatten biß dato die Versilberung des Quecksilber allhier zu besorgen und ist ihnen 1 per % von allen Verkauff passiret worden, so ihnen nun auch entgehet und sie deßwegen nicht wenig lamentiren. Heüt hat der Graf des Baletti seine Sachen auß der Ursach sigilliren lassen, weil er sich alß console di Malta eximiren will, die Kopffsteüer zu zahlen. Die Commission hingegen ihn nicht alß console, sondern alß Kauff- und Handlsman taxiret hat. Bey erfolgter Sperr haben sich die Marpurgi alß in der Saiffenfabric interessirte hervor gethan und ein Protest wider den Balleti eingelegt. Und weil sie sich das depositum vorzukheren anerbatten, 120 Prostor za ime. 121 Nad prečrtanim qu 122 Sledi prečrtan auf 123 Nad prečrtanim ihren | 61 1746 Maj alß ist die Fabric wieder dissigilliret worden, obschon der Balletti von dem deposito nicht participiren und die Exemption scuteniren thut. 11. Morgens war bey mir sig. Bonomo, dan der junge Francol, ein Bixenmeister von Castell, der dem Tischler sein Ambt zu resigniren und er ins Feld zu gehen ansucht. Es war auch bey mir der cavaliere Vitali, der ein abbazzo von einer Instruction del capitano del porto gebracht hat. [72] Spätter kam canonico Picardo, capitano Conti und Bono, welcher lezte mir ein copia von ihren Documenten-Anbringen in merito des Salzhandl zu Fiume gegeben hat. Dan war auch da der Ricci, der mein Wunden auf dem Fuß gesehen und mir das Froschlachflaster zu brauchen gerathen hat. Gegen Mittag gieng ich langsam ins Castell, wo ich zu Mittag gespeiset hab.124 Unter anderen war auch da P. Sporeno von P. Jesuitern. Abends gegen 8 Uhr gieng ich nach Hauß. 12. Morgens war bey mir canonico Picardo, capitano Conti, Cozzoli und Ricci. Gegen Mittag gieng ich auf dem molo della bandiera, wo ich den Grafen und die Gräfin von Herberstein erwartet hab und gegen Mittag giengen wir miteinander auf das englische Kriegsschiff Feversham, capitano Gardener, wo wir zu Mittag gespeist haben. Da war der Graf, Gräfin und 2 Freülen Töchter, der capitano und 3 Leüthe von Schiff, der Comendant und capitano von dem anderen Kriegsschiff nahmens Seaford und gedachter Comendant heist Willson; dan war der tenente, Dr. Cicio und ich. Nachdeme schon alle Gessundheüten getrunken waren von den Gegenwertigen, so hat der capitano Gardener die Gessundheüt des Kaisers und der Kayserin getrunken und dem Herb/erstein/ zugebracht. Die Gessundheit haben alle stehender getrungen unter Lösung 21 Canonen. Dan hat der Nehmbliche die Gessundheit zugebracht des Königs von Sardinien, habens eben alle stehender getruncken unter Lösung gleichfahls 21 Canonen. [73] Dan hat Graf Herb/erstein/ mir zugebracht die Gessündheit des Königs in Engelland; habens alle getrunncken stehend unter Lösung 21 Canonen. Dan haben des Herberstein und Grafin Gessundheit sizend getrunkcken unter Lösung 15 Canonen. Bey unserer Abfahrt hat das Schiff Feversham 15 und das kleinere doch Commendantenschiff Seaford auf 15 Canons gelöset. Von dar giengen nel palazo, die Seiltanzer zu sehen. In wehrenden hat man auf dem Plaz einen winigen Hund (der vielle Personen gebissen) tod geschossen und erschlagen. Von dar gieng ich nach Hauß. Zu mir kam Dolcetti, der nach Absterben seiner Frauen die Wittib des Mareschi geheiratet hat. Spätter war bey mir Dr. Camilo Staglieno von 8 Uhr biß 11 Uhr und informirte mich, was er in gradiscanischen Salzwesen angesucht hat und annoch suchet. Heüt morgens war auch bey mir der Jud Giacinto Namias. Die Engelander erzehlten mir, das der König nun 250 Kriegsschiff hat und solche zu Kriegs- sowohl alß zu Friedenzeiten unterhalten werde, id est 150 von 60 à 100 Canonen und 100 von 20 à 50 Canonen. 13. Morgens war bey mir sig. Müller, dan der Castillar mit dem Dr. Cicio und mehr andere. Umb 11 Uhr schickte umb mich der Graf von Herberstein sein Birotsch (ob ich mich schon [74] an heüt hinauf zu komen wegen meines kranken Fuß excusiret hatte). Gieng also ins Castell in Gala wegen Geburtstags unser Kayserin und blib oben beym Mittagessen. Da es Mittag geschlagen, ließ Graf von Herberstein 12 Canonen lösen. Und er nicht mehr das 12 Canonen hat, so war er intentionirt solche 3-mahl lösen zu lassen. Da aber gleich nach der ersten decharge die 2 englische Kriegsschiff die ihrige haben zu lösen angefangen und jedes 21 Canons geloset hat, so hat ex post der Graf von seinigen keinen mehr gelöset. Die englische Schiff waren völlig in Gala, wie gebrauchig ist, und die Officires mit denen Comendanten waren auch Vormittag in Castell. Und der Graf hat mit ihnen concertirt, das wieder ein Schiff Morgen nach die Promontore gehen soll, die Proviantschiff von hier und von Fiume zu erwarten und nach Goro zu convoiren. Abends ließ mich der Graf wieder nach Hauß führen, da mich der Giacinto Namias, Jud, erwartete und biß über 9 Uhr bey mir blib. 14. Morgens war bey mir sig. Müller, der mir einige Par Strümpff von seta cruda gebracht, davon ich 2 Par vor mich behalten habe. Dan war da Graf Cozoli, canonico Picardo, Stetner, Giussari, welcher lezte mir 124 Prečrtan zlog -en 62 | 1746 Maj vorgetragen, wie das er die eltere Tochter des Stetner zu heyraten willens seye. Und damit dieses mit Consens ihrer Eltern und Befreünden geschehe, mich ersucht hat, ihme bey Gr. Herberst/ein/ zu introduciren und [75] zugleich zu recomendiren, das der Graf sich dieser Sache annehmen und bel modo præpariren oder disponiren möchte. Welches nachdeme ich sein Intention gewust, ich selbsten ihme gerathen und dan zu recomendiren versprochen habe. Zu Mittag speiste bey mir der canonico Picardi und der oeconomus. Nachmittag war bey mir der Stetner, der junge Francolsperg, der vor ein Par Monathen eine Jurco geheyrat hat, dan der Trezzi, Österreicher und Cozzoli, ein Soldat von Castell, Mr Compare, der mir buzolai gebracht. Heüt mittags seglete von hier ab ein englisches Kriegsschiff, ist aber Mangl Wind in ein Par Stunden wieder retournirt. Abends nach dem crepusculo seyn beede Schiff abgeseglet. 15. Morgens war bey mir Br. Anto/nio/ Marenzi, spätter Br. Carlin Marenzi mit sein Sohn dem abate, dan Rocci, Dolle, 2 Bucaraner Schiffcapitains und mehr andere. Umb Mittag schickte Graf Herberstein sein Birotsch umb mich und ich speiste zu Mittag in Castell. Nachmittag waren unter anderen bey dem Grafen der Giussari wegen seiner vorhabenden Heyrath. Dan habe den Thelys, kayserlichen Interprete und Rath, am ersten gesehen und er wohnt par ordinaire zu Capo d’Istria. Der Graf Herb/erstein/ sagte mir von der Banco-Deputation noch nichtes zu haben. Von Koch, Cabinetsecretario,125 hatte er ein Brief, wo er gegen Ende meldet, das126 soviel er weiß, man nun an deme wäre, eine Portion von Naturalien [76] zu erkauffen und nach die kayserliche Armée nach Italien zu expediren. Und so der Graf sich unter der Hand in Sachen informiren wolte, könte es nicht unnuz seyn, welches alles eben soviel heist alß: »Du hast dich in die Sachen nicht einzumischen«. Thelys erzehlte unter anderen, das er die Campagne in Vngarn anno 1737 mitgemacht hat. Er war abgeschickt die Capitulation zu Nissa zu machen, da wir solche eingenohmen haben. Bald darauf machte man einen agee von selben Orthen zu prisonier de guerre und man fande bey ihm einen Brief, den der Comendant von Widin an dem Großvisir geschriben und ihn vermeldet hat, das er in kein defensions Stand seye, das er 180 Canons hingegen nur 8 Canoniers habe und dan nur wenige Besazung. Deßwegen schreibe er mit empressement umb securs Mangl dessen von die kayserlichen dahin komen, ist er gezwungen sich zu ergeben. Nachdeme dieses der Intrepres Thelys dem commendirenden General Grafen von Seckendorff gelessen und verdolmetscht hat, sagte er kein Wort darauf. Jederman glaubte, Seckendorff wird gleich nach Widin, umb von der so favorablen conscientus zu profitiren. Blib aber in Inaction und endlich, nachdeme man bald gehört, das der secuurs von mehr Orthen nach Widin zu komen anfiengen, hat Seckendorff angefangen auch seine Mannschafft zu detachiren, hingegen das Proviand gienge an eine Seiten, die Trouppen auf die andere. Seckendorff und Hildburgshausen wolten auch beede commendiren und anstatt unirt zu seyn, machten sie 2 Corps. Großherzog dermahliger Kayser wurde disgutirt von der Conduite des Seckendorff und retournirte nach Wienn. Enfin, diese [77] March und contremarche, da das Proviand die Soldaten und die Soldaten das Proviand gesucht haben, machten, das die Trouppen also aufgeriben worden, das von 64/m, die noch bey Einnahm Nissa waren, sich sodan zu Sabatsch nicht mehr dan 18/m befunden haben. General Tosat hat mal a propos Nissa übergeben und sagt Thelys, das er 100 und nicht nur ein Kopff zu verlühren meritiret hat. Bey Bagnaluca hat sich der Hildburgshaüsen auch wenig Ehre erworben. Gedachte Thelys war auch anno 1718 bey dem Friedenschluß zu Possarowiz. Heüt Nachmittag,127 da ich verschiedenes mit Graf Herberstein von deme, was geschicht und was geschehen soll, discourirten, wahrnete ich ihn in sein Thun und Lassen vorsichtig zu gehen, angesehen ihm das Wald-und Salzwesen ohne Instruction anvertrauet worden, folgsam ihme seiner Zeit bald da bald dort auch malizioserweiß außgestellet werden kan. Und je freyere Hand alß er hat, desto gefährlicher ist es von ihm, weil daraussen böse Leüth gibt und die ihm auch wohl bekand seyn. Über das ist alles denen Mutationen beständig unterworffen und scheinet, das keiner sicher ist alß die Bösen, deren man noch keinen deplaciret gesehen. Die Königin hat ihm seiner Protection versichert, sie ist auch best intentionirt, tout cela est 125 Orig. casinet; spodnji del dolgega s je prečrtan. 126 Pred tem prečrtano wan 127 Na robu strani prečrtano 16 | 63 1746 Maj beau et bon. Aber diejenige, die da unter der Hand alles thun und alles vermögen, seyn von einer anderen tiempe. Enfin, er begreifft selbst, das man col piede di piombo marchiren muß. Abends ließ er mich wieder nach Hauß führen und bey mir war der Jud Namias biß 11 Uhr spatt. [78] 16. Heüt Montag, den 16ten May morgens, war bey mir Namias. Nachmittag der Stetner, Vitali, Israel Levi. Dan habe empfangen ein Päckl von Wien vor die Contischen mit Mieder und blib wegen meines Fuß den ganzen Tag zu Hauß. 17. Morgens war bey mir die Violasckin mit ihrer Tochter, dan der junge Stetner, dan der Giussari, der heüt Nachmittag nach Görz und auf dem Monte Santo gehet mit allen sein Angehörigen. Es war auch bey mir Cozzoli und zu Mittag speiste ich allein mit mein Geistlichen wie gester. Nachmittag war bey mir Müller, Stettner und abends Graf und Gräfin Cozzoli mit ihren Töchterle. Heüt war ich stetts zu Hauß wegen mein Fuß und habe mich deßwegen von Castell excusiren lassen. Vormittag waren auch bey mir beede Ferretti und Nachmittag der blinde Leüth. Vorgester abends, da die 2 englische Schiff Mangl Wind noch in vista waren, besuchte den Commendanten der Bischoff Graf Petazi von Servola. Und abends, da er weggefahren, wurd er von einem Schiff mit 15 Canonen gegrüst. Und eben selben Abend waren bey ihm zu Servola die englischen Capitains und Officiers. 18. Morgens war bey mir der kleine Bonomo mit sein Sohn. Dan Anto/nio/ Chersich, mein compagno patron di barca, der da klagt, das in Proviantexpeditionen die paesani denen Frembden nicht præferirt werden. Dan war bey mir der Urbas, der da sucht, das die Gässen auf den Salinen geflastert und die Zehent sowohl alß datio del vino dahin emploiret wurden; sucht auch ein Brun, ein Capellen und ein Plaz daselbst zu machen. [79] Umb 11 Uhr fahrte ich ins Castell, wo ich zu Mittag gespeist habe. Da war unter anderen die sig.a Catarina vedova del tenente colonelo Capuano, dan ihr Tochter vedova del capitano Avita, dan ein Leüthnant Terzi mit seiner Frauen gebohrner Giuliani, filia di Maria Giustina, und mehr andere. Abends fahrte ich nach Hauß und zugleich ist hier ankomen das kleinere englische Kriegsschiff. 19. Morgens war bey mir Cozzoli, Stetner, Dr. Camillo und mehr andere. Umb 11 Uhr fahrte ich ins Castell und speiste daselbst zu Mittag. Abends fahrte ich nach Hauß und en passant machte ich eine Visit dem Graf Ludwig von Liechtenberg und seiner Grafin, welche ein Frl. Tochter zu hiesigen Klosterfrauen in die Kost geführt haben und erst heüt angekomen seyn; logiren bey denen Raab in fiscalischen Hauß. Umb 4 Uhr Nachmittag ist auch hier angekomen das grössere englische Kriegsschiff. Spatt war bey mir der Giacinto Namias, ein Jud. 20. Heüt vortags ist ein englisches Kriegsschiff von hier nach die Promontore abgeseglet, umb die hiesige und Fiumaner Proviandschiff nach Goro zu escortiren. Gegen Mittag fahrte ich ins Castell, wo ich zu Mittag gespeiste. Nachmittag war in Castell Graf Ludwig von Liechtenberg mit seiner Gräfin und zwey Frl. Töchter, deren die jüngere 13 Jahr in hiesiges Kloster alß Kostfreüle zu komen128 [80] hat. Abends fahrte ich al solito nach Hauß und rispedirte einen Expressen nach Gradisca, den mir heüt Nachmittag der Lovison von dar geschickt hatte. 21. Morgens war bey mir der Stetner, dan dessen zwey Söhne, item des klein Bonomo sein Sohn, item der canonico Picardo, Graf Cozzoli. Zu Mittag fahrte ich ins Castell, wo ich zu Mittag gespeist. Abends hieng ich das erstemahl zu Fuß, weil mich an mein Fuß wieder, Gott Lob, ganz wohl befinde. Heüt zeügte mir mein economicus seine Raittungen, krafft welcher ich detractis detrahendis alljährlich, solang er in meinen Diensten sich befindet, franco vor mich ricouiret habe, alß: – Von ersten May 1742 biß lezten April 1743 lire 3520 11 〈sl.〉 – Von ersten May 1743 biß lezten April129 1744 3011 〈lire〉 10 ½ 〈sl.〉 128 Prečrtano. 129 Pred tem prečrtano Marzi 64 | 1746 Maj – Von ersten May 1744 biß lezten April 1745 2975 〈lire〉 8 〈sl.〉 – Von ersten May 1745 biß lezten April 1746 3807 〈lire〉 10 〈sl.〉 In allen 4 Jahren 13.314 lr. 19 ½ 〈sl.〉 Et sic anno commune 3328 lr. oder bey 600 fl. e più, hingegen ist noch in Vorrath unverkäufftes Oel. 22. Morgens war bey mir Cozzoli, Bonomo, der Calò m. compagno, ein armer Giuliani. Zu Mittag gieng ich zu Fuß ins Castell, wo ich zu Mittag speiste. Abends retournirte nach Hauß und bey mir war der Namias, der sehr lamentirte, da ich ihme die Proposition gemacht, das er 1/m fl. pro cautione erlegen und das Interesse in bonum publici fahren lassen solle, [81] wan er Sensal werden wolte. Jedoch aber, soffern auch alle andere ihme gleich gehalten werden wolten, sey er content alljährlich 100, auch 150 fl. zu contribuiren. Er versicherte mich, das seit das Patentl von 5. September 1745 biß heüt dato bey 15 Schiff mit ihrer Ladung von hier weggegangen seyn, ohne das sie das mündeste verkauffen konten. Und soffern das gedachte Patentl nicht publiciret worden wäre und das er sein Metier alß Sensal hätte frey exerciren känen, wurde gewiß kein Schiff beladener von hier retourniret sey. Er sagt, das man hingegen nachsehen käne, alß130 ein ganzes Jahr zuruck, id est von 1745 5. Septembris biß 1744 28ten Septembris, alß den Tag seiner des Namias Hieherkunfft, und da er sein Ambt alß Sensal excerciren darffen, das niemahls ein Schiff beladener von hier retourniret ist, auß Mangl ein Negocium incontriren zu känen. Und er prætendirt nicht alles131 kauffen, sondern auch verkauffen zu wissen und deßwegen sagt er den Nahmen gehabt zu haben sensale delli negocis disperati, id est das man an ihn komt, wan sich schon niemand anderer getraut, den Verkauffer und Kauffer zu componiren oder außfindig zu machen. Bonomo sagte mir, das der neue fondaco an der Stadtmaur alle saline bey 1.500 sd. und das neue Thor mit dem Stuck von der Maur daran bey 2/m sd. gekostet habe. Anno 1715 oder 1716 ist dahier eine Bregantin per Ordre der Hofcamer unter Direction des Marinelis erbaut worden mit 26132 remi, [82] umb mit diesem armirten Schiff auf die contrabandi zu vigiliren. Das Schiff hat gekostet bey 1/m fl., wie es die Hofcamer nachdem ihro vorhero überschickten Überschlag placidirt und anbefahlen hatte. Das merckwürdigste dabey ist, das sobald man diesen Bregantin zu bauen angefangen, waren schon einige in Capo d’Istria, die da wetteten, das dieses Schiff niemahls außlauffen wird. Da nun das Schiff fertig war und von dem alten squero, wo es von dem proto Matthia Kertiza erbauet worden, ins Wasser geworffen worden, führte man solches in dem Porto. Wie man nun dieses armiren und brauchen solte, machte die Hofcamer dem Obereinnehmer Marinelis allerhand Mängl, das das Schiff zu armiren viel kostete und warum er nicht vorhero berichtet hat, was solche Kosten betragen werden. Enfin, das Schiff stunde stetts in Porto biß das man von gut befunden, es wieder auf dem alten squero ans Land und biß an die Stadtmaur zu ziehen, umb es zu conserviren. Es war darüber eine Baraquen errichtet; diese Baraquen fieng anzufaulen, der Regen schluge durch und das Schiff fieng anzupatiren. Etliche Jahr darauf kame der Hamburger Schiffbaumeister ins Land nahmens Focke van Gerssen. Und da er dieses Schiff so abbandonirt gesehen, offerirte er 300 fl. davor und glaubte, es brauchen zu känen. [So]133 verlieffe eine Zeit mit denen [83] gewohnlichen Bericht und Gutachten, die Camer trainirte mit der Resolution und das Schiff wurd alleweill schlechter. Über einige Jahr war jemand, der 150 fl. davor geben wolte, da hat es abermahls Bericht und Gutachten gebraucht und das Schiff wird noch weit schlechter. Endlich anno 1730, da mit der Hofcommision auch der Hoflandrath Sartori herein kam, hatte ex Ordre das Schiff, welches zum Spectacl gedinet, a tout prix zu verkauffen und gabe134 solche Commision dem Bonomo Stetner, welcher es einen hiesigen Patron des dermahligen Anto/nio/ Cherschich Vattern per 8 sd. oder 9 fl. 4 kr. verkaufft hat und dieses Geld wurd denen PP. Capucinern alß ein Allmosen geschickt. 23. Morgens war bey mir Giussari, Vrbani, Stetner, Canonico Picardo. Stetner erzehlte mir, das das casino della sanita al Riborgo über 1/m sd. gekostet hat und das man allein vor das Eisen einmahl 73 zechini und ein parmahl zu 200 lr. bezahlet habe, folgsam das die alte mangierie noch alleweil continuiren. 130 Popravljeno. 131 Še enkrat al es 132 Pred tem prečrtana kratica za circa 133 Pod madežem črnila. 134 g popravljen iz h | 65 1746 Maj Es war auch da sig. Müller, deme Ordre habe von 314 fl., die ich avanzire 200 fl., m. L. nach Wien zu remittiren, das übrige aber mir zu zahlen. Der sig. Müller klagte auch, das hier vielle Sachen schlecht gehen und die Justiz nicht allemahl wie sie solt administriret wird, weil sowohl Graf von Herberstein alß auch der Intendanza secretarius Pusch nicht die besten Wirthen seyn, vielles mit Generosität aufgehen lassen und bey verschiedenen Kauff- und anderen Leüthen Schulden contrahiren. [84] Unter anderen ist von der andere dem Osterr/eicher/ schon lang schuldig und ist auch schon einer und der andere gefordert worden. Pusch sagte lachlend, wie ihm Müller den Conto gegeben. Er glaube, bey Oster/reicher/ ein mehres alß der Conto betragt, meritirt zu haben. Müller sagte, er soll nur ein Gegenconto machen und zeügen, was ihm Oster/reicher/ schuldig sey, indeme er niemahls auch nur ein Favor von ihm erhalten. Herb/erstein/ soll auch dem P. Liberal schuldig seyn. Dem Perr war er auch viel schuldig, soll ihm aber lezlich bey 300 lr. assignirt haben. Pusch, wie mir mein Geistliche sagt, hat voriges Jahr beym P. Prior von ospedal 100 fl. entlehnet. Bey mir war auch Dole. Dieser klagt, das nur 4 Sensalen seyn, die alles thun: der Jud Treves, der Jud Israel, der Porta und Belletti. Den Israel haltet er vor einen ehrlichen Man und die andere per birbe. Treves soll in Paduanischen einen Geistlichen massacrirt haben und ist capitaliter banisirt. Porta, auch ein Venezianer, soll in Venedig falirt und Leüth angesezt haben; kam nach Treviso, wurd ragionato, sezte auch Leüth an und echapirte mit etlich 1000 fl.; ist banisirt worden und hat in Venedig lapidem infamiæ. Zu Mittag speiste ich allein mit mein Geistlichen und habe mich gester excusirt, ins Castell zu komen. Nachmittag gieng ich spaziren auf St. Pietro mit Stetner und cavalliere Vidali. Heüt ist per posta mit 4 Pferden ankomen der P. Provinzial von Minoriten. 24. Morgens war bey mir der blinde Leüth, [85] die Violaschin mit ihrem Töchterle, etliche Grüchen von Smyrne, Scio und Candia. Sie verlangen den Porto franco zu genüssen und von 5 per % frey zu seyn, hier ein Kirchen und ein etablissement auf den Salinen. Es war auch da Anto/nio/ Cherschiz, welcher glaubt, das wan der Herb/ erstein/ allen patroni anbefehlen und sie ancouragiren, wurden sie sich getraueten das versenckte Schiff St. Carlo stuckweiß völlig auß dem Meer zu bringen. Dan135 war auch da der Wezl, welcher gerne sein Hauß verlängern und den Garten daran erkauffen wolte. Wan der Graf sich engagirte, jenen Theil von Garten, der auf die Strassen komt, en ærario zu bezahlen. Zu Mittag speiste ich in Castell. Da war auch der Graf und Gräfin Cozzoli. Nachmittag war ich in Visit bey dem Br. Anto/nio/ Marenzi, bey dem Obereinnehmer Lumaga und bey altem Ch/risto/foro Bonomo. Heüt abends hat ein Marinar von Muja einem Puglieser mit dem Stillet einen todtlichen Stich versezt, ist aber gleich angehalten worden und dieses ist geschehen auf denen Salinen. Obereinnehmer Lumaga sagte mir von der Salzdirection Ordre zu haben, das die Salzmauthgebühr künfftig ihro der Direction und nicht mehr der Hofcamer verrechnet werden solle. Er sagt, das das Mauthgefähl von Salz alljährlich circa betragt 23.000 fl., das übrige Mauthgefähl circa 47.000 fl. et sic in allen das Oberambt 70/m fl. Die 47/m fl. seyn alle bereits assignirt, was alljährlich darmit bestritten werden muß; wan nun die 23/m fl. nun wegkomen sollen, so sagt er, das ihnen nicht soviel bleiben wird, das sie die salaria werden [86] bestreiten känen. Das Quecksilber ist nun auch von dem Oberambt gekomen, id est die Versilberung dessen, wovor sie 1 per % gehabt. Er erwartet nun den Mr le Comte alß comissarium. Er hat ihm von Wien ein Par Vassl österreichischer Wein voraußgeschickt, welchen er in sein Keller conserviret, wird ihm auch das Quartier bey ihm offeriren. Dem Grafen von Herberstein habe wegen der Grüchen gesprochen. Er findet ihr Begern billig, hat solches auch bereits nach Hof gegeben und favorabl relationirt, hingegen niemahls eine Resolution erhalten. 25. Morgens war bey mir Giuseppe Giussari sich bel modo zu informiren, was die Frl. Bonomo pro dote haben wird. Ohne jedoch anderes alß nur die Frl. zu suchen. Dan war bey mir Bonomo Stetner, der mir sagt, das er seiner Tochter nicht mehr alß 5/c fl. geben kan und dan was sie an Kleidung auf sich haben wird und zwar die 5/c fl. in tanti affitti liveli. Dan war bey mir Marco Soderini, P/iet/ro/ Dole, Müller. Zu Mittagessen gieng ich ins Castell. Nachmittag war ich bey Br. Anto/nio/ Marenzi, bey Mr Müller und Trezzi. Suchte aber den Br. Ludovico in Br. 135 Popravljeno. 66 | 1746 Maj Franco Marenzi, item den jüngen Conti. Abends war bey mir Haubtman Conti biß gegen 10 Uhr. 26. Morgens war bey mir Giussari, Stetner, kleine Bonomo mit sein Sohn, der blinde Leüth mit seiner Frauen, Müller, Urbani, canonico Picardi und Cozzolli. Umb Mittag gieng ich ins Castell, wo [87] ich zu Mittag geessen habe. Nachmittag war ich bey Müller, bey Cozzolischen und bey Capucinern. Abends war bey mir der Jud Namias biß 10 Uhr. En passant heüt gegen Mittag war ich bey Trezzi wegen Giussari. 27. Morgens war bey mir Trezzi, Stetner, Wezl, Violaschkin, sig.a Laura Bonomo, Müller, Österreicher, Feretti, dan Graf Kueffstein und Graf Veterani mit ihrem Hofmeister dem Roßman, die von Rom komen, dan ein abate, 2 Soldaten von Castell. Heüt habe zu Mittag mit m. Geistlichen allein gespeist. Nach Tisch war bey mir Stetner, canonico Picardi, Urbani, Ferretti, 2 junge Stetner, Giussari, Trezzi et Conti. Nachmittag war ich bey den Stetnerischen wegen Giussari. Dan war ich mit Kueffstein und Veterani in Cafféhauß. Von dar gieng ich ins Castell, wo ich zu Nacht gespeist und umb ½ 11 Uhr retourniret bin. Gegen Mitteranacht gieng ich auß dem Porto, wohin bald auch der Graf von Herb/erstein/ gekomen. Wir wolten unß embarquiren, hingegen war der Wind obschon favorable, doch gar zu starck. Wir warteten biß 2 Uhr Nachmitternacht und da der Wind imer renforcirte, resolvirten ein Zeit unß zu retiriren und der Graf gieng mit mir, wo wir wohl geschlaffen haben. 28. Heüt morgens nach eingenohmen Fruhestuck seyn wir auf dem Porto, wo wir unß umb 10 ½ Uhr embarquirt haben und nahmen mit favorablem Wind unser Reiß nach St. Giorgio di Nogaro. Passirten die Insul Grau (denen Venezianern gehörig) umb 1.45 Nachmittag. Die Stadt Grau wird bey 3/m Seelen außmachen, die übrige Insul ist ganz unfruchtbar wegen des sandtigen Boden und die Gravisaner ernahren sich von der Fischerey. Bey 18 Milien von Grau lincker Hand deconorirt man zwey [88] grosse Baumer, daselbst ist der Porto di Lignano, venezianisch, welcher Porto auch vor grosse Schiff gut ist. Zwischen Lignano und Grau seyn wir imbochirt in dem Porto di Buso. Und bevor wir dahin gekomen seyn, haben wir von aussen gesehen ein erhobenen Hügl, welchen man la Punta di Buso nennet, wo wir in gedachtem Porto di Buso gefahren seyn. Hat es in der Mündung nicht mehr alß 5 biß 6 oder hochstens 6 ½ Fuß Tieffen und zwar dieses am tieffesten Orth und wan das Wasser hoch ist. Bevor wir noch vis à vis von Grau gekomen waren, so ist zwischen Grau und der Sdoba ein Porto genandt Porto di Primera, allwo durch ein Canal ein Fluß herauß komt, welchen Fluß man weit in das Meer wohl observiren kan. Der Eingang oder die Mündung von gedachtem Porto di Primera ist beym hohen Wasser bey 10136 Fuß tieff. Die ganze Gegend von dem Land ist ganz flach und nieder, so das man es kaum sehen kan, wan man nur ein wenig entfernet ist. Das Land oder der Boden ist ganz sandtig und weiter landwerts voller Marast, welche Gegend man die Laguna nennet. In unserer Reiß haben wir von Triest auß und immer bestandig den Thurn von Aquilea gesehen. Und weil diese Stadt etwas mehr landwerts ligt, so zeüget sich auch en passant sur mer137 imer in einer anderen Situation. Bald nachdeme wir Grau passirt hatten, ersahen wir abermahls den Thurn von Aquilea und umb in die Laguna sicher fahren zu känen, [89] zeügte unß ein venezianischer Marinal ein Orth genandt Alle Chiese (weil von Alters daselbst eine Kirche gestanden). Wan nun der Orth genand Alle Chiese, sich in geradter lini dem Aug nach incontriret, so kan man sicher von der See hinein in dem Canal fahren, welcher Canal beym hochen Wasser 4 biß 5 Fuß tieff, an denen Seiten aber das Wasser viel seichter ist. Und deßwegen seyn solche observationes gut, weil man sonsten auf die mit Wasser bedeckte banchi fahren und das Schiff in Gefahr sezen, oder doch sogestalten ensabliren känt, das man ohne Ungelegenheit und Zeitverluß nicht wieder Fluth machen kan. Da wir noch alleweil in der vollen See navigirten und Grau vorbey waren, auch selben Orth, wo man Alle Chiese nehnet, seyn wir bald darauf passirt eine kleine Kirche, wobey ein Baum stehet; diese Kirche heist St. Pietro d’Orio. 136 Orig. X 137 Orig. mere, a je zadnji e prečrtan. | 67 1746 Maj Umb 2.15 seyn wir passirt eine andere Mündung genandt Porto di Morgo, welcher Haffen vor alten Zeiten sehr renomirt und, umb nach Aquleja zu fahren, sehr comod war. Anjezo aber hat selbe Mündung nur 1 bis 1 ½ Fuß Tieffen und zwar beym hochen Wasser. Umb 2.20 waren wir gegenüber von einer kleinen Insul genand Isola di St. Giulian, welche Insul einem nobile de Grau gehörig ist. Er heist sig. Vido Suberti, soll ein Man von Meriten seyn; die Insul rendirt ihm alljährlich 5 biß 15 Vasß Wein secondo li anni. Umb 3 Uhr waren wir gegenüber [90] von einer kleinen Insul genand la Punta di Buso. Das Meer ist dort überall so seicht, das wir biß 2 Millien von Land haben fahren müssen und doch seyn wir, da wir just gedachte Punta passiren solten, auf ein Sandbanck gefahren haben unß aber bald wieder debarassirt138 und Fluth gemacht. Rechter Hand von dieser Insul ist die Mündung, wo man in die Amphora und also nach Aquileja fahrt. Linker Hand aber ist der Porto di Buso, in welchem wir gefahren seyn umb 3.15; von hier ist entlegen der Porto di Lignano noch 8 Milien. Da wir sogestalten schon eingefahren und diese Insula di Buso verlassen hatten, verliessen wir auch einwerts in denen Lagune rechter Hand den Canal, der in die Amphora führt und haben unß linker Hand gewendet gegen dem Fluß, der nach St. Giorgio di Nogaro gehet oder besser zu sagen, von dorten her fliest, und dieses umb 3.30. Bald darauf bekamen wir zum Gesicht ein schlechtes Haüßl mit einer Baraquen von Stroh gedeckt, allwo 4 biß 5 venezianische Soldaten sich aufhalten und denen unser Schiffpatron die fede di sanita schicken müste. Wir aber fahrten indessen weiter gegen den fiume oder Canal genand il Canale di Zervignan. Die Soldaten reprimandirten den Patron, das er ihnen nicht auch den mandato gebracht, das sie gesehen hätten, mit was das Schiff beladen sey; und prætendiren auch schon, das ius die Schiff zu visitiren usurpirt zu haben. Enfin, es blib [91] bey den Drohen allein und das sie den Patron bey sein Retour schon finden, vorjezo aber wegen der passagires allen egard haben wollen. Umb 4.15 haben wir imbochirt in die Fiumera oder den Canal di Cervignan und verlieffen die paludi. Dieses Waser ist 3 biß 4 Klaffter tieff und so breit, das 2 grosse Schiff überall nebeneinander passiren känten. Umb 4.35 haben wir imbochirt *linker Hand* in die Fiumera di St. Giorgio di Nogaro, genandt Corno, und verliessen rechter Hand den Canal oder die Fiumera di Zervignan, welcher Canal auch nach dem Taglio Nuovo führ. Diese Fiumera Corno ist auch 3 biß 4 Klaffter tieff und eben so breit alß die vorige oder doch wenig weniger. Umb 5.20 passirten wir rechter Hand eine Roya, die da komt von einem Taglio delli Boschi di St. Giorgio, worauf man die fascine und anderes Brenholz herunter und weiter nach Venedig führt. Umb 7 Uhr (nachdeme wir eine gutte weil in sic sac gefahren) arrivirten wir endlich in ein klein Dorff genand Nogaro, wo wir außgestigen und dan zu Fuß nach St. Giorgio di Nogaro gegangen seyn, allwo wir auch arrivirten umb 7.30. Das Dörffl Nogaro hat 16 Hauser und etwan 100 Seelen, das Dorff St. Giorgio di Nogaro hingegen bey 1.100 Seelen und mit denen benachbarten und zu St. Giorgio gehorigen Dörfferen bey 1.800 Seelen. Hat passable Hauser und eine Kirche, dem Hl. Georgio dedicirt. Von St. Giorgio auf Zervignan [92] seyn per terra 11 Milien und von Zervignan auf Aquileja 3 oder 4 Milien. Cervignan ist ein Dorff, welches bey 1.500 Seelen haben wird. Cervignan zahlt von Fleischkreuzer und Weindäz alljährlich 120 fl.; das Fleisch kostet daselbst 6 ½ soldo la lb. grossa, id est Rindfleisch. St. Giorgio zahlt von Fleischkreuzer und Weindaz 100 fl. und kostet das Rindfleisch soldi 7. Tutto stato di Gradisca wird bey 7/m fl. die Kopffsteüer zahlen. Zu St. Giorgio haben unß logirt in ein Wirtshauß, welches denen Gebrüdern Lovison zugehort. Abends seyn wir mit dem Mautheinnehmer Bando gegen dem Wald Auneto spaziren gangen. 29. Mittags seyn wir in die Kirche, dan zu Mittagessen. Da war der Graf, der Bando, der Geistliche, der Meß gelesen und zugleich hier Schullmeister ist, *dan der Lovison von Cervignan*. Gegen End der Taffel ist der Lovison ankomen von Gradisca, wo er canceliere ist. Nachmittag oder besser zu sagen abends seyn wir alle brachiren gangen und Graf Herb/erstein/ hat einen Hasen geschossen. 30. Morgen fruhe hörten wir die Mesß, dan fahrten in 3-sedie volanti die Wälder Bando und Sacile zu besehen. Wir passirten ein Orth genand Zelina, wo nur 2 Hauser stehen, dan ein klein Dörffl genand St. Gervasio, wo heüt Kirchweich ist. An dem Wald Bando haben wir besehen ein neuen Graben, den man von unserer Seiten 138 iz desarassirt 68 | 1746 Junij macht, umb unß von denen daran stossenden [93] Venezianern zu garantiren, alß welche dran an auch Wälder haben und öffters Diebereyen verüben. Der Graben ist lang 1.500 pertiche, tieff 6 und breit 8 Fuß und wird bezahlt à 2 lr. la pertica. Dan haben wir gesehen ein scalo genand la Mozanella, wo das gestelte Holz auf die Schiff geladen und an dem Wasser Mozanella in die Laguna und weiter per mare geführt wird. Über ein Zeit passirten wir zwey fiumicelli oder besser zu sagen scolli delle aque, die auß dem Wäld139 flüssen; eines haist Pudisin und das andere Pudinesa. Dan waren wir an dem lezten und weitersten scalo von Bando ganz nahe bey Maran (giurisdizione di Venezia). Dieser scalo heist Maranuto. Der Canal ist schon lang nicht gesaübert worden, wäre demnach unnuz, wan man ihm nicht wieder scaviren wurden. In dieser Gegend ist die Lufft sehr schlecht und ungessund, weil die paludi ganz daran an seyn. Dan fahrten wir in dem anderen Wald genand Sacile. An dem Wald an ist ein kleines Dorff genand Carlins, hat bey 300 Seelen. Die Lufft ist daselbst auch schlecht wegen der Nachbarschafft der Lagune und des Walds. Wir seyn umb 6 Uhr morgens weggefahren und dan wieder retournirt umb 10.45. Zu Mittag speiste Graf Herb/erstein/, die 2 Lovison und der Bando. In den Wald Bando sowohl alß in Sacile habe observirt, das die rovori, die man daselbsten wachsen last, über 2 oder 3 Klaffter nicht hoch werden, id est in Stamen, dan gesehen sie gleich [94] in die Schmälle und zugespizt und der Gupff fängt an außzücloren. Et sic seyn sie von keiner Perfection, hingegen zum grossen Schaden dem anderen Brenholz, weil solches unter die rovori nicht wohl hervor komen kan. Gegen Abend war bey dem Grafen der *Graf* Novelli und Buglioni. Spätter seyn wir brachiren gangen nache an dem Wald Salvamonda und Rodola, wo der Lovison einen Hasen geschossen. Nache an Rodola ist ein zimlich verfallender und verstopter Canal, welchen man projectirt außzutieffen, nicht allein diesen Wäldern die Außfuhr an dem Meer zu facilitiren, sondern auch die Gegend außzutrücknen und wollen zur spesa sowohl der Frangipani alß der Novelli concuriren. 31. Morgens nach der Mesß fahrten wir in sedie volanti, id est der Graf Herb/erstein/, ich, 2 Lovison und der Bando etwan ein Stund von hier alle stalie di Malizana, 3 milia distanti da St. Giorgio. Hier, id est alle stalie, haben unß imbarquirt sub Fiume die Malizana, sonsten auch genandt Bel Vado. An End dieses Wassers (welches in die Ausa oder il fiume di Cervignano sbochirt) ist linker Hand der Taglia Nuovo, welchen taglio oder Canal, so bey 40 Fuß breit ist, die Venezianer haben machen lassen und den Anfang darmit gemacht circa 1743 und terminirt anno 1745 und ist lang circa ein miglio. Ihr Gedanken war biß Palma darmit zu komen, sie haben aber in solchem Sand incontrirt, das sie solchen weiter nicht haben continuiren känen. Dan seyn wir wieder retournirt den nehmblichen Weg und passirten ein venezianisch Dorff Malizana genandt, wo der Graf Giulio Strassoldo ein Hauß oder colono hat. [95] NB: Al Taglio Nuovo, welcher Schnurgradt gezogen ist, hatten wir gleich bey der imbocatus angetroffen hin venedisch Schiff mit sale di Corfu, welches etwas weniges weisser ist alß das Triester Salz und eben so klein körnicht. Gegen Mittag waren beym Grafen von Herb/erstein/ der Graf Frangipani und Graf Novelli. Zu Mittag spisten bey unß die 2 Lovison und der Bando. Nachmittag kam zu Grafen Dr. Camillo Staglieno, welcher mir zwischen silbern und küpfferen Munzen 96 Stuck gegeben hat, wovor ich ihme nach seyn Verlangen ein Zickin bezahlt. Und er versicherte mich bey seiner Ehr und gewissen, das ihme nicht einmahl soviel Kosten, unter diesen waren 27 Stuck silberne und 69 kupfferle; erste wenig und lezte nichtes Nuz, dabey war auch ein antiques Standl in ein Ring zu fassen. 1746 Junij 1. 〈Juny. 〉 Heüt morgens seyn wir abgereist von St. Giorgio umb 5.30 und mit unß der Bando und der Lovison von Gradisca arrivirten zu Fuß auf Nogaro, ein kleines Dörfflein von circæ 100 Seelen. Dahier haben unß embarquirt auf dem Fluß Corno in ein brazera à 4 remi umb 7 Uhr, passirten eine verfallene anno 1702 zur Zeit der Franzosen erichtete Batterie, welche gleich rechter Hand der Fluß zu sehen. Der Orth heist in der Landsprach Planais. Umb 7.15 passirten, wo lincker hand ein Canal oder scollo delle aque genand Zumello, in dem Corno sbochirt und komt von Castel Perpet Fovis. In der Mündung dieses canalo haben anno 1702 die 139 Orig. Wälder, zlog -er pa je bil nato prečrtan. | 69 1746 Junij Franzosen ein burchio, so sich damahls daselbst befunden hat und denen Novelli gehorig war, verbrant; [96] und soweit seyn damahls die Franzosen auf dieser Seiten gekomen und nicht weiter. Dieser Zumello oder scollo d’aque ist derselbe, der auf dem Tapet ist, scavirt und slargirt zu werden mit Concurenz der Frangipani, Novelli, einiger140 Comunitäten und des æraris, umb desto leichter das Holz auß den obigen Waldungen141 herunterbringen zu känen. Gleich wo gedachter Zumello in den Corno sbochirt, ein wenig weiter sbochirt ein fosso, den der Savorgnani hat schaviren lassen und hat dabey umb und umb die Erden darneben aufwerffen lassen, das ihme die escrescenza del mare nicht darein dringen kan. Deßwegen ist an der Mündung ein chiusa, welche man sfert, wan das Meer wachst. Ein solche chiusa komt zu kosten biß 50 sd. Hingegen hat er mit disem Fahro soviel Nuzen geschafft, das er ein groß Stuck Landes, welches vorhero mehrentheils unter Wasser und wenig Nuz war, sogestalten außgetrücknet und abgezapfft, das darauß die schensten Wisen geworden seyn. Dieser Savorgnan soll bey 60/m sd. jährlichen Einkünffte haben. NB. Anno 1724 circa seyn von142 dem Cironi die Comunalien in den Gradiscanischen verkaufft worden, wider welchem Verkauff man in dem Land nicht wenig schmählt und den Cironi all übles wünscht. Dieser Verkauff ist zwar schon anno 1721 von einem gewissen gradiscanischen Advocaten nahmens Brasciani projectirt worden. Er præsentirte ein Memorial bey der i.ö. Hofcamer schaffen zu wollen, wan man ihme dargegen zur Recompens 3 oder 500 bey Aquileja verspricht. [97] Dieses Memorial wurde dem Steüz zugeschickt pro informazione. Welcher Steüz damahls sich mit Graf Lebenberg in Friaul bestande, den Process dem conte Lucio della Torre zu formiren. Steüz biß den Brasciani komen und wuste ihm sogestalten außzufratscheln, das er ihm sein Projet confidirt hat. Steüz machte sich ex post selbsten ein meritum darmit, Brasciani bekame kein Heller vor sein Project und ist gestorben in Bettelstand. Er hatte 5 Söhnen, 2 davon seyn Panduren, 2 weltlichen Geistlichen und einer ist unter Br. de Fin. Des Brasciani Weib ist Tochter eines anderen Advocaten von Gradisca nahmens Bassini, der auch ein grosser cabulan solle gewesen sey. Dieses Project, quod bene natandum, war nur portirt von dem Brasciani, hingegen inventirt von dem Facini, deren mehr Brüder waren und gut gestanden seyn. Einer war capitano de grenadieri delle zernide, ein braver man. Einer hate zur Ehe eine Libeaus, Tochter eines Bauren von Zerniza, welche auch reich war. Einer ist noch actu manssionario in Aquileja alß geistlicher Priester. Sie hatten schene Gütter zu Ruda. Enfin, sie seyn nach diesem Project soweit heruntergekomen, das sie alles verkaufft und endlich falliret haben, das nun der manssionarius kümerlich lebet. NB. Da endlich, wie obgedachte dieses Project von Steüz portirt und von Ceroni executirt worden, waren unter anderen die Commissarien, die das mehreste erkaufft haben, id est der Lotieri und der Novelli. Des Novelli erstgebohrener Sohn Dom/eni/co Maria sagte öffters, das ihm scheinet, das nach Erkauff der Comunialien der Teüffel ins Hauß gekomen seye. Die Lotieri scheinen auch mehr ab- alß aufzunehmen. Und der Pietro Bailoni, der auch viel davon erkaufft hatte, [98] ist falit gestorben. Der alte Lotieri ist anno 1732, da er einsmahl nach Görz gegangen, gählings gestorben. Ein gewisser Zuchelli war auch einer von denen, so vielles gekaufft, der ist sine lux sine auch gestorben. Alle 8.05 haben wir den Corno verlassen und seyn imbochirt in die Ausa, allwo eben der Corno den Nahmen verlührt, weil er in die Ausa fahlt, welche ihren Nahmen vortführt143 biß in die Lagune. 8.10 ist rechter Hand der Canal von Medada oder Medadula fast grad gegenüber von Medada. War anno [–]144 den [–]145 der venedisch armirte Bregantin von denen unserigen verbrand. Hier seyn wir entrirt in Medada und haben lincker Hand verlassen die Ausa. 8.20 seyn wir gekomen in die Lagune. NB. Die Medada, die Ausa und die Lagune formiren eine Insul genandt Barancole, welche dem Hauß Österreich noch gehörig ist. Sie war öffters von Venezianern contrastirt und machten darauf einige casoni die guardia, seyn aber von unserigen allermahl abgebrandt und die Leüth abgetriben worden. 8.45 seyn wir imbochirt in die Anfora, welche an der lincken Seiten nur bey 2 Fuß Tieffen hat, hingegen rechter 140 Orig. einerger z dvema okrajšavama za zloga -er-141 Orig. Waltungen 142 Pred tem prečrtano die 143 v je popravljen iz s 144 Prostor za letnico. 145 Prostor za dan in mesec. 70 | 1746 Junij Hand, wo wir gefahren über 8 Schuh. 9.05 lincker Hand ein zerfallenes Gebau, war einmahl ein Wirtshauß, welches denen Lotieri gehörig war. 9.30 ist rechter Hand ein kleine Canal genand la Pantera detta Panda. Von hier an hinunter seyn die 300 campi, welche [99] einmahl dem Trevano zugehörig gewesen und der Überschwemung exponiret sey. Sie werden derzeit von dem officio pagatorial di Gradisca in Bestand verlassen einem Bauren per circa 5 oder 6 fl. jährlich und bekomt darauß nichtes alß strame. 10.00 linker Hand komt die roya di Terzo, gleich darauf rechter146 Hand die Natischa und grad vorauß fahrten wir auf der Fiumera d’Aquileja, welche da heist la Padoana. 10.30 arrivirt auf Aquileja. Allhier ist die Catedralkirche, dedicirt147 denen Hl. Hermagora et Fortunato und ist von dem Patriarchen Popone consacrirt worden den 13ten July 1031. Die alte Inscription ist in Stücken ausser der Kirche in148 der Maur eingemaurt. Und weil diese etwas hart zu lesen, so ist ein neuer Stein gleich rechter Hand bey Eingang in die Kirche eingemaurt zu sehen; und dieser Stein mit der Inscription ist anno 1496 eingesezt worden. Wan man in dem Thurn hinauf gehet, seyn 9 steinerne Stiegen heraussen, dan 10 von Holz, dan steügt über einige *hilzene* Stiegen hinunter und hernach seyn in Schnecken in einer Continuation biß in die Höhe 126 Staffeln, jede bey 1 Schuh hoch. Und ist das Außsehen überauß schen, da es umb und umb soweit das Aug tragt, lauter eben biß an das Gebirg von Carnia. Den 24ten May abends vor dem Spitalthor, ein Par Flintenschuß darvon, in dem Grapen an der Strassen *rechter Hand* nebst einen campo einige Münzen von Silber gefunden. Die Obrigkeit schickte gleich eine Wacht dahin und den 25ten darauf [100] Nachmittag hat man ein tieffer gegraben und 3 Haffen und Urne mit leuter silbernen altrömischen Münzen gefunden. Jeder suchte was davon zu haben, der Leüth waren vielle und tags vorhero, biß die Obrigkeit die Wacht dahin geschickt hat, wurde schon vielles davon getragen. Enfin, Br. Fin liesse die Leüth constituiren und alle Münzen deportiren, bekam aber deren nicht mehr alß bey 2.600 Stuck. Und diese schickte er nach Hof in ein Küstlein und man erwartet, was der Hof deßwegen resolviren und ob oder wieviel und wie denen proprietariis restituiren wird. Über dieses procedere und da er alle jurato constituiren lassen, verursachte viel Murren. Und wan künfftig jemand was findet, wird ers entweder verstecken oder sobald möglich ausser Land practiciren. Enfin, ich habe deren vom Hauß zu Hauß gesucht und in allen samt deren von Dr. Camillo überkomen 91 Stuck silberne erkaufft. Der Ermagora, wo wir logirten, sagte mir, das er deren über ein Mezen hätte erkauffen känen à soldi 5 l’uno, wan er gewolt häte. Da er sich aber der Obrigkeit und eines Process geforchten hat, er nichtes haben wollen und er glaubet, das mehreste sey ins Venedische transportirt worden. Hier seyn zwey Pfarren: eine die Catedral, von welcher oben gemeldet und diese ist unter der Jurisdiction des Capitels. Die andere Pfarrkirche ist dedicirt dem Hl. Johanni Evang/eliste/ und der Pfarrer heist Dr. Anto/nio/ Cuciati, ein gebohrener Venezianer. Weil er aber schon lang ist, so passirt er von einem Österreicher. [101] In denen Capitularfunctionen, alß Processionen, ist dieser Pfarrer obligirt darzu zu erscheinen, ohne das er dabey eine andere Figur macht alß ein anderer privatus. Dieser ist auch obligirt bestendig hier zu bleiben durch das ganze Jahre. Diese zwey geistliche jurisdictiones seyn auch in Civili distinguirt und formiren 2 weltliche jurisdictiones. Die erste, genandt In Pala Crucis, gehört unter das Capitul und dieses ist der Richter erster Instanz, welcher genand wird delegatus. Die andere Jurisdiction ist der vicecapitaneus, der benent wird vom Hof und ist derzeit sig. Philipo Gorzar. Beede diese jurisdictiones apeliren nach Gradisca an dem capitaine, deme sie subordinirt seyn. Derzeit bestehet das Capitul auß folgenden canonicis: 1. Conte Camuzio, decanus, ein Venezianer. 2. Ludovico Felice Romani, canonico e vicario imperiale, Österreicher. 3. Conte Ludovico Coronini, canonico e vicario archiducale, Österreicher. 4. Fran/ces/co Cosatini, canonico, Venezianer. 5. Gio/vanni/ Dom/eni/co Bertoli, canonico, Venezianer. 6. Leonardo Vezzi, canonico, nobile Veneziano. 7. P/iet/ro Pelegrini, canonico, Venezianer. 8. Gius/epp/e Vitorio, canonico, Venezianer. 9. P/iet/ro Urbano conte Franghipani, canonico, Venezianer. 10. Conte Rudolfo Desbruglio, canonico, Venezianer. 11. Fran/ces/co conte Franghipani, canonico, Venezianer. 12. 146 Pred tem prečrtano lincker 147 Popravljeno. 148 Popravljeno iz f | 71 1746 Junij Nicolo Coradini, canonico, Venezianer. 13. Giacomo Veriti, canonico, Venezianer. 14. Fran/ces/co conte Florio, canonico, Venezianer. 15. Fran/ces/co conte Mantica, canonico, Venezianer. [102] 16. Gius/epp/e Fabrizio, canonico, Venezianer. 17. Fran/ces/co Deganis, canonico, Venezianer. 18. P/iet/ro Paulo Capello, canonico, Venezianer. 19. Conte Gius/epp/e Manzoni, canonico e vicario patriarchale, Venezianer. 20. Davide Etorio, canonico, Venezianer. No. 8 aber seyn vacant und also zu ersezen. Die nomina hat der Pabst und der Patriarch alternativamente jedes Monath, id est in Jener der Pabst, Februar der Patriarch, Marzi der Pabst etc. Dan seyn noch 12 mansionarii, ein Sacristan und 5 sagi oder serventi. Weil hier in Somer die Lufft ungessund ist, alß gehen am ersten Sonntag nach Ostern nach vollendeter Officiatur alle weg. Und seyn obligirt wieder de ritorno zu seyn bey der ersten Vesper den ersten Sontag in Advents und dieses alljährlich. Von den Klosterfrauen seyn hier No. 30 dell’ordine di St. Benedetto. Diese haben keinen vorgeschribene Zeit zu ihrer Abreiß, doch pflegen sie gemeiniglich abzureisen den lezten May und retourniren Ende Novembris. Der Sacristan ist derzeit von dem Capitul Dr. Fran/ces/co Ermagora und ist obligirt, das ganze Jahr hier zu bleiben. Er hat auch curam animarum in der Jurisdiction des Capituls. Diese von Alters so renomirte Stadt ist nun in sehr schlechten Stand. Und dieses ist nicht soviel die Ursach der ungessunden Lufft, alß das der Wachsthum solcher der Republic Venedig viel zuviel Jalousie gibt. Folgsam die Republic durch ihre secrete Wege alles, was zu solcher Stadt und Lands aufnahm gutes und zwar leicht geschehen känte, zu impediren, [103] worinen sie auch maisterlich renssciret. Ich war curios zu erfahren, was vor eine Population allhier war vor, alß die Franzosen anno 1702 ed 1703 diese Stadt abgebrand hatten, umb zu sehen, ob sie seit deme auf- oder abgenohmen hat. Ich konte aber diese Notiz nicht haben, weil die Bücher deren Geistlichen nicht in bester Ordnung gehalten werden und habe nur von anno 1709 solche Nachricht erhalten känen, wieviel nehmblich alle Jahr getaufft und gestorben seyn und zwar in jeder von denen zwey Pfarren, alß in der Capitulpfarr: Gebohren 〈Jahr〉 Gestorben 5 1709 21 2 1710 2 6 1711 6 5 1712 8 8 1713 6 9 1714 12 5 1715 19 7 1716 10 7 1717 8 9 1718 8 4 1719 14 7 1720 12 10 1721 9 8 1722 9 4 1723 7 8 1724 10 5 1725 13 6 1726 14 6 1727 10 9 1728 12 4 1729 17 2 1730 16 3 1731 14 6 1732 10 4 1733 13 8 1734 9 3 1735 9 72 | 1746 Junij 3 1736 19 4 1737 11 6 1738 8 4 1739 4 9 1740 4 5 1741 16 3 1742 14 9 1743 8 11 1744 9 7 1745 5 221 403 Die anderte Pfarr: Gebohren 〈Jahr〉 Gestorben 16 1709 66 21 1710 41 30 1711 41 25 1712 32 21 1713 45 26 1714 42 27 1715 44 27 1716 36 38 1717 41 31 1718 50 35 1719 59 25 1720 49 35 1721 50 27 1722 49 34 1723 42 40 1724 53 18 1725 86 28 1726 71 27 1727 39 [104] 27 1728 41 22 1729 61 22 1730 57 30 1731 52 52 1732 46 26 1733 53 27 1734 59 19 1735 44 26 1736 48 30 1737 48 36 1738 57 25 1739 24 45 1740 51 28 1741 69 18 1742 83 37 1743 43 30 1744 40 38 1745 59 1079 1871 | 73 1746 Junij Gebohren in 37 Jahren Gestorben Suma in der Capitularpfarr 221 403 In der anderen Pfarr 1079 1871 Summæ 1300 2274 Komt also dem Mittel nach auf ein Jahr 35 5/37 61 17/37 NB. Die Ursach, warum in Aquileja weit mehr sterben alß gebohren werden, ist auch diese, das zu Aquileja das ainzige Spittal in ganz Gradiscanischen ist. Folgsam werden auß dem ganzen Land die Krancke dahin geschickt, deren also viellen daselbsten sterben. In einer Distanz von ein Paar Tausend Schriett vor der Stadt Aquileja ist an der Strassen [105] nach Terzo149 ein Kirchen von Hl. Stefano, dem Capitul gehörig und diese Kirche ist eine Probstey. Auf der anderen Seite von Aquileja, etwan ¼ Stund gegen den Dorf Viola, Stato Imperiale, und Belvedere, Stato Veneto, ist ein Kirchen genand Beligna, wo zugleich ein Par Hauser stehen. Diese Kirche gehort ebenfahls dem Capitul und ist eine Abtey. Auß diesen Ursachen hat das Capitul von Aquileja 3 vota bey denen gradiscanischen Ständen: das erste alß Capitul, das andere alß Probst von St. Stephano und das dritte alß Abt zu Beligna. Abends seyn wir von Aquileja abgereist in 2-sedie volanti in compagnia beeder Lovisoni, abgereist umb 7.00, passirt Terzo 8.00 und arrivirt auf Cervignan 8.30, wo wir übernachtet haben. Vor der Stadt Aquileja gleich bey der Kirche von St. Stephano fangt an eine altrömische Maur, welche zu einem aquæducto gedient hat und continuirt diese Maur biß zu der Mühl della villa di Terzo. Hernach aber sicht man sie nicht mehr biß wieder in einigen Dörffern in dem Venedischen Stato. Gleich ausser Zervignan ist das Wasser oder Fiumera di Zervignan detta Ausa. Auf diesem Wasser ist eine Brucke, welche zwischen den Osterreicher und Venezianer strittig war. Die Brucke ist 26 Schriet lang. Gleich über diese Brucke ist ein Hauß lincker Hand, welches ein Venezianer gebaut hat. Nachdeme aber die Venezianer von selben Confinen vertrieben worden, so hat man osterreichischer Seite das Hauß schäzen lassen und das Geld dem Venezianer offerirt und zu Gradisca depositirt; hat sich aber niemahls darum angemeldet. [106] Unweit von dieser strittig gewesten Brucken ist ein andere Brucke genandt il Ponte di Mezzo Miglio auß Ursach, weil *sie*150 ein halbe Milien von Zervinian ligt. Und diese Brucke ist nun die rechte Confin zwischen Osterreich und der Republic. Wir waren logirt bey dem Lovison, einem Bruder zu dem canceliere di Gradisca. Und abends kam zu unß ein gewisser alter Geistliche genand abate Biavi, welcher ein angehöriger zu die Lovison ist und war lang in Teütschland; ist wohl belesen und schrib historiam deren Vicekönige von Neapl, hat sie aber nicht herauß gegeben. 2. Heüt morgens seyn wir abermahls in 2-sedie volanti abgereist umb 4.30, passirt la villa di Saciletto 5.15, Stato Veneto, la villa di Berteule, Stato Veneto 5.25, la villa di Cavenzam 5.35, la villa Campo Lungo 5.45, la villa di Tapojan 5.55, arrivati alla Torre 6.15. Und weil heüt das Wasser etwas groß war und erst diese Nacht angelauffen ist, haben wir den traghetier gewartet biß 6.30, dan haben wir das Wasser in Schiff passirt und seyn arrivirt nach Gradisca 7.30 Vormittag. Hier haben unser Logirung bey den Capuciner genohmen. Zu Mittag haben gespeist bey dem capitaine Br. de Fin. Da waren auch bey der Taffel Gio/vanni/ Batt/ista/ Baselli, Lorenzo Baselli, Carlo Baselli, Dr. Anto/nio/ Brignoli, Fran/ces/co Salamanca. Abends seyn wir abgereist in des Postmeister von Görz Wagen mit 4 Pferden und war mit unß Philip Graf von Strasoldo. [107] Abgereist von Gradisca umb 6 Uhr abends, passirt die Brücke über Groina 7.20, Brucke über Lisonz 7.25. NB. Diese Brucke ist lang 70 Schriet. Arrivirt auf Görz 7.35 und seyn logirt bey dem Postmeister. 3. Zu Mittag hat Graf von Herberb/erstein/ und ich bey dem Landshaubtman Grafen von Burgstahl gespeist; die Taffel war von 12 couverts. 4. Vormittag seyn wir außgeritten in compagnia des Philip Grafen von Strasoldo nach Strasiz an dem Lisonz, den Orth zu besehen, wo der Graf von Herberstein eine Rehen will machen lassen. Dan waren in Visit bey Ant/ oni/o Grafen von Thurn und bey Giulio Grafen von Strassoldo. 149 Sledi še nepotrebna beseda ist 150 Nad prečrtanim zaimkom er 74 | 1746 Junij Zu Mittag speisten bey dem Landshaubtman und die Taffel war von 12 couverts. Nachmittag seyn wir außgeritten über Castanaviza in dem Wald Panaviz. 5. Zu Mittag speisten bey dem Landshaubtman in 12 couverts. Nachmittag gieng ich mit Graf Joseph Thurn ins seminarium, wo einige Cavaliers Balon gespielt haben. Da habe auch gesehen den jungen Br. Reventisch, den Br. Gallenfels des seeligen Joseph Sohn, dan den jungen Hueber. Abends habe mich verschwäzt mit Graf Joseph Thurn biß spatt. 6. Heüt speisten zu Hauß wegen des Posttag. Nachmittag ritten wieder in Panaviz und spätter waren in Visit bey Joseph Thurn. Heüt habe an der Landstrassen gemessen, wo in Panaviz eine Wisen, dem seeligen Roglovich gehorig, aufhört und der vergangene Fasten angesezter lebendige [108] Zaun anfangt, und biß den Orth Schesgani Hrast genandt, dauret. Diese Zaun also ist in allen lang 833 Schriet. 7. Zu Mittag speisten mit dem Grafen bey Graf Joseph Thurn in 17 couverts, war auch da der Landshaubtman. Nachmittag war ich in Visit bey der alten Gräfin Cecilia Rabata, Wittib, dan bey Graf Ant/oni/o Rabata. Spätter war bey mir der Palaviz in Nahmen der alten Rabata und erzehlte mir, wie schwach das sie stehet und das ihr Gemahl seeliger öffters ermahnt worden seye, allenfahls auf ihre wittibliche Versorgung zu dencken. Und da er allermahl gesagt, das bereits alles geschehen seye, fande man in Testament ihretwegen nicht anderes alß ordino al mio erede di pagar alla sig.a Cecilia mia dilesissima consorte il donntoli, und sonsten ist ihretwegen nichtes gewesen. Sodan haben sich untereinanderer æjustirt und sie soll täglich 7 fl. zu verzehren haben. In allen und jeden von die Capitation ist sie per 150 fl. taxirt, worüber sie sich nicht wenig beschwehret; sie ist intentionirt eine Pension anzusuchen. Palaviz erzehlte mir, das dem alten Grafen an der Intendenzabesoldung noch 10/m schuldig sey. Conte Ant/oni/o Rabata sagte mir, das Canal bey 6/m Seelen außmacht und Tolmino bey 19/m Seelen. Spätter war bey mir Marpurgo der Jud, dan der Dr. Cicio Spina, welcher sich in ellenden Stand mit viel Kindern befindet, [109] und mir geschworen hat, das er heüt den ganzen Tag nichtes wahrmes genossen habe. In seminario gibt er 3 Scholaren Lection in Fechten und ein jeder zahlt ihm monatlich 4 17ner. 8. Morgens waren bey mir die hiesigen Minoriten, welche zu ihrem neuen Kirchgebau bereits 3/c Stuck Baumer von weichem Holz und dan 2/c Stuck auch Baumer gratis erhalten haben. Und nun wieder umb ein mehres suppliciren und deßwegen bey Gr. Herb/erstein/ multes eingekomen seyn. Dan war da Graf Giulio Strasoldo, Periello, einige Juden, dan der Obereinnehmer. Zu Mittag speiste zu Hauß und war da auch der Periello. Nachmittag giengen alle miteinander einige von hiesigen telari di seta zu besehen. Dan gieng der Graf in die Gesellschafft und ich nach Hauß. Morgens war auch da der Marpurgo und der Golli, welche beede hier Wahsbleichen haben und beclagten sich, das sie von rochem Wahs, so zu ihrer Fabric dient. Wan solches auß Vngarn komt, Zehtner 3 per lb. bezahlen müssen über die ordinari Mauth, wo doch das nembliche rohe Wachs, wan es per Venezia passirt, nichtes bezahlt. Plura vide sub Gorizia, No. 33. 9. Morgens war da der Lovisoni. Dan fahrten mit Graf Herb/erstein/ nach Mesß in die Visit zu Graf Neuhauß, der eine Orzon zur Ehe hat, dan bey Graf Coronini, der eine Cobenzl (Cassandra) zur Ehe hat. Dan fahrten zu Landshaubtman, wo wir gespeist haben à 12 couverts. [110] Nachmittag war ich in Visit bey Sigmund Grafen von Athems, der eine Lantieri zur Ehe hat. Dan suchte den Leopold Grafen Strasoldo. Spätter war bey mir sig. Mafei, secretario della convocazione. 10. Morgens fahrten mit dem Grafen von Herb/erstein/ und Lovison den Wald Loch und den bey Zerniza zu besehen. Erster ist völlig in Marast, das wir zu Fuß niergends hinein komen konten, weil der Liack, eine torrente und mehr dergleichen rivoli keinen Außfluß haben und die Graben nicht gesaubert seyn. In der Retour stigen wir auß beym Waldhüterhauß in Panaviz, wo der Graf einige quæstiones an ein Waldhüter und einen Soldaten gemacht. Und weil solche mit der Wahrheüt nicht herauß wolten und an der Lug ertapet worden, hat er beede in instanti licenzirt und nach Triest ins Castell geschickt. Zu Mittag retournirten nach Hauß, wo wir gespeiset haben. Nachmittag war da Periello, Wichtenstein und spätter der canonicus von Aquileja Capello. | 75 1746 Junij 11. Morgens war da Graf Philipp Strasoldo, welcher mit Grafen von Herb/erstein/ wegen Strassich und der daselbst zu errichten vorhabenden Rechen und Legenstadt gesprochen hat. Zu Mittag speisen allein zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Rauchenberg, Wirth vom grossen Wirtshauß, deme m. L. mit dem Sartori anno 1732 ein Kind auß der Tauf gehoben. Dieser Rauchenberg recomendirt sich emploirt zu werden. 12. Morgens fahrten mit Grafen Herb/erstein/ und Lovisoni auf dem Lisonz, umb zu sehen, wie hoch das Wasser bey diesem Regenwetter angewachst ist. Und dan [111] besachen wir den Orth, wo der Graf ein Rechen anlegen lassen will. Da war auch der Wichtenstein. Dan fahrten zu Barmherzigen in die Meß. Zu Mittag speisten wir bey Landshaubtman à 12 couverts. Nachmittag spileten Billard und giengen spazieren. Spätter gieng ich mit Graf Giulio Strassoldo zu Br. de Fin, capitano di Gradisca, der heüt morgens hier ankomen ist. Dan war bey mir der Wichtenstein, der mit per Conto ex Ordre Österreicher 24 lr. erlegt hat. Spätter kam der Graf Herb/erstein/ nach Hauß mit Graf Philipp Strassoldo. 13. Morgens gieng ich mit dem Graf Herb/erstein/ nach der Meß zu Graf Ant/on/ Thurn wegen dessen Nachtisch. Zu Mittag speisten zu Hauß wegen des Posttags. Nachmittag waren Verschiedene da, unter anderen Periello, Capuciner, etc. 14. Heüt waren den ganzen Tag zu Hauß. Bey unß hat gespeist Lovisoni. Nachmittag schickte conte Gius/epp/e de la Torre zu mir und machte einige Difficultäten wegen der Sag, die Graf Herb/erstein/ nächst seiner Mühl verrichten und mit dem Mühlner, der den Grund von Joseph Thurn in emphitensin hat, sich zu verstehen willens ist. Abends erhielte ein Schreiben von Steinberg von Idria, welches ich gleich beantwortet habe. 15. Morgens war da Graf Corronini von Quisca, dan gieng ich mit Grafen von Herberstein in die Visit zu Br. de Fin, Haubtman von Gradisca, wohnhafft bey der Ursula Gräfin von Athems, gebohrner Grabiz. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war der Graf bey Ant/oni/o Thurn, ich aber war mit dem jungen Br. Reventisch bey dem Obereinnember Marburg. Dan suchte ich den Cobenzl, dan war ich bey Jesuiten, bey P. Rector Tedeschi, bey P. Pittoni und P. Ruck. [112] 16. Heüt hat sich Graf von Herb/erstein/ zum Landshaubtman zum Mittagessen zu komen wegen Geschafften entschuldigen lassen und speiste zu Hauß, ich aber beym Landshaubtman à 12 couverts. Nachmittag spielte daselbst Billard mit Graf Petazi,151 des conte Luigi Sohn, und dan war ich in Visit bey Cobenzlischen. 17. Morgens gieng mit dem Grafen einige telari zu sehen von gras de tour croiset. Dan waren in Visit bey Grafin Athems des Ferdin/and/ Gemählin, wo auch der conte Nicolo Strasoldo war, item der conte Fecechi de Udine, ein abate Mels. Dan waren in Visit bey den Cobenzlischen. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag kam der Ingenieur-Haubtman Verneda von Fiume vocatus von Herb/erstein/. Wir fahrten dan mit anderen über die Lisonz-Brucken zu der thurnischen Mühl, fahrten auch über den Isonz in Barcha auf Strasich und wieder zuruck. 18. Zu Mittag speisten zu Hauß und bey unß der Verneda und bliben den ganzen Tag zu Hauß. 19. Morgens erhielte von Lovisoni von Gradisca ein Schreiben durch einen Expressen-Dragoner, den ich gleich wieder zuruck depechiret habe. Es betriff die Rabote, die der Br. de Fin zu Errichtung des Rechens auf dem Isonz-Fluß herauff schicken wird und dan machen mit Herb/erstein/ nach der Meß eine Visit bey Nicolas Strassoldo, der eine Br. Trezi zur Ehe hat. Zu Mittag speisten bey Landshaubtman à 12 couverts. Nachmittag spielte Billard mit Graf Neuhauß. Im Nachhaußgehen incontrirte ich einen Dragoner von Gradisca mit einem Schreiben an mich von Lovisoni. Retournirte zu Landshaubtman und debatirte mit Herberstein, was ihme zu antworten sey und gieng nach Hauß, depechirte den Dragoner an Lovisoni. 151 Pred tem prečrtano Petze 76 | 1746 Junij Spätter war bey mir Doctor Matalona und abends retournirte [113] Graf Herberstein nach Hauß. 20. Heüt den 20ten morgens war bey Grafen Mr le Comte, der gester von Triest hier angekomen ist. Zu Mittag speiste zu Hauß und war an der Taffel Verneda, Trezzi und Busch à l’ordinaire. Nachmittag waren Verschiedene bey unß. 21. Heüt waren eben den ganzen Tag zu Hauß. Zu Mittag speisten wir wie gester. Nachmittag war da Mr le Comte, Obereinnember von Wien. Vormittag der junge Graf Lantieri. 22. Zu Mittag speisten bey Landshaubtman à 12 couverts; war auch da Mr le Comte. Nachmittag spielte Billard mit Herb/erstein/ und conte P/iet/ro Strassoldo. Bey mir war sig. Dom/eni/co Bando di St. Giorgio, der mir 12 silberne und 3 kupfferne Münzen brachte. Erste habe ihme jedes Stuck à kr. 17, andere à kr. 3 bezahlt. 23. Zu Mittag speisten zu Hauß und war an der Taffel Verneda, Trezi, Pusch und Vogtberg und Lovisoni. Nachmittag fahrten in Panaviz spaziren. Heüt hat man erstemahl angefangen auß dem Panäviz das Holz zu den Rechen auf dem Lisonz zu führen mittels der Gradiscaner Robote. 24. Zu Mittag speisten zu Hauß wie gester. Nachmittag war da Graf Giulio Strassoldo und Radeucich. Dan giengen alle miteinander ins seminarium den Ballon spiellen zu sehen, da auch vielle Noblesse, Cavaliers und Dames waren. Abends war da Graf Giulio Strassoldo und der alte Radieucic. Und gegen der Nacht hat man etliche hundert Schwermerlein auf dem Traunig unter die Leüth geworffen, einige Ragetensteügen gemacht und ein Holzfeüer angezunden. 25. Zu Mittag speisten zu Hauß wie gester. Nachmittag fahrten zum Isonz-Fluß zu sehen, wie man an dem dahin geführten Holz zum Rechen die Præparatorien [114] macht. Es war auch da der Ant/on/ Thurn und Radeucich. Abends war bey mir der Wichtenstein und dan der Obereinnember Marpurg, item der Abraham Vitta porto von Triest. Obereinnember erzehlte mir, das die rigosi, die Mr le Comte hier einführen will, jeden Beambten odios machen und gleichwollen kein gutten Effect haben werden. Er sagt, das dieses Jahr in seiner Abwesenheit vielle Contraband gemacht, hingegen wieder relaxirt seyn worden, nachdeme die Partheyen vielleicht eben soviel haben spendiren und schmiren müssen alß die Contrabands betragen haben. Er sagte, hiesiger Fiscal Romano Buglioni und Eder hätten unter sich solches Blutgeld repartirt. Der Einnehmer von Aquileja (deme ein Instruction gegeben worden, das er alle Koffers der Cavalier oder wer sie auch wären ohne allen egard visitiren, niemahls 24 Stund von sein Ambt bleiben auch nicht negociren soll) hat sein Ambt in instanti resignirt, weil er kein Überreiter abgeben will. Er hatte Besoldung 24 fl. und zum Ambt zu gelangen hat ihn 18 lr. gekostet, die der hiesige Fiscal Buglioni und Eder gefressen haben. Enfin, Mr le Comte hat gedachte Mauth in Bestand verliessen per jährlichen 40 fl. Postmaister erzehlte, das wie der Einnehmer zu Resderto gestorben, er und der Adelsperg-Mautner-Inventurscomissarien waren. Der ältere Sohn des Verstorbenen war ihm schon etliche Jahr in Ambt substituirt, danach aber bey Vergebung des Ambts præterirt und kam dazu jemand von Fiume, der per posta nach Wien e de retour und daraussen 50 lr. regaliret hat. Heüt morgens war per Ordre des Herb/erstein/ constituirt und unter juramento examinirt der hiesige [115] Schulmeister in puncto Wichtenstein, den er bey der Hofcamer alß einen untreüen Beambten angegeben hat. 26. Morgens war bey mir Dom/eni/co Bando, Einnehmer zu St. Giorgio, der ebenfahls lamentirt wider diese neue Mauthreglemens von Mr le Comte und scheinet auch resigniren zu wollen. Zu Mittag speisten bey Landshaubtman à 12 couverts; unter anderen waren auch Dames alß die Cassandra Corronini, die Cobenzl, die Corronini von Quisca und ihr Schwester die Reschauer. Nachmittag war bey mir Gio/vanni/ Batt/ist/a Monari, Mautner von Aquileja, welchem gedachte Mauth der canonico Romano procuriret hat und ihme gesagt, das er etwan ein 4 fl. spendiren muß. Ex post aber muste er ihm 332 lr. 7 〈sl.〉 zahlen und Romano sagte, das er soviel dem Eder zu Gräz habe spendiren müssen. Monari hat nicht wenig deßwegen lamentirt, den sein Besoldung ist nur 24 fl. rendirt, den ærario ein Jahr ins andere 30 fl. | 77 1746 Julij und höchst 40 fl. Mr le Comte wolte ihms umb 40 fl. in Bestand geben, ex post aber muß er den Fahlergemerck haben und wilß nun nicht mehr arrendiren. Gedachter Monari hat mich ersucht ihme einige monete antiche d’Aquileja zu leichen, die er verspricht nächstens zu restituiren. Ich habe ihm 8152 Stuck gegeben, die er dem Mr le Comte regalirt hat. 27. Zu Mittag speisten zu Hauß und Graf Philipp Strasoldo in compagnia. Nachmittag fahrten auf Strasich zu sehen, wie man an der Rechen zu arbeiten den Anfang gemacht. 28. Morgens war bey mir Thomas Tauber von Lack gebührtig, den ich vor ein Bedienten meiner Kinder aufgenohmen, von ihme die ordinari Besoldung [116] der 36 fl. versprochen habe mit Condition, das er sein Reiß biß Wien auf aigne Unkosten mache und erst daselbst sein Jahr antrette. Dan war bey mir P. regens vom hiesigen seminario, der mir zugleich ein stampilio von dem instituto gegeben hat. Bey Herb/erstein/ war Br. de Fin und 2 andere Gradiscaner. Erster war auch bey mir. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag waren Verschiedene bey unß und abends gieng der Herb/erstein/ in die Gesellschafft zu Landshaubtman. Ich aber blib zu Hauß und waren bey mir die Marpurghi, Dr. Cicio Spina und der Lovisoni und Periello. Die Marpurghi offeriren sich, das filatojo zu Fara (allenfahls Periello solches nicht länger haben wolte) zu übernehmen gegen die gwohnliche 800 fl. jahrliches Bestand. 2do, vor die Mauth 1.200 fl. mit der mehrern Obligation, das wan mehr eintragt, mit dem ærario halbiren zu wollen. 3tio, obligiren sich den Einkauff der Galletenseiden jederman frey zu lassen und kein Præferenz von anderen prætendiren zu wollen. Geben auch die Freyheit, das ein jeder, wer da nur will, fornelli errichten und nach sein Belieben die Seiden ziehen kan. Stehet auch jederman frey Hand, filatoi aufzurichten. Mit allen deme obligiren sie sich, soviel Seiden alß biß dato unter Periello geschehen, auf dem filatojo zu Farra verarbeiten zu wollen und über das noch wenigst 1/m lb. mehrer. 29. Morgens suchen mit Herb/erstein/ den Graf Rabatta; war nicht hier. Dan waren in Visit bey Giulio Graf Strasoldo. Zu Mittag speisten bey Landshaubtman à 12 couverts, dan spielte Billard mit Herb/erstein/. Der Landshaubtman lamentirte gegen mir, [117] das Herb/erstein/ in stilo einen unangenehmen und nicht gebrauchigen modum gebrauche; 2do, das er ihme die Cameral-Urbaria nicht extradiren wolle, ohngeacht er solche krafft Resolution de dato Wien den 15. und Gräz den 18. dieses zu Formirung des Giltbuchs unentberlich haben muß. Heüt morgens habe den neuaufgenohmenen Bedienten Thomas Tauber von hier nach Wien abgeschickt und ihme à Conto seiner Besoldung 6 fl. bezahlt. 30. Morgens fahrte ich mit Herb/erstein/, Mr le Comte und Verneda nach Fara besachen daselbst das filatojo. Dan speisten bey der Pfarrer Brignoli. Da war an der Taffel Herberstein, Graf Strasoldo Comendant zu Gradisca, Pfarrer, sein Mutter und Schwester, Mr le Comte, Verneda und ich. Vormittag war ich mit dem Pfarrer in der Kirche, wo ich den Rizardo Graf St〈r〉asoldo und sein Frl. Tochter gesehen. Dan waren bey den Dominicaner, wo 13 patres und 5 fratres seyn. Dan nel monisterio delle poverelle, deren 30 seyn. Ich sache auch in der Pfarrkirche ein altes Weib zum Begraben exponirt, wo ihre Angehorigen über dem Korper gewainet und laut geschrien haben auf die alte morlachische Arth. Nachmittag oder besser zu sagen abends nach 7 Uhr seyn wir retournirt und umb 9 Uhr zu Görz arrivirt. 1746 Julij 1. July. Morgens waren beym Grafen le Comte und Periello wegen künfftiger condota des filatojo. Zu Mittag speisten allein und war auch da Verneda. Nachmittag gieng der Graf in Visiten, ich aber zu P. Petris, der mir sein alte Münzen gezeügt hat. Dan suchte Br. Tacco. Spätter war [118] bey mir Periello, der sehr lamentirte, das man ihn etwas hart haltet und scheint wenig Lust zu künfftigen condota des filatojo zu haben, wie er sich auch des præsidii beym giudizio mercantille liberiren will. Er batte mich mit Herb/erstein/ zu reden, ich aber riethe ihm sein Sach selbst vorzustellen. Spätter kam Herb/erstein/ von Lisonzo nach Hauß, dan gieng er mit dem Ant/on/-Turnischen auf dem Traunig spaziren; dan bliben beysamen biß 11 Uhr. 152 Pred številko prečrtano No 78 | 1746 Julij 2. Morgens ist Mr le Comte von hier weiter nach Kärnten abgereist in seiner Wagen mit 6 Pferden und ein andere von seiner Suite mit 2 Pferden bespandt. Dan war bey Herb/erstein/ Periello, Graf Coronini von Tolmino und andere. Zu Mittag speisten zu Hauß und bey unß Graf Philipp Strasoldo, Verneda, Trezi, Pusch und Postmeister. Nachmittag war da Graf Giulio Strasoldo, mit dem ich abends zum Isonz gegangen bin und haben daselbst 4 Pfeiller bereits an sein Orth in Wasser gesehen. Graf Herb/erstein/ ist hinauß geritten, waren auch daselbst Cavaliers und Dames. Abends gieng Herb/erstein/ mit dem Ant/on/-Turnischen auf dem Traunig. Heüt Nachmittag hat sich die Postmeisterin ein hölzenen Spiz von Lerchen in Fensterwaschen in den Daum gefahrlich eingestossen und curirt sie des Armenier sein Aydam. 3. Morgens war bey mir Br. Tacco, Verneda, Lovison. Zu Mittag speisten bey Landshaubtman à 12 couverts. Nachmittag waren wir alle bey der Mission des P. Musoco, der solche auf dem Plaz und zwar heüt das leztemahl gehalten, [119] auch den pabstlichen Seegen gegeben hat. Wir waren auf dem Landhauß, die Hausser und Fenster waren auf dem Plaz voller Leüth und der Plaz selbsten völlig angefühlt, so das wohl bey 5/m Personen werden zugegen gewesen seyn. Von dar giengen in die Gesellschafft zu Landshaubtman und dan nach Hauß. Heüt morgens war auch bey mir der Monari von Aquileja. 4. Morgens war bey mir der Monari von Aquileja, der mir gester die ihme gelihene 8 Stuck alte Münzen restituiret hat. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag umb 7 Uhr ist Graf Herberstein mit Graf Philipp Strasoldo auf Romans gefahren zu Br. Lanthieri. Bey mir war Doctor Matalona. 5. Morgens war ich bey General visconti Torres, der mir sein Münzstudia gezeüget, auch einige Stuck regaliret hat. Dan *war* bey mir der Wichtolich und Lovison. Zu Mittag speiste zu Hauß mit dem Postmeister, Pusch, Trezzi und Verneda. Heüt habe das153 m. S. von abbé de St. Pierre von Wienn erhalten. Nachmittag bin ich mit Wichtolitsch auf Ruppa gefahren, umb zu sehen, wie man vor Jahren intentionirt war, daselbst über den Wippach-Fluß ein Brucken zu bauen und wie andere intentionirt waren, solche zu Petsch zu errichten, da auch154 ober Ruppa einen Brucken zu Merna ist und ein andere zu Rubia. Wichtolitsch hat zu Ruppa ein Landgüttl von 174 campi, die er gut cultivirt. [120] Wichtolitsch erzehlte mir, das seit er Waldmeister ist, haben die venezianische Kauffleüth 220 gutte und choisirte Eichbaumer per Ordre der Wiener Hofcamer auß dem Panaviz erkaufft, das Stuck per 5 fl. Abends bin ich in compagnia des Ingenieur-Haubtman Verneda in einer sedia volante von Görz abgereist umb 10.30, passirt die Isonz-Brucken 11.00, 6. nach Mitternacht umb 12.30 passirt Fara, Gradisca 12.45, arrivirt auf Villess 1.45, alwo ich den Grafen von Herberstein, der von Romans und den Br. de Fin, der von Gradisca dahin gekomen, bereits angetroffen habe. Wir seyn sodan alle vier in des Br. de Fin Wagen mit 4 Pferden bespand von dar abgereist umb 2.15, arrivirt an das Dorff Fiumicello, welches über 4 Milien lang ist umb 3.35, arrivirt in des Br. de Fin sein casa dominicale 4.30, abgereist 4.50, arrivirt zu Fluß Tiel umb 5.45.155 NB. Hier ist ein Marckstein, welcher die Gräniz scheidet zwischen dem Hauß Osterreich und der Republic Venedig. Und ist dieser Stein gesezt worden anno 1635 den 27. May von denen, damahls zu dem Ende deputirtgewesten Respectionencommissarien, alß von Graf Anton Rabata, gewesten Haubtman zu Gradisca und den cavaliere Priuli, gewesten General von Palma. Gleich daran an ist lincker Hand ein kleiner Canal genand la Cava. Über diesen Canal ist eben ein solcher Stein gesezt auf der anderen Seiten, welche beede Steiner circa bey 500 Schriet außeinander Stehen. Hier haben wir 153 Morda bi moralo slediti še Buch von 154 Popravljeno. 155 Popravljeno. | 79 1746 Julij unß auf dem Tiel156 embarquirt und seyn hinunter gefahren biß [121] in die Marina oder Lagune. Der Tiel ist tief, wo wir unß einbarquirt hatten, 7 Wiener Schuh, dessen breite ist bey 30 Schuh. Umb 6.40 seyn arrivirt in die Gegend, wo sich der Tiel außbreitet und wo er über 14 Schuh Tieffe hat. Umb 6.50, da wir schon weiter in der Marina waren, seyn wir retournirt und also ex post umb 7.05 wieder imbochirt in der rechten alveum des Tiels. Gleich bey der imbocatus lincker Hand ist ein Canal genand il Cavichio, welcher alla Madona di Barbana gehet. Dan seyn retournirt an dem Orth, wo wir unß einbarchirt hatten umb 8.00. Umb eben selben Zeit seyn wieder in dem Wagen eingesessen und passirt *rechter Hand* den Ursprung des Canals Cava. Welcher Ursprung nichtes anderes ist alß ein Einschnit in den Lisonz*ato* und also ein Branche von Lisonz, der in dem Tiel sbochtirt. Umb 9 Uhr seyn ritornirt in das Hauß des Br. de Fin. NB. Hier hatten anstatt der Pferd schon vorhin Ochsen eingespand et sic haben wir solche nun außgespand und wieder die Pferd *ein*gespand157 und fortgefahren umb 9.15, passirt ein Fluß, genand la Mondina umb 9.40, über ein Zeit ein anderen Fluß, genand Li Sorgenti und effectivemens, dieser ist so schen und klar158 alß das schenste Forellenwasser. Da seyn wir bald darauf159 außgestigen auß dem Wagen und besahen hin und wider die argini oder Däme an Lisonz. Dan fahrten wieder und arrivirten umb 11.15 alla comenda di St. Nicolò, allwo der Comendator ist der frà servente Stefano Bacchiarotti auß Siena, gebührtig von der Religion160 di Malta. [122] Hier haben wir zu Mittag gespeist und seyn gut bewirtet worden. An der Taffel war der Haußpatron, id est Comendator, Graf Herberstein, Br. de Fin, 2 Gradiscaner alß Commissarien alle aque, id est der Lorenzo Baselli und Carlo Philipussi, der Haubtman Verneda und ich. Diese Comenda wird161 genand St. Nicolo di Levata. Von dar seyn wir abgereist umb 5.55, passirt ein Dorff genand Ruda 6.10, dan die famose Torre Vechia e Tore Nova 6.30 und seyn arrivirt auf Villess 6.50 alß der Orth unsers ersten rendez vous. Die Population von diesem Orth ist suo loco zu sehen, wie mir solche der Pfarrer selbst gegeben und bey dem wir abgestigen waren. Umb 7.40 seyn wir von hier wieder abgereist und zwar der Herberstein nach Romans zu den Lotierischen, Br. de Fin, Verneda und ich gegen Gradisca allhier ausser der Stadt, da wir umb 8.25 arrivirten. Br. de Fin fahrte in die Stadt, ich aber mit dem Verneda sezten unß wieder in die sedia volante und arrivirten und passirten den Lisonz zu Podgora in barca umb 9.45 und arrivirten zu Görz umb 10.15, alwo ich, der ich schon 48 Stund nicht geschlaffe, mich bald zur Ruhe begeben habe. 7. Zu Mittag speiste ich zu Hauß. Nachmittag war bey mir Br. Tacco, Lovison, Verneda, welcher lezte auch da gespeist hat. 8. Heüt gegen 3 Uhr mit anbrechendem Tag ist Graf von Herberstein von Romans allhier angelangt. Zu Mittag speisten zu Hauß. [123] Nachmittag war bey mir der alte Radeucich. Umb 5 Uhr bin ich mit Graf Herb/erstein/ Wachtl zu schiessen außgefahren in die Eben von Loch, haben aber nichtes angetroffen. Mit der Gelegenheit haben den Wald Loch völlig durchgangen und seyn abends voller Schwäsß retournirt. 9. Morgens umb 5 Uhr bin mit Herb/erstein/ auf Strasich zu Fuß, die Arbeith an der Rechen zu sehen. Retournirten dan umb 9 Uhr. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Cobenzl und Br. Tacco. Abends umb 6 Uhr bin mit Herb/erstein/ nach Strasiz geritten und retournirten nach 9 Uhr. Morgens war auch bey mir hiesiger Zeügwarth von Castell, der zugleich ein Ingenieur ist. 10. Morgens war bey unß der visconti Torres. Zu Mittag speisten zu Hauß. Abends gieng Herberstein in die Gesellschafft zu Landshaubtman. Bey mir war Wichtalitsch. 11. Morgens war da Lovison, deme der Herb/erstein/ die Instruction gegeben zu der Morgen anzutretten 156 Pred tem prečrtano Til 157 Začetni zlog aus- je prečrtan. 158 Popravljeno. 159 Prečrtano en 160 Popravljeno. 161 Popravljeno. 80 | 1746 Julij habender Waldungsvisitation in compagnia Ingenieur-Haubtman Verneda. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag waren bey mir 2 Franciscaner von Monte S/an/to. Der Guardian heist Moisé. Er sagte, er wäre zu Fiume gebohren, aber zu Triest erzogen. Zu Monte Santo seyn 36 di familia und unter diesen seyn 3 in ihrem hospizio zu Salcan. Später war ich bey P. Petris, der mir seine Münzen gezeügt hat. Herb/erstein/ war bey den Ant/on/-Thurnischen. Spätter ist er auf dem Traunig spaziren gewesen. 12. Morgens schickte mir P. Petris meine kupfferne Münzen decifrirter zuruck. [124] Zu Mittag speisten zu Hauß. Gegen Abend hatten wir mit Graf Herberstein sollen nach Tusculan fahren zu dem Doctor Matalon. Es hat aber Herb/erstein/ anderster resolvirt und umb hiesige Hiz außzuweichen, ist er umb 6.45 nach Romans zu den Br.-Lotierischen und will am Donerstag abends wieder hier eintröffen. Spätter, id est umb 8.30, sey von hier abgereist nach die Hoch- und Schwarzwälder in comissione der Haubtman Verneda und der Lovison, canceliere di Gradisca, und mit ihnen der Gio/vanni/ Batt/ist/a de Zorsi und der Lucas Roven. Der erste alß Ingenieur-Haubtman wird von den Wäldern und deren torrenten sowohl alß von Lisonz seinen cours das Dessein machen. Lovison wird das economicum untersuchen und einige Gebröchen releviren. Zorsi ist auch ein Ingenieur und peritus von selben Orthen und Waldern. Roven ist Schreiber in hiesiger kayserlichen Canzley oder wie man hier nennt, coadjutore del officio pretorio di Gorizia. Von dem Verneda und Lovison hat der Herb/erstein/ 2 muli und ein 3ten von deren Bagage von den PP. di Monte Santo entlehnet. Sie seyn aber von hier biß Tulmin in ein mit 4 Pferden bespandten Wagen gefahren, welchen der Jud, der die Bodaschen in der Chnesa per Conto Perr brent, aufgenohmen hat und fahrt mit ihnen. Von hier biß Canal rechnet man 4162 und von Canal biß Tulmin 3 Stund, in allen 7 Stund. Und der Jud zahlt von dem Wagen 50 lr. oder 10 fl. biß Tulmin und hat gedachter Wagen und Pferd von dem Wirten des grossen Wirtshausß aufgenohmen. [125] 13. Morgens war bey mir Giuseppe Vicentino, Mauteinnehmer zu Sagrado, der mir verschiedene Conten und Notizien von dem gradiscanischen Gebieth comuniciret hat. Er ist zugleich ein geometra und ein ehrlicher Mann. Dan war bey mir der Wichtolitsch. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag oder besser zu sagen gegen 6 Uhr fahrte ich mit dem Wichtolitsch in dem Wald Panaviz und croisirten selben hin und wider bey ein Stund lang und dan retournirten. Heüt Nachmittag hat Graf Herberstein durch den Pusch und Trezi dem Wichtolitsch alle seine und zernizische Bücher und Schriften nehmen und ins Hauß bringen lassen, umb solche zu untersuchen. Welches dem Wichtolitsch nicht wenig mißfallet, ob er sich dessen schon nicht mercken last. Spatt gegen 10 Uhr war bey mir der ältere Br. Tacco, der mich auf dem künfftigen Sonntag auf Mittagessen auf sein Gut St. Florian eingeladen hat, woselbst er eine Tauffsolemnität seiner 2 Frl. Töchter haben und vielle Noblesse tractiren wird, wie er mich auch ersucht hat, dem Grafen von Herberstein die nehmbliche Einladung zu machen, sobald er hier eintriff. Gester seyn hier passirt 5 schwer beladene teütsche Wägen. Diese seyn beladen mit der völligen Gallerie des Herzogs von Modena, welcher der König in Pollen per 100/m Doppien erkaufft hat mittels einen Venezianer nahmens Rossi, der in gedachten königlichen Diensten ist und die Mahlereyen wohl kennet. Die 5 Führen seyn accordirt von Padua oder selben Orthen biß Dresden per 1.400 lr. und werden von gedachtem Rossi begleitet. [126]163 14. Heüt morgens war bey mir der Monari von Aquileja. Zu Mittag speiste ich beym Landshaubtman à 12 couverts. Von den Dames war da die Cassandra Coronini, die Cobenzl, die Giulio Strasoldo und die Sigm/und/ Athemis und ihr Mutter. Nachmittag habe [mit]164 Landshaubtman und ex post mit Sigm/und/ Athems Billard gespielt. Gegen 6 Uhr bin ich nach Hauß. 162 Popravljeno. 163 Desni rob folija je v zgornjem delu pretrgan. 164 Verjetno. Beseda je zabrisana in spackana. | 81 1746 Julij 15. Heüt vortags nach 2 Uhr ist Graf von Herberstein von Romans hier retournirt. Zu Mittag speisten zu Hauß und bey unß Philipp Strasoldo. Abends bin mit Herb/erstein/ auf Strasiz, wo wir einige Dames und Cavaliers antroffen. De retour bliben wir auf dem Traunig, wohin auch einige Cavaliers gekomen waren und bliben biß nach 11 Uhr. 16. Morgens war bey unß Br. Taccò. Zu Mittag speisten ganz allein mit dem Graf, weil die anderen bey den Carmeliter zu Castanoviza speisten. Abends bin ich mit Herb/erstein/ außgeritten auf Tusculan zu Dr. Matalon. Bey Ruckkunfft ist Herb/erstein/ zu Ant/on/-Thurnischen und ich zu Hauß. 17. Heüt morgens bin ich mit Grafen von Herberstein in compagnia des Graf Ant/on/ von Thurn und seiner Gräfin von hier nach S. Florian zu Br. Taccò gefahren, allwo die Solemnität *der Tauff* zwey seiner Töchterlein celebriret worden [ist].165 Wir seyn abgefahren von Görz morgens umb 4.30, arrivirt zur Brucken über den Lisonz 4.45. Hier haben anstatt der 4 Pferd 6 Ochsen einspannen lassen und arrivirt darmit zu St. Florian umb 6.00. Hier war ohndas heüt die Kirchweiche. Umb Mittag circa ist die Solemnität der Tauff gewesen und die ältere Tochter, [127] die bey 6 Jahr haben wird, ist benahmset worden Maria Elena Lucina. Der Gevatter war der Landshaubtman und die Gevätterin die Gräfin Cassandra Coronini, gebohrne Cobenzl. Die andere Tochter bey ein Jahr alt war benahmset Maria Theresia Rosalia Camilla. Der Gevatter war Graf Camillo Coloredo zu Wien und in dessen Nahmen Graf Guido Cobenzl; die Gevätterin Gräfin von Edling, gebohrne Gräfin von Thurn. Zu Mittag speisten an 2 Taffeln 35 Personen und diese waren der Herr und Frau von Hauß, id est Br. Carlo Taccò, Gemählin Josepha, gebohrne Gräfin Coloredo, Landshaubtman Graf von Purgstall, sein Sohn Graf Wenzel, Sigmund Graf von Athems, Gemählin Josepha, gebohrne Gräfin Lantieri, Mutter des Grafen, gebohrne Gräfin Coronini *(Elisabetta)*, Gio/vanni/ Carlo Graf von Coronini, Gemählin, gebohrne Gräfin Cobenzl (Cassandra), Ferdinand Graf von Athems, Gemahlin, gebohrne Grafin Strasoldo (Clorinda), General Torres, Gemahlin, gebohrne Grafin Orzon (Francisca), Guido Graf von Cobenzl, Gemählin, gebohrne Grafin Montreschir (Benigna), Ellena Morelli des pagator von Gradisca Gemählin, ein Schwester zum Br. Taccò, Br. Fran/ces/co Taccò des Haußherr Bruder, Gemählin gebohrne [–]166 (Terentia), Graf Nicolo Strasoldo, [128] Gemählin, gebohrne Bssa. Terzi (Anna), Graf von Eril, der Geistliche Carlo Marinelli, der die geistliche Function gemacht, Joh/ann/ Seyfried Graf von Herberstein, Anton Graf von Thurn, Gemahlin, gebohrne Grafin Strasoldo (Maria Anna), conte Germanico della Torre, Gräfin von Edling, gebohrne Grafin von Thurn des conte Giacomo Gemählin (Rosalia), Ferdinand Graf von Lantieri, Gemählin, gebohrne Grafin von Purgstall (Chiara), Anton Graf von Rabata, Giulio Graf von Strasoldo, Ferdin/and/ Graf von Strasoldo Commendant zu Gradica, Leonard Graf von Neuhauß, Gemählin, gebohrne Gräfin von Orzon (Felicitas) und dan ich. Waren also in allen 35 Personen und war alles so gut alß magnific eingerichtet zu jedermans Vergnügen. Nachmittag, weil ohndas Kirchweiche war, so haben die gemeine Leüth biß in Abend getanzt. Das Außsehen von hier auß ist uberauß schen, die gegend heist Nelli Colli, wo der gutte Eggwein wächst. Dieses Hauß ist gebaut worden von dem seeligen Marzio Grafen von Strasoldo. Und dieses wird besonders angemerckt, das er Graf Marzio daselbst vieller Grundstück und kein Hauß gehabt. Nachdeme er aber die Grundstücke verkaufft hatte, baute er dasselbe Hauß. In dem Saal gleich ober dem Thor habe remarquirt einen Adler,167 welcher anno [129] 1740 etliche Tag vor des Kaisers Caroli VI. Tod daselbst erschossen worden, wo doch in selber Gegend dergleichen Vögl nicht gesehen werden. Enfin, zu einem Denckmahl ist folgendes chronographicum dabey geschriben: »Istis in Collibus profuga periit, quasi de morte augusti nostri prenuntia.« Man hat bey Gelegenheit dieser Begebenheit auch die Reflexion gemacht, das nach dem Tod des Kaiser, bevor noch ein Jahr passiret war, 5 Cavaliers in Friaul gestorben, welcher Initialbuchstaben in eben der Ordnung alß sie gestorben, den Nahmen Carlo außmachen und zwar: Coronini (Giac/omo/ Anto/nio/ conte) war alt Jahr 66 Athems (Fran/ces/co conte) 65 165 Beseda je nečitljiva, ker je bila popravljena in nato prečrtana. 166 Prostor za pri mek. 167 Orig. Aldler 82 | 1746 Julij Rabata (Ant/oni/o conte) 84 Lantieri (Bernardo conte) 83 Orzon (Anto/nio/ conte) 85 Jahr 383 Abends retournirten mit der nehmblichen compagnia. Fahrten von St. Florian ab umb 7.20, arrivirt mit 6 Ochsen zur Brucken umb 8.15 und dan mit 4 Pferden zu Gorz 8.25. Wir überlegten unß und giengen spätter auf dem Traunig spaziren, wo vielle Dames und Cavaliers waren und bliben da biß gegen Mitternacht. NB. Obiges Dorff St. Florian gehört unter die Pfarr Lucinico. 18. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag war bey mir P. Petris, deme ich 6 silberne Münzen verehret habe, weil er sich viel Mühe gegeben, mir mehr anderen zu decifriren. [130] Spätter war bey mir der alte Radeucich. Herb/erstein/ war bey Coroninischen zu sehen, wie man daselbst das Balon gespielt. 19. Morgens war ich mit Herberstein bey General Torres, alß welcher Morgen mit seiner Gräfin auf das Land verreist und erst den 12ten Augusti retourniren solte. Zu Mittag speiste bey unß der Gio/vanni/ Batt/ist/a Lovison von Cervignan und der Ermagora von Aquileja. Nachmittag ist der Herb/erstein/ mit Ant/on/-Thurnischen auf Strasiz gefahren. Ich aber war168 bey Graf-Erilischen den Balon spielen zu sehen. Spätter war bey mir der alte Radeucich und vorhero der junge Hueber. 20. Morgens, bald nach 4 Uhr bin mit Herberstein auf Strasiz geritten; gegen 8 Uhr seyn wir retournirt. Dan war bey mir sig. Giuseppe Vicentino, mudaro di Sagrad, mit seinem Sohn canceliere del conte Gio/vanni/ Batt/ist/a della Torre. Nach 9 Uhr gieng ich in Visit zu Graf Sigm/und/ Athems, der mir viel schene Collecten von allerhand alt und neuen Notizien gezeügt hat. Da habe unter anderen den conte Pianese kenengelehrnet, item den Obristwachtmeister einen Bruder zu Graf Sigmund Athems. Von dar retournirte gegen Mittag. Zu Mittag speisten zu Hauß und bey unß Graf Philipp Strasoldo. Nachmittag war da Gius/epp/e Vicentino mit sein Sohn. Spätter der Wichenstein, der mir abermahls gesagt, das der Rechen auf diese Orth, wie derzeit gearbeitet wird, die längste Zeit nicht wird verfertiget werden, weil imer an etwas [131] ermanglet, das man in die Hände nehmen solt. Er sagte, die Furlaner und Gradisca werden das Holz auß dem Walt niemahls zulanglich liffern. Wan aber der Herb/erstein/ erlaubet, will er selbst mit hiesigem Landshaubtman reden und hofft ohn anders gegen Bezahlung wochentlich bis 400 Wagen zu haben, da dan das Holz sozusagen auf einmahl auß dem Walt komen wird. Und er ist der Meinung, das man die Arweit mehr betreiben und an 4 Orthen gegeneinander arbeiten solte. Heüt morgens seyn in Mitte des Wassers 24 Baumer und an der Maur 11 Baumer festgestanden. Arbeitsleüth waren 46, dan mit den Maurern und ein Weib in allen und jeden 54 Personen. 21. Morgens war da Graf Ant/on/ Thurn, Graf Philipp Strasoldo, Graf [–]169Athems, abbate Brignoli und der alte Radeucich. Die Cassandra Coronini, der der Graf Herb/erstein/ ihre Ochsen in Panaviz zu wayden erlaubet, sucht, das ihro solches schrifftlich gegeben wurde, weil die guardiani des Viech nicht passiren lassen; hat deßwegen zu mir geschickt. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag oder gegen Abend ist der Herb/erstein/ außgeritten und spätter ist er auf dem Traunig spaziren gangen. 22. Morgens ist der Herb/erstein/ in Visiten. Bey mir war der Ingenieur von Idria, deme die communali di Gradisca zu copiren gegeben. Dan war bey mir der Furlani, der vorhero hier den Holzdäz gehabt. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Perizhoff, den der Perr von Laybach an mich addressiret hat. 168 Popravljeno. 169 Prostor za ime. | 83 1746 Julij Der Herb/erstein/ ist Nachmittag auch [132] spaziren gefahren mit den Thurnischen und andern und ist sehr beschäfftiget, da er am Sontag zu Straziz ein Bal zu geben resolviret hat. 23. Morgens war bey mir der Perizhoff, dan Graf Pianese. Zu Mittag speisten zu Hauß und bey unß der Perizhoff. Nachmittag war bey mir der Bando von St. Giorgio und der Perizhoff. Der Herberstein ist Vor- und Nachmittag mehrentheils ausser Hauß, theils in Visiten, theils die Disposition zu dem morgigen Bal zu machen. Pianese sucht seine intrade del vitto del Stato Veneto gleich anderen hiesigen Adl ohne aggravio und ohne Anstand einführen zu känen. Er findet Anstand beym Oberambt, will nach Hof recouriren und machen, das umb Bericht an Herberstein kome. Perizhoff findet, das der Jud des Perr angesezt und den Bottachen an einem solchen Orth zu brennen angefangen habe, wo man weder darzu noch von dort herauß komen kan. Sucht also, das ihme anstatt in der Chnesa andere Wälder bey Borsna, Petrou uerda, Kazenbach etc. assigniret wurden. 24. Morgens, etwas vor 4 Uhr gieng ich zu Graf Sigmund Athems, dan mit ihm und170 dem Pietro Anto/nio/ Grafen *Athems*,171 ein Sohn, und Ursula Athems seyn gefahren nach Unter Zirou, sein Landgut, allwo die Kirchweich war, was sie dasiger Orthen sagra172 nehnen. Daselbsten speisten wir zu Mittag und war an der Taffel H. und Frau von Hauß, id est Graf Sigmund Athems und sein Grafin Josepha, gebohrne Grafin Lantieri, Graf Ferd/inand/ Athems und sein Gr. Clorinda, gebohrne Grafin Strasoldo, Gio/vanni/ Carlo Graf Coronini und sein Gemahlin Cassandra,173 gebohrne Cobenzl, Graf Nicolo Strasoldo, Graf Ferd/inand/ Strasoldo Comendant [133] von Gradisca, Ludwig Graf Athems Oberistwachtmeister unter Hagenbuch, sein und des Sigmund Mutter Elisabeth, Pietro Anto/nio/ Graf von Athems, ein Sohn der contessa Ursula, Caro Marinelli, Geistliche, Graf Eril grand d’Espagne, der canceliere vom Hauß Gio/vanni/ Batt/ist/a Poli und ich, et sic in allen 15 Personen. Und waren recht gut tractirt. Nachmittag waren einige Tänz von gemeinen Leüthen zu sehen. Und sonsten ist die Gegend angenehm und schene Nachbarschafft. Sein Einkunfft bestehet pour le plus in Weinwourn jahrlich bey 40 Faß erbauth. Wir seyn von Görz abgefahren umb 4.45, passirt Lucinig 5.35, Mossa 5.45, die Torre Versa 6.45, arrivirt auf Unter Zirou 7.15. Abgereist von Unter Zirou Nachmittag umb 5.45, passirt die Torre la Versa 6.05, Mossa 6.45, Lucinig 7.05 Hier seyn wir in die Kirchen, allwo ex parte epistolæ an dem Seitenaltar ein schenes Altarbild zu sehen von der Heiligen Lucia, extra schen gemahlen und wird viel estimirt. Abgereist von Lucinig 7.15, arrivirt auf Strasiz 7.45. Alhier war schon die Menge von Adl, Cavaliers und Dames. Der Graf Herberstein gabe ein schenen Wäl auf der Wisen, alwo ein grosser Plaz eingefangen war. Nebst deme stund in einer kleinen Distanz ein Zelt, aufgespandt mit einer von allerhand Confecturen, wohl besezte Taffel und im Hauß war ein schener Sall mit grinen Tanenbaumen und Spiegeln sauber außgeziert. Alle diese 3 Orth waren wohl beleicht und umb 9 Uhr fieng der Bal auf der Wisen an, allwo man biß nach 10 Uhr und dan in dem Sal tanzete, 25. biß nach 6 Uhr morgens. Dan fahreten zu die Barmherzige in die Stadt und hörten die Meß. Ex post expedirte [134] ich die Post und gieng nach 9 Uhr schlaffen, welches auch der Herb/erstein/ gethan und erwachten nach 2 Uhr. Nachmittag da wir dan zu Hauß allein speisten. Nachmittag gieng der Herb/erstein/ in Visiten und ich blib zu Hauß. 26. Morgens war bey unß der verhayrate Br. Lattieri. Spätter gieng ich in die Meß, dan war ich bey Sigm/und/ Athems, wo ich mich auch beurlaubt habe; in simili bey dem Obereinnember. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag und Vormittag war Herb/erstein/ in Visiten. Bey mir war der Carl Pregl und ich hatte imer mit der Feder zu thun. Abends kam Herb/erstein/, gieng aber spätter spaziren mit den Eilischen und mehr anderen. Die vorige Nacht ist der Tinae ihr Bruder (da er einige Nachtvögl, die auf den Gassen Gottes gelästert, einer 170 Sledi prečrtano: sein Bruder Graf Ludwig Obristwachtmeister unter Hagenbach und 171 Nad prečrtanim imenom še Strassoldo 172 Nad tem s svinčnikom veliko mlajši pripis sacra 173 C iz g 84 | 1746 Julij bessern Conduite ermahnt und endlich ein Wasser uber den Fenster gegossen hat) mit einem Stein zum Kopff geschlagen worden. 27. Morgens war bey mir der Obereinnember, dan gieng ich in Visiten und umb Urlaub: erstlich bey der Cassandra Coronini, bey dem Nicolo Strasoldo, bey dem Giulio Strasoldo, bey der alten Rabata und bey Graf-Pianesischen. Dan habe gesehen das theatrum, das der Banden erbaut hat. Zu Mittag speisten zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Ferd/inand/ und Ludwig Athems, dan der Gio/vanni/ Carlo Coronini. Herb/erstein/ war Vor- und Nachmittag in Visiten. Abends, da er zu Hauß kam, war da der Philipp Strasoldo, der alte Radeucich und der Obereinnember. Die alte Rabata klagte sehr wider hiesigen Landshaubtman und das er sich von schlechen Leüthen regiren last, alß von dem Fiegl, Rosmini [135] und dergleichen und klagte, was ihro einmahl nicht dem theatro vor den stabile begegnet seye. Dem Herb/erstein/ machte ich heüt abends die Proposition, ob er mich nicht von der Fiumaner Reiß dispensiren und erlauben möchte, das ich gleich nach Triest gieng, weil ich doch gegen174 Augusti zu Wien eintröffen muß, folgsam zu Fiume oder Bucari abbrechen müste. Er war auch content. Heüt erhilte er ein Schreiben von Kinsky de dato 16. dieses, wo er ihm sagt, das er auß sein des Herb/erstein/ Brief am ersten ersehen, das der Fleischkreuzer zu Triest licitirt zu werden hat; verlangt nähere Außkunfft. Der Koch, cabinetsecretari, schickt ihm per Ordre de la reine eine nota oder Puncten wegen der Gräzer Berlfabric zur Erleüterung. 28. Morgens war bey mir Philip Strasoldo, mit dem gieng ich hernach auch zu Ferd/inand/ oder besser zu sagen Clorinda Athems, Ursula Athems, Ant/on/ und Germ/ani/co Thurn und die eilischen Fraüllen. Ich suchte Ant/ oni/o Rabata, war aber nicht anzutroffen. Ursula Athems lase mir ein Brief von Br. de Fin von Gradisca, der da enthaltet, das man wieder zu Aquileja etwas gefunden hat und zwar ein Kesßl mit Munzen, worunter gutten theils goldene waren, dan 6 verghe von fein Silber, jede 5 biß 6 lb. an Gewicht; 4 habe er bereits in seinen Handen. Die Münzen aber weiß man nicht, wohin oder in wessen Hände sie gekomen seyn. Br. de Fin befindet sich nun selbst alle basse. [136] Zu Mittag speiste bey unß Philip Strasoldo. Nachmittag haben eingepackt. Die Clorinda erzehlte mir, das ihro die Windischgräz 6/m fl. bey ihrer Verhayratung versprochen und solche mit 5 per % vielle Jahr verinteressiret. Nun aber seith einigen 5 Jahren circa mit Zahlung der Interessen zuruckgehalten und nur 2/c fl. à Conto bezahlet habe. Sie will sich erkundigen, ob dieses Capital negociren därffte und will mirs allenfahls nach Wien schreiben. Nachmittag war bey mir P. Rector und P. Petris. Gegen 5 Uhr machten wir unß reißfertig und reiseten ab von Görz 5.45175 in dem Graf-Herb/erstein/-Wagen mit 4 Postpferden bespandt. Arrivirt auf Podgora 6.05, passirt den Isonz in Barcha 6.15, lincker Hand passirt das Hauß der Grafen von Athems di Campagna 6.35, lincker Hand gelassen die Überfahrt zu Mainiza 6.55, arrivirt zu filatojo 7.10. Hier ist Graf Philipp Strasoldo, der mit unß biß hieher gefahren, außgestigen und gieng nach Fara zu sein H. Vatter. Wir continuirten und passirten Gradisca 7.20. Weiter unten incontrirten wir den Br. Ant/oni/o de Fin, der von Aquileja gekomen und erzehlte unß wegen des erst vor wenigen Tagen abermahls gefundenen Schazes in dem nehmblichen Graben, wo schon vorhero die Münzen gefunden worden. Und dieser bestunde in ein kupffern grossen Kessel Münzen, silber und gold und dan 6 oder mehr verghe fein Silber, jede 4 biß 5 lb. schwer alla grossa. 4 hat er bey sein Handen und die übrige ist verschwunden und ohne Zweiffel ins Venedische transportirt worden. Der incontro mit Br. de Fin war 7.35 und wir verliessen unß 8.00, arrivirten bey der Überführ an Sagrado 8.05 und passirten [137] den Isonz-Fluß 8.30. Hier haben ein wenig die Pferd rinfreschirt und abgereist 9.15. Umb 9.30 ist unß ein Pferd in dem Seitengraben über ein Man tief gefahlen, haben aber solches ohne Schaden bald wieder heraußgebracht. Arrivirt a St. Gio/vanni/ di Duino 11.30. Hier war zugleich ankomen ein von Triest bestelte brazera à 6 remi. 29. Haben unß also einbarquirt umb 12.45 und arrivirten zu Triest an umb 6 Uhr morgens. 174 Zlog ge- je popravljen. 175 Popravljeno iz 4.45 | 85 1746 Avgust NB. Von Görz biß St. Johanes seyn wir über Monfalcon und passirten mehrere Dörffer. Da es aber Finster war, auch niemand von unser compagnia die Dörfer zu nehnen wüste, habe keine ausser obgedachte notiren känen. Bey mir fande ich logirter (umb die grosse Hiz der Stadt zu evitiren) den H. Österreicher, dan kam zu mir Bonomo Stetner. Zu Mittag speiste ich in Castell bey dem Herberstein. Nachmittag gieng ich mit mein Geistliche zu der Trezin. 30. Morgens fahrte ich per mare mit mein Geistlichen, dem Stetner und Cavalier Vitali nach Panataleon, selbe Situation zu sehen. Fanden den Orth, wo man vor Jahren die Kriegs carenirt, gut und mehr Gelegenheit was guttes zu machen. Das Meer ist ziemlich tieff und à l’abri des vents du dehors. Hingegen hat man aller der Speculationen nicht nothig, wan man sich nur der Sitication von Triest, wie leicht seyn kan, bedienen will. Bey Zuruckfahren habe den zucko und selbe Tieffen die porporella und ein Par molare oder uralte moli in Wasser besehen. Zu Mittag speiste ich in Castell [138] bey Graf Herberstein, wo auch der Br. Ant/oni/o Marenzi in compagnia war. Nachmittag hat mir der Herb/erstein/ seine alte kupfferne Münzen, an der Zahl circa 350, regalirt. Spätter gieng ich mit meinem Geistlichen in die mandria des Br. Alessandro de Fin und besache eine Gegend, wie ich die Steiner zu meiner Possession mit mehr Comodität bringen känte. 31. 176 Morgens war bey mir Bonomo zize fazize mit sein Sohn. Dan der Pirinello, Israel Levi, tenente Noghero etc. und der Rocci. Spätter gieng ich zum Ambt und Predig zu die Jesuiter und blib daselbst beym Mittagessen. An der Taffel waren unser 25, worunter auch Graf Herberstein, der junge Br. de Fin, judices waren. Wir bliben daselbst biß gegen 6 Uhr, dan war ich in Visit bey Haubtman Conti, welcher vor 6 Wochen circa den 2ten Sohn bekomen hat. Dan war ich bey dem Koch und bey altem Bottoni, dan bey Ludovico Marenzi. Vorhero war ich mit Br. de Fin und anderen auf dem palazo zu sehen, wie der Ingenieur-Haubtman an dem Dessein von dem Triester territorio arweitet. 1746 Avgust 1. Augusti. Morgens war bey mir die Violaschin mit ihrer Tochter, die Bonomo Stetner mit ihrer Tochter, welche lezte mir von der Giussarischen vorgehabten Heyrath vielles erzehlet haben. Zu Mittag speiste ich in Castell bey Herberstein. Da war auch der Obereinnember und der Leütnant Thores. Ich brachte in Discours den schon vor 10 Monathen arrestirten Bandel ex ratione, das er auf ein von Torondolo falsch errichtete Boleten ein Sold pro sigillo darauf gedruckt hat. Enfin, Herb/erstein/ hat ihn stante pede auf freyen Fuß gesezt und die Verantwortung gegen [139] der Hofcamer auf sich genohmen, weil die Camer auf ihn vergessen zu haben scheinet. Nachmittag umb sieben177 Uhr bin mit Herb/erstein/ auf Monte Bello geritten und zugleich kam hinauß fahrend die Costanzin mit ihren 2 Töchtern. Bliben daraussen biß gegen Mitternacht und retournirten zuruck nach 1 Uhr nach Mitternacht. 2. Morgens waren bey mir Verschiedene, unter anderen Br. Lodov/i/co Marenzi, die Spagnoleta etc. Zu Mittag speiste bey Herberst/ein/, welcher Morgen oder Übermorgen abzureisen gedencket. 3. Zu Mittag speiste bey Herberstein. Nachmittag machte ich verschiedene Visiten und besache auch mein Possesen. 4. Zu Mittag speiste bey Herb/erstein/ und habe mich zugleich beurlaubt, welches ich auch bey verschiedenen anderen in der Stadt gethan. Dem Grafen von Herberstein habe ich noch zu Görz vorgestelt, wie das ich nur auf 6 Wochen von Wien außzubleiben vom Hof die Erlaubnus gehabt und wie ich solche mir noch biß Ende Augusti zu prolongiren ansuchte, ist mir dieses zwar, jedoch nicht mit der angehofften Facilität accordiret worden, wie ich ihme des Praundau Schreiben de dato [– – –]178 gezeüget hatte. Enfin, ob ich schon recht gerne mit ihme noch nach Fiume, Bucari, Porto Re und Fusine gegangen wäre, weil ich mich aber in wenigen Tagen und da wir kaum 176 Popravljeno iz 30. 177 S je popravljen iz 7 178 Prostor za datum. 86 | 1746 Avgust dahin gekomen wären, hätte detachiren und wieder nach Triest hieher, wo ich noch mehr meiner Sachen mit mir zu nehmen hätte, retourniren müste, so fande er selbsten mein Antrag raisonable und [140] er dispendirte mich umb so leichter von der weitern Reiß, weil er noch selbsten den aigentlichen Tag seiner Abreiß von Triest nicht gewust hat. Übrigens, gleich wie mich die Königin auf meine Bitte mich dispensiret hatte nach Triest in Commissionen zu gehen, so bin ich ex post gleichwollen auf Ersuchen des Herberstein mit ihme hereingangen, hingegen mit der expressen Condition, das ich in Geschäfften nicht wolle emploiret sey. Und ich hatte mein Ursachen, die ich der Königin mündlich vorgetragen und sie capacitiret hatte, warum ich kein commissiones haben wolte. Ich hatte mich hingegen den Herb/erstein/ offerirt in allen, wo er meines Raths oder meiner Hilff nöthig hätte, Treü und aufrichtig dienen zu wollen. Graf Herberstein hat sich auch ex se offerirt, das ich in seiner compagnia keine Unkosten haben solle, wie er dan vor mich auch alles bezahlet und wie gedacht, durchauß in seiner compagnia franco gehalten hat. Und hatte kein andere Obligation alß die Ruckreiß ex proprio zu bestreitten. Sonsten aber hat Graf Herberstein den Nuzen von mir nicht, den er meines Erachtens hätte haben känen, weil vielle Sachen er bereits vorhero resolvirt und ex post executiret hat. Und bestunde sein Haubtsache nur in dem Reglement und besserer Einrichtung des Salznegocien und des Waldungswesen, wegen welchen lezten wir unß auch sehr [141] lang, wo nicht gar zu lang zu Görz aufgehalten, die Waldungen aber selbst zu besehen imer differiret, endlich aber gar nicht besehen hatten. 5. Morgens (nachdeme ich mir gester mein Reißkoffer von Oberambt (in krafft der neuen Einrichtung) habe obsigniren lassen) bin ich in einer Postcoless abgereist umb 5.15, Magdalena-Kirchen 5.45, Cattenara 6.15, Höche des Klutsch 6.40, Basoviza 6.50, Confin del territorio di Trieste an Berg Kocuscha 7.00, arrivirt auf Corgnal 7.30, abgereist von Corgnal 7.40, passirt den famosen Thal nahmens Ristnig 8.05, Divaz 8.10, Gabrie *Höche* 8.50, Gaberze 8.55, Senosez 9.00, arrivirt zu Præwalt 9.40. Zwischen Senosez und Prabalt hat der Postillion ohne seiner Schuld ein kleines Schweindl niedergefuhrt. Die Baüerin fieng anzuschreyen und zu lamentiren. Ich ließ stillhalten und bezahlte der Baüerin 34 kr., womit sie auch content war. Abgereist von Præwaldt 9.45, Hruschuje 10.15, Krasche 10.35, Brucken über die Piuca 10.34, arrivirt zu Adlsperg 11.00. Hier habe gespeist bey den Hueberischen. Dan war ich bey der Frauen von Creüzberg und ihr Sohn der Toderle war auch bey mir. Der Nicoletti von Lipiza hat auch bey Huebber gespeist mit einigen Geistlichen. Vorigmahls, wie Nicoleti die poledri nach Wien geführt, verehrte er 6 kleine silberne Canons dem Erzherzog Joseph, der sie so gerne hatte, das Nicoletti davor ein Trügl mit ein silbern Taffelservice [142] zum Recompens bekomen hat. Gedachte Canons hatte Nicoletti zu Turin erkaufft und sollen sehr schen gearbeitet seyn. Hueber will sein älteren Sohn künfftigen Oktober nach Wien ad jus schicken. Von Adlsperg bin ich abgereist Nachmittag 2.05,179 Planina 3.10, Lase 3.30, arrivirt auf Loitsch 4.30, abgereist 4.50, Höche des Bergs 5.15, Oberlaybach 5.45, abgereist 6.30, Na Logu 7.25, arrivirt zu Laybach 9.00. Da habe mein logement bey mein Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg genohmen. 6. Zu Mittag habe zu Hauß gespeist. Nachmittag gieng ich mit m. Schwager und dem Perr in mein Garten auf die Polane, dan in des Perr sein Pflanzgarten, deren Maulpeerbaume, wo er deren etliche Milionen hat. 7. Morgens fahrte mit meiner niece der Mariandl Utschan nach Lack zu meiner Schwester Frauen Maximiliana und retournirte gegen 1 Uhr Nachmittag wieder zu Laybach, wo just der Prinz von Hildburgshausen auß Croaten angekomen ist. Ich gieng gleich zu dem Fürsten-Bischoffen allhier, wo ich zu Mittag speiste. Von den Dames war daselbst die Grafin Orzon und ihr Tochter die Gallenberg. Nachmittag war ich mit m. Schwager bey der Frauen von Werthenthall, dan bey meiner niece der Frl. Kuschland. Abends war bey mir der junge Widerkher, der die Mariandl Utschan zur Ehe zu haben sucht. Hofft, das ihme sein Vatter das Güttel in Unter Crain ohn onerirter Abretten von ihm übergeben wird. Er schäzet es à 10/m fl. und [143] von mütterlichen hat er 1/m fl. Et sic hofft er leben zu känen. Abends war ich bey dem Obereinnember Kapuß und habe mir mein Reißkoffer wieder obsigniren lassen. 8. Morgens bin abgereist umb 5.45, Sau-Brucken 6.30, Feistriz-Brucken 7.30, arrivirt zu Potpetsch 8.15, 179 Popravljeno iz 2.15 | 87 1746 Avgust abgereist 8.25, Krasche oder Kraxen 8.45, arrivirt auf St. Osbald 9.40, abgereist 9.50, Hoche dergleich da ligenden Bergs Utschac 10.05, Hoche des Bergs Vsedech 10.15, Höche des Bergs Baba 10.30, Confinsaul zwischen Crain und Steüer 10.50, Na Lozitschi ein Dorff 11.00, arrivirt zu Franz 11.10, abgererist 11.45, Sann-Brucken 1.00, Sachsenfeld 1.45, arrivirt zu Cilla 2.45. Hier ist man an Reparation der Minoritenkirchen, die von denen lezten Grafen von Cilli anno 1241 fundirt worden, beschäfftiget. Man hat daselbst verschiedene grosse und schen weisse Marmorsteine unter der Erden gefunden und dan ein Par antique Maürn, die nur der P. Procurator, den ich daselbst stehen sachen, verehret hat. Abgereist von Cilli 3.30, Hochen Egg 4.15, Indeneng 4.55. Da habe ein Fürspann genohmen. Glashütten und daran eine See 5.20, Höche der Bergs 5.45, arrivirt auf Gonoviz 6.10, abgereist 8.05, arrivirt zu Marburg 10.30. Hier habe ein wenig außgeschlaffen. 9. Heüt morgens von Marburg abgereist umb 7.00, passirt die steinene Brucken 7.45. [144] NB. Auf dieser Brucken, da sie gebaut worden, trachteten die damahlige deputati des Herzogthum Steüer ihre Nahmen zu verewigen und sezten an die Seiten ihre Wappen sauber in Stein gehauen. Nun aber die Nachfolger, die auf die Conservation dieser Embelimenten kein Sorge tragen, lassen alles zerfallen und ligen einige Wappen lincks, die andere rechts auf der Erden, so das die memori von denselben bald verschwinden därffe. Passirt den Fuß des Berg Blauz 8.20, dessen Höche 8.50, arrivirt zu Ernhausen 9.10, abgereist 9.40, Landshaft-Brucken 10.10. NB. Weil hierherum und in specie in der Gegend Leibniz vielle antique haidnische Münzen gefunden werden, so ist mir gesagt worden, das solche ein gewisser Burger zu Leibniz nahmens Carl colligiren solle. Passirt eine Kirchen auf dem freyen Feld 10.45, arrivirt zu Wildon 12.00 just umb Mittag, abgererist 12.15, Carlau 2.35. Gleich da ist auch die Schrancken zu Unterschreibung der Bolleten, Recognoscirung der Obsignation, wo ich ohne Noth ziemlich lang aufgehalten war; in simili an Stadtthor, in simili bey dem Mauthambt in der Stadt. Arrivirt in Wirtshauß 3.15. Hier habe gesucht die Gräfin von Herberstein, war aber in landshaubtmanischem Garten mit ihren Fraülen und waren zuruck erwartet erst umb 1 Uhr abends. Dann suchte die alte Cobenzl, war nicht zu Hauß. Dan den Br. Egkh, war auch nicht anzutröffen. [145] Da ich nun niemand von denen, die ich suchte, angetroffen habe und deßwegen mich aufzuhalten nicht nothig fande, ersuchte den Canduzzi zu mir zu komen; schwäzten ein Zeit miteinander und reisete Nachmittag ab umb 5 Uhr. Erstlich, nachdeme ich auch den H. von Vtschan überall gesucht habe und niergends antreffen konte, fahrte ich nach Plabutsch, wo er eben nicht zu finden war. Prosequirte also mein Reiß und arrivirte auf Bencka 7.00, abgereist 7.15, passirt Fronleuten 8.10, arrivirt zu Rettelstein 9.10, abgereist 9.25, arrivirt zu Bruck 11.30, abgereist 11.50, 10. passirt Kapffenberg nach Mitternacht 12.20, arrivirt zu Merzhoffen 1.30, abgereist 1.45, arrivirt zu Kriegla 3.15, abgereist 3.30, arrivirt zu Merzuschlag 4.35, abgereist 5.00, am Fuß des Berg Semering 6.00, Höche 6.15, arrivirt zu Schottwien 6.50, abgereist nach der Meß 7.45, Glogniz 8.15, arrivirt zu Neukirchen 9.10, abgereist 11.00, Ginzenstorff 12.00, arrivirt zu Traßkirchen 12.45, abgereist 1.50, Neudorff 2.25, Wiennerberg 3.10, Lini 3.15, arrivirt zu Wienn 3.30, wo ich, Gott Lob, nicht allein gessunder angekomen bin, sondern auch mein liebste Gemählin mit unsern Kindern in besten Stand angetroffen habe. 11. Morgens war bey mir Mr de la Maison Neuve. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey unß Graf von Liechtenberg und Br. Valvasor. Spätter gieng ich zu Kueffstein, [146] dan zu Kollowrat, bey Maison Neuve, bey Bethanges, bey Prandau und leztlich bey Br.-Gansischen, wo ich anfangs m. L. abgesezt und nun abgehollet habe. Kueffstein erzehlte mir, wie noch alles in der Confusion ist. Er sagte, sich dem Kinsky öffters offerirt zu haben, das er wochentlich einmahl eine subdelegirte Commercien Commission halten und dan ihme referiren wolte, was zu thun oder zu lassen seye. Kinsky hingegen will dieses nicht, wohl aber, das er alle Abend etwan umb 9 Uhr zu ihm komen und mit ihm discouriren möchte. Kueffstein sagt, umb 9 Uhr gieng er schlaffen und mit Discouriren wird des Publici-Dienst nicht befördert. Kueffst/ein/ sagte: »Kinsky will nichtes lesen, wil sich nicht informiren und so känte es nicht gehen.« Enfin, er sagt, er wünschete, das er von allen Sachen frey und weit vom Hof wäre, weil man sich weder Ehre erwerben weder 88 | 1746 Avgust den Publico-Nuzen schaffen kan. Kueffstein sagte, meinetwegen mit Kinsky öffters gesprochen zu haben und das mich Kinsky gleich zu brauchen und zu emploiren versprochen habe. Da ich ihn aber sondirte, wie, was, wan, fande ich, das alles ohne Fundament ist und das Kueffstein eine Gutte vor mich hat und wünschete mich consolirt zu sehen. Er erzehlte mir auch, das leztlich die Königin wegen der heruntergesezten Ducaten und Tallern sein Mainung zu wissen verlangte. Und da er solche gegeben, wurde solche verworffen, worüber er sich nicht wenig [147] beschweret hat. Und sagte, das man ihn ruhig lassen solte, wan man sein Mainung nichtes gelten lassen will. Unter anderen sagte er, die Holländer Ducaten seyn auf 6 kr. herunter gesezt und der Schreder wechslet solche umb 14 kr. ein. Sonst aber ist er der Meinung, das bey diser neuen Patent wegen der Valutation der Münzen sein Verbleiben haben wird, ob sie schon den Landen sehr schädlich ist. Er ist auch der Mainung, das unsere Sachen immer schlechter gehen werden. Von dem Münzmeister, der bey der Bergwergscommission dem Zuana succedirt hat, sagt er, das er sey entété come un cheval de carosse. Wegen des Liechtenberg und Valvasor sagte er, das sie ein kürze von hier weggeschaffet werden, massen sie ridicule Sachen über dem Landshaubtman in Crain angebracht haben von Amoureten und dergleichen, das den Herrndienst nicht angehet. Er sagt, wan er den Auersperg zum Landshaubtman zu machen hätte, wurde er es nicht thun. Da er aber ist, muß ihn der Hof wieder die particularen sonteniren. Bey Graf Kollowrat habe unter anderen die gradiscanische porti und in specie Aquileja angerühmt und meldete, wie leicht solche emporzubringen wären und was von Vortheile darauß denen gesambten Landen zuwachsen känten. Kollowrat glaubte, das man daselbst nichtes guttes thun käne, ohne eben soviel denen übrigen Landen zu schaden et credit, das wan Aquileja peupliret wurde, andere Örther in Land depeupliret. [148] Wan Aquileja in commercio zunehmete, wurden andere Orthen in Landen abnehmen. Enfin, voici son raisonnement. Er sagt, das Banat und Temeswar tragte zur Zeit des Merci (welcher allerhand commercia und industrialia daselbst eingeführt hatte) in contributionali 70/m fl. und das Camerale bey 40/m fl., et sic in allen 110/m fl. Nachdeme nun alle mercische Einrichtungen (auf welche er Kollowrat nichtes haltet) zugrund gegangen, hat das Banat ohne Difficultät allein vor das Contributionale 200/m fl. verwilliget. Et sic concludit er, dergleichen neue Einrichtungen nur ideal und mehr schädlich alß nuzlich seyn. Pauvre public quel raisonement d’un ministre? Er sagte noch hinzu, das da der Merci vielle Population in das Banat auß180 Siebenbürgen gezogen, ist dadurch Siebenbürgen geschwächt worden. Diese Leüth seyn ex post erarmet und dan wieder ins Siebenbürgen retournirt. So hat das Siebenbürgen ex post anstatt wohlgestandene Unterthanen so vielle arme Leüth bekomen. NB. Der Lachmayr war gegenwertig, der bey seiner misteriosen und seriosen Mine stetts still geschwigen und unser Discours angehört hat. Kollowrat sagte mir gehört zu haben, das P. Manstorff zu Amsterdam und andere sagen zu Berlin gestorben seye. Abends war bey unß der Steinberg von Idria, welcher evitirt hat nach [149] Görz zu komen, umb den von Grafen von Herberstein über den Isonz-Fluß angelegten Rechen nicht approbiren zu därffen, weil ihme dessen gutter Effect dubios zu seyn scheinet. 12. Heüt abends war bey unß Mr de la Maison Neuve sich zu beurlauben. Er ist willens nach America auf St. Domenico zu sein Brudern zu gehen. Ich habe ihm eine Addresse an H. Österreicher nach Triest gegeben. Er ist von hiesigem Hoff nicht content. Die Projecten, die er hier eingegeben, umb Conquetten in Ost-Indien zu machen, seyn nicht approbiret worden. Er war an Br. Fitschner und Toussaint gewisen. Er sagt, das die 800181 Man, die er in der Insul Nigraise in Königreich Pegu gelassen, von selben König wehrenden Kriegen alle niedergemacht worden seyn. 13. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Abends war bey unß Graf Sigmund Atimis mit sein Bruder, welche erst heüt von Görz gekomen. 14. Zu Mittag speiste bey unß Graf Liechtenberg, Br. Valvasor, Steinberg, Albrecht und Roßman. Nachmittag waren da beede Grafen Atimis und abends giengen miteinander spaziren. M. L. aber war bey Frl. Ganß in der Gesellschafft. Vormittag war bey mir der junge Ständler. 180 Pred tem prečrtan zlog ge- 181 Podčrtano. | 89 1746 Avgust Heüt hat man schon wieder eine Conscription von dem Stadthalter von allen Haüsern verlangt, welche auch ich eingeben habe. Heüt ist die Fraulen Hofmeisterin [150] bey der regirenden Hofgräfin Philipi, eine gebohrne Maladey, in der Hofkirchen begraben worden. Abends bin ich mit den Athimis auf den Bastionen spaziren gewesen. 15. Nachmittag suchte ich den Bethanges, den Grafen von Liechtenberg und Br. Valvasor, die zwey Grafen Atimis, den Steinberg und den Albrecht und fande niemand zu Hauß. Bey mir war der Geistliche Luckantschitsch. 16. Morgens war bey mir Br. Valvasor, der mir seine Avanture erzehlte wegen der hagerischen Frl., die ihme von dem Himel proponiret worden und ersuchte mich deßwegen mit dem alten Br. Hager zu sprächen. Dan war bey mir der Francki. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. Da war der General Papalardo, der Caetaner Hochenfeld, dan ein Leüthnant und Fendrich von Kollowrat. Nachmittag zeügte mir der Kollowrat eine Schrifft von den Ständen auß Siebenbürgen und dessen darüber gemachte Critic. Der Hof befase der Regierung in Siebenbürgen, das sie die Obergespän ordentlich instruiren solle, massen sie biß dato ohne Instruction und nach ihrem Belieben operiret haben. Die Stände antworteten, das diese königliche Resolution bey dem Landtag vorgekomen und quod universis placuit wird auß Beylag zu ersehen seyn. Die Beylag enthielte, das die Obergespan keiner Instruction nöthig hätten, massen sie in Land ohndas das tripartitum haben, welches ihnen zu ihrer Richtschnur [151] dient. Wan man aber sie gleichwollen instruiren wolte, so känte solches von dem Rendambt geschehen, alß wo ihre Rechnungen eingegeben werden. Der referendarius von der Siebenbürger Canzley war deßwegen bey dem Feldmarschall Königsegg, welcher alles approbirte. Der Kollowrat hingegen nahm die Sach auß einem höchern Thon und machte einen Aufsaz, wo er die Conduite der Stande blamiret. Unter anderen meldet, das die Königin einmahl befohlen hat, das die Regierung die Obergespän instruiren solle, so muß diesen Befehl inhæriret werden, auf das die Stände lehrnen zu gehorsamen. Dan, wo es heüst quod universis placuit, sagte er, das dieser terminus placuit impertinent seye und das sie mit mehr Respect und Submission schreiben solte. Dieses will er heüt in Apartment der Königin vortragen und dahin antragen, das die Siebenbürger nicht imediate zum Königsegg gehen, sondern vorhero zum Kollowrat komen sollen, massen Königseg wegen aufhabenden viellen Geschäfften auf alle Sachen nicht attendiren, weniger dergleichen terminos (welche von grosser Consequenz seyn känten) releviren kan. Er Kollowrat hingegen will alles untersuchen und ex post selbsten dem Feldmarschall referiren. Er will auch die Königin disponiren, das denen Ständen zu geschriben wurde, das sie ein andere Schrifft mit dem gebührenden Respect und der schuldigen Submission heraußgeben und vor die passirte [152] eine Abbitte thuen sollen. Tout cela và bien man soll aber wohl bedencken, ob dergleichen resentimens derzeit de tempore seyn, da in Siebenbürchen ein Feüer des Mißvergnügens gliedeln soll. Die vergangene Nacht ist der Sohn des Carl Harrach, einige sagen beym Stock am Eisen und andere auf dem Hof, tödlich blessirt worden. Und man will, das er 2 Stich durch den Magen haben soll giovene Discolo, der stetts bey der Nacht herum flangirt und impertinent ist, auch immer liederliches Weibsvock practiciret. NB. In seiner compagnia war ein junger Graf von der Lipp. Umb 2 Uhr Nachmittag ist der Obrist Castilione alß Curier mit 11 Postilions und 2 Postmeister eingeritten mit einer victoriosen Nachricht auß Italien bey Piacenza. Nachmittag suchte ich den Camerpræsidenten, der aber nicht hier ist. Dan war ich bey Br. Hager wegen Valvasor, welcher von Sachen informirt war und zu dieser Heürath nicht uninclinirt182 zu seyn scheinet. Spätter fahrte ich zu der Herzogin von Hollstein in dem schablauerischen Garten bey dem Weißspaniern hinauß, machte ihro meine Aufwartung und holte ab m. L., da bey ihr zu Mittag gespeist. Sezte solche bey Frl. Ganß ab und gieng nach Hauß. Zu mir komen Graf Liechtenberg und Br. Valvasor und bliben biß nach 10 Uhr biß zum Retour m. L. Dem Valvasor sagte [153] ich des Br. Hager Meinung. Und weil die Frl. mit dem Graf-Oedischen zu Baden sich befindet, so hat er resolvirt Morgen hinauß zu gehen und sie zu sehen trachten. 182 Popravljeno. 90 | 1746 Avgust Heüt ist eben die Nachricht eingelauffen, das der General Bernklau und der lezten Action bey Piacenza tod gebliben. 17. Nachmittag waren bey unß die Atimis. 18. Vormittag fahrte ich mit m. Hänßl zu Graf Auersperg des Dismas Sohn, der gester von Prespurg gekomen. Dan fahrte zum Stainschneider beym Zeisel, von dar in die Bibliotec, wo mehrern angetroffen habe. Zu Mittag speisten bey unß die zwey Atimis, Graf Liechtenberg und Br. Valvasor, Graf Auersperg Lud/ovic/o und Graf Valdisott. Abends war ich bey Bethanges in Visit biß nach 10 Uhr. M. L. war bey Frl. Ganß. 19. Morgens habe dem Sigmund Grafen Attimis meinen Morery auß dem Kasten Lit. E No. 1 in 4 tomis gesand in Regal und darunter geschriben: »Fr. Hen. Jos. Raigerisfeldius183 Sigismundo Attemsio hoc amicitiæ pignus dedit Vindobonæ iduum Augusti MDCCXXXXVI.« Und habe auß der Ursach den 13. Augusti gesezt, weil er selben Tag hier angelangt ist und zu mir gekomen war und weil ich ihme dieses Buch noch zu Görz versprochen habe. Dan war bey unß Graf Opperstorff, der mir erzehlte, das sein Tochter mit Graf Troyer den 16. May versprochen und den 13ten Juni coppuliret worden zu Cremsirn in Mähren. Bey mir war Zebull mit dem Haude, welcher lezte expresse von Laybach hieher gekomen [154] auf Persuasion des Graf Orzon, umb seyn Privilegium auf sein Seidenfabric confirmirter zu haben, welches aber noch nicht geschehen ist. Indessen sagte der Haude, er habe an Schwandtner und die Kinsky sowohl Strünff alß gros detour umb solche Werth verkaufft, das er gelaubt hat sein Interesse zu erreichen. Das curioseste aber ware, das wie die Kinsky in der Gesellschafft erzehlte, wie wohlfeil sie die Sachen erkaufft hat, so schickten die folgende Täg verschiedene zu Zebull umb dergleichen Waaren. Er aber, umb auß der Sache zu komen, sagte kein solche Waar mehr zu haben. Nachmittag suchte ich den Bianchi, dan war ich bey General Ariosti, bey Vicecamerpræsident Br. Prandau, bey Cammerpræsident Graf Dietrichstein, Graf Opperstorff. Suchte auch den Grafen von Liechtenberg und Br. Valvasor. Bey m. L. war die Fraule Mathey und die Eilerin. 20. Morgens war bey mir der alte Radeucich, der gester Abend von Görz gekomen mit der Gelegenheit. Und weil mein Bediente Jean ohndas auß meinem Dienst außtrit, so habe ich ihn dem Radeucich vor ein Lehen-Laquey recomendirt, wie er dan auch zu ihm eingetretten ist. Dan waren bey unß die 2 Attimis. Nachmittag war da der Ariosti, General. Item der Bianchi, deme vor das passirte und biß heüt dato 15 Kremnizer Ducaten bezahlet habe. 21. Morgens war bey mir Benco, dan der Obristleüthnant Gerardi, dan die Nauetschan. Nachmittag war der Bianchi wegen des Maxl, deme [155] heüt Morgen zur Ader gelassen worden. Es war auch bey mir der Haubtman Fras und der Br. Hager. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 22. Vormittag waren da der Geistliche Roßman und die 2 Attimis. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Der Roßman erzehlte mir, das der Generaleinnehmer Br. von Gallenfels seinen Bruder zum Untereinnehmer erwählet habe. Und bittet mich imediate oder mediate an Gallenfels zu schreiben, das er an der von Roßman zu erlegen habender Caution der 5/m fl. kein Anstand haben solle, massen der Geistliche gleich die Disposition machen und solche erlegen will. Nachmittag war bey mir der alte Radeucich und der David Luzato. Lezter sagte mir, das lezt von Salonichio nach Triest gekomen und dem Zois gehörige Schiff erkaufft zu haben. Und wird nun solches nach Cadix abschicken mit einer Ladung von circa 100/m fl. In diese Expedition interessiren sich die Königin mit 25/m fl., der General Vasquez, Kinsky, Koch etc. Die Ladung wird bestehen in Stahl, Kupffer, eisene Pfanen, was weniges Leinwath; die Retour in Zucker, cochenille, indico und Drogerien. Bon commerce, mal appuyé. Luzato will trachten zu Triest eine Rafineri von Zucker, ein Wachsbleich und ein scorzeri einzuführen. 183 Popravljeno. | 91 1746 Avgust NB. Vor 23 Monathen hat Luzato auß den Modenischen *und Mantuanischen* 10 Vasser aqua vita über Triest nach Görz expedirt und nach Kärnten destinirt. Zu Görz ist ihme solche von [156] der Convocation arretirt und manu publicum nach St. Gio/vanni/ rispedirt worden unter Prætent, das solche transitus ihren Weinen schade und nannten die aqua vita figlia del vino. Die Sache184 machte Luzato bey Hof anhängig et ecce, erst über 23 Monath ist ihme diese aqua vita relaxirt und die Convocation in Spese condemnirt, auch die Execution mit königlichem Decret erst leztlich scharff anbefohlen worden. Ob darmit die Sach ein Ende hat oder nicht, lehret die Zeit. M. L. war heüt Nachmittag bey denen Ursulinerinen, wo ein Einlaß war. 23. Nachmittag war bey mir ein junger Geistliche nahmens Jorgnich,185 von Ogulin gebührtig, der einmahl famulus bey dem jungen Wolckensperg war. Dan war da der Geistliche Luckantschitsch. M. L. war bey der Van Swieten, dan bey Frl. Ganß. 24. Zu Mittag speiste ich bey Mr Van Swieten. Da war er und sein Frau und Tochter, die Lisette, dan Mad. Baret, Hofcamerdienerin, und ihr Bruder, dan der abbé Marcar, der bey Friedrich Harrach im Hauß ist, dan die 2 junge Van Swieten und ihr Hofmeister; in allen 10 Personen. M. L. gieng Vormittag zu der Herzogin von Hollstein in Garten. Blib da zu Mittagessen und abends war sie bey Frl. Ganß. 25. Morgens war bey mir Graf Veterani mit dem Roßmann. Nachmittag gieng ich mit dem Hänßl zu P. Debiel [157] wegen seines Nahmenstag. Und weil ich auch meinen Hänßl præsentiret habe, damit er in das neuaufrichtende Collegium Theresianum aufgenohmen wurde, so hat ihme (weil er primus promotor davon ist) wohl gefahlen und führte unß auf bey dem P. Provincial, der eben dieses beangenehmet und ihme Hänßl sein Protection versprochen hat. Dan fahrte mit dem Hänßl in die Favoriten oder derzeit Collegium Theresianum, wohin auch P. Provincial mit P. Debiel gekomen und traffen daselbsten auch den Van Swieten mit seinen 2 Söhnen an, welche auch scheinen ein Lust zu haben dahin zu komen. M. L. war bey den Ursulinerinen Nachmittag biß spatt. 26. Nachmittag war da der Haubtman Fräß. 27. Morgens waren bey unß die 2 Attimis, Nachmittag die Eilerin. 28. Morgens war bey mir David Luzato mit einem seinen Vetter. Erster beklagte sich, das Graf Herberstein ihme das Barletter Salz nicht theüerer alß à 40 s. il cablo bezahlet und solchen Preiß vor sich selbst gemacht habe. Nach der Meß gieng ich den alten Br. Schmerling, der den 26. dieses umb ½ 11 Uhr Vormittag gestorben, besprengen. Dan war ich en visit bey der Mathesern. Abends nach 8 Uhr hat man den Schmerling bey St. Stephan begraben. Nachmittag war ich mit mein Hanßl bey P. Hingerle, Brobsten, in Profeshauß zu sein [158] Nahmenstag zu gratuliren. Dan suchte den Graf Veterani und Roßmann, item den Heinrichen und spätter den Grafen von Schemburg, war aber niemand anzutröffen. Nachmittag war m. L. beym Laurenzerinen und abends bey Frl. Ganß. 29. Morgens war ich bey Graf Kinsky, dan war bey mir der Heinrichen. Zu Mittag speiste ich bey Grafen von Kollowrat. Da war Graf Schenburg, Bethanges, General Papalardo, Marinoni, ein Caetaner. Kinsky sagte, mit Herberstein ganz content zu seyn, ihn auch lieb zu haben. Hingegen stelt er ihm auß, das er gar zu punctilios und zu ardent sey und das er ihm leztlich geschriben, che vogliono in avenire corrispondere con più flegma. Wegen Eröffnung mehrer porti alß Aquileja etc., davon ich ihm gesprochen, sagt er, das mehrere porti zu mehrern contrabandi Gelegenheit gebeten. Mit den Grazern scheint er nicht content zu seyn, weil sie ihre privilegia, das sie was zu aignen Gebrauch nöthig haben, Mauth frey zu seyn prætendiren. Deme ist er zwar nicht contraire, hingegen sagt er, das sie von dem privilegio aburiren und introduciren, e. g. 400 Mezen Getrayd unter dem Prætent zu aignen Gebrauch und hernach verkauffen sie solches anderen. Er sagt, das er in comercialibus bald was anfangen will. Hingegen sagt er, das er mit den viellen Lesen der Acten [159] strachirt 184 e je popravljen. 185 Popravljeno iz Jorglich 92 | 1746 September wird und weiß nicht, was er thun soll. Ich ratete ihm, die alte Sachen nicht zu lesen und die Zeit darmit nicht zu kurz referiren lassen und dan auf dem Currens attendiren, alß welches præmuroser ist und schleinige Providirung erfordert. Er sagte, ich möchte vieleicht schon einige Extract haben und solche wären ihm lieb. Ich replicirte nochmahls, das er sich in alten Sachen nicht aufhalten, wohl aber auf Gegenwertiges vigiliren möcht. Wan er aber von ein oder anderen ein Extract haben wolte, so känte er mir befehlen. In der antechambre fande186 ich vielle Leüth, die Memoriale brachten. Ich fragte den Stracka, den ich da angetroffen, was dieses bedeüte? Er sagte, das nach jeziger Einrichtung ein jeder, der nur 50 fl. auß dem Banco verlangt, memorialiter einkomen muß, womit die arme Leüth viel Geld ohne Noth außgeben und mit dem Solicitiren Zeit verlühren. Ich fragte ihn, wie sonsten die Sachen gehen? Er sagte mir: »Schlecht, wie allemahl.« Abends waren bey unß die 2 Attimis und Haubtman Frast, item vorhero die Eillerin und ganz spatt der Luckantschitsch. Nachmittag war auch bey m. L. die General Ariosti mit ihrer Tochter. 30. Morgens war ich beym Erzbischoff und redete mit dem ceremoniario wegen Guido Grafen von Cobenzl, umb die Erlaubnus [160] zu haben, verbottene Bücher lesen zu därffen. Dan suchte den Landmarschall Ferd/inand/ Grafen von Harrach. Dan war ich bey Max/imilian/ Prandau und bey Daqueville. Nachmittag war ich mit dem Hanßl den Graf Auersperg zu suchen, der Morgen abzureisen hat, id est des Dismas Sohn. Dan suchte Graf Schemburg. Spätter war bey mir Bethanges mit einem chev. von Florenz. M. L. speiste zu Mittag bey der Herzogin von Hollstein und abends war sie bey der Frl. Ganß. 31. Nachmittag war bey unß Graf Saurau, canonicus zu Salzburg, der erst von Rom gekomen. Spatter war da die Eilerin. Saurau erzehlte, das die nehmbliche Brief, die man wider Lobkoviz nach Hof geschriben, ihme Lobkowiz communiciret worden sey, so das sich ex post die Wahrheit zu schreiben niemand mehr getrauet hat. 1746 September 1. September. Morgens kamen zu mir die zwey Attimis und der Graf Saurau. Wir giengen miteinander zu Mr de France, sein so schenes alß rares und kostbares Cabinet zu sehen. M. Hanßl war auch mit unß. Zu Mittag speisten bey mir obige 2 Attimis, der187 Saurau, Albrecht und Forlosia. Nachmittag war bey unß Mad. Van Swieten und der Roßmann. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 2. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Nachmittag war da Radeucich und abends war m. L. bey der Fraüle Ganß. [161] 3. Morgens war bey unß der abbé Rosman, dan der Wiesenfeld von Laybach, welcher vergangen Donerstag mit Br. von Flachenfeld hier angelangt ist. Des lezten Landschaftscommission bestehet haubtsachlich, mit dem Graf Konigseg Erbs ein Proviandt-Lifferungs-Contract mit Idria anzustossen. Rosmann erzehlte, das des blessirten Franz Harrach seine Cameraden du libertinage oder besser zu sagen, ihre Eltern die Ordre vom Hof haben, solche von hier wegzuschicken. Und diese seyn der junge Molard, Schlick, Herberstein und Kueffstein. Umb Mittag waren bey unß die zwey Attimis. 4. Morgens war ich bey dem ceremoniario des Cardinal-Erzbischoffs wegen Guido Cobenzl, der mir versprochen hat, sein Sache dieser Tagen zu depechiren. Dan war ich bey Landmarschall Ferd/inand/ Grafen von Harrach, deme auch des Obristleüthnant Grafen von Auersperg Brief übergeben habe. Sagte aber, das er ihn hart wird helffen känen, massen hier noch armere von Adl gibt alß er ist. Von die 2 Attimis, die er nicht kenet, sagte er, das sie von einem besonderen Caracter seyn müssen und in specie von Sigmund erzehlte er mir, das er vielle abordirt, ohne sie jemahls gekent zu haben und griesset sie so vertraülich, alß wan sie alle gutte Bekandte wären. Unter anderen sagte er zu dem quinquin Esterhasi: « Mon cher ami, je suis bien aise de vous voir en bone santé, vor Jahren seyn wir offt beysamen gewesen [162] in windischgrez- und colaltischen Hauß. » Esterhasi sagte, das er die 2 Hauser niemahls frequentiret 186 Popravljeno iz fang 187 Popravljeno iz u[nd] | 93 1746 September habe und das er sich seiner nicht erinnere. Dem abbé Sinzendorff sagte er, das sie zu Rom so offt beysamen gewesen wären. Sinzendorff replicirte, er wäre nie zu Rom gewesen. Attimis sagte, das er sich geirret habe und die connoisance hatten sie in Mayland. Sinzendorff versicherte ihn, das er niemahls in Italien war. Dem Graf Bickler sagte er, wie das er voll Erudition wäre und sey charmirt ihn zu sehen. Cependant comte Brickler: « N’a rien moins que de l’érudition. » Dem march. Poil sagte er: « Qu’il est plein de bons mots et cependant, il ne se pieque rien moins que de cela etc. » Enfin, Harrach sagte, die ganze Stadt sey voll von solchen Discoursen und der Conduite des Attimis. Dan fahrete auf Schenbrunn in der Mainung, die Königin wurde offentlich speisen, welches aber nicht erfolgte. Retournirte also nach Hauß. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. Da war Graf Ariosti, die 2 Attimis, Marinoni, Br. Schindlin, Rattgeb. Nachmittag suchte ich den Graf Saurau und Br. Flachenfeld. Dan war ich in Armenhauß, den blinden Sprachmeister zu suchen, war aber nicht zu Hauß. Dan war ich bey dem Heinrichen, wo ich auch die Frau gesehen und ihre Tochter, die den ersten künfftigen Jener 9 Jahr compliren wird. Spätter war bey mir der Radeucich. [163] M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Heüt hat mich Br. von Flachenfeld zweymahl gesucht. 5. Morgens war bey unß H. von Heinrichen, 2 Attimis, General Terzi und leztlich kam der Br. Flachenfeld. Wir giengen alle miteinander mit mein Hanßl ins Kayser- und dan ins Stadtarsenal oder Zeughauß. Nachmittag waren da die 2 Attimis. In dem kayserlichen Arsenal werden seyn bey 1.200 Canonen und beym Rottenthurn seyn auch 300, ergo bey 1.500 Stuck. Der Hof zahlt wochentlich an Reparation des Gewehrs bey 90 fl. Und davor liffert man auch alle Wochen bey 200 Flinten so saüber gepuzt und reparirt, das man sie von neuen nicht kennet. Alles Gewehr wird nun von gleichen calibre gemacht, id est 1 ½ Loth die Kugel. Und die Ladstack sey alle von Eisen, welche den Defect haben, das sie sich biegen. Der Arsenal-Leüthnant sagte, das er sich getrauete, umb den nehmblichen Werth stahlne Ladstäck zu schaffen oder das doch eine höchstens nur umb ein kr. theüerer komete alß diese von Eisen und die stahlne wurde sich nicht biegen. 6. Morgens waren bey mir drey Franchi, deren einer hier und der jüngere zu Graz die instituta gehört, der Geistliche aber absolutus theologus ist. Und erste hier, 2 lezte aber zu Graz studirten, nun aber alle 3 nach Graz gehen. Dan waren auch da die zwey Attimis. Nachmittag ist mein L. in Visiten [164] gewesen bey der Hollstein, bey der Van Swieten und abends bey der Frl. Ganß. 7. Morgens waren bey unß die Graffen Attimis. Nachmittag war bey mir der Agent Beck in Nahmen der alten Cobenzl, welche m. L. ersuchen last, ein Par alten Weibern ein Allmosengeld zu zahlen. Und damit m. L. solche kennen soll, will der Beck sie mit ein Zedl an m. L. begleiten. Es war auch da der Francki, der nächstens nach Laybach verreiset. Es ist ihme ein Schachtl mit Schuhen und ein Packetl mit Büchern, beede unter Addresse W/olf/ D/aniel/ Br. von Erberg consigniret worden. *Abends war bey mir H. von Steinberg.* Zu Mittag speiste m. L. bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. Gester hat man bey Hof auf 14 Tag die Klag angezogen nach der Doufinin, nach dem König in Spänien und dem König in Dänæmarck. 8. Morgens war bey unß Br. von Flachenfeld. Nachmittag war detto wieder da biß abends. Es war auch da der Hochenwarth und der Schifferstein, dan bey m. L. die Fraulle Pfeffershoffen mit einer kleinen ihrer niece. M. L. gieng spätter zu Frl. Ganß. Heüt Nachmittag gieng m. Hanß in compagnia der zwey Attimis, des Flachenfeld, das museum mathematicum bey Jesuiten zu sehen. 9. Morgens waren bey unß die 2 Attimis und Graf Saurau, canonicus. [165] Abends bin ich zu dem blinden Sprachmeister ins Armehauß, der mir versprochen am Sontag die Antworten zu geben. 94 | 1746 September 10. Morgens war bey mir Graf Sigm/und/ Attimis, der vorgester alß würklicher Cammerherrn resolviret worden ist. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. 11. Nachmittag war ich mit m. L. bey dem Heinrichen und seiner Frauen, einer gebohrenen Strasoldo. Dan bey dem Grafen und Gräfin von Andlern. Von dar war m. L. in Visit bey der Br. Knorin. Spätter fahrte m. L. zu Frl. Ganß. Ich suchte den General Wurmbrand und Bethanges, war aber keiner auß beeden anzutröffen. Heinrichen188 erzehlte mir, wie das der Prinz Wenzel von Liechtenstein den alten Stuckgiesser allhier abgedanckt und seiner statt einen Wälchen, den er zu Parma aufgenohmen, angesezet hat. Erster heist ni falor Käster, ein Tyroller. Er hatte alljährlich 300 fl. unter dem Nahmen Wartgeld. Dan hatte er von allen Stucken, die er gegossen von Centen 8 fl. und wurd ihm 8 per % von Metall per calo passirt. Dieses war sein ganzes emolumentum. Hingegen muste er alles benöthigte Holz selbsten und vom sein Geld schaffen. Und was ihm in Guß nicht geratten, muste er auf sein Unkosten übergiessen. Diesen hat Fürst Liechtenstein unter dem Prætent, das er sein Handwerck nicht verstehet, abgeschafft. Ob er schon gutte Canons gegossen, auch von denen revisoribus vor gut angenohmen worden seyn. Der Wälsche heist Joseph Solonati. Diesen hat Fürst Liechtenstein accordirt pro salario annuo 2.400 fl. Von dem calo passirt er ihme [166] soviel alß abgehet. Und was in Guß nicht geratet, das wird wieder auf kaiserlichen Unkosten übergossen. Und das benöthigte Holz muß er zwar selbst anschaffen, hingegen werden ihme von Trücknung der Mödel alle Wochen 2 Klaffter Holz passirt. Dieser so kostbare Solonati soll dem Vernehmen nach in Italien niemahls Stuck gegossen haben. Und was er hier giest, renssirt ihme allemahl schlecht, so das er leztlich 40 Canons gegossen, darunter nur 3 gerathen seyn. Die andere müssten wieder übergossen werden. Er hat nun sein Weib auß Parma komen lassen, hingegen haltet er nebst ihrer eine maitresse im Hauß und ein andere in der Kost bey einem seiner Subalternen in eben dem Zeüghauß, wo er wohnt. H. Heinrichen macht die Rechnung, das man umb das, was sein emolumentum außtragt, soviel Canons kauffen känte alß er deren gutte giesset. All übriges ist nur soviel Schaden dem ærario, was er verdörbt und an calo und Holz consumirt. Graf Andlern ligt kranck und hat nichtes alß Gemietskranckheit. Scheinet intentionirt zu seyn, sich nach Triest zu retiriren; ohne Zweiffel, weil seine Finanzen vom Zeit zu Zeit mehr schmelzen. 12. Morgens war bey mir der blinde Sprachmeister von der englische Sprach, mit dem ich d’accordo gebliben, das ich ihm von 16 lectiones 6 fl. zahlen wolle, jedoch sogestalten, das er mir 4-mahl in der Wochen lection geben wird, id est am Montag, am Dienstag, [167] am Donerstag und am Freytag; id est am Montag und Donerstag von halbe 9 Uhr biß halbe zehen, am Dienstag und Freytag aber von 11 biß 12, da er zugleich auf Mittag beym Essen bey mir bleiben wird. Dan war auch da der Radeucich, der noch alleweil antragt, das ich pro comissario vom Hof ernenet werden möchte zu Untersuchung seines Projects. Zu Mittag speiste bey unß die Fraüle Mathei, die zwey Grafen Attimis, Br. Flachenfeld und Radeucich. Nachmittag war da H. von Albrecht. 13. Morgens war bey unß Graf Sigmund Attimis sich zu beurlauben. Dan war bey mir der englische Sprachmeister, der auch zu Mittag mit mir gespeist hat. Nachmittag war ich bey der Jesuitercomedie, wo man die præmia außgetheilt hat. Und bekam der Maxl, der Lucasl und der Franzl jeder zwey præmia. Zu Hauß bey mir war Br. Flachenfeld und P. Meak. Lezter noch in weltlichem Kleid und der erst den 10. dieses von Haag allhier retournirt ist mit dem jungen Rosenberg. Ich fahrte mit Flachenfeld zu die Attimis ihnen Glück auf die Reiß zu wünschen. Dan war ich bey Flachenfeld biß spatt. 14. Morgens war da Graf Saurau, canonicus zu Salzburg, sich zu beurlauben. Da war auch der Roßmann der Geistliche. Nachmittag war wieder da der Roßmann. Heüt Vormittag seyn die zwey Grafen von Attimis von hier nach Görz abgereist. [168] Auf Görz an die Gräfin Cobenzl habe dem Graf Sigmund ein kleines rouleau gegeben, sigilirt mit 90 Kremnizer #, und per Laybach ein Buch von Br. Benj/ami/n. 15. Morgens war bey mir sig. De Villari, kaiserliche Truchses, wegen Grafen Pianese von Görz. Dan war da 188 -e- iz -t- | 95 1746 September Radeucich wegen sein Project, weßwegen er bereits mit Tarouca und mit Koch gesprochen. Zu Mittag speiste mit mir der engliche Sprachmeister. Vormittag war auch da Flachenfeld. Abends war bey mir der Hochenwarth. M. L. speiste zu Mittag bey der Herzogin von Hollstein. Mit ihro war sie Nachmittag in Visit bey der Holländerin Sinzendorff, dan abends bey Frl. Ganß. 16. Vormittag waren da die 2 magistri des Lucasl und Franzl. Bey mir war der englische Sprachmeister. Nachmittag fahrte ich mit dem Hanßl spaziren und abends war bey mir Luckantschitsch. Nachmittag suchte mich P. Meak. M. L. war Nachmittag mit der Herzogin von Hollstein, der Wurmbrand und Frl. Jergerin bey der Tarouca zu Penzing. 17. Morgens habe ein 4-sizigen Wagen erkaufft vor die alten Cobenzl. Zu Mittag speiste bey unß die Eillerin. Nachmittag und abends war da P. Meak, Flachenfeld und Wisenfeld. 18. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General Burmbrand. Da war H. und Frau und ihr Sohn der General, dan der Obrister [–]189 und ein Leüthnand. Blib da biß gegen 6 Uhr. Dan war ich in Visit bey Mr Bethanges. [169] Heüt war das Te Deum in hiesiger Metropolitenkirche wegen unserer glücklichen Waffen in Italien und das sich die Genueser haben submittiren müssen, wie dan die Capitulation bereits etliche Tag dem Publico bekand ist. M. L. gieng Nachmittag mit der Burmbrand zu der Hollstein190 und abends war sie bey Frl. Ganß. 19. Zu Mittag speiste bey unß P. Meak. Nachmittag war da Br. Flachenfeld, der Radeucich und Br. Eck. Lezter gehet in kürze ins Schwaben zu den Seinigen auf einige Wochen. Radeucich lase mir das Memorial, das er der Königin præsentiren will. M. L. war bey Frl. Ganß und dan den ganzen Abend bey der Hollstein, Gester ist der Ferdinand Graf von Harrach alß plenipotentiorius zu dem Congres zu Breda von der Kaiserin resolviret worden. 20. Morgens war ich bey Ferd/inand/ Harrach, ihme mein Complimenten zu machen zu der vorgestrigen Resolution. Ich offerirte mich pro secretario legationis. Er sagte mir aber, das ihme Mr Lunai vom Hof bereits dazu gegeben worden und das er schon vorhin auch an sachsischen Hof qua talis solle gestanden haben. Von übriger Hofstadt aber, alß Hofcavaliers, gentilhomes etc. nähmete er derzeit noch keine auf, weil er erst nach Hag gehet und daselbst die kaiserlichen Ordres erwarten wird, wan und wie er nach Breda wird zu gehen haben. Dan suchte ich den Br. Eck, konte [170] ihn aber niergends erfragen. Dan suchte ich den Brandau, war auch nicht anzutröffen. Dan war ich bey dem Dr. Steckel wegen m. Hänßl. Bey unß war Vor- und Nachmittag Br. Flachenfeld und abends Steinberg. M. L. war bey Bssa. Pfeffershoffen und abends bey Frl. Ganß. 21. Morgens war bey mir Radeucich. Nachmittag Br. Flachenfeld. 22. Zu Mittag speiste mit mir der englische Sprachmeister. Da war Br. Flachenfeld und Graf Opperstorff. Nachmittag war da P. Meak und Rosmann. M. L. war Nachmittag in Visiten bey Mad. Heinrichen, bey Br. Widmann und abends bey Frl. Ganß. 23. Zu Mittag speisten bey unß Br. Flachenfeld und P. Meak. Nachmittag war ich mit Flachenfeld bey dem Jubilier Schwab und bey Ferdin/and/ Graf Lamberg. Ex post gieng ich zu der Herzogin von Hollstein, wo die Wurmbran[dischen]191 und die Caravalhischen waren. Bey m. L. war abends Frl. Ariazaghi und Frl. Pfeffershoffen. 24. Morgens war ich bey Vicecamerpræsidenten Br. Prandau zu sein Geburtstag mein Compliment zu machen. 189 Prostor za ime. 190 Pred tem prečrtano Taro/uca/ 191 Zadnji del imena je prekrit z madežem črnila. 96 | 1746 September Dan war ich bey Mariahilff bey dem Uhrmacher Sebastien Adeldinger. Dan bey Br. Egkh, suchte den Vicedomb. Zu Mittag speiste bey mir der englische Sprachmeister. Nachmittag war da Frl. Letour, mit der m. L. zu der Holstein fahrete. [171] 25. Morgens war bey mir der Jubilier Schwab, der mir die von dem Roßman zu fassen habende Stainer gezeügt hat. Der mittere Stein wügt 8 Grän, weniger 3/32, die 10 Carmisir Stuck aber wügen 1 ⅛ Carat. Das grössere Ständl hat er gekaufft durch die Frl. Pfeffershoffen per 320 fl. Der Schwab sagt, das wohlfeil ist und das er nur bezahlt worden, alß wan er nur 7 Gran wägete. Das andere ist nicht gerechnet worden. Er selbst will allemahl 3/c fl. gerne davon geben. Wir haben von dem neuen Münzreglement gesprochen. Er sagt, das das Patent den Landen schädlich sey. Er sagt, im Reich das feine Gold von 24 Carat, ein Ducaten schwer gilt von Baargeld 4.30 fl. und ist taxirt per 4.15 fl. Das Silber fein 16 löthig ist in Reich werth 23 fl. Hier ist es taxirt per 22 fl.12 〈kr.〉 die March. In diesem zeügt er, das all unser Gold und Silber ausser Land gehen muß, weil bey unß weniger alß anderwertig gilt. Deßwegen glaubt er, das höher in Wert hätte angesezt, auch nach Proportion das Geld gesteüget und nicht minuirt hätte werden müssen. Auß der Ursach, sagte er, das man hier keine franzosichen Gulden und Taller mehr sicht und die Holländer Ducaten gehen auch alle weg, weil jene, die sie verschicken, solche 7 ½ biß 9 kr. bezahlen. Item sagt er, das alles das Silber, was vor einzigen seculis hier 13 löthig verarbeitet worden, [172] niemahls 13 löthig war, sondern geringner. Und weil man jezo alles acuret, 13 löthig gearweit haben will, so komt es schwer an, das jemand etwas verlühren müste. Er prætendirt, das niemahls ein Gold auf 24 Carat oder ein Silber auf 16 Loth fein getriben wird, wohl aber 23 ¾, 15 ¾. Quidquid sit, so ist zu Augspurg, id est in Reich zwischen den Gold und Silber ein Proportion a peu pres wie 1 à 15 ⅓, massen die March Gold zu Augspurg 360 fl., zu Wien aber 340 fl. zu stehen komt. Das Silber seyn die Silberarbeiter obligirt, alles auß der Münzbanck zu nehmen und sie müssen hinein liffern alles, was sie legiren wollen, da ihnen dan ein Gulden von die March von Unkosten zuruckgehalten wird. Und anstatt 16 Loth müssen sie 15 ¾ annehmen, wider welches si sich nicht wenig beklagen, sonderlich aber die Goldarbeiter. Deßwegen dan der famose Pallard von hier weggehen und nach Genevra, sein Vatterland, retourniren will. So auch der Tomanek von Strasspurg gebührtig, weil ihnen der Königseg mit Hencken drohet, wan sie der Patent nicht nachleben wurden. Nachmittag war ich bey General Wurmbrand, wo auch der Lanoi, der geweste Stadtcomendant von Brüssel und sein Sohn, der in hiesiger landschafftlichen Academie ist, waren. Item Graf Drascovich, milord und General Taff. Spätter war ich bey Standler, der mir erzehlte, wie confus es bey [173] den dermahligen neuen Einrichtungen zugehet und sonderlich in Tyroll und denen vorderösterreichischen Landen, wo die Kaiserin alles invertiret und die Domainen verkauffet und soll ihr der Coteck schon bey 800/m fl. geschickt haben. Er sagt, das dermahlen Kinsky und Torouca und Ullefeld alles vermögen: Erster durch die 2 Coteck in Civil, durch den Braun in Militari und selbst ist er ganz gut mit dem Schaffgotsch, Obristburggrafen in Bohmen. Austriacam gentem regnant Tscheh Abdalah Zimber. Er erzehlte von einem Landmilizhaubtman in Tyroll nahmens Lindner, einem Tyroller, der in diesem Krieg sein aigne Bagage dem Feind überlassen, damit er 6/m fl. königliches Geld, so vor die Croaten destiniret war, salviret hat. Er kam herauß und batte umb ein Recompens. Das Referat riette ein auf 150 fl. Und weil er lang solicitiret und die Königin öffters überlassen hat, soll sie deeretirt haben. Lindner hat grosse Meriten, hundert Taller ist eine Bagatelle, »Ich aber gebe ihm nichtes.« Lindner gieng durch die Fritzin und stelte vor, das er von hier nicht abreisen käne ohne einer Hielff. Er hatte eine Wittib gehayrath, die vorhin einen Ungarn zur Ehe gehabt. Königin soll gesagt haben, wan sie wieder einen Ungarn gehayrat hätte, wurde sie ihr was gegeben haben. So aber will sie ihr nichtes geben und scheinet ein Odium auf die Tyroller zu haben. [174] Zu Mittag192 speiste bey der Hollstein m. L. und abends war sie bey Frl. Ganß. 26. Morgens war bey mir der Max Prandau wegen Maylander Salzwesen. Zu Mittag speiste ich bey General Wurmbrand. Blib da biß 6 Uhr,193 speiste mit m. Sohn. 192 Pred tem prečrtano: Morgens war be 193 Sledi prečrtano: Dann suchte Graf Schenburg und spätter war ich bey der Standler und dem Engelsman. | 97 1746 Oktober Nachmittag war da der Flachenfeld. 27. Vormittag war da Flachenfeld. Zu Mittag speiste bey mir der Ensman. Er heist Jean Baptiste Tirnan. Nachmittag fahrete mit m. Hanßl ins Collegium Theresianum, dan zu Graf Valdisot und spätter zu Br. Jaxhaim. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey der Jaxhaim, spätter aber bey Frl. Ganß. 28. Zu Mittag speiste bey unß P. Meak noch in sein weltlichem Kleid. Es war bey mir auch der Weitenhiller von Laybach, der mir erzehlte, das sein Schwager der Doctor Beck vor 3 Monathen hier Regimentsrath worden. Nachmittag biß abends war da Br. Flachenfeld. 29. Bey mir speiste der Tirnan, bey mein Kindern der Radeucich. M. L. speiste bey der Hollstein. Nachmittag war bey mir abbé Rosman, abends war m. L. bey Frl. Ganß. 30. Zu Mittag speiste mit mir Tirnan. Nachmittag waren bey mir die 2 Standler [175] und abends der H. von Schuberth. Bey m. L. war die Frl. Latours und sonst ist heüt nichtes passirt. 1746 Oktober 1. Oktober. Nachmittag war da die Eillerin, der abbé Rosmann und Hochenwarth. 2. Vormittag war da Flachenfeld. Nachmittag war ich bey Kollowrat, der sich etwas besser befindet. Von dar gieng zu Br. Flachenfeld, wo auch der secretarius Häring kam. M. L. war bey jungster Victoria Laurenzerin wegen ihren Nahmenstag, dan bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 3. Zu Mittag speiste bey mir Tirnan. Nachmittag war bey mir biß spatt Br. Flachenfeld. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und blib da biß spatt. Bey mir war auch heüt der Perr, gewester secretari bey der verstorbenen Kueffstein, gebohrene Koloniz. 4. Morgens war bey mir Luckantschitsch. Dan kam Br. Flachenfeld. Mit ihm gieng ich zu Camerpræsident wegen seines Nahmenstag. Dan giengen auf Schenbrunn, wo wir bey Taffeldienst gebliben und war alles in grosser Galla wegen Kaisers Nahmenstag. Kinsky redete mit mir und hat in Gedancken vielle Flüsse in Tyroll, in Steüermarck, Crain etc. zu uniren, schiffreich zu machen et verlangt von mir einige Notitien. Und verlangt, das ich Morgen Vormittag zu ihm komen möchte. Er sagt, wan sein Idée außzuführen, auch ein Par Milionen kostete, soll an Geld nicht fehlen. Und hat sonderlich das Absehen durch Tyroll in die Schweiz das Commercium zu Wasser zu facilitiren. [176] Nachmittag war bey mir Flachenfeld, dan die zwey Steinberg und der junge Häring. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein. 5. Vormittag war ich bey Kinsky, wo ich den Kannengiesser angetroffen. Da zeugte unß Kinsky, wie er die Flüsß zu uniren gedencket und in specie die Sau, Drau, Muehr, En etc., außser mit Ischel, mit Traunsee und anderen dortigen Seen, mit der Donau. Enfin, ich habe ihm das Tractate von Lotario Vogemont gegeben, dan habe ihm geben die neue crainische Landcarten. Omnia ista sunt pia desideria, extra templus etc. Nach meiner kam hierin der Schwandtner. Mir sagte er mit Kueffstein zu sprächen, ob der Hofcanzley keine solche Projecten zu finden. Ich sagte ihm, wan er dergleichen haben will, darff er nur mir die Erlaubnuß außwürcken, in das alte Camerarchiv gehen zu därffen. Ich wolte ihme alle dergleichen aufstechen. Zu Mittag speiste ich bey dem alten General Burmbrand, wo auch der Colonel Fontenel war. Dan kam dahin milord Taf. Abends war bey uns Flachenfeld. 6. Zu Mittag speiste bey mir Tyrnan. M. L. war Nachmittag bey der Frl. Ganß, den Einzug des nuncii monsignor Serbelloni zu sehen. Blib auch daselbst biß spatt. 7. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war bey mir P. Debiel, der mir sagt, das des Schellenburg seeligen Legat 200/m fl. gewesen und 98 | 1746 Oktober neue mit den anerlauffenen [177] Interessen ein Capital außmacht, in allen [–]194 fl. Die 100/m werden mit 6 und das übrige mit 5 per % verinteressiret und ligt das Capital beym hiesigen Banco. Von 3 Jahren hat die Kaiserin dem Collegio Theresiano das Interesse verwilliget, welches betragt 26.750 fl. Er sucht, das die fructus und diesen Capital von dem crainischen Adl, die in das Collegium Theresianum ad studia komen wurden, destiniret werden möchten. Und da er nicht weiß, wie er dieses incaminiren solte, hat er mir die Sach vertraut und zugleich recomendirt, ihm ein Anschlag zu geben und die Sache pussiren zu helffen. Er wurde das seinige mittels P. Kampmiller auch beytragen. Er suchte das schellenburgische Testament zu haben und ich fande casualiter solches unter meinen Schrifften und hab ihms comunicirt, welches ihm sehr genehm war. Nachmittag war da Br. Flachenfeld, der zum Mittagessen zu Hildburgshausen gegangen. Abends war bey mir Steinberg. P. Debiel förchtet, den Prinz von Hildburgshausen, welcher trachtet die fructus von obgedachtem Legat vor die Croaten, so in Militari dienen, zu emploiren. Nachmittag war auch bey mir der Agent Frölich sich zu bedanken, das ich ihme die Grafen von Liechtenberg, Valvasor und die Attimis addressiret hatte. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein [178] und abends Frl. Ganß. 8. Heüt abends war m. L. bey der Frl. Pfeffershoffen. 9. Vormittag war bey unß Flachenfeld, der heüt morgens bey der Kaiserin Audienz gehabt. Nachmittag war bey mir abbé Rosmann und dan Flachenfeld. M. L. war bey der General Burmbrand, General Ariosti, Van Swietten und abends bey Frl. Ganß. 10. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und bey m. L. der Flachenfeld, Nachmittag giengen alle, *id est m. L., Flachenfeld und ich,* mit dem Hänßl in das Collegium Theresianum. Ich war ex post bey dem Br. Jaxheim und bey der Frauen. Bey lezter habe ein Frl. Gundian, Kostfraule bey Jacoberinen, und bey erstem den chev. Engelfaild, einen Engelsman, der unter Andrasi Haubtmann ist, angetroffen. M. L. ist gefahren zu der Hollstein und war abends bey [– – –].195 11. Morgens war bey mir Radeucich. Dan gieng ich mit ihm und m. Hanßl nach Hof, wo der neue nuncius sein erste Audienz bey der Kaiserin gehabt. Dan hatte sein entrée der Fürst und Bischoff von Olmüz Graf Troyer, der die böhmische Lehen empfangen. Erstlich war ein Sessel mit einem Drap d’Or sambt der Ruckwand bedeckt vor die Kaiserin in der grossen antichambre. Der Bischoff kam hinein, auf der lincken von Prinz Emanuel von Liechtenstein und auf der rechten vom regirenden Prinz von Liechtenstein begleitet. Alle diese 3 knyeten nieder auf beede Knien grad vor dem Thron und rechter [179] Hand an dem regierenden Prinzen kniete ein canonicus von dem Capitul von Olmüz nahmens Graf Martiniz. Dieser machte das Begern in Nahmen des Bischoff mit einer wohlgesezten harangue, alles kniender. Diesem antwortete der böhmische Obristcanzler196 Friedrich graf von Harrach in Nahmen der Kaiserin. Dan præsentirte der Obristcanzler ein Buch der Kaiserin, wo das Jurament, welches der Bischoff zu præstiren hatte, offen stund. Dieses Buch nahm die Königin auf die Schoss oder auf ihre Knie, das der Bischoff darein sehen konte. Zu diesem Ende stig der Bischoff auf die oberste Staffel und kniete wieder nieder mit den 2 Liechtenstein und legte da Jurament ab, welches ihm vorgesagt wurd von dem böhmischen Hofrath Jordan. Dan præsentirte der Kaiserin der Graf Schlick das Schwerd, welches sie in beede Händ faste und der Bischoff kiste solches an dem Griff unter beeden Händen der Kaiserin. Ex post nahm wieder das Schwerd der Schlick und der Bischoff retirirte sich wieder ganz hinunter. Mit denen 2 Liechtenstein knieten wieder nieder und der nehmbliche canonicus Martiniz machte die Dancksagung et harangue an die Kaiserin in Nahmen des Bischoff, alles kniend und in teütscher Sprach und darmit war alles auß. Der Bischoff hatte eine magnifique Equipage: 3 Wagen mit 6 und 3 Wagen mit zwey Pferden bespend, 24 Bediente, vorauß 8 Heiducken an der Seiten und viel Suite von anderen Wägen. [180] Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey der Herzogin von Hollstein. Da war der alte General Wurmbrand, sein 194 Prostor za vsoto. 195 Manjkajo imena. 196 O je popravljen. | 99 1746 Oktober Sohn der General und der Obrist Fontenel. Nachmittag kam dahin die Dirling und Mad. Latour. Nach 6 Uhr war ich in Visit bey dem Schuberth. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 12. Morgens schickte mir die Wurmbrand, gebohrne Auersperg, 250 fl., umb solche ihrer Frl. Schwester zu Laybach bezahlen zu lassen. Zu Mittag speiste bey mir Mr Tyrnan. Es war auch da Flachenfeld. Abends war auch bey Reuß. Heüt Nachmittag hat sich Lucasl bey den Jesuiten in das museo electrisiren lassen. 13. Morgens habe dem jungen General Wurmbrand das ihme versprochene Recept, den mercurium zu fixiren und zu farben, geschickt. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war da Flachenfeld, item P. Meak, der Morgen nach Görz reiset, daselbst dem seminario vorzustehen. Es war auch bey mir Perr, gewester secretarius bey der verstorbenen Kueffstein und spätter war da Radeucich. Abends war m. L. bey Frl. Ganß. 14. Morgens war bey unß P. Kesßler, der Montag nach Laybach reiset, daselbst Congregationspater zu seyn. Dan P. Pitoni, der von Laybach, wo er philosophiam docirte, komt und nach Passau gehet. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. [181] Nachmittag war da abbé Rosman, der Morgen mit dem Vicecanzler Graf Kueffstein nach Rapoldenkirchen zu gehen hat. M. L. war Nachmittag zu Penzing bey der Tarouca wegen ihres morgigen Nahmenstag. Dan war sie bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 15. Vormittag umb 11 Uhr fahrete mit Br. Flachenfeld nach Schenbrun und bliben da beym Taffeldienst, allwo eine magnifique Gala war wegen der Kaiserin Nahmenstag. Wir retournirten um 2 Uhr Nachmittag und Flachenfeld speiste bey unß. Nachmittag fahrte mit m. L. zu der Herzogin von Hollstein, ihro zu ihrer niece Nahmenstag zu gratuliren. Dan war ich bey Mad. Swieten zu ihrem Nahmenstag mein Compliment zu machen, war aber nicht zu Hauß. Dan fahrete mit m. L. zu Frl. Ganß, welcher eben heüt Nahmenstag ist und bliben da den ganzen Abend. Unter anderen war da der General Acugna mit seiner Gräfin und der Frl. [–],197 der Graf und Gräfin von Opperstorf, der Graf und Gräfin Huy mit 2 Frl., der Graf Colalto, die Frl. Ariazaghi, die Frl. Pfeffershoffen mit 3 Frl. ihren niecen, Br. Hager, Graf Blasi, march. Verzoni, Gräfin Finffkirchen, Gräfin Troyer, Frl. Schwarzenau, Frl. Savacieri, Grenner, Br. Flachenfeld, den ich aufgeführt hab, Frl. Braun. *Graf Muschetula.* [16. ] Heüt morgens, da der nuncius nach Schenbrun gefahren mit 6 Pferden, fiel ihm ein Pferd bey Mariahilff auf dem Boden und blib gleich tod, so das er das fünffte ex post außspanen lassen und fahrete mit viern. [182] Nachmittag war bey mir abbate Belthrame wegen dessen, was mir Graf Saurau unter dato Salzburg, den 12ten dieses, geschriben. Dan war bey mir P. Scarpin, Franciscaner. Unter anderen erzehlte er mir, das er alle immobilia, die die Religion besessen, weil solches wider ihr Institution ist, habe alieniren198 lassen. Und da nun die Provinz nichtes mehr ligindes besizete, alß zu Terssat, die braida an der Fiumera, die Bruckenmauth, die Fischerey in der Fiumera und in Meer einige Wisen in Vinodol, aine Mihl auf der Fiumera, alß sucht er auch von diesen loß zu werden. Alles soll bey 30/m fl. betragen. Und da diese Gutter von den confiscirten frangipanischen Herrschafften herkomen, die sodan von dem Hauß Österreich denen Franciscanern zur Stifftung Tarsat gegeben worden, alß will er die erste offerte dem Hof machen oder allenfahls vom Hof die Erlaubnus nehmen, solche alieniren zu därffen und wird ihm genug seyn assicurirt zu werden pro æquivalenti alljahrlich, soviel erforderliche vivers zu haben. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 17. Morgens war bey mir P. Debiel, der mir das schellenburgische Testament zuruckgebracht und mich versichert hat, durch dessen Comunication groß Übel abgewendet zu haben, massen die Königin alß male informata ein præjudicirliches Decret hätte ergehen lassen, so aber durch bessere Information verhindert [183] worden und 197 Prostor za ime. 198 Pred tem prečrtano all- 100 | 1746 Oktober er mir also sowohl alß das Collegium umb gethane Communication verpunden ist. Er hat mich auch ersucht, ihme das Testament von der seeligen Schellenburg zu procuriren. Er erzehlte mir, just von Kinsky zu komen und sagt, das ihm dieser Minister absolute pro professore juris den Iuanelli (der seinen Sohnen das jus tradiret hat) geben will, derzeit aber sey er noch übel auf. Pro authore will er absolute den Heinetium tradirter wissen. Mit dem Tanz- und Fechtmeister, welche ihne die Kaiserin gibt, ist er nicht gar content. Er wolte lieber aigne Leüth haben und solche zahlen, umb mit ihnen liberé disponiren zu känen. Umb Mittag kam unß, id est mich und m. L., die General Wurmbrand abhollen und fahrten zu ihro, wo wir auch speisten. Da war auch der General, ihr Sohn. Nachmittag kam dahin der Ariosti mit seiner Frauen und Frl. Umb 6 Uhr fahrte ich mit dem alten Generalen zu der Hollstein. Da war m. L. und Mad. Latour. Heüt morgens war auch bey mir der junge General Wurmbrand. Abends war m. L. bey199 Bssa. Hayden. 18. Vormittag war da Br. Flachenfeld. Zu Mittag speiste mit mir Tirnan. Nachmittag war ich mit m. L. bey Andlerischen, [184] allwo der Graf schon etliche Wochen unpäßlich sich befindet. Abends war m. L. bey Frl. Ganß. 19. Morgens war bey mit abbate [–]200 von Görz gebührtig, der vieleicht bey seiner baldigen Abreiß dem cobenzlischen Wagen nach Gräz führen känte. Zu Mittag speiste mit mir Tirnan. Abends war bey unß Flachenfeld. 20. Zu Mittag speiste bey mir Tirnan und bey m. L. Flachenfeld. Nachmittag fahrte mit Flachenfeld ein Wagen von ihm und einem von Graf Saurau zu suchen, fanden aber nichtes auständiges. Abends führte ich ihn auf bey Graf-Andlerischen. Spätter gieng ich nach Hauß und er zu Marpurg. M. L. war Nachmittag bey den Ursulinerinen, bey der Laurenzerinen, bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 21. Morgens habe das Testament des seeligen Schellenburg dem Br. Flachenfeld auf dessen Ersuchen communicirt. Dan habe 12 Klingen zu dem neuen silbern Häfftner bey dem Jung bestelt und zu 21 kr. eine accordirt, so auch von m. L. extra Besteckl. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan, bey m. L. aber der Richter. Vormittag war auch bey mir Graf Valdisot und abbé Beltrame. Nachmittag war da Flachenfeld. M. L. gieng abends zu der Hollstein und spätter zu Frl. Ganß. 22. Vormittag war bey mir Flachenfeld, [185] den ich gegen 10 Uhr bey Graf Kollowrat aufgeführt hab. Dan giengen mit Kollowrat und Graf Martiniz, canonico zu Olmüz, zu Mr de France, wo wir sein Cabinet besehen. Nachmittag habe dem abbate Beltrame per conto ex Ordre del conte Saurau, canonico di Salisburgo, 50 fl. gegen Quittung bezahlt. 23. Vormittag war bey unß Flachenfeld. Zu Mittag speiste ich bey Graf Kollowrat. Da war Bethanges, Marignoni, Grener und P. Kapelhoffen. Nachmittag fahrte zu General Wurmbrand, wo ich auch zu Mittagessen eingeladen war. Blib da biß nach 6 Uhr. M. L. speiste zu Mittag bey General-Wurmbrandischen, dan gieng sie zu der Hollstein und spätter201 blib sie auch da. Da heüt bey Kollowrat der Discours von der Conquette von Neapl auf das Tapet gekomen, sagte er, das es besser sey vor das Hauß Osterreich, Neapel nicht zu haben. Bone Deus quel raisonement, il ne sait pas ce que veut dire que le rojaume202 de Naples. Unlängst hat die Königin zu Schenbrun das neue Gebau bewohnen wollen wider den Rath der Gebaükindigen 199 Sledi prečrtano Frl. Ganß 200 Prostor za ime. 201 Sledi prečrtano zu 202 -o- je popravljen. | 101 1746 Oktober und der Kaiser inclinirte auch nicht. Doch aber pour la complaire ist diese geschehen. In der Nacht war ein solcher Geruchen von Kalch, das sie, non obstant des ungessunden Regenwetters, alle Fenster aufmachen müsten. Endlich muste sie umb 6 Uhr aufstehen, giengen in die Stadt und bliben selben ganzen Tag in der Burg, gaben [186] in dessen Ordre, das man das Zimer wieder völlig demenblirt und das alte Quartier abermahls eingerichtet hat. *Abends war da Hochenwarth.* 24. Zu Mittag speiste mit mir Tirnan. Nachmittag war da abbate Beltrame, abbate Rosman und beede Standler, dan der abbé Luckantschitsch. Standler erzehlte mir, wie bey der dermähligen Regierung alles so confus zugehet, grosse Unwirtschafft, grosse Angarien, schlecht bezahltes militare et civile. Dabey wird observirt, das die Kuchen bey Hof dieses Jahr, id est das passirte, bey 150 in 200/m fl. mehr kostet alß das 1744ten Jahr und der Saal auch bey 150/m mehr alß 1744te Jahr. Die Bancalität, die nun völlig aufgehört hat und vom Hofcamerrath Krapff und dem General Geschwind instituirt war, prætendirt man, das diese Bancalität bey 50 Milionen geschadet hat. Item so schmählt man noch jezo wider die Franckf/urter/ Reise, die die Königin bey 2 Milionen gekostet hat. Ein gewisser Glanz, der das Postambt bey unserer Armée sowohl in Reich alß in Böhmen zu besorgen hatte, hat die Cassa umb 30/m fl. intachirt. 6/m fl. hat er bereits restituirt und von den übrigen 24/m fl. ist altum silentium, weil ihn der Hofcamerrath Koch protegirt. Den Trenck soll Prinz Carl in sein Protection genohmen haben. Man supponirt, den Trenck kostet dergleichen Protection viel Geld, doch glaubt man, das ihme nichtes Laides geschehen wird. [187] M. L. speiste zu Mittag bey der Herzogin von Hollstein, blib auch deselbsten biß spatt. 25. Morgens schickte General Wurmbrand umb mein grün Schlaffrock vom englischen Friß. Dan war bey mir Porta von Triest, umb ein Allmosen zu bitten. Sonst hat er des Camerpræsident seine Söhne, item des Friedrich Harrach seine (wie er sagt) in der italianischen Sprach instruirt. Es war auch da Br. Flachenfeld, der mich ersucht hat, ein Par doppete Staffeten mit Meergeschnalz von ihm komen zu lassen, den Kinsky, Schwandtner et alios zu regaliren. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war wieder da der Flachenfeld und blib biß abends spatt. Er hat heüt beym Pistrich zu Mittag geessen, wo auch der Molidoris, Kempf etc. waren. M. L. speiste zu Mittag bey der Herzogin und blib da biß abends. 26. Morgens gieng ich mit Flachenfeld nach Hof, wo der Kaiser das203 Lehen dem Fursten und Bischoff zu Passau verlichen hat. Die commisarii vom Bischoff waren der canonicus Graf von Trautsohn, der die erste harangue gemacht. Der andere war H. von Colmach, der die Dancksagung machte. Der Reichsvicecanzler Graf Coloredo machte sein Rede auch gut. Kinsky fragte mich bey Hof, wan und was wir machen werden? Ich sagte: »Seine Exzellenz haben vielles zu thun und känen auch vielles thun.« Darauf sagte er mir, ich möchte ihm privat collegia in Commercialwesen geben. Kueffstein habe ich [188] gesagt, das er eine Vorschlag in merito Unirung der Flüsse in der Hofcanzley aufsuchen lassen möchte, umb solche dem Kinsky zu geben. Er hat mir auch versprochen und in specie jenen, da man die Donau mit der Moldau uniren und zwischen Mathausen und Budweiß ein Canal machen wolte. Kueffstein, sagt Kinsky, halte sich in derley idealen Sachen auf und negligiret das Nöthige. Er sagt, er sey von Sachen nicht wohl informirt und hat kein Geduld sich recht zu informiren. Er list nicht gerne etc. Küeffst/- ein/ sagt, er soll lieber das Mauthwesen in Ordnung bringen. Enfin, er sagte mir, er habe die Menge mit mir zu reden, ich möchte zu ihm komen und habe ihm versprochen künfftigen Freytag dieses. Hat er mir auch gesagt, Kinsky hätte sich exprimirt, das er mir jenes, was ich wider den englischen Tractat geschriben, von Herzen verzeühe. Kueffst/ein/ sagte mir dabey: »Ich habe daselbe sowohl entworffen, das jene, die es gelesen, capacilitirt worden seyn und das es auß demselben Tractat nichtes werden wird.« M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein, mit welcher und mit der Tarouca sie sodan die Niederländ/ische/ Canzley seyn besehen gangen. Abends war m. L. bey Frl. Ganß. 203 d je popravljen. 102 | 1746 Oktober Abends war bey mir Hochenwarth, der nächster Tagen von hier nach Hauß retourniren soll. Es manglet ihm nichtes alß noch an dem nöthigen Reißgeld. [189] 27. Vormittag war bey mir Flachenfeld, deme ich bey Grafin von Opperstorff aufgeführet hab. Da war auch die Gräfin Troyer, Grafin Hui mit ihrer Tochter. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey den Wurmbrandischen. Da war Graf Draskowiz und ein Leüthnant. Sonsten kamen auch dahin der alte Graf Henckel, beede Grafen Lanoy, die General Molck mit ihrer Tochter, der Ingenieur Raspin und die General Piasasky. Graf Draskoviz sagte, das das julaische Regiment, welches ab anno 1706 nach geendigten damahligen Krieg biß auf das 1731te Jahr beständig zu Mantua gestanden, in gedachten 27 Jahren 18/m Mann Recrouten gebrauchet, folgsam in gedachten Jahren eine so grosse, fast unglaubliche Anzahl Leüth et quidem zu bestandiger Friedenszeit verlohren hat. Wan so vielle Leüth bey einem ainzigen Regiment darauf gehen, was consumiret nicht der gesambte Kriegsstaat? Abends war m. L. bey der Hollstein und spätter bey Bssa. Pfeffershoffen. 28. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war ich bey Kueffstein, von dar fahrte mit m. Hänßl im bartensteinischen Garten, den Wagen von Graf Saurau zu sehen. Dan war m. L. bey der Jaxhaim, dan fahrten miteinander zu der Hollstein. Nach 8 Uhr sezte m. L. bey den Gansischen ab und ich fahrte nach Hauß. [190] Beym Kueffstein habe ich angetroffen den Grafen von Schemburg und den Br. [–].204 Den Kueffstein habe gebetten, das derjenen Vorschlag aufsuchen lassen möchte, wo die Donau bey Mathausen mit der Moldau bey Budweiß hätte conjugiret werden sollen, umb dieses dem Kinsky zu geben. Dan sagte der Kueffstein, das nichtes zu thun seye, alles wäre desorientirt, die dicasteria gelten nichtes. Er erzehlte mir, was unlängst passirt ist: die Königin gab ihm einige acta, unter welchen ein Referat war, welches ihme per falo zugekomen. Er sagt, das wan dieses wahr ist, was das Referat enthaltet, so meritiren alle dicasteria aufgehoben und die Rath licenzirt zu werden. Er strepitirte sehr wider denjenigen, der solches Referat aufgesezt hat.205 Und er beschwerte sich auch bey der Königin in Gegenwarth des Kaisers. Enfin, beede sagten, das er das Referat nicht hätte lesen sollen, das ihme nicht desiniret worden. Er aber continuirte, das man einen solchen, der die Hardiesse hat dergleichen Sachen vorzustellen, obligiren solte die asserta zu probiren, oder so ers nicht præstiret, ihn exemplarisch zu bestraffen. Und doch geschicht keines auß beeden. Er sagte mir, das immer grosse Unordnungen passiren und gabe mir ein Exempl, das leztlich ein Burger zu Crems bey daselbstigem Magistrat umb etwas eingekomen war, welches ihme der [191] Magistrat auß erheblichen Ursachen abgeschlagen hat. Der Burger alß ein Litigant recourirt zur Regierung, die Regierung nihmt die Information beym Magistrat, auß was Ursachen ime das petitum denegiret worden und nach Erkantnus der Sache bestattiget das Decret des Magistrats. Der Bürger recouriret zu Canzley, die Canzley vernihmt die Regierung und bestattiget ihr Urtheil. Der Burger übergehet alle und gibt ein Memorial der Königin. Die Königin gibt das Memorial dem Grafen von Gaßruck. Der Gaßruck referirt der Königin, das dem Burger Unrecht geschehen. Die Königin decretirt ohn anderes, das die Expedition ergehen solle, wie es der Gaüßruck gerathen. Et sic factum est und hat die Kaiserin mehr dem Gaüßruck geglaubt alß dem Magistrat, der Regierung und der Hofcanzley. Enfin, Kueffstein est tres mécontent und wünschet weit vom Hof und von Geschäfften zu seyn. Bey Hollstein war der alte Wurmbrand und die Grafin, item der junge und ein Portuguez. Kueffstein haltet auf das Collegium Theresianum nichtes. 29. Vormittag war bey mir Flachenfeld und Radeucich, welcher lezte vorigen Sonntag Audienz gehabt. Von der Königin ist er ganz satisfait. Hingegen kan er nicht genug klagen wider den Cabinetsecretar Koch, mit dem er niemahls alß nur en passant sprächen kan. [192] Abends war bey mir Hochenwart, der mir erzehlte, wo er uberall bekandt ist und die conversationes frequentirt hat: unter anderem bey einer contessa Zicogna, wo auch die Bssa. Krumpkau und dan die böhmische Grafin von Trautmansdorff hinkomen. Bonne e belle connoissence! 204 Prostor za ime. 205 Pred tem je že bilo zapisano hat, vendar je bila beseda zalita s črnilom. | 103 1746 Oktober 30. Vormittag war ich mit m. Hänßl beym P. Scarpin, Franciscaner, der mir erzehlte, dem P. Kampmiller die Proposition gemacht zu haben, ob die Jesuiter ihre braida bey Fiume kauffen wollen, vorhero aber möchte ers der Kaiserin offeriren. Zu Prespurg hat er sein Sach mit dem Camerpræsident gut gericht. Dan war bey mir Flachenfeld, der heüt beym Kaiser Audienz gehabt. Dan war er bey Lüerwald, von dem er ganz satisfait ist, da er ihn doch vorhero nicht einmahl hat vorkomen lassen wollen. Lüerw/ald/ hat ihm auch gesagt, das Memorial zu machen wegen schellenburgischer Verlassenschafft und das er nomine statutum ansuchen solle Landskinder in das Collegium Theresianum zu placiren. Je crois que celle grande complaisance n’est pas pour ses beaux jeux, sondern das man des Hildburgshausen sein Concept traversiren will, weil ihme die Canzley nicht geneügt ist. Et sic ist die rechte Zeit, das die Landschafft renssiren kan. Nachmittag war ich in Visite bey dem alten General Wurmbrand. Da war Obrist Fontenel, dan die Mutter und ein Tochter der Pantominen. Spätter war ich bey Praundau wegen [193] des Maylander Salzwesen. Von mein Quartier, id est von Golden Radl, biß zum Wurmbrand, der da gegenüber dem Wahlfisch wohnt, seyn just 950 Schrieten. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. 31. Vormittag was bey unß Flachenfeld, dan Opperstorff. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag fahrte mit m. Hänßl in das Collegium Theresianum zu P. de Biel, welcher mir sagte, das er heüt den jungen Graf Salleburg erwartet und das ihm lieb wäre, wan Hänßl auch hinauß komen möchte. Ich gebe ihme P. Debiel die halbjahrige Kost mit 50 Kremnizer #. Dan fahrte mit Hanßl zu Forlasia, Adlern und Standlern umb Urlaub, dan nach Hauß, alles, das Betl, Kleider, Wäsche, das der Hänßl mitzunehmen hat, zusamen zu richten und abends nach 7 Uhr schickte ich ihn hinauß und recommendirte ihn der göttlichen Protection. Wenig vor alß der Hänßl abfahrete, arrivirte der alte Graf Pötting auß Böhmen, den ich also in des Hänßl Zimer logiret habe. Er erzehlte mir, seinen *alten* Sohn, den Carl, alß Fendrich unter das plazische Regiment gebracht und dem Obristen Grafen von Kollowrat bestens recomendirt, auch wohl außgestaffirt zu haben. Und den 19ten Juni 1746 hat er ihn von Prag abgeschickt und seit deme hat er von ihm kein Nachricht, da er ihm doch anbefohlen öffters zu schreiben. Zu Prag hat er ihn führmen lassen durch den Erzbischoff und sein Gevatter war Graf Gallas. [194] Dieser schenckte ihm ein Tabactasen und darin waren uti filius patri dixit 50 Species Ducaten. Der Laquey, welcher alles dem Vattern gleich hätte zeügen und geben sollen, da der Gallas dieses Present durch sein Camerdiener geschickt hat, behielte es und gab es dem Sohn. Dieser uti dixit thut es in ein Kästl und da sie ex post außgiengen, fanden sie die 50 # nicht mehr, waren also gestohlen und nicht mehr gefunden. Die Tasen aber blib in Kästl. NB: Der Laquey nicht weniger alß der Sohn seyn sehr familiar und einer schlechter alß der andere. Ergo muß unter ihnen gebliben seyn und haben dieses practiciret, umb den gutten und alles glaubigen Vattern zu hintergehen, wie dieses schon gar zu offt geschehen ist. Opperstorff erzehlte, das Graf Puquoy den trautsonischen Garten und Pallast206 in Bestand genohmen und das er unnöthige Spesen macht. Er hatte bey 70/m fl. Einkunfften, hat alles debanchirt und konte darmit nicht außlangen. Nun bleiben ihm noch bey 10/m fl. rends und komt darmit auß. Vor Jahren207 war ihm wegen seiner üblen Conduite lange Zeit der Hof verbotten, soll mit einigen Hofdames verbottene Intriguen gehabt haben. Die Hofdame Carolina Jergerin, *welche ex post Stifftsdame in Reich gewordenn,* muste seinetwegen vom Hof, so auch eine Kueffstein. Und man sagte gar, das sie Schwester solte gewesen seyn. P. Debiel confidirte mir bey der Königin soviel außgewirckt zu haben, das 8 Landskinder auß Crain in das Collegium Theresianum alß Alumni von dem schellenburgischen Verlaß gestifftet werden. [195] Standler erzehlte mir, das bey der neuen Einrichtung Tyrols und der vorderosterreichischen Lande vorgekomen, das solche deductis 3〈00/m〉 biß 400/m fl. franco rendiren und solche herauß in die cassam der Königin alljahrlich gebracht werden solten. Er sagt auch, das Tyroll über 2 Milionen Schulden habe, welche 206 P je popravljen. 207 J je popravljen. 104 | 1746 November verinteressirt werden müssen, welche aber unter denen deductis bereist mitbegriffen sey. Item so erzehlte er, das gester oder heüt die Königin der General Sere eine Pension von 1.500 fl., einer anderen 1/m fl. und noch 2 anderen auch einige Summen placidiret hat. Und das Prandau vorgestelt, wan die Königin mit den Geldern so frey disponiren wird, so wird man kein Geld haben, die dicasteria und andere Hofbeamte zu bezahlen. 1746 November 1. November. Zu Mittag speiste bey unß Graf von Pötting, Steinberg, Häring, alt und jung, dan der P. Scarpin, Franciscanerprovintial auß Crain mit sein socio. In allen 8 Personen. Nachmittag kam mein Hänßl auß dem Collegio Theresiano mit dem P. Hämerle. Dan war da Flachenfeld und spätter ein Portugeser,208 nahmens Vasconseglios. M. L. war abends bey den Capucinern in der Kirche und spätter bey Frl. Ganß. Heüt hat mir P. Hamerle die Quittung von P. Debiel gebracht wegen des halbjahrig anticipate bezahlten quanti von dem Hänßl. 2. Zu Mittag speiste bey m. L. Graf Pötting, [196] Flachenfeld und Hochenwarth. Bey mir aber speiste Tyrnan und abends war da Luckantschitsch abbé. Es war auch bey mir der Agent Beck mit der Nachricht, das Br. Zetschker ordinirt haben soll dem Graf Rindsmaul, mir 100 Taller zu bezahlen. Der Agent erinnerte mich nur dessen und das er es ehist befolgen wolle. 3. Vormittag war bey mir Tyrnan. Zu Mittag speiste ich bey General Wurmbrand. Wir waren ganz allein in vieren. Nachmittag war bey mir Steinberg und spätter Br. Jaxheim. Dan sachen die Comedie meiner Kinder und der Van Swieten, wobey über 2 obige auch Graf Pötting, Hochenwarth und mehr andere waren. M. L. speiste zu Hauß und bey ihr Pötting. Nachmittag war sie bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Jaxheim erzehlte mir, das sein Frau Mutter den 11ten elapsi und sein Frl. Schwester den 7ten vorhero gestorben seyn. 4. Morgens war ich mit m. L. bey der General Wurmbrand, alß welche heüt ihren Nahmenstag celebriret. Dan suchten die Br. Jaxheim, die auch Charlote heist. Ich war sodan en Contrevisit bey dem Portugeser Vasconselhos. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan, mit m. L. aber Graf Pötting. Nachmittag war bey mir P. Scarpin, mit sein Gespann sich zu beurlauben. Morgens war auch bey unß Flachenfeld, der mir erzehlte, das er zwischen der Hofcanzley, id est Lürwald, und dem Prinzen zu Hildburgshausen [197] ein grossen embaras ist wegen des schellenburgischen Verlaß. Ich habe ihm gerathen, alles was ihm beym Herzen ligt, dem Prinzen zu contidiren und ihm die Wahrheit vorzustellen, zugleich aber zu bitten, das er ihme Flachenfeld kein übles Spiel mache. P. Scarpin erzehlte mir, die 8 tomos und groß folio von Bleau mit allen Planstadten per 60 fl. zu Venedig schen eingebunden und dan die andere 8 tomos209 in gleichen folio, id est mit den Landcarten per 30 fl., erkaufft zu haben. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein biß abends und bey mir war Hochenwarth. 5. Morgens war bey mir Hochenwarth. Zu Mittag speiste bey mir Tyrnan. Bey m. L. speiste Pötting. Nachmittag war bey mir Hochenwarth, der mir einen, nahmens Walter, der vorigmahls bey Periello Laquey war, præsentirte, weil ihm dieser 42 fl. gelichen, Hochenwarth aber versprochen hat, ihme längst den 3ten Dezember dieses Geld durch mich bezahlen zu lassen. Abends210 war bey m. L. die Frl. Ariazaghi. 6. Morgens war bey mir P. Scarpin, der auf Befehl des Seilern sein Abreiß von hier differiret hat. Nachmittag war da Flachenfeld und Rosman. Mit ersten bin ich in Visit zu Graf-Andlerischen. Es war auch bey unß Graf Opperstorff. Graf Pötting ist an Podagra ligerhafft. 208 t je popravljen iz s 209 t popravljen iz tl 210 Ab- popravljeno. | 105 1746 November M. L. war Nachmittag bey der Hollstein [198] und abends bey Frl. Ganß. 7. Morgens bin ich mit Flachenfeld nach Hof zu der Landtagsproposition. Von *dar* fahrten in die Bibliotech. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war da Steinberg, Luckantschitsch. Abends waren wir bey Pötting. 8. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag bin ich außgefahren, dem Saurau einen Wagen zu suchen. Bey mir war Flachenfeldt. Abends gieng ich mit m. L. zu der Hollstein, wo die Wurmbrandischen und der alte Graf Henckel waren. M. L. war Nachmittag bey der Jaxheimb. 9. Morgens war ich mit Flachenfeld bey Hof, die Belehnung des Teütschen Ordens zu sehen, welche der Graf Sazenhoffen mit noch ein anderen empfangen hat. M. L. hat diesen Zug bey Frl. Ganß gesehen, die ich ex post abgeholt hab. Vormittag war bey mir Flachenfeld und Hochenwarth. Diesem, weil er heüt Morgen nach Hauß reiset und ihm noch 6 Kremnizer abgehen, habe ich solche gegen Quittung gelichen. Dan gieng mit Flachenfeld und m. L. zu Graf Pötting. Spatt, gegen 10 Uhr, schickte die Bssa. Jaxheimb zu m. L. umb ein Geldhilff. 10. Morgens war bey unß P. Scarpin mit P. Engelberg, famosen Organisten. Und erster gehet am Samstag von hier nach Laybach. Er erzehlte mir, das mit dem schellenburgischen Verlaß die Disposition bereits vorgekheret sey. Nehmblich, das 100 nothdürfftige Personen, [199] id est Mans- und 20 Weibspersonen jährlich in Crain und von den adelichen Landskinder in211 dem Collegio Theresiano zu Wien No. 8 werden erhalten worden. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. M. L. speist zu Mittag bey der Hollstein. Abends war bey mir der Agent Beck, der mir das Supplement vor die 150 fl. per Ordre Haubtman Rindsmaul ed a dispositione Haubtman Zetschker gebracht hat. Heüt ist H. von Hochenwarth mit der Stellfuhr von hier abgereist nach Laybach, deme ich *gester* gegen Quittung 6 Kremnizer # gelichen. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 11. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war bey unß der Hänßl, dan P. Frölich mit P. Pamer. M. L. war Nachmittag bey der Wurmbrand und abends bey Frl. Ganß. 12. Nachmittag war bey unß P. Scarpin, Provincial von Franciscanern, der Morgen abreiset und der Cobenzlin Wagen mitnihmt. Dan war da Br. Pilati, abbé, und der Geistliche Luckantschitsch. P. Scarpin sagte, das die Disposition mit dem schellenburgischen Capital noch nicht völlig concertiret seyn und das wieder neue Difficultäten gebe. 13. Morgens war bey unß P. Scarpin mit sein Gespann, dan der Haubtman von Trenck nahmens Knor, mit seiner Frauen, welche lezte in compagnia deren 2 PP. nach Gräz reiset und sie seyn von hier weg umb 7 Uhr circa. Gegen Mittag war bey unß Flachenfeld. Dan fahrte ich zu Graf Kollowrat, wo ich zu Mittag [200] speiste. Da war der Hofkriegsrath Kesßler, der Obristwachtmeister von Kollowrat, Bethanges, Marignoni, Grener, ein bey seeligem Schenborn gewester Hofrath, P. Kopelhoffen, Caetaner. Nachmittag gieng ich mit Bethanges zu ihm und dan nach Hauß. Bethanges erzehlte mir von dem bey Chur Trier gewesten Cabinetsecretario und nun alhier Regimentsrath bey Jaquemin gehört zu haben, das circa anfangs Octobris der mit Engelland per ½ Porter geschlossene Commercientractat von der Königin unterschriben worden und das er obiger Regimentsrath solchen selbst gesehen hat. Von solchem durch Porter der Cron Engeland und in specie der Süd-See-Compagnia gelaisteten gutten Dienst ist er alß Botschaffter nacher Constantinopel denominirt worden. Gedachter Porter hatte von einer Compagnia in Engelland, welche einige alte renomirtere grüchische authores neuerdings auflegen will, die Ordre, *ein*212 in der königlichen Bibliotec befindendes Werck gegen den, so 211 Pred tem prečrtano ers 212 Nad prečrtanim der 106 | 1746 November ihme auß Engelland zu geschickt worden, gegeneinander halten und examiniren zu lassen, welches auß beyden correcter ist und allenfahls, das auß Engeland Gesandte zu corrigiren. Gabe er solche Commission dem jungen Brichieri, welcher der Compagnia alle Satisfaction gegeben. Die Compagnia recomendirte diesen jungen Brichieri dem Porter. Dieser führte ihn an mehr Orthen auf und lobte ihn seines Geschicklichkeit wegen, so das er nun alß secretarius zu dem Consilio di Stato nach Florenz resolviret worden, dessen [201] Vatter aber alß secretarie d‘Etat. Und umb diesen placiren zu könen, hat man den Luci, einen Adelichen und in bester fama gewesten, deplacirt und ihm ein anderes emploie gegeben mit der Helffte von der vorhin genossener Gage. Dem Brichieri hingegen hat man dopelt soviel gegeben alß Luci gehabt. Den alten Brichieri, der von Final gebührtig, haltet man vor ein gutten Advocaten, dessen Sohn aber einen gelehrten Pedant. Gedachter alte Brichieri soll den General Veterani, da er sein Testament gemacht, disponiret haben, das er einem gewissen hier gewesten abbé de St. Pierre einige Tausend Gulden in dessen Codicill vermacht. Und weil marchese Verzoni einmahl gesehen, wie sich der abbé St. Pierre zu dem Brichieri umb den ihm geleisten Dienst bedancket hat und ohne Zweiffel dieses Legat unter ihnen getheilet worden wäre, gieng Verzoni213 (der dem Veterani das Testament gemacht hatte) zu Veterani und fragte ihn, warum er sich induciren lassen, einen so schlechten Menschen alß der abbé de St. Pierre war, ein solche Summa zu vermachen. Enfin, Verzoni brachte es dahin, das Veterani das Codicill wieder cassireten hatte. Von Br. Trenck, sagte Bethanges, gehört zu haben, das das revisorium, welches auß 8 Personen bestanden, den Sentenz von Kriegsrecht gar zu gelind gefunden und der Mainung war, das ein solcher scelerater weit grössere Straffen meritiret. Und von [202] dieser Meinung waren ihrer sechs, zwey aber waren dem Trenck favorable und einer davon soll bey 50 Blätter in sein Favor geschriben haben. Und dieser soll von Trenck Debitor seyn von 40/m fl. und der andere auch von einer gutten Suma. Der Trenck soll an die Kaiserin selbst geschriben haben. Man wundert sich nicht allein, das die Kaiserin von ihm das Schreiben angenohmen, sondern, das sie ihm auch durch ein Canal hat eine Antworten wissen lassen. Sie soll dem Kriegsrath sein Schreiben gegeben haben mit dem Beysaz, das ihro sein petitum billich zu seyn scheinet, doch aber will sie vor sich nicht fürgehen, sondern des Kriegsrath Meinung vorhero vernehmen. M. L. war Nachmittag bey Andlerischen und abends bey Frl. Ganß. 14. Vormittag war bey mir Graf Cozzoli, der von Triest mit seiner Gräfin und Tochter vor 6 Tagen gekomen. Dan war da der junge Häring. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting, der heüt wieder von Podagra aufgestanden. Dan der Graf Valdisatto, Br. Flachenfeld und Frl. Mathei. 15. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan, mit m. L. aber Graf Pötting. Abends war bey mir Haubtman Fräst und spätter giengen beede zu Pötting, wo auch der Br. Hagger war. 16. Zu Mittag speisten ich und m. L. bey den Wurmbrandischen. Abends war ich bey Pötting mit dem Steinberg. [203] M. L. war Nachmittag bey den Ursulinerinen. Abends war sie214 bey der Hollstein und spatter mit der Frl. Pfeffershoffen bey Frl. Ariazaghi. 17. Morgens war da Flachenfeld. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. Da war Graf Pötting, Giulati, Patachich, der Obrist und der Obristleüthnant von seines Br[uders] Regiment, P. Gabes, P. Standinger und der Dr. Engel. Tyrnan speiste zu Mittag mit m. Maxl. Nachmittag war bey m. L. abbé Rosmann und spätter die Ariosti mit ihrer Freille und dan Graf Andler. M. L. war abends bey Bssa. Selb und spätter bey Frl. Ganß. 18. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. In wehrenden schickte zu mir Br. Flachenfeld, das ich zu ihm komen mächte. Gieng also dahin und retournirten miteinander. Er und Graf Pötting speisten mit m. L. Nachmittag fahrte mit Flachenfeld einige Wagen von Saurau zu sehen. Abends waren bey unß Pötting und Flachenfeld. 19. Zu Mittag fahrte mit Flachenfeld nach Hof, wo wir auch beym Taffeldienst bliben. 213 Sledi prečrtano zu 214 Sledi prečrtano: mit der Frl. | 107 1746 November Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting, Andler und Flachenfeld. Nachmittag war ich bey Haubtman Fraß. M. L. war Vormittag bey Frl. Mathai bey Ursulinerinen und bey der Bssa. Hayden und abends war sie auch bey dieser lezten. Heüt bey Hof speiste öffentlich [204] der Kaiser und die Kaiserin, dan rechter Hand an der Kaisers Seiten215 die ältere Erzherzogin und die Princesse Charlote, an der Kaiserin *Seiten*216 der Prinz Carl. NB. Heüt ist was neues und biß dato ungewöhnliches observiret worden. Erstlich war die Staffel oder das pie d’estal, wo sonsten die Taffel stunde, levirt und die Taffel stunde sur le planché oder völlig auf dem Boden ohne Erhöchung. 2do, die Bedienung hatten die Hofdames, welches auch biß dato niemahls gebrauchig war. Dan an Kaisers Seiten haben allemahl die chambellans gedient und die Dames nur an der Kaiserin ihrer Seiten oder in ihrer Apartemens. 20. Morgens war bey mir abbate Beltrame, der in ein Par Tagen mit dem jungen Godenus nach Salzburg verreiset. Dan war ich bey der Haußfrauen, der ich vor das halbe Jahr, alß vom lezten Georgi biß lezten Michaeli, den Haußzins mit 280 fl. bezahlet habe. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da m. Hänßl mit dem P. Debiel, dan der canonicus Demeli von Zeng und die beede Standler und Br. Flachenfeld. Debiel erzehlte mir, den Original an die Kaiserin gemachten Vorschlag nebst ihren Remarquen den schellenburgischen Verlaß betröffend gelasen zu haben und soll unter anderen enthalten, das man 8 crainerische Edlleüth ins Collegium Theresianum wird bringen känen, darvon die Landschafft [205] den Vorschlag die Kaiserin die nomina haben wird. Item sollen bey 100 arme Soldaten theils in Carlstadtischen und theils hier in Armenhauß erhalten werden, dan 12 Soldatenwitwen mit jährich 100 fl. jede und dieses därffte erst kunfftiges Jahr in November anfangen. Standler erzehlte, das anno 1723 das erstemahl ex camerali 8 Milionen Gulden excorporiret und zur volligen Disposition des Militaris mit der Condition (die das Militare selbsten vorgeschlagen) überlassen worden, das allemahl der nehmbliche Fuß von circa 80/m in completen Stand erhalten werden solle. Und wan jemand stirbet, desertirt etc., soll jedes Regiment ein besondere cassam haben, umb auf Erfordernußfahl selbsten sich sogleich in completen Stand sezen zu känen. Da nun anno 1733 der Krieg außgebrochen, waren anstatt der 80/m Mann kaum 50/m und alle Regimentscassen lähr. Anstatt ein Inquisition zu machen, wurde altum silentium. Fehrers sagte er, die regirende H. in Tyroll hatten bey 2.400.000 fl. ausgenohmen und verinteressirt. Kaiser Leopold hat ein Zeit mit Interessen continuirt, dan und unter Josepho wurden die Interessen sistirt und ex post wie auch unter Carolo das Capital auf die Helffte reducirt, die von 50 und mehr Jahren außständige Interessen verlustig und endlich das Capital mit grosser Verlust vernegocirt. Et sic profeceyt er ein gleiches dem hiesigen Stadtbanco und sonderlich haltet er von Narren diese, die [206] von der Kaiserin Domainen kauffen, weil solche von dem Nachfolger ohne Zweiffel alß Gütter, die nicht haben verkaufft känen, repetiret werden. Nachmittag war m. L. bey Laurenzerinen, dan bey Mad. Van Swietten und abends bey Frl. Ganß. NB. Von diesmahl hat heüt umb Mittag das erstemahl geschnüen. 21. Zu Mittag speiste mit mir Pötting und mit dem Maxl Tyrnan. M. L. speiste bey der Hollstein. Nachmittag ist m. L. mit Frl. Latour den rinoceros sehen gangen und abends war sie bey Frl. Ganß. 22. Morgens fruhe war ich vocatus bey Kueffstein, der mir sagte, mit Kinsky gesprochen zu haben. Und Kinsky verlange eine Nachricht von dem i.ö. Mauth-, Policey- und Commercienwesen, oder beser zu sagen, was die Jahr her in solchen gemacht oder negligiret worden und wolte in Summa kürz wissen, was in passatto geschehen und was nun geschehen soll. Kueffstein sagte ihm, das ihm niemand hierinfahls besser dienen känte alß ich. Kinsky antwortete, das just auf mich gedencket habe und das mir also Kueffstein sagen möchte, was Kinsky verlange. Kueffstein prævenirte mich zwar, das alles was man guttes vorgeschlagen känte, vergebens wird. Erstlich, weil Kinsky nicht laborios, nicht gerne list, von Sachen kein rechte Idée hat und mit der Banco-215 Nad prečrtano in že neberljivo besedo Seiten, ki ji sledi še des 216 Nad prečrtano in neberljivo besedo. 108 | 1746 November Deputation genugsam occupirt ist. 2do, ist er Kueffstein mit mir einer Meinung, das viel schlechte Leüth placirt seyn und solches pouvoir [207] haben, das sie das Gutte allemahl traversiren werden und in Trieben beständig fischen, folgsam weder die gutten emporkomen noch etwas guttes zu stabiliren consentiren werden. 3tio, die Kaiserin hat mehr Confidenz zu schlechten Leüthen, ist von keiner fermen Resolution und souteniret nichtes, ist changeant und kurz zu sagen, auf ihro Protection oder Soutien ist sich keineswegs zu verlassen. Mit allen deme glaubt er, ich solte was aufsezen und dem Kinsky bringen, valeat quantum valere potest. Spätter war bey unß P. Waicard Hallerstein, der gester von Mastrich hier angekomen ist. Dan fahrte mit m. L. zu dem jungen General Wurmbrand, ist aber just außgangen; hat unß hingegen auf Übermorgen zu Mittagessen eingeladen. Dan fahrte mit m. L. auf dem Marck. Zu Mittag speisten bey dem alten General Wurmbrand. Da war Graf Drascoviz, Obrist Fontenel und der Obristleüthnant Dilon, ein Irrlander, der an Fort de St. Margarete nache bey Antwerpen, Comendant war. Nachmittag kam dahin der General Traun, der nicht wenig mécontent zu seyn scheinet, die Expedition nach die Provence nicht approbiret. Und sagte unter anderen, glücklich derjenige, der umb nichtes gefragt wird, so hat er nicht zu sorgen, was er sagen oder rathen soll. Abends war bey mir Flachenfeld und Bart/holomäus/ Zebull von Laybach. [208] Nachmittag war m. L. bey der Herzogin von Hollestein und abends bey der Bssa. Selb. 23. Zu Mittag speiste bey mir Tyrnan und bey m. L. Pötting. Umb Mittag erhielte ich eine Staffette von Triest mit Meergeschnalz von Flachenfeld. Nachmittag war da Flachenfeld, der obige Fisch an Prinz von Hildburgshausen und Kinsky, dan was weniges an Lierwald und Kempf geschickt hat. Abends war m. L. bey Bssa. Selb. 24. Morgens war ich mit Flachenfeld auf dem Marck. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem jungen General Burmbrand. Da war der alte Graf und Gräfin, dan Obrist Fontenel und ein Leüthnant. Nachmittag haben wir unß alle electrisiren lassen und abends war ein schene Music, wo unter anderen der Joseph Steffan, ein schlickischer Underthan, der von Wagenseil gelehrnet, das Instrument in der Perfection geschlagen. Abends war m. L. bey der Hollstein und spätter bey Bssa. Selb. 25. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war bey mir P. Hallerstein, dan der Zandonati, commissarius zu Zeng, dan der Schifferstein und spätter Flachenfeld. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Bssa. Selb. 26. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Abends war da Flachenfeld. Zu Mittag speiste mit m. L. Pötting. 27. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. [209] Mit m. L. speiste Pötting. Nachmittag und abends war da Flachenfeld. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 28. Morgens war da P. Hallerstein. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit den Kindern Pötting. M. L. speiste bey der Hollstein und abends war sie bey Bssa. Pfeffershoffen. Bey mir war Flachenfeld. 29. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting, P. Hallerstein, P. Marbolan und Flachenfeld. Nachmittag war ich mit leztem in Kaisersgarten, den Model von der neuen Burg zu sehen, wovon der Architect ist Jadeau, ein Lothringer. Abends war da Flachenfeld. 30. Morgens war ich mit Flachenfeld bey Hof beym Toisonfest und bey der Taffel. Zu Mittag speiste mit meinen Kindern Tyrnan und spätter bey mir und m. L. Pötting und Flachenfeld. Nachmittag war da der Hänßl mit dem Graf Salaburg und P. Galler und sein Gespan, Magister der ersten und anderen Schull. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. | 109 1746 December 1746 December 1. Dezember. Morgens suchte Kinsky, ließ aber niemand vorkomen. Dan war ich bey Flachenfeld. Zu Mittag speiste bey unß Pötting, P. Hallerstein und P. Beichtvatter bey den Dames der verwittibten Kaüserin und Br. Flachenfeld. NB. Gester bey dem Schallen ist bey Hof observiret worden, das wie man den Triumph von dem Kaiser aufgesezt [210] und darauf von Pinatzucker ein dopelter Adler mit dem Toison aufgerichtet war, ist der Adler mit dem Toison von dem Triumph herunter und vor dem Kaiser gefahlen, worüber ein jeder seine glossas gemacht. 2. Morgens war da P. Hallerstein mit einem franzosischen Jesuiten, der von Rom komt und zu dem Cardinal Sinzendorff nach Breßlau gehet, umb bey ihm zu bleiben. Dan war auch da Flachenfeld. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan, mit m. L. aber Pötting und Andlern. Ich war morgens bey Kinsky, sagte mir aber der Portier, das der Graf heüt niemand vorlast, welches mir auch gester begegnet. M. L. war abends bey Frl. Ariazaghi. 3. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Nachmittag war m. L. bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Bey mir war abends Flachenfeld. 4. Morgens war ich bey Hof bey dem Gottes- und dan beym Taffeldienst. Dan habe den Graf Cozzoli, der heüt morgens eine satisfaisante Audienz hatte, nach Hauß geführt. Ich aber gieng zu Kollowrat, wo ich zu Mittag speiste. Da [211] war der General Papalardo, Br. Hagger, Bethanges, ein Cajetaner, der auß Pollen kam. Von dar gieng ich abends nach ½ fünf Uhr zu P. Hallerstein, war aber nicht anzutröffen. Dan war ich in Visit bey der Gräfin Cozzoli. M. L. speiste zu Mittag in Galla bey der Hollstein wegen Geburtstags der Tarouca, welche mit ihrem Man und Tochter auch da speiste, ingleichen die 3 Wurmbrandischen. Abends war sie bey [– – –].217 5. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Vormittag war ich in Galla bey der Grafin Pataschich wegen ihres Geburtstags. En passant war ich auch bey Flachenfeld, suchte Kueffstein, war aber nicht zu Hauß. Nachmittag war ich bey Kueffstein wegen Kinsky. Da war ich auch bey der Gräfin. Dan war bey unß Flachenfeld. Abends war bey mir Schubert. M. L. war abends bey Bssa. Selb. 6. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war da mein Hänßl. Abends war m. L. bey Bartensteinischen. 7. Zu Mittag speiste bey mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Vormittag war da Flachenfeld und abends Graf Andlern wegen Brouillerien zwischen ihm und seiner Frauen wegen seines Camerdieners, den sie im Hauß nicht leiden, er aber nicht entlassen will. 8. Morgens war ich bey Hof in Galla bey Taffeldienst wegen Kaisers Geburtstags. [212] Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey mir Zebull, der in ein Par Tagen nach Brün gehet. Spätter war bey mir Flachenfeld, deme ich eine acta, die crainische Mitteldinge betröffend, gelichen habe zu Formirung seiner Vorstellungen. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein, abends bey Frl. Ganß. 9. Morgens war ich mit Graf Kollowrat, dem General Papalardo und einem Jesuiten von Siebenbürgen, den rinoceros zu sehen. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Vormittag war bey mir Radeucich, Nachmittag der Fortunat Peer. Abends war bey mir abbate Romaggini, der mir ein Brief von Graf Saurau de dato Salzburg den 2ten dieses gebracht hat. Dan schickte mir P. Gabes 200 fl. per Conto Frl. von Hochburg. Spätter war bey mir Flachenfeld. 217 Prostor za ime. 110 | 1746 December M. L. war abends bey Frl. Ariazaghi. 10. Morgens war bey mir P. Prior von Callenberg der P. Thalhaimb, der mir verschiedene Particularitäten von P. Mannstorff erzehlte und sambt meiner der Mainung ist, das er schwärlich mehr oder doch sehr spatt am Tag komen därffte und wird sich entweder nach Ost- oder West-Indien embarquiret haben. Er kamt erst von Linz, wo er die 100 ihme P. gelichene218 Ducaten mit harter Mühe von sein Eltern erhalten hat. Dan war da abbate219 Romaggini, deme ich auf Anschaffung Saurau 6 Ellen [213] von fein leydner schwarz Tuch von der pomelischen Fabrics auß hiesigen Gewelb beym Weisen Löwen von Johan Heinrich Ettenreicher erkaufft und à 7 fl. mit 42 fl. bezahlet habe. Bald nach Mittag kam die zweyte Staffetta mit Fischen von Br. Flachenfeld von Triest hier an. Nachmittag war da Flachenfeld biß abends, repartirte die Fische unter Kinsky, Königseck, Koch, Lüerwald und Schwandtner. Abends war auch bey mir Frasß wegen der verdrüßlichen Affaire, die er mit anderen Ingenieursofficiren hat und batte mich die Sach durch P. Hallerstein dem Prinz Carl zu recomendiren. 11. Morgens war bey mir der secretarius des Fürst Porzia sich zu erkundigen, ob des Fürsten Waldungen in Litorali nicht möchten vom Hof übernohmen werden. Und er ist zu mir von Schwandtner addressirt worden. Dan schickte zu mir Kueffstein, das er diese Tag her immer occupirt war, hingegen nachstens hoffet Zeit zu haben und 〈mit〉 mir zu Kinsky zu gehen und das ich mich in Bereitschafft halten möchte. Nachmittag suchte Wurmbrand, war aber niemand zu Hauß. Dan war ich bey Prandau wegen unsers Salzwesen. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. 12. Mittags speiste ich bey Graf Kollowrat. Da war Graf Patachich, Graf Andler, Br. Hagger, Graf Ferrari, ein siebenbürgische Jesuit, Beichtvatter des Bischoff [214] und ein Officier von kollowratischen Regiment. Kollowrat erhielte mich auf die lezt und zeügte ein Verdruß zu haben auf dem Bethanges, der heüt auch eingeladen war und sich erst um Mittag excusirte unter dem Prætent, es wäre ihm ein nothwendige Geschäfft vorgefahlen. Fragte mich anbey, ob ihme allerdings zu trauen seye. Und da sie öffters miteinander in confidenzia redeten, wolte er Kollowrat nicht, das er Bethanges von solcher Confidenz abusiren und etwan an Orth und End dasjenige erzehlen möchte, was ihme nachtheilig seyn känt. Koll/owrat/ sagte mir auch, das er schwache Mittel haben müsse, massen er ihm ein parmahl umb Geld angesprochen, auch gebeten hat, ihme sowenig alß er nur will vorzustrecken. Soviel ich abgenohmen, muß ihm Kollow/rat/ das erstemahl was mehres, das andermahl aber nur 2 # gegeben haben, massen Koll/owrat/ sagte, er habe sich zuruckgezogen, ob ihm schon sein Bitt nicht abgeschlagen hat. Was die excuse von Mittagessen anbelangt, da sagte: »Ich, Koll/owrat/, wird ihm deßwegen auß seiner Gnad nicht außschliessen.« Er aber meldete, das er ihm gewiß nicht mehr einladen wolle. Es sey dan, das er selbst zu ihm komt, die Entschuldigung zu machen. Was aber die Confidenz anbelangt, halte ich, das den Betganges vor ein honet homme und incapable Seiner Exzellenz zu schaden. [215] Doch rathete ich ihm, mit dieser Nation etwas circomspect zu gehen, welcher Mainung er auch beygefahlen ist. M. L. speiste zu Hauß und bey ihr Graf Pötting. Abends war sie bey Bssa. Widmann. 13. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Graf Pötting. Vormittag war da Br. Flachenfeld und der Wiesenfeld und die zwey br.-leysserischen Fraulen von Laurenzerinen. Nachmittag war ich bey Bssa. Widman zu ihrem Nahmenstag mein Compliments zu machen. Dan war ich bey dem alten General-Wurmbrandischen bey 3 Stund. Spätter war ich bey Max Prandau. Nachmittag war m. L. bey der Gräfin Patachich und abends bey Frl. Ganß, wo ich auch gekomen war, selbe abzuhollen. Prandau erzehlte mir, das Kinsky sucht Geld aufzutreiben und zwar auf folgende Orth: wer ihm auf die Banco-obligationes 75 per % Baargeld gibt, deme gibt er ein Assignation auf das totale in 10 Monathen sambt Interessen, zahlbar und versichert den Creditoren auf das subsidium præsentaneum. 14. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan, dan war da Flachenfeld. M. L. speiste bey Bssa. Selb und blib auch daselbst abends. Heüt morgens hat man bey dem Schwarzspaniern einen Pater nahmens P. Antoni, der sich entweder in der 218 Začetni zlog ge- je popravljen. 219 a- je popravljen. | 111 1746 December Nacht oder morgens todt gefallen, todter gefunden in dem Kloster und muß gewaltig gefahlen seyn, weil man das Gehürn an mehr Orten gefunden. [216] Zu Mittag speiste mit mein Maxl und Tyrnan und mit übrigen Kindern Pötting. 15. Ich speiste zu Mittag bey Wurmbrand. Da war Franzl Harrach, Fontenel und ein Leüthnand. M. L. speiste bey Bssa. Selb. Nachmittag war sie bey der Hollstein und abends wieder bey der Selb. Bey mir war abends Flachenfeld. 16. Mittags speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Umb 5 Uhr fahrte ich zur Hollstein und blib da biß nach 8 Uhr. Dan fahrte mit Pötting zu Stainberg, der unpäßlich ist. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Bssa. Selb. 17. Mittags speiste bey unß Pötting und Andlern. Abends war da Flachenfeld und Luckantschitsch. 18. Vormittag war ich mit Flachenfeld bey dem Kirchen- und Taffeldienst. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Flachenfeld. Nachmittag suchte ich P. Hallerstein, dan die Wurmbrandischen, war aber keiner anzutröffen. Dan war ich bey Bssa. Widmann. Mit m. L. hernach war ich bey den Standlerischen. Nachmittag war bey unß abbé Rosmann. M. L. war Nachmittag bey Bssa. Widmann, dan bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 19. Heüt morgens ist der Stadthalter Graf von Windischgraz, der gester abends noch in Apartement war, todter in Beth gefunden. [217] So ist auch ein Camerdiener von Prinz Carl des gahen Todts gestorben, *nahmens Saquemile.* Und heüt ist eine Staffetta auß dem Haag gekomen, das der ältere Sohn des Friedrich Harrach daselbst gestorben sey. Bey mir war Haubtman Frasß. Dan Graf Opperstorff, der mich umb den Pferdtstaal auf ein Par Wochen zu Leich ersuchte. Dan war auch da Radeucich. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Nachmittag ist mein Liebste gewesen bey Frl. Ganß und abbends bey Bssa. Selb. NB. Da gester Abend, wie gedacht, der Graf Windischgraz noch in Apartement *war* und vorgester bey der Graf Ulefeld zu Mittag geessen hat, so ist ihme die vergangene Nacht nicht wohl gewest. Er wegte seine Frau auf, die bey ihm in Beth war, klagte ihr, das er sich nicht wohl befinde. Sie aber machte nicht viel darauß und glaubte, das ihm wieder besser werden soll. Über ein Weil greiffte er sie bey der Hand und sagte ihr, das ihm recht übel sey. Und da sie ihn auch bey der Hand und in angesicht berührete, fande sie ihn voll kalten Schweiß. Sie sprang auß dem Beth, machte Larme, ruffte ihre Menscher. Und da sie gleich wieder zum Beth kherete, war er schon tod, ohne mehr ein Zeüchen von sich gegeben zu haben. 20. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Nachmittag war da Flachenfeld und dan der Satler, deme ich à Conto der 220 fl. von dem saurauischen Wagen, der gester Nachmittag von hier nach Salzburg abgefahren, 25 Kremnizer bezahlt habe. [218] 21. Vormittag war da Haubtman Frasß. Nachmittag war da Flachenfeld und Hänßl. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Bssa. Selb. Heüt abends ist der Stadthalter Graf Windischgraz begraben worden bey [– – –].220 Der Hanßl sagte mir, das gester das erstemahl die Reitschull angefangen habe und das kunfftig ausser Son-, Feüer- und Freytag alle Tag continuiren werde. 22. Morgens war bey mir Wisenfeld, der in Nahmen der alten Grafin Cobenzl verlangt, das von ihren in Februar bey hiesigen Banco fahlenden Interessen soviel hier erhalten möchte, alß 10 lb. Chocolate betragen, id est à 1 ½ fl., 15 fl., mit welcher Chocolate sie in der Fasten disponiren will. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Nachmittag war da Andler, Flachenfeld und Frasß. Ich suchte Nachmittag Graf Kueffstein, dan General Wurmbrand, waren aber nicht anzutröffen. Dan war ich 220 Prostor za ime pokopališča. 112 | 1746 December bey P. Hallerstein. M. L. war Nachmittag bey Gräfin Cozzoli und abends bey Frl. Ganß. Heüt Nachmittag ist gestorben die Graffin Welsch, gebohrne Rothall. 23. Morgens war da Flachenfeld. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Nachmittag war da Perr, Radeucich [219] und Flachenfeld. M. L. war bey Bssa. Pfeffershoffen abends. 24. Morgens war bey unß P. Hallerstein. Dan war bey mir H. de Biel, deme ich den Brief von Nemezhoffen de dato Laybach, den 26. September 1746, gezeüget habe. Dan war da Magister syntancos mit sein Gespan, item Magister 2dæ classis mit dem Magister Veigl, dan der Haubtman Frasß. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag waren bey unß der junge Milpacher auß dem Convict et condiscipulis meines Lucæ, der abbé Argento, m. Hänßl und P. Lanz und abends Flachenfeld. 25. Morgens suchte ich Kollowrat, Kinsky und Kueffstein. Dan war ich bey Hof beym Kirchen- und Taffeldienst. Heüt hatte Flachenfeld bey der Kaiserin Audienz. Heüt ist Kueffstein alß Stadthalter resolvirt worden, jedoch noch nicht publicirt. Nachmittag war da abbé Lukantschitsch, abbé Demeli und Frasß. Spätter suchte ich mit m. L. die Wurmbrandischen, dan waren bey der Hollstein. M. L. war vorhero bey Laurenzerinen und abends bey Frl. Ganß. 26. Morgens war ich bey der General Sternthall und dan beym Postofficier Port, welchem lezten ich auch die außständige Zeittungen von dem seeligen Grafen von Aursperg, des Landshaubtmans Sohn, bezahlet habe. [220] Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting, Br. Flachenfeld, P. Hallerstein, P. Marmolan und der abbé Demeli. Nachmittag war da m. Hänßl und spätter Haubtman Frasß. M. L. war abends bey der Gräfin von Andler. 27. Morgens war ich beym P. Hallerstein, dan gieng ich mit Graf Pötting nach Hof. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey der Herzogin von Hollstein. Da war auch der alte Graf und Gräfin von Wurmbrand, Veitl221 Trautsonn, P. Peykardt mit ein Gespan. Abends war ich bey Mr le Conte wegen Attembs Brief de dato Görz den 19ten dieses. Und er versprach mir, mich mit erster Post von dieser Chicane zu liberiren. 28. Vormittag war bey unß Flachenfeld. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General-Wurmbrandischen. Da war auch der General, ihr Sohn und Franz Harrach. Abends war m. L. bey Frl. Ganß, ich aber war allein zu Hauß. 29. Mittags speiste bey unß Flachenfeld und mit mein Maxl Tyrnan. Abends war da Luckantschitsch. 30. Zu Mittag speiste bey unß Pötting, Andler und Flachenfeld und mit m. Maxl Tyrnan. Abends war bey mir Max Prandau und Radeucich. Bey m. L. war Frl. Mathei. Abends war m. L. bey Bssa. Selb. [221] 31. Zu Mittag speiste bey unß Br. Flachenfeld, Wiesenfeld und Pötting. Nachmittag umb ½ 4 Uhr seyn erste zwey von hier nach Laybach verreist. Vormittag war bey unß Graf Leopold Lamberg, der dieser Tagen von Laybach hier angekomen ist. Nachmittag war auch da abbé Luckantschitsch und Schifferstein und Haubtman Frasß, item Radeucich. Nachmittag war m. L. bey der Herzogin von Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 221 Pred tem prečrtano Max | 113 1747 Januar 1747 1747 Januar [222] 222 1. [Jener] Vormittag war ich bey Kueffstein wegen des Neujahrcompliment und dan ihme zu überkomenen Stadthalterschafft zu gratuliren. Er erzehlte mir, das Br. Cervelli hier sey und das er die Einrichtung einer Stellfuhr zwischen hier und Triest wieder auf dem Tappet gebracht. Und weil dieses schon so vielle Jahr öffters auf dem Tappet war und niemahls zum Stand gekomen ist, so frachte er mich an, was der Anstand und wer daran Ursach seye? Ich sagte ihm, das niemand alß der Hof daran Ursach sey, weil man nur alleweil raisoniret, selten etwas resolviret und vor die Execution des Resolvirten niemand sorget. Er sagte mir wieder, das Kinsky nächstens mit mir reden und die commercialia zu besorgen anfangen wolle. Dan war ich bey Kinsky, bey Kollowrat, bey Hagger, wo aber niemand anzutröffen war. Dan war ich bey der Hollstein. Nachmittag war ich mit m. L. bey Bssa. Widmann. Dan suchte ich ihren Bruder, den Lebeneg, hiesigen Verordneten. Dan suchte den Max Prandau und den Leopold Lamberg; war keiner von den dreyen anzutröffen. Spätter war ich bey P. Hallerstein und abends bey der Generalin Sterntall. Nachmittag war auch bey unß m. Hänßl. M. L. war Nachmittag bey Bssa. Widman, dan bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 2. Zu Mittag speiste m. L. bey der [223] Herzogin von Hollstein. Ich aber speiste bey Graf Kollowrat. Da war Graf Andlern, Kempf, der Parfüsser-Augustiner-Provinzial und secretarius, ein alter Assessor vom Hofmarschallgericht und ein Fendrich von Kollowrat. Kollowrat erzehlte mir, das ex post der Bethanges wieder bey ihm war und das er mit dem comandeur Ricci viel umgehet. Auch glaubet, das er Bethanges von denen Florentinern einen Succurs an Lebensmitteln haben müsse. Kollowrat erzehlte mir auch, das ihm in Transilvanicis der Br. Schmidlin und in Banatsachen der Kempff stattlich an die Hand gehen. Dan war ich bey der General Ariosti, dan bey den General-Wurmbrandischen. Gester bey Hof ist der Stefan Kinsky alß Fürst, der Kueffstein alß Stadthalter und Graf Breüner alß Vicestadthalter declariret worden, der Graf Oed aber alß osterreichischer Vicecanzler. Abends war m. L. bey der Pfeffershoffen. 3. Morgens war bey unß P. Hallerstein. Dan ein gewisser Orebich, der mir mit Gherardi-Schreiben vom gestrigen dato recomendirt worden. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Abends habe erfahren, das der alte Steinberg so gefahrlich kranck lige. Habe mich sogleich erkundiget und vernohmen, das er noch nicht auß der Crisi sey. [224] 4. Mittags speiste mit mir Tyrnan. Abends war ich bey dem alten Stainberg, welcher kranck und noch nicht auß der Gefahr ist. Er hat dieser Tagen mittels des Dr. Demscher sein Testament gemacht, welches auf sein Ersuchen ich auch heüt alß Zeüg unterschreiben. Nach meiner ist der Dr. Fetzer und nach diesem der Dr. Demscher unterschriben. Pro herede universali hat er sein Sohn Antonium instituirt, denen anderen aber legitimam außgeworffen. Vor sein Seel hat er 1/m Messen bestimt, deren 30 hier, die übrige zu Idria gelesen werden sollen. Dem Armenhauß und mehr anderen Hospitallen hat er zusamen 20 fl. legirt. Sein Gemählin seelige hat ihm 10.900 fl. zugebracht. Diese hat er biß 12/m fl. augmentirt, damit, weil sie ihm 10 Kinder hinterlassen, jeden 1.200 fl. mütterliches kommen mögen. Er lamentirte sehr, das ihm hiesige Chagrien das Leben abgekürzet und das man ihm den Hamer zu Idria genohmen; weiß er nicht, was man ihm davor geben wird. Er haltet ihn auf 27/m fl. und förchtet, das er vieleicht kaum 10/m fl. davor bekomen därfft. 5. Mittags speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war ich bey Prandau, wo auch ein Andriani von Mayland war und dan kam Br. Cervelli. Wir sprachen ein Zeit, wie unser Salzwesen in Mayland zu terminiren wäre und ich lase ihnen das Schreiben vor die regolatori de dato Mil/an/o, 27. dicembre anno passatto. Dan raisonirten von anderen Sachen. Andriani erzehlte, wie in Mayland der Credit [225] sehr gefahlen seyn und gabe mir die Ursach, weil man die Justiz beyseitsezet und manu violenta et via facti fürgehet. Er erzelte mir, das vielle creditores, die sub fide publica 222 Pred tem trije prazni oštevilčeni foliji (staro oštevilčenje pp. 223–238). 114 | 1747 Januar vorzeiten Geldsumen vorgeschossen haben, biß 7 per % zu genüssen accordirten hatten. Diese 7 per % seyn ex post auf 4 per %, über ein Zeit auf 2 per % reduciret worden und viellen zahlet man nun gar nichtes. Die gegenwartige impressarii des Salzwesen zahlen jährlich 3.300.000 lr. und soviel alle Jähr per sexenium dem Hof. Und weil der Hof eine Anticipation darauf sucht, so haben die impressarii 300/m lr. gegen deme vorgeschossen, das ihnen diese impresa auf gleichen Fuß noch andere 3 Jahr prolongiret worden, das sie also anstatt der 6 Jahr neun Jahr zu dauren hat. Da nun solche 2 Jahr schon dauret, proponirte Pallavicini im Rath, das der Hof neue anticipationes nöthig habe und jemand sey, der mehrer anticipiren und diese impresa auf sich nehmen will. Der Rath ware solchem contrairen und in specie, der erste Minister conte Pertusati vorgebend der Contract seye mit den impressarii bereits geschlossen und vom Hof confirmirt worden, folgsam ohne fidem publicam zu violiren und den Credit völlig zu verlühren kan, solcher nicht rescindiret werden. Pallavicini inherirte auf des [226] Noth des Hofs und machte auf alle die Einwendungen kein Reflexion. Schrib auch nach Hof und sonderlich wider den Pertusati, alß ob er das Interesse des Hofs contracasirete. Pertusati, der auch ein gutte Feder führet, unterliß nicht auch sein votum zu souteniren. Da deme ohngeacht die Sach dubios zu seyn begunte, müsten die impressarii, umb bey ihrem Contract zu bleiben, auf Persuasion Pertusati bon gré mal gré noch andere 300/m lr. anticipiren. Mit allen deme seyn sie nicht sicher, das ihren nicht neue Intriguen gespielet werden. Des Palavicini Anticipiant war der conte Biancani, der ex post in lezten November wegen Trahison etc. enthaübtet worden. Der Palavicini soll in Mayland kein Lieb haben, umb soviel mehr aber der Christiani, der viell schene Qualitäten haben soll. Ist auch ein Genueser von geringer naissance, ist ex post Baron und dan Graf declariret worden und stehet in grossen Ansehen. Der seelige Ormea suchte ihn in sardinische Dienste zu persuadiren, er blib aber beym Hauß Österreich. Cervelli, der wenig von dem Tumult in Genua war, erzehlte, das diese Rebelion leicht vorzusehen und zu præveniren war und das vielles negligiret worden. Der Capo von den Rebellen soll seyn ein gewisser Lago Marsini, einer von deren ersten del secondo ordine [227] von spanisch〈en〉 und franzosischen prisoniers der guerre, sollen bey 700 in Genua gewesen seyn, welche nun die Rebellen unterrichten und unterstüzen. Und ein reicher genuesischer Noble nahmens Matto Grillo soll alles Geld dazu foueriren und der französische Minister daselbst besorget alle Depensen. Spätter war ich bey Br. Ganß. Da war Br. Hagger und Gröner. Erster erzehlte, das der Kueffstein alß Stadthalter nur 8/m fl. habe, der Breüner alß Vicestadthalter 6/m fl., der Oed alß Hofvicecanzler hat 8/m fl. Hingegen ist ihme die vorige Pension der 5/m fl. gebliben, die er bekomen hat, da der seelige Windischgräz Stadthalter worden und er Graf Oed præteriret war et sic genüst er 13/m fl. M. L. war Nachmittag bey Bssa. Palm, dan bey der Grafin von Leopold Lamberg und abends bey Bssa. Pfeffershoffen. Praundau wolte heüt auch was beyrucken, wie fides publica so schlecht observiret wird und erzehlte, wie er vor Jahren einige grosse anticipationes dem Hof gemacht, wovon ihme 9 per % versprochen, ex post auf 6 per % reduciret worden. Und das Capital konte er gar nicht haben biß er endlich noch 100/m fl. vorgeschossen und in allen über 200/m fl. assignationes auf das schlesische Contributionale erhalten und sogestalten bezahlt worden ist. 6. Abends waren bey mir beede Standler und spätter Graf Andlern. [228] M. L. war Nachmittag bey der Herzogin von Hollstein und abends bey Frl. Gannß. Heüt ist der famose medicus Bianchi und mein gewester ordinarius (nachdeme er schon etliche Wochen sehr unpäßlich war) in seinem Beth todter gefunden worden. 7. Morgens war bey mir Orebich, der sein Memorial dem Pötting recomendiret hat. Dan schickte zu mir Mr le Conte, was ihme Buglioni von Görz geschriben wegen meiner Messer. Zu Mittag speiste bey unß Frl. Mathieu, P. Waicard Hallerstein, P. Marbola/n/. Nachmittag fahrte m. L. mit der Generalin Wurmbrand in die Pantominen, blib daselbst biß spatt. 8. Heüt vortags circa umb 3 Uhr ist der Obristhofmeister Graf von Sinzendorff gestorben. Heüt ist die Abtissin bey denen Jacoberinen solemniter instaliret worden. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting (der heüt von sein Podagra am ersten aufgestanden), dan Graf Andlern. Nachmittag war bey unß abbé Rosmann und der Schifferstein. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 9. Mittags speiste mit m. Maxl Tyrnan, mit meinen Kindern Pötting. | 115 1747 Januar Ich mit m. L. speisten bey General Wurmbrand. [229] Da war auch eine Gräfin Hodiz, gebohrne Vätterin, dan der Obrist Fontenel und Dillon. Spätter kam dahin der General Lalaine. Nachmittag war ich bey dem Max Prandau, dan wieder bey Wurmbrand, wo ich biß 9 Uhr abends gebliben. M. L. war mit der Generalin Wurmbrand bey denen Pantominen. 10. Mittags speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Nachmittag war da Walter wegen des Hochenwarts Schuld und spätter der Nogarina wegen der gräzerischen Fabric della contaria lamentirt, das er kein Justiz findet. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 11. Vormittag war bey mir Radeucich, zu Mittag speisten allein. Nachmittag war da ein Camaldulenser in Nahmen des Reclusi, ein von P. Manstorf bey mir seyn solendes Manuscript zu suchen. 12. Mittags speiste mit mir Tyrnan, mit m. Kindern Pötting und Richter. Nachmittag war ich beym cabinetsecretari von Koch wegen eines Billets, das er mir geschriben. Dan war ich bey Prandau, wo ich auch den Cervelli angetroffen und habe alles außgemacht, was Prandau wegen Maylander Salzwesen verlangt. Dan war ich bey der Hollstein biß spatt, wo auch die Wurmbrandischen waren. [230] M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. Heüt Nachmittag ist des Kaiser Obristhofmeister declarirt worden der Feldmarschall Graf von Königsegg. Und krafft der Hofetiquette ist vom Hof zu ihm gesand worden der Ulefeld und Colloredo. 13. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und bey m. L. Pötting. Nachmittag bin mit m. L. zu Br.-Gansischen, den ihr neues Quartier zu besehen. Dan war ich bey Br. Hallerstein und P. Barbolan, wo ich den Graf Pötting angetroffen. Dan waren bey Br. Hagger und ich bey Valdisot. Abends waren bey Br.-Gansischen. M. L. war Nachmittag bey der Van Swieten und abends bey Frl. Ganß. 14. Vormittag war ich bey der Hollstein wegen ihres Geburtstags in Galla. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. 15. Vormittag suchte ich den Joseph Auersperg. Dan war ich bey Hof beym Kirchen- und Taffeldienst. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey unß Graf Cozzoli mit seiner Frauen und Tochter, dan abbé Demeli und Schifferstein. Abends war ich bey der Hollstein, dero ich ein ebanche gebracht eines Schreibens an ihr Schwester in Reich. Kueffstein sagte mir bey Hof, das er erstlich gerne wissen möchte, was von Weg und andere Mauth zwischen hier und Triest bezahlet werden. 2do, den Unterschied [231] von Niederdorff nach Triest und von Niederdorff an die venedische Graniz Cadore. Lezte Strassen soll egalirt werden. Wan ich diese 2 Außkunfften, umb welche ich nach Triest zu schreiben versprochen habe, überkome, so will er mit mir zu Kinsky gehen. 16. Vormittag war bey unß Joseph Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da Frl. Latour, dan Mr de Bethanges und abends waren bey m. L. Frl. Ariazaghi, Frl. Pfeffershoffen und ihr Schwägerin Bssa. Pfeffershoffen, Wittib und gebohrene Prandau, Petri filia. 17. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Abends war da Albrecht, der unlängst von Jarmeriz auß Mahren gekomen, wo er etliche Monath bey Graf Furstenb/er/g war. 18. Morgens war bey mir Radeucich. Dan brachte mir von General Kohary Canzlerdiener 22 fl. 15 kr. von dem ihm providirten vin di ré. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. 19. Mittags speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war m. L. bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Abends war ich mit m. Maxl bey den Standlerischen. 20. Mittags speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Nachmittag war bey unß Bethanges. 116 | 1747 Januar Nachmittag und abends war m. L. bey der Hollstein. 21. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting. [232] 22. Morgens war ich bey Hof beym Kürchen- und Taffeldienst. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. Da war Haubtman Wallenstein, Bethanges, Grener, *und* Marignoni, ein Caetaner. Nachmittag war ich bey P. Hallerstein, abends suchte Albrecht. Spätter war bey mir Radeucich. Bey Hof sagte mir Kinsky, das er gerne hätte alles, was in Commerciali zu thun wäre. Enfin, alles von A bis Z, ergo nichtes außgelassen. Ich sagte ihm, das ich gerne vorhero mit ihm sprächen wolte, umb besser und außführlicher sein Verlangen zu vernehmen. So sagte er, das er mirs will sagen lassen. M. L. speiste zu Mittag bey der Herzogin von Hollstein und abends war sie bey Bssa. Selb. Heüt hatte man die Nachricht, das der junge Br. Hagger zu Achen223 etliche Blessuren in einige Händl bekomen haben soll. Heüt Nachmittag ist der Graf Nimptsch allhier gestorben. 23. Mittags speiste mit mir Tyrnan und mit der Famille Pötting. Nachmittag suchte Leopold Lamberg, dan den alten General Wurmbrand. M. L. speiste zu Mittag bey Bssa. Selb. Nachmittag war sie bey Frl. Ganß und abends wieder bey Bssa. Selb. Heüt ist der medicus Longobardi gestorben. [233] 24. Morgens kam zu mir Graf Joseph Aursperg, den ich führte die kaiserliche Bibliotec zu sehen. Dan waren wir bey Leopold Lamberg, item auf der kaiserlichen Reitschull. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting, Albrecht, abbé Rosmann und P. Moscambroni. Nachmittag war da Schifferstein, der mir krafft Hochenwarts Brief de dato Fiume 2. dieses, die eincassirte 80 fl. brachte. – Davon224 bezahlt an Walter 42 fl. 30 kr. – Die den 9ten Novembris anno passatto ihme von mir gelichene 6 Kremnizer à 4 ⅕ 〈fl.〉 25 fl. 12 kr. – den Rest ihme Schifferstein 12 fl. 28 kr. In allen 80 fl. Dan war da abbé Luckantschitsch und spatter Radeucich. Heüt abends hat man den Grafen Nimptsch bey den Schottnern begraben. 25. Mittags speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Abends war da Graf Andlern und Graf Leop/old/ Lamberg. Lezter erzehlte, wieviel Geld jährlich auß dem Land Crain komt und dieses, dessen er sich gleich erinnerte, betragt wie folgt: Fürst Auersperg 24/m fl., Lack 24/m 〈fl.〉, march. Prié 20/m 〈fl.〉, Codelli 20/m 〈fl.〉, der Pischoff verzehrt auch ausser Lands bey 14/m 〈fl.〉, Cobenzl 10/m 〈fl.〉, Porzia 10/m 〈fl.〉, die Nunen zu Studeniz 6/m 〈fl.〉, Jesuiter zu Triest 6/m 〈fl.〉, Feldes 4/m 〈fl.〉, Kazenstein 4/m 〈fl.〉, Comenda St. Peter 2/m 〈fl.〉 Dieses macht bey 144/m fl. und die postulata betragen auch bey 300/m. [234] Nachmittag war bey unß m. Hänßl. Nachmittag war m. L. bey der Herzogin von Hollstein und abends bey Frl. Gans. 26. Vormittag war bey unß P. Hallerstein. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit mein Kindern Pötting. Abends war bey mir Radeucich und Graf Valedisotto. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein. Abends war sie bey Frl. Ganß. 27. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting und Andlern. Abends war ich mit m. L. bey der Hollstein, wo auch die alt-Wurmbrandischen (die beede heüt zur Ader 223 A je popravljen. 224 Pred tem prečrtano dafur | 117 1747 Februar gelassen) waren. Bliben da biß spatt. 28. Zu Mittag speiste bey mir Graf Pötting. M. L. speiste bey der Hollstein und blib daselbst biß spatt. Bey mir war auch abends abbé Luckantschitsch. 29. Sonntag. Morgens waren bey mir 2 Venezianer von der Gräzer fabrica della contaria; einer, der die cane ziecht, der andere, der solche stickelt oder schneidet. Beede lamentiren, das sie kein Gehör finden oder besser zu sagen, kein Hilff. Waren öffters bey Kinsky, Schwandtn/er/, Haußlab. Alle geben ihnen Hoffnung, hingegen speisten sie mit der Gedult. Erster, der die Cane zieht, ist in so ellenden Stand, das er Allmosen bittet. Beede sagen, das in der fabrica, wan sie auch vor sich gieng ein mastro abgehen, der den cane die rechte Farb zu geben wust. Die Direction aber war niemahls gut. [235] Vormittag war bey unß Graf Joseph Auersperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Abends war ich bey alt-Wurmbrandischen. M. L. war Nachmittag bey Laurenzerinen, dan bey Mad. Swietten und abends bey Frl. Ganß. 30. Mittags speiste ich bey alt-Wurmbrandischen. Da war le comte Lalain, colonel Magdonel, der junge General Wurmbrand und der Leüthnant von Hauß. Blib da biß spatt, dan passirte den abends bey der Hollstein. M. L. war Nachmittag mit mir bey den Cozzolischen umb Urlaub. Dan gieng sie zu der Hollstein, dan mit Frl. Jergerin und Frl. Laüsserin in die Pantomim. 31. Vormittag war bey unß Graf Cozzoli sich zu beurlauben. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey mir Wichtestein von Görz, spätter Radeucich. M. L. war Nachmittag bey Frl. Ganß und abends bey Bssa. Selb. 1747 Februar 1. Februar. Mittags speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey mir Wichtenstein, dan der Agent Beck, welcher versprochen per ordine Rindsmaul et per Conto Zetschker 250 fl. in 10 Tagen zu bezahlen. Abends war m. L. bey Bssa. Selb. 2. Mittags war ich bey Hof. Bey unß war Vormittag Graf Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey alt-Wurmbrandischen. M. L. war bey der General Ariostin, [236] dan bey der Herzogin von Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Beym Wurmbrandischen hatte ich angetroffen milord Taf, Obristen Fontenel,225 Obrist Magdonel.226 Vorhero noch habe mit m. L. gesucht die Heünrühischen, waren aber nicht zu Hauß. 3. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit mein Kindern Pötting. M. L. speiste bey Bssa. Selb. Nachmittag war ich bey der Hollstein, wo auch die General-Wurmbrandischen waren und die mich mit ihrem Wagen haben abhollen lassen, biß umb 9 Uhr. Abends war m. L. auch bey Bssa. Selb. 4. Zu Mittag speiste bey unß Graf Joseph Auersperg und H. von Albrecht. Dan kam spätter Graf Andlern, Nachmittag P. Hallerstein, abbé Luckantschitsch und Doctor Humelauer, der heüt das erstemahl bey unß war und auf gutte Recomendation des Van Swietten unser ordinarius werden wird. 5. Vormittag war ich bey Fürst Attems, Bischoff von Laybach, der mir recomendirte data occasione mit Kinsky zu reden, das sein bischoffliche Fundationsbrief vermacht alles per proprio uso, sowohl alß zum Verkauff, von sein aignen Güttern auß Steüer, Karnten und Crain Einfuhrendes ohne Mauth auß- und einführen zu därffen und das ein Zeit hero deme contraveniret wird. Dan erzehlte er mir folgende Neuigkeiten: das Gallenb/er/g angesezter Landsverwalter et Landsverweser werden 225 F je popravljen. 226 g je popravljen. 118 | 1747 Februar solle. Das des Graf von Liechtenberg in dem strittigen [237] Landtag geführtes votum eliminirte und auß dem Landsprotocoll herauß komen solle. Das die wegen der Generaleinnehmerwahl fürgangene Irregularitäten die Kaiserin suppliren, folgends die damahl ergangene Wahl confirmirter bleiben solle und damit der Valvasor auf einem Orth auch eine Satisfaction habe, därffte er vor künfftig zum Generaleinnehmer erwahlet werden. Dan war ich bey Hof beym Kirchen- und Taffeldienst. Heüt habe bey der Aufwartung 7 Fürstinen observirt, alß die Aremberg, Schwarzenberg, Emanuel Liechtenstein, Lamberg, Auersperg gebohrne Schenfeld, dan die Auersperg gebohrne Trautson und die Trautson, gebohrne Hager. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war m. L. bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 6. Mittags speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Abends war bey mir Radeucich. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 7. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Vormittag war bey unß Mr Brädis, protomedicus von Prinz Carls-Armée. Nachmittag war m. L. bey der Hollstein und abends bey Bssa. Selb. 8. Mittags speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da der Agent Beck wegen eines Hofmeister von dem Rindsmaul nach Graz. [238] 9. Mittags speiste mit m. Kindern Tyrnan. Ich speiste bey Graf Kollowrat. Da war Graf Pötting, Marignoni und Gröner. Nachmittag war ich bey der Hollstein, wo auch die alt-Wurmbrandischen waren und blib da biß nach 8 Uhr. M. L. speiste bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. Heüt hat man bey Kollowrat die Nachricht, das Graf Pataschitsch in seiner Commission zu Finfkürchen von Schlag berühret worden seye. 10. Vormittag war bey unß Graf Joseph Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting, H. von Albrecht, des Bischoff von Laybach Kaplan Kucharziz, P. Hallerstein und P. Marbolan und Frl. Mathei. Lezte erzehlte mir von der Frl. Maria Anna Mengen, das227 ihr H. Vatter General war und die Mutter ist eine Mettich. Heüt hat mir der Agent Bäck per Conto ed a disposizione des Br. Zetschker und auf Anschaffung des Max Grafen von Rindsmaul 250 fl. bezahlt gegen meiner Quittung. M. L. war abends bey Bssa. Selb. 11. Abends war bey unß Graf Andlern. 12. Mittags speiste ich bey Kollowrat. Da war Graf Pötting, Br. Hagger, Bethanges, Gröner und P. Kapelhoffen, Caetaner. Nachmittag kam dahin Br. Keller, Camerrath zu Prespurg. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein. Abends war sie bey Bssa. Selb und vorhero bey Frl. Ganß. 13. Morgens war ich bey der Gräfin Nostiz, [239] einer gebohrnen Fux, wegen Ign/ati/ Aursperg und der Frl. Mengen. Die Gräfin sagte mir, das die Frl. hier in Banco 50/m fl. und diese seyn richtig. Sie hat noch bey 30/m fl. in Schlesien und diese seyn noch nicht richtig, hat aber gutte Hoffnung, die Sache bald außzumachen. Ihr Herr Vatter war Obrister von keiner naissance, doch in freyherrlichen Stand. Die Mutter war eine Gräfin Mettich vom gutten Hauß. Die Gräfin wil diese Partie der Frl. proponiren und die Obergerhabschafft informiren und Donnerstag oder Freytag kan ich die Antwort haben. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. Da war Graf Pötting, Br. Hagger, der Major von seines Bruder Regiment, und der P. Barbo, Caetaner. Vormittag war bey unß Joseph Aursperg, der die seillerische Tochter heyraten soll. M. L. war Nachmittag bey Laurenzerinen, dan bey Ursulinerinen und abends bey Frl. Ganß. 14. Morgens war bey P. Hallerstein. Zu Mittag speiste m. L. bey der Hollstein und abends war sie mit der General Wurmbrand in den Pantomimen. Heüt abends seyn meine 2 Söhne, der Lucasl und Franzl, bey den Cotmanischen in maschera auf dem Bal 227 Popravljeno. | 119 1747 Februar gewesen. Erster alß ein Rabiner, ander alß ein Rauchfangkherer angelegt. [240] 15. Morgens war bey mir ein Geistliche von Luxemburg gebührtig nahmens l’abbé Champion, der sich zu den Rindsmaulischen nach Graz vor ein Hofmeister antragt. Er logirt in hallerischen Hauß, grad von Weintraüben gegenüber in 4. Stock bey St. Steffan. Gegen Mittag war da Wichtenstein, welcher sein Sach noch nicht incaminirt hat, doch an deme ist solches ehistens zu thun. Marburg ist sein Protector ed per ½ suo Safran, Pistrich und dan Lüerwald. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting und Eillerin. Abends war da Andlern und spatter war ich bey alten Wurmbrand. 16. Morgens war da Graf Aursperg. Zu Mittag speiste bey mir Tyrnan und mit m. L. Potting und Rasp, der Soldat unter Kohari. Nachmittag war bey mir Agent Beck mit einer Schrifft von m. H. Vatter seeligen, krafft welcher er einige zur Herrschafft Luegg gehörte228 Schrifften anno 1712 von Cobenzl empfangen zu haben bezeüget. Und weil er mein H. Vatter gedachte Herrschafft dem Cobenzl wieder verkaufft, so verlanget die229 Gräffin Cobenzl zu wissen, ob ich von solchen Schrifften keine Nachricht hätte. Wovon ich ihm aber nichtes sagen konte, weil Cobenzl solche von m. Vatter ohne Zweiffel durch so vielle Jahr retiriret haben wird. M. L. war Nachmittag bey Frl. Ganß und abends bey Bssa. Selb. 17. Morgens war ich bey der Gräfin [241] Nostiz wegen Aursperg und der Frl. Mengen. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 18. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey mir der abbé Janco. 19. Nachmittag war bey mir der abbé Demeli und spätter Graf Joseph Aursperg, welcher mir nun selbsten gesagt, das sein Heyrath mit der Frl. Seilern sicher, auch von beederseits Angehörigen approbiret worden seye und solche bald nach Ostern vollzogen werde. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. 20. Zu Mittag speiste Tyrnan mit Maxl und mit m. L. Pötting. Ich speiste bey den General-Wurmbrandischen. Da war ein Officier und dan der Canzleydirector von Prinz von Sachsen Hildburgshausen, welcher 600 fl. Besoldung und auf Reisen täglich 2 fl. 40 〈kr.〉 genüsset. Nachmittag war m. L. bey Bssa. Widmann und abends bey Br. Palmin. 21. [Mit]230 mir speiste Tyrnan. Nachmittag war bey mir P. Barbo, Caetaner. M. L. speiste auf Mittag bey Bssa. Selb und blib da biß Abend spatt. 22. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag waren da 2 Franciscaner und abends Radeuich. M. L. war abends bey Bssa. Selb. 23. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. [242] Vormittag war bey unß P. Hallerstein. Zu Mittag speiste mit m. L. Pötting. Nachmittag war m. L. bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 24. Zu Mittag speiste bey unß Frl. Bssa. Pfeffershoffen, dan Graf Pötting, item P. Hallerstein und P. Barbolan. Nachmittag war da abbé Rosmann und Mad. Van Swietten. Spätter gieng ich zur Hollstein, wo auch die Wurmbrandischen waren und ich blib da biß spatt. M. L. aber war bey Frl. Ganß. 25. Vormittag war bey mir Radeucich. Zu Mittag speiste bey unß Potting. Abends war da Graf Andlern. 228 Orig. gehörische 229 Popravljeno. 230 Prvotna beseda Ich je bila večkrat prečrtana in popravljena. 120 | 1747 Marec 26. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Andlern. Nachmittag war bey mir Fortunatus Perr, der Morgen nach Laybach verreiset und alß secretarius bey Haugwiz einzustehen hoffet. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. Ich war abends bey Max Prandau, spätter bey Schuberth. 27. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Bey unß war Vormittag Br. Egkh und Nachmittag Frl. Matthei. Spätter Wichtolitsch, der gester bey der Kaiserin Audienz gehabt und spätter war da Radeucich. 28. Zu Mittag speiste bey m. L. Graf Pötting und der Richtern. [243] Ich speiste zu Mittag bey den alten Wurmbrandischen. Nachmittag war ich vocatus bey Friedrich Harrach, der mir erstlich auch in seines Bruders Graf-Ferdinands Nahmen recomendirte einen jungen Menschen, nahmens Kotzian, damit ich ihm nach Idria zu dem Ende recomendiren möchte, auf das er daselbst alle die mechanische Machinen besehen kante, massen er Bergwerks kündig ist, auch bereits zu Freyburg in Sachsen war und nun in Mähren bey dessen Eisenbergwerg emploiret werden wird. Dan ersuchte er mich meine Gedancken zu entwerffen über eine Schrifft, die er in materia comercii und deren Tariffen das Konigreich Böhaim betreffend, der Kaiserin eingeben will. Da wir von Kinsky sprachen und ich bedaurete, das dieser Minister mit seinem Banco gar zuviel und sogestalten beschäfftiget ist, das er auf das Commerciale nicht attendiren kan, sagte Harrach, er sey nicht soviel beschäfftiget alß faul und liebet die Arbeith nicht. Spätter war ich bey Max Prandau und dan retournirte abermahls zu General Wurmbrand, wo ich biß spatt gebliben. Da waren auch 2 Hofdames, die Petazzi und die Wurmbrand, die da erzehlte, das die Frl. Clarel Saurau eben alß Hofdame eingetreffen. [244] M. L. war Nachmittag bey den Ober-Jesuiten in der Andacht, dan bey Frl. Ganß und abends bey Bssa. Selb. 1747 Marec 1. Marzi. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. 2. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan. Nachmittag war ich bey alt-Wurmbrandischen bis spatt. M. L. war bey der Hollstein und abends bey Bssa. Selb. 3. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting. Nachmittag war ich mit m. L. bey der Hollstein und ich blib da biß spatt. M. L. aber war spätter bey Frl. Ganß. 4. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da der schwedische Rindsmaul, Haubtman von Plaz, der von Gräz gekomen und nächstens nach Niederland zu retourniren hat. 5. Nachmittag war bey mir H. Kotzian, secretarius bey Ferd/inand/ Harrach, dan der Schifferstein. Spätter war ich bey alt-Wurmbrandischen biß spatt. Da war auch der Obrister Fontenel und die Grafin Gabriani. M. L. war Nachmittag bey Ober-Jesuiter, bey Bssa. Pfeffershoffen und abends bey Frl. Ganß. 6. Morgens war hier P. Hallerstein. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General-Wurmbrandischen. Nachmittag hab ich den secretarium Kotzian bey dem H. von Stainberg aufgefuhrt. Dan war ich bey Graf Kueffstein in der Commission. Die Stund war umb 5 Uhr. [245] Ich kam punctual und weil ich vielle Wagen vor dem Hauß sahe, glaubte ich, der lezte zu seyn. Wie ich aber hinauf kam, sache ich, das Kueffstein Taffel gehabt und das sie erst aufgestanden waren. Da speisten Graf Sazenhoffen, zwey Ostein, Schenburg, Preüner, Stella und noch 2 andere, welche alle, wie man ihnens angesehen hat, gutter Ding müssen gewesen sey. Endlich nach 6 Uhr fieng die Commission an, weil Dobelhoffen erst gekomen war, bliben beysamen biß gegen 9 Uhr. Dan habe m. L. bey Wurmbrand abgeholt und fahrten nach Hauß. 7. Vormittag war bey mir Wichtenstein, der mir gezeügt die resolutiones, die er auf den Herberstein und Haugwiz erhalten hat. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da abbé Rosmann. Nachmittag war m. L. bey der Hollstein und abends bey Bssa. Selb. | 121 1747 Marec Ich war Nachmittag bey Friedrich Harrach über ein Stund und er ersuchte mich ihme eine Tariffen zu entwerffen pro regno Bohemiæ. 8. Mittags war bey unß Joseph Graf von Auersperg. Abends war m. L. bey Frl. Ganß. 9. Morgens war ich bey Kollowrat. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da Wichtenstein, deme 48 Maas Flaschen marzamino St. Martiri auf sein [246] Verlangen cediret habe. Und er verspricht davor 48 fl. dem H. Osterreicher zu Triest per conto mio zu bezahlen. Er hat obige Flaschen 24 an Pistrich et 24 an Marburg geschickt. Nachmittag war auch da Graf Aursperg. M. L. war abends bey Bssa. Hayden, dan bey Frl. Ganß und abends bey Bssa. Selb. 10. Morgens war bey unß P. Hallerstein, dan der Camerdiener von Ignati Aursperg, der Son- oder Montag hier seyn wird. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. Da war Graf Andlern, ein conte d’Udine, General Papalardo, Gröner, der Capuciner walsche Brediger mit sein Gespan und ein anderer Wälscher. M. L. war abends bey Bssa. Selb. 11. Mittags speiste bey unß Pötting. Vormittag war bey unß Wichtestein und der junge Steinberg, welche beede heüt Nacht von hier abreisen; erster nach Görz, ander nach Idria. M. L. war abends bey der Hollstein. 12. Morgens ließ mir Graf Ignati Aursperg sein gester abends erfolgte Hieherkunfft wissen. Vormittag war ich bey Graf Saurau, Stadthalter zu Graz, in Visit. Dan bey Ignati Aursperg, dan fahrte mit Graf Pötting nach Hof. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da abbé Rosman, dan Joseph Auersperg. [247] M. L. war Nachmittag bey Mad. Zebrine et Mathesern, dan bey Mad. Van Swietten und abends bey Frl. Ganß. 13. Vormittag war bey unß Br. Valvasor und Graf Ignati Aursperg. Mit leztem fahrte ich zu der Gräfin Nostiz, gebohrner Füxin, und führte ihn daselbsten auf. Dan fahrte ich zu General-Wurmbrandischen, wo ich zu Mittag geessen. Da war der General, sein Sohn, Obrist Fontenell, ein gentilhome von Prinz Carl und ein Leüthnant. Spätter fahrte ich mit dem alten Wurmbrand zu der Hollstein und bliben da biß spatt. M. L. speiste zu Hauß mit Graf Pötting und abends war sie bey Bssa. Selb. 14. Morgens war bey unß P. Hallerstein, dan Graf Ignati Aursperg und Br. Valvasor, spatter Joseph Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Abends war m. L. bey Bssa. Selb. 15. Vormittag war da Ign/nati/ Aursperg und Valvasor. Zu Mittag speiste da Pötting. Nachmittag war da Ign/ati/ Aursperg. 16. Morgens war da Ignati Aursperg und Br. Valvasor. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Abends war bey mir Albrecht und m. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Bssa.231 Pfeffershoffen. 17. Morgens war da Br. Valvasor. [248] Zu Mittag speiste ich bey Joseph Aursperg. Da war dessen Bruder Ignati, Br. Valvasor, General Ariosti und der Haußherr, Agent Lewer. Nachmittag suchte ich die Lodron. M. L. speiste zu Hauß und bey ihro Graf Potting. Spätter war bey mir Graf Andlern. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 18. Morgens war bey unß Valvasor. 231 Pred tem prečrtano Frl. Ganß. 122 | 1747 Marec Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag fahrte ich mit Br. Valvasor in einige Galanteriegewelber, dan zu der Gräfin Lodron. Spätter gieng ich zu der Herzogin von Hollestein, wo ich biß spatt gebliben. M. L. war abends bey [– – –].232 19. Morgens war ich in Galla bey Graf Joseph Aursperg. Dan bey dem Bischoff von Laybach Fürst Athems, der am Mittwoch abreist. Dan bey der Hollstein und dan bey Hof, wo ich beym Taffeldienst blib. Zu Mittag speiste bey mir Graf Potting. Nachmittag war da mein Hanß und Br. Waicc/ard/, dan der abbé Rastern und der Guttheimb. Spätter war ich bey Bssa. Pfeffershoffen, die auch Josepha heist. Dan war ich bey Max Prandau. M. L. speiste zu Mittag bey Bssa. Selb. Vormittag war sie bey der Hollstein in Galla und bey Bssa. Pfeffershoffen. Nachmittag wieder bey der Hollstein und abends bey Bssa. Selb. 20. Vormittag war da Ign/ati/ Aursperg. [249] Bey mir war auch dessen Verwalter nahmens Crobath, der mir nomine Ferdinand Liechtenberg den Ign/ati/ Aursperg recomendirt hat, weil sich dieser seine aigne Sachen nicht Last angelegen seyn. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Abends war ich bey altem General Wurmbrand. Heüt Nachmittag war das Versprochen des Joseph Aursperg mit der alteren Tochter des Seilern, wo der ganze hoche Adel erschinen. 21. Vormittag war da Joseph und Ign/ati/ Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Andlern. Nachmittag war da die Gräfin Andlern. Dan bey mir der Benco, der mir sagte, das Kinsky einen Kauffmann von Nieremberg nahmens Brentani hieher habe komen lassen. Dieser soll sich auf eine Million vermögen. Er ist vor 8 Tagen hier angelangt und verlangt zu mir zu komen. Dan war auch da eine Frau in Nahmen der Eilerin, Lodron. Abends war ich bey Max Prandau und spätter bey Steinberg. M. L. war abends bey Bssa. Selb. 22. Morgens war bey unß Br. Valvasor. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war wieder bey mir eine Frau in Nahmen der Eilerin und Lodron. Abends war bey mir Haubtman Frasß. M. L. war abends [– – –].233 [250] 23. Vormittag war ich bey Max Prandau, wo auch sig. Andriani interveniret ist. Und wir concertirten, was Übermorgen nach Mayland schreiben werden. Dan war bey unß Ign/ati/ Aursperg und Br. Valvasor, welcher lezte Nachmittag von hier nach Gräz verreiset. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey mir abbate Anicetti und spatter marchese Hypoliti. M. L. war Nachmittag bey den Ursulinerinen bey Frl. Mathei, dan bey Bssa. Pfeffershoffen und abends bey Bssa. Selb. 24. Vormittag war bey unß Haubtman Frasß, dan Dr. Humelauer. Zu Mittag speiste bey unß Frasß. Nachmittag war m. L. bey den Klosterfrauen, die Frl. Aursperg zu besuchen. Dan bey der Hollstein und abends bey Bssa. Selb. Ich war abends bey der Hollstein biß spatt. Heüt Vormittag war auch da der Ign/ati/ Aursperg. 25. Vormittag war da Joseph Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da Ign/ati/ Aursperg und abends Radeucich. 232 Prostor za imena. 233 Prostor za imena. | 123 1747 April 26. Morgens war bey unß Ign/ati/ Aursperg, deme gester die234 Gräfin von Wurmbrand, Reichshoffratspræsidenten Gemählin, zwey Frl., alß die Rothall und die Preünerin vorgeschlagen hat und zwar die erstere par preferance. [251] Zu235 Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey mir der junge Ständler, der mir erzehlte, das sein Vatter resigniret und emeritiret zu werden gebetten habe und das ihme, dem jungen durch Intriguen ein ander pro secretario vorgezogen werden will. Bey mir war auch der Schifferstein. Abends war ich bey General-Wurmbrandischen. 27. Vormittag war da P. Hallerstein, dan Ign/ati/ Aursperg. Nachmittag war da auch der Ign/ati/ Aursperg. Abends war ich in der Commission bey Kueffstein und von dar habe den Dobelhoffen nach Hauß begleitet. M. L. war Nachmittag bey Frl. Ganß und abends bey Bssa. Selb. 28. Morgens war ich in Galla bey der General Wurmbrand wegen ihres Geburtstags, so auch bey Gräfin Andlern und dan bey dem Max Prandau wegen Mayland. Bey unß war Ign/ati/ Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Rasp. Vormittag war auch bey mir der Stallmeister von Wurmbrand, der da sucht im Karnten Preiter zu werden. Gester ist Graf Haugwiz auß Crain hier retournirt. 29. Morgens war bey mir der abbé Steinberg, dan Graf Joseph Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da marchese Verzoni und spatter der Radeucich. [252] 30. Morgens suchte ich Graf Haugwiz, dan verrichtete ich mein osterliche Andacht bey den Capuciner. Dan suchte ich wieder den Haugwiz. Ex post war ich bey P. Hallerstein und suchte P. Hingerle, Provincial; dan suchte wieder Haugwiz. Nachmittag236 war bey unß Graf Andlern und Ign/ati/ Aursperg. 31. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da P. Hallerstein. Abends suchte ich die Standlerischen. 1747 April 1. April. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Es war auch da Graf Joseph Aursperg. Nachmittag war da des Lucasl Magister, item der *P.*237 Barbo Cajetaner und abends Haubtman Frasß und der junge Milpacher. M. L. war Nachmittag bey der Tarouca, bey der Wurmbrand, bey der Hollstein und bey Frl. Ganß. 2. Ostersonntag. Morgens fahrete ich mit Graf Andlern nach Hof und blib da beym Taffeldienst. Zu Mittag speiste bey unß Graf Andlern und abbé Luckantschitsch. Vormittag war da Ign/ati/ Aursperg. Nachmittag der abbé Rosmann und spätter Radeucich. Vormittag war auch da abbé Demeli. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. 3. Vormittag war bey mir Ign/ati/ Aursperg, mit dem ich nach Hof gefahren bin. Zu Mittag speiste bey unß Graf Pötting, Br. Eckh, P. Hallerstein, P. Barbolan, [253] dan 2 Caetaner – P. Barbo und P. Keck. Da wir bey der Taffel waren, ließ mir Graf Haugwiz melden, daß er nach dem Essen zu mir komen wolle und das er mir im Nahmen der Kaiserin etwas zu sagen habe. Ich ließ ihn bitten, daß er sich zu mir nicht incomodiren möchte und daß ich, sobald er von Kinsky (wo er speiste) nach Hauß komt, ich ihm meine Aufwartung machen wolle. Er ließ mir aber gleich wieder vermelden, daß er bald nach 4 Uhr bey mir seyn wird, wie er dan auch punctual gekomen ist. 234 Pred tem prečrtani okrajšavi za besedi von der 235 Popravljeno. 236 N je popravljen. 237 Nad prečrtano besedo Graf 124 | 1747 April Er sagte mir in Nahmen der Kaiserin, daß, nachdeme Seine Kayserliche Majestät zu besserer Einricht und Aufhelffung des Herzogthums Crain, Friaul, Triest und Fiume, zu Laybach eine Repræsentanz (von welcher gedachte Lander und territoria zu dependieren und daselbst ihr Ressorts und Appellation haben sollen) allergnädigst resolviert haben, so seyn Höchstdieselben zu Beförderung solches dero höchsten Dienstes *und des Publici* nicht weniger bedacht, gedachte Repræsentanz mit tuchtigen subjectis zu besetzen. Und da Seine Majestät dero gnädigstes Vertrauen auch in meine Person sezen, alß verlangen Höchstdieselben, das ich mich wenigst auf ein [254] drey Jahr lang hinein begeben und daselbsten solchen dero Höchsten und der Länderdienst zu besorgen mithelffen möchte. Gedachte Repræsentanz wird aus sechs subjectis bestehen, nahmentlich dem H. Grafen Antoni von Aursperg alß præsidis, Grafen Orzon als vicepræsidis, Grafen Jobst Barbo, Grafen Leopold Lamberg, Br. Metrofsky und meiner Wenigkeit, wie dann diesen insgesambt von Seinen Kaiserlichen Majestät die Instruction ertheilet werden wird. Diese Repræsentanz wird imediate von Seinen Kaiserlichen Majestät dependieren, id est von denen respectiven Hofmitteln und er glaubet, das auch die i.ö. Geheimbestelle übergangen werden darffte. Er Graf Haugwitz meldete ferner, das ihme Seine Kaiserliche Majestät gesagt, das Sie sich gar wohl erinnern, das ich voriges Jahrs (da Höchstdieselben mich in Höchstdero Angelegenheiten nach Triest zu gehen befehliget hatten) dieselben gebetten habe, mich von solcher Commission auß der Ursach zu dispensieren, weil ich auf hiesiger Universität meine Kinder in würklichen studiis habe und dieser auch anderer Ursachen wegen mich ohne Evidenten mein und meiner numerosen Famille von hier nicht translociren käne, wie dan Höchstdieselben vor damahls mich von solcher Commission auch gnädigst dispensiret haben. Damit ich aber derzeit, [255] continuirte Graf Haugwiz, umb soweniger Anstand haben solle, mich nach Seinen Kaiserlichen Majestät gnädigsten Verlangen nach Laybach zu verfügen. So liessen mich Höchstdieselben dessentwegen hiemit præveniren und nicht allein mich dero höchsten Gnaden versichern, sondern, das Sie auch meiner Kinder gnädigst bedacht seyn wollen. Und damit ich auch gleich jezo dero höchste Gnad empfinden und meine Convenienz hierinen finden solle, so wolle Höchstdieselben mir über die darinen einem jeden von der Repræsentanz zur jährlichen Besoldung auf einem sichern fundum im Land angewiesene Besoldung der 1.200 fl. (welche quartaliter richtig behoben werden wird), auch die Helffte von meiner hiesigen Hofcamerrathsbesoldung mit 750 fl. allergnädigst beylassen. Er Graf Haugwiz hat mich zugleich versichert der guten Opinion und höchster Gnade, die Seine Kaiserliche Majestät von meiner Person haben. Und das er Seinen Majestät gesagt, wie das er mich von Person zwar nicht kenne, hingegen sich meinetwegen sowohl in Crain, Friaul, Triest und Fiume, wie auch allhier imformiret und vom jederman alles lobwürdiges und insbesonder von Grafen von Herberstein, welcher (wie Graf Haugwiz sagte) mit Loben sehr sparsam ist, doch aber gemeldet hat, [256] das er von mir noch vielles lehrnen känne. Dieses alles redete er mit der Kaiserin und deswegen sagte er zu mir, das mir nicht anderster alß sehr consolable seyn müsse, bey der gnädigsten Landsfürstin in so gutem Credit zu stehen und bey jedermann al e Lob zu meritiren und das bey Continuation meines Wohlverhaltens ich künfftig vor mich und meine Kinder angenehme Früchte zu hoffen habe. Mein Antwort an Seine Exzellenz ware, das mich ungemein gefreüete Seinen Kaiserlichen Majestät höchster Gnade versichert zu sein und das ich ihme bitte, mich im tieffesten Respect zu Seinen Kaiserlichen Majestät Füssen zu legen und Höchstdieselben zu versichern, das gleichwie ich biß dato keine Gelegenheit ausser Acht gelassen, meinen schuldigst Treü, gehörsten Eyffer in höchsten Diensten zu bezeügen, alß will ich auch anjezo Seinen Kaiserlichen Majestät höchste Gnade und gnädigsten Befehl mit schuldigstem und unterthänigstem Danck annehmen. Bitte ihn aber dabey, Seinen Majestät alleruntertänigst vorzustellen, das ich diese Jahr her viellen Schaden und *widerrechtliche* Persecution erlitten, auch kimerlich gelebet und dabey vielle Schulden gemacht habe, sonderlich, da ich bey den mehrern so dispendiosen alß ruinosen Translocierungen niemahls die mündeste Hilff oder Ergözlichkeit überkomen habe. Deßwegen bitte ich ihn bey Seinen Majestät auszuwircken: [257] Erstlich, das mir meine Arreragen bezahlet wurden. 2do, das mir nebst obgedachten 1.200 fl. mein ganze Hoffcamerrathsbesoldung nebst dem Titul und Rang beygelassen. 3tio, das mir zu meiner Translocirung auch etwas gnädigst außgeworffen wurde. 4to, das mich Seine Kaiserlichen Majestät mit meiner Descendenz in dem freyherrlichen Stand erhöben und das Diploma gratis expedieren lassen möchten. | 125 1747 April 5to, das Sie meiner und meiner Kinder künfftig gnädigst bedacht seyn möchten. Sogestalten kann er Seinen Kaiserlichen Majestät versichern, daß ich consolirt abreisen und ihre höchste Gnade beständig zu meritiren, mich bey allen Occasionen auf das möglichste befleissen werde. Seine Exzellenz antworteten mir auf dem ersten Punct, das es wegen Mangl des Gelds bey diesen Conjuncturen ein Anstand haben därffte. Ich meldete, das man mir wenigst eine Portion zahlen, das übrige aber entweder in Banco -Obligationen, auf das ich wenigst das Interesse genüsse oder in andern richtigen Assignationen geben mochte. Bey dem anderten Punct findet er nicht soviel Anstand und bey dem dritten, 4ten und 5ten hat er mir gutte Hoffnung gegeben. [258] Seine Exzellenz haben mit übrigens geraten, mich in keiner Sache difficil zu erzeügen, damit Seine Majestät die gutte Opinion und höchste Gnad, die Sie vor mich haben, continuiren möge. Er meldete lezlich, das er nun bald nach Kärnten verreisen und dan in ein Par Monathen zu Laybach einzutreffen gedencke, da er dan wolte, das238 ich mich daselbst, wo er die Repræsentanz instaliren und vorstellen wird, einfinden möchte. Er fragte mich auch, ob ich ihme niemand pro secretario dieser Repræsentanz vorzuschlagen wuste, indeme in Crain kein solcher zu finden wäre. Ich antwortete, das ich nachdencken wolle. Nachmittag war bey unß H. Heinrichen mit seiner Frauen und Tochter, dan der Graf Valdisotto. Abends war m. L. bey Bssa. Selb. 4. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey der Herzogin von Hollstein. Da war der alte und junge General Wurmbrand, dan die alte Gräfin und Mad.le Latour und bliben da biß spatt. Dahin kam auch Graf Halain und marchese Verzoni. Nachmittag waren auch mit der ganzen compagnia in der niederlandischen Canzley, wie auch vor der Stadt zu sehen, wie die Kaiserin gegen 5 Uhr nach Schenbrun gefahren. 5. Vormittag war da Ign/ati/ Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittags war bey mir der Medaillist [259] Steffano Vocativo von Ragusa gebürtig, den der verstorbene Kaiser hat lehrnen und zu Paris bey 7 jahr practiciren lassen. Dieser klaget nun, das er hier persecutirt und schlecht bezahlet wird. 6. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und m. L. Pötting. Bey unß war Graf Ignati Aursperg und Graf Valdisotto. Nachmittag war ich bey alt General Wurmbrand biß spatt. Da war Graf Halain, Graf Valdisotto, Obrist Fontenel, Graf Ariosti und Obrist Dillon. M. L. war Nachmittag in Visiten bey Bssa. Jaxheim und abends bey der Bartenstein. 7. Morgens war ich bey Graf Haugwiz, der mir die von der Kaiserin bereits geschepfte Resolution vorlase. Und was mich betrifft, daß mir die Helffte meiner Besoldung mit und nebst der in Laybach zu genüssen habenden 1.200 fl. mit 750 fl. beygelassen, auch die andere Helffte der 750 fl. aber nur solang continuiret werden sollen, biß mir meine Arrerangen vollständig bezahlet werden. Den freyherrlichen Stand hat Sie mir auch gnädigst accordirt und außzufertigen resolvirt und dan, das mir eines Hofcamerrathscaracter beybehalten werde. Graf Haugwiz hingegen ratet mir noch selbsten Audienz zu nehmen, mich bey Seinen Majestät zu bedanken und meine Sachen bestens recommendiren, sonderlich, da Seine Majestät in der Resolution einfliessen lassen, das Sie selbsten vor mich sorgen wollen. [260] Hingegen melden Seiner Majestät in gedachter Resolution, das ich mich hier nicht aufhalten, sondern mein Abreiß beschleinigen solte. Und da er Graf Haugwiz künfftigen Montag von hier ins Kärnten abgehet, alß wolte er, das ich den andern Montag darauf, id est den 17ten dieses, von hier abreisen solte, weil er in wenig Tagen darauf zu Laybach eintreffen und diese Repræsentanz instaliren wird. NB. Was ich unter 3ten dieses davon angemercket, ist nun dieses in deme abzuändern, das der Seyfried Graf von Herberstein vicepræses seyn wird et sic wird die Repræsentanz in 7 subjectis bestehen. Es ist merckwurdig, das anstatt meiner der Eder von der Hofkanzley vorgeschlagen war, welchen aber Seine Majestät nicht haben wollten und expresse gemeldet haben: »Diesen will ich nicht haben.« Vor meiner war der alte Steinberg beym Grafen und nach meiner ein Metrofsky. Ex post war ich bey dem Prandau Maximilian. 238 Pred tem prečrtano das 126 | 1747 April Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da Alexander Rasp und der Ignat/i/ Aursperg. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 8. Vormittag war da der Rasp und Ign/ati/ Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. 9. Vormittag war ich bey Hof, die Kaiserin war aber bey St. Steffan bey der 6/m fl. Mesß. Dan war ich bey Michelern und dan sezte ich [261] den General Papalardo ab. Bey unß war Ignati Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Rasp. M. L. speiste bey der Hollstein. Nachmittag fahrete ich zu Frl. Ganß, des venedischen Botschaffter Einzug zu sehen. Von dar war ich bey Kollowrat, deme ich mein neues etablissement vertrauet habe. Er hat mir das epitaphium, welches er sich selbsten gemacht gezeüget. Dan war ich bey der Hollstein biß spatt. M. L. war abends bey Frl. Ganß. Heüt war die Hochzeit in der Hofcanzley des Joseph Grafen von Aursperg mit der ältere Fraüle Seilern. Heüt habe dem Alexander Rasp auf sein vielles Bitten umb sein Schuld in Wirtshauß, der ihm die Mondour außziehen wolte, zu bezahlen 16 fl., gelichen. 10. Morgens war ich bey Grafen von Haugwiz, deme ich mein Requette an die Kaiserin lesen lassen. Er fande in soweith recht, doch das versicherte er mich, das die andere Helffte der Besoldung, die mir die Kaiserin beylast biß239 mir meine Arrerage vollig bezahlet werden, nicht zu verstehen seye, das mir dieses a Conto der Arrerage bezahlt und so zu sagen mit diesen 750 fl. nach und nach der Ruckstand bezahlet werden solte, sondern das ich diese indessen anstatt eines Interesse zu genüssen haben solle. Und weil er mich dessen versichert hat, so [262] habe ich ihm versprochen, mein Anbringen abändern und dieses außlassen zu wol en. Da wir im Discours weiter kamen und er zuviell vor das absolute souveraine Gubernium postirt zu seyn gezeüget, auch gemeldet hat, alß ob die Kaiserin die Schulden ihres Vatters zu zahlen, oder diejenige, die sich unter dem Kaiser Meriten erworben, zu recompensieren keineswegs schuldig sey und alles mit den Unterthanen selon son bon plaisir disponiren kan, auch was sie jemand thut, nur eine pure Gnad und keine Schuldigkeit seye. Replicirte ich, das ich von ganz anderen Sentimenten seye und das die obligationes von den Fürsten zu die Unterthanen et vicissim reciproques seyn. Das absolute Gubernium sey ein Tyreney unchristlich und türkisch, allwo man auch durch die vielle revolutiones, detronisationes und dergleichen betrübte Violenzen den Effect sieht. Enfin, ich soutenirte, das ein Fürst nichtes verlangen kan, alß was equitabel und dem Publico zum besten ist und das er seinen Beambten das tägliche Brod zu geben. Diese240 hiegegen ihme die Treüe schuldig seyn und ohne diesen nur Schelmen und Dieb geziglet werden, wie dan am dergleichen Backberg unserer Monarchin nicht abgehet. Ich meldete ihm auch, das ich selbsten Leüth kene, die viel gelten und gleichwollen untreü dienen. Er sagte, ich wäre [263] schuldig solches zu entdecken. Ich replicirte, das dieses von mir nicht prætendiret werden käne, indeme ich Spuren genug sowohl münd〈lich〉 als schrifftlich gegeben habe, ohne das man die mündeste Reflexion darauf hat machen wollen. Scheinet demnach, das man die Wahrheit nicht suchen, folgsam nicht wissen will. Die Wahrheit ist Gott und der Got sucht, der findet ihn. Der ihn aber nicht sucht, der findet ihn nicht, wan er auch darain schaut. Et sic ist die Warheit vorzustellen nicht allein vergebens, sondern auch gefährlich über das, das dasjenige, was man nicht sucht und will, wan es offeriret wird, unangenehm ist. Wir redeten noch mehr und ich bestättigte nochmahls, wan hier das terroir nicht besser zubereitet wird, soll auch der beste Samen, den man von anderen Orthen hieher schicken känt, die erwünschte Früchte nicht bringen. Er war bereits in Stiffeln und reiset heüt abends ins Kärnten und will vor Georgi zu Laybach eintröffen, deßwegen er mich daselbst zu finden nochmahls recomendierte. Von dar fahrte ich nach Hof, wo der venedische Botschaffter beym Kaiser sein erste und solemne Audienz hatte. Vor dem Botschaffter hatten die Audienz 2 Deputirte von Hamburg. Ich redete mit Grafen Kevenhiller, [264] Obristcamerer, umb bey der Kaiserin Audienz zu haben, welcher mich 239 Pred tem prečrtano: nicht zu verstehen seye 240 Pred tem prečrtano schuldig | 127 1747 April an Fürst Trautsohn zu Schenbrun addressirte. Bey unß war der Brautigam Graf Joseph Aursperg sich zu beurlauben. Zu Mittag speiste mit mir Tyrnan und mit m. L. Pötting und Rasp. Nachmittag war da Ign/ati/ Aursperg, die Frl. Mathieu und P. Hallerstein, deme ich mein etablissement241 confidiret habe. M. L. war abends bey Bssa. Hayden. 11. Morgens war ich zu Schenbrun, Audienz bey der Kaiserin zu suchen. Der Furst Trautson sagte mir, mich künfftigen Sonntag frühe anzumelden, weil heüt die Kaiserin par Precaution zur Ader gelassen. Ich war daselbst auch bey P. Hallerstein, wo auch P. Kampmiller kam. Erster hat mir 12 Ducaten, *i. e.* 6 Kremnizer und 6 kaiserliche gelichen. Ander aber möchte gerne meine reflexiones über dem englischen Tractat haben. Dan war ich bey Joseph Aursperg, mein Compliment zu machen. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey cabinetsecretari Koch über ein Stund und recomendirte ihm meine Sachen. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 12. Morgens sendete ich mein Requette dem Koch. Dan war bey mir Mayer auß dem Bancalzahlambt, der mir meldete, [265] das man nun ein Quartall an der Besoldung zahlen wird. Er sagt, das bey der neuen riforma die Camer allein alle Jahr bey 120/m fl. mehr alß vorhero betraget. Zu diesen Augmentationen der Besoldung hat Königseck Erbs den Anfang gemacht und unter seinem præsidio zahlen die Räthe nicht mehr ¾ sondern nur ¼ von ihrer Besoldung pro arrha perpetua. Von Taba〈c〉-Appalto sagte er, das aniezo eingehet von Aguilar 260.000 〈fl.〉, Böhmen zahlt 66.666 〈fl.〉 40 〈kr.〉, Mähren 33.333 〈fl.〉 20 〈kr.〉, et sic in allen 360.000 〈fl.〉 Und der Jud, der allemahl ein Quartall anticipiren soll, bleibt nach seinem Belieben zuruck und ist nun ¾ Jahr ruckständig, anstatt das er allemahl ¼ anticipiren soll, welches seine Protection ihme zuwegen bringet über die Einschwärzungen, die er nach sein Belieben von Tabellen practiciret, weil er stetts frey Pässe bekombt und seine colli nicht därffen visitiret werde; so das der geringste Profit ist der, den er beym Tabac hat. Dan war bey mir der Agent Khunz wegen Babotscha. Zu Mittag speiste ich mit meiner Liebsten bey den General-Wurmbrandischen. Da war auch der Obrister Magdonel und ein Leuthnant. Nachmittag fahrte mit Wurmbrand [266] spaziren und dan zu der Hollstein, wo ich abends spatt gebliben. Da war auch comte Lalaing. M. L. war mit der Wurmbrand in den Pantomimen. Bey meiner Famille speiste heüt Graf Pötting. Lalaing erzehlte mir, wie das vorige seculum zu Brugge bey 120, zu Gent bey 100, zu Ostende bey 50, zu Nieuport bey 50 Rafinerien Salz gewesen, welches Salz die Niederländer zu St. Huber holleten und so schwarzer rafinirten. Jede von diesen Rafinerien occupirte bey 20 Personen über das Geld, so in Land geblieben. Nun haben die Hollander alles dieses zu sich gezogen und machen auß ein Sack schwarz Salz bey 2 und 3 weisses, weil solches in Meerwasser gessattener exesciret. Und das sie den Salz ohne agravio introduciren darffen, ist ihnen in Münsterischen Frieden accordiret worden. Et sic concludit Lalaing, das diesem Übel absque infractione tractatus nicht anderster geholffen werden känt, alß wan man auf die Consumption alles im Land nicht rafinirten Salzes ein hoches Aggravien legen möchte. Er sagt, das die Hollander auf jeden Sack Salz, so bey ein Centener wügt, bey 12 fl. profitiren. 13. Morgens war ich bey Max Prandau, mich zu beurlauben, dan bey Saurau per detto, dan bey Ignati Aursperg per detto. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey Königseg Erbs bey 1 ½ Stund, dan bey Schuberth. [267] Königseg Erbs discourirte verschiedene Sachen. Idria belangend, haltet er vor ein petit Object und tragt jahrlich bey 200/m fl. und kostet die Unterhaltung bey 80/m fl., et sic in allen ein beneficium von 280/m fl. Den Steinberg hat man jubilirt und sein ganze Besoldung mit 1.600 fl. ad dies vitae gelassen nebst dem 241 Pred tem prečrtano Meurs 128 | 1747 April Caracters eines i.ö. titular Hofcamerraths und seinem Sohn gibt man jährlich 500 fl. Besoldung, das er aber noch zu practiciren continuiren solle. Er æstimirt viel dem Haubtman (nomine), der zu Idria ist, ob er schon nicht federkündig. Über des Steinberg-Contract wegen der grossen Maß, auf welche er in Crain das Getreyd empfangen und auf der Mündern zu Idria consignirt, hat er sich geärgert; nicht weniger wegen der alten Retorten, die man ihm gratis gegeben. Er haltet ihn vor einen Mann, der gutte notiones hat, doch dabey ein unermüderter Schreiber und Klager, hantain und unruhig. Königseg wünschet mehr Debit zu Quecksilber zu finden. Wider den Contract in Holland hat er sich geärgert und noch mehr wider den lezten, den Wisenhit mit Berbieri, questore di Mil/ano/, per die 1.800 Lagl geschlossen in vorigen Juli. In Siebenburgen erzeügt man nur bey 20 Lägl des Jahrs von Quecksilber und komt theüer. Die ungarische Bergwerck haltet er hoch und komt monatlich ad cassam [268] bey 180/m fl. nur allein an Gold- und Silbermünz detractis detrahendis. Er wundert sich selbst, das die Taller alle ausser Land gehen und begreifft dieses nicht. Unter andern sagt er: »Ich erinnere mich nicht mehr der Sumee, die monathlich ad cassam des Br. Thür gegeben wird.« Diese will er allemahl in lauter Species Tallern haben und in solcher Münz zahlt er niemand. Et sic voici im Canal, nach welchem diese gewiß ausser Land gehen mit aggio in sein Favor. Er kan kein rechte connossance der Erzeügung und des Debits des Quecksilbers in ganz Europa, quod tamen scire deberet. Er hat nun Hoffnung nach Franckreich eines zu debitiren. Zu Almengo in Spanien soll viel davon erzeügt werden. Es ist ein Geistliche von Hollobrun, ein Friauler, der auch bey ihm war und ihm Hofnung gegeben, durch seine Freund (welche sons dout Juden seye) zu Gorz eine Quantität jährlich debitiren zu wollen. Vom Münzwesen findet er selbst, das die Sach ohne Fähler nicht ist. Und er glaubt, 2 Taller sollen just einen Ducaten machen et sic der aggio an Gold wäre nicht recht. Das aber die Kaiserin allein in ihrem Geld zahlen und auch in ihre cassam kein andere Münz annehmen und alle frembde, alß Waar, *wie in Holland* rouliren lassen soll, würde eine [269] Inconvenienz erfolgen, welche er mir gesagt. Ich aber solche nicht recht begriffen habe, weil just Mr le comte de Lalaing gekommen war. 14. Morgens war ich bey Peter Prandau, der mir gesagt, das Seine Kaiserliche Majestät bereits befohlen haben, mir à Conto der Arreragen gleich 2/m fl. zu zahlen, welches er auch gleich befolgen känte. Weil aber biß dato allemahl die Observation ist, das die zu zahlen seyende Lista dem Kaiser præsentiret wird, alß will er auch diese Formalität beowachten und heüt oder längst Morgen kan ich zu Pomal umbs242 Geld schicken. Wegen meiner Arreragen hab ihm recommendiret, sowohl das man mir an Justification meiner Specification keinen Anstand machen alß auch, das man mir davor ein Assignation geben möchte, das ich etwas in Händen hätte, dan wegen gratis Außfertigen den Diploma vom freyherrlichen Stand und das mir mein Besoldung, sowohl von 1.200 gl. alß 750 〈fl.〉 und wieder 750 〈fl.〉 zu Laybach assigniret wurde. Dan war ich bey Pistrich, deme ich eben obiges recomendiret habe. Er contestirte mir alle Freünd- und Dienerschafft und sagt, das er allemahl so war und das all übriges lauter Schwäzereyen waren. Ich habe mich vor kunfftig in sein Freündschafft recomendirt. Wan das passirt aber, habe ich Gott überlassen, welcher alles zu judiciren haben wird. [270] Dan war ich bey Br. Hagger bey Hof, mich zu beurlauben, ingleichen bey Mad. Heinrichen. Und dan bey der Haußfrauen, mein Quartier aufzukünden, wo ich einen bedachten Landsmann von Stain auß Crain gebuhrtig angetroffen, der die kleine Frl. in Schreiben instruiret. Er ist im liechtensteinischen Hauß engagirt, hat 300 fl. Besoldung, war mit dem Fürst Wenzl zu Paris. Er haist Roser. Nachmittag war ich bey Rol emann, der mir erst die 4 Instanzen zu Laybach beser expliciret hat, id est: primo, die Repræsentation; secundo, die Landshaubtmanschafft; 3tio, die Schrannen; 〈4to〉 und was den stylum curiæ anbelangt, da muß von der Repræsentation eben also an die andere erlassen werden, alß es vorhero die i.ö. Geheimbestell gethan, id est sub nomine Maria Theresia. Dan war ich bey Lüerwald, wo ich gleichwie bey dem Rollemann mein Sache recommendiret habe. Nachmittag war bey mir Andlern, vormittag Ign/ati/ Aursperg. Nachmittag war ich mit m. L. bey der Hollstein und bliben da biß spatt. Da waren auch die alt-Wurmbrandischen und der Graf Lalaing. Spätter waren bey den Br.-Gansischen, wo ich mich beurlaubet habe. Da war auch Graf Blasi, Acunha, Gröner 242 Popravljeno. | 129 1747 April und Frl. Ariazaghi. 15. Morgens suchte ich verschiedene Ministers. Dan war ich im Taxambt wegen [271] des Portners freyherrlichen Diploma. Dan war ich bey Seilern, bey Öed, dan in der Bancalität, spätter bey Dietrichstein und bey Opperstorffischen. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey Ferd/inand/ Lamberg, in Taxambt, Dobelhoffen. Bey mir war Ign/ati/ Aursperg, Kappus und Radeucich. 16. Morgens war ich in Schenbrun in Hoffnung Audienz zu haben, die Kaiserin aber hat keine gegeben. Dan habe Chocolate bey P. Barbolan genohmen. Dan fahrete nach Hof, wo die Kaiserin dem venezianischen Botschaffter Diedo die offentliche und erste Audienz gegeben. Von dar fahrete mit Potting zu Kollowrat zum Mittagessen. Da speisten in zehen, alß Kollowrat, Pötting, P. Paicard und sein Gespann, der Obriste von Kollowrat, ein Obristleüthnant von der Stadt, Br. Metrofski, Camergraf von 7 Bergstadten, Bethanges und der Hofrath Zetto und ich. Nach Tisch war ich bey der Hollstein, dan in Collegio Theresiano, hernach wieder bey der Hollstein biß spatt. Ich suchte Kinsky und Kueffstein, Schwandtner, Palm, Ständler. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein und abends war sie bey Frl. Ganß. 17. Vormittag war ich in der Bancalität, wo es wegen der mir zu bezahlen habenden [272] 2/m fl. von darumen einen Anstand hatte, weil in der Cassa nur 10/m fl. waren, die man dem Br. Pretlach nach Moscau schicken müste. Et sic gieng ich von Pomall zu Prandau, der nicht anzutröffen war. Dan war ich bey marchese Verzoni, dan bey Kinsky, wo ich lange Zeit blib. Und er sagte mir, das er von meiner Abreiß und von allen den neuen Einrichtungen nichtes gewust hat und meint, die Kaiserin hätte mit Haugwiz alles das gemacht. Er sagte: »Ipse fecit, pinxit et sculpsit.« Doch aber glaubt er, ich solte sein Mann darinen seyn und er wird mich schon brauchen auch mehrere douceurs thun. Ich sollte nur an ihm schreiben. Er meldete wieder von dem englischen Tractat und kan nicht bergen, das ihm mein Schrifft chagriniret hat. Doch contestirte er mir, das er mich lieb hat und auch viel æstimirt, auch al emahl vor ein ehrlichen und capablen Man kennet. Er ersuchte mich noch heüt Nachmittag zu ihm zu komen. Dan fahrete nach Schenbrun in243 Hoffnung, der Kaiserin die Händ zu küssen. Sie begegnete mich aber just hereinfahrend. Ich stieg244 auß mein Wagen und machte mein Reverenz. Sie erkante mich und grüste mich lächlend. Dan war ich bey Schwandtner, der mir alle contestationes von seiner Freündschafft gemacht. Dan war ich bey Ariosti und den Wurmbrandischen mich zu beurlauben. [273] Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey Prandau Pet/er/, dan bey der Pfeffershoffen und Frl. Dan in der Bancalität, wo ich ein carta bianca per die 2/m fl. gelassen, die mir spätter auch bezahlt worden seyn. Dan war ich bey Kinsky 1 ½ Stund, dan bey Friedrich Harrach 2 Stund und mehr. Dan war ich bey Valedisotto. Was ich alles mit ein so anderen geredet habe, folget folgends vel unter. Heüt war da P. Hallerstein mit P. Barbolan, der Caetaner Barbo, der Ign/ati/ Aursperg, Graf Burgstall, Steinberg. Dan brachte jemand von P. Gabes per Conto Frl. Hochburg 2/c fl. Dan war da Radeucich, Bethanges. 18. Morgens war da der junge Ständler. Dan war ich bey der Widmanin, dan bey Wiesenfeld, bey Kollowrat. Zu Mittag speiste da Pötting. Da war Aursperg, abbé Rosmann, Hermann, Schifferstein. Nachmittag war ich bey alt-Wurmbrandischen. Dan suchte Koch, Rollemann, war bey Pönitsch, Ständler. Vormittag war ich auch bey Mad. van Swietten. Nachmittag bey comte Lalaing. 19. Morgens war ich bey Rollemann wegen meines diplomatis, dan bey Bethanges. Suchte auch die Cobenzlin. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Endlich beurlaubte mich von m. L. und Kindern und reisete in Gottes Nahmen ab Nachmittag [274] umb 3 Uhr 30 Minuten in einer Postchaisse mit meinem Bedienten. Passirte die 243 Orig. kratica za und 244 Pred tem prečrtano stick 130 | 1747 April Lini 3.50, Neudorff 4.45, Gundermannstorff, eine lincker Hand gelegen fürst-liechtensteinische Herrschafft 5.00, Mehllerstorff 5.10, arrivirt auf Traßkirchen 5.20, abgereist von Traßkirchen 5.30, passirt Inzerstorff, eine jergereische Herrschafft 6.10, Schenauer See, auch Jerger gehorig 6.25, Solenau, detto gehorig 6.35, arrivirt zu Neustadt 7.25, abgereist von Neustadt 7.35, arrivirt zu Neukirchen 9.05, abgereist von Neukirchen 9.35, passirt Glockniz 9.55, arrivirt zu Schottwienn 11.40, abgereist von Schottwienn gleich nach Mitternacht, id est 12.50, arrivirt zu Merzuschlag 3.55, abgereist von Merzuschlag 4.20, arrivirt zu Kriegla 5.25, abgereist von Kriegla 6.00, passirt Kimberg 6.55, arrivirt zu Merzhoffen 7.20, abgereist von Merzhoffen 7.45, passirt auf der Wieden bey Georg Stubenberg 8.30, arrivirt zu Bruck an der Muhr 9.00, abgereist von Bruck 9.15, arrivirt zu Rettelstein 10.35, abgereist von Rettelstein 11.10, passirt Fronleiten 11.55, arrivirt zu Becka 12.50, abgereist von Becka Nachmittag 1.00, arrivirt zu Graz 3.15. Hier war bey mir Utschan, Valvasor, Stuppan. Ich habe etwas geessen und an mein Liebste geschriben. Dan gieng ich zu Stuppan, nahm ein Chocolate und reisete ab umb 6.30, arrivirte zu Wildon 8.35, Landschafft-Brucken 10.15, arrivirt [275] zu Ehrnhausen 11.30. Hier fande ich keine Pferd in Bereitschafft, muste also eine Zeit warten und reisete ab erst nach Mitternacht umb 1.40. Arrivirt zu Marburg 4.55, abgereist von Marburg 5.15, arrivirt zu Feistriz 7.35, abgereist von Feistriz 8.05, arrivirt zu Gonoviz 9.45, abgereist von Gonoviz 10.10, arrivirte zu Cilli 12.30, abgereist von Cilli 1.10, passirte Sann-Brucken 2.30, arrivirte zu Fränz 3.50. Hier habe gleichfahls keine Pferd gefunden, bin also abgereist 5.15, arrivirt zu St. Osbald 7.45. Hier fande ich abermahls keine Pferde, muste also mit 2 Par Ochsen abfahren biß ich überlang in halber Post die Retourpferd begegnet und überspanet habe. Bin demnach abgereist von St. Osbald 8.15 und arrivirt zu Potbetsch 11.00 vor Mitternacht. Hier fande ich zu spatt zu seyn nach Laybach zu arriviren, blib demnach da über Nacht, wo auch der Graf Richecourt, der Mitwoch fruhe von Wien abgereist. Logirte bey ihm, war in compagnia der capitaine la Langue, sein secretari Colsan, ein Credenzier. Er brauchte in allen vor sein Wagen 4 Pferd, vor den anderen 3 und vor den Courier, den er allemahl voraußschickt, ein Pferd. NB. In der Nacht wurde er von Podagra attaquirt, ist also ganz malade morgens abgereist und sein Reiß nach Florenz prosequirt. 22. Morgens bin ich von Pottbetsch abgereist 8.15 und bin arrivirt zu Laybach Vormittag umb 11.00 Uhr. Hier bin ich [276] bey mein Schwigervatter abgestigen und speiste zu Hauß. Nachmittag war ich nicht intentionirt außzugehen. Es ließ mir aber abends spatt Graf von Herberstein sein Ankunfft wissen und das ihme245 lieb wäre, noch heüt mit mir reden zu känen. Bin also nach dem Abendessen zu ihm, der da in Teütschen Haus beym Wildenstein logirt. 23. Morgens machte ich einige Visiten und war erstlich bey Br. Benj/ami/n Erberg, dan bey Br. Kuschland, dan bey Nemezhoff, wo ich bey Br. Ant/oni/o de Fin und bey Sigm/und/ Attimis mein Compliment machte. Lezter ist erst heüt arrivirt. Dan war ich bey Landshaubtman Graf von Aursperg, der da zeügt, vor Herberstein Forcht zu haben. Recomendirte mir unter ihnen die gutte Freündschafft zu cultiviren. Recomendirte mir auch den Verk von Samabor. Dan suchte Gallenberg, war bey dem Bischoff-Fürst Attimis, bey Joseph Aursperg und der Gräfin, bey der Gräfin von Gallenberg, bey Busetischen. Zu Mittag speiste ich bey Grafen von Wildenstein. Da war er und sein Frl. Schwester, die Gräfin von Schrottenbach, Graf Herberstein, Graf Barbo Waicard, mein Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg. Nachmittag war ich bey Grafin von Aursperg, gebohrner Acugna, Br. Flachenfeld. 24. Morgens war bey mir Br. Max Taufferer, Graf Rasp, Br. de Fin von Gradisca, Sigm/und/ Attembs, Br. Wolf Adam Erberg, Graf Gallenb/er/g, [277] Br. Kuschland mein Schwager, *Widerkher* und mehr andere. Zu Mittag speiste ich bey dem Fürsten. Da war Br. Benj/ami/n und Br. Wolf Dan/iel/ von Erberg, Graf Attimis Sigm/und/ und andere, biß 10 oder 12 Personen. Nachmittag fahrte ich mit dem Fürsten, Attimis Sigm/und/ und m. Schwager nach Görtschach, wo wir dessen schenes Gebau und noble Einrichtung gesehen. De retour waren wir bey dem Grafen Herberstein, der sich unpäßlich befindet. Der Bischoff last die Taffelgläser zu die Fenster auß Böhmen komen, bestelt solche durch den i.ö. Hofcamersecretari Polzen und komt ihm zu Gräz gelegter der Schock zu stehen 2 fl. 12 kr. Die Sessel von cane mit geschnizelten Stellen 245 Popravljeno. | 131 1747 April hat er zu Wien bezahlt, id est ein grossen Sessel mit dem Seitengelähn *alß fantenille* und ein kleinen Lähnsesßl, beede 15 fl. So das ihm ein Düzet Lahnsesßl und ein Düzet fantenils, beede Duzet, zusamen zu stehen komen 180 fl. Ein Thür, beschlacht, von Messing gegossen, sauber gearbeit sambt Schlosßl zahlt er zu Wien bey einem Schlosser hinter dem Passauer Hof 16 fl. Und ein solches nicht von gegossen, sonder von geschlagen Messing à 12 fl. 25. Morgens war bey mir Rosengarten, der heüt nach Triest abreist, dan Graf Joseph Aursperg, Br. Flachenfeld, P. Kesßler und P. Vitnich. Zu Mittag speiste zu Hauß. [278] Nachmittag war ich in Visiten bey Graf Rasp, Br. Schmidthoffen, alten Landmarschallin Grafin von Aursperg, gebohrner Giovanelli, bey der alten Landsvicedomi n Grafin von Thurn, bey Posarelli dem Verordneten, bey Gandin. Dan suchte noch Verschiedene, die nicht zu Hauß waren. 26. Morgens war bey mir Br. Guschiz, Dionoro und Wi[ld]enstein.246 Zu Mittag speiste ich bey der alten Landmarschallin. Da war die Grafin und ihr Tochter Frl. Cenzerle, dan Joseph Aursperg mit seiner Gemählin der Seilerin, Gallenberg und sein Gräfin, dan mein Schwager Br. Wolf Daniel und ich. Nachmittag waren bey dem Wildenstein und Herberstein, dan bey Gallenbergischen und abends bey der Schrottenbach und ich auch bey dem Seyfried Gallenberg. 27. Morgens war bey mir der Locatelli von Gradisca, dan der Zois. Dan war ich in Visiten bey Br. Kuschland, Br. Mitrofski und Br. Gall. Zu Mittag speiste ich zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Salamanca von Gradisca, dan Br. Gall, pater et filius. Nachmittag war ich bey Br. Gallenfels, Wolckensperg, Cozzoli und Barbo. 28. Morgens war bey mir Fusconi, dan Br. Mitrofsky und Tollberg und Graf Cozzoli, dan Graf Herberstein und Wildenstein. Zu Mittag speiste ich bey dem Fürsten. Da waren unser 10, alß der Fürst, Graf Herberstein [279], Graf Wildenstein, Benj/ami/n Erberg, Wolf Daniel Erberg, 3 Geistliche, der junge Attimis und ich. Nachmittag gieng ich zu Graf Haugwiz, der umb Mittag auß Karnten hier angelangt ist. Es waren auch da fast alle von der Noblesse und blieb da biß spatt. Dan gieng ich mit Herberstein und blieb da bey Wildenstein beym souppé. 29. Morgens war bey247 mir P. Rector, dan gieng ich in Mantlkleid zu Haugwiz, wo auch die übrige kamen. Erstlich war die Meß, dann ruffte Haugwiz alß landsfürstliche commissarius, der wie alle ander im Mantlkleid war, in die Rathsstuben den Aursperg und Herberstein, welche das Jurament abgelegt haben und in der Rathsstube geblieben seyn. Dan ruft er den Orzon, der auch das Jurament abgelegt, dan den Leopold Lamberg, dan den Waicard Barbo, dan den Br. Metrofsky und dan mich, so daß ein jeder besonders das Jurament abgelegt und seinen Siz sodan genohmen hat. Wie wir schon alle sassen, id est oben zur rechten Haugwiz, zur lincken Aursperg, dan an der Seiten des Haugwiz der Herberstein, des Aursperg Orzon, an Herb/er/stein Lamberg, an Orzon Barbo, an Lamberg Metrofsky und an Barbo ich. Dan war ein besonderes kleines Tischl unten an unsern grossen ed vis a vis des Haugwiz et Aursperg, an welchem klein Tischl die drei Secretarien [280] zu sitzen hatten, welche alle drei auf einmal das Jurament abgelegt haben mit und nebst dem Cancellisten. Die drei Secretarien seyn der Merzenhaim, der Pusch und der Steinfels, dan der Cancellist Haaß, der wieder a latere ein besonderes Tischl hatte. Das Jurament hat allen vorgehalten der haugwizische Commissionssecretarius nahmens Spirs, der auch die ganze Zeit in der Stuben gebliben 〈ist〉 ohne Sitz. Sobald sogestalten diese Repræsentationinstalation vorgegangen 〈ist〉, hat Haugwitz einige kaiserliche Resolutiones dem Aursperg zur Eröffnung gegeben, welche nacheinander eroffnet, von den Secretarien abgelesen und ad protocollum genohmen worden seyn. Dieses alles dauerete von 8 ½ Uhr morgens biß l ½ Nachmittag, da wir dan außeinander 〈ge〉gangen seyn. Zu Mittag speiste ich bey Aursperg. Da war er, dan die Bssa. Raunach, 2 Frl. von Hauß, Metrofsky, Attimis, abbé Aursperg, Bischoff Petazi und sein Bruder der Dombrobst, Br. de Fin von Gradisca. 246 Zadnje ime delno prekrito s črnilom. 247 Pod madežem črnila. 132 | 1747 Maj Nachmittag war ich bey Mad. Rasp und spätter bey Haugwiz in grosser assemblée biß spatt. 30. Morgens war bey mir der solicitator Strämberg/er/ alß Curator vom kaiserlichen Spitall, dan der Perr. Zu Mittag speiste ich zu Hauß. Nachmittag war ich in Visit *bey* den Wusetischen, dan bey [281] Br. Guschiz. Suchte wieder den Lamberg und Tollberg. Spätter war ich bey Haugwiz in der Gesellschafft und dan giengen spatt zu den Franciscaner, die Illumination zu sehen. In allen waren unser bey 16 Paar. Ich retournirte dan nach Hauß. Heüt war auch bey mir der Geistliche Franchi mit sein Vatter. 1747 Maj 1. May. Morgens war bey mir der Sagar, gewester Einnehmer zu Stain, sein Anligen pro justitia recommendirend. Dan der Papiermacher von Seisenburg vocatus wegen meiner Nothdurfft des Papiers. Dan der Steüeranschlager Schrey in sein Anligen auch pro justitia recommendirend. Dan schickte mir der secretarius Steinfels eine königliche Resolution de dato 15. passatto in merito eines Getraydkastens, den hiesiger Magistrat projectiret hat. Dan war bey mir Helbling Kriegscassir. Zu Mittag speiste ich bey dem Fürsten. Da war die Gräfin Haugwiz mit der Frl. Tonerle Franckenberg, Gallenberg und sein Gräfin, Joseph Aursperg und sein Gräfin, gebohrne Seilern, Graf Wildenstein und sein Frl. Schwester, Graf Herberstein, Gräfin Schrottenbach, Br. Metrofsky, Aursperg Ant/on/, Graf Orzon, Graf Barbo, Graf Lamberg, Benj/ami/n Erberg. Nachmittag fahrten in 3 Wagen zu der Sau-Brucken spaziren, von dar zu dem Wildenstein [282] NB. Heüt hatte Graf Haugwiz auch da speisen sollen, hat sich aber morgens execerirt. Da noch die erste Tracht auf der Taffel war, kam ein Heyduck zu der Gräfin von Haugwiz, welcher ihro etwas zu eillig sagte, das der Graf zu Hauß übel auf seye und das sie nach Hauß komen möchte. Die arme Dame sprang gleich von der Taffel, lieff eillends über die Stiegen, die Frl. Tonerle folgte sie gleichfahls und liessen sich geschwind nach Hauß tragen. Trafen den Grafen etwas übel, man ließ ihm gleich zur Ader, warffe ein wenig Blut auß dem Mund, war ihm aber bald besser, so das beym Spaziren fahren die Frl. Tonerle abgeholt worden und mit unß gefahren ist. 2. Vormittag war bey mir der Papiermacher von Seisenburg. Dan gieng ich in Rath, dan zu Gallenberg wegen sein Nahmenstag. Zu Mittag speiste ich zu Hauß. Nachmittag war da Br. de Fin di Gradisca, 2 Franciscaner, Br. Max Tauffrer und Vormittag die Busetin und die Mariandl. 3. Morgens war bey mir der Werth Sohn, der mir ein Risß Papier brachte. Dan war da Cozzoli. Hernach suchte ich die Hochenwarth, Liechtenberg und war bey Widerkher. Zu Mittag speiste ich bey den Franciscanern bey P. Provincial und Guardian, beede Scarpin, Vicar-General Schilling und mehr andere, durchein an der Zahl 20. Nachmittag war ich bey Sigmund-Thurnin, die ich zu Franciscanern führte, dan war ich bey Haugwiz in der Gesellschafft. [283] Nachmittag war auch bey mir Wolckensperg und dan Schifferstain. Sonsten waren auch Verschiedene, die mich gesucht haben. Vormittag war ich mit Cozzoli bey Benj/ami/n Erberg. 4. Morgens war ich in Rath und bevor dem Rath war die Installation der Appellationscamer und dan der Landshaubtmannschafft. Blieben beysamen bis 1 Uhr Nachmittag, da sich dan Haugwiz beurlaubt hat und will Morgen abreisen. Zu Mittag speiste ich bey Leopold Lamberg. Da war Br. de Fin von Gradisca, Graf Attimis, Tollberg und Raab. Dan suchte den Rasp und Orzon. Bey mir *war* Nachmittag Grena in miserablen Stand. Spätter war ich bey Haugwiz in Gesellschafft, wo ich mich auch sowohl bey ihm alß bey ihr beurlaubt habe. 5. Morgens war ich von Herberstein vocatus bey Haugwiz, wo wir noch eine Commission hatten wegen Providirung der Armée in Italien. Dann reisete Haugwiz ab in compagnia mehr anderen etwan nach 10 Uhr und giengen nach Görtschach zu dem Fürsten, umb daselbst zu Mittag zu speisen, von dar zu Neumarcktl zu pernoctiren. Ich war sodan in Visit bey der Abfaltrerin, gebohrner Dinzlin. | 133 1747 Maj Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag waren bey mir die marpurghischen agenti di Vida e Vitali di Ferrara, item der Amigoni, dan Schweiger und Liechtenberg, [284] und ein parmahl der junge Steinberg, der mir von Idria verschiedene Nachrichten gegeben hat. 6. Morgens war bey mir der Bader von Stain, der ein Memorial einzugeben hat, dan war der Registrator Perizhoff. Ich war sodan bey Herberstein. Zu Mittag speiste ich bey Wildenstein. Da war auch Herberstein, Gallenberg und Mitrofsky. Mit diesen dreyen gieng ich Nachmittag auf dem Wasser und auf dem Marast schiessen. Spätter retournirten zu Herberstein. 7. Morgens war bey mir Werth, Costa. Ich war bey dem P. Rector, dan bey Orzon. Suchte Carl Hochenwarth, Liechtenberg. Zu Mittag speiste bey unß zu Hauß P. Hallerstein, Landstrasser, der von Manspurg gekomen und Nachmittag mit dem P. Prior Wusett wieder dahin retourniret. Nachmittag war bey mir Br. Marenzi, ein Bruder zu Br. Ant/oni/o. Abends gieng ich mit Br. W/olf/ D/aniel/ und die 2 Frl., die lezte Illumination bey den Franciscaner zu sehen wegen Heiligsprachung des H. Petri Regalati. 8. Morgens war bey mir der Fusconi, der Baumaister Juliani, der Costa, der Walch und der junge Reali von Triest, der ein Staffetta an die Repræsentanz gebracht. Zu Mittag speiste ich zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Steinberg, dan Fusconi. Spätter gieng ich mit leztem in mein Hauß wegen der neuen Stiegen. Abends war ich in Geselschafft bey dem Wildenstein, wo auch der Fürst, der [285] Herberst/ein/, Gallenb/er/g und mehr andere waren. Heüt morgens war Landtag, ich bin aber nicht darzu gekomen. 9. Morgens war bey mir der Concipist Haaß. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war bey mir der junge Reali, Br. Ant/on/ Erberg, Br. Mordax mit sein Schwager P. Hallerstain und abends Fusconi. 10. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war bey mir der junge Reali, dan der Cancelist Ziegler. Nachmittag vor 6 Uhr brachte mir der Cancelist Germeck von dem Registrator Perizhoffen einige acta zu überlesen. Ich blib alleweil zu Hauß bey meiner Arbeith. 11. Morgens war bey mir der Concepist Haß, der Perr und Fosconi. Dan war ich in Visit bey dem Landmarschall Alexander Grafen von Aursperg, dan bey Busetischen. Zu Mittag speiste ich bey Wildenstein. Da war die Frl. von Hauß , die Schrottenbach, Gallenberg und die Gräfin, Fürst-Bischoff, Herberstein, Orzon, Barbo, Mittrofsky, Ben/jamin/ Erberg. Heüt morgens habe ich vor 7 Uhr die gester empfangene acta dem secretario Steinfels zuruckgeschickt. Dan habe Nachmittag eine Expedition gemacht an Joseph Br. dell Arg/en/to und Carl von Hochenwarth zur [286] Untersuchung der von Cavalieri wider den Terzi eingegebenen Denunciation. Solche Expedition habe Nachmittag dem Herberstein geschickt, dan spätter ein Bericht nach Hof von unß, das wir eines Ingenieur benöthigen und haben den Fräsß vorgeschlagen. 12. Morgens waren bey mir der Bottoni und der Leo von Triest alß an hiesige Repræsentation von Triest abgeschickte deputati wegen ihrer Weinhändl. Dan war bey mir der blinde Rasp. NB. Gester hat mir Br. Mittrowsky ein Schlisßl behändiget, womit man künfftig die, in einem Carnier roulirende acta wird aufsperen und lesen, dan wieder verschlossener weiterschicken känen. Mittags speiste zu Hauß. Nachmittag war ich bey Herberstein, dan bey Landshaubtman, bey Barbo und kuschlanischen Frl. wegen ihres an mich unter 10. dieses erlassenen Schreibens. 13. Morgens bin ich in landsfürstliche Commission nach Idria abgereist mit dem mit mir genohmenen actuario 134 | 1747 Maj N. Haaß. Abgereist von Laybach zu Wasser 6.05, passirt Potpetsch 8.00, arrivirt zu Ob/er/ Laybach 9.30, abgereist von hier zu Pferd 11.00, passirt ein schlechtes Baurnhauß beym Meuscheck genand mittags, ein gleiches Per Galetu sa Sidam 12.20, in simili 12.30, in simili beym Moschina 12.45. Hier habe ein Milchram geessen, partito 1.00, passirt ein Baurnhauß genand Hudni Kanc 1.35, Lescoviz 2.30, Na Vecaschu 3.15, Saal 3.45, Lescouz 4.15. NB. Hier [287] sicht man am ersten Idria. Passirt Na Velikem Verhu 4.25, arrivirt zu Idria 5.30. Zugleich da ich ins Wirtshauß getretten, kamen zu mir der Obristbergmeister mit den anderen, die auß dem Bergconsulto kamen und hatte imer Visiten. Dan gieng ich spätter mit ihnen spazieren in die neue Prennhitten. 14. Morgens kamen mich alle abhollen und giengen in die Meß, dan ins königliche Schlosß, wo ich alle nach Ordnung in die Plicht genohmen, instaliret und darmit das neue systema etabliret habe, wie alles in Protocoll mit mehrern zu sehen. Gegen 1 Uhr Nachmittag waren wir fertig. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich bey Steinbergischen, dan war ich bey Oberbergmeister, dan mit ihm bey Einnehmer und mit beeden bey Buchhalter. Und dan besachen den Barbara-Schacht und Elisabeth-Kunst und dan den neuen Theresia-Schacht. Waren auch in Buchhauß. 15. Vormittag kamen mich abhollen der Oberbergmeister, der Einnehmer und der Buchhalter nebst mehr anderen von Consult und fahrten gegen 10 Uhr in die Stollen, passirten verschiedene Gäng und Rollen und kamen noch unter dem Wasserfeld des Barbara-Schacht, wo es am tieffesten war und ein reiches Arzt gefunden worden. In No. 26 gabe man den Nahmen Raigersfeldischer Gang und etwas höcher Herberstainischer Gang. NB. Da wir just in der Tieffe des [288] St. Barbara-Schacht unß befunden, kam unß die betrübte Nachricht, das sich just damahls ein Bergknap tod gefahlen und gleich tod gebliben war. Wir bliben bey 3 Stund in dem Gruben und dan retournirten wieder ans Taglicht. Ich und alle waren in den gewohnlichen Bergleüthkleidungen, fahrten bey ½ Stund mit singendem Gebett. Nachdeme wir auch vorhero bey dem Crucifix ein Zeit gebetet haben, retourniren umb 1 Uhr Nachmittag. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag besachen mit obiger compagnia das Buchwerck, Schmelzwerck et Schlemwerck. 16. Vormittag nach der Kirchen gieng ich mit allen obigen in das königliche Hauß und hielte Bergconsult, wo ich noch ein so anderes vorgetragen habe, wie alles in Protocoll zu sehen. Dan besache ich das Quecksilbermagazin, Getraydkasten, Archiv und Canzley etc., ließ auch vor meiner ein Lagl mit Silber anfühlen. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich wieder ein so anderes zu besehen und dan spaziren nach dem Rinwerck und auf dem Arztberg, Zieglhütten etc. Bey mir war der Pfarrer von Unter Idria mit 2 Capelanen und mehr anderen. War auch beym Oberbergmeister ein The zu trinken und beurlaubte mich allerseits. 17. Morgens vor 5 Uhr waren schon wieder alle bey mir. Ich nahme ein The bey Oberbergmeister und dan reisete ab zu Pferd umb 5.40, passirte Leskoviz 6.40, dan [289] bey der Separation der Strassen, wo lincker hand solche nach Loitsch zugehet, genandt beym Piug quondam Walcich 6.45, Ober Leskoviz, wo man noch das leztmahl Idria sieht 7.00, Säal 7.30, Na Vehaschu 8.00, Debeli Virch 8.20, Hudni Kanz 9.15, Mosina 9.50. Hier habe ein Milchram geessen und abgereist 10.15, arrivirt zu Oberlaybach 11.45. Biß hieher hat mich der Waldmaister H. Jurmann zu Pferd begleitet. Habe also das Mittagmahl mit ihm beym Postmeister eingenohmen. Abgereist sodan zu Wasser mit 4 Ruder umb 2.30 und arrivirt zu Laybach 6.30. Durch den Idrianer Knappen, der mit mir eine Bergstuffen getragen, habe 12 bazzette marzamino di St. Martiri dem Oberbergmeister nach Idria geschickt und an H. Haaß addressirt. 18. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich beym Bischoff und spätter bey Landshaubtman. 19. Morgens war bey mir der Marpurgo, Jud von Görz, gehet nach Wien. Dan Frl. Utschan. Zu Mittag speiste beym Bischoff. Da war Gallenb/er/g, Mittrowsky, Benj/ami/n Erberg und einige vom Hauß. Nachmittag war ich bey Wagatay, dan bey Kuschland. Spätter war bey mir Grenna. Heüt habe ein Väsßl Böel von Triest erhalten und dem Bischoff, der es bestelt hatte, geschickt. 20. Morgens war bey mir Zois vocatus, dan ein Concipist von Herberstein, [290] der von Triest komt. Item der Arlequin von hiesigen Banda mit einigen antiquen Medalien. | 135 1747 Maj Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag habe 12 Par Schuch dem Haubtman Conti nach Triest abgeschickt mit dem Urbas. 21. Zu Mittag speiste ich beym Fürsten. Da war Graf Gallenberg und Gräfin, Gräfin Schrottenbach, Wildenstein und Frl. , Barbo, Mitrowsky, Benj/ami/n und W/olf/ D/aniel/ Erberg, der junge Attimis, der Geistliche Kichartschitz, Franz248 Lamberg. Nachmittag war die Fürmung. Spätter giengen in dem Seegen, dan wieder zu Bischoff und abends in Comedie. 22. Vormittag war bey mir Nemezhoffen. Ich war bey Kuschland. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war bey mir David Luzato und Miari, die nach Wien gehen. Dan ein Par Idrianer, item der Marotti. 23. Vormittag *war* bey mir Grenna, dan Germek. Nach der Kirchen war ich bey Mad. Wertentall in Visit. Zu Mittag speiste ich zu Hauß. Nachmittag war bey mir P. Petris, der alß Rector nach Agram gehet. Spätter war ich bey Schweiger en Visit und dan bey Landshaubtman. 24. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir einer, so in Pisino vicarius war. Dan ein Idrianer, item der Jenko von Lack, Widerker, der Bader von Stain. Zu Mittag speiste zu Hauß. Abends war bey mir Raditsch, Stadtsyndicus, wegen Getraydmagazins. [291] 25. Morgens war bey mir der Cancelist Keller, der zu Schweiniz war. Dan die Tochter vom seeligen Valusi, Buchbinder, sich umb die Arbeith bey der Repræsentation zu recomendiren. Nachdem gieng in Rath. Zu Mittag speiste beym Bischoff. Da war Herberstein, Mittrowsky und Benj/ami/n Erberg, die ubrige vom Hauß. Nachmittag fahrte mit dem Bischoff, Herb/erstein/ und Mittrowsky nach Görtschach, von dar zum Bischoff, dan mit Herb/erstein/ in die Comedie; gieng aber bald weg. 26. Morgens war bey mir Perr. Umb ½ 10 Uhr gieng ich zu Herberstein, wo wir Rath gehalten, unter anderen wegen des Tags, so zu dem The Deum wegen der Königin Niederkunfft zu determiniren. Umb Mittag ist Mittrowsky und ich alß von der Repræsentation Deputirte zum Fürsten gegangen,249 umb unß wegen gedachtes Tags einzuverstehen. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag gieng ich mit Perr spaziren in die Vorstadt und mein Garten Polane. Dan waren bey mir einige Deputirte von Lack, item Flachenfeld, dan Steinfels, dan Androka. 27. Morgens von 6 Uhr biß 8 Uhr hatte ich mit Unterschreibung der Rolle zu thun. Dan kame zu mir der Haß, der gester von Idria retournirt ist. Dan brachte man mir das Garnier mit den Acten. Zu Mittag speiste ich zu Hauß und war da auch die hallersteinische Frl. Nachmittag waren bey mir abermahls die Lacker, Deputirte. Spätter der canonicus Abfaltrer. 28. Morgens war bey mir der Trompetter Moser, dan Dr. Baronio. Spätter war ich in [292] Visit bey Ant/on/ Erberg, dan canonicus Barbo. Zu Mittag speiste bey Kuschland. Da war sein Frl. Tochter, Gandin, Buseth, Dr. Paulini. Nachmittag war ich bey den Jesuiten, wo der Kappus philosophiam deffendirte. Heüt abends ist die alte Gräfin Rasp bey den Augustinern begraben worden. 29. Vormittag war bey mir Grenna und dan der Augustiner Fr. Jurina. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war bey mir Herberstein, P. Sporeno und Vitnich, Mittrowsky. Spätter gieng ich mit Herb/erstein/ spaziren in des Lamberger Allée, dan des Perr Maulpergarten, dan zu Wildenstein, wo da war die Schrottenbach, Wolf-Erberin, Lud/wig/ Liechtenb/er/g, sein Gräfin und Frl., Br. Valvasor mit seiner Frauen, Barbo, Tauffrer. Dan giengen alle miteinander spaziren biß spatt. Herb/erstein/ klagte mir nicht wenig wider den graf-haugwizischen Brief de dato Clagenfurt den 25ten dieses und er will mit mir causam comunem machen. 248 Sledi prečrtano Leop 249 Popravljeno. 136 | 1747 Junij 30. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich abermahls bey der Conferenz, wo wir præsentibus Verordneten von den Ständen einige Räng pro interim concertiret haben, wie das Protocoll mit mehrern zeügte. Nachmittag waren bey mir 2 Advocaten, Pißdirz und Marenig, sich zu recomendiren qua tales bey der Schranen aufgenohmen zu werden. 31. Morgens war bey mir P. Vitnich, [293] der den Roberto Battiman aufgeführt und bestens recomendirt hat. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Schwab von Liechtenb/er/g. Dan gieng ich zu Landshaubtman mit einer Post von der Repræsentation, das nehmblich Morgen mit der Procession kein corpo von den Instanzen weder die Rathe in Mantlkleider mitgehen werden, das aber doch jederman frey stehet in sein aignen Kleidern mitzukomen. Dan war ich bey Kuschland, spätter bey Wildenstein, wo in grösserer compagnia auch der Herb/erstein/ war, deme meine verrichtete Commission raportiret habe. Nachmittag war auch bey mir der Battiman. 1747 Junij 1. Juni. Zu Mittag speiste ich zu Hauß. Nachmittag war bey mir Roberto Battiman, deme ich auf dessen Ansuchen und der Jesuiten -Recomendation in soweit versprochen habe, Ende Septembris in meine Dienste et pro instructore meiner Kinder aufzunehmen, alß er sich etwan qualificirt machen wird in dieser Zeit, soviel von der teütschen Sprach zu erlehrnen, das er ihnen das Nöthige wird expliciren und sie unterweisen känen. Was die Convenienz anbelangt, werde ich nach die Jesuiten remittiren, umb ihn nach Landsgebrauch zu tractiren. Dan war bey mir der junge Wolckensperg, der mich umb sein vorhabende Heyrath mit der saffranischen Tochter umb Rath gefragt. Hingegen, soviel gemeldet hat, das er zwar mit ihr nicht versprochen, jedoch soweit [294] gekomen ist, das er glaubt, mit Ehr und Reputation sich davon nicht mehr loß machen zu känen. Ich habe ihm gesagt, das ich ihme diese Heyrath widerrathen hätte, weil der Saffran ein odiose Person ist und seine Mittel ausserordentlich angewachsen sey. Die Töchter auch ihrer Education halber mir vor ihn Wolckensp/erg/ zu frisch und vor die Landseconomie nicht educirt oder tauglich zu seyn scheinen. Der appoggio von Saffran wird ihm wenig oder nichtes dienen. Hier kan er vieleicht nicht so grosse dotta (indeme er bey 20/m fl. erhalten hoffet) bekomen, hingegen kan er in ein besseres Hauß hayrathen und ein solche Person finden, die er besser und sicherer nach seiner Inclination wird choisiren, folgsam vergnügter alß mit einer Wienerin leben känen. Weil er aber gleichwollen selbsten zu der Frl. incliniret, seine Eltern auch selbsten ihme dazu disponiren, so kan er sich Gott empfehlen und thun, was ihme dieser inspiriret. Indeme ich ihm nur meine Meinung gesagt, darin aber leicht fählen kan, sonderlich da ich in sein Thun und Lassen niemahls inquirirt, auch selbes Hauß expresse evitiret habe. 2. Morgens war bey mir der Concipist Haß, deme ich die idrianische acta zu bessern Nachsehen behändiget und ihn auf kunfftigen Montag bestellet habe. Dan waren [295] bey mir die Busetin und ihr Schwester und spätter Kuschland, sich umb die Verordnete - künfftigen Montag vorkomende - wahl zu recomendiren. Da der Auracher mit einigen Mauthzedl, worinen dem Osterreicher torto geschechen. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich mit der Frau Kappus Gevatter zu des Costa Töchterle, benahmset Maria Johanna. Dan war ich bey Ign/ati/ Abfaltrer, dan bey Benj/ami/n Erberg, der etwas unpäßlich und betligerig ist. Dan mit Frl. Franzl bey der kuschlandischen Bellerle. Spätter war bey mir Battiman. Nachmittag ist die Frl. Lenerle Hallerstein nach Manspurg verreist. Abends hat mir Mad.le Utschan 50 fl. gelichen. 3. Morgens war bey mir der Pfarrer von Unter Idria. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag ist Br. Ferdinand von St. Xaveri hier angekomen. Abends war bey mir Battiman, der spätter sein Koffer zum Aufbehalten zu mir geschickt hat. | 137 1747 Junij Spätter in der Nacht ist hier die Landshaubtmanin Gräfin von Aursperg gestorben umb [–]250 Uhr nachts. 4. Morgens war ich in der Domkirchen beym Te Deum wegen glücklicher Entpundung der Königin. Dan gieng ich mit Herberstein, Wildenstein und Barbo zu der Grafin des Ludw/ig/ Liechtenberg, die sich zur Ader gelassen. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag spätter war ich die Landshaubtmanin zu besprängen, von dar bey Gallenberg, der noch unpäßlich ist. 5. Vormittag war ich bey Br. Benj/ami/n, der noch betligerig ist. Dan bey Landshaubtman zu condoliren [296] wegen vorgestrigen Verlust seiner Gemählin. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war bey mir Jencko von Lack. 6. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich bey Br. Benj/ami/n, der wieder betligerig ist. Heüt beym Landtag hat man das erstemahl die Balotation oder das scrutinium eingeführt und ist der Ludwig Graf von Liechtenberg und der Alexander Graf von Aursperg zu Verordneten erwählet worden. 7. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. 8. Morgens war bey mir der Concipist Haß, deme ich, weil er vorigmahls versprochener massen nicht gekomen, zu Außmachung der idrianischen Commission auf Morgen fruhe bestellet habe. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich in Visit bey den Clarisserinen, bey P. Joseph, Capuciner, der an Podagra ligt. Dan bey Br. Benj/ami/n, der eben an Podagra leidet. Vorhero war ich mit dem Kappus in Ballhauß in commissione. Dan war ich auch bey Kuschland, der am Montag übersidlen will. Abends war bey mir der junge Widerkher, dan die Wusetin und ihr Schwester. 9. Morgens war bey mir den ganzen Vormittag der Concipist Haß wegen idrianisches Wesen. Dan war auch bey mir der Buseth und junge Tauffrer, item Mittrowsky. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Glaser Struppi, mit dem ich d’accordo bin à 16 ½ fl. die orna di Trieste per il marzamino St. Martiri hiergelegter zu überlassen. Nachmittag war bey mir Mittrowsky; [297] giengen miteinander zu Bischoff, war aber nicht zu Hauß. Dan giengen zu Br. Benj/ami/n, von dar gieng ich nach Hauß. 10. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich bey Flachenfeld, dan mit Frl. Franzl bey Br. Benj/ami/n biß spatt. 11. Morgens war ich bey P. Vitnich wegen Battman, dan bey Ludw/ig/ Liechtenberg wegen m. Maxl, dan bey Tallberg en visit. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war251 bey mir H. von Rab, dan der Mittrowsky. Mit leztem bin ich zu Bischoff, war aber nicht anzutröffen. Dan giengen beede zu Br. Benj/ami/n und ich ex post zu dem Dr. Wertenpreiß, wo ich bey ein Par Stund gewesen. Dan war ich bey Br. Benj/ami/n biß spatt. 12. Morgens war bey mir die Wagnerin, Wittib, wegen ihres Sohns medici, der von Wien nach Arrat in Ungarn gehen soll. Gegen Mittag war ich bey Br. Benj/ami/n. Zu Mittag speiste bey dem Fürsten. Da war auch Herberstein und Mittrowsky, die übrige Geistlichen. Nachmittag habe ich mit dem Mittrowsky, weil wir ihn den Fürsten dieser Tagen zu Hauß nicht angetroffen, unser Commission verrichtet und ihm nomine der Repræsentation gemeldet, das wan er etwan in ein so anderen sich mit der Repræsentation vernehmen wolte, wir zwey zu dem Ende alß Deputirte benand seyn und 250 Prostor za uro. 251 Sledi prečrtano: ich bey Flachenfeld und spätter mit der Franzl bey Br. Benj/ami/n, ich 138 | 1747 Junij auf all seyn Verlangen mit unserm actuario von Merzenhaim erscheinen werden, wan er der Fürst in persona wird præsidiren wollen. [298] Nachmittag war bey mir der Franze, der meine Äcker auf der Polane in Bestand hat. Dan war da die Wagnerin, die mir 200 fl. gebracht hat, umb solche ihrem Sohn durch mein Agenten zu Wien bezahlen zu lassen. 13. Morgens war ich bey Landshaubtman wegen sein Nahmenstag, dan in Rath. Nach dem Rath schickte ich dem Mittrowsky durch sein Bediente 2/c fl. à Conto der 1/m fl., die sein H. Vatter m. L. nach Wien hat eingehen lassen. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich mit Nemezhoff in Castell, umb von der Repræsentation Commission wegen die daselbst vorzukehrende reparationes in Augenschein zu nehmen. Dan war ich bey Weidinger wegen meines von Kuschland erkaufften Kastens, dan bey Benj/ami/n. 14. Morgens war ich in Rath. Vorhero war bey mir Widerkher. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich bey Weidinger, dan bey Br. Benj/ami/n. Spätter suchte den Landshaubtman. 15. Morgens suchte den Landshaubtman, dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war ich in Visit bey Valvasor, dan in Commission bey Landshaubtman. Abends bey Benj/ami/n und besache zugleich mit dem Baumeister Juliani mein Hauß. 16. Morgens war bey mir Haaß, dan Alexander Aursperg, Waic/ard/ Barbo. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war da Ign/ati/ Abfaltrer, dan der Haaß, dieser von 3 biß 6, und dan der Raditsch von 6 biß 9 abends, da auch die Mad.le Utschan bey mir gewesen. [299] 17. Morgens hatte in Ambtssachen zu thun. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war da Lichtenthurn, spätter war ich bey Benj/ami/n. Bey mir war auch der Haaß in idrianischen Affairen. Ingleichen der Serin, der den Zehend von m. Garten auf der Polane in Bestand hat, mit dem ich mich vor die 20 passirte Jahr per Pausch per 30 fl. verstanden habe. 18. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag war da P. Mulich mit P. Vitnich. Erster gehet heüt alß Feldpater zu dem marulischen Regiment nach Esseck über Wien. Dan war ich bey Landshaubtman, der mir sagte, das meine Relation über die idrianische Commission bey Hof erwartet wird. Er Landshaubtman ist heüt nach Kreüz. 19. Morgens war bey mir Haasse. Zu Mittag speiste ich beym Bischoff. Da war Benj/ami/n Erberg und Mittrowsky. Nachmittag hatte mit dem Bischoff ein consessum in merito der Citationen. Vormittag war ich auch bey Herberstein und Nachmittag spätter in mein Hauß. 20. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag spatt war ich in m. Hauß. Vormittag anzi. Nachmittag war bey mir das Weib des Rapulus von Idria und abends war ich in m. Hauß. 21. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag gieng ich mit Frl. Franzl in mein Hauß, umb daselbst zu bleiben. Dan kam zu mir der Oberbergmeister von Idria der junge Kriechbaum und der Haasse. [300] Spätter war da m. Schwigervatter, Benj/ami/n und Frl. Retl. 22. Die vergangene Nacht habe ich das erstemahl in mein Hauß geschlaffen. Morgens war bey mir Dr. Schifferstein, der gester von dem Geschlosßarrest liberirt worden. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Graf Orzon. Da war Mittrowsky, Valvasor, Neuhauß, Nemezhoff und 2 Capuciner. Nachmittag war ich bey Zergollern, dan bey m. Schwigervatter, wo mich die alte Barbin wartete. Dan kam mich | 139 1747 Julij Valvasor abhollen und giengen zu Ferdin/and/ Liechtenberg et nach Hauß, wo Br. Benj/ami/n, Frl. Franzl, die Busetin und ihr Schwester, dan der Fusconi zu mir komen. 23. Morgens war bey mir Weidinger, deme mein Schuld bezahlt hab und vor Außbesserung des schwarzen Kasten verglichen habe per 5 fl. circa. Dan umb mein Schreibtisch, 9 Schuh lang, 4 Schuh brait, jeder Seiten mit 6, in allen 12 Schubladen und auf 6 getracheten Füssen stehend. Dazu er alles Holz, id est Nusßholz, fourniren wird. Ausser vor das Blath gib ich die Bretter, in allen verglichen umb 8 fl. Da war bey mir Battazzi, gewester vicarius zu Pisino. Dan die alte Schifferstein, die mich 50 fl. zu Leih gebetten, ich aber ihr solche nicht zu geben habe. Zu Mittag speiste ich bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir mein Schwigervatter, Benj/ami/n, Frl. Franzl, Retl und hallersteinische Lenerle. Abends Fusconi. 24. Zu Mittag speiste ich bey Wildenstein. Da war die Frl. von Hauß und ihr Bruder, die Schrottenbach, [301] die Gallenberg, der Fürst, ein Graf Hardeg von Wien, Teütsch-Orden-Ritter, Ferd/inand/ Lichtenberg, Ludw/ ig/ von Lichtenberg, Waic/ard/ Barbo, Herberstein, Teütsches-Ordens secretarius. Nachmittag war ich bey mein Schwigerbatter. 25. Morgens nahme ich Chocolate bey m. Schwigervatter. Dan gieng ich mit Benj/ami/n und Mittrowsky zum Bischoff. Umb 6 Uhr farten wir 4 auf Dobrov a, alwo die Kürchen und Freythoff consecrirt wurden. Wir arrivirten dahin umb 7 Uhr. Die Consecration daurete über 3 Stund, dan hörten die Mesß und speisten daselbst an einer Taffel von 25 Personen. Da war der Fürst, Leopold Lamb/er/g, Benj/ami/n Erberg, Br. Mittrowsky, Herberstein, Pilligraz, 3 canonici, alß Scarpin, Lackner und Neuhauß, der Perr Stadtpfarer, der Kuchartschiz und mehr andere Petriner. Nachmittag hat der Fürst einige gefirmt und gegen Abend seyn wir wieder nach Laybach retourniret. Ich war ein wenig bey m. Schwigervatter, dan nach Hauß. 26. Vormittag war bey mir Grossl. Umb 10 Uhr gieng ich in *extra* Rath und ehe zu Herberstein. Zu Mittag speiste bey Herberstein, wo auch mein Schwagger Br. Wolf Daniel war. Nachmittag war bey mir Grossl, dan Frl. Fränzl. 27. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Herberstein allein. Nachmittag war bey mir der Br. Benj/ami/n, Frl. Franzl und der junge Steinberg, der ehistens über Wienn nach Schmöllniz zu gehen hat. Herberstein hat heüt, [302] da wir allein waren, bitterlich gewaint, theils von Laid, das er vom Hof nicht secundiret worden alß ers meritirt zu haben glaubet; theils von Freüden, das er anjezo sogestalten placiret ist, das er sich besser nicht hätte wünschen känen und freüet ihn, das er nun sovielle Zeügen hat seines uninteressirten auch getreü und wohlmeinenden Thun und Lassen. 28. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste ich bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey252 mir Joseph Zanchi, spätter Zergoll und Br. Benj/ami/n. 29. Morgens war ich bey Widerkher. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Br. Benj/ami/n, m. L.253 H. Bruder und Frl. Fränzl. 30. Morgens war ich mit Benj/ami/n bey Herberstein wegen sein Geburtstag. Zu Mittag speiste bey mein Schwigervatter. Nachmittag war ich in extra Repræsentationsrath. Dan war bey mir Benj/ami/n und der alte de Werth. 1747 Julij 1. Julius. Morgens war bey mir Perr, dan Benj/ami/n und 2 Discalziaten. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Benj/ami/n und Frl. Retl. 252 Pred tem prečrtano: al ein zu 253 Popravljeno. 140 | 1747 Julij 2. Morgens war ich bey Kappus, dan bey Joseph Aursperg und bey Kuschland. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Bey mir war auch der abbate Demeli. Nachmittag der junge Werth, dan Benj/ami/n. 3. Morgens war bey mir der abbé Patana. Zu Mittag speiste bey den Busetischen. Da [303] war H. und Frau, sein Vatter, ihr Schwester, seine 2 Schwester und Br. Benj/ami/n. Nachmittag war bey mir Frl. Franzl und Br. Benj/ami/n, auch Wolf Daniel. 4. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Grossl, der von Kar nten komt und heüt nach Triest abgehet. Abends Br. Benj/ami/n. 5. Morgens war bey mir Lansky von Idria. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Orzon. Da war die alte Barbo, ihr Tochter verwittibte Rechbach, der Verordnete Posarelli und sein Tochter, dan der Nemezhoffen. Abends war ich bey m. Schwigervatter. 6. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag waren bey mir Frl. Fränzl und Retl. 7. Vormittag war bey mir Benj/ami/n. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir der junge de Werth, dan der Michelitsch, Stadtschreiber von Crainburg. Spätter war ich bey dem Landshaubtman. 8. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Joseph Aursperg. 9. Morgens war bey mir Br. Hallerstein. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich mit Benj/ami/n bey die Clarisserinen, dan war ich bey Landshaubtman, item bey Herberstein. Jedem habe ein Memorial behändiget wegen meiner nach Wienn Reiß. Dan war ich bey Frl. Wildenstein. Landshaubtman war heüt sehr vergnügt mit denen mit heütiger Post eingangenen [304] königlichen Resolutionen und ebenso so mécontent ware Herberstein. Spätter war ich bey Mittrowsky, der die Erlaubnus bekomen, nach Wien gehen zu därffen. 10. Morgens war bey mir M/aria/ A/nna/ Utschan, dan Bucceleni wegen seines Bergwercks zu Sava. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir die alte Barbin, der Widerkher und Frl. Franzl. 11. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich bey dem Mittrowsky, deme ein Brief an m. L. nach Wien gegeben habe und er verreiset Morgen fruhe. Dan war ich bey der Gräfin Barbo, der ich eben ein Brief an m. L. nach Wien gegeben. Sie will dieser Tagen per dahin verreisen. Dan war ich bey der Wälschen Aursperg. 12. Morgens war bey mir der Jencko von Fiume. Zu Mittag speiste bey Joseph Aursperg. Da war er und die Grafin, sein Frau Mutter und Schwester, der alte und junge Tauffrer und der Raab. Nachmittag war ich bey meinen Schwagerinen. Dan war bey mir der Geistliche Troyer, der von Wien komt, item der Jencko und Benj/ami/n. 13. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir de Werth, Flachenfeld und 2 Schwägerinen. 14. Morgens war bey mir der Wälsche Aursperg, dan Benj/ami/n, dan 2 Franciscaner Fleisch zu bettlen und ein Trinitarier. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. | 141 1747 Julij [305] 15. Morgens war bey mir Benj/ami/n, der hernach nach Görtschach gefahren ist. Zu Mittag speiste bey Herberstein tete à tete. Nachmittag war ich bey meinen Schwägerinen. Abends war bey mir Widerkher. 16. Zu Mittag speiste bey den Clarisserinen, wo heüt die Frau Beatrix Bssa. von Erberg alß Abtisin confirmirt und instaliret worden. Da speisten in allen 21 Personen. Nachmittag war ich bey dem de Werth. Dan war bey mir m. Schwigervatter und 2 Frl., dan die Busethin und ihr Schwester, abends Benj/ami/n. 17. Morgens war bey mir der Br. Hallerstein, Benj/ami/n, Baronio. Dan war ich bey Orzon und der Gräfin. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Benj/ami/n und dan ein Bedienter von Clagenfuhrt nahmens Bartlme Bruckler, der frisiren kan und zu mein Kindern komen wolt. 18. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Mayhoff von Idria, dan Benj/ami/n und Frl. Fränzl. 19. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Herberstein. Nachmittag war bey mir Meühoff, Benj/ami/n und Schiviz, der sich vor ein Schreiber zu mir antragt. Ein wenig vor dem Mittagessen war ich bey Frl. Retl, weil heüt ihr Geburtstag ist. 20. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Cozzoli. Da war er und sein Gräfin und Frl., dan die Gräfin Dual mit 3 Frl. und die Salvay. Nachmittag wie auch in [306] der Fruhe war ich bey der Frl. Retl zu ihrem heütigen Nahmenstag mein Compliment zu machen. 21. Morgens war bey mir der Oberbergmaister von Idria, der von Steinfeld komt und nach Idria retourniret. Dan war da Benj/ami/n, item ein gewisser Fabiani, der bey mir Schreiber seyn möcht. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Frl. Fränzl. 22. Morgens ist der Terzi (Martino), Haubtman von Pisino, allhier arrestirt worden. Bey mir war der Solicitator Saurschnig wegen der Br.-Eilerin-Prætension. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Abends gieng spaziren mit Benj/ami/n. 23. Morgens war bey mir Kosta. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich bey der Oberin von Ursulinerinen wegen Mad.le Latour. Spätter war bey mir Frl. Franzl, Retl, Benj/ami/n, Buseti und sein Frau und ihr Schwester. 24. Morgens war bey mir Perr, dan ein gewisser Colombo von Pirano. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich in Rath. Da war Landshaubtman, Lamberg, Barbo und ich. Nachmittag spätter war bey mir Benj/ami/n. 25. Vormittag war bey mir der abate Terzi wegen seines arrestirten Vettern. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir der Palier von Oberburg, dan m. Schwigervatter biß nach 8 Uhr. 26. Heüt Vormittag hat der Leopold Graf von Lamberg die Taufceremonie nomine [307] des Kaisers bey dem leztgebohrnen Söhndl des Obristleüthnant Grafen von Aursperg in der Domkürchen verrichtet. Er ist dahin in ein mit 6 Pferden bespandten Wagen gefahren. An dem Haubtthor ist er von dem vicario generali (der das Kind getaufft) und dem clero empfangen. Und ist ihme das Weichwasser von gedachtem vicario generali auß ein silbern runden Instrument præsentiret und biß254 zu Hochaltar von dem voraußgegangenen clero begleitet worden. En parte evangelii ist unter einem Baldequin des Kaisers Portrait an der Wand gewesen und ist die 254 Pred tem prečrtano vorauß 142 | 1747 Avgust Ceremonie daselbst verrichtet worden. Zu Mittag speiste bey Br. Valvasor und seiner Gemahlin. Da waren seine 3 Frl. Schwestern, die Frl. Wildenstein, die Schrottenbach, Graf Purgstall, Barbo, Benj/ami/n und W/olf/ D/aniel/ Erberg und ich. Vor- und Nachmittag war ich wegen heütiges Nahmenstag bey der Mad. Utschan, dan bey der Thalberg, spätter bey Widerkher und bey m. Schwigervatter. Dan war bey mir der junge Hüber, der heüt mit Herberstein hier angekomen ist und zu dem Repræsentationssecretario et registratori von Perizhoffen pro emanuensi komt. 27. Morgens war ich bey Herberstein, dan in Rath. Zu Mittag speiste bey Herberstein. Nachmittag war ich bey m. Schwigervatter. Dan war bey mir der alte und junge Amigoni, dan der [308] Ignati Aursperg, der heüt morgens von Wien angekomen. Spätter Frl. Franzl und emanuensi. Heüt morgens war auch bey mir Frl. Utschan, welche mir 2 Sackgeld vor Br. Benj/ami/n gebracht hat, die ich ihme auch consigniret habe, bevor ich in Rath gegangen bin. 28. Morgens war bey mir Kuschland, dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Frl. Retl, dan P. Rector von Jesuiten. 29. Mittags speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich mit Benj/ami/n bey den Clarisserinen wegen Nahmenstag der Abtissin Frau Beatrix und der Frauen Seraphina. 30. Morgens war bey mir Dr. Werth, Benj/ami/n, Grena und der Schmidt Baumeister mit dem Dessein von dem königlichen Hauß. Dan war ich bey Mad. Wolkensperg, das Quartier vor dem Frasß zu fermiren. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich zu Hauß. 31. Vormittag war bey mir Perr. Dan war ich bey Ign/ati/ Aursperg wegen sein Nahmenstag. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich bey Kuschland und dan zu Hauß. 1747 Avgust 1. Augusti. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Herberstein. Nachmittag war bey mir Kuschland und Perr. 2. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Herberstein. Nachmittag giengen wir zwey auf die Wasserschnepffen und retournirten spatt nach Hauß. 3. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag [309] speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir der Zandonati von Zeng, der erst von Wien gekomen mit seiner Frauen, die er bey Hof alß Camerdienerin geheüratet. Item sein Bruder, der Pfarrer zu Tersat, dan ein junger Mensch, der von Amsterdam komt und nach Triest gehet, auß dem negocio Friedrich Schmidt. Spatter meine Frl. Schwagerinen. 4. Morgens nahm ich Chocolate bey meinen Schwagerinen. Dan fruestuckte mit Herberstein. Dan giengen auf dem Morast auf die Jagd und retournirten abends nach Hauß. Heüt Nachmittag ist hier angekomen der Haubtman Frasß mit seiner Famille von Wienn, wie er dan abends bey mir war. 5. Morgens war bey mir Fräsß, Wolckensperg und Benj/ami/n. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Fräsß, Widerkher und der junge Hochenwarth. 6. Morgens war bey mir ein Baur von Tschernutsch oder Bad Worsta, nahmens Kodermann, der mir versprochen zu die Frieß aichene Hölzer nach der ihme gegebener Maß, circa 15 kr. das Stuck, bey 40 Stuck zu liffern, zu 9 Ellepogen lang. Zu Mittag speiste bey Herberstein. Nachmittag war bey mir Schwab von Liechtenberg, Frasß und Frl. Fr/än/zl und Rettl. | 143 1747 Avgust 7. Morgens war bey mir Fräsß. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Frl. Fränzl. [310] 8. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Herberstein. Da war ein junger Graf Trautmansdorff, Graf Gallenberg, Graf Barbo, Br. Benj/ami/n und Br. W/olf/ D/aniel/ von Erberg. Nachmittag war bey mir der Oberbergmeister von Idria, der nach Wienn gehet, dan der Jurmann, Frasß und Widerkher. 9. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste beym Landshaubtman. Da waren der Graf, 3 Frl. und der altere Sohn, dan *die* Raunach, der Erzbriester Petaz, Valvasor Wittwer, Graf Carl Aursperg und Packesch und [–].255 Nachmittag war ich bey m. Schwägerinen. Dan war bey mir Buseth und 2 Widerkher, Marburgo von Görz, der von Wien komt. 10. Vormittag war bey mir Frasß. Zu Mittag speiste bey Grafen256 Herberstein. Da war Bischoff, Orzon, Trautmansdorff, Benj/ami/n Erberg, Gallenberg. Nachmittag war ich bey Landshaubtman, bey der Gallenberg und bey m. Schwigervatter. 11. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Vorhero war ich bey der Wolckensperg wegen ihren Nahmenstag. Abends war bey mir Haasß und Frasß. 12. Morgens war bey mir Kuschland. Zu Mittag speiste bey Herberstein mit Fräsß. Nachmittag war ich bey m. Schwigervatter. 13. Zu Mittag speiste unter dem Thurn. Da tractirte der Pfarrer von St. Peter, weil heüt die unter der Pfarr gehorige Kürchen zu Rosenbach consecriret worden. Da war [311] der Bischoff, Lamberg, Wildenstein, Gallenb/er/g, Valvasor, Br. Benj/ami/n und W/olf/ D/aniel/, in allen 25 Personen. Nachmittag waren bey mir Frl. Fränzl und Retl. 14. Morgens war bey mir Graf Rasp wegen sein Sohn, den er nach Wien ad jus schicken will. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Battazzi, junge Widerkher und Haasß, Vormittag aber die Mar/iandl/ Utschan, welche den Widerker zu heyraten inclinirt. 15. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag oder besser zu sagen abends, war m. Schwigervatter bey mir, item die Schwägerinen und spatt der junge Widerkher. 16. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Fräsß, Tschuck von Idria, Frl. Fr/än/zl. 17. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Herberstein mit Fräsß. Nachmittag reiste Herberstein in compagnia des Graf Barbo et Frasß in die Commission nach Gradisca umb 2 Uhr Nachmittag. Dan gieng ich zu meinen Schwägerinen. Abends war bey mir der alte Widerkher. 18. Morgens umb 6 Uhr fahrte mit der Frl. Franzl auf Manspurg zu der Frl. Lenerle Hallerstein zu ihrem Nahmenstag und retournirten abends, da ich dan noch ein Zeit bey mein Schwigervatter gebliben. 19. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. [312] Vor- und Nachmittag waren bey mir Kuschland oncle, Frl. Franzl und der junge Hochenwarth. 20. Vormittag war ich beym Bischoff von Triest. Zu Mittag speiste bey Landshaubtman. Da waren 3 Frl. und 2 Söhne von Hauß mit ihrem Hofmeister, dan Alexander 255 Prostor za ime. 256 Pred tem prečrtano: mein Schwigervatter 144 | 1747 September Aursperg und sein Frau und der junge Hochenwarth. Nachmittag war ich bey der Oberin und F. Rosalia, Ursulinerinen, wegen Frl. Latour. Spätter waren bey mir m. Schwigervatter und Frl. 21. Vormittag war bey mir Perr, Steinfels, Flachenfeld,257 Bischoff von Triest und sein Bruder der Erzbriester. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Abends gieng spaziren mit den Landshaubtmanischen. 22. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Abends war bey mir Widerkher. 23. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir ein Wälscher, von dem ich 6 lb. peso sottille lana penne erkaufft habe. Dan war bey mir Benj/ami/n. 24. Morgens war bey mir de Werth, Perizhoff und Pogatschnik. Dan der Bediente, deme ich vor m. L. aufgenohmen habe und accordirt vor Besoldung 24 fl., Weingeld 6 fl., Brodgeld 48 kr. und jährlich Livré. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich mit Benj/ami/n bey Rab. Dan war bey mir Nemezhoff. 25. Morgens war bey mir Mad.le Utschan. [313] Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich im königlichen Ambt mit dem Perizhoffen und Nemizhoffen, die Gelegenheit zu die Canzleyen zu besehen. Abends war bey mir Frl. Franzl, Widerkher und Batazi. 26. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Haasß. Heüt ist die erste Wand mit der Bücherstelle besezt worden. 27. Morgens war bey mir der Roba Steinhauer und Baumeister, dan der Trompeter Moser. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich vocatus bey Landshaubtman wegen der heüt eingangenen Resolutionen. Nachmittag hatte zu thun mit Außpackung der Bücher, die von Wien gekomen. Bey mir waren m. Schwigervatter, Frl. Franzl, Retl, oncle, dan der Haasß. 28. Morgens war bey mir secretarius Pusch, Batazi. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Frl. Fränzl. 29. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Frl. Franzl und Widerkher, item der Amigoni. 30. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Landshaubtman in 12 Personen. Nachmittag war ich bey m. Schwigervatter. Spätter war bey mir mein Schwigervatter, Frl. Fr/än/zl und Rethl, Busetti, sein Frau und Schwester, [314] Br. Benj/ami/n, dan der alte Widerkher und dan der Battazzi. 31. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir secretarius Wenger, Garzoni, Battazzi. Dan war ich in Visit bey dem alten Br. Gall und bey m. Schwigervatter. Heüt ist die Gräfin von Herberstein von Gräz über Oberburg hier angelangt. 1747 September 1. September. Morgens war ich mit Frl. Franzl, Retl und Mariandl Utschan zu Dobrova. 257 Nato še enkrat ponovljeno ime Flachenfeld | 145 1747 September Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich mit m. Schwager Br. Erberg bey Küschlanischen, da ist der Bellerle Nahmenstag. Dan in Visit bey der Herberstein, dan beym blinden Raspen und spätter bey m. Schwigervatter. 2. Morgens war bey mir der Roba, dan der Haasß. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Frl. Franzl, Retl und Lenerle Hallerstein, dan Benj/ami/n. 3. Morgens war bey mir Perizhoff und Battazzi. Dan war ich bey Flachenfeld und Ign/ati/ Abfaltrer. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich bey Landshaubtman, bey Gallenberg und bey Wertenpreiß, spätter bey m. Schwigervatter. 4. Morgens war bey mir Perr mit dem Doctor Modesto, dan M/aria/ A/nna/ Utschan. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich bey der Cobenzlin Ursulinerin wegen ihres Nahmenstag. Dan bey mir war m. Schwigervatter, [315] Frl. Franzl und Retl, dan der Widerkher und Doctor Paulini wegen Wertenpreiß und der Herberstein, dan Br. Benj/ami/n. Heüt abends ist Carl Hochenwarth hier angekomen. 5. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Perr, Doctor Modesto, Frl. Franzl und Retl und dan der Schepff von Tschuber. 6. Morgens war ich in Rath. Nach dem Rath war ich bey Gallenberg wegen der Representationscanzley. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Graf Rasp, Puechenthall, Frl. Franzl et Retl, Benj/ami/n und Widerkher. Morgens war bey mir der Hasß und der Huss von Tschuber. 7. Morgens war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich bey Carl Hochenwarth, dan war bey mir Frl. Fr[än]zl und Retl. 8. Morgens war bey mir der Buchdrucker, dan Benj/ami/n. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir der Hueber, dan der Cancelist Ziegler, der sein Schwager den Harene recomendirt zu mir pro secretario. 9. Morgens war bey mir Doctor *Bley*berg,258 der Buchdrucker, der Jurman von Idria von judicio delegato citirter, dan Frl. Franzl. Zu Mittag speiste bey mein Schwigervatter. Nachmittag war ich mit Benj/ami/n bey Mittrowskyschen, die heüt Nachmittag [316] angekomen seyn. Spätter gieng mit Benj/ami/n spaziren. Bey mir war Frl. Fränzl und Retl. 10. Morgens war bey mir Giuseppe Zanchi. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war ich bey Sigm/und/ Abfaltrer, dan bey P. Rector, Jesuiter, dan bey Landshaubtman und bey m. Schwigervatter. Spätter war bey mir Br. Benj/ami/n und der W/olf/ D/aniel/. 11. Morgens war bey mir die Wusethin und ihr Schwester, dan P. Scarpin , Provincial. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth, Widerkher, Frl. Franzl. 12. Morgens war bey mir P. Guardian Scarpin. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir P. Rector und prefectus, dan Graf Ludw/ig/ Liechtenberg, Graf Joseph Aursperg, Obristleüthnant Aursperg, der Rapulus, der Morgen von hier nach Wienn abreist. Dan der Schweiger, Mittrowsky. 13. Morgens war ich in Rath und referirte alles, was ich noch zu referiren hatte. 258 Prvotno zapisan začetni zlog Frey- je prečrtan. 146 | 1747 September Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter. Nachmittag beurlaubte mich noch bey Verschiedenen, fuhrte auch bey der Herberstein auf dem Benj/ami/n Erberg und dem Mittrowsky. 14. Zu Mittag speiste bey Landshaubtman. Vor- und Nachmittag beurlaubte mich noch bey Verschiedenen und abends habe eingepackt und mich auf die Reiß gerichtet. [317] 15. Morgens bin ich in einer Postchaisse mit meiner Liebsten ihren Bed abgereist umb 8.30, arrivirt auf Potpetsch 10.30, abgereist von Potpetsch 10.45, arrivirt auf St. Osbald 12 Uhr, id est umb Mittag. Abgereist von St. Osbald 12.15, crainerischer Confin 1.10, arrivirt auf Franz 1.35, abgereist von Fränz 1.45, Sann-Brucken 3.00, arrivirt auf Cilli 4.30, abgereist von Cilli 5.10, arrivirt auf Gonoviz 8.00, abgereist 8.15, arrivirt auf Feistriz 9.50, abgereist 10.10, arrivirt auf Marburg 12.45 nach Mitternacht. 16. Abgereist von Marburg 1.10, arrivirt auf Ehrenhausen 4.40, abgereist 5.00, arrivirt zu Wildon 7.15, abgereist 7.40. Hier habe mit Ferd/inand/ Attimis und seiner Gräfin gesprochen, die von Wien komen und nach Görz retourniren. Arrivirt zu Graz 10.00, abgereist von Gräz 12.30, arrivirt auf Pecka 2.45, abgereist von Pecka 2.55, arrivirt auf Rettelstein 4.40, abgereist 5.05, arrivirt auf Bruck 7.20, abgereist 7.30, arrivirt auf Merzhoffen 9.00, abgereist 9.15, arrivirt auf Kriegla 11.00, abgereist 11.30, arrivirt auf Merzuschlag 12.45 nach Mitternacht. 17. Abgereist von Merzuschlag 1.15, Hoche des Semering 3.00, arrivirt zu Schottwien 4.00, abgereist 4.30, arrivirt zu Neukirch 6.30, abgereist 6.50, arrivirt in der Neustadt 8.30. Hier habe den Grafen Guido Cobenzl mit seiner Gräfin angetroffen, die nach Wien gehen. Hier habe die Mesß gehört. Abgereist von Neustadt 9.40,259 arrivirt zu Trasßkirchen 11.25, abgereist 12.00, Neudorff 1.15, Lini 2.15, arrivirt zu Wien 3 Uhr. [318] Dan war bey mir der Stemberg, der Morgen nach Laybach abgehet, dan der Hänßl. 18. Morgens war bey mir P. Hallerstein, dan des *Fränzl*260 Magister miteinander, dan der Fuhrmann Dietrich, mit dem ich von dem Transport meiner Bagage accordiret habe. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey Wurmbrandischen, *bey Ariostin*, Graf Seiller und abends Br.-Gansischen. Seiller stache ex se auf erstlich, das Herberst/ein/ 3/m Stuck Aichen verlangt. 2do, wird der Arbeitslohn was rechtes betragen. 19. Morgens war ich bey Cobenzlischen, dan bey Kinsky bey ein Par Stund, dan auf der Haubtmauth. Zu Mittag speiste261 bey Kinsky. Da war Graf, Gräfin, Mihel Hanß Althan und sein Gräfin , Hollanderin Sinzendorff, Nitolinsky, ein Sohn von Kinsky. Nachmittag war ich bey ein Steinschneider beym Zeißl. Dan von ½ 6 biß 9 Uhr beym Kinsky in comissione. 20. Vormittag war bey mir Dr. Kreneck. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Seiller. Da war Graf und Grafin, sein Sohn und sein Grafin, ein Frl. Tochter *Aloisia*,262 Graf Aursperg mit seiner Grafin, gebohrne Payrsperg, Br. Rost, ein canonicus auß Tyroll. Nachmittag war ich bey Kollowrat und sonst niergends. Bey unß war die Barbin. 21. Morgens war ich bey Kueffstein, bey Dietrichstein. Zu Mittag speiste bey unß P. Hallerstein und P. Lechner und Pötting. Nachmittag war bey mir Bethanges, mit dem ich spätter spaziren fahrete. [319] 22. Morgens war ich in der Haubtmauth, dan in der Münz. Bey mir war Standler, Luckantschitsch. Nachmittag war ich bey Graf Oed, dan bey der Hollestein und mit ihr, dem Graf und Gräfin von Wurmbrand und m. L. in dem Lauberhüttenfest bey dem Schlesinger Juden. 23. Vormittag war bey unß Br. Hager. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey mir Mayr von Cameralzahlambt, der mir ein Quartall von meiner Besoldung gebracht hat. Dan war ich in der Münz. 259 Pred tem prečrtano 8.30 260 Orig. prečrtano nečitljivo ime. 261 Pred tem prečrtano war ich 262 Pod tem prečrtano Rosalia | 147 1747 September Abends war bey unß Graf Thun. 24. Morgens war ich bey jungem General Burmbrand. Zu Mittag speiste mit m. L. bey alt-Wurmbrandischen. Da war H. und Frau, item der junge General, dan die Herzogin von Hollstein und Frl. Latour, der Ariosti und Fontenell. Nachmittag war ich bey Mad. Koch. 25. Morgens war bei mir der Geistliche Lazarini, Morell von Gradisca. Ich war in der Münz, dan beym Zeißl und bey Heinrichen. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Eilerin. Bey unß war die Barbin. Nachmittag war ich bey Rolleman, bey Koch cabinetsecretari, in der Münz. 26. Vormittag war ich bey P. Provincial, Jesuiter, dan bey Pönitsch. Dieser erzehlte mir, wie der Schwandtner das factotum beym Kinsky ist und das ihme Kinsky alles sigilirter ohne es vorhero zu lesen zuschickt und von ihm den Rapport erwartet, [320] folgsam in ihm alles confidiret. Item ad Joseph schickt er alle Partheyen zu ihm. Er der Graf list nichtes, verlegt alles und ist in obscuro von allen, tractirt die Partheyen mit Violenz und Unbescheidenheit, das »Partes pacienter audi« ist seyn Devise nicht, wie er dan vielle anfahrt, auch beym Flug nihmt und beym Zimer hinauß schafft. Mr le Conte ist auch einer von sein Favoriten, dem er zuviel trauet und ist Administrator von der Haubtmauth ohne Caution und ohne das er vor etwas zu stehen263 hat. Die Ämbter hat er in der Haubtmauth mit sein Creaturen besezt. Von dem neuen Reglement der Lehenwügen ist der Fleckhamer, der bey Prinz Carl Satlknecht264 war und dahin schuldig bey 40/m fl., der Projectant. Und vor dieses Project genüst er jahrlich 4/m fl., womit er nach und nach sein Schuld zu bezahlen haben wird. Pönitsch klagt wider Herberstein, das er undanckbar ist, massen er ihme alles alß die Geheimberatsstelle Triester accomodement procuriret, auch 1/m fl. zu 5 per % dargelichen hat. Weil er sonsten von hier nicht hätte abreisen känen, nun zahlet er ihm weder Interesse weder Capital und auf sein Zuschreiben gibt er ihm kein Antwort. Hat also diese Sach mir recommendirt und Pönitsch hat von ihm ein Wegslbrief. [321] Pönitsch265 erzehlte mir auch, das Herberstein in puncto herereos bey der Königin angegeben und an deme war, das er völlig ins schwarze Buch hätte komen sollen. Cabinetsecretarius ließ deßwegen den Pönitsch hollen und dieser hat ihn salvirt, wie dan Koch gesagt, das er, der Pönitsch, sein Schuzengl war. Nachmittag suchte den Haugwiz. Dan war ich beym Zeißl und spätter bey Häring. Die ganze Haubt- und Hofcommission der i.ö. Lander bestehet in der Perschon des Seiller, Öed, Lierwald und Pistrich und ihn, Häring. Lierw/ald/ referirt was Karnten angehet und Pistrich Crain. Der Dietrichstein aber unterschreibt zwar alles, komt aber nicht darzu, sondern remittirt sich in die obige. Vorhero hielten sie fast alle Tag sessiones, anjezo aber etwan ein parmahl die Wochen. Er erzehlte mir, das Kinsky nicht content war, das Herberstein seine utilia Tergestina mit nach Laybach genohmen und damit er jemand nach sein Verlangen zu Triest stabiliren möge. So will er das politicum und justiziali nicht separirt, sondern unirter haben und tragt an der Häring auf dem Flachenfeld. Ich recomendirte ihm eben den Flachenfeld und das er sein gutte Convenienz hätte. Er glaubt auch, das er bey 2/m fl. haben müst. [322] Pönitsch erzehlte mir, das die neue Stähl auf des alten Manegeta Gründ gebaut sey. Folgsam, wan es auß der Sache nichtes wird, wie es das ansehen hat, kan er dabey wohl profitiren. 27. Morgens war bey mir Br. Eckersperg wegen seiner Projecten in Münzwesen, dan die Barbin wegen ihres Process. Item der Concipist, der mein Diploma verfast, dan der Fuhrmann Dietrich. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. 28. Heüt am Donerstag morgens umb ½ 9 Uhr seyn meine Kinder von hier nach Laybach abgefahren in einer Landkutschen, id est: der Lucasl, Franzl, Pegerle und Micherle; dan die Cammerjungfer und das Zimermensch mit einem Bedinten Hanß Jerg, und einem Zingissergesellen, in allen 8 Personen, welche der Hofmeister biß Neustadt begleitet. Dan fahrte auß und suchte den Max und den Peter Prandau. Heüt haben mit unser Menage in der Kuchen aufgehört und haben unß das Essen auß dem Wirtshauß komen lassen. 263 Popravljeno iz stehet 264 S je popravljen. 265 Pred tem prečrtano: Nachmittag suchte 148 | 1747 Oktober Nachmittag fahrte zu Haugwiz, war aber weder er noch die Gräfin zu Hauß. Dan suchte Bethanges. Dan war ich bey Hofcamerrath Koch, der mir die Relation des lezt auf Ordre Kinsky zu Triest gewesten Moderer 〈gab〉. Spätter war ich bey dem Canclisten Paim, der mein Diploma schreibt. Dan bey der Hollstein, wo auch die Wurmbrandischen und der Lalin war. [323] 29. Morgens war bey mir der Schuster Spieß, welcher mir erzehlte, das die 2 Pfundlederfabriquen allhier von Petrossi et die Ledrerzunfft (ohngeacht ihnen die Regierung favorable war) endlich durch die Hofcanzley zugrund gerichtet und eingestellet haben, so das jezo der Centen lb. Leder umb 43 fl. bezahlt werden muß, wo sie solches vorhero von Petrossi von besserer Qualität per 25 fl. haben erkauffen känen. Spieß sagte, das sie wohl wissen, mit was vor Schmiralien die reiche Ledrer die Sache zu ihrem privat Vortheil erhalten haben, hingegen därffen sie davon nicht reden. Dan war bey mir Radeucich et Zebull. Zu Mittag speiste bey unß Potting. Nachmittag war ich bey Haugwiz, deme mein Memorial recomendirt habe und er mir versprochen hat, gleich Morgen mit der Königin zu reden. Dan suchte Hager, Valdisot. Dan war ich bey der Hollstein mit m. L. und spätter bey Br.-Gansischen. 30. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey unß Thun. 1747 Oktober 1. Oktober. Vormittag war bey mir Hofcammerrath Koch. Zu Mittag speiste mit m. L. bey den Wurmbrandischen. Da war die Hollstein, Frl. la Tour, der junge General Wurmbrand, Pötting, Obrist Fontenel. Dan suchte Standler, dan retournirte zum Wurmbrand und spätter waren bey Br.-Gansischen. [324] 2. Morgens war bey mir P. Hingerle, Provincial. Dan bin ich zu P. Hallerstein, mit ihm zu P. Horosch, der heüt Nachmittag nach Paraguay verreist. Dan fahrte herum in commissiono-Sachen, id est zu Galanteriearbeitern. Zu Mittag speiste zu Hauß. Nachmittag schickte mir der cabinetsecretarius der Königin Originaldecret auf mein Memorial zu sehen, welches von Wort zu Wort lautet: »Gratis dem Freyherrstand zu geben. Das übrige mit der Camer Seiler zu concertiren.« Dem Bedienten, der mirs zu sehen gebracht, habe ein # geschenckt. Dan war bey mir Häring, deme ich eben obiges mein Memorial in copia gegeben und pro justitia recommendiret habe. Der Hofcanzler Seiler hat mir durch Pötting wissen lassen, das er den Cancelisten Paim von der Canzleyarbeith dispensirt, biß er mein Diploma terminiret haben wird. M. L. war Nachmittag in Visiten. Bey mir war auch der Geistliche Troyer von Görz. 3. Morgens war bey mir Mr du Tam, der in commerciis und Manufacturen gutte connoissance hat und das negotium Piret dirigiret hat. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Eilerin. Bey mir war auch Janesitsch. Nachmittag war ich in Conferenz bey [325] Graf Kinsky. M. L. machte Visiten bey Verschiedenen. 4. Vormittag war bey mir Standler, Luckantschitsch, dan der Grafen Hueber nomine der Vanswieten zu m. Nahmenstag zu graturliren. Dan war ich bey Hof in Gala wegen Kaisers Nahmenstag. Zu Mittag speiste ich allein. M. L. speiste bey der Hollstein. Nachmittag war ich bey Schwandtner und spätter bey Häring. Erster erzehlte mir alles, was zwischen Kinsky und Herberstein passiret ist. Sagte mir auch, das ihme Kinsky den lezten herbersteinischen Brief nicht allein zum Lesen, sondern zum Beantworten gegeben hat. Er ist in so submissen terminis geschriben, das ers an die Königin nicht submisser hätte schreiben känen. Doch aber ist das Gifft auch dabey, dan er bittet umb Satisfaction und zwar gleich wie Kinsky allen Mauthbeambten verbotten, die Befehle von der Repræsentation oder wer auch wäre anzunehmen, also möchte er dieses eodem modo revociren. Enfin, er klagte wider des Herberstein procedere und sagt, Kinsky hätte ihn bey der Königin in Credit gesezt und Schwandtner rühmete sich an Herberstein Glück, alles beytragen zu haben. Doch aber klagte er, das Herb/erstein/ le coeur mal placé habe und wider Schw/andtner/ öffters übel geredet habe. Ich habe ihm disinganirt und versichert, was Herb/ | 149 1747 Oktober erstein/ vor ein Respect vor Kinsky und vor [326] besondere estime von Hochachtung vor ihn Schwand/tner/ habe. Endlich sagte Schw/andtner/, Kinsky entrirt in die Geschäfften nicht, weiß nichtes, vergist alles und ist violent, last sich nichtes sagen. Enfin, auß allen habe gesehen, das Schwand/tner/ bey Kinsky alß vorigmahls bey Starhemberg fiat. Die Götter wollen es also haben. Er sagt, das er lacht zu allen deme, was in denen leztern Conferenzen geschlossen worden et dicit, es wird auß allen nichtes werden. Häring stehet vor Flachenfeld und ich habe sowohl ihm alß dem Schw/andtner/ gesagt, das wan man den Herrendienst besorgen will, man nicht den Guschiz, sondern den Flachenfeld nach Triest sezen und ihm sein convenientes utile von 2/m fl. geben solle. M. L. speiste zu Mittag bey der Hollstein. Nachmittag war auch bey mir P. Debiel und m. Hänßl. 5. Morgens war ich bey Bethanges, dan hin und wider in aignen Geschäfften. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey Cabinetsecretario Koch und spätter bey der Hollstein, mit m. L. spatter bey Br.-Gansischen. 6. Vormittag war bey mir Zebull, dan der Wappenmahler. Zu Mittag speisten bey unß Pötting und Eillerin. Nachmittag war da Bethanges. 7. Morgens war da P. Hallerstein und Barbolan. Zu Mittag speiste da Potting. [327] 8. Vormittag war ich bey Hofcamerrath Koch bey 2 Stund. Dan fahrte mit m. L. in die Kürchen und dan zur Hollstein, wo wir gespeist haben. Da war auch Frl. Tarouca und Graf Laling. Nachmittag suchte Pistrich, war bey Dr. Kreneg und bey Canclisten Plaim und spätter wieder bey der Hollstein und noch spätter bey Br.-Gansischen mit m. L. 9. Vormittag war ich in Vorstädten ein so anderes einzukauffen. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey Pistrich, dan mit m. L. zu der alten Cobenzlin, spätter ich zu Graf Valdisotto. M. L. war bey der Eriazagi und abends bey der Pfeffershoffen. 10. Vormittag war bey mir der Plumen, Cronrepræsentationsrath zu Clagenfurt. Dan der Betschirstecher Schega, deme einige Betschaffter zu stechen ordiniret habe, alß mein neue Wappen und dan besonderes den Stamwappen mit der Cron, beede accordiret in Stahl per 8 Ducaten. Dan ein ganze Wapen in die Presß per 3 #, dan vor m. L. das doppelte Wapl per 3 #, in allen 14 #; à Conto habe ihm 3 #, id est Kremnizer gegeben. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war bey mir der Kupfferstecher Schmintner, mit dem ich mein Wapen zu stechen per 10 fl. accordiret habe. Nachmittag war bey mir Häring und Bethanges. Heüt habe Vor- und Nachmittag meine meubles licitiren lassen. 11. Vormittag suchte Grünwalter und fahrte [328] hin und wider in commissiono-Sachen. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Graf Valdisott. Da war die Haußfrau, Br. Hager, dan die sogenandte Fraule Maxl in Mannskleid und 6 frembde Engeländer. Nachmittag war ich bey Schwandtner, der mir confidirte, vor die Haubtmannschafft zu Triest die Incumbenz zu haben, an die Königin ein Referat zu machen. Ersuchte mir, das ich solches entwerffen und die subjecta benehmen möchte. Dan hollete ab m. L. bey Valldisot und sie gieng zu der Hollstein und abends zu Frl. Ganß. 12. Morgens schickte mein Entwurff vom Referat dem Schwandtner. Dan habe 6266 meine und 3 steinfelsische colli mit der Stellfuhr expedirt. Dan fahrte mit m. L. in ein mit 4 Pferdten bespandten Wagen nach Baden zu die General-Wurmbrandischen: abgereist 9.15, Neudorff 10.30, Baden 11.30. Da haben bey ihnen zu Mittag gespeist und war auch an der Taffel ein Mönch von Melck. Nachmittag kamen dahin Graf Preüner, dessen Tochter der junge General Wurmbrand hayraten soll. Dan war die Grafin Arrivabene, ein Frl. Hardeck, der abbé und canonicus Seilern. 266 Popravljeno iz 9 150 | 1747 Oktober Nachmittag retournirte mit m. L. nach Wien und reiseten ab umb 5.30, arrivirten267 zu Wien umb 8.30. Giengen zu der Hollstein und dan nach Hauß. 13. Vormittag war ich bey Grünwalter, dan in Commission. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich zu Grinzing [329] bey der Haußfrauen, welcher ich den außständigen Haußzinns völlig bezahlt habe. Unterweges habe den Gr. Kinsky reitender angetroffen, mit welchem ich wegen Flachenfeld gesprochen habe. 14. Gester hat Baim mein Diploma verfertiget und heüt morgens hat solches die Königin schon unterschriben und Baim brachte mir solches zu sehen. Bey unß war P. Hallerstein, dan abbé Rosmann und Luckantschitsch. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war m. L. bey der Hollstein. 15. 268 Vormittag war ich bey Hof zu Schenbrun in Galla. Blib da biß der Kirchen- und Taffeldienst auß war. Dan speiste mit mir Maxl269 und Hofmeister. M. L. speiste bey der Hollstein. Nachmittag war ich mit m. L. bey der Haugwiz, die heüt nach ihr Nahmenstag celebriret. Da war die Nostiz Wittib, die Payrsperg, die Lignofsky, dan die Wilscheck, die Bickler und die Frl. von Hauß. Von dar waren wir bey Mad. Van Swietten, heist auch Theresl. Und dan gieng ich zur Hollstein und m. L. zu Frl. Ganß, dahin ich auch nach 9 Uhr gekomen. Sonsten habe ich heüt bey Hof mit Kinsky, Fridr/ich/ Harrach, Pallavicini gesprochen. Bey Br.-Gansischen aber waren 5 Spieltischl. 16. Vormittag war ich bey Graf Thun, Graf Laling, hab gesucht Palavicini. Nachmittag war ich bey Max Prandau. M. L. war bey der Widman und abends bey Frl. Ganß. [330] 17. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Vormittag war bey mir abbé Rosman. Nachmittag war ich bey der Hollstein, dan von 5 ½ biß 8 in der Commission bey Kinsky. Spätter war ich wieder bey der Hollstein. Bey unß war Frl. Mathei, dan der Heinrichen und sein Frau. 18. Vormittag war bey mir abbé Passara, dan der Major Greco, Ingenieur. Zu Mittag speiste bey unß Potting und Eillerin. Nachmittag war ich in der Hofcamer bey Grinwalter, der mir sagen ließ, mich in ein zur Tägen anzumelden. Dan war ich bey Mayer, redete wegen sein Schwager, den er zu mir vor ein Cancelisten recomendirt hat. Dan suchte Häring. In Taxambt habe mein Baronatsdiploma erhoben und spätter war ich bey Baym, deme ich den Saldo vor das Diplomaschreiben bezahlet habe. Und spätter war bey mir Häring, der mir wieder erzehlt, wie leztlich Herberstein nomine repræsentationis abermahls ein Par zuspizigen Bericht herauß erstattet habe und das man an deme sey allenfahls zu befehlen, das dergleichen Berichte die übrige Rath nicht unterschreiben sollen. M. L. war Nachmittag und abends bey der Hollstein. 19. Vormittag war da Gräfin Barbo. Nachmittag war ich mit m. L. in der Licitation nach der Wisenhitten, wo ich vor m. L. ein Hauben gekaufft habe. Dan gieng ich zur Hollstein und spätter zu Frl. Ganß, an welchen beeden Orthen auch m. L. war. 20. Morgens war bey mir Heinrichen, [331] dan der Paruquenmacher mit meiner künfftigen Paruquen. Dan der Buchbinder, deme des Benj/ami/n blau Carnier bezahlt habe mit 14 fl., des Barbo 5 fl. 20 〈kr.〉, meines 6 fl. 20 〈kr.〉 und noch eines vor Benj/ami/n auf 6 fl. 20 〈kr.〉, in allen 33 fl. Dan besonders vor das Schlisserle zu mein rothen Carnier 34 kr. 267 Pred tem prečrtano arr 268 Namesto prečrtane številke 14 269 Pred tem prečrtano Pattner | 151 1747 Oktober Dan war ich in der Licitation nach der Wisenhitten, spätter bey Grünwalter, der mich auf künfftigen Montag versschoben. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey Schwandtner, der mir selbsten sagte, das hier alles in der grösten Confusion ist und das Mauthwesen schlechter alß niemahls. Er gibt dem Kinsky die Schuld, weil er zu nichtes resolvirt. Von Commerciali, sagte Schwandner, das er nichtes darauf haltet. Von Häring hat er ein üble Opinion und sagt: »Der Kerl komt öffters zu mir, ohne das er bey ihm was zu thun hat.« Ich habe ihm aber disinganirt und von ihme alles guttes gesprochen, wie ers meritirt. Den Herberstein haltet er vor ein schlechten Christen, der mit sein Weib nicht wohl lebt und der er die Franzosen angehängt und der um und um voll Schulden und schlechter economus ist. Und Gott wird ihm nicht segnen. Der Landtshaubtman von Görz selbsten haltet nicht viel auf ihm. Ich habe ihm des Jentschitsch Memorial recomendirt. Morgen gehet er mit Kinsky und anderen in die Spiglfabrique, eine Commission abzuführen. Fridr/ich/ Harrach redet der Königin zu Blat die Wahrheit, welches sie nicht liebt. M. L. war Nachmittag in [332] Visiten bey der Gräfin von Aursperg Witwe Sigismundi, dan bey der Pfeffershoffen und abends bey Frl. Ganß. 21. Morgens war bey unß P. Hallerstein. Zu Mittag speiste da Pötting. Nachmittag war zweymahl da Bethanges. 22. Zu Mittag speiste mit m. L. bey alt General-Wurmbrandischen. Da war die Herzogin von Hollstein, der junge General Wurmbrand, Graf Lalaing, Graf Ariosti und bliben da biß abends. Dan war m. L. bey Frl. Ganß, ich aber suchte Bethanges. 23. Vormittag war da der canonicus Saurau. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Eillerin. Nachmittag war ich bey Grünwalter, der mir sagte, mein Sach, die Arreragen betrefend, wäre schon in Abschreiben und ich möchte mich in ein Par Tagen bey Pistrich melden. Dan suchte Luxenfeld. Spätter war ich bey Schmittner Kupfferstecher. M. L. hat Nachmittag die Frl. Ariazaghi bey der Hollstein aufgeführt und abends war sie bey Gansischen. 24. Vormittag habe bey Johann Schell, Kauffmann bey der Weldtkugel auf dem Graben, 80 fl. gegen Quittung erhoben auf Ordre Manasse et Aron Marpurghi di Gorizia per Conto Ferd/inand/ Atthembs. Teütschenfeld schickte mir bey 80 lb. Chocolate vor Gallenb/er/g, deme gegen Quittung 135 fl. 47 〈kr.〉 davor bezahlt habe. Bey mir war Radeucich. Zu Mittag speiste bey Peter Prandau mit m. L. Da war die Frau und Frl. von Pfeffershoffen, dan der Prandau von Prag mit sein Sohn und [333] die Frl. Ariazaghi. Nachmittag habe den Büchführer Bernardi bezahlt. Dan war ich bey Kinsky in commissione von 6 ½ biß gegen 8 Uhr abends. Kinsky sagte mir, das Flachenfeld von der Königin bereits resolviret auch herauß beruffen seye. M. L. blib biß abends bey Peter Prandau. 25. Nachmittag war bey mir Häring mit der Nachricht, das die Königin bereits resolviret seye, die Stifftung vor 8 Crainerischen vom Adl beylassen. Nun erwartet sie den Vorschlag. 26. Vormittag war ich bey Königseg Erbs, suchte Pistrich und Luxenfeld. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Andlerischen. Da war Graf Opperstorff und Gräfin, Graf Stirun Turba, 2 Theatiner, Tschastala und Gabelhoffen, Geheimbesecretarius von Prinz Carl. Nachmittag war ich bey Luxenfeld, dan bey der Hollstein biß spatt. M. L. war auch bey der Hollstein, spatter aber bey Andlerischen. Vormittag war bey mir P. Hallerstein und P. Göz, dan abbate Verneda. 27. Vormittag suchte 2-mahl den P. Hallerstein, dan war ich bey P. Rector von Collegio und bey Pistrich. Nachmittag war ich bey Pallavicini, dan bey Bethanges, spätter bey der Holstein und hernach bey Frl. Ganß. M. L. war bey Laurenzerinen und abends bey Frl. Ganß. Grener, der da prætendirt dieses genau zu wissen, sagte mir, das die Niederlande dem Hauß Osterreich 7 Milionen eintragen, hingegen absorbiret die Depense solche völlig und muß noch Geld dahin verschaffet werden, so das auß Niederlanden niemahls ein Geld [334] nach Wien gekomen, ausser das die Stände der 152 | 1747 Oktober Kaiserin alljahrlich 30/m fl. vor die Spiz verehren. Die Kaiserin Elisabeth aber hatte mit die 30/m fl. Spiz niemahls genug und machte alljahrlich noch umb andere 30/m fl. Depense vor solche Waar. 28. Vormittag war da Graf Andlern. Zu Mittag speiste bey unß Potting. Nachmittag war bey mir Pallavicini biß spatt. M. L. war bey der Hollstein. Pallavicini scheinet mécontent zu seyn und redet von sich retiriren zu wollen, wie allemahl. Enfin, vor so viele disgusti, die er gehabt und vor was er an sein gutten Nahmen unschuldig gelitten, bekamt er nun zu einer eclatanten Satisfaction das Castell von Mayland mit allen den Ehren, wie solches vor Zeiten die Erzherzoge und Infanten von Spanien genohmen haben. Die Königin wolte ihn auch hier placiren alß capitaine de la garde und wolte den Daun woanderst accomodiren, hingegen Palavicini selbst hat nicht inclinirt. Ich sagte ihm, das er hier ein gutten Fuß zu sezen trachten solte. Er sagt, es sey nichtes zu thun und scheinet ihm, das auch nicht mehr zu helffen seye. Er hoffet, die Toison wil nach Pisa zu seiner Gemählin. Sein Schwester ist leztlich gestorben und hat alles, so bey 100/m fl. betragen, den Armen verlassen. Et sic glaubt er, das ihn schon die Seinigen nicht mehr kennen. Er erzehlte mir, wieviel Milionen er in Mayland dem ærario [335] ersparet hat und wie gut er die Finanzen noch eingerichtet hätte. Er lamentirte auch nicht wenig wider den spanischen Rath und sonderlich wider den Cavalo und die consulta, die durch ihn der Königin gegeben worden. 29. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag und abends war ich bey Schubert, m. L. aber war bey Ursulinerinen und abends bey Frl. Ganß. Mit Schubert discourirten verschiedenes. Er klagt, das man die Linzer Fabrique ruiniren und die privilegia in præjudicium deren Interessenten nicht manuteniren, die böhmische fabricata in Österreich introduciren will, wo die Böhmen nicht einmahl vor ihr aignes Land genug fabriciren känen und allerhand frembde Waaren auß Sachsen, Schlesien etc. introduciren. Die Linzer Fabric bezahlt die Mauth von allen zur Fabric nöthigen Materialien alß Wollen, Farbzeüg auch Werckzeüg etc. und von dem fabricato abermahl alle Mauth etc. Lamentirt, das bey der Comercien Commission sich niemand in Sachen recht informiren last und dan über ihre Anbringen bekomen sie niemahls ein Decret oder Resolution, sonder wird nur mündlich was geantwortet. Schmettau hatte Spuren in Ungarn gefunden, wie zur Zeit der Römer noch Canale waren, die die Comunication gegeben haben auß der Donau in die Drau, auß der Drau in die Sau und auß der Sau in die Culpa, wo sodan von Brod [336] nur wenige Mailen biß die See seyn. Was vor Quantität von allerhand qualitäten Waaren känten nicht auß Ungarn an die See gebracht werden? Das wallachische Wax in specie soll ganz Roth und besonders gut seyn zu der fiumische Wachsbleiche und fabrice. Triest empor zu bringen braucht haubtsächlich ein gutte und promte Justiz, wohl reguliertes Lazaret, ein Dogana, Sicherheit, Unterwegstariffen und gutte Strassen; das übrige gibt sich von selbsten. Zu Caschau hat er vor viellen Jahren gekent daselbstigen Postmeister nahmens Flach von Flachenfeld; soll ein Wiener und brauer Mann gewesen seyn. 30. Zu Mittag speiste mit mein Sohn Maxl der Pötting und die Eilerin, ich aber mit m. L. bey der Hollstein. Da war der alte Wurmbrand und sein Grafin, dan die Frl. Ariazaghi und Graf Lalaing. Nachmittag war ich bey Pistrich und Max Prandau, abends wieder bey der Hollstein. Lalaing erzehlte mir, das in Niederland 100 verges machen ein arpant, 400 verges machen ein poigné oder 3 Tagfeldbau; und von ein solchem poigné zahlt man dem Landsfürsten jahrlich 9 fl. biß 12, nachdeme das Terrain gut ist. 31. Morgens war bey mir Mayr von der Hofcamerzahlungsambt. Zu Mittag speisten allein. Nachmittag war ich in Collegio Theresiano. Bey unß war P. Hallerstein, Hänßl und Bethanges, auch der junge Kappus. [337] Bethanges erzehlte mir, wie das er bestandig an Projecten arbeite und das er deren 10 biß 12 unlängst270 eingegeben habe. Der Maja hat ihme solche abgeschriben werden, bey 80 Bägen gewesen seye und er hat ihme 15 # vor den Abschreiben bezahlt. Die Engländer sollen bey 50/m lb. sterling Wein auß Portugal nehmen, hingegen bey 800/m lb. sterling ihrer Manufacturen nach Port/ugal/ führen. Franckenreich, ob es schon an Wein abundiret, hat sich obligirt, ein grosse Quantität portugesischer Weine zu nehmen, umb ihre Manufacturen 270 Zlog -st je popravljen. | 153 1747 November gleich den England/er/en in Port/ugal/ debitiren zu därffen. Und die port/ugesische/ Weine fährt Frank/reich/ sodan in die Nordländer. 1747 November 1. November. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. Da war Potting, Papalardo, Graf Ferrari, P. Cestala Caetaner, P. Carlo Capuciner mit sein Gespan. Nachmittag war ich bey Max Prandau. M. L. war abends bey Frl. Ganß. 2. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Heüt haben wir 5 Verschlang abgeschickt von 35 angefertigten, biß 39 inclusive haben gewogen [–]271 lb. Nachmittag war ich mit dem Maxl in der Favoriten bey P. Rector, welcher mir erlaubt hat, ihn Morgen hinaußschicken zu känen. Abends war ich bey der Hollstein. 3. Morgens war bey unß P. Ant/on/ Hallerstein. Dan suchte ich Seilern, gabe meine Memorial wegen der Translocation dem Secretar Wollgemuth. Dan war ich in der osterreichische Expedition, dan bey die [338] Gebrüder Schega wegen meiner Petschafftlein, dan bey dem Kupfferstecher Polz in Haar-Hof etc. Bey mir war der Postmeister von Triest, deme ich in ein sigilirten Schächterle ein tombacne Sanduhr und 2 diamantene Ohrgehang mit noch ein Ständl per Laybach behändiget habe. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag habe meinen Maxl in das Collegium Theresianum geschickt, völlig equipirter. Spätter war da der abbé Lukantschitsch. M. L. ist abends bey der Hollstein gewesen. 4. Vormittag bin ich mit m. L. in Galla zu der alten General Wurmbrand, alten Grafin Cobenzl und Frl. Pfeffershoffen. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich mit m. L. bey der Hollstein und m. L. mit der Herzogin bey der Tarouca. Heüt hat die Hollstein tractirt die neue Eheleüth, den jungen General Wurmbrand und die Frl. Preüner sein Brauth. Spätter waren wir bey Br.-Gansischen. 5. Vormittag war m. L. bey der Hollstein und mit ihr bey der Tarouca. Bey unß war Graf Thun. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war da Hänßl und Maxl auß dem Collegio Theresiano. M. L. war Nachmittag bey der Jordan, abends bey Frl. Ganß. Ich war Nachmittag bey Häring, der da lamentirte, das die Repræsentation zu Laybach ihr devoir nicht thut, indifferente Sachen nullius momenti herauß relationirt, in Haubtsachen aber nicht antwortet wie man dan den öffters verlangten Cameral [339]-Cassa-Stand noch niemahls hat haben känen. Die quartalige Contribution ist in Stecken, so auch die 36/m fl. pro subsidio præsentaneo. Lamberg soll auch die Strassen besser besorgen und machen, das die passagires entweder die Strassen reparirter und in gutten Stand finden, oder das sie Leüth antröffen, die solche wircklich repariren. Er sagte mir, wie das derbe Verweiß immer hinein an die Repræsentation gehen und nächsten Mittwoch wieder verschärffte expediret werden. Hochenwarth ist auch nebst der Appellation Repræsentationsrath mit dem Rang nach meiner resolviret worden. Ich habe ihme kurz gesagt, das man weder von darinigen noch anderen Orthen nicht viel guttes hoffen käne, solang hier alles in Confusion und übel bestellet ist. Er erzehlte mir auch, das in Idria wieder ein neues Reglement fürgehen solte und das Br. Wisenhitten dan Quecksilberverschleiß haben därffte. 6. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey alt General-Wurmbrandischen. Nachmittag war ich bey Schwandtner, der mir sagte von Kinsky in commissio zu haben, mit mir in einer Sache zu sprächen, welcher er sich aber nicht erinnert. Er beklagte sich, das er wieder von der Repræsentation ein Relation erhalten an ihro Maiestät dirigirter, welches Kinsky nicht haben will und will, das nach der Vorschrifften, wie ich davon dem Mittrowsky parte gegeben, relationiret werden soll. [340] Und sie haben sich 271 Prostor za številko. 154 | 1747 November wieder angefragt, wie sie unterschreiben sollen, wan jemand von den dreien abwesend ist. Et Schwan/dtner/ dixit, das kein anderer alß der von den 3ten præsens ist, wie ich schon dem Mittrowsky geschriben. Übrigens sagt Sch/wandtner/, er wolte unß gerne eine mehrere Authorität einraumen, das272 wir den Mauthnern anbefehlen und in ihr Manipulation invigiliren sollen. Dieses aber will Kinsky nicht haben, meldend, wan man dem Herberstein ein Finger reicht, so will er die ganze Hand haben. Er sagt auch, das Herb/erstein/ sich zu fügen anfangt und das er sich schon begriffen wird. Sein Favorit der Buchberg ridiculirte über das Commercium und des Kinsky Thun und Lassen und sagt, wan einer 4 Pferd vorspand, so spant der andere 6 zurück. Und das Kinsky jenes so von seiner ist, ligen last und gehet über dem Steffansthurn hinauß. Enfin, sie halten auf Kinsky nichtes und verliren sich über die Sachen. Abends war ich wieder bey die Wurmbrandischen. Schwand/tner/ gabe mir in allen Vertraun ein pro memoria, das i.ö. Außsee-Salzwesen betröffendes und ersuchte mich ihme mein Mainung darüber zu sagen, zu Kinsky oder anderen aber nichtes davon zu melden. Er erzehlte mir auch, wie das dieser Tagen die Königin ihn befragt hätte sowohl wegen Kinsky alß Herberstein und wegen der unter ihnen gewesten Mißverständnüssen. [341] 7. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey der Hollstein. Da waren auch die alt-Wurmbrandischen. Nachmittag war ich bey Kinsky, wo heüt die Commission angesagt, dan aber wieder abgesagt war wegen Kopffschmerzen des Grafen von Kinsky. Dan war ich bey Heinrichen, wo auch die Wittib des seeligen Br. Wernek war. M. L. war Nachmittag bey der Contarini, dan wieder bey der Hollstein und spätter bey der Selb. Ich war abends bey der Hollstein. Dan sezte273 bey Königseg den Feldmarschall ab, den Sauershaimb. 8. Morgens umb 10 Uhr ist Br. von Flachenfeld hier arrivirt und bey mir abgestigen. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General-Wurmbrandischen. Da war auch Graf Lalaing und Obrister Fontanel. Nachmittag war ich bey Schwandtner, suchte den Luxenfeld und war bey Flachenfeld. Bey Wurmbr/andischen/ raisonirte man, das der junge Fürst Lichtenstein einen Sequester bekomen solle. Seine jährliche rends belauffen sich von 5 à 600/m fl., hingegen worden nach vätterliche Schulden bey 2 ½ Milionen seyn. Hingegen führt sich der junge sonderlich auf seinen Güttern gar zu furstlich auf, dabey ist er dereglirt in seinen moeues. Fürst-Schwarzenbergs Vermögen 2 à 300/m fl. rends, bon econome und von gutter Conduite. Fürst Aurspergs rends bey 30/m fl., ist auch zimlich derengirt und das Spiellen bey Hof derengirt ihn nicht wenig. Bischoff zu Brixen Einkünfften [342] franco vor ihn bey 40/m fl. Leopold Graf von Dietrichstein des Fürsten Bruder, ledigen Stands, rends bey 80/m fl.; hat leztlich sein in Mahren gehabtes Ambt resignirt. Ein gutter economus und von gutter Conduite, will ganz retiré leben; hat in ein Wald ein schenes Hauß gebauth und nehnet es Leopolds -Ruhe. Dem Schwandtner habe ein kleines Remarque gegeben über dem i.ö. Außsee-Salzwesen, worin er schlechte Information besizet. Dan sagte er mir, das das Mauthwesen in I/nner/ Ö/sterreich/ nun bey 40/m fl. mehr traget alß vorhero und hoffet, das dieses Jahr bey 100/m fl. mehr tragen wird. Hingegen meldet er gar wohl, das dieses mehr rendiren. Vieleicht daher komt, das man mehr abnihmt alß man nehmen soll. Und deßwegen will er wieder einmahl die Tariffen, die er vor Jahren mit mir zu entwerffen und daran zu tandeln angefangen, wieder einmahl vor die Hand nehmen und außmachen. Bone Deus, alles dependirt von bon plaisir eines solchen Menschens und komt lediglich auf ihn an, ob er was machen will oder nicht und wie ers machen will. Voila les fruits d’un ministre foible et d’un gouvernement non chalant. M. L. war Nachmittag bey der Hollstein und abends bey Bssa. Selb. 9. Morgens war ich bey Br. Hager, dan bey Hof, wo der Bischoff und Fürst von Bamberg mittels sein Bruder Br. von Franckenstein ein Lehen von Kaiser empfangen hat. [343] Nachmittag suchte Kinsky und abends auch, ingleichen den Flachenfeld. Dan war ich bey Schwandtner und 2-mahl bey der Hollstein und abends bey Gansischen. M. L. war auch bey der Hollstein und abends bey Pfeffershoffen. Schwandtner möchte, das ich mit dem Flachenfeld vor ihn ein Instruction entwerffen möchte. 272 Pred tem prečrtan d 273 Orig. sezten, a je n prečrtan. | 155 1747 November Bey der Hollstein waren auch die Wurmbrandischen und Lalaing. Man discourirte, wie das sich der König in Franckreich in die Finanzen melirt, weil er einem Financier sein Weib zur maitresse genohmen und den Mann verschickt hat. Sein Nahmen ist Monpadour. Des Kauniz rends möchten seyn bey 80/m fl., Fürstens von Dietrichstein bey 300/m fl. und lezter ist gutter economus. Fürst Wenzl von Liechtenstein wird bey 30/m fl. rends gehabt haben, hingegen hat Schulden, doch sein Frau hilfft ihm. Sie ist eine gebohrne Liechtenstein, geweste Wittwe von ein Grafen von Thun. 10. Vormittag war ich bey Kinsky wegen sein Geburtstag. Dan suchte ich auch mein darlegten Quittung zu realisiren, konte aber nicht seyn. Dan suchte Haugwiz und Luxenfeld.274 Ich war bey Heinrichen und Pistrich. Erste habe gemeld, wie er zu Schwandtner komen känte, bey anderen aber habe wegen meiner Requette Information eingeholt. Da kam auch Häring dahin und observirte, das diese zwey Brüder seyn. Zu Mittag speiste bey unß Potting. [344] Nachmittag war ich bey Haugwiz. Da war der Wilscheck und Sigm/und/ Thurn, dan kam Flachenfeld. Ex post gieng ich mit Flachenfeld zu dem Hofcamerrath Koch, wo ich den Fl/achenfeld/ aufgeführt hab. Von dar giengen zu die kinerischen Wechselherrn, wo Flachenf/eld/ 5/c fl. erhöbt und solche mir gelichen hat. Dan hat mich Flach/enfeld/ bey Bethanges abgesezt umb 6 ½ Uhr und ich blib da biß nach 10 Uhr, da mich m. L., die bey Bssa. Selb war, abgehollet hat. Haugwiz erzehlte mir, das der Herberstein mécontent und ihm geschriben habe, das er seine Dienste der Königin zu Füssen legt und retirirt leben wolle. Haugw/iz/ sagte mir, dem Herb/erstein/ geschriben zu haben, das er sein Commission nicht befolget hat, auch nicht befolgen wird. Avertirte ihn zugleich, das man hier die resignationes mit Facilität annihmt und das er noch keinenweiß dem die Resignation nicht gereühet hätte. Und Haugw/iz/ sagte mir, das ihm die Königin gesagt, sie wünschete von jemand vor sich gutte Instruction haben zu känen und wunderte sich, das Herb/erstein/ kein Instruction annehmen wolle. 11. Vormittag war bey mir mein Cancelist Ant/on/ Camesina mit sein Vatter und Schwager, dan der Schmidtner. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey den Haugwizischen. Da war er und sein Gräfin, dan die Frl. Franckenberg, Graf Schrottenbach und sein Gräffin, gebohrne Nostiz, dan eine Wittwe Lignofsky, graf Sigm/und/ Thurn, Br. Flachenfeld, in allen 10 Personen. Nachmittag war m. L. daselbst in Gespiel, spätter bey der Hollstein und abends bey Frl. Ganß. [345] Spatt kam zu mir Flachenfeld, mit dem die Intendanzainstruction durchgangen und wo er seine Remarquen darüber formiret hat. Gester zeügte mir Koch ein Brief von Br. Wisenhitten in franzosisch de dato Ebreißdorff 6ten dieses, mit welchem er sich bey ihme beurlaubt. Und dergleichen Brief hat er an Verschiedene von seiner connoissence abgehen lassen. 12. Vormittag war bey mir der Geistliche Loick. Dan war ich in der Favoriten, wo ich den P. Debiel nicht angetroffen und also dem P. Lanz in ein sigilirten Packl 50 Kremnizer # vor den Hänßl vor das halbe Jahr anticipate, alß von ersten November 1747275 biß lezten April 1748 und dan a proportione vor den Maxl von ersten November biß lezten Dezember 1747, bezahlet habe. Dan suchte den Luxenfeld. Zu Mittag speiste ich bey Kollowrat. Da war Schemburg, Hager, abbé Saurau, abbé Thun, Rahmschwag, Br. Ring des Fürsten zu Baßl Bruder, P. Hingerle, P. Gabes, Br. Buhl, Obrister von Kollowrat, der franzosische Thun und [– – –],276 in allen 14. Nachmittag suchte den Flachenfeld, dan die Hollstein. Dan war ich bey Bethanges, wo auch ein Miniaturmahler nahmens Ser von Geneura gebührtig war. M. L. speiste bey Frl. Ariazaghi, dan abends bey Frl. Ganß. Mit Bethanges raisonirten verschiedenes, unter anderen, das das menschliche Geschlecht in 20 Theil abgetheilet werden känt. Davon seyn 15 Theil, die von der agriculture [346] leben, 3 Theil von commercie, ein Theil in der Magistrature, Finanzen, Advocaten, procuratores, Schreiber und dergleichen gens des lettres, dan der lezte Theil ist die Noblesse, das Militare Chargen. Item, das die fructus terræ unter einem meridiano in der Welt überall gleich seyn oder doch gleich seyn käne. Das die Einkunfften eines Fürsten der 4ten Theil der ganzen Massa des Gelds oder 274 Pred tem prečrtano Pistrich 275 Pred tem prečrtan zlog bi 276 Prostor za dve imeni. 156 | 1747 November Constante außmachen. E. g., der König in Engelland hat année commune Einkunfften bey 8 Milionen lb. sterling, ergo in Engel/land/, Schottl/and/ und Irland muß ein Massa in baaren Geld seyn bey 32 Milionen lb. sterling, in extraordinarien Zeiten hingegen alß der Zeit bekomt der König das Jahr bis *15* Milionen lb. sterling. 13. Vormittag war bey mir Hermann, Instructor bey Caroli, welcher gerne zu Gräz oder Laybach accomodiret werden möchte. Sein grosse Protection ist die Witib Herberstein, gebohrne [–],277 alß welcher mann den Haugwiz auf das Tapet gebracht hat. Folgsam hoffet, das bey einer Recomendation Haugw/iz/ ihn placiren wurd. Hermann erzehlte mir, das leztlich des Toussaint Vetter von gleichen Nahmen, der alß abbé zu Rom war, nun alß Abt zu Stein am Anger in Ungarn resolvirt worden. Die Abtey wird wenigst 1.500 fl. eintragen. Obgedachter Orth heist latainisch Sabaria und hungarisch Szambat-Hely. Vormittag war bey unß Flachenfeld. Nachmittag war ich bey Hofcammerrath Grieblbaur [347] wegen der mir an meinem Liffergeld gemachten Mängl. Er sagte mir Mittwoch oder Donerstag die Außkunfft geben zu wollen. Abends war bey unß Flachenfeld. 14. Vormittag war bey mir medicus Wagner, der da sucht in Crain anzukomen. Er sagte mir, das 3 Landsleüth allhier sich in der praxi medicinæ sonderlich distinguiren, alß der Guarin, Hirsch et Plenschiz; in jure aber Beck, Storseg, Abrenck, Dembscher und Platischa. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich in commissione bey Kinsky. Und da ich mit Schwandtner hinunter gieng, schmählte dieser zimlich lauth, das der Kinsky umb solche Narrateye die Commission zusamenrufft und das es nicht der Mühe werth seye, die Leüth deßwegen zu strapaziren. Leztlich sagte er mir, das von darumen kein Commission vorigen Dienstag gehalten war, weil man keine Matterie hatte. 15. Morgens war bey mir Schega, der mir mein Betschafftsteckl gebracht hat. Nun hat er noch das vor die Presß von das vor m. L. zu liffern. – À Conto habe ihm vorhero gegeben 3 Kremnizer # à 4 fl. 12 〈kr.〉 12 fl. 36 〈kr.〉 – Anjezo habe ihm alles bezahlt anticipate et sic 11 # à 4 fl. 7 ½ 〈kr.〉 45 fl. 22 ½ 〈kr.〉 Und also in allen 57 fl. 58 ½ 〈kr. 〉 Das ist vor mein ganze Wappen und wieder die halbe Wappen 8 #, Presßpapel 3 #, m. L. Wapl 3 #, in allen 14 #. [348] Zu Mittag speiste m. L. bey der Hollstein. Ich war auch da eingeladen, excusirte mich aber wegen der Post. Hingegen war ich Nachmittag daselbst biß spatt und dan holte m. L. ab bey Gansischen. Bey mir waren Hänßl und Maxl. 16. Morgens war bey mir der Grüch, der da sucht, in der Haubtmauth Interpres zu werden von der türkischen und grüchischen Sprach und den der Mamuca recomendirt. Spätter kam zu mir Flachenfeld, mit dem gieng ich zur Ariostin. Dan gieng ich zu alt General Wurmbrand, wo ich und m. L. zu Mittag bliben. Da war auch Obrister Fontenelle. Nachmittag kam dahin Lalaing, Sigm/und/ Thurn, Ariosti. Abends suchte den cabinetsecretari Koch, der aber nicht anzutroffen war. Er speiste bey Knor mit der barteinsteinischen compagnia, indeme gester sich die bartensteinische Töchter mit dem Lilien verehelichet hat. Spätter war ich bey der Hollstein, wo auch die Wurmbrandische waren. Fontenelle erzehlte mir, wie das Victor Amadeus von der Lombardie L’Omelina, L’Alessandrino und Monferato Mantuano erschnappet hat, sein Sohn hingegen, der dermahlige König, in dem Frieden von Jahr 1736 das Novarete, Tortonese und Vigevanasco. Dan in der Alliance von Jahr 1742 Herrschaft Pavese dell’ultra Pò, Piacenza e parte del Piacentino sino al fiume Nura. Victoris Amadei lezte Gemahlin war eine gebohrne Cumina, Wittwe von conte St. Sebastiano und leztlich Königs Gemahlin unter dem Nahmen marchesa di [349] Spigno, welches Marchesat ihro der König von dem Kaiser C/arl/ VI. erkaufft hat. Man will, das der jezige König bey 10 Milionen lr. jährliche Einkünfften habe, welches bey 4 ½ Milionen Gulden außmachete, à 27 kr. la lira. Der Duca di Modena, da er sein Land genossen, soll bey 100/m Doppien jährliche Einkünffte gehabt haben. 277 Prostor za ime. | 157 1747 November Vormittag war bey mir Johan Wenzl Brodezky, gewester Gegenschreiber zu Idria, nachgehends Bergschaffer zu Kirchheimb. Dieser erzehlte mir, wie das in höchsten Gebürg bey Schläming in Ober Steüer viel Kobalt bricht. Und obschon ein übergrosse Quantität davon nichtes Nuz und gar kein Farb hat, so gibt es doch auch von gutten in grosser Mänge. Und man war schon öffters daran, das man solches hat brochen und verarbeiten wollen, biß endlich die Königin vor ein landsfürstliches Regale declariret hat, da dan alles ins Stecken gerathen. Und er kan nun von Königseg Erbs kein Resolution haben, ob oder wie man solchen wird arbeiten wollen. Er sagte mir, der groste Anstand sey an deme, ob man zur Schmalten Debit genug finden möchte, dan umb ein kleine Quantität wäre es der Mühe nicht werth. Er sagt, das in Böhmen, in Baraitisch und Wirtembergischen von darumen selbe Fabriquen aufligen, weil es an Verschluß gebricht. Andere aber wollen, [350] das man daselbst an Kobalt nicht genug habe, welches endlich leicht zu erniren wäre. Er sagte, das er mittels des verstorbenen278 Fux Information eingeholt und kein Hoffnung zu grösseren Debit gefunden habe, alß etwan zu 400 Centen Schmalten, welches zu wenig wäre. Indessen, umb mir ein Idée davon zu geben, sagte er, das erstlich auß dem Kowalt die Zaffra oder Zaflor und auß diesen die Schmalten gemacht wird. Die Schmalten ist von verschiedenen Arthen, eine aber in die anderen gerechnet, wan ers zu 24 fl. den Centen verkauffen wurde, machte er 100 per % profitiren. Die Zafra aber dient ebefahls zu Glaser blau färben, item vor die Haffner-Majolica-Porcellan. 17. Morgens brachte mir von P. Khabes jemand 2/c fl. vor Mad.le Hochburg. Zu Mittag speiste bey unß Pötting, Eülerin und Flachenfeld; lezter en piquenique. Nachmittag war bey mir Grüebelbaur, dan fahrte zu Flachenfeld. Dan zu Cabinetsecretario Koch, dene wegen meiner Abreiß mit der Königin zu reden gebetten. Dan war ich mit Flachenfeld bey Bethanges biß spatt. 18. Zu Mittag speiste bey unß Pötting, Flachenfeld und Eülerin. Lezte hat sich heüt zu unß logirt und wird auch hier schlaffen. 19. Morgens war bey mir der Geistliche Waynacht, der beym Rolinger, Buchhalter, in Magistratsdiensten in conditione und allerdings vergnügt ist. [351] Dan wolte ich in Gala nach Hof fahren. Begegnete aber den Flachenfeld, der mir sagte, das wegen eingelauffener Nachricht von dem Todfahl der Herzogin von Wolfenbüttl an heüt kein Gala seye. Fahrte also nach Hauß, überlegte mich und gieng nach Hof, wo nichtes zu sehen war. Daselbst habe kenengelehrnet den alten Keim, dermähligen Hofcamerrath, der selbsten an mich gekomen. Dan gieng ich nach Hauß und speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag fahrte mit m. L. zu die Ursulinerinen zu der Frl. Mathieu zu ihrem Nahmenstag, unser Compliment zu machen. Von dar fahrte zu Häring, dan zu der Herzogin von Hollstein und spätter suchte Wurmbrand. Kaim approbiret gar nicht die dermählige Zerrittungen und sonderlich die sovielle hydræ und soviel separirte Cassen. Er sagt, man will die Hofcamer mit ihrem rechten Nahmen nicht benahmsen. Sie ist nichtes anderes alß der landsfürstliche Peitl und der muß nur einer seyn. Er hat dieses der Königin öffters gesagt, hat aber nichtes gefruchtet. Er hat ein ainzige Tochter. Er ist schon alt und fast blind und also hat er kein respectum humanum und sagt die Wahrheit ohne Scheü. Häring scheinet auch vielles nicht zu approbiren. Er sagt, der Herberstein fangt an sich zu fügen. Gibt auch bessere relationes. Graf Goes hat die Landshaubtmanschafft in Kärnten in forma ressignirt. Er meint, die Länder seyn gar zu hart hergenohmen und haben gar kein Consolation. [352] Man solte doch dencken, wie man ihnen in ein oder anderen ein Trost geben möchte. Die vielle dicasteria approbiret er auch nicht und maint, es sey hart ein Minister zu finden, der die 4279 virtutes hätte: Justitiam, Temperantiam, Fortitudinem. Und maint, das man das Übel nicht bestrafft und das Gutte nicht belohnt. Den Schwandtner æstimirt er nicht viel. Haltet ihn vor ein Sachen nicht informirt und entété, und generalement man supponirt in Sachen vielles, das nicht ist und henes so revera ist, haltet man davor nicht. Den Frid/rich/ Harrach æstimiret er vor den besten Minister, ob er schon nicht à la mode ist. Auf Kinsky haltet er nicht viel. Dem Landshaubtman hat er die Erlaubnus herauß zu komen bereits expedirt, id est den auß Crain. Des Thurn Project approbirt er nicht und glaubt, das die Anwarter auf das Fidecomiss in sein Begern niemahls willigen werden, et sic, das auch die Königin in sein Favor nicht resolviren wird. 278 Zadnji n je popravljen. 279 sic! 158 | 1747 November Kaim glaubt Clementia et Justitia wäre kein guttes symbolum, wohl aber Justitia et Clementia. 20. Vormittag suchte den Luxenfeld, war auf dem Marckt beym Haffner. Nachmittag, abends war ich bey Bethanges. Da war Mr de St. Odile, sonsten genand Poireau, dan die Florentiner march. Andinori, Albici und abbate Bosti. Dan war ich spätter bey die Wurmbrandischen, da sie soupirten. [353] 21. Zu Mittag speiste mit m. L. bey der Herzogin von Hollstein. Nachmittag war ich bey P. Hallerstein, dan suchte Pistrich und spätter war ich wieder bey der Hollstein, wo auch die Wurmbrandischen und Lalaing waren. 22. Zu Mittag speiste mit m. L. bey General-Wurmbrandischen. Da war auch Lalaing und Pötting. Vormittag war bey unß Flachenfeld. Nachmittag war ich beym Haffner bey Maria Hilff wegen meiner Öffen nach Laybach. Dan war ich den Abend bey der Hollstein und spätter bey Gansischen. Gröner erzehlte mir ein curiose Avanture von Bethanges, der einmahl mit ihm spaziren gegangen und sein Noth geklagt. Der Gröner aber ihn gefragt hat, mit was ihm geholffen werde känte? Bethanges sagte, mit 40 #. Gröner gab ihm solche und Bethanges versprache ihm diese bey nechst erwartend und eingehenden Wechsl zu bezahlen. Über ein Zeit batte ihn Beth/anges/ umb 24 #. Gröner gab ihm solche, diese in Kremnizer und erste Königlicher. Beth/anges/ versprach ihm lezte in 10 Tagen zu bezahlen. Es passirte über ein Monath ohne Beth/ ange/s gesehen zu haben. Gröner schrib ihm ein Billet. Beth/anges/ kam zu ihm und sagte, die 24 Kremnizer einem anderen gelichen zu haben. Gröner drohete ihm zu klagen. Die Klag ist nun soweith gekomen, das es nun an die Execution ankomt. Beth/anges/ insinuirte sich wieder bey Gröner, dieser aber ließ ihn nicht mehr vorkomen, weil er ihm das Worth manquiret hat. [354] Da wir heüt bey der Hollstein mit dem Lalaing und Wurmbrand wegen Königseg Erbs zu Rede worden, so ist sein Gemählin vom Hauß Boischot. Und da ihr Vatter die Graffschafft Erbs erkaufft hat, so schrib er sich comte d’Erbs. Ihr Mutter war eine Lanois Leverg*h*en. Diese hatten 2 Töchter. Eine war verhaürath an ein Savoyarden nahmens Castell; der war bey der Garde Haubtman am sachsischen Hof und ist gestorben. Die andere war die Erbtochter, die der Königseg gehayrath. Sie mag gehabt haben bey 100/m fl. Königsegg alß Obristhofmeister bey der Kaiserin Elisabeth mag haben jahrlich 2000 fl., alß Niederlander Geheimberath 7000 〈fl.〉, alß niederländischer Rath280 8000 〈fl.〉, et sic 17/m fl. ohne den, was er alß præses von Berg- und Münzcollegio hat. 23. Zu Mittag speiste bey unß Pötting, Flachenfeld, Häring, P. Waicard und P. Ant/on/ Hallerstein. Die Depense machte Flachenfeld, weil er sein Koch probiren wollen. Abends war bey mir Mayr von dem Zahlambt, der mir mein Quortalsbesoldung gebracht hat, alß: erstlich, von ersten April bis 28. detto dieses Jahrs, id est biß mein bey der Repræsentation zu Laybach abgelegten Jurament. Und also noch die völlige Hofcamerrathsbesoldung betragt 116 fl. 40 〈kr.〉 Dan von 29. April biß ultimo Juny die Helffte von der zu genüssen habenden Besoldung 129 fl. 10 〈kr.〉, in allen 245 fl. 50 〈kr.〉 Von diesen ist abgezogen die Vermögensteüer mit 24 fl. 35 〈kr.〉 Dan [355] habe das Attestatum meines, bey der Repræsentation den 29ten aprile passatto abgelegten Juraments vidimiren und in dem Zahlambt lassen müssen, davor bezahlt 30 〈kr.〉. Et sic die Abzugsposten betragen 25 fl. 5 〈kr.〉 Habe also empfangen in Baar 220 fl. 45 〈kr.〉, welches da macht die völlige Summa der 245 fl. 50 〈kr.〉 Detto Mayr erzehlte mir, wie das leztlich der geweste Hofcamerconcipist Glanz, welcher der den281 19. dieses verstorbenen Camerfrau der regierende Kaiserin nahmens Kesßlerin Tochter, die eine Hofcamerdienerin war, gehayratet, dardurch gleich camersecretarius mit der Besoldung resolviret worden ist. Auf eben die Arth ist auch vorhero der Vilinger secretarius geworden. Abends war bey mir Bethanges und abbé Bosti, welche nebst denen, dem Kaiser alß Großherzogen von Toscana machenden Projecten, auch ein commercium mutuum zwischen Toscana und dem Litorale Austriaco introduciren wollen. 24. Morgens war bey mir Herman, der alß secretarius zu Flachenfeld komen will mit Besoldung wenigst 300 fl., dan a parte Kost mit ihm von Logirung mit Condition, das er das Decret vom Hof bekomt und dieser Charge 280 Sledi prečrtano zu Wien 281 Pred tem prečrtano verst | 159 1747 November bey einem changement bey einem dicasterio versichert wird. Dan war bey mir abbate Verneda, der mir ein klein pro memoria behändige, das Castell zu Görz betröffend. [356] Es war auch bey mir der Perr, wirtsburgische Hofrath, der mir unter anderen sagte, das Bamberg 7 biß 800/m fl., der Wirtsburger aber bey 2 ½ Milionen Einkünfften haben sollen. Der Wirtsburger ist ein Ingelhaim und der Bamberger ein Franckenstein. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachsten erzehlte mir Flachenfeld, wie das der Aursperg, Landshaubtman in Crain, folgende sichere Einkunfften hat: alß von der Herrschafft – Samabor 7000 fl. – Craüz 5000 fl. – Liechtenwaldt 5000 fl. – Qua Landshaubtman in fixo 6000 fl. Et sic in allen: 23.000 〈fl.〉 jährlich. 25. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Abends war ich bey der Herzogin von Hollstein. M. L. war Nachmittag bey Laurenzerinen und abends bey der Hollstein. Nachmittag waren bey mir der Hänßl und Maxl. 26. Zu Mittagszeit war ich bey Hof, am ersten in Traur. Da habe den jungen Liechtenberg, Francisci filium, kenenegelehrnet. Der Hof speiste offentlich. Ich redete lange Zeit mit Haugwiz. Zu Mittag speiste mit m. L. bey General-Wurmbrandischen. Nachmittag suchte Pistrich. Abends war ich bey Cabinetsecretario, er war aber nicht zu Hauß. Spätter war ich bey der Hollstein, wo auch die Wurmbrandischen, Lalaing und m. L. war. Spätter giengen beede zu Gansischen, wo mir der abbé Longobardi erzehlte, wie der vor einigen wenigen Jahren ein neu Stadt, [357] die vor Zeiten subissiret worden, zwischen Neapel und Castell a mare (bey282 Occasion, das der König don Carlos einige Sachen hat graben lassen) entdecket worden. Diese soll die famose Stadt Pompejana gewesen seyn. Man hat ganze templi aufgegraben. Der junge Patutsca erzehlte heüt bey Wurmbrand, das die Ungarn pour tout potage dem Hauß Österreich 3 ½ Milionen Gulden jährlich contribuiren; anzi Wurmb/rand/ will nur 2 Milionen. 27. Vormittag war bey mir Flachenfeld, [mi]t283 dem ich auf dem Marckt gefahren bin. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Peter Prandau. Da war Pötting, dan die Bssa. Pfeffershoffen und ihr Schwagerin. Nachmittag war ich bey Pistrich, dan bey Kollowrat, dan bey Schwandtner und abends bey Wurmbrand. Schwandtner ersuchte mich auf das schenste eine Instruction vor Flachenfeld zu verfassen und sagte mir expresse, er sey in allen den Sachen gegen mir ein Ignorant und deßwegen batte er mich, ihm hierinfahls an die Hand zu gehen. M. L. war abends bey den Gansischen. Schwandt/ner/ will den Flachenfeld zum Intendenten, nicht allein von Triest, sondern von ganzen Litorali und dan von der Repræsentation indepedent haben. Dem Herb/erstein/ will er nur das Commerciale-Provinciale lassen und dergleichen Schwachheiten mehr. Ich habe ihm die Unthunlichkeit der Sachen vorgestelt. Er begriffe solche, ersuchte mich ihme den [358] mehrere nach mein Befund an die Hand zu geben und sogestalten die Instruction vor Flachenfeld zu verfassen. 28. Vormittag war bey mir Kapus nomine Pistrich, dan P. Hallerstein. Zu Mittag speiste bey unß Pötting. Nachmittag war ich bey Pistrich, dan bey Haugwiz und abends in commissione bey Kinsky. Bey m. L. war Nachmittag der junge Liechtenberg, dan Heinrichen. Abends war bey unß Flachenfeld und m. L. war bey der Hollstein. 282 Popravljeno. 283 Pod madežem črnila. 160 | 1747 December Heüt morgens hat mir auch der Steckholzer per Conto Weittenhiller 2/m fl. gegen meiner Quittung bezahlt. 29. Zu Mittag speiste bey unß Pötting, Eilerin und Flachenfeld. Nachmittag war da P. Hallerstein und Barbolan. 30. Gegen Mittag fahrte mit Flachenfeld nach Hof das Toisonfest284 und die Ritter speisen zu sehen. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey die Van Swietten. M. L. war abends bey Br.-Gansischen. 1747 December 1. Dezember. Zu Mittag speiste〈n〉 bey unß Eilerin, Pötting und Flachenfeld. Nachmittag war da P. Hallerstein. Spätter fahrte mit Flachenfeld: suchten erstlich den Liechtenberg, dan Hofcamerrath Koch, dan Häring; war niemand anzutröffen. Dan fahrten das grosse Theatrum bey285 Hof zu sehen, welches von die entrepreneurs Lopresti zu Gebung der Bale zugericht und völlig illuminirt war. Und daselbst war die grosse Noblesse zahlreich zu sehen. Dan holte m. L. bey der [359] Hollstein ab und führte sie auch gedachtes Theatrum zu sehen. Von dar giengen wieder zu der Hollstein. Spätter gieng m. L. zu Frl. Ariazaghi, wo ich sie gegen 10 Uhr abgehollet habe. 2. Morgens war bey mir der Radt, Silberarbeiter, der mir sagt, das burgerliche Silberarbeiter bey 70 hier seyn und dan vor der Stadt allerhander derlay Geschmuck fassen und diese so in Silberarbeiten bey 250. Er erzehlte mir, das vor der neuen Einrichtung mit dem Lehnwagen, deren hier waren bey 830 und jeder Wagen muste ins Armehauß monatlich 3 fl. zahlen, so da machte das Jahr 29.880 fl.; anjezo aber gehet alles schlecht und unordentlich. Den Vorlegleffl, den er gebracht, wügt Loth 8 ½ in ⅛. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Flachenfeld. Nachmittag fahrte zu der Hollstein, wo ich biß gegen 9 Uhr gebliben bin. Lalaing erzehlte mir unter anderen, das Staaten von Flandern bey 10 per % pour les rends viagers bezahlen, die Brabandter hingegen nur 7 biß 8, id est le double der ordinari Interessen. Er fande vor jene Corps, Comunitäten oder Provinzen vortheilhafft derley rends viagers zu bezahlen deren Landskinderen, welche die Interesse in Land consumiren. Er erzehlte mir, das in Engeland vor Jahren eine besondere rends etabliret werden. E. g., jemand, der mehr Kinder hatte oder auch nur [360] eines, legte e. g. vor jedes Kind 1/m fl. an. Von diesen 1/m fl. wurde 10 Jahr lang kein Interesse bezahlt. Nach 10 Jahren hingegen wurde jedem lebenslang alljahrlich 1/m fl. bezahlt. Dan redeten von Tontinen. 3. Morgens war ich in der Audienz bey ihro Mayestät der Königin. Recomendirte ihro die Liquidirung meiner Arreragen und dan batte sie umb ein Außwurff vor die Translocation. Sie sagte mir, ich hätte zu Laybach mehr alß die andere Räthe und sie sehr gerne 〈siehe〉, das ich bald auf meinem posto wäre. Ich gebe ihr mein Memorial und sie versprache mir, solches dem Prandau zu schicken. Ich bedanckete mich umb den mir außgefertigten freyherrlichen Stand und das mir solchen gratis hat expediren lassen. Recomendirte ihro meinen Maxl in Collegio Theresiano. Sie sagte, sie habe noch kein Resolution geschepff. Batte sie auch, das ihr mein Liebste die Hand küssen känte. Sie war ganz geneügt und suchte, m. L. möchte sich nur bey der Obristhofmeisterin melden und war übrigens ganz gnädig. Dan fahrte mit Flachenfeld, der just vor meiner Audienz hatte zu Peter Prandau, war aber nicht zu Hauß. Dan giengen zu mir, wo auch der Liechtenberg kam. Mit ihm gieng ich sodan nach Hof und bliben da bey Taffeldienst. Forlosia erzehlte mir, was die Sittencommission hier vor confusianes verursachet. Erzehlte mir etliche facta und sonderlich das mit Trautson. [361] Nachmittag war bey mir von dem Generalmajor Br. Haller sein Leüthnandt und Regimentsquartirmeister H. von Drokher, welcher vor sein Generalmajor gerne den Cammerschlisßl haben möchte. Er erzehlte mir, wie es in Niederland mit den Soldaten schlecht gehet und wundert sich, das man dem Saleburg so grosse Authorität gibt. Vorige Campagne soll Salleburg auß Holland hieher der Königin 500/m # gebracht und gesagt haben, das er sovielles erspart habe. Drohker sagt, es ist leicht zu ersparen, wan man die Soldaten nicht bezahlt. In Italien soll Salburg 6 Monath-Gage der Officiers verspielt haben und hier soll er bey ½ Milion schuldig seyn. O præclarum custodem ovium! 284 Pred tem prečrtano Tohson 285 Popravljeno. | 161 1747 December Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Abends gieng ich nach Hof in Hofnung, bey Kaiser Audienz zu haben. Ich kam aber zu spatt. Suchte sodan den Ma x Prandau, item den Liechtenberg, war aber keiner zu Hauß. M. L.286 war Nachmittag bey der Tarouca und abends bey Frl. Ganß. 4. Morgens war bey mir Mayr, der mir ein Bruststuck von der Kaiserin in Gibs zu sehen gebracht. Dan war der Schega, der mir m. L. Sigil gebracht und dan meinen zu der Presß. Dan fahrte zu Leüthnandt Drokher, den ich bey P. Hallerstein aufgeführt hab. Dan suchte den Luxefeld und war bey dem Buchbinder in Teütschen Hauß. [362] Zu Mittag speiste mit m. L. bey der Herzogin von Hollstein, welche das Vest celebrirte der Tarouca ihrer Tochter Geburtstag; waren also alle in Gala. Da war der General Wurmbrand der alte mit seiner Grafin, dan die Tarouca und ihr ältere Tochter, dan die Frl. Jergerin und Graf Lalaing. Nachmittag waren auch daselbst zwey Hofdames, die Chatelet und die Vitrimont. Mit Lalaing discourirten verschiedenes in compagnia des Wurmbrand. Unter anderen sagte er mir, das das ordinarium, was der Hof von Niederland alljährlich verlanget, ist von Flandern, id est de la vieille Flandre sans y comprendre les païs retrocedés 2 ½ Milion Gulden, accordirt aber gemainiglich 2 Milionen; von Braband 1.200/m fl., accordirt aber gemeiniglich 700/m fl. et por les import 200/m fl.; von Luxemburg 500/m fl., accordirt 300/m fl., von Henegau 300/m fl., Namur 200/m fl., Limburg 90/m fl., Mechlen 24/m fl., Geldern 8 ad 10/m fl.; accordiren aber was weniger, nachdeme die Zeiten seyn. Die Stadt Bruge hat ein grossen Bassin oder Porto, wo bey 50 Fregaten darin stehen känen. Auß diesem Bassin gehen 4 grosse Canals: einer nach Gent, der andere nach Dam, der dritte nach Ecluse und der 4te nach Ostende. In der Stadt Bruge seyn 75 grosse steinnerne Brücken über die Canale. Die chausse in Niederland seyn zu 60 Schuh breit, id est le pave in der Mitte und dan beederseits ungeflasterte Strassen, [363] dan seyn die Graben und die Aleen von oisier. Nachmittag war ich auch in Visit bey Max Prandau, deme ein Copi von mein Memorial gegeben und ihn gebetten habe, sein Bruder Petrum davon zu informiren. Dan suchte Schwandtner, der sich excusirte seiner Unpäßlichkeit halber. Dan suchte Luxenfeld, der in Schlaff begriffen war. Spätter war ich mit m. L. bey Br.-Gansischen. 5. Vormittag suchte Luxenfeld, excusirte sich mit baldigem Außgang. Dan war ich auf dem Marckt, dan bey Beifaut und mit ihm in sein Hauß auf dem Bastion. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Peter Prandau, wo wir unß selbsten eingeladen haben. Ihme recommendirte ich mein lezt der Königin in der Audienz überreichtes Anbringen pro Justizia. Und wie er alß ein ehelicher Mann die Sache finden wird, versicherend ihn, das ich vor jedermann, der mir zugefahlen, etwas in præjudicium der Königin thun wolte, alle æstime verlühren wurde. Was mir aber von Billigkeit wegen Gebührt geschehete mir zu hart, wan ich es verlühren solte. Ainsi, ich werde nicht repliciren, was er vor recht finden wird und wird mir genug seyn, das die Königin vor mich alle gutte Opinion behaltet. Heüt morgens communicirte mir der cabinetsecretarius, was die Königin aigenhändig auf mein Anbringen geschriben: »Formalia«. Brandau mache seine Sach noch diese Wochen auß. »Ich habe eüch noch etliche andere geschickt.« [364] Prandau sagte mir, das er mein Memorial dem Saffran ad referendum schicken will und ich möchte es auch bey ihm solicitiren. Ich aber sagte: »Saffran sey mir nicht genaigt. Er soll aber nur seiner Schuldigkeit nachkomen. Ich werde bey ihm nichtes weder solicitiren weder recomendiren.« Nachmittag suchte den Luxenfeld. Dan war ich beym Schwertfeger, dem ich mein Stockknopff bestelt und per 3 fl. accordiret habe. Dan war ich bey Bernardi, Buchführer, spätter bey Liechteberg. M. L. war abends bey der Hollstein, dan spätter wieder bey Prandauischen. 6. Vormittag war bey mir der Schega, der mir einige Muster von englischen Stahl gebracht, wovon er das lb. zu 1 ½ fl. zu kauffen pflegt. Dan die Grabeisl, die er zu 5, 6 auch 7 kr. bezahlt, am wenigstens aber, das Duzet à 1 fl. Dan ersuchte er mich wegen carl-aurspergischen Sigill zu schreiben, das er ihm die 8 # davor anschaffen und das er mit Schifferstein nicht gerne zu thun haben möchte. Dan war bey mir der crainische Trompner Moser, den der Flachenfeld heüt nach Laybach abschickt. Zu Mittag speiste m. L. bey der Hollstein, ich aber bey dem Wurmbrandischen. 286 Ob strani prečrtana 4 (za datum). 162 | 1747 December Nachmittag suchte ich den Bethanges und abends war ich bey der Hollstein, spätter bey Gansischen. M. L. War abends bey Bssa. Selb. Lalaing sagte mir, das er schon [–]287 hier ist und die beste connoissancé von Niederlanden hat und das ihn kein Mensch das mündeste davon fragt. [365] 7. Vormittag war bey unß P. Hallerstein. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Tarouca. Da war die Hollstein, der Wurmbrand und die Gräfin, die Frl. Theresl von Hauß und Lalaing. Nachmittag zeügte mir er der Tarouca alle die Zimmer in Hauß. Dan kome auch dahin die Gräfin Schenborn, Wittib von 21 Jahren, her, eine gebohrne Montfort, davon der Sohn in Vngarn und übrigen königlichen Landen bey 2 Milionen Gulden ærerts besizet und derzeit zu Leyden in studio ist. Von dar gieng ich zu Flachenfeld und dan zur Hollstein, spätter zu Br.-Gansischen. M. L. war Nachmittag bey der Holstein und spätter bey Frl. Ariazaghi. Flachenfeld confidirte mir, das er leichtlichen auch die Besorgung des Salzwesen, wie es biß dato der Herberstein hat, haben känte. Fragte mich, was ich ihme rathe? Auß diesem nehme ich Motive, das man dem Herberstein, der sich darmit soviel Mühe gegeben, diese Sache auß Handen zu nehmen, vorhabend ist. Bone Deus! 8. Morgens waren bey mir die 2 Werth. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey der Holstein. Da waren auch die alten Wurmbrandischen. Wir bliben auch da biß abends 9 Uhr, dan passirten zu den Gansischen. Nachmittag haben den Hänßl und Maxl auß dem Collegio Theresiano zu der Holstein komen lassen. Ich machte auch connoissaince mit Caravalho, portugesischem Gesandten. War auch da sein Grafin, die Tarouca und Lalaing. [366] Mit Wurmbrand raisonirten von Veldmarschall Königseg, der da passirt, in Staatssachen vor ein grossen Minister und wie er doch sowohl in Niederlanden alß in Franckreich und Spanien mehr übel alß gut gethan hat und das er in allen sein Sachen sehr Seicht ist und alle seine Discours bestehen in Barzelleten. Sein Gemählin est pleine de soi-même und hat ihme fast nichtes zugebracht. Er aber vor sich selbsten hat nichtes und ist dabey ein schlechter Wirth. Mit Caravalho discourirten von Portugal und Brasilien und selben commercio. Und er sagte, das man sowohl bey hiesigen alß bey seinem Hof die comercia negligiret, da man doch an beeden Hofen sehr vielles darinen thun känen. Er sagte, das die Gegend von Lisabon gegen der See alljährlich soviel Waizen hervor bringt alß Lisabon vor 6 Monath nothig hat. Und Alentegio producirt davon auf 3 Monath. Die Gegend aber von Lisabon gegen dem Gebürg288 wieder auf 3 Monath et sic ist Lisabon auf das ganze Jahr versehen. Andere Gegenden seyn a proportione auch sufficinet vor das Königreich, doch aber wird ein Quantität frembdes dahin geführt, weil vielles nach Brasilien abgeschickt wird. In Brasilien ist auch gutter Getraydboden, hingegen die Agricultur negligirt: sonderlich gegen dem Rio della Plata rendirt der Cocoruz vor eines 160 auch 200 und von Waizen viel mehr [367] alß an kein Orth in Europa. So seyn auch die Plantagen von Gewürzen sehr negligirt. Die Küsten von Brasilien ist bey 1200 Meil lang und landwerts wenig bekand und noch weniger peuplirt. Die Vastität von Land ist darauß abzunehmen, das das grosse Reich China nicht mehr dan 7/c Mail Küsten hat, wo Brasilien fast auf das dopelte komt und allerhand Clima darinen gibt. 9. Morgens war bey mir Salvay, der mich gebetten, 2/m fl. mit mir nach Laybach zu nehmen und dem Nemezhoffen zu behändigen. Er gab mir die Assignation an die Kümer und ich gab ihm davor ein Recognition. Er erzehlte mir, St. Servolo und Castell Novo per 70/m fl. erkaufft zu haben und æstimiret eines soviel alß den anderen et sic per circa 35/m fl. jede. Beede hat er dem Sivez per 3.500 fl. jahrlich in Bestand gegeben, id est à 5 per %. Die Landschafft aber zahlt er selbsten extra. Prie hat in Piemont ein Fidecomiss, das ihm jahrlich 15 biß 20/m fl. rendirt. Bey mir war auch Winckelsperg, der da lamentirt, kein Justiz erlangen zu känen. Prälat von Admond, dan der Draer, Poz und Wildoner seyn seine Feind und lezter gar ein malizioser Mensch. Es war auch da P. Hallerstein und dan der Hafner und Graf Liechtenb/er/g. Zu Mittag speiste bey unß Pötting, Eillerin und Flachenfeld. Abends war auch da Bethanges, welcher den Kaiser [368] gar schon remonstriret hat, das nur diese Zeit her der ferme generale in Toscane die Population bey 50/m Seelen abgenohmen hat, welches er vor den 15ten Theil der 287 Prostor za časovno obdobje. 288 Popravljeno. | 163 1747 December Population von ganz Toscana rechnet.289 10. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin und Pötting. Nachmittag war bey mir Mr du Tems, der von dem Vanswietten bey Kinsky recomendirt worden und zu Einführung der Tuchfabriquen ihn zu brauchen gesinet ist. Dan fahrete nach Hof in Hoffnung, beym Kaiser Audienz zu haben. Es war aber kein Audienz. Dan war ich bey der Holstein, spätter bey Koch, cabinetsecretari, mit dem ich besonders gesprochen und unter anderen, was mich betrifft, gemeldet habe, das die Kaiserin von mir nicht informiret ist. Ich auch resolviret seye, nach ime Resolution über mein Requette abzuwarten, dan aber gleich abzureisen und bedaurete nur, das nach meiner Mainung und nach meinem Befund die Kaiserin umb und umb schlecht bedinet ist. Er replicirte mir und sagte, das er nicht wust, was nicht gut gieng. Ich sagte, das ich in keiner Sache kein systema finde und nichtes wuste, was gut gehen känte. Er sagte, das wir sonderlich in Crain ein nun eingerichtetes guttes systema haben und das alles nur von einem Departement alß der darzu bestelten Commission dependiren und das, wan wie dorten [369] unsere Schuldigkeit thuen, so haben wir nicht zu dencken, was hier ligen bleibt. Ich sagte ihm, das wir nicht von ein Departement dependiren, wohl aber von viellen und erzehlte ihm alle. Sezte auch bey, das diese nicht allerdings wohl bestelt seyn und das unsere Sachen nicht besondert werden. Enfin, ich sagte ihm, das ich ihro Mayestät recht bedaure, das sie in Sachen nicht wohl informiret ist und das ich wünschete, das sie öffters mit ihren Rathen und die ihr die Wahrheit sagen mochte, spröchen solte. Dan, wan sie sich nicht bewerben wird, solche selbsten zu suchen, so wird sie solche niemahls erfahren. Ich sagte ihm sodan von der schlechten Besorgung der Seestädt und des commercii und das ich ein wohl eingerichte Seestadt mehr alß ein Herzogthum æstimiret und das die Seestädt die schenste Jubellen der königlichen Cronne seyn. Erzehlte ihm von die porti morti, von den Gradiscanischen et von Aquileja. Dan sagte ihm, das man nun den Flachenfeld nach Triest resolviret habe, der zu Triest niemahls gewesen und das ich ihn doch vor besser achte alß jene, die da proponiret waren und rähnete an ihm sonderlich l’honnete homme. Dan motivirte ich von der Resignation des Herberst/ein/. Er sagte mir, das in Gradisca alles die Weiber gelten und machen und das ihm dieses nicht lieb zu hören seyn. Und das er mir dieses sagt, weil er weiß, das ich sein gutter Freünd bin. Ich aber [370] defendirte Herb/ erstein/ und batte ihn, den Glauben derley Anklagen nicht so leicht beyzumessen, weil Herb/erstein/ sonsten allezeit vorsichtig operiret, auch zelant und fleissig ist. Er stelte ihm auch die Impetrasität und Violenz auß. Schlieslich sagte ihm noch, das ich nicht gerne wolte, das mich die Königin abzureisen mahnen liesse, weil ich selbsten heüt lieber alß Morgen abreisen wolt und hier mit unnöthigen Unkosten stehe und mit Ungedult auf eine Resolution warte. Vom Koch passirte zu Flachenfeld und blib da biß 10 Uhr. M. L. war Nachmittag auf dem Marckt, dan in Visit bey der Gillerin und abends bey Frl. Ganß. 11. Morgens war bey unß P. Hallerstein und P. Barbolan. Umb 10 Uhr gieng m. L. zu der Obristhofmeisterin Gräfin Füxin, welche ihro auf Morgen umb 11 Uhr die Stund gegeben, der Kaiserin die Hand zu küssen. Zu Mittag war bey unß die Eilerin. Nachmittag war da P. Hallerstein. 12. Vormittag war m. L. bey der Kaiserin bey ¼ Stünd, welche sie auf das allergnedigste empfangen hat und hat ihr auch alle die durchleuchtigste junge Herrschafft sehen lassen. Enfin, sie ist von dieser Visit ganz satisfait, sowohl alß von der Obristhofmeisterin, bey der sie bey ein Stund war gewesen. Nachmittag waren wir beede bey Flachenfeld, der sich heüt zur Ader gelassen. Dan gieng m. L. zur Hollstein, ich aber [371] zu Graf Kinsky in Comission und nach der Commission zu der Hollstein, spätter aber mit m. L. zu Gansischen. Der Comissionssecretarius, der vorhero bey der neoacquistischen Commission bey Kollowrat war, erzehlte mir, das de ordinario dem Hauß Österreich detractis detrahendis rendiren: – Siebenbürgen: an Contribution 609.000 fl., Dominia und Fiscalitäten 100.000 〈fl.〉, Teloniale 240.000 〈fl.〉, Salz 500.000 〈fl.〉, Montanistica, id est die Goldwascherey in Wasser Kerasch 80.000 〈fl.〉, 〈in allen〉 circa 1.529.000 〈fl.〉 – Banat von Temesbar: Contribution 330.000 fl., Zehendtsrubric 50.000 〈fl.〉, Teloniale 45.000 〈fl.〉, Salznuzen 289 Sledi prečrtana in neberljiva vrstica. 164 | 1747 December 110.000 〈fl.〉, Montanistica an Kupffer 50.000 〈fl.〉, Census und andere Wirtschafften 40.000 〈fl.〉, 〈in allen〉 625.000 fl. – Sclavonien: Contribution 111.000 fl., Camerale 7000 〈fl.〉, Fiscale 7000 〈fl.〉, Teloniale 30.000 〈fl.〉, Salz 18.000 〈fl.〉, 〈in allen〉 173.000 fl. Dieses alles beylaüffig de ordinario ein Jahr ins andere. 13. Morgens war bey mir Winckelsperg. [372] Zu Mittag speiste mit m. L. bey den General-Wurmbrandischen, wo auch der Lalaing war. Nachmittag war ich mit obigeer compagnia in Sail tanzen, dan 2-mahl bey Schwandtner und dan bey Flachenfeld und abends spätter wieder bey Wurmbrandischen. Dem Schwandtner habe die auf sein Ersuchen vor den Flachenfeld entworffene Instruction behändigete. 14. Vormittag war bey mir Winckelsperg, dan P. Hallerstein. Ich fahrte sodan nach Hof, insinuirte mich beym Kaiser durch den Sigm/und/ Graf von Thurn, der in Dienst war. Kaiser ließ mir sagen, ich möchte ein wenig warten. Da aber vielle Depechen hineins kamen, ließ er mir sagen, ich möchte mich abends anmelden. Zu Mittag speiste bey unß Andlern, Pötting und Eilerin.290 Nachmittag war *da* Flachenfeld, spatter die Andlerin. Abends gieng ich nach Hof und hatte Audienz beym Kaiser. Von dar gieng ich zur Hollstein, wo auch m. L. war und spatter giengen zu Gansischen. Winckelsperg erzehlte mir unter anderen, was offters der Sartori, Pistrich und Poz vor Boßheiten getriben, Uneinigkeiten gesäet, Contrabanden in præjudicium cameræ proprio motu relaxiret haben. Man übersicht das Grosse und haltet sich in Klainigkeiten auf. Man chicanirt an selber Graniz bey Rottenman die arme Leüth, wan sie etliche 17ner ausser Land tragen und lasset die grossen Sumen noch mit Passen accompagniren. Übrigens erzehlte er mir, [373] das der Prælat von Admont in sein Bergwerg zu Kackelwang, 4 Mail von Loiben gegen Rottenmann, zu alljährlich 5 biß 600 Centen an Kupffer erzeüget, dan bey 50 lb. Silber291 und bey 3 lb. Gold,292 welche lezte zwey Metal er allemahl ausser Land verkaufft. Sed quia potens est et consequenter amicos habet, wird ihme alles durch die Finger gesehen. 15. Morgens suchte den Luxenfeld, dan schickte mein Banco -Obligation dem Schwandtner, der mirs wieder restituirte mit Vermelden, das solches nicht realisiret werden käne. Dan gieng mit m. L. zu der Hollstein, mit welcher dan der Tarouca und der Wurmbrandischen und Lalaing giengen nach Hof den Schaz zu sehen. Dan machte mein Visit mit Laling bey Hager und beurlaubte mich bey diesem. Dan habe bey der Hollstein m. L. abgeholt. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin und Pötting. Nachmittag fahrte mit m. L. zum Hafner, war aber nicht anzutröffen. Dan waren in Holitscher Geschirlmagazin, wo wir einiges Geschirl erkauffen. Dan waren bey der Seilerin, Hofcanzlers Gemählin, umb Urlaub, dan bey der Max Prandauin und spatter bey der Holstein, wo wir den Abend passirten. Da waren auch die Wurmbrandischen, Laling und Verzoni. Lalaing beklagte sich wieder, das solang er hier ist, ihn noch niemand von den Niederlanden, von welchen er gutte Cognition hat, das mündeste getragt hat. Unter anderen sagte er mir, [374] das der Barierre-Tractat denen Nied/er/land/er/en sehr nachtheilig ist. Und sonderlich wegen der Tariffen, da die 2 Seepuissanern in einem Articl contrahiret, das die Tariffen in statu quo in den Nied/er/landen verbleiben sollen biß und solang sie Seepuissanen und das Hauß Österreich solche mittels ihren respectiven Commissarien anderster zu reguliren, vor gut befinden werden. Sogestalten seyn dem Hauß Osterreich die Hande gebunden etwas in favorem der Länder anderen zu därffen und die Puissanen haben die freye Hand in ihren Landen thun zu känen, was sie wollen. Deßwegen ist der Congreß zu Antwerpen zu Regulirung solcher Tariffen vor Jahren ohne Effect gebliben, weil die Seepuissanen ihren Vortheil finden, die Sachen in statu quo zu lassen. Er sagt, das man nur machen soll, das auß Nied/er/landen der Flac rocher nicht außgeführet werde, so auch der Colsat, so wird in 290 Pred tem prečrtano Andlern 291 Orig. alkimistični simbol – lunin krajec. 292 Orig. alkimistični simbol – krog s piko. | 165 1747 December Nied/er/landen an Geld niemahls manglen. Er versicherte mich auch, das die Jahr zuruck, da er expresse Acht gegeben alle Freytag, da der Wochenmarckt zu Gent ist, daselbsten per 160/m fl. Leinwath verkaufft worden, worauß er inferiret, was vor Qualität Leinwath in selben Landen fabricirt wird und wieviel ein mehres daselbst fabriciret werden möchte, wan die Extraction des rochen Flac verbotten ware, wan sogestalten allein zu Gent das Jahr hindurch über 8 Milionen Gulden Leinwath verkaufft und das mehreste nach Engeland abgeführet wird. [375] 16. Vormittag war ich bey Peter Prandau und bey Max Prandau. Bey diesem habe mich beurlaubt und haben ein so anderes wegen Außmachung unsers Salzwesen abgeredet. Er erzehlte mir unter anderen, wie man hier den Falck præcipiret hat. Er hatte zu forderen 1.700/m fl. Er batte von Hof nur 400/m fl. und stellete vor, wie das er sich noch helffen und vor ganzlichen Ruin behietten293 känte; erlangte nichtes. Endlich batte er umb 100/m fl., konte wieder nichtes erhalten. Leztlich in den Troublen zu Presspurg batte er nur umb 20/m fl. Endlich gabe man ihm ein Schrifft, womit er Credit und Geld suchen känte und war darin expresse gestelt, das der ihme ein Geld darauß geben wird, das solches der Hof vergütten will. Er bekam mit harter Mühe bey Palm 2/m fl. Diese hat sich in occasione Palm beneficiren lassen wollen, der Hof wolte umb solche nichtes wissen. Endlich hatte der Hof etliche und 90/m fl. von Palm nöthig. Diese offerirte Palm mit Condition, das die 2/m fl. auch mitgerechnet werden. Mit grosser Difficultät hat endlich der Hof eingewilliget, mit Condition jedoch, das er dem Falck auf gedachtem Schrifft künfftig nichtes mehr geben solle, ohngeacht sein Prætension liquid auch von dem generalcommissario, was er Falck vor die Arméen providiret hatte, vor richtig attestiret war. Schließlich sagte er, das man hier kein Credit hat, weil fides publica nicht zu finden seye, sowenig alß die Justiz vor jene, die solche haben solten. [376] Er sagte mir auch, wie man die Orientalische Compagnia und die Linzer Fabric imer mehr zu ruiniren suchet und seyn die ihro gegebene privilegia keineswegs manutenirt. Man höret alle an, ausser jene, die davon was wissen und die den Sachen helffen känten. Den Dobelhoffen haltet er vor einen Man, der das placebo singt und sich keinem Minister vermessen will. Folgsam ist Kinsky nicht an fait des affaires und primæ inpressionis, davon er nicht mehr abgehet und last sich umb soweniger diringaniren alß niemand ist, der ihme mit Courage zu diringaniren und auf die rechte Strassen zu bringen, angelegen seyn last. Peter Prandau sagte mir, das man mein leztes Memorial hinauf gegeben hat und also die Resolution erwarten muß. Er känte mir aber nichtes sagen, ob ich etwas und was zu hoffen habe, sowohl wegen meiner Arreragen alß wegen meiner Translocation. Dan war ich bey Johan David Spengler, Glaßhandler in Linz, deme ich 100 Fenstertaffeln bestellet und à 20 kr. das Stuck accordiret habe: jede Taffel hoch 23 und breit 17 ½ Zoll. Hingegen werde ich den Verschlag dazu mit 1 fl. und die Fracht von Linz biß Gräz mit ein fl. Centen bezahlen müssen, die 100 Taffeln sambt dem Verschlag därfften 150 biß 180 lb. wügen. Er will sie nach Gräz an einem Glaser addressiren, welcher mir solche nach Laybach befördern und [377] gegen baarer Bezahlung außliffern lassen wird. Dan suchte ich Verschiedene, die ich nicht angetroffen habe. Zu Mittag speiste bey Schwandtner. Da waren H. und Frauen: 4 Wittwen, alß die Balerini, die Pichler, die Geßdorff und die Ockerschnick, dan der Haußlab und der Buchberg. Nachmittag kam dahin m. L. und haben unß allhier beurlaubt. M. L. speiste zu Mittag bey der Widmanin. Abends war sie bey Bartensteinischen, wohin auch ich spätter gekomen bin und haben unß auch hier beurlaubt. Sonsten habe hier angetroffen den Haugwiz, den Firmian, Kirchberg, fürst-schwarzenburgischen Residenten Hitner, General Molck, Reichshofrath Forster, den wirtenbergischen Residenten, Migazi, Thun, die Wenserin und ihr Sohn, der junge Lakoviz und die Knorin. Die Bartensteinischen haben unß den Br. von Wisenhitten auf das beste recomendirt. Bey mir *war* vorhero der Flachenfeld. 17. Vormittag waren bey unß Hänßl und Maxl, dan der Haffner. Zu Mittag speiste bey mir die Eilerin. M. L. speiste bey Mad. Van Swietten, wo Nachmittag die 3 altere junge kaiserliche Herrschafften kamen, denen m. L. auch da die Hande gekust. Spatter war ich bey Mad. V/an/ Swietten, dan waren mit m. L. bey Br.-Palmischen umb Urlaub. Ich war bey Valdisott, dan bey alten Seilern. Abends war ich bey der Hollstein und m. L. bey Gansischen. 293 Pred tem prečrtano noch 166 | 1747 December 18. Vormittag war bey unß P. Hallerstein, Gräfin Barbo und der Hermann. [378] Dan fahrte mit m. L. zu der Hollstein, dan mit ihr, den Wurmbrandischen und Lalaing zu Mr de France, sein Cabinet zu sehen. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Graf-Andlerischen. Da war Potting, Lanoi, Freyberg, Herzau, Flachenfeld und Semiclosch. Heüt hat mir Andler die Bruderschafft angetragen und die ich auch acceptirt habe. Nachmittag war ich bey Flachenfeld, dan bey Max Prandau, dan bey Schwandtner und mit m. L. bey der Valaschin und der Holstein. Gester erzehlte mir Palm, das ihn der Veldmarschall Königseg habe ruffen lassen und ihn ersucht, ob er nicht 2 Milionen vorstrecken möchte zu Unterhaltung der Armée. Man wolte ihm die Subsidien der Land cediren. Heüt erzehlte mir Buchberg, wie das mit Kinsky nichtes zu thun seye und das er den Kopff von allerhand voll und derongiret habe und zu keiner Resolution in keiner Sache zu bringen ist. 19. Morgens war ich bey Holzman, deme vor die flachenfeldische Uhr 165 fl., vor das Capsel 4 〈fl.〉 und vor ganzen meiner silbernen Uhr 1 〈fl.〉, in allen 170 fl., bezahlet habe. Dan war ich bey die Kümer wegen der 2/m fl., die ich Morgen erhöben werde per Conto Nemezhof. Dan war ich bey Pönitsch, der da lamentirte, das ihm Herberstein weder die 1/m fl. zahlt weder ein Antwort gibt. Recomendirt mir auf das beste, mit ihm zu sprächen [379] und ihm zu seinigen zu helffen. Widrigenfahls will er ihm judicaliter belangen. Pönitsch erzehlte mir, wie hier alles confus und schlecht zugehet und das alles durch Intriguen geschicht und auf der gerathen Strassen und vor ehrliche Leüth nichtes zu thun sey. Er hat mir verschiedene Partitereye von Schwandtner und Schmuderer erzehlt und das jezo der Kinsky qui nihil facit 41/m fl. Besoldung hat, da Starhemb/er/g nur 30/m fl. hatte und nun kostet die Deputation bey 60 und mehr /m fl. So gehet es auch in Salzambt zu und der Schreffl hat gleich 2/m fl. bekomen. Da der Antecessor nur 8/c fl. hatte, das Quartier ist ihme famas eingericht, hat bey 150 fl. Holzgeld, dan die Menge subalternos und bey 30 Überreitter. Enfin, er sagt, das man allenhalben unverantwortlich procediret. Er sagte mir, das man hier die Camer völlig cassiren und umkheren und pro directore den Rosenberg machen wolle, welchen er nicht æstimiret und vorsicht, das endlich ein mississipischer Handl werden wird. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey der Holstein. Da waren auch die Wurmbrandischen und die Ariazaghi. Nachmittag war ich mit m. L. bey der Haugwiz umb Urlaub. Dan bey der General Acunha, ich aber auch bey dem Kollowrat. Abends waren bey der Hollstein und spätter bey Frl. Ganß, wo ich mich auch beurlaubt habe. Sonsten suchten Verschiedene, die nicht zu Hauß waren. Wir waren auch bey Opperstorfischen umb Urlaub. [380] Gester war des cabinetsecretari Bedienter bey mir, der mir die königliche Originalresolution zeügte, auf mein bereits schon vorhin decretirtes Memorial. Lautete wie folgt: »Bleibet wegen seiner Außstände beym vorigen Resolutionen; känte ihme die 500 fl. gratis gegeben werden.« Auß diesem schliesse ich, das mein ihro leztüberreichtes Memorial nicht wohl vorgetragen worden seye. Vormittag war bey mir Hofrath Jordani, der sich beurlaubt hat und er soll in Jener mit Haugwiz ins Böhmen. 20. Zu Mittag speiste ich heüt mit m. L. bey Seiler. Da war H., Frau, 2 Fraülen, Sohn und sein Gräfin, dan 2 Juveneli, Sigm/und/ Thurn und Liechtenberg. Nachmittag habe 8 Verschlag und 2 grosse Reißkoffer von meiner Bagage nach Laybach abgeschickt. Abends brachte mir der Bediente von Schrödern 95 neue Kremnizer #, dan in Silber [–]294 fl., umb solche nominæ des Bartenstein dem Br. Wisenhitten zu behändigen. Davor ich ein Recipisse von mir gegeben habe. Dan fahrte mit m. L. zu der Haußfrauen, mich zu beurlauben, mit der ich auch vor den Bestand von der Zeit, das ich von Micheli hier bin per 52 fl. 30 〈kr.〉 accordiret und versprochen habe, ihro solche Morgen zu bezahlen. Dan war ich mit m. L. bey den Dobelhoffischen umb Urlaub. Dan suchte Lürwaldt und Häring. Spätter war ich bey Kinsky umb Urlaub und dan bey [381] Schemburg. M. L. war Vormittag bey der Germeken und abends bey der Selb. Kinsky recomendirte mir die Commercialia und auch den Flachenfeld. Ich beclagte mich, das mich die Königin so hart haltet und den Schaden, den ich die Jahr erlitten. Er batte mich noch ein Jahr darinen 294 Prostor za vsoto. | 167 1747 December gedult zu haben und bey meinem bißherigen Eyfer beständig zu beharren. Und so ich ihm ein so andere Sach an die Hand zu geben wuste, die er bey Hof gelten machen känte, so will er darob seyn mich vergnugter zu versorgen. Ich sagte ihm, das derjenige, der das confuse Mauthwesen in die erforderliche Ordnung bringt, das er meritiret von der Königin, vergold und mit besonderen Gnaden angesehen zu werden. NB. In der Bibliotec seyn die Stiehen breit 17, hoch 5 Zoll, bey der Hollstein breit 15 ½, hoch 6 ½ Zoll, bey Kollowrat breit 14, hoch 6 Zoll. 21. Morgens war bey mir Liechtenb/er/g und Flachenfeld. Dan waren da der Hänßl und Maxl. Dan habe mich beurlaubt beym Dietrichstein, Lalaing, Kueffstein, Ariosti und der jungen Cobenzlin. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Wurmbrandischen. Da war die Hollstein und Frl. Ariazaghi. Nachmittag habe mit der Wurmbrand und m. L. das Cabinet bey Mr Van Swieten gesehen, wo wir unß auch beurlaubt haben. So war ich auch Nachmittag umb Urlaub bey Friedrich Harrach, bey Lierwald, Pistrich, [382] Heinrichen, Hofcamerrath Koch, Van Swieten. Suchte auch Mehrere, die ich nicht angetroffen habe. Abends war ich bey der Holstein mit m. L., wo auch die Wurmbrandische, Lalaing und Frl. Ariazaghi gewesen. War auch spätter bey Schwandtn/er/. Beym Harrach war ich bey ein Stund, redeten verschiedenes. Unter anderen sagte er, das er vor das Hauß Osterreich vor ein Glück haltet, das man biß dato das Commerciale sogar negligiret hat. Und es komt ihm dieses vor, alß wan jemand völlig sich ruiniret, dabey aber ein Schaz reserviret hätte, dessen er sich noch niemahls prævaliret hat. Diesen Schaz vor das Hauß Osterreich haltet er das Commercium alß die ainzige sichere resource, sich wieder aufhelffen zu känen. Und er hat gutte Hofnung bey der Kaiserin solchen Ingress zu finden, den Sachen aufhelffen und den Hof in aufrechten Stand bringen zu känen. Doch aber meldete er, wan er biß Ostern nicht renssirt, das er sich retiriren und da privato leben wolle. Er sagte, er wuste derzeit keinen Feind zu haben, weder unter den münderen weder unter seines gleichen. Er weiß aber zum Vorauß, das sobald er sich der Sachen eyfrig annehmen und das grosse Werck außzuführen sich angelegen seyn lassen wird, [383] ihn alle anfeinden und contracariren werden. Und deßwegen sagte er nochmahls, das wan er nicht biß Ostern renssiret, er lieber davon gehen und sich der Sache weiter nicht annehmen wolle. Er sagte mir auch, ich soll getröst leben und er habe gutte Hoffnung, mich wieder zu Wienn stabilirter zu sehen. Er meldete weiter, das hier bey der Hofcamer alles schlecht bestellet seyn. Der Koch, glaubte er, känte etwan ein gutter Buchhalter und der Saffran ein Thorsteher seyn, der Schwandtner ein Advocat etwan eine desperate causam zu defendiren et sic de reliquis. Hingegen keiner hat die Qualitäten, die ein Hofcamerrath haben soll et ideo replicirte er nochmahls, das er mich hier zu sehen hoffe. Was mir am besten bey diesem Minister gefahlen hat, ist, das er sagte, das ihme die gegenwertige üble Zeiten gar nicht schröcken. Anzi, er sagte das wäre eben die rechte Zeit, wo man pro patria recht reden, der Kaiserin die hoche Noth vorstellen, die Wahrheit sagen und die remedia vorschlagen käne. Kueffstein hingegen lamentirte wider die dermahlige hiesige Confusion, das kein Ordnung, [384] kein Justiz und kein Treüe bey jenen seye, die jezt etwas gelten und ist deßwegen ausser Hofnung bessere Zeiten zu erleben. Wohl aber beförchtet er noch üblere Zeiten. Hofcamerrath Koch zeügte seine nonchalance und scheinet, das er sich dencke ʽdumodo nobis bene sit in nostris diebusʼ. Sagte mir auch, das er glaubt, das in künfftigen 1748ten Jahr wird in Commerciali noch nichtes zu thun seyn. Man wird also nur ein und anderes præpariren vor die nachfolgende Jähren. Wir verfiellen auf dem Discours, den Carl Grafen von Cobenzl betröffend, auf dem er nicht viel zu halten scheinet. Er sagte, der gutte Cavalier depensiret sein Geld mal. A propos er glaubt bey Hof emploiret zu werden und da sey er nicht wohl daran. Er ist auch der Mainung, der Graf habe in seinen Negociationen mehr verdorben alß guttes gethan. Enfin, auß allen habe abgenohmen, das man vor jene, die eyfrig dienen und sich pro publico sacrificiren la monois d’ingratitude zur Zahlung præpariren. Schwandtner war al solito beschäfftiget mit sein ede, bine, lude und scheinet, das ihme nichtes mehr beym Herzen sey alß sein beständiges Wohlseyn. [385] 22. Vormittag passirte ich beym Steckholzer, ihme meine Abreiß zu notificiren und wan er ein Geld dem Weittenhiller zu überschicken habe? Dan beurlaubte mich bey dem Vicecamerpræsidenten Br. Prandau. Dan bey Haugwiz, wo ich bey 1 ½ Stund gebliben und ihm auch auf sein Ersuchen ein kleinen Remarque gegeben habe, was derzeit guttes zu thun seye, weil er es von mir zu wissen verlangte. 168 | 1747 December Dan habe bey den Laurenzerinen m. L. abgeholt, wo ich zugleich mich von die 2 Frl. Eril und Frl. Leisserin beurlaubt habe. Dan machten ein gleiches bey march. Verzoni, item bey der Wittib Aursperg, bey der alten Cobenzl, wo auch die junge war und der Hartig. Zu Mittag speisten bey der Frl. Ariazaghi. Nachmittag war ich in Collegio Theresiano, wo ich dem P. Debiel 12 Species Kremnizer Ducaten vor ein Recreationsgeld vor meine 2 Söhne gelassen habe. Dan war ich bey dem professore juris publici, dan bey der Hollstein und dan mit m. L. bey dem Cabinetsecretario. Dan war ich bey die Standler, dan bey der Holstein, wo wir unß beurlaubten, so auch bey die Wurmbrandischen und der Tarouca, die eben [386] da waren. Dan giengen zu Br.-Gansischen, wo wir das Gleiche thaten. Mit dem Haugwiz haben etwas hart gesprochen und zeügte ihm an, wie widerrechtlich ich tractiret bin und was vor Wunden ich mit mir trage, da ich doch glaubte von hier consolirter abzureisen. Er sagte mir, das wan ich vor mich selbsten leben und die kaiserliche Dienste müssigen kan, so thue ich nicht recht, das ich mich so strapazire. Wan ich aber ex necessitate dienen muß, so sey ja besser, das ich stehe, wie ich bin, alß wan mich die Kaiserin völlig abandoniren möchte. Ich replicirte ihm auf diese unerwartete Rede, das diese, die ex necessitate dienen, niemahls so gut dienen alß diese, die ex zello et amore dienen und das ich nicht begreife, warum mich die Kaiserin abandoniren solte, da ich nur jenes, so sie mir gibt oder noch geben känte, mir vielfaltig zu verdinen getraue. Und das ihr und des Publici-Hail von Treüen und qualificirten Beambten lediglich dependiret und das sie solche nicht anderster alß durch Belohnung des Gutten und Bestraffung des Bösen hoffen kan, welches also nur in administratione der Gott gefahligen Justiz bestehet. Wuste also nicht, warum ich eine Bestraffung beforchten solte, da ich eine Belohnung zu meritiren [387] glaube. Über das muß ich bekenen, das ich nicht weiß, was Forcht sey? Folgsam macht bey mir das Drohen kein Impression. Er replicirte abermahls, das unß die Kaiserin nichtes schuldig seyn. Wir wären alle servi inutiles. Wan wir auch all das unserige Thätten und alles, was sie unß thut, sey nichtes alß ein pure Gnad und Clemenz. Ich sagte ihm, das ich keine Gnaden, sondern nur Justiz suche und festiglich glaube, das gleichwie wir der Kaiserin alß unserer allerdurchleüchtigsten Landsfürstin die Treüe schuldig seyn, also seye sie auch schuldig unß die Justiz zu administriren und käne unsere gerechte Klagen mit Gleichgiltigkeit keineswegs ansehen und das ich sie sogestalten bey Gott nicht vetretten möchte. Er sagte, ich wäre zu reif, redete zu scharff und das solches wider den der Kaiserin schuldigen Respect wäre. Ich negirte ihm, das dieses wider den Respect seyn käne, solang man nichtes alß Justiz verlanget und das ich in dem Respect und Treüe gegen meiner allergnedigsten Monarchin niemand cediren. Wohl aber nicht genug bedauren kan, das ich von hier abreisen muß, ohne von Ihro Majestät recht gekent zu seyn. Und das ich scharff rede wider jene, die sie aduliren und der Sachen wahre Beschaffenheit nicht vor [388] stellen und das die Vivacität und Eyfer zum Herrndienst und zu der Wahrheit nicht zu tadlen, wohl aber zu beloben seye. Sagte ihm auch, das wir nur gegen Gott servi inutiles seyn, nicht aber gegen unserer Landsfürstin, alß welcher das Wort Gottes klar sagt: »Si est tibi servus fidelis.« Er replicirte nochmahls, das ich bekand seye, eine böse Zungen zu haben. Ich versezte ihm, das die böse Zungen jenne sey, die die Unwahrheit redet oder die Wahrheit verschweigt und die, die Monarchen aduliret in præjudicum publici. Übrigens batte ich ihm sich meinetwegen bey allen Ministern und übrigen ehrlichen und Gott liebenden Leüthen besser zu informiren. So wird er finden, das diese von mir ein andere und, Gott Lob, die beste Opinion haben. Höchst ein halb Duzet Canaillen oder frippons außgenohmen, die mich auß seinen Ursachen denigriren und welche von solcher Trempe seyn, das ich mir vor eine Ehre schäze, von ihrer Clique nicht zu seyn. Enfin, ich sagte ihm nochmahls, das wan ehrliche Leüthe kein Protection und Justiz zu hoffen haben werden und das sie der Persecution und Vexation exponiret seyn, wird die Kaiserin übel bedienet werden und wird jederman sogestalten gezwungen sich [389] zuruck zu ziehen und nur so zu operiren, das man ihme nichtes reprochiren käne, welches des Publici-Dienst schlecht beförderen wird. Enfin, ich sagte ihm nochmahls zu gutter lezt, wie ich ihm schrifftlich præsentiret habe, das, weil er den facilen Access bey Ihro Majestät hat, er ihro die ehrliche wohlgesinte Treye und capable subjecta bekand machen möchte, weil dieses der *beste*295 Dienst ist, den man der Kaiserin, die allenthalben am besten intentioniret ist, præstiren kan. Wir redeten noch verschiedenes. Er fragte mich, was die Wahrheit sey? Alß ob er sagen wolte, das diese nicht 295 Nad prečrtano besedo gröste | 169 1747 December exuiret werden känte, ich antwortete ihm, die Wahrheit seye Gott und der ihn sucht, der findet ihn. Und der ihn nicht sucht, der findet ihn nicht. Und nahmen endlich auß allen ab, das seine Maximen nicht die besten seyn und das all sein Thun und Lassen schwährlich einen gutten Effect haben und weder die Kaiserin noch die Länder glücklich machen wird. Wie ich ihme auch per decursum gesagt, das es keine Kunst seye denen Unterthanen das Ihrige abzunehmen und die Leüth arm und unglücklich zu machen. Wohl aber, wie man den Unterthanen eine mehrere und bessere Verdienste verschaffen, die Populosität vermehret und dadurch die Landsfürstin glücklich und beliebt machen kan. [390] Er fragte mich mein Mainung über verschiedenes. Ich sagte ihms auch offenherzig, er konte nicht anderster alß meine Sentimens approbiren und beloben. Ich versicherte ihm leztlich, das er die subjecta zu Wien nicht kennet, ob er schon glaubt, solche gut zu kennen und das er seiner Zeit sie zu kennen Gelegenheit haben wird. Giengen also auf die lezt wieder gut außeinander, ob ich schon doch gemercket habe, das ihm mein Discours etwas deconcertiret hatte. Vivat Deus! 23. Gester habe zwar noch verschiedenes mit Haugwiz gesprochen, welches mir entfahlen ist, folgsam alles nicht annotiret habe. Doch das Haubtwerck habe gester entworffen und das mehreste roulirte seinerseits auf violente Eintreibung der Steüern, Contributionen, Vermögensteüern, Darlechen etc., welche ich disaprobirte. Und öffters meldete, das ich mir getrauete, die Sachen besser anzustellen und das der gröste Schaz, den ein Landsfürstin bey den Unterthanen hat, sey die Lieb, welche bey obigen modo verlohren gehet. Heüt Vormittag bin ich wegen mittrowsckischen Commission herum gefahren. Dan habe mich beurlaubt bey Graf Oed, Bssa. Widmann, Jordan, Bethanges. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin, dan [391] den Flachenfeld. Es war auch da Graf Andlern. Nachmittag war ich mit Flachenfeld bey Frl. Portia. Bey unß waren der Hänßl und Maxl, dan der Mayr mit dem Antoni, meinem Cancelisten. Spätter Frl. Ariazaghi und Bethanges. Abends war m. L. bey der Holstein und Frl. Ganß. Spatt brachte mir Steckholzer ein sigilirtes Säckl contente in oro, umb solches dem Weittenhiller zu überbringen. Davor habe ihm ein Recipisse gegeben. 24. Vormittag war bey unß Bethanges und Flachenfeld. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Nachmittag war da Pötting, der m. L. 50 fl. behändigte, umb solche zu Gräz dem Osmez zu bezahlen. 25. Vormittag habe mich mit m. L. bey allen in Hauß beurlabet, alß bey der Sternthall, bey den Portischen, bey der Langenbach und Pollmeyerischen. Zu Mittag speiste bey unß Pötting und Eilerin. Nachmittag war bey unß 2-mahl der Flachenfeld und abends haben unß völlig auf die Reiß gerichtet. Gott, begleite unß! 26. Morgens, nachdeme ich mit m. L. die Hl. Mesß bey den Jesuiten gehört, seyn wir in unserm mit 4 Postpferdten bespandten Wagen [392] mit unserm kleinen Heinrichl (den m. L. noch an der Brust hat) und dan den Kindsmenschen Lena, dan zwey Bedienten, in Gottes Nahmen abgereist umb 9 Uhr: Lini 9.30, Neydorff 10.30, arrivirt zu Trasßkirchen 11.10. Hier haben zu Mittag geessen. Dan seyn von Trasßkirchen abgereist Nachmittag umb 12.30, passirt Salenau 1.45, arrivirt zu Neustadt 2.30, abgereist 2.45, arrivirt zu Neukirchen 4.20. Hier seyn wir über Nacht gebliben. 27. Morgens abgereist umb 6.20, Glogniz 7.50, arrivirt zu Schottwienn 8.30, abgereist 9.30, Höche von Semering 11.00, arrivirt zu Murzuschlag 12.45, abgereist umb 12.55, arrivirt zu Kriegla 2.00, abgeresit 2.30, Kiemberg 3.40, arrivirt zu Murzhoffen 4.15, abgereist 4.25, arrivirt zu Brug an der Muhr 6.15. Hier seyn über Nacht gebliben. 28. Morgens abgereist nach der Mesß 8.35, arrivirt zu Rettelstein 10.40, abgereist 11.00, passirt Fronleiten 12.00, arrivirt zu Becka 1.00 Nachmittag, abgereist 1.15, arrivirt zu Gräz 3.35. Hier seyn über Nacht gebliben. 29. Morgens war ich bey H. von Vtschan, dan bey der alten Inzaghi und Frl. Hochenwarth und Jesuiten. Zu Mittag speiste bey unß der Utschan und der Conduzzi. Es war auch bey unß Magister Bernardin Erberg, [393] dan spätter die Frl. Hochenwarth. M. L. war in Visit bey der alten Gräfin Inzaghi. Dan war auch bey unß Br. Egkh und spätter Doctor Osmez, deme ich per Conto Pötting 50 fl. bezahlet habe. 30. Morgens seyn wir abgereist umb 6.40, arrivirt zu Wildon 9.30, abgereist 10.00, Brucken über die Muhr 170 | 1748 Januar 11.45, arrivirt zu Ernhausen 12.15, Landschafft-Brucken 2.55, arrivirt zu Marburg 4.00. Hier haben pernoctirt. 31. Morgens seyn296 wir nach der Hl. Mesß abgereist umb 6.15,297 arrivirt zu Feistriz 8.30, abgereist 9.40, arrivirt zu Gonoviz 11.15, abgereist 11.30, arrivirt zu Cilli 2.20, abgereist 2.45, Sann-Brucken 4.25, arrivirt zu Franz 6.30. Hier haben pernoctirt. 1748 1748 Januar [394] 298 1. Jenner. Heüt morgens bin ich von Fränz abgereist umb 6.10, arrivirt zu St. Osbald 9.15, abgereist 9.30, arrivirt zu Kraxen 11.05. Hier haben wir die Hl. Mesß gehört. Dan abgereist 12.05, arrivirt zu Pottpetsch 12.45, abgereist 1.00, passirt Feistriz-Brucken 1.50, Saw-Brucken 3.00, arrivirt zu Laybach 3.40. Bald darauf seyn zu unß komen der Ignati Aursperg, der junge Hochenwarth, die Frl. Franzl und Retl, der Br. Benj/ami/n und Br. Wolf Daniel, *Steinberg*. Spätter seyn wir zu m. Schwigervatter. 2. Morgens habe das zu Wienn von Steckholzer erhaltene Säckl contente dem Weitenhiller behandiget. Dan war ich bey dem Landshaubtmann, der sich wider den Herberstein nicht wenig beklaget. Dan war ich bey Mittrowsky, der ebenfahls maicontent zu seyn scheinet wegen der von Haugwiz erhaltenen etwas scharffen Schreiben. Zu Mittag speiste bey unß Br. Benj/ami/n, wie er auch gester bey unß soupirt hat. Nachmittag habe dem Nemezhoffen, die von Wien vor ihn mitgebrachte 2/m fl. behändiget. Dan war ich bey Lamberg Leop/old/, der den Herberstein über alles lobet. Dan suchte den Zois, item den Barbo und den Orzon, fande aber niemand zu Hauß. [395] Bey unß war der Wälsche Aursperg, Kuschland mit seiner Tochter, Buset. 3. Vormittag war Rath beym Landshaubtman, welcher klagte, das der Lamberg wenig vor dem Rath zu ihm geschickt und sich nicht allein habe excusiren lassen, das er dazu nicht komen kan, sondern das er den Rath absagen lassen möchte, welches dem Landshaubtman umb so mehr verdrossen, alß er Landshaubtman zu Lamb/er/g geschickt umb die proponenda, welche er ihm nicht hat communiciren wollen. Nach dem Rath hat Aursp/erg/ mit mir allein geredet und ein Billet gezeügt, den ihm gester der Lamberg geschriben, welches in etwas unfreündlichen und gar zu harten Expressionen verfasset war. Aursp/er/g hat auch gesagt, das er solches zu Wien dem Seiller und Haugwiz will sehen lassen. Unter anderen beklagt sich Lamberg, alß ob Aursp/erg/ sich mit seinen Feinden alliret und ihn bey Hof denigriret hätte. Meldet, das er nicht begreifft, ob er ihm verschiedenes zum Verdruß oder zu Gefahlen thut und schliest, das wan er sein gutte Freindschafft nicht æstimiret, er weiter kein Cas davon macht und sezt bey, alß ob der Aursperg bey 300/m 〈fl.〉 debita haben solte. Welches alles, wie gedacht, dem Aursp/erg/ nicht wenig verdrossen hat, sonderlich, da er ihme leztlich eine Relation, [396] die von der Appelation nach Hof dirigiret war umb Willen, das darin der Joseph Aursperg gar zuviel angerühmet wird, zu expediren verbotten hat. Nachmittag war bey unß Steinberg, der Wälsche Aursperg, die Busetischen, Mittrowskischen, beede Hochenwart, Leopold Lamberg, Guschiz. 4. Morgens war ich bey Herberstein, der gester abends von Görz gekomen. Bey mir war Andrioli, der mir 1.500 fl. außgezehlt und die mir Zois gegen einer meiner carta bianca gelichen hat. Bey unß war Valvasor, dan P. Koßler und Vitnich. 5. Vormittag war Rath beym Herberstein, so auch Nachmittag. Bey m. L. waren die Orzon und Berlendes, die Wälsche Aursperg und die Dual mit ihren Töchter, der Walsche Aursperg. 6. Nachmittag war ich bey P〈P〉. Jesuiten, bey Franz Lamberg, m. Schwigervatter, bey der Raspin mit m. L. Bey unß war Ign/ati/ Aursperg. 296 Popravljeno. 297 Prečrtano prvotnih .30. 298 Pred tem šest praznih folijev s starim oštevilčenjem pp. 401–412. | 171 1748 Januar 7. Heüt speiste das erstemahl bey mir m. secretarius. Nachmittag war da der P. prefectus und Magister Krusius, dan der Magister Taufferer und Magister [–],299 welche alle mir gerathen haben, mit dem instructore meiner Kinder zu wechslen. Nachmittag war ich in Rath bey Herberstein, wo die morgige dietalia vorge [397] komen seyn. Heüt ist auch mein vorlezt expedirte Bagage hier angekomen. 8. Morgens war ich in Rath bey Herberstein. Nachmittag war bey mir Herberstein, Mordax, alt und jung Tauffrer, jung Hochenwarth, der wälsche Capuciner von Wienn mit P. Lucantschitsch, Steinberg. M. L. war in Visiten bey der alten Landmarschallin, bey der Thurn, bey der Joseph und Ign/ati/ Aursperg, bey Frl. Wildenstein. Heüt Vormittag war hier der ständische Landtag. Nachmittag ist auch mein lezte Bagage von Wien angekomen mit den Stubenmenschen. Herb/erstein/ desaprobirte die Action desjenigen, der wider den Goes nach Wien geschriben, das er gesagt haben soll, er wolle also wider sein Willen auf Befehl des Hofs ambtiren und helffen das Land zu ruiniren. Ich sagte ihm, das derley Reden in Rath nicht erlaubt seyn. Er Herb/erstein/ aber meint doch, das ein schlechte Action gewesen und jenen, der solches nach Hof berichtet hat und sagt, das unter unß öffters wohl schärffer gesprochen wird. Wie er dan selbsten sagte: das es verwunderlich sey, das ein Schwager, wan er auch ein Esel ist, soviel Ingress und Approbation findet; jene hingegen, der gutte Qualitäten besizet, nichtes gelten kan. Womit er auf jenen Schlesinger zu Clagenfurt gezillet hat, der von Haugwiz ein Schwager seyn soll und der des Goes Antagonist ist. Et similia loquitur [398] præsentibus omnibus, welches ihm eben schaden känte. 9. Vormittag war ich in Rath in Mantlkleid und Hochenwarth hat das Jurament abgelegt und Session genohmen. Nachmittag war bey unß Orzon, dan P. Rector und Kessler, item der junge Gutheim. Dan gieng ich mit m. L. zu Landshaubtman, wo wir unß auch beurlauben, weil er Morgen nach Wien gehet. Dan waren bey Valvasorischen, Gallenbergischen und Mittrowskischen. Heüt haben wir die Pferd und den Kutscher von Flachenfeld übernohmen. 10. Morgens umb 7 Uhr ist der Landshaubtman nach Wienn abgereist. Dan war bey mir der alte Jenko. 11. Vormittag war bey unß die Gräfin von Schrottenbach, die Frl. Wildenstein und ihr Bruder. Nachmittag war ich bey P. Vitnich wegen des Hofmeister. Dan mit m. L. bey der Orzon, bey Flachenfeld und bey m. Schwigervatter. 12. Vormittag war ich in commissione bey Graf Orzon wegen des neuen Darlehen. Nachmittag bey dem Herberstein in Repræsentationsrath. Dieser Cav. declarirte sich vor allem ein Votum gemacht zu haben, an Haugwiz nicht mehr zu schreiben. Wan ihm aber Haugw/iz/ schreiben solte, will er ihm so grob antworten, wie die an ihme Herb/erstein/ erlassene resolutiones waren. 13. War Posttag. [399] 14. Vormittag war bey mir Haubtman Fräsß, der erst von Görz gekomen ist. Nachmittag war da Graf Gallenberg, Raditsch, Zebull, Widerker, Nemezhof. M. L. war bey der Berlendes, Wolf-Erberin und der Nemezhoffin. Mit Raditsch habe wegen des Mathias Perschky, Maurerpalier, gesprochen auf das, er hier vor ein Maister aufgenohmen werden möchte, wozu auch alle Hoffnung erhalten habe. Raditsch erzehlte mir, wie das erst leztlich der Orzon biß 17/m fl. werts von sein Taffelsilber ins Oberambt verkaufft habe. Item der Leopold Lamberg hatte vor circa 18 Monathen, umb nach Wien gehen zu känen, von sein Taffelsilber per 4.500 fl. am werth bey dem Magistrat versezt und soviel an Silber mehr consignirt, alß das Interesse von ½ Jahr betragen kant. Nun aber ist bereits 1 ½ Jahr verstrichen, da er weder Capital noch Interesse zahlt. Und da er leztlich compelirt worden, kamt der Carl Valvasor hervor, der da prætendirt, auf gedachtem Silber ein ältere Hypotec zu haben, ohngeacht Lamberg solches ganz frey und unonærirter dem Magistrat ubergeben hat. Raditsch haltet auch auf die lambergische Strassenreparation nicht viel. Und in den Darlehen- und Vermögensteüern glaubt er, das kein gutte Gleichheit 299 Prostor za ime. 172 | 1748 Januar sey, wie dan leztlich der Gasparini per 5/c fl. taxirt, dan auf sein300 Bitten auf 2 oder 3/c fl. moderirt, endlich auch von diesen absolviret worden. 15. Morgens habe von mein Hauß den [400] Plan durch den Perschky zu entwerffen anfangen lassen. Nachmittag war ich in Rath bey Herberstein. Daselbst war vorhero der Edling von Görz, der mit seiner Gräfin Morgen nach Wienn abgehet, umb sie an Augen couriren zu lassen. Dan war bey unß Goriup, der Morgen nach Wien gehet zu dem Landshaubtman. M. L. war in Visiten bey der Cozoli, bey der Werthenthall und der Thalberg. 16. Vormittag war bey mir der Wiesenfeld, die Angelegenheit des Grafen von Cobenzl bey der bevorstehenden tschuberischen Gränizstrittigkeitencommission zu recomendiren. Nachmittag war jemand von Triest hier, die tribuzische Kinder betreffenden Strittigkeiten zu recomendiren. Bey m. L. war die Joseph Auersp/er/g in Visit, bey mir aber der Widerkher, Schweiger, Steinberg und Frasß. 17. Vormittag war bey mir Widerkher. Dan gieng ich in Repræsentationsrath. Nachmittag war ich in Commercienrath bey Herberstein, von dar bey Mittrowsky. Spätter war bey mir Widerkher. Herb/erstein/ ist mit der Wahl des Flachenfeld gar nicht content und sagte im Rath, das jenne, die ihn vorgeschlagen und darzu geholffen haben, nicht känen seelig werden. Von Br. Ant/oni/o Marenzi sagte er gleichfahls, das er sich schämet, das er ihn substituiret hat und das er ein sproposito nach dem anderen thut. So ist er auch mit Kinsky nicht [401] zufrieden und da ich ihn defendirte, widersprache er mir quod etiam sit bonæ voluntatis, indeme er üble Maximen hat und sich von schlechten Leüthen regiren last. Unter die lezten rechnet er den Schwandtner und unter den ersten ziehete er pro exemplo an, das er unter anderen auf die Crainer Tuchfabric nichtes haltet, weil man die Wolle von Durazo, Appulien etc. et sic auß der Frembde kamen last, wo man hingegen in Böhmen und Mähren Tücher genug auß der Landwolle fabriciret. Auf die Seidenmanufacturen haltet er Kinsky auch nichtes, weil dadurch die Wollenemanufacturen zu Linz und in Böhmen verschlagen werden. Den Pistrich haltet er ohn anders vor einen Schelmen und sagt, das er schon öffters groß war, aber wieder klein geworden. Nun aber sey er grösser alß niemahls et sic an seinem præcipitio am nächsten. Mittrowsky sagte mir, Herb/erstein/ wäre gar zu violent und passionirt und die Canzley hielte er in confusione und zeüget sich er Mittrowsky allenthalben mied und verdrossen zu seyn. Mit Widerkher habe wegen der Heyrath mit sein Sohn und der M/aria/ A/nna/ Utschan ein so anderes abgeredet. 18. Vormittag war ich in der Oberlandbereitungscommission bey Herberstein. Nachmittag habe einige Visiten gemacht bey Joseph und Ign/ati/ Auerspergischen, bey Wolf und Ant/on/ Erberg, [402] bey Grafen von Wildenstein. Bey Herb/erstein/ morgens habe angetroffen den Handlsmann von Triest, der in tribuzischen Pupillengeschäfften allhier ist; dieser heist Limburger. Herb/erstein/ recomendirte ihm zu Aufrichtung einer Papiermühl zu Triest eine compagnia zu finden. Die Mühl zu Triest aber känte in Gorzerischen errichtet werden. NB. Herb/erstein/ traget an, das der Handlstand zu Triest eine Deputation nach Hof schicken und die Gebröchen in Commerciali vorstellen und die Remedur ansuchen möchte. Er Herb/erstein/ glaubt, dieser Limburger wäre apropos zu was solches und er wäre capable der Königin zu sagen, das solang Kinsky bey disen Commercienwesen was zu sagen hat, auß der Sache nichtes rechtes werden kan. Foiblesse! 19. Morgens war bey mir der Advocat Werth wegen des Jentschitsch. Nachmittag war ich mit m. L. in Visiten bey Wolckensperg, bey Schweiger, Carl Hochenwarth und spätter war m. L. bey der Gallenberg. Abends war bey mir Frasß und der Hueber. 20. Morgens war bey mir der Organist von Thurn wegen meinen 2 kleinen. Nachmittag der junge Hochenward und Leopold Lamberg. Dan war ich in Repræsentationsrath bey Herberstein bis spatt. In wehrenden Rath ist etwas dem Mittrowsky 2-mahl zur Unterschrifft præsentirt worden von einem herbersteinischen amanuensi. Mittrowsky aber wolte es nicht unterschreiben [403] und sagte zorniger mit lauter Stime, das man ihm schon das zweytmahl dasjenige zur Unterschrifft bringet, was er weder will noch kan unterschreiben und das man die Räthe alß Buben tractire und das er nicht hier zu dienen angefangen, 300 Popravljeno iz seyn | 173 1748 Januar sondern schon mehrere Stellen practiciret, auch soviel erlehrnet habe, das er weiß, was zu thun oder zu lassen seyn. Und das, ob er schon offt still geschwigen habe, man deßwegen nicht glauben solle, das es allemahl so thun wird, indeme die königliche resolutiones expresse in sich halten, das wan ein Rath etwas nicht gut findet, solches auch nicht unterzeüchnen därffte. Zu allen diesen hat niemand ein Wort gesagt und muß nur die Appelationcamer betroffen haben. 21. Heüt am Sontag habe mein neue Livré anlegen lassen. Nachmittag war ich mit m. L. bey Graf-Raspischen, dan suchten Leopold Hochenwarth und Ludwig Liechtenberg. M. L. war bey der Alexander Aursperg, bey der Thurn Wittib und bey Frl. Wildenstein. Ich war bey der Wittib Aursperg, Wittib Thurn, bey den Walsche-Aurspergischen und bey Janesitsch. Nachmittag war auch bey mir der Andrioli, der per ordine Zois, die ihme zu Triest assignirt 500 fl., an meiner carta bianca abgeschriben hat, das ich ihme also noch 1/m fl. schuldig verbleibe. M. L. war Nachmittag auch bey der Gussitsch und bey der Walschen Aursperg. [404] 22. Vormittag war bey mir Widerkher und Fräsß. Nachmittag war ich in Repræsentationsrath bey Herberstein, allwo unter anderen Herb/erstein/ gar wohl meldete, in den Berichten nach Hof, was die privilegia der Ständen anbelangt, gewahrsam zu gehen, indeme alles dieses neue systema vieleicht nicht dauren wird und man wird wenigst nicht sagen känen, das die Repræsentation gewisse Violenzen jemahls gut gehaüssen, wohl aber die Befehle von Hof befolget habe. Übrigens nennte er den Haugwiz den verfluchten Projectmacher und haltet auf ihm nicht viel. 23. Morgens war bey mir Dr. Werth, dan der neue Hofmeister, item 2 Croaten, die ich an Lamberg addressiret habe. Nachmittag war bey mir die Wuset und ihr Schwester, welcher lezten ich die Beschaffenheit wegen Widerkher vorgestellet habe. Bey m. L. war die Alexander Aursperg, die Wälsche Aursperg. 24. Morgens war ich im königlichen Hauß in Meinung, das Rath seyn wird, war aber keiner. Bey mir war Dr. Werth, dan war ich mit m. L. in Visit bey Br. Ferdinand Gall. Nachmittag kam zu mir mein Cancelist von Wienn, der heüt morgens angelangt ist. Dan war ich mit m. L. in Visiten bey den Ferdin/and/-Liechtenbergischen, bey Br.-Pligräzischen,301 bey der alten Bssa. Abfaltrer, dan dem Ignati und dem canonico, leztlich bey m. Schwigervatter. [405] M. L. gieng spätter zu der Joseph Aursperg, wo sie den Abend passirte. 25. Vormittag war bey mir mein Cancelist, dan gieng ich in Rath ins königliche Hauß. Nachmittag war bey unß der alte und junge Br. Gall, der Bajardo von Triest, der Cancelist, dan Br. Carl Rauber. 26. Vormittag war bey mir der Papiermacher von Seisenburg, deme ich 3 Reisß vorhin durch H. Werth empfangenes Papiers mit 9 fl. bezahlet habe. Dan war da Bajardo. Nachmittag war da Ign/ati/ Aursperg, Ferd/inand/ Liechtenb/er/g, Leopold Hochenwarth, Kuschland, Widerkher, Frasß, dan ein Pfarer Martin mit mein geistlichen Schwager. M. L. war bey der Salvay, Rossettin, Mittrowskyn und der Orzon und suchte Verschiedene. 27. Morgens war bey mir der Dr. Reich, der von Wien gekomen und zu Stein syndicus zu werden suchet, ein Canzelist von Herberstein wegen des zu Triest zu publiciren seyenden laudi des Trezzi. Nachmittag war bey m. L. die Orzon und die Pilligraz. 28. Vormittag war bey mir der alte Werth. Dan suchte ich den Raab und Otto und war bey Cozzoli. Nachmittag war bey mir der alte Br. Gall, der mir 22 fl. vor einige m. L. gegebene commissiones gelassen hat, dan mehr 9 Reichstaller vor 9 lb. Chocolate, die er gerne von m. L. hätte. Ex post war bey mir Br. Ignati Abfaltrer und sein Bruder der canonicus. [406] M. L. war Nachmittag in Visiten bey den Clarisserinen, bey der Sigm/und/ Abfaltrer und bey der alten Landmarschallin, wo sie den Abend passirt hat. 29. Vormittag war bey mir Dionoro, der mich ersuchte, den Garzoni dahin zu persuadiren, das er sich mit die Constantinischen in ein Vergleich einlassen und das ein judex arbiter benennet wurde, in den beede302 Theil compromittiren möchte. Bey mir war auch der Widerkher, item der Perschki, der mir den Rißß vom mein 301 sic! 302 Pred tem prečrtano Sach 174 | 1748 Februar Hauß fertiger gebracht hat. Nachmittag war ich in Rath bey Herberstein biß spatt. Ich erzehlte ihm verschiedenes, was mit Haugwiz zu Wien gesprochen und batte ihn, ob ich mir die 8/c fl. allhier bey seiner Cassa assigniren lassen känte, quod mihi etiam promisit. Heüt ist der Br. Hallerstein, der Haubtman unter Fürstenbusch war, allhier gestorben und ob er schon lange Zeit mente captus war, so ist er auf die lezt völlig zu sich komen. 30. Vormittag war bey mir M/aria/ A/nna/ Utschan, welcher ich wegen Widerkher alles gesagt hab, doch scheinet sie völlig resolvirt zu seyn, ihn zu hayrathen. Zu Mittag habe gespeist bey Br. Kuschland. Da war der Domprobst Petazzi, der alte und junge Taufferer. Nachmittag waren bey m. L. die Ign/ati/ Aursperg, Wolf Erberg, Werthenthal und Tallbergerin, dan der junge Br. Gall. Abends waren wir bey alten Br. Gall umb Urlaub, weil er Morgen abreiset. 31. Vormittag war ich in Rath in königlichen Ambt. [407] Nachmittag war bey unß303 die Ferd/inand/ Liechtenberg, der Pilligraz, Wolckensperg, Wälsche Aursperg und Frasß. Die vergangene Nacht hat am ersten in Hauß geschlaffen der neue Hofmeister meiner Kinder und gester abends ist Mr Battiman abgereist. 1748 Februar 1. Februar. Vormittag war bey unß Br. Otto. Nachmittag war ich in Commission bey Orzon das neue Darlehen betröffend. M. L. war in Visit bey Bssa. Valvasor, welche vorigen Montag, alß den 29ten Jener, ein junges Töchterle zur Welt gebracht. 2. Vormittag war bey mir der Concipist Mayr, dan fahrte mit Lamberg in die Kürchen. Ex post waren wir bey Herberstein wegen Darlehenssachen. Nachmittag war bey mir Mayr, dan H. Valvasor, der Wälsche Aursperg, Battazzi, Hueber, Haubtman Fräsß, der Morgen nach Görz abreiset und dem der Herberstein a Conto seiner Gage monatlich 100 fl. ex proprio zu reichen versprochen hat. Dan war da der Widerkher, welcher sagt auf oder mit Consens der Mariandl Utschan pro dispensatione nach Rom bereits geschriben zu haben. Wan also von ihrerseits Difficultäten gemacht werden wolten wegen der mariage, so wird doch sie diese spesa, die bey 100 fl. betragen känte, zu biessen haben, indeme er solches auf ihr Verlangen gethan. M. L. war Nachmittag in Visiten bey der Liechtenthurn, Franz Liechtenb/er/g, [408] dan bey der Berlendes und der Flachenfeld. 3. Vormittag waren bey unß die Capuciner, den Hl. Blasi-Seegen zu geben. Nachmittag war bey meiner L. die Englshauß. 4. Vormittag war bey mir hiesiger Silbereinläser, der mir erzehlte, wie das der Leoni von Clagenfurt über hier von Triest bey 3/m fl. werts nach Venedig geführt. Item der Br. Posarelli: er habe solches angezeügt, aber kein Assistenz gefunden; war auch deßwegen zu Wien bey Konigsegg. Kaschniz fande niergends Protection ohgeacht der publicirten Patenten. Dan war ich in Visit bey Br. Otto. Nachmittag war bey mir Garzoni. M. L. war in Visit bey der Gallenberg und abends bey der Schrottenbach. 5. Vor- und Nachmittag hatte ich Kopffschmerzen, bin also Nachmittag nicht in Rath gewesen. 6. Vormittag war bey mir Battimann, Nachmittag der Joseph Aursperg. M. L. war in Visiten bey der Gallenberg und dan bey der Valvasor. Vorhero war bey ihr Mad. Burly. Morgens hat m. Cancelist das Jurament abgelegt. 7. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey unß Br. Hallerstein. 303 Vse do tu od začetka vrstice je ponovljeno nad vrstico. | 175 1748 Februar Heüt fruhe umb 6 Uhr ist die alte Grafin von Lamberg gestorben. 8. Vormittag war bey unß P. Abfaltrer et P. Kesßler, dan gieng ich zu der Begrabnus der Gräfin von Lamberg, die in der Domkirchen begraben worden ist. Ex post war ich in [409] Visit bey Br. Guschitsch, bey Widerkher und bey der Joseph Aursperg, welche heüt ihr Geburtstag celebrirt. Nachmittag war bey mir Graf Franz Liechtenberg, Schweiger, Wolckensperg, Kuschland, Taccò und der Walsche Aursperg. M. L. war Vormittag bey der Joseph Aursperg, Nachmittag bey der Gallenberg. 9. Vormittag war bey unß der walsche Capuciner, der von Triest komt und heüt nach Wien abgehet. Dan war bey mir Br. Taccò und Battazi, Wolckensperg, Petteneg, Androcka. Zu Mittag speiste bey unß Br. Hallerstein. Nachmittag waren da 2 Franciscaner, dan Wolckensperg. 10. Vormittag war bey mir Br. Taccò. 11. Vormittag war ich bey m. Schwigervatter. Bey unß war Mittrowsky. Nachmittag war bey mir der Wälsche Aursperg, junge Werth, die Wusethin und ihr Schwester. M. L. war in Visiten bey der Gallenberg, bey der Landmarschallin der alten und bey der Berlendes. Abends gieng ich mit m. L. zu den Mittrowskyschen, wo wir soupirten. Da war auch Br. Benj/ami/n. Dan gegen 11 Uhr giengen alle zusamen auf dem Bal und bliben da biß 3 Uhr nach Mitternach. 12. Vormittag war bey mir Franz Lamberg, Nachmittag der Wälsche Aursperg und der Widercker. M. L. war Nachmittag in Visiten bey Mad. Bourly, bey Mad. Halden und Wolff Erberg, bey der Otto und der Valvasor. 13. Vormittag war bey mir Aron Marpurgho [410] und der Perr, Handlsmann. Nachmittag wieder der Marpurgo. Bey m. L. war die Mittrowsky. 14. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Br. Hallerstein, Wolckensperg und Gallenberg. 15. Morgens war ich in Rath. Nachmittag war bey mir der Raditsch. M. L. war bey der Englshauß und abends bey der Wildenstein. Raditsch fragte sich an wegen der Fassionen, welche der Magistrat einzulegen hat der Landsbereitungscommission. 2do, recomendirte er sein Interesse in merito des neuen Darlehens. Heüt hat m. L. Heinrichl abgespent. 16. Morgens war bey mir M/aria/ A/nna/ Utschan. M. L. war bey der Grafin Thurn Wittib wegen ihren Nahmenstag. Nachmittag war bey mir der Schweiger und Widerkher. M. L. befande sich etwas resentirt und war obligirt sich zu legen. 17. Nachmittag war bey mir Joseph Aursperg, dan P. Guardian von Franciscanern, mich auf Morgen zum Mittagessen einzuladen. 18. Morgens war ich in Visit bey Mittrowsky und bey dessen Bruder dem Obristleüthnant unter Hildburgshausen, der mit einer Mannschafft auß Niederland gekomen und nach Carlstadt gehet. Dan war ich in Visit bey der Berlendes und Br. Moscon. Zu Mittag speiste bey Franciscanern. Da war Herberstein, Orzon, beede Mittrowsky, Leopold Lamberg, Barbo, Wolf Erberg, Benj/ami/n Erberg, Ant/on/ Erberg und mehr andere. Nachmittag war ich bey Franz Liechtenberg in der Visit. [411] 19. Morgens ist die Caffésiederin in mein Hauß gestorben. Dan war bey mir Orzon, unser Darlehenscommission betröffend. Dan habe mein vorstehenden Hund nach Wien an Peter Prandau abgeschickt. Nachmittag war bey mir Raditsch, dan der Wälsche Aursperg. 20. Vormittag war bey unß Mittrowsky mit sein Bruder Obristleüthnant, der heüt nach Carlstadt abmarchiret mit circa 450 Husarn, welche auß Nied/er/landen über Tyroll dieser Tagen hier angekomen304 und seit den 304 Sledi prečrtano seyn 176 | 1748 Marec November auf dem Marche seyn. Nun wird er Obristleüthnant eben soviel zu Carlstadt abhollen und nach gedachten Nied/er/lande zu künfftiger Campagne führen. Nachmittag war bey m. L. in Visit die Br. Rossetin mit der Raunoch und der Freile, beede ihre Töchter, dan die Janesitsch. 21. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Orzon. Da war er und die Grafin, Gallenb/er/g und die Gräfin, Graf Antoni Thurn von Gorz, Br. Benj/ami/n Erberg. Nachmittag gieng ich mit Gallenb/er/g spaziren. M. L. war bey der Schrottenbach und bey der Joseph Aursperg. Bey mir war Br. Halden und Pilligraz. 22. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey Herberstein. Da war Orzon, Ant/on/ Thurn, Halden, Wolf Daniel Erberg, Br. Guschitsch. Heüt sowohl in Rath alß ex post tractirte Herb/erstein/ den Ant/on/ de Fin per Spizbub, schlechter Kerl und zeüget sehr schlechte Opinion von ihm zu haben. [412] Und ob ich ihme den Brief, das mir Br. de Fin unter 15ten dieses geschriben, nur in confidentia gezeüget hatte, sagte er mir davon vor anderen und das er auf dergleichen nichtes halte und nichtes wissen wolle. 23. Heüt morgens waren bey mir die zu Beschreibung der Haüser von dem Magistrat abgeordnete burgerlichen commissarii, umb die fassiones zu künfftiger Landsbereitung zu formiren und taxirten mein Wohnung per 90 fl. und die von Br. Erb/er/g per 80 fl. Doch schienen305 ihnen selbsten lezte etwas hoch zu seyn und wollen auf 70 fl. einrathen. Nachmittag war bey m. L. die Schweigerin. Ich suchte den Br. Halden und Gallenfels, fande aber keinen. Dan war ich bey Sigm/und/ Abfaltrer und spätter bey m. Schwigervatter. 24. Vormittag war bey mir Graf Ant/on/ Thurn von Gorz, der mir sein speciem facti wegen des mit Formentini gehabten Anstosß abgelesen hat. Zu Mittag speiste bey unß der Sitticher Hallerstein. Nachmittag war da der P. Provincial von Franciscanern, P. Scarpin. 25. Vormittag war ich in Visit bey Antoni Grafen von Thurn. Dan gieng mit ihm zu Mittrowsky, dan zu Herberstein, deme ich 2 Bücher und dan die aquileische Schrifft restituiret hab. Dan meldete ihm auch, das ich Morgen gerne nach Lack gehen, hingegen wieder Nachmittag retournirt wolte, worüber er nichtes hatte. Nachmittag war bey mir syndicus Raditsch wegen Versazambt et Getraydmagazin. [413] 26. Gester abends bin ich in compagnia m. L. und des Br. Benj/ami/n auf dem Bal zum Perr, dan zum Tanzmeister. Bliben da biß nach Mitternacht und heüt morgens seyn wir drey auf Lack zum Haubtmann. Bliben da bey Mittagessen. Nachmittag waren bey den Klosterfrauen und dan seyn wir zwey mit m. L. in einer Schlitten nach Laybach retournirt. Bey der Taffel waren der Haubtman Br. Halden und sein Gemählin, Br. Piligraz und sein Frau und Tochter, Mr und Mad. Jugoviz, Br. Benj/ami/n Erberg, Mad.le Wolwiz, 2 Mad.les Maderson, Mad.le Wisentall, ein Augustinermönch Gotscheer, ein Pfarrer Madersohn, ein andere Pfarrer, der Haußcaplan. 27. Nachmittag war bey mir der Antoni Thurn. 28. Nachmittag war ich in Rath bey Herberstein. Heüt habe ich die tschuberische Comissionsacta dem Br. Wisenhütten nach Idria geschickt. 29. Vormittag war bey mir der Storff, i.ö. Geheimbenrathscancelist, der mir ein Compliment von Br. Eckh brachte. Dan war da Graf Ant/on/ Thurn, deme ich auf dessen Verlangen ein kleine Sigillpresß per 2 #, er aber mir davor 2 Bilder, auf welche ich ihme noch eine Ducaten bezahlt, gegeben hat. So war auch bey mir der Dionoro, der sich nomine der constanzischen Erben gerne mit dem Garzoni vergleichen möchte. Dan spatter der Battazzi wegen taccoischen Lederfabrique und den giudice di Fiume Gus/epp/e Zanchi. 1748 Marec [414] 1. Marzi. Nachmittag war ich in Rath beym Herberstein. Spätter war bey unß Br. Mordax mit seiner Gemählin, gebohrne Hallerstein. 305 Orig. schuner | 177 1748 Marec 2. Vormittag war bey mir Perr, Nachmittag sein giovine, der des alten Jencko Tochter heyraten soll. M. L. war in Visit bey der Mordax -Thurn. Eben selbe Zeit war ein rencontre zwischen Br. Gusitsch und Carl Liechtenberg, welche vor des Gusitsch Hauß mit Degen übereinander waren. Es kam aber Engelshauß und Lamberg dazu und lezter kündigte Beeden den Arrest an. Abends war da Widerkher. Nachmittag umb 3 Uhr ist Herberstein nach Görz verreist. 3. Sonntags morgens war ich mit Br. Benj/ami/n in Visite bey den Valvasorischen, dan bey der Thurn und Mordaxin, item bey Barbo. Nachmittag war ich bey Schmitthoffen und abends bey Mittrowskyschen. M. L. war bey Frl. Hochburg, dan bey der Werlendes. 4. Vormittag war bey mir der Steüeranschlager, sich zu informiren, ob er bey denen des subsidium præsentanei pro anno elapso annoch außständigen Partheyen mit der Execution fürgehen solle. Ich hab ihm an Mittrowsky et Barbo gewiesen. Dan war bey mir der Franchi, der sein Sohn gerne zum Landschafft-Kriegssecretare, vacant nach dem Wiesenfeld, verhelffen mochte. Nachmittag war da der Stadtsyndicus, item der Br. Eckh. 4. Heüt Nachmittag war eine ständische Erkandtnus, betröffend die den 2ten dieses [415] geweste Raufferey zwischen dem Graf Liechtenberg und Br. Guschitsch und seyn dabey an der Zahl [–]306 erschienen. 5. Vormittag war bey mir der Br. Androcka. 6. Vormittag war ich in Rath. M. L. war Nachmittag bey der Mittrowsky. 7. Vormittag war bey mir Franchi. Um 10 Uhr ist hier angekomen Br. Flachenfeld von Wienn. Nachmittag war ich bey ihm. Bey m. L. war Br. Mordax und sein Frau und dan die Br. Otto. 8. Vormittag war bey mir Dr. Modesti, dan Mr Brussel, Camerdiener bey Br. Flachenfeld, und dan Br. Flachenfeld. Nachmittag war bey mir secretarius Merzenhaim. Spatter war ich bey Joseph Aursperg, wo auch m. L. war. Vorhero aber war sie bey der Flachenfeld. 9. Vormittag war bey mir Mester Lord, flachenfeldischer Camerdiener. Nachmittag war ich in Rath307 in königlichen Ambt. M. L. war bey der Werthenthall wegen ihren Nahmenstag. Nachmittag war auch bey unß der abbé Gall von Gritsch. 10. Vormittag war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag waren da die jungen Lichtenberg und Athems. Dan war ich bey Mittrowskyschen und vorhero bey Posarelli und Gandin. M. L. war Nachmittag bey der Thurn -Mordaxin und Mittrowskyn. Bey mir war auch Flachenfeld und Schmidthoffen. Heüt abends ist der Graf Rasp in 64ten Jahr seines Alters gestorben. [416] 11. Vormittag war bey mir der Schweiger, mit 〈dem〉 ich concertiret habe, das er mir ein Vasß Marwein von mitterer Sorten geben wolle und circa 8 oder 10 Eymer, umb es per prova mit nechst von Triest nach Amsterdam abzugehen habenden Schiff abzuschicken. Nachmittag war ich in Rath. Bey m. L. war die Berlendes. Sie m. L. aber war Vormittag bey der Joseph Aursperg wegen ihren Nahmenstag. Heüt hat Br. Eckh bey der Appelationscamer alß Rath das Jurament abgelegt. 12. Vormittag war bey mir Flachenfeld, Nachmittag in simili und Br. Salvay. Bey m. L. war die Fleischmanin und Mad. de Werth. Ich war spatter bey m. Schwigervatter, dan bey Schweiger. Heüt morgens ist Graf Rasp bey Augustinern begraben worden. 306 Prostor za število. 307 Sledi nekaj neberljivih prečrtanih besed. 178 | 1748 Marec 13. Vormittag war bey mir der junge Werth, dan war ich in Rath. Dan war bey mir der Lord. Nachmittag war ich bey Flachenfeld, der308 die künfftige Nacht nach Triest verreiset. Spätter war ich bey Mittrowsky, der Morgen fruhe nach Wienn verreiset. Bey m. L. war die Mordax und ihr H. Abends war sie bey der Mittrowsky. Bey m. L. war auch die Joseph Aursperg. 14. Vormittag war bey mir Battazzi, Nachmittag der Nemizhof, Schweiger. Dan bey m. L. die Schweigerin, Frl. Hallerstein. Heüt morgens um ½ 8 Uhr ist Br. Mittrowsky per Wienn und Mahren, dan Br. Flachenfeld umb 10 Uhr nach Triest abgereist. [417] 15. Heüt Nachmittag ist Graf Herberstein von Görz hier retournirt und weill er von der Reiß math war, hat er sich gleich gelegt. M. L. war bey der Janesitsch, bey der Mittrowsky und Frl. Hochburg. 16. Nachmittag war ich beym Herberstein im Rath. 17. Vormittag war ich bey mein Schwagger abbé Br. von Erberg wegen sein Geburtstag. Dan bey Wildenstein mit Br. Benj/ami/n. Nachmittag war ich bey Lichtenthurn, bey blindem Rasp und bey m. Schwigervatter. M. L. war bey der Wittib Rasp, bey der Joseph Aursperg und bey der Mittrowsky. 18. Heüt morgens habe in der königlichen Canzley dem Vicebuchhalter Marotti, dan dem Raithsofficier Kampmiller das Jurament geben lassen. Dan war ich bey Herberstein, deme mein Memorial an die Königin recomendirt habe, umb von der tschuberischen Commission dispensiret zu werden. Dan war ich bey Gallenb/ er/g wegen sein Geburtstag, item bey Kuschland. Nachmittag war ich in der Commission bey Orzon in merito subsidii præsentanei. Bey mir war Gallenb/er/g, abbé Gall, die Dr. Schifferstainin, welche mich 1/m fl. zu Leich gebetten hat. 19. Morgens war bey mir abbé Gall, der heüt nach Wienn abreiset. Dan war ich mit Br. Benj/ami/n bey der Orzon, bey der Schrottenbach und bey Joseph Aursperg wegen deren Nahmenstag, zugleich auch der lezter alß Camerherr [418] unlängst declarirt worden ist. M. L. war auch an allen den Orten und Nachmittag auch bey der alten Landmarschallin und der Raspin. 20. Morgens war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Dr. Modesti, dan der junge Hueber. Bey m. L. war die Orzon. Heüt spatt gegen 11 Uhr ist der Sollicitator von Stainhoffen gestorben. 21. Heüt morgens umb 4 Uhr ist die Gräfin von Liechtenberg, gebohrne Gräfin Rasp, gestorben. Bey mir waren heüt Graf Coronini, Radieucich und Baselli, die wegen der Landbereitungscommission von Görz und Gradisca hieher gekomen seyn. Bey m. L. war Gräfin Gallenberg. Bey mir war auch Dr. Kappus, deme die causam Eüllerin bestens recomendirt habe. 22. Heüt morgens ist die Gräfin von Liechtenberg, gebohrne Grafin Rasp, begraben worden zu den PP. Augustinern di larga manica. Nachmittag und abends war m. L. bey der Schrottenbach, id est bey Wildenstainischen. 23. Vormittag war bey unß P. Rector von Piaristen von Wienn, der nach Rom gehet. Nachmittag war da Guido Cobenzl. 24. Vormittag suchte 2-mahl die Coronini, Radieucich, Baselli, Cobenzl und Egck und Nachmittag auch 2-mahl, fande aber niemand von ihnen. Dan war ich bey Max Tauffrer, der zwar noch betligerig, doch ausser Gefahr ist. Spätter war ich bey m. Schwigervatter. [419] M. L. war Nachmittag bey der Max-Tauffrerin, bey der Mitrowskin und bey der Joseph Aursperg. 25. Vormittag war ich mit Br. Benj/ami/n in Visit bey Cobenzl, dan bey Coronini, Radieucich und Baselli. Nachmittag war bey unß m. Schwigervatter, Frl., dan der Schweiger, deme das Vasßl bezahlt habe mit 3 fl. und die 10 Eymer Marbein à 1 fl. 25 〈kr.〉 mit 14 fl. 10 〈kr.〉, zusamen 17 fl. 10 〈kr.〉 Welchen Wein zur Prob nach Amsterdam senden werde. 308 Popravljeno. | 179 1748 April So war auch bey mir der Loscatin, deme ich Morgen das Jurament geben werde. 26. Morgens war bey mir der Loscatin. Dan war ich in Rath. Gegen Mittag habe dem Loscatin das Jurament geben lassen in der Repræsentationscanzley. 27. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag warn bey m. L. die Valvasor und Paradaiserin. Bey mir aber 2 Marpurgi, *Juden* von Triest. Zu Mittag speiste bey unß m. Schwager Br. Ferdinand. 28. Nachmittag war bey mir canonicus Br. Otto und canonicus Br. Abfaltrer, umb vom Darlehen dispensiret zu werden. Dan war da Battazzi. Bey m. L. Mad. Bourly. Abends war m. L. bey ihrem H. Vattern. 29. Vormittag war bey mir Persky, sich zu bedanken, das er heüt alß Burger und Baumaister aufgenohmen worden ist. Nachmittag war ich in Rath bey Orzon, vorhero bey Cozzolischen. M. L. war bey der Wälschen Aursperg, [420] bey der Dual, bey der Valvasor, dan bey der Joseph Aursperg. Heüt abends ist Br. Flachenfeld von Triest hier angelangt. 30. Vormittag war bey mir des Weittenhüller Bedienter wegen der 2/m fl., die ich zu Wien empfangen. Dan habe ein Vaß Marbein nach Triest expedirt und per Amsterdam inbarquirt zu werden. Nachmittag war bey unß Flachenfeld. 31. Vormittag war ich bey Orzon, suchte Flachenfeld. Nachmittag war bey mir Garzoni, Schifferstein, Nemezhoffen, der Wälsche Aursperg, m. Schwager Br. Ferd/ inand/ Erberg. M. L. war bey der Werlendes, bey der Mittrowsky und suchte die kuschlanische Bellerle. Nachmittag309 gegen 3 Uhr habe die Staffettn mit Fischen von Triest erhalten und gleich weiter nach Wien expedirt. 1748 April 1. April. Vormittag war bey mir Br. Salvay, der wegen der restirenden pro subsidio anni elapsi zu geben habenden 5/c fl. die Execution in Hauß hat. Batte um ein Dilation, offerirte sein goldene Uhr, Jubelen, Silber und Wechslbrief. Ich habe ihn an310 Graf Herberstein gewisen. Nachmittag war ich in Rath. Abends nach dem souppe war m. L. zu der Joseph Auersperg verlangt, welche in die 6 Wochen komen soll. M. L. blib da über Nacht. 2. Heüt morgens um 7 Uhr ist Br. Gallenfels, Generaleinnehmber, in 43ten Jahr seines Alters, [421] nachdeme er vorhero mit allen Hl. Sacramenten versehen worden, auch gester sein Testament gemacht hat, wohl disponirter gestorben. Gegen Mittag kam m. L. nach Hauß, gieng aber gleich wieder zur Aursperg. Nachmittag war bey mir Frater Johannes Jurina, Augustiner, Br. Kuschland, der gerne Generaleinnehmber oder Verordneter werden möchte, dan der Dionoro. Item der Zimermann, deme 10 Tram Baumer zu 18 Ellenpogen lang mit 10 pz. und 12 soldi bezahlet habe. Heüt ist der Leychnahm311 des Br. Gallenfels seeligen nach Crainburg geführt worden. 3. Morgens war bey mir der Zimerman, deme wegen conservirten Brettern 9 Pazen zu zahlen hatte. Habe ihm Mangl Münz 2 pz. gegeben, bleibt also schuldig 6 soldi. Bretter waren Eychene 205, Nußbaumene 228, Birnholzene 19, dan 19 Puschenlaisten. Gester war auch der Tischler bey mir, mit dem ich vor das Kastl zum Münzen mit 120 Schubladlen per 2 # accordiret habe und das Holz habe ihm extra zu bezahlen. Item vor das Bret hinter mein Sesßl mit Stellen sambt dem Holz per 2 fl. accordiret. Heüt morgens war ich in Rath. Nachmittag um 1 Uhr *ist* die Joseph Auersperg mit einer Frl. niederkomen. M. L. war beständig bey ihr auch die verflossene Nacht und retournirte erst abends nach Hauß. 309 Na robu prečrtano: 1. April 310 Popravljeno. 311 Popravljeno. 180 | 1748 April Nachmittag war bey mir Br. Flachenfeld. [422] 4. Vormittag war ich in Rath, dan habe dem Stadtrichter von Tschernehmbl das Jurament geben lassen *durch secretarium Merzenhaim* in dem königlichen Ambt in der Commissionsstuben. Dan fahrte ein wenig spaziren. Spätter passirte bey m. Schwigervatter, wo ich mein Liebste abholte. M. L. war Nachmittag bey ihrem Vatter, bey der Sigm/und/ Abfaltrer und bey der Joseph Aursperg. 5. Vormittag war ich in Rath. Dan gieng ich mit Hochenwarth spaziren. Nachmittag war ich in der Conferenz, dan gieng ich mit Br. Ant/on/ Erberg spaziren. Vormittag war bey unß P. Provincial von Jesuiten P. Hingerle mit P. Rector de Giorgio. M. L. war Nachmittag bey der Joseph Aursperg. 6. Vormittag war ich in Rath. Dan gieng ich auf ein Augenblick dem Grafen von Herberstein mein Compliment zu machen, weil er gleich nach Görz abreiset in compagnia des Corronini, Radieucich und Baselli. Zu Mittag speiste bey unß m. Schwager Br. Ferd/inand/. Nachmittag waren bey mir ein Par Capuciner, die mir ein periocha von der künfftigen Carfreytagprocession brachten. M. L. war Nachmittag bey der gester hier angekomenen Grafin von Cobenzl, gebohrne Palphin, und mit ihr bey den Ursulinerinen. 7. Vormittag war ich bey der Carl Cobenzlin, die um 10 ½ Uhr von hier nach Hasperg verreist ist. Dan suchte die Busetischen und spätter war ich bey m. Schwigervatter, wo auch m. L. gewesen. [423] Nachmittag war ich beym P. Provincial von Jesuiten, dan suchte den Flachenfeld. Dan war ich bey Br. Pilligraz, suchte Ign/ati/ Abfaltrer. Dan war ich bey m. Schwigervatter. M. L. war auch bey der Pilligraz, dan bey der Orzon, bey ihrem H. Vatter und spätter bey der Joseph Aursperg. 8. Vormittag war bey mir der Concipist Mayr. Nachmittag war ich mit Br. Benj/ami/n bey der Declamation der Posten wegen meines Lucasl. Vorhero bey P. Provincial, deme 6 Botilien Weinzerlwein von Zephalonia regaliret habe. Spätter gieng ich mit Br. Benj/ami/n in mein Garten auf die Polane, dan zu St. Peter und St. Christoph spaziren. Abends war ich bey Orzonischen, die Morgen verreisen nach Görz. 9. Vormittag war bey mir Dr. Modesti wegen des Perr in merito des Tabactransito et Extraction. Nachmittag war bey m. L. Mad. Bourlie. Dan war m. L. bey der Joseph Aursperg. 10. Nachmittag war bey mir Br. Ignati von Abfaltrer. Dan war ich in Rath. Nachgehends war bey mir Stefano von Benzoni. M. L. war Nachmittag bey der Joseph Aursperg. 11. Morgens habe bey den Franciscanern mein Andacht verrichtet. Nachmittag war ich beym Bischoff in Visit, dan bey Br. Schmitthoffen, spätter bey m. Schwigervatter, dan bey Mad. Wisenthall. [424] M. L. war Nachmittag bey der Joseph Aursperg. Heüt Nachmittag hat mir H. von Vtschan sein Hieherkunfft wissen lassen. 12. Morgens kam zu mir der Vtschan, dan der Nemezhoff, Buseth und Mariandl Vtschan. Zu Mittag speiste bey unß Vtschan und mein Schwager W/olf/ D/aniel/. Nachmittag kam der Sitticher Utschan und die Roßpreiterin zu den neuen Appelationsrath. Ex post gieng ich die Hl. Gräber besuchen und abends habe die Procession geschaut bey m. Schwigervatter. M. L. war auch die Hl. Gräber besuchen mit ihren Schwestern und abends waren beysamen die Procession zu sehen. 13. Morgens bin ich zur Sau-Brucken gefahren in Hofnung den Utschan anzutroffen. Er war aber schon vortags nacher Graz verreist. Dan war bey mir Steinberg, Helbling, Dr. Rodella. Nachmittag war bey mir P. Kesßler, Magister Taufferer, magister poeseos et gramatices, magister gramatices et principiorum, dan der Sonntagbrediger von Capucinern, Flachenfeld und Schweiger, Steinfels. Abends war ich bey Mad. Bourlie, dan bey der Aufferstehung bey den Jesuiten und spätter mit m. L. bey ihrem H. Vatter und Schwestern. 14. Heüt Ostersonntag Nachmittag war ich mit m. L. bey ihrem H. Vattern, dan bey der Br. Abfaltrer, gebohrne Dinzl, dan bey dem Bischoff und spätter bey den Wildensteinischen. | 181 1748 April Bey mir war abends der junge Schifferstein. M. L. war Nachmittag auch bey der Joseph Aursperg. 15. Vormittag war ich bey Br. Flachenfeld. [425] Zu Mittag speiste bey unß Steinberg. Nachmittag war bey mir Brancovich, dan bede Widerkher. M. L. war bey den Clarisserinen, bey der Mittrowsky und bey der Joseph Aursperg. 16. Vormittag war bey mir Garzoni. Nachmittag bey m. L. die Br. Abfaltrer, gebohrne Dinzl. Spätter war ich bey Mad. Bourlie, dan bey m. Schwigervatter, wo auch m. L.312 und von der Flachenfeld dahin gekomen war. 17. Heüt Nachmittag war bey unß der Wälsche Aursperg, der Buseti. Heüt habe dem Weittenhiller die 41 fl. bezahlt, welche er mir gester zu Linz in Favor Spengler assigniret hat. 18. Vormittag war bey mir der famose Grena, dan des Weittenhiller jung, der um ein Pasß gebetten, seine hier fabricirte Tuch nach Agram abschicken zu känen, welche ich auch Nachmittag außgefertiget habe. Nachmittag war ich mit m. L. bey dem Obristleüthnant Mittrowsky und bey seiner Schwägerin, spätter bey der Schweigerin. 19. Vormittag war bey mir der Grenna, dan der Flachenfeld. Gester war bey unß der Bischoff von hier mit dem Gallenb/er/g und besachen unser Quartier, ob wir schon nicht zuhause waren. Heüt Nachmittag war m. L. in unsern Garten auf der Polane zu sehen und zu veranstalten, wo wir die Holzbaraquen machen [426] lassen werden. Dan war ich in Visit bey der Ferd/inand/ Liechtenberg und bey der Joseph Aursperg. 19. Morgens ist der Br. Ferdin/and/, mein Schwager, nach St. Xaveri abgereist. 20. Vormittag war bey unß die Br. Mittrowsky und der Obristleüthnant, ihr Schwager. Nachmittag war da Mad. Bourlie und der junge Wolckensperg, item der Kuschland und die Frl. von Erberg. M. L. war mit der Bourlie ein Quartier zu besehen. 21. Vormittag war ich in Visit bey Mad. Wertentall, dan speiste zu Mittag bey dem Fürsten-Bischoff mit m. L. Da war Mad. Mittrowsky und der Obristleüthnant ihr Schwager, H. Schweiger und sein Frau, Graf Leopold Lamberg, Br. Benj/ami/n Erberg, W/olf/ D/aniel/ Erberg, Br. Flachenfeld, Stadtpfarrer, Geistliche Kuckartschiz und der junge Graf Athems. Nachmittag war ich in Visit bey Ign/ati/ Abfaltrer. Nachmittag ist Graf Herberstein von Görz hier retournirt. Nachmittag war m. L. bey der Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl, dan bey der Piligraz. 22. Nachmittag war ich in Rath bey Herberstein. Spätter bey m. Schwigervatter, dan bey dem Ferd/inand/ Br. Gall, der heüt angekomen ist. 23. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Dionoro. M. L. war bey der Joseph Aursperg. 24. Vormittag habe in königlichen Hauß dem Richter von Möttling das Jurament ablegen lassen. Dan war bey mir Garzoni. Zu Mittag speiste mit m. L. bey Wildenstein. Da war er der Graf, sein Frl. Schwester, der Bischoff, Graf Herberstein, Graf Gallenberg und die Grafin, die Schrottenbach, Br. Valvasor [427] und sein Gemahlin, Graf Barbo, Br. Benj/ami/n Erberg und der Stadtpfarrer Perr. Nachmittag gieng ich mit dem Ign/ati/ Abfaltrer die idrianische Getrayder in Baalhauß zu besichtigen in Gegenwarth des Kappus und Scheberle. Dan war ich in mein darneben ligenden Gärtl bey dem Helblingischen, die solchen in Bestand haben. Spätter war ich bey Flachenfeld. 25. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war ich in Rath. 312 Sledi prečrtano war 182 | 1748 Maj Nachmittag war bey mir Nemezhoffen den Zins zu zahlen. Bey m. L. war die Schrottenbach und die Gallenberg, dan m. L. ihre Schwester. 26. Nachmittag war ich in Rath. Dan bin mit Hochenwarth spaziren gangen. Gester nach 8 Uhr abends ist gestorben der Magister des Lucasl, Paumgartner. Meinen Cancellisten den Comasina habe heüt abgefertiget und ihme vor die Zeit, den er bey mir war, zehen Kremnizer Ducaten gegeben, womit er vollkomen vergnügt war. Und komt nun zum Br. Flachenfeld alß Haußsecretarius, wo er sein Taffl und Quartier und 200 fl. Besoldung haben wird. Bey mir war auch der Bottoni von Buccari, der hier in Diensten wird. 27. Nachmittag war da Mad. Bourlie, P. Provinzial von Franciscanern, Br. Ign/ati/ Abfaltrer, m. Schwager Br. Erberg und andere, mehr der Wälsche Aursperg. [428] 28. Vormittag war bey mir der Baumeister Juliani, deme committiret habe, das schellenburgische Hauß und Garten zu schäzen und den Schmid zu ziehen. Nachmittag war ich bey der Joseph Aursperg. Dan gieng mit Hochenwarth spaziren. Spätter war ich bey m. Schwigervatter. M. L. war bey der Frl. Hochburg und bey der Ferd/inand/ Liechtenberg, spätter bey der Frl. Wildenstein. 29. Vormittag war bey mir de Werth wegen der Landbereitung. Dan Merzenhaim wegen der schellenburgischen Hauß und Garten. Dan Perizhof wegen sein Quartier in königlichen Ambt. Heüt mittags ist P. Valvasor von hier nach Wien. Nachmittag war ich beym Bischoff. Dan in mein Garten auf der Polane. Dan in dem königlichen Ambt wegen des perizhoffischen Quartier, item wegen der Buchhalterey und Registratur. Dan beym Wildenstein, wieder beym Bischoff. Suchte Gallenberg. Bey mir war Schmidthoffen, Flachenfeld, Taccò, der Richter von Crainburg, Merzenhaim. 30. Vormittag war ich bey Herberstein wegen der schellenburgischen Häuser und Garten und zeügte ihm das Billet des Gallenb/er/g, welches er mir in hoc merito gester geschriben. Herb/erstein/ aber alterirte sich gleich und zwar: Gallenberg ist ein schlechter Kerl, ein malizioser Crainer und das er sein Lebtag auf niemand etwas halte, der einmahl gebrigelt worden und kein Satisfaction sich genohmen hat. Enfin, nachdeme der Paroxismus abzunehmen angefangen hat, sich auch das Übrige gelegte. [429] Er glaubte zwar, es wird viel Schreiberey und Relationirens brauchen, indeme die Repræsentation die Sache bereits in commissis hat und nun da sich die Appelation darein mischet, wird alles in Confusion komen. Enfin, er schüne doch disponirt zu seyn, alles der Appelation zu überlassen und die Sache in Rath zu proponiren. Wider den Haugwiz hat er auch nicht wenig geschmählt und glaubt, das er gewiß noch fahlen wird. Dan war ich in königlichen Ambt und ließ dem Richter von Crainburg Zebull das Jurament geben durch secretarium Merzenhaim. Dan war ich bey Flachenfeldischen, mich zu beurlauben, weil sie Übermorgen nach Triest verreisen. Nachmittag war ich in Rath. Bey unß war Mad. Bourlie. 1748 Maj 1. May. Vormittag war da Br. Ign/ati/ Abfaltrer. Nachmittag war m. L. bey ihrem H. Vatter, bey der Joseph Aursperg und bey Schweigerischen. Nachmittag hat Br. Ign/ati/ Abfaltrer in Tabac -Appalto ein lebendigen Ochsen zur Probe abwägen lassen und hat gewogen 79 lb. Nun will er ihn schlachten lassen, umb die Differenz an Gewicht zu wissen. Heüt morgens umb 5 Uhr ist die Frl. Maria Anna Gräfin von Rasp gestorben. 2. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war da der junge Hochenwarth, dan bey mir [430] Franz Bernh/ard/ Graf Lamberg, Fr. Schwagerin und mehr andere. Heüt habe die Fenstertaffel313 von Linz erhalten. 3. Vormittag war ich bey Franz Lamberg. Bey mir war Br. Kuschland. Nachmittag war bey mir P. Provincial von Franciscanern und der Br. Brigido. Spätter der Verwalter des Franz 313 Pred tem prečrtano Taff | 183 1748 Maj Lamberg, der mir die Originalobligation seines, unter 22ten September 1739 erlegten Darlehenscapital per 3/m fl. sambt der Cession überbracht hat und die ich Morgen dem H. Mayr nach Wien zum Vernegociren senden werde. Bey mir war auch die Busetin und ihr Schwester, die m. Micherle in die Comedie geführt hatten. 4. Vormittag war bey mir Garzoni. Nachmittag Dionoro, Robida, der mir einige alte Münzen gebracht. 5. Vormittag war bey mir der neuangekomene Raitsofficier Deliesnig und Nachmittag der Registratursadjunct, welchem ich Morgen das Jurament geben lassen werde. Spätter war ich in m. Garten auf der Polane und in dem Spittalgarten, wo Graf Leopold Lamberg und P. Scarpin, Provintial , waren. Und wir besachen die Acker und Gärten, indeme P. Provintial bezeüget, selber Gegend ein Garten anzulegen. M. L. war Nachmittag bey der Orzon, dan bey ihrem H. Vatter, wo ich sie abgehollet habe. [431] 6. Vormittag war ich in königlichen Ambt und habe dem Delesnig alß Raitsofficier, dan dem [–]314 alß Registratursadjuncten durch den secretarium Merzenhaim das Jurament geben lassen. Dan war ich bey Graf Barbo wegen der lackerischen Affairen dasig perpetuirlichen Rath. Dan war bey mir Merzenhaim. Nachmittag war ich in Rath bey Herberstein. Spätter war bey unß der Wälsche Aursperg, dan meine Schwagerin mit der Frl. Hallerstein. Lamberg wolte heüt die Commission halten wegen subsidii præsentanei,315 ich war aber engagirt bey Herberstein. 7. Vormittag, bald nach 5 Uhr ist P. Provincial von Jesuiten P. Hingerle von hier nach Wienn abgereist. Ich war in Rath. Nachmittag war da mein Schwager W/olf/ D/aniel/. 8. Vormittag war bey mir der Bottoni, deme ich das traductum den monte di pietà zu Gradisca betröffend ad revidendum gegeben habe. Dan war da der Raditsch, Stadtschreiber. Nachmittag war ich im Commission bey Lamberg. Bey m. L. war die Orzon mit dem jungen Atthems. Dan ist m. L. zu der Moscon und Berlendes, dan zu der Joseph Aursperg. 9. Vormittag waren bey mir einige Schleiffer, dan secretarius Merzenhaim. Nachmittag war bey m. L. die Schweigerin, Frl. Hochburg und ihre Schwestern und Bruder. Spätter war ich spaziren und m. L. bey ihrem H. Vatter. [432] 10. Vormittag war bey mir Bottoni. Spatter war ich in königlichen Ambt, wo ich ihme Bottoni alß Zahlambtscontrolor durch secretarium Merzenheim das Jurament habe geben lassen. Vormittag war m. L. auf dem Marckt. Nachmittag war ich in Rath und dan gieng ich mit Hochenwarth spaziren. M. L. war bey der Thurnin und Joseph Aursperg. Im Spazirengehen mit dem Hochenwarth haben wir den Radisch , Stadtsyndicum , begegnet und haben mit ihm außgemacht den Anstand wegen der Schleiffer und, das die Frembde dem bißherigen Gebrauch nach in der Stadt zum Marcktzeiten zu schleiffen die Freyheit beybehalten sollen. 11. Vormittag war bey mir der frembde Schleiffer. Nachmittag war bey mir Schmidthoffen in cobenzlischen Geschäfften. 12. Vormittag recontrirte den Grafen von Gallenberg, mit dem ich in Sachen, die mir in lezten Rath committiret worden, gesprochen habe. Spätter war ich bey m. Schwigervatter, wo ich m. L. abhollet habe. Vorhero war sie bey der Carl Hochenwarth und dan bey der Mittrowsky. 13. Vormittag war ich bey Herberstein in der Landbereitungscommission. Nachmittag war bey mir Battiman. Bey m. L. war die Thurnin mit der Schneberger Liechtenbergin. 14. Vormittag war ich in Rath. 314 Prostor za ime. 315 Nato še enkrat ponovljena beseda halten 184 | 1748 Maj Nachmittag war bey unß Br. Gall, der weltliche und geistliche, dan der Nicoletti, Maurizio Urbani und Hueber, spätter Dionoro und der Haubtman von Lack. [433] 15. Vormittag war bey mir Orzon wegen Ludwig Cobenzl in materia subsidii præsentanei. Dan war ich mit m. L. bey den Br.-Haldenischen, bey Br. Wolf Erberg. Zu Mittag speiste ich bey Wildenstein. Da war die Frl. von Hauß, die Schrottenbach, der Herberstein, Barbo und sein Bruder der Pfarrer zu Stain und ich. Nachmittag kamen Verschiedene dahin und m. L. auch. Spätter giengen alle miteinander spaziren auf dem Mayrhoff von Garzoni, allwo wir alles entworffen haben, was der Hof zu der Landbereitung wissen will, wie alles suo loco besser zu sehen ist. Heüt hat mir der Pfarrer Barbo die Bruderschafft angetragen. Spätter316 war ich bey Herberstein. Und weil es auß heüt per Staffetta an unß eingelangter Resolution wegen Haltmachung der Trouppen scheinet, alß ob der Friede, wo nicht geschlossen doch nahend seye, wolte er, das wir in materia commercii und was etwan vor Tractat in Sachen gemacht werden kante, an Kinsky vorschlagen möchten. Welches ich ihme widerrathen habe, weil gutte Gedancken bey diesen Umständen vorgebend wären. 16. Vormittag war bey mir Schlebnig von Brod. Nachmittag der Tschadesch, deme ich den Wechsl per Conto Franz Bernh/ard/ Lamberg auf dieses heüt verhaltenes Schreiben behändiget habe. Dan war da der Cancelist [–],317 sich wegen einigen Resolutionen zu erkundigen. [434] Nachmittag war bey mir die Busetin mit ihrer Schwester. M. L. war mit den kleinen Kindern in erberischen Garten. 17. Vormittag war bey mir Br. Halden, dan der herbersteinische secretarius von Sazfeld. Nachmittag war ich in Rath und ex post mit dem Hochewarth spaziren, der hernach bey mir war. M. L. war bey der Halden, dan bey der Schweigerin. 18. Vormittag war bey mir Battimann, der auch bey unß gespeist und mir, wan ich was brauchte, 8/c lb. sterling offeriret hat mit Vermelden, seine Sachen hätten sich geändert. Und er befinde sich nun in ein gutten Stand. Nachmittag war bey mir P. Scarplin , Provincial, dan die 2 Br. Gall. Bey m. L. der Carl Hochenbarth mit seiner Frauen, der Steinberg, Bono von Fiume, die Bssa. Guschiz mit der neuverhayrathen Ceresara, die Gräfin Dual mit ihren Töchter, dan m. L. 2 Schwester. Spatt war ich bey dem alten Br. Gall, der mir erzehlte, wie sich die vorgehabte Heyrath seines Sohns mit der Frl. Aursperg zerschlagen habe. 19. Vormittag war ich in Visit bey Graf Niclas Aursperg, Brudern des Landshaubtman, dan bey m. Schwigervatter m. L. abzuhollen. Nachmittag war ich bey Seyfried Abfaltrer und spätter in erberischen und gallenbergischen Garten mit m. L. Vorhero war ich auch bey mein Schwigervatter. Bey mir war Theodoro Bono. M. L. war in Visit bey der Blagey und bey der Joseph Aursperg. 20. Vormittag war bey mir Mr Battiman, [435] dan auch der H. von Vtschan, der gester von Graz hier angekomen ist und den ich vorhero bey den Busetischen gesucht habe. Nachmittag oder abends bin ich mit m. L. zu der Sau-Brucken den Utschan zu besuchen. Da war auch der Buseti, sein Frau und ihr Schwester, so auch Br. Benj/ami/n Erberg, und retournirten von dar umb ½ 11 abends. 21. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir der Wälsche Aursperg und Schmitthoffen in cobenzlischen Angelegenheiten. 22. Vormittag kam zu mir H. von Utschan, deme ich bey mir logiret habe. Er speiste auch bey mir mittags und abends, wie es künfftig alle Tag seyn wird. Morgens ist m. L. mit der Gallenberg, Josephin Aursperg und der Frl. Cenzerle nach Gertschach zum Bischoff gefahren und retournirte abends gegen 9 Uhr. Nachmittag war bey mir Bono, dan Battimann, welcher heüt nach Triest verreiset. 316 Na robu prečrtana številka 16 317 Prostor za ime. | 185 1748 Junij 23. Vormittag war ich bey Ant/on/ Erberg, dan bey Wertenpreiß und spätter holte m. L. ab, die bey den ihrigen war. Nachmittag war ich bey Joseph Aursperg, der Morgen nach Wienn gehet und spatter gieng mit ihm spaziren in compagnia m. L. und der Aursperg et Gallenberg. M. L. war bey der Guschiz. 24. Vormittag um 8 Uhr ist gestorben mein kleines Töchterle Josepha an ein Apostem, an welchem sie von Jugend auf geliten hat, ohne das ein medicus diese ihre Krankheit erkennet hat. So das heüt, wie sie ein [436] Milch genohmen, die Apostem in Leib gebrochen und viel Blut beym Mund und Nasen herauß gestossen und sie alsogleich ersticket hat. Sie war gebohrn den 20ten Februar 1746. Dan war bey mir der Wälsche Aursperg, der Bottoni, secretarius Merzenhaim, der Wolf Ad/am/ Erberg und Fr. Fränzl. Nachmittag war ich in Rath. Spätter war bey unß m. Schwigervatter. 25. Heüt morgens habe mein liebste Peperle einweichen und dan in die Rosencranz-Capellen beyn Augustinern begraben lassen. Bey mir war Bono von Fiume, Nachmittag der Wälsche Aursperg, der junge Dr. Sanetti und die Erberischen. 26. Morgens war bey mir Doctor Torre von Görz, der gerne seinen Sohn von 21 Jahren unterbringen und etwas practiciren lassen wolte. Er hat zu St. Veith in Friaul gestudirt unter dem abbé Moro. Nachmittag war ich in Commission bey Herberstein und blib da dan biß spatt. 27. Nachmittag war bey m. L. die Blagay und dan die Mittrowsky. Bey unß war auch der junge Wolckensperg, die Frl. Fränzl und Retl. 28. Vormittag war bey mir Widerkher. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste ich bey Herberstein. Nachmittag war ich mit Bssa. Mittrowsky zu Gevattern bey dem Cancelisten Haaß Töchterle, welche Josepha benahmset worden. Spätter war ich bey meinem Schwagerinen. Dan war bey mir Ign/ati/ Br. Abfaltern. [437] 29. Morgens umb 8 Uhr fahrte ich mit m. L., der Bssa. Mittrowsky und ihren Schwagern, dan Br. Benj/ami/n Erberg auf Gertschach und arrivirten daselbst umb ½ 10 Uhr. Bliben da318 beym Fürsten auf Mittag, wo auch der Graf von Gallenberg war und dan retournirten abends wieder umb 8 Uhr und arrivirten zu Laybach 9 ½. Heüt seyn sowohl des Bischoff, alß meine Öffen von Wien angekomen. Heüt Nachmittag seyn gleich vor dem Carlstädter Thor 5 Hauser abgebrandt. 30. Vormittag war bey mir abbé Gall von Gritsch, Nachmittag der de Werth, Br. Eckh. Und spätter gieng ich die Brandstädt von den gester abgebrünenen Hausern zu sehen. Dan war ich bey m. Schwigervatter. Heüt morgens seyn meine 2 Sohn der Lucasl und Franzl mit meiner Schwägerin der Frl. Franzl nach Manspurg zu der Frl. Lenerle Hallerstein und seyn abends gegen 9 Uhr retournirt. 31. Nachmittag war m. L. mit ihren Schwestern bey der Orzonin in Visit. 1748 Junij 1. Juni. Vormittag war bey mir Perschky und Giuliani. Dan war ich gegen ½ 12 in Rath bey Herberstein, in simili Nachmittag. Und spätter gieng ich spaziren in compagnia des Barbo et Hochenwarth. M. L. war bey der Bourlie. 2. Vormittag war ich bey Kuschland, dan bey der Carl Cobenzlin, die gester von Haasberg hier angekomen und heüt nach Eck gehet. [438] Nachmittag war m. L. bey der Carl Cobenzlin und ist gegen 6 Uhr mit ihr und der Gallenb/er/g nach Eck zum Franz Lamberg. Heüt ist der Lucasl und Franzl gefürmt worden von hiesigen Bischoff. Der Gevatter war Br. Benj/ami/n von Erberg. Erster hat den Nahmen bekomen Benjamin Ernestus und der Franzl Benjamin Amadeus. Spätter war bey mir der Schweiger. Mit diesem bin ich ein wenig spaziren gangen. Dan war ich bey ihm und ex post bey meinem Schwigervatter. 318 Popravljeno iz dan 186 | 1748 Junij 3. Vormittag war ich bey Herberstein, der mir die gester eingelangte Verordnung gezeüget hat. Da wir dan verschiedenes von Grafen von Haugwiz gesprochen haben. Nachmittag ist mein Lucasl und Fränzl und Micherle mit dem H. von Vtschan zu der Sau-Brucken gefahren. Vormittag war bey mir der alte Widerkher wegen der Märiandl. M. L. ist abends mit der Gallenberg von Ebensfeld retournirt. 4. Morgens war bey mir der Haubtman von Castua, dan der Schweiger. M. L. war Vor- und Nachmittag bey der Gallenberg, dan bey der alten Abfaltrerin. Abends war ich spaziren. 5. Vormittag war bey mir der Perr, der mir per Conto Österreicher 108 fl. 37 〈kr.〉 bezahlt hat. Dan war ich in Rath. Nachmittag war bey m. L. die Schweigerin und ihr Schwestern, bey mir aber der alte und junge Schifferstein, welcher lezte gerne pro amanuense [439] zu mir komen möchte. M. L. war Nachmittag bey der Busetin und spatter bey der Gallenberg. 6. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war ich und m. L. bey ihrem H. Vatter. 7. Vormittag war ich bey P. Rector und mehr anderen Jesuiten wegen eines Hofmeister zu meinen Kindern, weil der bißherige den 3ten dieses verschwunden ist. Nachmittag war bey mir der Perschky, mit dem ich ein so anderes in der Stiegen abgeandert habe. Spätter gieng ich mit meinen 2 Söhnen spaziren. Heüt vor Mittagessen ist m. L. zu der Gallenberg geholt worden und ist diese umb [–]319 Nachmittag mit ein Sohndl glücklich niederkomen. Spätter kam zu mir Herberstein und bliben beysamen biß fast Mitternacht, da wenig vor m. L. von der Gallenb/ er/g retourniret ist. 8. Vormittag war bey mir Perski, dan beede Wiederkher und dan der Haubtman von Castua. Nachmittag war ich in Rath bey Lamberg. M. L. war Nachmittag bey der Gallenberg. Heüt ist das gester gebohrne kleines gallenbergische Kind gestorben und nach Münckendorf getragen worden. 9. Vormittag war bey mir der abbé, der bey Herberstein ist, dan die Mariandl Utschan, der Doctor Zanetti. Dan war ich bey P. Provinzial von Augustinern wegen des Frater Johannes Jurina. Nachmittag war m. L. bey der Gallenb/er/g. NB. Gester hat der neue Hofmeister Anton Zergoll bey mir den Dienst angetretten. [440] 10. Vormittag war bey mir der alte Wiederkher. Zu Mittag speiste bey unß die Mariandl Utschan. Nachmittag waren bey mir Br. Max/imilian/ Tauffrer, dan bey m. L. ihre Schwestern und spätter der Wiederkher. 11. Vormittag war bey unß P. Kesßler und P. Vitnich, dan die Frl. Franzl und die jungster Schlebnig. Nachmittag war ich in Rath. Dan bin ich mit Hochenwarth spaziren gangen zu Graf Ignati Aursperg auf sein Mayrhof bey Schiscka. Spätter war bey unß Br. Piligraz und mein Schwager Br. Erberg. 12. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war da Mr Battimann, der erst von Triest gekomen, dan der Wälsche Aursperg. 13. Vormittag habe die Procession gesehen bey meinem Schwigervatter mit m. L. und Kindern. Nachmittag war ich bey der Max-Tauffrerin, dan beyn Franciscanern bey P. Provincial und P. Cesareo. Mit ihnen beym Bischoff, dan bey Mittrowsky, bey Helbling, bey der Thurnin und jungen Br. Tauffrer. M. L. war bey der Frässin und Gallenberg. *Heüt Nachmittag hab ich den Bottoni alß Zahlamtscontrolor instalirt.* 14. Vormittag war da P. Cesareo mit dem Provintial, dan Br. Halden und die M/aria/ A/nna/ Utschan. Nachmittag war da Grafin Orzon, P. Liechtl, H. von Posarelli320 mit sein Sohn, der Gandin. Ich hielte Commission 319 Prostor za uro. 320 Pred tem že Posarl | 187 1748 Junij mit den medici und spätter gieng ich spaziren. 15. Vormittag war bey unß Obristleuthnant Mittrowsky und die Bssa. Halden, dan die M/aria/ A/nna/ Utschan. Nachmittag war m. L. bey der Halden [441] und bey der Gallenberg. Spätter gieng ich spaziren. Bey mir war Widerkher. 16. Vormittag habe die Procession gesehen bey m. Schwigervatter. Dan war bey mir Garzoni. Nachmittag war das Versprochen in mein Hauß mit der M/aria/ A/nna/ Utschan und den jungen Widerkher. Die Beyständ waren von seiner Seiten Graf Leopold Lamberg, dan der alte Widerkher; von ihrer Seiten ich, H. von Vtschan, Benj/ami/n Erberg, der alte und junge Buseth. Spätter war ich bey Br. Mittrowsky, mein Collega, der heüt mit anbrecheden Tag angekomen ist. Dan war ich spaziren. M. L. war bey der Gallenberg. 17. Vormittag war bey mir Doctor Wagner. Nachmittag war ich in Rath, M. L. in Visiten. 18. Heüt in Rath erzehlte Graf Orzon, das die Unterthanen der Republique Venedig schon 20 Jahr her gleich contribuiren und nichtes gesteügert worden seyn. Graf Rudolfo Colloredo soll in venedischen Friaul 12/m fl. Einkunfften haben und zahlt jährlichen davon nicht mehr dan 1.500 fl. Nachmittag war m. L. in Visiten und ich abends spaziren. 19. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war m. L. mit ihren Schwestern und der M/aria/ A/nna/ Utschan bey den Clarisserinen. Heüt abends ist H. von Bechinie hier angekomen. 20. Morgens umb 4 Uhr gieng ich zu [442] Graf Herberstein, wohin auch Br. Mittrowsky und H. von Hochenwarth mit seinem Sohn gekomen. Dan giengen alle miteinander in zwey Schiffen auf Freüdenthall, wo wir zu Mittag gebliben und abends nach 10 Uhr wieder retourniret seyn. M. L. ist morgens frühe mit ihrer Schwester Frl. Fränzl,321 dan der M/aria/ A/nna/ Utschan und mein Söhndl dem Micherle auf Lack und retournirte abends nach 9 Uhr. Heüt habe das erstemahl dem Organisten was abschreiben und mit dem secretario collationiren lassen. 21. Vormittag war bey mir der Vlach, Haubtman von Castua, der mir unter anderen erzehlte, wie das vor circa 100 Jahren in dem castuanischen District bey 400 Familien waren und seit selber Zeit biß 600 zugewachsen sey, so das derzeüt sich biß 1/m Familien befinden und wegen disasteoren Terrains mehr untheils von der Industrie leben, doch nur von gemeiner Arbeith alß Wollenspinen, Reif- und Vassermachen. Schubie. Nachmittag war ich in Rath, da mir unter anderen der H. von Bechinie erzehlte, das in Böhmen das Rectificationswerck bereits in vollkomenen gutten Stand seye. 22. Vormittag war bey mir die Wittib Drainickin. Nachmittag Br. Valvasor, spätter Dr. Knée, Widerkher und M/aria/ A/nna/ Utschan. M. L. war zu Schenau mit ihrem H. Bruder. 23. Vormittag war ich in Visit bey H. von Behinie. Dan giengen miteinander zu Graf Herberstein, wo wir zu [443] Mittag gespeist haben. Da war der Graf, Graf Barbo, H. von Hochenwarth, H. von Bechinie, der Geistliche von Hauß und ich und bliben da biß spatt. Dan gieng Barbo, Hochenwarth und ich spaziren. M. L. war Nachmittag bey der Gallenberg und bey der Mittrowskin. 24. Morgens war bey mir der Andreas Tschitsch, gewester secretarius des Bechinie. Zu Mittag speiste bey unß die M/aria/ A/nna/ Utschan und der Brautigam, dan sein Vatter,322 H. von Buseth und sein Frau, Br. Benj/ami/n Erberg, H. von Utschan und sein geistliche Bruder. Nachmittag kam zu unß Graf Leopold Lamberg, die Frau von Werthentall, Frl. Kuschland und Frl. Widerkher. Dan fahrten alle zusamen nach Ober Schiscka zu der Hl. Margarethen, in welcher Kürchen in unser aller Gegenwarth die Frl. M/aria/ A/nna/ von Utschan mit H. von Widerkern von dem geistlichen H. Ferd/inand/ von Utschan copuliret worden seyn. 25. Vormittag war ich in Rath und Nachmittag auch biß 9 Uhr, da ich dan mit Herberstein und Barbo noch 321 F popravljeno iz P 322 Sledi prečrtano und Tocht 188 | 1748 Julij biß 10 Uhr spaziren gangen bin. 26. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag waren bey unß Mittrowsky und sein Frau, dan Battiman. 27. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag gieng ich ex curiositate zu der Landbereitungs- [444]-Fassionirungs-Explicationscomission, wo auch Herberstein, Barbo, Hochenwarth, Ign/ati/ Abfaltrer, Br. An/ton/ et Br. Benj/ami/n Erberg, Mittrowsky, Scheiner, Zettel, Schwab von Liechtenberg, Schweiger, Buseth zugegen waren. Und man fassionirte einige comendische Unterthanen in Beyseyn des Petermann und de Werth. Blib da bey 2 ½ Stund und sache, das man in dieser Zeit nur323 2 Bauren fassionirt hat; folgsam erfordert zu einem Bauren etwas über ein Stund. NB. Hingegen seyn, das lauter hierinn ligende Bauren, die mehrentheils schon suppleit waren und endlich zu antworten wissen, was vor wird mit jenen erfordert, wo man ihre Antworten mit Zangen heraußziehen und sie erst instruiren müssen wird. Dan war bey mir Battiman. 28. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag hatte ich den consessum mit denen medicis. Dan war bey mir der Dionoro und spätter gieng ich spaziren. 29. Vormittag war bey mir der Concipist Frasß et Nachmittag der Spatt. M. L. war bey der jungen Franz Liechtenberg. Abends war ich spaziren. Vorhero war bey mir Graf Edling, der nach Wien gehet, sein Gräfin abzuhollen. 30. Vormittag war ich bey Graf Herberstein in Galla wegen sein Geburtstag. Dan war ich bey m. Schwagerinen. Nachmittag war ich bey Carl Hochenwarth, dan bey Frl. Kuschland. M. L. war bey Busetischen und spatt bey der Grafin von Gallenberg. 1748 Julij [445] 1. Juli. Vormittag war ich in Rath, Nachmittag in simili und abends gieng ich mit Barbo und Abfaltrer spaciren. Heüt Nachmittag gegen 5 Uhr war in der Stadt des Feldspiel gerührt wegen in steinhoffnischen Hauß bey Br. Wolf Erberg außgekomenen Feüer. Es ist aber gleich gelescht worden und sollen nur einige Schrifften in des Br. Erberg Cabinet verbrunen und von sein Bruder dem Probsten das Feüer gelöscht worden seyn. 2. Morgens war bey mir der gester von Wien zuruckgekomene Maurizio Urbani. Gester war auch bey mir der Schwager des seeligen Pusch mit sein Vattern. Nachmittag war m. L. bey der kuschlandischen Frl. und der Werthenthalin. Ich war auch bey lezter. Dan bin mit m. L. spaziren gefahren. Vorhero war bey mir H. von Bechinie. 3. Vormittag war ich in Rath, Nachmittag in simili. Bey unß waren 2 Franciscaner. M. L. war bey der Gallenb/er/g. Spätter gieng ich mit Br. Ign/ati/ Abfaltrer spaziren. 4. Vormittag war bey mir secretarius Merzenhaim, durch den ich dem Schmidt und Juliani das Jurament habe geben lassen zu Schazung der schellenburgischen Haüser. Dan war ich in der Canzley, wo ich den 2 Agenten, alß Siviz und Modesti auch durch den Merzenhaim das Jurament habe geben lassen. Dan war ich bey Schmidthoffen. Nachmittag bey der Landbereitungscommission und spätter mit [446] Br. Ign/ati/ Abfaltrer spaziren, mit dem ich die Sache wegen hiesigen Fleischhackern vorlaüffig abgeredet habe. 5. Vormittag war bey mir der Wälsche Aursperg, dan der Modesti. Item der Ign/ati/ Abfaltrer und Nachmittag der Nemezhoff, der heüt abends nach Triest verreiset. 6. Vormittag war bey mir der Geyer. Nachmittag habe ich in königlichen Ambt dem Leopold Grafen von Lamberg die erkauffte Spittalgülten übergeben oder besser zu sagen, die Unterthanen, deren etlich und 20 erschinen, mit der Obedienz an ihm 323 Popravljeno. | 189 1748 Julij gewisen alß zu dem Ende deputirter commissarius. Dan war ich ein Zeit bey der Landbereitungs -Explications -Commission, wo unter anderen Graf Lantieri von Wippach mit sein Verwalter und Unterthanen erschienen. Spätter gieng ich spaziren. Vormittag war auch bey mir der Mittrowsky, Carl Hochenwarth. Heüt habe ich das 51te Jahr zuruckgelegt, davor Gott gelobt sey! 7. Zu Mittag speiste ich mit m. L., Br. Benj/ami/n und Utschan bey Mittrowskyschen. Nachmittag war ich bey Gallenberg. Dan spätter gieng ich mit ihm spaziren in grösserer compagnia. 8. Vormittag war bey mir der Raich von Stein, der da sucht Stadtschreiber zu werden. Zu Mittag speiste bey mir Battiman. Nachmittag war ich bey der Landsbereitungscommission und spätter gieng ich mit Mittrowsky spaziren. M. L. war Nachmittag mit ihrer Schwester bey der Mittrowskin. [447] 9. Vormittag war ich in Rath,324 abends gieng ich spaziren. M. L. war bey den Clarisserinen wegen der Abtissin Geburtstag. Spätter war sie bey der Gallenberg. 10. Vormittag war ich in Repræsentationsrath. Nachmittag in der Comission in merito subsidii præsentanei. Vormittag waren bey mir hiesige chyrurghi, welche sich recomendirt325 und ein Anbringen bey Herberstein eingelegt haben, weil der Magistrat einen neuen Chyrurgum aufnehmen will. Gester habe dem H. von Hochenwarth 2 grosse Pulverhorn regalirt, die ich vor Jahren in Palermo erkaufft habe. Er hat mir davor einige alte Münzen gegeben. 11. Vormittag war bey mir Ign/ati/ Abfaltrer. Dan war ich in der Landbereitungscommission, wo man auf die lezt dem Buchhalter Zettel und den 3 actuariis das Jurament gegeben hat. Dan ist des Brigido Verwalter mit ein Par Unterthanen einberuffen worden. Nachmittag war ich bey H. von Bechinie, wo ich auf dessen und des H. von Scheiner Ersuchen obgedachten Verwalter und Unterthanen instruiret habe, wie die [448] Fassionformularien zu verstehen seyn. Und dieses nebst der Fassionirung hat gedauret von 4 Uhr biß 9 Uhr abends. 12. Vormittag war ich bey Orzon wegen sein Nahmenstag. Nachmittag war bey mir der junge Dr. Zanetti, dan die Obereinnehmerin von Idria und mit ihr die Weitenhillerin. Spätter H. von Hochenwarth und sein Sohn, mit dem ich ins Balhauß gieng, die Getreyder per Idria zu visitiren. Dan giengen spaziren und waren auch bey Buchenthall. 13. Vormittag war bey mir der alte Widerkern, dan der secretari von Merzenhaim, durch den ich denen zwey Zimermaistern – Matthia Lamprecht und Jacob Schitkar – das Jurament habe geben lassen zu Schazung des schellenburgischen Hauß an Plaz und der kleinen Haußlein bey den Discalziaten. NB. Diese haben mir gerathen zu Schäzung des Gartens und der Acker den Meditschar und Gregor Bolta zu nehmen. Dan war auch bey mir der Raditsch und Perr. Nachmittag nach 4 Uhr ist m. L. mit der Frl. Fränzl und Br. Benj/ami/n nach Gertschach zum Bischoff. 14. Vormittag war bey mir Br. Kuschland, der mich um Rath fragte in Betreff der mariage seiner Tochter, indeme sich der Br. Valvasor und Gallenberg alß auch der Dinzl hervor thuen. Zum lezten aber hat sowohl er alß die Tochter mehr Inclination und mir scheinet, das sie wohl daran seyn. [449] Spätter gieng ich zu der Frl. Retl. Nachmittag war bey mir der Raditsch, Stadtsyndicus, biß spatt. Dan ist gegen 9 Uhr m. L. von Gertschach retournirt mit der Schwester und Br. Benj/ami/n. Nachmittag war auch bey mir der Haubtman Fräsß, der Morgen nach Görz verreisen will. Item brachte mir der Scheberle ein Muster von sorgo rosso, vulgo sirig. 15. Morgens vor 5 Uhr ist Graf Orzon und Br. Mittrowsky mit ihren Frauen nach Unter Crain in ihrer Commission verreist. Nachmittag war ich in Landbereitungscommission und spätter bey m. Schwigervatter mit m. L. 324 Sledi prečrtano: Vorhero waren noch bey mir hiesige chyrurghi, sich zu recommendiren in merito eines Anbringens, das sie heüt bey der Repræsentation eingelegt haben. Nachmittag war ich in commissione in merito subsidii præsentanei bey Barbo. 325 Sledi prečrtano haben 190 | 1748 Julij 16. Vormittag war ich in Repræsentationsrath und Nachmittag in der Landbereitungscommission. Spätter gieng ich spaziren. 17. Vormittag war ich in Repræsentationsrath und dan unter anderen die Act 1477 vorgekomen und ich gemeldet habe, das diese Sach schon 2 Jahr anhängig ist, hat Herberstein dieses hochangezogen, alß wan ich eine Protection von Wichenstein hätte. Weil er aber nur in genere geredet, habe ich nichtes darüber gesagt, doch hat er sein Passion über diesem Mann nicht bergen känen. Nachmittag war ich mit Hochenwarth in königlichen Ambt und haben nach dem Dessein das ganze Gebaü durchgesehen. Spätter giengen spaziren. Nachmittag war auch bey mir der Spatt wegen der Sau-Strom-Navigation und wegen Visitirung der Apothecken. 18. Vormittag war ich in Repræsentationsrath. Nachmittag war bey mir der Nemezhoff und der [450] Steüeranschlager, deme ich anbefohlen habe nomine der Stell, sich Morgen fruhe ins Schloßarrest zu verfügen biß man weiters befehlen wird. Indessen habe ich ihm gerathen, Morgen fruhe bey Herb/erstein/ ein Memorial an die Repræsentation einzugeben, womit er umb seine Relaxirung bitten solle. Vormittag nach dem Rath war bey mir Hochenwarth. Bey m. L. war die Werthentall und Frl. Fränzl. 19. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Nachmittag hatte ich dem consessum medicum. Spätter war ich bey Frl. Rethl wegen ihres Geburtstag, dan bey altem Br. Gall und spätter bey Graf-Cozzolischen, die Morgen fruhe in das Schlangenburgische Bad verreisen. 20. Vormittag waren bey mir der prothomedicus Sanetti und sein Sohn, dan der Weber und Spatt, welchem leztem ich durch den Concipisten Haaß in obiger Beyseyn das Jurament habe geben lassen zu Visitirung deren hiesigen Apothecken. Dan habe mit all Obigen den Anfang gemacht bey dem Seniori nahmens. Nachmittag habe continuirt biß spatt, sodan wolte ich zur Frl. Retl gehen zu ihrem Nahmenstag zu gratuliren, war aber sowohl sie alß Fränzl bey m. L. 21. Vormittag war ich in Visit bey Joseph Aursp/er/g. Nachmittag war bey mir Raditsch und alte Br. Gall, dan die Busetin. Spätter gieng ich zu meinen Spagerinen326 und abends spaziren mit m. Schwager. M. L. war bey der Joseph Aursperg und bey ihren Schwestern. [451] 22. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Zu Mittag speiste bey unß der alte Br. Gall. Nachmittag war ich wieder in Visitation der Apothecken biß spatt. 23. Vormittag war bey mir der von Fischamend hier angekomene und von Augspurg gebürtige Mülner nahmens Caspar Humpel, der sich offerirt, hier eine Mehl- und Schleiffmihl errichten zu wollen, hingegen hat er kein Mittel. Dan war ich in Repræsentationsrath. Nachmittag continuirte ich in visitatione der Apothecken. Spätter war bey unß Mittrowsky, der heüt morgens auß Unter Crain retournirt ist und dan fahrte ich spaziren und incontrirte mein Schwigervatter, den ich nach Hauß begleitete. 24. Vormittag war ich in königlichen Ambt in Hofnung des Raths, war aber keiner. Nachmittag war bey mir der Br. Ign/ati/ Abfaltrer, der mit seiner Wienner Reiß embarassiret ist. Dan fahrte mit Br. Benj/ami/n in das königliche Ambt, wo ein rendez vous war, um eine Huben auf der Gleiniz bereiten zu gehen. Da war in capite Graf Barbo alß præses von der Haubtcommission. Dan kam der Oberbuchhalter Scheiner und endlich Mr Bechinie. Wir fahreten an locum, wo auch ainige warteten. Unter anderen war Graf Barbo, Bechinie, Scheiner, Br. Kuschland, Raab, Utschan, Buchenthall, Raditsch, Schweiger, die Verwalters Petterman, Fruberger, Kral, der Landmässer [452] auß Böhmen nahmens Gürtler. Und endlich war ein Acker beriten, der 2 Mernig an Rockenansat hatte. Mit diesem hatte die Comedie ein Ende. Scheiner erzehlte, das in Schlesien die Landsbereitung angefangen hatte anno 1695 und kam zu keinem Ende biß erst unter dem König in Preüssen. In Böhmen hat angefangen anno 1715 und ist erst in leztvergangenen 326 sic! Mišljeno Schwägerin . | 191 1748 Julij Monath May zu End gekomen. Wan also hierlands solche zu End komen wird, soll die Zeit lehren, indessen nach gemachten calculo wird diese in diesem wehrenden Jahr über 20/m fl. kosten, welches Geld doch in Land bleiben wird. 25. Vormittag war ich mit Br. Benj/ami/n Erberg bey Herberstein, ihme unser Compliment zu machen, weil er Morgen nach Wienn verreiset. Dan giengen miteinander zu Graf Wildenstein, der gester auß dem Bad gekomen. Dan gieng ich mit H. von Vtschan zu dem alten H. Schilling zu sein Nahmenstag zu gratuliren. Bey unß war die Frau von Nemezhoffen, gebohrne Rasp. Dan gieng ich mit m. L. zu Graf-Joseph-Aurspergischen, wo wir gespeist haben. Da war auch Br. Valvasor mit seiner Gemahlin und die Berlendes, dan m. Schwager Br. Wolf Daniel. Nachmittag gieng ich mit Br. Valvasor zu Br. Egkh, der Morgen mit Graf Herberstein abreist. Umb 4 Uhr gieng ich in die Landbereitungscommission. Spatter Ign/ati/ Abfaltrer. [453] Spätter suchte ein parmahl den Grafen von Herberstein, war aber nicht anzutreffen. 26. Vormittag alß Nahmenstag m. L. machte ich erstlich mein Compliment. Dan war ich bey Folgenden, alß bey der alten Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl, dan bey der Wolf-Erberin, Fr. Wildenstein und junge Widerkerin. Bey meiner L. aber waren Vor- und Nachmittag Wolf Erberg, Br. Valvasor, Helbling, Raab, Schmitthoffen, canonicus Abfaltrer, Widerker, Otto, beede Hochenwarth, Lamberg, Posarelli, Petteneg. Dan von Dames die Cerasara, Schrottenbachin und Wildenstein, Valvasorischen, Wuseti er und sie, die Widerkerin, Schiffersteinin, Frl. Hallerstein und 2 Frl., m. L. Schwestern, ihr H. Vatter, die Guschitschin, Abfaltrerin, Werthentallin, Mittrowskin und ihr Gemahl, die Berlendes. Heüt war auch bey mir der Perschky, der mir sagte zu meiner Haubtstiegen 50 Staffeln nöthig zu haben: jede 7 Schuh lang, 16 Zoll breit und 7 Zoll dick; dan zu der kleinen Stiegen 70 Stuck, jedes lang 4 ½ Schuh, breit 15 Zoll und dick 7 Zoll. Die Dicke verstehet sich ins Gesicht. Hinterhalb aber ist die Helffte genug. Heüt war auch bey mir der Tischler von Stein, der den lezten Werth vor das Kästl zum Münzen 36 fl. verlanget und gemeldet hat, das er 10 Wochen daran zu arbeiten haben wird. [454] 27. Vormittag war bey mir der Mogainer, Schüemacher, wegen der Vermögensteüer, item der neue Milner. Dan gieng ich in Repræsentationsrath. Nachmittag war bey mir der Kriegscommissarius Maroti von Fiume den Rapport zu geben von seiner Visitation der Strassen von Buccari nach Carlstadt. Abends gieng ich spaziren. 28. Morgens waren bey mir 2 Seeleüth von Fiume, Bradesich und Tomasich, die Bezahlung von gelifferten Salz zu solicitiren. Nachmittag schickte mir Barbo eine nach Hof von der Landbereitungscommission327 zu erstatten seyende Relation zum Übersehen mit Ordre an dem Überbringer, das er sie bey mir lassen solle, weil er sie nicht corrigiren will. Ich schickte so sodan zu Bechinie, der aber abwesend ist und vor Donerstag nicht retourniren wird. Mittrowsky aber will darmit nichtes zu thun haben, weil er damahls, id est den 22. dieses, da diese Relation angeordnet worden, bey dem consessu nicht war. Dan war bey mir der Raditsch, mit dem ich verschiedenes in Policeywesen abgeredet habe. Und spatt gieng ich spaziren. Sonst war auch bey mir der Apothecker, der neue Mülner. Heüt zwischen 10 und 11 Uhr ist die Cilerle Wuseth von ein jungen Söhndl glücklich entpunden und ist solcher Nachmittag getaufft und benahmset worden Cajetanus Benjaminus Ignatius. Der Gevatter war Br. Benj/ami/n Erberg und Gevatterin m. L. [455] 29. Morgens waren bey mir die zwey chyrurghi von Crainburg und der Radtmansdorf und beklagen sich alle wider einen gewissen Franzosen, der sich daselbst niedergelassen hat und diese Profession execiret. Er schreibt sich Desiderius de Secheaux de Degouy, medicus, Kriegsgeneraldirector der Spittaller über die k.k. Arméen. Dan war bey mir die Widerkerin wegen Umschreibung Klein Lack. Ex post der Weitenhiller wegen der ihme vor den Prinzen noch abgangigen 18/m fl., dan wegen des neuen Mülner, von dem er 250 fl. Caution verlangt. Umb 9 Uhr war bey mir die Commission zu Belehrung der Fassionen præsente des Haubtman von Castua. 327 Sledi prečrtano: nach Hof 192 | 1748 Avgust Nachmittag in simili. Ich aber gieng gegen 4 Uhr in die Jesuitercommedie mit Br. Mittrowsky und Benj/ami/n Erberg, dan der Mittrowskin und m. L. NB. In wehrender das ich von Hauß abwesend war und den Buchhalter Zettel die Fassionirungscommission recomendirt hatte, entstund unter ihm und dem actuario *Tschitsch* ein Wortstreit und waren zimlich hizig übereinander præsente meo secretario. NB. Heüt um Mittag ist man mit der Visitation der ersten Apothecken bey [–]328 fertig worden. 30. Vormittag war ich in Repræsentationsrath. Nachmittag habe angefangen die anderste Apothecken bey dem Schmidt zu visitiren. Bey mir war Doctor Cavalieri. Spätter war ich bey dem frembden Nemezhoffen. [456] 31. Morgens habe dem Apothecker Schmidt das gewohnliche Jurament durch den Concipisten Haaß geben lassen in Gegenwarth des prothomedici. Dan war ich bey meinem Schwägerinen, ex post umb 9 Uhr bey der Landsbereitungscommission biß ¾ auf 2 Uhr. Nachmittag war bey mir der Tassara von Triest, item 2 Salzschiffpatroni von Fiume, dan Br. Hallerstein von Arch. 1748 Avgust 1. Augusti. Vormittag war bey mir capitano di Castua. Dan war ich in der Apothecken bey der Visitation, dan in Repræsentationsrath. Zu Mittag speiste bey unß Br. Hallerstein. Nachmittag waren bey mir 2 Schiffcapitains von Fiume, dan der Raditsch und abends der capitano von Castua. 2. Vormittag war ich bey Br. Schmidthoffen ihn zu wahrnen, ein recours bey unß zu machen und vorzustellen, das mit Außhaung der Walder an beeden Seiten der Strassen bey 40 Klaffter auf jeder Seiten, die Strassen von dem Wind sehr incomodiret werden wird. Nachmittag war bey mir der Grachavar, dan war ich in Landbereitungscommission. Heüt ist auch die Visitation der zweyten Apothecken des Schmids geendet worden. 3. Vormittag habe angefangen die dritte Apothecken beym Grauenhueber zu visitiren, deme ich auch das gewöhnliche Jurament gegeben. Nachmittag war bey unß der P. Scarpin [457] Provinzial und spätter der P. Cesare. Dan war bey mir der Raditsch und der Ign/ati/ Abfaltrer. 4. Vormittag war bey mir Joseph Zanchi, Nachmittag Ign/ati/ Abfaltrer. Spätter war ich bey der Busetin, dan bey Br. Mittrowsky, bey Graf Wildenstein und spätter gieng spaziren mit Barbo und Valvasorischen. 5. Vormittag war bey mir Ign/ati/ Abfaltrer, dan der Steüeranschlager, Nachmittag zwey chyrurgi von hier. Zu Mittag speiste bey mir Battiman. Nachmittag spätter war ich bey Graf Barbo und mit ihm bey Wildensteinischen. Wir hätten heüt ein consessum haben sollen in merito des Wagatey und Rastern, die mit den deputatis provinciæ nach Wien gehen sollen, ohne das solche von Hof verlanget seyn. Weil aber Br. Mitrowsky absens und zu Gertschach ist, haben dieses biß morgigen Rathstag verschoben. 6. Vormittag habe angefangen die vierte Apothecken zu visitiren und habe dem Apothecker [–]329 das Jurament geben lassen. Dan bin ich in Repræsentationsrath. Nachmittag war ich bey Br. Ant/on/ Erberg, ihme Glück auf die Reiß nach Wien zu wünschen, der Morgen abends verreisen wird. 7. Vormittag war ich in der Apothecken, dan in Repræsentationsrath. Nachmittag war bey mir der Weitenhiller wegen der 20/m fl. des Prinz von Hildburgshausen und wegen des neuen Mülner. Dan der Marotti von Fiume [458] und der canonico Monaldi. Spätter gieng ich mit m. L. zu Graf-Wildensteinichen wegen Nahmenstag des Grafen. Suchte auch auß eben der Ursach den Kuschland. 8. Vormittag war ich in Rath bey Graf Orzon. 328 Prostor. 329 Prostor za ime. | 193 1748 Avgust Nachmittag, id est abends bey mein Schwigervatter. 9. Nachmittag hatte ich den consessum medicum. Abends suchte ich den Lamberg und Abfaltr/er/. Spätter war lezter bey mir. 10. Vormittag war bey mir der Doctor Wagner, der sich wider dem protomedicum beklagt. Dan der de Werth, der Morgen nach Wien gehet. Dan der Vicebuchhalter Maroti wegen statu camerali. Nachmittag war bey mir der Beichtvatter von Clarisserinen. Heüt ist der Lucasl auß dem Canisio pro præmiis examinirt worden und hat alle Fragen gut gewust. 11. Vormittag war bey mir der Perr, dan der Perschky. Dan war ich bey Br. Ign/ati/ Abfaltrer, ihm Glück auf die Wien/er/ Reiß zu wünschen. Gester ist Graf Leopold Lamberg nach Wien abgereist. Nachmittag war bey mir Magister Tauffrer und Magister Krusius, spätter Br. Hallerstein und die Erberische. 12. Vormittag war bey mir der Vicebuchhalter Maroti, deme dasjenige recomendiret habe, was mir Herberstein unter 7ten dieses geschriben hat. Dan war da der Bottoni, der sich pro supernumerario secretario recomendirt. Dan hat der Haffner angefangen in m. L. Zimer Wiener Offen zu sezen. [459] 13. Vormittag war ich in Repræsentationsrath. Nachmittag war bey mir P. Cesare mit dem P. Scarpin. Dan der Marotti von Fiume, der biß spatt bey mir gebliben wegen330 seiner Relation betröffend die Strassen von Buccari nach Carlstadt. 14. Vormittag war ich in Repræsentationsrath. Nachmittag war bey mir canonico Monaldi, dan der junge Widerkhern, item der neue P. Guardian von Franciscanern Benignus [–]331 und spätter der Raditsch, dan Br. Valvasor und mein Schwager. Heüt ist der neue Offen in m. L. grossen Zimmer das erstemahl eingehäzt worden, um ihn außzutrucknen. Heüt ist der Franzl ex Canisio examinirt worden und hat alle seine Fragen gewust, ergo præmifer. 15. Zu Mittag habe gespeist bey den Franciscanern, wo der commissarius von Wien P. Cesareo, der neuerwahlte Provincial, und viel anderen; von weltlichen aber Br. Mittrowsky, Br. Benj/ami/n Erberg und H. von Vtschan zugegen waren, nebst 2 Par Jesuiten. Nachmittag war da der Mittrowsky. Bey m. L. hat gespeist Battiman. Nachmittag war sie bey den ihrigen, dan Busetischen. Heüt Nachmittag umb 4 Uhr ist der P. comissarius nach Wien abgereist per posta. 16. Vormittag war ich in der Bereitungscomission. Spätter gieng ich spaziren mit Graf Barbo. 17. Vormittag war bey mir Bottoni wegen der Cur meines Wagenpferds. Dan P. Pasconi wegen Brennholz vor Monte Santo und Salcan. [460] Dan Marotti von Fiume wegen seiner Relation- und Lieffergelder. Nachmittag P. Standler, der nach Zeng alß Guardian abreiset und P. Kopffer nach Pisino. Item der Raditsch, sich zu bedancken wegen ihme gester nachgelassenen 3/c fl. pro subsidio præsanteneo. 18. Vormittag war bey mir Dr. Modesti mit einigen Burgern von den Gemeinen unter Görz in Betreff juris lignandi et pascandi. Dan war da der Giulio conte Strassoldo, der alß deputatus von Gradisca nach Wien gehet mit dem Salamanca. Dieser Graf Strassoldo prætendirt, das in der ganzen Grafschafft Görz hochstens 100/m campi sich befinden; jeden campo zu 840 pertiche quadrate di Gorizia zu rechnen. Unter diesen seyn 50/m arrativi oder zum Getraydbau, 30/m roncali oder vignali, dan 20/m prati und boschi und sogestalten alle diese 100/m campi denen Particularen gehörig. Was aber die Comunalien anbelangt, da glaubt er, das bey 400/m campi seyn, hingegen so felsicht und unfruchtbar, das man darunter kaum 24/m fruttiferi zehlen kan. Dan sagt er, das in gedachter Grafschafft bey 180 Dörffer seyn zwischen groß und klein und die Population in allen bey 80/m Seelen. Nun rechnet er, das ein Mensch in anderen biß 5 Star, jeden zu 3 pesinali di Gorizia gerechnet, consumiret. [461] Sogestalten wäre ein consumo an Getrayd in ganzen Land jährlich bey 400/m Stär. Sodan rechnet er, das das Getrayd höchstens 4 vor eines rendirt exclusive des Samens. Sogestalten rendireten die 50/m campi arrativi zu 4 Star per campo 200/m Star. Wan nun in Land nicht mehr dan 330 Sledi prečrtano wegen 331 Prostor za še eno ime? 194 | 1748 Avgust 200/m Star erzeügt, hingegen 400/m consumiret werden, so schliest er das alljährlich 200/m Star auß der Frembde ins Land eingeführet werden müssen. In Gradiscanischen hingegen rechnet er 50/m campi, denen Particularen gehörig und diese bestehen seiner Mainung nach in 25/m campi arrativi, 10/m prativi und 5/m boschivi. Von Comunalien aber gibt es keine, weil alle von Zironi verkaufft worden seyn. Er sagte mir, das unter der Republique die campi jährlich zahlen soldi 20, id est die arrativi und dan die prativi und boschivi die Helffte und zwar a misura grande d’Aquileja. Ein arratro wird genand, wo der Baur 6 Ochsen haltet, 3 Ochsen mezzo arratro und also nach Proportion und dieses unter der Republique. Nun glaubt er, wan die Königin [462] eben diese Tax in den Gorzerischen verlangen möchte und wan sie auch solche nach der obgedachter kleinen Görzer Maaß nehmen wolte, so betrageten die 50/m campi arrativi à 1 lr. 50.000 lr. und die andere 50/m à 10 soldi 25.000 〈lr.〉, zusamen 75/m lr. Und so man auch 5 lire vor ein Gulden rechnen möchte, betragete dieses nur 15/m fl. Glaubt demnach, das mit dencensimento oder agrimensione die Königin nichtes profittiren wird, ohne das sie das Land über die Kräfften taxiren wolte. Spätter war ich in Visit bey gedachtem Strassoldo, der mit seiner Grafin und 2 Kindern, dan mit dem Salamanca nach Wien gleich nach Mittag abreiset. Da war auch die Orzonin. Nachmittag war bey mir der Schweiger, dan der junge Hochenwarth wegen der Referaten, die sein Vatter hat und derzeit alß kranker nicht referiren kan. Spätter war auch da der Mittrowsky. Dan gieng ich zu Wildenstein, wo der Barbo war. Und auf dessen und des Mittrowsky Guthaissen habe spätter umb 8 ½ Uhr ein Staffetten an Trezzi nach Gorz geschickt, wie der Brief suo loco zu sehen. 19. Vormittag war bey mir der junge Dinzl von Ernau. Anzi, gester war auch bey mir der capitano Christoforo Nuvolone von St. Remo [463] wegen des ihme von einem engelischen Corsaren bey Faro di Messina pretendirten und mit der Repræsentationspass versehen gewesten Schiff mit königlichen Flaggen. Heüt Nachmittag war bey mir hiesiger Bischoff in Betreff des freyen Weinschancks, wo ich mit Barbo commissarius bin, dan der Bruckmauth, item subsidii præsentanei. Et dixit mihi, das er den 5ten September nach Salzburg abreisen wolle. Dan war bey mir der Marotti von Fiume. Spätter gieng ich spaziren. Heüt ist in mein Cabinetl der Offen völlig aufgesezt worden. 20. Morgens war ich in Repræsentationsrath. Bey mir war vorhero Concipist Haase. Nachmittag war bey mir Marotti von Fiume. Anzi, gester spatt war bey mir lange Zeit capitano Christoforo Nuvolone, der mir sein Memorial gegeben hat, um es *alß heüt*332 in Rath einzulegen333 und ist heüt morgens nach Wien. 21. Vormittag war ich in Repræsentationsrath, Nachmittag in der Landbereitungscommission und abends gieng ich mit Barbo, Benj/ami/n und Mittrowsky spaziren. 22. Vormittag war bey mir canonico Monaldi und Dr. Modesti Nachmittag der Nemezhoffen und spätter war ich in Repræsentationsrath. Dan war bey mir Marotti von Fiume, der sich zugleich beurlaubt hat. Nemezhoff erzehlte mir von Wien Brief zu haben, das man hier wieder neue [464] Aggravien einführen will. Und zwar ein Startin Wein auß Steyer, so biß dato in introductione Wein -Imposto bezahlt hat 10 fl., soll künfftig zahlen 32 fl. Man macht Rechnung, das jährlich bey 1.500 Startini introduciret werden; folgsam betragete solches aggravium 48/m fl. Dan ein Sß. Görzer Wein, so biß dato 1 fl. 40 kr., id est 1 kr. per Bocal bezahlt hat, soll zahlen 8 fl. Man macht Rechnung, das bey 8/m introduciret werden, ergo betragete das aggravium 64/m fl. Der Wippacher Wein in crainerischen territorio gelegen zahlte biß dato 50 kr. von Sß., der untercrainerische aber 25 kr. Was künfftig zahlen werden, stehet zu erwarten. 23. Vormittag war bey mir Br. Kuschland, der die Schäzung des schellenburgischen Hauß in der Stadt und deren bey den Discalziaten gebracht habe. Dan war da ein Trinitarier von Wien um Allmosen. Nachmittag der Schweiger, Modesti. 332 Nad prečrtanim Morgen 333 Sledi prečrtano: und mo- | 195 1748 September 24. Nachmittag war bey mir P. Scarpin, Franciscaner, wegen des schellenburgischen Hauß. Dan Br. Schmidthoffen wegen cobenzlischen Geldern, item der Merzenhaim wegen der liebenhausischen Stifftung. M. L. war Nachmittag in Visiten bey den ihrigen und bey der Berlendes. Heüt ist die Nachricht eingegangen, das die Grafin von Herberstein zu334 Padua gestorben seye. 25. Vormittag war bey mir Br. Janesitsch und Br. Mittrowsky. Lezter, der mir ein Brief [465] zeügete, den ihm Graf Herberstein geschriben, worin er erstlich den Cameralstatum zu haben über alle Massen pressiret und so auch den Conto von castello di Gorizia. Und ersuchte mich gleich ein Brief an Trezzi zu schreiben, umb solche zu pressiren, dan den Brief abzuschicken, mit dem ohne deme dahin apedirenden Staffetta an die Stande von Gorz und Gradisca, damit sie den 9ten September den Landtag halten solten. Nachmittag war bey m. L. die Cozzoli, die Frl. Len/erle/ Hallerstein, Frl. Franzl. Spätter war ich bey Frl. Rettl, dan bey Carl von Hochenwarth. Heüt seyn die auß Italien gekommene Croaten in der Brulle exerciret worden. Ihr Obristleüthnant ist Br. Guschitsch. 26. Vormittag war ich bey Graf Barbo in subsidii præsentanei Commission. Nachmittag um 4 Uhr in königlichen Ambt in Repræsentationsrath und um 6 Uhr in der Landbereitungscommision. 27. Vormittag war bey mir der Schweiger, weil man ihm ein Officier einquartirt hatte. Dan war der Vermatti, sich zu bedancken, das er vor ein Landbereitungscommissarien benand worden. Um 11 Uhr gieng ich ins königlichen Ambt, wo ich den Schweiger und Vermatti, dan dem Fruberger, Krail und Asber das Jurament durch den actuarium Smrecker habe geben lassen. Nachmittag war bey mir der Krail und der Fruberger. Spätter gieng ich mit Br. Benj/ami/n spaziren. [466] Heüt fruhe ist m. L. mit der Frl. Fränzl und dem Micherle auf Manspurg zu dem hallersteinischen Frl. gefahren und seyn abends retournirt. Ich war Vormittag meinen Schwager Br. Erberg zu suchen wegen seinen Geburtstag. Heüt Nachmittag ist Br. Flachenfeld von Triest hier angelangt. Heüt ist mein Offen in der Biblioteck völlig gesezt worden, so auch in grossen Zimer bey Br. Benj/ami/n. Und in m. L. Cabinetl ist der Boden gelegt worden. 28. Vormittag war ich in Repræsentationsrath. Dan war bey mir Mittrowsky wegen 4/c und mehr Doppien, die ihm sein H. Bruder von Carlstadt geschickt hat, nun solche außwechslen zu trachten. Nachmittag war ich in Landbereitungscommission und spätter bey Br. Flachenfeld in schweigerischen Hauß.335 29. Vormittag war bey mir der Caspar Rendl, Baumaister von Fiume. Nachmittag Br. Flachenfeld und Steinfels. Anzi, heüt ist der Offen in H. von Utschan Zimer gesezt worden. 30. Vormittag war ich in Repræsentationsrath und königlichen Ambt und Nachmittag in detto bey Orzon. Vormittag nachdem Rath war ich bey dem Fürsten-Bischoff mein Compliment zu machen. Nachmittag nach dem Rath gienge mit Barbo und Mittrowsky den Flachenfeld zu suchen, war aber nicht anzutröffen. 31. Vormittag war bey mir Buchenstall, Lascovich und canonico Monaldi. Nachmittag war ich [467] in Repræsentationsrath. Bey mir war die Krieglfabricantin wegen des Hauß vor dem Teütschen Thor. M. L. war bey der Berlendes. Bey mir war auch der Rabensperger. 1748 September 1. September. Nachmittag war bey mir Raditsch wegen der Krieglfabrique, Mittrowsky, Steinberg. Spätter war ich bey Frl. Kuschland wegen ihren Nahmenstag. Gester waren die 2 grünen Öffen in Br. Benj/ami/n Quartier völlig gesezt. 2. Vormittag war bey mir die Grenna, die Krieglfabricantin. Nachmittag war ich in Repræsentationsrath bey Graf Orzon. Spätter hatte bey mir ein consessum wegen schellenburgischen Hauß. 334 Sledita prečrtana zloga Vene- (od Vezenzia). 335 Sledi prečrtano: Heüt ist der Offen in H. von Utschan Zimer gesezt worden. 196 | 1748 September Heüt ist der junge Cantacusin hier durch von Görz nach Wienn passirt. Nachmittag war m. L. mit H. von Schweiger Gevätterin bey unsers Sporer Kind, so benand war Wolfgangus Daniel Carolus. 3. Vormittag war ich in königlichen Ambt und habe daselbst das Jurament geben lassen durch den actuarium Smrecker dem Br. Daniel Guschitsch und dem Peter Paul Zebull alß Landsvisitationscommissariis. Dan war ich bey H. von Posarelli wegen den der Militarcassa zu bezahlen seinenen Julii 4 Tallern. Nachmittag war ich bey Graf Barbo in subsidii præsentanei Commission. [468] Dan war bey unß der Bischoff von hier und seines Bruders Sohn, der nach Turin gehet in die Academie. 4. Nachmittag war ich in Repræsentationsrath. Dem Hofmeister habe auf sein Ersuchen 25 fl. vorgestreckt. *Abends habe an Herberstein nach Wien ein Staffetten abgeschickt.* 5. Vormittag war bey mir Bottoni, von dem ich die Information wegen des Laczkovich genohmen habe. Bey mir war Brunetti, Richter von Gorz, dan der Laczkovich. Nachmittag war ich in Repræsentationsrath. Dan war bey mir secretarius Wenger. Vormittag war da der alte Br. Tauffrer und der junge Dinzl, abends war ich bey ihnen. Es betrifft die vorhabende Heürath zwischen dem Dinzl und Frl. Kuschland, meiner niece. 6. Vormittag war bey mir Gregor Costa, der mich bittet, mit dem syndico zu reden, weil er von sein Wagmeisterambt entsezt worden auß Ursach, das er 3 Quartall, jedes mit 54 fl. ruckständig ist und das er sich eines in Commission gehabten Hönigs, 50 fl. circa betragend, prævaliret habe. Dan war ich in der Landbereitungscommission. Nachmittag war ich beym Landshaubtman, der gester abends von Wienn gekomen ist. Spätter war bey mir Flachenfeld. Bey m. L. war ihr Bruder Ferdinand, der Magister Bernardin Erberg, die Haubtmanin Fräsß und ihre m. L. Schwestern. [469] 7. Vormittag habe ein Kalckstein erkaufft zu 51 kr. *fünf*336 Centen oder 18 soldi den Centen. Nachmittag war bey unß P. Bernardin Erberg mit dem Magister des Fränzl, dan meiner Liebsten Schwester und Bruder. Nachmittag ist hier angekomen von Wien Graf Leopold Lamberg. Bey mir war auch Br. Ign/ati/ Abfaltrer. 8. Vormittag suchte den Graf Lamberg. Nachmittag war bey mir Br. Schmidthoffen mein Schwager. Spätter war ich bey Lamberg, dan bey Schweiger, wo ich mich von Flachenfeld beurlaubet habe, der heüt Nacht nach Triest retournirt. 9. Nachmittag war bey mir Marotti wegen der Baumaister Schmidt seiner Rechnungen. Dan der junge Br. Gall und der abbé, P. Guardian von Franciscanern mit ein Memorial wegen der Licitation des schellenburgischen Hauß. Dan der Nemezhoff wegen des giudice Brunetti di Gor/izi/a. Spätter gieng ich zu Landshaubtman und mit ihm spaziren. M. L. war bey dem Landshaubtmanischen, dan bey der Gallenberg. 10. Vormittag war bey mir secretarius Merzenhaim, durch den ich zu Schäzung des schellenburgischen Gartens folgenden 3en das Jurament habe geben lassen, alß dem Georg Marn, Mathia Lampe und Thomas Dormesch. Nachmittag war bey mir H. von Zettel, Frl. Hallerstein , meine Schwagerinen und Schwäger. 11. Vormittag war bey mir Mittrowsky und Steinfels. Dan giengen miteinander zu Graf Orzon in Repræsentationsrath, welcher aber ehunter aufgehört alß angefangen hat. [470] Dan war ich bey der Frl. Hallerstein ihro zu notificiren, was mir heüt der von Holbling, der auch bey mir war, wegen des gewesten Haubtman seeligen Ruckstands bey dem Regiment gemeldet hat. Nachmittag war ich in der Licitationscommission. Dan gieng ich mit Benj/ami/n Erberg und Utschan nach Schiscka spaziren. 12. Vormittag war ich in Repræsentationsrath. Vorhero war bey mir P. Carina und der Herberstein, abbé. Nachmittag oder abends gieng ich spaziren mit Br. Schmidthoffen und Raab in erbergischen Garten. Dan war ich bey Orzon mich zu beurlauben, weil er Morgen nach Görz gehet. 13. Morgens war bey mir der Brunetti, Richter zu Görz, der gleich abreiset. Der Graf Orzon ist gleichfalhls mit 336 Nad prečrtanim der | 197 1748 September seiner Gräfin nach Gorz verreist. Dan war bey mir der Steinmez und Baumaisters Schwager, die in königlichen Ambt arbeiten und bitten um Geld. Um 10 Uhr war ich in der Landbereitungscommission. Nachmittag war bey mir Bottoni, deme ich die Commission gegeben habe nach gut Befund H. von Hochenwarts, auf das königlichen Gebau Acht zu haben und die Leüth zahlen zu lassen. Spätter war bey unß der Graf und Grafin von Gallenb/er/g mit der Frl. Valvasor, da ich dan die Grafin nach Hauß begleitet habe und Morgen reisen sie ab nach Thurn. 14. Vormittag war bey mir Bottoni, dan Graf Barbo, der mir die Sau-Strom-Navigationsacta übergeben. Dan canonicus Monaldi, der nach Fiume retournirt. Dan der [471] Br. Kuschland, der mich zu heütigen Verspröchen seiner Frl. Tochter mit H. von Dinzl eingeladen hat. Dan war bey mir der Nemezhoffen und leztlich der junge Br. Russenstein, der sich pro Landsvisitationscomissario recomendiret, weil der Br. Guschitsch etwan resigniren will. 15. Vormittag war bey mir der Garzoni wegen der Benaglia zu Wienn. Nachmittag war da der Schwab von Liechtenberg, der mir nomine des Br. Kuschland den Heyratscontract seiner Tochter mit dem Dinzl und der Tochter Verzicht gezeüget hat mit Vermelden, das ich meine Gedancken darüber entdecken möchte. Dan war da der Fruberger. Spätter gieng ich zu den Wildensteinischen, wo ich der Freile gratulirt habe zu dero heüt fürgangener Copulation mit dem Grafen Barbo. Dan war ich bey Graf Barbo das nehmbliche Compliment ihme zu machen. Spätter war ich bey mein Schwager Br. Kuschland, wo ich bey dem Verspröchen seiner Frl. Tochter Isabella mit dem Dinzl assistiret habe. Da war auch der Prælat von Landstrasß Br. Taufferer, der jüngere Bruder des Br. Kuschland, der junge Br. Taufferer, H. von Buseth, H. Schwab von Liechtenberg. Dan bliben alle beym souppé biß gegen 11 Uhr nachts. 16. Vormittag war bey mir Laczkovich. Dan war ich in Repræsentationsrath beym Landshaubtman, Nachmittag aber in Landbereitungscomission in königlichen Ambt. [472] Dan gieng ich mit Mittrowsky zu Landshaubtman rapportiren das conclusum. Von dar gieng ich zu Br.- Erberischen, wo m. L. war. Abends kam zu mir der junge Pötteneg, der heüt alß Landsvisitationscommissarius resolviret worden. Heüt morgens ist Graf Barbo mit seiner Brauth von hier nach Croissenbach abgereist in compagnia der Wildensteinischen, der Schrottenbachin und anderen. 17. Vormittag habe dem Cajetan von Pötteneg alß gester resolvirten Landbereitungsvisitationscomissario in königlichen Ambt das Jurament gegeben mittels actuarii Smreker. Nachmittag war bey mir P. Pepeu, Jesuiterprocurator, dan der Buchenthall mit dem Utschan, item der Kuschland mit seiner Tochter. Dan bin ich mit Kuschland gefahren nächst Schiscka, das Landsbereitungspersonale in operatione zu sehen. 18. Vormittag war bey mir Steffano Silli in Angelegenheit der Saw-Navigation. Dan der Kosta, spätter secretarius Merzenhaim mit einem von Graf Seilern an Landshaubtman erlassenen Schreiben, enthaltend, das die Königin nicht gerne sicht, das die Gorzer den Graf Nicolo Strassoldo pro deputato erwählet haben ex ratione, weil er mehrentheils in Venedischen possessionirt ist. Welches wäre per Staffetta dem Br. de Fin haben zu wissen gemacht. Nachmittag war ich in der Licitationscommission, dan mit Mittrowsky in commissione den Spittalmaister von Mängelsteller [473] über die Spittalrechnungen zu vernehmen. Spatt war ich bey dem Landshaubtman. Vorhero war bey mir der Steüeranschlager wegen subsidii præsentanei. 19. Vormittag war bey mir Br. Kuschland, der lamentirte, das er heüt die restirende 300 fl. pro subsidio præsentanei pro anno elapso bezahlen muste. Dan war bey mir Fruheberg/er/, der auch da auf Mittag speiste. Bey mir war auch Raditsch, der mir das Decret von Magister brachte, die Ziegl umb den burgerlichen Werth zu haben. Nachmittag umb 1 ½ Uhr ist H. von Vtschan von hier nach Graz und weiter nach Wienn abgeraist. Nachmittag war bey mir Steffano Sili. Abends retournirte Frl. Franzl mit mein zwey Söhnen den Lucasl et Franzl von Manspurg. 20. Vormittag umb 8 Uhr war ein zimlich starkes Erdböben, daurete aber nicht ein Minute. Dan war bey mir der Haaß, deme die Feüerordnung zu übersehen gegeben habe. Der landschaftliche Außschusß 198 | 1748 September daurete heüt biß ½ drey Nachmittag. Umb 3 Uhr ware Feüer in der Spittallgassen bey ein gewissen Golob, doch alles ohne Schaden. 21. Vormittag war bey mir sig. Gasparini, Nachmittag der Brosinovich von Brod. M. L. war bey Frl. Hochburg und bey der Mittrowskyn. 22. Vormittag war bey mir der blinde Rasp. Nachmittag bin ich gefahren mit dem Silli die Canals auf dem Laybach-Flusß zu besehen. [474] Abends war bey mir m. Schwager Br. Erberg und der Probst. Vorhero suchte mich Mittrowsky, bin also ich spätter zu ihm und er hat Brief von Haugwiz, das er nach Wienn gehen soll. Will also noch vorhero einige bey sich habende acta referiren und noch in consessum halten in der Landbereittungsachen. Heüt ist Graf Lamberg von Görz retournirt. 23. Vormittag war ich in Repræsentationsrath bey dem Landshaubtman. Zu Mittag speiste bey unß Silli. Nachmittag war ich in der Landbereitungscommission biß spatt. Dan gieng ein wenig spaziren und nach Hauß, wo bey mir war m. Schwager Br. Erberg. M. L. war Nachmittag bey ihren Schwestern, wo die Frl. Hochburg ihr Nahmenstag celebriret hat. 24. Vormittag war bey mir der Silli, der mir ein Memorial præsentirte in merito nöthiger Reparation der Canale an Laybach-Fluß. Nachmittag war bey mir Fruheberg/er/. Spätter war ich bey Mittrowsky, mich zu beurlauben, weil er Morgen nach Wienn verreist. Br. Benj/ami/n von Erberg erzehlte mir, das heüt bey der gemachten Experienz in der Landbereitung klar erhöllet hat, das ein Merling337 Kornansäth eine aream auf dem Grund bey Schiscka von 732 hiesige Quadratklaffter erfordere, wo man biß dahin durchweiß nicht, was vor calculationes prætendirt hat 270 Klaffter zu rechnen. [475] 25. Vormittag war bey mir der Perr wegen des Gartens bey Discalziaten. Dan der Oberleüthnant Bonomo, der sich lezt mit des Grazians, königlichen Camerdiener Tochter verheüratet hat und nun nach Triest gehet. Er erzehlte mir unter anderen, wie das nun allen hin und wider placirten Ingenieurs, wie auch ihme aufgetragen worden in Comercialangelegenheiten Informazionen einzuhollen, hinaußzuberichten. Dan war ich bey Landshaubtman wegen des Silli und das ihme ein Geld angeschafft wurde. Nachmittag war bey mir der Sili. Spätter, id est umb 4 Uhr, war ich in der Landbereitungscommission in königlichen Ambt und spätter beym Landshaubtmanischen, wo eine Music war. M. L. war Nachmittag bey Frl. Hochburg, die Morgen nach Neustadt Wienn abreist, dan bey der Schweigerin. 26. Vormittag war bey mir der canonico Picardo von Triest mit dem Jurco des fiscales Sohn, die nach Gräz gehen. Dan der Gio/vanni/ Ign/ati/ conte Corronini, item der Nemezhoffen. Nachmittag Mad. Bourly und der Haasß. Spätter gieng ich mit m. L. zu den Landshaubtmanischen in Galla, wo heüt wehrender assemblée das Verspröchen war mit seiner Frl. Tochter Liserle und dem Carl Grafen von Aursperg. Heüt Vormittag ist auch P. Kesßler und Magister Tauffr/er/ bey unß gewesen. [476] 27. Vormittag war bey mir Wichtenstein, dan der Salitschnick. Dan gieng ich mit Br. Benj/ami/n in das königliche Ambt, gedachtem Salitschnick das Jurament zu geben. Nachmittag war da mein niece de Bellerle, dan der herbersteinische Geistliche, der auch mit der Empfangpost gekomen von H. von Bechinie, der heüt Nachmittag von Clagenfurt retourniret ist. 28. Vormittag war da Mag. Bernardin Erberg, der Morgen sein erste Meßß haben wird. Dan der Tschitsch, item der Marotti. Zu Mittag speiste bey unß Wichtenstein. Nachmittag kam zu mir Mr Bechinie. Dan gieng ich zu Landthaubtman in Repræsentationsrath. Abends war bey unß mein Schwager Br. Erb/er/g. 29. Vormittag gieng ich zu Jesuiten, wo P. Bernardin Erberg die erste Meß hatte und ihm der Probst Br. Erb/er/g assistirte. Dan gieng ich zu Landshaubtman, der zur Ader gelassen hat. Zu Mittag speiste bey der Wittib Bssa. von Erberg, gebohrne Abfaltrer, welche ein Taffel gehalten occasione der ersten 337 Popravljeno. | 199 1748 Oktober Mesß des P. Bernardin, ihres Sohns. Bey der Taffel waren Frau von Hauß, P. Bernardin Erberg, P. Rector, P. Kesßler, P. Liechtl, P. Ernst Abfaltrer, Br. Wolf Adam Erberg, sein Gemählin, Probst Br. Erberg, Br. Benj/ami/n Erberg, Br. Wolf Daniel Erberg, canonicus Graf Barbo, canonicus Br. Abfaltrer, Br. Ignati Abfaltrer, Br. Sigm/und/ Abfaltrer, sein Gemahlin und ein Frl. Töchter, Br.338 Carl Abfaltrer, Gemahlin und 2 Frl. Töchter, [477] Amigoni und sein Frau, Erzbrister Petaz, H. von Posarelli, ich und m. L. und ihre zwey Frl. Schwester, in allen 29 Personen. Nachmittag gieng ich in Visit zu H. von Bechinie, dan mit ihm zum Landshaubtman in die Gesellschafft, dan mit m. Schwager Br. Erberg zu Carl Hochenwarth. Spätter war bey mir Nemezhoff. 30. Nachmittag war bey mir Steinfels, Nemezhoffen, Reich mit einem Geistlichen von der Comenda St. Peter, der junge Franz Liechtenberg mit sein Schwager Graf Sigm/und/ Liechtenb/er/g, canonicus Abfaltrer und Leopold Lamberg, welcher lezte mir unter anderen gesagt, das von dem subsidio præsentanei die fratteli Nemezhoffen, dan die Gio/vanni/ Ant/oni/o e zii Br. del Mestre dispensiret werden sollen. Die den Baldo Ant/oni/o conte Novelli andictirte 500 fl. aber sollen zwischen ihn und sein Bruder reportirt und jeder mit 250 fl. taxiret werden. Wegen des Landshaubtman sein Memorial sagte er mir, das er sein petitum belegen auch zeügen solle, was ihme die Überfähr eingetragen. Und das solche tempore Caroli archiducis et Ferd/inand/ II. zur Herrschafft gehörig ware und das, da die Relation nach Hof gegeben wird, ich ihme ein Copi davon schicken möchte. 1748 Oktober 1. Oktober. Vormittag war bey mir der Tschitsch. Nachmittag war ich in Repræsentationsrath bey dem præsidi. Abends blib daselbst in der assemblée. Spätter war bey mir Schweiger. 2. Vormittag war bey mir der Fruhberg/er/, dan der alte Grafaiden. [478] Um 10 Uhr gieng ich in die Landbereitungscommission, wo auch der Bechinie und das gesambte Personale intervenirte. Zu Mittag speiste bey unß Schweiger et Fruheberg/er/. Gegen abends gieng ich spaziren, wo ich den Landshaubtman begegnete und mit ihm gieng, auch biß spatt in der assemblée blibe. Abends souppirte bey unß Schweiger. Gester Nachmittag ist der junge Br. Gallenfels nach Portugal abgereist. Abends ist die Trezzin mit den 2 Frl. von Herberstein von Padua über Triest hier angelangt. *Heüt war bey mir Peter Schepf von Tschuber.* 3. Vormittag war da Mad. Trezzi mit einem Geistlichen. Dan mein Schwager Br. Erberg und Schweiger, welcher lezte bey unß speiste. Nachmittag war bey mir P. Guardian von Capuciner mit P. Joseph Luckantschitsch. Dan P. Guardian von Franciscanern mit sein Gespan und P. Scarpin, exprovincialis, mit sein Gespan zu mein morgigen Nahmenstag zu gratuliren. Item der Czisch, dan Bottoni. Item der syndicus Raditsch, der mir per Conto Kosta 33 fl. 42 〈kr.〉 brachte. Gegen Abend gieng ich mit m. L. zu den herbersteinischen Frl., von dar zu Landshaubtman in *die* Gesellschafft. Heüt Nachmittag ist der Hofmeister meiner Kinder auß seinen Vacanzen retournirt. 4. Vormittag retirirte mich wegen der Complimenten zu meinen Nahmenstag und arbeitete auß der Patentl in Betroff des Brennholz. Nachmittag umb 2 Uhr endete sich erst der heütige Landtag und seyn 22 gewesen Hofstimen und 29 Land-und Hofstimen. Nachmittag umb [479] vier gieng ich in Repræsentationsrath, wo auch der Br. Abfaltrer alß Generaleinnehmber vorgeruffen worden war. Dan bin ich deputirt worden in die Landschafftbuchhalterey zu gehen und das Contributionale per Empfang zu nehmen, welches nur in 16.990 fl. circa bestanden, wo doch hätte seyn sollen 48.333 fl. 20 kr. Von dar retournirte zu Aursperg. Dan war ich bey Ign/ati/ Abfaltrer und spatter war bey mir beym souppe Schweiger. 5. Vormittag war bey mir Bottoni wegen des königlichen Ambtsgebau, dan der Steinhauer. Dan der Raditsch wegen Brennholzremedur, item der Czitsch und Riser. 6. Vormittag war bey mir Zettel, dan Czitsch. Erster erzehlte mir, was ihme leztlich mit Bechinie begegnet ist 338 Pred tem prečrtan začetek imena: Sigm-200 | 1748 Oktober und lezter brachte mir ein Extract von Protocoll. Nachmittag war m. L. in Visiten und spätter sambt meiner beym Landshaubtman. 7. Vormittag war bey unß P. Erberg mit P. Pepeu. Dan war ich in Repræsentationsrath bey Landshaubtman. M. L. befande sich heüt umb Mittag etwas übel. Um ¾ auf 3 Uhr ist sie von ein Töchterle und umb ¾ auf 4 Uhr wieder von ein Töchterle, Gott Lob, ganz glücklich entpünden. Erstes von der Hebame, das andere von dem Geistlichen getaufft worden, bald darauf aber beede gestorben. Bey unß war Frl. Fränzl, dan Baronio, spätter Schweiger, Widerkher et Gravenhüber, der erst von Wien gekomen und bey Van Swieten war. [480] 8. Vormittag war bey mir P. Guardian und P. Joseph, Capuciner, mit 3 Memorialen. Dan der Stadtrichter von Weixlburg, auch mit ein Memorial. Dan protomedicus Saneti. Nachmittag Sanetti junior, dan Frl. Hallerstein mit Frl. Franzl et Retl und spätter der Gravenhueb/er/. Bey m. L. war die Joseph Aurspergin. 9. Vormittag war ich in Repræsentationsrath bey dem Landshaubtman ganz allein. Zu Mittag speisten bey unß Frl. Lenerle Hallerstein mit m. L. zweyn Schwester. Nachmittag war ich ein weinig spaziren, dan bey Leopold Lamberg, der heüt Nacht nach Wien abreist und dan bey Landshaubtman in der Gesellschafft. Bey m. L. war die alte Br. Abfaltrerin, gebohrne Dinzl, dan ihr Sohn Ignati. Nachmittag gieng ich spaziren, dan zu Graf Lamberg, der in der Nacht nach Wien abzureisen hat. Spätter war ich bey Landshaubtmanischen. Bey mir soupirte Schweiger. 10. Vormittag war bey mir Tschitsch, der mit Bechinie auf etliche Täg auf dem Land gehet. Dan der Garzaroli, deme den Bericht nach Hof zu machen gegeben in materia der Landbereitung. Nachmittag war ich spaziren, abends war bey mir Schweiger und m. Schwager Br. Erberg. Vormittag Fruehberg/er/ und abends Widerkher, der mir das füerenpfeilische Sigill brachte. 11. Vormittag war bey mir P. Rector. Dan der Carnburg, der Fruheberger, Steinfels. Nachmittag gieng ich das flachenfeldische Hauß mit canonico Abfaltrer und Frl. Fränzl zu besehen und vor Br. Egkh einzurichten. Dan spaziren, [481] dan mit Landshaubtmanischen zu Wolf-Erberin und abends zu Landshaubtman in Gesellschafft. Heüt habe m. secretarium nach Lustall geschickt, den jungen Br. Mittrowsky abzuhollen. 12. Vormittag war bey mir Silli, dan Vermatti umb Licenz, biß Montag auf sein Landgut zu gehen. Zu Mittag speiste bey mir Fruheberg/er/. Nachmittag war ich in Repræsentationsrath bey Landshaubtman. Abends soupirte bey mir Schweiger. 13. Vormittag war bey mir der junge, erst von Wien gekomene Kappus, dan der Walch. Nachmittag suchte ich offters den Herberstein, der heüt mittags mit dem Mittrowsky von Wienn gekomen. Dan war ich bey Mittrowsky und spätter bey Landshaubtman. 14. Vormittag war ich mit Br. Benj/ami/n bey Gr. Herberstein, dan spaziren. Nachmittag war bey mir der Gravenhueber, dan Schweiger, item der Perschky. Heüt Nachmittag seyn 6 colli vor Br. Egkh von Wienn an mich addressirter hier angekomen und zwey von mein Sohn Hänßl. Herberstein erzehlte vielles von diesen neuen arrengemens, die der Hof macht. 15. Vormittag war bey mir Herberstein. Dan gieng ich zu die Frl. Herberstein, seiner Tochter, welche heüt ihr Nahmenstag celebrirt und darzu der Mittrowskyn, die auch Theresia heist und ich spaiste daselbst in compagnia des Herb/er/stein et Benj/ami/n Erberg. Spätter kamen auch die herbersteinischen Freülen dahin. [482] Bliben da biß 9 Uhr spatt. Heüt hat der Kriegscommissarius Pompeati seine Fenster illuminirt und das Portrait der Konigin außgesezt. Heüt morgens seyn die Äpffel vor H. von Utschan von Graz hier ankomen. 16. Vormittag war bey mir secretarius339 Buchenthall, der gester von Thurn von Gallenb/erg/ gekomen. Dan war ich vocatus bey dem Landshaubtman, der mir die eingegangene Resolution de dato 9ten dieses gezeügt, worinen das 339 Pred tem prečrtana okrajšava Dr. | 201 1748 Oktober Personale der neuen Regierung und der Deputation benant ist. Dan auch was an die Deputation gekomen wegen allenfahls Haußarrestirung des Generaleinnehmber Br. von Abfaltrer. Dan war bey mir Wolf Adam Br. Erberg. Nachmittag der Kuschland, bey m. L. aber die Joseph Aursperg, die Cozzoli und Mytrowskyn. Spätter suchte ich den Wildenstein. Dan war ich bey Br. Ign/ati/ Abfaltrer und bey mir war Schweiger. 17. Vormittag war ich in Repræsentationsrath, wo wir das leztemahl zusamen gekomen seyn und kunfftig die Regierung anfangen wird. Nachmittag waren bey m. L. die Walsche Aursperg, Schrottenbach, Wusettin, Ottin, dan der Wildenstein, Schweiger. Ich war spatt bey Landshaubtman. Vormittag waren auch da 2 Par Jesuiter, P. Erberg Bernardin und P. Kesßler, die da abreisen. Bey mir war auch P. Guardian von Franciscanern. Gester war die Coppulation des Carl Grafen von Aursperg mit Frl. Liserle Grafin von Aursperg. [483] 18. Vormittag war bey mir der Guardian von PP. Franciscanern. Dan der Steinfels wegen der neuen Expeditionen, künfftigen exhibitio et exhibendis Rathsprotocoll etc., Departement etc. Nachmittag war bey mir der blinde Rasp, bey m. L. die Mittrowskin, Salvay, junge Br. Tauffrer. Abends war ich bey Landshaubtman. Nachmittag ist der Carl Aursperg mit seiner Brauth von hier abgereist. 19. Nachmittag war ich beym Landshaubtman in Repræsentationsrath. Abends war bey unß der Schweiger, Nachmittag der Mittrowsky und Silli. Abends war ich bey Landshaubtman in Gesellschafft und spätter soupirte bey mir Schweiger. *Heüt hat die Deputation ihren Anfang mit der ersten Session gemacht.* 20. Zu Mittag speiste ich bey Landshaubtman an einer Taffel von 16 Personen. Da waren der Landshaubtman, seine 2 Frl. Töchter, die Josepha und Maria Anna, der Sohn abbé, dan Wolf Erberg und sein Frau, die Berlendes, Dechant Petazzi, General Scherzer, Obrister Drascovitsch und sein Frau, gebohrne Tolamini auß Zipserland mit ihrer Frl. Schwester, der Obristleüthnant Kippach, der Wälsche Aursperg und sein Frau. Nachmittag war bey meiner Liebsten die Berlendes und ihre Frl. Schwester, die auch hier gespeist haben. Abends war ich in der assemblée bey Landshaubtman. 21. Vormittag um 7 Uhr gieng ich mit dem Landshaubtman auf dem Wasser, Schnepffen zu schiessen und bekomen deren 10 Stuck. Retournirten nach 4 Uhr Nachmittag. [485]340 Dan war bey unß P. Meak, der erst von Görz gekomen und gehet nach Clagenfurt. Mein Lucasl und Franzl seyn auch von Lustall retournirt. Heüt seyn abermahls Verschläge von der Bagage des Br. Egkh sambt einer Stubenmensch von Wien ankomen. Bey m. L. waren die landshaubtmanischen Freile in Visit. 22. Vormittag war bey mir P. Meak, Nachmittag P. Vitnich, welcher lezte nach Görz gehet. Zu Mittag speiste ich bey dem Domdechant Grafen Petaz. Nachmittag war bey mir und m. L. der Landshaubtman und sein Sohn der abbé, dan der General Scherzer, die Mittrowskyn, die Berlendes. Zu Mittag waren an der Taffel der H. von Hauß, der Landshaubtman, sein Sohn der abbé und 2 Frl. Töchter, der Wälsche Aursperg und sein Frau, der Mittrowsky und sein Frau, die Cozzoli, die Salvay, der General Scherzer, der Pompeati, der Posarelli und ich. Abends waren alle diese mit mehr anderen, Herberstein, seine 2 Frl. Tochter und andere bey dem Pompeati, welcher ein Illumination gemacht, Wein rinnen lassen, Geld und Früchte außgeworffen, ein schenes Concert und Guttes souppé gegeben. Ich blib da biß 10 Uhr abends. 23. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Dan speiste zu Mittag bey Wildenstein. Da war die Schrottenbach und Br. Mittrowsky und sein Frau, Wolf Erberg und sein Frau, Graf Herberstein, Benj/ami/n Erberg, Ludwig Liechtenb/er/g und ich, in allen 10 Personen. [486] Abends war da Schweiger und ich, spätter in der assemblée bey dem Landshaubtman, wo ich verschiedenes wegen der Ordnung der Acten mit ihm abgeredet habe. 24. Vormittag war bey mir Zerin, von dem ich einige alte Münzen erkaufft hab, dan der Steinfels. Nachmittag bey m. L. die Dualischen und der junge Taufferer und der Schweiger. 340 Od tu naprej je v upoštevani najmlajši paginaciji napačno šteta ena pagina več. 202 | 1748 Oktober Abends war bey mir der Raditsch und Nemezhof. Dan gieng ich zu Landshaubtman in die assemblée. 25. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberg/er/. Nachmittag war da Wildenstein und die Berlendes. 26. Zu Mittag speiste bey unß Fruheb/er/g. Nachmittag war ich in Regierungsrath bey Landshaubtman biß spatt. 27. Vormittag war bey mir Perschky, dan der Merzenhaim, der mir die heüt eingangene Resolution brachte, womit pro Collegio Theresiano die 6 Knaben resolviret worden. Nachmittag schickte mir der Raditsch einen neu, sich hier stabiliren wollenden Hafner. Dan war da der Dr. Modesti. Umb 4 Uhr gieng ich in die Landbereitungscommission, spätter zu Landshaubtman in die Gesellschafft. 28. Vormittag umb ¾ auf 10 Uhr ist H. von Vtschan mit m. Sohn den Hänßl von Wienn glücklich hier angelangt. Nachmittag gieng ich mit mein Schwager dem Br. Erberg zu des Perskhy seiner Hochzeit, der eine matschkische Tochter gehayratet hat. Von dar giengen zu Herberstein, der heüt mir [487] Musique hielt. Von dar gieng ich spätter zu Landshaubtman, blib da biß spatt. Er erzehlte mir, wie das von der Deputation der Landschafft-Domestical-Cassa sequestriret worden seye und das die Deputirte eine Staffetten nach Hof abschicken wollen. 29. Vormittag war ich in landschäfftlichen Generaleinnehmberambt, umb auf gester erhaltnes Decret, die 16/m fl., die ich den [–]341 per Empfang genohmen, der Deputation zu übergeben. Der Übernehmer war der Bottoni und an meiner statt habe den secretarium Steinfeld daselbst gelassen und habe indessen in342 dem königlichen Ambt durch den actuarium Smrecker dem Scrini alß Unterlandsvisitationscommissario das Jurament geben lassen. So auch durch den secretarium Merzenhaim dem N. Nierenberger alß Stadtrichter zu Weixelburg. Dan war ich wieder in Generaleinnehmberambt, waren aber mit der Übergab des Gelds nicht fertig. Nachmittag war ich mit dem Utschan bey Regierungspræsidi und concertirten verschiedenes wegen deren künfftig den 3ten künfftiges Monats zu halten anfangenden Sessionen. Ich habe auch meinen Sohn daselbst dem præsidi aufgeführt, dan bey den Freilen. Spätter gieng ich ins Generaleinnehmberambt, waren aber mit der übergab von Geldzehlen noch nicht fertig. Dan gieng ich mit m. L. zu Br. Ign/ati/ Abfaltrer qua Arrestanten, dan zu seiner Frau Mutter. Bey ihm war Rastern und [488] der Nemezhoff. NB. Heüt Vormittag, bevor ich noch in das Generaleinnehmberambt gegangen bin, habe mich bey Herberstein angemeldet und angefragt, weme ich nomine der Regierung das Geld vor die Deputation zu übergeben habe? Er sagte, dem Bottoni, der schon in Ambt ist und dem Nemezhoff. Ich sagte ihm, Nemezhoff habe noch kein schrifftliche Ordre, solches zu empfangen. Er sagte, er habe ihms gester mündlich gesagt. Enfin, ich sagte, es wäre gut, das Abfaltrer zugegen wäre. Herb/erstein/ dixit, das dieses nicht seyn kan, weil er in Arrest ist et extra activitatem. Ich versezte, das im Herrendienst er wohl pro hoc actu dispensiret werden känte. Dixit, quod non. Indessen kame Mittrowsky, der eben so scharff, wo nicht schärffer alß Herbe/rstein/ gesprochen. Enfin, Herb/ erstein/ sagte, er habe zu Graf Ludwig Liechtenberg geschickt und will die Antwort erwarten. Die Antwort kam, das Liechtenb/er/g die Schlisßl zum Ambt von Abfaltrer nicht annehmen wolte. War also niemand, der das Ambt aufgemacht hätte. Endlich wolte er umb den Liechtenb/er/g schicken. Sagte aber Bottoni, das er sich zur Ader gelassen habe und also nicht komen käne. Herb/erstein/ schickte wieder zu Abfaltrer mit der Post, das wan er seine Amtsschlisßl niemand vertrauen wolte, so will er ihm zwar dahin gehen lassen, hingegen mit den Dragonern alß einen Arrestanten dahin accompagniren lassen. [489] Indessen, das der Bottoni mit solchen Posten hin und wider gegangen, sagte Herb/erstein/, er will endlich noch wohl den Abfaltrer mit den Dragonern höben und dahin führen lassen. Dan kamen Bottoni und mit ihm der junge Rastern und der *junge* Raditsch. Lezter brachte die Embassade von Abfaltrer, der sich in allen submittirte, die Schlisßl auch pro hoc actu dem Rastern anvertraute, welcher also das Ambt eröffnet hat. Diese ganze Sache ist mit grosser Violenz tractirt und scheinet, das Herb/erstein/ und Mittr/owsky/ beede gar zu præcipitant seyn, welches schwärlich gutte effectus produciren und von keiner Dauer seyn därfften. Abends war bey mir Schweiger und bey m. L. die Fräsß. 30. Zu Mittag speiste ich mit H. von Utschan bey dem Landshaubtman. 341 Prostor za datum. 342 Popravljeno. | 203 1748 November Nachmittag giengen wir drey in die Regierung, die Veranstaltung zu künfftigen Sessionen zu machen. Dan habe m. L. den Hanßl bey dem Herberstein aufgeführt, dan bey der Wolf-Erberin *und bey Br. Kuschland*. Und spätt war ich in der assemblée bey Landshaubtman. Bey m. L. waren die Schrottenbach und die Gussitsch, dan der junge Wid/er/khern. 31. Vormittag war bey mir Steinfels. Nachmittag der Rabensperg, dan der abbé Br. Wolfgang Gall, der Mittrowsky und sein Frau, meine Schwagerinen, dan der secretarius Merzenhaim, deme das Patentl zu Licitirung der schellenburgischen Hauser ad publicandum entwerffen solle. 1748 November [490] 1. November. Vormittag habe mein Sohn den Hänßl bey Mittrowskyschen, dan bey Joseph-Aurspergischen aufgeführt. Nachmittag war bey unß der Wälsche Aursperg, der abbé Gall. Abends war ich mit m. Sohn bey Landshaubtman in Gesellschafft. 2. Vormittag war bey mir Tschadesch wegen der spittallerischen Restanzen der von Lamberg erkaüfften Gilten, weßwegen ich ihn an die Deputation gewissen. 3. Vormittag habe in Galla mein Compliment gemacht dem Br. Benj/ami/n Erberg zu sein Geburtstag. Nachmittag war bey mir der Steinfels, Nemezhoffen, Schweiger. Vormittag habe m. S. Hänßl bey Mad. Werthentall aufgeführt. Abends war ich mit ihm bey Auersperg in der Gesellschafft. Bey m. L. war der Joseph Aursperg mit seiner Grafin, dan der Walsche Aursperg auch mit der Seinigen, item der Steinberg. 4. Vormittag war ich in Regirungsrath. Nachmittag waren bey mir 2 Augustiner, dan der Serini, deme von primo Jenner 1747 biß ultima Decembris 1748 von Jahren vor den Zehend meines auf der Polane stehenden Gartens mit 4 fl., id est vor jedes Jahr 2 fl., bezahlet habe. 5. Vormittag war bey mir Merzenhaim wegen der Comission zu Laasß oder wider selben Richter. Dan der Steinfels auch in Ambtsgeschäfften. Item ein Geistliche von Laurana wegen selbes Capitulsprocess. Nachmittag war da Fruheberg/er/. 6. Vormittag war bey mir der Camerdiener von Br. Egkh, deme die Schlisßl zum Hauß gegeben. [490]343 Dan war ich in Regirungsrath. Nachmittag war bey mir der Nouvolone, der erst von Wien gekomen und nach Triest reiset. Dan der Schagar von Stein. Spatter Schweiger. Abends war ich in der assemblée bey Landshaubtman. 7. Vormittag war bey mir Nuvolone, dan der Steüeranschlager. Heüt Vormittag hat sich m. L. zu Hauß fürsegnen lassen. Nachmittag war bey ihr die Cozzolin, Schweiger. 8. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nach344 dem Rath fahrte ich mit dem Utschan zu Joseph Aursperg, der alß Regirungsrath mit 1/m fl. Besoldung resolvirt worden. Nachmittag war bey mir Merzenhaim nomine des Landshaubtman occasione eines insuniati von der Deputation von heütigen dato, welches ihm erst abends um 6 Uhr præsentirt worden und womit Herb/erstein/ prætendirt, das wir Räthe bey seinem auf Morgen um 10345 Uhr Vormittag bestimten consessus interveniren möchten. Spätter war ich selbsten bey Landshaubtman zweymahl und nachdeme mich mit H. von Vtschan unterredet habe, wir auch per ½ Merzenhaim den Kolbniz vernohmen haben, schickten wir den Merz/enhaim/ zu Herber/erstein/ mit einer Höffpost ihme meldend, wie das unsern von der Deputationinstruction nicht enthaltet, das wir zur Deputation erscheinen oder beruffen werden känten, wohl aber, das die Deputationsrathe zu unß komen känen. Und da etwan mixta unterlauffen und es auf eine Conferenz ankomete, so habe solche dem gräzerischen Gebrauch nach der älteste [491] Geheimberath anzusagen und dabey zu præsidiren. Wan also dem Grafen von Herb/erstein/ recht, so will Graf 343 Ponovljena številka pagine s prejšnje strani! 344 Pred tem prečrtano Nachmittag 345 Pred tem prečrtano: 16 Uhr 204 | 1748 November Aursperg solches thun und den Rathen ansagen, auch anderen, die etwan Gr. Herb/erstein/ dazu zu haben verlangete. Merz/enhaim/ meldete, das sogestalten der Herrndinst leiden und Gr. Herb/erstein/ nach Wien berichten möchte. Ich sagte ihm, das er an keine Haasen rede und das sich niemand schrecken lasset. Er soll auf die Post wohl Acht geben und solche ihme auftragend maassen hinterbringen terminis, alß ihme aufgegeben wird, referiren quod mihi factum est. Und Herb/erstein/ ließ sagen, das die Deputation hier die oberste Stelle seyn und das wan auch Aursp/ erg/ dazu erscheinen wurde, er ihme zwar alß ältern Geheimbenrath die rechte Hand geben, doch aber das præsidium führen und die Proposition machen und den Schlusß in die Feder geben wolte. Beklagte sich, das man ihme die acta nicht extradire und sonderlich die von Sau-Strom-Navigation. Enfin, die Conferenz unterbleibt. Was aber Herrndienst betrifft, sagte ich dem Merz/enhaim/, das er der Herb/erstein/ alles per insinuatum zu unß geben käne, was er will und wir werden alles thun, was der Herrndienst erfordert. Er kan unß solches per insinuatum geben durch ein secretarium wissen lassen oder zu unsern Sessionen per se vol per assessores interveniren. [492] An unß wird er kein Anstand und keine Hindernus finden, nur das alles debito et convenienti modo geschehen. Herb/erstein/ hat auch sagen lassen, das er in Sachen vorgehen und das nöthige publiciren lassen wird, weil wir nicht interveniren wollen und zeüget hizig zu seyn. Enfin, nach sein Thun und Lassen werden wir unß reguliren und unß nichtes præjudiciren lassen, wie wir dan auch die Deputation vor keine oberste Stell zu regardiren haben. Herb/erstein/ hat auch contradicirt den von H. von Utschan angezogenen Gebrauch zu Gräz und sagte, Utschan muß entweder solchen vergessen haben oder das er nicht bey sich selbsten ist. Und wird wohl gesagt haben, das er berauscht war. 9. Zu Mittag speiste bey unß Frueberg/er/. Da war Vormittag der Br. Hallerstein, Nachmittag der Raditsch. Nachmittag habe licitirt das Hauß auf dem Plaz und die Haüßlein mit dem Garten bey den Discalziaten die lascita Schellenb/ur/g per Ordre della conte und diese Licitation terminirt. 10. Vormittag habe bey dem Steiner Tischler bestelt 3 Kasteln zu Bedeckung meiner Wand in Cabinetl, jedes hoch 1 ½ Schuh mit dopelten Thürlein von Nußholz fournirte Arbeit zu 3 fl. vor jedes. Dan die obere Stellen à partè. Item ein Münzkästl, wovor er 38 fl. verlangt. Dieses muß seyn hoch 3 Schuch und breit 3 Schuh, tieff ein Schuh, alles zu verstehen in der Lichten. [493] Vormittag war ich bey Br. Eckischen, die heüt angekomen seyn, habe auch bey ihnen meinen Sohn aufgeführt. Dan war ich bey Stuppanischen, wo ich auch m. S. aufgeführt habe. Dan gieng ich zu Landshaubtman wegen der zu machen seyenden Veranstaltung in Land wegen vivers, Massereyen etc. Zu Mittag speiste bey unß Hallerstein. Nachmittag war ich mit m. S. bey dem Wildensteinischen und spatter bey Landshaubtmanischen in der Gesellschafft, wo solche heüt ihren Anfang genohmen hat. Bey mir war auch Nachmittag Br. Egkh. 11. Vormittag war bey mir Fabiani, der bey der Regierung sucht den Access alß Cancellist zu haben. Dan habe m. Sohn aufgeführt bey der Grafin von Thurn, gebohrne Mordax, dan bey den Walsch-Aurspergischen, dan bey Orzonischen. Bey unß waren Verschiedenen, meiner Liebsten Compliment zu machen zu ihrem Geburtstag, der heüt ist der 38te. Vor- und Nachmittag hat m. L. Visiten gemacht. 12. Vormittag war bey mir der alte Jenco. Dan war ich in Regirungsrath. Nachmittag war ich zu Schiska mit H. von Utschan und m. Sohn. M. L. war in Visiten und bey Landshaubtmanischen. 13. Nachmittag war bey unß Br. Egkh mit seiner Frauen, dan die Orzon und Br. Raunach, Pfarrer zu Adolina. Bey mir war auch Fabiani. 14. Vormittag war ich in Regirungsrath. Zu Mittag speiste ich bey dem Grafen von Wildenstein. [494] Da war der Graf, dan Graf Barbo mit seiner Gräfin, die Gräfin von Schrottenbach, Graf Orzon und Gräfin, Br. Egkh und sein Frau, Br. Wolf-Erberin, Br. Benj/ami/n Erberg, Br. Wolf Daniel Erberg, Ludwig Graf von Liechtenb/er/g, H. von Stuppan, ich, mein Liebste und mein Sohn, in allen 16 Personen. Dan war ich mit m. Sohn bey meinen Schwagerinen und spätter mit ihm in der Gesellschafft. Vormittag war auch bey mir der Gasparini, der sich endlich contentirt gutwillig den Garten dem Perr zu cediren und gabe mir eine nota ihme346 Perr zu übergeben. 346 Popravljeno. | 205 1748 November 15. Vormittag war *ich*347 in Regierungsrath. Nachmittag war bey mir Perr, deme ich die mir von Gasparini consignirte nota der affitti des erkaufften Gartens gegeben habe. Dan war bey mir Steinfels, der mir von Regierungspræsido die Nachricht brachte, das das Militare die Vizdom-Stadtthor-Schliesßl nicht mehr verlangt und das ihme præsidi die Wacht vor dem Hauß auch accordiret seye und zwar beedes ohne aller Difficultät. Bey mir war auch Nemezhoff und spätter war ich mit m. L. und mein Sohn in der assemblée beym præsido. 16. Vormittag war bey mir Merzenhaim, dan der Magistratsregistrator. Item der Baumhackl mit etlichen Holzbauren von Igg, wo ich vor dieses Mahl den beste Brennholz per 16 17ner die Resten taxiret habe. [495] 17. Vormittag war bey mir Perr, der mir 1.362 fl. 21 〈kr.〉 geschickt hat, umb solche dem Gasparini zu geben vor den schellenburgischen Garten. Nachmittag war bey mir der Novack, Deputationsbuchhalter. Dan habe dem Gasparini obiges Geld durch meinen secretari geschickt. M. Sohn speiste heüt zu Mittag bey Gr. von Herberstein. Abends war ich mit ihm in der Gesellschafft bey der Grafin von Thurn, Wittib. 18. Vormittag war ich in Regirungsrath. Nachmittag habe den schellenburgischen Garten dem Perr übergeben und alle Bestandsleüth an ihn angewiesen. Bey mir war Fabiani, Steinfels und Zebull, welcher lezte unlängst von Wien gekomen. 19. Nachmittag war bey mir Merzenhaim, Schweiger et canonicus Abfaltrer, dan der alte Bader von Stain. 20. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war da Ign/ati/ Abfaltrer et abbé Gall. 21. Vormittag war bey mir die Hofmanin von St. Veith auß Kärnten, die vorhero des hiesigen Warnus Brudern zur Ehe gehabt, wegen einer Mühl. Dan der Schildenfeld wegen seines in lezter Licitation erkaufften schellenburgischen Hauß. Item der Sila mit ein Model, wie die Schleissen besser errichtet werden känten. Item Merzenhaim wegen der Relation nach Hof in merito Verckauff per Licitationem der schellenburgischen Hauser. Nachmittag war ich im gedachten schellenburgischen [496] Hauß, welches ich in præsentia des Renilovich dem Schildenfeld übergeben und die Bestandsleüth an ihn angewisen habe. Spätter war ich mit mein Sohn bey Carl-Hochenwartischen. Heüt hat mir mein Bedienter Simon den Dienst aufgegeben und will zu Flachenfeld gehen, ohngeacht er mir erst gester gemeldet, bey mir bleiben zu wollen. M. L. war in Visiten. 22. Vormittag war ich in Rath. Dan gieng ich zu Barbischen, wo die Gallenb/er/g war, dieser zu ihrem Nahmenstag mein Compliment zu machen. Auß eben der Ursach war ich bey der Busettin. Nachmittag war da der Br. Mordax und Hochenwart Jacob, dan Merzenhaim. Ich hatte auch bey mir den consessum medicum. Da waren auch bey m. L. die Stuppanischen. Spätter war m. L. in Visiten und in der Gesellschafft. 23. Vormittag war bey mir Andreas Michitsch, Pfarrer zu Ossivniz, der in der Jugend bey mir famulus war. Heüt in Landtag ist Br. Liechtenthurn alß Verordneter eligirt und Br. Ign/ati/ Abfaltrer alß Generaleinnehmer confirmiret worden. Bey m. L. war die Berlendes und die Frasß. 24. Zu Mittag speiste bey unß Andreas Michitsch, Pfarrer zu Ossivniz. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth. Abends war ich in Gesellschafft beym Landshaubtman und m. L. auch, die vorhero einige Visiten gemacht hat mit der jungen Dinzlin, welche mit ihrem Man bey unß waren. [497] 25. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir der Pfarrer von Ossivniz und abends der alte Widerkher. 26. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Schweiger. Vorgester ist der Kotscher, Pfarrer bey St. Peter, der den Tag vor gestorben, begraben worden. Und gester ist 347 Pred tem prečrtano: ich bey 206 | 1748 December die mater Carlina Bönckin, Ursulinerin, gestorben. 27. Vormittag war ich in Rath, abends in der assemblée. M. L. war in Visiten, abends in Gesellschafft. Bey mir war auch Schweiger und Fabiani. Gester abends ist Graf Leopold Lamberg mit seiner Gräfin von Wienn hier angelangt. 28. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste ich mit m. L. und Sohn bey Graf Joseph Aursperg. Da war auch H. von Utschan. Nachmittag suchte Lamberg, war bey mein Schwager Br. Erberg und abends in Gesellschafft beym Regirungspreside. 29. Vormittag war bey mir Steinfels. Nachmittag bey meiner Liebsten die Gräfin von Thurn Wittib, dan die Grafin Petazin mit ihrer Tochter Gr. von Schärffenberg, Brauth von Br. Gall. Abends war m. L. in der Gesellschafft. 30. Vormittag war bey m. L. die Carl Aurspergin mit ihrem Mann. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberger. M. L. war Nachmittag in Visiten. 1748 December 1. Dezember. Nachmittag war bey mir Br. Schmidhoffen und Androcka. Dan war ich bey Herberstein in der Music mit mein Hänßl und die [498] 2 Kleinern, alß Lucas und Fränzl, haben sich auch producirt. M. L. war auch zugegen. Spätter gieng ich mit mein Sohn in die Gesellschafft zu der Thurnin, von dar zu Graf-Barbischen, wo auch m. L. war. 2. Vormittag war ich in Rath, dan bey m. Schwager Br. Erberg mit dem Hochenwarth. Vor dem Rath suchte ich die Petazischen, die heüt abreisen. Zu Mittag speiste ich bey Herberstein in 18 Personen, id est der Graf, dan Mad. Janesitsch, zwey Frl. Töchter, Grafin von Schrottenbach, Graf Lamberg Leop/old/ und sein Grafin, Graf Ign/ati/ Aursp/erg/ und sein Gräfin, Br. Valvasor und sein Frau, Graf Wildenstein, der Obrister von marchalischen Regiment, dan der Major Gr. Seckendorff, Graf Lantieri Haubtman, Br. Benj/ami/n Erberg, dan m. L. und ich. Nachmittag war ich bey den Dinzlischen. Spätter war bey mir Br. Egkh. M. L. war in der Gesellschafft und vorhero in Visiten. 3. Vormittag war bey mir Dr. Torre von Gorz mit seinem Sohn, den er gerne bey mir practiciren lassen möchte, welchem ich auch, in soweith den Access versprochen, allenfahls auch pro amanuense aufzunehmen Hoffnung gegeben habe. Dan war ich bey der Frl. Fränzl zu ihrem Nahmens- und Geburtstag mein Compliment zu machen. Dan suchte mit m. S., dem Hänßl, den Grafen von Lamberg. Abends war bey mir Lamberg Leop/old/. M. L. war in Visiten. Heüt habe m. Kinder beede licenzirt. [499] 4. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Dr. Torre, pater et filius. Abends war ich in der Gesellschafft bey Gräfin von Thurn. Vormittag war bey mir ein freidentallischer Unterthan nahmens Martin Gardina, welcher (mit Bitt sein Nahmen verschwigen zu halten) mir gesagt, das man hier von Brennholz genug haben wird, wan man den Stifft Freüdenthall befehlete, die Wälder Vinuvurch, Na Kosleschka Schaga, Bad Tscherne Vurch und Kuine Vurch, wie vor Jahren jederman erlaubt war, practiciren348 und das Buchholz darin fehlen zu därffen. Das Dorff, welches andermahl mehrentheils von Buchbrennholz nach Laybach geliffert, heist Brounize. Daselbst seyn 16 Bauren und 18 padruschniki. Es ist ihnen erst vor 15 Jahren verbotten worden daselbs Holz zu fählen. NB. Weil in gedachten Waldungen viel Tanen- und Feichtenholz gibt und dieses zu fehlen allemahl verbothen war, so hat ihnen das Stifft, wie gedacht, vor 15 Jahren verbotten in selben Waldungen zu gehen unter dem Prætent, das sie auch das Tanenholz fahleten. Und sogestalten verdörbt darin das Buchenholz, weil solches nicht gefehlt werden därff, welchen aber zu remediren wäre. 348 Sledi prečrtano zu | 207 1748 December 5. Vormittag war ich in Rath. Dan war bey mir Fabiani, item349 der Wälsche Aursperg. Nachmittag der Dr. Torre mit sein Sohn, welcher lezte bey dem Rubida350 auf der Kost seyn wird. [500] 6. Vormittag suchte mit m. S. die Schweigerische, Br. Schmidthoffen und Nemezhoffische. Nachmittag war ich mit mein Schwager und Sohn bey dem Landmarschall, der unpäßlich und betligerig ist. Dan war ich mit m. Sohn bey Br. Grimschitsch, spätter bey den Schweigerischen. M. L. war auch in Visiten und bey der Kolbniz. 7. Vormittag war bey mir secretarius Merzenhaim, dan der P. Mayr, Jesuiter. 8. Vormittag war ich mit dem Hänßl bey Br. Schmitthoffischen. Nachmittag war bey mir Br. Valvasor und Nemezhoffen. Spätter war ich mit mein Hänßl in der Gesellschafft bey Regirungspræside. M. L. war in Visiten, dan auch in der assemblée. 9. Vormittag war in Rath, Nachmittag war bey mir Silla. Bey m. L. die Ign/ati/ Aursperg. Dan war m. L. mit dem Hänßl in der Music bey Br. Egkh. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberger. 10. Vormittag war ich in Rath, Nachmittag war bey mir Silla. 11. Vormittag war bey unß Br. Mittrowsky und sein Frau, dan der Obrister und Major. Und diese mit Br. Benj/ ami/n und m. L. fahrten nach Lack zu Br.-Haldnischen. Ich war in Rath. Nachmittag war bey mir Steinfels, dan canonicus Abfaltrer wegen Br.-Egkh Bestandscontract. Spätter gieng ich mit M. S. in die Gesellschafft und dan gegen 9 Uhr zu Mittrowsky, [501] welcher mit seiner Gemahlin und m. L. heüt Nachmittag mit der ganzen compagnia von Lack retournirt ist. Ich blib da bey souppé. Da war H. und Frau von Hauß, der Obrister, der Major, Br. Benj/ami/n Erberg, der junge Mittrowsky und sein Hofmeister. Und kam mit m. L. und Benj/ami/n gegen 11 Uhr nach Hauß. 12. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Schildenfeld wegen des Kauffschilling des schellenburgischen Hauß, den er sich nicht zu erlegen getrauet biß ihm der Kauffbrieff nicht außgefertiget wird, weil bey voriger Licitation der Hof das Wort auch nicht gehalten hat. Dan war da die Widerkherin und Wusethin, die Schwestern und Bruder meiner Liebsten. 13. Nachmittag war bey mir Baselli von Gradisca, Hochenwarth Carl und Zebull, auch der Merzenhaim. Vormittag waren bey mir viel Holzbaurn von Igg. 14. Vormittag war bey mir des Herberstein sein abbate. Nachmittag der P. Mar, Jesuit, deme ich 20 fl. bezahlt habe vor 61 silberne und bey 180 kupfferne alte Münzen. Heüt Nachmittag ist der Roßmann, Landschafftsuntereinnehmber, gestorben. 15. Vormittag suchte den General Fin, dan den Baselli. Zu Mittag speiste bey unß die Widerkerin. Nachmittag war bey mir de Werth, spätter der General de Fin. Dan war ich bey meinen Schwagerinen und dan mit m. Sohn bey Landshaubtman in der Gesellschafft. 16. Vormittag war ich in Regierungsrath. [502] Nachmittag war bey mir der junge Hochenwarth, dan der Gerlicich von Fiume et Br. Egkh. Spätter war ich bey Br. de Fin Generalen, dan in der Gesellschafft. 17. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir der Valvasor Wittwer, dan Nemezhoff. Spätter war ich in Gesellschafft beym præside. 18. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Nemezhoff und spätter war ich in der assemblée. NB. Heüt ist die Resolution von Hof an die Regierung gekomen, die ihro das Justitiale allein beylast, das politicum aber unter das præsidium des Herberstein mit Zuziehung des Lamberg und Barbo übertragt. 349 Pred tem prečrtano und 350 Popravljeno. 208 | 1748 December M. L. war bey Bssa. Egkh. 19. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Gallenberg, dan Vor- et Nachmittag der Fabiani. M. L. war in der Gesellschafft. Bey mir war auch der Haasß, gewester Concipist, welcher nicht wenig lamentirte, das er nun in dem neuen systemate nicht begriffen ist und das man vorhero von den montanisticis, wo er die Sachen verstehet, weggenohmen und hieher, wo seines Thuns nicht ist emploirt und nun wieder verlassen hat. Dan war auch da Sylli, der gleiche lamentationes machte, das man den Sau-Strom so negligiret. 20. Vormittag war da Br. Gall, dan abbé Erberg. Nachmittag secretarius Merzenhaim, Fabiani, Sanetti junior. M. L. war bey der Joseph Aursperg. Bey unß war auch der Probst Br. Erberg. [503] 21. Vormittag war ich bey dem Brautigam Br. Gall, der heüt abreist. Nachmittag war da Graf Gallenb/er/g und Wildenstein und mehr andere. 22. Vormittag war ich vocatus bey dem Regierungspræside, der mir die heüt eingegangene resolutiones gezeügt und mitgegeben hat, umb darüber mit H. von Utschan zu conferiren und ihm Nachmittag die Antwort zu sagen. Zu Mittag speiste bey unß Ign/ati/ Abfaltrer, dan war bey mir P. Scarpin und der Perr. Lezten habe wegen der Grazer Perlfabrique die Resolution in copia gegeben, um seine Declaration desto ehe zu haben. Spätter war ich in der Gesellschafft beym præside, wo auch der Prinz von Stollberg war, der auß Italien kamt und nach Wienn gehet. M. L. und m. S. waren auch da. 23. Nachmittag waren bey mir 2 Franciscaner; einer brachte mir nomine P. Scarpin ein Tabac mit ein Rape. Dan war ich in Regierungsrath beym præsidi. 24. Vor- und Nachmittag waren Verschiedene bey mir mit dem Feiertagwunschcompliment, unter anderen auch der Terzi von Mitterburg. 25. Vormittag suchte den Herberstein und seine Frl. War bey dem Regierungspræsidi, dan bey der Lamberg mit dem Feyertagwunschcompliment. Zu Mittag spiste bey unß Camasina, der gester von Triest gekomen mit disgusto von br.-flachenfeldischen Dienst. [504] Nachmittag war bey mir Nemezhoffen, der mir ein, von der Deputation an ihm erlassenes Decret zeügte de dato 16. et præsento 24ten dieses, wo ihme krafft einer k.k. Resolution de dato 7ten hujus anbefohlen wird, dem Br. Ign/ati/ Abfaltrer sein Beysizerbesoldung der 4/c fl. nicht mehr zu bezahlen. Item dem Schwab von Liechtenberg, solang er Landbereitungscommissarius ist, die landshaubtmanische Rathsbesoldung der 5/c fl. und 1/c fl. Pension auch nicht zu zahlen. Abends suchte ich den Wildenstein, dan war ich in der Gesellschafft mit m. S. bey Landshaubtman, der Morgen auf Kraüz abreiset. 26. Abends war ich mit mein Sohn in der Comedie, die heüt am ersten auf dem Rathhauß angefangen. M. L. war in Visiten und abends bey der Schrottenbach. 27. Heüt ist der Simon mein Bedienter auß dem Dinst getretten und gehet nach Triest zu Br. Flachenfeld. Dan war ich in Visit bey dem Obristen, wo auch der Obristleüthnant und Major waren. Dan war ich bey Schweigerischen. Heüt Vormittag ist der General de Fin von hier nach Görz. Abends war bey mir der Perr wegen seiner in Betreff der Gräzer Perlfabrique zugeben habender Declaration. M. L. war in Visiten. 28. Nachmittag war bey mir der Dumreicher von Triest, den Herberstein zu solicitiren, der dem [505] Osterreicher 1.200 fl. schuldig ist und schon etliche Jahr weder Geld noch Antwort von ihm haben kan. Heüt gegen abend ist anstatt des Simon in mein Dienst eingetretten Johanes Petrovich von Ponovitsch gebührtig und der leztlich bey dem jungen Dinzl gedint hat. 29. Vormittag war ich mit m. S. in Visit bey dem Domprobsten und seinem Bruder dem Generalen Grafen Petaz. Zu Mittag speiste bey unß der Domreicher von Triest. Abends war ich in der Gesellschafft bey der Thurnin. Vorhero war bey mir der Zebull. 30. Vormittag war bey mir der Domreich/er/, welcher endlich den Grafen von Herberstein disponiret hat, | 209 1749 Januar sein Conto zu unterschreiben und ihn zu promittiren sein Schuld, so sich mit Interesse bey 1.400 fl. belauffet in 2 Jahren bezahlen zu wollen, alß die Helffte mit Ende 1749ten und die andere Helffte mit Ende des 1750ten Jahrs. Er sagte mir, das er der Judenschafft zu Triest und Görz bey 18/m fl. schuldig seyn soll über verschiedene Kleinigkeiten, die er Schustern, Tischler etc. außständig ist. Dan war bey mir unser Expeditor der Schlud/er/bach mit dem Ziegler Cancelisten, das ihnen der Herb/erstein/ befohlen haben soll, Nachmittag zur Deputation in die Canzley arbeiten zu komen. Sie fragten sich an quid faciendum. Ich habe sie an Graf Lamberg angewiesen. [506] Nachmittag war ich mit m. S. bey der Br. Erberin Wittib, und spätter bey Graf-Cozzolischen, wo der Graf noch alleweil sich unpäßlich befindet. 31. Vormittag war bey mir Camesina, der Nachmittag mit einem Officier, Grafen von Lasßberg, nach Wienn abreiset. Dan waren Nachmittag Verschiedene bey unß: Jesuiter, Franciscaner, Geistliche Abfaltrer, Raab, Buseth. Vormittag war ich mit m. S. bey den Graf-Leopold-Lambergischen, bey Br.-Valvasorischen. Suchte auch Herberstein, der sich excusiren ließ, weil sein jungste Frl. Tochter just zur Ader gelassen. Nachmittag suchte den alten Widerkher. Dan war ich bey meinen Schwagerinen.351 1749 1749 Januar [507] 1. Jenner. Vormittag war bey mir der Rabensperg. Dan war ich wegen Neujahrcompliment mit meinem Sohn bey der Gräfin Thurn, bey der Wälschen Aursperg, der Du Val, bey Joseph-Aurspergischen, bey Franz Bernhard Lamberg. Nachmittag war bey mir der Steinberg und der Nemezhoffen. Spätter war ich bey meinen Schwagerinen, dan mit m. S. bey der alten Br. Abfaltrer, gebohrne Dinzl. Dan bey Br.-Ottischen und spätter in der assemblée bey der Thurnin. 2. Heüt morgens hat mir Weittenhiller gegen meiner Quittung 150 fl. gelichen, welche ich ihme in einer Monatsfrist mit Interesse dankbar zu bezahlen versprochen habe. Dan habe der Wolf-Erberin 120 fl. geschickt, die von ihr erkauffte Pferd zu bezahlen. Nachmittag war bey mir der Beichtvatter von Clarisserinen wegen eines gewissen verstorbenen Untereinnehmer nahmens Perr, davon ich aber kein Information hatte. Abends war bey mir der alte Widerkhern. 3. Vormittag war bey mir der Serin, der mir die Quittung brachte von dem ihme bezahlten Zehend von mein Mayrhoff auf der Polane von ersten Jener 1746 biß lezten Dezember 1748. Nachmittag war bey mir der Wälsche Aursperg, dan der Buchhalter Zettel. Spätter war ich bey H. Zois wegen meiner Morgen verfallender Schuld, wovor er weder352 ein Banco-Obligation weder ein Lauffinterimsschein annehmen und lieber mich noch länger warten will. [508] Heüt hat man angefangen die Chocolate in Hauß zu machen und seyn 12 Rib zu 1 ½ lb. fertig worden, wobey auch meine Schwägerinen geholffen haben. 4. Nachmittag war bey mir Br. Otto Joseph. Heüt ist die jüngere Frl. Herberstein versehen worden. 5. Nachmittag war bey mir Dionoro, dan der Tischler von Stein, deme ich das Muster von den grossen Stiegen mitgegeben habe. Abends war ich mit mein Sohn in der Geselschafft, ingleichen m. L., die vorhero einige Visiten gemacht. Heüt Nachmittag ist der Landshaubtman von Land wieder hereingekomen. 6. Nachmittag war bey mir Br. Wolf Adam Erberg, Br. Valvasor et Br. Ign/ati/ Abfaltrer. Nachmittag ist mein Schwager Br. Wolf Daniel in die Stadt retournirt und abends war m. L. bey ihm, weil er sich unpaßlich befindet. 7. Vormittag war ich mit H. von Utschan bey Landshaubtman, dan in Regierungsrath. Nachmittag war ich mit mein Sohn bey dem landshaubtmanischen Gericht, wo er das erstemahl den modum 351 Sledi prazna in neoštevilčena p. 507 (staro oštevilčenje p. 527). 352 Orig. wegen 210 | 1749 Januar procedendi gesehen hat. Bey mir war der Schluderbach, unser Expeditor. 8. Vormittag war ich in Rath, dan habe zu Mittag gespeist beym Landshaubtman mit m. L. und mein Sohn. Da waren an der Taffel 14 Personen, alß der Landshaubtman, seine 2 Frl. Töchter, dan der Sohn abbé, Mad. Raunach, Obristleüthnant Schwarz mit seiner Gemählin, [509] H. Paketsch, Br. Kappelhoffen Oberleüthnant von Mersi-Argentau, H. Bechinie, H. Stuppan, ich, m. L. und m. Sohn. Spätter seyn wir alle zusamen gangen in die Comedie. 9. Vormittag war bey mir Dr. Schildenfeld, der mir 1.700 fl. brachte vor das lezt in licitatione erkaufftes schellenburgischen Hauß. Deme ich versprochen habe, längst Morgen von dem secretario von Merzenhaim ihme eine Quittung außfertigen zu lassen. Dan war bey mir der junge Graf Liechtenberg, item der Obristleüthnant Schwarzer. Nachmittag war m. L. bey der Br. Egkh, welche erst von Clagenfurt gekomen und sich übel aufbefindet. 10. Vormittag war bey mir sig. Zernia von Triest. Zu Mittag speiste bey unß der Fruheberger. Nachmittag war bey unß der General und der Domprobst Petazzi, item H. von Bechinie und spätter Graf Joseph Aursperg, der eine Staffetten mit Fischen nach Wien von Triest ablauffen zu lassen mich ersucht hat. 11. Nachmittag war bey m. L. die Gr. Cozolin. Sonsten ist mit dem Grafen von Gallenberg heüt Br. Ferdinand, mein Schwager von Land in die Stadt gekomen. 12. Vormittag suchte ich den Bechinie und Br. Mittrowsky, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Bey mir war Graf Leopold Lamberg, der mir vor die Hollander Amsterdam-Zeitung vor dieses Jahr vor sein Antheil 6 fl. anticipate bezahlt hat. Dieser erzehlte mir, [510] das Morgen des Landshaubtman sein afficirtes Taffelsilber eingeschäzt werden wird und das er bey 70/m fl. an Interessen, dan aber bey 170/m fl. in Capitali schuldig seye. Nachmittag suchte wieder Bechinie. Dan war ich bey Mittrowsky, spätter mit Br. Benj/ami/n bey der Schrottenbachin und dan in der Gesellschafft bey Landshaubtman. 13. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Fabiani. Vorige Nacht war hier der erste Bal. Heüt ist H. Bechinie353 nach Wienn abgereist. 14. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war ich ein wenig spaziren gegen der Sau-Brucken. Da ich den H. von Bechinie begegnet habe, der erst nacher Wienn abgereiset ist. Spätter war bey mir H. von Schweiger, mein Schwager. 15. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir der junge Hochenwarth. Mit dem gieng ich zu Leopold Hochenwarth, dan zu Busetischen und spätter in die Gesellschafft. Nachmittag war auch bey mir der Max Taufferer. Landshaubtman erzehlte mir, das wieder Herberstein zu ihm geschickt habe, das er die Canzelisten mit Gewalt will hinwegnehmen und in die Deputationscanzley führen lassen. Videatur hesternum protocollum. Abends war bey mir Nemezhoffen, der mir erzehlte, das heüt in Deputationsrath vorgekomen, wie das bey dem lezten Abschidt mit ultimæ Octobris alle Beambte ihre Rechnungen eingeschickt haben [511] ausser des H. von Trezzi. Dieser war offters compellirt. Endlich hat er umb Dilation von 8 Tagen gebetten. Diese seyn ihm zugestanden worden und man hat noch 14 Tag darüber gewartet. Lezt, anstatt der Berechnung, schicket er ein Relation von 7 Bögen und zeü〈g〉t an die grosse labores, die er hat, und das salarium, welches den laboribus nicht proportionirt ist, und das er nur allein auf das Salzwesen, Rechenbau und nicht auf viell andere Sachen attendiren solte. Stuppan sagte in Rath, das entweder Trezzi sein Sach nicht verstehet oder muß eine Malversation darunter seyn. Und votirt, das man gleich jemand dahin abschicken und des Trezzi Thun und Lassen untersuchen, auch die Rechnungen und cassam examiniren solte. Er hat den Bottoni vorgeschlagen, Herberstein änderte die Farben in Gesicht und mainte, Bottoni alß Cassacontrollor habe hier zu thun und känte nicht abkomen. Stuppan hat den Marotti vorgeschlagen. Herb/erstein/ sagte, Marotti sey den Sachen nicht gewachsen. Endlich wurd Bottoni resolvirt und soll heüt die Nacht oder längst Morgen nach Görz aufbrächen. 353 Popravljeno. | 211 1749 Januar Stuppan brachte auch den Wichtenstein auf das Tappet und wie es mit sein Process stehet und das man ihn straffen soll, wan er schuldig ist. Und so er unschuldig ware, so geschehete ihm das gröste Unrecht, ihn so lange Zeit umzuziehen. [512] Auß allen ist zu sehen, das den Trezzi nicht wohl ergehen därffte, sowohl wegen des Rechenbau, welches bey 80/m fl. kosten soll, alß wegen des Salzhandl, wo schwärlich das utile sich zeügen därffte, welches der Herb/erstein/ nach Hof angezeüget hat. 16. Vormittag war bey mir Weittenhiller, dan bey m. L. die Orzonin und die Gallenber/er/g. Dan seyn auch heüt die Lehensacta von Gräz angelangt. Nachmittag war ich in Extraregierungsrath beym Landshaubtman. Zu Mittag speiste bey mir der junge Torre und der Fruheberger. Bey m. L. war die Carl-Hochenwartin mit ihrer Tochter. 17. Vormittag war bey mir Fabiani, deme ich pro sua consolatione gesagt, das er gester bey dem landshaubtmanischen Gericht alß Bahngerichtsschreiber resolviret worden seye. Dan war bey mir Zebull mit seinen Lamentationen, item der Bader von Stain. Spätter war ich bey Gallenberg und dan beym Landshaubtman in der Gesellschafft. 18. Vormittag war bey mir der Bader von Stein. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberger. Nachmittag waren da meine Schwäger und Schwägerinen. 19. Vormittag war bey mir Zebull. Dan such〈t〉e den Br. Mordax. Zu Mittag speiste bey mir der Torre. Nachmittag war bey mir Daniel Lazarini mit seinem Sohn. [513] Abends bin ich 〈ge〉gangen auf dem Ball mit m. L., mein Sohn den Hanßl und Micherle und Br. Benj/ ami/n Erberg, alle in maschera; und waren daselbst bey 80 Par maschera. Bliben da biß 4 Uhr nach Mitternacht. 20. Heüt mittags ist hier vor dem Carlstadter Thor ein Deserteur aufgehänckt worden. M. L. war Nachmittag in Visiten. Abends war bey mir Nemezhoffen. 21. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberger. Nachmittag war bey mir der Widerkher der junge. NB. Heüt war vor das erstemahl in der Regierungsstuben, das scabellum, worauf der præses gesessen, levirt, welches der præses auf Lierw/alds/ Schreiben von selbsten hat thun lassen. 22. Vormittag war ich 〈in〉 Rath. Nachmittag war bey mir der Romani von Görz, dan ein abbate auch von Görz, spätter der Kriegscomissarius Pompeati, dan mein Schwäger und Schwagerin. 23. Nachmittag war ich bey meinen Schwägerinen, spätter beym Pompeati und abends in der Gesellschafft. M. L. war in Visiten und abends in der Gesellschafft. 24. Nachmittag war ich in Extrarath beym Landshaubtman. Dan war bey mir Ign/ati/ Abfaltrer und die Meinigen. Spätter ist der General Br. de Fin auß Friaul hier retournirt. 25. Nachmittag war bey mir Dr. Franzoni mit dem Modesti. Dan Br. Mittrowsky und der Wälsche Aursperg, deme ich mein zu Wien eingelegt〈es〉 und decretirtes Memorial gegeben habe [514] in merito seiner in Mähran zu forderen habender und mir cedirten Assignation, die er durch den Pompeati zu betreiben vermainet. 26. Vormittag war bey mir der junge Widerkhern. Dan suchte den Lazarini. Nachmittag war wieder da der junge Widerkhern, item der Haubtman Fräst. Dan bey m. L. die Mad. Rasp und ihre Schwestern. Abends gieng ich mit m. L. zu den Joseph-Aurspergischen, wo wir soupirten. Da war auch ein Schwester zu dem Grafen, die Frl. Cenzerle, m. Schwager Br. Erb/er/g, ein Fendrich Graf Montrichir, Br. Valvasor und sein Schwester. Und dan giengen alle zusamen in maschera auf dem Baal, wo wir354 biß nach 4 Uhr über Mitternacht gebliben seyn. 27. Vormittag war ich in Regierungsrath. Dan war bey mir der abbé von Görz, der mir speciem facti brachte in causa 354 Popravljeno. 212 | 1749 Februar der Wittib Aursperg und der Strassoldin in merito juris advocatiæ über die aquileischen Kirchen. Nachmittag war bey mir Graf Gallenb/er/g, Br. Pilligraz, dan m. Schwager der abbé. M. L. war bey der Berlendes, da just auch ihr Gemahl auß Italien angekomen ist. 28. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir secretarius Merzenhaim, Renilovich und Schildenfeld, welches lezten bey mir depositirtes Geld dem Renilovich in Beyseyn des Merzenhaim behändiget worden ist wegen des von lezten, id est von Schildenfeld erkaufften und von Renilovich übernohmenen schellenburgischen Hauß. Dan war ich in der Gesellschafft bey Landshaubtman. [515] 29. Vormittag waren bey m. L. die Schrottenbach und die Gallenberg. Nachmittag war m. L. in Visiten und abends in Gesellschafft. 30. Vormittag war ständischer Landtag. Nachmittag war bey mir der Gr. Strassoldo von Vilanova. Dan war ich bey Graf Gallenb/er/g, bey dem Schweiger und bey Sigm/und/ Abfaltrer. Gester abends war ich bey Carl-Hochenwartischen und abends in der Gesellschafft bey Landshaubtman. 31. Nachmittag war bey mir der neuangehende Dr. Francki, dan der Leopold Hochenwarth, item P. Guardian von Franciscanern wegen schellenburgisches Hauß, dan P. Master Jesuit, der sein lezte Profession macht, sodan mein Schwager und Schwägerinen. 1749 Februar 1. Februar. Vormittag war bey mir der Haubtman Frasß, dan der Renilovich, des Perr jung und Nachmittag der junge Wolkensperg. Heüt habe die von Renilovich empfangene 50 fl. und von Perr 100 fl. 7 kr. durch mein secretario dem secretario von Merzenhaim geschickt. 2. Nachmittag war m. L. in Visiten, ich aber abends in der Gesellschafft bey der Thurnin. Abends soupirte bey unß Br. Mordax. Dan gieng er mit Br. Benj/ami/n und m. Sohn auf dem Bal. Gegen Mitternacht bin ich mit m. L. auch auf dem Bal, bliben aber daselbst all incognito undermaschirter biß gegen 2 Uhr nach Mitternacht. 3. Vormittag war ich in Rath. Dan mit mein Schwager bey Max Br. Erberg und seiner F. Mutter. Nachmittag war bey mir Joseph Zancky, dan der alter Wiederkher biß spatt. M. L. war in Visiten. [516] 4. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir P. Provincial von Franciscanern, dan P. Joseph, Capuciner. 5. Vormittag war ich in Rath. Dan suchte mit dem Hochenwarth den Obristwachmeister Gr. von Seckendorff. Nachmittag bey Ankunfft der Post schickte mir der Landshaubtman ein k.k. Resolution, womit ich zu der Hofcommission in publicis et politicis resolvirt worden bin. Nachmittag war bey mir Zanchi, dan Br. Egkh. Spätter gieng ich zu Schweiger, dan in Gesellschafft zur Thurnin. Es war auch bey mir der Steinfels.355 6. Vormittag habe mein Quartall von ersten November 1748 biß lezten elapsi mensis erhoben. Dan war bey mir ein Geistliche von Gradisca nahmens Spänger, eine causam zu recomendiren. Vormittag war bey m. L. die Gräfin Rasp, die Bssa. Taufferer und Leopold Hochenwartin, dan der Walsche Aursperg. Nachmittag war ich bey der Orzon ihre Spiegl zu sehen, davon das Glasß in der Liechten ist hoch 3 Schuch, 3 Zoll und breit 2 Schuh, 5 Zoll. Dan war ich bey Br. Egkh, wo die Gallenb/er/gischen und Valvasor waren. Spätter war ich in der Gesellschafft. Vormittag war ich bey den Berlendischen und Nachmittag waren sie bey unß. Spatt ist m. Sohn mit Br. Benj/ami/n auf dem Bal und retournirten gegen 5 Uhr nach Mitternacht. 7. Nachmittag war bey mir der junge Hochenwarth. Dan war ich bey Landshaubtman, mich zu beurlauben, weil er Morgen auf Craüz gehet. [517] Dan war ich bey der Gräfin von Thurn mit dem jungen Hochenwarth. 355 Pred imenom prečrtana nečitljiva beseda. | 213 1749 Februar Heüt ist hier die Nachricht eingangen, das die Gräfin von Aursperg, gebohrne Gr. Barbo des Alexander Grafen von Aursperg Landmarschallen Gemählin, zu Thurn an Hardt in ihrem 46ten Jahralters gestorben seye. 8. Vormittag war bey mir secretarius Merzenhaim. Zu Mittag speiste ich *mit m. L.* bey der alten Landmarschallin Gräfin von Aursperg Wittib. Da war ihr Frl. Tochter die Cenzerle, Graf Joseph ihr Sohn mit seiner Gräfin, Graf Engelshauß ihr Schwigersohn, Obristleüthnant Br. Berlandes mit seiner Frauen, Graf Strassoldo, P. von Hauß und Br. Taufferer der alte, in allen 11 Personen. Nachmittag habe den Hänßl, mein Sohn, daselbst aufgeführt. Dan war ich mit m. L. bey mein Schwigervatter. Abends war m. L. in Spiel bey obgedachter Landmarschallin. 9. Vormittag war ich mit m. S. bey H. von Schwab, der etliche Wochen krank war. Abends war ich mit m. L. *und Micherle* bey Joseph-Aurspergischen bey supée. Dan giengen masquirter auf dem Bal und ich führte die Frl. Cenzerle bliben da biß nach Mitternacht 4 Uhr. Beym soupé war auch Br. Egkh mit seiner Frauen, die eben auf dem Ball gekomen und m. S. Hanßl gieng mit Br. Benjamin. 10. Vormittag gieng ich in Regierungsrath. War aber kein Rath, bin also wieder nach Hauß retournirt. Nachmittag war bey mir secretarius Merzenhaim in merito des nach Hof zu geben seyenden Bericht in Betröff [518] des Brunetti, Richters zu Görz. Dan war da der abbé Br. Gall, der erst von Gut gekomen. 11. Vormittag war ich in Regierungsrath. Dan war ich in mein Mantelkleid bey der alten Landmarschallin Grafin von Aursperg Wittib, gebohrne Juvenelin, mein Compliment zu ihren heutigen Geburtstag zu machen. Bey mir war dan der junge Torre, der Morgen nach Görz retourniren soll. Nachmittag war ich mit m. L. und Kinder bey der Jesuitercomedie, deren auß der sechsten Schull, wo mein Lucasl die Rolle des Harpax vorgestelt, auch a solo getanzet hat, und hat sich allenthalben wohl gehalten. Nach der Comedie war ich bey meinen Schwägerinen mit mein Hänßl und Lucasl. M. L. war abends bey der Joseph Aursperg in Spiel, wo das Fest seiner Frauen Mutter celebriret wird. 12. Nachmittag war ich in der Proemialdisputation bey den PP. Jesuiten, wo Br. Abfaltrer des Ignati Sohn, dan Br. Tauferer, Maximiliani filius, defendiret und beede ihr Sach wohl gemacht haben. Dan war ich mit m. L. bey Br.-Egkhischen in der Music und assemblée. 13. Vormittag war bey mir der P. auß der sechsten Schull nahmens [–],356 dan Mag. Korusius ex syntaxis. Item ein par Unterofficier, die mir 4/c fl. per Conto des Obristen außgezehlt haben gegen Quittung eines Schnurmacher von Wienn, wo mir der Mayr das Geld zu empfangen von ihms zu remittiren mit sein Schreiben [519] von [–]357 dieses ersucht hat. Abends gieng ich mit m. L. und Sohn auf dem Bal und bliben da biß 5 Uhr nach Mitternacht. 14. Zu Mittag speiste bey unß der Torre, der Morgen nach Görz retournirt. 15. Vormittag war ich mit m. S. in der Galla bey Herberstein wegen sein Nahmenstag. Er aber sagte, Morgen den Tag celebriren zu wollen. Nachmittag war bey unß m. Schwager Br. Erb/er/g, der erst von Hilzeneg gekomen und Morgen wieder dahin gehet. 16. Vormittag war ich bey der Gräfin von Thurn wegen ihres Nahmenstag in Galla. Nachmittag ist mein Sohn Hänßl mit mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ nach Hilzeneg zu Br.-Piligrazischen. Vormittag war auch bey mir der Zebull. Abends war ich bey meinen Schwagerinen und spätter in der Gesellschafft bey der Gräfin Thurn, wo ihr Nahmenstag celebriret worden. Nach 11 Uhr gieng ich mit m. L. auf dem Bal und bliben da biß 5 Uhr nach Mitternacht. Nachmittag war m. L. bey den herbersteinischen Frl. und spätter in der Gesellschafft. 17. Vormittag war bey der Chocolatte- und Spanischwaxmacher. Nachmittag der economus von des Br. de Fin mandria di Trieste. Item der capelanus vicarii generalis von hier, der mir die Antwort brachte, die der Bischoff gibt über das pro memoria hiesiges Magistrats in merito des Weinschanckhen à la minuta, welchen der Magistrat dem Bischoffen strittig machte. Spätter gieng m. L. mit dem Micherle auf dem Kinderbal zu der Wälschen Aursperg, retournirten aber vor 10 Uhr. 356 Prostor za ime. 357 Prostor za datum. 214 | 1749 Februar 18. Zu Mittag speiste bey unß meine zwey [520] Schwagerinen und der geistliche Schwager Br. Ferd/inand/. Abends bin ich mit m. L. und Br. Benj/ami/n, dan der Jungfrau Lenerle auf dem Bal und bliben da biß nach 5 Uhr nach Mitternacht. 19. Nachmittag war bey mir Br. Schmitthoffen biß abends, dan meine Schwägerinen. 20. Vormittag war bey mir H. Schwab von Liechtenb/er/g. Nachmittag der Haubtman Frasß und abends Nemezhoffen. Ingleichen bey m. L. die Gräfin Dual, die mir 2 Quittungen, eine per 75, die andere per 25 fl. gegeben und gebetten hat, solche zu Wien eincassiren zu lassen. Heüt morgens ist H. Franz Sigm/und/ Kappus von Pichelstein, Obereinnehmer allhier, in 69ten Jahr seines Alters gestorben. 21. Vormittag war bey mir der herbersteinische Geistliche. Dan war ich heüt am ersten in Rath bey der Hofcommission in publicis et politicis. Dan ist mein Sohn Jean von Hilzeneg retournirt. Bey mir war auch der Reich. Nachmittag war bey mir der Schweiger. Heüt habe von der Gräfin Orzon 2 Spiegl erkaufft, einer vor mich, den anderen vor Br. Benj/ami/n; jeden per 70 fl., zusamen 140 fl. Jedes ist hoch [–]358 und breit [–]359 Wienermaß, zuverstehen in Glaß. 22. Vormittag war bey mir hiesiger Tanzmeister Peter Herzog, der mir 50 fl. gebracht, nun solche der Margareta Söhnleinin zu Wien zu bezahlen, welche P. Hallerstein recomendiret hat. Zu Mittag speiste [521] bey unß Fruheberger. Nachmittag war bey m. L. die Orzon, der Gallenb/er/g und sein Frau, dan mein Schwiger und Schwägerin. 23. Vormittag empfieng ich per expressum die Fische von Triest vor Morgen. Nachmittag war bey mir Br. Gussitsch, dan Zancki und bey m. L. die Schrottenbach, Frl. Valvasor und die Mittrowskischen. 24. Zu Mittag speisten bey unß der P. Provincial von Discalziaten und Prior nahmens Beck, der alte canonicus Schilling, Br. Schmidthoffen, H. von Buseth und sein Frau, H. von Buchenthall, H. von Wid/er/kher, m. Schwager Br. Wolf und 5 von Hauß, alß Br. Benj/ami/n, H. von Utschan, m. L., ich und m. Sohn Jean, in allen 14 Personen. Vormittag war bey m. L. de Gräfin von Liechtenb/er/g, gebohrne Thurn, mit ihrer Tochter und der Berlendes, item der Graf Liechtenberg, alte Buseth. Nachmittag Br. Otto und bey mir Br. Egkh. Das heutigen Mittagmahl habe gegeben occasione des heutigen Nahmenstag des H. von Utschan. 25. Vormittag war bey mir Haubtman Frasß, der heüt mit der Ordre nach Wien und in dem Banat und Temesswar abreisen soll. Dan war ich in Regierungsrath. Nachmittag war ich bey Mad. Frasß, der ich ein pro memoria vor ihren Mann nebst ein klein Päckl vor H. Mayr mit einigen Diamantlen hinterlasssen. Dan fahrte spaziren. Abends war bey mir der Wälsche Aursperg, der gerne in die salzburgische Militardienste komete. Item war da Fusconi von Triest. [522] 26. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag habe ein goldenes Münz von Tiberio erkaufft per 9 fl. 17 kr.; wügt in Gold 2 ¼ # et sic in valore intrinseco 9 fl. Bey m. L. war die Wälsche Aursperg, Dual, Berlendes, Br. Pilligraz. 27. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag war bey m. L. die Mittrowsky und die Orzon. 28. Vormittag war bey mir der Maroti. Nachmittag der Grafenhüeber, der Montag nach Wien verreiset, dan Br. Egkh. Bey m. L. war die Barbo und Gallenberg und Nachmittag die Egkh, der Walsche Aursperg. 358 Prostor za izmero. 359 Prostor za izmero. | 215 1749 Marec 1749 Marec 1. Marzi. Vormittag war bey mir der Haubtman Frasß, der erst heüt nach Wienn abreiset. Nachmittag war da der alte Wiederkher mit seinem Sohn Heinrich, der erst die Uniforme von marschallischen Regiment angelegt hat und Cadet geworden ist. Es war auch da Mittrowsky. 2. Vormittag war bey mir Zebull. Zu Mittag speiste bey360 unß der Grauenhueb/er/, der Morgen nach Wienn verreiset. Nachmittag war bey mir Mr de Bechinie, der gester abends von Wienn gekomen, dan der neue Kriegscommissarius mit dem Helbling, item Mittrowsky und Schmitthoffen und spatt der Grauenhueber. 3. Vormittag war bey mir der Tischler von Stain, dan der Perschky. Dan war ich in Regierungsrath und ex post bey der Hofcommission in publicis et politicis. Nachmittag war bey [523] mir der Vlach, Haubtman von Castua. Bey m. L. die Cozzolin und ihre angehörigen Bruder und Schwester. 4. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag war da Br. Rossetti und der junge Hochenwarth, dan der Bando von St. Giorgio und spätter Br. Egkh und dessen Frau bey m. L. 5. Die vergangene Nacht, ein Viertl vor Mitternacht ist das Feüer bey Graf Engelshauß-Grat an gr.-lambergischen Hauß in der Küchen und Rauchfang außgebrochen, hingegen bald geleschet worden. Ich war selbst auf dem Neuen Marckt. Vormittag war bey mir secretarius Kappus wegen der von Lack durch das Militare hieher in Arrest geführten 2 Weibspersonen, die die Soldaten desertiren machten und welches wir von der Regierung an die Landshaubtmanschafft zu untersuchen geben werden. Et hoc in krafft eines insinuati von der Deputation. Abends war bey mir Nemezhoff, der mir sagte auch, das intimatum de dato 25. passatto zeügte, das Trezzi ab officio et salario suspendiret seye, weil er seine Rechnungen nicht geleget hat. 6. Vormittag war bey mir der Buglioni von Gorz mit dem Bando von St. Giorgio, dan der junge Br. Gall. Nachmittag war bey mir der alte Br. Gall, Carl Hochenwarth und der Walsche Aursperg, so auch bey m. L. die Orzon, Ottl-Abfaltrerin, die Wittib Russenstein, 2 Jesuiter. Gester war ich Nachmittag mit m. Sohn bey [524] dem Grafen Strassoldo, suchten aber den Bechinie, den Kriegscommisarium, den Br. Rossetti, den Zanchi, die Busetischen. Dan fahrten spaziren. Heüt schickte zu mir Herberstein, das ich die Maassereye, die hier einzuführen seyn, auf mich nehmen möchte und bey mir conservirete quod mihi promisi. 7. Vormittag war bey mir der Expeditor Schluderbach, bey m. L. die Gallenb/er/g. 8. Vormittag war bey mir der alte Widerkher. Nachmittag der Buseth, bey m. L. aber die Joseph-Aurspergischen, die alte Tauffrerin, Frl. Hallerstein Helena und andere. 9. Vormittag war bey mir Persky, dan war ich bey Mad. Wertentall et Mad. Schweiger in Galla wegen deren Nahmenstag und abends auß eben der Ursach bey der Cozzolin und spätter in der Gesellschafft bey Landshaubtman. Bey m. L. war Vormittag der Obrister. Nachmittag ihre Schwestern und andere. 10. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey m. L. Carl Hochenwarth und sein Frau, dan Br. Egkh und sein Frau. Spätter suchte ich den Liechtenthurn, dan war ich bey dem alten Buseth biß spatt. 11. Vormittag war bey mir Zancki, dan war ich in comissione publica et politica. Ex post in Galla bey der Joseph-Aurspergin wegen ihres Nahmenstag. Nachmittag war bey mir Wichtenstein. 12. Nachmittag war bey mir Br. Schmidthoffen. [525] Zu Mittag speiste bey mir Fruheberger. Nachmittag war bey unß der Leüthnant Rasp, dan bey m. L. die Gallenbe/er/g, Berlendes und mehr andere. Graf Gallenb/er/g war auch bey mir. 360 Pred tem prečrtano ich 216 | 1749 Marec 13. Vormittag war bey mir der böhmische, erst von Gräz hieher gekomene Landrectificationsbuchhalter nahmens Lenckart. Nach ½ 11 Uhr hat mein Liebste zur Ader gelassen. Nachmittag waren bey ihr in Visit die Graf-Dualischen und mehr andere. Spätter habe den Leüthnant Rasp bey dem Landshaubtman und Grafen von Herberstein aufführen wollen, war aber keiner anzutröffen. Dan war ich mit m. S. bey Bechinie in Visit und spätter in der Gesellschafft, wo ich bey obigen und anderen den Leüthannt Rasp aufgeführt habe. 14. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberg/er/. Vorhero war bey mir Vermati, der da Förchter von der Landreitung cassirt zu werden qua Oberlandvisitationscomissarius. Abends war ich bey Gallenberg, spätter in der Gesellschafft. 15. Vormittag gegen 11 Uhr ist mein Sohn Jean zu Graf von Gallenberg, um mit ihm auf Egkh zu gehen. Bey mir war Graf Codroipo und Br. Max Taufferer. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberg/er/. Nachmittag bin ich mit m. L. spaziren gefahren, weil sie anfangt sich zu erhollen. Dan war bey m. L. die Grafin Wlagay und die361 ihrige. [526] 16. Vormittag suchte den Raab, dan den Hail. Dan war ich bey dem Deputationsbuchhalter Novack. M. L. fahrte zum Discalziaten in die Kirchen, dan spazire. Nachmittag war bey mir der Hail mit dem Perr, spätter Zebull und Nemezhoffen. 17. Vormittag war ich362 das erstemahl in der Landrectificationscommission, dan suchte mein Schwager Br. Ferd/inand/ Erberg wegen seines Geburtstag. Nachmittag fahrte mit m. L. spaziren. Spätter war bey m. L. Mad. Kolbniz, dan die Busethin und andere. Heüt bey der Landrectificationscommission war ein Rangstrittigkeit, wie solche besser in Protocoll zu sehen. 18. Vormittag war bey mir Zebull mit dem Solar, einem Crainburg/er/, derzeit Kauffmann zu Görz. Dan schickte Br. Flachenfeld zu mir sein Hieherkunfft zu wissen. Gegen ½ 11 Uhr gieng ich in die Landbereitungscommission, dan zu Schweiger, den Br. Flachenfeld haimzusuchen. Nachmittag fahrte mit *Carl* Hochenwarth spaziren, dan in Visit zu Br. Grimbschitsch. Dan suchten Hail, spätter war ich bey Hochenwarth. 19. Vormittag war bey mir Flachenfeld. Nachmittag war ich mit Josephi-Complement bey Mad. Rasp, bey der Wittib Erberg, bey dem Buset, bey Wildenstein, wo die Schrottenbach war, [527] bey Joseph Aursperg, wo ich zugleiche die Sechswocherin besucht. Dan war ich in der Gesellschafft, ex post bey Schweiger wegen Flachenfeld, der Morgen nach Wienn gehet. Dan bey dem General Fin biß 11 Uhr nachts, der auch Morgen nach Wienn verreist. 20. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag nach ein Uhr ist General Br. de Fin nacher Wienn abgerreist. Bey mir war der junge Hochenwarth, der abbé Gall und Max Taufferer. Nachmittag habe durch mein secretari in ein sigilirten Säckl 51 fl. 24 〈kr.〉 vor den P. Hallerstein zu Wien dem Br. Flachenfeld geschickt, umb es Morgen mit nach Wien zu nehmen. 21. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Bey mir der Perschky. Nachmittag war bey mir Perschky und Hochenwart Carl wegen des Desseins von meinem Hauß. Bey m. L. war die Busetin und ihre Schwestern. Gester abends ist m. S. Hänßl mit dem Graf-Gallenbergischen von Egkh retournirt. 22. Vormittag war bey mir der Baur von Stain, der mir sagte, heüt 50 grosse und 72 kleine Staffeln zur Sau-Brucken bereits geliffert zu haben. Hierauff hate er empfangen 4 #, dan 5 fl. und heüt habe ihm bezahlt 10 crainerischen Gulden. Bey mir war Jenko wegen der Bruckenmauth Zwischen Wässern. Umb 11 ½ war ich bey der Commission in publicis. 361 Pred tem prečrtano das 362 Sledi prečrtano wieder | 217 1749 April Zu Mittag speiste bey unß Fruheberg. Nachmittag war bey unß Br. Egkh, Br. Valvasor Carl, Leüthnant Rasp. [528] 23. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberger. Nachmittag suchte ich den Obristen, dan war ich in der Gesellschafft. Nachmittag war bey mir Schmidthoffen et Raditsch. 24. Vormittag war ich in der Regierung. Heüt habe vor dieses Jahr das erstemahl wieder angefangen die Bauarbeit in meinem Hauß. Nachmittag habe die 50 fl. in supplementum der 100 fl. der Grafin Dualin durch mein secretari geschickt. 25. Nachmittag war ich bey Hail biß Abend spatt. 26. Vormittag war ich in Regierungsrath. Gester Vormittag hat man hier gefänglich eingeführt von Präwalt den Müller mit seiner maitresse, der von Wildon mit Geld durchgegangen. 27. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag war ich beym Obristen wegen Bewachtung des Plazes, des Porto und des Lazarets zu Triest. Dan bey dem Zauner Kriegscomissario in Contrevisit, dan in der Gesellschafft bey Landshaubtman. Heüt hat man den vorgester gefänglich hiehergebrachten Müller weiter beferdert von Landgericht zu Landgericht samt seiner maitresse. 28. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Nachmittag war bey meiner Liebsten die Schrottenbach, die Abfaltrer gebohrne Dinzl, die Wälsche Aursperg. Abends war ich in der Gesellschafft, weil sich der Landshaubtman zur Ader gelassen und Morgen nach Craüz, dan aber nach Wienn zu gehen hat. [529] 29. Vormittag war ich in der Hofcommission in publicis et politicis. Nachmittag war ich bestandig zu Hauß. 30. Vormittag war bey mir der Bischoff, Registratursadjunct, der sich beklagt hat, das er von der Hofcommission alß Cancelist anverlanget und sogestalten nach Hof vorgeschlagen worden, deme ich abzuhelffen versprochen habe. Nachmittag war bey unß Br. Mittrowski, Br. Schmidthoffen, H. und Frau Buseth. Und abends war ich bey Mad. Valvasor, Sechswocherin, von wanen ich die Gräfin von Gallenberg nach Hauß führte. *Abends war bey mir Nemezhoff.* 31. Nachmittag war bey mir H. von Raab. Dan hat mir H. Weitenhiller 100 fl. gelichen, die ich ihme in der Quittung künftigen Georgi zu bezahlen versprochen habe. 1749 April 1. April. Vormittag war bey mir der Baur von Stein, der mir die eychene Staffel liffert. Vor die 50 grosse hat er empfangen einmahl 16 fl. 40 kr., den 3ten passatto 5 fl., den 22. detto 8 fl. 30 kr., macht 30 fl. 10 〈kr.〉 Heüt habe ihm a Conto wieder gegeben 20 fl., restirte ihm noch 6 fl. 30 kr., welche von darinn noch zuruckhalte, um zu sehen, ob ein oder andere Staffel nicht etwan defectos ist. NB. Er hat auch von kleineren Staffeln 72 Stuck gemacht und bereits auf die Sau-Brucken geliffert. Ich will aber solche nicht annehmen, weil er von mir noch kein wirkliche Bestellung weder eine Maß gehabt. Da er mich aber doch bittet, solche [530] herein führen zu lassen, damit sie daraussen nicht patiren, habe ihme dieses zwar versprochen, doch werden sie per sein Conto bleiben, wan ich solche nicht brauchen känte. Item so müssen erst den Werth davor machen, welches biß dato nicht geschehen und er in Machen zu voreilig war. Dan war bey mir Perscky, deme ich ein Zug zu bestellen anbefohlen, womit ich die Baumaterialien unter das Dach auf dem Boden ziehen kan. Bey mir war auch der secretarius Merzenhaim und dan der Kappus. Gegen Abend kam von Wien allhier an der hiesige Bischoff. 2. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Nachmittag war ich mit Mittrowsky bey dem bischoff-fürstlichen Gnaden in Visite. Bey m. L. ware die Dualin mit ihrer Tochter. 3. Vormittag habe erstlich mein österliche Andacht verricht, dan war bey unß der Leüthnant Erberg und Buseth. Nachmittag war ich mit mein Schwager Br. Ferd/inand/ spaziren, dan bey mein Schwägerinen die Procession zu sehen mit m. L. und Kindern. 4. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Rasp. 218 | 1749 April Nachmittag war ich mit dem Hänßl die Hl. Gräber zu besuchen. Abends habe die gewöhnliche Capucinerprocession bey meinen Schwägerinen gesehen sambt m. L. In mein Quartir aber haben mit meinen Studenten andere ihre [531] Schullgespän geschaut. 5. Vormittag war bey mir P. Guardian von Franciscanern, dan der Buchhalter Zettel, actuarius Grachavar, der junge Karnburg, Vermati. Bald nach 9 Uhr hat m. L. (die sich seit dem Faschung unpäßlich befindet), Gott Lob, ganz glucklich abortirt und wird die Frucht bey 2 Monath alt seyn. In Visiten waren bey ihr die Schrottenbach, Gallenb/er/g, 2 Par Jesuiter, canonicus Br. Abfaltrer und die Angehorigen. Abends nach 8 Uhr hatte m. L. ausserordentliche Schwermüthigkeiten und Ängsten beym Herzen und wurde fast ohnmächtig. Doch in etlichen Minuten befande sie sich soulagirt. Nachmittag war bey mir Deliesnig wegen der Maassereyen. 6. Die vergangene Nacht hat m. L. etwas unruhig geschlaffen, doch hat sie kein Kopffschmerzen und befindet sich gut, obschon noch schwach. Nachmittag war bey mir Br. Salvai und bey m. L. die ihrigen. 7. Vormittag war ich bey Helbling, deme ich das schranengerichtliches Attestatum der Frl. Helena Bssa. von Hallerstein behändiget habe zu Behöbung der Arreragen363 ihres oncles. Nachmittag suchte Br. Egkh, Br. Liechtenthurn und spätter war ich bey H. Hail. M. L. befindet sich, Gott Lob, allerweil besser. 8. Zu Mittag speiste ich beym Bischoff. Da war der junge Graf Atthems, Gräfin von Schrottenbach, [532] Graf Wildenstein, Graf und Grafin Barbo, Stuppan und sein Frau, Mittrowsky und sein Frau, Br. [–]364 et Wolf Daniel Erberg, in allen 13 Personen. Nachmittag war ich bey Widerkher. Dan war bey unß der Bischoff, spätter Br. Schmitthoffen. Abends war ich in der wälschen Comedie mit m. Hänßl. 9. Vormittag war bey mir der wälsche dissegneur von Zebull. Nachmittag war bey mir der alte Steinberg, Br. Hallerstein, Br. Egkh und sein Frau und Widerkhern. Vormittag war bey m. L. die Schrottenbach und Barbin. 10. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Dan speiste zu Mittag beym Bischoff. Da waren in allen 13: von Frembden war die Grafin Schrottenbach, Graf und Grafin Gallenb/er/g, Frl. Valvasor, Br. Egkh und sein Frau, Br. Benj/ami/n Erberg, Br. Schmitthoffen, canonicus Schilling. Nachmittag giengen wir fast alle mit dem Bischoff zu den Ursulinerinen ins Kloster und bliben da biß 3 Stund. Dan fahrte mit Br.-Eckischen in die wälsche Comedie, wohin ich auch den Hänßl habe komen lassen. 11. Vormittag war ich in der Hofcomission. Nachmittag hielte ich den conssessum medicum. 12. Nachmittag war bey unß Br. Schmitthoffen. 13. Vormittag war ich beym Bischoff wegen Te Deum. Nachmittag war da Schlud/er/bach, dan der Nemezhoffen, mit dem ich wegen der neuzubauen habenden Stiegen abgeredet hab. Spätter gieng ich mit m. Hänßl in die walsche Comedie. 14. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag war bey mir Merzenhaim, [533] spätter die jung Widerkherische mit der Busetin. Abends war ich bey Landshaubtman in der Gesellschafft. Heüt schickte mir der Obrister von Marchal Br. Wolffersdorff ein Rock, den er mir von Wirtenberg hat komen lassen. Heüt war ständischer Landtag. Bey mir war Leopold Lamberg. 15. Vormittag war ich in der Hofcomission, müste also die Regierung außlassen. Nachmittag war bey mir Ign/ati/ Abfalter. 16. Vormittag war bey mir der Kriegscomissarius und Deputationsrath Zauner wegen der Affaire, die ihm mit dem 363 Popravljeno iz Arregagen 364 Prostor za ime. | 219 1749 April Verwalter zu Seisenburg begegnet ist. Nachmittag war da der Stadtsyndicus und der Stadtcamrer auf der Beschau wegen des canales oder cloacæ, die ich außführen will, wo kein Anstand sich ergeben. Heüt und gester continuirte der standische Landtag, der auch heüt beschlossen worden. 17. Vormittag war ich in Regierungsrath, vorhero bey H. von Rastner wegen meiner außzuführen haben cloaca durch seyn Wagenstelle. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Br. Erberg, der junge Widerkher und sein Frau, dan der Fruehberg. 18. Vormittag war bey mir der neu von Wienn angekomene Rectificationsactuarius Händl. Nachmittag war ich beym Bischoff, der mir auf lezthinige Auftrag meldete, das den 27ten das Te Deum gehalten werden wird und das er deßwegen auch mit P. Liechtl gesprochen habe. [534] Übrigens, weil wir allein waren, redeten wir confident über die heutige Zeiten. Bischoff betaurete den Morgen nach Wienn abzugehen habenden Landshaubtman365 wegen seines Standes, das er voll Schulden und fast ausser Stand ist, sich zu helffen. Der Fürst glaubt doch, das er die Haubtursach aller der Zerrittungen nicht allein in diesen Land, sondern auch anderwertig. Hier machte der Hof den Anfang und Haugwiz fande366 den Landshaubtman so schwach, das er gleich nach sein des Haugwiz Willen sich gefüget und alles gethan hat, was Haugwiz wolte. Ratio: Aursperg voll Schulden, attachirt von allen Seiten von den creditoribus, ohne resource, viel Feinde in und ausser Land, auch bey den Freünden wenig Credit, dependirt sozusagen lediglich von den Gnaden des Hofs, den367 er noch in Rechnungssachen die Landstrassen betröffend nicht wohl angeschriben. Fiegt er sich nicht den Willen des Hofs, mußte er förchten bey dem neuen Reglement gar von Dienst zu komen. Bey solcher dessen Beschaffenheit thate Haugwiz was er wolte und dieses war die petra scandali, das sich auch andere laüder darnach fügen müsten. Bischoff sagte, wan hier ein Corbin/ian/ Saurau oder ein Goes Landshaubtman gewesen wäre, wurde Haugwiz niemer mehr so weit gekomen seyn. Bischoff sagte, das diese schwache368 [535] Landesobrigkeit auch die Granizbesorgung hat verlühren gemacht und sagte, das Prinz Hildburgshausen ihme erzehlt hatte, wie er hier war, das er dem Landshaubtman vorgestelt hatte, wie er bey Hof schwarz sey und sagte ihm soviel Sachen, das er in die ausserste Forcht gerathen. Endlich, umb sein Intent zu erreichen, sagte er ihm, das nun die ainzige Gelegenheit ihme noch übrig seye, sich bey Hof in Credit zu sezen, das er mitwürcke, das Granizwesen nach Antrag des Hofs renssiren zu machen, worauf er durchauß das Placebo gesungen. Von den Verordneten moquirte sich der Prinz und sagte, Barbo hat etwas daher gekakezet, was keine Hand und keine Füsß hatte. Den ainzigen, der er nicht genug beloben konte, war Flachenfeld, von dem er viel Rühmliches gesagt, ob er schon vielle Einwendungen gemacht und gefiel dieses dem Prinzen, weil alles fundirt war. Was sodan Haugwiz in Mähren gemacht, ist unter Friedr/ich/ Harrach zu sehen. Dan war bey mir Hail, der mir 2 Projecten zeügte. Eines, wie er mit dem Gerauchert- und Gesalzenfleisch-negocia introduciren wolle, das andere, das ihm der Hof die Grafschafft Adelsperg ad dies vitæ zum Genusß überliesse anstatt der Pension, da er dan die Gestutterey auf ein bessern Fusß bringen und andere Utilitäten verschaffen will etc. [536] Abends war ich in der Gesellschafft beym Landshaubtman, der Morgen nach Wienn verreiset. Heüt brachte mir Dr. Francki 110 fl., die ihm der Landshaubtman per Conto der Wittib Gräfin von Aursperg zu Wien bezahlt hat. Davor ich ihm ein Quittung gegeben. 19. Vormittag war bey mir die Widerkherin, der ich auf ihr Begern die carta bianca von Landshaubtman an ihrem H. Vatter seeligen per 300 fl. in capitale lautend extradiret habe gegen ihrer Quittung. Sie will den Landshaubtman klagen. Nachmittag war bey unß der Bischoff biß spätt, ingleichen Graf Gallenberg. Heüt Vormittag ist der Landshaubtman nach Wienn abgereist. 20. Vormittag war bey mir Br. Egkh wegen des Carnices der Regierung, welchen ihm der præses bey seiner Abreiß übergeben hat. Nun aber der Lamberg solchen haben auch er das vicepræsidium verwalten will. Egkh glaubt, das 365 Popravljeno. 366 Popravljeno iz fanden 367 Pred tem prečrtano bey 368 Sledi še Lands 220 | 1749 April weil Lamb/er/g biß dato und seit er zur Hofcommission gekomen, die Regierung nicht frequentirt hat, er den filum rerum nicht wisse, folgsam die acta nicht distribuiren weiß, denen die in Sachen das Referat haben. Nachmittag war bey mir Lamberg und glaubt, das ihme das vicepræsidium bey der Regierung weder von Egkh noch jemand anderen strittig gemacht werden kan. Und weil Morgen die Hofcommission gehalten werden därffte, er aber wegen des vicepræsidii bey der Regierung [537] zur Hofcommission nicht erscheinen kan, batte er mich, ihn in seinen Referaten zu suppliren, welches ich ihm auch versprochen habe. Bey mir war der junge Widerkher, der Morgen abreiset, sich zu beurlauben. 21. Vormittag war ich in der Hofcommission et sic konte ich nicht zur Regierung komen. 22. Vormittag war ich in Regierungsrath. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberger. Nachmittag war bey mir der Pfarrer von Guttenfeld, der mir mit wainenden Augen klagte die Verfolgung, die er hat von dem Erzbrister Reus ad instigationem des Ferd/inand/ Liechtenberg wegen der Stola etc. 23. Abends war bey mir Nemezhoffen. 24. Heüt morgens habe angefangen zu der neuen Haubtstiegen das erstemahl brechen zu lassen. Umb 6 Uhr iste mein Sohn Hanßl mit dem Grafen von Gallenberg auf etliche Täg auf Thurn. Abends war ich beym Fürsten-Bischoff. 25. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Nachmittag war da Graf Lantieri, Haubtman. 26. Vormittag war bey mir Fabiani. 27. Vormittag nach 6 Uhr ist Graf von Herberstein von hier nach Gräz mit seiner jüngern Frl. Tochter verreist. Man sagt, das er gester ein Staffetta bekomen habe, das sein Frau Mutter gefährlich kranck sey. Hat also deßwegen so eilends diese Reiß angetretten. Um 10 Uhr fieng in der Domkirchen die Andacht und das Te Deum an wegen [538] des in vorigen Jahr zu Achen geschlossenen Friedens. Der Bischoff hat pontificirt, der P. Liechtl Jesuiter gebredigt, die Burgerschafft hat paradirt und 3-mahl Salve gegeben, so auch den Schlosßberg jedesmahl mit 12 Canonen, id est bey Gloria, bey der Wandlung und bey Anstimung des Te Deum. Die hier ligende general-marschallische regulirte Miliz hätte gleichfalls aufziehen und paradiren sollen. Der Obrister (mit dem ich in der Hofcommission Nahmen gesprochen hatte) hatte mir solches zu thun versprochen, ob er schon von seiner gehört, davon kein Intimation oder Ordre hatte. Es hat sich aber an deme gestossen, das das Militare sein aignes Pulver darzu nicht brauchen wolte. War also an deme, wer solihes foueniren soll? Die Stände gaben das Pulver vor die Canonen, vor die Miliz aber wolten sie keines geben. Endlich nach öfftermahligen hin- und widergeschickten Posten hat sich die Deputation resolvirt, solches bey dem Oberambt anzuweisen. Dieses aber geschache etwas spatt, so das das Militare es auß der Ursach nicht mehr annehmen wolte, weil sie mit Machung der Patronen nicht mehr fertig seyn konten. Mit der heüt morgens angekommener Post erhielte das Militare von seiner Gehörde die Ordre, bey dem Te Deum [539] zu paradiren. Weil aber die Disposition dazu zu machen schon zu spatt war, suchte das Militare, ob diese Function nicht auf ein anderen Tag differiet werden känte. Welches sich aber auch nicht mehr hat thun lassen, ist demnach das Militare darzu nicht erschinen. Ansonsten war ich mit mehr anderen von den dicasteriis in der Gala bey der Andacht und Lamb/er/g war dabey die erste Person. Abends war ich in der Comedie. M. L. war zwar heüt in der Kirchen, doch kan sie sich von ihrer Unpaßlichkeit noch nicht erhollen. 28. Vormittag war bey mir die Widerkherin umb Urlaub. Sie gehet diesem Morgen mit ihrem Mann auf ihr Gütl. Dan war ich bey der Landbereitungscommission von 9 Uhr biß gegen 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir Merzenhaim in Hofcommissiongeschäfften wegen des dem militari von den umligenden Herrschafften zu providiren habenden 60 Schober Stroh. Spätter war ich in Visit bey Carl-Aurspergischen, dan suchte den Valvasor, den Posarelli und Schwab. Dan gieng spaziren und traffe an die Br.-Egkhischen. Bey mir war Schweiger. 29. Vormittag war ich in der Regierungsrath. Nachmittag war bey mir Steinfels, der mir die Relation von der Apoteckenvisitation brachte. Fruehberg war auch | 221 1749 Maj ein parmahl bey mir und spätter der Perscky, der Morgen mit dem Bischoff nach Oberburg gehet. M. L. ist ein wenig spaziren gefahren, um frische Lufft [540] zu schepffen, weil sie sich noch dato nicht recht erhollen kan. Sonsten waren auch bey unß der Bruder und Schwestern meiner Liebsten. 30. Vormittag war ich in der Landbereitungscomission von 9 biß ½ ein Uhr. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberg. Nachmittag war bey mir Fusconi, Nemezhoffen. Gester war bey mir der Geistliche Belitsch, der alß Pfarrer zu Birckendorff resolvirt worden. 1749 Maj 1. May. Vormittag war ich bey den alt-Br.-Gallischen, welche den [–]369 passatto hieher ihr domicilium transferiret haben. M. L. ist außgefahren und scheinet sich zu remmittiren. Abends war ich mit m. L. in der Comedie. 2. Vormittag war ich in der Hofcommission. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth mit dem Verneda. Bey m. L. war Bssa. Egkh und die Busetin. 3. Vormittag war ich bey der Gräfin von Gallenb/er/g wegen ihres Geburtstags mit m. S., der gester Nachmittag mit dem Grafen von Gallenberg von Thurn retourniret ist. 4. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Br. Egkhischen. Da war auch der Joseph Aursperg mit seiner Frl. Schwester Cenzerle, dan Br. Benj/ami/n und Br. Wolf Daniel Erberg, in allen 8 Personen. Nachmittag suchte den Carl Hochenwarth. Dan war ich bey Mad. Schweiger, dan bey meinem Schwägerinen, spätter spaziren, wo ich die Egkhischen incontriret und mit ihnen gegangen bin. M. L., die sich stetts mehr erhollet, war Nachmittag auch in Visiten bey der Joseph Aursperg, Franz Liechtenberg, Gallenberg und Berlendes. [541] 5. Vormittag war ich in der Regierung. Nachmittag gieng ich spaziren mit Br.-Egkhischen, die ich casualiter incontriret habe, spätter mit ihnen zum Wildenstein. NB. Gester abends ist Graf von Herberstein von Gräz wieder retournirt. 6. Vormittag war ich bey Herberstein, dan in Regierungsrath. Nachmittag war bey unß Graf Lamberg, der alte Widerkher, der Leüthnant Rasp, der Morgen nach Marpurg abreist. Item der capitano Cafiero, der von Wien gekomen und nach Fiume abgehet. 7. Vormittag war ich in der Regierung. Dan war ich mit mein Schwager Br. Erberg bey dem Wildenstain, daselbst der Gräfin Barbo zu ihren Geburtstag zu gratuliren. Nachmittag ist m. L. mit ihrem H. Bruder und dem Micherle auf Mannspurg die Lufft zu ändern. Ich war in der Comedie bey Jesuiten auß der 4ten Schull, worauf der Fränzl gut agirt, Lucasl aber a solo getanzt hat. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, spätter spaziren. 8. Vormittag war bey mir der Leüthnant Erberg. Nachmittag war ich bey seiner Frau Mutter. Spätter gieng ich spaziren mit Graf Gallenberg und m. Hänßl. 9. Vormittag war da die Br. Mordax, die mit Br. Benj/ami/n zu conferiren hatte. Dan war bey mir Max Erberg, deme ich die Resolution seiner Mama vermeldet und ich selbsten ihme das Soldatenleben zu quittiren gerathen habe. Umb 10 Uhr war ich in der Hofcommission. Nachmittag war ich in der Landbereitungscommission. [542] Spätter war ich bey dem landshaubtmanischen Gericht, wo die causa zwischen Lamb/er/g und Magistrat wegen diesen versezten Silber tractiret worden. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, spätter mit meinem Hanßl spaziren auf der Polane. 10. Zu Mittag speiste bey unß Fruhberger. Nachmittag umb 1 ½ fahrte ich mit dem Fürsten-Bischoff nach Manspurg in compagnia Br. Benj/ami/n und 369 Prostor za dan. 222 | 1749 Maj Utschan zu der Frl. Lenerle Hallerstein, m. L. zu besuchen und komen dahin in 7/4 Stund mit dem Zug. Daselbst giengen wir spaziren und abends um 9 Uhr seyn wir retournirt. 11. Vormittag war ich mit H. von Utschan und Hänßl bey meinem Schwägerinen. Nachmittag giengen meine Schwägerinen mit m. Hänßl m. L. entgegen und spätter ich mit dem Lucasl. Wir incontrirten sie bald jenseits der Sau-Brucken, da sie von Mannspurg und leztlich von Münckendorff mit ihrem H. Bruder und der Frl. Lenerle Hallerstein angekomen. H. von Utschan hatte ein souppé bey dem Bruckeinnehmer bestelt und souppirten alle. Dan retournirten zu Laybach umb 9 Uhr abends. 12. Vormittag war ich in der Regierung. Nachmittag war ich spaziren mit meinen aquileischen Acten. Bey m. L. war die Mordax von ihr Schwester Frl. Lenerle, dan meine Schwagerinen, Schwager und der abbé Gall. Heüt habe die mir gester sig. Mayr mit sein Schreiben von 7ten dieses gesandte Schnürenmacher Quittung per 720 fl. mit H. Weitenhiller verwechselt gegen Assignation zu Wien zahlbar, die ihme sig. Mayr Morgen senden werde. [543] 13. Heüt morgens habe dem Weitenhiller 3/c fl. geschickt umb ein Assignation an sig. Mayr zu Wienn zahlbar. Nachmittag370 war m. L. in Visiten. Bey mir war der Wälsche Aursperg, dan der Fürst und Bischoff von hier. Blib da biß spatt, dan kam Nemezhoffen. Nachmittag war *ich* bey371 der Hofcommission. 14. Heüt Nachmittag war bey mir Graf Barbo wegen der Ziegl, welche wir nach der gester in der Commission vorgekomener Einlag des Magistrats372 calculiret haben. Abends war bey unß Nemezhoffen. 15. Nachmittag war ich mit m. L. und ihren H. Bruder bey dem Fürsten-Bischoff. Dan suchte ich den Grafen von Herberstein, weil spargirt worden, das er heüt abends per Wienn abreisen und solche Ordre mit der gestriger Post erhalten haben soll. Dan war ich bey Helbling, deme ich die Vollmacht der Frl. Helena von Hallerstein behändiget habe. Dan war bey unß Br. von Schmidthoffen. 16. Vormittag war ich in Gala bey der Gräfin von Lamberg, gebohrne Lamberg, wegen ihres Nahmenstag. Nachmittag war bey mir Giuseppe Zancki, dan ein Graf Atthems von Portogruero mit einem Advocaten von Gradisca. Gester nach 10 Uhr abends ist Graf von Herberstein in compagnia des Br. Janesitsch von hier nach Wienn abgereist. 17. Heüt habe 10 Waag Kalcksteine empfangen, die mir Graf Barbo cedirt hat. Alle 10 Wag haben gewogen netto 3.762 lb. [544] 18. Zu Mittag speiste bey unß Wichtenstein. Nachmittag war bey mir Graf Attems von Gruero, dan der Hail und abends der Nemezhoffen. 19. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag bey Graf Barbo, wo wir mit dem Stadtsyndico Raditsch wegen der Ziegl und Ziegloffen gesprochen, hingegen nichtes debatiret haben. 20. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag war bey Br. Ignati Abfaltrer, der heüt in der Nacht nach Wienn verreist. Dan war bey mir Br. Egkh. 21. Nachmittag war bey mir der Deliesnig mir zu gratuliren zu der kunfftigen neuen Dicasterialänderung. Nachmittag war da der Atthems von Gruero sich zu beurlauben, item der canonicus von Laurana Cherchich auch zu beurlauben. Nachmittag gegen 4 Uhr ist Graf Gallenberg mit m. S. Hanßl nach Görtschach geritten. 22. Nachmittag war bey unß Br. Ferd/inand/ Gall, dan die Busetin. Vormittag bey m. L. Mad. Valvasor mit ihren 2 Schwagerinen. Nachmittag war ich bey Kuschland, spatter bey Wildenstein. Heüt habe mein Decret erhalten alß Repræsentations- und Landrath bey diesem erst angestelten dicasterio allhier. 370 Na levem robu prečrtano 14 371 Sledi prečrtano mir 372 Sledi prečrtano solche | 223 1749 Maj 23. Vormittag war ich das erstemahl bey der, auch heüt das erstemahl gehaltenen Repræsentation et Camer, wo ich auch sambt dem Grafen von Barbo das Jurament abgelegt habe. Nachmittag war bey mir Giuseppe Zanchi und Mittrowskyschen und spätter bey [545] meinen Schwägerinen. Abends ist mein Sohn Hänßl von Görtschach retournirt von compagnia des Fürsten und des Gallenberg. 24. Vormittag war bey mir P. Tedeschi, Rector zu Fiume, der erst von Wienn retournirt ist. Dan der Concipist Mayr wegen der Fürspann vor das Landbereitungspersonale per 48 Pferd. Spätter war ich bey Mad. Nemezhoffen wegen ihren Nahmenstag. Bey mir war auch Nachmittag der Stadtsyndicus Raditsch. 25. Vormittag war ich bey Stuppan in Mainung, das Cameralprotocolln Exhibitorn daselbst anzutreffen. Dan war ich bey Mittrowsky. Nachmittag war bey mir Stuppan. Dan fahrte mit ihm nach sein Wohnung, wo wir die cameralia abgeredet haben. Spätter war ich bey Br.-Gallischen und dan bey meinen Schwägerinen. Gester Nachmittag ist der General Br. de Fin von Wienn hier angekomen mit seinen zwey Söhnen. M. L. war heüt in Visiten. 26. Die vergangene Nacht ist hier die Polixena Gräfin von Thurn, gebohrne Rabata, an der Colie gestorben. *Anzi an einer Apostem.* Bey mir war Fusconi von Triest. Nachmittag war bey mir Giuseppe Zanchi, dan Br. Schmitthoffen, item die jungen 2 Br. Gall – der abbé und der neuverhaürate. Dan war ich bey Stuppan, mit ihm bey dem Domprobst Graf Petazi, dem Graf Sigmund von Thurn, der sich bey ihm befindet, [546] wegen Verlust seiner Gemählin zu condoliren. Ich suchte den Buchhalter Novack, item den Hochenwarth. Dan gieng ich abends mit den Gallenbergischen spaziren. Vormittag war ich bey dem Generalen Br. de Fin in Visit. Spatt war bey mir Nemezhoffen. M. L. war in Visiten. 27. Vormittag war bey mir H. von Posarell, dan der Fusconi, der heüt nach Triest retournirt. Item der Glasser Struppi wegen an Spengler zu laisten habender Bezahlung. Dan der Schmidt wegen der Zunfftsfreyheiten etc. Nachmittag war bey mir Schweiger, Vermatti und Petteneg sich zu beurlauben, weil sie und das ganze Personale der Landbereitung auf ihre stationes ausrucken. Vormittag war ich mit Schwab spaziren. 28. Vormittag war ich in Regierungsrath. Nachmittag war bey mir der junge Hochenwarth. Gester war auch bey mir Steffano Brenzoni. 29. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir der Giuseppe Zancki, dan 2 Franciscaner. Ich habe ein Väsßl Böel dem P. Scarpin exprovinziali zum Regal geschickt, weil er mir voriges Jahrs einige Nusßbaumenbretter *hat* zu komen machen. Heüt ist von mein neuen Steigen die erste Staffel gesezt worden. [547] Zugleich ist auch *zu* der ganzen faciada Maur das Fundament zu legen angefangen worden, id est die faciada der Stiegen. 30. Vormittag war ich in Repræsentation et Camer biß nach 1 Uhr Nachmittag. Um 3 Uhr circa ist der General Br. de Fin mit seinen 2 Söhnen nach Görz abgereist. So auch der Bechinie dem Landsbereitungspersonale nachgereist über Crainburg nach Weissenfels. Abends war bey mir Nemezhoffen. M. L. war bey der Wildensteinischen und mit selber compagnia spaziren. Befindet sich auch von Zeit zu Zeit besser. Gester seyn über 200 Recrouten von Forgatsch hier angekomen und Morgen gehen sie weiter ab. 31. Vormittag war bey mir P. Procurator von Augustinern mit dem Frater Johanes Jurina, welcher lezte sich beurlaubte und ist zur Hl. Dreyfaltigkeit bey Marburg disponirt. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Spätter spaziren mit Barbo und Zauner. Heüt habe per ½ busetti 83 Maaß Kalckstein bekomen. 224 | 1749 Maj Spätter begleitete die Br.-Egkischen nach Hauß, dan war ich bey meinen Schwägerinen. 1749 Junij 1. Juni. Morgens seyn die Graf-Perlasischen von hier abgereist nach ihre Gütter Osal, Grobnick etc. Nachmittag war bey mir der Zauner von Helbling. Um 6 Uhr ist m. L. mit der Frl. Franzl ihr Schwester und Frl. Lenerle Hallerstein und m. Micherle nach Mannspurg abgereist. [548] 2. Vormittag war ich in Regierungsrath. Dan waren bey mir 2 Söhne373 von Jenko, welche klagten, das ihr 77-jahriger Vätter heürathen und dadurch sie verschlagen will. Es war auch bey mir der Haaß, der Morgen nach Idria alß seine Station abreiset. Nachmittag hatte ich mit den Carnies zu thun. 3. Vormittag excusirte mich in dem Regierungsrath zu gehen, weil ich Morgen die cameralia bey der Repræsentation und Camer zu referiren habe. Gegen 10 Uhr empfiengen 2 Verschlagl von Wienn, welche Frl. Retl außzupacken gekomen. Nachmittag erhielte m. Flaschenkellerle von Spengler sambt dem Glasß vor H. von Hochenwarth, deme ich es auch abends durch den Niederpacher zum Verehren geschickt habe. Nachmittag war bey mir der Tschadesch wegen meines Mayerhoffs, den die Franciscaner kauffen wollen. Heüt abends spatt seyn 2 Deserteurs in der Brüll aufgehenckt worden. Spätter war bey mir Nemezhoffen. Gester und heüt ist H. von Vtschan an Podagra bethligerig. 4. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir P. Petris Rector zu Görz, der von Wien komt. Dan Haubtman Frasß, der heüt um 11 Uhr Vormittag von Görz komen und nach Wienn gehet. 5. Vormittag war ich bey Stuppan, der gester Nachmittag von Görz retourniret ist. [549] Nachmittag war bey mir der Buseth und sein Frau, dan mein Schwager. Umb 8 Uhr abends ist Haubtman Frasß nach Wienn verreist. 6. Vormittag war374 bey mir Mittersteller Officier, dan der Stuppan, der Morgen nach Wienn abreiset, spätter Graf Lamb/er/g. Heüt fruhe ist mein Schwager Br. Erb/er/g nach Manspurg. 7. Vormittag war ich bey der Repræsentation und Camer. Nachmittag war bey mir Buseth. 8. Vormittag war ich bey Frl. Retl. Nachmittag war ich mit Br. Benj/ami/n meiner Liebsten entgegen gefahren, die wir aber bald bey den Discalziaten begegnet haben, die von Mannspurg retourniret ist mit ihrer Schwester und Bruder. 9. Vormittag war ich in der Landbereitungscommission. Nachmittag war bey mir der junge Wolckensperg. 10. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war ich mit dem Raditsch, Stadtsyndico, bey den 2 Ziegloffen, dan spaziren. Abends war bey mir Nemezhoffen und m. L. war in Visiten. 11. Vormittag war bey mir der Buchhalter Novack. M. L. ist Vormittag mit Joseph-Aurspergischen und m. Hanßl zu dem Bischoff nach Gertschach und abends wieder retournirt. Ich habe 35 Waag Kalck erkaufft. 12. Heüt Nachmittag ist Br. Benj/ami/n auf Gertschach zum Fürsten. M. L. war bey der Gallenberg. 13. Zu Mittag speiste bey unß der Laüthnant Rasp von Teutschmaister. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß nach 8 Uhr. [550] 14. Vormittag war bey unß Graf Liechtenberg von Schneeberg und der Br. Liechtenthurn, dan m. L. Bruder und Schwestern. 373 Črka S je popravljena iz b 374 Sledi prečrtan nečitljiv enovrstični zapis. | 225 1749 Maj Heüt Vormittag seyn 2 Deserteurs von Marchal aufgefangen worden. Nachmittag haben mich zur morgigen Comedie die Principisten eingeladen. Die waren der Kappus, der das Compliment gemacht, dan der Gr. Barbo, Br. Abfaltrer und Br. Schmidthoffen. 15. Vormittag war ich mit m. S. bey Posarelli in Visit, dan bey m. Schwager Br. Erberg. Nachmittag war ich mit m. S. bey der Jesuitercomedie auß der 2ten Schull, wo sich unter auctoribus der Kappus und Schmitthoffen und der [–]375 distinguiret haben. Nach der Comedie begleiteten nach Hauß die Wolwizin Wittib und ihre Frl. und bliben ein weil da bey Br. Schmidthoffen. M. L. war in Visiten bey den Clarisserinen, bey der Hölbling und bey der Gallenberg. 16. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, zugleich Conferenz mit den standischen Deputirten. Bey mir war vorhero der abbé des Herberstein. Nachmittag waren bey unß beede Nemezhoff. Heüt habe mit dem Tischler von Stain umb mein Münzcabinetkastl per 38 fl. accordirt und ihm 10 fl. à Conto gegeben. Er soll solches den 14ten September längstens liffern. 17. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und Conferenz mit Landschaftsdeputirten. Nachmittag war bey mir der Wolckensperg. Gester fruhe ist der Zimermensch der Grafin von Schrottenbach mit einem Petriner [551] echapirt. NB. Dieses Mensch war ein Findling, welches sie Gräfin von Gallenb/er/g an ihrer Thurschwellen vor 23 Jahren gefunden, dan tauffen lassen und selbst erzogen hat. War also alle die 23 Jahr bey ihr und hatte ihr Wäsch, Kleider auch Silber und Geschmuck in ihren Handen. Doch wie sie weg ist, hat sie nichtes mitgenohmen, wohl aber der Grafin die Schlissel zu allen und ein Brief zuruckgelassen, womit *sie* sich umb alle empfangene Gnaden bedankt hat. 18. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir Schmitthoffen und Androcka. Vormittag war auch bey mir der Nemezhoffen mittlerer mit seinem Sohn Franz Antoni. 19. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, dan gieng ich spaziren mit dem Zauner. Vormittag war bey mir der Nemezhoff mittlerer, der mir das376 ½-jährige Kostgeld vor sein Sohn gebracht und Nachmittag ist er zu meinen Kindern ins Zimer gekomen und hat abends das erstemahl bey unß geessen *und geschlaffen*. Spätter war bey mir der Nemezhoff mittlerer. 20. Vormittag war ich in Landbereitungscomision. Dan gieng ich spaziren mit Nemezhoff und vorhero war ich bey Gallenbergischen. Suchte den Fränzl Liechtenberg und die Busetin. NB. Heüt wenig vor Mittag ist mir der erste Zahn und zwar oben rechter Hand der fünffte außgefallen. M. L. war Nachmittag in Visiten. 21. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Bey m. L. waren die Dualischen. [552] 22. Vormittag war ich mit Br. Benj/ami/n bey Haas. Nachmittag war ich in Rectificationscomission. Bey mir war Nemezhoff, der Walsche Aursperg, Buseth. 23. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Bey mir war der Gayer. 24. Nachmittag war bey mir die Duval, die den Geschmuck meiner Liebsten zuruckgebracht und solchen heüt bey der Einkleidung einer Ursulinerin ihr Frl. Tochter alß Cranzl-Frl. gebraucht hat. M. L. war in Visiten. 25. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag occupirt mit Acten. Bey mir war Br. Egk et Mad. 26. Vormittag konte ich in die Regierung nicht gehen wegen der Repræsentationsacten. Bey mir war Brancovich, der da sucht Waldmaister zu werden. Item war da Graf Lamberg und Nachmittag biß spatt Br. Liechtenthurn, der mit eine alte Münzen regaliret hat. 375 Prostor za ime – najbrž Abfaltrer ali/in Barbo ; gl. prejšnji zapis. 376 Popravljena beseda. 226 | 1749 Julij Heüt Nachmittag hat man den Dr. Bleyberg auf dem Castell in Arrest geführt wegen der mit der jenckischen Tochter auf unzulässige Orth gemachter Heyrath. 27. Heüt die vergangene Nacht ist Graf von Herberstein von Wienn hier retournirt. Vormittag war ich ihm mein Compliment zu machen. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag stetts zu Hauß. 28. Vormittag war bey mir die Widerkherin, die mir heüt das erstemahl gesagt, das sie sich von ihrem Mann ob impotentiam scheiden [553] lassen wollen und das sie consequenter noch eine Jungfer seye. Dan habe von Zois empfangen 2 Buschen Kärner Eisen. Beede wügen netto 565 lb. Dan habe 2 eisene Schliessen von der Stiegen in die Haubtmauer sezen lassen. Jede hat gewogen 60 lb. et sic 120 lb. 29. Heüt fruhe um 3 Uhr ist m. L. zu der Gräfin von Gallenberg berufen worden und umb 4 ½ ist lezte mit einer Frl. niderkomen. Vormittag war bey mir der Pfalzschaffer. Nachmittag war bey mir Nemezhoff, Grimbschitsch und der Wälsche Aursperg. Gegen Abend gegen 8 Uhr ist mein Sohn mit dem Bischoff und Gallenb/er/g von Görtschach komen, wohin m. S. gester Nachmittag mit Gallenb/er/g gefahren ist. 30. Vormittag war ich bey Herberstein in Galla wegen sein Geburtstag. Dan in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir der Ecker, dan der Zettel und der Steinfels. 1749 Julij 1. Julius. Vormittag war ich in Rectification, dan in Repræsentations- und Camerrath. 2. Vormittag war bey mir der Zauner, der bald nach Siebenbürgen abzugehen hat, dan der Kuschland und Posarelli. Nachmittag war da Steinberg, P. Scarpin, canonicus Abfaltrer, der mir die angenehme Post brachte, das sein H. Bruder meinen Sohn Maxl ehistens von Wienn mit sich herein führen wird. 3. Vormittag war bey mir Gr. Herberstein. Nachmittag war ich bey Mittrowskyschen, dan bey Bechinie, bey meinen Schwagerinen, suchte den Zauner und spätter war ich bey Novack, [554] mit dem ich spaziren gangen bin. 4. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir P. Engelberg Perizhoff, der mir 72 küpfferen Münzen gebracht und die ich mit 2 fl. bezahlt habe. Sie waren gefunden bey Weinhoff. Dan war da Buseth und Nemezhoff. 5. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Vorhero war bey mir der Luison von Gradisca. Nachmittag der Baselli von Gradisca. 6. Vormittag war bey mir Buseth. Nachmittag nach 6 Uhr ist m. L. mit Br. Benj/ami/n, Frl. Franzl und Micherle auf Görtschach zum Fürsten. Vorhero waren bey unß Br.-Mittrowskyschen umb Urlaub und Vormittag war ich bey ihnen. Abends gieng ich mit Novack spaziren und spätter war ich in Visite bey Baselli und Lovison. 7. Vormittag war bey mir ein parmahl der Deliesnig wegen der Wiener Maassereyen, dan der Posarelli Verordneter und dan Graf Barbo und Lovison. 8. Vormittag umb ½ 12 Uhr gegen Mittag ist Br. Abfaltrer und Flachenfeld von Wienn hier angekomen und mit ihren mein Sohn Maxl. Nachmittag oder besser zu sagen abends bin ich mit dem Novack spaziren gangen, um mit ihm über meine Referaten mich zu bereden. Heüt ist der General Br. de Fin von Triest hieher retournirt. 9. Vormittag war ich in Rath Repræsentation und Camer, wo Br. Flachenfeld das Jurament angelegt. [555] Nachmittag war bey mir der Gabiati von Triest, der mir ein Stückl Leinwath von H. Österreicher gebracht hat. Dan war bey mir der Hail, deme ich auf sein Ersuchen mein Commissionswesens communiciret habe. Dan war ich bey der Frau Beatrix, Clarisesabtissin, mit meinen 2 Sohnen Hänßl und Maxl und der F. Retl wegen der Frl. Beatrix Geburtstag. Dan in dem erberischen Garten und spätter giengen wir alle meiner Liebsten M.le entgegen, die umb 9 Uhr von Görtschach retournirt ist. | 227 1749 Julij 10. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag in simili. Dan war bey mir Br. Taufferer, der mir 2 Kräuter brachte; eines worauf Schneckerlein und anderes worauf Würmlein wachsen. Dan war auch da der junge Hochenwarth. Spätter war ich bey altem Widerkher wegen Impotenz seines Sohns. Spätter war ich spaziren mit Nemezhoffen. 11. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, wo auch der General Br. de Fin intervenirte. Nachmittag war ich in Visite *mit dem Maxl* bey Flachenfeld, bey meinem Schwigervatter, suchten Br. Ign/ ati/ Abfaltrer und dan giengen spaziren. 12. Vormittag war bey mir der Banngerichtsschreiber Fabiani. Nachmittag der Posarelli, der Steinberg, Br. Gall und sein Sohn der abbé, der Dr. Gabiati von Triest, Dr. Modesti. Dan der Juri Tauschar von Ottocka wegen der grünen Steine von Radtmanstorff, da er dan [556] vor jedes Stuck 3 Groschen verlangt, 15 Zoll insgeführt in loco Droben. Es war bey mir auch Br. Egkh. 13. Vormittag habe den Maxl aufgeführt bey altem H. von Widerkher, bey Br. Kuschland und bey Mad. Nemezhoffen. Nachmittag ist hier angekomen von Idria Br. Wisenhütten, der nach Wienn abgehet. Er war gleich bey mir auch sodan ich bey Lamberg. Dan habe mein Maxl aufgeführt bey dem Walsch-Aurspergischen, bey Duvallischen, bey Gallenbergischen und spätter giengen mit m. L. spaziren in erberischen Garten. 14. Vormittag war ich in Rectificationrath. Nachmittag war bey mir H. von Firenberg, Pfarrer zu Groß Sonntag, dan der Baselli, Liechtenthurn, Steinberg, Rasp. Abends war ich spaziren mit Nemezhoff und spätter bey dem Firenberg, der gester angekomen und heüt Nacht retourniret. 15. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir Locatelli von Gradisca, Dr. Gabiati, Baselli und Louison, mit welch leztem ich spätter spaziren gefahren bin. Gabiati erzehlte mir, das der Pirinelo zu Triest sich mit seinem Bruder berechnet habe und das sie beede allein an Austern- und Mischlnegocio von 7 oder 9 Jahren, welches er mir nicht recht zu sagen wuste, 186/m lr. per huomo utili sportiret haben, so da macht vor jeden 35.133 fl. 20 〈kr.〉 16. Nachmittag war ich bey der Repræsentation und Camer und Conferenz. [557] Dan war bey mir Nemezhoffen und spätter gieng ich spaziren. 17. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß der Baselli, Landsverweser zu Gradisca, der Locatelli, Assessor, und der canceliere Lovison *und m. Schwager Br. Erberg*. Meine Studenten seyn heüt Vormittag nach Freidenthall und abends wieder retournirt. 18. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Abends gieng ich mit Hänßl und Maxl spaziren. 19. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan war ich bey Frl. Rettl wegen ihres Geburtstag. Bey unß war Br. Hallerstein und Liechtenthurn. Nachmittag bey mir der Schluderbach. Abends gieng ich mit Maxl spaziren. Der Hanßl ist Nachmittag mit Graf Gallenberg nach Görtschach zum Bischoff. 20. Heüt fruhe umb 5 Uhr ist der alte Augustin Codelli zu Turnau an einem Brand gestorben. Dan bin mit m. Maxl zum Jesuiten in Bredig und Mesß, spätter zu Frl. Rettl wegen ihres Nahmenstag. Nachmittag war bey mir der Cancelist Ziegler. Spätter war ich bey Schmidthoffen, dan spaziren mit Zauner, von dem ich die Information in materia militaris mixti genohmen habe. Abends retournirte m. Hänßl von Görtschach und der Utschan von St. Märien. 21. Vormittag war bey mir der Geistliche Marpurg, der da concurirt umb die Pfarr zu Ober Girjach. Abends war ich spaziren mit Hänßl und Maxl. [558] 22. Nachmittag war ich in Repræsentationconferenz und abends mit Zauner spaziren. 23. Vormittag war ich in Repræsentation und Camer; erstlich Rectification, dan Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag waren bey unß die Gradiscaner, alß Baselli und Lovison, die Morgen abreisen, item der Helbling. 228 | 1749 Julij Spätter gieng ich mit Hanßl und Maxl spaziren. 24. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und Nachmittag auch. Nachmittag um 6 Uhr ist m. L. M.le mit Br. Benj/ami/n nach Manspurg, umb ihr *über*morgigen Nahmenstag daselbst zu celebriren bey der Frl. Helena Hallerstein. Spätter war ich bey meinen Schwägerinen, dan gieng ich mit Maxl spaziren. 25. Vormittag war bey mir der Tschadesch wegen des von den Franciscanern zu erkauffen vorhabenden Gartens. Dan war ich mit dem Maxl bey dem canonico Otto wegen seines Nahmenstag. Nachmittag war bey mir P. Scarpin wegen meines obgedachten Gartens, dan der H. von Schweiger, Pregl, Locatelli von Grad/isc/a, der Morgen abreiset, die Busethin. Spätter gieng ich mit Maxl und dem Zauner spaziren. Heüt morgens ist des Herberstein Lauffer und die 2 Waldhornisten ins Castell in Arrest geführt worden, weil sie den 22ten dieses abends mit einigen Officirs Handl gehabt, solche gefährlich blessiret haben. 26. Vormittag war ich mit meinem Maxl in Visiten wegen St. Anna-Fest, erstlich [559] bey der F. von Hochenwarth, Frl. Valvasor, Gräfin Barbo, F. Widerkher, Frl. Aursperg, dan der verwittibten Landmarschallin. So war ich auch dem Landshaubtman mein Compliment zu machen, der gester spatt von Wienn hier retourniret ist. Nachmittag war ich eben mit dem Maxl bey Bssa. Abfaltrer, Bssa. Otto, F. Packesch und spätter spaziren. Bey mir war der Fendrich Zetall. 27. Vormittag war ich bey meinen Schwagerinen mit meinen 2 Söhnen. Vormittag war bey mir der abbé Rastern, der sich umb die Pfarr Ober Gayrach recomendiret. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth mit seinem Sohn. Spätter gieng ich mit meinen 2 Sohnen und 2 Schwägerinen meiner Liebsten gegen der Sau-Brucken entgegen und wir begegneten sie gleich dieseits der Brucken in compagnia Br. Benj/ami/n und fahrten alle nach Hauß. Zu unß kam spätter H. von Schweiger, der nach 10 Uhr von hierauß gegen Weissenfels zu der Landbereitung abgefahren. 28. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir der Gayer mit den Militarprotocollen, dan der Persky, mit dem ich verschiedenes debatirt habe. Item der Schlosser von Cilli. Br. Valvasor erzehlte mir, was wieder gester gegen ½ 11 nachts bey Br. Janesitsch vorgestosß war, wo er sein Frau gestossen, gezwigt und al solito außgemacht hat, sogestalten, [560] das die vewittibte Gräfin von Thurn hinauf gekomen und die Frau mit sich genohmen und pernoctiret hat. Heüt Nachmittag ist von Wienn hier angekomen Br. Wiesenhütten und abends ist er weiter passirt nacher Triest. 29. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Zu Mittag speiste Utschan und mein Micherle unter dem Thurn beym Jesuiten. Nachmittag war bey mir der Br. Gall, dan Steinfels, Vormittag der junge Widerkher. M. L. Schwestern und meiner 2 Söhne waren bey den Clarisserinen wegen Nahmenstag der Abtissin. Abends gieng ich spaziren mit m. Maxl und komen zu der compagnia des Landeshaubtman und bliben beysamen biß nach 9 Uhr. 30. Die vergangene Nacht befande sich H. von Vtschan sehr übel, hat gar oft gebrochen und konte nichtes schlaffen. Nach Mitternacht wurde das Übel grösser und gegen 3 Uhr kam er in eine Fräsß und ausser sich. Gegen 4 Uhr gab man ihm eine Clistir, welche in einer Stund wohl operirte, doch blib er ausser sich und hatte starcke Hiz. Umb 7, 8 und 9 Uhr verspirte man eine espelæ377 von einem Schlag und verlohre den usum der Zunge. Dan liesß man ihm zu Ader auf dem rechten Arm 7 biß 8 Unzen. Bald darauf bekam er ein hefftige Fräsß mit motibus convulsivis, welches bey 15 Minuten daurete. [561] Dan gab man ihm ein Hirschhorngeist und dan ein Schlagbalsam, den die Capuciner verfertigen, welche ihm die spiritus vitales belebten. Und ob er schon scheinete, Zeichen von sich gegeben zu haben, alß ob er verstunde, was man ihm sagte, so war er doch beständig ausser sich und in der Hiz. P. Joseph, Capuciner, und P. Maister, Jesuiter, in specie der lezte, assistirte ihm. Bald nach378 10 Uhr applicirte man ihm 5 Zenger: 2 an Armen und 2 an Schenckeln und einen an Genack. Endlich 377 Popravljeno. 378 Sledijo tri prečrtane nečitljive besede. | 229 1749 Avgust umb 3 Uhr Nachmittag fieng er an dem usum der Zunge zu bekomen und das erste Wort, das er außgesprochen, war: »Hochen Rän«, welches er öffters repetirte. Dan meldete dieser, hätte er gerne zu sich, weil er von seinen Sachen völlig informirt ist. Über ein Zeit fieng er an ganz gut zu reden, kam vollkomen zu sich selbst und remittirte sich so gut alß man es wünschen konte. Was man aber mit ihm alles gethan und wer aller bey ihm war, von allen diesen wuste er gar nichtes. Übrigens befindet er sich seit deme ganz gut und, Gott Danck, ausser Gefahr. Hat auch Nachmittag sein Beicht verrichtet und P. Maister blib bey ihm biß abends spatt. Vormittag war bey mir der Obristleüthnant Schwarzer. Gegen Abend suchte ich den Obristen Br. Wolckerstorff. Dan war [562] ich in Visit bey der jungen Bssa. Gall und spätter gieng ich mit dem Grafen von Petaz, ihrem Stieffvattern, spaziren. Nachmittag war auch bey mir Graf Lamberg. Graf Petaz erzehlte mir, das der junge Br. Gall, sein Stieffschwigersohn, sehr wenig complaisance vor seine Gemählin hat. Und das sie unvergnubt lebt, kan man ihro leicht ansehen. 31. H. von Vtschan hat die Nacht ganz gut passirt und befindet sich wohl. Gester in standischen Landtag ist auf der geistlichen Banck der Graf von Wildenstein, Teütsches-Ordens-Ritter, dan auf der weltlichritterlichen der Leopold von Hochenwarth pro deputatis eligiret worden. Vormittag heüt war ich bey dem Obristen Br. Wolckerstorff, welchem ich ein Rock, den er mir auß dem Wirtembergischen hat komen lassen, mit 22 fl. 30 〈kr.〉 bezahlet habe. Dan suchte den Franzl Liechtenberg und den Prælaten von Freydenthall. Nachmittag war ich beym Obristleüthnant Schwarzer, dan bey meinen Schwägerinen und spätter gieng ich mit meinen 2 Söhnen spaziren. Nemezhoff erzehlte mir heüt, das die Marpurghi von Gorz den [–]379 dieses von Wien hierdurch nach Görz retourniret seyn und gemeldet haben, das noch dato der Graf Haugwiz bey Hof totus in toto et totiis in qualibet parte seye und das Graf Coteck ohne seinen Consens nichtes thuen käne. [563] Sie sagten auch, das der Hof dem Haugwiz pro vicepræside den Grafen von Schlick resolviret habe. Dieser aber ist bekandter massen ein armer und verschuldeter Cavalier, sogestalten, das er leztlich beym Br. Aguilar war und ihn um 12 #, über etliche Täg aber um 6 # zu Leich gebetten habe. Similes non quadrant pro officiis publicis. 1749 Avgust 1. Augusty. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Bey mir war vorhero unser Expeditor der Köhler, der mir klagte, das er sich in den Expeditionen nicht zu finden weiß wegen der viellen Änderungen und Abonderungen und in specie was nach Hof gehet. Abends bin ich mit meinen 2 Söhnen spaziren gangen. 2. Abends war bey mir vocatus der Dr. Schildenfeld, deme ich ein Memorial an das consistorium zu Sittich in merito separationis der 2 Eheleüth, des Widerkher und seiner Gemahlin Maria Anna gebohrne von Vtschan, in dieser Gegenwarth ob impotentiam mariti aufzusezen recomendirt habe. 3. Vormittag war ich mit meinen 2 Söhnen bey dem alt-Br.-Gallischen. Nachmittag war ich mit Nemezhoff bey Gr. Lamberg, die Strassenrechnungen und Cassa zu übernehmen. Spätter gieng ich mit meinen 2 Söhnen spaziren. Zu Mittag speiste bey unß des H. von Utschan Schwester und Bruder, der Sitticher. Abends war ich mit meinem Maxl spaziren. 4. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war ich bey Lamb/er/g, spätter mit Maxl spaziren. [564] Lamberg lamentirte sehr, das er sich jemahlen in das Strassenwesen ingerirt hat, das er sich in collectis und Taxirung der Vermögensteüer soviel mühe gegeben und das der Hof alles dieses nicht ansicht, das sein Resignation der Strassen angenohmen und das jezo die Repræsentation ihn nicht neuerdings vorschlagen will und zwar auf solche Arth, alß wan in Land niemand wäre, der dieses so gut alß er besorgen känte. 5. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath, dan beym Lamberg. Nachmittag waren bey unß der junge Br. Gall mit sein Bruder den abbé. Abends war ich spaziren mit meinen 2 Söhnen. 379 Prostor za dan. 230 | 1749 Avgust 6. Heüt hat mein Maxl die erste Lection hier in Violin genohmen. Nachmittag war bey m. L. die Grafin Cozzoli. Abends gieng ich mit m. Maxl spaziren. 7. Vormittag seyn hierdurch zu dem Campement nach Marburg einige forgatische Trouppen gleichwie auch vorgester passirten. Gegen Mittag bin ich mit meinen zwey Söhnen zu Grafen von Wildenstein und dan zu Br. Kuschland gegangen wegen deren Nahmenstag. Zu Mittag speiste bereits an unser Taffel der H. von Utschan mit seiner Schwester und hat er sich nun wieder völlig von seiner Kranckheit remmittirt. Nachmittag war bey m. L. die junge Bssa. Gall, spätter der Zauner, mit dem ich spaziren gieng in die St. Peters-Cassarnen, dan zu St. Christoph und zuruck mit Wilden/stein/ Comentur. [565] 8. Vormittag war ich in in Repræsentations- und Camerrath. Abends gieng mit meinen 2 Söhnen spaziren ins Castell, wo unß der Leüthnant Tiry alles gezeügt hat. Spätter war bey mir Buseth. 9. Vormittag war bey mir der Buseth. Nachmittag der junge Br. Gall sich zu beurlauben. Abends gieng ich mit Br. Benj/ami/n und mein Maxl spaziren und besachen die robidische Waxbleiche. Eben gegen Abend wurde der canonicus Wolwiz begraben. Vorhero war bey mir Graf Strassoldo, der von Soldatenquartier befreyet zu seyn suchet oder besser zu sagen, von der Haubtwacht. Heüt Nachmittag gegen fünff Uhr ist H. von Vtschan mit meinem Micherle auf etliche Täg nach St. Marain verreist. 10. Vormittag war ich mit mein Maxl bey Br. Schmitthoffen und abends spaziren. 11. Vormittag war ich in in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey unß der Leüthnant Tieri mit seiner Frauen und abends gieng ich mit Maxl spaziren und sig. Perr. Anzi gester Nachmittag war ich mit Maxl bey Br.-Egkhischen, wo ich zugleich des milord Chesterfield seinen Sohn den Grafen Stanhob, habe kenengelehrnt. Heüt Vormittag war auch bey mir H. von Widerkher der alte. 12. Vormittag et Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. NB. Heüt ist die lezte Staffl gesezt worden zu meinem Quartier in anderten Stock. 13. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey der Landmarschallin Wittib. Da war auch der [566] Obristleüthnant Schwarzer mit seiner Frauen, der Br. Guschitsch mit seiner Frauen und die Frl. Brauth von Hauß. M. L. war sodan in Visiten. Heüt hat Br. Benj/ami/n die Gütte gehabt, meinem Sohn Hänßl meine vätterliche öfftermählige monita zu erneueren und ihme vorzustellen, das er sich in Schullsachen nicht aufhalten, sodern auf solide Sachen und zwar fleissig appliciren und sein Zeit nuzlicher anwenden und sowohl den vätterlichen alß seinen und jedes gescheidten Mannsrath folgen und die pane lucrando sorgen solle. Und ob er schon, Gott Lob, keine Untugenden hat, so ist dieses doch nicht genug und muß suchen sich in jenen Dingen qualificirt zu machen, die Männer wissen müssen und die ihn dem gemeinen Wesen nüzlich machen känen. Der General Br. de Fin hatte Nachricht von Triest, das Br. Wiesenhütten daselbsten alß intendente di Commercio und Civilhaubtman. Da er in seinem Vorzimer vielle gentilhuomini und dan auch den P. Rector von Jesuiten erblickte, knüete er gleich vor seiner nieder und batte ihn um sein Benediction. Und nachdeme dieser einige Kreüz über ihn machte, küste ihm Br. Wiesenhütten die Hand und stund sodan auf. Bella per un repræsentante! 14. Vormittag hatte ich stetts mit Perschky zu thun. Nachmittag war ich mit dem Maxl spaziren bey einem Steinbruch unter dem Hl. Grab unweit den Dorff Stepana Vass, wo Graf Barbo auch vor sein Gebau den Stein brechen und mit aignen Pferden in die Stadt führen last. [567] Ich habe daselbst mit einem Baueren accordirt, der den Stein selbst soll brechen und mir ins Hauß führen lassen umb jeden mit 2 Pferden bespandten Wagen per 17 kr. Und er glaubt, das er des Tags fünfmahl wird fahren känen. Der Anfang zur Probe soll künfftigen Montag geschehen. Heüt ist spargirt worden, das die Repræsentation und Camer wieder aufgehoben werden solte und das die | 231 1749 Avgust Landeshaubtmanschafft wieder in die Activität komen und die publica besorgen solle. Der Herberstein und ich sollen nach Triest, der Br. Flachenfeld nach Fiume. Was endlich mit diesen continuirlichen Mutationen noch geschehen wird, lehret die Zeit. Heüt ist die alte Thür auß m. L. Zimmer auf die neue Stiegen vermaurt worden. Abends380 war bey unß Graf Lamberg und Br. Gussitsch. 15. Nachmittag war bey mir ein Baur von Radtmanstorff, der mir 3 Flastersteiner von den Grinen geliffert hat, 15 Zoll insgefürt, und verlangt davor 12 kr. in loco vor jedes Stuck, den Frachtlohn à parte. 16. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey unß der Fürst-Bischoff. 17. Nachmittag war bey mir der Proviantofficier Jäger, der erst von Mayland gekomen, dan der Dolcetti von Triest. Zu Mittag speiste bey unß Wichtenstein. Abends gieng ich mit Nemezhoffen spaziren. [568] 18. Nachmittag war bey mir abate de Meli und der Nicolo Susanich. Erste381 gehet nach Wien wegen des Tumult zu Zeng, wegen des von Demeli und Susanich zu Ancona übernohmenen Tabac-Appalto. Diese lamentirten sehr, das sie alß k.k. Vasallen nur mit der landsfürstlichen Flagen navigiren känen und sich der Raguseer prævaliren müssen. Erstlich gibt die Republique Ragusa ihnen keine Flaggen aüsser mit folgenden Conditionen: primo, därfft die Equipage auß keiner anderen Nation bestehen alß auß lauter Raguseer Unterthanen und welche sich wohl bezahlen lassen. 2do, kostet sie die Flaggen oder das Patent zwar nur 10 fl., hingegen müssten sie einen capitano della bandiera haben und vor den Ferman von Constantinopel alle Jahr 4 zechini zahlen. Welcher Ferman allemahl in testa des Raguseer capitano formiret ist und mit den Regalien, die sie hin und wider machen müssen. Sagte Susanich, das der Passeport wohl auf 150 fl. komt. 3tio, muß ein solches Schiff alle Jahr ein Ladung Salz von Augusta nach Ragusa bringen, wo ihnen das Salz nach Belieben der Raguseer bezahlet wird und die Zenger allemahl daran verlühren müssen. 4to, die Republique last die Zenger nicht anderwertig navigiren alß nach dem Königreich Neapel, Sicilien und die Insul Malta, [569] sonsten in keine andere Ort weder nach Levante weder nach Ponente. 5to, müssen sie vor jedes Schiffpatent zu Ragusa depositiren 4/c zichini per seguestà, das sie allen ihnen vorgeschribenen Puncten nachkomen, nichtes unerlaubtes würcken. 6to, alle Reiß müssen sie den venedischen armirten Schiffen den transiti bezahlen mit 4 zichini. Welch alle Puncten ihnen nicht anderes dan sehr beschwehrlich fahlen. In discursu erzehlten sie mir, das derzeit das Salz zu Augusta von 6 tarini biß 10 und 12 tarini die salma gestigen, welche da wügt 1980 lb. peso di Ferara; zu Trapani aber von 9 tarini biß 18 tarini die salma, die da wügt 1700 lb. peso di Ferrara. Dan war bey mir der Buseth, der da glaubt, das Lamberg sein Engagement ohnmöglich halten kan und macht die Rechnung, das in ganzen Land 50 Mail Strassen zu machen sey, welche 50 Mail à 4/m Klaffter per Mail 200/m Klaffter außmacht. Der fundus pro reparatione viarum seyn erstlich 13.032 Hueben à 1 ½ fl. angeschlagen, macht 19.548 fl., Fürst-Portiischer Beytrag 400 fl., Graf-Petazisch 150 fl., Cameral 1700 fl., pomeria 8500 fl., in allen höchst 30.298 fl. Von diesen soll er alle Jahr den siebenden Theil [570] machen, müste also alle Jahr machen 28.571 3/7 Klaffter. Er rechnet, das ein Klaffter in die andere wenigst 4 fl. kosten musß. Si ita wie er prætendirt, so kam er freilich nicht außlangen, welches sicherer die Zeit lehren wird. 19. Vormittag war bey mir der alte Widerkher. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speisten bey unß der Dolcetti und der Proviandsofficier Jäger. Nachmittag war bey mir Fusconi von Triest, spätter der vicarius generalis Perr. 20. Heüt Nachmittag hat man ein grosses Feyer observirt von meinem Hauß gegen Crainburg zu und daurete etliche Stunden. Nachmittag war bey mir des Goldarbeiter Federer sein Schwigersohn mit etlichen alten Medallien. 21. Vormittag ist Graf Cozzoli versehen worden. Dan ist spargirt, das die Stadt Crainburg gester völlig abgebrand seyn soll. Gestriger Goldarbeiter brachte mir heüt ein goldene Medaille von der Agripina und den Claudio Nerone; wügt 2 #, weniger ein Grän, à 4 fl. 12 〈kr.〉, macht 8 fl. 20 〈kr.〉; 4 silberne Münzen wügen ⅝ Loth, alle 4 per 1 fl. 380 Na robu zabrisano 15 381 Popravljeno iz erstere 232 | 1749 Avgust Heüt Nachmittag hat eine der Pfalzschaffer des Fürsten-Bischoff Rechnungen seiner Einkünfften [571] und Außgaben gebracht, um solche zu ruminiren und mein Relation darüber an die Stelle und von dar ad aulam zu erstatten. Nachmittag war ich bey alt-Br.-Gallischen, dan bey mein Schwigervattter. Abends ist Br. Benj/ami/n mit dem Bischoff auf Görtschach gefahren. 22. Vormittag war bey mir Fusconi, der Nachmittag abreiset in compagnia des Dolcetti, der auch bey m. L. war. Ich war in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir die Wiederkherin, dan gieng ich mit Maxl spaziren. 23. Vormittag war bey mir der Oberkriegscommissarius Zauner, der Morgen über Wienn nach Siebenbürgen auf seine Station abreiset. Nachmittag war bey mir der Dr. Michelitsch wegen des obresischen Hauß. Abends war ich mit meinen 2 Söhnen spaziren beym Zieglhütten. Vorhero in Visit bey Frauen Buset und Widerkherin. 24. Vormittag war ich mit m. Maxl in Visit bey Zauner, der Nachmittag abreist. Zugleich beneventirte ich den neuangekomenen Kriegscomissarien den Mi[ch]lburg382 und sein Gemählin. Dan waren wir bey Sigm/und/- Br.-Abfaltrerischen, dessen lezt von Rom gekommenen geistlichen Sohn zu beneventiren. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Abends bey meinen Schwägerinen und spätter mit Maxl zu Schiska spaziren. Heüt abends ist H. von Utschan mit mein Sohn, dem Micherle, von St. Marein hier retournirt. M. L. war in Visiten. [572] 25. Vormittag war bey mir der Registratursadjunct Bischoff. Spätter suchte ich den Ludw/ig/ Liechtenberg wegen sein Nahmenstag. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem Wildenstein. Da waren 16 Personen, alß der Herr von Hauß, die Gräfin Schrottenbach, Graf Leopold Lamberg und sein Gräfin, Graf Barbo und sein Gräfin, Landshaubtman Graf Aursperg, Landmarschall Graf Alex/ander/ Aursperg, Graf Herberstein, Ludwig Graf von Liechtenberg, Br. Ign/ati/ Abfaltrer, Br. Kuschland, Leopold von Hochenwarth, Graf Strassoldo. Abends giengen in der compagnia spaziren. Abends confidirte mir mein Bedienter Johanes, wie das er gester nachts zu Schiscka Händl gehabt und Einen sogestalten blessiret habe, das er zum Sterben ist. Versichert mich aber unschuldig und von anderen attaquiret worden zu seyn, auch die ersten Schläg von Steineren, die alle gefährlich außgehalten zu haben, bevor er den agressorem blessiret. 26. Vormittag war bey mir der Sazfeld. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. 27. Vormittag war ich bey Herberstein, zu deme ich per errorem beruffen worden bin. Dan suchte den Br. Ign/ ati/ Abfaltrer in der Buchhalterey und in sein Hauß. Zu Mittag speiste bey unß Gio/vanni/ Giac/o/mo Rocci, der gester von Triest gekomen und Morgen nach Wienn verreiset, unser Salzwesen mit H. von Prandau außzumachen. Heüt habe 2 Interimsschein, jeden [573] per 5/c, zusamen 1/m fl., erhoben und darmit ein gleiche Schuld dem Zois zu bezahlen. Nachmittag war bey unß Br. Egkh mit seiner Frauen. Heüt Nachmittag hat man angefangen die alte oder bißsherige Haubtstiegen anzubrechen, so das ich künfftig mein neue Stiegen, ob sie schon noch nicht gepugt und völlig außgemacht ist, practiciren werde. Vormittag ist Br. Benj/ami/n mit dem Bischoff von Görtschach hier angekomen und abends wieder mit ihm retournirt. Abends habe meinen Bedienten Johannes wegen der den 24. ad 25. in der Nacht passirten Rauffhändl in Erwegung, das der von ihm blessirte junge Mensch zum Sterben ist, seines Diensts entlassen und ihm 18 fl. alß ein erst der ihm gebührender Besoldung etc. baar bezahlt. Er diente 36 fl. von 27. December biß heüt dato, seyn 8 Monath, betragen 24 〈fl.〉 A Conto hatte er vorhin empfangen 6 fl., war also der Rest ut supra. 28. Gester Vormittag war auch bey mir P. Scarpin, Franciscaner-Exprovincial. 382 Zamazano | 233 1749 September Heüt war da Persky, mit dem ich verschiedenes wegen meines Haußgebau abgeredet habe. Dan habe 1735 Ziegl von Freüdenthall erhalten. Und weil ich 2/m hätte empfangen sollen, alß manglen noch 265. Nachmittag waren bey unß die Frl. Schwestern und Bruder von m. L. Gester abends war bey unß H. von Buseth mit der Widerkherin, die just von Sittich von consistorio gekomen. [574] 29. Vormittag war bey mir die Widerkherin, welche über den Sentenz des consistorii ihren Recurs zur Nunziatur nehmen wird. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag bey mir der Sazfeld, der mir die in Favor des Grafen von Herberstein auß Rom und Malta gekomene bulas gezeüget hat, womit er wieder als Malteser Ritter unter dem Gran Priorat von Böhmen angenohmen worden ist. Dan waren da 2 Capuciner. Spätter Carl Hochenwarth, der heüt mit mir alß comissarius den Bergbruch an der Sau-Strom zu visitiren ernennet worden ist. 30. NB. Vorgester ist der Doctor medicinæ Wagner gestorben und gester begraben worden. Heüt Nachmittag war bey mir Steinberg. 31. Nachmittag war ich in Visit bey Philipp Grafen von Rosenberg. Dan war auch da der H. von Wasner und abends giengen alle miteinander und mit den Gallenbergischen spaziren. Abends beym souppé blib ich mit m. L. bey Gallenbergischen.383 Da war auch der Rosenberg und die Schrottenbach, dan der von Wildenstein. 1749 September 1. September. Vormittag war bey mir Steinfels. Umb ½ 10 Uhr fahrte ich mit m. L. nach Görtschach zum Fürsten invitirter und bliben da auf Mittag. Wir waren in 14 couverts, alß der Fürst, Graf Gallenberg und sein Grafin, Gräfin von Schrottenbach, Br. Egkh und sein Gemählin, Graf Philip Rosenberg, Br. Benj/ami/n Erberg, [575] Br. Wolf Daniel und Ferd/inand/ Erberg, der junge Graf Attems und sein Hofmeister, item der General Br. de Fin. Nachmittag retournirten nach Laybach umb 8 Uhr. Dan kam zu mir Carl Hochenwarth. Spätter gieng ich zu mein Sohn Hänßl, soupirte in compagnia des Graf Rosenb/er/g, Br.-Eckischen und General de Fin und Grafen von Wildenstein. 2. Vormittag war bey mir der alte Widerkhern. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Heüt Vormittag ist der junge Widerkher mit seiner Frauen auf ihr Güttl in Unter Crain verreist. Nachmittag waren bey unß 2 Jesuiter, dan H. von Steinberg. 3. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir der Torre und Piccardo von Triest, dan Graf Strasoldo und Carl Hochenwarth, item der Silli. Gester fruhe ist meiner Kinder Hofmeister nach Stain die exercitia zu machen und sich pro subdiaconatu zu præpariren. Mit H. von Hochenwarth und Silli haben wir abgeredet, wie wir Morgen unsere Reiß zu dem Bergbruch unternehmen wollen. 4. Vormittag kam zu mir Silli und dan H.384 von Hochenwarth, mir welchen beden und dan mit mein Sohn Maxl wir in ein mit 4 Pferdten bespandten Wagen von hier abgefahren seyn umb 10 Uhr 25 Minuten. Passirt Maria-Feld 11.00 und dan an der Sau-Strom [576] umb 11.15. Hier ist ein Dorff, welches man lincker Hand Saloch und rechter Hand Kaschl nennet. Hier haben wir unß imbarchirt in ein Schiff mit 4 Schiffleüten umb 11.25. Passirt an der Überfuhr, zu Gradische genand, und H. von Schweiger gehörig 11.30. Passirt Alt Osterberg, ein altes Gschlosß rechter hand auf ein Bergl Bad Starm Gradam genand, 11.35. Wo, die Feistriz in die Sau fahlt, 11.50. Wo ein anderer Arm der Feistriz, der von Lustall komt, in die Sau fahlt, 11.52, beede lincks. Ein Dorff Kletsch genandt, auß 20 Hausern bestehend, lincker Hand 11.53. NB. Hier wird der ins Ober Crain destinirte Wein außgeladen. Ein Kirchen St. Helena lincks der Teütschen-Comenda gehorig, 12.10. Gleich darunter ein Kirchl St. Agata, ebenfahls der Comenda und unter die Pfarr 383 Sledi prečrtano beym 384 Nad von s svinčnikom v 19. ali 20. stoletju pripisano Carl, na robu pa z drugo roko prav tako mlajši Interessant 234 | 1749 September Lustall gehorig. Davon hat ein Schlissl die Comenda und den anderen der Pfarrer zu Lustall. NB. Gleich hinter dem Berg bey St. Helena ist ein Bruch von Schiffersteinen. Wan jemand ein Dach darmit decken lassen will, so wird vor das Brechen und Decken ein quadrat Klaffter völlig fertiger mit 51 kr. bezahlt. Das Fuhrwerg von Bruch biß ad locum muß hingegen besonders bezahlt werden. [577] Rechter Hand ein kleines Dörffl und Vicariat auf St. Mirten gehörig, 1.10., Kersniza genand. Lincker Hand ein Kirchl, ein altes Schlosß und etliche Hauser, Vernek genand, wo auch eine Überfuhr ist, 1.11. Rechts ein Schlosß auf ein Bergl, Poganik genand, welches von dem Koppenjäger seeligen denen PP. Augustinern legirt worden, 1.40. Rechts das Dorff Litey 2.25. Lincks ein Gütl, Fischern genand, wo bereits die Weingärten anfangen, 2.26. Rechts ein Gütl, Gärbin genandt, dem H. von Liechtenthall gehörig, 2.30. Ein Kirchl und kleines Dörffl, Na Bregu genand, 2.40. Lincks das Gut Ponovich, H. von Oblack gehorig, 2.45. Hier seyn wir außgestigen und giengen zu Fuß rechter Hand, wo man das Bleyärzt bricht und kamen zu dem Schmelzoffen oder zum Mehlbach vulgo Malnik, 3.05. Von dar zuruckgangen 3.30 und zum Schiff retournirt 3.45. Dan haben in Schiff unser Reiß prosseguirt und passirt *lincks*385 ein altes Schlosß, Grafenweg genant, 4.00. Rechts ein Dörffl Loch, 4.02. Lincks ein Kirchen, St. Nicolai auf der Sau genant, 4.03, Steinbacher Schwall, 4.06, Muschenik, ein Bach *lincks*,386 4.15. Hier seyn wir außgestigen und besehen, was dieser Bach vor grosse [578] Steiner in die Sau bringt. Und zeügte unß der Silli, wie er leztlich solche hat außraumen lassen. Wir incontrirten hier ein Schiff, welches aufwerts an selber Passage mit grosser Difficultät gezogen worden ist. Hier gibt es eine Quantität Tuffsteiner. Wir imbarchirten unß wieder umb 4.40, passirt den Schall Kerbulko 4.45. Rechts ein Kirchl St. Nicolai 4.50, Renko Schwall 4.52, lincks ein Bergl von Tuffstein 5.00, rechts ein Steinklippen genand Cessarska Camra, 5.12, lincks Segorje 5.30. Hier seyn wir außgestigen und giengen zu Fusß in das Dorff Segorje und komen ins Wirtshauß um 5.53. Allhier haben wir pernoctirt. 5. Morgens umb 5 Uhr seyn wir wieder zu Fuß an das nehmbliche Orth, wo wir gester ausgestigen seyn und kamen dahin um 5.20. Da haben unß imbarchirt um 5.35. Lincks passirt ein Klippen Uu Kumen genand, wo die Sau am tieffsten seyn soll, *5.40*. Dan arrivirten zum Bergbruch rechts 5.40, wo wir außgestigen seyn. Da haben wir alles besehen und weil die beladene Schiff daselbst wegen dieses Berckbruchs und in Wasser befiendenden Felsen nicht passiren känen, so giengen [579] wir an das Orth, wo die Schiff außgeladen werden müssen, von wanen sodan biß hieher bey 150 Klaffter die Waaren per terra auf Wägen transportirt werden. Wir fanden daselbst just 3 beladene Schiff, welche herauf kamen und waren darauf mit denen Sämern und Schiffsleüthen und Gehilffen 20 Personen. De ordinario aber hat jedes Schiff nur 4 Personen samt dem cormanus. Und ein jedes Schiffsladung bestehet gemainiglich auß 12 Lagl Wein oder 160 Eymer. Jeder Eymer hat 24 Maasß, jede Maasß wügt 3 lb. Folgsam ist ein Schiffsladung 3840 Maasß Wein und an Gewicht 11.520 lb. Allhier seyn zwey Bauren, welche Hornvieh halten, die Laglen zu transportiren. Einer ist gleich da, wo wir außgestigen seyn nahmens Hanse Pruschnikar; der andere etwas weiter aufwerts des Stroms nahmens Blasi Mitouschek. Vor jedes Schiffsladung per terra zu überführen ist ihnen passirt 4 17ner. Weil aber öffters die ganze Ladung nicht auß dem Schiff ausgeladen, sondern einige wenige Lagl in dem Schiff gelassen werden, alß haben wir statuirt, das von jeden per terra überführten Lagl ihnen 10 sl., von denen in Schiff bleibenden aber 5 sl. bezahlt werden sollen auß der Ursach, weil sie auch helffen das Schiff [580] gegen dem Wasser zu ziehen. Die Proportion von 10 sl. haben wir daher genohmen, weil auf die ganze Ladung 4 17ner passiret seyn, die Ladung aber auß 12 Lagl bestehet. Komt also auf ein Lagl, wie gedacht, 10 sl. Gedachte 2 Bauren haben sich auch unterstanden von den Schiffen über obige 4 17ner noch 2 Maasß Wein von jedem Schiff anzunehmen, welches wir aber in Gegenwarth aller der Leüthe von den 3 Schiffen ihnen mit aller Schärffe abgestellet und anzunehmen verbotten haben. Dan haben wir angefangen beym Pruschnikar den Berg zu steügen umb 7.15 und kamen in die Höche zum Bründl V‘ Logu genand, unter der Hl. Michaeli-Kirchen, um 9.15. Allhier seyn 2 Bauren, jeder hat ein halben Grund. Einer haist Juri Saurschik, der andere Micha Logar. Dieser, der mit dem Bruch des Bergs von seinem 385 Orig. in prečrtano rechts 386 Orig. in prečrtano rechts | 235 1749 September Grund verlühret, erzehlte unß, das der lezte Fahl um Hl. Margareta-Tag alß den 20ten Julii lezthin beschehen und das der Berg ganz langsam sich detachiret und bey 2 Tag gesuncken ist, jedoch mit grösten Getösß und Gestand wegen der einander sich geribenen Felsen. Nachdeme wir alles allhier recognoscirt und gesehen haben, wo sich der Berg noch detachiret [581] und der sogestalten stuckweiß noch sinken und sich hinunter schieben wird, seyn wir wieder zuruckgegangen umb 10.50 und zum Pruschnikar retournirt just umb Mittag. Hier haben wir das Mittagmahl an Uffer des Sau-Stroms *ein*genohmen, welches unß von Segorje auß dem Wirthauß dahin gebracht worden. Von hier, wo der Orth ist, da die außgeladen387 und per terra daher geführte Waaren wieder ins Schiff geladen werden, seyn wir zu Fus umb 1.45 gegangen *und kamen* an das Orth, wo sie außgeladen werden388 um 2 Uhr Nachmittag. Hier haben wir389 besehen390 die ruinirte machine, mittels welcher die außgeladene Waaren391 die kleine Anhöhe hinauf gezogen werden und fanden, das künfftig diese machine besser gemacht werden kan auf Arth, wie die Schiff auß392 dem Meer anß Land gezogen werden. Diese machine, die eben nicht viel kosten kan, wird ex ærario erricht und die nöthige Seil dazu verschafft werden. Jedoch wird ein jedes Schiff vor das dazu erforderliche Inschlut ein kr. beyzutragen haben. Dan haben wir unß einbarchirt und proseguirten unser Reiß und kamen zu einer arthigen Cascada, wo ein Bach über ein Tuffstein-Felsen in das Wasser fahlt umb 2.07. Der Orth heist Mitale vulgo Nad Pisda, rechter Hand. [582] Hier seyn wir außgestigen und giengen zu Fusß zum Quel dieses Bachs, der unter einer grossen grota von Tuffstein entspringt und ist alles würdig zu sehen. Kamen also zu diesen Ursprung 2.17, retournirten wieder ins Schiff 2.28 und passirten die Cascada 2.30. Um 2.35 links passirten den Bach genant Trebouscheza, welcher die Confin zwischen Crain und Steyer scheidet. Links ein Bauerenhauß, beym Juschna genant, 2.50; rechts ein Felsen Pod Planina genand, 2.53. Hier fangt an der neue Weg an der Seiten um die, um die Schiff herauf zu ziehen. Um 3 Uhr kamen ober dem Weissen Schwall, wo wir außgestigen seyn. Rechts passirten zu Fusß und besachen den Weissen Schwall und fanden, das an denen Seiten Mauren bey 180 eisene Klampen gestohlen worden. Dan seyn wir wieder zu unsern Schiff und haben unß auf die andere lincks Seiten des Strand übersezen lassen bey einem Bach, genand Prapeschek, umb 3.45. Hier haben wir das Schiff verlassen und giengen zu Fus zum Baurenhauß beym Juschna genant und kamen dahin um 4 Uhr. Hieher haben wir unß 5 Pferd von Sagorje komen lassen. Wir seyn also reitender von hier abgereist 4.50, [583] passirt ein Orth Ropousche bey einem Baurenhauß Per Matausche genant, 5.15. Passirt den Confinbach Terbouscheza genant, 5.25. Ein gefährliche Passage, die Reparation bedarff, 5.40. Ins Wirtshauß zu Segorje arrivirt 6.15, allwo wir pernoctiret haben. Hier soupirte mit unß der Pfarrer von Orth nahmens Michael Brenk, der unß erzehlte, das er in seiner Pfarr 1.665 Seelen habe, das in vorigen Jahr 36 getaufft worden und 28 gestorben seyn und das er nur 9 Par coppuliret habe. 6. Heüt morgens seyn wir ebenfahls zu Pferd abgereist um 9 Uhr. Rechts ein Berg von Steinkohlen, 9.15, Na Toplize genand, 9.45. Die Gegend heist sonst V‘ Loquach, wo rechts ein Kirchl ist von St. Margareta. Um 10.15 seyn wir passirt393 schen Gebürg,394 wo besonders hoche und grosse Felsen gibt, die rechts an Gebürg vor sich selbst und fast um und um frey stehen wie Saulen und Piramiden über 6 Klaffter hoch und seyn gar arthig zu seyen. Umb 10.20 sachen wir das Gütl Media genant. Wir verliessen aber solches und wendeten unß rechts, passirten ein Dörffl und Kirchl St. Georgii 10.30. Lincks, wo einmahl ein Schmelzoffen von antimonio war, 11.15. [584] Diese Schmelzoffen ist vor wenig Jahren Mangl Debits von antimonio verlassen worden. Passirt, wo rechts ein Kirchl auf ein Bergl St. Mochor, 11.30. Etwas höcher ein Dörffl an der Landstrassen auf dem Trajanerberg 11.37, Schrancken auf dem Trajan/er/berg 11.45, Höche des Trajan/er/berg Mittag, arrivirt auf St. Osbald 387 Nad besedo prečrtano Waaren 388 Sledi prečrtano: und kamen dahin 389 Sledi prečrtano unß 390 Sledi prečrtano den 391 Sledi prečrtano auß dem 392 Popravljeno iz auf 393 Sledi prečrtano zwi. Ob strani kasneje pripisano s svinčnikom Pyramidenthäl 394 Orig. Gebürgk, a je k prečrtan. 236 | 1749 September 12.15. Hier haben wir unß in 2 Postchaisses gesezt: eine395 mit 3, die andere mit 2 Pferden bespandt und fahreten ab um 12.45. Passirt Kräxen ein Dorff 1.52, arrivirt auf Potpetsch 2.15, abgereist von Potpetsch 2.35, arrivirt zu Laybach 4.45. Gegen Abend retournirte m. L. von Freüdenthall, welche heüt morgens mit Graf und Gräfin von Aursperg-Josephischen, dan Br. Egkh und seiner Gemählin und Br. Wolf Daniel hinauf gefahren. Meine 2 Söhne Lucasl und Fränzl seyn den 5ten dieses mit H. von Utschan auf St. Marain auf etliche Täg in die Vacanzen. Abends war bey mir der Proviandofficier Jäger, der Morgen nach Mayland retournirt. Er erzehlte mir vielles von Mayland und wie daselbst grosse Verwirrung ist und sowohl die Noblesse alß das Volck sehr disgustirt wegen der viellen Gübigkeiten, Reformationen etc., [585] an welchen alle Schuld dem General Palavicini beygemessen wird. Die Engeländer, unsere Allirte in lezten Krieg, sagte er, haben rechten Piraten abgegeben und liessen passiren nach Genua die Schiffe mit Kriegsmunizionen. Hingegen prædirten sie die Kauffmannsschiffe und machen sich viel Geld, ruinirten und exterminirten die schene gegend und Palast bey Genua und appropriirten sich alle Kostbarkeiten von grossen Werth. Der Viceadmiral Medley, der den 16ten Augusti 1747 all alba gestorben in dem Palast bey Savona, worin der Peterson, ein Engelander und Comendant der sardinischen Galern wohnte, verliesse in baaren Geld auf sein Schiff 1.200.00 lr. moneta die Piemonte. – Der cours des Gelds ist folgender: - Ein lira di Milano macht 30 – Ein lira di Genova 35 marchetti – Ein lira di Piemonte 45 oder – Ein lira di Piacenza 15 soldi – Ein lira di Modena 15 di – Ein lira di Parma 11 ½ Venezia – Ein lira di Mantua 10 – Ein Zichin gielt in Mayland 16 lire di Milano, ein ongaro 15, ein doppia di Spagnæ 28 ½. Nach dem Tod des Viceadmirals Medley übernohme das Comando der Contreadmiral Bingks. [586] 7. Nachmittag war bey unß der Fürst und Bischoff zu Lavant Graf Firmian mit dem Brobsten von Unter Traaburg Br. Kulmer und einem H. von Ehegarten. Dan auch der Graf Wildenstein, Graf Barbo, Graf Gallenberg und verschiedene andere von hiesiger Noblesse. 8. Vormittag war ich mit Br. Benjam/in/ und meinen 2 älteren Söhne bey obgedachtem Fürsten und zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Grafen von Wildenstein in 15 couverts. Da war Graf Wildenstein, Grafin Schrottenbach, Graf und Grafin Gallenberg, Graf und Gräfin Barbo, Br. Kulmer, H. von Ehegarten, P. Meak, Jesuiter, Br. Benj/ami/n Erberg, Br. Ign/ati/ Abfaltrer, Graf Strassoldo und der Fürst und wir bliben alle da biß spatt. Es kam Nachmittag auch dahin der Landshaubtman, Graf Herberstein und mehr andere. Der Landshaubtman gratulirte mir, das mein Hänßl alß supernumerarius bey dem neuen Landrecht resolvirt worden mit der gester eingelangten Resolution. 9. Vormittag war bey mir unser Expeditor Keller, dan der Bergmann Joseph Häring von Schwaz auß Tyroll gebürtig, der das Bleyberg baut auf dem Sau-Strom. Er erzehlte mir, das er gedachtes Bergwerck von dem Grafen Barbo von Slateneg [587] auf 3 Jahr empfangen und an Fronleichnahmstag alß den 13ten Juni 1748 angefangen habe. Vor jeden Baum oder Stamholz, das weniger alß ein Schuh in diametro hat, muß er ihm 15 kr. und vor einen, der ein Schuh oder mehr hat, 30 kr. zahlen; item von jedem Centen Arzt 15 kr. In einem Jahr hat er 30 Centen Bley erzeügt und solches an die hiesige Haffner per 9 fl. verkaufft. Das Arzt rendirt ihm jede 100 lb. bey 73 lb. Bley. Er lamentirt, das er bey so gutem Bergwerck und reichem Seegen niemand findet, der sich interessiren und ihm unter die Arme greiffen wolte. Nachmittag war bey mir der Kriegscommissarius Mülburg und spätter der Buseth, der mir ein silberne Münz von Decio Trajano bracht. Vorgegangene Nacht ist der Fürst und Bischoff von Lavant von hier nach Kärnten retournirt. 395 Orig. einer, a je r prečrtan. | 237 1749 September 10. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan war bey unß Flachenfeld. Heüt hat unß Br. Benj/ami/n Erberg 3/c fl. gelichen. 11. Vormittag war bey mir Perscky und Nemezhoffen, mit denen ich die Continuation meines Haußgebaü concertiret habe. Nachmittag war bey mir der Leüthnant Tyeris, dan der Graf Strassoldo, item unser Expeditor der Köller. 12. Heüt Vormittag hat hiesige Regierung den lezten Rath gehalten und zwar [588] unter presidio des Br. Egkh. Et sic hat vor hier die Regierung ein End und Morgen soll das k.k. Landrecht den ersten Rath halten. Vormittag war bey mir secretarius Steinfels. Abends war ich mit mein Hänßl bey dem Landshaubtman biß spatt. In heütigen lezten Regierungsrath war Br. Egkh, Br. Wolf Daniel Erberg, Graf Joseph Aursperg, H. von Hochenwarth, H. von Kolbniz, H. von Utschan, H. von Raab et secretarius von Kappus. 13. Heüt Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und Nachmittag in simili. Vormittag war heüt das erstemahl das landsfürstliche Landrecht. Præsentes waren: præses Landshaubtman Graf von Aursperg, Graf Leopold von Lamberg, Benjamin Br. von Erberg, Wolf Daniel Br. von Erberg, Niclas von Raab. Supernumerarii: von Posarelli, von Buseth, Graf Carl von Aursperg. Supernumerarii: Br. Janesitsch, Graf Carl von Liechtenberg, Johan Lotharius Br. von Raigersfeld. Secretarius Leopold von Raditsch. Anfänglich haben Graf Carl von Aursperg und mein Sohn zugleich das Jurament abgelegt, [589] dan hat jeder sein Siz genohmen nach obigem Rang. Dan hat Referent der Buseth ein alten Process und darmit hatte vor heit das Gericht ein End und erst nach den Ferien wieder continuirt, id est den 5ten künfftigen November. 14. Vormittag war bey mir H. von Posarelli, der mich ersuchte, den Br. Flednig, rhetorem, in die Kost zu nehmen, wovon ich ihme die Unthunlichkeit vorgestellet habe. Dan war bey mir der abbé de Werth. Zu Mittag speiste bey unß Silli und der Geistliche, economus von Lustall. Heüt396 Vormittag ist der Lucasl und Fränzl mit dem jungen Nemezhoffen von St. Marain retournirt. Hingegen ist die vergangene Nacht der Hänßl mit dem Graf-Gallenbergischen nach Thurn abgereist. 15. Vormittag kam H. von Utschan von St. Marein allhier an und speiste bey unß mit sein Bruder, den Pfarrer, und Dr. Franckenfeld. Nachmittag war bey unß Graf Strassoldo und abends war ich mit dem Maxl bey Carl-Hochenwartischen, die Morgen nach Raunach verreisen. Spätter war ich mit Maxl spaziren. Heüt suchte zweymahl den Lamb/er/g und war bey Buseth, deme die Commission gegeben mit Lamb/er/g zu sprächen. 16. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag ist mein Lucasl und Franzl mit dem nemezhoffischen Franzl auf Mannspurg [590] in compagnia der Frl. Lenerle Hallerstein und Frl. Retl Erberg. Heüt habe dem Mayr die Commission gegeben, bey dem Donner zu bestellen den Stempl vor die Medail des Hl. Franc/isci/ Xaverii zu Oberburg auf einer und des Hl. Nicolai auf der anderen Seiten per 150 fl.; dan 8 goldene und 24 silberne Medailen und 500 messinge, dan 24 goldene und 50 silberne Fingerringl, item 12 Miniaturbildl von Hl. Xav/erio/, 6 davon in Gold und 6 in Silber zu fassen mit geschliffenen Glaßlein auf Arth der Hl. Nepomuceni-Anfang Bildlein. 17. Heüt Vormittag ist Br. B/enjami/n Erberg mit dem Wildenstein, dan dem General Br. de Fin, Nemezhoffen und Dr. Baronio auf Freidenthall und abend wieder revertirt. General de Fin aber ist nacher Triest. Vormittag war ich 〈in〉 Repræsentations- et Camerratscommission. Nachmittag war ich bey Joseph-Aurspergischen, welche ende dieses nach Graz verraisen. Spätter war ich mit m. L. spaziren. 18. Vormittag war bey mir Silli. Nachmittag Graf Strassoldo wegen der Haubtwacht in sein Hauß. Dan H. von Bechinie in Visite, der erst von Görz retournirt ist. Item der Steinfels wegen Memorial des Geistlichen Upal. 19. Vormittag umb 5.30 ist H. von Utschan von hier nach Gräz abgereist in compagnia der 2 Dr. Francky und mein Sohn Maxl, welche 3 ihn nur biß Marburg begleiten, um daselbsten das Campement zu sehen. 396 Pred tem prečrtano: Gester ist 238 | 1749 September [591] Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir Silli, abends Steinberg und spätter war ich bey Landshaubtman, deme ich die Regierungsverordnung übergeben in Betröff der Crainburger Haubtmauth Zwischen Wässern. 20. Nachmittag war bey mir der Baur nächst Stain, deme wegen gelifferten aichene Staffel die Berechnung schrifftlich gegeben, das er nehmblich an baaren Geld von mir empfangen hat, wie unter ersten April lezthin notiret ist, in allen 50 fl. 10 kr. Er hat mir zwar geliffert von grossen Staffeln No. 50, hingegen habe davon (weil sie nicht von der Maaß waren) nicht mehr dan 34 Stuck brauchen känene; solche betragen à 1 fl. 8 〈kr.〉 38 fl. 32 〈kr.〉 Er ist also mein Debitor von 11 fl. 39 〈kr.〉 So er mir diese bezahlt, werde ihme die außgeworffene 16 Stuck Staffel restituiren sambt 73 Stuck kleinere, die bey mir conserviret seyn di sua raggione. Heüt Vormittag ist hier der General Graf Türhaim über Neümarckl ankomen, umb die Cassarnen397 etc. zu reguliren. 21. Vormittag suchte Br. Egkh und Lamberg. Nachmittag war bey mir P. Liechtl, Jesuiter, dan der Locatelli von Gradisca. M. L. war in Visiten. 22. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrathconferenz et Nachmittag in Rectificationscommission. Spätter suchte den Obristleüthnant Schwarzer, dan die Br.-Egkischen und abends war ich bey Wildenstein. [592] 23. Vormittag war bey mir der abbé de Werth mit sein Schwagern Bernhart Ant/on/ Jantschitsch, alß der den 21ten dieses sein Schwester geheyratet hat. Dan war bey mir der Locatelli von Gradisca und Nachmittag der junge Dr. Sanetti. Nachmittag ist der Maxl mit den Frankischen und dem Leüthnant Rasp von dem Campement bey Marburg retournirt. So auch der Lucasl und Franzl von Manspurg. Spätter suchte die Br.-Egkhischen, dan den Lamberg. Vormittag kam zu mir mein gewester Bedienter Johann Petrovitsch und abends ist er nach Triest et Venedig. M. L. war bey Wildenstein. Nachmittag war bey ihr die Schweigerin. Heüt abends ist die haschwerische Frl. gestorben, welche den Haubtman Steinberg hatte heyraten sollen und ex post von dem consistorio von der Obligacion dispensiret worden ist, das sie ihm 750 fl. hat zahlen müssen. 24. Vormittag war bey mir Schluderbach wegen auß Mangl Geld nicht außführen känende Rauhfangen. Dan war ich in Repræsentations- et Camerrath. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey H. von Bechinie. Da war Mad. Schweiger, Br. Flachenfeld, Leüthnant Dyeri, Haubtman und Graf Buccelenis. Nachmittag war bey mir Locatelli. Heüt um ½ 11 Uhr Vormittag ist Br. Egkh mit seiner Gemählin nach Gräz verreist. [593] 25. Vormittag war bey mir H. von Strackan von Wienn, welcher böhmischer Camerrath und bey der Banco-Deputation Buchhalter war. Er erzehlte mir, das ein ehrlicher Mann heütiges Tags nicht wohl dienen käne und das er deßwegen seine officia resigniret und das ihm die Königin semel pro semper vor seine Treü gelaiste Dienste 6/m fl., id est 2/m in baaren Geld und 4/m in Bancopapier gegeben hat. Er sagte mir, das nebst verschiedenen seinen meubles, Büchern, auch einige von ihm zusamen getragene manuscripta verkauffen wolte, um sich völlig zu retiriren und in Ruhe zu leben. Es kam zu ihm ein Graf von Wurm, der die manuscripta besache und batte ihm solche nach Hauß zu erlauben, um sie ruminiren zu känen. Er choisirte 25 thomos in folio. Über etliche Tag, da sich Stracka bey ihm anmeldete, um zu wissen, ob er solche käufflich übernehmen wolte oder nicht, sagte er ihm, das diese manuscripta von der Regierung zu con[fisciren]398 beordert worden, indeme solche in Privathanden nicht wohl gelassen werden känen. Stracka stelte ihm vor, wie das er ihme solche alß einem Cavalier anvertrauet und er ihm versprochen habe, sie wieder zu restituiren oder zu kauffen. [594] Stunde also nicht wohl, das ein Cavalier, deme er solche bona fide anvertrauet habe, ihme sie nun confisciren solte. Über etliche Tag schickte Graf Loge zum Stracka und ließ ihm sagen, er käne die manuscripta wieder abhollen lassen, hingegen schickte man ihm ein Decret, das er solche nicht alieniren därff. Stracka holte solche 397 Orig. Cassarmen 398 Pod madežem. | 239 1749 September ab und batte, das man ihm von der Obligation dispensirte oder solche399 abkauffen möchte. Und da er keine Resolution erhalten känte, hat er alle verbrant und schickte die envelops dem Loge zum Zeüchen, das er alles cassirt und verbrant habe. Nun reiset er nach Rom auß Devotion und will zugleich vor sein plaisir Italien sehen. Die Confusion, die in Wienn ist und die Ungerechtigkeiten, die da passiren, kante er mir nicht genug beschreiben. Bey dem Stadtbanco ist noch alleweil der Schwandtner Han und Korb, bey der Osterreichischen Canzley der *Manegeta*400, in militari der Weber, in comerciali *beym Reichshofrath der Knor*,401 Haugwiz in allen. Doch haltete er diesen nur pro instrumento imperatoris, den der Toussaint und Fitschner völlig regiren. Schwandtner hat sein apui an der [595] Fuxin und Fürstin Trautsonn et sic regitur mundus. Schwandtner hat den Coteck ins Comerciale gelaitet, wie ers mit dem Kinsky gemacht, umb mit dem Banco allein zu disponiren. Der Kannengiesser (der von den Triester von dem Comercienwesen ohne deme nichtes haltet) ist à latere dem Coteck. Und dan der Quix, der eben Intrigant ist, därrffte seinerzeit der andere Schwandtner werden. Harrach soll vor disgusti gestorben seyn, doch soll er in einer Conferenz gegen der Königin gemeldet haben, wie das er bedaure, das ein ehrlicher und treüer Rath kein Ingress mehr findet und das die Zeit komen därfft, wo sich keiner finden wird, der ihro die Wahrheit vorstellen möchte. Dan war bey mir Zancki von Fiume und der giudice Kali, welche komen von Seiten des publici Fluminensis, den Grafen Choteck zu erwarten und ihm ihr Commerciale zu recomendiren. Diese erzehlten mir in Discours, das in abgewichenen Monath Juni von Venedig dahin gekomen war und sich bey 8 Tag daselbst aufgehalten hat das Ant/oni/o Erizo nobile von Dalmatzien, ein Cavalier, das schon General von Dalmatzien war und andere der ersten Chargen bekleidete. Dieser war in compagnia einer Dame und ihren Mann und tractirte mit jedermann [596] ganz freündlich, gabe auch Verschiedenen Contrevisiten und derselben Noblesse Bals, welches alle in grosse Suspition gesezt hat, das er ohne besonderer Absicht dahin nicht gekomen war. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Wildenstein. Da war der General Graf Thürhaim mit seiner Gräfin, die Schrottenbach, Barbo und sein Gräfin, die Thurn, der Br. Tauffrer und sein Gemählin, Kriegscomissarius Mülburg mit seiner Frauen, der Graf Strasoldo und der Adjutant des Generalen, in allen 15 Personen. Nachmittag suchte mit einigen von obiger compagnia die Joseph-Aurspergischen; waren nicht zu Hauß. Dan retournirten und bliben in Garten und dan beym Spiel biß spatt. Abends war bey unß der Leüthnant Rasp, der mir vorwise ein Donation in forma eines Testaments von der leztverstorbenen Gertraut Frl. Hasischer, womit sie ihn alß ihren außerwahten Brautigam in casu mortis zum Erben instituiret hat unter dato 13. Marzi lezthin. Et sic wird er nun ihre Erbschafft anspruchig machen. 26. Vormittag war wieder bey mir der Rasp. Dan war ich in Repræsentations- et Camerconferenz. Nachmittag in simili. Vormittag war ich auch bey Lamberg und abends bey Joseph Aursperg. NB. Gester Nach〈t〉 ist Mad. Janesitsch von Habach auß nach Michelstätten ins Kloster [597] gegangen in willens daselbst zu leben separirter von ihrem Mann. 27. Vormittag war bey mir P. Guardian, Franciscaner, dan canonico d‘Aquileja Capello. Item der Haubtman Frasß, der gester über Kärnten von Wienn angekomen. So war auch bey mir der Locatelli von Grad/isc/a. Dan war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir der General Graf Thürhaim mit dem Obristleüthnant Br. Berlendes. Dan Graf Franz Lamberg mit 2 seinen Söhnen, davon der ältere nach St. Lamprecht ins Ober Steüer ad rhetoricem, der jüngere aber nach Bononien ad poesim gehet. Dan war auch da der Locatelli und spätter der Gayer. 28. Vormittag war ich mit Br. Benj/ami/n in Visite bey Haubtman Fräsß und secretario Unkrechtsberg. Nachmittag war bey mir Nemezhoffen. Dan gieng ich spaziren und abends war ich mit dem Maxl bey Graf Wildenstein, wo auch m. L. war. Heüt Nachmittag um 3 Uhr war die Copulation der Inocentia Frl. Gräfin von Aursperg mit dem Haubtman Grafen von Starhemberg. Die Function verrichtete der vicarius generalis im Hauß in Gegenwarth des Joseph Maria Grafen von Aursperg und seiner Gemahlin, dan des Carl Br. von Valvasor. Nachmittag umb ½ 6 Uhr ist 399 Sledi prečrtano auf 400 Nad neberljivo prečrtano besedo. 401 Nad štirimi neberljivo prečrtanimi besedami. 240 | 1749 Oktober der Joseph Maria Graf von Aursperg mit seiner Gemählin nach Graz verreist. Abends ist hier angelangt der [598] von Wienn über Karnten der Graf Rudolph von Coteck mit mehr anderen, die Morgen specificiren werde. 29. Vormittag war bey mir der Segalla von Görz, dan der Cancellist Haasß. Erster sucht das filatojo zu Fara in Bestand zu überkomen, anderer aber der 3 Wechslbriefen von sich au࣭ßgestelt und nun in 3 Tagen zu bezahlen hat; sucht Hilff bey der Stell und zeüget an seine Unvermögenheit. Spätter, id est gegen ½ 11 Uhr, war ich mit Br. Benj/ami/n bey Grafin von Choteck unser Reverenz zu machen. Weil er aber occupirt war, haben wir unß nichtes aufgehalten. Mit der Gelegenheit machen wir das nehmbliche Compliment H. von Stuppan, H. von Quix, H. von Kannengiesser. Zu Hauß suchte mich der General da Cuncha, der erst von Wien gekomen. Ich gieng also zu ihm und er reisete bald Nachmittag von hier nach Triest, von dort über Venedig und Genua nach Lisabon in compagnia eines anderen Portugesen nahmens [–].402 Dort habe kennengelernet den Lopez, den zwey Kauffleüthe auß Niederland, die eben mit Graf Choteck nach Triest gehen. Nachmittag war ich in Contrevisit bey General Thürhaim. Dan gieng ich mit Gr. Wildenstein und Br. Abfaltrer spaziren. Abends war bey mir Nemezhoffen und Wuseth. 30. Vormittag war bey mir Locatelli [599] und abends der Kannengüsser und Quix. Anzi Vormittag war auch da der Lopez und abends spätter war wieder bey mir der Locatelli ed vorhero Dom/eni/co Segalla. Heüt Vormittag war ständischer Landtag und haben die Stände per reversum dem Hof verwilliget 242.457 fl. 18 kr., den 27ten dieses aber die Stände in Karnten 460/m fl. NB. In wehrenden Landtag schickten die Stände eine Deputation an Graf Choteck in personis des Prelaten von Sittich, des Carl Br. Valvasor und Niclas von Raab und stelten ihm vor, das sie ausser Stand sich befinden, dem Hof obgedachten anverlangtes quantum per recessum zu verwilligen. Soffern es der Hof befühlt, so wollen sie schuldigster massen alles bewilligen. Will aber der Hof, das sie solches freywillig bewilligen sollen, so müssen sie darüber deliberiren und da sie solches gethan, finden sie sich ausser Stand zu seyn. Choteck wolte von diesen Propositionen nichtes hören und komt darauf an des, der Hof expressé befihlt, die Stände sollen es freywillig bewilligen, welche contradictio403 in terminis sich nicht wohl combiniren last. Endlich haben es die Stände gethan und sich den Willen des Hofs gefügt. 1749 Oktober 1. October. Vormittag war bey mir Br. Tauffrer. Dan war ich vocatus bey Graf Choteck, der verlangte einige kleine Außkünfften von mir in Gegenwarth des Kannengüsser, [600] Quix und secretarii Unckersberg. Primo verlangte er zu wissen, ob die Baraquen zu Præwalt bereits errichtet sey zu Unterkomnus der Fuhrleüth wegen, wie solches per resolutionem vorlängst anbefohlen worden. Ich antwortete, das ich ihme solches verläsßlich nicht zu sagen wuste, weil es schon lang ist, das solches befohlen worden. Zu supponiren aber seye, das solche gemacht ist, weil ex post kein Klag vorgekomen. Er fragte mich, ob ich in comerciali das Referat führe. Ego affirmirte, hingegen von kurzer Zeit her, weil die Sachen immer abgeändert werden und ruckte bey, das ich schon 4- oder 5-mahl von 2 Jahren her mutiret worden bin und das mit diesen viellen Mutationen der höchste Dienst nicht befördert wird. Ich erzehlte ihm aber hac occasione, wie unterwegs und in specie zu Ober Laybach Mangl derley Baraquen die Waaren sonderlich auf den kleinern Fuhren strapaziret und öffters in dem Koth dergestalten herum gewalzet werden, das man das Zeüchen auf dem Colli nicht mehr daran erkenen kan. Dan fragte er mich, ob diese kleine Wägen nicht solten abgestellet und alles durch die grosse Fuhren befördert werden. Ego antwortete negative, weil mit den kleinen Fuhren vielle Land [601] unterthanen ihr Brod verdienen. Und so stehet jedem Kauffmann frey, sich der grossen oder der kleinen Fuhren zu bedienen, das es also am besten wären, alles dieses bey bißheriger Freyheit zu lassen. 3tio, das er gesint sey hier eine Niederlag zu concediren und die Waaren ablegen zu lassen. Ego, die Niederlag, wan sie obligirt wäre, wurde sie dispendios und schädlich seyn, weil zu winschen wäre, das viel mehr addritura-Fuhren gebete, die Waaren an End und Orth recta zu transportiren, anerwogen mehrentheils Diebstall, Verdörb und Unkosten beym Überladen causiret werden. Ist aber die Niederlag freywillig, so stehet jedem frey, sein 402 Prostor za ime. 403 Orig. contradictionem, a je bil zlog -em prečrtan. | 241 1749 Oktober Waar hier oder wo er will zu niederlagen. Endlich sagte ich ihm, warum er sich in derley Kleinigkeiten aufhaltet,404 massen solche Sachen405 von jedes Landesobrigkeit besorget werden känen. Er soll viel mehr sehen, das grosse Werck des comercii in gutten Stand zu bringen. Die Kleinigkeiten gehen sodan von selbsten nach. 4tio Sagte er, man hätte von der Stell auß in Betroff des Seidenvorrats und Preiß in Friaul ein ungleichen Bericht erstattet und das wir solche Sachen wüssen solten, ohne unß bey den Repræsentanten anfragen zu därffen. [602] Ich antwortete, das der Bericht nicht ungleich seyn kan, massen solchen mit legalen Documenten belegt und die verlasßliche Information von den Repræsentanten eingehollet und mitbegleitet worden ist. Wir känen unß bey den privatis nicht wohl informiren, sonderlich ausser Lands, alß zu Görz und Gradisca, und wäre auch illegal ein solche Information. Wir haben keine registeria oder Extract von den Mauthämbtern über die importanda und exportanda, welche doch nöthig seyn, umb eines Landesmangl oder Überfluss wissen zu känen. Graf Kinsky seeliger hatte sogar verbotten unß solche zu komen zu lassen. Er beschwerete dabey, das die Mauthämbter von unß indepedent seyn sollen, hingegen versprache er unß, die Extract über die imperatricem et capitaneum zukomen lassen zu wollen. 5to, brachte er die Gütterbestätter zu Triest auf das Tapet. Und da ich ihm dessen Unnothwendigkeit und beschwährliches aggravium zeügete, sagte er, der Sache dadurch abgeholffen zu haben, das man die vorige Gibigkeit pro fundo commerciali incameriret, dem Gütterbestätter aber 6/c fl. in fixo außgeworffen. [603] Ich remonstrirte ihm nochmahls die widerrechtliche Einnahm dieses aggravii auf dem Schweiß und Blut der armen Fuhrleüth, alß ein aufgedrungener unnöthiger Beambter salarirt weder darauß ein fundus commercialis gemacht werden kan. Wohl aber solte diese Gibigkeit völlig abgeschafft werden, weil jeder Factor sein aigner Gütterbestätter ist. Da er mir auch sagte, das es auch von darumen eines Gütterbestätter nöthig habe, damit die Fuhrleüth nicht mit schlechten Geld bezahlt werden, meldete ich, das auf dieses die Orthsobrigkeit406 zu vigiliren und den klagenden Recht zu schaffen hat. 6to Will er auch den, denen Factorsschreibern von den Fuhrleüthen abgenohmenen *um abgestelten* Schreibgroschen pro fundo comerciali eincassiren lassen wolle. Ich zeügte ihm ebenfahls die Unbilligkeit dieser Exaction, wohl aber war es billig, solchen abzustellen, um die Fuhrleüth nicht widerrechtlich zu graviren. Welches aggravium doch subsistirete, wan man ein fundum comercialem darauß machen wolte. Dan fragte er mich, was hier vor Commercien Collegium seyn. Und da ich ihm antwortete: »Keines,« fragte er mich, ob ich das præsidium davon haben [604] wolte? Ich antwortete, besser zu seyn, das er das Comerciale an die Repræsentation et Camer appoggire, ich aber will das Referat davon gerne führen. Und da er dieses Commercien Collegium absolute separirter haben wolte, habe ich mich willig gezeügt, dazu brauchen zu lassen. Er wollte, das ich ihme die Rathe vorschlagen oder besser zu sagen, choisiren solte. Ich versprache ihm solche bey seiner Ruckreiß ad notam geben zu wollen, massen die Leüth, die zu was rechtes taüglich, sehr schitter gesäet407 und also bedächtlich zu choisiren seyn. Zu Mittag speiste bey mir Locatelli. Nachmittag gegen 2 Uhr ist Graf Choteck mit seiner compagnia von hier nach Triest abgereist. Dan war bey mir der Craißhaubtman Br. Taufferer, dan der Peterman, comendischer Verwalter. Vormittag war ich auch noch bey Franz Lamberg, der Morgen nach St. Daniel abgereiset mit seinen 2 Sohnen und Frl. Tochter. 2. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir Locatelli. Vormittag ist hier von Wienn nach Triest passirt sig. Rocci, der m. L. 2/c Kremnitzer Gulden consignirt hat a Conto des Salznegocii, weßwegen er mir nächstens von Triest die Außkunfft zu geben hat. 3. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath et Conferenz. Nachmittag war ich ein wenig [605] spaziren mit Maxl. 404 Orig. Aufhalhat , a je bil zlog -hat prečrtan in takoj ločeno pravilno zapisan kot -tet. 405 Popravljeno iz Saghen 406 Popravljeno. 407 Sledi prečrtano seyn 242 | 1749 Oktober Abends war bey mir der General Thierhaim und Graf Strasoldo. Erster recomendirte mir das Quartierwesen in Land. Dan zeügte er mit Herberstein nicht Content zu seyn und meint, das er qua præses mehr Difficultäten macht, den höchsten Dienst zu beforderen, alß andere, die den Last zu tragen haben, zu gehorsamen. 4. Vormittag waren Verschiedene bey mir wegen meines Nahmenstag. Dan war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag waren bey unß die Schrottenbach,408 der Wildenstein, der Barbo und sein Gräfin, dan sein Bruder Teutsches-Ordens-Ritter und der Sohn, Graf Strasoldo, Br. Ign/ati/ Abfaltrer und sein Bruder der canonicus, H. von Raab, mein Schwager und Schwägerinen, Buseth und sein Frau, Br. Tauffrer Creißhaubtman, Buchhalter Novack, Bottoni, Gayer, Ziegler. Abends war ich beym Landshaubtman, der Morgen fruhe nach Liechtenwaldt verreiset mit seiner ganzen Famille. 5. Fruhe morgens gieng ich mit mein Maxl zum Landshaubtman, den ich bey den Augustinern in der Kirchen angetroffen habe. Dan begleitete ihn durch alle Canalen und Schleissen und giengen zu Schiff. Morgens um 5 Uhr 30 Minuten arrivirten beym ersten Thor der Schleissen, 5.50 passirt die Schleissen oder das 2te Thor 6.04. Entrirten beym ersten Thor der 2ten Schleissen beym Hl. Grab 6.19, passirt beym anderen und respective 4ten Thor 6.28, [606] passirt das 5te Thor 6.34, 6tes Thor unter der steinenen Brucken 6.50, 7tes Thor umb 7.Uhr, 8tes Thor 7.07, 9tes Thor 7.10, 10tes Thor 7.15, 11tes Thor 7.18, 12tes Thor an der steinenen Brucken beym Kaltenbrun 7.22, 13tes Thor 7.25, 14tes Thor 7.30, 15tes beym Thürgarten 7.53, 16tes et leztes Thor zu Vetsche umb 8.00 Uhr. Da bin ich mit dem Maxl ans Land gestigen und haben unß von Landshaubtman und seiner völligen compagnia beurlaubt. Sein compagnia bestunde in sein Sohn den abbé, sein jünger Sohn, seiner Tochter der Frl. Sefferle, Carl Aursperg und seiner Grafin, dan des Carl Aursperg Frl. Schwester und den Valvasor, welche alle in einem Schiff, dan in einem anderen die Bediente und Bagage nach Liechtenwalt verreiset seyn und wo sie heüt abends einzutröffen hoffen. Dan gieng ich mit Maxl nach Maria-Feld, wo wir die Hl. Mesß hörten. Dahin kam mein Wagen und fuhrten sodan nach Laybach. Nachmittag war bey mir canonicus Capello, der Morgen nach Wienn verreiset. Abends war ich bey Graf Wildenstein, wo auch mein L. war. 6. Vormittag waren bey mir Gayer, Haasß. Nachmittag der sindicus Raditsch vocatus wegen der Soldatenquartier und Conscription der quartiersmässigen Hauser und deren Repartition zum Quartierlast. [607] 7. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir Graf Strassoldo. Abends war m. L. bey Wildenstein, weil Morgen die Barbischen abreisen. Nachmittag war auch bey mir der Tombschitsch, der mir mit wainenden Augen klagte über die continuirende Vermögensteüer und batte mich ihme wenigst zu einer Moderirung der ihme audirten 160 fl. verhilfflich zu seyn in Ansehen, das er dieses und ein mehres bereits vorige Jähr so auch Darlechen, Kopffsteüer etc. præstiren müsste. 8. Vormittag war bey mir des Deliesnig Tochter. Nachmittag der alte Steinberg und die Schwagerinen. 9. Vormittag war ich bey der Gräfin Cozzoli, dan suchte den Obristleüthnant Schwarzer und war bey Br. Tauffrer, Craißhaubtman. Nachmittag nach 5 Uhr ist Br. Benj/ami/n mit meinem Maxl nach Lustall abgereist. Spätter war bey mir Strassoldo und Nemezhoffen. Abends war m. L. bey Wildenstein. 10. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, dan beym Kriegscommissario die ankomene Trouppen von Forgatsch zu sehen. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerconferenz. Dan gieng spaziren mit meinen 2 Sohnen, Lucas et Franzl. 11. Vormittag war bey mir der Tischlermaister mit einem Bauren von Bresoviz, freudenthallerischen Unterthann nahmens Luca Mikesch. Mit dem ich accordirt [608] habe um die aichorne Bretter, welche ein Schuh breit409 408 tt popravljeno 409 Pred tem prečrtano Bratter | 243 1749 Oktober seyn sollen. Und so ainige schmähler wären, müsten wieder andere braiter seyn, in der Dicke 1 3/8 Zoll. So offt nun ein solches Bret 2 ½ Schuh lang seyn wird, werde ihm 6 soldi davor zahlen. Darauf habe ihm a Conto gegeben 51 kr. Nachmittag war bey mir der Polack Pfalzschaffer, der Morgen nach Oberburg verreiset. 12. Vormittag suchte Bechinie wegen seines Nahmenstag, dan den Schweiger. War bey der Raunachin wegen ihr Nahmenstag. Nachmittag gegen 3 Uhr ist mein Lucas, Franzl und Micherle, dan der nemezhoffische Fränzl mit dem Hofmeister und Frl. Rettl nach Lustall abgefahren auf die Vacanzen. Dan war bey mir der syndicus von Crainburg, Michelitsch. Spätter war ich bey der Thurinin in der assemblée, wo ich mit dem Craißhaubtman Br. Taufferer zu reden hatte wegen der Quartier. Dan spätter beym Wildenstein, wo auch m. L. war. 13. Zu Mittag speiste bey unß der Michelitsch, Stadtschreiber von Crainburg. Nachmittag war bey m. L. die Gräfin von Schrottenbach. Heüt Nachmittag seyn die landschafftliche Verordnete nach Freüdenthall, umb Morgen fruhe zu Oberlaybach einzutreffen, wo H. Graf Choteck von Görz [609] erwartet wird, um ihn sodan hieher zu begleiten. 14. Heüt Nachmittag um 1 ½ Uhr ist Graf Choteck von Görz über Oberlaybach zu Wasser hier angelangt in den landschafftlichen Schiffen, cortegirt von denen Verordneten, id est von Br. Kuschland, Pralaten von Freydenthal, H. *Leopold* von Hochenwarth, Graf Wildenstein, Br. Ign/ati/ Abfaltrer alß dermahligen Generaleinnehmer, dan der Graf Herberstein, Br. Flachenfeld und mehr anderen. Gegen 5 Uhr Nachmittag machte ich ihm mein Aufwartung und war das Zimmer voll von obigen, dan denen Militarofficirn. Gegen 6 Uhr hielte er eine Conferenz mit den ständischen Verordneten und ich retirirte mich nach Hauß. Zu mir kam Haubtman Fräsß. 15. Vormittag gegen 9 Uhr gieng ich zu Graf Choteck, wo er mich bald zu sich beruffen und mit mir ein so anderes discouriret, unter anderen be〈f〉ragt hat, ob mir lieb wäre, wan er mir meine Possession a St. Martiri abkauffen und zu dem vorhabenden neuen etablissemens destiniren wurde. Der Wisenhütten bleibt zu Triest independent von hier, doch wird er in duplo seine relationes an das Directorium nach Wien und hieher zu geben haben. Choteck will mit der Antwort ein Postag verziehen, biß von hier das Gutachten miteingehet. Ob Wisenhütten nebst der Intendenza di Commercio auch das Militarcomando beybehalten et sic, ob er in Castell sein Wohnung [610] continuiren oder in der Stadt per comodo suo et di quelli, che hanno da fare appresso di lui, ist beym Choteck ein problema und annoch undecidirt. Die Triestiner seyn bey ihm in üblen Credit. Erstlich, passiren sie vor Lügner, dan voll Passionen und einer wider den anderen etc. Pro commercio will er nun Triest pro objecto haben, dan will er auf Fiume dencken und endlich auf Aquileja, welches indessen in Morast ligen kan. Er hat viel gutte Gedancken vor Triest, hingegen sagte er mir, das er nicht wuste, ein Orth gesehen zu haben, wo er vor alles und jedes soviel Difficultätten pro et contra findete, welches ihm irresolut in seinem Thun und Lassen machet. Ich sagte ihm, das alles darauf ankomt, das er sich solche subjecta ad latus choisire, die von dem Litorali Commerciali und denen Landen auch von dem, da und dort emploirten und sonsten anderen in Sachen qualificirten Leüthen, sowohl alß von dem, was schon alles biß Details verordnet, theils abgeändert, theils tentirt und in Sume, was geschehen ist und nun geschehen solle, gutte connoissance haben, auch treü und fleissig sey und das savoir faire besizen. Solche werden ihme alles dergestalten mit ihrem gutten und fundirten Rath zu facilitiren wissen, das er mehr in ein Monath guttes wird [611] thun känen alß anderer gestalten in einem Jahr. Dem Zebull wolte er gerne helffen und sein Intention ist, das Graf Bathiani sich mit ihm interessiren wurd, da dan del pasatto der Abschnidt gemacht werden müste. Ich widerratete ihm, den Bathiani in derley Fabriquen einzulaiten, weil so er Genie hätte, etwas in comercio zu wegen bessere und vor einen Cavalier anständigere Gelegenheiten in den Seestadten gebete. Dem Zebull aber wurde geholffen, wan man den Debit seines fabricati beförderen wurde, in specie durch die Mauthbefreüng nach Croaten, Hungarn etc. Auf dem Hail haltet er nicht viel und dessen Project von einer Comercien compagnia, die er von Herberstein vorgeschlagen haben, tractiret er en ridicul. Auf sein Verlangen habe410 ihme zu hiesigen Comercien Collegio 410 Orig. haben, a je bil -n prečrtan. 244 | 1749 Oktober vor Räthe vorgeschlagen den Nemezhoffen, den Zois, den Andrioli und den Perr et pro actuario hat er schon vorhin den Haude erkiesen, alles unter meinem præsidio. Ich sagte ihme aber, das hier nicht viel zu thun sey. Wienn soll er wohl besezen, dan auch Triest, hier aber ist alles bald gut genug. Wegen der neuen Gebaüde und Beschickung411 der Salinen zu Triest habe ihm mein Idée gesagt, dan vor allen die gutte Besorgung der Seestädte bestens recomendirt und das er solche, alß die schenste, [612] kostbareste und importanteste Jubellen der königlichen Crone ansehen et tanquam pupilam occuli tractiren solle. Dan gieng ich mit ihm in die Mesß zu den Franciscanern und retournirte mit ihm. Blib da biß er zum Mittagessen gegangen, dan beurlaubte mich von ihm und anderen. Der jünge Graf Wiermb, sein Stieffsohn, war auch mit ihm. Dan der junge Graf Bathiani, der in Venedig eine Condul per 42 # und 4 remi per 4 #, in tutto per 46 # erkaufft, und einen Gondolier mitgenohmen hat, den er monatlich 5 # zahlt. Er last412 solche Gondul über Triest per terra biß Marpurg führen, dan zu Wasser weiter biß auf seine Gütter, die 17413 Mail von Carlstadt und nache an Warasdin ligen. Graf Choteck mit seiner compagnia ist umb ½ 2 Uhr per Wien und Graf Bathiani umb 2 Uhr nach Fiume verreist, von wanen er nach Buccari, Porto Re et Zeng, dan über die neue Strassen nach Carlstadt und auf seine Gütter gehet. Vormittag war ich bey Frl. Herberstein und Frau Flachenfeld zu ihren Nahmenstag mein Compliment zu machen. Abends war bey mir Nemezhoffen. NB. Gester Nachmittag ist H. von Utschan von Gräz hier angelangt. [613] Abends war m. L. beym Wildenstein, welcher Morgen mit der Schrottenbach und Grafen von Strassoldo auf Thurn zum Gr. von Gallenberg verreisen. 16. Vormittag gegen 8 Uhr ist mein Liebste mit H. von Utschan nach Lustall gefahren. Nachmittag war bey mir der Hail biß spatt, der erzehlte mir seine schon öffters enarirte Avanturen und dan auch wie ihme Herberstein seit der Affaire bey der Sau-Brucken nicht mehr geneügt ist, sonderlich, da er schon ein parmahl den Sazfeld das Hauß verbotten und einsmahl über die Stiegen gestossen, da er ihn zur Unzeit bey seiner Base und auch in der Küche bey der Köchin gefunden hat. Von welchen alle der Choteck informirt war und sich von Heil noch besser informiren hat lassen. Übrigens sagt er mit in 14 Tagen von hier abreisen zu wollen und das er nur noch Ordres von Wienn erwarte. 17. Vormittag war bey mir der alte Widerkher. Nachmittag die Frl. Hallerstein und Frl. Fränzl. Umb 6 Uhr ist m. L. mit H. von Utschan von Lustall hier retournirt. Nachmittag war auch bey mir der Reya wegen Nachlasß des Vermögensteüerbeytrags. 18. Vormittag war bey mir Silli, dan ist H. von Utschan nach St. Marain verreist. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Abends war bey mir Nemezhoffen und bey m. L. die Frl. Franzl und Frl. Hallerstein. Heüt war bey mir ein Schneider [614] nahmens Johannes Gläsl, von Moschau in Böhmen auß dem Sazer Craiß gebürtig, 25 Jahr alt, den ich vor m. L. Bedienten aufgenohmen habe mit der Condition, das er eintretten wird, wan der andere außtrit und mit eben dem emolumento wie der andere. 19. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Petteneg von Teütschmaister. Nachmittag war ich mit m. L. bey den alt-Br.-Gallischen wegen seines Nahmenstag, spätter bey Frl. Fränzl. 20. Vormittag war bey mir der Feichtinger, Stadtrichter zu Lack, mit dem alten Jencko wegen der Soldatenquartier. Zu Mittag speiste bey mir Perschky. Nachmittag war bey mir der Raditsch, Vormittag auch der Leüthnant Dieri, der mir 17 alte Münzen brachte. 21. Vormittag war ich 〈in〉 Repræsentations- et Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß Frl. Franzl und Frl. Lenerle Hallerstein. Dan war bey mir Raditsch, item bey m. L. P. Liechtl et Schweiger, welcher lezte mir Kupfferne und silberne alte Münzen brachte. 411 ck popravljena iz tt 412 l popravljen iz f 413 Številka 7 je popravljena. | 245 1749 Oktober 22. Vormittag war bey mir der Waarenbeschauer, deme ich das wiennerische Krautmesser gelichen habe. M. L. war Nachmittag bey dem Wildenstein in Gesellschafft. 23. Nachmittag war bey unß abbé Gall, der Wildenstein, der Sontag nach Wien verreiset und abends der Raditsch. M. L. war abends in Gesellschafft bey Wildenstein. [615] 24. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey unß Zergoll und Flachenfeld. So ist auch H. von Utschan von St. Marain retournirt. 25. Nachmittag war ich in Repræsentations-et-Camer-Rectificationsrath. Spätter war ich bey Wildenstein mit m. L. ihm Glück auf seine Morgen nach Wienn abzutretten habenden Reiß zu wünschen. Vormittag war bey unß der Graf Strassoldo. 26. Vormittag war ich bey Br. Tauffrer, Craißhaubtman. Zu Mittag speiste bey unß P. Maister und P. Leitner, Jesuiter, dan der Buchenthall und H. von Utschan, dan auch die Frl. Fränzl. Und abends war bey unß der Leüthnant Rasp, der unß erzehlte, leztlich zu Sittig dem Bechinie 219 und dem Schweiger 127 # in foro abgewohnen zu haben. Erster ist ihm noch schuldig, anderer aber hat ihme 40 # vor all und jedes gegeben und Rasp war content. Wegen Testaments der Frl. Trautl Haschiber seeliger hat er noch allweil Hoffnung, die Erbschafft an sich zu bringen und er hat pro advocato den Knesenhof. 27. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Rasp. Nachmittag hatte ich bey mir Commision und intervenirte Br. Tauffrer, Raditsch und Schlud/er/bach. Spätter ist Br. Benj/ami/n von Lustall retournirt mit meinen Kindern Maxl, Lucasl, Fränzl und den Nemezhoffischen. 28. Zu Mittag speiste bey unß der Pfarrer [616] zu St. Marain, Utschan. Nachmittag war da P. Maister und P. Carina, Jesuiten, abends der Leüthnant Rasp. 29. Nachmittag habe abermahls bey mir Commision gehalten und intervenirte Br. Tauffrer, Craißhaubtman, Raditsch, Stadtsyndicus und actuarius Schluderbach. 30. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß die Wusethin und die Roßbreiterin des H. von Utschan Schwester. Nachmittag um 2 Uhr ist H. von Utschan von hier nach Gräz abgereist. Dan war ich in Rectification et ex post in Repræsentations- et Camerrath biß spatt. M. L. war Nachmittag et abends bey der Schrottenbach. NB. Weil in der lezteingangenen k.k. Resolution und Verordnung unter anderen der Hof zu Maturirung des anverlangten414 Berichts in merito des nach Pinguente gekomenen forgatschischen Soldaten occasione des in Mitterburg zu Pedena gewesten Aufstands- oder Baurentumult, wider welches sich der venedische Botschaffter an k.k. Hof beschweret hat, das solches ohne Begrüssung der Republique beschehen, so habe hac occasione dem Grafen von Herberstein gebetten, mir die protocola anteriora zu comuniciren, auf das ich mich darin ersehen und alß referens allenfahls wissen möge, was etwan noch zu betreiben oder sonsten zu thun oder zu lassen seye und das ich solche protocolla schon öffters ver [617] langet, aber in cancelleria nicht gefunden habe. Herberstein antwortete, das er solche nicht außfolgen, weniger abschreiben lassen käne, weil derley conclusa et resoluta in Privathausern sonderlich nach der Todt in verschiedene Hände komen känten. Ich meldete solche nöthig zu haben und soffern er einen Anstand hätte, mir solche zu comuniciren. Wird er mir nicht übel nehmen, wan ich deßwegen bey Hof einkomen werde, wozu er eingewilliget hat. 31. Vormittag hatte ich zu thun mit Außraumung des H. von Utschan Quartier, worein meine 2 ältere Söhne logiret werden. Nachmittag hatte ich abermahl Commision bey mir und intervenirte der Craißhauptman Br. Tauffrer, Stadtsyndicus Raditsch et actuarius Schluderbach. Abends war bey mir Zois, der leztlich von Triest gekomen ist. Er erzehlte mir unter anderen, wie das zu Triest Commercienintendente sey Br. Wisenhütten, Räthe Br. Ant/oni/o Marenzi, conte Mamuca della Torre, Cavalier Vitali, capitano del porto, und der Lopez. Erster ist ein Franckfurter, zu Wienn falirt und der besser vor ein P. Guardian in ein Capucinerkloster taugete. Der andere e un huomo cativo, der dritte ein Walach 414 v popravljen iz h 246 | 1749 November vero Mamaluco, der 4te ein Grüch, banisirt von Venedig. Der 5te ein alter Portuguez, der etliche Jahr in [618] Brasilien und noch mehrere zu Wienn brodloß war. Sonstet giltet bey Wiesenhütten auch viel der Balletti, ein intriganter Ferrareser. An diese ist nun das k.k. Commercienwesen in einem Porto franco appogirt. 1749 November 1. November. Nachmittag war bey mir der junge Br. Rossetti. Spätter war m. L. bey der Schrottenbach, vorhero aber bey der Kriegscomissarien, bey der Pilligraz und Bssa. Abfaltrer. 2. Vormittag war bey unß der Wälsche Aursperg. Dan der alte Steinberg, der mir erzehlte, das der junge Schuberth mit dem Obristwachtmaister Denaro und einem Raguseer allhier seyn auf Befehl des Hofs, die Strassen von Fiume nach Carlstadt zu recognosciren und zu sehen, wie ein Commercium daselbst eingeleitet werden känte. Abends waren bey Br. Benj/ami/n die Gräfin von Schrottenbach, der Ludw/ig/ Liechtenberg und m. L. in Spiel. Gester Nachmittag ist der General Br. de Fin von Triest wieder hieher gekomen. 3. Nachmittag war bey mir der Generalauditor Jencko etliche Stund. Er komt von Wienn und gehet Morgen nach Carlstadt. 4. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Vorhero war bey mir der syndicus von Stein Reich mit sein Bruder, einem Geistlichen, der mir von Graf Barbo, Pfarrer daselbst, ein recomendirtes Schreiben vor die vacante Pfarr zu Eisnern gebracht hat. Nachmittag war bey mir der Jencko von Strasisch, der Schluderbach und Br. Tauffrer. [619] Erster wegen der Sippmacherzunfft, anderer wegen der 2 Brünn in Castell und lezter wegen415 Quartierbeytrag. Spätter war da Schweiger, der Morgen wieder zu der Landbereitung ins Ob/er/ Crain abreiset. Gester ist der Hänßl von Thurn auß Vacanzen hier zuruckgekomen gegen 6 Uhr abends und brachte mir ein Brief von Grafen von Gallenberg. 5. Heüt Vormittag umb 8 Uhr hat das neuangestelte k.k. Landrecht die sessiones angefangen, auch solche Nachmittag continuirt. Heüt abends ist hierdurch nach Toscana Br. Toussaint von Wienn passirt. 6. Zu Mittag speiste bey unß Perschky. Nachmittag war da der Wälsche Aursperg, der mich ersuchte abends zu mir komen zu därffen in einer Affaire, die ihm sehr pressiret. Abends war bey mir gedachter Aursperg, der mir per longum et latum klagte die fundirte jalouisie, die er zu haben vermeinet mit seiner Gräffin, *gebohrne Grafin da Cuncha*, von Anfang seiner Vereheligung, so da war driten Jener 1733 in Neapl in der Stadt Capua. Und da ihm ihr aigne Mutter nach Ancona, wo er sich befande, geschriben hat, das sie ein freyes Leben führt, so auch zu Ancona, dahin er sie hat komen lassen, mit einem abbate Fasoli gar zu verträulich war. Item das sie einen in ihren Diensten gestandenen cameriere [620] Napolitano nahmens Genaro gar zuviel æstimiret. Enfin, zu Wien mit verschiedenen Spaniern confidens, auch zu Laybach mit dem Landshaubtman und ex post mit einem Trompetter nahmens Schmuz gar zuviel Vetraulichkeit gehabt hat. Das sie ihm zwar ein von Dr. Modesti aufgeseztes Jurament geschworen und dadurch ihre Unschuld gezeüget. Er auch ihren Beichtvatter gefragt und von ihme alles guttes ihrer Unschuld halber gehöret hat. Deme ungeacht glaubt er, das sie bey abgelegten Ayd vieleicht eine conditionem in mente reteniret und solches nur zu Salvirung ihrer Ehre auch unwahrhafft abgeleget und das ihr der Beichtvatter vieleicht die Wahrheit nicht gesagt habe et plura similia. Ich habe ihme alles bestens außgeredet und hoffe, das künfftig ainiger leben werden. Doch aber meldete er, das wan er Mittel hätte, sich von ihr separiren wolte. 7. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und hat wegen der Stadtschlüsßl (deßwegen, das sich keiner von Gremio mit des præsidis Mainung accomodiren wolte) Disputen abgesezt, wo es auch zwischen præside und mir *zum* Wortwechslen416 Gelegenheit gegeben hat, so das er sich ex post absentirt und sein Vorstellung bey Hof zu machen sich decllariret hat. [621] Ich habe mich jederzeit wie auch heüt mit aller Höfflichkeit gegen ihn aufgeführet, doch aber bin ich ihm debito modo nichtes schuldig gebliben. Und so er sein Vorstellung bey Hof machen und ich oder das Gremium zur Verantworten gestelt werden wird, werden unß insgesamt oder auch jeder insbesonder zu deffendiren wissen. Vivat Deus. 415 w popravljeno 416 Sledi prečrtano abg | 247 1749 November Nachmittag war bey unß der Gütterbeschauer, das unß zugefahlen auf die Wienner Arth ein par hundert Krautköpff geschnitten hat. 8. Vormittag war ich mit mein Maxl auf dem Landhauß bey dem k.k. Landrecht. Nachmittag kam zu mir der Mayr, missus ab Herberstein zu allen Räthen, umb über meine gester (nach deme er auß dem Rath gegangen) referirte acta über folgende 2 acta sein Mainung zu vermelden und die vota neuerdings zu colligiren. Primo, in merito des dem hiesigen Bischoff krafft k.k. Resolution zu communiciren habenden päbstlichen Breve in Betröff des vicariatus apostolici zu Görz. Und das sein Mainung wäre, das weil der Bischoff absens sey, das wür einen anderen statt seiner Benehmen und ad aulam den Bericht geben möchten. Es seyn aber die Räthe bey ihrer gestrigen Mainung gebliben und haben des præsidis seine nicht approbirt. Die anderte Act war in Betröff der Mühlner zu [622] Veistriz contra den Novack, einen Undterthan der PP. Augustineren zu Fiume und Erbholden der Herrschafft Brenn. Das conclusum war,417 *die Supplicanten* an die Gehörde, id est ad forum contentiosum anzuweisen. Des præsidis Mainung aber war, die Undtersuchung dem fisco aufzutragen. Die Rathe bliben ebenfahls418 bey ihrer gestrigen Mainung und Rathsschlusß und also hat Graf Herberstein sich umsonst die Mühe gegeben, sein Mainung zu eroffnen. Übrigens bin ich von sicherer Hand gewärnet worden, das heüt bey ihm alles in Schreiben beschafftiget war, um seinen Klagen wider mich bey Hof mit heütiger Post vorzustellen. Ist also zu erwarten, was endlich darauß werden wird, parturivet manter etc. Abends war bey mir der von der Krankckheit erst aufgestandene Deließnig. M. L. war abends mit ihrem oncle bey der Schrottenbach. 9. Vormittag war ich bey dem Dr. Wertenpreiß. Abends war bey mir Nemezhoffen. M. L. war mit ihrem oncle und Bruder bey der Schrottenbach. 10. Vormittag war bey mir der Cancelist Hasß. Nachmittag der Graf Strassoldo und Br. Valvasor. Abends war bey m. L. in Spiel die Gräfin von Schrottenbach. 11. Vormittag war bey mir Br. Tauffrer, Craißhaubtman, wegen der Quartierbeytrag. Dan habe ihm 3 volumina von alten Guliver gelichen. [623] Nachmittag war bey unß die Cozzolin, dan Br. Schmidthoffen, der sodan mit mein älteren Sohn in einer Augenscheincommision ware. Vormittag waren auch bey m. L. 2 Jesuiter – P. Mäster und professor logices. Heüt haben meiner allerliebsten Gemählin Geburtstag celebriret, welche ihr 39tes Jahr zuruckgeleget hat. 12. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag ingleichen bey Erledigung einiger buchhalterischen verschiedene privatos betröffenden Raitungen. Abends war m. L. in Spiel bey dem General Br. de Fin. NB. Heüt Nachmittag ist der Leopold Graf von Lamberg per Wienn abgereist, 13. Vormittag war bey mir der Marcovitsch wegen Standsquartier. Nachmittag Br. Taufferer, Craißhaubtman, mit ein Brief von Guido Gr. Cobenzl. Item Graf Strasoldo und der syndicus Raditsch, alle in Quartiersangelegenheiten. Item der Michelitsch, syndicus von Crainburg. M. L. war abends bey der Schrottenbachin. 14. Gester hate den Bedienten Joseph vor meine 2 altere Söhne aufgenohmen und ihm versprochen: – Vor sein Besoldung 24 fl. – Brodgeld 6 fl. 48 〈kr.〉 – Weingeld 6 fl. Summe 36 fl. 48 〈kr. 〉 Das er jedoch seines antecessoris Livré biß Weinachten 1750 tragen solle. Vormittag war bey mir die Deließnig wegen der Massereyen, dan der Persky. [624] Nachmittag war bey unß der Leüthnant Rasp. 417 Sledi prečrtano ihr 418 b popravljen 248 | 1749 November Heüt hat der wienerische Haffner in meiner Liebsten grossen Zimmer den Offen zu übersezen angefangen. Bey mir war auch der Bischoff Registratursadjunct, sich zu recomendiren um ein Recompens wegen der Marcktpreißtabellen. Item der Concipist Mayr, das er zu Graz bey der Regierung unterkomen känte. Dan der Buseth, der gester mit seiner Frauen auß Unter Crain gekomen ist. 15. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag oder abends war bey mir Nemezhoffen. Dieser erzehlte mir, das er dem in wenig Tagen allhier erwartenden Landeshaubtman Ant/on/ Joseph Grafen von Aursperg ein Project machen wolle, wie er nehmlich seine Schulden nach und nach bezahlen und künfftigen continuirlichen Spanungen-Klagen von Executionen entgehen känte. Er macht Rechnung, das der Aursperg bey 180/m fl. Schulden, folgsam an Interesen jährlich bey 9/m fl. zahlen hat. – Samobor ist in Bestand per 6500 fl. – Liechtenwalt 3700 fl. – Kreüz müste er auch im Bestand außlassen und bekomete419davor wenigst 4000 fl. Summa 14.200 fl. Wan die 9/m fl. vor die Interesse abgezogen werden, bleibt noch 5200 fl., womit er alljährlich soviel an Capitalschulden abzahlen känte. Und blib ihm zu seiner Unter [625] haltung ganz frey sein Besoldung mit 6/m fl. et Pension 1/m fl., welche 7/m fl. ihme zur jahrlichen Unterhaltung sufficient seyn solten. 16. Vormittag war ich bey dem vicario generali Perr wegen der Individualrepartition und Rotation der Geistlichkeit vor das currente subsidium quinquenale. Zu Mittag speiste ich bey dem General Br. de Fin. Da war Graf Starhemberg und sein Gräfin, der Obriste Br. Wolckerstorff, Br. Benj/ami/n Erberg, der alte Oberleüthnant, Nemezhoff, ich und m. L. Nachmittag war ich in der Landbereitungscommision, dan über zwey Stund darauff in der Repræsentation et Camer mit dem militari in Conferenz. M. L. war abends in der Comedie, die heüt am ersten angefangen hat. 17. Vormittag war bey mir die Delesnig wegen der Maassereyen, die ich Nachmittag habe lassen in das königliche Ambt führen, umb alles in das Zimer zu reponiren, wo die Appellationscamer ihre consensus gehabt. Dan war bey mir der Bischof, Registratursadjunct, dan die Dreinikin Wittib, gebohrne Standlerin, spätter Carl Hochenwarth. 18. Vormittag war bey mir der Oberleüthnant von General de Fin wegen Mitterburg. Dan der alte Oplenitsch, item 2 Söhne der Dreinikin, deren einer hier die philosophiam dieses künfftigen Jahr absolviren, der andere aber alß 2di anni theologus nacher Gräz gehen wird. Dan war bey mir Dr. Modesti, deme die vorgester von [626] Dr. Kappus empfangene br.-modruzische acta sigilirter übergeben, auch mit ihme concertiret habe, meinen Maxl in jure zu instruiren. Nachmittag war da der Leüthnant Rasp und abends ist mit ihm m. L. zu seiner Frau Mutter mit ihren Frl. Schwestern. Heüt war auch bey mir der Michelitsch, Stadtschreiber von Crainburg, deme ich mein voriges Stiegenthor mit allen Beschlächt und Schlossern, item das an der bißherigen Holzlag geweste Thor, dieses wie das erste in 2 Flügeln bestehend, geschencket habe. 19. Vormittag war in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir der Aurnig gewester Pfalzschaffer, der mir die bischoffliche Raitungen von den vergangenen 3 Jahren gebracht hat, deme ich solche zum Fertigen wieder restituiret habe. M. L. war abends bey Valvasorischen. Heüt abends ist der Landeshaubtman Graf Aursperg von Liechtenwalt hier angekomen. 20. Vormittag war bey mir die Dreinikin Wittib, dan gieng ich mit dem Maxl auf das Landshauß. Dan war ich in Visit bey Br.-Valvasorischen und bey Landeshaubtman. Suchte auch den Herberstein in merito des eingelangten Berichts von den Craißhaubtleüthen von Corgnal in Betroff der Confinsstrittigkeit zwischen Triest und Schwarzeneg, ließ sich aber excusiren. 419 Sledi nekaj praznega prostora. | 249 1749 November Zu Mittag speiste bey unß der [627] Leüthnant Rasp und der Geistliche von Lustall. Nachmittag war bey unß Br. Berlendes und sein Frau, Buset, Hochenwarth und bey mir der Posarelli. 21. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag bey der Rectification, dan war bey mir Br. Ign/ati/ Abfaltrer. Dan suchten beede den Carl Hochenwarth. Und da er nicht zu Hauß war, gieng ich zu ihm, wo ich biß spatt gebliben, auch d‘accordo bin zu trachten, das sein Sohn mit dem meinigen das jus höhren wird. Heüt haben der Stell gezeügt den gester in das königliche Ambt verschaffte stainenen Mezen und wo solcher postiret werden känte. 22. Nachmittag war bey mir Br. Gallenfels, der leztlich auß Portugall gekomen. Dan abends der alte Widerkher. 23. Vormittag war ich mit mein Maxl bey dem alten Br. Tauffrer. Zu Mittag speiste bey unß abbé Werth. Nachmittag war ich mit dem Maxl bey meinen Schwägerinen, spätter bey Carl Hochenwarth. M. L. war abends bey Valvasorischen. Heüt Nachmittag war bey mir ein junger Knab Anton Pallauziz, der jezt in die erste Schull zu gehen hat, deme ich ein Kleidl und ein Mantl von meinen Söhnen geschencket habe auf gutte Recomendation des Priester Thoman. 24. Vormittag war bey mir der Perizhoff, Unterbereitungscomissarius, sich zu bedancken, das er in gedachtem sein officio erhalten worden. [628] Dan der Strassoldo, um bald von der Haubtwache sein Hauß zu befreyen. Dan der Schlud/er/bach, der mir die vor das Castell cedirte Tachrinnen bezahlt hat, der Wachtmeister von Castell, deme per Conto Gasparini die mir gelichene Ziegl bezahlet habe. Zu Mittag speiste bey unß abbé de Werth. Nachmittag war bey mir Dr. Modesti, der meinem Maxl und dem Br. Abfaltrer heüt die instituta zu tradiren angefangen und ich ihme vor jeden jahrlich 30 fl. zu zahlen versprochen. Bey mir war auch Sazfeld wegen des quinquenalis, Gayer wegen der Protocollen und Br. Tauffrer wegen 40 fl. dem Lamb/er/g zu Wienn zahlen zu lassen. 25. Vormittag nach einem Fruhestuck ist mein Hanßl, Lucasl und Franzl mit dem abbé de Werth umb 11 Uhr in dem fürst-auersperg/ischen/ Thürgarten gefahren, wo sie einige Hasen und Anten geschossen haben und gegen Abend wieder retourniret seyn. Nachmittag brachte mir der Aurnig, gewester Pfalzschaffer, aller bischofflichen Einkünfftenspecification, welche gleich dem Buchbinder zum Hefften behandiget habe, umb sodan darüber ad aulam die Relation zu entwerffen. Dan war bey mir der Pfarrer zu Moraitsch Br. Werneg der mit seinem Caplan Urbanum Hieronimo vor die vacante Pfarr zu Eisnern recomendirt. [629] M. L. war Nachmittag bey der alten Bssa. Tauffrer wegen ihres Nahmenstag, dan bey der Busetin und abends bey Valvasorischen. 26. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir der Stadtsyndicus Raditsch biß spatt. Heüt Vormittag ist Graf Barbo mit seiner Grafin von sein Landgut retournirt und Nachmittag Graf Wildenstein von Wienn. 27. Vormittag suchte den Grafen Barbo und den Grafen Wildenstein, fande keinen. Dan war ich bey mein Schwagerinen und gegen Mittag bey Raditsch. Nachmittag war bey mir Ign/ati/ Abfaltrer, der Wälsche Aursperg. Abends war m. L. bey Wildenstein. 28. Nachmittag war bey unß Br. Hallerstein und Mordax. Abends war m. L. bey Wildenstein. 29. Zu Mittag speiste bey unß Br. Hallerstein. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Spätter war bey mir Deliesnig und bey m. L. ihre Schwestern420 und Frl. Hallerstein. 30. Vormittag war ich bey P. Joseph, Capuciner, deme ich mein Mainung confidiret habe, das von P. Hypolito gemachtes crainischen dictionarium außzulegen anfangen zu wollen. 420 Popravljeno. 250 | 1749 December Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Graf Wildenstein. Da war auch die Grafen von Schrottenbach, Graf und Gräfin Barbo, Br. Valvasor, sein Gemahlin und Frl. Schwester, General Br. de Fin, Graf Strassoldo, Br. Benj/ ami/n und Wolf Daniel Br. Erberg, [630] item Graf von Purgstall. Nachmittag kamen auch dahin der alte Br. Gall und sein Gemählin. Dan war ich bey meinen Schwägerinen und bey Br. Hallerstein. 1749 December 1. December. Vormittag war bey mir der außgehende P. Rector Degiorgio, mich auf Xaveri einzuladen. Er glaubt wegen des crainisches dictionarii pro proemiali nicht mehr in Zeit zu seyn, solchen auflegen zu känen. Dan habe dem syndico nach Crainburg geschickt 6 grosse Fensterflügl, 8 kleinere, 13 noch kleinere und 2 halbrunde mit 4 grossen Fensterrammen, alles mit Beschlacht und Glasern vor die arme Abbrendtler daselbst. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Rasp und Leüthnant Petteneg, beede von Teütchmeister. Nachmittag war ich in Repræsentation- et Camerconferenz mit dem militari. Abends war m. L. bey der Schrottenbach. Vorhero war bey unß Graf von Wildenstein in Visit. 2. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir Br. Tauffrer, Craißhaubtman. Abends suchte ich das 4-te-mahl den portugisischen Br. Gallenfels. Dan war ich bey Ign/ati/ Abfaltrer und m. L. bey der Schrottenbach. 3. Vormittag war ich bey der Frl. Franzl meiner Schwägerin wegen ihres Nahmenstag, dan in Visit bey der Raspin und der alten Petteneg. Nachmittag war bey mir Br. Salvai, Bonomo von Triest und abends Nemezhoffen. [631] Abends war m. L. mit Br. Benj/ami/n bey der Gräfin von Schrottenbach. 4. Nachmittag war bey mir der Walsche Aursperg, dan der Buset und sein Frau, item der Marcovitsch. Heüt ist von Carlstadt hieher geführt worden Br. Gall und sein Frau, welche ad perpetuas carceres condemnirt worden seyn. 5. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan giengen alle zusamen auf die Beschau, wo ein Hauß vor die Haubtwache zwischen den de-vrbanischen und liechtenthallischen Hauß gebauet werden känte. Zu Mittag speiste bey unß der junge Bonomo Stetner. Nachmittag war ich bey dem professore logices und bey P. Sumatinger, sodan bey Carl Hochenwarth biß spatt. 6. Nachmittag war bey m. L. die Bssa. Max-Tauffrerin und die Sigmund-Abfatrerin und abbé Gall. Dan bey mir der junge Bonomo Stetner, der Morgen nach Triest retournirt. Abends war m. L. bey der Schrottenbach. Heüt Vormittag gegen 9 Uhr ist der ungluckliche Br. Gall mit seiner Frauen von hier abgeführt worden nach Kuefstein ad perpetuas carceres. Bey mir war auch der Schlud/er/bach. 7. Vormittag war ich bey dem Craißhaubtman Br. Tauffrer. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem Wildenstein in 15 Personen, alß Graf Barbo und sein Gräfin, Br. Valvasor und sein Frau, [632] General Br. de Fin, Major Graf von Seckendorff, Obrister Br. Wolckerstorff, Br. Benj/ami/n Erberg, Graf Purgstall, Graf Strassoldo, Graf von Liechtenberg und Frl. Valvasor. Nachmittag war ich bey der Busetin, dan beym Zoiß und abends bey Grafin von Schrottenbach, wo auch m. L. mit mehrern von obiger compagnia war. Zu Mittag speiste bey meinen Kindern der abbé de Werth. Abends war bey mir Nemezhoffen, der mir erzehlte, das Zoiß von Br. Pitoni das Hamerwerck in der Wochein auf dem Wasser Veistriz und zwar den sogenandten unteren Hamer erkaufft habe. Und zwar hate er ihm versprochen 25/m fl. teütschen Wehr mit Condition, das wan der Hamer mehrers solte geschäzt werden, er ihm das plus nachtragen wolle. Solte aber weniger geschäzt werden, so soll es doch bey obigen 25/m fl. verbleiben haben. Der Hamer war geschazt per 25.700 fl. Landswehrung, so da macht Teütschgeld 21.845 fl. Weil aber obige 25/m nur à 5 lr. per fiorino accordirt worden, folgsam recht teütsches Geld nur 24.744 fl. 27 〈kr.〉 betragt, alß hat Zoiß überzahlt mit 2.899 fl. 27 〈kr.〉 8. Vormittag war bey mir der Ingenieur-Leüthnant Renner, der vorgester abends von Peterwardein hier | 251 1749 December angekomen ist, die Sau-Strom-Navigation zu besorgen; mit ihm war auch Stefano Silli. [633] Es war auch bey mir des Craißhaubtman Br. Tauffrer sein Craißambtsofficier Pogatschnig. Item der Crail von Herberstein, der mir die Cameralacta ad referendum brachte, weil Flachenfeld nach Wienn abreisen soll. M. L. war Nachmittag in Visiten und abends beym Landshaubtman in Gesellschafft. 9. Nachmittag war bey mir P. Joseph, Capuciner, der mir das crainische dictionarium brachte. Abends der Wichtenstein in Angelegenheit seiner gravaminem über die gestelte Mängl seiner Rechnungen. M. L. war abends bey der Schrottenbach. Heüt ist der Kuchatschovich und Portner von Carlstadt hieher gebracht worden. Morgen machen sie Rasttag und Übermorgen werden sie weiter nach Spielberg gefährt ad perpetuos carceres. 10. Heüt Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß Wichtenstein. Abends war bey mir Nemezhoffen. Heüt um Mittag ist Br. Flachenfeld vocatus a comite Chotheck nach Wien abgereist. Gester abends hatte er das Unglück, das ihm bey 2/c fl. und dan etwas von der Wäsch gestollen worden ist und deßwegen hat er seinen Schreiber, auf dem er Suspition hatte, abgedanckt. 11. Vormittag war ich bey General Br. de Fin, dan bey der Repræsentation- et Camerconferenz. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth, dan spätter Zois. [634] 12. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Heüt war das Consistorium zwischen dem Br. Janesitsch und seiner Frauen, dan dem Doctor Knée und der Cammerjungfer m. L. 13. Nachmittag war bey mir die Frau von Widerkher und spätter ihr Mann. 14. Vormittag war bey mir ein ainaugeter Baur s‘ Virda, freidenthallerischer Unterthan, den der Zimermann Juri zu mir geführt hat. Mit ihme habe accordirt, das er mir längst biß Ostern 100 Trambaumer liffern solle. Davon sollen seyn: 2 seyn 23 Ellepogen lang, 18 – 20 Ellenpogen und 80 zu 18 Ellepogen lang, alle an der supptilern Seiten ein Schuh dick und wenigst 8 Zoll breit. Vor alle habe accordirt per Pausch, id est vor jeden zu 10 Pazen und über alles darauf 15 17ner. – Et sic vor alle 100 No. 215 17ner oder 60 fl. 55 〈kr.〉 – A Conto habe ihme bezahlt 2 Kremnitzer # 8 fl. 24 〈kr.〉, Restire ihm also bey gutter Lifferung 52 fl. 31 〈kr. 〉, mit Condition, das er das Holz jezt gleich bey noch gutter Zeit und Mond schlagen und dan gelegentlich beschnütten und liffern solle. Nachmittag war bey mir unser Buchhalter der Novack, der mir erzehlte, das das ganze Camerale in Steyer und Kärnten ausser der Mauthgefahle über 100/m fl. nicht betrage. Hingegen belauffet sich das unserige unter der Repræsentation und Camer bey 460/m fl., von welchen er mir die Specification Morgen zu schicken versprochen hat. [635] Abends war bey mir Nemezhoffen, der mir ein Brief von Leopold Lamberg zeügte de dato Wien den 10ten dieses, womit er ihn bittet, 100 fl. hinauß zu remmittiren a Conto seiner bereits vor soviel verfallenen Besoldung. Item erzehlte er mir, das vor also der Buchhalter Novack zu mir heraufgekomen, er bey ihm war und sich mit dem Wichtenstein incontriret hat, welche in ein Wortwechsl verfallen wegen der bemanglten wichtensteinischen Rechnungen. Abends war m. L. bey Wildenstein. Heüt abends ist die Frau Seraphina Dinzlin, Clarisserin, allhier in ihrem [–]421 Jahralter gestorben. 15. Vormittag war bey mir der Wälland, dan einige Zimmerleüth. Erster umb einige acta den Verkauff der schellenburgischen Häuser betröffend et die andere um die Zahlung deren Schäzung. Dan der Tanzmeister wegen Haltung der Bals in Faschung. Nachmittag war bey mir der junge Hochenwarth, dan der Buseth und spätter der alte Widerkher. Es war auch da der abbé Abfaltrer, der mir 4 silberne und 4 kupfferne alte Münzen von Br. Ant/on/ Erberg brachte. 421 Prostor za leta. 252 | 1749 December 16. Vormittag war bey mir ein durchreisender Böhm〈e〉, der gerne allhier placiret worden wäre. Dan war der Renner, der umb die Expedition, seiffzet den Sau-Strom zu befahren. 17. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Heüt ist Br. Janesitsch nach Wien abgereist. [636] Nachmittag war bey mir der von Vermati, der gester von der Bereitungscommision gekomen. Dan der Craüßhaubtman Br. Tauffrer, item unser Expeditor. 18. Nachmittag war bey mir Leüthnant Renner, dan 2 Jesuiter – P. Liechtl et professor logicus. Abends der Nemezhoff. 19. Vormittag war bey mir der Sagar, gewester Einnehmer zu Stain. Nachmittag der portugesische Gallenfels. M. L. war abends beym Barbischen. Es war auch bey mir Schlud/er/bach, deme ich gesagt was mir Utschan unter dato Graz den 15. hujus geschriben hat. 20. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und Nachmittag in simili. 21. Nachmittag war ich bey jung Widerkherischen. Nachmittag war bey mir Br. Schmitthoffen, dan Nemezhoffen. Abends war ich beym blinden Rasp, dan bey Landshaubtman in der Geselschafft und spätter bey Barbischen, wo auch m. L. war. 22. Heüt hat man die eisene Stüegenthür das erstmahl aufgehängt. Abends war bey mir Nemezhoff, der mir erzehlte, das ihme dieser Tagen Graf Herberstein gesagt habe, das er leztlich nicht wegen des Cathar, sondern von darumen in Rath nicht gekomen sey, weil er gerne sehete, das ich mich in Referirung des cameralis verstossen oder brouilliren möchte. Quele pauvreté, imprudence et malice! M. L. war abends bey den Barbischen. [637] 23. Vormittag war bey mir abbate Cacace. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß spatt. Abends fande wieder bey mir gedachter abbate. Gester ist hier durch auß Italien nach Wienn passirt Br. Toussaint. 24. Vormittag und Nachmittag waren Verschieden bey mir mit dem Feyertagwunschcompliment, alß das Buchhaltereypersonale von unserer und der422 rectificatorio, Registratur, dan 3 Par Jesuiter, item Busetischen. Abends war ich beym Nemezhoff, der seit gester abends betligerig ist. 25. Vormittag war ich mit meinen 2 ältern Söhnen mit den Ferienwunschcompliment bey Br.-Gallischen, bey meinen Schwägerinen, bey Landshaubtman und bey423 Fräule Sefferle, bey der Thurnin, bey Herberstein und Frl. Tochter und dan bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir abbate Cacace, der mit heütigen Postwagen nach Fiume abgereiset. 26. Vormittag war ich mit Br. Benj/ami/n bey dem Dr. Wertenpreiß. Nachmittag war bey mir der alte Br. Tauffrer, dan bin ich mit ihm zu Br.-Valvasorischen, zu Carl-Hochenwartischen und leztlich war ich bey Gr.-Barbischen, wo auch m. L. war. 27. Vormittag war bey mir der Ingenieur Renner und Silla. Dan der Zergollern und der Zimermann Juri, der mir das lezt unter 24ten dieses gegebene Arrgeld zuruckgebracht, weil sich der Baur die Hand gebrochen und das versprochene Holz nicht liffern. [638] Heüt habe meinen anfangs voriges Monats aufgenohmenen Bedienten Joseph des Diensts entlassen wegen seiner Negligenz in seiner Schuldigkeit und haubtsächlich, das er sich unterstanden hat in meinem Nahmen vor andere Partheyen Zahlung zu solicitiren und zwar, nachdeme ich ihme deßwegen gemessen verwisen habe. 28. Vormittag war bey mir mein Schwager Br. Kuschland, der gerne die Herrschafft Adlsperg allenfahls in Bestand nehmen möchte. Dan war ich bey Bechinie, suchte aber den Schweiger et Salvay. Nachmittag war bey mir mein Schwager Br. Erberg W/olf/ D/aniel/. Nachmittag war m. L. bey der Salvay und abends bey den Barbischen. 29. Nachmittag war bey mir Zois und Nemezhoff biß spatt. 422 Popravljeno. 423 Popravljeno. | 253 1750 Januar 30. Vormittag war bey mir P. Rector Liechtenb/er/g. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß spatt. 31. Vormittag waren bey mir Verschiedene mit dem Neujahrswunsch. Nachmittag der Hail, canonicus Abfaltrer und spätter der Nemezhoff. M. L. war bey den Graf-Barbischen in Spiel. Gester abends ist der Graf Bucceleni von Wien allhier retournirt in compagnia eines von Br. Godenus mit ihm herein geschickten Geistlichen, der des Bucceleni debita untersuchen solle. 1750 1750 Januar [639] 424 1. Jenner. Vormittag war ich bey der Bssa. Benaglia Wittib, gebohrne Gallenfels, die gester zu mir komen wolte in Betröff der Obristin Eilerin ihren bey der Sava habenden Prætensionen. Dan war ich bey meinen Schwägerinen Frl. von Erberg, wo auch m. L. war. Bey unß war der Waarenbeschauer mit seiner Frauen. Nachmittag war ich bey P. Rector Liechtenb/er/g und bey P. Tanhauser, der vor wenig Tagen von Rom gekomen und ehistens nach Wienn verreiset, auch künfftig nach dem P. Hingerle Provintial werden därffte. Mit diesem habe auch wegen meines Sohns Johanes Lucas, der in die Societät aufgenohmen zu werden ansuchet und scheinet in sein Gesuch auch rensiren zu därffen. M. L. war Nachmittag in Visiten und abends bey Graf-Barbischen. 〈2.〉425 Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und zugleich Conferenz mit dem militari in merito der angeordneten Repræsalien wider die republique-venedische Unterthanen von Seiten Thulmein. Nachmittag war da Dr. Baronio bey meinem Hanßl wegen der migraine und Schaden an Fusß. M. L. war abends bey Barbischen. 〈3. 〉426 Nachmittag war bey mir der Dumreicher von Triest, der wieder hieher gekomen, die Schuld von Graf Herberstein einzubringen trachten. 〈4. 〉427 Nachmittag war bey mir der Locatelli wegen bey sein Bergwerg erlittenen Feyr- und Wasserschaden. [640] 5. Zu Mittag speiste bey unß der Domreicher. Nachmittag war bey mir der Garzoni, Wichtenstein, Raab und abends Nemezhoff. Lezter erzehlte mir, das heüt sowohl der Domreicher alß der Weitenhiller von dem Grafen von Herberstein, erster mit [–]428 fl., anderer mit [–]429 fl. a Conto ihrer havere bezahlt worden seyn von denen ihme lezt von Hof bewilligten 2/m fl. Und da der Weitenhüller sein ihme schuldiges quantum nicht in toto erhalten, hat er in Gegenwart des Sazfeld wider dem Herberstein nicht wenig geschmählet. Domreicher erzehlte mir, wie das ihme Herb/erstein/ gemeldet, das er das seinige beytragen soll, das der Triester Handlstand nach Hof ein Vorstellung machen und ihn vor ihren Intendenten et respective capitanum vor Triest verlangen möchten. Choteck sey zwar ein jungerer Geheimberrath, doch aber contentirte er sich unter ihm zu stehen. Er sagte mir auch, was Flachenfeld zu Triest vor Anstosß gehabt und wie Br. Marenzi den Handlstand persuadiret hatte, ihn den Flachenfeld nach Hof zu describiren, das er ein Ignorant und Esel seye, das er die privilegia des Handlstand infringiret, den Hof belogen und Unwarheiten vorgestellet habe. Welches alles auch erfolget wäre, wan er Domreicher dieses nicht hintertriben hätte, deßwegen ihme Flachenfeld zu geschriben und sich ex post außnehmend gegen ihme bedancket hat. [641] So gehet es, wan einer ein Ambt auf sich nihmt,430 welchem er nicht gewachsen ist und so wird es dem Flachenfeld auch kunfftig ergehen, wan er die cameralia zu administriren sich unterwinden werdet, weil er diesen noch weniger alß dem commerciali gewachsen ist. 424 Pred tem šest praznih, oštevilčenih folijev (staro oštevilčenje pp. 659–670). 425 Dan zapisan s svinčnikom. 426 Številka zapisana s svinčnikom. 427 Številka zapisana s svinčnikom. 428 Prostor za vsoto. 429 Prostor za vsoto. 430 Popravljena beseda. 254 | 1750 Januar Nemezhoff erzehlte mir, was vor ein Submissenbrief Herberst/ein/ an dem Janesitsch nach Wienn geschriben und wie er sein gutter Freünd zu seyn ihme contestiret hat. Janesitsch soll ihm ebenfahls auf dem Schlag ganz höfflich geantwortet haben. Ecce quomodo et quantum timet qui conscientiam lesam habet. Dem Lamberg soll die Königin in der Audienz (wo er die Strassendirection beyzubehalten favorable Projecten gemacht hat) gesagt haben: »Ich habe dergleichen Vorschlag von dem Grafen schon öffters gehört. Sie waren aber allemahl ohne Effect.« Diese Strassendirection, wan sie doch der Lamberg beybehaltet, wird ihm sonder Zweiffl præcipitiren, weil er zu derley managii nicht tauget. Nemezhoff erzehlte mir auch, das auß dem vor Samabor zwischen dem Landeshaubtman und dem hiergewesten Zindari geschlossenen Contract nichtes geworden, welches den Landshaubtman nicht wenig deconcertirt. [642] 6. Zu Mittag speiste bey unß der Wichtenstein. Nachmittag war da die Widerkherin, die Morgen mit ihrm Mann auf Klein Laack verreiset. Es war auch bey mir der Gayer nomine Herberstein mit ein Memorial von hiesigen Tanzmeister, um Zahl Bal in mascara halten zu därffen unter Prætent geschlossener Compagnien, wo jederman dahin soll komen därffen. Ego fui pro negativa in Conformität der eingelangten k.k. Resolution. Was die andere Sachen werden und was endlich Graf Herberstein resolviren wird, lehret die Zeit. 7. Vormittag war bey mir Silli. Dan war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir vocatus Perr, deme die Aufsicht auf denen burgerlichen Ballen aufgetragen habe. NB. Heüt in Rath proponirte mir Herberstein, das er mir einen Referenten bey meinem Consessu Commerciali geben wolte, der auch nur zu Hauß die Sachen außarbeiten und sogestalten mir die labores facilitiren könte. Er offerirte sich auch solches per decretum431 anzuordnen. Ich, der ich den Herb/erstein/ kenne, excusirte mich, das ich, erstlich, alle Sachen selbst referiren wolle. 2do, das ich zu was solchem ohne Wissen und Willen des Grafen von Choteck nicht einwilligen känte und das ich ohne deme über einige Anfangspuncten künfftigen Sonntag von Grafen von Choteck Brief erwarte. Et sic res mansit in statu quo. [643] Nachmittag war bey mir der alte Jencko von Lack, der mir erzehlte, sein anderte Tochter auch verhayrath zu haben an einem gewissen Handlsman Luschina, der etliche Jahr in Carlstadt etliche Läden gehabt. Nun aber sich zu Lack niederlassen wird und der Hochzeitstag ist auf dem 11ten dieses bestimt, wo er ein grosses Tractament machen und auch den Haubte von Lack und die Militarofficiers einladen will. 8. Heüt war bey mir der Bader von Adlsperg, der mir ein Brief von H. Hüeb/er/ bracht. Nachmittag war bey mir der Ziegler und abends Nemezhoffen. 9. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. In der nehmlichen Zeit suchte mich Domreicher, der heüt von Strasich gekomen und Morgen nach Triest retourniret. 10. Nachmittag waren bey mir P. Sigefridus alias Josephus Kappus, Franciscaner, der unlängst ex missione Egyptiaca von Groß Cairo gekomen. Dan H. von Buchenthall, der auch gester von Wienn retourniret ist. Dan H. Schweiger und abends 2 Marpurgi von Görz, die erst von Wienn komen und nach Görz retourniren. P. Kappus erzehlte mir, wie er anno 1737 mit dem Grafen d‘Esneval auf der Reiß nach Gondar in Abissinien begriffen war, hingegen nur die Cataraten auf dem Nillo passirt ist und weiter nicht hat komen känen. Graf d‘Esneval, General-Leüthenand [644] in königlich-dänischen Diensten, hatte bey 30/m Taller von dem König zu dieser Reise. Er hatte mit sich sein Frau Maria Anna, gebohrne Rollingin von Trier, und ihr Camerjungfer, eine Dänin auch nahmens Maria Anna. Dan war des Graf d‘Esneval secretarius Mr Froque und dieses Bruder war Medicus, beede Franzosen, und der wälsche secretarius war Mr Derviter, cittadino Romano. Gedachter d‘Esneval mit seiner Frauen waren meo tempore zu Wienn und öffters nomine der Kaiserin Elisabeth bey mir. Er suchte die Kriegschiff zu haben, umb in Mari Rubro sich der schlecht besezten turkischen Orter Suaquen, Arkiko und Messava einer kleinen Insul zu bemachtigen und nach Abissinien zu komen, wie alles besser suo loco zu sehen ist. Marpurgi erzehlten mir, wie sie öffters bey Graf Choteck waren und wie er mit Geschäfften überhaufft sey. P. Kappus erzehlte mir noch, das obschon der König in Dänemarck den Zill nicht erreichet, die 30/m Taller aber gleichwollen depensiret hat, so habe ihm doch diese Depense nicht zu gereühen, weil er einen jungen Herrn nahmens Mr Norden, einen Dänen, der etliche Jahr in der Academie zu Florenz war, mit dieser Expedition 431 r popravljen iz t | 255 1750 Januar mit hat gehen lassen. [645] Und weil dieser ein gutter Ingenieur und Zeüchner war, so hat er nicht allein die Antiquitates um Groß Cairo (welche die wenigsten seyn), sondern die auf dem Nillo und an denen Cataracten, die er alß besonders merckwürdig anrühmet, abgezeüchnet, folgsam soviel merckwürdiges mitgebracht, das der König ohne Zweiffl alle Satisfaction wird gehabt haben. 11. Zu Mittag speiste bey unß Wichtenstein. Nachmittag war bey mir Br. Schmitthoffen, dan der Buchhalter Novack. Abends um 7 Uhr gieng ich zu Barbischen, wo auch mein Liebste war. Dan gegen 8 Uhr gieng ich auf dem Bal zum Tanzmeister und blib da qua deputirter k.k. commissarius biß 1 Uhr nach Mitternach, da krafft Hofresolution solcher beschlossen worden. Von Dames waren nur da die Lamberg, Starhemberg, Tauffrer, Benaglia, Frl. Herberstein und einige mündere, dan verschiedene Militarofficiers. Beym Barbischen aber war der Wildenstein, Liechtenberg, Rindsmaul Comendator zu Mettling, dan die Schrottenbach, Frl. Valvasor und andere. 12. Vormittag war bey mir der Nuvollone, der von St. Remo auß den Genuesischen über Triest hieher gekomen und nach Wienn gehet wegen seines ihme in lezten Krieg von einem englischen Kriegschiff abgenohmenen bastiments. Dieser erzehlte mir, wie das der König in Sardinien nebst Nice, Villa Franca und St. Sulpice sich sehr angelegen seyn, last [646] einen zwischen ersten 2 Pläzen gelegenen Orth nahmens Limpia zu einem gutten Haffen432 zu machen und last würcklich bey 4/m Personen daran arbeiten. Er sagte mir auch, das in dem Mediterraneo Franckreich und Spanien starck armiren und die Magazinen proviantiren *thut* und das es vor Italien üble Aspecten habe. Nachmittag war bey mir Br. Ign/ati/ Abfaltrer, abends der Nemezhoffen. Lezter erzehlte mir, wie vor circa 5 Jahren Graf Orzon, hiesig gewester Landsvicedom, zu Wienn ware und ihm die Königin verschiedenes von den landsvicedomischen Angelegenheiten und Einkünfften befragte, er aber gar keine Außkunfft zu geben wüste. Sagte ihm die Königin, er möchte wieder nach Hauß gehen und sich in seinem officii Sachen besser informiren, damit er ihre ein andersmahl bessere Nachricht davon zu geben wissen möge. 13. Nachmittag war bey meiner Liebsten P. Sumatinger und P. Master, Jesuiter. Abends bey mir der Nemezhoffen. 14. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir Nemezhoff, der mir erzehlte, das er heüt bey dem General Br. de Fin mit 2 Kauffleüthen gespeiset habe, welche von Franckfurt komen und nach Triest gehen auf Persuasion des Br. Wisenhütten, mit Recomendationen von Br. Toussaint. [647] Einer heist Schenmann, der andere Mangon und sollen beede, sonderlich der erste, gutte connoissancen haben. 15. Heüt ist just 18 Jahr, das m. H. Vatter gestorben ist, deme Gott die himlische Freüden geben wolle. Vormittag war bey mir Wichtenstein. Abends war ich beym Landshaubtman, dan gieng ich spätter qua commissarius auf dem Bal und blib da biß 1 Uhr nach Mitternacht. Von 14. auf dem 15. in der Nacht ist mir mein Kutscher gestorben. 16. Vormittag war bey mir der Prezl, der Übermorgen ein Bal und Außspiel zu halten batte.433 Nachmittag war bey mir der Raitsofficier Mulbach/er/, dan secretarius Wenger biß spatt. 17. Vormittag war bey mir der Marcovich, der abermahls solicitirte, wegen des Quartierbeytrag die Sache außzumachen. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan war bey mir Br. Ign/ati/ Abfaltrer. M. L. war mit der Schrottenbach bey General Br. de Fin und abends bey Barbischen. Gester gleich nach Mittag ist der Leopold Graf von Lamberg von Wienn retournirt. 18. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General Br. de Fin. Da war auch die Schrottenbach und der Wildenstein, dan der Nemezhoff und Dr. Baronio, item der Obrister Br. Wolckerstorff, dan der Hauß, Leüthnant, und dessen Frau. Nachmittag war die Schrottenbach mit m. L. bey Br. Benj/ami/n. [648] Da war auch der Br. Schmitthoffen und der Schweiger. 432 ff popravljeni 433 Orig. batten, a je bil -n prečrtan. 256 | 1750 Januar Abends gieng m. L. mit der Schrottenbach zu den Barbischen. Ich suchte spätter den Lamberg. Dan war ich bey dem Landshaubtman in Gesellschafft und spätter gieng ich auf dem Ball, wo ich biß 1 Uhr nach Mitternacht gebliben bin. Von den Dames waren daselbst die Thurn Wittib, die Lamberg, die Starhemberg, die Tauffrerin, die Liechtenthall, Frl. Herb/er/stein, Frl. Baumgarten. Sonsten war heüt auch ein Ball und Ausspiel bey dem chirurgo Prezl, item bey dem Mahler Jambscheck in der Crengassen, dan ein starcke compagnia von Advocaten auf der Saw-Brucken. 19. Nachmittag war bey mir Buseth, bey m. L. aber die Ignat/i/ Aursperg. 20. Vormittag um 11 Uhr circa ist hier angekomen Dr. Fran/ces/co Bischiach, mein oeconomus zu Triest, mit der Nachricht, das man an deme sey, mein Possession ohn anders an jene zu vertheilen, die sich daselbst haußlich niederlassen wollen. Nachmittag war bey mir der alte Wiederkher. 21. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. 22. Vormittag war bey mir der Deliesnig, dem ich auf sein Begern ein Wagen Brennholz überlassen habe. Dan war ich in der Canzley, dem Stadtrichter von Möttling das Jurament geben zu lassen. Hac occassione regalirte mir Sazfeld 3 silberne und kupfferne antique Münzen, die er von einem Geistlichen auß Licka bekomen. [649] Vormittag nach 8 Uhr schickte ich in einer Schlitten den Dr. Fran/ces/co mit meinem secretari nach Görtschach, um selbes Gebau zu besehen und retournirten zu Mittag. Dan war bey mir der Canclist Perr, spätter der Nemezhoff. 23. Nachmittag um 2 Uhr ist Dr. Fran/ces/co von hier nach Triest revertirt. Dan war ich in Repræsentations- et Camerrath biß spatt. 24. Vormittag war bey mir der Filipitsch, um Erlaubnus zu bitten, Morgen in seinem Hauß ein unmasquierten Bal in einer geschlossenen compagnia halten zu därffen. Dan war bey mir der Geistliche von Lamberg, ein Vetter zum seeligen Mauritsch, wegen des Pfarrer zu Unter Idria. Item der Michelitsch, Stadtschreiber von Crainburg. Nachmittag der von Nemezhoffen biß spatt. Heüt abends ist von Wienn hier retournirt Br. Flachenfeld, neuer Banco-Deputation-Administrator. Nemezhoff erzehlte mir, das Herberstein in kürze à la sardine von hier nach Wienn abreisen und trachten will wieder, wo unterkomen zu känen, massen hierlands abermahl seine Actien fallen. Detto erzehlte mir auch, das damahls, da Janesitsch die Erlaubnus erhalten nach Wienn reisen zu därffen, er Herb/erstein/ eine Staffette an die Janesitsch nach Mähren über Wienn abgeschickt hatte. Quelle folie! Pour un derangé et qui a perdu le crédit par tout. [650] Und der weder bey Hof weder hier noch anderwerts schwerlich mehr einen Freünd finden wird. Der Nemezhoff wird auch schon fast mit 1/m fl. mit ihm die sotto seyn. 25. Heüt morgens fande man ein kleines Mägdlein etwan [–]434 Wochen alt auf der kleinen Stiegen in meinem Hauß und soll schon von 5 Uhr fruhe daselbst gelegen seyn. Ich ließ das Kind gleich herauf bringen und mein Fränzl brachte selbes mit Freüden. Es war schon ganz erstart vor Kälte, habe solches aber gleich besorgen lassen. Dan suchte den Graf Lamberg und den Flachenfeld. Abends war ich beyn Barbischen, dan beym Landeshaubtman und spätter auf dem Bal biß 1 Uhr nach Mitternacht und war heüt daselbst eine starcke compagnia von Adl. 26. Vormittag war bey mir der Persky, dan der alte Riemer, der sein Laden aufgekündet und biß gester bezahlt hat. Item ein Bedienter von Carl Aursperg, der Übermorgen ein Bal halten will bey der Ultscherin in der Teütschengassen. Dan war bey mir der abbé Falgari, der biß dato noch bey Herberstein sich befindet und die Frl. Theresl in der wälschen Sprach und der Geographi instruiret hat, nun aber disgurtiret ist und auch sein Entlassung erhalten. So wartet er seine ihme mit jahrlichen 2/c fl. accordirte Besoldung und will sodan sein Glück weiter suchen. [651] Und weil der Fürst und Bischoff zu Lavant Br. Firmian gelehrte Leüth æstimiret will, er mittels P. Meak trachten bey ihm anzukomen. Dan war bey mir der Amigoni und Nachmittag der Nemezhoffen. M. L. war Nachmittag in Visiten bey der Haubtmanin zu Lack und abends bey Wildenstein. 27. Zu Mittag speiste bey unß Fruheberg/er/. 434 Prostor za številko. | 257 1750 Februar Dan Nachmittag war bey mir Posarelli und Gandin und der Wichtenstein. 28. Vormittag war bey mir Wenger, der heüt am ersten seine Agenda bey dem Flachenfeld anfangen wird et sic nihmt er Urlaub von der Repræsentation. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir der Schwab von Liechtenberg, spätter Br. Flachenfeld, dan der verhayrate junge Br. Gall. 29. Nachmittag war ich mit mein Hänßl bey der Declamation des Fränzl auß poesi. Dan waren wir bey Carl-Hochenwartischen und umb 9 Uhr giengen auf dem Bal, wo ich biß 1 Uhr nach Mitternacht gebliben bin. 30. Vormittag war bey mir P. Alexander, Minorit von Wienn, mein Münzcabinet zu besehen. Er ist mit dem Hölbling von Wienn gekomen und gehet nun nach Rom und Neapel, um Italien zu sehen. Nachmittag war er abermahls bey mir sich zu beurlauben und will Morgen über Görz abreisen. Dan war bey mir der Schlud/er/ bach alß dermahliger Protocolist. [652] Abends war bey mir der H. von Nemezhoffen. 31. Vormittag waren Verschiedene bey mir. Nachmittag der alte Widerkher. Abends nach 7 Uhr ist hier angelangt der hiesige Bischoff und Fürst von Salzburg.435 1750 Februar 1. Februar. Vormittag war ich mit meinem Hänßl bey dem Bischoff mein Compliment zu machen. Nachmittag war bey mir der Perr, neuresolvirter Raitsofficier. Spätter der Bischoff in Benj/ami/ns Quartier. Dan gieng ich umb ½ 10 Uhr auf dem Bal alß commissarius und blib da biß 1 Uhr nach Mitternacht, 2. Vormittag war bey mir der Schluderbach, der sich in das Protocollführen noch nicht finden kan. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß spatt. Dan war bey mir ein Fourier, der mit mehr anderen gerne heüt ein Bal halten möchte bey einem Riemermaister, der auch mit ihm war. 3. Nachmittag war ich mit mein Lucasl beym Fürsten, ihn zur morgigen des Lucasl Proemialdisputation einzuladen. Dan fahrte ich mit dem Bischoff zum Br. Benj/ami/n, wo wir biß 9 Uhr gebliben seyn. 4. Nachmittag war ich bey des Lucasl Proemialdisputation. Dan in Repræsentation- et Camer-Militarconferenz. Dan bey Br. Flachenfeld und spätter war der Bischoff bey unß. Bey mir war Canclist Hager. [653] 5. Vormittag war bey mir der Haffner von Rudolphswerth, durch welchen der Probst Br. Erberg meine wienerische Offen hat besehen lassen. Abends war bey mir der Nemezhoffen und spätter nach 10 Uhr gieng ich alß commissarius auf dem Bal und blib daselbst bis 1 Uhr nach Mitternacht. Daselbst war die Verwittibte Gräfin von Thürn, die Bssa. Tauffrer, die Gräfin von Lamberg, die von Liechtenthall, Gräfin von Starhemberg, dan von Freilen die Herberstein, Posarelli und Hochenwarth, dan vielle Kriegsofficiers. 6. Vormittag war bey mir abbé Falcari, der am Montag nach Graz verreisen und trachten will bey dem Fürsten und Bischoff zu Lavant Br. von Firmian anzukomen alß ein literatus oder compagno di studio. Er ist ein gebohrner Romaner. Anno 1742 soll er das erstemahl auß Rom und zwar nach Benevento gekomen seyn, daselbst auf Ersuchen des Cardinal Landi in einem collegio philosophiam modernam zu tradiren. Bald darauf kam er zu dem Fürsten Joseph von Löwenstein alß compagno di studio. Dieser Fürst war in studiis zu Rom, dan wurde er canonicus zu Cölln und Litich, welche Canonicaten er ex post resignirte und gieng mit Hayratsgedancken und Amoureten um. Er lebte sodan ein Zeit bey seinem Schwagern, dem Grafen [654] und dermahlen Fürsten von Hochenlohe in Francken. Und dieser abbé war bey ihm daselbst und vorhero zu Wienn bey sechs Monath. Dan wurd er von dem Löwenstein, wie er sagt, con muso duro angesehen et sic kam er von ihm weg. Er kam nach Görz und hätte sollen mit des seeligen Philipp Grafen von Thurn von Duino seinem Sohn in die Länder gehen, war aber die Mutter, gebohrne Servellone, nicht content. Damahls, id est anno 1748, fande sich zu Görz der Seyfried Graf von Herberstein, welcher diesen abbé in der Conversation beym Graf Pianese gesehen und hat 435 Sledita dve prečrtani nečitljivi besedi. 258 | 1750 Februar ihm aufgenohmen per suo compagno di studio mit 2/c, sage zwey hundert fl. jahrlicher Besoldung nebst seiner Taffel und frey Quartier. Herberstein fieng ihm auch muso duro zu zeügen und der abbé nahm sein Abschied in vorigem Monath Jenner und war in allen beym Herberstein bey 22 Monath. Nun aber, wie gesagt, will er Montags abreisen und sein Glück weiter suchen. Dan war bey mir der Gayer nomine Grafens von Herberstein, der mich ersuchen ließ, mit H. von Bechinie und Flachenfeld in das königliche Hauß zu gehen und mit leztem zu concertiren, wie ihme das von Hof ihme assignirtes Quartier daselbst eingeraumet und doch dabey die Repræsentationcanzley, Registratur und Rectification [655] darin erhalten werden känte. Nachmittag um ½ 4 Uhr gieng ich ins königliche Ambt, wohin auch Flachenfeld und Bechinie gekomen und besachen alles, was zu sehen und worüber zu deliberiren war, welches ich in nächsten Noth zu referiren haben werde. Dan kam zu mir Flachenfeld und Bechinie und bliben bey mir biß spatt, da auch der secretarius Wenger gekomen war. Abends war auch da der Bischoff in Br.-Benjaminsquartier. 7. Gester Vormittag war auch bey mir der Spatt, der mir einige alte Münzen brachte, davor ihme 34 kr. auf sein Verlangen gegeben, ob sie schon soviel nicht werth seyn. Heüt schickte mir P. Möhr, Jesuiter, 5-gradus-Büchlein, die von numismatis handlen. Abends habe in Nahmen meines Sohns Hänßl dem k.k. Landsrechtssecretario von Raditsch 6 Botilien refosco, 6 Botilien fein Baumoel und ein Stuck Wildschwein geschickt, weil er von meinem gedachten Sohn, da er das Jurament alß Landrechtsassessor abgelegt, kein Täx hat annehmen wollen. 8. Vormittag war ich bey Br. Moscon wegen der perpetuirlichen marche route, die der Hof vorgeschlagener haben will, zu conferiren. Abends war da der Bischoff-Fürst biß spatt. Umb 9 Uhr gieng ich auf dem Ball zu Sigmund Thurn in ein geschlossene compagnia und blib da biß 1 Uhr nach Mitternacht. 9. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. [656] Vorhero war bey mir Schluderbach. Nachmittag war bey mir Br. Moscon biß spatt wegen der marche route. 10. Nachmittag war bey unß der Fürst und Bischoff. Spätter gegen 9 Uhr gieng ich auf dem Bal zum Sigmund Thurn und blib da biß 1 Uhr nach Mitternacht. 11. Vormittag war bey mir der Koren missus à Br. Moscon wegen der perpetuirlichen marche route. Abends war bey unß der Bischoff und spätter bey mir der Nemezhoff. Vorhero auch der Gayer wegen der von Flachenfeld anverlangenden436 Sigilpresß der Repræsentationscanzley. 12. Vormittag war bey mir Schluderbach wegen der Protocollen, dan Wichtenstein und der Expeditor Keller. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Abends war ich zweymahl bey Flachenfeld; erstens wegen der Sigillpresß und dan wegen des Bischoffsanligen in Betröff des auf seiner Wiesen geschlagenen und ihm von dem Oberambtfisco abgenohmenen Aichenholzs. 13. Vormittag war bey mir der Koren wegen der perpetuirlichen marche route, dan der Burgermeister wegen der Stadtschlüsßl und Sauberung der Casernen, welches beedes güttlich beygeleget worden. Dan der Vicebuchhalter von Maroti wegen von der Geistlichkeit außständigen Contributionsbeytrag. Nachmittag war bey mir der Ingenieur-Leüthnant Renner, dan die Busetin. [657] Abends war ich beym vicario generali, wo ich den künfftigen vicarium apostolicum und Bischoffen in Görz Grafen von Athems (der wenig vor hier angekomen) gesehen habe. Dan war bey unß der hiesige Bischoff. NB. Heüt gegen Mittag ist der Jobst Cajetan Freyher von Kuschland, mein Schwager, an denen Betetschen gestorben. M. L. war abends bey Barbischen.437 Es war Vormittag auch bey mir der Hasß von Idria, welcher alß Verweser zu Tschuber resolviret ist. Diese erzehlte mir, das man nun alljährlich 2/m Lagl, so da macht 3/m Centen Wienner Gewicht à 182 fl. den Centen, betragt 546.000 fl. Aller Unkosten zu Erzeügung gedachter 2/m Lagl betragt jahrlich 52.000 〈fl.〉 et sic 436 Orig. anverlanlangenden 437 Sledi zapis, ki je glede na zapis na začetku strani pomotoma ponovljen: Bey unß war hiesiger Bischoff und Fürst. Spätter war ich beym vicario generali. Daselbst habe den wenig vor von Görz hier angelangten Grafen von Attems gesehen, künfftigen vicarium apostolicum und Bischoff zu Görz. | 259 1750 Februar bleibt neto vor den Hof alle Jahr 494/m fl. Zu Tschuber hat man angetragen alle Jahr 30/m Centen Eisenerzt zu brechen und darauß 20/m Centen Eisen zu erzeügen, welches sich aber nicht thun last und man bricht über 5/m Centen Arzt nicht. [658] 14. Nachmittag kam zu mir der monsigneur Attems, da ich just mit m. L. zum Augustinern fahrete, allwo der gester um ¾ auf 12 Uhr gegen Mittag verstorbene Baron von Kuschland vor dem Hl. Kreüz-Altar begraben worden. Ich war in der Klag und in schwarzen Mantl und m. L. mit ein schwarzen Schleyer über das Haubt und sonst schwarz geklaidet. So war auch der andere Br. Kuschland, des Verstorbenen Bruder, mit seiner Gemählin, einer gebohrenen Bssa. Gussich; dan der Dinzl, der Verstorbenen Aydam, der auch die pleureuses hatte; dan die Frau von Zergoll und der Fürenberg, des Verstorbenen Schwager. Sonst aber waren auch andere mehrere von Adl, unter anderen Graf Wildenstein, Graf Franz Lamberg, Sigerle Liechtenberg, Leopold Hochenwarth, Br. Erb/er/g mein Schwager. Nach der Bestattung gieng ich mit m. L. der Dinzlin alß Tochter des Verstorbenen zu condoliren, wo auch die Bssa. Grimschitsch, die Lebeneg und mehr andere waren. Dan war bey unß der Bischoff und Fürst von hier, dan der monsigneur Attems biß spatt, item die erberischen Frl. und die hallersteinische Lenerle und andere. Der Bischoff erzehlte mir unter andern, wie das er vorhero, da er [659] noch nicht Bischoff allhier sondern passauischer officialis zu Wienn war, weit besser gestanden ist, indeme er qua officialis zu seinem jährlichen Gehalt hatte 3000 fl. Die Taxen438 haben ihm eingetragen jährlich wenigst 2000 〈fl.〉 Die freye Wohnung in Pa[ssa]uer439 Hof zu Wien rechnet er bey 1000 〈fl.〉, das Canonicat zu Salzburg 3000 〈fl.〉, das Canonicat zu Passau 5000 〈fl.〉 Et sic in allen all in circa 14.000 〈fl.〉, wo ihme das hiesige Bisthum allein nur [–]440 fl. derzeit rendiret. Sonsten war auch heüt bey mir der Jacob von Hochenwarth, dan der Segalla von Görz, welcher lezte wegen des Bestands des filatojo bey Farra eine Resolution solicitiret. 15. Vormittag war bey mir der Ingenieur Renner, der mir sagte mit heüt angekomener Post von siener Gehörde die Ordre erhalten zu haben, nach Petrwardein zu retourniren. Nun hat er den Anstand, wie er hier sein particular einricht〈en〉 und einlegen solle. Dan suchte ich den monsigneur Attems, der aber441 nicht zu Hauß war, fande ihn aber sodan bey mir in Hauß und ließ ihn sodan zum Bischoff führen mitsambt meinem Schwager Br. Wolf Daniel, die bey dem Fürsten zu Mittag speisten. [660] Nachmittag und biß abends spatt war bey unß der hiesige Bischoff. M. L. war bey der Gräfin von Thurn wegen ihren morgigen Nahmenstag und abends bey der Schrottenbach. Der Fürst zeügte mir ein Schreiben von Haugwiz de dato Wienn den 7. hujus, womit er ihm schreibt, das seine Hinaußkunfft nicht nöthig seye und das das Werck wegen des vicarii apostolici zu Görz allhier außgearbeitet und sodan nach Hof geschickt werden känte. Hingegen zeügte er mir auch ein Immediatresolution von Hof de dato 11ten dieses, womit er deßwegen hinauß beruffen wird mit der Erinnerung, das man den Br. Codelli auch hinauß beruffen habe. Ubrigens explicirte sich der Fürst unter anderen auch dahin, das ihme nicht unangenehm wäre, wan es ohne dem Herberstein, der ohne deme anderwerts accomodiret werden darffte oder jemand anderen dadurch am mindesten zu præjudiciren geschehen känte à la tete de la Repræsentation zu seyn unter dem Caracter eines landsfürstlichen commissarii mit 6/m fl. Gehalts. 16. Vormittag war ein parmahl bey mir der geweste Cancellist Perr, damit ich ihme das Jurament ablegen lassen möchte alß leztresolvirten Raitungsrath. Bin also in die Canzley gefahren und habe ihm das Jurament geben lassen per ½442 secretarium Sazfeld. [661] Dan suchte den Gr. von Herberstein in Galla wegen seines heütigen Nahmenstag, der aber abwesend und nach Oberlaybach verreiset war, um nicht hier zu sey bey der Abreisß seiner altern Frl. Tochter Theresel, die heüt Nachmittag nach Graz verreiset ist. Ich ware auch bey ihr, ihro Glück auf die Raiß zu wünschen, wo auch die Gräfin von Starhemb/er/g war, die sie biß auf die erste Post begleiten wird. Dan war ich bey der verwittibten Gräfin von Thurn wegen ihres Nahmenstag, woselbst vielles von Adl war. 438 Popravljeno. 439 Poškodovan papir. 440 Prostor za vsoto. 441 Sledi še enkrat aber 442 sic! 260 | 1750 Februar Nachmittag war bey mir der Kriegscommissarius von Mühlburg, dan der Haubtman Br. Tauffrer und spätter der Widerkher, abends aber der hiesige Bischoff und Fürst. Tauffrer erzehlte mir, wie das er sein Haubtmanstelle beym molkischen Regiment resignirt und mit Consens der Konigin umb 1/m # verkaufft hat und wie ihm die Königin versprochen ihm hier zum Creißhaubtman zu machen. 17. Heüt Vormittag waren bey mir der Palier und Zimermann mit einigen Baueren, die das Bauholz zu liffern pflegen. Und weil mir jenner, mit dem ich unter 14. December voriges Jahrs accordirte, das Wort manquiret hat, so habe mich mit denen heütigen folgender massen verstanden und seyn diese Nahmens: Andre Schitka, Suppan, Martin Furlan und Jerni Jakersche, allen von [662] Vird oder s’ Virda gebührtig, freydentallerische Unterthanen. Diese haben sich obligirt in zweymahl und das totum biß Ostern zu liffern folgende Traumbaumern: – 40 zu 18 komouze oder Ellepogen lang, ein Schuh – 30 zu 20 dick und 8 Zoll breit, id est an dem subtilesten End – 4 zu 23 74 Diese durch ein anderer habe ihnen d’accordo zu bezahlen zu 14 Pazen oder à 4 lr. 4 〈sl.〉, – macht 310 lr. 16 〈sl.〉 oder 58 fl. 43 〈kr.〉 – Argeld gegeben, 3 Kremnitzer # 12 fl. 36 〈kr.〉 Bey gutter Lifferung habe ihnen zu zahlen 46 〈kr. 〉 7 〈den. 〉 NB. Alles das Holz haben sie sich obligirt gleich und noch längst in wehrnden Monath zu schlagen. Nachmittag war bey mir der Stramberger. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Abends war bey unß der Bischoff und m. L. bey der Schrottenbach. 18. Vormittag suchte ich den Br. Tauffrer, Haubtman, dan den Kriegscomissarium. War sodan bey Ignati Grafen von Aursperg wegen seiner Geburtstag, dan bey Bechinie, der noch von Podagra incomodiret ist. Dieser erzehlte mir, das der Graf Pachta, der bey 30/m fl. Einkünfften haben soll, nach Triest anstatt des Br. von Wiesenhütten komen därffte und das anstatt des leztverstorbenen Grafen von Oed der Graf Goes in Vorschlag seye. Gester habe dem von Merzenheim, der mir 2 oder 3 antique Münzen vor [663] einer Zeit verehrete, 6 Botilien refosco regaliret und heüt auß eben dieser Ursach dem secretario von Sazfeld 8 Botilien. 19. Vormittag war bey mir der Perr, Burgermeister, wegen des Bau der Haubtwache. Nachmittag habe den Kriegscommissarium H. von Mühlburg bey hiesigem Bischoff und Fürsten aufgeführt. Dan suchten den Haubtman Br. Tauffrer. Spätter war bey unß der Bischoff, der sehr resentirte, was ihme von der Repræsentation und Camer wegen der Stollordnung unter dato 2ten Octobris 1749, welches er erst heüt erhalten, intimiret worden. Abends war auch bey mir der Nemezhoffen, der mir unter anderen erzehlte, wie das die Landschafft den Grafen Buccelleni wegen einer Schuld vergangenen Dienstag auf eine besondere Arth habe exequiren lassen, indeme man ihme seinen Wagen und die Pferd abgenohmen hat. 20. Vormittag war bey mir hiesiger Münzwardein wegen des Soldatenquartier in weinachtischen Hauß. Dan der Schluderbach wegen des Protocollen. Ich suchte den Graf Attems von Görz, war aber schon verreist. War beym general vicario wegen des von der dem Bischoffen untergebener Geistlickeit ruckständigen Vermögensteüerbeytrags. Dan bey Mad. Baumgarten wegen ihres beym Landrecht einzugeben habenden Memorials. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth, dan der alte Stemberg. Erster lamentirte [664] wegen der aufhabenden Mildenstifftungscommission und das443 sein concomissarius Br. Carl Valvasor den Sachen nicht gewachsten, der actuarius Perizhoffen auch444 zu diesem Ambt nicht tauglich sey und das sie von der Repræsentation und Camer nicht genugsam instruirt weder mit einem Ernst und Eyfer protegiret seyn, auß welchen allen der gutte Effect mehr zu wünschen alß zu hoffen ist. Stemberg lamentirte, das sein Sohn nun von Schmelniz nach Wien retourniret ist und noch nicht weiß, ob und 443 Popravljeno. 444 Popravljeno. | 261 1750 Februar wo er endlich in den montanisticis emploiret werden wird, da er sich doch in Sachen distinguiret und mit grossen Unkosten Mühe und Arbeit qualificirt gemacht hat. 21. Vormittag war bey mir der Dinzl, der meine niece die Bellerle zur Ehe hat und erzehlte mir, das man mit dem inventario seines den 13ten dieses verstorbenen Schwigervatters bald fertig sey und das sein Vermögen in Capitalien sich auf 29.400 fl. belauffet. In Baaren hat man bey 7/c fl. gefunden, das Silber und Jubellen werden bey 15/c fl. betragen. Und da er der Tochter pro dote 9/m 〈fl.〉 gegeben, so betragte sein ganze Facultat bey 40.600 fl. Ich habe ihm in confidentia communicirt, was lezt unter dato Wienn den von Hof an unß gekomen und ob er Lust hätte in publicis et politicis gebraucht zu werden, [665] worüber er mir seine Entschliessung zu geben des ehesten versprochen hat. Sein Güttl Ehrenau hat er erkaufft per 14/m fl., hingegen hat er es zimlich meliorirt. Nachmittag bin ich mit mein Hänßl ein wenig spaziren gefahren. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, dan bey dem blinden Rasp und dan bey dem Dinzl. 22. Vormittag suchte ich den Ferd/inand/ Liechtenb/er/g und den Schweiger. Dan war ich spaziren mit Nemezhoffen. Nachmittag war bey mir Nicoletti von Lipiza, dan der Ingenieur-Leüthnant Renner, der mir 62 Stuck zimlich schlechte kupfferne antique Münzen von Mittroviz verehret hat. Dan war bey mir Franz Liechtenberg und Br. Gussitsch. Renner erzehlte mir, das bey Mittrowiz viel derley Münzen gefunden werden und das der Salzeinnehmer daselbst nahmens Risterle445 vel Kisterle öffters vielle beysamen hat. Er dependirt von dem Oberambt zu Esseg. M. L. war Nachmittag in Visite bey der Moscon und abends bey Wildenstein in der Gesellschafften, wo auch der Bischoff war. Vorhero war er bey Br. Benj/ami/n, wo er sagte, das er künfftigen Donnerstag sein Raiß nach Wienn antretten därffte. Wildenstein aber hatte die Nachricht, das die Mutter des Seyfried Grafen von Herberstein zu Gräz den 19ten dieses gestorben seyn. 23. Vormittag war ich in der Landschafftbuchhalterey, [666] umb mit dem Generaleinember446 oder Buchhalter zu sprächen wegen des ruckstandigen mitterburgischen Recroutengelds, war aber keiner auß beyden zu finden. Dan war ich in Visit bey Ferdinand-Liechtenbergischen. Nachmittag war bey m. L. mein niece die Dinzlin mit ihrer Frl. Schwägerin. Bey mir war der Niclas Rab, der Bechinie, der Zois und der Nemezhoffen. 24. Die vorige Nacht ist allhier der Cancelist Johan Ferdinand Stelzig gestorben.447 Nachmittag war bey mir der Landbereitungsactuarius Riedl mit seinem Sohn, den er pro cancellista recomendiret. Dan war der Koren wegen der perpetuirlichen marche route. Item der Ziegler, dan der Buchhalter Novack und abends der Fürst von hier, der Übermorgen sein Reiß nach Wien anzutretten willens ist. Sonsten war ich auch Vormittag mit dem Nemezhoffen und dem Ingenieur-Leüthnant Renner spaziren. 25. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir Wichtenstein, dan Br. Ign/ati/ Abfaltrer et Nemezhoff, item der Ferd/inand/ Graf Liechtenberg. Abends war ich beym Bischoff, der Morgen nach Wien abreiset. Unter anderen sagte er mir, das er trachten wird den Herberstein zu [667] schupffen, id est, das er anderwertig alß hier accomodiret wurde. Er habe mit dem Barbo auch gesprochen und der ist ebenfals stufo und ist resolvirt unter præsidio des Herb/erstein/ nicht continuiren zu wollen und das er lieber resigniren wolte. 26. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath et Nachmittag in simili semper absente præside. Nachmittag war bey448 mir der Burgermeister Perr wegen der Dislocation des Officiers in qualizischen Hauß. Dan der junge Hochenwarth sich zu bedancken, das er alß Accessist bey unß resolvirt worden. Dan der Persky und abends Nemezhoffen. Ich war abends mit m. L. bey Wildenstein in Gesellschafften. Nemezhoff erzehlte mir, das wegen Erkauff St. Martiri der Hof bereits resolvirt und die Commission dem Br. Wisenhütten und Br. Flachenfeld aufgetragen. Auch der Flachenfeld sich verlauten lassen habe mir 16/m fl. 445 R popravljen v K 446 Orig. General Eber 447 Sledita dve prečrtani vrstici: Ich war Vormittag bey Ferdinand Gr. von Liechtenberg in der Visit. 448 Pred tem prečrtano ich 262 | 1750 Marec davor geben zu wollen. Der Nemezhoff aber einwendete, das ich es unter 20/m fl. schwerlich geben werde. Heüt bin ich auch pro commissario ernand worden mit und nebst dem Mühlburg und dem personali buchalterico dem Wichtenstein in seinem Rechnungswesen zu vernehmen. Heüt hat Graf Leopold Lamberg 3 oder 4 von seinem Livrébedienten auf das Castell in Arrest fuhren und durch den Regimentsauditoren constituiren [668] lassen wegen einer ihme entfrembdten goldenen Tabacdosen, die er leztlich zu Wienn erkaufft hat und etlich um 60 Ducaten wägen soll, obschon der General de Fin behaubten will, das solche nur von Tombak sey. Item ist heüt auf die Haubtwache arrestirt worden der walch Landshausthürhütter, weil er scheint von Sinnen zu seyn. Heüt in aller Frühe um 4 Uhr ist der hiesige Bischoff und Fürst von hier nach Wienn abgereist in merito des anzustellen seyenden vicarii apostolici zu Görz Grafen von Attems. 27. Vormittag war ich bey denen Exequien nach meinem Schwager Br. Kuschland in compagnia m. L. Dan war ich in Visit bey Br. Gussich, dan bey dem Landschafftbuchhalter wegen des mitterburgischen Recroutengelds. Nachmittag war ich bey den Jesuiten in der Bredig, dan in Visit bey P. Mähr. Dan bey Carl-Hochenwartischen. NB. Heüt ist die gester motivirt entfrembdte goldene Dosen gefunden und von einem Jesuiten der Gräfin von Lamberg überbracht worden. Heüt Nachmittag ist der famose Spirsch, Creatur des Grafen von Haugwiz, von Clagenfurt hieher gekomen und ist logirt bey Grafen von Herberstein. M. L. war abends in der assemblé bey Grafen von Wildenstein. [669] 28. Vormittag war ich in Repræsentation- und Camerconferenz, wo auch der Spiers intervenirte. Nachmittag war bey mir die Bssa. Zetschker von Gurgfeld, dan der Perschky, dan die Wittib des leztverstorbenen Stölzig. 1750 Marec 1. 〈Marzi. 〉 Vormittag war bey mir der Schlosser, deme m. L. à Conto 6 fl. vorgeschossen hat. Dan der Wichtenstein, deme gesagt habe, das er sich einen Tag dieser Woche mit seinen fundamentis bereith halten solle, der Ingenieur-Leüthnant Renner, der Morgen über Wienn nach Peterwardein abreiset. Zu Mittag speiste bey unß Perschky, mit dem ich abgeredet, meinen Gebau Morgen den Anfang zu machen. Nachmittag war da der Ziegler Cancellist, dan der Petschirstecher, deme einige sigilla ordiniret habe, um solche pro æterna rei memoria unter die fundamenta zu legen. Abends war ich in der Gesellschafft beym Landeshaubtman. 2. Vormittag war bey mir die Bssa. Zetschker von Gurgfeld und dan der blinde Rasp. Dieser wegen der Erbschafft seines Sohns des Leüthnant unter Teütschmeister und erste, die von dem Capital gerne in Bestand hätte das gespante Gut Kotemesch unweit Ratschach, welches [670] von dem Pfarrer zu Scherffenberg administriret wird. Ubrigens haben heüt in Rath beschlossen, künfftig das Landrectificationpersonale, welches biß dato jährlich bey 21/m fl. kostet, theils in salariis theils in personali zu reduciren, sogestalten, das es das Jahr über 12/m fl. nicht betragen soll und zwar folgender gestalten: – H. von Bechinie behaltet ex cassa rectificationis seine bißherige *Landrechtsbesoldung* 3000 fl. – Schwab von Liechtenberg *600* 〈fl.〉449 600 〈fl.〉 – Schweiger *500* 〈fl.〉450 300 〈fl.〉 – Vermati *500 〈fl.〉* 300 〈fl.〉 – Peteneg 800 〈fl.〉 – Buchhalter Zettl 1200 〈fl.〉 – Registrator 500 〈fl.〉 – Calculationsschreiber 300 〈fl.〉 – Actuarius Czisch 600 〈fl.〉 449 Pred tem prečrtano 1200 450 Pred tem prečrtano 800 | 263 1750 Marec – Vier actuarii à 5/c fl. 2000 〈fl.〉 – Ein anderer Calculationsschreiber 300 〈fl.〉 – Canzley und andere extra Spesen 2100 〈fl.〉 – Ex cassa rectificationis 12.000 fl. – An Landrechtsbesoldung 1600 〈fl.〉 Et sic in toto 13.600 fl. Abends war ich bey Br. Flachenfeld wegen des Schagar und Skrabar; ersten zu placiren und anderten zu arrestiren krafft k.k. Resolution de dato Wien den 21. et præsentato Laybach den 25. passato. Dan das er mir auf etliche Stund den Wenger überlassen möchte, das wichtensteinische Rechnungswerck zu terminiren. Item wegen der dona Smust, [671] was sie mir sub dato Triest den 28. passatto geschriben hat. Dan meldete er, das er wegen Ablösung meiner Possession die St. Martiri nächstens tractiren wolle. Und da er mich fragte, wie theüer ich solchs verkauffen wollte, sagte ich, 20/m fl. wäre nicht zu viel. Bey mir war spätter der Jud Marpurgo von Triest, der Morgen wieder dahin retournirt. 3. Vormittag ist mein Liebste mit ihren Schwestern zum Hl. Grab. Ich schickte dem Wildenstein 6 Bottillien refosco e 6 dette marzaminato und dan 3 frische Meerfischen, dan dem Br. Paumgarten 6 Bottilien marzaminato und ein frischen Meerfisch. Nachmittag war bey mir Mayr in merito der Gemeinde zu Fiume, die gerne hätte, das man auch ihro die Resolution in merito deren Quartiern intimiren möchte. Dan war da der Carl von Hochenwarth, item der von Spiers, der Morgen nach Wienn retournirt und abends der von Nemezhoffen, der mir erzehlte, das der Jud Marpurgo von Triest hieher gekomen seye, von dem Herberstein ein Geld zu überkomen, indeme er ihm 5084 fl. schuldig ist. Hat aber nichtes erhalten känen, ausser, das er ihm ein Obligation von sich gegeben und versprochen hat, ihme quartaliter 250 fl. et sic circa in 5 Jahren sein Schuld bezahlen zu wollen. Und ist der Jud insoweit zufrieden, das er nur etwas in der Hand und aufzuweien hat. [672] Doch hat der Herb/erstein/ dem Juden noch persuadirt, das er jetzt bey sein Retour zu Triest an selbes Oberambt vor ihn Herberst/ein/ noch 50 # bezahlen wird, so das anstatt ein Geld zu erhalten, noch in neuen distorso kamt. Obgedachte Obligation hat ihme der Herb/erstein/ auf sein Malteser, mit Diamanten beseztes Kreüz versichert. Das Kreüz schäzet der Herb/erstein/ auf 5/m fl., der Jud aber, der solches in Handen hatte, æstimirt es bey 3/m fl. Interim aber, wan Herb/erstein/ dem Juden nicht zahlete und vor seinem Tod das Kreüz aliniren möchte, wurde der Jud mit seiner hypoteca schwach stehen. 4. Vormittag war bey mir secretarius Wenger, mit dem ich wegen der wichtensteinischen Commission gesprochen, ihme auch sodan die acta geschickt habe. Um 11 Uhr hat man den armen Sinder, der seine Concubine todt geschlagen, außgeführt und nachdeme ihm sein Urtl von Rathhauß abgelesen worden, ist er unter dem Hochengericht enthaubtet und dan auf das Rad geflochten worden. Der Scharffrichter war unglücklich, indeme er in ersten Streich den Halß nur auf die Helffte abgelösen, dan mit 2. Streichen von vorn her auch nicht abgeschlagen biß er in 4ten solcher mehr abgeschnitten alß abgeschlagen hat. [673] Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath von 3 biß 6 Uhr. Dan war bey mir die Widerkherin, die noch alleweil mit ihrem Mann übel satisfait ist. Die vorige Nacht ist gestorben die Bssa. Flednig, eine gebohrne Gräfin Barbo. Heüt umb 10 Uhr Vormittag ist von hier nach Wienn abgereist der H. von Spiers. 5. Vormittag war ich in Visit bey dem canonico und decano Lukner wegen Kotemesch, das die Zetschkerin gerne in Bestand hätte. Dan war ich bey der Zetschkerin. Zu Mittag speiste bey unß die Widerkherin. Nachmittag war ich in Visit bey Franz Grafen von Liechtenberg, dan gieng ich spaziren mit mein Schwager Br. W/of/ D/aniel/ von Erberg. Dan giengen die Br.-Gallischen heimsuchen. Abends war bey mir Dr. Modesti, deme ich von 24. novembris 1749 biß 24. May 1750 (das er meinem Sohn dem Maxl, dan dem jungen Br. Abfaltrer des Br. Ignati Sohn, die instituta tradiret) vor ein halbes Jahr vor beeds 30 fl. bezahlet habe. Bey mir war auch der junge von Widerkher. 264 | 1750 Marec Die vorige Nacht hat die Gräfin von Liechtenberg, gebohrne Gr. von Aursperg, ein junges Söhndl zur Welt gebracht. 6. Vormittag war bey der Pensionist Hail [674] wegen seines Projects und schluge mir vor pro actuario den von Merzenhaim bey der Commission zu brauchen. Und erhoffet ohn anders alle die ihme von dem Magistrat oder anderen machende Difficultäten stante pede abzulainen. Nachmittag bin ich ein wenig spaziren gefahren. Umb 5 Uhr hatte ich bey mir in Hauß die Commission in merito Taxirung des Soldaten Bestandsquartier und habe dazu beruffen den syndicum et actuarium Schluderbach, die Partheyen aber den Tschadesch, Bartolis, Münzwardein und Ant/on/ Reya. Dem Craißhaubtman Br. Tauffrer habe auch ersuchen lassen dazu zu erscheinen, hat sich aber wegen anderen Geschäfften excusirt. Heüt gegen Abend ist der Sigm/und/ Graf von Gallenberg mit seiner Gräfin von Thurn in Unter Crain hier angelangt. 7. Heüt Frühe umb 6 Uhr hat die Baase des von Hail bey den PP. Capucinern professionem fidei catholicæ abgelegt. Bey mir war Dr. Bartolis wegen des Haußbestandcontract, den er mit dem alten Br. Russenstein gehabt. Dan der Dr. Novack wegen des liechtenthallischen Hauß und daselbst des ehistens zu bauen vorhabenden Haubtwache. Dan der Wichtenstein wegen seiner Commission. [675] Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß 6 Uhr, dan bey der Busetin und spätter bey meinen Schwägerinen. Heüt habe dem secretario Wenger den wichtensteinischen Process auf sein Verlangen communicirt, auf *dem* er sich darin ersehe und zur künfftigen Commission præparire. Der junge Raditsch war auch bey mir und brachte mir von dem Ludw/ig/ Grafen von Liechtenberg das ihme comunicirten hailische Project und Dessein. Gester abends war bey mir Graf Leopold Lamberg wegen der schlechten Strassenreparation gegen der Sau-Brucken, wo der Magistrat das Geld verwürfft und den Fuhrleüthen zum Klagen Ursach gibt. 8. Vormittag war bey mir der Schluderbach, dan der Stadtsyndicus Raditsch, welcher lezte mir ein expresse gemachte Landcarten brachte über das hailische Project. Nachmittag fahrte ich mit dem Burgermeister Franz Matheus Perr, dan dem Oberstadtcamrer *Franz Jacob* Renilovich und dem Stadtsyndico gegen der Sau-Brucken, den magistratischen District der raparirenden Landstrassen zu beaugenscheinigen, anerwogen sich gester in Rath von der Repræsentation und Camer qua comissarius dazu befehliget worden bin, auf Ansuchen des Oberstrassendirectoris Grafen von Lamberg und dessen gemachte Anzeüge der schlechten Reparation um nächstens darüber in Rath meine Relation zu erstatten. Vormittag habe gesucht den [676] Grafen von Gallenberg,451 der aber nicht zu Hauß war. Abends gieng ich in die Gesellschafft. Der Landshaubtman wunderte sich, das der Herberstein sich niergends sehen last und fragte mich, ob ich die Ursach wuste, warum der Herb/erstein/ zu ihm nicht mehr in die Gesellschafft komt. Und sagte mir, das es von darumen geschicht, weil er einmahl daselbst den Br. Janesitsch angetroffen habe und der Landshaubtman sagte, das er ihn auß der Gesellschafft nicht schaffen käne und das es unverantwortlich seye, das der Herb/erstein/ zur Separation dieser Ehe Ursach gegeben habe. Mit Graf Lamberg habe wegen der heüt visitirten magistratischen Strassen gesprochen, welcher sagte, das er diese Reparation sowohl von den Discalziaten biß gegen der Sau-Brucken zum magistratischen Burgfried und dan von Discalziaten biß Siscka auf sich nehmen wolle, wan ihm der Magistrat auf 3 Monath, id est 90 dies utiles, 20 Taglöhner, 2 Wagen und ein Maurer passiret und das er sich des Vorrats der Steine und des Sands, welches an der Strassen sich befindet, prævaliren käne und versichert, das er alles nicht brechen und ihnen noch ein Vorrath überlassen wird. Obiges sein Project kostet den Magistrat wie folgt: 20 Mann durch 90 Tag macht: – 1.800 Mann à 10 kr. 300 fl. – 2 Wagen täglich 180 à 40 kr. 120 fl. – Ein Maurer à 17 kr. 25 fl. 30 kr. [677] Sogestalten betragete die ganze Unkosten 445 fl. 30 〈kr. 〉 451 Pred tem prečrtano Lamberg | 265 1750 Marec Und Lamberg sagte, das er an mehreste Orten auch die bereits gemachte Strassen übermachen, gleich machen und standhafft et ohne Außstellung machen wolle. Heüt habe dem alten Br. Tauffrer, der just bey Br. Benj/ami/n war, ein persianisches Halstüchl regalirt, weil er mir auch vor einer Zeit ein antiche Münz verehret hat. 9. Vormittag war bey mir Ziegler mit den Protocollen. Dan der Suppe, sich umb eine Cancellistenstelle zu recomendiren. Dan der Händl, Rectificationsactuarius, sich zu beurlauben, gehet auf 4 Wochen nach Wienn. Dan der Burgermeister, deme von Lamb/er/g Project gemeldet habe, welcher ganz gerne einschlagt, nur das er mich gebetten, mit dem syndico zu reden und ihm dahin zu disponiren, weil er sonst seines Kopffs ist und dem Lamberg nicht geneügt. Dan gieng ich mein Compliment machen zu denen heütigen Natalisantinen: der Frau von Werthenthall, der Frau von Schweiger *und* der Gräfin Cozzoli. Und da heüt H. Schweiger tractirt, habe ihm 6 sfoglie und 2 branzini frischer geschickt. Nachmittag war bey mir der Kräl, sich vor die Cancllistenstell452 zu recomendiren. Dan der syndicus Raditsch in magistratischen Angelegenheiten, die Landstrassenreparation betröffend. [678] 10. Vormittag war bey mir der Pfarrer von Lack, der mich ersuchte, seinen Vettern, der zu Wienn medicinæ studirt, an Van Swietten zu recomendiren und das er zu Wienn den gradum nehmen möchte. Dan war bey mir der Controlor Bottoni wegen der barcichischen Erbencaution der 3/c fl. Item der von Nemezhoffen, dan der Wenger wegen wichtensteinischen Rechnungen und der Morgen zu halten vorhabenden Comission. Zu Mittag speiste bey unß mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ von Erberg. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß gegen 8 Uhr. Dan war ich mit dem Graf Barbo bey Grafen von Wildenstein, der mir sein Bericht hat lesen lassen, der er der Verordnetenstell erstatet nomine der Comenda in Betroff 〈d〉es Hails Projects. Heüt ist auch von unß der Bau der Haubtwache bey dem Teütschen Thor suspendirt worden. 11. Heüt zu Mittag speiste bey unß secretarius Wenger. In wehrenden, das wir speisten, schickte Herberstein zu mir, das heüt die Commission in wichtensteinischer Angelegenheit zu halten unnöthig seye, weil in Sachen eine Resolution mit heütiger Post eingelauffen. Ich habe also dem concomissario H. Kriegscomissario von Muhlburg [679] dieses sogleich wissen, wie ingleichen dem Vicebuchhalter von Maroti et reliquis. Nachmittag war bey mir der Burgermeister Perr, der mir die Commercialacta zuruckbrachte. Dan der Wichtenstein, der mir bereits copiam resolutionis gezeüget hat, mit welcher Graf Barbo und Carl von Hochenwarth pro commissariis angestellet worden und das alles längst in einem Monath terminiret werden solle. Wichtenstein ist auß der Ursach mit der Resolution nicht gar content, weil ich heüt Nachmittag (wan diese Commission wegen gedachter, erst eingelauffener Resolution nicht wäre verhindert worden) ohne allen Zweiffel alles außeinander und in die Klare gebracht haben wurde. Vormittag war auch bey mir der Fiscal Merzenheim wegen der Morgen zu halten habender Commission in merito des hailischen Projects. Abends war bey unß die Frau von Widerkher, die Morgen mit ihrem Mann nach Klein Lack verreiset. Spätter war da Nemezhoffen, der mir unter anderen erzehlte, wie Koteck zu Triest war, sey expresse dahin gekomen Graf Turismund Thurn, sein vorhin gewester guter Freind, den hat er gleich zur Taffel geladen in compagnia des Br. Pittoni. Beeden und in specie dem ersten versprache er zu placiren, gabe ihnen alle Versicherung. [680] Anzi, da Khoteck nach Laybach kam, gab er dem Thurn Parte seiner glücklichen Reise. Thurn schrieb ihm ex post 4-mahl nach Wienn, ohne jemahls eine Antwort erhalten zu haben et sic verspricht er viel und haltet nicht. 12. Vormittag hielte ich Commission in Betröff des Hailproject. Pro actuario nahme ich den Merzeinhaim und den Ziegler. Die da interveniret seyn, war der Magistrat in personis des Burgermeister Perr, Stadtrichter Rubida, Stadtsyndici Raditsch und Walland, Stadtpfleger, dan P. Pepeu, S. J. Procurator, nomine collegii, der junge Dr. de Werth nomine der ritterlichen Comenda nebst dem Petermann, Verwalters, der alte Werth nomine des Fürsten von Aursperg, der Polack nomine der Pfalz, dan der Hail. Zu Mittag speiste bey unß der Wichtenstein. Bey mir war auch secretarius Wenger zur mir zu sagen, das an die Banco-Deputations-Administration eine Resolution eingelauffen, mein Possession di St. Martiri abzulösen, 452 Popravljeno. 266 | 1750 Marec welche Resolution aber auch an die Stell gekomen. Dan waren da 2 Bauren von Præwald wegen der ihnen von den Wippachern benohmenen Gaiß. Dan der junge Hochenwarth, item der Dionoro. Der Magistrat batte mich, die Strassen-Reparation-Angelegenheit mit dem Grafen von Lamberg außzumachen. [681] Abends war bey mir Nemezhoffen biß spatt und wir durchgiengen den, mit lezter Post eingangenen Rolo. Heüt abends gegen 6 Uhr ist der tripolinische Gesandte über Triest hier angelangt und logirt453 in Wilden Mann. 13. Vormittag war ich in Repræsentation- und Camerconferenz mit denen Landschafftsverordneten. Nachmittag war bey mir der Spirzl, Registrator, wegen der delevukischen Acten, die nach Hof abgeschickt werden. Dan Br. Pilligraz, der gester zur hailischen Commission hätte erscheinen sollen. Spätter war ich bey Grafen von Gallenberg en Visite biß spatt. Heüt Vormittag circa um 9 Uhr ist der tripolinische Gesandte von hier nach Wienn abgereist. Er hat 2 Mohren, 3 Köch, 8 Sclaven und 12 andere Bediente mit sich, in allen 26 Personen. Der Gesandte ist in einem vis à vis gefahren, die übrige aber in denen Postchaissen. Wie er von Hof an die Repræsentation und Camer intimirt worden, ist auß der k.k. Resolution de dato Wienn den 7. et præsentato Laybach 11. dieses zu sehen: Act [–],454 folio [–].455 14. Vormittag war bey mir der Leüthnant von General Br. de Fin in merito der Deserteurs, deme versprochen habe, heüt in Rath die Sachen zu referiren und ihme sodan das resultatum wissen zu lassen. [682] Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath biß 8 Uhr abends. 15. Vormittag war bey mir der Burgermaister Perr wegen des Protocolsextract, der den 12. dieses gehaltenen hailischen Commission. Zu Mittag speiste bey unß die Frau Zetschkerin, Wittib von Gurgfeld, und die Morgen dahin abreiset. Dan war bey mir Br. Liechtenthurn, deme ich das hailische Project communiciret habe. Dan der von Zergollern wegen Carl Br. Kuschland ihn456 zu entschuldigen, das er zu der den 12. dieses gehaltenen Commission nicht erschunen, weil ihm das Decret erst gester zugekomen. Nachmittag war bey mir Br. Liechtenthurn biß spatt. Abends war ich in der Geselschafft bey der Gräfin von Thurn, dan bey Grafen von Wildenstein. Dan bey Schweigerischen, wo ich den Graf Leopold von Lamberg und den Bechinie und den Flachenfeld angetroffen habe. Und mit ersten auf Ersuchen des Magistrats mit ihme den Accord getroffen habe, die 3 magistratische Strassendistrictus zu repariren auf sich zu nehmen. Mit dem anderem wegen der liechtenthallischen Hauser, wo die Haubtwache angelegt wird und mit dem dritten wegen meiner Possession di St. Martiri. [683] 16. Vormittag war ein parmahl bey mir der Wichtenstein. Nachmittag Graf Barbo, Carl Hochenwarth, Graf Gallenberg und Zois, dan der Schlud/er/bach. Erste 2 habe wegen der wichtensteinischen Commission informirt. 17. Vormittag war bey mir der Burgermeister wegen Strassenwesen. Dan der Br. Rossetti wegen der denen Præwaltern benohmenen 106 Stuck Gaiß. Nachmittag fahrte mir meinem Maxl auf dem Mayrhof, mein Holzhütten, wo ich alle Sorten von Bauholz ordentlicher legen lasse, zu sehen. Dan suchte den Br. Ferdinand, meinen Schwager, der heüt 28 Jahre alt geworden, ihme mein Compliment zu machen; war aber nicht zu Hauß. Bey m. L. war Nachmittag Mad. Schweiger. Dan ist sie mit Br. Benj/ami/n gefahren in ihre Coterie zu Graf-Barbischen. 18. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath, wo heüt fürs erstemahl der Craißhaubtman Br. Tauffrer alß Accessist und den præside introduciret worden. Nach dem Rath habe den Herberstein biß nach Hauß begleitet und mich beurlaubt, weil er Morgen nach Wienn abzureisen resolvirt hat. Um Mittag war bey mir der Cancellist Ziegler sich zu excusiren, das er das leztlich in hailischen Projectwesen gehaltenes Protocoll biß Morgenfrühe nicht ad mundum schreiben kann, weil [684] sowohl er alß das gesambte Canzleypersonale von dem Herberstein mit allerhand machenden Extracten occupiret ist. 453 Pred tem prečrtano Wald 454 Prostor za številko. 455 Prostor za številko. 456 Pred tem prečrtano sich | 267 1750 Marec Abends war bey mir Wichtenstein, welcher mir sagte, vernohmen zu haben, das Graf Barbo und Hochenwarth, bevor sie sein Commission anfangen über ein so anderes, bey Hof sich anfragen wollen und dieses soll heüt Nachmittag Graf Barbo mit dem Herberstein concertriret haben, wider welcher Commissionprotoaction sich Wichtenstein sehr beschweret. Wichtenstein erzehlte mir, das Zerniz, seeliger, das Hauß in Panaviz auf aigne Unkösten erbauet und bey 3/m fl. außgegeben, auch die Confinirungscarten deren Waldungen ebenfahls ex proprio machen lassen hat, so ihme auch bey 3/m fl. gekostet und vor Instruirung des Wichtenstein waren ihme 5/c fl. versprochen. Alle diese Depensen und Verspröchen, so bey 6500 fl. betragen haben und ihme von der Hofcamer hätten bonificiret werden sollen, seyn mit dem Tod des Zerniz erloschen und anstatt, das er Creditor war, hat man ihm sodan nach dem Tod debitorem gemacht, so das seine Erben den Verlasß nicht einmahl haben antretten wollen und ist alles, Gott weiß wohin, verschwunden, [685] wehe denen subalternen mit Rechnungen verfangenen Cameralbeambten, mit deren Kindern und öffters Kindskindern erst die Raittungen geflogen zu werden pflegen. Herberstein wird bey Gott zu verantworten haben, wegen des, kann wohl sagen, fast unersezlichen Schaden, in welchen er den Wichtenstein gestürzet und wie er noch biß dato sein Rechnungswerck in die Länge ziehet. M. L. war Nachmittag in Visiten bey der Ferd/inand/ Liechtenberg, bey der Wälschen Aursperg und abends beym Wildenstein. 19. Heüt in aller Frühe ist von hier nach Graz und Wienn abgereist Graf von Herberstein. Dan war ich mit m. L. bey der Frl. von Aursperg, dan bey der Gräfin von Liechtenberg, gebohrne Thurn. Dan bey Grafen von Wildenstein, wo wür zu Mittag speisten. Da war nebst unß dreyen Graf Barbo und sein Grafin, Graf Gallenberg und Gräfin, Gräfin von Schrottenbach, Bssa. Valvasor und ein Frl., Grafin von Aursperg gebohrne Gabelhoffen, Graf Strassoldo, General de Fin, Graf Purgstall, mein Schwager Br. Ferd/inand/ von Erberg. Spätter war ich bey der Bssa. Erb/er/g, gebohrne Abfaltrerin. [686] Abends war bey mir der alte H. von Widerkhern. 20. Vormittag war bey mir der Burgermeister und der Stadtsyndicus, welche mir den Aufsaz des mit Gr. von Lamb/ er/g zu schliessen seyenden Strassenreparations-Contract gebracht und diese Affaire bestens recomendiret haben. Der Burgermeister in particulari recomendirte seine junge in der lambergischen Allée gesezte Maulbeerbaumlein, das sie darin geduldet wurden biß zur Zeit der Transplantation. Syndicus hingegen wegen Vernietung der Fußeisen, welches zu thun sich die Schmidten waigern. Dan war bey mir Schluderbach wegen eines nicht exhibirten Acts von Ferd/inand/ Grafen von Attems. Nachmittag waren bey mir 2 Bauren von St. Servolo, welche sich beschwerten wegen der von den Venezianern immer mehr usurpirenden Confinen. Dan erzehlten sie mir, das der Comun Otsisla das Gaißviech wirklich abgeschafft habe. Die 2 comuni Beaca und Draga hingegen haben solches noch nicht gethan, doch zweifflen sie nicht, wan ein nachdrucksamer Befehl nochmahls dahin ablauffete, das sie solchem allerdings nachleben wurden. Obige 3 comuni gehören unter dem Bischoff zu Triest. Dan sey 2 communi, genand [687] Jelovize und Vodize, wo die Chichi wohnen und sehr arme Leüth seyn. Diese halten zwar das Gaißviech treiben, hingegen solches in ein daran ligendes hoches Gebürg, Preschniza genand, wo das Viech keinen Schaden thut, wan sie solches nur unten in der Ebene nicht waiden. Ein anderes comune ist hinwerts Preschniza gelegen, Podgorje genandt. Daselbst haltet man auch Gaißvieh ohne Schaden, weil man solches eben auf ein daselbst ligendes Gebürg treibet. Diese 3 comuni gehören dem Br. Salvay. Sonsten aber finden die 2 Bauren sehr gut, wan in denen ersten 3 und derzeit nur noch 2 comuni die Gaiß völlig abgeschafft wurden und das man darob fest halten möchte. Bey mir war auch der Wichtenstein, der mir mit Vergnügen erzehlte, das Morgen Vormittag sein Commission gehalten werden wird. Abends gieng ich wieder in Gala zu dem Wildenstein, wo der Gräfin von Schrottenbach Geburtstag celebriret worden. Von dar gieng ich zu Schweigerischen in Mainung daselbst den Grafen von Lamb/er/g oder den Flachenfeld anzutreffen. War aber keiner auß beyden da, ausser der Br. Schmidthoffen, der von Raab, der Graf Bucceleni und der von Bechinie. Die Frau von Schweiger regalirte mir ein Stangen Rappé. Beym Wildenstein ist heüt sein [688] Schwager Graf Barbo ohnmächtig geworden, hat sich aber nach einem ihme gleich applicirten lavatis457 bald wieder erholten. 457 Pred tem prečrtano lavat 268 | 1750 Marec 21. Vormittag war bey mir der Expeditor Köller et Nachmittag die Capuciner, die mir ein percocha der künfftigen Charfreytag Procession brachten. Dan der Br. Hall/er/stein, der gester von Arch herauf gekomen und spätter der von Nemezhoffen. Heüt ist der gester verstorbenen Kauffmann Milchertschitsch begraben worden. 22. Vormittag war bey mir der Burgermeister Perr. Nachmittag der Leopold Graf von Lamberg, welcher den zwischen ihm und dem Magistrat entworffenen458 Strassenreparation-Transactionscontract approbiret hat. Item der Ziegler, der Gayer, die Busetin und einige Bauren, die mir ein Kalk angetragen haben. Abends war ich beym Burgermeister Perr, deme den Transactionscontract zwischen Graf Lamb/er/g und dem Magistrat zu Standen zu schreiben gegeben habe in Betröff der Strassenreparation. Dan habe da angetroffen den vicarium generalem Perr, deme recomendirt habe den Bericht deren vor die Pfar Eisnern examinirten Concurenten bald einzulegen. Dan habe dem Burgermeister ad legendum gegeben des Br. de Fin Bericht in merito [689] der br.- tacoischen Lederfabrique zu Görz. Dan war ich bey Wildenstein, wo ich mit dem Ign/ati/ Br. von Abfaltrer abgeredet wegen des der Gräfin von Aursperg zu bezahlen seyenden anticipirten Capital der 5/c fl., die er Morgen zu bezahlen versprochen und das ist die Wittib des Sigm/unds/ Grafen von Aursperg zu Wienn. Mit Graf Barbo habe abgeredet, das wir Morgen denen Commercialrathen Nemezhoffen,459 Zois und Perr das Jurament werden ablegen lassen. Dan war ich bey Landshaubtman in der Gesellschafft. Mit ihm habe abgeredet, was er in merito der Kopffsteüercommission an unsere Stell einzugeben hat, damit seine in Beschlag genohmene Besoldung relaxiret werden möge. 23. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und haben daselbst auch der von Nemezhoff und der Perr das Jurament alß Commercialassessores abgelegt. Nachmittag fahrete ich mit Leop/old/ Grafen von Lamberg spaziren und die Magistratstrassen districtus zu beaugenscheinigen. Heüt habe mit einem Bauern nahmens Lenard Vintar von Terjak oder Aursperg umb ein ganzen Kalckoffen accordirt, sogestalten, das er mir den Kalck hiergestelter liffern muß und ich ihme vor jedes Gewicht 3 Mann schwer 18 Pazen zahlen und überhaubt noch 5 17ner geben werde. Der Kalckoffen ist breit in diametro [690] 6 und hoch 13 Ellenpogen und er glaubt, das bey 150 solche 3 Männer schwere Wag abwerffen soll. Die vergangene Nacht ist hier gestorben des von Kappus gewesten Regierungssecretarii Gemählin, gebohrne Tombschitschin. Heüt umb 5 Uhr Nachmittag ist mein economus von Triest Dr. Fran/ces/co Bischiach hier angekomen. 24. Vormittag war bey mir der Burgermeister, der mit mir wegen Grafen von Lamberg das Strassenwesen Betröff abgeredet und die contracta einem von dem Magistrat bereits unterschriben übergeben hat. Nachmittag war bey mir der Fusconi von Triest, der Jencko von Strasich und der Ziegler. Heüt habe die von Venedig gester erhaltene Schreibpapier vor Curiosität gewogen und befunden, das ein Risß tres capelli umbeschnittenes Papier sambt dem valucro wügt 9 ¼ lb., das kleine della Rosa 7 ½ 〈lb.〉 und ein Riß oder respective ein halb Risß von carta da Leone piegata alla francese per scriver lettere 4 ⅝ 〈lb.〉 Dan ein Stickl Schweizer Leinwath netto 6 ⅛ lb., haltet Wiener Ellen [–]460 ist breit und kostet [–]461 fl. Die vergangene Nacht ist hier gestorben Bssa. Johana von Abfaltrer, gebohrne Bssa. von Erberg, alt [–].462 [691] 25. Vormittag war bey mir Wichtenstein, welcher hoffet nun sein Sach bald zum Ende zu bringen. Und sobald die Commission ihre Relation erstattet und solche durch die Stell nach Hof gegeben wird, will er gleich nach Wien gehen, um sein Sach daselbst zu enden, auch vorzubringen, wan etwan Herberstein etwas vermischen wolte. Nachmittag war ich mit m. L. bey denen PP. Augustinern di larga manica, wo gegen 3 Uhr die Johana Bssa. von Abfaltrer, gebohrne Freyin von Erberg, in die erberische Grufft begruben worden. 458 Pred tem prečrtano von 459 Pred tem prečrtano Zois 460 Prostor za mero. 461 Prostor za vsoto. 462 Prostor za leta. | 269 1750 April Dan war bey mir der Burgermeister Perr mit einem Brief von Lisabon, der mich um Rath fragte, ob er einige ihme auß Portugall projectirte Negocien per dahin unternehmen solte. Abends war bey mir Nemezhoffen, der mir unter anderen ein Brief von Joseph Maria Grafen von Aursperg von Graz zeügte, wormit er ihm, um ein nochmahlige Dilation-Scheineschuld zu bezahlen bittet und zwar in künfftigen Juli oder längst Augusti. Nemezhoff erzehlte mir, ihm 6/c fl. gelichen zu haben und das er die Zahlung immer von einer Zeit zur anderen dilatiret. 26. Vormittag habe mein österliche Andacht verrichtet bey den PP. Franciscanern. Dan war bey mir der Ziegler, dan der Fabiani, item der wälsche Fabricant, der einige wollene Zeüg zu fabriciren anfangen will. [692] 27. Nachmittag war ich mit meinem Mäxl die Hl. Gräber zu besuchen. Dan habe die Capucinerprocession zu Hauß gesehen, welche um 6 Uhr circa bey den Capucinern außgangen und bald nach 7 Uhr bey meinem Hauß zu passiren angefangen hat. Nach der Procession ist mein economus von Triest Dr. Fran/ces/co Bischiach von hier abgereist und nach Triest retournirt. So ist auch eben um diese Zeit der Wichtenstein nach Görz retourniret, von wanen er über Kärnten nach Wien abgehet, sobald er wissen wird, das wir seinetwegen die Relation ad aulam geben werden, welches vieleicht in ersten Rath vorkomen därffte. 28. Vormittag war bey mir mit dem Osterwunsch ein so anderer, so auch Nachmittag unter anderen 4-par Jesuiten, ein par Franciscaner, ein par Augustiner, dan der Vermati, Buseth, Obristleüthnant Br. Berlendes, der unlängst von Wienn gekomen. 29. Vormittag war bey mir der Gütter- und Waarenbeschauer mit seiner Frauen. Zu Mittag speiste bey unß der abbé Werth. Gester ist mein Hänßl mit dem Br. Janesitsch auf Habach und der Lucasl, Franzl und der Nemezhof auf Mannspurg mit der Frl. Retl von Erberg zu der hallersteinischen Frl. Lenerle. Heüt Nachmittag war bey mir Graf Leopold [693] Lamberg, der den mit der Stadt stipulirten Strassenreparations-Contract ünterschreiben und mich ersucht hat, ihme noch 200 fl. von der Stadt zu procuriren. Dan war bey mir der alte Widerkher und sein Sohn, der Soldat. Mit erstem konte ich nicht viel reden, weil ich zu thun hatte. Er gieng aber zu m. L. und könte ihr sein Laid und Betrübnus nicht genug klagen wegen seiner Frl. Tochter, welche von einem Grenadierleüthnandt dem [–]463 schwanger ist und schon in nächsten Monath April niederkomen solle. Casus fatalis, welcher dem armen alten Vatter das Leben verkürzen wird. Der Vatter hat zwar schon vorlängst wider solche sein Tochter geklagt, das sie sich nicht nach seinen Willen auffährt, schlecht wirtschaffet und ihm viel Chagrie verursachet, auch mit diesem Officier viel zu vertraulichen Umgang gehabt. Der Vatter selbsten zwar nicht wenig gefället hat ihro diese Freyheit gestattet zu haben. Enfin, es wird sich zeügen, was die Sache vor Folgen haben wird. 30. Vormittag suchte den Zois, war aber nicht zu Hauß. Dan war bey mir der Verwalter von Aursperg, deme ich recomendirt habe auf die Wag des lezterkaufften Kalcks vigiliren, auch die Fuhren durch vertraute Leüth hieher begleiten zu lassen, umb allen Betrug der Bauren vorzubiegen. [694] 31. Vormittag schickte zu mir der Graf Lamberg, das er den mit dem Magistrat geschlossenen Strassenreparations-Contract gerne bald von der Stell ratificirter haben und die künfftigen Wochen daran arbeiten zu lassen anfangen wolte. Nachmittag war bey mir der Haubtman Mittersteller, dan der Nemezhoffen. 1750 April 1. April. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und da hat der Michel Angelo Zois von Edlstein das Jurament abgelegt alß Assessor bey dem Commercial Conssessu sub meo præsidio. Nachmittag war ich wieder in Repræsentations- et Camerrath. Spätter war ich bey Wildenstein, um mit dem Barbo zu reden. Dan war ich bey Zois. 2. Vormittag habe das Jurament geben lassen dem Joseph Schmuz, Schranckeneinnehmer zu Wippach. Dan habe heüt empfangen von ungelöschten Kalck auf 40 Wägen 79 Waag. Davon habe etliche scandugliren lassen und haben gewogen 2 lb. 628, 2 lb. 590, 1 lb. 333 und noch eine lb. 325, in allen 6 lb. 1.876 netto. Komt also auf ein Wag circa 312 ⅔ lb., sogestalten wägeten alle 79 Wag 24.700 lb. oder 247 Centen. Diese 79 Wag habe bezahlt zu 18 Pazen, betragt in allen 80 fl. 35 〈kr.〉. Et sic komete der Centen 19 ½ kr. circa, welches nicht wohlfeil ist. 463 Prostor za ime (O‘Reil y). 270 | 1750 April Heüt morgens ist hier angekomen der Jesuiterprovincial P. Hingerle. [695] Gester Nachmittag ist mein Lucasl, Franzl und der nemezhoffische Fränzl von Manspurg und der Hänßl von Habach retournirt. Nachmittag war bey mir der Geistliche [–],464 Administrator von dem Hofspittal, welcher wider dem darin befindlichen Br. Benaglia sich sehr beklaget, das er impertinent sey und allenthalben schlecht und das er solchen eiciren müsse, wozu Graf Barbo bereits consentiret hat. Und ich habe eben eingeschlagen, jedoch das er ihm das Spittalkleidl (weil er sonst keines465 hat) lassen und nur den Ermel abänderen und von gleicher Farb machen lassen solle. Dan war bey mir Schluderbach, item Br. Franz Hallerstein. Heüt habe wollen den Commercial Consessum halten. Hingegen ist das Oberberggericht et sic H. von Nemezhoffen impedirt gewesen. 3. Vormittag hatte zum Commercial Consessu noch gester ansagen lassen, war aber der Burgermeister auf ein Beschau verreist. Bey mir war der P. Hingerle, Jesuiterprovintial, mit dem P. Pepeu. Dan der Obristleüthnant Schwarzer, der erst aus dem Reich gekomen. Item der Craüßamtsofficier Pogatschnig wegen des voglischen Hauß und darin befindlichen Militarquartier. Dan der Fabiani, Banngerichtsschreiber. Nachmittag habe meinen Consessum Comerciale und zwar heüt vor das erstemahl gehalten, hingegen alles bißhero pausirtes erlediget. [696] Obristleüthnant Schwarzer erzehlte mir, wie das das Römische Reich nun nicht mehr das alte, sondern alles verändert und ein Theil davon gut preüssisch, der andere französisch und ein Theil osterreichisch geneügt seye. Von diesem lezten haltet er Mainz, Pfalz und Darmstadt. Das Leben sey überall theüer: das lb. Fleisch kostet 7 kr. leichtes Gewicht, der gemeine Soldat hat nur466 ein und ein halb lb. Brod vor sein Portion. Enfin, er findet unsere osterreichische Lande noch glücklicher alß andere. Den pfalzischen Hof zu Manhaim findet er brachtig und in gutter Ordnung. Er lobet sich deren daselbst empfangenen Politessen. 4. Vormittag war bey mir der Administrator von Hofspittall, deme gesagt habe, das er ohn anderes den Br. Benaglia wegen seinen Insolenzen, übler Conduite und Incorrigibilität krafft aufhabender Instruction dimittiren solle und das ich heüt in Rath deßwegen auch mit Graf Barbo reden wolle. Dan war bey mir Deliesnig wegen der neuintroducirunden Masserey. Ich war in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir der Kauffman Franzoni wegen meines neuen Gewelbl, das er gerne in Bestand nehmen möchte. Abends war bey mir der Max und Herwart Br. Tauffrer mit dem Ign/ati/ Br. Abfaltrer und erster regalirte mir eine kleine alte goldene Münz von Kaiser Leo. [697] 5. Vormittag war ich mit mein Maxl bey dem Jesuiter P. Provincial P. Hingerle, mit dem ich auch wegen meines Lucasl gesprochen, weil er ein Lust bezeüget in die Societät gehen zu wollen, wozu der Provincial auch geneügt und ihn aufzunehmen willens ist. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, wo sich die Frl. Fränzl bethligerig befindet. Nachmittag war bey mir der Petrus Graf Natali, der von Ragusa komt und mir ein Recomendationsbrief von seinem H. Vatter von Ragusa gebracht hat. Dieser Petrus, der bey 20 Jahr alt ist, gehet nun nach Moscau, daselbst Kriegsdienste zu suchen und zugleich eine Erbschafft eines von seinen Vettern. Dan war ich ein wenig spaziren, hernach in Visit beym Kriegscommission von Mühlburg. Natali erzehlte mir, das die Stadt Ragusa eine Population von 8/m Seelen, dan bey 80 tra petachi und marziliane oder polache, dan bey 70 tra trabacoli und also bey 150 Schiff haben möchte. Er glaubt, das Ragusa bey 50/m zechini alle Jahr nach Venedig veraußgaben wird vor seidene Zeug und anderes. Tempore belli hat sich die Republique wohl befunden, weil ihr Flaggen in Levante sicher ist. [698] 6. Vormittag war bey mir der junge Graf Natali, der heüt zu Mittag bey mir hätte speisen sollen. Weil er aber mit dem von Triest gekomenen Postwagen gleich abreiset, alß hat er sich bey mir beurlaubt. 464 Prostor za ime. 465 Orig. kleines, a je bil l prečrtan. 466 Sledi prečrtano ½ | 271 1750 April Dan habe auf 10 Wagen 20 Wag ungelöschten Kalckstein bekomen. Diese alle 20 Wag haben neto nicht mehr gewogen dan 5.621 lb., das also auf jede Bauern Wag 3 Männer schwehr nur 281 lb. Et sic auf einem Mann nur 93 lb. komen, welches sehr wenig ist. Doch aber habe alles vor vollkomen bezahlt à 18 Pazen die Waag mit 20 fl. 24 〈kr.〉; komt also der Centen bey 22 kr., welches viel ist. NB. Weil der Kalck in Gewicht schlecht renssiret ist, hat mir der Baur versprochen, gegen Pfingsten 3 Wag gratis zu verschaffen. Nachmittag war bey mir der Nemezhoffen, dan der Ziegler, der mir die abazirte protocola in comercialibus brachte. Spätter der alte Widerkher, der sehr lamentirte über dem Stand seiner Tochter der Sandl und die in wehrenden Monath schon niederkomen soll. Als Morgen erwartet er den Entschlusß des Oberleüthnant Oreli, ob und wan die Heyrath angehen wird. 7. Vormittag war bey mir der Czisch mit ein Dessein wegen der von dem Grafen von Wildenstein und respective von Kriegspræsidenten Grafen von Harrach auch alß Landcomandeur wegen der bey dem Teutschen Thor placirter Haubtwache movirten Anständen. [699] Nachmittag war bey mir Nemezhoff, wo wir wegen der lezt von Hof eingeschickten Consignationen-und Cassenberechnungen raisoniret haben. Dieser erzehlte mir unter anderen, das leztlich Br. Gussich mit dem Haubtmann Mittersteller einen Anstosß oder Duel gehabt und das erster auch mit einem Stock tractiret worden wäre et hoc wegen Spielen. Das Br. Tauffrer ebenfahls, Craißhaubtman, wegen seiner Frauen ein Anstosß mit dem Haubtman Capi gehabt, da er diesen ersuchte wenigst seltner ins Hauß zu komen. Br. Wolf Adam von Erberg, auch Creißhaubtman, wäre von dem Sigerle Liechtenberg außgefordert worden und das er sich excusiret habe mit ihm zu schlagen, weil er alß Obrigkeit von selben Craiß ein solches nicht thun käne. Der Leüthnant Orelli soll dem alten Wiederkher geschriben haben, das er sein geschwängerte Tochter zu hayraten nicht contrair seye, jedoch will er sie nicht geringer gehalten wissen alß ihr andere Schwester die Zergollin. Et sic verlangt er vätterliches 1.500 fl. et mütterliches 2/m fl., welches zu sborsiren der Vatter weder geneügt noch in Stand zu seyn scheinet. 8. Vormittag war ich in der Ambtscanzley, wo ich den Schranckeneinnehmern von Oberlaybach und Neümarckl das Jurament habe geben lassen. [700] Vorgester ist der Utschan, Pfarrer zu St. Marain, Sitticher, zu Sittich gestorben. 9. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Und da es vorgekomen, da der Br. Gussitsch zu Adlsperg mit dem Haubtman Mittersteller verbottene Spiel gespielt, lezter bey 3/c # verlohren hat und dan miteinander in Händl gerathen seyn, auch lezter den ersten mit dem Stock über die Brust geschlagen hat, haben wir heüt dem fisco aufgetragen wider beyde wegen des zugegen denen Generalien und sonderlich leztes sub dato Gräz den [– –]467 gehaltenen Wincklspiels zu agiren und die468 außgemessene Straff pro fisco einzubringen. Indessen ist zugleich an das Zahlambt verordnet worden, ihme Br. Gussich sein Besoldung zuruckzuhalten. 10. Heüt ist zu Steinpichl die Wittib des Joseph Br. von Gallenfels, eine gebohrne Hochenwarth, gestorben. Nachmittag war ich alß von der Stell denominirter commissarius mit dem Magistrat und dem von Merzenheim (wegen zwischen diesen beeden vertirender Strittigkeit, deßwegen, das sich lezter mit seinem Garten an der Stadtmaur zu weit extendirte) in einer Augenscheinscommission und werde Morgen in Rath meine Relation erstatten. Dan war bey mir der Burgermeister, dan der alte Wiederkher, Ziegler und einige Bauren von Stepana Vass. [701] 11. Vormittag war bey mir Merzenhaim, deme ich gerathen habe, sich mit dem Magistrat gutlich zu verstehen. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath, wo unter anderen beschlossen worden wegen des von dem Magistrat wider dem Craißhaubtman Br. von Tauffrer eingegebenen Memorial und darüber von diesem eingereichte Verantwortung ein Bericht nach Hof zu geben, des Br. Tauffrer Vorgang (da er den Burgermeister und Stadtrichter mit Arrest belegt und mehr anderen Authoritäten insciæ repræsentatione angemacht hat) zu mißbilligen und das er die Repræsentation abbitten zur Satisfaction, aber des Magistrats ihme die einlangende Resolution intimiret werden möchte. Was der Hof decidiren wird, lehret die Zeit. Nachmittag war bey mir P. Pepeu, Procurator von Jesuiten, nomine des P. Rectors mit der Beschwerde, das Leopold Graf von Lamberg über ihrem Acker die Landstrassen von der Neuen Welt biß Schisca in gerater Linie ziehen und ihnen einen Grund nach der Lange bey 150 Klaffter einnehmen und solchen sogestalten 467 Prostor za datum. 468 Sledi prečrtano gemes 272 | 1750 April separiren will, auch ohne sie zu begrüssen, via facti den Anfang bereits gemacht hat, bitten dahero umb die Einstellung biß sie nach Hof ihren recours machen. Bald darauf schickte mir Graf von Barbo ihren recours mit seiner Wohlmainung vor die Einstellung, in welche [702] ich auch mit meinem voto eingeschlugen und solches weiter dem H. von Bechinie geschickt habe. 12. Vormittag war ich mit mein Hänßl und Max bey den Br.-Paumgartnischen. Nachmittag war bey mir Merzenhaim, dan der Burgermaister, mit welchem lezten ich außgefahren bin, die von Lamberg ideirte Landstrassen von der Neuen Welt gegen Schiscka zu sehen. Dan in Betröff des zwischen Magistrat und den Merzenhaim strittigen Grunds, wo wir wieder neuerdings das Orth recognosciret und befunden haben, das mittels eines gewelbten Canal von dem obresischen Außflusß biß zur Bastion, so da 110 meine Schriet außmachete, der strittigen Sache geholffen und pro publico noch ein schener Plaz acquistiret werden möchte. 13. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag in simili. Dan bey Graf Strassoldo, der etwas unpaßlich ist. Abends war bey mir der Burgermeister. Heüt Nachmittag habe endlich mein Referat erstattet in Betröff der Militargerätschafften und Naturalquartierszinsungen, wie solche durch ein proportionirten Beytrag erzeügt und erste dem Stadtmagistrat, andere aber denen privatis bezahlt und bonificiret werden müsten. Heüt abends ist endlich die Copulation vorgegangen des Oberleüthnants [703] Oreli von marschalischen Regiment, einen Irrländer, mit der bereits *von ihme* geschwängerten Frl. Susana von Wiederkhern, womit also dieser fatale casus außgebessert worden ist. 14. Zu Mittag speiste bey unß Max Br. von Erberg. Nachmittag war ich mit H. von Mühlburg als deputirte commissarii die von Graf von Lamberg von der Neuen Welt gegen Schisca außgesteckte Strassen zu besichtigen. Da war auch der Craishaubtman und der Leüthnant Thieri, dan Graf Lamberg, Br. Posarelli, item die Partheyen alß P. Pepeu, Procurator S. J., der Perski und Fanton nomine der Matsckin, die mehreste Fleischhacker. Graf Lamberg ließ durch sein secretarium ad protocollum nehmen sein Proposition und allen seinen bißherigen in Strassenwesen gehaltenen modum et Vorgang und zeügte revera, das er alle Partheyen generensement indemnisiren will, so das alle content waren und nur allein P. Pepeu die Sache dem P. Rector zu referiren sich vorbehalten hat. Der ainzige Seiz von Schiscka war nicht zugegen, wird sich aber gleich anderen contentiren müssen, mit deme was ihme pro sua indemnisatione außgewiesen wird. Dan war ich mit dem Kriegscomissario hinter der Capucinerbastion spaziren und zeügte ihm die unlängst casualiter entdeckte Minen oder aquæductum bey 7 Klaffter tieff, so ohne Zweiffl noch von Emona her ist. [704] Dan war ich bey Graf Wildenstein, wo ich den [–]469 Grafen Herberstein, Teütsches-Ordens-Ritter, habe kennengelernet. Item den Grafen Reising von Cilli mit seinen 2 Töchtern. Spätter war ich bey H. von Bechinie und vorhero war bey mir der Schweiger. NB. Gester um Mittag hat man einen Geistlichen zu Oberlaybach arretirt und hieher ins Bistum gefänglich eingebracht. Er soll auß Böhmen seyn, truge ein Kreüz, sagte ein Paulaner zu seyn und gabe vor nach Gran Cairo alß Visitator deren Missionaren beordert und auf Reiß begriffen gewesen zu seyn. Am Sontag, alß den 12ten dieses, war er hier bey dem vicario generali um Erlaubnus, Mesß lessen zu därffen. Er konte sich darzu nicht genugsam legitimiren und alle Papier, die er zeügte, justificirten ihn nicht. Endlich zeügte er zu Graz solche Erlaubnuß von dem Erzbriester gehabt zu haben. Unter dieser Licenz schrib ihm auch der hiesige Vicar General die Erlaubnuß, jedoch nur vor einen Tag, id est vor den Sontag. Er celebrirte auch bey denen Ursulinerinen, wo er ex post auch in parlatorio war und die Klosterfrauen regalirten ihn mit Reliquien. Vicar General sache seine Papier besser ein und fande das Sigil verfalscht. Es reühete ihm, das er ihm die Erlaubnus zu celebriren gegeben. Endlich [705] reisete er von hier nach Oberlaybach ab vorgestern. Indessem bekame General Br. de Fin Ordres von Hof, sich nach ein solchem Menschen zu erkundigen und ihn handvest zu machen. Er schickte also einige Soldaten nach, welche, wie gedacht, ihn zu Oberlaybach attrapirten und an haüt herunter brachten, wo er nun constituirt und processiret wird. 469 Prostor za ime. | 273 1750 April 15. Vormittag war bey mir Br. Moscon, H. von Mühlburg Kriegscomissarius und der Koren. Wir deliberirten über die von Hof verlangte *perpetuirliche* Route und concertirten alles. Nachmittag war bey mir der abbé Werth. Spätter war ich bey Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl, ihro zu dem heütigen 72ten Geburtstag zu gratuliren. M. L. war auch daselbst und spätter bey Graf Wildenstein. 16. Nachmittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Tauffrer, der Burgermeister Perr, der Nemezhoffen und Graf Lamb/er/g. Lezter wegen der Kopffsteüercommission und fragte mich, was er thun solte, umb das ihm wohl alß dem Landshaubtman die suspendirte Besoldung relaxiret wurde. Ich sagte, das sie ohne Anstand die Specification einlegen sollen der taxirten, der eingebrachten und deren restantiariorum, so auch deren die noch taxiret werden känten und mit wieviel? Deßwegen habe an Barbo ein Billet geschriben, ob ihme recht wäre, qua Cammer- [706] herr oder wie anderst taxiret zu werden. Taufferer erzehlte mir von Graf Saur von Cilli Brief zu haben, den er mir auch zeügte, das eine bey dem Delesnig sich befindende Jungfer von darumen von hier abgeschafft werden möchte, weil sie sich rühmen solle, eine Maitresse von Graf Saur zu seyn und die er auß seinen Diensten geschafft hat, weil sie auch bey 150 fl. Schulden gemacht haben soll. 17. Vormittag war bey mir der Münzwardein, der mir 3 silberne antiche Münzen brachte, vor welche ihm 45 kr. bezahlt habe. Dan hat mir P. Mähr, Jesuiter, auch eine alte grüchische kupfferne Medalie geschickt. Nachmittag waren bey unß der Wildenstein und die Schrottenbach, dan der Barbo und seine Gräfin. Spätter brachte mir der craißhaubtmanische Officier die Conscription hiesiger zum Beytrag zu concuriren habenden Haüser. Gegen 5 Uhr ist hier von Wienn angekomen Graf Hamilton, resolvirter intendante et capitano zu Triest. Nach 6 Uhr wolte ich ihme mein Reverent machen, traffe ihn aber just unterwegs, da er von Wilden Mann zum General Br. de Fin gieng mit seiner Gräfin daselbst zu supiren. Machte ihm also mein Compliment auf der Gassen und sagte ihm, wie das ich wegen der von Hof resolvirten Einläsung meiner Possession die St. Martiri an ihme angewiesen seye und das ich gerne bald ein End davon wissen [707] möchte. Er gabe mir zur Antwort, deßwegen bereits mit Br. Flachenfeld gesprochen zu haben und das diese Sache nicht ehe tractirt werden kan, alß wan Flachenfeld nach Triest komt. Welches in einem Monath circa mit Gelegenheit, da er die Ämbter visitiren wird, geschehen därffte. Und das ihme lieb wäre, wan ich damahls auch zu Triest eintröffen oder allenfahls jemand dazu bevollmächtigen möchte. Ich antwortete ihme, das er die Kauffscontract ohne deme in Handen hat und von übrigen470 wird ihm mein economo zu Triest alle Außkunfft zu geben wissen, so das meiner Gegenwarth dabey nicht nöthig hat, welches ihme auch recht war. Sonderlich, da er sagte, das diese Sache ohne deme nur bey Hof decidiret werden wird, quo ad quæstionem an? Aber seye ungezweifflet, das der Hof die Possession einlösen wird. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, wo ich auch m. L. angetroffen. Spätter war ich beym Landeshaubtman, mit dem ich wegen der Kopffsteüer alles abgeredet habe. Und er hat versprochen die Specification aller471 taxirten und welche bereits oder noch nicht bezahlt haben einlegen zu wollen, da dan sowohl ihm alß dem Lamberg wegen ihrer morarum ihre suspendirte Besoldung wieder relaxiret werden wird. 18. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. [708] Dan haben besehen das lezt herein von Hof geschicktes Maaßrath, die Landsstrassen nach Klafftern außzumessen, welches sehr wohl gemacht ist. Nachmittag war bey mir Br. Flachenfeld wegen meiner Possession zu Triest. Dan der Stadtsyndicus Raditsch vocatus wegen des Quartierbeytrag. Heüt morgens ist Graf Hamilton mit seiner Gräfin, einer gebohrnen Gräfin von Sinzendorf des seeligen Obristhofmaisters Tochter, von hier nach Triest abgereist und wird zu Adlsperg pernoctiren und Morgen zu Triest eintröffen. Heüt ist von unserer Stell denen Cancelisten in specie aber dem Schifferstein ein derbe Reprimande gegeben worden, das sie ihrer Schuldigkeit gemäß das secretum nicht halten und vor der Zeit außschwazen, was ihnen unter die Feder komt. 470 üb- popravljeno. 471 r popravljen iz s 274 | 1750 April 19. Vormittag gieng ich mit meinem Maxl zu denen PP. Discalziaten in die Kürchen, wo das Fest des Hl. Josephi celebriret war. Dan bezahen den Wegzeüger, der erst gester von dem Magistrat nächst der Schrancken gesezet worden ist. Dan giengen besehen die neuangelende Strassen gegen Schiscka. Nachmittag war bey mir der Kriegscommissarius von Mühlburg wegen der perpetuirlichen marche route. Dan der [709] Fusconi von Triest und abends der alte Wiederkher, der mir unter anderen erzehlte, das er die Sändl in allen und jeden mit 2/m 〈fl.〉, id est vätterlich und mütterlich contentirt und abgefertiget habe. Heüt ist auch der General Marchall hier angelanget. 20. Vormittag war bey mir der Koren wegen der Schrancken-Mautner-Instruction. Dan Br. Ign/ati/ Abfaltrer wegen der Landfürspantax und sich zu beurlauben. Er gehet auf etliche Täg auf sein Gut. Abends war bey mir Nemezhoffen. 21. Vormittag war bey mir der Fabiani, der mir 3 antiche Münzen brachte. Dan ist heüt zu m. L. in Dienst getretten vor eine Camerjungfer Maria Anna Klée, welche ihr Mutter selbst bestens recomendirt hat. Heüt ist das neue Gewelb ober dem Zinngiesser, wo künfftig die nemezhoffische Küchen seyn wird, geschlossen und verfertiget worden. Nachmittag habe ein Vasßl moscato di Tenedo auß Grüchenland von Triest erhalten. Bey mir war die Stelzickin, Wittib; klagte ihren Nothstand und recomendirte ihr472 bey unserer Stell eingereichtes Memorial. Meine Kinder, alß der Maxl, Lucasl und Franzl, dan der Micherle waren mit dem abbé de Werth in Thürgarten und haben sich mit Schiessen belustiget. [710] 22. Vormittag war bey mir Perr, der mir ein Recept von meringanga in portugesischer Sprach brachte mit Bitte, solches ins teütsch zu traduciren. Dan war ich in Repræsentations- et Camerrath, dan bey Br. Flachenfeld, der Morgen in die Visitation deren Mauth und anderen Cameralämbter reiset und mit Adlsperg, dan Görz den Anfang machen successive von Friaul nach Triest, Fiume, Zeng komen will. Deme ich auch eine Abschrifft meines bey Hof eingegebenen Anbringens in merito St. Martiri gegeben habe. Nachmittag war bey mir vocatus der Craißhaubtman Br. Tauffrer von ½ 3 biß ½ 6 Uhr, um über die Dislocation des General Grafen von Thürhaim und dessen bey Hof eingegebene Relation zu deliberiren. Dan war da der Rectificationsbuchhalter von Zettl wegen der nach dem Rectificationsbefund auf die in und vor der Stadt befindliche unprivilegirte Hauser den proportionirten Beytrag zu entwerffen und eine sumam der 3.753 fl. 21 〈kr.〉 1 〈den.〉 zu erzeügen, umb darmit dem Magistrat die von ihme beygeschafften Militarreglement massige Geratschafften mit 815 fl. 38 〈kr.〉, denen *das* Naturalquartier tragenden privatis aber die Officierzinse von 1 ½ Jahr mit 2.937 fl. 45 〈kr.〉 zu boni fides und diesses krafft meinem, den 13ten dieses [711] bey der Stell erstatteten Referats. Und Zettel versprache mir die Repartition des ehesten fertig zu machen. 23. Vormittag war bey mir Br. Tauffrer und der Ziegler. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath, wo unter anderen die gester eingangene Resolution vorgekomen, womit wegen des zwischen Br. Gussich und Haubtman Mitterstiller passirten Rauffhandls eine besondere Commission angeor〈d〉net worden, das factum genau zu untersuchen, umb die schuldige exemplarisch zu bestraffen. Ex parte politica ist der Leopold Graf von Lamberg, dan der Kriegscomissarius von Müllburg benand, von dem militari aber wird der Hofkriegsrath die subjecta benennen. Der Hof ziehet sehr an, erstlich die Raufferey, 2do die Vilipendirung des Craißhaubtmans. Dan war ich biß zum Discalziaten spaziren gangen. Um Mittag ist Br. Flachenfeld in seine Visitation deren Mautambter von hier abgereist. Nachmittag war bey mir der Nemezhoffen. Vormittag war auch bey mir der alte Widerkhern, deme ich ein Memorial, um von der Kopffsteüer dispensirt zu werden, habe aufsezen lassen. 24. Nachmittag war bey mir Buseth, deme ich den von H. Osterreicher von Triest unter dato 20. hujus mir geschickten Verkauffsconto des den 25ten Jener voriges Jahrs nach Amsterdam [712] gesandten Vasß Marwein comuniciret hatte. Da Vasß hat gekostet 1 fl. 25 〈kr.〉 Eymer Marwein, darin à 1 fl. 12 fl. Fracht auß Unter Crain biß hieher 1 fl. Hat also hier gelegt: 472 Pred tem prečrtano ein | 275 1750 April – Gekostet 14 fl. 25 〈kr.〉 – Spesen von hier biß Triest sambt Mauth, Fuhrlohn 8 〈fl.〉 59 〈kr.〉 – Spesen zu Triest sambt der in Amst/erdam/ getroffener sicurta zu 4 per % 4 〈fl.〉 45 〈kr.〉 – Fracht oder Schifflohn und Avarey biß Amst/erda/m und daselbige – Spesen 25 fl. Hollander machen 20 〈fl.〉 Et sic kostet das Vasß 12 Eymer Wein franco in Amst/erda/m 48 fl. 9 〈kr. 〉 In Amst/erda/m hat473 der Wein nach selber Masß gegeben 27 ¾ Stekans und nach Proportion 50 Stekans à lb. 16 ¼ et jeder lb. à 6 Hollander fl. gerechnet und sogestalten Verkauff hat abgeworffen 54 fl. 2 〈kr.〉 hollandisches Gelds, macht kaiserliches 43 fl. 17 〈kr.〉; ist also discapitirt worden 4 〈fl.〉 52 〈kr.〉 NB. Der Wein war von schlechter Qualität von ersten Jahr, die Spesen seyn die nehmbliche alß auf ein gutten Wein. Die Mauth zu Laybach hat 2 fl. 7 〈kr.〉 betragen, wo der Wein nichtes zahlen soll. Fracht und Avarey nach Amst/erda/m von Triest hat betragen 19 fl. 6 〈kr.〉 hollandischen, wo öffters die Fracht um die Helffte wohlfeiler ist. In Ams/terda/m ist der Wein schlecht verkaufft worden, weil er schlecht war et consideratis considerandis känte dieses negocium grossen Profit geben, wan es besser instradiret wurd. [713] Die 12 Eymer halten, Laybacher Maasß à 28 Maaß per Eymer, 336 Laybacher Maaß; wurde also ein Stekan Laybacher Maaß, machen 12 Maaß. 25. Vormittag war bey mir der Cammerdiener des Landshaubtman in sein und des Graf Lamberg Nahmen, mir zu recomendiren, ihre in Beschlag genohmene Besoldungen von darumen, das sie die von Hof anverlangte Specification und Außkunfft der Kopffsteüer nicht eingereichet haben, nun da solches geschehen, zu relaxiren. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir der Raab wegen des ihme auf sein bey Hof eingereichtes Anbringen von dar procurirten Decret. Dan der Delesnig wegen der intrudicirenden Wiener Maasserey. Spätter war ich bey Nemezhoffen, dan bey Zoiß, der Morgen auf ein par Wochen nach Triest verreiset, dan bey Bechinie der noch unpäßlich ist. 26. Vormittag war bey mir der Tanzmeister Peter Georg Herzog, deme ich den Resten, so ihme wegen instruirter meiner Kinder noch gebühret hat, bezahlet habe. Dan war bey mir der von Zötl, Rectificationsbuchhalter, welcher mir die Repartition gebracht, was jedes Hauß beyzutragen hat nach dem Repartitionsbefund, und ist die Proportion e. g. von 100 fl. 15 〈fl.〉 11 〈kr.〉 3 ½ 〈den.〉, von 1/m fl. 151 〈fl.〉 58 〈kr.〉 2 ¼ 〈den.〉 Habe auch gesehen, das mein Hauß per 230 fl. Einkünfften in Befund ist, [714] so da in capitali à 5 per % betrageten 4.600 fl. Und zu dem unter 22ten dieses angemerckten Beytrag hätte ich zu concuriren mit 34 fl. 57 〈kr.〉 1 ½ 〈den.〉, das br.-erbergische Hauß mit 22 〈fl.〉 48 〈kr.〉 ¼ 〈den.〉 und jenes vor der Stadt 4 〈fl.〉 33 〈kr.〉 2 ¼ 〈den.〉 Dan gieng ich mit mein Maxl und dem Nemezhoffen in die Kirchen und spaziren. Nachmittag war bey mir vocatus der Burgermaister, der Walland und der Rectificationsbuchhalter Zötl biß spatt und durchgiengen den Befund und Repartition wegen des Beytrags, wo sich ein so andere Anstände geeüssert und solche beygeleget haben. Spätter war ich bey Graf-Barbischen und dan bey der Thurnin in Geselschafft. Der Landshaubtman erzehlte mir in Vertraun, das ihme der Agent Haimerl zu Wienn eine bohaimische Dame zur Ehe vorgeschlagen hat. Diese ist eine Wittib474 von Grafen Milesimo, dessen fideicommis an die Corinskischen gefallen. Sie ist eine475 gebohrne Vernier und also allenthalben von gutter Famille, auch bey gutten Mitteln. Er ersuchte mich bey H. von Bechinie Information einzuhollen und ihme zu benachrichtigen. Gester ist der unter 〈13ten〉476 dieses arretirte Geistliche echapirt und heüt haben wir von der Stell die Steckbrief nachgeschickt an alle Craißhaubtleüthe. 27. Vormittag habe den Rectificationscommission [715] directorem H. Schwab von Liechtenberg ersuchen lassen auf dem Rathhauß mit dem Burgermaister, Walland und dem von Zötl zusammen zu komen und einige Anstände zu erörtern, die sich in der Repartition und dem Dividenten ergeben. 473 Popravljeno. 474 Orig. Wittig 475 Popravljeno. 476 Orig. le prazen prostor za datum. Za rekonstrukcijo datuma gl. p. 704. 276 | 1750 Maj Dan bin ich mit dem Schwab zum Barbo, wo wird ein so anderes concertiret haben. Dan wieder auf das Rathhaus, wo beschlossen worden, alle auch die Publique und andere sonst privilegirte Hauser ins Mitleiden zu ziehen, consequenter nach dem Rectificationsbestand proportionatè zu taxiren, und der Zötl hat versprochen die Sache ehestens zu terminiren. Dan war ich bey Bechinie, erstlich wegen Afficirung seiner ½ Besoldung krafft k.k. Resolution de dato Wienn den 14., præsentato Laybach den 18. pasatto, und das wir von der Stell die Expedition an das Zahlambt nicht mehr zuruckhalten känen. Jedoch will ich alles bey mir behalten, auch die Auflag von meinem secretario schreiben lassen, damit die Canzley solches nicht wisse und die Sache ohne Noth nicht offenbar werde. Dan gabe er mir die Information wegen der Milesimo Wittib, gebohrne Dorothea Vernier, das sie bey 40 Jahr alt, ohne Kinder und ein Gut nahmens Moravan habe, das bey 50 circa 60/m fl. werth seyn känte. Sonst aber ausser Silber und Jubellen keine andere Mittel haben därffte. Sie ist nicht schen, doch auch [716] nicht häslich, gutte Wirtin und kennet auch die grosse Welt, welches nächstens dem Landshaubtman rapportiren werde. Bey mir war Schlud/er/bach, der mir ein Act ad referendum nachgebracht hat. 28. Vormittag habe einige manuscripta in meinem Zimmer einpünden lassen, umb sie auß denen actis zu nehmen und sie unter die Bücher zu placiren. Dan habe 34 Waag Kalck erkaufft. Und weil etwas regnerisch war und die Bauren die solchen in mehrer Quantität in die Stadt zum Verkauff gebracht und solchen bald abzugeben pressiret waren, habe die Waag von 3 Mäner schwehr per 45 kr. accordirt, das jedoch keine weniger dan 3 Centen halten solle. Die erste 10 Waag haben gewogen 3.281 lb., die andere 24 habe nicht mehr gewogen; nach obiger Proportion aber müssen alle 34 gehabt haben 11.155 lb., und hab alles bezahlt mit 25 fl. 30 〈kr.〉 Et sic komt mich der Centen zu stehen 13 kr. 3 den., welche Kauff noch der avantagioseste ist, den ich gemacht habe. Nachmittag war bey mir der Bottoni, Marotti und abends der Nemezhoffen. Heüt habe von Venedig über Triest ein Vasßl malvasia garba überkomen. 29. Vormittag war bey mir der Burgermeister Perr. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war wieder der Burgermaister bey mir. [717] NB. Heüt haben wir das erstemahl in der neuen Rathsstuben den Rath gehalten und die vorige Zimmer dem Br. von Flachenfeld überlassen. 30. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, dan bey dem Kriegscomissario von Mühlburg und zu Mittag speiste beym Landshaubtman, wo die Taffel war von 19 couverts. Da war der Landshaubtman, sein Frl. Tochter Josepha, sein Sohn der abbé, Leopold Graf Lamberg, Graf Wildenstein Comendator des Teütschen Ordens, Alexander Graf Aursperg, Ign/ati/ Graf Aursperg, Carl Graf Aursperg, Ludwig Graf Liechtenb/er/g, General Marchall, General Br. de Fin, Obrister Br. Wolckerstorff, Obristleüthnant Graf von Seckendorff, Haubtman [–],477 ein ander Officier, Br. Max Tauffrer, dessen Sohn Craißhaubtman, H. von Valvasor et ego. Heüt in Rath haben die gester eingelangte Resolution vorgenohmen, wo dem Br. Tauffrer Craißhaubtman verschiedenes und sonderlich dessen unbesonerer Vorgang verwisen wird, wo er den Burgermaister und Stadtrichter in lezten Faschung mit Haußarrest ohne Wissen der Stell zu belegen sich angemasset hat. Spätter war bey mir der junge Wolckensperg, dan der Franzoni, Czisch. Und weil heüt der Br. von Liechtenthurn als lezterwahlter landschaftlicher Verordneter bey gedachter Verordneterstell introduciret worden, so hat man ihme abends die gewöhnliche Musique gemacht. 1750 Maj [718] 1. May. Vormittag war ich mit mein Maxl bey den jungen Widerkherischen. Dan war bey mir der Burgermeister et Nachmittag der Merzenhaim und abends Nemezhoffen. 2. Vormittag habe von Rattmanstorff erhalten 109 Quatersteine, jedes Stuck 15 Zoll ins geviert, zu meinem Flaster auf die Gänge und Repos an der neuen Stiegen. Und habe solche hier gelegter à 12 kr. das Stuck bezahlt krafft Contract, jedoch 2 fl. eingehalten biß mir die noch übrige geliffert werden. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag ingleichen. 477 Prostor za ime. | 277 1750 Maj 3. Gester war bey mir der junge Kärnburg, der des hiesigen Marckschreyer478 eingereichtes Memorial unter dem Nahmen Dr. Marenig unterschriben hat. Und da casualiter Dr. Marenig in unsere Canzley gekomen und gemeldet hat, gedachtes Memorail nicht unterschriben zu haben, ist der Arzt befragt worden, wer dan gedachtes Memorial unterschriben. Et sic ist heraußgekomen, das der angehende Dr. Karnburg dieses falsum begangen habe. In Rath hat man angetragen, dem Karnburg constituiren zu lassen und exemplarisch zu bestraffen. Ich habe aber dieses alß eine ganz unschuldige Sache genohmen, sonderlich, da mir Karnburg bekandt war, die andere aber ihn nicht kennen et sic haben beschlossen, das ihme Graf Barbo zu sich beruffen, das factum [719] scharff verweisen und ihme die Consequenzen begreiffen machen möchte. Und da ihn zugleich der Barbo zum Schrocken anbefohlen, sich sogleich auf das Castell in Arrest zu stellen, so hat er sein recours zu mir genohmen und ich habe sodan die Sache aplanirt und assoupirt, das es nur bey der auf 4 Augen bekomener Reprimande gebliben. Heüt war bey mir der secretarius der alten Landmarschallin in Nahmen des Graf Joseph Aursperg wegen des Haußzüns des cobenzlischen Hauß, wo der Obrister Br. von Wolckerstorff wohnt. Dan der Deliesnig wegen der wiennerischen Maassereyen. Abends der Nemezhoffen und spätter der junge von Wiederkher. So war auch bey mir der abbé de Werth, um Erlaub anzusuchen, mit meinem Sohn Maxl die instituta juris zugleich hören zu därffen. Und weil er vorlaufig mit dem Dr. Modesti bereits gesprochen hat, so hatte ich um soweniger Anstand alß sogestalten, da das Collegium in dem und deren mehrern exercitio und Nuzen bestehen wird. 4. Vormittag suchte den Jesuiter P. Provincial. P. Hingerle ist aber schon um 7 Uhr von hier nach Wienn retournirt. Dan war ich in Visit bey Br.-Berlendesschen, welche Morgen mit Sack und Pack nach Pavia abreisen. Und gehet mit ihnen [720] ein junger Br. Kapelhoffen von Gräz und ein junger Br. Abfaltrer, Caroli filius, ihr Glück durch die Kriegsdienste zu suchen. Mad. Berlendes gabe mir 2 #, umb solche m. L. zu Bezahlung einer ihrer Schuld zu behändigen und gebühren ihro Berlendes noch 15 kr. zuruck, welche m. L. ihro schicken wird. Dan war ich in Repræsentations- et Camerrath, wo der Vicebuchhalter Marotti einige erledigte Raittung vorgetragen hat und modo consueto approbiret worden seyn. Bald nach Mittag ist Graf Seyfried von Herberstein von Wienn und Gräz hier wieder retournirt. 5. Heüt Vormittag ist hier ein Student auß der ersten Schull unglicklich ertrunken, nahmens [–].479 Noch ein fatalerer casus hat sich eben heüt Vormittag ereignet. Der Graf Wildenstein, Teütsches-Ordens-Ritter und Comendator allhier, hat schon vielle Zeit einen Bärn an der Ketten. Und weil er ihn ganz junger bekomen, war er auch zümlich zam, so das öffters Leüth um ihm herum waren, ihm zum Essen gaben. Heüt kamen einige Buben auch dahin und spielten mit dem Bären. Endlich einer hat den anderen so nache an den Bären gestossen, das ihn der Bär angreiffen oder fassen konte. Der trug den Buben in sein Hütten und riß ihm die Haut und Haar von Kopff und biß ihm gleich tod. Graf Wildenstein [721] ließ zwar den Bärn gleich tod schiessen, hingegen war das fatale factum schon vorbey und hätte besser gethan, wan er ihn gleich junger tod geschossen hätte. So wurde er grosser sich nicht erinnert haben, das er ein Bär ist. Heüt Vormittag habe den Maxl die Ader an Arm eröffnen lassen, weil er einige Täg her etwas unpaßlich und ohne deme sehr blutreich ist, um einer Kranckheit vorzukomen. Nachmittag habe den Grafen von Herberstein 2-mahl gesucht, aber nicht angetroffen. 6. Vormittag war ich bey Graf Herberstein. Dan bey Buseth, dan in der landschafftlichen Buchhalterey bey dem Generaleinember und Buchhalter. Dan war bey mir der Hölbling, der mir den Zinns von mein Gärtl beym Balhauß brachte mit 7 fl. von Georgi 1750 biß Georgi 1751 anticipate. Nachmittag war bey mir der junge Hochenwarth und Buseth, dan die Frau von Widerkher. 7. Vormittag war bey mir der hiesige burgerliche Schleiffer, der da lamentirt, das diesen Marckt 6 frembde Schleiffer hieher gekomen seyn, die ihme das Brod benehmen. Dan war da der Schluderbach. Nachmittag war bey mir Br. Ign/ati/ Abfaltrer mit seinem Sohn, dan Br. Schmitthoffen, Br. Liechtenthurn, Graf Burmbrand und Br. Tauffrer der Craißhaubtman, dan die Leüthnant Thiery. Br. Abfaltrer ist [722] resolvirt, seinen Sohn mit dem Br. Esch nach Löwen ad jus zu schicken. Ich habe ihm widerrathen 478 sic! 479 Prostor za ime. 278 | 1750 Maj soviel ich konte und sagte ihm vor, das ihm und seinem Sohn reüen wird die Zeit und das Geld zu Löwen zu verlühren, wo er ein sowohl alß das andere hier weit besser und nuzlicher anwenden känte. Es wäre aber alles vergebens, der junge Herr will in die Frembde. Die Gelegenheit des Br. Esch, der ohne deme nach Coblenz gehet, ist favorable et sic allen Ansehen nach, der junge Herr infectis rebus reduxerit. M. L. war abends beym Wildenstein in der Gesellschafft. 8. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Und ist heüt das erstemahl wieder der Graf Herberstein alß præses in Rath gekomen, auch den jungen Grafen von Burmbrand alß auscultatorem oder Accessisten mitgeführt, welcher seinen Plaz nach dem Br. Tauffrer genohmen hat. Nachmittag bin ich mit meinem Hänßl und Maxl ein wenig spaziren gangen. 9. Vormittag brachte der Steinmüz den Stürzstein zum Fenster, wo die untere Privets seyn, haltet 4 Schuh weniger ein Zoll. Heüt hat man meine Gäng im Hauß angefangen mit denen Radtmanstorffer Steinern zu pflastern und zwar an ersten bey dem nemezhoffischen Quartier, weil er mir die Steine erstelt und accordiret hat. [723] Dan habe auch heüt erhalten ein Küstel von 2 ½ Centen von Linz mit Fenstertaffeln. Nachmittag war bey mir der Raab von Karst mit ein Memorial, um von der Kopffsteüer dispensiret zu werden. Und da er leztlich zu Triest war, fragte ich ihn, wie sie mit ihrem neuen Haubtman dem Grafen von Hamilton content seyn? Er sagte mir, die Triester hatten an Herwerstein einen Teüffel, an dem Wisenhütten einem Hailigen und was der Hamilton sey, wissen sie es noch nicht. Bey mir war auch Schlud/er/bach, deme ich ein so anderen Schlusß über meine gestrige referata entworffen habe. Simoneti nomine Zois war ebenfahls bey mir und brachte mir ein Brief von leztem. 10. Vormittag war bey mir der Burgermaister, der mich ersuchte, durch ein gutten Canal den General de Fin disponiren zu trachten, sein Quartier künfftig in steinhoffnischen Hauß zu nehmen, wo der Zins wohlfeiler, consequenter dem publico weniger oneros wäre. So trachtet auch der Magistrat den künfftigen Obristen in weinachtischen Hauß zu logiren ex eadem ratione. Zu Mittag speiste bey unß der Raab von Carst. Nachmittag war ich bey General de Fin, der Morgen nach Triest verreiset auf etliche Täg. Da war auch der General Marchall und der Graf Wildenstein. [724] Abends war bey mir Nemezhoffen, der mir unter anderen erzehlte von Grafen von Herberstein gehört zu haben, das unsere Buchhalterey nach Gräz komen solle. Consequenter schliest er, das vieleicht mit der Zeit auch die Repræsentation und Camer allhier aufgehoben und alles Gubernium wieder von Graz dependent gemacht werden därffte. Wozu Herberstein und Stuppan ohne Zweiffel ihr möglichstes pro patria contribuiren werden und erster um so mehr, alß er sich schon öffters verlauten lassen, das er denen Crainern viel guttes gethan habe, sie aber gegen ihme undanckbar wären. Enfin, dieser gutte Cavalier hat allemahl intrighi und imbrogli gemacht und wirds auch allemahl machen biß er selbst noch mehr alß jezo intrighirt und imbroglieret seyn wird. Und ist sein Caracter so beschaffen wie jenne, die heüt zu Tag modi seyn und die gesambte osterreichische Lande unter- und überwerffen. 11. Vormittag umb 6 Uhr ist der General Br. de Fin von hier nach Triest abgereist. Bey mir war der alte Widerkher, dan der Burgermeister Perr. Dan ein Jud von Triest, des Abraham Vita Levi Aydam. Nachmittag Deliesnig wegen der Massereyen. Heüt morgens ist allhier gestorben an einem Apostem und 8-tagiger Kranckheit [725] der Proviandofficier Kimerstorff. Bey mir war auch der Pfarrer nomine Gartner. 12. Vormittag war bey mir der Bottoni in Angelegenheit der barcichischen Raittungen. Nachmittag der Gio/vanni/ Giorgio de Raab auß Carst sich zu beurlauben. Dan der Glaser Struppi, item der Ziegler. NB. Vorgester habe in 2 Verschlagl fiumanische Waxkerzen an marchese Verzoni nach Wien abgeschickt mit Fuhrmann Jacob Mischiza, der zu Wienn auf der Laimgruben beym Bärn einkheren wird. Heüt hat mein Hänßl sein Memorial bey der Repræsentation und Camer und zwar dem Grafen von Herberstein selbstem überreicht, auf das ihme eine durch den Br. von Liechtenthurn erwählt und confirmirten Landschafftsverordneten vacant gewordene Interimsbesoldung assigniret wurde. Heüt Nachmittag ist der gester verstorbene Proviandsofficier Kimerstorff bey denen Augustinern di larga manica begraben worden. 13. Vormittag war bey mir der Burgermeister, einige in heütigen Rath vorkomende magistratische | 279 1750 Maj Angelegenheiten zu recomendiren. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath und zwar nicht mehr im vorigen, sondern im jenen [726] Zimmer, wo vorigmahls das Judicium delegatum, auch die Landrectificationscommissiones gehalten worden. Und dieses ex ratione, weil Graf Herberstein das vorige Zimer, wo vormahls das landeshaubtmanisches Gericht gehalten worden, vor diese Stell zu schlecht und inconvenient findet, auch deßwegen den lezten Posttag ad aulam ein Bericht erstattet und dieses vorgestellet worden. Nachmittag war abermahls bey mir Perr, der mir versprochen hat, von den dermahlen in Brand befindlichen 68/m Stieglsteinen 12/m zukomen zu lassen. Und 20/m destiniret er vor das königliche Ambt, 15/m vor Graf Barbo und 21/m bliben vor das übrige Publicum. Dan war bey mir der lezt von Wienn retournirte Grosßl von Kropp in merito seines wider dem Zois zu Wien eingereichten Memorials in Betroff des Wolffsburger Eisens. Dan der Simoneti nomine Zois in eadem materia. Dan der alter Br. Tauffrer und Carl Hochenwarth in Visit. Item der Liscutin wegen seiner Plazes in der Buchhalterey und Orts die Mildenstifftungscomissionsacta conserviren zu känen. 14. Vormittag war bey mir vocatus der Buchdrucker, ob er hier die Generalien nachzudrucken und vor sich selbst zu [727] verkauffen auf sich nehmen wolte, damit das Publicum bedienet wurde. Er will sich hierzu nicht resolviren, weil er keinen Abgang vorsicht. Dan habe ihm vorgetragen, wie dahier das Papier besser und mehrer bearbeitet werden känte und ob er nicht wust, wie der Sache zu helffen? Er nahme dieses zur Überlegung und glaubt, das in Land an Hadern kein Mangl wäre, wan man nur solche besser zu samlen wuste. Dan war da des Ign/ati/ von Abfaltrer sein Sohn, der Morgen mit denen Br.-Eschischen nach Löwen in Niederland ad studium juridicum verreiset. Mit dem gestrigen Post hatte man die Nachricht von Graz, das daselbst der geweste Camerpræsident Graf von Attems gestorben seye. Nachmittag fahrte mit dem Burgermeister spaziren in dem Stadtwald und habe gesehen, wie der Magistrat den neuen Graben hat aufwerffen lassen an jenem Orth, wo er den Wald hat nachsezen lassen. In circumferentia hat der Orth oder die Länge des Grabens 6/c Klaffter, der Graben ist tieff ein Klaffter, breit 1 ½ Klaffter und jede Klaffterlänge ist zu 10 kr. bezahlt worden. Kostet also der ganze Graben 100 fl. und ist par enterprise gemacht worden. [728] Spätter waren bey mir die Widerkherin und Busetin. 15. Vormittag war bey mir Ziegler. Nachmittag Graf Wurmbrand und Br. Tauffrer, welchen ersten ich auch sein Verlangen bey m. L. aufgeführet habe. Heüt morgens ist der junge Br. Abfaltrer mit denen Br.-Eschischen nacher Löwen abgereist und sein H. Vatter Br. Ign/a/ti war ex post bey mir. 16. NB. Heüt Vormittag hat hiesige Haubtwache480 von marschallischen Regiment das neuerbaute Haubtwach*hauß*481 an dem Teütschen Stadtthor das erstemahl bezogen, consenquenter das graf-strassoldische Hauß auf dem Neuen Marckt verlassen und zwar diesem Morgen mit anbrechendem Tag. Bey mir war der Ziegler. Heüt ist das Zimmerle an der Biblioteche völlig fertig worden mit 2 neuen Thören und ein Fenster und neuen Fußboden. 17. Vormittag nach der Mesß bin ich mit mein Maxl spaziren gangen. Gester Nachmittag ist mein Hanß mit Br. Janeshitsch nach Habach auf die Feyertäg. Heüt Nachmittag war bey mir der Magister auß der dritten Schull mit dem Magister rhetorices Crusius; erster mich zu seiner morgigen Comedie einzuladen. Dan der Wälsche Aursperg sich zu Bericht schlagen, ob er nach Wienn gehen solte, [729] seine Hilff bey Hof zu suchen, id est titulo elemosinæ. Dan war ich spätter bey Graf Barbo, wo auch m. L. in ihrer ordinari Coterie der Schrottenbachin und Wildensteins war. Heüt abends hat seit seiner Kranckheit der Benj/ami/n Br. von Erberg wieder an unser Taffel gespeist. 480 Pred tem prečrtana neberljiva beseda. 481 Pod Hauß prečrtana neberljiva beseda. 280 | 1750 Maj 18. Vormittag morgens ist mein Lucasl mit mein Schwager Br. Wolf Daniel von Erb/er/g nach Mannspurg geritten. Dan war ich mit meinem Maxl nach der Mesß spaziren. Gegen 2 Uhr Nachmittag ist die Grafin von Barbo, gebohrne Grafin von Wildenstein, mit einer Tochter ganz glücklich niederkomen und ist solche ihr erstes Kind und in der Hl. Tauf benahmset worden Maria Caetana Josepha Foelix. Der Gevatter war ihr H. Bruder Comendator allhier und Gevätterin482 die Gräfin von Schrottenbach. Nachmittag war ich mit mein Maxl und Micherle in einer Comedie auß der dritten Schull. Dan war ich bey meinen Frl. Schwagerinen. M. L. war auch daselbst, dan aber bey der neuen Sechswochnerin. 19. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und abends, da ich retournirte und vernahme, das H. Osterreicher von Triest hier angelangt seye und mich gesucht hat, gieng ich zu ihm in Wilden Mann und blib da biß gegen 10 Uhr. Er gehet nach Kempten, um sein Vatterland und die Seinige zu besuchen. Und därffte schwerlich mehr retourniren, weil er zimlich [730] alt geworden und sehr gebröchig ist, auch sein negocio zu Triest seinen zwey nipoti, dem Thoman und dem Domreicher, überlassen und selbe in gedachte negocio interessiret hat, doch aber wird das negocio noch unter seinem Nahmen continuiren. M. L. war Nachmittag und abends bey der Barbin. 20. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und in solchen ist meinem Sohn dem Hänßl die Interims-Landrechtsrathsbesoldung assigniret worden. Zu Mittag speiste bey unß der H. Österreicher mit seinem compagno. Nachmittag war bey mir der Schranckeneinnehmer Siberau, dan der Steüeranschlager Schrey. Bey m. L. war der P. Liechtl, Jesuiter. Abends war bey mir Nemezhoffen. Um 8 Uhr abends ist Graf von Orzon von Görz allhier angelangt und bey H. von Nemezhoffen eingekhert. Heüt ist mein Lucasl 15 Jahr alt worden. Spätter war ich bey H. Osterreicher, der Morgen von hier nach Kempten abreisen will. 21. Heüt morgens um483 *halbe 10 Uhr*484 ist Graf Orzon von hier nach Wienn abgereist. Ich war485 vorhero bey ihm, weil er ohne deme in Hauß logirt. Erzehlte mir verschiedenes, unter anderen, das ein unlängst nach Mayland resolvirter Beambte von Wienn durch Gorz passirt sey und dem abbé conte d‘Eril gemeldet habe, das er ihm in kurzen nichtes anderes [731] zu sagen wisse, si non che l‘augustisimae patrona non habbia nissuna potenza per amica. Das einmahl conte Anto/nio/ Strassoldo zu Wienn beym Grafen von Ulefeld in der Gesellschafft war und Graf Haugwiz dahin gekomen ist und gleich dem Grafen von Ulefeld gesagt habe, wie das ihme Haugwiz die Königin das gesambte Postwesen übergeben habe. Ulfeld antwortete mit Flegma, das er ihm viel Glück dazu wünsche, die Königin aber habe ihme deßwegen noch kein Wort gesagt. Das man zu Wienn offentlich sehr schmählet über alle die dermählige neue Einrichtungen und continuirliche Abänderungen und das wan ein Feind dahin komete, die Wienner ihme leichter Dingen beyfallen wurden. Das Graf Serbellon, Spannier, nach dem Todt des Monte Santo alß præses von dem Walschen Rath denominiret war. Wenige Tag darauf aber gabe die Königin das præsidium von Walschen und Niederländischen Rath dem Tarouca. Das Servellon unter diesem nicht stehen wolte alß ein alter Minister, der den Tarouca vor Jahren mit seinem Vatter, der um ihn nichtes wissen wolte, außgesehnet habe. Servellon legte über etliche Tag der Königin zu Füssen ihre Charge, die Königin ließ ihm das Gehalt per modum pensionis mit 8/m fl. Über einige Zeit kam Servelloni zur [732] Königin und legte ihro auch die Pension zu Füssen, beurlaubte sich und gieng nach Spanien, wo ihm die Muter des Königs 10/m fl. Pe〈n〉sion gibt. Hl. Vicariato Apostolico macht viel bruit und sollen die Venezianer grosse Bewegungen dargegen an römischen Hof machen, so das sie sich flatiren, das vieleicht nichtes darauß werden därfft. Dan war eine die famoseste in Europa seyn sollende Singerin an prüsischen Hof, die der Wiennerischer hören wolte. Und da sie nach Wienn kam und etlich wenigmahl bey dem regierenden und verbittibten Hof sange, soll sie bey 12/m fl. von Wienn weggetragen haben an Regalien. Von Trezzi sagte 482 Pred tem prečrtano die 483 Popravljeno iz in 484 Pod tem prečrtano al e frühe 485 Orig. vor | 281 1750 Maj Orzon, das er in Görz, Gradisca und Triest alles war und alles commandirte und nun wäre er nichtes und dabey unter scharffer Bewachtung in Arresten zu Görz. Heüt morgens um 6 Uhr ist H. Osterreicher von hier nach Villach und dan weiter über Lienz nach Kempten abgereist in compagnia seines giovine David Bühelin. Nachmittag war bey mir der Sohn des Wichtenstein, der mir sagte, das Flachenfeld diese Wochen noch hier seyn wird und das sein Vatter auch am Sontag hier eintröffen soll. Um 6 Uhr Nachmittag ist wieder hieher von Triest retournirt der General Br. de Fin. 22. Vormittag war bey mir Br. Gall der abbé, der einen anderen Br. Gall, des Landbereitungs [733] comissarii Sohn, aufgeführet hat und der gerne in Kriegsdienste komen möchte, wan ihm solches sein Vatter erlaubete. Dan war da der Ziegler, deme ich die conclusa des lezten Raths besser in die Feder gegeben habe. Item der Delesnig wegen der Steinener Mezen-Zimmentirung mit dem Steinmizer Bombasi. Nachmittag der Siviz nomine Grafens von Lamberg, der von dem Magistrat die andere Helffte, der ihme vor die zu repariren übernohmen Strassendistrictus versprochenen Suma Gelds gerne haben möchte. Dan der Kürchschlager wegen des ihme neuzugerichteten Gewelbs, um welches ich vor den Jahrszinns mit ihme per 20 fl. mich verstanden habe, so das er kunfftig mit dem Gewelb, das er auf dem Plaz hat und 25 ½ fl. davor bezahlt, in allen 45 fl. 30 kr. bezahlen wird und zwar von Georgi dieses Jahrs anzufangen. M. L. war abends beym Wildenstein, der sich an der Siatic kranck befindet. Heüt morgens seyn 7/c Mann forgatschischer Mannschafft von Görz hier angekomen und marchiren Morgen wieder weiter zum Campement nach Pettau. 23. Vormittag war bey mir der Burgermaister Perr, der Ziegler, dan der junge Zetall von Carlstadt, der mir einige kupfferne alte Münzen brachte. [734] Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, worin nichtes, dan die von denen 2 politischen comissariis in Betröff deren zwischen Br. Gussitsch und dem Haubtman Mitterstiller vorgewesten Rauffhandeln erstattete Relation und respective abgefuhrte constituta abgelesen und darüber deliberiret worden. Dieser Rauffhandl ist vorgegangen den 2ten aprile passatto zu Adlsperg. Der Craißhaubtman Br. Gussich hatte in der compagnia den forgatschischen Leüthenand H. Stankhovanskhi und der Haubtmann Mitterstiller, den Unterleüthnand H. Rudolph von dem nehmblichen marschallischen Regiment. Pro commissariis ex parte politica zu Untersuchung der Sache waren von Hof denominirt Leopold Graf von Lamberg, Landesverwalter allhier, dan der Anton Joseph von Mühlburg, Kriegscomissarius und zugleich unser Repræsentations- und Camermittelsrath. Ex parte militaris waren von Hofkriegsrath auch 2 commissarii benandt, alß der Johann Raichard Frh. von Wolffersdorff, Obrister von Marschallen, dan der Samuel Wilhelm von Boekhl, Haubtmann unter Marschall. Actuarius ex parte politici: der Johan Gregor Smrekher j. u. dr., von militari aber Johan Paul Mayr, Leüthenandt und Auditor vom marschallischen Regiment. Das Examen und die constituta seyn den 11. et 12ten hujus allhier abgeführt worden. [735] Und da der ganze Handl von einem Winckelspiel und zwar in br.-gussichischen Hauß entstanden und der Haubtman Mitterstiller verlohren hatte bey 9/c fl., so haben wir befunden, soviel das Spiellen anbelangt, das Br. Gussich das in Geld empfangene so bey 370 fl. war, in das hiesige Armehauß zu erlegen condemniret wurde. Respectu der Raufhändl aber haben wir befunden, das der Haubtman Mitterstiller zu allen den Anlaß gegeben, auch er die mehreste Schuld an allen habe, massen er in der Zahlung seiner Verlust (nachdeme ihm Gussich vielles nachgelassen) mancant war und sein Parole nicht gehalten hat. Er hat der erste sehr spizig und ehrenrührisch dem Br. Gussich zugeschriben. Er hat der erste den Stock wider dem Gussich gebraucht, item sodan der erste den Degen gezogen. Was über unser ad aulam abgebenden gutächtlichen Bericht resolviret werden wird, tempus dabit. 24. Vormittag war ich mit mein Maxl bey Mr Haill in der Neuen Weldt. Zu Mittag speiste bey unß der Oberleüthnandt Setal von Carlstadt. Dan war bey mir der Michelitsch, gewester Stadtschreiber zu Crainburg und seit St. Georgi Verwalter bey Br. Codelli zu Thurn und Thurnau. Dan der Ziegler, deme die mir vor die Wittib Stelzickin von Graf Barbo heüt [736] geschickte 1 fl. 59 〈kr.〉 behändiget habe, sodan sie von mir ein Kremnitzer # von Herb/er/stein und Bechinie, von jedem eben soviel und dan obiges von Graf Barbo mittels meiner Collectation erhalten hat. Heüt morgens seyn 〈7〉/c Mann forgatschische Trouppen von Görz und dan 2/c molckische auß Steüermarck hier angelangt. Gester Vormittag ist ein Deserteur und zugleich Dieb von marschallischen Regiment archibusirt worden. 282 | 1750 Maj Er hätte zwar aufgehangen werden sollen, weil aber der hiesige Freyman sich unsichtbar gemacht, ist obige Execution vorgekheret worden. Nachmittag gester ist mein Hänßl mit dem Br. Janeshitsch auf Habach. Heüt Nachmittag ist mein Micherle mit der Frl. Fränzl von Erberg auf Manspurg zu der br.-hallersteinischen Frl. Lenerle auf etliche Tag verreist. Abends war ich bey Grafen von Wildenstein, der noch an der Siatic unpaßlich ist. Da war auch m. L. und mehr anderen. 25. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan war bey mir Ziegler. Heüt Nachmittag ist das Fußgewelb in meiner neuen Küchen geschlossen,486 ingleichen die biß dahin in des Br. Benjam/in/ Zimer gehaltene Thür vermaurt worden. Um ½ 7 Uhr Nachmittag ist die Gräfin Barbo, die in ihren 6 Wochen den Rißlaußschlag hat, versehen worden. Sie war aber schon [737] so schwach, das sie die Hl. Communion nicht mehr empfangen konte. Man gabe ihro also die lezte Oelung und bald nach 7 Uhr ist sie gestorben. Welcher Todsfahl ihren Mann sowohl alß ihren Brudern den Grafen von Wildenstein sehr betrübet hat. Sie war gebohren den [– – –],487 vermählt an Graf Barbo den [– – –].488 Sie war eine frome und tugendhaffte Dame, meritirte jedermanns estime, lebte gut und exemplarisch. Mit ihrem Mann und Bruder und Schwester hatten einander besonders Lieb. Sie war an der Brust und jemerlich ledirt und deßwegen immer unpäßlich und deßwegen ist ihre Schwangerschafft diese die erste und die lezte gewesen. 26. Vormittag war bey mir der Klee, den ich in leztem Rath vorgeschlagen habe, sowohl zu Außmässung des Landes alß al enfahls die Rectification einen calculatorem nöthig hatte. Und er scheinet mir ein capabler und qualificirter Mensch zu seyn. Dan war bey mir der Burgermaister wegen deren Tarocka-Karten. Dan der Haubtman zu Lack Br. Halden sich zu beurlauben und gehet auf ein Zeit ins Schwaben, sein Vatterland, sein 83 jahrige alte Frau Mutter zu besuchen. Dan war bey mir der Fabiani. Abends war m. L. bey Wildenstein. 27. Vormittag war bey mir der Burgermeister wegen Reparation des strasoldischen Hauß, wo vorhin die Haubtwache war. [738] Dan war bey mir der erst von Görz hier angelangte Wichtenstein, der ganz consolirt ist über die leztlich seinetwegen herein gelangte Resolution, womit der auf sein Haab geschlagene Arrest wieder aufgehoben und ihme das salarium et officium wieder accordiret worden. Um ½ 11 Uhr Vormittag ist die Gräfin Barbo bey denen Franciscanern begraben worden und haben die Leüch vielle Dames und Cavaliers begleitet. Ich bin mit meinem Hänßl auch mitgangen. Dan habe gesucht den Br. Halden, Haubtman zu Lack, war aber nicht zu Hauß. Nachmittag war ich bey Br. Flachenfeld, der den [–]489 von Triest hieher gekomen. Spätter war ich bey Wildenstein, wo auch Graf Barbo logirt. Da war die Schrottenbach, m. L., General Br. de Fin, Graf Ludwig Liechtenb/er/g, Graf Strassoldo. 28. Heüt, die vergangene Nacht hat sich m. L. etwas unpäßlich befunden, sogestalten, das sie beforchten hat eine allzufrühezeitiger Niederkunfft, massen sie ihre Rechnung auf dem 18ten künfftigen Monath Juni machet. Ich habe gleich um Mitternacht um die Hebame und dan etwas spätter um die Frl. Rettel geschickt, welche beede auch bald gekomen seyn. M. L. hatte ein so anderen kleinen Anstosß, jedoch ohne Folgerung, sogestalten, das bald nach 4 Uhr sowohl die Frl. Retl alß die Hebame nach Hauß retourniret seyn. [739] M. L. befande sich sodan etwas besser und fieng an zu ruhen und zu schlaffen, hat sich auch ex post wieder ganz gut befunden. Heüt ist wieder die gewöhnliche Procession gewesen. Dan war bey mir Nemezhoffen. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan gieng ich zu Wildenstein, wo sie schon wieder zu 486 Sledi prečrtano worden 487 Prostor za datum. 488 Prostor za datum. 489 Prostor za dan. | 283 1750 Maj spillen angefangen haben in ihrer ordinare Cotterie, id est die Schrottenbach, m. L., Barbo, Benj/ami/n Erberg. Spätter war ich bey Schweigerischen, wo auch die gewohnliche Cotterie angetroffen habe. Heüt in Rath sagte mir secretarius Sazfeld von dem præsidi den Befehl zu haben, mir die intimatum an Wichtenstein ad expediendam zu übergeben. Und da ich in Sachen referens ware, auch das intimatum, welcher der Czisch verfast hat, übersehen und unterschriben habe und solches gebrauchiger massen mit des præsidis scribatur und Unterschrifft in die Canzley hatte geschickt werden sollen, so wuste ich nicht, warum solches ich thun solte. Ich fragte den præsidem und movirte ihm zugleich, das krafft k.k. Resolution der Sequester alsogleich hätte aufgehoben werden sollen. Er aber insistirte auf das præstitis præstandis. Ich versezte, das dieses in der Resolution nicht enthalten. Endlich sagte er, das er sich der ganzen Sache nicht annehmen wolle. Enfin, ich habe das scribatus darauf gemacht und [740] in die Canzley ad expediendum geschickt. Das aber der Sequester nicht alsogleich aufgehoben und solches dem Br. de Fin und hiesigen Landshaubtman nicht intimiret wird, wie solches in damahligen Rath zugegen meinen Referat von præside geschlossen und von ihme das præstitis præstandis contra resolutionem befohlen worden, das wird der Hof authen, wan der Wichtenstein seine weitere passus zu machen bemüssiget seyn wird. Item hat mir Herberstein aufgetragen dem Magistrat zu sagen, dem Perr die Tarocco-Karten wieder zu restituiren, so auch den, dem Goldschmidtsgessellen abgenohmenen Degen, ohne das er wolte solches durch das protocollum lauffen zu lassen. 29. Vormittag war bey mir der Klee, der mir sein Schrifft zu sehen brachte. Dan der Wichtenstein, der sich just beklagte, das ihme die Resolution solang nicht intimiret wird. Item der Zigler mit denen exhibitis,490 dan der Wälsche Aursperg und dan der Graf Strassoldo. Heüt hat mir der Kirchschlager den neuen mit ihm geschlossenen Bestandcontract vor sein Laden und Gewelb unterschribener gebracht. Abends war ich bey Wildenstein, welcher Morgen mit dem Barbo und der Schrottenbach auf Wildeneg zu Br.-Valvasorischen verreiset, [741] um sich in ihrer Betrübnus zu erleichern wollen, aber um Mittwoch wieder hier sey. Daselbst war auch m. L. mit Br. Benj/ami/n. Heüt abends habe dem Dr. Modesti ein Wechslbrieff behändiget von Bartolo Garzoni de Hochenberg, außgehend unter dato Triest den 9ten Oktober 1738 und mir zahlbar den lezten Jenner 1739, in capitali 4/c fl. sambt den 6 per %-tigen Interesse. Und weil Garzoni ausser Stand ist mir solchen zu bezahlen, hingegen prætendiret, solches Geld in das Hamerwerck Sava verwendet zu haben, consequenter, das er nicht debitor seye, sondern die Erben Costanzi alß in partem proprietarii von gedachten Bergwerck. Et sic habe dem Modesti recomendirt, mit dem Garzoni die Sache außzumachen und dan zu sehen, ob diese Post von die Costanzi angenohmen und das Bergwerck solche mir zu bezahlen sich obligiren wird. 30. Vormittag war bey mir der Klee, deme ich ein Billet vor Mr Zettel gegeben und dieser ersucht habe, ersten in der Arithmetique zu probiren und dan zu melden, ob er darin practiciret und fest seye. Dan war bey mir der Bottoni, den ich ersuchte, Nachmittag zu mir zu retourniren und mir eine Außkunfft zu geben in Betroff der 151 ½ spodi Wein, die die Tschuberaner von den arrendatoribus deren buccarischen Wirtshausern alljährlich zu nehmen obligiret seyn. Heüt ist die aussere doppelte Thür von der Haubtstiegen an m. L. Zimer angeschlagen [742] worden, ingleichen die andere Thür von nehmblichen Zimer an dem Cabinet. Nachmittag war bey mir Bottoni, der mir unter anderen erzehlte, das dem Gerlici sein Ambt zu Fiume zu überkomen bey 14/m fl. gekostet hat; 4/m 〈fl.〉 davon bekame der Sartori, 4/m 〈fl.〉 der Saffran und das übrige mehr andere zu Wienn. 31. Vormittag war bey mir der Rectificationsbuchhalter Zettel, der mir von dem Klee alle gutte Information gegeben hat. Gester hat mir der Fridrich Weittenhüller 100 fl. gelichen und ich schickte ihm davor eine Quittung und das ich ihm Ende künfftiges Monats Juni zahlen wolle. So remmittirte er mir die Quittung und war so complaisant, das er kein Schrifft von mir haben wolte, das Geld491 aber alsogleich gegeben hat. 490 V nadaljevanju je večina vrstice prazna, morda še za eno ime. 491 Pred tem prečrtano Gle 284 | 1750 Junij Heüt Vormittag ist die gewohnliche Jesuiterprocession gegangen, hingegen in der Retour von Regenwetter zerstreüet und sein keine evangelia auf den Gassen gelesen worden. Bey mir war Nemezhoff, der mir sagte, mit heütiger Post eine Verordnung von Graf Salleburg, Oberkriegs-und Generalcomissario, empfangen zu haben, womit dem hiesigen Kriegscommissarius von Mühlburg sein Besoldung von darumen suspendiret worden, weil er über die Winter- und Sommermonaten die Rechnung separirter noch nicht eingeleget hat. Item zeugte er mir ein Brief von Graf Orzon, der ihm schreibt, mit dem [743] Grafen von Haugwiz von mir favorabl gesprochen zu haben und das der Haugw/iz/ eine von mir hinauß gegebene Schrifft belobet habe. Dan sagte er auch, das er und der Vicebuchhalter von Maroti wegen von diesem ihme gestalten Mängl in seinen Raittungen übereinander kamen därffen und das er sich von Maroti keine Lehren geben lassen. Abends war ich mit meinem Maxl spaziren und spätter waren wir bey meinen Schwägerinen. Heüt ist mein Heinrichl 3 Jahr alt geworden. Und weil man sagt, das ein Mensch noch einmahl so groß wird alß er bey 3 Jahren ist, so habe ich ihn gemessen und befunden, das er 2 Schuh und 9 Zoll scars in der Länge hat. Consenquenter wurde er in seinem statu 5 Schuh, dan 5 ¾ Zoll erreichen auf Wienner Maaß gerechnet. Bey mir war auch der Ziegler mit denen Protocollen, um solche zu revidiren. So waren auch heüt bey mir einige Parvisten, mich zu ihrer morgigen Comedie einzuladen. Der, das Compliment gemacht, war ein junger Br. Marenzi, Josephi filius. 1750 Junij 1. Juni. Vormittag war bey mir Zois, der sich wider dem Grosßl zu Krop und auf dessen ungleiche Vorstellung von Hof erlassene Verordnung und das kein Bericht noch Gutachten abgefordert worden sehr beklaget und deßwegen sein Gegenvorstellung bey Hof des ehestens einreichen will. Dan war da der Vicebuchhalter Maroti [744] in Betroff des vor den Wichtenstein zu ziehen habenden sumari Extract; in simili wegen der Mißverständnus zwischen ihm und dem Zahlambt. Welches alles hoffe, das gütlich beygelegt werden wird. Bey mir war auch der Serini, gewester Unterlandrectificationscommissarius. Abends gieng ich spaziren mit dem Stadtsyndico und besachen zugleich die Strassen an der Capucinerbastion und Merzenhaimsgarten. 2. Vormittag war bey mir der br.-gallenfelsische Verwalter wegen des Quartierzins in weinachtische Hauß. Dan der Craißhaubtman Br. Tauffrer in eadem materia. Um 10 Uhr hat m. L. par Precaution sich zur Ader gelassen dem492 Fanton. Es war bey mir der Schweiger, der mich einige saubere Öffen vor ihn zu Wienn zu bestellen ersucht hat. Gegen abends gieng ich mit mein Maxl spaziren und rencontrirten die Br.-Lichtenthurnischen. Dan aber separirten unß und giengen allein spaziren biß spatt. 3. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß gegen 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir Wichtenstein, Ziegler. Dan ein parmahl der Clee, deme ich sein heüt einzugeben habendes Memorial dictiret habe und sucht bey der Rectification ein Calculationschreiber zu werden. Heüt umb [–]493 ist die Frau von Buseth, mein Enckl, mit ein Söhndl niedergekomen. [745] 4. Vormittag war bey mir Buseth mich zum Gevattern zu bitten. Heüt morgens um 8 Uhr ist mein Hänßl mit Br. Janeshitsch von Habach allhier retournirt. Zu Mittag speiste bey unß Wichtenstein. Nachmittag um 3 Uhr ist das gester gebohrne busetische Kind in der Domkirchen getaufft und Antonius Nepomucenus Adolphus benamset worden. Ich war Gevatter und die Gevätterin Maria Anna von Widerkher, gebohrne von Utschan, mein niece. Dan war bey unß der General Br. de Fin und die Bssa. Liechtenthurn, gebohrne Bssa. Mordaxin. Spätter gieng ich mit meinem Maxl spaziren. Heüt um Mittag ist Br. Flachenfeld von hier nach Fiume und weiter nacher Zeng in die Visitation abgereist. Br. Halden, Haubtman zu Lack, ist eben heüt von dort auß nach Salzburg und weiters vereist. General Graf Benvenuto Petaz ist heüt allhier angekomen. 492 Pred tem prečrtano durch 493 Prostor za uro. | 285 1750 Junij Abends war m. L. beym Wildenstein, welcher mit dem Barbo und der Schrottenbach heüt von Wildenegg retourniret sey. 5. Vormittag war bey mir der Clee, dan der Landmässer Gürtler494 und dan der Ziegler und der secretarius Sazfeld. Nachmittag war m. L. bey dem Wildenstein. Bey mir aber abends der Nemezhoffen. 6. Vormittag war bey mir der Obrister Br. von Wolffersdorff, der Morgen abreiset. [746] So war auch bey mir ein Gorzer nahmens [– –]495 in Betroff des kaiserlichen vicarii zu Aquileja Romani. Dan war ich bey denen Exequien bey PP. Franciscanern nach der seeligen Gräfin Barbo. Dan suchte den Br. Wolffersdorff und den Obristwachtmeister Grafen von Seckendorff, fande aber keinen zu Hauß. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und da ist der Clee vor einen calculatorem bey der Repræsentation resolviret worden. So auch der Landmässer Gürtler zu Außmassung des Landes mit dem Maaßrad mit 1 fl. taglichiches Liffergeld, Passirung eines Wägerle und eines Bauren, der das Maaßrad führet. NB. Ich ware der Mainung, das das Mässen von der Haubtstadt Laybach an alle confinia anfangen solle. Herberstein cum reliquis consonantibus a limitibus nach Laybach, et sic fuit conclusum, quod mihi pessime factum videtur, weil die Mailweiser sich croisiren werden, welches a corde ad extremitates nicht geschehen känte. Dan war ich bey meinen Schwagerinen und abends mit m. Maxl spaziren. Suchte auch ein parmahl den Obristen, ohne ihn angetroffen zu haben. M. L. war abends bey der Schrottenbach, die sich unpäßlich befindet. 7. Vormittag suchte496 abermahls den Obristen. [747] Und weil er nicht zu Hauß, sondern bey dem General Br. de Fin war, wo er auch zu Mittag speiste, bin ich dahin gegangen497 ihm mein Compliment zu machen. Dan war ich auch mit meinem Maxl bey der Busetin, 6-Wochnerin. Bey mir war Vormittag der Clee sich zu bedanken, das er Calculationsschreiber, der Serini, das er wieder alß Rectificationsuntercomissarius und der Gürtler, das er zu Ausmessung des Landes resolvirt worden. Und lezter brachte mir eine Zeichnung von der Veldeser See und Gegend, die er selbsten aufgelegt hat. Abends war ich bey dem Zois biß spatt. NB. Heüt vor 8 Tagen habe das erstemahl angefangen in der Kürchen die Brillen zu brauchen. In Hauß aber habe mich bereits von Anfang dieses Jahrs deren bedienen müssen. 8. Vormittag war bey mir der Wichtenstein. Nachmittag der Karnburg wegen des Stempels-Verpachtung, dan die alt Br.-Gallischen. Item bey m. L. die Kolbnizin. Abends war m. L. bey der Schrottenbachin. 9. Zu Mittag speiste bey unß der Wichtenstein. Heüt erzehlte mir Nemezhoff, das da leztlich occasione des von der Repræsentation und Camer an das k.k. Landrecht gegebenes pro memoria in merito des inhaftirten wippacherischen Verwalter das Landrecht mit einem Freünden zu schreiben geantwortet hat und solches durch den Einspanier dem Herberstein habe præsentiren [748] lassen, so hat solches der Herberstein dem Einspanier zum Füssen geworffen mit Vermelden, das meritiret ein solche Spizbuberey, quod factum mihi m. Benjaminus confirmiret. Das Landrecht wird die Sache ohne Zweiffel nach Hof anzeügen und Herb/erstein/ eine derbe Reprimande bekomen, deren er zwar schon gewohnt ist. 10. Vormittag war bey mir P. Pogatschnig, Jesuiter, mich auf heüt unter dem Thurn zum Mittagessen einzuladen. Dan war da der Clee, deme ich mein rothen Mantl gelichen, heüt in Rath das Jurament abzulegen. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath, wo der Clee alß Calculationsschreiber das Jurament abgelegt hat. Heüt ist auch des Graf Orzon Memorial von Hof remmitirter vorgekomen, der da verlanget zu Görz Oberstrassendirector zu werden gegen deme, das ihme die498 per modum pensionis genüssende 2/m fl. in das Gehalt permuttiret werden möchten. 494 Popravljeno. 495 Prostor za ime. 496 Popravljeno. 497 Popravljeno. 498 Pred tem prečrtano 2/m fl. 286 | 1750 Junij Herberstein gabe in die Feder verschiedene puncta, warum er in sein Begern nicht einrathen käne. Ich habe auch angefangen in Angelegenheit der Graffschaft Görz und Gradisca zu referiren. Und weil vielle wichtige Materien enthaltet, wir mehr alß noch ein Consessum brauchen. Zu Mittag speiste ich bey den Jesuiten unter dem Thurn. Und wir waren 12 an der [749] Taffel, alß der P. Liechtenb/er/g Rector und P. Pepeu, Procurator, dan Graf Herberstein, Graf Lamberg, Graf Barbo, Graf Wildenstein, Graf Liechtenb/er/g, Graf Wurmbrand, General Br. de Fin, Br. Max Tauffrer, dessen Sohn der Craißhaubtman und ich. Nachmittag war bey mir Br. Schmidthoffen, der von Br. Zirhaim die Commission hatte, mich um ein Recomendationsschreiben nach Wien zu bitten in sein Favor, weil er Ende dieses Monats dahin abreisen will, daselbst ein Dienst zu suchen. Ich aber habe mich bel modo excusirt, weil das Absehen des Br. Zierhaim ganz unüberlegt ist und consequenter infectis rebus redux seyn därffte. 11. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und ich referirte in continuatione mein Referat in grafschafft-görzerischen Angelegenheiten und bin noch nicht fertig worden. Vor, alß ich in Rath gieng, fahrte ein wenig spaziren um frische Lufft zu schneffen, weil ich mich gar wohl befande. Zu Mittag speiste bey H. von Bechinie. Da war General Br. de Fin, Br. Brigido, H. von Schweiger, H. von Nemezhoffen und ich, in allen 6 Personen. Brigido sagte mir, das die ganze Grafschafft Mitterburg 5 bis 6/m Familien oder Feyerstätt haben därffte und das er seine Administration zu resigniren resolviret seye. Nachmittag gieng ich mit m. Maxl spaziren. [750] Wir geselten unß zu den Kolbnizischen. Und da wir viel von Schlesien sprachen, so erzehlt er mir ein und andere ihm bekand geweste fundos und sagte, das tempore C/aroli/ VI. das jährliche Contributionale betragen habe circa 3.000.000 fl., Fleischkreüzer 150.000 〈fl.〉, Biergroschen 250.000 〈fl.〉, Tabacapalto 200.000 〈fl.〉, Domainen 600.000 〈fl.〉. Diese betragete bey 4.200.000 fl. Was das Salzgefäll betragte, wuste er mir nicht zu sagen, weder die Ertragnus der Maüth und Zolle. Sonst aber pflegte das Land jährlich zu stellen circa 4600 Mann Infanterie, dan 1200 Mann Dragoner und 800 Mann Cuirassirer. Über das hat auch die sonstige Recroutirung grossen Nuzen gegeben, so das er glaubt, das dem Kaiser Carolo VI. bey 7 Milionen Gulden und mehr jährlich rendiret habe. Der dermählige König in Preüssen hingegen soll das Land biß 9 Milionen Gulden genüssen. Er confirmirte mir gleichfals, was suo tempore publica fama gegeben, das die Königin sehr untreü bedint war zur Zeit des Verlusts von Schlesien und das dieses alles zu Wienn selbst concertiret worden und die Arméen weiter keine Schuld haben. Auf die vielfaltige getreüe Vorstellungen des Oberambts zu Breßlau [751] hat der Hof keine Attention gemacht. Und da eine Staffeten über die andere nach Hof abgeschickt und die augenscheinliche Gefahr mit allen Nachdruck vorgestellet worden, bekame leztlich der Graf Schaffgotsch alß præses von Oberambt eine Expedition, wo er nichtes dan das499 Couvert allein und darin weiß Papier zur Vorbescheidung bekomen. Und da er sich darüber nicht genug verwundern und nicht anders glauben konte, alß das dieses durch Verstosß der Canzley müsse geschehen seyn, erfuhre er endlich durch die Agenten, das man die Schlesinger vor Haasen halte, so das nachdeme nun der König in Preüssen ihr Herr geworden und sie vorhin Esel-Veresser genennet waren. So pflegen sie anjezo zu sagen, das die Haasen dem König in Preüssen nun sehr wohl schmecken. 12. Vormittag war bey mir der Burgermaister wegen der Morgen Nachmittag zu halten habenden Conferenz. Heüt Vormittag seyn die 200 auf dem Comando zu Zeng gestandene marschallische Mann allhier arrivirt. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath und habe heüt finirt mein Referat in görzischen Angelegenheiten. Dan habe referirt die zwischen Br. Tauffrer alß Craißhaubtman und dem Br. Janeshitsch sich ergebene Anstoßlichkeit und ware mein Mainung, den Br. Janeshitsch, die an einem k.k. Craiß [752] haubtman in Ambtsangelegenhaiten gebrauchte ungezimmende Schreibarth um so mehr zu verhöben, alß er das Circularpatent de dato 27. passatto besser hätte einsehen und darauß entnehmen sollen, das die erfolgte Abänderung weder von dem Craißhaubtman verursachet worden, noch von ihme hat vorgesehen werden känen. Und das die Stellung der Vorspann nicht auf dem 3ten Juni nach Kraxen (wie er es übel verstanden hat), sondern ganz clar auf dem 2ten dicti nach Laybach disponiret worden. 499 Popravljeno. | 287 1750 Junij Herberstein wolte darauß ein grosse Affaire machen und dieses nach Hof anzeügen. Endlich ist der Schluß dahin außgefallen, das er vor die Stell citirt und darin über seine Schreiben die Erlaüterung abgefordert und dan mit einem gutten Verweiß vorbescheiden werden solle, welches mir zuviel zu seyn duncket. Man hat gar angetragen, ihn auf das Castell sezen zu lassen oder wenigst mit einem Haußarrest zu belegen, que ne peut pas faire la passion. Nachmittag war bey mir der Gurtler, welcher Montags die Landmasserey anfangen wird. Spätter gieng ich spaziren mit dem nemezhofischen Franzl. M. L. aber war bey Wildenstein. 13. Vormittag war ich beym Landshaubtman Grafen von Aursperg in Galla wegen dessen Nahmenstag. Dan bey denen Schmitthoffischen ex eadem ratione, ob er schon nicht hier, sondern mit denen Schweigerischen zu Ruzüng war. [753] Vormittag schickte secretarius Sazfeld ein Concept eines Berichts ad aulam in merito des Br. Janeshitsch und war dieser in so pasionirten terminis, das ich im so mehr ein Bedenkcken getragen solchen zu approbiren, alß mir dieser zugegen dem gestrigen Rathschlusß zu seyn scheinete. Mich dessen besser zu versichern, schickte ich darmit meinen secretarium zu Graf Barbo, ob er sich des gestrigen Schlusß vieleicht besser erinnert und was er zu dem Concept saget. Er war meiner Mainung und ließ mir sagen, das er so ein Bericht nicht unterschreiben werde. Ich schickte darmit mein secretarium zum secretario Sazfeld und ließ ihm sagen, das das Concept dem gestrigen Rathsschluß nicht conform seye. Sagte auch meinem secretario, das er das Concept beym Sazfeld lassen solle. Sazfeld ließ mir sagen, das ihm gester abends Graf Herberstein befohlen hätte, den Bericht sogestalten aufzusezen und das er das Concept nicht wohl annehmen käne, wohl aber möchte ich solches dem Herberstein schicken. Bey solcher der Sache Beschaffenheit habe ich gleich mein separates votum entworffen, solches dem Concept (welches ich nicht approbiren wolte) beygelegt und sigilirt und an Herberstein addressirt. Kaum war ich in Sigiliren, schribe mir Sazfeld ein Billet, das der Herb/erstein/ das Concept bald verlanget und das der Bericht noch heüt ad aulam gehen muß. Ich gabe also das sigilirte sogleich dem nehmblichen und er truge solches dem Herberstein. Herberstein ließ den [754] Bericht ad mundum schreiben und schickte solchen zur Unterschrifft zum Barbo. Dieser wolte solchen nicht unterschreiben. Herb/erstein/ schickte wieder solchen zum Barbo durch den Expeditor Köhler und ließ ihn fragen, warum er den Bericht nicht unterschreiben will. Barbo erwiderte, das solcher dem gestrigen Rathssschluß nicht conform sey. Herb/erstein/ schickte wieder zu Barbo, das er sein votum separatim500 geben solle und ließ ihm zugleich sagen, das ihm nicht lieb wäre, das er besondere consilia hielte. Barbo blib bey seiner ersten Mainung, gabe auch kein separates votum und ließ ihm vermelden, das er in keinem consilio war, ausser beym Landshaubtman mit dem Glückwunsch und bey den Capucinern in der Kirchen. Herb/erstein/ schickte sodan den Bericht501 zu Bechinie und Mühlburg, welche solchen unterschriben haben und so ist die Expedition beschehen. Was nun der Hof resolviren wird, tempus dabit. Mein separates votum aber war wie folgt: mein alß in Sachen Referenten genehmigste Mainung, wie ich solche in Rath vorgetragen habe, ware dem Br. Janeshitsch, die an einem Craißhaubtman in Ambtsangelegenheiten gebrauchte etwas ungezimende Schreibarth um so mehr zu verhöben, alß er das craißambtliche Circularpatent de dato Laybach den 27. May ersthin besser hätte einsehen und darauß entnehmen sollen, das die erfolgte Abänderung (wegen welcher diese löbliche Stell unter 28ten May erstliche an ihro k.k. Stell [755] ein allerunterthenigsten Bericht erstattet hat) weder von dem Craißhaubtman verursachet worden weder von ihm hat vorgesehen werden känen und das die anbefolhen Stellung der Vorspann nicht auf dem 3ten Junii nach Kraxen (wie das Circularpatent übel verstanden worden), sondern ganz clar auf dem 2ten dicti nach Laybach beordert worden. Und diese Verhöbung, glaube ich ganz genehmigst um so mehr sufficient zu seyn, alß gedachtes Circularpatent nicht malizioserweiß interpretiret, sondern ohne Zweiffel von dem Verwalter übel verstanden und das Gut Habach zu der nachgehenden Disposition genohmen worden, da solches doch zu der vorgehenden gehörig ist, welche Mißverständnus zu dem privaten Briefwechsl Anlaß gegeben hat. Zu deme, so habe ich die Brief, die der Craißhaubtman an Br. Janeshitsch erlassen, nicht gesehen, seyn auch nicht vorgekomen, welche allenfahls gegeneinander gehalten werden müsten, wan man die Sache näher untersuchen wolte. Übrigens aber ist der 500 s- popravljen 501 Popravljeno. 288 | 1750 Junij allerhöchste Dienst gleichwollen in allen allerschuldigst befolget worden und glaube nicht, das jemanden solchem sich zu widersezen jemahls einfallen känte. Nachmittag war ich in der mit der landschafftlichen Verordnetenstell und dem Stadtmagistrat gehaltener Conferenz in Betröff der general-thürhaimischen Dislocation. [756] Dan fahrte mit dem Barbo in die Comenda, wohin sodan die Gräfin von Schrottenbach, die bey m. L. gewesen, gekomen ist. Dan auch m. L. mit Br. Benj/ami/n. Ex post gieng ich zu denen Petteneckischen, umb sie zu ersuchen, Montags einen Baumeister hieher in mein Hauß zu schicken, umb zu sehen, ob ich in die Comunmaur ein kleines Fenster ohne ihren Prejudiz machen lassen und meinen neuen Gewelb, wo die Wagenschupffen und Holzläg ist, ein sboro geben zu känen. Abends war bey mir Nemezhoffen. NB. Heüt Nachmittag, wie ich in Rath war, hat zu Kaltenbrunn in die Mühl eingeschlagen und ist solche völlig abgebrunen. Heüt in Rath sagte mir der Kriegscommissarius, das ein Klaffter Holz, id est Brennholz, 6/c portione vor das Militare außmache und bekomt der entrepreneur davor 2 fl. 8 〈kr.〉 Ein lb. Inschlutkerzen oder Oel macht 150 portiones, davor bekomt der entrepreneur 9 kr. 14. Vormittag war bey mir der Kampfmüller mit einer von der Banco-Deputation an hiesige Administration unter dato Wien den 4., præsentato 10. hujus erlassenen Verordnung in merito Krop et Zois. Ich versprache ihm, in ersten Rath davon Meldung zu machen und ihm die Antwort zu geben. Dan war ich mit m. Maxl bey Carl-Hochenwartischen. Zu Mittag speiste ich bey General Br. de Fin. [757] Gegen Abend gieng ich mit mein Maxl spaziren ins Castell und besache auch einige Hauser bey St. Florian wegen eines Verstosß in dem Anschlag des Beytrags. 15. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Da fieng Graf Herberstein eine Kazpalgerey an wegen des Berichts, so in merito Tauffrer et Janeshitsch den 13. dieses nach Hof hätte abgehen sollen und ich mich mit meiner Mainung separiret hatte, consequenter das Concept nicht unterschriben habe. Herb/erstein/ zoge die Sache groß an und glaubte, ich hätte das Concept unterschreiben sollen, wan auch ich der widrigen Mainung war und zwar ex ratione, weil der Schluß per majora ergangen. Ich erwiderte, das ich auch dieses nicht verstanden hätte, das der Schluß sogestalten ergangen, wie es in Concept war. Und Barbo war meiner Mainung, das der Bericht nicht derzeit nach Hof hätte abgegeben werden sollen, sondern ex post, nachdeme der Janeshitsch vor die Stell wäre beruffen worden und die Explication seiner an Tauffrer erlassenen Expressionen gegeben hätte. Herb/erstein/ inhærirte, das ich das Concept hätte unterschreiben sollen und ich blibe bey meiner Mainung, das ich niemahls mein Nahmen unterschreiben werde, wo ich der widrigen Mainung bin zu verstehen in arduis wie in diesem casu, wo es um Ehr und Reputation und so zu sagen Glück oder Unglick einer adelichen Person zu thun ist und wo ich wider mein Gewissen ihm kein Unrecht thun, weniger darzu einrathen will. Enfin, er sagte auch, das ich das votum [758] separatum zu Hauß compiliret hatte und ich solches damahls gleich in Rath ad protocollum hätte geben sollen. Ich replicirte, das mein votum vom Wort zu Wort gleichlautend sey wie ich solches in Rath angegeben und beziegte mich auf solches, wie ich es schrifftlich auf die Act angehefftet hatte und welche noch bey dem secretari Sazfeld existiren muß. Und zu Hauß (weil ich gesehen habe, das der Bericht wider Verhoffen ad aulam gehet) habe rationem voti beygeruckt und gefertiget, um solches mein votum dem Bericht beylegen zu känen. Und da der Herb/erstein/ noch alleweil inhærirte, das ich das Concept hätte unterschreiben sollen, wan auch ich einer ganz anderer Mainung wäre, batte ich ihn, das er mich hierinfahls dispensiren möchte, massen mir was solches wider mein besser Wissen und Gewissen zu thun unmöglich wäre. Wolte er aber, das ich solches dannach unterschreiben solte, so wurde er mir erlauben beyzusezen, das ich der widrigen Mainung sey. Dan erhizte er sich und sagte, das er mir ein solche Unterschrifft zerreissen und zuruckschicken, mir auch die referata benehmen wolte. Ich replicirte ihm a sangue fredo, das er alles dieses thun käne. Ich aber werde deßwegen gleichwollen niemahls etwas unterschreiben, wo ich es wider mein besseres Wissen und Gewissen finde und davon wird er mich mit allen Persuasionen oder Bedrohungen nicht bringen, massen ich auf das tägliche Sterben gedencke und mein Gewissen unverlezter jedesmahl behalten will. [759] Und batte ihn, er möchte deßwegen die Zeit nicht verlühren, massen er von mir etwas unmögliches verlanget und was ich nicht thun kan noch jemahls thun werde. | 289 1750 Junij Endlich fieng er wieder das dritemahl oder viertemahl die Umfrag zu machen, wie man dan den Bericht ad aulam geben känte, massen per majora geschlossen worden, den Bericht nach Hof zu geben, und die majora seyn der Bechinie und der Mühlburg. Barbo und ich waren contraire und er Herb/erstein/, der das decisivum hatte, machte majora. Ich batte ihn nochmahls, er möchte mich bey meinem voto lassen, massen ich solchen nichtes weder beyzurucken noch außzulassen finde. Will er aber mein separates votum per extensum in die Relation einfliessen lassen et sic mihi in dem Concept, sodan habe ich kein Anstand eines und andere zu unterschreiben. Will er aber mein votum separatim dem Bericht beylegen, bin ich eben ganz content und solches ist bereits unterschriben. Will er aber auch dieses nicht, bin auch bereits mein Bericht ganz besonder nach Hof zu geben. Endlich ist es bey ersten gebliben, das ist, das mein votum per extensum eingeschriben wird und mit diesem hatte die Kazpalgerey ein Ende. Bona Deus, was vor Leüth sezet doch die Königin oben an! Was vor specimina hat er nicht schon von seiner Passion und unüberlegten Hizigkeiten auch dem höchsten und des publici Dienst verursachten Schädlichkeiten von sich gegeben, betrachte man seine Conduite etc. Es ist sich wahrhafftig [760] nicht zu verwundern, wan die502 höchste Dienst durchauß übel besorget ist und das alles vor das Hauß Osterreich übel außsichet, massen die Sachen gehen, wie diejeniegen seyn, die den Sachen vorstehen. Nachmittag gegen 2 Uhr fieng m. L. an einige Kreüzschmerzen zu haben, welche sie schon Vormittag ein wenig empfunden und umb ½ 3 Uhr war sie von ein Madl, Gott Lob, ganz glücklich entpunden, ob sie schon dabey grosse Schmerzen außgestanden hat. Deo sint laudes, das alles gut abgelauffen. Umb 3 Uhr gieng ich in Repræsentation- und Camerrathconferenz in Landrectification-Angelegenheiten und bliben beysamen biß nach 8 Uhr. Spätter war ich bey mein Schwager Br. Wolf Daniel und bätte ihn und die Frl. Fränzl zur Gevatterschafft, welche mir auch versprochen haben. 16. Vormittag war bey mir der Verwalter der verwittibten Landmarschallin, dan der Petteneg in Angelegenheit des Soldaten-503 oder Quartiersbeytrag. Nachmittag gegen 3 Uhr ist mein gester gebohrnes Töchterle in der Domkürchen getaufft und Maria Aloysia benahmset worden. Die Gevattersleüth waren wie gester angemercket und ich mit meinem Maxl waren auch gegenwärtig. Und die Loisl hat sich ganz manierlich aufgeführt, auch die ganze Zeit nicht ein Schreüen gethan. Dan war bey mir der Burgermaister und [761] spätter der junge Wolckensperg. Bey m. L. ware Nachmittag die Grafin von Schrottenbach biß spatt. 17. Vormittag war bey mir ein Seilermaister nahmens Toma Babnik, dan der Petteneg, beede wegen des Quartierbeytrag und Zinns. Dan habe einige Flastersteiner von Rattmanstorff oder Ottok erhalten und hätten 70 vier- und 50 dreieckete seyn sollen. Waren aber mehrentheils in solchen schlechten Stand, das ich sie habe separatim legen lassen biß der Steinhauer selbsten hieher komt, indessen habe die Zahlung zuruckgehalten. Dan war bey mir der weitenhillerische Buchhalter in merito Trezzi et Kobinig. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Dan gieng ich mit Barbo spaziren und zugleich ein Augenschein einzunehmen, wo Lamb/er/g die Strassen macht und der Perin in ihrem Acker eingrifft hinter dem gallenbergischen Garten. Dan gieng ich mit Barbo zu General Br. de Fin, wo auch die Schrottenbach und selbe Coterie war. Heüt in Rath wolte auf der Perin Anlangen der Herberstein mich pro commissario ernehnen zu beaugenscheinigen und zu relationiren, ob und in wie weit ihro Lamb/er/g ein Schaden zufüget und ob die Extension nöthig sey. Ich zeigte, das ich mich mit dem Lamberg nicht gerne stossen möchte, sonst aber seye mir schon bewust die Differenz oder die Klag der Perin, weil ich vor einer Zeit selbst mit Lamb/er/g in loco war. Das hat gleich dem Herb/er/stein gedint, mich abermahls zu tonchiren, meldend, ich hätte erst leztlich von meinem gutten Gewissen geredet und [762] das ich kein Forcht habe in allen gerecht zu operiren. Ich erwiderte, das ich auch in dieser Sache nicht anderst operiren würde und nur ein oder andern Anstoß mit Lamberg evitiren suche. Übrigens habe ich auch kein Anstand, mich in diesem und all andern Gebrauchen zu lassen. Endtlich dachte er auf jemand andern und das eben kein Rath seyn därffte, fande aber doch niemand alß mich und ich war content. 502 Popravljeno. 503 Popravljeno. 290 | 1750 Junij Dan sagte Barbo, er will es auf sich nehmen und bey dem ist gebliben und wir giengen nach dem Rath, wie oberwehnt ad locum. Enfin, der gutte Herberstein sucht immer Gelegenheit sich an mir zu reiben. Er wird aber allemahl seinen Mann an mir finden und wird mir schwehrlich was abgewinen. Bedaure nur, das der Hof derlay subjecta pro præsidibus lehrnen solten und von denen sie in ihrer Schuldigkeit unterwiesen werden müsten. 18. Vormittag um 7 Uhr ist der Graf Orzon von Wienn allhier angelangt. Dan kam zum mir Mr Hail, der mir wieder allerhand und unter anderen erzehlte, das ihme von Wienn geschriben worden seye, er möchte ein Anbringen machen, entweder bey dem camerali oder comerciali emploirt zu werden, umb seine Pension nicht fruchtloß zu genüssen. Er hat also solch sein Memorial den leztabgerundten Dienstag nach Wienn geschickt, auß welchem abzunehmen, das er sich wieder wo eindringen und Projecten und Intriguen machen will. [763] Bald darauf kam Graf Orzon, der verschiedenes von Wienn erzehlte. Zu Mittag speiste ich bey Wildenstein. Da war die Gräfin von Schrottenbach, Graf Orzon, General Br. de Fin, Graf Barbo, Vatter und Sohn, monsigneur Cicotti Bischoff zu Pedena, Br. Benj/ami/n Erberg, Leopold Hochenwarth und ich. Nachmittag gieng ich mit dem Barbo das Hoffspitall zu besehen, umb solches, wo bauvöllig, reparien zu lassen. Dan war ich bey Graf Orzon, der heüt abends oder Morgen fruhe abreisen will. Cicotti erzehlte mir, das sein Bißthum ihme bey 7/c fl. rendiret, das er nur 12 Pfaren unter sich habe, welche bey 4/m Seelen außmachen därfften und das er 2 bis 3/c spodi Wein d‘intrada habe. 19. Vormittag war bey mir der Cancellist Haaß, welcher Armuth halber sich nicht zu helffen weiß. Dan der Carl Hochenwarth, der mir erzehlte in was vor statu violento sich der Landshaubtman befindet, massen ihme die Gütter hin und wider von den creditoribus gespänt, sein Helffte der Besoldung wegen der Strassenrechnungen und die andere Helffte wegen Kopfsteyeraußkunfft sequestiret ist. Dan erzehlte er mir, das sich Dr. Kappus von dieser seiner Frauen separiren wolle, wie er es bey und mit der vorigen gethann. Dan, das sein Bruder der Wittwer eine Camerjungfer heyraten will. Dan war bey mir Dr. Verniz, der den dem Grafen Strassoldo schuldigen Militarbeytrag sequestriren will. [764] Graf Orzon ist just um Mittag von hier abgereist und bleibt heüt über Nacht zu Wippach. Nachmittag war bey mir Nemezhoffen vocatus, spätter aber der Stadtsyndicus in Geschäfften. Bey m. L. ware die Gräfin von Schrottenbach und Gr. Wildenstein, dan die ihrigen. Abends habe erfahren, das der blinde Rasp gefährlich darniederlige. 20. Vormittag war bey mir der Widerkher der alte, dan Wichtenstein, der Morgen oder noch heüt nach Görz verreiset. Dan habe erkaufft ein Aychbaum zu einem Mantl in die Kuchen per 1 fl. 8 〈kr.〉, dan 5 Schiffstein, alle 5 per 37 Pazen. Heüt habe dem Mayr nach Wienn 60 fl. remmittirt, um solche der Fritschin zu bezahlen. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und spätter gieng ich mit mein Maxl spaziren. Vorhero war bey mir der Wichtenstein mit seinem Sohn, den ich auch bey Br. Benj/ami/n aufgeführt habe, weil er Intention hat, ihn pro cancelista bey der Landtaffel, wovon er Director ist, zu emploiren. 21. Vormittag war bey mir Graf Guido Cobenzl, Graf Edling, canonico d‘Aquileja, dan der Br. Taufrer Heribertus. Spätter, nach der Mesß, suchte ich mit m. Maxl obige erste zwey, fande sie aber nicht zu Hauß. Nachmittag war bey mir der junge Wolckensperg, dan der Dr. Cavalieri. Lezter brachte mir seine silber und kupferne antique Münzen zu zeügen und will mir solche verkauffen und nächstens noch mehrere zeügen und dan von allen den Werth vermelden. [765] Nachmittag war ich abermahls mit m. Maxl den Cobenzl und Edling zu suchen, waren eben nicht zu Hauß, und dan giengen spazieren. Gedachter Graf Cobenzl ist vorgester spatt hieher gekomen in Willen, sein Hauß allhier oder zu repariren oder neuzubauen. 22. Vormittag war bey mir der Landmasser Gürtler, dan der Expeditor Köller. Umb 11 Uhr habe in der Canzley dem Schifferstein alß Cancellisten mit 25 fl. Besoldung, dan dem Suppe alß Accessisten mit 100 fl. Besoldung das Jurament gegeben, welches, id est die admonitum der secretari Sazfeld ihnen vorgehalten hat. Dan war ich in Visit bey Grafen von Cobenzl. Bey m. L. war die Schrottenbach und die Frl. Hallerstein und Schwester. | 291 1750 Junij Heüt Nachmittag habe dem Doctor Modesti abermahls pro secundo semestre, id est von 24. May biß 24ten November dieses Jahrs 30 fl. bezahlet, das er meinen Maxl und Br. Abflatrer die instituta tradiret. Und obschon Br. Abfaltrer abgereist, so hat er doch sein Contigent beygetragen, id est jeder die Helffte. 23. Morgens umb ½ 6 Uhr ist der General Br. de Fin mit dem Grafen von Wildenstein von hier zu dem Campement bey Petau abgereist. Dan war bey mir und m. L. der Graf Strassoldo. Spätter bey mir der Serini, deme ich wegen des Welcher und des Tschadesch-Hauß die Untersuchung und Relationirung committirt habe. [766] Dan habe erkaufft 5 Schiffsteiner à 7 ½ Pazen, macht Pazen 37 ½ oder 2 fl. 8 〈kr.〉 Dan war bey mir der Gürtler nomine Schumann wegen der messingnen Knopff auf die Stiegengätter und will einen zur Prob machen à Groschen 15 der lb. völlig fertig gegossen und gedräxet. Weil heüt morgens mein ordinarius der Dr. Baronio von hier nach Maraitsch504 verraist und meinem Lucasl nicht besser werden will, so habe abends den Dr. Christian beruffen, welcher aber kein Gefahr gefunden hat. Sonst war bey m. L. sowohl alß beym Lucasl die alte Bssa. Abfaltrer, dan die Frl. Lenerle Hallerstein und die Schwestern und Bruder m. L. 24. Vormittag war ich mit mein Maxl bey H. von Nemezhoff, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Nachmittag war bey mir der junge Wichtenstein, dan der Petteneg, deme ich die Fensterlein gezeüget habe, die in sein Hof auß meinem Gewelb mit seinem Consens errichtet worden. Bey m. L. waren die Wittib Grafin von Thurn, die Grafin Lamberg und die Bssa. Tauffrer, dan der Graf Wurmbrand und der Bechinie, welcher lezte auch bey mir war. Dem Lucasl ist heüt etwas besser und därffte sich das Übel verziehen. Abends war ich mit mein Hänßl und Maxl spaziren. Gester abends ist die Gräfin von Engelshaus, gebohrne Aursperg, mit einer Tochter niedergekomen. 25. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. [767] Nachmittag ingleichen und abends gieng ich mit mein Maxl spaziren. Heüt Nachmittag habe die leztempfangene 12/m Ziegl bezahlen lassen mit 72 fl. und dan habe wieder ein Zedel genohmen auf andere 12/m Stuck. Den 21.505 dieses habe dem Expeditor Köhler verehrt 2 Fläschl malvasia, 2 de refosco et 2 Tenedo. Heüt habe geschickt dem alten Kolbniz 2 Tenedo et 2 malvasia und dem Roba 2 Flaschl eines Tenedo und eines malvasia. Vormittag ist vorgekomen in Rath ein Anbringen von Neüstadtl von N. Richter und Rath wider dem Craißhaubtman Br. von Erb/er/g, seyn auch deputati allhier von Neüstadtl wider dem Erb/er/g zu agiren. Barbo, der der erste votirt und Referat hat, ware gleich der Mainung, den Erb/er/g scharff zu verweisen und pro satisfactione des N. Richter und Rath ihnen solchen Verweiß zu intimiren. Ich hatte das Glück, das mich die übrige secundirt haben, das vorhero das städtische Anbringen dem Br. Erberg um Bericht und Verantwortung zu geschickt et sic er inauditus nicht condemniret wird. Bone Deus! Dieser gutte Barbo, so andächtig alß er auch ist, so ist er, doch dan und wan seiner Passionen nicht mächtig, consequenter capable dem Nächsten zu schaden, welches506 einem Rath nicht permittiret ist. Nachmittag aber ist das Ungewitter auf dem Schwab von Liechtenb/er/g loß〈ge〉gangen, deme der Bechinie gar zu wahrm ist und war von Herb/er/stein secundirt, et sic seine Resignation zuwider dem höchsten Dienst angenohmen. Da er doch mit aller Submission gezeüget hat, warum er ausser Stand gesezet worden, seinen Ambt vorstehen zu känen, [768] da man viel mehr hätte suchen sollen ihme in Stand zu sezen in seinem Ambt zu continuiren zu känen. Erstlich, hat man ihm von 18/c fl. auf 12/c fl. reducirt. Dan hat man ihm in honorifico et authoritate auch beschnitten. Den actuarium Grachavar hat man ihm genohmen und den [– –]507 zugegeben, welcher der Landsprach nicht kündig ist, consequenter bey Consistuirung der Unterthanen Schwab selbst ein Interpretee abgeben muß. Und da Schwab 6/c fl. von dem Landrecht und dan 6/c fl. ex rectificatorio genüsset, so wird man einem anderen wenigst gleich den übrigen comissariis 8/c fl. geben müssen, so das dem ærario 2/c zu Last werden komen. Barbo hat hac 504 Popravljeno. 505 Popravljeno iz 22 506 Sledi prečrtano bey 507 Prostor za ime. 292 | 1750 Junij fidelia einen seinen Angehörigen Leopold Grafen von Barbo vorgeschlagen anstatt des Schwab, der Bechinie aber den Graf Bucceleni, beede nanu flocci. 26. Vormittag war bey mir der Grosßl von Kropp,508 der sich beklagte, das die Resolution in merito des von dem Zois anverlangten Balasch-Eisen so lange Zeit nicht befolget wird. Er consequenter mit mehr anderen kein Eisen haben kan, die Nägl zu fabriciren. Unter anderen erzehlte er mir, das zu Krop 2 biß 3/c par Naglschmidten sich befinden därffen. Derzeit seyn die Nägl in Reputationen, weil sie starck gesucht werden und kosten die canali derzeit franco zu Triest à 6 lr. 8 〈sl.〉 das Tausend, in loco zu Krop aber ein Säm oder 2 Lagl oder 30/m Nägl 32 fl., so da wägen à peso di Vienna 162 biß 164 lb. Dan war bey mir der Zois in eben [769] der Affaire. Zeügte mir auch ein Anbringen, welches er einreichen will und nicht gar wohl concepirt ist. M. L. hatte heüt verschiedene Visiten und abends gieng ich spaziren mit meinem Schwagern Br. Wolf Daniel und m. Maxl. 27. Vormittag war bey mir der Burgermeister. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Bey mir war der Vogl von Cilli, welcher mir ein Schreiben von Pistrich von Wienn gezeüget hat, auß welchem wohl zu sehen, das er sein gutter Freünd seyn muß. Nun sucht Vogl hierlands accomodirt zu werden. Herberstein war heüt nicht in Rath. Vieleicht wird er an Trezzi geschriben haben, welches ich auß dem von Trezzi an mich erlassenen Schreiben judicire. 28. Vormittag bin ich in ein mit 3 Pferdten bespandten Wagen mit meinen Hanßl und Maxl von hier nach Lack abgefahren, daselbst mein Schwester haimzusuchen. Von hier abgefahren morgens umb 7 Uhr 20 Minuten, passirt St. Veith 7.55, Zwischenwässern 8.35, bey dem Kürchl, wo die Landsstrassen nach Crainburg verlassen wird, 8.55. Arrivirt zu Lack 9.50,509 bin also unterwegs gewesen 2 Stunden 30 Minuten. Hier bin ich bey denen Capucinern abgestigen und die Hl. Mesß gehört, dan gieng ich ein wenig spaziren und endlich habe das Mittagmahl eingenohmen in Wirtshauß Beym Weissen Rösßl. Nachmittag war ich bey denen Klosterfrauen von 1 Uhr biß nach 3 Uhr. Dan war ich bey Br. Erberg zu Alten Lack und retournirte wieder in die Stadt, [770] nahme eine sauere Milch, die mir der alte Jenko geschickt hat und reisete ab umb 4.20. Und da ich öffters zu Fuß gieng, um bessere Comotion zu machen, arrivirte zu Laybach umb 7 Uhr. Bald nach meiner Ruckkunfft habe wieder von der Gegend Radtmanstorff 3 Fuhren mit Flastersteinen erhalten. M. L. ist heüt am ersten in den 6 Wochen in ihrem Aufpuz gelegen und hatte verschiedener Dames und andere Visiten. 29. Vormittag habe mit dem Müchoviz vor die gelifferte Stainer eine Berechnung gemacht und ihme behandiget, krafft welcher ich ihm noch 11 fl. 55 kr. schuldig bleibe. Der Conto hat in allen betragen 45 fl. 55 kr. Darauf habe ihm in baren bezahlt 32 fl. und dan die 2 fl., die er vorhin schuldig war. Et sic in allen 34 fl., das er also 11 fl. 55 〈kr.〉 noch zu haben hat. Hingegen, weil unter den gelifferten Steinen sehr vielle manglhafft seyn, wird ihme erst damahls das manglhaffte und unbrauchbare abgezogen werden, wan die Steine in die Arbeith genohmen und zum Flaster gebrauchte werden, wo ihme die schlechte abgezogen werden. Zu welchen Ende ich obige 11 fl. 55 kr. eingehalten habe. Nachmittag war bey mir der Wahrenbeschauer, der mir die Nachricht gebracht, das der von der Fraule von Hochburg herein gesandte Bratter heüt angekomen seye und er solchen bey sich behalten und dan aufzustellen helffen wird. M. L. hatte verschiedene Visiten. [771] 30. Vormittag war bey mir der Wahrenbeschauer, der mir den von der Frl. Hochburg510 von Wienn herein gesandten Bratter gebracht hat. Dan war da die Frau Voglin, Wittib, wegen des Quartierszinnsbeytrag. Spätter und zwar gegen Mittag gieng in Galla zu Grafen von Herberstein zu dessen heütigen 44ten Geburtstag mein Compliment zu machen, ließ sich aber excusiren unter dem Vorwand, das ihm übel wäre worden und nicht in Stand seye mich zu empfangen. NB. Diese excuse machte sein Bedienter bevor mich noch habe ansagen lassen. Supponire also, das diese Post vor alle schon gerichtet seye. 508 Popravljeno. 509 5 popravljen. 510 Sledi prečrtano herein | 293 1750 Julij Nachmittag war bey mir Stadtsyndicus Raditsch bey 4 Stund und debatirten verschiedenes in Betroff der Officiersquartier und Beytrag. Abends hat mir der Nemezhoffen à Conto meines Quartals 204 fl. 20 〈kr.〉 vorgestreckt. Dieser Mann ist besonders dienstschafft und wird nicht leicht unterlassen, jedermann und zwar mit aller Punctualität Gefalligkeiten zu erweisen. 1750 Julij 1. Juli. Vormittag habe dem Weittenhiller 100 fl. bezahlt, der mir solche unter [– –]511 auch mit aller Höfflichkeit gelichen hat. Dan habe bezahlt die lezt von der Stadt genohmene 12/m Ziegl mit 72 fl. Bey mir war der Cancellist Haaß, der wieder sein Miserie klaget und sein eingereichtes Memorial recomendiret. Zois schickte mir sein wider dem Grosßl zu Kropp einzureichen habendes Memorial zu überlesen. [772] Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Ex post war ich bey der Voglin, Wittib, welcher ich erinnert habe, den strittig gewesten pompeatisch und zaunerisch Quartiergeld auf Recomendation des jezigen Kriegscomissarii Mühlburg nach ihrem Verlangen beygelegt und in Richtigkeit gebracht zu haben. Dan war ich bey Zois, wo ich auch seinerwegen in Betröff des Wolffspurger Eisen die Sachen acheminiret habe. 2. Morgens war bey mir Antoni Graf von Thurn von Görz, welcher mit seinem Sohn (den er gerne bey Hof vor einen Knaben anbringen möchte) zum Campement nach Pettau reiset; recomendirte sich umb das von ihme in der Grafschafft Gradisca ansuchende Erbmarschallambt. Nachmittag war bey mir Br. Tauffrer (Herwarth), bey m. L. die Zois und die Klee. Abends gieng ich mit mein Mäxl ein wenig spaziren, kame aber wegen des Regens bald wieder zuruck. 3. Abends war bey mir der alte Widerkhern, der mir unter anderen erzehlte, wie das der geweste Regierungssecretarius und dermahliger Vicefiscal den 28ten Juni ersthin in der St. Rosalia-Kirchen copulirt worden mit der Urschl, die leztlich bey der verwittibten Gräfin von Aursperg, gebohrne Juvanelli, alß Camerjungfer gedienet hat. Bey der Copulation war zugegen der Zois und sein Frau, ihr Bruder der junge Kappus und der Dr. Paulini. Gedachte Vrschl hat vor Jahren bey des Kappus vorigen Frauen, gebohrne Thombschitsch, auch alß Dienst [773] magd gestanden und ist also schon eine alte Bekandschafft. Das merkwürdige aber ist, das die Copulation in aller Fruhe etwa umb 5 Uhr furgegangen, die Beruffung aber in der Domkirchen erst nach 9 Uhr beschehen. Gedachte Urschl ist eines Kaüschlers Tochter auß dem Dorff Hruschuje ohnweit Adlsperg gebührtig. 4. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Dan war bey mir der Dr. Novack in Betröff deren Landchyrurgorum und Fuschern und wie diesen abzuhelffen wäre. Spätter der abbé de Werth mit einer spänisch oder neapolitanischen Chocolate. 5. Vormittag war bey mir der Burgermeister Perr, dan des Weitenhüller Buchhalter in Angelegenheit des Periello. Um ½ 11 Uhr ist der blinde Rasp, mit allen Hl. Sacramenten versehen, gestorben; ist auch von meinem Schwager Br. Wolf Daniel, sogleich seiner Frauen davon Parte gegeben worden. Nachmittag war ich bey Carl-Hochenwartischen. 6. Vormittag war bey mir der Seilermaister Babnig wegen des Quartierszinns des Militarprofosen cum suis. Unter anderen erzehlte er mir, das hier in allen 3 Seilermaister seyn und das alle 3 zusamen über 70 Centen Hanff nicht aufarbeiten, id est des Jahr. Der Hanff komt mehrentheils auß Kärnten, wenig auß Steüer und am wenigsten von Land. Derzeit kostet der Centen 12 fl. und calirt 15 biß 20 per %, wan er abgezogen wird. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und zwar [774] in Graf-Herb/erstein-Quartier. Das mehreste bestunde in rectificatorio Görz und Gradisca betröffend. Nach dem Rath bin ich mit Barbo spaziren gangen, welcher eben mit unsern præside nicht content ist. Heüt abends hat man den blinden gester verstorbenen Raspen von hier nach Smreck geführt, wo ihn sein Gemählin wird begraben lassen. Heüt habe complirt 53 Jahr meines Alters, dafür Got der Danck seye. 7. Vormittag habe den den 18ten Oktober 1749 aufgenohmenen und den 26. dicti in Dienst eingetrettenen Schneider512 und Livrébedienten Johannes Gläßl licenzirt und bezahlt. Er ist zwar auf sein Verlangen noch den 4ten dieses entlassen worden und gebührte ihm von 26. Oktober 1749 biß 4ten hujus von 8 Monath et 8 Tägen 511 Prostor za datum. Gre za 31. maj 1750. 512 -r popravljen 294 | 1750 Julij à 36 fl. 48 〈kr.〉 – 25 fl. 18 〈kr.〉. Hingegen hat er ein 4-zinckige, silberne und dan ein andere eisene Gabel mit einem silbernen Häfft verlohren, welche betragen 8 fl. 13 〈kr.〉 des Goldschmidts Schäzung nach. Et sich habe ihme den Rest in paren gegeben in 17 fl. 5 〈kr.〉 Bey mir war auch der weitenhillerische Buchhalter, deme ich die gemeldet und gezeügt habe, was heüt dato an Baselli nach Grad/isc/a expedirt wird in merito des Perriello, auf das er diesem indessen schreiben käne, das er die 8/c fl. vor Bestand des filatorii zu Farra pro anno 1749 ohn anders bezahlen solle. [775] Nachmittag war bey m. L. Br. Schmidthoffen, dan ihre 2 Frl. Schwestern. 8. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und ist Br. Janeshitsch vorgeruffen und kraft k.k. Resolution de dato Wienn den [–],513 præsentato [–]514 hujus wegen der mit dem Craißhaubtman Br. Taufferer gehabten Anstöslichkeit verwiesen und zu künfftigen mehrern Respect Observirung angewisen und ermahnet worden. Er hat nichtes dan eine Reverenz gemacht und ohne ein Worth zu melden, sodan weggegangen. Derley Arthen der Verweisungen seyn etwas zu crud vor ein adeliche Persohn und ein515 bey einer anderen Stell caracterisirtes Subjectum. Tauffrer spielt ein regulum und hat die Milchhaar noch nicht verlohren, Herberstein ist der andere regulas, deme alle Gelegenheiten favorable seyn, die Leüth zu plagen und sonderlich, wo sein privat Interesse und Passion unterwaltet. Bechinie spielt die Person eines Fuchsschwänzer, Mühlburg mag ein ehrlicher Mann seyn, aber ein purer consonans. Enfin, wan Janeshitsch vernüfftig ist, wird er schon seine passus zu machen wissen. Nachmittag hielte ich Consessum Comercialem von 4 Uhr biß 7 ½ und gabe wieder die Stund auf Morgen Nachmittag. Dan war bey unß Graf Ferdin/and/ Attems und Baron Carlo Terzi von Görz. Lezter komt zu der Thürhaimischen den 11ten dieses zu halten habender Conferenz ex parte statuum Goritiæ, der erste aber par compagnia. 9. Vormittag gieng ich mit meinen 2 Söhnen [776] dem Hänßl und Maxl zu Graf Ferd/inand/ Attems in Contrevisite. Br. Terzi aber war nicht zu Hauß. Dan waren bey der abesse der Clarisserinen, welche heüt ihren 64ten Geburtstag celebriret. Dan waren bey Grafin von Gallenberg et en passant bey Leopold Grafen von Lamberg, der gester von Campement retourniret ist. Dan bey Ant/on/ Grafen von Thurn, der heüt morgens von Campement retourniret ist und Morgen wieder nach Görz revertiret in compagnia seines Sohns, aufgenohmenen Page bey Hof und dan eines canonici von Cividal die Friuli nahmens conte Modena. Gedachtem Grafen von Thurn habe auf dessen Ersuchen mitgegeben mein kleines Kästl vor die Sackuhr darein zu thun, welches er zu Görz nachmachen lassen und dan mir wieder restituiren516 will. Nachmittag habe den Consessum Commercialem gehalten. Abends um 10 Uhr kam mit dem Postwagen von Wien hieher David Bühelin,517 welcher den alten Österreicher von Triest nach Kempten begleitet hat. Meldete sich bey mir an und reisete sodan wieder nacher Triest ab. Sowohl der Graf Thurn alß Lamberg erzehlen, wie die Königin mit dem Kaiser und dem Prinz Carl von Lothr/ ingen/ das Campenent besehen und die Königin den grossen gefallenen Regen ohngeacht alles besehen. Ihr Rock war ganz kotig und sie ganz nasß und ganz unversehens resolvirte sie den 7ten dieses zu Gräz pernoctiren zu wollen. Consequenter seyn gleich die expeditiones geschehen und die Königin reisete ab gegen 10 Uhr Vormittag und pernoctirte [777] zu Gräz in der Burg. Tags darauf, alß den 8ten hujus, ist sie wieder nacher Wienn revertirt. Ansonsten sollen bey 60 steüerische Dames bey dem Campement gewesen seyn und die Menge Cavaliers. Der das Campement comendirende General-Feldmarschall Bathiani soll ein Kleid angehabt haben, so sambt dem Degen bey ½ Milion geschäzet worden. Die Croaten sollen sich den exercitio vor anderen distinguiret haben. In allen waren bey 12/m Mann königlicher Trouppen. 10. Vormittag war bey mir ein ungarischer Schneider vom forgatischen Regiment, durch welchem ich ein Kleidl vor mein Micherle bestellet habe. Dan war bey mir unser Expeditor, der eine Vorstellung machen will, das die Convotion die expeditiones in Betroff der erhaltenen 2 Jahrmärckten nicht bezahlen will. Heüt fruhe um 6 Uhr ist die Gräfin von Liechtenberg, Francisci Gemählin et Francisci etiam Grafen von 513 Prostor za datum. 514 Prostor za datum. 515 Orig. einen, a je bil zadni zlog -en prečrtan. 516 Popravljeno. 517 Orig. Büchelin, a je bil c prečrtan. | 295 1750 Julij Liechtenberg Tochter, mit einem Sohn niedergekomen, welcher schon der dritte Sohn ist, ohne nicht eine Fraule gehabt zu haben. Heüt habe auch von Wienn erhalten die von Erzhezog Joseph geschlagene Medaile, welche mir H. Mayr ut sein Schreiben von 30. passatto providiret hat. 11. Vormittag war bey mir Giuseppe Zanchi und Orlando von Fiume qua deputati von publico in merito der thürhaimischen Dislocation. Um 10 Uhr war ich in Repræsentations- und Camerrath, wo auch die 5 Craißhaubtleüth intervenirt seyn, [778] id est Br. Erberg von Unter Crain, Br. Gussich von Inner Crain, Br. Tauffrer von Ober Crain, von Marburg von Görz et Baselli von Gradisca. Heüt Vormittag ist hier angelangt von dem Campement der General Thürhaim. Nachmittag war bey mir conte Novelli, conte Prospero Antonini, der Baselli der Craißhaubtmans Bruder, dan der Philipussi und Br. Erberg, Craißhaubtman Dan gieng ich in Repræsentations- et Camerrath, wo auch der General Thürhaim erschunen, dan 2 landschafftliche Verordnete, die Deputirte von Fiume, jene von dem Görzer Magistrat und von der Stadt Laybach, dan Br. Terzi görzerischen Ständen deputatus samt dem 5 Craißhaubtleüthen und waren beysamen von 4 Uhr biß 7 ½. Dan gieng ich mit m. Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ spaziren. Bey mir waren auch heüt der Ziegler und der Expeditor. 12. Vormittag waren bey mir nacheinander der Craißhaubtleüth, alß der Baselli von Gradisca, der Marburg von Görz et Br. Erberg von Neüstadtl. Erster informirte mich per longum et latum von seinem Craiß, 2dus war nur in Visit et tertius klagte wider die Neüstadter und die impertinente Schrifft, die sie wider ihn eingegeben haben und sucht Satisfaction. Dan war ich in Visit bey dem General Grafen von Thürhaim und zugleich bey dem visconti518 Torres und seiner Gemählin, gebohrne Orzon, welche auch von Campement retournirt und gleich wieder nacher Görz abgereist seyn. Nachmittag war bey unß der General Graf Thürhaim [779] in compagnia des Grafen von Gallenb/er/g. Dan war bey mir der Ant/on/ Br. Valvasor von Galleneg, sich zu recomendiren Landbereitungscomissarius zu werden. Dan waren bey mir der Zanchi und Orlando von Fiume. Spätter war ich in Visit bey Graf Novelli und Grafen Antonini. Dan suchte den Zanchi und Orlando, waren aber nicht zu Hauß. Diese sagten mir, das in vorigen Jahr die decima des in territorio Fluminensi erzeügten Weins, prima intrada genand, sich auf 4/c moggia oder spodi belauffen habe, jeder spoda à 28 Maaß gerechnet. Consequenter producirte das ganze Territorium 4/m spodi Weins. Von dieser decima gebührt die Helffte, id est 2/c spodi denen PP. Jesuiten, von der anderen Helffte aber 1/c spodi denen PP. Augustinern und 1/c dem Capitul. Heüt abends ist der General Graf Thürheim von hier zu dem Campement wieder retournirt und von hier abgereist. 13. Vormittag war bey mir Br. Salvai in Betroff der venezianischen Confinsextendirungen und usus pationen von Seiten Gabroviza und Tschernical. Dan der Carnburg, der gerne Sequestrator von Pisino anstatt des Br. Brigido werden wolte. Nachmittag umb 6 Uhr ist General Br. de Fin519 von Campement allhier retournirt. Gester gegen Mittag ist Br. von Flachenfeld von seiner Visitationscomission von Zengh hier retournirt. [780] Abends gieng ich mit mein Schwager Br. Erberg spaziren und spätter suchte ich den Zanchi und Orlando. 14. Vormittag war bey mir der Baselli, Creißhaubtman. Umb 11 Uhr hat man den General Br. de Fin, der gester von Campement gekomen, versehen. Bald darauf aber ist ihme besser geworden. Dan war bey mir der Jenko von Strasich wegen des Quartierszinß und Beytrag. Nachmittag war bey mir Dr. Cavalieri von Fiume, der mir alle seine Medalien offerirte, konten aber noch nicht eins werden. Heüt fruhe ist die junge Sanetin, gebohrne Gasparini, mit einer Tochter niederkomen und ist in der Hl. Tauff benamest worden Maria An/n/a Franc/es/ca. Heüt ist auch von Campement allhier retournirt der Graf Wildenstein hiesiger Comendator, so auch die Gräfin von Schrottenbach. 518 c popravljen iz t 519 Sledi več prečrtanih in nečitljivih besed. 296 | 1750 Julij Bey m. L. war heüt Br. Liechtenthurn. 15. Vormittag waren bey mir der Zanchi und Orlando von Fiume, welche Morgen dahin retourniren wollen. Dan war der Registratursadjunct Bischoff, der vor die errichtende Marcktpreißtabellen gerne recompensiret werden möchte. Nachmittag war bey mir Dr. Cavalieri, der auch Morgen nach Fiume retourniret und mir von dort zu schreiben versprochen hat, was er leztlich vor seine antique Munzen und Medalien verlanget. Bey mir war auch Graf Barbo, der mir gezeüget, was der Craißhaubtman Br. Tauffrer abermahl wider diesen Magistrat eingegeben hat, welches Barbo supponiret, eine mit Herberstein concertirte Sache zu seyn. [781] Der Orlando sagte mir occasione der Kopffsteüer in denombrement befunden zu haben, das Fiume auf 3/m Seelen nicht gekomen. Heüt war auch bey mir der Gorjup nomine des Landshaubtman in merito der über sein Kopffsteüercommission zu geben habenden Außkunfft. Und habe ihm belehret, wie er die registeria formiren und einlegen soll. 16. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag in simili und abends gieng ich mit Barbo spaziren und dan kamen in die compagnia des Wildenstein und Benj/ami/n Erberg. Barbo lamentirte ebenfahls, das unser præses der Herberstein gar zu passionirt seye und er wünschete von der Repræsentation und Camer wegkomen zu känen, consequenter von Herb/er/stein entfernet zu seyn. 17. Vormittag war ich in Repræsentations-und-Camer-Rectificationsrath und referirte Bechinie von 9 Uhr biß gegen 1 Uhr Nachmittag die neuzuverfassende520 Instruction vor das Landbereitungspersonale. Nachmittag waren bey unß in Spiel die Gräfin von Schrottenbach, Wildenstein und Barbo mit sein Sohn und abends giengen erste mit dem Benj/ami/n Br. von Erberg spazirender nach Hauß begleiten. Heüt hat mir Br. Carl Valvasor von Wildeneck ein Nest mit 3 jungen Gimpeln geschickt. 18. Heüt Vormittag ist allhier von Wienn angekomen der tripolitanische Gesandte, der von hier nach Triest passiren wird, umb sich daselbst zu embarquiren. Er wird escortirt von 20 Mann forgatischer Trouppen. [782] Vormittag war auch bey mir der Burgermeister Perr, dan Br. Erberg Craißhaubtman und der Leüthnant Rasp, welcher lezte auch bey unß zu Mittag gespeist hat. Nachmittag war bey m. L. die Schrottenbachin, Wildenstein und Wurmbrand. 19. Morgens nach 7 Uhr ist521 der tripolitanische Gesandte von hier nach Triest abgereist. Gegen Mittag war ich bey meiner Schwägerin Frl. Margarete von Erberg, welche heüt 33 Jahr ihres Alters zuruckgeleget hat. Abends gieng ich mit mein Maxl spaziren. M. L. ist gester das erstemahl fürgangen. Heüt Nachmittag war sie in Visiten. 20. Vormittag war bey mir capitano Christoforo Nuvollone, dan spätter Nemezhoffen. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und spätter gieng ich mit mein Maxl spaziren. Vormittag war ich bey meiner Schwägerin Fraule Margarete wegen ihres Nahmestag, mein Compliment zu machen. 21. Zu Mittag speiste bey unß capitano Nuvollone. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath; erstlich in rectificatorio, dan in Erleüter und Erledigung verschiedenen von Vicebuchhalter Marotti vorgetragenen Rechnungen. Abends war ich mit m. Maxl spaziren. Heüt in Rath kam auf das Tapet die von Schwab von Liechtenberg resignirte Landbereitungsobercomissarii-Stelle zu ersezen. Vier waren Concurrenten: Graf Buccelleni, der krumpe Dinzl, der junge Hochenwart und der Br. Valvasor von Galleneck. [783] Die Charge ist etwas delicat, die Concurenten von keinen noch außnehmenden Meriten und also wuste man fast nicht, weme das votum zu geben. Graf Barbo inclinirte vor das Valvasor, doch belobte er auch den Hochenwarth und nicht weniger den Dinzl. Ich habe mir nicht getraut, ein votum zu geben und522 war der Mainung, das Bechinie alß der523 Director diese subjecta sondiren und dan den tauglichsten 520 Popravljeno. 521 Popravljeno. 522 Sledi še en okrajšani und 523 Popravljeno. | 297 1750 Julij vorschlagen soll. Bechinie inclinirte vor Buccelleni und da ich merckte,524 das Herberstein einschlagen därffte, meldete ich, das man vor allen auch ad vitam et mores reflectiren möchte. Dem Herberstein, der sich vieleicht hierinfahls um kein diploma bewerbet, war diese Reflexion nicht anständig. Und wie er alles gerne zerpeist und critisiret, so sagte er gleich, das diese Reflexion unter denen Capucinern, nicht aber bey einem Rath gut seye, alß wo man nur auf dem Herrndienst zu reflectiren hat. Und fieng gleich an sich zu echaufiren und wider die Hypocrisie zu schmählen und das die Hypocriten weit gefährlicher seyn alß die Lasterhaffte etc. Ich wolte ihm nicht sagen, das der höchste Dienst haubtsächlich und vor anderen, in deme bestehet, das keine schlechte und gottlose Leüth in publique Chargen placiret werden solten, weil solcher Leüthe auch525 beste dispositiones Gott in die länge Übel außschlagen,526 wohingegen von fromen und gottesfürchtigen capablen Leüthen auch nur die mittelmüssige benediciret und reussiren machet. [784] Ich meldete alleinig, um in kein Wortwechslen zu komen, das *ich* die Hypocrisie auch und zwar vor ein grosses Laster halte und eine solchen ebenfahls nicht placiren möchte. Enfin, Buccelleni ist resolvirt worden. Hac fidelia und da man die gutte Qualitäten des jungen Hochenwarth belobte, da fieng er wieder an wider dessen Vattern den Carl Hochenwarth auf unerlaubte Arth zu medisiren und das er der Projectant und derjenige seye, das alles denuncirt und die hiesige Andamenten falsch und übel beschreibet etc. Enfin, pour faire le portrait de ce cavalier il faudroit prendre les couleurs du mechant, medisant, emporté, vindicatifs feaux et c‘indigne d‘amë. 22. Heüt morgens ist Br. Benj/ami/n Erberg mit Graf Wildenstein auf Craiz zum Landshaubtman und abends wieder retournirt. So ist auch heüt abends mein Sohn Hanßl von Habach zuruckgekomen. Vormittag war bey mir Nemezhoffen vocatus, deme mein Aufsaz des Berichts in merito Grosl contra Zois gezeüget habe, um ihn sodan mundiren zu lassen und zu præsentiren. Detto Nemezhoff erzehlte mir, das Hamilton und Flachenfeld wegen meiner Possession a St. Martiri nicht haben eins werden känen et sic hat ein jeder von ihnen separatim ihre celation gegeben, und zwar Flachenfeld sub dato Laybach den 18ten hujus, et sic videndum quid aula decidet. Doch aber sagte mir Nemezhoff, das Flachenfeld mir [785] favorable gegeben habe. Ich aber replicirte, das ein jeder sein Schuldigkeit thun soll und das mir allemahl noch bevorstehet, meine passus bey der Königin zu machen. Nachmittag war bey mir der alte Gegenschreiber von Praard, dan der alte Widerkher. Spätter empfienge 1/m Ziegl von Freüdenthall und dan gieng ich mit mein Mäxl spaziren. 23. Vormittag war bey mir ein Fendrich von Molcken, der ein Vetter zum wiennerischen Ständler ist. Bey m. L. war die Schrottenbach und Nachmittag war m. L. bey General de Fin, wo die Schrottenbach, der Wildenstein und Benj/ami/n Erb/er/g gespeist haben. Bald Nachmittag ist allhier angekomen hiesiger fürstlicher Bischoff von Wienn. 24. Vormittag war bey mir Nemezhoffen wegen seines von Graf Orzon eingelösten Schuldbriefs per 5/m 〈fl.〉, den er gerne zu seinen Handen haben möchte. Dan war bey mir der Sazfeld, welcher mit mehr anderen gerne von der grossen Tax der angirten Besoldung in partem dispensiret werden möchten. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nach dem Rath habe dem neuerwehlten Stadtrichter zu Stein Vadlou das Jurament geben lassen. Heüt habe wieder 1/m Ziegl von Freüdenthall erhalten. Nachmittag war bey mir P. Joseph, Capuciner, und P. Provincial, Franciscaner. Abends war ich spaziren mit meinem Maxl, incontrirten den Fürsten-Bischoff und dan giengen auf ein Zeit zu ihm. [786] 25. Vormittag war bey mir Nemezhoffen. Dan bin ich mit m. L. zum fürstlichen Bischoff in Visite. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Dan gieng ich mit Barbo spaziren et de retour begegneten wir unsere Coterie. 524 Orig. gemerckte , a je bil zlog ge- prečrtan. 525 a popravljen iz b 526 Sledi prečrtano machet 298 | 1750 Avgust 26. Vormittag war ich mit mein Schwager und Maxl denen Mariandlen zu ihren Nahmenstage mein Compliment zu machen, alß der Bssa. Abfaltrer, gebohrner Dinzl, Frau von Hochenwarth, gebohrner Leo, Gräfin von Aursperg, gebohrner Juvenelli, Bssa. Erberg, gebohrner Engelshauß, Grafin von Aursperg, gebohrner Cuncha, Bssa. Gall, gebohrner Barbo. Zu Mittag speisten bey Graf Wildenstein, der heüt die complaisence hatte m. L. wegen ihres Nahmenstag das Diné geben zu wollen. Da war die Gräfin von Schrottenbach, der fürstliche Bischoff, Graf Barbo, General Br. de Fin, Br. Benj/ami/n und Br. Wolf Daniel von527 Erberg, dan ich, m. L. und mein Sohn Hänßl. Abends giengen spaziren. Vorhero aber war ich noch in Visite bey der alten Pettenegkin, bey Bssa. Otto und bey der neuen abbesse St. Claræ, die heüt alß ihren Nahmenstag instaliret worden, eine gebohrne Madershaim. Heüt Vormittag gegen 10 Uhr ist allhier angekomen der neapolitanische Bottschaffter prencipe di Monte Reale, ein Palermitaner, der Nachmittag umb 6 Uhr wieder von hier nach dem Wienner Hof abgereist ist. 27. Morgens gieng ich zu Grafen von Wildenstein, wo sich eine compagnia versamlet hat, alß der fürstliche Bischoff, Gräfin von Schrottenbach, Graf Barbo, Br. Benj/ami/n und Br. Wolf Daniel Erberg, Graf Rindsmaul, Comendator zu Mettling, und Haubtman unt/er/ Plaz, dan mein Sohn Hänßl. [787] Dan fahrten in bedeckt doppelten Schiffen auf dem Laybach-Wasser auf die grosse comendische Wiesen, die man heüt abzumähen angefangen. Daselbst hatten wir ein guttes Dine unter einem Zelt und abend retournirten soupirend in Schiffen. Und ist die Wiesen 1 ½ Stund von hier entlegen. 28. Vormittag war bey mir capitano Nuvollone, der mit heüt oder in der Nacht abgehender ordinari Post nach Triest retourniret. Nachmittag war bey mir der Fendrich von Molck, dan der Vicebuchhalter Marotti, abends aber der Fürst-Bischoff. M. L. war mit der wildensteinischen Coterie spaziren. 29. Vormittag war bey mir der Buchdrucker, deme ich in die Arbeith gegeben die sonetti, die occasione der Instalation des neuresolvirten vicarii apostolici zu Görz Carl Grafen von Attems distribuiret werden. Dan war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nach dem Rath war bey mir Marotti. Nachmittag der Syli und dan der Liscutin, welcher lezte Morgen nach Görz verreiset in der trezzischen Rechnungscommission. Abends gieng ich mit dem Maxl spaziren und incontrirten den Fürsten-Bischoff et Br. Benj/ami/n, denen wir unß zugesellet haben. 30. Vormittag war bey mir der Wichtenstein, der wieder lamentirt, das sein Reintegration noch dato nicht intimiret worden, welches der Herberstein zuruckhaltet. Dan war bey mir P. Pepeu, Jesuiter, mich auf Morgen zur Andacht et Mittag einzuladen. [788] Dan der Herb/art/ Tauffrer, gewester Haubtman unter Molck. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. M. L. war abends bey Wildenstein. Heüt habe abermahls 1/m Ziegl von Freidenthall bekomen und also biß heüt inclusive in allen 3/m. 31. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und ist nicht anderes vorgekomen, alß in merito der von dem Magistrat in einige adeliche Hauser beschehener forgatschischer Officierseinquartirung. Und sey beordert worden, 25 Mann in des Burgermeister und 25 Mann in des Stadtschreibers Hauß biß und solang einzuquartiren, biß der Magistrat die, in die adeliche Häuser einquartirte Officiers in die burgerliche dislociret. Und über das haben wir den Burgermaister ab officio suspendirt biß auf weitere Verordnung. Dan hielte ich die Licitation vom Stempelambt und ist dieser Stempel vor das Herzogtum Crain allein (Mitterburg ausgenohmen) bereits auf 466 fl. 20 kr. 1 den. gestaigert worden. Da doch biß dato, da es cameraliter bestritten worden, niemahls 3/c fl. eingetragen hat und ist die ferere Licitation auf dem 7ten Augusti übertragen worden. Nachmittag war ich bey Ign/ati/ Aursperg wegen seines Nahmenstag, dan bey den Valvasorischen, dan bey Ign/ ati/ Abfaltrer und seiner F. Mutter. Und spätter gieng ich spaziren, wie ich die Coteri des Wildenstein angetroffen habe, id est die Schrottenbach, den Fürsten-Bischoff, Barbo, Benj/ami/n Erberg und andere. 1750 Avgust [789] 1. Augusti. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Dan gieng ich mit Graf Barbo spaziren und fanden sodan unsere Coterie. 527 Pred tem prečrtano Br. | 299 1750 Avgust Bey unß war Nachmittag die Widerkherin, die erst von ihrem Landgut gekomen. 2. Zu Mittag speiste bey unß der abbé Werth. Nachmittag waren bey unß die Widerkherin und Wusetin. Spätter war ich bey Wildenstein in unserer Coterie, deme auch auf dessen Anlaitung ein Memorial an die Verodnetestell eingegeben habe, um von der heurigen auf mein Hauß angeschlagenen Vermögensteüer dispensiret zu werden. 3. Vormittag war bey mir ein parmahl der Ziegler. Nachmittag der Wichtenstein, dan der Craizberg von Adlsperg, der den 16. April lezthin zu Lack vereheliget worden mit Maria Gertraud Vitschitschin, ein gemeines Mensch von Adlsperg. Dan war das andermahl mit ihm der Dr. Schildenfeld, der ihn in seinem Rechtshandl wider die Garzarolli patrociniren wird. Der Creizberg ist denen Garzarolischen bey 16/m fl. schuldig. Er hat nichtes anders alß die Gült Adlershoffen und diese ist bey 19/m fl. werth. Et sic, wan er die Garzarolische bezahlen wird, wird er kumerlich leben. Dan war bey mir der Zeigwarth, spätter der Schwab von Liechtenberg, dan der alter Wid/er/kher. Dan war ich bey dem Obristen Br. Krottendorff und seiner Frauen. Dan spaziren, wo ich den Fürsten-Bischoff mit der wildensteinischen Coterie angetroffen habe. 4. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und dan gieng ich mit Graf Barbo spaziren. [790] Und mit unß war auch der Wurmbrand und der Mühlburg. Wir incontrirten sodan ein stärckere compagnia der wildensteinischen Coterie. Bald Nachmittag waren bey unß der528 Obrister Br. Krottendorff und sein Frau, welche sodan m. L. bey der Thurn, Lamb/er/g, Wittib Aursperg und ander Orte aufgeführet hat. Heüt ist der Haubtman Luckantschitsch geschlossener hieher in Arrest geführt worden, das er einen Leüthnant erstochen hat. 5. Vormittag war bey mir Perscki. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath, wo der Graf Buccelleni alß Landrectificationscommissarius das Jurament abgelegt hat. Dan hat der Stadtsyndicus Raditsch dem Craißhaubtman Br. Tauffrer publice et solemnitime abgebetten wegen der jüngst eingegeben anzüglüchen Schrift. So ist auch vorgekomen die neuerdings verübte Thätigkeiten von denen venezianischen Unterthanen in Istrien von Monpaterno wider die Antignaneser und haben deßwegen von der Stell auß eine Staffetten nach Hof abgeschickt. Dan war ich bey dem Vicebuchhalter Marotti wegen der zwischen der steüerischen Repræsentation und der hiesigen Teütschen-Comenda vertirenden Strittigkeit wegen der landshaubtmanisch gewesten Gilt. Dan war ich bey Flachenfeld wegen des Außstands der Grafschafft Adlsperg. Nachmittag war bey mir der Umnig hiesiger Handelsmann, sich beklagend, das man in sein Hauß vor den Obristleüthnant das Quartier aussersehen. [791] Dan der Wichtenstein, der heüt nach Görz retournirt, deme ich die sonetti vor den Ferd/inand/ Attems mitgegeben529 habe. Spätter gieng ich mit mein Maxl, dan den Micherle und Hanserle, dan den Nemezhoffen Franzl, die Kreuzer Comedie zu sehen. Der Wichtenstein erzehlte mir heüt, das er den Rastello bey Görz über den Isonz per 1/m # erkaufft habe. Wir discurirten weiters, was in disem Rastello vor Geld verworffen und denen Waldungen vor Schaden causiret worden. Erstlich seyn auß dem Wald Panaviz (welchen man allemahl alß einen Schaz considerirt und conserviret hat) bey 6.776 Aychbaumer von den schensten dazu gefält und emploiret worden, ohne zu rechnen viel anderes auß anderen Waldungen genohmnenes Holz. Wan nun allein die Aychen zu 5 fl. das Stuck gerechnet wurden, so betrageten gleich diese in Wald bey 33.880 fl. Dan hat man zum Schwemen den ganzen Knesa Wald ruinirt und ein solche Quantität von Feichten und Buchen zubereitet, das das ganze Wald ruiniret worden. Und da der Rastello nicht renssirt ist von das Holz, consequenter nicht hat geschwemet werden känen, ist alles in dem Wald selbsten verfault und verdorben. In diesem Wald Knesa hat der Perr den Bodaschen zu brennen angefangen, nachdeme aber der Verneda und Lovisoni solchen alß commissarii visitiret haben, sie dem Herberstein eingerathen, das Bodaschen brennen [792] einzustellen und das 528 Sledi še enkrat ponovljana abreviatura za der 529 Popravljeno. 300 | 1750 Avgust Holz lieber zum Schwemen schlagen zu lassen, quod mihi factum est und zwar mit oberwehnt betrübten Effect. In Tribussa ober dem Suppan ist der ganze Wald jung und alt und zwar von lezten allein an Buchen und Fichten über 14/m Stuck gefält worden und auch daselbst alles verdorben. In Groß Prosecko in Flitscherischen ist von Lerchen, Forchen und Feichten von jeden gleiche Zahl in grosser Quantität geschlagen und seyn sodan dem Wichtenstein 1.600 Stuck Sagstöck verkaufft worden. In Stermeriza seyn etliche hundert Klaffter Brennholz geschlagen worden und ist alles in loco verfault. In Presdren, Juvanick und Zerni Verch (nächst Görz) seyn die schenste, dickeste und beste Jone gefühlt und præpariret worden. Da aber alles ausser der Zeit geschlagen war, ist ebenfahls zu Grund gegangen. Und das Aichenholz, so würcklich zum Rechen gebraucht worden, weil es ausser der Zeit geschlagen war, ist schon jezo voller Schwamen und vermordert, so da der Wichtenstein, ob er schon wenig vor den Rechen gegeben, doch wenig Nuzen darauß caviren därffte. Da der Rechen in der Mitte biß 36 Klaffter in der Lange erbrochen worden, seyn über 1.500 Klaffter Brennholz auf einmahl in das Meer verlohrngangen und dieses ist öffters geschehen. Das neue Werck, das der Haubtman Fräst angelegt hat, soll bey 16/m fl. gekostet haben. [793] Wo ist sodan das Eisen, die Arbeit? Das also Graf von Herberstein mit disen Rechen einen gewaltigen Schaden verursachet hat. 6. Vormittag war bey unß der General Br. de Fin. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem Wildenstein a 13 couverts, id est der Haußherr, Gräfin von Schrottenbach, Obrister Br. Grottendorff und sein Frau, Obristleüthnant Br. Aichen und sein Frau, Haubtman Blochner, Haubtman [–],530 Obristleüthnant Graf Attems, Br. Benj/amin/ Erberg, ich und m. L. Abends giengen spaziren. NB. Heüt hat wieder der Herb/er/stein ein Magistrat-Anbringen umb schrifftliche vota rouliren lassen. Und haben ich alß Referens und Graf Barbo unser Mainung conform entworffen in merito des Bau der Stall in Castell, das darmit suspendiret werden möchte. 7. Vormittag hatte ich Continuation der Stempellicitation und habe solche auch terminirt und das quantum auf 660 fl. gebracht. Der Karnburg war plus offerens et sic ist ihme gebliben und wird nun der Contract entworffen werden. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. Nachmittag war bey unß der Leüthnant Rasp, dan Bssa. Aichen. 8. Vormittag der secretarius Sazfeld nomine des Herberstein, der wieder zu intrigiren sucht die lezteingangene Resolution in merito der Dislocation der molckischen Mannschafft. [794] Ich habe ihm aber gleich gezeügt mein decretis-Bogen, wo ich mein votum bereits entworfen hatte, welches er copirt hat, umb es dem Herb/ erstein/ zu zaigen. Dan war Nachmittag bey mir der Zois und spatter gieng ich zu Wildenstein, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan gieng ich spaziren mit Alex/ander/ Aursperg und Gr. Barbo. Gester war der erstemahl und heüt das zweytemahl das Examen der Officiers, die zugegen waren, da der Haubtman Luckantschitsch den Leüthnant Gruber tod gestochen hat. M. L. war in Visiten, hat auch noch an und anderen Orth die Obristin aufgeführt. War auch Vormittag und abends bey Wildenstein. 9. Vormittag hats in ein Härpffen mit Getrayd angefühlt unweit St. Peters-Kirchen eingeschlagen, doch ist von dem Garben das mehreste salviret worden. Nachmittag war bey mir der secretarius Wenger mit einer Resolution, die an Br. Flachenfeld gekomen in merito Ablösung meiner Possession a St. Martiri. Dan war da Graf von Wildenstein und bey m. L. der Obrister und sein Frau, der Muhlburg und sein Frau, alt und jung Steinberg und des lezten Frau, der Haubtman Plohner und mehr andere. Abends war ich bey denen Pantomimen, die heüt das erstemahl zu spielen angefangen haben und hatte mit mir meinen Sohn Hänßl. 10. Heüt die vergangene Nacht vor Mitternacht ist die Haubtmanin Frastin niederkomen mit einem Knaben. [795] Nachmittag bald nach 2 Uhr ist er getaufft und Franciscus Laurentius benahmset worden. Ich war 530 Prostor za ime. | 301 1750 Avgust Gevatter und die Frau von Wolckensperg, gebohrne Schweiger, war Gevatterin. Vormittag war ich mit dem Maxl bey Br. Flachenfeld, der heüt sein Nahmenstag celebrirt. Er ist aber unpäßlich und betligerig et sic waren bey seiner Frauen. Um 3 Uhr war ich in Repræsentations- et Camerrath und hernach gieng ich mit Barbo und Mühlburg spaziren und dan mit ersten zu Wildenstein. Gester abends ist der neue vicarius apostolicus Carlo conte d‘Attems von Görz hier angekomen. Heüt war er zu Görtschach und abends ist er wieder hier retournirt. 11. Heüt morgens nach 6 Uhr ist mein kleines Töchterle ganz sanfft gestorben. Sie war gebohrn den 15ten Juni lezthin und benamset Maria Aloysia. Hat also gelebt 8 Wochen und ein Tag. Dan wolte zu mir komen der vicarius apostolicus. Ich aber habe ihm prævenirt und bin zum General de Fin, wo er sich befande und bewilkomete ihn daselbst. Um 9 Uhr kam Dr. Wischiach von Triest zu mir, umb mich wegen meiner Possession a St. Martiri in ein so anderen zu unterreden. Zu Mittag speiste er bey mir. Nachmittag wurden zur Red von Monte Bello und sagte mir, das Mad. Constanzi vor diesen Orth 30/m fl. verlange, welches ein spropositum zu seyn scheint, indeme es detractis detrahendis, wie es in dermahligen [796] Stand sich befindet, nicht einmahl 2/c fl. eintragen thut. Dr. Fran/ces/co rechnet ein Jahr ins andere folgende intrade: – Alß an Wein bey 50 orne komt also die Helffte proportione dominicale, id est 25 à 18 lr. 450 lr. – Bey 40 orne gionta komt die Helfte pro dominicale à 3 lr. 60 〈lr.〉 – Waizen bey 40 pisinali, la metà pel dominicale à 5 lr. 5 〈sl.〉 105 〈lr.〉 – Türkisch Waizen 40 detti pel dominicale 20 à 3 〈lr.〉 60 〈lr.〉 – Pascoli seyn alle vor den H. und betragen circa 25 sd., macht 150 〈lr.〉 – Jene Grund, die in Bestand außgelassen werden, betragt l‘affitto 40 sd., macht 240 〈lr.〉 – Baumoel wird in allen bey 14 lb. gemacht, ist also nicht der Mühe werth anzusezen. Summa der Ertragnus 1065 〈lr. 〉 – Davon wird jenes abgezogen, das alljahrlich dem Capitul zu Triest bezahlt werden muß, das ist 80 sd., machen 480 〈lr.〉 Blib also netto d‘intrada 585 lr., macht 110 fl. 30 〈kr. 〉 NB. Der Wald, so durch dabey ist, ist zwar die Jähr her sehr ruinirt worden, doch aber da das Holz selben Orten precios ist, so ist er in die Consideration zu nehmen. Dan ist auch zu wissen, das die 80 sd., die [797] dem Capitul bezahlt werden müssen, zu affranchiren seyn, sobald das Capital deboursiret wurde. Das beste an diesem Orth wäre vor jenen, der es kauffen möchte, das derzeit alles in baredo und in schlechten Stand sey, consequenter sine fine meglioriret werden känte. Alles komt darauf an, das man es um ein billigen Werth haben möchte; à 4 per % betragete in capitali 2762 fl. 30 〈kr.〉 Das Dominicalhauß ist freilich was werth, doch aber auf dem Land solte genug seyn 1/m fl. oder um ein gleiche Summa zu machen 1237 〈fl.〉 30 〈kr.〉 Et sic in allen 4/m fl. und ist nach dermahligen rendita wohl bezahlt. Abends waren bey unß in Spiel die Gräfin von Schrottenbach, Graf Wildenstein, der Obrister Br. Grottendorff und sein Frau, die Frl. Valvasor, Haubtman Blaner, Br. Benj/ami/n und Wolf Daniel Erberg. Um 7 Uhr abends habe die heüt morgens verstorbene Loißl seegnen lassen. 12. Morgens umb 6 Uhr habe die Loißl bey den Augustinern in der Rosenkranz-Capellen begraben lassen und haben selbe begleitet der secretari, die Camerjungfer, das Zimer- und das Kindsmensch. Gester hat mir don Fran/ces/co von Triest mitgebracht ein Stückl Schweizer Leinbeth, 2 Riß 3 capelli Papier, 4 halbe Riß da Leone und ein Riß bandiera, welches lezte ich vor den Grafen von Wildenstein von Venedig habe komen lassen. [798] Fendrich Ebner hat bey mir von m. L. aufgeführt den Br. Haiden und Br. Aichelburg, beede Officiers von molckischen Regiment. Nachmittag war bey mir die Wittib des quondam Stefano Grena. Recomendirte mir den Br. Giulio de Fin zu Triest officiren zu lassen, das er ihro noch ein debitum von 13 17ner einzubringen verhelffen möchte, wie ers schon von 17 17ner gethan hat. 302 | 1750 Avgust Gester habe meinen Livrébedienten Michael des Dinsts entlassen wegen seiner Faulheit in Bedienen und doch impertinenter Zungen. Heüt ist die Fraule Maria Anna Gräfin von Aursperg des Landshaubtmans Tochter zu Münckendorff eingekleidet und die geistliche Function von dem vicario apostolico verrichtet worden. Mit heütigen Post ist die Jesuiterdisposition gekomen und ist mein Sohn Lucasl ad examen solitum admittirt, et sic soviel, alß vor einen Candidaten aufgenohmen worden. 13. Nachmittag war bey mir der Buseth biß spatt und recomendirte mir in die graf-lambergische Strassenrechnungen einzusehen und wie das er die fast einjährige Schulden allemahl mit den Einkünfften des folgenden Jahrs bestreitet, wo doch in einem Jahr nicht mehr verwendet werden solte alß eben selbes Jahr eingehet. Abends ist mein economo die [799] St. Martiri und zwar erst nach 11 Uhr von hier per dahin retournirt und habe mit ihm biß Adlsperg meinen secretarium an Br. Gussich abgeschickt, um ein so andere Erleüterung betröffend den Militarbeytrag einzuhollen. 14. Vormittag war bey mir der Gayer nomine des Br. Flachenfeld in merito der von Hof resolvirten Einlösung meiner Possession ad St. Martiri bey Triest. Dan der Karnburg in merito des Stempelsgefäll. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Dan gieng ich mit Barbo spaziren und incontrirten unsere Coterie, wo unter anderen auch unser Bischoff und Fürst, dan der vicarius apostolicus zugegen waren. Erster erzehlte mir, mit was vor obligeanten Arth die Königin den vicarium apostolicum auf das gnedigste Theils bereits bedencket habe, theils noch bedencken will. Erstlich hat sie anbefohlen, er möchte sich gleich alß Bischoff zu Pergamen sacriren lassen, dan gleich die Visitation vornehmen. Zu Bestreitung deren ersteren Unkosten hat sie ihm 5/c # assignirt. Die bullas zu Rom will sie selbst erhöben und zahlen lassen. Die bischoffliche Kirchen zu Görz will sie außzieren, consequenter einige paramenta anschaffen. Heüt *ist*531 die Hingerlin, gebohrne Hizinger, bey den PP. Augustinern begraben worden. 15. Heüt morgens habe einen Bedienten vor m. L. aufgenohmen, nahmens [800] Florenz Aich von Eggen, fünf Stund oben Ulm, auß Schwaben gebührtig, 25 Jahr alt, ein Schneider seiner Profession. Und habe ihm versprochen gleich seinem antecessori vor Besoldung den Brod- und Weingeld 36 fl. 48 〈kr.〉 auf das Jahr, nebst der Livré. Um 8 Uhr morgens ist mein secretarius Niederbacher von Adlsperg retournirt. Nachmittag war bey mir der Fendrich von Hildburgshausen Br. Abfaltrer, der bereits 4 Jahr in Kriegsdiensten sich befindet. Abends gieng ich mit mein Maxl spaziren und geselten unß zu der wildensteinischen Coterie. Vormittag war ich auch mit mein Maxl bey der Busetin. 16. Vormittag war bey unß der vicarius apostolicus mit sein Bruder dem Obristleüthnant, dan der Obrister mit seiner Frauen. Nachmittag war ich mit mein Maxl bey denen Jesuiten, wo der Br. [–]532 Tauffrer philosophia deferendiret hat. Dan war ich in Repræsentation- et Camerconferenz und haben beschlossen 3/c Mann nach Mitterburg alß comandirte zu schicken, um denen venedischen Attentaten Einhalt zu machen. Dan war ich spaziren mit dem Barbo und traffen an die wildensteinische Cotterie. Heüt ist hier die Nachricht eingelauffen, das der Landsverweser zu Graz Graf Attems den 12. dieses gestorben sey und verlast ein ainzigen Sohn, der bey 24/m fl. Einkünften haben wird. [801] 17. Vormittag war bey mir der Vlach Haubtman zu Castua und der Martino Terzi. Nachmittag war bey mir Marotti. Dan war ich bey Flachenfeld, deme ich eine schrifftliche Außkunfft getragen habe über jenes, was das Commercien Oberdirectorium wegen St. Martiri zu wissen anverlanget hat und habe mein Information unter gester datirt, wovon die copi suo loco zu sehen. Bey unß war mein Schwigervatter, der sich nun wieder, Gott Lob, gut befindet *und* ist gester das erstemahl außgangen. So war auch da Br. Hallerstein und sein Frl. Schwester. Abends gieng ich mit mein Lucasl spaziren und traffen an die wildensteinische Cotterie. Dan giengen alle zusamen nach 8 Uhr zu denen PP. Capucinern den P. Provincial haimzusuchen, welcher mit mehr PP. in refectorio war und in Garten ware eine Musique. 531 Nad prečrtanim wird 532 Prostor za ime. | 303 1750 Avgust Hac occasione, das der Vlach und Terzi heüt bey mir waren und beede von Istrien gutte Cognition haben, erkundigte mich, was vor Strassen nach Pisino genohmen werden känte, ohne das venedische Territorium zu betreten, allenfahls vor die dahin abzugehen habenden 3/c molckische Trouppen eine marche route zu machen. Sie sagten mir, das kein anderen Weg gebete alß über den Monte Major und zwar von Castua auf Franzili Stund 1. NB. Alhier fanget man an Berg aufzugehen und ist ein sehr schlechter Weg. [802] Rapporto Stund 1. Von Franzili auf Veprinaz 〈Stund〉 1. NB. Von hieher ist die gacheste Höche von Veprinaz biß auf die Höhe des Bergs Bey denen Mühlen genandt 〈Stund〉 3. NB. Biß hieher ist der Berg nicht mehr so gäch. NB. Von Castua biß hieher wäre ein marche. Von der Höche des Bergs oder dalli Moline auf Boglium 〈Stund〉 2. Boruto 〈Stund〉 1 ½. Zerouglie 〈Stund〉 1. Novaco 〈Stund〉 1. Pisino 〈Stund〉 1. Das wäre der anderste marche. In allen Stund 11 ½. Sonst aber kan man diese zwey marches auch in 10 Stunden machen, verstehet sich zu Fusß. Dan habe mit dem Terzi gesprochen wegen der 6/c fl., die seit primo Jener 1718 der march. Prié von der Graffschafft Mitt/er/burg vor das Salzpauschquantum ins ærarium alljährlich zu bezahlen hat. Terzi glaubt, das dem Prié Unrecht geschicht und ist der Mainung, das die übrige Örter in Istrien concuriren sollen, weil sie nichtes bezahlen. Und diese Örter seyn erstlich Lupoglau, Schemiz, Kerbune, Schumberg und St. Ivanez. Diese 5 Orth seyn dem Br. Brigido gehörig. Dan ist Chersano denen Rampellischen gehörig. [803] Dan ist Päss, Belay, Zepitsch, Berdo, Villa Nova, Kosliaco ò sia Waxenstein. Diese 6 Orth seyn dem Fürsten von Aursperg gehörig. Alle diese 12 Ortschafften haltet der Terzi wenigst vor ein Drittel der Grafschafft Mitterburg. Consequenter, wan die Grafschafft Mitterburg 6/c fl. zahlt, so solten diese wenigst 2/c fl. bezahlen. Die Grafschafft Mitterburg soll etwas über 17/m Seelen haben an der Population. 18. Heüt morgens habe ein Vasßl Öel von Triest erhalten, war vor Br.-Gallische bestelt und habe solches dahin geschickt nebst 2 Flaschl von Tenedo, 2 von malvasia und 2 refosco, dan der Gilaiß Artzneybuch. Spätter war ich mit dem Maxl bey der Frl. Lenerle Hallerstein, die heüt ihren Nahmenstag celebrirt. 19. Vormittag war bey mir Suppe, der gerne Craißamtsofficier in Unter Crain werden möchte. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste ich mit m. L. und Br. Benjam/i/n bey General Br. de Fin, wo auch der Bischoff von Pedena speiste. Dan war ich Nachmittag in Conferenz in merito der nach Mitterburg abzuschicken habender Miliz. Dan gieng spaziren mit Barbo und traffen an die wildensteinische compagnia. Dan gieng m. L. auf dem Bal und zum souppe zu dem Obristen Crottendorff und retournirte gegen 1 Uhr nach Mitternacht. Zu Mittag speiste bey m. Kindern der Fendrich Ebner. [804] 20. Vormittag war bey mir Suppè, um Craißambtsofficier bey dem Br. Erb/er/g zu werden. Dann der Grosßl wegen Wolffspurger Eisen. Heüt habe ein ordinaire wiennerische Hut von Kirschlag/er/ erkaufft, därfte etwas über 3 fl. kosten. M. L. war in Visiten und spaziren. 21. Vormittag gegen 9 Uhr ist mein Liebste mit der Schrottenbach zum Fürsten auf Görtschach. Bey mir war der vicarius apostolicus mit seinem Bruder. Dan der alte Jenko, sein Sohn und Dr. Marenig, dan der Grosßl von Kropp. Lezter wegen Wolffspurger Eisen, erstere wegen bleybergischen Hayrath. Nachmittag waren wieder bey mir die Jencko, dan der canonicus Picardi von Triest, der gester mit dem Bischoff Petazzi hieher gekomen ist. Spätter gieng ich zu dem vicario apostolico, fande ihn aber just vor dem Hauß und giengen miteinander spaziren. Da incontrirten wir mein Liebste, die mit der Gräfin von Schrottenbach und Frl. Valvasor von Görtschach gekomen und in anderen Wagen der Wildenstein, der Barbo von hier und sein Bruder von Stain. Canonicus Picardi erzehlte mir, wie dessen Bruder zu Graz bey Gelegenheit, das die Königin daselbst passirte, ihro bey 12 silberne antique Münzen von denen consolari in Wagen geworffen habe und dabey waren folgende Vers geschriben: [805] Hos tibi do numos veteres: tu mitte recentes dant paleas illi, dant bona grana tui Ast nollo numos, tua sit mihi gratia numus gratia gratæ nimis, tu mihi numus eris. 304 | 1750 Avgust Dan erzehlte er mir, mit dem Bischoff zu Parenzo in Istrien gutte Bekandschafft zu haben und das er ein besonderer Liebhaber seye von allen Antiquitäten und Curiositäten. Das er ein Cabinet habe von alten Münzen, idolis und dergleichen, dan ein Cabinet von Conchilien und ein schene Biblioteck. Sein Bistum mag ihm jährlich eintragen bey 3/m sd. oder 3.400 fl. Er ist zugleich conte d‘Orsera, eines pabstlichen Stadtlein. Er heist Gasparo Negri, cittadino di Venezia. 22. Vormittag war bey mir der Marcovich vocatus wegen des Quartierszins pro militari. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und ist in krafft k.k. Resolution de dato Wienn den [– –],533 præsentato hujus, der unter dato Laybach den 28ten September 1747 lauth Repræsentationsrathsschlusß ad registraturam zum Aufbehalt depositirte Schuldbrief per 5/m fl. in favorem H. von Nemezhoffen retirirt, mir consignirt und lauth heütigem Rathsschlusß auch gleich heüt von mir dem H. von Nemezhoffen mittels meines secretarii Niederbacher bestellet worden. Abends gieng ich mit Barbo spaziren. Heüt seye Verschiedene von den gorzerischen Adl hier angekomen, um der übermorgigen534 Function beywesig zu seyn. NB. Gester ist hierdurch nach Wienn [806] passirt General Graf da Cuncha, der auß Portugall zuruckgekomen. 23. Vormittag war bey mir Franzl Liechtenberg, deme ich ein so anderes befragt habe in merito der mit dem Bergwerck Tschuber habender Differenz. Dan war bey mir Schluderbach und brachte mir den Juli-Extract von hiesigen Postverwalter. Dan suchte den Bischoff von Triest, den Ferd/inand/ Attems, den Fränzl Liechtenberg und war beym vicario apostolico. Zu Mittag speiste bey unß canonicus Picardi von Triest. Dan war bey mir canonicus Francolsperg von Triest. Dan habe dem Fürsten-Bischoff geschickt 6 Bottilien Tenedo, 2 Zefalonia und 4 St. Martiri und ein Schunken von St. Daniele. Abends gieng spaziren und traffe an die wildensteinische compagnia, wo auch der Fürst war. Heüt Vormittag war auch bey mir Sigm/und/ Attems und der Obristleüthnant sein Bruder. 24. Vormittag um ½ 10 Uhr hat in der Domkirchen das ceremoniale angefangen, wo der neue vicarius apostolicus Carolus Graf von Attems alß Bischoff zu Pergamen in partibus geweicht535 worden. Der consecrator war der Fürst und Bischoff von hier Graf von Attems, die 2 assistentes des consecrati waren der Bischoff zu Triest Graf Petazzi und der Bischoff zu Pedena monsignor Cocotti. Die Function hatte [807] das End umb ½ 12 Uhr, daurete also in allen 2 Stund. Zu Mittag tractirte der hiesige Bischoff und Fürst und war die Taffel von 35 couverts. Alda speisten folgende: primo der Fürst und Bischoff, 2do der vicarius apostolicus et consecratus Bischoff zu Pergamen Carl Graf von Attems, 3tio der Bischoff zu Triest Graf Petazzi, 4to der Bischoff zu Pedena monsignor Cocotti, 5to Graf Herberstein, præses von der Repræsentation und Camer, 6to Leopold Graf von Lamberg, Landsverwalter und Oberstrassendirector, 7mo sein Gräfin, gebohrne Grafin von Lamberg, 8vo Obrister von molckischen Regiment Br. Crottendorff, 9no sein Gemählin, 10mo Br. Codelli, 11mo sein Gemählin, gebohrne Bssa. Königsbrunn, 12mo General Br. de Fin, 13tio Bicard Graf Barbo, Repræsentations- et Camerrath, mein Collega, 14to Gräfin von Schrottenbach, gebohrne Gräfin von Gallenberg, 15to Graf von Wildenstein, Teütsches-Ordens-Ritter und Comendator allhier, 16. Sigm/ und/ Graf von Attems, Landsverweser zu Görz, 17mo Leopold Graf von Attems, Obristleüthnant unter Molck, 18. Ferdinand Graf von Attems, 19no Fridrich Graf von Thurn, 20mo Joseph Graf Strasoldo, 21mo Philipp Graf Strasoldo, 22do Julius Graf Strasoldo, 23tio Germanicus Graf Pettazzi, Obristleüthannt bey denen Croaten, 24to Graf von Wurmbrand des Herberstein nepos, 25to Graf Attems des Fürsten und Bischoffs von hier nepos, 26to Br. Fran/ ces/co Taccò, 27mo Benj/amni/n Br. von Erberg, 28vo H. von Bechinie, [808] Repræsentations- et Camerrath, mein Collega, 29no hiesiger Domprobst Graf Petazzi, 30mo canonicus Br. Abfaltrer, 31. canonicus Br. Neühauß, 32do canonicus Schilling, 33tio canonicus et vicarius generalis Perr, 34. ego, 35to mein Liebste. Nachmittag oder umb 6 Uhr gieng ich in die Repræsentation- und Camerconferenz. Abends spaziren, wo sich vielle von der heütigen assemblée einfanden. 533 Prostor za datum. 534 Popravljeno. 535 Madež črnila. | 305 1750 Avgust 25. Sowohl gester alß heüt Vormittag waren verschieden von obgedachten Frembden bey mir. Zu Mittag speiste ich bey H. von Bechinie in achten, id est F. von Bechinie, Sigmund, Ludwig et Ferdinand Grafen von Attems, Julius Graf Strasoldo, Fridrich Graf von Thurn, Germanicus Graf von Petazzi und ich. Mein Liebste speiste bey dem General Br. de Fin in 12 couverts, id est der General, hiesiger Fürst und Bischoff, vicarius apostolicus, der Bischoff von Biben, der Obrister und sein Frau, Graf Wildenstein, Grafin von Schrottenbach, Graf Philipp Strasoldo, Br. Taccò, Benj/ami/n Br. Erberg und mein Liebste. Abends giengen auf eine Wiesen in Tyrnau, wo eine Bataillon von Molckischen in Frühe exerciret wurde und war daselbst alle die Noblesse von hier und ein Menge von anderen Leüthen. 26. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Abends war ich spaziren. Heüt ist der dem molkischen Regiment [809] zugegebene Obristleüthnant Ludwig Graf von Attems alß Haubtman vorgestellet worden. Sodan ist er mit sein Bruder dem vicario apostolico nach Görz abgereist. Der vicarius apostolicus hat dem Br. de Fin zu Görz, der ihn in temporalibus alß landfürstlicher commissarius instaliret hat, ein silberne Schallen mit ein silbernen Messer, Gabl und Leffel regalirt. Weil aber dieses Præsent dem Br. de Fin zu paure geduncket hat, schickte ers dem Bischoff wieder zuruck mit der Post, das er kein Kindlbetterin sey und das er derley Sachen nicht brauche. Nun hat er hier ein saubere goldene Tabactosen *von Grafen von Barbo* per 51 Ducaten erkaufft und wügt auch soviel in Gold und diese will er ihm Br. de Fin regaliren. Dem Bischoff zu Triest hat er ein silber vergoldete Caffékandl, dan 2 Zuckerschachteln, ein recheau und 6 Cafféschallen und Porcellain in einem saubern Küstl regalirt, kostet auch bey 51 Ducaten, und mit diesen war der Petaz content. Dem Bischoff zu Pedena hat er 36 Ducaten in contente gegeben, war auch darmit zufrieden. Dem consecratori hiesigem Bischoff hat er 1/c Ducaten offerirt, hingegen hat er nichtes annehmen wollen. 27. Vormittag war bey mir der Vlach, Haubtman zu Castua. Dan der canonicus Picardi, item Ebner, der mir ein Aufsaz von dem Obristen gebracht hat, wie der Obristleüthnant Br. von Aychen, der die 3 Compagnien [810] nach Mitterburg zu führen und zu comandiren hat, instruiret worden. Abends war ich beym Wildenstein. 28. Vormittag war bey mir der Gasparini wegen seines annoch außständigen obristen Quartierzinns. Dan der Camerdiener von Wildenstein wegen des zu halten habenden Landtags. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. Nachmittag war bey mir der secretarius Raditsch nomine des Landshaubtman und Landmarschalls mich zu ersuchen, ihnen zu notificiren, auf wan der Landtag außgeschriben zu werden hat, indeme sie ihre passus machen wolten, damit solcher nicht Ende künfftiges Monats, sonderen erst in November gehalten werden möchte und das sie in solchen Fall mir recomendiren, ihr petitum zu secundiren. Abends war ich bey Wildenstein, wo sich auch m. L. befande. 29. Heüt morgens ist m. L. mit der Obristin nach Görtschach zum Fursten und Bischoffen und wird dahin ein grosse compagnia von hier komen. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan gieng mit Barbo spaziren und spätter waren bey Wildenstein, wohin auch die Schrottenbach gekomen. M. L. retournirte spätter von Görtschach und waren daselbst 18 couverts an der Taffel: der First-Bischoff, sein nepos Gr. Attems, der Landshaubtman, sein Frl. Tochter, dan die 2 Söhne, [811] dan Graf Carl Aursperg und sein Grafin, dan Frl. Theresl Aursperg, der Obrister und sein Frau, die Gräfin Schrottenbach, Frl. Valvasor, der General Br. de Fin, Br. Benj/ami/n und Br. Ferdinand von Erberg und m. L., dan der Geistliche Casteliz. Heüt abends hat mir der Steinmüz Nästran wieder einige Flastersteiner geschickt, die ich mit sein Schreiben von gestrigen dato empfangen habe. 30. Vormittag habe den Fuhrman, der mir gester einige Flastersteiner zugeführt hat, expedirt und dem Nastran 10 fl. à Conto mitgeschickt mit ein Briefl. Dan war bey mir ein Camaldulenser Mönch von Kallenb/er/g bey Wienn, der nach Rom verreiset. Und ist der nehmliche, der anno 1746 zu Triest bey mir war und bey Herberstein mit mir speiste. Damahls kam er auß Catanea auß Sicilien und war Benedictiner. Er ist von Rottenburg am Necker gebührtig. Sein Vatter hieß Caspar Horvat, war vorhero unter dem Regiment Tschaky, dan Naydasdy, Rittmeister und ist bey Znaim anno 1742 in einer Action tod geschossen worden. Der Camaldulenser heist P. Ferdinandus. Er war circa anno 306 | 1750 September 1725 zu Catanea alß Benedictiner eingekleidet, lebte daselbst qua talis 15 Jahr. Dan bekam er den Geist zu Camaldulensern, erhielte die Erlaubnuß von Römischen Stuhl und kam nach Wienn in die Camaldul anno 1746. Blib daselbst biß nun zu 4 Jahr. Er erzehlte mir, wie das [812] derzeit in der Camaldul alles in gröster Verwirrung seye und das der Hof 3 Mönchen mit Rumorknechten begleiteter nach Hungarn in die Camaldulen geschickt habe; das sie die Herrschafft Prinzendorff verkauffen lassen wolle und das nun stetts weltliche comissiones zu Kallenberg sich befindeten. Die neue Zeüchnungen machen die Creme besser zu sperren, item so darff kein Mönch in die Stadt komen ohne expresser Erlaubnus des Hofs, und den Kallenberger Hof in der Stadt will die Königin gleichfalls verkauffen lassen. Et hæc omnia propter vitam scandalosam monachorum, deßwegen auch der geweste Prior P. Thallheim nach Hungarn in eine Camaldul verschickt worden und seine Eltern vel Angehörige haben 5/m fl. Schulden vor ihn bezahlen müssen. Qua omnia ego ipsemet jam pridem Vienæ prævidi, da mir das Leben etlicher dieser heiligen Mönchen P. Mannstorf quondam erzehlet hat und dieses lezten geführtes scandaloses Leben ist hac fidelia von Hof auch aufgewährenet worden. Gedachter P. Ferdinandus, wie er erzehlt hat, sich der Camaldul etwas zu eyfrig angenohmen und machte Vorstellungen bey Hof, das nur jene, die da peccirt haben, zu straffen seyn und das noch vielle frome Mönchen darin gibt, in deren Ansehen man die Camaldul nicht so offentlich prostituiren solte. Und deßwegen soll er nach Italien verschickt [813] worden seyn, wo er erst von ihren Obern die Ordre bekomen wird, welche Camaldul ihme assigniret seye. Er war auch in Visit bey dem Grafen von Barbo, Teutsches-Ordens-Rittern, den er von Wien außkennet. Und umb 4 Uhr Nachmittag (nachdeme er zu Mittag bey mir speiste) ist er per Triest abgereiset ganz allein in ein Wagen mit 4 Pferdten bespandt, weil er alle seine Sachen, worunter mehrentheils Bücher seyn, mit sich führet. Gegen Abend gieng ich spaziren und spätter war ich beym Wildenstein, wo auch m. L. gewesen. Heüt war auch bey mir der Mayr, gewester Concipist bey unser Stell, der Morgen nach Gräz verreiset. 31. Vormittag war bey mir der Fruheberger. Nachmittag bin ich mit dem Maxl das exercitium in Feüer 6 molckischer Compagnien zu sehen gangen, wo der mehreste Adl und viel andere sich befanden. Und der kleine Hainerle war auch mit m. L. Dan giengen536 zu Wildenstein und spätter begleiteten die Schrottenbachin nach Hauß. Vormittag war ich auch bey dem Fürsten-Bischoffen, mich zu beurlauben, weil er Morgen nach Gortschach und den 3ten September nach Salzburg verreiset. 1750 September 1. September. Heüt morgens ist die Bssa. Valvasor, gebohrne Kabelhoffen, mit einem Sohn niederkomen. Bey mir war der Leüthnant Rasp von Teütschmeister, welcher haubtsachlich hier [814] gekomen, umb von dem Bechinie die ihme schuldige 219 # einzucassiren. Zu Mittag speiste er bey mir. Morgens umb 7 ½ Uhr ist m. L. mit ihrem oncle zum Fürsten und Bischoff nach Görtschach. Heüt morgens hat man angefangen die fundamenta zu legen von der Haubtmaur in Hof an nemezhoffischen Gewelb und habe solche bey 2 Klaffter tief graben lassen. Abends gegen 9 Uhr ist m. L. mit dem Br. Benj/ami/n von Görtschach retournirt. Heüt hat mich meiner Kinder Hofmeister Zergoll gebetten, nach Stein ad exercitia gehen zu därffen, umb sodan die 7te Weiche zu Görz nehmen zu känen. 2. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Nachmittag war bey mir Giuseppe Zanchi, dan der Terzi und Ulach, welche zwey lezte heüt in der Nacht nach Fiume retourniren. Erster aber wegen eines mit der Osellinin Wittib allhier habenden Rechtshandl sich einige Täg allhier aufhalten wird. Dan war auch bey mir der alte Widerkher. 3. Vormittag umb 6 Uhr bin ich mit m. L., dan ihren Schwestern der Frl. Fränzl und Rettl und ihren Brudern dem Br. Ferdinand, dan meiner 3 Sohnen, dem Lucasl, Franzl und Micherle, und dem nemezhoffischen Fränzl von hier nach Dobrova in 2 Wägen. Fahrten hinauf ein Stund, bliben ein par Stund daroben, nahmen Chocolate und Milchkaffé und retournirten wieder zu Laybach nach 10 Uhr. [815] Nachmittag war da der Leüthnant Rasp, der heüt in der Nacht wieder nach Clagenfurt retournirete. 4. Vormittag war bey mir Zois, der in 8 Tagen nach Triest verreisen will. 536 Obe besede sta zapisani skupaj in nato razmejeni s pokončno črtico. | 307 1750 September Nachmittag war bey mir Vicebuchhalter Maroti vocatus und spätter der Nemezhoffen, welcher lezte mir sagte, das der Herberstein wegen der Perlfabrique nach Gräz citiret worden seye. M. L. war Nachmittag in Visiten. 5. Nachmittag537 war ich in Repræsentations- und Camerrath und dan spaziren mit Barbo, Wurmbrand und Tauffrer. M. L. war in Visiten. 6. Vormittag war bey mir der Wichtenstein, der mir erzehlte, nun wieder alß Waldmeister sowohl in officio alß salario redintegrirt zu seyn und ist zugleich alß Zahlmeister zu Görz angestellet worden. Er erzehlte mir auch, das nachdeme er in der Offentlichen von dem Craißhaubtman von Marburg selbsten vorgekherter Licitation den Rechen per ein Tausent Ducaten in Gold erkaufft hatte und der Contract darüber bereits geschlossen worden, so komt nun der Craißhaubtman von Marburg selbsten hervor und offerirt davor 5/m fl. Nun hat Br. Flachenfeld sein Bericht an die Banco-Deputation erstattet und wird erwartet, was der Hof resolviren wird. Dan waren bey mir der P. Fortunat Guardian zu Görz und dan der P. N. Guardian zu Triest, beede Minoriten, die Morgen nach Petau zum Capitul gehen. Diese erzehlten mir, wie das der Graf Hamilton [816] zu Triest den Fleischkreuzer licitiret und an einem gewissen Siviz, der einmahl Verwalter bey Br. Brigido war, deliberiret habe mit der Condition, das der Siviz das Fleisch künfftig allein verkauffen wird und zwar umb folgende Preiß: alß das Rindfleisch ohne Zuwag per 7 soldi, mit der Zuwag 6 ½ soldi, Schepsen per 6 soldi und das Kalbfleisch Jahr auß Jahr ein per 12 soldi das lb. peso grosso di Venezia. Wider welche excessiv hoche Preiß und monopolische Handl das publicum und die privati sehr lamentiren. Übrigens känen sie nicht genug sagen, wie die Stadt an Gebaüden und Populosität wachset. Scheüttenberg/er/ bauet ein Hauß, das über 100/m fl. kosten wird und man will wissen, das dieses Gebau per Conto des Grafen Bathiani gebauet wird. Der Kauffmansladen alla porta del porto, der vorzeiten eine bagatelle Zins bezahlt hat und ex post biß 130 fl. gesteigert worden und der Scheittenberg/er/ zu seinem Laden hat, ist leztlich licitando auf 500 fl. und etlich und zwanzig gestaigert worden von eben den Scheittenberger. Nachmittag war ich in der sogenandten grossen Jesuitercomedie, wo mein Sohn Lucasl ex rhetorica pro anno 1749 4 proemia empfangen hat und zwar das aller erste in foro ex oratione soluta, das anderte ex præceptis und wieder das erste ex historia, [817] dan ex doctrina christiana das dritte, et sic in allen 4 proemia. Der Fränzl ex syntaxi pro anno 1749 ex præceptis das anderte, dan pro anno currenti ex poesi ex oratione ligatæ das anderte, in allen 2 proemia. 7. Vormittag war bey mir ein Sohn des alten Jencko wegen seines Hauß auf dem Froschplaz, so zum Spittall vor die Soldaten gedient hat, davor er noch nicht bezahlt worden. Dan der Wälsche Aursperg, deme recomendirt habe, bald anzufangen mich zu bezahlen. Dan Graf Strasoldo, der zu m. L. gegangen. Abends war ich spaziren mit der wildensteinischen compagnia. 8. Vormittag war bey mir abbé Gall. Dan war ich mit meinem Maxl bey Ign/ati/ Br. Abfaltrer. Dan haben gesucht den Br. Liechtenthurn und spätter waren bey meinen Schwagerinen. Vor 11 Uhr ist hier angekomen Antoni Br. de Fin, Landshaubtman zu Gradisca und Landsverwalter zu Görz, welcher mit dem Corbinian Grafen von Saurau in Confinsscheidungscommission abzureisen und den 13ten hujus einer sowohl alß der andere zu Villach einzutreffen hat. Dan habe ihm eine Visit gegeben, wenig vor Mittag. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. [818] Nachmittag war bey meiner Liebsten die Gräfin von Schrottenbach und dan machten sie einige Visiten. 9. Vormittag war bey mir secretarius Sazfeld nomine des Herberstein, welcher lezte ein Brief von dem Cardinal Alex/ander/ Albani eingeschlossener bekomen hat. Auf diesem Einschluß ist auf der Couverte geschriben: »Lettera espurgata di fuori e sospeta di dentro.« Herberstein traute sich den Brief nicht zu eröffnen und schickte ihn zu mir, was darmit zu thun ware. Ich ließ den Burgermaister hollen und weil er nicht komen könte, 2 andere von Magistrat, nahmens den Gamba und den Renilovich. Ich öffnete diesen Brief und zog ihn auß dem Couvert mit der Schärr und perfumirte solchen wohl auf einem Wachholterrauch in aller Gegenwarth. Sigilirte sodan den Brief und restituirte ihn dem Sazfeld. Et sic ist alles suspecte gehoben worden. Der Brief, den ich nicht einsehen wolte, war vermutlich von Malta und das, was ich gethan, hätte zu Rom vorgekheret werden sollen. 537 Popravljeno. 308 | 1750 September Dan war bey mir der Karnburg wegen des Stempelpatents. Zu Mittag speiste ich bey dem General Br. de Fin in538 12, alß der General, sein Bruder Br. Ant/oni/o, Grafin von Schrottenbach, Frl. Valvasor, Graf von Wildenstein, Weicard Graf Barbo mein Collega und dessen Bruder Teütsches-Ordens-Ritter, [819] Br. Ca*r*l Valvasor, Br. Benj/ami/n Erberg, der Adjutant, dan ich und mein Liebste. Abends giengen spaziren. Br. de Fin von Görz et Gradisca erzehlte mir, das in comissione limitum ex parte Veneta gegen Tyroll, Karnten, Friaul der cavagliere Nane Donà und gegen der Lombardie der cavagliere Corrèr resolviret seye, und das die Republique einem solchen täglich 80 fl. oder 50 sd. zu passiren pflegt, id est vor ihn allein, massen sein Canzleyactuarius von der Republique besonders bezahlt werden. Ihme Br. de Fin seyn 10 fl. täglich passirt vor sein Liffergeld. Br. de Fin erzehlte mir, das das ganze Capitul zu Aquileja bey 8/m sd. auf der venedischen und bey 5/m sd. auf der österreichischen Einkünfften habe, id est 6 ⅕ sd. di lr., der sogenandte Patriarch aber in allen bey 18/m und mehr Gulden, anzi er sagte mir sd. [–].539 Dan sagte er mir auch, das seiner Mainung nach, das Gradiscanische sogestalten confiniret werden möchte, das der Fluß Ausa die Division machete und alles jenseits der Republique, dieseits aber österreichisch seyn solte et hoc inclusive biß in das Meer. Consequenter wären sodan die Mündungen der Flusß auch indispatirlich osterreichisch. Et sic etiam die von Lisonz durch den Lisonzat und die Sdoba formirte insula Morosina, die jeder von beeden Seiten bey 10 Milien lang ist. [820] Das Frauenkloster wird ad peu pres eben solche Einkünfften wie das Capitul haben. 10. Vormittag war bey unß Br. Ant/oni/o de Fin, dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste ich bey dem Grafen von Wildenstein in 14 couverts: der Graf von Hauß, Gräfin von Schrottenbach, General Br. de Fin und sein Bruder Br. Ant/oni/o, Grafen Barbo mein Collega und der Teütschs-Ordens-Ritter, Br. Valvasor und sein Frl. Schwester, Graf Strasoldo, Br. Benj/ami/n Erberg, der Adjutant des Generalen und ein molckischer Officier nahmens marchese [–],540 dan ich und mein Liebste. Heüt Frühe nach 5 Uhr ist mein Lucasl mit der Frl. Fränzl von Erberg und Frl. Lenerle von Hallerstein auf St. Xaveri-Wohlfahrten gangen und werden auch dahin komen der P. Master und P. Leitner, Jesuiter. Gegen Mittag ist von Wien gekomen laut den gester von Mayr erhaltenen Schreiben mit dem heütigen Postwagen des Lucasl Brautkleidl, welches ohne Frachtspesen 134 fl. kostet, id est allein Rock und Vestie. Heüt erzehlte mir Br. de Fin, das jene Schrifft, die in merito des Patriarchen zu Aquileja in favorem der Republique an Tag gekomen und dem Patriarchen Delfino selbsten zugeschriben worden, nicht von ihme sey, sondern von einem gewissen abate Bini, der einmahl in Diensten des Grafen von Colloredo, Gouverneur in Mayland, gewesen und ein Venezianer, auch eruditer Mann sey. Welche Schrifft sodan auf [821] Befehl des Wiener Hofs von dem canonico Capello widerlegt worden. Und sagt Br. de Fin, das der Patriarch und Cardinal Delfino kein Erudition habe und kein distinguirtes Talenten seye. Von canonico Capello sagt er, das er auch viel Erudition habe und etliche Jahr Jesuiter war, doch sey er un capello di cattiva lana und die zwey seyn nicht gutte Freünd. Übrigens will er in den Aquileischen vielle Veränderungen vorsehen. Die Republique ist mit dem Patriarchen nicht zufrieden, weil er selbsten dem Pabsten gesagt, das österreichseits die Seelensorg schlecht besorget wird und das hierinfals eine Vorsehung und Remedur vorgekheret werden muß. Man glaubt zwar, das vieleicht Delfino gehoffet hat, von Pabsten pro commissario oder legato a latere ernennet zu werden und das er die dioeces osterreichseits visitiret hätte. Quidquid sit, der Pabst hat die Sache anderster verstanden und hat die Vorkherung gemacht, die denen Venetianern nicht genehm zu seyn scheinet. Andere aber nehmen die Sache wieder anderster und alß eine feine Politique der Republique und des römischen Hofs, indeme dardurch der Patriarch bestättiget worden, der sonst allemahl osterreichischseits impugniret war. Und deßwegen wunderen sich solche, das das Wiener Hof die bullas oder Breven acceptiret habe. Andere wollen wissen, das unlängst zu Vdine ein Capitul gehalten worden von den aquileischen venedischen canonicis und wo die leztlich von dem [822] Patriarchen ernante 6 canonici introduciret und durch ein Breve sanatorio zu Genüssung ihrer Præbenden, ohne das sie zu Aquileja erscheinen darffen, habilitiret worden. Andere wollen wieder, die Republique will 538 Popravljeno. 539 Prostor za vsoto. 540 Prostor za ime. | 309 1750 September selbsten das Patriarchat haben und einen Erzbischoff zu Verona stifften und einen Bischoff zu Udine ansezen. Die Zeit aber wird alles lehren. Abends war ich mit der wildensteinischen Compagnie spaziren. Br. de Fin sagte mir auch, das in den, an die Confinirungscomission ergangenen Hofrescripts, unter anderen die Expression seye, das die mehreste Strittigkeit bereits zu Wienn mit dem cavaglier Thron, gewester venedischer Botschaffter, außgemacht worden seye. 11. Nachmittag war bey mir der von Graz retournirte Salamanca und nun nach Gradisca repatriiret. Er belangt die Landschafft Kärnten bey der Regierung wegen 18/m fl., die er alß descendens von denen Grafen von Ortenburg prætendiret. Dan war bey mir Br. Salvay, der in kürze nach Triest gehet. Item der Dr. Marenig vocatus wegen der jenckisch-bleybergischen Affaire. Gegen 6 Uhr ist der Fränzl Nemezhoff von hier nach St. Craiz zu seinen Eltern in die Vacanzen mit dem Hofmeister meiner Kinder, der zugleich umb die 7te Weiche nach Görz gehet. Abends war ich bey Br. Ant/oni/o de Fin, [823] ihm mein Compliments zu machen, weil er Morgen fruhe nach Villach541 abzureisen hat. General de Fin erzehlte mir, wie des seeligen Br. Trenck von dem Unterpræsidio des Grafen Lowenwald abgeführten Process auf der Königin Befahl ad revisionem gekomen und zu dieser Revision in capite alß præses der Feldmarschall Graf von Königsegg, dan der erste Rath Graf Windischgraz, dan Graf Schlick und Graf Ferd/inand/ Harrach, dan 3 Generalen alß Balaira, Br. de Fin und noch einer, dan ein par Hofräthe. So hat sich Graf Windischgräz des Trencks so sehr angenohmen, das er des Tags beym Kaiser und der Kaiserin zu jeden zu zweymahl und offters gegangen, um zu trachten, die Sache beyzulegen. General de Fin disaprobirt solche des Windischgraz Conduite und hielte den Trenck vor einen sehr schlechten Menschen, der mehr alß tyranisch verfahren ist. Enfin, einige Tag darauf wurde Windischgräz todter in Beth gefunden. Dem Feldmarschall Königseg spricht er grosse Lob auß und gibt ein schenes votum. Wan ihm aber jemand contradicirt, sagt er kein Wort mehr und denckt sich: »Dixi«. Graf Schlick ist ein trefflicher Orator und gelehrter Cavalier, wan er sonst ein bessere Conduite hätte. Den Ferd/inand/ Harrach hat er ungemein gelobt. Abends gieng ich ein wenig spaziren mit dem Nemezhoffen, der mir erzehlte, [824] das die Br. de Fin etwas embarassirt seyn wegen folgender Begebenheit: die Königin hat des Generalen seinem Sohn, dem Craißhaubtman in Böhmen, den Camerschlisßl versprochen; und soviel Nemezhoff glaubt, so habe er bereits das Decret. Weil aber er ohngeacht der mehrmahl beschehenen Promotionen noch nicht consoliret worden, indessen aber erfahren hat, das 10 von der Gorzer Noblesse, wo der Sigm/und/ Attems in capite seyn soll, eine Schrifft nach Hof gegeben haben wider die Famille Fin, so hat der General bey dem lezten Campement zu Petau die Königin angeredet und sein Bitt erneueret. Und da sie darauf nichtes geantwortet, so meldete der General selbst, ob vieleicht wegen seiner Famillie ein Anstand sey. Die Königin sagte ihm franchement von »Ja«. Da er erzehlte, er alles in serie, was er in favorem seiner Famillie sagen könte und sie hörte ihn gedultig an. Endlich fragte sie ihn, ob er alles dieses legaliter darthun könte. Und da er affirmative antwortete, sagte sie ihm, er soll alles schrifftlich dem Cabinetssecretario von Koch542 schicken. Der General aber, der kein grosse Devotion vor den Koch hat, will es Addritura an Obristcamerer senden. 12. Heüt morgens gleich nach 6 Uhr ist Ant/onio/ Br. de Fin von hier abgereist und wird Morgen mit Graf Saurau zu [825] Villach eintröffen und ihre Comission bald anfangen. Von gester habe von Wienn erhalten das Brautkleidl vor meinen Sohn Lucasl, Jesuitercandidaten. Heüt Vormittag habe erkaufft 28 Baurenwaag Kalckstein, jede zu 3 Mann schwehr gerechnet und habe solche bezahlt zu 16 Pazen, macht 25 fl. 34 〈kr.〉 13. Vormittag hat der abè Werch543 seinen erst von Wienn gekomenen Brudern bey mir aufgeführt. Dan war bey mir der Garzoni wegen der Benaglia ihren Rechtshandlen. Zu Mittag speiste bey dem Obristen Br. von Krottendorff a 12 couverts. Da war der Obrister und sein Frau, die Grafin von Schrottenbach, Graf Wildenstein, 2 Grafen Barbo, id est mein Collega und sein Bruder Teütscher 541 V popravljen. 542 h popravljen iz k 543 sic! 310 | 1750 September Herr, General Br. de Fin, Br. Benj/ami/n Erberg, Haubtman Blachner, des Br. de Fin Adjutant, dan ich und mein Liebste. Die Obristin erzehlte mir unter anderen, wie das sie vor den Grafen von Kauniz, nach Paris destinirten Botschaffter,544 kein grosse Devotion habe und soll sich sonderlich zu Brüssel discreditiret haben, da er alleweil eine gewisse Mad. Lugneville frequentiret hat; dergestalten, das man ihn öffter zu 2 Tag nicht finden könte, weil ihn daselbst niemand suchen därffte und deswegen vielle publica und pressante Geschäfften negligiret worden. Und öffters, da er tractirt hat, ließ er sich excusiren zur Taffel, [826] nicht erscheinen zu könen unter dem Prætent, das er übel auf seye, wo er sich über ein andere Stiegen zur Lugneville hat tragen lassen. Einsmahl hielte er grosse Taffel und invitirte dazu den duc de Cumberland. Und weil Kauniz vieleicht zuviel hautain ist und unter anderen ein gestickten fauteville zur Taffel hat sezen lassen, umb die Erzherzogin Gouvernantin zu repræsentiren und selbst darauf zu sizen, Cumberland, der nicht anderster supponiren konte, alß das dieser distinguiste Sessel vor ihn destiniret seye, sassen sich ohn anders darauf. Kauniz, deme dieses nicht recht war und nicht wuste, was er thun solte, wimselte ein weil herum, entlich fingirte er, alß ob er auß der Nase blütete, retirirte sich und ließ sich excusiren, das er zur Taffel nicht erscheinen könte und ließ sich zu Mad. Lugneville tragen. Cumberland, der die Sache sowohl alß die Ursach merckte, sagte über Taffel: « Je suis bien fâché de l‘indisposition de Mr Kauniz, mais je sais bien, que ce n‘est que ce fichue chaise qui lui a causé cette indisposition mais n‘importe, je ne laisserai pas de me bien divertir et j‘ai bon appétit. » Seitdeme soll Cumberland zu Kauniz nicht mehr gekomen seyn. [827] Von dem Wilscheck zu Clagenfurt erzehlte sie, das er gesucht hat nach Wienn zu komen. Es hätte ihm die Königin aber nicht erlaubt, wohl aber, das er zum Campement nach Petau gekomen und daselbst mit der Königin geredet hat. Et dicit, das man ihm von darumen von Wien geschickt hat und weil er einer von denen adorateurs der Wittib Obristhofmeisterin Gräfin von Sinzendorff seyn soll. Sein Gemählin aber ist eine Gräfin Cotolinsky, eine Schwester zu der Cotek und zu der Schullenburg. Diese Gräfin von Wilscheg soll etwas frisch seyn, die Gräfin Schaffgotsch hingegen des Repræsentationspræsidis zu Gräz *Gemählin*, gebohrne Gräfin von Göz, soll ein bettende Frau seyn, doch aber hat sie täglich ihre Gesellschafft. Abends habe mein Sohn den Hänßl zu dem Obristen geführt. Dan giengen mit dem Barbo spaziren. Spätter war bey unß der Lamberg. Ich war Nachmittag auch bey der Frl. Retel. Heüt Nachmittag ist auß dem Reich alhier retournirt der Graf Attems von H. Craiz und hat sein Einkher bey H. von Nemezhoffen in meinem Hauß genohmen. Dicitur, das er qua derzeit Wittwer die allhiesige Gräfin von Thurn, Wittib, zu hayraten willens seye, welches die Zeit lehren wird. 14. Nachmittag war bey mir der Salamanca von Gradisca, der Morgen per dahin abreist. Dan gieng ich spaziren mit der wildensteinischen compagnia und zeügte dem Wildenstein mein Referat in Betröff der Dislocation. [828] Und weil es spatt worden und solches nicht auslesen konten, die Sache aber haubtsachlich die Landstände angehet, alß habe ihm mitgegeben, das er darüber seine reflexiones machen und mir Morgen seine gutte Gedancken sagen möchte. 15. Vormittag war bey mir abbé Werth, der Nachmittag nach Görz um die ordines raiset. Dan der Craißambtsofficier wegen des attemsischen Quartier in copinischen Hauß. Dan Nachmittag der Br. Liechtenthurn wegen der zuviel überkomener Besoldung. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. Es war auch da der Leüthnant Rasp et abends gieng ich mit Wildensteinischen spaziren. Heüt ist der Vicefiscal von Kappus von Wienn retournirt. Heüt ist auch das leztgebohrne Söhndl der Busetin gestorben. 16. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, dan Conferenz. Zu Mittag speiste beym Generalen Br. de Fin à 8 couverts, alß der General, sein Adjutant und Wirtschaffterin, dan Br. Benj/ami/n Erberg, ich und mein Liebste. Nachmittag war ich mit dem Generalen in Visit bey dem Grafen von Attems von H. Creiz. Dan gieng ich mit meinen 3 Söhnen, dem Hanßl, Maxl und Franzl das Soldatenexercitium in Feüer zu sehen, wo auch vielle von Adl gewesen. 544 B popravljen iz P | 311 1750 September [829] Bey unß war der Leüthnant Rasp. Anzi diser hat beym Generalen auch gespeist. Heüt habe von Graf Liechtenberg von Schneeberg 4 schene Forellen empfangen. Habe ihn aber in Antwort gebetten, weder solche noch andere Regalien künfftig mehr zu schicken, massen ich von keinem etwas annehmen. M. L. war auch beym exercitio und abends bey Wildenstein. 17. Vormittag war bey mir der Buchhalter Novack in seiner Anligenheit. Dan war ich in Rath. Gester ist hier angekomen Graf Ferd/inand/ Attems mit seiner Gemählin Clorinda und heüt speisten sie bey Bechinie. Nachmittag hielte ich Consessum Comercialem und spätter war bey mir Wiederkher. Nachmittag war auch bey mir Christian Graf Attems von H. Craiz, der auch gegen Abend von hier per dahin abgereist ist, mit einem abbé von Rottenburg, den er auß dem Reich mit sich gebracht hat. So waren auch heüt, da ich in Rath war, bey m. L. der Ferd/inand/ Graf Attems mit der Gräfin Clorinda und ihrem Bruder den Grafen Strassoldo. Gegen Abend habe ich sie gesucht, kam mir aber just die Gräffin entgegen, die just zu der Lamberg gieng und sich bey meinem Hauß embarchirte. Spätter gieng ich mit dem Nemezhoffen spaziren und dieser erzehlte mir in Vertraun, was alles zwischen dem Christian Grafen von Attems und der Wittib Gräfin von Thurn passiret ist. Und [830] da dieser Attems intentionirt war, die Thurn zu hayraten, sie auch ihme nicht ungeneügt ist, so soll von dem Leopold Lamberg soviel desavantagiose dem Attems wider die Thurn und der Thurn wider dem Attems gesagt worden seyn, das einer dem anderen abgeneügt worden und sich das Absehen völlig zerschlagen hat. Dem Attems ist gesagt worden, das die Thurn in der Wirtschafft dergestalten excedirt, das sie sich nichtes vergnut und deßwegen 2 Männer schon umgebracht hat, das sie ihrer Tochter der Taufferin noch 10/m fl. schuldig seye und mittelloß ist. Ihr sagte man, das der Attems voller Schulden, ein Vollsauffer und debauché sey. Enfin, auf die lezt und zwar erst heüt morgens ist er gewahrnet worden, übel berichtet zu seyn und das man wider ihn nicht weniger gegen der Thurnin, alß wider sie gegen ihn scaliret habe, sogestalten, das er heüt Vormittag bey der Thurnin war und sich mit ihro gleich verspröchen wolte. Sie aber meldete zu ihm, das ihro sein variabler545 humeur nicht unbekand seye und er möchte sich Zeit lassen, die Sache wohl überlegen und dieses känte noch allemahl geschehen, was er in willens hat. Et sic haben sie sich beurlaubt und wird die Zeit das mehrern lehen. Bey mir war heüt auch die Dreinickin von Planina, welche mir klagte, das ihro dardurch grosser Schaden geschicht, das der Milesi die Ochsenlifferung nicht mehr hat, massen er alle Jahr bey 5 a 6/m Stuck durchgetriben und in ihrem Stall allermahl hat übernachten lassen. Und hat ihro von Stuck über Nacht bezahlt 9 soldi, dafür sie jedem Ochsen 2 Puschl Heu [831] und also 4-mahl zum Essen oder zum Futter zu geben hatte und dieses hat ihro jährlich bey 5/c fl. rendirt über den Thun, den sie proffitiret hat. 18. Heüt fruhe nach 6 Uhr ist der Ferd/inand/ Graf Attems mit seiner Gräfin der Clorinda, gebohrne Gräfin Strasoldo, dan 2 kleinen Kindern, ein Knabl und ein Mädl, von hier nach Wienn abgereist. Dan war bey mir der Polack nomine der hiesigen Pfalz wegen der neuen Masserey. Item der Schluderbach wegen einiger Expeditionen über mein Referat in merito des Militarbeytrags. Dan der Vicebuchhalter Marotti wegen eines unterlauffenen Verstosß wegen des Raitbriefs des Novack. Dan hat mir der Zoiß gegen einer meinen carta bianca 6/c fl. à 5 per % auf ein Jahr lang dargelichen. Abends gieng ich mit mein Maxl spaziren und spätter waren wir bey Grafen von Wildenstein. Gester ist mein Sohn Hänßl mit Br. Janeschitsch nach Zirckniz, umb daselbst die ablauffende See zu sehen. 19. Vormittag habe der Mad. Frast 60 fl. durch mein secretari geschickt in krafft Schreiben von Mayr de dato Wienn den [–]546 hujus. Heüt habe 2 Wägerlein Kalckstein erkaufft, beede haben gewogen netto 730 lb., bezahlt per 7 ⅓ Centen à 15 kr. mit 1 fl. 50 〈kr.〉 Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. [832] Nach dem Rath bin ich mit dem Barbo spaziren. Begegneten den Carl Valvasor und mein Schwager und giengen miteinander zum Wildenstein. Heüt Vormittag ist mit der compagnia retournirt mein Sohn Lucasl von St. Xaveri. 20. Nachmittag war bey mir P. Liechtl Jesuiter, Sonntagbrediger. Dan der P. Scarpin, Franciscaner-exprovintialis, welcher lezte mir eine Periöchas gebracht von den Neustadtler Schullen. 545 Pred tem prečrtano vab 546 Prostor za datum. 312 | 1750 September Abends gieng ich mit meinen Söhnen, dem Mäxl, Lucasl und Fränzl spaziren, spätter zu Wildenstein, welcher [– – –].547 21. Vormittag war bey mir Fabiani, dan Schluderbach.548 Dan war ich mit dem Mäxl bey alt-Gallischen, denen ich 6 hortolani gebracht habe. Und sie batten mich, einen Br. Gall, des gewesten Rectificationcomissarii Sohn, bey dem Obristen aufzuführen. Heüt fruhe retournirte hier meiner Kinder Hofmaister von Gorz, der daselbst die 7te Weich genohmen und erzehlet hat, das daselbst 71 die majores ordines genohmen haben. Bey mir war Schluderbach und Ziegler, dan ein Haffner nahmens Mathia Peterlin is Schmartina spod Schmarne Gore, der vor jeden von den 2 bestelten Offen vor das Menschenzimmer549 und des Nemezhoff Cabinetl 30 17ner verlanget, hingegen in 14 Tagen sich bey m. L. anzumelden versprochen hat, bevor er noch die Arbeit anfangt. Heüt fruhe ¼ nach 6 Uhr ist mein Liebste mit dem Lucasl, Franzl und Heinerle, dan ihrem [833] H. Bruder dem Br. Ferd/inand/, nach Lack, wo sich der Lucasl bey der Frau Maximiliana, meiner Schwester, beurlauben wird und abends nach 7 Uhr seyn sie wieder hier retournirt. 22. Zu Mittag speiste bey unß der Br. Gall des gewesten Bereitungsobercomissarii Sohn. Vormittag ist der Hänßl retournirt von Zirckniz, wo er mit Br. Janeshitsch war, die ablauffende See zu sehen. Abends gieng ich mit m. L., dem Hanßl und Maxl, dan auch dem Br. Gall in die heüt am ersten gespielte itälianische Comedie. 23. Vormittag habe erst der Haubtman Frässin (weil sie abweisend war und erst von Lack retourniret ist) die von Mayr abeschafften 60 fl. bezahlt zu Handen der wolckenspergischen Haußmeisterin, die deßwegen zu mir gekomen war. Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath und abends mit dem Barbo beym Wildenstein. Heüt Nachmittag war der Lucasl mit mein Schwager Br. Ferdinand zu Görtschach. 24. Vormittag war ich in der Domkürchen, allwo umb 8 circa der Dr. de Werth mit [–],550 des Burgermaister Perr Tochter von dem vicario generali Perr copuliret worden ist. Um 8 ½ hat sodan daselbst der Heinrich de Werth sein erste Mesß gelesen, deme der vicarius generalis Perr und ein anderer Geistlicher Krenn assistiret hat. Dan war bey mir der Primiziant und gabe mir, m. L. und übriger Famille den Seegen. [834] Die Brautleüth, Primiziant und deren Angehorige seyn alle nach Habach, wo selbst ihnen Br. Janeshitsch die Festivitat außhaltet. Und seyn darbey die Beystand, alß Br. Benj/ami/n Erb/er/g, H. von Raab, dan ist auch hinauß mein Sohn Hänßl mit dem Kriegscomissario von Mühlburg. Dan war ich beym General Br. de Fin, der Nachmittag nach Triest verreiset, um mit ihm zu sprächen wegen des Castels allhier in krafft Resolution de dato Wienn den 5ten, præsentato Laybach den 14. hujus. Nachmittag umb 2 Uhr ist gedachter General nach Triest abgereist. Dan war bey mir der Craißhaubtman Br. Tauffrer, dan der Schlud/er/bach, Deleschnig, spatter der Dr. Modesti. 25. Vormittag war bey mir der Schega, famoser Betschirsteher von Wienn und der heüt Nachmittag wieder dahin retournirt und seine Angehörige zu Neüstädtl haimgesucht hat. Dan der P. Bernardinus Erberg, Societas Jesu, der hieher disponiret worden. Dan der Br. Tauffrer, Craißhaubtman. Heüt Vormittag ist mein Sohn Lucasl und Fränzl mit der Frl. Hallerstein nach Mannspurg. Nachmittag war bey unß die Wittib Mullitschin mit ihrer Tochter, welche nach dem Neuen Jahr zu Michelstätten eingekleidet werden wird und dahero mich und m. L. vor Brautvatter und Brauthmutter, den Hänßl und Maxl vor Brautführer und die 2 Frl. Fränzl und Rettl vor Kränzlfräule gebetten hat. Dan war bey mir der Fabiani, [835] deme die eingelegte Rechnung vor die hiesige Gerichtsdiener, die denen mitterburgischen Arrestanten gewartet haben, zu übermachen bestellet habe. Nachmittag war bey mir auch der Zois, der Morgen nach Triest verreist und vor anfangs November nicht retourniren wird. Spätter der alte Widerkher, der mir erzehlte, das sowohl der Brückner alß sein Frau von ihrem Gut heraufgekomen seyn und beede an Gliederkranckheit bey ihme betligerig sich befinden. 547 Prostor za nadaljevanje povedi. 548 Orig. Schlud/er/derbach , a je bil zlog -der- prečrtan. 549 -sch- popravljeno 550 Prostor za ime. | 313 1750 Oktober Heüt ist der bey denen Br.-Erberischen vorhin in Diensten geweste, dan aber wegen seiner Vollsaufferey entlassene Zwerg nahmens Primas begraben worden. M. L. war abends bey Wildenstein. Nachmittag ist mein Hänßl von Habbach retournirt. 26. Vormittag war bey mir der Fabiani et Nachmittag auch. Dan der Vogl von Cilli, item der Saurschnick. Gegen Mittag ist hier von Prag und Wien angekomen Mad. Bechinie. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und spätter gieng ich mit Graf Barbo spaziren. 27. Vormittag war bey mir der Vogl von Cilli. Gester abends war auch bey mir der Nemizhoffen. Vormittag heüt war ich mit mein Maxl bey Br.-Paumgartnischen Nachmittag war bey mir der Schlud/er/bach, dan Br. Lotieri von Gradisca, der seine 2 bey denen Ursulinerinen habende Tochter abzuhollen gekomen. [836] Item der Dionoro, dan der Merzenheim und Karnburg wegen des Stempelcontract, welche 2 lezte mich biß spatt aufgehalten haben. Heüt ist mein Schwigervatter 71 Jahr alt worden. 28. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. Nachmittag ist von hier nach Lustall abgereist Br. Benj/ami/n Erberg und mit ihm mein Maxl. Dan war bey mir der Hölbling, der gerne von der Kopffsteüer dispensiret wäre. Dan der Minorit P. Fortunat, Guardian von Görz. Abends war ich in der walschen Comedie. Es suchte mich auch der Nemezhoffen und abends ich ihn, haben aber einander nicht gefunden. 29. Heüt vortags ist der Nemezhoffen nach St. Creüz verreist ins Weinlosen. Abends war ich beym Landshaubtman und dan gieng mit ihm in die Comedie. Heüt suchte Mad. Bechinie in compagnia der Gräfin von Lamb/er/g, von welcher jenne aufgeführet wird. M. L. war aber nicht zu Hauß, sondern bey dem Wildenstein. Spätter war ich bey dem de Werth, welcher sowohl zu Mittag alß abends ein Tractement und Bal gehalten occasione der Vereheligung seines Sohns mit des Perr Tochter, alß dessen anderen Sohns gehaltener Primiz. Ich habe mich aber nur ein halbe Stund da aufgehalten und dan wieder retirirt. Nachmittag ist der Lucasl und Fränzl von Mannspurg allhier retournirt. [837] 30. Vormittag war bey mir P. Mäst/er/ und P. Krusius, Jesuiter. Erster alß P. spiritualis meines Sohns Lucasl und anderter, der ihn nach Wien ad noviciatum führen soll. Dan war da der Obresa wegen unserer Comunmaur mit mir zu spröchen. Heüt ist der General Graf Benvenuto Petazi mit seiner Gräfin und Tochter-Brauth auß Croaten hier angekomen und ist ihme just unter der Trantschen das hintere linke Rad an Wagen gebrochen, sodas sie in ihr Quartier zu dem Domdechant, seinen des General Brudern zu Fuß gegangen seyn. Heüt Vormittag war auch die standische Landtagsproposition, wobey nur 21 von denen Ständen erschienen seyn. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan gieng ich mit Barbo spaziren und abends zum Wildenstein. Heüt Vormittag hat man auch begraben den alten neapolitanischen Leüthnant don Agnielo Latanzio. 1750 Oktober 1. Oktober. Morgens fruhe ist von hier nach Lustall geritten mein Lucasl. Bey mir war Schluderbach. Nachmittag suchte ich mit m. L. Mad. Bechinie, war aber nicht zu Hauß. Dan waren bey meinen Schwägerinen und abends bey der Gräfin von Schrottenbach in der Cotterie, weil sie sich etwas unpäßlich befindet. Heüt fruhe ist auch der Landeshaubtman wieder nach Liechtenwaldt revertirt. [838] Nachmittag nach 4 Uhr ist mein Maxl von Lustall retournirt. 2. Morgens551 ist des Haubtman Luckantschitsch Sentenz öffentlich vor des Haubtman Blachner Quartier auf dem Rann publiciret worden. 551 Pred tem prečrtano Gester 314 | 1750 Oktober Vormittag war bey unß Graf Wildenstein sich zu beurlauben; gehet Morgen nach Mettling mit dem [–]552 Grafen Barbo und komen in einigen Tagen nach St. Hellena unweit Lustall. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. Nachmittag kam zu mir der Kriegscommissarius von Mühlburg und giengen miteinander ins Castell auf königlichem Befehl zu untersuchen, ob eine Mannschafft und wieviel daroben bequartirt werden känte. Zu unß kam auch der Obriste Br. Krottendorff, Br. Molck, der Leüthnant Hartmann. Abends war ich bey Wildenstein, der Morgen mit dem Raichard Barbo nach Möttling verreiset. Zugleich habe daselbst der Gräfin von Schrottenbach Glück auf ihre Reiß gewunschen, weil sie Morgen in compagnia meines Schwagern Br. Ferdinand nach Wienn verreist und die Frl. Lamberg, Francisci filiam, zu denen Saleserinen fähret. Daselbst war auch m. L. und die übrige von der Coterie. 3. Vormittag war bey mir der Delesnig, dan 2 Franciscaner, 2 Capuciner et Nachmittag zwey Jesuiter – P. Maist/ er/ et P. Bernardin Erberg, mir das Compliment zu mein morgigen Tag zu machen. [839] Nachmittag ist mein Maxl und Franzl nach Lustall abgereist. Vormittag mein Schwager Br. Ferd/inand/ mit der Gräfin von Schrottenbach nacher Wienn. Abends kam von Wienn allhier an die alte Bssa. Ailerin und spätter war ich bey ihr. So war auch heüt Nachmittag bey mir ein Trinitarier von Wienn, der in diesen Landen das Allmosen samlet. 4. Vormittag und Nachmittag waren Verschiedene bey mir zu mein Nahmenstag zu gratuliren, unter anderen Graf Leop/old/ Lamberg, Br. Liechtenthurn, Br. Flachenfeld, H. von Schweiger, canonicus Br. Abfaltrer, Obrister Br. Krottendorff, Graf Waicard Barbo, der alte Br. Gall und sein Gemählin gebohrne Barbo, Haubtman Blachner, Fendrich Ebner mit anderen Officiren, Buchhalter Novack, Expeditor Kosler, secretarius Sazfeld, Raitsofficier Perr, Burgermeister Perr, der alte de Werth, dessen Sohn der Advocat, secretarius Garzarolli, H. von Helbling, Graf Wurmbrand, Haubtman Br. Tauffrer, H. von Zergoll, Cancelist Ziegler, Calculationsschreiber detto der Klee, Mag. Krusius mit Mag. Hiedl, beede Frl. meine Schwagerinen und mehr andere, die 2 Perizhoffen, Hendl etc. Zu Mittag speiste bey unß Bssa. Obristin Eilerin. 5. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Zu Mittag speiste bey mir P. Rector Liechtenberg, P. Rizl, professor meines Lucas, P. Maister dessen P. spiritualis, Mag. Krusius, der ihn nach Wienn führen wird und der P. Erberg Bernardinus, dan meine 2 Schwagerinen Frl. Franzl und Frl. Retel, [840] ich, m. L. und der Lucasl, in allen 10 Personen. Nachmittag war bey unß der Obrister Br. Krottendorff und sein Frau, der Br. [–]553 Gall. Dan gieng ich mit P. Rizl und Mag. Krusius und den Lucasl zu sehen, wo wir ein Schwömmer finden kunten, die Candidaten sambt dem Lucasl nach Wienn zu befördern. Abends gieng ich mit dem Lucasl spaziren. 6. Vormittag war bey unß Mag. Krusius mit dem Mag. [–].554 Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin und der [–]555 Br. Gall. Nachmittag ist m. L. mit der Frl. Rettl, dem Lucasl und Micherle nach Lustall. Ich aber gieng mit mein secretari zu der Saw-Brucken spaziren. 7. Vormittag war bey mir P. Erberg und Mag. Krusius und dan Br. Liechtenthurn, item der alte Jencko. Zu Mittag speiste bey mir die Eilerin. Nachmittag war bey mir P. Vincenz, Franciscaner, der mir den neuen hiesigen P. Guardian aufgeführet hat. Dan war da der Raitrath Perr, der gerne verreisen wolte, dan der Delesnig wegen der Massereyen. Abends nach 7 Uhr ist m. L. mit dem Maxl und Lucasl von Lustall retournirt. NB. Den 5ten Vormittag war bey mir des Christoforo Bonomo Stetner 2ter Sohn, der mit dem Postwagen nach Neüstadt Wien gehet, woselbst der zwischen ihm und der Civranella Consistorialprozeß bey selbsten Bischoffen anhängig seyn soll. 552 Prostor za ime. 553 Prostor za ime. 554 Prostor za ime. 555 Prostor za ime. | 315 1750 Oktober [841] Heüt abends ist Br. von Flachenfeld das erstemahl in sein neues Quartier in das königliche Hauß vulgo Vicedomambt eingezogen. 8. Vormittag war ich mit mein Lucasl beym Grafen Waicard Barbo, der Morgen auf sein Landgut verreisen will. Dan war ich eben mit dem Lucasl bey Grafen von Wurmbrand. Zu Mittag speiste ich unter dem Thurn bey den Jesuitern. Da waren die 3 Candidaten, alß der Lucasl, dan der Nusßdorffer und der Lusner. Die übrigen waren Jesuiter, in allen 24 couverts. Nachmittag war ich mit dem Lucasl bey dem Obristen Br. Krottendorff, bey der alten Bssa. Abfaltrer, bey dem alten von Widerkher, bey Mr et Mad. Bechinie, bey alt-Br.-Gallischen, bey meinen Frl. Schwägerinen, bey Mad. Schweiger, bey Br.-Flachenfeldischen und bey den Mihlburgischen, wo sich uberall mein Lucasl beurlaubet hat. Den Graf Herberstein habe gesucht, war aber auf der Jagd. M. L. war auch in Visiten. 9. Vormittag war bey unß Mag. Krusius mit denen 2 Candidaten dem Nußdorffer und Lusner. Dan giengen sie mit und nebst dem Lucasl, sich zu denen Ursulinerinen und Clarisserinen zu beurlauben. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. Dan war bey mir der Sazfeld mit [842] einigen Expeditionen, dan der Expeditor mit 2 Cancellisten, welche umb Angirung ihrer Besoldung ein Memorial eingelegt und ihre Sach recomendirt haben. Spätter gieng ich noch an folgende556 Orth mit dem Lucasl, das er sich beurlaubt hat, alß bey Kolbniz, dan in untern Stock bey des Candidaten Nußdorffer Angehörigen, dan bey Leopold Grafin von Lamberg, bey der Petteneg, bey der Werthentall, die aber nicht zu Hauß war, bey denen Thallbergischen, bey der Gräfin Cozzolli, bey Ign/ati/ Graf Aursperg und bey Br.-Valvasorischen, bey den Zergollerischen und bey Mad. Nemezhoffen. Heüt Vormittag ist der Haubtman Luckantschitsch von dem Castell in die Stadt in Arrest gebracht worden. Heüt Vormittag umb ein 8 Uhr ist der Waicard Graf Barbo mein Collega auf seine Gütter verreist. Gester, da ich mit dem P. Rector verschiedenes gesprochen und unter anderen ihn befragt habe, von was vor einem genio ihnen ihre Candidaten am liebsten seyn, so sagte er, das sie keine Martes, keine Saturnos und keine Adonides haben wollen, wohl aber Joves, Apolines und auch Mercurios und das diese diejenigen seyn, die bey ihnen am besten renssiren. 10. Morgens um 4.45 habe meinen Lucasl aufgeweckt, der hernach zu denen Jesuiten gegangen, daselbst seine Andacht zu verrichten. [843] Nach 7 Uhr kam er nach Hauß, blib noch bey unß biß gegen 8 Uhr. Dan ist er en passant zu der Frl. Fränzl von Erb/er/g und dan zu den Jesuiten, wo sie was gefrustiget haben, wie er dan auch bey unß ein Milchcaffé genohmen hat und umb 8 ½ ist er abgereist und bey unß vorbey gefahren in der ersten Postchaisse mit dem Magister Krusius; in der anderten Postchaisse waren 2 andere Candidaten – Nußdorffer und Lusner. Der Lucasl hat sowohl von mir alß meiner Liebsten den vatter- und mutterlichen Seegen bekomen und ist ganz frölich und vergnügt abgereist. Gott seye sein Gelaitsmann und stehe ihme bey mit seiner göttlichen Gnade in seinem löblichen Vorhaben und gebe ihm Glück und Seegen! Ich kan auch von ihme nichtes anderes, dan alle Consolation hoffen, weil er jederzeit fromb und gottesfürchtig war, sonsten aber von einem außnehmend besonders gutten Talent, applicativus, diligens, penetrant, facil zu allen Sachen, frisch und munter. Und alles, was er thut, thut er mit Freüden und mit einer besondern Geschicklichkeit. Alles ist ihme recht und mit allen ist er vergnügt, keineswegs aigensinig. Hat eine lobwürdige Curiositat et videtur esse aptus et paratus ad omnia. Deus benedicat illum et conducat illum ad vitam æternam. Amen. NB. Just den 10ten Oktober 1747 ist der Lucasl von Wienn hier angelangt et sic 3 Jahr hiergewesen. [844] Nachmittag war bey mir der Schweiger und sonsten hatte ich mit meinem Ambtsgeschafften stetts zu thun. 11. Vormittag gieng ich mit dem Maxl nach der Mesß ein wenig spaziren. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir Leopold Lamberg. M. L. war in Visiten. Heüt habe dem Schmidten à Conto vorgeschossen 50 fl., die er nach und nach mit der zu machen habender Arbeith verdienen will. So war da auch der Haffner von Unter Callenb/er/g, deme 3 Offen bestellet und zu 24 556 Orig. foldende 316 | 1750 Oktober 17ner accordiret habe, die er um Martini zu liffern versprochen. 12. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, wo wieder der præses Graf von Herberstein seit seiner Unpäßlichkeit das erstemahl interverniret ist. Und da nun Graf Barbo auf sein Landgut gegangen, habe ich auch seine Referat auf mich genohmen und von 9 Uhr biß ¾ auf 12 beständig referirt. Dan bin ich mit dem Herberstein und Wurmbrand zu dem Obristen Br. von Krottendorff, welcher heüt sein Nahmenstag celebriret, unser Compliment zu machen. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag wolte ich gehen zu Bechinie, der eben Maximilian haist, war aber nicht zu Hauß. Heüt hat m. L. dem Steinmüz abermahls 66 Schuh Fenster- und Thorsteiner bezahlt. 13. Vormittag war bey mir der von Clagenfurt gekomene und nach Triest gehende P. Carina mit [845] dem P. Master S. J. Zu Mittag fahrte mit m. L. nach Stroblhoff, wo wir a 12 couverts speisten. Da waren von Hauß Leopold Lamberg und sein Gräffin, der Obrister Br. Krottendorff und sein Frau, H. von Bechinie und sein Frau, Graf Wurmbrand, Haubtman Br. Molck, Bernardin Br. Posarelli, dan die Gräfin von Thurn, Wittib. Nachmittag fahren wieder alle zuruck in die Stadt. Wir seyn 40 Minuten hinauß und eben in soviel Zeit zuruckgekomen. 14. Vormittag waren bey mir der P. Sumatinger, sich zu beurlauben, dan der P. Maister. Um 10 Uhr war ich in der Repræsentation- und Camerconferenz. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag um 4 Uhr hatte ich bey mir die Commission mit Mühlburg und Stadtsindico Raditsch. Abends giengen in die St. Peters-Casernen alle drey, die Stallung in Augenschein zu nehmen und ist lang meine 41 Schriet. Gegen 8 Uhr ist der Zahlmaister von Nemezhoff von seinen Weinlösen auß den Wippacherischen wieder hier retournirt. 15. Vormittag nach 7 Uhr ist meiner Kinder vorgester von Stain revertirte Hofmeister mit meinem Maxl, dan 2 Jesuiter, dem P. Erberg und P. Maister, nach Lustall abgefahren. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem Obristen Br. Krottendorff in grosser Galla, weil er den Nahmenstag unserer gnedigsten Landesfürstin celebriret. Und ware die Taffel a 12 couverts: Obrister und sein Frau, Gräfin von Thurn Wittib, Leopold Graf von Lamberg und sein Gräfin, [846] H. von Bechinie und sein Frau, Graf Wurmbrand, Haubtman Br. Molck und ein anderer Officiern. Nachmittag war ich bey Mad. Flachenfeld, die auch ihr Nahmenstag celebriret. Dan hatte eine Commision bey mir, wo der Feldkriegscommissarius und der Stadtsyndicus intervenirten in Betroff der Dislocation, Quartier etc. Spätter war bey mir Nemezhoffen. Um 7 Uhr ist mein Maxl von Lustall wieder retournirt. M. L. war abends in der wälschen Comedie. 16. Vormittag war bey mir der Schluderbach mit dem lezten Conferenzprotocoll. Dan der Sazfeld mit 9 oder 11 Unterthanen von Clana, welche freywillig sich in hiesiges Castell auf ergangenen Befehl der Stell gestellet haben. Dan der Karnburg wegen des Stempelpacht. Item der Ziegler wegen obigen Leüthen von Clana. Abends spielte bey unß Graf Wildenstein und Barbo, welche gester auß Unter Crain revertiret seyn und Morgen auf St. Helena abreisen wollen. 17. Vormittag war bey mir der Stadtsyndicus. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und referirte von 3 Uhr biß nach 6 Uhr beständig. 18. Vormittag war ich bey der Frl. Franzl mit meinem Maxl. Dan war bey mir der Stadtsyndicus Raditsch wegen der Officiersquartier. [847] Nachmittag war ich in Repræsentations- et Camerrath, wo in Abwesenheit des Herberstein ich præsidiret habe. 19. Vormittag war bey mir der Seitner, flachenfeldischer secretarius, mit einer an ihn unter dato Wienn den 13ten hujus eingangener Resolution von dem Obercommerciendirectorio, womit befohlen wird, das ich mein Possession a St. Martiri zu Triest mit Ende dieses abtretten und das mir dafür 10.995 fl. 18 〈kr.〉 vor den Kauffschilling, dan vor die meliorationes 218 fl. 47 〈kr.〉, et sic zusamen 11.214 fl. 5 〈kr.〉 bezahlet werden solle. Spätter war ich selbst bey Flachenfeld. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. | 317 1750 Oktober Abends war ich mit m. L. bey alt-Br.-Gallischen, wo der Alte seinen Nahmenstag celebriret. 20. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir der Czisch wegen der cobenzlischen Kopffsteüer, dan der Karnburg wegen des Stempelpachts. Abends der alte Widercker, der nach Klein Lack verreiset. Heüt gegen Abend ist mein Schwager Br. Ferdinand und die Gräfin von Schrottenbach von Wienn allhier retournirt. 21. Vormittag war bey mir der abbé [–],557 wälscher Sprachmaister in Collegio Theresiano, welcher auß Friaul, sein Vatterland, wieder nach Wienn revertiret. Bey m. L. war die gester angekomene Gräfin von Schrottenbach. Zu Mittag speiste bey unß Fendrich Ebner. Nachmittag war bey mir Pater Erberg Bernardin und Magister Hochenwarth, der von Triest komt, wo er die erste und anderste Schull docirte und [848] gehet nun nach Graz ad studium philosophicum. Heüt um Mittag ist von Triest hieher retourniret der General Br. de Fin. M. L. war abends bey den Valvasorischen. 22. Vormittag hatte ich in Rath gehen sollen, da just der Herberstein solchen hat absagen lassen, indeme er selbsten und dan der Bechinie unpäßlich seyn. Dan war bey mir der Mons. Ciolich, Bischoff zu Zeng, der von Wienn komt, wo er sich etliche Monath aufgehalten und wieder nach Zeng retourniret. Er erzehlte mir unter anderen, das ihme die Königin proprio motu zu seinen proventibus, wie er sagt, der 3/m fl. noch jährlich 5/c fl. beygerucket hat, das er also von nun an 3.500 Einkünfften haben wird. Item so hat sie ihm auch jahrlich passirt 1/m fl., um die zum geistlichen Stand aspirirende *zengerische* Jugend in teütschen Landen studiren und educiren zu lassen. Er dencket also, 8 Knaben nach Gräz in selbes Convict zu schicken. So hat ihm auch der Erzbischoff zu Wienn (der die nomina 10 alumnorum in St. Barbara-Convict zu Wienn hat) 2 Pläz überlassen solang er lebt und das nehmbliche der Successor Graf Trautson quasi schon vorlauffig versprochen. Zu Rom ist ihme gestattet ein alumnium in das Apolinari zu bringen. Hac fidelia erzehlte er mir, was in seiner dioeces die scismatici vor progressum machen, indeme sie seit 2 Jahren her bey 30 gemaurte Kürchen aufgebaut haben werden, wo ihnen vorhin nur hülzner Barquen gefallt [849] waren; und diese alles solle noch von dem Prinzen von Hildburgshausen den üblen Ursprung haben. Er rechnet die 3 Grafschafften Licka, Corbavia und Zuorni Grad oder Zermagna in der Population mehr dan 40/m Seelen und darunter sollen bey 30/m die Waffen zu ergreiffen fechig seyn. In seiner ganzen dioeces rechnet er über 140/m558 Seelen, id est bey 80/m und mehr catolische und bey 60/m scismatici. Alles dieses hat er vorgestelt zu dem Ende, damit die progressum der scismaticorum gehemet und deren catholischen befördert wurden. Er scheinet aber nicht viel ingress gefunden zu haben, ob er schon nebst bey Ihro Majestät dem Kaiser und der Kaiserin die Sache auch bey denen Conferenzministern anrecomendiret hat, alß bey dem Feldmarschall Grafen von Königseg, Grafen von Kauniz, Grafen von Colloredo, Grafen Keuenhiller, Grafen Ulefeld und Grafen von Bathiani. Abends ist mein Hänßl von Habach retournirt mit dem Br. von Janeschitsch. 23. Vormittag war bey mir der Dionoro, der sich mit der Eilerin gerne vergleichen möchte umb ihre prætensiones zu Sava. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath beym præside im Hauß und ich referirte von 4 Uhr biß 7 Uhr. M. L. war Nachmittag bey der Flachenfeld, vorhero aber bey unß der Nemezhoffen. 24. Zu Mittag speiste bey unß Mad. Eulerin. [850] Nachmittag war bey unß P. Frölich mit dem P. Master. Erster komt über Görz, Venedig, Triest und Fiume und retournirt Morgen nach Wien. Nachmittag war ich mit m. Maxl spaziren. 25. Morgens vor 8 Uhr ist von hier nach Wienn abgereist der P. Frölich, Jesuiter. Nachmittag war bey mir der Leüthnant Rasp. Abends war ich mit mein Maxl und dem Nemezhoffen spaziren. 26. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin mit der Schrottenbach und anderen. 557 Prostor za ime. 558 Popravljeno iz 170 318 | 1750 November Abends war ich mit m. Maxl spaziren. Heüt Nachmittag ist von hier nach Wien mit dem Postwagen abgereist Br. [–]559 Gall, der unter das harrachische Regiment komt. Heüt hat mir der Weittenhiller 2/c fl. gelichen, die ich ihme in wenig Tagen zu restituiren versprochen habe. 27. Vormittag war bey unß der Leüthnant Rasp. Nachmittag bey mir der Stadtsyndicus vocatus wegen hiesiger Dislocation. 28. Vormittag war bey mir Stadtsyndicus. Dan war ich nach der Hl. Mesß mit mein Maxl bey der Frauen von Rasp. Nachmittag war bey unß P. Mäster und P. Erberg [–]560 Bey m. L. auch die Obristen und der Haubtman Plahner. 29. Nachmittag war bey mir der erst angekomene Craißhaubtman Br. Tauffrer, dan Mr Arnold, der mir ein Recomendationsschreiben von Grafen von Choteck gebracht hat und dieser nahme mir den ganzen halben Tag. Unter anderen erzehlte er mir, das er 19 Jahr in [851] Niederland zu Antwerpen stabiliret war und zwar bey des561 seeligen P/iet/ro Prolli Wittib und Erben. Er war auch mit dem zu Triest erbauten Schiff St. Theresia zu Bengala. Nun wolle er sich zu Triest etabliren nomine einer Societät in Nied/er/land und sagte mir, das ihrer 10 in der Societat 700/m fl. zusamengeschossen haben. Er und der Thomas Rima, der von Locarno in der Schweiz gebührtig werden von dieser Handlungssocietät zu Triest die Direction haben und suchen noch einen dritten, damit in allen 3 directores wären. Sonst aber sagt er, das diese Societät 2/m Actien, jede zu 1/m fl. stabiliret, consequenter pro fundo 2 Milionen hat. Und so mehrer nothig wäre, sie alle in Stand seyn pro rata beyzutragen. Der Banco zu Wienn habe in der Societät auch theilgenohmen. Sein Absehen ist haubtsachlich eine Zuckerrafinerie zu errichten und dan eine Wachsbleiche. Zur ersten erwarte er zwey Maister von Hamburg und zur anderen hat er einen Maister auß Nied/er/land mit sich. Der Rima ist auch nun mit ihm und wollen des ehistens nach Triest abreisen. Arnold hat auch 2 junge Knaben von wohlstehenden Kauffleüthen auß Nied/er/land mit sich, welche zu Triest die Handlung bey ihm lehrnen sollen. Ubrigens aber wird er haubtsächlich sehen, wie er seine Handlung per mare in frembde Länder instradiret und will auch den Schiffbau zu Triest poussiren und Schiff sambt der [852] Ladung in Spanien und Portugal zu verkauffen trachten. Gegen 5 Uhr ist Br. Benj/ami/n mit mein Fränzl und Micherle von Lüstall hier angekomen. 30. Vormittag war bey mir der Adjutant von General Br. de Fin wegen der künfftigen Dislocation. Zu Mittag speiste bey unß Fendrich Ebner. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und referirte ich allein von 3 Uhr biß nach 7 Uhr. Dan wolte ich mein Contrevisit geben dem Mr Arnold, war aber schon beym soupé. Spätter war wieder bey mir der Adjutant von Br. und General de Fin eben wegen der künfftigen Dislocation. M. L. war abends bey Wildenstein. 31. Mittags war bey mir Mr Arnold sich zu beurlauben. Gehet562 gleich nacher Triest und ist umb 4 Uhr abgereist. Nachmittag war ich in der Conferenz bey der Repræsentation und Camer mit dem Militari- et Verordnetenstell. Dan suchte meinen Schwager Br. Erberg, der heüt sein Nahmenstag celebrirt, war aber nicht zu Hauß. Blib ein weil bey mein Schwigervatter und Schwagerinen, dan gieng ich zu Br.-Valvasorischen, wo ich auch mein Schwager angetroffen habe. 1750 November 1. November. Vormittag war 2-mahl bey mir Graf Lamberg, dan der junge Karnburg. Erster sucht, das ihme der Magistrat vor die zu repariren per accord übernohmene drey magistratische Strassendistrict, auch anticipate pro conservatione vor die 3 Jahr, 1751, 〈17〉52 et 〈17〉53 biß ultime Decembris etwas passiren und bald anticipirte bezahlen möchte, [853] und ersucht mich deßwegen mit dem syndico zu sprächen und etwas außzuwürcken. Seine fundamenta seyn, das diese 3 District 1074 Klaffter außmachen. Und so ihme pro annua conservatione nur 9 kr. per Klaffter passiret wurden, betragete solches jährlich 161 fl. 6 〈kr.〉 So hat er auch, wie er sagt, mit dem Accord pro reparatione grossen Schaden. Item so hat er nur zum Embeliren 559 Prostor za ime. 560 Prostor za ime. 561 Popravljeno iz der 562 Popravljeno iz geher | 319 1750 November die Strassen hin und wieder Gratt geschnitten und davor denen PP. Jesuiten 54 fl. bezahlt. Das Übersezen des Marterkreüz von den Discalziaten gegen St. Christoph wird ihm 40 fl. kosten. Die übrige Egalitäten tragen bey 2/c Klaffter auß; wan er sie nur zu 3 fl. rechnet, so kostet ihm 600 fl. Von allen diesen Embelimenten kan er zwar keine Bonification von dem Magistrat anverlangen, doch glaubt er, das es meritiret in Consideration gezogen zu werden. Vor Jahren soll er von Magistrat pro conservatione annua 150 fl. verlanget und der Magistrat soll ihme würklich 100 fl. angetragen haben. Enfin, er braucht Geld und komt darauf an, ob er auf diese Arth eines bekomt, sonderlich da er mit Reparation noch wenig avanziret ist. So maint er auch, dem Magistrat mit seinem voto dienen zu könen in der Strittigkeit mit der Landschafft wegen der Strassen und Carlstädter Thor biß zum Geweichten Brunn, von welchen er nicht einmahl solte Meldung [854] gemacht haben, massen hierinfahlls quod justum et æquum zu observiren ist. Karburg aber wäre in merito des Stempelspacht, wo er mit der Caution nicht wohl aufkomen kan. Lamberg wolte auch gerne in porzischen Strassencontingent den Marburg favorisiren und anstatt der von Hof angewiesenen 4/c fl. nur 2/c fl. zahlen lassen. Et quod pejus, so möchte noch der Marburg, das diese 2/c fl. nicht ex reditibus von Brem und Senosetscher Mauthertragnus, sondern ex alimentis principi concessis excindiret wurde, welches Begern so unbillig alß unerlaubt ist. Leztes begreifft Lamberg selbst, doch in ersten traget er in seinem Bericht an. Bey mir war auch Sazfeld wegen der Competenten pro vicariatu zu Medea. Dan der Schluderbach, das gestrige Conferenzprotocoll zu revidiren. Dan der chirurgus Prezl, meinen Hainerle an Aug zu verpinden, der schon etliche Tag daran Schmerzen leidet, auch sich zwischen dem rechten Aug und der Nase eine Geschwehr geöffnet hat und viel materia darauß flüsset. M. L. war abends bey Wildenstein. 2. Vormittag war bey mir der alte Karnburg wegen des Stempelpacht. Dan der Dr. Modesti, der erst von Görz retournirt ist. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir der Registrator. [855] 3. Die vergangene Nacht ist die Stadtmaur an dem Wasser gegenüber von mein und des Nachbarn Hauß nieder- und in das Wasser gefallen. Welche Maur schon längst cadent war, ich auch solches dem syndico öffters vorgestelt habe. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Rasp. Ich und m. L. und Kinder waren heüt in Galla, weil Br. Benj/ami/n Erberg sein 51ten Geburtstag celebriret. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath, abends bey Wildenstein. 4. Vergangene Nacht zwischen 2 und 3 Uhr nach Mitternacht habe gespert ein klein Erdböben, so aber kaum ein Minuten daurete. War nicht starck, doch haben solches mehrere wahrgenohmen. Nach 11 Uhr war ich in compagnia meines Schwagers Br. Wolf Daniel bey Br. Valvasor, der heüt sein Nahmenstag celebriret. In simili bey der Gräfin von Aursperg gebohrne Kapelhoffen ex eadem ratione und diese traffen wir eben an bey Br.-Valvasorischen. Nachmittag um 3 Uhr hielte ich ein kleine Commission mit dem Zahlmaister und Vicebuchhalter in merito des zu verfassen seyenden neuen Cameralstatu. Um 5 Uhr war ich in der Repræsentation und Militarconferenz wegen Abmarche oder Abseglung des forgatschischen Regiments von Triest nach Porto di Goro und bliben beysamen biß ½ 8 Uhr. Bey m. L. waren in Spiel die Grafin von Schrottenbach, Graf Wildenstein, Barbo und Liechtenb/er/g und der General Groß. [856] Heüt morgens ist der Haubtman563 Lukantschitsch von molckischen Regiment auß seinem Arrest gekomen und wieder auf freüen Fuß gesezet worden. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Grafen von Wildenstein à 11 couverts. Da war der H. von Hauß, die Gräfin von Schrottenbach, Graf Barbo, General Br. de Fin, General Groß, 2 Officiers von Molck, Br. Benj/ami/n und Br. Ferd/inand/ Erb/er/g. Nachmittag war bey mir der Stadtsyndicus Räditsch von 4 biß 8 Uhr in allerhand Affairen. 563 Pred tem prečrtano: Leüth. Lu 320 | 1750 November Heüt hat das landsfürstliche Landrecht wieder seine sessiones angefangen. In simili haben die Schullen bey denen PP. Jesuiten ihren Anfang genohmen. 6. Abends war bey mir Nemezhoffen. 7. Vormittag war bey mir Br. Tauffrer, dan der Fada. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und dan über ein Stund allein mit dem Herberstein und debatirten die Formirung des neuen status comercialis. 8. Vormittag war ich bey Fiscal von Merzenhaim wegen des Kärnburg, Stempelpachters, und Morgen Nachmittag soll diese Sache außgemacht werden. 9. Vormittag war bey mir der Hölbling wegen des Agenten Vogl zu Wienn. Zu Mittag speiste m. L. bey General de Fin a [–]564 couverts, ich aber habe mich wegen meinen Geschafften excusirt. Nachmittag war bey mir der Sazfeld in [857] Ambtsgeschäfften. Fiscal ließ mir sagen, das Morgen wegen Karnburg die Antwort geben wird. 10. Vormittag war bey mir der Fada, porzischer Agent. Dan der Baronio wegen seines Bruder, das er vicecapitanus zu Aquileja resolviret wurde. Dan der Sazfeld in Ambtssachen. Zu Mittag speiste bey unß die Obrist-Eilerin. 11. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich565 Ebner. Vormittag waren Verschiedene bey m. L., alß die Schrottenbach, Wildenstein etc. zu ihrem heütigen Geburtstag ihr Compliment zu machen und ist just 40 Jahr alt worden. Nachmittag war ich mit dem Maxl bey Wildenstein und dan güeng ich mit dem Verwalter Petermann in Cracau die grosse Mondation zu sehen, wo 25 Hauser völlig in Wasser stehen. Und ist in den Zimern und Camern das Wasser bey ½ Mann hoch und werden von ganz Cracau nur bey 32 Hauser ausser dem Wasser und consequenter bewohnbar seyn, in welche sich die Inwohner der anderen geflüchtet haben und wohnen sogestalten mehr Familien in einem Hauß. Und nachdeme ich überall in Schiff hin und wider gefahren bin, habe hernach besehen den an der Strassen befindlichen Brunn oder grosse Quel Huda urnig genand, wo566 das Wasser einmahls herauß springt alß bey solchen übermassig groß anwachsenden Wassern. Und ist dieser ein uralt römischer aquaductus von Æmona her, den ich sodan weiter in567 dem raabischen Garten bin besehen gangen. Und ist ein lange Continuation deßselben, [858] wie ich versichert worden bin, biß Gleiniz, und ist niemahls Wasser loß auch in den trücknesten Zeiten. M. L. war abends bey Wildenstein. 12. Vormittag war bey mir der Fada in pörzischen Sachen, dan der Forni von Görz. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir der Gasparini wegen des Militarbeytrags. Gester ist hier retournirt von Wienn der Ign/ati/ Graf von Aursperg. Heüt Nachmittag umb 5 Uhr ist von Wienn hier arrivirt der Fürst Esterhasy, der alß k.k. Botschaffter an Neapolitaner Hof und muß sich hier aufhalten wegen des schlechten Wetters und angeschwollenen Wässer. 13. Vormittag war bey mir der secretarius Sazfeld in Ambtsgeschäfften. Dan der Buchhalter Novack, sich zu bedancken, das er vor seine Liffergelder 3/c fl. erhalten hat. Dieser erzehlte mir, das die Banco-Administration nicht viel prosperiren därffte. Zu Zeng nach Antrag des Flachenfeld hätte bey 10 ad 12/m fl. profitiret werden känen, wan dessen Vorschlag ad effectum gekomen wäre, das nehmblich denen Zengern daselbst gleich zu Buccari der cablo Salz nur à 44 sl. bezahlt worden wäre und zwar nach der buccarenischen Maaß. Hingegen die Zenger wollen bey ihrem alten Gebrauch bleiben, nach welchem ihnen der cablo à 46 sl. misura di Segna, die auch gegen Buccari 8 pro % geringer ist und zwar mit baaren Geld bezahlet wird. An Weinimporto wird die Administration [859] dieses Jahr bey 5/m fl. einbiessen, weil der walsche Wein nicht gerathen ist 564 Prostor za številko. 565 Popravljeno. 566 Pred tem prečrtano geb 567 Sledi še en in | 321 1750 November und sogestalten wenig von selben und mehrentheils von den Undtercrainischen eingeführet wird. Das Zenger Project war zwar von Choteck bereits approbirt, hingegen seyn die Zenger per deputatos nach Wienn und haben solches vor dieses Jahr hintertriben. Daselbst werden jährlich bey 100/m cabla consumirt. Übrigens scheinet Novack, von der Administration schon genug zu haben und wurde lieber anderwerts accomodiret seyn. 14. Vormittag waren bey mir einige von denen sogenandten kleinen Schiffleüthen. Nachmittag fahrte mit mein Maxl nach Kaltenbrunn das grosse Wasser zu sehen. De retour habe angetroffen den Br. Ignati von Abfaltrer, der von Grünhoff gekomen und habe seine zwey Söhne den Ernstl und Nepomucenrle (die auf einem Baurenwagen mit Ochsen gefahren) in mein Wagen genohmen und in die Stadt gefährt zu des Ignati Frau Mutter. Bey m. L. spielte abends Graf von Wildenstein und Frl. Valvasor. Die Brucken bey Kaltenbrun hat dießseits biß zur Insul 54 und von der Insul biß jenseits 50 Schriet. 15. Vormittag war bey mir der Geistliche Torre, Spittalsadministrator. Dan der Kärnburg wegen des Stempels. Dan erkundigte sich der Landschafft-Verordneter-Præsident Graf von Liechtenberg in Angelegenheit des von Ign/ati/ Graf Liechtenb/er/g bey Hof eingebenen Memorialen. [860] Gegen Mittag war ich mit mein Maxl beym Graf Lamb/er/g in Galla, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Gegen Mittag ist der Furst Esterhasi von hier nacher Görz und weiter nach Neapel verreiset. Umb568 Mittag ist der nemezhoffische Fränzl *von St. Craüz* hier angekomen und hat der erstemahl wieder bey unß gespeist. So hat auch bey unß gespeist der junge Bonomo Stetner, der gester von Wienn gekomen, item der abbé de Werth. Nachmittag war bey mir der Ignat/i/ Aursperg und Carl Valvasor in569 Visiten, dan der Fiscal Merzenhaim wegen des Karnburg, der doch talem qualem cautionem realem per 550 fl. præstiren will. Spätter war bey mir der Legationssecretarius des k.k. Botschaffter zu Venedig marché Prie, nahmens Engl, in compagnia des Dr. Modesti. Dieser erzehlte mir, das er per ordinem des Marchesen seine 2 bey St. Pelten seyende Herrschafften Friedau und Rabenstein per 203/m fl. an der Grechtler verkaufft und sogleich seine des Prie creditores darmit bezahlet habe, welche ihm einen Nachlasß gemacht per 42/m fl. Diesen Verkauff glaubt der secretarius Engl zu desto mehrern Profit seines Marchesen gethan zu haben, alß diese 2 Herrschafften auch schon lang in administratione et sequestrazione waren und niemahls mehr alß 8/m fl. jährlich rendiret haben. Dan erzehlte er mir auch, das die wiennerische und andere daraüssige priische creditores mehrentheils content seyn, den Terzi zu Mitterburg [861] abermahls pro administratione einzusezen gegen denen von ihme anerbothenen Conditionen, das er nehmblich alljährlich 8/m fl. in favorem deren creditorum richtig depositiren wolle zu Gerichtshanden. Secretarius Engel erzehlte mir ferers, das die Republique tempore wie jezo bey 18/m Trouppen auf den Füssen haben, hingegen seyn mehrentheils schlechte Leüth und ihre beste Kriegsleüth seyn die Dalmatiner. In allen aber tempore belli kan sie bey 36/m Mann erhalten. Wegen Aquileja glaubet er, das mit dem neuen Jahr die Sache außgemacht werden därffte. Jedoch scheinet ihme ein acomodement schwehr zu seyn, massen man sich hierseits nicht wohl anderster dan nach denen pabstlichen Bullen halten kan, welche eben die Republique nicht anstehen. Von der Confinsscheüdungscommission hat er eine gutte Hofnung, hingegen därffte nun bey dem eingehenden Winter, da sie kaum noch recht angefangen, schon wieder vor dieses Jahr aufhören. Heüt habe mit Leopold Grafen von Lamb/er/g gesprochen, das er nicht dargegen wäre, das sein Stallmeister meinen Maxl im Raiten instruiren möchte, welches er gleich mit aller politesse accordiret hat. Mit dem Stallmeister bin ich auch per ½ abbé de Werth d‘accordo ihme vor ein Jahr per Pausch 50 fl. oder monatlich ein Specie Ducaten zu bezahlen pour tout potage gegen wochentlichen 3 Lectionen. [862] 16. Vormittag war bey mir der Fada, dan der neue Stadtrichter von Radtmanstorff. Dan war ich in Militarconferenz et Repræsentations- und Camerrath. 17. Vormittag war bey mir der Geistliche Camnich von Triest, ein Vetter zu meinem Dr. Fran/ces/co. Dan der Krascovich resolvirter Pfarrer zu Eisnern, der graf-lambergische Stallmeister, der Morgen meinen Maxl in Reiten zu instruiren anfangen wird. 568 Popravljeno. 569 Popravljeno iz dan 322 | 1750 November Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. Nachmittag war bey mir in Visit der Br. Janeshitsch, der zugleich den General Cujas aufgeführt hat. Der junge Bonomo Stetner, der Morgen nach Triest verreist und deme ich die Schrifften St. Martiri an Graf Hamilton mitgegeben habe. Der junge Hochenwarth und mehr anderen. Dan habe heüt angefangen die Chocolate machen zu lassen im Hauß auf dem neüen Stein. Heüt habe auch die Maurer vor dieses Jahr licencirt. M. L. war abends bey Wildenstein. NB. Den 15ten dieses ist des medici Weber Tochter zu Münckendorff eingekleidet worden und war die Brautmutter die Gräfin von Schrottenbach, welche den Tag vorhero alß den 14. hinaufgegangen war. Den nehmblichen Tag aber, alß zugleich Nahmenstag der abesse, ist Graf Wildenstein hinauf und dan Nachmittag wieder hieher retournirt. [863] 18. Heüt morgens war ich in Visit bey dem General Cujas, dan bey Mad. Bourlie. Dan war ich einige Öffen bey dem Haffner unter dem Schlosßberg zu besehen mit meinem Maxl, der heüt das erstemahl die Raitschull zu frequentiren angefangen hat. Zu Mittag war bey unß abbé de Werth. Nachmittag war bey mir der Czisch, deme die Kopffsteüerspecification behandiget habe ad restituendum, weil mein recipisse dafür sich noch bey H. Bechinie befindet. Heüt Vormittag ist mein Collega Graf Barbo von sein Landgut wieder hier retournirt. M. L. war abends bey Wildenstein. 19. Vormittag war bey mir der Delesnig, der mir die lezt von Wien eingekomene Vässervisir zu zeügen brachte. Dan war ich in Conferenz et ex post in Repræsentations- und Camerrath biß nach 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin, dan der Geistliche von Lustall. Dan waren bey mir die Zechmeistern von den Lederbereitern zu Neümarckl, nahmens: Caspar Maly, Valentin Notsch, Simon Krail, Micha Toporischa, Andreas Dornig. Dan 2 Bauern von Præwalt wegen der Gaiß, die ihnen von den Wippachern noch nicht bezahlt worden. Gester ist der Ferd/inand/ Graf Attems mit seiner Gemählin Clorinda von Wien hier arrivirt. 20. Vormittag war ich in Repræsentations- et Camerrath. Vorhero war bey mir Ferd/inand/ Graf Attems, der gerne allhier alß Landrectificationscomissarius zu Görz das Jurament ablegen möchte. [864] Nachmittag war bey mir der junge Kärnburg wegen des Stempels. Dan der Schlud/er/bach mit Revision der Protocollen. Dan der alte Widerkhern. Spätter war ich bey Mad. Bourlie, die mir 3/c Holländer # zum aufbehalten gegeben und mit ihrem Sigil sigiliret hat; dafür ich ihro eine Quittung außgestellet570 habe. Dan war ich bey dem Fiscal von Merzenhaim, spätter bey Wildenstein. 21. Zu Mittag habe mit m. L. gespeist bey Grafen von Wildenstein a 12 couverts. Da war die Grafin von Schrottenbach, Ferd/inand/ Graf Attems und sein Gräfin Clorinda, dan ihr Söhndl, beede Brider gebohrne Barbo, ein Officier von der Wache. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß spatt. Dan gieng ich mit Barbo zu Wildenstein. 22. Vormittag suchte den Ferd/inand/ Attems, war aber nicht anzutreffen. Dan war ich bey Bssa. Tauffrer, gebohrne Schram, die heüt ihren Nahmenstag celebriret. Nachmittag war ich mit mein Maxl spaziren. 23. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und hat auch daselbst der Ferd/inand/ Graf von Attems alß Landrectificationscommissarius und Localdirector das gewöhnliche Jurament abgelegt. Nachmittag war bey mir ein Zetall, der zu mir pro amanuensi gerne ankomen möchte und von Mad. Bourlie recommendirt worden ist. Abends war ich bey Ferd/inand/ Attems, welcher eben mit seiner Gräfin umb ¾ auf 6 Uhr nacher Görz abgereist ist. 24. Zu Mittag speiste bey unß der Ebner. Abends war bey mir Br. Ignati Abfaltrer. 570 a popravljen iz A | 323 1750 December M. L. war abends bey Wildenstein. [865] 25. Vormittag war ich in der Militarconferenz wegen des von dem Carlevaris übel veranstalteten Embarquement zu Triest des forgatschischen Regiments und darauß entstehender Schazungs. Nachmittag habe in meine Dienst vor einen Livrébedienten aufgenohmen den Hanibal Christoph Rad, der von Spitall auß Ober Kärnten gebührtig, bey 32 Jahr alt, mit den gleichübrigen meinen Bedienten gleichen Tractament. Und ist mit ihm zu mir gekomen der alte Bierbrauer Kleplat, der seine Eltern kennt. Abends war ich bey der alten Bssa. Tauffrer, gebohrne Fürnfeil, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. Dan fahrte mit ihrem Gemahl zu denen Dinzlischen und spätter gieng ich zu Wildenstein und von dort mit dem General de Fin nach Hauß. Heüt werden meine Bedienten das erstemahl in dem neuen Zimmer an der grossen Stiegen schlaffen. 26. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß die Obrist-Eilerin. Abends war bey mir Delesnig. 27. Abends war bey mir der alte Widerkhern. M. L. war bey Wildenstein. Nachmittag um 4 Uhr ist der Landshaubtman Graf von Aursperg von Liechtenwaldt hier angelangt. 28. Vormittag war ich in einer Militarconferenz und gegen 11 Uhr ist die erste Colone von wenzl-walische Regiment hier eingeruckt. Abends war bey mir der Schlud/er/bach, dan der Betverwahrer Trebes wegen denen nach [866] Möttling und Gurgfeld zu verschaffen seyenden Militargerätschafften. 29. Heüt in der Nacht umb ¾ auf 12 Uhr war ein sensibler terræ motus, der bey ein Minuten gedauret, doch kein Schaden gemacht hat. Vormittag war ich in Visit mit meinem Maxl bey dem erst angekomenen Kriegscomissarien von Mühlburg, der sich etliche Täg zu Triest aufgehalten hat. Er brachte mir auch die mit lezten holländischen nach Triest arrivirten Schiff vor mich gebrachte chinesische Zeüg. 30. Vormittag war bey mir Schluderbach. Dan war ich mit meinem Mäxl bey dem Buchhalter von Novack. Dan beym Landshaubtman, ihm wegen seiner Hieherkunfft zu beneventiren. Nachmittag war bey mir der Hölbling in frl.-hallersteinischen Angelegenheiten. Dan Graf Strassoldo, der erst von sein Gut Wertenberg angekomen. Heüt habe meiner altern Sohne Bedienten Joseph seines Diensts entlassen und an dessen statt aufgenohmen der auch heüt die Dienst angetrettenden Anton Jasbiz von Görz gebührtig, 18 ½ Jahr alt. Und da er die Paruquenmacher Profession zu Wienn erlehrnet hat und gut frisiren kan, habe ihme über die 36 fl. Besoldung noch 4 fl. extra zuzulegen versprochen. Der Joseph aber, den ich entlassen habe, ist den 17ten Jenner hujus anni eingetretten und habe ihm [867] bezahlt biß 17. Dezember consequenter von 11 Monath à 3 fl. mit 33 fl. und geschenckt 34 kr. 1750 December 〈1. Dezember. 〉 Vormittag war bey mir P. Pogatschnig, Jesuiter, mich zur Xaveri-Andacht auf Übermorgen, so auch zum Mittagessen einzuladen. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und spätter gieng ich zu Wildenstein mit dem Barbo. Heüt Vormittag war der ständische Landtag, wo die Stände den Bau der Casernen zu depreciren resolviret haben, so auch die Introduction der Wienner Masserey. 〈2. 〉 Vormittag bin ich von mein Tischl nicht gekomen. Nachmittag war bey mir der Br. Argento von Pisino, dan der Ziegler. 〈3. 〉 Vormittag war bey mir der Obrist Br. Krottendorff, den ich mittags bey PP. Jesuiten abgesezt habe und dan gieng ich meiner Schwägerin Frl. Franzl zu ihren heütigen Nahmenstag mein Compliment zu machen. Zu Mittag speiste bey unß Br. Argento. 〈4.〉 Vormittag war ich in einer Conferenz mit denen Ständen in merito der zu repariren seyender Landstrassen von Carlstadter Thor biß zum Geweichten Brunn, wo unter anderen vorgekomen, das von Carlstadter Thor biß zu Graissenegg alß stadtmagistratischen Burgfried 948 ½ Wienner Klaffter und von gedachtem Burgfriedstein biß zum Geweichten Brunn 4326 ½ Klaffter seyn. Et sic von Laybach biß zum Geweichten Brunn in allen 5274 Klaffter. 324 | 1750 December Was aber die Commerciallandstrassen anbelangt, sagte Leopold Graf von Lamberg, das er unter seiner Direction in ganzen Land habe [868] 50 Mail oder 200/m Klaffter und der ganze Wegreparationfundus betrage in 7 Jahren 175/m fl., et sic komete auf ein Jahr 25/m fl. Was aber den ersten District anbelangt, welchen zwischen den Ständen und dem Stadtmagistrat strittig ist, da haben sich die ständische Außschlusß dahin declariret, das sie von dem ersten District, id est biß zum magistratischen Burgfried,571 nichtes wissen wollen und das solchen der Magistrat selbsten zu repariren schuldig seye. Zu Reparation des anderen District hingegen, von stadtischen Burgfried biß Geweichten Brunn, declarirten sich die Stande ein vor allemahl dem Magistrat geben zu wollen 2/m fl. Soffern aber dieses ihr offertum der Magistrat nicht annehmen wolte, so erbietten sie sich dessen Reparation auf sich nehmen zu wollen gegen deme, das ihnen der Magistrat 4/m fl. bezahlt, die Brücken aber sollen der Besorgung dem Magistrat verbleiben. Morgen wird der Magistrat einberuffen, um zu sehen, was er vor declarationes machen wird. Zu Mittag speiste bey unß die Obrist-Eilerin. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und spätter war ich bey dem General Br. de Fin in merito des hiesigen Castels. Und gabe ihm zugleich meine in Sachen unter [– –]572 mit und nebst den Feldkriegscommissarii von Mühlburg erstattete und nach Hof geschickte Relation. [869] 5. Zu Mittag speiste bey unß Fendrich Ebner. Nachmittag war ich in Repræsentation- et Camerrathconferenz, wo sich der Stadtmagistrat declarirte, von dem Carlstadter Thor biß zu ihrem Burgried bey Greusseneg die Reparation et Conservation der Strassen auf sich nehmen, hingegen zur anderen weiters biß zum Geweichten Brunn denen Standen mehr nicht dan 1/m semel pro semper beytragen zu wollen. Welches offertum weder proportionirt noch annemblich ist, consequenter in Sachen ein Bericht nach Hof erstatet werden wird. Heüt Nachmittag hat man 4 Dieb von Herrschafft Craüz, jeden auf einer Schlitten mit der Wacht hieher auf die Träntschen gebracht. 6. Vormittag war bey mir Doctor Baronio sich zu bedancken, das sein Bruder alß vicecapitaneus zu Aquileja resolviret worden. Dan war ich in Visit bey alten Widerkher, weil ich die jungen zu Hauß nicht angetroffen habe. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Vorhero war da Br. Argento. Nachmittag der weitenhillerische Buchhalter wegen Robinig. Dan der Merzenhaim wegen Kärnburger Stempelpacht, deme ich gemeldet, das er mit dem Herberstein deßwegen spröchen möchte. 7. Vormittag war ich bey General Br. de Fin, das er sein Mainung wegen des Castels bald einlegen möchte. Dan bey Flachenfeld wegen adlspergischer Außstände, die er noch alleweil haben will. [870] So habe ihm auch befragt, ob ihm der Hamilton noch nicht geschriben, das er mir mein Possess ad St. Martiri bezahlen solle. Er sagte mir, das noch nicht. Bey mir war der Expeditor in Ambtsgeschäfften. Dan der Gasparini wegen des Quartierbeytrag. Dan Leopold Lamb/er/g mit ein reichen Zeig, davon er sich gerne ein Vestie wolte machen lassen und ersuchte mich, das ich dem Schneider frey befehlen möchte, das er ihms machen möchte. Ich antwortete ihm, das dieses von mir nicht, wohl aber von Br. Flachenfeld dependire. Er aber reflecirte mit Herberstein gesprochen zu haben und das er ihn an mich addressiret habe. Enfin, ich sagte, das ich das in Sachen publicirte Generale nachsehen und ihm sodan mein Meinung sagen wolle. Nachmittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Tauffrer in Betröff der 2 bald hieher einzurucken habenden Compagnien von Molck und deren Bequartirung. So war auch zugleich bey mir der Stadtsyndicus et sic haben wir miteinander die Sache vorlauffig concertirt, weil ihn der Herberstein deßwegen zu mir geschickt hat. 8. Zu Mittag speiste bey unß der junge Widerkher mit seiner Frauen. Nachmittag war bey mir der Schweiger. M. L. war abends bey Wildenstein. [871] 9. Nachmittag war bey mir der Landmässer Gürtler, dan der Alitsch und sein Schwigervatter, beede Schneider, wegen denen mit dem Magistrat und der Zunfft habenden Differenzen. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. 571 Pred tem prečrtano Distr 572 Prostor za datum. | 325 1750 December M. L. war Nachmittag bey dem General Br. de Fin, dan abends bey der Bechinie. Bey mir war auch der Adjutant des Generalen. 10. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Grafen von Wildenstein à 15 couverts. Da war der H. von Hauß, die Gräfin von Schrottenbach, Bischoff zu Triest Graf Petaz, hiesiger Domprobst Graf Petaz, Waicard Graf Barbo, Ludwig Graf von Liechtenberg, General Br. de Fin, Landeshaubtman Graf Aursperg, Alexander Graf von Aursperg, Benj/ami/n Br. von Erberg, Fraüle von Aursperg Josepha des Landshaubtman Tochter, 2 Officier, in allen 15. Nachmittag blib ich dorth biß spatt. Bey mir waren Vormittag einige Schneidermaister mit ihren Zunfftfreyheiten in Betroff des Alitsch, den sie nicht wollen zum Maister machen nisi præstitis præstandis. Dan war auch bey mir sein Schwigermutter. Item der Persky. 11. Vormittag war bey mir der neuerwahlte Stadtrichter zu Stein Wolf mit dem Stadtschreiber Raich. Dan war ich bey dem Bischoff Petazi, suchte auch den Hölbling. Nachmittag war bey mir der Alitsch, Schneider, mit sein Schwigervatter. Item spätter der Hölbling, mit dem ich abgeredet habe, das er Morgen dem Agenten Vogl [872] schreiben möchte, das er sich denen vor die Frl. von Hallerstein bereits eincassirten 113 fl. begnügen und sich reversiren solle, ein mehres nicht verlangen zu wollen, mit Außhändigung aller in aller in Handen habenden Schrifften. 12. Vormittag habe dem neuerwählten Stadtrichter zu Stein Franz Ferdinand Wolf das Jurament vorhalten lassen. Zu Mittag speiste bey unß Br. Argento. Nachmittag war bey mir der Graf Petaz, Bischoff zu Triest, in seinen Angelegenheiten und mit hiesigen Landständen habenden Differenzen. Dan der Obristleüthnant Br. Mittrowsky, Comendant zu Zeng, der mir erzehlte, das die neue Strassen von Carlopago nach die Licka und Corbavia zu errichten bereits resolvirt und er pro comissario ernennet worden sey. Er glaubt, das in baaren Geld etwas weniges über 14/m fl. kosten därffte. Dan erzehlte er mir auch, das Grosse, bey 15 Mail lange Districtslands, welchen die auß der Türcken gekomene Walachen Gumirier sub Ferdinando per 10/m Gulden erkaufft haben, nun der Hof mit 15/m fl., wie solches illo tempore in dem Contract vorgesehen worden, wieder ablösen wolle. Gedachte Landerey ist an der von Buccari nach Carlstadt haltenden Strassen. Dan war auch bey unß der Schweiger. 13. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General Br. de Fin. Da war auch Br. Benj/ami/n Erberg und Br. Argento, 3 von Hauß, et sic a 7 couverts. Nachmittag war ich in der Militarconferenz. [873] Ex post bey Br. Flachenfeld, dan bey Graf Barbo, der etwas unpäßlich ist und sein nahmenstag Jobst oder Jodoci celebriret. M. L. aber war abends bey Wildenstein. 14. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. M. L. war abends bey [– –].573 Gester erzehlte mir Barbo, was wieder zwischen dem Landshaubtman und Herberstein vor Kazpalgereyen passiren. Landshaubtman soll dem Valvasor sogenandten Strohsack zu Herberstein geschickt haben, warum das er sich bey ihm in Gesellschafften sowenig sehen ließ und das er nichtes mehr wünschet alß in gutter Harmonie mit ihm zu leben. Herberstein soll ihm haben antworten lassen, wie das er gerne seine Gesellschafft frequentiren wolle, jedoch gegen 3 folgenden Conditionen: primo, das er dem Br. Janeshich in die Gesellschafft nicht solle komen lassen. 2do, das wan die actiones zwischen dem Janeshitsch und seiner Frauen bey Gericht vorkomen, er Landshaubtman nicht præcidiren möchte. 3tio, das er mit der Verordnetenstell nicht soviel halten solle. Was Landshaubtman gesagt oder gethan, ist mir nicht bekand und Barbo hat es nicht gewust. Dieses aber sagte er mir, das wie ex post der Herberstein zu Landshaubtman in die Gesellschafft kam und daselbst den Janeshitsch angetroffen hat, er den Haußherr und einige andere gegrüst habe, dan aber gleich davongegangen ist und hat wider den Landshaubtman 573 Prostor za ime. 326 | 1750 December sehr geschmählt. Nun und zwar erst gester hat der Herberstein [874] angefangen selbsten die Gesellschafft zu haben und wird sogestalten suchen zu Hauß sein Zeit zu passiren und die übrige Gesellschafft zu trennen. Barbo erzehlte mir auch das, wie er auf Anlaiten des gewesten Landshaubtman Corbinian Grafen von Saurau um die Verordnetestell competiret und der Aursperg, damahls gewester Landsverwalter, ihn mit seinem voto zu secundiren, sowohl dem Saurau alß ihme Barbo zugesagt hat. Ergabe sich, das Saurau nach Graz acomodirt und Aursperg Landshaubtman worden und diese Wahl erst hernach hatte furzugehen. Landshaubtman Graf Aursperg encouragirte den Carl Aursperg, um die Verordnetestell zu concuriren und bewarbe sich um vota. Da solches Barbo erfahren, gieng er zu Landshaubtman und erinnerte ihme seines Verspröchens. Landshaubtman antwortete ihm, das er ihm sein votum versprochener massen geben wolle. Da Barbo gesehen, was Landshaubtman in Schild führt und das er ihm zwar das versprochene votum geben will, dabey aber sich um anderer vota vor den Carl Aursperg bewerbet, schickte er sein geistlichen Bruder nach Gorz, den [– –]574 nach Kärnten, bewerbe sich auch um Verschiedene zu Triest. Und mittels deren Frembden hat er die Verordnetestell emportirt, hingegen hat ihm diese victoire bey 2/m fl. gekostet, die er dem Landshaubtman zuschreibet. Gester erzehlte General Br. de Fin, wie das der Obristwachte Forgatsch, da er den 8ten hujus [875] zu Triest seine Mannschafft in Feüer exercirete und zu Pferd war, hat ein Gemeiner scharffgeladen und auf ihn dergestalten geschossen, das das Pferd unter seiner gleich todt darniedergefallen, er aber unter die rechte Knüescheiben in Schinpain blessiret worden. Da ihm nun der Fuß abgenohmen werden mußte, ist er den 10ten darauf gestorben et bene præparatus et dispositus. Er war noch ein junger Herr von 2 biß 23 Jahr alt und nepos ex fratre des Generalen des Regiments Forgatsch. Der Gemeiner, der auf ihn geschossen hat, es gleich bekennt und soviel man sagt, soll er diesen strafflichen actum begangen haben, weil er des Lebens überdrüssig ist etc. Barbo erzehlte mir auch gester, wie anno 1746 allhier zwischen dem Landshaubtman Grafen von Aursperg, dan dem Br. Valvasor die Mißverständnus entstanden, da Br. Valvasor gesucht hat Generaleinnember zu werden, der Landshaubtman aber den Eusebium Br. von Gallenfels nunmehr seeligen, portiret hat. Br. Valvasor, der sich was hat kosten575 und viel frembde Votanten hat komen lassen, hatte majora vor sich. Der Landshaubtman ließ beym Landtag nichtes anderes alß landsfürstliche Sachen proponiren und hat die Generaleinnemberwahl aufgeschoben biß das die valvasorische frembde Votanten unverrichter Sachen wieder abgereist seyn. Über 14 Tag darauf ließ576 Landshaubtman unversehend den Landtag ansagen, da [876] er majorum in favorem des Gallenfels versichert war et sic Gallenfels fuit electus et Valvasor deceptus. Dieser beschwerte sich bey Hof und wolte die Wahl annuliren. Gieng selbsten nach Wienn, vielle Schrifften wurden pro et contra gewechslet. Endlich wurde der Valvasor mit einem Hofbescheid bezahlt et hac fidelia resolvirte der Hof den Grafen von Haugwiz alß gevollmächtigten commissarium herein zu schicken unter dem Prætent, diese Uneinigkeiten zwischen denen Ständen zu untersuchen, Fried und Ainigkeit zu stifften und in ein so anderen bessere Ordnung einzufuhren. Et sic, da Graf Haugwiz anno 1747 zu dem Ende in diese Lander gekomen, kan man dieses Jahr pro epoca aller neuen nun stetts mehr rafinirenden systematum nehmen. Was aber alle diese Neuigkeiten vor effectus haben werden, wird die Zeit lehren. Heüt abends war bey mir der Gürtler, deme ein Dessein von dem Unz-Wasser und selber Gegend abzucopiren gegeben und davor ein Ducaten versprochen habe. 15. Vormittag war bey mir der Fada, dan war ich gegen Mittag bey Leop/old/ Lamb/er/g, der Morgen nach Wienn abreiset mit seiner Gräfin. Dan war ich bey Obristleüthnant Br. Mittrowsky. Zu Mittag speiste bey unß Br. Argento. Abends war bey mir Buseth, m. L. aber bey Wildenstein. [877] 16. Vormittag war bey mir ein gewisser Br. Andrian von Gräz und der schon 40 Jahr zu Görz stabilirt ist. Derzeit Witwer, ein alter gebröchiger Mann, der 3 Knaben und 3 Töchter und nicht soviel Mittel hat, das er ein Tag von Aignen leben känte. Er war 3 ½ Jahr Registrator bey der Convocation zu Görz,577 nun aber reformirt und erhaltet sich von Betteln. Dan war bey mir Schlud/er/bach nomine des prasedidis, ein Referat über das bartolizische Hauß und darauß zu 574 Prostor za ime. 575 Sledi prečrtano lassen 576 l popravljen 577 Pred tem prečrtano Grad | 327 1750 December machen vorhabende Caserne zu machen. Ich gieng selbst mit mein Mäxl das Hauß zu besichtigen, entwarff mein votum und schickte solches zu weiterer Beförderung dem Barbo. Zu Mittag speisten bey unß die jung Widerckherischen. Nachmittag war bey mir David Luzato von Triest, der mir erzehlte, das ihme zu Transportirung des forgatschischen Regiments von Triest in das Mantuanische vor jeden Mann 4 fl. 45 kr. passiret wird. Hingegen muß er sie verpflegen von dem Tag des imbarco biß dem Tag des sbarco zu Sermede, erste Ortschafft in Mantuanischen, und werden die Schiff von Goro biß Sermede 3 ½ Tag auf dem Pò mit Pferden gezogen. Und dieser Zug kan beschehen zu allen Zeiten und bey allen Wetter und berühren sogestalten die Trouppen von Triest biß Mantua kein frembde Jurisdiction. Von Sermede biß Mantua haben sodan die Trouppen noch 2 marches oder 2 Posten. Mit dem lezt, den 8ten hujus beschehenen [878] Transport der ersten Colone, seyn einbarchirt und transportirt worden 748 Mann, 48 Weiber, 44 Kinder und dan die Officiers, und diese alle auf 10 Schiffen. Der anderte Transport aber wird seyn auf 5 Schiffen, die etwas grösser seyn, von 583 Mann; und warten nur auf gutten Wind. NB. Von Weibern und Kindern wird nichtes bezahlt. 17. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste ich mit m. L. beym Wildenstein à 11 couverts: H. von Hauß, die Gräfin von Schrottenbach, Frl. Valvasor, ihr Bruder Br. Carl, General Br. de Fin, Obristleüthnant Br. Mittrowsky, Br. Benj/ami/n Erberg, Graf Barbo Teutscher-Ordens-Ritter, ein Fendrich Grenada. Mittrowsky erzehlte mir, das die 3 Gütter des Graf Perlas, Grobnik, Osal und [–],578 bey 4/m Famillien Unterthanen haben und doch über 6/m fl. nicht rendiren sollen. Spätter war bey mir der Weitenhüller, deme bey seiner Tuchfabrique nicht gar wohl gehet; haubtsachlich von darumen, das er nicht genug Verschleiß hat. Die Carlstadter Graniz braucht alle 4 Jahr 5/m Ellen Tuch und dieser Verschleüß ist der ainzige, der sicher ist. Er wünschete, das auch die 4 Regimenter sich dessen bedieneten. Er rechnet, das solche bey 16/m Mann außmachen und à 5 Ellen per Mann wurde er wieder alle 4 Jahr 80/m Ellen mehrers verschleissen känen. Dan war bey mir der Landmesser Gürtler, der Morgen nach Ratmanstorff verreiset. [879] Abends habe den annoch unpaßlichen Fendrich Ebner haimgesucht und daselbst auch den Fendrich Br. Guttenberg angetroffen. Heüt Nachmittag umb 4.45 war ein sensibles Erdböben und daurete bey ½ Minuten, jedoch, Gott sey Danck, ohne allen Schaden. Bey mir war just damahls der Weitenhüller und dan mein Maxl, die wir alle den motum außnehmend wahrgenohmen haben. Heüt abends habe dem Dr. Modesti, der meinem Maxl die instituta explicirt, abermahls bezahlt von 24. *November 1750*579 lezthin biß 24. May 1751, et sic von ein halben Jahr anticipirte 15 fl. M. L. aber ist bliben beym Wildenstein beym Spiel. 18. Heüt morgens, bald nach *halbe sechs*580 Uhr, war abermahls ein sensibler terræ motus, doch weder so hefftig weder so lang alß gester abends. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß Br. Argento und die Obrist-Eilerin. Und erster ist bald nach Mittag mit dem Postwagen nach Triest verreist. Dan war bey unß der Obristleüthnant Br. Mittrowsky, der Morgen fruhe nach Carlstadt retourniret. 19. Nachmittag war bey mir Schluderbach, der mir erzehlte, wie er leztlich casualiter bey dem Sazfeld eine Verordnung an Herberstein lautent gesehen habe, womit ihme anbefohlen wird, sich zu verantworten wegen in Jagereysachen mit dem militari d‘accordo verübten Eingriffen auf dem teutsch-comendischen Grund. [880] Gester in Rath ist in rectificatorio vorgekomen, das ganz Ober Crain bereits in Befund genohmen worden ausser der Herrschafft Lack, welche 1638 Hueben hat, das übrige Ober Crain aber 9.493 ¼, et sic in allen 11.131 ¼ Hueben. In ganzen Land hat man sonsten gerechnet 24/m Hueben, consequenter wäre fast die Helffte des Landes rectificirt. 578 Prostor za ime posesti 579 Pod tem prečrtano May 580 Pod tem prečrtano: ¼ nach 5 328 | 1750 December 20. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General Br. de Fin à 8 couverts. Da war auch die Gräfin von Schrottenbach, Graf Wildenstein, Haubtman Graf Barbo und Benj/ami/n Br. Erberg. General lase ein Brief von dem Comendanten zu Fiume Ludwig von Thunn, womit er das Ellend zu Fiume beschreibet und wie daselbst seit 28ten pasatto fast alleweil das Erdböben dergestalten continuiret, das fast kein Hauß mehr daselbst unbeschadiget befindlich, auch just da er geschriben, der Thurn in Castell zusamengefallen ist. 21. Vormittag war ich mit mein Maxl bey Bechinie, dan bey mein Schwigervatter. Zu Mittag speiste bey unß Br. Andrian. Nachmittag war bey mir der Stramperg/er/ wegen der spittalerischen Rechnungen und spätter der Nemezhoffen. M. L. war abends bey Wildenstein. Bey mir war auch der junge Kappus, Pulver- und Salniterinspector. 22. Die vergangene nacht ist die Bssa. Tauffrer des Craißhaubtmans Gemählin, gebohrne von Schram, mit einem Knäbl niederkomen. Heüt morgens habe den, den 30ten elapsi [881] zu meinen grössern 2 Söhnen vor einen Friseur in Dienst getrettenen Anton Jasbiz, seines Diensts entlassen und ihn vor diese 3 Wochen mit 2 fl. 30 〈kr.〉 abgefertiget; ist noch ein junger Pursch, der zum Dienen nicht taugt. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag waren bey unß der Gall und sein Bruder der Verhaurate. Spatter Mad. Bourlie. Heüt habe abermahls einige Quadratsteine No. [–],581 15 Zoll ins 4eck, von Ob/er/ Crain erhalten. Und ist der Muchoviz alß Steinmez selbsten mitkomen, mit dem ich Morgen die Berechtum tröffen werde. 23. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß die Obrist-Eilerin. Nachmittag war bey mir der Obrist Br. Krottendorff und sein Frau bey m. L. Dan war bey mir Zois, der vor ein par Tagen von Triest gekomen ist. Dieser erzehlte mir verschiedene Neügkeiten von Triest, unter anderen, das die Dogana in dem Bau sehr avanciret, hingegen übel placiret und auch das Gebau nicht wohl ordiniret mit kleinen Magazindeln versehen seye. Das der Scheitteberg/er/ sein muthmaßlich vor den Grafen von Bathiani aufführendes grosses Gebau an dem Canal abgebrochen und übel gewendet habe. Das Hamilton sich des comercialis wenig annehmen und nur den Br. Ant/onio/ Marenzi schalten und walten lasse. Das dieser viel Malignität in Herzen habe und von aignen Vatterland ein Feind seye. [882] Von des Arnold compagnia und ihren Negocien haltet er nicht viel. Die Zuckerraffinerie, die sie anlegen wollen, hat noch keinen Anfang, scheinet auch nicht wohl überlegt zu seyn, indeme ihnen zu Triest an Ochsenblut und Holz gebrächen därffte. Er haltet die Fabrique, wan sie auch renssirete, denen Länderen zu keinen sonderlichen Nuzen. Das Schiff, das Arnold hat, bauen lassen wird bey 20/m fl. kosten und so ers verkauffen wolt, wurde er 5/m fl. hart davor bekomen. Derzeit ist in der Ladung nach Cadix und Lisbone und ladet darauf unter anderen bey 2/c Küsten Stahl und Zois glaubt, das er solche schlecht und langsam verkauffen wird, massen der Werth in Cadix von 11 pezze auf 8 pezze heruntergefallen ist. Heüt habe ein Vasß mit verschiedenen Sachen von Triest erhalten, 7 ¾ Centen schwehr, mit Maron, Haßlnüssen, Café, allerhand gedörte Früchte, malvasia, hollandische Butter etc. 24. Heüt waren Verschiedene bey mir mit dem Feyertagwunsch; unter anderen Jesuiter, Capuciner, Franciscaner, Augustiner, Graf Wurmbrand, Schweiger, Petteneg, Hochenwart Jacobus, Rectificationspersonale ex nostra can-cellaria, Br. Salvay, Br. Andrian, verschiedene Officiers, Br. Hayden, Br. Aichelburg, Ebner. Gester hat m. L. mit dem Steinmäz Muchoviz die Berechnung getroffen und ihme völlig bezahlt die zum Flaster auf der neuen Stiegen und denen Gängen gelifferte [883] grüner Steiner. Von denen 15 Zoll insgevührt582 hat er in allen geliffert Stuck No. 774 ½ à 12 kr., hier gelegter betragen 154 fl. 54 〈kr.〉, dan von denen 12 zolligen insgeviert à 8 ½ kr. 7 〈fl.〉 5 〈kr.〉 – 161 〈fl.〉 59 〈kr.〉 NB. Unter denen ersten waren 50 Stuck 3-eckete und ob sie schon theüerer und zu 7 kr. das Stuck accordiret worden, hat sich danach der Steinmüz begnügt 2 Stuck vor ein □ zugeben und über das hat er sich noch 8 fl. abziehen lassen, so das er nur mit 153 fl. 59 〈kr.〉 bezahlt und begnüget worden. 581 Prostor za število. 582 v popravljen iz f | 329 1750 December 25. Vormittag hat mir und m. L. der Br. Ferdinand bey denen Capucinern die 3 Hl. Messen gelesen. Dan gieng ich mit mein Maxl zu Herberstein und Wurmbrand, dan zu alt-Br.-Gallischen und leztlich zu mein Schwigervatter den Feüertagwunsch abzulegen. Bey unß war Vormittag der Waarenbeschauer mit seiner Frauen. Nachmittag war bey mir Br. Bernardin Erberg, Jesuiter. Abends war ich mit mein Maxl bey dem Zois, dan spätter bey Busetischen. 26. Nachmittag war bey mir der Bischoff Petazzi, der alte Br. Gall und der Leüthnant Thiery und bey m. L. die alte Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl. 27. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Br. Aichburg und der Fenrich Ebner. Nachmittag war bey mir Hölbling, dan der Ziegler und abends der alte Widerkher. 28. Vormittag war bey mir Gio/vanni/ Batt/ist/a Schiller [884] von Planina, der mir erzehlte ein so anderes von der Außtrettung des Unz-Flusß. Er desaprobirt die neu zu Errichten vorgeschlagene Landstrassen über das Dorff Unz ex sequentibus rationibus: erstlich, ist von diesseits Lase biß gegen Adlsperg kein Wasser zu finden, ausser denen Lacken, das man also das Vieh nicht trencken kante, magnum impedimentum. 2do, sey diese Strassen umb 1 ½ Stund weiter. Consequenter müste ein Post unterlegt werden, welches ein neues onus vor die Raisende wäre. Er erzehlte mir, das er unweit Adlsperg, wo diese Strassen an der Seiten nach Unz haltet, von dort auß biß nach Loitsch in der Postcaless ganz allein mit 3 Pferdten 4 ½ Stund, in Schlitten aber 4 Stund gefahren seye. So macht er auch sein Reflexion auf die unweit Unz sich befindliche Anhöche, wo ohne Fürspann nicht zu passiren wäre. Es seyn auch hin und wieder sic-sac, wo sich die Lastwägen nicht ohne Beschwehrlichkeit zu wenden hätten. 3tio, rathet er die Strassen von Loitsch rechter Hand zu wenden über Kalische, Gertscherjoviz, durch die Mitte des Walds Podgorou gleich oben, wo sich der Unz verschlunget, über Liple, wohin der Unz sich zu extendiren pflegt, nach Ober Alben. Diese Strassen, glaubt er, das sie nichtes weiter und die beste auch die [885] sicherste und practicableste wäre. Er glaubt, das man das Oberstrassendirectorium darzu nicht brauchen, sondern nur denen Unterthanen und Comunitäten solche zu machen überlassen und ihnen nur die Maisterschafft und Aufseher verschaffen solle. Er sagt, das Freüdenthall mit denen Fundalen, Loitsch mit denen Fundalen, Herrschafften Hasperg und Adlsperg daselbst bey 5/c Hueben besizen. Wan auf jede Hueben 10 Klaffter repartiret wurden, möchte die Strassen in kürzen und manches District in 8 oder 14 Tagen fertig seyn. Jedoch müsten solche Nachbarschafften gegen deme, das sie die Strassen nicht allein errichten, sondern auch die Conservation auf sich nehmen, von anderen Strassenrobaten dispensiret werden. In selber Gegend seyn alle obige Communitäten nahe gutte Waid, Sand genug, brauchte kein Brucken weder geschnitene Steiner. Dan sagte er mir, das derzeit zu Planina die Herrschafft 3 Schiffbrucken oder Pletten und die Urbas 2 anderer unterhalten. Er sagt, das so ein Pletten nicht mehr dan bey 71 fl. 51 ½ kr. zustehen komt und gabe mir den Unkosten folgender massen in die Feder: ein Pletten bestehet auß 2 Schiffen und jedes kostet 29 fl. 45 〈kr.〉, wurden also beede betragen 59 fl. 30 〈kr.〉 [886] Rapport 59 fl. 30 〈kr.〉 – 20 Bretter auf ein Pletten à 17 kr. 5 〈fl.〉 40 〈kr.〉 – 6 Trambaumer 1 〈fl.〉 – Nägl eisene 1 〈fl.〉 20 〈kr.〉 – Klampen, eisene 6 1 〈fl.〉 42 〈kr.〉 – 4 Ruder 1 〈fl.〉 8 〈kr.〉 70 〈fl. 〉 20 〈kr. 〉 Dene 4 Schiffleüthen wird des Tags bezahlt zu 2 lr., macht 8 lr. vel 1 fl. 31 〈kr.〉 2 〈den.〉; betragt also die Unterhaltung einer Pletten auf 70 Täg 106 fl. 45 〈kr.〉 Ein Pletten kan des Tags wenigsten 2-mahl hin- und widerfahren und wird einmahl ins andermahl 2 fl. verdienen, consenquenter 4 fl. des Tags; macht auf 70 Tag 280 fl. Et sic profitirt in 7 Tägen 173 fl. 15 〈kr.〉 Es ergibt sich aber auch, das in einem trageto ein Pletten 34 17ner gewint, so da macht 9 fl. 38 〈kr.〉, wie leztlich in Beyseyn des Br. Gussich geschehen. Dan sagte mir auch Schiller, das von der Alben weit besser und näher wäre, anstatt über den beschwerlichen Berg Matschovitsch zugegen rechter Hand durch den Thall recta nach Londol den Weg zu machen und wurden 330 | 1751 Januar alle Berg evitirt. Und die 11 Dorffschafften oder Gemeinden, die auf selber Strassen sich befinden, haben sich vor Jahren erbetten, solche Strassen selbst machen zu wollen, wan man ihnen nur die Meisterschafften und utensilia beyschafft und sie von anderen Strassenrobath dispensiret. [887] Diese Strassen wäre durchauß in der Ebne und wären nur bey 10 oder 11 ganz kleine Brücklein über die Pächlein zu machen. Heüt ist ein Bedienter zu m. L. in die Livré eingetretten, nahmens Minrod Faber von Edlstädten auß Schwaben gebührtig, 21 Jahr alt, seiner Profession ein Schneider. Abends war ich mit mein Maxl bey dem Flachenfeld. Dan suchte den Herberstein und den Sazfeld, fande aber keinen zu Hauß. Habe also an ersten ein Billet geschriben in merito morgiger Expeditionen. 29. Vormittag ist zu meinen alteren 2 Sohnen ein Bedienter in die Livré eingetretten nahmens Caspar Fux, von hier gebührtig, 24 Jahr alt, verhaürath, hat noch seine Eltern am Leben. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und habe das erstemahl heüt das Klagkleid nach der den [–]583 dieses verstorbenen verwittibten römischen Kaiserin Elisabethæ Christinæ angelegt. 30. Vormittag war bey mir der Jud Senegaglia von Triest, welcher vor die Marpurghi bey dem Grafen von Herberstein ein debitum einzubringen gekomen ist. Herberstein ist ihnen über 5/m fl. schuldig und hat ihnen versprochen quartaliter 250 fl. zu zahlen; das erste Quartall mit Ende Oktober lezthin exspirirt. Sie haben ihm etlichmahl zugeschriben und weder Geld noch Antwort erhalten. Diese ist schon die 2te Raiß, die sie deßwegen [888] machen und haben bey 50 fl. Reißunkosten und stehet dahin, ob sie noch was bekomen. Dan erzehlte er mir, das der conte Nicolo Strassoldo, der des Giulio Br. Terzi Schwester zur Ehe hat und keine Kinder hat, bey 8/m fl. jährlich Einkünfften hat und dannach stetts voller Schulden ist. Herberstein soll viel Geld verworfen haben mit seinen Raisen von Triest nach St. Giorgio, wo er sich ein palazzo zugerichtet hatte und fast 1/m fl. auf einmahl darein verwendet hatte. Gester um ein Uhr nach Mitternacht ist der Pfarrer zu Märäitsch Br. von Werneg gestorben. Heüt mittags brachte mir ein Landschafftspot ein Patent, welches das hiesige k.k. Landrecht rouliren lasset; enthaltend des Seyfried Baltasar Grafen von Gallenberg eingelegte Bitschrifft, womit er, umb von denen viellen creditoribus auf einmahl loß zu seyn, bonis cediret, dahero der Tag vor das Gericht zu erscheinen auf dem 7ten Jenner bestimet worden. Was nun der concursus creditorum und deren Classification vor lange und weitaußsehende Process nach sich führen und wie diese Famille darniedergeschlagen wird, lehret die Zeit. Der Jud Senegaglia ist heüt unconsolirt und ohne Geld abgereist. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. [889] 31. Vormittag waren bey mir Verschiedene mit dem Neujahrswunsch. Dan suchte ich mit meinem Maxl den Herberstein, Wurmbrand und Landshaubtman und war bey Sigmund Grafen von Gallenberg, dan bey mein Schwigervatter und bey Nemezhoffischen. Nachmittag waren bey unß verschiedene Militarofficiers, dan der Carl Hochenwarth, Steinberg, Petteneg.584 1751585 1751 Januar [1] 1. Jener. Vormittag war bey mir der Michelitsch, Verwalter zu Thurn und Turnau, mit dem Neujahrswunsch, in simili der abbé der Werth. Dan war ich mit dem Maxl bey alten Br.-Gallischen und dan dey der Abfaltrerin Witib, gebohrne Dinzl und dan bey Carl-Hochenwartischen. Nachmittag war ich mit m. L. und mein Maxl bey General Br. de Fin, der heut morgens von Tuffstein zuruckgekomen. Dan war bey mir der Br. Max Tauffrer. Spätter war ich wieder bey General Br. de Fin, ob wir nicht die 2 wenzl-walische Compagnien von Fiume wegen daselbsten continuirenden hefftigen Erdbeben anderwerts zu dislociren antragen und deßwegen Morgen ein Bericht nach Hof geben sollen, wozu er ganz content war. 583 Prostor za datum. Stara cesarica je umrla 21. 12. 1750 na Dunaju. 584 Foliju s pagino 889 sledijo še štirje prazni in neoštevilčeni foliji. V zvezku je neuvezan prepis Raigersfeldovega pisma neznanemu naslovniku, ki ga je napisal v Ljubljani 31. 11. 1730 (pp. 890–893). Glede na titulacijo v inskripciji (Patron) in vsebino (trgovske tarife na relaciji Ljubljana–Trst itd.), gre za trgovca ali/in ladjarja iz Trsta. 585 AS, Gr. Dol, knj. 166. | 331 1751 Januar M. L. war Nachmittag in Visiten. 2. Vormittag war bey unß Sigm/und/ Graf von Gallenberg, der Morgen wieder nach Thurn retourniret. Zu Mittag speiste bey unß Obrist-Eilerin. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Spätter gieng ich mit Graf Barbo zu Grafen von Wildenstein, der heüt Vormittag von Tuffstein retournirt ist in compagnia der Gräfin von Schrottenbach; daselbst war auch m. L. 3. Nachmittag war ich bey Mad. Bourlie, dan bey m. Schwigervattern. M. L. war bey der Bechinie und abends bey Wildenstein. [2] 4. Vormittag war bey mir der Leüthnant Thiery mit dem Ecker, die mir in Nahmen des Herberstein die neue Carten von Unz brachten und das ich trachten solte, bald darüber meine Gedanken zu entwerffen und Bericht zu geben, umb solchen sodan nach Hof zu begleiten, solang noch der Lamb/er/g daraussen ist. Nachmittag war bey mir der Proviandofficier Arecker, der jezt von Wienn über Hungarn komt und *ein* neues Trayd-negocio über Fiume incaminiren will, so auch mit Trayd, Brandwein, gesalze Fleisch und Wein und will eine Experienz machen auf dem Sau-Strom, dan von Carlstadt per terra hieher und *von Carlstadt* per terra über Verbousko nach Buccari, welche lezte ihme scheinet die avantagieseste zu seyn. Vormittag war auch bey mir der Kriegscommissarius von Michlburg, der Morgen nach Görz verreist, das wenzl-walisische Regiment zu mustern. Arrecker erzehlte mir die Menge von Pallavicini und wie das er bey Hof viel von sein Credit verlohren und das ihn der Christiani præcipitiret habe, das ihme Pallavicini alle Feind seyn, das er bey 130/m586 fl. von Hof an Besoldungen haben soll, als Gouverneur von Mayland 70/m fl., Castellan daselbst 28 oder 38/m fl., Taffelgeld 12/m fl., dan ministro plenipotentiario und capo di giunta, dan alß Generalfeldzeügmeister und Obrister von Regiment. Abends spielte bey m. L. die Mad. Bechinie und der Schweiger. [3] 5. Heüt hatte stetts mit der Relation ad aulam zu thun in merito des Transports der Trouppen in das Mantuanische, ob Triest und Fiume dazu zu choisiren, wie zu Fiume eine Caserna vor die 2 Compagnien Standmiliz zu erbauen wäre, in merito des daselbst strittigen Grundserböbenschadlichkeit-Dislocirung der 2 Compagnien. 6. Zu Mittag speisten bey unß die Obrist-Eilerin, dan 2 Officiers von molkischen Regiment, Br. Haiden und der Ebner. Nachmittag war bey mir Abraham de Werth. Abends war m. L. bey Wildenstein. 7. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath absente præside, welcher wegen der gester eingelauf-fender k.k. Resolution, die vor ihm nicht sonderlich favorable lautet, unpäßlich geworden ist. Zu Mittag speiste bey unß der junge Wichtenstein. Nachmittag war bey mir Marotti vocatus, dan der Einnehmer zu Præwalt Kopmayr, item Ziegler. Gester abends war bey mir die Widerkherin, sich zu beurlauben und ist heüt nach Klein Lack verreist. 8. Gester spatt gegen 9 Uhr schickte mir Sazfeld ein pro memoria des Generalcomando, ohne mir etwas dabey zu melden. Ich schickte solches heüt morgens zu denen übrigen Rathen mit meinem voto. Heüt Nachmittag schickte zu mir Barbo mit [4] der Anfrag, was er darmit thun solle, das ihm Herberstein geschickt habe. Ich gieng abends zu Barbo und racionirten sowohl über dieses alß über die lezt in merito Herberstein eingelangte Resolution. Und in fine finali findet er den Herberstein weder zum Dienen weder und am wenigsten vor ein Haubt anständig. Erstlich, weil er gar zu passionirt operiret, mit rechtschaffnen Leüthen nicht umgehet und fundate weder die publica weder die cameralia verstehet. Et qu‘il a le coeur trop mal placé, umb von ihn was guttes hoffen zu känen. Heüt war bey mir der Priester Josephus Barlich, Caplan zu Guttenfeld, der sich um die Pfarr zu Maraitsch recomendiret hat. 9. Zu Mittag speiste bey unß Mad. Eilerin. Nachmittag waren bey mir 2 Schneidermaister, dan der Gio/vanni/ Arecker, deme ich mein anno 1736 geschlossenen Contract per la provista de sali di Milano anvertrauet habe. Er erzehlte mir, allhier mit dem Stefano Syli den Contract stipulirt zu haben per die Lifferung des Getrayds auß Hungarn und ist d‘accordo, das Sili 586 Popravljeno iz 120 332 | 1751 Januar solche Lifferung übernihmt gegen folgenden Werth: alß von jeden Schiff, so 100 Centen tragen soll, hingegen nichtes mehr dan 10 Vasser oder 80 biß 90 Centen tragen wird, von Sisseck 39 fl., von Nard 34 fl., von Agram 28 fl., von Susset 26 fl., von Rann 23 fl., von Gurgfeld 21587 ½ fl., von Liechtenwalt 19 ½ fl. und von Ratschach 16 ½ fl. biß auf Oberlaybach franco [5] di nollo gestelter; die Mauth aber hat der Arecker zu tragen. 10. Vormittag war ich bey dem alten Widerkher. Nachmittag war bey mir Pn Matthia Knesovich von Fiume, der mir erzehlte, wie betrübt es bey dem wehrenden Erdböben daselbst außsicht und das Fiume allenthalben auch in dem comerciali sehr verfallen ist. Derzeit befinden sich in Fiume in allen nur folgende Schiff tragend: carra Des Pn Matthia Scherbich marziliana 80 Pn Giuseppe Bradecich trabacolo 80 Pn Gio/vanni/ Mussich marziliana 70 /Pn/ Zanchi marziliana 50 Giuseppe Minolli trabacolo 40 Gius/epp/e Bradecich bauth ein trabacolo 38588 Pn Matthia Knesovich trabacolo 30 *Pn Andrea Bradecich trabacolo 30* Pn Vincenzo Marabotich trabacolo 20 Iseppo Tomsich trabacolo 15 [Iseppo] Fomulo trabacolo 10 Dan zu Buccari: Fran/ces/co Marochin petachio 110 Detto fregadon 80 Vicenzo Marochin fregadon 70 Detto fabrica un nuovo petachio 86 Jassich fregadon 80 Gio/vanni/ Bizaro petachio ½ del denaro 90 Mathia Bizaro petachio 130 Zu Zeng seyn bey 10 petachi, bey 30 fregadons und dan zwischen polache, grippi, trabacoli und marziliane bey 40, in allen bey 80 biß 90 grosse Schiff. [6] 11. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir der Pilarini, Verwalter zu Lueg, dan 2-mahl der Adjutant von General Br. de Fin. Dieser wegen Translocirung der 2 Compagnien von wenzl-walischen Regiment zu Fiume, erster, das er Stadtsarrest liberiret wurde. Dan war bey mir der Zois, der mir das privilegium der Arnold et compagnia brachte. Dan der Knesovich in seiner Angelegenheit. Unter anderen erzehlte er mir, das zu Fiume noch 2 Schiff gibt, alß eine pandora des Theodoro Bono, di portata 80 carra, und des Tomicich di Voluska, eine marziliana, die er erst auß einen trabacolo macht, di portata 90 carra. Ein carro Salz seyn 100 tomoli di regno, jeder tomolo 40 rotolli, jeder rotolo 22 onzie grosse di Vene/zi/a. Ein carro macht zu Fiume 60 cabla. Er erzehlte mir auch, das ein gewisser conte Perulli, Veneto, der zu St. Mauro ansessig ist, daselbst Leüth von Trapani habe komen lassen, die zu gedachtem St. Mauro nun das Salz so granirt, schen und gut, alß zu Trapani machen. Zu Mussolini hingegen, unweit des Golfo die Lepanto, türkisches Gebieth, ist das Salz ganz wohlfeil zu haben und zwar 24 bis 30 stara die Ven/ezi/a per un zichino. Das Salz ist schön weiß und gut, hingegen nicht viel granirt und ein wenig gröblichter alß das von Pago. Spätter war ich bey Barbo wegen des Pillarini und *wegen* von Barbo und mir ad aulam zu geben habenden Berichts in merito der lezt [7] eingelangten Resolution. 587 Popravljeno iz 22 588 Ta zapis je prečr ta n. | 333 1751 Januar Abends war ich bey Wildenstein, der heüt von Land angekomen. Dan war ich bey General Br. de Fin. 12. Vormittag war bey mir der Pillarini, deme seines vermeinten Stadtarrest erlediget und die Freyheit in Nahmen der Stell gegeben habe, wieder nach Lueg revertiren zu därffen. Nachmittag war bey meiner Liebsten Graf von Wurmbrand. 13. Vormittag war bey mir der Stadtwachtmeister mit verschiedenen Schlossermeistern und Gesellen wegen eines auf Verlangen von einem meinen Bedienten ohne mein Wissen gemachten Haubtschlüssl. Und da der Gesell, der solchen gemacht, in Thurn-Arrest von dem Stadtreichter auf mein Verlangen hätte gesezet werden sollen, habe ich ihn davon dispensirt, wird aber von der Zunfft gestrafft werden. Dan war bey mir der Frere, das er das Geld vor mein Possession di St. Martiri in Bereitschafft habe. Ich hingegen ihme gemeldet, das ich solches nicht brauchen, wohl aber Seine Majestät bitten werde, mir davor eine Banco-Obligation außfertigen zu lassen. Und ob mir schon Mr Frere offerirt hat, derley Obligation gegen 6 per % Vortheil procuriren zu wollen, so habe ich auch dieses nicht acceptirt, ihme deßwegen gesagt, das er sich des Gelds damit es nicht tod ligt, prævaliren möchte. Zu Mittag speiste bey unß Fenrich Ebner. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan [8] gieng ich mit Graf Barbo zu Br.-Valvasorischen, dan mit der Frl. Sefferle Valvasor zu Grafen von Wildenstein; blib dort biß spatt. Bey m. L. war die Gräfin Du Val, dan die Areckerin. 14. Vormittag war ich bey denen Exequien nach Ihro Majestät, der verstorbenen Kaiserin Elisabeth, in der Klag und in Mantl, wie dan sogestalten nicht allein die Repræsentations- und Camer, sonder auch die Justiz und andere Rathen, auch andere Cavaliers, nicht weniger Advocaten, erschunen seyn. Die Function hielte der Probst Graf Petazzi. Der Anfang war um 9 ½ Uhr und erstlich wurde das De profundis gebettet. Dan war das Ambt und ex post wieder ein Gebet und an allen Seiten Altarn stetts die Hl. Messen. Und alles endete sich umb 11 Uhr. Von Dames habe keine gesehen, dan die Gräfin Thurn Wittib, gebohrne Mordaxt, die Gräfin Aursperg, gebohrne Acunha, die Gräfin Paradeiserin, gebohrne Petazin, dan m. L. und die Obristin Krottendorff. Das Militare war auch darbey. In der Kirchen war ein Castrum doloris aufgerichtet, zwar wider die in Sachen eingangene Resolution, doch aber wird man solches aufgerichtet haben, weil man es ohne deme gehabt. Nachmittag war bey mir der Bischoff Petaz. Dan war ich in der Conferenz, spätter bey Wildenstein. Dan suchte den Ignati [9] Br. Abfaltrer, dan den Br. Flachenfeld, bin aber niergends angekomen. M. L. war abends auch bey Wildenstein. 15. Vormittag war ich bey denen Exequien in der Domkirchen wie gester. Nachmittag war bey mir Graf Strassoldo wegen Quartierzinns, davor er gerne mehr haben möchte alß ihme schon bezahlt worden. Dan der Domreicher von Triest, der den Herberstein haimzusuchen und bey ihme sein Schuld einzuforderen gekomen ist. Dan hielte ich Consessum Commerciale biß spatt. Spätter gieng ich mit mein secretario zum Domreicher, wo ich ein so anderes, das er mir von Triest gebracht, abgehollet habe; unter anderen 3 Stangen reppé von St. Dominique, gewogen 11 ¾ lb., dan 4 bleyene Pixl mit Späntabac, das schon etliche Jahr zu Triest conservirter hatte und ein Reis Papier von Stendardo. Perr hat mir heüt ad notam gegeben die Getraydböden in Crain, id est das Laybacher, Manspurger, Seyer, Gurgfelder und bey Neüstädl das St. Bartelme-Feld, dan den Lustaller, Maraitscher und Carstner Boden, wieviel auf jeden ein Jahr ins andere erbaut zu werden pflegt et sic wieviel in ganzen Land ist suo loco zu sehen. 16. Vormittag war ich bey denen Exequien wie gester und vorgester und ist nach dem Todtenambt auch das Lobambt gehalten und mit diesem diese Exequien beschlossen worden. [10] Zu Mittag speiste bey unß Domreicher von Triest, welcher mir unter anderen erzehlte, das die zwey Zuckerrafineur, die von Hamburg dahin gekomen, in Jahr und Tag sich nicht getrauen mehr dan bey 16/m Hut Zucker zu rafiniren. Wan diese à 3 lb. gerechnet wurden, waren 480 Centen, welches eine Bagatelle außmachete. An Ochsenblut glauben sie in loco genug zu haben, weil zu Triest täglich 5 biß 6 Ochsen geschlachtet werden, so da 5 Tag auf die Wochen gerechnet, das Jahr hindurch auf 1.300 biß 1.560 Stuck komete. Dan erzehlte er mir, das Herberstein ihme mit harter Mühe a Conto seiner Schuld versprochen habe 5/c fl. in 6 Wochen und dan 3/c fl. in 3 Monaten zu bezahlen und das er zu Solicitirung solcher Schuld schon 3-mahl hieher hat reisen und bey 100 fl. depensiren müsse. 334 | 1751 Januar Dan war bey mir Mr Arnold von Triest, der mir ein so anderes von seinen Unternehmungen erzehlte. Die Prob von der Zuckerrafinerie hat er noch nicht gemacht und hat noch keine Mödl haben känen. Er hoffet solche von Rimini zu haben, wo man sie vor Venedig macht, doch hate er auch 8/c Stuck nach Amst/erda/m ordinirt. Er glaubt, das seine 2 Rafineurs des Jahrs 6/m Centen machen känen. Er wil ⅓589 von Porgugesisch oder Brasilianer, dan ⅔ von Martiniquer mascabado dazu brauchen. Er erzehlte mir, wie er in Ost-Indien zu Banquibazar, wo der Ostendischen Compagnia comptoir war, gewesen und das auf dem Ganges die erste Factorey sey der Engelländer, [11] die andere war obgedacht Ostendische, die dritte der Franzosen, die 4. der Holländer, eine von der andere bey 6 Mail weit. Er sagte, das daselbst sehr wohlfeil zu leben sey, um ein rubí, so bey ein Gulden macht, kan man haben bey 30 Händlein. Ein Ochs kostet bey 4 rubí, das Brod ist wohlfeil, weil die Inwohner solches nicht essen und anstat Waizens sich des Raiß gebrauchen. In Niederland zu Ostende, sagte er, das alle Jahr 12 biß 14 Schiff mit Leinwathen beladen nach Spanien debitiret werden. Jedes Schiff wird bey 6/c Pallen laden und jede Pallen wird bey 4/c fl. kaiserliches Geld werth seyn. Et sic entrirete allein über Ostende in die Niederlande auß Spanien 2 biß 3 Milionen Gulden. Er erzehlte, mit denen constanzischen Erben sich verstanden und ihre prætensiones auf Sawa abgelöset zu haben. Ich sagte ihm, das er den heütigen Tag wohl notiren solte, in welchem ich ihm vorsage, das er sich in ein sehr grosses embaras mit diesem Contract enbarquiret habe. Zu Banquibazar war der Gouverneur Br. Sconamville; soll sich nicht gar wohl aufgeführet haben und ist sodan von denen Schwarzen erschlagen worden. 17. Vormittag war bey mir Mr Arnold, der mir die Contract, die er zu Anfang dieses Monaths mit die constanzischen Erben und dem Grafen Bucceleni geschlossen vor das Bergwerg Sava. Dan fährte ich ihn auf bey [12] dem Nemezhoffen alß Oberbergrichter, deme er auch gedachter Contract ad inspiciendum gegeben hat. Zu Mittag speiste ich bey Nemezhoffen. Da war der Bischoff Petazzi und sein Bruder der Probst, dan der General Br. de Fin, der Oberste Krottendorff, der von Bechinie und Mühlburg, ein Haubtman, H. und Frau von Hauß, in allen 19 Personen. Bey m. L. war die Obristin Krottendorff. Abends war mein L. bey Wildenstein. Bechinie erzehlte, das Graf Korschensky, der nun gegen 60 Jahr haben därffte, die Hofdame Gräfin von Hamilton, eine Schwester zu dem Intendende Comerciale zu Triest, heürathen solte. Er hatte zu seiner ersten Gemählin eine Grafin von Thürhaim, zur andersten eine Gräfin Finfkürchen, zudem vor ein oder 2 Jahren zu Wienn verstorbenen Schwester. Dan zur 3ten eine Grafin Preünerin und nun wird diese die 4te seyn. Sein, des Graf Korschensky Schwester, hat zur Ehe Graf Milesimo, marchese di Savona, der aber mit ihr nicht wohl lebt. Dessen Sohn, der nun Camerherr und bey der Justizstell zu Prag Assessor ist, hat zur Ehe des Grafen Korschensky mit der Grafin Fünfkirchen erzeügte Tochter. 18. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß H. von Nemezhoffen und Mr Arnold. Nachmittag war bey mir Domreicher. Spätter führte ich auf den Arnold bey General Br. de Fin. Dan war ich bey [13] Br. Schmidthoffen, spätter bey Schweiger, mit dem Flachenfeld zu sprächen. Mr Arnold erzehlte mir, wie sehr das Commercium in Holland abzunehmen beginet. Es waren andermahl in dem Pambus 5, 7, 8/c auch 1/m Schiff vor Ancker und voriges Jahrs, da er in Amst/erda/m war, fande er deren 30 an der Zahl. Das Waagambt in Amst/erda/m war auch allemahl rendirt ein Milion 3 biß 400/m fl. und voriges Jahrs hat nicht mehr dan 500/m fl. eingetragen. Er sagte mir auch die Qualitäten des Thée, davon die geringste Qualität ist in dem braunen, der sogenandte The Boy, 2da sorte Longo, 3tia Beco, 4ta Chausson, 5ta Lincisson, welche lezte Qualität in weißlichten Blumen bestehet. Von grünen ist die geringste Qualität der sogenandte The Verd, 2da sorte Senglot, 3tia Imperial, 4ta Haison, 5ta Haison Gobbé. Domreicher erzehlte mir, sich umb die bey Herberstein habende Schuld der 8/c fl. mit dem Weitenhiller verstanden zu haben und hat ihme ½ fl. per mese bonificirt, das er ihm obige sumam gleich zahlt hat. Dan sagte er mir auch, wie ihme Herberstein bombardirt hat, das er ihm eine sumam Geld zu Rom oder zu Malta 589 Pred tem prečrtano ein | 335 1751 Januar zu seiner Disposition halten möchte, umb die Tax der zu überkomen hoffender Comenda bezahlen zu känen. Dessen er sich aber gar gut zu entschlagen [14] gewust hat. Auß diesem und da Herberstein zugleich wider dem Zoiß geschmehlt hat, ist zu entnehmen, das Zois sich auß diesem impegno, in welchen er war, gezogen hat, welches sich umb so mehr verificiret, weil Herberstein heüt in Rath nur discoursweiß gemeldet, das Zoiß alles Eisen an sich gebracht hat und das sich der Domreicher zu ihme Herb/er/stein beklaget habe, kein Eisen haben zu kännen, quod tamen falsum est, weil Domreich/er/, wie er mir selbsten sagte, kein Eisen braucht. Et sic ist künfftig zu erwarten, was etwan Herberstein dem Zois, der er biß dato protegirte, vor Chicanen spiellen wird. 19. Vormittag war bey mir der Expeditor. Zu Mittag speiste bey m. L. der Domreich/er/. Ich speiste bey General Br. de Fin a 6 couverts. Da war der Nemezhoffen *und* der Arnold. Dan kam mit mir lezter und discurirten einige Zeit. Er erzehlte mir, in seiner Jugend die Handlung zu Venedig gelehrnet zu haben, ist daselbst 6 Jahr gebliben. Dan war er zu Wienn bey dem Trevano e Consogno 3 Jahr. Dort hat ihn Pietro Prolli kennengelehrnet und ist sodan anno 1728 mit dem Schiff St. Theresia von Triest nacher Cadix und von dort weiter nach Bengalla alß sopracarico geschickt werden. Daselbsten war er 10 Monath bey denen Engeländeren arrestirt und retournirte wieder nacher Europam und kam anno 1731 nach Antwerpen [15] in die prolische Handlung, wo er 9 Jahr, dan aber auf aigne Hand bey 8 Jahr gestanden, biß er leztlich nach Wienn zu Cotech gekomen und entlich zu Triest sich zu stabiliren resolviret hat. Morgen fruhe gehet er mit dem Grafen Buccelleni nach Sawa das Bergwergk zu sehen, wird auch am Freytag abends wieder retourniren. 20. Vormittag fruhe war bey mir der Domreich/er/ sich zu beurlauben und reiste gleich nach Triest ab. Dan war bey mir der Vansoy von Wippach. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß spatt. 21. Vormittag war bey mir der Schranckeneinnehmer von der Wurzen, dan der Jentschitsch von Nesstelthall und der aurspergische Forstner nahmens Schletterer. Vormittag war ich mit mein Maxl bey dem Buchdrucker. Nachmittag war bey mir der Buseth und der junge Wolckensperg, vorhin Br. Tauffrer. Spätter gieng ich zu Amigoni. Dan war bey mir der Waarenbeschauer, mir die Nachricht zu geben, das ein Verschlägl von Wienn angekomen mit 2 neuen schwarztüchenen Kleidern; eines vor Br. Benj/ami/n von Erberg und das andere vor mein Sohn Hänßl. 22. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Nachmittag war ich bey Bischoff Petazi. Dan war bey mir Amigoni. Spätter war ich bey Werthenpreiß. Dan suchte Paulini, war bey der [16] Schrottenbach, dan bey meinen Schwagerinen und bey Flachenfeld. 23. Vormittag war bey mir Dr. Paulini, den ich zu meiner Schwägerin Frl. Fränzl geschickt habe gester mit dem Wertenpreiß abgeredeter massen. Dan war bey mir Wildenstein wegen des unter 20. dieses an ihn erlassenen Ratschlags. Nachmittag war ich bey General Br. de Fin wegen Außsag des Obristen Benzoni in Betreff des giudice Cali zu Fiume und des Leüthnant Klingut. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath biß spatt. M. L. war heüt Nachmittag in der Buchdruckerey mit dem Hänßl und abends bey Wildenstein. 24. Vormittag war bey mir Mr Arnold, der gester von Sawa zuruckgekomen und erzehlte mir alles in bester Ordnung und zu seiner Satisfaction daselbsten gefunden zu haben. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey unß die Mulitschin,590 dan der Bischoff von Triest. Abends war ich bey Wildenstein, auch m. L. Vorhero war bey mir der alte Widercker, dan der Doctor Baronio. 25. Vormittag war bey mir der Schiller von Loitsch wegen der neuen Strassen. Abbé Rastner recomendirte sich um die Pfarr Maraitsch. Garzoni, ihn bey Arnold zu recomendiren. Alter Jencko wegen den, so die Crainburger ihn gut zu machen haben. Mühlburgischer Officier wegen der außzuschreiben seyenden Invaliden und deren Abschieden. Dan der Pfarrer zu Guttenfeld [17] wegen der Kirchenrechnungen. 590 Pred tem prečrtano Eilerin 336 | 1751 Februar Dan war ich bey Herberstein, die Jägerzanckerey zwischen ihm und dem Wildenstein beylegen zu trachten; erster al solito mit injuriosen terminis wider Wildenstein schwällend. Enfin, hoffe doch die Sache zu einem gutten End zu bringen. Dan war ich bey Wildenstein. Zu Mittag speiste bey unß Arnold, der Morgen fruhe nach Triest revertiret. M. L. war abends bey Wildenstein. Vorhero war bey ihr die Obristin Krottendorff. 26. Vormittag war bey mir der Einnehmer von Præwalt wegen der neuen Strassen, dan der Dionoro in seinen Angelegenheiten. 27. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin und der Geistliche von Lustall. Nachmittag war bey mir der Gartner, Pfarrer zu [–].591 Abends war ich bey dem Wildenstein. 28. Vormittag592 war ich bey Mad. Schweiger, mein Compliment ihrem Gemahl zu seinem Nahmenstag zu machen. Er ist aber auf dem Land. Dan war eben deßwegen bey Carl Aursperg, dan bey Mad. Bourlie. Nachmittag war bey mir P. Scarpin, Franciscaner, der mir unter anderen erzehlt, das der vicarius apostolicus bessere und geschickteren Leüth haben solte. Leztlich, da ihme die Klosterfrauen zu Lagk zugeschriben, [18] hat er zwar geantwortet, hingegen den Brief in franzosisch addressirt »Alla dame de Liechtenberg, abbesse a Lack«. Erstlich ist keine von diesem Nahmen in Kloster, 2do, hat er vergessen den Brief zu unterschreiben, welches alles nicht geschehen solte. Der dermahlige substituirte Erzbrister Graf Petazzi findet ebenfals seine Außstellungen: erstlich, komt er hin und wider, wie e. g. nach Lack, ohne Noth. Und so er Privatangelegen-heiten deren Partheyen anzuhoren oder zu entscheiden hat, die die Nunnen nichtes angehen, bleibt er ihnen zu grossen Last, vielle Tag daselbst sizen mit seiner grossen Suite und ladet täglich Leüth zum Essen ein. Die Confecturen und Zuckerwerg muß täglich frisch seyn und alles was von der Taffel komt, wird eingeschoben und bleibt kein Merckmahl davon übrig, alß wan es in die Hände der Panduren geriethe. Item, so prætendirt er zu seinem Nahmenstag, Neü Jahr etc. seine Regalien an bethleilacher Tischwäsche, was alles ins Geld lauffet, worüber die Klosterfrauen sich zu ihm P. Scarpin nicht wenig beklaget haben. Seine Revenüen soll es bey 2/c fl. jahrlich zu angiren gewust haben. Indeme jeder Geistlicher pro licentia die Beicht zu hören alle Jahr neuerdings einkomen und vor solche Renovation ein Gulden bezahlen mus. Jeder Pfarrer, um besondere Sinde absolviren zu könen, muß 2 fl. Tax zahlen, da doch solche [19] Licenzen Rom gratis expedirt und des Erzbrister Subscrip-tion oder Approbation zu theüer bezahlt werden muß. 29. Vormittag war 2-mahl bey mir Schlud/er/bach wegen der dem Kappus sequestrirten Pension von der Formacherin. Und Herberstein patrocinirt den Kappus, weil er ihn ein Consult gemacht haben soll wegen einer Erbschafft, die Mad. Janeschitsch überkomen soll. Dan war bey mir der Alitsch, item der Egger wegen der Brucken bey Jauerburg. Dan der Officier Settall von Carlstadt. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem General Br. de Fin à 8 couverts. Da ware die Br. Raunach, Br. Benj/ami/n Erberg, 2 Discalziaten und der Adjutant. 30. Vormittag war bey mir der Officier Setall, der junge Wolckensperg und der Schweiger. Mein Hanßl ist heüt fruhe nach Mannspurg und retournirte umb Mittag hin und wider zu Fusß. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag ist mein Maxl mit dem Wolckensperg in Schlitten593 spaziren gefahren. Gester machte der Jesuit P. Mali sein lezte Profession nebst einem Frater und waren beyde bey mir. Erstem gabe ich einen Species Taller und dem anderen ein Gulden. 31. Vormittag war ich mit mein Mäxl bey den Br.-Paumgartnischen, die mir ihr Ellend geklagt haben. Nachmittag war bey mir abbé Aursperg, der [20] sich umb die vacante Pfarr zu Maraitsch recomendirte. 1751 Februar 1. Februar. Zu Mittag speiste bey unß Ebner. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zugleich machte ich auß die Zwistigkeit zwischen dem 591 Prostor za ime kraja. 592 Sledi prečrtana kratica V. M. (= Vormittag). 593 tt popravljena | 337 1751 Februar Herberstein und Wildenstein und war erster ganz content, das Decret in merito der Jagerey nach Verlangen des Wildenstein abänderen zu lassen. Spätter war ich bey Wildenstein und gabe ihm davon Nachricht, womit er auch content war. Heüt abends habe ich das erstemahl die 2 an jedem End des Hauß stehende Latern brenen lassen in dem Vorhaben, darmit alle Nacht beständig zu continuiren. Und weil ich in der Stadt mit solcher Beleichtung den Anfang mache, vieleicht werden nach und nach mich andere immittiren. 2. Vormittag war ich en passant bey dem alten Widerkher. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath biß spatt. Dan gieng ich zu Wildenstein, deme ich das abgeänderte Decret de dato 20. pasatto gegeben, das præsentatum aber, welches auf dem vorigen Memorial war, von 16. pasatto, hat nicht verlangt mehr auf diesem zu haben. Consequenter hab ihms dort gelassen und das Vorige ad cassandum et dem Herberstein ad restituendum zu mir genohmen. Morgen fruhe gehet Graf Wildenstein nach Cilli in compagnia der Gräfin von Schrottenbach und des Haubtman Barbo einer Frl. Gräfin Prang entgegen, die er alß seine Mämb zu sich nehmen wird. [21] 3. Vormittag war bey mir Br. Andrian, der wieder sein Noth geklagt hat und nun wieder nacher Görz verreisen will. Dan war bey mir der junge Sanetti mit der Lista deren Krancken. Bey m. L. war die Amigoni wegen der baldigen Einkleidung zu Michelstätten der594 sigunischen595 und mulitschischen Töchter. 4. Nachmittag war bey mir Br. Flachenfeld, dan der Craißhaubtman Br. Erberg, der gester von Neüstadtl hier angekomen. M. L. war abends bey der Bechinie biß spatt. 5. Vormittag war ich in Rectificationsrath biß über Mittag. Vorhero war bey mir die Dreinickin. Zu Mittag speiste bey unß der Craißhaubtman Br. Erberg. Nachmittag war bey mir der Fränzl Liechtenberg biß spatt. Dan ein Gewisser, der einmahl Richter596 zu Laaß war. 6. Heüt morgens in der Nacht ist Graf Wildenstein mit der Frl. Brang von Cilli allhier retournirt. 7. Vormittag war bey mir der secretarius Sazfeld. Zu Mittag speiste ich und m. L. bey Grafen von Wildenstein à 15 couverts. Da war die Frl. Henriette Gräfin von Prang, Gräfin von Schrottenbach, Br. Carl Valvasor mit seiner Frauen und seiner älteren Schwester, Grafen Raichard und Waicard Barbo, Graf Strassoldo, Br. Benj/ami/n und Br. Ferd/inand/ Erberg, Br. Max Tauffrer und der Leüthnant Rößler. Dan war ich bey mein Schwigervatter. Bey meinen Kindern speiste die Obrist-Eilerin. [22] Heüt Vormittag schickte Graf Herberstein die vota zu colligiren, was mit diesem zu thun wäre, die heüt Nachmittag eine Schlitade anstellen wollen, weil derley offentliche Divertimenten verbotten seyn. Barbo glaubte, das wir seine, die leztlich schon herum gefahren, alß der Sigerle Liechtenberg, Wolckensperg etc. in Haußarrest thun und darmit denen heütigen ein Exempl statuiren solten. Ich ware der Mainung, das weil bey der heütigen der Carl Aursperg das Haubt ist, das wir ihn nomine der Stell beschicken und wahrnen solten, wider das Patent nichts zu unternehmen und das sie wohl spaziren fahren känen ausser der Stadt, auch jeder seine Dame zu Hauß absezen. Hingegen in der Stadt auf denen Pläzen und Gassen hin und wider zu fahren oder Radl zu machen wäre nicht erlaubt. Et sic factum fuit et cum bono effectu und seyn sogestalten alle Verdrußlichkeiten vorgebogen worden. 8. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Unter anderen ist vorgekomen und proponirte Herb/er/stein, das Franz Liechtenb/er/g ein gepramte Livré wider das publicirte Patent gegeben und das man von ihme die Straff der 2/c # anverlangen, auch ein Bericht nach Hof geben und anzeügen möchte, wie dieser Cavalier in allen renitent seyn. Barbo glaubte, das man mit dem Liechtenberg nicht anfangen solte mit solchen Rigor, indeme wohl andere gefunden werden därffen, die solchen contraveniret haben und scheinet, alß ob 594 Popravljeno iz des 595 Popravljeno iz Sigatischen 596 Zatem prečrtana kasneje nadpisana beseda vor 338 | 1751 Februar man eine Zeit her conniviret und die Sache nicht mehr sogenau angesehen hätte, sonderlich, nachdeme der pro referente [23] von Hof benandte Br. Flachenfeld von der Stell gekomen und hernach kein anderer an seiner statt benant worden ist. Ego war der Mainung, das weil wir von der Stell auß in favorem des Grafen von Liechtenberg wegen deme, was voriges Jahrs bey dem ständischen Landtag vorgegangen, einen favorablen Bericht erstattet, Seine k.k. Majestät aber den Grafen gleichwollen noch nicht restituiret haben. Alß glaubte ich, das umb den Grafen nicht mehr zu schaden alß wir selbsten wolten, deßwegen kein Bericht wider ihn geben, wohl aber ihn beschicken, allenfahls auch befehlen solten, das er das Silber von der Livré sogleich abtrennen lassen solle. Nachdeme ein weil pro et contra gesprochen worden, auch Herberst/ein/ und Barbo zu wörteln anfiengen, ist pro unanimia dahin der Schlusß ergangen, das wir dem fisco comittiren wider den Grafen zu agiren, wo er wenigst Gelegenheit haben wird, sich verantworten zu känen. Nachmittag war bey mir Zois, der da von Oberbergrichter ein Attestatum sucht, das einige Jahr her das Eisen in Crain und Karnten vertheüert worden, umb das er sich gegen dem Appaltatoren in Kirchenstaat und Neapel und diese gegen ihren Landsfürsten rechtfertigen mögen. Dan erzehlte er mir, das der Apaltator der Provinz Umbria vor den Eisenapalto dem romischen Hof nur allein 7/c scudi jahrlich bezahlet. Er kaufft das Eisenarzt von der Herzogin zu Piombino [24] und weil daselbst keine Walder gibt, so last er das Ärz nach Ronciglione führen und daselbst verarbeiten, womit er die Provinz mit der Nothwendigkeit versicht und unsern Eisen den Debit diminuiret, so das unser Eisen nur597 nach Pesaro, Faro, Rimini, Ravena, Sinigaglia und nur biß Macerata gehet. Der Triofi von Ancona last viel Eisen nicht allein alljährlich auß Schweden, sondern auch auß Moscau, wo seit einigen Jahren in Siberien vielles erzeügt wird, komen und kostet bey 30 per % weniger alß unseres. So komt auch vielles auß Salonichio, welches um die Helffte wohlfeiler alß das unserige verkauffet wird. Vor einigen Jahren haben 2 Negocianten von Venedig viel Geld dadurch gewohnen, das ist der Bartolomio Machietta und der Sola, das sie einige Naglschmidten dahin geschickt und per ihr Conto haben arbeiten lassen. Da aber der Senat dieses erfahren, steckte sie in die camarotti und kamen durch grosse impegni erst nach 6 Monathen wieder auf freyen Fuß. Bey solcher der Sache Beschaffenheit ist sich zu verwundern, wie noch unser Eisen ein Debit hat und sonderlich, da seit einigen Jahren her dessen Werth 12 biß 15 per % gestigen ist. 9. Nachmittag machte ich mit mein Maxl ein Tour umb den Schlosßberg. Dan war ich bey dem Uhrmacher Hofman. Dan bey Carl-Hochenwartischen. Dan suchte Mad. Bourlie. Bey m. L. war heut die Grafin von Schrottenbach, [25] welche bey ihr die Frl. Henriete Gräfin von Prang aufgeführet hat. 10. Vormittag war bey mir des General Br. de Fin Adjutant wegen der fiumanische Militarunterkomnus. Dan der Expeditor Köhler wegen der mit dem Ziegler fürgangener Zanckerey, welche ich alß in Sachen benandter commissarius zu untersuchen habe. Dan war auch da der Ziegler wegen der nehmblichen Sache. Dan der Pogatschnick, Craißambtmansofficier, wegen des außzuschreiben seyenden Militarbeytrags. Dan der Kappus, vicefiscus, der Armuth halber die Erlaubnus haben möchte zugleich advociren zu därffen. Nachmittag war bey mir der Saurschnick, der mich informirte, wie die actiones der Eilerin wegen Sava stehen. Dan war da der Br. Guttenberg bey dem Maxl. M. L. war abends bey Grafen von Wildenstein. 11. Vormittag war bey mir der Expeditor Köhler zweymahl. Dan der Cancelist Haaß und ist nun die Zwistigkeit mit dem Cancellisten Ziegler güttlich beygelegt worden. Dan war bey mir die Belitschin, Wirtin, klagend, das gester abends ihr Mann sich von hier absentiret und 370 fl. stadt-creinburgische Gelder mitgenohmen, sie aber dadurch ellendig verlassen habe, indeme ihro der Stadtrichter auf Anruffen Creinburg die Zimer und Kästen habe speren lassen. Suchet demnach Hilff, umb sich und ihre Kinder [26] ernahren zu känen. Dan war bey mir der Martiniz wegen eines bey dem Craißambt eingelegten Anbringen in Betroff des Militarquartier. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin und der Fendrich Ebner. M. L. speiste bey General Br. de Fin und abends war sie bey Wildenstein. 597 Sledi še enkrat ponovljen nur | 339 1751 Februar Nachmittag war wieder bey mir die Belitschin mit ihrer Tochter und erzehlte mir, das ihre Sache beygelegt worden und das sie die Schlüssl zu ihren Sachen von dem Magistrat wieder bekomen habe. 12. Vormittag waren bey mir zwey Schneidermaister wegen denen unter ihren habenden Differenzen, dan wegen des Alitsch. Dan der Cancellist Schifferstein. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag ist mein Maxl nach Manspurg abgereist. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Spätter war ich bey dem vicario apostolico und Bischoff zu Gorz Grafen von Attems, der heüt morgens von Görz gekomen. Dan war ich bey dem canonico Grafen von Franckenberg, der auch heüt morgens von Wienn hier angekomen. Er war seit September voriges Jahrs zu Wienn, vorhero aber 5 Jahr in Collegio Germanico zu Rom. M. L. war abends bey dem Wildenstein. 13. Vormittag war bey mir der Schluderbach, deme ich dressiret habe, wie er mein den 6ten dieses ob598 periculum in mora roulirtes Referat in Betröff deren von Isonz-Flusß in den Gradiscanischen [27] causirten Schäden und vorzukheren seyenden unverzuglichen Reparationen ins Protocoll tragen und wie noch die übrige annoch unbefolgte Puncten anmercken und zur Expedition befördern sollen. Dan war bey mir der vicefiscus von Kappus, deme ich gemeldet, das die löbliche Stell nicht zugegen seye, das er nebst dem aufhabenden Vicefiscalat auch zugleich advociren käne und das ich ihn von Seiten des Landrechts des nehmblichen versichern kan, nur das er an seinem Vicefiscalat Schuldigkeit nicht defectiv bleibet, womit er ganz content war. Dan war bey mit der Expeditor, deme ich sein Anbringen, umb solches, bey der mit dem Cancellisten Ziegler beygelegter Strittigkeit abzuänderen, nomine der loblichen Stell restituiret habe. Bey mir war auch der Bischoff zu Görz, welcher sogleich nach Michelstädten abreiset. So habe auch mit ihme abgeredet, die bleybergische und jenkische Affaire bey seiner baldigen nach Lack-Kunfft auszumachen. Zugleich war da vocatus der Kurey, deme ich in præsentia des Bischoff und Br. Benj/ami/n Erberg zu Außmachung der Sache 8/c fl. auf Ersuchen des vicefisci Kappus versprochen habe. Er aber wolte sich nicht contentiren. Et sic hat er nun selbst zu sorgen, wie er mit seinem Process außlangen wird. Morgens vor 8 Uhr ist mein Hänßl mit Br. Ferdinand und Frl. Retl in 2 Schlitten [28] nach Michelstätten abgefahren. Die Frl. und mein Sohn werden alß Brautführer und Cränzelfräule seyn bey der mulitschischen Tochter. Nachmittag waren bey mir ein parmahl der Alitsch, Schneider, mit sein Schwigervatter wegen Händl mit dem Handwerck. 14. Vormittag war ich bey Br.-Paumgartnischen, dan bey Mad. Bourlie. Nachmittag war bey mir der Br. Erb/er/g Craißhaubtman, dan 2 Schneiderzechmeister wegen des Alitsch. Umb 4 Uhr war ich in der Domkirchen, wo das Gebeth mit Außsezung des Hochwürdigsten wegen bald anhoffender glücklichen Niederkunfft der Kaiserin gehalten worden. Dan war bey mir die Busetin. Heit Nachmittag ist mein Fränzl mit dem abbé de Werth und dem lambergischen Breiter nach Manspurg in Schlitten gefahren und abends umb ¾ auf 7 Uhr retournirt. 15. Vormittag war bey mir der Vicebuchhalter von der Landschafft Rastern, mit dem ich die landschaftliche Domesticalrechnungen von lezten 2 Jahren revidiret habe. Dan der Craißhaubtman Br. Tauffrer in Ambtssachen. Dan der Alitsch, Schneider. Dan der Graf Wurmbrand, sich zu beurlauben, retournirt nach Gräz. Zu Mittag speiste ich beym General Br. de Fin mit m. L. à 11 couverts. Da war Br. Benj/ami/n Erberg, 2 Discalziaten et 2 Augustiner di larga manica. [29] Nachmittag war bey mir Doctor de Werth wegen gallenb/er/gischen Schulden. Die Discalziaten sagten mir, das sie in ihrer Provinz 13 Klöster und bey 450 Mönche haben, die Augustiner hingegen 14 Kloster und nur 250 biß 260 Mönche. Nachmittag gieng ich mit Dr. de Werth in die Domkirchen ins Gebeth, kam aber just zu spätt. M. L. war abends bey dem Wildenstein. 16. Vormittag war bey mir der syndicus Raditsch. Dan suchte den Herberstein, mein Compliment zu sein heütigen 598 b popravljen iz q 340 | 1751 Februar Nahmenstag zu machen. Dan den Wurmbrand, mich bey ihm zu beurlauben, der noch heüt nach Graz verreiset, fande aber keinen. Dan war ich bey der Thurnin Wittib, ihr eben zu ihren Nahmenstag mein Compliment zu machen. Zu Mittag speiste bey unß der Br. Erb/er/g Craißhaubtman und der Leüthnant Rasp, welcher lezte gester von Clagenfurt gekomen. Nachmittag war ich in der Domkirchen beym Gebeth und fande niemand von Adl, dan allein mein Schwigervattern. 17. Vormittag war bey mir der Rastern wegen der landschaftlichen Domesticalrechnungen. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General Br. de Fin à [–]599 couverts. Da war auch der Benj/ami/n und Ferdin/and/ Br. Erberg, Graf Wildenstein mit der Frl. Prang, Br. Valvasor mit seiner Frauen, 2 Officiers, Graf Reichard Barbo. Abends war bey mir der Schluderbach. 18. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey unß Mad. Bourlie [30] und die Eilerin. Nachmittag war bey mir der Alitsch und spätt der Weitenhüller wegen seiner Tuchfabrique. 19. Vormittag war ein parmahl bey mir der Walch mit einigen alten Münzen. Zu Mittag speiste bey unß Fenrich Ebner. Nachmittag war bey mir der Weitenhüller, dan der Arecker, der erst auß Croaten retournirt ist. Vormittag war auch bey mir der Bischoff von Görz mit dem abé Grafen von Franckenberg, welche mir erzehlte, das gester die alte Abtissin zu Lack confirmiret worden. Abends war ich bey Flachenfeld wegen der adlspergischen Bauern-Außstände. 20. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth biß spatt. Dieser erzehlte mir unter anderen, das zu Fiume ein Jahr bey 186/m Bretter dahin geführt worden. Und so man 7 Bretter von einem Baum rechnet, so erfordert dazu bey 2.657600 Baumer, womit die Wälder nicht wenig devastiret werden. 21. Vormittag war ich in compagnia des Br. Benj/ami/n Erberg und mein Maxl bey dem Bischoff zu Görz und bey dem Grafen von Franckenberg. Zu Mittag speiste ich mit m. L. und gedachtem Br. Benj/ami/n Erberg beym General Br. de Fin. Dan gieng ich zu meinen Schwägerinen und von dar mit m. Maxl spaziren. Abends war bey mir der Arecker, der mir von der Salzprovista vor das Herzogthum Mayland vielles gesprochen und suchte absolute, das ich die Sache unternehmen solte. So sagte er auch seine Ideen Neapel zu reconquirtiren. [31] Heüt Vormittag war auch bey mir der Sazfeld, sich zu beurlauben und gehet am Dienstag nach Wienn zu dem Directorial-Justiz-Senat. 22. Vormittag war bey mir der Kappus, Pulver- und Salniteradiministrator. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Abends war ich bey Sazfeld, der Morgen fruhe nach Wienn verreiset und dem ich ein Päckl an Frl. Ganß mitgegeben habe. 23. Vormittag war bey mir Mr Faucon de Graz. Zu Mittag speiste ich bey Nemezhoffen. Da war der vicarius apostolicus, der canonicus Franckenberg und 2 Jesuiter, P. Terzi und P. Rizel. Abends war ich bey gedachten vicario apostolice und Franckenberg, ihnen Gluck auf die Reiß zu wünschen und gehen Morgen nach Görz. Spätter war ich bey Wildenstein. Heüt Vormittag nach 10 Uhr ist secretarius Sazfeld von hier nach Wienn abgereist; passirte aber über Manspurg, wo er das Mittagmahl einnehmen will und seyn einige Canzley- und Rectifitationsbeambte dahin, ihm das Geleüth zu geben. 24. Vormittag ist von hier abgereist der vicarius apostolicus Graf Attems mit Grafen von Franckenb/er/g nacher Görz. 599 Prostor za številko. 600 5 popravljen | 341 1751 Marec Bey mir war Br. Tauffrer Craißhaubtman, dan der Haubtman Blohner. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. 25. Zu Mittag speiste m. L. bey den Obrist-Br.-Krottendorffischen. Bey mir aber die Obrist-Eilerin. Nachmittag war bey mir der Klee, der mich [32] ersuchte, mit Nemezhoff zu spröchen, das er ihm à Conto seines salarii 1/c fl. anticipiren möchte. Nemezhoff, der spätter601 bey mir war, gab mir von Klee nicht die beste Information und hatte in lezten Monath December 2 gleiche Quittungen außgestelt und zwey diferenten zum eincassiren gegeben. Dessen aber der Nemezhoff in tempore gewahr geworden und sonsten zuviel den Pariser spielt, sollen auch schon ein par Monath von seinen creditoribus vorgemercket worden seyn. Heüt Nachmittag ist durch ein etwas gebrochen Offen in des Landshaubtman Hauß in dem Geselschafftzimer das Feüer außgekomen und seyn unter anderen bey 3 Platten rot damastene Spalier verbrunen; es ist aber bald alles gelöscht worden. Abends ist der Landshaubtman auß Croaten hier angelangt. M. L. war abends bey Wildenstein. Nachmittag hat heüt auch bey dem vicario bey St. Peter gebrunen, doch ohne Schaden. 26. Gegen Mittag gieng ich zu General Br. de Fin, der heüt sein Nahmenstag celebriret und blib bey ihm bey Mittagessen. Nachmittag war ich mit mein Maxl bey den Jesuiten in der Bredig. Spätter war bey mir der Delesnig. Vormittag war bey unß der Leüthnant Rasp. M. L. hat sich Nachmittag gelegt wegen Kopffschmerzen und bey ihro waren ihre Schwestern. Heüt Vormittag ist der Oberste von Wallis Br. Materni von hier nach Wienn verreist. [33] Heüt habe meiner Kinder Bedienten den Casper seines Diensts entlassen, weil er in Frisiren solche und sonsten auch zu bedienen nicht fechig ist. 27. Vormittag war bey mir der Schluderbach, deme ich 2 Bottilien Samos und 2 von refosco regalirt habe. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Abends habe meines Maxl Breiter 3 Bottilien Samos und 3 refosco regalirt. Bey m. L. war der von Wienn gekomene Haubtman Br. Russenstein, der ihro ein Pomade von Diablotin von march. Verzoni gebracht hat. 28. Vormittag suchte den Haubtman Br. Russenstein. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Abends war bey m. L. Mad. Bechinie und der Schweiger. Eben abends habe meinen den 25. Novembris voriges Jahrs aufgenohmenen Bedienten alß einen tämischen Talcken seines Diensts entlassen. 1751 Marec 1. Marzi. Vormittag war bey mir der Adjutant des Generalen Br. de Fin wegen Verfertigung der Casernen zu Fiume, wo das Erdböben noch alleweil continuiret. Nachmittag war bey mir der Feldkriegscomissarius von Mühlburg wegen des gussichischen Berichts in Betröff der Fürspann. M. L. war abends bey Wildenstein. 2. Vormittag war bey unß der Leüthnant Rasp, sich zu beurlauben; gehet Morgen nach Clagenfurt. Zu Mittag speiste bey unß der Fenrich Ebner [34] und der Cadet Widerkher, der erst vor 8 Tagen die Uniforme angelegt hat. Nachmittag waren bey mir 2 Gebrüder Oman. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Spätter mit Barbo bey Wildenstein, wo auch m. L. war. 3. Vormittag war bey mir der P. Bombardi, Rector zu Triest, mit P. Master. Erster gehet Morgen nach Wienn mit dem P. Orsi, Rector zu Görz, P. [–],602 Rector zu Fiume und P. Liectenberg, Rector allhier. Zu Mittag speiste bey unß Br. Erberg, Craißhaubtman. 601 ä popravljen 602 Prostor za ime. 342 | 1751 Marec Nachmittag war bey mir der alte Jencko. Spätter war ich bey P. Bombardi und Liectenberg mit meinem Maxl, dan bey Mad. Russenstein, gebohrne Cilli. Spätter bey Carl-Hochenwartischen. Heüt ist die Nachricht eingangen, das der Xaverius von Nemezhoffen zu H. Craiz an Seitenstechen gester Vormittag umb halbe zehen Uhr wohl disponirt gestorben seyn. Er hinterlast die Wittib mit 2 Knaben und 3 Mägdlein. 4. Vormittag war bey mir der Delesnig, dan der Forni von Görz, dan der Alitsch. Ex post war ich bey dem von Nemezhoffen, ihme wegen Verlust seines Brudern zu condoliren. M. L. speiste zu Mittag bey dem General Br. de Fin à [–]603 couverts. Nachmittag war ich bey Flachenfeld und zeügte ihm mein Anbringen an die Königin in materia St. Martiri, datirt den 28. pasatto. [35] Dan gieng ich mit dem Arecker spaziren. Ex post kam er zu mir, deme ich einige Notizien gegeben in Betröff Versehung mit Salz das Herzogthum Mayland. Im Spazirengehen begegneten wir den P. Bombardi, Rector zu Triest, der nach Wienn gereiset in compagnia des P. Rector von [–].604 5. Vormittag war bey mir der Areker, der nun bald nach Triest und Fiume abreisen will. Nachmittag war ich in der Bredig bey Jesuiten. Abends war m. L. bey Wildenstein. 6. Vormittag war 2-mahl bey mir der Perr, dan der Fuhrmann Urbas in Betröff des Unz-Flusß und selber Überfahrt. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan gieng ich mit Barbo zu Wildenstein. Im Nachhaußgehen war ich bey Perr. 7. Vormittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Tauffrer mit dem Stadtrichter von Lack in Betreff des Militarbeytrags. M. L. Speiste zu Mittag bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der Adjutant des Generalen wegen Untersuchung des Schlosß Flitsch. Dan Br. Tauffrer, Craißhaubtman, der mir den jungen, ex Collegio Sienensis unlängst gekomenen Graf Rasp aufgeführet hat. Dan der Vicebuchhalter Marotti wegen seines Brudern, den ich vor einen Haubtman, Ambtsverwalter zu Fiume (da der Denaro resigniret), vorgeschlagen habe. Dan gieng mit m. Maxl spaziren und abends waren wir bey den Wusetischen. [36] 8. Nachmittag war〈en〉 bey mir zwey Gebrüder, des Daniel von Lazarini Sohne: der abbé, der zu Wienn in Convict war und die theologiam durch 4 Jahr gehort hat und der mit nächsten wieder hinauß gehet in die Cur. Dan ein weltlicher, der wieder nach Hauß retournirt. In allen sein 8 Knaben und 4 Frl. von diser Branche. Dan war bey mir der Haubtman Russenstein, Frh., dessen Regiment Colloredo in der österreichischen Schlesien ligt. Dan der Student Ignatius David mit seiner Schwester, deren Vatter mir die aichene Staffeln, wan wir unß darum vergleichen werden, vor mein Schneckenstiegen zu liffern haben wird. Dan Mad. Bourlie, die mir ein Brief von P. Kampmüller, königlichem Beichtvatter, de dato Wienn den 3ten hujus gezeügt hat. 9. Vormittag war ich bey der Leopold von Hochenwarth, die ihren Nahmenstag celebrirt, ingleichen bey der Frl. Liechtenberg Ludovici filiæ, dan bey Mad. Werthentall. Suchte die Schweigerin. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan gieng ich mit Barbo zu Wildenstein, wo mich zugleich von Haubtman Barbo beurlaubte, der Morgen fruhe nach Ens zu seiner Compagnie verreiset. 10. Vormittag war ich auch bey meinen Schwagerinen. Zu Mittag speiste bey unß der Fenrich Ebner und die Obrist-Eilerin. 11. Nachmittag war bey mir Vicebuchhalter Marotti wegen seines Bruder zu Fiume. Dan die Zechmeistere der Schneider wegen des Alitsch. [37] Spätter suchte ich den Flachenfeld und zweymahl den Ign/ati/ Abfaltrer. Dan war ich bey mein Schwigervatter. 12. Vormittag war bey mir der Einnehmer von Einöedt wegen Weinimportobesoldung. 603 Prostor za številko. 604 Prostor za ime. | 343 1751 Marec Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir der Ignati Liechtenberg wegen der 2/c fl. vor Babinopolle. Dan der Ign/ati/ Br. Abfaltrer wegen milesischen Ochsen-Appalto-Contract. Nachmittag war ich in der Predig bey Jesuiten, dan in Visit bey dem lezt von Siena gekomenen Graf Raspen und bey seiner F. Mutter. Abends war bey mir mein Schwager Br. Wolf, dan der alte Widerkher. 13. Vormittag waren bey mir zwey Bauren von Præwaldt, die sich wider Br. Gusich beklagten. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan war auch die Conferenz mit dem ständischen Außschusß wegen des milesischen Ochsen-Appalto-Contract. Heüt abends ist der hiesige Bischoff von Salzburg hier retournirt. 14. Vormittag war bey mir der Buzzeli von Einöed. Dan war ich bey hiesigen Fürsten und Bischoff, mein Compliment zu machen. In simili kam dahin m. L. und beede ihre Brüder. M. L. speiste heüt zu Mittag bey dem General Br. de Fin. Nachmittag suchte ich mit m. Maxl den Bechinie, der etwas unpaßlich ist, bin aber nicht ankomen. Dan die Carl-Hochenwartischen, waren aber nicht zu Hauß. Dan [38] bey m. Schwigervatter. Dan gieng ich mit mein Hänßl zum Landshaubtman in die Gesellschafft. Dan mit ihm zu Wildenstein, an welchen lezten Orth auch der Bischoff war. Heüt Nachmittag ist ein Rinoceros auß Italien hieher gebracht worden, welches in der Raitschull sein Unterkomnus hat. Heüt morgens ist des allhiesigen landsfürstlichen Spittaladministrator der Priester Torre gestorben. 15. Vormittag war bey mir der lambergische Stallmeister Joseph Reinperg von Wisenfeldt, der mir ein Memorial brachte, es dem hiesigen Fürsten und Bischoffen zu geben, in dessen Dienste er zu komen suchet. Dan war ein Briester nahmens [–].605 Dan der Br. Salvay vor ein Spittalenmeister recomendiret, in simili der Briester Kledrer, den m. Schwager recomendiret. Dan der alte Karnburg und ex post der Delesnig ex eadem ratione und gester recomendirte mir der Landshaubtman seines Sohns Hofmeister. Zu Mittag speiste bey unß der Haubtman Luckantschitsch und Fendrich Ebner. Vormittag war auch bey mir der Weitenhiller wegen der Tuchfabrique, womit er sehr ubel zufrieden ist, auch schlechten Nuzen dabey hoffet. Dan war da der Adjutant des Generalen, der mir 10 ½ fl. brachte, umb solche dem geistlichen oeconomo zu Triest des Br. de Fin zahlen zu lassen, welche Incumbenz sambt dem Geld ich gleich in seiner Gegenwarth dem Weitenhüller gegeben habe. [39] Nachmittag war ich mit mein Maxl bey Flachenfeld wegen der adlspergischen Baurenaußstände. NB. Heüt abends hat es sehr geplizt, gedonnert und geregnet, welches beedes ersteres vor diese Saison etwas ungemein ist. 16. Vormittag war bey mir der Adjutant des Generalen Br. de Fin in Betroff des Spittals. Bey unß war der Br. Erb/er/g Craißhaubtman, der Morgen abreist, dan der Br. Mordaxt mit seiner Frauen, gebohrne Hallerstein. Bald Nachmittag ist der den 14. hujus hieher gebrachte Rinozeros von hier nacher Graz geführt worden mit 8 Pferdten. Und ist allhier wegen unterlauffener Müßverständnus in Betroff der Erlaubnusgebung niemand gezeüget worden und der Holländer darmit disgurtirter abgereist. 17. Heüt Vormittag habe einen Bedienten auf die Prob aufgenohmen nahmens Johan Wigeli, nächst Villach auß Kärnten gebührtig, ein Zeügmacher seiner Profession. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan machte mit Graf Barbo ein klein Spaziertour. Dan machte eine Visite der gester von Wienn retournirten Gräfin von Lamberg, weil der Graf nicht zu Hauß war. Dan war ich bey mein Schwigervatter, mein Compliment meinem Schwager Br. Ferdinand zu machen, der heüt den 29. Geburtstag celebriret. Nachmittag war bey mir der Hölbling [40] in Betroff des Agenten Vogl und Angelegenheit der Frl. Hallerstein ihres Oncles Ruckstandseinbringung belangend. 605 Prostor za ime. 344 | 1751 Marec Spätter war bey mir mein Schwager Br. Wolf Daniel. 18. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Br. Aichelburg. M. L. war Nachmittag bey der Lamberg und abends bey Wildenstein. 19. Vormittag war bey mir der Medicus Gravenhueber. Dan war ich wegen heütigen Nahmensfest Vormittag bey der Obristin Bssa. Krottendorff. Nachmittag aber bey Frl. Valvasor. Suchte Mad. Bechinie und weil sie nicht zu Hauß war, bin ich bey ihrem Gemahl gewest, der sich schon eine Zeit unpäßlich befindet. Dan suchte Frl. Hochenwarth, Caroli filiam; war bey Bssa. Erberg, gebohrne Abfaltrer. Suchte Freülle Aursperg des Landeshaubtman Tochter. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Grafen von Wildenstein, der wegen der Gräfin von Schrottenbach Nahmenstag Taffel gab à 16 couverts. Da war die Grafin von Schrottenbach, Graf Ludwig Liechtenberg mit zwey Frl. Töchtern, der Fürst und Bischoff von hier, der General Br. de Fin, Br. Benj/ami/n und Br. Ferd/inand/ von Erb/er/g, Graf Waicard und Joseph Barbo, die Frl. Prang und der Leüthnant von der Wache. Abends war bey mir der Craizberg von Aldsperg. Nachmittag ist Mad. Oblack, gebohrne Schweiger, gestorben. [41] 20. Vormittag war bey mir der Registratursadjunct Bischoff, sich zu bedancken wegen der lezt ihme außgeworffenen 25 fl. Zu Mittag speiste bey unß der Craizberg von Adlsperg, dan der Medicus Gravenhueber. Abends gegen 7 Uhr ist madame Oblack von Wolckensperg, gebohrne von Schweiger, bey den PP. Augustinern vor dem Spittalthor solemniter begraben worden. Diese Frau war schon vielle Jahr kranck. Hingegen hat sie sich nichtes gehüttet und sowohl in Wein-Rosoli alß ungesunden Speisen zu allen Zeiten excediret. Sie ist an der Wassersucht gestorben, ganz wohl disponirt und biß zum lezten Abdruck sich gegenwertig ihres Alters. 21. Vormittag war ich mit mein Maxl bey denen Schweigerischen, ihnen wegen der vorgester verstorbenen Oblackin alß seiner Schwester mein Condolenz abzustatten. Dan ware bey meinem Schwigervatter. Nachmittag war bey mir der Dr. Garzarolli mit dem Creizberg. Dan der Br. Gallenfels von Steinpichel. Item der Koderman von Tschernutsch, mit dem ich vor die kleine neuzumachen vorhabenden Stiegen vor jedes Stuck von Aichenholz hieher gelifferter und unaußgearweiteter per 40 kr. accordiret habe. 22. Vormittag war bey mir Br. Janeshitsch, der einen Geistlichen nahmens Valentin Kumer auß Friaul gebührtig, zum Spittalmeister recomendirt. [42] Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan habe das Jurament vorhalten lassen dem neuerwahlten Richter von Tschernehmbl. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir H. von Steinberg der alte mit einigen von Zirckniz in Betröff des Militarbeytrags. Spätter war ich mit mein Mäxl spaziren. Dan war bey mir der Dr. Terzi von Fiume mit dem Dr. Modesti. Erster erzehlte mir, das zu Fiume das Erdböben laider noch täglich verspiret wird, jedoch nicht mehr so violent alß vorhin und wohnen die Leüth noch immer in denen hilzenen Baraquen vor der Stadt. 23. Vormittag war bey mir die Wittib Grena, umb ein Allmosen zu bitten; will nach Wienn. Dan der P. Marinardi mit P. Erberg, Jesuiter. Nachmittag war ich mit mein Hänßl und Maxl bey dem Hl. Grab. Abends war bey unß der hiesige Bischoff und Fürst. 24. Zu Mittag speiste bey unß der Haubtman Luckantschitsch und Fendrich Ebner, dan die Obrist-Eilerin. Vormittag war bey mir der Wälsche Aursperg. Heüte hatte man die erste Nachricht, das unsere gnedigste Kaiserin mit einer Erzherzogin ganz glücklich niederkomen ist. [43] 25. Heüt Nachmittag war der erste Consessus der Landsicherheitscomission. Nachmittag606 war bey mir der Br. Pitoni. 606 Na levem robu je zapisano, da gre že za vpis iz 26. marca, vendar je iz nadaljevanja na naslednji strani mogoče sklepati, da gre za napako. | 345 1751 Marec Vormittag war ich mit mein Maxl spaziren. 26. 607 Vormittag war bey mir der erst von Wienn gekomene Mr du Tan von Erlangen auß dem Reich gebührtig und gehet nach Triest zu der compagnie des sig. Arnold qua Buchhalter in compagnia des Haubtman Pagliani von gaißruckischen Regiment. Und weil Mr du Tan in seiner Jugend in Engeland und Holland und zwar in lezten Orth zu Leyden etliche Jahr in der Tuchfabrique des sig. Clignet war, habe ihn mit dem Weitenhiller bekand gemacht und seyn beede in die Tuchfabrique gefahren. Er erzehlte mir vieles von Coteck und das dieser pro secretario habe den sig. Migents, einen Dänen, auf dem er viel haltet. Dan wäre zu Wienn ein gewisser sig. Henry, der einmahl in Nied/er/land ein Entrepreneur war von denen kaiserlichen Regimentern. Dieser hat noch vielles von Hof zu prætendiren. Er ist gesinnt, hierlands eine Tuchfabrique von feinen Tüchern einzuführen. Der Haubtman schwählte wider Toussaint und Fitschner, lobte aber über alle Massen den kaiserlichen Cabinetsecretarien Mr Santodil. Nachmittag war bey mir der Zivitz von Triest, der mit Br. Salvay einen Process hat. Dan Mr du Tan, der umb 5 Uhr nacher Triest abreiset. Dan der Kriegscommisarius von Mühlburg in Betröff der hiesigen Invaliden. [44] Spätter war bey mir der Bancalcassier Frere, der mir in Nahmen des Br. von Flachenfeld gemeldet, von der Banco-Deputation Ordre zu haben, mir den saldo von meiner Possession di St. Martiri zu bezahlen. Dan war bey mir der Graf Leopold von Lamberg. M. L. war abends bey Wildenstein. 27. Zu Mittag speiste bey unß die Obrist-Eilerin. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag umb ½ 4 Uhr ist der Nemezhoff von hier nach H. Creüz abgereist, dem inventario nach sein seeligen Brudern beyzuwohnen. 28. Vormittag war ich mit mein Maxl bey Graf Sigm/und/ von Gallenberg, der vor wenig Tagen von Land gekomen. Zu Mittag speiste bey unß der junge Wichtenstein. Bald Nachmittag ist Mad. Zois mit einem Knaben niedergekomen. Abends umb 6 Uhr ist bey denen Augustinern vor dem Spittalthor begraben worden die Frau Dinzl Wittib, gebohrne Bssa. Tauffrer, welche gester zu Ehrenau gestorben. Nachmittag war bey mir der Landsschafftbuchhalter Rastern. Gedachte gester verstorbene ist von Ehrenau biß zum Discalziaten geführt, daselbst aber unweit der Hl. Dreyfaltigkeit-Saul608 niedergesezt609 und von dar getragen worden. Der Max Br. Tauffrer alß ihr Bruder, dan sein Sohn der Craißhaubtman folgten in Manteln, dan war ich und der Ign/ati/ Br. Abfaltrer, Graf Rasp, m. Schwager Br. *Wolf* Daniel, mein Sohn Maxl [45] und noch einige. Dan von Dames waren die 2 Tauffrerinen: eine gebohrne Firnpfeil, die andere Schram, dan die Busetin und die Clerisey. Dan die Franciscaner und Augustiner suo ordine. In der Kirchen aber waren noch verschiedene Angehörige. Die Verstorbene war alt 62 Jahr. Sie hat hinterlassen 2 ledige Töchter und eine Klosterfrau zu [–],610 dan 2 Söhne; einer verheyrath mit Bssa. Posarelli, die andere mit meiner niece Bssa. Kuschland. Abends war ich mit mein Maxl bey Grafen von Wildenstein. 29. Vormittag war bey mir die Wittib Grenna. Heüt habe wieder angefangen mein Gebau in Hauß zu continuiren. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin, bey unß aber die Obrist-Eilerin. Nachmittag war bey mir der Buchhalter von Weitenhüller, dan der Terzi und spätter die Widerkherin, die Morgen nach Klein Lack retournirt. Vormittag war ich bey Flachenfeld wegen ein so anderen in Ambtssachen. 30. Vormittag war bey mir der Fiscal von Merzenheim wegen des Stempelpachters. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin und abends war sie bey Wildenstein. Nachmittag war bey mir Mad. Bourlie biß spatt. Vorhero aber der weitenhillerische Buchhalter und der Schluderbach. 31. Morgens habe von einem Bauern s‘ Hotemasch, Sinschurske fare, nahmens Martin Bacounik 607 Orig. napačno 27 608 Orig. 3faltigkeit Saul 609 Sledi prečrtano worden 610 Prostor za ime samostana. 346 | 1751 April Fensterramenstock von Lerchenholz erkaufft, lang [46] à 5 solt das Stuck.611 Und hat mir auf alle 4 Stuck darauf gratis gegeben und seyn die kleinere 2 vor ein Stuck gerechnet worden. Dan war bey mir H. Frere, deme ich die Quittung gegeben per 9.214 fl. 5 kr., das er mir solche über die bereits empfangene 2/m fl. bezahlet hat vor die Possession à St. Martiri. Er aber wird mir ein recipisse davor geben, weil ich das Geld bey ihm stehen lassen werde, biß von Hof eine Resolution auf mein Memorial eingehet. Unter anderen erzehlte er mir, wie der Tabac, da er unter dem Aquilar bey 25 Jahr in Ob/er/ Osterreich die Administration hatte daselbst verkaufft worden, alß der schwarze Tabac das lb. per 16 kr., Kibeltabac 16 kr. und Rolltabac 18 kr., Schnupfftabac No. 80 1 fl. 12 〈kr.〉, Bresil zum Schnupffen und Schmauchen oder Kleüen 1 fl. 54 〈kr.〉, Levante No. 90 1 fl. 21 〈kr.〉, türkisch No. 100 1 fl. 30 〈kr.〉, Straspurg-rappé 2 fl., melato von Görz 2 fl. 30 〈kr.〉, St. Omer 2 fl. 30 〈kr.〉, spanischholandisch 4 fl., prima sorte Havana 5 fl., detto extra fein 8 fl. In Ober Österreich hat er ein Jahr ins andere consumirt oder verkaufft per 90/m fl. Wan aber die Contraband verhüttet werden känten, wurde bey 150/m fl. verkaufft worden seyn. Die Stadt Wienn mit Vorstätten hat monatlich bey 10/m fl. consumirt. Nach dem Todt Kaisers Caroli VI. hingegen ist auf 8 auch 7/m fl. herunter gefallen. Das übrige Nieder- oder Unterosterreich gleich der Stadt Wienn. Steüer von Kärnten hat consumirt bey 120/m fl., [47] Crain 36 biß 40/m fl. Vor den Tabac-Appalto und umb die Freyheit zu haben, haben die böhmische Lande, id est Bohmen, Mähren und Schlesien sich redimirt mit jährlich 440/m fl., bevor noch Schlesien smembrirt worden. Vor die übrige dem Appalto untergebene Länder hat Aquilar bezahlt 267/m fl. Dan rechneten wir par curiositè: ex supposito, die Königin hätte in denen dem Apalto unterworffenen612 Landen eine Population von 8 Milionen Seelen und so der Appalto aufgehoben und jede Seel mit 12 kr. gegen deme beleget wurde, das hingegen der Tabachandl ganz frey seyn möchte wurde, solches betragen 1.600.000 fl. Welches aggravium hingegen zu rigoros auch unnöthig wäre zu Indemnisirung des ærarii, weil solches mit viel mündern importo schadloß gehalten und das Publicum von dem odiosen Appalto befreyet werden känte. Über eine Zeit brachte mir gedachter Frere das recipisse, datirt unter 29. hujus, wie auch ich unter detto dato meine außgestelte Quittung datiret habe. Zu Mittag speiste bey unß die Obristin Eilerin. 1751 April 1. April. Vormittag war bey mir der Einnehmer von Wipach, der mir einige haidnische Münze brachte, dan der Salzversilberer von dort. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Zu Mittag speiste bey dem General Br. de Fin mein Liebste, ich aber zu Hauß. [48] Dan war bey mir die Drenickin. Nachmittag war ich wieder in Rath bey einigen buchhalterischen Erledigungen der Rechnungen und beym rectificatorio. Dan gieng ich mit Barbo spaziren und zum Wildenstein. Die vergangene Nacht hat bey dem Weittenhiller ein Dieb eingebrochen, doch mit viellen verdorbenen Schlössern zu nichtes komen und nichtes anderes, dan ein Sackuhr entfrembden känen. Heüt Nachmittag war auch bey mir mein Sohn Hänßl, der noch seine kindisch und studentische principia und Gedancken nicht vergessen kan und proponirte mir, das er lieber wie anderster sein Glück in der Welt suchen wolte alß hierlands und bey der Justizstelle und glaubte, in Kriegdiensten613 sein Glück tentiren zu känen. Gleich*wie* aber diese einfältige Gedancken derzeit (da er schon in Caracter und zwar nache an der Besoldung ist, theils Mangl judicii, theils Mangl Fleiß von Application ad seria et utilia, theils da er meinen Rath niemahls, wie ich gewünschen hätte, gefolget614 und sich viel mehr auf Schullwesen und derley otiose Bücher geleget und darmit schon vielle Jähr verlohren hat) auß Mangl der Reflexion und der Kinderheit herruhren, habe ihme solche Verwisen seiner irrigen Mainung vatterlich belehret und ermahnet, consilia 611 Sledi odvečna beseda erkaufft 612 Pred tem prečrtano nicht 613 Pred tem prečrtano die 614 Sledi prečrtano hat | 347 1751 April patria [49] besser in Acht zu nehmen, fleissiger sich ad seria zu appliciren und den Umgang gescheitter und vernünfftiger Leüthe zu suchen und sowohl von derzeit alß Conversation bessern Nuzen zu machen. Was das vor eine effectum produciren wird, tempus dabit. 2. Vormittag war bey mir der Generalauditor-Leüthnant Jenko, der von Carlstadt gekomen ist. Zu Mittag speiste bey unß *Fendrich*615 Ebner. Nachmittag die Dreinickin, dan der P. Bombardi, der erst von Wienn komt mit P. Pitoni. Umb 4 Uhr war ich in der Conferenz und dan in Repræsentations- und Camerrath biß 7 Uhr. Spätter mit Barbo bey Wildenstein. 3. Vormittag war bey mir der Muchoviz von Ober Crain, der mir No. 47 15-zollige Quadratflastersteiner gebrachte und dan zwey grosse Blaten, jede [–]616 Schuh [–]617 Zoll lang und [–]618 Schuh und [–]619 Zoll breit. Erste habe ihm gewöhnlicher massen bezahlet zu 20 soldi mit 8 fl. 53 〈kr.〉, die andere aber jedes Stuck à 3 fl. 58 〈kr.〉, zusammen beede mit 7 fl. 56 〈kr.〉 bezahlt. Dan habe 4 Bottilien refosco dem Stadtwachtmeister Hirschl zum Præsent geschickt, weil er mir einige kleine Dienste præstiret hat. Er war nicht zu Hauß und sein Weib getraute sich solche nicht anzunehmen; schickte mir also solche mit viellen Excusen wieder zuruck. Spätter, da der Hirschl zu Hauß war, schickte ihm solche wieder. Er aber wolte sie auf keine Weiß annehmen und mit viel Complimenten schickte mir solche wieder zuruck mit der Post, [50] wie das er von niemand, wer er auch seye, Regalien annehmen und das er ohne deme wunschete, jederman dienen zu känen. Welches ich alß etwas selthaimes, sonderlich von einem solchen Menschen allhier, anmercke. Um so mehr, alß ich auch ex post seinetwegen informiret und revera gefunden habe, das er also ist, wie er es zu seyn zeüget und soll wahrhafftig einem jeden, sonderlich Beambten, zu Exempl und Spiegl dienen. Dan habe die 4 Botilien dem Cancelisten Ziegler geschickt. Spätter habe mit meinem Sohn Hanßl abermahls und etwas weitlauffiger gesprochen. Und weil er in seinem jungen und unüberlegten Gedancken noch immer beharret, das er in der Welt herumreisen und sein Glück ohne zu wissen, wo oder wie suchen und sein dermählige Charge eines kaiser-königlichen Landrechtsassessorio verlassen wolle, vorgebend, das ihme bey der Stell und in Land zu verbleiben nicht gefreyet, dahero melancolisch wird und an der Gessundheit sich schaden känte, er lieber auf andere Sachen sich appliciren, auch allenfalls Militardienste annehmen wolte. Ich habe ihm so getrey alß vätterlich vorgestelt, das er sich in dergleichen vor ihn gar zu jungen und unüberlegten Gedancken nicht aufhalten, wohl aber reifflich überlegen solle, wie hart es seye in einem officio publico auch nur [51] den Fuß zu sezen und wie das er sich vor ein besonderes Glück schäzen käne, das er bey so jungen Jahren und da er kaum auß denen studiis gekomen, gleich ein k.k. Rath bey einem so honorablen Gericht geworden und nun schon bald auch an der Besoldung seye, wo vor Jahren die assessores 15 und 20 Jahr gratis haben dienen müssen, bevor sie zu einer Besoldung gekomen seyn. Und was wurde sich mancher Kosten lassen und wie glücklich an seiner stat seyn zu känen, das er also nun bereits in honorifico wohl placiret ist, auch zu dem utili bald gelangen wird. Er solle nur consideriren, was zu einem so unerhörten casu und zu einer so wunderlicher Resolution der Hof sagen möchte, wan ein bereits caracterisirter seinen so honorablen Caracter so schlechter Dingen verlassen und anderwertig, ohne noch zu wissen, wie, wo und in was sein anderes Glück suchen und ein Anfänger werden wolte. Wie übel wurde ein so unbesonnenes Unternehmen aufgenohmen und zu seinem grossen Nachtheil und Discredit interpretiret, dessen Unbeständigkeit und Variabilität von jedermann critisiret und wie vieleicht620 auf sein lebenlang verschlagen werden möchte? Wie unnuz zu spatt und vergeblich wäre sodan die Reye, wie beflegt der Nahmen der Famille und die hart und betrübt müste solches mir, der Frau Mutter und übrigen [52] Angehörigen fallen? Er solle consideriren und sicherlich glauben, das ein junger Mensch, der noch nichtes solides weiß von der grossen Welt, noch keine Experienz hat in der Frembde, vor nichtes angesehen wird, folglich keine Bekandschafft 615 Orig. in prečrtano Leüth 616 Prostor za količino. 617 Prostor za količino. 618 Prostor za količino. 619 Prostor za količino. 620 Pred tem prečrtano: er solche 348 | 1751 April noch Access bey gemachten Leüthen finden, weniger621 aber hoffen kan ein Brod zu gewinen oder ein Fuß zu sezen, etwas rechtes erlehrnen zu känen, wozu er doch zu Hauß alle erwünschte Gelegenheit hat und nur lediglich an ihn erwindet sich solche werckthätig zu nuzen zu machen. Sein vorgebende Melancoley komet nicht daher, das er in Vatterland ist oder sein Ambt bekleidet. Wohl aber, das er sich weder auf seine Amtspflichte appliciret weder suchet, nebst deme sich auf wichtige und solide Geschäfften zu legen und mit geschäfftigten, vernünfftigen und der welterfahrenen Leüthen umzugehen und sich die Zeit und Gelegenheit besser zu Nuzen zu machen. Und *das er* sich dafür mit jungen und studentischen Occupationen unterhaltet, womit er sich niergends produciren kan, er solle bedencken, wie unnuz er in aignen vätterlichen Hauß seye, wie wenig er weiß, was darin geschicht und wie er sich umb das ganze Haußwesen nichtes bekümert, consequenter nicht lehrnen will dasjenige, so ihn doch einmahl zu besorgen treffen solte. So wenig kennet er auch die Stadt [53] und Vatterland, zu geschweigen die benahmbarte oder weiter entlegene Länder. Ich stelte ihm vor die schene principia und gutte Gelegenheit, die ich ihme zu Erlehrnung eines und des anderen so offt gegeben, ihn auch dazu öffters exhortirt und angelaitet habe. Alles dieses hat biß dato nichtes geholffen und nichtes verfangen. Sein Zeitpassirung ist in seinem Zimer zu bleiben, nichtes thun und etwa Comedien oder poetische und derley nichtes würdige Bucher zu lesen, Haar frisiren. Somit die so kostbare Zeit (die er zu nuzlichen und nöthigen Sachen par honeur et par conscience emploiren, seine gutte talenta zu wichtigen Sachen neügen und excoliren, sogestalten Ehr und Ruhm erwerben solte) so unverantwortlich zu verlühren und stetts hin in domo in civitate et in patria hospes zu bleiben. Wie ist nun zu hoffen, das er anderwerts und in der Frembde, wo ihme die Gelegenheit allenthalben manglen wurd, sich auf solide Sachen legen solte, da er solches in aignen Hauß, in aigner Stadt und in aignen Vatterland zu thun unterlasset, wo ihme an Gelegenheithilf und Anlaitung keineswegs gebricht? Ich sagte ihm, das er über seine Gedancken, Thun und Lassen, sich mit seinem *Groß*oncle Br. Benj/ami/n von Erberg, dan seinem oncle Br. Wolf Daniel von Erberg oder jemand anderen beratschlagenen und hören solle, was diese dazu sagen werden. Ich meldete ihm auch, das wan er bey [54] dem Justitiali beständig hinzubleiben etwa kein Lust hätte, er sich solang er dabey ist gleichwollen darauf appliciren et inter pares sich zu distiguiren, dabey auch trachten solte, sich in publicis, politicis, cameralibus, comercialibus, contributionalibis, in Finanz- und Policeywesen zu unterrichten und zu qualificiren. Ich wolte ihm in allen, wozu er mehr Genie hätte, getreulich und vätterlich an die Hand gehen und laiten, auch alle Gelegenheit dazu geben, die er an einem anderen Orth, wo es auch wäre, unmöglich besser haben noch wünschen kan. Es wird sich sodan schon Gelegenheit ereignen, ihn mit Ehren und Nuzen zu unterbringen. Er windet demnach nur lediglich an ihn selbsten, das er seine dermahlige Inactivität, umb nicht zu sagen paresse in eine Activität und sein unnuze Zeitpassirung und das Nuzliche und Nöthige verwechsle und sein Genie zu solchen wichtigen Dingen wenden und neügen, die grosse Leüth nicht ignoriren känen noch sollen, und das er sich darauf mit dem rechten Ernst und aufnehmenden Fleiß und Eyfer applicire et in fine finali die Zeit besser anwende und die Gelegenheit sorgfaltiger ergreiffe und sich solch getreüen vätterlichen Rath zu nuzen machen, wan er anderster den göttlichen Seegen hoffen will. Seine Antworten bestunden mehrentheils in Stillschweigen und Lächlen. Ich wünsche [55] aber, das sich dieses nicht viel früher, alß er sich einbildet, in Weinen und Jamern verändert. Feci quod potui et feci quod debui tibi, arras tibi, ocas tibi, sens tibi, eidem et mettes. 4. Vormittag suchte den Generalauditor-Leüthnant Jenco. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag suchte wieder den Jenco. Dan war ich mit dem Maxl bey Carl-Hochenwartischen biß spatt. 5. Vormittag war bey mir der Jencko, dan der secretarius des Mühlburg, item der Khöller und der Ziegler. Bey unß speiste der Geistliche von Lustall, wie auch gester und vorgester. Abends war bey mir der alte Widerkher, vorhero der Leüthnant Setall und noch vor der Weitenhüller. 6. Zu Mittag speiste bey unß der Geistliche von Lustall. Morgens fruhe seyn von hier nach Görz abmarchirt einige general-vasquezische Mannschafft, die daselbst werben wird. Heüt Nachmittag nach 6 Uhr ist von Triest hier angekomen mein gewester economus ad St. Martiri Dr. Fran/ ces/co Bischiach. 621 Pred tem prečrtano kan | 349 1751 April Dan war bey mir der Carl Hochenwarth biß spatt. 7. Heüt waren bey mir 2 Bauren von Terjac, Kalck zu offeriren. Erster will heüt über 8 Tag wieder komen. Mit dem anderen aber, Lenard Vintar s‘ Laperja, habe per circa 50 Waag accordirt à 25 soldi per Centen hier gelegter, [56] und hat versprochen in 14 Tagen solchen zu liffern. Vor Drangeld habe ihm 6 fl. gegeben. Dan war auch bey mir P. Possareli von Triest, item Stefano Sili. Erster, das ihme Holz und Eisen zu Erbauung eines Schiffs (weil der Michelle Passara quod sein oncle eines in Dalmazien verlohren) ex ærario gratis gegeben wurde. 2dus aber, das denen Schiffleüthen auf dem Sau-Strom anbefohlen wurden gegen den tariffenmassigen Lohn, das areckerisches in 40/m Mezen bestehendes Getrayd heraufzuliffern. 8. Vormittag habe mein österliche Andacht bey denen Franciscanern verrichtet. Nachmittag war ich in Rath von ½ 3 biß nach 7 Uhr. Dan gieng ich mit Graf Barbo spaziren. Heüt Nachmittag nach der Jesuiterprocession ist mein Fränzl mit der Frl. Lenerle von Hallerstein nach Manspurg gefahren, daselbst über die Feyertag zu bleiben. Heüt hat mein alteres Sohn Hanßl das 22te Jahr seines Alters zuruckgelegt. 9. Nachmittag war ich mit mein Maxl die Hl. Gräber zu besuchen und zwar in Folgen der Ordnung: Jesuiter, St. Florian, Dom, Bruderschafftshauß, Franciscaner, Clarisserinen, Ursulinerinen, Capuciner, Teütsche Kirchen, St. Laurenzi. Bin außgangen umb 2 Uhr und retournirt mit besten Gelegenheit umb 4 ¼ Uhr. Et sic habe alles verrichtet in 2 ¼ Stunde. [57] Abends passirte die gewöhnliche Capucinerprocession und kam zu meinem Hauß umb 7 Uhr 45 Minuten und endete sich umb 8 Uhr 45 Minuten. Et sic daurete in allen ein Stund. Bey mir schaute auch die Procession Mad. Klee, dan der Craizberg von Adlsperg. Erster habe alles gesagt, was mir m. L. committiret hatte wegen der Nändl, ihrer Camerjungfer. Und die Mutter hat versprochen sie in den Nöthigen zu unterrichten. Der Craizberg aber ist nach Adlsperg gleich nach der Procession retournirt. Dr. Fran/ces/co Bischiach ist ebenfals nach der Procession nacher Triest revertirt und habe ihm gesagt, das er sein Besoldung biß ultima hujus in Rechnung bringen solle, ob er schon unter einstens auch die von Hamilton genüsset und dieses in Recompens seiner mir gelaistete getreüen Diensten. Über das habe ihm auch mein Schreibkasten geschenckt, die mehrmahlen hieher gemachte Raisen und auch diese lezte bonificirt. Und über das will ich ihm zu einem Angedancken ein silberne Tabactosen von circa 6 # von Wienn komen lassen und verehren, womit er auch vollkomen vergnügt ist. 10. Vormittag war bey mir Sigm/und/ Graf von Liechtenberg, mich umb Rath zu fragen wegen seiner Brauth Theresia F. Gräfin von Aursperg. Und zwar, weil er, umb des fide comissi nicht verlustiget zu werden, in Testament gepunden ist in ein stifftmässiges Hauß zu heyrathen. Der Braut Mutter aber eine Bathiani war. Et sic est quod fit, [58] ob die Bathiani alß eine ungarische Famille in die Stiffter komen känen? Si non, ob solche, weil sie Edle dieamather probiren kan, gleichwollen vor stifftmässig zu halten seye? Nachmittag war bey mir die Pekiza Smuk von Triest. Spätter die Busetischen und abends gieng ich mit ihm und mein Maxl zu Auferstehung zu den Jesuiten. Sonst war Vormittag bey mir der Franciscaner P. Guardian und dan der Delesnig mit dem Osterferienwunsch. 11. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem hiesigen Fürsten und Bischoff à 14 couverts. Von Hauß war der Fürst und sein nepos, dan die Grafin von Schrottenbach, Graf Wildenstein, Graf Gallenberg, Frl. Prang, Graf Barbo, General Br. de Fin, Br. Tauffrer Max, Br. Erberg Benj/ami/n, vicarius generalis Perr, Canonic Abfaltrer. Abends war ich bey Wildenstein in der Gesellschafft. Heüt habe dem Br. Erb/er/g Craußhaubtman nach Neüstadtl sein Flaschenkellerle mit malvasia garba angefilt, dan ein Loth wienerischen cauli fiori Samen geschickt. 12. Vormittag war ich mit mein Maxl bey Br.-Gallischen die Feyertag zu wünschen, dan bey meinem Schwigervatter. Zu Mittag speiste ich sambt m. L. bey Graf von Wildenstein à 15 couverts. Da war von Hauß die Frl. Prang, dan622 Gräfin von Schrottenbach, Frl. Valvasor, dan der hiesige [59] First und Bischoff, sein nepos Graf Attems, Graf Sigm/und/ Gallenberg, Graf Barbo mit sein Sohn den Tiserle, General Br. de Fin, Br. Benjamin und Br. Ferd/inand/ Erberg und ein Leüthnant von Molck. 622 d popravljen iz g 350 | 1751 April Ich blib da biß spatt und spielte mit dem Fursten das Schachspiel. Unter anderen erzehlte mir der Fürst, wie das unser Hof mit dem Fürsten und Bischoff zu Bamberg die Differenzen wegen denen von lezten in Kärnten besizenden Güttern anverlangten contributionalis in Uneinigkeit war. Dan aber solche mittels des zu Wien gewesten Brudern des Bischoffen, Grafen von Franckenstein, die Sache mit einem Recess beygeleget hatte. Weil aber ex post unser Hof unter anderen Rubriquen ein mehres verlanget hat, ist die Sache wieder in Contestation gekomen, sodas derzeit von der Repræsentation und Camer in Kärnten die effecti des Bischoff sequestriret worden. Nun ist der Bischoff zu Bamberg deßwegen sehr disgustirt und sucht wegen diser Aggravien mit dem Erzbischoff zu Salzburg, Brixen und Freising, die alle ebenfahls in Kärnten und Crain Gütter besizen, causam comunem zu machen. Und wollen die Sache bey dem Reichstag zu Regenspurg anbringen, welches alles dem Erzherzog Joseph bey künfftigen römischen Konigswahl præjudicirlich fallen känte. Bartenstein und Knor waren der Mainung, Oberwehnte zu menagiren. Der Haugwiz hingegen emportirte bey der [60] Kaiserin den Rigor des angeschlagenen tributionalis, wovon der affectus zu erwarten stehet. Salzburg soll in Karnten bey zwey Milionen Gulden an Güttern in Kärnten besizen. Bamberg nicht soviel, hingegen hat es bessere Unterthanen, Bergwerg etc. Salzburg klaget wider das Contributionale um so mehr, alß alle die in Karnten fallende Einkünffte nicht sufficient seyn sollen, das Contributionale zu bezahlen. Und soll der Erzbischoff gesagt haben, das er endlich alle die Einkünfften noch wollte fahren623 lassen, das er hingegen über die Einkünfften noch Gelder von Salzburg dahin schicken solte. Darzu wurde er sich niemahls verstehen. Merckwurdig ist, das gleich wie das allgemeine Klagen wider das so starcke Contributionale in allen Ländern gefuhret wird und das die Einsichtige den Ruin der Unterthanen und deren Länder vorsagen, so soll der franzosische Minister an Wienner Hof Mr Blondel, die so gutte Einrichtung über alle Massen belobet und gesagt haben, das in Franckreich die Gaben noch weit grösser seyn und das die Kaiserin durch die dermahlige Einrichtung zu grosser Macht gelangen wird. Welches alles man interpretiret, das diese Einrichtung Franckreich belobet, weil sie dem Hauß Österreich schädlich ist [61] und Franckreich eben so vortheilhafftig ist. Dan erzehlte er mir, seine Anzeüge bey Hof gemacht zu haben, das das vorhabende Erzbistum zu Görz nicht wohl subsistiren känte, wohl aber das solches allhier errichtet werden möchte. Solch seine Anzeüge sambt denen motivis hat er mir versprochen zu communiciren. Dem jungen Sigm/und/ Grafen von Liechtenberg hat der Fürst auch in meiner Gegenwarth sehr zugeredet, das weder er noch sein Vatter keinen Anstand machen sollen, die vorhabende Heyrat mit der Frl. Theresl von Aursperg für sich gehen zu lassen. Sonderlich aber, umb sich nicht zu exponiren, in die Famille Liechtenb/ er/g zu inquiriren, alß welche nicht von denen bereits exstinguirten alten Liechtenberg, sondern von denen Schwaben herkomt, welche erst das Prædicat von Liechtenb/er/g angenohmen haben, wie dan dergleichen mehrere neue Familien gibt, die die alte Nahmen genohmen haben, alß eben die Pilligräz, welche von der alten Famille nicht seyn. Der Fürst meldete, auch Bamberg habe sich declarirt, wan es auf dem Reichstag zu Regenspurg nicht renssiret, alle in Kärnten besizende Gutter an das Hauß Brandenburg oder an wem es wird känen verkauffen zu wollen. 13. Nachmittag war bey mir die Beckiza Smuck von Triest, welche Morgen dahin [62] retourniret und mit welcher ich die Schachtel mit Chocolate dem Belletti zuruckschicke. M. L. war Nachmittag in Visiten, unter anderen bey der Zois Sechswocherin und bey der Gallenberg. Heüt ist die alte Garzarolin begraben worden. Umb ½ 7 Uhr ist von H. Creüz hier retournirt der von Nemezhoffen mit sein Schwagern Zergoll. 14. Vormittag war bey mir der Advocat von Kärnburg, Stempelpachter, welcher scheinet in der Pachtung continuiren zu wollen. Zu Mittag speiste bey unß der Generalauditor-Leüthnant Jenko und der Fenrich Ebner. 15. Vormittag war bey mir der Adjutant des General Br. de Fin in Betroff des Bergschlosß von Clausen Flitsch. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan gieng ich mit Barbo zum Wildenstein. Heüt war das Examen der Concurenten vor die Pfarr Maraitsch und hat mein Schwager Br. Ferd/inand/ von Erberg sich sehr wohl verhalten. Und sagte mir der Bischoff, das er es selbsten nicht gewust hätte, besser zu machen. NB. Seit 7 Uhr morgens biß 5 Uhr Nachmittag war er stetts beym Examen und in Resolvir und 623 Pred tem prečrtano fahten | 351 1751 April Entwertung seiner Mainung über die, ihnen vorgeschribene casus. 16. Vormittag war bey mir Stefano Sili wegen [63] Beforderung auf dem Sau-Strom, des areckerischen Getrayds bestehend in 40/m Stär und das die Schiffleüth durch ihre respectiven Obrigkeiten oder Herrschafften dazu verhalten wurden. Dan war bey mir der Kotschever, Briester, sich umb die Pfarr Maraitsch zu recomendiren; in simili der Barlitsch. Dan der Haubtman Blachner, sich in Nahmen des Obristen wider hiesige Fleischhacker zu beklagen wegen schlechten Fleisch, weßwegen den Stadtrichter die Sache zu untersuchen und Recht zu thun aufgetragen habe. 17. Vormittag war bey mir eine Fleischhackerin wegen der gestrigen Affaire. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Spätter mit dem Barbo bey Wildenstein. 18. Vormittag umb 7 Uhr gieng ich mit mein Maxl in die Domkirchen, wo der Bischoff und Fürst die Mesß gelesen. Dan hat angefangen die Procession umb Gewinnung des Jubileiablasß außzugehen und biß die Reühe an unß gekomen haben, müssen warten biß 9 Uhr. Die Procession hat geführt der Domprobst Graf Petaz, dan ist der Fürst und Bischoff nachgegangen und nach seiner die Noblesse. Der erste war der Landshaubtman Graf Aursperg, mit ihm der Franz Lamberg, dan Graf Waicard Barbo mein Collega mit Grafen von Wildenstein, dan ich mit dem jungen Grafen von Aursperg, dan Graf Strassoldo mit Benj/ami/n Br. Erb/er/g. Dan verschiedene andere, alß der Carl Graf Aursperg, Graf Attems, mein Schwager [64] Br. W/olf/ D/aniel/ Erb/er/g, mein Schwigervatter, mein Sohn Maxl und mehr andere. Unter denen darauf gefolgten Dames war die Grafin von Schrottenbach, Frl. Sefferle und Thereßl Aursperg, die Carl Aursperg, die Raunoch und noch einige mehr, die Frl. Prang etc. Wir giengen am ersten zu den Jesuiter, dan zu denen Augustinern di larga manica, dan zu St. Peter, wo ein stille Mesß und dan ein crainische Bredig war von P. Ermel, Jesuiten. Von dar retournirten wieder eo ordine processionaliter in die Domkirchen und hatte sogestalten alles das End umb ½ 2 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir der Nemezhoffen und abends spatt war ich mit mein Maxl bey mein Schwigervatter. 19. Heüt morgens ist die Frau Franchi begraben worden. Dan war bey mir der agregirte Obristleüthnant Graf Attems, der von Görz komt und Nachmittag nach Wienn verreiset. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem General Br. de Fin à 16 couverts. Da war der Fürst und Bischoff von hier, der Landshaubtman und sein Frl. Tochter, Carl Aursperg mit seiner Gräfin und Schwester, Graf Wildenstein, Grafin von Schrattenbach, Frl. Brang, Graf Sigm/und/ Liechtenberg, der Obrist Br. Krottendorff und sein Frau und Br. Benj/ami/n Erberg. Nachmittag war ich bey Generalauditor-Leuthnant Jenko. Dan bey meinem Schwigervatter. [65] Heüt Vormittag war ständischer Landtag, an Zahl 92 Ständen, und ist pro deputato der Carl Graf Auersperg und Max Br. Tauffrer erwählt worden. Mein Sohn Johanes Lotharius hat heüt das erstemahl die session in Landtag genohmen. Gegen Mittag ist Graf Herberstein auß Unter Crain retournirt. Nachmittag war bey mir der Probst von Rudolphswerth Br. Erberg. 20. Vormittag war bey mir der alte Jencko. Nachmittag der junge Drussetich, deme ich gegen des Brückner Quittung die 105 fl. bezahlet habe vor soviel zu Wienn in Stadtbanco zu behöben *habenden* und den hujus verfallenen Interesse. Heüt hat mir Nemezhoff die mit Ende dieses mir verfallende Quartallsbesoldung, Pension und was mir zu Tilgung meines Ruckstands bezahlet wird, abgeführt. 21. Vormittag war bey mir der Sili. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Vormittag ist allhier ein gemeiner Dieb außgeführt und gehenckt worden. Nachmittag war bey mir der Probst Graf Petaz. Abends waren624 bey unß in Spiel die Grafin von Schrottenbach, Frl. Prang und Frl. Valvasor, dan der General Br. de Fin und mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/. Heüt habe mein Haußgerath von Triest erhalten und vor die Fracht 20 fl. bezahlt. 22. Vormittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. 624 Madež črnila. 352 | 1751 April Abends war ich mit mein Maxl bey Valvasorischen. [66] Gester habe den neuerwählten Stadtrichter zu Landstrasß das Jurament ablegen lassen. Heüt abends war bey mir die Widerkherin. 23. Vormittag war bey mir Delesnik wegen der neuen Massereyen Besorgung ansuchender Recompens. Dan der Sigerl Graf von Liechtenb/er/g wegen der Anstände bey seiner vorhabender mariage. Zu Mittag speiste bey unß der Fendrich Ebner. Nachmittag war bey mir Mad. Bourlie und bey m. L. die Cozzoli, Duvale, Widerkherin. Ich war bey denen Discalziaten mit meinem Maxl wegen der Todtenconfraternität. M. L. war abends bey der Schrottenbach. 24. Heüt Frühe ist die Frau von Stemberg nacher Wien zu den ihrigen. In ihrer compagnia aber die Charlote Wolwiz, Wittib, mit ihres Bruders Frl. Tochter, welche beede nach Olmuz625 zu der alten Schmitthoffen, gebohrne Auspersky, gehen. Dan war bey mir Deleßnig. Abends der Buseth, der Übermorgen nach Weiniz in Unter Crain gehet in compagnia des Schwab von Liechtenb/ er/g in comissione von Landrecht. M. L. war abends bey der Schrottenbach. 25. Vormittag war bey mir der Zebull, der mir ein Brief von Knesovich brachte. Dan der Palier wegen eines auf meinem Mayrhof vorhabenden Gebau. [67] Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem Bischoff und Fürsten allhier à 17 couverts. Da war der Fürst und sein nepos, Gräfin Thurn Wittib, Grafin von Schrottenbach, Frl. Prang, Graf Leopold Lamb/er/g und sein Gräfin, Br. Tauffrer Craißhaubtman und sein Gemählin, Obrist Br. Krotendorff und sein Gemählin, Graf Herb/er/stein, General Br. de Fin, Br. Benj/ami/n Erb/er/g, dan der Probst Graf Petaz. Nachmittag suchte mit Br. Tauffrer den Bechinie, der nach Görz abzureisen hat. Und da er nicht zu Hauß war, fanden ihn beym Nemezhoffen. Dan retournirten zum Fürsten. Spätter gieng ich mit m. Maxl zu denen Discalziaten, waren aber schon beym Nachmahl. Dan giengen auf mein Mayrhoff auf die Polane zu sehen, was dort zu bauen et zu repariren sey. Heüt morgens ist hierdurch von Wien nach Neapel passirt die Grafin von Althan des Michel Hanß Gemählin, gebohrne Kinsky, umb daselbst das Bad zu brauchen. 26. Vormittag war bey mir Delesnig. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Wehrender Rath ist der von Raab und der Magistrat einberuffen und ist die casus wegen des Militarbeytrags, davon der Raab exempt zu seyn prætendiret, ventiliret und die ferere Procedur auf Morgen Nachmittag übertragen worden. Nachmittag war ich wieder in Repræsentations- und Camerrath. Dan war bey mir der Delesnig, sich zu bedancken, [68] weil ihme auß denen Zimentgefällen eine Remuneration per 50 fl. außgeworffen worden. Dan war bey mir ein von Obristen geschickter Cadet wegen einer von mir dem Obristen comunicirten Risß. Spätter der alte Widerkher. NB: Gester war die mariage des Pensionisten Hail mit einer Jungfer Floriantschitsch, einer Schwester zu der Varmatin, vollgezogen. Die Zusamengebung beschahe zu St. Veith und abends gabe Hail ein souppé. 27. Vormittag war bey mir der gestrige Cadet nomine des Obristen. Nachmittag war ich in Rath, wo die in contradictorio abgehorte causa zwischen dem Stadtmagistrat und dem Raab terminiret worden und wird allen Ansehen nach lezter das kürzere ziehen. Spätter war ich mit mein Maxl bey der Wüsetin und der Widerkherin. M. L. war abends bey der Schrottenbach. 28. Vormittag ist der Obristleüthnant Br. Mittrowsky allhier angelangt und bey General Br. de Fin abgestigen. Bey mir war Delesnig, dan der Bottoni wegen Fiume. 29. Vormittag war bey mir Br. Mittrowsky, Obristleüthnant. Dan habe 35 Bauernwaag Kalck erhalten, 21 ½ habe davon wägen lassen und diese haben gewogen 6.950 lb. Nach diesen habe calculirt, das ein Wag 323 lb. macht et sich alle 35 Wag 11.305 lb. Weil mir aber der Kalck in Regenwetter zugeführt worden, habe 10 per % abgezogen [69] und sogestalten nur bezahlt 103 Centen 625 O popravljen iz A | 353 1751 Maj d‘accordo zu 25 soldi, macht 24 fl. 10 〈kr.〉 Und diesen Kalck habe erkaufft von dem Bauern nahmens Lenard Vintar blisu Terjaca s‘ Laperja. Heüt ist der Obrister626 Br. Materni von Wenzel Walis von Wienn hier angekomen. 30. Vormittag war ich in Rath biß 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey unß Fendrich Ebner. Nachmittag war ich *mit mein Maxl* bey den Discalziaten, mich in die Todtenbruderschafften, so auch mein Liebste einzuschreiben. Dan war ich auf dem Jahrmarckt. Dan gieng auf Polane, wo ich an meinem Mayrhof etwas repariren lasse. Spätter war ich in Visit bey dem Obristleüthnant Br. Mitrowsky, der mir unter anderen erzehlte, das die 3 perlanische Herrschafften, Ozail, Grobnig und Brod, detractis detrahendis nicht über 6/m fl. rendiren. Der alte Perlas wird bey 180/m fl. Schulden hinterlassen haben, weil er besonders splendide gelebt, auch ex proprio jahrlich bey 15/m fl. pensiones an die Spanier gegeben, auch monatlich nur vor seine Küche (ohne den Keller oder mehr andere Sachen zu rechnen) monatlich 1.500 fl. depensiret hat. Der junge Perlas wird bey 40/m fl. seiner Gemählin in Brautstand regaliret haben und bey 7/m fl. an Jubellen und das übrige627 an Zeüg, Spizen und Galanterien. Der Alte war so prachtig, das er etliche Betwäsch mit feinen niederländischen Spizen garnirter hatte. Den jungen Perlas lobet Mittrowsky qu‘il a le coeur bien placé. 1751 Maj [70] 1. May. Vormittag war bey mir der Auditor-Leüthnant von Carlstadt Jenko, der Morgen dahin retournirt. Nachmittag war ich bey dem Fürsten und Bischoffen, der Morgen nach Ob/er/burg verreiset. Dan war ich mit mein Maxl bey der Frau Raspin, Wittib. Dan bey dem Wildenstein, der heüt Vormittag hier angekomen von Tschernembl. Heüt ist der Obrist Br. Materni von hier nach Görz retournirt. Spätter war ich beym Jencko, ihm Glück auf die Reiß zu wünschen. 2. Heüt fruhe nach 8 Uhr ist von hier nach Carlstadt abgereist der Auditor-Leüthnant Jenko. Ich war mit m. Maxl bey mein Schwigervatter, dan bey Sigm/und/ Br. Abfaltrer, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Nachmittag kamen zu mir der Haubtman Blahner und Haubtman Reiberich, dan der Feldpater mit einem Feldscherer und giengen beaugenscheinigen die 2 Hauser vor dem Teütschen Thor, alß das hizingerische und jänische, ob solche nicht vor den Militarspitall adaptiret werden känten. Und kam auch zu unß der Craißhaubtman Br. Tauffrer. Dan gieng lezter mit mir und kam sodan auch zu mir der Graf Joseph Barbo und der Cætaner sein Bruder. Vormittag war bey mir der Franz Br. Hallerstein, dan der geweste Waldschreiber zu Görz [–].628 Dan der [–],629 der hier Burger und Klockengiesser zu werden suchet, mit seiner künfftiger Schwigermutter, einer Kirschnerin. Dan war ich mit dem Maxl bey [71] dem Obristleüthnant Br. Mittrowsky, der abgewichene Nacht das Fieber bekomen. Dan bey der alten Br. Abfaltrerin, gebohrne Dinzl. Und spätter giengen ein wenig spaziren. NB. Gester fruhe ist H. von Bechninie mit seiner Gemählin von hier nach Görz abgereist in Landrectificationsgeschäfften. Gester habe erkaufft 5630 Wägen Kalck. Jeder Wagen hatte 2 Bauernwag. Jede Waag habe per 3 Centen gerechnet, wären also 30 Centen à soldi 25, machete 25 17ner. Und ich habe davor bezahlt 24 17ner oder 4 fl. 32 〈kr.〉 Und glaube gut gekaufft zu haben, weil jede Baurenwag mehr dan 3 Centen abzuwerffen pflegt. Den [–]631 dieses hatte der Maxl das Unglück und ist in der Reitschull von Pferd gefallen. Und zwar sogestalten unter das Pferd, das dieses über ihn gesprungen mit dem besonderen Glück, das ihm das Pferd jedesmahl in die Höllungen zwischen die Hand und die Fueß sogestalten getretten, das er niemahls weder berührt noch beschadiget worden, wofür Gott der ewige Danck seye. 626 Sledi prečrtano Leüthnant 627 Orig. übrigen, a je bil -n prečrtan. 628 Prostor za ime. 629 Prostor za ime. 630 Popravljeno iz 6 631 Prostor za datum. 354 | 1751 Maj 3. Vormittag war bey mir Guido Graf Cobenzl wegen Sodraschiza-Wochenmarckt. Zu Mittag speiste bey unß der Medicus Grafenhueber. Bey mir war auch Vormittag Graf Ignati von Liechtenberg in Betröff der Strittigkeit wegen Babino polle. Nachmittag war ich mit mein Maxl bey H. von Mühlburg in Ambtssachen. Dan giengen mit ihm und den Holblingischen in das Gartl632 [72] beym Ballhauß. Dan giengen zu Graf Wildenstein, wo wür biß spatt bliben. 4. Vormittag war bey mir Franz Br. von Hallerstein. M. L. war in Visiten und abends bey Wildenstein. 5. Vormittag war bey mir der amanuensis des Müchlburg. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Nachmittag war bey mir Br. Hallerstein, der Morgen nach Arch verreiset. Dan der Zebull, neuerwählt und conformirter Stadtrichter von Crainburg, der Morgen das Jurament qua talis ablegen wolte. Dan Mad. Bourlie, die Lust bezeüget nach Wienn zu gehen, ihre Pension zu solicitiren. Dan eine Fleischhackerin, der ich ein paracarri verkaufft habe. Heüt habe dem Herberstein einige mir gelichene manuscripta restituirt und ein Carot Amsterdamer Rappè beygelegt per regalo. Dan war bey mir Schlud/er/bach. M. L. war heüt auf dem Marckt und abends bey Wildenstein. Zebull erzehlte mir, das sie mit dem acquæductu bald in die Stadt komen und darmit wohl renssiren werden. Sie haben biß dato bereits eingesezt 1.600 Rohren von Forchenholz, [73] vulgo boor oder borou. Jedes Rohr ist lang 2 Klaffter. Ein solcher Stock kostet 9 solt und 8 Zimmerleüth bohren deren in einem Tag 26 Stuck zu 17 17ner. Ein Zimmermann kostet also das Bohren der 26 Rohren 2 fl. 16 kr. Und weil der Maister von Zimerleüthen ein mehres bezahlt wird, komt ein Röhren von 2 Klaffter lang mit Holz und Bohren auf 10 solt. Biß in die Stadt wird man noch bey 150 Röhr brauchen. Dem entrepreneur Thiery bezahlt man per Pausch 3/c fl. Der Brunn von Stein wird kosten bey 250 fl., wovor sich der Steinmüz von Lack solchen verfertigen zu wollen, sich anerbothen hat. Die übrige Arbeith mit dem Eingraben der Rohrn etc. wird besonders bezahlt. 6. Vormittag habe dem Zebull alß Stadtrichter zu Crainburg das Jurament geben lassen. Zu Mittag speiste ich bey General Br. de Fin à 6 couverts und habe zugleich die Visit dem annoch unpaßlichen Br. Mittrowsky. Bey m. L. speiste zu Mittag der Leüthnant Br. Aichelburg und Fendrich Ebner. Abends war ich beym Landshaubtman, der Morgen fruhe über Craüz nach Wienn und Prespurg verreiset, auch sein jüngsten Sohn in das Collegium Theresianum führt. Mein Maxl hat Vormittag wegen des nächstigen Fall zur Ader gelassen. M. L. war abends bey Wildenstein. 7. Vormittag war bey mir der Schlud/er/bach, dan der Feldmesser Gürtler. [74] Gester habe dem Bauren, der 14 Staffel zur kleinen Stiegen geliffert hat, 2 Species kaiserlichen #, id est 8 fl. 20 〈kr.〉 à Conto bezahlt. Nachmittag war bey mir der canonicus von Buccari Dr. Bartolomio Vicenzo Barcich in seinen Angelegenheiten und wegen Rechnungen seines Vatters, deßwegen er nach Graz zu gehen, daselbst die Sachen außzumachen, intentioniret ist. In gedachter Bucari, erzehlte er mir, das in allen 9 canonici seyn, alß derzeit der paroco e canonico Fran/ces/co Tomaso Carina, der zugleich decanus zu Modrussa ist, 2do er, Bartolomio Vicenzo Barcich, 3tio Antonio Sgavez, 4to Anto/nio/ Tian, 5to Andrea Kovacich, 6to Mattia Micoz, 7mo Nicolo Sepich, 8vo Stefano Bizaro, 9no Tomaso Kovacich. Der Pfarrer genüst 2 portiones deren Einkunfften und ein Portion eines canonici; alles eingerechnet komt jahrlich bey 160 a 170 sd. Zu Buccari seyn 6 Kirchen, alß die Catedral St. Andrea, 2do St. Catarina, 3tio St. Pietro, 4to St. Giorgio, 5to La Madona del Porto, 6to St. Margareta. In dem ganzen buccarischen teritorio werden seyn bey 6/m Comunicanten und etwa 2/m Noncomunicanten oder Kindern. Heüt fruhe ist der Landshaubtman von hier nach Creütz abgereist, von wanen er nach Wienn und Prespurg gehet. 8. Zu Mittag speiste m. L. mit Br. Benj/ami/n bey General Br. de Fin. 632 Sledi beseda bey | 355 1751 Maj Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan gieng mit Barbo spaziren und abends zu Wildenstein, wo auch m. L. war. [75] 9. Vormittag war ich mit mein Maxl bey dem Kriegscomissario wegen des Soldatenspittals. Nachmittag war bey mir der abbé Werth mit dem Pfarrer zu Ossivniz, welcher lezte vor viel Jahren bey mir Page war nahmens Andreas Michitsch. Dieser erzehlte mir, das diese des Fürsten von Aursperg jure patronatus gehörige Pfarr des Jahres bey 4/c fl. rendirt in allen und jeden. Sein Pfarrmänge bestehet in circa 2/m Comunicanten und hat folgende Kürchen und Dorffschafften unter seiner Pfarr, alß: – Die St. Peters-Pfarrkirchen zu Ossivniz nebst der incorporirten Rosencranz-Capellen. Das Dorff Ossivniz hat bey Hauser 20 Filialen alß die Kirchen: – St. Viti zu Wassail. Dieses Dorff hat 20 〈Hauser〉 – St. Egidi in Fischbach 15 〈Hauser〉 St. Annæ bey dem Dorf Srobotnik. NB. Die Kirchen allein gehört unter sein Pfarr, das daran gelegene Dorf hingegen nach Rieg zu Gottschee. – St. Nicolai in Dorf Tschatschitsch 30 〈Hauser〉 – St. Michaelis in Dorf Papesch 26 〈Hauser〉 – St. Spiritus in Dorf Sirgern 13 〈Hauser〉 – St. Laurentii in Dorf Ober Grasß 40 〈Hauser〉 – B/eatæ/ M/ariæ/ Virginis in Dorf Suchen 50 〈Hauser〉 – St. Francisci Xav/er/ii in der Nachbarschafft Alt und Neü Winckl hin und wider 80 〈Hauser〉 *No. 294* Zu Gotschee ist die Pfarr. Ertraglicher daselbst ist derzeit Pfarrer N. Kosler. In der Stadt Gottschee ist die Stadtkirchen St. Sebastiani, Pfarrkirchen aber St. Bartolomei. [76] Filialen seyn folgende: – St. Petri in Dorf Loschin, Ober und Unter Loschin und Kurtler, Hauser bey 30 – St. Antonii in Dorf Kofflern 20 〈Hauser〉 – Angeli Custodis in Dorf Malgern 28 〈Hauser〉 – St. Jacobi in Dorf Kherndorf 24 〈Hauser〉 – B/eatæ/ M/ariæ/ Virginis bey der Altenkirchen. In Dörffern Windischdorf, Mitterdorf, Obrern und Orth 70 〈Hauser〉 – Corporis Christi in Dorf Maschwald 30 〈Hauser〉 – St. Annæ in Dorf Hocheneg und Kazendorf 40 〈Hauser〉 – St. Johan/is/ Baptistæ in Dorf Zwischlern 20 〈Hauser〉 – St. Leonardi et Rochi in Dorf Schalckendorf 25 〈Hauser〉 – St. Viti et Laurentii in Dorf Selle 26 〈Hauser〉 – St. Udalrici in Dorf Hornberg 15 〈Hauser〉 – Trium Regum in Dorf Schwarzenbach 15 〈Hauser〉 – St. Andreæ et Valentini in Dorf Hasenfeld 16 〈Hauser〉 – O/mn/ium Sanctorum in Dorf Lienfeld 20 〈Hauser〉 – SS. nominis Jesu in Dorf Krapfenfeld 30 〈Hauser〉 – St. Franc/is/ci Xav/er/ii-Cappellen nachst der Stadt Gotschee *No. 409* Abends war m. L. bey Wildenstein. 10. Heüt mittags hat der Landshaubtman zu Munkendorff gespeist und dan sein Reiß nacher Wienn prosequirt. Nachmittag bin ich mit m. L. zu denen Discalziaten und bin sodan ich gleich anderen in der Confraternitätkleidung processionaliter die vier Kirchen, alß den Dom, Jesuiter, Augustiner und St. Peteres-Kirchen, umb den Jubileiablas zu gewinen besuchen gangen. Und zwar ich und m. L., die wir in gedachten 356 | 1751 Maj Todtenconfraternität erst eingeschriben worden, heüt das [77] erstemahl. Von confratribus waren unser an der Zahl No. [–]633 et consorores No. [–],634 welche lezte aber in ihren gewohnlichen Kleidungen mitgegangen. Und hat die Procession gedauret etwas über 2 ½ Stund. Vor dem Außgang hatten wir bey denen Discalziaten ein klein Bredig und nach der Ruckkunfft die Litanein. Dan bin ich zu Wildenstein. 11. Zu Mittag speiste bey unß die Obrist-Eilerin. Nachmittag war ich bey Br. Schmitthoffen wegen der Differenz zwischen Arnold und Pilarini. Dan war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan Abends bey Wildenstein, wo ich wehrender Gesellschafft mit Graf Tonerle635 Barbo ein wenig spaziren bin gangen. 12. Vormittag war bey mir der Glockengiesser mit seiner künfftigen Schwigermutter, sich zu recomendiren. Zu Mittag speiste bey unß die Grafin Bourlie und der Geistliche von Lustall. Nachmittag war bey mir mein Schwigervatter. Dan der Dionoro, spätter der von Wien erst gekomener Knesovich mi[t]636 dem Doctor Modesti. Und erster retourniret die eingehenden Nacht nach Fiume. M. L. war abends bey Wildenstein. 13. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag gieng ich mit m. L. zu denen Discalziaten, wo wir von der Todtenconfraternität heüt das zweytemahl die 4 Kirchen zu Gewinnung des Jubilei processionaliter seyn besuchen gangen, alß die Jesuiter, Dom, Augustiner und St. Peters-Kirchen; die Männer [78] in unsern Bruderschafftsklaidern, das Frauenzimer hingegen in ihren ordinaire Kleidern. M. L. war abends bey Wildenstein. 14. Vormittag war bey mir der Kriegscomissarius von Mühlburg in Betröff des Militarspittals. Dan giengen miteinander zu dem Craißhaubtman Br. Tauffrer, spätter zu General Br. de Fin. Abends war bey mir der General Br. de Fin biß spatt. M. L. war bey der Schrottenbach in ihrer Cotterie. Heüt ist von Wienn hierdurch nach Venedig zu der Ascensa passirt die Fürstin Kinsky, Wittib, mit ihrer Tochter und dieser Man, dem Grafen Leslie. 15. Heüt habe von einem Bauern s‘ Virda nahmens Stefan Ardena erkaufft 89 Bodenbretter zu 12 Ellenpogen oder 18 Schuh lang, 14 Zoll brait und 1 ¾ Zoll dick, à soldi 12 per 53 lr. 8 〈sl.〉 Dan habe erkaufft 14 ½ Baurenwag ungeleschten Kalck; haben gewogen netto 3.890 lb. à soldi 25 den Centen, macht 48 lr. 12 ½ 〈sl.〉. Dan war bey mir Mr Arnold von Triest, der erst vor ein par Stunden gekomen und nacher Wienn gehet. Er ist von Coteck nicht satisfait, weil er ihm pro condirectore den Rizzi von Florenz obtendiren. Arnold aber solchen nicht haben will, wohl aber den Grassi, einen Carniler,637 dazu vorgeschlagen hat. Dan will auch Arnold nicht, das man von Hof in ihre Direction sich stetts einmischen solte und will entweder die freye Hand haben oder aber die compagnia wieder à monte gehen machen. [79] Er hat zwar keinen Anstand, das pro tertio directore Graf Cotech nomine aulæ jemand dazu benenne, jedoch muß solcher von der compagnia approbiret werden und derselben nicht unangenehm seyn. So beklagte sich auch Arnold wider die harte expressiones in denen Schreiben, die er von Cotech bekomt. Und sagt, das er sich dargegen auch eines solchen styli bedienet und endlich alles beygeleget und sich einverstanden habe, das er also nicht weiß, warum er nun nach Wienn beruffen seye. Derzeit bestehet der Commercienrath zu Triest in præside Grafen von Hamilton und 4 Rathen, alß den Ricci, Anto/nio/ Marenzi, conte Mamuco della Torre und den jungen Manegetta, der erst von Wienn erwartet wird. Dan ist bey dem Mercantilgericht erster Instanz præses obgedachter Ricci. Item erzehlte mir Arnold, das die Prob von Zucker wohl renssiret seye und das er die Modl von Triest, 633 Prostor za število. 634 Prostor za število. 635 T popravljen iz J 636 Manjša luknja v papirju. 637 Orig. Carnieler , a je bil prvi e prečrtan. | 357 1751 Maj Venedig, Amsterdam und Hamburg proviret hat und die lezte am besten renssiret wäre und das die Erden oder den Läm darzu die Hamburger auß Brabandt komen lassen. Der Bauer, der mir heüt die Bretter verkaufft, erzehlte mir, das unweit Oberlaybach an dem Laybach-Wasser an einige Äcker wären von brauten [80] Pifangen, an der Zahl 18, auf deren jeden wegen deren länge und braite 2 Merling Waizen angesäet werden. Auf diesen Äckern pflegt man öffters alte Medalien zu finden und zeüget sich hin und wider, das dort vor alters Gebaüde müssen gestanden seyn. Gedachte Acker seyn bekandt unter dem Nahmen Doleine Nive. Arnold sagte mir auch mit Graf Buccelleni nicht content zu seyn, weil er ihm den Contract nicht zuhaltet. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. So hatten wir auch eine Conferenz mit dem General Br. de Fin wegen des Plazes zum Campement und des Militarspittalls. Abends war ich mit dem Barbo bey der Schrottenbach in der Cotterie. 16. Heüt morgens bin ich mit m. L. zu denen PP. Discalziaten in der Mainung, das wir mit der Todtenbruderschafft processionaliter die 4 Kirchen werden besuchen gehen. So aber wegen des eingefallenen Regenwetters unterbliben. Dan waren wir bey den Jesuiten. Zu Mittag speiste bey unß der Obristleüthnant Br. Mittrowsky und der Ignati Rasp, der erst von Görz gekomen. Nachmittag war ich bey Nemezhoff, wo ich den Arnold und den Obristleüthnant Thun angetroffen habe. Bey unß war Nachmittag der erst von Wien gekomene Obristleüthnant Graf Attems. Bey mir war auch ein Ukassovich, [83] 638 der von Zeng komt und nach Wien gehet, dan der Schlud/er/bach und der Expeditor. M. L. war abends bey der Schrottenbach. 17. Vormittag war ich mein Compliment zu machen denen gester spatt von Wienn allhier angekomenen 3 Jesuiterrectoribus, alß dem P. Hingerle und dem P. Vanossi; bey dem P. Krieger aber bin ich nicht gewesen. Zu Mittag habe gespeist bey General Br. de Fin à 7639 couverts. Die anderen 5 waren: der Obristleüthnant Thun Comendant von Fiume, Obristleüthnant Br. Mittrowsky Comendant von Zeng, Mr Arnold von Triest, der Adjutant des Generalen, Dr. Modesti. Nachmittag fahrte ich mit m. L. zu denen Discalziaten und giengen mit der Confraternität die 4 Kirchen processionaliter besuchen. Giengen von dar umb 2.45 Minuten und retournirten umb 5 Uhr 15 Minuten. Et sic waren in allen auß 2 ½ Stund. Abends war ich bey der Schrottenbach in der ordinaire Cotterie. Die erste Procession bestunde in 90 confratelli und [–]640 consorelle, die zweyte in 85 fratelli und 90 sorelle, die heütige und lezte in 79 fratelli und 89 sorelle. 18. Vormittag war bey mir der Dionoro. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin und Mr Arnold, der biß 8 ½ Uhr bey mir gebliben. Bey unß war auch der Obristleüthnant Br. Mittrowsky, der Morgen nach Zeng abreiset. [84] Bey mir war auch der Spittalmaister in Betröff 2 echapirten Spittaller. Mr Arnold erzehlte mir unter andern, das das Geld, auf welches man in China kaufft und verkaufft, heist Tel und gült soviel alß 3 ½ fl. holländisches Geld; 10 Mass machen ein Tel und 10 Candren machen ein Mass, folglich 100 Candren machen ein Tel. Das Gewicht in China heist Pikl. Ein Pickl macht 100 Catschis, ein Catschis macht hollandisch Gewicht 1 ¼ lb. und ein Pickl 125 lb. holländisch. Ein Pickl Theé kostet in China bey 12 Tel und von dem besten biß 20 Tel. Diese Tüchl, die ich umb den Halß zu tragen pflege, nennt man in Bengala romals bandanos. Die Schnupfftüchl aber, die ich leztlich erkaufft, romals sarcari. Der ostendische erste Gouverneur zu Banquibasar war ein Engelsmann nahmens Mr Hun. Und nach diesem succedirte Br. Sconamville, ein Niederländer. M. L. war abends bey der Schrottenbach. 19. Heüt morgens ist von hier über Fiume nach Zeng abgereist der Obristleüthnant Baron von Mittrowsky. 638 Pred tem folijem je uvezan folij z napačnim mlajšim tekočim oštevilčenjem s svinčnikom (pp. 81 in 82), ki vsebuje vpise iz obdobja med 28. junijem in 1. julijem. 639 Popravljen iz J 640 Prostor za številko. 358 | 1751 Maj Dan war bey mir Mr Arnold, dem ich die zebullische Seidenfabrique habe sehen und von mein Maxl begleiten lassen. Dan war bey mir der abbé Bartolio wegen der Soldatenquartier. Dan der Schluderbach. Item ein Barmherziger Bruder von Triest, deme ich sein Betlpasß [85] abgenohmen und dem præsidi geschickt habe, weil krafft k.k. Resolution derley Geistlichen zu betteln verbotten ist. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath und dan gieng ich mit Graf Barbo zu der Schrottenbach, wo auch m. L. und die gewöhnliche Cotterie war. Daselbst habe auch verschiedene Tanzerle und anderer Arbeithdesseins, an der Zahl No. 47, der Frl. Aursperg der Alexander Tochter ad restituendum gegeben. Heüt hat man allhier den famosen Dieb nahmens Messaron gefänglich eingebracht. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin und der Fendrich Ebner. 20. Vormittag war ich mit mein Maxl bey denen alt-Br.-Gallischen. Abends war bey mir der alter Widerkher, spätter war ich bey der Schrottenbach. 21. Vormittag war bey mir der Barmherzige Frater von Triest, deme wir von der Repræsentations den Bettelpasß wieder restituiret haben. Zu Mittag speiste bey mür Mr Arnold und der Nemezhoffen. M. L. speiste bey General Br. de Fin mit ihrem oncle und abends waren diese bey der Schrottenbach. 22. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach vocatus wegen des an das Militarcomando abzugeben habenden pro memoria, wo der641 præses selbes an die Banco-Deputation anzuweisen gedencket in merito des Deserteurs Vorthelffer bey Brod. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. [86] Nachmittag war bey mir Mad. Bourlie wegen ihrer Pension und Rechtshandl. 23. Vormittag war ich bey der Fierenbergin und ihrer erst von Groß Sontag hieher retournirten Tochter Frl. Tonerle. Vorige Nacht haben die Menscher und Kinder am ersten geschlaffen in dem neuen Kinderzimmer. 24. Vormittag ist der Stubenmensch meiner Liebsten, die Mariandl, die 8 Jahr bey m. L. war, ihres Dienst erlassen und an ihrer stat die Baberle aufgenomen worden. Dan war bey mir Br. Tauffrer, Craißhaubtman, in Ambtsgeschäfften. Dan des P. Liberal de Giacomo Basseo nepos, der mir das Buch La Croix und dan die Wurzen Cina mitgebracht, id est von Triest von Osterreicher. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich in Repræsentations- und Camerrath. Dan gieng ich mit Barbo spaziren und abends waren wir bey der Schrottenbach. 25. Vormittag war bey mir die Wittib Grenna. Zu Mittag speiste bey unß der junge Wichtenstein. Nachmittag war bey mir Br. Schmitthoffen. Dan gieng ich mit mein Maxl auf mein Mayrhoff zu sehen, was man baut. Dan zu alten von Widerkher, spätter zu mein Schwigervatter. 26. Vormittag habe erkaufft 28 Puschen Remel, jeder Puschen zu 20 Stuck. Jeden Puschen habe zahlt à 33 solt und über alles 6 solt. [87] Leykauff betragt also alles 31 17ner oder 8 fl. 47 〈kr.〉 Dan habe erkaufft 30 Waag Kalck: 2 Waag haben gewogen: lb. tarra lb. netto lb. 650 680 160 1170 690 710 182 1218 650 605 140 1115 680 655 164 1171 730 750 175 1305 641 d popravljen iz m | 359 1751 Junij 700 605 138 1167 660 700 177 1183 lb. 9465 lb. 1136 lb. 8329 – 2 Waag, die nicht gewogen worden, per 571 – Machen also 30 Baurenwag netto lb. 8900 à soldi 25 den Centen, macht also 111,5 lr. oder 18 〈sd.〉 3 〈lr.〉 5 〈sl.〉 oder 21 fl. 1 kr. Komt also der Centen 14 ⅙ kr. circa oder genau 15/89 kr. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Abends war m. L. bey dem Wildenstein. 27. Nachmittag war bey unß die Bourlie und abends war ich auf ¼ Stund bey Wildenstein, wo auch m. L. war. 28. Zu Mittag speiste m. L. bey dem General Br. de Fin. Nachmittag war ich in Rath und spätter gieng ich mit Graf Barbo spaziren und dan zu Wildenstein. 29. Vormittag habe das Jurament gegeben dem [88] Stempelpachter642 Doc〈t〉or Karnburg wegen der Verschwigenheit in Conformität der in Sachen eingelangten Resolution. Dan dem Pogatschnig qua Cancellisten und dem Germek qua Craißambtsofficier. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir Haubtman Planer nomine des Generals wegen heüt gefänglich eingebrachten 3 Gotscheuer. M. L. war abends bey Wildenstein. Gester ist hiesiger Bischoff und Fürst hier angelangt, in simili der Fürst Portia. 30. Vormittag war ich mit mein Maxl bey meinem Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Graf Liechtenb/er/g, Landsrechtsassessor, wegen des Marckts zu Durschkavass. Abends war ich bey Wildenstein. Heüt ist der den [–],643 gebohrne junge Br. Gall, solemniter getaufft und [– – –]644 benahmset worden. Die Gevattersleüth waren der alte Br. Gall und der 6-Wochnerin Mutter, gebohrne Keglevich. 31. Vormittag war bey mir der Kriegscommissarius. Nachmittag Giuseppe Zancky von Fiume. M. L. war abends bey Wildenstein. 1751 Junij 1. Junius. Vormittag war bey mir Br. Schmitthoffen wegen Sodratschiza. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin, wo auch unter anderen der Fürst Portia zu Gast war. Bey mir speiste die Obrist-Eilerin. Nachmittag war wieder bey mir Br. Schmitthoffen. Dan war ich in Conferenz. Abends mit Barbo bey Wildenstein. [89] 2. Vormittag war bey mir der Bottoni. Nachmittag war ich in Rath. Dan gieng mit Barbo zu Wildenstein. 3. Vormittag war bey mir der Riser, Glockengiesser, welcher wegen hier findenden Anständen sich zu Crainburg zu stabiliren gedancket. Dan war bey mir der Gürtler, Landmesser, mit der verbesserten Carten. Dan Ziegler mit ein Bericht, den mir Herberstein comunicirt, in Betroff Evitirung der Salzcontrabanden, den er sub dato Triest den 8ten Augusti 1746 erstattet hat. Dan der Hofmeister des Graf Blagey wegen Außführung der Rauchfang. Zu Mittag speiste m. L. bey dem Obristen Br. Krottendorff à 14 couverts. 4. Vormittag war bey mir der Ziegler. Dan ein Baur, der mir von Schiller von Planina einige Fisch brachte in Regal, die ich aber nicht angenohmen und dem Baüren überlassen habe. 642 Pred tem še enkrat dem 643 Prostor za ime. 644 Prostor za ime. 360 | 1751 Junij Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Tauffrer, der Haubtman Blahner und der Ign/ati/ Br. Abfaltrer. Erstere zwey wegen Versorgung der Miliz in dem bevorstehenden Campement und Blachner regalirte mir eine silberne Münz von der Faustina. Abends war bey mir der alte Widerkher und ein parmahl der Ziegler. M. L. war abends bey Wildenstein. Bey mir war auch der Haubtman Rasp, der von Clagenfurt komt, Morgen zu seiner Frau Mutter und dan nach Görz zum Regiment gehet. [90] 5. Zu Mittag speiste m. L. beym General Br. Defin. Nachmittag war bey mir der Kriegscommissarius von Mühlburg. Dan war ich in der Conferenz. Ex post mit dem Barbo bey Wildenstein. Morgens war auch bey mir Br. Ignati Abfaltrer, der sich offerirte, das Campement mit dem Rindfleisch versehen zu wollen, soffern sich hiesige Fleischhacker solches zu thun länger verweigerten. Nachdeme aber bey der heütigen Conferenz sich dessen die Fleischhacker anheüschig gemacht præsentibus etiam des Burgermaister Perr und Stadtschreiber Raditsch, so habe ich ihn dessen abends benachrichten lassen. Heüt Vormittag ist der Dieb nahmens Aidoviz exequirt und aufgefangen worden, übrigens auf das beste disponirt. 6. Vormittag war bey mir der Landmesser Gürtler. Dan war ich bey dem alten Widerkher. Nachmittag war bey mir P. Erb/er/g Bernardin und P. Master, Jesuiter, mich auf Morgen zu Mittag nach Unter dem Thurn einzuladen. Abends war m. L. bey Wildenstein. 7. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin, ich hingegen bey denen PP. Jesuiten unter645 dem Thurn. Da war Sigm/und/ Graf von Gallenberg, Max Br. Tauffrer, Wolf Daniel Br. Erb/er/g, dan P. Rector Liechtenberg, P. Liechtl, P. Terzi. Nachmittag war ich in Rath und Conferenz, abends mit Gallenb/er/g beym Fürsten-Bischoff, dan bey Wildenstein. [91] 8. Die vergangene Nacht ist von Wienn hier retournirt Herwarth Br. Tauffrer, gewester Haubtman. Heüt zu Mittag speiste ich bey Wildenstein a 14 couverts. Da war Graf Herberstein, Graf Leopold Lamberg, General Br. de Fin, Graf Waicard Barbo, Graf Braüner, des gewesten Landshaubtman in Steüer jüngster Sohn, der auß frembden Länderen und lezt auß Italien komt, Carl Graf Aursperg, Max Br. Tauferer, Br. Liechtenthurn, Br. Valvasor, Leop/old/ von Hochenwarth, Leüthnant Br. Eühelburg und des Brauner Hofmeister. Nachmittag war ich bey Haubtman Blahner. Morgens war bey unß Haubtman Rasp, der heüt nach Görz verreist. Heüt Nachmittag ist der Hainrich Graf von Aursperg, alß bey der hiesigen Repræsentation und Camer resolvirter supernumerari Rath, allhier angelangten, welcher biß dato bey der steürerische Repræsentation und Camer Auscultator war. M. L. war abends bey Wildenstein. Heüt ist auch der Schweiger von seiner Rectificationscommission von St. Servolo hier retournirt. In simili Guido Graf von Cobenzl von Mossa. 9. Vormittag war ich in Rath. Dan ist Herberstein mit dem Craißhaubtman Br. Tauffrer, dieses Frauen, dan ihrer Mutter der Thurnin, dem Graf Breüner und Graf Hainrich Aursperg und noch ein par anderen von hier nach Lack. Nachmittag war bey mir Guido Graf Cobenzl, Haubtman Br. Russenstein und der Nemezhoffen. [92] Heüt Vormittag ist ein Bauerendieb nahmens Puditschnig zum Strang condemnirt und executiret worden. 10. Vormittag hat bey unß die Procession geschaut der Obrist Br. Krottendorff und sein Frau. Zu Mittag speiste bey unß der Ign/ati/ Rasp. Abends war ich mit m. Maxl bey Wildenstein, wo lezter verschiedene antique Münzen decifriret hat. M. L. war auch daselbst, nachdeme sie vorhero die Obristin bey der Gallenberg aufgeführt hat. 11. Vormittag war ich in Rath, allwo der Heinrich Graf von Aursperg alß supernumerari Rath das Jurament abgelegt und seinen Siz und Stim genohmen hat. 645 Sledi še ena beseda Unter | 361 1751 Junij Zu Mittag speisten bey unß Mad. Bourlie und Eilerin. Nachmittag war bey unß Graf Breüner, Graf Hainrich Aursperg, welche der Br. Tauffrer, Craißhaubtman, aufgeführt hat. Bey mir war Br. Rossetti wegen deren mit Br. Gussich habenden Differenzien. Spätter war bey mir der alte Widerkher. Abends war ich mit m. Maxl bey Wildenstein. Heüt morgens habe den Geistlichen Zergoll, meiner Kinder Hofmeister, seines Diensts entlassen. Bey mir war auch der geweste Buchhaltereyraitsofficier Perr, sich zu recomendiren zu ferern emploie. 12. Zu Mittag speiste bey unß Fenrich Ebner. Abends war ich bey Wildenstein mit m. Maxl. 13. Vormittag war bey mir der Feda in Angelegenhheiten [93] des Fürst Portia mit einem anderen Beambten. Dan der Doctor Marenig, den der Herberstein zu mir geschickt auch in portiischen Sachen. Dan war ich bey der Br. Valvasor, mein Compliment zu ihrem heütigen Nahmenstag zu machen. Item bey dem Craißhaubtman Br. Tauffrer. Dan gieng ich zu denen Discalziaten, wo ich zu Mittag gespeist à 12 couverts. Und hat der General Br. de Fin tractirt, weil er heüt eben seine in diesem Kloster durch 3 a 4 Tag gemachte exercitia endet, auch sein Nahmens-und 75ten Jahrstag seines Alters compliret. War also an der Taffel der General, Graf Wildenstein, Graf Barbo, Br. Valvasor, Nemezhoffen, Dr. Modesti, Weitenhiller und einige Mönchen. Umb vier Uhr war ich in Conferenz, dan bey der Thürnin in Gesellschafft, wo ich mit Herberstein und Aursperg zu sprechen hatte. Dan bey Mühlburg, der Morgen nach Görz verreist. Dan bey dem Obristen, der Übermorgen ins Lager gehet, wo ich ebenfalls eine Gesellschafft angetroffen. Dan spätter bey Wildenstein. 14. Vormittag war bey mir der Kriegscomissarius von Mühlburg, der Morgen nach Görz und Triest verreiset. Dan der Dr. Marenig in portiischen Sachen. Zu Mittag speiste bey mir Ign/ati/ Rasp, der heüt das erstemahl die Uniforme angelegt hat. Nachmittag war da Br. Schmitthoffen wegen Sodraschiza in cobenzlischen Angelegenheiten. [94] Nachmittag war auch bey mir Br. Rossetti wegen mit Br. Gussich habenden Differenzen. 15. Vormittag war bey mir der alte Ustia von Triest mit einem abate Pasqualato. Ersterer alß gewester Administrator der furst-auerspergischen Gütter in Istrien hat hier einige Rechnungsstrittigkeiten mit dem de Werth außzumachen. Zu Mittag speiste bey unß die Eiler. Nachmittag war bey mir Nemezhoffen. 16. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste ich beym General Br. de Fin à 8646 couverts. Da war sein Bruder Br. Anto/nio/, ein Graf Attems, Sohn der sig.a Ursula, einer gebohrnen Grabiz, Br. Flachenfeld, Nemezhoff, Haubtman Nerfort und [–].647 Br. Anto/nio/ de Fin, der gester spatt um 11 Uhr nachts von Cormons hieher gekomen, erzehlte mir, wie langsam in der Confincomission operiret wird, das noch kein ainzige Conferenz gehalten worden und die Comission doch schon 8 Monath dauret. Der Saurau haltet sich in Kleinigkeiten auf, grüebelt alles zu viel diffident und trauet niemand weder sich selbsten. Soviel Br. de Fin von jenem, den der venedische comissarius à latere hat nahmens Stelio Mastracà, einen Griechen von Corfu gebührtig, hat erfahren konen, so will die Republic den Isonz-Flusß pro divisione und zur Gräniz haben, wie er mir alles in einer Carten gezeügt hat und wurde sogestalten das Hauß Österreich nichtes, dan das [95] Montfalconische überkomen, alles,648 bißhero jenseits des Isonz-Fluß, aber der Republique überlassen, welches einzurathen wohl kein anderer, dan nur ein Verräther fechig wäre. Br. de Fin sagte mir zwar seine Mainung und glaubte bey der Ausa und so weiter biß unter Palma die Gräniz außzusezen und alle imbocature ausser des Tiels samt denen Lagune der Republique zu überlassen, welches ich eben keinesweegs approbiren konte. Dahero ich dem Br. *de Fin* gesagt, das es allen Ansehen nach, jezo die Zeit nicht seye, Gränizscheidungen zu machen und das es besser wäre die Sache zu trainiren und aufzuhören. Hingegen bessere Zeiten zu erwarten, wo die Republique des Hauß Osterreich mehr 646 Popravljen iz 6 647 Prostor za ime. 648 Sledi prečrtano übriges 362 | 1751 Junij dan jezo nöthig haben därffte, massen der Hof sehr übel thun wurde, die Lagune und so vielle embouchuren der Republique durch eine Convention zu überlassen, auf welche er debiti tempore seine habende gutte prætensiones außführen und das usurpirte wieder vindisciren känte. 17. Vormittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Tauffrer wegen der wider dem Stempelpachter von Karnburg abzuführen habender Execution. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag, bald nach 5 Uhr, ist Br. Ant/onio/ de Fin von hier nach Prespurg abgereist. [96] 18. Zu649 Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir die karnburgische Tochter wegen annoch nicht bezahlten Stempelpachtungsquartalen von ihren650 Brudern. Dan der Merzenheim in eadem materia. Auß den heüt mir von Herberstein geschribenen Billiet, das651 ich expresse conservire, ist zu ersehen, was das vor bissiger und desobligenter Mann seye und wie er sucht sich bey jederman verhast zu machen. 19. Zu Mittag speiste m. L. beym Generalen Br. de Fin. Nachmittag war ich in Rath, wo ich jenes referiret habe, was mir gester Herberstein geschriben und endlich waren alle bey der Stell meiner Mainung. Und652 er ist mit sein voto allein gebliben und werden sehen, was der Hof bey abgebender Relation resolviren wird. Nach dem Rath war ich mit Barbo bey Wildenstein. 20. Vormittag war bey mir Mad. Bourlie, 10 fl. zu Leich zu bitten. Dan war ich bey dem alten Widerkher, der mir einige alte Schrifften gegeben hat. Zu Mittag speiste ich bey dem General Br. de Fin à 12 couverts. Da war der Furst und Bischoff von hier, Graf Herberstein, Graf Wildenstein, Graf Barbo, Graf Heinrich Aursperg, Br. Max Tauffrer und sein Sohn der Craißhaubtman, Br. Liechtenthurn, Br. Benj/ami/n Erb/er/g, Br. Flachenfeld. Abends spatt war ich mit m. Maxl bey der Schrottenbach, wo sich die gesambte Cotterie befanden. [97] 21. Vormittag war bey mir die ältere Schwester des Geistlichen Roßmann, welche wie auch ihr andere Schwester betteln. Dan war bey mir der junge Kärnburg wegen seines Stempelpachts quanti Außstand, ex post sein Vatter. Dan der Dr. Baronio wegen der gester meinen Micherle zugestossenen Unpäßlichkeit. Zu Mittag speiste bey unß die Gräfin Bourlie und die Obrist-Eilerin. Nachmittag war ich in Conferenz. Dan bin ich mit Barbo zur Gräfin von Schrottenbach, wo die Cotterie war. Abends ist von H. Creüz hier angekomen die Wittib von Nemezhoff, gebohrne Rasp, und war bey m. L. biß spatt. 22. Vormittag war bey mir der neue Instructor meiner Kinder nahmens *Anton*653 Malitsch von Lack gebührtig, physicus studiosus, den ich auch, weil er mir von P. Erberg recomendirt ist, gleich in Hauß erhalten habe. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin und Nachmittag war sie das Campement zu sehen mit mein Sohn dem Hänßl. Bey mir war die Widerkherin, dan der Leüthnant Ebner. Dan der de Werth wegen des Wochenmarckts zu Sodrasiza. Item ein parmahl der Expeditor, dan der Adam Daniel von Lazarini. Item Mr Frere, der mir versprochen hat, Morgen allhier 3/m fl., dan aber mit Ende dieses eben soviel zu Triest zu Handen des Osterreicher bezahlen zu lassen, und diese à Conto deren [98] bey seinen654 Handen habenden mir gehörigen 9.214 fl. 5 〈kr.〉 laut dessen Obligation de dato Laybach, den 29. Marzi lezthin. 23. Nachmittag war ich in Conferenz und hat der General Br. de Fin vorgetragen, wie das ihm der General Scherzer von Carlstadt geschriben, so auch ein Brief von dem Obristen von Kleefeld von Kostainiza, das daselbst ein allgemeiner Aufstand in Rebellion seye, das die Miliz alle teütsche Officiers und regniculos abgeschafft und vertriben, davor aber lauter Wallachen von ihrer Religion erwahlet, und das sich einer nahmens Theodor Kynck vor ihr Haubt aufgeworffen habe. Alle diese Volcker formiren ein Lager bey Komogovina und sollen nach Warasdin und Sclavonien ihre Circularien geschickt haben, ihre Religionsgenossene, das sie sich zu ihnen 649 Popravljeno. 650 Popravljeno. 651 Popravljeno. 652 Popravljeno. 653 Raigersfeld je ime vpisal kasneje v za to predviden prazen prostor. 654 Sledi prečrtano habe | 363 1751 Junij schlagen sollen, aufzuhezen. Und der Kleefeld schreibt, er sey zu Kostainiza abgeschnitten, zwar in Stand sich zu defendiren, weil er sich aber auf die nationales nicht verlassen kan, den canonicum und Comendanten zu Sziszek ersucht, ihm ein 20 Mann succurs zu schicken. Enfin, es war deliberirt quid faciendum und ob wir nicht sogleich das molkische Regiment ins Unter Crain marchiren lassen solten, umb à porté zu seyn, sie weiter nach Carlstadt und weiter rucken zu lassen in Hoffnung, das ein solches der Hof bey überkommender Ordre anbefehlen darffte. Wir haben aber vor besser befunden, erst die Ordres [99] zu erwarten, weil doch der Hof über zugleich auch dahin gelangte Nachrichten alles mit expressen Estaffetten anordnen wird. Indessen aber wird sich das ohne deme campirende Regiment marchfertig zu halten haben. Heüt habe von Wienn vor mich und H. Schweiger 9 Offen erhalten, id est 3 vor mich und 6 vor H. Schweiger. Und ist der Haffnergesell solche aufzusezen, auch zugleich mit hereingekomen, wie des Haffnermaisters Blaicher Brief das mehrere außweiset. Nach der Conferenz war ich bey Barbo. 24. Vormittag war ich vocatus bey General Br. de Fin, der mir zeügte, was ihme anheit per ½ Graz gegen Mitternacht per Staffeta zugekomen und sub dato Prespurg den 19. hujus an dem General Khail erlassen worden, auß welchen zu ersehen, das der Hof schon einige doch noch nicht die rechte Notiz von den croatischen Unrühen überkomen, danach aber das molckisch hiesige Regiment nacher Carlstadt zu marchiren beordert hat. Dan suchte den Hainrich Grafen von Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß die 2 Leüthnant – Schlick und Ebner. Nachmittag war ich in Conferenz, wo beschlossen worden, das hier campirende molckische Regiment womöglich Übermorgen nacher Carlstadt marchiren zu machen, zu welchem Ende der General Br. de Fin und der Herb/ er/stein ins Campement gefahren seyn. [100] 25. Vormittag war bey mir der gastaldo von Görz Perdizi. Dan der Karnburg. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Gegen Abend war ich mit m. Maxl in dem Lager bey Kaltenbrunn. Dan spätter bey Wildenstein. 26. Zu Mittag speiste bey unß die Eulerin. Nachmittag war ich in Rath. Abends bey Wildenstein mit Barbo. 27. Vormittag war ich mit der Jubileiprocession, womit auch der hiesige Bischoff und Fürst gegangen. Giengen auß gegen 8 Uhr von Dom und kamen von Jesuiten und St. Peter zu denen Augustinern circa 10 Uhr. Hingegen war da ein Ambt und Predig, sodas wir erst nach ½ ein Uhr in die Domkirchen retournirten. M. L. speiste zu Mittag bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der Landmesser Gürtler mit seinen ordinaire Lamentationen. Abends bin ich spaziren gewest mit der wildensteinischen Cotterie. Heüt ist Mad. Stemberg von Wienn retournirt. Nachmittag war auch bey mir der Schweiger, der mir 344 fl. 43 kr. brachte à Conto deren ihm von Wienn providirten Öffen. 28. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey unß Bssa. Eülerin. Nachmittag et Vormittag war bey mir der gastaldo von Görz. Dan der Struppi mit noch einem anderen, welche beede gebetten haben, bey H. von Nemezhoff alß Oberbergrichtern zu [81] intercediren, das er den heüt Vormittag durch den Stadtwachtmeister und 3 Stadtwachtern in Arrest genohmenen Unterbergrichtern N. Grosßl von Cropp des Arrests entlassen möchte. NB. Er ist heüt bald nach 9 Uhr auf dem Franciscaner-Thurn auß meinem Hauß, id est des Nemezhoffquartier, gefänglich eingeführet worden. M. L. hat sich angagirt, die Vorbit zu thun. Hat auch Nemezhoff versprochen, ihn Morgen Frühe auf freyen Fuß zu sezen. Dan war bey mir der Zancki von Fiume. Dan der Craißhaubtman Br. Tauffrer. Nach 6 Uhr war ich von Herberstein zu General Br. de Fin beruffen, wo wir eine Conferenz hatten wegen von General Scherzer und Obristen Kleefeld eingangenen Nachrichten wegen der Rebelion in dem Banat. Und haben mittels einigen abgeschickten Staffetten das marchirende molckische Regiment bey Neüstadtl haltmachen und 364 | 1751 Julij in selber Gegend campiren z[u]lassen655 biß von Hof über den de concerto Morgen abzugeben beschlossenen Bericht eine Antwort eingehet. 29. Vormittag war bey mir und bey m. L. der Grosßl von Cropp, der bereits auß dem Arrest entlassen worden, sich umb die Intercedirung zu bedancken. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi von Fiume. M. L. speiste bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir Heinrich Graf von Aursperg. Dan der Lazarini und spätt Graf Edling, canonicus [82] von Aquileja, der aber Morgen fruhe wieder nach Görz retournirt. M. L. war abends bey Wildenstein. 30. Vormittag war ich bey Heinrich Grafen von Aursperg in Visit. Suchte zugleich den Herberstein, ihm zu seinem heütigen Geburtstag mein Compliment zu machen, war aber nicht anzutreffen. Bey mir war der Schigan mit einem Schlosser wegen eines mit hiesigen landsfürstlichen Zeügwarth umb etliche Centen alte Röhrstuckkugeln gemachten Kauff: erste à 2 kr. per lb. und andere à 1 ½; welchen Kauff derzeit der Zeügwarth nicht zuhalten will. Nachmittag war bey mir Doctor Rodella von Görz mit Dr. Modesti. 1751 Julij 1. Juli. Vormittag war bey mir der Craißhaubtman von Görz der von Marburg mit seinem Bruder dem Obereinnehmer daselbst, welche gester hier angekomen seyn, wie auch ihr Bruder, Hofcamersecretarius von Wienn. Zu Mittag speiste bey unß Joseph Zanchi. Nachmittag war ich in Rath. Abends gieng ich nach dem Rath mit Barbo zu Wildenstein. Nachmittag habe wieder dem Osterreicher nach Triest mit dem ordinaire Postwagen 2/m fl. abgeschickt und zwar: – in contante 1393 〈fl.〉 2 〈kr.〉 – eingehalten, was er in Conto corrente mir schuldig ist 601 〈fl.〉 50 〈kr.〉 – den 24. hujus bezahlt porte von 3/m fl. à 7 kr. per % 3 〈fl.〉 30 〈kr.〉 – Anjezo vor obiges contante 1 〈fl.〉 38 〈kr.〉 Macht 2/m fl. Alles in einem wohl eingemachten Verschlagl, accompanirt mit mein Schreiben. [101] 2. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin, bey mir aber die Obrist-Eilerin. Nachmittag war bey unß der Schweiger, dan der P. Rizl und P. Erberg und bey mir der Coziansich von Gorz, Seidenzieher. Abends gieng ich mit m. Maxl in mein Garten auf die Polane und spaziren. 3. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir der Buchhalter Marotti. Dan der Frere, der mir die Quittung von Osterreicher brachte de dato Triest den 30ten pasatto, krafft welcher ihme daselbst 3/m fl. bezahlt, von mir den 24. pasatto 3/m fl., in dem ersten dieses 2/m fl. hinein geschickt worden seyn, sodas er nun alle die anverlangte 8/m fl. überkomen hat: id est von mir 6/m 〈fl.〉 und von Br. Benj/ami/n von Erberg 2/m 〈fl.〉, wie er unß dan davor jedem einen Wechslbrief außgestelt und geschickt hat. 4. Vormittag morgens umb ¾ auf 6 Uhr ist die verwittibte Frau von Nemezhoff von hier nach St. Craiz bey Wippach abgereist. Dan war bey mir des General Br. de Fin secretarius. Dan war ich mit mein Maxl bey dem Generalen. Dan war ich bey Giuseppe Zanchi. Suchte auch die Marburg. Dan war ich bey Nemezhoffen, wo ich den Wiener Marburg fande. Zu Mittag speiste bey unß Zanchi. Abends war ich mit mein Maxl spaziren. 5. Heüt Frühe ist hier angekomen der Graf Sobeck, Repræsentations- und Camerpræses zu Clagenfurt, und ist 655 Luknja v papirju. | 365 1751 Julij abends nacher Triest verreist in compagnia des Repræsentations [102] camerrath Biber nacher Triest, von wanen er über Görz nach Clagenfurt retourniren will. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir P. Erb/er/g und P. Mäster. Vormittag war auch bey mir der Fada, Fürst-Portüscher mandatarius. Abends war ich in Conferenz bey dem General Br. de Fin. 6. Vormittag waren bey mir mein Schwägerin Frl. Rettl, mein Enckel Cilerle Busethin mit ihrem Mann, dan mein Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg, mir zu mein heütigen Geburtstag ihr656 Compliment zu machen; so auch der Nemezhoffen. Dan war bey mir der Riser. Item die 3 Fleischhacker. Erster wolte hier Burger und Glockengiesser werden. Die andere aber beschweren sich wider das von ihnen abnehmende Mitelding zu Weixlburg. Abends gieng ich mit mein Maxl spaziren und waren auch bey der alten Frauen Abfaltrerin, gebohrne Dinzl. M. L. war bey Wildenstein. 7. Vormittag war bey mir der Grab, einige porzische Schrifften zu verlangen, die er heüt bey dem Landrecht brauchen darffte. Nachmittag war ich in Rath et nach dem Rath mit mein Mäxl bey Wildenstein und dan mit ihnen spaziren. Heüt hat auch der Maxl alle decifrirte Münzen dem Wildenstein restituirt und somit auch über alle die Specification ihme behändiget. [103] Heüt hat die famose Action zwischen dem Fürsten von Portia und dem secretario von Marburg bey dem Landrecht den Anfang genohmen. 8. Vormittag war bey mir des General Br. de Fin secretarius wegen deren Öffnungen an der Stadtmaur zu Fiume etc. Nachmittag war bey mir Buchhalter Marotti in Betröff des graf-orzonischen Rätschein. 9. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Nachmittag war bey mir Nemezhoff und Schlud/er/bach. Dan war ich in Rath, welcher zwar nicht gehalten war und giengen alle in die Conferenz zum Generalen Br. de Fin. Abends gieng mit Barbo zu Wildenstein, dan mit denen Fraulen spaziren. Aursperg war heüt auf der Jagd et sic nicht in Rath weder Conferenz. 10. Heüt ist der Jencko von Carlstadt hier angekomen und gehet Morgen nach Wienn. M. L. speiste heüt bey Generalen. Nachmittag war bey mir der amanuensis des Mühlburg. Dan war ich in Rath und spätter gieng ich mit Barbo zu Wildenstein und dan spaziren. Abends war ich bey dem Generalauditor Jenko, der heüt von Carlstadt angekomen und Morgen nach Wienn mit Sack und Pack verreiset. 11. Heüt Frühe umb 6 Uhr ist obgedachter Jencko nacher Wienn abgereist. Vormittag war ich bey dem alten Widerkher mit meinem Maxl. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. [104] Gegen Mittag war ich bey Grafen von Lamb/er/g wegen portüschen Sachen. Gegen Abend war ich mit m. Maxl bey dem Wildenstein und dan spaziren. Heüt hat sich mein Hainerle etwas unpäßlich befunden. 12. Heüt seyn beym Heinerle die Kindsblatern außgeschlagen. M. L. speiste zu Mittag beym General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der Zanchi Giuseppe. Vormittag war ich bey Carl-Hochenwartischen. 13. Vormittag war ich in Conferenz. Dan war bey mir der junge Wichtenstein. Nachmittag der Ziegler umb mein votum occasione, das der Fran/ces/co conte Strassoldo die Landshaubtmanambtsverwaltung *zu Gradisca* dem Turismundo Grafen von Thurn annoch nicht abgetretten hat. Dan wegen der Comission zu Fiume in merito Klingut et Calli. Dan der Dr. Brumati von Görz, den mir Graf Orzon 656 Pred tem prečrtana neberljiva beseda. 366 | 1751 Julij recomendiret hat in Angelegenheit deren cormonserischen Comunalien. 14. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin, bey mir aber die Eilerin und Joseph Zanchi. Abends war m. L. mit der wildensteinischen compagnia spaziren. Gester abends umb 6 Uhr ist die Hiz bey dem Hainerle gebrochen und heüt komen die Kindsblattern stetts mehr hervor, doch mehrentheils nur in Angesicht und eben nicht gar viel. 15. Heüt morgens ist die alte Frau Petteneg [105] allhier gestorben in ihrem schon langwihrigen Wittibstand; sie war von ihr auß gebohrne Wisenthall. Dan war ich bey meinem Collega Grafen von Auersperg, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Graf Wildenstein à [–]657 couverts, wo der Frl. Brang Nahmenstag celebriret wurde. Da war Graf Wildenstein und die F. Brang, die Grafin von Schrottenbach und Frl. von Aursperg, Graf Barbo und sein Sohn der Tiserle, Graf Strassoldo. Abends giengen wir spaziren. 16. Heüt morgens seyn die 9 Compagnien von Molck von Neüstadl wieder allhier eingetroffen. Dan war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Vormittag war bey m. L. Graf Attems, Obristleüthnant, und der Cadet Rasp. Abends war m. L. bey Wildenstein. 17. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war ich in Conferenz. Abends mit Barbo und Wildensteinischen spaziren. Heüt ist *über* der famosen Process bey dem Landrecht zwischen Fürst Portia und dem von Marburg gesprochen und dem lezten verlohren gegeben, auch die anverlangte Appellation abgeschlagen worden. 18. Vormittag war ich mit der dritten und lezten Jubileiprocession und giengen auß von der Domkirchen um 8 ½ Uhr und retournirten bald nach Mittag. [106] Nachmittag war bey mir der Barthelme Zebull, der dieser Tagen von Wienn retournirt ist. 19. Vormittag war ich bey meiner Schwägerin Frl. Rettl, die heüt ihren Geburtstag celebrirt. Dan war ich bey dem Obristen Br. von Krottendorff, ihm wegen seiner glücklichen Ruckkunfft von Neüstadtl mein Compliment zu machen. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich in Conferenz, wo wir die dispositiones vorgekheret, allenfahls das Regiment wieder marchiren zu machen und zwar auf dem Sau-Strom nach Siczeck, wohin es in 4 Tagen komen kan. Et hoc wegen annoch in dem Banat nicht gestilter Rebelion. Abends gegen 7 Uhr ist von Prespurg und respective Wien hieher retournirt Br. Anto/nio/ de Fin, der sich bey seinem Brudern dem Generalen einlogiret hat. 20. Vormittag hatte zu thun mit Transportirung meiner Bibliotheque. Nachmittag hatte ich bey mir die Licitations des Stempels. Abends war ich bey Br. Ant/onio/ de Fin in Visit. Dan bey m. Schwägerin Frl. Retl, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. Spätter gieng ich spaziren mit der wildensteinischen Cotterie. 21. Vormittag war bey mir Ant/onio/ Br. de Fin und der Graf Atems, figlio della contessa Ursula. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. [107] Nachmittag habe wieder die Licitation des Stempels gehalten. 22. Vormittag nach 7 Uhr ist der General Br. de Fin mit sein Bruder dem Br. Anto/nio/, dan dem mithabenden Grafen Attems und dem Obristleüthnant Grafen Attems nach Görtschach zum Fürsten und Bischoff gefahren, so auch Graf Wildenstein mit der Grafin Schrottenbach, Frl. Brang und Aursperg. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag waren bey mir 2 von Wien gekomene und heüt abends nach Görz retournirende Juden Marpurghi. Umb 4 Uhr habe die lezte Licitation der Stempelgefäll gehalten und das Pachtsquantum nicht höcher alß auf 430 fl. bringen känen. Dan war bey mir der Kappus, Pulver- und Salniterinspector. 657 Prostor za številko. | 367 1751 Julij Abends nach 10 Uhr ist obige compagnia von Götschach retournirt. Heüt morgens in aller Fruhe ist der secretarius von Marburg nach Wienn retournirt mal satisfait von hiesigen landsfürstlichen Landrecht, weil er seine causam wider dem Fürsten von Portia nicht allein verlohren hat, sondern das ihme auch die Appellation abgeschlagen worden. Die Forderung betragte 300/m fl. und also eine relevante Summam. Hingegen bin ich verlässlich versichert worden, das die Prætension so ungegrundet war, das man in der Sache nicht einmahl eine Probabilität gefunden. [108] 23. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Doctor Brumati von Gradisca, deme ich die Facultät gegeben, die campi di St. Anto/ nio/ bey Aquileja von denen Br. Lotieri, wan er sie per 1/c # haben kan, vor mich zu erkauffen, wozu er mir alle gutte Hofnung gegeben. Abends war ich bey Wildenstein. 24. Vormittag war bey mir der alte Widerkher. 25. Vormittag war ich bey detto. Dan umb 11 Uhr in der Conferenz, wo ein so andere vorlauffige dispositiones vorgekeret worden, umb auf ersten von Hof erwartenden Befehl die 3 molkische Battaillons ins Croaten marchiren zu lassen. Wegen der Proviantirung, in specie wegen des Brods ist der Amigoni einberuffen worden, der hier 400 Centen Mehl in Bereitschafft hat. Und da derzeit der Sau-Flusß klein wird, die Manschafft mit denen Schiffen nicht transportiret werden känen, wohl aber seyn 6 Schiff beordert, alsogleich nach Kassl oder Salach zu komen, gedachtes Mehl einzuschiffen und nach Siszeck zu transportiren. Von hier biß Salach aber werden solches die hiesige Fliegenschüzen überfuhren, denen vor einen einspanigen Wagen, worauf sie nur ein Vasß von 8 a 9 Centen aufladen, 17 kr. bezahlt wird. Zu Raan hat Amigoni auch 4/c Centen Mehl, wohin den 3. Augusti eben 6 Schiff zu komen haben. Zu Cilli hat er derzeit 5/c Centen und inner 14 Tagen will er andere 7/c dahin verschaffen. [109] Weil aber die Sänn derzeit gar zu klein ist, soffern es dieser Tagen nicht regnete und auf selber biß Ratschach nicht überschiffet werden känte, wird das Mehl hieher geliffert und von hier auf der Sau befordert werden. Sogestalten machet man Rechnung in allen derzeit auf 2/m Centen Mehl. Und da der Centen 80 portiones gibt, so machen die 2/m Centen 160/m portiones. Das mehrere wird auf das schleinigste providiret werden. Man machte vorhero die Rechnung, die 3 Battaillons oder 14 Compagnien auf 28 biß 29 Schiffen zu transportiren. Da aber das Wasser derzeit zu klein, so werden solche in 2 Colonen zu Land marchiren: eine über Samabor und fallt ins Croaten zu Stubnik in die erste Station. Die 2te Station zu Mrazin, daselbst haltet sie Rastag. Die 3te Station gehet nach Ferkassich ins Laager. Wieviel marches aber diese Colone von Neüstadtl biß Stubnik machen wird, ist erst außzumachen. Die anderte Colone gehet über Medtling und dasige Überführ über Culpa nach Tamasniza, dan über dasige Überführ nach Carlstadt, allda über die Brucken in daselbstiges Lager. Dort haltet sie Rasttag. Von dar nach Unter Kupchina, dan nach Pokicsko. Aldort ist Rasttag. Von dar ins Lager nach Forkassich. Von denen rebellischen Banalisten solten höchstens 12 biß 13/m Mann zusamen komen känen. [110] Diese zum gehorsam zu bringen, traget man an 10/m Mann dahin zu schicken, alß: – 7 Battaillons Croaten à 1/m Mann, No. 7000 – 5 Battaillons Teütsche à 4/c Mann 2000 – 4 Grenadier Compagnien à 1/c 400 – 2 detti von Croaten à 2/c 400 – 2 Escadrons Husarn à 1/c 200 No. 10.000 Diese brauchen 60 Centen Mehl taglich, id est ⅔ Korn und ⅓ Waizen. Der Br. Krottendorff, Obrister von Molck, gehet gleich nach Mittag nach Graz zu dem comandirenden General Kail, sich mit ihm zu unterreden und will Donerstags wieder hier seyn. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin und der Dr. Brumati von Grad/isc/a. Nachmittag war bey mir der junge Br. Gallenfels des seeligen Eusebi Sohn, der lezt auß Insprug ex studiis gekomen. Spätter war bey mir Carl Hochenwarth. Dan giengen miteinander spaziren. 368 | 1751 Julij 26. Vormittag war bey mir der alte Widerkher, dan der Dr. Brumati von Gradisca. Dan war ich bey der Gräfin von Aursperg, gebohrne Juvenelli, und der anderen, gebohrne Cuncha und bey Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl, zu ihren Nahmenstag658 mein Compliment zu machen. Bey m. L. waren659 Verschiedene auß nehmblicher Ursach. Zu Mittag speiste ich und m. L. bey dem General Br. de Fin. Abends war bey mir Nemezhoffen. [111] 27. Nachmittag war bey mir der Expeditor, Mad. Bourlie und der Wälsche Aursperg, der mir 6 Originalbriefe brachte von gekrönten Haübtern. Dan der Dionoro wegen Grad/isc/a et Kappus wegen Salniter. 28. Die vergangene Nacht um Mitternacht ist der Oberste Br. Krottendorff wieder hieher retournirt und hat den General Khail schon zu Marburg angetroffen, der ihme den Abmarche der 3 Battaillonen auf das schleinigste zu bewürcken aufgetragen hat. Vormittag waren bey mir die 2 Salnitersieder, dan der Leüthnant Br. Aichelburg, sich zu beurlauben. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich in Rath. Abends bey Zois, deme 2.200 fl. offeriret habe, hingegen brauchte er kein Geld. Bey Mr Frere habe die annoch bey ihm gehabte 3.214 fl. 5 kr. durch mein secretarium abhollen lassen. 29. Die vergangene Nacht seyn die 3 Bataillons vom Molk bald nach 2 Uhr von hier nach Weixlburg ambarchirt, umb von dar weiter und ins Croaten zu gehen in das Lager bey Ferckassich. Dan war bey mir der Krall mit dem Fidejussion-Instruction des Br. Gall. Dan der Administrator von k. Spittall. Dan der Dr. Brumati, deme gesagt, was gester in Rath in seiner Sachen geschlossen worden. Unter anderen erzehlte er mir, das in den Gradiscanischen, alß zu Villesse, Romans, Bruma und was herwerts oder dießseits der Torre ligt, 25 biß 30 vor eine Colonie gerechnet werden; nelle basse hingegen bey Aquileja [112] Fiumicello, wo die Erden noch besser ist, 50 biß 60 campi, hingegen haben daselbsten di coloni doppelte pline. Ein plina verstehet sich das nothige Vieh vor eine colonnia, welches in 6 Ochsen bestehet. Und ein colonia rechnet man wenigst 15 Personen, id est Seelen und alle basse bey 20. Ein campo arrativo wird erbauen bey 4 Star Waizen und alle basse etwas mehres. Ein campo avitato erbauth bey ein conzo von Weil und alle basse bey Aquileja und Fiumicello 2 biß 3 conzi. Ein campo prativo erbaut ein Wagen Heü und noch was mehres. Ein Star misura di Gradisca seyn660 6 pisinali und der Star wügt an Waizen 140 lb. peso grosso di Venezia. Der Star zu Cormons ist umb ½ pisinal grösser. Ein conzo misura di Grad/isc/a macht 70 boccalli oder 5 sechii; jeder sechio 14 bocal. Ein conzo von Cormons hat 72 bocalli oder 6 sechi, jeder sechio 12 bocal. Ein Wagen Heü ist 6 Schuh hoch, 6 Schuh brait und 12 Schuh lang; wügt 18 Centen und wird von 4 Ochsen gezogen. Das Heü zu schlagen zahlt man 3 lire per campo, so ein Fuhr zu kauffen kostet de Ordre 15 a 16 lire, dan und wan auch 5 biß 6 sd., wan daran ein Mangl ist. Nachmittag war gedachter Brumati wieder bey mir, [113] in simili der Expeditor Köhler. M. L. war Nachmittag bey der Clariserin Frauen Beatrix, die heüt ihren Nahmenstag celebriret. Dan war sie mit der Schrottenbach bey denen Valvasorischen zu Jama. 30. Vormittag war bey mir P. Erberg, Jesuiter, mich auf Morgen zum Mittagessen einzuladen. Umb 6 Uhr kamen zu mir vocati der Burgermaister, syndicus und der Kappus und giengen in Gradische das Hauß zu besehen, wo man die Salnitersiederey einzurichten antragete. Dan war bey mir der Dr. Brumati von Grad/isc/a mit dem Einnehmer von der Isonz-Brucken. 31. Vormittag war bey mir der lezlich von Triest gekomene Gayer, der mir von H. Österreicher ½ brazzo scarlatto di tutto parangone brachte. Davor, id est vor seine Mühewaltung, habe ihm ein vasetto spanisches Tabac regalirt, weil er auch vorhin ein Sonnenfecher von Görz meinem Sohn gebracht hat. Dan war bey mir der Expeditor, der mir die Expedition vor mein Schwager Br. Ferdinand alß resolvirten Pfarrer zu Maraitsch und Beneficiaten zu Drittey brachte, so auch vor die von Cormons. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. 658 N popravljen iz C 659 Pred tem prečrtano unß 660 Pred tem štiri prečrtane nečitljive besede. | 369 1751 Avgust Nachmittag war bey mir der junge Wichtenstein, dem ich vor661 ein Käsß 1 fl. 59 kr., dan vor 2 Risß Papier 4 fl. 24 kr., so662 mir sein Vatter von Görz providiret hatte, in allen 6 fl. 23 kr. bezahlet habe. Dem Dr. Brumati habe ich durch mein [114] secretarium die Expedition an die von Cormons geschickt samt einer Abschrifft, was deßwegen an die Stände zu Görz erlassen worden und er ist gleich darauf per dahin abgereist. Heüt morgens hat sich m. L. zur Ader gelassen rechter Hand an dem Arm und zwar 7 biß 8 Unzen. Bey mir war auch ein 3- oder 4-mahl der junge Kräl, neuangehender Stempelpachter. Dan der Persky in seiner Zunfftangelegenheit. Heüt abends ist der Fürst von Porzia hier angelangt von Spittal auß Kärnten. 1751 Avgust 1. Augusti. Vormittag war bey mir der Oberste Br. von Krottendorff, der Übermorgen seinem Regiment ins Croaten nachreisen wird, sich zu beurlauben. Dan war bey mir der Kriegscommissarius von Mühlburg. Spätter war ich bey Fürst Portia in Visit. Dan bey dem jungen Graf Lamb/er/g Francisci Sohn. Zu Mittag speiste m. L. bey dem Generalen Br. de Fin. Gester gegen Abend habe durch mein secretarium in unser Taxambt zu dem Expedition geschickt die Täx vor mein Schwager per Ferd/inand/ von Erberg, gewordenen Pfarrern zu Maraitsch, alß: – Die Tax vor Wienn vor die Pfarr 300 fl. 16 〈kr.〉 – Per das beneficium zu Drittey 50 〈fl.〉 – Vor hisiges Taxambt ⅕ 70 〈fl.〉 Summa in allen 420 〈fl. 〉 16 〈kr. 〉 [115] Gegen Abend war bey mir der von Bechinie, der den [–]663 pasatto von Görz allhier retourniret ist. Vorhero war Mad. Bechinie bey m. L., dan aber gieng diese zu dem Wildenstein. 2. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey mir Kappus, Pulverinspector. Dan war ich in Rath. Spätter gieng ich mit Barbo und der wildensteinischen compagnia spaziren. 3. Vormittag habe durch den secretarium Wenger in der Canzley dem neuerwahlten Stadtrichter zu Radtmanstorff das Jurament vorhalten lassen. Dan war ich bey Barbo biß Mittag geschlagen. Nachmittag suchte mich Fürst Porzia. Ich hingegen habe mich verlaugnen lassen wegen unter der Feder gehabten Referaten. M. L. befande sich etwas unpäß seit heüt morgens und so auch Nachmittag, doch emp〈f〉ieng sie noch die Visite von der Gräfin Du Vale, der ich auf m. L. Verlangen über die vorhin empfangene 28 fl. noch 42 fl. außgezehlet habe, welche suo tempore m. L. mit ihr berechnen wird. Gegen Abend fieng m. L. an die Geburtsschmerzen zu empfienden und umb 8 Uhr 30 Minuten ist sie ganz glücklich und leicht von einem jungen, gessund und frischen Söhndl entpunden worden. Gott seye davor der unendlicher Danck gesagt und befindet sich m. L. sambt dem Kleinen recht wohl auf. [116] Bald darauf kam zu m. L.664 ihr oncle Br. Benj/ami/n und ihr Bruder Baron Ferdinand. Ihr Schwester Frl. Fränzl aber war bey der Niederkunfft. Umb 6 Uhr Nachmittag iste mein Mäxl mit der Lennerle Frl. Hallerstein nach Manspurg. 4. Vormittag war bey mir der alte Widerkher. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Vorhero war ich bey der Grafin von Schrottenbach und dan bey Grafen von Wildenstein, sie zu Gevattersleüthen zu bitten. Nachmittag umb 4 ½ Uhr ist mein gester gebohrnes Sohndl in der Domkürchen getaufft und Ignatius Caetanus Josephus benahmset worden. Gevatter war der Caetan Graf von Wildenstein, Teütsches-Orden[s]-Ritter665 661 Pred tem prečrtano ihme 662 Popravljeno. 663 Prostor za datum. 664 Sledi še Liebsten 665 Pod madežem črnila. 370 | 1751 Avgust und Comendator der hiesigen Comenda Laybach, a[u]ch666 landschafftlicher Verordneter Ambtpræsident, dan Josepha Antonia Charlotte Gräfin von Schrottenbach, gebohrne Grafin von Gallenberg, welche beede auch bey m. L. waren. Abends war bey mir der Dionoro, Verordneter zu Gradisca. Bey m. L. war Mad. Bourlie, dan ihre Schwester. Heüt habe 7 Fuhr Kalck erkaufft. Auf jeder Fuhr waren 2 Baurenwag et sic circa 6 Centen. Vor jede Fuhr habe bezahlt 4 17ner und also in allen 7 sd.; macht 7 fl. 56 〈kr.〉, Trinkgeld 9 〈kr.〉, Suma 8 fl. 5 〈kr.〉 Abends war bey mir Nemezhoffen. [117] 5. Vormittag war bey mir Graf Edling von Haidenschafft, citatus ad crastinam comissionem. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. Nachmittag war bey mir Br. Schmidthoffen inculpatus in Desertionsverhöllungssachen alß Administrator der Herrschafft Loitsch. Dan der Mühlburg Kriegscommissarius, spätter der Wälsche Aursperg, dan die Widerkherin. Bey m. L. war die Schrottenbach, dan Mad. Bourlie. Heüt morgens ist die Saugamme von Wartenberg hier angekomen. Heüt Nachmittag ist der Landshaubtman Graf von Aursperg von Presburg und Wienn hier retournirt. 6. Vormittag war bey mir des Zois Buchhalter. Dan der Leüthnant Thiery, sich zu beurlauben. Dan der Glockengiesser, deme die messingne Knüpff bezahlt habe à 51 〈kr.〉 per lb., dienen zu denen Öffen-Füessen. Dan war bey mir Mr Arnold, der von Prespurg und Wienn über Kärnten hieher gekomen und nun nach Triest retournirt, um von dort mit Sack und Pack sich nach Fiume zu translociren. Heüt morgens kam auch mein Hanßl mit dem Janeschitsch von Habach. Und nach Tisch fieng er wieder an mir seine kindische propositiones zu machen und die Bestehen, das er gerne in frambde Lander reisen und deßwegen von Hof die Erlaubnus ansuchen möchte, ein par Jahr außbleiben zu därffen. [118] Ich habe ihm seine unüberlegte und unbesonene Gedancken nochmahls ad societatem reprochirt und vorgestelt, das er hier mehr dan in frembden Landen lehrnen käne, weil ihm hier jedermann wurde an die Hand gehen und helffen, wan er sich ad seria appliciren und fleissig seyn wolte. Wohingegen er in der Frembde unter dergleichen Leüth nicht komen kan, wo war solches zu lehrnen ist, wohl aber unter solche, von welchen er verführt667 werden kan alß einer, der weder noch die Welt kennet weder sich bewerbet solche zu könen. Enfin, der Knab hat etwas an sich von Jugend auf, was mir üble Suiten von ihn beförchten macht.668 Er ist zwar from und gottesfürchtig, hingegen völlig in der Pedanterie. Und weil er sich einbildet, es sey was rechtes, was er weiß, macht ihm dieses so hoffartig, das er glaubt, alle solten von ihm ein Distinction machen. Und da dieses von anderen nicht verstanden wird, sucht er sich in der Mode tazeln, Kleider, Frisure zu distinguiren und macht seine fait von dergleichen Kleinigkeiten und Kindereyen. Und da ihm seine Geschäfften nicht genug occupiren und er eben kein Liebhaber von soliden Geschafften ist, so sucht er seine occupationes in Bagatellen alß Comedien, Bücher, Versen. Enfin, ce jeun bodeau me ne plait pas und werde suo loco von ihme das mehrere bemercken. Nachmittag war ich in Rath und hielten die Comission669 die Differenzen zwischen dem [119] Graf Edling und Haidenschafft und Sturie und bliben beysamen biß spatt. 7. Vormittag war bey mir der alte Wiederkher, dan kam mein Maxl von Mannspurg. Nachmittag war bey mir der kleine Ign/ati/ Liechtenberg. Dan war ich in Rath in gestriger Comission und haben endlich die Theil vergleichen mit harter Mühe; bliben beysamen biß spatt. Dan war ich ein wenig spaziren mit der landshaubtmanischen Compagnie und begleitete nach Hauß den Wildenstein, den ich schon Vormittag suchte, ihm zu sein heütigen Tag mein Compliment zu machen. 8. Vormittag war bey mir Mr Arnold, den ich bey Landshaubtman aufführte. Zu Mittag speiste er bey mir. Nachmittag waren Verschiedene bey m. L., alß die Schrottenbach, Prang, Bourlie, Graf Barbo. 9. Vormittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. 666 Pod madežem črnila. 667 v popravljen 668 Sledi poldruga prečrtana in nečitljiva vrstica. 669 Sledi prečrtano zwische | 371 1751 Avgust Nachmittag war bey mir ein bey der Kaiserin Amalia gewester Hartschirr, nomine ni falor Gründler, der mit sein Weib von München komt und nach Rom raiset und batte um ein Allmosen. Bey m. L. war Mad. Bechinie Nachmittag bis spatt. Heüt war der ständische Landtag in Betroff Renovation des Recess. 10. Vormittag war ich mit mein Maxl bey Br. Flachenfeld, der heüt sein Nahmenstag celebriret. [120] Heüt Nachmittag umb 3 Uhr circa ist des Ignati Grafen von Aursperg Gemählin, gebohrne Kapelhoven, mit einem Sohndl niederkomen. Hingegen so unglucklich, das sie etliche Tag in Schmerzen gewest und leztlich der medicus und chirurgus haben helffen müssen, *und* lezter in- und anderer außwendig einer des anderen Hände gefillet haben. Das Kind ist bald nach der Tauf gestorben. Mein Hänßl ist heüt morgens mit denen Leopold-Hochenwartischen, Janeschitsch, Gallenfels nach Freüdenthall. Abends war bey mir Bartol/me/ Zebull. M. L. hatte Visiten und war da die Obristin Bssa. Krottendorff, die Carl-Hochenwartin, die alte Tauffrerin, Joseph Barbo, Heinrich Aursperg und die Frl. ihre Schwestern, Bruder und oncle. Gester ist des Maxl Zimmer an der kleinen Stiegen fertig worden und heüt hat er angefangen sich darin einzurichten. 11. Vormittag war bey mir der Arnold. Nachmittag der Buchhalter Marotti. Bey m. L. war die Leopold Hochenwarthin mit ihrer Frl. Tochter, dan Mad. Bourlie, Grafin Du Valle und Cozzoli. 12. Heüt morgens vor 6 Uhr hat man den grossen 3-eckigte zu dem neuen Brunn auf dem Plaz gehorigen mormorsteinenen Piramid bey meinem Hauß vorbey gefuhrt und solchen auf sein Orth zu placiren. Zu Mittag speiste ich bey Nemezhoffen. Da war Mr Arnold, sig. Dionoro, Mr Frere, [121] Dietrich, H. und Frau von Quartier und ich. Da habe mit Mr Arnold abgeredet, das ich670 mich in das mit Ende dieses Jahrs von Gottenburg nach Canton abzufahren habenden Schiff mit 2/m fl. interesseriren will und assurance davor zu treffen in Amst/erda/m oder Rouen habe in ihm remmittirt, wie er mir dan von allen suo tempore die Nachricht zu671 geben versprochen, ich aber gedachten 2/m fl. stetts zu seiner Disposition halten werde. Nachmittag war bey m. L. P. Erberg et Maister, dan Mad. Bourlie. Abends war ich bey dem alten Br. Gall, der heüt 70 Jahr seines Alters complirt. 13. Vormittag war bey mir Mr Arnold, sich zu beurlauben. Nachmittag ist mein Hänßl mit Br. von Schmidthoffen nach Lack in einer Commission von Landrecht. Dan war bey mir der Hartschirr von der verwittibten bayerischen Kaiserin Amalia, Allmosen zu bitten wie lezlich, und gehet mit seinem Weib nach Rom. 14. Vormittag war bey mir Barthelme Zebull. Umb 8 Uhr gieng ich vocatus zum præside Gr. von Herberstein, der mich ersuchte zu General Br. de Fin zu gehen, das er zu Cultivirung der gutten Einverständnus und umb kein Ursach zu geben, sich bey Hof zu beklagen, das lezteingegebene pro memoria abanderen und die sich nicht wohl darein schickende expressiones außlassen möchte. Ich habe mein Commission verrichtet, [122] hingegen nichtes außgerichtet, ob ich schon all mein Eloquenz zu Hilff genohmen auch quo des Generals gütter Freund ihn persuadirt und gerathen habe dieses zu thun, um unnöthiger Dingen in keine Weitlauffigkeit zu komen. Enfin, Br. de Fin hat bey mir nicht recht und ist in modo gefällt, wan er sonsten auch in der Sache recht hätte. Nachmittag vor dem Rath habe es dem Herberstein rapportirt und der ganze Rath bestunde in lauter Hizigkeiten, Drohenlästerung und Verschwärzungen, sonderlich aber wider dem Mühlburg, den er suspicirte, authorem des pro memoria zu seyn. Mühlburg contestirte seine Unschuld und zeügte auch in der That unschuldig zu seyn. Dahero der Herb/er/stein sich gegeben, welches den Mühlburg doch nicht acquietirt hat, weil die einmahl außgestossene Wort nicht allein in Ohren klingen, sondern auch ins Herz dringen. Nach dem Rath gieng ich mit dem Mühlburg ex comissione zu dem Generalen, ob die Sache noch abzuänderen seye. Er sagte unß aber, die Sache bereits nach Hof angezeügt zu haben. Et sic war weiter nichtes zu thun. Von dar giengen wir zu Herb/er/stein und rapportirten ihm die Sache, da er dan gemeldet, Morgen darüber Rath halten zu wollen. 15. Vormittag war bey mir Bart/hlme/ Zebull. 670 Sledi ponovljen ich 671 Popravljeno. 372 | 1751 Avgust [123] Dan war ich mit mein Maxl bey dem alten Widerkher, der mir wieder verschiedene alte Schrifften gegeben. Nachmittag war ich in Rath und ist all das gestrige Drohen zu672 Wasser worden, wie alles das Protocoll mit mehrern zeüget. Bey m. L. waren die Schrottenbach, die Carl-Aurspergin, Bourlie, General de Fin und mehr andere. Item Gr. Wildenstein. Abends war ich spaziren mit der wildensteinischen Compagnie, welcher Morgen nach Tschernembl auf etwelche wenige Täg verraiset. Mühlburg war gester so degontirt, das er absolute von hier gehen und den Salaburg bitten wolte, ihn anderwerts zu placiren. Ich habe ihm gerathen, auß der Sache nichtes zu machen, sonderlich, da Herb/er/stein sein Suspition revocirt und abends vor meiner ihm umb Verzeühen gebetten hat. Mühlburg lementirte sehr, das Herberstein kein Christenthum hat und den Leüthen zu schaden und sie zu præcipitiren suchet, sobald sich einer ihme in mindesten vermest. Welcher Caracter einen præsidi gar nicht conveniret quid quid sit, so darffte Herb/er/stein General Br. de Fin und Oberster Krottendorff noch übereinander komen und der Hof wird diesen Passionen und Uneinigkeiten steüern wollen, welches die Zeit lehren wird. 16. Nachmittag war bey mir Mad. Bourlie, dan der Jenckenshaim mit seiner Frauen, gebohrne Bono und 2 ihrer Söhnlein. [124] 17. Vormittag war ich in Rath. Nachmittag ingleichen. Bey m. L. war die Gräfin von Schrottenbach und Bourlie, Frl. Prang, General Br. de Fin, Graf Barbo Joseph und Graf Stubenberg. 18. Vormittag war bey mir der Jud Marpurgo von Triest, dan Joseph Zancki, dan der Zechmeister von Färbern. Nachmittag gegen 2 Uhr ist die Gräfin von Aursperg, gebohrne Gräfin Kapelhoven, gestorben. Dan war bey mir Br. Isengard, der von Wienn ex Collegio Theresiano komt und nach Genua, sein Vatterland, retournirt. M. L. hatte verschiedene Visiten, unter anderen Bssa. *Liechtenthurn, gebohrne* Mordaxt, Mad. Wertenthall, Bechinien, Nemezhoff, Mr Schweiger. 19. Vormittag war bey mir der Zechmeister von Färbern mit einem anderen Färber wegen ihrer Freyheiten zu publiciren. Zu Mittag speiste bey mir Joseph Zancky. Nach 5 Uhr gieng ich zu denen Discalziaten, von dar mit der Bruderschafft zur Begrabnus der gester verstorbenen Gräfin von Aursperg. Und wir giengen in folgender Ordnung: erstlich diese Todtenbruderschafft und waren unser in Bruderschafftkleidern 28 ½ Par, Franciscaner 15 Par, Augustiner di larga manica 8 Par, dan der Stadtpfarrer, vicarius generalis Perr mit 10 Par Geistlichen. Nach der Leiche waren in der Klag Br. Valvasor des Verstorbenen Schwager und Aloysius Graf von Aursperg. Dan der alte Graf Barbo mit seinem [125] Sohn Graf Tiserle. Die Klagerinen waren die alte Landsverwalterin, Mutter des neuen Wittwer, dan die Carl Aurspergin, die Bssa. Raunach, die Wälsche Aursperg, gebohrne Cunha, 2 Frl. Valvasor, 2 Frl. Aursperg, alß des Landshaubtman Tochter Frl. Sefferle und die Frl. Theresl des Carl Schwester, dan die Frl. Prang und Frl. Raunach. Die übrige Klager und Klagerinen waren in der Kirchen. Nach denen Klagern war der alte Br. Tauffrer, Br. de Leo, Br. W/olf/ D/aniel/ Erberg mein Schwager, mein Sohn Joannes und der Buseth. Von Dames war die Gräfin von Schrottenbach, die Obristin Bssa. Krottendorff, die Schweigerin und Zergollerin. Dan alle Officiers von Hauß. Die Gottseelige ist bey denen Franciscanern begraben worden: umb 7 Uhr ist die Leich außgangen und umb 8 Uhr war alles auß. Die Gottseelige war eine frome und exemplarische Dame; ist schen gestorben. Sie hatte mit 70 a 80/m fl. zu disponiren. Ihren Vattern hat sie ad dies vitæ legirt 5/c fl. jährlich. Der Raunach, die ihr in ihrer Krankckheit gewartet, 1/m fl., 2 reiche Kleider und 2 Guarnituren Hauben. Zum Erben machte sie ihren Mann und ihr Schwester die Valvasor in gleiche Theil, über das dem Mann sein Verschreibung geschenckt und ihre dotem. Sonst hat sie alle von Hauß bedenckt. Und diese Dame ist von jedermann bedauret. Sie war starck, bucklicht und dehanchée. Das hat sie bey der Geburth ledirt und [126] den innerlichen Brand verursachet, dazu kam ein Außschlag und das Abweichen und endlich Tod. Heüt habe von Freüdenthall 2/m Züegel bekomen und nur den Frachtlohn mit 1 fl. 59 kr. bezahlt und vor 672 Popravljeno iz zur | 373 1751 Avgust Trinckgeld 10 s. geschenckt. Bey m. L. waren heüt die Zergollin, die Zois, die Bechinie, die Lamberg, die Eilerin, abbé Gall und der alte Widerkher. 20. Vormittag war bey mir der Ziegler umb mein votum in Betröff des *seligen* Nesßl, mit einem Uhrmachergesellen sich versprochenen Tochter. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war bey m. L. Br. Schmidthoffen, abends aber der General Br. de Fin und der Nemezhoff, vorhero auch die Thallbergin. Heüt habe dem chyrurgo Prezl, weil er meinen Hainerle in soweit an seinem Defect nachst den rechten Aug hergestellet hat, 12 Kremnizer Ducaten gegeben und versprochen, ihme noch soviel zu geben, sobald der Knab vollkomen restituiret wird. 21. Nachmittag war bey mir der junge Kral. Dan der Kappus, Pulver- und Salniterinspector. Item der Adjuctant des General Br. Defins; lezter in Betreff der Inquisition zu Fiume in merito Klingut et Calli. Bey m. L. war die Flachenfeld. 22. Vormittag war ich bey Mad. Bourlie und bey dem alten Widerkher. Bey mir war der Bartelme Zebull. Abends ist mein Hänßl auß Unter Crain retourniret. [127] 23. Vormittag war ich in Rath und Conferenz. Nachmittag habe angefangen an dem Referat die Haubtmanschafft Flitsch betröffend zu arbeiten. 24. Vormittag673 war ich in Rath biß spatt. Dan gieng alle zusamen spaziren gegen Schischka, wo heüt das Fest celebriret war, id est Herb/er/stein, Barbo, Aursperg und ich. 25. Vormittag war bey mir Dr. Baronio wegen seines Bruders, mansionarii zu Aquileja. Dan der Craißhaubtman Br. Tauffrer. Bey m. L. die Obristin Krottendorff und die Raunoch. Nachmittag war ich in Militconferenz in merito Cali et Klingut. Dan gieng ich mit Barbo spaziren. Abends war bey m. L. die ordinaire Cotterie: die Schrottenbach und Prang, der Wildenstein, Jobst Barbo, Strassoldo. 26. Vormittag war bey mir der Zancki und der Marotti. Erster recomendirte den Barchich, der andere den Suilokosch vor einen erzbriesterlichen Canzler. Dan war da der General Br. de Fin. Zu Mittag speiste bey mir Zanchi. Nachmittag war bey mir der Leüthnant Schlick wegen der Vorspan zu der ins Croaten abzuschicken habender Baarschafft vor das molkische Regiment. Dan des Kriegscomissarii amanuensis in eadem materia. Dan Jobst Barbo und spatt der Nemezhoff, der Morgen in die Bergwercksvisitation verreiset. 27. Vormittag, bald nach 6 Uhr ist Nemezhoff mit dem Steinberg in oberwehnte Visitation abgereist. [128] Nachmittag waren bey m. L. ihre Frl. Schwestern, Frl. Lenerle Hallerstein, Bourlie, Mr Bechinie. Dan habe komen lassen die allhier befindliche tyrollerische Bergknappen mit ihrer Musique, meine Kinder zu divertiren. Dan war auch da Joseph Barbo. 28. Vormittag habe zu dem alten von Widerkher geschickt, mein Compliment zu vermelden zu seinem heütigen Nahmenstag. Bey unß war der P. Hallerstein, Sitticher. Nachmittag war bey mir der secretarius des Generalen wegen der Differenz zwischen Nicolo Gr. Strassoldo und dem Obristen Br. Materni. Abends war bey m. L. die Cotterie und unter diesem die Schrottenbach, Frl. Prang, Bourlie, Bechinie, dan Wildenstein, Jobst Barbo. 29. Vormittag war ich bey dem alten Widerkher. Zu Mittag speiste674 bey unß Joseph Zanchi. Nachmittag war ich mit mein Hanßl bey dem Firsten und Bischoff, der heüt nach Gortschach retournirt und Freytag nach Salzburg und Passau abreiset. Dan war bey mir des Kriegscomissarii amanuensis, sich pro calculatore bey der Rectification zu recomendiren. 673 V popravljen 674 Sledi prečrtano ich 374 | 1751 September Abends waren bey m. L. die Obristin Krottendorff, Obrist-Eülerin, die Wolwiz Charlotte, Bourlie, dan der alte Br. Gall und sein Frau, der junge Lamb/er/g und der General Br. de Fin. 30. Vormittag war ich in Rath. Dan bey Br. Flachenfeld wegen des Karner Salzpatent. [129] 31. Zu Mittag speiste bey unß Zanchi, der Morgen oder Übermorgen von hier nacher Steinberg retourniret. Nachmittag habe den Rea und den Kuck zu mir beruffen wegen Flitsch, eine Information einzuhollen. Heüt fruhe ist mein Sohn Maxl mit mein Schwager Br. Ferdinand nacher Görtschach und abends675 wieder retournirt. Heüt morgens ist m. L. am ersten fürgegangen und dan hatte sie Visiten und abends eine Cotterie; waren da die Valvasor und Frl. Wildenstein, Frl. Prang, Sig/er/le Liechtenberg. 1751 September 1. September. Morgens gieng ich umb 9 Uhr zu dem Bechinie und seyn miteinander in seiner mit 4 Postpferdten bespandten Biroutsch umb 9 Uhr und 50 Minuten nacher Görtschach abgefahren und dahin angekomen umb 11.20; seyn also unterwegs gewesen 1 ½ Stund. M. L. ist ebenfahls dahin gekomen mit dem Grafen von Wildenstein und der Frl. Prang. Waren also daselbst beym Mittagessen der Fürst und sein nepos, Graf Wildenstein, Frl. Prang, die Obristin Krottendorff, Bssa. Raunoch, Graf Barbo canonicus, der Bechinie, ich und m. L. Nachmittag bin ich wieder mit dem Bechinie retournirt, abgefahren von Görtschach umb 5 Uhr 15 Minuten, arrivirt zu Laybach 6.45 und also unterwegs gewesen 1 ½ Stund. 2. Vormittag war bey mir der Flachenfeld, dan der Wälsche Aursperg. Nachmittag der Schlud/er/bach. [130] Abends Br. von Schmitthoffen. M. L. war abends bey dem Wildenstein. 3. Vormittag war bey mir der Kriegscommissarius. Nachmittag der Graf Barbo Waicard wegen des Zöttel und des von Bechinie entworffenen Bericht ad aulam. Dan der Expeditor. 4. Nachmittag war ich in Rath von 3 Uhr biß ½ 9 Uhr. M. L. hatte einige Visiten. 5. Vormittag war bey mir der Zebull. Dan war ich mit m. Maxl bey dem Widerkher. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Abends suchte ich mit m. Maxl den Zois. Dan waren wir bey der Busetin, 6-Wochnerin. Spätter bey Wildenstein. 6. Vormittag war bey mir der Registraturadjunct Bischoff, dan der Cancellist Ziegler, sich umb Vermehrung ihrer Besoldnung zu recomendiren. Nachmittag war bey mir der Mühlburg, deme der Herberstein wegen des lezteingereichten krottendorffischen pro memoria mit dem Generalen Br. de Fin zu sprächen, ob er solches nicht wieder zurucknehmen oder abänderen wolte etc. und meritirt das pro memoria gelesen zu werden. Dan war da der Dionoro. M. L. war Nachmittag in Visit bey der Grafin von Lamberg zu Stroblhof mit dem Janaut. 7. Vormittag war bey mir Germeg, Craißambtsofficier, sich zu recomendiren umb einen Außwurff bey dem rectificatorio. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir Br. Schmidthoffen. Abends war m. L. bey der Busetin, spätter bey Wildenstein. [131] 8. Zu Mittag habe mit m. L. gespeist bey Grafen von Wildenstein à 9 couverts, id est der Wildenstein, Frl. Prang, Grafin Schrottenbach, Graf Purgstall, Br. Benj/ami/n et Br. Ferd/inand/ Erberg und der Geistliche von Hauß. 9. Vormittag war bey mir der alte Widerkher, dan der Zois und Dr. Werth. Dieser sagte mir vorlauffig, das ich die mir von dem Gallenberg schuldige Interessen verlühren werde, respectus des capitalis aber seyn kein Gefahr und das Vermögen solvendo. Erster aber fragte mich umb Rath, ob er den ihm eingerathenen abbé Falcari oder den Dembscher seine ältere ex Collegio von Bologna erwartende Sohne in jure zu instruiren aufnehmen solte. Ich rathete ihme keinen von beeden zu nehmen, wohl aber zu trachten, seine Söhne in das Collegium Theresianum zu bringen. Welch meiner Mainung er auch beygefallen und mich ersucht hat, mich zu informiren, ob an deren Aufnehmung 675 Popravljeno. | 375 1751 September seines Stands wegen etwa kein Anstand wäre, so ich ihme zu thun versprochen habe. Heüt Vormittag ist m. L. in compagnia des Grafen von Wildenstein, Grafin von Schrottenbach und Frl. Prang nach Stroblhoff zu denen Graf-Lambergischen und abends wieder retournirt. Nachmittag war ich in Rath biß spatt. 10. Vormittag ist der von Nemezhoff von seiner Bergwerckenvisitation allhier retournirt. Bey mir war der Banco-Administrationbuchhalter Novack, [132] den 3-tium medicum Goriciensem N. Troyer zu recomendiren. Dan der Dionoro, der da beforchtet, obschon electus et ab aula confirmatus deputatus Gradiscensis zu der Stell nicht zu gelangen. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir P. Erberg Bernardinus und suchte 2 Söhne des Alexander Grafen von Aursperg zu mir in die Kost zu bringen, wessen ich mich entschuldiget habe. M. L. war Nachmittag in Visiten und abends bey Wildenstein. 11. Nachmittag gieng ich zu Heinrich Grafen von Aursperg, wohin auch der von Mühlburg und der Stadtsyndicus Raditsch gekomen. Und giengen alle 4 in das Schlosß zu besehen, ob der Militarkranckenspittal ferers daroben zu lassen, wie allenfalls das Wasser, übrige vivers, Holz hinauf zu verschaffen und der Weg allemahl auch in Winter wandlbar zu erhalten seye. Dan retournirte zu mir Graf Aursperg. Ex post kam zu mir Mühlburg und dan der Raditsch, welche biß spatt bey mir gewesen. Ich war auch bey dem Nemezhoffen. 12. Vormittag nach 7 Uhr ist m. L. mit ihrem Brudern W/olf/ D/aniel/, dan dem Heinerle auf Manspurg zur Frl. Hallerstein abgereist. Nachmittag war bey mir der Carl Hochenwarth, der dieser Tagen nach Raunach verreiset. Vormittag war ich bey dem Widerkher. Dan war ich mit dem Maxl auf dem Schlosß [133] berg vor der Stadt, um zu sehen, wo allenfalls ein comoderer Fahrtweg hinauf angelegt werden känte. 13. Vormittag wolte der Bischoff von Zeng Ciolich zu mir komen. Da ich just in Rath gieng, redete also nur was weniges mit ihme. Dan gieng ich in Rath. Gegen Ende dessen war Aursperg und Mühlburg deputirt, das schillingische Hauß bey St. Peter zu besehen, ob nicht darin den Militarspittall placiret werden konte. Nachmittag war ich bey meinen Frl. Schwagerinen. Dan bey Bischoff von Zeng, der umb ½ 5 Uhr von hier nacher Zeng retourniret ist. Da er nun erst von Wienn und respective von dem Landtag zu Prespurg komt, erzehlte er mir unter anderen, das Hungarn biß dahin pro contributionali jahrlich 2.500.000 fl. bezahlet, leztlich aber 700/m fl. mehr accordiret haben, et sic in toto 3 Milionen et 200/m fl. Dan gieng ich mit mein Maxl m. L. entgegen, welche von Mannspurg etwas spätter retourniret ist. Dan war ich spätter bey Carl Hochenwarth, der Morgen nach Raunach verreiset. 14. Heüt morgens hat der Stucodor angefangen le platfond in m. L. künfftigen Zimer zu arbeiten d‘accordo per Pausch 22 fl., wo ich alles darzu fournire. Nachmittag war ich in der Jesuitercomedi ex syntaxi, wobey die proemia außgetheilt worden und hat mein Fränzl ex rhetorica das erste in folio, [134] ex oratione soluta und dan ex præceptis wieder das erste bekomen. Nach der Comedie gieng ich zu meinen Schwagerinen. Spätter war ich bey Wildenstein et hac fidelia dem Waicard Grafen von Barbo, der Morgen fruhe nach Kroissendorff abreiset, mein Compliment zu machen. Bey unß speiste um Mittag die Eilerin. Nachmittag oder besser zu sagen abends habe 130 Trambaumer erkaufft. Gegen 9 Uhr abends ist der Sigmund Graf von Attems in compagnia des abé Brignoli von Wien allhier angelangt und hat sich bey dem Nemezhoffen logirt. 15. Vormittag war ich bey gedachtem Graf Attems, der zu Wienn das Decret alß Gehaimberrath erhalten. Nachmittag war detto zweymahl bey mir. Item der Arnold, der gester von Triest gekomen, dan der Zebull wegen seiner Sachen. M. L. speiste zu Mittag bey General Br. de Fin. Nachmittag war sie in Visiten und abends bey Wildenstein. 16. Morgens nach 7 Uhr ist Sigm/und/ Graf von Attems von hier nach Görz abgereist in compagnia des abbé Brignoli. Dan war bey mir Caetan Petteneg wegen seines an meines angranzenden Hauß und zu repariren habender Comunmaur. 376 | 1751 September *Dan der abbé Abfaltrer, der nach Rom gehet, den Graf Blagay abzuhollen.* Zu Mittag speiste bey unß Nemezhoffen et Mr Arnold. 17. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin und Mr Arnold, der gester Nachmittag bey dem Ober [135] berggericht sich auß dem mit Buccelleni und Costanzi wegen des Bergwerck Sava eingegangenen Contract bel modo wieder heraußgezogen hat. Nachmittag war bey mir Zebull in seiner Angelegenheit des filatoi, Kral wegen des Stempel, Ziegler, Buchhalter Marotti. Dan war ich bey abbé Abfaltrer, der Morgen nach Rom abreiset. Dan bey meinen Schwägerinen, wo sich die Frl. Fränzl unpäßlich befindet. Abends war bey mir Nemezhoffen. Heüt habe dem Zois die mir voriges Jahr gelichene 6/c fl. sambt den Interessen bezahlt. In simili habe ihm 9 zichini erlegt, wovor er mir ein Wechslbrief nach Rom an abbé Br. Abfaltrer per Conto meines Schwager Br. W/olf/ D/ aniel/ zahlbar gegeben per 18 lb. 90. Dem abbé Abfaltrer habe ich besonders 2 zichini gegeben, wovor er mir einige Kleinigkeiten in Rom zu kauffen haben wird, alß eine Medail von lezten676 Hl. Jahr, eine von dem dermahligen Pabsten, die man alla lupa haben kan. Dan 3 cracas umb darauß die Population zu Rom ab initio hujus seculi, dan die jahrlich Getauffte und Verstorbene zu ersehen, item ein Kupfferstich des dermahligen Jesuitergeneralen und alle missionariorum Nahmen ex Societate Jesu und wo solche befindlich. 18. Vormittag waren bey mir der Stadtsyndicus von Crainburg mit ein par Pruckmautnern. Zu Mittag speiste bey unß Mr Arnold. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 7 Uhr. [136] 19. Vormittag hat Doctor Baronio die 2 junge von Bologna gekomene Zois aufgeführt. Dan war bey mir Joseph Strassoldo in Betroff der Verordnetenwahl zu Grad/isc/a. Dan war der Händl, der mir mit der Post gekomene Resolution677 und insinuata uberbracht mit Ordre von præside, der auf die Jagd gegangen, das ich solche eröffnen solle. Ich war mit mein Maxl bey dem Widerkher. Zu Mittag speiste mit m. L. bey General Br. de Fin à [–]678 couverts, alß der General, Gräfin von Schrotenbach, Frl. Prang, Graf Wildenstein, Obrist Br. Matterni, 2 andere Officiers, der Adjutant des Generalen, Nemezhoff und Arnold. Nachmittag war bey mir Schluderbach, abends Zebull. 20. Vormittag war bey mir Nemezhoffen wegen des Weinimporto. Dan Mr Arnold, der heüt nach Triest retournirt. Dan der Seitner nomine Br. Flachenfeld wegen Sau-Strom-Navigationspatent. Zu Mittag speiste m. L. bey dem General Br. Defin. Nachmittag war bey mir die Eilerin wegen Bergwerg Sava. Dan der Ziegler wegen eines pro memoria von und an das Militare in Betröff Quartiersabänderung. 21. Vormittag war bey mir Zebull. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der Kriegscomissarius, dan der junge Lamb/er/g, Francisci filius, der nächstens mit Wildenstein nach Wien gehet. [137] Erst heüt fruhe ist Mr Arnold von hier nacher Triest abgereist. 22. Vormittag war bey mir der Mühlburg. Dan der Ziegler wegen der abschickende Staffetta, welche meines Erachtens bey Hof schwerlich wohl aufgenohmen werden wird, weil die Passion und Hizigkeit des Herberstein gar zu sehr hervorleichtet. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. Defin. Nachmittag war bey mir Joseph Strassoldo, dan Ignat/i/ Br. Abfaltrer. Vormittag war auch bey mir Br. Gallenfels, sogenandte Portugeser, der Morgen nach Wien und wie er meint, auch weiter nach Lisbon verreiset. Dan Franzl Lamberg, der nächstens mit Wildenstein nach Wienn verreiset. Obgedachte Gallenfels soll sich heüt mit der Frl. Maria Anna von Hochenwarth, Leopoldi filia, ehelich versprochen haben. 676 Popravljeno. 677 Pred tem popravljano in nato prečrtano Resol 678 Prostor za številko. | 377 1751 September M. L. war abends bey Wildenstein. 23. Gester habe unter meiner Addresse ein Schreiben von Francolsperg von Gräz erhalten mit einem Einschlusß an hiesiges Landrecht, womit die Regierung den Bericht abfordert über ein von meinem älteren Sohn Johan Loth/ar/ bey Hof eingereichtes Memorial, mit welchem er umb die Erlaubnus bittet, ein Jahr in denen königlichen Landen raisen zu därffen. Gleichwie ich nun, das er ein solches Memorial eingereicht, nichtes gewust, anzi, da er mir solch seine Gedancken eröffnet, ihme allerdings widerrathen habe, sich in [138] derley jungen und unüberlegten Gedancken aufzuhalten und ihn viel mehr und vätterlich exhortiret habe, sich auf solidi Sachen zu appliciren und zu befleissen, sein aigne Vatterland zu känen und sich in seinem dermahlen aufhabenden Ambt qualificirt zu machen, wie alles unter [– – –]679 mit mehrern zu ersehen ist. Da ich nun anheit deßwegen mit Benj/ami/n Br. Erb/er/g gesprochen, auch das acclusum ihme zur Eröffnung præsentiret habe, hat er sich nicht weniger alß ich über diese des Knaben Conduite verwundert, auch gemeldet, das weder er weder jemand anderer ihme zu einer Reise dermahlen rathen känte, weil er nur das Geld verwerffen und doch diesen Nuzen zu seinem besten in der Frembde nicht so gut alß in aignen Land, wo er alle Hilff und Anlaitung haben kan, schaffen wurde. Enfin, ordnungmässig und wie es auch Br. Benj/ami/n glaubt, wird das Memorial mir um Bericht zu gefertiget werden. Vormittag war bey mir der Zebull, Nachmittag in simili detto. Umb 3 Uhr war ich in Conferenz mit dem standischen Ausschusß in Betröff des zu schliessen seyenden Recess biß gegen ½ 7 Uhr. 24. Vormittag war ich in Rath biß gegen 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag in simili biß gegen 7 Uhr. Dan war ich bey Wildenstein in Betröff des zu entwerffen habenden Recess und einzugeben habenden Anschlags der Erzeügung des Contributions. [139] Spätter war bey mir Ziegler wegen der morgigen expediendorum, weil der præses wieder auf eine Jagd gehen will. 25. Vormittag war bey mir Zebull. Dan Graf Wildenstein, der Übermorgen nach Wienn zum Capitul verreiset. Nachmittag oder besser zu sagen abends war ich bey Wildenstein. Zugleich zeügte ich ihme den Aufsaz seiner mir nomine der Verordneten gegebener Antwort in Betröff des Recess, der680 er approbirte. Dan war ich bey Herberstein und habe ihm solche Antwortschrifft eingegeben. Sodan gieng ich wieder zu Wildenstein und sagte ihm des Herberstein Mainung und was deßwegen mit heütiger Post von Hof eingangen. Mit dieser Gelegenheit erzehlte er mir von sicherer Hand zu haben, das die steüerische Landstände in Betröff des Recess ein so beweglich alß wohlverfaste Schrifft nach Hof gegeben, ihre Noth und Unvermögenheit auf das lebhaffteste vorgestelt und eine Deduction ab Ottocaro her gemacht und angezeügt, wie diese Länder nicht durch Schwert erobert, sondern die Stände sich freywillig und mit der Condition, das ihnen ihre privilegia allerdings bestättiget worden, unterworffen haben. Und wie Wildenstein sagt, das diese Schrifft meritirte, mit Diamanten geschriben zu seyn, so solle doch die Königin diese nicht allzugnädig aufgenohmen, sondern gesagt haben, das ihro alles dieses wohl bekand seye und das, weil das Land mit Schwert nicht erobert [140] worden, solches doch alle Tag geschehen känen. Dan erzehlte er mir, das der Graf Joseph Galler, der eine Glojack zur Ehe und mit ihre 5 lebendige Kinder, dabey aber gar kein Vermögen, hat, der Königin ein sehr bewegliches Anbringen gemacht, um sich sambt seinen Kindern præsentiret und umb das Brod gebetten habe. Die Königin soll instanti die Bitschrifft decretirt und ihm eine Pension von jahrlich 5/c fl. accordiret und darmit an dem Grafen von Haugwiz zu dem Ende angewiesen haben, das er das fundum dazu außfinden solle. Da sich nun Galler bey dem Haugwiz præsentirte, hätte ihn dieser etwas rauch angefahren und gemeldet, wan die Königin allen derley Leüthen, welche ihr Vermögen mal à propos dissipiret haben, das Brod verschaffen wolte, wurden ihro doppelt sovielle Länder alß sie besizet nicht zu länglich seyn. Und soll der Haugwiz das Memorial mit dem Decret, wo die Königin unterschriben war, in seiner des Galler Gegenwart zerissen und auf dem Tisch geworffen haben, welches mir nicht scheinet wahr zu seyn. Abends war bey mir Nemezhoffen. 679 Prostor za dopis. 680 Popravljeno. 378 | 1751 Oktober 26. Vormittag war ich bey dem von Widerkher. M. L. speiste zu Mittag bey General Br. de Fin. Abends suchte ich den jungen Franz Lamberg, der Morgen nach Wienn verreist, war aber nicht zu Hauß. 27. Vormittag war bey mir der Weitenhüller, [141] der nächstens nach Wienn verreiset in seiner Tuchfabrique-Angelegenheit. Und zahlt vor ein 4-sizigen, mit 4 Pferdten bespandten Wagen von hier nach Wien und wieder zuruck mit Condition, das der Fuhrmann zu Wienn 8 Tag warten, sich selften durchauß verpflegen, auch alle Schrancken und alle andere Spesen vor Pferden bestreiten muß, per alles und jedes 85 fl. Dan war ich bey Nemezhoff, damit er bey dem Commercial Consessu in causa Zebull præsidium führen möchte, so er mir auch versprochen und wird der Tag auf dem 25ten Oktober determiniret werden. Dan war bey mir der Zebull, deme ich dessen zu seiner Direction erinnert habe und hat er nun 3 Weg: einen zu warten die Retour des Nemezhoff; der681 anderen ihn zu bitten, das er hier bleibt und das sogestalten die Sache den 7ten proximi vorgenohmen wurde; den 3ten, das er bey der Repræsentation und Camer einkomete, damit ihme ein anderer præses denominiret werden möchte. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir wieder Zebull, mich zu bitten, das praseidium auf mich zu nehmen in seiner causa, welches ich ihme aber wie Vormittag habe abschlagen müssen. Und also kan er einen von obigen passibus ergreiffen. Dan war bey mir Mad. Bourlie und spätter der Nemezhoff, der heüt die Nacht mitsambt seiner Gemahlin und Enckel nach St. Craüz [142] bey Wippach verreiset, hingegen den 18. oder langst den 20. Octobris retourniren will. So war auch bey mir der Cadet Rasp, der heüt mit dem Obristen Br. Krottendorff auß Croaten über Neüstadtl hier retourniret ist. 28. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach mit dem Conferenzprotocoll des ständischen Außschusß. 29. Vormittag war ich mit mein Maxl bey dem Zois, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Nachmittag war bey mir Br. Gussich, Craißhaubtman von Inner Crain. M. L. war in Visiten. 30. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß Nachmittag. Nachmittag in simili von 4 Uhr biß 7 Uhr. Nach dem Rath war ich bey Br. Gussich, Craißhaubtman in Inner682 Crain. Heüt Vormittag seyn683 gegen 10 Uhr die molkischen684 9 Compagnien hier eingeruckt, welche auß Croaten de retour gekomen. Und bleiben 5 Compagnien hier wie vor, eine gehet nach Lack, eine nach Neümarckl, eine nach Stein und eine nach Ober Laybach. Nachmittag umb 3 Uhr ist Br. Benjamin von hier nach Lustall abgereist. 1751 Oktober 1. Oktober. Vormittag habe den Obristen Br. von Krottendorf, umb ihm mein Compliment wegen seiner Retour auß Croaten zu machen, gesucht. Dan den Br. Flachenfeld wegen deren 3 Comando auf dem Carst und den Buchhalter Novack wegen der Gradisans-Wasserbaucassa. War aber keiner anzutreffen. Dan war bey mir Br. Krottendorff. [143] 2. Zu Mittag speiste bey unß Br. Eichelburg, Leüthnant von Molck, und abbé Werth. Dieser reiset Morgen nacher Wienn, daselbst sein Glück zu suchen. Dan war bey mir David Luzato von Triest mit seinem nepote. Heüt Vormittag ist der alte Doctor Saneti gestorben, id est bald nach Mitternacht. 3. Vormittag war ich mit mein Maxl bey dem Widerkher. Dan war ich in Visit bey dem Obristen Br. Krottendorff. Dan bey Br. Flachenfeld wegen Verlegung deren 5 Comandi auf dem Karst. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General Br. de Fin a 19 couverts. Da waren der Obrist Br. Krottendorff und sein Gemählin, Br. Flachenfeld, H. von Bechinie, Haubtman Blahner und Haubtman Latter und der Adjutant des Generalen. 681 Popravljeno iz den 682 Pred tem dve prečrtani nečitljivi besedi. 683 Popravljeno. 684 Sledita dve prečrtani nečitljivi besedi. | 379 1751 Oktober Nachmittag ist mein Maxl, Franzl und Micherle nach Lustall auf die Vacanzen. 4. Vormittag war bey mir P. Master, Jesuiter. Dan bin ich mit m. L. *und unserm Heinerle* umb 8 Uhr nach Lustall; arrivirten daselbst umb 10 Uhr 45 Minuten. Wir stigen ab bey denen Schwägerinen Br. von Erb/er/g. Heüt hat der Obriste Br. Krottendorff zu Mittag ein Træctament, dan ein Bal gegeben, occasione des Nahmenstag des Kaisers. 5. Vormittag war bey mir Ziegler. Dan der Karnburg und der Krail in Stempelpachtungssachen. NB. Gedachte junge Karnburg offerirte [144] sich zu mir pro amanuensi. Dan war bey mir der Schifferstein. Nachmittag war ich in Rath. Abends war bey mir Kärnburg, der mir seine Schrifft zu sehen brachte und ich versprache ihm Morgen eine Arbeith zur Prob geben zu wollen. Vormittag war auch bey mir der Brieftrager mit 2 Fuhrleüthen, welche ich vernohmen habe wegen ihren bey Hof eingereichten Beschwerden wider dem Lamb/er/g, Oberstrassendirectorn. 6. Vormittag waren bey mir einige Crainburger Burger sich zu recomendiren, das ihnen wegen der abgebrandten Stadt und dadurch ihnen verursachten Schaden von Hof eine Hilff procuriret wurde, zu welchen Ende sie bey der Stell eine Bitschrifft eingelegt haben. Dan war bey mir der Ziegler. Item abends der Schifferstein, der mir pro amanuensi einen gewissen Gorjub, eines hiesigen Fleischhackers Sohn, der erst ex studio juridico von Wienn gekomen, recomendiret, den Doctor Karnburg hingegen widerrathen hat. M. L. war bey meinem niecen, dan abends bey der Bechinie. 7. Vormittag seyn hier angekomen 2 junge Grafen von Harrach des seeligen Fridrich Söhne mit dem abbé Marci. Und weil sie ex Collegio Theresiano komen und mit meinen 2 Söhnen bekandt seyn, haben sie zu mir geschickt und bin [145] sogleich zu ihnen in das Posthauß, weil meine Söhne sich derzeit nicht hier befinden. Zu Mittag speisten sie 3 bey mir und habe darzu geladen den Br. Guttenberg und Br. Aichelburg, Officiers von molkischen Regiment. Nachmittag giengen wir alle zu dem General Br. de Fin und soupirten daselbst. Ich habe sonsten auch Nachmittag die 2 junge Cavaliers ein wenig in der Stadt und in einige Kirchen, dan auch in des Zebull filatojo geführt. Diese 2 Cavaliers seyn Zwilling und in einem Schiff auf dem Rein-Strom gebohrn. Der erste ist bucklicht und heüst Ignatius, der jüngere Franciscus Xaverius. Dieser hat mir das Buch verehrt, wo er ex jure *civili* einige theses in Collegio Theresiano *publice* souteniret685 und der Königin686 dedicirt, auch ein Ring mit Diamanten besezter von ihro erhalten hat, welches bey 100 Doppien mag werth seyn. Heüt abends ist hier von Triest angekomen Graf Hamilton mit seiner Gemählin und gehet nach Wienn. 8. Morgens seyn obgedachte 2 Gr. Harrach von hier nach Wienn abgereist. Bey mir war Zebull. Dan war ich in Rath. Nachmittag war bey mir der Gorjub, der gerne wo unterkomen möchte. Bey m. L. war Mad. Bourlie, dan P. Rizel und P. Liechtl, Jesuiter, welche beede von hier abreisen. 9. Vormittag ist m. Maxl von Lustall retournirt. [146] Nachmittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Tauffrer, dan der Dionoro. M. L. war in Visiten und abends bey General Br. Defin. 10. Vormittag war ich mit dem Maxl bey dem Widerkher, dan bey Bechinie. Diesen Morgen ist auch der Janeaut mit dem Br. W/olf/ D/aniel/ auß Unter Crain retournirt. Vormittag war bey mir der Händl, der mir in absentia præsidis die resolutiones von der Post gebracht. Bey mir war auch des General Br. de Fin secretarius mit der Resolution, die von Hofkriegsrath an dem Generalen gekomen wegen der Dislocation der Miliz. Abends war bey mir der junge Karnburg, deme zur Prob ein Referat gegeben habe. M. L. war Nachmittag in Visiten und abends bey der Bechinie. 11. Vormittag war bey mir der secretarius von General Br. de Fin. Zu Mittag speiste m. L. bey detto Generalen. 685 Sledi prečrtano hat 686 Popravljeno. 380 | 1751 Oktober Nachmittag war da der Haubtman Blahner. Dan war ich in der Militarconferenz, dan bey den Busetischen und der Widerkherin. Abends war bey mir mein Sohn Janot, der mir wieder mit seinen vorhabenden kindischen Gedancken, in der Welt herum zu reisen und weiß nicht, was suchen zu wollen, eine Zeit weggenohmen hat. Dieses capriciosen Knaben umzeitige und unüberlegte Ideen werden suo loco beschriben, damit er selbst sowohl alß seine [147] Gebrüder seiner Zeit darauß sehen und lehrnen mögen, wohin der Weg führet, der wider den vatterlichen getreüen Rath genohmen wird. 12. Vormittag suchte ich den Obristen Br. Krottendorf, 〈Com〉pliments zu machen, war aber keiner anzutreffen. Nachmittag war ich in Rath von 3 Uhr biß 8 Uhr. Bey mir war der sogenandte französische Graf Thun, der eine Wohlfahrt auf Monte Santo bey Görz verrichtet hat und nun wieder nach Wien revertiret. Er war bey m. L. von gleich Nachmittag biß ½ 11 Uhr. 13. Vormittag war bey unß Graf Thun und speiste auch bey unß zu Mittag. Nachmittag war bey mir der Calli, giudice di Fiume. Spätter der Thun, der sich beurlaubte und reiset Morgen fruhe nach Wienn. Bey mir waren auch einige Fuhrleüth, die ich über ihre wider Graf Lamb/er/g, Oberstrassendirectorem, führende Beschwehrden vernohmen habe. 14. Vormittag habe bey dem landschafftlichen Generaleinemberambt ein Capital von 1.200 fl. erhöben lassen. Nachmittag war bey mir Br. Flachenfeld. Abends habe 2/m fl. nach Triest an Mr Arnoldt mit dem Postwagen abgeschickt, wie hierwegen das mehrere in copia lettere zu ersehen. 15. Vormittag suchte ich den General Scherz/er/ und Br. Mittrowsky, Obristleüthnant, die heüt auß Licka über Carlopago, Zeng und Fiume hieher gekomen und nach Wienn gehen. Dan war ich bey Mad. Flachenfeld, die [148] heüt ihr Nahmenstag celebriret. Zu Mittag speiste bey dem General Br. de Fin sambt m. L. à 14 couverts. Da war General Br. Scherzer, ein Obristleüthnant von Thun nahmens Logenhaimb, der Obristleüthnant Br. Mittrowsky und sein Frau, Haubtman Blahner, Haubtman Reiberich und der Leüthnant von *jung Königseg*, der auch mit dem Scherzer gekomen, item Br. Flachenfeld, der Adjutant von Hauß, dan der General, ich und mein Liebste. Dan war bey mir die Busetin und Widerkherin. 16. Vormittag war bey mir der alte Widerkher, der Morgen auf 10 Tag nach Klein Lack abreiset. Dan war da ein Trinitarier von Wien pro redimendis captivis zu samlen, dan auch sein Gespann. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß ½ 6. Dan suchte ich etlichmahl den General Scherzer, Br. Mittrowsky und den anderen Obristleüthnant von Logenhaim, waren aber nicht anzutreffen. M. L. speiste zu Mittag bey Br. Flachenfeld, wo die gestrige compagnia tractirt worden. 17. Vormittag war ich mit der lezten und 4ten Jubileiprocession von ½ 9 Uhr biß nach 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Br. Tauffrer, Craißhaubtman, und der Raditsch, Stadtsyndicus. Vorhero der Hendl, der Ziegler. Heüt ist hier gestorben der Doctor Preschern. [149] 18. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach, sich zu entschuldigen oder besser dispensirt zu werden zu der nachmittagigen Conferenz zu erscheinen, weil er mit denen exibitis noch nicht fertig ist. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. Defin. Nachmittag war ich in der Conferenz, wo ich præsidirte. 19. Vormittag ist mein Maxl nach Lustall abgereist. Nachmittag war ich in Castell in compagnia des General Br. de Fin, Obristen Br. Krottendorf, Br. Flachenfeld, Kriegscomissarii von Mühlburg und verschiedenen Officieren und seyn dem Militari die zu beziehen habende Quartier außgewiesen oder besser zu sagen, von selben choisiret worden, welche zu repariren Br. Flachenfeld nomine Banco-Deputation auf sich genohmen hat. Dan war bey mir der Mühlburg, dan der abbé Demelli et der Ziegler. 20. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Vor- und Nachmittag waren bey mir Verschiedene in Ambtsgeschäfften. 21. Vormittag war bey mir P. Master, Jesuiter, nomine P. rectoris wegen der zum Castellgebau zu geben habender Robath. Dan P. Adam, Capuciner, der m. L. bey dem Obristen intercediren möchte, das der Morgen zum | 381 1751 Oktober Strang codemnirte Deserteur seiner Bit gemäß archibusiret wurde. Dan der Tschadesch wegen Außführung des Rauchfangs in schiffrerischen Hauß und das er an dessen statt solchen vermauren lassen wolle. Dan der Expeditor wegen des neuen Dicasterial [150] calender. Item der Ziegler. Nachmittag war bey mir Br. Flachenfeld wegen lezter Conferenz. Dan der P. Scarpin, Franciscaner. Dan war ich bey General Br. Defin. Dan von 4 Uhr biß 6 ½ in Rath. Nach dem Rath bey Herberstein, der mit dem Aursperg wenig vor von St. Helena zuruckgekomen. Dan war ich wieder beym General Br. Defin, ihme zu vermelden, das Übermorgen der Bericht nach Hof wegen leztgehaltener Conferenz noch nicht abgehen wird, weil Aursperg erst seine referenda vorhero referiren wird. 22. Nachmittag war bey mir der Gayer, der mir nomine Br. Flachenfeld das lezte Conferenzprotocoll zum Lesen gebracht, welches er Morgen an die Banco-Deputation schicken wird. Heüt morgens ist ein Deserteur aufgehenckt worden bey Friscovicz und Nachmittag durch die Todtenbruderschafft bey St. Peter begraben worden. Abends war bey mir Leopold Graf Lamb/er/g in Strassenangelegenheit. 23. Vormittag war bey mir Buseth, ebenfalls in Strassensachen. Nachmittag der Geistliche Demelli, der von Zobelsperg komt und gehet nach Carlstadt.687 Dan P. Abfaltrer und P. Erberg Bernardin und bey m. L. Joseph Barbo. Dan war ich in Rath von 4 Uhr biß 7 Uhr abends. [151] 24. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir die Eilerin. Dan P. Carina und P. Master; erster gehet Morgen über Neüstadtl nach Agram. Dan der Zebull Vor- et Nachmittag, welcher gebetten, das sein causa bey dem Consessu Camerali, weil H. von Nemezhoff noch abwesend ist, auf künfftigen Freytag überleget werden möchte. 25. Vormittag waren bey mir DDr. Novack, Marenig, Christian wegen der anheüt vorzunehmen gewesten causa des Zebull ante Consessum Commercialem, welchen ich wie oben geantwortet habe. Dan war der Craißhaubtman Br. Tauffrer wegen Einrichtung der Tabellen ratione deren Militargeratschafften et Quartierzinsen. Dan der Ziegler, deme ich aufgetragen, den Auersperg zu ermahnen wegen des Protocols der lezten Conferenz und darüber ad aulam abzugeben habenden Berichts; ist aber wie gester mit dem Herberstein auf der Jagd. Zu Mittag speiste bey unß Eilerin. 26. Heüt fruhe ist hier gestorben der alte Bleyberg, Cramer auf der Schuster-Brucken, der vorigmahls bey denen Qualiza Laquey war. Vormittag war bey mir der Fiscal von Merzenheim in Betroff der Gall und portnerischen confiscirten bey der Landschafft allhier anligend gewesten Vermögen. Nachmittag gieng ich ein wenig spaziren mit mein secretario. Dan war Vor- und Nachmittag bey mir der Ziegler. 27. Vormittag war bey mir der Czisch. Zu Mittag speiste bey unß die Eülerin. [152] Nachmittag ist mein Liebste mit ihrer Schwester Frl. Fränzl und unserm Heinerle umb 2 ¼ Uhr nach Lustall abgefahren, umb meine übrige Kinder, alß den Mäxl, Fränzl und Micherle abzuhollen und Morgen mit allen wieder zu retourniren. Dan war bey mir die Jungfrau Karnburg wegen des Stempels, spätter der Krail in eben der Sache. Heüt morgens ist der gester verstorbene alte Bleyberg begraben worden. 28. Gester Nachmittag ist der Jacolitsch, landschafftlicher Landhaußthorwarter, allhier begraben worden. Heüt Vormittag war bey mir capitano Vicenzo Quertini da Pago, der einige Mineralien von der Licka anhero gebracht und suchet ein plein pouvoir von Hof zu haben, solche mehrere suchen zu därffen, den ich an dem jungen von Steinberg angewisen habe. Dan war ich bey dem Stadtsyndicus Raditsch wegen des Wegs ins Castell und Tax deren Fuhren auf selbes. Nachmittag bin ich m. L. entgegen gefahren, welche gegen 6 Uhr von Lustall hier angekomen ist mit dem Maxl, Franzl,688 Micherle und Heinerle. Zu gleicher Zeit ist auch hier angekomen mein Hänßl mit dem Janeschitsch und 687 C popravljen 688 F popravljen 382 | 1751 November Leopold-Hochenwartischen. 29. Vormittag war bey mir Graf Wildenstein und Graf Prang, die gester von Wienn gekomen. [153] Nachmittag war bey unß P. Joseph, Jesuiter, mein Schwager, der gester von Linz über Wienn gekomen. Dan der P. Erberg Bernardin, dan Graf Guido Cobenzl und der Graf Edling, canonicus zu Aquileja. Bald nach 3 Uhr ist Br. Benj/ami/n von Erberg von Lustall hier angekomen. Heüt in der Nacht nach 11 Uhr ist der von Nemezhoff von H. Craüz hier retournirt. 30. Vormittag war bey mir Ziegler mit einigen Acten, weil der Herberstein wieder auf die Jagd gehet und Auersperg auch abwesend ist. Dan habe dem Procurator zu Freüdenthall P. Schaffer 21 fl. vor gelifferte 3/m Ziegl geschickt. 31. Vormittag war ich mit mein Maxl bey m. Schwager Br. Wolf Daniel zu sein heütigen Nahmenstag mein Compliment zu machen. Zu Mittag speisten bey unß General Br. de Fin, Benj/ami/n Erb/er/g, Wolf Daniel mein Schwager, P. Joseph mein Schwager und P. Bernardin Erb/er/g, meine 2 Schwägerinen Frl. Fränzl et Retl, mein Schwager Br. Ferdinand, ich, m. L., die 2 Sohne Hanßl und Maxl, et sic à 12 couverts. Nachmittag waren bey unß Graf Leopold Lamb/er/g, H. von Buseth. Abends war ich bey Wildenstein, wo die gewöhnliche Coterie gewesen. 1751 November 1. November. Morgens war bey unß Frl. Franzl. Dan suchte ich mit mein Maxl mein Schwager P. Joseph Erb/ er/g und den P. Bernardin. [154] Zu Mittag habe mit m. L. gespeist bey meinem Schwagern Wolf Daniel Br. von Erb/er/g à 12 couverts. Da waren die 2 Frl. Schwagerinen, der Br. Benj/ami/n und 4 Jesuiter – P. Joseph et P. Bernardin Erb/er/g, P. Master et P. Rasp; dan meine 2 ältere Söhne. Spätter war ich mit m. Maxl bey denen Discalziaten und dan spaziren. 2. Morgens umb 7 Uhr ist von hier nacher Görz abgereist mein Schwager P. Joseph Erb/er/g in compagnia des P. Morelli und seyn aufgesessen in erbergischen Hauß, wo auch m. L. war. Dan habe 2/c Boden- und 36 Blochbretter von Virda erkaufft. Erste seyn lang zu 12 komouz oder 18 Schuh lang, 14 à 15 Zoll breit, 1 ½ Zoll dick, bezahlt à 11 ½ solt; andere 6 komouz oder 9 Schuh lang, breit wie oben, dick 2 gutte Zoll, bezahlt à 8 solt. Spätter war ich bey den Discalziaten bey der Todtenbruderschafftsandacht. Dan bey Buseth wegen des Weg ins Castell, den er Nachmittag beaugenscheinigen will. Zu Mittag speiste bey unß der Haubtman Luckantschitsch. Dan war ich in Rath von 3 Uhr biß gegen 8 Uhr. M. L. war bey dem Wildenstein abends. 3. Vormittag war bey unß P. Bernardin Erberg und P. Rasp. Nachmittag war da der Haubtman Rasp. Dan war bey mir Buseth, welcher mir sagte, gester Nachmittag den Weg von St. Florian biß an die Brucken beym Castell beaugenscheiniget und mit der Ketten außgemessen zu habe und findet genau 294 ½ Klaffter. [155] Solchen Weg durchauß comercialiter einzurichten wurde bey 6/c fl., sonst aber gut standhafft und wohl wandelbar und zu befahren 480 fl. Verstehet sich, wan alle Arbeith bezahlt werden solte. Er aber erbietet, sich die Direction gratis præstiren und sich ein Ehre erwerben zu wollen. Dan war ich bey Heinrich Grafen von Auersperg wegen gedachtes Wegs, welcher aber der Mainung ist, nur was weniges daran repariren lassen und den syndicum der Stadt mitnehmen zu wollen. Abends war ich bey der Busetin. Heüt morgens war ich mit m. L. und Kindern bey Br. Benj/ami/n zu sein heütigen Geburtstag mein Compliment zu machen. 4. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach in Ambtsangelegenheiten. Abends war m. L. bey Wildenstein. 5. Vormittag war bey mir die Jungfrau Karnburg wegen des Stempels. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir Mad. Bourlie. Umb 5 Uhr ist hier angelangt der General Harsch und bey General Br. de Fin angestigen. | 383 1751 November 6. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem General Br. de Fin. Da war der General Härsch, Graf Wildenstein, Frl. Prang, Graf Leopold Lamberg, die Gräfin, der Obrist Br. Krottendorff und sein Gemählin. Nachmittag war Conferenz und dan Rath von 4 Uhr biß 7 Uhr. [156] Nach dem Rath gieng ich zu Leopold Grafen von Lamberg, wo ich mit m. L. souppirt und biß gegen Mitternacht daselbst gebliben seyn. Da war General Harsch, General Br. de Fin, Br. Molck und Br. Hayden, Obrist Br. Krottendorf und sein Gemahlin, dan der Haubtman Dicker – Adjutant des General Harsch, Br. Janeschitsch. 7. Vormittag nach 7 Uhr ist General Harsch von hier nach Wienn abgereist. Zu Mittag habe mit m. L. gespeist bey Grafen von Wildenstein. Da war General Br. de Fin, Gräfin von Schrottenbach, Frl. Prang, Heinrich Graf Auersperg, Ben/ami/n Br. Erb/er/g, Br. Hayden, Probst von Möttling Teütsches-Ordens, Briester, und ein Geistlicher, der novicius des Teütschen-Orden ist. Abends war ein parmahl bey mir der Schlud/er/bach in Ambtsgeschäfften. 8. Vormittag habe die brücknerische Quittung per 105 fl. dem alten von Widerkher, der gester von Klein Lack retournirt, zu Handen des Studenten bezahlt. Nachmittag war bey mir Doctor Grauenhueb/er/, sich pro salario zu recommendiren. Item der Dionoro, der bald nach Grad/isc/a verreisen und sein Verordnetendienst antreten wird. 9. Heüt soll das Versprechen gewesen seyn mit der Frl. Janeschitsch und dem carlstadtischen Generalatsauditorn und abends war bey mir Nemezhoffen. 10. Nachmittag war der Franz Graf von Liechtenb/er/g mit denen Hl. Sacramenten versehen. [157] 11. Heüt Vormittag ist in Teütschen Hauß ein gemeiner Geistliche eingekleidet worden. Dan war bey mir der Widerkher. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Wildenstein à 16 couverts: der Graf von Hauß und Frl. Prang, Gräfin von Schrottenbach, General Br. de Fin, Obrist Br. Krottendorff und sein Frau, Graf Leopold Lamb/er/g und sein Grafin, Graf Rindsmaul Comendator zu Groß Sonntag, Br. Molck Leüthnant, Benj/ami/n Br. Erberg, der Probst von Möttling, der Pfarrer daselbst und der Noviz. Vormittag war auch bey mir der Leüthnant Br. Aichelburg. Abends der Schluderbach. 12. Zu Mittag hat bey unß gespeist der Leüthnant Br. Eichelburg, der am Sontag auf ein par Wochen nach Clagenfurt, sein Vatterland, verreiset. Vormittag war bey mir Leopold Graf von Lamberg, der Morgen nach Clagenfurt reiset. Heüt gegen Abend ist über Triest hier angekomen Corbinian Graf von Saurau und logirt in Wilden Mann. 13. Vormittag war ich bey dem i.ö. Stadthalter Corbinian Grafen von Saurau. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß nach 8 Uhr. Heüt ist unter anderen auch die Zuruckberuffung des Grafen von Barbo von seinem Landgut beschlossen worden, weil der præses über 14 Tag außzubleiben, die Erlaubnus nicht geben kan. [158] 14. Zu Mittag habe mit m. L. gespeist bey Wildenstein à 14 couverts, alß H. von Hauß und Frl. Prang, Gräfin von Schrottenbach, Graf Corbinian Saurau Stadthalter zu Graz, Graf Herberstein, Heinrich Graf Auersperg, Ludwig Graf Liechtenberg, Benjam/i/n et Wolf Daniel Br. von Erb/er/g, Leüthnant Br. Molck, H. von Bechinie und Oberpfarrer von Groß Sonntag. Dan war ich bey meinen Schwägerinen und spätter mit mein Maxl bey der alten Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl. Heüt ist die Hochzeitsfestivität und Coppulation des carlstädterischen Generalatsauditorn und Haubtman Schlutitzky mit der Frl. Janeschitsch celebriret worden. Er hat quartaliter 100 fl. et sic das ganze Jahr 4/c 〈fl.〉 Gage voici tout. Sie wird haben 7 biß 8/m fl., welche bald aufgezehret werden känen. Ihr Bruder, Mutter und Stiefvatter waren dieser Heyrath wegen nicht content, consequenter nicht beywesig. Diese werden nächstens nach Marburg sich bey General Scherzer zu præsentiren und dan gehen sie nach Cospiz in die Licka. Er hat sich ein Brautkleid per circa 4/c fl. werth machen lassen und ihro schafft er eines auch bey 3/c fl. an werth, welches denen Einkünfften nicht gemäß ist. Dabey ist er etwas brutal und also wieder von niemand viel guttes profezeyet. 15. Vormittag war ich bey Leopold Lamberg, ihm zu sein Nahmenstag mein Compliment zu machen. Dan speiste ich mit m. L. beym Obristen [159] Br. Krottendorff à 16 couverts, alß H. und Frau von Hauß, Graf und Gräfin von Lamberg, Graf Wildenstein, Gräfin Schrottenbach und Frl. Prang, General Br. de Fin, Graf 384 | 1751 November Auersperg der Landmarschallin Sohn, Br. Flachenfeld, H. von Bechinie, ego et m. L. und a latere die 3 Leüthenandts: Br. Molck, Br. Hayden und La Fontaine. Abends war bey mir Zois, deme ich das Reglement von Prinz-Emanuelischen-Collegio zu Wienn gegeben habe. Und nächstens erwarte ich von Wienn die Nachricht, ob seine 2 Sohne daselbst werden ankomen känen. Er erzehlte mir unter anderen, wie das das levantinische negocio sich geandert habe und wissen die Türcken ihre Baumwolle, die sonst 11 ad 12 leoni in Smyrne gegolten, biß 36 leoni zu soutentiren. Und die Juden sollen denen Türcken solches an die Hand gegeben haben, weil deßwegen die Europeer die B[aum]wolle abzukauffen gleichwollen nicht unterlassen. Das Eisen komt derzeit auß Schweden nach Sinigaglia in stetts grösserer Quantität und so auch das von Thesalonichis und leztes wird zu 13 z. verkaufft, da das karnerische noch biß 28 z. souteniret wird. 16. Vormittag war bey unß Haubtman Rasp. Nachmittag war ich in Militarconferenz von 4 Uhr biß ½ 7 Uhr. Heüt ist zwischen dem Franz Grafen von Liechtenb/er/g und seinem Sohn dem Sigerle [160] wegen dieses mit der Frl. Thereßl von Auersperg vorhabender Hayrath vertirte Uneinigkeit beygeleget worden und hat der Vatter den Sohn vor das erstemahl wieder vor sich gelassen und die689 Heyrath eingewilliget. Deme ungeacht ist der Vatter noch alleweil übel auf und wollen die medici ihn noch nicht auß der Gefahr wissen. 17. Vormittag war bey mir der Tapezirer des Fürsten. Nachmittag Mad. Bourlie, welche 12 Species kaiserlichen Ducaten auß ihren, bey mir in Deposito habenden Päckl, genohmen und das Packl wieder sigiliret hat, sodas nun 12 # weniger alß 3/c sich darin befinden. Dan war bey mir die Jungfrau Karnburg in ihres Vatters-Angelegenheit. Item der Polack in des Fürstgebäu-Angelegenheit. 18. Vormittag habe erkaufft 133 lange Bretter zu 10 komouz und breit 10 à 14 Zoll, dick ein Zoll, à soldi 6, machen 39 lr. 18 〈sl.〉 Dan 60 kleine Bretter zu 5 komouz lang, hingegen 15 à 18 Zoll breit und dick wie oben 1 Zoll, à soldi 3 ½ 10 〈lr.〉 10 〈sl.〉 Summa 50 lr. 8 〈sl. 〉 oder 9 fl. 31 〈kr. 〉 Zu Mittag speiste m. L. bey dem General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir Br. Ign/ati/ Abfaltrer in Betröff deren gallenbergerischen creditorum. Dan wegen seines Sohns in Leyden, [161] in deme er noch 50 Kremnitzer # zu übermachen mich gebetten hat und das ich die Sache also machete, alß ob solche sein Groß-Mama inscio patre bezahlt hätte, welches ich auch mit samstagiger Post zu thun versprochen. Dan war da Br. Gussich, Craißhaubtman. Item der Dionoro. 19. Vormittag war ich bey Br. Ign/ati/ Abfaltrer, deme ich nochmahls erstlich alß seiner gutter Freund, dan ad exonerandam meam conscientiam vorgestellet habe, das er seinen derzeit zu Leyden sich befindenden Sohn (den er ordiniret hat über Paris und Lyon nach Turin zu reisen und sich in lezten Orth Ende Decembris einzufinden) nicht præcipitiren und einer solcher Gefahr exponiren solle, die Alpes in dieser Saison zu passiren, sonderlich, da er doch vor dem 15. December von Leyden nicht aufbröchen, consequenter sich weder in Paris weder irgendswo aufhalten und ohne etwas sehen, weniger etwas profitiren zu känen, in so kurzer Zeit danach zu Turin nicht eintröffen känte, welches alles sein Frau Mutter auch gar wohl begriffen hat. Und endlich hat Br. Ign/ati/ resolvirt, das sein Sohn von Leyden recta nacher Wienn komen und daselbst die ferere Ordres erwarten solle. Da ich ihm dan versprochen habe, ihn zu Brüssel an P. Hallerstein zu addressiren, welcher diesen jungen Mensch wenigsten eine Route nacher Wien vorschreiben und sonst mit gutten Rath an die Hand gehen wird. [162] Er hat mir 50 # kaiserlichen gegeben und mich ersucht, ihme solche in gedachten Leyden zu sein Ruckreiß bezahlen zu lassen, so ich ihm zu thun auch versprochen. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6. Vorhero war bey mir Dionoro. 20. Vormittag war bey mir der secretarius von General Br. de Fin et Nachmittag der Dionoro. 21. Vormittag war ich bey dem alten Widerkher. Nachmittag ein wenig spaziren. 22. Vormittag war ich mit mein Maxl in Bischoff-Hof zu sehen, wie das Gebau vor sich gehet. Dan bey der 689 Pred tem prečrtano den | 385 1751 December Busetin wegen ihres heütigen Nahmenstag. 23. Zu Mittag hat m. L. gespeist bey General Br. de Fin. Nachmittag war ich mit mein Maxl spaziren. Abends ist mein Collega Graf Barbo von sein Landgut wieder hier angekomen. 24. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß 6. Dan war ich bey Wildenstein. 25. Zu Mittag speiste bey unß Franz Br. von Herberstein. Nachmittag war bey mir Dionoro, dan der Nemezhoffen. Spätter war ich bey Mad. Rasp, dan Mad. Tauffrer, gebohrne Firnpfeil, die heüt ihren Nahmenstag celebriret. Dan bey H. von Bechinie, der an Podagra incomodirt ist. Bey mir war auch der Expeditor Köhler. 26. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß 1 ¼ Nachmittag. M. L. speiste zu Mittag bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir Br. Gallenfels, Eusebii filius, [163] Dionoro, Haubtman Rasp, junger Zois. Abends war ich bey dem alten Zois. M. L. war in Visiten bey der Schrottenbach und Wildenstein, die beede unpäßlich sich befinden. 27. Nachmittag war bey mir Mad. Bourlie. 28. Nachmittag war bey mir der Stadtsyndicus Raditsch wegen der Schuhknecht, wegen des Weg ins Castell und wegen Militarbeytrag. Spätter der alte Widerkher. Den 26ten dieses ist der Landshaubtman von seinem Landgut wieder herein gekomen, krankck an Podagra. 29. Vormittag war bey mir der Schlud/er/bach. Zu Mittag speiste bey unß der Haubtman Rasp, der Morgen nach Triest abreiset. 30. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. Defin. Nachmittag war ich in der Conferenz. Spätter mit Barbo bey Wildenstein. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. 1751 December 1. December. Vormittag war ich in der Conferenz von 10 Uhr biß gegen ½ ein Uhr. Heüt abends war das solemne Verspröchen bey dem Landshaubtman des Sigm/und/ Grafen von Liechtenberg mit der Thereßl Frl. Gräfin von Aursperg. M. L. war abends bey der Schrottenbach. 2. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß ½ 2 Uhr Nachmittag. Heüt Vormittag war auch der ständische Landtag. Nachmittag war bey mir der junge Wichtenstein. Abends habe mein Fassetl690 dem Trompeter [–]691 geschickt, welcher trachten wird, solches zu verkauffen. [164] 3. Vormittag war ich in Rath von ½ 11 biß ½ 2 Uhr. Abends war bey mir der Raab von Karst. Dan war ich bey m. Schwägerin zu ihren Nahmenstag. 4. Heüt morgens ist mein Liebste gegen 8 Uhr von hier nach Morautsch abgereist in compagnia ihres H. Bruder Br. Wolf Daniel und mein Sohn Hänßl. Zugleich brachte mir ein Goldschmittsjung ein Silberling, welchen ich per 1 fl. 42 〈kr.〉 erkaufft und dem Jungen 6 kr. geschencket habe. 5. Vormittag morgens umb 5 Uhr 45 Minuten bin ich alß landsfürstlicher à Repræsentation et Camera deputatus commissarius ad installandum neo electum parochum zu Maraitsch und Beneficiaten U/nserer/ L/ieben Frauen/ zu Drittey Ferd/inanden/ Frh. von Erberg, meinen Schwagern, in compagnia des secretarii Wenger und m. Sohn Maxl in einem mit 3 Pferdten bespandten Wagen von hier abgereisen und die Landstrassen verlassen umb 8 Uhr und arrivirt zu Moraitsch umb 9.45; bin also unterwegs gewesen 4 Stund. Daselbst ist der Pfarrer von dem Grafen Barbo, Pfarrer zu Stein, in der Kirchen ceremonialiter *in spiritualibus* installirt und der Pfarermänge vorgestellet worden. Dan hab ich in Pfarerhof in dem Zimer ihn in temporalibus installirt. Beym Mittagessen waren unser an der grossen Taffel 18, id est ego qua commissarius, der neo electus, Graf 690 F popravljen iz C 691 Prostor za ime, označen s ... 386 | 1751 December Wildenstein, Frl. Prang, Graf Liechtenb/er/g Unterleüthnant unter Wenzl Wallis, sein Bruder, 2 Frl. Schwestern, Carl Br. Valvasor mit 2 Frl. Schwestern, ein anderer Valvasor detto [165] Bontsche, Graf Barbo Pfarrer zu Stein, Graf Strassoldo von Wartenb/er/g, mein Liebste, mein Schwager Br. Wolf Daniel, mein Hanßl und Maxl und der secretarius Wenger. An ein anderen Tisch in ein anderen Zimmer speisten die capelani. Nachmittag bin ich abgereist umb 4.15, Landstrassen 6.00, retournirt allhier zu Laybach 8.45, unterwegs gewesen 5.30. Nach 10 Uhr hat unser Amel ein Franciscaner gebeicht, weil sie sich nicht wohl befindet. Heüt morgens ist der Sigerle Graf von Liechtenb/er/g mit seiner Brauth der Thereßl Frl. Grafin von Auersperg nach Sittich abgefahren, wo sie von selben Prælaten copulirt und abends nach Ainöd komen und ihr Hochzeitfest celebriren werden. 6. Vormittag war ich bey dem alten Widerkher, dan bey meinen Schwägerinen. Bald nach Mittag ist m. L. in compagnia ihres Brudern Br. Wolf Daniel und mein Hänßl von Maraitsch, wohin sie den 4. dieses abgegangen, wieder hier retournirt. Nachmittag war bey mir der Br. Codel i, spätter Carl Hochenwarth. Heüt Nachmittag ist mein Nachbahr der Kauffman Vanino, der gester bald nach Mitternacht gestorben, begraben worden. 7. Vormittag war bey unß P. Schickmayr S. J. Dan ist unser Saugame mit den Hl. Sacramenten versehen worden, bey welcher auch ihr Beichtvatter P. Bernardin, Franciscaner, war. [166] 8. Heüt Vormittag umb 8 Uhr ist die Gemählin des Ferdin/and/ Grafen von Liechtenb/er/g mit einem Sohn niederkomen. Dan war bey mir Leopold Graf von Lamberg. Nachmittag der Grosßl von Kropp. Abends suchte den Carl von Hochenwarth. 9. Vormittag kam zu mir Nemezhoffen und der Doctor Modesti qua actuarius, dan der Anton Grosßl von Kropp qua inquisitus und hielte Comission von 10 Uhr biß ½ 1 Uhr in Betreff des von Grosßl angezeugten Mangl am Landeisen vor die Gewercken zu Kropp. M. L. speiste zu Mittag bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir des Anton Grossl Eheconsortin in Betreff der preschernischen Stifftung vor 3 alumnos. Abends war bey mir Heinrich Graf Auersperg. 10. Vormittag war ich in Rath von ½ 10 biß ½ 2 Uhr Nachmittag. Nachmittag war ich mit meinem Maxl bey Heinrich Graf Auersperg, seine schene Kupfferstich zu sehen. 11. Vormittag war bey mir der abbé Pasqualato umb Erlaubnus, die Hl. 3 Konig nach dem Gebrauch des Litoralis allhier produciren zu därffen. Abends der Corgniati vocatus. 12. Vormittag war bey mir der Leonhard Weigl, den m. L. vor ihren Livrébedienten aufgenohmen hat. Zu Mittag habe gespeist bey Graf Wildenstein [167] à 14 couverts. Da war er Graf von Wildenstein, Graf Herberstein, Graf Leopold Lamberg, Graf Barbo Jobst, Graf Heinrich Auersperg, Graf Petazzi Domprobst, Br. Liechtenthurn, Br. Tauffrer Max, Br. Ign/ati/ Abfaltrer, Br. Wolf Daniel Erb/er/g, H. von Bechinie, Leopold Hochenwarth,692 der Leüthnant Br. Eichelburg und ich. Nachmittag war ich in Conferenz von 4 Uhr biß 8 Uhr abends. Heüt Nachmittag umb 3 Uhr ist in mein Hauß des Nazl sein Amel gestorben. 13. Vormittag habe bey mir den Conssessum Comercialem in Angelegenheit des Peter Corgniati gehalten. Nachmittag war bey mir der Monari von Aquileja biß spatt. Dan war ich bey der Schrottenbach in der Cotterie und spätter bey Graf Barbo, der heüt sein Nahmenstag celebriret. 14. Heüt morgens habe meines Nazl vorgester verstorbene Amel zu St. Peter begraben lassen. Dan war bey mir der junge Nicoletti wegen der mit dem Craißhaubtman Br. Gussich fürwaltenden Strittigkeit in Betreff des Craißambtsofficiersquartiers. Dan habe mit denen 3 Bauren von Freüdenthall nahmens Jacob Hren, Andre Schitka und Jacob Petritsch um 692 Sledi prečrtano nečitljivo ime. | 387 1751 December folgende 30 Stuck Trambaumer accordirt und ihnen 21 17ner à Conto bezahlt gegen deme, das das Holz längst in der Halbfastenzeit geliffert [168] wird in folgender Maaß, alß: 6 Stuck zu 30 komouz lang, 9 Zoll dick und 14 Zoll breit; dan 6 Stuck zu 25 komouz lang, dick und breit wie oben. Diese 12 Stuck accordirt à 8 pz. das Stuck. Das Holz muß sein Tanen oder hoja vel jeuka. War sie aber solches von Feichten oder smreka liffern, hab ihnen versprochen über obiges Geld vor alle 12 Stuck noch 4 17ner zu schencken. Dan 4 Stuck und 20 komouz und 14693 Stuck zu 18 komouz, dick und breit wie oben; diese 14694 Stuck à 4 pz. zu bezahlen. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß 7 Uhr. Dan war ich mit Barbo bey der Schrottenbach. NB. Heüt habe vor dieses Jahr mit meinem Gebau aufgehört. 15. Vormittag war bey mir der junge Nicoletti. Gester und heüt hat man angefangen den neuen Boden in m. L. grossen Zimer zu legen von Aichornholz und die Frieß von Aichen. Bey mir war der Amigoni, der nach Wienn abreiset. Nachmittag der abbé Abfaltrer, der von Rom gekomen und mir jenes mitgebracht, was ich ihme unter 17. September lezthin bestellet habe. [169] 16. Vormittag war bey mir der Kappus wegen der Rechnungen von der gewest landshaubtmanischen Gült. Dan ein Br. Russenstein, Schwager des Zois, der einmahl unter denen Croaten in Kriegsdiensten alß Titularfendrich gestanden und nunmehro Allmosen bittet. Dan 2 Färber wegen des abzuschaffen suchenden unzunfftmassigen Färber zu Burgstahl nächst Lack. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin et bey unß die Eilerin. 17. Zu Mittag speiste bey unß die Eilerin. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß nach 7 Uhr. Dan war bey mir der Schigan, Gewerck. Heüt habe meinen secretarium wegen seiner murrischen Zungen und Faulheit in der Arweit seines Diensts entlassen. Sonderlich aber, da er mir solchen schon öffters sozusagen vor die Thür geworffen, welche seine unbesonene und ihme recht angebohrne Grobheüten ich nicht mehr habe gedulden känen. Was er guttes an sich hat, ist, das er from und gottesfürchtig, auch keinem vitio ergeben ist, dabey still und getreü, das ich ihme das ganze Hauß habe anvertrauen känen. Hingegen aber ist er sehr faul in Gedancken, Wort und Wercken. Die noble Ambition, sich durch fleissige Application zu excoliren und durch Meriten distinguiren zu trachten oder durch [170] Fleiß, Mühe und Arbeit emporzuschwingen, ist bey ihm in keinem Grad zu finden. Jene löbwürdige Curiosität und Begirde, etwas zu wissen oder sich um nuzliche Notitien zu bewerben, ist ihme ganz unbekandt. Sich umb etwas eyfrig anzunehmen oder mit empressement etwas zu arbeiten, ist seinem Naturel contraires. Sein Wunsch ware, jederzeit nur ein landsfürstlichen Dienst zu überkomen, umb in Ruhe und bey695 der Ambtsgelegenheit seines lebenslangigen Brods versichert zu seyn, ohne das er sich doch jemahls beworben, solchen durch Fleiß, Mühe und Arbeith zu meritiren. Er ist nun 4 Jahr in meinen Diensten, hat meine tägliche, mehrentheils in seinem Beyseyn gemachte verschiedentliche elaborata, allemahl abgeschriben. Und dannach habe ihn niemahls dahin bringen känen, das er auch nur ein mittelmässiges Concept gemacht oder sonsten etwas von selbsten produciret hätte. Das Abschreiben lediglich ware sein non plus ultra und dieses mit Ambtsgelegenheit und ohne Übereilung auch gar offt mit Unwillen und Murren. Die gutte Gelegenheit, die er bey mir gehabt, sein Glück zu beförderen, war ihme dem Ansehen nach insuportable et sic fuit ad vota dimissus. [171] 18. Vormittag war ich in Conferenz von 9 Uhr biß Mittag. Dan war bey mir der Monari, der Morgen nach Aquileja retournirt. Nachmittag war ich bey Nemezhoff und ersuchte ihn mit dem alten Werth zu sprechen, ob er seinen 2do genitum filium mir pro amanuense zu geben inclinirete. 19. Vormittag war bey mir der Accessist Schifferstein wegen eines amanuensis. Dan der Dr. de Werth wegen graf-liechtenbergischen Schneeberg und laaserischen Angelegenheit. Dan der von Nemezhoffen. Dan suchte den Mühlburg. 693 Popravljeno iz 10 694 Popravljeno iz 20 695 Popravljeno. 388 | 1751 December Nachmittag war bey mir ein Avanturier, von dem mir Vormittag der Schifferstein gesprochen. Spätter der von Mühlburg. Dan war ich abends mit mein Maxl bey Carl-Hohenwartischen, wo ich vernohmen, das vorgester abends der portugesische Br. Gallenfels hier retourniret seye. 20. Vormittag war bey mir der alte Widercker. Dan habe meinen entlassenen secretarium Niederbacher vorgeruffen. Und da vor ihm sowohl mein Schwager alß m. L. und verschiedene andere intercediret haben, habe ihm seine defectus und Unbesonenheit vorgehalten. Und das er zwar im Hauß biß zu einem accomodement verbleiben käne, das ich mir hingegen gleichwollen einen anderen und in der Feder geschicktern und fleussigeren außsuchen wolle, wie ich ihme dan [172] jenes, so ich in Rath den 17. hujus ad protocollum gegeben zu seiner Diensts, habe lesen lassen. 21. Zu Mittag habe mit m. L. gespeist bey Graf Wildenstein à 11 couverts, alß Graf Wildenstein und Frl. Prang, Grafin Schrottenbach, Frl. Josepha Valvasor, Graf Joseph und Graf Jobst Weicard Barbo, Leüthnant Br. Hayden, Br. Benj/ami/n und Br. Wolf Daniel Erb/er/g. Spätter war bey mir der portugesischer Br. Gallenfels. 22. Vormittag war ich bey Graf Barbo meinem Collega, der heüt seinen Geburtstag celebriret und 49 Jahr acompliret. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der junge Kappus von Steinpichl mit dem Doctor Auracher wegen Grosßl von Krop. 23. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 2 Nachmittag. Zu Mittag speiste bey unß der Cadet Rasp. M. L. speiste bey General Br. de Fin. Nachmittag war ich in Conferenz von 4 Uhr biß 6. Dan gieng mit Barbo zu Wildenstein. 24. Vor- und Nachmittag waren Verschiedene bey mir mit dem Feüertagwunsch, ich aber habe mich eingespert696 wegen aufhabenden Geschäfften. Heüt ist der neue Fußboden in m. L. neuen Zimer verfertiget worden. Abends war bey mir Zois. [173] Die vergangene Nacht ist mein niece Mad. Dinzl, gebohrne Bssa. Kuschland, allhier mit einem Sohndl niedergekomen, so ihr erstes Kind ist. 25. Vormittag war bey unß der Cadet Rasp. Sonst war ich stetts bey meiner Ambtsfeder. 26. Vormittag war ich beym Raditsch, Stadtsyndico. Zu Mittag speiste ich und m. L., dan Br. W/olf/ D/aniel/ mein Schwager, beym General Br. de Fin à 6 couverts. Da war auch der Haubtman Nerfort und des General secretarius. Nachmittag war bey mir Dionoro. 27. Zu Mittag speiste bey unß der Cadet Rasp. Heüt Vormittag, 10 Minuten vor 9 Uhr, habe einen zimlich starcken, jedoch ganz wenig gedaureten Stosß von Erdbeben verspirret, so auch von mehr Anderen wahrgenohmen worden. 28. Zu Mittag speiste bey unß der Leüthnant Br. Eichelburg und die Obrist-Eilerin. Vormittag war bey mir der Buglioni, Oberambtsgegenschreiber von Görz, der erst von Wienn komt. 29. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der Zehrer, der zu Wienn bey dem Gebau zu Schönbrun emploiret war, welches seit anfangs 1750ten Jahr par entreprise continuiret wird. Umb 4 Uhr hielte ich den Consessum Comercialem in merito Aufhöb oder Rectificirung deren Zünfften von 4 Uhr biß 6 ½. Bey mir war auch der Glaser Struppi. [174] 30. Vormittag war bey mir der Zehrer und Persky. Dan war ich in Rath von 9 ½ biß ein Uhr. Nachmittag habe durch Dr. Modesti den Unterbergrichter Pototschnig von Kropp wegen Anton Grosßl constituiren lassen me presente. Dan war ich von 4 ½ biß nach 7 ¼ in Rath. 696 -t popravljen iz -g | 389 1752 Januar Spätter habe dem Craißhaubtman Br. Tauffrer ½ lb. Thé geschickt und ist mir nun diesen und vorhero auch ½ lb. zu bezahlen schuldig. 31. Vormittag war ich mit m. Maxl beym Domdechant Lackner. Dan bey alt-Br.-Gallischen, dan bey Br.-Erb/ er/ischen, dan bey General Br. de Fin. Zu Mittag speiste bey unß der Cadet Rasp. Nachmittag waren bey mir P. Mäster, Societas Jesu, dan P. Puchentall, Augustiner. Dan der Deleschnig wegen Maassereyen, item ein par Capuciner. Abends war ich bey Wusetischen, dem ich ein Stückl von Triest gekomener Leinwath behändiget habe. Eben damahls ist sein Bruder, der Landstrasser, angelangt. 1752 1752 Januar [175] 697 1. Jenner. Vormittag war ich mit m. Maxl bey der alten Br. Abfaltrer, gebohrne Dinzl. Dan suchte den Herberstein. Bey mir waren 2 vorgebend von Venedig echapirte perlari von Murano, erbietten sich allhier die Fabrique zu introduciren. Ich gebe ihnen zur Antwort ein Anbringen an die Stell zu machen. Nachmittag war bey mir der unlängst von Wienn retournirte Bancoadministrationsbuchhalter Novack. Dan P. Erberg (Bernardin), Jesuiter. Dan Br. Salvay, der mir erzehlte Hoffnung zu haben, das die st.-servolanische und castellnovische Unterthanen des nächstens bey ihm ein Vorschlag, den er an die Stell geben wird, machen därfften, mit was Conditionen sie nicht allein keine Salzcontrabanden machen, sondern auch solche von den venedischen Unterthanen zu verüben impediren wollen. Übrigens sagt er, das die st.-servolanische Landmiliz, wo jedes Hauß einen Mann im Nothfall zu stellen hat, bey 750698 Mann außmachen därfften, die castellnovische aber von darumen weniger, weil dort nur jede Hueben ein Man stellet. 2. Vormittag waren bey mir gestrige 2 Venezianer, Gio/vanni/ Anto/ni/o Vistosi und Bartolo Valle, welche mir ein pro memoria eingegeben haben. Dan war ich bey Herberstein in dieser Angelegenheit. Nachmittag habe gehalten Consessum Comercialem in hac materia. [176] 3. Vormittag waren bey mir die venedische Perlaren, oberwehnte Vistosi und Valle und 2 deren serventi, haüssen Domenico e Zuane fratelli Sanetti. Ihr Pasß von march. Prie gehet auß unter dato Venedig den 21. November voriges Jahr, registrirt sub No. 599. Erster will nach Venedig zuruckkheren, daselbst sein Facultät zu Geld zu machen und wieder hieher zu retourniren; verlangt Reißgeld 2 zichini. Die andere 3 bitten indessen umb ihre Unterhaltung bey ein Gulden des Tags vor alle 3. Et hoc circa auf ein Monat, da sie indessen hoffen, das erster von Venedig retourniren wird, wo sie sodan ihre Fabric per proprio conto und mit aignen Mitteln stabiliren wollen. Wie weit eins oder das andere wahr ist, wird die Zeit lehren. Dan war bey mir der alte Widerkher. Bald darauf seyn die perlari wieder gekomen und offeriren sich, hier die Prob afführen zu wollen, consequenter, das derzeit keine nach Venedig zu gehen willens ist. Und da sie ihre Mainung wieder geändert, so habe sie Nachmittag umb 4 Uhr bestelt und werde den Perr zu mir beruffen. Dan war bey mir der Delesnig wegen der Wiensmaassereyen. Zu Mittag speiste bey unß der Cadet Rasp, dan der abbé Paradiso von Lustall. Nachmittag habe den Consessum Comercialem gehalten von 4 Uhr biß nach 6 Uhr. Und habe die venedische perlari vorberuffen und seyn endlich d‘accordo gebliben, das [177] diese Leüth die Probe machen sollen und biß sie den Offen bauen und das Erforderliche überkomen, vor welches alles der Perr die Sorg auf sich genohmen. So habe ich versprochen außwircken zu trachten, das ihnen längst 50 Tag zur Unterhaltung von der Repræsentation und Camer 50 fl. passiret werden. In Entstehung dessen aber will ich die 50 fl. vorschiessen, umb wegen dieser Bagatelle ein so nahmhafften dem Publico zu wachsen känenden Nuzen nicht ausser Acht zu schlagen. All übriges aber wird Perr besorgen und trachten Interessenten zu bekomen, umb die Probunkösten 697 Pred tem so trije prazni foliji, tekoče oštevilčeni od p. 175 do p. 180. Zato ima p. 176 paginacijo 181 (itd. na naslednjih straneh). 698 Popravljeno, morda iz 760. 390 | 1752 Januar bestreitten, auch allenfalls die Fabric mit kleinen continuiren zu könen. Inzwischen wird auch an dem k.k. Botschaffter von der Stell umb Information wegen gedachter Leüthen geschriben werden. Heüt wenig vor Mittag ist Graf von Wildenstein mit seiner compagnia von Tuffstein allhier retournirt. 4. Vormittag war ich bey Herberstein und habe wegen der perlari das Nöthige concertirt, auch die Expedition an dem Bottschaffter zu Venedig angeordnet. Bey mir waren 2 Färber, die sich wider dem Craißhaubtman beklagen, das er den Fuscher zu Burgstall nachst Lack in keine Straf ziehet. Abends war bey mir der Rasp, Officier von Teütschmeister, der von Clagenfurt gekomen. 5. Vormittag waren wieder bey mir die perlari und betreiben, das sie die Prob bald machen känten. [178] Der perlaro Valle sagte, ein Weib zu haben, die eine gebohrne Grafin Conziani von Udine ist. 6. Nachmittag war ich in Rath von 3 ½ biß 7 Uhr. Heüt habe an denen Privatmauthen gearbeitet. 7. Vormittag war bey mir ein parmahl der Ziegler. Dan P. Pogatschnig S. J. wegen Percinico. Nachmittag die perlari. Sonst habe stetts an den Privatmauthen gearbeitet. Heüt morgens ist mein Collega Graf Barbo eillends nach Freyenthurn abgereist, wo sein Vatter zum Sterben dahin ligt. M. L. war in Visiten und abends bey Wildenstein. 8. Vormittag waren bey mir die perlari mit ein Model von Offen, so zur Probe nöthig. Ich habe sie an dem Perr gewiesen. Abends war bey mir der alte von Widerkher, der mir erzehlte, das sein Schwigersohn als Haubtman vorgestellet worden seye. 9. Vormittag war bey mir Perr wegen der Perlfabrique und das er sich solcher unter seinem Nahmen nicht annehmen wolle noch käne. Dan der Dr. Novack wegen deren lezt von St. Servolo anhero cittirten Richter und 2 von der Gemeinde. Zu Mittag speiste m. L. bey dem General Br. de Fin, abends suppirte bey Wildenstein. 10. Vormittag war bey mir der alte Wildenstein,699 [179] der sein Sohn den Posten gerne in die Cadetenacademia zu Neüstadt bringen möchte. Dan war bey mir der Schwertfeger, deme mein Wäpel zu schneiden gegeben und dafür 2 #, dan a parte vor jeden Buchstab ein kr. zu bezahlen, auch das Gewicht von Messing besonders zu bonificiren versprochen habe. Heüt morgens habe ein Schachtl Datl von ein Gleines mit 31 Loth antiquen Münzen von Triest erhalten, die mir capitano Knesevich auß der Barbarey mitgebracht hat. Vor- und Nachmittag waren bey mir die Muraneser und abends habe mein votum dem præsidi schrifftlich geschickt. Die vergangene Nacht war hier der erste Bal und zwar in maschera. 11. Vormittag war bey mir ein Färber, dan der Schluderbach, spätter Br. Liechtenthurn. Nachmittag war ich in Rath von 3 Uhr biß 7 Uhr. Heüth hat mir m. L. gesagt, wie das mein secretari zu Heinrich Grafen von Auersperg zu komen wissens sey und er meinen Schwager besprochen, mir diese Proposition zu machen. Ich habe also selbst mit ihm geredet und ihme ohne Anstand entlassen, zugleich erlaubt, das biß er sich besser stabilirt, täglich zu mir zum Essen komen käne. 12. Vormittag waren bey mir die perlari, denen ich gesagt, was nach Hof leztlich, id est gester berichtet worden. Dan die Färber von hier und Lack [180] wegen des Fuscher zu Burgstahl. Dan die Bauren von St. Servolo, die ich ad constituendum zum vicefisco von Kappus geschickt. Nachmittag war bey mir Marotti von Fiume, der nächstens nach Gräz et Wien verreiset. Spätter der Nemezhoffen. 13. Vormittag war bey mir des Pfarrer zu Möttling Bruder, allhier studens. Dan der Schreü, der sein Sohn recomendirt pro cancelleria. Item der Schluderbach, dan die Bauren von St. Servolo. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Abends ist sie mit der Schrottenbach und Prang auf dem Bal; ihre Masque war eine Bauta. 14. Heüt in der Nacht, bald nach ein Uhr, ist m. L. zu Hauß gekomen. 699 Recte: Widerkhern. | 391 1752 Januar Dan waren Vormittag bey mir die St.-Servolaner Bauren. Nachmittag der Cadet Tudorovich, der mir ein Schreiben von Gius/epp/e Zanchi von Fiume gebracht. Spätter der Petteneg, welcher an deme ist, sein Hauß an dem Franzoni zu verkauffen. Erster verlangt 1.700 fl. und lezter offerirt 1.500 fl. Hingegen möchte er vorhero wissen, ob ich alß Anrainer ihme nicht etwa einstehen werde. 15. Vormittag waren wieder bey mir die St.-Servolaner Bauren. Dan der Gasparo Trezzi, der von Triest komt und nach Wienn passiret, umb dort [181] trachten seine Differenzen beyzulegen. Er lamentirte sehr wider dem Bottoni und am mehresten wider dem Liscutin und das ihme torto geschehet. Von Hamilton haltet er nicht viel, ausser, das er ein gutter Cavalier seye, sonsten aber auf die Geschäfften nicht attendire. Vor kurz war der Postverwalter von Görz Vogtberg zu Triest und hatten beede die Commision in einer Angelegenheit, ihre gemainschafftliche Relation zu erstatten. Da sie nun nicht conveniren konten und jeder das seinige sontenirte und Vogtberg sagte, sein Relation besonders abgeben zu wollen, biegte endlich Hamilton und sagte dem Vogtberg, er solle nur die Relation extendiren, er Hamilton wolle solche schon unterschreiben. Unlängst hatte er einen Frembden, wegen schlechter Conduite von anderwerts echapirten, wider die Mainung des Handlstands zum Sensalen gemacht. Und nachdeme dieser Verschiedene und unter anderen auch einen Türcken umb 2/c # angesezt hat, ist er von Triest echapirt. Der Türck wolte die 2/c # nicht verlühren und kam endlich zu Hamilton und sagte ihm: »Du hast den N. zu Sensalen gemacht, du must mir die 2/c # bezahlen.« Anderer gestalten hat er ihm gedrohet, seine passus an Wiener Hof zu machen. Der Türck sezte den Hamilton in solche Subjection, das er ihm die 2/c # hat bezahlen lassen. Von Scheittenberg/er/ haltet er vor gewiß, [182] das er ein Schaz gefunden und das dieses noch der seelige Br. Gabriel Marenzi assoupiret und somit und mit solcher Assoupirung auch einen gutten Theil von seinem Hauß gebauet habe. Giussari soll selbsten Kauffman zu Venedig kenen, der dem Scheittenberg/er/ ein einzige Jubel per 12/m sd. verkauffet hat. Des Arnold neuerbautes zweytes Schiff ist700 den 9. hujus von dem Stapel in das Meer glücklich gelassen worden und soll auch besser als das erste renssiret haben. Abends war bey mir Heinrich Auersperg, mein Collega; unter anderen von wegen des Niederbacher Information einzuhollen, den er pro amanuensi angenohmen hat. 16. Vormittag war ich mit m. Maxl bey dem alten Widerkher. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Bey mir aber Casparo Trezzi und der Geistliche Dr. Pietro de Castro, welche Morgen nacher Wienn verreisen. Nachmittag habe den Kraiter, Unterbergrichter zu Eisnern, durch den Doctor Modesti in meiner Gegenwarth constituiren lassen in Betröff des Anton Grosßl von Kropp uti protocollum. Dan war da der Schlud/er/bach, der mir einige acta ad referendum gebracht. Abends bin ich mit m. Maxl auf dem Bal und m. L. mit Wildensteinischen kamen dahin circa umb 10 Uhr und retournirten ½ 2 nach Mitternacht. [183] 17. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir abbé Br. Abfaltrer701 und dan der Hanibal Br. Abfaltrer. Spätter der Ziegler. 18. Vormittag war bey mir der Händel, der heüt mit der ordinari nach Wienn abreiset. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß ¾ auf 8. Vorhero war bey mir Graf Auersperg der Wälsche, sein Sohn in die Cadettenacademie zu recommendiren. 19. Vormittag war bey mir der Bottoni in Betröff der carl-grafen-von-cobenzlischen Berechnung. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. Defin mit 2 Raspen – von Teütschmeister und Molck. 20. Vormittag war bey mir der Kauffman Kuck, dan der Schluderbach. 21. Heüt war bey mir der Prezl chyrurgus, deme ich über vorhinige 12 noch andere 12 Ducaten gegeben habe vor die, an mein Söhndl den Hainerle gemachte Chur und ist auch darmit sehr wohl zufrieden gewest. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Heüt habe von Wienn unter anderen die Xaveri-Pfening erhalten, davon die goldene an die Königin in Neapel 700 Sledi še enkrat ist 701 Popravljeno iz Apfaltrer 392 | 1752 Januar geschickt zu werden haben mit anderen Galanterien. 22. Vormittag war bey mir der Krail Stempelpachter. Nachmittag Br. Liechtenthurn und Br. Ign/ati/ Abfaltrer biß spatt. 23. Abends bin ich mit m. L., Hanßl und Maxl [184] auf dem Zahlbal und bliben daselbst biß gegen 2 Uhr nach Mitternacht. Und m. L. war angelegt wie eine Venetianerin, hat auch mit sich genohmen die Frl. Rasp. 24. Vormittag war bey mir der Händl, der wieder von Gräz retournirt ist, weil der Spirsch künfftigen Donerstag hier eintroffen soll. Dan der Schlud/er/bach. Dan haben mir die Bauren das unter 14. passatto bestelte Bauholz gebracht, denen ich solches auch bezahlt und noch ein mehres dazu erkaufft habe. Abends war bey mir Nemezhoffen. 25. Vormittag war bey mir Stadtsyndicus Raditsch wegen der Bruckmauth. Nachmittag, bald nach 3 Uhr, ist mein Maxl nach Manspurg geritten, umb Morgen zu retourniren. Dan war ich in Rath von 4 Uhr biß 7 Uhr. 26. Vormittag war bey mir Stefano Syli, der mir ein Stuck von Steinkholen brachte und sagte, das sonsten derley Qualitäten gebe alß Steinkholen, Bechkohlen und Schifferkholen. Dan war da der Fanzoy von Wippach, der mir einige antiche Munzen brachte. Item des Anton Grosßl Weib von Kropp. Umb 11 Uhr war ich in Rath biß ½ 1 Uhr. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag habe durch Dr. Modesti 2 Gewercken constituiren lassen – den Thoman von Steinpichl und den Pfleger (nomine) von Eisnern. Spätter war bey mir der Ziegler wegen der carl-cobenzlischen Berechnung. [185] Abends, gegen 6 Uhr, ist mein Maxl von Manspurg retournirt. Nachmittag war auch bey mir Stefano Sily wegen seines Schwager des [– – –].702 Dan brachte er mir ein Muster von denen hierlandigen Steinkholen, davon ich leztlich ein Küstel von 1 ½ Centen dem Mr Arnold in Regal und zur Probe nach Fiume zu der Zuckerrafinerie geschickt habe. Ein beylauffiger calendus, was solche Kosten folget nachstehend: – 4 Bauren känten davon brechen in 5 Jahren 100/c oder 10/m lb. Seyn also 20 Bauren à 10 kr. des Tags, macht 3 fl. 20 〈kr.〉 – Dan proprietario des Grunds circa 1 〈fl.〉 – Fuhrwerck von Bruch biß zu dem Schiff bey Segurje circa 15 Wägen à 34 〈kr.〉 8 〈fl.〉 30 〈kr.〉 – Schifflohn von Segurje biß Saloch 10 〈fl.〉 NB. Dan und wan zahlt man 8, auch 12 〈fl.〉 – Von Saloch nach Laybach per terra, weil die Canal derzeit unbrauchbar seyn, auf 10 Wägen à 17 kr. 2 〈fl.〉 30 〈kr.〉 – 10 Vässer vor gedachte Khollen à 14 Grossen 7 〈fl.〉 32 〈fl. 〉 40 〈kr. 〉 Komete also der Centen zu Laybach gelegter auf 20 kr. circa, weil man auch einem Factoren, der alles besorgete, etwas zahlen müste. 27. Vormittag war bey mir der Oberleüthnant Seetall von Carlstadt, der Morgen per dahin retourniret. [186] Dan war bey mir der Pfalzschaffer. Nachmittag war ich mit m. Maxl in Bischoff-Hof. Dan bey meinen Schwagerinen, die beede unpäßlich seyn. Dan habe von 3 biß 6 Uhr drey Gewercken von Eüsnern und Krop durch Doctor Modesti in meiner Gegenwarth constituiren lassen in Angelegenheit des von Anton Grosßl vorgegebenen Eisenmangls, id est den Johan Plauz von Eißnern, Urban Jurman von detto und Franze Media von Kropp. 28. Vormittag war bey mir der Fanzoy von Wippach, deme ich des abbé Schmuzen Haußquittung, gegen 702 Manjkata ime in razlog obiska. | 393 1752 Februar welcher ich ihme 15 fl. sub dato Wien den 27. Jener 1726 gelichen, behändiget habe. Und er gabe mir gutte Hofnung, mir die Bezahlung des wenigen Capitals sambt Interessen zu procuriren. Nachmittag war bey mir der Ign/ati/ Graf von Liechtenberg von Schneeberg. 29. Heüt Nachmittag hat sich vor ein Livré-Bedienten und zugleich Schreiber angetragen der Georg Achatschitsch, dermahlen Schreiber bey Doctor Novack. 30. Vormittag war detto bey mir, den ich auch anzunehmen versprochen. Und wie ich ihn accordiret habe, wird nachgehends zu sehen seyn. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 7 Uhr. Dan war ich mit Barbo bey Wildenstein, spätter bey der Busetin. Abends ist m. L. mit dem Hänßl und Maxl, dan der Frl. Rasp auf dem Bal. [187] 31. Heüt in der Nacht, gegen 2 Uhr, ist m. L. mit den 2 Sohnen von dem Bal retournirt. Vormittag hat mein aufgenohmener Bediente Hanß Georg Achatschitsch am ersten zu schreiben angefangen, somit sein Dienst angetretten. Deme ich vor Kleid und Besoldung auf das Jahr 30 fl. nebst der Kost mit denen Bedienten versprochen habe. So auch, das ich alljährlich bey seinem Wohlverhalten seine Condition melioriren wolle. Dan war bey mir Raditsch, Stadtsyndicus. Nachmittag der Schifferstein und einer von denen venedischen perlari, sich zu erkundigen, ob von Hof eine Resolution gekomen. 1752 Februar 1. Februar. Vormittag war bey mir der Expeditor Khöller und abends der Barthelme Zebull wegen seiner in Zügen ligenden Seidenfabrique. Vorhero war auch bey mir der Fanzoy mit dem Schmuz von Wippach. 2. Vormittag hat P. Bernardin Erberg Soc. Jesus seine lezte Profession gemacht. Zu Mittag speiste bey dem General Br. de Fin m. L. Nachmittag war bey mir der Guthaim, Craißhaubtmans*officier* von Adlsperg. Dan der Haubtman Blahner. 3. Vormittag waren da die PP. Capuciner, den Hl. Blasi-Seegen zu geben. Zu Mittag speiste bey unß der Guthaim, Craißambtsofficier. Dan war bey mir der Br. Taufferer, Craißhaubtman, ein Information einzuhollen in Betreff hiesiger Kauffleüth. Dan der Zois, der Landman zu werden sucht [188] und sich umb die vota recomendirt. Spatter habe einen Gewercken von Kropp, Valentin Stuller, durch Doctor Modesti constituiren lassen in Betreff des von Ant/on/ Grosßl vorgegebenen Eisenmangl. Dan ist m. L. mit dem Hänßl auf dem Ball, ohne sich zu erkenen gegeben haben. 4. In der Nacht umb ein Uhr nach Mitternacht ist m. L. mit dem Hanßl wieder nach Hauß gekomen. Vormittag war bey mir der leztresolvirte Görzer, codelianische canonicus Baronio. Dan der Expeditor Köhler. Dieser, umb den steüerischen schematismum umb die hierländige Räng darnach eingerichten und ad aulam schicken zu känen. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß ½ 8. Dan gieng ich mit Barbo zu Wildenstein. 5. Nachmittag war bey mir des Ant/on/ Grosßl von Kropp sein Weib. Dan Br. Ign/ati/ Abfaltrer, der mir sagte, das den 22ten passatto sein Sohn zu Wienn angelanget seye und mit dem Weittenhüller herein komen wird. Dan der alte Widerkher. Item der Malitsch, Landschafftofficier, mit ein Bericht von Mad. Oberburg. Dan ein Färber wegen des Pfuscher zu Burgstahl nächst Lack. Br. Abfaltrer exprimirte sich mehr Reüe alß Haar in Kopf zu haben, das er seinen Sohn in frembde Lande habe reisen lassen. 6. Vormittag war bey mir der Ziegler. [189] Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Bey mir aber der görzerische neuresolvirte canonicus Baronio und der Cadet Rasp. Nachmittag bin ich mit der Frl. Fränzl meiner Schwägerin spaziren gefahren. Spätter war bey mir Schlud/er/bach. Abends bin ich mit m. L. und 2 altern Sohnen auf dem Bal und retournirten nach 2 Uhr nach Mitternacht. M. L. war masquirt alß eine Augspurgerin. 394 | 1752 Februar 7. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach, dan der Stadtsyndicus Raditsch. Dan der Marotti von Fiume, der künfftigen Mittwoch nach Wienn verreiset. Abends war bey mir Ign/ati/ Br. Apfaltrer, der auf 8 Tag auf das Land verreiset. 8. Vormittag habe ein Schachtl mit 18 pomarantschen und 12 limoni dem Leüthnant Ebner nach Kostainiza geschickt. Dan war bey mir der gorzerische canonicus Baronio. Item die Muraneser perlari. Nachmittag war ich bey dem Marotti von Fiume, der Morgen nach Gräz und Wienn abreiset. Spätter bey der Busetin. Heüt ist von denen Ständen in dem Landtag der Michel Angelo Zois von Edlstein alß Landman an- und aufgenohmen worden. Abends, gegen 6 Uhr, ist mein Liebste zu dem Obristen zum suppe und auf dem Bal in compagnia des älteren Sohn Hänßl und ist retournirt umb 1 Uhr nach Mitternacht. 9. Vormittag war ich in conferentia von 10 Uhr biß ¾ auf 1 Uhr. Zu Mittag speiste [190] mein Liebste beym General Br. de Fin. Nachmittag bin ich mit der Frl. Franzl meiner Schwägerin spaziren gefahren. Heüt war die Copulation des Br. Gallenfels und der Frl. Hochenwarth, Leopoldi Tochter. Morgens, zwischen 7 et 8 Uhr, ist hier ein Erböben verspiret worden. Ich aber habe davon nichtes empfunden. 10. Vormittag war bey mir der Bruder des Probsten zu Möttling, der mir 8 kleine alte Münzen brachte nebst ein romischen ½ bajoco, alle zusamen nulius valoris. NB. Ein Stuck darunter ist doch unter den raren, nehmblich von Vetranio. Nachmittag war bey mir Schweiger biß abends. M. L. war in Visiten bey der Liechtenthurn und abends bey Wildenstein. 11. Vormittag war bey mir der Waarenbeschauer, dan Graf Heinrich Auersperg; dieser wegen maschera-Kleidungen. Dan Nachmittag Graf Strassoldo und Joseph Barbo. Dan war ich in Rath von 3703 ½ biß 6 Uhr. Nachdeme gieng ich mit Barbo zu Wildenstein. 12. Vormittag war bey mir Br. Taufferer, Craißhaubtman, der mich unter anderen gebetten, seiner Famille wegen zu Augspurg Information einzuhollen, wofor er mir andere antique instrumenta zu procuriren versprochen. Nachmittag war bey mir Bottoni, dan Joseph Barbo und Franzl Lamberg. Heüt morgens ist der secretarius Pogatschnig, der gester gestorben, begraben worden. 13. Zu Mittag habe mit m. L. bey General Br. de Fin gespeist à 8 couverts. Die andere waren meine [191] Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg, der Haubtman Rasp und Haubtman Blahner und Haubtman Nersport, dan der Haußsecretarius. 14. Vormittag war bey mir der Glockengiesser Samassa, der mir einige alte Münzen brachte. Dan die Muraneser perlari, welche krafft der gester eingelangter k.k. Resolution licenciret habe. Nachmittag war die adeliche maschera-Wirtschafft bey der Grafin von Thurn versamelt. Gegen 3 Uhr seyn sie in 6 mit 6 Pferdten bespandten Wursten in der Stadt herum gefahren, accompagnirt mit gutter Musique und retournirten in das neue graf-barbische Hauß, wo sodan ein magnifiquer Bal und ein kostbares suppe war. Die ganze Wirtschafft bestunde in folgenden Personagen, welche à sorte gehoben worden: Brauth und Brautigam – Graf von Wildenstein, Teütschs-Ordens-Comendator und die Frl. Henriette Grafin von Prang. Brautvatter und Brautmutter – Graf von Engelshauß und die verwittibte Gräffin von Thurn, gebohrne Mordaxt. Erster Brauthführer und Cranzl-Frl. – Joseph Graf von Barbo und Amalia Frl. Posarelli. Anderter Brauthfuhrer und Cranzl-Frl. – H. von Schweiger und Bssa. Taufferer, gebohrne Schram. Capplan und Gespanin – Carl Br. von Valvasor und mein Liebste. Dorffrichter und Gespänin – Br. Tauffrer Craißhaubtman, Frau von Schweiger, gebohrne Thurn. Haußwirth und Gespänin – Franzl Graf von Thurn und Thereßl Grafin von Liechtenberg, gebohrne Auersperg. [192] Kelner und Gespänin – Franz Graf von Liechtenberg und Bssa. Gall, gebohrne Scherffenberg. Spielman und Gespänin – Sigerle Graf von Liechtenberg und Josepha Bssa. und Frl. Valvasor. Nachtwachter und Gespänin – Br. Rossetti und Gräfin von Schrottenbach, gebohrne Gallenberg. Schullmeister und Gespänin – Luis Graf von Auersperg und Frl. Bssa. Baumgarten. Jud und Gespänin – Franzl Graf von 703 Popravljen iz 4 | 395 1752 Februar Lamberg und Josepha Frl. Liechtenberg. Haußknecht und Gespanin – Heinrich Graf von Auersperg und Bssa. *Fraule* Raunach.704 In simili Graf von Rasp und Bssa. verwittibte705 Raunach, gebohrne Rossetti. In simili Eugenius Graf von Thurn und Gräfin von Engelshauß, gebohrne Auersperg. Notarius – Joseph Graf von Strassoldo. In allen 31 Personen, welche alle recht sauber und nach gutten gusto masquirt waren. Gegen 7 Uhr gieng ich mit meinen ältern 2 Sohnen auch dahin und participirten von Bal und souppe. Waren auch verschiedene andere daselbsten, alß Herberstein, die landshaubtmanische compagnia und mehr andere. [193] Nach 9 Uhr gieng ich mit mein Maxl auf dem Zahlbal in das Rathhauß, wo auch zahlreiche Masquen waren. Bliben daselbst biß nach Mitternacht und dan retournirten wieder auf dem vorigen Bal und bliben beysamen biß nach 2 Uhr nach Mitternacht. 15. Abends bin ich mit mein Hanßl und Maxl auf dem Zahlbal, wohin auch die gestrige gesambte Wirtschafft in der nehmblichen maschera-Kleidung gekomen und bliben beysamen biß gegen 1 Uhr nach Mitternacht. 16. Vormittag war ich mit mein Hänßl bey dem Herberstein wegen seines Nahmenstag, war aber noch nicht auf. Dan waren bey der Gräfin von Thurn, Wittib, auß eben der Ursach und bliben da biß gegen 1 Uhr Nachmittag. M. L. speiste zu Mittag bey General Br. de Fin. Gegen Abend war ich in Visit bey denen Locatelli und Baselli von Grad/isc/a, die mich gester gesucht haben. Dan gieng in die Gesellschafft zu der Gräfin von Thurn, umb mein Compliment dem Herberstein zu machen. Spätter war ich bey Wildenstein. 17. Vormittag war ich in Rath von 10 Uhr biß gegen 1 Uhr Nachmittag. Dan war bey mir der Grosßl von Cropp, der nach Triest verreiset. Dan die Locatelli und Baselli. Dan der Fiscal von Merzenhaimb, der mir die abgeschribene 2 inventaria von der Pfarr Moraitsch und beneficatu zu Drittau brachte. [194] 18. Vormittag war bey mir der canonicus Baronio, dan der Niederbacher. Nachmittag war ich mit m. Maxl nach der Bredig bey Carl-Hochenwartischen. Heüt Vormittag ist der Graf Rabata auß Steüermack von Wildthauß hier angekomen und logirt bey Nemezhoffen. 19. Vormittag war ich bey Graf Rabata in Visit, wo ich auch den Kriegscomissarium von Carlstadt H. von Heneberg habe kenengelehrnet. Nachmittag war bey unß Graf Rabata, Graf Franzl Lamberg, abbé Abfaltrer, der mir einige Tabellen oder denombrement von denen Spitallen zu Rom gegeben. Und bey m. L. war die Thereßl Liechtenb/er/g mit ihrer Schwägerin Frl. Sefferle. Heüt Nachmittag habe 3 Gewercken von Kropp constituirt. Heüt ist Graf Ign/ati/ Auersperg alß mit der Gräfin [–]706 von Auersperg, Alexandri filia,707 erst verhayrater herauf gekomen. 20. Vormittag war bey mir mein Schuster in Zunfftsangelegenheit. Dan der canonicus Baronio mit sein Brudern dem medico. Nachmittag umb 4 Uhr circa ist Graf Rabata nach Görz abgereist. Dan war ich in Visit bey Sigm/und/ Br. von Apfaltrer und dessem Sohn abbé, der Morgen auf St. Xaveri verreiset. Dan war ich bey meinen Frl. Schwagerinen. [195] Abends war bey mir der Franz Anton von Seethall, der heüt von Sava gekomen und in der Nacht wieder dahin retourniret. Er declarirte sich, gar gerne zu mir pro amanuense komen zu wollen und contentirete sich mit dem Quartier, meiner Taffel und soviel dabey, das er sich in Kleid schaffen kan, vor welches lezte er selbst 70 fl. außgesprochen hat. Worein ich auch gewilliget habe und zugleich versprochen, bey seinem Wohlverhalten ihme ein und andere kleine doucens angedeühen zu lassen. Er sagte mir, das den 29. Marzi sein halbes Jahr terminiren und das er nun gleich an seine Principalen nach Triest, A/nto/no Brentano, schreiben und sie umb die Entlassung bitten wollen. Und wird mir längst in 24 Tagen berichten, was er vor Antwort erhalten wird. Et sic abivit. Ich habe ihm zugleich gesagt, das er an sein H. Vattern schreiben und von ihm den Consens einhollen solle. 704 Za Bssa. prečrtano verwittibte, za Raunach prečrtano gebohrne Rossetti 705 w popravljen iz b 706 Prostor za ime. 707 Sledi prečrtano verhar 396 | 1752 Marec Heüt ist der alte Klee, meiner Liebsten Camerjungfer Vatter, wieder von hier vorgebend nach Augspurg abgeraist. 21. Nachmittag war bey mir der alte Ustia von Triest. Bey m. L. aber die 2 Grafen Thurn von Cilli und Joseph Barbo. Dan Frl. Sefferle Auersperg des Landshaubtmanes Tochter. Heüt habe angefangen in denen sich ergebenden Raststunden das Repertorium über meine acta, welches m. Maxl gemacht, ins net zu schreiben. [196] 22. Vormittag war bey mir Graf Auersperg, Allexandri filius, logicus, mich auf dem künfftigen Montag zu seiner Proemialdisputation einzuladen. 23. Vormittag war bey mir der Gorjup, deme ich die Herrschafft-Oberstein-Tariffen auf dessen Ersuchen, umb solche gegen dem originali vidimiren zu lassen, ad restituendum behändiget habe. Dan der Niederbacher, der mir einige acta ex registratura gebracht. 24. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Abends war bey mir der alte Widerkher. 25. Vormittag waren bey mir 2 Ledrer von Neümacktl, die ihre Angelegenheiten solicitiren. Dan habe 34 Sperrholzer à soldi 12 erkaufft; seyn lang zu 16 Ellenpogen. Nachmittag war bey mir Ant/on/ Grosßl von Kropp, der erst von Triest gekomen ist und mir 11 Päcklein von H. Osterreicher mitgebracht hat, alß 4 ½ Risß Briefpapier alla francese, 3 Säckl Caffé, 3 Stückl Leinwath vor Br. Ben/jami/n Erb/er/g und eines vor mich. So habe auch von Wien ein Verschlagl von H. Mayr bekomen, womit auch die Hl. Xaveri-Pfeningstempel überschickt worden. 26. Vormittag war bey mir der Persky. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 6 Uhr. Dan war bey mir der Wälsche Auersperg, der erst von Wienn retournirt ist. M. L. hatte verschiedene Visiten. 27. Vormittag708 war bey mir [197] der canonicus Baronio. Nachmittag 2 Discalziaten, davon einer von m. L. Bedienten die Beicht gehort hat, weil er sich übel befindet. Dan der Persky und spätter der junge Wolckensperg. 28. Vormittag war bey mir P. Master S. J. nomine P. rectoris, ihre Angelegenheit wegen der Unterthanen-Castellrobath zu recomendiren. Dan der Persky, deme ich gesagt, das er auf dem künfftigen Montag bey mir die Continuation des Gebau anzufangen habe. Dan der Gorjup, der mir die von Oberstein vidimirte Tariffen brachte. Dan der alte Karnburg wegen den, mit dem dermahligen Stempelpacht habenden Differenzen. Nachmittag war ich mit Br. Benj/ami/n und m. Maxl bey der Proemialdisputation, wo der defendens war [–]709 Graf von Auersperg, Alexandri filius, und die 4 opugnantes: Br. Rauber, Br. Tauffrer, Br. Zierhaim und mein Sohn der Franzl, welche alle sich wohl gehalten haben. Dan suchte ich den H. Spirsch, der aber nicht anzutreffen war und gester hier angekomen ist. Dan war ich bey dem alten Franz Grafen von Lamberg und dessen 2 Söhnen, dem Franzl und [–];710 ersten haimzusuchen, anderem zugleich zu gratuliren zu dem komenen Passauer Canonicat. Spatter war ich bey Wildenstein. [198] 29. Vormittag war ich in Rath von 10 Uhr biß 2 Uhr Nachmittag. Dan Nachmittag von 5 biß ½ 8 Uhr. Dan war ich mit Barbo bey Wildenstein. 1752 Marec 1. Marzi. Vormittag habe den krancken m. L. Bedienten Paul mit dem Hl. Abendmahl versehen lassen. Dan war bey mir der canonico Baronio, der Morgen nach Gräz verreiset. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Abends war ich bey Mad. Frast. 708 Pred tem prečrtane nečitljive štiri besede. 709 Prostor za ime. 710 Prostor za ime. | 397 1752 Marec 2. Vormittag habe einen Gewercken von Eisnern durch Dr. Modesti constituiren lassen in merito Anton Grosßl von Kropp. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6.20. Dan mit Barbo bey Wildenstein. 3. Vormittag war bey mir der alte Riedl, gewester Landbereitungsuntercomissarius vel actuarius, umb nicht brodloß zu werden. Dan der Domprobst Graf Petazi, umb mit dem Contributionsnachtrag nicht ratirt zu werden. Nachmittag war ich in Rath von 3711 Uhr biß ½ 7 Uhr. Dan war ich mit Barbo bey Wildenstein. 4. Vormittag war ich in Conferenz mit denen Landständen von 9 Uhr biß Mittag. Nachmittag war bey mir der junge Graf Blagay, der unlängst auß Italien gekomen. Spätter Br. Flachenfeld in Ambtsangelegenheiten. 5. Vormittag war bey mir der Vermati. Dan war ich bey dem Spirsch. Nachmittag war bey mir der Wälsche Auersperg. Dan suchte mit m. Maxl den P. Provinzial. [199] Und da er nicht anzutreffen war, besuchte ich den socium P. Koller, dan den jungen Graf Blagay, dan die Schweigerischen. M. L. spirkte eine etwas alterirte Puls und hat sich Nachmittag gelegt. Bey unß waren der Ign/ati/ Graf Auersperg mit sein Schwager des Alexander Sohn. Heüt habe mit dem Postwagen an H. Mayr die Banco-Original-Obligacion zur Umbschreibung geschickt, so auch 2 br.-erb/er/gische. 6. Vormittag war ich bey dem Jesuiter P. Provinzial in der Visit, welcher mir von mein Lucasl alles guttes gesprochen, auch von dem Franzl gutte Hofnung gegeben hat. Nachmittag waren bey m. L. die Schrottenbach, Frl. Prang, Wildenstein und der Wälsche Auersperg. Und bey mir spätter Carl von Hochenwarth. M. L. befindet sich heüt wieder gut. Heüt habe mein Gebau zu continuiren angefangen mit 4 Maurern, 4 Zimmerleüthen und 2 Tagwerckern. Heüt Vor- und Nachmittag hat m. Fränzl ein Disputation ex logica gehalten und sich dabey wohl verhalten. 7. Heüt morgens waren bey mir die Bereitungscomissarien in personis Vermatti, Händel, Czischewsky und [–],712 welche die Heüser der Stadt neuerdings in Befund nehmen. Ich habe ihnen alle meine Beständsconträct in originali vorgewiesen und bestehen dermahlen in folgenden: – Alß der von Nemezhoffen [200] bezahlt derzeit Bestand vor sein Quartier in allen 100 fl. – Der Franzoni vor den Laden 25 〈fl.〉 30 〈kr.〉 – Der Kirschlag/er« vor den Laden und Gewelb 45 〈fl.〉 30 〈kr.〉 – Der Voller, Buchbinder vor den Laden 20 〈fl.〉 – Der Sarburg, Zingiesser, vor den Laden und sein Quartier 43 〈fl.〉 – Der Roßman, Riemer, vor den Laden 24 〈fl.〉 – Benjamin Br. von Erberg vor sein Quartier 90 〈fl.〉 348 〈fl.〉 – Mein Quartier därffe man anschlagen wie des Br. Erberg 90 〈fl.〉 – Den Laden, der mir schon ein Jahr fruchtloß stehet, etwa 20 〈fl.〉 Summa 458 〈fl. 〉 Ohne, das man die reparanda und die ungewisse Ertragnuß in consideration nehmen wolte, so wurde gedachte Ertragnuß à 5 per % in capitali betragen 9.160 fl. Nunc videndum, was man vor die reparationes, Gefahr, ungewisse Ertragnus deduciren und was endlich anschlagen wird, welches die Zeit lehret. 711 Popravljena iz 1 712 Prostor za ime. 398 | 1752 Marec Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 7 Uhr. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Bey m. L. war die Bechinie. 8. Vormittag umb 6 ½ Uhr ist mein Maxl nach Manspurg geritten. Dan waren bey mir 2 Lazarini. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war ich ein wenig spaziren. [201] 9. Vormittag war bey unß der Jesuiterprovincial. Nachmittag P. Bernardin Erberg. Spätter war bey mir der Obrister Br. Mittrowsky, der auß Mahren über Wienn gester hier angekomen ist. Dieser erzehlte, wie das in prüssischen Schlesien alles in der schenster Ordnung seye. Der Baurenstand zahlt von seiner Nuzung 22 ½, der Adlstand 26 ½ und die Geistlichkeit 52 pro centum. In Schlesien allein habe der König 42 Regimenten seiner Miliz, ohne das jemand auf dem Land und in der Dorffschafften bey den Baueren einquartiret ist, sondern alles in denen Casernen in Stadt und Marckten. Und wo noch keine Casernen seyn, so bey denen Burgern, welche der Miliz nicht das geringste zu bezahlen oder zu geben haben, wohl aber wird den Burgern alles vor das Quartier bezahlt. Wuste mir aber weiter nichtes außführlicheres zu sagen, weder auch die Recessualquanta von Eigen, Schlesien oder Mähren etc. Gester abends hatte mein kleiner Nazerle ein wenig ein Fräsß und so auch in der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr. Beedesmahl aber ist ihm gleich besser worden, sobald ihme bey 5 Tropfen von essentia dulci concentrata in ein Cafelefferl Wasser eingegeben worden. Heüt befindet er sich etwas besser. M. L. war Vor- und Nachmittag in Visiten bey ein und ander Francisca Romano und abends bey Graf Wildenstein. [202] Br. Mittrowsky erzehlte mir auch, wie das die von ihm vorgeschlagene Strassen von Cospiz nach Carlopago eine resolvirte Sache seye. Von Choteck (Rudolf ) sagte er, das er fleissig und fruhemorgens umb 5 Uhr schon bey der Arbeith seye. Unter seinen Sateliten soll bey ihm die gröste Influenz haben der Quix. Der Cabinetsecretarius Koch soll Geheimberrath und an seiner statt der Van der Marck Cabinetsecretarius werden. Haugwiz sey noch alleweill totus in toto et totus in qualibet parte in internis. Der Bartenstein und Knor seyn noch alleweil in Flor. Das Generalkriegscomissariat soll unter das Directorium komen et sic subordinirt werden, welches dem Salleburg ein todliche Pilen seyn därffe. Den Flachenfeld lasset man gar zu viel schreiben und ob er schon klar in seinen Relationen ist, soll man doch nicht die meritirte Reflexion darauf machen und scheinet, das Flachenfeld nicht content ist. Tarouca gilt noch alleweil wie vorhin bey der Königin. Die Königin soll bey 30 Milionen in Tresor haben und der Kaiser nichtes wenig. Lezter soll etliche Milionen denen Hollanderen à 4 pro % gelichen haben. Toussaint gilt beym Kaiser wie vor. 10. Vormittag war ich in der Conferenz in Waldungs- und Holzmanglswesen von 9 Uhr biß Mittag. Nachmittag war bey mir der Zetschker von Gurgfeld. Dan war ich in Rath von 4 Uhr biß 7 ¼. Dan habe meinen Kindern die schene Catharina spillen lassen. [203] 11. Vormittag war bey mir der Gartner von mein Mayrhof auf der Polane, wo ich an dene Plancken (umb seiner Zeit deren Conservation zu ersparen) einen lebendigen Zaun von weiß Buchen habe ansezen lassen und nun solche bereits überall (ausser bey dem Färber) gesezt seyn und dazu 2.332 Stuck erfordert hat. Habe ihm solche bezahlt zu Pfening und betragen 11 fl., dan Sezerlohn 30 kr., in allen 11 fl. 30 〈kr.〉 Zu Mittag speiste bey unß der Br. Zetschker von Gurgfeld. Spätter war bey unß der Schweiger. Heüt hat mir Br. Tauffrer, Craißhaubtman, eine Hechten regalirt von lb. [–].713 12. Vormittag war ich *mit mein Maxl* bey Graf Sigm/und/ Gallenberg in Visit, der mir den Angeloni, so von antiquen Münzen tractirt, gegen deme geschencket hat, das ich ihme dafür den Lock von der Künderzucht und den Fenelon von Erziechung der Fraülein überlasse, wozu ich gar gerne eingewilliget habe. Und hat mir über diese Tausch noch ein erdene, sogenandte ewige Lampen vergehret, præsente abbate Patuna. Nachmittag war bey mir der junge Joseph Klee, ein Bruder zu der Camerjungfrau meiner Liebsten, der mit seinem Vattern in der Welt herum gereiset ist. 713 Manjka količina. | 399 1752 Marec Abends war ich mit m. Maxl bey dem Wildenstein, deme das von dem Teutschen Orden tractirendes Buch restituiret habe. 13. Vormittag war bey mir Br. Hallerstein. Nachmittag ein parmahl der Krall, Stempelpachter, und spätter der Fanzoy, der Morgen nach Wien verreiset. [204] Gester Vormittag ist der Obrister Br. von Mittrowsky von hier nacher Carlstadt abgeraist. 14. Heüt am Dienstag Vormittag, ein wenig vor 10 Uhr, ist meinem kleinen Nazerle auf einmahl übel worden. Er wurd ganz blau im Angesicht und ohne einen motum zu machen ist er außgelöscht und wie der bald darauf gekomene chyrurgus Prezl gesagt, erstickt, weil die zur Lunge haltende Lufftrohren mit dem Schleim müssen angefühlt gewesen seyn, wie er dan öffters beym Husten den Athem allemahl weither gehollet hat. Das ist nun ein Engl im Himmer. Er war gebohrn den 〈3. October 1751〉.714 Nachmittag bin ich mit mein Maxl spaziren gewest. Dan war bey mir Br. Taccó, deme ich 15 fl. 24 〈kr.〉 gegeben, womit ihme ein voriges Jahr mir providirten Risß di carta di tre capelli d‘Udine bezahlt habe und er mir noch 6 Risß zu providiren haben wird, massen jeder Risß 11 lire kostet oder 2 fl. 12 〈kr.〉 Abends waren bey unß 2 Geistliche mit dem Meßner von der Domkirchen, den verstorbenen Näzerle einzuweichen. 15. Vormittag war ich in Rath in publico contentioso zwischen Oblag von Burgstall und der Färberzunfft. Vorhero war bey mir der Haaß von Idria, der die Wasserlaitungen zu Triest [205] zu dirigiren hatte. Gegen ½ 11 Uhr ist mein kleiner Nazerle begraben worden in die Rosenkranz-Capellen bey denen Augustinern vor dem Spittalthor. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 8 Uhr. 16. Vormittag war bey mir Dr. Modesti, deme ich gesagt, was gester in materia der Schneiderzunfft zu Görz und den Justum Burbar geschlossen worden. Dan war bey mir der Riedl. Zu Mittag speiste bey unß der Haaß von Idria, der zu Triest die Wasserlaitungen dirigiret und dieses Werck in September voriges Jahrs terminiret hat. Die Leitung ist bey 2/m Klaffter weit. Dazu hat er 11/c Klaffter erdene Rohr und 9/c Klafter hülzene Gebraucht. Unter lezten sey 5/c Klaffter von Erlen und die übrige 4/c Klaffter aichene Rohren. Eine sowohl alß die andere hat er von dem Wichtenstein erkaufft à 2 fl. die Klaffter, zu Triest gelegter ungebohrt und ungeschelter zu 12 Zoll in diametro. Alle diese Wasserlaitung hat in allen gekostet nicht gar 11/m fl. Das unirte Wasser ist in diametro 4 Zoll hoch, macht in die runde 45 Quadratzoll. Die Laitung ist an der Orth geführt und springt das Wasser nacht der Dogana, dan an dem Porto und mitten auf dem Plaz. Jedoch ist an715 dem Porto nur auf die Pippen gericht, welche, wan jemand Wasser haben will, nur die Pippen offnen darff. Jeder von diesen 3 Brunen führt 15 Quadratzoll Wasser. Es ist zwar alla porta del Riborgo oder bey dem Wienner Thor auch vor ein Brun [206] gericht, hingegen wird solcher nicht dienen kanen biß nicht bey dem Kasten mehrere Quellen zusamen gefunden werden. Übrigens sagte mir der Haaß, das zu Triest viel Geld und mit keiner Wirtschafft verwendet wird. Der Cassier ist ein junger Schröder ohne Controlor. Dieser und der Ingenieur-Haubtman Bonomo seyn gut einverstanden. Lezter ist auch in Zahlungen generos. Nachmittag bin ich in compagnia Graf Barbo, Br. Tauffrer Craißhaubtman und den Michelburg, dan des Stadt-burgermaister und syndici auf das Castell den Weg, ob und wie solcher repariret werden känte, besehen gangen. Dan war bey mir der Mühlburg. Spätter der Br. Liechtenthurn und der Wälsche Auersperg. 17. Vormittag war bey mir ein Färber. Dan war ich in Rath von 9 Uhr biß 11. Dan suchte den Br. Tacco, ist aber bereits heüt morgens abgereist nach Görz. Nachmittag war bey mir der Stadtsyndicus Raditsch und spätter der alte Widerkher. 18. Vormittag habe mit mein Hanßl und Maxl den *Sigmund* Graf von Gallenb/er/g zu Hauß, bey der Schrottenbach und bey Wildenstein gesucht, war aber niergends anzutreffen. Er celebrirt am heüt sein Geburtstag und complirt 45 Jahr seines Alters. Nachmittag war bey mir der Stadtsyndicus Raditsch und der Einnehmer des Bruckpfenings Thomas Duditsch in Betröff der Tariffen. 714 Orig. prazen prostor. 715 Popravljeno iz auf 400 | 1752 Marec [207] Heüt abends gegen 5 Uhr ist hier von Wienn retournirt Leopold Graf von Lamberg und mit ihm der Franzl Br. Abfaltrer, Ignatii filius, der ein Zeit in frembden Landen gewesen. 19. Vormittag bin ich mit m. L. zu einigen Sefferlein gegangen, unser Compliment zu machen, alß zur Gräfin von Schrottenbach, gebohrne Gallenberg, Gräfin von Liechtenb/er/g, gebohrne Thurn und ihr Frl. Tochter, Frl. Valvasor, Mad. Bechinie, Grafin von Auersperg des Ign/atii/ Gemählin, Bssa. Kuschland, gebohrne Gussich, dem Wälschen Auersperg, Br. Salvay, von Thalberg. Abends war ich bey der alten Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl, dan bey meinen Frl. Schwägerinen. M. L. war abends bey Wildenstein. 20. Vormittag war bey mir der Glockengiesser von Crainburg, der mir 2 alte Münzen gebracht. Dan der Brieftrager mit 3 Fuhrleüthen vocati, umb wegen Umsezung der magistratischen Tariffen ein so anderes mit ihnen zu sprechen. Dan Br. Ign/ati/ Abfaltrer mit seinem auß frembden Landen retournirten Sohn Fränzl. Dan suchte ich den Leopold Grafen von Lamberg. Nachmittag war bey mir Raditsch vocatus wegen der magistratischen Tariffen. Dan spätter war ich beym Buchhalter Novack wegen der gewesten landshaubtmanischen, nunmehro incamerirten Accidenzien zu Görz. M. L. war in Visiten und abends bey Wildenstein. 21. Vormittag war bey mir der Buchhalter Novack. [208] Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 8 Uhr. Vorhero war bey unß Ign/ati/ Br. Abfaltrer mit sein Sohn Fränzl. Vormittag war auch bey mir der Craüßambtsofficier, deme auf Verlangen des Br. Tauffrer 3 Stuck von seinen actis Lack betröffend ad restituendum außgefolget habe. 22. Heüt habe 33 aichene Bretten erkaufft, lang 7 Schuh 9 Zoll, breit 15 Zoll und dick716 über ein Zoll, bezahlt à 10 kr. mit 5 fl. 30 〈kr.〉 Dan war bey mir der alte Jencko, der mir erzehlte, sein Testament bereits gemacht zu haben. Pro hærede universali habe er den jüngsten Sohn Marco instituirt, dem Joseph und Juriza jedem 6/m fl. Und weil lezter bereits 5.200 fl. empfangen, will er ihm noch 2/m fl. geben, das er also was mehr als 6/m fl. bekomete. Den 3 Töchtern jeder 4.500 fl. Vor die Messen denen Capucinern zu Lack und Crainburg 1/m fl. Dan will er ein Stifftung und ein Altar bey St. Jacob zu Lack machen. Wider den Juriza hat er geklagt und das er sich bey ihm vermessen habe, weil er prætensiones formiret, alß ob ihme der Vatter 18/c fl. schuldig wäre. Ich habe ihm zugeredet, das er ihms verzeühen, auch seiner alß altesten Sohn, was besser bedencken möchte. Er ist auch nicht content, das er sich zu Fiume stabilirt und sein Weib scheint ihm zu hoffertig zu seyn. Den Marco aber liebt er vor anderen. 23. Gegen Mittag habe abermahl den Leopold Grafen von Lamberg gesucht, ihm mein Compliment zu machen, [209] hab ihn aber nicht angetroffen. Zu Mittag speiste bey unß der Franzl Br. Apfaltrer. Nachmittag war ich mit m. Maxl bey dem jungen von Steinberg, der mir seine Mineralien gezeügt hat und dan regalirt mit ein zümenen Abdruck einer Medail der Kaiserin von Russland Anna Ivanouna. Vormittag war bey mir der alte Riedl, der sehr lamentirt, das er seines Diensts bey dem rectificatorio entlassen worden. Gester zu Mittag speiste m. L. bey General Br. Defin. 24. Vormittag war bey unß Franz Br. von Hallerstein, dan der Wälsche Auersperg. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Daselbst kam auch von Prespurg allhier an der Obrist von Pathiani Graf von Wallenstein, der gleich nach Tisch nach Görz verreist ist. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß *½* 6 Uhr. Dan gieng mit Auersperg und Mühlburg spaziren zu dem neuanlegenden Gebau des Leopold Grafen von Lamberg zu Schiska, woselbst 10 Tagwercker mit einem Palier die fundamenta graben. Und haben den vorigen Montag darmit den Anfang gemacht, id est, den 20ten dieses gleich hinter dem Berg werden die Steiner gebrochen durch 13 Tagwercker, consequenter seyn 23 Personen in der Arbeith. Da ich zu Hauß kam, fande ich den kleinen Joseph Seegenreich, den die Herzogin von Hollstein herein geschickt hat mit [210] einen von ihren Bedienten, die mit dem Postwagen angekomen seyn. Dan war ich bey meinen Frl. Schwägerinen. 716 Orig. dich | 401 1752 Marec 25. Vormittag war ich in Bischoff-Hof zu sehen, wie das Gebau avanziret ist. Nachmittag war bey unß Joseph Graf von Strassoldo, der da sucht die Erlaubnus von Hof, sein anhoffende Brauth mit der wittiblichen Unterhaltung auf das Majorat versichern zu därffen. Vormittag ist Br. Benj/ami/n Erb/er/g nach Lustall und Nachmittag wieder retournirt. 26. Nachmittag war bey mir der H. von Schweiger, abends der syndicus Raditsch. Heüt Vormittag hat sich ein Schiffman in der Tirnau in seinem Hauß selbsten erhängt. Heüt abends war mein Liebste bey Wildenstein. 27. Vergangene Nacht gegen Mitternacht ist der holsteinische Bediente mit dem Postwagen von hier nach Wienn retournirt. Dan war ich in Rath von 9 Uhr biß ½ 1 Uhr. Heüt ist unter anderen in rectificatorio vorgekomen die neuerdings vorgekherte Überschäzung der stadt-laybacherischen Hauser. Mein Hauß, welches vorhin in der Nuzung in Befund gebracht worden mit 230 fl., ist nun festgesezt auf 527 fl. 30 〈kr.〉 – Von diesen wird pro reparatione abgezogen ⅕ 105 〈fl.〉 30 〈kr.〉 Bleibt netto Nuzung 422 〈fl. 〉 – Von dieser ist pro contibutionali statuirt ⅐ mit 60 〈fl.〉 17 ⅐ 〈kr.〉, so da komt auf 14 ¼ pro % circa. [211] Was mir aber das Hauß von künfftigen St. Georgi in der That rendiren wird, folget: – Erstlich, der von Nemezhoff vor sein Quartier 100 〈fl.〉 – 1 Laden des Franzoni 25 〈fl.〉 30 〈kr.〉 – 1 detto des Kirschlag/er/ sambt ein Gewelb 45 〈fl.〉 30 〈kr.〉 – 1 detto des Buchbinder 20 〈fl.〉 – 1 detto des Zingiesser nebst ein Gewelb und sein Quartier 43 〈fl.〉 – 2 detto des Kuck 45 〈fl.〉 – Br. Benj/ami/n-Quartier 90 〈fl.〉 369 〈fl. 〉 – Komt also mein Quartier 158 〈fl.〉 30 〈kr.〉 527 〈fl. 〉 30 〈kr. 〉 Erstlich, ist mein Quartier, wie ich es in Rath gesagt, gar zu hoch angesezt, weil mir soviel dafür niemand geben möchte, wan ich es verlassen solte, wie solches in vorigen Jähren die Experienz gelehret hat. 2do, seyn derzeit die Zinse hoch gestigen wegen der Miliz in Land, deren Dicasterien etc. und wird vor allezeit schwehrlich continuiren, da doch die Rectification gelimplich und nach denen gemeinen Jahren gerichtet werden solte. Das graf-barbische neue Hauß, ob es schon noch nicht weder außgebaut noch bewohnt ist, ist in der Nuzung geschäzt auf 340 〈fl.〉 – ⅕ davon abgezogen pro reparatione 68 〈fl.〉 Bleibt netto 272 〈fl. 〉 – Wurde also pro contributionali ⅐ zu zahlen haben 38 〈fl.〉 51 3/7 〈kr.〉 Br.-erberische Hauß in der Nuzung 178 〈fl.〉 ⅕ abgezogen mit 35 〈fl.〉 36 〈kr.〉 Bleibt netto 142 〈fl. 〉 24 〈kr. 〉, – Komt das ⅐ pro contributionali 20 〈fl.〉 20 4/7 〈kr.〉 [212] Die, von dem Magistrat eingehobene Gewerbsteüer von den Burger hat betragen 1.264 〈fl.〉 59 〈kr.〉 und die sogenandte Leibsteüer, die da betragen hat 580 〈fl.〉 und nur von jenen eingehoben worden, die kein aignes Hauß haben und zwar à 2 ½ 〈fl.〉 Diese lezte wird aufgehoben und wird alles unter dem Nahmen Gewerbsteüer künfftig eingebracht. Nachmittag nach 5 Uhr ist allhier angekomen der hiesige Bischoff und Fürst von Salzburg. Spätter war ich mit mein Mäxl bey den Busetischen. 402 | 1752 April Heüt zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. 28. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß gegen 7 Uhr. Dan mit dem Barbo bey Wildenstein. 29. Vormittag war ich in Rath von 10 Uhr biß ½ 12. Dan habe heüt erkaufft 50 Baurenwaag Kalck; davon seyn 33 gewogen worden und haben Sporn gewogen 13.226 lb.; die andere 22 ungewogene habe gerechnet 8816 lb. alß ⅔ der genauen Proportion nach, so da macht in toto 22.042 lb. – Tarra hat gewogen von ersten 33 lb. 1561. Nach Proportion von den 22 ⅔ 1040 〈lb.〉 Summa 2601 lb. Der Fuhrman oder Baur contentirte sich bey jedem Wagen den Kopf per 100 lb. zu passiren, waren in al en 30 Wagen oder Fuhr und also 3000 lb. Komt also netto 19.042 〈lb. 〉 – Al pagamento 190 Centen à soldi 28 macht 50 〈fl.〉 15 〈kr.〉, die ich ihme auch bezahlt und 2 Maß Wein gegeben habe. [213] Dan habe den Bauren noch vor ein Argeld 14 17ner gegeben auf andere 20 Fuhren oder 40 Waag circa solche gegen Pfingsten zu liffern, gegen deme das er mir ein Waag oder circa 3 Centen darauf lassen wird. Nachmittag waren bey mir bey 20 Bauren von Circkniz mit ihrem Marcktrichter und einem anderen wegen des Militarbeytrag. Dan Br. Flachenfeld, der wieder die Cöllener franzosische Zeitung haben möchte und zwar in meiner compagnia gegen dem, das ich nichtes alß den Werth in Cölln mit 2 Ducaten, er aber den Postporto bezahlen und ich die Zeitung erhalten solle. Soffern wir aber einen dritten in die compagnia bekomen, so solle jeder ⅓ bezahlen. Werde also nächstens die Zeitung bestellen. 30. Vormittag habe mein österrliche Andacht verrichtet. Nachmittag ist die gewöhnliche Jesuiterprocession gegangen. 31. Nachmittag bin ich mit der Todtenbruderschafft gegangen die Hl. Gräber besuchen und giengen von Discalziaten auß umb 1 Uhr und retournirten dahin umb 3 ½ und also in 2 ½ Stund. Primo giengen wir zu den Augustinern, 2do die Spittallkirchen, 3tio Domkürchen, 4to Bruderschafftshauß, 5to Franciscanern, 6to St. Florian, 7mo Jesuiten, 8vo St. Laurenz, 9no Teütsche Kirchen, 10mo Ursulinerinen, 11mo Clarisserinen, 12. Discalziaten. Die mehreste Zeit hat geregnet. An der Zahl waren unser bey 50. Zuruck fahrte mit und zu mir der H. Schweiger. [214] Wehrender Zeit suchte mich der H. Spiersch, der in der Nacht nach Karnten verreiset. Bin also abends bey ihm gewest, mich zu beurlauben. Heüt ist die Capucinerprocession, sonst gewöhnlicher massen, wegen des stetten Regenwetter nicht außgangen. 1752 April 1. April. Vormittag war bey mir der Riedl und der Schluderbach mit dem Feyertägwunsch. Heüt ist unter anderen von Wienn gekomen ein hungarisches Kleidl vor mein Hainerle, so er Morgen am ersten anlegen wird. Nachmittag umb ½ 5 Uhr gieng ich mit m. L. und Maxl zu denen Discalziaten, wo ich mit selber Todtenbruderschafft in der Kuten bey der Auferstehungsceremonie war. M. L. gieng sodan zu der Schrottenbach. 2. Zu Mittag speiste bey unß der Br. Guttenberg, Fendrich von Molck. Nachmittag war ich mit m. L. bey dem hiesigen Bischoff und Fürsten. Dan bey General Br. de Fin und spätter war ich bey dem Buchhalter Novack in Ambtsgeschafften. Bey unß war Vormittag der von Mühlburg, dan bey mir der Schlud/er/bach und Klee. Ich war auch Vormittag bey meinen Schwägerinen. M. L. war Nachmittag in Visiten und abends bey Wildenstein. 3. Vormittag war bey mir Schluderbach, dan der alte Widerkher, der mir unter anderen erzehlte, das die Commission wegen Stermohl, [215] wobey er auch intervenirt, noch in weiten Feld seye. Die Wolwizischen prætendiren bey 14/m fl. Die Russensteinischen bemühen sich zu erweisen, das das in Sequester gehabte Gut Stermohl bey 1.700 fl. remediren solte. Si sic, so hätten die Wolwizischen jährlich nicht mehr dan 7/c fl. vor das Interessen zu genüssen gehabt und müsten consequenter die übrige 1/m fl. denen Russensteinischen jahrlich | 403 1752 April vergütten. Da nun das Gut über717 46 Jahre von denen Wolwizischen in Sequester genossen wird, hätten sie eben sovielle Tausend fl. zu restituiren, wozu vieleicht ihr Haab und Gut nicht erklecklich seyn därffe. Gester erzehlte mir der Waarenbeschauer, das die Frau Schwandtnerin zu Wienn in 72 Jahr ihrer Alters an ein Schlägel gestorben seye den 23ten pasatto. Heüt nach der Kirche bin ich mit m. Maxl spaziren gangen zu dem neuen Gebau des Leopold Grafen von Lamberg nachst Schiska. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Bey mir aber der Bruder des Probsten zu Möttling, der erst von Görz gekomen, wo er die 6te Weyche718 bekomen. 4. Vormittag habe gesucht den Kriegscomissarium und den Buseth, fande aber keinen zu Hauß. Bald nach Mittag ist hierdurch geraist der General Harsch mit dem Haubtman Dicker nacher Görz alß comissarius in venedischer Confinsscheidung. Nachmittag war ich mit m. Maxl bey dem P. Puchenthall, Augustiner. Dan spaziren. Umb 4 Uhr ist der Jesuiterprovincial hier [216] retournirt von Litorali und Friaul. Dan habe die Disposition gemacht, das mein Fränzl, der sich auf dem Land befindet, bald herein komen möchte, umb dem P. Provincial sein Reverenz zu machen. 5. Vormittag war ich in der Conferenz von 10 Uhr biß Mittag. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 7 Uhr. Dan war ich bey dem Kriegscomissario, der Morgen nach Wienn abzureisen hat. 6. Vormittag wolte ich just zum Jesuiter P. Provinzial gehen, es kamen aber zu unß P. Maister et P. Rasp, die mir sagten, das er bereits umb 6 Uhr morgens ins Croaten abgereiset seye. Dan gieng ich zu dem Kriegscomissario von Mühlburg. Dan war bey mir der Guthaimb, der mir 3 Münzen brachte. M. L. speiste zu Mittag bey dem General Br. de Fin. Abends war sie bey Wildenstein. 7. Vormittag war bey mir der Roba Steinmüz und beklagt sich, das ihm der Magistrat vor den errichteten neuen Brunn vor dem Rathhauß nicht contentiren wolle. Dan ein Schlosser, deme zum Muster mein Sigilpresß gelichen. Dan der Expeditor Köhler wegen einigen pausantiis. 8. Die vergangene Nacht ist der Jesuiter P. Loit, Samtagbrediger, allhier gestorben. Dan war bey mir der Zehrer, der [217] noch alleweil ein Dienst zu überkomen suchet. Nachmittag war bey mir Mr Arnold, der gester von Triest hier angekomen und Morgen wieder dahin retourniren will; war bey mir von ¾ auf 4 biß ¾ auf 8 Uhr. Vormittag war auch bey mir der Sigm/und/ Graf von Gallenberg, der eben Morgen nach Sdusch verreiset. Bey m. L. war der Obristleüthnant Br. Berlendes mit seiner Gemählin, welche ins Böheim marchiren werden. 9. Vormittag war ich *mit m. Maxl* bey Br. Berlendes, wo ich auch den Langemantl angetroffen. Dan bey Carl-Hochenwartischen. Dan bey Probsten Br. von Erberg. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin, bey mir aber Mr Arnold und Nemezhoffen. Nachmittag war ich mit m. Maxl bey dem vicefisco von Kappus wegen Beschleinigung der Affaire Arnold contra Pilarini. Dan suchten den Landschafftbuchhalter von Rastern und den Repræsentationbuchhalter von Marotti, fanden aber keinen zu Hauß. Dan war ich bey dem alten Schmitthoffen. Abends war bey mir Fanzoi von Wippach, der erst von Wienn gekomen und nach Wipach retournirt. Arnold, der heüt abends abreisen soll, sagte mir, das in Jenner lezthin 2 Schiff von Gottenburg nach Canton abgefahren und erstlich nach Cadiz gegangen seyn, [218] daselbst die pezze zu laden. Und weil sie muthmasßlich in abgeruckten Monath ihre Reise weiter vorgesezt haben werden, so hoffet er mir das connoissement von meiner Action, die auf die 2 Schiff getheilet worden, bald zu überkomen und mir zu überschicken mitsambt dem Conto, was ich noch über die bereits bezahlten 2/m fl. schuldig seyn känte. Abends war m. L. bey Wildenstein. 717 Pred tem prečrtano nun 718 Popravljeno. 404 | 1752 April 10. Vormittag war bey mir Joseph von Rastern wegen der Caplaney zu Sistiana. Umb 9 Uhr war ich in Rath biß ½ 12. Nachmittag war bey mir der Stemb/er/g von Zeng, Officier. Dan der Buchhalter Marotti. Dan der Probst von Rudolphswerth Br. Erberg, deme zwey par Prillen geschencket habe, alß eine No. V, die andere No. XX, weil er mein Collector von alten Münzen ist. Dan der Bader von Ober Laybach, der sich wider einem Stehrer daselbst beklaget. Dan der Riedl, der heüt nach Wienn verreist mit sein Weib und Tochter. 11. Heüt morgens habe einige manuscripta in Hauß einzupinden anfangen lassen. Nachmittag war bey mir Buchhalter Maroti vocatus. Dan der junge Wolckensperg mit dem abate Patuna. 12. Nachmittag war bey mir Heinrich Auersperg, sich zu beurlauben: gehet Morgen nach Graz und dan auf sein Gut in Steyermarckt, wohin auch sein Schwester, die verwittibte Nesselrodt, komete. [219] Soll bey 14 Tag außbleiben. Bey m. L. war Joseph Barbo und der Liechtenthurn. Mit heütiger Post soll Franz Liechtenberg von Wienn die Nachricht erhalten haben, das er wider seinen Sohn alles behaubt hat und folglich der Sohn wegen seiner Heyrath das fidei commiss verlohren haben. So hat man auch die Nachricht von Prag, das deselbst ein Graf Nostiz einen Verssoviz in Duel mit einer Pistollenkugel tod geschossen und sich nach Sachsen salviret habe, dardurch aber ein Majorat, so eine Milion betragen solte, verlühren därffte. Beede waren Appelationsräthe und sollen die Händl wegen eines Frauenzimers entstanden seye und zwar wegen der Frauen des Erschossenen, einer gebohrnen Grafin Hartig. 13. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß nach 12 Uhr. Nachmittag war bey mir der Registratursadjunct Bischoff, eine Resolution zu suchen in Betroff der Schelenburgischen Stifftung. Dan die Riedlin, ihre Noth zu klagen. Dan Doctor Werth in gallenbergerischen bonorum Cessionsangelegenheit mich zu persuadiren, die außständige Interessen nachzusehen, umb das Capital in kürzen zu haben, wozu ich auch eingewilliget. Dan der Joseph Rastern in br.-raunecherischer Angelegenheit und die Caplaney zu Sistiana betreffend. Dan ein Anstreicher, den die Burger verdringen und von hier abschaffen. [220] Dan suchte den Heinrich Auersperg, der heüt umb 10 Uhr in der Nacht nach Graz verreiset, war aber nicht zu Hauß. Dan war ich bey Waicard Barbo, der etwas unpäßlich ist. Dan bey dem Fürsten und Bischoff, der heüt zur Ader gelassen. Dan bey Wildenstein, der Morgen nach Möttling hätte abreisen sollen, hingegen sein Abreiß auf etliche Täg veschoben hat. Dan bey Ign/ati/ Auersperg, das er Alexand/er/ Auersperg wahrnen solte, seine fassiones sogleich einzulegen, massen er mit der Exemtion belegt und von ihme die patentmässige Straf abgeferdert werden wird. 14. Nachmittag war bey mir der alte Werth in Betroff der Privatmaüthe zu Polland, Seisenberg und Weixelberg. Dan der Doctor Werth wegen deren gallenbergischen Creditoren, wo ich eine Schrifft unterschreiben, die zu forderen habende Interessen fahren zu lassen gegen deme, das mir das Capital bezahlet wird, wo ich vor meiner auch dem Benj/ami/n Br. von Erb/er/g unterschreibener gesehen. Der Zois, der die Gütter kauffen will, offeriret sich mir das Capital gleich zahlen zu wollen, worüber mir das Verlasßliche gedachte Dr. Werth dieser Tagen zu rapportiren719 versprochen. Dan war da der Kißler, 〈commissarius〉720 zu Sachsenfeld und bey m. L. die Schrottenbach und Frl. Valvasor. Dan 2 Ledrer von Neümarcktl. Heüt ist mein Sohn Hanßl mit dem [221] Leopold Hochenwarth und Gallenfelsischen nach Wolffsbichl. M. L. war abends bey Wildenstein. Abends bin ich spaziren gangen zu dem graf-leopold-lambergischen neuen Gebäu nächst Schiska, wo heüt Vormittag der erste Fundamentstein durch den Grafen von Wildenstein in Gegenwarth des Leopold Grafen von Lamberg, der 2 jungen Grafen von Lamberg des Franzen Sohne, des alten und jungen Steinberg gelegt worden und dieses zwischen 10 und 11 Uhr Vormittag. Der Stein ist gelegt worden am eisersten Eck linckerhand des Gebä[u]s in frontispitio ein oder 2 Schuh einwerts des Cantons. Die Inscription des Stein ist suo loco zu sehen sub lis Leopolds-Ruhe. Vorhero war bey mir Mathias Wirchk, ein Bauer, der sich wider Leopold Grafen von Lamberg beklagt wegen eines ihme schuldigen Fuhrlohns. 719 Popravljeno iz rapportirten 720 Orig. prazen prostor. | 405 1752 April Heüt abends gegen 9 Uhr hat man der Jungfer Nändl, die sich ein 3 Tag her unpäßlich befindet, zur Ader gelassen. 15. Vormittag war bey mir ein Ledrermaister von Neümarcktl in ihrer Zunfftsfreyheit-Angelegenheit. Abends war ich bey der alten Abfaltrerin, gebohrne Dinzl, die heüt ihr Geburtstag celebriret. Das curioseste war, das keiner von ihren Kindern weder von anderen darauf gedacht weder auch sie selbsten gewust, wie alt sie sey. Da sie mir endlich eine epocam gesagt, das sie nehmblich damahls, da hier in dem Bulverthurn eingeschlagen, [222] neun Jahr alt war, dieser betrübte Zufallen aber sich anno 1686 ereignet hat, alß ist sie721 anno 1677 gebohrn worden und folglich heüt 75 Jahr alt. Hier habe auch den Scarlichi, der nächst Fränz ein Landgut hat, angetrofen, der mir versprochen, einige alte Münzen daselbst colligiren zu wollen. Heüt Nachmittag seyn von Gräz allhier angekomen der steyerische Landeshaubtman Graf von Kimburg mit seinen 2 Söhnen und seiner Gräfin, gebohrne Herberstein. Dan Graf Preüner, Repræsentationsrath, mit seiner Grafin, gebohrne Lamberg. Dan Graf Inzaghy mit seiner Grafin, gebohrne Thurn. Dan der Prælath von Rein mit sein socio, der Commercialrath Pönitsch und der Postverwalter Pöllan. 16. Vormittag suchte ich obgedachten Landshaubtman und die übrige, die alle in Wilden Man logiren, war aber keiner zu Hauß. Nachmittag wolte ich sie bey Herb/er/stein, wo sie gespeiset, suchen. Trafe aber just den Landeshaubtman mit seinen 2 Söhnen und den Preuner unterwegs an und begleitete selbe zu hiesigen Landeshaubtman, von darüber eine Zeit zu der verwittibten Grafin von Thurn, wo sie in der Gesellschafft gebliben. Abends suppirten sie alle bey dem Wildenstein. Diese722 ganze compagnia gehet Morgen frühe nacher Triest und die 2 Sohne des Landshaubtman mit [223] dem Prælaten von dort nach Venedig auf wenige Täg. Der altere Sohn Joh/an/ Nepom/ucenus/ will sich auf die montanistica appliciren und wird bey sein Retour zu Triest practiciren. Sonst aber muthmasset man, das der Landshaubtman eine Commission von Hof haben müsse, sowohl die Landstrassen zu visitiren, alß die Poststationes und dan auch was zu Triest und in Litorali passirt. Heüt Vormittag ist hier die Waarenbeschauerin an einem Prand gestorben, nachdeme sie vor wenig Tagen abortirt hat. Bey mir heüt Vormittag der Dr. de Werth, deme ich eine Cession in favorem Zois per die, bey denen Grafen von Gallenb/er/g zu suchen habende 3080 fl. 45 kr. von mir gegeben gegen deme, das mir Zois das Geld zu Wien assigniret, wo ich es bey dem Banco anlegen werde. Und Morgen hat er mir versprochen, die Wechslbriefen zu bringen und die mir davon von prima Jenner 1750 biß heüt dato ruckständige Interessen habe ihme nachgesehen, weil das gallenbergische Vermögen nicht solvendo und auch alle Processen evitiren will. Heüt war bey mir der Buseth, welcher einen Riß gemacht, wie die Strassen auf das hiesige Castell gut repariret werden känte und dieses auf Verlangen des General Br. de Fin. Hac fidelia haben wir einen Überschlag gemacht über dem lambergischen Strassenreparationsfundum und wie [224] wenig er arbeitet, folglich das Geld vor sich ersparet in præjudicium publici. Erstlich seyn 13/m und mehr Hueben, die die Robath præstiren müssen. Und so eine Fuhr in 6 Arbeitstagen à 10 kr. angeschlagen, auch sogestalten bezahlt werden, betragen die Wochen 2 fl. So sie sich mit Geld hingegen reluiren wollen, so zahlen sie 1 fl. 30 kr. – Nach solch mündern Betrag ertragen gedachte 13/m Hüeben ein Jahr 19.500 fl. – Die Schrancken betragen deductis deducendis circa 10.000 〈fl.〉 – Die 2 neue Schrancken unter dem Trajaner Berg und auf dem Morast circa 1500 〈fl.〉 – Banco-Deputation tragt bey 1500 〈fl.〉 – Fürst Porzia 200 〈fl.〉 – Graf Petaz 56 〈fl.〉 Betragt ein Jahr 32.756 fl. Umb welches Geld sich vielles machen liess. Da er nun sein Leopolds-Ruhe zu bauen angefangen hat, da zugleich die Landstrassen verfallet seyn, vielle die da muthmassen, obige Suma wird Mehrentheils ad suos usus 721 Sledi še enkrat sie 722 Odstavek se sicer začne s prečrtanim: Des Landeshaubtman Kiemburg Söhne 406 | 1752 April privatos verwendet. Welches einigen umb so wahrscheinlicher vorkomt, alß er sonsten um und umb schuldig ist, doch gerne und zwar unglücklich spielet und vielles depensiret. Tempus omnia docebit und darffte dem Ansehen nach sein Direction deren Strassen nebst seiner Conduite ein [225] übles Ende nehmen, ob er schon derzeit an Grafen von Cotheck einen grossen patronum zu haben scheinet. 17. Heüt fruhe ist die gestrige steüermarkische compagnia von Cavaliers und Dames von hier nach Triest abgereist. Dan war bey mir Dr. de Werth, der mir ein Wechslbrief von Zois per 3080 fl. zu Wienn an Johan Adam Mayr, k.k. Gehaimencassier, meinem Correspondenten von denen Gebrüder Schmitner à uso zahlbar behändiget und 45 kr. per saldo baar bezahlt hat. Dan habe in mein künfftigen Cabinetl den Boden höben lassen, umb ihn besser zu legen. Umb 9 Uhr ist mein Maxl nach Manspurg geritten, umb Morgen Vormittag wieder zu retourniren. Heüt morgens ist mein Hänßl von Wolfsbüchl retournirt. Nachmittag war bey unß der Wälsche Auersperg. Abends habe gesucht den Merzenhaimb, war aber nicht zu Hauß. Heüt ist der krumpe Nicolas Graf von Strassoldo hier angekomen. 18. Zu Mittag habe gespeist bey General Br. de Fin à 7 couverts: der General, Graf Turismund Thurn, Graf Sigmund Gallenb/er/g, Graf Attems, Ferdinandi filius und Fendrich unter Forgatsch, Br. Flachenfeld und ich. Nachmittag war ich bey dem Fiscal von Merzenheim und Buchhalter Marotti. [226] Heüt Nachmittag ist Mad. Zetschker mit ihrem Sohn von Gurgfeld hier angekomen. Turismondo Thurn erzehlte mir, das er noch dato auß Mayland seine Besoldung alß questore beziehet und ist solche 7/m lr. Davon er jedoch 2/m lr. dem jenigen überlasse, der in seiner Abwesenheit seinem officio vorstehe. In vorigen Zeiten ist die Besoldung eines questore auf 12/m lr. komen, derzeit aber auf restingirten Fuß nur 7/m und 5 lr. e 5 soldi machen einen Gulden. Nachmittag war ich bey dem Fiscal von Merzenheimb und Buchhalter Marotti in Ambtsangelegenheiten. 19. Vormittag war bey mir der Setall, croatischer Militarofficier, der eine Rechtshändl mit seiner Schwigermutter der Zetschkerin haben därftte wegen der Erbschafft seiner, den 6. pasatto zu Carlstadt verstorbenen Gemählin. Dan war ich in Rath von 9 Uhr bis nach 1 Uhr. Nachmittag war abermahls bey mir gedachter Seentall, dan sein Schwigermutter und ihr Sohn. Bey m. L. war die Wittib Thurn und ihr Tochter, die Tauffrerin. Abends war m. L. bey der Schrottenbach. 20. Vormittag war ich bey dem Haubtman Smit mit mein Maxl. Er befindet sich ganz contract und betligerig. Er ist ein Irrländer, in Böhmen verhayratet. Und hat daselbst auch das Incolat, wie ingleichen sein jungerer Bruder, derzeit in Niederland auch Haubtman in Kriegsdiensten. Zu Mittag speiste bey unß die [227] Frau Zetschkerin von Gurgfeld mit ihrem Sohn. Nachmittag war bey mir Flachenfeld, dan der Leüthnant Seethall. Heüt Vormittag ist hier angekomen der H. Hofmann, neuer Repræsentation- und Camerrath und Rectificationsdirector. 21. Vormittag war ich bey H. Hofmann, gester angekomen〈en〉 neuen Rath, der mir unter anderen erzehlte, das in Schlesien unter dem König in Preüssen der Adl von dem dominicali der wahren Nuzung nach contribuiret 28 ⅔ per %, der Baurenstand oder das rusticale 34 ⅓ per %, der Malteser Orden 40 per % und die Geistlickeit 50 per %. In denen Städten aber sey kein Contributionale, sondern der accis. Dan war bey mir der Vorsteher deren Ledrern zu Neümarcktl. Nachmittag nach 5 Uhr ist der Landeshaubtman auß Steyer mit seiner compagnia von Triest retournirt. Und weil er sich an der Colic unpäßlich befunden haben soll, hat er sogleich die Pferd umspanen lassen und seine Ruckreiß nach Gräz vortgesezt. M. L. war abends bey der Schrottenbach. 22. Vormittag war bey mir der H. Hofmann, mein nunmehriger Collega. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir Br. Liechtenthurn und bey m. L. Mad. Bourlie. 23. Vormittag war ich mit m. Maxl den leopold-lambergisch neue Gebau zu sehen, wo er auch selbsten gewesen. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. | 407 1752 April [228] Nachmittag war bey mir Nemezhoffen. Spätter suchte ich den Zois, hat sich aber wegen eingenohmener Medicin excusiren lassen. Dan war ich bey m. Schwägerinen. M. L. war abends bey Wildenstein. Gester hat die Nändl, meiner Liebsten Camerjungfer, den weissen Rißl bekomen. 24. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß Mittag, wo der neuangekomene Johan Joseph von Hofmann alß Repræsentation- und Camerrath, dan Rectificationdirector, das Jurament abgelegt und zugleich seinen Siz genohmen hat. Wenig vor Mittag ist der Fridrich, Rectificationsregistrator, gestorben. Zu Mittag speiste bey unß Mad. Zetschker von Gurckfeld mit ihrem Sohn. Nachmittag habe Consessum Comercialem gehalten in materia Arnold contra Pilarini, wobey auch der fiscus von Merzenhaim interveniret ist und der vicefiscus von Kappus referiret hat. Spätter war bey unß der General Br. de Fin. 25. Vormittag habe einen Consessum mit denen medicis gehalten in Betref deren in Unter Crain über den Uskockenberg grassirendes epidemischen Kranckheiten. Dan war ich in Visit bey Mad. Zetschker. Nachmittag ist der gester verstorbene Fridrich zu den Franciscanern begraben worden. Nachmittag war bey mir der Wälsche Auersperg und spätter der alte Widerkher. [229] 26. Vormittag war ich in Rath, Nachmittag in simili. Dan gieng ich mit Barbo spaziren und abends zu Wildenstein. Heüt ist hierdurch der march. Perlas von Osal und gieng nach Modena seine Söhne abzuhollen, umb sodan mit Sack und Pack nach Wienn zu gehen. M. L. war abends bey Wildenstein. 27. Vormittag war ich bey P. Rector, Jesuiter, mich zu informiren, wie etwa anderwertig mit Visitirn und Censurirung der Bücher fürgegangen wird, umb auch allhier eine gutte Ordnung einzuführen. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß ¼ nach 6 Uhr. Dan gieng ich mit Barbo zu Wildenstein. Heüt zu Mittag speiste bey unß Doctor Modesti. Abends war m. L. bey Wildenstein. 28. Nachmittag habe den Consessum gehalten in Betröff Visitir und Censurirung deren Bücher. Dan war bey mir Br. Taufferer, Craißhaubtman, und spätter der Wid/er/kher und sein Frau mit einer Frl. Wallensperg. 29. Zu Mittag habe mit m. L. gespeist bey Graf Wildenstein à 12 couverts. Da war der H. von Hauß und Frl. Henriete Prang, Gräfin von Schrottenbach, Gräfin von Liechtenberg, gebohrne Auersperg, Carl Awersperg und sein Gräfin, Grafen Barbo Waicard und Joseph, dan der Geistliche Kißler, commissarius zu Sachsenfeld, dan der [230] Pfarrer zu Marautsch Br. Erberg mein Schwager. Kißler erzehlte mir, in sein Commissariat zu Sachsenfeld bey 1.500 biß 1.600 Seelen zu haben, zu Sachsenfeld allein aber werden über 4/c Seelen nicht seyn. Dieses Commissariat sambt 2 Pfarren und zwey Vicariaten geho-ren unter Sittich, obschon alle in Viertl Cilli gelegen seyn. Ein Pfarr heist Tüechern, 2 Stund von Sachsenfeld und ein Stund von Cilli an der Seiten gelegen. Die andere Pfarr heist Pack, 3 Stund von Sachsenfeld und 4 Stund von Cilli, auch auf der Seiten gelegen. Ein Vicariat heist bey St. Jacob in Galizien, liegt auch auf der Seiten, 2 Stund von Sachsenfeld und ½ Stund von Cilli. Das andere Vicariat ligt an der Landstrassen, genand ad St. Petrum. Sonsten ist noch in Viertl Cilli ein Malteser-Ordens-Comenda, genand zu Hällenstein, ein Stund von Sachsenfeld gegen Pack gelegen. Solche genüst ein frà capellano und rendirt bey 5/c fl. Dan ist ein Orth, Neüklost/er/ genandt, wo Dominicaner Mönche seyn, ein und ½ Stund von Sachsenfeld auf der Seiten gelegen; ist ein alte Stifftung von den Grafen von Cilli. 30. Heüt morgens habe das erstemahl angefangen in mein neues Cabinetl die Bücher in die Ordnung zu sezen und wird künfftig daselbst mein Biblioteque und mein Arbeithzimmer sey. [231] Vormittag war ich bey alt und jungen Widerkherischen mit meinem Maxl. Dan bey der Wittib Frauen von Rasp, gebohrne Erberg. Zu Mittag speiste bey unß Dr. Modesti. Nachmittag war bey mir der Helbling. Dan der Wälsche Auersperg, der mich batte, ihme 1/c fl. zu anticipiren 408 | 1752 Maj auf eben soviel, das er von denen osterreichischen723 Ständen Gnadengeld anhoffet auß der von dem General Damniz zu bezahlen habenden Tax, deßwegen, das er von gedachten Ständen in Herrenstand aufgenohmen werden wird. Ich habe ihm versprochen Morgen die Antwort zu geben. Heüt Nachmittag ist der Joseph Graf von Strassoldo mit seiner Gemahlin, einer gebohrnen Grafin von Wallenstein (welche sich den 27ten hujus zu Görz verehelicht haben) von Görz allhier an in compagnia des Gasparo Grafen von Lanthieri, seinen nunmehrigen Schwagern, und des Pfarrer zu Brevacina N. Troyer, und haben alle bey dem Grafen von Wildenstein souppirt. 1752 Maj 1. May. Vormittag war bey unß der Gasparo Graf von Lanthieri, dan der Pfarrer Troyer, welche beede Übermorgen nach Wienn verreisen. Nachmittag war bey mir der Wälsche Auersperg, der mich gebeten, ihme auf sein Monat Oktober Pension 34 fl. vorzuschiessen mit dem Verspröchen, mir a Conto seiner Schuld 15 fl. in Abschlag zu überlassen, indeme er monatlich 50 fl. et detracta arrha 49 fl. beziehet. [232] Abends war m. L. bey Wildenstein, wo auch die Strasoldische waren. 2. Nachmittag war bey mir 2-mahl der von Görz gekomene Advocat Cipriani, die Angelegenheit des Br. Codelli wegen des gestiffteten Bistums zu recomendiren, massen wie er sagt, der Br. de Fin ihn auß privat Passionen etwas zu viel drucket. Gedachter Advocat beschwehrte sich sehr wider die görzerische Justizstelle oder Landrecht und sagt, das von denen assessoribus keiner die jura gehört weder viel studiret hat. Præses ist der Landesverwesser Sigm/und/ graf Attems, der zwar studirt, hingegen sich mehr auf die Poesie alß anderes appliciret hat. Assessores seyn würckliche 6: primo conte Gasparo Neühauß, 2do conte P/iet/ro Ant/oni/o Coronini, ein Bruder zu Gio/vanni/ Ignatio, 3tio Br. Ludovico Ressaver, der von langer praxi doch etwas weiß, 4to conte Ferd/inand/o Attems, plein de bonne volonté, 5to Lorenzo Grabiz, 6to Girolamo Radencich, strambo e testardo. Dan seyn 3 supernumerarii: conte Philippo Strassoldo, der noch von besten ist, 2do Br. Ottavio Terzi, 3tio N. Pesler. Dan der actuarius Doctor Amigoni, *von* dem er sagte, che sia troppo politico e che vorrebbe servire tuti può farsi. Vormittag war bey mir der Wälsche Auersperg, deme ich 34 fl. bezahlt oder [233] anticipiret habe gegen seiner vor das künfftige Monath Oktober zu beziehen habende Pension mir behandigte Quittung per 50 fl., davor ich detracta arrha mit 1 fl., 49 fl. bekomen und also à Conto der mir schuldigen Interessen 15 fl. überkomen werde. Auf solch incomode Arth werde ich suchen mein Bezahlung zu überkomen, wan er nur solang leben wird. Pro notitia aber will ich hier anmercken, das ich ihme anno 1740, da ich zu Triest war, auf sein Bitten durch hiesigen Handlsmann Perr (Franz Matheus) 250 fl. habe bezahlen lassen und gedachter Perr hat ihm den 28ten Marzi 200 fl. und den 3ten April darauf 50 fl. bezahlt. Die Quittung von diesen 250 fl. habe ihm heüt restituirt und er hat mir davor ein carta bianca unter dato *Laybach den* 4. April 1740, unterschriben. Wan dieses Capital bezahlt werden wird, das weiß Gott, weil dieser Debitor betelarm und ohngeacht seiner Pension per 6/c fl., dan was ihm der Fürst Auersperg gibt, alß das freye Quartier, genugsamen Wein und Brennholz etc. und was er hin und wider an gedachten Gelderen und sonsten erbetelt ist. Sowohl er alß sein Gräfin so schlechts wirthen, das ihnen nichtes klencket und alles in Grass und viel voraus verzehren und stetts in Miseri leben, doch aber spiellen. Und was sie nur bekomen, gleich darauf gehen lassen. Da Interesse, so da von 4. April 1740 biß [234] wieder 4ten April nächsthin rückständig, traget von diesen 12 Jahren zu 5 per cento 150 fl. Diese will ich trachten, das er mir mit neuen sehr incomoden und bey einem erfolgenden seinen Todfall dem Verlust exponirten Anticipationen nach und nach abzahlet, wo sodan auf gleiche Arth auch das Capital zu überkomen trachten werde. Heüt gegen Abend ist allhier angekomen die Frau von Nemezhoff, Wittib, gebohrne Rasp. M. L. war abends bey Wildenstein. 3. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Grafen von Wildenstein à 12 couverts. Da war der H. von Hauß und Frl. Prang, Grafen Waicard, Joseph und Tiserle Barbo, Br. Ferd/inand/ Erberg m. Schwager, General Gross, Br. Molck, P. Prior von Discalciaten und sein socius. Nachmittag war ich bey hiesigen Fürsten und Bischoff. M. L. war abends bey Wildenstein. 723 O popravljen | 409 1752 Maj 4. Vormittag war bey mir der krumpe Leo von Triest. Dan der Kriegscomissarius von Mühlburg. Nachmittag war ich in Rath von 3 Uhr biß nach 7 Uhr. Dan gieng ich mit Barbo zu Wildenstein. NB. Heüt in Rath war eine Rangstrittigkeit zwischen dem Mühlburg und Taufferer, weil jener diesen nicht nachsizen will, worüber das decisum von Hof erwartet wird, weil auch der Hofman den Tauffrer nicht nachsizen will, massen dieser nur ein Auscultator, jene aber würckliche Räthe sey. 5. Vormittag war bey mir der Pillarini, Verwalter zu Lueg, der mir 2 alte Münzen brachte. [235] Dan erzehlte er mir, sich den vergangenen Faschung mit der verwittibten Dreinickin, gebohrne Standlerin, verhayratet zu haben. Dan war bey mir der Leuthnant Seethall, der mir den zwischen seiner Schwigermutter Bssa. Tschetschkerin, gebohrne Grafenbergerin und ihren Sohn Franz Ferdinand gester getroffenen Vergleichscontract zeügte; ist also die zwischen ihnen vertirte Strittigkeit güttlich beygeleget worden. Spätter war bey mir der Kriegscommissarius, der absolute dem Br. Tauffrer nicht nachsizen und sein Protest in das Protocoll eingetragen haben will. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß ½ 7. Dan gieng ich mit Barbo spaziren. Dan war ich bey Kriegscomissario, der Morgen in das Litorale verreiset. Spätter war ich bey Wildenstein, dan bey Ant/on/ Grafen von Rabata und seiner Gemählin, die Nachmittag von Görz hier angekomen und Morgen auf ihre Gütter ins Steüermack reisen. Der Kriegscomissarius, der erst von Wienn retourniret ist, erzehlte mir, das die derzeit dominante Ministers seyn bey dem Directorio in publicis et politicis der Haugwiz,724 und die satelites der Stuppan, Saffran, Gröller; bey dem Comissariat der Sallaburg, bey der Hofschuldenscassa und Länderrectification Graf Wiltzeg. Bey dem Stadtbanco und Commercio der [236] Rudolph Graf Cotheck; satelites: Kannegiesser, Quix und Unkrechtsberg. Wegen des Rangsstrittigkeit bey der hiesigen Stell ist merckwürdig, das, da sich leztlich der Kriegscommissarius nach dem Br. Tauffrer zu sizen waigerte, der præses Graf von Herb/er/stein ihme gesagt, das sein, des Kriegscommussarii Siz der lezte seye und das auch der Hofmann vor seiner den Rang prætendire. Mühburg replicirte, das er nicht glauben käne, das Hofmann den Rang vor seiner prætendire, soutenirte der præses das Widerspiel. Mühlburg sagte, er wäre dem Tauffrer allemahl vorgesessen und da er jezt nur ein par Wochen abwesend war und inzwischen kein neue Resolution in Sachen eingelauffen, wuste er nicht, wie diese Neuigkeit eingeführt werden wolle. Præses soutenirte, das Tauffrer ihme jederzeit vorgesessen seye und beruffte sich auf die Räthe. Es hat zwar niemand dazu etwas gesagt. Interim auteme ist des præsidis assertum nicht wahr, dan der Mühlburg ist allemahl vor den Tauffrer gesessen und känen auch die protocolla nachgesehen werden, wo der Tauffrer allemahl nach denen Rathen gesezet ist. Das merckwürdigste aber ist, das, da heüt Nachmittag Rath war, ist dem Mühlburg dazu nicht angesagt worden, er wäre auch darzu nicht [237] erschinen, wan nicht Nachmittag der Bechinie und der Hofmann zu ihm gekomen wären und ihn gebetten haben, mit in Rath zu gehen. Und der Hofman versicherte ihm den Rang vor seiner keineswegs prætendiren zu wollen und das ihme was solches niemahls eingefallen seye. Er auch bereits wäre, den Herberstein zu lugen zu straffen, wan er was solches asseriren wolte. Da nun der Mühlburg in Rath kam, abordirte ihn der Canzleydiener und sagte ihm, das er ihn zum Rath nicht angesagt habe und das ihme solches der præses verbothen hätte. Wie ex post der præses in Rath kam, abordirte er den Mühlburg und sagte ihm, das er ihm von darumen zum Rath nicht habe ansagen lassen, umb mit dem Hofman kein Rangstrittigkeit zu haben. Da ihm nun der Mühlburg replicirte, das dem Hofman niemahls eingefallen vor ihn den Rang zu prætendiren, ist die Sache bey dem gebliben. Auß diesem ist der Caracter des Herberstein zu erkenen, was er vor Tracaserien spielt und wie er jederman zu disgustiren eyfrig sich bewerbet. Und wird die Zeit lehren, das er künfftig den Hofman auch nicht sparen wird. 6. Nachmittag war bey unß der hiesige Fürst und Bischoff bey 3 Stund und haben debatirt, was von denen neugeschlagenen Xaveri-Pfening und anderen der Königin zu Neapel zu schicken [238] wäre und was mit den Übrigen zu thun seyn wird, auch was vor Unkosten darauf gegangen und was ein so anderes zu stehen komt. Pro notizia will ich zugleich hier anmercken, da anno [–]725 die Königin in Neapel ein Kind von puren Gold nach St. Xaveri zu Oberburg geopffert hat und dieses allein an Gold ohne der Facon bey 14/m fl. betraget, hat sie zugleich durch ihren Beichtvatter ein Andecken von diesem Hl. Andachts-Orth verlanget mit dem 724 Sledi prečrtano Ber 725 Sledi prostor za letnico. 410 | 1752 Maj Anerbietten, alle Unkosten bezahlen zu wollen. Da hat man vor gut befunden, einige Ablasßpfening expresse schlagen und den Stempel dazu schneiden, dan einige Ringl machen und einige Bild mahlen und fadden zu lassen. Da ich nun von dem Bischoff und Fürsten ersucht worden bin, ein so anderes zu Wienn zu bestellen, so habe erstlich den Stempel von dem famosen Donner schmeiden lassen. Dieser hat gekostet 120 fl. 3 Stuck goldene Pfenüng à: 5 # einer, thut 15 # à 4 fl. 10 kr 62 fl. 30 〈kr.〉 Schlagsaz von jeden # a 6 kr. 1 〈fl.〉 30 〈kr.〉 64 〈fl.〉 30 〈kr.〉 Vor Anlettung deren 3 Öhrln 30 〈kr.〉 30 Stuck silberne wagen 3 March 9 Loth 1 den., jede March à 18 fl. 24 〈kr.〉 29 〈fl.〉 49 〈kr.〉 Schlagsaz, Münzerlohn und 33 〈fl.〉 19 〈kr.〉 Silberabgang für jedes 7 kr. 3 〈fl.〉 30 〈kr.〉 Wird transportirt an folio sequente 217 〈fl.〉 49 〈kr.〉 [239] Rapport 217 〈fl.〉 49 〈kr.〉 500 Stuck messingne Schlagsaz und Münzerlohn à 5 kr. 41 〈fl.〉 40 〈kr.〉 Vor die Pfening dem Giesser 17 〈fl.〉 40 〈kr.〉 59 〈fl.〉 20 〈kr.〉 24 Fingerringl von Gold à 2 ½ fl. 60 〈fl.〉 50 detto silberne à 42 kr. 35 〈fl.〉 6 Xaveri-Bildlminiatur, gemahlen, à 4 Gulden 24 〈fl.〉 Gold, um solche zu fassen 14 ½ # à 3 fl. in der Feine 43 〈fl.〉 30 〈kr.〉 80 〈fl.〉 30 〈kr.〉 Facon des Goldarbeiter à 2 fl. 10 kr. 13 〈fl.〉 6 gleiche Bildl 24 〈fl.〉 Solche in Silber zu fassen à 2 fl. 12 〈fl.〉 36 〈fl.〉 Der völ ige Kosten betragt 488 〈fl. 〉 39 〈kr. 〉 Von all obigen ist folgende Disposition und Repartition gemacht worden: erstlich, vor Ihro kaiserliche Majestät die Königin wird nach Wienn an dem P. Kampmül er, Beichtvatter, geschicht: Ein goldener Pfening; dieser kostet wie oben 21 〈fl.〉 30 〈kr.〉 3 Stempel kostet 120 fl. et sic komt auf 1 den. 13 〈fl.〉 2 〈kr.〉 21 〈fl.〉 43 〈kr.〉 2 〈den.〉 6 detto silberne kosten wie oben à 1 〈fl.〉 6 〈kr.〉 2 ½ den. 6 〈fl.〉 39 〈kr.〉 3 〈den.〉 Stempel à 13 ½ kr. 1〈fl.〉 21 〈kr.〉 8 〈fl.〉 9 〈kr.〉 12 Stuck messingne à 7 ¼ kr. 1 〈fl.〉 27 〈kr.〉 Stempel à 13 ½ kr. 2 〈fl.〉 42 〈kr.〉 4 〈fl.〉 9 〈kr.〉 Zur Disposition des P. Kampmül er 33 〈fl.〉 53 〈kr.〉 1 〈den.〉 [240] Vor die Königin in Neapel 2 goldene Pfening 43 〈fl.〉 Stempel 27 〈kr.〉 43 〈fl.〉 27 〈kr.〉 | 411 1752 Maj 12 silberne Pfening 13 〈fl.〉 19 〈kr.〉 2 〈den.〉 Stempel 2 〈fl.〉 42 〈kr.〉 16 〈fl.〉 1 〈kr.〉 2 〈den.〉 24 messingne 2 〈fl.〉 54 〈kr.〉 Stempel 5 〈fl.〉 24 〈kr.〉 8 〈fl.〉 18 〈kr.〉 6 goldene Ringl 15 〈fl.〉 12 silberne Ringl 8 〈fl.〉 24 〈kr.〉 6 Bildl in Gold gefast 80 〈fl.〉 30 〈kr.〉 6 detto in Silber gefast 36 〈fl.〉 207 〈fl. 〉 40 〈kr. 〉 Das übrige wird nach St. Xaveri geschickt. 7. Vormittag war ich bey dem General Br. de Fin, der Nachmittag nach Görz verreiset. M. L. speiste zu Mittag bey ihm, Br. de Fin. Nachmittag ist General Br. de Fin umb 3 Uhr abgereist und m. L. kam zu Hauß mit dem H. Hofmann. Zu Mittag speiste bey mir der krumpe Leo von Triest. Nachmittag war bey mir der junge Wolckensperg wegen einer, mit der Stadt Lack habender Jurisdictionstrittigkeit. Dan der Nemezhoff, der mir erzehlte, das heüt der Stuppan an Herb/er/stein vorlauffig geschriben, das die Königin vor die arme Unterthanen in Crain 4/m 〈fl.〉 zu distribuiren resolvirt, dan dem Heinrich Auersperg 5/c fl. Pension zugeleget habe. M. L. war Nachmittag in Visiten, abends bey Wildenstein. 8. Vormittag war ich in der Conferenz mit den Landschafftverordneten von 9 biß ½ 10 Uhr. [241] Leopold Graf von Lamb/er/g hat mir eine Außkunfft en gros gegeben über seine Strassenarbeith und macht: – Den Empfang von 13/m hueben à 1 ½ fl. 19.500 〈fl.〉 – Die Schranckenmauth und Bancobeytrag zusamen 10.000 〈fl.〉 Summa 29.500 fl. Nun obschon der Empfang nicht richtig und unter 16. pasatto verläsßlicher entworffener zu finden, so will ich es doch bey seinem Entwurff bewenden lassen und betragete solcher von anno 1747 inclusive biß 1753 inclusive von 7 Jahren: 206.500 〈fl.〉 Nun folget seiner Calculation nach die Außgab. Und zwar erstlich sagt er, das ihme alle Jahr bey 3/m 〈fl.〉 in Ruckstand verbleiben, wovon er nichtes einbringen kan: – Dieses betragete in 7 Jahren 21.000 fl. – 3 Commissarien kosten ihn jahrlich 2/m fl., macht in 7 Jahren 14.000 〈fl.〉 – Die Beambte an Schrancken jahrlich bey 12/c fl., macht 8400 〈fl.〉 24 Schreiber à 17 fl. das Monath, macht ein Jahr ein Schreiber 204 fl. und al e 24 4896 fl. und in 7 Jahren 34.272 〈fl.〉 – 30 Aufseher à 15 fl. monathlich, macht einer das Jahr 180 fl., al e 30 5400 fl., in 7 Jahr 37.800 〈fl.〉 – Werckzeüg al e Jahr 2/m fl., macht in 7 Jahren 14.000 〈fl.〉 – Pulver al e Jahr 1/m fl., macht 7000 〈fl.〉 Wird transportirt 136.472 〈fl.〉 [242] Rapport 136.472 〈fl.〉 – Zimmerleüth und Maurer monathlich 50 à 20 kr., macht ein *Tag*726 16 fl. 40 〈kr.〉 und ein Monath 500 〈fl.〉. Wan sie 7 Monath in Jahr arbeiten, betragen solche 7 Monath 3.500 〈fl.〉 und in 7 Jahren 24.500 〈fl.〉 Summa der Außgaben 160.972 〈fl. 〉 726 Nad prečrtanim Monath 412 | 1752 Maj Wan nun diese Außgaben von dem Empfang der 206.500 fl. abgezogen werden, wurde übrig und in der Cassa verbleiben 45.528 fl., welche dem Lamberg ins Aigen verbleiben worden. Nun sagt Lamberg, das er in allen 45 Meil Strassen zu repariren habe, welche machen 180.000 Klaffter. Wan also der Unkosten, wie oben, richtig wurde, ein Klaffter in die andere kosten 53 kr. 2 den. 3540/5625. Dan sagte Lamberg, das er künfftigen Freytag nach Wienn verreisen und in 14 Tagen wieder retourniren, auch hac fidelia umb die Strassen zwischen Triest und Fiume accordiren und etwa 10/m fl. mitbringen wolle. In der Conferenz ist heüt lediglich debatiret worden, wie, wan und durch wem727 die von der Königin denen armen Unterthanen in Unter und Iner Crain accordirte 4/m fl. vertheilet werden solten und wieviel in Getraid, was Sorten und was in Geld etc. Nachmittag war bey mir der Zebull, Stadtrichter zu Crainburg, wegen daselbiger Pruckmauth. [243] Nachmittag gegen 3 Uhr ist Br. Benj/ami/n von Erberg mit anderen concomissariis nach Sonneg, diese Herrschafft gerichtlich zu sequestiren und dem Br. Otto in Bestand zu überlassen. Der Zebull, Stadtrichter zu Crainburg, hat mir heüt gesagt, das die Mauth, die sie beziehen, die Helffte zur Bruckenreparation, die andere Helffte aber in die stadtische cassam pro oneribus publicis, Reparation der Stad-tmauren destiniret seye. 2do, das die außgesezte Mautgibheit in der crainerischen Wehrung zu verstehen seye, auch sogestalten abgenohmen wird. 3tio, das gedachte Mauth derzeit in Bestand verlassen ist per 1.717 fl. teütscher Wehrung. 4to, das das transitirende Vieh oder so auf die Wayd getriben wird nichtes, sondern nur jenes, so zum Verkauff komt, die Mauth entrichteten. 5to, den sß. verstehet er auf 4 Centen und rechnet, das ein Pferd bespandter 10 Centen ziehet. Dan war bey mir Flachenfeld in Ambtsangelegenheiten. Spätter der alte de Werth in Privatmauthsachen. 9. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Wildenstein à 12 couverts, alß H. von Hauß, Frl. Prang, Graf Attems von H. Craiz, sein Gemählin, gebohrne Strassoldo, Grafin Liechtenb/er/g, gebohrne Auersperg, Frl. Rossetti, Grafen Waicard und Joseph Barbo, Br. Max Tauferer und Br. Brabeck, Leüthnant. Nachmittag war ich bey der Frau Nemezhof Wittib, gebohrne Rasp. Spätter bey der Gräfin von Schrottenbach, wo [244] die wildensteinische Cotterie war, weil sie sich etwas unpaßlich befindet. De retour war ich auf ein Augenblick bey Br. Taufferer, Craißhaubtman. 10. Vormittag war ich in Rectificationsrath von 9 biß Mittag. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. 11. Vormittag suchte den alten Widerkher, der sich aber zu Stermahl befindet. Dan den Landschafftssecretari von Wagatey und den Buchhalter Marotti, fande aber keinen zu Hauß. Nachmittag war bey mir mein Janot, der mir wieder seine kindische Gedancken vorbrachte, das er nehmblich in frembde Länder reisen, bey Hof die Erlaubnüs suchen und allenfalls, umb kein obstaculum zu haben, sein Dienst resigniren wolte und endlich, das er zu Kriegsdiensten Lust habe. Den vätterlichen Rath, den ich ihm abermahl gegeben und sonderlich die Ermahnung, sich auf solide Sachen zu appliciren und dasjenige zu Hauß zu lehrnen, wozu er alle nur erwünschte Gelegenheit hat und die, er in der Frembde keineswegs hofen kan, scheinen alle vergebens zu seyn und wird allen Ansehen nach dieser junge Knab, die verlührende Jugend, wo nicht in kürze doch in maturern Jahren all-zuspatt beweinen, weil er sich weder von seinem Vatter weder von anderen gescheit und vernünfftigen Leüthen Rathen lassen und nur seiner kündischen Unerfahrenheit folgen will. [245] Spätter war bey mir Flachenfeld, der wider dem Wichtenstein sehr schmählet alß einen ungehorsamen, unrichtigen und maliziosen Menschen und dieser wird allem Ansehen nach umb sein Dienst komen. Dan war auch bey mir der junge von Wolckensperg. 12. Vormittag war bey mir ein gewest Marulischer, nun abgedanckt und von Belgrad komender Soldat, von dem ich 18 alte kupfferne Münzen erkaufft habe. Dan war bey mir der Vermati umb Urlaub, weil er künfftigen Montag die Städt und Marckt in Land zu recti-ficiren abgehet. Vergangene Nacht ist der Leopold Graf von Lamberg nach Wienn verreist. Nachmittag habe Commission gehalten in Betref der landeshaubtmanischen incamerirt und an die Teütsche-Ritter-Comenda verkaüffte Gült von 3 biß 7 Uhr. 727 w popravljen | 413 1752 Maj 13. Heut in der Nacht circa umb 1 Uhr ist die alte Obristin Eülerin, gebohrne Bssa. Benaglia, allhier verstorben und umb 7 Uhr morgens ist ihr Leichnam von hier nach Höflein geführt worden. Dan war bey mir der neuerwahlte Stadtrichter zu Rudolphswerth Polz, deme ich sodan das Jurament habe ablegen lassen. Nachmittag habe wieder die gester angefangene Commission continuirt von 3 Uhr biß ½ 8 Uhr. Abends habe mit mein Janot discu [246] tiret, weil er sich vollkomen submittirt hat und versprochen all jennes thun zu wollen, wie ich ihm anleiten werde. Welche Declaration er zwar schon den 11ten abends gemacht, nachdeme m. L. mit ihme etwas serioser gesprochen, sodas es nun auf die Werckthätigkeit ankomen wird. Vormittag war auch bey mir der alte Widerkher und dan die Baumgartnerin. Heüt Vormittag ist von Gräz allhier retournirt der Heinrich Graf von Auersperg. Nachmittag728 war auch bey mir vocatus des junge Wichtenstein, deme ich in Vertraun gemeldet, seinen Vattern in mein Nahmen zu wahrnen, das er in seinem Ambt fleissiger, richtiger, gehorsamer seyn und allenthalben seiner Pflicht schuldiger massen nachkomen solle, wan er anderster seines Ambts nicht entsezt und in ein Recidiv verfallen will, welches weit incurabler alß sein ersterer Process seyn därffte. 14. Nachmittag war bey mir der General Grosß von Cilli, der heüt dahin retourniret. Dan habe bey dem annoch unpaßlich sich befindenden Zois den Consessum Comercialem gehalten. Dan habe den General Grosß gesucht bey dem Prezl, aber nicht angetroffen. 15. Vormittag waren bey mir einige Färber wegen Grünspan-Fabricirung. Dan war ich in Conferenz von ½ 10 biß 11 Uhr. Dan war bey mir Nemezhoffen [247] und der Doctor Modesti alß actuarius und haben beschlossen einzurathen, das Grosßl von Krop per 1/c Thaller gestrafft werden möchte uti fusius suo loco. Nachmittag hielte wieder Commission von 3 ½ biß 6 ½ in Betref der gewesten landeshaubtmanischen Gülten. 16. Vormittag war bey mir ein Geistlicher von Stein nahmens Joseph Panzer, der sich umb das durch Absterben des Erzbriester zu Fiume Tudorovich vacant gewordene Beneficium zu Stein recomendiret hat. Dan war Nachmittag bey mir Schluderbach und abends die Wittib Nemezhoff, die Morgen fruhe von hier nach H. Creüz abreiset. Unter anderen sagte mir, das die nemezhoffische beeden Gebrüdern gehörige daselbstige Gülten bey 20/m fl. wohl werth seyn, folglich auf dem Antheil ihrer Kinder die Helffte komet. 17. Vormittag war bey mir der Pillarini, Verwalter zu Lueg. Dan die Riedlin, umb ihren Mann wieder zum Brod zu bringen. Zu Mittag speisten bey unß der H. von Hofman, von Bechinie, von Mühlburg und von Nemezhoffen und von Schweiger. Dan hielte ich wieder die Commission wegen der gewest landeshaubtmanischen, nun comendischen Gülten. Dan war auch bey mir der Wälsche Auersperg. Heüt ist der Franz Graf von Liechtenberg von Wienn retournirt. 18. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. [248] Dan bin ich mit Herb/er/stein, Barbo und Auersperg spaziren gangen zu dem neuen lambergischen Gebau nächst Schiska. Nachmittag war bey mir Arnold, der gester von Fiume hier angekomen ist, umb seiner Action wider dem Pilarini Morgen beyzuwohnen. Dan war bey mir der junge Mayr von Triest, der bey arnoldischen compagnia in Diensten stehet. Gester abends ist des gewesten Rectificationsbuchhalters Zetl junger Mamb gestorben und heüt Nachmittag begraben worden. Diese hätte der Calculationsschreiber nahmens Silberschneider heyraten sollen. Vormittag war der ständische Landtag, unter anderen in Betref der zu vertheilen und zu verkauffen vorhabenden Raißjagd. 19. Vormittag war bey mir Mr Arnold und der Mayr, weil heüt ihre Action nicht vorgegangen und der Rath abgesagt worden ist. Dan war da der flachenfeldische secretarius in materia des Salzwesen und der sub dato Wienn den 6., præsentato Laybach den 14. hujus eingelangten Hofresolution. Dan der Wälsche Auersperg, deme wieder 10 fl. vorgestreckt habe, auf das von den n.ö. Ständen anhoffende Gnadengeld. 728 Pred tem delno izbrisano 14. (maj) 414 | 1752 Maj Zu Mittag speiste bey unß Mr Arnold, der mir noch gester erzehlte, das die 2 von Gottenburg nach Canton abgeschickte Schiff von Cadix bereits abgeseglet seyn und das ich die Action des nächstens überkomen werde. [249] Nachmittag war bey mir der alte Widerkher. Heüt Nachmittag ist von Gräz hier angekomen der Joseph Maria Graf von Auersperg, Regierungsrath zu Gräz. M. L. war abends bey Wildenstein. 20. Nachmittag war bey mir Mr Arnold, der mir meine Action von der Ost-Indischen Gottenburger Compagnia bracht. Dan der Fürst und Bischoff von hier, dan der alte Raich von Stain. Mein Action ist abgetheils auf die zwey unter 7. November 1751 nach Canton abgeschickte Schiff, alß auf die Union 1.980 Daler und auf die Esperance 1.320 Daler; Summa 3.300 Daler Silbermünz. Die Action ist sub No. 242 f. 76, wie das mehrere die Action selbst und der unter dato Gottenburg den 15. April veteri stili 1752,729 an Mr Arnold erlassenes Schreiben von Nicolas Sahlgren außweiset. Gott, gebe glückliche Reiß und favorable Ruckkunfft der Schiffe! Mr Arnold glaubt, gedachte 2 Schiffe därfften in Juni 1753 nach Gottenburg zuruckkomen, in September und Oktober pflegt der Verkauff der Waaren vorgenohmen und in Jenner 1754 ein beylaüffiger Divident vertheilet, dan aber in Monath May und Juni darauf der Saldo gemacht werden. 21. Vormittag suchte ich den Obristen Br. von Krottendorff und den Joseph Maria Grafen von Auersperg, fande aber keinen zu Hauß. Nachmittag gegen 2 Uhr ist Mr Arnold von hier nach Fiume abgereist. Dan war bey [250] mir der Obriste Br. von Krottendorf mit dem Haubtman Blahner. Dan der Br. Codelli, der mir von der Unwirtschafft seines Brudern zu Görz gesprochen und welcher die vätterliche Schulden auf sein Antheil genohmen, welche zu Görz 30 a 40/m fl. und in Crain 21/m fl. betragen. Der Frl. Saffran hat er 12/m fl., der Beltrame zu Görz 3/m sd. bezahlen müssen. Der Merssia hat er 2/m fl. geschenckt, mit der Wittib Na-gelhaim allhier und der Mayer zu Gräz ist er noch nicht abgekomen. Leztlich hat er von der hiesigen Grafin von Thurn, Wittib, 8/m fl. und andere 8/m fl. von einem anderen zu Leich genohmen. Zu Görz hat er von jemand ein Hauß per 6/m fl., welches soviel nicht wert ist, von darumen angenohmen, das er ihm noch 4/m fl. in baaren Geld dazu gegeben und also ein carta bianca per 10/m fl. außgestelt. Und gleich wie er kein gutter wird, sodern zum Dilapidarien geneügt, so ist sein Gemählin noch weniger eine Wirthin und zum Verthun portirt. Ferers erzehlte er mir, das Zois Javerburg per 24/m fl. und 1/c # erkaufft habe. Item wunderte er sich, das Graf Barbo ein so grosses Gebau aufführet und solches zu terminiren ein Geld aufgenohmen hat und mit 5 per % interessiren wird, ohne solche von dem Hauß hoffen zu känen. Heüt abends in der Gesellschafft bey Landeshaubtman hat sich in deme eine Verdrüsßlichkeit ergeben, das der Joseph Br. Mordaxt nomine seiner [251] Gemählin, gebohrne Hallerstein, wegen einer noch nicht außgespielten Partie und baldiger Abreiß des Obristen diesem eine Spielschuld bezahlen wollen, der Obriste aber dem Mordaxt das Geld vor die Fusß geworffen, welches dem Mordaxt sehr verdrossen und ihn bewogen hat, dem Obristen mit etwas laütern Worten zu sagen, das wan sie nicht in des Landeshaubtman Hauß wären, er den Obristen die mores lehren wolte. Da sich dan gleich der Landeshaubtman ins Mittel gelegt und zu Evitirung aller Händel den Br. Mordaxt in Haußarrest sogleich verschafft hat. Was weiter passiren wird, folget künfftig. 22. Vormittag war ich bey Joseph Maria Grafen von Auersperg, i.ö. Regierungsrath, in Visit. Dan mit denen Grafen Waicard und Joseph Barbo bey dem Obristen Br. von Krottendorff, ihme zu seiner baldigen Abreiß mein Compliment zu machen. Nachmittag war ich mit mein Mäxl bey der Comedie auß der ersten Schull, wo der Franzl und Nemezhof gut agirt hat und die Comedie wohl vorgestellet worden. Dan war ich mit m. Maxl bey Carl-Hochenwartischen und hernach ein wenig spaziren. M. L. war Nachmittag in Visiten und abends bey Wildenstein. 23. Vormittag war ich mit m. Maxl bey der Wittib von Russenstein, gebohrne Cilli. Nachmittag habe dem jungen Nemezhoffen, Franz Antoni, das Fürmpantl verpunden und ihm den Nahmen Joseph beygelegt. [252] Dan war ich bey dem Haubtman Blahner, der Übermorgen abmarchiret. Vorhero war ich bey der alten Br. Abfaltrerin, gebohrne Dinzl, sie dich etwas unpaßlich befindet. 729 26. 4. 1752 po gregorijanskem koledarju. | 415 1752 Maj Gester ist die Affaire zwischen Br. Mordaxt und den Obristen Br. Krottendorff güttlich beygeleget worden und seyn gegen ein ander Officiers und Cavaliers geschickt worden, da sich dan beede Partheyen explicirt haben, das sie die Sache nicht übel gemeint haben. 24. Vormittag war bey mir der alte Steinberg, dan Br. Hayden, Leüthnant. Nachmittag Br. Guttenberg, sich zu beurlauben, dan 3 Vergolder. Spätter war ich mit m. Maxl bey meinen Schwagerinen und dan spaziren. Bey m. L. war die Obristleüthnantin Bssa. Aychen, gebohrne Hallerstein. Dan die Gräfin Blageyin und Frl. Dan die Bssa. Liechtenthurn mit ihr Tochter, geistlicher Brauth. Abends war m. L. bey Wildenstein und vorhero mit der Coterie spaziren. 25. Vormittag war bey mir die Riedlin. Dan war ich in Rath von 9 biß Mittag, wo das publico contentiosum zwischen Arnold und Pilarini in contradictorio verhandlet worden. Nachmittag war ich mit m. Maxl bey dem alten Steinberg ein par Stund, der unß aller schene und curiosen mathematische Instrumente, Dräxl, Päncke etc. gezeüget hat. Gester ist der Joseph Maria Graf von Auersperg von hier nacher Gräz retourniret. [253] 26. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11. Dan bin ich mit Barbo spaziren. Nachmittag habe die Commission gehalten in Betröff des landtshaubtmanischen, nun comendischen Gült. Der beywesig geweste Kappus erzehlte unter anderen, das da nach Absterben des Landeshaubtman Grafen von Gallenberg der Hof resolviret hatte, die biß dahin von denen Landeshaubtleüten genossene Gült incameriren zu lassen, hat jemand zu Graz am Bret sich befundene, dem Grafen von Auersperg alß nach dem Tod des Gallenb/ er/g gewesten Landesverwalter von gedachter Resolution per privatas Nachricht gegeben und ihn soviel bedeü- tet, das wan er ihm ein Regal geben wolte, er gedachte Resolution zuruckhalten und absterben machen wolle, wo sogestalten er Graf Auersperg gedachte Gült wurde genüssen känen. Dem Auersperg war dieses ganz recht und genehm und sein Freund amortisirte die Resolution, das sie niemahls in Vorschein gekomen, biß der Saurau alß Landshaubtman resolvirt worden und herein gekomen ist, da unter einstens auch ein gleich der ersten lautende Resolution herein gekomen. Damahls erst hat der Kappus die Gült in die Administration genohmen und deßwegen will er auch die Rechnung nicht anderster alß von 4. Juni 1735 biß lezten Dezember 1738 legen, da dan gedachte Gült an die Teütsche-Ordens-Comenda verkaufft worden ist. Heüt habe dem Buchhalter Marotti [254] vorgetragen, ob er nicht das Actuariat bey dem Consessu Comerciali vertretten wolte, wan ich ihme helffen möchte, das er zugleich alß Assessor resolviret und ihme auch ein Zupuß von 150 a 2/c fl. zugegeben wurde. Da sich dan zugleich trachten wolte, das er mit dem Vorsiz vor dem Perr benenet werden mochte, wozu er sich geneügt bezeügte und mich deßwegen mit Herb/er/stein zu reden batte, ob er schon ein mehrere Zupuß alß 2/c fl., dan den Vorsiz auch vor dem Zois zu haben wünschete. 27. Vormittag war bey mir der Solicitator Ramschisßl wegen des in Arrest befindlichen Schustermaister Roß- mann. Dan ein Augustiner, des Geistlichen Welitsch Schwester Sohn, mich zu seiner morgigen neuen Mesß einzuladen, weil ich ihn in der Hl. Tauf zu gevattern gestanden. Nachmittag war wieder bey mir der Ramschisßl mit der Nachricht, das der Schustermeister wieder des Arrest entlassen worden und er, der Schuster, war spätter selbst bey mir, sich zu bedancken. Von gedachter Ramschüsßl habe einige spänischen und fränzosischen Münzen eingewechslet. 28. Vormittag war ich in Rath von 11 biß 12 wegen730 abgeanderter Dislocation des molkischen Regiments. Nachmittag war bey mir Br. Salvay. 29. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12.731 Zu Mittag speiste bey unß der Mayr von Triest. [255] Nachmittag war bey mir der Mühlburg, mit dem und mit mein Janot ich sodan auf Castell gegangen bin, umb den neuen Weg zu sehen. Von dar giengen wir zu Busetischen. 30. Nachmittag bin ich ins Castell gegangen mit Graf Barbo, Auersperg, Bechinie, Mühlburg und Hofman, dan Br. Tauffrer, Burgemaister und Stadtsyndico, die Strassen zu besehen. 730 Orig. begen 731 2 popravljena 416 | 1752 Junij Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Abends war bey mir der alte Widerkher. Heüt Nachmittag habe meinen Schreiber,732 den Hans Jerg Achatschitsch, als incapacem et plane stupidum seines Diensts entlassen und gehet ins Unter Crain zu Graf Paradeiser seinem Verwalter vor ein Schreiber. 31. Vormittag war bey mir H. von Hofman, der mit dem Caracter des Herb/er/stein nicht allerdings content ist. Dan der Buseth, der Übermorgen ins Unter Crain verreiset und mein Sohn Maxl mit sich nehmen, künfftigen Donerstag, alß den 8ten des bald eingehenden Juni, wieder hier seyn will. Dan der Wälsche Auersperg, der gerne eine Nachricht wegen seines erwartenden Gnadengelds haben möchte. Dan der Riser, deme der Stadtmagistrat oder besser zu sagen, seinem Sohn, den titulum mensæ zu geben ge-neügt, hingegen demselben die k.k. Resolution de dato Wienn den 2ten, præsentato Laybach den 6. May 1750 (vide Act 344, f. 815) am Weeg ist. Dan der Augustiner, der den 28ten hujus sein [256] Primiz gehalten und mein Tauffgöttl ist mir den Seegen zu geben. Nachmittag war bey mir der Kappus wegen seines Vatters seeligen Rechnungen über die geweste landshaubtmanische Gült. 1752 Junij 1. Juni. Vormittag gegen 9 Uhr bin ich mit m. Janot in die Domkirchen und dan gegen ½ 10 Uhr mit der gewohnlichen Fromleichnahmsprocession, die der Fürst und Bischoff selbst geführt hat. Den ersten Seegen gab er bey den Franciscanern auf dem Creüzgang. Dan war das erste Evangelium bey der Domkirchen, das anderte vor der Jesuiterkirchen, das dritte bey der Teütschen Kirchen. Der anderte Seegen vor den Capucinern, der dritte vor den Augustinern, das vierte Evangelium bey dem tombschischen Hauß auf dem Plaz und retournirten in die Domkirchen umb ½ 12 Uhr. Dan habe die Meß gehört. Gegen der Wandlung kam mir ein Ohnmacht. Ich suchte mich zu souteniren, wurde aber stetts mehr ent-krafftet und wolte gleich nach der Wandlung auß der Kirchen in die Lufft gehen, die Füsß aber wolten mich nicht tragen und schlepte mich so gut ich konte. Öffter habe an die Wand angestossen, biß ich, weiß nicht wie, zu den Stiegen, die lincker Hand auf die Chör halten, gekomen bin, wo ich mich niedergesezt habe mit Hilff meines Bedienten, der mich gehalten, ohne ihn wahrgenohmen zu haben. Dan kam zu mir der Stadtsyndicus Raditsch und der Doctor Knesenhoff, die mir ein frisches Wasser ins Gesicht gesprizt, so das ich nach und nach [257] mich wieder erholt und in ein Sesßl mich zu Hauß habe tragen lassen. So war auch gleich bey mir mein Liebste und m. Sohn Janot, die damahls auch in der Kirchen waren. Die ganze Ursach, die ich diesem Zufall zu schreiben ist, das ich bey der Procession zu lang auf der Sonne war und dan ausser ein par Schallen Thé nichtes in Magen hatte. Nachmittag war bey mir der junge Graf Attems mit Br. Abfaltrers (Ign/ati/) Sohn. 2. Vormittag kam mit dem Postwagen von Wienn allhier an mein amanuensis nahmens Oberer, ein Siebenbürger. Dan war ich in Rath von 9 biß ½ 2 Uhr. Nachmittag habe mit einem Lackirer verglichen vor jede Thür in- und außwendig auf Arth des Aychenholz zu machen und sauber zu lackiren sambt dem Fuetter per 9 fl. Heüt fruhe nach 6 Uhr ist mein Maxl in compagnia H. von Buseth nach Landstrasß abgereist und wird künfftigen Donerstag wieder retourniren. Nachmittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Tauffrer. Dan war ich mit ihm bey dem Fürsten und Bischoff, der Morgen nach Oberburg verreist, kamen aber nicht an. Dan war ich bey Wildenstein, spätter mit Barbo spaziren und abends bey Flachenfeld wegen der Wegreparation der Herrschafft St. Servolo et Castelnuovo. 3. Vormittag war bey mir der Mayr von Triest, der Nachmittag dahin retourniren will. 4. Vormittag habe mir zur Ader und bey 10 Unzen [258] Blut gelassen an dem rechten Arm und dieses par Precaution. Nachmittag war bey mir Giuseppe Minolli, der von Wienn komt und Morgen fruhe nach Fiume retourniret. Dan bin ich mit mein Janot spaziren gangen. 732 Orig. Schreiben | 417 1752 Junij Gester Nachmittag war bey mir Flachenfeld, der biß nach 10 Uhr abends bey mir gebliben. 5. Vormittag war ich in Rath von 10 Uhr biß ½ 1. Nachmittag war bey mir der alte Br. Tauffrer, Br. Liechtenthurn und H. von Hofman. 6. Vormittag war bey mir jemand nomine des Kriegscommissarii in Betröff der von dem Burgermaister Perr erkauffen und nach Wienn liffern wollenden etlich hundert Maulbeerbaumlein. Nachmittag war bey unß P. Pestaluzzi, Rector zu Clagenfurt, mit dem P. Valvasor. Dan der Buchhalter Marotti wegen des br.-mitrowskyschen particularis, sein Zenger Comission betröffend. Heüt in der Nacht umb ½ 11 Uhr ist der General Br. de Fin von Triest hier retournirt, ingleichen der Leopold Graf von Lamb/er/g mit seiner Gräfin von Wienn. 7. Zu Mittag hab ich mit m. L. gespeist bey Grafen von Wildenstein a 9 couverts; die andere 6 waren Frl. Prang und die Grafin von Schrottenbach, die Sigerle Liechtenb/er/g, Graf Herberstein, Heinrich Auersperg und Graf Stubenberg, [259] Cadet unter Wenzel Wallis. Bey mir war der junge Hueber, auch unter Wallis, dan der Wälsche Auersperg, dan der pensionirte Raitsofficier Perr, der die acta in Betroff der kapusischen Rechnungen über die geweste landshaubtmanischen Gült abgeholt hat. Spätter war ich bey Waicard Barbo, meinem Collega, der sich unpaßlich befindet. Abends bey General Br. de Fin zu beneventiren. Das wenzl-valisische Regiment, welches die vergangene Nacht von dem Litorali hier angekomen ist, heüt abends umb 8 Uhr von hier über Steüermarck nach Bohmen abmarchirt. 8. Vormittag war bey mir H. von Schweiger. Zu Mittag speiste m. L. bey dem General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der Simonetti vocatus wegen der733 Zois bey Hof habender Prætension und habe ihm angeleitet, wie er sein Sachen anstellen solle zu sein Gesuch zu gelangen. Heüt Nachmittag hat sich in dem Garten des Grafen von Wildenstein ein Baur, der dem Gartner die Baumer zu stuzen geholffen, tod gefallen; ist auch gleich an der Stell tod gebliben. Abends nach 8 Uhr ist mein Maxl auß Unter Crain mit H. von Buseth glücklich retournirt und hat ihme allenthalben das Unter Crain wohl gefahlen. 9. Vormittag war ich in Militarconferenz und [260] ex post in dem ordinari Rath von 10 biß ½ 1. Abends war ich mit m. Maxl spaziren. 10. Zu Mittag speiste bey unß Graf Paradeiser, der Morgen abreiset alß Cadet unter Marschal nach Wienn. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Dan war ich bey Barbo, der noch unpaßlich ist. 11. Vormittag war bey mir Biasio Scofou von Triest, der sein Sohn Giacomo nach Wienn führt, umb ihn in eine Handlung zu unterbringen. Dan der Ziegler mit deme, was von General Br. Kail mit heütiger Post eingelauffen. Zu Mittag speiste bey unß Mad. de Bourlie. Nachmittag war bey mir Persky und der Palier sambt dem Zimmermeister und haben abgeredet, wie der Dachstuhl an dem obresischen Hauß formiret werden solle. Spätter war bey mir der alte Steinberg. Heüt Nachmittag ist ein Ladenbedienter des Zebull unweit Laybach, da er gebadet hat, ertruncken. 12. Heüt morgens nach 5 Uhr kam zu mir der alte Steinberg, mit dem und mit mein Maxl wir zu dem Sau-Strom ober der Brucken gefahren seyn, wo er sich bearbeitet, den Strom in den alten alveum zu laiten und deßwegen eine Machine zu Land und zu Wasser inventiret hat, einige Sand [261] bancke aufzuackern, den festen Sand mobil zu machen und den cursum aquæ nach und nach dahin zu laiten. Wir fahreten von hier umb 5 Uhr 40 Minuten, kamen dahin 6.40, bliben da biß 8 Uhr. Dan fahrten in Schiff durch den alveum, dahin er den Strom zu laiten gedrucket und kamen zu der Sau-Brucken 8.20. Bliben daselbst biß 9.30, dan retournirte mit m. Maxl nach Laybach und kamen zu Hauß umb 10 Uhr. Spätter kam zu mir der Gorjup nomine des Landeshaubtman mit dem Stockurbario der Herrschafft Craiz und Oberstein und fragte mich umb Rath in Betroff des zu verkauffen vorhabenden Raißgejadt. Und glaubet, das 733 Sledi prečrtano bey Hof 418 | 1752 Junij solches734 ihme in proprietas et privative zugehörig seye, consequenter nach Antrag des Hofs nicht verkauffen werden käne. M. L. speiste auf Mittag bey General Br. de Fin. Nachmittag umb ½ 4 Uhr ist zu Schisca ein Feyer außkomen und seyn in Zeit einer Stund Hauser abgebrunen, davon ich Morgen die mehrerer Particularitäten anmercken werde. Dan waren bey mir 3 Bauren von denen Dorffschafften nächst Zirckniz, welche suchen von dem Militarbeytrag befreyet zu seyn. Die 4 Dörffer haissen Martin Pattag, worin bey 36 Haüser seyn, Doleine Jeseru bey 30 Hauser, Doleina Vass bey 60 Hauser und Seuschie bey 7 Hauser. Die Bauren seyn: Micha Martinschitsch, Suppan zu Doleina Vass unter Cobenzl; [262] Marco Tschoppe von detto, Sitticher Unterthan; Micha Tschoppe ut supra. Dan war bey mir der Nemezhoffen in Ambtsgeschäfften. M. L. war abends spaziren zu Schiska mit Wildensteinischen, umb die Betrübnus der abgebrandten Haüser zu sehen. 13. Vormittag war bey mir Delesnig, sich umb eine Recompens zu recomendiren wegen in Besorgung habenden Wiener Maasereyen. Dan der Ziegler mit Revision735 einiger expendiendorum. 14. Vormittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Taufferer in Ambtsgeschäfften und brachte mir zugleich einen silbernen Hadrianum, der bey Weixlburg gefunden worden. Der erzehlte mir unter anderen, das zu Schisca 15, andere wollen 17 Hauser vorgester verbrand seyn, inclusive Schönau. Nachmittag war bey mir der Registratursadjunct Bischoff und brachte mir einige vorhin verlangte acta. Dan der Buchhalter Marotti, zwar gester Nachmittag wegen der Wein-Imposto-Einberen. 15. Vormittag war bey mir der Wälsche Aursperg, dan Sigerle Liechtenberg. Zu Mittag speiste m. L. bey dem General Br. de Fin. Nachmittag war ich in Rath von 3 Uhr biß 5 Uhr. Dan war wieder bey mir der Walsche Auersperg. [263] 16. Heüt morgens ist ein Baur, deme ein Stuck Brod von der St. Peters-Caserne gegenüber ins Wasser gefallen und er solches hollen wolte, ersoffen. Bey mir war der secretarius des General Br. de Fin wegen des Weeg ins Castell. Dan der Malitsch, nemezhoffischer Schreiber, vocatus, deme ich vorgetragen habe, ihm bey dem Commercial Consessu pro actuario brauchen zu wollen. Und so er sich fleissig und tauglich bezeügen wird, will trachten ihm ein Zupusß von 100 fl. oder 100 Taller außzuwürcken, womit er ganz content sich erzeüget und das wohl verhalten versprochen hat. Dan war da der Wälsche Auersperg, deme ich wieder 6 fl. gelichen. 17. Vormittag war bey unß der Rasp, der unter Harrsch komt mit einem Grafen Uulpatti von Treviso, auß dem Venedischen gebührtig, der eben unter General Harrsch komt. Dan war bey mir der Walsche Auersperg. Nachmittag der Ziegler, die vota zu colligiren wegen des Craißhaubtman von Marpurg, deme nach einer Caracter Wache das Maul wässert, item wegen des Häger, Betschierstecher, den der Magistrat von hier abgeschafft hat. 18. Vormittag war bey unß der Rasp und der Vulpatti. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Vormittag war auch bey mir der Kriegscomissarius von Mühlburg, der gester von Litorali retourniret ist. Nachmittag war ich in der Conferenz, ex post Rath [264] von 4 Uhr biß ½ 8 Uhr. Dan gieng ich sehen das Sailtanzen, wo auch m. L. mit dem Hainerle in compagnia des Grafen von Wildenstein und Gräfen von Schrattenbach gewesen und kamen nach Hauß gegen 10 Uhr. 19. Nachmittag war bey mir der Schluderbach, der Morgen ins Untercrainische Baad verreiset. Dan der Nemezhoffen. Heüt habe am ersten in meiner neuen Bibliotheque in dem Cabinetl zu arbeiten angefangen. M. L. war mit Bssa. Brigido in Visiten, abends bey Mad. Bechinie. 20. Vormittag war bey mir der Buchhalter Marotti. Dan ließ mir Br. Mittrowsky von Zeng seine Ankunfft wissen. Nachmittag umb 2 Uhr gieng m. L. mit der Gräfin von Schrottenbach und Grafen von Wildenstein auf dem Wasser zur grossen commendischen Wisen und retournirte nach 7 Uhr. Bey mir war Br. Mittrowsky Obrister mit ein croatischen Officier. Dan war ich in Rath von 4 Uhr biß ½ 8 Uhr. 21. Vormittag war bey unß der Br. Brigido von Pisino mit sein 2dogenito filio, der in kürze nach Salzburg ad jus 734 -s popravljen 735 v popravljen | 419 1752 Junij studendum verreisen wird. Dan der Flachenfeld wegen des Salzpatent und Morgen zu halten habenden Conferenz. Nachmittag war ich in Rath von 5 biß 6. Dan suchte den Br. Brigido und dan den Br. Mittrowsky, welche nicht anzutröffen [265] waren. Hac fidelia gabe ich Visit dem Haubtman Ukasovich, der in compagnia des Mittrow/sky/ sich befindet. 22. Vormittag war bey mir der Wirck mit dem dr.-schillerischen Schreiber in seiner Angelegenheit wider Graf Lamb/er/g. Nachmittag war ich in Conferenz von 4 biß 5 Uhr. Dan gabe Visit dem von Bechinie. Spätter kam zu mir Dionoro von Gradisca, der mir unter anderen von der venedischen Confinsscheidungs-comission erzehlte, was leztlich der Harrsch mit dem Donado beschlossen und ad ratificandum ad aulam geschickt haben soll, ohne die Stande zu Grad/isca/ vernohmen zu haben. Und er, Dionoro, prætendirt, das es sehr übel zugehe und osterreichischseits von denen Venezianern entweder jemand gewunen oder in Forcht gesezt oder sonsten verblendet worden seye. Die Sache aber bestehet in deme, da der Isonz in Februar lezthin den cursum verändert und von St. Pietro, venedischer vila, den cursum wegend736 gegen Villesse genohmen, prætendirten die Venezianer, das alles Terrain, so zwischen St. Pietro und Villesse abgeschnitten worden, der Republique zugefallen seye. Und da die Gradiscaner und St. Pietro gegenüber ein Spiron zu machen angefangen haben, umb den Isonz wieder in sein alten alveum zu zwingen, protestirte Donado und drohete venedischerseits einen anderen Spiron zu machen, der all widrigen Effect machen wird. Harrsch gieng mit Donado ad locum und resolvirten [266] unter sich in obgedachtem District einen neuen alveum schneiden zu wollen mitten durch die sogenandte Perine, wo die schenste campi seyn sollen, denen osterreichischen Unterthanen und in specie dem Philipussi gehörig. Der alveus soll 2/c Klaffter brait und bey 7/c Klaffter lang seyn und zwar tieffer in Land alß vorhero war, so das er bey Anwaschung le basse völlig irundiren und sowohl Vilesse, Ruda, St. Nicolo, Villa Vicentina etc. ruiniren känte. Über dem Verlust des obbenadten Districten, deßwegen dan die Gradiscaner ihre passus bey Hof gemacht und die Sache nachdrucksam vorgestellet haben, worüber nun die ferere Resolution zu gewarten ist. Und wundert sich alles, das Harrsch sich zu einem solchen Entschlusß habe verlaiten lassen, sonderlich anjezo, da man ohne deme in Abänderung deren Confinen begriffen ist. 23. Vormittag war bey mir der Schrifferstein mit Revision der Protocollen. Abends war mein Liebste bey Wildenstein. H. von Nemezhoffen hat mir heüt a Conto meiner Ende Juli verfallenden Gehalts vorgeschaffen 200 fl. 33 〈kr.〉 24. Vormittag war ich mit meinen 2 ältern Sohnen bey H. von Nemezhoff, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Nachmittag waren bey mir hiesige Schmidmaister, die ihre Zunfftsprivilegia gerne confir [267] mirter und die Rader einverleibet haben möchten. Vorgester abends ist der Obriste Br. von Mittrowsky von hier nach Triest abgereist. 25. Vormittag war ich mit m. Hanßl und Maxl bey dem neuen Stadtsgebau auf dem Froschplaz. Zu Mittag speiste m. L. bey dem General Br. de Fin. Nachmittag war ich mit m. Hanßl und Maxl bey Carl-Hochenwartischen. M. L. war in Visiten und abends bey Wildenstein. 26. Vormittag war bey mir die Riedlin in Angelegenheit ihres brodlosen Manns. Dan der Geistliche Lantschit-sch, sich um das Beneficium zu Stain zu recommendiren. Dan der Ziegler in Ambtsgeschäfften. Nachmittag der Flachenfeld. 27. Vormittag war bey mir der Zechmeister deren Färber, deme ich derer neümarcktlerischene Lederzurichtern mir comunicirte Zunfftsconfirmation von C/arl/ VI. in originali restituirt hab. Nachmittag war bey mir Br. Codelli recomendando den Carlo Massari von Görz. Dan war bey mir detto Massari, der sich beklagt wider die bey dem Magistrat zu Görz zu seinem Nachtheil vorgekherten Abänderungen. NB. Gester Vormittag umb 6 Uhr ist der junge von Kappus, Pulver- und Salniterinspector, mit der zornischen jüngern Tochter, alß einer Schwester zu des Mühlbachers, [268] hiesigen Postverwalter Gemahlin, bey St. Christoph ehelich copuliret worden und hat sein Quartier abends von mir gegenüber in Reischenhauß genohmen. Sie wird pro dote bey 7/m fl. und er von Seinigen ein oder ein par Tausent Gulden mehres haben. So 736 Popravljeno iz wegund 420 | 1752 Julij soll sie auch an Geschmuck und Silbergeschmeid bey 2/m fl. an werth haben. Sein Mutter und Schwester, die Zoisin, sollen mit dieser Heyrath nicht content seyn. 28. Vormittag habe ein Kalck erkaufft. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 7 ¼. Dan bin ich mit m. Hanßl und Maxl spaziren gangen biß spatt. Von dem Kalck waren 61 Baurenwaag und haben bey mir gewogen: – Sporco 24.103 lb. – Tarra 2.596 〈lb.〉 Netto 21.508 〈lb. 〉 215 Centen à 28 solt betragen 56 〈fl.〉 51 ⅓ 〈kr.〉 29. Vormittag war bey mir Carlo Massari von Görz, der wieder dahin retourniret. Dan war der Leüthnant Br. [–]737 von molkischen Regiment. Nachmittag Br. Flachenfeld, syndicus Raditsch und der alte Steinberg. Mit ersten zweyen sein hernach spaziren gangen hinter das Landsvicedomambt, wo Flachenfeld gerne ein Garten auf die Bastion anlegen und dazu mehr Terrain einfangen möchte. [269] Dan gieng ich mit Flachenfeld zu sehen, was er bey dem Waagambt auf dem Rän vor Gebau aufführen wird. Hac fidelia habe mit dem von Gemünden auß Osterreich herein gekomenen Buchhalter nahmens Stibel gesprochen, welcher mir erzehlte, das man auf eine Person eine in die andere gerechnet 12 lb.: von dem teütschen Salz pro consumo rechnet und das nach abgeführter Probe 9 lb. Triester Salz und 6 lb. Barletter Salz in dem consumo gleich außgebig seyn. Et sic wovon teütschen Salz 12 lb. erfordert werden, so braucht man von Triester nur 9 lb. und von Barletta nur 6 lb. Vormittag war bey m. L. die Schrottenbach und die Sigerle Liechtenberg. Nachmittag war m. L. mit ihnen und der wildensteinischen compagnia spaziren. 30. Heüt morgens umb ¾ auf 4 Uhr ist einige brounische Mannschafft hierdurch ins Unter Crain marchirt. Dan seyn gegen 9 Uhr die Dragoner einmarchirt. Zu Mittag speiste bey unß der molckische Leüthnant Br. Aichlburg. Vormittag war ich in der Landschafftsbuchhalterey wegen Dr. Fran/ces/co Bischiach zu Umschreibung seiner Gülten. Bey mir war Schifferstein. Abends war ich bey Bechinie wegen der schweigerischen Commissionsrelation in Betröff Bischoff zu Triest contra hiesigen Landschafft. 1752 Julij [270] 1. Juli. Vormittag war bey unß der Widerkher, Cadet unter Molck, der Morgen vortags abmarchirt. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir Dionoro di Grad/isc/a. M. L. war abends bey Wildenstein und mit selbster compagnia spaziren. 2. Vortags heüt ist eine Colone von Molck von hier ins Steyer abmarchirt und mit dieser auch der Obriste Br. Krottendorf, sein Frau, Haubtman Blahner, Leüthnant Br. Hayden, Br. Aichelburg etc. Dan war ich mit mein Hänßl bey Graf-Gallenbergischen in Visit. Nachmittag war bey mir der Nemezhoffen, dan der General Br. de Fin bey ein und ½ Stund. Dan fahrte mit lezten auf Jama zu Br.-Valvasorischen und retournirten gegen ½ 9 Uhr. Heüt Vormittag ist die lezte brounische Collone allhier einmarchirt. 3. Vormittag war bey mir der Kriegscommissarius von Mühlburg. Dan giengen miteinander zu dem gester allhier von Grad/isc/a angekomenen molckischen Obristleüthnant Br. von Aichen. Dan bey dem brounischen Obristen Br. von Vnruhe. Zu Mittag speiste bey unß Mad. Bourlie und der Dionoro von Grad/isc/a. Dan kamen zu unß Br. Aichen mit seiner Gemählin, gebohrne Bssa. Hallerstein und der Haubtman Textor mit seiner Frauen. Dan der Haubtman Luckantschitsch und spätter Graf Joseph Strasoldo. 737 Prostor za ime, ki je verjetno isto kot na pp. 269 in 270: Aichlburg | 421 1752 Julij Bey mir war auch der alte Karnburg, Mad. Bourlie, die Übermorgen nach Wienn [271] zu verreisen resolviret ist; hat ihr bey mir in deposito gehabtes Geld erhoben biß auf 160 Holländer Ducaten, vor welche ich ihro ein Quittung unter heüt dato gegeben habe. Heüt morgens ist Graf Barbo, mein Collega, von hier auf seine Gütter ins Unter Crain verreist. 4. Vormittag war bey unß die Grösßlin von Triest, die auß Karnten komt und nach Triest retournirt. Sie erzehlte mir unter anderen, das ihr Tochter, von seeligen Weinacht Wittib und dan von dem englischen Capitain [–]738 in Engeland wieder gewordene Wittib, sich in Irrland zu Dublin mit einem englischen Kriegsschiffscapitain nahmens Veller verhayratet habe und soll das Kriegsschiff von 80 Canonen sey. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan war ich in Visit bey Mad. Bourlie, die Morgen in aller Fruhe von hier nach Wienn reiset, ihre Pension zu solicitiren. Bey m. L. waren indessen der Graf und Gräfin von Gallenberg, Br. Moscon und sein Frau, dan der Obriste Br. Unruhe und der Obristwachtmeister von Preysß. 5. Die vergangene Nacht ist des alten Krail Sohn und des dermahligen Stempelpachters Bruder, der in der finfften Schul ist, von einem Schönfärber mit dem Degen tödlich blessiret worden und dieses auf der St. Peters-Vorstadt occasione einer Musique. [272] Bey mir war der Wälsche Auersperg, dan der alte Steinberg, dan der Leüthnant Seethall. Heüt morgens umb 5 Uhr ist Mad. Bourlie von hier nach Wienn abgereist, ihre Pension zu solicitiren. 6. Vormittag war bey mir die Grosßlin von Triest, dan der Grosßl von Kropp. Zu Mittag speiste ich bey dem Kriegscomissario von Mühlburg à 7 couverts. Da war H. und Frau von Hauß, der Obristwachtmeister Preisß, der Obristleüthnant von Aichen und sein Gemahlin, der Hofman und ich. Nachmittag war bey unß die Leopold-Grafin von Lamberg, der Obristleüthnant von Aichen und sein Gemählin und der Haubtman Luckantschitsch, dan General Br. de Fin. Mit leztem machte ich ein Visit bey den Aichnischen, Joseph-Graf-Strassoldischen, welche lezte heüt nachts nach Görz verreisen. Und dan waren wir biß spatt bey Br.-Valvasorischen zu Jama. 7. Heüt mit anbrechenden Tag ist die lezte molkische Colone von hier ins Steyer abmarchirt und gester abends habe der Obristleüthenantin ihr Flaschenkeller anfühlen lassen: 3 Flaschen mit rothen Friauler, 2 mit malvasia garba di Levante und eine von Samos de anno 1746. Vormittag war bey mir der Weitenhüller, der leztlich von Wienn gekomen und sein Tuchfabric nun in bessern Stand sezen wird. [273] Nachmittag bin ich mit mein Hänßl und Maxl spaziren und zugleich den Steinbruch auf der Gemeinde nächst dem Jesuiterwald besehen gangen, wo ich künfftigen Montag die Steiner zu meinem Gebau brechen zu lassen willens bin. M. L. war abends bey Wildenstein. Heüt abends ist Mad. Schweiger auß dem Untercrainischen Baad herauf gekomen wegen Unpaßlichkeit ihres Manns. 8. Vormittag war bey unß der Franzl Lamberg mit sein Bruder, dem angehenden canonico zu Passau, und welche künfftige Wochen per dahin abreisen. Ich war mit m. L. bey Graf Wildenstein in Galla, weil er heüt sein Geburtstag celebriret. Und vorhero war bey unß die kleine Caetandl Barbo, auch in schenster Galla in ein galanten Bauern Kleidl, welches ihro die Schrottenbach hat machen lassen. Nachmittag war ich in Rath von 5 biß nach 6 Uhr. Dan bey dem alten Br. von Schmitthoffen, mit ihm bey dem Schweiger. Dan bey der Busetin, M. L. aber bey Wildenstein. 9. Vormittag war ich mit m. Hanßl und Maxl bey Franz Lamberg, beeden Söhnen Glück auf die Raiß zu wünschen, massen der jüngere nach Passau alß canonicus die eingehende Wochen abreisen und der ältere ihn begleiten wird. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin [274] Nachmittag war ich in Militarconferenz von 5 biß ½ 7 Uhr. 738 Prostor za ime. 422 | 1752 Julij Dan war ich in Visit bey dem Obristwachtmeister von Preisß. In der Conferenz ist beschlossen worden, das das 4te brounische Bataillon, in 423 Man bestehend, den 13. dieses von Rattmanstorf nach Crainburg komen solle, den 14. auf Laybach, den 15. Rasttag, den 16. auf Ober Laybach, den 17. auf Alben, den 18. Rasttag, den 19. auf Senosetsch, den 20ten auf Triest, wo sie 64 Wochen zu besorgen haben. Dan werden zu Verhüttung der Salzcontrabanden vier commandi, jede von 25 Mann und ein Oberofficier außgestelt, alß nach Laaß und Dornegg von Broune, dan nach Senosetsch und Koschana von Betlem. 10. Vormittag war bey mir der fürst-auerspergische Inspector Polz in Betref der Privatmauthe. Zu Mittag speiste ich bey General Br. de Fin, wo auch der Buseth von der Partie war. Nachmittag waren bey unß 4 Haubtleüthe von Broune, alß der Longueville, Cesare, Broune und ein Maylander nahmens [–],739 dan Br. Gallenfels der Portugeser und der Buseth. 11. Vormittag fruhe umb 6 Uhr ist m. L. mit Mad. Bechinie in ein mit 4 Pferdten bespanter Chaisse nach Sdusch zu dem Graf-Gallenbergischen gefahren. Dan war bey mir der alte Widerkher. [275] Nachmittag war bey mir der Dionoro von Gradisca. Dan gieng ich mit meinen alteren 3 Sohnen Hänßl, Maxl und Fränzl spaziren zu denen Steinbruchen, wo ich die Stein zu mein Gebau graben lasse. 12. Nachmittag war bey mir Dionoro, dan Br. von Flachenfeld. Gester abends gegen 10 Uhr ist m. L. mit Mad. Bechinie von Sdusch und Münckendorff retournirt. Heüt Nachmittag war sie in Visiten und abends zu Jama bey Valvasorischen mit mein Hainerle. 13. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß 1 Nachmittag. 14. Vormittag war bey mir der Czisch, sich zu recommendiren, das wan er von dem rectificatorio entlassen werden solte, wenigst ad aulam umb andere Unterkomnus favorabiliter recomendiret werden möchte. Dan war ich in Rath von 9 Uhr biß ¼ nach 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Br. Taufferer, Craißhaubtman. Dan der Dionoro, dan General Br. de Fin und spätter der Pillarini von Lueg. Abends gieng ich mit meinen Söhnen spaziren. 15. Vormittag war bey mir Br. Codelli. Gegen Mittag suchte den Heinrich Graf von Auersperg und war bey Henriete Frl. Grafin von Prang, welche heüt ihren Nahmenstag celebriren. Nachmittag war bey mir der Nemezhoffen, [276] der mir nomine des Erzbischoffen zu Görz recomendirte, ihme die bullas bald hinein zu schicken. Abends gieng ich mit meinen älteren 3 Söhnen spaziren und fahrte nach Hauß auf dem Wasser. 16. Heüt Sontags speiste zu Mittag mit740 m. L. bey Graf Wildenstein à 14 couverts. Da war die Frl. Prang, Grafin von Schrottenbach, Sigerle Liechtenberg mit seiner Gemahlin, General Br. de Fin, Obrister Br. Unruhe, Obristwachtmeister von Preisß, Haubtman Krausen, Haubtman Spubna, Graf Burgstall, Max Taufferer. Nachmittag umb 4 Uhr hielte ich Commission mit Marotti und Kappus wegen gewester landeshaubtmanischen, nun comendischen Gült biß 7 Uhr. Gester um Mittag ist Joseph Frh. von Otto zu Sonegg in 56ten Jahr seines Alters an der Schlaffsucht gestorben und heüt abends nach 8 Uhr zu den PP. Augustinern vor dem Spittallthor begraben worden. 17. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß gegen Mittag. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey General Br. de Fin a 10 couverts. Da war der General, Gräfin von Schrottenbach, Sigerle Liechtenberg und die Gräfin, Br. Moscon und sein Gemählin, Frl. Prang, Haubtman Longueville, m. L. und ich. Nachmittag habe Commission gehalten uti heri mit Marotti et Kappus von 4 biß ½ 8 Uhr. 18. Vormittag war bey mir der cancelliere de [277] Gradisca Lovisoni, anzi dieses ware Nachmittag. Dan hielte wieder Commission mit Marotti und Kappus von 4 biß 6. Abends war bey mir der Hofmann, der m. L. nach Hauß begleitet hat. 739 Prostor za ime. 740 m popravljen | 423 1752 Julij Vormittag aber war ich bey der neuverwittibte Bssa. Otto, gebohrne von Raab, meine Condolenzcompliment zu machen. Nachmittag war auch bey mir der alte von Widerkher. 19. Vormittag war ich in der Conferenz von 10 Uhr biß nach 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war ich *mit m. Maxl* bey der Frl. Retl meiner Schwägerin, die heüt ihren Geburtstag celebriret. Dan suchte den Haubtman Longueville und Oberleüthnant Broune. 20. Vormittag war bey mir Dr. Modesti, dan ein Seidenzieher von Gorz, Napolitaner. Dan der Grosßl, der erst von Triest komt. Dan der Schifferstein. Umb 11 Uhr gieng ich zu Herberstein, umb die ihme gester comunicirte, auch gester erhaltene 2 Brief von Castro de Vienna und Arnold von Triest abzuhollen, wo ich zugleich wegen obgedachtes Seidenzieher eingege-benen741 Memorial mit ihm gesprochen habe. Dan war ich bey meiner Schwägerin Frl. Retl, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. Dan bey Schifferstein wegen Ambtsgeschafften. Nachmittag war bey mir obgedachter Seidenzieher, dan der cancelliere di Grad/isc/a Lovisoni, welche beede Morgen nach Gräz verreisen. [278] 21. Vormittag war bey mir der görzerischer Seidenzieher, der resolvirt hat, allein nach Gräz gehen und den Lovisoni hier lassen zu wollen. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. 22. Nachmittag war bey mir Dr. Baronio wegen des Magistrats zu Görz. Der Weitenhüller hat mir 6 sigilirte Botillien Liquuers zum Verehren geschickt, die ich ihm aber wieder remittiret habe, weil ich von niemand Regalien annehmen will. Gester abends ist Heinrich Graf von Auersperg mit dem Wildenstein auß Unter Crain retournirt. 23. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag hielte den Consessum Commercialem. Dan war bey mir Dionoro und abends gieng ich mit meinen Söhnen spaziren. 24. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß ½ 6 Uhr. Dan war bey mir Br. Codelli. Spätter gieng ich mit meinen Söhnen spaziren auf dem Wasser. Bey m. L. waren die Br.-Haldenischen von Lack. 25. Vormittag war bey mir der Muchoviz, Steinmez von Radtmanstorf, citatus von Handwerg, das er Meister werden solte. Dan der geweste Haubtman Ukassovich von Zeng, sich umb eine Unterkomnus zu recomendiren. Dan der neue görzerische canonicus Beltrame, der von Wien komt und nach [279] Görz verreiset. Item der Nemezhoffen. Nachmittag der alte Widerkher mit sein Sohn, der in die neüstadt-wiennerische Militaracademie aufgenohmen worden. Abends gieng ich mit meinen Söhnen spaziren. Vormittag war ich bey Br.-Haldenischen, die Nachmittag auf Münckendorff verraist seyn. Bey m. L., welche *Morgen*742 ihren Nahmenstag celebriret, war die verwittibte Gräfin von Thurn, Bssa. Tauffrer ihr Tochter, Gräfin von Engelshauß, Grafin Duval mit ihre Töchtern, Grafin Cozolli, Bssa. Salvay, die von Mühlburg, von Kolbniz, von Werthenthall, von Nemezhoff, Novack, Gräfin von Schrottenbach und mehr andere, General Br. de Fin, 3-par Jesuiter, ein par Capuciner. 26. Vormittag waren bey m. L. Verschiedene, unter anderen Sigerle Liechtenberg, Lois Auersperg, Helbling etc. Ich war bey folgenden Anna, alß bey der gewesten Landmarschallin Gräfin von Auersperg, gebohrne Juvenalli, Grafin von Auersperg, gebohrne Cuncha, Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl, Bssa. Otto, gebohrne Raab. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin mit denen kleinen Hainerle. Ich speiste bey Wildenstein à 11 couverts. Da war der H. von Hauß, die Frl. Prang, Gr. von Schrottenbach, Sigerle Liechtenberg und sein Gräfin, Graf Herberstein, Graf Heinrich Auersperg, Tiserle Barbo, Haubtman Strasser und der Oberleüthnant Broune. 741 ein- popravljeno. 742 Nad prečrtanim heüt 424 | 1752 Avgust [280] Nachmittag bin ich zu den Valvasorischen gefahren mit Sigerle Liechtenberg und Frl. Prang. M. L. aber mit der Sigerle Liechtenberg, wo wir grosse compagnia gefunden haben. Vorhero war ich bey gedachten Sig/er/le-Liechtenbergischen. Abends speiste ich mit m. L. bey Wildenstein à 14 couverts. Da war H. von Hauß, Frl. Prang, Gräfin von Schrottenbach, Sigerle Liechtenberg und sein Gräfin, Heinrich Auersperg, Br. Halden und sein Gemahlin, dan die Frl. Wolwiz und 2 Cavaliers, Angehörigen von Br. Halden, und der Tiserle Barbo. Heüt morgens ist der görzerische Seidenzieher von Gräz retournirt. 27. Vormittag war bey mir der furst-auerspergische Inspector Polz, der mir einige Nachtrag von Privatmaüthen gebracht hat. Nachmittag war bey mir der Niederbacher, so auch vormittag in Betreff des Militarbeytrags. 28. Heüt ist Graf Barbo, mein Collega, von Land retournirt. 29. Heüt war bey mir Schluderbach in Ambtsgeschäfften. Nachmittag in Visit Haubtman Longueville, Haubtman Smit und der Cadet Graf Kaiserstein. 30. Zu Mittag speiste bey unß der Lovisoni von Grad/isc/a. Nachmittag habe mit dem Maxl einige Officiers gesucht, dan bin spaziren gangen. 31. Vormittag war bey mir Lovisoni. Zu Mittag habe ich gespeist bey dem PP. [281] Jesuiten in Collegio à 32 couverts. Da war unter anderen der hiesige Bischoff und Furst, Leopold Graf von Lamberg, der Obriste Br. Unruhe, der Obristwachtmeister von Preiß, von Bechinie, von Hofman, Max Br. Tauffrer, dessen Sohn Craißhaubtman, Br. Liechtenthurn, Graf Aloisius Auersperg, von Mühlburg, Leopold von Hochenwarth, Jacob von Hochenwart, Benj/ami/n Br. Erberg, von Raab, von Petteneg, Seyfried Br. Abfaltrer, canonicus Lackner, generalvicarius Perr, General Br. de Fin und mehr andere. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. 1752 Avgust 1. Augusti. M. L. speiste zu Jama bey Br.-Valvasorischen. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7. 2. Nachmittag war bey mir vocatus der Lovisoni in merito des wichtensteinischen Inquisitionsprocess, des Lovisoni particulare mit dem protocollo zu verificiren. 3. Vormittag war bey mir Michelitsch nomine Codelli. Zu Mittag speiste bey mir Lovisoni. Nachmittag war bey mir Dionoro. Dan war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan bey Seyfried Br. Abfaltrer. 4. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der Schifferstein mit dem Protocoll der lezt mit Flachenfeld gehabter Conferenz. 5. Vormittag war bey mir der alte Widerkher. Nachmittag der Seyfried Br. Abfaltrer mit seiner Frauen. Abends war ich mit m. älteren 2 Söhnen spaziren und bey der Salnitersiederey. [282] 6. Vormittag war bey mir Franz Graf von Liechtenb/er/g, sich zu recomendiren in Betröff seines oder seines H. Vattern fidei commissi, davon er die Confirmation anzusuchen hat, ad aulam favorabiliter zu berichten. Dan war bey mir cancelliere di Grad/isc/a wegen seines Memorials. Dan der Calculant Hendl, die Specification aller landsfürstlichen Pfarern und Beneficiaten hierlands und in Friaul zu suchen, die ich ex post auch comuniciret habe. Zu Mittag speiste bey unß der Lovisoni, suddetto cancelliere. Dan war da Kärnburg, gewester Stempelpachter. Dan der alte Steinberg, mit dem und meinen 2 alteren Söhnen ich spaziren gangen bin. NB. Steinberg erzehlte mir unter anderen, das die Verordnetestell vor wenig Tagen die 2 annoch gestandene und mehrmahl angewachstenen Sau-Strom resistirte gemaurte, auß Quaterstein bestehende Pfeiler, dem Steinmiz | 425 1752 Avgust Bombas per 140 fl. verkaufft hat, wo doch jeder Pfeiller743 bey 2/m 〈fl.〉, wie Steinberg sagt, gekostet haben soll, ohne das man vorhero per peritas in arte gedachten Pfeiler hat visitiren und recognosciren lassen, ob sie noch gut oder doch etwa zu repariren seyn, sondern ist alles auf Rapport des Sau Michel von des Buchhalter Rastern geschehen. [283] Das merckwürdigste dabey ist, das anstatt dieser standhafften Pfeiller anders von Holz gemacht werden müssen, welche weit mehr alß 140 fl. kosten, dannach aber dem Verdörb unvergleichlich mehr alß die Quaterstucken exponiret werden, welches wohl einem Hirschauer Stuck ähnlich ist. Steinberg erzehlte mir alles dieses mit Verwunderung um so mehr, alß er vorhero den Wildenstein qua Verordneten-Præsidenten dessen gewahrnet. Hernach aber, da er ihn fragte, ob die Pfeiler doch vorhero wären visitirt worden, so sagte ihm Wildenstein, das er es nicht weiß, doch glaubte er, das solche der Sau Michel wird visitirt haben und das der Rastern gesagt, die Pfeiller hätten nur 1/m fl. et sic jeder nur 5/c fl. gekostet. Diese Pfeiller und andere drey, in allen 5, seyn bald nach der errichteten Brucken von dem Baumaister Schmidt gemaürt worden, so da war circa anno 1722 oder 1723. Da man solche bauen wolte und der Steinberg casualiter hinauß kam zu744 sehen, wie in Sachen der Schmidt fürgehen wird und ein so andere Außkunfft von ihm Schmidt zu wissen verlangte, wolte ihm Schmidt nichtes sagen und meldete nur ganz kurz: er wisse schon, was er zu thun hat und er sey nicht zum Lehrnen, sondern was er weiß und gelehrnet hat ins Werck zu sezen. Steinberg stelte ihm vor, das der Grund gepunden und biß an die Felsen gekomen [284] werden muß. Und da die Felsen in Grund nicht eben und abgehobelt seyn, so ist es nöthig, die Küsten darnach einzurichten, darmit solche in dem Grund nicht etwa auf ein Spiz zu stehen und zu ruhren komen komt und das sich zur ablaitigen und tieffern Seiten neügen und folglich umfallen möchte. Da aber der Schmidt nichtes antworten wolte und darauf blibe, das er schon weiß, was er zu thun hat, hat Steinberg sein Abschied genohmen. Schmidt baute also nach seiner Arth 5 Pfeiler, davon 3 bey hochen Wasser bald darauf umgefallen und bliben nur die 2 in quæstione stehen und zwar die gegen dem Strom. Welches ein unfehlbares Zeüchen ist, das diese vieleicht casualiter auf einem gleichern Grund stehen, weil sie biß nun zu dem Wasser resistiret und gehalten haben, folglich sind von Schad, das man solche nun abtragt. Anno 1730 oder 31 kam ins Land der famose Bibiena, welcher die Brucken hatte mauren und die Pfeiler auß Quatersteinen machen sollen. Die Landschafft hat ein Vorrath von Quatersteinen verschafft, welcher bey 10/m fl. soll betragen haben. Bibiena wurde contracarirt von dem Schmidt, Buchhalter Rastern und dem Sau Michel dergestalten, das er entlassen worden und der Vorrath am Stein wurde in ein Gruben nächst der Brucken so umbeschneiden [285] zusamen und durcheinander geworffen, das die wenigste Stuck unbeschädigt gebliben und endlich hin und wider theils verschenckt, theils schlecht verkaufft worden seyn sambt denen, die hin und wider auf der Strassen der Witterung und dem Verdörb exponirt gebliben. Indessen hatte der Bibiena bey seiner Entlassung 100 # Regal bekomen. Die Brucken wird ein weil stehen und wan solche eine Generalreparation erforderen wird, därffte solche gar abkomen, weil das benöthigte Holz niergends zu finden seyn wird und man wird entweder sich mit der so beschwehrlich alß gefahrlichen Überfahrt bedienen oder auf eine gemauerte Brucken werckthätig dencken müssen, welche höcher bey der sogenandten Flednicischen Überfahrt wegen in Wasser befindlichen sichtigen Felsen und engern alvei leichter errichtet werden därffte. 7. Vormittag war ich mit m. L. bey Wildenstein, der sein Nahmenstag celebriret. Nachmittag war ich mit dem Kappus, dem Stadtsyndico und dem alten Steinberg, dem m. Maxl in der Salnitersiederey unweit der Schiesßhütten. Dan mit dem syndico spaziren. Vormittag war auch bey mir der745 alte Steinberg. 8. Vormittag war bey mir der Bottoni von Triest. Dan ein Färber wegen deren inhaftirten Neümarcktler Lede-rern, weil sie die Strassenrobath [286] zu præstiren sich waigern. Nachmittag war ich in Rath vor 3 biß ¾ auf 6 Uhr. Dan gieng ich mit m. Hanßl und Maxl spaziren. Abends war bey m. L. Mad. Bechinie und der Schweiger im Spiel. 743 Orig. Pleil er 744 z popravljen 745 Sledi prečrtano Stadtsyndicus 426 | 1752 Avgust Spätter ist von Görz hier angekomen der molckische Obristleüthnant Graf von Attems, der auch gleich zu mir gekomen ist und will Morgen sein Reiß nach Loiben sein Station prosequiren. 9. Vormittag war ich bey dem Obristleüthnant Graf Attems, der hernach mit mir herauf gekomen, mein Neugebau zu sehen. Hac fidelia gabe mir Nemezhoff die neue Militarpromotionslista, wie folgt: Generalmajors Soro, Comendant zu Temeswar Krottendorf von Molck, Comendant zu Leütschan O‘Kel i von Pal avicini Bathiani von Banalisten Stolberg von Arberg Stapel von Sax-Gotha Kessel von Salm Gyulai von Gyuali746 Grüne von gewest Preußing Bülow von Pirckenfeld Rzichnowsky von Serbel oni Rosenfeld von Hildeburgshausen Lanthieri von Stambach Louis Starhemberg, vorhin von Nolei Guasco senior Cicogna von Clerici [287] Folgen die Obriste Reinhard bey Bethlem Valentiani bey Clerici Würzburg zu Puebla Wangenhaim zu Starhemberg Miggazi zu Molck Campitel i bey Pal avicini Saint Ivani bey Esterhazi Bilow zu Hildburgshausen Kalnoky zu Gyulai Rhebach bey Pirckenfeld Hochenfeld bey Stambach Ajazaz bey Serbel oni O‘Danel bey Sax-Gotha Petit, Comandant zu Roveredo Titular Obriste Guasco junior Aichen von Molck Bindershoffen von Sincere Starhemberg von Starhemberg Hulei von Hulei Wangenhaim von Brettlach Dan war bey mir der Kappus, Salniter- und Pulverinspector, deme ich gesagt, was gester in Rath vorgekomen wegen der Salnitersiederey. Nachmittag ist der Obristleüthnant Graf Attems von hier nach Loiben abgereist. Spätter war bey mir Carl Hochenwarth, deme ich mein Gebau sehen lassen. Dan seyn wir spaziren gangen und m. Hanßl mit unß. 746 a popravljen iz -l- | 427 1752 Avgust 10. Vormittag war bey mir der Buchhalter Novack; brachte mir ein Brief von der abbesse von Fiume. [288] Nachmittag bin ich mit m. Hanßl auf Thurn zu Br. Codelli und bliben daselbst biß nach 7 Uhr. NB. Gester in der Nacht, alß den 8ten hujus gegen 10 Uhr ist der Sigmund Graf von Thurn gestorben auf seinem Gut zu Habbach und ist zu Rattmanstorf begraben worden. Die Wittib aber ist gester hieher gekomen und empfangt die Condolenzcomplimenten. 11. Vormittag ist der Erzbischoff von Görz mit Grafen von Franckenberg hier angelangt; kamen auch gleich beede zu mir mit dem Prälaten von Freidenthall. Zu Mittag speisten sie bey General Br. de Fin. Nachmittag gab ich dem Erzbischoff contre-visit bey General Br. de Fin und debatirte mit ihm ein so anderes das Capitul betröffend. Nach 4 Uhr ist er abgereist zu Wasser und gehet nach Praitenau und Pressarje, von dort nach Idria, Lack, Eisnern und so weiter, sein dioeces zu visitiren. Bey mir war spätter Dionoro. Bey m. L. war der Haubtman Longueville. Abends ist m. L. zu Wildenstein. 12. Vormittag war ich bey dem alten Br. Gall, der heüt sein Geburtstag celebrirt. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir der alte Widerkher und abends der Bottoni von Triest, der mir sagte, das unter denen Grüchen zu Triest der Papa oder ihr Geistliche ein besonders qualificirter Mann seye, nahmens Omero Da-masceno. Und dan sey auch daselbst ein Kauffmann nahmens Pietro Cogniali, der teütsch Gekleid gehet [289] und ein braver Mann sey. Alle übrige, sagt er, seyn schlechte Leüth von keiner Substanz und die dem Orth mehr schadlich alß nuzlich seyn. 13. Vormittag war bey mir der Advocat Wolf vocatus, um von ihm zu hören, ob er von Mr Arnold kein Nachricht habe wegen seiner an Pilarini machender Prætension. Er versicherte mich aber, gar kein Nachricht zu haben. Et sic concludo, das er auf mein, ihm in vorigen Monath geschribenen Brief die Sache erligen lassen wird. Dan war bey mir der Lovisoni in seiner Angelegenheit. Dan der capitano Vicenzo Quertini von Pago wegen Mineralien, die er in Lica, Corbavia und bey Zeng graben und zu solchen Ende ein Patent haben will. Ich habe ihn auf dem Flachenfeld angewiesen. Dan der Walsche Auersperg. Nachmittag der Mühlburg. Dan der Jesuiter Brodbeck, der hier Maister werden will. Dan der Arreker wegen der Traidlifferung und will hier ein Magazin aufrichten. M. L. speiste zu Mittag bey General Br. de Fin und abends war sie bey Wildenstein. 14. Vormittag war bey mir capitano Quertini, der mir sagte, von Carl Hochenwarth vernohmen zu haben, das er von Br. Flachenfeld nichtes zu hoffen habe. Wird also mit seinen unfundirten Ideen wieder abreisen. [290] Zu Mittag speiste bey unß der Bottoni von Triest. Nachmittag war da ein Weißspanier von Wienn, der alle Jahr vor die in Tyrckey gefangene Christen, umb solche außzulösen, Geld samlet. Heüt Nachmittag hat man hier gefänglich eingebracht einen auß dem Collegio Theresiano echapirten Bedienten, der die Junge 2 von Koch bestohlen hat, sambt ein Weib, so in seiner compagnia war und von Crainburg gebürtig seyn soll und die vor 10 Jahren circa hier außgestrichen worden. 15. Vormittag war bey mir Lovisoni. Dan gieng ich mit ihm und meinen 2 Söhnen nach der Kirche das lambergische Gebaü sehen. Nachmittag war bey mir Mühlburg, der Morgen von hier nach Clagenfurt, umb dort zu bleiben, abreisen will. Spätter der Hendl, der diese Wochen ins Ober Crain in Rectificationsgeschäfften verreiset. Abends war m. L. bey Wildenstein. 16. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. Und heüt hat der Kriegscomissarius von Mühlburg valedicirt. Nach dem Rath war ich bey Mühlburg, Glück auf die Raiß zu wünschen. Und Nachmittag umb [–]747 Uhr ist er und sein Frau bey dem General Br. de Fin eingesessen und seyn nacher Clagenfurt abgereist. Nachmittag war ich bey Barbo von 3 Uhr biß ½ 5 Uhr. Dan war bey mir [291] der Arecker und spätter der Nemezhoffen. Lezter erzehlte mir von der den 13ten dieses auf dem Traurenberg fürgegangenen Function, wo er beywesig war. Der Erzbischoff ist Vormittag nach 7 Uhr 747 Prostor za številko. 428 | 1752 Avgust von Presserje mit seiner Suite dahin gekomen und ist unter Leitung deren Glocken und Abfeuerung 12 Mer-sern empfangen worden. Daselbst ist er gleich in die Kirchen, welche und darin 3 Altar er in circa einer Zeit von 2 ½ Stunden consecriret hat. Dan hat er die Hl. Meßß gelesen und vielle Leüth communicirt. Sodan ist er in das Beneficiathauß, wo er und sein compagnia, wobey auch der Graf Herberstein und Graf Heinrich Auersperg sich eingefunden, Milchcafe genohmen. Dan fragte ihn Herberstein, ob ihm gelegen wäre, das Jurament alß Gehaimerrath abzulegen, welches auch in dem Nebenzimer oder Camer geschehen und der secretarius Weng/er/ hat ihm solches vorgelesen. In der Camer waren sie 3 allein, in Vorzimer aber bey offner Thür waren die übrige von der compagnia. Da ihren das Jurament dem Kaiser alß Mitregenten abzulegen vorgehalten worden ist, er per sie, das ist: »Sie werden schweren etc.«, bey Vorhaltung des anderen aber, id est, da er der Kaiserin abgelegt ist, er per ihr, [292] id est: »Ihr werdet schweren etc.«, tractiret worden. Hoc facto ist der Erzbischoff wieder in die Kirchen und hat vielle Leüth communicirt und ex post viel hundert Personen gepürmt. Dan ist er wieder in das Beneficiathauß, wo die ganze compagnia zu Mittag gespeist hat auf Unkosten und Accordnung des Freydethaller Prelaten. Nachmittag ist der Herberstein und Auersperg nach beschehener Beurlaubung auf dem Morast schiessen gangen und von dar nach Laybach. Der Erzbischoff aber in die Kirchen, wo er wieder gefürmet hat. Dan ist er nach Freydenthall und hat daselbst pernoctirt. Tags darauf, alß den 14. hujus, ist er mit seiner Suite nach Oberlaybach und recta nach Idria, wo er sich bey 4 Tag aufhalten, dan in visitatione nach Seyrach, Polland, Lack, Eysnern,748 Michelstätten, Münckendorf und Stein begeben und dar über Laybach wieder nach Görz retourniren wird. Sein compagnia bestehet in folgenden: Graf Franckenberg, der vicarius generalis Supantschitsch, Erzbriester von Tybein Giuliani, der qua missionarius hin und wieder bredigt, der Hofcaplan Parca, notarius Räumschisßl, theologus P. Apfaltrer, Jesuiter, 2 Capuciner von H. Creiz, [293] der Camerdiener, 2 Lackeyen und einer des Franckenberg, et sic in allen 13 Personen. 17. Nachmittag war bey mir der Wälsche Auersperg, dan der Dionoro. Heüt habe das erstemahl mein Öellampen in der Bibliotek oder meinem Cabinet aufgericht. M. L. war abends bey Wildenstein. 18. Heüt morgens gegen 9 Uhr ist des fürst-auerspergischen inspectoris Polz gester verstorbene ledige, bey 17 Jahre alte Tochter bey denen Franciscanern begraben worden. Bey unß war Frl. Hallerstein, die heüt ihren Nahmenstag celebriret. Dan der Br. Flachenfeld. Dan der Com-missariatsbeamte von Görz, der die Angelegenheiten besorget biß der Kriegscommissarius [–]749 von Clagenfurt hieher komt. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war sie bey Bssa. Abfaltrer, gebohrne Dinzl, die etwas kranck ist. Abends bey [– – –].750 Heüt Nachmittag habe vor mein ältern Sohn einen Bedienten aufgenohmen nahmens Joseph Kramarich von Tschernehmbl gebührtig, 23 Jahr alt, und wird einige Tag auf die Prob im Hauß bleiben, wo er sodan allenfalls accordiret werden wird. 19. Vormittag war bey mir Lovisoni, dan Graf Sigm/und/ Gallenb/er/g. Abends der alte Widerkher. [294] Abends war m. L. bey dem Grafen von Wildenstein. 20. Vormittag war bey mir der Niederbacher und abends auch in Betröf des Militarbeytrag, dan des respective 5 und 6ten pro % landschafftlichen fundi. M. L. war abends bey Wildenstein. Erst heüt ist hier verlasßlich bekand worden, das die Kayserin den 13ten dieses mit einer Prinzesin niederkomen seye. 21. Heüt morgens umb 5 Uhr ist die junge Sanettin, gebohrne Gasparini, nachdeme sie mit einem Söhndl glücklich niederkomen, gestorben. Sie hat von dem vermeintlichen privilegio, alß ob denen schwangern Frauen 748 y popravljen iz i 749 Prostor za ime. 750 Prostor za ime(na). | 429 1752 Avgust alles was sie nur gelistet zu essen erlaubet seyn, abusirt und von Melaünern, Umercken und Schwarmen soviel geessen, das sie das Brechen bekomen und endlich nach der Entpindung751 das Leben verlohren hat. Sie war allhier die beste Tanzerin und sonsten von der galanten Welt jedoch wohl erzogen und von gutten Lebenswandl. Nachmittag war ich mit Barbo bey Wildenstein. Abends war bey mir der Locatelli, Generaleinnehmer zu Gradisca. Gester ist hiesiger Fürst und Bischof von Oberburg allhier angekomen und heüt abends nach Görtschach verreist, wo er ein Zeit verbleiben gedencket. [295] 22. Nachmittag war bey mir der Locatelli von Grad/isc/a, dan der Lovisoni, dan der Buchhalter Novack. Dan ein gewisser Br. Castner, der mit allerhand Recomendationsschreiben, sonderlich von Churfursten auß Bayern an die Königin nach Neapel, per dahin verreiset und hier mit dem Steinberg, P. Terzi etc. Bekandschafft gemacht hat, in fine finali aber Allmosen bittet und verschiedenes von seinen, nach Tranquebar, Battavia, dan in denen Nordländern gemachten Raisen zu erzehlen weiß. Er ist sonsten von seiner Nation ein Pfalzer, jedoch mehrentheils in Dänemarck zu See gedient und offters auf dem Wahlfischfang in Grön- und Island gewesen; soll von vornehmer Famille sey. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag oder besser zu sagen abends war bey mir der Locatelli. Nach 5 Uhr ist die Sanettin zu denen Franciscanern begraben worden. Mit der Leich seyn gangen das arme Hauß, 13 Augustiner, 13 Franciscaner und 13 Geistliche von Dom, dan der canonicus Otto, alle mit Liechtern. Heüt morgens ist mein secretarius erkranckt und Nachmittag ist ihm zu Ader gelassen und 7 Unzen Blut caviret worden. 23. Vormittag war bey mir der Thalberg, umb das er dem Kriegscommissario das Quartier nach Antrag des Craißhaubtmans nicht geben darffte. Dan war bey mir vocatus der Craiß [296] amtsofficier Germeck in obiger Affaire. Dan der Arecker wegen seines Getraydlifferungsnegocii. Dan der Wälsche Auersperg, sein Noth zu klagen. Dan Br. Codelli wegen des Görzer Magistrats und des Carlo Massaris, welcher lezte von hiesigen Außspruch ganz content ist. Spätter Nachmittag der Graf Pianese von Görz, der mit seiner Gemählin, gebohrne Attems, auß Steyermarck komt und nach Görz retourniret, vorhero aber den Fürsten und Bischoff zu Görtschach besuchen will. 24. Heüt morgens umb 9 Uhr ist m. L. mit ihrem oncle Benj/ami/n Br. Erberg zum Fürsten und Bischoff nach Görtschach gefahren. Zu Mittag speiste bey mir der Locatelli von Grad/isc/a und der Bottoni von Triest. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 6 Uhr. Dan war ich mit mein Hänßl bey dem Grafen Pianese und seiner Gräfin biß nach 8 Uhr. Umb ½ 9 Uhr ist mein Liebste von Görtschach retournirt, woselbst auch der General Br. de Fin, dan der Sigmund Graf von Gallenberg und sein Gräfin, gebohrne Orzon, waren. Graf Pianese erzehlte mir unter anderen, was vor Schaden in dem Bolognesischen ein, in toscanischen Gebürg entspringendes Wasser il Reno genand, verursachet und das ein Strich Landes theils überschwemt, theils zum Morast und ganz unfruchtbar macht: so, das man [297] rechnet, das selbes Territorium bey 40/m moggia Getraydansat fassen känte, consequenter der Schaden leicht nachzurechnen ist, massen jeder moggio 4 venezianische Staar außmacht, folglich 160/m venedische Staar fassen kante zur Ansät. Ubrigens gibt das Bolognische dem Pabsten pro contributione nichtes anderes dan jährlich 80/m scudis zu Unterhaltung einer Gallern. Ansonsten zahlen daselbst die terreni nichtes und die übrige Abgaben bestehen nur in soviel, alß das Publicum Bononiense selbsten erfordert. 25. Vormittag war bey mir Lovisoni, der von hier vergnügt abreist Morgen fruhe nach Grad/isc/a. Dan der Generaleinnehmer Locatelli. Dan der Graf Pianese mit seiner Gräfin, welche mit m. L. zu General Br. de Fin gegangen seyn und daselbst zu Mittag gespeist haben. Abends bin ich mit mein Hänßl spaziren gangen und vorhero waren wir bey Franciscanern, den Obristen Br. Mittrowsky haimzusuchen, der sich daselbst kranck befindet und vor ein par Tagen von Licka herauß gekomen ist. 751 Pred tem prečrtano Gebuh 430 | 1752 Avgust 26. Vormittag war bey mir der Locatelli. Dan der secretarius des General Br. de Fin, deme ich das englische dictionarium gelichen. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 6 Uhr. Dan bey Wildenstein und spätter giengen mit Barbo spaziren zu des Lamb/er/g Gebau. [298] 27. Vormittag war bey mir Locatelli wegen der in seiner Angelegenheit gester in Rath vorgekomenen Sache. Nachmittag hielte ich die Commission mit Marotti und Kappus in Angelegenheit der gewesten landeshaubtmanischen Gült und habe mit dem Kappus alles terminiret. Dan war bey mir der erst von Wienn gekomene und heüt nach Triest retournirenden trezzische Geistliche Dr. Castro. Dan der Monari, der dieser Tagen von Aquileja gekomen, umb mit dem Herberstein auf dem Morast zu schiessen. Dieser batte mich, einen 18-jahrigen Knaben, der schon 5 Jahr in Venedig in negotiis gestanden und von Zervinian gebührtig ist, nahmens Anto/nio/ Longarolli, bey einem negocio hier oder anderen teütschen Orthen zu recomendiren. Abends der Bottoni von Triest, der Morgen fruhe per dahin retournirt. Vormittag war ich mit meinen Söhnen bey mein Schwager Wolf Daniel Freyherr von Erberg, der heüt sein 38ten Geburtstag celebriret, war aber nicht zu Hauß. 28. Vormittag brachte mir der Buchbinder 2 Stuck eingebundene Bücher. Dan war bey mir der Buchdrucker, vocatus wegen des von dem Kemptner suchenden privilegii, daselbst das Missale, Brevir etc. aufzulegen. Dan ein Student nahmens Zebull, der Franciscaner werden will und vor die Kutten samlet. [299] Nachdeme war bey mir Arecker, der in kürze nach Wienn verreisen will. Nachmittag war ich beym Fürsten und Bischof, mich zu beurlauben oder besser zu sagen, ihm Glück auf die Raiß zu wünschen. Er reise bald darauf auf Görtschach und den 3ten künfftiges Monats gehet er von dort nach Salzburg. Dan war ich bey Schweiger wegen des Br. Zierhaim, da von mir P. Hallerstein unter dato Brüsßl den 12., præsentato gestrigen dato, geschriben. Abends war bey mir Schweiger und brachte mir 100 fl. Von diesen gebühren dem P. Hallerstein 30 fl., die er dem Zierhaim gelichen, und 70 fl. wird P. Hallerstein dem Zierhaim zu bezahlen mit morgigen Post von mir ersucht. 29. Vormittag war bey mir der Vermati, der erst von der Rectificirungscommission deren Städte in Unter Crain gekomen. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey dem Wildenstein a 8 couverts. Da war von anderen die Schrottenbach, Frl. Prang, Graf Burgstahl und der Haußgeistliche. Nachmittag war ich in der Congregation der Todtenbruderschafft bey den Discalziaten. Und weil von den gewesten 14 Consultoren zwey mit Todt abgangen seyn, 4 davor erwahlt worden, alß der vicarius generalis Perr, der Mi-hael [–],752 Ein〈nehm〉ber bey der Sau-Brucken, der chyrurgus Fonton und der Dr. Smrecker. Die Congregation oder Votanten waren in allen an der Zahl 28. [300] Dan war ich zu Hauß, einige expedienda zu revidiren. Dan bey dem Mahler Menzinger. 30. Vormittag war bey mir Schifferstein mit referendis. Dan der Salvay wegen seiner Mauth zu St. Servolo et Castel Nuovo. Dan Andreas Lentschick, mit dem ich endlich accordiret habe, das er mir vor meine ihm in Bestand verlassene Acker anstatt der bißhero gerichten 32 fl., künfftig von St. Michaeli anzufangen 35 fl. bezahlen wird, wornach ich also den Contract reformiren und einrichten werde. Zu Mittag speiste ich bey General Br. de Fin. Da war der Turismund Graf von Thurn, der gester von Wien gekomen, dan 2 Haubtleüth, der neue Kriegscommissarius Uri und der Dr. Buchenthall. Nachmittag war bey mir Dionoro. Abends habe den Consessum Commerciale gehalten bey dem Zois, der etwas unpasßlich sich befindet. Mit heütiger Post ist der Jesuitendisposition hier eingangen und ist mein Sohn Franz Carl in die Societät angenohmen worden mit und nebst noch einem nahmens Siviz auß der sechsten Schull von Wippach gebührtig, und sonsten kein Crainer mehr. 31. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 12 und hat heüt der neue Kriegscomissarius von Uhrie das erstemahl sein Siz genohmen. Nachmittag war bey unß der Obrister Br. von [301] Mittrowsky und der alte Widerkher, der mir unter anderen 752 Prostor za ime. | 431 1752 September erzehlte, das sein Sohn, Cadet unter Molck, wieder hieher gekomen und von General Scherzer die Vertröstung hat, unter den Croaten emploirt zu werden. So ist auch unlängst von Pohlen retournirt der Brückner, ohne von seiner angehofften Erbschafft etwas erhalten, folglich die Raißunkosten vergebens außgelegt zu haben. In seiner compagnia war auch der Student Drussetich. Nachmittag ist Benj/ami/n Br. von Erberg von hier nach Görtschach zu dem Bischoff, der eben heüt von Lack dahin komt, wo er den Erzbischoff von Görz heimgesucht hat. 1752 September 1. September. Vormittag war bey mir der junge Steinberg. Dan ist mein Sohn Maxl mit obigem von Steinberg und dem von Nemezhoffen umb 6 ½ Uhr von hier über Lack nach Eisnern gefahren. Und wird der Nemezhof mit obigen zweyen alle die obercrainerische Bergwerck visitiren, wie er dieses von Ambts wegen alljährlich zu thun pflegt und thut mir den Gefallen, gedachten meinen Sohn mit sich zu nehmen. Dan war ich in Visit bey Turismund Grafen von Thurn. Zu Mittag habe bey General Br. de Fin gespeist à 8 couverts. Die andere 6 waren Turismund Graf von Thurn, Leopold Graf von Lamberg, der Kriegscomissarius Uhrie, der Rectificationsdirector Hofman und der Haußsecretarius und mein Liebste. [302] Nachmittag ist der Turism/und/ Graf von Thurn von hier nach Triest abgereist umb 4 Uhr. Dan war bey mir der Buseth wegen der Mauth seines Vatters zu Ruckenstein. Dan der Schweiger wegen seiner Mauth zu Werdl. 2. Nachmittag war bey mir Dr. Modesti in Angelegenheiten des görzerischen Stadmagistrats. Dan der Br. Codelli wegen detto. Dan der Marotti wegen der gewest landeshaubtmanischen Gült. 3. Vormittag suchte ich mit m. Hanßl den jungen Graf Saurau, der bey Buchenthall logirt, war aber nicht zu Hauß. Dan war ich bey Wildenstein, deme ich den von Marotti gezogenen Extract über die geweste landshaubtmanische Gült behändiget habe, damit er mir seine dargegen habende Bedencken entwerffen möchte. Nachmittag war bey mir Persky, mit deme ich concertiret habe, wie das nemezhoffische Quartier zuzurichten seyn wird. Bey m. L. war der General Br. de Fin, dan der P. Erberg und P. Master, welcher lezte die Nachricht gebracht, das m. Sohn Lucas ex novitiatu Vienensi nun nach Loiben komen wird. Abends war m. L. bey Valvasorischen und dan spaziren. Vormittag war bey ihro die Grafin von Gallenberg, die heüt nacher Sdusch abreiset. 4. Vormittag war bey mir Fada vocatus wegen der porziischen Mauth zu Senosetsch und zu Premb. [303] Zu Mittag speiste bey unß mein Schwager der Pfarrer zu Morautsch. Nachmittag brachte mir der Lampe folgendes Geld, welches ich ihme zugefallen auf Interessen annehmen, alß: – in Groschen 316 lr. 63 〈fl.〉 12 〈kr.〉 – Tal er 12 〈fl.〉 – 5 kayserliche # à 4 ⅙ 〈fl.〉 20 〈fl.〉 50 〈kr.〉 – ein Hol ander # 4 〈fl.〉 7 ½ 〈kr.〉 – 7ner 191 ¼ wurf à 28 kr. 89 〈fl.〉 15 〈kr.〉 – Tal er 10 〈fl.〉 – Pezze sd. 262 und ein solt 2 96 〈fl.〉 56 ½ 〈kr.〉 Summa 496 〈fl. 〉 22 〈kr. 〉 Dieser Tagen verspricht er mir noch 3 fl. 39 kr. nachzutragen, da ich ihme dan eine Obligation von mir geben werde mit Verschreibung des Interesse à 5 per % all‘ anno gegen 3 monatliche Aufkindung zur Wiederzahlung des Capitals. Dan war bey mir der Arecker, der Morgen nach Wienn verreist, umb associus zu suchen, sein incaminirten Getraydhandl zu fortificiren. Sagte mir auch, bey Herberstein gewesen zu seyn und das er ihm sein Protection versprochen, auch sein Unternehmung approbiret hat. Dan der Burgermeister Perr vocatus wegen der von Comercial Consessu abzugeben habenden Bericht in Betref des Stadler von Kempten. Heüt Nachmittag ist der Haffnergesell mit denen Offen von Wien hier angekomen. 432 | 1752 September Bey mir war auch der Wälsche Auersperg. [304] 5. Vormittag war bey mir der conte Anto/nio/ Strassoldo von Görz, der auß Steüermarck komt und mit seiner Grafin contessa Beluta, nata Rabata, nach Görz revertirt. Nachmittag hat mir der Gartner Lampe die gester abgängig geweste 3 fl. 39 kr. gebracht, mithin habe nun 5/c fl. von ihm empfangen. Er verspricht mir aber gegen Michaeli noch 2/c fl. zu bringen und das ich ihme sodan per 7/c fl. die Obligation zu machen haben werde, solche mit 5 per % zu verinteressiren. Dan war bey mir der Sigerle Graf von Saurau, den Br. Flachenfeld aufgeführt hat, der leztlich von Rom, wo er bey 8 Monath gestanden, über Triest nach Graz passirt, daselbst bey 4 Wochen gewesen und nun anhero gekomen ist und in ein par Wochen nach Triest gehen und daselbst ein Zeit sich verweillen, sogestalten sich das Litorale und selbe Andamenten bekandt machen will. Spätter war bey mir der alte Widerkher. M. L. war mit der wildensteinischen Coterie spaziren. Die vergangene Nacht ist die Bssa. Valvasor, gebohrne Grafin Gabelhofen, mit ein Tochterle glücklich niederkomen. 6. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir Marotti wegen der gewesten landshaubtmanischen Gült. Dan der Zeügwachter wegen der neuen Contribution des Hauß, wo er wohnt und glaubt, das solches wie biß dato auch künfftig frey seyn solte; wil deßwegen sein recours machen. [305] Dan war ich mit m. L. bey mein Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg, mit ihm bey den Schweigerischen, die Morgen nach Wördl verreisen. Dan war ich in Visit bey dem Collega von Hofmann. Dan bey dem Kriegscomissario von Uhrye. Dan bey den Helblingischen. Dan bey dem Brancovich wegen des Berichts und dessen Bestraffung. Dan bey Wildenstein wegen der gewesten landshaubtmanischen Gült. Spätter war bey unß Schweiger. M. L. war mit der wildensteinischen Cotterie spaziren. 7. Vormittag war bey mir zweymahl Br. Salvay wegen seiner Mauth zu St. Servolo und Castell Nuovo. Nachmittag der Haubtman Br. Russenstein wegen seinen Process mit denen Wolwizischen wegen Stermahl. Spätter der Schifferstein. Vormittag war auch bey unß P. Erberg, Jesuiter, wegen des neuen methodi studendi. 8. Vormittag war bey unß Wildenstein, sich zu beurlauben: gehet Morgen auf ein 3 Wochen ins Unter Crain. Nachmittag war bey mir Br. Salvay wegen seiner Privatmauth. Dan der Monari. Dan der Ziegler nomine der Herb/er/stein, das er Morgen mit Wildenstein abreist. Dan suchte ich den Herb/er/stein. War bey Wildenstein, wo auch Herb/er/stein fande. Abends war bey mir der alte Widerkher. [306] 9. Vormittag war bey mir der Muchoviz oder sogenandte Nastran auß dem Dorf Tozze (welches bestehet in 17 Bauren oder Hauser, dan 17 Kaischlern). Dieser brachte mir von den grünen Steinern soviel, alß vor mein Küchenherd erforderlich ist und bestehet alles in 45 Schuh, dafür ich ihme 7 fl. bezahlet habe. M. L. speiste zu Mittag bey dem General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir des General secretarius wegen Giulio Grafen von Strassoldo. Abends bin ich mit dem General spaziren gefahren. Im Discours zeügte er die Triester dispositiones nicht zu approbiren. Der Hamilton schlafft alle Tag biß 10 Uhr und den Nachmittag passirt er mit Gesellschafften und spielen die Leüth, die er um sich hat: ist der Rizzi, der auß einer Wechsstuben komt und ein ciaciaron ist, der Manegetta und der Schröder des jeunes gens sans expérience, und Parigini, der Anto/nio/ Marenzi natus in Judea, Mamuca della Torre un vero mamalicco. Nun aber sage man, das chevalier Sinzendorf den Hamilton succediren solte c‘est aussi un jeun homme, der auf ein so grosses theatrum nicht taugt. Die Depense auf dem molo approbirt er ebenfalls nicht, sowenig alß die stropirte Dogana, die in einer großmachtigen Fasade nur 5 Fenster und ein ganz gemeines Thor hat. Er nent das Personale zu Trieste ein collegium piarum scholarum und hielte vor besser Cassernen vor ein ganzes Regiment daselbst zu bauen. Der [307] Lavachin, daselbstiger Plazmajor, ist seiner Mainung nach peu de chose ein klainer gedruckter Mann, der vor so ein Plaz nicht tauget. Den Bechinie haltet er vor ein faux brave et soter un fanfaron, der das Rectificationswesen nicht verstehet. Den zu Triest fabricirten Ponton oder cavafango approbiret der General ebenfalls nicht und hätte mit denen 7/m fl. dieselber gekostet hat, was besseres gemacht werden känen. | 433 1752 September 10. Vormittag war ich bey dem alten Widerkher, der sein Geburtstag celebriret. Zu Mittag speiste m. L. bey General Br. de Fin. Nachmittag war bey mir Br. Schmitthoffen. Spätter fahrte ich mit General Br. de Fin spaziren und besuchten auch den krancken Dr. Baronio. M. L. war mit der schrottenbacherischen Cotterie spaziren. 11. Vormittag war bey mir Br. Salvai wegen seiner Privatmaüthe. Dan P. Master, Jesuiter, zur morgigen grossen Comedie einzuladen. Dan der Schifferstein mit dem referendis. 12. Vormittag waren bey unß P. Erberg und P. Orlando, Jesuiter. Dan ist mein Fränzl von Mannspurg retournirt. Nachmittag war m. L. in der grossen Comedie bey den Jesuiten, wo der nemezhoffische Franzl ein præmium und zwar das erste ex Canisio genohmen. [308] 13. Vormittag war bey mir der Fanzoy. Dan der Buchhalter Novack und der Controler Bottoni in Bet-roffenheit deren Jaketich. Nachmittag P. Erb/er/g et P. Master. Dan der Kriegscomissarius Uhrye und der Buseth. Dan der Dionoro. Abends war ich mit m. Hänßl spaziren. 14. Vormittag war bey mir Br. Ign/ati/ Apfaltrer wegen seines Sohns, den er in die Militaracademi nach Neüstadt gerne bringen möchte. Dan war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Nachmittag war ich bey den Busetischen. Dan bey der Werthenthallin mit meinem Hanßl. Beym ersten wegen der Mauth in der Auen, zu Ruckenstein gehörig, bey der anderen mich wegen der Hueben zu Ebenporten nä- chst Sonneg zu informiren. Abends ist der General Scherzer mit dem Obristen Br. Mittrowsky von Marburg hier angelangt. 15. Vormittag war bey mir der Fanzoi von Wippach. Dan der General Scherzer und der Obrister Br. Unruhe. Nachmittag der Br. Mittrowsky, Obrister. Spätter war ich bey General Scherzer und seiner Gemählin, wo ich auch den Mittrowsky angetroffen. Abends umb ½ 7 Uhr ist der Nemezhoffen von seiner Oberbergrichter-Amtsvisitation zuruckgekomen und bald darauf auch mein Maxl, der der überall mit ihm war und nachgeritten ist. [309] Spätter war bey unß der Flachenfeld, unterschiedliches von Taffelsilber, Porcellain und Wäschgläser etc. zu leich zu verlangen, weil der Graf Kotheck mit einer starcken Suite bey ihm einkheren und den 20. hujus hier eintreffen wird, umb das Litorale zu besehen. Gester abends ist Graf Herberstein auß Unt/er/ Crain retournirt. 16. Heüt morgens ist General Br. Scherzer mit seiner Gemahlin, Töchterle und Suite mit dem Obrist Br. Mittrowsky von hier nach Carlstadt abgereist, auch daselbst den Grafen von Koteck753 zu erwarten. Dan war bey mir der Expeditor. 17. Vormittag war bey mir der Wälsche Auersperg. Nachmittag bin ich mit meinen 2 Söhnen und dem Raditsch auf dem Wasser gefahren, die magistratische morastige Wiesen zu beaugenscheinigen, die bey dem sogenandten Langen Graben bestehen in 454 Stangen der Länge nach an dem Laybach-Wasser, in der Breite aber biß an das Gebürg. NB. Der Raditsch genüst pro tempore vor sein Antheil 10 Stangen und gibts in Bestand per 10 Crainer Gulden. Wan alle so calculiret wurden, betragete das totum in capitali 385 fl. 54 〈kr.〉, da müsten dan die deducenda angezogen werden. Ein gleiche Extension ist die an dem Igg-Wasser gegen Geweichten Brunn und der Brulle. Gester abends ist die Threßl Liechtenb/er/g, gebohrne Auersperg, mit ein Tochterle niederkomen. [310] Ingleichen ist die Gall, gebohrne Scherffenb/er/g, den 9ten hujus auch mit einer Tochter allhier niederkomen. Und die Valvasor, gebohrne Gabellhoffen, den [–]754 eben mit einer Tochter. 18. Morgens fruhe umb sechs Uhr ist mein Fränzl mit dem P. Bernardin Erb/er/g und sein weltlichem Brudern Br. Max nach Alten Lack abgefahren nach bey mir eingenohmenen Fruhstuck. Dan war ich in Rath von 9 Uhr biß 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey unß ein junger Br. Brigido, der von Prag ex studiis komt, auch vorhero in collegio zu Modena war. 753 ec popravljena 754 Prostor za datum. 434 | 1752 September Spätter gieng ich zu Mad. Bechinie ihr Glück auf die Reiß zu wünschen, weil sie künfftigen Donerstag von hier nach Prag verreisen wird. Dan war ich bey dem Erzbischoff von Görz, der von seiner Visitation heüt nach 6 Uhr Nachmittag von Mannspurg gekomen und in mein Hauß bey H. von Nemezhoffen logiret; blib auch da beym soupé à 11 couverts. Da war erstlich der Gastgeber von Nemezhof, der Erzbischof, General Br. de Fin, canonicus Graf Franckenberg, Prior von Sittich P. Calin, vicarius generalis des Erzbischoff nahmens Supantschitsch, ein anderer Geistlicher nahmens *Parker, Hofcaplan*,755 ein Pfarrer Juliani anzi Erzbriester, Domprobst Graf von Petaz, der alte von Steinberg und ich; und bliben beysamen biß 11 Uhr in die Nacht. 19. Heüt morgens war ich bey dem [311] Erzbischof, deme ich meine 2 Sohne Hänßl und Maxl aufgefuhrt habe. Dan war bey unß der Erzbischof und der Franckenberg, P. Abfaltrer sein theologus und mehr andere. Dan war bey mir der Wälsche Auersperg, den ich auf sein Verlangen bey dem Erzbischoff aufgeführt habe. Und er ihn batte zu sein leztgebohrnen Sohn zum Gevattern, welche ihms auch versprochen und mich seine Stell zu vertretten ersucht hat. Um 11 Uhr ist der Erzbischoff mit seiner Suite von hier nach Sittich abgereist, wo er Morgen ordiniren wird. In ersten Wagen ist gefahren der Erzbischof, der vicarius generalis Supantschitsch und der Erzbriester Giuliani. In anderten der Graf Franckenberg und der Hofcaplan Parker. In dritten P. Apfaltrer theologus und der P. Calin, Prior von Sittich. Bey unß speiste zu Mittag die Frl. Rasp. Nachmittag war bey mir der Mathias Lampe, der mir gester 2/c fl. gebracht, vorhero aber alß unter 4. et 5ten dieses 5/c fl., zusamen 7/c fl., die ich auf sein Ersuchen und ihme zu Gefahlen angenohmen und mit jahrlichen 5 per % zu verinteressiren versprochen, auch ihme sogestalten zu seiner Sicherheit ein carta bianca von mir gegeben habe unter gestrigen dato. Und weil er mir vor den Bestand meines Gartens jahrlich 56 fl. zu bezahlen hat, so werden wird diese allemahl an Interessen abrechnen und wird er folglich mir allemahl noch [312] 21 fl. zu zuzehlen haben, welche Abrechnung alle halbe Jahr, wie er sogestalten den Zins bezahlt geschehen hat. Bey mir war auch der Grachavar, deme das königliche Wagel zu machen gegeben habe. Nachmittag war bey unß Br. Salvay mit seiner Gemählin, welche Übermorgen nach Triest verreisen und daselbst leben wollen. Abends war ich mit meinen zwey Sohnen spaziren. 20. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr. Nachmittag war ich bey Br.-Salvayischen, die Morgen fruhe nach Triest verreisen. Dan war ich bey m. Schwagerin Frl. Rettl. Dan bin ich mit meinen 2 Söhnen spaziren gangen. Abends umb 9 ½ Uhr ist über Gräz hier angekomen Rudolph Graf von Choteck in compagnia seiner Grä- fin, gewest gewittibten Gräfin Würmb und gebohrne Gräfin Kinsky, dan sein Stiefsohn Grafen Würmb, den Chevalier Sinzendorff, Hofrathe Koller, Quix, Stupan. Bey Ankunfft des Choteck hat ihm der Magistrat die Stuck Cösen lassen, die da bey der Neuen Welt gepflanzet waren, an der Zahl [–].756 Die Logirung hat die ganze compagnia genohmen bey Br. Flachenfeld in dem Cameral- oder landesfürstlichen Hauß. 21. Vormittag war ich mit mein älteren Sohn [313] Hanßl bey Graf Choteck und bey der Gräfin, dan auch bey Sinzendorf, Würmb, Stuppan, Kohler und Quix, wo ich mein Sohn auch überall aufgeführt habe. Dan giengen mit der ganzen compagnia in die Domkirche zu der Mesß, von wanen wir alle den Choteck nach Hauß begleiteten. Sein Gräfin aber mit der Lamberg und Flachenfeld fahrten die Canals an dem Laybach-Fluß zu besehen, so auch die Tuchfabrique und retournirten gegen 2 Uhr Nachmittag. Nachmittag umb ½ 5 Uhr gieng ich sambt m. L. und mein Hänßl zu den Chotekischen und bliben da biß nach 8 Uhr abends. Bald darauf ist hier angekomen von Genua Graf Duratto mit seiner Gemählin, gebohrne Gräfin von Weisenwolf, welche bey Graf Choteck soupirt und dan ihre Reiß nach Wienn vorgesezet haben, wo er alß niederlandischer Rath und Director deren franzosichen Comedien resolviret ist. 22. Heüt morgens um 8 Uhr ist Graf Choteck mit seiner Suite nacher Carlstadt abgereist. Bey mir war P. Guardian von Franciscanern, der von meiner Schwester Maximiliana von Lack ein Brief an m. 755 Nad prečrtanim Branca 756 Prostor za številko. | 435 1752 September L. brachte. Dan der krumpe Leo von Triest, der Morgen dahin retournirt. Dan der Schifferstein. Abends der alte Widerkher. Gester fruhe ist mein Sohn Franzl mit P. Bernardin Erberg nach Oberburg zu St. Xaveri verreist. [314] 23. Vormittag war bey mir der von Wienn angekomene Protocolist Freydeneg. Dan bin ich in Galla in die Domkirchen, wo ich nomine der Erzbischofen von Görz den leztgebohrnen Knaben des Obristleüthnant Grafen von Auersperg zu Gevattern gestanden bin und die Gevätterin war mein Liebste nomine der Gräfin von Schrottenbach. Der Knabe hat den Nahmen Carolus757 Michael. Dem ersten Geistlichen habe gegeben ein Kremnitzer Species Ducaten, dem anderen 1 fl., dem758 Meßner759 34 kr.760 und den Kirchendiener 17ner, der Heban auch ein Kremnitzer Species Ducaten, der Gehülffin ein fl. und Allmosen 17ner. Nachmittag ist m. L. mit Br. Benj/ami/n von Erberg ihren oncle und unseren kleinen Heinerle zu ihrem Bruder dem Pfarrer zu Morautsch und ist von hier per dahin abgefahren umb ½ 3 Uhr. Abends war bey mir Flachenfeld von 8761 Uhr biß 10 Uhr und erzehlte mir unter anderen, das der junge Graf Saurau, der bey ihm practiciren solte, keinen Fleiß bezeüget und wenig oder nichtes profitiret. 24. Vormittag war ich mit m. Hänßl bey dem alt-Br.-Gallischen, dan spaziren. Abends war bey mir vocatus der Expeditor auß der Stadtscanzley, der mir die nähere Außkunfft gegeben von dem den 17. hujus besehenen morastigen Wiesen bey dem sogenandten Langen Graben unter St. Anna, bestehend am Wasser [315] oder Laybach-Flusß, der Lange nach in 474 Stangen, welche derzeit der Magistrat denen Rathsfreünden genüssen lasset und haben davon die 14 von Innern Rath. - Jeder 10 Stangen macht 140 - 24 von Eüssern Rath à 9 Stangen 216 - Registrator extra 10 - Dan 7 andere zu 9 Stangen 63 - Dan Rest der Stadtsambtmann 45 Summa deren Stangen 474 Uber diese morastige Wiesen hat die Stadt ein andere, die in der Brulle anfangt und an dem Igg-Wasser hinauf und biß gegen den Geweichten Brunn continuiret. Diese bestehet in 273 Stangen und wird wie die obige vertheilt, id est: - 14 Antheil zu 6 Stangen 84 - 24 zu 4 96 - Registrator extra 4 - 7 andere Antheil zu 4 28 - Uberrest der Registrator 15 - Spittalambtmann 40 - Stadtambtman 6 Summa der Stangen 273 NB. Alle diese 747 Stangen, id est die beede District, seyn von der Landrectification in Befung genohmen worden und ist die Gibheit angeschlagen mit 11 fl. 45 〈kr.〉 1 〈den.〉 Der Expeditor sagte mir, das der Stadtam-btmann von obigen seinen Antheil deren 45 Stangen 15 fl. Landswehrung caviret, et sic Teutschwehrung 12 fl. 45 〈kr.〉 Wo der sogenandte Lange Graben ist, [316] da ist die Confin. Dan fangen an gleiche Wiesen gegen St. Anna und sey dem bugerlichen Spittal gehörig. An dem Berg an aber gegen dem Dorf Tomischlu ist ein Graben gezogen, genandt der Fürstliche Graben. Jenseits alterniren mit der Heumath jählich die Crackauer und Tirnaver, dieseits aber ist, wie oberwehnt, dem Magistrat gehorig biß zu dem Laybach-Flusß. 757 Pred tem prečrtano Fran 758 Popravljeno iz denen 759 Popravljeno iz Meßnern 760 Pred tem prečrtano jede ei 761 Popravljena iz 9 436 | 1752 September Gester abends ist von Wienn hier angelangt die Princesse de Hildburgshausen mit etlichen Wägen. Sie ist eine gebohrne Princesse de Savoye, die den Prinz Eugenium geerbet hat und retitiret sich nun nach Turin mit Sack und Pack. 25. Heüt morgens umb 8 Uhr ist obgedachte Princesse von hier weiter abgereist. Dan war bey mir der Monari von Aquileja, der Morgen von hier per dahin verreiset. Nachmittag waren bey mir der Brentano und Venin von Triest und mit ihnen Dr. Modesti. Nachmittag ist Br. Flachenfeld von hier nach Fiume abgereist, daselbst den Grafen von Choteck zu erwarten. So ist auch heüt der von Bechinie von hier nach Prag abgereist, umb daselbst sein Ambt anzutretten. 26. Vormittag ließ mir der junge Br. van Swietten seine Ankunfft wisen und kam bald darauf zu mir in compagnia des abbé Marssy. Diese habe [317] spätter aufgeführt bey dem jungen von Steinberg, wo sie sein Mine-raliencabinet und andere curiosa gesehen. Zu Mittag speisten sie bey mir à 6 couverts. Da war Br. Swietten, abbé Marssy, der junge Steinberg, ich und meine 2 ältere Söhne. Nachmittag gieng mein Sohn Hanßl mit Br. Swietten spaziren, ich aber mit dem abbé Marssy, Steinberg und m. Sohn Maxl. Abends gegen 6 Uhr ist m. L. mit Br. Benj/ami/n von Morautsch retournirt. Spätter habe die 2 Frembde bey General Br. de Fin aufgeführt. 27. Morgens gegen 6 Uhr ist Br. Swietten mit dem abbé Marssy von hier nach Triest abgereist, von wanen sie nach Fiume, Buccari und Porto Ré reisen und dan wieder nach Wienn retourniren wollen. Und da sie hac fidelia Idria sehen und von Ober Laybach dahin gehen werden, so habe mit dieser Gelegenheit auch mein 2 altere Söhne, den Hänßl und Maxl, mit nach Ober Laybach geschickt, um von dort Idria zu sehen und wieder zu retourniren. Umb 4 Uhr Nachmittag ist mein Franzl von Mannspurg retournirt in compagnia P. Erb/er/g. Dan retournirten auch von Oberlaybach zuruck meine 2 Söhne Hanßl und Maxl und konten von dar nach Idria nicht gehen, weil keine Pferd zu haben waren. Ich war in Rath von 4 biß 6 Uhr abends. [318] Der Barbo war abwesend, weil er gester auf seine Gütter ins Unter Crain verreist, der Uhrie aber nach Clagenfurt, sein Gemählin abzuhollen. Nach dem Rath war ich in Visit bey 2 Sechswocherinen, nehmblich der Gräfin von Liechtenb/er/g, gebohrne Auersperg, die heüt 11 Tag alt ist. Dan bey Bssa. Valvasor, gebohrne Gabelhoven, die schon 3 Wochen alt ist. 28. Vormittag war ich in der Rathsstuben, wo ich dem neuen Protocollisten Freydeneg das Jurament habe vorhalten lassen. Bey mir war P. Erberg wegen der neuen Studirarth und mir zu sagen, das P. Terzi nicht, sonderen P. Rector decanus seye. Abends war bey mir der Probst Graf Petazi und der Nemezhof. Vorhero der Buchhalter Marotti wegen der comendischen Gült. Nemezhof erzehlte mir noch gester, das vorige Wochen auf Befehl der Königin der hiesige Obriste Br. Unruhe die Gemählin seines Camerdieners habe auß dem Hauß thuen müssen und sie soll nach Gräz verreiset seyn. Dieses Mensch soll schon vielle Jahr in seinem Hauß seyn. Vor Jahren hat er sie von einem Grenadier ehelichen lassen, dan ist in einer Zeit der Grenadier desertirt. Über eine Zeit hat er sie von762 seinem Camer [319] ehelichen lassen. Sogestalten, ob ihme schon öffters befohlen worden, das Mensch abzuschaffen, hat er sie doch unter solchen Prætenten der Ehelichung immer im Hauß erhalten, biß ihme leztlich der Feldpater auf Befehl der Königin solche ohn anders abzuschaffen auftragen müssen, so auch wircklich, wie gedacht, befolget hat. 29. Vormittag war ich mit m. Hänßl spaziren. Abends war bey mir der alte Widerkher. 30. Vormittag war bey unß ein junger Br. Brigido, der von Triest komt und nach Salzburg ad studia gehet. Nachmittag war bey mir Sigerle Liechtenb/er/g. Umb 3 Uhr Nachmittag ist Br. Benj/ami/n nach Lustall auf die Vacanzen verreist. 762 Pred tem prečrtano durch | 437 1752 Oktober 1752 Oktober 1. Oktober. Zu Mittag speiste bey unß obgedachter Br. Brigido und wir speisten heüt am ersten in dem neuen Taffelzimmer nachst der Küchen. Vormittag war auch bey mir P. Erb/er/g e P. Mäster. 2. Zu Mittag speiste abermahls bey unß obiger Br. Brigido, der Nachmittag nacher Salzburg verreist ist. Bey mir war auch der Expeditor auß unserer Canzley. 3. Vormittag war bey mir der Protocollist, mit dem referendis, dan P. Guardian von Capucinern, mir zu mein morgigen Nahmenstag ein Compliment zu machen. So auch Nachmittag P. Erberg e P. Rasp, Jesuiter, dan P. Guardian von Franciscanern und abends der alte Widerkher. Dan der Czisch wegen des Vermati um mein [320] votum, wie er zu verweisen wäre, das er alß Inhaber Klein Lack in Ober Crain leztlich von dem Hendl, das er ihm die nöthige Außkunfft in dem Fassion nicht gegeben. 4. Vormittags waren Verschiedene bey mir zu mein Nahmenstag gratuliren. Unter anderen H. von Hofmann, Buseth und sein Frau, meine 2 Frl. Schwagerinen, H. von Raab, Registrator Pirschl, Registratursadjunct Bischof, m. Schwager Br. Wolf, der Walsche Auersperg, Registrator Klée, Calculant Friedenfeld, Concipist Ziegler, Craißambtsofficier Germeck, Calculationsschreiber Wenger, actuarius Cziesch, Expeditor Köhler, Cancellisten Schifferstein und Haaß, Kampfmiller, Buchhalter Novack, Cancelist Kral, Cancelist Pogatschnig, Kappus Pulverinspector, Zorn Practicant bey der Stell, H. von Vermati etc. etc. 5. Vormittags war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr et Nachmittag von 4 biß 7 Uhr. Vormittags umb 9 Uhr ist mein Sohn Hanßl und Maxl von hier per posta nach Oberlaybach, wo sie den Br. Swietten (wie ich heüt wenig vor deren Abreiß ein Schreiben von abbé Marci per Stafeta erhalten) antreffen und miteinander nach Idria gehen werden. 6. Vormittag war bey mir der Protocollist Freüdeneg, dan der Ziegler. Nachmittag der alte Steinberg. Dan der Leopold Graf von Lamberg, der mir eine erzene, bey ein Spann lange statue eines römischen Kaisers, die unlangst in dem Trojaner Berg gefunden worden, gezeügt hat. [321] Ich erwartete heüt abends mit dem suppe den Br. Swietten und abbé Marci von Idria sambt meinen 2 Söhnen. Und da sie nicht gekomen, haben wir nach 9 Uhr supirt. Und war da der Craißhaubtman Br. Taufferer, der Haubtman Cesare und der Nemezhoffen, dan ich und m. L. und mein secretarius und bliben beysamen biß gegen Mitternacht. 7. Vormittag war bey mir P. Erberg. Dan ist von Lustall retournirt mein Fränzl candidatus. P. Erberg hat mich auf Übermorgen ins Collegium auf Mittag eingeladen. Nachmittag gegen 3 Uhr ist mein Hänßl und Maxl von Idria zuruckgekomen und bald darauf Br. van Swietten mit dem abbé Marci, welche ich zu dem jungen von Steinberg geführt habe, wo ein Concert war und Swietten alß ein Liebhaber von der Music und ein trefflicher Violinist mitgespielt, auch die Frau von Hauß gesungen hat. Abends soupirten bey unß Br. van Swietten, abbé Marci, der junge Steinberg und wir von Hauß und bliben beysamen biß gegen 11 Uhr. 8. Vormittag haben Swietten, Marci und Steinb/er/g bey unß gefruhestuckt. Dan habe alle zu dem alten Steinberg geführt. Ich aber habe mein Fränzl in sein Galla- oder Candidatenkleid zu Leopold Grafen von Lamberg, zu der alten Bssa. Abfaltrer gebohrne Dinzl und dan zu denen alt-Br.-Gallischen geführt. Zu Mittag speisten bey unß Br. Swietten, [322] abbé Marci, meine 2 Frl. Schwagerinen Frl. Franzl und Retl, mein Schwager Wolf Daniel Br. von Erb/er/g, dan 5 Jesuiter, alß P. Rector Liechtenberg, P. Bernardin Erberg, P. Master, P. Rasp und der Magister Disent, dan ich, m. L., mein Hanßl, Maxl und Fränzl und also 15 in allen. Nachmitags habe ebenfals ein Concert produciren lassen, umb den van Swietten eine Unterhaltung zu geben und hat dabey Mad. Steinberg gesungen. Abends soupirten bey unß Br. van Swietten und abbé Marci und nach dem soupe habe sie biß in das Wirtshauß begleitet763 und haben unß beurlaubt, weil sie Morgen fruhe nach Wienn retourniren wollen. Bey mir war auch der764 Belletti, der erst von Wienn gekomen und erzehlte mir, das ihme von Hof (gegen deme, das er von seiner zu errichten vorgehabter Saiffenfabrique abgefallen und solches zu thun dem Hof über-763 -et popravljena iz -en 764 Sledi še en der 438 | 1752 Oktober lassen) 1/m fl. außgeworffen worden. Dan war auch bey mir der heüt von Wienn gekomene k.k. Truxes Villari, der Morgen in sein Vatterland nach Gradisca verreiset. Dem Br. Swietten und dem abbé Marci habe jedem ein hierländische grosse Landcarten verehret. 9. Vormittag habe meinen Fränzl bey [323] folgenden aufgeführt, damit er sich hat beurlauben känen, alß bey der Frau Beatrix von Erberg Clarisserin, bey dem alten Widerkher, bey den Thalbergischen, bey General Br. de Fin und bey Nemezhoffen. Zu Mittag speiste ich bey den PP. Jesuiten in Collegio a 12 couverts. Da war mein Schwager Br. W/of/ D/aniel/ Erberg, dan ein Candidat nomine Siviz, ich und mein Franzl, dan 8 Jesuiter, alß P. Rector Sigm/und/ Liechtenberg, P. Jägerhueber, P. Mäster, P. Rasp, P. Erber, P. Degiorgio, P. Griussi und der Feldpater. Nachmittag war ich mit mein Fränzl bey meinen Schwägerinen. Dan war bey mir der Valentin nomine Zois mit denen zweyen von H. von Utschan von Gräz gefertigten Cessionen per die 2 Interimsschein; ein765 per 1.100 fl. und der766 anderen per 1/m fl. Deme ich also die 2 Originalsinterimsschein behandiget habe, damit er die erste sumam von dem Buchenthall, die andere von dem P. Rector S. J. eincassiren möge. Bey mir war auch der Magister Dissent, sich zu beurlauben, welcher meinen Fränzl Morgen nach Wienn führen wird. 10. Heüt morgens ist mein Fränzl, nachdem er vorhero sein Andacht verricht, umb 8 Uhr von hier nach Wienn abgereist in compagnia seines concandidati N. Siviz und conductoris magistri Dissent. Gott, gebe ihme seinen heiligen Seegen und Beystand in seinem Beruf! [324] Von ½ 10 biß 11 Uhr war ich in Rath. Dan bin ich mit dem Uhriß zu dem Hofmann, der sich unpäßlich und betligerig befindet. 11. Zu Mittag speiste ich und m. L. bey General Br. de Fin à 4 couverts. Da war der vierte der Nemezhoffen. Gegen 5 Uhr ist von der Visitation hier angekomen der Erzbischof von Görz. Bey mir war der Walsche Auersperg. Dan war ich in Visit bey dem Erzbischof. Mich suchte Carl Auersperg und Graf Bathiani und dan kamen sie eben zum Erzbischof. Dan war ich bey Wildenstein, der heüt nachts vocatus von dem Landcomander nach Wienn verreiset wegen gefahrlicher Kranckheit des Grafen Hardeg, Theutonicii. Abends speiste ich bey dem Nemezhof in compagnia des Erzbischoffs a 8 couverts, alß H. und Frau von Hauß, Erzbischoff, Franckenberg, erzbischoflicher vicarius generalis, der alte Steinberg, ego. 12. Vormittag war bey mir der Walsche Auersperg, dan der Leopold Hochenwarth. Dan war ich beym Erzbischof, der heüt zu Mittag bey General Br. de Fin gespeist hat. Abends war bey mir der Erzbischoff ein par Stund, dan die alt-Br.-Gallischen. Vorhero der alte Widerkher. Heüt habe mit dem Lackirer verglichen, die Thür gegen dem Cabinetl m. L. auf beyden Seiten, dan die cambries und Spaleten an Fenstern und Spalirlaisten in grossen m. L. Zimer zu lackiren, gleich bereits die Thür lackirt ist gegen der [325] Camerfunster, ihren Zimer vor das Leimtrencken grundiren, lackiren und paliren per 24 fl., worunter auch die Fensterramen einwerts zu verstehen seyn. Erzbischof erzehlte mir unter anderen von seinen dermahligen Einkünfften, die da all‘ in circa bestehen wie folgt: - Al es, was vorhero das Capitul zu Aquileja ex parte Austriaca genossen, so da betragt bey 4400 fl. - Redditus der aquilischen Kirchen circa 400 〈fl.〉 - Patriarchæ Einkünfften 400 〈fl.〉 NB. Diese sol en nur 180 fl. circa abwerffen. - Post mortem des Cardinal Querini werden ihme die redditus der Abtey zu Rosazes zufal en mit circa 1200 〈fl.〉 In tutto 6400 fl. Das Görzer Capitul hingegen hat erstlich die von Codelli gestiffete, bey Adlsperg anligend seyende 40/m fl., 765 Popravljeno iz einen 766 Popravljeno iz die | 439 1752 Oktober davon das: - Jährliche Interesse 2000 fl. - Gestifftete codel ische Probstey und 2 canonicatus 2000 〈fl.〉 - Beneficium Gul ini circa 2000 〈fl.〉 - Pfarr zu Görz circa 1500 〈fl.〉 7500 fl. Von diesen seyn folgende Unkosten zu bestritten, wie solche nachstehend individualiter zu sehen seyn: [326] - Domprobstey 1000 fl. - Decanat 800 〈fl.〉 - Primiceriat 600 〈fl.〉 - 5 canonici à 450 fl. 2250 〈fl.〉 - 6 mansionarii à 2/c fl. 1200 〈fl.〉 - 2 capelani zu Aquileja 300 〈fl.〉 - Pro dote beeder Kirchen zu Aquileja und zu Görz 400 〈fl.〉 - Al e 15 Jahr muß wegen deren Abbteyen zu Beligna und zu St. Stefano die Renovation zu Rom bezahlt werden, so da komt circa auf ein Jahr bey 36 Ducaten 150 〈fl.〉 6700 fl. Dan müssen noch bezahlt werden die Sacristanen, die Coralisten, puntatore, secretarius, Postspesen etc. Gester abends ist Br. Flachenfeld von Triest allhier retournirt. 13. Vormittag war bey mir der hiesige decanus capituli Lackner, der da sucht das ihme sein Kopfsteüerquantum minoriret wurde. Nachmittag war bey mir der Walsche Auersperg, dan der Andriolin wegen der 2 utschanischen Interimsschei-nern. Spätter der Erzbischof, der bey 2 Stund bey mir gebliben und discourirten tet à tet. Unter anderen sagte er mir, ein sehr grosse dioeces zu haben und glaubt, das bey ein Milion Seelen außmachen därffte. In Crain werden bey 100, in Steyer ausser den Vicariaten bey 50 Pfarren und in Karnten ein sehr grosser District seyn. [327] 14. Vormittag war bey mir der Walsche Auersperg, dan der Protocollist. Zu Mittag habe gespeist bey dem Domprobsten Grafen von Petaz à 10 couverts. Da war der Erzbischoff von Görz, Graf von Franckenberg, vicarius generalis des Erzbischof, der Erzbriester Giuliani und der mansionarius von Görz Parcar, dan der General Br. de Fin, Carl Graf von Auersperg, der Nemezhofen und ich. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß 6. Bald darauf ist zu mir komen der Erzbischof und discourirten tet a tet biß 8 Uhr. Dieser erzehlte mir unter anderen, das der Bischof und Fürst zu Basel bey 80/m fl. zu seiner aigner Disposition Einkünfften habe. Der consumo aber wird auß anderen reditibus des Landes bestritten, wie auch alle übrige Unkosten, die von denen Ständen erzeigt werden pro exigentia. Daselbst seyn 18 canonici, darunter 5 gemeine seyn känen, die übrige müssen alle von Adl seyn. Ein jeder canonicus komt in seiner præbenda auf 1.500 fl. Die Capitular- oder Met-ropolitankirche und Residenz deren canonicorum ist zu Arleshaim und der Fürst et Bischof wohnt bey 1 ½ Tag weit davon. Jedoch ist das ganze Land des Fürsten. 15. Vormittag war ich mit mein Sohn Hanßl bey der Gräfin von Liechtenb/er/g, dan bey der Flachenfeld mein Compliment zu machen zu ihrem heüt celebrirtenden Nahmenstag. Zu Mittag speisten bey unß Folgende: [328] der Erzbischof zu Görz Graf Attems, der General Br. de Fin, der hiesige Domprobst Graf von Petazi, der Graf von Franckenberg, der Erzbriester Giuliani, vicarius generalis Supantschitsch, mansionarius Parcar, H. von Nemezhof, ich, mein Liebste, die 2 Söhne Hänßl und Mäxl, in allen 12. Gegen Abend, id est gegen 8 Uhr, kam der Graf Choteck von Triest allhier an mit seiner Gräfin und seiner compagnia, alß der Graf Sinzendorf und der Graf Würmb, dan die Hofrathe Stuppan und Quix, item Graf Ha-440 | 1752 Oktober milton und sein Gräfin. Ich war daselbst biß gegen ½ 11 Uhr. Flachenfeld gabe ein schenes soupé und logirte alle biß die 2 lezte, die bey dem Obristen Br. Unruhe das Quartier genohmen. M. L. und mein Hänßl waren ebenfals da. Stuppan erzehlte mir, wie er auf der Strassen von Fiume nach Triest von dem Wind umgeworffen worden und sich sowohl er alß der Koller etc. beschädiget haben. Kohler, der mehr aprehensirt ist, scheühete auch Triest wegen daselbst grassirten Kranckheiten. Und ist kaum daselbst angelangt, da er eine Leiche tragen sehete, so bekam er auch bald darauf Nachricht von der Unpaßlichkeit seiner Gemählin. Alles dieses machte ihm resolviren, das er in einer Postchaisse gleich nach Wienn retournirte. Dan sagte er mir auch, das der Graf von Hamilton vorigen Donerstag, alß den 12. hujus, [329] von dem Grafen von Chotheck nominæ reginæ alß würklicher Geheimberrath publiciret worden. 16. Vormittag ist Graf Choteck mit dem Sinzendorf und Würmb, dan den Flachenfeld und dem Ingenieur zu dem Bergbruch auf der Saw gefahren und will abends zu Franz über Segurje eintreffen. Vormittag ist die Grafin Choteck, Graf und Grafin767 von Hamilton und m. L. auf Görtschach gefahren. Zu Mittag speisten obige mit mehr anderen bey General Br. de Fin. Morgens war bey mir der Erzbischof, der umb 11 Uhr von hier nacher Görz verreiset ist. Nachmittag umb 2 Uhr ist die Grafin Choteck, dan der Stuppan und Quix von hier nach Franz abgefahren, von wanen sie mit ihrem Gemahl Morgen ihre Raiß nach Wienn vortsezen werden. Bey mir heüt morgens der Belletti, der mir erzehlte, das dieser Tagen der abbate Michel Angelo Bozzini von Wienn hierdurch nach Genua passiren wird. Dieser abbate Bozzini war in vorigen Krieg mit verschiedenen Baroni des Königreichs Neapel einverstanden, das Königreich wieder dem Hauß Osterreich in die Hände zu spiellen. Die Conspiranten waren alle in der Ziffer unterschriben. Bozzini expedirte den Anschlag an General Pretwiz, umb solchen an dem Wiener Hof zu beförderen. Prettwiz nahm koniglich-neapolitanischer Dienste an und verrathe diese Conspiranten dem [330] König. Bozzini wurde auf Verlangen des Königs in Neapel zu Bologna arretirt und durch die Miliz nach Neapel gebracht. Daselbst wurde er öffters constituirt, auch hin und wider in die Kercker geschickt, wo er bey 8 Jahr und leztlich in Calabrien gewesen. Er trachtetet offters durchzugehen, auch in Weibskleidern, wurde aber verrathen und die Wache verdopelt. Er blib beständig in negativis und da er mit General Prettwiz confrontirt war, negirte er alles und sagte, das jemand anderer sein Nahmen geschriben habe etc. und man könte ihm nicht beykomen. Endlich gelunge ihm sambt dem Officier von der Wache zu echapiren. Kam glücklich nach Livorno, gabe Nachricht nach Hof zu Wienn und wurden ihm zu ein Reißgeld 5/c # remittirt. Seit selber Zeit befindet er sich zu Wien und ist ihme das erste vacante Bistum versprochen worden, in dessen genüst er sein Pension. Er ist gebührtig von Pavia, soll sehr versirt seyn in verschiedener Potenzen, Interessen und ist bey Hof in grossen Credit. Hat auch beym Kaiser und Kaiserin facilen Access, soll auch der Zeit nach Genua in Hofcomissionen geschickt seyn. Er ist bey 67 Jahr alt. Dan erzehlte er mir, das wieder ein neues subjectum auf dem Wiener Horizont gekomen nahmens Fris, von Franckfürt gebührtig. Er soll etliche 100/m fl. reich seyn. [331] Er ist derzeit Superintendens uber die Seidenmanufacturen, Inspector über die Species-Thaller-Münzung, dan über die Cottons und Messingmanufacturen. Er soll sich mit dem Gröchtler unirt und eine compagnia gemacht: erster bey 200/m und anderes 400/m fl., somit 700/m fl. zusamen geschossen haben. Was sie entrepreniren werden, lehret die Zeit. Belletti hat mir versprochen den abbate Bozzini bey mir aufzuführen, sobald er eintreffen wird. Dan war bey mir jemand von Zois, deme ich vor das von dem utschanischen Interimsschein bey der Landschafft verfallene Interessen eine Quittung gegeben, umb solches zu empfangen und dem Utschan sambt dem Capital zu remmittiren. Der Interimsschein ist per 1/m fl. Capital, Interessen von 20. Dezember 1751 biß 30. September 1752, alß von 9 ⅓ Monath: - À 5 per % 38 fl. 53 〈kr.〉 1 〈den.〉 - Vermögensteüer pro anno 1752 4 〈fl.〉 35 〈kr.〉 Netto 34 〈fl. 〉 18 〈kr. 〉 1 〈den. 〉 767 G popravljen | 441 1752 Oktober Der768 andere Interimschein ist per 1100 fl. Capital. - Das Interesse von ersten Augusti biß lezten September à 5 per % 9 〈fl.〉 10 〈kr.〉 - Beede Capitalien, id est 1/m fl. et 11/c fl. 2100 〈fl.〉 Soviel wird Zois am Utschan remittiren 2143 〈fl. 〉 28 〈kr. 〉 1 〈den. 〉 NB. Den ersten Interimsschein per 1/m fl. hat der hiesige P. Rector S. J., den anderen aber H. von Puechenthall per 1100 fl. übernohmen. Einem, sowohl alß dem anderen habe durch den zoisischen Beambten die utschanischen Originalcessiones sambt den Originalinterimsscheinen behändigen lassen. [332] Abends war bey mir der Walsche Auersperg, der wieder umb Geld bittet. Dan bin ich zu Leopold Grafen von Lamberg, wo die Hamiltonische in der Gesellschafft seyn und wo auch m. L. beym soupé gebliben. 17. Vormittag war ich en Visit bey dem Grafen und Gräfin von Hamilton. Zu Mittag habe ich und m. L. gespeist bey dem General Br. de Fin à [–]769 couverts. Da war der General, Graf Hamilton und sein Grafin, Graf Leopold Lamberg und Gräfin, der Fränzl Graf von Lamberg, der Sigerle Graf Saurau, ich und m. L. Gester gegen Mitternacht ist der von Nemezhofen von hier nach H. Creüz und Görz abgereist und will ende dieses wieder retourniren. Heüt Nachmittag nach 2 Uhr war in Burgerspittall Feyer in dem Rauchfang, ist aber bald gelescht worden, ohne weiters ein Schaden verursacht zu haben. 18. Nachmittag gegen ½ 6 Uhr bin ich mit m. L. zu der Sau-Brucken gefahren, wo die brounische Officiers der hiesigen Noblesse ein schenes souppe und Bal gegeben haben und blib da biß nach Mitternacht und retournirt zu Hauß umb 1 Uhr. Unter anderen waren von Officiers der Obrist, Obristleüthnant, Haubtleüthe, Leüthenadts etc. Von Officiersfrauen war nur die Haubtmanin Paillet und ihr Schwester. Von der Stadtnoblesse aber die verwittibte Thurn, gebohrne Mordaxt, Leopold Lamberg und Grafin, Gallin und ihr Schwester Scher [333] fenberg, Br. Taufrer Craißhaubtman und sein Gemählin, Br. Flachenfeld und sein Gemahlin et Frl. Petteneg, Frl. Baumgarten, Graf Engelshauß et Gräfin, Br. Gallenfels et Gemählin, gebohrne Hochenwarth, General Br. de Fin, Heinrich Auersperg, Sigm/und/ Graf Saurau und viel andere. An der grossen Taffel seyn unser 20 gewesen und an der anderen auch vielle. Und von Militarofficiers hat sich niemand zur grossen Taffel gesezt, sondern die Dames bedient. Heüt morgens ist der Graf und Gräfin von Hamilton nach Triest verreist und vorhero noch war m. L. bey der Gräfin, biß sie verreist ist. 19. Vormittag war ich mit mein Hänßl bey dem Obristen770 Br. Unruhe, dan bey alten Br. Gall, die heüt ihren Nahmenstag celebriren. Nachmittag war bey mir Br. Kuschland, der mir sein Sohn und den Br. Flednig aufgefährt hat, welche beede in771 die Militaracademie in der Neüstadt Wienn aufgenohmen worden. Spätter Br. Carl Apfaltrer und Br. Carl Rauber, jeder mit seinem Sohn, die wie oben aufgenohmen worden und sich bey mir præsentiret haben. So war auch bey mir der alte Widerkher, der eben suspirirt wegen seines dahin vorgeschlagenen Sohn, eine baldige favorable Resolution zu überkomen. 20. Heüt waren auch bey mir der Ruessenstein, der sein Sohn aufgeführt hat. Item der abbé Marenzi mit sein Brudern Candidaten, Brigido mit sein Brudern Candidaten. [334] 21. Vormittag war bey mir ein junger Graf von Strassoldo, der in die Planzschull destinirt ist, mit sein Hofmeister. Dan war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. 768 Popravljeno. 769 Prostor za številko. 770 -en popravljena 771 Popravljeno. 442 | 1752 Oktober Nachmittag war ich mit mein Hanßl spaziren. Dan bey Franz Liechtenb/er/g, der mich gesucht hat, umb seinen Sohn, den Candidaten, aufzuführen, welche weiter unten specificiret werden. Dan war ich bey secretario Wenger, umb die certificata machen zu lassen, denen Candidaten zu deren Legitimation zu geben. Und habe alle zusamen abends nach 10 Uhr zu Franz Grafen von Liechtenb/er/g durch den jungen Wenger geschickt. 22. Vormittag war bey mir der Belletti, der heüt mit der ordinari nach Triest verreiset. Dieser gab mir von den Seidenbaumsæmen, den er auß den Canarischen Insulen mitgebracht hat. Dan gieng ich mit m. Hänßl und den Buseth den Weeg ins Castell zu besehen. Nachmittag war bey unß P. Erberg, Jesuiter. Abends um ½ 7 Uhr gieng ich mit m. Hanßl zur Sigerle Liechtenberg, wo wir m. L. abgehollet haben und seyn miteinander zu Br. Janesich, der heüt ein Bal und soupe gibt. Ich blib da biß gegen 9 Uhr und dan retirirte mich zu Hauß. Und m. L. mit dem Sohn folgten mich um 1 Uhr nach Mitternacht. Vielle seyn da gebliben biß gegen 5 Uhr. Heüt772 ist der zu Wienn echapirte Baron Schiernding allhier zum Vorschein gekomen [335] und zwar in einer miserablen Equipage. Addressirte sich an H. Hofmann und P. Mäst/er/, Jesuiter, hat es auch bald in Erfahrenheit gebracht. Endlich hat man den jungen Menschen bel modo in das Castell zu gehen persuadirt, woselbst er kreüzweiß geschlossen worden und man hat gleich eine Estafette nach Wienn geschickt, um ferere Disposition abzuwarten. 23. Vor- und Nachmittag war bey mir abate Francolsperg von Triest, der seinen Bruder in die Militaracademie nach Wienn führet samt einem jungen Villari, der auch dahin gehet. Abends war bey mir der alte Widerkher wegen seines Sohns, den er auch gerne in die Militaracademi gebracht hätte. Dahingegen ist just gester von Hof die negativa eingelangt, weil er schon das 16te Jahr seines Alters zuruckgeleget hat. Der junge Francolsperg ist durch den Hamilton befördert worden, dem Villari aber habe ich von der Stell das Certificat gegeben. Heüt habe ich in meinem Quartier alle Winterfenster einhängen lassen. 24. Nachmittag war bey mir der Hauptman O‘Doude und der Hauptman Muckenberg. Dan der Anton Graf von Thurn mit zwey seinen Sohnen, davon er den grösseren in die Militaracademie nach Wienn führet. Item der Joseph Zanchi von [336] Fiume mit seinem Sohn, dan einem Lazarini und einem Berdarini, welche er ebenfalls in gedachte Academie führet. So war auch bey mir der alte Widerkher. Heüt hat mir der præses alle expeditiones zum Unterschreiben und alle eingangene Berichte etc. zum Eroffnen und zum Præsentiren geschickt, weil er spatt von der Jagd gekomen und Morgen fruhe wieder auf die Jagd gehet. 25. Vormittag war bey mir Giuseppe Zanchi mit seinen gestrigen 3 Candidaten, denen ich die certificata gegeben und sollen um Mitternacht von hier nach Wien abreisen. Dan war bey mir des secretari Wenger sein Sohn, der gleichfalls alß candidatus von seinem Vattern heüt Nachmittag nach Wienn begleitet wird. Dan suchte ich mit m. Sohn Hänßl den Hauptman Muckenberg und Oberleuthnant O‘Doude, waren aber nicht zu Hauß; dan den Obristleuthnant Graf Broune, der sich entschuldigen ließ. Nachmittag waren bey mir Muckenberg und O‘Doud, die Morgen nach Neüstadtl retouriren. Dan der junge und spätter der alte Steinberg, der Wälsche Aursperg, dan der Flachenfeld, item einige Tischlermeister wegen denen Holzvorkaufflern. Abends ist mein Heinerle von Morautsch und Mannspurg retournirt. [337] 26. Nachmittag waren bey mir Giuseppe Anto/nio/ conte di Strassoldo mit seinen 2 Söhnen Fran/ces/ co Pietro und Leopoldo Lorenzo, Candidaten vor die Neüstadter Militaracademie. Dan Flaminio conte di Strassoldo auch mit 2 seiner Söhne Nicolo Federico und Bartolomeo Domenico, beede Candidaten wie oben. Dan ein Sohn des Gasparo Lucrezio conte di Strassoldo nahmens Gio/vanni/ Felice. Dan des Pietro Rodolfo conte Coronini Sohn nahmens Conrado Giuseppe. Dan des Giuseppe Ludovico Arardi Sohn nahmens Nicolò Giorgio. Item des Pietro Suardi Sohn nahmens Rodolfo Philipo, welchen allen ich die certificata habe außfer-772 Na robu prečrtana 23 | 443 1752 Oktober tigen lassen. Es war zwar noch ein Sohn des Suardi in der Compagnie nahmens Giulio Filipo. Weil er aber erst 8 ½ Jahr alt ist, habe solchen nicht approbiren känen, ist also zuruckgebliben. Spätter war bey mir der Flachenfeld, der alte Steinberg und der Andrioli, welche 2 lezte wegen eines Hauß in Process gerathen und beede impegniret waren, solchen per pontiglio zu proseguiren, die aber Br. von Flachenfeld und ich güttlich verglichen haben. Nachmittag nach 4 Uhr ist mein Micherle mit seinem Hofmeister und den Sepperle Seegenreich von Lustall retournirt. 27. Vormittag waren bey mir die jungen Grafen Coronini, Suardi und Arardi [338] mit ihrem Hofmeister, denen ersteren zweyen habe ihre certificata behändiget, lezte aber hatte solches bereits gester erhalten. Um 9 Uhr Vormittag ist mein Sohn Maxl von hier nach Wienn in das Collegium Theresianum abgereist per posta in compagnia eines jungen Menschen, der alß Frater in das Noviciat S. J. bey St. Anna zu Wienn aufgenohmen worden. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 7. Vorhero war bey mir der alte Steinberg. 28. Heüt bin ich versichert worden, das mein Maxl gester zu Potpetsch sogleich befördert worden und sein Reiß ohne Anstand prosequiret hat, deme Gott der Geleitsmann seyn wolle. 29. Nachmittag bin ich mit m. L. spaziren gefahren. Sonsten war bey mir der Walsche Aursperg. 30. Vormittag war bey mir der Cziesch, der mir das rectificirte Landschafftsgültbuch pro anno 1751 brachte. Dan der Guthaim, Craißamtsofficier von Adlsperg. Abends der alte Widerkher. Dan ließ mir der H. von Spiersch seine Hieherkunfft *zu* wissen. 31. Vormittag war bey mir der Comelli von Ajello mit seinem, in die Neüstadter Militaracademie aufgenohmenen Sohn, welche der Dionoro aufgeführet hat. [339] Zu Mittag speiste bey unß die Frl. Rasp. Nachmittag war bey mir Bernardin P. Erberg S. J., dan die vormittagige Comelli, dessen Sohn das Certificat habe außfertigen lassen. Von denen 28, in gedachte Academie mit Resolution de dato Wienn, den 7., præsentato Laybach den 14. Juni lezthin acceptirten adelichen Knaben, seyn biß dato allhier passirt nachfolgende, die sich auch alle bey mir gestellet haben. Deren Nahmen und Alter sowohl alß deren Eltern pro memoria allhier angemercket habe: 21. Oktober: Eltern Candidaten Joannes Antonius von Ruessenstein Josephus Antonius, natus 30. Juni 1739, alt den lezten hujus Anna Maria Antonia Josepha von Wisentall † 13 Jahr, 4 Monath, 1 Tag Carolus Br. von Kuschland Carolus Josephus Caetanus, natus 27. septembris 1738, alt Josepha Baro von Gussich den lezten hujus 14 〈Jahr〉, 1 〈Monath〉, 4 〈Täg〉 Carl Bernhard Br. von Rauber Rochus Bernardus Francis/cus/ Bartholomeus, baptizatus Francisca Josepha Gräfin von Liechtenberg 23. Augusti 1739, alt den lezten hujus 13 Jahr, 2 Monath, 8 Täg Ludovicus Baro de Marenzi Sigismundus Laurentius Vincentius, natus 12. Augusti Maximiliana Baro de Marenzi 1738, alt heüt, den lezten hujus, 14 Jahr, 2 Monath, 19 Täg Franciscus Carolus Br. von Apfaltrer Maria Wenceslaus Andreas [340], natus 23. November Maria Anna Gräfin von Liechtenberg 1737, an heüt alt 14 Jahr, 11 Monath, 8 Tag Joannes Hyeronimus Br. von Brigido Carolus Ludovicus Joannes Bapt/ist/a Josephus, natus 29. Polixena Baro de Przichowsky Augusti 1737, heüt alt 15 Jahre, 2 Monath, 2 Tag Carolus Josephus Br. von Flednigk Joannes Nepom/ucenus/ Isidorus Josephus Casparus, natus Maria Anna Gräfin von Barbo 15. May 1737, heüt alt 15 Jahr, 5 Monath, 16 Täg Franz Carl Graf von Liechtenberg Felix Englbertus Godefridus Cajetanus, natus 8. November Josepha Gräfin von Thurn 1738, heüt alt 13 Jahr, 11 Monath, 23 tag 23. Oktober: 444 | 1752 Oktober Franciscus Josephus Wenger Antonius Xaverius, natus 26. November 1738, alt heüt dato Maria Barbara Pleyerin 13 Jahr, 11 Monath, 5 Täg Antonius Graf von Strassoldo Camilus Ant/onius/ Vincent/ius/ Fererius Franciscus de Isabella Grafin von Rabata Paula, natus 26. Augusti 1742, alß heüt, ultim hujus, 10 Jahr, 2 Monath, 5 Täg. NB. Dieser lezte gehet nicht in die Militaracademie nach Neüstadt, sondern in die Militarpflanzschull nach Wienn. Nicolaus Villari Rudolphus Friedericus Xaverius [341], natus 5. May 1737, Catharina Baro de Marenzi alt 15 Jahr, 5 Monath, 26 Tag 24. Oktober: Antonius Graf von Thurn Guido Ernestus Ant/onius/ Josep/hus/ Germanus, natus 28. Maria Anna Gräfin von Strassoldo May 1738, alt heüt, ultima hujus, 14 Jahr, 5 Monath, 3 Täg Josephus Antonius Zanchi de Cato e Linckenberg Antonius Josephus, natus 17. September 1737, alt heüt, den Michelina Ferizioli lezten hujus, 15 Jahr, 1 Monath, 14 Täg Daniel von Lazarini Joahim Dismas Thadeus, natus 29. Dezember 1740, alt 11 Catharina Grafin von Liechtenberg Jahr, 10 Monath, 2 Tag 26. Oktober: Franciscus Berdarini Joannes Franciscus, baptizmatus 20. Dezember 1738, alt 13 Catharina de Zanchi Jahr, 10 Monath, 11 Täg Casparus Lucretius Graf von Strassoldo Joannes Felix, natus 19. Jenner 1742, alt heüt 10 Jahr, 9 Maria Anna Gräfin von Strassoldo Monath, 12 Täg Josephus Antonius Graf von Strassoldo Franc/iscus/ Petrus Paulus Eneas, natus 29. Juni 1737, alt Francisca Grafin von Portia † ultima hujus 15 Jahr, 4 Monath, 2 Täg Dicti filius alter Leop/oldus/ Laurent/ius/ Barth/olomeus/, natus 9. Augusti 1739, alt 13 〈Jahr〉, 2 〈Monath〉, 22 〈Täg〉 [342] Flaminius Graf von Strassoldo Nicol/aus/ Frider/icus/ Ign/atius/ Josep/hus/ Antonius, na- Catharina Baro Montanari tus 2. May 1737, *alt ultima*773 hujus 15 Jahr, 5 Monath, 29 Täg Dicti filius alter Barthol/omeus/ Dominic/us/ Michael Josep/hus/ Ant/ onius/, natus 12. Dezember 1739, alt 12 Jahr, 10 Monath, 19 Täg Josephus Ludovicus Arardi de Schönenbort Nicol/aus/ Georgius, natus 7. Augusti 1739, alt 13 Jahr, 2 Anna Elisabetha Monath, 24 Täg 27. Oktober: Petrus Rudolphus Graf von Coronini Leonhardus Josephus Casparus, natus 21. Dezember 1738, Elisabetha Grafin von Neühauß alt 13 Jahr, 10 Monath, 10 Tag Petrus Suardi Rudolph/us/ Phil/ipus/ Valentinus Michael, natus 24. Ok- Angelica Grafin von Edling tober 1739, alt 13 Jahr, 7 Tag 31. Oktober Carolus Comelli de Stukenfeld Dominicus Franc/iscus/ Maria, natus 27. Juli 1737, alt 15 Jahr, 3 Monath, 4 Tag Sogestalten seyn biß heüt dato in gedachte Militaracademie allhier passirt und die sich alle bey mir gestellet haben an der Zahl 23. Und da in al en von hierlands 28 resolviret worden, so manglen noch 5, alß: des Casparo Lucrezio [343] Grafens von Strassoldo Sohn Julius, welcher derzeit unpäßlich. Dan der anderte Sohn des Br. Brigido, welcher anstatt des Max Br. von Taufferer Sohns Jacobi Ignati resolviret worden, weil dieser inzwischen in geistlichen Stand getretten. Drey aber seyn annoch in Vorschlag zu bringen und zu ersezen, alß anstatt des Camil o Grafens von Strassoldo, welcher nur in die Militarpflanzschull gegangen, anstatt Leopold Sigmund von Widerkhern, der des vorgeschribene Alter überstigen. Dan anstatt Ludovici Julii Suardi, den ich al hier 773 Na radiranem. | 445 1752 November bey der Stel ung nicht approbiret habe, weil er den ersten May 1744 gebohren und also heüt dato erst 8 Jahr und 6 Monath erreichet hat, folglich al zu jung ware. Abends war ich in Visit bey H. von Spiersch von ½ 8 biß 9 Uhr, wo ich den Heinrich Grafen von Aursperg angetroffen und gelassen habe. Spiersch erzehlte unter anderen, das Clagenfurt wenig über 5/m Seelen an Population habe und Karnten das ganze Land nur 60/m Seelen, welches nicht wahrscheinlich vorkomt. Er aber versicherte mich, dieses von dem Kopfsteyerregister zu wissen. Dan sagte er, das die Stadt Wienn pro contributionali jahrlich zahlt 200/m fl. und die übrige 18 Stadt und Marckt in ganz Nieder Osterreich eben soviel. [344] Das Handgrafenamt zu Wienn solle nun jahrlich bey eine Milion Gulden eintragen und sogestalten gegen vorigen Jahren um vielles gestigen. Die Population der Stadt Wienn und Vorstädte haltet er nicht über 140/m Seelen. Mein Gedancken wegen Außtrücknung des hiesigen Morast hat ihm wohlgefallen und habe ihm gleich bey meiner Zuhaußkunfft mein nach Hof untergegebenes votum communiciret. 1752 November 1. November. Vormittag habe mit meinem Hänßl dem H. von Uhris, Feldkriegscommissario, und seiner Gemählin ein Visit gegeben. Zu Mittag speiste ich mit m L. bey General Br. de Fin, wo auch H. von Spiersch, dan H. Uhris und seine Gemählin waren. Abends war ich mit m. L. bey denen PP. Discalziaten in der Todtenbruderschafftsandacht. M. L. aber war hernach bey der Thereßl Liechtenberg. 2. Vormittag war ich bey der Todtenbruderschafftsandacht bey denen Discalziaten. Zu Mittag speiste ich mit m. L. bey Br. Flachenfeld à 9 couverts. Da war H. und Frau von Hauß, Frl. Petteneg, Spiersch, der weltliche und der abbé Raab, Br. Posarelli, ego und m. L. Spiersch sagte unter andern, der Staattscanzler, derzeit Graf Ullefeld, [345] qua talis zur jährlichen Besoldung habe 40/m fl. und der Staatssecretarius, derzeit Br. Bartenstein, 16/m fl. Der Tabac-Appalto rendirt in allen osterreichischen Landen, alß Ober, Nieder und Inner Osterreich, 330/m fl. und er, Spiersch, glaubt, das diese Länder ad exemplum der böhmischen Lande solchen Appalto reluiren somit das freye commercium darmit procuriren sollen. Dem Grafen von Kauniz, unsern Bottschaffter zu Paris, hat der Hof vor den Einzug, um sich in allen debitè zu fourniren, 60/m fl. extra passirt und soviel hat er auch qua talis zur jahrlichen Besoldung. Flachenfeld erzehlte mir, das in leztabgewichenen 1751ten Jahr allein auß Karnten ins Crain eingeführet worden an Flachs 2.978 Centen, jeden nach seiner Qualität zu 12, 13 biß 14 ½ fl. gerechnet. Abends war bey mir vocatus der Buchhalter Marotti. Heüt in der Nacht ist H. von Nemezhoffen von Görz und Craüz hier retournirt mit seinem neveux Fränzl. Spiersch erzehlte mir auch, das die Kaiserin nun 112/m Mann regulirte Trouppen würklich auf den Beinen habe und also um 4/m mehr alß der vestgesezte Fuß ware. Dan seyn in Nied/er/land 30/m, in Italien 30/m, so da in allen macht 172/m Mann. Über diese seyn noch die Carlstadter, Warasdiner etc. [346] 3. Vormittag war bey mir P. Erberg, der Expeditor Köhler, Cancellist Schifferstein, der Comelli und Dionoro. Dan die Mariandl Widerkher, in welchen causa künfftigen Montag das consistorium zu Sittich gehalten werden wird. Spätter war bey mir Br. Flachenfeld von 6 Uhr biß nach 10. Unter andern raisonirten wir über einige hierlands mehrer bemittelte Famillien und fanden, das der Franzl Lamberg primum locum meritire und das sich sein jahrliche Einkünfften von 18 biß 20/m fl. belauffen därfften. Des Franz Liechtenberg Vermögen seye bey 200/m fl. et sic jährliche Einkunfften circa 10/m fl. Hingegen hat dieser mehrer Kinder, wo der vorige allein ist. Sigmund-Thurnischer-Erb hat Radtmannstorf so 7 biß 8/m fl. rendiret, dahingegen ist diese Herrschafft onerirt. Der Erb kan biß zu seiner Vogtbarkeit in ein 20 Jahren bey 80/m fl. ersparen und mit soviel sein Capital angiren und darauß ein alodium machen. Ignati Aursperg därffte auch bey 200/m fl. an Vermögen, dagegen aber auch schöne Schulden haben. Leopold-Lamberg-fidei commiss in capitali bey [– fl.].774 Landshauptmanseinkünfften bey [– fl.].775 Der 774 Prostor za vsoto. 775 Prostor za vsoto. 446 | 1752 November junge Wolckensperg nach seines Vatters und oncles Tod, wan beeder Vermögen zusammen komt bey [– fl.]776 [347] 4. Heüt gegen Mittag war ich mit meinem Hanßel bey Br. Valvasor, der sein Nahmenstag celebriret. Zu Mittag speiste bey unß Frl. von Rasp. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß nach 5 Uhr. Dan war bey mir der alte Seethall, unglücklicher Projectant. Bald nach 5 Uhr ist Br. Benjamin von seiner zu Radtmanstorff gehabten Commission allhier revertirt. 5. Vormittag war ich mit meinem Hanßel bey dem alten Widerkher, um ihn zu persuadiren, seinen jungen Sohn in die Militaracademie in der Neüstadt in Vorschlag zu bringen, wozu ich ihm bey der Stell helffen känte. Er aber bezeügte kein Lust und will ihn zu Hauß erhalten, welches ich nicht approbiren kan. Dan war ich bey dem Hölbling, das er ein neues Memorial vor seinen bereits vorgeschlagenen, aber nicht angenohmenen Sohn einbringen solte, welches er auch thun will und mir um die Erinnerung gedancket hat. Zu Mittag speiste m. L. bey dem General Br. de Fin. Abends war bey mir der Sohn des Br. Brigido, Candidat vor die Neüstädter Militaracademie und den der Geistliche Bevilaqua nach Wienn führt und Morgen per posta abreisen wird. Er heüst Johannes Wenzeslaus Josephus, natus den 9. Jenner 1741, alt ultima elapsi 11 〈Jahr〉 9 〈Monath〉 22 〈Täg〉. [348] Ich habe ihm auch das Certificat sogleich außfertigen lassen und versprochen, das ich ihm Morgen mein Mantl und einen Fußsack leichen wolle. Heüt Vormittag nach 11 Uhr ist der Rectificationsregistrator Kleé mit der Tochter des Fada, fürst-porzüschen Agenten, bey denen Discalziaten ehelig copuliret worden. Dan seyn sie zu der Sau-Brucken, wo sie ein Festin und Bal gehabt. 6. Vormittag war bey mir der junge Baron Brigido mit seinem conducteur abbé Bevilaqua, welche zu Mittag bey General Br. de Fin speisen und Nachmittag per Wienn verreisen werden. Bey mir war Ziegler in Amtsgeschäfften. Abends der junge Steinberg. M. L. befindet sich heüt nicht wohl und ist etwas früher zu Beth gegangen. 7. M. L. hat die vergangene Nacht nicht viel geruhet, hatte starcke Hiz und klagte, das sie in der Brust sticht. Um 10 Uhr hat sie heüt Vormittag auf gut Befund des Dr. Baronio auf dem rechten Arm zur Ader gelassen Bey mir war der Hölbling wegen seines Sohns Aloisii, um ihn in die neüstadt-wiennerische Militaracademie in Vorschlag zu bringen. Bey m. L. war die Gräfin von Schrottenbach und Frl. Prang, dan [349] meine 2 Frl. Schwagerinen und Schwager. Nachmittag gegen 6 Uhr hat sich m. L. wieder die Ader sprengen lassen und hat Vormittag bey 6 und Nachmittag eben soviel Unzen Blut gelassen, worauf sie sich bald besser befunden. Abends war bey mir der alte Widerkhern. 8. M. L. hatte die ganze Nacht Hiz, doch hat sie zimlich geschlaffen. An Leffzen ist ihro etwas außgefahren und scheinet in ein Catharfieber außbrechen zu wollen. Abends war bey mir Dionoro. Heüt morgens ist die alte Lena von H. Craüz wieder anhero gekomen und scheint nicht mehr dienen weder bey unß bleiben zu wollen. 9. Die vergangene Nacht hat m. L. etwas besser und ohne Hiz geschlaffen. Gegen den Morgen aber kam die Hiz wieder mit dem Kopfschmerzen und Stechen in der Brust. Sie nahm eine Clistier, die nichts operirte. Nachmittag war ihr etwas besser. Gegen Abend ließ die Hiz nach, die Kopfschmerzen aber continuirten und ist die künfftige Nacht zu erwarten, welche Gott gut geben und ihro zu vollkomenen Gesundheit verhelfen wolle. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12. Dan war ich bey Br. Taufferer, Crayshauptman, ihm zu gratuliren, das heüt in Rath [350] beschlossen worden, ihn abermahls unsern Rath frequentiren und bey fürwehrender Unpäßlichkeit des H. von Hofmanns in rectificatorio referiren zu lassen und das dieses dem Hof berichtlich angezeüget, auch gebetten werden, wie das er auch ferners hin den Rath solte frequentiren därffen. Zugleich machte ich ihm die Proposition, ob er meinen Sohn den Hänßl sich nicht adjungiren und in seinen 776 Prostor za vsoto. | 447 1752 November crayßamtliche Geschafften sich von ihm subleviren liessen. Da er sogestalten bey ihm practiciren wurde, ohne deswegen das Landrecht zu abbandoniren, welches er ganz gerne accordiret, sich auch allenthalben willfähig bezeüget hat, so das ich nächstens deswegen mit dem præside sprächen und allenfalls die ferere passus machen werde. Nachmittag war bey mir prê Castro von Triest. Dan der H. von Buseth mit seinem erst ex studio juridico von Wienn gekomenen Brudern. NB. Gester habe dem Franz Jamnig, des Nemezhoffen Schreiber, das vorhin von meinem Maxl bewohnte Zimer in Bestand verlassen und ihm zugleich den Schlüssel und somit den Possess gegeben gegen jährlichen 3 Species Ducaten Zinns. 10. Vergangene Nacht hat sich mein Liebste durchauß übel befunden mit [351] Stechen in der Brust, Brausen in Bauch, Kopfschmerzen, starcken Hiz und Alteration. Gegen 6 Uhr morgens hatte sie eine Öfnung des Leibs, nachdeme sie vielle Täg constipiret war und scheinet seithdeme allenthalben eine Linderung zu haben, wie dan der ordinarius zu baldiger Besserung alle gutte Hofnung gibt. Bey mir war Schifferstein und Cziesch mit einigen expediendis. Dan der abé Patuna nomine des Grafen von Gallenberg und der wieder zu ihm nach Sdusch gehet. Dan der Obristleüthnant Graf Broune en Visite. Dan die Widerkherin, welche mir erzehlte, das kraft den, den 7. hujus zu Sittich gefählten Consistorialurtl, sie noch 6 Monath mit ihrem Mann zu leben schuldig seye. Ist also abzuwarten, was künfftigen May weiters vorkomen und beschlossen werden wird. 11. Die vergangene Nacht hat sich mein Liebste nicht viel besser alß sonsten befunden. Morgens aber hatte sie eine starcken Evacuation per secessum, womit causa mali mercklichen gehoben worden, auch der Baronio darauß alles guttes urtheilet. Deme ungeacht hat sie heüt den ganzen Tag die Hiz und muß die ferere [352] Besserung erst von Gott gehoffet werden und wird die künfftige Nacht zeügen, was weiters zu thun seyn wird. Abends war bey mir der alte Widerkher. Ich aber hatte mit denen Expeditionen zu thun, weil præses sonder Zweiffel wieder auf der Jagd seyn wird. 12. Die vergangene Nacht hat, laider Gott, mein allerliebste Gemählin die Nacht wieder nicht gut passirt und fast alleweil delirirt. Wan aber ich sie um was gefragt, hat sie mir doch allemahl à propos ganz schön geantwortet. Sobald sie aber wieder still und ruhig war, ist sie wieder ausser sich gewest und öffters delirirt. Da wir nun gleich in ersten Jahren d‘accord waren und einander versprochen haben, wan einer auß unß beeden in eine bedenckliche Kranckheit verfielle, so solle der Gesundte den andern bel modo den christcatholischen Gebrauch nach zur Beicht und H. Communion disponiren. Sagte ihro also, das der P. Irmel S. J., ihr ordinari Beichtvatter, ihre Unpäßlichkeit vernohmen und anhero sich anzufragen geschickt hätte, ob er sie nicht heimsuchen därffte. Mein Liebstes, ohne deme allemahl from und andächtig gewestes Ehegespand, war ganz content. Und ich machte die [353] Disposition, schickte um P. Irmel, der auch gleich Nachmittag gekomen. Da mein Liebste zimlich gut und vollkomen bey sich selbsten ware, er wuste sie auch so zu disponiren, das sie ihme bald gebeichtet hat. Ich wollte sie auch gleich mit dem H. Sacrament der Communion versehen lassen. Dahingegen fande P. Irmel keine Noth und glaubte, das dieses Morgen geschehen könte. Die medici fanden auch keine Gefahr, mithin ist dieses auf Morgen differiret worden. Ich redete öffters mit den medicis und der ordinarius in specie fande alle simptomata gut, fande kein Gefahr. Jedoch wuste mir niemand zu sagen, was ihro eigentlich seye. Ach Gott! Ich entdeckte ihnen meine Mainung und das ich glaube, sie habe ein Apostem in der Brust, indeme ich der alle die Nacht beständig bey ihr bin und sie in allen bediene und alles observire, das beständige mehr und weniger Groseln in Halß vor nichtes anderes alß vor ein Aposten in der Brust halten kan. Die medici schinen mir nicht zu wissen, woran sie seyn. Ach Gott, dein Hilf ist mir nöthig, gebe m. L. die künfftige Nacht gut und den morgigen Tag besser! [354] 13. Die vergangene Nacht, laider Gott, ware mein englische allerliebste Gemählin abermahls in stetten Delirium und das Groseln in Halß wolte nicht annehmen. Ich habe ihr öffters ein Schallerle The gegeben und wan ich sie was fragte, antwortete sie allemahl ganz gescheid, beklagte sich wider kein Schmerzen, nur das Groseln in Halß war ihro incomod und beschährlich und hinderte sie im Ruhen und Schlaffen. Ach Gott, allmachtiger himlischer Vatter, was wird das werden? Ach Gott, hilf mir in dieser meiner Noth und aussersten Betrübnus! Ach englische Gemählin, wan du doch nur dieses mein Tagbuch einmahl lesen käntest! Ach Gott, stehe mir bey, verlasse mich nicht, erhalte mir mein allerliebster Ehegespandl, mein einzigen Trost, mein Vermögen, mein Alles in dieser Welt! 448 | 1752 November Morgens hat mein englisches Ehehespandl die Hl. Communion sowohl alß die lezte Oelung empfangen. Aber ach! Sie war sich nicht vollkomen gegenwärtig, doch bezeügte sie ihre gewährliche Andacht und empfienge die H. Communion ganz leicht, alß wan sie vollig bey sich selbsten wäre. Die medici fiellen meiner gestrigen Mainung bey, das sie nehmblich ein Apostem in der Brust haben müsse. [355] Ich sagte ihnen, das sie sich in ihrer Chur sicher darnach richten sollen. Ich schickte meinen Hänßl zum famosen Wertenpreiß medico, ihn zu consultiren. Schickte mir auch eine Tinctur, womit ich m. L. an der Brust schmiren solte mit Versicherung, das diese den Apostem eben so durchstecken wird, alß wan es mit einer goldenen Nadl durchgestochen777 wurde. Ich applicirte solche gleich, fande es aber ohne Effect. Mein Hänßl gieng abermahls zu Wertenpreiß, ihme den statum morbi zu beschreiben und meo nomine zu befragen, ob und wie ich ihro ein meringanga, auf welche er sehr viel haltet und ich solche noch auß Lisabon mitgebracht habe, eingeben känte? Werthenpreiß gabe alle Außkunfft und rathete ihro die meringanga einzugeben. Mein Hanßl war selbsten darmit in der Apotecken und wurden einige Pilulen in seiner Gegenwarth darauß præparirt. Vormittag noch habe ihro auf wohl Befund des Baronio auf ihre beede englische Handlein und Fusserlein 4 Visicatorien appliciren lassen, wozu sie sich ganz willig und gedultig bezeüget, auch mehrentheils ganz gescheid, obschon wenig [356] geredet und gesagt hat, warum man ihr die Visicatorien so spatt applicire und solches nicht schon vorhero gethan hat. Da si mehrentheils bey sich selbst war, sagte sie einmahl zur Camerjungfer: »Mir ist zu Sterben oder auf einem Baal zu gehen. Ein Ding, ich habe einen gescheiten Mann, er wird schon wissen, die Kinder zu besorgen und allen recht zu thuen.« Ach Gott, was war das vor ein Herzenstosß vor mich, da mir die Nandl dieses erzehlte. Ach, allmachtiger Gott, erhalte mir mein englisches Ehegespandt, behütte mich vor der grösten Betrübnuss, die mich in dieser Welt tröffen känt! Ach Gott, so offt ich wieder ins Zimer kam, waren ihre englische Augerlein auf mich gericht und ich wuste vor Betrubnus nicht, was ich thun solte. Ich habe öffters unter ihr englisches Leiberle frische Waasch unterlagt, weil sie die vim retentivam verlohren und aufzustehen nicht Stand war. Und ich selbsten wolte alles besorgen, ob mich schon meine Amtsgeschafften auch offters in mein Zimer ruffen. Ach Gott, die Nacht nähert sich! Du bist der einzige, der helffen kan. All menschliche Hilf scheinet mir unzulanglich, krafftloß und vergeblich. [357] Abends hat der chyrurgus Fanton die visicatoria überpunden, die gut gezohen haben und die medici fanden noch immer alle simptomata gut. Ach Gott, stärcke mich und tröste mich mit einer gutten Nacht! Mein Schwager bleibt nebst meiner bey ihro und die Camerjungfer. Ach! 14. Die vergangene Nacht hat mein Allerliebste gleich denen vorigen in beständigen delirio passirt. Wan sie aber etwas befragt worden, gabe sie ganz gescheid und gelassen die Antwort. A propos: das Graüseln im Halß wurde etwas stärcker. Ich fragte sie, ob nicht ein meringanga (die ihr auch bekant war) einnehmen möchte. Dr. Wertenpreiß habe sie gerathen, der Baronio und der protomedicus Weber auch approbirt, sie bestunde in 3 Pilule. Sie gab mir ganz schön zur Antwort, das sie alles gerne nehmen wolle. Ich gabe ihro die 3 Pilule einen nach den anderen und sie nahme solche leicht und gerne und gabe ihr noch ein wenig The darauf. Dieses war gegen 4 Uhr nach Mitternacht. Darauf kam ihr ein Schlaf an und wir liessen sie ruhen, jedoch das Graüseln in Halß continuiret beständig. Ach Gott! [358] Ich habe nächst ihr auf ein Sesßl ein wenig eingeschlumert und auf der anderen Seiten mein Schwager. Indessen war mein Hänßl auf der Wache. Gegen 6 Uhr fieng das Graüseln im Halß unmercksam aufzuhören und der Hänßl ruffe mich und sagte: »Mama wäre ganz still worden!« Er wuste nicht, ob es gut oder übel seye. Ach Gott! Ich umarmete mein englischer Herz und bemerckte, das sie den lezten Athmen geschepffet und zu respiriren aufgehort hat, ohne das mündeste Zeüchen weder mit dem Mund noch mit denen Händen zu geben, somit ihren Geist unmercksam aufgegeben und zu leben aufgehoret hat. 777 D popravljen | 449 1752 November Ach Gott, wie geschicht es mir? Ach, englische Gemählin! Ach allerliebste Weiberle! Ach aussewahltes Ehegespändl! Hast du dan in meinen Armen dein Geist aufgeben! Ach Allerliebste, vor 8 Tagen frisch und gesund und nun in meinen Armen tod! Ach Gott, stehe mir bey! Ich derküste mein noch ganz wahrmer, aber ach, entseeltes Eheengerle! Ich druckte es an mein ihro jederzeit getreüestes Herz. Aber ach! Mein Herz, meine Augen, meine Sinnen und alles war mir erstart. Ich wuste mir weder zu rathen noch zu helffen. Ach Gott, alles hab ich verlohren. Der Verlust ist vor mich unschazbar, meines Laids und [359] Betrübens sieh ich kein End. Ach Allerliebste, Gott hat es gefallen, dich mein Engl mir auß denen Armen, nicht aber auß den Herzen zu nehmen. In meinem Herzen wirst du beständig sey. Dein Gedächtnus wird darinen unaufhörlich grünen, dein Schatten und alles, was mich an dich mahnen wird, werde ich ohn Unterlaß verehren. Ach Engl, dein Angedencken wird jederzeit lebhafft vor meinen Aügen und in meinem Herzen! Ach Gott, meine Wunden ist unhailbar, meine haüffeste Thranen werden zu fliessen niemahls aüfhoren! Mein Jamern, Seüffzen und Beweheklagen muß biß zu dir gelangen. Mein Thun und Lassen, mein Tritt und Schritt werden dich, mein Herz, mein Schaz, mein Alles, meiner beständigen Treüe, Hochachtung und Verehrung versichern! Ach Gott, was habe ich erlebet, was vor ein Betrübt und betrübtester Tag ist der heütige vor mich! Ach, inniglich und auf das zartlichste geliebte Gemählin, wo bist du? Wie gehet es dir? Ach Gott, ich wolte, ich wäre bey dir, wo du bist, kan nicht anders alß alles gut seyn. From, tugendhafft, exemplarisch hast jederzeit gelebt und Gott hat dich mit dem Himel belohnt. Ach englische Gemahlin, alle meine Sinnen seyn bey dir. Ich weiß nicht, wie mein Feder schreibet. [360] Ach du mein englische, von Gott ausserwahlte und mir alß ein himlisches Præsent geschenckte herzallerliebste Gemählin, zärtlichste Mutter, verehrungswürdigste Dame! Mein empfündlichste Betrübnus, mein allzufrische Wunden, mein verwürrtes Gemüth, mein befürste Seele sezen mich ausser Stand, diesen so unverhofften alß schmerzlichsten und unschazbaren Verlust an heüt genugsam zu beweinen, zu bejamern und zu beweheklagen. Mein noch übrige kurze Lebenszeit wird darzu nicht zu länglich seyn, jenes an Tag zu legen, was diese meine unvergleichliche, vollkomene und herzallerliebste Gemahlin ihrer fürtrefflichst, außnehmend und verehrüngswurdigsten Eigenschafften wegen meritiret und was ich ihro und ihren venerablen Angedencken schuldig bin. Indessen: Deus dedit. Deus accepit. Deus iterum et in æternum dabit. Sit nomen Domini benedictum, amen. Dieses ist alles, was mir in tieffester Demuth und Ergebenheit, auch sicherster Hofnung zu dencken und zu sagen übrig ist. Mein Bestandsinhaberin, die gutthätige Frau von Nemezhoffen, hat die christliche mitleidige Lieb vor mich gehabt und in mein Quartier ein so anderes besorget. Um 8 Uhr Vormittag habe ich auf [361] ihr Persuasion zur Ader und auf dem rechten Arm 4 Unzen circa Blut gelassen. Ach Gott, das heillet meine Wunden nicht! Um 9 Uhr Vormittag war mein englisches Ehegespändl bereits exponirt und zwar in ihren grossen Zimer so sauber, alß es erlaubt ist. An dene 2 Seiten und vornher waren 6 grosse Waxfackeln und entremelirte 8 grosse Kerzen auf hochen silbernen Leichtern mit dem übrigen gewohnlichen und distinguirten Aparatn. Auf dem 3ten Etage lage mein ausserwähltes Eheengerle in der Kleidung St. Ursulæ, welche ihr von dem Tod unalterirte Annehmlichkeit ihres schönen Angesichts relevirtet hat. Der Zulauf von Adl, mittern und gemeinen, war so groß, das es durchauß biß in die spatten Nacht immer ged-rengig war. Gleich bey erster Exponirung um Mittag und abends habe ich ihr angenehmstes Gesichtl und englische Händlein derküst und mit meinen ihro schuldigen Thränen benezt. Ach Gott, in was vor einen betrübtesten Stand hat es dir gefallen, mich zu sezen! Ach Gott, erbahrme dich meiner, ach Allerliebste, dencke auf mich, wo du bist! Ich werde auf dich zu dencken und dich und dein Verlust zu beweinen und zu bejamern niemals unterlassen. Ach Gott, was ist das vor eine unverhoffte [362] und aller betrübteste Veranderung in meinem Hauß! Wo bist du mein Engl, mein Herz, mein Alles, mein Freüd, mein Trost? Mein Vergnügen hat nun ein End in dieser Welt. Nun abends habe mir mein Liger statt in meiner Biblioteck auf dem Boden gericht und mein Hanßl wird nächst mir ligen. Ach Gott, erbarme dich meiner! 450 | 1752 November 15. Die vergangene Nacht habe mit Weinen, Jammern und Seüfzen zugebracht. Gott seye es geklagt! Heüt ist alles gebliben in dem Stand, wie gester. Morgens Mittag und abends habe mein englisches Ehegespandl von Herzen derküst und ihro meine Zecher geopfert. Spätter habe ihr schones Angesicht von dem Künstler Albert in Gips abdrucken lassen, um ihr Angedencken desto lebhaffter zu erhalten und ihre Bildnus die noch übrige Zeit meines Lebens zu verehren. Ach, betrübtester Trost! Ach, schmerzhaffte Überzeügung in meinem Leben keinen anderen hoffen zu känen! Ach Gott, die Ansicht meines Nachtlagers machet mich weinen und jamern. Alles was mir in die Augen fahlt, betrübet mich. Der gestrige Tag war der betrübteste in meinem Leben. Der heütige ist die betrubte Folge [363] des gestrigen und es schauret mich auf den morgigen zu gedencken. Ach fatale Zeiten, ach betrübte Umstände! Mein Hänßl macht mir Geselschafft in meinem laidvollen und bedaures würdigsten Stand. Ach Gott, stehe mir bey, verlasse mich nicht! Meine Sinnen seyn krafft- und würckungsloß. 16. Betrübte Nacht, betrübtester Tag. Die Augen werden nicht trucken, das Herz weinet in mir. Mein erstes ist mein englische Gemählin, mein allerliebstes Weiberle, mein ausserwähltes Ehegespandl von Herzen zu derpusserlen und ihro meine Thränen, mein Seüfzen, mein Jamern und mein Beweheklagen zu opfern. Ach, allerliebstes Herz! Die Veranstaltung wird gemacht, dich mein Kopfbarsten Schaz, auß dem Hauß zu tragen. Ach, wehe mir! Der P. Irmel S. J. alß meines Eheengls Beichtvatter kam zu mir in dessen stellte sich alles in die Ordnung. Circa ½ 11 Uhr Vormittag, da man meins englisches Herz und herzigstes allerliebstes Ehegespandl vor das Hauß brachte, wurffe eine betrübte Militarmusic mit überdeckten Feldspiel auf Veranstaltung des gegenüberwohnenden General Br. de Fin intoniret. Die ersten in Gang waren die auß dem Armenhauß mit vorgetragenen Kreüz, baarweiß bestehend in 39 Personen: [364] auß dem kaiserlichen Spittal No. 8; von der Discalziaten-Todtenbruderschafft, wo mein Allerliebste auch einverleibt war, in Bruderschafftkleidung samt ein par Discalziaten No. 28; PP. Augustiner, wo mein Eheherzl bestattet ist, 12; PP. Franciscaner 30; Singer 3; Petriner von der Domkirchen 30; vicarius generalis Perr alß Stadtpfarer. Dan die Todtenpar, die von 8 Personen getragen worden mit angehaffteten doppelten Wappen. An beeden Seiten 6 Windlichttrager, gleichfalls mit angehefften mein und meiner Allerliebsten Wappen. Dan gieng ich, ach Gott, mit meinem Sohn Johannes in tieffester Klag. Nach meiner, Br. Benjamin von Erberg, meiner Allerliebsten oncle. Dan Br. Wolf Daniel und Br. Ferdinand von Erberg, meiner allerliebsten Gebrüder. Dan H. von Buset, meiner niece der Cillerle Gemahl. Dan Br. Ignati von Apfaltrer. Alle in der Klag. Dan Br. Schmitthoffen. Von Dames in der Klag war die Bssa. Gall, gebohrne Schärffenberg, Frl. Rettel, meiner Allerliebsten ihr Schwester, Frl. Lenerle Hallerstein, mein niece die Busetin. Dan von dem hierlandsligenden general-brounischen Regiment der Obrister Br. Unruhe, Obristleüthnant Graf Broune, [365] Obristwachmeister H. von Preyß und andere allhier befindliche HH. Officiers, an der Zahl circa 17. Dan Mad. Nemezhofen, Mad. Marotti, Mad. Wolwiz und viel andere en troupeau. Ach Gott, ich weß nicht, wie mich die Füß getragen haben, mein so allerliebstes englisches Gespändl zur Grabstatt zu begleiten, um es in dieser Welt niemer mehr zu sehen. In der Kürchen bey denen PP. Augustinern vor dem Spittalthor war das Hocheamt musicalis abgesungen, bey jeden Altar 2 Hl. Messen gelesen und dan war dieses mein Engerle in die br.-erbergische Grufft bey St. Monica-Altar bestattet. Und ich gieng völlig zur Grufft, um zu sehen, wo sie placiret worden. Da ich ihro dan ohne End meine haüsseste Thränen und Seüffzen nachgeschicket habe, auch darmit zu continuiren, in meinem Leben nicht aufhören werde. In der Kürchen waren sehr vielle Cavaliers und Dames und ich retournirte zu Hauß mit meiner Compagnie um Mittag, da alles ein Ende hatte. Das Außleiten waren in allen Kirchen, alß den 14. um Mittagszeit, den 15. eben also, heüt aber frühe morgens einmahl, spatter das zweytemahl und wehrender Tragung der englischen Leich das drittemahl, in allen Kürchen und mit allen Glocken. Und dieses war alles, was ich habe [366] krafft lezter Vorschrifft und pragmatique von Hof thun därffen. Sonsten aber was ich auch hätte thuen darffen und känen, wäre alles weit unzulanglich weder meiner Betrübnüs weder den Meriten meines englischen allerliebsten Ehegespändls, ein Genügen zu leisten. | 451 1752 November An die Todtenbahre habe eine Inscription oder den Nahmen meines Eheherzls auf weiß Blech mit schwarzen Buchstaben an Fuß der Bahre anschlagen lassen, um solche von anderen zu distinguiren und zu kennen, wie al es suo loco et tempore besser vermercken werde, massen mir diese betrübteste778 Täge und meine unbeschreibliche Consternation und allzuverwundetes Herz zu thuen nicht gestattet. Ach Gott, erbarme dich meiner! 17. Heüt Vormittag um 10 Uhr war ich bey denen Exequien nach meinem englischen Schaz, allerliebsten Ehegespandl mit meinem Hänßl. Da war ein musicalisches Amt und soviel H. Messen alß inzwischen bey allen Altern gelesen werden konten. Das Amt hielte m. Schwager Br. Ferdinand, Pfarrer zu Morautsch. Dabey war auch Br. Benjamin, Br. Wolf Daniel, Frl. Rettel und Frl. Lenerle Hallerstein. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß gegen 8 Uhr. Dan führte den Aursperg zur Thurnin [367] und den Spiersch zum Wildem Mann. Abends nahme ich ein The in Compagnie des Br. Benj/ami/n. 18. Heüt war ich das zweytemahl bey denen Exequien. Nachmittag war bey mir P. Joseph Luckantschitsch, Capuciner. Abends war ich mit meinem Hansel bey meinem Schwagern und Schwägerinen. 19. Vormittag war ich bey P. Irmel S. J. bey der Beicht und habe ihn vor künfftig von darumen vor meinen bestan-digen Beichtvatter erwahlt, weil er auch meiner Allerliebsten Beichtvatter gewesen. Und ich will Morgen unter denen Exequien die H. Comunion empfangen. Dan war ich mit m. Hanßl bey der jungen Bssa. Gall, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. Nachmittag war bey mir P. Mäster et P. Erberg S. J., dan Br. Flachenfeld und spatter Br. Benj/ami/n. 20. Vormittag war ich das drittemahl bey denen Exequien nach meiner ausserwählten iniglich geliebsten Gemahlin und habe ich und mein Hänßl bey H. Monica-Altar so mit auf der Grufft meines englischen Eheschaz und meinem Schwager Br. Ferdinand die H. Comunion empfangen und meine Andacht meiner auf das zartlichste geliebten Gemählin aufgeopfert. Nachmittag war bey mir Joseph Br. Mordaxt [368] dessen Gemählin, gebohrne Bssa. von Hallerstein, sich nun mit einer Frl. in 6-Wochen befindet. Bey mir war Ziegler in Amtsgeschäfften. Heüt habe also ein End die ausserliche Ceremonial-Kürchen-Betrübnüs. Mein Herz aber wird solche innerlich Lebenslang beybehalten und wird des tödtliche Wunden lediglich durch den Tod gehailet und meine Aufführung wird auch aüsserlich an Tag geben, wie empfindlich mir der zeitliche Verlust meiner allerliebsten Ehegespandts innerlich ankomet. Ach Gott, wie lähr und trostloß ist nun mein Hauß. Ich suche vergebens über alle779 dasjenige, was mich vollkomen vergnüget, was alles belebet und bewehrtet hat. Alles, waß ich ansehe, scheinen mir lauter nulla zu seyn; die Zahl, die allen den Werth gegeben, ist nicht mehr da. Ach grosser Gott! Ach allerliebste Gemählin, englisches Ehegespandl, ach, was vor eine Betrübnus habe ich erlebet! Du mein Engl warest mein Leben, mein einzige Freüd, mein Vergnügen und mein alles. Wie werde ich nun ohne dich? Mein allerschäzlenrestes Herz werde ich ohne Aufhören beweinen, dein unersezlichen Verlust werde ich bejamern, beseüffzen und beweheklagen. Und dieser [369] wird der einzige, obschon betrübtester Trost, der mir übrig bleibet, dieses wird meine Unterhaltung biß zu meinem Lebensende. Ach, wohl schmerzhafft und betrübtester Trost! Jedoch bitte ich Gott, das er mir in dieser Welt keinen anderen gebe, dan allein die Hofnung, dich mein Herz, mein Engl, mein alles, dermahl einst wieder und auf ewig zu überkomen. Dieses ist mein einziger Wunsch, amen. Ich werde mich mit meinem allerliebsten Ehegespandl in diesem meinen Tagbuch öffters unterhalten und ein so anderes bemercken, was mir mein allzu consternirt und betrübtes Gemuth dermahlen nicht zulasset. Dein Angedencken, Allerliebste, wird in mir niemahls verwelchen. Es wird und muß solches bestandig grünen biß zu meinem Grab. Meine und deine Kinder müssen deine verehrungswürdigste Gedächtnus an ihre Posterität fort und fort kommen lassen und die Lieb, die ich zu dir getragen, annoch trage und bestandig tragen werde, soll ihnen nicht unbekant bleiben. Gott, lasse dich alle himliche Freüden genüssen, mich aber dich, mein englische Gemählin, Zeit meines Lebens beweinen. 21. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 4 Uhr und H. Spiersch hat sich entschlossen, Morgen frühe nach Görz 778 Orig. betrübtesten, a je bil -n prečrtan. 779 Popravljeno iz al ens 452 | 1752 November und Gradisca abzureisen [370] in compagnia des Br. Taufferer, Craißhauptmans, um in Rectificationsweesen die erforderliche Information einzuhollen. Dan war ich bey gedachtem Br. Taufferer, ihme Glück auf die Raiß zu wünschen. 22. Vormittag war bey mir der krancke Rasp von molkischen Regiment. Nachmittag der Lackirer, dem ich seinen Conto saldiret habe. Dan Br. Ferdinand, mein Schwager, der Morgen nach Morautsch retourniret. Dan der Dionoro, der auch Morgen nach Gradisca verreist. Dan fahrte mit meinem Hanßl spaziren. Spatter waren bey mir in Visite der General Br. de Fin und Sigm/und/ Graf Gallenberg. 23. Vormittag war ich bey meinem Schwigervattern Franz Michael Freyherr von Erberg, bey m. Schwagern und Schwagerinen und machte lezten ein Præsent von meinem Wagen oder Stadtschwimer, weil ich eines theils in meinem betrübten Witwerstand Pferd und Wagen nicht mehr halten, anderntheils aber nicht haben will, das an dem Plaz, wo mein allerliebste und alles angedenckenswürdigste und englische Gemählin gesessen, jemand frembdes sizen sollte. Dan war ich bey denen Discalziaten bey denen Exequien, welche die Todtenbruderschafft nach meiner Allerliebsten [371] alß gewesten effectivum Mitschwester haltet. Nachmittag war bey mir der Zoiß. 24. Vormittag war ich wie gester bey denen PP. Discalziaten bey denen Exequien nach meiner ausserwahlten Allerliebsten. Der würdigstes Angedencken bestandig in meinem ihre jederzeit treüegewesten Herzen blühet und welche ich noch alleweil mit trännenden Augen und Herzen überall vergebens suche. Ach Gott, allerliebste Ehegespandl, wo bist du? Wie gehet es dir? Mir kan es in dieser Welt niemahls mehr gut gehen: dich verlohrn, alles verlohren. Nachmittag war bey mir mein Schwägerin Frl. Fränzl, mit der ich mich von meiner allerliebsten Gemählin unterhalten habe. Abends war bey mir der alte Widerkher. 25. Vormittag war ich bey denen Discalziaten das drit- und lezenmahl, bey denen von der Todtenbruderschafft nach meiner herzallerliebstene ausserwählten Gemählin gehaltenen Exequien. Ach, englisches Ehegespändl! Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 ¼. 26. Vormittag war ich mit meinem Hänßl bey denen Jesuiten bey der Mesß und Bredig. Nachmittag war bey mir Max Taufferer mit dem Grafen Rasp. Dan abbé Koprivnig, ein außgesprungener Jesuiter. Item der Buchhalter Novack in Amtsgeschäfften. Dan war ich mit mein Hänßl, der mich [372] in allen, besonders in dem Haußwesen und oeconomie fleisig subleviret, bey den PP. Augustinern, wo ich dem P. Prior und Sacristan die Funeralunkösten nach meinem englischen Eheherzl laut suo loco ihren Conto 87 fl. 27 kr. bezahlt und über diese noch dem Sacristan 4 fl. 10 kr. geschenckt habe. Ach, betrübtes Angedencken! Dan war ich mit m. Hänßl bey meinen Schwägerinen, mein allerliebste englische Gemählin zu beweinen. 27. Nachmittag waren bey mir die Discalziaten, denen ich vor 30 vor mein iniglich geliebtestes Ehegespandl gelesene780 Messen 10 fl. bezahlet habe. Dan der Helbling mit dem Condolenzcompliment. Vormittag war bey mir die Trezzin mit dem abbé Castro. Dan der alte Widerkher. 28. Vormittag war bey mir P. Prior von Discalziaten. Dan der Polack, hiesiges Bischofs Rendmeister, der mir à Conto der vor den Fürsten von Wienn providirten Öffen 3/c fl. bezahlet hat. Nachmittag bin ich mit meinem Hänßl spaziren gefahren. Dan war bey mir mein Schwägerin Frl. Fränzl, die ich sodan nach Hauß geführet habe. Gester habe der Gräfin Du Valles a Conto ihrer Ende Jenner künfftiges Jahrs verfallender Hofpension 20 fl. vorgestreckt. Und [373] weil mein gutthätige allerliebste Gemählin diese Dame immer succurriret hat, will auch sogestalten continuiren. 29. Vormittag war bey mir P. Prior von Augustinern. Nachmittag der Dinzl mit seiner Gemählin, meiner niece, gebohrne Br. von Kuschland. Spätter Mad. Buseth, 780 l popravljen iz s | 453 1752 December auch meine niece, gebohrne von Utschan, die mit ihrem Gemahl künfftige Wochen nach Graz verreiset, die Erbschafft nach dem Ant/on/ von Utschan abzuhollen. Heüt um 3 Uhr vortags ist allhier gestorben die alte Bssa. von Apfaltrer, gebohrne Dinzl, an der Windwasser-sucht. Und ist in Zigen gelegen seit gester abends von ½ 10 Uhr. Kranck aber war sie von 24. passatto her. Sie war gebohrn den 15. April 1677, war also alt 75 Jahr, 7 Monath und 14 Täg. 30. Vormittag war bey mir Br. Max Erberg, dan die Widerkherin, mein niece, et der prê Castro. Nachmittag Heinrich Aursperg und abends der junge Widerkher. Um 5 ½ Uhr. Nachmittag ist die gester verstorbene Bssa. von Apfaltrer zu denen PP. Augustinern in die dinzlische Grufft, somit nächst der Grab, wo mein Eheengl ruhet, begraben worden. Ich und mein Hänßl seyn auch mit der Leich in Klagmanteln. Dan war ich in Visite bey General Br. de Fin und spätter bey H. von Hofmann. [374] Gester habe meiner allerliebwertesten Gemählin ihren Bedienten Carl seines Dienstes entlassen und nebst Beylassung der Livré die völlige Jahrs Besoldung biß 16. Marzi künfftiges Jahrs bezahlt, damit er sich dieser seiner verehrungswürdigsten Dame und Frauen, meines englischen Schazes, in seinem Gebeth erinneret. Was ich sonst noch alles gethan und was in ein so anderen fürgegangen werde successive und wan mein Gemüth etwas ruhiger seyn, wird bemercken. Indessen hat diese vor mich so betrübt alß unglücklich geweste Monath sein Ende ereicht. 1752 December 1. December. Vormittag war bey mir der junge Julius Franciscus Graf von Strassoldo, Gaspari Lucretii Sohn, gebohrn den 19. Jenner 1741 und also mit Ende Octobris lezthin alt 11 Jahr, 9 Monath, 22 Täg. Dieser ist in die Neüstädter Militaracademie aufgenohmen worden, hingegen vorhero von darumen nicht anhero gekomen, weil er krank gewesen. Ich habe ihm sogleich das gewöhnliche Certificat außfertigen lassen und seinem Conductor dem Locatelli samt dem, mir von Giulio Grafen von Strassoldo überschickten Taufschein behändiget und ist eben heüt weiters nach Wienn abgereist. NB. Gedachtem Locatelli habe ich auch ein rouleau vor meinen in Collegio Theresiano befindlichen Sohn Max behändiget. Darinen befinden sich seine, von dem [375] Hänßl anverlangte Schrifften, denen ich ein Par weiß und ein Par schwarz seidene neue Strümpf beygeleget habe. Dan war bey mir der Fiscal von Merzenhaim wegen der Trezzin. Nachmittag war bey mir die Widerkherin. 2. Vormittag war bey mir prê Castro nomine der Trezzin. Dan P. Master, Jesuiter, mich in die Andacht und zum Mittagessen auf dem morgigen Tag einzuladen nebst meinen Hanßl. Dan Dr. Modesti wegen des Capitul zu Cividal. Dan der Mahler Alberth. Nachmittag Br. Gallenfels, der gerne ein Quartier in meinem Hauß hätte mit seiner Frau Mutter, gebohrne Paradeiserin und übrigen von der Famille. Dan der Lackirer [–],781 Hauptman Smit,782 da ich nicht zu Hauß war. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 9 Uhr spatt. Kurz bevor ich in Rath gegangen, fande mein Hänßl ein Testament von eigener englischen Hand meiner allerliebsten Gemählin, de dato Laybach den 30ten September 1731, welches aber wegen denen seit selber Zeit sich geänderten Umständen ungültig seyn därffte. Indessen ist doch darauß genugsam zu ersehen ihre Fromkeit, ihr guttes Gemüth gegen mir, die Lieb vor unser [376] Kindern, das Angedencken vor die Armen und Nothdürfftige etc., welch ihre außnehmenden Tugend der Höchste ewiglich belohnen wolle. 3. Vormittag suchte mit meinem Hanßl den Hauptman Smit, der Morgen mit 60 Mann und 2 Officiers nach Franckfurt am Mayn auf die Werbung abmarchiren wird. Vorhero zeügte ich das gester gefundene Testament meiner allerliebsten Gemahlin dem Benj/ami/n Br. von Erberg. Dan waren wir bey meinen Schwägerinen. Nachmittag war bey mir der Ant/on/ Widerkher, der Morgen mit seiner Gemahlin, meiner niece, nach Klein Lack retournirt. 4. Vormittag war ich in der Kirchen bey den Jesuiten mit m. Hänßl, dan bey meinen Schwagerinen. Nachmittag bin ich mit m. Micherle spaziren gefahren. 781 Prostor za ime. 782 Pred tem prečrtano Schm 454 | 1752 December M. Hänßl speiste auf Mittag bey den Jesuiten. Abends war bey mir die Widerkherin, m. niece, die Morgen mit ihrem Mann nach Klein Lack verreist. Bey mir waren auch 2 Augustinern, die mir das Bruderschafftzettel brachten, die Stund nach meiner gottseeligen allerliebsten und allesandenckenswürdigsten Gemählin zu betten und diese ist den 14. November von 5 biß 6 morgens, da just mein englisches Herzl laider Gott mich in [377] dieser Welt ein vor allemahl verlassen hat. Heüt habe das den 2ten dieses casualiter gefundene Testament meines geliebtesten Ehegespandls dem Br. Wolf Daniel, meinem Schwagern, communicirt, um seine Meinung darüber zu vernohmen. 5. Heüt habe mit dem Tischler accordirt per eine Nußholzen-doppelte-Scatul auf mein grossen Schreibtisch anzuschrauffen per 5 fl.; muß völlig von Nußholz, auch mit eben solchen Flader fleissig fourniret seyn. Dan war bey mir Nemezhoffen, der mir ein Par weiß seidene Strümpf brachte, die ich vor meinen Maxl bestellet hatte. Zugleich gabe er mir eine Gelegenheit an die Hand, mit welcher ich ihme solche gleich schicken könte und zwar mit einem Cameralofficianten, der nach Wienn retourniret. Bey mir war Br. Zetschker von Gurgfeld, dan der junge Br. Apfaltrer, Ignatii filius. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7. Dan fande ich bey mir Mad. Buset, meine niece, die Morgen mit ihrem Mann nach Gräz verreiset, die Erbschafft nach dem An/ton/ von Utschan abzuhollen. Heüt habe dem Herberstein vorgetragen, ob er erlauben möchte, meinen Sohn Hänßl, unpræjudicirlich seinem dermahligen Amt alß Landrechtsrath bey dem Craißhauptman Br. von Taufferer [378] zu practiciren, welches er nicht allein sogleich accordiret, sondern auch diese Resolution approbiret und belobet hat, auch versprochen, sogleich mit Br. Taufferer spröchen und ihme meinen Hanßl bestens anbefehlen zu wollen. 6. Vormittag war bey mir der Fieremberg, der eine Br. Kuschland zur Ehe hat. Er kam von Viertl Cilly. Nach der Mesß war ich mit meinem Hänßl bey meinen Schwägerinen, wo ingleich zu Hauß alles auf mein allerliebste Ausserwählte mahnet und mein Wunden auffrischet. Gegen Abend war bey mir meine Schwagerin die Frl. Fränzl mit meinem Hainerle. Dan war ich bey dem Busetischen, die Morgen fruhe nach Gräz verreisen. 7. Vormittag war bey mir Ziegler mit dem Concept einer Verordnung auf den Landschafftsverordnete. Dan der Schifferstein mit einer Expedition. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6. Dan bey meinen Schwägerinen, um meine gerechteste Betrübnus zu erneüeren. 8. Vormittag gieng ich mit mein Hanßl spaziren. Nachmittag war bey mir P. Erberg S. J. Abends war ich bey meinen Frl. Schwägerinen. Heüt Nachmittag war die gewohnliche Procession, die die Landschafft zu halten pflegt von der [379] Domkirchen zu Unser Lieben Frauen-Saul bey denen Jesuiten und wieder zuruck. Mein Hänßl ist auch mitgangen. 9. Vormittag hielten die Landstande einen Außschusß in Betröf Verkauf des Raißgejaider. Nachmittag war ich in der Conferenz, wo in obiger Angelegenheit die standische Deputirte bey der Repræsentation erschunen von 4 biß 6. Dan war ich bey meinen Schwagerinen von 6 biß 7, mich von meiner gottseeligen Allerliebsten zu unterhalten und ihro öffters meine bittern Thrönen zu opfern. 10. Vormittag war ich bey der Mesß und Bredig bey den Jesuiten. Nachmittag war bey mir Flachenfeld ex comissione Gr. Cotheck, Information wegen maylandischen Salzpro-vidirung einzuhollen. Dan die Frl. Franzl und Rettel. 11. Vormittag war bey mir Nemizhoffen. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 8 Uhr. Dan war bey mir der Niederbacher, der heüt nachts mit Gr. Heinrich Aursperg nach Graz verreiset und nach dem Neuen Jahr bald wieder zu retourniren hat. Bey mir war auch der vicefiscus der Kappus, deme committiret habe das Testament meiner Allerliebsten bey dem Landrecht einzulegen. 12. Vormittag war ich bey denen PP. Augustinern mit meinem Micherle, wo ich ein H. Mesß bey dem Moni- | 455 1752 December ca-Altar habe [380] lesen lassen vor meine liebste Frau Mutter, welche anno 1727 in vergangener Nacht in Gott verschieden und der der Allhöchste die himliche Freüden genüssen lassen wolle. Nachmittag waren bey mir vocati die 2 junge Jentschitsch, Syntaristen. Dan P. Bernardin Erberg und P. Master S. J. Spätter Mad. Werthentall und Mad. Thalberg. Dan der Concepist Ziegler. Vormittag war auch bey mir der Belletti von Triest, der einem von daselbst durchgangenen und der dem Brentano ein Päckel mit 5/c zichini entfremdet, nachgereiset ist. Er erzehlte mir unter anderen, das gester nachts von Triest hierdurch nach Wienn passiret seye der Intenden-zacassier Schröder, der zwey schwähre Koffer mit sich führet und sagen einige, er gehe die Rechnung zu legen von seiner aufhabenden Amtscassa. Wie die Gräfin von Cotheck zu Triest war, soll er auch mit ihr gespielt und zu 2 auch 3/c zichini auf einem Siz verlohren haben. Und ist sonsten auch ein starcker Spieller und Verspieler, welche Qualität bey einem landsfürstlichen Cassabeamten nicht wohl stehet und betrübte Folgen nach sich ziehen kan. Manegetta soll derzeit Policeyaufseher zu Triest seyn, worüber man sich nicht wenig moquiret und scheint die gesamte Intendanza nicht wohl bestelt zu seyn. [381] Von Mr Arnold Gesundheit gibt er kein gutte Nachricht. Er hat ein espece von der hinfallenden Sucht, ist dabey stetts in seine Geschäfften vertiefft und speculatif, redet wenig und seüfzet desto mehr. Seine Sachen sollen nicht am besten renssiren, welches seine Kranckheit verursachet. Das lezte und dritte Schiff, so er vor die Compagnie hat bauen lassen, soll besser alß die erstere zwey renssiret seyn, jedoch will man dessen kürze wider die Proportion finden. Dieses und das zweyte befinden sich in dem mandrachio zu Triest und soll leztes vielle Austern haben, so bey denen Kaufleüthen kein guttes Zeichen ist und dahero seine Unternehmungen gar nicht wohl interpretiret werden. Die Schif, wie es sich zeüget, weiß er nicht zu emploiren. Die Magazinen seyn voll von Waaren, die er nicht verkauffen kan, weil von anderen privatis dergleichen wohlfeiller verkaufft werden. Der rafinirte Zucker soll nicht so süsß weder von so gutter Qualität und doch theyerer alß der Hamburger seyn. Die Waxbleiche soll extra wohl renssiren, hingegen ist das Wax theüerer alß zu Venedig oder anderer Orten. Die jährliche ordinari Compagnispesen sollen sich auf 20/m fl. belauffen, diese allein zu caviren erfordert vielle [382] sehr vortheihaffte negocia, welche noch niergends erscheinen. Der dritte Directeur ist auß Niederland dahin gekomen mit 2/m fl. antiporte. Arnold hatte anfänglich 7/m fl., dan 5/m fl. und nun nur 3/m fl., welcher successiver Abfall ihme nicht gefahlen kan. Sein erstes Schif solle denen lezten Nachrichten nach Lisabon passiret und nach America geseglet seyn. Sein Interesse bey der Compagnia soll auß 80/m fl. bestehen. Er sucht sich zu retiriren, scheinet aber nicht, den Consens dazu erhalten zu känen. Ubrigens wird sowohl der Bau des molo, alß der Dogana, der Canalen etc., des Brunn auf dem Plaz et le tout ensemble sehr critisiret. Hamilton den Sachen nicht gewachsen und dabey mit schlechten und unbefahrnen Rathgebern umgeben sey. Voriges Jahr hat Arnold eine starcke parti vue passe erkauft. Und da er solche Waar allein gehabt, hat er die Offerten per 15 zichini renessirt, schickte solche per proprio conto nach Londen und man will, das er dafür nicht mehr alß 8 ½ zichin caviret haben soll. Welches Stosß ihme sonder Zweifel melancolie causiren kan. Belletti prætendiret sichere Nachricht zu haben, das Graf Choteck in kürze auf einige Täg nach Triest komen wird. [383] 13. Vormittag war bey mir Belletti, der Nachmittag nach Triest retournirt. Dan der Nemezhoffen und der Ziegler. 14. Morgens gegen ½ 8 Uhr hatte ich ein starckes Reissen in Bauch und wurde mir so übel, das ich mich legen müste. Ich liesse mir wechsweiß wahrme Tücher auflegen und gegen ½ 10 wurde mir besser. Um 10 Uhr gieng ich in die Conferenz und bliben beysamen biß ½ 2 Uhr Nachmittag. Nach 4 Uhr war ich bey Nemezhoffen mit meinem Hänßl. Dan giengen beede zu Herberstein mich zu bedancken, das er meinen Hänßl bey hiesigen Crayshauptman practiciren lassen wolle. Dan waren bey Crayßhauptman Br. Taufferer, deme ich m. Hänßl bestens recomendirt habe. Dan waren bey meinen Schwägerinen. Inzwischen war ich bey dem alten Br. Taufferer, des Crayßhauptman Vattern. 15. Nachmittag bin ich mit mein Hänßl spaziren gefahren. Dan waren bey mir in Amtsgeschäfften Freydeneg, Ziegler, Schifferstein. Abends der alte Widerkher. 16. Vormittag war bey mir Fanzoy von Wippach. 456 | 1752 December Nachmittag des Flachenfeld secretarius, dan P. Bernardin Erberg. 17. Vormittag war bey mir Fonzoi von Wippach, Br. Gussich Crayßhauptman. Nach der Hl. Mesß war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J., [384] der Morgen Nachmittag des Alexander Grafen von Aursperg Sohn nach Görz begleitet, um daselbst die 4 minores zu nehmen. Dan gieng ich mit mein Hanßl spaziren, um unß von seiner englischen allerliebsten Mama zu unterhalten. Dan war bey mir Ziegler wegen deren Examinatoren der Studien, die zum Theil erst heüt ernant worden und Morgen schon das Jurament ablegen sollen. 18. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr, wo der P. Schickmayr S. J. alß Director über die studia, dan qua examinatores in theologicis die 2 professores casum, dan der P. Prior von Discalziaten et P. Hugo Franciscaner, Lector, dan pro philosophia die 2 professores et dicti Prior et Lector das Jurament ableget haben. Nachmittag war bey mir P. Provintial von Franciscanern wegen ihren Schullen zu Rudolphswerth. Dan der Fiscal von Merzenheim in seinen Amtsangelegenheiten. Dan war ich in Rath von 4 biß ½ 6 Uhr. Nach dem vormittagigen Rath war ich bey meinen Frl. Schwägerinen. 19. Vormittag war bey mir der flachenfeldische secretarius wegen maylandischen Salzhandl eine Information einzunehmen. Nachmittag der Nemezhoffen. Ich war mit mein Hänßl spaziren, dan seyn unß in Wagen nachgekomen mein Micherle und der nemezhoffische Fränzl. [385] Heüt habe einige Interessen vor die Widerkherin, meine niece, bey der Landsschafft erhoben, wie solches in ihrer porti zu sehen. 20. Nachmittag war bey mir abbé Apfaltrer, der mit dem Crayßhauptman Br. Erberg von Rudolphswerth gekomen und dieser Tagen wieder dahin verreiset. Dan Br. Codelli. 21. Vormittag war ich mit mein Hänßl und Micherle bey denen PP. Augustinern bey der Mesß, nächst den meinen Augen und Herzen betrübtesten Sarch, wo mein Geliebteste ruhet, welcher Gott die ewige Glückseeligkeit und mir eine glückliche Sterbstund zu diesem meinen englischen Ehegespändl mit grösten Freüden zu komen gnädiglich verleichen wolle. Dan war ich bey den Wälschen Aursperg. Nachmittag war bey mir Fran/ces/co Br. Taccò, der mir 2 Risß Papier brachte. Abends der alte Widerkher. 22. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr Nachmittag. Abends war ich bey meinen Fraülen Schwägerinen, unß von meiner allerliebwertesten und allesandenckenswürdigsten englischen und ausserwahlten Gemählin, alß welcher zeitlichen Verlust ich, laider Gott, stetts mehr empfünde, zu unterhalten. 23. Heüt Nachmittag hat man angefangen von Landrecht auß den Haußrath, Meules und meiner Allerliebsten ihre Kleider etc. [386] zu inventiren, eine vor mich so betrübte alß in der Sach selbsten zu nichtes alß etwa zu Fetmachung der Gerichtscanzley dienliche Arbeith oder Ungelegenheit. Der comissarius war mein lieber Schwager Wolf Daniel Br. von Erberg, der actuarius der Malitsch. Die, alles geschäzt, war die sogenandte Gei-genmacherische Jungfer Fränzl. Mein Sohn der Hänßl hat in allen assistert, wie er mir dan auch in allen gerne und gut an die Hand gehet. Dan war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. 24. Vor- und Nachmittag waren Verschiedene bey mir mit lähren Feyertagwunschen. Ich hielte mich aber mehrentheils retirirter und habe mein Weinkeller in eine bessere Ordnung gebracht, sonderlich aber von der Quantität deren Ratzen vollkomen gesaubert und wie ich hoffe vor allemahl liberirt, indeme ich gester und vorgester den Boden mit Zieglsteinen sauber habe pflastern, den Mertl sonderlich an den Wänden mit gestossenen Glasß vermengen, die Gemaüer glat anwerffen und die Stellen von dem Boden weg und zimlich hoch durch die Zimmerleit sezen, die Fenster mit eisenen Gätter und Dratnezen versehen und durchauß wohl speren lassen etc. Nachmittag ist mein neuaufgenohmener Bedienter Joannes Lidl (den H. Mayr [387] zu Wienn aufgenohmen und mir herein geschickt hat) allhier angekomen. Wie solcher accordiret worden, ist in des H. Mayr Brief de | 457 1753 Januar dato Wienn den 15., præsentato 17. hujus mit mehrern zu sehen. Abends war ich bey meinen Schwägerinen nach meinem Eheengl zu seüffzen. 25. Vormittag war ich mit meinem Hänßl und Micherle bey denen Franciscanern, wo der abbé Samsa von Fiume die 3 Messen in 50 Minuten gelesen hat. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg und Paul Alois Aursperg mit den Feüertagwunschen. 26. Nachmittag war bey mir der Obristwachmeister von Broune H. von Preyß. Spätter H. von Schweiger und Vormittag der Ziegler mit einer Amtsexpedition. 27. Vormittag war ich mit mein Hänßl und Micherle nach der Kirchen bey meinen Schwägerinen den zeitlichen Verlust meiner Gelibtesten zu beweinen. 28. Nachmittag war bey mir mein Schwägerin Frl. Fränzl und habe zugleich meiner ausserwählten allerliebsten Ehegemählin ihre Camerjungfer die Nändl Klee abgefertiget und ihr folgendes zum Andencken ihrer alleswertesten Frauen geschenkt: 4 feine Hemder, ein leinwatnes und ein zizenes Fürtüchl, ein Hauben von niederlandischen Spizen und eine von gestrifften Mussulin, [388] fünf Palatinen, 3 Brustläzl, ein Par schwarz sametne Stüzerlein, 6 Par bereits getragene Händschuh, ein Par neue romanische, ein Par taffetne Mitains, 2 neue schlärene gestreiffte Wiener Halßtüchl, ein englisches Wäderle, ein Garnitur gefarbte Perl, Ohrbaucles und Halßpäzl, ein Schnur dicke Perl um den Halß, ein gefigert gros de tourenen andrien mit der trompeuse oder Fürtüchl, einige Straüßl vor die Hauben, womit sie ganz wohl content und satisfait war. Vormittag ist auch die alte Lena auß den Hauß und zu der Br. Gallenfels, gebohrne Paradeiserin in Diensten. 29. Vormittag war ich in Rath von ½ 10 biß Nachmittag et Nachmittag von 4 biß ¾ auf 7 Uhr. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, wo ich mich recht außwainen und mein verlohrenes englisches Ehegespandl bejamern und beweheklagen kan. Dan suchte die Busetische, die nicht zu Hauß waren. 30. Vormittag war bey mir P. Prior und der Sacristan von Augustinern. Nachmittag Br. Pitoni von Gradisca. Heüt habe meinem Kutscher abgefertiget, um stetts mehr retiré und restringirt zu leben. 31. Vormittag waren Verschiedene bey mir mit dem Neujahrswunsch und so auch Nachmittag. [389] Abends waren bey mir die Busetischen, die leztlich von Graz retourniret seyn. Ach Gott, wie solte ich dieses vor mich allerbetrübteste Jahr, so ich hätte erleben kanen, auch, laider Gott, erlebet habe, schliessen? Ach, was habe ich verlohrn! Mein Vergnügen, mein Freüde, mein Herz, mein Schaz und alles, was ich in dieser Welt einzig und allein geliebet, werthgeschäzet und verehret habe! Ach Gott, du hast mirs gegeben, du hast mirs genohmen. Du wirst mir sie wieder geben, um in ihrer angenehmsten Gesellschafft dich ewiglich zu loben und zu preisen. Sie seye eine Fürbitterin bey dir vor mich, damit du mich beständig in deiner göttlichen Gnad erhaltest und vor Sinden behütest, darumen ich dich auch auf das inständigste Bitte. Erhalte mir mein englisches Ehegescpandl vor mich, damit ich dir vor solch himlisches Geschenck voll Freüd und Vergnügen ewiglich dancken möge. Ich aber werde auf alle Arth und Weiß mich befleissen, dieses alles Angedenckens würdigstes Ehegespändl in ihrer Bildnus mir stetts vor Augen zu erhalten und in meinem Herzen zu verehren. Ach Gott, gib mir in dieser Welt kein andere alß die einzige betrübteste und trostlose Freüd, ihren Verlust stetts zu beweinen, zu bejamern, zu beseiffzen und zu beweheklagen! Sit nomen Domini benedictum, amen. 1753 1753 Januar [390] 783 1. Jener. Vormittag waren Verschiedene bey mir mit dem Neujahrcompliment. Dan suchte ich mit mein Hanßl den Grafen von Herberstein, der sich nicht finden ließ. Dan waren wir bey den alten Br.-Gallischen, bey Carl-Hochenwartischen, bey Br.-Gallenfelsischen sogenandten Portugeser, bey General Br. de Fin und bey Nemezhofischen. Nachmittag war ich bey Schweigerischen, dan bey meinen Frl. Schwägerinen, mein gottseelige Geliebteste zu bewainen. Heüt habe meine pleureuses krafft Klagreglement abgelegt, solche aber im Herzen beybehalten. 783 Pred tem dva prazna oštevilčena folija (pp. 397–400). 458 | 1753 Januar 2. Heüt habe mit der Post und mit meinen Ambtsgeschäfften zu thun gehabt. 3. Vormittag war ich in der Landschafftbuchhalterey, Rathsstuben für mein Curiosität zu sehen, wie H. von Spiersch sowohl die buchhalter- alß generaleinnehmerische Bücher und Rechnungen untersucht hat und wie unordentlich und unverlaßlich sonderlich erstere geführet werden. Nachmittag war bey mir der junge Rastner, mir die Außkunfft zu geben, wie das den 3ten Novembris lezthin mein englische gottseelige Gemählin bey denen PP. Discalziaten in der Todtencappellen, wo sie die Staffeln nicht in Acht genohmen, fast gefallen wäre, wan sie nicht sein Bruder der Sigmund casualiter784 aufgehalten hätte, da sie sich dan wenigst sehr erschröckt haben wird, [391] von welchen ich bey ihrer Lebenszeit nichtes gewußt und sie mir davon nichtes gemeldet hat. Ach Gott, habe sie bey dir in den himlischen Freyden.785 Ihr stetts hingewandeter Tugendweeg hat sie nicht anderster dan recta zu dir führen känen. Englische Gemählin, seye bey Gott eine Fürbitterin vor mich, das ich ein Plaz nebst deiner finde. Ach, ich wolte, du wüssest, wie iniglich ich deine Gedächtnus liebe und wieviel haisseste Trennen ich dir täglich opfern, ach Gott! Dan war bey mir der Wälsche Auersperg. 4. Nachmittag war ich in Rath von 4 Uhr biß gegen 8 Uhr. Dan war bey mir der Freydeneg. 5. Vormittag war ich mit mein Hanßl auf ein Stund spaziren und besuchte zugleich mein Geliebteste bey ihrem Grab und opfferte ihro nebst mein Gebeth meine haisseste Trennen. Nachmittag war bey mir Br. Taccò, dan der Freydeneg; lezter mit denen Protocollen. Dan war ich in Rath von 4 biß ¾ auf 7. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, mein Geliebteste zu beweinen. Dan bey Schweigerischen mit Flachenfeld zu sprächen wegen Graf Choteck, was er an ihm und an mich geschriben. 6. Vormittag habe mein Liebste bey ihrem Grab heimgesucht und ihro meine Trennen geopffert in compagnie meines Hanßl und Micherle. Nachmittag war bey mir mein Schwager Br. Wolf Daniel. Dan war ich mit m. Hanßl spaziren, dan beym Menzinger wegen Hanßl-Portraits. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, m. L. zu bewainen. [392] 7. Vormittag war ich mit mein Hanßl und Micherle bey den Augustinern, mein Geliebteste haimzusuchen und zu beweinen. Nachmittag war bey mir der Nemezhofen und spätter der Freydeneg. 8. Vormittag war bey mir der Dr. Kappus mittlerer, der mir sagte, das heüt bey dem Landrecht vorgenohmen werden wird die Gültig- oder Ungültigkeit des Testaments meiner Geliebtesten seeligen quo ad legata. Dan war bey mir der [–].786 Dan der Student Fanzoi und der Lackirer et der Tischler, der mir andlich mein Scatul fertiger gebracht und an mein Schreibtisch angeschrauffet hat. Item der Buchbinder, der mir mein neues livre de memoire gebracht. Nachmittag war ich ein wenig spaziren. Dan passirte ich bey dem Albert, der mein englische Gottseelige in Gips possirt. Dan war ich bey meinen Schwagerinen und spätter war bey mir Schluderbach mit einer Expedition. 9. Nachmittag war bey mir der Alberth, Mahler, deme ich eine Medaille gezeügt, wie ich gerne meine Geliebteste machen lassen wolte. *Bey mir war m. Schwager Br. Ferdinand, der mir [–]787 fl. bezahlte ut salda conti.* Abends war bey mir der alte Widerkher. 10. Nachmittag war bey mir der Betterverwahrer nomine des Kriegscomissarii, der den Rest meines Heü erkauffen will und seyn d‘accordo à 30 kr. das Centen und haben den Schlisßl ihme Betverwahrer behändiget und mich respectu des Abwägen in ihm remmittirt, wovon er mir nachstens den Erfolg und Befund zu erinnern versprochen hat. [393] Dan war bey mir P. Provintial von Franciscanern, der mir einen catalogum von denen Neüstadtler Studenten gebracht. 784 Pred tem prečrtano casum 785 Nad razlitim črnilom. 786 Prostor za ime. 787 Vsota manjka. | 459 1753 Januar Vormittag war bey mir Schifferstein et Ziegler in Ambtsgeschäfften. 11. Nachmittag war ich allein ein Tour um den Schlosßberg, somit eine Comotion zu machen. Spätter war bey mir der Carl Hochenwarth und der alte Buseth. 12. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag suchte meinen Schwager Br. Ferdinand, hat aber nicht zu Hauß, sondern bey Wildenstein gespeist. Von dort ist er auch nach Morautsch abgereist. Dan war ich bey der Frl. und bey Br. Wolf Daniel. Dan machte ich ein Tour um den Schloßberg. Spätter war bey mir der Mahler Albert, der m. L. Portrait poussirter mir zum Zeügen gebracht, hingegen an der Ähnlichkeit noch vielles zu remediren ist. 13. Vormittag war bey mir der Wälsche Auersperg. Dan der Seitner nomine Br. Flachenfeld, mich um einige Patenten in merito transitus zu ersuchen, deme ich auch 4 gelichen. Dan der junge Jentschisch, Student, der mir von sein Vattern ein Brief brachte. Dan gieng ich mit mein secretari um den Schlosßberg, Comotion zu machen. En passant besuchte mein Geliebteste bey ihrem Grab und opfferte ihro mein Trennen volles Gebeth. Dan suchte den Albert, das Portrait m. L. zu sehen, war aber nicht zu Hauß. Dan war ich bey meinen Schwägerinen, [394] mich zu meinem betrübten, doch einzigen Trost von meiner engl[ischen]788 Todten zu unterhalten. 14. Vormittag war ich bey den Jesuiten in der Bredig, dan habe mit mein Hanßl dem neuen P. Rector P. Nitsch [– – –]. Dan besuchten den P. Bernardin Erb/er/g, der betligerig ist, doch schon besser. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Nachmittag war bey mir der Walsche Auersperg und der Burgermeister Perr. 15. Vormittag war bey mir der neue P. Rector P. Nitsch mit dem P. Schickmayr. Nachmittag war bey mir Frater Jerina, Augustiner, mit ein Gespann. Dan war ich in Rath von 4 biß 7 ¼, wo unter anderen deliberiret worden, den Hof einzurathen, den Generaleinnehmer der Landschafft Ignazi Br. von Apfaltrer seines Diensts zu entlassen zu Salvirung seiner Ehre und Reputation, weil anderster wegen ein so anderen vorkomenden giri und regiri der landschafftischen Gelder eine Inquisition wider ihn abgeführet werden müste. Ist auch vorkomen, das er bey Hof einen ungleichen calculum eingegeben. Item, das er hier bey anno 1748 vorgekherten cassæ Visitation einige Tausend Gulden versteckt habe, umb die Unzulänglichkeit der cassæ ungleich vorzustellen. Quid quid sit, wird er bey Übergab der cassæ an seinem successorem richtig befunden, kan er ein andermahl wieder zu diesem Ambt gelangen. So ist auch vorkomen, das sein älterer Sohn zu Wien 2/m fl. verspielt und er solche bezahlt haben soll. [395] 16. Vormittag war bey mir Br. Ant/on/ Erberg, Probst zu Rudolphswerth. Dan die Fleischmanin. Nachmittag gieng ich mit dem alten Nemezhoffen spaziren und en passant mein englische Todte zu ihrem Grab besuchen und solche mit meinen bittersten Trennen zu besprengen. Ach Gott, habe mein englisches Ehegespandl in deinen heiligen Schosß und mache ihro wissend, wie iniglich und auf das zärtlichste ich sie beständig liebe und unaufhorlich bedaure und bewaine. Dan war mir ein Laufzettel von einem bey dem Gamba nächst außzuspiellen kommenden Schlittengelait gebracht, wo 50 No. oder Personen zu spiellen haben mit 1 fl. Leggeld. Und weil mein Hanßl nicht mitspiellen wolte, habe meinen Maxl eingeschriben und das No. 21 erwählet und das Geld dem Überbringer behändiget. 17. Gegen 11 Uhr Vormittag hat mich die Betrübnus dermassen übernohmen, das ich zu meinen Schwägerinen gegangen, ihren meine Betrübnus zu klagen und meine Zecher zu vergiessen. Nachmittag gieng ich mit mein Micherle spaziren und en passant mein Allerliebste bey ihrem Grab zu besuchen, vor welche ich dem Allerhöchsten ohne Unterlasß inständigst bitte, sie auch alß eine auf789 der Strassen Gottes jederzeit gewandlete, frome und exemplarische Person in dem göttlichen Schosß halte und mir nichtes mehrers alß an ihrer angenehmsten Seiten ewiglich zu seyn wünsche. [396] Abends war bey mir der Walsche Auersperg und vorhero der Palier mit dem Münckendorffer Bauren, der vor Jahren einige Staffel geliffert und noch etwas zu forderen hat, davon mein Sohn Hänßl informiret ist. Nachmittag ist der hiesige Landeshaubtman Graf von Auersperg auß Mahren und Wien allhier retournirt. 788 Zadnji del besede pod madežem črnila. 789 Popravljeno. 460 | 1753 Januar 18. Zu Mittag speiste ich und mein Hänßl bey General Br. de Fin, wo nur noch der von Nemezhof gewesen. Dan war ich bey dem Landshaubtman, ihn zu beneventiren, der mir das Portrait seiner anhoffenden künfftigen Gemählin gezeügt hat. 19. Vormittag war bey mir Br. Taccò, der Morgen wieder nach Görz retourniren will. Dan der hiesige Domprobst Graf Petazi, der erst von Triest gekomen ist und nun gerne Landschafftverordneter werden möchte. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 8 Uhr abends. 20. Vormittag war ich mein englische Todte bey ihrem Grab zu besuchen et gegen Abend gleichfalls. Bey mir war der Wälsche Auersperg. Dan der Schifferstein mit einer spiersischen Expedition an die Verordnete allhier. 21. Vormittag war ich in der Bredig und Mesß bey den Capucinern. Dan suchte den Obristwachtmeister Preiß, den Haubtman Longueuille und die Freilen, war aber keiner anzutröffen. Gegen 11 Uhr ist Leopold Graf von Lamberg von Wienn hier retournirt. [397] Zu Mittag speiste Br. Benj/ami/n bey Schweiger. Nachmittag war da mit Br. Benj/ami/n, der Schweiger und Hofman, eine Schlitade zu schauen. Abends war ich m. L. bey ihrem Grab zu besuchen und spätter bey m. Schwägerinen. 22. Heüt Vormittag war allhier standischer Landtag, an der Zahl 103 circa; endete sich vor heüt erst gegen 2 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir Br. Juritsch, der eine Mordaxt zur Ehe hat, seinen in Collegio Theresiano befindlichen Sohn vor ein Adjuncten des790 Craißhaubtmans Br. von Erb/er/g zu recomendiren. Vormittag war bey mir der Gutheim, Craißambtsofficier in I[nner] Crain. Dan war ich umb 11 Uhr mit m. Micherle bey den Augustinern, m. L. zu besuchen. Abends bey der Finstern abermahls ganz allein. Spätter bey meinen Schwagerinen, wo auch mein Schwager Br. Ferdinand gekomen, der mir die Lista von der gestrigen Schlitade gegeben, die ich nicht gesehen weder habe sehen wollen: Br. Gallenfels, Portugeser, führte die Gräfin von Engelshauß, H. von Oblack – Frl. Bssa. Josepha Valvasor, Br. Tauffrer, Craißhaubtman – Gräfin von Lamb/er/g des Leopold, Graf Reichard Auersperg – Bssa. Raunach, Br. Janeschitsch – Bssa. von Gallenfels, Graf Franzl Lamberg – Mad. Schweiger, Haubtman Longville – Mad.le Br. Raunach, Graf Heinr/ ich/ Auersperg – Mad.le Henriette Grafin Prang, Graf Engelshauß – Bssa. Tauffrer, Graf Joseph Barbo – Grafin von Thurn, gebohrne Mordaxt, Obrister von Unruhe – Frl. Josepha Grafin Auersperg, [398] Graf Rasp – Frl. Victoria Grafin Thurn, Graf Louis Auersperg – Gräfin Paradeiserin, Obristwachtmeister Preiß – Frl. Charlotte Graffin Auersperg, Br. Gallenfels – Frl. Schweigerin. Diese Schlitade fuhrte Nachmittag zu der Sau-Brucken, hatten daselbst ein soupe und Tanz, dan kamen sie gegen 11 Uhr nachts auf dem Bal in die Stadt und bliben daselbst biß 4 Uhr heüt morgens. 23. Vormittag war die Continuation des gester angefangenen ständischen Landtag und seyn unter anderen zwey Landschafftsverordnete, einer auf der Geistlichen und der andere auf der Ritterbanck, weil auf erster Graf Wildenstein, Teutsches-Ordens-Comendator, und auf der anderen der Leopold Hochenwarth sui tempore außtretten werden. Die Candidaten vor die geistliche Banck waren der hiesige Domprobst Graf Petazi, der Probst zu Rudolphswerth Br. Erberg und der Prælat zu Freydenthall. Auf der Ritterbanck der alte Wuseth, der krumpe Dinzl und der von Schweiger. Auf der geistlichen Banck hatte Petaz 24, der Erb/er/g 35 und der Prælath 64 Stimmen. Auf der Ritterbanck der Wuseth 48, der Dinzl 13 und der Schweiger 63 Stimen. Seyn also die 2 lezte consoliret worden. Bey mir war der alte Widerkher. Umb 11 Uhr gieng ich mein englische allerliebste Gemahlin zu ihrem Grab zu beweinen. Nachmittag war791 bey mir der neue Capucinerguardian P. Torta von Fiume. Dan war ich mit m. Hanßl spaziren. [399] Abends war bey mir der abbé Francolsperg, der von Triest komt und Morgen nach Wienn passiret, wo er mit einem gewissen conte oder marchese Datoli, einem792 Neapolitaner, zu thun hat, deme ich ein Fusßsack 790 Popravljeno. 791 Popravljeno. 792 Pred tem prečrtano zu l | 461 1753 Januar gelichen. Gedachter Francolsperg regalirte mir ein antique Stuck von Kupffer, worauf vorgestellet ist, da sich der Curtius zu Pferdt in Gegenwarth einiger wohl expremirten Figuren in den Abgrund stürzet. Dan ein schenen ovalen antiquen Kopf, item ein Nerva793 Trajanum und ein Claudium, dan ein silbernen Severum. 24. Vormittag war ich in der Ambtscanzley, denen neuerwählten 2 Stadtrichtern von Gurgfeld und Möttling das Jurament geben zu lassen. Dan war ich bey meinen Schwagerinen. Dan war bey mir der Colombo, der mir allerhand antique Medalien, steiner Statuen und einige preciosa gezeügt und Nachmittag darmit nach Wien verreiset. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 8 Uhr. 25. Vormittag war bey mir der Ukassovich von Zeng, der mich batte, ihn bey Flachenfeld zu recomendiren. Er sucht capitano zu Novi, Grisane, Drevenico etc. zu werden. Dan der Ziegler mit einer Expedition, die vota zu colligiren. Dan Br. Mordaxt. Nachmittag der Buchhalter Marotti. Abends habe mein englische Todte bey ihrem Grab besucht. Spätter war ich bey m. Schwagerinen. 26. Vormittag war bey mir der Freydeneg in Ambtsgeschäfften. [400] Dan ein Geistlicher, nahmens Caifas, der um die Pfarr Oblack competirt und den der aufgeführt hat [– –].794 Nachmittag war ich in Rath von 3 ½ biß 7. Spätter war bey mir der Nemezhoffen. 27. Vormittag war bey mir der Ukassovich von Zeng, der Morgen über Fiume dahin retourniret. Dan habe erhalten ein Küstel mit Inschlutkerzen von Triest. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 7 Uhr. 28. Vormittag war ich mit mein Hänßl beym Capucinern in der Bredig und Mesß. Dan suchte ich Wildenstein, war bey der Busetin. Abends mit mein Micherle mein geliebteste Gemählin bey ihrem Grab zu besuchen. Dan bey meinen Schwägerinen. Heüt habe die gester von Triest erhaltene in Glaß gegossene Inschlutkerzen gewogen und wügen netto 42 ½ lb.; seyn in allen Stuck 217. 29. Vormittag war ich bey Wildenstein und concertirte mit ihm auf Übermorgen Vormittag die Commission zu halten in Betref der landshaubtmanisch gewesten Gült. Dan war ich bey Marotti et Merzenheim. Dan habe mein englische Gemahlin bey ihrem Grab heimgesucht. Gegen Abend gieng ich mit m. Hanßl ein wenig spaziren. Dan machten abermahls eine Visit meiner außerwahlten Todten. Spätter war ich bey m. Schwagerinen. Heüt Nachmittag war ein Schlitade von Officiren und anderen Cavaliern lauter Mannsen, deren jene, die kut-schirt haben alß Judinen, die Mannsen alß Juden [401] angekleidet waren. Sie fahrten zum Sau Michel und hatten daselbst ein souppe. Um 7 Uhr abends retournirten sie in die Stadt und kamen zum Landshaubtman. Der Schlitten waren 13 und bey jeden 2 Reiter mit Wintlichter. Ich habe davon nichtes gesehen weder sehen wollen. 30. Vormittag war bey mir der Geistliche auß dem königlichen Spittal, der mir nomine des Rabensperger 12 kaiserlichen #, mithin 54 fl. 〈gebracht〉. Somit seyn meine ihme verkauffte 2 Kutschenpferdt bezahlt. Nach 11 Uhr war ich mein englische Todte bey ihrem Grab zu besuchen. Nachmittag war da der P. Leitner, hiesiger Sonntagbrediger, der sein Profession macht und deme ich 2 fl. gegeben. Dan war ich in Rath von 4 biß nach 7 Uhr. Heüt hat mir der Tischler 2 Todtenpar von Nußholz sauber gearbeitet gebracht, beede ganz gleich. Eine ist destinirt vor mich, wan es dem Allerhöchsten belieben wird, mich zu sich und zu meiner Allerliebsten zu beruffen. Die anderte aber eben vor mein Ausserwählte, die damahls unter einstens auß ihrer in diese Par überleget werden wird, weil jenne nicht, wie ich sie verlangte, gemacht worden. Beede werden indessen unter meinem Schlaffbeth conserviret werden. Gott, erhalte mich in seiner Gnade. Dafür ich ihn auf das inständigste bitte und 793 Pred tem prečrtano Tra 794 Prostor za ime. 462 | 1753 Februar lasse795 mich in solcher in gedachten mein Ruhebeth zu meiner Geliebtesten796 komen, amen. [402] 31. Vormittag war bey mir der Buchhalter Maroti vocatus. Dan giengen miteinander zu Graf Wildenstein, wo ich mit ihm eine Comis[sion]797 gehalten und mehrentheils geendet habe. Ich habe auch den fiscum von Merzenheim dazu beruffen. Nach ½ 12. gieng ich mein englisches Ehegespandl zu ihrem Grab besuchen. Nachmittag habe einige Außzedlen bezahlt. Bey mir war auch die Frl. Fränzl. Dan der Gravenhueb/er/, medicus, der wider den Landeshaubtman nicht wenig sich beklaget. 1753 Februar 1. Februar. Vormittag war bey mir der Rectificationscalculant Hendl. Dan Br. Zetschker, der Geistliche Grafey-den, der Peterman nomine Wildenstein. Nachmittag der Perr, Burgermeister, dan der Freydeneg. Abends war ich m. L. bey ihrem Grab zu besuchen. Vormittag ist allhier angekomen der P. General von Capucinern. 2. Vormittag war ich mit m. Hänßl bey den 〈P〉P. Augustinern in der Mesß, wo ich mein Ausserwählte bey ihrem Grab besuchte. Dan war ich bey Buchhalter Marotti. Nachmittag war bey mir gedachter Marotti wegen des Verkauffsanschlag der Haubtmanschafft Flitsch. Dan der Wälsche Auersperg. Abends war ich bey meinen Schwägerinen. 3. Vormittag habe m. vorigen Bedienten Johanes, den ich schon den lezten passatto seines Diensts entlassen, [403] völlig bezahlt, wie alles suo loco zu sehen. Dan war bey mir der Fiscal Merzenhaim wegen trezischen Raitrest. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ¾ auf 7 und hat Spirsch valedicirt. Heüt seyn798 die 2 Sohne des General de Fin auß Bohmen hier angekomen. 4. Vormittag war ich bey den Capucinern in der Bredig und Mesß, wo auch der P. General den Seegen gegeben. Dan war ich bey Wildenstein wegen der landshaubtmanischen gewesten Gült. Dan bey General Br. de Fin, seinen Sohnen ein Visit zu geben. Sie waren aber nicht zu Hauß. Nachmittag war bey mir Br. Tauffrer, Craißhaubtman. Dan die Busethin, mit der ich zu den Augustinern gefahren bin, meiner Ausserwählten bey ihrem Grab ein Visit zu geben. Dan suchte den Spiersch, der Morgen abreist. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Spätter suchte wieder den Spiersch, war eben nicht zu Hauß. 5. Vormittag war ich bey Wildenstein in commissione und habe die Sache völlig geendet. Dan war ich mein todtes Ehegespandl beym Grab zu besuchen. Nachmittag war ich mit mein Micherle bey Menzinger, m. L. ihr englisches Portrait zu ordiniren und bestens zu recomendiren. Dan war ich bey m. Schwägerinen. 6. Vormittag war ich bey den Augustinern, mein Ausserwahlte bey ihrem Grab zu besuchen. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg. Dan der Student Wid/er/kher, der mir coline gebrachte. [404] Abends war bey mir der Marotti wegen der zu entwerffen habender Relation über die mit Kapus und Wildenstein abgeführte Commission. 7. Vormittag war bey mir Frater Jurina, Augustiner. Zu Mittag habe bey den Capucinern gespeist, eingeladen von Grafen von Wildenstein, welcher den Capucinergeneral tractiret hat. An der grossen Taffel waren unser weltliche und Capuciner 34 und die übrige Capuciner sassen an der Seiten. Unter den Weltlichen war Graf Wildenstein, Sigm/und/ Graf Gallenberg, Waicard Graf Barbo, Joseph Graf Barbo, Heinrich Graf Auersperg, Benj/ami/n Br. Erberg, Max Br. Taufferer, der Uhrys 795 l iz f 796 Prvi t iz s 797 Madež črnila. 798 y popravljen | 463 1753 Februar Kriegscomissarius, Haubtman Paillet etc. Von Capucinern war der General,799 ein Ferrareser, sein Consultor, ein Mayländer, 3 wälsche secretarii, ein Spanier, ein Franzoß und mehr andere, item P. Provinzial. Der General und seine Suite bestehet in 11 Personen. Der Graf Wildenstein, der magnifiques Mittagmahl von lauter Fastenspe-isen gegeben, liesse auch wehrenden Essen die Landschaffttrompeter blasen und nach Tisch war ein Concert von mehrern Virtuosen. Nach Tisch gabe P. General den gewöhnlichen Seegen. Dan giengen alle in sein Cellen, wo er jeden ein silbernes Kreüzl zu Caravaca in Spanien von ihm selbsten angerührter verehret hat. [405] Einem wälschen secretario800 nahmens P. Josephus Bononiensis, der bey mir bey der Taffel gesessen und viel von der Chocolate gesprochen, habe nach der Taffel 4 lb. von meiner Hauß gemachter verehret. Nach Tisch ist dahin gekomen der Leopold Lamberg, General Br. de Fin mit seinen 2 Sohnen, Joseph Graf Strassoldo und anderen. Dan gieng ich zu den P. Augustinern, mein allerliebste gottseelige Gemahlin zu ihrem Grab zu besuchen. Vergangenen Nacht gegen Mitternacht ist mein Schlossermaister [– –]801 gestorben. Abends war ich bey m. Schwägerinen. 8. Vormittag war bey mir der PP. Pauliner Provincial mit einem Gespan Bartolis. Dan die Schlosserin, gester gewordene Wittib. Dan der Klampferer, deme ich sein Außzedl bezahlt habe. Nach 11 Uhr gieng ich m. L. zu ihrem Grab besuchen. Nachmittag war bey mir Marotti mit dem Entwurf der Relation. Dan war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. 9. Vormittag ließ mich der General Br. de Fin umb mein silberner Aufsazl und 6 services von Mesßer, Gabl und Leffel ersuchen, weil er Morgen den Capucinergeneral tractiren will, deme ich auch alles verlangter massen geschickt habe. Nach 11 Uhr war ich m. L. bey ihrem Grab zu besuchen. Nachmittag war bey mir die Nähederin, die [406] ich vor die noch von meiner gottseeligen Geliebtesten vor mich und den Hanßl anbefohlene Arbeith bezahlet habe. Heüt morgens ist Br. Benj/ami/n Erberg an Podagra vernagelt worden; war also vor und Nachmittag bey ihm. Und bey mir war auch die Frl. Franzl, die eben den Br. besucht hat. Heüt hat Franz Lamberg den Capucinergeneralen tractirt à 24 couverts. 10. Vormittag war bey mir die Schlosserin, Wittib, mit der ich den alten Conto völlig saldiret habe. Zugleich brachte sie mir 15 Schlosser mit aller Zugehör, die mein gottseelige Geliebteste vor die Mezaninzimerthör bestelt hatte. Solchen Conto, den sie mitgebracht und [–]802 fl. betraget, werde ihro ein andermahl zahlen. Dan ein Schreiber von Hendl, Rectificationscalculanten. Dan der Bruder der nach Görz resolvirten medici Mi-chetta, die Expedition zu betreiben. Dan des secretarii Raditsch Schreiber, der den in der Sperr befindlichen Kasten mit m. L. Kleidern eroffnet hat und habe darauß m. L. domino-maschera-Kleid genohmen und m. Schwager geschickt. Nach 11 Uhr habe mein englische Todte bey ihrem Grab besucht. Nachmittag war bey mir Frl. Rettl. Abends habe sie nach Hauß geführt. 11. Vormittag war ich bey Capucinern in der Bredig und Mesß. Dan besuchte mein allerliebste Todte bey ihrem Grab. [407] Zu Mittag habe mit mein Sohn Hanßl bey dem Landeshaubtman gespeist à 11 couverts. Da waren die übrige 2 Frl. von Hauß und der abbé, ihr Bruder Carl Auersperg und sein Gemählin, Aloys Auersperg, der erst von Wien und auß den Landeren gekomen, der alte Graf Burgstahl und H. von Hofmann. Abends war bey mir der Freydeneg und vorhero der Persky, 35 Bodenbretter vor den Craißhaubtman Br. Taufferer zu Leich zu suchen, die ich ihme auch versprochen habe. 12. Vormittag war ich in Rath von 10 Uhr biß ¾ auf 12. Dan war ich m. L. bey ihrem Grab zu besuchen. Nachmittag war bey mir Turism/ond/ Graf Thurn mit ein jungen Br. Pittoni und gehen nach Wienn. Dan der 799 Sledi prečrtano dessen 800 o iz en 801 Prostor za ime. 802 Prostor za vsoto. 464 | 1753 Februar Buchhalter Marotti in Ambtsgeschäfften. Abends war ich m. L. abermahls bey ihrn Grab zu besuchen. Heüt morgens ist der P. General von Capucinern mit seiner Suite von hier nach Rom verreist. 13. Vormittag war ich in Visit bey Turism/ond/ Grafen von Thurn. Nachmittag habe m. L. Wäsch, Palatinen-mascara-Sachen etc. schäzen lassen. Abends war ich bey meinen Schwagerinen und spätter bey Schweigerischen mit H. Hofman zu sprächen. 14. Vormittag nach 11 Uhr habe m. L. bey ihrem Grab besucht. Nachmittag war bey mir vocatus der Schifferstein. [408] Abends war ich abermahls bey dem Grab m. L. und spätter bey meinen Schwägerinen. 15. Vormittag war bey mir Mr Faucon von Gräz. Nach 11 Uhr war ich mein englische Todte bey ihrem Grab zu besuchen. Nachmittag war ich in Rath von 3 ½ biß 6 ½. Dan passirte bey Augustinern, war aber die Kürchen schon zu. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Heüt Nachmittag ist endlich der hier arrestirte geweste Br. Schürnding von hier nach Wien und weiter ins Böhmen abgereist in compagnia des Czisch. Heüt seyn hier ankomen von Görz der Guido Cobenzl, der Franckenb/er/g und canonicus Edling, die nacher Wienn abgehen. 16. Nach 11 Uhr vormittags war ich bey Herberstein, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Weil ich aber mein schwarzes Kleid nicht außziehen und schwarz nicht vorkomen wolte, habe ich nur mein Nahmen aufgeschriben. Dan war ich bey Augustinern, mein geliebteste Gemählin zu besuchen. Nachmittag bin ich mit m. Micherle spaziren gewest. Dan war bey mir Br. Brigido, der alß Craißhaubtmansadjunct bey Br. Gussich practiciren wird. Dan der Wälsche Auersperg. Spätter der Hofman, der biß ½ 11 Uhr da gebliben. So war auch vorhero bey mir die Nandl, m. L. geweste Camerjungfrau. Item der bischofliche Tapicirer. [409] 17. Um 11 Uhr war ich mein englische Todte bey ihrem Grab zu besuchen, um die betrübte Consolation zu haben, ihro meine Seiffzer und Zeher aufzuopfern. Abends thate ich ein Gleiches. Spätter war ich bey m. Schwagerinen. 18. Vormittag war ich mit Hanßl bey den Capucinern in der Mesß und Bredig. Dan giengen zu Augustinern, mein gelibteste Todte zu besuchen. Nachmittag war ich bey General Scherzer, der erst heüt von Carlstadt mit dem Obristen Mittrowsky angekomen, umb hier die Lufft zu ändern. Dan war ich bey Carl-Hochenwartischen und spätter bey meinen Schwägerinen. Vormittag war ich auch bey Herberstein, das er mich etwelche weniger Wochen von Referaten dispensiren möchte in Ansehen, das ich einige noch ligende Sachen habe, um solche außzuarbeiten und dan wegen meinen mir allzuviellen und betrübten *das* Haußwesen betröffenden Verrichtungen etc., welches er mir auch sogleich zugesagt. 19. Um 11 Uhr war ich m. Geliebteste zu besuchen. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Br. Taccò. Abends war ich bey dem alten Widerkhern und spätter mein Allerliebste besuchen. 20. Vormittag umb 11 Uhr war ich m. L. zu besuchen. Nachmittag war bey mir der P. Kabelhoffen von Wien, der nach Rom gehet, ein Caetaner; mit ihm war der Valvasor. Spätter der Obrister Br. Mittrowsky. Abends war ich wieder m. L. zu besuchen und ihr mein Gebeth und Trennen zu opfern. [410] 21. Vormittag war bey mir die Tapicirerin, ein Geld zu Leich zu suchen. Dan war ich in Rath von ½ 10 biß Mittag. Abends war ich m. L. zu besuchen. Spätter bey m. Schwägerinen. 22. Vormittag war bey mir der General Br. Scherzer und der Obrister Br. Mittrowsky. Umb 11 Uhr gieng ich mit mein Micherle mein allerliebste Gemahlin besuchen. Abends thate ich ein gleiches und spätter war ich bey m. Schwägerinen. 23. Vormittag war bey mir die Frl. Moscon, sich anzufragen, ob von m. Liebsten seeligen einige Kleider verkauffet werden. Zugleich war bey mir der Schitterer, Zahlambtscontrolor auß Clagenfurt. Dan der Albert mit | 465 1753 Marec dem Gipsenen meiner Allerliebsten seeligen. Dan war ich mit mein Micherle mein Geliebteste zu besuchen. Nachmittag war ich in Rath von 2 ½ biß gegen 7 Uhr. Abends war bey mir der alte Widerkher. 24. Vormittag war ich mit mein Sohnen Hanßl und Micherle m. Liebste bey ihrem Grab zu besuchen. Abends war ich daselbst allein und spätter bey meinen Schwagerinen. 25. Morgens um 7 Uhr war ich mit meine Micherle und Hainerle m. Geliebteste zu besuchen und ließ daselbst ein Hl. Mesß lesen. Um 8 Uhr fahrte mit ihnen nach Lack zu m. Schwester der Maximiliana und langten daselbst an um ½ 11 Uhr; speisten auch auf Mittag bey ihnen Klosterfrauen. [411] Meiner Schwester regalirte ich ein pundiges weisses Waxlichtl, dan ein Species Ducaten. Nachmittag umb 4 Uhr seyn wir wieder abgereist und kamen an bey den Augustinern um ½ 7 Uhr. Da giengen wir zu dem Grab meiner Geliebtesten und dan zu denen Schwägerinen. 26. Vormittag habe dem Br. Flachenfeld auf sein Ersuchen gelichen 14 porcellaner Teller und 2 Posater zum Confect. Um 11 Uhr gieng ich mit m. Micherle m. L. zu besuchen. Dan zu Busetischen. Abends war ich mit m. Micherle bey dem Menzinger wegen mein und m. L. Todtenbar. Dan bey den Augustinern, m. L. zu besuchen. Spätter bey m. Schwagerinen und bey Br. Ferdi/nan/d, der heüt von Morautsch gekomen, das gester des Joseph Grafen Strassoldo gebohrne Sohndel zu tauffen. 27. Vormittag war bey mir der Schlossergesell, der meines seeligen Schlosser Wittib heüraten soll, sich um ferere Arbeith zu recomendiren. Deme ich auch die 4 Handhabe803 und 12 Schrauffen sambt 2 Einfalleisen oder Schliessen vor mein und m. L. Todtentrugen ordiniret habe. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey den Augustinern, m. L. zu besuchen. Dan war bey mir der Palier nomine Benj/ami/n, vor ihn ein Grerach zum Stucodor zu erkauffen. Abends war bey mir Carl Hochenwarth und nach Ave Maria gieng ich abermahls zum Grab meiner geliebtesten Todten. 28. Heüt morgens ist General Scherzer mit Br. Mittrowsky wieder nach Carlstadt retournirt. [412] Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle m. Geliebteste besuchen. Dan war ich bey dem Vicefiscale Dr. Kappus. Dan ein wenig spaziren in Compagnie des Micherle. Nachmittag war bey mir abbé Abfaltrer, der dieser Tagen nach Hl. Xaveri retournirt. Abends war ich abermahls mit m. Micherle bey dem Grab meiner Allerliebsten. Spätter bey meinen Schwägerinen. 1753 Marec 1. Marzi. Vormittag war bey mir der Burgermaister Perr in seiner Angelegenheit wegen Maulbeer*baum*pflan-zung. Dan 2 Discalziaten wegen Br. Hueber von Wienn seiner Prætension bey Salvay. Dan war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Geliebtesten. Dan bey Schweigerischen mit Flachenfeld zu reden, der Morgen nach Wienn verreist. Spätter bey m. Schwägerinen. 2. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle m. L. zu besuchen. Nachmittag war bey mir P. Joseph, Capuciner. Dan der junge Wolckensperg. Abends war ich abermahls bey den Augustinern, mein ausserwählte Todte zu beweinen. Dan bey m. Schwägerinen, wo ich der Frl. Lenerle Hallerstein, die heüt von Manspurg gekomen, ihr Quartall bezahlt habe mit 243 fl. 45 kr., welche den lezten Jener lezthin verfallen seyn. Hingegen bin ich ihro noch ein Quartall von vorhero ruckständig. Dan habe der Duvallin 20 fl. anticipirt auf ihr Quartall, das den lezten künfftigen April verfallen wird. [413] 3. Um 11 Uhr Vormittag war ich gewöhnlicher massen bey der Mesß beyn Augustinern und bey dem Grab meiner Geliebtesten in Compagnie m. Micherle und dan spaziren. Nachmittag war bey mir der Kirschlager. Dan war ich in Rath von 3 ½ biß 6 ½. Spätter bey m. Schwägerinen. Heüt habe den Geschmuck von m. L. schäzen lassen, dan dem Craißhaubtman Br. Taufferer 35 Bodenbretter gelichen. 803 Drugi a iz e 466 | 1753 Marec 4. Vormittag war ich mit m. Hänßl bey der Bredig und Mesß bey Capucinern. Dan mit m. Micherle bey den Augustinern, m. Geliebteste zu besuchen und dan ein wenig spaziren. Nachmittag war bey mir der Kirschlager, Kauffman, deme ich ein alten Conto von anno 1751 mit 92 fl. bezahlt habe. Dan war bey mir der junge Brigido, i.c. Craißhaubtmansadjunct. Abends gieng ich mit m. Micherle mein Allerliebste mit meinen Trennen zu besprengen. Dan waren wir bey m. Schwägerinen. Heüt abends habe m. secretari Oberer auf dem Ball zu gehen erlaubt. 5. Vormittag um 11 Uhr war ich gewohnlicher massen mit m. Micherle bey der Mesß beyn Augustinern bey der Grab meiner geliebtesten Todten. Dan waren bey des Lamb/er/g Gebau, wo wir auch ihn angetroffen. Nachmittag war bey mir mein Schwager Br. Wolf Daniel von Erb/er/g und der Buseth mit dem Commission-sschreiber und sie alß von mir anverlangte Inventurscommissarii und haben endlich das Inventarium nach [414] meiner gottseeligen Allerliebsten geendet. Abends war ich mit m. Micherle m. L. zu besuchen. Spätter bey m. Schwägerinen. 6. Vormittag war ich mit m. Micherle m. L. zu besuchen. Zu Mittag speiste ich mit m. Sohn Hänßl bey General Br. de Fin à 7 couverts. Da war der junge Br. Apfaltrer, Ignatii filius, dan ein Haubtman und Leüthnant von Andlau, die von Mantua komen, Recrouten abzuhollen, und dan der secretarius. Nachmittag war ich bey den Jesuiten in der Kirchen. Spätter bey dem Grab m. Geliebtesten. Abends habe denen kleinen Micherle und Heinerle, dan den Segerle und Fränzl zu ein Divertissement ein Hackbrettler komen und die Kinder masquiren lassen, zu denen auch die 2 Busetische und 2 von Zergollern gekomen und haben sich wohl divertirt biß ½ 9 Uhr. 7. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle wie gewohnlich mein Geliebteste zu besuchen bey ihrem Grab und dan spaziren. Nachmittag war bey mir ein Strümpfeinsezerin, dero ich etliche Par gegeben, um solche vor den Micherle zu richten. Abends war ich abermahls mit m. Micherle bey den Augustinern bey m. L. Spätter bey meinen Schwägerinen. Vormittag war bey mir die Widerkherin, die da supirirt, nach dem künfftigen Monath May in Hofnung von ihrem Gemahl gescheiden zu werden. 8. Vormittag umb 11 Uhr war ich mit m. Micherle m. L. zu besuchen, dan spaziren. Abends nach 6 Uhr ingleichen. [415] Vorhero war ich bey hiesigen vicario generali wegen des subsidii quinquenalis ecclesiastici und das er sich mit dessen Eintreibung befördern solle. Dan war bey mir der Schmidt, mit dem ich vor sein Außzedl per 75 fl. accordirt und ihme à Conto die Helffte mit 37 ½ fl. bezahlet habe. Dan habe dem Tischler ordinirt, unten804 an der grossen Stiegen nächst den Keller, ein Gattern von Eychenholz zu machen, umb die Unsauberkeit der indiscreten Leüthe zu verhinderen und habe dafür per 9 fl. accordirt. 9. Vormittag war bey mir Ziegler, mein Votum zu vernehmen in ständischen Angelegenheiten. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey dem Grab m. Liebsten, die Mesß zu hören. Dan waren bey Mad. Werthenthall, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ¾ auf 7. Dan war ich m. L. zu besuchen. 10. Vormittag war bey mir die Schlosserin Wittib, die allen Ansehen nach gerne ihren Gesellen hayrathen und viel mehr die Approbation alß einen anderen Rath haben möchte. Dan der Persky, sich anzufragen, ob er mein Palier zu Lustall brauchen darf. Um 11 Uhr war ich bey dem Grab m. L. die Mesß zu hören in Compagnie meines Micherle. Abends um Ave Maria in simili. 11. Vormittag war ich mit m. Hänßl beyn Capucinern in der Bredig und Mesß. 804 Popravljeno iz unter | 467 1753 Marec Dan war ich bey P. Rector wegen der von Hof eingeschickten Lista der verbottenen Bücher. [416] Dan besuchte den P. Bernardin Erberg. Um 11 Uhr war ich bey dem Grab meiner Ausserwählten noch ein Mesß zu hören. Nachmittag gegen Abend war ich bey General Br. de Fin., den Bernhard Rasp neuerdings zu recomendiren und er versprache mir ein Brief an dem Obristen. Dan war ich bey dem Grab meiner Geliebtesten und spätter bey meinen Schwägerinen. 12. Vormittag war bey mir der secretarius des General de Fin mit einem specie facti, das vorhabende br.-semle-rische fidei commiss betreffend. Dan der Scarlichi von Ob/er/ Möttnig. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle beyn Augustinern in der Mesß beym Grab meiner Geliebtesten. Nachmittag war bey mir Schifferstein. Dan Zois, der mir unter anderen erzehlte, das der Graf Sinzendorf alß præses Comercii zu Triest resolviret seye mit einer Besoldung von 1800 fl., Manegeta alß Rath mit 1200 fl., Br. Anto/nio/ Marenzi alß Rath mit 600 fl., dan 2 Gelehrte, alß der Leo und Bottoni jeder mit 2/c fl., dan 2 Kaufleüth, alß Brentano und der Domreicher, jeder mit 150 fl. et pro actuario der [–]805 mit 5/c fl. Um Ave Maria-Zeit war ich abermahls mein Geliebteste zu besuchen. Dan war ich bey m. Schwägerinen, wo ich der Frl. Lenerle Hallerstein die lana pene gegeben, die sie mir zu Gefallen abziehen zu wollen versprochen hat; alles zusamen hat gewogen bey 3 lb. und 22 Loth. 13. Vormittag war ich mit m. Micherle, wie gewöhnlich, [417] mein englische Todte zu besuchen. Dan bey m. Schwagerinen. Nachmittag habe Consessum Comercialem gehalten. Abends war ich wieder bey meiner Geliebtesten und spätter bey m. Schwägerinen. 14. Vormittag war bey mir der H. von Hofmann. Dan war ich mit m. Micherle bey den Augustinern, m. L. zu besuchen, wo ich auch bey Hl. Monica-Altar ein Hl. Mesß vor die Gottseelige habe lesen lassen. Abends habe gleichfalls mein Geliebteste besucht und spätter war ich bey meinen Schwägerinen. Gester ist der vorhin geweste Thorhietter in Landshauß, Walch, allhier begraben worden. 15. Vormittag war ich mit m. Micherle bey den Augustinern, mein Geliebteste zu besuchen. Abends ingleichen. Zu Mittag speiste bey unß der Geistliche von Lustall. Nachmittag haben dem alten Schigan sein alten Außzedl bezahlt. Spätter war ich mit m. Micherle bey m. Schwagerinen. 16. Vormittag war bey mir der Rectificationsregistrator Klee, welcher unbesonenerweiß sein Dienst resigniret hat und nur auf mein vielles Zureden seinen nun erkenenden Fäller redressiren möchte. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner geliebtesten Todten. 17. Vormittag war ich in Rath von 9 Uhr biß ½ 12 Uhr. Dan war ich bey Ignati Auersperg ihm zu gratuliren, das er die angesuchte Pfarr mit dem Raißgejaid petito modo überkomen wird. [418] Dan war ich bey dem Grab meiner allerliebsten Todten. Nachmittag war bey mir der Geistliche Hauch, sich um die Pfarr Oblack zu recommendiren. Spätter war ich mit m. Micherle bey dem Menzinger, um zu sehen, ob er an meiner und meiner geliebtesten Gemählin Todtenbar schon was angefanden hat. Dan war ich ein wenig spaziren und spätter bey m. L. Grab, ihro meine Zeher zu opfern. NB. Gester habe dem Tischler mein aschenfarben Roch samt der gelben drognetenen Vestie und ein Par schwarze Hosen gegen deme gegeben, das er sich obligiret hat, mir alle die Gattern an der grossen Stiegen biß in die höche einverstandener massen zu machen und alles vor Ostern zu verfertigen. Dazu jedoch ich das Holz zu fourniren habe. Et sic d‘accordo pro notitia aber habe ich ihm in Geld schon 24 fl. geben wollen. Er aber verlangte leztlich 32 und ich glaube, das er um 26, höchst 28 fl. contentiret hätte und soviel und mehr wird das Kleid wohl werth. 18. Vormittag war bey mir der Marotti von Fiume, der Morgen nach Triest verreist und nun Comendant und Intendant zu Zeng resolviret ist. Dan mein806 gewester Kutscher, deme 1 fl. 59 kr. gegeben, weil er mir ge-805 Prostor za ime. 806 Madež črnila. 468 | 1753 Marec holffen, die Pferd zu verkauffen. Der Betschirrstecher brachte mir zu sehen das neue vor die Stell gestochene königliche Sigill. Dan war bey mir der Rasp von Molck. Dan der buckelte Schneider, von dem ich alle Kinderkleider habe schäzen lassen. Um 11 Uhr war ich mit dem Micherle bey dem [419] Grab meiner englischen Todten. Dan suchten den Marotti. Abends war ich abermahls m. L. zu besuchen. Spätter bey m. Schwägerinen. 19. Ach Gott, heüt ist just 27 Jahr, das ich mich mit meiner englischen allerliebsten Gemählin solemniter ehelich versprochen habe. Ach Gott, wie freüd und vergnügenvoll war vor mich und mein Geliebteste selbe Goldene Zeit!807 Ach, wie trostloß und betrübnusvoll ist vor mich die Heütige. Dir, o Gott, klage ich mit ha-isesten Trennen meine aüserste Bestürzung. Habe, o Gott, mein englisches Ehegespändl (welches in meinem Herzen einzig und allein stetts her in frischester Gedächtnus bleibet) in deinen himlischen Schosß. Dafür ich dich auß Grund meines Herzens auf das inständigste Bitte auch beständig und unaufhörlich bitten werde, biß dein heiliger Willen seyn wird, mir solche wieder und auf ewig zu schencken, amen. Um 11 Uhr habe mein englische Todte bey ihrem und meinem Grab besucht, auch daselbst vor sie ein Hl. Mesß lesen lassen und war mit mir mein Micherle. Dan war ich mit ihm bey Mad. Rasp, die heüt ihren Nahmenstag celebrirt. Nachmittag war ich bey der Wittib Erb/er/gin auß eben der Ursach und spätter bey dem Buseth. Dan besuchte mein Geliebteste abends bey den Augustinern. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir der Rasp von Molck. [420] 20. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner Geliebtesten. Abends um 6 Uhr dergleichen. Nachmittag habe Consessum Commercialem gehalten. Spätter war ich bey Mad. Rasp wegen ihres Sohns Bernhard zu Wienn. Dan bey meinen Schwägerinen. 21. Vormittag war bey mir Br. Joseph Mordaxt, deme 2 Par eisene Stifferlein gelichen vor sein Söhndl. Dan der P. Hallerstein, Prior zu Landsstrasß. Dan Franz Graf von Liechtenberg wegen des Raißgejads der Pfarr zu Lipoglau. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle mein Ausserwählte zu besuchen. 22. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle mein allerliebste Gemählin bey ihrem Grab zu beweinen und abends umb 6 Uhr desgleichen. Vorhero war ich mit gedachtem mein Sohn den Joseph Br. von Mordaxt zu suchen. Dan bey dem Landstrasser Prior P. Hallerstein und P. Buset. Dan bey alten Widerkher und spätter bey meinen Schwagerinen. 23. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag suchte die lezt von Wien retournirte Görzer, alß den Franckenberg, Cobenzl und Edling. Dan abends bey den Augustinern mit m. Micherle, m. L. zu beweinen. Spätter bey m. Schwagerinen. Noch spätter habe obgedachten Görzer bey Br. Benj/ami/n angetroffen. 24. Vormittag war ich mit mein Micherle m. L. zu besuchen, wo ich ein Hl. Mesß habe lesen lassen bey Hl. Monica-Altar. [421] Vorhero war bey mir P. Hallerstein und Br. Buseth, Landstrasser. Abends war ich mit m. Micherle abermahls m. Geliebteste zu besuchen. Spätter bey m. Schwägerinen. 25. Vormittag war bey mir Rabensperg. Dan war ich mit m. Micherle bey den Capucinern in der Bredig. Dan beyn Augustinern, wo ich ein Hl. Mesß bey dem Grab m. Geliebtesten habe lesen lassen. Abends war ich mit m. Hanßl auch daselbst. 26. Vormittag war bey mir Schifferstein. Dan war ich in Conferenz von ½ 10 biß ½ 12. Dan bey Augustinern, wo ich, wie gewohnlich, vor meine Ausserwahlte ein Hl. Mesß habe lesen lassen und war bey mir m. Micherle. Nachmittag war bey mir Graf Edling, canonicus et decanus zu Görz. Dan der prê Castro, der gester von Triest gekomen in Angelegenheit der Trezzin. Dan Br. Franz Hallerstein. Abends war ich mit m. Micherle meine Allerliebste zu besuchen. Spätter bey meinen Schwägerinen. 27. Vormittag war bey mir die Bssa. Moscon Wittib, gebohrne Rerenberg. Dan die Widerkherin. Nachmittag Graf Franckenberg. 807 Klicaj iz vprašaja. | 469 1753 April Um 11 Uhr war808 ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Allerliebsten und haben daselbst ein Hl. Mesß lesen lassen. Abends war ich ebenfals daselbst. Spätter bey meinen Schwägerinen. 28. Vormittag war ich in Conferenz von 9 biß ½ 12 Uhr. [422] Dan war ich bey m. Geliebtesten mit dem Micherle und habe ein Hl. Mesß daselbst lesen lassen. Nachmittag war bey mir P. Mast/er/ S. J., dan der junge Widerkher und Wallensperg. Abends war ich mit m. Micherle mein Geliebteste zu besuchen. Spätter bey m. Schwägerinen. 29. Vormittag war ich mit m. Micherle m. Geliebteste zu besuchen und hatten daselbst unser Hl. Mesß. Abends war ich auch daselbst. Spätter bey den Widerkherischen, dan bey meinen Schwägerinen. Nachmittag war bey mir der Kriegscommissarius Uhrys. 30. Heüt morgens habe vor den neuen Haußknecht aufgenohmen den Simon Salar, Graf Ign/ati/ auerspergischer Unterthan, wo er auch 2 Schwester, eine verheürath, die andere noch ledig hat, sonsten keine Eltern am Leben. Er ist bey 30 Jahr alt und war leztlich bey hiesigen Jesuitern durch 19 Jahr in Diensten. Ich habe ihm versprochen vor sein Besoldung 21 17ner und alle Wochen 12 solt vor das Brod, womit er auch content ist. Um 11 ½ war ich mit m. Micherle mit aigner Mesß m. Geliebteste bey ihrem Grab zu beweinen. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Nemezhoffen. 31. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 12 und hat der Philipussi alß Creißambtsofficier zu Görz das Jurament abgelegt. Dan war ich m. Geliebteste zu besuchen, wo just m. Mesß (wo der Micherle beygewohnt) auß war. [423] Nachmittag habe den Consessum Comercialem bey Zois gehalten. Dan war ich mein Ausserwahlte zu besuchen. Spätter war bey mir der junge Widerkher und sein Frau, die Morgen nach Klein Lack retourniren. Bey mir war auch Nachmittag der Philipussi. 1753 April 1. April. Vormittag war ich mit m. Micherle bey den Capucinern in der Predig. Dan suchten die Busetin. Von Rahn furten in Schiff zu St. Peter in die Kirchen, dan besachen die Caserne, dan das Armehauß. Um ½ 12 Uhr hatten unsere Mesß beym Augustinern vor m. Geliebteste. Nachmittag809 war ich mit dem Micherle bey der Busetin, dan bey meinen Schwägerinen. Spätter war bey mir Schifferstein. Heüt abends um 9 Uhr war ein Feyerbrust in der Teütschen Gassen nächst des Ign/atis/ Graf von Auersperg-Hauß und hat ein hülzener Gang Feüer gefangen, hingegen bald wieder gelöscht worden. 2. Vormittag um ½ 12. war ich mit m. Micherle mit einer Hl. Mesß m. L. bey ihrem Grab in Gedenck. Ingleichen abends nach Ave Maria. Sonst war ich Nachmittag bey dem Albert, das Portrait meiner Geliebtesten perfectionirter zu sehen. Dan war ich bey meinen Schwagerinen. 3. Vormittag war bey mir prê Castro wegen der Trezzin. Um ½ 12. war ich mit m. Micherle mit unsere Mesß bey dem Grab meiner Geliebtesten. [424] Abends ingleichen. Vorhero war ich bey m. Schwagerinen. 4. Vormittag war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Geliebtesten mit unser Mesß. Nachmittag war bey mir Dr. Modesti wegen Capitul zu Cividal. Abends war ich bey m. Schwägerinen und spätter m. L. zu besuchen, fande aber die Kirchen bereits gespert. 5. Vormittag umb ½ 12 Uhr war ich mit m. Micherle mit unserer Mesß mein Geliebteste zu besuchen. Ingleichen abends. Spätter war ich bey m. Schwagerinen. 6. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 2 Uhr. An meiner statt war mein Micherle mit der Hl. Mesß vor mein Geliebteste zu betten. Abends war ich daselbst. Spätter bey m. Schwägerinen. Nachmittag war auch bey mir der Buchhalter Marotti wegen der am Montag vorzunehmen habender Licitation. 808 Popravljeno. 809 Sledi pet prečrtanih nečitljivih besed. 470 | 1753 April 7. Vormittag umb ½ 12 Uhr war ich mit m. Micherle mit unserer Mesß mein Allerliebste zu besuchen. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir der Stadtsyndicus Raditsch wegen der übermorgigen Licitation. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. 8. Vormittag war ich bey Herb/er/stein wegen morgiger Licitation. Umb ½ 12. mit m. Micherle und unser Mesß bey dem Grab meiner Ausserwahlten. Nachmittag war ich in Rath von 3 Uhr biß 5 Uhr. Dan war ich bey Mad. Buset. Dan bey m. L. Grab und spätter bey m. Schwägerinen. [425] Nachmittag810 um 3 Uhr ist der Ludwig Graf von Liechtenb/er/g von Schlag berührt worden, der sich darauf wieder besser befunden. 9. Vormittag habe die Licitation der stadt-laybacherisch magistratischen Gefällen vorgenohmen, ohne das ein Licitant erschunen wäre. Umb ½ 12 Uhr war ich mit m. Micherle bey dem Grab m. L. mit unserer Mesß. Nachmittag hielte Consessum Comercialem. Abends besuchte mein geliebteste Todte und spätter war bey meinen Schwägerinen. 10. Vormittag confirmirte die Licitation wie gester ohne Licitanten. Um ½ 12. war ich mit m. Micherle mit unserer Mesß beym Grab meiner Geliebtesten. Abends ingleichen. Spätter bey meinen Schwagerinen. 11. Vormittag hielte ich abermahls und zwar das leztmahl die Licitation. Umb ½ 12 Uhr war ich, wie gewöhnlich, mit m. Micherle m. Geliebteste bey ihrem Grab zu besuchen mit aigner Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag waren bey mir die 2 Studenten Jentschitsch, sich zu beurlauben, gehen nach Hauß zu ihren Eltern. Dan war bey mir Giuseppe811 Zanchi, der von Wienn komt und nach Fiume retournirt. Ingleichen Nemezhof wegen petazischen Strassenbeytrags-Außstand per 56 fl. 12. Vormittag war bey mir der [– –]812 nomine Silberschneider, der gerne den magistratischen Brug in Verpachtung nehmen möchte etc. [426] Um ½ 12 Uhr war ich mit m. Micherle mein Ausserwählte bey ihrem Grab zu besuchen mit aigner Mesß. Abends in simili. 13. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 2 Uhr. Nachmittag war bey mir der erst von Wien gekomen canonicus von Cividal d‘Austria Graf Attems mit des Ferd/ inand/ Grafen von Attems Sohn, der Fendrich unter Forgatisch ist und nun zum Regiment nach Italien gehet, in Hofnung alß Leüthnant vorgestelt zu werden. Abends war ich mein Geliebteste zu besuchen und Vormittag supplirte mich m. Micherle mit aigener Mesß. Spätter war ich bey m. Schwägerinen, wo ich auch die Frl. Lenerle Hallerstein angetroffen und selber die Proposition gemacht habe, ob sie nicht bey mir die Haußwirtschafft führen und das Haußwesen besorgen wolte. Sie hätte frey Quartier, freye Kost und Bedienung. Anderster hätte ich ihro nichts zu geben, ausser ein und anders kleines Agrement und nobleu trato, wozu sie sich nicht ungeneügt bezeüget und nur allein sich vorbehalten hat, deßwegen vorhero an ihrem H. Brudern Franz schreiben zu wollen, umb auch seine Approbation zu haben, wo ihro auch freystehen wird, *zu*gleich813 dieses Wirtschafft zu Mannspurg zu besorgen. 14. Vormittag war ich mit m. Micherle mein Ausserwahlte zu besuchen mit aigner Mesß. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Abends war ich gleichfalls bey m. Geliebtesten Grab. [427] Bey mir war der Br. Juritsch mit seinem lezt von Wien gekomenen Sohn, der in Collegio Theresiano war und nun bey dem Craißhaubtman in Unt/er/ Crain zu practiciren willens ist. 15. Vormittag war ich mit mein Micherle bey m. L. mit aigner Mesß und abends desgleichen. 810 Sledijo tri prečrtane nečitljive besede. 811 Pred tem prečrtano Gie 812 Manjkata ime in pri mek, vendar Raigersfeld zanju ni predvidel praznega prostora. 813 Popravljeno. | 471 1753 April Heüt suchte ich den lezt von Wien gekomenen Br. Flachenfeld. Abends war ich bey m. Schwagerinen. 16. Vormittag habe angefangen die Balustri von Eychenholz an meiner grossen Stiegen einmauren zu lassen. Um ½ 12. war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Geliebtesten mit aigner Mesß. Abends ingleichen. Gegen Mittag gabe ich Visit dem Br. Flachenfeld. Abends 〈bey〉 meinen Schwagerinen. 17. Vormittag war ich nach 11 Uhr beym Grab meiner Geliebtesten mit m. Micherle und aigner Mesß. Abends ingleichen. Sonst war bey mir der junge Wolckensperg, der Morgen nach Wienn verreist. Dan der Walsche Auersperg. Nachmittag Frl. Fränzl, die den Jannot uberpunden. Spätter war ich bey m. Schwägerinen und dan bey der Wittib Nemezhof, die heüt von Hl. Kreüz gekomen. Nach 5 Uhr ist unser Fürst und Bischof von Salzburg hier angelangt. 18. Vormittag bey dem Grab meiner Geliebtesten. Abends ingleichen. [428] Nachmittag war bey mir die Frl. Rasp. Dan war ich in Rath von 3 biß 7 Uhr. Abends war ich bey meinen Schwagerinen. 19. Vormittag habe bey den PP. Jesuiten mein osterliche Beicht verricht. Dan war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner allerliebsten Ausserwahlten mit aigner 〈Mesß〉, wo ich auch das Hochwurdigste gut empfangen und meine Andacht vor mein Geliebteste aufgeopfert habe. Dan habe einen Haußknecht accordirt und ihm biß zum Weinachten 7 fl. crainerischer Wehrung und wochentlich 12 solt biß zu gedachtem Weinachten versprochen. Er heist Juri Jacoptsch s‘ Ihana, unweit Lustall, ledigen Stands in alter [–]814 Jahr. Gegen Mittag waren bey mir die Frl. Franzl, Frl. Retl und Frl. Lenerle Hallerstein, Abends war ich m. Geliebteste zu besuchen, dan bey m. Schwägerinen und spätter bey Frl. Rasp. 20. Um ½ 2 Uhr Nachmittag bin ich mit der Todtenbruderschafft in Bruderschafftskutten die Hl. Gräber besuchen gangen und seyn bald nach 4 Uhr retournirt. Dan war ich mein Geliebteste bey ihrm Grab zu besuchen. 21. Vormittag waren bey mir mit Feyertagcompliment P. Rector et P. Master S. J., dan P. Carina et Mag. Perizhof und 2 Franciscaner et 2 Augustiner. Dan der Handl, Nied/er/bach/er/ et abbé Monari. Gegen Mittag war ich mit m. Micherle mein Geliebteste zu besuchen. Abends ingleichen. Vorhero war ich bey der Auferstehung beyn Discalziaten in Bruderschafftskleid. [429] Abends war ich bey der Walschen Auersperg, dan bey der Grafin Du Valle, der ich verschiedenes von meiner geliebtesten Gemählin seeligen denen Armen legirter Kleidung vor sie und vor ihre Töchter gegeben habe, wie alles suo loco angemerckter zu sehen. 22. Vormittag war ich bey der Bredig und Mesß bey denen Capucinern, dan nach 11 Uhr mit dem Micherle und aigner Mesß bey dem Grab meiner Ausserwählten. Nachmittag war ich bey hiesigen Bischof und Fürsten in Visit. Dan bey alt-Br.-Gallischen. Spätter bey meinen Schwagerinen und vorher815 bey dem Grab meiner Ausserwählten. Ach Gott! Wie frölich waren voriges Jahrs die Ostern! Wie betrübt nun dieses Jahr! Deus dedit, Deus abstulit, Deus iterum et in æternum dabit, sit nomen Domini benedictum, amen. 23. Vormittag war ich mit m. Micherle bey dem P. Rector S. J., dan bey P. Bernardin Erberg und P. Ermel. Dan bey den Augustinern bey m. L. Grab mit aigner Mesß. Nachmittag oder abends abermahls und vorhero waren be mir Frl. Franzl, m. Schwagerin, m. L. ihre Kleidung unter die armen Adeligen zu vertheilen. Vorhero war bey mir P. Erberg, deme einige acta genealogica gelichen habe. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle bey m. L. Grab mit aigner Mesß und abends ingleichen. [430] Spatter war ich bey meinen Schwagerinen biß gegen 9 Uhr. 814 Manjka število. 815 Popravljeno iz nachero 472 | 1753 Maj 25. Vormittag war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Nachmittag war ich bey Marotti. Dan in Rath von 4 biß ½ 8 Uhr. Dan bey m. L. ihren Grab. Spätter bey m. Schwägerinen. 26. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 2. Nachmittag. Nachmittag war bey mir der Alberth mit m. L. ihren ganzen Kopf, dan den Profil und wie sie laider tod war! Dan die Nändl, die mir m. L. Botten gebracht. Abends war ich bey dem Grab m. Geliebtesten und Vormittag supplirte mich m. Micherle mit aigner Mesß. Spätter war ich bey meinen Schwägerinen. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigner Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Br. Giulio de Fin von Triest und der Dionoro von Gradisca. Dan der Kaufman Kirchschlager und der Schmidt, welchen beeden ich ihre Außzedl bezahlt und saldiret habe. Abends spätter war ich bey m. Schwägerinen. 28. Vormittag war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Heüt habe der816 Schlosserin, dem Kirschlager und dem Waxkerzler ihre Außzedl saldirt. Spätter war ich bey meinen Schwägerinen. 29. Vormittag war ich mit m. Micherle bey den Capucinern in der Bredig, dan bey P. Guardian in Visit. [431] Dan bey dem Grab meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Dan war ich bey General Br. de Fin, zugleich die Visit seinen Sohnen und dem Br. Giulio seinem nepoti zu geben. Nachmittag war ich wieder mein Geliebteste zu besuchen, dan bey Jesuiten und spätter bey meinen Schwagerinen. 30. Vormittag war ich mit m. Micherle bey den P. Prior deren Discalziaten, deme ich meiner Geliebtesten Sack von weiß chinesischen Damast No. 249, dan die schwarzgestickte Mantille No. 54 überbracht, vor welches beedes, so 40 fl. geschazt ist, er mir versprochen, vor mein Ausserwahlte 120 Hl. Messen, id est zu 20 kr. gerechnet, bey privilegirten Altären des ehistens lesen zu lassen. Dan war ich bey dem Grab meiner Allerliebsten mit aigener Mesß. Dan bey dem alten krancken Widerkher, der heüt versehen worden. Abends war ich abermahls mit m. Micherle mein Liebstes Ehegespändl seeligen zu besuchen. Spätter bey m. Schwägerinen. 1753 Maj 1. May. Heüt Vormittag gegen ½ 10 Uhr habe einen kleinen terræ motum, so bey ein Minuten gedauret, gar wohl verspiret. So wollen auch den 23. elapsi umb 3 Uhr Nachmittag Verschiedene ein Erdböben etwas hefftiger verspiret haben. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Dan bey meinen Schwagerinen und bey Mad. Rasp von Smreck. [432] Nachmittag war bey mir der Landschafftbuchhalter von Rastern. Dan der Haaß, der von Graz komt, nach Idria gehet, sein Frau abzuhollen und ist zu Graz bey dem Münz- und Bergwergweesen accomodirt. Dan Mad. Buseth. Abends war ich m. L. zu besuchen und bey ihrem Grab817 ihren Verlust zu beweinen. Spätter bey m. Schwagerinen, dan bey Mad. Rasp von Smreck. 2. Vormittag war ich mit dem Albert bey meinen Frl. Schwägerinen, um der Frl. Fränzl ihre Händ abformen zu lassen, umb zu m. geliebtesten Todten Portrait zu brauchen; ist aber auf der Sache nichtes worden. Dan war ich mit m. Micherle bey dem Bildhauer wegen obiger Angelegenheit. Dan auf dem Marckt und um 11 Uhr mit aigener Mesß bey der Grufft meiner Geliebtesten. Vorhero war ich bey dem Albert und bey m. Schwagerinen. So habe auch heüt den Außzug von Conto mit dem Glaser saldirt. 3. Vormittag war bey mir der Buchhalter Marotti vocatus wegen des monte di pietà zu Grad/isc/a. Dan war ich mit m. Micherle und aigner Mesß bey dem Grab m. Geliebtesten. Ingleichen abends. Sonst war ich auch gegen Mittag bey meinen Schwagerinen et Nachmittag war bey mir Nemezhoffen. 816 Popravljeno iz die 817 b iz v | 473 1753 Maj Gester abends um ½ 10 Uhr hat die Busetin ein Söhndl zur Welt gebracht nahmens Sigismundus Joannes Nepomuc/enus/. [433] 4. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ¼ nach 11 Uhr. Dan war ich mit m. Micherle bey dem Grab m. Geliebtesten mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir der Rasp von Molck. Abends habe m. Geliebteste abermahls besucht in compagnia m. Micherle. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Spätter bey der Busetin, von wannen ich die Frau von Werthentall nach Hauß begleitet habe. 5. 818 Vormittag war ich mit m. Micherle umb 11 m. Geliebteste mit aigner Mesß zu besuchen. Dan bey m. Schwagerinen. Nachmittag war bey mir Dionoro,819 dan der Haubtman Br. von Russenstein. Abends war ich mit m. Micherle abermahls bey dem Grab m. Allerliebsten. Dan bey m. Schwagerinen und spätter bey Mad. Rasp, die Morgen abreiset. 6. Vormittag war ich mit m. Micherle und aigner Mesß bey dem Grab m. L. Nachmittag war bey mir der Cancelist Haaß mit seiner Gemählin und der Tochter meiner Gättl. Lezter habe ein Species Ducaten und ersterer ein Palatin No. 121 geschenckt. Abends besuchte abermahls m. L. und spätter meine Schwagerinen. Vormittag war ich auch bey dem Raditsch, Stadtsyndico, wegen des Sckull. Abends, noch spätter, war ich bey der Wittib Nemizhoffen, die Morgen fruhe abreist. 7. Morgens um 6 Uhr ist die Nemezhoffin nach H. Creüz verreist. Dan war ich in Rath von 10 biß Mittag. [434] Vorhero war bey mir P. Erberg S. J. Nachmittag gegen Abend war ich m. L. zu besuchen und Vormittag supplirte mich m. Micherle mit aigener Mesß. Heüt morgens ist auch hiesiger Fürst und Bischof nach Oberburg verreist, daselbst den synodum zu halten. Die Stände hatten auch heüt eine Dietalversamlung. Abends war ich bey meinen Schwägerinen. 8. Vormittag habe vor des Hänßl neue Quartier in dem Mezanin mit dem Glaser vor jedes Fenster folgender gestalten accordirt, id est, das ich von meinen Glastaffeln deren 16 in ein Fenster gehen, wegen des Bruchs 17 Stuck gebe. Vor jede deren 16 Taffeln ein Zumachen verlangte er samt den Bley No. 2 zu Groschen, endlich aber zu 2 kr.; das betragete 32 fl. Bey 6820 Stangeln komen auf jede 4821 Hafft, in allen 24; Hafft à 2 den. – 12 〈fl.〉 Das machete samt der Verzimung 44 kr. und ich habe accordirt per 40 kr. vor jedes Fenster. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle mein Ausserwählte zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Dan war ich bey m. Schwagerinen. Spätter bey der Busethin. Vor- et Nachmittag war bey mir Ziegler in Ambtsgeschäfften. 9. Vormittag war bey mir die Welitschin. Umb 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Ausserwahlten ihren Grab. Abends ingleichen. Spätter bey dem alt und jungen Widerkher. [435] 10. Vormittag war bey mir die Widerkherin. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Geliebtesten ihren und meinen Grab. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Graf Ignazi Auersperg. Abends war ich bey meinen Schwägerinen und Frl. Lenerle Hallerstein, die heüt mit ihrem Bruder P. Amand von Mannspurg gekomen. 11. Vormittag war bey mir P. Amand Hallerstein, Sitticher. Dan war ich mit m. Micherle m. Geliebteste bey ihrem Grab zu beweinen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. 818 Popravljena iz 6 819 Sledi nekaj praznega prostora, morda še za eno ime. 820 Popravljena iz 3 821 Popravljena iz 2 474 | 1753 Maj Nachmittag war bey mir der alte Steinberg. Spätter war ich bey mein Schwagerinen, wo wir concertiret haben, das Morgen Nachmittag die Frl. Lenerle Hallerstein zu mir ins Hauß kommen wird, umb bey mir zu verbleiben. Bey mir war auch heüt morgens des Ignati Graf von Auersperg sein Koch wegen seines arretirten Sohns. 12. Vormittag gegen ½ 7 Uhr ist Benj/ami/n Br. von Erberg nach Oberburg verreist. Dan war bey mir die Widerkherin, die Morgen mit ihrem Mann nach Klein Lack retournirt und wird bald darauf zu Sittich das consistorium ihrer Ehescheidung wegen gehalten werde. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle mein Geliebteste zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Um 3 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinen Schwagerinen, wo ich die Frl. Lenerle von [436] Hallerstein abholt und zu mir ins Hauß geführt habe, wo sie die Gütte haben wird, mein Haußwirtschafft zu besorgen; dafür sie das Quartier, Kost und Bedienung frey haben wird. Ich aber werde mir anlegen seyn lassen, das sie in meinem Hauß alle agremens finden wird. Abends war bey unß mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ und der Frl. H. Bruder P. Amand. Spätter war ich bey m. Schwagerinen. 13. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Ausserwahlten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Bey mir war der Betverwahrer, der mein Mayrhof und Garten auf der Pollaner erkauffen will, deme ich den Anschlag gegeben: - Wie das mir der Gartner Lampe jahrlich bestelt 56 fl. - Der Lentzig von Ackern 35 〈fl.〉 Summa 91 fl. Die onera bestehen in deme, das ich jahrlich ins - Burgerspittall bezahle 1 fl. 13 〈kr.〉 - Dem Magistrat 2 〈fl.〉 30 〈kr.〉 summa 3 〈fl. 〉 43 〈kr. 〉 Netto Ertragnus 87 〈kr. 〉 17 〈kr. 〉 Vor den Kauffschilling habe verlangt 1800 〈fl.〉 und will umb keine Außlag wissen. Was geschehen wird, folget nachgehends. Bey mir war auch der Kappus, Pulver- und Salniterinspector, wegen Saurau. Dan Dionoro wegen monte di pietà di Grad/isc/a. Abends war ich bey m. Schwagerinen, die Frl. Lenerle abzuhollen. Heüt habe meine Kinder in die Comedie auf dem Rathhauß gehen lassen mit meinem secretario accompagnirt. [437] 14. Betrübter Tag, der mir bereits das halbe Jahr seit dem, laider Gott, erfolgten Todsfall meiner iniglich geliebtesten ausserwählten Gemählin anzeüget. Ach güttigster Gott, lasse mein englisches Ehegespandl die himlische Freüden genüssen, biß es dir gefallen wird, mir solches wieder und auf ewig zu geben und meine stetts flüssende Trennen abzutrücknen und meine unaufhörliche Betrübnüs mit der ewigen Freüde zu verwechslen, amen. Um 9 Uhr war ich in Rath biß 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir der Scarlichi, neugewordener Wittwer. Dan mein Gar〈t〉ner, dan der Betverwahrer, dan des General Br. de Fin 2 Söhne. Abends war ich meiner Geliebtesten Verlust bey ihrem Grab zu beweinen und Vormittag supplirte mich m. Sohn Micherle mit aigener Mesß. Spätter war ich bey m. Schwagerinen und dan bey General Br. de Fin und seinen 2 Söhnen, die Morgen nach Böhmen retourniren. Bey meiner Frl. Lenerle waren auch meine Schwägerinen. 15. Vormittag war bey mir der Betterverwahrer, mit dem ich m. secretarium geschickt habe, in mein Meyrhof und Garten die Zugehör außweisen zu lassen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle mein herzliebste Gemahlin bey ihrem Grab zu beweinen mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir P. Guardian von Capucinern, dan P. Erberg S. J. | 475 1753 Maj Abends habe meine Kinder in die Comedie geschickt, ich aber war bey dem Grab meiner Geliebtesten. [438] 16. An heüt ist der betrubte Tag vor 6 Monaten gewesen, an welchem mein ausserwahlte allerliebsteten Gemählin begraben worden. Ach Gott, was der schmerzliche Erinnerung vor mich! Ach Gott, erbahrme dich meiner und lasse mein englisches Ehegespandl alle himlische Freüden genüssen. Von 10 Uhr biß 1 Uhr Nachmittag war ich in Rath. Nachmittag waren meine Schwägerinen bey der Frl. Lenerle. Abends war ich mein Geliebteste bey ihrm Grab zu besuchen und ihren Verlust zu beweinen. Vormittag supplirte mich mein Micherle mit aigener Mesß. Spätter war ich bey der Busethin. Bey mir war auch der prê Castro. Dan war ich mit Frl. Lenerle bey der Nemezhoffin in Visit. 17. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey dem Grab meiner Allerliebsten mit aigener Mesß. Dan ist heüt Vormittag von meinen Schwagerinen der Heinerle wieder zu mir gekomen, welchen die Frl. seit Ableben meiner Geliebtesten bey sich zu haben die Gütte gehabt, und822 wird also künfftig bey mir bleiben. Abends habe mit m. Micherle und Hainerle mein Allerliebste bey ihrem Grab besuchen. Dan war ich bey m. Schwagerinen, mich zu bedancken vor alle mit meine Hainerle so lange Zeit gehabte Mühewaltung. 18. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Allerliebste zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Bey mir war P. Guardian von Capucinern. Dan der Ziegler in Ambtsangelegenheiten. [439] Bey mir war auch der junge von Stainberg wegen der Tacco und Mandolin-Lederfabrique. Bey mir war der Betterverwahrer wegen meines Mayrhoffs. Dan der Lentschick. 19. Vormittag war ich mit mein Micherle und Hainerle bey der Grufft meiner Ausserwahlten mit aigener Mesß. Abends ingleichen und gieng auch mit beeden meinen Söhndlein spaciren. Heüt Vormittag ist von Triest hier angekomen der Graf Sobeck, Mühlburg und mehr andere. Dan von Görz General Harrsch, item von Triest mit obigen der General Marcoard, welche alle bey General Br. de Fin zu Mittag gespeist und Nachmittag die von Triest gekomene ihre Retour nach Clagenfurt genohmen haben. 20. Vormittag war ich mit mein Micherle und Hainerle beym Grab meiner Allerliebsten mit aigener Mesß. Dan war ich bey Persky, dessen Gemahlin ich ein Angedencken von m. L. gegeben, bestehend in ein sauber Gestickten Halßtüchl No. 52. Nachmittag war bey mir Max Taufferer. Dan Martin Tscharman, der mir sein Sohndl aufgeführt. Dan war ich bey P. Bernardin Erberg, der heüt sein Nahmenstag celebrirt. Dan habe nach der Aloysi-Andacht meine Schwagerinen nach Hauß begleitet. Spätter war ich m. Geliebteste zu besuchen. Dan habe Frl. Lenerle bey m. Schwagerinen abgeholt und nach Hauß geführt. 21. Vormittag war ich in Rath et Conferenz von 9 biß 12. Abends war ich mit m. Micherle und Hainerle mein Geliebteste bey ihrem Grab zu besuchen und [440] Vormittag supplirten mich gedachte beede mit aigner Mesß. 22. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Dan war ich mit m. Micherle und Hainerle bey dem Grab m. L. mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Bey mir war die Wittib des fürst-auerspergischen Forstmeisters Johan Schletterer, Rosalia, ein Tochter des seeligen Bastl, gewesten fürst-auerspergischen Jägers, welche ihr Armut und Noth bey habenden 5 kleinen Kinderlein nicht genugsam klagen konte, der ich auch ein so anders gegeben habe, weil sie mir von meiner ersten Jugend bekandt ist. 23. Vormittag war ich in Rath biß ½ 12 Uhr von 9. Dan mein Geliebteste bey ihrem Grab zu besuchen, wo ich mein Micherle und Hainerle mit aigener Mesß bereits angetroffen habe. Nachmittag war bey mir P. Guardian von Capucinern, der mir ein von Gräz erhaltene und von selben PP. fabricirende Schlagflusßtinctur in ein kleinen Glassl brachte. Dan war bey mir die Wittib Perin wegen der Strittigkeit mit Leopold Grafen von Lamberg wegen der Strassen an ihrem Grund. Dan der Albert mit dem abgedruckten Kopf 822 Sledijo tri prečrtane nečitljive besede. 476 | 1753 Maj meiner Ausserwählten. Dan die Widerkherin wegen des den 28ten hujus zu Sittich haltenden consistorii. Dan meine Schwägerinen. Abends besuchte ich mit Micherle und Hainerle m. Geliebteste bey ihrem Grab. Spätter war ich bey der Busetin. [441] 24. Vormittag war bey mir Persky. Dan P. Bernardin Erberg S. J. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Dan bey Mad. Nemezhof, die heüt ihr Nahmenstag celebrirt. Nachmittag war bey mir der Craißhaubtman Br. Taufferer und giengen miteinander zu den Discalziaten und dort in Todtenbruderschafftskutten, die gester verstorbene Waxkerzlerin Strucklin bey der Begrabnus zu begleiten und die nach 4 Uhr bey den Augustinern vor dem Spittalthor begraben worden. Dan war ich wieder bey den Augustinern, m. Geliebteste zu besuchen. Spätter bey m. Schwägerinen, von wanen ich sodan die Frl. Lennerle Hallerstein nach Hauß geführet habe. 25. Vormittag war ich in Rath von 10 biß Mittag und ½. Nachmittag war bey mir prê Castro. Spätter war ich mit m. Micherle spaziren, dan m. Geliebteste zu besuchen, wo mich vormittags der Micherle und Heinerle mit aigener Mesß suppliret haben. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. Nach 6 Uhr ist Br. Benj/ami/n von Oberburg hier retournirt und waren abends bey ihm der Buseth und Hochenwarth tempore des soupé, wo sie Chocolate genohmen. 26. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle meine Ausserwählte zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. [442] Nachmittag war bey mir der Domreicher von Triest, der nach Wien verreiset. Vormittag war auch bey mir P. Erberg Bernardin mit P. Mäster. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle mein Allerliebste bey ihrem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag war ich bey Leopold Graf von Lamberg wegen der Commission in Strassen-Lidlohnaußständen-Angelegenheit, dan wegen der Beerin. Dan war ich bey der Busethin, spätter mein Liebste zu besuchen. Um 4 Uhr Nachmittag habe Consessum mit denen medicis gehalten. Abends habe meine Kinder in die Comedi geschickt. Vormittag war ich in Visit bey Domreicher und Belusco, die Morgen nach Wienn verreisen. Nachmittag war auch hier die Frl. Fränzl. 28. Vormittag war bey mir die Wittib Beerin. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey dem Grab meiner Geliebtesten. Abends ingleichen. Bey mir war Ziegler in Ambtsgeschäfften. Heüt Nachmittag war die Comedi bey den Jesuiten auß der anderten Schull und hat sich der Fränzl Nemezhof dabey wohl gehalten. 29. Vormittag war bey mir der junge Morelli von Görz, den der alter Nemezhof aufgeführt hat. Dan war ich mit m. Micherle und Heinerle mein allerliebwerteste Gemählin bey ihrem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. [443] Nachmittag ist mein Hänßl, der gester morgens nach Sittich verreist, wieder hier retournirt mit der gewesten Frauen von Widerkher, nunmehrigen Frl. von Utschan, indeme sie lauth den an heüt von daselbstigen consistorio publicirten Urtl von ihrem Mann separirt und das matrimonium vor null und nichtig declariret worden ist. 30. Vormittag war bey mir Dionoro vocatus wegen der Gradiscan/ern/ in das gorzerige Weineinfuhr. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle mit aigener Mesß bey dem Grab meiner Ausserwahlten. Abends ingleichen. Gegen Mittag habe die Frl. Utschan besucht. Nachmittag war bey mir Ziegler in Ambtsgeschäfften. 31. Vormittag war bey mir prê Castro und der Carlo Pregl. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle bey den Augustinern, mein allerliebste Gemählin bey ihrem | 477 1753 Junij Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Vormittag war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir der alte Stemberg. Dan war ich mit meinen 2 Kleinen spaziren und bey m. Schwagerinen. 1753 Junij 1. Juni. Heüt Vor- und Nachmittag hat bey mir der Alberth und der Bildhauer gearbeith, m. gedächtnuswürdige allerliebwerteste Gemahlin wie sie todter gelegen in der Bahre vorzustellen und den Kopf und den Leib zurecht zu legen, die ich stetts bey mir haben und biß zu meinem Todt und folglich biß zu meiner zu ihr Kunfft lebhafft erhalten will. [444] Nun gehet mir noch die Kleidung ab, die ich bey denen Ursulinerinen bereits bestellet habe. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey ihrem Grab mit aigener Mesß. Bey mir war Dr. Gravenhuber. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 7 Uhr. Dan mit obigen meinen 2 Kleinen bey dem Grab meiner ausserwählten englischen Gemählin. 2. Vormittag war bey mir ein Officier Ukassovich. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner Allerliebsten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Vor- und Nachmittag war ich bey m. Schwagerinen, dan spätter bey der Busetin. Nachmittag war bey mir Marotti vocatus wegen monte di pietà zu Gradisca. 3. Vormittag war bey mir der Erzbriester von Fiume Suilocosse wegen des beneficii zu Stein. Umb 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle m. L. mit aigner Mesß zu besuchen. Abends ingleichen. Gegen Mittag war ich bey m. Schwagerinen, wo ich den Joseph Br. Mordaxt und sein Gemählin, gebohrne Hallerstein, angetroffen. Nachmittag war ich spaziren mit meinen Schwagerinen, der Mordaxtin und Frl. Lenerle. 4. Vormittag war bey mir Carlo Pregl. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Ausserwählte zu besuchen mit aigener Mesß. Dan suchte den Br. Joseph Mordaxt und sein Gemählin. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Zu Mittag speisten bey mir obige 2. Abends gieng ich mit obigen und Frl. Lenerle und meinen [445] Kleinen m. Geliebteste zu besuchen. Dan giengen in erberischen Garten. Dan begleiteten wir alle die Mordaxischen nach Hauß und wir retournirten auf dem Wasser. 5. Vormittag war bey mir der Erzbriester von Fiume, dan der prê Castro et Pregl. Item der Scarlichi von Ober Möttnig, der mir erzehlte, sich erst heüt mit einer alten Frl. Grümbschitsch ehlich versprochen zu haben. Um ½ 11 Uhr war ich in Conferenz wegen der den 3. hujus zu Sittich passirten grausamen Begebenheit. Nachmittag war bey mir Pregl. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Geliebteste zu besuchen und Vormittag haben mich obige suppliret mit aigener Mesß. 6. Vormittag um 11 Uhr war ich bey dem Grab m. Ausserwahlten mit m. Micherle und Heinerle und aigener Mesß. Abends ingleichen und vorhero auf der Polane in mein Garten. 7. Vormittag war ich in Rath und Conferenz von ½ 11 Uhr biß 1 Uhr Nachmittag. Abends war ich bey dem Grab meiner Geliebtesten mit m. Micherle und Hainerle, welche mich Vormittag mit aigner Mesß supliret haben. 8. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey dem Grab meiner Allerliebsten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Zu Mittag habe gespeist bey Nemezhoffen. [446] Da war der erst um Mittag von Görz angekomen Erzbischof, sein vicarius generalis, der Geistliche Giuliani und der Parcer, dan der General Br. de Fin, hiesiger Probst Graf Petaz, Br. Flachenfeld, Haubtman Cesare, mein Colega H. Hofman, der Gastgeber. Heüt habe ich das neugemachte Kleid mit aller Zugehör von denen Ursulinerinen bekomen und abends hat Frl. Lenerle die von dem Bildhauer gemachte Statue meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin angelegt. Und habe solche in ihre Todtenbarr gelegt und zu meinem Beth gethan und alles in mein grosses Zimmer übertragen, sodas meine andenckenswürdigste allerliebste Gemählin von nun an allemahl mir à latere des Bettsligen consequenter bey mir ruhen und mich sowohl bey Tag alß bey der Nacht an mein englisches Ehegespändl erinneren wird. Gott habe selbe in ihren himlischen Schosß und lasse sie alle himlische Freüden genüssen. Und erhalte sie stettshin in 478 | 1753 Junij meinem Herzen in frischesten Angedencken, wie sie dan dieses und ein mehres meritiret. Ach Gott, mache ihro alles wissend zu meiner einzigen und unaußsprächlichen Consolation. 9. Heüt die vergangene Nacht habe ich in meiner immerwehrender Betrübnus einen obschon dolorosen doch einzig und allein haben känenden Trost gehabt, bey meiner Allerliebsten zu schlaffen. Ach, betrübter Trost und doloroses Andencken meiner auß besonderer gottlicher Gnad genosenen Freüden und Vergnügen: das Beth stehet just an dem Orth, wo den 16. Juni 1726 das Brauthbeth gestanden. Ach wunderliche und betrübte Mutation der Scenen dieser Welt. [447] Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey dem Grab meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 7 Uhr. Dan gieng ich spaziren mit Graf Barbo. Spätter zu Augustinern, mein Ausserwählte zu besuchen. Nachmittag suchte mich der Erzbischof, der heüt beym Generalen Br. de Fin gespeist hat und dan abgereist ist nach Jauchen, umb [– – –]823 10. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Geliebteste zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Gegen Mittag habe den Franz Br. von Hallerstein heimgesucht, der gester Abend von Arch gekomen. Nachmittag gegen Abend war ich mit meinen 2 Kleinen spaziren. Heüt vor 27 Jahren war vor mich der glückseligste Tag meines Lebens, indeme ich *mit* meinem ausserwählten,824 mir von Gott bescherten allerliebstenn Ehegespändl ehelich zusamengegeben worden bin. Ach Freüden volle Zeiten! In was vor Laid und Betrübnus haben sich wohl nun abgeandert! Ach Gott, lasse doch mein inniglich geliebteste Gemählin die himlische Freüden genüssen und stärcke mich in meiner unbeschreiblichen Bestürzung. Erhalte mich beständig in deiner gottlicher Gnade, damit ich mich nicht unwürdig mache, selbe von dir wieder und zwar auf ewig zu überkomen, amen. 11. Vormittag umb ½ 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Dan war ich in Rath von ½ 12 biß ½ 1 Uhr. [448] Heüt morgens fruhe umb 5 Uhr ist mein Frl. Lenerle mit ihrem H. Bruder nach Mannspurg, id 〈est〉 Br. Franz. Nachmittag suchte den Leopold Lamb/er/g. Dan war ich bey Frl. Rettl. Spätter m. L. bey ihrem Grab zu besuchen. Dan mit Carl-Hochenwartischen spaziren. 12. Vormittag umb 11 Uhr war ich mein Micherle bey dem Grab meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Dan bey der Frl. Rettel. Abends war ich ebenfalls mit m. Micherle meine Ausserwahlte zu besuchen. Dan bey der Frl. Rettel meinen Hainerle abzuhollen, der zu Mittag auf Kaltenbrunn und nach Thurn zu Br.-Codellischen mit dem P. Master und P. Leitner gefahren ist. Nachmittag war bey mir die Busetin. 13. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 7 Uhr. Dan war ich mit Barbo spaziren und dan m. Geliebteste zu besuchen, wo mich Vormittag wegen aufgehabten Geschafften mein Micherle und Heinerle mit aigner Mesß suppliret haben. Heüt habe in mein kleinem Eintrittzimmer die Maurer arbeiten lassen. 14. Vormittag war bey mir ein Kirschner von Rudolphswerth mit den Zunfftprivilegien, die sie confirmiren lassen wollen. Umb 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey dem Grab m. Ausserwahlten mit aigener Mesß. Ach Gott! Was war vor 7 Monathen vor ein laid- und betrübnusvoller Tag vor mich. Wie schmerz- und lebhafft ist beständig meine Wunden. Ach Gott, stehe mir bey mit deiner göttlichen Gnad. [449] Nach der Kürchen war ich bey der Frl. Rettl. Bey mir war die Roßbreiterin, des seeligen Utschan Schwester, Allmosen zu bitten. Spätter war ich mit m. Micherle m. L. zu besuchen. Dan bey Buchhalter Novack. 823 Prostor za nadaljevanje stavka: manjka razlog odhoda. 824 Pred tem prečrtano meiner. Iz meiner ausserwählter popravljeno: meinem ausserwählten | 479 1753 Junij Gegen 9 Uhr abends ist Frl. Lenerle von Mannspurg allhier retournirt. 15. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey dem Grab meiner Ausserwahlten mit aigner Mesß. Dan bey Flachenfeld. Bey mir war der Treves, Bethadmodiationsofficier. Nachmittag habe Consessum Medicum gehalten. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle m. L. zu besuchen. Spätter war ich bey Barbo, deme ich die englische Uhr behändiget, die ich heüt erhalten. 16. Vormittag war ich mit m. Micherle und Hainerle m. Geliebteste bey ihrem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir die Frl. Utschan. Ach Gott, wie freüd und vergnügenvoll war der heütiger Tag vor 27 Jahren! Ach, wie betrübt ist der heütige. Ach güttiges Gott, lasse doch meiner allerliebwertesten, von dir erhaltenen und zu dir genohmenen ausserwählten Gemählin die himlische Freüden genüssen. Mache ihro zu wissen, wie sehr ich ihren Verlust bedaure, wie iniglich und auf dem zärtlichste ich sie beständig liebe, æstimire und verehre und gebe mir doch in meinem Laid-Betrübnus den Trost, das ich wisse, das ihro mein Thun und Lassen nicht unbekand seyn. [450] 17. Vormittag war ich mit mein Micherle und Hainerle beyn Jesuiten in der Bredig. Dan bey P. Erberg. Dan um 11 Uhr mein Ausserwahlte bey ihrem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag habe 24 Sperrholzer zu 15 comouz lang à 11 sl. erkaufft, betragen 13 lr. 4 〈sl.〉 Um 4 Uhr war ich in Rath biß 7 Uhr, dan mit Barbo spaziren. M. geliebteste Ausserwahlte bey ihrem Grab825 zu besuchen. Dan bey der Frl. Fränzl, die heüt von Morautsch revertiret ist. 18. Vormittag war bey mir der Gartner von Polane, deme der Treves in dem Kauf einstehet. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey dem Grab meiner Ausserwahlten mit aigener Mesß und abends supplirten mich obige 2 wegen meinen Ambtsgeschäfften. Bey mir war Nemezhof vocatus wegen der von Krop echapirten 21 Naglschmidten. Dan P. Joseph Lukantschitsch, Capuciner, mich einzuladen auf Mittag um Mittwoch, wo er sein andere Profession machen wird. Spätter der Treves, der mein Garten kaufft per 1.800 fl. franco vor mich von allen Spesen. Bey mir war auch Br. Hallerstein, der Morgen fruhe nach Arch retournirt mit seiner Schwester, der Mordaxtin. 19. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr Nachmittag. Bey mir war der Discalziatenprior. Nachmittag Dionoro. *Abends besuchte m. L. und Vormittag supplirten mich meinen 2 Kleinen mit aigner Mesß. Spätter war ich bey Frl. Franzl.* [451] 20. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 12. Zu Mittag speiste ich bey den Capucinern, wo der P. Joseph Lukantschitsch sein andere Profession gemacht. Es waren unser 28 an der Taffel, unter anderen der Landshaubtman, General Br. de Fin, Graf Gallenberg, Graf Waicard Barbo und sein Sohn, Graf Franz Lamberg und sein Sohn (NB. Diese haben das Gastmahl gegeben), Br. Max Taufferer, Graf Rasp, Br. Janeschitsch, Br. Gallenfels, Graf Wildenstein und mehr andere. Dan war ich in Visit bey dem Bischof und Fürsten. Dan bey Wolckensperg, bey mein Schwägerinen und beym Grab meiner Ausserwählten, wo mich Vormittag mein Micherle und Hainerle mit aigener Mesß suppliret haben. 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. 22. Vormittag war ich in Rath von ½ 10 biß 1 Uhr Nachmittag. Vormittag war bey mir die Frl. von Utschan. Nachmittag der canceliere des Giuseppe und Gio/vanni/ Batt/ist/a conti della Torre wegen des Steinbrüchs zu Iverne. Abends war ich mit m. Micherle und Hainerle m. Geliebteste zu besuchen und Vormittag supplirten mich obige mit aigener Mesß. Spätter war ich bey Busetischen. 825 b iz v 480 | 1753 Junij 23. Vormittag war ich mit m. Micherle und Hainerle bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war ich in Rath und Conferenz von 3 ½ biß ½ 8 Uhr. [452] Spätter war ich bey meinen Schwagerinen. Sonst war auch heüt bey mir der Dr. Gravenhueber. 24. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Nachmittag war ich bey P. Erberg Bernhard/in/ S. J. wegen eines Hofmeister vor meine 2 Kinder, dan den Nemezhof und Seegenreich. Dan bey Carl-Hochenwartischen. Dan bey dem Prælaten von Sittich. Dan beym Augustinern, wo ich die Kirchen bereits gespert fande. Dan bey dem Buchhalter Novack wegen görz- und gradiscanischen Kerckernreparation. Vormittag war ich auch bey Nemezhof, der heüt sein Nahmenstag celebrirt. 25. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey dem Grab meiner allerliebsten Gemählin mit aigener Mesß. Dan bey der Busethin und Frl. Utschan. Nachmittag war bey mir Buchhalter Maroti und Dionoro wegen monte di pietà zu Grad/isc/a, ambo vocati. Abends war ich mit obigen meinen 2 Kleinen meine Geliebteste zu besuchen. Spätter bey meinen Schwägerinen. 26. Vormittag war bey mir Marotti. Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen m. Ausserwählte zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir P. Erberg Bernardin S. J., dan der Marotti. Item der alte Jencko. Abends habe mit m. 2 Kleinen mein Allerliebste besucht. [453] Abends war bey mir der bischofliche Rendmeister Polack, der mir den Rest brachte vor die dem Bischof von Wien providirte Öffen mit 51 fl. 19 〈kr.〉 Vorhin aber hat er mir bezahlt 3/c fl., et sic in toto 351 fl. 19 〈kr.〉 Und habe ihn quittiren lassen unter 2. Decembris 1752 auf sein Ersuchen. Gester fruhe ist mein Frl. Lenerle nach Mannspurg verreist und gester abends wieder hier retournirt. Heüt fruhe ist Mad. Nemezhof mit dem Franzl ins Badt nach Tiffer verreist und därffte vor Ende Juli nicht retourniren. 27. Vormittag war bey mir der Buchhalter Marotti und der Niederbacher. Um 10 Uhr war ich in Rath.826 Nachmittag war bey mir der Bottoni von Triest und Dionoro von Grad/isc/a. Nachmittag war ich bey Flachenfeld wegen adlspergischen Jagdbarkeiten und Pfarren. Heüt habe den Malitsch, meiner Kinder Instructoren, alß der seiner Schuldigkeit sehr nachlassig und schlecht nachgekomen, seines Diensts entlassen. Abends habe mein Ausserwählte besucht und morgens haben mich meine 2 Kleinen supplirt mit aigener Mesß. 28. Vormittag war ich in Rath und Conferenz umb 10 Uhr. Vorhero war bey mir der Trebes, mit dem ich die Contract von mein verkaufften Mayrhof außgewechslet habe. Dan war bey mir m. L. Camerjungfer, die nach Görz zur Br. Grabizin in Dienste verreiset, sich zu beurlauben. [454] Heüt habe m. Heüschupffen dem General Br. de Fin in Bestand verlassen per jährlich 8 fl. Dan war bey mir der neue Instructor meiner Kinder, der künfftiger Sontag ins Hauß komen wird. Dan war da P. Bernard Erberg S. J. Umb *4*827 Uhr Nachmittag war ich in Rath biß 7 Uhr. Dan besuchte m. Geliebteste, wo mich Vormittag meine 2 Kleine mit aigener Mesß suppliret haben. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Gester abends war ich bey Stadtsyndico Raditsch wegen der Verbriefungen wegen meines Mayrhofs. 29. Vormittag war bey mir Treves. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle mein Ausserwählte zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir der Consess oder Commission wegen der alten Strassen-Lidlohnaußstand mit Leopold Graf Lamberg et Buchhalter Marotti. Bey mir war der alte Steinberg. 826 Sledi nekaj prečrtanih nečitljivih besed. 827 Nad prečrtanim številom 10 | 481 1753 Julij Abends war ich mit meinen 2 Kleinen meine Geliebteste bey ihrem Grab zu besuchen. 30. Vormittag war ich in Conferenz von 11 Uhr biß 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir Wichtenstein. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Geliebteste zu besuchen und Vormittag supplirten mich obige mit aigener Mesß. 1753 Julij 1. Juli. Vormittag schickte mir der General Br. de Fin einen hiesigen, erst von dem Marckt zu Tschernembl gekomenen Fleischhacker, der mich von dem daselbst von den Walachen verübten facto informiret hat und den ich so [455] dan zum Graf Herberstein addresirte. Bey mir waren der Conti und Kufferschein von Triest und erster mit ein sein Söhndl, die aber abends wieder nach Triest retourniren. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Allerliebste zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag habe um 4 Uhr den Consessum in materia sanitatis gehalten. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Bey mir war spätter der Caetaner P. Kapelhoffen, der von Neapel und Rom und Venedig komt und den ich beym Postwagen incontrirte und mit mir führte, dan aber wieder zum Postwagen begleitetet. Dan war ich gegen 9 Uhr mein Geliebteste bey ihrem Grab zu besuchen. Dan war ich bey General Br. de Fin. 2. Vormittag war ich in Rath von 10 Uhr biß Mittag. Nachmittag war bey mir die Busetin und ihr Schwester. Dan war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Allerliebste bey ihrem Grab zu besuchen, wo mich Vormittag obige m. 2 Kleine suppliret haben. Dan war ich bey m. Schwägerinen und spätter bey H. Schweiger wegen Br. Huber. Gester Nachmittag ist der neue Instructor meiner Kinder ins Hauß gekomen. 3. Vormittag war bey mir der Trebes, deme ich ein Par alte schlächte Thörschlosser mit einigen dergleichen Eisenthörbandten per 51 kr. verkauft habe. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle mein englische Todte bey ihrem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. [456] Dan war ich beym Fiscalen Merzenhaim. 3. Spätter bey m. Schwägerinen, wo ich zugleich mein Frl. Lenerle abgeholt habe. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle mein ausserwahlte allerliebste Gemählin bey ihrem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Stadtsyndicus Raditsch und der Gamba wegen der Verbriefung meiner verkaufften Mayerhöfen auf der Polane. Abends war ich mit meinen 2 Kleinen mein Geliebteste zu besuchen. Spätter bey meinen Schwägerinen. Dan war bey mir der Craißhaubtman Br. Taufferer. 5. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir Dionoro. Spätter war ich mein Geliebteste zu besuchen, wo mich Vormittag meine 2 Kleine mit aigener Mesß suppliret haben. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag habe mein Micherle, Heinerle und den Seegenreich mit dem Instructore zum Campement geschickt, wo sie die exercitia in Feyer gesehen und just zu mir in die Kirchen retourniret seyn. 6. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle mein Ausserwahlte bey ihrem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Spätter bey meinen Schwägerinen. 7. Vormittag war bey mir der lange Tscharman wegen seines Strassen-Lidlohnsaußstand. [457] Dan 2 Vrbas von Planina wegen der Landstrassen über daselbst et über Maunz. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Geliebteste zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Stadtsyndicus Raditsch und der Gamba wegen Verbrieffung meines verkaufften Mayrhofs etc. auf der Polane. Dan Gravenhub/er/ medicus wegen seiner Fassionirung. Item der Trebes. Dan der Steinmez, der m. Hauß auf dem Plaz der lange nach außgemessen und 15 ⅙ Klaffter befunden und 482 | 1753 Julij umb ein Klaffter brait mit Quaterstein zu flastern zu 5 fl. per Klaffter verlanget hat, dem Ansehen nach aber zu 4 fl. sich contentiren wurde, sodan betragete 60 fl. Abends war ich bey m. Schwägerinen. 8. Vormittag war bey mir Trebes. Nach 9 Uhr gieng ich zu Gr. Herberstein, dan hörten die Mesß bey Capucinern. Umb 10.45 fahrten wir zwey zum Bischof und Fürsten nach Görtschach, wo wir um Mittag anlangten, bliben da zu Mittag. Um 7 ½ abends seyn wir wieder abgefahren und komen hier an um 8.45. Ich stig ab bey den Augustinern und ließ mir die Kürchen aufmachen und besuchte meine allerliebste Gemählin bey ihrem Grab, wo mich Vormittag m. Micherle und Heinerle mit aigener Mesß suppliret haben. 9. Vormittag war bey mir Trebes. Dan habe von Osterrreich/er/ von Triest 120 fl. per Conto Benj/ami/n [458] Br. von Erb/er/g erhalten, die ich ihme auch gleich behandiget habe. Bey mir war Gamba burgerlicher Spittalmaister, dan der Gartner von Polane. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle mein englische Ausserwählte bey ihrem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Gegen Mittag war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag bey der Clariserinen Frau Beatrix, die heüt ihr 67ten Geburtstag celebriret. Spätter war bey mir Obrister Br. Mittrowsky. 10. Vormittag war bey mir Trebes wegen verkaufften Mayrhof. Dan Dionoro wegen monte di pietà zu Grad/isc/a. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle mein verlohren kostbaresten Schaz bey dem Grab zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Milbacher, der nach Triest verreist in Proviandssachen. Dan war ich bey Mad. Du Valles, der ich ein Kremnizer # geschenckt, um sich ein franzosischer Brief an die Esterhasin durch jemand schreiben zu lassen. Spätter war ich bey Hofman und mit ihn spaziren. 11. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr Nachmittag. Vorhero war bey mir Persky und Krail und der Geyer. Erster wegen meines Gebäu, ander sich pro accessista in der Canzley, lezter den Kestner zu Franz zu recomendiren. Nachmittag habe mein unschazbaren Schaz besucht und Vormittag supplirten mich meine 2 Kleinen mit aigener Mesß. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Abends war ich mit Frl. Lenerle und m. 2 Kleinen spaziren. [459] 12. Vormittag um 11 Uhr war ich828 mit meinen Micherle und Heinerle meine Ausserwahlte zu besuchen mit aigener Mesß. Dan war ich in Visit bey Obristen Br. Mittrowsky. Nachmittag war bey mir Persky, mit dem ich wegen ferern Bau das nöthige abgeredet. Abends war ich mit m. secretari meine Geliebteste zu besuchen. 13. Vormittag um 11 Uhr war ich mein allerliebste Gemählin bey ihrem Grab zu besuchen mit mein Micherle und Hainerle und aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Buchhalter Rastern wegen fürst-porzüschen alten Strassenbeytrags-Verrechnung. Dan der de Werth wegen br.-huberischen Rechtshandlacten. Vormittag war ich bey Busetischen. Abends bin ich mit ihme gefahren nach Rudnig die Strassen zu besehen. 14. Betrübter tag, der mich vor 8 Monathen meines in diser Welt einzig und allein gehabten Schazes beraubet hat! Ach Gott, wie frisch ist in mir die Wunden, wie unhailbar ist mein Schmerzen! Ach Gott, erbahrme dich meiner. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey dem Grab den unschazbaren Verlust zu beweinen und bey aigener Mesß vor mein Ausserwählte, Gott zu bitten und zu betten, ach Gott! Abends ingleichen. Vorhero war bey mir m. Schwager Br. Ferdinand. [460] Abends war ich bey ihme und bey meinen Schwägerinen. 15. Heüt ist der General Harsch hier angekomen. Vormittag um 9 Uhr war ich mit mein Micherle und Hainerle bey den Jesuiten in der Bredig. Dan bey m. 828 Nato še enkrat war ich | 483 1753 Julij Schwägerinen, weil die Frl. Fränzl etwas unpaßlich ist. Um 11 Uhr bey dem Grab meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Dan war ich in Visit bey General Harsch. Nachmittag um 4 Uhr hielte den Consessum in materia sanitatis biß ½ 6 Uhr. Dan war ich bey Carl-Hochenwartischen, mich bey ihm wegen der lambergischen Stifftung zu informiren. Dan war ich abends wieder meine Geliebteste zu besuchen und ihren Verlust zu beweinen. Dan mit m. secretari ein wenig spaziren. 16. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Hainerle bey dem Grab meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin bey aigner Mesß ihren unschäzbaren Verlust zu beweinen. Ach Gott, was war heüt vor 8 Monathen um diese Zeit vor eine betrübte Begebenheit vor mich. Danach bitte ich Gott auf das instandigste, das er mir solche beständig in frischer Gedachtnus erhalte und mir meine schmerzhaffteste Wunden nicht verhailen lasse, biß ich zu meiner englischen Ehegespanin kome. Nachmittag war bey mir General Harrsch und Haubtman Dicker. [461] Abends war ich abermahls bey dem Grab meiner geliebtesten und allergedächtnus- und vereherungswür-digisten Gemählin betrübtesten Verlust zu beweinen. 17. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag. Nachmittag war bey mir Nemezhof. Abends war ich mit m. Micherle mein Geliebteste zu besuchen. Dan spaziren und wegen eingefallenen Regen bey dem Tabac-Appalto-Administratore. Spätter bey meinen Schwägerinen. Vormittag haben mich meine 2 Kleine bey meiner Ausserwählten supplirt mit aigener Mesß. 18. Vormittag war bey Leopold Lamberg wegen der Strassen-Lidlohnaußständ. Dan bey Buchhalter von Rastern. Um 11 Uhr mit mein 2 Kleinen mein allerliebstes Ehegespandl zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Bey mir war abends Ign/ati/ Br. Abfaltrer mit seinem Sohn und dem Untereinnehmer. Nachmittag war auch bey mir der abbé Monari und Vormittag der secretarius Sazfeld. 19. Vormittag war ich in Rath von 10 Uhr biß Mittag. Dan war ich bey meinen Schwagerinen, weil die Frl. Rettl heüt ihren Geburtstag celebriret. Abends habe829 mein Ausserwahlte bey ihrem Grab besucht, wo mich Vormittag meine zwey Kleine suppliret haben. Dan suchte den General Harrsch. Dan war ich bey Haubtman Ticker und secretario von Sazfeld, die heüt nachts nach Görz retourniren. [462] 20. Vormittag habe den neuerwahlten Stadtrichter zu Stein das Jurament vorhalten lassen, id est dem Valentin Götzl. Dan war ich mit mein Micherle und Heinerle m. Allerliebste zu besuchen mit aigener Mesß. Dan bey m. Schwägerinen, wo die Frl. Rettl heüt ihren Nahmenstag celebriret. Abends war ich mein Ausserwahlte zu besuchen. Spätter bey Busetischen. Heüt morgens um 7 Uhr ist General Harrsch von hier nach Görz retournirt. Heüt Nachmittag habe den Seperle Seegenreich in das Hauß nächst der H. Rosalia-Kirchen geschickt biß er von Krezen gerainiget wird und habe ihm die Lena zur Besorgung zugeben, den Haußleüthen vor ihn wochentlich 17 kr. versprochen; das Essen werde ihm täglich 2-mahl schicken und mit Bet habe ihn versehen. 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Geliebteste zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Abends mein Ausserwählte zu besuchen mit meinen 2 Kleinen. 22. Vormittag war bey mir Br. Joseph Mordaxt wegen morgiger Licitation der Wildbannen. Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen bey dem Grab m. Allerliebsten mit aigener Mesß. Abends ingleichen mit m. 2 Kleinen, meinen 2 Frl. Schwägerinen und m. Frl. Lenerle und dan habe erstere 2 nach Hauß begleitet. Bey mir war der Baur Wirck wegen [463] der an Graf Leopold Lamberg stellender Prætension per 80 fl. Abends um 8 Uhr ist der Heinrich Graf von Auersperg, mein Collega, auß Steyermarck hier retournirt. 23. Vormittag um ½ 9 Uhr war Rath bey Herb/er/stein, nur gleich tumultuarié de stante pede. Um 9 Uhr war 829 Popravljeno. 484 | 1753 Julij die Licitation von den 4 Wildbannen, alß in Stangen-Wald, Feistriz, Wittich und Grüm, alle 4 per 5/m fl. die Br. Pilligräz gebothen und niemand ein mehres offeriret hat. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle meine Allerliebste zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Dan ein wenig spaziren. 24. Vormittag war bey mir P. Rasp, Sitticher. Dan Dr. Purg, der mir von der Landrechtscanzley die 2 von Landshaubtman gefertigte Quittung gebracht, auß welchen erhöllet, das der Fürst Portia in die Strassencassam anno 1739 4/c830 und pro anno 1740 auch 4/c fl. erleget habe. Dan der Ziegler, deme ich ein Knuffte und ein kleine Paruquen geschenckt habe. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hein/er/le meine Geliebteste zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag seyn meine 2 Kleine mit den Busetischen zum Campement gefahren das exercitium in Feyer zu sehen. Spätter war ich bey m. Schwägerinen, dan bey Mad. Nemezhoffen. [464] 25. Vormittag war bey mir Dr. Wolf wegen Br. Hubers Rechtshandl. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle m. Ausserwählte zu besuchen mit aigener Mesß. Dan war ich in Visit bey P. Rasp, Sitticher. Dan bey Carl-Hochenwartischen wegen des ältern Sohns Nahmenstag. Nachmittag war bey mir der Buchhalter Novack. Dan der Postverwalter wegen der Maunzer und Planiner Strassen. Abends habe mit m. 2 Kleinen mein Geliebteste bey ihrem Grab besucht. 26. Betrübter Tag, an welchen ich allemahl meiner geliebtesten und ausserwählten Gemählin Nahmenstag mit grösten Freyden celebriret habe und den heütigen nicht genugsam beweinen kan. Ach allmächtiger Gott, erbahme dich meiner. Um 11 Uhr habe mit meinen Micherle und Heinerle meine liebste Gemahlin besucht und mit aigner Mesß von unserm inbrinstigen Gebeth ihr Angedencken gepunden. Dan habe mein Compliment gemacht der Bssa. Gall, der Grafin Rasp, der Hochenwarth und der Thalberg. Nachmittag war bey mir Nemezhof. Dan der Buseth, mit dem ich spaziren gefahren und spätter mein allerliebstes Ehegespandl besuchet habe. Abends war ich bey Busetischen, wo die Frl. Utschan auch ihren Nahmenstag celebriret. 27. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle mein liebstes Ehegespandl zu besuchen mit aigener Mesß. [465] Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 7 Uhr. Dan war ich bey der Felizl Wolwizin wegen ihres mir heüt geschriebenen Billets. Dan besuchte meine allerliebste Gemählin bey ihrem und meinen Grab. 28. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle mein allerliebste Ehegespandl zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Br. Mittrowsky volontaire. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. 29. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle mein allerliebtes Ehegespandl bey ihrem Ruhebetl zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war ich bey der Frau Beatrix mit m. 2 Kleinen zu ihrem Nahmenstag zu gratuliren. Dan war bey mir P. Mast/er/ S. J., mich auf St. Ignatitag zu Mittag einzuladen. Vormittag hat mir der Ladenjung des Obersteiner mein silberne Compasßuhr (die mir an St. Annatag von Fenster gefallen auf heüt nach der Predig beschehner Verkündigung) gebracht, deme 2 fl. geschenckt habe. 30. Vormittag um 11 Uhr war ich mein Allerliebste zu besuchen mit m. Micherle und Heinerle und aigener Mesß. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir der Färberzechmeister. Nachmittag der junge Wolckensperg, der Buchhalter Marotti. Abends war ich mit meinen Kleinen spaziren. Dan bey meinen Schwägerinen. Heüt ist der Frater Edmund von Landstrasß [466] nach 8 Uhr abends angekomen vocatus von Carl Valvasor, um seiner am vergangenen Samstag von Jama herein gekomenen krancken Gemählin zu asistiren, welche schon eine Zeit den Krepsen an der Brust hat und wegen sich eüsserenden Brand incurabl seyn und kurze Lebensfrist haben soll. 830 4 popravljena iz 3 | 485 1753 Avgust 31. Vormittag um 11 Uhr war ich mit meinen Micherle und Heinerle mein Allerliebste zu besuchen mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Vorhero war bey mir H. von Hofman. Dan war ich mit dem nemezhoffischen Franzl spaziren. Spätter bey Busetischen. Nachmittag ist m. Hanßl mit Craißhaubtman Br. Tauffrer ins Kärnten. 1753 Avgust 1. Augusti. Vormittag war bey mir H. von Buseth. Um 11 Uhr war ich meine iniglich geliebteste Gemählin zu besuchen mit meinen 2 Kleinen und aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 7 Uhr. Gester abends ist Br. Benj/ami/n von Görtschach hier retournirt. Gester Vormittag ist Frau Beatrix Clasisserin alß abbesse erwahlet worden. 2. Vormittag war bey mir der Wälsche Auersperg. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hain/er/le bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. 3. Vormittag war ich bey meiner Allerliebsten ut supra. Nachmittag habe den Sanitätsconsess gehalten. Sonsten war bey mir der Petteneg, Landrechtsrath. [467] 4. Vormittag war bey mir Ziegler nomine Herb/er/stein, dem ich mit Lamb/er/g wegen Wirck reden und die Sachen güttlich beyzulegen trachten solle. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle mein ausserwahltes Ehegespandl zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir der junge Dinzl, der erst auß dem Collegio Theresiano komt und mir von mein Mäxl ein Brief gebracht hat. Er, Dinzl, aber ist unter das Ingenieurscorp alß Oberleüthnant bey erster apertus placirt zu werden von der Königin versichert worden, mit monathlich 50 fl. Gage. Dan war bey mir der Wälsche Auersperg. Spätter bin ich mit meinen 2 Kleinen und dem nemezhoffischen Fränzl erstlich mein englisches Magnetl zu besuchen. Dan waren spaziren und dan bey dem Segerle Seegenreich nächst der Rosalia-Kirchen. Später bey meinen Schwägerinen. 5. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey den Jesuiten in der Bredig. Dan um 11 Uhr bey meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin mit aigener Mesß. Nachmittag war ich bey der Frau Beatrix, Clarisserin, zu gratuliren, das sie den lezten passato nun zu drittmahl alß abesse erwählet worden. Dan war ich mit meinen 2 Kleinen und den nemezhoffischen Fränzl spaziren und [– – –]831 spätter mein Geliebteste zu besuchen. Heüt abends ist die Gräfin von Thurn, gebohrne Mordaxt, mit dem Joseph Grafen von Barbo bey St. Florian coppuliret worden. Somit hat sie den dritten Mann und er das dritte Weib und heüt abends suppiren sie bey Nemezhoffischen. [468] 6. Vormittag war bey mir der secretarius des General Br. de Fin wegen des Marcello Thurn bey Grad/ isc/a. Dan Nied/er/bacher nomine Auersperg wegen Salvay sequestrirten Herrschafft. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 6 Uhr. Dan spaziren mit Barbo. Spätter mein geliebtestes Mantscherle zu besuchen, wo mich Vormittag meine 2 Kleinen suppliret haben mit aigener Mesß, weil ich mit Referaten beschäfftiget war. Mich suchten Seyfried Valvasor und Br. Salvay. Gester abends ist die Gräfin von Thurn, an heüt an Joseph Grafen von Barbo vermählte Brauth, mit Br. Moscon und seiner Frauen, dan dem Domprobsten Grafen Petaz, Gr.[– – –]832 bey Nemzhoffischen beym Soupé gewesen und seyn nach 10 Uhr wieder nach Hauß. Die Brauth soll ganz melancolisch gewesen seyn. Heüt morgens seyn die Brauthleüth mit der Grafin von Schrottenbach nach Stauden, wo sie ihr Beylager halten und daselbst leben werden. 831 Prazen prostor. 832 Sledi poldruga prazna vrstica za nadaljevanje stavka. 486 | 1753 Avgust 7. Vormittag war bey mir der Obereinnehmber von Franz. Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen mein englisches Ehegespandl zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Jacob Hochenwarth, dan der Lotterieofficier. Spätter Br. von Salvay. Abends war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Geliebtesten. Dan bey fiscale von Merzenhaim. Spätter bey General Br. de Fin. [469] 8. Vormittag war bey mir Seyfried Valvasor, der künfftigen Sonntag mit Herberstein ins Baad nach Tiffer gehet, sich zu beurlauben und placirt zu werden, sich zu recomendiren. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hain/er/le mein englische Gemählin zu besuchen mit aigener Mesß. Dan gabe dem Valvasor Contrevisite. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Br. Salvay, dan der Ziegler. Dan war ich mit m. Mich/er/le und dem nemezhoffischen Fränzl mein Ausserwählte zu besuchen und spätter spaziren. 9. Vormittag um 11 Uhr habe mit meinen Micherle und Heinerle mein englische Ausserwählte besucht mit aigener Mesß. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4. Dan mit Barbo spaziren. Dan bey dem Fiscal von Merzenhhaim, wieder bey Barbo. Abends war bey mir Nemezhof, mit dem ich den vieljährigen Conto zwischen mir und hiesigen Landshaubtman saldiret und von ihme Nemezhof (nachdeme ich den Landshaubtman 100 fl. nachgelassen) per saldo 382 fl. 42833 kr. empfangen und dafür quittiret habe, wie der Conto und Quittung in dem Empfang bey denen Haußrechnungen unter heüt dato zu sehen ist, id est in Abschrifft. 10. Vormittag war bey mir Ziegler. Dan der Proviandsofficier Milbacher, der Morgen nach Mayland verreist. [470] Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Hainerle mein Geliebteste zu besuchen mit aigener Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Freydeneg. Dan der Beichtvatter von Clarisserinen. Dan Frau Buseth mit ihrer Schwester. Abends war ich bey m. Schwagerinen. Dan mit m. Hainerle m. Ausserwahlte zu besuchen. Dan spaziren, wo ich die Busetin, ihr Schwester und m. Frl. Lenerle angetroffen und nach Hauß begleitet habe. 11. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Hainerle mein Allerliebste zu besuchen mit aigener Mesß. Abends bin ich gewest bey Herberstein, der Morgen nach Tiffer ins Baad verreisen soll, und hab ihm restituirt die Beschreibung der Zircknizer See von Steinberg. Dan war ich mein englische Ausserwahlte zu besuchen. Spätter bey meinen Schwägerinen. 12. Vormittag war bey mir H. von Schweiger wegen des Raißgejads, das er zu seiner Herrschafft Werdl haben möchte. Um 11 Uhr war ich mit mein Hainerle mein englische Ausserwählte zu besuchen mit aigener Mesß. Nachmittag suchte P. Rector, P. Procurator, P. Mast/er/ und P. Erberg wegen H. Schweigers Angelegenheit, fande aber keinen zu Hauß. Dan war ich bey Carl-Hochenwartischen, dan bey m. Schwagerinen. Dan mit m. Hainerle mein Geliebteste zu besuchen und spaziren. Spätter bey Theodoro Bono und seiner Frauen, [471] die vorgester von Fiume gekomen seyn und Morgen wieder retourniren sollen. 13. Vormittag war bey mir Theodoro Bono mit dem jungen Tranquilli. Um 11 Uhr bin ich mit m. Micherle und Hainerle bey meiner Geliebtesten gewesen mit aigener Mesß. Nachmittag war ich in Rath. Dan mit Barbo spaziren. Spätter war ich bey m. Schwagerinen. Dan mit m. Frl. Lenerle m. Allerliebste zu besuchen und dan spaziren. 14. Ach Gott, wie frisch und schmerzhafft ist noch alleweil die Wunden, die mein Herz heüt vor 9. Monaten und zwar eben an einem Dienstag empfangen hat. Ich habe nichtes in meinem Vermögen, dan allein diese, die ich würdig finde dir aufzuopfern, dein H. Will und nahmen seye gebenedeyet. Ach Gott, ich bitte dich, das mein834 Herz zu jammern und zu seüfzen und meine Augen zu wainen und die heüseste Trennen zu vergiessen niemahls aufhören. Ach Gott, lasse mir diese meine empfindlichste Wunden nicht verhailen biß und solang es dir nicht gefallen wird, mir mein englisches allerliebstes Ehegespandl wieder und auf ewig zu schencken. Ach Gott, erhalte mich beständig in deiner Gnad, damit ich in meinen Schmerzen jammern und seiffzen gefreüen käne, dermahl einst mein ainzige Bitte zu erhalten, amen. 833 4 popravljena iz 2 834 Sledi nečitljiva prečrtana beseda. | 487 1753 Avgust Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey m. englischen Ausserwahlten mit aigener Mesß. [472] Abends ingleichen meine tagliche stündlich, ja, all augenblickliche Bitte zu erneüern, das es Gott, wann anderster sein H. Will wäre, beliebete mir meiner Geliebtesten ihren Stand ihro mein Thun und Lassen und mir, das ihr solches bekand ist, wissen zu machen. Vormittag war bey mir Luick, Administrator von Mitterburg. Dan Joseph Graf Strassoldo. Abends der Ziegler. Nachmittag war ich bey P. Rector S. J. wegen der835 *von* Schweiger prætendirender Jagdbarkeit in der St. Bartelme-Pfarr. Dan bey P. Bernardin Erberg. Dan bey Schweiger. 15. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. englischen Ausserwahlten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Dan der Dionoro, der Morgen nach Grad/isc/a abreist. Dan der Siberau und Locatelli. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. Heüt morgens zwischen 8 und 9 hat sich auf des Landshaubtman Herrschafft Craüz ergeben, das es wehrender Mesß in die kleine Capellen, worin vielle Leüth waren, eingeschlagen hat. Und ist der Donerkheil zwischen dem Briester und den Ministranten passirt und keinen auß beyden weder andere blessirt, wohl aber den Ministranten umgewerffen und so auch ein Par andere, denen man gleich zur Ader gelassen hat. In den Gemaüern, wo der Donnerkheil ein und auß passirte, wäre eine ganz kleine Öffnung, alß [473] wan mit einem Messer darein geschnitten worden wäre. In dem Billiardzimer hat es auch ein Breth beschädiget. 16. Vormittag habe 38 Sperrhölzer zu 16 Ellepogen lang zu 10 solt und 13 Trambaumer zu 18 detto lang per 24 soldi erkaufft. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey meiner englischen Ausserwählten mit aigener Mesß. Ach Gott, heüt ist just 9 Monath, das sie begraben worden. Ach, betrübtestes Angedencken, welches mir kein anderen Trost zuläst alß die Freüd und Hofnung, sie wieder zu sehen und ewig mit und bey ihr zu seyn. Nachmittag habe gehalten Consessum Sanitatis, spätter Consessum Commercialem. Dan war bey mir der alte Steinberg. Spätter war ich mit meinen 2 Kleinen bey meinem englischen Magnetl. 17. Vormittag um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen und mit aigener Mesß bey meiner andenckenswürdigsten Gemählin. Dan war bey mir die Wittib Beerin, der Kappus Salniterinspector, der Buchhalter Maroti vocatus, der Nemezhofen in simili. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl und dan mit Nemezhof spaziren. 18. Vormittag war bey mir Zergoll, der mir von dem Stadtrichter von Gurgfeld einige Münzen gebracht, der Gartner von Polane, der mein vorrathige Bretter etc. kauffen will, ein Silberarbeitergesell, der sich hier sesshafft machen will, sic modo ein Glasergesell. [474] Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen und aigener Mesß bey mein geliebtesten Ehegespändl. Nachmittag ist mein Frl. Lenerle mit ihrem Brudern Br. Franz nach Mannspurg und hat m. Heinerle mit sich genohmen. Dan war bey mir Br. Salvay, ein parmahl der Ziegler. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Liebsten [–].836 Dan spaziren. Spätter bey m. Schwägerinen. 19. Vormittag war bey mir der Tischler, mit dem ich seinen Conto saldiret habe. Dan der Schlosser, dem ich auch seinen Conto bezahlt837 habe. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Geliebtesten. Abends war bey mir Nemezhoffen. Spätter war ich mit m. Micherle bey meinem Schaz. Gegen ½ 9 Uhr abends ist mein Frl. Lenerle mit m. Hainerle von Mannspurg retournirt. 835 Popravljeno iz des 836 Sledi prostor za dve besedi. 837 t popravljen 488 | 1753 Avgust 20. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Nachmittag. Wenig vor war bey mir Br. Salvay. Nachmittag war ich bey dem Obersten Br. Unruhe wegen meines Mäxl. Dan bey Br. Flachenfeld. Um [– Uhr]838 ist P. Waicard Hallerstein mit meinem Sohn Maxl von Wien allhier glücklich angelangt und seyn bey mir abgestigen. Spätter gieng ich mit mein Maxl, Micherle und Hainerle mein allerliebteste Gemählin zu besuchen, wo mich morgens meine zwey Kleine mit aigener Mesß suppliret haben. Spätter waren wir bey m. Schwägerinen. [475] 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle mit aigener Mesß bey meiner allerliebsten Ausserwählten. Zu Mittag speisten bey mir P. Waicard Hallerstein und P. Master *S. J.*, meine 2 Frl. Schwagerinen Frl. Fränzl und Frl. Rettel, mein Schwager Br. Wolf Daniel, P. Amond Hallerstein, Sitticher, Br. Franz Hallerstein, H. von Nemezhoff und 4 von Hauß, alß Frl. Lenerle, Br. Benj/ami/n, ich und mein Mäxl. Nachmittag war bey mir der complimentarius von der brentanischen Handlung von Triest. Spätter war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner Geliebtesten. Dan bey Busetischen, die Morgen fruhe nach [–]839 abreisen, wo ein Werneg eine Schwester zu dem Buseth hayratet. 22. Vormittag war ich bey P. Waicard Hallerstein, dan bey m. Schwägerinen. Um 11 Uhr mit m. Micherle und Hainerle bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Nachmittag war ich bey dem Obristen Br. Unruhe wegen meines Mäxl. Dan in m. Garten auf der Polane das vorrathige Hartholz von Pirn, Aichen und Nussen zu sehen, welches alles ich dem Tischler per 20 fl. per pausch überlassen habe. Dan war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Allerliebsten. Bey mir war P. Waicard und P. Mäst/er/, dan P. Amond. Spätter habe den Dr. Christian zum Maxl komen lassen, der heüt betligerig ist und ein Hiz hat. [476] 23. Vormittag um 11 Uhr bin ich mit mein 2 Kleinen bey m. Geliebtesten gewesen mit aigener Mesß. Zu Mittag habe gespeist bey m. Schwagerinen. Da waren die 2 Frl. Franzl und Rettel, m. Frl. Lenerle, Benj/ami/n und Wolf Daniel Br. von Erb/er/g, P. Waicard Hallerstein, P. Mast/er/, Br. Franz Hallerstein und P. Amond, dan m. Sohn Hanßl, der gester abends von Clagenfurt gekomen in compagnia des Craißhaubtman Br. Taufferer. Nachmittag gegen 5 Uhr ist P. Waicard Hallerstein S. J., dan P. Amond, Sitticher, die Frl. Franzl von Erb/er/g, Frl. Lenerle Hallerstein, Br. Franz von Hallerstein und mein Hainerle nach Mannspurg. Bey mir war Carl Hochenwarth, dan abbé Battuna. Abends habe den Maxl zur Ader gelassen, weil die Hiz noch continuirte und zwar bey 6 Unzen von Fanton in Gegenwarth Dr. Christian. 24. Vormittag war bey mir Trebes. Um 11 Uhr war840 ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey mein englischen Magnetl. Nachmittag war bey mir der Buchhalter Novack, den Doctor Troyer zu recomendiren. Dan der Wälsche Auersperg. Um 4 Uhr gieng ich in Rath biß 7 Uhr. Inzwischen suchten mich der alte Br. Gall, der Turism/und/ Graf Thurn, ein H. von Mäz. Nach dem Rath war ich mit Barbo spaziren. Spätter bey meiner Geliebtesten. Abends war bey mir Nemezhoffen. Heüt Nachmittag hat der Instructor meiner Kinder philisophiam defendirt. M. Maxl ist heüt allenthalben viel besser. [477] 25. Vormittag war bey mir Trebes, der mir ein Wechselbrief per 1.800 fl. in Wienn zahlbar gebracht hat, alß vor dem Kauffschilling des ihme verkaufften Gartens auf der Polane. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle bey meiner Allerliebsten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Heüt hat sich m. Maxl etwas besser befunden, doch ist ihme noch nicht vollkomen gut und wird ihme heüt spätter wieder ein Clistier gegeben. 26. Vormittag war bey mir Br. Salvay, der Morgen nach Triest retournirt. 838 Prostor za uro. 839 Prostor za ime kraja. 840 w popravljen | 489 1753 September Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle bey meiner englischen Auserwahlten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Dan war ich bey alten Br.-Gallischen und spätter bey General Br. de Fin. Dan bey Nemezhof, Tabac zu schmauchen. Der Maxl befindet sich noch alleweil gleich und ist noch nicht auß dem Beth gekomen. Nachmittag war auch bey mir der junge Maz, der hier bey Flachenfeld practiciren wird. 27. Um 11 Uhr Vormittag war ich bey meiner englischen Gemählin mit m. Micherle und aigener Mesß. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6. Dan mit Barbo spaziren. Abends war bey mir der Nemezhof mit dem Brentano von Triest und sein Buchhalter. 28. Vormittag war bey mir der Buchhalter Novack. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Allerliebsten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Br. Joseph Mordaxt. Dan [478] der Landstrasser Prior P. Hallerstein und Frater Edmund. Heüt habe die eisene 2 Par Pfalten auf des Benj/ami/n Feyergewelblfenster anhängen lassen. 29. Vormittag um 10 Uhr war ich mit m. Micherle bey denen Discalziaten bey einer Mesß, wo die Todtenbruderschafft ein Titularfest und Andacht celebrirte. Dan um 11 Uhr bey meiner Ausserwahlten mit aigener Mesß. Gegen Mittag war ich bey dem Domprobsten Grafen Petaz wegen des hülzenen Stall in dem br.-rauberischen Benefiziathauß. Nachmittag war bey mir Br. Carl Rauber und vorhero sein Sohn. Dan war ich mit m. Micherle bey m. Geliebtesten. Abends war bey mir Frl. Franzl mit Franz Br. Hallerstein, die erst von Mannspurg anhero gekomen seyn und lezter Morgen wieder dahin retournirt. Meinem Maxl ist noch alleweil in alten und so die Nacht nicht gut wird, därffte ihm Morgen wieder zur Ader lassen. 30. Um 11 Uhr Vormittag war ich841 bey meiner ausserwählten allerliebsten Gemählin mit aigener Mesß. Abends ingleichen mit m. Micherle, der Vormittag mit der Nemezhoffin zu Dobrova war. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth. Heüt ist meinem Mäxl allenthalben besser. 31. Vormittag war ich bey Leopold Lamberg, das er bald eine Comission in alten Strassen-Außstand-Angelegenheit halten möchte, um nach Hof etwas berichten zu känen. [479] Dan war ich bey Buchhalter Marotti in Amtsgeschäfften. Um 11 Uhr mit m. Micherle bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin mit aigener Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Marotti. Abends war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Ehegespändl. 1753 September 1. September. Vormittag war bey mir Schifferstein, Persky. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. Allerliebsten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag habe gehalten Consessum Sanitatis. 2. Vormittag war bey mir ein gewisser Smolè, der gerne Accessist werden wurde. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Fiscal von Merzenhaim. Dan war ich spätter bey m. Ausserwählten. 3. Vormittag habe in der Ambtscanzley dem neuresolvirten Accessisten Preisinger das Jurament vorgehalten. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Ehegespändl mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß nach 6 Uhr. Dan war ich bey dem Obristen, mich zu bedancken, das er gester meinen Sohn Maxl alß aggregirten Fahnrich hat vorstellen842 und ihme solches an heüt hat zu wissen lassen. Um 7 Uhr abends ist mein Frl. Lenerle [480] von Mannspurg retournirt in compagnia P. Waicard S. J., P. Amond, Sitticher und des Br. Franz ihrer Bruder und dan meinen Hainerle. 841 Sledi več povsem prečrtanih besed. 842 Sledi prečrtano lauff 490 | 1753 September 4. Vormittag war bey mir P. *Rasp*843 et P. Master, mich auf Morgen zum Mittagessen nach Unter dem Thurn einzuladen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Auserwahlten mit aigener Mesß. Dan war da P. Erberg et [– –].844 Zu Mittag speiste bey mir P. Amond Hallerstein, Sitticher. Nachmittag um 3 Uhr war ich in Rath bey Barbo. Dan bey dem Obristen Unruhe. Dan bey meiner inniglich geliebtesten Gemählin. Dan war da P. Waicard Hallerstein mit P. Master, item P. Amond und Br. Franz. Suchte 2-mahl den Obristwachmeister. 5. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey meiner englischen Allerliebsten mit aigener Mesß. Dan suchte den Obristwachtmeister von Preis. Zu Mittag speiste ich bey den PP. Jesuiten Unter dem Thurn à 10 couverts. Da war P. Rector, P. de Giorgio, P. Master, P. Erberg und P. Waicard Hallerstein, dan Br. Benj/ami/n et Br. Wolf Erberg, Br. Franz Hallerstein und P. Abond, Sitticher. Dan war ich bey meiner Geliebtesten. Spätter bey m. Schwagerinen. Dan war bey mir P. Waicard, P. Abond und Br. Franz Hallerstein. M. Maxl ist noch alleweil betligerig. [481] 6. Vormittag war bey mir Trebes, dan Graf Novelli von St. Giorgio di Nogara, dan der Verwalter von Mitterburg. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey meiner allerliebsten Ausserwählten mit aigener Mesß. Zu Mittag speiste bey mir der Obrister Br. Unruhe, der Obristwachmeister H. von Preiß. der Graf Novelli, P. Waicard Hallerstein und P. Master, P. Abond Hall/er/stein, Sitticher, und Br. Franz Hallerstein, H. von Nemezhof, Br. Benj/ami/n Erb/er/g, Frl. Lenerle, ich und mein Hänßl. Nachmittag war ich in Rath. Dan mit Barbo spaziren. Abends bey meiner ausserwahlten englischen Gemählin. 7. Vormittag war bey mir Br. Mittrowsky der volontaire, den ich zu m. Maxl geführt habe. Dan der Buseth. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Spätter ist P. Waicard Hallerstein S. J. in compagnia des Br. Benj/ami/n und Br. Wolf von Görtschach, wohin sie heüt Morgen gefahren, retournirt. 8. Vormittag um ½ 9 Uhr ist P. Waicard Hallerstein von hier nach Wienn abgereist und ich war mit der Frl. Lenerle bey m. Schwagerinen, wo wir unß beurlaubt haben. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle bey meinem auserwählten englischen Ehegespändl mit aigener Mesß in compagnia des Maxl. [482] Nachmittag war bey mir Leopold Graf von Lamberg und Marotti, hielten Commission in alten Strassen-Lidlohnsaußständen. Dan bin ich mit mein Maxl den Obristen und Obristwachmeister suchen gangen. Abends waren wir bey meiner Geliebtesten und spätter beym Kriegscommissario. Heüt ist der Maxl am ersten wieder aufgestanden und auß dem Hauß gewest. 9. Vormittag um 9 Uhr ist m. Maxl nach Mannspurg geritten, um ein Comotion zu machen. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und Heinerle bey m. Geliebtesten mit aigener Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mit P. Erberg S. J., dan Br. Mittrowsky volontaire. Spätter war ich bey meiner Ausserwählten. Abends retournirte m. Maxl von Mannspurg. 10. Um 11 Uhr war ich mit mein Maxl, Micherle und Heinerle bey meiner englischen Gemählin mit aigener Mesß. Dan habe ersten aufgeführt bey dem Obristwachmeister H. von Preiß. Suchte auch den Obristen, war aber nicht zu Hauß. 843 Nad prečrtanim Erberg 844 Prostor za ime. | 491 1753 September Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß ½ 6. Dan mit Barbo spaziren. Spätter bey m. Ausserwahlten. 11. Vormittag habe m. Maxl aufgefuhrt bey dem Obristen Br. Unruhe, dan bey Haubtman *Behm*845 und Haubtman Lang. Dan war ich bey meiner iniglich Geliebtesten mit Maxl, Micherle und Hainerle. Dan suchte mit ersten den volontaire Br. Mittrowsky. [483] Dan waren wir bey m. Schwägerinen. Vormittag war auch bey mir der alte Widerkher. Nachmittag habe m. Maxl aufgeführt bey Haubtman *Papen*846 in Castell, dan bey Haubtman à Sole. Spätter war ich mit m. Maxl bey meinen ausserwählten englischen Ehegespändl. Dan war bey mir der Verwalter von Flitsch Printschitsch. Dan Br. Max Taufferer. Gegen 8 Uhr abends ist der Erzbischof von seiner Visitation auß Unter Crain hier angekomen. Bey mir war der Nemezhof und vorhero der junge Bonomo von Triest. 12. Um 11 Uhr Vormittag war ich mit mein Micherle und Heinerle bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen mit m. Maxl. Nachmittag war ich mit m. Mäxl in dem St. Peters-Casernen, ihn bey daselbstigen 2 Leüthnante aufzuführen. Bey mir war der alte Steinberg. Dan habe m. Maxl bey dem Br. Taufferer, Craißhaubtman, aufgeführt. Spätter waren wir bey m. Schwägerinen. 13. Vormittag war bey mir der Printschitsch, Verwalter von Flitsch, abbé Werth, der Erzbischof von Görz und hiesige Domprobst. Dan Br. Taccò, der heüt von Graz gekomen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. ausserwählten Schaz mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag bey mir847 der helblingische Bediente, der den seeligen Haubtman *Br.* Hallerstein bedient hat und noch [484] an dem Lidlohn eine außständige Forderung macht. Dan der seeligen Catra ihr Schwester, Färber und Handschuhmacher. Abends war ich bey alt-Taufferischen, die Morgen über Gräz nach Forau verreisen. Dan bey m. Schwagerinen. 14. Heüt ist der betrübteste Tag, an dem vor 10 Monathen mein ausserwählte geliebteste Gemahlin in Gott verschieden ist und mich vor mein lebenlang trostloß gelassen hat. Ach Gott, habe diesen mein englischen Schaz in deine himlischen Freüden und lasse sie bey dir eine Fürbitterin vor mich seyn, mache ihro wissend, wie mir ist und mir das sie es weiß. Ach inniglich geliebteste Gemählin, mein Verlust an dir kan keiner schäzen noch begreiffen dan ich allein. Ach Gott, erbahrme dich meiner. Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen den Verlust zu beweinen mit aigener Mesß. Vorhero war bey mir der Haubtman Behm, dessen848 Compagnie mein Sohn Maxl zugetheilet werden. Heüt hat m. Maxl das erstemahl sein Uniform angelegt. Ach Gott, was hätte mein Allerliebste vor Freüd gehabt, ihn in solchen zu sehen. Zu Mittag habe gespeist bey Nemezhoffen, wo auch der Erzbischoff und sein Suite war und welcher vor 2 Uhr Nachmittag nach Görz verreist. Heüt hat m. Maxl angefangen das exercicium militare zu lehrnen. Abends war ich bey meiner iniglich Geliebtesten. Spätter bey Busetischen, dan bey m. Schwägerinen. [485] 15. Nachmittag war bey mir Graf Novelli. Dan der Franzl Lamberg. Dan habe Consessu Sanitatis gehalten. Abends war ich bey meiner Geliebtesten, wo mich Vormittag meine 2 Kleinen mit aigener Mesß suppliret haben, weil ich wegen Amtsgeschafften nicht abkomen konte. 16. Vormittag war bey mir Graf Wildenstein wegen der Jagerey-Confinsscheidungscommission, die ich auf dem 24. hujus bestimt habe. Dan Graf Barbo, der sich beurlaubte und mir das præsidium bey der Repræsentation resignirte. Dan Graf Heinrich Auersperg, der gerne wolte, das vor künfftigen Donerstag kein Rath gehalten wurde. 845 Nad prečrtanim Papen 846 Nad prečrtanim à Sole 847 m popravljen iz w 848 Pred tem prečrtano in 492 | 1753 September Um 11 Uhr war ich mit m. 2 Kleinen bey meinem ausserwahlten englischen Ehegespändl mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Ziegler vocatus in Amtsgeschäfften. Dan der abbé Kopriunig, dem ich das grüchische J. C. Testament und dan das latainische gelichen und die grüchische Gramatic hat er noch. Dan habe dem Haubtman Longueville ein Visite gegeben. Dan bey m. Schwägerinen. Dan bey Barbo m. Collega, der Morgen verreist auf das Land. Abends war ich bey meiner Geliebtesten. 17. Vormittag war bey mir P. Erberg Bernardin. Um 11 Uhr war ich mit m. 2 Kleinen bey m. geliebtesten Ausserwahlten mit aigener Mesß. [486] Nachmittag war bey mir P. Master mit P. Prefect das Schulwesen betröffend. Dan H. von Hofmann, Bischofregistratursadjunct und der Ziegler. Mit ersten war ich spaziren. Dan abends bey m. Allerliebsten. 18. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner Ausserwahlten mit aigener Mesß. Dan war ich bey Buchhalter Novack, wohin ich auch den Moratti beruffen in Amtsgeschäfften. Nachmittag war bey mir Marotti. Abends war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Geliebtesten. Dan bey m. Schwagerinen. Heüt Nachmittag war bey den Jesuiten die grosse Comedie, wobey der Fränzl Nemezhof 2 premia849 empfangen. 19. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Dan habe m. Maxl bey hiesigen Fürsten und Bischof aufgeführt. Bey mir war Peterman, Verwalter von der Teütschen-Comenda. Nachmittag der geweste Stadtrichter zu Möttling mit sein Sohn Gramatisten. Dan P. Præfect et P. Erberg wegen Schullwesen. Abends war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Ausserwählten. Dan der geweste Bediente bey dem seeligen Haubtman Br. von Hallerstein, deme die Frl. Lenerle seinen Ruckstand mit 18 fl. bezahlt hat. [487] 20. Vormittag war bey mir Mad. Perizhofen wegen des außgestossenen Studenten Lehmacher, der Auditor von Regiment nomine des Obristen wegen burgerlichen Dromelrühren und Publication. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Bey mir war der Steyerauschlager wegen Graf Attems zu H. Creüz, der Caplan von hiesigen Fürsten wegen des zur Confinscomission citirten Pfarrvicarii zu St. Peter. Um ½ 4 war ich in Rath biß ½ 7 Uhr. Dan war ich bey m. Ausserwahlten. Bey vicario generali Perr, bey Frl. Schwagerinen, bey Stadtsyndico Raditsch. 21. Vormittag war bey mir die Welitschin wegen ihres studirenden Sohn. Dan der Trebes, deme die Quittung unter dem Contract geschriben wegen von ihm empfangenen Kaufschillings per 1.800 fl. den ersten hujus. Dan der Baur Wirck wegen seiner an Graf Lamb/er/g machenden Prætension, welche in contradictorio den 28. hujus bey der Repræsentation und Camer vorgenohmen wird. Um 11 Uhr war ich mit m. 2 Kleinen bey m. Ausserwählten mit aigener Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Bey mir waren 2 Bottoni und Bonomo. Nachmittag der Wälsche Auersperg. Abends war ich mit m. 2 Kleinen bey meinem englischen Schaz. 22. Um 11 Uhr Vormittag war ich mit m. 2 Kleinen [488] bey meinem ausserwahlten Eheengl. Nachmittag und abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Niederbacher. 23. Vormittag war bey mir der Nied/er/bacher, dan der Hofmann. Um 11 Uhr war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Zu Mittag speisten bey mir 5 Haubtleüth, alß Br. Strasser, von Böhm, à Sole, von Lang und Rösßler, dan der Oberleüthnant und Unterleüthnant von des Böhm Compagnie, dan der volontaire Br. Mittrowsky, H. Dumreicher, der erst heüt von Wienn gekomen, dan ich, der Hanßl und Maxl. 849 Popravljeno. | 493 1753 September Nachmittag war bey mir Graf Wildenstein. Abends war ich bey meiner Geliebtesten. Dan bey Wildenstein. Heüt Vormittag hat 3-mahl ins Castel eingeschlagen: einmahl in dem Lindenbaum ein Feyerstreich, der den Stam angezunden. Bald darauf an dem nehmblichen Orth ein Wasserstreich, der das Feyer gelöscht und das drittenmahl unweith des Haubtman Papen-Quartier. 24. Vormittag morgens vor 6 Uhr war ich bey den PP. Augustinern, mich von meiner ausserwählten geliebtesten Ehegemählin zu beurlauben. Dan bey Graf Wildenstein, wo ich die Mesß gehört. Dan fahrten miteinandern zum Geweichten Brunn, wo ich alß geordneter commissarius die Confin zwischen der Pfarr St. Marain und der zu St. Peter zu untersuchen und zu stabiliren hatte. Zu Mittag speisten alle bey Mad. Kopinis [489] zu Gayrau à 12 couverts. Da war die Frau von Hauß, gebohrne Preckenfeld, Graf Wildenstein, Graf Franz Liechtenberg, Graf Blagey, der junge Pfarrer von St. Marain Pilbach, Pfarrvicarius zu St. Peter [–],850 mein actuarius Ziegler, Petterman Verwalter der Comenda Laybach, Doctor Kappus major, der Geistliche Copinis, Doctor Puchenthall und sein Frau und ich. Nachmittag oder gegen Abend retournirte ich wieder mit Graf Wildenstein nach Laybach. Dan war ich mein ausserwahlten Eheschaz zu besuchen. 25. Um 11 Uhr war ich bey gedachten m. Geliebtesten mit m. Micherle und Heinerle mit aigener Mesß, womit mich gedachten gester suppliret haben. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr, dan bey m. Schwagerinen. Abends mit m. 2 Kleinen bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin. 26. Vormittag war ich bey General Scherzer in Visit. Dan mit m. 2 Kleinen bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß um 11 Uhr. Nachmittag gegen 1 Uhr ist hier angekomen der alte Herzog von Modena mit seinem Sohn dem Prinzen und Suite. Alles bestund in ein mit 6 Pferden bespanten Wagen, 2 Wägen, jeder mit 4 Pferden, dan 2 Postchaissen, jede mit 2 Pferdten, in allen 18 Pferd. Und weil er *all‘* in cognito passirt, so seyn ihme keine Ehrenbezeü- gungen weder Aufwartungen gemacht worden. Nach 3 Uhr hat er eben also sein Reiß nach Wien prosequirt. Er hat logirt beym Wilden Mann. [490] Um 3 Uhr bin ich mit H. von Hofmann, Marotti und Hentel gegen St. Christoph spaziren gangen, um obige passiren zu sehen. Dan war Hofmann bey mir. Abends besuchte ich mein Eheherzerle. NB. Gester nach der Mesß habe mit meinen 2 Kleinen den Doctor Wertenpreiß besucht. Heit war bey mir Ziegler in Amtsgeschäfften. 27. Vormittag war bey mir Wildenstein, der Morgen ins Unt/er/ Crain verreist. Dan suchten mich General Scherzer und Br. Flachenfeld. Um 11 Uhr war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Ausserwählten. Dan spaziren biß zum lambergischen Neugebau, wo ich auch ihn angetroffen habe. Nachmittag war bey mir Marotti in Amtsgeschäfften. Abends war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Geliebtesten. Dan mit ersten, alß Micherle, den Gasperini zu besprängen, der gester gestorben. Dan war ich bey Wildenstein, der Morgen abreist. 28. Vormittag war ich in Rath, wo zugleich das publico contentiosum zwischen Leopold Lamberg und dem Bauren Wirck vorgenohmen, auch stante851 pede beygelegt worden. Dan gieng ich mit der Todtenbruderschafft mit der Begrabnus des Gasperini, der bey Augustinern begraben worden. Dan war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. Geliebtesten mit aigener Mesß. Dan war ich in Visit bey General Scherzer, der Nachmittag nach Carlstadt verreist. [491] Dan habe mit dem Postwagen erhalten meiner englischen ausserwählten und inniglich geliebtesten 850 Prostor za ime. 851 Popravljeno. 494 | 1753 Oktober Gemählin ihr Portrait, welches ich von dem famosen Meytens habe copiren lassen auch zu meiner nunmehrig ainzig und allein an dero stetts in meinem Herzen grünender Gedächtnus, darob habender Consolation sehr wohl außgefallen ist. Nachmittag war bey mir der alte Steinberg und der Andrioli. Bey mir waren Ziegler, Germeg, Fabiani etc. in Amtsgeschäfften. Abends habe mit meinen 2 Kleinen mein Ausserwahlte besucht. Dan war ich bey m. Schwägerinen. 29. Um 11 Uhr Vormittag war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Ausserwahlten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Fabiani. 30. Vormittag war bey mir Haubtman von Clerici march. Matta wegen mit seinem Fuhrmann gehabter Strittigkeit, die ich gleich beygelegt habe. Um 11 Uhr war ich mit m. 2 Kleinen bey m. Geliebtesten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag waren bey mir 2 junge Gasperini. Dan Br. Gussich. 1753 Oktober 1. Oktober. Gester abends gegen 10 Uhr schickte der Obriste Br. von Unruhe zu mir, ob ich nicht eine Schil-dwache in unterer Stock zu Sicherheit der Militarcassa wenigst bey der Nacht haben wolte, welche ich sogleich gerne angenohmen habe, auch gleich in instanti placiret worden. [492] Habe auch die 2 Latern auf die Gassen, so auch in Vorhauß, dan an der Stiegen und auf dem Gang die Latern anzinden lassen, womit biß zur Ruckkunfft des Zahlmeister von Nemezhoffen continuiren werde. Heüt Vormittag habe auch die 2 leztern auf die Gassen, so auch in Vorhauß, dan an der Stiegen und auf dem Gang die Latern anzinden lassen, womit biß zur Ruckkunfft des Zahlmaister Nemezhoffen continuiren werde. Heüt Vormittag war bey mir der alte Wid/er/kher, der Morgen nach Klein Lack verreiset. Dan der Bottoni, Zahlmaisterscontrolor. Um 11 Uhr war ich mit m. 2 Kleinen bey m. Allerliebsten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag habe den Consessum Sanitatis gehalten. Bey mir war auch Fabiani wegen Reparation der Kercker auf dem Castell. 2. Vormittag war bey mir der Creüzberg von Adlsperg, dan der Geyer et der Zorn. Um 11 Uhr habe mit mein Micherle meine allerliebste Ausserwählte besucht mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Fabiani, Ziegler, Schlud/er/bach, Wirck etc. Abends besuchte m. Geliebteste mit m. Micherle. Spätter war ich bey den Frl. Schwägerinen. 3. Vormittag um 9 Uhr hat der Baur Wirck und sein Sohn me præsente das Jurament abgelegt wegen denen von Leopold Grafen von Lamberg ihme schuldigen 80 fl. Um 11 Uhr war ich bey meiner Ausserwahlten mit m. Micherle und aigener Mesß. Abends ingleichen. Bey mir waren P. Erberg und Carina zu mein morgigen Nahmenstag zu gratuliren und mehr andere. Um 4 Uhr Nachmittag war ich in Rath biß ½ 6 Uhr. [493] Bey mir war auch der Heinrich Auersperg und verschiedene andere. 4. Vormittag waren bey mir P. Master et P. Conti, Busetische und mehr andere. Um 11 Uhr war ich bey meiner Geliebtesten mit m. Micherle und aigener Mesß. Abends ingleichen. Bey mir auch der alte Steinberg und sein Sohn, der abbé. Spätter war ich bey m. Schwagerinen. Der H. von Uhrys war auch bey mir. 5. Vormittag war bey mir Fabiani, Freydeneg, dan Br. Liechtenthurn wegen Bischof zu Triest, Ziegler, Köhler, Schifferstein, Kuck, Franzoni. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Schifferstein war auch bey mir und gehet sonntags nach Wienn. 6. Vormittag war bey mir P. Master S. J., dan der Fabiani. Um 11 Uhr war ich bey meinem englischen Schaz mit m. Micherle und Heinerle und aigener Mesß. Abends ingleichen. Sonst war auch da P. Alexander Hallerstein mit Frater Edmund. 7. Vormittag war bey mir Nied/er/bacher, der Baur Wirck, dan Graf Hein/rich/ Auersperg. Um 11 Uhr war ich mit m. 2 Kleinen bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. | 495 1753 Oktober Nachmittag waren bey mir m. Frl. Schwägerinen, meiner englischen Ausserwahlten Portrait von Meytens zu sehen. [494] 8. Vormittag war bey mir der Baur Wirck, dan der Ziegler. Um 9 Uhr hielte ich die Licitation der stadt-laybacherischen Gefällen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner Ausserwahlten und aigener Mesß. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 5 Uhr. Abends mit m. Kleinen spaziren. 9. Vormittag um 9 Uhr hielte ich die Licitation wie gester. Um 11 Uhr war ich bey meiner Ausserwahlten mit m. 2 Kleinen und aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Graf Blagey, Probst Graf Petazi und der Petteneg, dan Ziegler. Abends mit m. 2 Kleinen bey m. Geliebtesten. 10. Vormittag war bey mir Graf Blagey wegen strittigen Jägereyconfinen. Um 9 Uhr hatte ich die lezte Licitation der Stadtsgefällen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner Ausserwahlten mit aigener Mesß. Mich suchte Petaz und Merzenheim. Nachmittag um 4 Uhr war ich in Rath. Abends bey meiner Geliebtesten mit m. Micherle. 11. Vormittag war bey mir P. Prior von Discalziaten, 2 Flitscher Bauren. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner geliebtesten Ausserwahlten. Abends ingleichen. Nachmittag waren bey mir 2 Discalziaten. Spätter war ich bey Busetischen. Abends spatt ist der Haubtman Pappen mit Todt abgangen. [495] 12. Vormittag war bey mir der Waarenbeschauer, der Expeditor Khöller, Nied/er/bacher, P. Erberg Bernh/ardin/. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner allerliebsten Ausserwahlten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Baronio, Schemerle, Struppin mit ihrem Sohn und abends der Nied/er/bacher mit verschiedenen expediendis. 13. Um 11 Uhr vormittags war ich mit mein Micherle bey meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war ich bey Br.-Baumgartnischen. Dan mit der Leich des gester verstorbenen Haubtman Papen, der zum Franciscanern begraben worden. Bey mir war Maroti Buchhalter vocatus. 14. Ach Betrübnus voller Tag, an welchen vor 11 Monaten mein ausserwähltes Ehegespandl mich zu meinem unaußspröchlichen Laid in dieser Welt verlassen und ganz trostloß gelassen hat. Gott, lasse selbe alle himlische Freuden genüssen und mich dermahl einst wieder zu ihr komen, um das wir beede ihn ewiglich loben und preisen mögen, amen. Um 11 Uhr habe selbe mit m. Micherle und aigener Mesß besucht und mit meinen haissesten Trennen besprengt. Abends ingleichen. Bey mir war Franz Graf Liechtenberg, dan Max Br. Taufferer. Abends der alte Widerkher. 15. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Ausserwahlten, meinen unschäzbaren Verlust zu beweinen. [496] Nachmittag war bey mir conte Giuseppe della Torre di Piuma. Spätter war ich mit m. Micherle bey meiner Geliebtesten, welche der Allerhöchste alle himlische und ewige Freüden genüssen lassen wolle. Ach allerliebste Gemählin, ich wolte, du wustest, wie beständig ich dich in meinem Herzen trage, wie iniglich und auf das zärtlichste ich dich liebe und wie unaufhorlich ich deinen Verlust beweine, bejamere und beweheklage. Ach Gott, niemand alß dir und mir ist bekandt, was ich laider verlohren habe! Dir, o grosser Gott, seyn mein Laid und Betrübnus aufgeopfert, amen. 16. Ach, unglickseeliger Tag, in welchem ich vor 11 Monaten das leztmahl den Leichnam meiner englischen, allerliebsten und ausserwählten Ehegemählin derkisset und auß den Augen verlohren und davor die bitterste Trennen erhalten habe! Ach Gott, erbahrme dich meiner! Wie herzbrüchig und schmerzenvoll war heütiges Tags mein schwarzer Auß- gang, wie laid- und betrubnusvoll meine Nachhaußkunfft. Alles was ich ansache, mahnte mich und mahnt mich stetts 496 | 1753 Oktober fort und wird mich biß zum meinem lezten Abdruck unaufhorlich mahnen an mein innglich Geliebtestes und mir von Gott geschenck[t]es Ehegespandl, welches ich überall suche und niergends finde alß in meinen ihro allein stetts gewesten getreüesten Herzen, in welchem ich ihr unschazbares Angedencken nicht allein zeitlich, sondern ewiglich conserviren [497] und ihren Verlust unaufhorlich beweinen werde. Ach Gott, gebe mir mein englisches Gespändl wieder. Ich wünsche und verlange in dieser Welt nichtes und will auch keinen Trost haben ausser allein die betrübte Consolation ihren Verlust stetts zu beweinen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und mit aigener Mesß bey meiner ausserwahlten, englischen und allerliebsten Gemählin, ihro mein trennenvolles Gebeth aufzuopfern und Gott zu bitten, ihro solches zuekomen zu lassen, ach Gott! Heüt habe meiner Kinder ihren Instructor Krall dimittirt. Bey mir war Ziegler, Marotti. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 8 Uhr. Vorhero bey Herberstein, der von Mannspurg herein gekomen. 17. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigner Mesß bey meiner Geliebtesten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir 2 Augustinerfrater. Item der Kaufman Kirschlager, deme ich mein Conto biß heüt dato völlig bezahlt habe. Spätter war bey mir der Cancellist Lenz mit dem Memorial des Wirck contra Lamberg. Heüt hat m. Maxl das erstemahl sein ½ Gage alß aggregirter Fahnrich von 6. Juni biß lezten hujus bezogen. 18. Vormittag um 11 Uhr war ich bey m. englischen Ausserwählten mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Max Taufferer, seinen Sohn in das Collegium Theresianum zu recomendiren. [498] Bey mir war auch Dr. Michelitsch, sich zu beklagen, das die würckliche Execution im Hauß habe wegen nicht abgeführter 1753 jahrigen Steyer und Contribution. Abends war bey mir Leopold Lamberg wegen der lezt in Strassenaußständen eingangener Resolution. Spätter war ich bey meiner Ausserwahlten. 19. Vormittag schickte Leopold Lamb/er/g zu mir, das ich wegen des Wirck die Sache suspendiren machen möchte biß künfftigen Mittwoch, da er die 80 fl. sans faute zu erlegen verspricht. Dan des Weitenhüller Buchhalter wegen Br. Huber von Wienn. Dan Fiscal Merzenhaim, der nach Idria wegen St. Kreüzer-Waldungscommission verreiset. Dan Br. Gussich, der auß Unt/er/ Crain komt und nach Adlsperg retourniret. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. Geliebtesten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Vorhero war ich bey alten Br. Gall, der sein Nahmenstag celebriret. Dan bey m. Schwägerin. 20. Um 11 Uhr Vormittag war ich bey m. englischen Ehegespandl mit m. Micherle und aigener Mesß. Abends ingleichen. Bey mir war Lazarini von Guetteneg, sein Bruder Gio/vanni/ Batt/ist/a zu recomendiren, das er von General Br. de Fin an General Scherzer recommendiret wurde. [499] 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit meinen Micherle und Heinerle bey meiner allerliebsten Ausserwä- hlten mit aigener Mesß. Zu Mittag speisten bey mir General Br. de Fin, Heinrich Graf von Auersperg, Joseph Graf von Thurn di Piuma, Haubtman Böhm, Haubtman Longueville, Oberleüthnant Pini, Br. Mittrowsky volontaire, H. von Uhrys und H. von Hofmann, beede m. Colleguen, dan ich mit meinen 2 älteren Söhnen, in allen 12. Gegen Abend war ich bey m. Geliebtesten ihro meine Trennen zu opferen. Spätter852 war ich bey Haubtman Br. Strasser, der sich etwas unpaßlich befindet. Heüt morgens habe das erstemahl das Portrait meiner inniglich geliebtesten Gemählin, welches ich leztlich von Mr Meytens habe machen lassen, unter ein Spieglglaß und sauberer Ramen in Gedacht meiner englischen Gemählin grosses Zimer exponirt und auf die Spalier gehangen. Gott habe das Original in dem himlischen Schosß und lasse selbes alle ewige Freüden genüssen. Ich aber werde ihren Schatten und Angedencken zu verehren und ihro meine inbrinstigste Lieb in allem mein Thun und Lassen werckthatig zu bezeügen biß an mein Lebensende niemahls unterlassen und solche Conduite halten, alß wan sie mir stetts gegenwärtig wäre, um seiner Zeit von ihro selbsten alle Approbation zu meritiren. 22. Vormittag war ich bey meinem Eheengl mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Stadtsyndicus Raditsch. [500] Spätter der junge Lazarini. Dan war ich bey meiner Ausserwählten. 852 Pred tem prečrtano Spätter ha | 497 1753 Oktober Heüt abends ist Mad. Zorn mit einer Tochter niedergekomen. 23. Vormittag war bey mir Nied/er/bacher. Um 11 Uhr war ich bey m. Ausserwahlten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag ist Br. Benj/ami/n Erberg von Egk hier retournirt und seine Vacanzen geendet. Heüt ist der junge Wolckensperg mit der Frl. Victorl Gräfin von Thurn ehelich zusamengegeben worden. 24. Vormittag war bey mir P. Wimer S. J., der von Steüer komt und gleich Nachmittag nach Görz verreist. Er war meines Hanßl professor matheseos zu Wienn. Ich habe ihm 2 lb. Chocolate verehrt. Dan war ich um 11 Uhr bey meiner geliebtesten Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Vormittag war ich bey Frl. Rettl. Bey mir war der protomedicus wegen eines zu examiniren habenden chyrurgi. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erb/er/g. Heüt Nachmittag gegen 2 Uhr hat man von Craüz den famosen Dieb Messaron allhier gefänglich und auf die Trantschen gebracht. 25. Vormittag war bey mir Bottoni, dan vicarius generalis Perr; lezter wegen der von Alumnat zu bezahlen seyender Contribution. Um 9 Uhr war ich in Rath biß ½ 2 Uhr. [501] Abends war ich bey m. Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle und mit aigener Mesß suppliret hat. Spätter war ich bey m. Schwagerinen und ist heüt Nachmittag die Frl. Franzl von Morautsch wieder retournirt. 26. Vormittag war ich bey meiner englischen Ausserwählten mit aigener Mesß. Nachmittag war bey mir Graf Blagey wegen der Jagdstrittigkeit mit Franz Liechtenb/er/g. Schagar von Stein wegen853 Reacceptirung seines ex poesi außgestossenen Sohn. Stadtsyndicus Raditsch wegen hiesigen Nieder-lagsfreyheit. Fiscal von Merzenhaim wegen getroffenen güttlichen Vergleich zwischen dem Bergrath zu Idria und Graf Attems von Craiz wegen der Waldungen. Ziegler mit Amtsexpeditionen. Abends war ich bey m. Geliebtesten. Spätter bey m. Schwägerinen. 27. Vormittag war bey mir Fanzoi von Wippach, dan der Persky. Um 11 Uhr war ich bey m. Geliebtesten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. 28. Um 11 Uhr Vormittag war ich bey meiner Ausserwahlten mit m. Micherle und aigener Mesß. Abends ingleichen. Vormittag 〈seyn〉854 der alt und junge von Nemezhof von H. Creüz hier retournirt. Leopold Lamb/er/g war bey mir, da ich in der Kirchen war und schrib mir ein Billet. Nachmittag waren da 2 junge Gasparini, die [502] Morgen nach Wien in das Emanuelische Collegium verreisen. Dan war ich abends bey Joseph Gr. Thurn in Visit, der betligerig ist. 29. Vormittag war ich bey Leopold Grafen von Lamberg wegen der alten Strassen-Lidlohnaußständen, die er Morgen nach Stand der cassæ zu bezahlen anfangen will. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Geliebtesten. Abends ingleichen. Dan bey m. Schwägerinen, wo ich die Frl. Lenerle abgeholt habe. 30. Vormittag war bey mir Marotti vocatus wegen der Stadtgefälle-Licitationsrelation. Dan Ziegler vocatus wegen der Jagdconfinis Relation der Pfarr St. Petter et St. Marain. Dan ein Kumkler, um die Permission sein Dexterität allhier vorstellen zu därffen. Um 11 Uhr war ich bey meiner Allerliebsten mit aigener Mesß. Nachmittag war ich auf Verlangen Grafens von Lamberg in der Landschafftbuchhalterey, wo die alte Strassencassa durch den Schlosser eröffnet worden und war darin in baaren Geld 1.320 fl. 56 kr., dan 2 Quittungen, eine per 100, die andere per 2/c fl., welche erste dem Buseth, die andere dem Ecker bezahlt worden in anno 1748 auf Approbation Grafens von Lamberg, der ex post auch zugegen war. Abends war bey mir Commission und seyn ainige Strassenlidlöhner pro præterito bezahlt worden. [503] 31. Vormittag war ich bey H. Hofmann. Um 11 Uhr bey meiner englischen Ausserwählten mit m. Micherle und aigener Mesß. Dan bey m. Schwagern 853 Sledi prečrtano entlas 854 Orig. ich 498 | 1753 November Br. Erb/er/g, der heüt sein Nahmenstag celebriret; war aber nicht zu Hauß. Nachmittag war bey mir der Schwerdtfeger, der mir m. Geliebtesten Betschafft brachte, welcher ich von ihme in Feüer habe vergolden lassen zu ewigen Angedencken. Abends war ich bey meiner Ausserwahlten. Spatter war bey mir Nemezhoffen. 1753 November 1. November. Vormittag war bey mir Gayer nomine Flachenfeld, die acta wegen städtischen Bruck das zu verlangen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Ausserwählten. Abends ingleichen. Vormittag war ich bey m. Schwägerinen. Abends war bey mir Leopold Lamberg und hielten Commission in alten Strassen-Lidlohnaußstand-Angelegenheit. Heüt ist Bssa. Valuasor offentlich mit allen HH. Sacramenten versehen worden. NB. Heüt morgens, da ich erwachst bin, habe verspirt, das ich an lincken Ohr das Gehör fast verlohren hatte. Und dieses daurete biß gegen Mittag, da sich dan der Flusß wieder verzogen. Dieses war das erstemahl, das ich diesen Anstoss gehabt und wird sich bald allem Ansehen nach bey mir verificiren quod senexetus ipsa sit morbus. 2. Vormittag war ich um 11 Uhr mit m. Micherle [504] und aigener Mesß allerliebste Ausserwählte bey ihrem Grab zu beweinen, nicht weniger in der855 Rosencranz-Capellen meine liebste Eltern, Geschwistern und Kinder, welche alle der allergütigste Gott die ewige himlische Freüden genüssen und mich zu ihnen komen lassen wolle. Abends war ich auch daselbst. Nachmittag war ich bey Graf Wildenstein, der Clorinda Gräfin von Attems, die heüt von Wienn gekomen und gleich Nachmittag nach Görz vereiset ist, weil sie mit mir zu sprächen verlangte, meine Reverenz zu machen. Dan war ich bey der Wusetin und Frl. Utschan. Dan bey Carl-Hochenwartischen. Abends war bey mir Merzenhaim. 3. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner geliebtesten ausserwahlten Ehegemählin. Nachmittag war bey mir Ziegler und Schlud/er/bach. Um 3 Uhr war ich in Rath biß gegen 8 Uhr abends. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Dan bey alten Br.-Gallischen. Dan bey m. Schwägerinen. Vorhero habe auf ein Billet von Lamberg 4 Strassen-Lidlohnsaußtändler bezahlen lassen uti in Protocoll. Nachmittag war bey mir P. Erberg Bernh/ard/ S. J. Dan Frater Edmund, Landstrasser, bey m. Hainerle, [505] der sich vor einigen Tagen mit haissen Wasser im Arm lediret hat. Abends war ich bey m. schensten Ausserwahlten. Heüt Nachmittag ist Mad. Liechtenthurn mit ein Tochterle niederkomen. 5. Vormittag war bey mir Joseph Graf von Thurn wegen Jagerey zu Duin. Fabiani in seiner Angelegenheit. Verwalterin von Thurn am Hardt wegen Milit[ar]quartierbeytrag zu Gurgfeld. Um 11 Uhr war ich bey meiner Geliebtesten mit m. Micherle und aigener Mesß. Abends ingleichen. *Bey mir Pfarrer von Duin.* 6. Vormittag war bey mir Pogatschnig856 S. J. wegen flichtigen Jugoviz und wegen ein Strassenzedl. Der Wirth von Wilden Mann wegen Smole. Ein alter Br. Gall mit sein Sohn, der zu Neüstadtl gstudirt hat. Der Dr. Smrecker wegen Sitticher Inquisitionsprocess. Um 11 Uhr war ich bey meiner Ausserwählte. Ach betrübter Jahrstag, an welchen sich m. englische vollkomene allerliebste Gemählin etwas unpaßlich befunden. Ach, wer häte sich einbilden känen, das diese Unpaßlichkeit ihro sobald den Lebensfaden abschneiden wird? Ach allmächtiger Gott, güttigster himlischer Vatter, lasse doch dieses mein von dir erhaltenes Ehegespandl die ewig Freüden genüssen. Erhalte sie beständig in meinem Herzen und frischester Gedachtnus, damit ich ihren Verlust unaufhörlich beweinen und biß zu meiner zu ihr Kunfft kein Freüd noch Trost haben möge. [506] Vormittag um 11 Uhr war ich bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen derselben meine haiseste Trennen zu opfern. Ach Gott! 855 Sledi prečrtano Rosali 856 n popravljen | 499 1753 November 7. Vormittag war ich mit aigener Mesß bey meiner englischen Gemählin. Abends ingleichen. 8. Heüt morgens und abends wie gester. 9. Vormittag war bey mir der junge Steinberg wegen des Taccò Lederfabric. Um 11 Uhr war ich bey meiner englischen Allerliebsten, ach Gott!, meinen unschäzbaren Verlust zu beweinen mit m. Micherle und aigener Mesß. Bey mir war Freydeneg mit denen Protocollen. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan war ich bey m. Schwägerinen. 10. Vormittag um 11 Uhr war ich bey m. geliebtesten Ausserwählten mit m. Micherle und aigener Mesß. Abends ingleichen. Vormittag war 2-mahl bey mir Friedenfeld in Ambtsgeschafften. Nachmittag P. Conti et P. Mäster S. J. Dan der Uhrys, Kriegscomissarius. Abends war ich bey m. Schwägerinen. Heüt ist m. grosses Zimmer mit Schildereyn oder Gemälden außzumeubliren fertig worden. Ach Gott, mein englisches Ehegespändl schlagt unter allen hervor. Wegen ihr habe ich all dieses Dessein außzuführen resolvirt und diese hat mich, laider Gott, abandonirt. Ach! [507] 11. Ach Gott, heüt ist der Geburtstag meiner englischen ausserwählten allerliebsten Gemählin, welcher ich, nachdeme ich sie derzeit nicht mehr in meinen Armen haben kan, alle himlische ewige Freüden von Herzen göne und wünsche bald bey ihro zu seyn, um ihro meiner ununterbrochenen stetten Gedachtnus mündlich zu versichern und857 mein Laid und Betrübnus mit Trost und vollkomener ewigen Freüd zu verwechslen. Um 11 Uhr war ich bey obig mein englischen Magnetl mit m. Micherle und aigener Mesß. Abends ingleichen. 12. Heüt alles wie gester. Vormittag war bey mir protomedicus Web/er/ wegen eines zu examiniren habenden chyrurgi. Dan der Ziegler, das er Morgen nach Adlsperg gehen und Donerstag wieder retourniren wird pro actuario des Instalationscomisionarii des neuen Pfarrers zu Oblack. Dan der fiscus Merzenhaim in seinen Amtsgeschäfften. Dan canonicus Baronio von Görz. Abends Conte Giuseppe della Torre, vorhero Dr. Gravenhuber. 13. Um 11 Uhr Vormittag war ich858 mit mein Micherle und aigener Mesß bey meiner allerliebwertesten ausserwählten Gemählin. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir der Lotterieadministrator, sich wider den Roßmann, landschafftlichen Unterein-nember, zu beklagen. [508] Nachmittag der Prezl, chyrurgus, in seiner Angelegenheit. Abends der von Nemezhof. 14. Ach Gott, heüt ist der Jahrstag des unglückseeligsten Tag, den ich hatte erleben känen. Ach güttigster Gott, wie ware es mir beym Herzen und wie frisch und schmerzhafft ist noch alleweil diese erschröckliche laid- und betrübnusvolle Wunden. Ach Gott, ich bitte dich auf das inständigste, das du mir solche niemahls verhailest, biß solche meine englische herzallerliebste Gemählin selbsten auf ewiglich verhailen wird. Ach allerliebstes englisches Ehegespändl, du bist vollkomen und stetts in meinem Herzen. Wie du mich verlassen hast, so wirst du mich finden. Mein inigliche und zärtlichste Lieb zu dir, mein Engl, ist jederzeit in dem vollkomensten Grad gewesen. Sie hat niemahls ab, wohl aber stetts zugenohmen. Sie wachset unaufhörlich, unsere Zusamenkunfft von nichts anderster alß unß beede Freüd und Vergnügen hoffen machen. Ach Gott, bestättige unsern Wunsch, ich werde mit den haissesten Trennen dich lebenslang darum auf das inständigste zu bitten niemahls unterlassen. Um 11 Uhr habe mein englisches Eheherzl mit m. Micherle und aigener Mesß besucht, auch zugleich m. Andacht verricht und das Hochwürdigste gut empfangen, alles dir, mein Eheengl, mit meinen Trennen aufgeopfert. Abends war ich eben bey m. englischen Magnetl. [509] Heüt habe meiner Geliebtesten, in ihrer Paar alle Nacht nächst meiner ruhet, die Waasch gewechslet. Ach betrübtester Jahrstag! 15. Vormittag habe zu m. Hänßl, der sich schon einige Tag unpäßlich befindet, den Dr. Gravenhuber hollen lassen. Bey mir waren P. Erb/er/g und P. Eder S. J. 857 Sledi prečrtana nečitljiva beseda. 858 Sledi še prečrtano ich 500 | 1753 November Um 11 Uhr war ich bey meiner Geliebtesten mit m. Micherle und aigener Mesß. Nachmittag in Rath von 4 biß ¾ auf 8 Uhr. 16. Ach Gott! Heüt vor einem Jahr war das leztemahl, das ich die englische Händlein meiner inniglich geliebtesten Gemählin todter geküsset habe, bevor sie in die Baar geleget worden. Ach betrübtes und schmerzliches Angedencken! Ach Gott, wohin habe ich begleitet mein englisches Ehegespandl! Mein ainzige859 Freüd und Vergnügen, alles ist mit ihro gestorben und begraben worden. Ach Gott, ich verlange kein Trost auf dieser Welt, dan allein die Hofnung, alles und in aller Vollkomenheit bey ihr zu finden. Ach englisches Ehegespändl, seye bey Gott meiner in Gedenck, gleich ich auch auf dich unaufhorlich dencke, dich ohn Unterlaß beweine, bejamere und besaiffze und die täglich nebst meinen Gebett die haisseste Trennen aufopfere. Ach Gott, ich wolte, du wustest, wie mir ist und das ich wuste, das du es weist. An deiner vollkomenen Glückseeligkeit aber habe ich nicht den mündesten Zweifel und ist kein Augenblick, das ich nicht wünsche bey dir zu seyn. [510] Vormittag um 11 Uhr war ich bey dir, mein Eheengl, mit m. Micherle und aigener Mesß. Dan war bey mir der Freydeneg mit Revidirung der Prothocollen. Dan der prothomedicus Weber wegen fürgewesten examine deren chyrurgorum. Nachmittag der Ziegler, der gester von Adlsperg gekomen von der Instalation des Pfarrer zu Oblack. Spätter Br. Gall, dem 3 # auß der Allmosencassa gegeben. Dan war ich bey meinem englischen Magnetl und spätter bey m. Frl. Schwägerinen. 17. Vormittag um 11 Uhr war ich bey m. englischen Ausserwählten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. 18. Um 11 Uhr wie gester. Abends ingleichen. Dan war ich bey Mad. Rasp, die heüt von Smreck gekomen. Dan bey Mad. Buseth, die etwas unpaßlich ist. Gester und heüt scheinet sich mit m. Hanßl zu bessern. Gott, gebe die baldig vollkommene Genesung. 19. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Geliebtesten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir der Pfarrer von Coridico mit ein jungen Br. Argento, der hieher ad poesim gekomen und bey Raümschisßl in der Kost ist. Dan der Pfarrer von Morautsch, m. Schwager. Dan war ich bey m. Schwagerinen und spätter bey General Br. de Fin. [511] 20. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Geliebtesten. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir H. von Hofman wegen eines Referats in materia erbischoflich und capitulischen Inventarien. Nachmittag H. von Posarelli mit ein Billet von Leop/old/ Lamb/er/g, 3 Strassen-Lidlohnsaußständler zu bezahlen. Dan Ziegler mit Expeditionen, Nied/er/bacher nomine Auersperg wegen einigen Zunfftsfreyheiten. Dan der alte Widerkher. 21. Vormittag um 11 Uhr, weil ich zu thun hatte, bin ich von m. Micherle bey meiner Ausserwählten mit aigener Mesß suppliret worden. Abends aber habe mein geliebtestes Engerle selbsten besucht. Bey mir war Petteneg. 22. Vormittag war bey mir P. Ermel und P. Erberg. Dan war ich in Rath von ½ 10 biß Mittag. Nachmittag war bey mir der Bischof von Biben, sein Geistlicher und der Tranquilli. Abends war ich bey m. Geliebtesten, wo mich Vormittag mein Micherle mit aigener Mesß supplirte. Spätter suchte die Busetin, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. Dan war ich bey m. Schwagerinen. Heüt abends ist hier angelangt auß Unt/er/ Crain die Gräfin Barbo, geweste Wittib Thurn, mit ihrer Tochter der Br. Tauffrerin. 23. Vormittag war bey mir Joseph Graf Thurn. [512] Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner allerliebsten Ausserwählten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir der canonicus Baronio von Görz. Dan Frl. von Utschan, Br. Taufferer Craißhaubtman, Mad. Buseth. 24. Vormittag war bey mir Hentl wegen eines voti. Umb 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Allerliebsten. Nachmittag war bey mir Gr. Blagey, dan der Rea; dieser wegen Militarquartier, jener wegen der Jagdbarkeit. 25. Vormittag war bey mir Br. Ign/ati/ Apfaltrer wegen an ihn ergangenes Decrets, der per 100 # verfallener 859 Orig. ainziges , a je bil s prečrtan. | 501 1753 December Straf wegen den rectificatorio nicht außgefolgten Außkunfften. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Geliebtesten. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir H. von Mäz. Abends war ich bey mein englischen Ehegespändl. Spätter war bey mir Nemezhof. 26. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Geliebtesten. Nachmittag war bey mir Nied/er/bacher und Bottoni. Dan habe Consessum Commercialem gehalten. 27. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Ausserwahlten. Abends ingleichen. [513] Nachmittag war bey mir Mr Dutan, arnoldisches Compagnie Buchhalter, der von Fiume860 komt und wieder Morgen dahin retournirt. Und hat sich heüt morgens mit seiner von Wien anhero gekomener Brauth in der Domkirchen zusamengeben lassen. 28. Vormittag um 11 Uhr hat mich861 mein Micherle mit aigener Mesß bey meiner Geliebtesten supplirt, weil an meinen Amtsgeschäfften gehindert war. Abends war ich selbst bey da. Spätter war bey mir Joseph Thurn. Heüt morgens ist Mad. Benaglia, Wittib, gebohrne Gallenfels, allhier gestorben. 29. Vormittag war bey mir der secretarius des General Br. de Fin wegen erzbischoflischen Urbarien. Dan war ich in Rath von 9 biß ½ 2 Nachmittag Nachmittag war bey mir Graf Blagey, dan Dionoro von Grad/isc/a. Abends war ich bey m. Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle mit aigener Mesß suppliret hat. Dan war ich bey m. Schwägerinen. 30. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner ausserwählten allerlibwertes-ten Gemählin. Abends ingleichen. 1753 December 1. Dezember. Vormittag war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Geliebtesten. Nachmittag war bey mir Leopold Graf von Lamb/er/g und Marotti und hielten Comission wegen der Strassen-lidlohnaußstandler. Dan protomedicus Weber. [514] 2. Vormittag war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner englischen Gemählin. Abends ingleichen. Vormittag habe ainige Strassen-Lidlohnsaußständler auf Lamberg Billet bezahlt. Bey mir war Graf Novelli. Vormittag war ich mit m. Micherle bey P. Joseph, Capuciner. Abends bey m. Schwägerinen. Bey mir war auch Merzenhaim, Fiscal. Spätter die Jungfer Nandl Kleé. 3. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle und aigener Mesß bey m. Geliebtesten. Dan bey m. Schwägerin Frl. Fränzl, die heüt ihren Nahmenstag celebriret. Dan bey General Br. de Fin. Bey mir war Ziegler. Abends ingleichen. Spätter war ich bey m. Ausserwahlten. Heüt hat m. amanuensis Oberer, dan m. Bedienter Johanes um ihre Entlassung angehalten, denen ich auch solche zugesagt. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle und aigener Mesß bey meiner Ausserwählten. Abends ingleichen. Vormittag habe durch mein Sohn Hänßl den Ob/er/er ermahnen lassen, wohl zu bedencken, was er thut. Nachmittag habe ihms selbsten vorgetragen. Da er aber auf seiner Entlassung verharret, so habe ihm auch solche gerne accordirt. Dan habe den Smole komen lassen, der [515] sich862 vorigmahls angetragen und recomendiret hat und ihn auf eine Zeit auf Prob anzunehmen versprochen, wozu er sich ganz willig erbotten. 860 Pred tem prečrtano Wien 861 ch popravljena 862 Pred tem še enkrat der 502 | 1753 December Bey mir war der Nied/er/bacher um einige resolutiones. Gester abends habe den Klagmesßkleid, weiß Damast mit schwarzen Seiden und angelauffenen stahlnen Flinderlein und Plasch gestickt, von Wien erhalten, welches ich bey *deren* täglich in meiner Gegenwarth vor863 mein englisches Weiberle und allerliebste Gemählin lesen lassender H. Mesß so offt, alß die Kirchen solche Farb erlaubt brauchen lassen werde. Abends war ich bey m. Schwagerinen, wo heüt auch der Br. Franz von Hallerstein von Arch angekomen. 5. Vormittag war bey mir Prior von Augustinern wegen ihrer Weinintroduction. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. ausserwahlten Allerliebsten. Nachmittag war bey mir Smolle, deme ich vor das erstemahl meine Referenda gezeügt und von ihm ablesen lassen. Von ½ 4 biß ½ 8 war ich in Rath. Bey mir war Wichtenstein. Heüt hat der Maxl in der Gesellschafft beym Landshaubtman das erstemahl zu spiellen angefangen. 6. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Geliebtesten. Nachmittag war bey mir Br. Brigido, Practicant bey dem Craißhaubtman Br. Gussich. [516] Abends war ich bey m. Allerliebsten. Heüt war auch bey mir der Smole, den ich auf ein Jahr in die Prob zu nehmen und ihm 100 fl. gegen deme zu geben versprochen, das wan er gutte specimina von sich gibt, ich ihm auch eine bessere Convenienz machen wolte. Er aber war mit diesem nicht zufrieden und verlangte gleich vors erstemahl 100 Taller, welches ich ihme nicht habe accordiren känen noch wollen, biß ich nicht weiß, was er zu præstiren fechig; consequenter bleiben wir außeinander. Heüt864 abends nach 7 Uhr ist die Bssa. Valvasor, gebohrne Gräfin Kapelhoffen, allhier gestorben an einem Krepsen an der Brust. 7. Vormittag hat mich m. Micherle um 11 Uhr supplirt bey meiner Geliebtesten mit aigener Mesß. Abends aber war ich selbsten bey865 m. englischen Magnetl. Nachmittag war bey mir Graf Novelli und Fiscal Merzenhaim, spätter der alte Widerkher. Nach 5 Uhr ist von Görz hier arrivirt der General Graf von Harrsch. 8. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. Ausserwählten mit aigener Mesß. Dan war bey mir Haubtman Dicker von Harrsch und der Sazfeld. Abends war ich bey meiner iniglich geliebtesten Ausserwählten. 9. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin. Abends ingleichen. [517] Abends war ich bey m. Schwagerinen. Vormittag war ich bey General Harrsch, dan bey Jobst Waicard Grafen Barbo. 10. Vormittag war ich mit m. Micherle bey denen Exequien nach Bssa. Valvasor bey denen Capucinern. Um 11 Uhr mit aigener Mesß bey m. Ausserwahlten. Abends ingleichen. Gester war bey mir der des Pappen Compagnie zugetheilte Führer nahmens Max Kindl, deme auf Ersuchen 3 fl. gelichen. Und hat mir versprochen solche künfftiges Monath zu bezahlen, welches ich in Ansehen meines Maxl gethan in der Mainung, ihm solche alß ein Allmosen gegeben zu haben, folglich deren Zahlung nicht anzunehmen. Heüt war bey mir die Wittib Oselini, auch Allmosen zu bitten. 11. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und aigener Mesß bey meiner englischen geliebtesten Gemählin. Abends ingleichen. Gegen Mittag kam der Joseph Mordaxt und sein Schwägerin Frl. Catherle Hallerstein auß Unt/er/ Crain allhier an, welche beede bey mir zu Mittag speisten, auch lezte in der Frl. Lenerle Zimer pernoctiret hat. Abends kam der Dr. Fran/ces/co Bischiach von Triest, den ich auch logiret habe. Spätter war ich mit der Frl. Catherle bey m. Schwagerinen. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth. [518] Abends war auch bey mir die Frl. Mariandl Utschan. 863 Pred tem prečrtano nach 864 Na robu prečrtana 7 865 b popravljen | 503 1753 December 12. Vormittag um 9 Uhr ist die Frl. Catherle Hallerstein von hier nach Manspurg verreist und gehet von dort nach Michelstätten, wo selbst sie in der Kost leben will. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. ausserwahlten Allerliebsten. Nachmittag war ich in Rath von ¼ biß ¾ auf 8 Uhr. 13. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Nachmittag war bey mir Br. Gall, Fähnrich unter Harrach, dem 3 # verehrt habe. Abends gegen 6 Uhr ist Frl. Lenerle von Mannspurg retournirt. Heüt habe alle conti zwischen mir und den Dr. Fran/ces/co Bischiach, der mein oeconomus zu St. Martiri war, ajustirt und terminirt. Und da er sich ein Gewissen gemacht, das er sich dan und wan meiner Wein bedienet, auch verschiedene Kleinigkeiten, die er bey den Inventarien übersehen, sich appropeüret, somit mir ein so anderes etwa nicht vollständig berechnet oder gut gemacht hat und mich dahero gebetten, das ich ihme alles so per pausch nachsehen solle, so habe ich auch solches ohne Anstand gethan, damit er sich gar keine Scrupl machen därffte. Et hoc in Ansehen, das er jederzeit ein fromer gottesfürchtig und ehrlicher Mann war, mich auch getreü und fleissig gedienet, somit alle Satisfaction gegeben hat. Ich auch alle Ursach hatte, mich in sein guttes Gewissen und Ehrlichkeit zu [519] zuvertrauen, sonderlich aber anjezo, da ich weder Lust noch Zeit habe die Rechnungen auch nur einzusehen, indeme solches allemahl und lediglich nur meine inniglich geliebteste ausserwählte Gemählin gethan und besorget hat. Ach Gott! 14. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner ausserwählten allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Nachmittag ist Dr. Fran/ces/co Bischiach nach Triest retournirt. Dan war ich spaziren mit m. Hanßl, der sich nun stetts besser befindet. Heüt ist just 13 Monath, das mich mein iniglich geliebteste Gemählin verlassen hat und just 28 Jahr, das ich mich zu Lustall mit diesem mir von Gott beschehrten Engl privatim, jedoch mit Wissen und Willen ihrer Eltern ehlich versprochen habe. Ach grosser Gott, die Freüd und das Vergnügen war damahls unaußsprechlich, das Laid und die Betrübnus derzeit unbeschreiblich! Ach Gott, erbahrme dich meiner und gebe mir keinen anderen Trost, dan allein die beständige sichere Hofnung in deiner göttlicher Gnad bald bey und mit ihr zu seyn. Der Maxl ersuchte mich heüt, das solang er noch eine so kleine Gage hat, ich ihme jährlich etwas gewisses alß eine Zubuß passiren möchte, damit er sich sodan ohne anderer Hilf selbsten mit aller Erfordernus besorgen känte. [520] Er macht Rechnung, das ihm die Kost ein ganzes Jahr hindurch, wan er einmahl von hier komen wird: - Kosten wurde bey 100 fl. - Kleidung 100 〈fl.〉 - Waasch et Wäscherlohn 30 〈fl.〉 - Unterhaltung eines Pferds und Besorgung 72 〈fl.〉 - Extra um ein numerum rotundis zu machen 98 〈fl.〉 Summa 400 fl. Jedoch müste *ich* ihm das Pfferd noch schaffen. Somit hoffet er mit und nebst seiner Gage nicht allein außzulangen, sondern noch jährlich was zu ersparen. 15. Vormittag war bey mir P. Pogatschnig, Jesuiter. Dan war ich mit mein Micherle und aigener Mesß bey meiner vollkomenen englischen Ehegemahlin. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Dr. Possaviz, der einige juridische Bücher von mir kauffen will. Dan Br. Salvay in seinen Geschäfften. 16. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Ausserwählten. Dan in Visit bey alt-Br.-Gallischen. Dan Carl-Hochenwartischen. Nachmittag war bey mir Joseph Graf Thurn. Spätter war ich bey m. Geliebtesten. Dan in Visit bey Br. Carl Valvasor. Dan bey canonico Graf von Lamberg. 17. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Abends ingleichen. [521] Vormittag war bey mir Joseph Gr. Thurn, der Cancellist Haas. 504 | 1753 December Abends war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag ist General Scherzer von Carlstadt allhier angelangt. 18. Vormittag um 11 Uhr war ich bey meiner ausserwahlten englischen Gemahlin mit m. Micherle und aigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war ich bey m. Schwagerinen. Spätter bey General Scherzer, der Morgen nach Wienn verreist. Heüt habe den medicum Gravenhuber bezahlt vor seine meinen Sohn den Hanßl in seiner Kranckheit gelaistete außnehmend gutte Dienste und habe ihme 20 fl. und ein Reithpferd geschenckt. 19. Vormittag um 6 ½ Uhr ist General Scherzer abgereist. Dan war bey mir der canonicus Sanguineo, mein capellanus, der nach Mantua heüt zu verreisen hat. Dan Ziegler in Amtsgeschäfften. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner iniglich geliebtesten Ausserwahlten. Abends ingleichen. 20. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner ausserwählten Geliebtesten. Nachmittag war bey mir Dr. Modestus. Von 3 ½ biß 7 ½ war ich in Rath. 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. allerliebsten Gemählin. [522] Abends ingleichen. Bey mir war Franzl Lamberg. 22. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Geliebtesten. Dan war bey mir Joseph Gr. Strassoldo. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 8 Uhr. 23. Vormittag war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner ausserwählten Allerliebsten. Dan in Visit bey H. Mäz von Spiegelfeld. Zu Mittag speisten bey mir der Oberleüthnant Broune, Oberleuthnant Pissecker, Oberleüthnant Klavenau, Unterleüthnant Sachsenfeld, Fähnrich Br. Dicker, volontaire Br. Mittrowsky, H. Maz von Spiegelfeld, medicus Gravenhuber, dan 4 von Hauß: ich, m. Hanßl und Maxl und der Franzl Nemezhof. Nachmittag war bey mir Joseph Graf von Thurn. Spätter war ich bey m. englischen Ausserwählten. Dan bey m. Schwägerinen. 24. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 2 Uhr Nachmittag. Nachmittag war ich in Rath von 5 biß gegen 7 Uhr. Da ich nun sogestalten meine ausserwahlte englische Gemählin nicht habe besuchen känen, hat mich mein Micherle supplirt mit aigener Mesß. Sonsten waren bey mir Verschiedene mit dem Feyertagswunschcompliment: Jacob von Hochenwarth, Buchhalter Novack, Rabensperger, junger Petermann, Augustiner, Capuciner etc. Dan habe mich gesucht der Expeditor Köhler, Germeck, Persky, Helbling, Pogatschnig und Krall, Widerkher, Polz auerspergischer Inspector, P. Erberg Jesuiter, Tranquilli, Bischof, Lenz, Hrabali, Bottoni, Franciscaner etc. [523] 25. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hanßl bey meiner ausserwählten geliebtesten Gemahlin, wo ich mir die 3 Messen habe lesen lassen. Abends war ich auch daselbst. Bey mir war der Klee, dan sein Mutter, dan der Haubtman Br. Russenstein. So suchte mich auch der Obrister Br. Unruhe und der canonicus Graf Lamberg. 26. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Hanßl und Micherle bey meiner geliebtesten Allerliebsten mit aigener Mesß. Abends ingleichen. Spätter war ich bey m. Schwagerinen. 27. Vormittag war bey mir abbé Falcari von Görz wegen seiner von march. Alvarez überkomenen Erbschafft. Um 11 Uhr war ich bey meiner Ausserwahlten mit m. Hanßl, Micherle und aigener Mesß. Nachmittag war bey mir der Student Jurglich, den ich vor ein Appoteckerjungen recomendirt habe. Vormittag war ich bey H. Hofmann. Nachmittag bey dem Obristen Br. Unruhe. Abends bey meinem englischen Schaz. Heüt habe m. Bedienten den Johannes seines Diensts entlassen. Er hat mich sonst gut bedient, nur das er noch zu kälbernarrisch ist. An seiner statt habe den Anton, der biß dato m. Sohn den Hänßl bedient hat, angenohmen. | 505 1754 Januar 28. Vormittag um 11 Uhr bin ich mit m. Hanßl, Micherle mit aigener Mesß bey meiner allerliebwertesten Ausserwahlten gewesen. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg und P. Eder. [524] 29. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. allerliebsten Gemählin. Nachmittag war bey mir P. Master und P. Conti, Jesuiten. Von 4 Uhr war ich in Rath biß ½ 7 Uhr. Heüt Vormittag ist m. Hanßl nach Habach zu Pferd, um eine Comotion zu machen et abends retournirt. Voriger Nacht ist Bssa. Taufferer, des Craißhaubtman Gemählin, mit einem Sohn niederkomen, der heüt Nachmittag getaufft und Henricus benahmset worden. Gevattersleüth waren Graf Heinrich Auersperg und Grafin Barbo, der Sechswohnerin Mutter. 30. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Hanßl und Micherle und aigener Mesß bey meiner ausserwahlten allerliebsten Gemahlin. Abends ingleichen. Vormittag war ich bey Carl-Hochenwartischen. 31. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Hanßl und Micherle und aigener Mesß bey meiner Ausserwählten. Abends ingleichen. Verschiedene waren mit dem Neujahrwunsch bey mir und andere traffen mich nicht an.866 In Geschäfften aber waren da Br. Taufferer Craißhauptman, dan Graf Buccelleni wegen der zu Sawa vorgekherten Schazgraberey. Umb867 ½ 6 Uhr abends seyn von daselbst ein sich vor das außgebende portugesischer Capellmeister mit seinem Weib und ein Mahler in hiesiges Castell mit der Milliz gefänglich eingebracht worden über den eben ex hoc capite bereits arrestirten Pestrigalli. [525] Sonsten waren auch bey mir die Busethin und ihr Schwester, der junge Barbo mit abbé Copeinig, mit denen ich aber wegen obigen præssanten Geschäfft nicht reden könte. Nun ist dieses Jahr wieder geschlossen. Meine Thränen haben noch niemahls aufgehort zu fliessen und meinen unschazbaren Verlust meiner englischen allerliebsten ausserwahlten Gemählin zu beweinen. Gott habe selbe in seinem868 himlischen Schosß, lasse sie genüssen alle ewige Freüden und erhalte mich in seiner göttlichen Gnad biß er mich auch zu sich nehmen und mich mit meiner allerliebwertesten Ehegemählin ewiglich zu vereinigen belieben wird. Deus dedit. Deus accepit. Deus iterum et in æternum debit. Sit nomen Domini benedictum, amen. 1754 1754 Januar [526] 869 1. Jener. Ach Gott, stehe mir bey in meiner Betrübnus, in welcher ich das vorige Jahr geendet und in solcher auch dieses anfangen und den zeitlichen Verlust meiner iniglich geliebtesten Gemählin unaufhörlich beweine und beseüffze. Um 11 Uhr Vormittag war ich mit mein Hänßl, Micherle und Hainerle und aigener Mesß bey meiner allerliebsten Gemählin, welcher Gott alle ewige Freüd und Glückseeligkeit genüssen lassen wolle. Dan war ich mit dem Neujahrscompliment bey General Br. de Fin, Br. Flachenfeld, Heinrich Auersperg, Uhrys und Hofman, bey den Jesuiten P. Rector, P. Erberg, P. Ermel, P. Maister, P. Conti, bey m. Schwigervatter, bey m. Schwagerinen, Benj/ami/n Erberg, Busetischen, Craißhaubtman Br. Taufferer etc. und Verschiedene waren auch bey mir. 2. Vormittag waren bey mir 2 Bauren von Scarlichi. Um 10 Uhr war ich in Rath biß ½ 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir Flachenfeld. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner Allerliebsten, wo mich Vormittag lezter mit eigener Mesß supplirt hat. Dan war ich bey m. Schwägerinen. 866 Sledi prečrtana nečitljiva beseda. 867 b popravljen 868 Pred tem prečrtano ihrem 869 Pred tem dva prazna oštevilčena folija (staro oštevilčenje: pp. 537–540). 506 | 1754 Januar 3. Vormittag um ½ 9 Uhr bin ich mit m. Micherle und Heinerle in compagnia der Frl. Lenerle und aigener Mesß bey meiner Geliebtesten gewesen. Dan seyn alle 4 um 8870 Uhr von hier nach Lack gefahren in einer mit 3 Pferdten bespanten Schlitten und kamen hinauf um ½ 11 Uhr. Da speisten wir zu Mittag bey den Klosterfrauen, wo ich mein liebe Schwester Maximiliana besucht habe. [527] Nachmittag um 3 Uhr seyn wir wieder abgefahren und retournirten zu Laybach um871 6 Uhr. Dan war ich bey meiner Ausserwählten, ihren zeitlichen Verlust bey ihrer Grabstatt zu beweinen. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Ausserwählten. Dan war bey mir Joannes Albach, der bey Graf Gallenb/er/g gedient, und sich in mein Dienste angetragen hat. Nachmittag in simili und war mir von General Br. de Fin recomendirt. Spätter war bey mir canonicus Lamberg. Um 5 Uhr war ich in Rath. 5. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Geliebtesten. Abends ingleichen. Bey mir war Fiscal Merzenhaim. Spätter Sigerle Graf Liechtenberg. 6. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Hainerle und aigener Mesß bey meiner Allerliebsten. Abends ingleichen. Vormittag war ich in Visit bey dem Obristen Br. Unruhe. Dan bey Sigerle Grafen von Liechtenberg und bey jungen Diserle Graf Barbo. Nachmittag war ich bey jungen Br. Wolckensperg. Dan bey m. Schwägerinen. Zu Mittag speiste bey mir Br. Tschetschker. Heüt ist Graf von Wildenstein von Salzburg allhier retournirt. 7. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr Nachmittag. Zu Mittag habe gespeist bey General Br. de Fin. Da war auch der Haubtman Böhm. [528] Gegen Abend war ich bey meiner englischen allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag mein Micherle mit aigener Mesß suppliret hat. 8. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwählten Allerliebsten mit aigener Mesß. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß nach 7 Uhr. Dan war ich bey Jacob Grafen von Edling, der mich Nachmittag suchte und Morgen nach Wienn verreist und ein kleinen Graf Attems mitführt, Ferdinandi filium, der in das Emanuelische Collegium auf Spesen der Königin komt. 9. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Allerliebsten. Nachmittag war bey mir Marotti vocatus. Abends war ich bey m. Ausserwählten. Vormittag war bey mir abate Vechi von Grad/isc/a. 10. Vormittag war bey mir Marotti vocatus. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Allerliebsten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Joseph Thurn und Max Taufferer. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. 11. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner ausserwahlten Allerliebsten. Abends ingleichen. 12. Vormittag war ich bey Herberstein wegen des von Auersperg in Strassensachen leztlich erstateten Referat. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Abends ingleichen mit m. Heinnerle. [529] Bey mir war Schluderbach. Abends Sigerle Liechtenberg, der mir mein kleine Sackuhr zuruckbrachte. 13. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan aigener Mesß bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin. Bey mir war der junge Br. Apfaltrer. 870 Pred tem prečrtano 8. 8. 871 Pred tem prečrtano den | 507 1754 Januar Nachmittag Carl Hochenwarth, Petteneg, Wolckensperg und Hofmann biß spatt. Vorhero der Perr vocatus. M. Maxl, der bey General Br. de Fin zu Mittag gespeist, ist Nachmittag mit ihm nach Hilzeneg zu Br. Pillichgräz. 14. Vormittag war bey mir abbate Vechi, dan der Wichtenstein. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin, ihren heüt Jahr und 2 Monat erfolgten zeitlichen Verlust zu beweinen. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß nach 7 Uhr. Dan war ich bey Hofmann. 15. Vormittag war bey mir Mariandl Utschan. Dan der Brezl, der Morgen nach Wienn verreiset. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Allerliebstwertesten. Abends ingleichen. Dan war ich Vormittag bey Hofmann. Nachmittag war bey mir der junge Apfaltrer. 16. Vormittag war bey mir abbé Vechi. Dan war ich bey Hofman, dan bey Herberstein. [530] Um 11 Uhr mit m. Micherle und eigener Mesß bey dem Grab meines englischen Schazes, so heüt vor 14 Monaten, Gott seye es geklagt, dahin depositiret worden. Abends habe abermahls mein englisches Magnetl besucht. Nachmittag hielte ich Consessum Medicum. Dan war bey mir Ziegler. Dan Joseph Graf Thurn. 17. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle und aigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Abends ingleichen. Spätter bey m. Schwägerinen. Bey mir war Nachmittag Mad. Wolwiz, gebohrne Schmithoffen (Felicitas), wegen ihrer erhaltenen und noch nicht behöbenden Pension. Vormittag war ich auch bey Hofmann. 18. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Ausserwählten. Nachmittag um 2 Uhr hielte Consessum Sanitatis. Um 4 Uhr war ich in Rath biß nach 7 Uhr. Vorhero war bey mir Flachenfeld. Abends ist m. Maxl mit General Br. de Fin von Hilzeneg retournirt. 19. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Ausserwahlten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Dionoro von Grad/isc/a. Spätter war ich bey Hofmann. 20. Vormittag war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner Geliebtesten. Dan bey Herberstein und Barbo. [531] Spätter war ich bey m. Ausserwählten. Dan bey Hofmann. 21. Vormittag um 11 Uhr war m.872 Micherle und873 eigener Mesß bey m. Allerliebsten, indeme ich beschafftiget gewesen. Abends war ich allda selbsten. Bey mir war Persky, abbate Vechi. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. 22. Vormittag war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. ausserwahlten allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Nachmittag habe einige vor dem Dr. Burg angekomene, mir von der Mauth zugeschickte Bücher durch Br. Benj/ ami/n Erb/er/g und 2 Jesuiter revidiren, deswegen auch den Raab avisirn lassen, der sich aber in obige remittiret hat und war an Büchern nichtes zu sagen. Abends war bey mir der Wid/er/kher von Klein Lack. Dan der Spieglfeld. 23. Vormittag war bey mir Joseph Graf Strasoldo. Nachmittag Schifferstein. Abends war ich bey m. Geliebtesten, wo mich Vormittag wegen meinen Geschäfften m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Ausserwählten. Nachmittag874 war ich in Rath von 3 ½ biß 7. Dan war ich mit Hofmann bey der Wolwizin. 872 Pred tem prečrtano ich mit 873 Popravljeno. 874 Pred tem prečrtane nečitljive dve ali tri besede. 508 | 1754 Februar 25. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Geliebtesten. [532] Abends ingleichen. Vormittag war bey mir Näzl Apfaltrer. Nachmittag Daniel Lazarini mit sein Sohn Cadet, der unter Harrach nach Clagenfurt gehet. 26. Nachmittag war ich bey Herberstein wegen des Berichts ad aulam in Betröf des Reißgejads auf dem Morast. Dan in der Canzley. Abends war ich bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle mit aigener Mesß wegen m. Geschäfften suppliret hat. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle, Heinerle und aigener Mesß bey m. allerliebsten Ausserwahlten. Abends ingleichen. Vormittag war ich bey Barbo wegen des Hofmanns und meiner Erinerungen, das Reißgejad auf dem Morast betröfend. 28. Vormittag war ich um 11 Uhr mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Geliebtesten. Abends ingleichen. Heüt Vormittag ist des Ludwig Grafen von Liechtenberg Sohn mit der Fraüle Neühauß vermählt worden. M. Schwager Ferd/inand/ Br. Erberg, Pfarrer zu Morautsch, hat solche zusamengegeben in *der* Haußcapelen des Ignazi Grafen von Auersperg. Abends war ein souppé bey Liechtenbergischen. 29. Vormittag war bey mir der Advocat Franchi wegen des Pfarrer zu Eißnern. Nachmittag m. Schwager Br. Ferdinand. Abends war ich bey m. englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. [533] 30. Nachmittag war bey mir Craißhauptman Br. Taufferer, den neuen Geheimbenrath Joseph Barbo pro eligenda deputato zu recomendiren. Der Buchhalter Marotti wegen Strassenrobath-Außständen. Abends war ich bey m. Geliebtesten mit m. Micherle, der mich Vormittag mit aigener Mesß suppliret hat. 31. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 8 Uhr. Vormittag hat mich m. Micherle mit aigener Mesß bey meiner englischen Ausserwählten supplirt. 1754 Februar 1. Februar. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Mich/er/le und eigener Mesß bey m. allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Bey mir war Vormittag der alte Steinberg. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. 2. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Ausserwählten. Abends ingleichen. 3. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. englischen Ausserwahlten. Nachmittag war bey mir Joseph Gr. Strassoldo, sich pro deputato zu recommendiren. Dan hielte Consessum Commercialem von 4 biß 7 ½. M. Micherle und Heinerle waren heüt auf ein Kinderbal bey Zergoll mit Mad. Nemezhof von 5 biß nach 9 Uhr. Bey mir waren 2 Discalziaten. 4. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Allerliebsten mit eigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Haude vocatus. Abends Hofmann. [534] Gester ist mein Sohn Maxl alß gewester aggregirter Fahnrich875 qua würklicher talis vorgestellet worden. 5. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen ausserwahlten Gemahlin. Dan war bey mir Gorjup nomine Landshauptman. Dan Dr. Gravenhuber. Dan der Radoviz, Stadtrichter zu Lack. Abends war ich bey m. englischen Magnetl. 6. Vormittag war bey mir Protocollist Freydeneg. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Geliebtesten. Nachmittag war bey mir der junge Jenckenhaim. Dan Haude vocatus. Abends war ich bey meinem Engerle mit m. Micherle. Nachmittag habe auch Consessum Sanitatis gehalten. 7. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war ich mit Hofmann bey Herberstein von ½ 4 biß 7, der unß sein verfaste Tabellen, die er rationarium regiminis nennet, gezeügt hat. 875 Orig. Fahnrid | 509 1754 Februar M. Micherle supplirte mich heüt bey meiner englischen Allerliebsten mit aigener Mesß. Abends war bey mir Dr. Vidmayr, der mir einen grossen Stain wie ein grosses Äy gezeüget, den er ex vessica des heüt morgens verstorbenen Geistlichen Grosßl außschneiden lassen. 8. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß [535] bey m. ausserwahlten allerliebwertesten Gemählin. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Dr. Gravenhuber. 9. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Ausserwählten. Abends ingleichen. 10. Vormittag war ich mit m. Micherle bey dem general vicario deren Discalziaten, der mich ein parmahl gesucht. Dan bey vicario generali Perr wegen quinqenalis subsidii. Um 11 Uhr bey meiner englischen Geliebtesten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir der alte Steinberg, dan der Hofmann. 11. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Micherle bey meiner allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Nachmittag war ich bey Leopold Grafen von Lamberg, der vorgester von Wienn retournirt ist. 12. Heüt ist hier die Cotolinsky gestorben. Bey mir war der Apotecker und chirurgus von Triest, der ad examen hieher gekomen 〈ist〉. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. Ausserwahlten mit aigener Mesß. Abends war bey mir Graf Joseph Thurn. Vorhero 2 Jesuiter, P. Erb/er/g und Eder. Dan ein parmahl die Hut-und Capelmacher. 13. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Magnetl. Bey mir waren ein parmahl die Hut- und Capelmacher. Dan war ich bey Wlasch Wisas, Capelmacher, der alteres halber nicht außgehen kan. [536] Nachmittag war bey mir Dr. Knesenhoffen wegen des dahin ligenden Muhlbacher, um das Postambt auß die Kinder zu bringen. Nachmittag spätter ist der Milbacher, hiesiger Postverwalter gestorben. Abends war ich mit m. Micherle selben zu besprengen und dan bey m. englischen Geliebtesten. 14. Vormittag waren bey mir die Huetter und die Kapelmacher. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten englischen Gemählin, welcher zeitlichen Verlust ich eben heüt 1 Jahr und 3 Monath bereits beweine. Ach Gott, lasse dieß mein englisches Ehegespandl die himlische Freüden genüssen, lasse ihro zu wissen, wie beständig ich ihren zeitlichen Verlust beweine, bejamere und beweheklage und wie iniglich und auf das zärtlichste ich sie stetts fort liebe. Ach Gott, was vor Trost hätte ich in meiner Betrubnus, wan ich wuste, das sie es weiß. Indessen unterlasse ich niemahls876 Gott zu bitten, das er mich erhören möchte. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß nach 7 Uhr. Heüt Vormittag ist der Landschafftsecretarius von Wagatey allhier gestorben. 15. Vormittag war bey mir *der Postamtsaministrator, dan* Bottoni und Ziegler wegen Sperr und Inventur der Postamtscassa und Schriften. Um ½ 11 Uhr habe den Postamtsbrieftrager alß Gegenhandler das Jurament gegeben. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner iniglich geliebtesten Ausserwählten. Nachmittag war ich bey Hofman und Landshaubtman wegen der arrestirten buccellenischen Schazgrabern. [537] Dan war ich abends bey m. Geliebtesten. Spätter bey Busetischen wegen seiner Mutter Todtfahl zu condoliren. Nachmittag war auch bey mir Dr. Baronio wegen Fran/ces/co Codelli. Dan prothomedicus Weber wegen der examinirten Apotecker, chirurgorum. 16. Vormittag war ich mit dem Hofman den Herberstein zu suchen, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan war ich bey der Gräfin Barbo auß eben der Ursach. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin. Vorhero habe dem Andreas, Postamtsadministratori, das Jurament vorhalten lassen. Abends war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Magnetl. 876 Pred tem prečrtana nečitljiva beseda. 510 | 1754 Februar 17. Vormittag war ich mit m. Micherle und aigener Mesß um 11 Uhr bey m. allerliebsten Ehegespändl. Dan in Visit bey Wolckensperg. Dan bey Carl-Hochenwartischen. Abends bey m. Ausserwählten. 18. Vormittag war ich in Rath und Conferenz. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Ehegespändl. Abends877 ingleichen. Dan war bey mir Joseph Thurn. 19. Vormittag war bey mir Mr Kennedy, ein Schotlander, der von Wien komt und nach Fiume passirt. Er überb-rachte mir ein Compliment von Graf Choteck und M〈r〉 de Mygind, conseilles et secretaire de la banque, und blib bey mir bey 3 Stund. Zugleich war bey mir Kappus, vocatus wegen Pulver und Salniter. [538] Nachmittag war ich in Conferenz. Abends bey m. Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Spätter war ich bey Hofmann. 20. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen ausserwahlten Gemahlin. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Graf Novelli, der leztlich von Gräz gekomen und Übermorgen nach St. Giorgio retournirt. 21. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Allerliebsten. Abends ingleichen. Vormittag war ich die hiesige teutsche Schull in dem Burgerspittal zu besehen. *Bey mir war Merzenheim.* Dan war ich bey Hofman, der sich zur Ader gelassen und abends ingleichen. 22. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Abends war ich bey m. ausserwählten Engerle mit m. Micherle, der mich Vormittag mit eigener Mesß suppliret hat. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. Bey mir war Fanzoy. 23. Vormittag war wieder der Fanzoy bey mir. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Abends ingleichen. Dan war bey mir der Kauffmann Mariner, durch welchen des Dr. Fran/ces/co Bischiach väterliche Caution per 175 fl. habe erhöben lassen und er obligirte sich ihme solche zukomen zu machen laut Bischiach-Brief, Triest den 21., præsentato hodierno. [539] 24. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle auch aigener Mesß bey m. allerliebsten Ausserwählten. Abends ingleichen, so auch bey der Andacht bey Jesuiten. Nachmittag war bey mir der alte Steinberg mit den Zeichnungen von dem878 Zircknizer See. 25. Vormittag war ich *um 11 Uhr* mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten Allerliebsten. Abends ingleichen. Spätter bey m. Schwägerinen. 26. Vormittag war ich um 11 Uhr mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Schaz. Abends ingleichen. Vormittag war ich mit m. Micherle auch bey dem Generalen Br. de Fin, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan bey den Du-Vallischen, wo 2 Frl. unpässlich seyn und sonsten Noth leiden. Nachmittag war ich in der Amtscanzley, wo ich dem Expeditor Khöller 6 fl. gegeben, solche dem Haude vor die mir abgeschribene Tabellen über das rationarium regiminis zu bezahlen. 27. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Abends ingleichen. Vormittag habe auch mich und m. Micherle bey m. geliebtesten Ausserwählten Grabstatt einäschern lassen. Bey mir war der junge Br. Juritsch, der dem untercrainischen Creißhaubtman zugegeben ist. 28. Vormittag war bey mir Dr. Sanguigno, canonicus di Mantua, der mir die bestelte Blumlein gebracht und nun wieder mein Caplan abgeben879 wird. [540] Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. geliebtesten Ehegemählin. 877 Pred tem dve prečrtani nečitljivi besedi. 878 d popravljen 879 Popravljeno iz abgegeben | 511 1754 Marec Dan bey dem Menzinger. Nachmittag war bey mir Menzinger, deme meines ausserwahltes Ehegespandl von Meytens verfertiges Portrait gezeüget habe. Dan war ich bey m. Allerliebsten abends. Dan bey Hoffmann. Spätter bey meinen Schwagerinen. 1754 Marec 1. Marzi. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 2 Nachmittag. Nachmittag ingleichen von 4 biß ½ 7. Dan war ich bey m. Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle mit aigener Mesß suppliret hat. 2. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. geliebtesten Gemählin. Zu Mittag speiste ich bey Nemezhoffen. Da war der Erzbischof von Görz, der Joseph Graf Thurn, H. und Frau von Hauß. Um ½ 11 ist der Erzbischof hier angelangt und um 3 ½ Nachmittag ist er nach Wienn verreist. Dan war ich mit m. Micherle in der Teütschen Kirchen bey der Bredig. Dan bey Busetischen. 3. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. ausserwahlten englischen Schäz. Dan bey dem Bischof Cicotti von Pedena in Visit. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Bey mir war Leüthnant Odout und Graf Auersperg, beede von Broune. Abends war ich bey m. englischen Ausserwahlten. Dan bey Carl-Hochenwartischen. *Nachmittag habe Consessum Comercialem gehalten.* 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle [541] und eigener Mesß bey m. ausserwählten englischen Gemählin. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir P. Master S. J. Dan war ich in Rath von 4 biß ½ 7 Uhr. Spätter bey Hofmann. 5. Vormittag war bey mir Br. Zetschker auß Untercrain. Dan war ich in Rath von 10 biß nach 11 Uhr. Dan war ich bey meiner allerliebwertesten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle mit eigener Mesß supliret hat. Nachmittag war bey mir Zetschker mit seinem Advocaten, den Schniderschitsch. Dan Graf Guido Cobenzl, Graf Franzl Lamberg und sig. Morelli. Spätter war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten. 6. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Ausserwählten um ½ 11 Uhr. Abends ingleichen. Bey mir war der Baruquenmacher, mit dem ich wegen des Segerle gesprochen, der ihn vor ein Lehrjungen aufdingen und in 4 ad 5 Jahren freyspröchen will, das er jedoch beym Aufdingen 5 fl. und eben soviel beym Freyspröchen bezahlen soll. Bey ihm wird er Kost und Quartier frey haben, hingegen muß er sich selbsten kle-iden. Dan habe vor mich ein Knüpffebariquen bestelt, wofür er 4 # verlangt. Und soffern mir nicht gefiel, soll ich solche anzunehmen nicht verpunden seyn. Bey mir war auch der neuresolvirte [542] Todtenbeschaüer und chyrurgus Eißl, deme ich das Decret gegeben und Morgen um 10 Uhr wird er das Jurament ablegen. Zu Mittag speiste bey mir Br. Zetschker. Nachmittag war bey mir der Schrey, der einen Studenten vor ein Schreiber recomendirt. Abends war ich bey m. Schwagerinen. Bey mir war auch ein junge Lazarini, Danielis filius, der bey mir amanuensis seyn wolte, hingegen komt er mit dem Lesen nicht fort und sein Schrifft ist nichtes Nuz. 7. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr Nachmittag. Zu Mittag speiste bey unß der Caplan von Cronau nomine Suolenig. Nachmittag war bey mir Schrey, dan der junge Baselli. Dan P. Erberg et P. Eder. Item m. Schwager Br. Ferdinand, dan Dr. Knesenhof. Abends war ich bey m. englischen und allerliebwertesten ausserwählten Schaz, wo mich Vormittag m. Micherle 512 | 1754 Marec mit eigener Mesß suppliret hat. 8. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Eheherzl. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 7 Uhr. 9. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Ausserwahlten. Abends ingleichen. Zu Mittag speiste bey mir Br. Zetschker. Nachmittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey Mad. Wertenthall, die heüt ihren Nahmenstag celebriret. 10. Vormittag war bey mir abbé Patuna. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle [543] und aigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Abends ingleichen. Spätter war ich bey den Busetischen. 11. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen ausserwahlten allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Nachmittag war ich bey Menzinger, wo ich meinen Sohn, den Hanßl, contrafiren880 lassen. Dan in Rath von 4 biß ½ 7 Uhr. 12. Vormittag habe einige Bücher zu censuriren revidiren lassen von P. Schickmayr S. J., welche gester abends Br. Erb/er/g und Raab bereits gesehen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem geliebtesten Ehegespandl. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Ziegler wegen der arrestirten Schazgrabern, die vota zu colligiren. Dan der Bischof von Triest mit sein Bruder, den Domprobsten Grafen Petazi.881 Dan der Gartner von Polane. 13. Vormittag war bey mir der alte Ziegler. Um 11 Uhr war ich bey m. ausserwählten Gemählin mit m. Micherle und eigener Mesß. Abends ingleichen. Zu Mittag speiste bey mir Br. Zetschker. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey Menzinger, das Portrait meines Hänßl zu sehen. 14. Ach Gott, heit ist ein Jahr und 4 Monath, das ich mein iniglich und auf das zartlichst geliebte Gemählin in dieser Zeitlichkeit verlohren habe. Ach Gott, gebe mir bald wieder, was du mir [544] zu meiner volkomenen grösten und alleinigen Freüd und Vergnügungen ins Eigen geschencket, dan aber zu meiner882 grosten laid-und betrübnusvollene Bestürzung genohmen hast. Ach, engliche Gemählin, es ist noch kein Tag, kein Stund und kein Augenblick passiret, das ich dir nicht mein Jamern, Seüffzen und Weheklagen mit meinen Trennen opfere. Ach, wie vergnügt wäre ich in meiner Betrübnus, wan ich wuste, das dir mein Thun und Lassen, mein beständiges an dich Dencken, mein unnaufhörliches Beweinen deiner zeitlichen Verlust, mein unverruckte Treüe und inbrinstiges Verlangen bald wieder bey dir und mit dir zu seyn, nicht unbekandt seye. Ach, englische Ausserwählte, viel tausend Kusß und Seiffzer fliegen unaufhörlich auß meinen Herzen zu dir, die dich meiner beständigen und zärtlichsten Liebe versichern. Dein Angedencken ist bey mir stetts frisch und grünend, vergiß auch du meiner nicht, englischer Schaz. Vormittag war bey mir Schemerle, mit dem ich vor mein Gärtl und Heüschupfen nächst den Balhauß per 110 Kremnizer Ducaten den Kauf geschlossen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen allerliebsten ausserwählten Gemählin, welcher Gott die ewige himlische Freüden genüssen lassen und mir solche bald wieder schencken wolle. Heüt morgens ist der Oberer wieder in meiner Dienste zuruckgekomen, deme [545] ich auch die vorige Convenienz und zwar sein Gehalt ad prima hujus versprochen habe. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Heüt Nachmittag ist die Frl. Cilerle Gräfin Du Valles, die gester Nachmittag nach 1 Uhr an der Wassersucht gestorben, bey den Ursulinerinen begraben worden. Gester abends hab ich sie mit m. Micherle besprengt. 15. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwahlten Allerliebsten. Dan waren zu besprängen die Gräfin von Auersperg, gebohrne Juvenelli, die gester abends um 10 Uhr gestorben; war gebohren den 11. Februari 1691. 880 t popravljen iz f 881 P popravljen 882 Popravljeno iz meinen | 513 1754 Marec Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Dan waren da die Frl. Fränzl und Retel, meine Schwägerinen, deren jeder sowohl alß der Frl. Lenerle Hallerstein ich ein Straüßl und 3 kleine Blumlein von Mantua regaliret habe. Spätter war ich bey m. englischen Magnetl. 16. Vormittag war ich in Conferenz von 10 biß Mittag. Nachmittag war bey mir P. Hugo, Franciscaner. Dan der Brezl, chyrurgus, der erst von Wienn retournirt ist. Dan war ich bey der Bredig in der Teütscher Kirchen. Vormittag hat mich m. Micherle supplirt bey m. allerliebsten Ausserwahlten mit eigener Mesß. Vormittag war auch bey mir Schemerle, der mir den Kauffschilling vor mein ihme verkaufftes Gärtl, dan Heü- und Wagenschupfen nächst [546] den Ballhauß in Burgstall gebracht hat, bestehend in 110 Kremnizer Ducaten, deme ich auch den Verkauffscontract883 außgefertiget habe. Heüt Vormittag um 10 Uhr ist die vorgester verstorbene Gräfin von Auersperg bey denen Clarisserinen begraben worden. Ach Gott, wan doch in meinem betrübtesten Stand vor mich ein Trost oder Vergnügen genandt werden kan, so habe ich solches heüt vor 16 Monathen das leztmahl gehabt, da ich noch meiner englischen allerliebsten Gemählin die abgelebte Lippen und Händlein vor das allerleztemahl in dieser Welt von Herzen derküsset und *mit* meinen Trennen benezet habe. Ach Gott! Ach Gott! Ach Gott! Was war das vor ein Tag vor mich? Ach Gott, erbarme dich meiner und gebe mir dein englisches Gemählin. Allerliebstes Weib, bitte Gott vor mich, amen. 17. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen ausserwählten allerliebsten Schaz. Abends ingleichen. Vormittag war ich in Visit bey dem Obristwachmeister von Preis, der sich unpäsßlich befin[det].884 Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. 18. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten Gemählin. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir der Waarenbeschauer. Nachmittag war ich bey Gallenberg, der heüt sein Geburtstag celebriret. [547] 19. Vormittag war bey mir Br. Huber von Wienn. Dan P. Erberg und P. Eder. Um 11 Uhr war ich mit ersten, dan mit Micherle, Heinerle und eigener Mesß bey meiner ausserwahlten Allerliebsten. Dan bey Carl-Hochenwartischen, wo ich den Br. Huber aufgeführt habe. Nachmittag war bey mir der Aloysius Auersperg, der gerne ein Quartier in m. Hauß haben möchte und besahen ein so andere Zimmer. Abends nach ½ 9 Uhr ist mein Sohn Hänßl mit der ordinari Post von hier nach Wienn verreist, dem Gott Begleiten und Gluck und Seegen geben wolle. 20. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr Nachmittag. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner iniglich geliebtesten Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Spätter war ich bey Br. Huber in Contrevisit. Heüt Vormittag hat man den Landschafftbuchhalter von Rastern, der gester gestorben, bey denen Franciscanern begraben. 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey mein englischen Ehegespandl. Abends885 ingleichen. Nachmittag war bey mir der Zorn wegen des kleinern Pferdstall. Dan der Friedenfeld, um bey der Landschafftbuchhalterey Raitsofficier zu werden. Dan der Todtenbeschaüer et Waarenbeschauer. Spätter Br. Huber. *Spätter war ich bey m. Schwägerinen.* [548] 22. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten Eheengerle. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Prezl. 883 Orig. Verkaufftscontract, a je bil prvi t prečrtan. 884 Pod madežem črnila. 885 Popravljeno. 514 | 1754 April 23. Vormittag war bey mir Ramschusßl. Um 11. Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. allerliebsten Ausserwählten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir der Geistliche Kraschkovich. 24. Vormittag war bey mir Br. Hubber von Wien, dan Br. Salvay. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten englischen Schaz. Nachmittag war vocatus bey mir der Peruquenmacher, deme ich den Segerle in die Lehr geben werde. Dan war bey mir Br. Huber mit seinem Advocaten. Item Br. Salvay mit den Seinigen, die ich zu Br. Benj/ami/n Erberg geführt, um ihre Rechtsstrittigkeit beylegen zu trachten. Abends war ich bey m. Geliebtesten. 25. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen und ausserwählten Magnetl. Dan bey Joseph und seiner Gräfin Strassoldo. Nachmittag war bey mir Br. Huber von Wienn. 26. Vormittag war bey mir Brezl. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Ausserwählten. Nachmittag war bey mir Knesenhof, der den Schemerle in dem ihme von mir verkaufften Garten und Heüschupffen einstehen will. Um 4 Uhr war ich in Rath 27. Vormittag war bey mir Schemerle und Frl. Utschan. [549] Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner ausserwählten Geliebtesten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Brezl. Spätter war ich bey Stadtsyndico Raditsch. 28. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten englischen Schaz. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir Bischof von Triest Graf Petaz, Schluderbach, des Brezl Gesell, Wagner-Apotecker Gesell. Nachmittag Heinrich Auersperg, sig. Trezzi von Triest. Nachmittag war ich bey Fiscalen von Merzenheim. Suchte sig. Trezzi, war spätter bey m. Schwägerinen. 29. Vormittag war bey mir Schluderbach, dan Dr. Gravenhuber. Um 10 Uhr war ich bey Heinrich Auersperg, wo wir comissionaliter den Freydeneg vernohmen haben wegen dessen Nachlässigkeit in Führung des Protocols. Um 11 Uhr war ich bey meiner englischen geliebtesten Ausserwählten, wo mich wenig vor Mittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Dan war ich bey der Wittib Trezzin. Zu Mittag speisten bey mir Haubtman Longueville, Haubtman Seriman, Haubtman Böhm, Br. Huber, Br. Salvay, alte Nemezhof, dan der junge detto, ego und m. Maxl. Abends war bey mir H. Thoman, der auß Schlesien von Hirschberg über Wienn komt und nach [550] Triest retourniret mit dem diesen Abend dahin passirenden Postwagen, deme 106 fl. 38 〈kr.〉 mitgegeben habe per saldo, was ich seinem Hauß in conto corespondente debitor bin. 30. Um 11 Uhr war mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Geliebtesten. Abends ingleichen. 31. Vormittag war mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Weiberle und allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Brezl und mit ihm war ich in kaiserlichen Spittall. 1754 April 1. April. Vormittag war bey mir der Todtenbeschauer. Dan war ich in Rath von 9 biß Nachmittag. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Zetschker, gebohrne Gravenweg. Nachmittag war bey mir Merzenheim, dan Obristwachsmeister von Preis. Abends war ich bey meiner ausserwählten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Dan war ich bey Br. Huber, der etwas unpaßlich ist. Spätter bey m. Schwägerinen. | 515 1754 April 2. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir Zorn mit seiner Schwester der Wittib Milpacherin. Dan der Schlud/er/bach. Nachmittag der Schemerle. Dan hielte Consessum Sanitatis. 3. Vormittag war bey mir Br. Huber, [551] der in seiner Abreiß nach Wien begriffen ist. Um 11 Uhr war ich bey m. ausserwahlten englischen Gemählin mit m. Micherle und eigener Mesß. Dan bey Br. Huber. Bey mir war Brezl. Gegen 7 Uhr abends ist der Erzbischof von Görz von Wienn allhier angekomen. Zu Mittag speiste bey mir die Br. Zetschkerin wie auch gester und vorgester und Morgen will sie nach Schnecken886 Bichl retourniren. Abends soupirte ich bey Nemezhoffen mit dem Erzbischof und bliben beysamen biß nach 11 Uhr. 4. Vormittag um 11 Uhr war m. Micherle mit eigener Mesß, mich bey m. englischen Geliebtesten suppliren. Abends war ich selbsten bey m. englischen Magnetl. Vormittag waren bey mir der Ziegler in Amtsgeschäfften, dan P. Erberg et P. Eder, dan der Hofman. Zu Mittag speiste beym Nemezhoffen. Da war der Erzbischof, H. und Frau von Hauß, Br. Flachenfeld, Hofman, Steinberg mittlerer, Schweiger, Taufferer Creißhaubtman. Nachmittag um 3 Uhr ist der Erzbischof nach Görz abgereist. 5. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen 12 Uhr. Dan war ich bey m. Ausserwählten, wo mich um 11 Uhr m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Busetin und ihr Schwester, [552] die ich mit m. Micherle nach Hauß begleitet habe. Dan war ich mit ihm bey meiner allerliebsten Gemählin. Spätter bey m. Schwägerinen. Nachmittag bin ich und m. Schwägerin Frl. Franzl dem jungen Sohn meines Schlossers bey der Tauf zu Gevet-tern gestanden und an unserer statt mein secretarius und das Zimermensch. Der Knab ist benahmset Georgius. 6. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem ausserwählten Engl. Vor- und Nachmittag war bey mir Zorn, der heüt abends mit seiner Gemählin nach Wien verreiset. Ihme habe behändiget sigilirter meiner allerliebsten Halzpäzl und Ohrngehäng, die in inventario sub No. 392 notiret seyn. Und habe sie addressirt an H. Mayr, deme nächst deßwegen schreiben werde. Abends war ich bey m. englischen Magnetl. Spätter bey m. Schwägerinen. Vormittag war auch bey mir die Mariandl Utschan. 7. Vormittag um 10 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Ausserwählten. Dan war ich bey Raditsch, Stadtsyndico. Nachmittag war ich mit m. Micherle spaziren und spätter bey m. englischen Herzen. Abends war bey mir der alte Steinberg. 8. Vormittag war bey mir Bottoni, Brezl und Zebull. Mir ersten bin ich d‘accordo vor das grosse Zimmer un-ten887 an der kleinen Stiegen per 6 # jährliches Zinns. Anderer war da wegen der Anatomi, lezter wegen seiner Seidenfabric-Außhilf. [553] Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Ziegler wegen an Lamberg verkaufften Spittallgülten. Dan Salvay, der Morgen nach Triest abreist. 9. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten Allerliebsten. Abends ingleichen. 10. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Abends war ich bey m. Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Spätter war bey mir Zebull. 11. Vormittag war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey m. Ausserwählten. 12. Nachmittag war ich mit der Confraternität die H. Gräber zu besuchen. Spätter besonders bey m. englischen Gemählin. 886 Sic! 887 Popravljeno iz unter 516 | 1754 April Dan war bey mir Nemezhoffen. Spätter Waicard Barbo, der Morgen auf Kroyssenbach verreiset. Abends war die gewohnliche Charfreitagsprocession. 13. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey meinem englischen allerliebwertesten ausserwählten Gemählin. Spätter haben wir beede bey den PP. Jesuiten unser osterliche Beicht verricht und bliben daselbst bey der Auf-ferstehungsceremonial. 14. Heüt am Ostersonntag und vor mich ein abermahliges Datum des betrübtesten Andenckens war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin mit aigener Mesß, wo wür beede communiciret haben. Dan waren bey alt-Br.-Gallischen und bey m. Schwagerinen, bey Nemezhof und Benj/ami/n. Nachmittag war ich bey dem Obersten Br. Unruhe, [554] welcher zu meiner nicht kleinen Consolation meinen Maxl nicht genugsam überleben kan. Dan war ich bey888 m. englischen Schaz. 15. Vormittag war bey mir der Hoffer, Postamtsadministrator, sich neuerdings um das Postamt zu recommendiren. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner Geliebtesten. Dan bey Menzinger. Abends bey meinem englischen Schaz. Spatter bey m. Schwägerinen. 16. Vormittag um 11 Uhr war ich889 mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen allerliebwertesten ausserwählten Gemählin, ihren zeitlichen Verlust zu beweinen. Ach Gott, wie schmerzhafft war mir der heütigen Tag vor 17 Monaten. Ach Gott, tröste mich. Ach liebste Gemählin, erinnere dich meiner. Nachmittag war ich bey Hofman. Spätter war bey mir Nied/er/bacher mit Sau-Strom-Navigationsactis. 17. Vormittag war bey mir Stefano Sili vocatus. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und890 aigener Mesß bey meiner englischen und auf dem zärtlichste geliebtesten Gemählin. Abends ingleichen. Spätter war bey mir Nied/er/bacher. 18. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Um 11 Uhr war ich mit891 m. Micherle und eigener Mesß bey meiner herzliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Spätter bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Nied/er/bacher wieder die Sau-Strom-Navigationsacta abzuhollen, weil sie Flachenfeld nothwendig brauchen, dan wieder comuniciren wird. [555] Heüt Nachmittag um 6 Uhr ist des Rea seine Weib, die gester apoplectica gestorben, bey den Franciscanern begraben worden. 19. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Ausserwahlten. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir Weitenhiller. Nachmittag der Paruquenmacher und Meister des Segerle Seegenreich. Dan der Zois. Nachmittag hielte Consessum Comercialem. 20. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Schaz. Vorhero war bey mir der Advocat Pißdirz vocatus wegen verfälschten Strumpfstrickerzunfftsordnung. Dan Dr. Novack mit dem Stadtrichter von Tschernembl. Dan der Prezl, dan Stadtrichter von Creinburg. Um 10 Uhr habe beeden obigen Stadtrichter in unserer Amtscanzley das Jurament ablegen lassen. Nachmittag war bey mir Aloys/ius/ Auersperg den Haußzinns von ½ Jahr anticipente zu bezahlen. Dan Leopold Lamberg in Strassen-Lidlohnsaußstand-Angelegenheit. Spätter fahrten miteinander sein Neugebau zu sehen. 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Allerliebsten. Abends ingleichen. 22. Vormittag war ich um 11 Uhr, wie oben, bey meiner ausserwahlten geliebtesten Gemählin. Abends ingleichen. Zu Mittag speiste bey mir Graf Auersperg, der [556] heüt am ersten in mein Hauß zu logiren gekomen. Nachmittag war bey mir Hofman. Dan P. Erberg und Eder. 888 Popravljeno. 889 Sledi prečrtano bey m 890 Popravljeno iz bey 891 Popravljeno. | 517 1754 Maj 23. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwahlten allerliebsten Gemählin. Bald Nachmittag war ich bey dem erst *von Wienn* angekomenen Rudolph Grafen von Choteck, der sich aber wegen aufhabenden Geschäfften excusiren ließ und Nachmittag abgereiset ist nacher Triest. 24. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Schaz. Bey mir waren Marotti, Ziegler, Gallenberg, Russenstein und die Menzingerin. 25. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner Geliebtesten. Abends ingleichen. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß ½ 7. Dan gieng mit Hofman spaziren und er war abends bey mir. Vormittag aber die Trezzin und vorhero ein Schnurenmacher. 26. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 6 Uhr. Dan mit Hofman spaziren. Spätter bey Busetischen. 27. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Eheherzl. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Zebull. Abends war ich bey m. Schwägerin, wo der [557] Br. Ferdinand und Br. Hallerstein angekomen seyn. Mit mir war auch mein Micherle. Heüt morgens, wie Graf Rasp und Br. Janeschitsch in der Birotsch nach Egk fahrten, wurden die Pferdzaum loß. Lezter sprang auß dem Birotsch unweith den hochen Gericht und hatte das Unglück, sich den Fußß zu brechen. 28. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Micherle und eigener Mesß bey meinem allerliebsten Ehegespändl. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Zebull, Weitenhiller, Steinberg. 29. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwahlten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Br. Hallerstein. Heüt morgens ist der Craißhaubtman Br. Taufferer nach Wienn abgereist. 30. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 2 Uhr Nachmittag. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag mein Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Vormittag war bey mir Creizberg. Nachmittag P. Erberg und P. Eder. 1754 Maj 1. May. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir Zebull. Nachmittag P. Erberg und P. Eder. Nach 5 Uhr kam hier von Carlstadt an die General Br. Scherzerin und logirte sich in Wilden Mann. Ich gieng zu ihr und batte sie zu mir zu komen, indeme ich das Quartier allschon bereitet habe. Sie excusirte sich, weil sie gleich Morgen abreiset [558] zu ihrem Gemahl nach Wienn. Ich batte sie aber bey ihrer Ruckkunfft, das sie ohn anders samt ihrem Gemahl und Frl. Tochter bey mir sich bedienen lassen solte, so sie auch versprochen ihren Gemahl beyzubringen. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. 2. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. andenckenswürdigsten Gemählin. Abends ingleichen. Vormittag war ich bey Gallenberg, dan Br. Apfaltrer, die heüt ihren Nahmenstag celebriren. Nachmittag war ich auf dem Marckt. Spätter bey Br. Janeschitsch. Um 7 Uhr Nachmittag ist Graf Cotheck von Triest hier angekomen, aber gleich weiter nach Wienn abgereiset. Bey mir war Nachmittag abbé Lazarini mit dem Hentel. 3. Vormittag war ich um 11 Uhr mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Ausserwählten. Abends ingleichen. 518 | 1754 Maj Vormittag war ich bey Mad. Flachenfeld. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Nachmittag war ich in der Conferenz von 4 biß 6 Uhr. Dan bey Flachenfeld und mit ihm spaziren. Abends bey meiner Ausserwählten. 5. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Ehegespändl. Dan war ich bey m. Schwagerinen. Nachmittag war bey mir Zebull. Dan suchte Zois, Heinrich Auersperg, Busetischen, Carl-Hochenwartische, Wolckensperg. Dan war ich bey Raditsch und Schweigerischen. Abends bey m. Ausserwählten. [559] 6. Vormittag bin ich um 11 Uhr mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Allerliebsten gewesen. Dan war〈en〉 wir bey Menzinger wegen m. Maxl Portrait. Bey mir waren 2 Augustiner. Nachmittag H. Hofmann. Nachmittag ist m. Frl. Lenerle mit ihrem H. Brudern nach Mannspurg vereist. Spätter gegen Abend war ich mit892 m. Micherle und Heinerle, dan dem Nemezhof Franzl bey m. Ausserwählten und spaziren. 7. Vormittag war bey mir mit dem Weitenhiller der von Litoral angekomene H. von Frieß, Wienner Comercienrath, mit dem bin ich sodan auf das Postamt gegangen, dem H. Prolli von Antwerpen, seinem Reißgespann, mein Compliment zu machen und sie reisten gleich ab nach Wienn um 9 Uhr. Dan war ich um 11 Uhr mit m. Micherle bey m. englischen Schaz. Nachmittag war bey mir P. Erberg wegen seiner gester zwischen 2 und 3 Uhr vortags zu Neüstadl verstorbenen Stiefbruders Wolf Adam Freyher von Erberg, gewesten Craißhaubtman in Unter Crain. Dan war ich in Rath von 4 biß 8 Uhr abends. Dan war ich bey m. ausserwahlten englischen Gemählin. Vormittag war ich auch bey Landshaubtman, der heüt sein Geburtstag celebriret. 8. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ehegespandl. Abends ingleichen mit Micherle und Heinerle. Bey mir war der Gartner von Alten Lack. 9. Vormittag war bey mir Perdizi, gastaldo di Gorizia. [560] Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem ausserwählten englischen Ehegespandl. Abends ingleichen mit m. Heinerle. Nachmittag war bey mir der krancke Rasp. 10. Vormittag war ich in Rath und Conferenz von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Perdizi von Görz. Dan der alte Steinberg. Spätter war ich bey Steinberg, dan bey Andrioli und wieder bey Steinberg. Dan bey m. allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 11. Vormittag war bey mir Brezl. Nachmittag Br. Brigido von Adlsperg. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. ausserwählten Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 12. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ehegespandl. Abends ingleichen. Nachmittag hielte Commission. War da der alt und junge Steinberg, Petteneg, Silli und Persky. Spätter war ich bey Hofmann. Dan vocatus bey Lamberg, von diesem rogatus bey Herberstein, dan wieder bey Lamb/er/g. 13. Vormittag war bey mir Gravenhuber, dan Zebull. Dan war ich mit m. Micherle bey m. englischen allerliebsten Gemählin mit eigener Mesß. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Nemezhof, Marotti, Zierheim und Stefano Silli. 892 Sledi še enkrat mit | 519 1754 Maj [561] Nachmittag war ich in Rath von 4 biß gegen 7 Uhr. Dan mit Hofmann spaziren. 14. Vormittag war bey mir P. Erberg und P. Eder. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. allerliebsten englischen ausserwählten Gemählin mit eigener Mesß, daselbst meinen893 vor 1 ½ Jahr an heütigen Tag erfolgten theüeresten und unschäzbaren Verlust zu beweinen und Gott zu bitten, das du wüstest, wie mir ist und das ich es wüste, das du es weist. Ach Gott, erhöre meine Bitte und versichere mich dessen zu meinem Trost wenigst in Traum. Ach, englische Gemählin, allerliebstes Weiberle, bitte auch du Gott, das ich in meinem betrübtesten Stand diese einzig und allein wünschende Consolation überkome, amen. Abends besuchte ich ebenfalls mein englisches Magnetl. 15. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Nachmittag in Conferenz bey Generalen Br. de Fin von ½ 3 biß 4. Abends war ich bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Nemezhof mit dem giudice und syndico von Görz. Ich war bey Menzinger, der m. Maxl zu contrafiren angefangen. 16. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Dan war ich bey dem Fürsten-Bischof. Nachmittag war ich mit m. Micherle und nemezhoffischen Franzl bey m. Geliebtesten. Dan bey m. Schwagerinen, bey dem [562] Schweigerischen und suchte den Andrioli. Heüt vor 18 Monathen Vormittag war das leztmahl, laider Gott, das ich meine allerliebste und ausserwählte Gemählin englische Handerlein geküsset und mich in dieser Zeitlichkeit von ihro beurlaubet habe. Ach Gott, wie war es mir! Wie Freüd und Vergnügen werde ich haben ihro ewiglich solche zu küssen und sie zu verehren! Ach Gott, lasse ihro meine Seüffzer zu komen und mache ihro mein, mein Kumer und betrübnusvolles Herz bekandt, amen. 17. Vormittag war bey mir Andrioli. Dan m. Schwigervatter. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner iniglich geliebtesten englischen und verehrungswürdigen ausserwä- hlten Gemählin mit eigener Mesß. Nachmittag war bey mir Franzl Lamberg mit Graf Welz. Abends war ich bey m. englischen Ehegespändl. 18. Vormittag war bey mir Brezl, Zebull, Ziegler. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. geliebtesten Ausserwählten. Abends ingleichen und dan mit Micherle auf dem Wasser spaziren. Nachmittag war bey mir Trezin und Hofmann. 19. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir ein Cadet. Nachmittag abbé Kemeny, der erst von Rom auß dem Collegio Appolinari komt. Dan P. Erberg und Eder, dan der Zebull. [563] Nachmittag hielte Consessum Commercialem, kam aber allein der Nemezhof und Petteneg. 20. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir Arekerin mit ihrem Sohn, dan die Trezin. Ich war bey Raditsch wegen der ersten. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan bey Flachenfeld, der Morgen abreiset, die Carlstadter Strassen über Buccari zu visitiren. 21. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner engl[ischen]894 Allerliebsten. Abends ingleichen. Vormittag habe mit Hofmann und m. Micherle das zebullische filatojo besehen. 22. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen allerliebsten Gemählin. Abends ingleichen. 893 Sledi prečrtano den 894 Pod madežem črnila. 520 | 1754 Maj Nachmittag war bey mir ein junger Morelli von Görz. Vormittag war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Sili vocatus. 23. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Schaz. Bey mir war Nemezhof, dan Hofman. Nachmittag P. Erberg et P. Ermel. Spätter Sili vocatus, dan Brezl. 24. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Allerliebsten. Abends ingleichen. Vormittag war ich auch bey Mad. Nemezhof, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. [564] Nachmittag war ich in Rath von 3 biß nach 7 Uhr. Dan mit Hofman spaziren. Spatt war bey mir Zebull et Vormittag Silli. 25. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Schaz. Nachmittag war bey mir Trezin. Abends war ich bey meiner Allerliebsten. Spätter war bey mir Grachaver. 26. Vormittag war ich mit m. Micherle in der Domkirchen bey dem Gebet pro felici partu Augustissimæ. Dan bey m. englischen Schaz mit eigener Mesß. Dan bey m. Schwagerinen. Nachmittag war bey mir des secretarii Wenger Sohn, deren heüt um 11 Vormittag sein Vatter gestorben. Dan der Nemezhof und der Hochenwarth, Caroli filius. Dan war ich mit Nemezhof bey dem Kriegscomisario von Uhrys, der Morgen nach Görz verreist. Dan mit m. Micherle bey alt-Br.-Gallischen und vorhero bey m. Geliebtesten. Heüt Nachmittag war zu Waitsch die Hochzeit zwischen der Frl. Tonerle Fierenberg und dem jungeren Graf Buccelleni. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle in der Domkirchen. Dan um 11 Uhr mit eigener Mesß bey meiner allerliebsten Mantscherle. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Raditsch, Stadtsyndicus. Dan der Landsverweser von Grad/isc/a sein Sohn und sein Schwager der Pfarrer daselbst. [565] 28. Vormittag war ich mit m. Micherle in der Domkirchen. Dan um 11 Uhr mit aigener Mesß bey m. englischen Ehegespandl. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir P. Erberg et P. Eder. Dan der Ziegler und Vormittag Schlud/er/bach und Bischof. 29. Vormittag war bey mir Zebull. Um 10 Uhr war ich mit m. Micherle in der Domkirchen beym Gebeth. Um 11 Uhr mit eigener Mesß bey m. englischen Eheschaz. Dan bey Mad. Arrecker. Nachmittag bey Andrioli wegen Mad. Arrecker. Dan bey Amigoni. Spätter bey m. allerliebsten Ausserwählten. Dan bey Mad. Arrecker. 30. Vormittag war bey mir die Auerracherin wegen der Arreckerin. Dan Jacob Hochenwart und der alte Ziegler. Um 10 Uhr war ich mit m. Micherle bey der Andacht in Dom. Um 11 Uhr mit eigener Mesß bey meiner englischen Ausserwählten. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan mit m. Micherle den Mahler Albert zu besprengen, der heüt morgens gegen 4 Uhr gestorben. Dan die alte Lena zu besuchen, die kranck ligt. Spätter bey m. englischen Schaz. 31. Vormittag war bey mir der Zebull. Dan der Dr. Kautschiz und der Todtenbeschauer Eisel, die mir den Rapport erstatten wegen des gester abends exertrirten Albert. Dan der Gravenhuber. [566] Nach 10 Uhr war ich mit m. Micherle in Dom. Um 11 Uhr mit eigener Mesß bey meiner allerliebsten Gemählin. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan mit Hofmann spaziren. Abends bey m. englischen Magnetl. | 521 1754 Junij 1754 Junij 1. Juni. Abends war ich bey m. englischen alleliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat, so auch bey der Andacht in Dom. Vorhero war ich bey des secretari Wenger seeligen Wittib, der ich 3 fl. Allmosengeld gegeben. 2. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey der Bssa. Erberg, Wittib, gebohrne Engelshauß. Dan um 11 Uhr war ich mit obigen beeden bey m. englischen Schaz. Dan bey m. Schwagerinen, bey Carl-Hochenwartischen. Nachmittag war ich bey Mad. Erberg. Dan bey m. ausserwählten Schensten. Spätter bey Schweigerischen. 3. Vormittag war bey mir Haubtman Paliér. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. Ausserwählten. Abends ingleichen. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich bey meinem englischen Ehegespändl mit m. Micherle, Heinerle und eigener Mesß. Abends ingleichen. Vormittag war bey mir Weitenhi[ll]er.895 Dan P. Erberg. Gleich nach 7 Uhr abends ist von Clagenfurt allhier angelangt der Graf Sobeck, daselbstiger Repræsentations- und Camerpræsident. [567] 5. Vormittag schickte zu mir Graf Sobeck mit der Nachricht seiner Anherokunfft. Nach 9 Uhr habe gedachte Excellenz meine Aufwartung gemacht. Dazu kam der auch von Clagenfurt mitgekomene Repræsentation- und Camerrath von Biber. Dan der Obristwachmeister von Preiß und Haubtman Strasser, spätter Graf Herberstein. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen und allerliebsten Gemählin. Bey mir war auch Zebull. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß nach 7 Uhr. Dan mit m. Micherle bey m. Eheengl. Spätter bey m. Schwägerinen. 6. Vormittag war ich um 11 Uhr mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Geliebten. Dan war bey mir Graf Sobeck und H. von Piber in Visit. Nachmittag hielte Consessum in Betröf zebulischen Seidenspinhauß-Angelegenheit. Dan war ich mit m. Micherle bey Bssa. Erberg. Spätter bey meiner englischen Geliebtesten. 7. Vormittag um 10 Uhr war ich vocatus bey Graf Sobeck, deme ich alß landsfürstlich anhero intimirten comisario in Beyseyn des H. von Piber und des Comissionsactuarii auf des ersten Verlangen die Außkunfft in die Feder gegeben habe, was den 12. pasatto zwischen Herberstein und Lamberg passiret ist. Nachmittag war ich in Rath von 5 biß 7 Uhr. Dan war ich bey m. englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Spätter war bey mir Zebull. [568] 8. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwahlten. Zu Mittag speiste ich bey Graf896 Sobeck. Nachmittag habe auf sein Verlangen über ein so anderes, worüber ich gester befragt worden, ein mehrere Außkunfft in die Feder gegeben. 9. Vormittag nach 9 Uhr war ich mit m. Micherle in der Domkirchen bey dem Te Deum wegen glücklich erfolgter Niederkunfft unserer allergnedigsten Landsfürstin, wo die Noblesse zahlreich erschunen. Wehrender Andacht habe den Micherle mit eigner Mesß zu m. Gelibtesten geschickt, mich zu suppliren. Zu Mittag speiste bey dem Fürsten, unserem ordinari, bey einer grossen Taffel. Gegen Abend war ich bey meinem ausserwählten Eheengl. Vormittag war auch bey mir Br. Mittrowsky und Br. Löwenthall, beede von diesem brounischen Regiment, und lezter ein Bruder zu der General Scherzerin. 10. Vormittag war ich bey m. Schwägerinen mit m. Micherle. Dan um 11 Uhr bey m. geliebtesten Eheengerle mit eigener Mesß. 895 Pod madežem črnila. 896 G popravljen 522 | 1754 Junij Zu Mittag speiste bey mir der Obrister Br. Unruhe, der Obristwachmeister H. von Preiß, Leüthnant Br. Löwenthall, Br. Mittrowsky, Fenrich Br. Dicker, Haubtman Pini, Graf Aloys Paul Auersperg, H. von Hofman, dan ich und m. Maxl. Nachmittag war bey der Leoni von Clagenfurt. Ach Gott! Was war heüt vor 28 Jahren vor mich vor ein glückseeliger und freydenvoller Tag. Ach, englische Gemählin, wan ich nur diese Consolation hätte zu wissen, das dir mein dir jederzeit beständigtes Herz nicht unbekand sey. [569] 11. Vormittag war bey mir Zebull. Dan nach 10 Uhr war ich vocatus bey Sobeck. Spätter war ich bey m. geliebtesten englischen allerliebwertesten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle um 11 Uhr mit eigener Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Dr. Gravenhuber, dan der Domprobst Graf Petazi. Spätter war ich bey m. ausserwählten Ehegespändl. 12. Vormittag war ich in der Conferenz von 10 biß 12. Nachmittag war ich bey Gallenberg, P. Erberg, Gr. Sobeck. Spätter war ich bey m. ausserwahlten Eheengl, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Spätter war bey mir Hofman und bald Nachmittag auch. Sobeck erzehlte mir, das Mahren alljährich pro quanto contributionali systemali bezahle 1.500.000 fl. und das Camerale rendirt bey897 1.300.000 fl., worunter allein das Salzgefähl 800/m fl. betragt. Pro reluitione des Ta-back-Appalto zahlt 50/m fl., vor das Land in denen Stadten aber ist doch der Appalto. Böhmen soll den Tabac reluirt haben *mit* 150/m fl. oder 172/m fl., dessen er sich nicht eigentlich erinnert. 13. Vormittag war bey mir Andrioli. Um 11 Uhr war ich bey meiner englischen Aussererwählten mit m. Micherle und eigener Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Abends war ich bey m. Geliebtesten. 14. Vormittag war ich in der Conferenz von 10 biß Mittag. Nachmittag war ich in Rath von ½ 5 biß 7 ½. Dan spaziren mit Hoffmann. [570] Ach Gott! Heüt ist bereits 19898 Monat, das ich mein allerliebstes englisches und ausserwähltes Ehegespandl in dieser Zeitlichkeit verlohren habe. Ach, betrübtes Angedencken. 15. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Magnetl. Abends ingleichen. Nachmittag war ich in Rath von 5 biß 7 Uhr. Dan mit Hofmann spaziren. Spatt war bey mir Zebull. 16. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner geliebtesten englischen Gemählin. Ach Gott, vor 19 Monaten war just, da ich ihre englische Händlein das leztemahl geküsset und mit meinen bitersten Trenen benezet habe. Ach, liebste Gemählin, englisches Weiberle, bitte Gott vor mich, das wir bald wieder zusamen komen, amen. Dan war ich bey dem Fürsten-Bischofen. Nachmittag nach 7 Uhr kam hier an die General Scherzerin mit ihrer Frl. Tochter und Frl. Schellerin und stiegen bey mir ab. Abends souppirten bey mir obige 3, dan Br. Löwenthall, Br. Mittrowsky, capitaine899 Leüthnant Pini, Frl. Lenerle und ich. Der General Scherzer ist gester wenig vor Mitternacht zu Franz gestorben. 17. Vormittag war ich bey Hofmann. Dan um 11 Uhr mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Gemählin. Zu Mittag speisten bey mir alle wie gester abends und beym souppé ingleichen. Abends war ich bey m. gelibtesten englischen ausserwählten Ehegespändl. 897 Sledi prečrtano fl. 898 9 popravljena iz 7 899 C popravljen iz h | 523 1754 Junij [571] Bey mir war heüt P. Provincial von Franciscanern P. [–]900 wegen der Neüstadter Schullen. Dan Zebull wegen sein Seidenspinwergs-Angelegenheit. Dan der alte Steinberg. 18. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner ausserwählten Gemählin. Zu Mittag speisten bey mir wie gester alle die Gäste. Abends war ich bey m. englischen Magnetl. Beym Nachtessen speisten bey mir alle Gäste wie gester und dan auch der heüt angekomene Br. Löwenthal, derzeit Haubtman unter den Croaten. Vorhero war ich bey m. Schwägerinen. 19. Heüt morgens hat sich m. Maxl, der blutreich ist, par Precaution zu Ader gelassen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen allerliebsten Schaz. Zu Mittag speisten bey mir alle obige Gäste. Um 4 Uhr war ich in Rath biß ½ 9 Uhr. Dan mit Hofman spaziren. Bey Nachtessen waren alle m. Gäste. 20. Vormittag suchte den Zobeck. Dan war ich bey m. Schwagerinen mit m. Micherle. Dan um 11 Uhr bey meiner Allerliebsten mit eigener Mesß. Zu Mittag speisten bey mir alle obige Gäste und dan der Weitenhiller à 12 couverts. Nachmittag war bey mir Mr Kenedy von Fiume. Um 3 Uhr war ich bey Zobeck wegen Strassensachen. Dan bey Kenedy von Vettens. Dan bey Hofmann. [572] Spätter war ich bey meiner englischen Mantscherle. Heüt Nachmittag nach 3 Uhr ist allhier angekomen der Graf von Hochenfeld mit seiner Gemählin und Tochter von Wienn. 21. Vormittag war ich in Rath von ½ 10 biß ½ 11 Uhr. Dan war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen Ehegespändl. Zu Mittag speisten bey mir alle Gäste wie oben. Nachmittag war ich bey Grafen von Hochefeld, suchte den Landshaubtman und ein parmahl den alten Br. Taufferer. Abends soupirten alle die Gäste wie oben bey mir, ausser des Haubtman Pini. Vorhero war ich bey meinem ausserwählten Eheengerle. Heüt war auch bey mir Br. Zetschker von Unter Crain, vor welchen ich 50 fl. 21 kr. 3 den. vor die vor einjahrige Steüer von Gut Schneckenbühl bezahlet, das Geld aber schon vorhin von Br. Zetschker erhalten habe, soviel mich erinnere per ½ Frl. Lenerle. 22. Vormittag war bey mir Br. Zetschker, dem ich obige Landschafftamtsquittung gegeben. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen geliebtesten Gemählin. Vorhero war bey mir Br. Taufferer und Schweig/er/, erster Præsident, zweyter Verordneter von Landschafft, wegen künfftiger Conferenz. Zu Mittag speisten bey mir alle Gäste und auch der Weitenhüller. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl. Beym souppé waren alle meine Gäste. 23. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener [573] Mesß bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin. Dan bey m. Schwägerinen. Zu Mittag speisten bey mir alle m. Gäste, dan auch der Aloys Auersperg. Nachmittag war ich bey m. Schwagerinen. Abends bey m. Ausserwählten. Beym soupe waren meine Gäste und Haubtman Pini beurlaubte sich und gehet Morgen fruhe nach Carlstadt mit seiner Gemählin. Morgens war bey mir Schifferstein nomine Herberstein, das er heüt und Morgen auf der Jagd seyn wird, somit mir die Amtsbesorgung auftraget. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß um 11 Uhr bey meiner englischen Allerliebsten. 900 Prostor za ime. 524 | 1754 Junij Dan bey dem Hofman, Uhrys und Major, die heüt ihren Nahmenstag celebriren. Zu901 Mittag speisten bey mir alle Gäste und dan auch der Gr. Auersperg Aloys. Nachmittag war ich bey Gr. Sobeck in der assemblée. Abends bey mein englischen Eheherzl. Spätter bey m. Schwägerinen. 25. Heüt morgens um 7 Uhr ist die Generalin Br. Scherzer von hier nach Carlstadt abgereist mit ihrer Frl. Tochter und Suite und ihren 2 Brüder. Die Frl. Schellerin hat sich bey mir zuruckgelassen, um sie mit künfftiger Diligence nach Wienn zu beförderen. Dan war bey mir Zebull, deme ich sein filatoi-Angelegenheit zu betreiben bestens recomendirt. Dan der Zorn, deme ich gerathen, die Militardienste zu suchen lieber als einen Creißhaubtman in Unt/er/ Crein adjungirt zu werden. [574] Um 11 Uhr war ich bey meiner englischen Geliebtesten mit m. Micherle und eigener Mesß. Zu Mittag speiste ich bey Graf Sobeck à 10 couverts: Graf Sobeck, Biber, Prälat von Osiach, Br. Leoni, Mihlburg, Schweiger, Haubtman Strasser, Helmberg und ich. Nachmittag war ich bey m. Schwagerinen, bey Hofman, bey Landshaubtman, Herberstein und suchte ein parmahl den Leop/old/ Lamberg. Abends war ich bey m. englischen Magnetl. 26. Vormittag war bey mir P. Erberg und Eder, dan der Hofmann. Um ½ 10 Uhr war ich in Rath biß gegen 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Zebull. Um ½ 5 Uhr war ich bey Sobeck und giengen miteinander das zebullische filatojo zu sehen. Dan war bey mir Dr. Smreker nomine des *Landshautman und des* landschäfftlichen Verordneteten præsidis. Spätter in simili. Vormittag war ich auch bey Leopold Lamberg. Abends bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Spätter war ich bey Hofmann. 27. Vormittag war ich in der Conferenz et Rath von 10 biß ½ 1. Dan fahrte nach Unt/er/ dem Thurn zum PP. Jesuiten, wo ich invitatus à Sobeck à 15 couverts zu Mittag geessen. Da war der Fürst-Bischof, Graf Sobeck, Graf Hochenfeld, General Br. de Fin, Br. Benj/ami/n Erberg, H. Biber, H. von Mühlburg, Pralath von Ossiach, Br. Leoni, 4 Jesuiter und ich. [575] Bald nach Tisch reisten die 4 Clagenfurter von dar ab ins Karnten, ich hingegen in die Conferenz von 4 biß 6 Uhr. Dan zu meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Spätter kam zu mir Hofmann. 28. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Allerliebsten. Abends ingleichen. Bey mir waren Hofmann, Gallenfels, Kapus, die Wittib Wengerin, Zebull. Ich war auch Vormittag bey Hofmann und abends bey m. Schwägerinen. Heüt habe dem Grafen von Hochenfeld geschickt 4 Botilien Frontignan, 4 de St. Laurent et 4 von sugo d‘uva passa. 29. Vormittag war bey mir Zebull. Um 11 Uhr war ich bey m. englischen Magnetl mit m. Micherle und Heinerle und eigener Mesß. Nachmittag war bey mir Stadtsyndicus Raditsch wegen Zebull. Dan war ich bey Sobeck, wo grosse assemblée war. Spätter war wieder bey mir Zebull, vorhero Malitsch von Lack. Heüt habe 12 Botilien Liqueres dem Gr. Sobeck geschickt, gleich gester dem Hochenfeld. Heüt ist der General Br. Grottendorf mit seiner Frauen hier angelangt. 30. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Geliebtesten. [576] Nachmittag hielte Commission wegen Censurirung der Bücher. Vorhero war ich alß Gevatter bey der Tauf der gester abends um ½ 9 Uhr von der Busetin zur Welt gebrachten Töchterle, benahmset Maria Aloysia Christina Magdalena. Noch902 vorhero war ich bey dem Zornischen. 901 Pred tem prečrtana nečitljiva beseda. 902 Pred tem prečrtano: Nach der Commi | 525 1754 Julij Abends war ich bey m. englischen Magnetl. 1754 Julij 1. Juli. Vormittag um 9 Uhr war ich bey Graf Sobeck vocatus et constitutus wegen Herberstein et Heil. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner Ausserwählten. Dan bey m. Schwagerinen. Zu Mittag speiste bey Sobeck à 8 couverts. Da war der Graf, der Biber und Helmberg, dan Graf Potstazky Re-præsentations- und Camerrath zu Brün, Haubtman Strasser, Br. Flachenfeld, H. von Raab und ich. Nachmittag war bey mir etlichmahl der Zebull, dan der Hofmann, Ziegler, Burgermaister. Abends war ich bey m. englischen Eheherzl. 2. Vormittag war bey mir die Wengerin Wittib. Umb 9 Uhr war ich in Rath biß ½ 11 Uhr et nach der Mesß in continuatione biß Mittag. Nachmittag war bey mir Graf Liechtenberg Carl mit einem Bauren, Strassen-Lidlohnsausständler. Dan Zebull. Abends war ich bey m. englischen Gemählin und Vormittag auch mit eigener Mesß. 3. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir secretarius Raditsch nomine der landschafftlichen Conferenz. Dan war ich bey [577] Heinrich Auersperg und Uhrys, vorhero bey Herberstein. Dan war bey mir Zebull. Spätter Hofman, mit dem ich spaziren gieng. Dan war ich bey m. englischen Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Abends ingleichen. Nachmittag war ich die heüt morgens verstorbene Frau Raditsch zu besprengen. Dan bey Menzinger des Mäxl Portrait zu bezahlen und des Gr. Burmbrand seines zu erkauffen. 5. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Schaz. Nachmittag war ich bey Sobeck in der assemblée, wo ich auch mit General Br. de Fin gesprochen wegen meines Mäxl … Spätter war ich bey m. Geliebtesten. 6. Vormittag war903 bey mir Haubtman Böhm, der bald nach Wienn verreisen will. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten Eheherzl. Zu Mittag speiste bey Sobeck à 9 couverts: Gr. Sobeck, Biber, Flachenfeld, Hofmann, Helmberg, ein Piemonteser … Nachmittag war bey mir Graf Hochenfeld. Abends war ich bey m. englischen Eheherzl. Heüt morgens um 3 Uhr ist Frl. Schellerin [578] von hier nach Wienn abgereist und habe sie gester nachts gegen Mitternacht zu Mad. Steinberg geführt, mit welcher sie auch abgereist ist. 7. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Ausserwählten. Dan suchte den Regimentsauditor. War bey m. Schwägerinen. Nachmittag bey dem Stadtsyndico Raditsch. Dan bey Hofmann. Abends bey m. englischen Magnetl. 8. Heüt morgens fruhe ist hiesiges Regiment somit m. Maxl auch ins Lager außgeruckt. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Gemählin. Nachmittag von 4 biß 7 hielte Consessum Comercialem in merito Zebull. Dan war ich bey Sobeck, raportirte ihm das Resultat. Abends war ich bey m. allerliebsten Magnetl. Gester abends habe dem Haubtman Böhm 12 Botilien sugo d‘uva passa verehrt. Ingleichen dem Nemezhof [–]904 Botilien. Dan m. Schwägerinen. 9. Vormittag war bey mir ein Officier von Carlstadt mit dem Weitenhiller. Dan Zebull. Um 11 Uhr war ich bey m. englischen Gemählin. Zu Mittag speiste ich bey Sobeck à 10 couverts: Graf Sobeck, Biber, Hellemberg, Graf Lodron und Graf Ayhold, 903 Sledi prečrtano ich 904 Prostor za števko. 526 | 1754 Julij Graf Lamberg canonicus, Heinrich Auersperg, Englshauß, Pilligräz und ich. Nachmittag war bey mir Hofmann. Abends fahrte mit Buseth spaziren. [579] 10. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. Dan war ich bey m. englischen Ausserwählten, wo mich kurz vorhero m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich bey Graf Sobeck, wo ich mich beurlaubt habe, da er Morgen nach Clagenfurt zu retourniren hat. Abends war ich bey meinem ausserwählten englischen Magnetl. Spätter war bey mir Zebull. 11. Vormittag war bey mir Hofmann. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. allerliebsten englischen Gemählin. Nachmittag war bey mir Zebull. Dan Marotti Buchhalter. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl. Heüt Nachmittag gegen 4 Uhr ist Graf Sobeck von hier nach Clagenfurt retournirt. 12. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey meiner englischen allerliebsten Gemählin. Dan in Rath. Nachmittag war ich mit m. Micherle spaziren. Spätter bey m. englischen Magnetl. Dan bey m. Schwägerinen. 13. Vormittag war bey mir Zebull. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Dan bey m. englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Hofmann biß spatt. 14. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, [580] dan eigener Mesß bey m. englischen geliebtesten Gemählin. Ach Gott, was war vor mich heüt vor 20 Monathen vor ein allerbetriebtester Tag. Ach englische Gemählin, wan ich wuste, das du es weist, wie mir ist, wie ich dich beständig beweine, bejamere und beweheklage und unverruckt auf das zartlichste liebe. Ach Gott, ach englisches Weiberle, allerliebste Gemählin. Zu Mittag speiste bey Nemezhof à 9 couverts. Da war H. von Hauß, der Erzbischof, Heinrich Auersperg, Hofmann, Hentl, Haubtman Cesare, ich und m. Sohn der Fähnrich. Nachmittag war bey mir Hofmann. Abends war ich bey der Abtissin von Clarisserinen wegen eines Strassen-Lidlohns-Zettel. Dan bey m. englischen Magnetl. Ach allerliebster Schaz, wäre ich bey dir, ach Engerle mein. Spatt war bey mir Leopold Lamberg. Erstlich wegen eines petazischen Mauth zu repariren habender Strassen über Divaza nach Corgnal. Dan wegen der Militarmannschafft, die er zur Strassenreparation brauchen wird und deßwegen eine Conferenzialzusamentrettung verlanget. 15. Vormittag nach 5 Uhr morgens war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Vor dar fahrten umb 6 Uhr nach Lack, arrivirten daselbst um 8 ½. War bey den Klosterfrauen, dan bey Haubtman Br. Paumgarten wegen bohaimischen Leinwandtordnung. Zu Mittag speiste bey den Klosterfrauen. Um 2 ½ Uhr Nachmittag farten wieder ab und [581] retournirten905 allhier um 5 Uhr, stigen ab bey m. englischen Magnetl und dan retournirten zu Hauß. Spätter war ich bey Herberstein wegen der morgigen Conferenz mit Flachenfeld. Dan suchte Flachenfeld. War bey Schweigerischen, wo ich ihn antraf. Spätter war bey mir der General Br. de Fin secretarius vocatus. Heüt Nachmittag ist Haubtman Pöhm nach Wien verreist und suchte mich, da ich abwesend war. 16. Vormittag war bey mir Hofman in Zebull-Angelegenheit.906 Nachmittag war ich in Conferenz und Rath von 4 biß 6 Uhr. Dan war ich bey m. ausserwählten Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Heüt Nachmittag um 2 Uhr ist der alte vicarius generalis et canonicus Schilling gestorben. *Vide in fin anni 905 Pred tem še enkrat und 906 Sledi več besed nečitljivih prečrtanih. | 527 1754 Julij No. 1.*907 So ist auch heüt der General Krottendorf Nachmittag von Görz hier angelangt. 17. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, der ich gester vor 20 Monaten in dieser Welt das leztmahl ihre englische Händlein geküsset und mit meinen haissesten Thränen benezet habe. Nach der Mesß war ich bey Mad. Krotendorf. Dan war bey mir Hofmann, Nemezhof und Bottoni und resolvirten die von Consessu Comerciali an die Repræsentation und Camer in Zebull-Angelegenheit abzugeben seyende Relation. Vormittag war bey mir Bottoni von 8 biß 10 et Nachmittag von 3 biß 7 in Comercial-Consess-Geschäfften. [582] Dan war bey mir Zebull. Dan war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Ehegespändl. Dan den gester verstorbenen alten vicarius generalis Schilling zu besprengen. 18. Vormittag war ich in der Conferenz von ½ 10 biß ½ 12 Uhr. Dan war ich bey m. englischen Allerliebsten, wo mich kurz vor m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Abends war ich bey m. ausserwählten Magnetl. Heüt Vormittag ist der vorgester verstorbene alte vicarius generalis begraben worden in der Domkirchen. 19. Vormittag war bey mir Zebull, Rastern, Tschadesch, Wengerin, Seitz, Ziegler. Um 11. Uhr war ich bey m. englischen Geliebtesten mit m. Micherle und eigener Mesß. Dan908 bey m. Schwagerinen, wo heüt Frl. Retl ihr Geburtstag celebriret. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag hatten in Comercial-Consess-Geschäfften zu thun. Dan kam Hofman und giengen spaziren. Spätter war ich bey m. englischen Magnetl. 20. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin. Nachmittag war ich bey m. Schwägerinen, wo die Frl. Rettel ihr Nahmenstag celebriret. Spätter war ich bey m. ausserwahlten englischen Magnetl. 21. Vormittag war ich in Visit bey dem Obristleüthnant und Generaladjutanten von Serclas und seiner Gemählin Baronne de Swietten, welche erst geheüratet hat vor 20 Tagen. Komen von Wienn und gehen [583] Morgen über Triest und Venedig nach Mayland. Dan habe den Serclas bey General Br. de Fin aufgeführt. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Zu Mittag speiste bey Craißhaubtman Br. Taufferer à 12 couverts. Da war H. und Frau und die Gräfin Barbo, dan Serclas und sein Frau, Obrist Br. Unruhe, Haubtman Seriman, Haubtman Perego, Haubtman Longueville, Auersperg Louis, Spirsch und ich. Nachmittag oder besser abends war ich bey meiner englischen Geliebtesten. Beym souppé waren bey mir Serclas und sein Frau, die Barbin, Br. Taufferer und sein Frau, Louis909 Auersperg, 3 Haubtleüth – Seriman, Perego und Longueville, m. Frl. Lenerle und ich. Nach dem souppe habe soviel gethan, das Serclas und sein Frau bey mir pernoctiren. 22. Vormittag um 11 Uhr war ich bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin mit m. Micherle und eigener Mesß. Dan gieng ich mit m. Gästen910 in die Domkirchen und in der Stadt spaziren. Zu Mittag speisten bey mir m. 2 Gäste, dan die Barbin, Tauffrer und sein Frau, H. von Hofmann und Frl. Lenerle, *Dr. Gravenhuber*, ich, der junge Nemezhoff und Mich/er/le. Nachmittag fahrten miteinander ins Lager und retournirten abends um 9 Uhr. Beym souppé waren die Gäste mit unß von Hauß. 23. Morgens nach 6 Uhr sein meine 2 Gäste [584] von hier nach Triest abgereist. Dan war bey mir Wengerin. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen allerliebsten Ehegespändl. 907 Na p. 635 je na dnu: No. 1. Zu 16. Juli gehorig. Er war gebohrn den 16. Mai 1663, mithin war er alt 91 Jahr, 2 Monath. 908 Pred tem prečrtano Zu Mittag 909 Popravljeno iz Alouis 910 G popravljen iz g 528 | 1754 Avgust Nachmittag war bey mir Gussich, dan Zebull. Abends war ich bey m. ausserwahlten Eheherzl mit m. Micherle und Heinerle. Spätter war bey mir Leopold Lamberg. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß um 11 Uhr bey m. englischen allerliebsten Ausserwählten. Abends ingleichen. Nachmittag war bey mir Hofmann. 25. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey m. englischen allerliebsten Gemählin. Zu Mittag speiste ich bey Graf Hochenfeld à 9 couverts: H., Frau und Frl., Frl. Paumgarten, General Krottendorf und sein Gemählin, Br. Flachenfeld, Spiersch und ich. Dan war ich Nachmittag bey General-Krottendorfischen, welche um 4 Uhr nach Clagenfurt abgereist seyn. Dan war ich bey m. ausserwählten englischen Magnetl. 26. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey m. englischen allerliebsten Magneterle, die eben heüt ihren Nahmenstag in Himmel celebriret, ihro mein Gebeth mit weinenden Herz und Augen zum Bindband zu opfern. Dan war ich bey der Thallberg, *alt*-Gallischen, Hochenwartin und Frl. Hochenfeld, die auch [585] ihren Nahmenstag celebriren. Dan war ich bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Hofmann. Um 4 Uhr war ich in der Conferenz. Dan mit Hofmann bey Buseth, spätter spaziren und dan bey m. englischen allerliebsten Mantscherle. Spätter war wieder bey mir Hofmann. 27. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey m. englischen allerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Zebull. Abends war ich mit m. Micherle bey m. englischen Schaz. Heüt fruhe morgens ist mein Frl. Lenerle mit ihrem Bruder und m. Heinerle nach Mannspurg. 28. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Nachmittag war bey mir P. Tropper, lezterwählter Franciscanerprovincial. Spätter war ich bey m. englischen Schaz mit m. Micherle. Abends spatt bey dem alten Br. Taufferer wegen des Unterleüthnant Rasp und seinen Schulden zu Wienn. 29. Morgens um 6 Uhr ist mein Frl. Lenerle mit m. Heinerle von Mannspurg hier revertirt. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner ausserwählten Allerliebsten. 30. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen Mittag. Nachmittag war ich bey Herberstein, der Morgen fruhe [586] von hier ins Baad verreiset. Dan mit Hofmann spaziren. Spätter bey m. englischen allerliebsten Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Dan911 war bey mir Hofman biß 9 Uhr.912 Nachmittag war auch da m. Sohn Max, der aber um 5 Uhr ins Lager retourniret ist. 31. Vormittag war bey mir Hofman. Dan der Obrister Br. Unruhe. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey m. englischen allerliebsten Ausserwählten. Nachmittag war bey mir Graf Wlagey, dan die alte Lena. Spätter besuchte ich m. englischen Schaz. NB. Heüt gegen 2 Uhr nach Mitternacht ist Graf Herberstein ins Baad nach Tiffer. 1754 Avgust 1. Augusti. Vormittag war ich in Conferenz von 10 biß ½ 12 Uhr. Dan war ich bey m. allerliebsten Ehegespandl, wo mich wenig vor m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich in Conferenz von 4 biß 5 Uhr. 911 Pred tem prečrtano N.M. (= Nachmittag). 912 Sledi prečrtano Spatt | 529 1754 Avgust Dan war ich bey m. englischen Magnetl. Dan bey Flachenfeld. Dan war bey mir die alte Klée, die Morgen mit ihrem Sohn und dessen Ehegemahlin mit Sack und Pack nach Pasßberg in Istrien gehet. Dan der Zebull wegen seiner Fabrique. 2. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und aigener Mesß bey meiner allerliebsten Gemählin. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni [587] und der Geistliche von Lustall. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. Dan war bey mir Bottoni. Spätter war ich bey mein ausserwählten Magnetl. Dan besprengen den gester abends verstorbenen Hölbling. 3. Vormittag war bey mir Bottoni wegen eines Decrets von Hochenfeld an dem Nemezhoffen alß Zahlmeister. Dan war ich bey Auersperg wegen des Berichts ad aulam in merito Darlehens der 500/m fl. Nachmittag war bey mir Polz, furst-auerspergischer Inspector, wegen der Strassen in Istrien und des lezten facti Babnopolejanern contra Gotschee. Dan Bottoni, spätter Nemezhof. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. englischen Allerliebsten, wo mich erster Vormittag mit eigener Mesß suppliret hat. Vormittag war auch bey mir Franz Liechtenb/er/g wegen des mit Zois erkaufften Wildbahn in Unt/er/ Crain, dan der Differenz zwischen ihm und Blagey wegen Pfarr St. Marain-Reißgejadt. Spätter war ich bey Hofmann. 4. Vormittag war bey mir Hofmann. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner allerliebsten englischen Gemählin mit eigener Mesß. Nachmittag war bey mir m. Mäxl auß dem Lager, dan Mad. Buseth und ihr Schwester. 5. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen 11 Uhr. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich m. Micherle mit eigener Mesß bereits angetroffen habe. [588] Zu Mittag speiste bey mir m. Maxl, der Nachmittag wieder ins Lager gegangen. Nachmittag war bey mir Bottoni. Dan war ich bey Hochenfeld. Spätter bey m. englischen Magnetl. 6. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Eheherzl. Nachmittag war bey mir m. Mäxl sich zu beurlauben und wird den 8ten von hier nach Triest abmarchiren. Spätter kam Hofman und gieng mit ihm spaziren. Dan war ich bey m. allerliebsten Magnetl. 7. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. allerliebsten Ehegemählin mit eigener Mesß. Nachmittag war bey mir Sigerle Liechtenb/er/g, dan Haubtman Palliet. Spätter war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. englischen Magnetl. Dan in Lager, wo ich den Maxl nochmahls Glück auf sein Reiß nach Triest gewünschen habe. 8. Heüt morgens ist die Milliz auß dem Lager geruckt, mithin auch m. Maxl nacher Triest abmarschirt, welchem Gott Begleiten und all Glück und Segen geben wolle. Um 9 Uhr war ich in Rath biß 11 Uhr. Dan bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Vor dem Rath war bey mir Giuseppe Zanchi, dan der Hentl. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. englischen Magnetl. Dan spaziren. [589] 9. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner allerliebsten Ausserwählten. Dan war bey mir Hofmann. Nachmittag war bey mir Zois. Dan 2 hollandische Schiffscapitains, Johan Both von Schif Il Mercante de Bilbao, Ducke Friedrik – Schif St. Bartholome. Erster wird ein Ladung von hungarischen Wein mitnehmen, der andere aber ist vor Rechnung des Frederic de Harde von Amst/erda/m. Dan war bey mir Hentel vocatus, dan Schifferstein mit Conferenzprotocoll. 10. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey meinem ausserwählten englischen Eheengl. 530 | 1754 Avgust Dan bey Flachenfeld, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Zu Mittag speisten bey mir a 12 couverts Capitain Both und Capitain Frederic, beede hollandischer Schiffcapitains, dan von brounischen Regiment Haubtman Seriman, Haubtman Perego, Haubtman Cesare und Br. Mittrowsky, H. von Hofman und Nemezhof, ego, Franzl, Micherle und m. secretari. Nachmittag suchte den Hochenfeld und Spiersch. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Dan bey m. allerliebsten Magnetl. Spätter bey Hofmann. 11. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin. Dan bey Hochenfeld, deme ich 4 mit [590] gestriger walschen Post angekomene ins rectificatorium einschlagende acta behändiget. Nachmittag war bey mir Bottoni in Amtscomercien-Geschafften. Dan Hofmann, mit ich spaziren. Vorhero aber nebst m. Mich/er/le und Heinerle mein ausserwähltes Engerle besuchen war. 12. Nachmittag um 3 Uhr war ich in Rath biß ½ 5 Uhr. Dan war bey mir Haubtman Hodout, dan der Liebenhausen von Gräz. Spätter war ich mit m. Micherle bey dem alten Br. Gall, der heüt sein Geburtstag celebriret. Dan bey meiner englischen allerliebsten Ehegemahlin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 13. Vormittag war bey mir der alte Widerkher. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Allerliebsten. Abends ingleichen mit m. Micherle und Heinerle. 14. Ach Gott, was war heüt vor 21 Monaten vor mich vor ein unverhofft laid- und betrübnusvoller Tag! Ach Gott, halte mir diese Wunden stetts frisch in meinem Herzen, biß du mich mit der glückseeligst Freyd und vergnugensvoller ewigen Reunion haillen werdest. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen und gedächtnuswurdigsten ausserwahlten allerliebsten Gemählin. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Vormittag war bey mir Hofman, Hentl, Zebull. Nachmittag Zebull, Sinn, Franzoni, Ziegler. Abends war ich bey meinem allerliebwertesten [591] englischen und unschäzbaren Schäz mit mein Micherle und Heinerle. 15. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey meiner ausserwählten Allerliebsten. Nachmittag war bey mir ein brounischer Officier, Lothringer, und vorhero Haubtman O‘Dout. Dan hielte Consessum Commercialem. 16. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Heinerle bey m. englischen Allerliebsten mit eigener Mesß. Bey mir war Dr. Modestus mit 2 giudici von Castua. Dan der Hofmann, Ziegler et Heinrich Auersperg. Nachmittag die Br. Posarelli, gebohrne Pilligräz, Kaufmann Sinn. Es hat sich m. Micherle schon gester abends, auch vorhin, etwas geklaget und heüt ist er ligen gebliben und hatte ein starcke Hiz und därffte des medici Mainung nach ein Fieber heraußkomen. In abgewichener Nacht ist der General Graf Pallavicini auß Italien nach Wienn hier durchpasset. 17. Vormittag war bey mir Landschafftsecretarius Raditsch mit dem protocollo von prima hujus gehaltener Conferenz. Nachmittag die judices von Castua. Spätter war ich mit m. Heinerle bey m. englischen allerliebsten Gemahlin, wo mich Vormittag gedachter m. Heinerle mit eigener Mesß suppliret hat. 18. Vormittag war bey mir Hofmann. Um 11 Uhr war ich bey m. allerliebstwertesten Ausserwahlten mit m. Heinerle und eigener Mesß. Nachmittag war bey mir vocatus der Hentl, dan der Schemerle. [592] Nachmittag um 6 Uhr ist m. Frl. Lenerle mit der Frl. Fränzl und m. Heinerle nach Mannspurg verreist. | 531 1754 Avgust Spätter ist von Wien hier ankomen Br. Max Erberg mit seiner Frauen. Ich war bey Graf Hochenfeld. Die vorige Nacht hat man den gester gegen 2 Uhr Nachmittag in hiessigen kaiserlichen Spittall verstorbenen Bernardin Br. von Posarelli nach Höfflein geführt, daselbst begraben zu werden. 19. Vormittag war ich in Visit bey Br. Max Erb/er/g und seiner Frauen, die gester von Wien gekomen. Dan bey m. ausserwählten allerliebsten und englischen Gemählin mit eigener Mesß. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Dan mit Hofman spaziren. Spätter bey m. englischen Magnetl. Gegen 9 Uhr abends ist Br. Benj/ami/n von Görtschach913 hier revertirt. 20. Vormittag um 11 Uhr war ich mit eigener Mesß bey meiner ausserwählten allerliebsten Ehegemahlin. Dan war bey mir der neue Creißhaubtman Max Br. von Erberg. Nachmittag der Giuseppe Zanchi und der Burgermeister. Abends war ich bey m. englischen Magnetl. Spätter war da Zebull. 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit eigener Mesß bey m. englischen Ehegespändl. Dan im Rath von ½ 12 biß etwas über 12, dem neuen Creißhaubtman Max Br. von Erberg in die Aydespflicht zu nehmen. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir P. Erberg und P. Eder, dan [593] Nemezhof und Bottoni. Spätter war ich mit ersten spaziren und dan bey m. ausserwählten Eheengl. 22. Vormittag um 11 Uhr war ich bey m. englischen allerliebsten, mir von Gott bescherten ausserwählten Gemählin mit eigener Mesß. Zu Mittag speiste bey mir m. medicus Gravenhuber, indeme sich m. Micherle heüt zu erhollen angefangen. Vormittag nach der Mesß war ich in Visit bey Haubtman Br. Strasser, der sich etwas unpäßlich befindet; da habe auch Haubtman Perego gesehen. 23. Vormittag um 11 Uhr war ich bey meiner englischen Allerliebsten mit eigener Mesß. Nachmittag war bey mir Silli vocatus. Dan der Hofmann, mit dem ich dan spaziren gangen bin. Spätter war ich bey meinem englischen Magnetl. Um 5 Uhr Nachmittag ist m. Frl. Lenerle mit m. Heinerle von Mannspurg retournirt. 24. Vormittag war ich mit m. Heinerle bey m. ausserwahlten Allerliebsten mit eigener Mesß. Nachmittag war bey mir Nemezhof, mit dem ich abends spaziren gefahren bin. 25. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey m. englischen Eheschaz. Nachmittag war ich mit dem Silli bey den Canalen. Dan war bey mir Amigoni. 26. Gegen Abend war bey mir P. Erberg und P. Eder. Spätter war ich bey m. Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. [594] Heüt Nachmittag gegen [–]914 Uhr war Feyer bey dem Baumeister Schmitt nachst den Clarisserinen, ist aber bald dedämpfet worden. 27. Vormittag war bey mir Hofmann. Dan war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Nachmittag. Nachmittag war bey mir Brigido von Adlsperg. Spätter war ich bey m. Schwagerinen und suchte den Br. Wolf, der heüt sein Geburtstag celebriret. Dan war ich bey m. allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 28. Vormittag war bey mir der Baselli, Creißhaubtman zu Gradisca, mit sein nepotus. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Gemählin. Abends ingleichen. 29. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. geliebtesten Mantescherle. Dan bey dem Weber, der mir m. Tischzeüg auß dem Schweizer Garn arbeitet. Nachmittag war bey mir Ign/ati/ Br. Apfaltrer. Abends Hofman. 913 G popravljen 914 Manjka števka. 532 | 1754 September Vorhero der Zorn, sich zu beurlauben: gehet Übermorgen nach Adlsperg bey Gussich zu practiciren. 30. Vormittag war bey mir Br. Pilligraz, Graf Wlagey, Hentl und Silli, der erst heüt von Besichtigung des Sau-Stroms revertiret ist. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Geliebtesten. Nachmittag war bey mir Max Erb/er/g mit seiner Frauen, 2-mahl dan Creißhaubtman Br. Taufferer et Baselli, P. Erberg, Br. Mittrowsky. [595] Abends war ich bey m. Ausserwahlten. Vorhero war ich bey Raditsch et Vormittag bey Max-Erb/er/gischen, die Morgen nach Rudolphswerth abreisen. Bey mir war auch der Burgermeister. 31. Vormittag war bey mir der Bischof, Registraturenadjunct. Dan der alt und junge Wichtenstein, die Übermorgen nach Wienn verreisen. Gegen915 Mittag gieng ich zu Herberstein, weil ich erst vernohmen seine Ankunfft, hatte sich aber schlaffen gelegt. Nachmittag war bey mir Hofmann. Spätter war ich bey Herberstein. Dan bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 1754 September 1. September. Morgens fruhe war bey mir Nemezhof, der bald darauf in die Visitation der Bergwercker ins Ober Crein verreiset ist. Dan war bey mir Hofmann. Um 11 Uhr war ich bey meiner Geliebtesten mit m. Micherle und eigener Mesß. Nachmittag war bey mir Gravenhub/er/ medicus, den ich vor seine bißhero geleiste Dienste begnüget habe. Dan war ich bey Herberstein bey 1 ½ Stund und dan solang bey Hochenfeldischen. 2. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. allerliebsten Mantscherle. Nachmittag hatte ich die Licitation, den Stempel zu verpachten. Abends war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen und ausserwahlten Magnetl. [596] 3. Vormittag ist m. Micherle mit Dr. Gravenhub/er/ und m. secretari nach Dobrova. Um 11 Uhr war ich bey meinem englischen Eheschaz mit eigener Mesß. Nachmittag licitirte ich den Stempel da 2te-mahl. Abends war mit m. Micherle bey meinem ausserwählten allerliebsten Magnetl. 4. Vormittag war bey mir Dr. Fran/ces/co Bischiach, der erst von Triest über Görz, Clagenfurt und Crainburg anhero gekomen. Dan waren bey mir 3 Kaufleüth von hiesiger Handlsbruderschafft, ihre Angelegenheit zu solicitiren. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Allerliebsten. Zu Mittag speiste bey mir Dr. Bischiach. Nachmittag hielte das 3te und leztmahl die Stempellicitation. Dan war bey mir der Auersperg, m. Bestandsman, wegen Haizung seiner Öffen. Abends war ich bey m. Eheengl mit m. Micherle. Beym souppé war Dr. Bischiach, der Morgen fruhe nach Triest retournirt. 5. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner iniglich geliebtesten Ehegemählin. Nachmittag von 3 biß 6 Uhr in Rath. Dan mit Hofmann spaziren. Spätter bey m. englischen Magnetl. Vorhin war bey mir der Cadet Hauber und Leüthnant Baren. 6. Um 11 Uhr Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. Geliebtesten. Dan in der Landschafftbuchhalterey. [597] Dan bey Mad. Buseth. Nachmittag war bey mir Br. Salvai, Silli und Perskhy. Dan die Lipitschin und der Schreiber des syndici. Abends war ich mit m. Micherle bey mein englischen Magnetl. 7. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Schaz. Nachmittag war bey mir Ziegler, Bottoni und Haubtman O‘Dout. 915 Pred tem prečrtano Vormittag | 533 1754 September 8. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey meinem unschäzbaren Schaz. Dan bey m. Schwägerinen. Zu Mittag speiste bey Hochenfeld à 9 couverts: Graf, Gräfin, Frl., Haubtman Seriman, Perego, Leüthnant Smackers und Waren, Spiersch und ich. Abends war bey mir Hofman und spätter ich mit m. 2 Kleinen bey m. englischen ausserwahlten und allerliebsten Magnetl. 9. Vormittag war bey mir ein famoser Occulist Johan David Leo pro licentia practicandi. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey m. englischen allerliebsten Schaz. Abends war bey mir Brentani von Triest, der Morgen dahin retournirt. 10. Vormittag war bey mir Graffenhuber, Niederbacher. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir Mad. Zetschker, Br. Salvay, 2 Augustiner. Spätter war ich mit Frl. Lenerle, Micherle [598] und Heinerle spaziren und dan bey m. englischen Eheschäz, wo mich Vormittag meine 2 Kleine mit eigener Mesß suppliret haben. 11. Vormittag war bey mir der Occulist Leo, Haubtman Seriman. Zu Mittag speiste bey mir Br. Zetschkerin und Bottoni. Nachmittag war bey mir Leüthnant Baren, Mad. Buseth und Frl. Utschan, Graf von Gallenberg. Spätter Hofman, mit dem ich spaziren gieng. Dan war ich bey m. englischen allerliebsten Ehegemählin, wo mich Vormittag mein Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 12. Vormittag war bey mir P. Erberg. Um 10 Uhr war ich in Rath biß 11 Uhr. Dan war ich bey m. geliebtesten Ausserwählten mit m. Micherle, Heinerle und eigener Mesß. Dan war bey mir Haubtman Sili von Carlstadt, der mir ein Compliment von der General Scherzerin gebracht und gemeldet hat, das sie den 23. hujus hier eintreffen därffte. Zu Mittag speiste bey mir die Br. Tschetschkerin und Bottoni. Nachmittag war bey mir der Occulis Leo, der Brezl und Graffenhuber; erster gabe mir ein Balsam vor m. Heinerle. Die Lipitschin Fleischhackerin. Der junge Hochenwarth, der Morgen ex philosophia Disputation haben wird. Spätter war ich mit m. Kleinen bey m. englischen allerliebsten Magnetl. Um 5 Uhr habe auf dem Marckt Bücher revidiren lassen. [599] 13. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey m. allerliebwertesten englischen Gemählin. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Zetschker und Bottoni. Nachmittag war ich mit. m. Micherle bey Jesuiten, wo der junge Hochenwarth ex philosophia eine Disputation gehabt. Dan war ich bey Hochenfeldischen, dan bey m. Schwagerinen. Dan auf dem Jahrmarckt mit m. Mich/er/le und Heinerle. Spätter bey m. englischen und ausserwahlten Magnetl. Abends spatt ist H. von Nemezhof von seiner Visitation deren Bergwercke in Ob/er/ Crain allhier retournirt. 14. Ach Gott, heüt vor 22 Monathen war vor mich der allerbetrübste Tag meines Lebens. Ach Gott, mein einziger Trost ist, das mir dieser zeitliche schmerzhaffte Verlust916 und zwar auf ewig wieder gegeben und ersezet wird. Sit nomen Domini benedictum. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle, Heinerle und eigener Mesß bey meinem englischen Schaz. Bey mir war Schifferstein in Amtssachen und Dr. Sanguineo, der Morgen nach Triest verreiset. 15. Vormittag war bey mir Hofmann, dan Kupferschein von Triest. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle, Heinerle und eigener Mesß bey m. allerliebsten Ausserwählten. Nachmittag war bey mir der alte Steinberg. [600] Abends war ich mit m. Micherle bey m. allerliebsten englischen und ausserwahlten Gemählin. 16. Heüt ist vor mich abermahls ein betrübtes Angedencken des vor 22 Monathen vor mich unglückseeligsten 916 Nato prečrtano wieder 534 | 1754 September Tag, da ich mein allerliebstes und englisches Ehegespandl auß dem Hauß verlohren und mit weinenden Herz und Augen zur Grabstatt begleitet habe. Ach Gott, die einzige Hofnung unserer abermahliger und ewigen Reunion lindert meinen Schmerzen. Bey mir war Vormittag P. Master et P. Conti, die mich zur morgigen grossen Comedi eingeladen. Zu Mittag speiste bey mir P. Amond Hallerstein. Nachmittag hielte Consessum Comercialem. Abends war ich bey meiner englischen geliebtesten ausserwählten Gemahlin mit m. Micherle, der und der Heinerle mich Vormittag mit eigener Mesß suppliret haben. Heüt abends habe ich mein würdigstes Ehegespandl in frische Wäsch überlegt und alles auf das saüberste gepuzt. Ach Engerle mein, gebe mir doch ein Zeichen, das dir bewust, wie beständig getreü und auf das zartlichste ich dich liebe. 17. Vormittag war bey mir Hofmann, dan Dr. Graffenhuber. Dan Mad. Grossl von Triest, die derzeit von Clagenfurt komt mit ihrem Sohn, der Corporal unter Königseg ist. Es war auch Nachmittag bey mir Hofmann, mit [601] dem ich spaziren gieng. Spätter war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 18. Vormittag war bey mir Schweiger, der Morgen ins Unter Crain verreist. Dan Graf Attems, aggregirter Obrister unter Molck; komt von Gräz, gehet Morgen nach Görz. Dan Br. Argento, Poet, mit dem Pfarrer von Coridico, welcher ersten in die Vacanzen zu führen abzuhollen gekomen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. allerliebsten englischen und ausserwahlten Ehegemählin. Dan bey Mad. Grossl, die Morgen nach Triest retournirt. Zu Mittag speiste bey unß P. Hallerstein, Prior zu Landstrass. Nachmittag war bey mir Amigoni, der Morgen nach Wippach verreist. Dan Jacob Hochenwarth, der Morgen mit seinen Ältern nach Raunach verreist. Dan Dreinig, Schreiber beym Mautheinnehmer zu Grad/isc/a Lang. Abends war ich bey m. englischen allerliebwertesten Magnetl. Dan bey Carl-Hochenwartischen, spätter bey Obristen Graf Attems. 19. Vormittag war bey mir P. Eder und Mag. Apfaltrer. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 6 Uhr. Abends bey m. allerliebsten englischen Ehegemählin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. [602] 20. Vormittag war ich um 11 Uhr mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwahlten. Zu Mittag speiste bey mir P. Allexander Hallerstein. Nachmittag war bey mir Bottoni, Leüthnant Baren. Abends Buseth. 21. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey meiner allerliebwertesten Gemählin. Dan war bey mir Hentl und Ziegler in Amtsgeschäfften und nomine præsidis, das sich da vicepræsidium auf mich nehmen solle. Zu Mittag speiste bey mir P. Alex/ander/ Hallerstein. Nachmittag war bey mir Registratursadjunct Bischof um Erlaubnus, nach Graz auf 14 Tag abreisen zu därffen. Dan der neuresolvirte Landschafftbuchhalter von Rastern. Item ein Baur von Münckendorf. 22. Vormittag war bey mir Br. Salvay, der Morgen nach Triest verreist. Dan Dr. Christian wegen Müha-elstätten. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle, dan eigener Mesß bey m. englischen Allerliebsten. Dan bey Herberstein, der erst Übermorgen nach Wienn verreist. Nachmittag suchte die Hochenfeldischen, war bey m. Schwigervatter. Dan bey m. englischen Magnetl. Abends war bey mir Hofmann. Heüt ist Br. Raunach der junge, so in [603] Collegio Theresiano, dan unter dem Regiment Marschal war, | 535 1754 September alß ein in Ob/er/ Oesterreich aufgefangener Vagabond und von dort mit dem brounischen Recrouten anhero und hier in das Castell geführet worden. 23. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle, Heinerle und aigener Mesß bey meiner allerliebsten englischen Ausserwählten. Bey mir war alt und junge Ziegler. Nachmittag war ich bey Herberstein, der in der Nacht nacher Wienn abreisen will. Dan war ich bey m. englischen Magnetl. 24. Zu Mittag speiste bey mir P. Alex/ander/ Hallerstein. Nachmittag war bey mir Nemezhof, dan ich bey ihme und ist er mit seiner Frauen und dem Fränzl nach 5 Uhr nacher *St.* Creüz abgereist. Dan war ich mit m. Micherle, der mich Vormittag mit m. Heinerle und eigener Mesß suppliret hat bey m. englischen allerliebsten und ausserwahlten Magnetl. Heüt vortags ist Graf Herberstein nach Wienn verreist. 25. Vormittag waren bey mir in Amtssachen Schifferstein, Hentl, Schluderbach. Dan der i.o. Revisionsrath von Luidl, der gester abends von Graz gekomen und um Mittag nach Görz verreist und deme ich die seine Commission betroffende acta ex registratura habe geben lassen. Dan war bey mir Hofmann, mit dem ich sodan den Luidl haimgesucht. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß, bey m. englischen Allerliebsten. [604] Nachmittag war bey mir Spieglfeld, Mad. Arecker und Hofmann. Abends war ich mit m. Micherle bey m. englischen Magnetl. Spätter kam zu mir der Fähnrich Br. Löwenthall, der erst von Carlstadt gekomen und sagte mir, das sein Schwester, die General Scherzerin, Morgen abends hier eintröffen wird. 26. Morgens war bey mir Marotti in Amtssachen, chyrurgus Prezl, den statum morbi vor m. Heinerle zu entwerffen, medicus Grafen Huber wegen Mad. T‘Serclaes, Rabensperg, der sucht Policeycomissarius zu werden. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. allerliebsten Gemählin mit eigener Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 5 ½. Nach 6 Uhr kam von Carlstadt allhier an Mad. Scherzer mit ihrer Tochter. Dan war ich bey m. englischen Magnetl. Beym souppé waren 10 couverts: Mad. Scherzer, Frl., Br. Lowenthall, Haubtman Silli, Weitenhüller, Frl. von Hauß, ich, meine 2 Kleine und der secretarius. 27. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle, Heinerle und eigener Mesß bey m. englischen Allerliebsten in compagnia Mad. Scherzer, Frl., Silli und Löwenthall. Zu Mittag war mein Taffel à 12 couverts: die Generalin, Frl. Tochter, Lowenthall, Silli, Warain, Ticker, Rößler, Hofmann, Weitenhiller, Bottoni, Frl. Lenerle und ich. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey m. Schwigervatter, der heüt sein Geburtstag celebriret und 75 Jahr zuruckgelegt hat. [605] Abends war das souppe à 9 couverts: die Generalin, Frl., Leüthnant Lowenthall, Haubtman Silli, Frl. Lenerle, ich, Micherle, Heinerle und m. secretarius. 28. Vormittag um 11 Uhr bin ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. allerliebsten englischen Ausserwahlten gewesen. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Die Scherzerin hat bey Flachenfeld gespeist. Vormittag war bey mir ein Franzos917 Toulon, der von Rom komt und nach Pohlen reist. Er hatte 4 Medalien von Cardinal Quirini. Bey mir war Haubtman Böhm mit einem volontaire auß Böhmen nahmens Schlesinger. Nachmittag der alte Steinberg. Abends war ich bey m. englischen Magnetl. Beym souppe waren die Generalin, die Frl., Br. Löwenthall, Br. Teiffenbach Obristleüthnant, Haubtman Silli, Weitenhiller, Frl. Lenerle, ich, Micherle, Heinerle und secretarius. 917 Nato prečrtano Du v 536 | 1754 Oktober 29. Vormittag war ich mit m. Micherle, Heinerle und eigener Mesß in compagnia Mad. Scherzer und Frl. bey m. englischen allerliebsten aussewahlten Gemählin. Dan mit Frl. Lenerle und m. Micherle bey m. Schwigervatter, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Zu Mittag hatte Taffel a 14 couverts: Generalin Scherzer, Frl. Tochter, Leüthnant Br. Lowenthall, Haubtman Silli, Obristleüthnant Br. Teiffenbach, Obristwachmeister von Preiß, Haubtman Böhm, Leütenandt Smackers, Veldpater, volontaire Schlesinger, alter Steinberg, Weitenhiller, mein Frl. Lenerle und ich. [606] Nachmittag bald nach 3 Uhr ist Mad. Scherzer von hier nach Wienn verreist. Spätter war ich bey m. englischen Magnetl. 30. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten Gemählin. Dan war bey mir der alte Steinberg. Nachmittag der Zois mit sein älteren, erst ex Collegio Emanueli von Wienn gekomenen Sohn. Dan der Hofman. Abends war ich mit ihm spaziren und dan bey m. allerliebsten Eheherzl. 1754 Oktober 1. Oktober. Vormittag war bey mir Schifferstein, Schluderbach und Freydeneg; lezter um Licenz in Steyermack auf 14 Tag oder längst 3 Wochen abreisen zu derffen. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir Hofmann, mit dem ich spaziren gieng. Und spätter bey meiner englischen allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 2. Vormittag war bey mir Freydeneg, Schifferstein, Mad. Arecker, Schlud/er/bach. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war da Schifferstein, Schlud/er/bach, abends der alte Widerkher. Spätter war ich bey meinem englischen allerliebwertesten ausserwahlten Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 3. Vormittag war bey mir Zebull. Dan war ich in Rath von 9 biß 10. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und [607] eigener Mesß bey m. allerliebsten englischen Schaz. Zu Mittag speiste bey mir 2 Augustiner und 2 Capuciner, dan 2 Jesuiten – P. Erb/er/g und Eder. Abends war ich bey m. ausserwahlten allerliebsten Magnetl. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen allerliebsten Ehegemählin. Zu Mittag speiste ich bey Hochenfeldischen à 9 couverts, alß Graf, Gräfin, Frl., Gräfin Lamberg Leopoldi Gemahlin, Obristwachmeister von Preiß, Haubtman Seriman, Haubtman Perego, Heinrich Graf von Auersperg und ich. Vormittag waren bey mir in Geschafften Hentl. Nachmittag war ich bey Hofmann. Spätter bey m. ausserwählten Magnetl. Sonsten waren bey mir per Complimenten Br. Flachenfeld, canonicus Br. Apfaltrer, H. von Raab und H. von Hofmannn. Da ich aber noch retiriret war,918 suchten mich P. Guardian von Franciscanern, Registrator Pierschl, Expeditor Köhler, Accessisten Lenz, Hrabalis, Cancellist Kral, Niederbach/er/, Postverwalter Amigoni, Friedenfeld, Bottoni, Schlud/er/bach, Perr, P. Ermel, P. Master, P. Conti, Spiegelfeld, Pogatschnig, Haaß, Gayer Obereinember, Schifferstein, Possaviz Pfarrer zu Eisern, Novack Buchhalter, Waarenbeschauer. 5. Vormittag um 10 Uhr war ich bey Hochenfeld und Spiersch mit H. von Hofmann in comissione biß nach 12 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir Spiersch, dan der [608] Haubtman Silli und spätter Hofmann. Sogestalten und da ich heüt stets impedirt, so mit meinem englischen Magnetl nicht war, hat mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß supplirt. 6. Vormittag war bey mir H. von Hofmann. 918 Popravljeno iz waren | 537 1754 Oktober Dan war ich mit m. Micherle und Heinerle et eigener Mesß bey m. englischen allerliebsten Ausserwählten. Nachmittag war ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. Dan bey m. englischen Magnetl. 7. Vormittag war bey mir Haubtman Sili, der in der Abreiß nach Carlstadt begriffen ist. Dan Dr. Grafenhuber. Nachmittag Haubtman Russenstein von Stermall. Dan P. Erberg, spätter Hofmann. Dan war ich bey m. englischen und ausserwählten Magnetl, wo mich Vormittag mein Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 8. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. geliebtesten Ausserwählten. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir Joseph Graf Thurn von Görz. Heüt ist hierdurch passirt von Carlstadt nach Wienn Wenvenut Graf und General Petaz. 9. Vormittag war bey mir P. Erberg Bernardin, der Morgen ins Unt/er/ Crain verreiset. Nachmittag Hofmann und Schifferstein. Abends war ich bey meiner englischen Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. [609] 10. Vormittag war bey mir der Pfarrer zu Eisern. Nachmittag der Joseph Graf Thurn. Abends war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 11. Vormittag war bey mir Köhler, Ziegler, Schifferstein. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir Grafenhub/er/ und Hofmann. Mit lezten war ich abends bey Joseph Grafen von Thurn in Visit. Spätter bey m. allerliebsten ausserwählten Gemählin und englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Bey mir war auch der Fähnrich Löwenthall, der erst von Gräz gekomen. 12. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir der Cadet Br. Rauber. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag der Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 13. Vormittag war ich mit m. Micherle, Heinerle und eigener Mesß bey m. allerliebsten Ausserwählten. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag bey Graf Hochenfeld, spätter bey m. Schwägerinen. Abends mit m. Heinerle bey m. englischen Magnetl. 14. Ach Gott! Ach englisches Weiberle, allerliebste Gemählin. Heüt vor 23 Monaten war vor mich der un-glückseeligst und allerbetrübteste Tag, in welchem dich Gott auß meinen Armen zu sich genohmen. Ach Geliebteste, ich wünsche nichtes mehrers, alß [610] das du wüstest, wie beständig ich dich liebe und verehre. Mein beständiges Seüffzen, Jammern und Weheklagen, die ich dir mit meinen Zäichen immer schicke, seyn die einzige Sprach meines Herzens. Englisches Eheherzl, lasse mir doch wissen, das du alles dieses weist, damit ich in meiner Betrübnus doch dieses Vergnügen hätte. Um 11 Uhr war ich mit eigener Mesß bey dir, m. englisches Magnetl. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag um 4 Uhr war ich in Rath. Dan mit Hofmann spaziren. Spätter bey m. allerliebsten Ausserwählten. Um 8 Uhr hielte ich Rath in mein Hauß über die mir an heüt wenig vor præsentirte höchste Resolution von dem herein geschickten Hofpostofficier und Hofcurirs in Betrof der künfftigen Hereinkunfft der Höchsten Herrschafft. Und waren auch obige bey mir biß spatt. 15. Vormittag waren wieder bey mir obige 2, dan der Stadtsyndicus und Creißamtsofficier Germeck und gabe erstern die erforderliche expeditiones. 538 | 1754 Oktober Um 10 Uhr war ich bey den Discalziaten beym Amt in Galla mit m. Micherle. Um 11 Uhr mit dem und eigener Mesß bey meiner englischen Allerliebsten. Zu Mittag speiste bey Hochenfeld à 17 couverts. Da war der Graf, sein Frl. Tochter, die Leopold Lamberg, die Gräfin Petaz mit 2 Frl. Tochtern, Heinrich Auersperg, General Br. de Fin, Obrister Br. Unruhe, Major von Preiß, Haubtman Longueville, Seriman, Perego und O‘Dout, [611] Joseph Graf Thurn, Spiersch und ich. Die Frau von Hauß, die auch ihren Nahmenstag celebriret, war unpaßlich und betligerig. Nachmittag war ich bey m. Schwagerinen. Dan spätter bey meiner englischen Geliebtesten. Dan wieder bey Hochenfeld biß die Gesellschafft sich geendet. 16. Vormittag um 11 Uhr war ich bey meiner allerliebwertesten Ausserwählten mit eigener Mesß. Ach Gott! Heüt vor 23 *Monaten* habe ich ihre englische Händlein in dieser Welt das leztmahl geküst. Ach liebstes Weiberle, dencke an den, der dich bestandig liebet, so wird unsere Lieb ewig werden. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag suchte 2-mahl den Auersperg Heinrich. Abends war ich bey Hofmann, spätter bey m. englischen Magnetl. Bey mir war Leüthnant Baren. Vormittag Hofmann. 17. Vormittag war bey mir Ziegler. Um ½ 10 Uhr war ich bey Hochenfeld, dem die heüt wenig vor von Graf Auersperg erhaltene landschafftliche Haubtmonath-Cassa-Extract auf sein Verlangen behändiget habe nebst meinen Referaten in Betröf des919 Militarquartierzins und Beytrag. Um 11 Uhr war ich bey meiner englischen Allerliebsten mit m. Micherle und eigener Mesß. Nachmittag war bey mir der Priester Päpler, dan der Ziegler. 18. Vormittag war bey mir der medicus Schmuz, der sich gerne zu Wippach niederlassen möchte. [612] Dan war bey mir Hofmann mit ein Decret, das er gester von Hochenfeld erhalten. Um 4 Uhr Nachmittag war ich in Rath biß gegen 5 Uhr. Dan bey m. englischen ausserwählten allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 19. Vormittag war bey mir Kohler, dan Schifferstein. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey alten Br. Gall, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan bey m. Schwagerinen. Dan bey m. englischen allerliebsten Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Dan war ich abends bey Herberstein, der heüt Nachmittag von Wien hier retourniret ist. Spätter war bey mir Hofmann. 20. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Dan war ich spaziren mit Frl. Lenerle. Abends war bey mir der alte Widerkher. 21. Vormittag morgens war ich bey Herberstein zweymahl, dan bey Hofmann. Bey mir war Zanini von Triest qua cessionarius des Sferza. Dan der Bachiaz von Pedena nomine Gramaticopoli alß Erben des Milos. Dan der Dr. Modesti, advocatus des lezten. Dan der Ziegler, der gester von seiner Comission von Reifniz gekomen. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. [613] Nachmittag war ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. Spätter bey meiner englischen Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Joseph Graf Thürn biß spatt. 22. Vormittag war bey mir Marotti, deme die Zahlamtsinstruction gezeügt. Dan Postverwalter Amigoni wegen Bourlie. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir Zanini wegen morgiger Action mit Gramaticopoli. 919 Popravljeno iz der | 539 1754 Oktober Abends war ich bey m. englischen allerliebwertesten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 23. Vormittag war bey mir Zanini von Triest. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen ausserwählten Gemählin und allerliebsten Weiberle. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir der Capucinerguardian, medicus Gravenhuber. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Magnetl. Dan war bey mir Hofmann und der Bachiaz von Pedena. 24. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11. Dan war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin mit eigener Mesß in compagnia des Hofmann. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Bald Nachmittag gegen 3 Uhr ist der junge Robida und [614] auch der noch junge Mariner, beede verheürath, in des lezten neuerhöchten Hauß von dem Gang in dritten Stock in den Hof gefallen und beede, erster gleich, ander bald darauf, tod gebliben. Dan war bey mir Busetin mit ihrer Schwester. Abends war ich mit m. Micherle bey m. englischen Magnetl. Dan beede obige zu besprengen. 25. Vormittag war bey mir der Trompetter Reschitsch, seinen Garten kaufflich anzutragen. Dan Dr. Grafenhüb/er/, der mir den br.-swiettenischen Zahnspiritum920 gebracht. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner allerliebsten englischen Gemählin. Dan zu Schischka beym Seiz, das m. Micherle dan und wan in sein Voglthäne komen känte. Nachmittag war da Dr. Knesenhof, dan Hofmann. Spätter war ich bey m. englischen Magnetl. 26. Vormittag war bey mir P. Eder et Magister Mossam. Lezter brachte von m. Sohn Franz ein Schachterle mit 2 Rosenkranz von seiner Arbeith vor Mich/er/le et Heinerle. Dan P. Joseph Erberg mein Schwager und P. Master. Erster komt von Görz hier alß casuum professor zu bleiben. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war ich in Conferenz von 4 biß ½ 6 Uhr. Dan bey meiner englischen Geliebtesten, wo ich Vormittag ein eigene Mesß habe lesen lassen gewöhnlicher massen. Dan war ich mit Hofmann spaziren. Spätter war bey mir Nied/er/bacher. 27. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle [615] und eigener Mesß bey meiner geliebtesten Ausserwählten. Dan mit Hofman spaziren, der auch dan zu mir gekomen. Unter einsten suchte die Haubtleüth Strasser, Seriman und Perego. Nachmittag war ich bey P. Joseph Erberg mein Schwager und bey P. Eder in compagnia meines Micherle. Spätter war bey mir Hofmann. 28. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. ausserwählten Geliebtesten. Abends ingleichen. Gester abends ist von St. Creüz hier retournirt der Nemezhof mit seiner Gemahlin und dem Nepoten. 29. Vormittag um 11 Uhr hat mich m. Micherle mit eigener Mesß bey meiner englischen Allerliebsten supplirt. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7, dan bey Hofmann. Bey mir war der Salnitersieder. 30. Vormittag hat mich um 11 Uhr m. Micherle mit eigener Mesß bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin supplirt. Bey mir war der Salnitersieder, dan der Geigenmacher. Zu Mittag speiste bey mir Grafenhuber. Nachmittag war bey mir Nemezhof. Abends Hofmann. 920 Popravljeno. 540 | 1754 November 31. Vormittag war bey mir Verniz und Jabornig. Nachmittag detti und 3 hiesige Ledrer oder Rothgarber. Dan P. Eder S. J. mit ein Gespann. [616] Gegen Abend war ich bey m. englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Dan war spätter bey mir Joseph Graf von Thurn ein par Stund. Heüt Nachmittag ist der Benj/ami/n Br. Erberg von Lustall hier retournirt. 1754 November 1. November. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. allerliebsten ausserwahlten Gemahlin. Dan bey m. Schwigervatter, Schwagerinen und habe sie auf Übermorgen auf Mittag eingeladen. Nachmittag war bey mir Br. Janeshitsch. Abends war ich mit m. Micherle bey m. englischen Magnetl und dan auch bey meinen lieben Eltern und Angehörigen, denen allen der Allerhöchste die himlische Glückseeligkeit genüssen lassen wolle. 2. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Gemählin. Dan bey m. lieben Eltern und Geschwistern. Bey mir war Hofmann. Nachmittag war bey mir Haubtman Strasser und spätter Haubtman O‘Dout. Abends war ich mit m. Micherle bey m. englischen allerliebsten Magnetl und bey m. lieben Eltern und Geschwistern. 3. Vormittag machte m. Compliment dem Br. Benj/ami/n von Erberg, der heüt sein Geburtstag celebriret. Dan war ich bey m. allerliebwertesten englischen Gemählin mit m. Micherle und eigener Mesß in compagnia Frl. Lenerle. Dan suchte Graf Leopold Lamberg, mich zu entschuldigen, das ich Morgen zu Mittagessen zu ihm nicht komen werde. [617] Zu Mittag speisten bey mir à 14 couverts: m. Schwigervatter Br. Erb/er/g, 2 Frl. Schwagerinen, m. Schwager Br. Wolf Daniel, m. Schwager P. Joseph S. J., dan P. Master, P. Eder und P. Ermel S. J., meine 2 niecen die Busetin und Frl. Utschan, dan Frl. Lenerle, ich, der Micherle und Heinerle. Abends921 war ich mit m. Micherle bey m. englischen ausserwählten Magnetl. 4. Vormittag war ich bey Hochenfeld, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Nachmittag waren bey mir 2 Augustiner, spätter syndicus Raditsch wegen des Zuchthauß. Dan war ich bey meinem allerliebsten Eheengerle, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 5. Vormittag war bey mir der Cadet Br. Rauber. Nachmittag war bey mir Br. Marenzi von Dolina. Dan war ich abends mit m. Micherle (der mich Vormittag mit eigener Mesß suppliret hat) bey meiner allerliebsten Gemählin. 6. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11. Dan war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey m. englischen Ausserwählten. Dan mit Hofman spaziren. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg, der leztlich von Wien, Kolin, Passau, Salzburg und Olmüz gekomen. Dan der Seriman, der Übermorgen nach Venedig verreist, um erst künfftigen Marzi zu retourniren. 7. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner englischen Allerliebsten. Dan bey Haubtman Seriman, der Morgen abreist. [618] Nachmittag war bey mir Nemezhof. Spätter Hofmann. 8. Vormittag war bey mir der Stempelpachter Krall. Dan der Landrechtsexpeditor Malitsch. Abends war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 9. Vormittag war bey mir Cancellist Pogatschnick mit ein roulirenden Bericht nomine præsidis. Dan der Geistliche Kopainig, Concurent vor die Pfarr Obergorjach. Nachmittag war ich bey Br. Ant/onio/ de Fin, gewesten Landsverwalter zu Görz und Landshaubtman zu 921 Delno pod madežem črnila. | 541 1754 November Grad/isc/a, der heüt von Görz komt und Morgen nach Wienn verreist. Dan war ich bey m. geliebtesten Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. 10. Vormittag war bey mir der Schranckencontrolor Coren nomine Leopold Lamberg. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner iniglich geliebtesten Ausserwählten mit eigener Mesß. Zu Mittag speiste bey m. Schwigervatter à 11 couverts. Da war m. Schwigervatter, Br. Benj/ami/n und Br. Wolf Erb/er/g, P. Joseph und P. Apfaltrer, Frl. Franzl, Frl. Rettel und m. Frl. Lenerle, ich und dan m. Micherle und Heinerle. Nachmittag war ich in Visit bey der Gräfin von Hochenfeld und der Graf war nicht zu Hauß. Dan war ich bey m. englischen Magnetl gegen Abend. Spätter war bey mir Hofmann. [619] 11. Vormittag von 9 biß Mittag hielte Conssessum Commercialem. Nachmittag war bey mir Koren nomine Leopold Lamberg. Spätter war ich *mit m. Micherle* bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle mit eigener Mesß suppliret hat. Ach Gott. Heüt hätte mein allerliebstes Martini Gänßl just 44 Jahr ihres blühenden Alters erreichet, wan der unbarmherzige Tod mir solches nicht so frühezeütig entrissen hätte. Ach Gott, ach englisches Weiberle, allerliebste ausserwählte Gemählin, was vor ein Tag von allerbetrübtesten Angedenckens nächert sich nun zu meinem grösten Laidwesen. Ach Gott, wie frisch ist noch *mein* Wunden, wie verwundert ist mein Herz. 12. Vormittag war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meiner allerliebsten Ausserwählten. Dan bey dem Prior von Augustinern, dem das vor mein englische Gemählin von Wien erhaltene pro defunctis gerichtete und gestickte Mesßkleid, Alben und alle Zugehör behändiget habe mit der Condition, das man solches solang ich lebe, niemahls brauchen solle dan allein bey den Messen, die ich vor meinen englischen Schaz werde lesen lassen. Nachmittag war bey mir Fähnrich Br. Löwenthall, spätter Hofmann. 13. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan war ich bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich wenig vor mein Mich/er/le [620] mit eigener Mesß auch suppliret hat. Nachmittag war bey mir Zorn und vorhero Lenz. Dan war ich mit m. Micherle bey P. Ermel, wo wir unser Beicht verrichtet haben und Morgen die H. Communion empfangen werden zum Angedencken des allerbetriebtesten Tag des zeitlichen Verlust meines englischen und auf das zartlichste geliebtesten Ehegespandls. Dan waren wir bey mein Schwager P. Joseph, der Morgen die Mesß lesen und das zum Angedencken meines Eheschazes destinirtes Mesßkleid am ersten brauchen wird. Dan waren bey m. Schwigervatter, Schwager und Schwagerinen. Abends war bey mir Joseph Thurn. 14. Vormittag um 10 Uhr war ich mit m. Micherle und eigener Mesß bey meinem englischen ausserwählten und auf das zartlichsten geliebtesten Eheschäz, wobey ich, sowohl alß m. Micherle die H. Comunion empfangen und vor mein Eheengerle aufgeopfert haben. Mein Schwager P. Joseph hat die Mesß gelesen und das erstemahl das vor m. Eheherzl destinirt und gewidmetes Mesßkleid etc. gebraucht. Zugleich hat auch der P. Ermel, m. L., M/icher/le und mein nach ihro geerbter Beichtvatter celebriret. Ach Gott, was war heüt vor 2 Jahren vor mich vor unerwartet allerbetrübtester Tag. Ach Gott, erhalte zu meinem schmerzen- und laidvollen Trost diese unhailbare Wunden stetts frisch und offen. Meine Trennen gehören ihr. Mein Seüfzen, Jamern und Weheklagen, so ich ihro augenblicklich sende, ist das einzige, so mein [621] todlich verwundertes ihro allein beständig und vollkomen gehöriges Herz soulogiren kan. Ach englisches Ehegespändl, ich bitte Gott ohn Unterlasß, das er dir meine Gedancken, Wort und Wercke bekand mache und das ich es wissen känte, das du es weist. Von 5 biß 6 morgens habe die Stund gebetet vor deiner andenckens- und verehrungwürdigen Bildnus. Ach Stund, die ich niemahls überhöre. Vormittag war bey mir Hofmann. Nachmittag P. Joseph und P. Bernardin Erberg. 542 | 1754 November 15. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten bey der Mesß. NB. Nachdeme ich künfftig nicht mehr täglich die H. Mesß vor mein englischen Eheschaz werde lesen lassen, so bin ich mit dem P. Prior einverstanden, das er doch alle Tag bey dem nemblichen privilegirten Altar der H. Monicæ zwischen ½ 11 und 11 die H. Mesß wird lesen lassen und kan solche nach sein Belieben appliciret werden, nur das ich um solcher Zeit sichere Mesß täglich habe, auch solche gelesen werde, wan auch weder ich Verrichtungen halber weder einer von m. Söhnlein dazu erscheinen möchte. Wovor ich alljahrlich, solang ich es sogestalten verlange und mir præstiret wird, vor ein Allmosen drey Species Ducaten in die Sacristey zu geben versprochen habe. Nachmittag war bey mir Martinz. 16. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. englischen Ausserwählten und hörten daselbst [622] die H. Mesß. Nachmittag war bey mir Sili vocatus. Um 2 ½ , da er noch bey mir war, verspirten wir922 ein ziemlich empfindliches Erdböben mit 3 oder 4 Stosß, doch daurete kein Minuten und Gott Lob, ohne Schaden. Abends war ich bey m. englischen Magnetl. Ach Gott, heüt vor 2 Jahren ware das leztemahl, das ich meinem iniglich geliebtesten Ehegespändl ihre englische Händlein mit Trennen benezet und auf dieser Welt das leztmahl geküsset habe. Ach Gott, ach traurig und betrübtes Angedencken. Ach englisches Weiberle, allerliebste Gemählin. 17. Vormittag war ich mit m. Micherle bey den Jesuiten in der Bredig. Dan um 11 Uhr bey m. Ausserwählten bey der Mesß. Zu Mittag speisten bey mir H. von Hofmann, dan P. Joseph et P. Bernardin Erberg S. J. Dan war bey mir Br. Salvay. 18. Vormittag war bey mir sig. Arrecker, der von Triest komt und nun mit seiner Gemahlin und Kindern nach Pettau sich transferiren will. Dan war da der Bando von St. Giorgio di Nogara, der ein Sohn ad studium logices anhero geführt hat. Nachmittag war bey mir Graf Rasp. Dan hielte die Licitation von Stempel, ist aber niemand erschunen alß der Krall, dermahliger Pachter. Abends war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Mich/er/le bey der Mesß suppliret hat. [623] 19. Vormittag war bey mir Gramaticopoli mit seinem Advocaten von Pisino, dan der Zanini von Triest. Dan Bando von St. Giorgio mit sein Sohn. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten bey der Mesß. Nachmittag war ich in Rath von 3923 biß 6. Vorhero war bey mir P. Eder S. J. 20. Vormittag war ich mit m. Micherle bey der Mesß bey m. englischen geliebtesten Ehegemählin und ausserwählten Schaz. Abends ingleichen. Nachmittag hielte das zweytemahl die Licitation von hierlandigen Stempel. Bey mir war ein junger Lazarini von Gutteneg mit sein jungern Brudern, der gerne in die Militarpflanzschull nach Wienn komen möchte. 21. Vormittag war bey mir Graf Petazi von Schwarzeneg, der Luick von Pisino und der Possaviz, Pfarrer zu Eisnern. Nachmittag hielte die dritte und lezte Licitation des Stempels. Abends war ich mit m. Micherle bey meinem ausserwahlten Eheengl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 22. Vormittag war bey mir der Pfarrer von Höflein, Rabitsch. Dan war ich mit m. Micherle bey Gräfin von Gallenberg und Mad. Buseth, die heüt ihren Nahmenstag celebriren. Dan bey H. von Gandin. Nachmittag war bey mir Br. Ignati Apfaltrer sich zu beurlauben; gehet auf sein Gut in Unt/er/ Crain, [624] 922 Orig. wird, a je -d prečrtan. 923 Popravljena iz 2 | 543 1754 December nachdeme er sein Einnehmeramt finiret und seinem Interimssuccessori dem Br. Pilichgraz alles überlassen hat. Dan waren bey mir der Schlud/er/bach, P. Joseph et P. Bernardin Erberg. Spätter war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag er bey der Mesß daselbst suppliret hat. 23. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg. Nachmittag Leüthnant Barain und 2 Augustiner. Abends war ich bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebwertesten Ausserwahlten bey der Mesß. Nachmittag war bey mir einer junge Br. Argento von Pisino mit einem Geistlichen. Erster komt hier in die 6te Schull. 25. Nachmittag war bey mir Br. Bernardin Erb/er/g und P. Eder. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. ausserwahlten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß erster suppliret hat. 26. Zu Mittag speisten bey mir Br. Argento und der Pfarrer von Coridico, dan der junge Conti, Petri filius. Abends war ich bey m. allerliebsten Ausserwahlten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Bey mir war auch der Bottoni, der heüt morgens von Triest revertiret ist. 27. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. [625] Vorhero war bey mir Hofmann. Nachmittag Arrecker. Spätter war ich mit m. Micherle bey m. ausserwählten Allerliebsten, wo mich Vormittag er bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey Arrecker und seiner Frauen, die Morgen mit Sack und Pack nach Pettau verreisen. Und da ich sie nicht zu Hauß gefunden, war ich bey des Regimentsadjutanten Gemahlin, wo sie waren. 28. Vormittag war bey mir Weitenhiller wegen eines Magazins, das er gerne hätte. Dan P. Bernardin Erberg. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß nach 5 Uhr. Dan war ich bey m. geliebtesten Ausserwahlten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 29. Nachmittag war bey mir Gravenhuber, dan Martinz. Spätter Graf Joseph Thurn und der Hofmann. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Vormittag war ich mit m. Micherle bey m. allerliebsten Gemählin und englischen Weiberle bey der Mesß. Dan war bey mir Amigoni, dan der Wolckensperg. Nachmittag der Dionoro, Ziegler, Malitsch, Krail. Heüt bald nach Mittag ist mir gählig übel worden, das ich mich legen müste, war mir aber bald wieder besser. 1754 December [626] 1. December. Heüt Vormittag habe die gester abends von dem Krail empfangene Stempelrequisita dem Maliz gegen deme bestelt, das er mir Morgen versprochener massen die Zahlamtsquittung vor das anticipate bezahlte Quartal des Bestands behändigen solle. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. englischen Allerliebsten bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Franzl Lamberg. 2. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten bey der Mesß. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph und der P. Bernardin Erb/er/g. Dan der Persky und protomedicus Weber. 3. Vormittag war ich mit m. Micherle bey der Mesß bey meiner ausserwahlten allerliebsten englischen Gemählin. Dan bey m. Schwägerinen Frl. Fränzl, die heüt ihr Nahmenstag et Geburtstag celebriret. Nachmittag waren bey mir Ziegler, Freydeneg, der erst von Gräz retournirt ist, dan der Germek. Spätter Fränzl Lamb/er/g mit Graf Coronini, der erst von Brüssel komt. 4. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey der Mesß bey meinem geliebtesten Eheengl. Nachmittag war bey mir Br. Zetschker von Schneckenbichl. Dan der Ziegler. Heüt habe den neuen Bedienten nahmens Schaffer, verargeltet und hat bey mein secretario zu schreiben angefangen. 544 | 1754 December 5. Vormittag war ich in Rath von 10 biß Mittag. Zu Mittag speiste bey mir Br. Zetschker und [627] Bottoni. Nachmittag war bey mir Hofmann, der junge Widerkher und der Nicoley von Assling. Spätter war ich bey m. englischen Allerliebsten mit m. Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß suppliret hat. NB. Heüt hat mir H. von Hofman vor924 5 Loß Brussler Loterie à 10 fl. das Loß 50 fl. erlegt. Darunter ist ein Loß vor Mad. Codelli, die 4 Loß aber vor ihm selbst. Zu diesen werde auch ich 4 zulegen und machen wir zwey compagnia al bene et al male; das ist, was diese 8 Billet eins oder mehr darunter gewinen möchten unter uns auf die Helffte zu repartiren. 6. Vormittag war bey mir der Pfarrer von Coridico mit 2 jungen Br. Argento, mit deren kleineren er erst gester von Pisino gekomen, um ihn vor die Militarpflanzschull dem Herberstein zu præsentiren. Dan war ich mit m. Micherle und Heinerle bey der Mesß bey m. allerliebsten englischen Gemählin. Dan in kaiserlichen Spittal ein Orth pro anatomia auszusuchen. Dan war bey mir Prezl. Nachmittag Joseph Thurn und wieder der Pfarrer von Coridico mit dem jüngeren Argento, die Morgen nach Pisino retourniren. 7. Vormittag war bey mir Brezl, Br. Argento der kleine mit dem Pfarrer von Cordico, die noch vor Mittag abreisen. Dan der Fiscal von Merzenheim. [628] Zu Mittag speiste bey mir Br. Zetschker. Nachmittag war bey mir Hofmann. Dan war ich mit m. Micherle spaziren und spätter bey m. englischen iniglich geliebtesten ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Heüt habe per ½ Pfarrer von Coridico meinem Maxl nach Triest geschickt sein Monathgeld pro Novembri et Decembri 66 fl. 40 〈kr.〉, dan 25 fl. 5 〈kr.〉 vor H. Osterreicher, item des Maxl Sackuhr, dan ein Päckl von Obristen. 8. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwahlten Allerliebsten bey der Mesß. Dan suchte den gester angekomenen Marburg von Wienn und Kalchhaimer von Clagenfurt.925 War bey Br. Flachenfeld. Zu Mittag speiste bey mir Br. Argento, rhetor. Nachmittag war bey mir Gravenhub/er/, spätter Martiniz vocatus. 9. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten bey der Mesß. Dan war bey mir der neuresolvirte Apotecker Wagner. Dan Dr. Novack. Zu Mittag speiste gester und heüt bey mir Dr. Paradiso. Nachmittag war bey mir Hofmann, dan Silli vocatus. Abends Martiniz vocatus. 10. Vormittag war bey mir P. Eder. Zu Mittag speiste bey mir Dr. Paradiso. Nachmittag hielte Consessum Comercialem. Heüt Vormittag hat mich m. Micherle bey [629] m. englischen und allerliebsten Gemahlin supplirt. 11. Vormittag ist m. Frl. Lenerle mit ihrem H. Bruder Br. Franz nach Mannspurg, um am Samstag wieder zu retourniren. Von 10 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan war ich bey Gallenbergischen, die heüt nach Salzburg verreisen. Nachmittag war ich mit m. Micherle spaziren, dan bey m. allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Abends war bey mir Martiniz. 12. Vormittag war ich mit m. Micherle bey der Mesß bey meiner allerliebsten Gemählin. Dan war bey mir Hofmann. 924 Sledi osem prečrtanih nečitljivih besed. 925 sic! | 545 1754 December Zu Mittag speiste bey mir Zetschker. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis wegen Examinirung des Wagner und Visitirung deren Apotecken; erstes ist auf Samstag Nachmittag und zweytes auf dem Montag Vormittag umb 9 Uhr festgestelt. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner ausserwählten englischen Gemahlin, so auch bey m. liebsten Mutter gester und heüt, weil just der Jahrstag ihres, das ich926 der lezten eingefallen. 13. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Mich/er/le bey m. englischen Ausserwahlten bey der Mesß. Abends ingleichen. Bey mir war heüt Jurkosch und dan der neuresolvirte Apotecker Wagner. 14. Ach Gott, heüt ist bereits 25 Monath, [630] das ich mein Herz, mein Schaz, mein einzige Freüd und Vergnügen auf dieser Welt verlohren habe. Ach englisches Weiberle, allerliebste Gemählin, bitte vor mich, so wie ich dich beständig und auf das zartlichste auß ganzen dir allein geschenckt getreüesten Herzen liebe und venerire. Deus iterum et in æternum dabit. Sit nomen Domini benedictum. Vormittag war zweymahl bey mir Silli vocatus. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meinem englischen Magnetl und allerliebsten Schaz und Vormittag bey der Mesß hat mich ersterer supplirt. Gegen 6 Uhr ist mein Frl. Lenerle von Mannspurg revertirt. Nachmittag war bey mir Br. Pilligraz, der gester beym ständischen Landtag alß Generaleinnehmer erwahlet927 worden. 15. 928 Vormittag war bey mir Wagner. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Zu Mittag speiste bey mir der Polz, Stadtrichter von Rudolphswerth, deme 4 Botilien sugo d‘uva passa regalirt habe. Nachmittag war ich in Visit bey Graf-Hochenfeldischen, dan bey Carl-Hochewartischen. Bey mir war Nachmittag Gravenhuber. 16. Ach englisches Gemahlerle, heüt vor 25 Monaten ware das leztmahl, das ich deine englische Händlein geküsset und mit meinen Trennen [631] benezet und in dem allerbetrübtesten Aufzug dich zu meiner und Grabstatt begleitet habe. Ach Gott, dir seye meine stetts frische und unheilbare Wunden aufgeopfert. Bey mir war Br. Hallerstein, Hentl und Silli und Mad. Fleischmann. 17. Vormittag habe mit dem protomedico und anderen die Visitation deren Apotecken vorgenohmen. Um 11 Uhr war ich bey meiner ausserwahlten Geliebtesten mit m. Micherle bey der Mesß. Dan bey Hofmann. Nachmittag continuirte die Visitation der Apotecken. 18. Vormittag war bey mir der Administrator der kaiserlichen Spittals. Nachmittag der929 Angelo, kunfftiger Cafesieder. Von 3 ½ biß 5 ½ war ich in Rath. Spätter bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 19. Vormittag war bey mir m. Schwager P. Joseph, P. Eder S. J. Nachmittag Graf Joseph Barbo, Exzellenz, mit seinem Sohndl. Dan Br. Argento und Zanini. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich erster Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 20. Vormittag war bey mir der Stadtrichter und Stadtschreiber von Laasß. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. englischen Allerliebsten bey der Mesß. [632] Abends war ich abermahls mit m. Micherle und Heinerle bey unsern englischen ausserwahlten und allerliebsten Schaz. Heüt hat sich m. secretari Oberer declarirt zum Herberstein in Dienst gehen zu wollen. Und ob ich ihme schon alle Convenienzen zu machen versprochen, so ist er schon so eingenohmen und in solcher Hofnung bey Herberstein sein Glück besser zu beförderen, das ich auch in seine Entlassung condescendiret habe und will gleich 926 h popravljen 927 Erw popravljeno 928 5 popravljena iz 6 929 Sledi prečrtano St 546 | 1754 December Morgen um einen anderen amanuensem nach Wienn schreiben. Ansonsten habe ich ihm nicht alein930 sein Besoldung zu verbessern und ihm, solang ich lebe, bey mir behalten, sonderen auch nach dem Tod bedencken und ihm 100 #, um sich darmit allenfalls ein Fändl kauffen zu kanen, legiren und ihme solches schrifftlich geben zu wollen, welches alles nichtes verfangen hat, weil er sich selbsten und seine Schwähe nicht kennet. Welches alles ich von darumen hier anmercke, um ihn dieses suo tempore, da er erst damahls erfahren wird, was er derzeit auß Unüberlegung und Unbesonderheit thut, vieleicht lesen lassen zu känen. 21. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey der Mesß bey meiner allerliebwertesten englischen und ausserwählten Gemählin. Abends ingleichen. 22. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. [633] Vormittag suchte den Barbo Exzellenz, dan Franzl Lamb/er/g. Dan war ich bey alt-Br.-Gallischen. Nachmittag war bey mir der junge Baselli. Um 4 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen in der Domkirchen bey der Bredig. Dan den canonicum und decanum Lackner, der heüt Vormittag um 11 circa gestorben, zu besprengen. Dan bey m. allerliebsten englischen Magnetl. Abends bey m. Schwagerinen. 23. Vormittag war bey mir protomedicus Beber. Um 10 Uhr war ich in Rath biß ½ 11. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor m. Micherle und Heinerle bey der Mesß suppliret haben. Abends war ich abermahls bey meinem ausserwahlten Magnetl. 24. Vormittag, weil der ungelegene Feyertagwunsch noch in Gebrauch ist, so habe mich eingespert bey meiner Arbeith und suchten mich bey 40 Personen. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg und P. Eder. Dan Dr. Gravenhuber und Postverwalter Amigoni. Abends war ich bey meinem Eheengl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 25. Heüt am H. Christag Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey den 3 H. Messen. Abends ingleichen. Spätter war bey mir Graf Joseph Thurn. 26. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle [634] bey meiner allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Bottoni. Spätter war ich mit meinen zwey Kleinen bey meinem englischen Magnetl und ihrer verehrungswürdigen allerliebsten Mutter. Vormittag war bey mir abbé Auersperg, sich pro canonicatu et decanatu zu recomendiren. 27. Vormittag war bey mir der Heymann medicus, der sich recomendirt, hier practiciren zu därffen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. englischen Ausserwählten bey der Mesß. Nachmittag in Rath von ½ 4 biß ½ 5. Dan bey m. englischen Magnetl. 28. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meinem englischen Schaz bey der Mesß. Nachmittag war ich mit m. zwey Kleinen bey meinem englischen herzallerliebsten Magnetl. 29. Vormittag um 11 Uhr war ich mit meinem *Micherle*931 bey meiner englischen Ausserwählten bey der Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Zu Mittag speiste bey mir Grafenhub/er/. 30. Vormittag war bey mir Ziegler. Nachmittag P. Bernardin und P. Joseph Erberg. Dan hielte Consessum Medicum. 930 a popravljen 931 Nad prečrtanim 2 Kleinen | 547 1755 Januar Spätter war bey mir Schifferstein, dan der stadt-laybacherische Registrator und ein Klampferer und scandalirten die nasse Massereyen. Dan war ich mit m. Micherle bey m. ausserwählten allerliebsten Gemählin, [635] wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 31. Vormittag um 11 Uhr Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten und ausserwä- hlten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag war ich bey meinem englischen und herzigisten Magnetl. Verschiedene waren heüt mit dem Neujahrswunsch bey mir, ich hatte mich aber eingespert. 1755 1755 Januar [636]932 1. Jenner. Fürs erste soll ich Gott in allentieffster Submission den schuldigsten Danck erstatten, das er mich dieses neue Jahr in seiner göttlichen Gnad hat antretten, auch an meinen sechs Kindern mir all erwünschte Freüd und Vergnügen erleben lassen und besonders, das er mir auch das verehrungswürdige Angedencken meiner iniglich und auf das zartlichste geliebtesten englischen und ausserwählten Gemählin in meinem verwunderten Herzen stetts frisch und lebhafft erhaltet. Ach Gott, ich empfehle mich und meine Kinder in deinem himlischen Schuz und bitte dich lediglich um deine beständige und unschazbare Gnad. In übrigen allen geschehe dein heiliger Willen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan war ich Vor- und Nachmittag mit dem Neujahrscompliment bey Grafen von Herberstein, bey Landshaubtman, bey Leopold Lamberg, Graf Hochenfeld, Obristen, Obristwachmeister, Wildenstein, Joseph Barbo, alt-Br.-Gallischen, Br.-Erbergischen – Frl., Br. Ben/ami/n, Br. Wolferle, Paul Aloys und Adolph Aloys Auersperg, Heinrich Auersperg, Uhrys, Hofmann, Spiersch, Carl Hochenwarth, alt-Taufferischen, Flachenfeld, P. Joseph und P. Bernardin Erb/er/g S. J., Joseph Thurn, Mad. Werthentall, Nemezhoffen etc., deren ich etliche nicht zu Hauß angetroffen. [637] Nun will ich auch nicht unterlassen ein so andere Begebenheiten, besonders was den Höchsten und des publici Dienst anbetrifft, von Zeit zu Zeit anzumercken, welches mir öffters gedienet hätte, wan ich mich des Vergangenen hätte erinnern känen, so aber vor künfftig remediret werden soll. Rath. 933 Gester, alß in der lezten Rathssession, da die höchste Resolution in Betröf der Sau-Stromer-Navigation vorgekomen und alles, was ich in mein Referat von 5ten September voriges Jahrs eingerathen gnedigst beangenehmet worden, war dieses dem præsidi nicht recht und machte, alß ob er um alles das nichts wuste und alß ob er bey dem Rath nicht zugegen gewesen wäre. Auersperg sagte ihm, wie das er zugegen war, auch das scribatur auf dem Begleitungsbericht gemacht. Das ware dem præsidi nicht genug und es war ihm der Apfaltrer pro inspectore nicht recht und wider dem Silli wolte er auch protestiren. Enfin, mir als Referenten wurde aufgetragen, die gnedigste Resolution in Befolgung zu bringen. Auersperg sagte, er habe ein Referat erspart, das ist die Relation von dem Consessum Comerciali über des Martiniz Vorschlag zu referiren. Ich meldete, das diese, referirt mich der von Hof darüber abgeforderte Bericht, erstattet werden müsse. Zu deme, so bin ich derzeit und nachdeme ich des Martiniz Vorschlag gesehen einer [638] ganz anderen Mainung alß vorhero in dem Referat und wer weiß, was noch der Hof resolviren wird, wan ihme des Consessus Commercialis Gutachten vorgetragen werden wird. Ich batte den præsidem, das er gedachte des Consessus Comercialis Relation zu lesen belieben möchte, wo ich einer anderen Meinung bin alß die assessores. Præses sagte: »Mithin ist noch kein opus perfectum.« Qualis consequenzia! Auß diesen sicht man, das er nicht einmahl die Relation gelesen hat, da ich doch solche schon längst bey ihm eingelegt habe. Wo er doch allemahl zu sagen pflegt, das er kein Papierl ohne es zu lesen übergehet. Item so sicht man auch, das er weder vorhin das Referat gelesen und in einer so wichtigen Angelehenheit. Præses fragte mich, was Martiniz vor eine Caution gibt. Ich antwortete, das ich glaube keiner Caution nöthig zu seyn. Er verwunderte sich und sagte, es wird mit dem Sau-Strom gehen wie mit den lambergischen Land-932 Pred tem je pet praznih folijev s starim oštevilčenjem pp. 651–660. 933 Na robu. 548 | 1755 Januar strassen. Enfin, ich batte ihn nochmahls die Relation zu lesen. Er wird daraus sehen, das ich auf alles reflectiret habe. Schliesßlich wurde mir aufgetragen, über die Resolution mein Resolution zu erstatten. Dan kame vor die Resolution in Betrof der der hochenfeldischen Commission aufgetragenen [639] Untersuchung des oeconomici934 der hierlandigen Stadte, wo der Stell ein Saumsall beygemessen wird et merito. Præses wolte dieses nicht erligen lassen und sagte, wan ein Saumsall wäre, meritirete er ein Process, consequenter solte repliciret und was in Sachen geschehen vorgestellet werden. Auersperg, alß in Sachen Referent, sagte selbst, die Sache sey so richtig nicht. Deme ungeacht wurde auf die Replic concludirt. Dem præsidi ist eine Commercialeinrichtung niemahls eingefallen, den allein da, der Hof diese städtische Commission dem Hochenfeld aufgetragen, um das er solche nicht haben, somit keiner etwas thun solte. 2. Vormittag war bey mir Wildenstein mit dem Neujahrscompliment. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. englischen Allerliebsten bey der Mesß. Und da gester lezter dem P. Joseph das erstemahl ministrirt hat, so hat er Heinerle bey seiner liebsten Mama Mesß das andermahl sich producirt. Nachmittag war bey mir ein Discalziat auß Neapel, der nach Wienn gehet, die grüchische Sprach zu lehren. Dan Hofman, bey dem ich Vormittag war, spätter der Martiniz. 3. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. Allerliebsten bey der Mesß. Dan bey Spiersch. [640] Nachmittag war bey mir ein parmahl der Brezl und sein anatomiæ practicus. Dan der Eysell. Spätter Br. Löwenthall, Grafenhuber. 4. Vormittag hat mich mein Micherle und Heinerle bey m. allerliebwertesten englischen Gemählin bey der Mesß supplirt. Abends aber war ich selbsten mit meinen 2 Kleinen bey m. englischen Magnetl. Nachmittag war bey mir Max Taufferer, dan 2-mahl der Silli vocatus. NB. Es hat sich ein besonderer Umstand an heüt ergeben, indeme mir der Silli, da ich ihn über ein so anderes die Canalen betröffendes befragte, sagte er mir von selbsten, warum der Hof nicht lieber die Sau-Stromer-Navigation cameraliter besorgen lassen wolte. Ich befragte ihn, ob er dan glaubet, das der Hof ein mehrern Vortheil dabey hätte, alß wan er diese Besorgung dem Entrepreneur Martiniz überlassen wurde. Er sagte mir, das der Hof sonder Zweiffel ein grossen Vortheil hätte, indeme er glaubt, das mit circa 12/m fl. alles und zwar in 3 oder längst 4 Jahren gerichtet werden känte. Ich fragte ihn, wie er das sagen kanne, nachdeme er und der Martiniz und in specie er selbsten ein ganz anderen calculum in die Feder gegeben hat. Er sagte mir aufrichtig, das, da ich ihn voriges Jahrs die Gebröchen auf dem Sau-Strom zu beaugenscheinigen und mir davon die Außkunfft zu geben auf meine Unkosten abgeschickt hatte, war er just in einer Arbeith [641] bey dem Martiniz, dem er in seinem Garten ein Brunn zugerichtet hat. Hac fidelia erzehlte er dem Martiniz, was er von mir gehort, nehmlich, das man das Absehen habe, die Sau-Stromer-Navigation wieder zu erhöben und die impedimenta zu leviren. Martiniz gieng mit Silli nach dem Sau-Strom, wo sie Gelegenheit hatten, über ein so anderes ihre reflexiones zu machen. Er, Silli, sagte ferers, er war damahls ohne Brod, weil ihme die bey der Banco-Deputation genossene jährlichen 3/c fl., nachdeme die Banco-Deputation diese Sau-Stromer-Besorgung verlassen, cessiret hatten. Er suchte dahero eine Gelegenheit sich zu helffen und ein Brod zu verdienen. Sie waren beede d‘accordo: erster das er diese Entreprise auf sich nehmen und anderter, id est der Silli, ihme in allen an die Hand gehen wolle und der Gewinn solle à moitié seyn. Bey solcher der Sache Bewandnus sagte mir Silli, das sie ihren bestmöglichen Vortheil gesucht haben. Ihme Silli aber dieses nicht zu verdencken seye, indeme er von Hof des Brods entsezet ware und dahero935 solches bey aineren suchen muste. Er sezte ferer bey, das ihme sehr schmerzlich gefallen, das er nachdeme er etlich und 30 Jahr treü gedient, nun ganz unverschuldet und in seinem Alter das Brod verlohren habe. Er seye zwar niemahls in der Pflicht gestanden, id est, hat niemahls das Jurament abgelegt, weil er auch niemahls [642] ein Geld ma-negiret, danach aber jederzeit treü gedienet hat. Und da er nun erfahren, das ihme Seine k. k. Majestät die 3/c fl. wieder continuiren wollen, ertrachtete er seiner Schuldigkeit zu seyn, mir alles dieses zu offenbaren. Jedoch 934 ci nadpisano nad prečrtanim sch 935 Orig. dachero, a je -c- prečrtan. | 549 1755 Januar batte er mich, so es seyn kan, das der Martiniz diese seine Außsage nicht erfahren möchte, oder aber, das ihme ein Decret zugeschickt wurde, das er alles bey seinem Gewissen sagen solte, was er in Sachen zum Vortheil des höchsten Dienst zu sagen weiß. Ich sagte ihm, das nun, da ihme Seine k. k. Majestät die 3/c fl. wieder flüssig gemacht, er des nächstens in die aydliche Pflicht genohmen werden wird und dahero, das er mir alles trey, aufrichtig und bey seinem Gewissen und bey der Pflicht, die er unfahlbar des nachsten ablegen wird und wie er sich vor Gott und unserer allergnedigsten Landsfürstin zu verantworten getrauet sagen solle, wie in Sachen die höchste Intention am sichersten und am besten errichtet werden känte. Dan sagte er mir, das er sich getraue, sowohl den Bergbruch, welcher ihme nicht soviel als die unter selben befindliche Sand und Steinbanck embarasiret, in Zeit von 3 oder höchstens 4 Jahren erforderlich zu raumen, auch in solcher Zeit die Seitenweeg in vollkomenen gutten Stand zu bringen, getraue nebst anderen kleineren reparandis. - Zu all diesen erforderte [643] bey dem Bergbruch circa 4000 fl. - Vor die 2 Seitenweeg à 4/m fl. 8000 〈fl.〉 - Pod Planina und anderer Orten bey 10 Centen Pulver à 28 fl. 280 fl. - Knappen 4 durch 27 Monath circa à 15 fl. 1620 〈fl.〉 1900 〈fl.〉 - Mautner zu Ratschach samt Überreiter 40 fl. - Inspector zu Litey 10 〈fl.〉 - Zu Kletsch hätte keines nöthig. Zu Segorje wird niemand nothig alß erst nach reparirten Weeg und diesem wird der Weegkreuzer tragen oder kan dieser in Bestand verlassen werden. - Sil i 3/c fl. 300 〈fl.〉 350 〈fl. 〉 Machte in 20 Jahren 7000 〈fl.〉 - Ein Bauschreiber die Leüth zu bezahlen und Rechnung zu führen à 15 fl. per Monath macht in 3 Jahren 540 〈fl.〉 - Ein Aufseher bey den Arbeitern, wo der Sil i nicht überal seyn kan à 17 kr. des Tags auf 3 Jahr gerechnet und jedes Jahr 9 Monath Arbeith 229 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - Ein Hauß zu Segurje an Wasser zu erbauen kan kosten 100 biß 150 〈fl.〉 Requisiti und Strick, welches lezte das mehreste betraget wird unter obigen Spesen einverstanden 21.819 fl. 30 〈kr. 〉 Komete also weniger nun 7960 fl. 30 kr. als der Martiniz angeschlagen, welche calculationes aber alle nur beylauffig gemacht sey. [644] 5. Vormittag um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen bey m. englischen Allerliebsten bey der Mesß. Dan war bey mir Silli vocatus. Spätter war ich bey m. englischen Magnetl. Dan bey meinen Schwägerinen. NB. Heüt habe mir vor eine Curiosität des Silli histori von ihm erzehlen lassen und wo er gedient hat. Ein oder 2 Jahr nach Eroberung Belgrad, somit an 1718 oder 〈17〉19, kam er dahin und diente auf der flotina di Panzova oder von Banat. Diese bestunde in 7 Gallern und einer lancia, welch alles denen Türcken abgenohmen worden und die Gallern waren zu 26 Ruder, id est 13 auf jeder Seiten. Zwey Jahr darauf, mithin anno 1720 oder 〈17〉21, waren 2 Schiff auf Bestehl des Hofs zu Uipalanka erbaut von Mr Daniel, einen compagno des Boyer. Jedes Schiff war von 16, jedoch kleinen Canonen von 1 ½ lb. in Calibre und trugen bey 1800 Centen. Der General Merci hat sodan lassen arbeiten an dem Fluß Bega, um ihn navigable zu machen und ließ auch einige Barche machen. Zu Topolowiz fande man ein Steinbruch, womit man die Stadt Temeswar gepflastert hat, die biß damahls noch nicht gepflastert war. Dan machte man 3 Canals gegen die Zieglöffen, wo Merci die Stieglstein hat brennen lassen und darmit Temeswar fortificirt. Dan ließ Merci machen ein Canal von Temeswar biß Titel an der Teyß, wo die Bega in die Teys fallt. Titel ist ein altes Schloß und unten ein Dorf. Die Teys aber falt in die Donau bey Salankement, ein altes Schloß und unten ein Dorf. [645] Dan machte man die Prob auf diesem Canal und führte die Bretter zu dem Lavetten in die Insul Orsova. 550 | 1755 Januar Circa anno 1728 passirte von Wienn auf der Donau nach Bucarest ein Mautheinnehmer mit seiner Frauen und Bagage. Merci wolte den Wienern zeügen, das man von Wienn nach Temeswar zu Schif komen käne, so biß damahls936 noch niemahl geschehen. Obligirte also gedachtes Schüff mit dem Einnehmer dahin zu komen und dieses ist nach Wunsch renssirt. Silli war dazu beordert. Circa anno 1732 war der Silli mit einer lancia nach Prespurg abgeschickt zu Diensten des Herzog zu Lothringen, dermahligen Kaiser. Damalls projectirte Nefzern den Sau-Strom navigabler zu machen, wuste aber niemand, der nuzlich dazu zu brauchen wäre. Silli kam ihm in Vorschlag und er, Nefzern, machte bey Hof, das Silli Prespurg verlassen und an die Sau komen müste. Der Herzog verließ ihn nicht gerne. Silli kam nach Agram *anno 1735*, wo der Dreyer, nepos des Focke-Gerssen, einige Barche bauete, wozu man niemand besser dan den Silli fande, solche zu navigiren. Silli fande zu Agram den Kempf, den Bergmeister Haubtmann, den Haubtman Reyser, Haubtman Labroß, welche die Direction hatten, den Sau-Strom navigable zu machen. Dort machte man 2 Canalen: einen nach Kralovbrod und den anderen nach Marintsche; erster Orth ober und anderer unter oder nächst Agram. [646] Dan machte man die Prob mit den zweyen von dem Dreyer gebauten Schiffen; eines führte der Silli und das andere ein Ungar und kamen darmit nach Saloch. Das Jahr darauf, so da war anno 1733 oder 〈17〉34, fienge man an zu arbeiten an dem Weissen Schwall bey der Steinen Brucken zu Segorje und so hat man continuirt. Dan führte Silli bey 60 oder 80 Schif von Sisseck biß Oberlaybach mit königlichen Kupfer, so von Schemniz gekomen, so auch mit Proviand. Die Schif trugen vorhero nur zu 7 Vasß auf der Sau, dan ist es biß 10 Vasß937 gewachsten. Anfanglich seyn die Donauschiff gekomen nur biß Nard, dan biß Susseck und dan nach Ran und endlich biß Ratschach. Biß Nard trugen sie 115 biß 120 Vasß. Dort haben sie etwas abgeladen und seyn komen biß Susseck mit circa 100 Vasß. Dort haben sie wieder abgeladen und kamen auf Ratschach mit 70 biß 80 Vasser. Was da und dort abgeladen und zuruckgelassen worden, haben sodan die ordinari Sau-Strom-Schiffe abgeholt. Die Donauschif seyn folgende und tragen: ein Sechserin bey 4/c Centen, ein Siebnerin oder Kehlhamerin 6 biß 11/c Centen, ein Glatzillen biß 13/c Centen. 6. Vormittag war ich um 11 Uhr mit m. Mich/er/le bey meiner allerliebsten Gemahlin bey der Mesß. Dan war ich bey Graf Herberstein, der [647] mich heüt auf Übermorgen zum Mittagessen hat einladen lassen und batte ihn, wan ihm anderster nicht verdriesset, ein vor allemahl von grossen Taffeln zu dispensiren, indeme ich die grössere Welt auf keine Orth frequentiren und meinen betrübsten Wittwerstand gemäß nach Möglichkeit retiré leben will, welches er auch ganz wohl genohmen und mich dispensirt hat. Nachmittag war bey mir Hofmann. 7. Vormittag war ich mit m. Micherle in der Amtscanzley, wo ich dem Stadtrichter von Rattmanstorf das Jurament vorgehalten. Um 11 Uhr war ich bey meiner englischen Geliebtesten bey der Mesß. Nachmittag von 3 biß ½ 7 Uhr im Rath. NB. Da ich heüt in Betröf des Sau-Stroms referirte, da seyn allerhand vota hervorgekomen und scheinete als ob keiner dieso so wichtige Angelegenheit behörig einsehete. Wenigst hat der præses gestanden, den Bericht von Consessu Commerciali von 10. December lezthin nicht gelesen zu haben. Und das er mein Referat von 5. September nicht gelesen, ob er schon rouliret ist, kan auß deme abgenohmen werden, weil er in lezten Rath, da solcher von Seiner k. k. Majestät approbiret worden, er von der ganzen Sache nichtes wissen,938 und behaubten wolte, das er damahls nicht zugegen war. Enfin, um auß der ganzen Sache nichtes zu machen, stelte er heüt über mein Referat 6 quæstiones, über welche votirt worden. Primo, ob die von mir vorgeschlagene939 und von Hof approbirte Personen in die Eydspflichten zu nehmen seyn oder nicht. [648] 2do, ob das von der Banco-Deputation zu empfangen seyende Capital ad fru-ctificandum anzulegen seye oder nicht. 3tio, ob die Canalen mit dem Dam zu machen seyn oder nicht. 4to, ob wegen deren Manufacturisten und Fabricanten, die sich der Canalen bedienen solten, etwas Kund zu machen 936 Pred tem prečrtano da 937 Pred tem prečrtano Schi 938 Sledi prečrtano wolte 939 Sledi prečrtano Personen | 551 1755 Januar seye oder nicht. 5to, ob die Schleüssenthor, Eisen und Strickweeg zu verkauffen seyn oder nich. 6to, ob man concertiren solle, wie das Werck, auch wo und wan anzufangen seye oder nicht. Alle diese quæstiones, die die höchste Resolution bereits vorschrifftlich decidiret und verordnet, solten nicht einmahl ad quæstionem komen. Mit allen deme giengen die vota dahin, das vorhin in mein Referat nur auf 160 fl. angetragen worden, nun aber kometen 12 biß 13/m fl. herauß. Ich habe vergebens vorgetragen, das mein Referat ganz was anderes enthaltet und das nach solchen der Unkosten in 20 Jahren 40.213 fl. 36 kr. 3 den., mithin noch mehr betragen wurde, alß was der Martiniz verlanget. Und das es was anders seye, die nöthige reparationes an den beschadigten Werckern *vor*zukheren und ein anderes die Navigation in vollkomenen gutten Stand zu sezen. Und das sich über solche Angelegenheiten nicht raisoniren lasset ohne ein so anderes einzusehen und die Bericht und Referats zu lesen und zwar reflexè zu ponderiren. Enfin, einem dunkte, das man vorhero einen Plan machen müsste, was man vor Leüth brauchen wird, um dan den calculum [649] zu ziehen. Der præses protestirte wider dem Silli und das er ein schlechter Mensch seye und er weist, was Silli schon vorhero gethan. Auersperg sagte, wan wir den Silli nicht haben, so haben wir gar keinen, der etwas von Sau-Strom weiß. Der Uhrys votirte bald weiß bald schwarz. Der Hofmann fahrte mit halben Wind und die Intention aller scheinete, das Werck zu imbrogliren, jeder von sich zu schieben, allerhand Difficultäten zu moviren, in Suma die höchste Intention nach Möglichkeit zu contracariren. Præses sagte, das man priora und was die Ingenieurs und in specie der Frast gesagt, einsehen und auß allen ein totum machen, dan erst fürgehen solle. Der Antrag ware, mir alles zu committiren. Ich aber sagte, das ich Seine k. k. Majestät bitten wolle, mich von dieser Sache zu dispensiren. Ich batte mir, das man mein Referat und die von dem Consess gegebene Relation ad aulam begleiten, dan aber das Gutachten nach belieben geben möchte. Ich aber wurde mich auf mein Referat beziehen. Somit ist beschlossen worden, das mein Referat samt dem Consessus-Comercialis-Bericht rouliren solle. Auersperg wolte solches nicht mehr lesen. Uhrys sagte, ich soll es vorhero dem Hofman geben. Et hoc factum, nun wird man sehen, was weiters an Tag komen wird. Soviel ist wohl vorzusehen, das der auch diese Sorg haben wir, mehr Contracarirungen erfahren soll alß er sich niemehr mehr einbilden kan. [650] Enfin, ich werde diese Angelegenheit und wo der Auersperg glaubte, Milionen dazu erforderlich zu seyn, der Herberstein aber mit 160 fl. gerichteter haben wolte, besonders entwerffen, um mich allenfalls dessen præ- valiren und zeügen zu känen, wie derlay wichtige Dinge tractiret werden. 8. Nachmittag war bey mir Silli vocatus und wolte mit ihme gehen die Canalen zu besehen, war aber zu windig. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 9. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. Dan war ich bey Flachenfeld. Nachmittag war bey mir der Bischof von Triest, dan sein Bruder, hiesiger Domprobst. Dan der Nemezhof, Dionoro und Hofmann. Meine 2 Kleinen habe mit m. secretari in das Seiltanzen gehen lassen. 10. Heüt ist just 100 Jahr von Gebuhrtstag meines liebsten Vatters, deme Gott bey sich haben wolle. Von ½ 11 Uhr biß ¾ auf 1 war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Br. Codelli. Abends war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag erster bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey m. Schwagerinen. 11. Vormittag war ich in Visit bey dem Bischof von Triest und dem hiesigen Domprobsten. Dan bey Max-Br.-Erbergischen. Abends war bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. [651] Spätter waren bey mir Br. Max Erberg und sein Gemählin. 12. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß. Zu Mittag speisten bey mir a 14 couverts Br. Max Erberg und sein Gemählin, der Bischof von Triest und sein Bruder hiesiger Domprobst, P. Joseph und P. Bernardin Erberg S. J., Probst von Rudolphswert Br. Erberg, H. 552 | 1755 Januar von Hofmann, Leüthnant Smackers und Fähnrich Br. Löwenthall, mein Frl. Lenerle, ich und meine 2 Kleine, der Micherle und Heinerle. Vormittag war bey mir Uhrys, der gleich nach Wienn verreist und den ich auch noch vor Mittag die Contrevisite gab. Nachmittag war bey mir Br. Salvay. Spätter war ich mit meinen 2 Kleinen bey m. englischen Magnetl. Dan bey m. Schwägerinen und leztlich bey Br.-Codellischen. 13. Nachmittag habe den Anfang gemacht mit Visitirung des Beykart Appotecken. Dan bin ich mit dem Silli und m. Micherle die 3 Canalen biß Kaltenbrunn besehen gangen. Dan war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Heüt abends ist mein amanuensis zu Graf Herberstein in Dienst und wird daselbst am ersten pernoctiren. 14. Vormittag war bey mir Haubtman Br. Dietrich, der Morgen [652] nach Triest verreist. Dan war ich mit m. Micherle bey meinem allerliebsten Schaz bey der Mesß. Dan in des Peykart Apotecken, wo man mit der Visitation bereits am Ende war. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Abends war bey mir Hofmann, spätter Joseph Thurn. 15. Heüt Vormittag habe den Anfang940 gemacht mit Visitation der dritten und lezten Apotecken des Knor. Dan war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey m. englischen allerliebsten Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey Busetischen, wo sich die Cilerle gar nicht wohl befindet. NB. Heüt erst ist im Rath mein Referat von 7. hujus von dem præside auf das Tapet gebracht worden und er wolte die Räthe persuadiren, mein Referat weder des Consessus-*Comercialis*-Bericht von 10. passatto ad aulam zu geben. Auersperg und Hofmann neugten sich leicht. Ich fragte den Auersperg, ob er den Bericht gelesen und sagt: »Nein«. NB. Er ist Referens. Enfin, ich batte entweder solchen ad aulam zu senden oder mir zu erlauben, solchen meinen Referat beylegen zu därffen. Præses expostulirte, das ich der einzige seye, der den Hof ohne Noth beheligen will und so dieses hinauß gehen solte, müste alles mit dem Begleitungsbericht umgestos-sen werden. Ich sagte, das der löblichen Stell frey stehe ihr Gutachten nach belieben einzurichten. Hingegen wird mir auch erlaubet seyn, mein [653] Meinung beyzurucken und mein Referat allenfalls mehr zu fundiren. Endlich wurde beschlossen ein so anderes, jedoch ohne Gutachten hinauß zu geben und anzutragen, das der Hof eine Commission denominirete, dieses werde zu dirigiren. Ich erinnerte einige puncta auß meinem Referat und sagte, das ich verschiedene alsogleich hätte befolgen wollen. Es hat aber geheissen, das alles die Commission thun wird. Bene, mir ware es recht, das nur die Sachen hinaußgehen. Die Materie ist delicat und also wird der Hof den Sachen schon recht zu thun wissen. 16. Nachmittag war ich bey m. englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Dan war ich in Visit bey Paul Aloys Auersperg in mein Hauß, weil er sich unpäßlich befindet. 17. Vormittag war bey mir Nied/er/bacher in Nahmen der Mad. Flachenfeld, einen Strassenschreiber zur Sau-Stromer-Arbeith zu recomendiren. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß. Dan war bey mir Hofman, der absolute mich persuadiren wolte ad aulam zu geben, das Ignati Br. von Apfaltrer wegen seinen aufhabenden vielfaltigen Geschäfften und grosser Landeswirtschafft bey dem Sau-Strom die erforderliche Dienste nicht wird præstiren känen und er will den Br. Zierheim, den er über den grünen Klee lobet, obtendiren. Dan war der Ziegler in der nemlichen Angelegenheit nomine præsidis, den der Hofmann [654] deßwegen præveniret, mir aber davon nichtes gesagt hat. Ich gabe also dem Ziegler zur Antwort, das ich mich lediglich auf mein Referat von 7. hujus beziehe. Nachmittag war bey mir Raabensperg, dan der Haubtman Seental . 940 A popravljen iz E | 553 1755 Januar Abends war ich mit m. Micherle bey m. englischen Magnetl. Spätter war ich bey Gr. Auersperg in meinem Hauß. 18. Vormittag habe den Silli alß Oberaufseher über den Sau-Strom, dan den Malitsch alß Stempelpachter in unserer Amtscanzley das Jurament gegeben. Dan war ich mit m. Micherle bey m. Allerliebsten bey der Mesß. Nachmittag war bey mir canonico Sanguineo, der von Triest komt und mir einige Bücher von Maxl gebracht. Dan war ich in Rath von ½ 4 biß ½ 5 Uhr. Dan war ich mit Hofmann spaziren. Spätter bey Br. Flachenfeld in Amtsgeschäfften. 19. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir abbé Aursperg. Dan war ich bey m. englischen Magnetl. Spätter bey vicario generali in Amtsgeschäfften. 20. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner Allerliebsten bey der Mesß. Dan bey Mad. Wertentall. Nachmittag war bey mir abbé Gall, Lazarini und Germeck. [655] Abends war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Magnetl und auch bey m. lieben Vattern seeligen, wie auch Vormittag dessen heilligen Nahmenstag an heüt celebriret wird. Spätter war ich bey Aursperg in m. Hauß. 21. Vormittag war ich mit m. Micherle bey m. englischen Ausserwählten bey der Mesß. Dan in der Landschafftbuchhalterey bey Br. Piligräz. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg, der künfftigen Montag nach Triest und Görz verreist. Dan ein junger Liechtenb/er/g, der nomine seines Bruder Graf Sigmund mir 10 fl. gebracht, um ein Loterieloß von Brüssel zu haben. Spätter Carl Hochenwarth. 22. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 12. Nachmittag war bey mir Br. Argento von Pisino der alte mit 2 seinen Söhnen, dan Lazarini mit einem seinem kleinen Brudern und ein junger Oberburg, welche 3 lezte in die Wienner941 Militarpflanzschull Morgen abreisen werden. Abends war ich bey Aursperg im Hauß. Dan942 bey meinem allerliebsten Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß supliret hat. NB. Vormittag war auch bey mir der Hofmann, der mich ersucht, dem Br. Zierheim zu helffen, das er Bauschreiber auf dem Sau-Strom wurde. 23. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Mad. Petrassa von Triest mit dem alt und jungen Br. Argento. [657] 943 Vormittag habe auch den Consessum Sanitatis gehalten. 24. Vormittag ist mir auf Morgen um ½ 11 zu Graf Hochenfeld zur Commission angesagt worden. Dan aber Nachmittag zum Repræsentation- und Camerrath, auch auf Morgen um 10 Uhr. Ich liesß den Herberstein fragen, ob ich dem Hochenfeld absagen lassen solte. Er aber ließ mir wissen, der Hochenfeld hätte die Commission schon absagen lassen. Nun, obschon dieses mir nicht bewust ist, so will ich doch Morgen deßwegen zu Hochenfeld schicken. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Dan war bey mir Brezl und Schifferstein. Vorhero der Niederbacher. 25. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 11 Uhr. Dan war ich bey meiner allerliebsten Mantscherle, wo mich wenig vor Mittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir der chevalier Lamb/er/g. 941 Sledi prečrtana beseda. 942 Pred tem prečrtano V. M. (= Vormittag). 943 Zadnja paginacija, ki se je držim v ediciji, tu preskoči za eno številko. 554 | 1755 Februar Spätter Nachmittag war ich bey m. englischen Magnetl mit m. Micherle, dan bey meinen Schwägerinen. Noch spätter war ich bey Aursperg im Hauß. 26. Heüt morgens um 7 Uhr war ich mit der Frl. Lenerle und m. Micherle bey meinem englischen Ehegespändl und habe daselbst ein Mesß lesen lassen. Dan seyn wir in einer mit 3 Pferdten bespandten Schlitten um 8 Uhr nach Lack [658] abgefahren und hinauf gekomen um 10 Uhr. Da habe ich mein Schwester Closterfrau heimgesucht und speisten in Kloster zu Mittag. Nachmittag machen wir alle die Visit bey dem Haubtmanischen Br. Paumgarten. Dan war ich bey Haubtman Böhm in Visit. Nach 4 Uhr seyn wir944 retournirt und nach 6 Uhr zu Laybach revertirt. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten englischen Ausserwahlten bey der Mesß. Dan mit ihm und der Frl. Lenerle bey Br. Erb/er/g Creißhaubtman. Zu Mittag speiste bey unß der Verwalter der Bssa. Mordaxt von Neu Stain. Nachmittag war bey mir der Kalchheimer. Spätter war ich bey Aursperg in m. Hauß. 28. Vormittag war bey mir Dr. Modestus vocatus, dan Schifferstein und Marotti. Nachmittag war bey mir Joseph Thurn und sein neveu conte Folpati. Dan war ich in Rath von 4 biß ¾ auf 5 Uhr. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 29. Vormittag war ich in Conferenz von 10 biß ½ 12. Dan war ich bey dem Obristwachmeister. Dan bey meiner geliebtesten Gemahlin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir der alte Br. Argento mit Mad. Patrassa. Spätter war ich mit m. Micherle bey [659] meinem englischen ausserwahlten Magnetl. Dan bey Aursperg in mein Hauß. NB. Gester in Rath war beschlossen, die Exemtion zu Wexlburg als in loco delicti, das ist in dem Landgericht, deren 2 Sitticher Bauren vorkheren zu lassen. Heüt hingegen, das solche hier und zwar in der Stadt auf dem Plaz heüt über 8 Tag befolget werden solle. 30. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. Dan in Visit bey Mad. Petrassa. 31. Vormittag war bey mir Haubtman Böhm. Dan der Burgermeister Peer vocatus et Schifferstein vocatus. Nachmittag war bey mir Fiscal Merzenheim et Hofmann. Abends war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 1755 Februar 1. Februar. Vormittag war bey mir Silli. Nachmittag war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Spätter war bey mir der junge Widerkher. 2. Vormittag war ich bey dem Obristleüthnant Graf Broune, der dieser Tagen auß Malta gekomen, war aber nicht zu Hauß. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. Dan bey Flachenfeldischen, wo Mad. heüt ihr Geburtstag celebriret. Nachmittag war ich bey Herberstein wegen [660] morgigen Licitation des fürst-portüschen Fideicommisshauß. Dan suchte den Fiscaln. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Dan bey Br. Wolckensperg, wo ich auch den Obristleüthnant angetroffen. Dan bey Graf Aursperg im Hauß. 3. Vormittag habe das fürst-portüsche Fideicomisshauß allhier licitirt und dan diese Licitation zu continuiren auf dem 10. hujus determinirt. Nachmittag war bey mir Hofmann. Spätter war ich bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 944 Prečrtan d | 555 1755 Februar NB. Hofmann sagte mir, das eine Staffete von Judico Delegato von Gräz heüt morgens herein gekomen, das die Execution Übermorgen nicht auf dem Plaz hier in der Stadt, sondern auf dem gewöhnlichen Richtplaz vollzogen werden solle. Dan, das der Uhrys mecontent von Wienn retournirt und das er nach Carlstadt gehen müssen. Dan, das der Heinrich Aursperg nach Wienn zu gehen, die Erlaubnus erhalten und in 8 Tagen abreisen wolle. 4. Abends war ich bey m. englischen allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 5. Vormittag war bey mir der Administrator von kaiserlichen Spittal. Dan der carlstadterische Generaladjutant [661] und Obristwachmeister Baron Longuebal, der mir von der Generalin Bssa. Scherzerin 96 alte Medalien in einem Beütl gebracht. Zu Mittag speisten bey mir Haubtman Behm, Haubtman Jordan und Haubtman Rößler. Nachmittag war bey mir Hofmann. Spätter war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Heüt Vormittag seyn 2 Complices in der Sitticher Affaire außgeführt und justificiret worden; einer ist enthaubt und der andere lebendig geradbrochen worden. 6. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Ausserwahlten bey der Mesß. Dan in Visit bey dem Grafen Petaz, Generalen zu Carlstadt, per wohin er Morgen abreiset. Dan war ich bey dem Br. de Fin, gewesten Landshaubtman zu Grad/isc/a et Landsverwalter zu Görz, war aber schon in Wagen zum Außfahren. Dan war bey mir der General Graf Petaz mit seinem Bruder dem Bischof zu Triest und einigen Officiers. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß ½ 6 Uhr. Dan bey meinem englischen Magnetl und allerliebsten Ehegespandl. 7. Vormittag war ich in Commission bey Grafen von Hochenfeld von 10 biß ½ 11 Uhr. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir P. Joseph und P. Bernardin Erberg. Spätter war ich bey m. englischen Magnetl, [662] wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. NB. Heüt in commissione habe vorgestelt, das ich zwar kein Anstand habe dabey zu interveniren. Dahingegen überlasse ich es der höchsten Decision, ob ich interveniren kan, indeme die Großmutter meiner Allerliebsten945 mit der Mutter des Ignazi Frh. von Apfaltrer (dessen Angelegenheit diese Commission betrifft) leibliche Schwestern waren, welches also höchstem Orts vorgestellet werden wird. 8. Vormittag war ich in Visit bey Kalckheinner, dan mit m. Micherle bey m. englischen herzigsten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag ist um 3 Uhr Rath angesagt, dan aber wieder abgesagt worden. Bey mir war Hofmann und Br. Wolckensperg, spätter Schifferstein. 9. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Nemezhof, der in 8 Tagen mit dem Landshaubtman nach Wien verreiset. Spätter Joseph Graf Thurn. 10. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 11 Uhr. Dan in Visit bey Waicard Barbo, dan bey Heinrich Aursperg, der aber nicht zu Hauß war und Nachmittag nach Wienn verreist. Nachmittag war bey mir der Trompeter. Spätter war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. englischen Magnetl, wo mich lezter Vormittag bey der Mesß suppliret hat. [663] Dan habe meine Frl. Schwägerinen, die bey m. Frl. Lenerle waren, nach Hauß begleitet. 11. Vormittag hielte das zweytemahl die Licitation des fürst-porzüschen Fideicommishauß von 10 biß 11 Uhr. Nachmittag war ich bey meiner englischen Geliebtesten, wo mich vor Mittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 12. Vormittag war ich mit mein Micherle bey meiner ausserwählten Allerliebsten bey der Mesß, wo wir unß auch haben einäschern lassen. Abends ingleichen. 945 Sledi prečrtano zu 556 | 1755 Februar Spätter bey dem alten Widerkher, dan bey Aursperg im Hauß. 13. Nachmittag ware bey mir Sigm/und/ Graf Liechtenberg mit seiner Brudern. Dan der Haubtman O‘Doude, der Obristleüthnant Graf Broune und der Hofmann. Abends war ich bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Haubtman O‘Doude, der erst von Triest komt und mit m. Maxl zu Venedig war, gibt mir die erfreüliche Nachricht, das m. Maxl bereits ausser aller Gefahr seye und in kürze die vollkomene gutte Gesundheit überkomen werde, dafür Gott gelobet seye. 14. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. geliebtesten Ausserwählten bey der Mesß. Abends ingleichen. 15. Vor Mittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meinem englischen Magnetl bey der Mesß. Abends ingleichen. Spatter bey m. Schwagerinen. [664] 16. Vormittag war ich in Visit bey dem Obristleüthnant Grafen von Broune, dan bey Haubtman Perego, wo ich an ein so anderen Orth vielle Officiers angetroffen. Dan suchte Herberstein, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan bey der Gräfin Barbo, die eben heüt ihr Nahmenstag celebriret. Dan bey valvasorischen Fraülen wegen der Köchin von Villach, die bey ihnen gedient hat. Dan bey Landshaubtman, der Donerstags nach Wienn verreiset. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Geliebtesten bey der Mesß und der ich heüt vor 2 Jahren und 3 Monaten in dieser Welt das leztmahl ihre englische Händlein auf das zartlichste derküsset und mit meinen Thränen benezet habe. Nachmittag war bey mir der Leüthnant Smackers, dan der Gravenhub/er/. Erster komt frisch von Triest und versicherte mich, das mein Mäxl bald wieder genesen wird. Vor Mittag war ich auch bey Mad. Gall, gebohrne Schärffenberg. Dan bey m. Schwagerinen. Nachmittag bey m. Schwagern den P. Joseph S. J., dan bey Carl-Hochenwartischen. 17. Vormittag hielte die 3te Licitation des fürst-portischen Fideicommisshauses von 10 biß Mittag. Nachmittag war bey mir Br. Löwenthall, der alß würklicher Leüthnant unter Wied resolvirt ist. Von 3 biß 6 ½ war ich in Rath. M. Micherle und Heinerle haben mich Vormittag bey meiner allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß supplirt. [665] 18. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey m. englischen ausserwählten Eheschaz bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Br. Zierheim. Abends hielte Consessum Sanitatis. 19. Nachmittag war bey mir Zierheim und der Silli, dan Gravenhub/er/ und Nemezhoffen. Abends war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner iniglich geliebtesten Ausserwahlten, wo mich Vormittag beede bey der Mesß suppliret haben. Spätter bey Nemezhoffen, der Morgen mit dem Landshaubtman nach Wienn verreist. 20. Vormittag war bey mir Ziegler mit den expediendis. Dan der Pfarrer zu Jauchen, Schemiz. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 5 Uhr. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle und Heinerle bey der Mesß suppliret haben. Dan war bey mir Silli. Dan der Dr. Grafenhuber. Spätter war ich bey Aursperg im Hauß, der wieder unpaßlich ist. Heüt Vormittag ist der Landshaubtman und Nemezhof nach Wienn abgereist. NB. Heüt in Rath critisirte Herberstein wieder die pro instructione des Zierheim auf sein Befehl entworffene Instructionspuncta. Erstlich repetirte er ein parmahl, wie das er bey Br. Zierheim zu mir geschickt hatte, liesse sich mir empfehlen und mich ersuchen, das ich ihme Zierheim gedachte puncta comuniciren möchte, auf das er seine reflexiones darüber hätte machen känen. Ich sagte vergebens, das mir Zierheim [666] sogestalten die Post nicht außgericht hatte. Ich aber habe ihm von mir selbst die puncta vorgelesen und sonst in Sachen informirt. Und da er die aufgegebene Post wieder repetirte und ich auch erwiderte, Zierheim habe solche nicht sogestalten außgericht und nun da dieses nicht geschehen, wird doch noch ein Mittel seyn, auß der Sache zu komen. Dan war ihm ein so ander Punct nicht recht oder besser zu seyn, unnöthig. Ich sagte ihm, das es nichtes leichter seye alß den Punct außzulassen, alß wan ich ihn nicht entworffen hätte. Endlich sagte er mir, ich möchte doch in meine eigene Arbeith nicht so verliebt seyn. | 557 1755 Februar Dan ließ er alles auf dem Zierheim ankomen: er alß commissarius wird schon seine Relation zu erstatten und alles wohl zu erwegen wissen. Dan kam er über den armen Silli. Und da dieser sagte, wie die Felsen unter dem Wasser zu sprengen seyn werden und der Silli alß gar wohl in Sachen erfahrner alles gut vorgestellt, war ihme nichtes recht und sagte, dieser hat schon ein 200/m fl. in die Lufft gesprengt und wendete sich zu Zierheim sagend, er möchte sich informiren, was vor Leüth an Sau-Strom gearbeitet haben, um sich künfftig deren zu bedienen, anderer gestalten man von Hof einen Ingenieur oder anderen in Sachen erfahrnen wird verlangen müssen, massen mit Silli allein die Sache nicht unternehmen wolte. Bone Deus, der arme Silli war deconcertirt, ungeacht er [667] in dieser wichtigen Angelegenheit alle in die Schull führen kan und mit wenigen dieses zu præstiren weiß, was andere mit viellen zu thun nicht fechig seyn. Der Zierheim, der von allen den *Sau-Strom*946 soviel weiß alß etwa von dem Nilo oder Ganges, wird nun ein Director werden und der Silli, der der einzige ist, der alle instruiren känt, wird erwarten müssen, was ihm der Blinde wird zeügen wollen. 21. Vormittag war bey mir Rabensperger vocatus, dan Max Br. Taufferer und dan chevalier Lamberg. Item Br. Zetschker, deme sein Mutter den 6. hujus zu Schneckenbichl gestorben. Zu Mittag speiste bey mir Zetschker. Nachmittag hielte Consessum Comercialem. Dan war bey mir Rabensperg. Spätter war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle und Heinerle bey der Mesß suppliret haben. 22. Vormittag war bey mir der Waarenbeschauer, prothomedicus Weber, Ziegler, Haubtman O‘Donde mit seinem neveux. Um 10 Uhr habe dem Richter von Laaß das Jurament in der Amtscanzley vorhalten lassen. Dan war ich mit m. Micherle bey meinem Eheengl bey der Mesß. Nachdem war bey mir der junge Rea, der sich zu mir pro amanuensi antraget. Dan Br. Zetschker, deme die von seinem Bruder ihrer nunmehr seeligen F. Mutter angeschaffte 100 fl. bezahlet habe. Dan Dr. Gravenhuber. Spätter war ich mit m. Mich/er/le bey m. englischen Magnetl. [668] 23. Vormittag war bey mir Br. Zierheim. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten bey der Mesß. Nachmittag mit m. Micherle und Heinerle bey der Busetin, dan mit ersten bey Mr de Werth und spätter bey chevalier Lamberg. 24. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ehegemählin bey der Mesß. Nachmittag war bey mir der neveux de O‘Donde, dan der Merzenheim. 25. Vormittag war bey mir Burgermeister Perr, medicus Gravenhub/er/ et Ziegler. Nachmittag um ½ 4 Uhr ist m. Maxl von Triest gekomen. Dan war bey mir Rabensperger. Abends war ich bey m. englischen Eheherzl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. NB. Den 23. habe ich den jungen Rea pro amanuense aufgenohmen und ihm nebst meiner Taffel und Quartier 60 fl. jahrliche Besoldung versprochen. 26. Vormittag war ich in Rath von ½ 10 biß 11. Dan war ich bey m. englischen Ehegespändl, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß947 *sup*liret948 hat. Nachmittag war bey mir Silli. Spätter war ich mit m. Micherle bey m. englischen allerliebsten ausserwählten Magnetl. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle bey m. englischen Schaz bey der Mesß. Dan bey Martiniz wegen der Köchin. [669] Nachmittag waren bey mir P. Joseph und P. Bernardin Erberg. Dan der Trompeter mit 3 Hachel zum Flachs abziehen. 946 Nad prečrtanim Sachen 947 Pred tem prečrtano zu 948 Pod vstavkom prečrtana črka 558 | 1755 Marec 28. Vormittag hat mich m. Micherle bey meinem englischen Ehegespandl bey der Mesß supplirt. Abends war ich selbsten bey m. ausserwählten Magnetl. 1755 Marec 1. Marzi. Abends war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle suppliret hat. 2. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner geliebtesten Ausserwählten bey der Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. 3. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey m. englischen Eheschaz bey der Mesß. Dan in der Conferenz von 11 biß Mittag. Nachmittag war bey949 mir die teütsche Hebame vocata. Dan der protomedicus vocatus. Von ½ 5 biß 6 Uhr war ich in der Conferenz, beedesmahl wegen denen Rebelionen in Warasdin, Croaten etc. Bey mir war vorhero auch der Malitsch vocatus. NB. Herberstein erzehlte heüt in Gegenwarth des Obristen, Hofman und meiner, mit was harten Expressionen der General Keil sich gegen Petaz habe vernehmen lassen und gemeldet, das wegen der sich geeüsserten Warasdiner Rebelion alles verlohren seyn und dieses offters repetiret habe. Petaz erwiderte, das dieses nicht erfolget wäre, wan er sich in loco befunden hatte. Keil soll replicirt haben: »Verflucht seye die Stund, da er Petaz den Fusß dahin gesezt hat und er seye die Ursach all dieses Unheils.« [670] Petaz soll erwiedert haben, deßwegen bey Hof Satisfaction suchen zu wollen. Keil habe ihm solches an heim gestelt. All dieses, sagt Herb/erstein/, das ihm Petaz selbst erzehlet habe. Herberst/ein/ sezte bey mit trenenden Augen. NB. Il a les larmes à sos commendemens, ò du arme Kaiserin, von was vor Leüthen last du dich verführen. Er, Herberstein getrauete sich, ohne Bedeckung unter diese Rebellen zu gehen, indeme sein Nahmen bey ihnen bekand ist und einer seiner Angehörigen an den Gränzen und von diesen Leüthen veneriret war. Und die Lieb, die diese einmahl vor einen haben, so kan der Nahmen schon alles guttes außwircken. Petaz seye wegen seiner Eigeneuzigkeit von diesen Leüthen verhast. Hildburgshausen allein wäre in Stand alles zu stillen. Er hat ihre Lieb, ist ungemein, fleissig, applicatif, belesen und den Sachen vollkomen gewachsen. Der Kaiser habe ihn præcipitirt und von der Graniz gebracht mit Unarth und afrontirlich vor Hildburgshausen, dahero dieser nicht leicht wieder dahin komen därffte. Wilscheck seye mit seinem rectificatorio nicht wenig schuldig an dem lezten sich eusserenden Aufstand deren Walachen und Croaten. 4. Nachmittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Bey mir waren Gravenhub/er/, Web/er/, Schifferstein. [671] 5. Abends war ich bey m. englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Spätter war ich bey Aursperg im Hauß, der noch etwas unpäsßlich ist. 6. Morgens war bey mir Frl. M/aria/ A/nna/ Utschan. Um 9 Uhr ist mein Sohn Max mit Br. Tucker und Barain nach Lack verreist. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 6 Uhr. Dan bey m. allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle und Heinerle suppliret haben. Heüt abends ist Mad. Amigoni gestorben. 7. Nachmittag war ich in Conferenz von 3 biß 4 Uhr. Abends bey m. englischen Eheherzl mit m. 2 Kleinen, welche mich Vormittag bey der Mesß suppliret haben. Dan waren die seelige Amigoni zu besprengen. 8. Vormittag war bey mir Gravenhub/er/ und Prezl. Nachmittag der Eisel. Um 4 Uhr war ich mit m. Micherle bey der Bredig in der Teütschen Kirchen. Dan bey m. englischen allerliebsten und ausserwahlten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 9. Vormittag war bey mir der alte Reiya. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Ehegespandl bey der Mesß. Dan mit m. 2 Kleinen bey Mad. Wertenthall, die heüt ihr Nahmenstag celebrirt. 949 b popravljen iz g | 559 1755 Marec Nachmittag war bey mir Hofmann, Haubtman Ebner, Merzenheim und Silli. Abends war ich bey m. englischen Magnetl. [672] Dan bey Amigoni, mein Condolenzcompliment zu machen wegen Ableben seiner Gemählin. NB. Hofman hat leztlich observirt und heüt relevirt, das mir leztlich der præses gesagt einmahl, das ich mich in Spineweben nicht aufhalten, und einmahl, das ich in mein Arbeit nicht so verliebt seyn soll und warum ich dieses leide. 10. Vormittag war bey mir Burgermeister Perr. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß ½ 6. Dan war ich bey meinem geliebtesten und ausserwahlten Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Hofmann. 11. Abends war ich bey meiner liebsten Mantscherle, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 12. Vormittag war bey mir Haubtman Ebner, der Nachmittag nach Carlstadt verreist. Dan waren bey mir hiesigen Sattlermeister. Nachmittag war bey mir der Landrechtssecretarius Wolf vocatus. Abends war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 13. Vormittag war bey mir Prezel. Von 10 biß ½ 1 war ich in Rath. Nachmittag von 3 biß ½ 5 in der Conferenz. Dan mit Hofman spaziren. Spätter bey m. geliebtesten Eheengl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Buseth. Dan Schifferstein, der Morgen mit Herberstein nach Mettling und Tscherneml verreisen wird. [673] 14. Vormittag war bey mir Jenckenshaim von Lack, der Schluderbach, eine Fleischhackerin, Camerdiener von General de Fin und Hofmann. Um 11 Uhr war ich bey meiner auf das zartlichsten geliebtesten englischen Gemählin bey der Mesß, welche ich in den ihren Angedencken geopferten Mesßkleid habe celebriren lassen, weil heüt just 2 Jahr, 4 Monath zuruckgeleget worden seit ihren zeitlichen Ableben und den Anfang meines leid- und betrübnusvollen Standes. 15. Vormittag war bey mir Hofmann. Nachmittag war ich bey General Br. de Fin in Conferenz. Dan war bey mir Hofman, Freydeneg, spätter Brentano von Triest. M. Micherle hat mich heüt bey der Mesß bey meiner allerliebwertesten Gemählin supplirt. 16. Vormittag war bey mir Schluderbach. Dan Dr. Possaviz, der mir eine Restitution brachte und dieses war das Crucifix, welches mein auf das zärtlichste geliebte Gemahlin beym Beth zu haben pflegte und nach ihrem Ableben entzogen war. Ich habe solches sogleich meiner allerliebsten Ausserwählten auf das Herz gelegt, indeme sie zu Lebenszeit Gott jederzeit in Herzen hatte. Um 11 Uhr war ich bey meiner Allerliebsten bey der Mesß mit m. Micherle. Dan beym sig. Brentano von Triest, der auch gleich darauf per dahin abgereist. Nachmittag war bey mir Mad. Buseth mit ihrer Schwester. Dan Merzenheim und spätter Amigoni. 17. Vormittag war ich in Rath von 10 biß Mittag. Nachmittag war bey mir Br. Gussich, der vorgester abends von Adlsperg hier angelangt. Dan Amigoni [674] et Raditsch vocati. Dan war ich bey meiner Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Dan bey Flachenfeld und spätter bey General Br. de Fin. Bey mir war auch Hofman vocatus. Dan der Balant, der einen medicum abgibt, dan Haubtman O‘Donde. NB. Gussich beklagte sich sehr über Reprimanden, die er immer von der Stell bekomt und ist resolvirt, diese nicht mehr leiden und lieber sein Amt resigniren, sich aber vorhero einer Untersuchung unterwerffen und endlich bey dem Landrecht alß Rath angestelt werden zu wollen. Ich riethe ihm sein Sentiment zu änderen und sich beym præsidi zu melden bey dessen Ruckkunfft. Er scheinet aber von dem Humeur nicht zu seyn. Ich mahnte ihm an die Verspättung seiner ausständigen Berichte wegen Schneeaußschauflung, wegen quinquenalis, wegen der Mauth zu Ruppa und zeügte ihm, das er nicht unschuldig seye. Item soll er in seinem stylo bey Erstattung der Berichte nicht badiniren, 560 | 1755 Marec solche gründlicher verlassen und hierinfalls fleissiger seyn. 18. Gegen Mittag war ich bey dem auß Unt/er/ Crein erst angekomenen præside Gr. von Herberstein, dan bey Hofmann. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. M. Micherle supplirte mich heüt Vormittag bey m. englischen Ausserwählten bey der Mesß. Heüt Nachmittag ist der Christian Graf von Attems hier arrettiret worden auf Requisition des Generalen Gr. von Harrsch. 19. Vormittag um 11 Uhr war ich mit mein Micherle [675] bey meiner englischen allerliebsten ausserwahlten Gemählin bey der Mesß und seyn heüt just 29 Jahr, das ich mich mit diesen mir von Gott geschenckten Engl ehelig und solemniter verlobet habe. Ach Gott, wie angenehm und frölich waren selbe Zeiten, wie traurig und betrübt mein dermahliger Stand. Dan suchte m. Schwager S. J., der heüt sein Nahmenstag celebriret. So war ich auch bey Carl-Hochenwartischen, bey Mad. Erberg, gebohrne Apfaltrer, bey Busitischen, suchte auch Joseph Thurn. Nachmittag war bey mir Ballandt. Abends war ich bey mein vollkomenen englischen Ehegespändl. 20. Vormittag war ich in Rath von 10 biß nach Mittag. Nachmittag war ich bey Mr et Mad. Kolbniz. Dan bey mir chyrurgus Buchfing vocatus. Um 4 Uhr in Conferenz bey General Br. de Fin. Dan bey Benj/ami/n, der unpaßlich ist. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan bey alt-Br.-Gallischen wegen Balant. 21. Vormittag war bey mir Radoviz von Laack. Spätter Haubtman Br. Dietrich. Zu Mittag speiste bey mir Br. Lowenthall und Br. Ticker; erster gehet Morgen nach Nied/er/land unter Regiment Wied. Abends war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Mich/er/le suppliret hat. 22. Vormittag war bey mir Br. Löwenthall, der heüt mit der ordinari hier nach Wien und weiter nach Niederland abreiset alß Leüthnant unter Wied. [676] Nachmittag gieng ich mit Frl. Lenerle und mit meinen 2 Kleinen zum H. Grab. Dan zu meiner ausserwählten englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Vormittag war auch bey mir Br. Zierheim und vorhero Stefano Sili. 23. Vormittag war bey mir Hofmann. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß. Nachmittag war bey mir der alte Steinberg. 24. Vormittag war ich in Rath von 10 biß nach Mittag. Abends habe m. Maxl bey canonico Grafen von Lamberg aufgeführt. Dan war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 25. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem ausserwählten Eheengl bey der Mesß. Nachmittag war bey mir der Prezl, dan die Schemerlin wegen des Balant. 26. Vormittag war bey mir Prezl, dan P. Eder, Jesuit. Um 9 Uhr war ich in Conferenz und dan im Rath biß ½ 12 Uhr. Gegen950 Mittag war ich bey mein englischen Eheröserle, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Hofmann, dan Amigoni. 27. Abends war ich bey m. englischen allerliebsten Gemählin mit m. Micherle. Vor war bey mir Merzenheim. [678] 951 28. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwählten Allerliebsten. Dan bey General Grafen von Harrsch, der gester von Görz angekomen und künfftigen Montag wieder dahin retourniren wird. 950 Popravljeno. 951 Zadnja paginacija tu brez razloga preskoči za eno število. | 561 1755 April Abends passirte die gewohnliche Capucinerprocession bey m. Hauß von ½ 8 biß ½ 9 Uhr. Dan war ich bey m. Schwagerinen, m. Frl. Lenerle und meine 2 Kleinen, wo sie die Procession gesehen, abzuhollen. 29. Vormittag waren bey mir P. Eder S. J., dan Prior von Augustinern; lezter gehet nach Wienn zum Capitul und Wahl eines provincialis. Nachmittag war bey mir Spieglfeld, dan Jamnig; lezter vocatus. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten. Dan bey Jesuiten bey der Aufferstehung. 30. Heüt am Ostersonntag war ich mit m. Mich/er/le bey dem P. Emel S. J. bey der österlichen Beicht. Dan bey m. Schwager P. Joseph S. J. Um 11 Uhr bey meiner allerliebsten Ehegemählin, wo wir die Mesß gehört und dan die H. Communion empfangen haben. Dan bey alt-Br.-Gallischen. Zu Mittag speisten bey mir 2 Studenten, der Br. Argento von Pisino und Conti von Triest. Nachmittag war bey Frl. Lenerle die alte Br. Tauffrerin, welche sehr klagte, das ihr Sohn, der Creißhaubtman, mit seiner Gemählin nicht wohl lebet und sie ihm viel Verdruß causiret. Und da sie mich um Rath fragte, wie der [679] Sache zu helffen, riete ich ihro sich wohl in Acht zu nehmen, das sich niemand ins Mittel lege. Wer der auch seye, wohl aber, das er der Mann bey Zeit und Gelegenheit ihro mit schenster Arth sage, was ihm chagriniret und bel modo erinnere, das sie sein Eheweib somit verpunden seye, ihm und sonst niemand recht zu thun, ihm und sonst niemand gefällig zu seyn und alle mögliche Satisfaction zu laisten. Wann alles dieses nichtes fruchtete, hat er kein anderes Remedium alß gedultig zu erwarten biß mit den Jähren seiner Gemählin952 die Vernunfft aufgehe und ihro ihre Pflichten besser erkennen mache. Abends war ich bey meiner Ausserwahlten. 31. Vormittag war bey mir Oberer nomine des præsidis Grafen von Herberstein. Dan Hofmann. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner Allerliebsten bey der Mesß. Dan Mad. Kolbniz, die gester nachts um 11 Uhr gestorben, zu besprengen und zugleich ihren Mann zu condoliren. Nachmittag war bey mir der Graf Aursperg im Hauß, der Dr. Gravenhuber, P. Joseph et P. Bernardin Erberg S. J., der Obristwachmeister von Preis. 1755 April 1. April. Vormittag war bey mir Martiniz. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle bey meinem englischen Eheherzl bey der Mesß. Dan war ich in Visit bey dem leztangelangten953 Kriegscommissario H. von Puchner. [680] Nachmittag war bey mir der alte Steinberg. Dan Mad. Utschan. 2. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen ein Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Hofmann. Um 11 Uhr Vormittag ist mein Sohn Max mit der ordinaire von hier nach Triest retournirt. Nachmittag war bey mir Obristwachmeister von Preis. Spätter war ich bey m. englischen allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Dan suchte den Dr. Marenik et Hofman. Bey mir war Prezl wegen eines Bulvers nomine des Fürsten-Bischofs, weil der Perskhy von einem wenigen Hund gepissen worden. 3. Vormittag morgens um 5 ½ gieng ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen zu meiner englischen auf das zärtlichste geliebtesten Gemahlin mit eigener Mesß. Um 6 ¼ fahrten nach Mannspurg zur Frl. Maria Anna von Hallerstein. Gaben auch eine Visite den Liechtenthurnischen und speisten zu Mittag bey Frl. Lenerle, wo auch die M/aria/ A/nna/ gekomen. Gegen 2 Uhr Nachmittag fahrten auf Münckendorf zu den Klosterfrauen und arrivirten daselbst gegen 3 Uhr. Bliben da biß nach 5 Uhr und retournirten zu Mannspurg bey Frl. M/aria/ A/nna/ nach 6 Uhr. Reisten ab nach 7 Uhr und retournirten zu Laybach um 8 ½ abends. 952 Sledi še enkrat Gemählin 953 Popravljeno. 562 | 1755 April 4. Morgens war bey mir Gr. Aursperg im Hauß, dan der neue Kriegscommissarius Puchner. Zu Mittag speiste bey mir Hofmann. [681] Nachmittag war bey mir Schifferstein, dan Heißl. Abends war ich bey mein englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. NB. Hofmann erzehlte mir alles, was seinetwegen in lezten Rath, nachdeme er abgetretten, gesprochen worden. Er drohet immer dem præsidi. Ich aber widerriethe ihm, wie jederzeit, mit dem præside sich nicht zu stossen, gedult zu haben und friedlich zu leben. Enfin, er glaubt ihme, weiß nicht, was verreiben zu wollen. 5. Vormittag war bey mir Ziegler. Zu Mittag speiste bey mir Hofmann. Nachmittag war bey mir Dr. Marenig vocatus wegen fürst-portüschen in licitatione verkaufften Fideicomisshauß. Abends war ich bey meinem englischen Weiberle und allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Hofmann sagte mir heüt, das ihme Zois in Gegenwarth des Raditsch gesagt habe, das vor obgedachtes Fideicomisshauß gerne 3/m fl. offeriret hätte, dahingegen er sich mit dem Lamberg nicht hat bruliren wollen, da dieser ihn ersucht hat, ihme kein casum duriorem zu machen, somit um das Hauß nicht mitlicitiren. 6. Vormittag war ich bey meinem allerliebsten englischen Schaz mit m. Micherle bey der Mesß. Dan bey Hochenfeld. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir der capitano O‘Doude nepos. [682] Dan war auch bey mir der Graf Paul Aloys Aursperg im Hauß. 7. Vormittag war ich in Rath von 9 biß auf 12 Uhr. Dan bey m. allerliebsten Ausserwählten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 8. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Zu Mittag speiste bey mir Hofmann. Vormittag war auch bey mir der alte Reya. Abends war ich bey m. englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 9. Vormittag war bey mir Perr, Burgermeister, deme ich m. Bericht in Mauthangelegenheit vorgelesen habe. Dan waren da 2 Garzarolli in creuzbergischen Angelegenheit und einer von mir an die Kuschlanin und von ihrem Mann am Garzaroli girirten Cession. Un da ich dafür den Schuz und Schirm versprochen, so habe ihnen gesagt, sich Morgen Nachmittag bey mir zu melden, da ich in alten Schrifften nachsuchen will. Dan war bey mir Ziegler wegen der gester nachts verstorbenen Kellerin. Nachmittag war bey mir Maroti vocatus. Abends war ich bey m. englischen allerliebsten und ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 10. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 11. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo ich noch meine 2 Kleine angetroffen, die mich bey der Mesß suppliret haben. Nachmittag war 〈bey〉 mir Graf Engelshauß, der sich vor ein Creißhaubtman recommendirte, weil der Taufferer alß Repræsentation- und Camerrath resolvirtet werden solte. [683] Dan kam zu mir Dr. Garzarolli in creüzbergischen Angelegenheit. Dan Hofmann, mit dem ich spaziren gieng. Abends war ich bey m. ausserwählten Magnetl. NB. Hofmann hat wieder wider dem Herberstein nicht wenig sich heraußgelassen und gefahlen ihm des Grafen sein Caracter auf keine Arth und weiß son couer n‘était pas bien placé. Ob nun dieses nur gar zuviell erscheinet, so widerrathe ich ihme doch allemahl, sich mit ihme præside ohne höchster Noth nicht zu stossen, indeme er unser vorgesezte præses ist. Er hat seinen Anhang doch bey Hof, er hat Gelegenheit einem zu denigriren, ohne das man es weiß. Die Wahrheit komt nicht allemahl in tempore aus Taglicht, das die ehrlisten und unschuldigsten Opffer sehr viel auch954 wider alles Recht und Billigkeit leiden und unterdruckt werden, ist nicht ohne Exempl. Die Hof haben öffters ihre Absichten, warum sie nicht die besten oben ansezen und warum sie auch die bösten souteniren. Enfin, die Zanckerey soll ein politicus evitiren und fürnehmlich mit denen Vorgesezten, welche, wan sie auch einmahl un-954 a popravljen | 563 1755 April terligeten, davor 100 Gelegenheiten haben sich zu rächen und einen ins Unglück zu stirzen. Ein anderes aber wäre, wo solches der höchste Dienst, die Ehre oder das eigene Gewissen erforderte und auch damahls muß man es mit Arth zu thun wissen. 11. Vormittag war bey mir Roba, mit dem ich wegen eines Desseins und embelissement des epitaphii meiner Allerliebsten gesprochen. Dan war bey mir der Geistliche von Clarisserinen [684] wegen der Wasserlaitung, in welcher ihnen der Magistrat Schaden zufügen will. Dan der Gravenhuber wegen milpacherischen Pension. Nachmittag der Bottoni vocatus in Amtssachen. Abends war ich bey mein englischen Schaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Heüt habe anfangen lassen meiner auf das zärtlichste geliebtesten Gemählin Rechnungen, Corespondenz pro æterna rei memoria einpinden zu lassen in meiner Gegenwarth. 12. Vormittag war bey mir der P. Provinzial S. J. mit dem P. Master. Dan Br. Apfaltrer, neuerwahlter Pfarrer zu Stein. Nachmittag der Fränzl Lamberg, dan Ignati Aursperg. Heüt habe angefanfen die mit meiner iniglich und auf das zärtlichste geliebtesten englischen955 Gemählin geführte Correspondenz enbinden zu lassen. Abends war ich bey m. englischen Ehegespandl und allerliebsten Magnetl, wo mich vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Vorige Nacht ist der alte Graf Wlagey gestorben. Bey mir war spätter der Oberer, der mir die Relation in Betröf der Beschwärden wider die Tariffen abgeschribend gebracht. 13. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner ausserwählten Allerliebsten bey der Mesß. Nachmittag der fürst-aurspergische Inspector Polz vocatus. Dan der Hofman. Um 6 Uhr ist Graf Blagey allhier in der Domkirchen begraben worden. 14. Vormittag war ich in Rath von nach 9 biß Mittag. [685] Nachmittag war bey mir Br. Zetschker, Rasp, dan Schifferstein und Polz. Abends war ich bey meiner allerliebsten ausserwählten Gemahlin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Heüt ist, laider Gott, 2 Jahr und 5 Monath, das sich mein Herz gespaltet und mich meine tres chere et tres aimable moitié auf eine Zeit verlassen, dahingegen *mir* sichere Hofnung gelassen hat, mich mit ihr in Gott ewiglich wieder vereiniget zu erfreyen. NB. Heüt im Rath ist abermahls ein956 uneiniger Schluß fürgegangen, das die noch gester eingelaüffene höchste und vorschriffliche Resolution und Verordnung denen Ständen *zuwider*957 meiner und des Hofmann Wohlmeinung nicht intimiret worden und das der præses wider unß mit denen 2 Kriegscomissarien majora gemacht und ist zu erwarten, wie der Hof dieses nehmen wird. 15. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag. Zu Mittag speiste bey mir der krancke Rasp. Nachmittag hielte Commission in Betröf Abbten zu Sittich und Fürst Aursperg wegen Transferirungs des Jahrmarckts an Dominica Exaudi. Dan war bey mir der Wälsche Aursperg. Spätter war ich bey m. englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 16. Vormittag war bey mir der Dinzl mit seiner Frauen, meiner niece. Dan Waicard Graf Barbo, [686] dan der Perskhy, dan der Ziegler. Nachmittag war bey mir Schifferstein, dan der Brosinovich von Fiume und der Bottoni. Spätter war ich bey m. englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Heüt vor 29 Monaten ware das leztmahl, das ich meiner mir von Gott gegebenen allerliebsten Gemählin ihre en955 Prvi e popravljen iz g 956 Popravljeno iz einen 957 Nad prečrtanim nach 564 | 1755 April glische Händlein todkalter958 in dieser Welt das leztmahl auf das zärtlichste geküsset und mit meinen haissesten Trennen besprenget habe. Ach Gott, erhalte mir stetts frisch und lebhafft in meinem Herzen, was in dieser Welt mein einzige Freüd und vollkomenes Vergnügen ware und solches in Gott ewiglich zu genüssen hoffe. 17. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 12 Uhr. Dan war ich bey Landshaubtman und bey dessen Sohn Graf Raymund. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 18. Vormittag war bey mir Rabensperger. Nachmittag war ich in Commission bey Hochenfeld von ½ 4 biß ½ 6. Dan bey Carl-Hochenwartischen. Dan mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. Spätter bey meiner allerliebsten englischen und ausserwählten Ehegemahlin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. 2 Kleine suppliret haben. 19. Vormittag war bey mir Ziegler mit den expediendis. [687] Abends war ich bey meinem englischen und ausserwählten Schaz, wo mich Vormittag m. 2 Kleinen bey der Mesß suppliret haben. 20. Sonntag Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meinem allerliebsten Ehegespändl bey der Mesß. Dan bey alten Widerkher. Nachmittag war bey mir Graf Aursperg im Hauß, der Trompeter Finck und Gravenhuber. 21. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. Dan bey m. ausserwählten Magnetl, wo mich wenig vor m. 2 Kleinen suppliret haben bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Fanzoi, Schifferstein und der Silberarbeiter Schmidt Sohn, der bey unserer Canzley den Access bekomen. 22. Vormittag war bey mir Schluderbach, dan Dr. Garzarolli in creüzbergischen Affairen. Dan der secretarius der Leopold Grafen von Lamberg. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Bohm und Haubtman Longueville, dan Haubtman O‘Doude und sein neveu und Br. Apfaltrer, Pfarrer zu Stein. Nachmittag war bey mir Cancelist Lenz nomine Hofman. Dan der Zois. Spätter war ich bey meiner allerliebsten englischen und ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Vormittag war auch bey mir Fanzoi. 23. Nachmittag war bey mir P. Guardian von Capucinern. Dan Br. Salvay und abends Graf Joseph Thurn. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag meine zwey Kleine suppliret haben. [688] 24. Vormittag war bey mir Rabensperger, dan Hofmann. Abends war ich bey mein englischen Magnetl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 25. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. Dan bey m. Eheengl, wo mich wenig vor meine zwey Kleinen bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir P.959 Abundus Hallerstein, Sitticher. 26. Vormittag war bey mir Grachavar, Ziegler, Malitsch, Krall. Nachmittag um 2 Uhr Kral et Malitsch. Um 5 Uhr hielte Consessum Sanitatis. Spätter gieng ich mit Frl. Lenerle und mein Micherle spaziren, dan zu meiner ausserwählten englischen Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle bey m. englischen und allerliebsten Eheschaz bey der Mesß. Dan war ich in Visit bey der Gräfin Cerasara, einer gebohrener Gräfin von Engelshauß. Nachmittag war bey mir Grafenhub/er/, dan Hofmann. 28. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11. Dan bey vorigen Kriegscommissario Uhrys. Dan bey meinem ausserwählten englischen Schaz, wo mich wenig vor meine zwey Kleine bey der Mesß suppliret haben. 958 Sledi prečrtano geküst 959 Popravljeno. | 565 1755 Maj Zu Mittag speiste bey mir P. Abundus Hallerstein, Sitticher. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. Dan war bey mir Franzl Lamberg et Gallenberg. [689] 29. Vormittag war bey mir Malitsch, dan der Trompetter Finck, dem ich 2 Maaß Leinsaamen gegeben. Nachmittag war bey mir der Gartner Lampé960, der Hofmann, der Wälsche Aursperg, der Malitsch und Krall. Abends war ich bey m. englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 30. Zu Mittag speiste bey mir P. Abundus Hallerstein. Abends war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. 1755 Maj 1. May. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. Dan in Visit bey Mad. Rasp. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 6 Uhr. Dan spaziren mit Hofmann. Spätter bey m. ausserwählten Magnetl. Nachmittag vor dem Rath war bey mir der Aursperg im Hauß. NB. Heüt im Rath hat der præses etwas hart dem Hofmann angangen, das er nicht so hizig seyn solte. Und kan die Ursach dazu gegeben haben sein Referat in Betröf der fiscalischen Berechnungen und Angirung der Comercialfundo-rum, weil sich Hofmann mit dem Consessu Comerciali und mit den Fiscalen accomodiret hat in Betröf Anstellung eines Policeyaufsehers. Und dieser ist der Bericht von dem Comercial Consessu, welcher dem præsidi, da ich ihn referirte, nicht gefallen und dem Hofman comittiret hat, darüber sein Referat zu erstatten und das Einrathen des Comercial Consessus umzustossen, welches der Hofman zu thun nicht befunden hat. [690] So därffte dem præsidi auch des Hofman heüt erstatetes Referat in Betröf des Militarquartierbeytrag nicht anständig gewesen seyn. Hac fidelia sagte mir Hofmann, das der Schifferstein961 Ordre von præside haben solle, mir keine andere materiam ad referendum zu geben, dan allein die cameralia, die übrige alle dem Hofmann. Was wieder darunter steckt, wird die Zeit entdecken. Morgens war auch bey mir der Lampé, deme auf Veranstaltung des præsidis ein Zimer mit Gewalt benohmen und dem Obristen zugetheilet worden ist, welches wider die höchste resoluta lauffet und diese ganze Dislocation des Obristen, Obristwachmeister, Kriegscomissarii non comunicati consilio, sondern auf Veranstaltung lediglich des præsidis vorgekheret worden, um den Br. Pilligraz zu favorisiren, welches alles dem Hofman sowohl alß mir bekant ist. 2. Vormittag war bey mir Ziegler. Nachmittag gieng ich mit der Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen auf dem Marckt. Dan zu meiner englischen Geliebtesten, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan giengen ein wenig spaziren. Bey mir war vorhero der Rabensperger, dan der Buseth. *Vormittag der Fusconi von Triest.* 3. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem ausserwahlten englischen und allerliebsten Eheschaz bey der Mesß. Dan spaziren. [691] Abends war bey mir Joseph Graf Thurn. Die Dinzlin hat mich vorhero gesucht, dan ich ein wenig reposirte. Bey mir war auch m. Schwager, der Pfarrer zu Morautsch. Dan der neuresolvirte Erzbrister in Unt/er/ Crain und Pfarrer zu Reiffniz. M. Micherle war mit Busetischen in der Opera. 4. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten englischen Gemählin bey der Mesß. Dan bey Dinzlischen in Visit. Nachmittag war bey mir Schifferstein. Dan Oberer vocatus, item die Busethin und ihr Schwester. 5. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 11. Dan bey meiner englischen allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß, wo ich meine 2 Kleine962 bereits angetroffen habe. Heüt schon Vormittag, viel mehr aber Nachmittag, habe in der Brust und an dem Ruckrath gegen dem Herzen 960 p popravljen 961 Sledi prečrtano habe 962 K popravljen iz g 566 | 1755 Maj ein um so mehr incomodes Stechen gespiret, alß mich der Cathar und ein starcke Husten schon bey 4 Monath her nicht wenig incomodiret. Spätter war bey mir Oberer vocatus wegen des Geistlichen Krall und medici Balland. 6. Vormittag, da mir das Seitenstechen nicht nachlassen wolte, habe mir um 10 Uhr auf dem rechten Arm zur Ader gelassen bey 7 Unzen. Das Blut hatte in 3 Glaßlein ein starcken Speck und dunkel blaue Wolcken und das Blut hatte fast keine Consistenz. Vor- und Nachmittag war bey mir 3-mahl der medicus Gravenhuber und verschrib mir ein Getrang Mietar. [692] So war auch bey mir Mad. Buseth und ihr Schwester. Sonst habe die mehreste Zeit geschlaffen und geruhet und war mir von Zeit zu Zeit besser. Vormittag hat mich mein Micherle und Heinerle bey meiner allerliebsten und ausserwahlten Gemählin bey der Mesß supplirt. 7. Vormittag befunde mich, Gott Lob, besser und war in Rath von 10 biß ½ 12 Uhr. Dan bey m. englischen Ehemagnetl. Zu Mittag speiste bey mir Gravenhuber. Nachmittag war bey mir Dinzl, m. Schwager Br. Wolf und abends Carl Hochenwarth und noch vorhero der Hofmann. 8. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag war bey mir P. Erberg, m. Schwager. Dan P. Bernardin Erberg und P. Eder. Heüt befinde mich nichts besser alß gester und scheinet, das mein Unpäßlichkeit noch nicht verlassen will. 9. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 11 Uhr. Dan bey m. englischen Eheherzl, wo mich wenig vor m. Micherle und Heinerle bey der Mesß suppliret haben. 10. Zu Mittag speiste bey mir Gravenhub/er/. Abends war ich bey m. Schwigervatter. Suchte Hofmann. Spätter war ich bey m. englischen Ehemagnetl. 11. Heüt Sontag morgens habe mit m. Micherle und Heinerle um 6 Uhr ein Meß lesen lassen bey meiner allerliebsten englischen ausserwahlten Ehegemählin. Und da ich noch immer eine Unpaßlichkeit in mir spiere, so bin ich sodan, um eine [693] Lufft zu endern, in compagnia der Frl. Lenerle nach Mannspurg abgefahren um 6 ½ und bin963 daselbst arrivirt um 8 ¼. Da gieng ich hin und wider spaziren. Nachmittag ingleichen, auch in Visit zu Frl. Mariandl. 12. Heüt Montag bin ich zu Pferd nach Laybach zum Rath abgeruckt von Mannspurg um 6 Uhr, arrivirt zu Laybach 7 ½. Im Rath war ich von 9 biß Mittag. Nachmittag war bey mir Schluderbach. Um 5.45 bin ich zu Pferd abgereist, 6.15 bey der Sau-Brucken, 6.45 bey dem creinburgerischen und steue-rischen Weegweiser, 7 Uhr zu Mansspurg. 13. Heüt ist der Kaiserin Geburtstag und hat selbe 38 Jahr erreicht. Gott, erhalte diese meine gnedigste Frau biß ins spatte Alter in seiner Gnade und allen wohl seyn. So ist auch heüt der Geburtstag der Erzherzogin Mar/ iæ/ Christinæ, die ihr 13tes Jahr erreich hat. Vormittag bin ein wenig spaziren gewest mit Frl. Lenerle. Dan habe am meinen Referaten gearbeitet. Nachmittag wieder gearbeith und spätter spaziren. 14. Ach Gott, heüt ist bereits 30 Monath, das mich mein englisches Ehegespändl in dieser Welt verlassen hat. Ach betrubtes und trostloses Angedencken! Vormittag habe gearbeith und war ein wenig spaziren, so auch Nachmittag. 15. Heüt Donerstag morgens reiste ich mit m. Micherle von Mannspurg ab964 um 6 Uhr und kam zu Laybach an um 7 Uhr 15 Minuten. Von 9 biß 11 war ich in Rath. [694] Dan gieng ich meine englische iniglich geliebteste Ausserwählte besuchen, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Zu Mittag speiste ich samt m. Micherle bey Mad. Nemezhofen. 963 n popravljen iz s 964 Sledi prečrtano: und kam zu La | 567 1755 Maj Nachmittag war bey mir m. medicus Gravenhuber. Dan Bottoni, um den Zahlmeisterdienst sich zu recomendiren. Dan secretarius Raditsch nomine landschafftliches Verordneter Præsident. 16. Vormittag war bey mir Gravenhuber. Nachmittag der alte Br. Taufferer. Um 5 Uhr hielte Consessum Medicum. Spätter war ich mit bey meiner allerliebsten Ausserwahlten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey m. Schwigervattern. Heüt ist just 30 Monath, das ich in dieser Welt das leztemahl meinem mir von Gott geschenckten Ehegespandl englische Handlein, obschon ganz kalter, doch von Herzen geküsset und mit meinen Trennen benezet habe. Ach Gott, habe dieses Engerle in deinem himlischen Schosß und mache ihro mein Herz bekant. 17. Vormittag war bey mir Gravenhuber, der unter Sittich zu dem Jentschitsch verreist. Zu Mittag speiste bey mir Fränzl Nemezhoffen. Nachmittag war bey mir Hofmann. Um 6 ½ kam die Frl. Lenerle mit mein Heinerle von Mannspurg allhier an. Abends war ich bey m. englischen Eheherzl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 18. Vormittag war bey mir Schifferstein. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner [695] allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan bey m. Schwigervattern. Nachmittag war bey mir Joseph Graf Thurn. 19. Vormittag war bey mir Br. Salvay, dan der Miari von Triest. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheherz bey der Mesß. Nachmittag war bey mir fürst-aurspergischer Inspector Polz vocatus. 20. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem allerliebsten Ehegespändl bey der Mesß. Nachmittag war bey mir P. Joseph S. J., mein Schwager. Spätter Haubtman O‘Doude, deme ich ein Rappé Tabac verehret habe. 21. Vormittag gieng ich in Rath, war aber Heberestein nicht hier, mithin ist auf Morgen überlegt. Dan war ich bey dem Discalziatenprior, mit dem ich vor 2/c H. Messen vor meinen englischen Eheschaz mich einverstanden habe. Dan war ich bey m. englischen Magnetl, wo bald darauf m. Micherle mich bey der Mesß suppliret hat. Bey mir war Silberschneider, der sich vor einen Buchhalter oder Zahlamtscontrolor recomendiret. 22. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag. Nachmittag war bey mir Br. Salvay. Spätter war ich bey m. englischen allerliebsten Eheherzl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 23. Nachmittag war bey mir Grafenhub/er/ und Hofmann. [696] Dan war ich in Rath von 4 biß 6. Dan spaziren mit Hofmann. Spätter bey meiner allerliebsten Ausserwahlten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 24. Vormittag war bey mir Brezl. Nachmittag war bey mir m. Schwigervatter und Schwagerinen. Abends war ich mit mein Micherle bey mein englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 25. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwählten Allerliebsten bey der Mesß. Dan war ich bey Landshaubtman. Zu Mittag speiste bey mir Grafenhuber. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg und P. Eder. Spätter der Loick von Pisino. 26. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan bin ich mit m. Micherle bey meiner allerliebwertesten Ehegemahlin und englischen Schaz bey der Mesß gewesen. Nachmittag war bey mir H. von Posarelli. Dan Dr. Sanguineo, der mir von m. Maxl verschiedene Bücher gebracht. Dan chevalier Lamberg. 568 | 1755 Junij Heüt gegen Mittag ist der von Nemezhof von Wienn hier revertirt und bald darauf war ich bey ihm. 27. Vormittag war bey mir Br. Ignati Apfaltrer, der gester von Wienn revertiret ist. Nachmittag war bey mir Nemezhof, dan der Spiegelfeld und spätter Hofmann, mit dem ich dan spaziren gegangen. [697] Spätter war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Ignati Br. Apfaltrer hatte 4-mahl Audienz und ist ganz vergnügt. Stuppan soll ihn auch versichertet haben, das die Königin von ihm ganz satisfait seye. Sein Project so weitschichtig ist, soll von Br. Bartenstein und Stuppan untersucht worden seyn. Beym Haugwiz hat er sich nicht viel sehen lassen. Spiersch soll sehr embarassirt seyn. Landshaubtman hatte nur bey 5 Minuten die erste Audienz und ist zu keiner Commission gezohen worden. Sonst aber sagt Apfaltrer, das er nichtes gesucht habe, auch keine Emploi haben, sondern auf das Land leben will. Von Collegio Theresiano und Emanueli haltet er nicht viel. Nemezhof sagte mir, inner 3 Wochen die expeditiones alß Repræsentationsrath zu erwarten. Königseg Erbs lobt er sehr und dieser hat ihm 6/c fl. zur vorhin nicht gehabten Besoldung gegeben haben alß Oberbergrichtern. 28. Vormittag war bey mir Mr Kenedy von Fiume, dan Aursperg im Hauß. Nachmittag der neveux des O‘Doude. Dan des Br. Ign/ati/ Apfaltrer sein Sohn, volontaire unter General Emanuel Starhemberg. Abends war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Schaz, wo mich Vormittag bey der Mesß er Micherle suppliret hat. Dan war ich bey Mad. Nemezhoffen. 29. Vormittag war ich um 11 Uhr mit meinem Micherle [698] bey meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag war bey mir der alte Kolbniz mit einem Memorial an die Stell, das er mir recomendirt. 30. Vormittag war ich965 bey dem præside Grafen von Herberstein wegen des Kolbniz. Dan in Rath von 10 biß 1 Uhr Nachmittag in Rath. Nachmittag war bey mir Hofmann. Spätter war ich mit m. Micherle und Frl. Lenerle bey meiner Geliebtesten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hatte. Spätter giengen ein wenig spaziren. Nachmittag war bey mir Ziegler vocatus. 31. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg, der mir erzehlte, das der Creißhaubtman, sein Bruder, noch 1.300 fl. in capitali und dan das Interesse à 6 per % schuldig seye jemand zu Wienn, der würklich den gericht-lichen Arrest auf sein Vermögen überkomen hat. Fragte mich nomine seiner Frau Mutter, quid faciendum? Abends war ich bey meinem allerliebsten englischen und ausserwahlten Magnetl mit m. Micherle, der mich daselbst Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 1755 Junij 1. Juni. Vormittag war bey mir Nemezhofen. Dan war ich mit ihm und meinen 2 Kleinen bey meinem englischen Eheschaz bey der Mesß. Dan war wieder bey mir Nemezhof. Nachmittag war bey mir Hofmann. Dan Schluderbach. Heüt morgens fruhe der Oberer. Nachmittag spatter Mad. Buset und ihr Schwester. 2. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen Mittag. [699] Nachmittag gieng ich mit Frl. Lenerle und meinen zwey Kleinen ein wenig spaziren. Dan zu meiner Geliebtesten, wo ich die Kirchen gesperter gefunden und wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey alten Kolbniz. Bald Nachmittag war bey mir Gr. Aursperg im Hauß, dan Jacob von Hochenwarth. 3. Vormittag war bey mir der Registratursadjunct Bischof vocatus. Dan der Ziegler. Nachmittag der erstere wieder. Dan der neue Landrechtsrath Grabner. Abends war ich bey m. Eheengerle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. 965 Sledi prečrtano in S | 569 1755 Junij Heüt Vormittag um 10 Uhr ist der General Br. de Fin von Wienn allhier retournirt. 4. Vormittag war bey mir Ziegler wegen der Depræcation des Niclas Gr. von Auersperg und an seiner stat Anstellung des Br. Juritsch vor ein Sperr- und Inventurscommissarium nach dem seeligen Probsten zu Neüstadtl. Dan der Bischof mit dem trezzischen actis. Nachmittag war da Lenz, Grafenhub/er/, Brezl, Weber, Schlud/er/bach und der Hofmann. Abends war ich bey m. englischen Ehemagnetl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 5. Vormittag war bey mir Registrator Pirschl, dan der Adjunct Bischof. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6. Dan in Visit bey General Br. de Fin. Dan bey dem Grabner und Weber, neuen Landrechtsräthen. [700] Dan bey Hofmann. Spätter bey meinem allerliebsten englischen und ausserwählten Eheweiberle. Bey mir war auch protomedicus Weber und dan der Brezl. Vor Mittag hat mich mein Micherle bey meinem Eheengl bey der Mesß supplirt. 6. Vormittag war bey mir Brezl. Nachmittag war ich in Militarconferenz. Dan bey meinem verehrungswürdigen Eheschaz, wo mich Vormittag Micherle bey der Mesß suppliret hat. 7. Vormittag war bey mir der alte Kolbniz. Nachmittag der Joseph Graf Thurn. Abends war ich bey Mad. Du Valles. Dan bey meiner englischen Allerliebsten mit966 m. Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß daselbst suppliret hat. Heüt gegen Abend ist hierdurch von Görz nach Wienn passirt der General Graf Harrsch. 8. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Vorhero bey dem Bredig bey den Jesuiten. Zu Mittag speiste bey mir Grafenhuber. Noch vorhero war bey mir Hofmann und dan Br. Wolckensperg. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph S. J., dan der Pfarrer zu Morautsch, m. Schwager, dan die Mad. Buseth, dan Carl Hochenwarth. Spätter war ich bey meinem verehrungswürdigen englischen Ehemagnetl. Dan suchte den Obristwachmeister von Preiß. [701] 9. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag. Nachmittag suchte den Obristwachmeister und funde ihn in Castell samt dem Obristen und mehr anderen und war daselbst mit m. Micherle. Dan war ich bey m. Schwagerinen. Spätter bey m. englischen Geliebtesten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Nachmittag war auch bey mir Fränzl Lamberg und Jacob Hochenwarth et Vormittag Graf Aursperg im Hauß. 10. Vormittag fruhe ist Frl. Lenerle und Frl. Utschan und mein Heinerle nach Mannspurg und Münckendorf. Gegen 11 Uhr war ich mit mein Micherle bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich in dem ihro verehrten Mesßkleid habe celebriren lassen, das ist heüt just 29 Jahr, das mir Gott dieses Engerle zu meinem verehrüngswürdigen Eheschaz geschencket hatte. Dan war ich bey Mad. Werthenthall. Nachmittag war bey mir Schifferstein. Um 4 Uhr war ich in der Conferenz biß 6. Dan war bey mir Oberer. Spätter ist m. Micherle der Frl. Lenerle entgegengangen. Die dermahlige Dislocation des brownischen Regiment ist wie nachstehet: Laybach hat 6 Compagnien, Stein 1, Neüstadtl 2, Lack 2, Creinburg 1, Neümarcktl 1, Gurgfeld 1, zu Triest 4; von diesen komt nun nach Fiume 1, nach Wipach 1, nach Laybach ins Castell zu denen zweyen die schon oben seyn 1 und nach Neüstadtl 1. Summa 966 m popravljen 570 | 1755 Junij 18 Compagnien. NB. Buchner sagte mir, das die leztlich zu Prag in der Neüstadt gebaute neue [702] Caserne auf 5 Compagnien samt Officieren auf 23/m fl. zu stehen gekomen, mithin ein Compagnie 6.333967 ⅓ fl. 11. Vormittag war bey mir Schluderbach, dan Schifferstein. Nachmittag hielte Consessum Comercialem. Spätter umb 5 Uhr war ich in Rath. Dan bey mein englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 12. Vormittag war ich in Rath von 11 biß ½ 1. Nachmittag war bey mir Jacob Hochenwarth. Abends gieng ich mit Frl. Lenerle und meinem Heinerle erstlich zu meinem allerliebsten Ehegespändl (wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat), dan spaziren. 13. Vormittag war bey mir Doctor Marenig nomine des Fürst Portia sein Fideicommisshauß. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen in erbergischen Garten. Spätter war bey mir Ziegler. 14. Vor mich betrübte Tag, da just 2 Jahr und 7 Monath passiren, da mich mein englisches Ehegespändl verlassen hat. Ach Allerliebste, sehetest du meine noch beständig frische und unhailbare Wunden? Ach englisches Weiberle, allerliebste Gemählin, mein beständige Thränen reden das Wort vor mich. Zu Mittag speiste bey mir N. Suolenick, Caplan zu Cronau. Abends war ich bey m. englischen Magnetl mit der Frl. Lenerle, Micherle und Heinerle, [703] wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan waren wir spaziren auf dem Wasser. 15. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ehegemahlin und englischen Schaz bey der Mesß. Gegen Mittag war bey mir Hofmann. Vorige Nacht hat Mad. Zergoll ein todtes Kind zur Welt gebracht. 16. Vormittag war bey mir der alte Ziegler, dan Mad.le Utschan. Von 9 biß Mittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Petteneg vocatus, dan Franzl Lamberg. Abends war ich bey m. englischen Schaz mit mein Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß daselbst suppliret hat. Spätter war ich bey m. Schwigervatter. Heüt ist just 31 Monath, das ich meiner iniglich geliebtesten Ehegemählin ihre englische, aber kanz kalte Handlein geküst und mit Trennen benezet habe. Ach Gott! 17. Vormittag war bey mir Dr. Novack. Nachmittag Aursperg im Hauß. Abends war ich bey mein englischen Weiberle mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Ich suchte auch den Haubtman Serimann. 18. Nachmittag war bey mir Auersperg im Hauß, dan Jacob Hochenwarth; beede in Commercial-Consessus-Angelegenheit. Dan der Geistliche Copainig, neuresolvirter Pfarrer zu Ober Gerjach, sich zu bedancken. [704] Spätter der Hofmann, mit dem ich spaziren gangen. Dan war ich bey m. englischen Eheherzl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. 19. Vormittag war ich in Rath und Conferenz von 9 biß 12. Zu Mittag speiste bey mir der gester von Carlstadt hieher gekomene und vorhin allhier geweste Kriegscommissarius. Dan der Jacob von Hochenwarth. Nachmittag war ich abermahls in Conferenz von 3 biß 6 Uhr. Dan war ich bey mein allerliebsten Eheschaz, wo mit mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Von dar gieng ich zu m. Schwigervatter, dan zu Mad. Hochenwarth. Spätter suchte Mad. Buseth. Dan war bey mir Br. Hauber nomine des Obristen. 20. Vormittag war bey mir Brezl. Dan Br. Rauber nomine des Obristen, 6 Sessel, ein Tischl, ein Teppich, ein Spiegl abzuhollen. 967 6 popravljena | 571 1755 Junij Nachmittag war der Raub/er/ wieder da. Dan Jacob Hochenwarth und Hofmann. Dan war ich bey meinem englischen Weiberle und allerliebsten Gemählin968 mit mein Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Spätter, id est gegen 9 Uhr, kam hier an von Görz der Erzbischof, dem ich m. Reverenz gemacht. 21. Vormittag war bey mir Dr. Sanguineo, dan Dr. Petermann. Nachmittag war ich in der Conferenz von 5 biß ½ 7. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mit mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. [705] Abend spatt gegen 9 Uhr bin ich mit der Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen vor die Stadt spaziren gangen. 22. Vor Mittag war mit m. Micherle bey meinem Engl und allerliebsten Ehegespändl bey der Mesß. Dan bey m. Schwigervatter. Nachmittag war bey mir Franzl Lamberg, dan P. Bernardin Erberg und P. Eder. 23. Vormittag war bey mir 2-mahl der Camerdiener von Landshaubtman, der alte Wid/er/kher und der Rabensperg/er/. Von 9 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey m. englischen Eheherzl, wo mit mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir der Stramperg/er/, Persky und Franzl Lamberg. Dan auch der Zierheim, der mir heüt 6 Vasß Steinkohlen von Segorje providirt und geliffert hat. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner auf das zartlichste geliebtesten Gemählin bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Br. Zierheim und Dr. Grafenhub/er/. Nachmittag um 5 Uhr war ich bey Herberstein, wo das rendez vous war und giengen auf Veranlassung des Hofmann die Canale besehen. Diese Beaugenscheinnungscommission bestunde in folgenden: Landshaubtman Graf von Aursperg, Graf Herberstein, Carl Aursperg, Max Br. Taufferer, sein Sohn der Creißhaubtman, Hofmann, Buchner, Merzenheim, Steinberg der junge, Burgermeister Perr, Stadtsindicus Raditsch, Br. Zierheim, ego, actuarius Ziegler und Schluderbach. [706] Diese war die curioseste Commission, der ich nach mein Lebtag beywesig war, indeme der Hofmann proponirt hatte, die Canalen verschitten zu lassen, welche zu erichten viel Tausent und Tausent969 Gulden gekostet hat und wo das Verschütten mehr alß deren Reparation betragen wurde. Enfin, einer wunderte sich und der andere lachte über diese Proposition und Hofman fande bey niemand Beyfall. Endlich blib *alles* beym alten und wir retournirten wieder alle in Wagen infectis rebus reduces. 25. Vormittag waren bey mir Stramperger und Dr. Marenig vocati. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg, der heüt nach Fiume verreist und Montag wieder retournirt. Abends war ich bey meinem englischen Schaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 26. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. Dan war ich bey meiner Ausserwahlten auf das zartlichste geliebtesten Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir der Papler, unlängst resolvirter Pfarrer zu Cronau. Nachmittag war bey mir Aursperg im Hauß biß spatt. Vorhero war ich in Conferenz von 4 biß 6 Uhr. 27. Nachmittag war bey mir Nemezhof und Aursperg im Hauß. Abends war ich bey m. englischen Ausserwählten mit m. Micherle, der mich Vormittag bey [707] der Mesß suppliret hat. Spätter war ich mit ihm die Kriegscommissarin zu besprengen, die heüt Nachmittag um 2 Uhr gestorben. 28. Vormittag war bey mir der Erzbischof von Görz, dan der Nemezhof und der Ziegler. Nachmittag war ich in Conferenz von 5 biß 6. Um 7 Uhr war ich mit m. Micherle mit der Begräbnus der Kriegscomissarin Buchnerin, die bey den Discalziaten begraben worden. Dan war ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. Spätter bey meiner allerliebsten englischen ausserwahlten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 968 Sledi prečrtano wo mich 969 -t popravljen iz -d 572 | 1755 Julij 29. Vormittag war bey mir Br. Raub/er/ nomine des Obristen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner geliebtesten bey der Mesß. Dan auf dem Jahrmarckt. Gegen Mittag war bey mir der Erzbischof. Zu Mittag speiste bey Nemezhof a 10 couverts. Da war H. und Frau, dan der Erzbischof, Joseph Graf Thurn, Haubtman Longueville, Br. Pilligraz, der Raab, der Hentl, ein Geisticher und ich. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg und P. Eder. 30. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. Dan war ich bey m. englischen allerliebsten Schaz, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Dr. Suppé und chirurgus Heißl wegen Viechumfall zu rapportiren. [708] Bey mir war Aursperg im Hauß mit Referaten, dan Fränzl Lamberg. 1755 Julij 1. Juli. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwahlten. Er blib da bey der Mesß, ich aber gieng zum Discalziaten, wo die Exequien gehalten worden nach Mad. Buchner. Zu Mittag speiste bey mir der Erzbischof von Görz, Leopold Graf Lamberg, Domprobst970 Graf Petaz, Joseph Graf Thurn, abbé Graf Aursperg, Haubtman Seriman, Haubtman Longueville, Haubtman Krausen, Oberleüthnant Richler, Feldkriegscommissarius Buchner, H. von Kahlhamer, H. von Nemezhof, ich und mein Micherle, in allen 14. Nachmittag war bey mir H. von Dinzl mit seiner Gemählin, meiner niece. Gegen 6 Uhr ist von hier nach Freydenthall der Erzbischof mit den Prælaten. Spätter war bey mir die Nandl Klee. Heüt habe das erstemahl angefangen den Micherle italiänisch zu lehren, nachdeme er nun schon gut frän-zösich redet und list. 2. Vormittag war bey mir jemand von dem Pfarrer zu Neüdeg. Dan der verhayratete Steinberg und der lange abbé, sein Bruder, der erst von Wienn komt. Nachmittag war bey mir Jacob Hochenbarth, dan Ign/ati/ Apfaltrer mit 2 seiner Söhne. Spätter war ich in Visit bey Dinzlischen. Dan bey meinem ausserwählten englischen Schaz mit meinem Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß suppliret hat. Spatter war bey mir Franz Lamberg, der heüt von Gertschach gekomen. [709] 3. Vormittag war ich in Rath von 10 ½ biß 12 ½. Nachmittag war bey mir der neue Landsrechtsrath971 Weber. Dan P. Bern/ardin/ Erberg und Eder S. J. Von 5 Uhr biß ½ 8 Uhr war ich in Conferenz. Dan bey meinem allerliebsten Weiberle und englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Spätter kam zu mir Fränzl Lamberg. 4. Vormittag war bey mir Brezl, dan der Köhler und Ziegler et Haubtman O‘Doude. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis von 4 biß 5. Dan war bey mir Köhler. Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich in Visit bey Busetischen. 5. Vormittag war bey mir Dr. Weber vocatus. Nachmittag hielte Consessum Commercialem von 4 biß nach 8 Uhr. Dan war ich bey m. englischen und allerliebsten Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 970 D popravljen iz d 971 rath popravljeno iz Rath | 573 1755 Julij 6. Vormittag war bey mir P. Joseph S. J., mein Schwager zu meinem Geburtstag zu gratuliren. Dan der Buseth, Frau und 2 Knaben. Item Br. Salvay. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen geliebtesten Ausserwahlten bey der Mesß. Dan bey m. Schwigervatter. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber, Caporal. Nachmittag war bey mir Nemezhof, der mir das heüt eingelangte Hofdecret gezeügt, mit welchem [710] er alß Repræsentation- und Camerrath resolviret ist, umb dabey cum voto et sessione zu interveniren, wan eine montanistica oder Waldungsachen vorkomen. Bey mir war auch der alte Kolbniz. NB. Heüt habe das 58te Jahr meines Alters zuruckgelegt und das 59te angetretten. Gott seye ferners mein Gelaitsmann biß ich zu meiner iniglich geliebtesten Gemahlin und meinem englischen Weiberle kome. 7. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12. Dan war ich bey mein ausserwählten Magnetl, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey Kolbniz. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg, sich zu beurlauben. Gehet Morgen nach Regenspurg, wo den 28. passatto sein Oncle Probst daselbst gestorben und er hoffet 100 biß 150/m fl. zu erben. 8. Vormittag war bey mir Br. Brigido, der leztlich von Salzburg ex studiis gekomen und sucht in publicis gebraucht zu werden oder practiciren zu känen. Dan Paul Aloys Aursperg. Nachmittag Dr. Weber. Abends war ich bey meinem allerliebsten englischen Schaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 9. Vormittag war bey mir Köhler, Expeditor. Nachmittag Fahnrich Graf Kinsky und Leüthnant Smackers, dan der Ziegler. Dan war ich in Conferenz von 5 biß ½ 7 Uhr. Spätter bey m. englischen Eheherzl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Spätter war da Dr. Gravenhuber. [711] 10. Vormittag war bey mir gr.-lambergischer secretarius. Dan Dr. Weber, der Geistliche Malitsch erst geweste Primiciant, Oberer, Aursperg im Hauß. Nachmittag die Nändl Klee. Spätter war ich bey meiner ausserwahlten und allerliebsten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß daselbst suppliret hat. Dan war ich spaziren. 11. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Dan war ich in Conferenz bey Landshaubtman. Dan bey Tallbergischen. Spätter bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 12. Vormittag war bey mir Joseph Thurn. Dan war ich bey meiner englischen ausserwählten Ehegemählin und allerliebsten Weiberle mit m. Micherle bey der Mesß. Dan in Visit bey Graf Raab, der just im Außgehen war. Nachmittag war bey mir Gravenhuber. 13. Heüt morgens umb ½ 7 Uhr iste mein Micherle mit dem Gravenhuber nach Schernbichel zum Rastne-rischen gegangen. Um 11 Uhr war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin bey der Mesß. Dan bey Mad. Werthentall. Hernach bey m. Schwigervatter, deme man auf dem rechten Fuß zur Ader gelassen, weil er unlängst ein parmahlige Ohnmachten gehabt. Nachmittag war bey mir der Carl Graf von Raab [712] mit seinem Bruder. Abends nach 9 Uhr ist mein Micherle retournirt. Spätter war bey mir Oberer. 14. Heüt ist abermahls die betrübte Monatszahl, indeme heüt bereits 2 Jahr und 8 Monath verstrichen seit mich mein allerliebste herzige ausserwahlte englische Gemählin in dieser Welt verlassen hat. Ach Gott! Da ich mein Eheschaz hatte, hatte ich alles. Und seit ich sie verlohren habe, ich nichtes, was mich wahrhafft vergnü- 574 | 1755 Julij gen känte, der Schatten meines vollkommenen vorigen Freüd und Vergnügens ist, das mir Gott mein englische Gemählin im Herzen gelassen und das ihr allerliebstes Andencken in solchen beständig grünet und mit meinen Trehnen, Seüfzen und Jamern stetts frisch erhalten wird. Ach, englische Gemählin, mein Freüd und Vergnügen bestehet in Wainen und Trauen und in der Hofnung, bald bey dir zu seyn, amen. Von 10 biß ½ 2 war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Gravenhuber. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey dem Vicefiscale Kappus. Dan bey meine englischen Geliebtesten mit m. Micherle, der mich Vormittag bey ihro bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich spaziren auf dem Laybach-Flusß, von Klein Graben biß zu St. Peters-Caserne. 15. Nachmittag war bey mir Ziegler, Schneiderzunfft, Persky, Haffner Simon Pöck. Abends war ich bey meinem englischen Schaz, [713] wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey Burgermeister Perr wegen Portia. 16. Heüt vor 32 Monathen ware das leztmahl, das ich meiner englischen allerliebsten Gemählin ihre todtkaldte Händlein geküst und mit meinen Trehnen benezet habe. Ach Gott, was vor schmerzliche Erinnerung, was vor allerbetrübteste Andencken. Vormittag war bey mir der Trompeter Fing wegen des Flachses. Dan Ziegler und Marotti. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber, Caporal unter Broune. Nachmittag war da der Leüthnant Knall. Spätter gieng ich mit m. Micherle und Heinerle zu Wasser spaziren und habe heüt das erstemahl beede in dem Kleinen Graben in Schwimmen unterweisen lassen und also hatten sie heüt die erste Lection. Der Br. Raub/ er/ war auch in der compagnia. Spätter war ich bey meinem ausserwählten Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 17. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11. Dan in landsvicedomischen Archiv. Dan bey m. englischen Eheherzl, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich mit mein 2 Kleinen auf dem Wasser spaziren, wo sie heüt im Schwimen lehrnen die zweyte Lection genohmen haben. 18. Vormittag war bey mir der alte Widerkher. Dan war ich in landsvicedomischen Archiv. [714] Spätter bey972 meinem englischen Magnetl, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Heüt habe H. Osterreicher nach Triest 100 fl. geschickt mit dem Postwagen. Dan nach Fiume an m. Max mit dem Bothen 3 Par zwirnene Strümpf, 2 Schrauffen und ein englisches Thürgespirr. 19. Vormittag war bey Herwarth Taufferer et Ziegler. Nachmittag P. Joseph et P. Bernardin Erberg S. J. Dan der Bartolotti Kauffman wegen Steinkohlen. Dan Graf Gallenberg. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner Schwägerin Frl. Retl, die heüt ihr Geburtstag celebrirt. Dan bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich wenig Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan bey Ant/on/ Kappus, Vicefiscalen, wegen einer Rechtsangelegenheit mit Creüzberg. 20. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner geliebtesten Ausserwählten bey der Mesß. Dan bey Frl. Retl, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. Nachmittag war bey mir Oberer mit Resolutionen. 21. Vormittag war bey mir Oberer. Von 9 biß nach 11 Uhr war ich in Rath. Dan bey m. englischen Mantscherle, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag war ich in Conferenz von 5 biß 7 Uhr. Dan war ich bey Landshaubtman, seinem Sohn dem Gr. Raymond zum überkomenen Canonicat zu gratuliren. 972 Sledi bey | 575 1755 Julij [715] Spatt war bey mir Joseph Thurn, der Morgen abends nach Trient in Tyroll verreiset, daselbst ein Sau-rbrunn zu trincken. 22. Vormittag war da der Bedienter Zubringer, der gerne alß Modrazenmacher aufgenohmen werden möchte. Nachmittag war da Kaufmann Bartolotti, dan Schifferstein mit Comerciali Consessus-Expeditionen. Abends war ich bey meinem ausserwählten englischen Schaz mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 23. Vormittag war bey mir Haubtman O‘Dole, Br. Salvay und Gravenhuber. Nachmittag Dr. Weber, Dr. Paulini und Dr. Gravenhuber. Spätter war ich bey mein englischen Schaz, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Dan war ich bey Major wegen Mäxl, ihn bey dem Generalen vor einen Galosin einzubringen, wovor ich mich besonders erkantlich und danckbar zu bezeügen versprochen habe. 24. Vormittag war973 ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan war ich in vicedomischen Archiv biß ½ 12 Uhr. Dan bey meiner ausserwahlten englischen allerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman O‘Dole, Haubtman Jordan und der Spieglfeld. Dan ließ mich der Fürst auf Morgen zu Mittag einladen. Weil ich aber niergend außspeichen will, auch den Herberstein, Landshaubtman, Lamb/er/g etc. abgeschlagen habe, habe mich auch da excusirt. [716] Spätter gieng ich mit meinen 2 Kleinen auf das Wasser spaziren und wo sie im Schwimen heüt die dritte Lection genohmen haben. 25. Vormittag war bey mir Br. Salvay et Dr. Gravenhuber. Um 11 Uhr war ich bey meinem englischen Ehegespandl bey der Mesß mit m. Micherle. Dan war bey mir Nemezhoffen, der ein Anstand hat die Comercialberichte nach dem Hochenwarth zu unterschreiben und prætendirt älterer Rath zu seyn. 26. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwählten und allerliebsten Mäntscherle bey der Mesß, der ich nebst mein Gebeth, auch meine Seyfzer und Zelher zu ihrem heüt celebrirenden Nahmenstag aufgeopfert habe. Ach, englisches Weiberle, allerliebste Gemählin! Dan war ich bey Mad. Thallberg und bey dem alten Br. Gall. Nachmittag war bey mir Dr. Baronio et Köhler, lezter wider dem Cancellist Haaß sich sehr beschwerend. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem allerliebsten Ehegespändl und englischen Magnetl. Dan bey Mad. Werthenthall. Nachmittag war da m. Schwager P. Joseph S. J., Mr et Mad. Buseth, Mad.le Utschan, Br. Argento der Student. 28. Vormittag war ich in Rath von 11 biß ½ 1. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag war bey mir Nemezhof. Dan Gravenhuber und Bottoni. Abends war ich bey meinem allerliebsten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 29. Vormittag um 7 Uhr war ich mit Frl. Lenerle und [717] meinen 2 Kleinen bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan fahrten in ein mit 3 Pferdten bespandten Wagen auf die erste flednückische Überfuhr an dem Sau-Strom, mich wegen der Steinkholen zu informiren. Weil mir aber daselbst niemand etwas zu sagen wuste, fahrte weiter zu der oberen, auch br.-flednickischen Überfuhr, wo ich endlich solche erfragt habe und ließ mir einige Stück davon bringen. Da haben wir das Mittagmahl in Wirtshauß beigenohmen und besuchte unß der daselbstige Pfarrer Lentschitsch Vor- und Nachmittag. Besachen auch die Pfarrkürchen, die dem H. Udalrico dediciret ist. Dan waren auch spaziren. Nachmittag, da wir unß über dem Flusß übersezen liessen, gieng ich selbsten zu dem Bruck974 und fande 2 Orth unweit außeinander an der Wand des Fluß gegenüber von der Mühl und bey 100 Klaffter tieffer oder nach dem Wasser hinunter an der Wand des Rinnsalls die erstere Kohlen, die gleich an jour und dem Regen exponirt seyn, 973 Orig. vor (sic!) 974 k popravljen 576 | 1755 Avgust seyn noch ganz nasß. Wan man aber weiter hinein graben wird, soll die Qualität so gut seyn alß man sie wünschen kan. Und wird wenig nach Laybach gelegter zu stehen komen, weil der Mühlner selbst, dan die Überfuhrleüth und andere in Dorf solche gerne graben und nach Laybach liffern werden. Von dort retournirten nach Laybach über die Brucken Zwischen Wassern und bliben unterwegs in allen ¼ Stund. [718] 30. Vormittag war bey mir Rudolph Graf Paradeiser, dan Haubtman O‘Doude. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Spätter war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Geliebtesten, wo er mich Vormittag bey der Mesß suppliret hat. Dan ware in contre Visit bey Grafin Paradeiser. Bey mir war auch Nachmittag Brezl. 31. Nachmittag war bey mir Dr. Weber. Dan war ich in Conferenz von ½ 5 biß gegen 6 Uhr. Dan bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan bey m. Schwigervatter. 1755 Avgust 1. Augusti. Vormittag war bey mir der Mühlner von Flednig wegen denen Steinkholen. Dan der Hitzinger wegen alten Strassenlidlohnern. Dan Mad. Haaß wegen der Brouillerien zwischen ihrem Mann und dem Köhler. Nachmittag wieder der Hitzinger. Spätter wolte ich just zu dem erst von Wienn hier angekomenen Generalen Broune gehen, begegnete ihn aber unter der Trantschen und machte ihm daselbst mein Compliment. Dan giengen spaziren mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen. War auch bey mein englischen Magnetl und allerliebsten Eheherzl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 2. Vormittag war bey mir der Trompeter Finck. [719] Nachmittag war ich mit m. Micherle bey Franciscanern. Dan bey Mad. du Valles und spatter bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 3. Vormittag war bey mir die Pilarinin von Haßberg, eine gebohrnene Ständlerin. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen ausserwahlten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag war bey mir die Welitschin mit ihrer Tochter, die Ursulinerin werden wird. 4. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen Mittag. Nachmittag war ich bey General Broune, ihme m. Reverenz zu machen, weil ich ihn biß dato niemahls habe zu Hauß antröffen känen. Dan war ich bey Menzinger. Spätter bey meiner geliebtesten Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 5. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ausserwahlten bey der Mesß. Dan suchten Leopold Lamberg zu Siscka. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag war bey mir Ziegler. Spätter Belitschin mit ihrer Tochter, geistlicher Brauth. Heüt Vormittag ist General Broune von hier nach Rudolphswerth. 6. Vormittag war bey mir Leopold Gr. Lamberg. Nachmittag Dr. Weber, des Seperle Seegenreich französischer Sprachmeister. Abends war ich bey m. Eheherzl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 7. Vormittag um 8 Uhr ist hier angelangt Mad. [720] la baronne de Mordaxt, Wittib, gebohrne Br. de Hallerstein, und hat bey mir die Logirung genohmen. Dan war bey mir Aursperg im Hauß und der Frölich, gewester Einnehmer zu Claniz. Abends war ich bey meinem englischen und ausserwählten Ehemagnetl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey m. Schwigervatter, wo der Franz Br. von Hallerstein logirt. Heüt habe meinem S. Max ainige Zeittungen und dan 2 Par steinene Schnallen nach Fiume mit dem ordinari Bothen geschickt. 8. Vormittag war bey mir Br. Moscon. | 577 1755 Avgust Zu Mittag speiste bey mir meine Gast Mad. Mordaxt. Nachmittag war bey mir ihr Bruder Br. Hallerstein, mein Schwigervatter, meine Schwagerinen. Dan Br. Rauber. Abends war ich bey m. englischen Schaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. 9. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag war ich in Conferenz. Spätter bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Mad. Mordaxt hat heüt bey Landshaubtman zu Mittag gespeist. 10. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ehegemählin bey der Mesß. Zu Mittag speiste Mad. Mordaxt abermahls bey Landshaubtman, bey mir aber ihr Bruder Br. Hallerstein. Nachmittag ist Mad. Mordaxt und m. Frl. Lenerle mit m. Heinerle um 5 Uhr nach Mannspurg. [721] 11. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag. Abends war ich bey meiner englischen und auf das zartlichste geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 12. Vormittag war bey mir P. Joseph Erberg, m. Schwager S. J., mit P. Bombardi, Rector zu Görz, der von Wienn von ihrer Congregation komt und nach Görz retournirt. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey ihm, dan bey Carl Hochenwarth. Dan bey Mad. Moscon, ihro wegen erfolgten Todsfall ihres Sohns zu condoliren. Dan bey meiner allerliebsten Gemählin und englischen Magnetl, wo mich Vormittag der Micherle bey der Mesß suppliret hat. Bey mir war auch Auersperg in Hauß. 13. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Dan war bey mir Pilpach, der ein Gut von Mad. Mordaxt in Bestand hat. Dan war ich bey m. englischen Magnetl mit m. Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß daselbst suppliret hat. 14. Heüt ist abermahls eine vor mich sehr betrübte Erinnerung und ist just 33 Monath, das mich meine ausserwählte englische und allerliebste Gemahlin in dieser Welt verlassen hat. Ach, allerliebste Ehegespandl, wie beständig grünet deine Angedencken in meinem Herzen und mit meinen imerwehrenden Seüfzen, Jamern und Weinen wird solches allstetts in frischester Bluhe erhalten. Umb 7 Uhr morgens war ich mit mein Micherle bey diesem meinen kostbaresten Schaz bey der Mesß, die ich in dem schönen, obschon [722] betrübten Gallakleid habe lesen lassen. Dan war ich bey Brancovich. Und sodan um 8 Uhr fahrte mit m. Micherle auf Mannspurg, wo wir in compagnia des Franzen Br. von Hallerstein, *Frl. Mariandl*, dan der verwittibten Bssa. Mordaxt und meiner Frl. Lenerle zu Mittag gespeist haben. Um 6 Uhr Nachmittag retournirte mit gedachten lezten zweyen und meinen 2 Kleinen nach Laybach. Vorige Nacht ist allhier von Fiume angekomen mein Sohn Max in Compagnie des Obristleüthnant, agregirten Obristleüthnant Paillet und Grafen von Kinsky. Heüt Nachmittag ist auch der General Broune von Carlstadt, Fiume und Triest hier retournirt. 15. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ehegemählin bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir der Vicefiscal Kappus und der Pilpach, Einnehmer zu Gimpel, der Unter Erkenstein von Mad. Mordaxt in Bestand hat. 16. Heüt vor 33 Monathen ware laider das leztemahl, das ich die englische, ganz kalte englische Händlein meiner allerliebwertesten ausserwählten Gemahlin in groster Betrübnus von Herzen geküsset und meinen Thrä- nen mit Seüfzen und Jamern benezet habe. Ach Gott, was vor laid- und schmerzenvolles Angedencken. Ach englische Gemählin, mein allerliebtestes Weiberle, dencke auf deine, dir jederzeit treü gewesten und beständig treü seyenden Gemahl, wie ich auf dich stetts und unaufhörlich dencke. So werden unsere Herzen in Gott ewiglich [723] vereinigt und in vollkomener Freüd und Vergnügen leben, welches Gott der Allergüttigste unß beeden verleichen wolle. Nachmittag waren bey Mad. Mordaxt und dan bey mir Frl. Sefferle und Charlotl Aursperg, H. und Frau Dinzl, Mad. e Mr Taufferer, Haubtman Jordan. Dan war ich in der Conferenz von 4 biß 6 Uhr. 578 | 1755 Avgust Spätter bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 17. Vormittag war bey mir Ziegler und Obrerer. Dan war ich mit m. Micherle m. bey meiner allerliebsten Ehegemahlin bey der Mesß. Dan bey m. Schwigervatter. Nachmittag war da Mr et Mad. Moscon, Mr et Mad. et Mad.le Hochewart, Mad. Aursperg, gebohrne Acunha mit ihrer Tochter und Sohn, Br. Argento der Stuttent, P. Joseph et P. Lanz S. J., Mad. e Mr Buset et Mad.le Utschan. Mad. Mordaxt speiste bey Craußhaubtmanischen, wohin ich sie begleitet habe. Nachmittag um 2 Uhr ist m. Maxl nach Creinburg mit anderen Officiern, wohin der General Broune mit den Stabsofficiern gegangen. Abends ist der Max retournirt gegen 10 Uhr. 18. Morgens fruhe ist Mad. Mordaxt mit Frl. Rettel, Br. Ferdinand und m. Micherle nach Eckh zu H. Pelegrino wohlfahrten. Speisten zu Mittag bey Gr. Lamberg zu Ebensfeld und retournirten abends um 6 Uhr. Ich war in Rath von 9 biß 12. [724] Abends war ich bey meinem englischen Magnetl mit m. Micherle und Heinerle, welcher lezte mich heüt Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. M. Max speiste heüt zu Mittag bey Generalen Broune. 19. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. Abends war ich bey meiner Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 20. Vormittag war ich mit Mad. Mordaxt und Frl. Lenerle, dan mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen allerliebsten Gemahlin bey der Mesß um ½ 8 Uhr. Dan fahrten miteinander auf Görtschach, daselbst alles zu besehen. Zu Mittag speisten Zwischen Wässer bey Gusio. Nachmittag kamen dahin meine 2 Frl. Schwägerinen mit Br. Hallerstein. Abends retournirten alle in die Stadt. Dan suchte den General Broune, der künfftige Nacht nach Agram abreiset und mich heüt Nachmittag gesucht hat, war aber nicht zu Hauß. 21. Vormittag war bey mir Schifferstein et Oberer. Dan der Pfarrer oder vicarius zu Neüdegg. Abends war ich bey m. englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich mit Micherle spaziren. Heüt Vormittag, erst gegen 9 Uhr ist General Broune von hier nach Cilli und weiter abgereist. 22. Vormittag war ich in Rath von ½ 11 Uhr biß 12. Nachmittag in der Conferenz von 5 biß ½ 7 Uhr. [725] Bey mir war Kolbniz, sich zu beurlauben; retournirt künfftigen Montag in sein Vatterland nach Mähren. Abends war ich bey meiner geliebtesten Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Bey mir war Aursperg im Hauß. Spätter der geweste Rittmeister Joseph de Denaro, der von Wienn komt und nach Fiume retournirt. Um 9 Uhr abends ist m. Maxl mit dem nunmehrigen aggregirten Obristleüthnant Grafen Paillet nach Fiume retournirt. 23. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Jordan. Nachmittag war bey mir Miari von Triest, der mit Rosalien auf dem Gräzer Marckt reiset. Dan gieng ich mit Mad. Mordaxt, Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen auf dem Wasser spaziren. Spatter war ich bey m. englischen Magnetl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 24. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß. Dan war ich bey Postmeister. Nachmittag bey Mad. Paketsch. Dan bey m. Schwigervattern. 25. Heüt morgens um 5 Uhr ist Mad. Mordaxt von hier nach Neüstein in compagnia ihres Bruders Br. Franz abgereist. Von 9 biß ½ 12 Uhr war ich in Rath. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß [726] suppliret hat. Nachmittag war bey mir Merzenheim. | 579 1755 September Heüt um 3 Uhr Nachmittag ist die Busetin mit ein Töchterle glücklich niederkomen. 26. Zu Mittag speiste bey mir Josepha Frl. Bucceleni, die heüt auß dem Kloster der Clarissinerinen gekomen und zu Mad. Mordaxt nach Neüstein gehen wird. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Spätter war ich bey meiner allerliebsten Ausserwahlten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Mich/er/le suppliret hat. Dan habe in compagnia der Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen die Frl. Buccelenin nach Käschl oder Saloch begleitet und der Camerfrauen des Landshaubtman übergeben, welche nach Mitternacht auf dem Sau-Strom nach Liechtenwalt abfahren werden. 27. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Spätter war ich bey m. englischen Allerliebsten mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich mit ihm bey m. Schwigervattern und suchte m. Schwager den Br. Wolf Daniel, der heüt sein Geburtstag celebrirt, war aber nicht zu Hauß. 28. Vormittag war ich in Rath von 9 biß nach 11 Uhr. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Vorhero war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Nachmittag war ich bey Nemezhof, dan er bey mir und dan auch sein Gemählin. Heüt habe mit dem Fiumaner Bothen einige Tabellen dem Maxl geschickt. 29. Nachmittag war ich bey Nemizhoffen und er bey mir. [727] Dan war ich bey Postverwalter Amigoni. Spätter mit m. Micherle bey m. englischen Geliebtesten, wo er mich Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 30. Vormittag war bey mir abbé de Werth. Nachmittag Br. Moscon. Spätter war ich bey meiner allerliebtesten ausserwählten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß daselbst suppliret hat. Bey mir war auch prothomedicus Weber. 31. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Gemahlin bey der Mesß. Dan in Visit bey P. Prior, dem Buchenthall. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber und abbé de Werth. Abends war bey mir Frölich in Betröf seiner Caution. 1755 September 1. September. Vormittag war ich bey Nemezhof. Dan bey Herberstein. Von 9 biß ½ 12 in Rath. Dan bey m. englischen Geliebtesten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir secretarius Wolf, dan Graf Aursperg in Hauß, Schluderbach und Br. Salvay, jeder in Geschäfften. 2. Vormittag war bey mir Joseph *Gr.* Thurn, der erst auß Tyroll retourniret ist. Zu Mittag speiste bey mir Br. Raub/er/. Nachmittag war bey mir Dr. Gravenhuber, dan P. Joseph et P. Bernardin Erb/er/g S. J., item canonico Baronio die Gorizia. [728] Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 3. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach. Dan der Kaufman Bartoloti wegen Steinkohlen. Nachmittag war da die Nandl Klee. Abends war ich bey m. englischen Ehegespandl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 4. Vormittag war bey mir Nemezhof, der sodan umb 7 Uhr in die Bergwergvisitation verreist ist. Dan war ich in Rath von 9 biß Mittag. Nachmittag war bey mir Marotti. Von 3 biß 5 hielte Consessum Comercialem. Von 5 biß 7 Conferenz. Von 7 biß 9 Consessum Comercialem. 580 | 1755 September Nach der Conferenz war ich bey meiner ausserwahlten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle daselbst bey der Mesß suppliret hat. 5. Vormittag war bey mir Pilbach von Gimpel, dan Gravenhuber. Dan suchte den P. Provintial von Discalziaten. Um 11 Uhr war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemahlin mit m. Micherle bey der Mesß. Dan bey der Busetin, 6-Wocherin. Nachmittag war bey mir Aursperg in Hauß. Spätter war ich bey Herberstein, der Morgen vortags den Sau-Strom befahren und den 12ten wieder retourniren will. Unter andern [729] redeten von Hofman, den er vor einen ehrlichen Mann haltet, der hart zu informiren ist, in Reden sich undeütlich explicirt, die Feder gut führt, dabey ein Narr ist. Ich beklagte mich wider seinen anzügliche Schreibensarth in seinem Referat wegen der Sau-Stromer-Canale, wo ich seine Meinung unstandhafft finde und die meinige dargegen verstost, von ihme præsidis in lezten Rath behändiget habe. Præses sagte, das wäre des Hofmans Schreibensarth. Er finde aber nichtes anzügliches darin weder auch in meiner Meinung, soweit er diese biß nun gelesen. Er will aber diese Sache vornehmen bey seinem Retour. Spätter gieng ich zu m. Schwigervatter. Dan mit m. Micherle spaziren, suchten Lamberg und spätter waren bey m. englischen Eheschaz. 6. Vormittag war bey mir Bottoni um Erlaubnus auf St. Xaveri zu gehen und Übermorgen wider zu retourniren. In simili der Ziegler auß eben der Ursach. Nachmittag war bey mir der junge Baselli und Br. Rauber. Abends war ich bey meinem englischen Mantscherle mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 7. Vormittag war bey mir Ziegler et Schifferstein. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwählten englischen Gemählin bey der Mesß. Dan bey m. Schwigervatter. Zu Mittag speisten bey mir der Feldkriegscommisarius [730] von Buchner, Haubtman Böhm, Postverwalter Amigoni und Br. Rauber. Um 3 Uhr war ich bey einer Versamlung der Todtenbruderschafft bey Discalziaten. Von 5 biß ½ 8 Uhr bey mir Schifferstein in Comercial-Consessus-Angelegenheit. 8. Vormittag war ich mit m. Micherle bey dem P. Provinzial der Discalziaten in Visite. Dan um 11 Uhr bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. Nachmittag war bey mir der alte de Werth, dan Carl Hochenwarth. 9. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen Mittag. Dan bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß daselbst suppliret hat. Nachmittag war bey mir ein Burger von Lack, Br. Marenzi, Joseph Gr. Strassoldo, Jacob Hochenwarth, P. Prior von Augustinern Buchenthall, Lenz, Postschreiber, prothomedicus. 10. Vormittag war bey mir Oberer. Dan vicarius generalis mit Ersuchen, den geistlichen Panzera (der den Bauren zu Lohitsch tod gestochen und heüt abends durch den Militare anhero gebracht werden wird) in das Castell gefänglich arrestiren zu lassen, so ich auch versprochen und mittels Germeg die Disposition gleich gemacht habe. Dan war bey mir Germeck, Craißamtsofficier, der Lenz, Br. Rauber. Abends war ich bey m. allerliebsten englischen Schaz mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Spätter waren bey Carl-Hochenwartischen. [731] 11. Vormittag war bey mir Oberer. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß ½ 6 Uhr. Dan war ich bey meiner allerliebtesten englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Abends war da M.le Utschan. 12. Vormittag war bey mir Mad. Utschan. Dan Weitenhiller wegen der Crainburger-Tariffa, Bartallati wegen Steinkholen, Ziegler et Schlud/er/bach. Nachmittag 2 Augustiner, Jacob Hochenwarth et Schluderbach. | 581 1755 September Vormittag supplirte mich m. Micherle bey der Mesß bey meiner englischen allerliebwertesten Ehegemählin. 13. Vormittag war bey mir der vicarius von St. Peter, dan der Perßky et vocatus Germek. Nachmittag der Buchenthall, Knesenhof, Persky, Schemerle, Wiener Haffner. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Abends war ich war ich bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir Schifferstein. 14. Vormittag war bey mir Waland, deme prioribus inhærende gawahrnet habe, an weme es auch seye, seine medicamenta zu dispensiren. Dahingegen seye ihm nicht verwehrt, solche ausser Lands, wohin er will, zu schicken. Dan war ich mit mein Micherle bey meiner englischen und auf das zärtlichste geliebtesten Ehegemahlin bey der Mesß. [732] Dan war ich auf dem Jahrmarckt. Spätter bey de Werth von Spittall, der betligerig ist. Zu Mittag speiste bey mir Gravenhub/er/. Nachmittag war bey mir Mad. Raunoch mit ihrer Frl. Tochter, die der Waland causirt,975 und batte um Erlaubnus, das er mit seiner Chur continuiren därffte. Dan kam Waland vocatus. Dan Schifferstein. Spätter Mad. Liechtenthurn mit ihrer Frl. Tochter, die den 15. November zu Münckendorf eingekleidet werden soll. Heüt vor 34 Monathen hat mich, laider Gott, mein englisches Eheherzl mit meiner grösten Betrübnus verlassen. Ach Gott! Was vor tieffe schmerzhaffte und unhailbare Wunden hat mir das lezte adieu in meinem Herzen zuruckgelassen. Wie schmerz- und betrübnusvoll ist das stette Angedencken dieses vor mich aller Kostbaresten und unschazbaren Verlusts, welches doch die ainzige, obschon sehr betrübte Consolation vor mich ist und ich bitte Gott, das er mir solche stetts in meinem Herzen empfinden lasse. Ach, englisches Weiberle, allerliebste Gemählin, wie glückseelig wurde ich mich in meiner Betrübnus schazen, wan ich versichert seyn känte, das dir meine Sentimens nicht unbekant seyn und das du eben so von mir denckest, wie ich von dir. Ach, allerliebste Ausserwählte! 15. Vormittag war bey mir Hail wegen des Spindler nomine Hochenfeld. Dan ein Geistlicher nomine des vicarii generalis wegen schillingisches Hauß. Dan der [733] Persky. Nachmittag Dr. Weber, Buchenthall. Um ½ 4 Uhr gieng ich mit Kriegscommissario, das von Magistrat erbaute Getraydrepositorium zu besehen. Von 4 Uhr biß ½ 7 war ich in Rath. Dan bey meinem englischen Eheherzl. Dan bey Graf-Hochenfeldischen. Spätter bey Herberstein, der nach 7 Uhr auß Unter Crain retourniret ist. Ach mein Gott, heüt vor 34 Monathen habe noch mein allerliebstes Eheherzl im Hauß gehabt und obschon entseelter *doch* öffters geküst und mit meinen Thränen benezet. Ach Gott, was habe gester angemerckt und was werde ich Morgen anmercken. Ach betrübte, doch beständige und frische Erinnerung. Ach, englisches Weiberle. 16. Heüt vor 34 Monathen ist eben das leztmahl gewesen, das ich meiner iniglich und auf das zartlichste geliebtesten Gemählin ihr englisches Gesichtl und Händlein in gröster Betrübnus geküsset und mit den bittersten Thränen benezet, auch selbe zu ihrem Ruhebetl mit Seüfzen und Jammern begleitet habe. Ach Gott, stehe mir bey, erhalte mich in deiner Gnad und diese schmerzhaffteste Wunden in meinem Herzen stetts frisch und offen. Mein englisches Eheherzl ist dieses und alles werth. Vormittag war bey mir Haubtman O‘Doude, der mir den Haubtman Pallet von Puebla aufgeführt hat und dieser brachte mir eine Recomendation von Betanges von Wien. Dan war da P. Bernardin Erberg S. J., dan 2 Geistliche von Pölland, Schlud/er/bach, Rauber. Abends war ich bey meiner auf das zartlichsten geliebtesten englischen und ausserwahlten Gemählin [734] mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 975 Popravljeno. 582 | 1755 September Heüt morgens ist mein Frl. Lenerle mit der liechtenthurnischen geistlichen Brauth nach Lack um 7 Uhr morgens und ist eben heüt abends bald nach 7 Uhr retournirt. 17. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach vocatus. Nachmittag Schlud/er/bach und Ziegler. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. NB. Abgeruckte Nacht, ein wenig vor Mitternacht, ist bey dem Glockengiesser Samassa vor dem Carlstatter Thor Feyer außkomen. In der Stadt wurde gleich Larme, es geschahen hin und wider Schlusß, die Drumel wurde gerührt und das Militare zoge auf. Ist aber bald nach Mitternacht das Feyer gelöscht und Gott Danck, ohne weitern Schaden gedämpfet worden. 18. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen 11 Uhr. Dan bey meiner englischen geliebtesten Ausserwählten, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey Herberstein wegen des Hofmanns und das er zu lezten Rath zu erscheinen einen Anstand gemacht habe. Nachmittag war ich war ich mit m. Micherle bey Leopold Grafen von Lamberg zu Leopolds-Ruhe. Dan bey der Gräfin. Dan bey Br. Moscon. Spätter bey m. Schwigervatter und dan bey Mad. Liechtethurn, die Frl. Franzl daselbst abzuhollen. Vormittag war auch bey mir Schifferstein. [735] 19. Vormittag war bey mir Fiscal von Merzenheim. Dan der Schluderbach. Nachmittag gieng ich mit Frl. Lenerle und meinen zwey Kleinen spaziren. Abends zu meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 20. Vormittag war bey mir Fiscal von Merzenheim und Marotti in Amtsgeschäfften. Zu Mittag speiste bey mir Rauber. Nachmittag war bey mir der Pfarrer von Coridico mit Br. Argento. Abends war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 21. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ausserwahlten bey der Mesß. Dan von 11 biß ½ 1 Uhr im Rath. Zu Mittag speiste bey mir der junge Argento und der Pfarrer zu Coridico. Nachmittag war bey mir H. Dinzl mit seiner Gemählin. Dan P. Joseph et P. Bernardin Erberg S. J. 22. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr Nachmittag. Zu Mittag speisten bey mir Kriegscommissarius H. von Buchner, Haubtman O‘Doude, Oberleüthnant Pallas und Mr Gandin. Nachmittag war bey mir Obristleüthnant Graf Pallet, Br. Salvay und der Dietrich von Ob/er/ Laybach; lezter wegen denen Steinkohlen. Abends war ich bey mein englischen allerliebsten Weiberle, wo mich Vormittag bey der Mesß [736] mein Micherle suppliret hat. Heüt Vormittag war auch der ständische Landtag. Heüt spatt in der Nacht um 11 Uhr ist der Ferdinand Baron von Gall, meiner allerliebsten Gemählin oncle mütterlichseits, allhier gestorben, deme Gott gnedig seyn wolle. 23. Vormittag war bey mir Oberer, dan der neveu von Haubtman O‘Doude. Abends war ich mit der Frl., dan meinen 2 Kleinen bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Spätter waren wir bey Bssa. Gall, gester abends oder in der Nacht gewordener Wittib, zu condoliren. 24. Heüt Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meinen Schwagerinen. Dan giengen alle zu der Br. Gallin, vorgester gewordener Wittib. Dan giengen mit der Begrabnus des Verstorbenen zu den Franciscanern, wo er in die graf-barbischen Grufft bestattet worden. Nachmittag war bey mir Graf Bucceleni. Abends war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten Gemahlin. Dan der heüt morgens verstorbenen Obereinnehmer Gayer zu besprengen. | 583 1755 Oktober 25. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan war ich bey meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich in Conferenz von 4 biß 6 Uhr. Dan mit dem Kriegscommissario bey dem [737] Proviant-commissario nachst der burgerlichen Schiessstatt. 26. Vormittag war bey mir Schifferstein vocatus. Zu Mittag speiste bey mir Obristleüthnant Paillet. Nachmittag war da Nemezhof, der mit seiner Frauen und Nepoten nach H. Creüz ins Weinlosen verreist, auch bald nach 5 Uhr abgereist ist. Abends war ich mit meinen 2 Kleinen bey meinem allerliebsten englischen Ehegespandl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 27. Vormittag war bey mir Haubtman Sili von Carlstadt. Nachmittag war bey mir Oberleüthnant Pallas, der vicarius von St. Veith. Der Wälsche Aursperg, der mir erzehlte, das sein Frl. Tochter, *die* seit 4 Jahr ihres Alters biß andato, da sie 17 Jahr alt ist und bey den Klosterfrauen bey der Himmelpforten zu Wienn war, den 19. hujus mit dem Postwagen hereingekomen seye. Abends war ich mit meinen 2 Kleinen bey meinem englischen allerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Vormittag war auch bey mir Haubtman O‘Doude, der bald darauf nach Fiume verreist ist. 28. Vormittag um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen bey meinem Eheengl bey der Mesß. Dan bey portüschen Vicedome de Werth und bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir der erst von Venedig retournirte P. Eder S. J., dan der Schifferstein. 29. Vormittag war ich mit m. zwey Kleinen bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. [738] Dan bey Mad. Werthenthall. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Silli und Oberleüthnant Pallas. Nachmittag war bey mir Leüthnant Waren, dan Fiscal von Merzenheim et Vormittag Bottoni. 30. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen Mittag. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Etwas vor Mittag war bey mir der Wälsche Aursperg, der bey der Frl. Lenerle sein lezt von Wienn gekomene Frl. Tochter aufgeführet hat. 1755 Oktober 1. Oktober. Vormittag war bey mir Walland vocatus. Dan war ich in Rath von 10 biß Mittag. Nachmittag war bey mir Schifferstein. Abends war ich bey m. englischen Schaz und ausserwählten allerliebsten Gemählin mit mein Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 2. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war ich mit der Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen in der Buchdruckerey. Dan bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Heinerle suppliret hat. 3. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Vor- und Nachmittag waren bey mir die Franciscaner- und Capucinerguardians und 2 Augustiner, zu me[in]976 morgigen Nahmenstag Compliment zu machen und abends der alte Widerkher. Dan war ich mit m. Micherle bey m. allerliebsten englischen Ehegespandl, wo mich [739] Vormittag bey der Mesß m. Heinerle suppliret hat. 4. Vormittag hatte mich eingespert, doch waren gegen Mittag bey mir Schweiger, Kahlhamer, Flachenfeld und m. Schwager Br. Wolf Daniel und Nachmittag Pallas, Barain, Taufferer und Germeg und Oberer. Abends war ich bey m. englischen Eheschaz, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 5. Vor Mittag war ich mit m. Micherle bey Oberleüthnant Pallas in Visit. Dan bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. 976 Pod madežem črnila. 584 | 1755 Oktober Zu Mittag speiste bey mir Pallas und Warrain. Spätter war bey mir Pagloviz, vicarius zu Tuchein. 6. Vormittag war bey mir Oberer. Von 9 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey meiner allerliebsten ausserwahlten Ehegemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Nachmittag kam zu mir Schifferstein und gieng mit mir zu Hofmann, wo wir einige Zunfftsfreyheiten zurech-tgemacht haben. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Vor Mittag war ich auch bey Obristleüthnant Paillet, der heüt Nachmittag nach Fiume retournirt ist. 7. Vormittag war bey mir Schifferstein et Ziegler. Nachmittag war ich mit der Frl. und meinen 2 Kleinen gegen der Sau-Brucken spaziren, zuruck aber retournirten in tallbergischen Wagen. [740] Spätter waren bey meiner englischen Ausserwahlten und allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 8. Nachmittag war bey mir prothomedicus Weber, dan der Hafner von Wienn; erster in materia sanitatis, anderer, um des Militarquartier befreyet zu werden. Abends war ich bey mein englischen Ehemagnetl mit m. Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß daselbst suppliret hat. 9. Vormittag war ich in Rath von 10 biß nach 12 Uhr. Nachmittag in der Conferenz von 4 biß 6 Uhr. Spätter bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Vor der Conferenz war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. 10. Vormittag war ich mit m. Micherle bey Mr et Mad. Kalhaimer, dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war ich mit ihm bey Flachenfeldischen und Novakischen. Dan bey m. englischen Magnetl und allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Mich/er/le bey der Mesß suppliret hat. 11. Vormittag war bey mir prothomedicus, dan zwey Baumeister. Zu Mittag speiste bey mir Schweiger und ich habe den Heyratscontract zwischen seiner Tochter Frl. Tonerle und Franz Br. Hallerstein unterschriben. Nachmittag war ich bey m. englischen Eheschaz mit m. Mich/er/le, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. [741] 12. Vor Mittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten englischen Gemahlin bey der Mesß. Dan bey Novack und Flachenfeld wegen des Demelli von Zeng. Zu Mittag speisten bey mir à 14 couverts Haubtman Graf Seriman, Haubtman Br. Strasser, Oberleüthnant Pallas, Feldkriegscomissarius von Puchner, H. von Schweiger, H. von Amigoni, 4 Jesuiter alß P. Bernardin Erberg, P. Maister, P. Eder, P. [–],977 dan Frl. Lenerle, ich und meine zwey Kleinen. 13. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12. Dan bey meinem englischen ausserwählten allerliebsten Eheschaz, wo mich wenig vor Mittag Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir der Wiener Spaliermahler, mit dem ich vor die Niche des Offens und vor das abgangige Spalierblat in meiner Allerliebsten ihren Zimer vor 9 fl. gegen deme accordiret habe, das er auch die Leinwath und alles verschaffen und aufschlagen solle, da ich ihm oben darauf etwa noch ½ fl. zurucken will. Dan war da Max Taufferer, der mir ein Püschel von gelben Blumen semper vivæ von Freydenthall gebracht, die ich bey dem Portrait meiner englischen Gemählin zur Zierde brauche, so auch 33 kupferne Munzen, ausser 4 unkenbar et nulius valoris und ein schene silbern Vespasianum, gebracht. Dan war da Schlud/er/bach wegen Militarquartierbeytragcassa. Heüt um Mittag ist Br. Hallerstein von Arch allhier angekomen. 977 Prostor za ime. | 585 1755 Oktober [742] 14. Heüt ist abermahls das betrübste Angedencken des vor 35 Monaten, leider Gott!, erfolgten Hinscheidens meiner vollkomenen ausserwahlten englischen allerliebsten Gemählin, welche ich zu einzigen Trost meiner Betrübnus beständig getreü und auf das zartlichste Liebe verehre und beweine. Ach, wan meine Zecher und Seüfzer etwa nicht so glücklich seyn zu ihro zu gelangen, so hat doch mein laid- und betrübnusvolles Herz kein andere Erquickung alß dieses betrübte Opfer, das ich ihro nebst meinem Gebet unaufherlich schicke. Ach, englisches Weiberle, vergiß auf jene nicht, der stetts auf dich dencket, dich beständig liebet und verehret und dein Angedencken sich stetts ganz frisch vorstellet und biß zu unserer Wiedervereinigung allezeit lebhafft erhalten wird. Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner Allerliebsten bey der Mesß, so ich ihro in dem betriebten Gallamesßkleid habe lesen lassen. Vorhero war ich bey P. Eder S. J., der Morgen nach Gräz verreist und ihm viel schönes meinem Sohn daselbst Lucas *S. J.* zu vermelden gebeten habe. Dan war ich bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir P. Joseph et P. Bernardin Erb/er/g S. J., dan P. Wimer S. J., der von Görz komt und nach Crems Morgen verreiset. Dan der de Werth, fürst-portiischen Vicedom. [743] 15. Gester Vormittag war auch bey mir der canonicus Graf Barbo, mich zu seiner heüt Vormittag erfolgter Instalation *in spiritualibus* alß decanus einzuladen. Heüt Vormittag war bey mir Schlud/er/bach. Nachmittag ingleichen. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag m. Micherle daselbst bey der Mesß suppliret hat. 16. Heüt ist just 35 Monath, das die entselte kalte englische Händlein meiner iniglich geliebtesten Gemählin auf dieser Welt das leztemahl von Herzen derpusserlet und mit meinen bittersten Thränen in Seüfzen und Jamern benezet und ihr englisches allerliebstes Leiberle in ihr Ruhebetl begleitet habe. Ach, allerliebste Gemählin, englisches Weiberle! Was ist das vor ein betrübtes Angedencken vor mich! Ach Gott, dir allein klage ich mein unaußsprachliches Laid, du allein wirst dieses in die ewige Freüd und imerwehrendes vollkomenen Vergnügen durch dein göttliche Gnad seiner Zeit Verwandlen und mir meinen unschazbaren Schaz wieder978 und auf ewig geben, welchen du mir in dieser Zeitlichkeit geschencket und weder zu dir genohmen hast. Diese ungezweiffelte Hofnung ist mein einziger Trost in meiner Betrübnus, welche ihr End haben wird mit dem Ende meines Lebens. Vormittag war bey mir der Stefano Silli. Dan war ich in Rath von 9 biß ½ 12 und [744] dan in der Conferenz bey General Br. de Fin biß Mittag. Nachmittag gieng mit dem Silli und meinen 2 Kleinen die 4 Canale besehen und von Maria Feld fahrten zuruck. Dan war ich mit all obigen bey meiner ausserwählten Allerliebsten, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan war noch Silli bey mir biß spatt. 17. Nachmittag war bey mir 2-mahl der Hentel et 2-mahl der Silli. Spätter war ich bey m. englischen Ausserwählten und allerliebsten Gemählin mit meinen 2 Kleinen, welche mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. 18. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach und Ziegler. Nachmittag Marotti vocatus. Spätter war ich bey mein englischen Schaz mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. Abends war bey mir, recommendirt von Kennedy, Mr Motter mit einem in Ancona stabilirten Schottländer nahmens [– –].979 Dan der Silli vocatus, der Morgen mit ihnen nach Lack und dan nach Flednig gehen wird, den daselbstigen Steinkohlenbruch zu sehen. Und trachten einen Entrepreneur zu finden, der solche nach Fiume liffern wurde. 19. Vormittag war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin bey der Mesß mit m. Micherle. Dan bey m. Schwägerinen. 978 Sledi prečrtana nečitljiva beseda. 979 Prostor za ime in pri mek. 586 | 1755 Oktober [745] Abend soupirte bey unß P. Abundus Hallerstein. 20. Vormittag war ich in Rath von 8 biß ½ 11 und hat der præses heüt früher den Rath ansagen lassen, weil er bald darauf auf die Jagd gefahren. Dan war ich bey meinem ausserwählten englischen Schaz, wo ich noch meine 2 Kleinen bey der Mesß angetroffen habe. Nachmittag war bey mir Joseph Strassoldo, der Fiscal von Merzenheim, P. Joseph et P. Bernardin Erberg, Haubtman O‘Doude, der erst von Fiume gekomen. Dan der Spindler vocatus und abends spatt Gravenhuber, der Morgen mit dem alten Wolckensperg nach Wienn verreist, welcher lezte mit seinem Sohn in Process verfallen ist. 21. Vormittag war bey mir Ziegler, dan der auß Unt/er/ Crain gekomene Walland. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten Ausserwahlten mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. M. Heinerle war heüt in der Comedi, die von der Bande des sogenandten Nachtigall heüt am ersten vorgestellet war. 22. Zu Mittag speiste bey mir der, mir von Mr Kennedy recomendirte Mr Motter. Dan der Englander Mr Ré, Haubtman O›Doude, Haubtman Silli und Oberleüthnant Pallas. Bey mir war Fiscal von Merzenhaim, der Pfarrer zu Jauchen Fick. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß meine zwey Kleine suppliret haben. [746] 23. Heüt Vormittag hätte sollen Rath gehalten werden, wie ich solchen gester habe ansagen lassen. Weil aber gester spatt wegen des Regenwetter der præses angekomen und mir sagen lassen, das er gerne hätte, das heüt kein Rath gehalten wurde, habe solchen absagen lassen. Zu Mittag speiste bey mir Br. Raub/er/. Abends suppirte hier P. Abundus. Ich war abends bey meinem englischen Eheherzl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Bey mir war auch die Nändl Klée. 24. Vormittag war bey mir Paul Aloys Aursperg, der erst in die Stadt gekomen. Abends war ich bey m. englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Spätter war bey mir Hofmann. Vorhero Michelitsch, codellischer Verwalter. Nachmittag war ich bey Hochenfeld, der mir sagte, das er den 20. November von hier über Clagenfurt nach Wienn verreisen und daselbst hören will, wo er künfftig sein domicilium haben wird. Inzwischen wird er sein Gemählin zu Clagenfurt lassen. Zu Mittag und abends speiste hier P. Abundus. 25. Vormittag war bey mir Stadtsyndicus Raditsch, dan der Ziegler. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag war bey mir Zierheim. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Ausserwählten mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Vor Mittag war auch bey mir vocatus der [747] Germeck, Craißamtssecretarius, deme aufgetragen habe, den Joseph Spindler in Arrest nehmen zu lassen, der auch um 9 Uhr circa auf dem Rathshauß arrestiret worden, biß er die indibeti empfangene etlich von 60 fl. dem ærario restituiret. 26. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey m. englischen Geliebtesten bey der Mesß, dan mit ihnen und mit Frl. Lenerle bey dem Welsch-Aurspergischen. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Vormittag war ich auch mit meinen 2 Kleinen bey H. von Puchner, der Morgen nach Fiume verreist. Abends war m. Micherle in der teütsche Comedie. 27. Vormittag war ich bey Merzenheim. Dan in Rath von 9 biß ½ 11. Dan bey meinem herzliebsten Eheengerle bey der Mesß, wo ich m. Micherle bereits angetroffen habe. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. | 587 1755 November Nachmittag war bey mir Pallas. Dan der Stadtschreiber von Weixlburg. Abends ist der Br. Benjamin von Erberg von Lustall retournirt mit Chiragra-Schmerzen. Gegen Mittag ist der Feldkriegscomissarius von Puchner nach Fiume verreist. 28. Vormittag war bey mir Silli. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem herzallerliebsten Ehegespandl bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Br. Zierheim et Silli vocatus. [748] 29. Vormittag war bey mir Graf Khuen, Grenadier-Oberleüthnant von Croaten, der uber Fiume komt und über Clagenfurt und Linz nach Prag in sein Vatterland reiset und gleich Nachmittag abgehet. Er brachte mir ein Brief von m. Maxl. Ich schickte ihm 2 Bottilien von vino Santorino. Dan war da Haubtman Böhm, sich zu beurlauben: gehet Morgen in sein Vatterland nach Wareit und hat sein Compagnie dem Grafen von Kinsky verkaufft. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber et Bottoni. Abends war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Dan suchte den Haubtman Böhm, deme 6 Botilien vino Santorino geschickt habe. Spätter war da die Spindlerin wegen ihres arrestirten Manns. Nachmittag war auch bey mir Mad. Buseth und ihr Schwester. Dan der Merzenheim und Kuck. 30. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey meiner englischen Geliebtesten, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan war ich in Visit bey canonico et decano Grafen von Barbo. Zu Mittag speisten bey mir Rauber et Bottoni. Nachmittag war bey mir Merzenheim, der mir einige Bücher abgekaufft und davon ein Kremnizer # schuldig verbliben. [749] Dan war bey mir Dr. Garzaroli wegen creuzbergischen Forderungs- und Rechnungsangelegenheit. Heüt gegen 5 Uhr Nachmittag ist Br. de Fin, Comercienrath zu Triest, mit seiner Brauth von Prag hier angekomen. Sie ist eine gebohrne Gräfin Clari. 31. Vormittag war bey mir P. Joseph Erberg S. J., mein Schwager, mit Magister Hochenwarth, der von Gräz komt und mir von mein Lucas ein Compliment gebracht. Abends gieng mit Frl. Lenerle und mein Micherle zu meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle *und Heinerle* suppliret haben. Dan waren wir bey der Busetin, die heüt ihren Geburtstag celebrirt. Und da sie nicht zu Hauß, sondern bey der bosischen Frl. Fränzl war, so giengen wir dahin und bliben daselbst biß gegen 7 Uhr. Heüt Vormittag ist der gester hier verstorbener Stadtrichter Robida begraben worden. 1755 November 1. November. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan war ich bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin, wo ich m. Micherle bereits angetroffen und hörten daselbst die Mesß. Gester Nachmittag ist hier angekomen Graf Podstatzky mit dem Papa in Rectificationsangelegenheiten. Abends aber der Nemezhof und sein Gemählin. 2. Vormittag war ich in Visit bey Grafen Podstatzky und bey dem Papa. [750] Dan um 11 Uhr mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß bey meiner ausserwahlten allerliebsten und englischen Gemählin. Dan en Visit bey Mad. Du Valles. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Abends war 2-mahl bey mir der Craißamtsofficier Germeck vocatus. 3. Vormittag war bey mir Ziegler et Oberer. Gegen Mittag war ich bey Br. Benj/ami/n Erberg, der heüt sein Geburtstag celebriret. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 5. Dan mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß daselbst obige beede suppliret haben. Dan giengen den Haubtman Cordon von Baaden Baaden besprengen, der gester ganz frisch und gesund von Triest gekomen und heüt um 9 Uhr Vormittag gestorben ist. 588 | 1755 November 4. Vormittag war bey mir der Stadtschreiber von Gurgfeld, Nied/er/bacher und Br. Marenzi, der Fiscal von Merzenheim und die Spindlerin. Nachmittag 2 Augustiner, Br. Apfaltrer, Creißamtsadjunct et Stadtschreiber von Gurgfeld, und der Furmaner Both. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. Dan war wieder bey mir die Spindlerin. 5. Vormittag war bey mir Br. Zierheim, dan Merzenhaim. Nachmittag war bey mir Dr. Vidmayr vocatus, [751] dan der Germeg und ein ungarischer Handlsman mit Medicinalien. Abends war ich bey meiner allerliebsten Ehegemahlin und englischen Weiberle, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 6. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan war ich bey Graf Podstatzky, der Morgen nach Triest und von dort nach Görz verreist. Bey mir war Freydeneg. Zu Mittag speiste bey mir Br. Zierheim. Nachmittag war ich in Conferenz von 3 biß 4 Uhr. Dan bey m. englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 7. Vormittag war bey mir Silli zu rapportiren, wie es mit Heraußnehmung der Schleüssenthor an den Canalen zugehet. Dan Obristleüthnant Graf Baillet, der unlängst von Fiume gekomen und bey 14 Täg sich hinaufhal-ten will. Dan der Freydeneg mit dem voto des Hofmanns wegen Militarquartierbeytrag, wo wir nicht gleicher Meinung seyn. Dan P. Bernardin Erberg S. J. Nachmittag war da Schluderbach, dan Creißhaubtman Br. Taufferer. Heüt habe mit dem Postwagen von hier nach Triest an H. Osterreicher geschickt in Gold 435 fl. Und diese per 4/c, die er mir mit sein Schreiben von 18. Februar voriges Jahrs gelichen vor meinen nach Wien verreisten Sohn Jean, deme das Interesse von detto dato biß 18. hujus von 1 ¾ Jahr 35 fl., et sic zusamen 435 fl. [752] Zu Mittag speiste bey mir Rauber. Abends war ich bey meiner allerliebsten ausserwahlten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Heüt habe calculirt mit Silli, wie man die Steinkohlen von Segorje nach Fiume am wohlfeilesten verschaffen känte: - Und komten erstlich auf die Excavation an und rechnen, das ein Mann des Tags 20 solt kosten, hingegen bey 20 Centen außgraben kante; ainsi komete in loco der Centen a peu pres 1 lr. Al enfals engagiret sich Sil i den Centen per ein solt in loco excavirter zu verschaffen. - Von dem Orth biß an dem Sau-Strom hoffet man ein Vasß von 10 Centen per 30 solt zu transportiren, mithin komete auf ein Centen 3 〈sl.〉 - Das Vasß per 10 Centen solte wohl verschafft werden känen per 50 soldi, mithin per Centen 5 〈sl.〉 - Schiff von Segorje biß Saloch, so bey 120 Centen tragt, solte wohl zu Litey, wo sie nicht viel Verdienst haben, höchstens per 36 lire, komete auf ein Centen 6 〈sl.〉 - Kosten biß Saloch: soldi 15, macht in teütschen Geld 8 〈kr.〉 2 〈den.〉 - Dazu komt die Fracht von Saloch biß Fiume a 8 Groschen per Centen, macht 24 〈kr.〉 Mithin der Centen mit al en Spesen franco zu Fiume 32 〈kr.〉 2 〈den.〉, welches auf eine Prob nächstens ankomen wird. [753] 8. Vormittag war bey mir Br. Taufferer, Craißhaubtman, mit dem Craißofficier wegen Militquartir-beytrag. Dan der Ziegler mit Expeditionen, Schlud/er/bach auch in Amtssachen. Zu Mittag speiste bey mir Obristleüthnant Graf Baillet. Nachmittag Oberer, der mit meinen zwey Kleinen in die wälsche Comedie gegangen. Vormittag war auch bey mir Trebes wegen des arrestirten Spindler. Abends war ich bey meinem englischen allerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. | 589 1755 November 9. Vor Mittag war ich bey meinem englischen Schaz und allerliebsten Weiberle bey der Mesß. Dan in Visit bey Kriegscommissario. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg et P. Tricarico S. J. Dan ein junger Graf Rabata, der in Collegio Theresiano war und nun von Görz nach Salzburg ad jus gehet. 10. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich bey Br. Gussich. 11. Vormittag war ich bey meiner englischen herzallerliebsten ausserwählten Gemählin, welcher Geburtstag heüt einfahlt. Wenig vor hat mich daselbst m. Micherle bey der Mesß suppliret. Dan war ich bey Kriegscommissario, der Morgen ins Unter Crain verreiset. [754] Dan war ich bey Nemezhof wegen Steinkohlenbruch nächst Segorje-Empfang. Zugleich complimentirte ich den jungen Graf Rabata, der bald darauf über Graz nach Salzburg verreist ist, daselbst das Jus zu studiren. Zu Mittag speiste bey mir Rauber und Bottoni. Nachmittag war ich bey m. Schwägerinen, wo die Frl. Rettel zur Ader gelassen und befindet sich gar nicht wohl. Dan war ich bey der Gasparini, daselbst mit Merzenheim zu reden. Übrigens habe heüt ohne Ende meiner allerliebsten Gemählin zu ihrem Geburtstag alle himlische Freüden von Herzen gewunschen und mit Seüfzen und Thränen bekräfftiget. 12. Vormittag war ich bey Nemezhof wegen Steinkohlen-Muet- und Lehenbrief, bey Mad. Jordan, auf dem Landhauß bey Kappus, bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Ziegler et Max Taufferer. Ich war auch bey Hofmann und bey m. Schwagerinen. 13. Vormittag war ich in Rath, dan in Conferenz. Nachmittag war bey mir Buchhalter Marotti vocatus, dan Oberleüthnant Jordan und Haubtman O‘Doude. Abends war ich bey m. englischen allerliebsten und ausserwahlten Gemählin mit mein Micherle,980 der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. [755] Dan giengen zu Jesuiten zu P. Ermel zu der Beicht, um Morgen unsere Andacht zu verrichten. Dan waren bey m. Schwägerinen, wo sich die Frl. Rettel etwas besser befindet. 14. Heüt vor 3 Jahren (ach Gott, wie schnell vergehet doch die Zeit!) war vor mich der unglückseeligste Tag meines Lebens, da ich so unverhofft meine mir von Gott geschenckte allerliebste, vollkomene, englische und ausserwählte Ehegemahlin verlohren habe. Ach Gott, wie betrübt und wie verwundet war mein Herz, wie frisch *und*981 noch beständig ist982 noch diese meine so schmerzhaffte Wunden. Ach Gott, ich bitte dich auf das Inständigste, lasse mir diese meine schmerzhaffteste Wunden in dieser Welt niemahls verheilen. Erhalte mir in meinem Herzen beständig diese betrübste Gedächtnus zu meinem beweinungwürdigen Trost. Ach, englische Gemählin, allerliebstes Weiberle, heüt vor 3 Jahren habe dich lebendig und toder auf das zärtlichste ungearmet, mit Seüffzen und Jamern geküst und verlohrn. Ach Allerliebste! Um 11 Uhr war ich bey dir ausserwählte Geliebteste983 bey der Mesß, die mein Schwager P. Joseph S. J. in dem betrübten, die mein Engl verehrten Gallamesßkleid gelesen und wo ich und mein Micherle die H. Comunion empfangen und vor dich mein Herz aufgeopfert haben. Mein Heinerle hat dabey ministrirt. Ach, Engerle mein. [756] Dan war ich bey Herberstein, der mir seine Ankunfft hat wissen lassen. Bey mir war Haubtman von Castua Vlach mit einem Geistlichen. Zu Mittag speiste bey mir Rauber. Nachmittag war bey mir Schifferstein, Ziegler. Ich war bey Herberstein, Hofmann, m. Schwägerinen und bey Mad. Werthenthall. Ach, englisches Weiberle, was hätte ich in meiner Betrübnus vor einen Trost, wan ich wüste, das dir meine 980 Popravljeno. 981 Nad prečrtanim ist 982 Pred tem prečrtano die 983 Popravljeno. 590 | 1755 November Gedancken, Wort und Wercke bekand seyn. Ach Allerliebste, sage mir doch, das dir alles wissent seye und das dir wohl ergehet und wir beede in der göttlichen Gnade seyn. 15. Vormittag war bey mir Stafano Silli. Nachmittag war bey mir Jacob Hochenwarth. Abends war ich bey m. Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 16. Heüt vor 3 Jahren ware, laider Gott, das leztemahl, das ich die todtenbleiche englische Händlein meiner Allerliebsten, mir von Gott geschenckten außerwählten Gemählin auf das zartlichste und mit betrübtesten Herzen und trähnenden Augen geküst und derküsset habe. Ach Allerliebste, wie betrübt und schmerzenvolle Begleitung ware die meinige. Ach Gott, wie frisch ist imer dieses Angedencken. Um 11 Uhr war ich bey diesem meinen herzigsten Weiberle mit m. Mich/er/le bey der Mesß. Ach Gott! Dan war ich bey Weitenhieller. Zu Mittag speiste bey mir Jacob Hochenwarth. [757] Nachmittag war bey mir Aursperg im Hauß, Joseph Strasoldo, Br. Gussich Craißhaubtman. 17. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 ¾. Dan bey m. englischen Geliebtesten, wo mich wenig vor meine 2 Kleinen daselbst bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir Oberleüthanant Jordan und Br. Rauber. Nachmittag war bey mir Trebes wegen des Spindler. Dan war ich mit 2 Kleinen spaziren. Spätter war bey mir der alte Steinberg. 18. Nachmittag war bey mir Sili vocatus. Dan der Craißhaubtman Br. Taufferer, Br. Salvay. Abends war ich bey mein englischen allerliebsten Schaz, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Heüt habe mit ein Vasß in der grösse und breite oder weite, wie die Sau-Stromer-Weinlagl seyn, die Probe gemacht und mit Steinkohlen anfühlen lassen. So hat das Vasß, welches ich per 52 kr. bezahlt, - gewogen samt dem Kohlenverfilter 1215 lb. - Tarra oder das löhre Vasß 129 〈lb.〉 Netto 1086 lb. NB. Will vor eine Curiosität anmercken, was mich das Abwägen gekostet hat: - Dem *Stadt*waagmeister von jeden Centen à 4 ½ solt 31 kr. - Deren Gehilfen à 1 kr. von % 12 kr. - Geschenckt, weil sie in m. Hauß abgewogen 5 kr. 48 kr. 19. Zu Mittag speiste bey mir Oberleüthnant von Puebla Mr Pallas. Dan war bey mir Ziegler und Dr. Supan. [758] Abends war ich bey meiner allerliebsten ausserwahlten Gemählin und englischen Weiberle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Gester abends ist Graf Podstatzky von Görz hier revertirt. 20. Vormittag gieng ich in Rath, habe aber erst daselbst erfahren, das heüt kein Rath seye. Dan war ich in vicedomischen Archiv wegen denen von Salvay anverlangenden Acten. Dan war ich bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich. Nachmittag war984 ein parmahl bey mir vocatus des Stadtsyndici Schreiber. Dan Mad. Dinzl, m. Schwager P. Joseph S. J. und der Pfarrer zu Morautsch. 21. Vormittag war bey mir Salvay. Nachmittag Oberer, dan vocatus Br. Taufferer. 984 Sledi še enkrat war | 591 1755 November Abends war ich bey meinem englischen auf das zartlichste geliebtesten Eheherzl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Bey mir war auch Pillarini von Hasperg. 22. Vor Mittag war bey mir vocatus Marotti und Germeg. Dan Preisinger, der die notam des Podstatsky 2-mahl abgeschriben. Dan Br. Gussich. Nachmittag war bey mir Aursperg in Hauß. Abends war ich bey meinem ausserwählten Eheengerle, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 23. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner [759] allerliebsten Gemählin und englischen Weiberle bey der Mesß. Dan bey m. Schwägerinen. Dan mit Frl. Lenerle bey Dinzlischen und Carl-Hochenwartischen. Nachmittag war bey mir Mr Du Tam, der alß Buchhalter bey der niederlandischen Handlungssocietät zu Fiume gestanden und nun, weil sein Weib daselbst nicht bleiben will, sein congé genohmen hat und nach Brün reiset in Hofnung, daselbst Leüthe zu finden, zu Fiume eine Tuchfabrique zu errichten. Er ist sonst von Stuttgard gebührtig. Er erzehlte mir, Arnold seye un tres honet homme von viel schönen Qualitäten, hingegen moras nonchalant, von keiner Resolution und zu keiner Execution. Kennedy thut derzeit alles, hingegen last er sich von Motter laiten. Motter ist nicht von Direction, thut aber mehr alß wan er dabey was zu befehlen hätte. Er ist von der Gegend zu Studgard und war in der Jugend daselbst bey einem Tuchhandler. Er war sodan zu Wienn in der compagnia mit Isenflam, die ein starckes Faliment gemacht. Du Tam haltet ihn vor sein grösten Feind. Vellens hat kein Talent noch Application, an reste ein gutter Mensch von reichen Ältern und ist sein Vatter von allen Burgermaistern von Antwerpen. Rima, ein sehr geschickter Mann, verstehet aber in Comerciali nichtes, war in seiner Jugend bey einem notario zu Paris. Dan bey dem Proviandwesen in Franckreich, dan secretarius bey der gewesten Ost-Indischen Compagnia zu Ostende. [760] Er soll aber bey Kennedy und Motter so wenig gelten alß der Arnold. Abends war bey mir vocatus Schlud/er/bach wegen Reyssgejaidenverkauf, Capitalien etc. 24. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir Schlud/er/bach, Ziegler und Br. Taufferer, Crayshaubtman. Abends war ich bey meiner Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 25. Vormittag war bey mir Obristleuthnant Graf Baillet und der Oberleüthnant Jordan; erster gehet Morgen nach Fiume zuruck. Dan war da Stafano Silli. Nachmittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey m. englischen allerliebsten Ausserwählten, wo mich obige Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. 26. Zu Mittag speiste bey mir der Geistliche von Lustall wie gester. Abends war ich bey meiner schönsten ausserwahlten Allerliebsten, wo mich vor m. Mich/er/le bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Br. Gussich und Schlud/er/bach. 27. Vormittag hätte Rath seyn sollen, ist aber abgesagt worden. Nachmittag war bey mir Stefano Silli, der Morgen oder Übermorgen nach Segorje gehen wird, vor Kennedy und vor mich vor jeden ein Schif Steinkohlen zu verschaffen. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen moitié mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Heüt abends ist bey Leopold Gr. von Lamberg [761] zu Leopolds-Ruhe Gesellschafft, souppé und Ball und ist daselbst alle Noblesse eingeladen. Bey mir war auch abbé Werth, der Morgen nach Spitall in Karnten verreist, wo er ein Beneficium hat von985 250 fl. Einkünfften. 28. Vormittag war bey mir Ziegler. Nachmittag vocatus Marotti. Dan Frl. Utschan. Abends war ich bey meiner geliebtesten Ausserwählten mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 985 Popravljeno. 592 | 1755 December 29. Vormittag war bey mir vocatus Schlud/er/bach. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber, neuresolvirter Fahnrich unter Croaten. Dan war bey mir Oberer. Abends war ich bey meiner allerliebsten Ausserwahlten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Meine 2 Kleine waren in der wälsche Comedie. Rauber erzehlte mir, das vorgester beym souppé bey Graf Lamberg waren 67 Cavaliers und Dames, speisten an 2 Taffeln à 36 et 16 couverts. Alles war von gutten gusto und schöne Beleichtung, jedoch kein Bal. 30. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meinem englischen Eheherzl bey der Mesß. Dan bey Flachenfeldischen, weil er Morgen vocatus nach Wienn verreist. Dan bey Mad. Hochenfeld, die auch Morgen nach Wienn verreist. Nachmittag war bey mir Zierhaim, Flachenfeld et Merzenheim. [762] Meine zwey Kleine waren heüt in der walsche Comedie. 1755 December 1. Dezember. Vormittag war ich bey Herberstein und gabe ihm die, von ihm bestelte, gester von Paris erhaltene Sackuhr. Dan in Rath et Conferenz von 9 biß ½ 1. Zu Mittag speiste bey mir Oberleüthnant Jordan, der Br. Gall von Liechtenwaldt, Goldarbeiter und Buchbinder. Abends war ich bey meinem englischen allerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag meine 2 Kleinen bey der Mesß suppliret haben. 2. Heüt Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß 5. Dan bey meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey Br. Gusssich. Dan war bey mir Nemezhoffen. 3. Vormittag war ich bey m. Schwagerinen, wo die Frl. Fränzl ihr Nahmens- und Geburtstag celebriret. Dan war ich mit m. Micherle bey dem Oberer. Dan bey Marotti. Nachmittag war bey mir Schweiger, der Morgen nach Wördl verreist. Spätter war ich bey m. englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war auch bey mir Marotti vocatus. Meine 2 Kleine waren in der wälschen Comedie. [763] 4. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11. Dan ist der Nemezhof das erstemahl introducirt worden. Und da er just zu referiren hatte, was Br. Liechtenthurn wider mich angebracht hat in Betröf der zu Sägor von dem Oberbergrichteramt auf mich zu Lehen empfangenen Steinkohlenbruch, so bin abgetretten. Dan war ich bey meinem allerliebwertesten englischen Eheschaz, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Nemezhof. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich, Craißhaubtman. Dan war ich bey Br. Taufferer, Craißhaubtman. Dan bey Stadtsyndico Raditsch. Suchte den Buchhalter Marotti. 5. Vormittag waren bey mir vocati der Buchhalter Marotti, Stadtsyndicus Raditsch, Craißamtsofficier Germeg, mit denen in Amtsgeschafften zu thun hatte von 9 biß Mittag. Bey mir war auch Ob/er/er nomine præsidis et Schlud/er/bach vocatus. Zu Mittag speiste bey mir Oberleüthnant von Puebla nahmens Pallas. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 6 Uhr. Dan bey meinem allerliebsten Eheherzerle, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 6. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten englischen Gemählin bey der Mesß. [764] Bey mir war Schlud/er/bach, dan des Spindls Mutter. Abends waren meine 2 Kleine in der walschen Comedie. 7. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ausserwählten und englischen Gemählin bey der Mesß. Dan mit Frl. Lenerle in Visit bey Mad. Jordan, dan bey Mad. Du Valles. Nachmittag war bey mir mein Schwager P. Joseph et P. Bernardin Erberg, Jacob Hochenwarth et Marotti, dan hiesige Schifleüth. | 593 1755 December 8. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner allerliebsten Gemahlin und englischen Weiberle bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Spieglfeld, dan Marotti vocatus. 9. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan war ich bey meiner ausserwahlten Gemahlin und englischen Magnetl, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Schlud/er/bach. Nachmittag waren bey mir hiesige Kürschner wegen des von ihnen verfälschten Zunfftprivilegii. Um 2 ½ Uhr ist Frl. Lenerle mit meinem Heinerle nach Mannspurg, willens künfftigen Freytag zu retourniren. Dan war ich mit m. Micherle spaziren und bey meinem Eheherzl. Abends war m. Micherle in der wälschen Comedie. 10. Vormittag war bey mir Ziegler. Dan Crayshaubtman Br. Taufferer mit sein Referat [765] oder Relation, die er zur morgigen Conferenz gerichtet hat. Zu Mittag speisten bey mir Haubtman Silli et Bottoni; erster retournirt Morgen nach Carlstadt. Nachmittag war bey mir Br. Rauber. Dan gieng mit ihm und mit m. Micherle spaziren. Spätter zu meiner allerliebsten englischen und ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 11. Vormittag war bey mir Ziegler mit dem vor dem arrestirten und gester abends auf freyen Fuß gesezten Spindler zusamen gesammlet. Zu Mittag speiste bey mir Spieglfeld. Vorhero war bey mir der Major Br. de Fin mit dem Haubtman Seriman vor die Comedianten zu sammlen. Nachmittag war ich in Conferenz von 3 biß gegen 6 Uhr. Dan bey meinem ausserwählten englischen allerliebsten Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Frl. Zetschker, die von Spindler 50 fl. zu prætendiren hat. 12. Vormittag war ich bey Grafen von Podstatzky. Dan bey Waicard Barbo und dan bey meiner englischen geliebtesten Ausserwählten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir der Kürschnermaister [766] Konig vocatus wegen verfälschten Zunfftsfreyheüten. Dan der Goldarbeiter. Gegen 5 Uhr ist die Frl. Lenerle mit meinem Heinerle986 von Mannspurg retournirt. 13. Vormittag war bey mir Merzenheim. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 ¼. Dan bey meiner geliebtesten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 14. Vormittag um 11 Uhr war ich mit m. Mich/er/le und Heinerle bey der Mesß bey meiner allerliebsten englischen und ausserwählten Gemahlin, die mich, layder Gott, heüt vor 37 Monaten verlassen und in die gröste Betrübnus gestürzet hat. Ach, englisches Weiberle, wie frisch bleibet stetts die unheilbare Wunden meines Herzens, wie lebhafft in mir dein Angedencken. Ach Allerliebste, mein Seüffzen, Weinen und Jamern wird nicht aufhören biß ich nicht zu dir kome und der allergüttigsten Gott dich mir aufs neue wiedergeben und auf ewig schencken wird. Dan war ich bey meinen Schwagerinen. Nachmittag war bey mir Merzenheim et Schifferstein, Mad. Buseth und ihr Schwester. Abends waren meine 2 Kleine in der wälschen Commedie. 15. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan suchte den Grafen von Podstatzky, der nicht anzutreffen war. Zu Mittag speiste bey mir Oberleüthnant Pallas und der Cameralzahlmeister Bottoni. [767] Nachmittag war bey mir Haubtman Strasser, dan zwey Gebrüder und Söhne des Haubtman Jordan. Von 3 biß 5 hielte Consessum Commercialem. Dan war ich bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 986 Popravljeno. 594 | 1755 December Heüt Nachmittag zwischen 2 und 3 ist Graf von Podstatsky mit dem Papa von hier nach Wienn retournirt. 16. Heüt ist just 37 Monaten, das ich das leztemahl meiner englischen allerliebsten Gemählin ihre herzige, obschon todtenkalte Händlein geküsset und mit meinen Thränen benetzet habe. Gott seyn mein Laid geklagt und aufgeopfert. Zu Mittag speiste bey mir Oberleüthnant Jordan, Br. Zetschker und der Pilpach. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph. Abends war ich bey meinem herzigen allerliebsten Ehemagnetl mit meinem Micherle, der mich daselbst Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 17. Vormittag war bey mir Oberer nomine des præsidis, der mir seine Abreiß auf einige Täg wissen ließ. Dan der Stefano Silli, der gester von Segorje retourniret ist. Dan Craißhaubtman Br. Taufferer wegen seinen Rechnungen des Militärquartierbeytrag. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber, Bottoni, Stefano Silli. Dan war bey mir der Gartner der Br. Erbergin Wittib, gebohrne Apfaltrerin, wegen 380 fl., die sie dem Franz Liechtenberg zu bezahlen hat. [768] Abends war ich bey meiner alles angedenckenswürdigsten allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Vorhero war auch da Schlud/er/bach wegen seines absolutorii. Heüt Nachmittag habe meinen Micherle von dem Mentzinger zu contrefiren anfangen lassen. 18. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan bey Merzenheim. Nachmittag war bey mir Aursperg, Hochenwarth und Schlud/er/bach den Consessum Commercialem zu halten, konte aber den Vicefiscen nicht finden. Dan war bey mir Turism/und/ Thurn, dan Ziegler. Abends war ich bey meiner allerliebsten Gemählin und englischen Weiberle, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Heinerle suppliret hat. 19. Vormittag war bey mir Germeck, dan Ziegler. Abends war ich bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. 20. Vormittag war bey mir Schifferstein, Marotti, Taufferer Crayßhaubtman und Amigoni. Nachmittag von Raab, Taufferer 2-mahl, dan der Köhler wegen 2 Berichter ad aulam, die Hofmann nicht unterschriben. Abends war ich bey meiner ausser [769] wahlten allerliebsten Gemahlin, meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Heüt war m. Micherle das drit- und leztemahl bey Mentzinger, der sein Portrait verfertiget und mir solchen künfftige Wochen zu schicken versprochen hat. 21. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach wegen des dem Grafen von Gallenberg bestelt und angelangten Boels. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß mit m. Micherle. Dan suchte Herberstein, der wenig vor auß Unter Crain von der Jagd gekomen, hatte sich aber schlaffen gelegt. Zu Mittag speiste bey mir ein junger Graf Melß von Görz, der bey Zergoll in der Kost ist. Dan Br. Rauber und Pallas. Nachmittag war bey mir der neue Appotecker Wagner, der um die Visitation seiner Appotecken gebetten. Gegen Abend war ich bey Herberstein. Spätter schickte zu mir der Bischof von Zeng Ciolich und ließ mir seine Ankunfft wissen: komt von Wienn, gehet nach Zeng Morgen fruhe. 22. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag. Nachmittag war bey mir abbé Formacher, Appotecker Wagner, protomedicus Weber, Crayßhaubtman Taufferer und Joseph Thurn. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl und allerliebsten Weiberle, [770] wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Spätter war da Schifferstein. | 595 1755 December 23. Vormittag war bey mir Smole nomine Gussich. Dan decanus Graf Barbo, chyrurgus Puching. Nachmittag war da Br. Rauber. Abends war ich bey meinem allerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Heüt hat mir H. von Hochenwart 9 lange und 3 kurze Bretter von Cipressenholz geschickt. Gester abends spatt ist Flachenfeld von Wienn retournirt. 24. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach und Bischof, dan P. Tricarico und M〈ag.〉 Hochenwarth S. J. Nachmittag P. Joseph S. J., Oberleüthnant Jordan und Russenstein. Abends war ich bey meiner allerliebsten und herzigsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 25. Vormittag war bey mir Freydeneg, der Morgen nach Wienn verreiset. Dan war ich bey meiner allerliebwertesten englischen Ehegemählin, wo ich 3 Messen gehört und m. Micherle ministriret hat. Dan bey m. Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Schlud/er/bach et Barrain.987 26. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan mit ihnen und der Frl. Lenerle bey Mad. Werthenthall. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6. Dan war bey mir Nemezhof und Kappus, Saliterinspector. [771] 27. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Gemahlin bey der Mesß. Dan war bey mir Nachmittag der Brieftrager und Fuhrleüthen. 28. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner englischen und iniglich geliebtesten Gemählin bey der Mesß. Dan mit ihnen und Frl. Lenerle bey Graf-Gallenbergischen. Zu Mittag speiste bey mir Pallas. Abends waren meine 2 Kleine in der wälschen Comedie. 29. Heüt morgens habe lassen die neuerichtete Appotecken des Wagners ordentlich visitiren und habe in Beyseyn des prothomedici Weber988 durch den Cancellisten Lenz dem Wagner das Jurament geben lassen in meiner Gegenwarth. Dan war ich in Rath von 9 biß Mittag. Zu Mittag speiste bey mir der Cameralzahlmeister von Bottoni, dan der Oberleüthnant Jordan. Nachmittag suchte den Obristleüthnant Grafen von Baillet und Haubtman Strasser. Spätter war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten englischen Ehegemahlin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich in Cafféhauß, der Baillet zu suchen. Feldkriegscommissarius von Puchner nennte mir heüt einige seiner Collegen, die in [772] Niederland emploiret seyn und zwar: zu Brüssel der Kriegscommissarius Pfanelter und der Artilleriecommissarius daselbst Helmann; zu Antwerpen H. Longon von Raab gebührtig; zu Luxenburg H. Fuhrmann und zu Mons H. Waigand, welche alle unter dem Obercommissario zu Brüssel stehen. 30. Vormittag war bey mir Ziegler 2-mahl, dan Obristleüthnant Baillet. Erstem habe die Außkunfft wegen br.-gallischen Kindern gegeben, das nehmlich der Knab nahmens Carl allhier studirt, ist in der ersten Schull, bey 14 Jahr alt, beym Schwab von Liechtenberg in der Kost. Die Tochter nahmens Xaveria ist bey hiesigen Ursulinerinen in der Kost, 17 ad 18 Jahr alt. Abends war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 31. Vormittag war bey mir prothomedicus Weber. Dan war ich mit mein Micherle und Heinerle bey meiner ausserwählten englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag war bey mir medicus Vidmayr et Ziegler und der arme Russenstein, dan die Pergerin von Agram. 987 Popravljeno. 988 Pred tem prečrtano Vidmayr 596 | 1756 Januar 1756 1756 Januar [773]989 1. Jenner. Fürs erste soll ich abermahls meinem himlischen Vatter den allerdemütigsten Dank erstatten, das er auß seiner gottlichen Gnade mich und meine sechs Kinder sowohl erst abgerucktes Jahr ganz glücklich hat enden, alß auch dieses neue eben also antretten lassen. Vor allen aber, das er mir meine englische und allerliebste Gemählin bestandig frisch und lebhafft in meinem Herzen erhaltet und das noch alleweil den betrübtesten Trost habe ihren zeitlichen unschäzbaresten Verlust unaufhörlich zu beweinen, zu besauften und zu bejammern. Ich bitte dich allergüttigster Gott auf das inständigste, lasse mir diese meine schmerzlichste Wunden in dieser Welt niemahls verhailen und erhalte mich und meine mir von dir gegebene sechs Kinder noch ferners hin in deiner beständigen gottllichen Gnade. Von 11 Uhr war ich bey meiner ausserwählten Allerliebsten mit meinem Micherle bey der Mesß. Dan bey Flachenfeldischen, suchte Herberstein und Merzenheim. War bey Landshaubtman, meinen Schwägerinen, bey der Wittib Br. Gallin und bey Carl-Hochenwertischen, dan Nemezhoffischen. Zu Mittag speiste bey mir Leuthnant Barrain. Nachmittag war bey mir Pallas, O‘Doude, Spieglfeld, Bottoni, Novack, Merzenheim, dan Mad. Buseth und ihr Schwester. Item Dr. Novack mit denen kleinen Schifleüthen. Meine 2 Kleinen waren in der Comedie. [774] 2. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich in Conferenz von 4 biß 6 Uhr. Bey mir war auch Vormittag der Apotecker 〈Wagner〉.990 3. Vormittag habe dem Oberleüthnant Pallas, der sich zu seiner Abreiß richtet, 6 zuchette oglio di Firenze zum Præsent geschickt. Bey mir war Schlud/er/bach vocatus. Nachmittag hätte Consessum Comerciale halten sollen, ist aber in Ansagen ein Irrung unterlauffen. Mithin war bey mir Aursperg et Schifferstein ohne den Consess zu halten. Spätter war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Vergangene Nacht ist alhier gestorben der de Werth, gewester Fürst-Portüscher Vicedom zu Spittall in Kärnten. Heüt hat der Glaser ein Luster in meiner Liebsten grösses Zimer aufgehängt, woselbst zu seiner Disposition bleiben wird. 4. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner ausserwählten Allerliebsten bey der Mesß. Abends war bey mir Oberer. Meine 2 Kleine waren in der Comedie. 5. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag. Dan war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich vorhero m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. [775] Zu Mittag speiste bey mir Pallas et Bottoni. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Dan war bey mir Nied/er/bacher nomine Flachenfeld. Abends war m. Micherle in der Comedie. 6. Vormittag war bey mir Oberleüthnant Jordan, der Nachmittag nach Fiume verreist. Dan war ich bey meiner allerliebsten englischen Ehegemählin mit m. Micherle bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Abends war bey mir Kappus, Salniterinspector. 7. Vormittag war bey mir der Tischler, deme ich die cypressenholzene Bretter gezeügt und er an meinem Beth etwas repariret hat. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. 989 Pred tem sta dva prazna folija s starim oštevilčenjem pp. 797–800. 990 Prazen prostor. | 597 1756 Januar Abends war ich bey meiner ausserwahlten, auf das zartlichste geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war bey mir Carl Hochenwarth von 5 biß ½ 9 Uhr. Meine 2 Kleine waren in der Comedie. 8. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Dan Br. Taufferer, Craißhaubtman, et Ziegler und Schifferstein. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Vormittag war auch bey mir abbé Br. Gall von Gritsch. 9. Vormittag war bey mir Gräfin von Gallenberg, Nemezhof, Ziegler, Ob/er/er, M.le Utschan. [776] Nachmittag war da Silli, dan ein Student Krall nomine P. Bernardin Erberg. Abends war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß daselbst suppliret hat. 10. Vormittag war bey mir ein parmahl der Expeditor Köhler, weil Hofmann wegen Unterschrifft der Seelen-und Hauserconscription betröffenden Berichts unbegründeten Anständ machte. Dan war991 bey mir Haubtman Graf Kinsky mit Barrain, erster um Urlaub; wird auf 3 Monath von hier ins Böhmen und gehet Montags mit dem Obristleüthnant über Agram und Warasdin über Wien nach Böhmen. Nachmittag war bey mir Schifferstein. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl mit m. Heinerle, wo mich Vormittag bey der Mesß der Micherle suppliret hat. Spatter war m. Micherle in der walschen Comedie. 11. Vormittag war ich mit. Micherle und Heinerle bey meiner allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß. Dan bey Herberstein, der gester abends von Sittich retourniret ist. Dan suchte Graf Kinsky. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman O‘Doude und Leüthnant Barrain. Nachmittag war bey mir Obristleüthnant Baillet. [777] Dan Mad. Buseth mit ihrer Schwester et der Oberer. Mein Heinerle war abends in der Comedie. Heüt haben hier die Bals angefangen. 12. Vormittag war ich bey Nemezhof und mit ihm in Rath von 9 bis 1 ½ Nachmittag. Er ist heüt auf die gester eingelangte k.k. Resolution ein vor allemahl introducirt worden. Nachmittag war da P. Joseph S. J., mein Schwager. Dan der Geistliche Zergoll, der einmahl bey m. Kindern Instructor war. Dan der Zebull, sein Noth zu klagen. Abends war ich *mit m. Heinerle* bey meinem englischen allangedensckenswürdigsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 13. Vormittag war bey mir der Strassenschreiber Panzer. Dan der Ziegler. Nachmittag der Stefano Silli. Spätter war ich mit mein Micherle bey dem Mentzinger, der mir versprochen, Morgen an dem Portrait meiner allerliebsten Gemählin in Pilgerkleid anfangen zu wollen. Dan war ich bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 14. Heüt ist abermahls das betrübste Angedencken des vor 38 Monaten erfolgen Hinscheidens meiner iniglich und auf das zärtlichste geliebten englischen ausserwählten Gemählin. Um 11 Uhr war ich bey ihrem Staub und Aschen bey der Mesß mit meinen 2 Kleinen und lieste [778] das ihren Angedencken verehrtes Mesßkleid der Briester anlegen, wobey mein Heinerle ministrirte. Zu Mittag speiste bey mir Obristleüthnant Baillet und Haubtman Longueville. Nachmittag war bey mir Stefano Silli. Abends waren meine 2 Kleine in der Comedie. 15. Vormittag war bey mir ein von mein Schwager P. Joseph zugeschickter Student nahmens Warel, der m. Micherle in der Latinität einige principia geben wird und wird taglich, ausser den Recreationstägen, Vormittag ½, Nachmittag aber ein Stund anhero komen, dafür ihme vor das Jahr 3 # versprochen habe. 991 Popravljeno iz dar 598 | 1756 Januar Abends war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Mesß gedachter m. Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey m. Schwägerinen. Dan war bey mir Barthelme Zebull. 16. Heüt vor 38 Monaten ware, laider Gott, das leztemahl, das ich in dieser Welt meiner allerliebsten Gemählin englische und todtenkalte Händlein mit trennenden Augen und seüfzenden Herzen auf das zärtlichste derküsset und diesen meinen kostbaresten Schaz zum Grab begleitet habe. Ach Gott, diese meine gerechteste Betrübnus sey mein einziger Trost auf dieser Welt mit der Hofnung, mein englisches Ehegespändl in jener Welt in denen himlischen ewigen Freüden wiederum zu erlangen. Dan war bey mir Silli. Nachmittag Leüthnant Barrain. [779] Dan war ich Nachmittag in der Conferenz von 4 biß 6. Dan bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Heüt Vor- und Nachmittag war der latainische Sprachmeister bey m. Micherle, ihm darin die fundamenta zu geben und habe ihm auf das Jahr 3 # versprochen. 17. Vormittag brachte mir Silli das Gewicht der lezt von Segorie gelifferten 20 Vasß Steinkohlen, wie folgt: No. sporco lb. tarra lb. netto lb. 1 1043 92 951 2 958 82 876 3 1024 81 943 4 1024 87 937 5 1038 91 947 6 1031 89 942 9516 lb. 7 1068 86 982 8 1064 92 972 9 1034 93 941 10 1110 85 1025 11 1195 95 1100 12 1080 92 988 13 1077 89 988 14 1166 95 1071 15 1004 91 913 16 1010 80 930 9872 lb. 17 1054 90 964 18 1127 85 1042 19 976 95 881 20 1079 84 995 21.162 1774 19.388 [780] Nun folgen die Spesen auf die ersteren 10 Vasß, die ich vor mich erhalten, wie folgt: - Die 10 Vasß à 43 kr. 7 fl. 10 〈kr.〉 - Deren Fracht von hier nach Saloch à 6 s. 34 〈kr.〉 - Dan von Saloch nach Segorje auch à 6 s. 34 〈kr.〉 - Die ganze Quantität vor al e 20 Vasser zu graben seyn 4 Mann durch 5 Täg gebraucht und zu 10 kr. bezahlt worden; betragt in al en 3 fl. 20 kr., komt die Helffte auf meine 6 Vasß 1 〈fl.〉 40 fl. - Transport von Bruch biß zum Sau-Strom à 17 kr. per Vasß 2 〈fl.〉 50 〈kr.〉 - 100 Nägl vor die Räff 9 〈kr.〉 - Das Schif von Segorje biß Saloch, so just die 10 Vasß geladen 8 〈fl.〉 - Deren Außladung zu Saloch mit der br.-apfalterischen Machine 24 〈kr.〉 - Reparation der Räf zu Saloch 10 〈kr.〉 - Transport von Saloch biß Laybach à 17 kr. 2 〈fl.〉 50 〈kr.〉 | 599 1756 Januar - Vor einen Expressen, den mir Sil i von Segorje anhero geschickt, da ihm der Verwalter das Graben der Steinkohlen verbiethen wol e 34 〈kr.〉 Total: 24 fl. 55 〈kr. 〉 Da nun gedachte 10 Vasß an Kohlen netto gewogen 9516 lb., so komt der Centen hiehergelegter auf 15 kr. 3 den. NB. Künfftig kan in ein so anderen was erspart werden: primo, die Vässer könen wieder dienen. 2do, ist der Schif-lohn zu theüer und künfftig kan wenigst ein par Vasß mehr geladen werden. 3tio, wan die Canal reparirt werden, wird der Transport weniger kosten, an der Außladung etwas und die Raparation der Vässer völlig ersparen. [781] Nun Folgt die Calculation über die andere 10 Vasß, die nach Fiume passiren: - 10 Vasß à 43 kr. 7 fl. 10 〈kr.〉 - Fracht von hier nach Saloch à 6 s. 34 〈kr.〉 - Detto von Saloch nach Segorje 34 〈kr.〉 - Außgraberlohn wie vor 1 〈fl.〉 40 〈kr.〉 - Von Bruch biß zum Strom wie vor 2 〈fl.〉 50 〈kr.〉 - 100 Nägl wie vor 9 〈kr.〉 - Schif biß Saloch wie vor 8 〈fl.〉 - Außladung zu Saloch 24 〈kr.〉 - Reparation der Vässer 10 〈kr.〉 - Transport von Saloch biß Fiume von sporco Gewicht 10.768 lb. vor 107 ½ Centen gerechnet à 30 kr. 53 〈fl.〉 45 〈kr.〉 Total: 75 〈fl. 〉 16 〈kr. 〉 Da nun diese 10 Vaß netto wügen 9872 lb., so komt der Centen zu Fiume gelegter à 45 kr. 2 ½ den. circa. NB. Hier wird mit der Zeit vielles noch erwirtschafftet werden könen. Vormittag war bey mir Ziegler. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 18. Vormittag war bey mir Silli, deme ein Brief an Kennedy und alte Zeittungen an Maxl nach Fiume, wohin er Nachmittag verreiset, mitgegeben habe. Dan war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner ausserwählten englischen Gemählin bey der Mesß. Dan bey Menzinger das Portrait zu sehen, welches er bald verfertigen wird von meiner Allerliebsten in Pilgerkleid. [782] Nachmittag war bey mir Mr et Mad. Dinzl. Dan Nemezhof und dan Oberer. 19. Vormittag um ½ 8 Uhr gieng ich zu Herberstein, wohin auch der Obrister Br. Unruhe, Charles Aursperg, Kriegscomissarius, Br. Apfaltrer Crayßamtsadjunct, dan der Ziegler, Schlud/er/bach und der Mathias, lezter von Stadtmagistrat, und fahrten alle zusamen nach Rudnig, daselbst die Disposition zu machen in Viehumfalls-Angelegenheit. Um 10 Uhr waren wir wieder hier und ich gieng zu m. Schwägerinen. Dan mit meinen 2 Kleinen zu meiner Allerliebsten, wo sie mich vorhero bey der Mesß suppliret hatten. Nachmittag war bey mir Haubtman Jordan und sein Frau, P. Kappus, Franciscaner, m. Schwager Br. Erberg und abends der Amigoni. Meine 2 Kleine waren in der Comedie. NB. Zu Rudnig seyn 13 Hauser. In 6 Hausern ist das Vieh umgestanden: in allen waren 73 Stuck Groß- hornvieh und 36 davon seyn umgestanden. Bey mir war auch Nachmittag Menzingerin, Stadtschreiber von Gurgfeld und die Kirchenmeister. 20. Heüt ist meines Liebsten Vattern Nahmenstag. Gott, lasse ihm die ewige Glückseeligkeit genüssen. Dan war bey mir Stadtschreiber von Gurgfeld. Von 10 Uhr biß ½ 1 war ich in Rath. Nachmittag war ich von ½ 2 biß ½ 5 bey dem Menzinger, der mich zu portraitiren angefangen a latere meiner Allerliebsten, beede [783] in Pilgerkleid, wie in meinem Brauthstand diese die erste mascara war. Dan war ich bey Postverwalter Amigoni wegen heütigen Rathschlusß seinetwegen. Spätter war ich bey meiner allerliebsten ausserwahlten und vollkomenen Gemahlin, wo mich Vormittag 600 | 1756 Januar bey der Mesß meine zwey Kleine suppliret haben. 21. Vormittag war bey mir der Stadtschreiber von Gurgfeld. Dan der Schluderbach, dan Capucinerprovincial et Guardian, Jesuiter P. Erberg Bernardin et P. Ermel. Dan Leüthnant Barrain, der seinen jungern Brudern, der von Florenz komt und nach Wienn gehet, aufgeführt hat. Nachmittag war da992 Haubtman O‘Doude, dan Mad. Dinzl mit ihren 2 Schwägerinen und Frl. Taufferer, dan Herwarth Taufferer. Abends war ich bey m. englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 22. Vormittag war bey mir Walland. Zu Mittag speiste bey mir Obristleüthnant Baillet, Kriegscomissarius von Puchner, Haubtman Longueville, Haubtman O‘Doude et Fähnrich Rauber. Nachmittag war bey mir Ign/ati/ Apfaltrer und spätter Amigoni. Abends war ich bey m. englischen Allerliebsten mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbsten bey der Mesß suppliret hat. Dan suchten Baillet, der in der eingehenden Nacht nach Fiume retournirt. 23. Vormittag war da m. Schwägerin Frl. Fränzl. Dan ein Grenadirer, der die Steinkohlen mit [784] dem Läm zu impastiren auf die nied/er/ländische Arth gezeüget hat. Nachmittag war bey mir Bischof ex registratura. Dan war ich in Conferenz von *3*993 biß ½ 6 Uhr. Ex post gieng ich zu mein englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 24. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag fahrte mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. Dan waren allen bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Mich/er/le bey der Mesß suppliret hat. Abends seyn m. 2 Kleine in die Comedie. 25. Heüt morgens ist Herberstein nach Clagenfurt verreist und mir das præsidium überlassen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Mesß. Dan bey canonico et decano Graf Barbo. Nachmittag war bey mir Jacob Hochenwarth et canonico Lamb/er/g. Meine 2 Kleine waren in der Comedie und habe vor beede täglich zu frequentiren ein # bezahlt. 26. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11. Dan war ich bey meiner ausserwählten Allerliebsten, wo mich wenig vor meine 2 Kleine suppliret haben. Nachmittag war ich bey Menzinger, der mein und meines englischen Ehegespändl Portrait in Pilgerkleidung verfertiget hat. Dan war ich mit m. 2 Kleinen spaziren. Abends war bey mir Jacob Hochenwarth. [785] Vorhero des Stefano Silli sein Weib mit einem Saustromer-Schifmann. Meine 2 Kleine waren in der Comedie. 27. Vormittag war ich in Visit bey der Wälschen Auersperg, wo ich den Gandin und sein Gemahlin suchte und nicht angetroffen habe. Dan war ich bey Dinzlischen, meiner niece. Nachmittag war bey mir Max Taufferer. Dan P. Joseph et P. Bernardin Erberg, dan der Mezola, Ziegler und Germeck. Spätter war ich bey Menzinger, deme ich vor mein und meines englischen Ehegespändle Portraits auf einem Bild in Pilgerkleidung mit 5 Species # bezahlt und seinem Weib 2 Bottilien Santorino und ein kleines Flaschl spirito di Rosa Marina regaliret habe. Dan war ich bey mein englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 28. Vormittag war bey mir Vlach von Castua, Leüthnant Barrain mit sein Bruder, dan Mr Gandin mit seiner Gemählin. Nachmittag war bey mir Schlud/er/bach. Vormittag auch der Haller von Rudnig, dan der Stadtpfleger Mathias. Abends war ich bey meinem allerliebsten Ehegespandl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan kam von Triest allhier an Dr. Fran/ces/co Bischiach, den ich bey mir logiret habe. 992 Popravljeno. 993 Nad prečrtano 4 | 601 1756 Februar 29. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. [786] Nach dem Rath war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir H. von Gandin mit seiner Gemählin, gebohrne Dinzl, dan der Dr. Fran/ces/co Bischiach. Und da mir gester Madame Gandin ein goldene antique Medail regaliret hat, so habe ihro heüt dargegen ein sauberes Züpftrügl von Eybenholz mit Kranabethholz außgefütert und mit Silber masif Porten zum Zupfer angefülter verehrt. Nachmittag war bey mir Br. Apfaltrer, Pfarrer zu Stein. Dan Br. Taufferer, Crayshaubtman, und Schlud/er/bach. Heüt abends ist der Herberstein von Clagenfurt retournirt. Heüt morgens habe mein und meiner très chere moitie Portraits in Pilgerkleydung von Menzinger bekomen. Somit habe ich nun 6 ihrer Bildnussen im Hauß, die ich verehre mit gröster Consolation, beschaue und ihren zeitlichen Verlust mit gröster Betrübnus beweine und mich allstetts des Vergangenen, des Gegenwärtigen und des Zukunfftigen erinnere. Meine 2 Kleine waren in der Comedie. 30. Vormittag war bey Herberstein, suchte Merzenheim. Dan war ich bey m. englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Dr. Fr/ances/co Bischiach. [787] Nachmittag war bey mir Schifferstein, Mad. Du Valles und spätter Zebull und der Vlach et Oberer. 31. Vormittag war ich in Rath et Conferenz von 9 biß ½ 12. Dan bey meiner allerliebwertesten Ausserwählten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Dr. Fran/ces/co Bischiach, der bald nach Mittag nach Triest retournirt ist. Dan hielte Consessum Sanitatis von 3 biß 4. Spätter war bey mir Ob/er/er. Dan H. von Schweiger mit sein Sohn und dem jungen Breckersfeld, welche beede hier in die 4te Schull komen. Meine 2 Kleine waren in der Comedi. 1756 Februar 1. Februar. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß bey meiner herzallerliebsten Gemählin. Dan war bey mir Oberer et Schifferstein. Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Barrain mit seinem Bruder und der Haubtman von Castua. Nachmittag war bey mir Merzenheim. 2. Vormittag war ich bey meiner ausserwahlten und verehrungswürdigen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Br. Piligraz und Oberer. 3. Vormittag war bey mir Schifferstein, dan Br. Brigido der ältere und etlichmahl der Oberer um ein so anders, das Herberstein braucht zu dem souppe, so er heüt der ganzen Noblesse geben will. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Mich/er/le suppliret hat. Meine 2 Kleine waren in der Comedie. [788] 4. Heüt morgens ist der alte von Widerkher, der noch ganz wohl auf war, auch heüt um 7 Uhr morgens seinen Sohn den Studenten aufgeweckt hat, um 8 Uhr sterbens und zugleich den Geist aufgebend in Beth gefunden worden von dem præceptor und einer Dienstmagd im Hauß. Gott, seye ihm gnedig, er war jederzeit ein fromer Mann. Nachmittag war bey mir Mr Dinzl mit seiner Gemählin, meiner niece. Abends war ich den verstorbenen von Widerkher zu besprengen. Dan bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Mich/er/le suppliret hat. 5. Vormittag habe dem Mesola alß Todtenbeschauer in der Canzley das Jurament vorhalten lassen. Dan war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag waren bey mir P. Joseph und P. Bernardin Erberg S. J. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber und Silli. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 6. Vormittag war ich in Conferenz von 9 biß ¾ auf 12. 602 | 1756 Februar Dan bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich in Conferenz von 4 biß 6 Uhr. 7. Abends war ich bey meinem ausserwahlten Schaz und allerliebsten Ehegespandl, wo mich Vormittag [789] bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Abends waren meine 2 Kleine in der Comedie. 8. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan bey Merzenheim. Nachmittag war bey mir der junge Baselli und der Widerkher von Klein Lack. Spätter der Silli. Mit lezten habe wegen der Steinkohlen folgende Calculation gemacht: - Erstlich, von Segorje per ein Schif mit 5 Schifleüthen biß Saloch ist von Br. Flachenfeld accordirt worden 8 fl. - Da nun das Schif eben soviel alß ein Mann gewinen muß, so komete der 6te Theil 1 fl. 20 〈kr.〉 - Im Somer fahrt man von Segorje biß Saloch in 2 und im Winter in 2 ½, auch 3 Tagen. Wurde also ein Mann in Somer taglich profitiren oder zum Lohn bekomen 40 kr. Und in Winter auf 3 Tag *die Fahrt* gerechnet, täglich 26 ⅔ kr., welcher Verdienst vor einen Bauren genug seyn sol . - Zu Saloch muß jedes Schif vor die Außladung der br.-apfalterischen Machin bezahlen 24 kr. Von diesen gebührt dem Br. Apfaltrer vor die Unterhaltung der Machine 7 kr., das übrige denen Außladern. Wan von Saloch directe nach *Fiume*994 expediret wurden 5 Schifsladungen, jede zu 100 Centen, gerechnet à 30 kr. per Centen, betrageten die 500 Centen 250 fl. [790] Wan hingegen diese 500 Centen in 50 Vässen nach Laybach expediret wurden, - betragete die Fracht a 17 kr. per Vasß 14 fl. 10 〈kr.〉 - Zu Laybach wurde diese 500 Centen ein grosses Schif einladen und nach Ober Laybach transportiren könen, vor welches ins Oberamt nicht mehr bezahlt wird dan 3 〈fl.〉 6 ½ 〈kr.〉 - von Ob/er/laybach biß Fiume a 24 kr. per %, macht 200 fl. Mithin avantage gegen vorigen: 217 〈fl. 〉 16 ½ 〈kr. 〉 Nun wäre nur noch zu sehen, was hier das Einladen und zu Ob/er/laybach das Außladen kostet, so die fachini zu thuen haben. Wan aber die Canal errichtet wurden, so wären zu Saloch die 8 Groschen oder 24 kr. an der apfaltrerischen Machine erspart und vor Passirung der Canale zahlete man vor jedes Schif nur 2 fl. mithin vor 5 Schif 10 fl., welches auch profitabler wäre. 9. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Br. Gussich und Haubtman O‘Doude. Dan war ich abends bey meiner ausserwählten inniglich geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Dan suchte Herberstein, Oberer und Marotti; war keiner zu Hauß. Dan war ich bey den Busetischen. 10. Vormittag um 8 Uhr war ich mit der Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen bey m. allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan fahrten in einem, mit 4 Pferdten bespandten Wagen nach Lack um 8 Uhr 45 Minuten [791] und kamen nach Lack um 10 Uhr 45 Minuten. Um Mittag haben wir daselbst gespeist und in unser compagnia der Hauptmann Jordan. Nachmittag um 2 Uhr waren wir alle bey Br.-Paumgartnischen in Castell, von wanen wir um 3 Uhr retournirten. Meiner liebsten Schwester Maximiliana habe das vatterliche und mutterliche Legat zusamen mit 25 fl. bezahlt 994 Nad prečrtanim Triest | 603 1756 Februar und ihro besonders ein Ducaten geschenckt nebst 4 Bottillien moscato Santorino. Umb 3 Uhr und 45 Minuten seyn wir retournirt und um 5 Uhr 45 Minuten zu Laybach ankomen. Meine 2 Kleinen waren sodan in der Comedie. 11. Vormittag war bey mir Silli, dan 2 Gebrüder Barrain, prothomedicus Weber. Nachmittag Br. Moscon, Joseph Thurn und Buseth, Ziegler. Spätter war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemahlin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. So war noch bey mir Vormittag der Geißler, Buchhalter von Weitenhiller. Abends der Oberer. Meine 2 Kleine waren in der Comedie. Vormittag habe selbe geschickt zu P. Joseph Erberg S. J., meinem Schwagern, der heüt sein Geburtstag celebriret, zugleich 4 Botilien von moscato Santorino. 12. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg und P. Tricarico S. J., dan Fanzoy von Wippach. Dan995 war ich bey Herberstein wegen des mir gester von Hofman zugeschribenen Brief. Dan in Rath von ½ 11 Uhr biß ½ 1 Uhr. Abends war ich bey meiner ausserwahlten [792] englischen allerliebsten Gemahlin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 13. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 14. Heüt ist abermahls vor mich ein Tag von betrübtesten Angedenckens, indeme mich mein allerliebste Ge-mählin, mein englisches ausserwähltes Ehegespändl in dieser Welt verlassen hat just vor 3 Jahren und 3 Monaten. Ach, Allerliebste, dencke beständig auf mich wie ich auf dich, so werden wir bald wieder vergnügt und auf ewig in Gott leben, amen. Abends war ich in meiner ordinari Visit bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine zwey Kleinen suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Vormittag war da Schifferstein. 15. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten Gemahlin bey der Mesß. Dan suchte Flachenfeld und Novack, war bey Mad. Wertentall wegen der Frl. Gall. Nachmittag war bey mir canonicus Lamberg. 16. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey meiner inniglich geliebtesten ausserwahlten Ehegemahlin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Ach Gott! Heüt [793] vor 3 Jahren und 3 Monathen war das leztemahl, das ich ihre englische todtenkalte Händlein in dieser Welt von Herzen geküsset und mit meinen Trännen benezet, auch ihren Leichnahm in das Ruhebetl begleitet habe. Ach Gott, was vor betrübtes und schmerzhaftes Angedencken vor mich. Ach englische Gemählin, allerliebstes Weiberle, die einzige betrübte Consolation ist vor mich, das dich Gott in meinem Herzen gelassen und das du in selben beständig und allein, biß auch dein Angedencken immer grünet und blühet und niemahls berwelchen wird, biß wir wieder zusamen komen und Gott miteinanderer, wie in dieser Welt zeitlich, also in der anderen ewiglich loben und preüssen werden, amen. Abends war bey mir Ziegler, Vormittag Friedenfeld. Ich war auch nach dem Rath bey Merzenheim. Meine 2 Kleine waren in der Comedie. Heüt spatt ist Herberstein von Sittich retournirt, wohin er gester fruhe verreiset ist, um daselbst sein Nahmenstag zu celebriren. 17. Vormittag war bey mir der secretarius des Leopold Lamberg. Dan der Ulach, der Morgen nach Castua retournirt. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich und Mr Gandin. Nachmittag waren da die 2 Barrain. Abends war ich bey meiner geliebtesten englischen Gemählin, wo mich Vormittag [794] meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Bey mir war auch Merzenheim in Geschäfften. 995 D popravljen iz V 604 | 1756 Februar 18. Vormittag war bey mir Jacob Hochenwarth, der Morgen nach Clagenfurt verreiset. Dan der Ziegler et Schifferstein. Item des Landshaubtman Camerdiener. Nachmittag war ich bey Jacob Hochenwarth und seinen Eltern. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Vormittag war auch bey mir Stefano Silli, der Morgen nach Segorje gehet, Steinkohlen graben zu lassen. Meine 2 Kleinen waren in der Comedie. 19. Vormittag war bey mir der Domdechant Gr. Barbo. Dan war ich bey Merzenheim. Spätter bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Zu Mittag speisten bey mir 2 Barrain. Nachmittag war bey mir Ziegler. Abends waren meine 2 Kleine in der Comedie. 20. Vormittag war bey mir Schifferstein. Dan der Schiller, Postmeister von Lohitsch. Nachmittag war bey mir Posarelli. Abends war ich bey meiner allerliebstwertesten Ausserliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan suchte die 2 Barrain. [795] 21. Vormittag war bey mir Br. Lengemantl. Nachmittag die 2 Barrain, deren der jungere Morgen nach Wienn verreist. Dan der Merzenheim. Abends war ich bey mein englischen allerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Nachmittag war bey mir auch der Illeschiz, ein Crabath, so in Unt/er/ Crain begüttert ist. 22. Vormittag war ich in der offentlichen, auf Befehl des Hof veranlasten Andacht in der Domkirchen und blib daselbst bey der Mesß und Bredig. Dan war ich bey meiner englischen ausserwahlten allerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Br. Gussich, Sigmund Liechtenberg, Ludovici filius, und die 2 Barrain, deren der jüngere gegen Abend mit dem Postwagen nach Wienn verreiset. Abends war bey mir Mad. Buseth und ihr Schwester. Spätter Oberer. 23. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 12 ¼. Dan bey meiner englischen ausserwählten allerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Fraüle Gall, die bey denen Ursulinerinen in der Schelleburgischen Stifftung ist. Dan war bey mir Ziegler. Meine 2 Kleine waren in der Comedie [796] und die Fraüle Lenerle auch und zwar heüt das erstemahl. 24. Heüt zu Mittag speiste bey mir Haubtman Longueville. Nachmittag war bey mir Ziegler. Abends war ich bey meiner Geliebtesten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Spätter waren m. 2 Kleine in der Comedie. 25. Vormittag war ich bey dem Jesuiter P. Provinzial P. Zetlacher, mein Compliment zu machen. Invitirte ihn zu mir auf ein Mittagmahl, excusirte sich aber, weil er bald abreisen will: komt von Rom, gehet nach Wienn. Suchte auch den P. Langetl, seinen Gespann. Dan war ich bey P. Joseph m. Schwager. Dan bey P. Prior von Augustinern wegen meines dermahlen bey ihnen befündlichen allerliebsten Schaz. Dan hörte die Mesß bey meiner englischen Gemählin mit m. Micherle. Abends war Frl. Lenerle mit meinen 2 Kleinen in der Comedie. Ich war Nachmittag in der Conferenz von ½ 4 Uhr biß 5 Uhr. 26. Nachmittag war bey mir Br. Taufferer Craißhaubtman, Kirschner von Crainburg, Postverwalter Amigoni, der künfftigen Nacht nach Wien verreiset. Spätter war ich bey m. englischen allerliebwertesten Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Bey mir war auch Schifferstein et Ziegler. | 605 1756 Marec [797] 27. Vormittag war bey mir Nemezhof, Ziegler. Nachmittag wieder Ziegler. Abends war ich bey meiner Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 28. Vormittag war bey mir Zebull, dan Gr. Aursperg im Hauß. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph S. J. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle suppliret hat bey der Mesß. Frl. Lenerle mit m. 2 Kleinen war in der Comedie. 29. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen Ausserwahlten bey der Mesß. Dan bey den Dinzlischen in Visit. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Nachmittag war bey mir chev. et canonicus Lamberg. Dan Leopold Lamberg, dan Oberer. Spätter des General de Fin Camerdiener. Meine 2 Kleine waren in der Comedi. Abends spatt aber auf dem Ball, id est von 10 Uhr biß 2 Uhr nach Mitternacht. 1756 Marec 1. Marzi. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 1. Abends war ich bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Spätter bey Nemezhof, der sich etwas unpäslich und betligerig befindet. Meine 2 Kleine waren in der Comedi. 2. Nachmittag war bey mir Br. Wolckensperg, dan miteinander bey den Jesuiten in der Andacht [798] und bey dem Umgang. Dan war ich bey m. allerliebsten Ehemagnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Abends waren meine 2 Kleine in der Comedi. 3. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Kraussen, der von Adlsperg gester abgelöst worden und Morgen nach Rudolphswerth retourniret. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir P. Prior von Augustinern Buchenthall. 4. Vormittag war ich in Rath von ½ 11 biß ½ 2. Nachmittag waren bey mir P. Bernardin Erberg S. J., P. Kappus, Franciscaner, und Haubtman Longueville. Abends war ich bey m. allerliebsten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 5. Nachmittag war bey mir Haubtman O‘Doude. Abends war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, ausserwählten Ehegespändl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 6. Vormittag war bey mir Ziegler. Dan der Kappus, Pulver- und Salniterinspector, der Morgen nach Wienn verreiset. Nachmittag war bey mir Leüthnant Barrain. Abends war ich bey meiner inniglich geliebtesten Ausserwählten mit m. Micherle, der mich Vormittag mit m. Heinerle bey der Mesß daselbst [799] suppliret haben. Es war auch bey mir der Stramperger mit dem grossen Tscharmann. 7. Vormittag war bey mir Stramperger. Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan bey m. Fraulen Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Strämperger, Spieglfeld, Br. Rauber und Mad. Dinzl, meine niece. 8. Vormittag war bey mir Br. Zierheim. Dan war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 12. Dan bey meiner englischen Gemählin und allerliebsten Ausserwählten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich mit Frl. Lenerle und M/ari/andl Utschan, dan meinen 2 Kleinen bey H. Grab. 606 | 1756 Marec Abends war bey mir Stefano Silli, der von Segorje komt und Morgen wieder dahin retournirt. 9. Vormittag war bey mir Aursperg von Hauß. Nachmittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey Mad. Werthenthall, die heüt ihr Nahmenstag celebrirt. Dan bey alt-Taufferischen, die sich aufs Land überziehen. Dan bey meiner allerliebsten ausserwahlten englischen Gemählin, wo mich Vormittag meine Kleinen bey der Mesß suppliret haben. 10. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Dan war bey mir Ziegler. [800] Abends war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, englischen Ehegespändl, mit mein Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 11. Nachmittag war bey mir Bartolotti vocatus. Dan war ich in996 der Canzley, Taxamt und Registratur. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Vormittag war bey mir m. Schwager P. Joseph S. J., dan Br. Codelli. 12. Vormittag war bey mir Gr. Joseph Strassoldo, dan Dietrich von Ob/er/ Laybach. Nachmittag ebenfalls der Dietrich. Spätter war ich bey meinem inniglich geliebtesten englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag meine 2 Kleinen bey der Mesß suppliret haben. Abends war da Oberer. 13. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Longueville. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach. Abends war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten Ehegemählin, wo sie mich Vormittag bey der Mesß suppliret haben. Heüt hat mit Haubtman Longueville confidirt … 14. Heüt ist abermahls vor mich ein Tag von betrübtesten Angedencken, jedoch bitte ich Gott, das er mir meine allerliebste Gemählin stetts so wie bißhero in frischesten Angedencken in meinem Herzen erhalte, biß wir wieder zusamen und unß auf ewig [801] erfreyen werden. Um 11 Uhr habe ich mit meinen 2 Kleinen daselbst die Mesß gehört und vor meine Geliebteste aufgeopfert. Dan suchte Kahlhamer, war bey Hentel, der auch vorhero bey mir war und gehen Morgen beede in rectificatorio vocati nach Wienn. Dan war ich bey meinen Schwägerinen. Nachmittag war bey mir Haubtman O‘Dowd, Zebull und spätter Ant/on/ Widerker. 15. Nachmittag war bey mir abbé Steinberg, der Nachmittag mit dem Kahlhamer und Hentl nach Wienn verreist. Dan der Zernia von Triest, der zu Mittag bey mir gespeist. Nachmittag war ich in der Conferenz von 4 biß 6. Dan war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 16. Heüt vor 40 Monaten hatte ich in dieser Welt das leztmahl die todtenkalte englische Händlein meiner iniglich geliebtesten Gemählin von Herzen geküsset und mit meinen Trennen benezet und den englischen Leichnahm mit weinenen Herzen und Augen in ihr Ruhebetlein begleitet. Gott, wolle sie die ewige himlische Freüden genüssen lassen und mir sie seiner Zeit wieder auf ewig schencken. Dan war bey mir Br. Apfaltrer, Caroli Sohn. Von 10 biß Mittag war ich in der Conferenz. [802] Nachmittag war bey mir auch Br. Apfaltrer, Caroli Sohn. Dan bin ich mit Frl. Lenerle zu meinen Schwägerinen, auch Schwagern Br. Wolf, der sich unpäßlich befindet. Dan waren wir bey den Dinzlischen, die Übermorgen nach Ehrenau verreisen. Spätter war ich bey meinem englischen und allerliebsten Ehemagnetl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. 17. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1. Gester um 6 Uhr ist mein Sohn von Fiume anhero gekomen mit der Ordinari, id est Max. 996 ich in popravljeno | 607 1756 Marec Nachmittag waren da die Dinzlischen. Abends war ich bey meinem allerliebsten und ausserwählten Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 18. Vormittag morgens war bey mir M/aria/ A/nna/ Utschan, die mir Nachricht brachte von der Unpäß- lichkeit der Frl. Bosio. Und da sie verlangt, das Testament zu machen und zu mir ihre Confidenz hat, ersuchte mich zu ihr zu komen. Um 9 Uhr gieng ich zu ihr und blib da biß nach 12 Uhr. Sezte auch zu Papier ihre lezte Willensdisposition, die sie eigenhandig unterschriben, auch ich alß Zeüg, so auch die Mariandl alß Zeüge und stetts gegenwärtig gewester unterzeüchnet haben. Dan war bey mir Br. Apfaltrer, Caroli filius. Nachmittag war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Mich/er/le suppliret hat. [803] Dan war ich bey Frl. Bosio, die sich in dem paroxismo und nicht am lezten befande. Dan gieng ich zu m. Schwägerinen und mein Schwagern, der sich noch betligerig, doch besser befindet. 19. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey m. Schwagern P. Joseph S. J., der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan bey meiner englischen Geliebtesten bey der Mesß. Dan war ich bey der alten Br. Erberg, gebohrne Apfaltrer, Nahmenstagcompliment. Dan bey Frl. Franzl Bosio, die sich noch unpäßlich befindet. Bey mir speiste mit m. Maxl der Leüthnant Barrain. Nachmittag war bey mir Nemezhof. Dan war ich bey Fraüle Bosio. Spätter mit m. Micherle bey den Hochenwartischen, wo die Frl. auch Josepha heist. 20. Vormittag war bey mir ein Francolsperg und ein Bonomo von Triest. Nachmittag war ich bey Frl. Bosio in ihrer noch fürwehrenden Kranckheit zu besuchen. Dan war ich bey meiner allerliebwertesten Ausserwahlten und englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Mich/er/le suppliret hat. 21. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ehegemählin bey der Mesß. Dan bey der Frl. Bossio, mit welcher sich in etwas zu bessern scheinet. Zu Mittag speiste bey mir Bonomo Stettners [804] älterer Sohn und ein Francolsperg, dan der Leüthnant Barrain. Gegen Abend war ich bey der krancken Frl. Bossio, mit der sich wieder etwas schlechter gezeüget hat. Dan war bey mir P. Pogatschnig S. J., der nach 9 Uhr abends wieder zu Frl. Bosio retourniret ist, um bey ihro über die Nacht zu bleiben. Spätter war auch bey mir Zernia von Triest. 22. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Zernia. Nachmittag war ich in Taxamt. Dan bey meiner englischen allerliebsten und ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey der krancken Frl. Bossio, die noch alleweil in Crisi sich befindet. 23. Vormittag ist Mad. Marenig bey den Augustinern begraben worden. Nachmittag war bey mir P. Kapus, Franciscaner, der missionarius in Groß Cairo war. Dan der Ziegler, dan P. Joseph S. J. mein Schwager. Um 5 Uhr war ich bey meiner inniglich geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey der krancken Frl. Bossio. Dan bey meinem Schwagern Br. Erberg, der auch noch unpäßlich ist. [805] Spätter war ich wieder bey der Frl. Bossio biß nach 9 Uhr und sie befindet sich immer gefährlicher. 24. Vormittag war bey mir Haubtman Longueville. Bald nach Mittag war ich bey der krancken Frl. Bosio, welche heüt völlig dahin gelegen und Nachmittag schon nichtes mehr geredet, auch ein schwehren Athem bekomen und endlich um 2 Uhr ihren Geist aufgegeben hat. P. Pogatschnig *S. J.*, der ihr beständig assistirete, hat ihro die Seele außgesegnet und ist diese Fraule, wie sie allemahl from, gottesfürchtig und exemplarisch gelebet hat, auch sogestalten und ganz wohl disponirter gestorben und scheinet, das sie einen innerlichen Brand gehabt. Ich ware bey ihro biß zum lezten Abdruck. Und weil sie zu mir das Vertrauen gehabt, auch ihre lezte Willensmeinung durch mich zu Papier hat bringen lassen und 608 | 1756 Marec mich pro executore solch ihrer Disposition ernennet hat, so habe auch sogleich alle nöthige Veranstaltungen vorgekheret. Dan war bey mir P. Pogatschnig S. J. und Br. Wolckensperg, le fils, et Dr. Francki. Spätter war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Dan war ich mit m. Micherle die verstorbene Frl. zu besprängen. Dan bey der Gräfin Du Valles. 25. Vormittag war bey mir der Wappelmahler. Dan war ich bey m. englischen Gemählin [806] bey der Mesß. Dan bey Obristen, wo ich auch den Obristwachmeister angetroffen habe. Und dan kam Haubtman Perego wegen was mir Haubtman Longueville den 〈13.〉997 hujus confidiret hat. Dan suchte Longueville. Ich war bey der abgelebten Frl. Bossio. Dan bey Ant/on/ Kappus. Nachmittag war bey mir Ziegler. Dan suchte Haubtman Longueville. War bey Busetischen, m. Micherle abzuhollen. Dan mit ihm bey der abgelebten Fraüle von Bossio. 26. Vormittag war ich mit m. Micherle bey der vorgester verstorbenen Frl. Bossio, wo ich zu dero Bestattung noch ein so andere dispositiones gemacht, unter anderen auch ihrer Jungfer Miedl 40 fl. in Groschen gebracht, um solche gleich nach ihrer Bestattung unter die Gassenarme zu vertheilen. Dan war ich bey den Busetischen. Zu Mittag speiste bey mir Zernia von Triest. Nachmittag waren bey mir 2 Discalziaten. Um 2 Uhr gieng ich mit m. Micherle abermahls zu Frl. Bossio und begleiteten den Leichnahm zum Franciscanern, wo sie begraben worden. Dan war ich bey m. allerliebsten englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Dan kam zu mir die Nändl Klee, der ich eine Lehr gegeben, wie sie sich zu verhalten habe, um glücklich und vergnügt in dem Ehe [807] stand zu leben, allenfalls die vorhabende Heyrath mit dem Haubtman Longueville, wie es scheinet, vorgehen wird. Dan gieng in die Conferenz von 4 biß ½ 6. Dan suchte Waicard Barbo. War bey m. Schwagern und Schwagerinen Br. von Erberg. 27. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach, Unterleüthnant von Leopold Daun von Widerkher und von Schweiger. Zu Mittag speiste bey mir gedachte Widerkher und Haubtman Longueville. Dan war bey mir der Wälsche Aursperg. Abends war ich bey meiner geliebtesten Gemählin mit m. Micherle, der mich daselbst Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 28. Vormittag war bey mir Haubtman Seriman mit dem Leüthnant Fiori, welche meinen Max gesucht haben. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebwertesten englischen Ausserwahlten bey der Mesß. Nachmittag war ich mit Frl. Lenerle bey denen Ursulinerinen. Dan bey m. Schwägerinen. 29. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir P. Vincenz et P. Kappus, Franciscaner, P. Joseph, P. Bernardin Erberg S. J., Schifferstein, Br. Taufferer Crayßhaubtman, Br. Moscon, Haubtman Longueville und der Siberau. Abends war ich bey meiner allerliebsten Ausserwählten mit m. Micherle, der mich daselbst Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 30. Vormittag war bey mir Elßner von der rectificatorio. [808] Dan der Geistliche Kraßkovich, Mad.le Utschan und Br. Zetschker. Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Warrein. Nachmittag war bey mir Haubtman O‘Doude, Ziegler, Schifferstein, Baselli, Br. W/olf/ D/aniel/ Erberg. Spätter war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin mit meinen 2 Kleinen, deren der ältere mich daselbst Vormittag bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war auch bey mir P. Prior von Augustinern. 31. Vormittag war bey mir Haubtman Luckantschitsch, der von Gräz komt wegen der Erbschafft nach seiner Mutter. Dan der Spiegelfeld, der Morgen nach Wienn verreist. Dan der Schluderbach mit dem Haller, wel-997 Rekonstrukcija glede na vsebino zapisa z dne 13. 3. na p. 800. | 609 1756 April chem lezten ich einen alten Strassen-Lidlohnsaußstand bezahlt habe. Dan war ich bey Herberstein wegen des Castell, wegen Haller, wegen Frl. Gall, Hofmansbrief, Kennedy und m. Micherle. Zu Mittag speiste bey mir Gandin. Abends war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten Gemählin, wo sie mich Vormittag bey der Mesß suppliret haben. 1756 April 1. April. 998 Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg, dan Haubtman Perego. Nachmittag war ich in Taxamt, dan bey meiner ausserwählten englischen Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 2. Vormittag war bey mir der Roßmann von Rudolphswerth, dan der Martiniz. [809] Zu Mittag speisten bey mir 2 Leüthnant – Barren und Muckenberg. Nachmittag war bey mir P. Pogatschnig S. J., dan die Busetin und ihr Schwester. Abends war ich bey meinem ausserwählten englischen allerliebsten Ehegespandl mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. Vormittag war auch bey mir der Oberer, deme999 meines Micherle Nahmen, Geburtstag, Qualitäten und Inclination auf ein Zettel angemerckter gegeben habe, um es dem Herberstein seinetwegen an Leopold Daun schreiben zu wollen. 3. Vormittag war bey mir Roßman von Rudolphswerth. Nachmittag war ich bey Errichtung des inventarii über den Verlasß der Fraule Franzl Bossio seelligen von 2 biß 6 Uhr. Dan war ich mit Frl. Utschan bey m. allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 4. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten englischen Ausserwahlten bey der Mesß. Dan war ich bey Herberstein. Dan suchte Haubtman Luckantschitsch. War bey meinen Schwägerinen. Zu Mittag speiste bey mir Zernia, der Nachmittag nach Rudolphswerth zum Doctor Jurko verreist. Nachmittag war bey mir Ign/ati/ Apfaltrer, dan P. Joseph S. J. mein Schwager. Gester Nachmittag ist General Br. de Fin nach Triest verreist. [810] 5. Vormittag war ich bey meiner allerliebsten Ehegemählin, wo mich bald darauf m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey Mad. Hail, dan bey Mad. Werthenthall. Dan bey Mad. Gall, gebohrne Barbo, und leztlich bey Schweiger. Nachmittag war bey mir der Kriegscommissarius. 6. Vormittag war bey mir der Tiserle Graf Barbo mit seinem Hofmeister dem abbé Koprivnig. Dan der Ma-rotti1000 vocatus, der Stadtschreiber von Gurgfeld et der von Crainburg. Dan der Roßman von Rudolphswerth, item Doctor Ant/on/ Kappus. Nachmittag war bey mir Br. Gussich et Jacob Hochenwarth. Dan war ich bey Tiserle Graf Barbo, der nächstens nach Kroysenbach retournirt und künfftigen September nach Bologna ad studia gehet. Spätter war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 7. Vormittag war bey mir Marotti vocatus, dan Schifferstein et Köhler. Nachmittag war da chevalier Lamberg, dan der Roßman. Spätter gieng ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen, dan dem Roßman und Renilovich auf die St. Peters-Vorstadt in das Armehauß, wo ich unter selbe 54 Armen die ihnen von der seeligen Frl. Bossio legirte 40 fl. vertheilet habe. Dan war ich bey meiner allerliebwertesten [811] Gemählin und englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. 8. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. 998 Popravljeno iz Marzi 999 Popravljeno iz demen 1000 M popravljen iz B 610 | 1756 April Nachmittag war ich den frl.-busetischen Verlasß zu betheilen von 2 biß 6 Uhr. Dan bey meiner englischen geliebtesten Aüsserwahlten mit meinen 2 Kleinen, deren der Micherle mich daselbst bey der Mesß Vormittag suppliret hat. Abends war bey mir der Roßmann, der Morgen1001 mit seiner Erbschafft nach Rudolphswerth ganz content retourniret. 9. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Schifferstein. Spätter war ich bey m. allerliebsten englischen Gemählin mit meinen 2 Kleinen, deren der ältere mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 10. Vormittag war bey mir Liechtenthall. Nachmittag Br. Flachenfeld und Niederbacher. Abends war ich bey meinem ausserwahlt〈en〉 und allerliebsten Eheschaz mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 11. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen Gemahlin bey der Mesß. Dan gieng ich mit ihnen und der Frl. Lenerle zu der Gräfin Du Valles. Dan zu den Wusetischen. Nachmittag war bey mir Leopold Lamberg1002 und spätter der Schweiger, der Morgen ins Unt/er/ Crain retourniret. 12. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. [812] Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz. Nachmittag war bey mir Dr. Francky, dan der Goldschmidt und P. Prior von Discalziaten. 13. Vormittag war bey mir Schluderbach. Nachmittag der Liechtenthall, dan Zierheim. Abend war ich bey meiner englischen Allerliebsten mit m. Micherle, der und der Heinerle mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. Spätter war bey mir Mad. Buseth mit ihrer Schwester. 14. Der heütige Tag erinneret mich, laider Gott, abermahls auf dem in meiner Lebenszeit unglückseeligsten Tag des vor 41 Monaten erlittenen zeitlichen Verlusts meiner mir von Gott außerwählten englischen allerliebsten Gemählin. Ach, geliebtestes Ehegespändl! Was wäre das in meiner Betrübnus vor ein Trost vor mich, wan du mir von deinem glückseeligsten Stand eine Nachricht geben und dir von Gott diese Erlaubnus um die ich ihn alle Augenblick auf das inständigste1003 Anflehe außbitten köntest. Ach Allerliebste, du erfreüest mich öffters mit denen allerangenehmsten Traumen. Ich habe aber noch niemahls die Hofnung verlohren, dich noch vor meinem zeitlichen Ableben außnehmender wahrzunehmen und dich auf das zärtlichste umzuarmen. Ach Gott, erfille meinen sehnlichsten Wunschen. Vormittag war bey mir Br. Pilligraz und Waren. Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Waren. Nachmittag war bey mir Nied/er/bacher. [813] Spätter war ich 2-mahl bey meiner1004 iniglich geliebtesten Gemahlin und englischen Weiberle mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Gegen 7 Uhr abends kam Dr. Francesco Bischiach von Triest und logirte sich bey mir. 15. Vormittag suchte ich Mad. Schrottenbach. Dan1005 war ich mit m. Micherle bey Carl-Hochenwartischen. Zu Mittag speiste bey mir Dr. Bischiach. Nachmittag habe der Mad. Kenedy ihre Legata nach Fiume abgeschickt, auch dem Kaufman Pilgram per ihr Conto 420 fl. außgezahlt. Dan war bey mir der Gartner Lampe, deme ich noch 550 fl. schuldig war, dan das 5 per%-tige Interesse mit 55 fl. habe ihm eines und des anderen mit Retirirung meiner carta bianca mit 605 fl. baar bezahlt. Dan war da Haubtman Longueville. 1001 M popravljen iz V 1002 Orig. Lamberd 1003 Sledi prečrtano aufe 1004 Sledi še enkrat bey meiner 1005 a iz u | 611 1756 April Abends gieng ich mit m. Micherle zu meiner englischen allerliebsten Gemählin. 16. Heüt vor 41 Monaten, laider Gott, ware das leztmahl, das ich gegen 11 Uhr Vormittag meiner, mir von Gott geschenckten, dan aber zu sich in die ewige Glückseeligkeit genohmenen, auf das zärtlichste geliebtesten englischen Gemählin ihre todkalte Händlein in1006 dieser Welt das allerleztmahl gekist und mit Herz- und Augentrennen benezet1007 und ihren Leichnahm zu ihrer und meiner Grabstatt in groster Betrübnus begleitet habe. Ach Gott, was war [814] das vor eine schmerz- und laidvolle Function vor mich, was vor betrübtes Angedencken mir noch stetts in Herzeit verbleibet und biß zu unserer Zusamenkunfft beständig verbleiben wird. Dan war ich bey der Gräfin von Schrottenbach wegen der Frl. Xaverl Gall. Nachmittag gieng ich mit der Todtenbruderschafft die H. Gräber besuchen. Dan war ich besonder bey meiner allerliebsten Gemahlin und englischen Eheschaz. Abends sahe die gewöhnliche Capuciner Charfreytagprocession, die zu meinem Hauß kam ¾ auf 8 Uhr und um ¾ auf 9 Uhr war sie schon vorbey. Gleich nach der Procession ist don Fran/ces/co Bischiach nach Triest retournirt. 17. Vormittag war bey mir P. Tricarico und M. Hochenwarth, dan andere Mönche und der Vermatti. Von ½ 11 Uhr biß ¾ auf 1 war ich in der Conferenz. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman O‘Doude. Nachmittag war bey mir Ziegler und Vermati vocatus. Dan einige Mönche. Abends habe mit m. Micherle die osterliche Beicht verricht bey P. Irmel S. J. Dan blib ich daselbst bey der Aufferstehung. 18. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten ausserwählten Gemählin bey der Mesß, bey welcher ich, auch wie ingleichen der Micherle die H. Comunion empfangen haben. Dan war ich bey m. Schwigervatter, [815] suchte auch den Hofmann. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman O‘Doude. Nachmittag war bey mir Marotti, Nemezhof, Aursperg von Hauß, m. Schwager Br. Wolf Daniel. 19. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner1008 ausserwählten Allerliebsten bey der Mesß. Dan bey Mad. Paulini. 20. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem allerliebsten Eheengerle bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Longueville. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 5 Uhr. Dan bey m. Schwägerinen, wo die Frl. Rettel das Seitenstechen hat und ist ihro schon 2-mahl zur Ader gelassen worden. Bey mir war Kappus, Salniterinspector, der leztlich von Wienn retourniret ist. 21. Heüt morgens um 7 Uhr bin ich mit der Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen *und Frl. Utschan*, ich zu Pferd, die anderen in Wagen nach Ehrenau zu den Dinzlischen. Bliben daselbst zu Mittag und Nachmittag um 5 Uhr seyn wir von dort weg und hier abends um 81009 Uhr retournirt. Heüt morgens, vor alß ich noch zu Pferd gesessen, war ich bey meiner ausserwahlten Allerliebsten mich zu beurlauben. 22. Vormittag war bey mir abbé Gall von Gritsch. Dan war ich in Rath von 10 biß ¾ auf 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir abbé Gall und1010 der Schifferstein. Nachmittag war bey mir der kleine Br. Gall, obiges nepos. Dan der Kahlhamer und der junge Lierwald. Dan Joseph Strassoldo, Landschafftverordneter. [816] Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten. Dan bey m. Schwägerinen, deren1011 die Frl. Rettl heit morgens die H. Comunion und die lezte Oelung empfangen, doch befindet sie sich etwas besser. NB. Da nun in dem Collegio Theresiano drey schellenburgische alumni vacant, somit zu ersezen und von hiesigen landschaftlicher Verordnetenstell vor jeden alumnum drey subjecta in Vorschlag zu bringen seyn, so seyn auch 1006 i iz d 1007 Sledi prečrtana nečitljiva beseda. 1008 Nato še enkrat meiner 1009 Popravljena iz 7 1010 u iz V 1011 Sledi prečrtano sich 612 | 1756 April folgende proponiret worden: Lazarini. *Preckerfeld, *Br. Gall, Langemantel, Schweiger, Vermatti, Argento, Zergoll, *Kappus. In heütigen Rath der Repræsentation und Camer seyn die mit * gezeüchnete 3 Knaben gutächlich secundiret worden. Welche oder ob diese der Hof resolviren wird, lehret die Zeit. 23. Vormittag war bey mir Br. Brigido von Adelsperg. Zu Mittag speiste bey mir Barren. Nachmittag war bey mir Pfarrer von Mansperg, dan der Hentl. Spätter war ich in Taxamt. Dan bey meiner englischen geliebtesten Ehegemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 24. Nachmittag war bey mir der Geistliche Krasskovich, dan der Registraturadjunct Bischof. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey der krancken Frl. Rettel. [817] 25. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin bey der Mesß. Dan suchte Kappus Salniterinspector, den Kahlhamer und Lierwalt, den chevalier Barbo. War bey Hentel, dan bey der krancken Frl. Rettel, die sicht etwas besser befindet. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Lukantschitsch. Nachmittag war bey mir Stromperger. Vormittag war auch bey mir H. von Schweiger. 26. Vormittag war ich im Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Dan war ich bey der krancken Fraule Rettl, die kein gutte Hofnung von sich gibt. Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Barren. Nachmittag war ich wieder bey Frl. Rettel, welcher nichtes besser ist. Dan war ich in Conferenz von ½ 4 biß ½ 7. Dan bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Hernach war ich bey der Frl. Rettel, gieng nach Hauß und retournirte nach 9 Uhr zur Frl. Rettel mit m. Micherle, damit er sehen kan, wie die Menschen sterben. Bald nach 10 Uhr hat mein liebe Schwägerin Fraule Margaretl ihren Geist aufgeben, nachdeme sie beständig sich gegenwärtig und zum Tod ganz wohl disponiret war. Und ist so schön, from und exemplarisch, wie sie jederzeit gelebet hat, gestorben. Der P. Master S. J., ihr Beichtvatter, hat ihro die Seel außgeseegnet und war gegenwartig [818] ihr Bruder P. Joseph S. J., Br. Wolf Daniel und Br. Ferdinand, dan ihr Fraule Schwester die Frl. Fränzl, so auch mein Frl. Lenerle Hallerstein und Frl. Mariandl von Utschan, dan mein Micherle, der das erstemahl einen Menschen zu sterben gesehen. Wie gegenwärtig sie sich beständig war, ist auß deme abzunehmen: man hat ihro bey ein par Stund vorhero schon das Liecht gehalten in der Meinung, das sie zum Sterben seye. So sagte sie: »Ich wolte nicht, das ich eüch öffters foppen möchte.« Und da sie auch das laiseste Reden wohl gehört, so hat sie zum P. Mäster öffters (da er ihr ganz leiß und andächtig zugesprochen), wan er ein Zeit still gewesen, gesagt: »Gegenwärtig.« Sie wolte sagen, das sie sich gegenwartig seye, somit das er ihr zuzuspröchen continuiren solte. Diese Fraüle war schon bey 3 Jahr her immer unpäßlich, nun aber erst seit 8 Tagen betligerig. Hatte ein Arth vom Seitenstechen und da sie die Krafft zum Außwurf nicht gehabt, hat sich die Materie *in*1012 der Brüst gesamlet, so ihro endlich den Tod verursachet hat, ohne jedoch das sie das mündeste Zeichen einer Convulsion gegeben hätte. Etwa 5 Minuten vor dem Tod hat sie mit etwas undeütlichen Worten selbsten verlangt, das man ihro das Liecht geben solte. Gott, lasse ihro die ewige Glückseeligkeit in Gesellschafft ihrer lieben [819] Schwester, meiner inniglich und auf das zärtlichste geliebtesten Gemählin genüssen, welche ihro von mir alles Angenehmes wird sagen könen. Sie war gebohrn den 19. Juli 1716, mit hat sie gelebt 39 Jahr, 9 Monath, 8 Tag. 27. Heüt habe die Klag angelegt und bin Nachmittag zu meiner herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan war ich bey m. Schwigervatter, hernach bey Mad. Rasp, die gester von Smreck gekomen. Dan bin ich mit m. Schwager zu Doctor Paulini, der aber nicht zu Hauß war. 28. Vormittag war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo auch meine Kleinen bey der Mesß waren. Dan war ich bey dem P. Prior, hernach bey Mad. Du Valles. Dan bey meiner Schwägerin und Schwägern. 1012 Nad prečrtano nečitljivo besedo. | 613 1756 April Nachmittag war bey mir Schifferstein. Spätter war ich bey meinen Schwagern und besuchte noch einmahl meine exponirte gottseelige Frl. Rettel. Nach 8 Uhr gieng ich zu P. Prior. Und da die Kirchen bereits zu ware, habe den Grufftstein, der ohne deme Morgen hätte weggehoben werden sollen, heben lassen und besuchte meinen englischen und auf das zartlichste geliebtesten Eheschaz. Eröffnete die Trugen und besache und betastete solche überall. Fande nur die waisse Wasch und Kleidung um das Haupt sehr vermodert, dahingegen, das englische Leiberle noch ganzer die Haut durchauß an Gesicht, Händ und Füssen [820] völlig ganz. Und fihlete auch noch hin und wider eine Weiche im Fleisch, so, das es scheinet, das sie zur Mumi werden und unverzehrt bleiben därffte. Das Näserle allein ware verbogen, weil die Trugen ungleich gezogen und das Leiberle besonders oben auf rechter Hand gerutscht und das Gesichtl an die Seitenwand gedruckt war. Das rechte Aigerle habe nicht mehr wohl, aber das lincke noch gefühlt. Die schöne Liperlein seyn etwas auß- einander, so das ich ihre Zähndlein wohl gesehen. An denen Waden habe auch noch Fleisch [g]efühlt,1013 ingleichen an der Brust. Die englischen Händlein seyn eben so alß ichs ihro gelegt hatte und ist ihr Betten noch daran, doch habe nichts alß Haaß und Pändlein gefühlt. Um das Gesicht war allein die Leinwadt und das Velum vermodert und habe ein Reliquien davon mit mir genohmen, dahingegen habe das Gesichtl und das Haupt, woran sich noch alle Haar halten, mit mein, vorhero ihr gewesten feinleinenen Tüchl völlig bedeckt. Ach Gott, diese Visite war vor mich von einer so betrübt alß schmerzhafften Consolation. Eben um das herzige Köpfferle waren in der Wäasch sehr vielle Maden, doch aber verschonen und veneriren sie das englische Leiberle. Ich haben die Trugen besser placirt, nachdeme ich auch das Leiberle zurecht gerichtet habe und ist nun die Trugen rechter Hand, wan man sich zu dem Altarwand wendet. Adieu vor heüt mein englischer und ausserwahlter Schaz. [821] 29. Vormittag um 10 Uhr gieng ich mit m. Sohn Max und meinen 2 Kleinen mit der Leich meiner Schwagerin, der seeligen Frl. Retel. Um Mittag, da die Kirchen gesperrt worden, bin ich nochmahls gangen, meine allerliebste Gemählin in ihr Ruhe-bettel zu besuchen. Und da ich mir mehr Zeit genohmen, sie zu betrachten, fande, das die Maden ihren englischen Leiberle nicht pardoniren und ist jenes, so ich gester geglaubt, alß Fleisch unter der Haut zu fühlen, alles lähr: das Gesichtl, Halßl und unter denen Achseln ist am mehresten vermodert, doch die Haut mehrentheils noch ganz. Und scheinet nur das Innerliche außgefressen und verzehert zu seyn, wie dan auch von dem halben Leib herauß alle Kleidung und Wäsch, sonderlich um den Kopf und Halß völlig vermodert ist. Dahingegen von halben Leib hinunter ist noch alles gut, sowohl von dem Leiberle alß der Kleidung. Und scheinet mir, das die englischen Handlein schon völlig außgetrocknet und wie bey einer Mumie bleiben werden. Ich habe von ihren feinen Schnupftüchlein 2 und ein damastenes Handtüchl zu mir genohmen und ihr Köpffel und Angesichtl völlig eingewickelt,1014 auch darmit die Brüst sauber bedeckt, alles mit ein Flaschl von feinen Rosmaringeist benezt und ein sauberes, wohl verspertes Flaschl von Christall mit solchem Geist eingefühlter in die Busen eingewickelt. Und will sehen bey etwa einer andermahliger Visite, wie ich dieses alles finden werde und was der [822] darauf gegossene Geist vor einen Affect machen und ob er nicht vielleicht die Maden vertreiben und das englische Leiberle von der fernern Verzehrung conserviren wird. So habe ich ihro auch unter dem Rucken eine wohl verwahrtes, von mir geschribenes und unterschribenes sigilirtes Billet gelegt; werde auch sehen in was vor einem Stand ich solches künfftig finden werde. Ach, englische Allerliebste, was wäre vor mich ein unaußsprachliche Consolation zu wissen, das du, mein Engl, es weist, das ich bey dir war, das ich dich von denen unbarmherzigen Maden gesaübert, das ich dich mit feiner waissen und frischen Waasch umgefüllet, mit wohlrüchenden Geist besprenget und benezet dich mit einer kleinen Bottillie davon versehen und dir meine Visite schrifftlich bekand gemacht habe. Ach allerliebste, ich wolte, das du schon wüstest, was alles ich noch mit dir zu machen vorhabe und das ich mich, wo nicht mehrer doch nichts weniger mit dir unterhalten und deine Reliquien eben so, wie bey deiner Lebenszeit, dich, mein Engl, selbsten1015 liebe und venerire. Ach, ausserwählte geliebteste Gemählin, wie auch dermahlen dein Leiberle außsicht, so hatte ich doch eine nicht gehoffte ausserordentliche Freüd und Vergnügen in allen meinen Adern gespirret, solchen in meinen Händen gehabt und umgearmet zu haben. [823] Ach, grosser und güttigster Gott, ich empfange in meiner beständigen Betrübnus imer neuen Trost, Freüd und Vergnügen, was wird erst damahls vor Trost, Freüd und 1013 g prekrit z madežem črnila. 1014 k iz h 1015 Sledi še enkrat selbsten 614 | 1756 Maj Vergnügen vor mich seyn, wan du mir das unvergleichliche Original dermahl einst an wiederum schencken und unß auf ewig vereinigen werdest. 30. Vormittag war bey mir Ziegler, dan P. Rector und P. Master S. J. Um 10 Uhr war ich in Rath biß 1 Uhr Nachmittag. Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Warren. Nachmittag war ich bey Kriegscommissario von Puchner, dan bey Herberstein, spätter bey m. Schwigervattern. 1756 Maj 1. May. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir P. Abundus Hallerstein. 2. Vormittag war bey mir Schifferstein. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten englischen Gemählin bey der Mesß. Dan suchte Kahlhamer und Lierwald, dan Janeschitsch und Stirck, fande aber keinen zu Hauß. Bey mir waren Joseph und Gio/vanni/ Batt/ist/a Thurn. Nachmittag war bey mir Busetin und ihr Schwester. 3. Vormittag war ich in der Canzley und Registratur. Dan mit m. Micherle bey meiner allerliebster und ausserwählten Gemählin bey der Mesß. Dan war ich wieder in Taxamt und bey Br. Flachenfeld. Nachmittag war bey mir Merzenheim und der Germeck, Craißamtsofficier. [824] 4. Vormittag war hier Mad. Du Valles mit ihren 2 Tochter. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Longueville und der Schifferstein. Nachmittag war bey mir Haubtman Cesari und der Aursperg von Hauß. Dan war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Hernach mit m. Micherle und Heinerle auf dem Jahrmarckt. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan bey Frl. Fränzl. 5. Zu Mittag speiste bey mir Barren. Nachmittag war ich bey Mad. Ekh. Dan bey Mad. Schweiger, dan mit meinem Micherle bey Mentzinger. Spätter bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 6. Vormittag war bey mir der Mahler, dem die 2 Todtentrugeldeckel zu mahlen committiret und vor beede 5 fl. accordiret habe. Dan war bey mir P. Joseph und P. Bernardin Erberg S. J. Nachmittag Mad. Dienzl. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwählten Allerliebsten. Spätter war da Br. Franz Hallerstein, der gegen Abend mit seiner Gemahlin von Arch anhero gekomen. 7. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12. Dan besache die Pferd, die von Lipitza nach Hof geführet werden. Suchte die Br.-Hallersteinischen und fande [825] sie bey mir zu Hauß bey Frl. Lenerle. Ich begleitete sie nach Hauß und fuhrte Mad. Schweiger. Nachmittag war bey mir Gio/vanni/ Batt/ist/a Graf Thurn. Dan war ich in Taxamt, dan bey Prezel wegen Frl. Lenerle Zähn-Einsezen. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Franzl, der ich von der Florentiner Pomade und Essenz, von jeden ein Glaßl, regaliret habe. Dan war ich bey Zergollerischen. Spätter fande bey Frl. Lenerle ihren Brudern Br. Fränzl, deme vor sein Ge-mählin eben soviel alß der Frl. Franzl regalirte, insimili der Frl. Lenerle. 8. Abends war ich bey meiner allerliebsten ausserwahlten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. 9. Vormittag war ich um 11 Uhr mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Gemahlin bey der Mesß. Dan bey Frl. Fränzl, m. Schwägerin. Nachmittag war ich in Visit bey dem neuen P. Rector S. J., bey P. Bernardin Erberg und Mag. Hochenwarth. | 615 1756 Maj Dan war ich bey den Dinzlischen. Spätter war da der Brezl wegen eines der Frl. Lenerle einzusezen habenden Zahns. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11. Dan bey meiner englischen Geliebtesten, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. [826] 10. Nachmittag war bey mir Mariandl Utschan. Heüt ist Graf Rabata hier arrivirt und logirt in mein Hauß bey Nemezhof. 11. Vormittag war bey mir Marotti und Ziegler. Nachmittag Giuseppe Thurn, Salvay, Schlud/er/bach. Dan hielte Consessum Sanitatis. Abends war ich bey meinem allerliebsten Eheschaz mit meinem Micherle, der mich daselbst Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 12. Vormittag war bey mir ein Geistlicher von dem Pfarrer zu Stein, dan Graf Rabata. Nachmittag Mad. Dinzl. Abends war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 13. Vormittag war bey mir Oberer, wie auch gester spatt nach 10 Uhr mit referendis. Von 10 Uhr biß 1 Uhr Nachmittag war ich im Rath. Nachmittag war ich bey alt-Br.-Taufferischen. Dan in der Landschafftbuchhalterey, hernach bey meiner Frl. Schwägerin. Dan war ich zu Hauß, wo die alte Br. Tauffrerin war, die ich zu ihrer Schwester Gräfin von Rasp geführet. Dan war ich bey Busetischen. Spätter war ich bey meinem allerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir auch der Macklisch, Maurmeister von Crainburg. 14. Heüt ist abermahls ein betrübtes Angedencken vor mich wegen des vor 42 Monaten [827] erfolgten zeitlichen Verlust meines allerliebsten ausserwählten Ehegespändl, welches Gott bey sich verwahren und alle himlische Freüd und Glückseeligkeit genüssen lassen,1016 mir aber diese schmerzliche Wunden stetts in meinem Herzen frischer empfinden lassen wolle. Nachmittag war bey mir der Crainburger Maurmeister. Dan der Geistliche von Ursulinerinen wegen der Frl. Xaverl Gall. Dan der Brezl zweymahl. Abends war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner iniglich geliebtesten Ehegemahlin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Vorhero war ich in Täxamt. 15. Vormittag war bey mir Obristleüthnant Br. Russenstein, der mir in Nahmen ihrer Schwester Mad. Eckh einige wenige alte Münzen brachte. Nachmittag war bey mir der Bischof, Registraturadjunct. Um 5 Uhr ist meine Frl. Lenerle mit m. kleinen Heinerle, dan ihrem Bruder Br. Franz und seiner Gemählin nach Mannspurg auf einige Täg. Spätter war ich mit meinem Micherle bey meiner englischen Allerliebsten, wo er mich Vormittag bey der Mesß suppliret hat. Heüt gegen 8 Uhr abends ist die alte Smrekerin, die bey 90 Jahr alt ist, von ein puchenthallischen Pferd casualiter geschlagen worden und man zweifelt an ihrem Aufkomen. 16. Heüt vor 42 Monaten war vor mich der betrübste Tag, da ich mein englisches Ehegespändl todter zu ihrer und meiner Grabstatt, laider Gott, begleitet habe! Ach, Allerliebste! Wie frisch und [828] empfindlich ist das betrübte Angedencken beständig in meinem Herzen, wie verehrenswürdig alles, was mich an dich mahnet. Bitte Gott vor mich Allerliebste, damit wir unß dermahl einst in Ihn ewiglich erfreyen mögen. Um 11 Uhr war ich bey diesen meinen ausserwählten englischen Eheschaz bey der Mesß mit m. Micherle. Zu Mittag speiste bey mir der Oberleüthnant Widerkher. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph S. J., dan der Pfarrer von Galignana. Heut ist auß der Licka hier angekomen der Obristleüthnant Laudon von Bunitsch und Haubtman Br. Koto-1016 Sledi prečrtana nečitljiva beseda. 616 | 1756 Maj linsky von Udbine, meines Max Bekandte, denen in sein Nahmen 6 Botilien vino Santorino geschickt habe und verreisen Morgen nach Wienn. 17. Vormittag war ich in Rath von 9 biß nach 12 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Fahnrich Ticker und der Pfarrer von Coridico. Nachmittag war bey mir Br. Taufferer, Sitticher, der ex Collegio Romano unlängst gekomen. Dan war ich in Rath von 3 biß 4 Uhr. Hernach war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle suppliret hat. Dan war ich bey m. Schwigervattern. Abends war bey mir Zebull. 18. Vormittag war bey mir auf ein Chocolate die Wälsche Aursperg mit 2 Töchtern. Dan der Brentano von Triest. Nachmittag war bey mir der altere Widerkher, der [829] mir einige Münzen zum Außwechslen brachte. Dan der Schifferstein und Ziegler. Spätter war ich bey meiner Allerliebsten, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich mit m. Micherle spaziren. 19. Vormittag war bey mir der Mahler Zebej vocatus. Dan der Pfarrer von Cordico, der heüt Nachmittag dahin retournirt. Nachmittag war bey mir Merzenheim. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 20. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 12 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Br. Ticker. Nachmittag war bey mir Germeck vocatus. Dan der Haubtman Seriman, spätter Br. Taufferer, Craißhaubtman. Abends war ich bey meinem allerliebsten englischen Magnetl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Spätter war ich bey dem Feldkriegscomissario H. von Puchner, der da betligerig ist. Nachmittag war auch bey mir Schlud/er/bach. 21. Vormittag war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich in Taxamt. Dan in Visit bey Haubtman Smit,1017 der bey dem Major logirt. Dan bey Leüthnant Barren, der etwas unpaßlich ist. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein und Paradiso von Lustall. [830] Nachmittag bin ich mit m. Micherle gefahren nach Ruzing, wo sich Mad. Schweiger mit ihren 3 Töchtern befindet und bin abends wieder retournirt. Vor meiner war schon von Mannspurg retournirt m. Frl. Lenerle mit m. Heinerle. 22. Nachmittag war ich bey meiner englischen allerliebsten Ehegemählin *mit m. Kleinen*, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey dem krancken H. von Puchner biß spätt. 23. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwählten allerliebsten Ehegemählin bey der Mesß. Dan bey Mad. Egk vocatus. Zu Mittag speiste bey mir Brentano von Triest. Nachmittag war bey mir mein Schwigervatter, dan mein Schwägerin Frl. Fränzl. 24. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11. Dan war ich bey Herberstein, der mich hat lesen lassen, was er auf ein königlichen Handschreiben unter 10. April lezthin berichtlich angezeüget hat in Betröf des dermahligen systematis des Landes und die ihme gesezte Fragen. Nachmittag war ich bey meiner Allerliebsten mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey Mad. Egkh. Vorhero war bey mir Buseth und Vormittag der Perr, Buchhaltereyraitsofficier. 1017 Pred tem prečrtano Sch | 617 1756 Junij [831] 25. Vormittag war bey mir Obristleuthnant und der neue Hauptmann à Sole. Nachmittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag erster bey der Mesß suppliret hat. Dan waren bey meinem Schwigervatter und Frl. Fränzl. Vormittag war auch bey mir P. Prior von Augustinern. 26. Vormittag war ich bey dem Grafen Petaz, General von Carlstadt. Dan bey Seyfrid-Br.-Apfalterischen. Hernach bey meiner allerliebwertesten englischen Ausserwählten, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir der Obristleüthnant à Sole und dessen Vetter, neue Haubtman à Sole. Nachmittag war bey mir Hofmann. Dan war ich mit m. Micherle in Visit bey Br.-Hallersteinischen. Spätter war bey mir 2-mahl der Buchhalter von Weitenhüller. Heüt um 3 Uhr Nachmittag ist der Sigmund Br. von Apfaltrer allhier gestorben. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Mesß. Dan bey Sigmund-Apfalterischen Tochter mit Condolenzcompliment und den Leichnahm zu besprengen. Nachmittag war bey mir Kappus, Salniterinspector. [832] 28. Vormittag war bey mir Raitsofficier Perr vocatus. Dan Graf Aursperg im Hauß. Nachmittag Br. Apfaltrer, Pfarrer zu Stein. Dan der Köhler, Expeditor. Um 4 Uhr war ich in Rath biß 6 Uhr. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey Kriegscomissario von Puch/ner/, der sich etwas besser befindet. Noch spätter war bey mir Mazola vocatus. 29. Nachmittag war bey mir Marotti. Dan war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen geliebtesten Gemahlin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir Brentano von Triest, der Morgen nach Lack gehet. Vorhero war ich bey Vicefiscalen Kappus. 30. Vormittag war bey mir Aursperg im Hauß. Dan war1018 bey mir Salvay. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem Eheherzl, allerliebsten Ausserwahlten, bey der Mesß. Dan bey Mad. Du Valles, bey ihrem Haußpatron, bey meiner Schwägerin Frl. Franzl und bey Br.-Hallersteinischen, die Morgen nach Arch retourniren. Nachmittag war bey mir Germeck, abends Oberer. 31. Vormittag war bey mir Landsschafftbuchhalter Rastern. Von 9 biß gegen 11 Uhr war ich in Rath. [833] Dan war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo ich meine 2 Kleinen bey der Mesß angetroffen habe. Nachmittag war bey mir Mad. Drussetich. Dan war ich in Taxamt. Spätter war bey mir der Rastern. 1756 Junij 1. Juni. Nachmittag war bey mir der Stadtwachmeister vocatus, deme mein gesticktes Kleid gezeügt und Feil gebotten habe. Dan war da der Schluderbach. Abends war ich bey meinem ausserwahlten allerliebsten Eheengerle, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Dan war ich bey dem Kriegscomissario von Puchner, der sich in der Gesundheit erhollet. 2. Vormittag war bey mir Aursperg in Hauß mit ein Brief von Lamberg von Brüssel. Dan der Ziegler, der von Oblack nachst Zierkniz von seiner Commission retournirt ist. Gegen Abend war ich bey meinem englischen Eheschaz mit meinen 2 Kleinen, wo mich der Micherle Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 3. Vormittag war bey mir der Geistliche Kraschkovich. Dan die Roßmanin von Neustädtl, gebohrne Bosi. Zu Mittag speiste bey mir M.le Semenitsch. 1018 Sledi prečrtano ich mit 618 | 1756 Junij Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan bey meiner englischen ausserwählten allerliebsten Gemählin mit meinen 2 Kleinen, die mich daselbst Vormittag bey der Mesß suppliret haben. 4. Vormittag war bey mir Schifferstein in Amtssachen. Zu Mittag speiste bey mir Frl. Semenitsch. [834] Nachmittag war bey mir Schlud/er/bach, dan Ziegler in Amtssachen. Item Franckenfeld in bosicher Angelegenheit. Spatter war ich bey m. Schwägerin, die sich unpäßlich befindet. Dan bey meinem allerliebsten Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 5. Vormittag war bey mir Ziegler in Amtssachen. Dan Aursperg im Hauß. Es war auch bey Frl. Lenerle Mad. Schweig/er/ und 3 ihre Töchter. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. Dan habe vor mich ein kleine Paruquen mit einer Cocarde auf dem Somerrok. Abends war ich bey meiner auf das zärtlichste geliebtesten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 6. Vormittag suchte den Graf Kinsky. Dan war ich mit m. Micherle bey meinem ausserwählten englischen Eheschaz bey der Mesß. Dan suchte wieder den Kinsky. Dan war ich bey Mad. Egkh. Abends war ich mit meiner Frl. Lenerle spaziren. 7. Vormittag war bey mir Haubtman Longueville. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten englischen Gemählin bey der Mesß. Dan mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen bey Mad. Du Valles in Visit. Nachmittag war bey mir Silli, der Morgen nach Segorje retournirt. [835] Nachmittag war auch bey mir prothomedicus Weber vocatus. Abends gieng mit Frl. Lenerle spaziren. Heüt hat der Bischof zu Görtschach tractirt die von Venedig retournirte karnerische compagnia, bestehend in Graf Lodron und Grafin, gebohrne Harrach, dan Br. Eichhold und Gemahlin und Graf Christalnig, dan alle übrige, die gester bey Herberstein zu Mittag gespeist. Longueville, der auch gester von der Parti war, erzehlte mir, das nach dem Mittagmahl der Bischof einen Mis-sionarium abgegeben und den Herberstein zur Reconciliation mit Leopold Grafen von Lamberg disponiret hat. Tout cela est beau et bon, mais le temp et le lieu était mal choisi, dan erstlich war Herberstein etwas echaufirt von den verschiedenen Weinen und Liqueures; dan in Gegenwart fremder Gäste und sonst starcker compagnie konte ihm ein solcher Discours unmöglich gefallen. Enfin, Herberstein hat die Sache nicht wohlgenohmen und hat, nachdeme der Bischof weggegangen, um die Fürmung zu besorgen, ihn nicht wenig hergenohmen. Heüt aber hat der Bischof die Fürmung unterlassen wegen des Tractements, so auch nicht ohne critique abgelauffen. 8. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan in Visit bey dem Kriegscommissario, der sich annoch unpaßlich befindet. Nachmittag war da Mad. Buseth mit ihrer Schwester. [836] Nach 6 Uhr gieng ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. 9. Vormittag war bey mir die Belitschin um ein Kleydl des Heinerle vor ihren Sohn auf die heütigen Comedie. Dan der abbé Lazarini wegen Raißgejayd zu Mune. Nachmittag Ziegler mit dem Memorialsentwurf der alten Strassen-Lidlohnsaußständlern. Dan der Spieglfeld, der leztlich von Wienn retournirt. Spätter war ich bey Frl. Fränzl meiner Schwägerin mit m. Micherle. Dan bey meiner englischen allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Vormittag war auch bey mir Schiff/er/stein und abends um 10 Uhr der Oberer mit einigen referendis. 10. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 6 Uhr. Dan war bey mir abbé Marenzi, figlio del quondam Carlin, dan ein Sohn des Nicolo Marenzi. Item die hiesige Kirschner. Abends war ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. Dan bey meiner allerliebsten ausserwahlten | 619 1756 Junij englischen Gemahlin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Just heüt vor 30 Jahren war der allerglückseeligste Tag meines Lebens, da ich mit [837] meinen mir von Gott geschenckten allerlieb-, freündschafft-, hochhaltung- und verehrungswürdigsten Ehegespandl getrauet worden bin. Ach Gott, was war das vor Trost, Freüd und vollkomenes Vergnügen vor mich! Ach Allerliebste, du wirst dich in deinen nunmehrigen glückseeligsten Stand der ewigen Freüden, auch dieser zeitlichen Glückseeligkeit eben so gut erinnern und deines dir beständig getreüesten Gemahls bey Gott ingedenck seyn, alß welcher unß dermahl einst wieder und auf ewig vereinigen werdet, auf das wir ihn gleich wie hier zeitlich alldort ewiglich werden loben und preüssen und um alle unß so reichlich betheilte Gnaden unaufhorlich werden dancken kä- nen, amen. Heüt im Rath, die mit der engangenen Resolution Br. Gall, Breckerfeld und Lazarini pro Collegio Theresiano alß schellenburgische alumni resolviret worden, sage Herberstein oder hiesige Verordnete oder der Referent, zu Wienn müsse verdamt werden, weil nicht der Kappus, der von der Stell anstatt des Lazarini in Vorschlag gekomen, nicht ernennet ist. 11. Vormittag suchte 2-mahl den Graf Kinsky. Dan den Graf Sturck und Br. Janesitsch. War in comptoir des Simonetti et Andrioli wegen einer Wexl nach Paris. Dan in der Registratur et Taxamt. Spätter bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. [838] 12. Vormittag habe erkaufft 49 Wagen Kalckstein à 24 Pazen, macht 66 fl. 38 〈kr.〉 2 〈den.〉, Trinckgeld 21 kr., mithin zusamen 66 fl. 59 kr. 2 den. Jeder Wagen haltet 2 Waag und jede Waag wird wügen circa 3 ½ Centen, mithin wären circa Centen 343 und komt sogestalten der Centen auf 11 kr. 2 den. 260/343. Dan war bey mir der Leuthnant Widerkher, der mit seinem Brudern wegen der vatterlichen und mutterlichen Erbschafft in Process komt und mich ersucht hat, ihm zu assistiren, weil er Morgen nach Wien zum Regiment retournirt. Nachmittag war bey mir Schifferstein. Abends war ich bey meiner geliebtesten englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey dem annoch unpäßlich sich befindenden Kriegscommissario. 13. Vormittag war ich mit1019 m. Micherle bey meiner allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan war bey Graf Stürck in Contrevisit, dan bey meiner Frl. Schwägerin. Nachmittag war bey mir Zebull. Heüt ist mein Micherle und Heinerle gefirmt worden. Mein Schwager Br. Wolf Daniel war beeder Gevatter. Erster bekame ein Beynahmen Amadeus und der kleine Ernestus;1020 zwey Nahmen, die der Fürst und Bischof führt und er ihnen solche gegeben hat. Mein Schwager aber über die Gütte, die er gehabt, zu Gevattern zu stehen hätte, auch die Generosität, jeden einen recht sauberen Degen zu regaliren. [839] 14. Vormittag um ½ 9 Uhr ist mein Frl. Lenerle und m. kleiner Heinerle mit m. Schwagerin Frl. Fränzl nach Ruzing. Dan war bey mir abé Gall von Gritsch, dan Haubtman Seriman. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß nach 6. Dan in Taxamt biß 7 Uhr. Um ½ 9 Uhr ist Frl. Lenerle und compagnia von Ruzing retournirt. Spatter war bey mir Heinrich Widerkher, Leüthnant, der Morgen fruhe nach Wienn retournirt. Heüt vor 43 Monaten war vor mich der fatalste, betrübteste und unglickseeligste Tag meines Lebens, an welchen ich meine iniglich und auf das zartlichste mir von Gott geschenckte geliebteste Ehegemählin in dieser Zeitlichkeit verlohren habe. Ach, güttigster Gott! Mein Eheengl ist bey dir in Freüd und Vergnügen. Seye du bey mir und erhalte mich in deiner beständigen Gnad und lasse mir mein Laid und Betrübnus nebst den Trost und Hofnung, mein geliebtestes Ehegespandl bey dir wieder zu finden. Ach, allerliebste Ausserwahlte! Bitte den Allerhöchsten vor mich und seye ingedenck des jenigen, der dich beständig liebet und verehret, amen. 15. Vormittag war bey mir abé Gall von Gritsch, dan Ziegler. Nachmittag war ich mit Hofman den Canal bey H. Grab zu beaugenscheinen und waren auch in der Tuchfrabrique. 1019 m popravljen. 1020 Sledijo dve ali tri prečrtane nečitljive besede. 620 | 1756 Junij Spatter war ich bey meiner englischen Ausserwahlten, wo mich Vormittag bey der Mesß [840] m. Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey dem Kriegscomissario, der sich von seiner Unpaßlichkeit zu erhollen anfanget. 16. Heüt morgens um 6 Uhr ist meinem Schwigervatter eine apostectische Ohnmacht angekomen, sodas man ihm zur Ader gelassen und auch die Zenger am Genäck und beeden Armen angesezet, worauf er sich zwar erhollet hat, doch in seiner Fantesey gebliben ist. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach, dan Oberer. Nachmittag hätte den Consessum Comercialem halten, habe aber solchen auf Morgen übertragen, weil zwischen Nemezhof und Hochenwarth der Rang nicht außgemacht und unversehens beede eingetroffen seyn, wo doch erster sonsten außzubleiben pflegt, auch diesesmahl außgebliben wäre, wan er gewust hätte, das Hochenwart komt. Dan war ich bey m. Schwigervatter, der in seiner Fantasey betligerig ist. Dan war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. Heüt ist eben ein Tag vor mich des allerbetrübtesten Andenckens, indeme vor 43 Monathen mein allerliebste Gemählin auß dem Hauß getragen und von mir mit weinenden Augen und Herzen zu ihrem Grabstatt, laider Gott, begleitet worden! [841] Ach englische, auf das zärtlichste geliebteste Gemählin, mein Laid wird in dieser Welt kein End haben. Der einzige betrübte Trost, der mir übrig bleibt, ist, das ich stetts an dich gedencke, mich immer mit dir unterhalten und deinen Verlust unaufhörlich beweine, besauffze und bejamere. Und das ich Gott bitte, mir diese Wunden stetts frisch unvergessen und unhailbar zu erhalten biß solche unsere dermahl einstige wieder Zusamenkunfft auf ewig in Gott außhailet und diese zeitliche Betrübnuß und Laid in ewiges vollkomenes Vergnügen und Freüde verwandelet, amen. Heüt habe abermahls ein Kalck erkaufft und zwar 20 Wägen à 23 und 5 zu 20 Pazen; erste betragen 26 fl. 4 〈kr.〉 , die andere 5 〈fl.〉 40 〈kr.〉, Trinckgeld 17 〈kr.〉, macht zusamen 32 〈fl.〉 1 〈kr.〉 Jeden Wagen zu 7 Centen gerechnet, wären Centen 189 und sogestalten kostete der Centen 10 31/189 〈kr.〉 17. Vormittag war die gewöhnliche Procession bey guttem Wetter. Dan war ich um 11 Uhr bey meiner allerliebwertesten Gemahlin mit m. Mich/er/le bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Dan war ich bey Carl-Hochenwartischen, spätter mit meiner Frl. Lenerle spaziren. 18. Vormittag war bey mir der Schifferstein. Dan der Baselli von Gradisca mit seinem, [842] in hiesiger Representation und Camercanzley practicirenden Sohn. Dan der Köhler, Expeditor. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 6 Uhr. Dan bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 19. Vormittag war bey mir Perßky vocatus. Dan Crayßhaubtman Br. Taufferer. Nachmittag der neue Zimermannmeister. Spätter gieng ich mit der Frl. Lenerle und m. Heinerle zu m. allerliebsten ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine zwey Kleine suppliret haben. Dan giengen spaziren. 20. Morgens, wenig vor 8 Uhr ist mein Maxl mit der ordinari Post von hier nach Fiume retournirt. Um 9 Uhr circa ist die ordinari Jesuiter-Procession passirt. Um 11 Uhr war ich bey meinem englischen Ehegespandl bey der Mesß mit meinen 2 Kleinen. Dan bey Dr. Kappus, Vicefiscalen, dan bey P. Pogatschnig S. J. Zu Mittag speiste bey mir Jacob von Hochenwarth. Nachmittag waren da P. Joseph et P. Bernardin Erberg S. J., dan1021 der Prezl. Abends spatt der Oberer. 21. Vormittag war ich in Conferenz von 10 biß nach 11. Dan in Visit bey Haubtman Longueville. Dan bey Mad. Grossl, Mad. Weller und [843] Mad. Rizzi, welche lezte zwey Töchter der Mad. Grossl seyn; komen von Triest, gehen nach Clagenfurt und retourniren wieder nach Triest. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ Widerkher. 1021 Popravljena beseda. | 621 1756 Junij Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan war bey mir Br. Tacco, der von Görz komt und nach Gräz gehet. Dan obige drey Frauenzimmer und Mr Uhrys. Abends habe gedachte Frauenzimer in ihr Quartier begleitet. Dan war bey mir Ant/on/ Widerkher biß nach 10 Uhr. 22. Vormittag war bey mir Br. Brigido, Crayßamtsadjunct, vocatus. Dan der Wichtenstein. Nachmittag der Ziegler. Abends war ich bey meinem allerliebsten englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan mit ihnen und Frl. Lenerle spaziren. Spätter war ich bey Mad. Grossel, Weller und Rizzi, die erst Morgen nach Karnten verreisen. 23. Vormittag war bey mir Stadtsyndicus Raditsch. Dan der Schluderbach vocatus, dan Joseph Gr. Thurn. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. Dan war bey mir Oberer. Spätter war ich bey meiner ausserwählten [844] englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. Heüt Vormittag ist Mad. Grossl mit ihren 2 Töchtern nach Kärnten. 24. Vormittag war bey mir Schifferstein. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Mesß. Dan bey meiner Schwä- gerin Frl. Fränzl. Nachmittag war da die Frl. Franzl und m. Schwager Br. Wolf Daniel. 25. Nachmittag war bey mir Schifferstein, Ziegler et prothomedicus Weber. Abends war ich bey meinem ausserwählten englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 26. Vormittag war bey mir Schifferstein, dan Registratursadjunct Bischof. Item Mariandl Utschan. Nachmittag Bottoni, der mir ex se den ruckständigen Quartierszinns gebracht hat, und zwar seit Oktober 1753 biß Georgi 1754 vor ein Zimer in 3ten Stock von ½ Jahr 2 Kremnizer #; dan von Georgi 1754 biß Georgi 1756 von 2 Jahren in ersten Stock ein grosses Zimer à 6 Kremnizer #, macht 12, in allen 14 Kremnizer #. Abends war ich bey m. englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan spaziren mit ihnen, Frl. Lenerle und Mad.le Utschan. [845] 27. Vormittag war bey mir Aursperg im Hauß, der mir ein Brief von Lamberg auß Paris gezeügt hat, womit er erinnert, den 4ten hujus mit meinem Sohn dem Jean dahin gekomen zu seyn und das meinem Sohn Paris wohlgefahle. Um 11 Uhr war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin mit mein Micherle bey der Mesß. Dan war ich bey Heinrich Grafen von Aursperg, der mit seiner Gemahlin und Schwester, erste gebohrne von Rottall, andere verwittibte Nesselrodt, gester von Wien gekomen. Und da er unterwegs das Fieber bekomen, gleich nach seiner Genesung nach Görz verresien wird. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Abends bin ich mit Frl. Lenerle und m. Micherle spaziren. 28. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach, dan Anton Kappus, dan der Oberer.1022 Nachmittag hielte Consessum Commercialem um 2 Uhr. Von 3 biß 7 ½ war ich in Rath. Dan bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleinen bey der Mesß suppliret haben. Spätter gieng ich mit ihnen und mit Frl. Lenerle spaziren. 29. Vormittag war bey mir Ob/er/er nomine præsidis, das er heüt nach Pilligraz verreist und ich die vices besorgen soll. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem englischen und ausserwählten Ehegespandl [846] bey der Mesß. 1022 Pred tem prečrtano Nied 622 | 1756 Julij Nachmittag war bey mir abbé Lazarini, der von Wienn komt und umb das untercrainerisches Erbrieste-ramt compettiret. Spätter war bey mir des vorgester verstorbenen Federer Goldarbeiters Eydam. 30. Vormittag war bey mir Germeck vocatus, dan Schlud/er/bach. Item Radoviz von Lack. Nachmittag Ziegler vocatus, Schlud/er/bach, Germeck, alle in Amtsgeschafften. Abends war ich bey meiner alles angedenckenswürdigsten allerliebsten Ehegemählin mit meinen 2 Kleinen, wo mich sie Vormittag bey der Mesß suppliret haben. Abends war ich mit ihnen und des Frl. Lenerle spaziren. Spätter war ich bey Puchner, Kriegscommissario, biß nach 10 Uhr, der noch unpäßlich ist. Vorhero war auch bey mir der Wachmeister-Leüthnant nomine des Obrister. Item der Mahler, mit dem ich vor das Zimmer der Frl. Lenerle zu mahlen, ausser denen bereits fertigen lambries, per 24 fl. accordiret. Er aber mich noch um 2 fl. mehr gebetten hat. 1756 Julij 1. Juli. Vormittag war ich in Taxamt. Dan bey meiner ausserwählten Allerliebsten, wo mich bald hernach meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan war bey mir ein Mahler, einige meinen Bildern zu schäzen. Nachmittag war bey mir des Fürsten von Portia Buchhalter nomine des Fürsten, der heüt nach [847] Spittal retournirt ist; recommendirte die premmerische Mauthangelegenheit. Dan war bey mir der Crayßhaubtman Br. Taufferer, anzi dieser noch Vormittag. Et Nachmittag sein H. Vatter. Abends war ich spaziren mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen. 2. Nachmittag war bey mir des Silli sein Weib. Spätter war ich bey Herberstein, der heüt von Pilligräz retournirt ist und raportirte ihm was inzwischen passirt. Dan war ich bey meiner würdigsten allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war auch bey mir Haubtman Longueville, der mit seiner Gemählin von Neümarcktl, Lack und Crainburg retourniret ist. 3. Vormittag war bey mir Prezl. Nachmittag Brentano. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Nachmittag war auch bey mir Schweiger, dan der Wläßl. 4. Vormittag war ich bey meiner englischen allerliebsten und verehrungwürdigsten Gemählin bey der Mesß mit m. Micherle. Dan bey Stadtsyndico Raditsch. Dan bey Flachenfeld. Zu Mittag speiste bey mir der Geistliche Lazarini und der Brentano. Nachmittag war bey mir Oberer. Spätter m. Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ und Frl. Fränzl. [848] 5. Vormittag war bey mir Wichtenstein, Persky. Nachmittag Haubtman O‘Doude. Von 3 biß 7 Uhr war ich in Rath. Dan bey meiner allerliebsten Gemählin, wo1023 mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Spätter gieng ich mit m. Micherle spaziren. 6. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg mit P. Tricarico, dan P. Joseph Erberg mit sein Gespan, Mr et Mad. Buseth und Frl. Mariandl Utschan, dan Zebull, ein Färber, Paul Aloys Aursperg, Oberer, die 2 jungen Buseth. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan war ich auch bey des Stefano Silli sein Weib wegen des gester von Zierheim erhaltenen Brief. 7. Vormittag war bey mir P. Pogatschnig S. J. Nachmittag Mad. Dinzl, dan Oberer. 1023 Pred tem prečrtana nečitljiva beseda. | 623 1756 Julij Abends war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Bald nach Mittag ist mein Zimmermensch nach Rudolphswerth zu ihrer Mutter und will künfftigen Dienstag, alß den 13. dieses, wieder hier eintröffen. 8. Vormittag war ich in Conferenz von 9 biß 12. Dan bey meinem herzigen ausserwahlten Ehegespändl, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber und Schifferstein. [849] Nachmittag war ich in Taxamt in der Buchhalterey und Registratur. Dan war bey mir Brezl, um des1024 Morgen zu justiciren seyenden Soldaten corpus pro annatomia zu überkomen. 9. Vormittag waren bey mir 2 Capuciner, die mir die Nachricht brachten, das Mad. de la Bourlie zu Rackerspurg gestorben seye und zur Erbin die Praunizerin instituiret habe. Dan war bey mir Br. Taufferer, Crayßhaubtman, der den neuen Crayßadjuncten Br. Juritsch aufgeführt hat. Dan Ziegler, Schluderbach. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan bey meinem ausserwählten Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle suppliret hat. 10. Vormittag war bey mir Köhler, Ziegler und Schlud/er/bach in Amtsgeschafften. Heüt bald nach Mittag ist vollendet worden das Pflaster von Quatersteinen unter an der Hauptstiegen, rechterhand beym Eingang. Nachmittag war bey mir Germeck. Abends war ich bey m. englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 11. Vormittag war bey mir der Feldkriegscommissarius von Puchner, der noch Vormittag nach Fiume, Triest und Görz zur Musterung verreiset und in 9 Tagen zu retourniren1025 hoffet. Dan war ich bey meiner ausserwählten englischen Gemählin bey der Mesß mit meinem Micherle. [850] Dan war ich in Visit bey Haubtman-Longuelischen. Dan bey m. Schwagern und Schwagerin. Zu Mittag speiste bey mir Buchhaltereyraitsofficier1026 Perr. Nachmittag war da Crayßhaubtman Br. Taufferer mit Br. Juritsch und zwar erster 2-mahl. Meine 2 Kleine waren in Seiltanz. 12. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebwertesten Gemählin und englischen ausserwahlten Schaz bey der Mesß. Dan bey Frl. Fränzl, meiner Schwägerin. Spätter bey Schweigerischen. Nachmittag gieng ich mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen spaziren. Dan zur abesse St. Claræ-Ordens. Dan zu Busetischen. 13. Vormittag war bey mir der abbé Gall von Gritsch, dan der Lampé. Nachmittag war ich bey Mad. Nemezhof Wittib, gebohrne Rasp, in Visit, die heüt von Görz hier angekomen. Dan bey Br. Flachenfeld. Von 3 biß gegen 7 Uhr war ich in Rath. Dan bey Menzinger. Spätter bey meiner geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 14. Heüt ist abermahls, layder Gott, vor mich ein betrübter Tag, alß an welchem Tag vor 44 Monaten mich mein allerliebwerteste englische Ehegemählin mich in dieser Zeitlichkeit verlassen hat. Gott, lasse sie genüssen alle himlische Freüde, [851] mich aber wolle er also laiten, das ich dermahl einst zu meinem Ausserwählten mir von Gott geschenckten, auf das zartlichste geliebtesten Ehegespändl komen und ewiglich in Gott besizen möge. Vormittag war bey mir Leopold Lamberg. Abends war ich bey meiner geliebtesten allesandenckenswürdigsten Ehegemählin mit m. Micherle, der und der Heinerle mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. 15. Vormittag war bey mir H. von Hlapschè, Pfarrer zu Tomey. Dan abbé Br. Gall von Gritsch. Dan der Lampé, 1024 s iz n 1025 -n iz -t 1026 B iz b 624 | 1756 Julij ein Kupferschmidt, wegen der Latten vor ein Portrait meiner Allerliebsten. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber und der Schifferstein. Abends war ich bey meiner allesandenckenswürdigsten allerliebsten Gemählin mit Frl. Lenerle und m. Micherle, welcher mich Vormittag bey der Mesß mit m. Heinerle daselbst suppliret hat. Dan waren wir spaziren. Ach Gott, heüt war mein englisches Ehegespändl (obschon, laider Gott, todter) doch noch bey mir in Hauß und habe ihr doch noch vor 44 Monaten ihrer herzigen Händlein geküst, ach Gott! 16. Vormittag hielte Consessum Commercialem von 9 biß 10. Von 11 biß 1 Uhr Nachmittag war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Nachmittag war ich in Conferenz von 5 biß 7 Uhr. [852] Dan war ich bey meiner allerliebsten Ausserwählten, welche, laider Gott, just heüt vor 44 Monathen mit betribtesten und trostlosen Herzen zu ihrer und meiner Grabstatt begleitet habe. Und kan in meiner Betrübnus Gott nicht genug dancken, das er mir ihre würdigstes Angedencken stetts frisch in meinem verwundenten und unhailbaren Herzen beständig lasset. Vormittag war auch bey mir Germeck und Schlud/er/bach. 17. Vormittag war bey mir protomedicus Wöber, dan Schifferstein und Ziegler, alle in Amtsgeschäfften. Nachmittag war ich bey dem Erzbischoffen, der gester Nachmittag von Görz angekomen, dan bey mir war und abends ich mit ihm suppirt habe und bliben beysamen biß Mitternacht. Heüt gegen 4 Uhr ist er ins Kärnten verreist in die Visitation seiner dioeces. Spätter war ich mit Hofman bey der garzarolischen, sogenandten Forschlechner Mühl, den Canal zu besehen. Dan war ich bey Mad. Wertenthall. Hernach mit Frl. Lenerle bey meinem englischen Ehegespändl, dan spaziren. Meine 2 Kleine waren in Sailtanzen. 18. Heüt morgens ist mein Micherle und Heinerle mit H. von Schifferstein nach Mannspurg abgefahren um 8 Uhr ¼. Um 11 Uhr war ich bey meiner ausserwählten Allerliebsten bey der Mesß. Dan bey meiner Frl. Schwägerin. [853] Zu Mittag speiste bey mir Mad. Wertentall, dan die Fraule Gall und ihr oncle, der abbé. Abends nach 9 Uhr ist m. Micherle und Heinerle mit H. von Schifferstein von Mannspurg retournirt. 19. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 12. Zu Mittag speiste bey mir Leuthnant Barren. Nachmittag war bey mir Haubtman O‘Doude, dan P. Bernardin Erberg. Heüt Vormittag um 9 Uhr ist Frl. Gall mit ihrem oncle, dem abbé, nach Grütsch abgereist. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 20. Vormittag war bey mir Leüthnant Barren, der mich ersuchte, ihm ein Geld von seinem Vattern Eduardo Warren, kaiserlichen Obristen der Artillerie zu Florenz, zu procuriren. Nachmittag war ich bey den Schweigerischen und holte ab mein Fraule Lenerle und giengen spaziren. War auch bey m. allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleinen bey der Mesß suppliret haben. 21. Vormittag war bey mir Ziegler, Br. Pilligraz, dan Wichtenstein. Abends gieng ich spaziren mit Frl. Lenerle. War auch bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Heinerle suppliret hat, indeme sich m. Micherle seit gester etwas unpäßlich befündete. [854] 22. Vormittag war bey mir P. Pogatschnig S. J. Nachmittag Graf Rasp. Dan war ich in Taxamt. Spätter mit meinen 2 Kleinen und Frl. Lenerle bey meiner allerliebwertesten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan giengen spaziren. Ich war auch bey H. von Nemezhof, der heüt das 56te Jahr seines Alters zuruckgeleht hat. 23. Vormittag war bey mir ein pirschlische Jungfertochter, die von Prag und Wienn komt und vor Jahren in ersten Orth Carmeliterin war; meiner gottseeligen Allerliebsten Bekandte. Dan war ich in Conferenz von 11 biß 1. Nachmittag war bey mir Jacob Sobiz von Triest, der Brautigam meines Zimmermentischen. Abends war ich bey m. allerliebsten Ausserwählten mit m. Micherle, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Heinerle suppliret hat. 24. Vormittag war bey mir Oberleüthnant Richler. | 625 1756 Julij Zu Mittag speiste bey mir Br. Apfaltrer, Pfarrer zu Stein. Dan war da Br. Hallerstein von Arch. Spätter war ich bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Heinerle suppliret hat. Dan bey dem Kriegscomissario, der noch alleweil unpäßlich ist. 25. Vormittag war bey mir Barren. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß mit m. Micherle. [855] Dan war ich bey Ant/on/ Kappus. Dan bey Mad. Du Valles. Zu Mittag speiste bey mir Oberleuthnant Richler. Abends war ich mit m. Micherle spaziren. Heüt morgens um 6 Uhr ist Frl. Lenerle mit ihrem H. Bruder und meinem Heinerle nacher Mannspurg und abends nach 8 Uhr retournirt. 26. Heüt, als an Nahmenstag meiner iniglich geliebtesten englischen ausserwählten Gemählin, habe ihren würdigsten Angedencken meinen zärtlichsten Wunsch mit Seüfzen und Jamern abgelegt und zum Besiz und Genuß der himlischen Freüden in meiner Betrübnus von Herzen gratulirt. Ach englisches Mantscherle, was ist heüt gethan, das geschicht täglich, stündlich und alle Augenblick du warest, bist und wirst beständig und ewiglich in meinem Herzen seyn, amen. Um 11 Uhr war ich bey diesem meinen allerkostbaresten Schaz bey der Mesß mit meinem Micherle. Dan bey meiner niece Mad. Utschan, die auch heüt ihren Nahmenstag celebriret. Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Barren. Nachmittag war da Oberer. Abends war ich mit m. Micherle bey Mad. Longueville, die eben Anna heist. Heüt ist m. Zimermensch, die Anna Miedel, ehelig copulirt worden mit Jacob Sobiz. 27. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12. Dan bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor mein Heinerle bey der Mesß suppliret hat. [856] Heüt in Rath haben mit dem Feldkriegscomissario comentirt, das von dem zuruckbleibenden und nach Triest destinirten in 544 Köpf bestehenden brounischen Bataillon zur Sicherheit des commercii und der Landst〈r〉assen besezt werden solten: Oberlaybach mit 7 Männ, Planina 7, Adlsperg ein Leüthnant und 22 Gemeine, Præwald 7, Senosetsch ein Leüthnant und 22 Gemeine, Corgnal 7, Divaz 7, Catenara 7, in allen 88 Köpf, Fiume 25 Mann et sic in totto 113 Kopf; das Übrige nach Triest. Dieses ist der Intendanza zu Triest erinnert worden und wird ihr Beangenehmung *und Disposition* erwartet, massen den 29. dieses die 3 Compagnien von hier und die 4te von Fiume aufbrächten. Ubrigens wird aula gebetten, wenigst 600 Mann vor hierlands oder von Invaliden oder Croaten zu verschaffen, massen: - zu Rudolphswerth und Gurgfeld erfordern 200 - Laybach 200 - Crainburg und Lack 100 - Görz und Grad/isc/a 100 et sic wenigst 6/c Mann. Zu Mittag speiste bey mir Br. Apfaltrer, Pfarrer zu Stein, und sein Frl. Schwester, Br. Raub/er/ und Schifferstein. Nachmittag war bey mir Haubtman O‘Doude. 28. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Leüthnant Barren, Administrator von Mitterburg Luick, Widerkher von Klein Lack, Aursperg im Hauß. Abends war ich bey meiner aller [857] liebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Heüt morgens ist mein vorgester coppulirtes Zimermensch mit ihrem Mann nach Triest abgereist. 29. Vormittag war ich in der Conferenz von 11 biß ½ 1. Nachmittag war bey mir Widerkher mit sein Bruder, dem Advocaten Novack und Franckenfeld. Abends war ich bey meiner geliebtesten Gemählin mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. 30. Vormittag war bey mir Nemezhofen und Marotti, dan sig. Ricci, der mit seiner Gemahlin von Clagenfurt komt und nach Triest revertirt kunfftigen Sontag. 626 | 1756 Avgust Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Warren. Nachmittag war bey mir Widerker Ant/on/ mit seinem Brudern. Dan der Dr. Possaviz, Pesderz, Franckenfeld und Novack und haben sich wegen der Theillibel gütlich einverstanden. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Heinerle suppliret hat. Spätter war ich bey Mr et Mad. Ricci. Bey mir war auch Persky, Oberer. 31. Vormittag war bey mir doctor medicinæ Joseph Gerbez, der von Wienn komt und nach Triest gehet alß ab aula resolvirter medicus. Nachmittag war bey mir Graf Kinsky und Leüthnant Warren. Dan ein Färber von Weixlburg, Supantschitsch. Um ½ 6 Uhr Nachmittag ist mein Sohn Max von Fiume mit den Trouppen allhier angelangt. [858] Abends war ich bey meiner ausserwählten allerliebsten und englischen Gemahlin, wo mich Vormittag meine 2 Kleinen bey der Mesß suppliret haben. 1756 Avgust 1. Augusti. Vormittag war ich bey meiner ausserwahlten englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß mit meinen 2 Kleinen. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Zu Mittag speisten bey mir Hauptman Longueville und sein Gemählin, dan Hauptman Br. Strasser, Haubtman Graf Kinsky, Haubtman Graf Seriman, Hauptman Perego, Hauptman Smit, Hauptman O‘Doude, Feldkriegs-commissarius1027 von Puchner, m. Frl. Lenerle, ich, m. S. Max und meine 2 Kleine; 14 couverts. Nachmittag war bey mir Obristleüthnant Graf Broune. Abends war ich mit Frl. Lenerle spaziren. Meine 2 Kleine waren bey einem Feüerwerck in br.-erbergischen Garten. 2. Vormittag war bey mir Br. Salvay. Um 11 Uhr war ich in Conferenz biß ½ 2. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 7 Uhr. Dan bey meiner geliebtesten Ausserwählten mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. Dan bey Franciscanern. Spätter war bey mir Ant/on/ Widerkher. 3. Vormittag war bey mir Widerkher, dan doctores Pesdirz und Knesenhof vocati. Gegen 10 Uhr kam hieran der General Vogter von Fiume mit seiner Gemählin und Schwägerin, [859] wolten sich aber nichtes aufhalten und blib in Posthauß. Ich ließ dahin bringen ein Milchcaffé und was von Zucker-werck früchten etc., machte ihm mein Reverenz und blib daselbst biß Mittag, da er dan mit seiner compagnia die Reiß nach Wienn prosequirt hat. Zu Mittag speiste bey mir Hauptman Kraussen, Oberleüthnant Jordan und Leüthnant Warren. Dan war ich bey Mad. Rastern. Dan mit meinen 2 Kleinen bey m. allerliebsten Gemählin, wo sie mich Vormittag bey der Mesß suppliret haben. 4. Heüt morgens hat der Mahler angefangen der Frl. Lenerle Zimer zu mahlen. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Abends war ich bey meiner ausserwählten englischen allerliebwertesten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst mit meinem Heinerle bey der Mesß suppliret hat. 5. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir der Feldpater, Oberleüthnant Jordan und Bottoni. Abends bin mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen auf dem Wasser spaziren gefahren. Vormittag war auch bey mir P. Bernardin Erberg, dan Br. Brigido. Heüt abends ist per Stafetta die Ordre eingelangt, das Broune nicht über [860] Steüermarck und Oesterreich, wie vorhero beordert war, sondern über Clagenfurt, Alten Marck und Linz nach Teütschbrod in Böhmen marchiren solle. Ein Bataillon ist bereits zu Triest, um daselbst zu bleiben. Die 3 übrige Bataillons samt den 2 Compagnien Grenadiers werden in übercompleten Stand den 11. hujus von hier außmarchiren. 1027 Pred tem prečrtano Hptn | 627 1756 Avgust Den nehmlichen Tag rucken hier ein die 4 zu Triest geweste bethlemische Compagnien, bestehend in 533 Köpf, um wie die brounische weiter abzumarchiren. Den 14. ruckt hier ein der Rest von den 3 bethlemischen Bataillons samt den Grenadiers, bestehend in 981 Köpfen; mithin alle 3 Bataillons samt Gerandiers, in allen 1503 Köpf. Den 15ten wird Bethlem schon völlig von hier weg und rucken ein die Carlstädter colonenweis von 4 zu 4 Tag weiter zu marchiren; in allen 4 Bataillons und 4 Grenadierscompagnien, erster zu 960, andere zu 120, mithin in allen 4320 Köpf. Den 3ten hujus erzehlte mir General Vogter, wie das man jederzeit persuadirt war, das der König in Engeland die romische Königswahl in favorem des Erzherzog Joseph am maisten poussire und das Cabinet zu Versailles [861] hat Grad das Widerspiel penetrirt und dem Wienner Hof eroffnet,1028 welches mit mehr anderen Beweg-ursachen die Alliance mit Franckreich veranlasset hat. Und ist diese von langer Zeit her in gröster Gehaim unter vier Personen allein tractirt und beschlossen worden. Diese waren der Kaiser, die Kaiserin, Graf Kauniz und der vicomte Aubeterre. Die Absicht Franckreichs ist die Macht und besonders die Seemacht Engelands zu schwächen. Maon ist den 28. Juni an Franckreich übergangen. Gibraltar sollen die Spanier selbsten hinwegnehmen. Ein und anderes schwächt das commercium der Engleländ, mithin ihre Seemacht nicht wenig. Galisoniere soll Sardinien hinwegnehmen, umb dieses Königreich seiner Zeit zwar wieder, jedoch gegen deme zu restituiren, das das Smembrirte von Mayland dem Hauß Oesterreich wieder abgetretten werde. Erzherzog Joseph soll eine Tochter des da Philip hayrathen. Der König in Engeland wird in eigenem Land nicht wenig divertirt werden und zu thun haben, sich auf dem Trohn zu erhalten. [862] Und so er sich auch soutenirt, wird nach seinem Tod sein Sohn schwährlich zu dieser Wahl Cron gelangen. Prinz Carl von Lothringen soll die Adaleide Mad. de France heyrathen und därffte nach dem Tod des Konigs Augusti die pollnische Cron überkomen. Voici, was die französiche Alliance zu wegen bringen, kan si la chose est tale come on la dit. 6. Vormittag war ich in Taxamt. Dan bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir der Feldpater, der Regimentschirurgus1029 und H. von Gandin. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg, dan der Ziegler. Abends war ich spaziren mit Frl. Lenerle und m. Micherle. 7. Zu Mittag speiste bey mir ein chyrurgus von Regiment Broune, der den Max curirt. Heüt ist ihme bedeütet worden, das er der Companie des Majors H. von Preiß zugetheilet sey. Nachmittag war bey mir Nemezhoffen. Abends war ich bey meinem englischen allerliebsten Ehegespandl mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 8. Vormittag war ich bey Obristen, Obristleüthnant und Major. [863] Dan bey meiner allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß mit m. Micherle. Zu Mittag speiste bey mir Mr Gandin, dan Oberleüthnant Jordan und Unterleüthnant Muckenberg. Bey mir war Vormittag Haubtman Seriman, Hauptman à Sole. Nachmittag Obristleüthnant Broune, der meinen krancken Max besucht hat. 9. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey meiner allerliebwertesten englischen ausserwählten Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Haubtman Perego und Leüthnant Smacker. Um 4 Uhr hatte Comission wegen Guthaim. Spätter war ich bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Dan bey Herberstein nach 8 Uhr. Nach 9 Uhr war bey mir vocatus Luick von Mitterburg. 10. Vormittag war bey mir Hauptman Smit, dan Longueville. Um 11 Uhr war ich bey m. allerliebsten englischen Gemählin mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß. Dan bey Flachenfeld, der heüt sein Nahmenstag celebrirt. 1028 er popravljena iz ge 1029 R popravljen 628 | 1756 Avgust Zu Mittag speiste bey mir der Obrister Br. Unruhe, Obristwachmeister H. von Preiß, Hauptman Graf Kinsky, Hauptman Sbubna der Wittwer, Hauptman Sbubna der verhayratete mit der [–],1030 [864] Hauptman à Sole, Haubtman Muckenberg, Hauptman Rößler, Hauptman O‘Doude, Leüthnant Haisler, Feldkriegscomissarius von Puchner, Crayshaubtman Br. von Taufferer, Crayshaubtmansadjunct Br. Juritsch und ich, à 13 couverts. Die Frl. Lenerle, m. Max, Micherle und Heinerle speisten beysamen. Spätter war bey mir die pürschlische Jungfer, die Carmeliterin war. Dan war ich noch bey Mr und Mad. Longueville, ersten nochmahl Gluck auf die Reiß zu wünschen. Dan war bey mir Br. Ticker. 11. Vormittag war bey mir der Auditor von Broune sich zu beurlauben und seyn die hier geweste brounische Trouppen heüt morgens gleich nach 6 Uhr nach Crainburg abmarchirt, um von dort nach Neümarcktl und dan weiter über Kärnten ihren March zu prosequiren. Zu Mittag speiste bey mir der Strassburg/er/, so bey Weitenhüller ist. Nachmittag war bey mir Magister Hochenwarth S. J. Abends war ich bey meiner ausserwahlten englischen allerliebsten Gemählin mit1031 m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 12. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz mit Frl. Lenerle und m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Dan ein wenig spaziren. [865] 13. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 6 Uhr. Vorhero war bey mir Hauptman Seriman, der auf wenige Stunden von Neümarcktl anhero gekomen und in der Nacht wieder abreisen wird. Abends war ich bey meiner englischen Geliebtesten, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. 14. Heüt ist, laider Gott, das 45 Monath, das ich mein englisches Ehegespändl, mein ausserwähltes Eheengerle, mein herzallerliebstes Mäntscherle in dieser Welt verlohren habe! Ach Gott, das Angedencken ist schmerzhafft und doch eine, obschon betrübte Consolation vor mich, das mir diese Erinnerung stetts frisch in meinem ihro beständig getreüen Herzen verbleibet. Ich bitte auch Gott, das mir diese Wunden stetts unhailbar bleibe biß ich meinen einzig und sehnlichsten Wunsch erlange, sie bey Gott auf das zärtlichste umzuarmen und mich mit ihro ewiglich zu erfreüen, amen. Vide den Brief, der unter heüt dato in mein copia lettere zu finden. Vormittag war bey mir der Br. Gussich. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. 15. Heüt morgens hat man dem Max die Geschwulst von am selben gezeugte Maturirung an der Wangen auf-geschnitten, worauß eine Quantität Materie geflossen, welches ihme nebst der gestrigen Aderlasß [866] viel soulagiret hat. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Graf Aursperg von Hauß. Dan der Zohrn wegen Mad. Bourlie seeliger, der Fremdlung von Weittenhiller, die Banda hiesiger Sailtanzer. Vormittag der Schifferstein. Heüt Vormittag ist Fränzl Lamberg von seinen gemachten Reisen allhier glücklich retournirt. 16. Heüt Vormittag vor 45 Monaten habe in meinem Hauß, laider Gott, das leztmahl meiner iniglich und auf das zärtlichste geliebtesten allerliebwertesten englischen Ehegemählin ihre herzige Händllein mit betrübtesten Herzen und Trennen vollen Aügen derküst und dan zu ihrer und meinen Grabstadt mit weinenden Herzen und Augen begleitet. Gott, lasse dich englisches Weiberle alle himlische Freüden genüssen und dich erinnern deines, dir beständig getreüesten Gemahls, der dich stetts vor Augen in Sinnen und Herzen hat, amen. Nachmittag war ich in Rath von 5 biß 7. Dan bey meiner Ausserwählten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 1030 Prostor za ime. 1031 m je popravljen. | 629 1756 Avgust Dan bey Mr Zorn wegen Mad. Bourlie. Spätter gieng ich mit Frl. Lenerle spaziren und das Feüerwerck bey St. Christoph zu sehen. 17. Vormittag suchte den Franzl Lamberg. Er kam aber gleich darauf selbst zu mir und erfreüet [867] mich sehr, von meinem Sohn Jean alles guttes und vergnügliches vernohmen zu haben. Dan war ich bey dem Untereinnehmer in der Landschafftsbuchhalterey einige alte Münzen zu sehen. Nachmittag war bey mir Ziegler et Schifferstein. Abends war ich bey meiner englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 18. Nachmittag war bey mir P. Joseph mein Schwager et P. Bernardin Erberg S. J. Abends war ich bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Mesß suppliret hat. 19. Vormittag war bey mir und bey m. Max der Fähnrich Stemberg von Fiume. Von 10 biß 12 war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Crayshaubtman Br. von Gussich und Br. Taufferer. Nachmittag war ich bey Mad. Longueville. Dan bey meiner englischen ausserwahlten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. 20. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Micherle suppliret hat. Heüt Nachmittag ist der Gesandte von Tripoli über Triest hier angekomen. 21. Heüt Vormittag ist ein Bataillon Fusiliers und ein Compagnie Grenadiers von Sluiner Commitat hier eingeruckt. [868] Vormittag war bey mir Fränzl Lamberg. Nachmittag war ich bey meiner englischen allerliebsten und ausserwählten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Abends war bey mir Hauptman Br. Löwenthall. Nachmittag waren auch bey mir 2 Discalziaten. 22. Vormittag war ich mit m. Micherle und Heinerle bey meiner verehrungswürdigen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan suchte Franzl Lamberg, Englshauß, Janeschitsch und m. Schwagerin, aber niemand angetroffen. Zu Mittag speiste bey mir Haubtman Br. Löwenthall und Br. Rauber. Nachmittag war bey mir Lamberg und 2 Grafen Coronini. Dan des Pirschl Tochter. 23. Heüt umb ½ 4 Uhr vortags ist mein Max per posta von hier nach Clagenfurt abgereisen, um sein Regiment auf dem Marche einzuhollen. Er hat zwar noch die offene Wunden und Geschwulst an der Wangen. Da sich aber von Tag zu Tag mit ihm gebessert hat, so hoffe zu Gott, das er allenfalls mit Hilf deren Regimentschyrurgorum bald völlig hergestellet werden wird. Gott, begleite und erhalte ihn in seiner Gnad. Dan war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 12. Hernach war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor meine zwey Kleine bey der Mesß suppliret haben. Nachmittag war bey mir Mad. Janckensheim [869] von Lack wegen ihren prœcessem. Spätter suchte den Grafen von Engelshauß wegen des an heüt an mich geschribenen Billets. Dan war ich bey meiner Schwägerin der Frl. Fränzl. 24. Vormittag war ich bey meinem englischen allerliebsten Ehegespändl mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß. Nachmittag war bey mir Graf Engelshauß, deme ich auf seine 2 Schreiben von gestrigen und heütigen dato, ebenso wie auf sein voriges von 18. hujus geantwortet, id est in zweymahl zu 50 fl., zusammen 100 fl., als einem armen Cavalier in Ansehen, das sein Großvatter meinem Vattern viel Guttes gethan, sogestalten gegeben habe, das wan er sie mir wird bezahlen känen, wohl und gut. Wo nicht, so werde weder ich noch jemand anderer solche von ihm nicht verlangen, indeme dieses Geld ohne deme denen Armen gehörig und zwar ex massa pro pauperibus destinata von der Frl. Bossio, sogestalten, das wan er sie auch jemahls bezahlete, solche doch wieder anderen Armen gegeben werden müsten. 630 | 1756 September Dan war bey mir Br. Gussich. 25. Vormittag war bey mir Br. Brigido. Nachmittag der Kohler. Dan war ich in Visit bey Franzl Lamberg. Hernach spaziren mit Graf Melß. Dan bey meinem allerliebsten Eheengl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. [870] 26. Vormittag war ich in Visite bey zwey Grafen Coronini von Görz und Tulmein. Dan von 10 biß ½ 12 in Rath. Hernach bey meinem englischen allerliebsten Eheherzl, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir Br. Rauber. Nachmittag war ich in Taxamt. Dan in der Registratur und Buchhalterey von der Stell. Dan bey meinem englischen Magnetl. Dan suchte den Generalen von Carlstadt, der Morgen dahin retournirt. Heüt habe meine Bedienten den Simon Tomaz seines liederlichen Lebens wegen meines Diensts entlassen. Bey mir war Nachmittag Schud/er/bach vocatus. 27. Vormittag war bey mir Köhler. Dan bin mit Frl. Lenerle und meinen 2 Kleinen bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin gewesen, wo mich Vormittag meine 2 Kleine suppliret haben bey der Mesß. Dan waren spaziren und spätter bey m. Schwagerin Frl. Fränzl, meinem Schwagern Br. W/olf/ D/aniel/ mein Compliment zu machen zu seinem Geburtstag, da er 42 Jahr complirt hat. Er war aber nicht zu Hauß. 28. Nachmittag war bey mir ein brounischer Fusier von Triest. Dan ein Goldarbeiter und Br. Codelli. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl und allerliebsten Ehegespandl mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß mit dem Heinerle suppliret hat. [871] 29. Vormittag war bey mir ein von Gorz ad examinandum anhero gekomener und gester mir von Br. Codelli recomendirter chyrurgus. Dan sig. de Brentano, der mir Brief von Sobeck und Stampfrer von Clagenfurt gezeügt hat, womit sie ihn ersuchen, 900/m fl. in Genua aufzutreiben, um das Darlehen dem Hof præstiren zu känen. Dan war ich bey meiner allerliebsten Gemählin mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß. Dan war ich bey der Hauptmanin Sbubna, gebohrne Podstatzky. Dan bey meiner Frl. Schwägerin. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich, Br. Rauber und Graf Melß. Nachmittag war da Br. Max Taufferer mit seiner Gemählin, Mad. Buset und ihr Schwester. Ich war in Visit bey Mad. Longueville, Mad. Schweiger, Br. W/olf/ D/aniel/ und Frl. Fränzl und bey Mentzinger. 30. Vormittag war bey mir Schluderbach. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Dan war ich in der Registratur. Dan bey Dinzlischen. Dort habe mit meinen 2 Kleinen die Frl. Lenerle abgeholt und giengen zusamen zu meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Heinerle bey der Mesß suppliret hat. Dan giengen spaziren. Bey mir war auch ein Färber von Weixlburg. 31. Vormittag war bey mir ein canonicus von [872] Rudolphswerth, Bugl genant. Dan war ich in Rath von 9 biß Mittag. Gegen Abend war ich mit Frl. Lenerle und meinen zwey Kleinen in der Salnitersiederey. Dan spaziren und spätter bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 1756 September 1. September. Nachmittag war da P. Joseph S. J. m. Schwager. Abends war ich bey meiner ausserwählten allerliebsten Gemählin mit m. Heinerle, der und der Micherle mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. 2. Vormittag war bey mir Ziegler. Nachmittag war ich in Visit bey Mad. Grossl et Mad. Weller, welche von Clagenfurt retourniret seyn. Abends war ich mit lezter spaziren und dan auch bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag meine zwey Kleine bey der Mesß suppliret haben. Ich war auch Nachmittag in Visit bey abbé Steinberg in mein Hauß. | 631 1756 September 3. Vormittag war bey der alte Br. Wolckensperg wegen mit seinem Sohn führenden Rechtshandeln. Dan der Fusconi von Triest, dan der Expeditor Köhler. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß ½ 7 Uhr. Dan bey meinem englischen ausserwählten allerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Mesß meine zwey Kleine suppliret haben. 4. Vormittag waren bey mir 3 Vasßbinder. Nachmittag Graf Melß und der Walsche Aursperg. [873] Von 6 biß 7 Uhr hielte Consessum Sanitatis. Dan war ich bey Mad. Grossl et Mad. Weller und gieng mit ihnen spaziren. War auch bey meiner allerliebsten ausserwahlten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 5. Vormittag hielte Consessum Sanitatis. Um 11 Uhr war ich bey meiner ausserwahlten englischen allerliebsten Gemählin mit meinem Micherle bey der Mesß. Dan war ich bey Mad. Grossl et Me Weller, die ich zu mir begleitete und die zu Mittag bey mir gespeist haben. Nachmittag war bey mir Oberer und abends spatt auch. 6. Vormittag war bey mir Hentl. Von 9 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey meiner allerliebwertesten allandenckenswürdigsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Abends war ich bey Mad. Grossl et Weller. 7. Vormittag war bey mir Schluderbach, dan prothomedicus Weber und Paulini. Zu Mittag speiste bey mir M.le Semenitsch und Graf Melß. Nachmittag war bey mir Ziegler, dan der Schlud/er/bach. Item der Fanzoi von Wippach. Abends war ich bey meiner englischen geliebtesten Gemahlin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. [874] Spätter war bey mir Br. Gussich in Betref der Landstrassenreparation et Conservation. 8. Vormittag war bey mir der Straßburg/er/ von Weitenhiller, dan der Oberer, Ziegler. Dan war ich bey meiner ausserwählten Allerliebsten bey der Meß mit m. Micherle, bey meiner Frl. Schwägerin. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich und Ziegler. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth und Schweiger, dan Fränzl Lamberg. Abends war ich bey Mad. Grossl et Weller. Spätter war bey mir Oberer. 9. Vormittag war bey mir Oberer. War in Rath von 10 biß 12. Nachmittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner, dan Fiscal von Merzenhaim. Spätter war ich bey meinem englischen Schaz und allerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan war ich bey Mad. Grossl und Weller. Merzenhaim hat sich sehr beklagt wider dem Herberstein, das er ihm ein zeither sehr passionirt ist, da er ihm doch vielle Gefalligkeiten gethan, seinen geistlichen Offers und lange Zeit außgehalten, auch 1600 fl. gelichen hat, ohne das er weder Capital noch Interesse zahlt. 10. Vormittag war ich in Täxamt von ½ 11 biß ½ 12. Dan bey Mad. Longueville. Zu Mittag speiste bey mir Rauber. Nachmittag war bey mir Hofman, Nemezhof und Ziegler. [875] Spätter Schweiger und Mad.le Utschan. Dan war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Spätter war ich bey Mad. Grossl et Weller, welche bey Br. Janeschitsch suppiren. Gegen 11 Uhr war bey mir der Canzleydiener mit Expeditionen vor den Zierhaim. 632 | 1756 September 11. Nachmittag war bey mir der Zorn nomine Pingizer. Abends war ich bey meiner allerliebsten Ehegemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan war bey mir Nemezhof, der Morgen in die Bergwerckvisitation verreiset. Er brachte mir zugleich die franzosische Sackuhr von Herberstein. 12. Heüt morgens um ½ 8 Uhr ist H. von Nemezhof alß Oberbergrichter von hier die Obercrainer Bergwerck zu visitiren abgereist. Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner iniglich geliebtesten Ehegemählin bey der Mesß. Dan war ich bey Mad. Weller. Abends ingleichen. 13. Vormittag war bey mir Oberer. Von 9 biß ½ 1 war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Gussich, dan Germeck. Um 4 ¼ fahrete mit Frl. Lenerle und meinen zwey Kleinen auf die Sau-Brucken spaziren. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan war ich bey Me Weller. [876] 14. Heüt vor 46 Monaten war vor mich der allerbetrübteste Tag meines Lebens, in welchen mich meine mir von Gott geschenckte allerliebste und englische Gemählin in dieser Zeitlichkeit verlassen hat. Gott wolle selber die ewige himlische Freüden genüssen, mir aber ihr allerliebstes Angedencken beständig in meinem Herzen lassen biß es ihme belieben wird, mich ihro und sie mir wieder aufs neue und auf ewig zu schencken. Zu mir kam Ziegler, Br. Wolckensperg. Zu Mittag speiste bey mir Valvasor von der Sau-Brucken mit seiner Gemählin, dan der Bottoni. Nachmittag war ich bey Mad. Grossl und Veller, welche bald darauf von hier nach Triest verreist seyn. Abends war ich bey meinem allerliebsten allandenckenswürdigsten Ehegespändl, wo mich Vormittag meinen 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan war bey der Frl. Lenerle die Liechtenthurn, die ich nach Hauß begleitet hat. Heüt Nachmittag war das gester gebohrne Söhndl von Mad. Longueville getaufft und benahmset Caetanus Josephus Carolus. 15. Heüt Vormittag *war ich am ersten bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich spätter bey der Mesß mein Heinerle suppliren wird. Dan war ich bey Hofman, suchte Herberstein und dan*1032 bin ich mit meinem Micherle und H. von Valvasor um 9 Uhr 15 Minuten von hier nach Saloch abgefahren, daselbst angelangt um 10.15, unterwegs gewesen Stund 1. Von Saloch in Schif abgefahren um 10.45, Sau-Strom 11.00, Veistriz 11.15, Kletsch 11.25, Litey 2.45. [877] Rapport: Stund 1, unterwegs gewesen *von Saloch biß Litey* 〈Stund〉 4. Abgefahren von Litey 3.15, arrivirt na Loga oder Lack 4.15, unterwegs gewesen 〈Stund〉 1. Abgefahren 4.30, Renko 5.00 Lochke Kamen oder bey Tufsteinberg 5.15, arrivirt bey Sauscheck 5.45, unterwegs gewesen 〈Stund〉 1.15. Von Sauscheck in ein anderen Schif *ab*gefahren 6.00, arrivirt zu Preuschnig 6.15, unterwegs gewesen .15. Von Laybach biß Pruschnig 〈Stund〉 7.30. Hier habe bey Br. Zierheim pernoctirt und ein so anders von seiner Arbeit an Sau-Strom besehen. 16. Heüt ist abermahls der allerbetrübteste Tag vor 34 Monaten vor mich gewesen, da meine allesandenckenswürdigste allerliebste Gemählin zur Grabstatt getragen und von mir mit Weinen, Seüfzen und Jamern, laider Gott, begleitet wurden. Ach Gott, das sich dieses mein einziges allerliebstes Ehegespandl so gut meiner alß ich ihrer erinnern möchte. Morgens um 5.45 bin ich mit Br. Zierheim und compagnia nach Mitale zu Fusß daselbst arrivirt 6.15, zur Grota 6.45, Retour zu Pruschnig 7.30. Abgefahren von Prischnig in Schif 8.30, arrivirt bey Sauscheck oder beym Marter Kreüz 9.15, bey Steinkohlenbruch 10.00. Allhier habe besehen den in der Tieffe [878] seit Jacobi circa brenenden Steinkohlen-Schoderhauffen und habe mit Br. Zierheim concertirt, wie solcher zu leschen wäre, um einen neuen vulcanum zu verhütten. 1032 Vstavek na margini. | 633 1756 September Dan bin ich mit meiner compagnia abgereist zu Pferdt und aufgesessen um 10.45, arrivirt zu Utschach oder Höche des Trajaner Berg 1.45, unterwegs gewesen Stund 3. Zu St. Osbald 2 Uhr und habe mich bey dem lambergischen arca aufgehalten, in allen biß St. Osbald .15. Hier bin ich auf einer Postcaless mit 3 Pferden bespandt abgereist umb 2.30, arrivirt zu Potpetsch 4 Uhr, unterwegs gewesen 〈Stund〉 2.30. Abgereist 4.15, arrivirt zu Laybach um 6 ½, unterwegs gewesen 〈Stund〉 2.15. Von Steinkohlenbruch biß Laybach 〈Stund〉 7. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Heinerle suppliret hat. 17. Vormittag war bey mir Hofman. Dan war ich in Conferenz und Rath von 9 biß Mittag. Nachmittag war bey mir Crayßamtsofficier Germeg, Joseph Thurn, Baumeister Giuliani vocatus, junge Steinberg, Schluderbach, Mad. Klée, Hofman. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. [879] Spätter war ich bey Mad. Longueville, dan bey jungen Steinberg. Heüt habe dem Landshaubtman Grafen von Aursperg das Portrait von Kaiser Joseph und seiner Gemahlin der Kaiserin Amalia (weil er solche gesucht hat) verehret, ingleichen ein altes Portrait, so es scheinet ein Aursperg zu seyn. 18. Heüt Vormittag um 9 Uhr hat in das antingerische Hauß auf der St. Peters-Vorstatt eingeschlagen; hat in Zimmern Schaden gethan, jedoch war nur ein Wasserstreich. Bey mir war Schifferstein. Nachmittag der Buchhaltereyraitsofficier Perr. Abends war ich bey meiner allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 19. Vormittag war bey mir der junge Steinberg. Dan war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin bey der Mesß mit m. Micherle. Ich war bey Mad. Zbubna. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war da Spieglfeld, Oberer, Weber et Brezl vocatus. Abends war ich bey dem vicario generali mit der heüt angekomenen Resolution und Verordnung auf Verlangen des præsidis. 20. Vormittag war bey mir vicarius generalis, dan der unlängst von Wienn retournirte Freydeneg. Dan war ich in Rath von 9 biß 11. Dan bey meiner iniglich geliebtesten Ehegemählin, wo mich wenig vor bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. [880] Zu Mittag speiste bey mir Br. Taufferer der Crayßhauptman, Br. Juritsch und der Spieglfeld. Um 3 Uhr war ich in commissione wegen der Strassen von Ursulinerinen biß zu gallenbergischen Garten in loco mit denen interessirten Theilen. Dan waren bey mir 2 von Handlstand – Ob/er/steiner und Umnig, der Schlud/er/bach et Ziegler. Nach 6 Uhr war ich bey Herberstein mit der wenig vor 3 Uhr per Stafetta eingelangten k.k. Resolution, womit bedeütet worden, das der König in Preüssen den 13ten dieses in das Konigreich Böhmen feindlich eingefahlen seye und deßwegen die Andachten veranstaltet werden sollen. Die Resolution ist von 17. hujus. Dan war ich bey vicario generali wegen obiger Resolution. Spätter war bey mir Carl Hochenwarth, vorhero Fränzl Lamberg 21. Vormittag war bey mir Fränzl Lamberg, dan der Hofmann. Ich suchte den vicarius general wegen deme, so auf dem Canzeln zu promulgiren komt; war in der Sacristey in der Domkirchen. Um 11 Uhr hörte die Mesß bey meiner ausserwählten allerliebsten Gemahlin und englischen Ehegespändl mit meinen 2 Kleinen. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Dan suchte Steinberg den jungen. War bey Nemezhof, der bald nach sechs [881] Uhr von der Visitation der Berkckwercke retourniret ist. 634 | 1756 Oktober Spätter war bey mir Steinberg. 22. Vormittag war bey mir Ziegler. Um 10 Uhr war ich in Dom bey der Seegen. Dan bey meiner ausserwählten Allerliebsten, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Dan war bey mir M.le Utschan und der Wälsche Aursperg. 23. Vormittag war bey mir Oberer. Von 10 biß 12 Uhr war ich in Rath. Dan bey meiner ausserwahlten englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan war ich in Dom, wo der Venerabile außgesezt ist. Nachmittag war bey mir Merzenhaim biß spatt. 24. Vormittag waren bey mir hiesige, sogenandte kleine Schifleüth vocati. Abends war ich bey meinem allerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 25. Vormittag war bey mir der Zorn wegen Mad. Bourlie-Erbschafft. Nachmittag ein Comis〈sion〉 von Weitenhiller wegen Kennedy und der 2 Vasßbindter zu Fiume. Abends war ich bey meinem englischen und allerliebsten Ehmagnetl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Spätter bey Frl. Fränzl, m. Schwägerin. [882] 26. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan bey Mad. Longueville. Zu Mittag speiste bey mir Mr Dawnicourt. Abends war ich bey Mad. Buseth. 27. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr Nachmittag. Nachmittag war bey mir der Walsche Aursperg, dan der Ant/on/ Steinberg, der bald nach 5 Uhr nach Saloch abgefahren, um dar weiter nach Segorje auf dem Sau-Strom zu fahren, um das Feyer von dem Steinkohlen-Schoderhauffen ersticken zu trachten. Dan war bey mir Freydeneg. Spätter war ich bey meinem englischen allerliebsten Schaz, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan war ich bey Mad. Longueville. 28. Vormittag war bey mir Schifferstein mit Expeditionen, Persky wegen der Strassen bey Ursulinerinen, Brezl wegen Flachsspinnerey, der Wälsche Aursperg, dan Hauptman Jordan von Triest. Abends war ich bey meiner allerliebsten ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 29. Vormittag war bey mir Marotti. Dan war ich bey meiner geliebtesten Gemählin mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Hauptman Jordan und Marotti. Nachmittag war ich mit m. 2 Kleinen bey Mad. Longueville, dan spaziren. [883] 30. Vormittag war bey mir m. Schwager Br. Ferdinand. Dan der Kriegscommissarius. Nachmittag der Brezel, die Zechmeister von Vasßbintern, der Malitsch Stempelpachter. Abends war ich bey meinem englischen allerliebsten Ehemägnetl mit meinen 2 Kleinen, die mich daselbst Vormittag bey der Mesß suppliret haben. Heüt morgens vortags ist Br. Benj/amin/n nach Wördl und weiter nach Arch verreist, um zu Gevattern zu stehen dem erwartenden br.-hallersteinischen Kind. 1756 Oktober 1. Oktober. Vormittag war bey mir Schweiger, der seinen Sohn anstatt des Lazarini in das Collegium Theresianum recomendirte. Nachmittag der neue Guardian von Capucinern, der Salniterinspector Kappus, der Amigoni, der gester von Wienn gekomen. | 635 1756 Oktober Abends war ich bey meinem allerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 2. Nachmittag war bey mir der Zorn, deme ich den wenigen Haußrath, den Mad. Bourlie seelige bey mir be-haltweiß gelassen, außgefolget habe: bestehend in einigen erdenen Häffen, Schisseln, ein Betstattl, 2 Tischl, ein Schachtl mit Gläsern, alles von schlechter Qualität. Dan 7 Stab ungeblechte Leinwath, welches alles er der Erbin zu Rackerspurg, Mariæ Theresiæ Prainzerin, gut zu machen haben wird. Und da ich ihme schon vorhero alß den pasatto auch in Geld 88 Hollander Ducaten [884] von ihrem deposito behandiget habe, so habe ich nun von der Bourlie seeligen Sachen nichtes mehres beyhanden, wie er mir dan auch der Praunizerin ditsfallige Quittung des nächsten zu verschaffen versprochen, inzwischen aber meine unter 3. Juli 1752 ihro der Mad. Bourlie seeligen von mir gegebene Quittung restituiret hat. Spätter war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 3. Vormittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner, mit dem Compliment zu meinem morgigen Nahmenstag. Dan war ich bey Mad. Longueville, bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß, bey Mad. Zbubna. Nachmittag war bey mir Mad. Du Valles mit ihren 2 Tochtern. Dan m. Schwager P. Joseph und P. Bernardin Erberg S. J., auch mit ihren Complimenten. Spätter war ich bey Mad. Amigoni, dan bey Capucinern und bey Frl. Fränzl, meiner Schwägerin. 4. Vormittag haben mich wegen meines Nahmenstagcompliment Verschiedene gesucht. Ich liesse mich hingegen verlaugnen. Von 11 biß 12 habe in mein Todtenbruderschafftskleid bey den Discalziaten vor dem Hochwurdigsten gut die Stund gebetet. Nachmittag war ich in Taxamt von 5 biß ½ 7 Uhr. Dan bey meiner allesandenckenswürdigsten [885] allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 5. Heüt morgens vortags hat sich Franciscus Robida auß der 8ten Schull über einem Gang tod gefallen, indeme er gester seinen Nahmenstag zu lustig zugebracht und wider Gewohnheit etwas mehr getruncken, sodan sich zum Bröchen auf dem Gang begeben und daselbst überschwungen hat. Er hat leztlich bey der grossen Jesuiticomedi den König wohl agirt. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Dan war ich mit meinen 2 Kleinen bey Mentzinger wegen des Portrait meiner allerliebsten und englischen Pilgrin auf Kupfer. Dan bey meinem englischen ausserwählten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan bey denen Discalziaten, wo das 40-stundige Gebeth continuiret. Leztlich spaziren. Dan suchte Hofmann, war nicht zu Hauß. Um ½ 10 Uhr kam er zu mir. 6. Vormittag war bey mir Crayßhauptman Br. Taufferer. Dan der Stadtsyndicus Raditsch, weil der Magistrat ungeacht des den 9. elapsi ergangenen *Raths*schluss den Zinns vor das Getraydrepositorium von dem Proviandverwalter noch nicht haben kan. Ich war bey Mad. Zbubna vocatus. Sie möchte gerne anstatt des zu Wippach habenden Hauptmanquartier lieber zu Crainburg wohnen, mithin daselbst ein anderes ohne deme löhr stehendes [886] Hauptmanquartier biß Georgi assignirter haben in Ansehen, das biß dahin die Quartier ohne deme bezahlet werden. Dan bey Fiscalen von Merzenheim wegen der Landgerichter und das alle in solchen befindliche Burgfried und andere particula Herrschafften in publicis et politicis ihnen Landgerichtern pariren sollen. Dan war ich bey meiner ausserwählten englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 7. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag. Dan bey Mad. Zbubna ihro zu bedeüten, das sie nach ihren Wunsch und Verlangen das Hauptmansquartier zu Crainburg assignirt haben wird. Bey mir fande den Hauptman Jordan mit seiner Gemählin, die bey dem Landshauptman zu Mittag speisen. Nachmittag war bey mir Schweiger, der Morgen nach Wärdl abreist und seinen Sohn in das Collegium Theresia-636 | 1756 Oktober num mit dem Landschafftverordneten favorablen Vorschlag zu secundiren recommendiret hat. Abends war ich bey meinem englischen allerliebsten Eheschaz mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. Dan waren spaziren. Da gester allhier bey denen Ständen die Landtagsproposition ware und heüt darüber das Landtag gehalten von darüber delibiret worden, [887] und da das postulatum aulæ hauptsächlich in deme bestandem, das das jahrliche Recessualquantum auf die folgende 2 mit Ende Octobris 1758 außgehanden Systemaljahren mit 20/m fl. aug-mentiret, somit anstatt der bißherigen jahrlichen 242.457 fl. 18 kr., 262.457 fl. 18 kr. accordiret, dan auch die Erfordernus zu Bestreitung deren Militarquartiren, das ist was solche mehr alß das Interesse des von verkaufften Raißgejaiden mit [–]1033 fl. angelegten1034 Capitals abwirfften, von dem Land fourniret werden möchte. So ist erstes, das ist die 20/m fl. ohne Anstand eingewilliget, das andere aber vor diesesmahl nicht gewilliget worden. 8. Zu Mittag speiste bey mir der Hauptman Jordan mit seiner Gemählin, welche Morgen nach Triest retourniren. Vormittag war bey mir P. Master S. J., der seinen von Wien gekomenen Bruder, so nach Triest gehet und wieder nach Wienn retourniret, aufgeführet; lezter auch ein Brief von meinem Sohn Franz S. J. gebracht hat. Nachmittag war da Mad. Du Valles, welche nomine Mad. Egg mich ersucht hat, mit M.le Marie Anne Utschan, meiner niece, zu spröchen, ob sie ihro nicht wolte 5/c fl. leichen auf das russensteinische Güttel Sela in Unt/er/ Crain. Abends war ich bey meiner ausserwählten Allerliebsten mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. [888] Spätter war bey mir Ant/on/ Steinberg, der gester abends von Segorje retourniret ist und rapportiret hat, den seit Ende Juli daselbst gebrandten Steinkohlen-Schoderhauffen mit laimichter Erde völlig bedeckt zu haben, das also das unterirdische Feyer ersticken muß und keine weitere Gefahr zu beförchten seye. Heüt habe auch mit dem Postwagen von Wienn erhalten ein Kleid von Brussel und ein Rock von ordinari Came-lot; erstes nach Klagarth sauber gestickt und ander mit ein Klagpoint d‘Espagne eingefast. Betrübtes Angedencken des zeitlichen Verlusts meiner inniglich geliebtesten englischen Ehegemählin. 9. Vormittag war bey mir der Kriegszahlmeister Marotti wegen der Commission die graf-saurauische Rechnungen betröffend und von der Repræsentation und Camer in Steyer urgirend. Der Schluderbach in Viechumfalls-Angelegenheit nomine præsidis. Nachmittag war da Merzenhaim Fiscal in Amtssachen. Mad. Buseth, meine niece, die gerne ihren Sohn bey Außtretung des Grafen von Barbo in das Collegium Theresianum bringen und zum Vorschlag denen Lands-schafftsverordneten recomendiren möchte. Spätter war auch da ihr Schwester Mariandl, mit der ich wegen Mad. Egg gesprochen und sie kein Geld zum Außleichen hat. [889] Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. 10. Vormittag war bey mir der Struppin Sohn, der nach Wienn ad studium juridicum verreiset. Ich war bey meiner allerliebwertesten Gemählin bey der Mesß mit m. Micherle. Bey Mad. Longueville en visite. Bey Mad. Du Valles mit der Antwort, das die Frl. Utschan kein ligendes Geld, mithin nichtes zum Außleichen habe. Nachmittag war bey mir die altere pierschlische Tochter. Spätter m. Schwägerin Frl. Franzl, die Morgen auf Morautsch verreiset und künfftigen Donerstag wieder retourniren will. Dan Crayßhauptman Br. Taufferer, der erst von Weixlbach komt. Leztlich der Oberer mit referendis. 11. Vormittag war bey mir Oberer mit referendis. Von 9 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich bey Mad. Zbubna, ihro zu sagen, das sie nach Crainburg gehen kan wan sie will und das Hauptmansquartier daselbst bereits bereith seye. Sie hat sich auch entschlossen, Mittwoch dahin abzureisen. Dan war ich bey Menzinger, das Portrait [890] meiner Geliebtesten auf Kupferblaten zu sehen. Dan war ich mit Micherle spaziren. 1033 Prostor za vsoto. 1034 -n iz -s | 637 1756 Oktober Heüt morgens um sieben Uhr ist meine Frl. Lenerle mit mein Heinerle nach Mannspurg verreist und will Übermorgen oder Morgen wieder retourniren. Heüt Nachmittag ist ein Battaillons von 4/c Husaren Croaten hier angelangt und gehen Morgen nach Crainburg und weiter ins Böhmen. 12. Heüt morgens seyn gedachte 2 Esquadrons Husaren von hier nach Crainburg abmarchirt. Vormittag war bey mir Schluderbach wegen des denen alten Strassenlidlohnern nachzutragen habenden Rests, PP. Augustiner, ein Beytrag zur Reparation ihrer Orgel zu bitten, der Mautheinnehmer von Neüstadtl wegen der von seinem von Alexand/er/ Grafen von Aursperg freyerkaufften, an selben aber ruckstandigen der Stadt-gebühren den Steüerrests von circa 10 Jahren. Nachmittag war bey mir Schluderbach wegen ut supra. Spätter war ich bey Amigoni. Bey meinem englischen Weiberle und allerliebsten Ehegespandl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret hat. Abends nach 6 Uhr ist Frl. Lenerle mit meinem Heinerle von Mannspurg allhier retournirt. [891] 13. Vormittag war bey mir Baronio vocatus, deme ich vor die meinem Sohn dem Max geleistete Assistenz 2 Species # gegeben habe, wie ich dan eben soviel dem chyrurgo Brezl gegeben habe. Dan war bey mir Marotti, der mir auß der Calcucationscassa das von mir depositirte und von mir sigilirte Säckl mit 524 fl. 12 kr. 1 den. gebracht hat und welches ich dem Schluderbach consigniren werde. Dan war bey Mad. Longueville. Spätter bey meiner allerliebsten englischen ausserwählten Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Nachmittag war da Schlud/er/bach, deme obiges Geld gegen Quittung außgezehlt und behändiget habe. Dan m. Schwager Br. Wolf Daniel, deme das Schreiben von m. S. Lucas S. J. de dato Gräz den 9ten Augusti lezthin confidiret habe, nicht weniger mein, den 14. darauf *an ihn* erlassene Antwort, so auch was er mir nachdeme den 16. dicti geschriben. 14. Heüt ist abermahls ein betrübtes Angedencken des allerbetrübtesten Tag meines Lebens, da ich vor 47 Monaten mein englisches allerliebstes Ehegespandl in dieser Zeitlichkeit verlohren habe. Ach Gott, dir seye dieser unschazbare Verlust geklagt und aufgeopfert, zugleich aber [892] der demutigste Danck erstattet, das du mir diesen Schmerzen mit dem unvergessenen Angedencken stetts frisch in meinem Herzen erhaltest. Ach Gott, lasse doch meine iniglich geliebteste Gemählin in mein Herz sehen, damit sie wisse, das sie solches noch allweil wie vorhin bewohnet und vollkomen besizet. Und ich ihro solches beständig und auf das getreüeste conserviren und mit groster Freüd und Vergnügen ihro dermahl einst wieder und zwar auf ewig schencken werde. Dan war ich bey der Mesß mir meinen 2 Kleinen bey ihrer Grabstatt, ihr Angedencken zu verehren. Dan war bey mir Brezl. Nachmittag Br. Taufferer Crayßhauptman, sein Vatter, Mad. Buseth und ihr Schwester, ein Croat nahmens Illeschitsch, P. Bernardin Erberg, der Morgen ins Unt/er/ Crain nach Pleterjach verreiset. 15. Vormittag war bey mir Knesenhof wegen den Mülbacher Cadeten unter Marschall und vertröstete mich, mir Morgen ein Wechslbrief bringen zu wollen, um solchen dem Obristen Br. Seckendorf einschliessen zu können, darmit die Schulden des Cadets denen Officieren zu bezahlen. Zu Mittag speiste bey mir Crayshauptman Br. Taufferer. Nachmittag war bey mir der junge Graf Thurn, Erb von Duino, mit ein jungen Graf Attems, Ferdinandi Sohn, welche beede nach Wienn [893] verreisen; erster zum Officialen von Passau, um Wienn zu practiciren, anderter in das Emanuelische Stifft daselbst, seine studia zu prosequiren. Mit ihnen war der abbé Vechi und abbé Batuna. Dan war bey mir Hofman wegen des Morgen nach Hof abzugeben habenden Bericht mit dem Vorschlag der Landschafftverordneten pro Collegio Theresiano in die Schellenburgische Stifftung. Und ist der Schweiger, Zergoll und Langemantl in Vorschlag, extra auch der Kappus. Dieser und erster werden von unß portirt. Dan war auch da der Oberland Vor- und Nachmittag mit denen referendis. Abends war ich bey meiner ausserwählten allerliebsten englischen Gemahlin mit meinen 2 Kleinen, die mich Vormittag daselbst bey der Mesß suppliret haben. 16. Vormittag war bey mir Dr. Knesenhof, der mir ein Wechslbrief per 100 fl. zu Prag auf Disposition des marschallischen Obristen Br. von Seckendorf zahlbar gebracht und welchen ich eben heüt gedachtem Obristen 638 | 1756 Oktober zur Armée bey König Gräz in Bohmen angeschlossen habe, um darmit die Schulden des Cadet Franz Valentin von Milbacher zu bezahlen; id est lauth gedachtes Obristen unter dato Feldlager bey Colin den 20ten Augusti lezthin an mich erlassenen Schreiben und beygebogener Specification betragend 96 fl. 32 kr., bleiben also dem Cadeten doch zu gutten 3 fl. 28 kr. Nachmittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner, [894] und der neue P. Lector. Abends war ich bey meiner allerliebsten ausserwahlten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. An heüt ist just 47 Monath, das ich dieses mein iniglich und auf das zartlichste geliebtes Ehegespandl auß meinem Hauß verlohrn und mit weinenden Herzen und Augen zur Grabstatt begleitet habe. Was wäre in meiner Betrübnus mir vor ein ungemeiner Trost, wan ich wuste, das sie so offt auf mich dencket, alß ich auf sie. Ach Gott, du hast mir diesen vor mich kostbarsten Schaz geschencket, dan wieder genohmen. Du werdest mir ihn aber bald wieder zu meinen ewigen Vergnügen schencken, amen. 17. Vormittag war bey mir Schluderbach, der Morgen alß actuarius nach Reiffniz verreiset zur Instalation daselbstigen Pfarers und untercrainischen Erzbriesters. Germeck, Crayßofficier, wegen der Hauptmanin Zbubna-Quartier zu Crainburg auf das von ihr an mich erlassenes und heüt empfangen und beantwortenes Schreibens. Dan war ich bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß mit meinen 2 Kleinen. Dan bey Mad. Longueville, suchte den Br. Pilligraz, war bey Br. Flachenfeld. Nachmittag war bey mir Hofmann. [895] 18. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey meiner ausserwählten englischen allerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan bey Merzenheim wegen des zu adaptiren und zu publiciren seyenden Patent, den Verboth der Introduct der wollenen Manufactur betröfend. Nachmittag war bey mir der Hauptman Schley von Temeswar, der mit gesalzen und geraucherten Fleisch auf daselbstiger Administrationveranlassung über Carlstadt und Verbousko nach Buccari und Fiume gekomen und mir ein Recomendationschreiben von Monsr Kennedy gebracht hat, ihme an die Hand zu gehen, da er sein Retour auf dem Sau-Strom nach Agram und von dort weiter nach Temeswar nihmt und einige Waaren an Zucker, Rosolien etc. mit sich hat. Er ist gebührtig von Wirtsburg, dahingegen in k.k. Militardiensten zu gedachten Temeswar, hat 2 neveux unter dem Regiment Wied in Nied/er/land, beede Leüthnants mit nahmen Fuhrmann. Dan war zugleich da der Amigoni, hiesiger Postverwalter, der ihme auch gutte Nachricht von dem Sau-Strom und dieser Navigation zu geben gewust. 19. Vormittag war bey mir secretarius Hentl mit einigen Expeditionen. Dan der Nied/er/bacher nomine Flachenfeld, einige informationes von der tripolinischen Salz einzuhollen, indeme der an unsern Hof [896] derzeit sich befindende Gesandte von Tripoli ein Commercientractat zu errichten und daselbstige Salz in unsere dieß- seitige Länder zu introduciren suchet. Ich habe ihm alle nöthige Außkunfft gegeben, dabey aber widerrathen wegen obgedachtes Antrag dem Gesandten ein Gehör zu geben. Zu Mittag speiste bey mir der Hauptman Schley und der Postverwalter Amigoni. Nachmittag war wieder bey mir der Nied/er/bacher in obgedachter Angelegenheit. Abends war ich bey meinem englischen Schaz, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 20. Vormittag war bey mir mein Schwager P. Joseph und P. Tricarico S. J. Dan Brezl vocatus wegen deme, das ich besorge, das sich bey mir in der Brust nicht etwa ein polypus oder sonsten was ansezen möchte, indeme ich bey 2 Jahr her immer etwas empfinde, was mich öffters wehe thut, sonderlich aber vor circa 8 Tägen einen ausserordentlichen Schmerzen wahrgenohmen habe. Er glaubet, es seye nichtes. Um aber allen vorzukomen, rathet er mir öfftere Comotion und besonders zu Pferd, weil er dafür haltet, das die vita sedentaria mir sonsten ein Übel zuziehen könte. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph mit meinem Vormittag von Gräz allhier angekomenen Sohn Lucas S. J., welchen zu sehen mich ungemein gefreüet hat. Abends war ich bey meiner englischen [897] ausserwahlten auf das zartlichste geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag meine zwey Kleine bey der Mesß suppliret haben. | 639 1756 Oktober Heüt Vormittag, sobald ich die Ankunfft meines Lucas vernohmen, habe gleich meinen Micherle zu ihm geschickt, um ihn zu beneventiren. 21. Vormittag war bey mir Schifferstein, der um die Erlaubnus ansucht, in seinen Angelegenheiten nach Wien zu verreisen. Der Dawincourt, der da scheint, bey dem Weittenhüller nicht mehr gar lang zu bleiben. Er möchte oder zu Fiume bey der Zuckerrafinerie oder bey einer Herrschafft zu Wienn oder Prag alß Gouverneur bey der Jugend oder bey dem militari unterkomen. Von 10 biß gegen Mittag war ich in Rath. Dan bey meiner ausserwählten englischen Gemahlin, wo mich wenig vor meine zwey Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir mein Schwägerin Frl. Fränzl, dan m. Schwager P. Joseph und m. Sohn Lucas S. J. Nachmittag waren da 2 magistri Hochenwarth: einer, der nach Graz gehet und der andere, der hier poesim dociren wird. Spätter war bey mir Hauptman Schley von Temeswar. Dan Oberer, einige acta in April, No. 3, ad restituendum abzuhollen. Abends begleitete nach Hauß meine Frl. Schwagerin. 22. Vormittag war bey mir Garzoni wegen [898] seines mit den Constanzischen wegen Bergwerck Sava führenden Process. Dan Dr. Baronio vocatus wegen meines linckerseits in der Brust bey ein par Jahr her empfindenen Schmerzen. Zu Mittag speiste bey mir mein Schwägerin Frl. Fränzl, dan m. Schwager P. Joseph und mein Sohn Lucas S. J. Nachmittag habe lezten contrafiren lassen von Menzinger, wo er das erstemahl und zwar bey ein par Stund gesessen. Dan war da Mad. Du Valles mit ihren 2 Töchtern, welche den Hauptman von Hagenbach aufgeführt haben. Dan der Hauptman Schley und Leüthnant Stein; lezter von Broune. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 23. Vormittag war bey mir auf ein Milchcaffé m. S. Lucas S. J. mit Magister Harbert, der von englischen Eltern zu Constantinopel gebohren und nun nach Wienn in das Collegium Orientale destiniret ist und Morgen abreiset. Zu Mittag speiste bey mir m. S. Lucas mit dem P. Tricarico S. J. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl und ausserwahlten Eheschaz. Dan war bey mir abbé Luckantschitsch, der gester mit dem Postwagen von Wienn gekomen und nun hier eine k.k. Pfarr zu überkomen sich bewerben wird. [899] Vormittag war bey mir Mr Dawencourt, der mir gemeldet hat, an Mr Kennedy geschriben zu haben, ob er daselbst emploirt zu werden anhoffen käne. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan bey Mad. Longueville, bey meiner Frl. Schwägerin. Zu Mittag speiste bey mir Hauptman Schley, Hauptman N. von Hagenbach, Leüthnant Stein und Mr Dawincourt. Dan waren da 2 illirische Franciscaner, die auch nach Temeswar gehen. Spätter der alte Steinberg. 25. Vormittag war bey mir Oberland mit einer Resolution von Hof nomine præsidis. Dan der Brezel mit einem Anbringen, den ich dem præsidi zum Præsentiren geschickt. Dan war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan in Taxamt. Dan bey meiner allerliebsten ausserwählten englischen Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war ich mit m. Micherle spaziren zu Draule, um eine Comotion zu machen. Abends war bey mir Ob/er/land, einige acta zu suchen. Dan der Hauptman Schley, der Morgen auf dem Sau-Strom abzureisen hat. Gegen 7 Uhr abends ist m. Heinerle retournirt von Morautsch, wohin er gester Nachmittag mit m. S. Lucas und P. Master zu m. Schwager gegangen. [900] 26. Vormittag war bey mir auf ein Milchcaffé m. Sohn Lucas mit Magister Hochenwart S. J., dan m. Schwager Br. Ferdinand, der gester mit der gestrigen compagnia anhero gekomen. Zu Mittag speiste bey mir gedachter mein Sohn Lucas mit m. Schwager P. Joseph, dan Sr Bottoni Cameralmeis-ter, der gester von Triest retournirt. Nachmittag war da Schifferstein. 640 | 1756 November Spätter war ich bey meiner ausserwählten allerliebsten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag bey der Mesß daselbst suppliret hat. Dan war ich mit ihm spaziren biß Draule gegen St. Veith. 27. Vormittag ist m. Sohn Lucas in compagnia meiner 2 Schwager, des P. Joseph S. J. und des Br. Ferdinand Pfarrer zu Morautsch, dan meines Micherle nach Lack und Ehrenau zu meiner Schwester Maximiliana und zu denen Dinzlischen und seyn von hier abgefahren um 7 ¼ Uhr morgens. Dan war bey mir Aursperg in Hauß, der gester ankomen. Dan Franzl Lamberg und Graf Coronini, welche 2 von Görz, Triest und Fiume kamen und gleich nacher Stein verreisen. Abends war ich bey meinem allerliebsten Eheschaz und ausserwählten Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Heinerle bey der Mesß suppliret hat. 28. Vormittag war bey mir H. von Puchner, Kriegscommissarius. Dan war ich mit m. Heinerle bey meiner [901] allerliebsten ausserwählten Gemählin bey der Mesß. Dan war ich bey denen Discalziaten von 11 biß 12 in Bruderschafftkleid in dem 40-stundigen Gebeth. Zu Mittag speiste bey mir Graf Aursperg im Hauß. Dan meine 2 Schwäger P. Joseph und Br. Ferdinand mit m. Sohn Lucas, welche von Lack und Ehrenau gegen 11 Uhr retourniret seyn. Gegen Abend war ich bey Graf Engelshauß, der sich etwas unpaßlich befindet. Dan bey Mad. Buseth und ihrer Schwester. 29. Vormittag war bey mir P. Joseph Erberg S. J. mit m. S. Lucas. Zu Mittag speiste bey mir m. S. Lucas mit dem P. Tricarico S. J. Nachmittag war bey mir des brounischen Regimentauditors Gemählin, dan Mad. Longueville. Dan Hofmann, Marotti, Kappus und Ziegler in Amtsgeschäfften. Abends war ich bey meiner allerliebwertesten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst mit dem Heinerle bey der Mesß suppliret hat. So war auch bey mir P. Guardian und Lector von Franciscanern. 30. Zu Mittag speiste bey mir m. S. Lucas und secretarius Hentl. Nachmittag um 2 Uhr ist m. S. Lucas nach Clagenfurt abgereist und wird zu Neümarcktl pernoctiren und Morgen Nachmittag zu Clagenfurt eintreffen, wo er die 3te Schull dociren wird. [902] Abends war ich bey meiner ausserwählten allerliebsten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Mesß mit dem Heinerle suppliret hat. En passant bey meinem Hauß hat ein kleiner Knab, der alß Lehrjung bey dem Schmidmaister Freydl stehet, an die halb offen geweste eisene Gewelbbalken des Kirschlag/er/ mit dem Kopf dergestalten angestossen, das er sich fast das rechte Aug außgeschlagen hat und auf die Erden gefallen ist zwischen mir und dem Micherle. Ich führte den Knaben, der voll blutt war, gleich zu dem Bader Fonton und ließ ihn verpünden. M. Micherle und Heinerle haben den Lucas biß über Ober Schischka begleitet. 31. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen geliebtesten Allerliebsten bey der Mesß. Dan bey Mad. Longueville, wo ihro schon vorhero mein Micherle den von ihrem Gemahl erhaltenen franzö- sischen Brief vorgelesen und interpretiret hat. Dan bey Frl. Fränzl, meiner Schwägerin, wo ich auch meinen Schwager, der heüt seinen Nahmenstag celebriret, gesucht habe. Dan machte mit meinen 2 Kleinen eine Tour um den Schlosßberg. Nachmittag war da Mad. Buseth und ihr Schwester. Spätter abbé Luckantschitsch. Abends der Leopold Lamberg wegen der Strassen von Ursulinerinen biß gallenbergischen Garten das stehende Wasser abzulaiten. 1756 November [903] 1. November. Vormittag war bey mir Obristleüthnant Graf Baillet, der mit seiner Gemählin auf einige Täg von Triest hieher gekomen. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner allerliebsten Ausserwählten bey der Mesß. Dan suchte Mad. Baillet und begleitete solche von Jesuiten zu ihr nach Hauß. War bey m. Schwagerin Frl. Fränzl. Bey mir war Germeck wegen Mad. Zbubna. Zu Mittag speiste bey mir abbé Luckantschitsch, deme ich auch ein mein Sommerklagkleid von englischen grauwollenen mit Seiden und Flinderlein gesticktes Kleid geschenckt habe. | 641 1756 November Nachmittag war bey mir mein Schwager P. Joseph S. J., der bey Nemezhoffischen gewesen und seinem Gespann, einem jungen Frater, die Ohnmacht angekomen und auf der Stiegen sizen gebliben. Ich habe ihm ein Leffel Melissengeist mit wenig Wasser eingegeben, da ihm dan gleich besser geworden. 2. Vormittag war bey mir Hofmann. Um 11 Uhr war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner allerliebsten allesandenckenswürdigsten englischen Ehegemählin bey der Mesß, welche ich in dem schönen ihro geopferten Mesßkleid durch abbé Luckantschitsch habe lessen und den Micherle ministriren lassen. Dan war ich mit meinen 2 Kleinen spaziren. Nachmittag war bey mir abbé Luckantschitsch, [904] der heüt abends zu Wasser nach Ober Laybach und weiter nach Craiz reiset, um sich von Mr Nemezhof und Mad. Zergoll bey dem Erbischoffen recomendiren zu lassen. Dan war bey mir der Amtsschreiber von Haaßberg. Spätter der Peck, cobenzlischer Agent von Wienn, wegen der anbefohlener Außhaung der haßberg- und lohit-scherischen Waldungen an der Land- und Commercialstrassen. 3. Vormittag war bey mir Mr Dawincourt, der bald eine Antwort von Kennedy zu haben wünschet. Dan m. Schwager P. Joseph S. J., der mit dem P. Bernardin und Frl. Fränzl bey Br. Benjam/i/n waren zu seinem heüt celebrirenden Geburtstag zu complementiren. Nachmittag waren bey mir 2 Augustiner zur morgigen Andacht vor die abgestorbene und der Famille zu invitiren. Dan der Brezl und Schlud/er/bach, mit denen ich das in kaiserlichen Spittal zur Anatomie destinirtes Zimer zu besehen gegangen. Dan war ich bey meiner herzallerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan war ich mit m. Micherle spaziren. Vorhero war auch da der Bartolotti mein Nachbar und wir haben einige zu repariren seyende Gebrächen an den Tächern besehen. [905] 4. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey meiner englischen geliebtesten Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir der brounische aggregirte Obristleüthnant Graf Baillet mit seiner Gemählin, die Hauptmanin Longueville, die Obristleüthenantin Burckhartin und der Feldkriegscomissarius von Puchner. Nachmittag war bey mir der Br. Apfaltrer, innercrainerischen Crayshauptmans Adjunct, der morgen nach Adlsperg retournirt. Spätter war bey mir der Crayßhauptman Baron Gussich, der erst von Adlsperg gekomen. 5. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich, Crayßhauptman in Inner Crain. Abends war ich bey meiner englischen geliebtesten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag mit dem Heinerle daselbst bey der Mesß suppliret hat. Vormittag war ich auch bey dem Nemezhof, der gester abends von H. Kreüz retourniret ist. 6. Zu Mittag speiste bey mir der aggregirte Obristleüthnant Graf Baillet mit seiner Gemählin. Bey mir war Nachmittag der Landschafftsbuchhalter von Rastern, um Erlaubnus zu bitten, einen Freysassen wegen seiner Vollsaufferey und das er das seinige zum Nachtheil seines Weibes und Kindern dilapidiret und das Zuchthauß auf eine Zeit thuen zu dörffen. Abends war ich bey meiner ausserwahlten allerliebwertesten Ehegemählin, [906] wo mich Vormittag bey der Mesß meine zwey Kleine suppliret haben. 7. Vormittag war bey mir Oberer mit denen referendis. Hauptman Graf Gallia von Palavicini wegen einiger mit hiesiger Schneiderzunfft habenden Strittigkeit, da er durch Pfuscher die Montouren vor die Recrouten verver-tigen lassen will. Ich war um 11 Uhr bey meiner ausserwahlten allerliebwertesten Gemählin bey der Mesß mit m. Micherle. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Schluderbach war bey mir um Erlaubnus, sich biß Morgen abends in seinen domesticis aufs Land begeben zu därffen. Nachmittag war bey mir mein Schwager Br. Wolf Daniel und P. Joseph S. J. Dan der Burgermeister vocatus wegen obiger Strittigkeit zwischen militari und den Schneidern. 8. Vormittag war bey mir der Zechmeister von Schneiderhandwerck vocatus. Von 9 biß 12 war ich in Rath. 642 | 1756 November Zu Mittag speiste bey mir die Obristleüthenantin Gräfin Baillet, Mad. Longueville und die Oberleüthenantin Burckhardt, dan der Hauptman Graf Galia von Pallavicini und Hauptman Schwarz von Hagenbach und H. von Nemezhoffen. Nachmittag war bey mir Br. Salvay in [907] Recroutenstellungs-Angelegenheit. Dan m. Schwager Br. Wolf Daniel wegen der Strassenreparation nächst seinem Garten. Abends war ich bey meinem englischen allerliebsten Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Dan gieng ich mit meiner Frl. Lenerle zu der Gräfin Baillet, die Morgen fruhe mit ihrem Gemahl nach Triest retourniret. 9. Vormittag war bey mir Germeck, Craysofficier, wegen der ad publicandum von Hof herein gesandten moni-toriorum inhibitorum dehortis et exhortis. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg mit Graf Coronini, welcher lezte Morgen nach Görz retournirt. Dan Hofman wegen der Expedition an Zierheim, Oberer nomine præsidis wegen der noch heüt abschickenden Relation ad aulam in Betröf der erst anverlangden 1018 Recrouten, weßwegen den 22. hujus erst der Landtag, wie præses allein mit dem Landhauptman concertiret hat, gehalten werden solle. Spätter war ich bey meinem allerliebsten und ausserwahlten Eheengl mit meinem Micherle, der mich Vormittag mit dem Heinerle daselbst bey der Mesß suppliret hat. 10. Vormittag war bey mir Hauptman Graf Gallia wegen mit hiesiger Schneiderzunfft annoch habender Strittigkeit. Abends war ich bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. [908] 11. Heüt ist der Geburtstag meines allerliebsten und englischen Martini Gänßl, ausserwählten Ehegespandl, welches just 46 Jahr zuruckgelegt hätte, wan sie von dem Allerhöchsten nicht zu dem ewigen Leben beruffen werden wäre. Von 10 biß 12 war ich in Rath. Dan bey meinem alles angedenckenswürdigsten Eheengel, wo mich vorhero meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Ich aber habe wie allemahl und besonders heüt dem Allerhöchsten gebetten, ihro meine zu ihr beständig tragende getreüeste Liebe bekand zu machen und ihr alle himlische Freüden genüssen zu lassen. Bey mir war der Schneiderzunfftmeister, die Angelegenheit und Strittigkeit mit dem militari beylegen zu helffen anzurecomendiren. Nachmittag war ich den Fränzl und den chevalier Lamberg zu suchen, seyn aber beede von hier abwesend. Dan mit meinen 2 Kleinen spaziren. Spätter bey Menzinger Mahler, das in kleinem auf Kupfer gemahlene Portrait meiner allerliebsten Pilgrin und dan meines Sohns Lucas S. J., jedes mit 2, zusamen mit 4 Kremnizer Ducaten zu bezahlen. Hernach bey meinem Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg, der sich etwas unpaßlich befindet. Von dar retournirten mit meiner Frl. Lenerle nach Hauß. [909] 12. Vormittag war bey mir der Canzleyexpeditor Köhler wegen einen angängigen Beylagen zum Bericht ad aulam in Betröf der mareschischen Erben mängls Erleüterungen, die Br. Gussich nicht reproducirt hat. Dan jemand, der hier franzosicher Sprachmeister zu werden suchet und nun von Lecce über Manfredonia komt und dessen Schif an Dalmazien gescheütert hat. Nachmittag war da der Bildhauer, deme ich ein pied d‘estal vor der Frl. ihr Repetiruhr ordiniret habe. Dan war da mein Schwager P. Joseph S. J. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 13. Nachmittag war bey mir der Franciscaner lector theologiæ. Dan die 2 doctores Franckenfeld vocati. Abends war ich mit mein Micherle bey dem P. Ermel S. J. bey der Beicht. Dan bey P. Joseph und P. Bernardin Erberg. Spätter bey meiner allerliebsten englischen Ausserwählten, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 14. Ach Gott, an heüt vor 4 Jahren ware vor mich der allerbetrübteste Tag meines Lebens, an welchen ich meine mir von Gott geschenckte englische allerliebste und [910] vollkomenste Gemählin in dieser zeitlichen Welt ver- | 643 1756 November lohren habe. Ach Gott, was vor betrübtes laid- und schmerzenvolles Angedencken. Alles was mich nebst ihrer so sehr gefreüet und vergnüget hat, scheinen mir seit ihren Verlust lauter nulla zu seyn; die Ziffer, die allen den Werth gegeben, ist verschwunden, nichtes ist, was mir ohne ihro den mündesten Trost geben kan. Das einzige, so mir einen obschon betrübten Trost gibet, ist, das mich alles an dieses mein iniglich geliebtestes Ehegespandl mahnet und erinneret und das mein Herz dessen Verlust stetts her auf das schmerzlichste empfindet, besaffzet und beweheklaget. Ach, allerliebste Ausserwählte, wie beständig frisch und lebhafft bist du immer in meinem, dir mein Engl getreüesten Herzen. Ach, englisches Weiberle, dencke auch du bey Gott auf mich, wie ich stetts auf dich gedencke, unser Freüd und Vergnügen wird ohne End. Um 11 Uhr war ich bey meinem ausserwahlten unschazbaren Schaz bey der Mesß, die meine Schwager S. J. P. Joseph gelesen, wo ich sowohl alß mein Micherle und Heinerle die H. Comunion empfangen und unsere Andacht dir, mein Engl, aufgeopfert haben. Nachmittag war bey mir P. Joseph und P. Bernardin Erberg S. J. Dan der Aursperg in Hauß. [911] Spätter der Fränzl Lamberg, der mir per Conto meines Sohns Jean 3 fl. erleget hat. Vormittag nach der Andacht war ich mit meinen 2 Kleinen bey H. Zorn. 15. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan bey Menzinger, wo ich meinen Heinerle würklich contrafiren lasse in eben der1035 ungarischen Kleidung, in welcher mir solchen meine Allerliebste verlassen hat. Dan war ich bey meinem ausserwählten Eheschaz, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Stefano Silli, der von der vor diesesmahl geendeten Saustromer Arbeit zuruckgekomen und über des Br. Zierheim verwunderlichen Humor sich nicht genug beklagen kan. 16. Ach Gott! Heüt vor 4 Jahren ist mein englisches Ehehespändl auß meinem Hauß getragen und von mir mit weinenden Herz und Augen, mit Seüfzen, Jammern und Weheklagen zu ihrer Grabstatt begleitet worden. Ach Gott, wie war mir dabey! Selben Tag ist vor mich die ganze Welt begraben worden. Alles war lähr und was ich ansahe, mahnete mich an mein englisches Eheherzl. Alles hat den Werth verlohren und ich suchte vergebens uberall, was ich niergends finden konte. Ach Gott, vor mich hatte diese Welt ein End, mein Laid und Betrübnus ware unaußsprächlich. Ich hatte das betrübte Vergnügen selben Tag noch in meinem Hauß das leztmahl ihren [912] englischen Leichnahm, ihre allerliebste Lippen, Händlein und Füsserlein zu derküssen und mit den haüssesten Trännen zu benezen. Ach Gott, wie betrübt ware diese meine Begleitung! Allerliebste Gemählin, englisches Weiberle, ich kan in meiner Betrübnus Gott nicht genugsam dancken, das ich den nehmlichen Schmerzen in meinem Herzen stetts herr auf das empfindlichste Fille und das er dich mein Schaz, mein alles vollkomen in meinem Herzen belassen und das ich nichtes thue noch dencke ohne mich deiner allstetts zu erinnern. Ach Geliebteste, seye auch du meiner bey Gott stetts mit dir unterhalten und dein würdigstes Angedencken verehre, amen. Bey mir war Mr Dawincourt, der bald nach Wienn mit Recomendation an Br. Grechtler abzureisen gedencket. Dan des brounischen Regimentsveldscherers Gemahlin, die sich wider das Landrecht und ihren Advocaten den Modesti beklaget. Nachmittag war ich mit meinen Kleinen zu Draule spaziren. Spätter bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag gedachte meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 17. Vormittag war bey mir Hauptman Schwarz von Hagenbach, der seinen erst angekomenen Leüthnant [913] bey mir aufgeführet hat. Dan der Crayßamtsofficier vocatus wegen Militarquartierzinnsen. Nachmittag der neuresolvirte Pfarrer zu Oblack nahmens [–].1036 Spätter der abbé Luckantschitsch, der erst von Görz retourniret ist. Heüt Vormittag haben mich meine 2 Kleine bey meiner ausserwählten englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß supplirt. Bey mir war auch Oberland mit den referendis. 18. Vormittag war bey mir Br. Zierheim. Von 10 biß ½ 1 Uhr war ich in Rath. 1035 r iz m 1036 Prostor za ime. 644 | 1756 November Zu Mittag speiste bey mir Mr Gandin, dan der Hauptman von Hagenbach Schwarz mit seinem erst angekomenen Leüthenant, dan der Leüthenant von Broune Falconini. Nachmittag suchte den Landshauptman. Dan war ich in Visit bey Franzl Lamberg. Spätter bey meiner ausserwählten englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag meine zwey Kleine bey der Mesß suppliret haben. 19. Vormittag war bey mir der Wieland, Bader zu Ob/er/ Laybach, der sich wider dem Brezl beklagt. Zu Mittag speiste bey mir abbé Luckantschitsch. Nachmittag war bey mir Brezl vocatus, dan obgedachter Wieland. Spatter der Stadtschreiber von Gurgfeld wegen der Militarquartierzinsen. [914] Spätter war ich bey meinem allerliebsten Eheengl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Bey mir war auch wieder abbé Luckantschitsch wegen einer in lackerischen vacant gewordenen freysingischen Pfarr, deme ich gerathen, sich selbst nach Freysingen zu begeben und das ich zu seiner Reiß 3 # contribuiren wolle, indeme er sein lebenlängliches guttes etablissement überkomen kan. 20. Vormittag war bey mir der Erberg, neuerwählter Stadtrichter zu Mötling, deme ich nach 11 Uhr das gewohnliche Jurament vorgehalten habe. Dan war ich bey meiner allerliebsten ausserwählten Ehegemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Nachmittag war bey mir der Schweiger, der ganz vergnügt ist, das sein Sohn ad1037 Collegium Theresianum in die Schellenburgische Stifftung komt. 21. Vormittag war ich mit meinen zwey Kleinen bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin bey der Mesß. Dan suchte den unpaßlich gewesten Marotti wegen der saurauischen Commission. War bey Landshauptman wegen der bosischen Frl. seeligen Testaments. Bey Br. Piligrazischen in Visit. Nachmittag war bey mir Zorn, deme einige Medalien zum Abdrucken gelichen. [915] Dan der Fränzl Lamberg wegen der karnerischen Comercialtabellen. 22. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12. Dan bey meiner englischen geliebtesten Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan bey Mad. Buseth, die heüt ihre Nahmenstag celebrirt. Da war Mad. Pilligraz mit ihrer Frl. Tochter und Br. Gussich. Nachmittag war bey mir des Sparoviz, Bruckpfeningbestandinhaber zu Weixlburg Schwester, die bey dem Burgermeister Perr in Diensten stehet und die mir zugesagt, das ihr Bruder noch diese Wochen heraufkomen wird. 23. Vormittag war bey mir der Klee auß Istrien, das ist der Mad. Longueville Bruder. Dan der Stadtschreiber von Gurgfeld. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich und der Buchhaltereyofficier Perr. Dan war da P. Alexander Rasp, Sitticher, der etwas unpaßlich ist. Dan Mad. Dinzl, meine niece. Spätter war ich bey meinem englischen Schaz, allerliebsten Ehegespandl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 24. Vormittag gegen 12 Uhr kam zu mir Graf Khuen, Militarofficier unter den Carlstättern; komt zuruck auß Böhmen und retournirt nach Carlstadt. Zu Mittag speiste er bey mir. Nachmittag gegen 4 Uhr kam allhier an Mad. Mordaxt, Wittib von Neu Stain, und logirt bey mir. [916] Ich war in Visit bey dem Prälaten von Sittich und dem P. Rasp, die beede reconvalescentes seyn und Morgen nach Hauß retourniren. Dan suchte den Ludwig Dinzl, item die Dinzlischen, meine niece. War bey vicario generali, der mir versprochen, die mit ultima Octobris expirirte 3 Quartale an subsidio quinquenali ecclesiastico Morgen in die Militarcassam bezahlen zu wollen. Dan war ich in der Registratur. Spätter bey mein Schwager und Schwagerin, deren der erstere etwas unpäßlich ist. Abends war bey mir beym souppé Mad. Mordaxt und Graf Khuen, der Morgen fruhe von hier verreiset. Nachmittag war auch bey mir der Hauptman von Carlstadt, wohnhafft zu Ottotschatz, der den Graf Khuen zu sprächen hatte. 25. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. 1037 Sledi prečrtan Q | 645 1756 November Nachmittag war bey mir Mr Dinzl, Graf Gallia, P. Kappus, Franciscaner, Graf Franzl Lamberg, ein junger Brentano von Triest. Abends war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Spätter schickte mir obiger Graf Lamberg seine von Paris gebrachte Kupferstich zu sehen. 26. Vormittag war bey mir Nied/er/bacher nomine Flachenfeld, sich wegen lezt allhier zum Druck gebrachten Patents der gewesten Orientalischen [917] Compagnie, nunmehro landsfürstlichen Linzer Wollenzeügfabrique betroffend. Dan des H. von Hofmann Bruder, der unter der preüssischen Cavallerie 5 ½ Jahr gedienet hat. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war bey mir der Finck wegen des chyrurgi zu Ob/er/ Laybach, das er Morgen vor dem Consessum nicht erscheinen käne, aber nächstens komen wolle. Dan Ziegler wegen einigen Expeditionen. Spätter Brezl wegen obiges chyrurgi. Abends war ich bey meinem englischen ausserwahlten Schäz und allerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Spätter war bey mir des Hofmann amannuensis mit einem roulirenden Referat wegen leztlich assentirt seyn sollenden comendischen Recrouten, der muthwilligerweiß einern tod geschossen hat, somit nicht hätte assentirt, wohl aber dem Criminalgericht übergeben werden sollen. 27. Zu1038 Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war bey mir Perßkhy und Guiliani wegen der Maurergesellen und Lehrjungen, die zum Recrouten genohmen werden. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin mit meinem Micherle, der mich daselbst mit dem Heinerle Vormittag bey der Mesß suppliret hat. 28. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meiner aussewahlten herzigen Gemählin [918] bey der Mesß. Dan bey Mad. Longueville in Visit. Dan bey Carl-Hochenwartischen. Zu Mittag speiste bey mir der junge Brentano, neveux dessen zu Triest. Dan des Hofmann Stiefbruder, der in preüsischen Diensten gewesen. Abends war ich bey Herberstein vocatus und gieng mit ihm zum Landshauptman in Conferenz wegen in Karst sich versamlenden jungen Baurenpurschen, die Recroutenstellung zu verhinderen, weßwegen noch heüt eine Staffetta nach Hof abgeschickt werden wird. Dan suchte die Dinzlischen, fande sie aber bey mir, ingleichen den Sitticher P. Taufferer und den jungen Brentano, welcher lezte bald nach 7 Uhr per posta nach Triest retourniret ist, Und därffte auß denen 2 Milionen, die er in Genua vor hiesige Stände zu negociren versprochen, von darumen nichtes werden, weil man wegen der Außstellung der Schuld-Obligation nicht übereinskomen kan. 29. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Spätter gieng ich meine Allerliebste zu besuchen, fande aber die Kirchen bereits gespert, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Mesß suppliret hat. Vorhero war bey mir der Zorn, der mir einige ihme zum Abdrucken gelichene Medailen [919] zuruck und so auch die Abdruck gebracht hat. Dan war auch bey mir der Stadtschreiber von Gurgfeld wegen einen, der Stadt von der Herrschafft Neüstein abgenohmenen Recrouten. 30. Vormittag war bey mir Aursperg im Hauß. Um 11 Uhr war ich mit mein Micherle bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin bey der Mesß. Bey meiner Schwagerin Frl. Fränzl. Bey Ludwig Dinzl. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war bey mir der Stadtschreiber von Gurgfeld, der heüt abends nach Saloch und Morgen auf dem Sau-Strom nach Hauß retournirt. 1038 Popravljeno. 646 | 1756 December 1756 December 1. December. Vormittag war bey mir Brezl wegen des Schlissels zu dem Anatomiezimer. Ich war dan in Taxamt. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war bey mir Br. Brigido. Spätter war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Spatt war bey mir Oberland mit denen referendis. 2. Vormittag war bey mir der Camerdiener des Landhauptman wegen Theüerung des Brennholzes. Von 10 biß 1 Uhr war ich in Rath. Zu1039 Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war da Ludwig Dinzl, Br. Juritsch, Mad. Mentzinger et sa niece. Abends war ich bey meiner ausserwählten Allerliebsten, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. [920] 3. Vormittag war ich bey meiner Schwagerin Frl. Franzl, die heüt ihren Nahmens- und Geburtstag celebriret. Dan bey meiner englischen geliebtesten Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Dan bey Mad. Longeville. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt, meine 2 Kleinen aber bey Frl. Fränzl. Abends war bey mir Fränzl Lamberg, vorhero P. Joseph S. J., mein Schwager. 4. Vormittag war bey mir Ziegler mit denen expediendis. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war da Zernia. Abends war ich bey meiner englischen Mantscherle, allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 5. Vormittag war bey mir der Friedenfeld, Geld zu Leich zu suchen. Um 11 Uhr war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß. Dan suchte Mad. Longueville. War bey meiner Schwagerin Frl. Fränzl. Dan bey Schweigerischen, die vorgester1040 hier angekomen seyn. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt und der Vicefiscal Dr. Kappus. Nachmittag war bey mir Merzenhaim, der einige Bücher zu kauffen verlangt. Dan Kriegszahlmeister Marotti wegen der sauerauischen Commission. Vormittag war ich auch beym Aursperg im Hauß, [921] wo ich den Fränzl Lamberg, der mich gesucht, angetroffen habe. 6. Vormittag war ich bey der Mesß bey meiner allerliebsten englischen Gemahlin mit meinen 2 Kleinen. Dan suchte Mad. Longueville. War bey Dinzlischen, meiner niece. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war bey mir P. Tricarico S. J. Dan gieng mit meinen 2 Kleinen spaziren auf Draule. Bey mir war Zebull. Mir wurde übel und habe mich gelegt. War mir bald wieder besser und arbeitete an mein Referaten biß nach Mitternacht. 7. Vormittag war bey mir Oberer. Vom ½ 10 biß gegen Mittag war ich in Rath. Dan bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war bey mir Zernia, dan Br. Juritsch, hiesiges Crayshauptmans adjunctus. 1039 Popravljeno. 1040 v iz g | 647 1756 December Von 51041 biß 7 hielte Commission in Rechnungsstrittigkeiten zwischen Gr. Saurau, gewesten hiesigen Landshauptman, und den kappusischen Erben. 8. Vormittag um 11 Uhr war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin bey der Mesß mit meinen 2 Kleinen, welche heüt ihre Andacht verricht und daselbst communiciret haben. Dan waren bey Mad. Longeville. [922] Mad. Mordaxt speiste heüt bey Frl. Fränzl, meiner Schwägerin. Nachmittag war ich mit meinen 2 Kleinen spaziren. Abends war bey mir Seitner von der Bancoadministration vocatus wegen der carlobagischen, tazolischen und steüssischen Maut- und Salzamtsraittungen. 9. Vormittag war bey mir der Burgermeister Perr mit der zur Stell zu geben habender nota deren gepflanzt und zu verkauffen seyenden mehr und weniger Jahr alten Maulbeerbaumlein, deren Zahl er auf circa 60/m rechnet und eines gegen des andere à 10 kr. schäzet. Dan war ich in Rath von 9 biß 10. Dan bey meiner liebenswürdigsten Ausserwählten, wo mich spätter meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt und Mad. Longeville. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey Assertirung deren Recrouten. Dan bey meinem englischen Schaz. Spätter war bey mir Mr Schweiger mit seinem Sohn, der am Samstag nach Wienn in das Collegium Theresianum in die Schellenburgische Stifftung gehet. 10. Vormittag war bey mir Zernia von Triest. Dan1042 des H. von Hofman sein Bruder, der Morgen mit dem jungen Schweiger und Kappus nach Wienn verreiset; erster Kriegsdienste zu suchen, weil er bereits 5 ½ Jahr unter preüssischer Cavallerie alß Fahnjuncker gedient hat. [923] Er ist wohl gewachsen, ein schener Mensch, præsentirt sich wohl, hat erst 21 Jahr und ist hoch nach Wienner Masß 5 Schuh 10 Zoll. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey der Assentirung der Recrouten. Dan bey meiner allerliebsten englischen ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Um 6 Uhr war ich in Rath biß 7 Uhr. Nach 9 Uhr war bey mir Oberland vocatus wegen der Flitscher Privilegien. 11. Vormittag um 10 Uhr hatten wir allhier per expresse Estafette die erstreülichste Nachricht, das Ihro Majestät, unsere allergnedigste Königin und Frau, den 8ten hujus um 2 Uhr Nachmittag von einem gesundten Prinzen glücklich entpunden worden. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Nachmittag war da Mad. Dinzl, sich zu beurlauben, gehet Morgen auf Ehrenau. 12. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt et Mad. Longeville. 13. Vormittag war ich in Rath von 9 biß nach 12 Uhr. Mad. Mordaxt speiste heüt bey Br.-Mosconischen. Abends war ich bey meinem allerliebsten und englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Spätter war bey mir der Widerkher von Klein Lack in Unt/er/ Crain. [924] Heüt Nachmittag hat mein Heinerle das erstemahl angefangen von dem Repræsentation und Camercancellisten Hravali schreiben zu lehrnen, deme allmonatlich ein Species Ducaten zu geben versprochen um taglich 2 Lectionen. 14. Heüt ist, laider Gott, bereits 4 Jahre und ein Monath, das ich mein englische Gemählin, mein allerliebstes Weiberle in dieser Welt verlohrn habe. Gott, lasse sie genüssen alle himlische Freüden, mich aber in meiner Betrübnus jamern und seüffzen biß wir dermahl eins unß ewiglich in Gott auf neue vereinigen werden. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt und Ant/on/ von Widerkher. 1041 Popravljena iz 4. 1042 D iz d 648 | 1756 December Nachmittag war bey mir P. Joseph, m. Schwager. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. Vormittag war bey mir Stefano Silli, der auf alle sich bewerbet anderwertig accomodirt zu werden, weil er den ausserordentlichen Humor des Br. Zierheim nicht übertragen kan. 15. Vormittag war bey mir ein Burger von Lack, eine bey Schifferstein schon sehr lang ligende Comercialexpeditiones zu solicitiren. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt und Mad. Longueville. Nachmittag war bey mir Br. Juritsch, dan Franzl Lamberg und Br. Gussich, welcher lezte Übermorgen nach Adlsperg revertiren will. Abends war ich bey meinem englischen ausserwählten Eheschaz, wo mich Vormittag [925] meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Spätter war bey mir Raditsch, Stadtsyndicus. 16. Vormittag war bey mir Hauptman von Pallavicini, Graf Gallia, der bald mit seinen 2/c Recrouten zur Armée nach Böhmen abmarchiret. Von 10 biß ½ 1 war ich in Rath. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph S. J. Dan der Franciscaner Lector. Heüt ist, laider Gott, 4 Jahr und 1 Monath, das mein allerliebste moitié auß meinem Hauß getragen worden und ich solche mit wainenden Herzen und Augen, ach Gott, begleitet habe! 17. Vormittag war bey mir Ziegler, Hravaly und Oberland mit Expeditionen. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt. Abends war ich bey meiner allerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 18. Vormittag um ½ 11 Uhr ist Mad. Mordaxt von hier nach Kaschl abgereist, um von dar auf dem Sau-Strom nach Litey zu komen und daselbst zu pernoctiren und Morgen bald nach Mittag zu Hauß zu Neüstein zu seyn. Bey mir war Ziegler mit Expeditionen. Abends war ich bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 19. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meiner englischen Gemählin, allerliebsten Ehegespandl bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longeville. Vormittag war bey mir Seitner nomine Flachenfeld in Amtsgeschafften. [926] 20. Vormittag war bey mir Ob/er/land mit den referendis. Spätter Zernia um ein Allmosen. Insimili die Roßbreiterin des seeligen Utschan Schwester. Nachmittag war ich in Rath von 3 ½ biß 6 ½. Vormittag haben mich meine 2 Kleinen bey der Mesß bey meiner ausserwahlten allerliebsten Gemählin supplirt. 21. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Mesß. Dan bey m. Schwägerin Frl. Fränzl. 22. Vormittag war ich in Rath von 9 ½ biß Mittag. Zu Mittag speiste vocatus bey Herberstein bey sein klein Tischl und waren nur seine gewöhnliche Gäste, alß junge Brigido, junge Lüerwaldt, junge Baselli, sein Haußgeistlicher economus und sein Bruder Monari. Er verlangte mir lesen zu lassen, was er auf Verlangen Ihro Majestät der Königin in Gehaim vor Anfragen sub 10. Aprilis lezthin beantwortet hat, bestehend in 3 Puncten, so er mir ex post auch mitzunehmen und abzuschreiben erlaubet hat. Abends war ich bey meiner allerliebsten ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß meine 2 Kleine suppliret haben. 23. Vormittag war ich in Rath von ½ 10 biß gegen Mittag. Dan bey meiner allerliebwertesten ausserwahlten Gemählin, wo mich wenig vor meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. [927] Nachmittag war bey mir Perr, Buchhalterraitsofficier, wegen Militarquartier-Zinsenaußkunfft. Dan Ziegler mit Expeditionen. | 649 1756 December 24. Vormittag war bey mir P. Rector und P. Master S. J. mit den Ferienwunschen. Sonst aber hatte mich vor all andere eingespört. Bey mir war Perr, Buchhaltereyraitsofficier, in Amtsgeschafften. Abends Franzl Lamberg. Spätter war ich bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. 25. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey m. allerliebsten Ehegemahlin, ausserwahlten Eheschaz, wo wir alle 3 Messen hörten. Nachmittag war ich mit meinen 2 Kleinen spaziren und fahrten in Schlitten nach St. Veith und zuruck. Spätter war bey mir Ob/er/land mit referendis und sagte mir was ich schon wuste, das Herberstein nach Hilzeneg verreist und Übermorgen abends zu retourniren willens seye. 26. Vormittag war ich in Galla in der Domkirchen, wo die Andacht und das Te Deum abgesungen war wegen den 8ten dieses glücklich gebohrnen Erzherzogs Maximilian. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longeville. Nachmittag war da P. Bernardin Erberg, den ich bey dem krankckligenden H. von Tallberg aufgeführet habe. Bey mir war auch Franzl Lamberg, der [928] auf einige Tag ins Karnten verreiset. Spätter war ich bey meinem ausserwählten allerliebsten Eheengl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Vorhero war ich auch in Visit bey Br. Wolckensperg und seinem Schwagern Grafen von Strassoldo, der erst vor ein par Monaten sich vereheliget hat. Dan war bey mir Marotti wegen saurauischen Commission. Vorhero Oberland in Amtsgeschäfften. Item Br. Codelli, der mir sein Contingent anticipate vor die franzosische Collner Zeitung gebracht mit ⅓, alß 6 fl. 40 kr., die ich samt eben soviel vor mein Theil dem Br. von Flachenfeld geben werde. 27. Vormittag war ich mit meinen 2 Kleinen bey meinem allerliebsten Eheschaz bey der Mesß. Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein. Abends war bey mir Carl Hochenwarth. Meine 2 Kleine waren in der walschen Comedie, die heüt das erstmahl vorgestellet werden. Vormittag war auch bey mir Oberland mit denen referendis. 28. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 11. Dan bey meiner allerliebsten Gemählin, englischen Ehegespändl mit meinen 2 Kleinen bey der Mesß. Abends waren meine 2 Kleinen in der wälschen Comedie. 29. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. [929] Dan war ich bey meiner ausserwahlten englischen allerliebsten Gemählin, wo mich vorhero meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longeville. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Abends waren meine 2 Kleine in der wälschen Comedie, wo auch die 2 Söhne des bey unsern Hof gewesten tripolinischen Gesandten (die gester abends hier angekomen seyn und Morgen ihre Raiß nach Triest und weiter prosequiren werden) beywesig waren. Nachmittag war auch bey mir Ziegler in Amtsgeschäfften, deme meine knüpfte Paruquen geschencket habe. NB. Die pro hoc anno von Hof verlangte hierländige Recrouten, alß von Crain 387 und von Görz et Gradisca 115, zusamen 501, seyn bereits gestelt. Und die Crainer, von denen 2 Comandi alß Pallavicini und Hagenbach, dan die friaulische von Luzan und Clerici, übernohmen worden. Die ex post von Hof verlangte und mit Ende Februar 1757 zu stellen seyende 1018 Mann, alß von Crain 785 und von Friaul 233, seyn biß heüt dato bereits gestellt worden: von Crain 56, seyn annoch zu stellen 729, von Friaul 93, seyn noch zu stellen 140, welche nun successive eingebracht werden. 30. Nachmittag war da die Mentzingerin. Vormittag Mad.le Utschan. [930] Abends war ich bey meinem englischen und allerliebsten Ehemagnetl, wo mich Vormittag meine 2 Kleine bey der Mesß suppliret haben. 650 | 1758 Januar Abends waren meine 2 Kleine in der wälschen Comedie. Bey mir war auch der Verwalter des Br. Gallenfels wegen eines Recrouten. 31. Vormittag war bey mir Br. Salvai und Dr. Vidmayr mit Neuenjahrscompliment. Sonst war ich retirirt. Dan war bey mir Oberland mit referendis. Um 11 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Allerliebsten bey der Mesß. Dan bey Frl. Franzl, meiner Schwägerin. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longeville. Gott seye der unendliche Danck gesagt, das er mich in seiner göttlichen Gnaden dieses Jahr hat enden lassen. Ich empfehle mich und meine mir von meiner allerliebsten Gemählin und englischen Ehegespandl überlassene sechs Kinder in seiner ferere gottlichen Gnad und Obhut, amen.1043 17581044 1758 Januar [1] 1. Jener. Dem Allerhochsten seye Danck gesagt, das er mich dieses Neue Jahr gesund und vergnügt hat erleben lassen, das sich meine mir von meiner herzallerliebsten Gemählin überlassene 6 Kinder – Joannes, cornet und aide de camp bey Prinz von Löwenstein, Maximilianus, Unterleüthnant bey Broune, Lucas, Jesuiter zu Gräz, Franciscus, Jesuiter zu Wienn, Michael bey mir zu Hauß, Henricus in der Militarpflanzschull zu Wienn, noch alle wohl aufbefinden. Gott, erhalte unß alle in seiner göttlichen Gnade. Vormittag war bey mir der Raitsofficier Perr, Schluderbach und Longho in ihren Geschäfften. Nach 10 Uhr war ich mit meinem Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan war ich mit ihm mit Neujahrscompliment bey Graf Herberstein Repræsentation- und Camerpræsidenten, bey Graf Aursperg Landshaubtman, bey Joseph Grafen von Barbo, bey Grafen von Wildenstein, bey Carl Grafen von Aursperg Verordnetenamtspræsidenten, bey Sigmund Grafen von Gallenberg, bey Fränzl Grafen von Lamb/ er/g, bey meinen Br.-Erbergischen, bey Dinzlischen und Nemezhoffischen. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg. Ich war mit dem Micherle bey m. Schwager Br. Joseph Erberg S. J. Suchte P. Rector, Mad. Erb/er/g, gebohrne Engelshauß, Mad. Erberg, gebohrne Apfaltrer. War bey der alten Br. Gall, P. Irmel und Busetischen. [2] 2. Heüt montags Vormittag war ich erstlich in der Buchhalterey. Dan im Rath von 10 biß Mittag. Dan war ich bey Herberstein, den dieser Tagen von Mr Kennedy von Fiume erhaltenen stahlnen, in London gemachten Offen oder besser zu sagen Camin, zu sehen. Nachmittag war bey mir der neue Steinmäz, mit dem ich accordiret habe, längst meinen 45 Wienner Klaffter haltenden Hauß auf die Gassen mit 4-ecketen Quatersteinen in der breite einer Wiener Klaffter zu flastern; die Steine zwar grob aufgehackt, doch acurat von 4-ecketen Stucken mit dem Bord oder Einfassung an der aussern Seiten. Vor gedachte völlig fertige und mir ins Hauß zu liffern seyende Steine habe ihm 55 fl. accordirt und die 10 oder 14 Tag, da man das Flaster legen wird, werde ich nebst denen Maurern auch einen Steinmäzgesellen mit täglich 10 Grossen zu bezahlen haben. À Conto hat ihme mein Frl. erlegt 8 fl. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Ehegemählin, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. Dan war ich bey Tombschitsch wegen Augustin Widerkhern. 3. Vormittag war da der Fähnrich Br. Rauber, der Morgen nach Carlstadt verreiset, um den 15ten hujus mit den 2/m Croaten abzumarchiren. Dan die Auditorin von brounischen Regiment, [3] der sich zu informiren, ob ihr Mann auch prisonier geworden. Nachmittag war bey mir Knesenhof, der willens ist, gegen Ostern sein Tochter zu verhayraten. Dan abbé Stemberg in Angelegenheit des Erzbriesters Suilocossi zu Fiume. Dan Schlud/er/bach, der sich noch immer recomendirt, ihme von Hof ein Recompens zu überkomen. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 1043 Sledita prazen oštevilčen folij (p. 959) in zadnji vezni list. 1044 AS, Gr. Dol, fasc. 199. Sledi še en neoštevilčen folij v zadnji uvezani poli. | 651 1758 Januar 4. Vormittag war bey mir der Buchhaltereyraitsofficier Perr in Amtsgeschafften. Nachmittag war ich biß spatt bey dem Feldkriegscommissario von Puchner wegen des gester von H. von Mayr von Wienn erhaltenen Schreiben in Betröf meines Sohns Jean und blib daselbst so spatt, das ich wegen versperrter Kirchen zu meinem herzallerliebsten englischen Ehegespändl nicht mehr komen könte, sie aber meinen gutten Willen vor die That vor diesesmahl annehmen wird. Vormittag hat mich daselbst mein Mich/ er/le bey der Meß supplirt. 5. Vormittag erhielte das Portrait der Gemahlin des Gabriel von Luckantschitsch, gebohrnen Maüßriemblein, von dem von Widerkhern von Klein Lack. Sie ist die Mutter meiner Großmutter mütterlicherseits. Das Portrait ist gemählen anno 1660, da sie 22 Jahr alt war und dieses Portrait werde ich künfftige Wochen in klein copiren lassen. [4] Von 10 Uhr biß Mittag war ich in Rath. Nachmittag war ich bey P. Joseph Lukantschitsch, mich in ein so anderen sein Famille betröffend zu informiren. Dan bey meiner englischen Mantscherle, herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 6. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Meß. Dan suchte den Feldkriegscommissarium, war bey der Sechswochnerin von Dinzl, meiner niece. Dan bey Herb/er/stein, wo ich den Feldkriegscommissarium angetroffen. Dan wieder bey der Dinzlin, von wanen meine Schwägerin Frl. Fränzl nach Hauß geführt habe. Dan abermahls bey der Dinzlin, da ich dan mit meiner Frl. Hallerstein nach Hauß revertirt bin. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Abends war bey meiner Frl. die Bssa. Erberg, gebohrne Englshauß, mit der Frl. Berherle, welche erste ich nach Hauß begleitet habe. 7. Abends war ich bey meiner ausserwählten englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 8. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Meß. Dan bey meiner Schwagerin Frl. Fränzl. Dan bey der 6-Wocherin von Dinzl, meiner niece. Dan bey Franz-Liechtenbergischen, der mich wenig vor zu Hauß gesucht hat und [5] der 2 seiner lezt auß dem collegio von Modena gekomenen Sohne zur Armée des nächsten abschicken wird: einem unter alt Modenæ und den anderen unter Harrsch. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longeville und der Philip von Widerkhern, logicus. Nachmittag war bey meiner Fraüle Mad. Gall, gebohrne Scherffenberg. Gester Vormittag wat bey mir mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/, deme den eben gester an H. Mayr nach Wienn geschribenen Brief habe lesen lassen. Abends war da Longo, dan Ob/er/lands, der mir erzehlte von dem leztlich hierdurch nach Triest passirten blinden Geistlichen nahmens Schweditsch, seiner Mutter Schwester Sohn, und der mich von Triest außkennen soll. 9. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Vorhero war bey mir Longho wegen eines Grüchen. Nachmittag war gedachter Griech von der Stell cittirter bey mir, nahmens Gioani Carrà von Marca, nächst dem Golfo von Lepanto gebührtig, und habe ihn examinirt in Gegenwart des H. von Hofmann und actuarii Schlud/ er/bach und habe in ihm keine Reität gefunden. Dan war ich bey Mad. Gall, gebohrne Scherfenberg, mit m. Micherle. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Spatter war da Longho, dan P. Alexander Hallerstein, Landsstrasser Mönch, der erst angekomen wegen Darlehens. [6] 10. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg mit einigen genealogischen Tabellen, die ihme hier sehr schlecht aufgelegt worden seyn. Zu Mittag speiste bey mir P. Alexander Hallerstein, Landstrasser Monch. Nachmittag war bey mir ein Kaufmann von Neüstadtl nahmens Mayracher. Vormittag war auch bey mir der cittirte Färber, den der Longho verklagt und wollte, das er sich daselbst auf der Fabric nicht sollte sehen lassen alß ein Unbekanter und Suspecter Wälscher et sic habe ihme das consilium abeundi gegeben, will auch gleich weggehen. Spätter war ich bey m. englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Bey mir war auch Buchhaltereyraitsofficier Perr in Amtsgeschäfften. 652 | 1758 Januar Heüt hat die Crayßhauptmanin Baronne von Taufferer, gebohrne von Schramm, einen Knaben glücklich zur Welt gebracht. 11. Vormittag war bey mir der Expeditor in Amtsgeschäfften. Bey m. Frl. die Gräfin von Gallenberg und Frl. Rauber. Nachmittag Graf Kaiserstein und chevalier Lamberg, dan P. Alexander Hallerstein, der Morgen mit H. von Schweib/er/ ins Unt/er/ Crain verreiset. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. [7] Ingleichen habe mein liebsten H. Vattern besucht, der anno 1655 gesterigen tags gebohren worden. Gott, lasse ihm alle himlische Glückseeligkeit genüssen. 12. Heüt Donnerstag war ich in Rath von 10 biß 12. Nachmittag war bey mir Nemezhoffen wegen Buccelleni, dan der Ziegler in Amtsgeschäfften und der Kaufmann von Neüstadtl, in dessen Angelegenheit ich heüt das Referat zu sein Favor erstattet habe. Dan war ich bey P. Rector S. J., deme die Sackuhr vor mein Sohn Franz S. J. behandiget habe und der ihms zu Wienn, wohin er Übermorgen abreiset, zu überbringen haben wird. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt habe auch mein Extracassa, was ich darauß der Frl. Hallerstein vor die Haußspesen vorgeschossen, saldirt und von ihro das Anticipirte empfangen. M. Micherle war abends in der Opera. 13. Vormittag war bey mir der Hlapsche, *k.k.* Pfarrer zu Tomey, der mir sub rara confidirte, wie das der Bischof zu Triest Graf Petaz seine Mensualpfarren sehr schlecht und so zu sagen mit plus offerentibus bestelle, niemahls einen concursum außschreiben, weniger darzu komen lasse. Zu Povir habe er die Pfarr dem Anto/ nio/ Zulinni und zu Hruschiza dem N. Blagosich conferirt, deren keiner dazu tauglich ist, somit diese Sache ein Einsehen meritirete. [8] Vormittag habe ein kleines Rosoli-Gläßl mit einem von Platner von Triest nach Wienn abgehenden Jungen, der zu die Kiner et compania in Dienst zu komen hat, an H. von Kampfmüller geschickt und dem hiesigen Kauffmann Wagatey zur Bestellung behandiget. Nachmittag war bey mir Ziegler in Amtsgeschäfften. Item der Malitsch in Betrof Buccelleni contra Nemezhoffen. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt habe mit dem Postwagen an H. Osterreicher nach Triest geschickt 21 in Hauß gemachten Bratwürsten und 2 Bratlein nebst 2 Botilien Senf, franco. 14. An heütigen Tag anno 1725, da ich den 11ten in mein Vatterland und zwar leztlich auß Portugall retourniret *bin*,1045 habe casualiter in der Comedi meine mir von Gott bescherte herzallerliebste englische Gemählin das erstemahl gesehen und kennengelernet, auch zugleich liebens- und verehrungswürdig befunden, auch beständig und in der That von Herzen und auf das zärtlichste geliebt und vereheret habe, auch Ehe zu leben alß sie zu verehren aufhören werde. An heüt ist, laider Gott, 5 Jahre und 2 Monath, das ich dieses meines englischen und herzallerliebsten Ehegespandls zeitlichen Verlust unaufhorlich beweine. Gott, lasse ihro [9] meine zu ihro tragende und conservirende beständige Liebe bekant seyn, auf das auch sie sich bey Gott meiner beständig erinnere und vor mich und unsere Kinder eine Fürbitterin seye. Vormittag war bey mir der Landschafftbuchhalter Rastern in Amtsgeschäfften und besonders in dem untercrainischen Strassenrechnungswesen. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag mein Mich/er/le bey der Meß, die ich in den ihro geopfferten schenen und betrübten Meßkleider vor sie habe lesen lassen, suppliret hat. 15. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner auf das zartlichste geliebtesten Gemählin bey der Meß. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Franzl und mit ihr bey der Gräfin von Gallenberg. Zu Mittag speiste bey mir des Micherle latainischer Sprachmeister. 1045 Nad prečrtanim habe | 653 1758 Januar An heütigen Tag anno 1732 ist mein liebster Vatter gestorben, deme Gott alle himlische Freüden genüssen lassen wolle. Er war gebohren den 10. Jenner 1655, somit hat er gelebt 77 Jahr und 5 Täg. Hat sich verhayrath den 21. May 1690, wurde Wittwer den 12. December 1727. Heüt abends war m. Frl. Hallerstein in der Opera. Heüt hatte man hier die Nachricht, das der Erzbischof zu Görz zugleich alß Bischof und Fürst allhier resolviret worden. [10] 16. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 11 Uhr. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Giuseppe Zanchi von Fiume. Von 3 biß 5 Uhr war ich in Taxamt. Dan bey Mad. Gall, née Scherfenberg, die bey dem Dr. Werthenpreiß aufgeführt zu werden verlangt, um ihm ihr kleinstes Knabl sehen zu lassen, welches einer etwas unpäßlich ist, welches Morgen zu bewürcken ihro versprochen habe. Heüt hat m. Micherle auf der Tuchfabrique zu Mittag bey Mr Longo gespeist und ist von Graf Gallenberg zuruck in Schlitten geführet worden. Heüt vor 5 Jahren, 2 Monathen ist mein einglisches Ehegespandl todter auß dem Hauß getragen und von mir mit wainenden Augen und Herzen in gröster Betrübnus begleitet, vorhero aber noch das leztmahl in meinem Hauß und in ihrem schonsten Zimmer völlig derküst und mit Trähnen benezet worden. Gott, lasse diesem meinen herzallerliebsten Eheengl alle himlische Freüden genüssen und sie mir und mich ihro auf ewig reserviren. 17. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg, durch den ich zu denen genealogischen Tabellen ein Bretl bestelt habe. Wenig vor 11 Uhr war ich bey deme [11] alten Dr. Werthenpreiß, wo ich die, bald nach meiner dahin gekomene Br. de Gall aufgeführt habe, die ihm ihr kleinsten Knaben gezeügt und was zu seiner Genesung brauchen könte um Rath gefragt hat. Abends war ich bey meiner ausserwählten herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Bey m. Frl. war m. Schwager Br. Ferdinand und der Dinzl. Bey mir der Jamnig wegen des Stempelpachtungspatenten. Abends habe die Commissionsschrifften Buccelleni contra Nemezhoffen dem Landrechts Weber überschicken. 18. Vormittag gegen 10 Uhr ist ein armer Sinder alß Rossdieb zum hohen Gericht daselbst justificirt zu werden außgeführt worden. Bey mir war der Brezl, der gerne dieses subjectum pro anatomia hätte und den ich deßwegen an Burgermaister angewiesen. Dan der Ziegler in Amtsexpeditionen. Nachmittag der Niederbacher, der mir des Osterreicher Quittung pro die, ihme von daselbstigen Triester Salzamt pro mein Conto bezahlten und von mir hier der Bancogefallenadministration bezahlten 4/c fl. Spätter war ich bey meiner englischen ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 19. Vormittag war ich in Rath von 10 biß Mittag. [12] Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi von Fiume. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg und der von Triest zu Übernahm der Recrouten angekomene brounische Unterleüthnant Mercanti. Spätter war ich bey meinem herzallerliebwertesten englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. An heüt habe referirt in Rath das neue postulatum der Recrouten: der Hof verlangt von allen Länderen 8/m Mann. Mithin betrifft nach den vorigen Dividenten vor dieses Land Crain, dan die zwey unirte Grafschafften Görz und Grad/isc/a (welches gegen den übrigen die Recrouten zu stellen habenden Länderen in der Proportion den 23ten Theil außmachet) 333 Mann. Und ich habe auch nach voriger Proportion 257 auf Crain und 76 auf Görz und Grad/isc/a repartirt wie leztmahlig. Da von allen Landen 12/m Mann verlangt worden, betraffe Crain, Görz und Grad/isc/a 5/c, somit Crain 286, dan Görz und Grad/isc/a 114. Diese ist die biß nun zu observirte Proportion, die auch ohne Anstand observirt worden und observiret wird. 20. Vormittag war da Longo. 654 | 1758 Januar Dan habe der Mad. Gall, gebohrne Scherffenberg, ein balsamum Peruvianum vor ihr kleines Knäbl auf ihr Verlangen und mit Approbation des Dr. Wertenpreiß geschickt. Heüt ist der Nahmenstag meines liebsten Herrn Vatter seeligen, [13] den der Allerhöchste alle himlische Freüden beständig genüssen lassen wolle. An heütigen Tag anno 1709 ist mein lieber Bruder Georg Sigmund alß Capuciner zu Triest eingekleidet und P. Lodovicus benamset worden. An heütigen Tag anno 1675 ist meiner liebsten Frauen Mutter H. Vatter Johann Ludwig Sarger von Sargfeld gestorben. Dessen Geburtstag ich biß dato noch nicht habe außfindig machen könen, wohl aber, das er sich den 13. November 1673 verhayratet hatte. Gott, gebe, das ich mit *über* morgiger Post die anhoffende gutte Brief in Betref meines Sohns Johannes von Wienn erhalte, wie ich sie zu meiner und seiner Consolation von Herzen wünsche. 21. Vormittag waren bey mir einige Holzbauren wegen Brennholzverkauf und der Fliegenschüzenrenitenz und beederseitigen Betrug, die ich zu Crayßhauptman geschickt habe, er auch allem Recht gethan hat. Dan war bey mir der Crayßhauptman in seinen Anligenheiten. Ingleichen Graf Aursperg im Hauß wegen 9 fl. 28 kr. Tax und Postporto, so ich vor ein Anbringen,1046 das den 26. December pasatto *ad*1047 aulam begleitet worden, vor seinen H. Bruder Gr. Ignati bezahlet habe, um die Sache nicht erligen zu lassen. Und versicherte mich, das bey nächstes Anherokunfft seines Bruders mir dieses benificirt werden wird. [14] Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, herzallerliebsten Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Mich/er/le suppliret hat. Gott, gebe Morgen gutte Brief von Wienn. Heüt spatt, wenig vor Mitternacht, ist der Bancogefällen-Administrationscassier N. Frere ganz wohl disponirter gestorben. Er hatte den Ruhm eines ehrlichen Manns, getreüen Beamtens und christlichen Manns. Den 25. hujus hätte er iust 58 Jahr seines Alters erreicht, mithin hatte er 7 Tag weniger. Er war Wittwer von 3 Jahren her, nun hat er verlassen 3 Töchter und 2 Söhne, welche alle wohl erzogen seyn. Er war seinem Verlangen nach in Capucinerkutten exponirt. 22. Heüt Sonntag Vormittag war bey mir Hauptman Perego von brounischen Regiment, der alß zu Breslau gewordener praüsischer prisonier de guerre auf sein Parola anhero gekomen und deme ich meines Mäxl Zimmer offeriret habe, so auch mein Taffel. Dan war ich bey meinem ausserwählten herzallerliebsten Ehegespändl bey der Meß mit m. Micherle. Dan bey Mad. Paumgarten, die damit mir zu reden verlangte. Dan in Visite bey Mad. Gall, née Scherffenberg. Nachmittag war bey mir Nied/er/bacher, der vieleicht dem verstorbenen Frere in officio succediren därffte. Dan Br. Gall et Hofmann. Erster [15] brachte mir den Stamenbaum von seiner Famille, lezter in Amtsgeschäfften. Heüt nach Mitternacht ist auch allhier verstorben der alte Fruheberger. 23. Vormittag habe gehalten Consessum Sanitatis, ob nicht eine generale Erlaubnuß kunfttige Fasten Fleisch zu essen bey Hof anzusuchen wäre wegen des Fähljahrs, Kranckheiten, Armut etc. Von 10 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir in Visit P. Pfeiffer, Franciscaner Provinzial, Leüthnant Mercanti von Broune en visit, Graf Rasp wegen Arreragen seines oncles, Tombschitsch wegen Augustin Widerkher, der Concipist Ziegler in Amts- und in specie Stempelpactungsexpeditionen. Spätter der Augustin Widerkhern, der mir unlängst das Portrait meiner Mutter Mutter Mutter von Klein Lack heraufgeschickt hat, welches ich in klein habe copiren lassen. Sie war1048 des Georg Mausßrümbl und Margarethæ Röringerin Tochter nahmens Catherina, gebohrn den 16. Jenner 1639, vermählt an Gabriel Luckantschitsch von Hertenfels den 26. Mai 1653. Und da ich erfahren, das sein Portrait sich bey H. von Zergollern allhier befindet, habe solches gleich zu Handen gebracht und werde es auch das eheisten copiren lassen. [16] 24. Vormittag war bey mir Br. Apfaltrer, Caroli filius, der sogenandte Feldmarschall, der den Hauptman Perego gesucht. Zu Mittag speisten bey mir 2 Widerkher, der Augustin und der Philipp. Nachmittag war bey mir ein Geistlicher, der den leztverstorbenen Fruhberger die Seel aufgesegnet hat. Dan der 1046 b iz s 1047 Nad prečrtanim nach 1048 Pred tem prečrtano war | 655 1758 Januar Hauptman Wnorowsky, der erst von Cilli gekomen, die Recrouten zu übernehmen und der auch vor kurzen zu Wienn war. Dan der Kodritsch in Betröf des castelizischen beneficii, der Köhler Expeditor in Amtssachen, der Ant/on/ Widerkher. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten ausserwählten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war ich bey Tombschitsch mit dem Augustin Widerkhern. Der Tombschitsch ist dem Widerkher schuldig: - vor ein zu Prag assignirten aber nicht bezahlten Wechsl 416 fl. 40 〈kr.〉 - an Wechsl-aggio hat der Widerkher die Helffte gebiest und die Helffte will ihme Tombschitsch gutmachen mit 5 〈fl.〉 12 ½ 〈kr.〉 Widerkher hat ihme me presente außgezehlt: - 31 Kremnizer # 130 〈fl.〉 12 〈kr.〉 - in 17ner 47 〈fl.〉 56 〈kr.〉 So da macht 600 fl. Von diese 6/c fl. gibt ihme der Tombschitsch ein Obligation, solche auf des Widerkher Verlangen, wan [17] er will bezahlen zu wollen, samt 5 per % all anno pro rata temporis und gegen Restitution der Obligation und zwar von heüt dato anzurechnen. 25. Vormittag war bey mir Loysl Aursperg im Hauß, der mir das Geld brachte, so ich leztlich ins Taxamt vor sein Brudern anticipirt hab. Dan des Schega Sohn, den ich an Hofmann adressiret habe. Dan Br. Zierhaim sich zu recomendiren, des Pruschnickar Hueben vor ihn erkauffen zu lassen, welches nächstens in Rath vorgetragen werden därffte. Dan der Hauptman Perego, der ohne deme bey mir logirt und der Leüthnant [–].1049 Zu Mittag speiste bey mir der Hauptman Perego, der Joseph Zanchi von Fiume, der Anton und Augustin von Widerkhern. Mein Micherle speiste auf der Tuchfabric bey Mr Longho. Nachmittag war bey mir der bey mir logirende Mahler, deme meines Sohns Jean grüntuchenen Rock gegen deme gegeben, das er mir 6 kleine Portraitl dafür mahlen wird. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 26. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville und der Leüthnant Mercanti. Nachmittag war da P. Joseph Erberg S. J., m. Schwager. Abends war ich bey meinem Eheengerle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß [18] suppliret hat. Heüt war bey Franzl Lamberg ein Tractament ocasione des Allhierseins des Grafen Coronini Brautigam der Frl. Lamberg, welche den 2ten künfftiges Monaths zu St. Daniele copuliret werden sollen. 27. Vormittag war bey mir der Cancellist Kräll, deme sein geistlicher Bruder gestorben und nicht soviel hat, den Todtenbeschauer 17 kr. zu bezahlen. Zu Mittag speiste bey mir Mr Gandin und Ant/on/ von Widerkher. Nachmittag war bey mir Köhler, der mir erzehlte, wie ungestim der Hofmann ein von Nemezhof vidirten Bericht ex cancelleria zu sich genohmen habe. Dan der Passauer canonicus Lamberg, sich zu beurlauben; gehet Übermorgen von hier nach Passau. Und da ich ihn befragte, ob er dan nicht die auf dem 2. Februar festgestelte Vereheligung seiner Schwester mit Graf Coronini und die Copulationsfunction verrichten wolle, sagte er, das er sich von selbsten nicht eindringen känne. Vormittag um 11 Uhr war ich bey dem Præsidenten Grafen von Herberstein wegen des Morgen abzugehen habenden Bericht ad aulam de sessione 16. hujus in Betröf des castellizischen alumni und von mir beygebenden besonderen Berichts wegen selben Tag geführten præsidii, so er auch approbiret hat. Dan war ich bey meinem herz [19] allerliebsten englischen Ehegespandl, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war auch bey mir Ziegler in Amtsgeschäfften. 1049 Prostor za ime. 656 | 1758 Februar 28. Zu Mittag speiste bey mir Mr Gandin, der mir die schon längst versprochene sechs Ducaten, qua Br. Benaglischer, gerichtlich angestelter Gerhab, erleget hat. Und diese sein diejenige, die der brounische Regimentveldschärer vor die außgelegte Medicamenten und der seelige Benaglia in ihrer Kranckheit gelaistete Dienste nach attestati des Baronio in Verdienst gebracht und die ich seiner, des Veldscherers Tochter, die ex post den Leüthnant Hofmann geheüratet hat, bey ihrer Abreiß von hier anticipirt und bezahlet, somit derzeit die Beneficiation erhalten habe. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Mich/er/le suppliret hat. Dan suchte den Passauer canonicum Grafen von Lamberg, der Morgen von hier per dahin verreiset. War aber nicht zu Hauß, sondern in der Opera. 29. Vormittag war bey mir Perego, Hauptman von Broune, der ohne deme bey mir logirt. Nach 10 Uhr war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwählten herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan war ich in Visit bey Mad. Gall, [20] gebohrne Schärffenberg. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl und leztlich bey Mad. Dinzl, wo ich mein Frl. Hallerstein abgehalten habe. Zu Mittag speisten bey mir der Anton und der Augustin von Widerkhern, welche Morgen nach Klein Lack retourniren. Gester hat der Sigerle Graf von Liechtenb/er/g ein Wacht vor das Zimer bekomen, weil er immer mehr von Sinnen gehet und besonders in der Bigaterie extravagiret. 30. Vormittag war bey mir Franz Xaver Jamnig wegen seines Stempel-Pachtungs-Contract. Dan Buchhaltereyraitsofficier Perr wegen denen Crayßbothen, der Cancellist Lenz mit einigen Expeditionen und wegen des von heüt Nachmittag auf dem Mittwoch zu übertragenden contradictiorii zwischen fiscus contra Segalla. Nachmittag die Bürstenpinterin wegen der Commissarbeith. Abends war ich bey meinem ausserwählten englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Spätter war da Adamus Dinzl in Visit. 31. Nachmittag war da P. Bernardin Erberg S. J. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen und ausserwählten Mantscherle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. *Gott, gebe Morgen die schon lang hoffende gutte Brieff.* 1758 Februar [21a] 1. Februar. Gott seye Danck, das ich heüt in Betröf meines Sohns Johanes die schon lang erwartete Brief, so wie ich sie gewunschen, von der Herzogin von Holstein und H. von Mayr von Wienn erhalten habe. Bey mir war Mad. Longuille, die gerne nach Wienn gieng, ihr Pension zu solicitiren und recomendirte sich ein Addresse von Herberstein in ihr Favor zu proveriren. Dan der Wälsche Aursperg, der sein Sohn mit dem Postwagen nach Wienn zu schicken von dem fürst-aurspergischen secretari die Ordre hat und will ihn die Fürstin in ein Stifft bringen. Dan Hauptman Perego, deme die heüt erhaltene Brief communiciret habe, sich auch vor Mad. Longville interessiret. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi von Fiume. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dem H. von Mayr habe gleich heüt geantwortet und den Brief auf die Post geschickt, weil vor dem samstagigen Posttag etwa eine Staffeten oder Courir nach Wien passiren konte, um ihme mein Schreiben, so in copia lettere zu sehen, desto balder zu komen zu machen, somit auf meinem Sohn desto eheunder consoliren zu känen. 2. Vormittag war bey mir Hauptman Perego. Dan [22a] gieng ich in seiner compagnia und mit m. Micherle zu meiner herzallerliebsten Gemählin zu der Meß. Von dort in das Proviandmagazin vor dem Franciscaner Thor auf Befehl des præsidis, die von Neu Marcktl pro militari gelifferte 4 Vasser wollene1050 Strünpf zu besehen, præsente Feldkriegscomissariatofficier Diseni et Proviandverwalter Reichard. Weil aber die Zeit schon spatt war und Reichard noch die Meß zu hören hatte, so habe diese Commission auf Morgen um 8 Uhr Vormittag 1050 Drugi l iz h | 657 1758 Februar angeordnet. Vorhero war bey mir Diseni, der mir von dieser Commision die Nachricht gegeben. Dan habe mein Schwägerin Frl. Franzl nach Hauß gefuhrt.1051 Nachmittag war bey mir der alte Schega, den ich zu H. von Hofmann geschickt. Abends war bey mir Mad. Buseth und ihr Schwester Mariandl. Spatter bey der Fraule Mad. Erberg mit Frl. Posarelli. Dan habe die Erberg nach Hauß geführt. Mr Nemezhoffen gabe mir die Nachricht in Vertraun, das Mr Hoffmann von hier nach Clagenfurth und an seiner statt Mr Kalhaimer anhero komen solle. 3. Vormittag um 8 Uhr war ich in Proviandmagazin, die Neümarcktler vor das Militare zur Probe gelifferte wollene Sockenstrünpfen zu besehen mit Einberuffung des Com [21] missariatsofficier1052 und Proviandverwalter, welche bey 1300 und mehr Par Strumpf in 3 classes, alß die besten, mittere und gemeiner abgetheilet und befunden haben, das die schlechteste von diesen besser seyn alß die beste von Wienn hereingeschickte. Von der Ferschen biß die ganze Länge seyn ⅞ Wienner Ellen vorgeschriben und in Fuß ⅜, in Gewicht 21 biß 22 Loth und ist das Par accordirt per 36 kr. Dan war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 11. Dan vocatus bey Gr. Herberstein, die Relation wegen der Strünpf zu geben. Er ist aber embarassirt, weil ihme neuerdings von Haugwiz anbefohlen worden, keine Strünpf unter 24 Loth an Gewicht anzunehmen. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir der Bestandsinhaber des Gutts Gallenberg N. Strüsß in Recroutenwesen. Dan des Jacob Jugoviz von Lack Eheconsortin in Betröf des Darlehens. Dan der Joseph Graf Barbo, Exzellenz, und der Crayßhauptman Br. Taufferer. Dan der Landrechtsrath Weber wegen der buccellenischen Commission. Dan bey 20 Holzbauren, sich wider die allzugeringen Brennholztax zu beschweren. 4. Vormittag war bey mir die Leüthnant Burckhartin. Zu Mittag speiste da der Leüthnant Mercanti. Nachmittag war bey mir der Damian mit Ver [22] melden, das der Bottoni ihme die schuldige 150 fl. bereits bezahlet habe. Dan der Bottoni auch deßwegen mit Bitte, das ich wegen dessen nichtes ad protocollum nehmen lassen möchte. Weil aber die protocolla bereits nach Hof abgeschickt seyn und daran nichtes mehr geändert werden kan, so batte er mich wenigst die Intimation an das Zahlamt nicht ergehen zu lassen, weil er nicht wollte, das der Marotti davon etwas wissen sollte. Da habe ich ihm versprochen, diese Expedition zuruckhalten zu wollen. Abends war ich bey meinem ausserwahlten Eheengl und englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt morgens um 7 Uhr ist der alte Max Baron von Taufferer auf seinem Landgüttel zu Ober Perau gestorben. Er war gebohren den 15. Juli 1698, mithin hat er gelebt 59 Jahr, 6 Monath, 10 Täg. Gott, lasse ihm die ewige himlische Freüden genüssen. 5. Vormittag war ich mit mein Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Spätter war ich bey dem Generalen von Carlstadt Grafen von Petaz, der von der Armée auß Bohmen komt und nach Carlstadt in wenig Tagen abgehet. Zugleich habe seiner neuen Gemählin mein Reverenz gemacht. [23] Sie ist eine gebohrene Gräfin Clari und Schwester zu des Br. de Fin Gemahlin. Der General erzehlte mir, das zwischen der Bekandschafft und Heyrath ein sehr kurze Zeit unterlassen, indeme er sie den 9ten Oktober voriges Jahrs am ersten gekennet und den 19. diti waren sie schon beysamen. Sie ist noch sehr jung, hibsch und artig, zeüget keine Hofart, ist leüthseelig und scheinet allerdings einere und die andere ganz content zu seyn. Um Mittag war bey mir chevalier Lamberg, der den Longho, so bey mir hatte speisen sollen, abgeholt und zu dem Graffen von Gallenberg zum Mittagessen mit sich geführet hat. 1051 Ta stavek je bil mišljen kot zadnji vpis tega dne, vendar se je nato Raigersfeld odločil zapisati še nekaj dogodkov in na koncu ponovil stavek v skoraj enaki obliki. 1052 S to pagino se začne napačno paginiranje s svinčnikom, ki se ga sicer držim v ediciji: pagina 23 je izvirno oštevilčena kot 21, 24 kot 22 itd. Zaradi lažjega iskanja po izvirniku sem v nadaljevanju ohranil napačno paginacijo, prejšnjima pravilno oštevilčenima paginama 21 in 22 pa sem zaradi razlikovanja dodal črko a. 658 | 1758 Februar Nachmittag oder gegen Abend war bey mir Frl. M/aria/ A/nna/ Utschan mit der Nachricht, das bald nach 5 Uhr die Hauptmanin Bojanovich, eine Tochter der alten Roßbreiterin, allhier gestorben seye. Spätter war bey mir ein in preüssischen Schlesien stabilirter Mayländer nahmens Gio/vanni/ Batt/ist/a Puricelli, der von der schlesischen Garngespünst, Leinwathen, Tüchern und Zeügen gutte Cognition hat und deren dæbit suchet, auch deßwegen nach Triest und weiter nach Italien zu reysen willens ist. 6. Vormittag war bey mir des lezt allhier verstorbenen Fruheberger zu Igg stabilirte Tochter, derzeit Wittib, ein armes Weib. Dan die Mutter meiner vorigen Zimermensch wegen ihres von der Stadt Rudolphswerth [24] zum Recrouten gegebenen Stiefsohns, seiner Profession ein Schuhknecht. Dan der Niederbacher, der mir des Osterreicher Quittung gebracht vor die ihme von dem Salzamt zu Triest bezahlte 120 fl. Abends war m. Micherle in der Opera, ich aber bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 7. Vormittag war da P. Bernardin Erberg S. J. Dan der Schega, der noch allweil sein Lidlohn solicitiret und dem ich 19 17ner auf sein Anlangen vorgeschlagen habe. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Eheengerle, ausserwahlten englischen Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spatter war bey mir Mr Longho mit dem Puricelli und bey m. Frl. die Br. Erberg mit der Frl. Posarelli, welche beede ich dan nach Hauß geführet habe. 8. Abends war bey mir Schega mit Vermelden, sein Sache coram comissione Hofman et Puchner zwar außgemacht zu haben, das er Morgen 40 fl. überkomen wird; lamentiret aber, das er dabey zu kurz komt. Dan war ich bey meiner auf das zartlichte geliebtesten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 9. An heütigisten Tag anno 1676 hat meiner herzalerliebsten ihres Vattern Vater, der Johan Daniel Br. von Erb/er/g sich verhayratet [25] mit Fraule Susana Margaretha von Dinzl, welche beede ich in meiner Familie-Collection bereits und zwar recht gut portraitirter habe. Vormittag war bey mir Oberland. Dan war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan beym Præsidenten Gr. Herberstein. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi. Nachmittag war bey mir der Wälsche Aursperg. Dan der Saustromer Schifman Schega, der mir klagte, die Nachricht zu haben, das dieser Tagen sein Sohn, gleichfalls Schifmann, in dem Sau-Strom entruncken seye. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 10. Vormittag war bey mir Prezl sich zu bedancken um die leztlich so favorabl vor ihn eingangenen hochste Resolution, krafft welcher er des verstorbenen protomedici Besoldung überkomen mit 375 fl. und mit denen vorhero von der Landschafft ihme zugetheilten 100 fl., in allen 475 fl. zu genüssen, somit besser alß kein medicus stehen wird. Dan der Dr. Knée, der da lamentirt, das bey Hof auf ihn vergessen worden. Dan Hauptman Perego in Betref der Hauptman Longvillin Rayß nach Wienn. Dan Jamnig in Betref Stempelbachtung. [26] Dan die Roßbreiterin, des seeligen von Utschan Schwester, um ein Allmosen. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war da Hauptman Perego, der sich auch viel vor Mad. Longville interessiret und ihr ein Rayßgeld zusamenzubringen, sich angelegen seyn last wie sie dan völlig rayßfertig ist, längst den 18. hujus mit dem Postwagen nach Wienn zu gehen, eine Pension zu solicitiren. Dan war da der Prezl, deme der Herberstein anbefohlen, das zur Annatomie in dem kayserlichen Spittall gewidmete Zimmer sogleich zu lähren, worüber Prezl nicht wenig lamentiret. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Eheengl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 11. Vormittag war bey mir Brezl. Dan Ziegler. Nachmittag wieder Brezl. Item der Hübner in Amtsexpeditions-Angelegenheit. Bey m. Fraule chevaliere Lamberg. Bey mir war auch der Pfarrer von Oblack in Inner Crain nomine Prevodnig, der mir unter anderen sagte, das | 659 1758 Februar er mit und nebst seinen unter die Pfarr gehörigen zwey Vicariaten bey 5/m Seelen und der Pfarrmänge habe. Dan der Puricelli, der erst Morgen nach Triest verreisen will, deme ich doch ein Brief an H. Österreicher mitgegeben habe. Spätter war ich bey meiner ausserwählten herzallerliebsten Gemählin, wo mich vor [27] Mittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Gott, gebe Morgen gutte Brief meinen Hänßl betröffend. 12. Vormittag war bey mir Hauptman Perego, deme ich den eben heüt von H. Mayr von Wienn erhaltene Brief communiciret habe und erfindet solchen favorable und ich nach Wunsch dafür Gott der Danck sey. Dan war ich bey meinem englischen Weiberle, herzallerliebsten Ehegespändl mit meinem Micherle bey der Meß. Zu Mittag speiste bey mir Mr Longho und der studirende Br. Paungarten. Nachmittag war da P. Bernardin Erberg S. J. 13. Vormittag war bey mir der Buchhaltereyraitsofficier Perr wegen der anzustellen seyenden Crayßbothen. Dan war ich in Rath von 10 biß Mittag. Vorhero war bey mir Giuseppe Zanchi mit seinem Vettern, auch Zanchi, Pfarrern zu Coschana, der 6/c fl. Darlechen geben soll, dahingegen nur 3/c fl. gebracht hat und mit mehrern nicht aufkomen kan. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 4 Uhr. War ein contradictorium, wobey der Hofmann und der Nemezhoffen mit Wortwexl übereinander kamen und erster wegen seines atrabilaren humeur. Und da er ohne deme keine noble lebensarth hat, sich sans racion emportiret hat. Dan war ich bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. [28] An heütigen Tag anno 1750 ist mein Schwager Caetan Br. Kuschland gestorben. 14. An heüt ist vor mich ein betrübnusvoller Andenckenstag, an welchen vor 5 Jahren und 3 Monaten mich mein iniglich geliebteste englische Gemählin in dieser Zeitlichkeit verlassen und meinem Herzen eine unhailbare Wunden verursachet hat. Gott, lasse sie genüssen alle himlische Freüden, mich aber biß zu unserer Wiederzusamenkunfft ihren unschäzbaren Verlust bestandig beweinen. Vormittag war bey mir der Crayßhauptman Br. von Taufferer wegen denen Crayßbothen, die er auf sich zu nehmen sich endlich resolviret hat. Dan der Cancellist Lenz wegen der von dem Gr. Attems nicht bezahlen wollenden Tax. Dan P. Bernardin Erberg S. J. wegen der pro genealogia aufzulegen seyenden Blätern. Nachmittag der Raitsofficier Perr wegen Crayßbothen. Abends war ich bey meinem englischen Eheschäz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 15. Vormittag war bey mir der Feldkriegscomissarius von Puchner wegen der dem nunmehro laszischen Hauptman Richler zu ertheilen seyenden Fürspann von Triest nach Insprug. [29] Dan ein brounischer Unterofficier mit einem croatischen Unterofficier wegen der des General Petazi Bagage zu verschaffen seyender Unterkomnus. Nachmittag war ich bey Assentirung deren Recrouten, weil sich der præses wegen heüt celebrirenden Nahmenstag zur Sau-Brucken retiriret hat. Heüt waren assentirt No. 18 und biß heüt 300, mit hail 318; gehen also noch ab auf das erste mit ultima hujus zustellende quanta 68, weil in allen 386 seyn müssen. Dan war ich mit meinem, bey der Assenta auch gewesten Micherle, bey meiner herzallerliebsten ausserwahlten englischen Ehegemählin, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. Dan war bey mir die sternwirtische Jungfer, sich wider die daselbst bequartirte petazische Bagage und Leüth zu beschwären, weßwegen ich den brounischen Gemeinen nahmens Schlegl dahin geschickt, um die Leüth eines manierlichen Betragens zu ermahnen. Dan war da Mr e Mad. Dinzl. 16. Heut vor 5 Jahren und 3 Monaten war, laider Gott, der betrübste Tag vor mich, da m. englisches Ehegespandl auß meinem Hauß zur Grabstatt getragen und von mir mit wainenden Herz und Augen begleitet und vorhero das leztmahl in meinem Hauß völlig derküst und mit heissesten Thränen benezet worden. Ach Gott, lasse dieses mein herzallerliebstes Eheengerle die [30] ewige himlische Freüden genüssen und ihro zu meinem grösten Trost bekant machen, wie ich sie beständig auf das zartlichste Liebe verehre und beweine. Bey mir war Vormittag Oberland. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi. Nachmittag kam zu mir der Pfarrer von Coschana, auch Zanchi. Dan der Polz, fürst-aurspergischer Inspector, 660 | 1758 Februar wegen Mad. Drussetichin ihrer Pension. Schlud/er/bach in seinen Anligen, Ziegler mit Amtsexpeditionen. Abends war ich bey meinem ausserwahlten Eheschaz, englischen Weiberle, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Spätter habe denen Dinzlischen 6 Botilien Samos und etwas von macaroni di Napoli zum verehren geschickt. 17. Vormittag war bey mir der Dr. Vidmayr, neuresolvirter protomedicus, sich um ein augmentum salarii zu recommendiren. Dan war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten Mantscherle, englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt habe in Nahmen meines Micherle dem registratori Pirschl 6 Botilien Samos geschickt. 18. Vormittag war bey mir P/aul/ Al/oys/ Aursperg im Hauß. Dan der Hauptman Perego auch im Hauß. Dan der Puchner, mit dem ich Morgen [31] bey Übernehmung deren Monduren um 8 Uhr morgens in Castell einzutreffen concertiret habe nach vorheriger Kirchenandacht. Nachmittag war da P. Mäster wegen des von dem Crayßamt zu Rudolphswerth arrestirten pleterjachischen Hofrichters und an heit deßwegen erlassender Verordnung an das Crayßamt, welche ihme auch gleich habe überschickt. Dan war da der Dinzl. Spätter war ich bey meinem herziniglich geliebtesten englischen Ausserwählten, englischen Ehegespänd, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war auch bey mir Br. Zierhaim, deme hernach 6 Botilien Samos geschickt. Voriges 1757ten Jahrs an heütigen Tag ist mein liebste Schwester Maximiliana zu Lack abbesse erwählt worden. 19. Vormittag um 8 Uhr war ich bey meinem englischen Eheschaz bey der Meß. Dan mit dem Feldkriegscommissario von Puchner in Castell, 200 etlich und zwanzig gelifferte Monturen und Zugehor commissionaliter zu recognosciren und übernehmen zu lassen in Beyseyn des brounischen Leüthnant Mercanti und deren Libranten Kürschlager und Desßelbruner, wo die vollige eines Mans Montirung und Zugehor per 19 fl. 54 kr. accordiret ist. Dan war bey mir der Puchner. Nachmittag war bey mir Br. Gussich, Crayßhauptman, [32] der dieser Tagen von Wienn retournirt ist. Dan der fürst-aurspergischer Inspector Polz mit dem Verwalter zu Gotschee Kehrn, der die knesenhoffische Tochter heürathen wird. Dan ein geistlicher Bruder zu gedachtem Kehrn. Item der Br. Zierhaim. Heüt morgens um ½ 7 Uhr ist mein Micherle mit Mr Longho nach Stain und um ½ 10 Uhr abends wieder hier retournirt, zugleich auch zu Münckendorf die Frau Fran/cisc/a Hallerstein und zu Mannspurg ihr Schwester Frl. Mariandl besucht. 20. Vormittag war bey mir der Hauptman Perego, dan der Longho. Dan war ich in Rath von 10 biß ½ 12 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Mercanti. Nachmittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner. Dan Leüthnant Schlegl von Broune, der nun auch unter das lascysche neue Regiment komt und nun nach Clagenfurt auf die Werbung gehet. Später war ich bey meiner herzallerliebsten Gemählin, englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war ich bey Knesenhof, wo ich auch die Brautleüth angetroffen und ihnen gratuliret habe. Nach 5 Uhr ist hierdurch nach Rom passirt der Bischof von Breslau Graf Schafgotsch. [33] Abends spatt kam zu mir der Obristleuthnant von Conti; komt erst von Triest und gehet Morgen nach Wienn, wo er meinen Heinerle besuchen will. 21. Vormittag war bey mir gedachter von Conti, der bald darauf abgereist ist. Zugleich war da der Hauptman Perego und der Leüthnant Schlegel, welcher lezte Morgen nach Clagenfurt verreist. Zu Mittag speiste bey mir gedachter Leüthnant Schlegel. Gegen Abend war ich mit mein Mich/er/le spaziren. Dan bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß er Mich/er/le suppliret hat. NB. Gestrigen tags anno 1746 ist mein Tochterle Josepha gebohren worden. Vide 24. Mai. Heüt machte mir Frl. Lenerle die Proposition, ob ich nicht das biß künfftigen Georgi annoch zu bewohnen | 661 1758 Februar seyende Quartier des Paul Aloys Grafen von Auersperg von gedachter Georgi weiters ihrem H. Brudern Franz Br. von Hallerstein um den nehmlichen Zins überlassen wollte, worein ich ohne Anstand gewilliget habe. So hätte auch Br. Hallerstein gerne, das er die wenige Zeit, die er herauf zu komen pflegt, die Kost bey mir haben mochte gegen billiger Vergüttung, worein ich ebenfalls gerne gewilliget und mich hierinfalls in mein Frl. remittiret habe. NB. Von 19. auf dem 20ten hujus hat sich die Jungfer Fränzl, des in meinem Hauß logirenden [34] Zinngiessermaisters Tochter, zu Hauß nicht eingefunden. Gester hat sie der Vatter bey dem Sckander gesucht und nicht gefunden. Heüt komt sie auch nicht zum Vorschein, mithin supponiret wird, das sie mit jemand von hier weggegangen. Der Vatter und noch mehr die Mutter hatten nicht allein durch die Finger gesehen, sondern noch eine Freüde bezeügt über die vielle und allerhand Bekantschafften, die sogestalten erzogene ihre liebe Tochter in kurzer Zeit zu machen, auch mit ihnen in denen Wirtshausern und hin und wider vor der Stadt sich wohl zu divertiren gewust, auch in Cafféhausern und anderen Kauffmannsladen, wo man ihr gemacht hat. Was nun diese gutte Education noch vor fernere Früchte hervorbringen wird, lehret die Zeit. 22. An heütigen Tag anno 1741 ist mein Töchterle Maria Ana Renatha Notburga gebohren worden. Vide 27. Augusti. Nachmittag war da P. Mäster mit der Nachricht, das ihr Hofrichter von Pleterjach zu Neüstadtl vergangenen Sonntag von dem Crayßhauptman des Thurn-Arrests entlassen worden und er Hofrichter sich nun allhier befindet. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war ich bey meiner Schwägerin [35] Frl. Franzl von Erberg, ihro die erfreüliche mit heütiger Post von meinem Hänßl überkomene Nachricht zu erinnern, das er von dem Prinzen von Lowenstein in sein Cuirassirer Regiment alß würcklicher Leüthnant ernennet worden seye. Dan war bey mir der Hauptman Richler, der sein Weeg von Triest hierdurch und durch Kärnten nach Insprug nihmt und Morgen von hier abreiset, deme ein par Bottilien Samos zum Schlaftrünck regaliret habe. So habe auch heüt meiner lieben Schwester Abbtissin zu Lack noch 6 Bottilien geschickt, ingleichen dem hiesigen Stadtcamerer Renilovich zwey Bottilien. Heüt gegen Abend ist meine niece Mad. Buset um ein Kind gekomen, wie mir ihr Schwester mit einem Billet erinnert hat und will die Frucht in spiritu vini conserviren, welchen ich ihro auch gleich geschickt habe. 23. Vormittag war bey mir der Hofrichter von Pleterjach nahmens Mor. Dan war ich in Rath von 10 biß 11 Uhr. Dan bey meinem herziniglich geliebtesten englischen Ehegespändl, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan waren bey mir einige Bauren von dem Pfarrer zu Stein recomendirt wegen der Wohlenspinnerey, die ich an Mr Longho addressiret habe. [36] Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longuille, mit der ich debatirt habe, was an Hauptman Seriman zu schreiben seyn wird. Nachmittag von 3 ½ biß 4 ½ hielte Commission in buccellenischen Bergwerck Sava betröffender Angelegenheit und haben die Tagsazung denen Partheyen gegeben auf dem 29. nächst eingehenden Monats Martii, Vormittag um 9 Uhr. Dan war ich in Taxamt bey Revision der Expeditionen biß 6 Uhr. Dan bey Mad. Buset, die sich in ihrer Stand wohl, doch betligerig befindet. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville et Mr Longho. Abends war da Mr et Mad. Dinzl, welchen ich eine Botille von sugo d‘uva passa, so bey 5 Jahr alt ist, regaliret habe. 25. Vormittag war bey mir Fränzl Lamberg und der Graf Attems, chanonicus von Olmüz und Passau. Dan Diseni und Leüthnant Mercanti. Nachmittag war ich bey Diseni, Kriegscommissariatsofficier, 2790 Par von Neümärcktl gelifferte Soldatenstrümpf commissionaliter zu übernehmen und hat ein Duzet Par 8 ½ lb. circa gewogen. Dan war ich bey meinem englischen Mantscherle, herzallerliebsten Weiberle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 662 | 1758 Marec Abends war bey mir Mr Oberland. [37] 26. Vormittag war bey mir Hübner in Amtsgeschäfften. Dan der Hauptman Perego, der mir unter anderen erzehlte verschiedene changemens und avancemens bey dem brounischen Regiment: der Hauptman Graf Seriman ist Major worden bey nehmlichen Regiment, Second-Major Graf Herberstein chevaliere de Malte, Hauptman Br. Strasser Major unter Baaden Baaden, der dahier geweste Major von Preyß, ex post gewordener Obristleüthnant nun Obrister bey denen Pioniers, der hier geweste Hauptman Smit, dan gewordener Major nun Obristleüthnant unter Charles oder jung Colloredo, der hier geweste Oberleuthnant Richler, ex post gewordene Capitain-Leüthnant nun wircklicher Hauptman unter Lascy etc. Dan war ich mit mein Micherle bey m. englischen herziniglich geliebtesten Gemählin bey der Meß. Dan suchte m. Schwagerin Frl. Franzl, war aber nicht zu Hauß und fande sie bey meiner Frl. Lenerle, wo ich ihro die heüt von Mr Mayr von Wienn erhaltene angenehmste Nachricht gemeldet habe, wie nehmlich mein Sohn Johannes alß würcklicher Dragoner-Hauptmann unter Prinz Löwenstein geworden und zwar in Rang der dritte und wird zugleich ein Escadron commandiren und vieleicht in kürze nach Wienn, wo der Samelplaz ist, komen. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi. Nachmittag war bey mir Hofmann in Amtsgeschafften, dan der Longho. Abends waren [38] wür alle bey Benj/ami/n Erberg, bey deme sich das Podagra von einigen Tägen her angemeldet hat. Die heütige Zeittung wegen meines Sohns Jean wird mich machen vergnügt zu Beth zu gehen, dafür Gott der Danck und ihme mein gesamte Famille recomendiret seye. 27. Vormittag war bey mir der Schlud/er/bach in seinen Affairen. Insimili der Brezl. Von 10 Uhr biß ½ 12 war ich in Rath. Dan suchte mein englisches Mantscherle, war aber die Kirchen nicht mehr offen. Dan war ich bey Herberstein wegen des Jamnig. Dan bey Br. Benj/ami/n, wo mit Franzl Lamberg gesprochen. Zu Mittag speiste bey mir des Micherle latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich mit Mr Nemezhoffen et Hofmann und m. Micherle in Zuchthauß. Habe auch dahin komen lassen den Burgermeister und andere von Magistrat zu besehen, wie 4 Übelthäter vor einigen Tagen darauß entkomen seyn. Dan war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Ehegespandl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Abends war da wieder der Brezl, dan ein Badergesell und spätter chevalier Lamb/er/g. Dan der Dinzl, der Morgen nach Ehrenau verreiset. 28. Vormittag war bey mir Hauptman Perego wegen [39] nun in der Militarpflanzschull vacant werden sollenden 3 Pläzen vor die hiesige Jugend, unter welche er gerne den 7-jahrigen jungen Br. Gall bringen möchte und sich wegen der etwa vor ihm erforderliche Equipirung erkundigte. Dan war bey mir der Sigmund Liechtenb/er/g, defuncti Ludovici filius. Dan der P. Mäster Jesuiter wegen des pleterjachischen Hofrichter und wegen des fiumanische collegii in Rectificationsangelegenheit. Dan der Hofrichter Mor selbsten, der heüt revertiret und mir die Specification gebracht hat deren Unkösten, die er zu seiner Schadloßhaltung von dem Crayßamt in Unt/er/ Crain ansuchet. Dan der Longho wegen Wollenspinerey. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Dan der Jamnig wegen Übernehmung der Rechnüngen über den Militarquartierzinnß, Canzleynotdurffen und Sau-Strom-Navigationsfundum. Abends war ich bey meinem ausserwahlten herzallerliebsten Eheengl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 1758 Marec 1. Marzi. Vormittag war bey mir Persky wegen Strittigkeiten zwischen den 2 Baumeister zu Lack und zu Crainburg und wie solchen abzuhelffen. Die Wittib Fabiani, das ihro das von Siticher Process gebührende auß der Cameralcassa nicht bezahlt werden wolle, bittet auch um Hilf. Dan der Brezl in seiner Angelegenheiten. [40] Zu Mittag speiste bey mir Mr de Gandin. Nachmittag war bey mir protomedicus Vidmayr vocatus in Betröf deren leztlich conoscirten Baadergesellen in | 663 1758 Marec Gelegenheit deren von dem Brezl haltenden Collegiis Anatomicis und sagte, dieses auf ein landschafftliches Conferentialdecret gethan zu haben. Abends war ich bey meinem englischen Schaz, allerliebsten Ehegespandl, mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Spätter war da Mad. Dinzl, ma niece, die Morgen nach Ehrenau verreiset und die ich nach Hauß begleitet habe. 2. Vormittag war bey mir der Bethverwahrer Trebes wegen der Fürspann seiner zur Armée in Böhmen zu liffern die Ordre habenden Bethfournituren, wozu er 60 Pferde brauchet. Dan war ich in Rath von 10 biß gegen 12 Uhr. Dan war ich bey dem præsidis wegen des nachmittagigen contradictorii, weil der Nemezhof wegen des atrabilaren Hofmann nicht erscheinen will, hat aber versprochen selbsten dazu komen zu wollen. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war bey mir Brezl, dan 2 Capuciner. Von 3 biß 4 Uhr war ich in Rath, wo ein contradictorium fürgekomen, sonsten [41] aber auch Hizigkeit abgesezt hat zwischen dem præside und Hofmann, welchen lezten erster etwas hart angegangen hat. Der Hofmann hat in der Sach selbsten eben nicht übel votirt, da er die Behelffe dem Stifft Münckendorf nicht hat benehmen wollen. Weil aber der præses bey dem deciso der Stell hat bewenden lassen wollen und dem Hofman anbefohlen, das Urtl nach seiner Mainung ad protocollum zu geben, dieses aber eben dem gewöhnlichen stylo gemäß nicht verfast war, sagte præses, das er bey einem so eselhafften Urtl nicht sizen wolle. Dan hat ein Wort das andere gegeben, sodas præses den Hofmann deßwegen etwas hart hergenohmen, weil er gar zu gerne oder gar zu leicht sich mit jedermann abwirfft. Weil er vor sich eine gar zu grosse Præsumption und Prævention hat und nicht wenig auch eigensinnig ist, so das er ihm gesagt, das er Fried haben wolle, anderer gestalten er ihm dazu zu verhalten wissen werde. Der casus ist folgender: Primus Kolenz hat mit Bewilligung des Stadtraths zu Crainburg seine Tochter, an den 17 Jahr, bey der Stadt dienenden Knecht nahmens Lucas Praster oder Presterle den 11ten Jener verhayratet. Die Stadt hat in vorigen Monath diesen Lucas Presterle zum Recrouten gestelt. Kolenz glaubte, dessen Befreyung mit recht suchen und erhalten zu kannen. [42] Hierüber wurde Crayßhauptman Br. Taufferer und durch ihme der Stadtrath zu Crainburg vernohmen und bey eingebrachten Bericht der Kolenz und seinen petito abgewisen, somit befunden worden, das die Stadt den Presterle alß Recrouten zu stellen befugt und die Heyrath nicht am Weeg ware. Dan ist das Stifft Münckendorf eingekomen, welches prætendirt, das gedachter Presterle ein münckendorffischer Erbhold seye, mithin die Stadt Crainburg solchen vor sich zu stellen nicht befugt war. Prætendirte also, das gedachter Presterle entweder auf und vor das Stifft zu assentiren wäre oder aber das sich die Stadt Crainburg obligiret, künfftig vor Münckendorf einen anderen zu stellen. Nun ist das æquivocum heütiger Quæstion leicht abzunehmen, indeme nicht mehr die Frag war, ob Prest/er/le vor einen Recrouten gestellet werden köne, dan pro affirmativa war schon decidirt sub 17. passatto, No. 12. Die Quæstion war an heüt lediglich, ob er vor die Stadt Crainburg oder vor das Stifft Münckendorf zu assentiren seye. Dieses æquivocum gabe Anlaß zur Hizigkeit, weil præses prætendirte, das es schon decidiret worden et Hofman wie auch ich und der Nemezhof das noch zu decidiren seye. Und beede hatten recht, wan man nur die quæstiones hätte gelassen, [43] unterscheiden wollen oder besser zu sagen, wann die Gemüther nicht erhizt gewesen wären. Es ist nicht ohne das, wan das assertum wahr, das der Presterle 17 Jahr zu Crainburg gedienet hat, so hatte die Stadt ihn zum Recrouten geben könen, es hätte auch nicht 17, sondern nur 10 Jahr erfordert. Dieses aber hat das Stifft widersprochen und das er intermedio tempore auch ander Orten gedienet hat, welches dem Stifft zu probiren, allerdings hätte beweilliget werden könen und sollen. Dan war ich mit Nemezhof spaziren. Dan bey Puchner, der mit mir zu reden hatte. Dan bey denen alten grimschitschischen und crobatischen Fraülen, die mir ein Billet geschriben. Dan bey Frl. Fränzl. Spätter bey Br. Benjamin. 3. Vormittag war ich in Conferenzialrath von 9 biß ½ 12. Dan bey meinem englischen ausserwählten herzallerliebsten Eheschaz, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. 664 | 1758 Marec Nachmittag war bey mir Hauptman Perego um den Hauptschlisßl, weil sich außgesperet hat. Der Castelliz, Verwalter von Kaltenbrun, wegen seines Sohns, das er pro alumno gerne anbringete. Tromar mit Expeditionen. [44] Mad. Erberg, née Engelshauß, wegen avancemens meines Sohns Jean zu gratuliren. M. Schwägerin Frl. Fränzl, die ich nach Hauß begleitet habe. M. Schwager Br. Wolf Daniel wegen denen grimbschizischen und croatischen Fraülen. Von Feld Kriegscomissarius mit Expeditionen. 4. Vormittag war da der Sachs, so derzeit bey Br. Codelli in conditione ist und von dar weeg und nach Wienn gehet, dahingegen zuruckzukomen und zu Mad. Mordaxt, née Hallerstein, in Condition zu gehen versprochen hat. Er heist [–],1053 war biß zu diesen Kriegsanfang Corrector bey H. Gottsched zu Leipzig. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war bey mir Tombschitsch vocatus eben wegen der Longvillin. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 5. Vormittag war ich bey meiner ausserwählten englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß mit m. Micherle. Dan bey Dr. Knesenhof mit dem an heüt von Obrist Seckendorf erhaltenen Schreiben, womit er mir erinnert, das der Milbacher Fähnrich geworden. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi und der Longho. Nachmittag war bey mir Crayßhauptman Br. von Taufferer in verschiedenen Amtssachen. [45] An heütigen Tag ist mein liebe Schwester Francisa1054 Josepha anno 1705 gebohren worden. Vide ihren Todfahl 9. Augusti. Eben an heütigen Tag anno 1716 ist mein Großschwigervatter Johan Daniel Freyherr von Erberg gestorben, alt 68 Jahr, 2 Monath und 20 Tag. Vide sein Gebührt den 13. Dezember. 6. Vormittag war bey mir Hauptman Perrego. Von 10 biß gegen 1 Uhr war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Buchhaltereyraitsofficier Perr in Amtsgeschäfften. Ingleichen der Jamnig. Dan der Caffésieder Angelo, der an Georgi in mein Hauß zu komen hat. Abends war ich bey meiner herziniglich geliebtesten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 7. Vormittag war bey mir ein Maronitischer Prinz von Palestina, um Fürspann und sonst Hilf zu bitten. War mit gutten Passen versehen von dem Kaiser, Königin und dem nuntio. Dan der Brezl mit einem franzosischen chyrurgo. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag Jacob Hochenwarth, P. Bernardin und P. Joseph Erberg S. J. Dan der Franzl Apfaltrer von Adlsperg. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, [46] wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 8. Vormittag war bey meiner Fraüle und bey mir die neuvermählte untercrainischer Crayßhauptmanin Br. Erberg, verwittibt geweste Gräfin Paradaiserin, gebohrne von Dienersperg, welche von meiner Schwägerin der Frl. Fränzl aufgeführt worden. Nachmittag war bey mir protomedicus Vidmayr mit dem Bericht des Collegii Medicorum über das zürchische den Viehumfahl betreffende consilium. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war ich in Contrevisite bey Mad. Erberg, gebohrne Dienersperg, bey der alten Erb/er/g, gebohrne Apfaltrer. Heüt abends ist die Gräfin von Gallenberg mit einer Fraüle glücklich niederkomen. 9. Vormittag war bey mir Hauptman Perego. Von 9 biß gegen 1 Uhr war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Augustin Widerkhern. Nachmittag war bey mir ein parmahl der Hrawalli mit Expeditionen wegen des geheimen Befehl an Fiscalen von Merzenhaim und Postverwalter Amigoni in Folge der heüt vorgekomenen höchsten Resolution und Verordnung. Dan war ich in Taxamt, die [47] expeditiones von vorigen Monath zu revidiren. 1053 Prostor in tri pike za ime. 1054 sic! | 665 1758 Marec Dan bey meiner englischen herzallerliebsten ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mad. de Werthenthall, die heüt ihren Nahmenstag celebriret. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl Erberg. Dan war bey mir Franzl Lamberg, der Übermorgen mit seiner Fraule Schwester alß Brauth und dem Grafen Coronini alß Brautigam nach Görz verreisen und am Sonntag wird deren Copulation zu Leitenburg bey der Brauth Großoncle dem Graf Ludwig Cobenzl. Und ist diese Copulation wegen erst von Rom eingelangter Dispensation biß dato differiret worden. 10. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 12 Uhr und hat krafft lezteingelangter hochsten Resolution der H. von Nemezhoffen alß Repræsentation- und Camerrath das gewöhnliche Jurament abgelegt. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Vor den Rath war bey mir Augustin Widerkhern, der bald darauf nach Klein Lack in Unt/er/ Crain verraist ist. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis in Angelegenheit des Joseph Starckmann, der sich alß chyrurgus hier ansessig macht [48] und nun ordentlich examinirt und der chyrurgischen Mitte einverleibet werden wollte. Spätter war bey mir Hofmann wegen des wegen Pruschnikar Morgen nach Hof abgehenden Berichts. 11. Nachmittag war bey mir der Nemezhoffen wegen durch den Hentl zu Überkomung eines Fahndels vor dem Augustin Widerkher bey dem Herberstein gemachten Anwurf. Der Fiscal von Merzenhaim wegen der gester und vorgester in hiesigen Postamt der höchsten Resolution gemäß abgefuhrter Commission. Spätter war ich bey meiner ausserwahlten englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 12. Vormittag war bey mir Nicoletti wegen des Hauptmansquartier zu Adlsperg in seinem Hauß. Dan Longho. Dan war ich mit meinem Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Meß. Dan bey Dr. Ant/on/ Kappus, bey Dr. Garzarolli und dan bey denen grümbschitsch und croatischen Fraülen. Zu Mittag speiste bey mir Br. Franzl Apfaltrer. Abends war bey mir Mr Zergollern wegen Augustin Widerkher, der ein Fahndl unter Kheil bekomen. Dan war ich mit m. Micherle spaziren. 13. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Joseph Zanchi. Nachmittag war da Mad. Duvalles ein Succurs zu suchen, [49] der ich dan abermahls vorgeschossen habe, in deme sie ihr ältere Tochter nahmens Liserle mit dem Br. Salvay verhayratet und also ein so anderes bedarf. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1725 war das solemne Verspröchen zwischen meiner lieben Schwester Johanna Antonia und den Wolf Caetan Baron von Kuschland. Vide 13. Mai. Heüt morgens habe anfangen lassen der Länge nach an meinem Hauß, ein Klaffter weit von der Maur, mit Quatersteinen die Gassen zu flastern. 14. Heüt ist, laider Gott, 5 Jahr und 4 Monath, das ich mein englisches herzallerliebstes Ehegespändl in dieser Zeitlichkeit verlohren habe. Ach Gott! Ach unschäzbarer Verlust! Ach englisches ausserwähltes Weiberle. Ich zweifle nicht, mein Herz, das du eben so von mir alß ich von dir denkest. Ich bitte nur Gott, das er dir meine beständig zu dir tragende zärtlichste Lieb und Treüe bekant machen, mir aber wenigst offter von dir traumen lassen und mich dadurch in meiner Betrübnus trösten möchte. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. Dan die Holzbauren, die mir das den 27. Dezember leztabgedrucktes Jahrs in meinem diario angemercktes Bauholz geliffert und dafür die Bezahlung empfangen haben. [50] Nachmittag war bey mir der Nicoletti wegen seines Hauß zu Adlsperg tragenden Militarquartier. Dan der Schluderbach, der dieser Tagen mit einigen von den ständischen Depurirten die untercrainischen Landstrassen visitiren gehet. Abends war ich bey meinem herziniglich geliebtesten Eheschaz mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1752 ist mein leztes Kind Ignatius gestorben. War gebohren den 3ten Augusti 1751, mithin hat gelebt 7 Monath, 11 Tag und ist just 7 Monath vor seiner englischen Mama zu Gott gegangen. Dieser 666 | 1758 Marec allerliebsten Mama und meinem englischen Ehegespandl habe an heüt in dem ihr zu Verehrung gemachten schönen Meßkleid die H. Meß lesen und vor sie appliciren lassen alß ein von mir mehr dan schuldigstes Opfer. 15. Vormittag war bey mir der Dr. Vidmayr, der noch allweil ein augmentum salarii hätte und sich recommendirte. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 16. Vormittag war bey mir Ob/er/land. Von 9 biß Mittag war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Longho, der sich mit dem Weitenhiller brouillirt hat. Bin also ich zu Weitenhüller und habe die Sache unter ihnen güttlich beygelegt præsente Longho. [51] Dan war ich bey meiner herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war ich bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl, wo der Longo zu mir gekomen, sich um die adjustirte Brouillerie zwischen ihm und dem Weitenhüller zu bedancken. Heüt vor 5 Jahren und 4 Monaten war das leztmahl, laider Gott, das ich meine herziniglich geliebteste Gemählin todter in meinem Hauß derküst und zu ihrer Grabstatt mit weinenden Herz und Augen begleitet habe. Gott, lasse dieses mein englisches Ehegespandl die ewige Glückseeligkeit genüssen und ihro meine zu ihr tragende beständige getreüeste und zartlichste Lieb und Verehrung bekant seyn. An heütigen Tag anno 1738 ist mein Söhndl Josephus gebohren worden. Vide 26. Dezember. Gester abends ist von Wienn allhier retourniret Leopold Graf von Lamberg mit seiner Gemählin. 17. Vormittag war bey mir Augustin Widerkehrn, der von dem Obristwachtmeister des keilischen Regiments Br. Uttenhoffen, das er alß Fähnrich unter gedachtem Regiment vorgestelt worden, benachrichtiget unter einsten Befehliget wird, sich schleinig beym Regiment einzufinden. Nachmittag war bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer. Dan der Perßky, mit welchem lezten ich ein so anderes abgeredet habe, mein Hauß auf die Gassen zu höben und wie die Facade zu machen. [52] Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. An heüt hat mein Schwager Ferdinand Br. von Erberg, Pfarrer zu Morautsch, 36 Jahr seines Alters zuruckgelegt. So celebrirt auch heüt sein Gebuhrtstag H. Joseph Gabriel von Buseth, Gemahl meiner niece Cacilia gebohrne von Utschan und hat heüt 42 Jahr seines Alters zuruckgelegt. 18. Vormittag war bey mir der Kriegscommissarius von Puchner nomine præsidis, das ich mit ihm gehen möchte, die 200 Sätl mit den Riembergen vor die Packpferd zu übernehmen, welches ich auch gleich gethan habe. Dan war ich bey meiner iniglich geliebtesten englischen ausserwahlten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Vorhero war bey mir Hauptman Perego, der gester von Triest retourniret und bey mir wie vor logiret ist und mit dem ich vielles in Anlegenheit deren sehr übel außehenden Brouillerien zwischen den Br. Gall und seiner Gemählin, gebohrne Schärffenberg, gesprochen habe. Dan war bey mir vocatus der abbé Stemberg wegen Suilocossi zu Fiume. Nachmittag war bey mir Hofman, der mit und nebst dem Nemezhoffen eine Commission abgeführet haben in Be [53] tröf des brennholzes Masserey und Preiß und ist in meinem Hauß eine Resten mit der Wienner Klaffter außgemessen worden. Dan der Lenz in Amtsgeschäfften. 19. Vormittag war bey mir Longo. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebwertesten Ehegespändl mit meinem Micherle bey der Meß. An heütigen Tag anno 1726 war meine solemne Eheverlobnus mit meiner ausserwählten, mir von Gott außgesehenen herziniglich geliebtesten Brauth und englischen Mäntscherle, welche sich meiner eben sowohl alß ich ihrer erinneren wird. Gott, lasse ihro alle himlische Freüden genüssen und erhalte sie beständig in meinem ihro allstetts getreüesten Herzen zu unserer Freüd und Vergnügen voller Zusamenkunfft. Nach der Kirchen war ich mit mein Micherle bey den Tallbergischen, wo er sein Nahmenstag an heüt celebriret. Dan bey Mad. Erberg, gebohrne Apfaltrer, Josepha. Ingleichen bey Mr de Buset Joseph, der meine niece zur Ehe hat. | 667 1758 Marec Nachmittag bey P. Rector S. J. und bey P. Joseph S. J. mein Schwagern, beede Joseph. Dan bey P. Joseph Luckantschitsch, Capuciner. Spätter suchte den Br. Waicard Gall bey denen Franciscanern, wo er sich nach alleweil aufhaltet, war aber nicht anzutröffen. [54] Es scheinet, das die zwischen ihm und seiner Gemählin, gebohrne Gräfin von Schärffenberg, eine so schmuzige alß betrübte Saite haben därffte, weil er die Sache vor dem consistorio absolute anbringen und sich davon weder von dem Landshauptman weder von chevaliere Barbo und anderen, die sich interponiren, abhalten lassen will. 20. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi, der Morgen nach Fiume retourniren und1055 circa halben kunfftiges Monats wegen seines Process wieder anhero komen will. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey den geistlichen Exercicien bey den Jesuiten. Dan bey Mad. Zergoll in Visite. Dan bey meinem englischen hezallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey Flachenfeld, der mit mir zu reden hatte in Amtssachen. 21. Vormittag war bey mir die Wittib Fabiani, Oberland nomine præsidis in Amtsgeschäfften, Bestandinhaber Streisß von Herrschafft Gallenberg in Recroutenwesen. Nachmittag P. Master S. J. Dan war ich mit m. Micherle bey den geistlichen Exercicien bey Jesuiten. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Meß mein Mich/er/le suppliret hat. 22. Nachmittag war bey mir der von Triest gek [55] omene brounische Fourier Kumer. Dan des Auditors Gemählin. Spätter der Br. Taufferer Crayßhauptman vocatus wegen lezten Anbringen des Proviandverwalters. Abends war ich bey meiner ausserwahlten herzallerliebsten englischen Ehegemählin, wo mich Vormittag mein Mich/er/le bey der Meß suppliret hat. Heüt habe ein Verschlägl mit 12 Botilien Samos an dem Pfarrer Kraßkovitsch nach Scalis abgeschickt, weil er mir zu Ende voriges Jahrs einige steüerische Kapuner zum Præsent gesant. 23. Vormittag war ich bey dem Jesuiterprovintial P. Langetl, der nach Rom raiset zur Wahl ihres Generalen. Dan war ich bey meiner herziniglich geliebtesten Gemählin, wo auch mein Micherle gewesen. Dahingehen ist an heüt wegen der Kirchenceremonien kein Meß gelesen worden. Dan war ich bey Crayßhauptman Br. Taufferer wegen der Proviandverwaltersvorstellung. Dan bey Præsidenten Grafen von Herberstein wegen des Recroutentraha. Bey mir war Ziegler vocatus wegen der dießfälligen Expeditionen. Nachmittag war bey mir P. Rector S. J. mit dem Osterferienwunsch. Dan Modesti et Marenig, beede Advocaten vocati wegen des Recroutentraha. Dan Ob/er/land mit ein rulirenden Referat. [56] Heüt ist der Steinmüz bezahlt worden vor das Pflaster von Quatersteinen vor meinem Hauß verglichener massen per 55 fl. – Dan extra des Steinmüz Gesel en, der 10 Tag darbey gearbeit à 30 kr., mithin 5 fl., zusamen 60 fl. - Dazu komt ein Maurer, der 6 Tag gearbeitet à 17 kr. 1 fl. 42 〈kr.〉 - Ein Tagwercker 7 Tag à 18 s. 1 〈fl.〉 11 ½ 〈kr.〉 6 〈fl.〉 51 ½ 〈kr.〉 - Ein Palier 7 Tag à 34 kr. 3 〈fl.〉 58 〈kr.〉 Das Pflaster war angefangen den 13. hujus fruhe und war fertig den 20. hujus abends und hat ut supra in allen gekostet 66 fl. 51 〈kr.〉 2 〈den.〉 Der Kalck ist extra. Heüt Nachmittag ist die gewöhnliche Jesuiterprocession allhier passirt. 24. Nachmittag bin ich mit der Discalziaten-Todtenbruderschafft die H. Gräber besuchen gangen und seyn von darauß um 1 ½ und retournirt um 3 ½: erstlich zum Augustinern, dan in Spittalkirchen, Domkirchen, 1055 Sledi še enkrat und 668 | 1758 Marec Bruderschaffthauß, Franciscaner, St. Florian, Jesuiter, St. Lorenz, Teütsche Kirchen, Ursulinerinen, Clarisserinen und Discalziaten. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo heüt eben kein Meß gelesen werden konte. Abends passirte die gewöhnliche Capucinerprocession in gutter Ordnung; kam zu mein Hauß um 7 ½ und gegen 9 Uhr war vorbey. Bey mir schauten die Procession Mad. Du Valles mit ihren 2 Tochtern, dan [57] Br. Salvay, Mr Longho, Mr Brankovich der alte, der junge Br. Paungarten parvista und1056 kleiner Sohn von Mr Polz. Heüt ist der Heyratscontract zwischen Br. Salvay und der älteren Tochter der Mad. Du Valles verabgeredet worden. Die Brauth hat nichtes. Salvay gibt ihro vor die Morgengab 1/c #, dan 6/c fl. sich zu equipiren und vor die wittibliche Unterhaltung per Pauschen 6/m fl. Deren Wohnung wird seyn zu Triest und er kan sogestalten seine 2 Herrschafften St. Servolo und Castell Novo genüssen. Gester soll auch die Uneinigkeit zwischen1057 Br. Gall und seiner Gemählin, gebohrne von Schärffenberg, mittels des Landshauptman Graffen von Auersperg, der eben gester deßwegen bey denen Franciscanern, wo sich Br. Gall aufhaltet, zu Mittag gespeist, außgeglichen und be〈y〉gelegt worden seyn. Wie und auf was vor eine Arth, ist noch nicht bekant. An heütigen Tag anno 1756 ist die Fraule Franzl von Bossio allhier gestorben, welcher Gott die ewige Glückseeligkeit genüssen lassen wolle. Sie war gebohren den 2ten Dezember 1696, mithin alt 59 Jahr, 3 Monath und 23 Täg. 25. Vormittag war bey mir Hauptman Perego, der mir erzehlte, das zwischen dem Br. Gall und seiner Gemählin, gebohrne Schärffenberg, noch keine Vereinigung oder Acomodement getroffen. Er, Perego, aber bereits resolviret sey [58] künfftigen Mittwoch von hier abzureisen über Gräz, Linz nach Böhmen zur Armée. Zu Mittag speiste bey mir Augustin Widerkhern, der auch alß nunmehriger Fahnrich unter [–]1058 eben am Mittwoch mit dem P. Prior von Augustinern nach Wienn und weiter zur Armée verreisen will. Nachmittag war bey mir P. Langetl, Provincial von Jesuiten, mit dem P. Master. Lenz mit Expeditionen von der Stell. Novack Advocat nomine Julii Gr. Buccelleni, um die auf dem 29. hujus außgeschribene Commission zu prorogiren. Persky ein so anderes wegen des Gebau in mein Hauß zu concertiren und nach den Ferien zu bewerckstelligen. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemählin, englischen Weiberle. Dan bey Jesuiten, wo wir beede unsern österliche Beicht bey P. Irmel verrichtet haben. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Franzl. Vorgester ist die zinngiesserische Tochter, die vor einer Zeit verschwunden war, wie man sagt, von Brem durch ihren Vattern anhero geführt worden. 26. Heüt am Ostersonntag, gleich morgens, erhielte der Brief von der Post von m. Sohn Franz S. J. und H. Kampfmüller und von dem General Kleinholtt, alle der mit der so unverhofft alß vor mich sehr betrübt und schmerzhafften Nachricht, das mein liebes Söhndl, der [59] Heinerle den 21. dieses wenig vor Mittag in der Militarpflanzschull gestorben seye, nach deme er mit allen heiligen Sacramenten versehen worden. In zwey Tagen war er frisch, gesund und tod. Den 19. ist er mit einem Steckcathar und Seitenstechen ganz unversehens überfahlen worden und dan ist ein Kopffräsß zugestossen, welche meinem liebsten Heinerle des Lebens beraubet hat. Seit meiner inniglich geliebtesten englischen und vollkomenen Ehegemählin zeitlichen Verlust hatte ich kein solches Herzenlaid alß diesesmahl empfunden und bedaure den zeitlichen Verlust dieses liebsten Kinds um so mehrer, alß er wegen seiner Vivacität, Esprit und allenthalben gutten Talenten die beste Hofnung von sich gegeben und eine so gutte, angenehme und insinuante Arth gehabt, das er von jederman geliebt und mit Distinction estimiret war, wozu sein schöne Gestalt, angenehmes Gesichtl, Geschicklichkeit und guttes Wachsthum nicht wenig beygetragen hat. Besonders da er dabey tugenthafft, from, vernüfftig und vor seine Jahr dergestalten qualificiret war, das er sich in der Welt weit hätte poussiren, der Famille zur Ehre und Ruhm und mir zur Freüd und Consolation hätte seyn könen. Gott hat es also gefahlen, der Nahmen und der Willen des 1056 Orig. in 1057 Popravljeno. 1058 Prostor za ime regimenta. | 669 1758 Marec Herrn seye gebenedeyet soviel alß mich dessen zeitlicher [60] Verlust ganz natürlich betrübet. Soviel gönne ich auch von Herzen die ungemeine Freüde, die seine vollkomene allerliebwerteste Mama bey seiner zu ihr Kunfft gehabt haben wird, diese liebste Frucht unseres zartlichsten Liebe bey ihr zu haben und von ihme versichert zu werden, wie getreü und bestündig ich das allerliebste und ausserwählte Baumlein samt dem meiner Obsorg überlassenen angenehmen Früchten liebe und estimire. Dieses mein liebstes Künd hat mir mein englisches Gespändl geschenckt den 31. May 1747 zu Wienn. Anno 1747, das ist in nehmlichen Jahr bin ich mit meiner herzallerliebsten Gemählin auf Befehl der Königin von Wienn abgereist den 26. Dezember und hat mein Liebste den Heinerle an der Brust mitgenohmen und seyn den ersten Jenner 1748 zu Laybach glücklich angelangt. Den 7. Juni 1757 habe den Heinerle im compagnia des H. von Schifferstein nach Wienn in die Militarpflanzschull (weil er ad Militare eine besondere Inclination gezeüget hat) abgeschickt und ist in gedachter Pflanzschull würcklich eingetretten den 20ten gedachten Junii, wo er auch sein Geist aufgegeben. Mithin gelebet hat 10 Jahr, 9 Monath und 21 Täg und ist den 23ten hujus alß k.k. Cadet bey Maria-Hilf begraben worden in der Cadetengrufft, [61] wie solches oberwehnte heüt behaltene betrübte Brief mit mehrern Außweisen. Heüt war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemahlin bey der Meß, wo wür beede die osterliche H. Comunion empfangen und ihro unser Andacht aufgeopfert haben. Bey mir war Br. Salvay, Leüthnant Mercanti, Nemezhoffen, Oberland und Longho. Nachmittag Mr e Mad. Buseth und ihre Schwester. Dan Ziegler vocatus wegen der buccelenischen Commissionsexpedition. 27. Vormittag nach 10 war ich mit mein Micherle bey meiner herzallerliebsten und allesangedenckenswürdigsten englischen Gemählin bey der Meß. Dan war bey mir chevaliere Lamberg. Zu Mittag speiste bey mir Hauptman Perego und Longho. Um 4 Uhr war ich in Rath biß 6 Uhr. Dan war bey mir der Zimmermannmeister, mit dem ich die Arbeith von Ubermorgen anzufangen concertiret habe. Mein Micherle samt meiner und auch die Frl. Lenerle beweinen und bedauren noch alleweil den so unverhofften alß bläzlichen Todfall meines liebsten Heinerle, welchen Gott bey seiner allerliebsten Mama alle himlische Freüden genüssen lassen wolle. 28. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen und ausserwählten Ehegemählin bey der Meß. [62] Vorhero war bey mir der fürst-aurspergische Inspector Polz vocatus wegen Lifferung eines Haaber vor den Proviandverwalter. Dan war ich bey Herberstein in dieser Angelegenheit. Zu Mittag speiste bey mir Leüthnant Mercanti und der Br. Micherle Paungarten. Nachmittag war bey mir der Proviandverwalter Reichart vocatus. Dan der Hauptman Wnorowsky mit seiner Gemählin en visite. Der alte Steinberg, m. Schwager P. Joseph Erberg S. J., dan H. Seitner, der alß resolvirter Obereinnehmer zu Triest Morgen dahin verreiset. Spätter wieder der Polz und Vormittag der Ziegler vocatus in Amtsgeschäfften. An heütigen Tag anno 1726 habe ich mein allerliebste englische Brauth, nachdeme ich den 19. hujus mit ihro solemniter ehelig versprochen worden, das erstemahl von Herzen geküst, zugleich auch von ihr das erste Busserle empfangen. Ach Gott, wie schen und angenehm haben mir damahls alle Vögerlein gesungen. Wie betrübt ist dagegen mein dermähligen Stand. Gott seye gelobt in Freüd und Leid. 29. Vormittag war bey mir Perego sich zu beurlauben; gehet heüt abends von hier über Graz und Linz nach Böhmen zum Regiment. Unter anderen erzehlte er mir, das Morgen Mad. Gall das Decret zu bekomen habe, [63] um auf dem 7ten künfftiges Monaths beym1059 consistorio zu bescheinen, das der von ihme Hauptman Perego an sie Mad. Gall erlassene und von ihrem Gemahl intercipirte Brief de dato 2ten Novembris voriges Jahrs gewesen, mithin circa halben dicti hat intercipiret werden müssen, um welche Zeit, wie sie nachgerechnet, Br. Gall nicht hier war, mithin von seinem emissario hat geschehen müssen. Sonst aber wollen andere, das gedachte Brief mit No. 60 gezeüchnet war etc. 1059 Orig. beyme, a je bil zadnji e prečrtan. 670 | 1758 April Bey mir war auch der landschafftliche Einspaninger Zorn, der nach Rudolphswerth abzugehen hat, um sich dessen der Crayßhauptman zur Execution verschiedener Partheyen zu bedienen. Dan der Cancellist Lenz wegen dießfälliger Expedits. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war bey mir P. Kapus, Franciscaner. Dan war ich bey dem landschafftlichen Untereinnehmer von Rosenfeld wegen Realisirung eines Interimsschein, so er mir zu besonderer Gefälligkeit Morgen zu bewürcken versprochen. Dan war ich bey meinem ausserwählten englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir Hauptman Perego, [64] welcher bey mir um ½ 11 Uhr in die Postchoise gesessen und wie oberwehnt von hier abgereiset ist und mir recommendiret hat, Morgen Mad. Gall zu besuchen. 30. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Dan bey meiner ausserwählten herzallerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mad. Gall, die heüt ihr Decret von consistorio erwartet. Nachmittag war ich in Rath von 2 ½ biß 5 Uhr. Ex post in continuatione bey dem contradictorio zwischen dem Magistrat und der Herrschafft Flednig. Dan [– – –]1060 In Rath waren einberuffen der Magistrat in personis Burgermaister, Stadtrichter, Stadtsyndicus und Bartlme Zebull. Dan alle Fleischhacker, die sich widersezen, das Fleisch nach der bißherigen Tariffen außzuschrotten. Mithin ist der Zechmaister und Vicezechmeister auf das Castell gesezt, die übrigen aber ihres Handwercks- und Maisterrechts entsezet und Vorsehung gemacht worden, künfftig die Stadt von denen Landfleischhackern besorgen zu lassen, wovon man sich pro publico einen besseren Effect verspricht. Heüt Nachmittag ist mir mein, sub dato Laybach, den 27. Juli 1743 außgehende per 1/m fl. annoch geltende1061 Interimsschein auß der [65] Landschafftscassa bezahlt worden, um darmit theils meinem Sohn dem Hanßl, Dragoner-Hauptman, *zu succurriren,* theils meine Hauß-Gebau-Spesen zu bestreiten. 31. Vormittag war bey mir P. Vincenz, Franciscaner, der mir ebenfalls allerhand Historieten vor Mr et Mad. Gall erzehlte. Dan Oberland mit Expeditionen, Crayßhauptman Br. Taufferer in Amtssachen. Dan Hauptman Wnorowsky, Augus/ti/n Widerkher, der Morgen alß Fähnrich unter Kheil von hier zur Armée abreist. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 1758 April 1. April. Vormittag war bey mir Nied/er/bacher, nunmehro resolvirter Bancalgefällen-Administrationscassier, deme gester 450 fl. durch mein Micherle geschickt, um solche zu Triest H. Osterreicher bezahlen zu lassen. Dan Mad. Metzinger, H. von Schweiger. Um ½ 12 Uhr war ich alß Gevatter bey der heüt um 1 Uhr in der Nacht gebohrnen Tochter des Cancellisten Kral. Die Gevatterin war die Grafin Barbo, Excellenz, gebohrne Mordaxt, und die Getauffte bekam den Nahmen Maria Francisca de Paula Aloysia. Mit der Gelegenheit habe der Gevätterin ein unter dem Nahmen meiner englischen allerandenckenswürdigsten Ehegemählin unterschribenes Bild in ihr Gebethbuch. [66] Dan war ich bey meinem englischen ausserwählten Eheschaz, wo mich vorhero bey der Meß mein Mich/ er/le suppliret hat. Nachmittag war bey mir abbé Stemberg in Angelegenheit des Erzbriester Suilocossi. Dan der Persky in Angelegenheit meines Gebaus. 2. Heüt Sonntags Vormittag war ich bey meiner inniglich geliebtesten englischen Gemahlin mit meinem Micherle bey der Meß. Dan mit meiner Frl. Lenerle bey Mad. Wnorowsky in Visit. Nachmittag war bey mir Br. Apfaltrer, der Morgen nach Adlsperg retournirt. Der Anton Widerkhern. Der Hofmann mit einem Vorschlag, wie die Fleischtariffen und Außschrottung zu reguliren wären. 3. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. 1060 Sledi prazna poldruga vrstica. 1061 t iz d | 671 1758 April Dan spaziren. Zu Mittag speiste bey mir Adam Dinzl und Ant/on/ Widerkhern. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß ½ 5 Uhr. Dan suchte den Landshauptman auf Befehl des Herberstein wegen denen zu Weixlburg grassirenden gefahrlichen Kranckheiten unter denen Menschen; war nicht zu Hauß. Suchte ihn bey Augustinern, war nicht anzutreffen. War mit m. Micherle bey P. Joseph und P. Bernardin Erberg S. J. Spätter bey Landshauptman in der Gesellschafft, wo ich das nöthige abgeredet. [67] Dan war ich bey der Wälschen Aursperg, die mit mir zu reden verlangte. Bey mir habe den chevaliere Lamberg angetroffen, der einige von meinen Münzen außzuwechslen verlangte, ich auch mein weniges Schazgelds1062 weg zu geben resolviret habe. Heüt Nachmittag um [–]1063 Uhr ist die Gemählin des Fränzl Grafen von Lamberg, gebohrne Gräfin von Rothall, mit einem jungen Sohndl glücklich niederkomen und waren Gevattersleüth bey der nach 4 Uhr furgangenen Tauf der alte Franz Adam Graf von Lamb/er/g, Vatter, und dan die Mutter der Sechswocherin, Grafin von Rothall, gebohrne [– –].1064 *Vide die Nahmen 17. hujus.*1065 4. Vormittag war bey mir Hauptman Wnorowsky, der die in 500 Mann heüt morgens abmarchirte crainischen Recrouten ein Zeit begleitet hat. Dan 2-mahl der Oberland nomine præsidis wegen eines von Stadtmagistrat erstatteten Berichts die hiesige Fleischprovidirung betröffend. Dan der Ziegler vocatus wegen Schleiniger-Expedition in erstgedachter Angelegenheit. Nachmittag der Hofmann, der gleich in die graf-lambergischen Commission gegangen in Betröf Buccelleni. Dan Brantano Zimaroli e Vanino und stellte vor die Advocaten-Sprung des Dr. Modesti und die von Nemezhoffen alß Oberbergrichter so lange protrahirte dießfallige Angelegenheit. Heüt ist das Gesims ober meinem Zimer abgebrochen und zur Erhöbunganstalt gemacht worden. [68] 5. An heütigen Tag anno 1749 ist meine allerliebste Gemählin um ein Kind gekomen. Die Frücht wird von circa 2 Monath seyn und ich habe es in spiritu vini gleich conservirt. So ist auch noch zu dato in gutten Stand erhalten. Zu Mittag speiste bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer und der Adam Dinzl. Nachmittag war bey mir Oberland in Fleischprovidirung-Angelegenheit. Abends war ich bey meiner ausserwählten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Gester ist das Gewelb ob der neuen Küchen in denen Mezaninen terminirt und verkheület worden. Heüt ist terminirt von denen Zimerleuthen das Tachzimerle das eüsserste versus septentrionem *auf dem Wasser*; wird dienen vor ein Garderobe vor Br. Benj/ami/n Erberg. In übrigen continuirt die Arbeith ober mein Zimer. 6. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ¾ auf 12. Dan bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin, wo mich wenig vor bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war da der Hauptman Wnorowsky mit seiner Gemählin und ihren Söhndl den Häserle, gegen 7 Jahr alt. Der Hauptman erzehlte mir eine besondere, ihme vorgefallene verdrüßliche Begewenheit mit dem Præsidenten Grafen von Herberstein. [69] Herberstein wollte vorgester alß den 4ten dieses 4/c Recrouten von hier nach Graz abschicken. Dan wollte er anstatt der 4/c Mann 5/c abschicken. Wnorowsky war content. Endlich wollte Herb/erstein/ alle abschicken, so da seyn 6/c mehr. Wnorowsky stellte vor, das dieses nicht seyn kane, weil er nicht sovielle alte Mannschafft zur Bedeckung hat, blib also bey die 5/c. Herb/erstein/ wollte, das solche der Hauptman selbst begleiten sollte. Dieser excusirte sich, solches nicht thun zu känen, weil er zu Übernehmung der noch übrigen allhier bleiben muß. Dan war destinirt der Leüthnant von Invaliden nebst dem brounischen Leüthnant Mercanti, solche zu begleiten. Da es aber zum Marche kam, wollte Mercanti nicht mitgehen. Vermutlich war das der Willen des Herberstein. Wnorowsky hat also nur allein seinen Leüthnant von Invaliden mitgeschickt. Gester, da andere Recrouten zur Assenta gebracht worden, fanden sich bey der Übernahm sowohl der Hauptman 1062 -s iz -l 1063 Prostor za števko. 1064 Prostor za ime. 1065 Na desni margini. 672 | 1758 April Wnorowsky alß der Leüthnant Mercanti. Erster wollte einen Recrouten außschiessen, Mercanti wollte sollchen angenohmen wissen. Diese gerietten in Wortwechsl und Mercanti sagte zum Hauptman, er wäre vorhero hier auf Comando gewesen und will höffen, das er der Hauptman nicht hieher gekomen seyn, um ihn den Mercanti zu chicaniren. Der Hauptman ermahnte ihn auf die Subordination zu [70] reflectiren und das er seinen eigenen Ungluck nicht entgegengehen solle. Mercanti wollte dieses nicht verstehen, sagend, der Herberstein wird ihn gewiß nicht sizen und Protection loßlassen. Der Hauptman ließ sodan den Mercanti arrestiren.1066 Der Commissariatsofficier wollte der Assentirung ferners nicht beywohnen, mithin giengen sie außeinander. Herberstein rerentirte dieses zu dem Wnorowsky in etwas hizigen terminis, das er nehmlich an ihn angewiesen seye. Der Hauptman widersprache ihm dieses, Herb/erstein/ drohete ihm mit der Cassation. Der Hauptman meldete, das er dieses noch weniger thun käne und zwar alles, wie mir der Hauptman erzehlte mit aller Flegma und in submmissen terminis. Und da Herberstein mit solchen Drohen biß ausser dem Hauß auf der Gassen continuirte, batte ihn der Hauptman zu erwegen, das sie auf der Gassen wären und das er sich nicht verlühren sollte. Enfin, sie giengen außeinander disgustirter. Und da die Sache von beederseits an dem Generalcomando nach Graz und an dem Hofkriegsrath angebracht werden wird, so stehet der Außgang zu erwarten. Inzwischen ist der Leüthnant Mercanti, der sein metiér nicht zu verstehen scheinet und das sacrifice seyn därffte, in Arrest und Herberstein scheinet, die Anschaffung des Gelds zu Verpflegung deren Recrouten in Favor des Hauptmans nicht [71] machen zu wollen. Künfftigen Sonntag fruhe aber das Geld gleichwollen angeschafft werden muß, alß ist auch dieses zu erwarten. Wie es geschehen wird? 7. Zu Mittag speiste bey mir die Oberleüthnant Fischerin, die von Crainburg gekomen und Nachmittag wieder dahin retourniret ist; will sich auf ein Zeit hieher transferiren, dan mit erster Gelegenheit nächer zur Armée zu ihrem Mann gehen. Nachmittag war bey mir Jacob von Hochenwarth in Commercial-Consess-Geschäfften, der mir unter anderen erzehlte, das zwischen dem Br. Gall und seiner Gemählin das consistorium an heüt nicht ware. Er aber darauf dringet, mithin kunfftige Wochen seyn därffte. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 8. Vormittag war bey mir Hübner in Amtsgeschäfften. Dan Schlud/er/bach. Nachmittag P. Bernardin, dan spätter P. Joseph Erberg S. J. Abends war ich bey meiner ausserwählten herzallerliebsten englischen Ehegemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan war bey mir Zebull in Fleischprovidirung-Angelegenheit. Heüt hat mein ältester Sohn Joannes, dermähliger Dragoner-Hauptmann, das 29ten Jahr seines Alters zuruckgelegt. [72] Gott, gebe ihm Gesundheit und Leben. So hoffe, das er noch vor meinem Ableben Staabsofficier werden wird. 9. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Ehegemahlin bey der Meß. Dan bey Jesuiten, m. Schwägerin und Frl. Hallerstein abzuhollen und bliben ein Zeit bey der ersten. Zu Mittag speiste bey mir Mr Longho. Nachmittag war bey mir der Maurerpalier und Zimerleüthmaister, mit denen ich wegen fernern Gebau meines Hauses mich besprochen. Dan war bey mir der alten Steinberg zu betreiben die Revision seines Wercks von Zircknizer See, welches ich Morgen in Rath zu thun versprochen. Dan der Kriegscassabeamte von Marotti wegen weichtensteinischen Restsersazes, so ich eben Morgen aufwährnen werde. Dan Mr Hofman, der mir wegen der Fleischprovidirung bey ein 3 Stund verlühren gemacht. Mit gestriger Post hat Weitenhüll/er/ die Nachricht von Fiume erhalten, das Mr Kennedy, Directeur der niederländischen Handlungscompanie und Zuckerrafinerie von daselbst echapiret oder desertiret und wie man muthmasset, sich nach Venedig retiriret habe. 10. Vormittag war bey mir Oberland nomine præsidis wegen Fleischverschaffungs-Angelegenheit. [73] Dan war ich in Rath von 10 biß ½ 2 Uhr. 1066 Sledita dve prečrtani nečitljivi besedi. | 673 1758 April Zu Mittag speiste bey mir Crayßhauptman Br. Taufferer. Nachmittag war bey mir Ignati Br. Apfaltrer. Dan der comendische Verwalter Petermann. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan suchte Br. Taufferer et Buseth, war aber keiner zu Hauß. Heüt morgens hat man den Dachstuhl ober denen 3 kleinen Zimmern zwischen meinem und meiner Allerliebsten Zimern soviel alß zu Hebung der Hauptmaur erforderlich samt dem alten Gesims abgebrochen und wird Morgen an Aufführung der Maur daselbst angefangen werden, wie dan solche ober meinem Zimmer Morgen samt dem neuen Gesims fertig werden därffte. An heüt ist in Rath vorgetragen worden der Landschafftverordneten-Vorschlag zu Ersezung der 4 vacanten Pläze in der Militarpflanzschull zu Wienn, alß: Eugenius Graf Barbo, alt 8 Jahr; Ferdinand Graf Liechtenb/er/g, alt1067 10 Jahr; Peter Joseph Graf Paradeyser, alt1068 bey 7 Jahr. Pro 2do loco: Joseph Br. Rauber, *9 Jahr*; Guido Graf von Liechtenberg, 8 Jahr; Engelberth Br. Gall, 7 Jahr. Pro 3tio: Albert Graf Liechtenberg, 8 Jahr; Joseph Graf Auersperg, 8 Jahr; Cajetan Graf Paradeyser, 7 Jahr. Pro *4to*: Rudolph von Prücknern, 9 Jahr; Anton Graf von Liechtenberg, 7 Jahr. [74] 11. Vormittag war bey mir die Auditorin, der ich versprochen habe die 70 fl. gleich zu bezahlen, sobald ich deßwegen Brief von mein Sohn Max bekome, welches Morgen seyn känte. Dan P. Bernardin Erberg S. J. mit P. Rieberer, welch lezten ich die steinbergische Beschreibung des Czircknizer See auf Ersuchen gelichen. Nachmittag habe auf Ersuchen des von Nemezhoffen das in Verlaß des verstorbenen hiesigen fürstlichen Bischof vorfindige Porcellain geschäzt, weil sonsten niemand hier ist, der solches zu thun verstehet. Dan war ich bey Crayßhauptman Br. Taufferer wegen Providirung des Fleisches. Dan bey Frl. Fränzl, meiner Schwägerin. An heütigen Tag ist mein Töchterle Antonia anno 1744 gestorben. Sie war gebohrn den 7. Juli 1742, mithin hat sie gelebt 1 Jahr, 9 Monath, 4 Tag und wird ihrer herzallerliebsten englischen Mutter zur Freüde seyn. 12. Vormittag hielte die Commission in der graf-buccellenischen Angelegenheit, welche weiter auf dem 31. Mai außgeschriben, inzwischen ein Bericht nach Hof erstattet wird. Dan war ich bey meinem ausserwählten englischen Eheschaz, wo ich den Micherle wehrender Meß angetroffen. Nachmittag war bey mir Fiscal Merzenheim et Buchhaltereyraitsofficier Perr. [75] 13. Gester Vormittag, bald nach Ankunfft der Post, war bey mir Mad. Wolfram, Gemählin des brounischen Regimentsauditoris, die mir ein Zettl von mein Sohn Max gebracht, gegen welchen ich ihro 70 fl. sogleich bezahlet habe. Heüt Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Bey mir speiste zu Mittag der Anton von Widerkhern. Nachmittag suchte den præsidem, war aber nicht anzutröffen. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer in Fleischprovidirung-Angelegenheit. Dan der Ign/ati/ Br. Apfaltrer eben in diser Angelegenheit und er gehet Morgen nach Grünhof. Heüt ist die eüssere Thür zu dem neuen Quartier des Caffésieders Angelo an dem eisenen Gang angeschlagen worden; ingleichen auf dem Boden, wo der Br. Benj/ami/n Erberg seine Garderobe haben wird. 14. An heüt ist vor mich ein betrübter Andenckenstag, in deme mich mein englische herzallerliebste Gemählin vor 5 Jahren und 5 Monaten in dieser Zeitlickeit verlassen hat. Gott der Allerhöchste, deme [76] es beliebet hat dieses Ehegespändl mir außzuwählen und zu schencken, dan aber mir wieder hinweg und zu sich zu nehmen, lasse dieses mein vollkomenes Weiberle alle himlische Freüden genüssen und ihro meine vor sie habende beständige Lieb und Treüe bekant und meiner unvergessen sey. Vormittag war bey mir Pompeus Br. Brigido, dan der Hauptman Wnorowsky. Nach 11 Uhr war ich bey dem Præsidenten wegen einiger Referaten in Proviant-Verwartungs-Angelegenheit. 1067 t iz s 1068 t iz s 674 | 1758 April Dan bey meinem englischen Eheschaz, wo mich wenig vor bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Nachmittag war ich in Rath bey einem contradictorio zwischen der Herrschafft Rattmansdorf und Tullmein. Dan bey Br. Taufferer, Crayßhauptman, wegen der Fleischprovidirung, deme meine heüt Vormittag dem Præsidenten communicirte und Nachmittag in Rath vorgetragene Gedancken behandiget habe, um seine allenfallige Anmerckungen um alles in künfftigen Rath, alß den 17ten dieses, proponiren zu känen. Bey mir war spätter P. Bernardin Erberg S. J. 15. Nachmittag schickte der Præsident zu mir einen bey Br. Brigido zu Lipoglau in Diensten gestandenen, von Mayland gebührtigen chyrurgum, um ihn examiniren zu lassen, ob er fechtig [77] wäre zur Armée geschickt zu werden. Er heist N. Conti. Dan war bey mir der Examinator Brezl und raportirte, das gedachter chyrurgus unfechig befunden worden, welches ich Morgen dem Præsidenten sagen werde. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Ehegemahlin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Heüt brachte mir ein Cramer auß Bayern die, vor die Portraitlein meiner Herzallerliebsten und Angehörige bestelte Ramlein No. 24, davon eines gebrochen war; mithin habe die 23 angenohmen und zu 51 kr. bezahlt. 16. Heüt anno 1752 und also vor 5 Jahren und 5 Monathen war der betrübteste Tag vor mich, da mein englisches ausserwähltes herzallerliebstes Ehegespändl auß meinem Hauß (nachdeme ich es vorhero auf das zärtlichste derküsset und mit Thränen benezet habe) in die Grabstatt getragen und von mir in gröster Bestürzung, laider Gott, begleitet worden. Um 8 Uhr gieng ich mit m. Mich/er/le in die Domkürche, von dar processionaliter zu den Jesuiten zur Bredig und Amt wegen des allgemeinen von Hof durch 9 Täge verordneten Gebeth und wieder so zuruck in Dom. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz, herzallerliebsten Weiberle. Zu Mittag speiste bey mir Anton [78] von Widerkhern. Nachmittag war bey mir H. von Hofmann. Dan Br. Zierhaim und Silli, die Morgen nach Pruschnig an Sau-Strom abfahren, um die nöthige reparationes in continuatione vorzukhern. 17. Vormittag war bey mir Fränzl Lamberg, der mir ein Schreiben von m. Sohn dem Hauptman zeügte, den er von Stockerau an ihn erlassen. So erzehlte er mir auch, wie vergnügt er seye, den 3ten hujus Nachmittag ein Söhndl erhalten zu haben, welcher selben Tag in der Tauf folgende Nahmen überkomen: Franciscus, Josephus, Maria, Adamus, Antonius, Joannes Nepomucenus, Vincentius Fererius, Franciscus de Paula, Peregrinus, Raichardus, mithin 10 Nahmen. Nachmittag war bey mir Zebull. Von 3 biß 6 ½ war ich in Rath. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dem Graf Lamb/er/g habe 4 Risß carta da Leone piegata per scriver lettere, somit in der That nur 2 ganze Risß cedirt: - Kosten die 4 à 3 ½ fl. 14 fl. - So hat er mir nebst diesen auch ein auß Böhmen vor seine Grafin bestelt geschnittenes Glaß bezahlt, wie es gekostet hat, mit 4 〈fl.〉 2 〈kr.〉 Zusamen: 18 fl. 2 kr. Unter einsten erzehlte er mir, das noch kein consistorium gewest weder seyn därffte zwischen Br. Gall und seiner Gemählin, [79] weil man die Sache noch immer zu accomodiren trachtet und glaubt, das alles beygelegt worden, wan sie sich resolvirte ihrem Gemahl jahrlich 4/c fl. zu geben, wie er verlanget. 18. Vormittag war bey mir Brezl. Nachmittag der Kaufmann Wagatey, der in seinen Sachen sich nicht helffen weiß und mich um 3/c fl. gebetten hat, um seine scadirende Wechselbrief bezahlen zu känen. Nachmittag war ich bey Herberstein wegen der den 20ten hujus von Crainburg hieher zu komen habenden Mad. Bubna. Dan bey Jesuiten in der Andacht bey meiner herzallerliebsten englischen Ehegemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 19. Vormittag war bey mir der Proviandverwalter Raichart, da ich just die proviantica in Referat und unter der | 675 1758 April Feder hatte, die Anschaffung des Gelds zu urgiren. Dan gieng die Procession von Dom zu Augustinern, wo die 9-tägige Andacht 3 Tag seyn wird. Nachmittag hielte Concessum Sanitatis von 3 biß ½ 4 Uhr. Bey mir war Hofmann. Dan Br. Apfaltrer, Pfarrer zu Stein. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebwertesten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Mich/er/le suppliret hat. 20. Vormittag gegen 9 Uhr ließ mir Br. Paungarten sein, seine Gemahlin und Frl. Juditl Ankunfft wissen. [80] Und da sie bey denen Franciscanern abstigen, bin ich dahin und begleitete sie zu Mr Polz, wo der junge Br. Micherle, deren Sohn, in der Kost ist. Dan war ich in Rath von 9 biß ½ 1 Uhr. Zu Mittag speisten obige 3 bey mir samt ihrem Sohn Br. Micherle. Dan kam zu unß Br. Seyfried Apfaltrer, Mr e Mad. Polz, P. Master S. J. Nachmittag nach 4 Uhr seyn die erstere drey nach Lack retournirt. Dan war bey mir Persky Baumeister, Perr Raitsofficier. Spätter war ich mit M. Micherle bey meiner Herzallerliebsten, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Dan war ich in Visite bey Mad. Bubna, die heüt Nachmittag von Crainburg anhero gekomen. Dan spaziren mit Mad. Erberg, gebohrne Engelshauß, und meiner Frl. Hallerstein. 21. Vormittag war bey mir der Caffésieder Angelo Calegari, der mit ihme errichteten Bestandcontract de1069 dato 7ten September voriges Jahrs unterschriben hat und wird solcher um St. Georgi, somit dieser Tagen seinen Anfang nehmen. Dan der Luzenberger Gastgeb wegen des Freydeneg. Dan Marotti wegen denen vor die Officiersfrauen und Wittwen von meiner Schwester abbesse à1070 Lack empfangenen 50 fl., dafür er mir von der Kriegscassa die Quittung brachte und werde ihm den Gegenschein procuriren. [81] Nachmittag war bey mir Herberstein, mit dem ich bey Mad. Bubna eine Visite machte. Dan war ich bey meiner herzallerliebwertesten englischen Ehegemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war bey m. Frl. Lenerle die Frl. Hochenwarth, die ich nach Hauß führte und blib ein Zeit daselbst. 22. Vormittag war bey mir der Proviandverwalter Raichart wegen des ihme angeschafften Gelds. Dan der Ambalt von Michelstätten mit 6 #, dieselbes Stifft vor die Officiersfrauen zur Pension freywillig beytragt. Dan Jamnig in Stempl-Angelegenheit. Abends war ich bey meinem her〈z〉allerliebsten Eheengerle mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Heüt hat mir H. von Nemezhoffen den Haußzins bezahlt von einem Jahr posticipatè, alß von Georgi 1757 biß Georgi dieses 1758ten Jahrs mit 140 fl. teütscher Wehrung. 23. Heüt morgens war bey mir Paul Aloys Graf von Auersperg, der mir den Haußzins bezahlt hat vom ½ Jahr, alß von Micheli 1757 biß nun Georgi dieses 1758ten Jahrs, posticipatè mit 50 fl. Teutscher Wehrung. Und zwar vor das leztmahl, weil er auß und an seiner statt der Franz Baron von Hallerstein hinziehet. [82] Bey mir war der Leüthnant Mercanti, der heüt auß dem Schlossarrest liberiret worden. Dan war ich bey meiner herzallerliebsten englischen ausserwählten Gemählin mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey Madame Petazi, née Schärfenberg, welche vor sich und ihre 2 Tochter von meinem englischen Ehegespändl unterschribene Bilder zu haben verlangte, die ich ihro auch gegeben, wie solche an sein Orth angemerckt seyn. Dan bey Busetischen, wo er etwas unpäßlich und gester *aber* ein Töchterle nomine Maria Rosalia, die den 25. Augusti 1755 gebohren war, gestorben ist. Nachmittag war ich mit m. Fraule und dem Mich/er/le bey Mad. Leweneg. Dan bey Fränzl Lamberg und seiner Gemählin, Sechswocherin, wo vielle Dames und Cavaliers waren. Dan war ich bey Zergollerischen, wo die Eltern nicht hier und nur die Frl. zu Hauß war. 1069 Popravljeno iz von 1070 Popravljeno iz de 676 | 1758 April Abends war bey m. Frl. Lenerle die Br. Erberg, gebohrne Engelshauß, die ich nach Hauß geführt habe. 24. Vormittag war bey mir Mad. Bubna, gebohrne Potstatzky, mit der Oberleüthnant Fischerin. Dan machten sie ihre Visite bey dem Gr. von Herberstein. Zu Mittag speisten sie beede bey mir. Nachmittag war bey mir Br. Taufferer, [83] Crayshauptman, mit deme die Bubna auch bekant zu seyn verlangte. Dan war bey mir der Klampfer, mit dem ich vor die Rinnen und Rohren an meinem Tach von starcken weiß verzinten Blech accordiret habe. Die Dachrinnen an der Facade auf dem Plaz wird lang 15 ½ Wienner Klaffter. Er verlangte à 3 fl. vor die Klaffter, bin aber sodan per 2 ½ d‘accord worden nach volgenden Überschlag: Zu jeder Klaffter braucht er 10 ½ Stuck Blech: - à kr. 7 das Stuck 1 fl. 13 〈kr.〉 2 〈den.〉 - 2 ½ lb. Eisendrat à 7 kr. 17 〈kr.〉 2 〈den.〉 - Zün circa 24 〈kr.〉 - Macherlohn 35 〈kr.〉 2 fl. 30 〈kr. 〉 Zur Zahlung 15 Klaffter à 2 ½ fl.: 37 fl. 30 〈kr. 〉 An jedem End des Tachs komt eine Perpendicularrohren, an der der Maur auf die Wienner Arth in der länge bey 8 Klaffter, mithin beede Röhren 16 Klaffter, auf jede Klaffter 9 Stuck Blech gerechnet. Samt Macherlohn à 12 kr. macht die Klaffter 1 fl. 48 kr., zusamen 28 fl. 48 kr. Al es zusamen: 66 fl. 18 〈kr. 〉 Was sodan beede Trachter oben an, an denen Rohren das Wasser von der Rinen zu empfangen, kosten werden, werde à porte bezahlen, so auch das Anstreichen mit Oelkupferfarb, so bey 10 kr. per Klaffter kosten därffte. [84] Alles diese soll vor Pfingsten fertig seyn. Abends war ich bey meinem englischen Schaz, herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir der Landschaffttrompetter Finck, der kunfftigen Samstag mit Pferden nach Wienn abgehet. Heüt hat sich das allgemeine von Hof anbefohlene 9-tägiges Gebeth geendet. 25. Heüt hat mir der Buchbinder Voller den Ladenzins bezahlt von ½ Jahr, alß von Georgi biß Micheli dieses Jahrs anticipate, mit 10 fl. So auch der Kirschlager von sein Laden und Magazin von ½ Jahr, alß von Micheli 1757 biß nun Georgi dieses Jahrs posticipatè mit 22 fl. 45 kr. Bey mir war der brounische Oberleüthnant Fiori und der Unterleüthnant Falconcini, welche mit 107 Mann Brounischen anhero von Triest gekomen und Übermorgen weiters nach der Armée in Böhmen abmarchiren. Ich habe sie auf heüt oder auf Morgen zu Mittagessen eingeladen, waren aber bereits vor beede Täg engagirt. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß ½ 6 Uhr. Dan bey Landshauptman in Angelegenheit der in Unt/er/ Crain grassirten und nun aufgehörten Kranckheit unter den Menschen. [85] Er lamentirte sehr wegen der mit lezter Post an Herberstein gelangter Hofresolution, krafft welcher von allen Besoldungen ein Quartall zum Darlehen vor den Hof zuruckbleiben solle in Betröf deren 90/m fl., die der Hof von den Begülten an Contributionali anticipate und zwar in 6 monatlichen ratis künfftigen Mai anzufangen anverlanget hat und die Stände depreciret haben; soll nächstens an die Repræsentation die Verordnung komen, solche zu reportiren und einzubringen. Dan war ich mit m. Micherle bey dem Goldarweiter, wo ich auß meiner herzallerliebsten Gemahlin ihren schönen Päzl die mittere Rosen, bestehend in ein schon grünen falschen Stein und 12 feinen Brillianten, habe abschrauffen lassen und werde solche meinem alteren Sohn dem Hänsl zu einem Fingerring zur Gedächtnus seiner englischen Mama nebst anderen Sachen mit ersten Postwagen schicken. Dan war ich bey meinem alles angedenckenswürdigsten herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Dan war ich mit m. Micherle spaziren und spätter bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. 26. Vormittag war bey mir protomedicus Vidmayr [86] mit ein Decret von Graf Herberstein, krafft welchem das Collegium Medicum 4/m fl. dem Hof vorstrecken sollte gegen 5 per % Interessen. Und batte mich, das Collegium zusamen zu beruffen und das ich ihnen den Vortrag und respective Repartition unter ihnen machen möchte. Dermahlen seyn hier 12 medici, alß: Vidmayr protomedicus, Dr. Baronio, Pollini, Christian, Suppan, Knée, | 677 1758 April Petermann, Kautschitsch, Schmuz, Steinhoffen, Sanetti, Obresa. Dan zu Rudolfphswerth: Sallenstein, Jurco, Jugoviz. Zu diesen komen sodan die chirurgi und Baaderen und wird allen Ansehen nach die taxirte Summa hart aufgebracht, welches den 28. hujus, da ich deßwegen den Consessum halten will, sich zeügen wird. Dan war bey mir der neuresolvirte Fähnrich unter Broune Anton Joseph Br. von Apfaltrer, *Caroli filius*, den sein Bruder aufgeführt und mich um eine Addresse an mein Sohn dem Max ersucht hat, die ich ihme auch gegeben und wohl recommendiret habe. Er gehet Morgen von hier zur Armée nach Böhmen. Dan die Leüthnant Fischerin, die auch Morgen dahin abmarchirt zu ihrem Mann. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war bey mir Persky Baumeister in Betröf meines Baues und [87] Maurerzunfftsdarlehen. Crayßamtsofficier Germeg wegen Mad. Bubna. Salniter- und Pulverinspector Kappus in solch seiner Angelegenheit. Und erzehlte mir unter einsten, das sein Pulvermihl nächst Turnau den [–]1071 hujus völlig in Rauch aufgangen. Dan der Unterleüthnant Falconcini, seine und des Fiori zu Triest hinterlassene Gemahlinen zu recommendiren. NB. Diesem habe 50 Zeltl Chocolate vor meinen Sohn den Max mitgegeben. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Nach ½ 10 Uhr hat auf der St. Peter-Vorstadt das Feyer außgebrochen und seyn 3 Scheüern oder Dröschboden völlig in Rauch aufgangen nebst ein par nächst deren gewesten Härpffen. Ich, alß (gleich anderen Repræsentationrathen) Feyercommissarius, fande mich gleich dabey und blib daselbst biß 11 Uhr, da ohne deme kein Gefahr ware, das das Feyer weiter hätte greiffen känen. Von dem Magistrat habe alle capi und viel andere angetroffen, so auch den Crayßhauptman, dan Leopold Lamberg, Wildenstein etc. Die gemeine Leüth haben mich edificiret, das in grosser Quantität das etwas weit entlegene Wasser fleissig zu getragen [88] in die magistratische 4 Sprizen haben auch gutte Dienste gethan. Nicht weniger haben sich die Capuciner und Discalziaten distinguiret, so auch viel andere burgerliche Leüthe. Man supponirte ein von aussen Boßhafft gelegtes Feyer, weil in gedachten Scheüern niemand gewohnt hat. Anfänglich war Wind still, es ist aber bald darauf und wie ich observirte, da die Härpfen in der Höhe gebrunen, ein starcker Wind entstanden, welcher sich aber wieder gelegt hat, nachdeme was hoch in Brunst gewesen, niedergerissen worden. Gott seye Danck, das die benachbarte Haüser, somit die Vorstadt verhüttet worden. An heütigen Tag anno 1756 ist mein liebste Schwägerin Fraule Margaretl Freyin von Erberg gestorben ihres Alters 39 Jahr, 9 Monath, 8 Tag; war gebohrn den 19. Juli 1716. 27. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 11 Uhr. Dan mit Graf Herberstein beym Discalziaten in der Kirchen und dan die vorige nach abgebrante Haüser oder Scheüren zu sehen. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Nachmittag war bey mir Gr. Aursperg im Hauß. Dan der Nemezhoffen. Dan war ich bey einer Commission wegen des Brennholzes-Maasserey und Preyß. [89] War dabey Br. Taufferer alß Crayßhauptman, Nemezhoffen, Burgermeister und Stadtsyndicus nebst mehrern Holzverkauffern. Dan war ich in Taxamt von 4 biß gegen 6 Uhr. Dan bey Kriegscommissario Puchner wegen denen Proviantverwaltersmagazinsrapporten. Dieser erzehlte mir auch, das die Pfingstferien Graf Sobeck von Clagenfurth hieher komen soll und mit ihm der Kriegscommissarius Mühlburg, ein Erzbriester und ein Br. Leon, ohne zu wissen, was seine Verrichtungen seyn sollten. Er wird logiren bey ihme, Puchner. Dan war ich bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Abends soupirten bey mir der abbé Luckantschitsch von Lack und sein Schwester Frl. Caterle, denen heüt *morgens um 8 Uhr* ihre Frau Mutter, eine gebohrnene Ständlerin, in [–]1072 Jahr ihres Alters gestorben. An heütigen Tag anno 1742 ist meine niece Mad. Buseth ehelig versprochen worden. 28. An heütigen Tag anno 1756 war das erstemahl, das ich mein englisches herzallerliebstes Ehegespandl in Grab 1071 Prostor za datum. 1072 Prostor za leto. 678 | 1758 Maj heimgesucht, die Todtenbaar eröffnet, sie von Herzen und auf das zärtlichste derküsset, mit reiner Wasch und gutten wohl ruchenden Essenzen versehen und allenthalben besser placiret habe. An heütigen Tag anno 1695 ist [90] mein liebste Schwester Catherle, dermahlen Maximiliana Abbtissin zu Lack, gebohren worden, mithin leget sie zuruck das 63te Jahr. An heütigen Tag anno 1736 ist der Ferdinand Baron von Hallerstein gestorben, alt 66 Jahr, 6 Monath, 28 Tag; war gebohren den ersten Oktober 1669. Heüt war bey mir mein Schwager Br. Ferdinand, Pfarrer zu Morautsch, von wanen er gester hier angekomen. Dan der Leüthnant Mercanti, der bey lezter Promotion Oberleüthnant geworden. Dan der Bottoni, der mir den Zins von seinem Zimmer von 2 Jahren mit 12 Kremnizer # bezahlt hat. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Bubna und der Crayßhauptman Br. Taufferer. Nachmittag waren bey mir die medici vocati wegen eines von Hof verlangenden Darlehen per 4/m fl. Dan war bey mir An/on/ von Widerkhern und der Dinzl. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan suchte die Dinzlischen, waren bey m. Schwägerin Frl. Fränzl, wo ich mein Frl. angetroffen habe. 29. An heütigen Tag anno 1756 ware das zweytmahl, das ich mein englisches auf das zartlichste geliebtestes Ehegespandl in [91] der Grabstatt heimgesucht, die Todtenbaar eröffnet und ein so andere wohlriechende Essenz auf ihr angenehmstes Gesichtl applicirt und mit saubern frischen Leinzeüg eingewickelt, von Herzen derküst und verhüllet habe. Zu Mittag speiste bey mir der Oberleüthnant und des Mahler Thanenreicher sein Gemählin, die mir zwey Portraitlein in Miniatur von meiner liebsten Schwester abbesse zu Lack gebracht und mich darmit um so mehr erfreüet hat, alß sie sehr ähnlich und wohlgemahlen seyn, die ich auch gleich beede in saubere Rahmlein placiret habe. Dan war bey mir P. Laurentin Buchenthall, Augustiner Prior, der mir einige Kleinigkeiten von Wienn von dem Kampfmüller gebracht hat, alß 3 Par mitaines vor mich und das Betschafftl von meinem liebsten, nunmehro seeligen Heinerle, welches m. Micherle geerbt hat, weil er auch den paraphe des Heinerle, der solchen seiner allerliebsten Mama zum Andrucken nachgemacht, auf sich genohmen hat, um auch solchen zu perpetuiren. Dan war bey mir m. Schwager Br. Ferdinand und der P. Joseph S. J. Spätter war ich bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. [92] Dan war ich bey Kriegscomissario von Puchner in Amtsangelegenheiten. Mr Schweiger war heüt auch da und erzehlte mir, das sein Tochter, la Barone de Hallerstein, den 25. hujus morgens zwischen 6 und 7 Uhr von einem jungen Knäbl glücklich entbunden worden seye. 30. Vormittag suchte mit m. Micherle den wiennerischen Discalziatenprior nomine P. Foelix, der Weitenhillerin Bruder, deme gester Mr de Nemezhoffen meo nomine ein Päckl unter Addresse des H. Mayr zu Wienn, wohin er Morgen retourniret, aufgegeben. Darin befindet sich ein silberne Seyffenpixen, inwendig vergold, darin ein Seyfenkugel von der Seyfe del Monte d‘Olivedo von Neapel und in der Seyfenkügel ein saüberer grüner Stainfalsch, dahingegen mit 12 gutten und schönen Brillanten carmisirt vor mein Sohn den Jean zu einem Fingerring auß dem Päzl seiner allerliebwertesten Mama zu einem Angedencken. Ich wollte dem P. Foelix die sichere Übergab recomendiren, hat aber just das Amt gehalten. Dan war ich mit gedachtem m. Micherle bey meiner englischen Ehegemahlin bey der Meß. Zu Mittag speiste bey mir des Micherle latainische Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der Hauptman Wnorowsky und sein Gemählin. [93] Dan schickte meinen Micherle zu obgedachtem P. Foelix mit einer schönen pincpekenen Tabactosen und ein schönen silbervergoldten Schiffel, beede Stuck auch dem H. von Mayr zu bestellen, gleichfalls vor meinen Sohn Jean, welcher auch P. Foelix angenohmen und versprochen hat, künfftigen Freytag zu Wienn an H. Mayr zu bestellen. Abends war da m. Schwager Br. Ferdinand. 1758 Maj 1. Mai. Vormittag war ich mit m. Micherle bey m. englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ Widerkher und der Longho. | 679 1758 Maj Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg. Nachmittag Mr e Mad. Dinzl, welche allenfalls die Nemezhoffischen auß mein Hauß zieheten, gerne selbes Quartier beziehen wollten, welches mir um so lieber wäre alß mir die Dinzlischen allenthalben sehr genehm und angehörig seyn. Der Nemezhoffen aber ein Zeit her und besonderes seit er Repræsentationsrath geworden fast intolerable und außnehmend massiv ist. Spätter war auch da m. Schwager Br. Ferd/inand/ und die Frl. Fränzl. Die vergangene Nacht hat der gewaltige Regen bey dermahlen hin und wider noch offenen Tachstuhl den Stucodorboden in dem grossen Zimer meines englischen Ehegespandls [94] nicht wenig beschädiget, welches mir nur von darumen laid ist, weil ich weiß, wie hart es meiner Herzallerliebsten wäre, wan sie dieses wuste, indeme sie solches net und sauber zu erhalten *sich* sehr hat angelegen seyn lassen. 2. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12. Dan bey meinem englischen ausserwählten herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Graf von Auersperg, sich zu beurlauben, weil er auß mein Quartier in das zoisisches, vorhin gewestes tschadeschisches Hauß überziehet. Ist ein feiner Cavalier, den ich auß meinen Hauß nicht gerne verlohren habe. Nun aber komt ins nehmliche Quartier Franz Br. von Hallerstein mit seiner Gemählin, gebohrnen Schweiger von Lerchenfeld, und ist mir auch diese eine angenehme Parthey. Dan habe ein Schreiben erhalten von meinem alten Schullgespann H. Urban Augustin Kruschitsch, Beneficiaten bey H. Apostl Andreas zu Windisch Gräz, de dato 29. erst abgeruckten April, welches er mir durch sein alte Schwester geschickt hat nebst 1/m fl., die er bey hiesiger Landschafft angelegter zu haben berlanget. So hat er auch ein Interesse eben bey der Landschafft zu behöben von vorhin angelegten 4/c fl. und bestehet das Geld wie folgt: [95]- im ein Sack war in 17ner 579 fl. 8 〈kr.〉 – 10 Species Thal er 20 〈fl.〉 - Münz 1 〈fl.〉 5 〈kr.〉 * 600 fl. 13 〈kr. 〉* In Gold à parte in ein Packl: - 17 zichini à 4 fl. 15 kr. 72 〈fl.〉 15 〈kr.〉 - 26 Kremnizer # à 4 fl. 12 kr. 109 〈fl.〉 12 〈kr.〉 - 26 kaiserlicher1073 # à 4 fl. 10 kr. 108 〈fl.〉 20 〈kr.〉 - 17 ordinari # à 4 fl. 7 ½ 〈kr.〉 70 〈fl.〉 7 〈kr.〉 2 〈den.〉 - 5 Kremnizer # scars 21 fl. - 3 ordinari scars 12 〈fl.〉 22 〈kr.〉 2 〈den.〉 33 fl. 22 〈kr. 〉 2 〈den. 〉 Calo des scars 1 〈fl.〉 6 〈kr.〉 2 〈den.〉 32 〈fl. 〉 16 〈kr. 〉 Dazu komt, das ihme von 4/c fl. mit ultima pasatto verfal ene Interesse betragt à 5 per % 20 fl. Davon ist die Vermögensteyer abgezogen worden mit 2 fl., mithin bleiben 18 fl. 1010 fl. 23 〈kr. 〉 2 〈den. 〉 Alles dieses ist in dem landschafftlichen Generaleinnehmeramt von H. von Rosenfeld außgezehlt und also befunden worden, mitbekomt H. Kruschitsch ein Interimsschein per verlangte 1/m fl. und zwar à prima hujus datirt. Die übrige 10 fl. 23 kr. 2 den. seyn aber restituirt und von mir der Schwester behändiget worden. So habe ihro auch vorhero ein zichin restituirt, weil er bey 3 Grans scars war und unter obigen nicht begriffen ist. Spätter war da mein Schwager Br. Ferdinand. Vorhero aber Mad. Longville und [96] der Oberleüthnant Mercanti, welcher Übermorgen nach Triest zur Bataillon retournirt. Erste aber hat mich ersucht nomine Mad. Bubna, dieser 30 fl. vorzuschiessen vor das Quartiergeld, welches mir der Crayßhauptman Br. Taufferer zu bonificiren versprochen hat. Somit habe ihro solche auch außgefolget. 3. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan in Visit bey Mad. Bubna, die künfftige Pfingstferien nach Crainburg retourniren will. Sie zeüget grossen 1073 Povsem popravljena beseda. 680 | 1758 Maj Lust zu haben, sich wieder zu verheüraten. Und scheinet, das ihr bald einer recht wäre: der Broune, dermahliger Hauptman unter Kheil, dan der Jordan, dermahliger Capitain-Leüthnant unter Broune seyn ihr gleich eingefahlen und wären ihr beede recht. Bald aber sagte sie, es därffte eben auch kein Militarofficier seyn, mithin wird sie allem Ansehen nach nicht lange Wittib bleiben. Auf dem künfftigen Sonntag hat sie sich auf Mittag zu mir angesagt. Dan war ich bey meiner lieben Mad. de Werthentall, die an Poda〈g〉ra betligerig ist. Zu Mittag speiste bey mir der Oberleüthnant Mercanti. Nachmittag war bey mir der junge Baselli, der nun alß hiesiges Crayßhauptmans [97] Br. Taufferer Adjunct benant worden. Dan der alte Steinberg, deme ich um sein bereits revidirtes Opus, Beschreibung des Zirknizer See, so er gleich zum Druck beförderen wird, behändiget habe. 4. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Ehegemählin bey der Meß und Bredig. Dan auf dem Marckt, wo ich ein Stückl Linzer Leinwath von 30 Ellen vor meine ordinare Hembder per 13 fl. erkaufft habe. Dan ein Einsazl bayerische Körblein von 11 Stucken per 48 kr. Zu Mittag speiste bey mir Mr Longho. Nachmittag war da m. Schwager Br. Ferdinand, Pfarrer zu Morautsch, der Morgen dahin retournirt. 5. An heütigen Tag anno 1728 hat mich mein englisches Ehegespändl mit einem jungen Söhndl erfreyet, ist aber bald nach empfangener H. Tauf und überkomenen Nahmen Franciscus Gotthardus gestorben. Heüt habe meinen Livré-Bedienten, den Leopold Stibeneg, der ein hibscher junger Knab ist und in der Feder wohl renssiren känte, seines Diensts entlassen, weil er sich auf das Sauffen und Sterzen geleget hat und die gutte Wahrnungen nichtes mehr gefrüchtet haben. An desen statt habe bereits vor einigen Tägen aufgenohmen [98] den Joseph Sittinger auß Karnten, zu St. Michael in Zohlfeld gebührtig. Von 10 biß ½ 1 war ich in Rath. Nachmittag war bey mir der alte Steinberg in Angelegenheit seines zum Druck beförderenden Wercks, die Beschreibung des Zircknizer See betreffend. Spätter war ich bey meinem ausserwählten herzallerliebsten englischen Ehegespändl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan waren spaziren. Heüt ist eine besondere Begebenheit zu bemercken. Über die auf Befehl des Hofs in diesen Land aufgebrachte, erkauffte, assentirte und bereits zur Armée beforderte Cuirassier-, Dragoner-, Fuhrweesens- und Tragpferde seyn von den lezten annoch 300 Stuck allhier befindlich und zum abschicken bereit gewesen. Der Hof befahle noch ein mehrere Quantität aufbringen zu trachten, um mit und nebst obigen 3/c zur Armée abzuschicken die Post. Darauf kame der Befehl, das man keine mehr brauche, somit die vorrathige bereits assentirt und gezeüchnete wieder restituiren oder verkauffen solle. Es wurde dargegen vorgestelt und zwar per eigene Staffetta, das dieses nicht wohl thunlich seye, indeme jene, die solche und zwar coactè verkaufft, sich inzwischen mit [99] anderen bereits werden versehen haben und an andere zu verkauffen, wäre bey diesen geldlosen Zeiten etwas hart. Zu deme, so kostet den Hof die bißherige Befuetter und Besorgung der Pferde ein nahmhafftes nicht weniger die zu deren Besorg und mit Schickung bereits assentirt und bekleidete Knechte, die bereits verfertigte Tragsattl, an der Zahl 3/c, davon das Stuck bey [–]1074 fl. zu stehen komt. Alles dieses wäre so gut alß verlohrn. Der Hof ordinirte darauf, das solche gleichwollen zur Armée abgeschickt werden sollen, welches eben heüt Morgen geschehen. Und waren alle die 3/c Pferd mit ihren Knechten und Führern bereits bey der Sau, da eine Estaffette von Hof eingelangt mit dem Befehl, solche zuruck anhero wieder komen und so gut sich thun last verkauffen zu lassen, da man dan gleich denen Pferden nachgeschickt, solche, wie gedacht bey der Sau eingehollet und anhero retourniren gemacht hat. Und Graf Herberstein, den ich just im Spaziren begegnet, sagte mir, das er sie licitando verkauffen lassen wolle. Heüt um 3 Uhr Nachmittag hat das consistorium zwischen Br. Gall und seiner Gemählin, einer gebohrne Gräfin von Schärfenberg, den Anfang genohmen, wovon das schmuzige End zu erwarten. [100] Anzi, in heütigen consistorio hat des Br. Gall advocatus Snidariz wider den Advocaten der Br. Gall Kappus excipirt, somit ist in merito nichtes vorgekomen biß dieses incidens nicht gehoben wird. 6. Vormittag war bey mir Mr Buseth wegen der untercrainischen Strassenrechnungen und seines gester in Rath 1074 Prostor za vsoto. | 681 1758 Maj vorgekomenen Anbringens. Dan der amanuensis des Kriegscomisarii wegen von Proviantverwalter zu providiren seyenden Haaber vor die wider Verhoffen zuruckgeblibene 3/c Pferde und sich eüsserenden Mangl an Fuetter. Nachmittag war bey mir der Ziegler in Amtsgeschäfften. Dan der amanuensis des Proviandverwalter mit einer Vorstellung, sogleich den Haaber von Triest komen zu lassen, wo bereits bey 8/c halbe Mezen erkaufft seyn. Dan war ich in obiger Angelegenheit beym Præsidenten Grafen von Herb/er/stein. Dan bey meiner englischen alles angedenckenswürdigsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß mein Micherle suppliret hat. Dan in contischen Garten mit Ziegl/er/ zu sprächen wegen der dießfallig heüt anzuschickenden Expedition an Br. Gussich. Dan war er bey mir und ist das nöthige verfast und expedirt worden. 7. Vormittag nach 10 Uhr war ich mit m. Mich/er/le [101] bey meiner englischen geliebtesten Gemählin bey der Meß. Dan in Visit bey Mad. Dinzl. Dan kam der Miniaturmahler von Nüremberg, der sich derzeit nachst Crainburg bey dem Pfarrer zu St. Merten aufhalten. Brachte mir des Pfarrers Maderson-Portrait und wollte mich nochmahls portraitiren, weil er mich biß nun zu noch keinmahl getroffen. Bin ihm also gesessen bey ½ Stund. Die Zeichnung verspricht die Ähnlichkeit nicht. Weil er es aber erst zu Hauß außmahlen wille, so wird sich zeügen, was heraußkomt. Zu Mittag speiste bey mir Mad. de Bubna, née Potstatzky, und Mad. Longville. Nachmittag war bey mir Gr. Paul Aloys Aursperg, der mir den Schlüsßl von der Wagenstell restituirte. So war auch noch Vormittag bey mir der Fränzl Lamberg. Nachmittag Mr Hofmann. Spätter gieng ich spaziren mit m. Mich/er/le. 8. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Dan bey dem Præsidenten wegen gussichischen Confinscommission und ansuchender Anschaffung deren Liffergelder vor ihn und den Capelaris. Dan wegen Mad. Bubna und da sie ihm von dem so wurdigen Minister Grafen von Potstatsky, ihren H. Brudern recommendirt worden, ob er ihme nicht zuschreiben und mit gutter Arth vorstellen möchte, das sie wird sich zu verhayrathen incliniret und allem Ansehen nach in ihrem Wittibstand [102] nicht lang wird bleiben wollen und da sie bald von dem Capitaine-Leüthnant Jordan, bald von dem Hauptman Broune spricht, bald auch das eben nicht nöthig wäre, das es ein Militarofficier wäre, dem Vernehmen nach auch einen gewissen jungen Wittwer Garzarolli zu oder nächst Crainburg selbst zugeschriben haben solle und also auf ein oder andere Arth furzusehen wäre, das sie nicht etwa ihrer illustren Famille ein Schandfleck anhängete, so habe ich ihme dieses vorgestelt, damit er auch bel modo solches gedachtem ihren H. Brudern bekant machen möchte, alß welcher etwa wissen und anhand geben wurde, was hierinfalls zu thun seye. Nachmittag war da Mad. Du Valles mit ihrer Tochter alß Brauth von Br. Salvay, die in kurze von ihrem Brautigam abgeholt und nach Triest geführt werden wird. Dan Dr. Novack wegen Br. Ränfflshoffen, Pfarrer zu Wippach. Dan Steinberg wegen seines Wercklein, Beschreibung des Czircknizer See. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespandel mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan bey Kriegscommissario wegen Expedition an Proviantverwalter. [103] Bey gedachtem H. von Puchner wird das Quartier præparirt vor den künfftigen Samstag allhier von Clagenfurt erwartenden H. Gr. von Sobeck, dessen Hieherkunfft ein Misterium seyn soll und man muttmasset, das vieleicht eine Execution wider dem criminaliter processirten H. von Kahlhamer, k.k. Repræsentation- und Camerrath, fürgehen därffte, welches sich bald zeügen wird. An heüt ist endlich mein neuer Dachstuhl auf die Gassen völlig gedeckt worden, mithin kein Regenschaden mehr zu beförchten habe. 9. Vormittag war bey mir der alte Steinberg wegen seines Wercklein. Dan Ziegler mit Expeditionen. Nachmittag Graf Paul Aloys Auersperg wegen der Schuster und Lederer zu Landstrasß nächstens zu erstatten habenden Referat. Dan die Dinzlischen, die Morgen nach Ernau1075 retourniren. *Item Hauptman Dietmann, der von der Armée komt und nach Triest abgehet.* 1075 a iz l 682 | 1758 Maj Gegen 6 Uhr ist hier angekomen und bey mir eingekhert Mad. la Br. de Mordaxt, née Br. Hallerstein, mit ihren Söhndl und Fraulein. Spätter war ich bey meinem Eheschaz, herzallerliebsten englischen Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war ich bey Mad. Dinzl, der ich 2 sicilianische weiß und blau gestreiffte seidene Tüchlein verehret habe. Abends souppirten bey mir Mad. [104] Mordaxt und ihre 2 Kinder, dan P. Abundus Hallerstein und P. [–]1076 Rasp, beede Sitticher. 10. Vormittag war ich von 10 biß ¾ auf 12 Uhr bey der Licitation der königlichen Pferde. Dan bey meiner englischen geliebtesten Gemählin, wo mich vorhero bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Dan bey Mad. Zergoll, welche sich engagiret hat mit Mad. Nemezhoffen zu reden wegen des anzutretten habenden Zimmer, wie ich sie gebetten habe. Zu Mittag speisten bey mir alle wie gester beym souppé. Nachmittag war ich bey Herberstein von der vormittagigen Pferdlicitation zu rapportiren. Dan war ich bey Kriegscomissario, weil der Gr. Liechtenberg und Segolla eine Pferd kauffen wollten, so doch nicht erfolgt. Beym souppé war bey mir Mad. Mordaxt und ihre 2 Kinder. 11. Vormittag war ich bey der Licitation der Pferde von 9 biß 10. Dan in Rath von 10 biß gegen 12 Uhr. Dan bey Herb/er/stein wegen des Imprimatur auf Steinbergs Wercklein, wegen C. Pace von Görz seiner Pferde und wegen den 2, der Br. Taufferer erkauffen wollte. Dan suchte den Taufferer, war aber nicht zu Hauß. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kindern. Nachmittag war ich bey der Pferdlicitation [105] von 3 biß 6 Uhr mit m. Micherle. Dan bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter war ich bey Mad. Zergollern, welche mir die Antwort der Mad. de Nemezhoffen wegen eines Zimmers vermeldet hat. Bey mir soupirte Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kindern. 12. Vormittag war ich bey der Licitation der Pferde von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan mit dem von Puchner beym Præsidenten und haben concertirt Morgen und die Feyertäg mit der Licitation zu continuiren, nachdeme aber die Pferd auf die Wayd und auß der Futterung zu bringen, somit auch die Pferdbesorgungsbauren abzudancken, welche nicht alß Recrouten sich freywillig engagiren wollten. Dan war ich bey meiner englischen Mäntscherle, herzliebsten Ehegespändl, wo mich vorhero bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Bey mir war Mr Schweiger, der Morgen nach Wördl verreist. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kindern. Nachmittag war bey mir Nicolaus Beyer mit seinem alten Vattern; dieser auß Francken, erster zu Brüsßl gebohrn. Redet französisch, kan ein wenig zeüchnen und wurde gerne hier unterkomen, allenfalls ein Profession zu lehrnen. Der alte aber gehet nach Rom. [106] Der alte ist sonst von seiner Profession ein Bixenmacher. Nachmittag war bey mir der Aurberger von Rattmanstorf mit einem Oman, die Pferd kauffen wollten. Ich habe sie an Puchner angeweisen, der solches vor heüt ohne meiner besorgen wird. Abends beym souppé wie zu Mittag. 13. Vormittag war ich bey der Pferdlicitation von 9 biß gegen 11 Uhr mit m. Micherle. Dan bey meiner herzallerliebsten englischen ausserwahlten Gemählin, wo mich m. Micherle wenig vor bey der Meß suppliret hat. Dan bey Herberstein von der Licitation zu rapportiren. Dan war bey mir der Nühremb/er/ger Mahler von Crainburg, der mir mein Portrait fertiger brachte, dahingegen ganz nichtes ähnlich war, welches ich ihm auch gelassen und nicht angenohmen habe. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kindern. Nachmittag war bey mir Aurberger, deme nomine præsidis vermeldet, sich wegen Licitation der Pferde noch 1076 Prostor za ime. | 683 1758 Maj diese Täg allhier aufzuhalten, da er dan deßwegen und wegen seiner ins Unt/er/ Crain leztlich gemachten Reise recompensiret werden wird. Von 3 biß 4 Uhr hielte Consessum Commercialem. Dan war bey mir Br. Gussich. Vormittag war ich noch bey Paul Aloys Gr. von Auersperg [107] in seinem neubezogenen Quartier in der Herren Gassen. An heütigen Tag anno 1725 ist mein liebste Schwester Johandl an Caetan Baron von Kuschland vermählt worden. 14. An heütigen Tag vor 5 Jahren und 6 Monathen hat mich, laider Gott, mein herzallerliebstes englisches Ehegespändl in dieser Welt verlassen, an welches sie sich eben sowohl erinnern und auf mich, wie ich auf sie, beständig dencken wird. Gott, lasse sie alle himlische Freüden genüssen und ihro meine zu ihr beständig tragende Treüe und zartlichste Liebe bekant seyn. Nach 10 Uhr gieng ich zu gedachtem meinen ausserwahlten Weiberle mit m. Micherle zu der Meß. Dan machte ein Visite bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Zu Mittag speiste Mad. Mordaxt bey ihrer Schwester Gräfin Barbo und ihre Kinder bey mir. Abends aber war Mad. auch beym souppé. 15. Vormittag war ich bey der Licitation der Pferde. Nach 10 Uhr war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Meß. Dan war ich wieder bey der Pferdlicitation. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Bubna, Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen und Mad. Longville, so auch der Bubna ihr Hanserle. [108] Bald nach 2 Uhr ist Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen verreist nach Munckendorf und will Morgen abends wieder hier seyn. Bey mir war Nachmittag P. Kappus, Franciscaner, mit einem P. von Tournay auß Nied/er/land, der komt von Rom und retournirt nach Tournay. Dan war da vocatus der Primos Auer, mit deme ich vorlauffig abgeredet habe, das der Sepperle nun bald freygesprochen und alß Gesell erkennt werden möchte. Weil aber seine 5 Lehrjahr erst in April 1759 sich enden werden, so habe ihm versprochen an die Herzogin von Hollstein zu schreiben und ihr einzurathen vor solche Dispens (vor welche der Auer 50 fl. verlangt) sich etwa 40 fl. kosten zu lassen. Am Samstag will ich ihr schreiben und etwa in 8 Tagen hoffe die Antwort zu erhalten. Ungeacht nun des allenfalligen Freysprechen wird der Sepperle doch kein Besoldung bekomen alß erst nach Außgang der 5 Lehrjahr. Biß dahin aber wird er diesen Profit haben, das er an die Taffel des Maister gezogen werden wird. Sogestalten hat mir auch versprochen der Auer den jungen Nicolauß Beyer auß Brüsßl gebührtig vor ein Lehrjungen auf 5 Jahr aufzudingen und werde ich die 5 fl. Aufdinggeld vor ihm bezahlen, weil weder er noch sein Vatter, der mendicando nach Rom gehet, icht was haben. [109] 16. Heüt vor 5 Jahren und 6 Monathen war vor mich der allerbetrübteste Tag, da mein englisches, mir von Gott geschencktes Ehegespandl auß meinem Hauß todter getragen worden, welches allerliebstes Eheherzl ich vorhero noch völlig derküst und mit Zehern benezt und sogestalten biß zum Grab begleitet habe. Ach Gott, meine Betrübnus und Herzenslaid ware unaußsprechlich und dancke Gott dafür, das er mir diese Wunden stetts frischer in meinem Herzen erhaltet, auch beständig erhalten wird, biß ich dieses mein Eheengerle bey Gott wieder überkome. Dan war ich mit mein Micherle bey diesem meinem alles angedenckenswürdigsten Ehegespändl bey der Meß. Dan bey der Pferdlicitation. Zu Mittag speiste bey mir Mr Longho. Nachmittag wie auch Vormittag hat sich der Gottschever Wälsch 50 Pferd außgeklaubt, die da in Ankauf bezahlt worden mit 1788 fl. und ihme seyn solche (wie ich alles mit dem Præsidenten Grafen von Herberstein abgeredet habe) per 1650, id est das Stuck ein gegen den anderen per 33 fl. erlassen worden, gegen deme, das er solche erst in ein par Monathen wird bezahlen därffen, da inzwischen der fürst-auerspergische Inspector Polz vor ihn gut stehet. Ich war deßwegen bey Herberstein und habe sodan das nöthige wegen des Paß veranstaltet. [110] Gegen 7 Uhr Nachmittag ist Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen von Münckendorf retournirt. Mein Micherle ist heüt etwas unpäßlich. Habe um den medicum Polini geschickt, der ihm was verordnet hat. Gott, gebe keine üble Suite. 684 | 1758 Maj Heüt um 9 Uhr Vormittag ist der canonicus Br. Apfaltrer an einer Leberentzindung allhier gestorben. 17. Vormittag war bey mir Dr. Polini, den Micherle zu besuchen. Er ist aber ganz wohl auf und hat seine Unpäßlichkeit außgeschlaffen. Dafür Gott danckgesagt seye. Dan der Khern von Gotschee, der per 6/c fl. Darlehen taxirt worden und sucht davon dispensirt zu seyn. Dan der Zorn mit einem ihme von einem unter Marschall gedienten Hauptman geschenckten antic, so er gerne fassen lassen wollte. Dan der Maguechar, deme die Stadt Rattmanstorf den titulum mensæ zu ertheilen die Erlaubnuß erhalten. Nach 10 Uhr ist der canonicus Br. von Apfaltrer bestatten worden in die Domkirchen. Ich war bey meiner herzallerliebsten englischen Ehegemählin. Dan in der Domkirchen bey denen Exequien. Bey mir war auch der Mahler von Nüremb/er/g, den ich aber kurz abgefertiget. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen, dan Mad.le Caterine [111] Luckantschitsch von Lack mit ihrem Brudern den abbé, der gerne nach dem Br. Apfaltrer seeligen canonicus werden möchte und welchen der Br. Flachenfeld zu denominiren hat. Nachmittag kam zu mir der Kriegscommissarius von Puchner und der Auerberger, mit denen ich auf dem Wasser gefahren bin, die städtische gemainen Wayden zu besehen, alß wohin man Morgen die annoch fürhabende ruckgeblibene Zelter Pferd auf die Wayd treiben wird. Spätter war ich selbst bey dem Kriegscommisario, die Veranstaltung zu concertiren, wie Morgen obiges zu befolgen seyn wird. Erstlich, das der No. jedem Pferd sicher angeheftet werde. 2do, das man 6 oder hochst 8 Knechte zur Bewachung mitschicke und die übrige sogleich abdancken. 3tio, das man 2 Hütten von Brettern in loco errichte vor gedachten Hütter und das die Hütten mobil und zu translociren gerichtet werden. 4tio, das sich an Uffer ein Schif einfinde, jene Pferd, die etwa nicht in Wasser gehen und überschwimen wollten, übersezen möge. Dan war ich nochmahls bey meinem englischen Ehegespändl en passant. Dan bey Mad. Bubna und Mad. Longville, die Morgen fruhe nach Crainburg gehen. Erste daselbst zu bleiben, wo ihro das freye Quartier assigniret worden. Andere aber nachsten zu retourniren. Erster habe statt ein Schreiben geschickt von dem Crayßhauptman [112] Br. Taufferer an dem Stadtrichter, womit diesem eingepunden wird, der Bubna in allen an die Hand zu gehen. 18. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Vorhero war da Dr. Polini bey m. Micherle, der sich aber, Gott Lob, wieder ganz wohl befindet und habe dem medico ein Species Ducaten verehrt. Dan war da P. Bernardin Erberg S. J. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich. Nachmittag war da Br. Flachenfeld ein par Stund. Dan war ich gegen Abend bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin 2-mahl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan suchte den Kriegscommissarium, war aber nicht zu Hauß. Vormittag war ich auch in Visit bey Mad. Nemezhoffen, gebohrne Rasp, die gester von H. Craüz hieher gekomen. Abends souppirte bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen, die zu Mittag bey der Gräfin Barbo ihrer Schwester gespeist haben. An heütigen Tag anno 1692 ist mein Schwester Cæcilila gebohren worden. Vide 10. November. 19. Vormittag war bey mir der neue Prior der PP. Augustinern in Visite. Dan der Stuckodor von Oberburg, mit dem ich vor Außbesserung der ganzen Facade meines Hauß gegen deme, das ich ihm das Quartier gebe und alle Materia [113] lien alß Gips, Drat, Nägl etc. versprochen, per sechs Kremnizer # accordiret habe. Er aber versprücht längst in 4 Wochen fertig zu seyn. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen. Nachmittag war bey mir der Tischler, mit deme ich vor die spanische Balten vor die ganze Facade vor sein Tischlerarbeit accordiret habe, alß: - Vor den ersten Stock 8 Fenster à 1 fl. 15 〈kr.〉 10 〈fl.〉 - Vor den zweyten à 1 ½ fl. 12 〈fl.〉 - Vor den dritten oder mezanini à 1 fl. 8 〈fl.〉 In al en 30 fl. | 685 1758 Maj Verspricht auch in 4 Wochen fertig zu seyn. 20. Vormittag war bey mir der Proviandverwalter Reichart, hauptsachlich wegen der am Montag vorzukhern habender Probe mit mehr Sorthen Getrayd, Mehl, Brod etc., um sowohl das Gewicht von Brod gegen dem Werth des Getrayds consideratis consedirandis außfindig zu machen, alß auch einen Raitknecht pro futura norma zu formiren. Der Schlud/er/bach wegen Sau-Strom-Navigationscassa Rechnungen suchenden recompens. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen. Nachmittag habe meinen vor 20 Tagen zur Brod in Dienst genohmenen Lackey licencirt und an seiner statt den Thomas Jauritsch von Idria aufgenohmen. [114] Dan war bey Mad. Mordaxt in Visite ihres *Manns seeligen* Schwester Gräfin Barbo und dieser ihr Tochter die Crayßhauptmanin Br. Taufferer, die meine herzallerliebsten Gemählin, wie solche todter exponiret war, sehen wollten, die ich ihnen auch gezeügt habe. Dan war ich mit m. Micherle bey dem Kriegscommissariatsofficier Mr Diseni bey 5/m Par Soldatenstrünpf, die von denen Neümarcktlern geliffert worden zu besehen. Dan bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan *bey* Mad. Wnorowsky, welche Morgen fruhe mit ihrem Mann Hauptman von hier nach Wienn verreiset. An heütigen Tag anno 1735 war [m.]1077 Sohn Joannes Lucas S. J. gebohren, mithin hat er an heüt seine 23 Jahr zuruckgelegt. 21. Vormittag war ich bey meinem herzinniglich geliebtesten englischen Ehegespändl mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey m. Schwigervattern und Schwagern Br. Wolferle, der sich etwas unpaßlich befindet. Zu Mittag speiste bey mir Mr Longho, mit welchem Nachmittag m. Micherle spaziren geritten in die Tuchfabrique und nach Kaltenbrunn. Mad. Mordaxt speiste zu Mittag bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Gegen Abend war bey mir Br. Ranfelshoffen, suspendirter Pfarrer zu Wippach. [115] An heütigen Tag anno 1690 hat sich mein liebster Vatter verhayratet. Eben an heütigen Tag anno 1667 ist meines Schwigervatters Mutter Mutter Mutter Sybilla Schwäbin von Liechtenberg und Tuffstein gestorben, eine Gemählin Christophori Otto von Rosenbichl und Tochter Maximiliani Schwab von Liechtenberg und Susanæ Freyin von Gall. Mit heütigen nach Wien abgehender Postwagen habe in einem 4-ecketen schwallen und langlichten an Mr Kampfmüller addressirten Verschlagl meinem Sohn Jean, Dragoner-Hauptman, abgeschickt eine canna oder spanische Rohr, das ich der Mad. Longuille abgelöst und ihr seeligen Ehegemahl von Br. Smit, der ihme solches von Franckfurt mitgebracht, überkomen, 3 Schuh und 8 Zoll lang Wiener Masß, mit einem sauberen Knopf von Pincepeck und oben ein schönen Feyerstein. Dan 4 sicilianische seidene weiß und blau gestreiffte Halstüchlein. Item 2 auch seidene Gewürck um den Halß, eines weiß und blau, das andere schwarz. Dan ein Augenglaß, sauber in Silber und Perlmutter gefast. Dan ein silbernes Zahnstehrerpixl oder Pufferle und 2 Par fein goldene Handknöpflein, so 2 # und 24 Gran wügen. NB. Den Postwagen habe an heüt versaumt, mithin wird dieses Verschlägel mit dem nächsten von hier abgehen. 22. Vormittag war ich in Rath von 10 biß nach 12. [116] Vorhero habe den Lenz zu dem Kriegscommissariatsofficier geschückt, um die von Neu Marcktel gelifferte Strunpff abwägen zu lassen. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen. Dan kame Hofmann, mit ich zu Abwäg und Recognoscirung der Commiss-Strünpfe zu Diseni gegangen, wohin auch der von Puchner gekomen. Dan seyn Hofman und Puchner zur Probe, wie das Getrayd in der Mühl und dan in Außbackung der Brodsorten außfallet, gefahren nach Kaltenbrun. Ich gieng zu meinem englischen Eheschaz, allerliebsten Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Mein Frl. mit Mad. Mordaxt und ihren Kindern, auch m. Micherle waren in die Tuchfabric spaziren gefahren. Spätter waren bey mir die Stricker von Neu Märcktl, deren gelifferte Commiss-Strünpff gewogen und übersehen worden und Morgen sollen sie gezehlt werden. Es sollen deren seyn 5403 Par, das das Par soll wägen 24 Loth, 1077 Pod madežem črnila. 686 | 1758 Maj dahingegen wird das Duzet per 8 ½ biß 9 lb. auch passirt. Die lange von der Ferschen an soll haben ⅞ Wienner Ellen und der Fusß ⅜. Das Par ist accordirt hiergelegter à 36 kr., wurden also betragen 3241 fl. 48 kr. Die geringste von diesen Neümarcktler Strünpfen seyn besser alß die beste von Wienn herreingeschickte Commiss-Strünff, [117] deme ungeacht hat es immer Mißverständnus abgesezt. Und da die Neümarcktler Hoffnung hatten vor die Armée ein mehre zu providiren, scheinet doch, das man diese nur auß besonderer Gnad annihmt und ist noch der Antrag, das sie diese Strünpf auf ihre Unkosten nach Wienn liffern sollten. Wie es decidirt wird, lehret die Zeit. Ubrigens haben sich die Neumarcktler anerbothen, allenfalls wochentlich biß 1500 Par zu liffern. 23. Vormittag waren bey mir etlichmahl gedachten Neümarcktler, Lenz und Crayßhauptman Br. von Taufferer, um diese Angelegenheit zu Ende zu bringen. Dan war ich selbst bey Præsidenten und habe alles zur Richtigkeit gebracht, sodas sie die Lifferung nach Wienn nicht zu besorgen und hier das Geld à 36 kr. per Paar zu empfangen, um die Mauthfreyheit aber besonders einzukomen haben. Dan war ich bey Diseni und in seiner Abwesenheit bey Kriegscomissario, damit erster sogleich die Strünpf zehlen und in die Vässer schlagen und wie die vorhinige nacher Wienn abschicken solle. Dan war ich bey meiner englischen Herzallerliebsten, wo mich vorhero bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Bey mein Retour zu Hauß fande bey mir den Diseni, deme des Præsidenten Befehl außgerichtet habe. [118] Zu Mittag speiste bey mir Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen. Ich befande mich heüt nicht wohl, mithin habe seit gester Mittag biß heüt souppé nichtes geessen. Nachmittag war bey mir Carl Hochenwarth und bey der Mordaxt sein Gemählin der Frl. 24. Vormittag war bey mir Lenz und Ziegler, beede mit Expeditionen und lezter mit der Anschaffung an die Militärcassa per 3240 fl. vor die von Neü Marcktl gelifferte 5400 Par Strunff vor Soldaten. So hat er mich auch ersucht um eine Botilie Liqueur vor sein alten Vattern, die ich ihm auch gegeben. Zu Mittag speiste bey mir à l‘ordinaire Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen. An heütigen Tag anno 1748 iste mein Töchterle Josepha gestorben. Sie war gebohren den 20. Februari 1746, mithin gelebt 2 Jahr, 3 Monath, 4 Täg. Sie wird in der angenehmsten Gesellschafft ihrer herzallerliebsten englischen Mama. Nachmittag war bey mir der Pillarini, Verwalter von Haßberg, der per ein Darlehen von 5/c fl. taxiret worden. Dan der Kriegscommissariatsofficier Diseni, der beordert ist, in solch seinem officio sich nach Prespurg zu verfügen. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Mesß m. Mich/ er/le suppliret hat. [119] Abends war ich bey Mad. Nemezhoffen, die heüt ihr Nahmenstag celebriret. 25. Heüt war die gewöhnlichen Fronleichnamsprocession. Dan war ich bey meinem englischen ausserwählten allerliebwertesten Ehegespändl bey der Meß mit mein Micherle. Zu Mittag speiste bey mir à l‘ordinaire Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen, dan Mr Longho. Vormittag war noch bey mir der Franz Adam Graf von Lamberg, deme meine 2 lezte Brief von meinen Söhnen Jean und Max communiciret habe. 26. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir al solito Me Mordaxt mit ihren 2 Kleinen. Nachmittag habe den Klampfer meine Tachrinen und Schlauch bezahlt nach vorlaufigen Überschlag und Accord, wie den 24. April beylaüffig angemercket ist. Die völlige Rinnen an der Facade des Hauses ist lang 16 Klafter Wiener Maß, weniger ein Schuh. - Die Klaffter à 2 fl. 30 kr 40 fl. - Der Schlauch auf einem Ende des Hauses von oben biß zur Erden hat 75 Stuck Blech. Der Kesßl nebst dem dicken Rohr 5 Stuck, zusamen 80, an beeden Enden des Hauß 160, à 12 kr. das Stuck 32 〈fl.〉 In al en bezahlt mit Abbrechnung 2 fl. 70 〈fl. 〉 [120] Zugleich habe mit ihme Klampfer um die 6 Tächlein ober die 6 Gewelber oder Kaufmannsläden, jede | 687 1758 Maj lang 9 ½, tief 3 und hoch 3 Schuh, sowohl voran alß an beeden Seiten geschweifft und sauber gearbeitet. Er rechnet auf ein Tächl 80 Stuck Blech zu 7 kr. Macherlohn mit Zinn 3 kr., mithin à 10 kr. betragete ein Tächl von seiner Arbeith 13 fl. 20 〈kr.〉, mithin alle 6 80 fl., welches mir etwas zu viel vorkomt. Dan bey mir Jacob von Hochenwarth, mit deme ich ein so anderes abgeredet habe, um nächstens über sein Anbringen sein neue Strassen betröfend referiren zu könen. Spätter war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Ehegemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag bey der Meß daselbst suppliret hat. Dan giengen spaziren in compagnia m. Frl. Hallerstein und den Sepperle Mordaxt. An heütigen Tag anno 1653 hat sich meiner Mutter Mutter Vatter Gabriel Luckantschitsch von Hertenfels verheüratet mit Catherina Meüßriemblin. Er war Oberlandssecretarius in Crain. 27. Vormittag war bey mir Dr. Gerbez von Triest, der Übermorgen wieder dahin retournirt. Dan P. Master S. J., der nichtes mehrer recomendirt alß das ihr Verwalter zu Pletriach von dem Crayßhauptman in Unt/er/ Crain nicht widerrechtlich gedrucket wurde. [121] Dan die Lange Auersperg, die Morgen über 8 Tag ihren 8-jahrigen Sohn in die Militarpflanzschull abschicket, sich in ein so anderen zu informiren, wie sie ihn equipiren sollte etc. Item wegen des bey General zu Carlstadt bereits acomodirt gewesten ihren altern Sohn, der kein gut thun will und sich recht liederlich und schlecht aufführet. Und ist sie nur um die Wahl eines Heiligen besorgt, welchem sie solch ihren liederlichen Sohn recommendiren könte. Ich sagte ihr aber, das es in Education gefählt seyn, welche ihr und ihrem Gemahl zu besorgen abgelegen und da sie ihn hierinfalls negligiret haben (wie es in selben Hauß mit allen Kindern geschicht), so wird der Heilige die schlechte Wurzen nicht leicht zu Tragung gutter Fruchte bringen. Dan der hiesige Glaßschneider, durch welchen ich etwas an meinem kleinen Portraiträhmlein abändern lassen wollte; machte hingegen so vielle Difficultäten, das es mit ihm nichtes zu thun ist. Zu Mittag speiste bey mir wie à l‘ordinaire Mad. Mordaxt und ihre 2 Kleine. Nachmittag war da Dr. Gerbez und Ant/on/ von Widerkhern. Erster erzehlte mir, das er nächstens mit Sr conte Mamuca della Torre und seiner Gemählin nach Fossombrone in Italien abzugehen [122] willens sey. Daselbst befindet sich ein weltlicher Geistlicher oder Petriner, ein fromer Mann, von dem man vielles miraculasiret oder fabuliret, nahmens Dr. Pietro Bianchi. Heüt habe meinem den 20. hujus aufgenohmenen Livré-Bedienten Thomas Jauritsch, von Idria gebührtig, die Livré außgenohmen und zu machen ordinirt, ihme 7 fl. monatlich vor Kost und Besoldung, dan in allen 5 Par Schuh, id est alle 4 Monath ein neues Par versprochen, die Livré auf 2 Jahr; jedoch sogestalten, das ich ihme dafür das zweyte Jahr 8, 10 biß 12 fl., soviel etwa solche *Werth* wäre, geben werde nebst der kleinen neuen Montour. 28. Vormittag war bey mir Schluderbach, der Übermorgen mit dem Nemezhof nacher Idria gehet. Ich war mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin bey der Meß. Zu Mittag speiste bey mir die 2 mordaxische Kinder und Mad. speiste bey Barbo. Abends war bey mir der Landschaffttrompetter Moser vocatus wegen ihme strittig machende Liffergelds und wird mit nächsten wieder mit Pferden nach Wienn alß Conducteur abgehen, weil heüt von Hof der Befehl komen, die annoch vorfindige unverkauffte dahin abzuschicken et hoc, nachdeme die beste schon außgesucht und verkaufft worden. [123] 29. Vormittag war bey mir Franz Adam Lamberg mit Nouvellen. Von 10 biß gegen 1 Uhr war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir al solito Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen. Nachmittag gieng ich in die Rathsstuben, um desto ruhiger an meinen Referaten zu arbeiten. Blib dort von 3 biß 7 Uhr. Kam auch zu mir Flachenfeld, mit dem ich ein so anderes zu concertiren hatte wegen Providirung der Miliz zu Adlsperg, Senosetsch etc. Dan war ich bey meiner englischen Herzallerliebsten mit mein Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan ein wenig spaziren. Beym souppé wie zu Mittag. 30. Vormittag war bey mir der abbé Br. Gall von Gallenstein mit der Nachricht, das der Illiatschitsch noch gleichwollen seine niece die Frl. Xaverl heyrathen därffte und dahero ein Memorial einlegen will, ihro auch bey der Standsänderung die per 100 fl. genüssende Pension zu versichern. 688 | 1758 Junij Bald darauf brachte mir Bottoni das Pensionquartall vor die Frl. Gall, so scadirt ist den 24. pasatto per 25 fl.: - Arrha-Abzug 1 〈fl.〉 15 〈kr.〉 23 fl. 45 〈kr. 〉 - Ein drittl Abzug pro subsidio presentaneo 7 〈fl.〉 55 〈kr.〉 In baaren Geld: 15 fl. 50 〈kr. 〉 Welche summam ich dem Br. Gall vorgedachten seine niece gegeben habe. [124] Zu Mittag speiste bey mir à l‘ordinaire Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen. Nachmittag war bey mir der Schlossermeister, deme ich das Beschlacht vor die 8 Mezaninfenster bestelt und verzinter sauber gemacht per 51 kr. vors Fenster accordiret habe, id est auf jedes Fenster 4 Scheinhacken, 4 Wincklhacken mit 4 Kegl, 2 Reiber unten1078 und oben und ein Ring in die Mitte den 6 eisene Stangl vor die Fenstertaffel zu halten. Dan waren bey mir die von der Armée angekomene 2 brounische Officiers, alß der Oberleüthnant à Sole und der Unterleuthnant Kallin. Erster gehet Morgen nach Graz, seinen alten Vattern gleiches Nahmens zu besuchen, um im 10 Tagen wieder zu retourniren. Spätter war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 31. Heüt morgens um ½ 8 Uhr ist Mad. Mordaxt mit ihren 2 Kleinen, alß Sepperle und der Thereßl, von hier abgereist und zwar nach Smreck, daselbst bey Mad. Rasp zu übernachten. Morgen komt sie auf Landstrasß und den Tag darauf auf Neüstain, ihr Landgut. Von 9 Uhr biß gegen 11 Uhr hielte die Commission in buccellenischer Angelegenheit. Dan habe meinen concommissariis denen HH. von Hofmann und von Weber mein in Reparation befindendes Hauß von oben biß unten gezeüget. [125] Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war bey mir Franz Adam Lamberg; comunicirte mir die mit heütiger Post erhaltene Neuigkeiten. An heütigen Tag anno 1747 war mein liebes Söhndl der Heinerle gebohren und so er gelebt hätte, wurde er das 11te Jahr seines Alters zuruckgelegt1079 haben. Vide 21. Marzi. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. NB. Gester morgens ist der Sigerle Graf von Liechtenberg, wie er es seiner Gemählin gesagt, mit eigenen Pferden nach Habach gefahren und versprochen, abends wieder zu retourniren. Da nun leztes nicht erfolgt, so hat mann heüt morgens erfahren, das er1080 nach Habach nicht gekomen, mithin sein Weeg anderwerts hingenohmen. Man vermutet vieleicht nach Wienn, welches die Zeit lehren wird. Spätter war bey mir Ant/on/ von Widerkhern, der erst von Lack gekomen, wo er wegen eines seinen Waldts ein Process hatte. 1758 Junij 1. Juni. Vormittag war bey mir Marotti in Amtssachen. Dan der Crayßhauptman Br. Erberg in seiner Amts-Angelegenheit.1081 Dan Dr. Vidmayr wegen des neuangekomenen medici, der das Podagra etc. zu curiren prætendirt. [126] Nachmittag war da der Dinzl. Dan war ich von 3 biß 4 Uhr in einem contradictorio zwischen Mad. Valvasor und Br. Mordaxt. Dan bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt Vormittag ist Mr Nemezhoffen in seiner aufhabenden Commission nach Idria verreist. An heütigen Tag anno 1708 ist mein liebste Schwester Joanna Antonia gebohren worden. Vide 29. Augusti. Abends spatt war bey mir der Crayßhauptman Br. von Taufferer in Amtssachen. 1078 Nad e prečrtano okrajševalno znamenje za er 1079 z popravljen 1080 e iz E 1081 m popravljen | 689 1758 Junij 2. Vormittag war bey mir Jamnig, Stempelpachter, in seiner Angelegenheit. Ich war in Rath von 9 biß Mittag. Dan mit Puchner bey Flachenfeld auf Befehl des præsidis wegen der zu Adlsperg verlegter Miliz. Zu Mittag speiste bey mir Mr Dinzl. Nachmittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner, mit dem maylandischen medico, der das Podagra zu curiren prætendiret. Dan der Commissariatsofficier di Seni wegen der Expedition der Commiss-Strünpf. Abends war ich bey meinem englischen ausserwählten Ehegespändl mit mein Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan beym Tischler, das erste Tächl über die Kaufmannsladen zu besehen, [127] an welchen ich Morgen ein so anderes änderen und die übrigen 5 darnach machen zu lassen gedencke. 3. Vormittag war bey mir Tromar und dan Ziegler mit buccellenischen Commissionsexpeditionen. Zu Mittag speiste bey mir Mr Gandin. Nachmittag war da Br. Kuschland mit seiner Gemählin, gebohrne Gussich. Dan der Jacob von Hochenwarth. Abends war ich bey meiner herziniglich geliebtesten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 4. Vormittag war ich bey meiner ausserwählten herzallerliebsten Ehegemählin mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey Mad. Moscon, gebohrne Röringer, mich wegen einigen in mein Stambaum einschlagenden Röringer zu informiren, davon sie mir aber kein zulängliche Außkunfft zu geben wuste. Zu Mittag speiste bey mir Mr Longho. Nachmittag war bey mir Lenz, der Morgen mit dem Ziegler nach Meschnah gehet. 5. Vormittag war bey mir Perßkhy und Tischler mit denen ich die Tächlein ober die 6 Kaufmannsgewelber beschlossen habe. Von 10 biß ½ 12 war ich in Rath. Vorhero bey Flachenfeld wegen der adlspergischen Brodprovision vor die Miliz. Nachmittag war ich bey Wallensperg wegen Fraule Xaveria Gall-Memorial, ihre Heyrath betröfend. Dan mit m. Micherle bey meiner herziniglich geliebtesten englischen Ehegemählin, [128] wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. Dan war ich mit ihm bey den Vermatischen in Garten, einige röringerische Portraits zu sehen, die aber in mein Stammbaum, wie ich vermeinte, nicht einschlagen. Heüt morgens nach 6 Uhr ist mein Frl. Lenerle von Hallerstein mit meiner Schwägerin Frl. Franzl von Erberg nach Mannspurg und Münckendorf und wollen Morgen abends wieder hier retourniren. Abends war ich wieder bey Br. Flachenfeld, ihme zu erinnern, das ich an heüt in Rath alles nach sein Wunsch gerichtet habe wegen der Milizprovidirung zu Adlsperg. Vormittag vor dem Rath war auch bey mir H. von Hofmann. 6. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J. mit dem P. Piazoll. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ von Widerkhern. Nachmittag nach 2 Uhr ist von hier nach Craüz abgereist Mad. Nemezhof, gebohrne Rasp, mit ihrem krancken Sohn dem Fränzl, der den 17. augusti 1756 den ersten Schnitt an sein Leibschaden und sodan vielfaltige bekomen und ist stetts zu Beth gewest biß einige wenige Täg her, das er sich zu bewegen anfangt und wird auch fahrender sehr hart reisen. Mit ihr ist auch des Franzl Schwester Mariandl und Mad. Nemezhof, gebohrne Zergollern. Dan war bey mir der Leüthnant Stein, [129] der von Triest gekomen, die carnerische an heüt auß Steyermackt anhero gelangte Recrouten zu übernehmen und nach Triest Übermorgen zu begleiten. Spätter war ich bey meiner englischen herzigsten Ehegemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan giengen spaziren und entgegen meiner Frl. Lenerle Hallerstein und Frl. Fränzl Erberg, welche auch begegnet haben komende von Münckendorf, so da war gegen ½ 9 Uhr. Erstere hat gester einigen Klosterfrauen Angehorigen von meinem Eheengl, die in ihrem englischen Nahmen unterschribene Bilder dispensirt, wie solche an seinem Orth angemercket seyn. 7. Vormittag war bey mir Wallensperg, der mir das Memorial der Frl. Xaveria Gall abgeänderter in Nahmen ihres oncles verfaster brachte. 690 | 1758 Junij Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Ehegemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. 8. Vormittag war ich in der Registratur. Dan in Rath von 10 biß Mittag. Dan bey Kriegscommissario in Amtsgeschafften. Nachmittag war bey mir Ant/on/ Widerkhern. Dan abbé Luckantschitsch. Um 7 Uhr gieng zu Kriegscommissario und mit ihm einige marodi Pferd zu sehen, die nach der Armée nicht wohl zu schicken seyn und [130] trachten solche zu verkauffen. Dan gieng ich mein englisches Magnetl und herzallerliebstes Ehegespandt besuchen, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan in erbergischen Garten, wo ich die Frl. Franzl Erb/er/g und m. Frl. Hallerstein angetroffen und nach Hauß geführet habe. Dan bin ich mit gedachter Frl. Lenerle und m. Micherle, die heüt *morgens* verstorbene amanische Tochter zu besprengen. Si war iner 3 Tägen frisch, gesund und tod. 9. Vormittag war bey mir der Angelo, Caffésiedler, wegen seines Quartiers ein so anderes zu concertiren. Nachmittag der Fränzl Br. Apfaltrer, der heüt nachst nach Adlsperg retournirt. Dan Br. Flachenfeld in Visit und blib biß spatt. Inzwischen war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Heüt Nachmittag ist die gester morgens verstorbene amanische Tochter begraben worden. An heütigen Tag anno 1691 ist mein liebster Bruder Georg Sigmund, ex post gewordener Capuciner unter dem Nahmen P. Ludovicus, gebohren worden. Vide 15. Augusti. 10. Heüt anno 1726 war der glückseeligste Tag meines Lebens, alß an welchen Tag ich mit meiner mir von Gott geschenckten [131] herzallerliebsten ausserwählten englischen Brauth ehelig copuliret worden bin. Ach Gott, in was vor Freüd und vergnügensvollen Stand war ich in selben vor mich goldenen Zeiten, in was vor betrübten Umständen bin ich versezet worden, nachdeme mich mein so iniglich und auf das zärtlischte geliebtestes Ehegespändl in dieser Welt verlassen hat. Englisches Herzerle, das stette Dencken auf dich, mein Engl, ist der einzige Trost in meiner beständigen Betrübnus und du wirst dich bey Gott meiner erinnern, welcher dich mir und mir dich aufs neue schencken und unß sodan ewiglich vergnigt leben lassen wird, amen. Vormittag war bey mir Graf von Liechtenberg, Dr. Vidmayr und Pompeius Br. Brigido. Erster, ob er sein Wein allhier alla minuta gegen Bezahlung des Daz verkauffen darffte. Ander, wie er den maylandischen medicum von hier wegbringen kante. Und lezter ist resolvird wieder alß Crayßamtsadjunct in Unter Crain zu continuiren. Nachmittag war bey mir Hübner in Amtsgeschäfften. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, herzallerliebwertesten Ehegespandl, mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. 11. Vormittag war ich bey meiner herz [132] allerliebsten englischen Gemahlin mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey Grafin Rasp wegen dieser Famille in mein Stammbaum einschlagenden Portraiten zu informiren, wo ich aber nichtes vor mich taugliches weder gefunden noch außgekundschafftet. Dan bey Carl-Hochenwartischen in eben der Angelegenheit und gleichen Success. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Franzl von Erberg, wo ich mein Frl. von Hallerstein abgehollet habe. Nachmittag war bey mir Franz Adam Gr. von Lamberg mit frischen Briefen von m. Sohn den Hauptman und das er mit seinem Regiment nach Mahren1082 abmarchirt seye und dan in seinen Angelegenheiten, id est des Gr. von Lamb/er/g. An heütigen Tag anno 1739 ist mein Töchterle Catharina gebohrn worden. Vide 14. Juli. 12. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville, P. Abundus Hallerstein und der junge Br. Micherle Paungarten. Nachmittag hielte Concessum Sanitatis von 5 biß 6 Uhr. Dan war ich bey Dr. Knesenhof *mit m. Micherle*, wo zwischen seiner Tochter [–]1083 und den Kehrn von Gotsche das solemne Eheverspröchen war und ich habe die Heyrathsverabredung auch mit unterschriben. 1082 r popravljen 1083 Prostor za ime. | 691 1758 Junij [133] Dan war ich bey meiner herziniglich geliebtesten Gemählin mit1084 m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Zu Hauß fande bey meiner Fraule Mad. Erberg, gebohrne Engelshauß, und Br. Otto, gebohrne Raab, deren die erste ich nach Hauß geführt hab. Dan war ich bey Busetischen. 13. Morgens war ich mit Frl. Hallerstein und m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin. Dan bi ich in ein mit 2 Pferdten bespanten Birotsch mit Frl. Lenerle um 5 ½ Uhr nach Lack, meine Schwester die Maximiliana abbesse heimzusuchen, und der Micherle reitend mit unß. Wir kamen nach Lack um 8 Uhr, waren in parlatorio biß 9 Uhr und nahmen ein Milchcaffé. Dan beym Amt. Dan wollten ins Castell zu Br.-Paungartnischen, waren aber alle zu Zeyrach. Suchten die Luckantschitschen, waren auch abwesend. Giengen in St. Jacobi-Kirchen, unter anderen die raspische monumenta zu sehen. Dan in raspischen Hauß, so dermahlen einem1085 Pixenmacher gehörig. Waren bey altem Geistlicher Schifferer, so bey 78 Jahr alt. Dan in parlatorio. Nach 11 Uhr zum Mittagessen. [134] Nachmittag in parlatorio biß gegen 4 Uhr. Und gabe meiner liebsten Schwester 36 Zeltl Chocolate und ein Species Kremnizer. Dan seyn abgefahren nach Ehrenau zum Dinzlischen, wo wür um 4 ½ ankamen. Bliben da biß 7 Uhr, dan gingen nach Laybach, wo wir um 9 ½ ankamen. 14. Heüt ist, laider Gott, 5 Jahr und 7 Monath, das mich mein englisches Eheherzerle, mein allerliebstes ausserwähltes Weiberle in dieser Welt verlassen hat. Ach, du mein herziges auf das zärtlichste geliebteste Mäntscherle, wie würdig bis du meiner Thränen, mein beständiges Seüffzen und Jammern ist die Sprach meines Herzens, die unaufhörlich zu dir mein Engl redet und dir meine Noth klaget. Ach Gott, wie vergnügt und getröstet wäre ich in meiner Betrübnus, wan ich wüste, das du mein Herzerle alles dieses weist und das du eben so auf mich denckest! Der Allerhöchste, lasse dich mein Engl alle himlische Freüden genüssen, mich aber deinen Verlust beständig beweinen, amen. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag war bey mir Franz Adam Graf von Lamberg in seinen Angelegenheiten. Dan der Hübner in Sanitäts- und Amtsgeschafften. Abends war ich bey meinem alles angedenckenswürdigsten englischen Ehegespändl, [135] wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 15. Vormittag war bey mir par accident der Carl Br. Valvasor, der mit Br. Benj/ami/n Erb/er/g nach Ebnesfeld gefahren, wo heüt der Graf Lamberg seiner Schwigermutter, der Grafin Rottall, Geburtstag celebriret. Dan P. Bernardin Erb/er/g S. J. Von 10 biß 1/ 1 Uhr war ich in Rath. Nachmittag war ich beym Grafen von Herb/er/stein in Amtsgeschäfften und in specie wegen der Ziegl, die der Stadtmagistrat, um den Burgerwerth dem kayserlichen Spittal außzufolgen, schon das drittmahl reensiret. Dan war ich mit Frl. Hallerstein und m. Micherle bey Br.-Flachenfeldischen. Dan wollte mein englisches Ehemagnetl besuchen, war aber die Kürchen wider die Gewohnheit bereits gespert und Vormittag supplirte mich daselbst bey der Meß m. Micherle. An heütigen Tag anno 1750 ist mein Töchterle Maria Aloysia gebohrn worden. Vide 11ten Augusti. 16. An heütigen Tag anno 1726 war der gluckseeligste Tag vor mich in meinem Leben, alß an welchem meine herzallerliebste, mir von Gott ausserkiesene und geschenckte englische Braut das erstemahl in mein Hauß und Wohnung gekomen. Und nachdeme wir den 10. bevor ehelig coppuliret worden, so war sie auch das erstemahl mein auf das zartlichste geliebtestes [136] Schlafgespändl und Gott hat unser Ehebeth geseegnet und stetts fort mit allerwünschter Freüd und vollkomenen Vergnügen erviellet. Ach Gott, so freüd und vergnügenvoll alß anno 1726 der 16ten Junius war, eben so laid- und betrübnusvoll war 1084 m popravljen 1085 e- iz P 692 | 1758 Junij der nehmliche 16te Tag1086 des Monath Novembris 1752, nunmehro schon 5 Jahr und 7 Monath, alß dieses mein herzallerliebtes englisches und ausserwähltes Ehegespändl todter auß eben diesen Hauß zur Grabstatt getragen und von mir mit trennenden Augen und seiffzenden Herzen begleitet worden. Mein englisches Weiberle wird sich in der ewigen Glückseeligkeit eines und des anderen erinnern und Gott bitten, das sie mich eben so zärtlich bewillkomen und empfangen werde, alß ich sie empfangen habe, amen. Nachmittag war bey mir Lenz, der erst mit dem Ziegler von der Pfarrinventur von Möschnach gekomen. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß, die ich in dem ihro geopferten schönen Kleid habe lesen lassen, mein Mich/er/le suppliret hat. 17. Vormittag war bey mir Fähnrich Kumer, der Morgen nach Triest retournirt. Dan in Amtsgeschäfften Ob/ er/land, Lenz, Tromar, dan Persky, Stucodorer etc. [137] Nachmittag war bey mir Magister Frinetti *S. J.*, der mir von m. Sohn Franz von Wienn ein Brief brachte. Ich habe ihn Morgen auf Mittag zu mir eingeladen, dahingegen gehet er Morgen fruhe mit der Ordinari nach Fiume, die kleinen Schullen zu dociren. Dan P. Bernardin Erberg S. J. Spätter war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Vorhero war auch bey mir der alte Wallensperg, der seinen Sohn aufgeführet hat. 18. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin bey der Meß. Dan bey Herberstein in Amtsangelegenheiten, bey Merzenhaim wegen Canal und Brucken bey H. Grab, bey Köhler in Amtssachen. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Auersperg in Visite. Abends war ich mit Frl. Hallerstein und m. Micherle bey den Tallbergischen. Dan fahrten zu dem Canal bey H. Grab, wo ich wegen der verfallenden Brucken etc. den Augenschein genohmen habe, um Morgen diese Angelegenheit in Rath vorzutragen. Abends spätter kam zu mir Longo wegen auf der Tuchfabric gewesten Schlagereyen. [138] 19. Vormittag war bey mir Br. Pittoni wegen deme, das er dem monte di pietà zu Grad/isc/a schuldig ist. Dan war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Br. Janeschitsch, der auch ferne in dem nemezhoffische, nun aber schon dem dinzlischen versprochene Quartier gekomen wäre, nun aber nicht ungeneügt zu seyn scheinet, seiner Zeit mein Quartier zu beziehen, wan ich mich einmahl in die mezanini retiriren werde. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebwertesten Ehegemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Vormittag vor dem Rath war ich in Taxamt, wo ich die Monath-Mai-acta alle übersehen habe. 20. Heüt zu Mittag speiste bey mir der Bottoni. Dan war ein parmahl bey mir der Geistliche Kaifasch von der Töpliz wegen des zu laisten habenden Darlehens. Dan der Ziegler mit Amtsexpeditionen. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 21. Vormittag war bey mir der chyrurgus Massari von Görz, so Felddienst angenohmen. Dan Dr. Novack vocatus wegen Mad. Weller und er sagte mir, das der Solicitator [139] Raumschisßl in Sachen am besten informiret seye. Dan habe durch mein Micherle den erst von Wienn angekomenen H. von Schifferstein beneventiren lassen. Nachmittag war bey mir Hofmann, Franz Adam Graf von Lamberg und der Schifferstein, welcher lezte mir meiner herzallerliebsten englischen Ehegemählin neugeschifftete und mit silbern Beschlächt fournirte Flinten von Wienn mitbrachte, die ich ebenfalls vor meinen Augen haben und derküssen werde. Abends war ich bey diesem meinen ausserwählten englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. An heütigen Tag anno 1711 iste mein liebste Schwester Catharina alß Klosterfrau zu Lack unter dem Nahmen Maximiliana eingekleidet worden. Vide 18. Februari. 1086 T iz J | 693 1758 Junij 22. Vormittag war bey mir die Pillarini, eine gebohrne Standlerin von Haaßberg. Von 10 biß 1 Uhr war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir der Schifferstein, dan ein Zanchi quondam Giacomo, der zu Wienn das Jus gehört hat. Nachmittag war bey meiner Fraüle Mad. Flachenfeld und ihr Frl. Petteneg. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Frl. Hallerstein bey der Meß suppliret hat. [140] Dan suchte mit m. Micherle den Br. Gall, den Br. Taufferer und den von Schweiger, war aber keiner anzutröffen. 23. Heüt Vormittag hat der Stucodorer an der Facade meines Hauß seine Arbeit geendet und habe ihm dafür bezahlt: - 6 Kremnizer #, machen 25 fl. 12 〈kr.〉 - Extra vor die Ziraten zwischen dem Mittern und Mezanin doppelten Fenstern 4 〈fl.〉 12 〈kr.〉 - Extra unter denen untern Fenstersteinen 5 〈fl.〉 - Dan vor das Außweissen des Himelbodens in meiner Al erliebsten ihren Cabinetl, dem Mittelzimer daran und mein Biblioteque 2 〈fl.〉 In al en 36 〈fl. 〉 24 〈kr. 〉 Der Stucodorer ist auß Gottschee gebührtig nahmens Anton Stämpl, ein geschickter gutter Arbeiter und ehrlicher Mann, derzeit ansesig zu Oberburg bey H. Xav/eri/, auch dort verhayrath. Dan war bey mir der Solicitator Gregor Valentin Raumschisßl vocatus und haben ihm Commission gegeben, ein so andere in mein Stamenbaum einschlagende raumschisßlische Portraits außfindig zu machen trachten. Nachmittag war bey mir protomedicus Vidmayr wegen des mir heüt zugekomen und ihme communicirten Decrets in materia sanitatis und werde künfftigen Montag den Consessum halten. So war auch bey mir der Persky [141] vocatus wegen des Canal und der Brucken bey H. Grab, wohin ich mit ihm Morgen Nachmittag gehen werde. Nachmittag habe von Wienn erhalten die 2 Portrait von meinem Sohn Joanne Nepomuceno, dermahligen Hauptmann unter dem Prinz von Löwenstein-Dragoner Regiment, und von meinem Sohn Francisco, Societatis J., die ich zu Wienn habe mahlen lassen und mich besonders erfreüet haben. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit Frl. von Hallerstein und m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. 24. Vormittag war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey meiner Frl. Schwägerin Frl. Fränzl. Nachmittag waren bey mir die Lange Auersperg mit ihren 2 Frl. Töchtern, dan die Gräfin Petaz gleichfalls mit ihren 2 Frl. Töchtern, die sich alle auf ein Chocolate zu mir ansagen liessen. Dan auch Mad. Erberg, gebohrne Engelshauß, mit der Frl. Posarelli. Dan der Feldkriegscommissarius wegen der Fürspann vor die einruckende Hauptleuth Daskofsky und Pißecker. Dan fahrte mit Persky zum Canal bey H. Grab wegen des zu erichten seyenden Dam. Obiges Frauenzimer wollte auch mein englisches Weiberle, wie ich solche todter in Gips bey mir habe, sehen, die ich ihnen auch gezeügt habe. [142] 25. Vormittag war bey mir der gorzerische chirurgus Massari. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespandl mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey Busetischen mit Frl. Lenerle Hallerstein. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Nachmittag war da ein Capuciner, P. Paul, mit einem Primicianten, der mir den Seegen gegeben. 26. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Dan beym Præsidenten Grafen von Herberstein, der etwas unpäßlich und bethlicherig ist, wegen des chirurgi Massari. Zu Mittag speiste bey mir Mr Gandin und Bottoni. Nachmittag war bey mir der von der Execution von Veldes zuruckgekomene Schrey. Von 5 biß 6 hielte Concessum Sanitatis. 694 | 1758 Julij Dan war ich bey Landshauptman Grafen von Auersperg ihme zu rathen, sich wegen denen von Hof verlangenden 90/m fl. nomine deren Ständen an Rudolph Grafen von Choteck zu wenden. Dan war ich bey meiner herzallerliebsten englischen ausserwahlten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Vorhero war auch bey mir Ziegler mit Expeditionen. 27. Vormittag war bey mir Mr Hofmann mit [143] einer Expedition ad aulam. Dan der fürst-portiische Vicedom Mr Einöd, der von Prem und Senosetsch komt und in wenig Tagen nach Spittal retournirt. Dan der Schifferstein. Zu Mittag speiste bey mir Br. Waicard Gall. Nachmittag war da P. Bernardin Erberg S. J. Dan der chyrurgus Massari, der heüt mit der Ordinari nach Wienn und weiter zur Armée abgehet. Br. Gall sagte mir, das künfftigen Freytag zwischen ihn und seiner Ehegemählin, einer gebohrnen Grafin von Schärffenberg, das consistorium gehalten werden wird. Dan war bey mir Paul Aloys Aursperg, der mir erzehlte, das des Franzl Lamberg den 3. Aprilis lezthin gebohrnes Söhnlein anheüt gestorben ist. Man hat mit diesem Kind gar zu viel getandelt und unter anderen das drittmahl mit denen Amlein gewechslet. Abends war ich bey meinem englischen Schaz, allerliebwertesten Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 28. Heüt Vormittag war bey mir Ziegler. Dan Schifferstein, deme mein Schuld bezahlt habe vor was er vor mein seeligen Heinerle vor mich etc. außgelegt hat. Nachmittag war bey mir Franz Adam Lamberg, der bedaurete den gestrigen Verlust seines Söhnleins und zwar just an dem Jahrstag, da er sich voriges Jahr verhayratet hat. [144] Abends war bey meinem englischen Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 29. Vormittag war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Ehegespandl mit m. Micherle bey der Meß. Zu Mittag speiste bey mir Br. Waic/ard/ Gall und der Liechtenthall, Pfarrer zu Watsch. Nachmittag der Oberland, P. Bernardin Erb/er/g und P. Piazoli S. J. Dan der von Hofmann. 30. Vormittag war ich in Rath von 10 biß Mittag. Nachmittag war bey mir der Pfarrer von Watsch, Liechtenthall. Abends war ich bey meiner englischen allerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war auch 〈bey〉 mir der P. Niederkorn, Franciscaner, der Morgen von hier mit der ordinari Post zur Armée ins Mähren verreiset, um beym brounischen Regiment alß Feldpater zu stehen. Ich habe ihm auf sein Verlangen sechs Kremnizer Ducaten gegeben, die er meinem Sohn dem Max, Unterleüthannt bey gedachtem Regiment, zu bonificiren versprochen hat. 1758 Julij 1. Juli. Vormittag war bey mir Leuthnant Mercanti, der von Triest komt und Morgen 2 Companien folgen und hier bleiben werden. Heüt habe dem Stramperger die mir zum abcopiren gelichene 2 Portraits von Thomas Roringer und der Lucretia Rossetti, seiner Gemählin, zuruckgeschickt nebst 2 Bottilien Samos. [145] Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. 2. Vormittag war ich bey meinem englischen herziniglich geliebtesten Ehegespändl mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey Mad. Werthentall in Visite, welche annoch an Podagra leidet. Bey der alten Br. Taufferer, gebohrne Fürnpfeil, bey dem Crayßhauptman Br. Taufferer in Amtsgeschäfften. Zu Mittag speiste bey mir Br. Waic/ard/ Gall. Dan der Rosenfeld, der sich auf mein Persuasion hat contrefiren lassen bey meinem Mahler im Hauß und der ihn auch recht wohl getroffen hat. Dan waren bey mir meiner Frl. die Töchtern, welche ich hernach zu Mad. Lebeneg geführt habe. Dan war ich bey Mr Einoed, fürst-portiischem Vicedom, in Contrevisite. 3. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Stadtschreiber von Crainburg wegen der Mad. Bubna bey Oman gehabten Quartier. Dan war ich in Taxamt von ½ 4 biß ½ 5 Uhr. | 695 1758 Julij Bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. [146] 4. Vormittag war bey mir Schifferstein. Gegen Abend war ich bey meiner herzallerliebsten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. 5. Vormittag hielte die graf-buccellenische Commission von 9 biß 11 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Br. Baicard Gall. Nachmittag war bey mir P. Joseph Erberg S. J., mein Schwager, wegen mein morgigen Geburtstag. Der Crayßadjunct Barelli in seines Vatters Angelegenheit. Abends war ich bey meinem englischen Schaz mit m. Micherle. Spätter war bey mir abbé Luckantschitsch, der auß dem Untercrainischen Baad komt und bey schwacher Gesundheit ist. 6. Heüt Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Vorhero war bey mir m. Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg, dan meine 2 niecen die Buset und ihr Schwester. Zu Mittag speiste bey mir abbé Luckantschitsch. Nachmittag war bey mir der Luick von Mitterburg, dan der Jacob Hochenwarth, der Morgen nach Raunach verreiset und den 8. Augusti wieder hier seyn will. Abends war ich bey meiner ausserwählten englischen herzallerliebsten Gemählin mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. [147] An heüt habe ich just das 61te Jahr meines Alters zuruckgelegt. Gott seye dafür danckgesagt und er wolle mich noch die übrige meine Lebenszeit in seiner Gnad beständig erhalten. Eben an heütigen Tag anno 1727 hat mir mein englisches Ehegespandl zur Bindband das erste Kind Antonium Sebastianum zwar ganz glücklich zur Welt gebracht, dahingegen hat solches der Allerhöchste den nehmlichen Tag zu sich nehmen beliebet. Heüt Nachmittag waren auch bey mir die zwey brounische Unterleüthnant Br. Ackelshausen und der Mercanti en visite. Abends habe vor eine Curiosität nachcalculirt die mit lezter Post ab aula postulirende 1018 Recrouten in natura und hat der Kriegscommissarius davon auf dieses Land Crain 814 und auf Görz und Grad/isca/ 204 repartirt. Weil wir aber den ersten Recroutenpostulatum, so da war von 502 Mann, sogestalten repartirt haben, das das Crain 387 und die 2 Grafschafften 115 betroffen hat, auch ex post diese Proportion allemahl observirt haben, nach welcher dermahlen von gedachten 1018 Mann Crain nur 785, die 2 Grafschafften aber 233 betrifft, so habe solches mit einem Billet dem præsidi Grafen von Herberstein erinnert, damit er das weiter nach Belieben verfügen und die expeditiones sogestalten einrichten lassen möge, das sich niemand zu beklagen Ursach habe. [148] 7. Vormittag war bey mir Schifferstein, der mir die von Wienn gekomene spanische Waxmuster gebracht hat, welche ihme von dem Unterleüthnant Br. von Apfaltrer bestelt worden seyn. Er Br. Apfaltrer aber ohne sich aufzuhalten nach Triest passirt ist. Dan war bey mir m. Paruquenmacher. Zu Mittag speiste bey mir abbé Luckantschitsch. Nachmittag war bey mir der Paruquenmacher Auer, mit dem ich wegen des Sepperle Seegenreich abgeredet habe, das er Sepperle Übermorgen freygesprochen und alß Gesell seyn werde. Und da er erst künfftiges Monath April seine 5 Lehrjahr vollendet hätte, so habe dem Auer vor diese annoch abgängige 9 biß 10 Monath 20 fl. zu schencken versprochen über die 5 fl. Freyspröchungtax vor die Laad und dan 3 oder 4 17ner, das der Sepperle denen Gesellen ein Jausen geben kan. Vor den nun zugleich aufzudingen seyenden Nicolas Boyern von Brüsßl gebührtig werde ich die 5 fl. alß ein Allmosen vor ihn bezahlen. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. An heütigen Tag anno 1742 ist mein Töchterle Antonia gebohrn worden. Vide 11. April. 8. Vormittag war bey mir Ziegler in Amtsgeschäfften. Item Persky, Bleyberg, Pitoni, Malitsch. Nachmittag Giuseppe Zanchi, der von Fiume komen ist Process halber. [149] Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, herzallerliebsten Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 9. Vormittag war bey mir in Visite der Hauptmann Dascofsky, Oberleüthnant Kalin, Unterleüthnant Br. 696 | 1758 Julij Ackelshausen und Unterleüthnant Mercanti, alle von Broune und dermahlen hier in Garnison. Ich war bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl bey der Meß mit m. Micherle. Dan bey m. Schwagerin Frl. Fränzl. Zu Mittag speisten bey mir Br. Gall (Waicard), Giuseppe Zanchi, Rosenfeld und der Luick. Nachmittag der Crayßhauptman Br. Taufferer und spätter H. von Schweiger. Heüt ist der Sepperle Seegenreich freygesprochen, somit zum Paruquenmachergesellen gemacht worden. Dem Maister Auer habe vor den Freisprechen 5 fl., dan damit der Sepperle denen anderen Gesellen ein Jausen geben käne 2 fl. passirt und bezahlt. Dem Sepperle selbst aber ein saubern Degen geschenkt, weil ich ihme solchen, da ich ihm das Firmpantl verpunden, versprochen habe. Zugleich habe den Nicolas Boyer auß Brüsßl alß Paruquenmacher-Lehrbuben aufdingen lassen und vor ihn dem Maister Auer 5 fl. bezahlt. [150] An heutigen Tag anno 1691 ist meiner herzallerliebsten Ehegemählin Vattern Vatters Vatter Leonhard von Erberg gestorben. Er war gebohrn den 6. November 1606, mithin war er alt 84 Jahr, 8 Monath und 4 Täg. 10. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Nachmittag war bey mir Luick vocatus wegen des Litschky, der mir Außkunfft gegeben, das er Litschky gleich nach dem Obristwachtmeister von Heneberg, der1087 1500 fl. zu haben hat, in der Clasification folget. Mithin hoffet, das er in künfftigen Jahr in denen ersteren Monathen bezahlet werden wird, ungeacht die Grafschafft Mitterburg dermahlen vielle Extraaußlagen hat, alß Dominicalcontribution zu anticipiren, die Vorspanns-Reluition, dan in December die ganze Contribution bey 5/m fl., über die Besoldungen deren Beambten, ordinari und extraordinari Unkösten und nun wieder die neue Recroutation etc., so das er biß Ende dieses Jahr bey 10/m fl. brauchen wird. Ubrigens aber ist der Litschky in der Classification mit 6/m fl. und die davon dem Directorial-Taxamt cedirte 3797 fl. 30 kr. kan der Fiscus am ersten vor sich nehmen. Dan war bey mir Zebull. Um 4 Uhr gieng ich ins Taxamt, den ganzen Junium zu revidiren biß ½ 6 Uhr. Bey meiner englischen geliebtesten Ehegemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Bey secretario Hentl wegen von Vitnich geleisteter Zahlung und dan, um den Bericht [151] ad aulam wegen zuruckzuhalten, weil das Landrecht in Erstatung der Außkunfft begriffen ist. Dan bey Schweiger, wo ich sein Schwagern den Grafen von Thurn angetroffen, der mir erzehlte, das die Wittib des Alexander Grafen von Patachich zu Warasdin lebet, das ihr Tochter einen Ungarn Grafen Castelli gehayratet hatte, hingegen sie vor ein par Jahren gestorben seye ohne Kinder. Bey mir war Paul Aloys Gr. Auersperg. Spätter war ich mit meiner Frl. und dem Micherle ein wenig spaziren. Heüt Nachmittag um 2 Uhr war wieder das consistorium zwischen Br. Gall und seiner Gemählin, gebohrne Schärffenberg. Und weil sich Br. Gall in dem 7. hujus gehaltenen zweyten consistorio declariret hatte, das er der der Exception wider dem gegentheilischen Advocaten Kappus nicht inhæriren will, so hatte er an heüt, id est der Gall, ein allegatum formirt, worüber Kappus nichtes anderes gemeldet, alß das er erst die Information von der Gallin einnehmen müsse und künfftig darüber antworten wolle, mithin in nächsten consistorio das fernere vorkomen wird. 11. Vormittag war ich von 9 biß ½ 12 in der Rathsstuben an meinen Referaten ruhiger zu arbeiten. Dan bey meinem englischen Eheherzl, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. [152] Zu Mittag speiste bey mir Mr Bottoni et Mr Schifferstein. Nachmittag war bey mir P. Joseph Luckantschitsch, Capuciner, en visite. Von 4 Uhr biß ½ 7 Uhr war ich in der Rathsstuben ruhiger zu arbeiten. Dan habe den Schlossermeister bezahlt vor das Schlosß und Zugehör an der doppelten Eintrittthür auß den Furhauß in die 2 neureparirte Gewelber vor das Caffésieder, so da kostet 5 fl. 30 kr. Dan in das darinige Küchenthörl mit Fensterle schwarz Beschlächt 1 fl. 15 kr., zusamen 6 fl. 45 kr. An heütigen Tag anno 1661 war gebohren meines englischen Ehegespändl Vatters Mutter, eine gebohrne Susana Margaretha Dinzl von Angerburg, ein schenes Weiberle. Vide 3. November. 12. Vergangene Nacht ist Mr de Nemezhoffen von seiner Commission zu Idria und dan von Craüz et Görz mit seiner Ehegemählin retournirt. 1087 Sledi prečrtano noch | 697 1758 Julij Nach 10 Uhr war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz mit meinem Micherle bey der Meß. Dan suchte den Hauptman Daskowsky und Oberleüthnant Stein, waren aber nicht zu Hauß, mithin habe die Contrevisite ihren Gemählinen gegeben. Dan war ich bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Zu Mittag speiste bey mir Waicard Br. Gall, der mir allerhand von lezten consistorio erzehlte. [153] Nachmittag war da P. Bernardin Erber S. J., der mir unter anderen erzehlte, das P. Erasmus Froelich S. J. den 7. hujus zu Wienn in Collegio Theresiano gestorben seye. Er war gebohrn zu Gräz den 2. Oktober 1700, mithin hat er gelebt 57 Jahr, 9 Monath und 6 Täg. Er war einer von denen gelehrtesten und berühmtesten Leüthen dieses seculi und hat sich besonders distinguirt in historia moderna et antiqua, in mathesi, Sprachen modernen und antiquen, ein besonderer Kenner von alten Medalien und numismatibus. Wenigst die S. J. hat in dieser Provinz keinem seines gleichens. Ich habe ihn zu kenen, auch mit ihm bekant zu seyn die Ehre gehabt. Und da er vor einigen Jahren hierdurch eine Raise nach Italien gemacht, hat er mich allhier haimgesucht. Gott, gebe ihm in der anderen Welt alle Glückseeligkeit. Von ½ 4 Uhr ist mein Micherle mit dem Schifferstein nach Mannspurg gefahren und um 10 Uhr ist er wieder retournirt. 13. Vormittag war da P. Joseph Erberg S. J., mein Schwager. Dan Mad. Longville. Von 10 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich wenig vor bey der Meß mein Micherle suppliret hat. [154] Dan bey dem Landschafftsbuchhalter von Rastern, um das er bey dem Eingang zum Capucinern noch um ein Staffel mehrer machen liesse, um das die Anhöche etwas mehr planiret und die Zuefahrt comoder gemacht werde. Et hoc ad intentionem des Gr. von Herberstein, der mir diese Commission gegeben, so auch der Rastern zu befolgen sogleich versprochen hat. Nachmittag war bey mir Persky vocatus, deme auch obiges recommendiret habe, auch vor so thunlich alß gut befunden hat. Da vorgester das blechene Tächl über die 3 Kaufmannsladen lincker Hand an mein Hauß vor dem Klampfer verfertiget worden, habe solches heüt morgens roth oder Kupferfarb anstreichen lassen. Und so Morgen das gutte Wetter continuirt soll, solches das zweyt- und leztemahl angestrichen werden. 14. Ach Gott, heüt ist abermahls ein betrübter Andenckenstag, da mich vor 5 Jahren und 8 Monaten an heütigen Tag mein iniglich und auf das zärtlichste geliebtestes englisches Ehegespändl in dieser Zeitlichkeit verlassen hat. Gott, lasse sie alle himlische Freüd und Glückseeligkeit genüssen und auf mich eben so beständig gedencken, alß ich mich dieses meines ausserwählten Eheengels beständig erinnere und dessen Abwesenheit beweine und bejammere. [155] Eben an heütigen Tag ist mein Tochterle Catharina anno 1741 gestorben. Sie war gebohrn den 11. Juni 1739, mithin hat sie gelebt 2 Jahr, 1 Monath, 3 Täg und wird bey ihrer englischen Mama die ewige Glückseeligkeit genüssen. Vormittag war bey mir Mr Schweiger. Zu Mittag speiste bey mir Waicard Br. Gall. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, herzallerliebsten Ehegespändl, mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. 15. Vormittag hatte mit Amtsexpeditionen zu thun. Nachmittag habe in meiner Biblioteck oben auf das Porcellain neurengirt. Abends war ich bey meinem ausserwahlten englischen Weiberle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Eben heüt ist der Nahmenstag meines lieben Heinerle, der wider all meine bessere Hofnung mich gar zu fruhezeitig in dieser Zeitlichkeit verlassen, dahingegen das Vergnügen hat, seiner allerliebwertesten Mama in der ewigen Glückseeligkeit Gesellschafft zu laisten. 16. Ach Gott, an heüt vor 5 Jahren und 8 Monaten ware das leztmahl, das ich in meinem Hauß mein englisches entseltes Ehegespändl derküsset, mit Trennen und Seifzen zur Grabstatt begleitet und all mein zeitliche Freüd und Vergnügen zu begraben [156] mitangesehen habe. Gott allein seye mein Tröster und erhalte dieses mir von ihme geschencktes englisches ausserwähltes Ehegespändl beständig in meinem und mich in ihrem Herzen, amen. 698 | 1758 Julij Nach 10 Uhr war ich bey diesem meinem englischen Eheschaz mit meinem Micherle und der Frl. von Hallerstein bey der Meß. Dan mit lezter bey Mad. Wertenthall, die noch an Podagra bethligerig. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi von Fiume. Nachmittag war bey mir Br. von Flachenfeld und Schweiger in Visite. 17. Vormittag war bey mir Hofmann von1088 dem Rath. Von 10 biß 1 Uhr war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gall, der Morgen ins Unt/er/ Crain verreist, um in wenig Tagen wieder zu retourniren und das consistorium zu prosequiren. Dan war bey mir P. Bernardin Erber S. J. Item der Grosßl, Verwalter zu Adlsperg, der mir ein Läbl von daselbst backenden Commissbrod brachte. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan mit der Frl. Lenerle und m. Mich/er/le in vermatischen Garten. 18. Vormittag war bey mir ein Beamter [157] von Br. Paungarten, Hauptman zu Lack, der mir ein Schächterle mit Blumen brachte, weil die Br.-Paungartnischen wissen, das ich bey meines englischen Ehegespandels verehrenden Bildnuß allemahl ein Gärtl cultivire, wohin auch diese schene Nägl sogleich placiret worden. Spätter war bey mir Franz Adam Graf von Lamberg, der mir ein Brief von m. Sohn Jeanot gezeügt von 28. passatto. Nach1089 Mittag *war*1090 bey mir Waicard Br. Gall, der heüt abends ins Unter Crain zu seinem Brudern dem abbé verreist, um am Montag wieder zu retourniren und sein consistorium zu poussiren, völlig resolvirt, mit seiner Gemählin niemer mehr leben zu wollen. Er erzehlte mir, das Dr. Novack bey ihm gewesen neuerdings ein Vergleich zwischen ihm und seiner Gemählin zu tractiren, von welchem er nichtes mehr wissen und sein Recht prosequiren, somit das consistorium sprächen lassen will prætendirend, das so er das Recht, wie er hofft, behauptet, sein Gemählin mit nichten sollen disponiren känen, dan allein mit ihrem zu bringen, so nur in 2/m fl. bestehet. Und von diesen kan sie die legitimam vor die 2 ehelig erkennende Kinder nicht verthuen und er glaubt mit genugsamen Proben aufzukomen seine Gemählin vor eine etc. zu declariren. [158] Abends war ich bey meiner herzallerliebsten tugenthafften englischen Gemählin mit mein Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. 19. Vormittag war bey mir Jamnig in Stempelangelegenheit. Br. Zierhaim in Betröf zwey erichteten Damen an dem Canal bey H. Grab und dem bey Kaltenbrunn, welche beede bey 50 fl. kosten. Dan der Ziegler in Amtssachen. Nachmittag war bey mir Mad. Marenzi mit ihrem Sohn dem abbé wegen von Zanchi behaupten Güttel Steinberg. Dan Mr Trabant, den ich bey meinem Mahler angetroffen. Dan der Sepperle Seegenreich, dem ich mit dem Zuchthauß gedrohet, wan er sich nicht besser verhalten wird, wie dan vorhero sein Meister auch bey mir gewesen. Dan war ich spätter bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1716 war mein liebe Schwägerin Fraule Margaretl Br. von Erberg gebohrn. Vide 26. April. 20. Vormittag war da die Br. Erberg mit der Frl. Beckerle. Dan der Schifferstein. Von 10 biß 1 Uhr war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Br. Zierhaim. Nachmittag war ich mit ihm die 2 gemachte Däme [159] an der Mündung des Canals bey H. Grab, dan jenes zu Kaltenbrunn zu besehen und endlich waren wir auch bey dem Canal bey Maria-Feld zu Voutschach genant, wo ich ebenfalls dem Br. Zierhaim gesagt, bey fahlenden dermahligen hochen Wasser auch selben Canal an der Mündung zu verdammen, indeme die Schlüssen völlig ruiniret ist. De retour waren wir in der Tuchfabric bey Mr Longho auf ein Milchcaffé. 1088 Popravljeno. 1089 Popravljeno. 1090 Nad prečrtanim speiste | 699 1758 Julij Un dan war ich bey meinem englischen ausserwählten herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Bey meiner Frl. Lenerle und Micherle fande ich den jungen Vermatti, rhetorem, der unß *zu* besuchen gekomen. An heüt hat meine niece die Mariandl Utschan ihr 41 Jahr des Alters zuruckgelegt. Ich habe Vormittag mein Micherle zu ihr geschickt, war aber nicht zu Hauß. Mr Marotti zeügte mir Vormittag ein Brief von [–]1091 Eckl von Broune von 13. hujus, womit er ihm unter anderen erinnert, das mein Sohn der Max alß wircklicher Oberleüthnant vorgestellet worden, wovon ich die Verlaßlichkeit mit nächsten von Max selbsten zu vernehmen verhoffe. NB. Nachdeme den 9ten hujus der Sepperle Seegenreich freygesprochen und alß Paruquenmachergesell gemacht worden, [160] ist der liederliche Pursch gester Vormittag ohne mir oder jemand anderen das mündeste zu sagen von hier weggangen und sich nacher Wienn instradirt. Da er aber so einfältig alß unbesonen seine Reiß angetretten und nichtes mit sich genohmen, alß was er an Leib gehabt, in Geld aber nur 2 Solt, so ist er nicht weiter alß auf Potpetsch gekomen und dan abends wieder retournirt in grösten Regen biß auf die Haut nasß und ganz math und derhungert. Und da sein Maister sich deßwegen beklagt habe, ihme Sepperle anheüt abends, da er zu mir gekomen, deßwegen mit allen ernst verwiesen und mit dem Zuchthauß gedrohet, so das nun seine Besserung zu erwarten. 21. Heüt morgens war sein Meister der Primus Auer bey mir und brachte mir sein Lehrbrief, dafür ich ihme - wegen dem Sepperle nachgesehenen ¾ Jahr bezahlt habe 20 fl. - Dan vor den dem Sepperle seit prima Jener gereichte Fruhstuck kr. bezahlt 3 〈fl.〉 4 〈kr.〉 - Vor den Lehrbrief in die Laad 2 〈fl.〉 Mithin über das schon vorhin bezahlten 25 fl. 4 〈kr. 〉, mit Ordre, auf das Pürstl zu vigiliren und ihme von seinen Sachen ohne mein Wissen nichtes außfolgen zu lassen. Bey mir war secretarius Hentl in Amtssachen. [161] Vormittag war eine Beschau vor meinem Hauß wegen des Canal, so von des Reya-Hauß in die Mehrung haltet und dan durch mein Hauß beede unirter in dem Laybach-Flusß passiren. Diese uniren sich 3 Schuh circa vor meiner Hauptmaur. Und weil des Reya-Canal seit er das Hauß hat, id est von 15 Jahren, niemahls gepuzt war, so ist er auch völlig verstopt gewesen und habe müssen mein Fenster und Quatersteinen höben lassen, um den Übel abzuhelffen. Nachmittag war bey mir Schifferstein, der mir ein Brief von sein Schwagern von Wienn gebracht. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan erhielte ein apfalterisches altes Portrait von dem Liechtenthall, Pfarrer zu Waatsch. 22. Vormittag war bey mir Giuseppe Zanchi wegen seines der Marenzin verkaufftes Güttl Steinberg. Dan der Br. Zierhaim, der gleich nach Pruschnig verreiset und den Canal zu Vautsche ein andermahl bey kleineren Wasser verdamen wird. Nachmittag der Bancogefahlen-Administrationscassier Niederbacher sich zu beurlauben und gehet mit grossen Summam Gelds Übermorgen nach Wienn. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl mit meinem [162] Micherle der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan waren ein wenig spaziren. 23. Vormittag war bey mir Sigerle Liechtenberg mit der betrübten Nachricht, wie das sein Schwager Ignati Graf von Liechtenb/er/g gester morgens von 13 Croaten zu Schneeberg außgeraubet, auch er selbst etwas übel tractiret worden und batte um die nöthige Verfügung zu allenfalliger Habschafftwerdung gedachten Croaten. Bald darauf war bey mir Ziegler vocatus mit dem dießfalligen Expeditionen etc. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzl mit m. Micherle bey der Meß. Dan in der Amtscanzley wegen Beforderung gedachten Expeditionen. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi und der Rosenfeld. Nachmittag der Paul Aloys Gr. Aursperg in Visite. 1091 Prostor za statusni naslov. 700 | 1758 Julij 24. Vormittag war bey mir P. Bernardin Erber S. J. Von 10 biß 1 Uhr war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Zanchi. Nachmittag war bey mir Dr. Novack vocatus, mich allenfalls bey dem von dem Stadtmagistrat veranlasten Augenschein zu vertretten in Betrof des Canal von Reya und des von Plaz, welche durch mein Hauß in dem Laybach-Flusß passiren. Es hat aber der ganze Disput mich nicht betroffen, massen mein Hauß lediglich die [163] servitutem, keinesweegs aber eine reparationes vorzukhern hat. Weil aber der Disput zwischen dem Magistrat und dem Reya war, so hat mich der Magistrat ersucht, alles gleich heüt durch meinem Palier und meine Leüth in gutten Stand sezen zu lassen, damit die 2 Feyertag die Cloaca nicht so offen stehet, welches ich auch gleich habe befolgen lassen. Der Magistrat hat mir die Bonification versprochen und er wird sein allenfalligen Regress bey dem Reya suchen. Spätter war ich bey dem Fiscalen von Merzenhaim, der noch unpaßlich ist und mit mir zu reden verlangte. Dan bey meinem englischen Magnetl und herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 25. Vormittag war ich bey meiner iniglich geliebtesten Gemählin mit m. Micherle bey der Meß. Dan in der Mildenstifftungscanzley bey Perizhoffen, mich zu informiren wegen der Stifftung des beneficii bey dem Altar St. Catharinæ in der Hauptkürchen zu Crainburg, dan der sargerischen Stifftung zu Adlsperg. Habe aber keine Außkunfft gefunden und ist das ganze Mildestifftungsweesen noch in sehr unvolkomenen Stand und fast keinem rechten Anfang. Zu Mittag speiste bey mir Waicard Br. Gall und m. Micherle bey Frl. Fränzl. [164] Nachmittag war bey mir chevalier Lamberg, deme ich auf sein Verlangen verschiedene Münzen überlassen, wofür er mir den Valor in currenten Geld bezahlt hat mit 12 fl. 23 kr. 26. Vormittag war bey mir Oberland nomine præsidis, der nach Piligräz verreiset ist mit einigen expeditionis. Dan Ziegler vocatus zu obgedachtem Ende. Dan war ich bey meinem herzallerliebsten Ehegespändl und englischen Mäntscherle mit m. Micherle bey der Meß. Dan mit Frl. von Hallerstein bey Mad. Thalberg, die auch heüt ihr Nahmenstag celebriret. Zu Mittag speiste bey mir der Rosenfeld und Longho. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey der alten Br. Gall, die heüt auch ihren Nahmenstag celebriret. Dan bey Busetischen, wo mein niece eben den Nahmen führet und wo ich die Frl. Franzl mein Schwagerin und m. Frl. angetroffen, mit welcher lezten sodan zu Mad. Erberg, gebohrne Engelshauß, auch zu ihrem Nahmenstag unser Compliment zu machen und wo man der Frl. Beckerle Posarelli eben zur Ader gelassen, die einige Tag her, so auch heüt mehrere paroxismos freneticos hatte. Dan war ich allein nochmahls bey meiner ausserwählten englischen [165] herzallerliebsten Mantscherle, welche heüt in der himlische Glückseeligkeit ihren H. Nahmenstag celebriret und der ich zum Bindbant viel Seüffzer und Busserlein geschickt und den kalten Grabstein mit wohlrüchenden Essenzen, so ohne deme, wo nicht alltäglich doch sehr offt geschicht, besprenget habe. 27. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 12. Dan bey meinem englischen Schaz, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Merzenhaim wegen Görzer Stempelgefahl-Pachtungs-Contract, alwo das jahrliche Pachtungsquantum von 616 fl. auf 7/c fl. gestigen. Nachmittag war bey mir ein Graf Attems von Görz des Graf Pianese Schwager. Spätter Mr Nemezhoffen, der Morgen frühe nach Oberburg verreist, daselbst das pischofliche inventarium zu continiren. Unter anderen erzehlte er mir, das der Bischof seelige bey 42/m fl. Schulden hinterlassen und die bißhero inventirte meubles nur bey 14/m fl. betragen. Attems erzehlte mir, das der junge Graf Rabata den 2ten Mai lezthin die einzige Frl. Tochter des quondam Pfilipp Grafen von Thurn gehayratet habe et quod matrimonium necdum sit consumatum ab impotentiam mariti qui est ex frigidi et maleficiatis, habet quidem omnia requisita præter stimulum ut signum sanitatis. [166] Bey mir war auch der Stadtpfarrer von Alten Lack. 28. Zu Mittag speiste bey mir der Pfarrer von Alten Lack, dan sein Vetter der Oberleüthnant von Broune | 701 1758 Julij Kallin und die Mad. Longville, welche endlich eine Pension per 2/[c]1092, sage zweyhundert Gulden, durch die Protection des Grafen von Herberstein erhalten hat. Nachmittag waren bey mir die Dinzlischen in Visite. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan suchten den Grafen von Attems, so nicht zu Hauß war, und giengen ein wenig spaziren. Vormittag war auch bey mir Dr. Knesenhof wegen des zu præstiren habenden Darlehens und erzehlte mir, das sein Tochter Elisabeth, die den 12. Juni nächst*hin* mit dem fürst-auerspergischen Kastenverwalter zu Gottschee Georg Daniel Kehrn ehelig versprochen worden, den 26ten dicti auch copuliret worden und sich nun zu Gottschee vergnügt befindet. 29. Vormittag war bey mir Hauptman Daskofsky in Visite. Erzehlte mir unter anderen, durch den gester von Wienn allhier angekomenen Postwagen die Zeitung vernohmen zu haben, wie das1093 der König in Preüssen mit seiner Armée zu Königgraz in Böhmen *sich* fortificiren zu wollen fälschlich außgesprenget, [167] auch die dispositiones dazu nur zum Schein gemacht habe, indeme er sich mit seiner Armée nach Schlesien retiriret und die ihme in seiner Passage einen Widerstand gemachte Brigaden und sonderlich die Cavalerie völlig ubergwältiget1094 und ruiniret,1095 somit von denen unserigen bey 20/m Mann niedergemacht habe. Ob nun schon diese Zeitung eben nicht so glaubwürdig, so darffe doch etwas wichtiges passiret seyn und mein lieber Sohn der Hauptman sonderzweifl sich dabey befunden, so werde ich die morgiges Post zwischen Forcht und Hofnung erwarten und bin vor ihn nicht wenig in Sorgen. Dan war bey mir Mr Buseth, deme auf sein Verlangen ein Portrait von meiner herzallerliebsten englischen Gemählin zur Verehrung regaliret habe. Nachmittag war bey mir Br. Erberg, Crayßhauptman in Unt/er/ Crain. Spätter war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Gott, gebe Morgen eine gutte Post. 30. Heüt am Sontag morgens bey angelangter Post hat sich befunden, das die gester außgesprengte Zeitung falsch und unbegrundet ware, dafür Gott der Danck seye. Nach 10 Uhr war ich bey meinem englischen Eheherzl mit m. Mich/er/le bey der Meß. [168] Dan bey den Dinzlischen, die Nachmittag nach Ehrenau retourniren, mit welchen ich auch abgeredet und sie versichert habe, das sie künfftigen Georgi in mein Hauß werden einziehen känen und zwar ins nehmliche, derzeit von H. von Nemezhof bewohnende Quartier, wie ich ihnen solches gleich damahls versprochen, da H. von Nemezhof das Quartier bey H. von Schweiger gesucht. Zu Mittag speiste bey mir Br. Erberg, Crayßhauptman in Unt/er/ Crain. Nachmittag war da H. von Hofmann mit einigen von dem Burgermaister ihme geschickten geselchten Fischen, die, der Burgermeister glaubte mit gutten geweissen, nicht verkauffen lassen zu känen. Nachdeme wir aber solche recognosciret haben, auch solche durch den medicum Knee und Christian haben recognosciren lassen und befunden, das man deren Verkauf zu impediren oder einzustellen keine Ursach habe, so ist dem Burgermeister befohlen worden, dem Verkauffer nichtes in Weeg zu legen. Dan war ich mit Frl. Lenerle und m. Micherle bey denen Clarisserinen, wo gester die Frau Beatrix ihr Nahmens-und den 9. hujus ihr 72ten Gebuhrtstag celebriret hat und machten ihro unser Compliment. War auch zugegen die Bssa. Gall und Dinzl, beede Klosterfrauen. 31. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Nachmittag war bey mir der Tranquilli von Pisino mit [169] einem canonico von Padena. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz mit meinem Mich/er/le, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan giengen spaziren. Heüt gegen Abend ist auß Italien hier angekomen der Fürst Galikcin mit seiner Gemählin und der General 1092 c popravljen 1093 Sledi prečrtano sich 1094 Popravljen prvi del besede. 1095 Popravljen prvi del besede. 702 | 1758 Avgust Bekci in ihrer compagnia mit 4 Wägen und gehen Morgen fruhe nach Wienn. 1758 Avgust 1. Augusti. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Nachmittag hielte Commission in buccellenischer Angelegenheit von 3 biß 4 Uhr. Spätter war ich bey meinem englischen Ehegespandl, herzallerliebsten Weiberle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan war ich bey Capucinern den Ablaß zu betten. Bey Paul Aloys Gr. von Auersperg in Commercien Consess-Angelegenheiten. Vor war bey mir Giuseppe Zanchi. Spätter der Crayßhauptman Br. Taufferer in Betröf der Differenz zwischen ihm und dem Raster, wo ich die Commission anzuführen habe. 2. Vormittag war bey mir Dr. Modesti vocatus in brentananischer und buccelenischer Angelegenheit, wie ich desser Eusserung besonders angemercket und zu gestrigen Commissionsprotocolli geleget habe. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi. Abends war ich bey meinem englischen [170] ausserwahlten herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan waren ein wenig spaziren. 3. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Nachmittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner. Abends war ich mit m. Frl. und Micherle bey meiner herziniglich geliebtesten Gemahlin, englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan waren ein wenig spaziren. An heütigen Tag anno 1751 hat mich mein englisches Ehegespändl mit einem Jungen und so schön alß herzigen Knäbl erfreüet, nahmens Ignatius. Vide 14. Marzi. 4. Vormittag war bey mir Schifferstein, dan Crayßamtsofficier; beede wegen Pasß *die* zu Kriegsdiensten untaugliche Pferd in das Venedische führen zu därffen. Abends war ich mit Frl. Hallerstein und m. Micherle bey meinem englischen Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Dan waren wir ein wenig spaziren. 5. Vormittag war bey mir Schifferstein, deme ich den ledern Überzug über meiner allerliebsten ihr Flinten geschenckt habe, weil er eben diese Flinten sauber zu Wienn schifften und mit Silber zu beschlagen, auch das doppelter Wappel darauf zu stechen, die Sorge gehabt und mir hereingebracht hat. Nachmittag war bey mir Br. Taufferer, Crayßhauptman, [171] welcher mich ersuchte, die auf dem 10. hujus vorgehabte Commission einige Täg zu prolongiren, so ich ihme auch zugesagt. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Heüt Nachmittag haben ein Lohenlackey Mathias komen lassen, der den Meinigen kranckgewordenen suppliren wird ad tempus. 6. Vormittag war bey mir Hauptman Daskowsky und Leüthnant Mercanti mir zu gratuliren, das mein Sohn Max, Oberleüthnant, vorgestellet worden bey nehmlichen Regiment Broune. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzerle bey der Meß mit m. Micherle. Dan bey Dr. Novack meinem Nachbaren, was ich bey dem Stadtmagistrat einzugeben habe zu Überkomung eines schmallen Plazl an der Stadtmaur hinter meinem Hauß. Zu Mittag speiste bey mir der Unterleüthnant Callin und der Longho. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. Auersperg en visite. 7. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag hielte Commission mit H. von Hofmann in Angelegenheit des Br. Marenzi und einen seinen Unterthan mit Vorruffung beeder. Dan war ich beym Præsidenten den Rapport von der Commission zu erstatten. Marenzi ist sodan ins Castell in Arrest verschafft worden. Dan war ich bey meiner herzallerliebsten [172] Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war bey mir secretarius Hentl. An heütigen Tag anno 1659 ist gebohrn worden meiner Mutter Mutter Maria Susana Luckantschitsch von Hertenfels, welche anno 1673 den 13. November vermahlt worden an Johan Ludwig Sarger von Sargfeld, | 703 1758 Avgust meiner Mutter Vattern. Wurde Wittib den 20. Jenner 1675, heyratete ex post den Ständler und dan alß das zweytemahl Wittib den Johan Franz von Craizberg, der sie den 18. Juni 1714 begraben hat, ihres Alters 54 Jahr, 10 Monath, 11 Tag, uti den 18. Juni. Er hat ex post gehayratet eine Frl. Topperzer und alß das zweytemahl Wittwer eine Garzarolli, welche ihn begraben hat. 8. Vormittag war bey mir abbé Stemberg wegen Suilocossi. Zu Mittag speiste bey mir secretarius Hentl. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, herzallerliebsten Ehegespandl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Vorhero war bey mir der Rastern von Schernbichl wegen der künfftigen Commission. 9. An heütigen Tag anno 1706 iste mein liebe Schwester Francisca Josepha gestorben. War gebohrn den 5. Marzi 1705, mithin hat sie gelebt 1 Jahr, 5 Monath, 4 Täg. [173] Um 9 Uhr kam zu mir Kriegscommissarius von Puchner und giengen miteinander ins Castell, 21 Vasser Monturen zu öffnen und zu besehen und kamen nach 12 Uhr zuruck. Zu mir kam Fränzl Lamberg, seine heüt empfangene Brief zu communiciren. Nachmittag war bey mir abbé Luckantschitsch, dan P. Provinzial von Franciscanern. Lezter die Angelegenheit der rudolphswertischen Schullen und das ruckstandig jahrliche Geldquantum flüssig zu machen zu recomendiren. Dan Br. Franz Hallerstein, sein neues Quartier in mein Hauß zu besehen und Possess davon zu nehmen. Nach 6 Uhr war ich bey meinem herzallerliebsten ausserwählten englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan gieng ich abermahls mit dem Kriegscomissario und mein Micherle auf Castell das Monturweesen zu recognosciren, seyn aber noch nicht fertig worden, ob wir aber nach 8 Uhr retourniret sey. 10. Vormittag war bey mir Dr. Modesti mit einem Mitterburger Bauren, der auch ein Darlehen von 2/c fl. zu geben hat und deßwegen lamentiret. Dan der Bando, Longho etc. Dan war ich bey meinem englischen1096 Eheherzerle bey der Meß mit mein Micherle. Dan suchten Br. Flachenfeld, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan war ich bey Frl. Franzl m. Schwägerin. [174] Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi, der erst von sein Gut Steinberg revertirt ist und welches er denen Marenzi verkaufft und ihnen den Possess davon gegeben hat. So speiste auch bey mir der junge Br. Micherle Paungarten, principista. 11. Vormittag war bey mir ein canonicus von Pedena wegen Prié-Holzaußfuhr. Von 10 biß ½ 1 Uhr war ich in Rath. Nachmittag von 4 biß ½ 7 auch in Rath. Dan bey Br. Flachenfeld. Spätter bey meinem Eheengl und herzallerliebwertesten ausserwählten Weiberle, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt morgens um ½ 6 Uhr ist mein Frl. Lenerle mit ihrem Bruder Br. Franz nach Mannspurg gereist und wird erste längst Morgen fruhe wieder retourniren. An heütigen Tag anno 1750 ist mein Töchterle Maria Aloysia gestorben. War gebohrn den 15. Juni gedachten Jahrs, mithin hat sie gelebt 1 Monath, 28 Tag. Wird nun in Gesellschafft ihrer allerliebsten Mama die himlische Freüden genüssen. 12. Vormittag war bey mir der abbé Marenzi, Ludovici filius. Nachmittag war da dictus und der Br. Giuseppe Marenzi quondam Nicolò, der erst des hiesigen Castells Arrests entlassen worden. Dan der Jamnig, das ihme das Bier zu verkauffen von dem Militari in Castell impedirt wird. Item der Bottoni, Kriegscassæcontrolor. [175] Nach 5 Uhr retournirte von Mannspurg mein Frl. Lenerle. Dan war ich spätter bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit meinem Micherle, der mich Vormittag bey der Meß daselbst suppliret hat. An heütigen Tag anno 1696 ist gestorben meiner englischen Ehegemählin Vatters Mutter Vatter Adam Dinzl von Angersburg. Er hatte sich verhayrath mit Elisabeth Susana Otto von Rosenbichl den 25. April 1660. Wan 1096 -n iz -s 704 | 1758 Avgust er aber gebohrn worden habe, biß dato noch nicht außfindig machen känen, wohl aber soviel erfahren, das er bey 72 Jahr alt war. Wird also circa anno 1624 und, soviel es wissend, in Tyroll gebohrn worden seyn. Das merckwürdigste aber ist, das die eigene dinzlische Famille davon keine Außkunfft zu geben weiß und ist en general zu bedauren, das sich wenige um ihre antenatos vielles bekumern. Gott, gebe mir Morgen gutte Brief von meinen lieben zwey in Kriegsdiensten befindlichen Sohnen, den Hauptman Jeanot und den Oberleüthnant Max. 13. Vormittag war bey mir Ziegler wegen der buccellenischen Commission, weßwegen hoffe, das heüt eine Resolution ab aula wird eingelauffen seyn. Dan war ich bey meinem englischen und ausserwahlten Eheherzl mit m. Mich/er/le bey der Meß. Dan bey Graf Herberstein, wo ich [176] eben1097 die an heüt erwartete Resolution eingelauffener gefunden, krafft1098 welcher die auf Morgen außgeschribene Localcommission zu Sava erst den 13. künfftigen Monath September für sich zu gehen haben wird. Zu Mittag speiste bey mir der Hauptman Daschkovsky, der Oberleüthnant Stein, abbé Br. Marenzi quondam Ludovico, dan der Joseph Br. Marenzi quondam Nicolò, Mr Tranquilli von Pisino und ein canonicus von Pedena. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg, Mr Spieglfeld, der alte Brancovich, deme ich auf das Schreiben der Mad. Du Valles1099 den dato Pilligraz den 5. hujus die per ihr Conto von H. Kampfmüller lauth dessen Schreiben de dato Wienn den 9ten, præsentato 13. hujus eincassirte 47 fl. 15 kr. behändiget habe. 14. Heüt ist just 5 Jahr, 9 Monath, das ich laider Gott mein englisches ausserwähltes allerliebwertestes Ehegespändl in dieser Welt verlohrn habe. Der einzige betrübte Trost den sie1100 mir gelassen, ist das ich sie beständig beweine und bejamere und beständig in Herzen, in Gedancken und vor Augen habe und ihre vielfaltige Portraits und alles was ich aller Orten von ihr sehe, verehre und derküsse. Von 9 biß ½ 1 war ich in Rath. Nachmittag war ich mit dem Stadtmagistrat hinter meinem Hauß, wo mir an der [177] Stadtmaur der anverlangte Plaz außgewisen worden und wo ich *vor* ein so andere Kleinigkeiten alß Behaltnussen vor Brennholz, Krautkeller, Stall1101 etc. werde aufbauen könen. Vor dem jährlichen Zins seyn wir d‘accord 5 fl. und ich werde mich der Stadtmaur prævaliren kanen nach Belieben gegen deme, jedoch das ich solche stifft und baulich behalten muß und nicht höcher bauen darf alß bereits an dem bißherigen tractu gethan und der Magistrat sebsten an der Wasseröffnung bauen1102 und den Schwippagen an meine Endmaur anlainen wird. Dan war bey mir Br. Taufferer, Crayßhauptman, wegen der Commission zwischen ihn und den Rastern, so an Freytag fürgehen därfft. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten1103 Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Vorhero war bey mir Anton von Widerkhern. 15. Vormittag war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespänd mit m. Micherle bey der Meß. Dan suchte H. von Nemezhoffen, der gester abends mit seiner Frauen von Ob/er/burg von der bischofflichen Inventur revertiret ist. Zu Mittag speiste bey mir Anton von Widerkhern. Nachmittag war bey mir Graf Rasp wegen der den 18. hujus bestimten Commission. Dan der Jacob von Hochenwarth, der leztlich von Raunach [178] retournirt ist. Dan der Advocat Novack vocatus, dem ich ein Species # geschenckt, das er mich in einigen Kleinigkeiten vertretten hat wegen des Rea-Canal, wegen des Palier Forderung, wegen meines Pläzl an der Stadtmaur. Und recomendirte ihm, mit dem Advocaten Bleyberg serios zu reden, das er mich fast ein Jahr her stetts beliegt und Advocatenspring oder Bubenstreich macht 1097 Pred tem še enkrat wo ich 1098 k popravljen 1099 Nato prečrtano: *Pil igraz den 9., præsentato 13. hujus* die per ihr Conto von H. Kampfmül er laut dessen Schreiben de dato Wienn den 1100 Popravljena beseda. 1101 ll iz hl 1102 Sledi prečrtano wo 1103 herz- na radiranem. | 705 1758 Avgust wegen den, was er dem Arnold zu zahlen hat etc. Widrigenfalls ich ihn beym Landshaubtman verklagen werde. An heütigen Tag anno 1719 ist mein lieber Bruder P. Ludovicus, Capuciner, zu Florenz gestorben. Er war gebohrn den 9ten Juni 1691, in der Tauf den Nahmen bekomen Georg Sigmund, den 20. Jenner anno 1709 zu Triest alß Capuciner eingekleidt. Dan war er resolvirt alß missionarius in das Konigreich Tibet zwischen Ost-Indien und China. Und da er von Rom nach S. Malo, um sich daselbst zu embarquiren, auf der Rayß begriffen war, ist er ut supra zu Florenz gestorben, alt 28 Jahr, 2 Monath und 6 Täg. Eben an heütigen Tag anno 1669 ist meiner Mutter Vatters Vatter der Johan Paul Sarger von Sargfeld gestorben. Wan er aber gebohrn worden, habe biß nun zu nicht erfahren könen. 16. Vormittag war bey mir der Landrechtsrath Vermatti, sein Miseri zu klagen und da er nicht in Stand ist, die anver [179] langende Dominicalanticipation zu præstiren, die da bey 60 fl. betragt. Ich habe ihm gerathen, bey Herberstein um eine Dilation des Termins anzusuchen, um der Execution vorzubringen. Dan war bey mir eine Strickerin von Neümärcktl nahmens Maria Aliantschitschin, die mir vor einigen Wochen in ein Schachterle frische Forellen geschickt oder gebracht und artificiosè in der Küchen gelassen hat, so mir gar nicht lieb war. Ich habe sie überall suchen lassen und niergends erfragen känen, mithin müste ich bon gré mal gré die Fisch behalten, die etwa ein 3 17ner werth waren. Nun habe ich ihro an heüt nebst einer reprimande 6 neue 20 kr. Stuck oder 2 fl. gegeben und gewahrnet, mir kunfftig nichtes mehr zu schicken, massen ich von meiner Landsfürstin bezahlt und dahero schuldig bin jedermann zu dienen. Dan war bey mir der Br. Taufferer, Crayßhauptman, mit dem ich die übermörgige Commission und das wür morgens um 4 Uhr von hier abgefahren, concertirt. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi. Nachmittag war da P. Bernardin Erber S. J., der mir erzehlte, das er mit heüt eingelangter Disposition nach Wienn in das Collegium Theresianum destiniret seye. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß m. [180] Micherle suppliret hat. Eben heüt ist bereits 5 Jahr und 9 Monath, das ich diesem meinen herziniglich geliebtesten Eheengl das leztmahl in meinem Hauß ihre zarte Händlein derküst und mit Zähern benezet und zur Bestattung begleitet habe. Ach, betrübtestes Angedencken. Gott, gebe ihro den Genuß all himlischer Freüden und erhalte sie beständig in meinem Herzen und unß beede in seiner göttlichen Gnad. 17. Vormittag war ich in Rath von 10 biß nach 12. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ von Widerkhern. Nachmittag war da der Liechtenthall, Pfarrer zu Watsch, der Br. Zetschker von Gurgfeld und der Dr. Modesti. Dan Br. Hallerstein, Br. Ferd/inand/ Erberg. Vormittag P. Joseph Erb/er/g S. J. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan war da Mad. Buseth und ihr Schwester. Heüt Vormittag war der standische Landtag und ist der Generaleinnehmer erwählt worden Br. Pilligraz mit 85 Stimen; sein Concurent Br. Rossetti hatte 16 und Br. Ignati Apfaltrer 2 Stimmen. 18. Heüt morgens war bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer und secretarius Hentl. Dan seyn wir mit m. Micherle in ein mit 4 Pferdten bespandten Wagen um 5 Uhr von hier abgefahren gegen Kreitberg, wo ich einen Augeschein comissionaliter einzunehmen hatte wegen den Bach Radombla, [181] der Gemein Selodnig etc., wegen der Contestation zwischen Br. Taufferer und Rastern etc. Da waren vorgeruffen Unterthanen von verschiedenen Nachbarschafften, so auch waren zugegen Graf Rasp, Carl Hochenwarth, Br. Apfaltrer, Graf Engeshauß, Rastern etc. Und retournirten nach Laybach um 1 Uhr Nachmittag und speisten bey mir Br. Taufferer und Hentl. Abends war ich bey meiner englischen geliebtesten Gemählin, ausserwahlten Ehegespändl. 19. Vormittag war bey mir der Struppi von Crainburg, deme alß in Sachen wohl fechigen recomendirt habe, die ascendentes von meinem Vattern außfindig zu machen mit deren Weibern, wan gebohrn, wan vermählt und wan gestorben. Ist nun zu erwarten, was er auß denen Tauf- und Sterbbuchern, Testamenten, Kaufbrieffen etc. zu exiciren seyn. Dan war da Br. Brigido Pompeo in Angelegenheit der mettlingischer Mauth. Zu Mittag speiste bey mir Waicard Baron Gall. 706 | 1758 Avgust Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle, der mich daselbst Vormittag bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1729 ist mein liebste Schwigermutter Maria Renatha Theresia Freyin von Erberg, eine ge [182] bohrne Freyin Gall von Gallenstein, allhier zu Laybach gestorben. Sie wahr gebohrn den 12. Oktober 1684, mit hat sie gelebt 44 Jahr, 10 Monath und 7 Täg. Gott, lasse sie genüssen alle himlische Freüden in Gesellschafft ihrer allerliebwertesten Tochter, meiner englischen Ehegemählin. 20. Vormittag waren bey mir 3 Tischlermeister in ihren Zunfftsangelegenheiten. Dan war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit mein Micherle bey der Meß. Dan bey m. Schwigervattern. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich Crayßhauptman in Inner Crain, dan Giuseppe Zanchi. Nachmittag war bey mir Br. Flachenfeld wegen der Brodbackerey zu Adlsperg. Ein Franziscaner wegen der Schullen zu Rudolphswerth und ist intentionirt nach Wienn zu gehen, von diesem onere absolvirt zu werden, soffern man ihnen den Contract nicht zu halten und das accordirte bezahlen wollte. Dan der Tranquilli, der da prætendirt, ultra viels vor das Darlehen taxirt zu seyn. P. Bernardin Erberg S. J., der mir einige Bücher und Schrifften, die ich ihme gelichen, restituirt hat. Br. Ferdinand, m. Schwager und Pfarrer zu Morautsch, der Nachricht hat, das einige Bauren wider die Geistlichen sich erpören [183] wollen, weil ihnen leztlich der Schaur Schaden gethan1104 hat. Dan der Ant/on/ Widerkhern, der erst von Lack retournirt ist und oben denen Closterfrauen ein Wäldl verkaufft hat per 300 fl. An heütigen Tag anno 1664 ist gestorben meines Schwigervatters Mutter Mutter Vatter Christoph Otto von Rosenbichl bey 84 Jahr alt. Dahingegen habe sein Geburtstag biß nun zu noch nicht erfahren könen. 21. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Anton von Widerkhern, deme 2 Par von Tabinetlen, eine Bildhauerarbeith, andere fein vergold, beede aber etwas gebrochen, verehret habe, weil er mir vielle alte Schrifften etc. gibt, die ihm nichtes dienen, ich aber davon ein Liebhaber bin. Nachmittag war ich bey Dinzl, wo heüt die Frl. Juditl von Paungarten und ihr Bruder, der von Salzburg gekomen und daselbst die insituta gehört, gespeist haben, dan nach Lack retourniret seyn. Dan gieng mit Kriegscomissionario von Puchner auf das Castell bey 20 von Wienn gekomenen Vasser mit Monduren zu übernehmen in compania m. Micherle. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 22. Vormittag war bey mir Tranquilli, der Morgen nach Pisino retournirt. [184] Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war bey mir Ant/on/ Widerker, der Morgen nach Klein Lack retournirt. Dan sein jungster Bruder, der künfftiges Monath nach Rom in das Collegium Germanicum gehet in compania des Grafen Blagey und Br. Marenzi. Dan war bey mir Carl Br. Rauber, item m. Schwager Br. Ferd/inand/ Erberg, der Morgen nach Morautsch revertirt. Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzerle mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbsten bey der Meß suppliret hat. Dan waren ein wenig spaziren. 23. Vormittag waren bey mir vocati Carl Hochenwarth, secretarius Hentl, Germeck und 9 rasperische Unterthanen von der Gegend Schelodnig, welche lezte von mir constituirt worden wegen einigen Differenzen zwischen Br. Taufferer und Rastern. Nachmittag war bey mir Franz Adam Gr. von Lamberg, Franzl Br. Apfaltrer, dan Adam Dinzl. Spatter der Stadtsyndicus Raditsch, der mir den von mir zu geben seyenden Reversentwurf ad revidendum gebracht wegen des unter 14. hujus von der Stadt übernohmenen Pläzl an der Stadtmaur nachst meinem Hauß. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. [185] 24. Vormittag waren bey mir in Visite Oberleüthnant Stein, Oberleüthnant Mercanti, Unterleüthnant Br. Ackelshausen und der Fähnrich Reya, dan Mr Longho. 1104 t iz l | 707 1758 Avgust Nach 10 Uhr war ich bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle bey der Meß. Dan in Visite bey Mad. Werthenthall. Besuchte auch den Buchhaltereyraitsofficier Perr, mit dem ich in Amtsgeschafften zu sprachen hatte. Zu Mittag speiste bey mir Waicard Br. Gall. 25. Vormittag kam zu mir der erst von Wienn allhier angekomene brounische Oberleuthnant Warren, der gleich weiter nach Triest und über Görz nach Florenz reiset alß daselbst von Kayser qua Großherzog unter daselbstigen Trouppen resolvirter Hauptmann. Er war bey 3 Monath zu Baaden nachst Wienn, in Baad sich an seiner gehabten Blessure zu curiren. Ich habe ihm meine Dienste anerbothen. Er verlangte 50 fl., die ich ihme auch gleich außgezehlt und behandiget, von ihm aber keine Quittung verlanget und ihn nur ersucht habe, gedachte 50 fl. dem ihme ohne deme bekanten Wolfgang Friedrich Osterreicher zu Triest bezahlen zu lassen, so er auch zu thun versprochen. Dan war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Sr Bartolo/meo/ Garzoni und informirte mich wegen Bleybergwerck [186] zu Sava, so der Julius Gr. von Buccelleni zu bauen gesucht und deßwegen den 13. September die Localcommission gehalten werden wird. Garzoni gabe1105 mir 2 Muster von der Stuffen, die so geringhaltig, das ohne grossen Schaden nicht gebauet werden könte, mithin eine pure Boßheit des Buccelleni ist. Dan war bey mir der Hofmann wegen der künfftigen Montag zu halten seyenden Conferenz in schillingischen Stifftungsangelegenheit, Weysenhauß etc. Dan habe die landsfürstliche Gaab von mein Hauß vor dieses Jahr dem Stadtmagistrat bezahlt mit 88 fl. 26 kr. nach der Rectificationsverfassung à 20 per %. Abends war ich bey meinem englischen ausserwählten herzallerliebsten Ehegespändl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan giengen ein wenig späziren. 26. Vormittag schickte mir der Stadtschreiber Raditsch den unter 14ten hujus datirten Revers wegen des von dem Magistrat mir in Zinns überlassenen Pläzl an der Stadtmaur nachst meinem Hauß; welchen Revers ich auch gleich unterschriben, gefertigt und ihm zuruck gesendet habe. Dan war bey mir Br. Gussich, der heüt nach Adlsperg retournirt. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 27. Vormittag war ich bey meiner herzallerliebsten [187] englischen Gemahlin mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey m. Schwigervattern und wollte mein Compliment meinem Schwagern Br. Wolf Daniel machen, der heüt 44 Jahr seines Alters zuruckgelegt hat, war aber nicht zu Hauß. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi. Nachmittag war bey mir vocatus Crayßamtsofficier Germeg und der Cancellist Lenz. Dan der Baur Micha Wrolich wegen zwischen lezten zweyen vertirender Differenz, eines zum hochsten Diensten gegebenen, dan aber um den nehmlichen Werth wieder zuruckgenohmenen Pferds, welche Differenz ich beygeleget habe. Dan war bey mir Mr Hofmann biß spatt. 28. Vormittag war ich in Taxamt, die acta zu revidiren. Dan in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag bey der Conferenz von 4 biß ½ 7 Uhr. Vorhero in Täxamt acta zu revidiren. Dan bey meinem englischen inniglich geliebtesten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Gestrigen tags anno 1741 ist mein Töchterle Maria Anna Nothburga gestorben. Sie war gebohrn den 22. Februar gedachtes Jahrs, mithin hat sie gelebt 6 Monath, 5 Tag. Sie ist nun in der angenehmsten Gesellschafft ihrer allerliebwertesten englischen Mama. [188] 29. Nachmittag war ich bey Hofman wegen einer Exposition an hiesiges Landrecht und Hauptman Jordan in Betref eines Deserteur, der schon 2-mahl desertirt und auch Strassenraub verübet und ein Angehöriger des Prälaten von Freydenthall seyn soll. Dan bey Herberstein wegen der nehmlichen Angelegenheit. Dan in der Rathstuben an Referaten ruhiger zu arbeiten. 1105 g popravljen. 708 | 1758 September Dan mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. Bey mir war der Caffésieder Angelo, der mir den ½-jährlichen Zinns gebracht hat und des eheisten das Quartier (so seit St. Georgi lezthin zu seiner Disposition ist) beziehen, auch die Gewelber einrichten wird. An heütigen Tag anno 1737 ist mein liebste Schwester Johanna Antonia Freyin von Kuschland gestorben. Sie wahr gebohrn den ersten Juni 1708, hat sich vermahlt mit Caetan Freyherr von Kuschland den 13. Mai 1725. Hat also gelebt 29 Jahr, 2 Monath und 29 Täg. 30. Vormittag war bey mir der Mauthobereinnehmer Novack, um ihme 4 Mann mit einem Gefreüter zur Assistenz zu verschaffen, einen angegebenen Contraband an Außlandischen einzufuhren verbotten wollenen Zeügen zu oder bey Crainburg außfindig zu machen, welches ich auch sogleich veranstaltet habe. [189] Dan war bey mir Fiscal von Merzenheim in Amtsangelegenheiten. Gegen Abend war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 31. Vormittag war bey mir Jamnig wegen seines Bierschancks in Castell, so ihm nicht gestattet wird. Von 10 Uhr biß ½ 1 war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Graf von Auersperg in Betref des Comercien Consess. Dan Sigerle Graf von Liechtenberg, um was neues zu hören. Franz Adam Graf von Lamberg, der die 2 erst von Wienn auß dem Collegio Emanueli angekomene Söhne des Guido Grafen von Cobenzl aufgeführt hat; der ältere gehet nun ad jus nach Salzburg und der jüngere ad poesim. Bottoni, Kriegscassacontrolor, in Amtsangelegenheiten. Br. Marenzi, abbé, quondam [–],1106 der mich auf Morgen zu seiner Disputation oder Defension alß absolutus philosophus eingeladen. Spätter war ich mit m. Micherle den Franz Adam Grafen von Lamberg und die 2 Gr. Cobenzl zu suchen, waren aber nicht anzutröffen. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin, wo mich heüt Vormittag die Frl. von Hallerstein bey der Meß suppliret hat, weil mein Micherle in compania [190] der Br. Codelli, des Br. Königsbrunn und Mr Longo nach Dobrova geritten. 1758 September 1. September. Vormittag war bey mir der k.k. Proviantverwalter vocatus, von deme ich ein so andere Information eingehollet habe wegen der Strittigkeit zwischen dem Verwalter der Herrschafft Adlsperg oder Banco-Deputation und der Repræsentation-und-Camer-Buchhalterey in Betref der Brodbackerey vor das Militare, in deme unsere Buchhalterey prætendirt, das 1 Mezen Korn und ½ Metzen Waizen (nach Abzug 5 ½ lb. vor die Mühlmauth und Verstaubung) 109 ½ lb. gutes und Truckenes Mehl geben solle, die Banco-Deputation hingegen 95 lb. Unsere Buchhalterey prætendirt, das darauß 87 ⅗ Brodportiones von 1 ¾ lb. an Gewicht komen sollen und das zu jeder Portion 1 ¼ Mehl genug sey. Die Banco-Deputation will nur 76 portiones herauß bringen. Der Metzen Waizen kostet nun 3 fl. 21 kr. und der Metzen Korn 2 fl. 44 kr. Erstes soll wügen 80 lb., anderes 75 lb. Vor Backerlohn wird passirt 14 kr. auf jede Metzen. Der Proviantverwalter hat mir versprochen, des eheistens eine decisive Außkunfft zu geben. Nachmittag war bey mir Dr. Knesenhof, der wegen nicht gelaisteten subsidii nun die Execution im Hauß hat. Dan der Unterleüthnant Kallin en visite. Heüt habe den obern Boden bey denen Mezaninen an der grossen Stiegen brechen lassen, um [191] auch mit dieser Stiegen biß unter dem Dachstuhl zu continuiren. Spätter war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Heüt ist meiner liebsten Mutter Nahmenstag, Isabella. Gott, lasse sie beständig alle himlische Freüden genüssen in der angenehmsten Gesellschafft meines ausserwählten englischen Eheweiberle. 2. Vormittag war bey mir der Utschan von Sonneg wegen einer Stritigkeit mit deren Schifleüthen wegen eines bey der Herrschafft haltenden Schifs. Zu Mittag speiste bey mir Br. Waicard Gall. 1106 Prostor za ime. | 709 1758 September Nachmittag hielte die buccellenische Commission von 5 biß ½ 7 Uhr. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzl, allerliebwertesten Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. An heütigen Tag ist mein liebste Mutter gebohrn worden anno 1674. Vide 12. December. 3. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Ehegespandl bey der Meß. Dan mit Frl. Hallerstein bey der alten Br. Gall, die Morgen nach Kroyssenbach verreist. Zu Mittag speiste bey mir Gius/eppe/ Zanchi [192] und der Untereinnehmer Rosenfeld. Nachmittag war da P. Bernardin Erber S. J. Vormittag war auch bey mir der Ziegler mit der Expedition an dem Bergrath nach Idria von Sartori in buccellenischer Commission-Angelegenheit. 4. Vormittag war bey mir der Joseph von Novack, physicus, der mich zu seiner heütigen Disputation eingeladen. Dan Dr. Vidmayr wegen verkaüffenden gifftigen Schwamen und daran gestorbenen einigen Personen, weßwegen ich schon vorhero die Vorsehung gemacht. Von 10 biß gegen 1 Uhr war ich in Rath. Führte das præsidium, weil Gr. Herberstein zu Pilligraz sich befindet, wo Mad. heüt ihr Nahmenstag celebrirt. Nachmittag hielte Consessum Commercialem von 3 biß ½ 5 Uhr. Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Abends war bey mir ein Soldat von der Discalciatenschrancken mit einem russischen Pasß de dato St. Petersburg den 16. Juni lezthin, womit 4 Standspersonen, Montenegrini, von daselbst in ihr Vatterland zuruckkheren und über Triest ihre Reiß vortsezen werden. Zum heütigen Consessu Comerciali hat sich der von Nemezhoff zu erscheinen excusirt, weil er Bergrecht gehalten, der von Hochenwarth, weil [193] er zu einem Studenten-Temtamen zu Jesuiten gegangen und der Burgermeister war in Stadtsrath. 5. Vormittag habe mich das erstemahl von meinem in Hauß habenden Mahler Franz Linder nach dem Leben portraitiren lassen in dem gewöhnlichen kleinen Format in meinem grün damastenen Schlafroch und mein kleinen Negligéparuquen und ist das Portrait wohl und ahnlich außgefahlen. Nachmittag war bey mir Hofmann, der just ex comissione des sub præsidio Franz Adam Grafen von Lamberg in buccellenischen Angelegenheit angestelten Judicii Delegati gekomen. Und er hat sich sowohl wider dem Grabner, Weber, Schwab von Liechtenberg alß auch dem præsidem beklagt, widererstet, das sie alles auf dem Grazer Fusß tractiren wollen, der dritte scheinet ihm zu indiferent und der præses wollte keinen disgustiren et ideo indeciens. Dan der Fränzl Apfaltrer en visite, der bald nach Adlsperg revertiren wird. Spätter war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Weiberle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. An heutigen Tag anno 1732 ist mein englisches Ehegespandl zu fruhe niederkomen mit einem Söhndl, so gleich darauf gestorben und nun ein Engl bey seiner englischen Mama seyn wird. [194] Eben heüt brachte mir der P. Bernardin Erberg S. J. eine Quittung von der seeligen Frauen Eilerin, krafft welcher sie meiner Allerliebsten unter 25. December 1747 40 fl. 53 kr. schuldig gebliben. Und sagte P. Erberg, diese Quittung habe der P. Wolf S. J. gefunden. Nun diese Quittung hatte dem hiesigen Dr. Modesti anno 1748 gegeben, das er mir diese Schuld oder von der Schuldnerin selbst oder nach ihrem Todt von ihrer Erbin Mad. Benaglia, auch nunmehr seeliger, hätte einbringen sollen. Er war aber so nachlässig, das er nicht allein zur Sache nichtes gethan, sondern auch die Quittung verlohren habe, wie ich dan auch einen ihme vor nach mehrern Jahren zu obgedachten Ende gegebenen Wechslbrief nicht haben kan, krafft welchen mir der Barto/ lomeo/ Garzoni in capitali 4/c fl. schuldig ist. 6. Vormittag war bey mir Br. Taufferer, Crayßhauptman, der erst von Weixlbach komt. Dan der Hübner mit seinen Poesien, dan mit der Feder gemachten Portrait des Daun, Janus-Tempel etc. Zu Mittag speiste bey mir Fränzl Br. von Apfaltrer und H. von Gandin. Nachmittag gieng ich mit mein Micherle zu einem Temanen der Studenten ex geometria, dem professori P. Bernardin Erber zu Gefallen. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 710 | 1758 September [195] 7. Vormittag war bey mir der Apotecker Wägner mit einer Post von Gerbezio von Triest. Dan der Proviandverwalter Raichardt in seiner Angelegenheit. Von 10 biß ½ 1 war ich in Rath. Nachmittag habe den Geistlichen Kruschitsch nach Windisch Graz auf sein heüt morgens von ihm erhaltenes Schreiben de dato 5. hujus geantwortet und ihm sein landschafftlichen Interimsschein in originali angeschlossen und selbsten dem Windischgräzer Bothen behändiget. Gedachter Interimsschein ist datirt den ersten Mai lezthin per ein Tausend Gulden in capitali lautend, die ich per Conto obgedachten Kruschitsch auf sein Ersuchen allhier angeleget habe gegen 5 per % jahrlichen Interessen. Dan war bey mir die Salzburgerin von Crainburg, die mir unter anderen erzehlte, das vergangenen Sonntag, alß den 3ten dieses, die Auditorin von hier mit dem Wittwer Rusß oder Russenstein zu Crainburg bey Mad. Bubna waren und das diese resolviret seye, gedachten Russenstein zu heyraten. Bone Deus, dieser ist betlarm und hat voriges Jahr unser Cancellist der Krail sein Tochter gehayrath, der ich heüer ihr Kind auß der Tauf gehoben. Und sovill die Salzburgerin sagt, so wollte Mad. Bubna die Heyrath gleich damahls für sich gehen machen, ohne sich seinetwegen zu informiren, weder *bey* denen ihrigen1107 sich anzufragen noch jemands Rath einhollen. [196] Dan waren bey mir Schifferstein, der Morgen Nachmittag nach Corgnel verreyset,1108 um daselbst des Postmeisters neugebohrnen Töchterle nomine des canonici Schiffrer zu Gevatter zu stehen. Spätter war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, allerliebwertesten Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 8. Vormittag war bey mir Br. Pitoni wegen denen, das er dem monte di pietà zu Gradisca schuldig ist. Dan war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheherzl bey der Meß. Nachmittag war bey mir Giuseppe Zancky wegen seiner auf dem 12. hujus bestimter Commission und batte mich, das wenigst selben Vormittag der Landrechtsrath Weber und der Dr. Modestus (welche bey der unter meinem præsidio auf dem 13. zu Sava bestimter Comission zu erscheinen haben) zuruckbleiben därffen. Dem ich geantwortet, nichtes dargegen zu haben. Heüt habe mit dem Roßtauscher Carun accordirt vor ein mit 4 Pferden bespanten Wagen von hier nach Asßling per 8 fl., den Tag der Retour 4 fl., zusamen per 12 fl.: die 2 Tag hinauf und herunter, die Zehrung vor die Pferd und den Kutscher. Oben aber, solang ich bleibe, Wartgeld vor jedes Pferd täglich 30 kr. und eben soviel vor die Zehrung und [197] à parte vor den Kutscher 17 kr., mithin taglich 4 fl. 17 kr. Und ist meinen Abreiß von hier festgestelt auf dem 12ten hujus in aller Fruhe. 9. Vormittag war bey mir Struppi von Crainburg. Nachmittag der Landrechtsrath Weber, der wegen seinen Geschäfften erst den 12. hujus Nachmittag mir nachreisen und den 13ten morgens zu Asßling eintröffen wird. Da ich nun nebst meinen Micherle auch den actuarium Ziegler mit mir nehmen, mithin noch einen vierten Plaz frey habe, so habe solchen H. von Hofmann anerbietten lassen, der ihn auch angenohmen. Spätter war ich bey meinem englischen Magnetl, herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 10. Vormittag war ich bey meinem herzallerliebsten Eheengerle bey der Meß mit mein Micherle. Dan war bey mir Marotti. Und da ich ihn in die mezanini führte, hatte ich die Fatalitat, das mir ein Bret außgerutscht ist und ich mir an einem Trambaum den rechten Schinbain nicht wenig aufgescharffet habe, welches mir um so ungelegener, alß ich *Über*morgen in die Commission nach Sava gehen muß. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gall und Zanchi. Nachmittag war bey mir Hofmann, P. [198] Bernardin Erber S. J., m. Schwager P. Joseph und abends der Spieglfeld. 11. Vormittag war ich krumper in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan bey meinem englischen Eheschaz, wo ich mein Micherle bey der Meß angetroffen. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Franzl, mich zu beurlauben und wo sie mir auch mein Fußpein überbunden hat. Dan bey Nemezhoffen. 1107 n iz t 1108 rr iz rs | 711 1758 September Nachmittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner. Dan Waicard Br. Gall. So war auch noch Vormittag bey mir der Landrechtsrath Weber mit Vermelden, das der Dr. Modesti nomine der M. Brentano keinen Anstand zu haben gegen ihme gemeldet hat, das nöthige Geld vor die Commissionsunkösten vorzuschiessen, wan ihme solches nur per decretum von der Comission auß aufgetragen werde, welches ich sodan auch consentiente M. Hofmann befolget habe, zu welchem Ende Nachmittag der Ziegler vocatus bey mir gewesen. Spätter war bey mir Dr. Modestus, welcher gar nicht disponirt ist, der Commission ein Geld vorzuschiessen, jedoch will er Morgen mit dem Weber von Dr. Novack auch nach Sava gehen. Spätter war bey mir Jacob Hochenwarth, der dieser Tagen nach Raunach verreist [199] und vor dem November nicht wieder hieher komen wird. 12. Heüt morgens um 5 Uhr 45 Minuten bin ich in einem mit 4 Pferdten bespanten Wagen in der aufhabenden Commission in compania des actuarii Ziegler und meinem Micherle von Hauß abgefahren, arrivirt zu Crainburg um 8 Uhr 35, unterweegs gewesen 2.50. Hier habe Mad. Bubna, eine gebohrne Grafin Potstatzky, heimgesucht, welche den betlarmen Rusß oder Russenstein heyraten will und dessen Tochter vor ein Jahr unser Cancellist Krayl geeheliget. Ich habe ihro diese Heyrath auf alle Weiß widerrathen und sie hat mir versprächen müssen, auch Parolla gegeben, das sie den Stand nicht ändern wolle, biß sie von ihren Angehörigen die Approbation erhaltet. Von Crainburg abgereist 9.30, arrivirt zu Feistriz beym Bruckenmautner um 10.30, unterweegs gewesen 1 Stund. Hier habe H. von Gandin angetroffen, der eine Zeügen examiniret hat und dan nach Dupplach geritten ist. Hier habe H. von Hofmann, meinen concomissarium erwartet, der auch bald nach meiner angelangt und speisten auf Mittag in compania. Nachmittag abgereist um 2 Uhr und arrivirt zu Sava um 5.30, unterweegs gewesen 3.30. Hier habe mein Quartier genohmen bey dem Tschop, so auch H. von Hofman und Ziegler. [200] Diese seyn sodan mit mein Micherle spaziren gangen und dan auch Sava zu besehen. Ich aber muste wegen mein lidirten Fuß zu Hauß bleiben. Abends souppirten miteinander bey ein Stund vor. Alß ich nach Sava kam, begegnete den Julium Grafen von Buccelleni, der von Wienn über Karnten kam und nach Laybach passiren wollte. Da ich ihme aber gesagt, das Morgen zu Sava die Comission fürnehmen werde, wie solches von Hof verordnet, auch ihme intimiret worden, hat er auch umgekhert und ist eben wie ich zu Sava ankomen. 13. Vormittag war Gr. Buccelleni bey mir in Visit. Bald darauf nach 9 Uhr kam allhier an der Landrechtsrath Weber, auch concomissarius, in compania des Dr. Modestus und Dr. Novack. Dieser vertritt oder patrocinirt den Julium Gr. von Buccelleni und jenner die Gegentheile, alß die Brentano Cimarolli und Venino alß Bestandinhaber von Sava, dan den Br. Pitoni alß Inhaber oder Beförderer von Bleyoffen, dan den Zois von Edlstein alß Inhaber Jauerburg. Spätter haben wir Commissarien vorlauffig conferirt, wie wir die Commission tractiren wollen und gaben die Stund auf Nachmittag um 3 Uhr denen Theilen zur Erscheinung. Zu Mittag haben wir von der Comission alle miteinander gespeist. Nachmittag um 3 Uhr haben wir die Comission [201] præsentibus omnibus partibus eröfnet und bliben beysamen biß [–].1109 Dan giengen alle spaziren nach Bleyoffen, ich aber muste wegen meinen krancken Fusß zu Hauß bleiben. Abends souppirten wir alle zusamen ausser des H. Weber, der bey Graf Buccelleni bequartirt ist. 14. Heüt fallt abermahls ein der vor mich sehr betriebte Andenckenstag, alß an welchen ich vor 5 Jahren und 10 Monathen, laider Gott, meine englische herzallerliebste ausserwählte Gemählin in dieser Zeitlichkeit verlohren habe. Gott, lasse sie genüssen alle himlische Freüden und crönne imer mehr ihr fromes und tugendhafftes Leben und lasse mich diesen meinen zeitlichen aber schmerzhafftesten Verlust unaufhorlich beweinen, bejamern und beweheklagen, biß ich dermahl einst das Vergnügen habe, dieses mein englisches Ehehespandl wieder von Herzen auf das zärtlichste zu embrassiren, da wir dan den allerhöchsten und allergüttigsten Gott, wie hier also auch dort beständig anbetten und ihn vor seinen unß ertheilten reichen himlischen Seegen ewiglich dancken werden. Morgens gegen 7 Uhr seyn meine 2 Concommissarien mit dem actuario und denen Theile in compania auch 1109 Prostor za številko. 712 | 1758 September meines Micherle in die Waldungen und ad locum quæstionis des Bleybergwercks g〈e〉ritten, um in loco den Augenschein einzunehmen und so [202] dan in der Commision weiters progrediren zu känen. Inzwischen habe von Laybach Brief erhalten und mit diesem die erfreüliche Nachricht von allseitigen Victorien meiner allergnedigsten Frauen, welche mir mein Frl. Hallerstein nach Crainburg, von dort aber per expressum anhero geschickt hat. Und da ich allein ware, habe nach der H. Meß den parochum loci zu mir komen lassen. Bald nach Mittag seyn meine Concommissarien mit m. Micherle von dem in Gebührg eingenohmenen Augenschein retournirt. Dan habe alle beysamen zu Mittag geessen. Nachmittag seyn dicti mit m. Micherle nach Jauerburg, lezte mit dem Weber reitender, Mr Hofman fahrend. Inzwischen war bey mir Julius Graf Buccelleni et Novack. Abends seyn wieder dicti von Jauerburg retournirt und den Speissen zunachst excepto H. Weber, der nach Hauß gegangen. 15. An heütigen Tag anno 1720 ist mein liebster Schwager H. Franz von Utschan auf Keitschof zu Laybach, Landssecretarius, gestorben. Er war gebohrn anno 16[78], hat sich verhayrat mit meiner Schwester Coecilia den 24. November 1708 und hat gelebt 41 Jahr, 9 Monath, 24 Täg. Gott, lasse ihn genüssen die ewigen Gluckseeligkeit. Vormittag um 8 Uhr ware die Stund zur [203] Comission zu erscheinen, sowohl denen Theilen alß den von ihren angeführten Zeügen zu erscheinen gegeben. Mithin ist allen anfangs præsentibus partibus denen Zeügen, an der Zahl 13, prævia adminitione das juramentum *de veritate dicende* gegeben worden. Dan sein eine so andere dimittiret und ein Zeüg constituiret worden. Dan speisten zu Mittag alle von der Commission. Nachmittag um 2 Uhr haben mit Consituirung der übrigen Zeügen continuirt und seyn um 9 Uhr abends fertig worden. Dan habe dem Tschop vor die Bewürtung bezahlt: - Erstlich, vor mein und des Hufmanns Roßtauscher vor den ersten Abend 2 fl. 34 〈kr.〉 - Vor unß von der Commission 18 〈fl.〉 43 〈kr.〉 - Wein vor unß 1 〈fl.〉 43 〈kr.〉 23 fl. Dan habe geschenckt den 3 Kindern von Tschop – dem Andreitseg, der Caterle und der Mouza – jedem ein neues Stuck per 20 kr., zusamen 1 fl. Dan der Miza, einer Tochter von seiner vorigen Ehe, auch 20 kr., dem Menschern 17 kr. 16. Heüt morgens um 6 Uhr bin ich wieder mit M. Micherle und dem Ziegler abgereist um 6 Uhr: Festrizer Brucken passirt um 8.45, arrivirt zu Crainburg 9.45, unterweegs gewesen 3 Stund 45 Minuten. [204] Allhier habe bey dem Bruckmautner, der das Wirtshauß haltet, gespeist samt H. von Hofmann und Weber, nebst den Pfarrer von St. Märten H. von Modershaim, den ich darzu geladen. So ist auch noch darzu gekomen der Dr. Modesti. Nach der Taffel kam zu unß ein Doctor Jugoviz, der eine Mäm von Pfarrer zur Ehe hat nahmens Esterle und welche vorhero am einen Degrandi verhayratet und zu Pölland wohnhafft ware. Zu Crainburg habe gesucht Mad. Bubna, welche aber abwesend und mit der Auditorin nahmens Wolfram auf der Wahlfahrt zu Maria-Lauffen sich befande. Sonst aber ihr Dienstmensch mir erzehlte, das in 8 Tagen ihre Heyrath mit dem Russenstein bereits concertirter massen fürgehen sollte. Nachmittag bin ich abgereist um 1.30 und arrivirt zu Laybach um 4.30, unterweegs gewesen 3 Stund. Dan kam zu mir Mr Dinzl. Dan gabe ein Visit dem Br. Benjam/i/n Erberg, der an chyragra sich unpaßlich befindet. Heüt ist anno 1752 alß vor 5 Jahren und 10 Monaten der betrübteste Tag vor mich gewesen, da mir mein englisches herzallerliebstes Ehegespandt todter, laider Gott, auß den Hauß getragen und von mir zu Grabstatt mit dem betrübten Herzen begleitet worden, [205] nachdeme ich vorhero noch vor das leztmahl in meinem Hauß ihre kalte englische Lipperlein und Händlein derküst und mit Trännen benezet habe. Gott, lasse dieses mein Eheherzl und auf das zärtlichste geliebtes Weiberle alle himlische Freüden genüssen und ihro wissend machen, wie beständig ich an dieses Eheengerle stetts dencke und aus ganzen Herzen ihre Überbleibßl verehre und ihren Verlust beseüffze. 17. Vormittag war bey mir der von Mitterburg anhero cittirte Stefano Luyk. | 713 1758 September Dan war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Ehemagnetl bey der Meß. Dan bey Herberstein, deme unter anderen auch erzehlte, was von Mad. Bubna stets verläßlicher zu vernehmen ist, welcher mich ersuchte, an m. Schwester abbesse zu Lack zu schreiben, ob sie solche auf eine kurze Zeit nicht hinauf ins Kloster nehmen wollte biß Herberstein ihren Angehörigen davon die Nachricht geben und Antwort erhalten köne. So ich auch gleich heüt per expressum thun zu wollen versprochen. Dan war ich bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl von Erberg. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longuille. Nachmittag war bey mir Anton von Widerkher mit seinem Brudern Philip, welcher lezte heüt Nachmittag nach Rom verreiset [206] in compania des abbé Br. Marenzi und abbé Graf Wlagay et Führer P. Taufferer, Landstrass/er/; erstere drey in das Collegium Apolinaris. Dan kam zu mir Mr Hofmann, da ich just den Bothen nach Lack expediret habe. 18. Vormittag war bey mir der von Wienn anhero gekomene neue Cancellist Filli1110 mit Bitte, ihme das gewöhnliche Jurament ablegen zu lassen. Von 10 biß gegen Mittag war ich in Rath, wo ich in absentia præsidis præsideret habe. Zu Mittag speiste bey mir Giuseppe Zancky. Dan habe von Wienn erhalten nebst anderen Sachen das Portrait meines gottseeligen lieben Heinerle in der Uniforme der Militarpflanzschull.1111 Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan war bey mir Nemezhoffen, der gerne expisciret hätte das operatu commissionis zu Sava. Unter anderen erzehlte er mir, das zu Idria die jahrliche Spesen sich dermahlen belauffen auf 93/m fl., mithin wan man jahrlich 2/m Lagl verkauffen känte, betrageten solche à 275 fl. 550/m und detractis detrahendis 457/m fl. 19. Vormittag war bey mir Schifferstein, [207] der leztlich zu Triest und Fiume war und mir unter anderen erzehlte, das die Zuckerrafinerie zu Fiume fast völlig per terra seye und das er gehört habe, das denen Interessenten von allen Anfang her nicht allein kein utile repartiret worden, sondern, das sich noch in capitali bey dem leztgezogenen Billanz ein Schaden von mehr dan 400/m fl. zeüget. Die Sumptuosität deren Gebaüden alß auch das meublement kan er nicht genug beloben. Dahingegen ist eben dieses und die sehr starcke Besoldungen die, die Compania zugrunde richten. Triest gefahlet ihm sehr und besonders die Theresiæ-Stadt, die ich noch anno 1732 entworffen habe. St. Martiri soll dem Hof bey 10 per % rendiren, welches ich um so leichter glaube alß mir selber Grund widerrechtlich abgedruckt und wenigst 1/m # zu wenig bezahlt worden, welcher Schaden seiner Zeit dem Hof vorzustellen seyn wird inhærendo meiner bereits gemachten Vorstellungen, die kein Ingress gefunden haben. Da doch alle Billigkeit vor mich stehet, mithin seiner Zeit den Ingress sonder Zweiffel finden werden. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt ist die lezte Staffl an der [208] grossen Stiegen unter das Dach gesezt, mithin diese Stiegen fertig worden, das man unter das Dach oder wie man es sonsten nennt auf dem Boden, auch nach dieser grossen Stiegen komen kan, ist also noch das übrige an der Thür und oben das Geländer zu machen. 20. Vormittag war bey mir der Luyk von Pisino, der da lamentirt, innocenter angeklagt und anhero mit unkösten und Zeitverlust gesprengt worden zu seye. Dan secretarius Hentl wegen Relation Radomble betreffend. Dan Paul Aloys Gr. Auersperg, der erst von der Herrschafft Auersperg retournirt ist. Zu Mittag speiste bey mir secretarius Hentl. Nachmittag war bey mir der Cancellisten-Accessist Hübner, die moscovitische Wappen zu suchen, indeme er eine Medaille auf die heütige Zeiten entworffen. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 21. Vormittag war ich bey meinem herziniglich geliebtesten englischen ausserwählten Eheweiberle mit meinem Micherle bey der Meß. Dan war bey mir Schluderbach [209] sich Raths erhollen, ab des gewesten Weißbotten Gorjup seeligen hinterlassene Wittib eine Pension anhoffen känte, deme zur Antworth gegeben, das weil die Wittib des seeligen 1110 Ime na radiranem mestu. 1111 Sledi poldruga vrstica povsem prečrtanega besedila, ki se začenja z datumom 18. (september). 714 | 1758 September Panngerichtsschreiber .. abgewisen worden, sie einen gleichen Bescheid überkomen därffte. Nachmittag war bey mir Luyk, Longho und spätter Buseth mit seiner Frauen, Schwägerin und Töchterle. Buseth beklagte sich sehr wider Nemezhoffen und glaubt, das in Angelegenheit deren von ihme forderenden Strassenrechnungen nur er Nemezhoffen die Schuld habe und die Feündschafft und Passion zeüge. In der That aber begreiffe ich nicht, wie ihme die Rechnung zuruckgeschlagen worden seye, indeme sie mir, soviel ich superficialiter gesehen, der Vorschrifft und dem formulari gemäß verfast zu seyn scheinet. 22. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen ein Uhr. Nachmittag war bey mir der Stefano Loyk, deme anbefohlen, Morgen fruhe in der Canzley das juramentum de se sistendis anzulegen, dan aber abreisen zu känen. Dan bey mir der Clapsche, Pfarrer zu Tomai, den ich in seinen Pfarrangelegenheiten zum Hofman geschickt. Dan der Steinmüz, deme ein Cho [210] colatestein und Walger zum Cacaoreiben bestelt und per 7 fl. accordiret habe. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Bey mir war auch der Ziegler vocatus, deme ich committiret, Morgen dem Loyk das juramentum de se sistendi fürzuhalten. Heüt habe calculirt den lezt von Amsterdam erhaltenen Cacao, Zucker und vaniglion nach denen conti, die mir H. Osterreicher mit sein Schreiben von 18. hujus, præsentato 19. dicti gesandt. Und seyn von Cacao Berbice die Hollander lb. 170, hier renssirt 158 lb. Wienner Gewicht. In Amst/erda/m kostet das lb. 8 ½ Stiber, macht 72 fl. - 5 Stiber und unser Geld 57 fl. 48 〈kr.〉 - Die Spesen von Ams/terda/m biß hieher nach Laybach betragen nach arithmetischen Proportion 22 〈fl.〉 13 〈kr.〉 Zusamen 80 fl. 1 〈kr. 〉 Komt der Centen 50 fl. 38 〈kr.〉 und ein lb. 30 kr. 1 ½ den. - Der Zucker hat in Amst/erda/m gewogen 142 lb., al hier rendirt 130 lb. - In Ams/terda/m hat gekostet 63 fl. 18 Stiber, macht unserer Geld 51 fl. 7 〈kr.〉 - Spesen von Ams/terda/m biß hieher 19 〈fl.〉 38 〈kr.〉 Zusamen 70 fl. 45 〈kr. 〉 Komt der Centen 39 fl. 19 kr. und ein lb. 24 〈kr.〉 Der vaniglion hat in Amst/erda/m gewogen 1 ⅜ lb., hat rendirt hier Loth 38 ½ 〈kr.〉 - In Amst/erda/m kostet 16 fl. 10 Stiber 13 fl. 12 〈kr.〉 - Spesen von Amst/erda/m biß hieher 5 〈fl.〉 4 〈kr.〉 [211] Komt also zu stehen 18 fl. 16 kr. und ein Loth 28 kr. 2 den. Meiner Schwägerin der Frl. Fränzl Cacao von Caracas hat in Amst/erda/m gewogen netto 289 lb., hat rendirt hier 256 lb. Zu Amst/erda/m hat gekostet à 11 ½ Stiber das lb., komt samt denen Spesen hieher zu stehen 174 fl. 49 kr. , mithin komt der Centen 68 fl. 13 kr. und das lb. 42 kr. 23. Vormittag war bey mir in Visite H. Johan Nepomuck Graf von Künburg, Repraesentation- und Camerrath, auch Viceobristbergmeister in Kärnten. Dan der Ziegler, der dem Luyk das juramentum de se sistendi vorgehalten. Nachmittag der Clapsche, Pfarrer zu Tomai. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Eheengl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 24. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan suchte den Grafen von Künburg, war aber nicht zu Hauß. Zu Mittag speiste bey mir Sr Zanchi, dan der Buchhaltereyratsofficier Perr, mit dem ich in Amtssachen zu reden hatte. Nachmittag war bey mir Waicard Br. Gall und der Landrechtsrath Weber. Dan chevaliere Lamberg, der Morgen nach Wienn auf ein par Monath verreiset. Vormittag Bottoni, der Nachmittag nach Triest verreiset ist mit denen 2 Br. Brigido. [212] 25. Vormittag war ich bey Graf Kümburg in Visite. | 715 1758 September Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich spätter mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Von 10 biß gegen 1 Uhr war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Waicard Br. Gall. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg, der von Landgut gekomen und wieder dahin retournirt. Von 4 biß ½ 7 Uhr hielte Commission in gr.-buccellenischer Bleybergwerck etc. Angelegenheit. 26. Vormittag war bey mir Schifferstein, der mir ein ungemein schenes Portrait von dem seeligen Bischof Benzoni zeügte, so der famose Bertoli mit sinischer Dinte und Rotl gezeüchnet hat. Dan ein Mahler, der erst von Graz gekomen und hier sein Glück probiren will. Dan Mad. Raunach, gebohrne Rossetti, ihren Notstand zu klagen und das sie in Hauß nicht über 4 soldi habe. Nachmittag war da Nemezhoffen, der wegen der savischen Commission meine Mainung zu exsisciren suchte. Dan Hofmann wegen morgiger Commission. Dan Modestus, der erst von Fiume gekomen und erzehlte mir die zwischen dem Prolli und Migent vertirende Uneinig und Strittigkeit, die in deme [213] bestehen: nachdeme Mr Kennedy, einer von denen directeurs der niederlandischen Handlungcompania zu Fiume von dort desertirt ist und der Compania ihre Geschafften in verwirrten Stand verlassen und zu deren Untersuchung Mr Prolli auß Nied/er/land von denen Interessenten und Mr Migent *von Wienn* von Grafen von Cotheck nach Fiume abgeschickt worden, soll erstere zu dem Vellens, auch einer von denen directeurs, gemeldet haben, das er nicht begreiffen, wie der Contract zwischen der Compania und einem Kaufmann zu Wienn nahmens Gräll hat stipuliret werden känen, da solcher so nachtheilig der Compania ist. Und sezte bey, das jener oder jene, die solchen stipulirt haben, ihr besonderes Interesse dabey müssen gefunden haben. Vellens hat dieses ganz unvorsichtig dem Migent anvertraut. Migent schrieb ein Billet an Prolli des Inhalts, alß ob er Prolli dieses Contracts wegen von ihme Migent eine desavantagiose Opinion zu haben scheinete und von ihme eine Explication verlangete. Prolli antwortete, dieses zwar geredet, auch solches an die Interessirte nach Nied/er/land geschriben, dahingegen niemand bennenet zu haben, mithin habe er Migent keine Ursach sich deßwegen offendirt zu befinden, sonderlich da ihme Prolli in der That nicht wissent ist, wer diesen Contract gemacht oder approbiret hat. Inde[ssem]1112 aber versicherte er ihm, das er keinesweegs gedacht noch intentionirt [214] war jemand, am wenigsten aber ihme Migent dadurch zu offendiren und offerirte, sich allenfalls auch noch mehr zu éclairciren. Migent replicirte mit Vermelden, er habe den Contract weder gemacht noch approbirt und verlangte die anerbetene fernere Eclaircirung. Prolli antwortete, das nachdeme er Migent meldete den Contract weder gemacht noch approbirt zu haben, so sollete alles von selbsten hinweeg und braucht kein weitere Explication. Migent mit deme nicht content, wollte dem Prolli ein Criminalprocess darauß machen und klagte den Prolli bey dem Consess zu Fiume, von wanen die Sachs weiter nach Graz an die Regierung gegangen und nun wird von dort der Spruch erwartet. Mad. Prolli, die sich zu Wienn befindet und überall gutte entrée hat, beschwährte sich deßwegen bey dem Rudolph Grafen von Cotheck alß bey deme, der Migent, ein Dän von Gebuhrt, secretarius war und den er sodan zum Comercial- und Hofrath machte. Cotheck antwortete der Mad. Prolli in folgenden terminis: « Si votre mari perd le procès, il ne perdera pas beaucoup, et s‘il le gagne, il se fera du mérite et me fera connaître le faux pas d‘un homme en qui j‘ai eu toute la confiance. » Prolli hat in Nied/er/land so vielle [215] estime, das ihme die Associens geschriben haben, er möchte auß dieser Angelegenheit nicht sein, sonderen deren gesamten Associens Sache machen. Sie wollen ihn sonteniren und soll ihre Sorg seyn, ihn darauß mit Ehren zu bringen etc. Modestus sagte mir auch, das Kennedy der Compania negocia zu Triest schlecht dirigiret habe und das die Compania einen Schaden von mehr dan 400/m fl. habe. Prolli, der grosse Geschicklichkeit possediret, hat alles in die Klare gebracht die defectus und wie solchen künfftig zu Steyern denen Interessirten klar vorgestelt. Den Arnold estimirt er viel und den der Kenedy völlig auß der Activitat zu bringen und zu discreditiren gewust hat. Kennedy hat alle Briefschafften bey der Desercion entzogen und niemand weiß, wo er hingekomen. Ob noch das Schif, welches er vor seiner Desertion beladen und seinen Brudern darauf zum Capitane gemacht und expediret hat, zum Vorschein komen wird, stehet zu erwarten. Biß nun zu hat man davon keine Nachricht. Abends war ich bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 27. Vormittag war bey mir Zanchi, der Morgen nach Fiume retournirt, um nach denen Vacationen wieder hieher zu komen. 1112 Druga polovica besede je pod madežem črnila. 716 | 1758 September [216] Dan hielte Commission in buccellenischen Angelegenheiten von 9 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir P. Bernardin Erberg S. J., der sich zu seiner Reiß nach Wienn richtet. Dan hielte die buccellenische Commission von 4 biß ½ 6 Uhr. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan mit Frl. Hallerstein bey meinem Schwigervattern, der heüt sein 79. Jahralters zuruckgeleget hat. Gester Vormittag war ich bey dem Landshauptman Grafen von Auersperg, der Nachmittag nach Wienn vocatus verreiset ist. Zugleich habe seinen lezt mit dem von Petteneg auß der Fremde zuruckgekomenen Sohn Nepomuceno mein Compliment gemacht und ist er auch mit seinem H. Vattern nach Wienn. Heüt Vormittag hatten die medici ihre Jahrsandacht bey denen Clariserinen. Und da der P. Piazol S. J. zu bredigen angefangen, fiel er auf der Canzl in Ohnmacht, wurde in die Sacristey getragen, brache viel frisches Blut und wurde nach Hauß in das Collegium geführt; wird künfftig schwährlich mehr bredigen. [217] 28. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 12. Dan bey meiner englischen geliebtesten Ehegemählin. Dan suchte den Herberstein, mit dem heut erhaltenen Schreiben des Zimermenschens der Mad. Bubna nahmens Subanzin so würdig zu lesen. War aber nicht zu Hauß und habe ihm solches sodan sigilirter geschickt. 29. Vormittag waren Verschiedene meinem Micherle zu seinem Geburts- und Nahmenstag das Compliment zu machen: unter anderen der Hauptman Daskowsky, Leüthnant Stain, Merzenhaim, Marotti etc. Dan war ich mit Frl. Hallerstein und m. Micherle (der schon morgens seine Andacht bey denen Jesuiten verichtet) bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan bey m. Schwigervattern, der heüt auch sein Nahmenstag celebriret. Dan bey Hauptman Daskowsky auß eben der Ursach. Dan bey Herberstein vocatus wegen Me Bubna, um die er Morgen den Leüthnant Stain und sein Frau schicken und sie zu denen Ursulinerinen ins Kloster bequartiren wird biß er von dem passirenden ihren Bruder k.k. Minister an chur-bayerischen Hof benachrichtet und von ihme die Antwort erhaltet. Nachmittag war bey mir Paul *Aloys*1113 [218] Graf von Auersperg, der mich ersucht, mit morgigen Postwagen ein Schachtl Pagament Silber circa 140 Loth Venedischer Prob nach Wienn an meinem Agent zum Verkauf zu schicken. Dan Br. Flachenfeld in Visit biß spatt, so auch Hofmann vorhero. 30. Heüt morgens ist der Leüthnant Stein mit seiner Gemählin auf Befehl des Herberstein nach Crainburg abgeschickt werden, die Hauptmanin Bubna bon gré mal gré herunter zu führen und zwar ins Closter zu hiesigen Ursulinerinen. Wie diese Comedie ablauffen wird, werde Morgen anmercken. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt abends ist von hier nach Triest und dan weiters nach Venedig abgereist der, bey ein Jahr her bey mir im Hauß geweste Mahler nahmens Franz Linder, den ich an H. Osterreicher recommendiret habe. Und ist ein gutter, stiller und fromer Mensch, der mir bey 60 Portraits gemacht und mir alle Satisfaction gegeben hat. Heüt habe meiner Schwester Maximilianæ, Abbtisin zu Lack, das Buch des P. Stöckelein zum Angedencken geschickt. Darin sein verschiedene [219] von denen missionariis geschribene Brief collectirt und gar schen und auferbaulich zu lesen. Das Buch bestehet in 2 Banden und in jedem seyn 8 Theil, mithin in allen 16. Nebst meiner gewöhnlichen Wappen habe dazu geschriben: »Dieses Buch habe meiner herzliebsten Frauen Schwester, der hochwürdigen Frauen Frauen Maximilianæ von Raigersfeld, dermahligen Abbtisin ordinis St. Claræ zu Lack, zu einem Andencken verehret.« Dan habe meine Unterschrifft beygesezt. Dan habe des Paul Aloys Grafen von Auersperg nach Wienn zum Verkauf absendende Silber, wovon er mir das genaue Gewicht nicht anzugeben gewust, abgewogen und ist renssirt wie folgt: - Ein inwendig vergoldte Schal en samt Deckl Loth 19 4/8 - 4 Leffel 〈Loth〉 13 ⅛ 1113 Nad prečrtanim Ignati | 717 1758 Oktober - 4 Messerhefft - 4 Gabelhefft 〈Loth〉 13 ⅛ - Ein runde sotto copa 〈Loth〉 22 4/8 - Ein Grießbecken *30 ½* samt Kahne *25 ¼* 〈Loth〉 55 6/8 - 2 Leichter 〈Loth〉 29 2/8 Al es Augspurger Prob: Loth 153 2/8 Welches er durch meinen Agenten alß Pagament Silber verkauffen zu lassen micht ersucht hat. 1758 Oktober 1. Oktober. Vormittag war bey mir der Crayßamtsofficier [220] von Adlsperg Mr Gutthaim en visite. Dan der Ob/ er/land mit heüt eingelangten Resolutionen. Dan Br. Waicard Gall und sein Bruder der abbé, welcher lezte mir eine carta bianca von dem abbé Leopold Waicard Br. Gall gelassen zu Formirung einer Quittung, um die leztlich von Hof pro dote der Frl. Xaverl Br. Gall eingeschickte Banco-Obligation per 1500 fl. von dem Landrecht zu empfangen. Dan der Oberleüthnant Stein, der mir umständlich erzehlte, wie und bel modo er gester Mad. Bubna von Crainburg anhero und zu denen Ursulinerinen ins Closter gebracht habe circa um 7 Uhr abends. Oberland hat mir auch per Ordre des Herberstein das Schreiben gezeügt, das er heüt von dem Bruder der Bubna, Grafen von Potstatsky, k.k. Minister an chur-bayerischen Hof, in dieser Angelegenheit erhalten. Dan war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Meß. Nachmittag war ich bey Herberstein, der auch ganz content ist, das Mad. Bubna mit so gutter Arth anhero gebracht worden. Abends soupirte bey mir P. Abundus Hallerstein. 2. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 [221] und ich præsidirte in absentia des Herberstein. Vor- und Nachmittag haben mich die Oberin und M. præfecta von Ursilinerinen und dan Mad. Bubna ersuchen lassen zu ihnen zu komen. Bin also um ½ 3 zu ihnen und blib da biß ½ 4 Uhr und hörte lamentationes von beederseits. Dan war ich bey Kriegscommissario von Puchner in seinen Amtsangelegenheiten. Unter anderen war auch da Hauptman Daschkousky. Ich meldete discoursweiß, das ich gerne meinem Sohn dem Oberleüthnant zu einer Companie verhelffen und mich 1/m # gerne kosten lassen wollte. Dashkovs/ky/ offerirte sich, gleich die seine cediren und sich mit 1/m # vor sich contentiren zu wollen, recomendirte aber seine Gemählin und Kinder in meine Gnade. Ich nahme dieses alß ein Scherz, doch aber widerholte mein offertum und batte ihm, wan er etwa über kurz oder lang um eine Gelegenheit wuste, er mich obligiren wirde, mirs bekant zu machen und ich wäre bereith gedachte 1/m # hier oder in Wienn gleich zu assigniren.1114 Er blib antwortlich bey seiner ersten Expression mit dem Beysaz, er wollte auch diese 1/m # lediglich seinem Weib und Kindern überlassen und er wollte in Pilgerkleid in der Welt wollfahrten. Ich machte dergleichen alß ob er mit mir scherzen wollte. Und da er ex post [222] weeggegangen, blib ich noch ein wenig bey H. von Puchner und fragte ihn, wie er die Sach genohmen und ob es der Daschkowsky in ernst meinte. Puchner glaubte, das Daschk/owsky/ diese Sache heüte nicht ernstlich meine. Ich batte ihn also gelegentlich, mit dem Hauptman zu reden und mir seiner Zeit das eigentliche sagen, massen ich von meinem offerto nicht abgesehen. Dan war ich bey meinem englischen herziniglich geliebtesten Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey vicario generali Perr ihn zu bitten, der Mad. Bubna zu erlauben ihr kleines Söhndl den Hanserle ihren einzigen Verlangen nach zu sich ins Kloster nehmen zu därffen in Ansehen, das er nur 3 *Jahr* alt ist und das er auß ihren Zimmer nicht komen wird. So er mir auch zugesagt und will Morgen selbsten deßwegen zu der Oberin gehen. Ich aber werde alles in dieser Angelegenheit Morgen dem Herberstein rapportiren, massen Mad. Bubna in dem Kloster absolutè nicht bleiben weder ohne einen Mann leben will und die Nonnen wurden sie auch in Ehe je lieber auß dem Kloster wissen. Mithin seyn beede, besonders aber die erste, in statu violento, so baldige Remedur erfordet. Dan suchte mich Mr Schwab de Liechtenb/er/g, [223] der Morgen Nachmittag qua deputatus provinciæ nach 1114 -n- iz -s-718 | 1758 Oktober Wienn verreiset und mit deme ich im nach Hauß gehen gesprochen. 3. Vormittag war bey mir das Dienstmensch von Mad. Bubna. Dan der Leüthnant Stein. Nachmittag P. Joseph Erberg S. J. mein Schwager, P. Guardian von Capucinern, P. Vincenz, Franciscaner, P. Prior von Augustinern di larga manica zu m. morgigen Nahmenstag Compliment zu machen; so auch Mad. Erberg, gebohrne Engelshauß. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 4. Heüt morgens bin ich mit Complimenten zu meinem H. Nahmenstag sogestalten überfallen worden, das ich nicht mehr in Zeit ware, mich einzusperren. Und waren bey mir von brounischen Regiment Hauptman Daschkowsky, Hauptman Pissecker, Oberleüthnant Stain, Oberleüthnant Mercanti, Unterleüthnant Br. Aklshausen und Fähnrich Rhea, P. Irmel S. J., mein Beichtvatter, und auch gewester meiner Herzallerliebsten seeligen, dan P. Rector *Carl* S. J. mit P. Morautscher, Mad. Daschkowsky et Mad. Stain, dan Mad. Buseth und ihr Schwester die Anna Retl und der Näzerle, Mr Steinberg levieux, Mr Hofmann, Br. Flachenfeld, Mr Raab, Mr Weber, Br. Wolkensperg, Graf Buccelleni, Mr Nemezhoffen, Mr Spiegelfeld, Mr Schluderbach, Mr Niederbacher, Mr Köhler, Mr Brezl, Mr Ziegler, Mr Honorati nomine des Grafen von Wildenstein und der Gräfin von Schrottenbach, die mich ge [224] sucht haben, Mrs Oberland, Krail, Kosta, Persky, Bitt, Lenz, Bischof, Knée, die geschickt haben Mad.es Egkh, Otto, Erberg, Mr et Me Thalberg, Mad.es Neuhaus etc. etc. Br. Benj/ami/n Erberg war auch bey mir. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 5. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Dan war ich bey Herberstein wegen Mad. Bubna zu reden und ihm den Brief zu zeügen, den ihro ihr Bruder, der Generalmajor, geschriben und den sie mir comuniciret hat in Betröf der angespanen gewesten Heyrat mit dem Russenstein. Nachmittag war ich bey Mad. Bubna, redete auch mit der Oberin. Bey Kriegscommissario, der sich etwas unpäßlich befindet. Bey meiner englischen herzallerliebwertesten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Hac fidelia habe in der Nähe beschaut ein Frauenbild, so die Mönche dieser Tagen zur Verehrung außgesezt haben, worauf geschriben ist: »St Maria pro bonno consilio.« Dan bey H. von Hofmann, der sich seit gester Abend unpäßlich befindet. Spätter war bey mir ein Baader [225] von Lack nahmens Pez, der sich allhier gerne examiniren und immatriculiren lassen möchte. 6. Vormittag war bey mir Paul Aloys Gr. Auersperg wegen eines Referats bey Consessu Comerciali. Der Oberleüthnant Stain wegen des Hauptman-Pisecker-Quartier. Der Germeck, Crayßamtsofficier, wegen nehmlicher Angelegenheit. Der Lacker chyrurgus Pez, der heüt bereits examinirt worden und gut bestanden ist. Heüt habe vor dem morgigen Postwagen auf die Post geschickt ein Verschlägl, worinen 153 2/8 Loth altes Silbergeschierr *(vide 30. September)*, um solches zu Wienn zu verkauffen; gehört obigem Paul Aloys Gr. von Auersperg. Dan à parte 2 Lingoth 9-lothiges Silber des Frl. Lenerle Hallerstein gehorig, wägen beede 48 ¾ Loth, eben zum Verkauff. Dan habe mit dem Kaufmann Kirchschlager den Außzugconto saldirt. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 7. Vormittag war bey mir Kürschlager, weil er gester zu komen verhindert worden. Nachmittag der P. Bernardin Erberg S. J. Dan hielte Consessum Commercialem von ½ 4 biß 5 Uhr. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Bey mir war auch Ziegler wegen [226] der Expedition an Diseni nach Görz. Spätter war ich bey dem annoch unpaßlich sich befindenden Kriegscommissario von Puchner. *Vide weiter sub 9na hujus NB.* 8. Vormittag war bey mir Schifferstein, der gester ad Consessum Commercialem zu erscheinen vergessen hat. Nach 10 Uhr war ich mit meinem Mich/er/le bey meiner herzallerliebwertesten Gemählin bey der Meß. | 719 1758 Oktober Dan ex commissione præsidis Grafen von Herberstein bey1115 Mad. Bubna, der ich sowohl auf ihr, an Herberstein alß an mich geschribenen Billet zur Antwort zu geben hatte, das sie solang sie in Kloster ist, kein Geld bedarf. Soll sie aber entweder von der Waasch oder Kleidung oder sonsten an Chocolate, Caffé etc. etc. was nöthig haben, so wird ihr alles verschaffet werden. Indessen solle sie sich in Kloster gedulden biß Herberstein von ihrm Bruder ein Antwort erhaltet oder biß Russenstein entweder von hier komt oder Handvest gemacht wird, da Herberstein auch kein Anstand hätte, sie bey sich zu logiren. Inzwischen soll sie schrifftlich specificiren, was sie dem Russenstein gegeben und wieder zuruck haben will. Dan suchte den Herberstein, war aber auf der Jagd. War bey meiner Schwagerin Frl. Franzl biß gegen Mittag. [227] Zu Mittag speiste bey mir der brounische Oberleüthnant Mercanti, der Unterleüthnant Br. Ackelshausen und der Fähnrich Rhea. Nachmittag war da Frl. Franzl m. Schwägerin. Spätter Br. Flachenfeld biß spatt. Nachmittag schickte mir Mad. Bubna folgendes Billet, so ich aber Morgen dem Herbenstein behändigen werde: »NB. Was ich von Russenstein zu fordern habe: erstlich, den Ring. Zweytens, meine aufgesezte Capitalien, welche er hat. 3tio, den falschen ungültigen Contract von 3000 fl., welche ich ihme verschriben habe, weillen ich schlechte Wissenschafft von ihm gehabt habe, das er sich in einem solchen Bettelstand befindet, mithin ich auch nichtes mehr von ihm will wissen noch verlangen. 4to, verlange ich auch alle meine Brief wieder zuruck, alß nehmleich von meiner Frauen Schwägerin hat er 2 und auch einen von meinem Brudern dem Generalmajor hat er auch einen.« Sie hatte mir heüt discoursweiß gesagt, 4 HH. Gebrüder zu haben: den Aloys, der eine Gräfin Arco zur Ehe hat und derzeit k.k. Gesandter an chur-bayerischen Hof ist. Der andere ist Generalmajor und der dritte Obristleüthnant unter dem nehmlichen Regiment, nomine Joseph. Der 4te ist canonicus zu Salzburg und Olmuz und hätte leztlich nach dem Grafen Troyer Bischof werden känen. [228] So hat sie noch 2 Schwestern, deren eine noch ledigen Standes ist. Der Generalmajor hat zur Ehe eine Br. Imbsen. Mit Br. Flachenfeld haben wir calculirt, was die 2 Jahr her an baaren Geld auß Crain nach Hof gekomen: - Die Mautgefäl en tragen jährlich circa 100.000 fl. - Das Salz 100.000 〈fl.〉 - Wein-Imposto 30.000 〈fl.〉 - Tabac-Appalto 20.000 〈fl.〉 - Fleischkreuzer 20.000 〈fl.〉 - Contribution 260.000 〈fl.〉 - Vorspann-Reluition 30.000 〈fl.〉 – Weindaz 24.000 〈fl.〉 584.000 fl. Macht auf 2 Jahr circa: 1 .168.000 fl. - An Darlehen circa 750.000 〈fl.〉 - Detto an der doppelten Contribution 90.000 〈fl.〉 Die 2 Jahr her in circa 2.008.000 fl. 9. Vormittag war bey mir Hübner, um einige seiner Poesien drucken lassen zu därffen. Dan war ich bey Præsidenten in Angelegenheit der Mad. Bubna, weßwegen er mich auch ersucht hat mit Leopold Lamb/er/g zu reden. Unter anderen hat er mir den von Russenstein zuruckerhaltenen Brief von ihrem Agenten Johann Joachim Hackel de dato Brünn den 29. April 1758, wobey die Consignation ihrer anligenden Capitalien entworfen, um solchen der Me Bubna zu restituiren behandiget. [229] Folgen die Capitalien: - Bey H. Grafen Proskau 1000 fl. Interesse zu behöben: 1115 Sledi še enkrat bey 720 | 1758 Oktober Den 31. Jenner 25 fl. Den 31. Juli 25 〈fl.〉 - Bey H. Grafen Salm 2000 〈fl.〉 Das Interesse den 2ten April 50 〈fl.〉 Den 2ten Oktober 50 〈fl.〉 - Bey denen HH. Ständen 1500 〈fl.〉 Das Interesse den 30. April 37 〈fl.〉 30 〈kr.〉 Den 30. Oktober 37 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - Bey Seiner Excel enz H. Grafen Aloisio 1000 〈fl.〉 Das Interesse den 24. December 56 fl. 5500 fl. 281 〈fl. 〉 NB. Nach dem Tod ihres Gemahls hatte ihr Schwager von dem, was auß dem Verlaß gelöset, noch 500 fl. dem Agenten zu schicken, welche inzwischen sonder Zweifl werden angelegt worden seyn. Von 10 biß ½ 1 war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville. Nachmittag war da Hofmann, der Morgen nach Thurn in Unt/er/ Crain zu H. Zoiß verreist, seiner Unpäßlichkeit wegen den Lufft zu changiren. Und hofft, Ende der Woche wieder hier zu seyn. Dan war ich mit meinem Micherle bey meiner englischen herzallerliebwertesten ausserwählten Gemählin, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. Dan waren spaziren. Dan war ich bey Kriegscommissario von Puchner, [230] der noch unpäßlich ist, in der mit dem Diseni habender Differenz und verlangender Satisfaction. Dan en passant bey meinem englischen Magnetl. Dan suchte den Hofmann, den ich aber noch bey meiner Fraule gefunden. Heüt hat mein Sohn Max, dermahliger Oberleüthnant unter Broune, 25 Jahr seines Alters zuruckgelegt. Gott, gebe ihm ferners Glück und Seegen. NB. Den 7ten hujus anno 1748 hatte mich mein englisches Ehegespandl mit zwey jungen Töchterlein erfreüet; seyn aber beede bald darauf gestorben, nachdeme sie die Nothtauf empfangen haben. 10. Heüt fahlt ein der Nahmenstag meines Sohns Franz S. J., der sich derzeit zu Wienn alß 2di anni repetens matheseos befindet. Nachmittag war ich in Täxamt von 4 biß ½ 6 Uhr. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. In dieser Zeit suchte mich der geweste Hauptmann Wnorowsky, der mit seiner Gemahlin und Kindern anhero gekomen und gehet ins Croaten alß resolvirter Obristwachtmeister; er komt nun von Wienn. An heüt habe dem H. Kampfmüller nach Wienn geschickt zum Eincassiren [231] folgende verfallene und verfallende Interessenquittungen bey der Münz- und Bergwerckscassa: - Von Capital 1800 fl. ersten September biß lezten November 1758 ¼ Jahr 22 fl. 30 〈kr.〉 - Von 1300 fl. von 18. Juli biß 18. Oktober 1758 ¼ Jahr 16 〈fl.〉 15 〈kr.〉 - Von 500 fl. von 16. Juni biß 16. September 1758 von ¼ Jahr 6 〈fl.〉 15 〈kr.〉 - Von 3000 fl. von 12. 12. Juli biß 12. Oktober 1758 von ¼ Jahr 37 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - Von 1000 fl. von 13. Juli biß 13. Oktober 1758 von ¼ Jahr 12 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - Von 1000 fl. von 22. Augusti biß 22. November 1748 von ¼ Jahr 12 〈fl.〉 30 〈kr.〉 107 fl. 30 〈kr. 〉 Heüt Nachmittag war bey mir P. Joseph Erberg S. J. m. Schwager mit dem P. Bernardin Erberg S. J., welcher lezte dieser Tagen nach Wienn verreiset und mir verschiedene ihme geliehene genealogische und andere manuscripta restituiret hat. Zugleich habe ihm abgekaufft einen atlantem coelestem per 6 fl. 12 kr., den er mir zwar schon längst überlassen, weil er 2 exemplaria hatte; mit Vorbehalt, dafür ein anderes Buch in meiner Bibliotheque außzusuchen. Anjezo bey seiner Abreiß war ihm aber das Geld lieber. 11. Vormittag war bey mir Longho. Dan P. Bernardin Erberg S. J., der mir noch einige manuscripta restituiret | 721 1758 Oktober hat und Nachmittag mit dem H. von Breckerfeld alß Jesuiter-Candidaten nach Wienn verreiset. [232] Dan war auch da der Obristwachtmeister Wnorowsky mit seiner Gemählin. Nachmittag bin ich gefahren zu Leopold Grafen von Lamb/er/g auf Leopolds-Ruhe, wo ich nomine des Gr. von Herberstein wegen der Mad. Bubna zu reden hatte. Lamberg versprach den Russenstein zu sich komen lassen zu wollen. Ob er aber den Ring und den Heyratscontract wird gutwillig restituiren wollen, wird sich erst zeügen, massen ob der Contract gultig bey dem foro civili außgemacht werden müste und so bey dem consistorio, ob die Heyrathabred rescindiret werden käne. Enfin, er wird sehen, ob er sich disponiren liesse, etwa ein hundert Gulden etc. anzunehmen. Dan war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Lamb/er/g zeügte mir ein von dem Landshauptman von Wienn erhaltenen Brief, in welchem er ihn berichtet, in der ersten Conferenz vernohmen zu haben, das der Hof von diesem Land ein Quartall von dem Rensualquanto anticipate verlange, so auch 50/m Metzen Haaber, die er à 1 fl. 30 kr. bezahlen will. Item vor 25/m Centen Mehl-Lifferungs-Reluition à 4 fl. per Centen. Dan soll auch ein Vermogen- und Kopfsteyer anbegeret werden und noch bey 12/c Recrouten in natura. [233] 12. Vormittag war bey mir der Oberleüthnant Stain zu rapportiren, mit dem heüt nach Görz abmarchirten General-clericischen Comando vor die friaulische Landrecrouten 233 Monduren mit all übrigen Zugehör abgeschickt zu haben. Dan Oberland nomine præsidis den heütigen Rath abzusagen und das Bericht wegen der Pfarr zu Möschnach in favorem des Prævodnig, dermahligen Pfarrer zu Oblack, auf Übermorgen nach Hof entworfen werden solle. Dan Mad. Wnorowsky, die ich zu meiner Fraüle geführt habe. Nachmittag war ich mit mein Micherle spaziren. Dan bey Germeck wegen des Quartier des Oberlleüthnant Stein auf der Polane und des Hauptman Pissecker, wo dermahlen der Stein ist. Dan bey Ziegler wegen obgedachtes Berichts ad aulam. Dan bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Bey mir war Paul Aloys Graf von Auersperg, der zu sein Bruder Ignaz nach Auersperg verreiset. Bey mir war auch der Wolfgang von Siberau, der da bettelt und habe ihm 4 17ner und ein meine Paruquen geschenckt. Dan der Paruquenmachermaister Kumerer, bey deme einige Tag her der Seperle Seegenreich alß Gesell in Dienst getretten, deme ich solchen recomendirt und deswegen ein Ducaten geschenckt habe. [234] Heüt ist der Nahmenstag meiner liebsten Schwester abbesse zu Lack, dan meines Sohns des Oberleüthnant unter Broune. Eben an heütigen Tag anno 1684 ist mein liebsten Frau Schwigermutter gebohrn worden. Vide 19. Augusti. Heüt hat mir der Crayßamtsofficier Germeck endlich die 30 fl. restituirt, die ich der Mad. Bubna schon vorlängst vor ein Jahrsquartierzinns auf des Crayßhauptmans und des præsidis Veranlassung anticipiret hatte. 13. Heüt morgens habe mein bleyfarbtuchenes, reich mit Silber gesticktes, obschon noch ganz guttes, jedoch schon auß der Mode gekomenes Klayd (so mir noch mein englische Gemählin nach ihrem gusto hatte machen lassen), id est zu zertrennen und das Silber außzuzupfen resolvirt und hat meine Frl. von Hallerstein zu ihrer Zeitpassirung mit dem Rock den Anfang gemacht. Bey mir war der Oberleüthnant Stain wegen seines Quartier auf der Polane, wo er anstatt den ihn zutheilen wollen den No. 1, gerne das No. 2 haben möchte, so auch gleich beschehen. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Erst heüt habe känen mein Pflaster von meinem rechten Fußpein hinweeg thun, welchen ich mir den 10. passatto verlezt hatte. Und ist die Wunden [235] erst hail worden und obschon klein war, nur doch viel Ungelegenheit gemacht hat. 14. Vormittag war bey mir der Crayßhauptman von Unter Crain Br. Erberg. Nachmittag Mr Nemezhoffen in Amtsangelegenheit. Abends war ich bey meiner ausserwahlten englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Und da eben heüt der betrübteste Andenckenstag einfallet, an welcher mich vor 5 Jahren und 11 Monathen dieses mein englisches und herzigstes Ehegespändl in dieser Zeitlichkeit verlassen hat, so habe ihro in dem ihro geopferten schönen Trauerkleid die H. Meß lesen lassen. Gott, lasse sie 722 | 1758 Oktober alle himlische Glückseeligkeit genüssen und auf mich nicht vergessen. 15. Vormittag haben mich die hiesige brounische HH. Officiers besucht, alß der Hauptman Daschkowsky, Oberleüthnant Stein, Oberleüthnant Mercanti, Unterleüthnant Caetan Br. Apfaltrer, Unterleüthnant Br. Ackelshausen et Fähnrich Rhea. Dan war ich bey meinem englischen ausserwählten Eheherzerle mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey Mad. Flachenfeld, die heüt ihren Nahmenstag celebrirt. Dan mit Frl. Hallerstein die Wnorouskischen zu suchen. Bey der alten Br. Gallin, gebohrne Barbo. [236] Dan war bey mir Mad. Liechtenthall, gebohrne Gräfin von Wazenberg, welche von einem zu Pizigetone verstorbenen Officier ein Silber geerbt, betragend 618 lr. moneta die Milano, vor welches man 10 per % vor das Abfahrtgeld verlangt. Zu Mittag speiste bey mir Mr Longho. Nachmittag war bey mir Mr e Mad. Wnorowsky. Dan ist heüt Nachmittag die von mir jubilirte, doch in Hauß stetts erhaltene Köchin (weil sie bey meiner englischen Gemählin und biß zu ihrem Ableben in Diensten war) nahmens Maria Anna Jostin, zu ihrer Mäm nach Rudolphswert verreist, welcher ich auß obiger Ursach eine jahrliche Pension auf lebenslang von jahrlich 24 fl. versprochen und von heüt dato ein Quartall biß 15. Jener 1759 mit 6 fl. anticipiret, auch 5 17ner vor ihre Fuhr bezahlet habe, wie ich ihro dan künfftig allemahl quartaliter gedachte Pension anticipiren werde. Dan war bey mir der halbverlohrne Br. Marenzi, der auf sein Landgut in Inner Crain Steinberg verreiset. Abends schrib mir Leopold Graf Lamberg ein Billet, den ich Morgen dem Præsidenten geben werde, [237] lautet wie folgt: « Mr, en vous renvoyant le billet de Mad. Sbubna j‘ai l‘honneur de vous dire, que le sieur de Russenstein ne veut rendre rien de tout ce qu‘il pense lui apartient. Non la bague, parceque cela doit prover à ce qu‘il dit, son engagement légitime avec Mad. Moins le contrait, qui est le fondement de son action. Il rendra une copie de la consignation des capitaux de Mad., come aussi les lettres en copie, en retenant les originaux. En deux mots, il veut traiter cette affaire par les voyes du consistoire, et moi je ne saurais l‘empêcher. Je pars pour travailler à mes chemins et je reviendrai samedi pour savoir ce que mons. le président souchaitera. Je suis etc. » NB. Das Billet, der Mad. Bubna davon Meldung beschicht, ist unter 8ten hujus zu lesen. 16. Heüt ist vor mich abermahl ein betriebter Andenckenstag, an welchen vor 5 Jahren und 11 Monaten mich meine herzallerliebste, mir von Gott ausserwählte und geschenckte englische Gemählin (dero Gegenwarth durch 26 Jahr, 5 Monath und 5 Tag ich alß meinen kostbaresten Schaz und mein einzige Freüd und vollkomenes Vergnügen beständig verehret) in meinem Hauß das leztmahl derküst und mit meinen [238] haüssesten und bittersten Zechern benezet, dan aber mit wainenden Herz und Augen zu ihrer und meiner Grabstatt unter beständigen Seiffzen, Jamern und Beweheklagen begleitet habe. Gott, lasse dieses mein englisches Ehegespändl alle himlische Glückseeligkeit genüssen und ihres ihro jederzeit gestreüesten Gemahls nicht vergessen. Bey mir war der Germeck in seiner Angelegenheit, so heüt in Rath zu referiren habe. Der Kriegscomissariatsamanuesis auch des H. von Puchner-Angelegenheit zu recomendiren in Betrof der von dem Diseni anverlangenden Satisfaction. Der Hauptman Daschkowsky, das vor das Militare auf dem Schlosßberg ein anderer Orth vor die Begrabnuß der Versterbenden assigniret wurde. Von 10 biß gegen 1 Uhr war ich in Rath. Nachmittag war bey mir Br. Waicard Gall, der Morgen ins Unt/er/ Crain verreiset und den 17. künfftiges Monaths wieder hier seyn will, alß an welchen Tag das consistorium zwischen ihn und seiner Gemahlin continuiret werden soll. Dan Dr. Novack sich zu beanfragen, ob er unbedencklich dem Russenstein dienen und ihn patrociniren därffte, indeme er vor dem consistorio die Mad. Bubna zur Vereheligung verhalten will. [239] Dan war ich abends bey meinem englischen herzallerliebsten Ehemagnetl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan bey Br. Flachenfeld nomine præsidis secundando petitum des Hauptman Daschkowsky, worein er auch gleich gewilliget hat, welches ich dem Hauptman ebenfalls habe wissen lassen. Heüt habe anfangen lassen auf meinem neuen Stein die Chocolate zu machen auß den leztlich von Amst/ erda/m erhaltenen Cacao Berbice und Brasilianer vaniglion, so auch nach Wunsch renssiret und finde solchen so gut und angenehm alß der war von Cacao di Caracas und Vanille von Mexico. 17. Vormittag war bey mir Mad. Pettermann wegen mit 8/c fl. taxirt und zu præstiren habenden Darlehen. Sie | 723 1758 Oktober hatte mit sich ihren Sohn, der leztlich zu Triest Rhetor war, ein hipscher Knab. Der secretarius Hentl mit Expeditionen. Unter anderen erzehlte er mir, das sich mein Schwester Abbtisin zu Lack beschwähret, das sie krafft rectificatorii von einem Mayrhaüßl etwas zu bezahlen wider Billigkeit verhalten worden und gabe mir die Nachricht, das die dem Crayßamt vor die1116 Jahr 1753, 1754 et 1755 bezahlte 4 fl. 48 kr. ihro von dem Crayßamt wieder und zwar gleich jezo ruckbezahlt werde. Jenne 4 fl. 49 kr. aber, die sie pro annis 1756 et 1757 bereits [240] in die Landscafftscassa bezahlt hat und pro hoc anno 1758 annoch zu bezahlen hat, werden ihro von der Landschafft mit Ende des 1759 Militarjahrs wieder ruckbezahlet werden. Ins künfftig aber wird sie von gedachten Haußl nichtes zu bezahlen haben. Dan war bey mir der Hauptman Daschkowsky wegen des Deserteur Marco Fidel, der zugleich alß ein Dieb und Strassenrauber indiciret worden, und zeügte mir, was ihme von dem Militarvicedirectorio von Graz und dan von hiesigen Landrecht deswegen per pro memoria bekandt gemacht worden. Abends war bey mir Mr Hofmann, der mir unter anderen erzehlt, das wegen des zu Clagenfurt arrestirlich befindlichen daselbstigen Repræsentation- und Camerrath von Kallhamer der Sentenz von Hof bereits dahin gelangt und außgefallen seyn solle, das er pro gratia decapitirt werden wird. So erzehlte er mir auch von dem ebenfalls zu Clagenfurt gewesten Repræsentation- und Camerrath von Jerin (der zwar ein gelehrter und sehr geschickter Mann ist), welcher vor wenig Jahren wegen mehrfaltigen Concussionen und getribenen allerhand Spizbubereyen von Hof degradirt und weeggeschafft. Dan aber war 2 oder 3 Jahren in Schlesien, seinem Vatterland, wo er mit den Feinden eine Correspondenz [241] gehabt zu haben in Verdacht gekomen, daselbst gefänglich eingebracht und nach Graz ins Castell gebracht worden, wo er sich noch dato befindet und werden ihme zu seinem Unterhalt taglich 24 kr. passirt. Dieser Jerin war vorigmahls zu Neyß in Schlesien Regierungsrath und soll dem daselbst gewesten Regierungscanzler von Nierlich, der eine Br. von Rottenburg zur Ehe gehabt, bey dem damahligen Cardinalen und Bischof zu Mainz falsch angegeben haben und hatte der H. von Hofmann die Inquisition wider ihn abführen sollen, welcher Nierlich aber alß ein beym Publico bekand gewester ehrlicher Mann *sich* die Sache dergestalten zum Herzen hat gehen lassen, das er bevor noch die Inquisitionscommissarien den Anfang genohmen, ganz unversehens von Schlag berührt worden und gleich gestorben ist. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Ehegespandl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 18. Vormittag war da P. Taufferer S. J., der von Wienn ex Collegio Theresiano gekomen und hier phylosophiam dociren wird.1117 Nachmittag war bey mir Prezl wegen der Margareta Mülzerin, Maurers Weib, so den 25. passatto in der Cracau ohne Hebame niedergekomen, das Kind gleich selben Tag, die Mutter aber den Tag darauf veerstorben ist, da sie [242] erst 30 Jahr alt war, den Rapport zu erstatten, das nehmlichen die Hebamen keine Schuld dabey haben, massen sie keine verlangt noch haben wollte. Spätter war ich bey meinem englischen Weiberle, herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Nachmittag war mein Frl. Hallerstein bey Mad. Du Valles, ihro das mit 47 fl. 15 kr. bezahlte 3te mit Ende Juli lezthin verfallene Quartall, wie mir der Kampfmüller sub dato Wienn, den 14. hujus, præsentato hodierno, erinnert, zu behändigen. 19. Heüt morgens, wenig vor 6 Uhr ist ein Postillion unter Blasen und Schnalzen eingeritten, die erfreüliche Nachricht einer von unserer allergnedigsten Frauen wider den König in Preüssen unweith Dreßden erfochtenen Victorie anzudeüten. Mein Micherle ist eillends auß dem Beth in das Postamt, um die nächere Nachricht einzuhollen. Und da Mr der Schifferstein mit dieser nach Triest passirten Estaffette auch eine Relation erhalte, so hat er mir auch diese abschriftlich gebracht. Gott seye dafür danckgesagt und das sich das laudonische Corps bey dieser Action besonders distinguiret hat, bey welchem sich auch mein älterer Sohn der Hauptman befindet und er sich in seiner Schuldigkeit dabey zu distinguiren sonder Zweiffel gesucht [243] haben wird, alß wolle mir Gott mit künfftiger Post alles angenehmes vernehmen lassen, wie ingleichen von mein anderen Sohn den Oberleüthnant, der vieleicht auch dabey wird gewesen seyn. 1116 d iz s 1117 w iz b 724 | 1758 Oktober Von 10 biß 11 Uhr war ich in Rath und præsidirte in absentia præsidis. Da erwartete meiner ein gewiser Franzoß von Avignon gebührtig, der über Constantinopl und Siebenbürgen et Wienn ganz kranck und geldloß gekomen, doch mit gutten Pässen versehen. Gehet über Triest nach Malta, wo er alß Capitaine über ein Malteser Caesar St. Bequin gedient und in einer Action per mare sich salviret haben soll. Sein Nahmen ist Ferain. Ich habe ihn 2 fl. und Nachmittag ein Par Hosen, die ihme fählten, geschenckt und in ein Wirtshauß in die Versorgung bringen lassen mittels Mr Oberland, der sich seiner annihmt. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebwertesten Gemählin. Nachmittag war bey mir Oberland und spätter Longo, der mir 2 Vaß Steinkohlen überlassen hat. Gester ist eingefahlen der Nahmenstag meines Sohns Lucas S. J., der sich derzeit zu Graz in studio theologico primi anni befindet. 20. An heütigen Tag ist mein liebes Töchterle anno 1733 gestorben. Sie wahr gebohrn [244] den 3ten Februar 1731, in der H. Tauf benahmset Maria Juliana und hat gelebt 2 Jahr, 8 Monath, 17 Täg. Ist ein Engl bey ihrer englischen allerliebsten Mama. Gester ist die Chocolate von 20 lb. Cacao Berbice verfertiget worden, worüber ich folgende Calculation gemacht: - Die 20 lb. Cacao haben gekostet wie al es sub 22. passatto zu sehen à 30 kr. 1 ½ den. 10 fl. 7 〈kr.〉 2 〈den.〉 - Diese haben renssirt gebrandter 15 lb. auf ein Rib, seyn genohmen worden 1 ½ lb. Cacao, mithin waren 10 Rib. Zu jeden Rib seyn genohmen worden 30 Loth Brodzucker, machen Loth 300 oder 9 lb. 12 Loth. Das lb. à 24 kr. macht 3 〈fl.〉 45 〈kr.〉 - Auf ein jeden Rib ½ Loth Vanil on macht 5 Loth à 28 ½ kr. 2 〈fl.〉 22 〈kr.〉 2 〈den.〉 - 4 Tag Reiberlohn à 34 kr. 2 〈fl.〉 16 〈kr.〉 Total 18 fl. 31 〈kr. 〉 An Gewicht hat also betragen der Cacao 15 lb., der Zucker 9 lb. 12 Loth und der Vanillon 5 Loth, zusamen 24 lb. 17 Loth. Diese machen 785 Loth. Darauß seyn gemacht worden portiones oder Zeltlein zu 1 ½ Loth auf ein Becherle und seyn renssirt Zeltlein 523, mithin komt das Zeltl zu stehen auf 2 kr. ½ den. Dahingegen ist darzu gerechnet die Schmidtkohlen, der Unkosten und Verderb des Steins und andere Instrumenten weder die Mühewaltung. [245] Alles ist calculirt auf das Wienner Gewicht und ist auch zu entnehmen, das ein Rib bey 52 Zeltl gibt und auf ein Wienner lb. komen 21 ⅓ Zeltl oder Becherlein und auf ein sogenandten Chocolate lb. von 28 Loth komen Zeltlein 18 ⅔, mithin kostet ein Wienner lb. von 32 Loth 42 kr. 2 ⅚ den. und ein Chocolate lb. von 28 Loth 37 kr. 1 4/6 den. Zur Curiosität seye anhero oberwehnte Zeltlein No. 523 Von alten Vorrath hatte ich noch No. 123 Zeltl Summa 646 - Davon habe der Fraule Hal erstein zum Gebrauch gelassen 88 - In mein grösser Schatul seyn just gegangen 360 - In das Schublädl meiner Liebsten Nachtkästl genau 112 - In mein grosse Schatul zu meinem Gebrauch 86 No. 646 Nachmittag war bey mir Julius Graf von Buccelleni, die Beförderung seiner Sava-Commission-Angelegenheit zu recommendiren. Dan war ich in Taxamt von 4 biß nach 5 Uhr. Bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Spätter war bey mir Crayßhauptman Br. von Taufferer. 21. Vormittag war bey mir Ziegler mit Expeditionen. Tischler, deme à Conto 21 fl. gegeben. [246] Nachmittag war bey mir Franz Adam Graf von Lamberg, der von Eck komt und wieder dahin retournirt. Sein Schwigermutter Gräfin von Rothall ist mit der Frl. Tochter vergangenen Donnerstag von gedachten Eck nach Wienn retournirt. | 725 1758 Oktober Spätter war bey mir Mr Hofmann. Dan war ich bey meinem englischen und herzallerliebsten Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Heüt habe in meinem Hauß vor dieses Jahr die Bauarbeith geendet und die Maurer, Zimmerleuth, Tagwercker etc. abgedanckt. Und bleibt mir vor das künfftige Jahr nur was weniges, um alles zu verfertigen, ausser allein was ich noch hinterhalb an der Stadtmaur, wan mir das Leben last, aufzuführen und dadurch eine so andere am Hauß abgangige Kleinig- und Nuzlichkeit annoch zu verschaffen. Gester abends um 10 Uhr hat der Hofcanzler Graf Haugwiz mitte〈l〉s einem an hiesigen Repræsentation- und Camerpræsidenten Grafen von Herberstein per Estaffette erlassenen Schreiben den von dem Generalveldmarschall Grafen von Daun wider den König in Preüssen den 14. hujus erfochtenen completten Sieg bekandtgemacht mit dem Befehl, deßwegen das Te Deum des ehistens zu halten. Welches Schreiben mir heüt morgens der [247] præses comuniciret hat und suo loco in copia zu finden ist. 22. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meinem englischen Ehegespändl bey der Meß. Dan war bey mir Hauptman Pißecker. Dan gieng ich mit Frl. von Hallerstein zu Br.-Flachenfeldischen. Nach Mittag eben mit der Frl. bey Mad. Bubna bey den Ursulinerinen. Dan bey m. Schwager und Frl. Fränzl. Bey Flachenfeld habe den medicum Polini angetroffen, wo der alte Dr. Wertenpreiß derzeit logiret. Polini erzehlte mir, das er Werthenpreiß seinen nepotem Johan Paul von Werthenpreiß, gewesten Stadtrichter zu St. Veith in Karnten, pro hærede instituiret und das er in Capitalien bey 70/m fl. in Vermögen habe, wie er das in bereits aufgesezten Testament selbsten gelesen hat. 23. Vormittag war ich in Rath von 10 biß nach 12 Uhr und præsidirte in absentia præsidis, der sich etwas unpaßlich befindet. Nach dem1118 Rath war ich bey dem Præsidenten wegen der Bubna. Zeügte mir den gester von dem Potstatsky (Alois) auß München erhaltenes Schreiben, krafft welchen er nun alle Posttag den Befehl von Hof erwartet, die Mad. Bubna entweder nach Wienn, Prag oder in ein Kloster in Mähren führen zu lassen. Mithin wird sie sich hier bey dem consistorio, [248] wohin sie der Russenstein fürgeladen, in die Tagsazung auf dem 10. nachst komenden Monath November bestimet ist, nicht verantworten därffte, deme ungeacht hat Herberstein dem Dr. Kappus die Commission gegeben, sie allenfalls zu vertreten. Nachmittag waren bey mir der Elsner und der *Hof*spittaladministrator Briester Reich vocati, denen anbefohlen habe, sich in beede Zieglhütten zu begeben und zu sehen, ob und was vor ein Vorrath an Dachziegeln daselbst etwa vorfindig seye und das sie mir sodan den Rapport abstatten sollen. Gester habe mir 10 Ellen schwarz Genueser Samet und heüt dazu das Futter zu einem Rock außgenohmen, um künfftigen Sonntag bey1119 dem bestimten Te Deum in einiger Galla erscheinen zu känen, massen dazu eine gestickte oder andere reiche vesti tragen kan, die ich zu solchem Ende noch aufbehalte, die Gallaröck aber nach dem betrübtesten Ableben meines englischen Ehegespandls mehrentheils schon scartiret habe. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. An heütigen *Tag* anno 1683 ist meiner herzallerliebsten Ehegemahlin Vattern Vatters Mutter Elisabeth Peerin von [249] Peernburg gestorben.1120 Sie war ein Schwester zu dem Johan von Pernburg, dessen Sohn Johann Adam in Freyherrnstand getretten mit dem privilegio, sich Freyherr von Flednig schreiben zu känen, wie solches sub dato Wienn den 5. Februar et Graz den 22. December 1701 nach Laybach intimiret worden. 24. Vormittag war bey mir der unlängst von Triest retournirte Sr Bottoni Kriegscassacontrolor. Protomedicus Vidmayr vocatus wegen des Morgen zu haltenden Consessus Sanitatis. Zu Mittag speiste bey mir Sr Bottoni. Nachmittag war bey mir M. Apfaltrer et Kirchstetter S. J., welche beede nach Graz ad studium theologicum gehen. Erster war zu Görz, zweyter hier in syntaxi. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Mich/er/le bey der Meß suppliret hat. 1118 Pred tem prečrtano N[ach]m[ittag] 1119 Pred tem prečrtano zu 1120 Nato prečrtano: diese Peermburg seye da post 726 | 1758 Oktober Gott, gebe Morgen was guttes zu vernehmen. 25. Vormittag war bey mir ein Geistlicher von Karner Velach. Dan der Ziegler. Bald nach deme ich die Postbrief erhalten und in Sonderheit auß meines Mäxl Schreiben Freüd und Leid vernohmen habe. Ach Gott, stärcke mein betrübtes Herz, dein H. Will seye gebenedeyet. Ach Gott, lasse mir doch künfftige Post eine angenehme Nachricht wissen. [250] Ach mein liebster Nanerle, bist du schon bey deiner englischen Mama oder hab ich noch die Hofnung, dich noch einmahl zu sehen und mein an dir erlebten Trost zu bezeügen? Ach Gott, du seye mein Trost und alles. Nachmittag bin ich mit der Frl. Hallerstein und meinem Micherle ein wenig spaziren gefahren. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespandl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Bey mir war vorhero mein Schwager Br. Wolf Daniel, mich in meiner, Gott gebe1121 unbegrundeten Betrübnus zu trösten. 26. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen ein Uhr. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan war da der Schweiger biß spatt. Gott gebe, das ich künfftigen Sonntag, da wir das Te Deum halten werden, dabey nicht weinen, somit von meinem liebsten Hanßl was angenehmen hören möchte, amen. Abends suchte den H. von Petteneg, der Morgen fruhe nach Wienn verreist, sich daselbst auch mit einer Petteneg zu verhayraten und mit ihro herein zu komen; fande ihn aber nicht zu Hauß. 27. Vormittag war bey mir der Oberleüthnant Stain, [251] dan der Struppi von Crainburg. Zu Mittag speiste bey mir Mr Gandin. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dieser meiner ausserwahlten Gemahlin habe ich mit wainenden Augen und Herzen mein Noth geklagt und sie wird den Allerhochsten bitten, mir Übermorgen gutte Nachricht von meinem lieben Sohn den Hanßl zu überkomen, amen. 28. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß, auch Gott zu bitten, mir Morgen von meinem lieben Sohn Hanßl was angenehmes zu hören. Dan waren ein wenig spaziren und unß von der Forcht und Hofnung zu unterhalten. Nachmittag war bey mir Hofman, dan Franz Graf von Liechtenberg. Dan Mad. Buseth mit ihrer Schwester und mein Schwägerin Frl. Fränzl, die ich dan nach Hauß geführet habe. 29. Heüt war abermahls vor mich ein sehr betrübter Tag, indeme mich gleich morgens bey erhaltenen Postbrieffen mein Sohn Max des Tods meines liebsten Sohns des Hänßl versichert hat. Ach Gott, wie1122 offt habe ich Laid und Betrübnus bereits erfahren! Mein liebstes Ehegespandl, mein lieber Hainerle, mein lieber Hanßl, alle haben mich in dieser Weld so unverhofft [252] verlassen und Gott will, das ich nach dem Ableben meiner herzallerliebsten Ehegespändl kein Freüd mehr haben und stetts mehr seifzen und jamern sollte. Ach Gott, deine heilige Willen geschehe, dein H. Nahmen seye gebenedeüet. Alles ist bey dir am besten versorgt. Du werdest mir dermahl einst und vielleich ehe ich mirs einbilde doch alles wieder und auf ewig schencken, indessen seye du mein Tröster und ich verlange keinen anderen Trost. Dir und in deiner gottliche Gnade empfehle mich und meine noch übrige lebende Kindern. Du seye unser Schuzman, unser Vatter und alles, amen. Das mehrere ist nachzusehen in meines Maxl heüt erhaltenen Schreiben, auß welchem ich in meinem Laid mit Trost ersehen, das mein lieber Hänßl recht heldenmüthig seinen Geist aufgeben und sein Leben theuer hergegeben hat, indeme er 3 Pistollenschusß und 15 Sablwunden empfangen, mithin sich tapffer gehalten und seinen Feüden ihren Antheil reichlich zugetheilet haben muß. Und also in seinem Beruf in seinem Stand vor dem Feind auf dem Kampfplaz alß ein brauer Officier und getreüer Unterthan mit dem Degen in der Faust vor unsere allergnedigste Landesfürstin sein Leben aufgeopfert und dardurch [253] zum Ruhm und zur Ehre der 1121 Sledi prečrtana vejica. 1122 Pred tem prečrtano Al er | 727 1758 November Famille seinen Gebrüdern ein lobenswürdiges Exempl gegeben hat. Gott, belohne diese zeitliche Lorbercränze mit der himlichen Cronne. Um ½ 10 Uhr war ich bey dem Te Deum in der Domkirchen mit meinem Micherle, wo ich mich des weinend nicht habe enthalten könen. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner herziniglich geliebtesten Gemählin, ihro mein Noth und Laid zu klagen, zugleich zur Anwesenheit des Hanßls alß den sie sehr lieb gehabt zu gratuliren. Dan war ich bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl mein Noth zu klagen. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Vorhero war bey mir Br. Flachenfeld. Nachmittag mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/. Dan die Buseth mit ihrer Schwester. Dan Mad. Erberg, gebohrne Englshauß. Dan habe vor mein Micherle ein Klagkleid machen lassen. So habe auch diesen so theüern Todsfahl dem P. Joseph Erberg S. J. meinem Schwagern wissen lassen, dan der Mad. Gall, gebohrne Barbo, Mad. Erberg, gebohrne Apfaltrer, Mad. Werthenthall, Mad. Buset et Schwester, canonico Br. Neühauß, Klosterfrauen Frau Beatrix Erberg, P. Joseph Luckantschitsch Capuciner, Mad. Zergollern, gebohrne Widerkher, und denen Nemezhoffischen in Hauß. [254] 30. Vormittag war bey mir secretarius Hentl, dan m. Schwager P. Joseph S. J. et Mr Hofmann. Von 10 biß 12 war ich in Rath und præsidirte in Abwesenheit des præsidis. Nachmittag war da Paul Aloys Auersperg, dan Dr. Novack. Erstem habe à Conto seines zu Wien verkaufften Silbers 12 Species Kremnizer anticipirt, anderem aber ein Quartier-Aufkündungsschreiben an Nemizhoffen aufzusezen committiret. Spätter war ich mit m. Micherle spaziren. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. 31. Heüt habe meiner englischen geliebtesten Ehegemählin Portrait desto mehrer zu zieren, dazu *die* von ihr so werthgehalten 2 Miniaturbilder unser lieben Frauen und des H. Joseph, dan das Frauenbild, das ich ihro noch alß meiner englischen Brauth anno 1725 unterschriben in saubern Rähmlein um sie gehangen, welches alles sehr wohl in die Augen fahlet. Abends war ich bey diesem meinem ausserwahlten Ehegespändt, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 1758 November 1. November. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin bey der Meß. Dan waren bey mir 3 brounische Officiers Mercanti, Calin und Ackelshausen, mir wegen Verlust meines geliebten [255] Sohns Johannes zu condoliren. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Nachmittag war da meine Schwägerin Frl. Franzl, die ich dan nach Hauß begleitet und mich mit ihro, die an meinem Laidweesen theilnihmt, von meinem liebsten Hänßl unterhalten habe. An heütigen Tag anno 1743 hat mich mein englisches Ehegespändl mit einem jungen Söhndl erfreüet, in der H. Tauf benahmset Wolfgangus Carolus Cyrus. Vide 10. December. 2. Vormittag war ich vocatus bey Herberstein, der mir die Angelegenheit wegen Mad. Bubna recommendiret hat, indeme er von dem Hofcanzler Grafen von Haugwiz Brief de dato Wienn den 26. passatto erhalten, das man sie nach Prag in ein Kloster liffern und sie der Leüthnant Stain begleiten sollte, weßwegen ich Nachmittag zu ihro gehen werde. Dan war ich mit Frl. Hallerstein und m. Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Nachmittag war ich mit meiner Fraule bey Mad. Bubna, ihro zu erinnern ihre baldige Abreiß und so sie ein Pelz oder anderes nöthig hätte, so auch vor ihren Hansel. Wollte aber nichtes anderes haben alß vor lezten ein Pelzl, so ihn auch machen lassen werde. Ihr Tochterle aber so zu Crainburg kranck darffte zuruckbleiben müssen. Dan war bey mir der Goldarbeiter, der 6 Diamantlein oder Brillanten von meiner [256] herzallerliebsten Gemählin ihren Halßpäzl zu einem Ringl vor Mr Zorn genohmen hat, id est einen von grössern und 5 kleine, die haben zusamen gewogen ein Grän und 2/32 Grat à 80 fl.; den Grat betragete 22 fl. 30 kr. Er hat mir aber 728 | 1758 November bezahlt 23 fl. und habe ihm recomendirt noch zu denen übrigen Liebhaber zu finden. Ein Grat oder 32/32 kostet 80 fl., mithin ein halber Grat oder 16/32 40 fl., ¼ Grat oder ein Grän oder 8/32 20 fl., 4/32 10 fl., 2/32 5 fl., 1/32 2 fl. 30 kr., ½/32 1 fl. 15 kr. So zur Nachricht anmercke und ist an sein Orth zu sehen, was ich nach und nach ausß gedachtem Päzl lösen werde. 3. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 12 Uhr. Nachmittag war bey mir der sogenandte Baron de Burkanna, gebührtig von Alepo in Syrien. Redet mehrere Sprachen, insinuiret sich *ohne* den gewöhnlichen Lavantiner Beteln, suchet aber die von ihm selbsten conficirende pietre di Goa, cordiales Jesui etc., auch antique und andere Steine bel modo zu verkauffen. Mit diesen streicht er durch alle Länder und hat 2 Büchlein, wo er bittet, das ihme ein jeder was hinein schreibt, um über all zu zeügen, was er vor Bekantschafft gemacht und was vor Lob verdinet hat. Ich habe ihm ein gleiches eingeschriben und mich unterschriben, welches ich lieber gethan, alß das ich mir ein Geld hätte abschwäzen lassen. Sonderlich da ich ihme gezeüget habe [257] von derley sogenandten Kostbarkeiten, mehr alß zuviel, von dem seeligen Ant/oni/o Damugliano, einen Grüchen, der auch dergleichen zu machen gewust1123 vorrathig zu haben, die er auch gleich erkennet, auch gedachten Demugliano gekennet hat. Und da er just gesehen bey mir, die Chocolate zu machen, hat er davon was außgebetten und habe ihm 12 portiones verehrt, damit er doch von mir was profitiret hat. Abends war ich bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1699 ist der Benjamin Br. von Erberg gebohrn worden. Den nehmlichen Tag ist seine Frau Mutter an der Gebuhrt gestorben. Sie war meine Großschwigermutter Susana Margerita Dinzl von Angerburg, gebohrn den 11. Juli 1661, mithin hat sie gelebt 38 Jahr, 3 Monath und 24 Täg. 4. Vormittag war bey mir der Leüthnant Stein mit einem Roßtauscher, Mad. Bubna nach Wienn zu führen und habe accordirt vor einen mit 4 Pferdten bespanten Wagen; darin komen zu sizen Mad. Bubna mit ihrem Hänserle, der Leüthnant Stein, das Zimmermensch der Bubna und allenfahls noch eine Person; vorn auf dem Siz 2 gemeine Soldaten; Bagage komt vorn ein Koffer und ein Bethsack, hinten ein Koffer und ein Betsack. Von hier habe accordirt biß Wienn 95 fl. [258] gegen deme, das der Roßtauscher sich selbst und seine Pferd zu verpflegen, auch alle Bruck-, Weeg- und Roßmauthen selbsten zu bezahlen haben, zu Wienn aber 2 Tag den Leüthnant zu bedienen haben wird. Und so er gutte Dienste leistet, wird er auch auf ein Trinckgeld vertröstet. Der Cancellist Lenz brachte mir den Extract, der bißhero von hier postulirten und gestelten Normalrecrouten die suo loco specifice zu finden. Die Hauptmanin Puckhartin, die gerne mit Mad. Bubna nach Prag gehen und das sie Leüthnant Stain mitnehmen möchte, mich gebetten hat, deßwegen auf eine Person mehr zu dem Roßtauscher angetragen habe. Nachmittag war bey mir Brezl wegen denen collegiis vor die Hebamen, womit er noch imer Anstände findet. Dan habe heüt mit dem Postwagen das Geld vor das den 6ten passato nach Wienn zum Verkauf gesandte Bruchsilber empfangen und hat das graf-paul-aloiß-auerspergische allhier gewogen 153 2/8 Loth, zu Wienn in der Münz 9 Marck 8 Loth 2 qu., war alles Augspurger Prob. Zu Wienn ist die Marck befunden worden fein 12 Loth, 3 qu. 2 den. Darin fein Silber 7 Marck 10 Loth 2 qu. 3 den. à 23 fl. 12 kr., macht 177 fl. 53 kr., weniger 16 kr. Probgeld. Die 2 Lingoth der Frl. von Hallerstein haben hier gewogen 48 ¾ Loth und ist 9-lothig [259] hier befunden worden, zu Wienn in der Münz hat gewogen 3 Marck, darin fein per Marck 9 Loth 2 den. In allen fein 1 Marck 11 Loth 1 qu. 2 den. à 23 fl. 12 kr., macht 39 fl. 41 kr., weniger 16 kr. Probgeld. Bey mir war auch das Dienstmensch der Bubna, der ich ein Brief an die Reiserin gegeben, womit sie zu Crainburg die Kinder und alle der Bubna gehörige Sachen abhollen und anhero bringen solle. Und der Tag ihrer Abreiß von hier nacher Wienn ist auf dem 8ten dieses bestimt. 5. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Franzl. Suchte auch die gester von Görz1124 hier angekomene Grafin von Attems, Wittib Sigismundi, gebohrne Gr. Lantieri, war aber nicht zu Hauß. 1123 Sledi prečrtano nach 1124 G popravljen | 729 1758 November Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg, deme ich das per sein Conto zu Wienn verkauffte Silber bezahlet habe laut münzamtlichen Calculation, die mir der Kampfmüller mit sein Schreiben de dato Wien den 30. passatto, præsentato 4. hujus gesandt hat. Der Leüthnant Stain wegen seiner Raiß von hier nach Prag mit Mad. Bubna. Der von Spiegfeld en visite. So waren auch da ein Sohn des Ferd/inand/ Grafen von Attems, der nach Wienn in das Emanuelische Collegium ad syntaxim gehet, ein Sohn Sigism/und/i Gr. von Attems, [260] gehet in das Collegium Theresianum. Erster gut educirt, optimæ spei, ander noch jung und vif, auch von gutter Hofnung. Mit ihnen war der junge Nemezhof sans Education. NB. Da gester Nachmittag Br. Benj/ami/n von Erb/er/g von Lustall retournirt ist, fande er, das die an der kleinen Stiegen zu seinem Bilioteckcabinet haltende Thür in seiner Abwesenheit aufgebrochen und auß seinem Kästl ein Geld entfremdet worden. Er weiß eigentlich nicht, wieviel, doch glaubt er, das mehr als 100, jedoch nicht 200 fl. darin waren, mithin werden bey 150 fl. entfremdet worden seyn. Der Dieb hat das Kästl sauber auf und zu machen gewust. In gedachtem Kästl hatte er andere Kostbarkeit, item in nehmlichen Zimmer sein silbern Nachtzeügen, war aber unberührt. Der Dieb hat sein Schnupftüchl in Zimer vergessen; videndum, ob etwa dadurch er nicht könte in die Erfahrenheit gebracht werden. 6. Vormittag war ich bey der verwittibten Grafin von Attems, gebohrne von Lanthieri. Dan in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir der geistliche oeconomus von Herberstein und der Oberleüthnant Stain. Erster brachte mir 408 fl. 58 kr., um darmit zum Theil die Raißunkosten vor Mad. Bubna zu betreitten etc. [261] Dan war bey mir Marotti mit einer Medail, die der König in Preüssen hat schlagen lassen. Spätter ein görzerischer Graf Attems, der oberwehnte Wittib begleitet. Zu Mittag speiste bey mir Bottoni. Abends kam der Hänserle von Crainburg, den der Mad. Bubna Zimermensch gebracht und hab ihn bey mir bequartirt, weil er ohne deme mit seiner Mama Übermorgen abzureisen hat. Dan war bey mir Ziegler nomine Herberstein wegen Pasß und Expeditionen wegen Mad. Bubna. Mit diesen habe den ganzen halben Tag sogestalten verlohrn, das ich mein englisches Ehegespandl nicht habe besuchen känen, so aber künfftig reichlich ersezet werden soll. Vormittag supplirte mich daselbst bey der Meß mein Micherle. 7. Vormittag war bey mir der Oberleüthnant Stain mit einem Aufsaz, was er alß an Geld zu haben verlanget, die Mad. Bubna nach Prag zu führen und vor sich zuruck und machte ein lista von 508 fl. Ich gieng zu Herberstein und wideratete diese Depense zu machen und lieber vorhero dem Haugwiz zu schreiben, das die Famille jemand anhero um sie abzuhollen schicken und zugleich das erforderliche Geld verschaffen möchte. Welches auch der Herber/stein/ gontirt, um den Stain geschickt und ihn von dieser Raiß dispensiret hat, nachdeme [262] er sich nicht contentiren wollen, was ihme Herberstein offeriret hat, nehmlich täglich 2 fl. vor ihm allein vor die Kost, dan 12 kr. vor jeden von dem 2 mitzunehmen resolvirtten Gemeinen-Masquetirern, Furlohn frey, weil solchen Herb/er/stein à parte bestritten hätte. Über das wäre ihme sein Gage wie auch denen Gemeinen ihre Löhmung gelauffen und hätte sowohl er alß die Gemeine eine gutte recompens von der potstatzkischen Famille anzuhoffen gehabt. Enfin, weil er gar zuviel bey dieser Rayß profitiren wollte, bekomt er nichtes. Dan war ich bey Mad. Bubna mit m. Frl. Hallerstein und sagte erster, das ihre Abreise differiret seye, so ihr auch recht war, jedoch habe ihro von Herberst/ein/ Geld 30 fl. gegeben, damit sie hat könen die Kost vor ihre Kinder zu Crainburg, hier in Kloster und andere ihre Bedürfftnüssen zahlen und bestreüten. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner. Dan ein junger Novack des hiesigen Obereinnember zweyter Sohn, der dieser Tagen in die Kriegsdienste zu treffen nach Wienn gehet unter das Regiment Colloredo, wo ihme bey Apertur ein Fähndl versprochen ist. [263] Spätter war bey mir Mr Schweiger. Gester abends ist der junge Hänserle Bubna zu mir von Crainburg gebracht worden und wird bey mir logiren mit seiner Lockerin biß Mad. abreiset. Gester war der Gebuhrtstag meiner allerliebsten Gemählin Vattern Vatters Vatter Leonhardi von Erberg, der anno 1606 gebohrn worden. Vide 6. Juli. 8. Vormittag war bey mir Longho, der den von Weitenhüller anverlangten Bericht in Betröf der Wollenspinnerey 730 | 1758 November zu verfassen und lezten die Ordre und deßwegen sich bey mir in ein so anderen beratschlagen hat. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville, die busetische Ana Retl und der Hänserle Bubna. Nachmittag war bey mir Mad. Buseth und ihr Schwester. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. M. Micherle ist heüt nach der Meß auf die Tuchfabric, wo er bey Longho zu Mittag gespeist und abends retourniret ist. 9. Vormittag war bey mir der geistliche oeconomus von Herberstein, deme ich die mir vor Mad. Bubna-Reise den 6. hujus gebrachte 408 fl. 58 kr. folgender gestalten restituiret habe, alß 368 fl. 58 kr. in baaren Geld, dan per 40 fl. eine Quittung von Mad. Bubna, welche ich ihro nomine Herberstein gegeben, darmit [264] ihre nothwendige Spesen vor Kostkinder zu bestreitten. Dan der Advocat Kappus, der die Mad. Bubna bey dem morgigen consistorio zu vertretten hat und glaubt er, das beste zu seyn, wan sie bald abreisen möchte. Er war dan bey Herb/er/stein und schluge ihm auf mein Einrathen vor die Hauptmanin Purckhartin, weil sie selber gerne nach Prag gieng, mithin könte sie diese begleiten. Kappus retournirte gleich wieder zu mir und Herb/er/stein approbirte meine Gedancken. Ich gieng zu Purckhartin. Sie konte sich aber nicht gleich resolviren und versprach mir Nachmittag die Antwort zu geben. Von 10 biß ½ 12 war ich in Rath und præsidirte absente præside. Dan bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir der junge Bubna, wie er dan auch bey mir suppirt und logirt. Nachmittag war bey mir Br. Flachenfeld in Visite. Dan der Landschaffttrompeter Moser vocatus und ist mir eingefahlen vorlauffig mit ihm zu reden, ob er Mad. Bubna nicht begleiten wollte, wozu er sich ganz willig bezeüget und will Morgen mit Herb/er/stein [265] deßwegen reden. So er es approbirt, so kan die Reise bald veranstaltet werden. Er contentirt sich mit täglichen 1 ½ fl. und nihmt seine Zehrung auf sich. Mithin wird gegen der so exorbitenten Prætension des Leüthnant Stein ein Nahmhafftes ersparet werden. 10. Vormittag war bey mir der Moser. Bald darauf der Dr. Kappus, der mir nomine præsidis gemeldet, das ich die Disposition machen möchte, Mad. Bubna auß dem Kloster zu mir nehmen und das sie Morgen in Begleitung des von Schifferstein abreisen wird. Dan war bey mir Schifferstein vocatus, deme ich davon die Nachricht gegeben. War auch ganz content diese Commission auf sich zu nehmen. Heütigen tags anno 1720 ist mein liebste Schwester Maria Cæcilia gestorben. Sie war gebohrn den 18. Mai 1692, hat sich verhayratet den 24. November 1708 an1125 Franz Sigmund von Utschan, landschafftcrainischen Oberlandsecretarium, wurde Wittib den 15. September 1720, mithin hat sie gelebt 28 Jahr, 5 Monath, 23 Täg. Gott, lasse sie genüssen alle himlische Freüden. Sie war glücklich verhayratet, bestandig in Lieb und Einigkeit und from gelebt. Ist auch auß purer Betrübnus zu ihrem liebsten Ehegemahl so bald nachgegangen. Nach 9 Uhr Vormittag ist mein Frl. Hallerstein zu den Ursulinerinen, um Mad. Bubna abzuhollen. [266] Ist auch ohne das die Klosterfrauen den mündesten Anstand gemacht hätten zu mir komen und hat auf Mittag bey mir gespeist. Dan liessen mir der Br. Paungarten und seine Gemahlin, gebohrne Grafin von Prang, ihre Ankunfft von Lack zu wissen und schickten mir ein Schreiben von meiner Schwester abesse daselbst. Und schine auß der Post und noch besser, auß gedachtem m. Schwester-Schreiben, das sie gerne bey mir souppirten und pernoctireten, welches mir, da just Mad. Bubna ohne deme bewirte, nicht wenig ungelegen ankomet. Sie seyn auf Mittag bey dem Polz, fürst-auerspergischen Inspectore, wohin sie ihre 2 Sohne Studenten in die Kost gebracht. Enfin, ich liesse sie invitiren und sie acceptirten und komen bald nach Mittag zu mir. Zu Mittag speiste nebst der Bubna auch der Schifferstein bey mir. Gegen Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespandl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan war ich bey Herberstein, wo ich abermahl einen fatalen Anstand wahrgenohmen, indeme er prætendirt, das Schifferstein von Wienn zuruck hieher auf aigener Unkösten retourniren soll, wozu er sich absolute nicht 1125 Popravljeno iz zloga -de, pred tem prečrtane besede wurde | 731 1758 November einverstehen will und hat meines Erachtens ganz recht. Werde also Morgen frühe wieder zum Herberstein gehen müssen, [267] um diesen Anstand aus dem Weeg zu raumen. Dan war bey mir Moser vocatus, deme gesagt, das auß seiner Reise nichtes werden wird. Abends soupirten also bey mir die Paungartnischen mit ihren 2 Knaben, den Micherle und Leopoldl, und logirte erste zwey in meiner Liebsten Zimmer, Mad. Bubna aber in Mezaninen mit ihren Knaben und Dienstmagd. Ex discursu des Paungarten habe vernehmen, das anno 1662 die lezte Conscription der Seelen in Bayern gemacht worden und befanden sich in ganzen Land 3 Milionen Ansessige. Wan also auf einem nur 4 Seelen gerechnet wurde, so wäre das dénombrement 12 Milionen Seelen, welches mir unmöglich scheinet. Sub Carolo gewesten Kayser fande man das Land um 600.000 Seelen populirter. Wan in Bayern von 30 Hausern ein Mann zum Kriegsdiensten genohmen wird, so betragt die Zahl 100/m Mann. In ganzen Land rechnet mann 99 Landgerichter. 11. An heütigen Tag anno 1710 ist das mir von *Gott* beschertes englisches herzallerliebstes Ehegespändl gebohrn worden. Ach englisches Ganserle, du wirst an heüt auch besonders an jenen Gedencken, der dich [268] von ersten Anblick an auf das zärtlichste geliebet und dich beständig verehret, auch sich dir vollkomen geschencket hat und ehe zu leben alß dich zu lieben und zu verehren aufhören wird. Vide 14. hujus. Vormittag war ich bey Herberstein wegen des Schifferstein und hat die Billigkeit der Sache ganz wohl begriffen. Dan bey Landshauptman, den Russenstein auf das Castell sezen zu lassen. Wieder bey Herberstein. Wieder bey Landshauptman. Wieder bey Herberstein. Um ½ 12 Uhr ist der Russenstein auf das Castell mittels eines Comando geführt worden. Zu Mittag speiste bey mir der lackerische Hauptman Br. Paungarten mit seiner Gemählin und 2 Söhndlein, dan der Schifferstein. Mad. Bubna wollte in ihrem Zimmer mit ihrem Hanserle allein essen. Nach 2 Uhr seyn die Paungartnischen von hier nach Lack verreist. M. Micherle brachte von dem Herberst/ein/-Economo 250 fl. vor den Schifferstein gegen dieses Quittung zur morgigen Abreiß. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter, weil Mad. Bubna nicht supiren wollte, hat sie doch ein Becherle Chocolate in ihrem Zimmer genohmen und ich ingleichen, um ihr compania zu machen. Unter einsten [269] hat sie mir ihr Töchterle zu Crainburg recommendirt, so auch ihre bey mir zurucklassende Sache, um solche alla meglio zu verkauffen und ihr das Geld zu übermachen. Und diese bestehen in folgenden, alß: 2 Feldsesßl, ein Feldtischl, ein Feldbetl mit ein kleinen schlechten Modrazen, ein löhren Reißkoffer, ein Mersen mit dem Stosser, ein Begleisen und sonsten nichtes. Dieser Dame Unglück ist, das sie von vornehmer Gebuhrt ist und keine standmassige Education hat. 2do, das sie ohne einen Mann nicht leben will und ihre Angehörigen sorgen nicht, sie zu verhayraten. Mithin wäre ihro fast ein jeder recht, sonderlich da sie weder Hofart weder anderes vor ihren Stand convenientes verlanget und sich schlecht wegzuleben contentiret. 3tio, das von ihrer Famille ihro niemand etwas gibt, mithin sie ihr selbsten überlassen und verlassen. Sonst aber kan man ihro das mündeste nicht zu Lust legen was wider die Ehrbarkeit andachtiges stilles Weiberle. Ihr einziges guttes Vertraun sezt sie in ihren Brudern den Generalen und hofft, das er ihro etwa einen Leütenandt oder anderen Officier zur Ehe außfündig machen wird, welches ich ihro von Herzen wünsche. [270] 12. Vormittag war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin mit meinem Micherle bey der Meß. Gegen 11 Uhr hat Mad. Bubna und ihr Hänßerle, dan der Führer von Schifferstein bey mir ein Vormittagmahl eingenohmen und circa um ½ 1 Uhr seyn sie in einem mit 4 Pferdten bespanten Wagen per posta von hier nach Wienn und weiter nach Prag abgereist. Ich und m. Micherle haben sie biß zum hochen Gericht begleitet. Auf Mittag speiste bey mir Mr Bottoni. Nachmittag war bey mir Franz Adam Graf von Lamberg alß ein specialer gutter Freünd meines gottseeligen liebsten Sohn Johanes, deme das heüt von m. Maxl erhaltenes Schreiben communiciret habe. Dan der Paul Aloys Gr. Auersperg, gleichfalls ein besonders gutter Freünd von m. Gottseeligen, deme das nehmliche mitgetheilet habe. 13. An heütigen Tag anno 1673 hat sich meiner Mutter Vatter Johann Ludwig Sarger von Sargfeld verhayratet. Vide 20. Jenner. Von 10 biß nach 11 Uhr war ich in Rath. Dan bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich wenig vor bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 732 | 1758 November Dan waren bey mir die Dinzlischen von Eherenau. Nachmittag habe den leztlich von [271] Sr Zanchi von Fiume mit sein Schreiben von 8., præsentato 11. hujus empfangene liqueres in die Botilien travasirt und seyn von Mos[cato]1126 di Trani 12 Bottilien, von Frontiniac und dan von Vino Santo die Levante 11 englische Botilien und von beeden ein Reßtl. Heüt in Rath habe præsidirt in absentia præsidis. Spätter habe ich und mein Micherle bey dem P. Irmel S. J. unsere Beicht verrichtet, um Morgen bey meinem englischen Ehegespändl bey der Meß die H. Communion zu empfangen. Dan waren bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Suchten die Dinzlischen, die nicht zu Hauß waren. 14. Heüt ist abermahls ein betriebtester Andenckenstag, an welchen ich vor 6 Jahren, id est anno 1752, mein herzigistes allerliebwertestes englisches und ganz vollkomenes Ehegespändl in dieser Zeitlichkeit verlohrn habe. Gott, lasse dieses meine aüsserwählte Ehegemählin die himlische Freüden genüssen, zu welcher der Allerhöchste in diesen Jahr sowohl unsern Heinerle alß leztlich den Hänßl gesellet und dardurch ihme beliebet hat, sie eben soviel zu erfreüen alß mich zu betrüben, der Willen des Herrn geschehe und sein heiligster Nahmen seye gebenedeyet. Um 10 Uhr habe bey meinem englischen Ehegespändl bey der, in dem [272] ihro geopferten Meßkleid gelesener H. Meß mit meinem Micherle *und haben* die H. Communion empfangen und unsere Andacht ihro aufgeopfert. Nachmittag war ich mit m. Micherle spaziren. Dan haben abermahls mein Geliebteste haimgesucht. Spätter war bey mir der Oberland in Angelegenheit des Præsidenten und ich hatte heüt bereits an Kampfmüll/ er/ geschriben, dem Schifferstein zu sagen, von der potstatskyschen Famille nebst seinen und anderen Spesen auch foldendes von dem Præsidenten außgelegtes einzubringen, alß vor den Wagen mit 4 Postpferden von hier nach Crainburg et de retour 5 fl. 6 kr., unterweegs Zehrung 1 fl. 8 kr., Postillion Trinckgeld 34 kr., Regal dem conducteur an Caffé und Zucker 12 fl., zusammen 18 fl. 48 kr. Da ich nun bey meinen Angehörigen bey einfallenden Ablebensjahrstag allemahl etwas anmercke, so ist auch mehr dan billig, das ich von meinem allerlieb, estime und verehrungwürdigsten Ehegespandl auch etwas erwehne. Dieses mein mir destinirtes Eheeng[erle]1127 ist gewohrn worden den 11. November 1710. Da ich nun meine Jugend mehrenteils in der Fremde zugebracht und nach vielfaltig gemachten Reisen und zwar leztlich auß Portugall in mein Vatterland den 11. Jenner 1725 retourniret bin, [273] und wenige Leüth, sonderlich aber die Jugend gar nicht gekennet habe, gieng ich den 14ten dicti Jenner in die Comedie, wo ich casualiter auch dieses englisches Fraulein erblickte, welches mich gleich frappiret hat und muß bekennen, das ich in mir etwas empfinden, was mein Herz an dieses objectum außnehmens attachiret hat. Ich hatte einiges americanisches Zucker weeg in der Taschen, so ich in derley Gelegenheiten dem Frauenzimer außzutheilen pflegte und præsentirte davon diesem meinen Engl, von welchem es auch agreiret worden und ich cultivirte diese so zufählig sich ergebene Bekandschafft. Den 14. December gedachtes 1725ten Jahrs gieng ich in Geschafften nach Wienn und passirte über Lustall, wo sich damahls dieses mein Engerle mit ihren Eltern befande. Ich beurlaubte mich allerseits, machte zugleich die Ansuchung bey der Mama, um das Fraulein mit ihrer Erlaubnus. Mama annuirte in mein Gesuch und ich præsentirte ein Ringl meiner Schensten mit der Devise »Fidele et Constant«. Mad.le gabe mir dafür ein »Z«, so ich gleich an mein Herz anhangete und raisete ab voller Freüd und Vergnugens. Bey meiner Retour von Wienn ware kein Tag, wo ich mein Schenste nicht wenigst einmahl besucht hätte und brachte ihro allemahl etwas von denen von Wienn mitgebrachten Galanterien. [274] Anno 1726 den 19. Marzi hielten wir das solemne Eheversprechen, den 28. dicti habe mein Engl das erstemahl auf ihre herzige Lipperlein geküst und soviel auch von ihr empfangen. Den 10. Juni darauf waren wir coppulirt nächst Lustall in der H. Caterina-Kirchen und ich raiste ab und nach Laybach, um in meinem Hauß zur Reception dieses würdigsten Eheengls die Veranstaltung zu machen. Den 16. darauf habe bey ihren Eltern souppirt und nach dem souppé führte ich mein Schenste in mein Hauß in Begleitung ihrer Mama und lebten miteinander in gröster Freüd und vollkomenen Vergnügen und Gott hat diese in Himel beschlossene Ehe reichlich geseegnet. Anno 1752 an heütigen Tag hat es dem Allerhöchsten beliebet dieses mein englisches Ehegespändl, mir von der Seiten und zur sich zu nehmen, mir aber das Seifzen, Jamern und Weheklagen zuruckzulassen. Venceire 1126 Drugi del besede pod madežem črnila. 1127 Drugi del besede pod madežem črnila. | 733 1758 November indessen beständig ihre Überbleibsl und alles was den mundesten Andenckensschatten gleichet. Mithin hat sie gelebt in allen 42 Jahr 3 Tag, mit mir aber 26 Jahr, 5 Monath und 5 Tag. Gott seye es geklagt und aufgeopfert. 15. Vormittag war bey mir Paul Aloys Graf Auersperg, der wieder gerne ein Bruchsilber nach Wienn zum Verkauf schicken möchte. [275] Nachmittag war bey mir P. Provincial von Franciscanern. Spätter m. Schwagerin die Frl. Franzl. Der Paul Aloys Graf Auersperg hat mir auch Nachmittag das Silber geschickt, bestehend in 5 kleinen Schisßl und 12 kleine Täller, so da laut seinem mitgeschickten Zettl wügen 263 ½ Loth und ist alles Augspurger Prob. 16. An heütigen Tag anno 1752 ist mein englisches Ehegespandl (Gott seye es geklagt), nachdeme ich es in meinem Hauß ganz kalter vollig derküst und mit denen bittersten Zehern benezt habe, begraben und von mir mit weinenden Augen und Herzen begleitet worden in compania meines leibesten Sohn Hänßl, der sich nun auch schon in ihrer angenehmsten Gesellschafft bey Gott befindet. Von 10 biß gegen 12 war ich in Rath. Nachmittag habe in mein Zimmer den neuen Offenklampferarbeith sezen lassen. Abends war ich bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan waren bey mir die Dinzlischen. An heütigen Tag anno 1736 ist mein Sohn Franz S. J. gebohrn worden, mithin hat er heüt 22 Jahr seines Alters zuruckgelegt. 17. Heüt habe in mein Quartier die doppelte Fenster aufstellen lassen. [276] Vormittag war bey mir ein gewisser Sensal von Venedig, der mich in ersten Triester Jahrmarck anno 1730 daselbst gekennt haben sollen; komt nun auß Franckreich, Holland, Hamburg etc. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Ehegengerle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 18. Heüt habe mit dem Postwagen nach Wienn an Kampfmüller geschickt die 5 Schisßerlein und 12 Tällerlein auß Silber, die mir Paul Aloys Gr. von Auersperg den 15. hujus zu verkauffen recomendiret hat. Dabey waren 6 meine mit ultima proximi Decembris verfallende Interessequittungen per 32 fl. 55 〈kr.〉, 10 fl. 50 〈kr.〉, 13 fl., 7 fl. 17 〈kr.〉, 30 fl., 17 fl. 55 〈kr.〉, zusamen 111 fl. 57 〈kr.〉, die er seiner Zeit eincassiren wird. Item ein Rockl von meinem Micherle, nach welchen ihme 2 von mein liebsten Hanßl zuruckgelassene Kleider alß eines gestickt, das andere von Tiffel übermacht werden. Bey mir war Julius Gr. Buccelleni mit einer von ihme vor Jahren projectirten Waldordnung, die er mir zur Einsicht comuniciret hat. Spätter war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Ehegemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. [277] Dan fande bey m. Fräule den P. Pogatschnig S. J., mit dem ich wegen des Kampfmüller Schwester, verwittibten Hauptmanin Durchlasserin, von welcher man spargirte, das sie ihrem Mann seeligen *zugefahlen* die luthrische Religion angenohmen habe, welches aber ganz falsch und ihme dieses wohl bekant ist; auch wissent ist, das er selbst alß gut catholisch zu Mantua gestorben seye. 19. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meinem englischen Eheherzl bey der Meß. Dan bey Graf Barbo (Joseph) wegen der Hauptmanin Durchlasserin. Nachmittag war ich bey Leopold Lamberg wegen der abolirte petazischen Mauth zu Ruppa und Sepiane. Vorhero war bey mir der Franz Adam Gr. von Lamberg. 20. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Schlud/er/bach nomine der Verordnetenstell wegen der Durchlasserin. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespandl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 21. Vormittag war bey mir Ziegler mit dem Bericht ad aulam wegen Stempelanstand zu Triest et Litorali. Nachmittag war bey mir P. Taufferer S. J. Dan P. Kappus, Franciscaner, vocatus, deme an P. Provincial nomine præsidis die Post gegeben, das ihre fratres chyrurghi in [278] zwischen und biß in Sachen ein Bericht nach Hof erstattet wird, die Klosterfrauen auf ihr Verlangen ohne Anstand asistiren mögen, welches ich künfftigen 734 | 1758 November Donerstag dem P. Provincial selbsten zu sagen mir vorbehalten habe. Dan war bey mir der erst von Freythurn retournirte Buseth. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan mit Frl. Hallerstein und m. Micherle bey Busetischen, wo sie Morgen ihren Nahmenstag celebriren wird. 22. An heütigen Tag anno 1678 ist mein Schwager seeliger Franz Sigmund von Utschan gebohrn worden. An heütigen Tag anno 1752 ist sein Bruder Anton von Utschan, i.ö. Regierungsrath zu Graz, gestorben. Vormittag war bey mir der erst von Graz hier angekomene H. Globotschnig. Zu Mittag speiste er bey mir, so auch die kleine Anna Margareta von Buset. Nachmittag war bey mir P. Provincial von Franziscanern1128 in gestriger Angelegenheit. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 23. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen Mittag. Dan bey meinem englischen Eheherzl, wo mich wenig vor bey der Meß mein [279] Micherle suppliret hat. Nachmittag war bey mir Josephus Haßlbacher, capellanus bey dem Muschl, Pfarrern zu Zeyer. Dieser Haßlbacher, den mein Vatter seeliger in der Tauf gehalten, dessen Vatter aber bey meinem Vattern gedienet hat, recomendirte mir seine Mutter und Schwester, die hier armseelig leben. Sie ist eine gebohrne Muschl, Schwester zu dem Pfarrer und zu der Reschitschin; derer Mutter war eine gebohrne Standlerin, Schwester zu der lezt zu Lack verstorbenen Luckantschitschin. Gedachter Josephus Haßlbacher scheinet ein brauer Mann zu seyn und ist bereits 14 Jahr in cura animarum; hoffet vicarius zu Igg zu werden. Bey mir ist er in specie dardurch recomendable, weil er mehrentheils seine arme und alte Mutter in ihrem Wittibstand alß ein treüer Sohn ohngeacht seiner kleinen Einkünfften außhaltet und vor sie sorget und wird ihme deßwegen Gott Glück und Seegen geben. Nebst der Schwester, die bey der Mutter lebt,1129 hat er noch 2 Brüder: der jüngere ist Tambour unter Broune, dermahlen bey dem Bataillon zu Triest. Der ältere ist gemeiner Saldat, er weiß aber nicht, unter was vor ein Regiment und ist auß der ersten Schull wegen einer nicht außstehenwollender Straf und da er schon groß war, ad Militare gegangen. [280] Nachmittag von ½ 4 biß nach 5 Uhr war ich in Taxamt, die Oktober-acta zu revidiren. Spätter war bey unß die Frl. Rasp von Smreck. 24. An heütigen Tag anno 1708 hat sich mein Schwester Maria Cæcilia verhayrath mit Franz Sigmund von Utschan, allhiesigen Schrannenadvocaten, ex post gewordenen Oberlandsecretario. Vide 10ten hujus. Nachmittag war ich in Conferenz von 3 biß 5 Uhr. Dan bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Mich/er/le bey der Meß suppliret hat. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. 25. Vormittag war bey mir Ziegler mit der Expedition ad aulam wegen petazisch abolirten Mauth zu Ruppa. Zu Mittag speiste bey mir Mad.le Josephe1130 Rasp von Smreck. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Gester und heüt seyn auf beeden Stiegen in mein Quartier die Gattern aufgericht worden, um die Betler zuruckzuhalten. Mein Micherle ist heüt Nachmittag auf die Tuchfabrique spaziren geritten. 26. Vormittag war ich bey meinem englischen [281] herzallerliebsten Ehegespandl mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey der Gräfin von Auersperg, gebohrne Acuncha, wegen des an heüt von H. von Mayr von Wienn erhaltenen Brief. Dan bey Br. Gussich, wo meiner der Franz Adam Gr. von Lamberg und Br. Janeshitsch warteten. Zu Mittag speiste bey mir Frl. Rasp. Nachmittag war bey mir obgedachte Grafin von Auersperg mit ihrem Sohn, dem Fahnrich von Andlau. Dan war ich bey Crayßhauptman Br. von Taufferer in Angelegenheit gedachtes Fähnrich, vor welchen ich ihme 75 fl. auf Ordre H. von Mayr *von Wienn erleget habe*. Dan bey Br. Flachenfeld wegen des Plazes vor ein Mauthhauß zu Præwald. 1128 c iz k 1129 Popravljeno iz lebst 1130 h iz p | 735 1758 December Gestrigen tags anno 1742 ist meine niece Cæcilia von Utschan an H. Joseph Gabriel von Buseth, k.k. Landrechtsrath, vermahlt worden. 27. An heütigen Tag anno 1629 ist meiner Mutter Vattern Mutter Vatter Marcus Kunstl gestorben. Vide [– –].1131 Vormittag war bey mir Prezl. Von 10 biß ½ 1 Uhr war ich in Rath und præsidirte in absentia præsidis. Nachmittag war bey mir Mad. Buseth mit ihrer Schwester. Dan war ich mit mein Micherle bey der Assentirung und seyn heüt Nachmittag 88 assentirt und bey 40 reiiciret, in allen aber biß nun zu 134 assentirt worden. [282] Ich war inzwischen auch bey Herberstein, der sich mit einem starcken Cathar bethligerig befindet. Dan bey meinem englischen herziniglich geliebstesten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Abends spätter war bey mir Longho. 28. Vormittag war bey mir der Landschaffttrompeter Ressez mit der Nachricht, das den 25. dieses, Nachmittag gegen 3 Uhr, der abé Luckantschitsch, nachdeme er ein Par Tag vorhero das zweytemahl von Schlag berühret worden, zu Lack verstorben seye. Er war der einzige von Mannsstamen dieses Nahmens, mithin ist mit ihme diese Famille extinguirt. Seine 2 ledige Schwestern, die eine Caterle, die alles besorget, die andere aber stum und gehörloß, bleiben nach zu Hauß in Armuth. Hac fidelia zeügte mir obgedachter Joseph Ressez sein Taufschein, enthaltend, das er anno 1685 den 28. Marzi in der Pfarrkirchen 〈getauft〉 worden seye per reverendum dominum magistrum Joannem Rakovez loci cooperatorem, mithin war er den 28. Marzi dieses Jahrs 73 Jahr alt. Dan war bey mir H. Illiaschich, der in Unt/er/ Crain unter dem Uskockenberg ein Güttel nahmens Freyhof besizet. Von diesem sagte man, das er die Fraüle [283] Francisca Xaveria Freyin von Gall hätte heyraten sollen. Ich habe ihm davon geredet, dahingegen abgenohmen, das die Sache noch keine Richtigkeit habe. Zu Mittag speiste bey mir Br. Apfaltrer, Unterleüthnant unter Broune, Sigifridi filius, und den mir mein Sohn Max anrecommendiret hat. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 29. Vormittag war bey mir P. Prior von Augustinern, lamentirt, das man die Verheyrate zu Recrouten nicht annehmen will. Mr Marotti mit ein Schreiben von erst gewordenen Obristleüthnant unter Broune Mr Seriman, der allerseits und in specie auch mir recommendiret, vor sein Regiment die bessere Recrouten zu destiniren, wie mir dieses bereits m. Sohn Max nomine des Obristen Br. Koch recomendirt hat. Nachmittag war ich mit mein Micherle bey der Assentirung, wo ich wegen obigen mit dem von Puchner gesprochen und da er bereits deßwegen von dem Repræsentationpræside angegangen worden hat, er versprochen alles zu thun. Dan bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir Br. Flachenfeld. [284] 30. Vormittag war ich mit mein Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin bey der Meß. Nachmittag nichtes passirt. 1758 December 1. December. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr und præsidirte in absentia præsidis. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis von 3 biß 5 Uhr. Dan war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Mich/er/le bey der Meß suppliret hat. Bey mir war auch der Klee von Päsßberg auß Istrien. Spätter der Petteneg, der leztlich von Wienn gekomen ist und künfftigen Faschung seine Brauth dahin abzuhollen gehen wird. 2. Vormittag war bey mir der Globotschnig mit seinen 2 Töchtern, eine so an Utschan zu Igg, dermahligen Affterbestandinhaber der Herrschafft Sonneg, seit einem Jahr herr verhayratet ist. Die andere aber ist bey 1131 Prostor za datum. 736 | 1758 December ihme Vattern alß Haußhalterin und gehet Übermorgen mit ihm wieder nach Gräz. Nachmittag war bey mir der Fähnrich unter Andlau Graf Auersperg, der heüt abends oder in der Nacht mit dem Postwagen nach Gräz verreiset. Dan der Longho in seinen Geschäfften. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt habe unter anderen meinen Mäxl [285] benachrichtet, das die Stellung deren Recrouten bereits ihren Anfang genohmen und dem Regiment Broune davon eine Anzahl 250 Köpfe zugetheilet, auch biß gester Vormittag bereits 225 assentirt, somit mir noch 25 abgängig seye. Dan seyn denen nächst erwartenden Comandi folgende zugetheilet, alß: Pallavicini 117, Marschall 94, Molcke 200, Baaden Baaden 124, so in allen betragen 785 Mann, welche von hiesigen Land schon mit ultima elapsi hätten gestellet werden sollen. Dan sollen biß ultima künfftigen Monath Jenner annoch gestellet werden 1177 Mann. Zugleich habe ihm erinnert, das seit anno 1755 biß inclusive biß ersterwehnten 2 Summen dieses Land gestelt haben wird 4626 und Friaul 1374, zusamen 6/m Mann. Nach folgender Proportion kan er nachrechnen, was die übrige gesamte käyserliche Lande gestellet haben; id est, wan der Hof 12/m postulirt, so trifft Crain 785, Görz und Gradisca 233, zusamen 1018 Mann. Wan der Hof von allen Ländern verlangt 18/m Mann, so betrifft Crain 1177 und Friaul 350, zusamen 1527 Mann und so weiter. 3. Vormittag war ich bey meiner englischen geliebtesten Gemählin mit meinem Micherle bey der Meß. Dan suchte mein Schwägerin Fraule Fränzl Freyin von Erberg, die heüt ihren [286] Nahmens- und Geburtstag celebrirt, war aber nicht zu Hauß. Dan bey Mr Globotschnig und seinen Töchtern, deren die verheyrate1132 Morgen nach Igg, die andere aber mit dem Vattern nach Gräz retournirt. Dan bey der Langen Gräfin von Auersperg, gebohrne Acuncha, die ich zu mir geführet habe. Auf Mittag speiste sie bey mir und auch der Br. Burkana, welcher lezte Morgen nach Triest abreiset, von dort nach Fiume, dan Görz und Venedig. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß ½ 5 Uhr. Dan suchte wieder mein Schwägerin, den Graf Strassoldo und den Schluderbach, war aber keiner anzutreffen und wollte die kampfmüllerische Schwester, verwittibte Hautmanin Durchlasserin, um Erhaltung der Pension recommendiren. Vor dem Rath war ich bey Franz Adam Grafen von Lamberg, wo ich ihme und dem Guido Grafen von Cobenzl, die mich Vormittag gesucht haben, meine Visite abgestattet habe. Nun muß ich noch allhier pro curiositate anmercken, was ich und mein Micherle den 4. passatto in das Büchlein des Br. Burkana geschriben haben, weil er von sehr viellen, die er hin und wider in der Welt gekennt, [287] dergleichen Andenckensschrifften angemerckter hat. Die meine war folgende: « L‘honneur de la chère visite de monsieur le baron de Burkana m‘a fait connaître un gentil homme d‘un mérite aussi distingué que rare. Il m‘a dit être né à Alep en Syrie et sa conversation agreable m‘a apris, qu‘il est citoien de toutes les trois parties de l‘ancien monde, qui lui rend justice d‘admirer ses belles qualités et de lui souhaiter, je les lui souhaite aussi de tout mon coeur. Laybach, le 4 novembre 1758, m. p. » Folgendes hat mein Micherle beygeruckt: »I‘am very glad to second with all my heart the vows of my father and to comend me in baron‘s od Burkana dear memory, wishing him a happy journay with all sorts of blessedness. Laybach, November 4th 1758. Michael baron of Raigersfeld, m. p.« 4. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir der Pfarrer von Coridico auß Istrien, der in Angelegenheit eines rampellischen Lechens anhero gekomen ist. Dan der Schluderbach wegen der Pension des Durchlasserin. Der Marotti, der einen Wochenschreiber passirter haben möchte ad tempus. [288] Vormittag war bey mir der Prezl, dan auch der protomedicus Vidmayr. Abends war ich bey meiner englischen geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 5. Vormittag war bey mir Schlud/er/bach, dan Prezl. 1132 v iz E | 737 1758 December Zu Mittag speiste bey mir der Pfarrer von Coridico. Nachmittag war bey mir Schlud/er/bach mit 7 Zetteln, krafft welchen einigen Bauren angeliffert und verkaufften Pferdten vor die Armé mit Ende passatti annoch 94 fl. verfallenen und sobald das Geld assignirt wird auß der Militarcassa zu bezahlen seyn. Spätter war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan habe folgendes von mein Silber abgewogen: - Das Tischlblätl samt dem Ränftl und denen 4 Präzln, dan 8 Mütterlein, auf welchen Tischl das Aufsazl stehet, wügt al es Loth 55 - Standtner oder Statif 37 - Ein grosse Schal en, 5 kleine vergoldte, 2 vor leichter und 2 vor süsse Sachen 43 4/8 - 2 Zuckerpixen 19 4/8 Den 14. December 1736, 223 fl. Loth 155 - 2 Leichter 28 4/8 - 2 Vorlegleffl 15 7/8 - Ein Caffékandl, 9ten November 1736 35 6/8 Loth 235 1/8 [289] Rapport Loth 235 1/8 - Meiner Al erliebsten Mundzeüg, so sie den 4. December 1745 erkaufft hat, bestehend in ein Messer und Gabl in silbernen Hefften, ein vol ig silberne Gabl mit 4 Zincken, ein Leffl, dan ein Marchlefferle, Eyerbecherle und Salzpixl wügt al es zusamen 22 6/8 NB. Al es vergoldt. Loth 257 7/8 - Ein Taffelbesteck, bestehend in 12 Leffel, 12 4-zinckige Gabl und 12 Messerhefft, wügt al es in Silber wie den 11. Oktober 1746 in m. L. M.le Spesen angemerckt 150 4/8 Loth 408 3/8 NB. Da ich bey meinen vor mich und meine Kinder stetts habenden Außgaben, so auch nun wieder zu præstiren seyenden Kriegs, dan Capitallistenbeysteyer mich resolviren müssen, mein weniges Silber zu Geld zu machen. Und dahero, weil obiges mein Silber wenig gebraucht und so gut alß neu ist, bin ich intentionirt, solches meinem Schwagern dem Br. Wolf Daniel zu komen zu lassen, von ihm aber eben soviel von alten Bruchsilber in gleichen Gewicht anzunehmen und dieses zu Geld zu machen. So will ich doch von dem Taffelbesteck die Helffte noch zu Hauß erhalten über die ordinari 3 Besteck, id est 3 Messer, 3 Gabl und 3 Leffel und noch darüber ein 4ter Leffel. [290] Dan weil die Frl. Lenerle von Hallerstein das Mundzeüg meiner allerliebsten Gemählin zu haben verlanget, solches auch so bezahlen will, wie es mein Allerliebste unter 4. December 1745 in ihren Rechnungen außgesezt hat, das ist per 31 fl. 33 〈kr.〉 und zwar mit der Condition, das so ich es über kurz oder lang zuruck haben wollte, sie mir solches ohne Anstand um das nehmliche Geld wieder restituiren wolle, so habe ich ihro gegen dieser Condition auch überlassen, obschon das Fueterall auch was kostet, so auch das übrige vergolden auch was betragen haben wird, weil mein Allerliebste damahls nur allein das Salzbixl hat vergolden lassen. Enfin, ich habe dieses lediglich alß ein Andencken conservirt in Hofnung, es einmahl meiner künfftigen Schnur zu regaliren. Weil aber biß nun zu sich noch kein solche Hofnung zeüget und endlich wan es darzu kommen sollte, ich es allemahl wieder zuruck haben kan. So wird nach Abzug des Gewichts der 22 6/8 Loth an übrigen Silber noch verbleiben 385 5/8 Loth. Spätter ist von Landstrasß angekomen und war bey unß der P. Alexander Hallerstein. 6. Vormittag um 7 Uhr ist mein Fraule Lenerle nach Mannspurg verreist, um [291] Morgen zu Mittag wieder hier zu seyn. Nach 10 Uhr war ich bey meinem englischen Ehegespändl mit meinem Mich/er/le bey der Meß. Dan suchte 738 | 1758 December mein Schwägerin Frl. Fränzl, war aber nicht zu Hauß. 7. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir P. Alexander Hallerstein, Landstrasser, und die Frl. Lenerle ist um 11 Uhr von Mannspurg retournirt. Nachmittag bin ich mit mein Micherle bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl gewesen, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. Dan seyn spaziren gangen. Heüt in der vergangenen Nacht, bald nach Mitternacht, ist die verwittibte Br. Taufferin eine gebohrn Fürnpfeil, Mutter zum Crayßhauptman, gestorben, mithin hat sie ihren Gemahl seeligen Max Br. von Taufferer bald nachgefolget. Biß gester inclusive seyn 326 Recrouten assentiret worden. An heütigen Tag anno 1727 ist meine niece Isabella Dinzl von Angerburg, gebohrne Freyin von Kuschland, gebohrn worden, mithin hat sie heüt 31 Jahr ihres Alters zuruckgelegt. 8. Vormittag war ich mit mein Micherle bey meiner ausserwählten englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. [292] Dan war bey mir von molckischen Comando der Hauptmann von Hartmann. Ersuchte mich um eine Stellung, die ich ihme nicht geben konte, weil alle in Bestand verlassen seyn. Er ist ein Westfälliger, dient bereits 18 Jahr, raisoniret gut und scheint ein brauer Officier zu seyn. Zu Mittag speiste bey mir P. Alexander Hallerstein. Nachmittag war bey mir Mr Elsner, Rectificationscalculant, vocatus in Betref hiesiger Zieglfabric. Dan kam Carl Hochenwarth und bliben beede da biß spatt. 9. Heüt auf Mittag speiste bey mir der P. Alexander Hallerstein. Nachmittag war da m. Schwager Br. W/olf/ D/aniel/. Dan der Pfarrer von Coridico Blasinich, der Morgen nach Neüstadt Wienn verreiset. Dan Franz Adam Graf von Lamberg und Guido Graf von Cobenzl, welcher lezte Morgen nach Gräz retournirt. Abends war ich bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 10. Vormittag war ich bey meiner englischen allerliebwertesten Ehegemählin mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey m. Schwigervatter und Schwägerin. Suchte Flachenfeld. Zu Mittag speiste bey mir der [293]1133 molckische Hauptman H. von Hartmann. Nachmittag war da P. Alexander Hallerstein und m. Schwager Br. Ferdinand Erberg. An heütigen Tag anno 1743 ist mein Söhndl Wolfgangus Carolus Cyrus gestorben. War gebohrn in nahmlichen Jahr den ersten November, mithin nur gelebt 1 Monath, 10 Täg. Ist nun in der angenehmsten Gesellschafft seiner englischen Mama. Mein Micherle war abends in der wälschen Opera. 11. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville mit ihrem Söhndl Cajetantdl. Vormittag vor dem Rath war ich bey dem Paul Aloys Grafen von Auersperg, deme ich das Schächterle mit 307 fl. 8 kr., so ich gester von dem Kampfmüller von Wienn mit dem Postwagen erhalten, behändiget habe und dieses ist vor sein des Grafen Silber gelost worden, wie des Kampfmüller Schreiben das mehrere enthaltet. Noch vorhero war bey mir der Wälsche Auersperg, der erst von Wienn retourniret ist. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß gegen 7 Uhr. Mit diesem habe versaumt mein englisches Ehemagnetl zu besuchen, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. [294] Heüt abends bin ich mit meiner Fraüle von Hallerstein in Discours gerathen wegen der dem Br. Benjamin von Erberg, Oncle meiner englischen Gemählin, gebender Kost, um welche er mit gedachtem meinen herzallerliebsten Ehegespändl anfänglich inclusive seiner 2 Bedienten per 250 fl. jahrlich über ein Zeit, aber exclusive seiner Bedienten vor ihn allein per 2/c fl. accordiret hat. Mein Eheengl hat offt gegen mir sich beklagt, das sie mit diesem Quanto nicht außlangen köne. Ich habe sie jederzeit zur Geduld persuadirt, um ihren Oncle nicht 1133 Sredi folija je večji madež od vlage. | 739 1758 December zu disgustiren, welcher mehr onorus alß strictæ observantiæ zu nennen ist. Nun da ich ihme ein capitali bey 4/m fl. schuldig bin, welche sowohl alß das Interesse mit dem Kost und Hauß- zinnsgeld zu berechnen ist und er eben heüt die Fraüle besprochen, diese Berechnung in Richtigkeit zu bringen, so war die Fraule, alß durch welcher Hand alle Spes[en]1134 lauffen, von selbsten bewogen ihme zu sagen, er vor das Kostgeld passiren wollte, indeme sie mit 2/c fl. nicht außlangen kan, wo sodan die Rechnung ohne Anstand formirt ihme auch die Schuld in capitali sogleich wie er verlanget, assigniret werden wird. Und da er replicirte, das das Kostgeld deren 2/c fl. überflussig und vor mich profitable seye, so hat sie [295] folgende Specification entworffen, die sie ihme Morgen zeügen will und sezte bey, das wan er jemand findet, der ihme ein solche Kost per 2/c fl. geben will, das sie es ex proprio bezahlen wolle. NB. Er hat al emahl auf Mittag 6 Speisen und abends 4 beylaüffig wie folgt: - Suppen, die al emahl mit etwas gefil et ist 3 kr. - Rindfleisch, al emahl mit einer Sauce 3 〈kr.〉 - Grünes, auch al emahl gefühlt oder gesatelt 4 〈kr.〉 - Ein Eingemacht, auch al emahl was guttes 5 〈kr.〉 - Zum Braten entweder ein Hendl, ein Tauben oder Vögl, weil er von Kalbern kein liebhaber 7 〈kr.〉 - Sal at, sauer oder süsß, wo der Zucker nicht gespart wird 4 〈kr.〉 - Confect muß al emahl seyn, wan es auch noch so theüer wäre 4 〈kr.〉 30 kr. Abends: - Suppen ut supra 3 〈kr.〉 - Gesottenes Händl oder Tauben 5 〈kr.〉 - Bratten eben so ut supra 7 〈kr.〉 - Sal at ut supra 4 〈kr.〉 19 kr. - Brod mittags und abends an Mund Semerle 1 ½ 1 〈kr.〉 2 〈den.〉 5 0 kr. 2 〈den. 〉 365 Täg à 50 ½ kr. macht 307 fl. 12 〈kr. 〉 2 〈den. 〉 Dieses wird übertragen. [296] Rapport 307 fl. 12 〈kr.〉 2 〈den.〉 NB. Er will allemahl allein (und in seinem Zimmer) speisen, mithin braucht er auch besondere Besorgung und muß abends in der Kuchen mehrentheils über 10 Uhr gewartet und das Feyer erhalten werden. - Nun ist die Beleichtung, wozu er Baumoel und seine Bedinte Inschlutkerzen brauchen, betragt das Jahr circa 15 〈fl.〉 - Dan ist die Einhäzerey der Öffen, die viel Holz brauchen, weil er stetts wohl wahrm haben will und auch unter das Kostgeld genohmen werden wil ; betragt das Jahr circa 4 0 〈fl.〉 - So pflegte er auch al e Abend ein Mandlmülch zu nehmen und versichert mich die Fraüle, die Prob gemacht zu haben, dan 1 lb. Zucker kaum 3 Wochen zulanget; macht das Jahr 17 ⅓ lb. à 34 kr. 9 〈fl.〉 49 〈kr.〉 - Mandl circa 4 lb. à 15 kr. 1 〈fl.〉 - Tisch, Wäsch, Haußknecht, Kochin etc. kostet auch was. 3 73 fl. 1 〈kr. 〉 2 〈den. 〉 Alles dieses ist genau gerechnet und ist sonder allen Zweifel, das mich alles mehr gekostet hat ohne zu dencken,1135 was an The, Zucker a parte etc. etc. nur gar offt aufgegangen ist. 1134 Madež črnila. 1135 Orig. gencken 740 | 1758 December [297] 12. Die vergangene Nacht anno 1727 ist mein liebste Mutter Isabella, eine gebohrne von Sargfeld, gestorben. Sie war gebohrn den 2ten September 1674, mithin hat sie gelebt 53 Jahr, 3 Monath, 9 Täg. Sie hat mein allerliebste Gemählin sehr geliebt, wird also nun in ihrer Gesellschafft die himlische Freüden genüssen. Nachmittag war ich ein wenig spaziren mit meinem Micherle. Dan bey meinem englischen Eheschaz, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. M. Fraule war heüt bey Br. Benj/ami/n Erberg, der sich wegen der Kost etc. absolutè zu keinem Beytrag verstehen will und movirt ihm der erweißliche Schaden nicht und glaubt, was accordirt ist, ist accordirt. Mithin wird der generose Oncle das eingehende Jahr die Kost wie anderster verschaffen. Ich werde auß Hochachtung zu meinem englischen Ehegespändl deßwegen ihme nicht disgustiren, weniger vor den vergangenen Schaden angehen, vor künfftig aber *mich* wie billig vor Schaden hütten. Nachmittag war bey der Frl. Mad. et Mad.le Hochenwarth, dan die Mariandl Utschan et spätter Ant/on/ von Widerkhern. Gester und heüt wäre hier der ständische Landtag, von welchen mir der Widerkhern ein so anderes erzehlte. [298] Bey mir war Nachmittag der Pfarrer von Coridico Blasinich, der nicht mehr nach Neüstadt, sondern nach sein Heimath Morgen retourniret. Item der Registratursadjunct Bischof mit einigen Acten. 13. Vormittag war bey mir des zu Rudolphswerth ab officio suspendirte Stadtrichters Franzen Ignati Polz sein geistlicher Sohn mit ein Schreiben an mich. Dan Bottoni. Hernach Schlud/er/bach mit 3 Pferd-Restzetteln, alle 3 per 43 fl. zusamen betragend, die ihme mein Frl. eincassiren lassen wird. Dan habe das von mein Schwager Baron W/olf/ D/aniel/ außgewechslete alte Silber gewogen wie folgt: - Ein sotto copa Loth 36 - Ein detto 〈Loth〉 36 - Ein in wendig vergoldte Supenschal en mit Deckl 〈Loth〉 22 ¼ - Ein Salzvasß mit Zugehör 〈Loth〉 34 ¾ - Ein detto 〈Loth〉 34 ¾ - Ein vergoldte Kandl mit Deckl 〈Loth〉 36 - Ein Leichter 〈Loth〉 25 ¾ - Zuckerschächterle, getribene Arbeith 〈Loth〉 5 ¼ - 11 Leffl 〈Loth〉 26 ¾ - 2 Lefflstil , dan 24 Messer und Gablhefft 〈Loth〉 31 Loth 288 ½ Da nun mein sub 5ten dieses specificirtes Silber wügt wie folgt, das Aufsäzl Loth 155, 2 Leichter 28 4/8, 2 Verlegleffl 15 7/8, eine Caffékandl 35 6/8, dan das halbe [299] Taffelbesteck alß 6 Leffl, 6 Gabel und 6 Mesßer 75 2/8, zusamen Loth 310 3/8 - Obgedachtes sein Silber 〈Loth〉 288 4/8 Mithin hat er mir noch zu geben 〈Loth〉 21 7/8 Mr Bottoni erzehlte mir, das weil man zu Triest öffters Opera hat und den Faron spillt, dan das Brod und dessen Backerey dem Pirona in die Admodiation gegeben hat, so ist folgende pasquinade in Vorschein gekomen: - L‘opera ed il giocco di Farone. - La bonta del conte Hamiltone. - Pirona, Raab, Ricci e Fina. - Mandaranno presto il paesa in Rovina. Auf Mittag speiste bey mir Adam Dinzl und Carl Bottoni. Nachmittag war da der krancke Ignati Rasp, deme ich gerathen nach Padua zu gehen und selbe medicos zu consultiren. Abends war ich bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 14. Vormittag war bey mir Organistin von Crainburg Simonetin (welcher Mann nun hier Organist ist) mit ihrer Schwester, eines Theils wegen Mad. Bubna, anderen Theils aber weil sie beförchten, ihr Bruder därffte von dem Stadtmagistrat vor einen Recrouten gegeben werden. Dan war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ von Widerkhern. | 741 1758 December Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph S. J. [300] Dan der Crayßhauptman Br. Taufferer und spätter der geistliche Sohn des Polz von Rudolphswerth. Dan m. Schwager Br. Ferdinand und Frl. Fränzl. Spätter war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß 〈mein Micherle〉 suppliret hat. Und ist an heüt bereits 6 Jahr und 1 Monath, das dieses meines Eheengels und auf das zärtlichste geliebtesten Ehegespändl zeitlichen Verlust beweine, bejamere und beweheklage. Gott, lasse genüssen dieses mein allerlieb- und allesangedenckenswürdigstes Eheherzerle alle himlische Freüden in der Gesellschafft meines und ihres liebsten Sohns Johannes, Heinerle und allen übrigen Früchten unserer zärtlichsten Liebe und welche1136 alle den Allergüttigsten bitten wollen, das er mich und die 4 mir annoch bey Leben lassende Söhne auf seinem himlischen Weeg in seiner gottlichen Gnade erhalten und unß dermahl einst in ihn ewiglich vereinigen, amen. Spätter habe die Frl. Franzl nach Hauß begleitet, weil ich bestandig verehre, was mein Eheengerle angehet und mich *an* dieses allerliebstes Weiberle erinnert. NB. Heüt in Rath ist unter anderen auch vorkomen die Hochenwartin von Steinbühl wegen ihres bey Schigon in Diensten [301] stehenden Erbholdens Juri Skander, wie ingleichen der Schigon eben deßwegen, aber mit einem impertinenten von dem Dr. Modesti verfasten Memorial, sich wider das Urtl, so sub meo præsidio den 11. hujus gefallt worden, mit allerhand doctormässigen Lehren und Advocatenschrauffen, worüber resolvirt worden: primo, sogleich dem Schigon ein Decret zugeschicken mit dem Befehl, das er sich alsogleich auf hiesiges Castell in Arrest stellen solle biß auf weitere Verordnung. 2do, das er den Juri Skander in Zeit 3 Tägen ad locum und zur Disposition seiner Grundobrigkeit bey Straf 25 Ducaten in Gold stellen solle. 3tio, ein schrifftlichen Verweiß derzeit an Dr. Modesti wegen seiner impertinenten Feder und das man sich das fernere einsehen vorbehalte. Nun ist zu erwarten, was Nemizhoffen, der sich des Schigon angenohmen und deswegen an das Münz- und Berg-werckscollegium recuriret ist und auß der Ursach, wie ich obige Sachen heüt vorgetragen, sich absentiren müssen, außwürcken wird. Anzi, der præses hat in etwas den Schluß abgeändert und anstatt des Schigon den Advocaten Modesti auf das Castell sezen lassen, welches ganz wohl geschehen. Und so es noch öffters und auch schärffer ge [302] schehete, wurden vielle Process verkürzet und vielle gar vermieden werden und zwar mehr alß durch die beste Gerichtsordnung. 15. Vormittag war bey mir der Wälsche Auersperg in seinen Angelegenheiten. Dan der Buchhaltereyraitsofficier Perr in Amtsgeschäfften. Nachmittag war bey mir die verwittibte Grafin von Barbo von Slateneg, sich um die Brandsteüer zu recommendiren. Dan der Ob/er/land in Amtsgeschäfften. Dan der Jacob von Hochenwarth, auch in Comercialamtsgeschafften. Abends war ich bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Bey meiner Frl. war in Visite die Grafin Strassoldo, gebohrne Gr. von Wallenstein. Dan des Strassoldo Schwester, Stifftdame in koniglichen Stiffte zu Prag, mit m. Schwagern Br. Ferdinand. NB. Da von mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ empfangene außgewechslete Silber, so den 13. hujus angemercket ist, ware unrecht gewogen und folgt das eigentliche Gewicht: - Ein sotto copa Loth 36 ¾ - Detto 〈Loth〉 36 ¾ - Suppenschal en 〈Loth〉 22 ½ - Salzvasß 〈Loth〉 34 ¾ - Detto 〈Loth〉 34 ¾ Wird transportirt Loth 165 ½ [303] Rapport Loth 165 ½ - Kanndl 〈Loth〉 36 - Leichter 〈Loth〉 31 ½ - Zuckerschachtl 〈Loth〉 7 ¾ - 11 Leffl 〈Loth〉 32 ½ - 2 Lefflstill und 24 Messerhefft 〈Loth〉 37 ½ Loth 310 ¾ - Mithin richtig circa wie meines extra habe ich 1136 Popravljeno. 742 | 1758 December dazugelegt ein Vorlegleffel, ein Messerhefft und andere Kleinigkeiten 〈Loth〉 13 Loth 323 ¾, welche ich heüt in ein Verschlagl eingepackt habe und Morgen mit dem Postwagen an H. Kampfmüller schicken werde, um es in der Münzpanck zu Geld zu machen, so meines Erachtens bey 377 fl. betragen därffe, welches künfftig sich zeügen wird. NB. Gestrigen tags anno 1725 war vor mich ein freüdenvoller Tag, indeme ich mich mit Consens beederseitigen Eltern mit meiner ausserwählten herziniglich Geliebtesten privatim ehelig versprochen und ich ihro ein Goldenes Ringl mit der darauf geschmelzen Devise »Fidele et Constant« gegeben, von ihro aber ein goldenes »Z« empfangen, welches beedes auch Gott geseegnet hat. 16. An heütigen Tag1137 fallet ein die betrübteste Erinnerung, da ich vor 6 Jahren und ein Monath mein englisches Ehegespandl das leztmahl in meinem Hauß todenkalter derküsset und zur Grabstatt beglei [304] tet habe. Ach Gott, wie lähr fande ich mein Hauß, wie lebloß ihr schenes Quartier. Mein Freüd, mein Vergnügen, mein angenehmster herzallerliebster, anderes ich selbsten ware nicht mehr da und in dieser Welt ein für allemahl vergebens zu suchen. Ach Gott, derselbe Tag, dieselbe Schmerz und betrübnusvolle Wunden dauret noch alleweil und ich bitte Gott, das solche nicht gehailet werde biß ich zu meinem englischen Magnetl wieder kome, amen. Vormittag war bey mir der Walsche Auersperg mit seiner überlastigen Betlerey und der nichtes thut noch dencket alß auf anderer Leuth Unkosten gut zu leben. Dan der Fortunat Perr in Amtsangelegenheiten. Nachmittag P. Kappus, Franciscaner, vor eine gewisse Weinachtin, eines Revisors Wittib, zu betteln. Dan 2 Augustiner vor das Bild St. Maria de bono consilio auch zu beteln. Dan wieder der Wälsche Auersperg ut supra. Spätter war ich mit m. Micherle spaziren. Dan bey meinem englischen Ehegespandl, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. Dan war bey mir Br. Flachenfeld biß spatt. 17. Vormittag war da Longho, Castelliz. [305] Dan war ich bey meiner ausserwählten allerliebsten Gemählin mit meinem Micherle bey der Meß. Dan war bey mir Franz Adam Graf von Lamberg. Dan war ich mit meiner Fraule Lenerle bey der Gräfin Strassoldo, gebohrne Wallenstein, und ihrer Schwägerin, Stifftfraule zu Prag, in Contrevisit. Dan bey Grafin Barbo Wittib, gebohrne Wintershoffen, auch in Contrevisite. Nachmittag war bey mir Jamnig in seiner Angelegenheit. Dan der Dinzl und Heffer, spätter Merzenheim, ein jeder in seiner Sache. Lezter hat mir 2 Bücher abgekaufft und bezahlt wie suo loco zu sehen. Die vergangene Nacht um ½ 12 Uhr, dan wieder um 3 Uhr, seyn mir in die Füsß und Schinbeiner so empfindliche Krampfschmerzen angekomen, das ich eilends aufstehen muste und ohne mich auf den Füssen halten zu känen, so angelähnter mich das Schreüens nicht enthalten könte. Beedesmahl aber hat es über 10 Minuten nicht angehalten. 18. Vormittag war bey mir Johan Martin Moser,1138 Verwalter der Herrschafft Senosetsch, wegen dessen, so ich anheit seinetwegen zu referiren habe. Vide Decretbogen No. 5. Dan der molkische Hauptman Hartman sich zu [306] entschuldigen, das er gester zum Mittagessen nicht gekomen wie er mir versprochen hatte. Von 10 biß gegen 1 Uhr war ich in Rath. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ von Widerkhern. Abends war ich bey meiner herziniglich geliebtesten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Nachmittag war m. Micherle selbsten bey der Assentirung und hatte er in commissis 3 Recrouten von Arch und 3 von Impeholff assentiren zu lassen. Bey mir war auch der Moser von Senosetsch, deme von dem Rathschlusß in seiner Angelegenheit die Nachricht gegeben habe. 19. Vormittag war bey mir nomine magistratus der Antiger, um ihre der Zieglfabric Untersuchungcommision außgefolgte registeria wieder zuruck zu haben, welches ich auch sogleich dem actuario Elsner, der ex post bey mir war, committiret habe, auch gleich befolget worden. 1137 Sledita dve prečrtani nečitljivi besedi. 1138 s zamazan s črnilom. | 743 1758 December Dan der Pfarrer von Stain Br. von Apfaltrer, deme ein Kremnizer # gegeben um solchen der alten Mina Muchouka zu komen zu machen, alß welche eine Saugame ware meines allerliebsten englischen und ausserwahlten Ehegespändl. [307] Es war auch bey mir der Wälsche Auersperg. Nachmittag war ich bey meinem geliebsten Ehemagnetl mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. So war auch bey mir der Lenz mit einem scarlichischen Schreiben nomine des Leopold Grafen von Lamberg. An heütigen Tag anno 1680 ist meine Großmutter vatterlichseits gestorben. Ihren Nahmen und Geburtstag habe noch nicht in Erfahrenheit bringen känen. 20. Vormittag war bey mir Lenz, deme ich wegen Verfassung des Sanitätsconsessusberichts das nöthige in die Feder gegeben. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan war da H. Schweiger, der Morgen nach Wördl verreisen will. Dan An/ton/ Widerkher, der Morgen nach Klein Lack retournirt. Nach 7 Uhr ist eingetretten der erst von Prag angekomene Obrister Conti. Hielte sich bey mir auf biß nach 9 Uhr und reiste gleich ab nach Triest. Vorsprache mir aber de retour bey mir abzusteigen und das Quartier zu nehmen. Was mich am mehresten zu vernehmen gefreüet hat, ist, das er meinen liebsten Sohn, nunmehr gotseeligen, in vorigen [308] Sommer gesehen, das sie wehrender Campagne einige marches miteinander gemacht, das er ihn frölich und vergnügt gefunden und er ihn dem ihme vorgewiesenen Portrait ganz ähnlich findet, auch alles guttes und ruhmliches von ihm zu sagen gewust hat. 21. Vormittag war ich bey meinem englischen ausserwahlten Eheschaz mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey meiner Schwägerin Fraule Fränzl. Nachmittag von 3 biß ½ 5 hielte Commision wegen der adlspergischen Mund- und Pferdportionen-Providierung daselbstiges Militarcomando. 22. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12. Dan bey meinem herzallerliebsten englischen Ehegespändl, wo mich vorhero mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Graf Julius Buccelleni, seine Angelegenheit zu betreiben und werde deßwegen den Ziegler wegen der dermahleinstiger Beschleinigung der Sache widerholt ermahnen. Dan der Baader Spaz wegen eines allhier befindlichen Pfuscher, den ich an dem Crayßhauptman angewiesen. 23. Vormittag war bey mir der Kohler, m. Schwager P. Joseph S. J. mit P. Pepeu, P. Vincenz, Franciscaner, der nach Ostern die böhmische Provinz [309] wird visitiren gehen. Alle diese kamen Feyertäg wünschen. Nachmittag 2 Augustiner. Spätter Mr de Petteneg, der mir das Portrait seiner Brauth in Miniatur gemahlen hat sehen lassen; scheint ein angenehmes Gesichtl zu haben. Der Mahler heist Joseph Christian Schmitt zu Wienn, last sich 4 # zahlen. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 24. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meiner englischen Gemählin bey der Meß. Vorhero war bey mir Franz Adam Graf von Lamberg, der Morgen nach Görz verreiset. Dan war ich bey meiner Frl. Schwägerin und Schwagern Br. W/olf/ D/aniel/. Dan mit meiner Frl. Hallerstein bey Mad. Werthenthall. Nachmittag war bey mir P. Rector S. J. mit Feyertagwunsch. 25. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin, wo ich die 3 Messen diesen meinem Eheengerle zur Verehrung habe lesen lassen. Dan war ich bey Carl-Hochenwartischen, wo ich mein Frl. Hallerstein abgehollet habe. Zu Mittag speiste bey mir Longho. 26. Vormittag war ich mit meiner Frl. und Micherle [310] bey meinem herzallerliebsten Weiberle bey der Meß. Dan mit der Frl. bey Flachenfeldischen. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph S. J., der abée Br. [–]1139 Gall und der Carl Hochenwarth; lezter biß spatt. 1139 Prostor za ime. 744 | 1758 December M. Micherle war Nachmittag einen arabischen Zwergen, einen türkischen Wolfen und einen ganz besonderen Gayer zu sehen. Abends war er in der Opera. An heütigen Tag anno 1741 ist mein liebes Söhndlein Josephus gestorben. Er war gebohrn den 16. Marzi 1738, mithin hat er gelebt 3 Jahr, 9 Monath, 10 Täg. Das war ein charmantes Kind, vor sein Alter voll esprit und aller schönen Qualitäten, von jedermann geliebt et optimæ spei. Er ist nun zur Freüde seiner allerliebwertesten Mama. 27. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan suchte mit m. Frl. Hallerstein die Frau Ottin, war aber nicht zu Hause. Nachmittag war ich mit m. Micherle ein wenig spaziren. 28. Vormittag war ich mit m. Frl. und Micherle bey meiner ausserwählten allerliebwertesten englischen Gemählin bey der Meß. Dan war ich bey Paul Aloys Gr. von Auersperg in Comercial-Conses-Angelegenheit. [311] Suchte die Busetischen, waren nicht zu Hauß. War bey Nemezhoffischen mit Ferienwunschcompliment. Nachmittag war da m. Frl. Schwagerin Frl. Fränzl, die ich abends nach Hauß begleitet habe. Dan war ich bey Mr Hofmann in Amtssachen. 29. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen ½ 2 Uhr. Nachmittag war ich mit der Gräfin Du Valles und ihrer Frl. Tochter, dan meiner Fraule Hallerstein und m. Micherle, einen arabischen Zwerg, dan einen Geyer oder vautour und ein anderes Thür, so entweder ein Beer oder ein Af, zu sehen. Dan mit m. Micherle bey der Assentirung der Recrouten. Dan bey meiner englischen geliebtesten ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Heüt ist in Rath die höchste Resolution vorgekomen, womit die leztpostulirte und mit Ende nächst eingehenden Monat Jenner gestelt werden müssende von Crain 1177 und von Friaul 350 Recrouten, zusamen 1527 Köpf, folgender massen repartiret und dem Staabsregiment 1027, dem Regiment Clerici 250, dem Regiment Lazan1140 250 zugetheilet worden. NB. Den 26. hujus hat sich der Repræsentation und Camer Mittelsrath und Feldkriegscommissarius von Puchner mit des seeligen Mrack gewesten [312] landschaftlichen Untereinnehmers Jungfertochter vereheliget. 30. Vormittag war bey mir Schluderbach wegen seiner Rechnungsrichtigkeit. Dan der Oberleüthnant Goboli von brounischen Regiment, der erst auß Böhmen komt und meldet, meinen Sohn Max zu Beraun gesehen und jenes, so ich ihm durch den Schifferstein nach Prag geschickt habe, ihme überbracht zu haben. Er sagte mir, Max seye etwas unpäßlich gewesen an ein Cathar, welches mir nicht lieb zu vernehmen ware und wird dieses die Ursach seye, das ich kein Brief schon einige Posttäg erhalten. Gott, gebe Morgen gutte Nachricht. Er Goboli ist annoch prisonier und noch nicht außgelöst; wird sich ein Zeit hier aufhalten. Der Prior von Augustinern war auch bey mir mit Neujahrscompliment. Nachmittag war wieder bey mir Schlud/er/bach in seiner Angelegenheit. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 31. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebwertesten Gemählin bey der Meß. Dan mit ihm in Neujahrswunsch bey *Graf* Herberstein, Repræsentation- und Camerpræsidenten, Graf Auersperg, Landshauptman, Graf Joseph Barbo, Landschafftsverordneten, Graf Strassoldo auch Landschafftsverordneten, Graf Wildenstein, [313] Teütsches-Ritter-Ordens-Comendatorn, Leopold Grafen von Lamberg,1141 Landsverweser. Dan bey der alten Erberg, gebohrne Apfaltrer, bey m. Schwigervattern und Frl. Schwagerin. Nachmittag bey P. Rector S. J., m. Schwager P. Joseph S. J., Herrn von Hofmann, dan Carl-Hochenwartischen. Spätter waren bey mir die Busetischen. Gott dem Allmächtigen sage ich den schuldigsten Danck, das er mich auß seiner unendlichen Gütte dieses Jahr in seiner göttlichen Gnade und zwar in bester Gesundheit hat vollenden lassen. Meine stetts wehrende Betrübnus über den Verlust meiner englischen herzallerliebsten Gemählin opfere ich ihme auf mit der submissesten Ergebenheit wie die bißherige Jahr meines laidvollen Wittwerstandes, wie ingleichen die in diesem Jahr viel vermehrte 1140 Prvi a pod madežem črnila. 1141 L iz a | 745 1759 Januar Betrübnus wegen des zeitlichen Verlusts meines altesten liebsten Sohns Johannes und meines liebsten Sohns Heinerle, welche mit ihrer englischen Mama die ewige himlische Glückseeligkeit genüssen. Gott, erhalte mir die annoch lebende liebste Kinder, den Max, Oberleüthnant unter Broun, den Lucas et Franz, [314] beede Jesuiter, und den annoch bey mir befindlichen Micherle, welche alle sich zu meinem grossen Trost allenthalben wohl aufführen und alle gutte Hofnung von sich gebe.1142 1759 1759 Januar [323] 1. Jenner. Da es dem Allerhöchsten beliebet hat, mich dieses neue Jahr in gutter Gesundheit und annoch bey gutten Kräfften antretten zu lassen, so soll ich vor all anderen ihm vor solche seine göttliche Gnad und Güt-te den schuldigsten Danck in allertiefferster Demuth erstatten, zugleich mich und meine annoch lebende vier Kinder, alß den Max, dermahligen Oberleüthnant unter Broun, den Lucas S. J., primi anni auditorem theologiæ zu Gräz, den Franz S. J., 2di anni repetentem mathesim zu Wienn, und den annoch bey mir befindlichen Micherle, in seine fernere beständige göttliche Gnade anrecommendiren. Wofür meine seit den 14. November 1752 in der ewigen Glückseeligkeit befindliche herzallerliebste englische Gemählin, so auch mein ältester erst in abgeruckten Jahr den 12. Oktober vor dem Feind auf dem Kampfplaz geblibene, mit 15 Sabelhizen und 3 Pisto-lenkugeln blessirte geweste liebster Sohn Joannes, gewester Dragoner-Hauptmann unter Prinz Lowenstein, dan mein jüngster, auch erst in vorigen Jahr alß Cadet in der Militarpflanzschull zu Wienn den [– –]1143 verstorbener liebster Sohn Heinerle und alle, die ihre englische Mama devanciret haben, bey Gott die Fürbitter seyn werden. [324] Vormittag war ich mit m. Micherle bey denen Jesuiten bey der Bredig. Dan bey meiner englischen Ehegespändl bey der Meß. Mit dem Neujahrswunsch bey Br. Benj/ami/n Erberg, bey alten Franz Gr. von Lamberg, Mr Marotti, Merzenheim, Novackischen et Nemizhoffischen und Mr Hofmann et Br. Taufferer. Zu Mittag speiste bey mir Me Longville et Longho. Nachmittag war bey mir Jacob von Hochenwarth, Merzenheim, Nemizhoffen, Novack der Mauthobereinnem-ber, Mr et Mad. Buset et M.le Utschan. 2. Vormittag war bey mir der Cancellist Lenz vocatus in Sanitäts Consess-Sachen. Nachmittag der Illiaschich, der sich mit der Fraule Xaveria Freyin von Gall den 12. passatto ehelig versprochen hat und nun mittels meiner Frl. von Hallerstein der Brauth ein Brautkleid erkauffen will. In leztabgeruckten Jahr seyn allhier zu Laybach und denen Vorstädten in allen gestorben 298 Manns- und 303 Weibsbilder, in allen 601 Personen. Die hatten zusamen 15.002 Jahr, 9 Monath, 4 Täg, wan alle gleich, gelebt hätten; wurde auf ein Person gekomen seyn 24 Jahr, 11 Monath, 15 289/601 Täg. Auß welchem abzunehmen, das vielle Kinder darunter waren, wie auß der specificirten Tabellen suo loco zu sehen. In allen aber seyn gedachtes 1758ten Jahrs 82 weniger alß in 1757ten Jahr gestorben. 3. Vormittag war ich in Rath von 9 biß ½ 12 Uhr. [325] Dan war ich bey meiner englischen geliebtesten Ehegemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Bey mir war ein chirurgus von Gräz nahmens Seidl, der *zu* mir von Præsidenten geschickt worden. Er ist zu Graz stabilirt, hat gutte attestata von der steyerischen Repræsentation und Consessu Sanitatis, von denen Jesuiten etc. Er wurde gerne dahier die Erlaubnuß haben, in Land auf eine Zeit curiren zu därffen, jedoch nur was die Augendefectus anbelangt, dan die Fisteln, Bruchen und dergleichen, worinen er zu excelliren glaubet. Ich habe ihm gesagt, das er ordentlich bey der Stell deßwegen einkomen sollte. Zu Mittag speiste bey mir H. von Illiaschiz, der diesen Faschung die Frl. Bssa. Xaveria von Gall heyraten wird. Abends war bey mir Prezl vocatus, mit dem ich vorlauffig wegen obgedachten Seidl gesprochen habe. Dan Mr Oberland mit denen heüt eingelangten Hofresolutionen. 4. Zu Mittag speiste bey mir Carl Br. Rauber. 1142 Sledijo zadnji štirje prazni foliji te pole, ki pa so oštevilčeni (pp. 315–322). 1143 Prostor za datum. 746 | 1759 Januar Nachmittag war bey mir der Illiaschich, der seiner Frl. Brauth ein schen Zeüg vor ein Brautkleid erkaufft hat und meiner Frl. Hallerstein die Commission gelassen, solches verfertigen zu lassen. Er aber gehet Morgen fruhe von hier auf sein Landgut Freyhof en passant chez sa bolle. [326] Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Heüt habe meinem Micherle (weil *er* nun anfänget stetts maturer zu werden, sich auch auf die Lecture ange-wohnet und sonsten fleissig ist und gerne arbeitet, auch mich in verschiedenen meinen Amtsgeschäfften wie ein amanuensis subleviret und nun schon selbsten in actis sich stetts mehrer findet und sich zu qualificiren bewerbet) 100 fl. auf das Jahr zu geben versprochen, womit er sich Kleidung, Wäsch und übrige Nothwendigkeit (in welchen allen er nun wohl fourniret ist) von nun an, jedoch allemahl mit meinem Wissen und Genehmhaltung und gegen Legung quartallig ordentlicher Rechnung, selbsten anzuschaffen haben wird. 5. Vormittag war bey mir Br. Carl Rauber und der H. von Illiaschich samt dem Geldarbeiter, mit welchem der Illiaschiz einige alte Jubellen gegen eine neugefaste Garnitur verhandlet hat. Das Neue bestehend in einem Halßpäzl, 2 Ohrngehang und 2 Ringeln, alles von Demanten, Rauteln und Rubinen nach der Mode gefast. Die Rauteln alle mögen an Gewicht haben 3 ½ Grat, die kleinere zu 30, die grössere zu 50 fl., mithin - Den Mittel nach à 40 fl. 1401144 fl. - 19 Stuck Rubindlen *durch ein ander à 1 fl. 19 fl. - Facon, Gold und Silber circa *et wenigst 200* 41 fl. [327] Betragete al es samt Fuetteral 200 fl. - Das alte des Il iaschiz ein Kränzlringeln von Smaragden und Rubindlen Carniolringl etc. circa 50 fl. - Ein anderes von Demanten Taffelsteindlein und Rauteln und anderen Kleinigkeiten 70 〈fl.〉 - Hätte in baaren Geld noch zu zehlen sol en 80 〈fl.〉 * 200 fl. * Es ist aber verglichen worden, das er nur 64 fl. 10 kr. zu zahlen sol e, - mithin 64 fl. 10 〈kr. 〉 à Conto hat er ihm gleich gegeben: - Zichini, machen 8 fl. 30 〈kr.〉 - 2 kayserlichen # 8 〈fl.〉20 〈kr.〉 21 〈fl.〉 2 〈kr.〉 - Ein Kremnizer 4 〈fl.〉12 〈kr.〉 Restirt annoch nach zu tragen 43 fl. 8 〈kr. 〉, welche H. Illiaschiz ihme Goldarbeiter durch hiesigen Advocaten Possaviz vor Ende dieses Monaths bezahlen zu lassen me præsente versprochen hat. Dan ist Illiaschiz gleich und ganz vergnigt abgereist, um seiner Brauth dieß angenehme Præsent überbringen zu könen. Bey mir war Lenz vocatus. Nachmittag war ich bey meiner englischen Herzallerliebsten mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan waren miteinander spaziren. Von ½ 4 biß 5 Uhr hielte Consessum Sanitatis. [328] Dan war bey mir Br. Flachenfeld. Spätter Mr de Schifferstein, der wenig vor von Prag und Wienn retourniret ist und Mad. Bubna dahin begleitet hat. Dan der Gräzer chirurgus Seidl, wessentwegen eben heüt den Consessum gehalten habe. 6. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Eheschaz bey der Meß. Nachmittag war bey mir die Wittib des seeligen Valentin Grossl, die mir ihren Sohn Ferdinand in meine Dienste zu nehmen recomendiret hat. Er hat 5 Schullen bey Jesuiten gstudirt, dan war er 3 Jahr bey Martino Terzi zu Fiume in Diensten. Sein Schrifft ist zwar studentisch oder zu nichtes Nuz, der Knab hingegen verspricht sich zu befleissen, nicht allein das Lesen, Schreiben und Rechnen besser, sondern auch Paruquen acommodiren zu lehr-1144 Števka 4 popravljena. | 747 1759 Januar nen. Enfin, ich habe ihn auf diese gutte Hoffnung angenohmen, so auch auß Erbarnus, das die Leüth nichtes haben und ihr Tochter soll von Sinnen gekomen und nach Venedig und Padua échapiret seye. Die Mutter ist ihro von Fiume, wo sie waren nachgangen, hat auch ihr Tochter zu Padua gefunden, dan mit sich nach Görz geführt, wo sie ihr aber wieder und zwar hieher nach Laybach echapiret ist und war 2 Monath hier, ohne das es die Mutter gewust hat. Nun befindet sie sich hier in Burgerspittall, [329] wo sie Hofnung hat, in kürze curiret zu werden, da sie die Mutter dan in einem Dienst gerne bringen möchte. Sie heüst Victorl, bey 18 Jahr alt. Der Jesuiter P. Conti war zu Fiume ihr pater spiritualis. 7. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ehegemählin bey der Meß. Dan bey m. Schwä- gerin Frl. Fränzl. Zu Mittag speiste bey mir Mr de Schifferstein. Nachmittag war da des Peruquenmacher sein Wittib, wo der Sepperle in der Arbeit ist, welche eben klagte, das der Knab faul ist und weder sich appliciren1145 noch zu lehrnen beyfern will und nicht einmahl die Kost verdienet. Dan der abée Br. Wolfgang Gall, M.le Manon Meling. Spätter führte der Carl Hochenwarth seinen erst ex Collegio Theresiano vorgester hier angekomenen Sohn Ludwig bey mir auf. Dan kam Franz Adam Graf von Lamberg zu mir, der gester von Görz und Triest hier retourniret ist und mir die bey der Postverwalterin zu Görz schon vielle Zeit gelegene lanna pene mitgebracht hat. Und ist von der Fein außgekhämten bey 1 ¾ lb., die ich meinem Schwagern Wolf Daniel Br. von Erberg regalirt und ihn durch mein Micherle heüt Nachmittag geschickt habe. Bey mir auch Schlud/er/bach vocatus. [330] 8. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Nachmittag waren da meine 2 Schwäger Br. W/olf/ D/aniel/ et Br. Ferd/inand/. Ich suchte Franzl Lamberg und Paul Aloys Auersperg, welcher lezte Morgen nach Venedig verreiset, daselbst auf der Landstände Credit-Darlechen zu suchen. War bey Assentirung deren Recrouten deren auf das lezte postulatum, welches den Termin mit Ende dieses bestimter hat allschon bey 5/c Mann assentiret worden. Dan suchte die jungen HH. von Hochenwarth, die nicht zu Hauß waren. Dan war ich bey meiner englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Vorgester Nachmittag habe einen neuen Livré-Bedienten aufgenohmen nahmens Ferdinand Grosßl, indeme mein bißdahiniger Bollettenrevisor bey dem Carlstätter Thor geworden. 9. Vormittag war bey mir der Ignati Polz, neuconfirmirter Stadtrichter zu Rudolphswerth, deme um 11 Uhr das Jurament in der Amtscanzley vorgehalten habe. Dan war ich bey meinem englischen Weiberle, herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich vorhero bey der Meß m. Mich/er/le suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir gedachter Polz, der Morgen abreiset. [331] Nachmittag war bey mir Franzl Lamberg in seinen Angelegenheiten. Item 2 Schustermeister wegen des zum Recrouten gegebenen mit Meister Kliner und deßwegen von Stadtmagistrat verarrestirten 4 Meistern. 10. An heütigen Tag anno 1655 ist mein liebster Herr Vatter gebohrn worden. Gott, lasse ihn die ewige himlische Glückseeligkeit genüssen. Vide 15. hujus. Vormittag war bey mir der Hauptman Richler von dem lascyschen Staabsregiment, der von Prag komt und hierlandigen ständischen Landrecrouten 1027 Mann zu übernehmen. Ich habe ihm alß einen gutten Freund von meinem Max mein Tafferle ein für allemahl offerirt, wan er sonsten nicht anderwerts eingeladen seyn sollte. Dan war bey mir abbé Br. Gall (Wolfgang), der mir eben erzehlte, das die Heyrath zwischen Frl. Xaveria Gall und dem Sigmund Illiaschiz diesen Faschung für sich gehen wird. Abends war ich bey meiner geliebtesten englischen Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Stefano Silli, der bey Hof zu bitten willens ist wehrenden diesen Krieg oder bey der 1145 Orig. appilciren 748 | 1759 Januar Armée oder wo es wäre bey denen Schüfbrücken alß Schifverwahrer gebraucht zuwerden, wie er dan alle Weege suchet, von Baron Zierhaim weegzukomen. [332] 11. Vormittag war bey mir der hiesige Büstenbindter, sich über die ihme Eintrag machende Pfuscher zu beklagen. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville mit ihrem Knäbl Caetandl. Nachmittag war ich mit m. Micherle spaziren, dan bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. An heütigen Tag anno 1725 bin ich von meinen Reisen und zwar leztlich auß Portugal anhero in mein Vatterland retournirt, nachdeme mich auf Verlangen meiner Eltern von der Orientalischen Compagnie separiret habe. 12. Vormittag war bey mir secretarius Hentl in Amtsgeschäfften. Von 9 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich vorhero bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Nachmittag war bey mir Julius Graf Buccelleni, der mir erzehlte ein Kupferärzt casualiter auch in dem sawischen District erfunden zu haben. Dan der Tromar, der bey dem Cancellisten1146 Ziegler practiciret und sagte mir, sich zum Militardiensten resolvirt zu haben und gehet nun gleich weeg mit denen brounischen Recrouten, die den 16. oder 17ten hujus abmarchiren und er gehet alß Cadet. Dan war da m. Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg. M. Mich/er/le war bey der Assentirung. [333] Heüt seyn 38 Mann assentirt worden und gehen nun in allen noch ab 582, welche biß Ende dieses gestellt werden sollten, um beede lezte postulata deren 785 und 1177 Mann vollkomen zu erfillen. Dahingegen haben die Stande zu Görz und Gradisca an denen lezten 2 postulatis deren 233 und 350 Mann biß nun zu wie heüt in Rath vorgekomenen 267 gestellt und gehen annoch ab, in allen 316 Mann. 13. Nachmittag war bey mir der brounische Unterleüthnant Br. Ackelshausen, ein Titul an dem Dinzl nach Ehrnau zu machen. Abends war ich bey meiner englischen ausserwahlten herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Gester Nachmittag habe der Oberleüthenantin Stain auf Befehl des præsidis an Zucker und Caffé per 12 fl. an Werth geschickt, weil ihr Gemahl die Mad. Bubna von Crainburg anhero begleitet hatte. 14. Heüt ist 6 Jahr, 2 Monath, das ich den kostbaresten zeitlichen Verlust meines englischen ausserwählten herzallerliebwertesten Ehegespändl beweine, bejamere und beseüfze. Gott, lasse sie genüssen alle himlische Freüden und lasse ihro nicht unbekant seyn meine zu ihro beständig tragende getreyeste und zärtlichste Liebe, welcher sie die erst in abgedruckten Jahr ganz unverhofft zu ihro gekomene liebste Söhne Hänßl und Heinerle auch versiehert haben werden. [334] Nach 10 Uhr habe bey diesem meinem Eheschaz mit meinem Micherle die H. Meß gehört. Heütigen tags anno 1725 hatte ich das erstemahl, ganz zugefälligerweiß, dieses mein mir von Gott beschertes Fraulein in der Comedi gesehen, kennengelehrnet, zugleich geliebt und verehret. Ach Gott, was vor Freüd und Vergnügens, dan laid- und betrübnusvolle Anmerckung1147 fallet ein den nehmlichen Tag! Nach der Kirchen war ich bey Mr Hofmann, dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Nachmittag war bey mir canonicus Schiffrer, dan der Schifferstein, der meinen Micherle die eingehende Nacht mit sich auf dem Bal nehmen wird. So war auch bey mir Mr Buseth zu künfftig Vorschlag in das Theresianum seinen ältern Sohn zu recommendiren. 15. Heüt um 3 ¼ ist mein Micherle von Bal nach Hauß gekomen und waren daselbst über hundert Personen, mehrentheils masquirt. Von 10 biß gegen 12 Uhr war ich in Rath und præsidirte in Abwesenheit des Grafen von Herberstein. Dan bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich vorhero m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war ich in Rath bey dem contradictorio die Recrutation betröffend. [335] Da nun vielle Partheyen erschunen und ich mit H. von Hofman von 3 biß 3 ½ auf dem Nemezhoffen gewartet haben, schickte ich endlich den Canzleydiener ihn zu ermahnen. Und da er mir sagen ließ, wegen Kopfschmerzen nicht erscheinen 1146 Popravljeno. 1147 g iz ck | 749 1759 Januar zu känen, gieng ich gleich selbst zum Præsidenten, deme es nicht wenig verdrossen hat. Sagte mir, das ich die Partheyen auf Morgen verweisen sollte. So ich dan auch gethan und vorhero nur das Urthl zwischen Franzl Lamberg und der Stadt Crainburg habe publiciren lassen und Morgen will præses selbsten erscheinen. Dan war ich in Taxamt das Monath November zu revidiren. Dan bey Assentirung deren Recrouten. Dan bey Busetin, die sich unpäßlich befindet. Von dar führte die Erberg, gebohrne Engelshauß, nach Hauß. Von mir aber meine Frl. Schwagerin, die ich bey meiner Fraüle fande. Der Recrout Kliner war ein parmahl bey mir, der sich nebst bey sich gehabten Corporall fast impertinent aufgefähret, habe aber beede debito modo abgewiesen. An heütigen Tag ist mein liebster Hern Vatter Sebastian von Raigersfeld gestorben. Er war gebohrn den 10. Jenner 1655, hat sich verhayratet den 21. Mai 1690, [336] Wittwer geworden den 12. December 1727, hat gelebt 77 Jahr und 5 Täg. Vir justus et vere secundum cor Dei. Gott, lasse ihn genüssen alle himlische Freüden. 16. An heütigen Tag vor 6 Jahren und 2 Monathen ist mein englisches Ehegespändl, laider Gott, todter auß den Hauß zur Grabstatt getragen und vorhero von mir auf das zärtlichste derküst und dan in gröster Betrübnus begleitet worden. Zu Mittag speiste bey mir der Hauptman Richler von lascischen Regiment. Nachmittag war bey mir P. Kappus, Franciscaner. Von 3 biß 5 Uhr war ich in Rath in contradictorio. Dan bey meiner aüsserwählten englischen Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 17. Heüt habe der Maria Anna Jostin, dermahlen zu Rudolphswerth bey ihrer Mäm wohnhafft, die ihro, weil sie noch bey meinem englischen Gespandl biß zum betrübten Ableben alß Köchin gedient, die ihro versprochene Pension von 15. hujus biß 15. künfftigen April, mithin vor ein Quartall anticipate geschickt und zu sicherer Bestelllassung an daselbstigen Stadtrichter Polz addressirt. Vormittag war bey mir der Fuhrmann Joseph Slapper von Mauthamt angehalten, eine Mauth von Mondursstrünpfen, die er auf Befehl der Stell nach Wienn geführt in vorigen Fruhejahr, [337] anjezo zu bezahlen, betragend 7 fl. 29 kr. 2 den. Dan der Lenz vocatus, mit welchem ich die Sache vor diesesmahl beygelegt habe und Morgen in Rath vortragen will. Dan war bey mir der von Wienn gekomene Gasparini, item der Dromard allschon in seinem Uniform. Nachmittag der Tranquilli und Terzi von Fiume. Abends war ich bey meinem englischen ausserwählten Eheschaz, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 18. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen 12 Uhr. Dan bey meinem englischen herzallerliebsten Weiberle, wo mich vorhero mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Hauptman Rößler, der Morgen mit den Recrouten von hier zur Armée abmarchirt. Dan der Hauptman Pisecker, der Leüthnant Mercanti und Cadet Dromard, welche 2 lezte auch mit obigen abmarchiren und habe ich dem lezten ein Recommendationsschreiben an m. Sohn Max da mitgegeben. Der Hauptman Rößler hat die Gefälligkeit, einige Kleinigkeiten vor m. Sohn den Max mitzunehmen, die ich ihm in einem sigilirten Sack übergeben, alß die Plans von vorjahrigen Bataillen samt einigen, die der Micherle zugelegt, dan den Geographisten Hager in 3 tomis nebst ½ lb. roth Spänwax, ein schwarze Carnier, worin etwas von carta da leone zum Briefschreiben gethan, seine 2-par vorhin [338] allhier zuruckgelassene weißzeügene und canevasene Hosen, ein Par Pistollen. Dem Hauptman Rößler aber habe auf die Reise 4 Botilien moscato Santorini regalirt. Ich habe ihn spätter selbsten gesucht, war aber nicht zu Hauß, somit habe 2 Frauenzimer, die ich in sein Zimmer gefunden, alles bestelt. Spätter war bey mir Mr Schifferstein. 19. Vormittag war ich bey Hauptman Rößler, weil er erst Nachmittag wird abmarchirt seyn. Und da ich ihn eben nicht zu Hauß fande,1148 wohl aber sein Gemählin mit 2 Kindern, habe sie bel modo sondirt, wie sie dencket über die Proposition, die ich ihren Mann durch Hauptman Jordan habe machen lassen wegen kaufflicher Cedirung seiner Companie an meinem Sohn dem Max und ob sie davon informiret seye. Ich fragte sie, ob ihr 1148 Orig. fangde, nato je bila prečrtana črka g 750 | 1759 Januar nicht ungelegen falle mit Kindern bald hin bald her zu ziehen, niergends zu Hauß und stetts in Gefahr zu seyn den Mann zu verlühren etc. Sie aüsserte sich klar genug, wie sie einmahl schon ein ruhigeres Leben zu haben wünschete. Und da ich ihro sagte, das solches lediglich von den Willen ihres Manns abhangen, verstunde sie mich gleich und sagte, sie hätte ihn mit allem Nachdruck persuadirt der Proposition Gehör zu geben etc. Enfin, da der Hauptman eingetretten, sagte ich ihm an der Seite, ich wuste wohl, das er dermahlen nach meiner Proposition kein Plaz geben käne. Ich erinnere ihn aber nur von darumen, das er bey Zeit und Gelegenheit [339] darauf reflectire, inzwischen aber ihm die Freündschafft vor mich und meinen Sohn recommendire. Er antwortete mir, das er von der Piquen aufdiene und weiß, das ihme derzeit seine Ehre nicht zuliesse dieses zu resolviren. Er wolle aber seiner Zeit darauf unvergessen seyn und contestirte vor mich und vor meinem Max alle Freundschafft estime zu haben. Dan war ich bey meinem Eheengl, wo mich vorhero mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 4 in contradictorio. 20. An1149 heüt fallet ein der Nahmenstag meines liebsten Herrn Vattern. Eben an heütigen Tag anno 1709 ist mein lieber Bruder Georg Sigmund zu Triest alß Capuciner eingekleidet und P. Ludovicus benahmset worden. So ist auch an heütigen Tag meiner liebsten Frauen Mutter Vatter Johan Ludwig Sarger von Sargfeld anno 1675 gestorben, dessen Gebuhrtstag ich biß nun zu nicht habe erfahren känen. Soviel aber ist mir wissend, das er sich den 13. November 1673 verhayratet hatte, mithin keine andere Kinder gehabt alß mein liebste Mutter, die eben eine Erbtochter ware. Nachmittag war bey mir Prezl. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 21. Vormittag war ich bey meiner englischen Gemählin [340] mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey Br. Flachenfeld wegen des zu erbauen seyenden Mauthhauß zu Præwald. Dan in der Canzley dem Stadtrichter von Gurgfeld das Jurament fürzuhalten. Dan suchte den Hauptman Püssecker. Bey mir fande die Br. Erberg, gebohrne Engelshauß, und mein Schwagerin Frl. Franzl, die ich beede sodan nach Hauß geführt habe. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville mit ihrem Caetandl und Longo. Nachmittag war bey mir Ant/on/ Widerkhern. Gestrigen tags anno 1730 ist mein kleiner Schwager Anton Br. von Erberg, deme mein liebstes Ehegespändl nach dem Tod ihrer Mama zu sich genohmen und selbst nebst ihrem Kind die Brust gegeben, bey unß gestorben. War gebohrn den 8ten Juli 1729, mithin hat er gelebt 6 Monath, 12 Täg. 22. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr und præsidirte. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ von Widerkher. Die vergangene Nacht befande sich übel mein Bedienter Ferdinand Grosßl und heüt Nachmittag hat er sich zur Ader gelassen. Assistirte ihm sein Mutter, eine gebohrne Gradlerin. Nachmittag war da P. Mäster S. J. Dan war ich bey P. Rector S. J. wegen Br. Brigido in Angelegenheit der 6 #, die er dem Mohr, Verwalter zu Pleterjach, zu zahlen hatte und adjustirte diese Affaire. [341] Dan war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Nachmittag war auch da der von Armée retournirte croatische Leüthnant Br. Rauber. Sonst war auch bey meiner Frl. der medicus Polini, weil sie sich etwas unpäßlich befindet. 23. Vormittag war da P. Master S. J. Dan der Leüthnant Br. Rauber und die Frl. Fränzl. Dan hat sich m. Frl. Lenerle auf dem Fuß zur Ader gelassen durch den Fonton præsente medico Polini. Dan habe meine Schwägerin nach Hauß geführt. Nachmittag war ich mit m. Micherle spaziren und spätter bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 24. Gegen Mittag kam allhier an von der Armée die erste Colone der Oguliner Croaten. 1149 A iz V | 751 1759 Januar Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ von Widerkhern. Nachmittag war bey mir Mr Hofmann. Spätter brachte von Crainburg anhero das Weib die Frl. Bubna, so bey mir bewirtet wird. Dan war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. [342] 25. Vormittag war bey mir der Leüthnant Br. Rauber sich zu beurlauben. Dan Longo wegen der Cöllner französischen Zeitung, da ich mit Br. Codelli in die compania getretten. Von 10 biß 12 Uhr war ich in Rath und præsidirte. NB. Mr Nemezhoffen hat heüt ein Schreiben von Settall von Sava abgelesen und hat ein remedium instantaneum verlangt. Ich habe darüber votiren lassen und da alle Mainungen dahingiengen, das er ordentlich die Sachen anbringen solle, indeme das Oberbergrichteramt nicht anderster alß etwa die Banco-Deputation, das Landrecht etc. die Sachen vorstellen sollte, da er aber einige protestationes ad protocollum geben wollte und dargegen Mr Hofman auch gegen protestationes gleichfalls ad protocollum anmercken zu lassen findete, liesse ich gleich die erste ad protocollum nicht nehmen und wise Mr Nemizhoffen zur Ordnung. Dan wollte Nemizhoffen, das die höchste Resolution de dato 24. December nicht wohl intimiret worden seye. Ich liesse sie ex registratura hollen und liesß über die Expedition und ob sie auch an die Crayßhauptleüth, wie er verlangte, intimiret werden sollte, votiren. Da war per unanimia beschlossen quod non und das die erste Expedition und Intimation recht geschehen. Nach dem Rath wollte er sich an mir reiben und das er mit mir schon reden wolle. Ich sagte ihm meine Mainung und das er nicht glauben sollte, das ich ein Forcht vor ihn habe [343] und er an mir allemahl seinen Mann finden, wan und wo er will und er solle kein Gestöß machen etc. Dan machte er wieder Anstand Nachmittag ad contradictorium, wo einigen Partheyen bereits die Tagsazung auf heüt gegeben worden zu erscheinen unter dem Vorwand, er hätte zu thun. Ich sagte ihm, das ich und die übrige Räthe alle mehr zu thun haben alß er und so er nicht erscheinen wollte, müste ich dieses gleich dem Præsidenten hinterbringen, damit er ein andere Disposition mache. Enfin, hat er gebogen und versprochen zu bescheinen. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ von Widerkhern. Nachmittag war ich in Rath in contradictorio, wo ich præsidirte von 3 biß 4. Dan bey meinem allerliebwertesten Weiberle und englischen Ehegespandl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Dan bey Mad. Zergollern, die sich in ihren 6 Wochen schon 6 Wochen her stetts übler befindet. Ich schickte gleich um den Dr. Heymann und führet ihn auf pro consultatione und blib da biß spatt. 26. Heüt morgens ist die erste von der Armée gekomene Colone der Croaten von hier nach Croaten abmarchirt. Zu Mittag speiste bey mir Hauptman Piseck/er/ von Broune, Hauptman Richler von Lacy und der medicus Heümann. [344] Nachmittag war bey mir Baumaister Perßkhy mit dem Plan, was ich an die Stadtmaur anzubauen willens bin. Dan war ich mit m. Micherle spaziren und bey meiner englischen Gemählin, wo er mich Vormittag bey der Meß suppliret hat. Spätter war bey mir Prezl wegen eines Zimmers pro annatomia, so von dem Magistrat von dem Crayßhauptman in Vorschlag gebracht zu werden hat. 27. Vormittag war bey mir Dr. Heymann. Zu Mittag speiste bey mir Mr Gandin. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Um Mittag seyn Croaten, die von der Armée komen und ins Croatten marchiren, allhier eingetroffen bey [– – –].1150 Spätter habe m. Schwägerin Frl. Franzl, die bey meiner Frl. war, nach Hauß begleitet. 28. Vormittag war bey mir der Elsner wegen eines von Stain gegebenen Recrouten daselbst eingekaufften Kirschnermeisters. Dan war ich mit meiner Frl. Lenerle und m. Micherle bey meinem herzallerliebsten englischen Weiberle bey der Meß. Dan suchte Mr Schweiger, der heüt seinen Nahmenstag celebrirt, war aber nicht zu Haus. Um Mittag, da ich just zur Taffel gehen wollte, tretten bey mir ein der croatischer Hauptmann Baron Swandes und der Leüthnant [345] et Auditor Zollner. Erster von Gebührt ein Sachs, der bereits 17 Jahr in osterreichischen 1150 Prostor za ime kraja. 752 | 1759 Januar Kriegsdiensten sich befindet und unter Regiment Molck war, seit anno 1753 aber zu Ottotschaz in Croaten alß Hauptman, in welchem Jahr er sich auch mit einer Br. .. auß Schwedisch-Pomern auß der Insul Rügen gebührtig 〈verhayratet〉. Er hat ganz weißgraue Haar und soll nicht mehr alß 46 Jahr haben, seine Gemahlin aber 24. Der andere aber ist von Möttling hierlands gebührtig, hat die humaniora hier und die alteriora zu Gräz gstudirt. Hat zur Ehe eine von Zeng gebührtig nahmens [– – –].1151 Erster ist ein Liebhaber von ein gutten Glaß Wein, massen er über dem ordinare Tischwein ein gutte halbe Maaß von moscato Santorino außgetruncken und habe ihm auf die Reiß 2 Botilien mitgegeben nebst ½ Duzet weisse hollandische Tabacpeipen, die er beangenehmte. Diese 2 haben also bey mir zu Mittag geessen nebst Mr Longo. Nach 4 Uhr ist von Wienn de retour hier angekomen der Gesandte von Alger, der Morgen sein Reiß über Triest nach sein Vatterland fortsezen wird. Heüt in vergangener Nacht um 2 Uhr ist allhier gestorben die verwittibte Preschern, vorhin verwittibt geweste Schluderbachin. Abends war bey mir secretarius Hentl mit der Expedition einer sogleich abzuschicken seyenden Estafetten an dem Crayßhauptman in Unt/er/ Crain. [346] Und da so spatt kein Cancellist zu Hauß anzutreffen ware, hat mein Micherle alles supplirt und habe die Estafetten noch vor 8 Uhr expedirt. 29. Vormittag war bey mir der Freydeneg wegen Examinirung einiger Zeügen. Dan war ich in Rath von 10 biß gegen 12. Nachmittag suchte Graf Herberstein bey Landshauptman, bey Pilligraz, bey der Erberg und bey Barbo, wo ich ihn fande, wegen Arrestsentlassung des Dietrich, so aber biß nächsten Rath differiret worden. Dan war ich bey meiner ausserwahlten herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Abends war bey mir Schifferstein, Vormittag aber der Russenstein, der die Bubna heyraten wollte und batte, ihm zu einem Außwurf von der Famille verhilflich zu seyn. Ich habe ihn an P. Master addressirt, der deßwegen bey dem Herberstein was melden känte. Heüt in Rath hat die landschafftliche Verordnetestell vor 2 subjecta vor das Collegium Theresianum 6 Candidaten in Vorschlag gebracht. Vor einen Plaz den Franz Xaverium Grafen von Auersperg, Nicolai von Mockriz Sohn, 12-jährig; den Franz Xaverium Schwab von Liechtenberg, rhetorem, 15-jahrig; den Ferdinand Gr. von Liechtenberg, Ferdinandi filium, auch 12-jahrig. Vor den zweyten [347] Plaz Franz Br. von Flednig, 17-jahrig; Franz von Buseth, 15-jahrig; Philip Br. Codelli, 10-jährig. Dieser Tagen mit heüt inclusive seyn so viele Recrouten assentiret worden, das nun nur noch 37 abgängig seyn und solche allen Ansehen nach vor Ende dieses, id est Morgen und Übermorgen gestellet werden därfften. Heüt habe von H. Kampfmüller von Wien erhalten die Schrifften und Briefschafften, die mein gottseeliger liebster Sohn Johannes bey ihm gelassen hatte und mit diesen auch seine 2 vor mein Micherle übermachte Kleider, eines von Rättin ganz glat und das andere mit Silber sauber gestickt, dan ein spanisch Rohr, so ich pro memoria vor mich erhalten werde. 30. Vormittag war bey mir der Russenstein, der von Præsidenten an mich gewiesen ist, sich um einen Außwurf zu recommendiren und solchen von der potstatskischen Famille zu procuriren, weil ihme die Heyrath mit der Bubna impediret worden. Dan war da der Jesuiter P. Kauffmann, der die Profession macht und ich gabe ihm ein Risß seisenbergisches Papier. Dan der Heymann bey meiner Frl. Lenerle. Zu Mittag speiste bey mir Anton von Widerkhern, der Übermorgen nach Klein Lack retournirt. Nachmittag war bey mir Paul Aloys [348] Gr. von Auersperg, der leztlich von Venedig retourniret ist, wohin er von denen Ständen geschickt war Darlehen zu suchen, dahingegen nichtes hat bekomen könen. Pantalori non sono mai stati ne sono ne saranno amici della Casa d‘Austria. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war auch bey mir der Antinger vor den in Schlosßarrest befindlichen Bestandinhaber der Herrschafft Gallenb/er/g N. Dietrich zu intercediren. 1151 Prostor za ime. | 753 1759 Februar 31. Vormittag war bey mir Zicefsky vocatus, deme die Fassion wegen der Capitalistensteyer in meinem Nahmen zu entwerfen committiret habe. Dan der Sili mit dem Entwurf des nach Hof zu schicken ansinenden Anbringen, um bey der Armée alß Schifverwahrer angestelt zu werden. Dan Dr. Smrecker wegen des arrestirten Dietrich. Nachmittag Sr Tranquilli in seiner Angelegenheit, Jamnig in Stempelsachen. Dan war ich mit m. Micherle spaziren und bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag er bey der Meß suppliret hat. Spätter war wieder da Smrecker, Schifferstein et P. Abundus Hallerstein. [349] Heüt Morgens ist die zweyte Colone der Croaten nach Carlstatt abmarchirt. Vormittag war auch bey mir abbé Br. Gall. 1759 Februar 1. Februar. Vormittag war bey mir Paul Aloys Auersperg zu wissen, ob sein Memorial etwo vorgekomen um die i.c. Crayßhauptmanstelle, das etwa sein Bruder Joseph Maria bey Hof eingelegt hätte. Dan 2 Augustiner mit dem Solicitator Rämschisßl in ihren Angelegenheiten. Dan Dr. Heymann wegen seines Memorial und Klag wider Vidmayr. Dan war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Nachmittag abermahls von 3 biß 4 Uhr. Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzle, allerliebwertesten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Heüt Vormittag tempore consilii ist dem Gr. von Herberstein eingefallen, den Dietrich des Schloßarrests zu entlassen, so auch in instanti befolget worden. Abends war da der krancke Rasp. Vormittag war auch bey mir der Cancellist von Castua. 2. Vormittag war ich bey meinem herzallerliebsten englischen Ehegespändl bey der Meß mit m. Micherle. Dan bey Mad. Longville. Bey meiner Frl. war der krancke Rasp und Dr. Heymann mit dem erster consultirt. Und [350] soviel vernohmen hat, das seine Kranckheit incurable seye, doch will er ihm ein modum vorschreiben, wie er sich verhalten solle, um so lang moglich sein Leben zu fristen. Nachmittag war bey mir Stefano Silli, der den bereits ad mundum geschribenen Brief an Mr Kampf unterschriben hat, deme ich auch das bereits ad mundum geschribenes Memorial an die Konigin gezeügt und 1 fl. gegeben habe dem Ziegler zu tragen, um darmit den Schreibenlohn zu bezahlen. Heüt, die vergangene Nacht ist allhier der schon über ein Jahr auf Befehl seines Vattern in Schloßarrest geweste Graf von Kaiserstein in dem Kloster bey den Franziscanern gestorben. Er war unter Wenzl Wallis Hauptman. Bey der Schlacht zu [–]1152 hat ihn das Feüer erschräckt und hat sich zuruck retirirt. Diese, einem Officier Cavallier unanstandige Action hat gemacht, das er jedoch bel modo das Militarleben quittirt und die Companie verlohrn hat. Le grand monde n‘etoit plus pour lui. Sein Vatter hat die Sache übel genohmen. Endlich resolvirte sich der nunmehro Gottseeliger das Majorat seinem jungern Brudern gegen jahrlich 8/c fl. Apanage abzutretten und wollte geistlich werden. Instradirte sich nach Rom und kam anhero nach Laybach den [– – –].1153 Er hielte sich hier auf, frequentirte die Noblesse und, wie man sagt, auch andere unanständige Hauser. [351] Der Landhauptman Graf von Auersperg, sein Angehöriger, gabe von seiner Conduite Nachricht an sein Vattern, der ihn den [– – –]1154 in hiesiges Castell hat arrestiren lassen. Dieser langwürige Arrest muß ihn chagrinirt und zum Weinexcess verlaitet, auch eine gefährliche Kranckheit zu gezohen haben, das er also krancker den [– – –]1155 in das Franciscanerkloster übertragen worden, wo er nun sein Leben geendet hat. 3. Vormittag war bey mir der Zischefsky, der mir meine Capitalisten-Steyerfassion entworffener gebracht und deme vor seine Mühe 2 fl. geschencket habe. Nachmittag der Saurischnick mit ein Memorial. 1152 Prostor za ime kraja. 1153 Prostor za datum. 1154 Prostor za datum. 1155 Prostor za datum. 754 | 1759 Februar Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1731 hat mich mein herzallerliebste Gemählin mit einem Töchterle erfreüet nahmens Maria Juliana. Vide 20. Oktober. 4. Vormittag war ich mit Frl. Hallerstein und mein Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin bey der Meß. Dan suchte den Dinzl, dan mein Schwägerin Frl. Fränzl, war keiner auß beyden anzutreffen. Dan war ich bey Mad. Zergollern, die sich alleweil unpäßlich befindet. Zu Mittag speiste bey mir Br. Waicard Gall, Bottoni, Heymann und der krancke Rasp. Nachmittag war da Br. Wolf abé Gall et Br. Gussich. [352] Dan war ich mit m. Micherle spaziren. Abends ist er in die Opera, wo sich eine neue Tanzerin produciren wird. 5. Vormittag war da m. Schwagerin Frl. Fränzl, die ich nach Hauß geführt habe. Dan war ich bey Mr Hofmann, der sich betligerig unpäßlich befindet. Dan bey meiner englischen geliebtesten Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan suchte Mr Dinzl, den ich aber bey mir angetroffen habe. Zu Mittag speiste bey mir Wolf Br. Gall, abbé. Nachmittag war bey mir Jacob von Hochenwarth. Spätter Schifferstein. M. Micherle war abends in der Opera, wo sich wieder die gestrige Tanzerin produciret hat. 6. Heüt morgens ist mein Micherle vor 6 Uhr zum Schifferstein und mit ihm nacher Höflein zum Hochzeitfest des canonici Schiffrers Mäm Frl. Fränzl, welche sich mit einem H. von Freydanck auß Unter Crain verhayratet, wo eine starcke compania seyn wird. Nachmittag war ich spaziren. Abends bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag bey der Meß mein Frl. Lenerle suppliret hat. 7. Vormittag war ich bey Mr Hofmann, der sich annoch unpäßlich befindet und betligerig. [353] Ich habe ihm gerathen bel modo seinen Ordinari den Dr. Polini zu insinuiren, einmahl den Dr. Heyman mit sich zu bringen und mit diesem lezten sich zu berathen, alß der mir in der Attention, Fleiß und Einsicht vor all anderen den Vorzug zu meritiren scheinet. Dan war ich bey meinem englischen ausserwählten herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich wenig vor meine Frl. Lenerle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Bartholomæus Jeuschenagg, gewester studiosus, der gerne zu mir vor ein Livré- Bedineten komen wäre. Weil er aber kein gutte Schrifft hat und die Peruquen nicht acomodiren kan, inzwischen aber der Grossl mir recomendirt worden, so habe diesen,1156 eben so wenig qualificirten, aufgenomen, ob mir schon ersterer von darumen lieber gewesen wäre, weil er in humanioribus et in latinitate meinen Micherle zugleich hätte unterrichten känen. Nun hat er mir heüt von P. Dillherr S. J. ein guttes attestatum gebracht. In Ansehen dessen will ich ihn zu meinem Micherle gleichwollen alle Tag ein Stund Vor- und ein Stund Nachmittag komen lassen und habe ihm dafür all monatlich 1 ½ fl. versprochen. Abends, weinig vor 7 ist mein Michere von Höflein ganz satisfait retournirt. Dan habe mein Frl. Lenerle bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl abgeholt. [354] 8. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 1 Uhr und præsidirte. Nachmittag war ich in Taxamt von ½ 4 biß gegen 5 Uhr, das Monath December zu revidiren. Dan suchte den Landrecht Weber und den Fiscalen Merzenhaim, war keine zu Hauß und speisten beede bey Flachenfeld. Dan mit Schifferstein spaziren. Dan bey meiner englischen geliebtesten Ehegemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt morgens und Nachmittag hat der latainische Sprachmeister angefangen meinen Micherle zu instruiren. Spätter war bey mir Leopold Graf von Lamberg, Exzelenz, in seiner Angelegenheit. Item einer mit optischen Gläsern. M. Micherle war in der Opera. 1156 Sledi prečrtano obschon | 755 1759 Februar 9. Vormittag habe zusamengewicht das nach Wienn abzuschickende eigenes und anderer Pagament Silber. Meines, so auß mein Gal arock auß der Stickerey überkomen, wügt Loth 51 6/8 Des H. von Dinzl 2 Lingoth, 11 lothig - wügen 61 4/8 - Außgebrantes 13 76 5/8 - Gezupft goldisch 2 1/8 - Des H. Oberland, außgebrantes 8 - Detto goldisch 1 9 Al es zusamen Loth 137 3/8, welches in ein Päckl mit heütigen Postwagen an H. Kampfmüller absende, um es in dem Münzamt zu Geld zu machen. [355] An heütigen Tag anno 1676 hat meiner herzallerliebsten Ehegemahlin Vatters Vatter Johan Daniel Freyherr von Erberg sich mit Fraule Susana Margareta Dinzl von Angerburg verheyratet. Zu Mittag hat bey mir gespeist der Utschan, der Igg oder Sonneg derzeit in Bestand hat, mit seiner Gemählin, einer gebohrnen Globotschnig von Gräz. Künfftigen Georgi aber, das seine 4 Bestandsjähr zu Ende gehen, wird er die Herrschafft Flednig in Bestand nehmen. Nachmittag war bey mir die Schwester des P. Kappus, Franciscaner, die da sucht, auß dem kaiserlichen Spittall eine Hilf zu überkomen. 10. Vormittag war bey mir Dr. Hayman, der mir ein Exemplar von seinem Wienner tentamine verehret hat. Dan der Hauptman Richler. Abends war ich bey meinem englischen Schaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Spätter war bey mir secretarius Hentl, der Übermorgen mit Graf Herberstein nach Wienn verreiset, wohin der Graf heüt durch eine expresse Estafetten beruffen worden. 11. Vormittag war ich bey Herberstein seine Befehle zu empfangen, weil er Morgen fruhe nach Wienn verreiset. Bey ihm war der P. Master S. J. und der Crayßhauptman Br. Tauffer/er/, dan kamen Hauptman Daschkowsky und Hauptman Piseck/er/. Ich erbotte mich Nachmittag wieder zu komen. Weil er aber zu viel beschäfftiget ist, wollte er es [356] bey deme bewenden lassen, habe mich also beurlaubt. Die Übrige giengen auch weg und blib bey ihm allein noch der P. Mäster. Dan war ich mit meinem Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemahlin bey der Meß. Dan bey P. Joseph Erberg S. J. meinem Schwager, der Heüte 47 Jahr seines Alters zuruckgelegt. Dan bey Mr Hofmann, der zwar in der Kirche war, doch sich nicht noch am besten befindet. Offerirte ihm Morgen bey ihm Rath halten zu wollen. Nachmittag war ich bey Mr Hentl, deme ein Brief an meinem Franzl S. J. nach Wienn gegeben und der ihme das museum mathematicum sehen lassen kan. Dan bey m. Schwägerin Frl. Fränzl. M. Micherle speiste zu Mittag bey ihr und abends war er in der Opera. 12. Vormittag war bey mir der Feldkriegscommissarius von Puchner mit der Nachricht, das gester bey der Kürchenparade 12 bereits assentirte Recrouten und die abgewichene Nacht deren 16 bereits vollig mondirte von Staabsregiment auß der St. Peters-Caserne desertiret seyn. Dan fahrten zu dem annoch unpäßlich sich befindenen Crayßhauptman Br. Taufferer. Dan in Rath von 10 biß 1 Uhr und machten allen Menschen möglichse dispositiones, diese Deserteurs einzubringen. [357] Nachmittag war ich bey Landshauptman Grafen von Auersperg, der sich an Podagra betligerig befindet. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Bey mir war der abbé Br. Wolf und Waicard Br. Gall. Spätter m. Schwager Br. Ferdinand Erberg, der erst von Gräz komt, wohin er mit Joseph Grafen von Strassoldo dieses Schwester pragerische Stifftsdame zu begleiten gegangen. Spätter war da Ziegler mit Expeditionen. Vorhero der Oberland auch in Amts-Angelegenheiten. 756 | 1759 Februar Heüt Morgens ist der præses Graf Herberstein ab aula vocatus nach Wienn abgereist und hat den Salesium Grafen von Gallenberg, der ins Collegium Theresianum in das Schellenburgische Stifft komt, mit sich genohmen. Nachmittag ist ihm der secretarius Hentl nachgefolgt und wird ihn zu Cilli einhollen. Gegen 4 Uhr ist der Leopold Graf von Lamberg etiam ab aula vocatus eben dahin abgereist. 13. Vormittag waren bey mir Verschiedene in Amtsgeschäfften. Zu Mittag speiste bey mir der mittrowskische Husarn-Cornet Finck. Nachmittag war bey mir Tomaso Cumar, Görzer Stempelpachter. Dan der [358] Jamnig, Persky und Ziegler. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter gieng mein Micherle zu dem Marotti und Weberischen auf dem Bal und souppé und kam nach Hauß bald nach Mitternacht. An heütigen Tag anno 1750 ist mein Schwager Baron von Kuschland gestorben. Vide [– –]1157 14. An heüt ist 6 Jahr und 3 Monath, das mich mein geliebtestes ausserwähltes englisches Ehegespändl in dieser Welt verlassen hat. Gott, lasse dieses mein Eheherz alle himlische Freüden genüssen und meiner unvergessen seyn. Vormittag war bey mir Cumar von Görz. Dan Ziegler in Amtsgeschafften. Nachmittag wieder Cumar, der nach 4 Uhr nach Görz verreiset ist. Spätter war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 15. Vormittag war bey mir der Baselli sich wider die Operisten zu beklagen. Dan war ich in Rath von 10 biß nach 1 Uhr. Nachmittag um 3 Uhr bey dem contradictorio, so aber ex defectu partium nicht fürgegangen. Dan bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan war bey mir Mad. Werten [359] thall und spätter Br. Flachenfeld, der biß gegen 9 Uhr bey mir gebliben. 16. An heüt ist 6 Jahr und 3 Monath, das mein englisches Ehegespändl, nach deme ich es in meinem Hauß auf das zärtlichste derküsset habe, auß meinem Hauß todter zur Grabstatt getragen und von mir mit weinenden Augen und Herzen begleitet worden. Gott, lasse diese meine herziniglich geliebste Ehegemahlin alle himlische Freüden genüssen und meiner unvergessen seyn. Nachmittag war bey mir die neue Tanzerin mit der Mütter der Singerin, dan der Persky, Graf Buccelleni und einige Burger von Rudolphswerth. Abends besuchte mein englisches Ehemagnetl, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 17. Vormittag war bey mir Gr. Buccelleni, Hauptman Richler, Germeck, Registratursadjunct Bischof et Dr. Vidmayr vocatus wegen sich eüsserenden Kranckheiten vor dem Teütschen Thor, deme anbefohlen, solche untersuchen zu lassen. Nachmittag der Puchner wegen seines Rechnungsweesen und wie er die Militarcassæ-Extract formirter zu haben verlanget; deßwegen war bey mir Jamnig vocatus. Dan der Hraboli, Lenz et der Polz von Neüstadtl. Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag bey [360] der Meß mein Micherle suppliret hat. 18. Heüt den 18. vormittags war bey mir Carl Auersperg, Oberland und der Leüthnant Br. Rauber. Dan war ich bey meinem englischen ausserwählten Ehegespandl mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey Puchner in Amtsgeschäfften und bey dem Landshauptman. Zu Mittag speiste bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer und Hauptman Richler. Nachmittag war da Tranquilli, Terzi, abbé Monari und abends Weiteinhieller wegen der Carlstatter Monduren. M. Frl. Lenerle mit m. Micherle waren in der Opera, die neue Tanzerin tanzen zu sehen. 19. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Nachmittag insimili von 3 biß 6 Uhr. Dan bey Mad. Longville eine Differenz beyzulegen zwischen dem Zebull und der neuen Tanzerin und ihrer compania, weil m. Micherle deßwegen requiriret worden. Da ich Nachmittag spatt auß dem Rath gieng und die Kirchen schon zu war, habe ich mein englisches Eheherzl nicht besuchen känen. Vormittag aber hat mich daselbst m. Micherle bey der Meß suppliret. M. Micherle war abends in der Opera. 1157 Orig. štiri pike za manjkajoči datum. | 757 1759 Februar 20. Vormittag war da Wolf abbé Br. Gall et Leüthnant Rauber. Nachmittag war ich spaziren, dan bey m. englischen Gemahlin mit m. Micherle, der [361] mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Abends war da Schifferstein, der zu den Marotischen auf dem Bal gehet. An heütigen Tag anno 1746 hatte mich m. englisches Ehegespändl erfreüet mit einer glücklich zur Welt gebrachten Töchterle Josepha. Vide 24. Mai. 21. Vormittags1158 waren bey mir die Primadona deren Operisten mit ihrem Vattern sich zu beklagen, das sie von der banda ihre Bezahlung nicht erhalten kan. Dan Perßky mit dem Steinmüz wegen einiger vorgester verarrestirten Maurerpfuschern. Dan der Elsner wegen abgelauffenen Stafettenconto. Br. Brigido Pompejo, der erst von Rudolphswerth gekomen und1159 gebetten, deren Crayßhauptman zu erlauben auf wenige Täg heraufkomen zu därffen. Dan Br. Taufferer in Amtsgeschäfften. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville und Mr Schifferstein. Nachmittag war bey mir der erst von Triest komende Obrister Conti mit seinem 15-jährigen Sohndl Petro; ist aber gleich bey mir nach genohmenen Caffé in die Postchaisse eingesessen und nach Wienn und dan weiter zur Armée seine Reiß prosequirt. Dan war da Sigerle Liechtenberg, Fränzl Lamberg, Br. Janeshitsch, abbé Wolf Br. Gall und abends der Ziegler, jeder in seinen Geschäfften. [362] Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Inzwischen hat bey mir der Ziegler die Expedition verfast an Crayßhauptman Br. Erb/er/g, die ich sodan durch einen expressen Landschafftbothen abgeschickt habe. Obrister Conti hat mir versprochen, sich angelegen seyn zu lassen vor m. Maxl, eine Companie zu überkomen und hoffet, wo nicht bey angehender so doch bey außgehender campagne zu renssiren. Ich habe mich erklärt und ihm mein Parola gegeben, mich ein tausend Goldducaten kosten zu lassen. Und er versprache mir sein möglichstes thun zu wollen, allenfahls auch etwas zu erwirtschafften. Anzi, obige Expedition habe per Estaffette dahin erst nach 10 Uhr abgeschickt, weil alles in der Canzley retardiret worden. 22. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir abbé Wolf Br. von Gall und die Frl. Luckantschitsch von Lack. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis von 3 biß gegen 5 Uhr. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir Carl Hochenwarth. An heütigen Tag anno 1741 hat mich mein englisches Ehegespändl mit einem an [363] genehmen Töchterle erfreüet nahmens Maria Anna Rhenata Notburga. Vide 17. Augusti. M. Micherle war Nachmittag mit abbé Gall schiessen und hat heüt das erstemahl geschossen und zwar das erstemahl 2 Schusß Vögerlein erleget in einem Schusß. 23. Vormittag war bey mir Hauptman Pißecker in seinem und der Soldatenangelegenheit. Nachmittag Prezl, chevalier Lamberg, Crayßhauptman. Abends war ich bey meinem englischen Weiberle, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 24. Vormittag war bey mir die Hebame Axterin vocata, der ich anbefohlen des Brezl collegia zu frequentiren und sich bey fernern Außbleiben vor Straf zu hütten. Dan die Krällin, meine Gevätterin, ihren Vattern den Russenstein zu recommendiren, und habe eben heüt an secretario Hentl nach Wien geschriben deßwegen den Herberstein zu mahnen. Dan war ich bey meinem Eheengl bey der Meß mit m. Micherle. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Nachmittag war bey mir der arme Auersperg. Dan P. Vincenz, Franciscaner, wegen des Tabernacl und ciborii auf hiesigem Castell, wo ich die Disposition gemacht wegen viel krancken Recrouten droben das Hochwürdigste zu halten und sonst die Krancke besser zu besorgen. 1158 Pred tem več prečrtanih nečitljivih besed. 1159 Sledi prečrtano um 758 | 1759 Marec [364] 25. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner très chere moitie bey der Meß. Dan bey m. Schwägerin Frl. Fränzl. M. Micherle war abends auf dem Bal bey Steinbergischen biß Mitternacht. 26. Vormittag war bey mir der Feldkriegscommissarius von Puchner, Hauptman Daschkowsky und Hauptman Richler in verschiedenen Amtsgeschäfften. Dan der Stadtwachtmeister vocatus et Spaz chirurgus. Dan der Ziegler, deme einige expeditiones aufgetragen. Nachmittag Dr. Knée medicus, dan P. Provincial von Franciscanern. Dem Dr. Knée habe aufgetragen die Besorgung der etlich von 80 kranck darnieder ligenden Recrouten in hiesigen Castell, weßwegen auch verschiedene andere Veranstaltungen mit dem militari und commissio vorkhern lassen. Abends war ich bey dem auch betligerigen H. von Hofmann. Dan bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 27. Vormittag war bey mir Dr. Knée, der mir rapportiret, das bereits auf mehr dan 90 krancke Recrouten die Anzahl sich vermehret hat, weßwegen einige dispositiones vorgekheret und mit dem Puchner concertiret habe, Morgen selbst auf dem Castell zu gehen. Nachmittag waren bey mir ein Fourier [365] und ein Feldwäbl wegen Geldanschaffungen vor das brounische Bataillon etc. Spätter war ich bey Mr Hofmann, dan bey meinem herzallerliebsten englischen Ehemagnetl, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Heüt ist hier durch von Triest nach Wienn der junge conte Mamuca della Torre, der daselbst von dem Leüthnant Goboli Schläg bekomen *hat* und bey Hof Satisfaction suchen will. 28. Vormittag war bey mir Ziegler in Amtsgeschafften. Dan ein Soldat von Hauptman Daschkowsky auch in Amtsgeschäfften. Dan die Primadona von hiesig gewesten Operisten sich zu beurlauben. Dan1160 der Feldkriegscommissarius von Puchner, mit dem ich auf das hiesige Castell gegangen bin *nebst mein Micherle*, die krancke Recrouten zu besehen und wegen deren besserer Unterbringung die Disposition machen. Zu Mittag speiste bey mir Hauptman Richler. Abends war ich bey meiner allerliebsten Ausserwählten, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der sich besser befindet. Vorhero war bey mir Mr Mohr, Verwalter zu Pleterjach, wegen der taglia zweyer eingebrachten Deserteurs. Heüt ist der Nahmenstag meiner liebsten Schwigermutter, seeliger Maria Rhenata. 1759 Marec [366] 1. Marzi. Vormittag war bey mir der medicus Knée, der mir rapportirte, das nun bey 100 Recrouten in Castell kranck ligen und was in ein so anderen annoch zu veranstalten seye, so ich auch sogleich behorig anbefohlen habe. Dan war bey mir der Oberleüthnant von Staabsregiment Mr Wenger, der ein braver Officier geworden. Nachmittag war bey mir der P. Franciscaner, der sich erbiettet wegen der viellen krancken Recrouten auf dem Castell auch übernachten und biß die starcke Kranckheit dauret, beständig daroben bleiben zu wollen, weßwegen ich auch sogleich die Disposition gemacht und den Lenz zu dem Hauptman Daschkowsky geschickt habe. Dan war bey mir Hauptman Richler mit einem Vorschlag von Puchner wegen sicherer von hier Absendung sowohl der Staabsregiment alß auch deren Luzon und clerizischen, dermahlen noch zu Gorz sich befindlichen Recrouten und zwar mit denen hierdurch zu marchiren und den 6., 9. und von 26. hujus, dan 13. künfftigen Monats allhier successive einzutröffenden habenden carlstattischen Colonen. Hierauf und zu Beschleinung der Sache bin ich mit ihm zum Puchner und concerirten annoch heüte eine Estafetten an dem comandirenden Generalen Br. von Andlau nach Graz abzuschicken. [367] Zu dem Ende habe gleich um den Concepisten Ziegler geschickt und den Cancellisten Lenz, damit nicht schlaffen gehe, avertiren, zugleich das Postamt um ein Pferd in Bereitsschafft zu halten, avisiren lassen. Und nun just nach 11 Uhr habe die Expedition abgeschickt, mithin wird wohl noch vor Mitternacht von hier ablauffen. Abends vorhero war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 1160 D iz Z | 759 1759 Marec Nachmittag war auch bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer in Amtsgeschäfften. 2. Vormittag war ich in Rath von 9 biß gegen 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir der abbé Wolf Br. Gall, der Hauptman Richler und der Oberleüthnant Wenger, beede von Staabsregiment. Nachmittag war bey mir Dr. Knée mit dem Rapport der 110 krancken Recrouten in Castell. Dan der Weitenhiller vocatus wegen der Mondirung deren Husarn und glaubt, das der mit ihme in Correspondenz stehende, nun in Schlesien zu Olbersdorf sich befindende Obrister Knesovich, die Monduren vor Ende künfftigen Mai nicht erhalten werde. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. [368] Spätter war bey mir Flachenfeld. Heüt habe lassen meinen Micherle von dem Tanzmeister die erste Lection geben. Heüt habe mit Br. Flachenfeld calculirt, was dieses Land unserer gnedigsten Landsfürstin beyläuffig de ordinario jährlich rendiret und zwar: - Primo, die Contribution 260.000 fl. - Wein-Imposto 30.000 〈fl.〉 - Weindaz 24.000 〈fl.〉 - Tabac-Appalto-Reluition 50.000 〈fl.〉 - Remanenz-Steyer circa 13.000 〈fl.〉 - Fleischkreuzer 20.000 〈fl.〉 - Musical-Impost circa 1500 〈fl.〉 - Barleter Salz wird consumirt circa 60/m cabla à 10 lr. per cablo, profit pro ærario macht 113.333 〈fl.〉 20 〈kr.〉 - Mauthweesen circa 100.000 〈fl.〉 Mithin in al en circa 611.833 〈fl. 〉 20 〈fl. 〉 Uber das seyn seit anno 1755 inclusive biß ultima Jenner lezthin allein von diesen Land Recrouten in natura von denen Ständen gestelt worden 4626 Mann. Anjezo komen andere extra-ordinari Anlagen, alß Capitalistensteyer. 3. Vormittag war bey dem Ziegler, der sich unpäßlich befindet, in Amtsgeschäfften. Dan bey meinem englischen geliebtesten Ehegespändl, wo mich vorhero bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Vorhero war bey mir Waicard Br. Gall, [369] der noch alleweil mit seinem schmuzigen Consistorialprocess beschafftiget ist. Nachmittag war bey mir medicus Knée mit dem Rapport, das sich der krancken Recrouten nun bey 140 in Castell befinden, deme ein so anderes anbefohlen habe, wie ingleichen das er eben die St. Peters-Caserne besorgen und soviel chirurgos alß erforderlich zu ziehen solle. 4. Vormittag war bey mir Graf Rasp, der gerne ein bereits gestelten *verhayrathen* mit einem anderen ledigen und freywilligen außwechslen wollte und der auch die von Hof vorgeschribene Masß von 5 Schuh, 3 Zoll hat, worein unbedencklich gewilliget habe. Dan war bey mir Ziegler in Amtsgeschafften. Ich war mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebsten Ausserwählten bey der Meß. Dan bey Kriegscomissario mit heüt eingelangten Depechen von Hof. Und da ich ihn zu Hauß nicht antroffen, fahrte mit m. Michere in die St. Peters-Caserne, wo ich ihn bey der Revision angetroffen und mit ihm das nöthige verabgeredet habe. Zugleich habe gesehen, wie die 3/c und mehr Mann von Staabsregiment, nach deme in circulo die Kriegsarti-culen abgelesen worden, das Ayd abgeleget haben. Zu Mittag speiste bey mir Hauptman Richler, dan der alte und junge Br. Rauber. Nachmittag war bey mir mein Schwager [370] P. Joseph Erberg S. J., der abbé de Werth, der Ziegler, der Feldkriegscomissarius von Puchner, Mr Nemizhoffen und der Triebl, Rectificationscalculant, vocatus und Germeck, Crayßamtsofficier. Item ein parmahl der Feldbabl auß den Castell. 5. Heüt morgens um 8 ¼ Uhr habe per estafetam von dem in I/nner/ O/sterreich/ comendirenden General Br. Andlau von Gräz die Antwort erhalten auf die den 1ten hujus wenig vor Mitternacht an ihn abgeschickte Estaffetten in Betröf deren zu instradiren seyenden Staabs-, dan clericische und luzanischen Regimentsrecrouten 760 | 1759 Marec mit denen Morgen einzutroffen anfangenden Carlstadter Colonen und hat General Andlau den ihme von hier gemachten Vorschlag allerdings approbirt. An heütigen Tag anno 1705 ist mein liebste Schwester Francisca gebohrn worden. Vide 9ten Augusti. Eben an heütigen Tag anno 1716 ist mein Großschwigervatter Johan Daniel Freyherr von Erberg allhier gestorben. Er war gebohrn den 13. December 1647, mithin hat er gelebt 68 Jahr, 2 Monath, 20 Täg. Von 10 biß 12 war ich in Rath. Dan in Visit bey dem croatischen Obristleüthnant Grafen von Herberstein. Dan bey Kriegscommissario von Puchner in Amtsgeschafften. Dan bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich vorhero m. Micherle bey der Meß suppliret hat. [371] Nachmittag war bey mir Oberland, dan der Schlud/er/bach. 6. Vormittag war bey mir der Reya in seinen Angelegenheiten, Ziegler mit Amtsexpeditionen. Bald nachmittags ist hier eingetroffen die erste Carlstätter Colone von Sluinern. Bey mir war Jacob Hochenwarth, dan der Proviandverwalter. Item Bottoni vocatus wegen den 2/m fl. in Gold, wo einige Stücke vor ungewichtig von dem Proviandverwalter difficultiret worden. Dr. Knée mit dem Rapport über die krancke Recrouten in Castell et Caserne. Heüt bin ich mit so viellen Amtsgeschäfften und Expeditionen überhaufft gewesen, das ich mein englisches Ehemagnetl nicht besuchen könte. Es hat mich aber vormittags daselbst bey der Meß m. Micherle supplirt. 7. Vormittag war bey mir Oberland mit denen teütschen Postdepechen. Dan Ziegler mit Expeditionen. Br. Pompejo Brigido, deme gratulirt habe, das er alß Crayßhauptman in I/nner/ C/rain/ bereits resolvirt, obschon noch nicht intimirt worden. Dan Br. Gussich, deme gratulirt habe, das er alß Hauptman zu Zeng resolvirt, obschon nocht nicht intimirt worden. Dan war ich bey Landshauptman wegen denen haltenden musicalischen Academien auf dem Landshauß und das er bey [372] dem Eintritt alle Zahlung einstellen möchte, indeme solche spectacula ums Geld von Hof in der Fasten allenhalten verbothen seyn, wie er mir dan ein solches sogleich thun zu wollen versprochen hat. Dan war ich bey meinem ausserwählten herzallerliebsten Ehegespändl, wo ich noch meinem Micherle bey der Meß angetroffen habe. 8. Vormittags war bey mir der Obristleüthnant Graf Herberstein, der zwar allschon alß Obrister resolvirt, doch noch nicht intimirt ist. Dan war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Br. Gussich und Br. Pompeo Brigido. Nachmittag war ich noch bey dem Herberstein zu sehen, wie sein Portrait renssirt, an welchem der ihme von mir recommendirte Mahler just gearbeitet hat. Das Frauenzimmer, so in seiner compania reiset, ist des auch croatischen Unterleüthnant Stiber Gemählin. Sie ist eine gebohrne Coradini von Görz und ihr Mann unter dem Sluiner Regiment. Dan war ich bey Mad. Werthenthall, die Morgen ihren Nahmenstag celebriren wird. Dan bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag mein Micherle suppliret hat. [373] Spätter war bey mir der Unterleüthnant Baron Rauber, der nun auch mit der Morgen allhier einzurucken habender Oguliner Colone den 11ten von hier über Karnten und Linz zur Armée abzumarchiren hat. 9. Vormittags war bey mir der Buchhaltereyraitsofficier in Amtsgeschäfften. Der medicus Knée mit dem Raport der krancken Recrouten auf dem Castell und in Casernen. Der Kriegscommissarius mit 2 Bestandinhabern von Rattmanstorf und Flednig wegen Aufbringung der Fuhrwesenspferde vor das landsfürstliche Proviand. Der Landschafftobersecretarius Garzarolli, so von Wienn gekomen und mir von verschiedenen Compliments vermeldet hat. Nach 12 Uhr ist die Oguliner Colone hier eingeruckt. Nachmittag war bey mir Fiscal von Merzenheim in Amtsgeschäfften. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 10. Vormittag war bey mir ein canonicus von Castua mit einem Memorial von Jesuiten von Fiume. Dan ein Badergesell, der mit der Colone, so Morgen abmarchirt, alß chirurgus mitgehen will. Beschwärte sich, das ihm Brezl kein attestatum geben wolle. Dan der Ziegler in Amtsgeschafften. Dan Hauptman Pini und Br. Rauber, die eben mit der Colone abmarchiren. | 761 1759 Marec [374] Nachmittag gegen 1 Uhr ist Graf Herberstein, mein præses, von Wienn retournirt. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Eheengl, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Spätter1161 war bey mir vocatus der Cancellist Hrabali, der an General Andlau nach Graz und an hiesige Militarcassæbeambten die expeditiones geschriben, weil mir Herberstein wissen lassen, noch heüte alles besorgen zu sollen. 11. Vormittags war bey mir medicus Knée wegen des mit heüt abmarchirten Oguliner Colone und dieser ange-hangten 204 Mann, Luzan und clerischen Recrouten, mit lezten abzuschicken vorschlagenden chirurgum Spaz. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan bey Graf Herberstein, der gester von Wienn retournirt ist. Dan bey Flachenfeld. Nachmittag war bey mir Brezl vocatus und der Weitenhüller. Vormittags auch der Ziegler. 12. Vormittags war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir der Hauptman Richler. Nachmittag war ich in Taxamt. Dan bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Mich/er/le suppliret hat. [375] Dan war ich besprengen den heüt vormittags um 9 Uhr verstorbenen Metzinger, fameusen Mahler, von Nation Lotringer. Vorhero war bey mir vocatus Dr. Knée wegen Rapporterstattung der krancken Recrouten. 13. Heüt vormittags ist die alte sogenandte Roßbreiterin, eine gebohrne von Utschan, meines Schwagern seeligen Schwester, in ihrem hochen Alter gestorben. Nachmittag war bey mir der Hafner, deme ich die 5 Offen in die 5 Mezaninzimmer auf die Gassen bestellet und die 2 grössere zu 3 # und die 3 kleinere zu 2 #, mithin alle 5 per 12 # oder 50 fl. accordiret, auch die dazu choisirte Zeichnungen mit meinem paraphe bemercket habe. Sie müssen alle schen meer grün und nach der Zeichnung auch gegen Pfingsten fertig seyn. À Conto habe ihme nichtes gegeben, wohl aber bey gutter Lifferung punctuale Zahlung versprochen. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl. Dan mit m. Micherle die heüt morgens verstorbene Roßbreiterin zu besprengen. An heütigen Tah anno 1725 war1162 solemnes Verspröchen meiner Schwester Frl. Johandl mit Wolf Caetan Freyherr von Kuschland. Vide 13. Mai. 14. An heüt ist eben die betrübteste [376] Erinnerung vor mich, da ich an solchen Tag vor 6 Jahren1163 und 4 Monaten mein englisches Ehegespandl in dieser Welt verlohren habe. An eben heütigen Tag anno 1752 ist mein leztes liebstes Söhndl Ignatius verstorben, mithin seine englische Mama just 8 Monath devancirt. Er war gebohrn anno 1751 den 3. Augusti, mithin nur gelebt 7 Monath, 11 Täg. Un weil an heüt die Requiem-Messen bey denen Augustinern gelesen werden, habe ich solche in dem meiner englischen Gemählin geopferten schenen Kleid lessen lassen. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville mit ihrem Sohndl. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Weiberle und englischen Ehegespändl, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Vorhero war bey mir Ob/er/land mit den heüt eingangenen Resolutionen und darüber bereits gemachten Expeditionen. 15. Vormittags war ich in Rath von 9 biß ½ 11 Uhr. Dan spaziren mit Ziegler. Bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir der Domprobst Graf Petaz in seiner Angelegenheit. Dan der Mahler Franz Lindner, der mir 2 Portraiten von Obrist Herberstein [377] und eines von des Officiers Gemählin, die bey ihm ist. Dise werde ihm nächstens zur Armée nachschicken. Abends war bey mir Longo, der mit m. Micherle reitender von der Fabrique gekomen. 16. An heütigen Tag vor 6 Jahren und 4 Monathen ist mein englisches Ehegespändl, mein herzallerliebstes 1161 Sp- popravljeni. 1162 r iz s 1163 J popravljen. 762 | 1759 Marec Weiberle (nachdeme ich solches von Herzen derküsset habe) auß meinem Hauß zur Grabstatt getragen und von mir mit wainenden Herzen und Augen begleitet worden. Eben an heütigen Tag anno 1738 hat mein englisches Eheherzl ein allerliebstes Sohndl nahmens Josephus ganz glücklich zur Welt gebracht. Vide 26. December. Vormittag war bey mir der Walland, der sich noch alleweil um das Curiren und Mediciniren meliret und besorget er, von denen medicis angegeben zu werden. Ich habe ihn gewahrnet, derley Anzeüge zu verhütten und sich vor empfindlichen Straffen zu hütten. Dan war ich bey Herberstein, deme die 2 Portraits von dem Obrist Gr. Herberstein, so auch das von des Officiers Frauen, so mit ihm reiset, habe sehen lassen. Hac fidelia wollte er à parte mit mir reden und machte vielle contestationes von seiner vor mich jederzeit gehabten Freündschafft etc. Endlich [378] sagte er mir, die Königin habe sich meiner erinnert und auch gefragt, ob ich noch betrübt seyn wegen meines vor dem Feind geblibenen Sohns Johanes alß gewester Dragoner-Hauptman unter Prinz Löwenstein. Herberstein antwortete, ich hatte mich in den Willen Gottes ergeben und was mich in dieser Betrübnus consoliret, sey, das er mein Sohn sein Leben vor Seiner Majestät aufgeopfert habe. Und da dieses veranlaste über die gütte Erziehung, die ich meinen Kindern gebe, eine Erwehnung zu machen, sagte Herberstein: »Er wünschete, Seine Majestät möchten einen Erzherzog meiner Erziehung anvertrauen,« indeme ich eine so gutte Arth habe, der Jugend das nuzliche, so zusagen spielender beyzubringen und Seine Majestät hätten gewiß alle Satisfaction. Die Königin fragte ferners, ob er dieses ernstlich meine und das er unter der Hand mich sondiren solle, ob ich auch zu solchen Ende nach Hof komen wollte. Sie hätte zwar wegen ihren kleineren Erzherzogen noch keine Disposition gemacht. Sie wird aber zu seiner Zeit sich dessen erinnern und auf mich nicht vergessen, inzwischen wird sie durch ihn Herberstein meine Aüsserung zu vernehmen erwarten. Herberstein fragte mich, wie ich in solchen Fall intentioniret wäre? [379] Ich antwortete sans hesiter, das ich Ihro Majestät Pflicht schuldigst zu dienen niemahls einen Anstand nehmen käne noch wolle, wan und wo sie mich brauchen wollte. Übrigens aber gieng ich ganz gerne nach Wienn und sonderlich nach Hof. Wurde mir vor allen vor die höchste Gnad und Glückseeligkeit schäzen, nahe meiner allergnedigsten Frauen zu seyn. Herberstein recommendirte mir diese derzeit noch ganz ungewisse Angelegenheit bey mir allein zu behalten, indeme auß der Sach vieleicht was und vieleicht nichtes werden kan. Herberstein meldete auch zur Königin, das ich nun nur allein einen Sohn zu Hauß habe. Dieser sey auch ein wohl erzogener charmanter Knab und wünschet nichtes mehrer alß bald zu Kriegsdienst Grösse und Alters wegen fechig zu seyn, um solche sogleich antretten und seiner 2 ältern Gebrüder Exampl folgen zu könen, welches der Königin zu hören angenehm war. Sie sagte auch, das sie meinen Sohn den Max, dermahligen Oberleüthnant unter Broune, durchauß loben höret etc. Herberstein erzehlte mir in fernern Discours eine curieuse Begebenheit. Es hat jemand von hier an dem Jesuiter P. Generalen nach Rom geschriben und hiesigen P. Master [380] nicht am besten abgeschildert, wie er nehmlich das Frauenzimmer stetts besuche, sich bey selben mehr alß in collegio aufhalte und kurz zu sagen, in der Stadt nicht kleine Ärgernus gebe und das der General derley scandalis1164 steüern und den gutten P. Master von hier weeg und anderwerts hin verschicken möchte etc. P. General schickte den Brief hiesigegem P. rectori zu Untersuchung der Sache und das er sich darüber aüssern sollte. Ob nun schon in dem Brief niemand unterschriben ware, so hat man doch successive die Schrifft erkant und befunden, das es von eigener Hand des Sigerle Grafen von Liechtenberg geschriben war. Da dan der P. Rector geantwortet hat, das dieser gutte Cavalier nicht wohl bey Sinnen, in der Sache aber nichtes sträfliches seye. P. Master hatte dannach sollen von hier weeggeschickt werden und Sigerle Liechtenberg sagte es an mehr Orten, das er gewiß von hier komen wird. Um aber keine ansam zum glossiren zu geben, ist er eben auß dieser Ursach vor diesesmahl von hier nicht disponiret worden, so aber künfftig geschehen därffe. [381] Ubrigens erzehlte Herberstein, was dieser Graf Sigerle bey aller seiner Scheinheiligkeit vor ein gefahrlicher Narr seye, indeme er öffters ein so anderen Cavalier gewisse Passagen von seiner Gemählin anvertraüet, ein gleiches auch zu denen Damen und ihren Mannern sagt, welches zu Mißverstandnussen und Jalousien Anlaß geben känte. Er Graf Herberstein aber hätte ihme Liechtenberg allschon gesagt, das er ihn von seinen Visiten 1164 Nato prečrtano steyeren | 763 1759 Marec dispendiren möchte, indeme ihm die tischen Tophlerey, die ihme er öffters zugebracht, gar nicht genehm seye etc. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß ½ 6 Uhr. Dan war ich nochmahl bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin wie ingleichen Vormittag, da mich mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 17. Vormittag war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg. Nachmittag Dr. Baronio, der Morgen nach Wienn verreist in compania Mad. Zorn, welche dem Vernehmen nach bey ihrer Mutter bleiben und nicht wieder kommen darffte, weil ihr Mann mit ihro nicht wohl lebt. Spätter war ich bey meiner außserwählten englischen Gemahlin, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Spätter war da Schifferstein. [382] 18. Vormittags war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin bey der Meß mit m. Micherle. Dan bey meiner Frl. Schwägerin und Schwigervattern. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Nachmittag war bey mir der alte Seethall sich zu recommendiren, Sau-Stroms-Reparationsinspector zu werden, weil Br. Zierheim Bruckmautner werden därffte, wan der kranckligende Valvasor mit Tod abgehen sollte. Dan war bey mir Hanß Jacob Br. Rauber, der eine Auersperg zur Ehe hat und sehr schmall lebet. 19. An heütigen Tag anno 1726 ware vor mich ein Freüd und vergnügensvoller Tag, alß an welchen ich mit meiner mir von Gott außerkornen herziniglich geliebtesten englischen Brauth solemniter ehelig versprochen worden. Ach, angenehmste Erinnerung. Vide 10. Juni. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meinem Schwager P. Joseph Erberg S. J. und bey P. Rector, die an heüt ihren Nahmenstag celebriren. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin bey der Meß. Dan bey Mad. Erberg gebohrne Apfaltrer und bey den Busetischen, wo ebenfalls Josephi-Nahmen celebriret wird. Zu Mittag speiste bey mir Longho. [383] Nachmittags war bey mir der neveu des leztverstorbenen Mahlers Metzinger. 20. Vormittags war ich in Rath von 10 biß ½ 12. Dan bey meiner herzig allerliebwertesten Gemählin, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Nachmittag war bey mir Baselli nomine præsidis mir zu erinnern, das der medicus Knée. der die krancke Recrouten besorget, selbsten erkrancket seye und das ich einem anderen medicum die Besorgung der Recrouten auftragen sollte. Dan war bey mir protomedicus Vidmayr vocatus, den ich committirt, dem medicum Kautschitsch die Besorgung deren Recrouten aufzutragen. Abends war m. Micherle bey der sogenandten Academie einer in der Music virtuosem. 21. Vormittags war ich bey der Hofcommission beym Landshauptman von 9 biß nach 11 Uhr. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich vorhero mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der sich unpäßlich und betligerig befindet. Nachmittag war bey mir Mr Dinzl von Ehrenau. Dan Pompeo Br. Brigido, der Morgen nach Adlsperg verreiset, dermahlen alß Crayßhauptmanssubstitutus. Spätter Longho. Heütiges tags in vorigen Jahr ist, laider Gott, mein jüngster Sohn Henricus [384] zu Wienn in der Militarpflanzschull alß Cadet gestorben. Er war gebohrn anno 1747 den 31. Mai, mithin hat er gelebt 10 Jahr, 9 Monath, 21 Täg. Er wird seiner allerliebsten Mama in der ewigen Glückseeligkeit ihre Freüde vermehren. War ein schener, angenehmer, wohlgestaltet und wohlqualificirter Knab, den jedermann lieb haben muste, hat sich auch allenthalben entre ses parents mercklich distinguirt und eine besonders gutte Hofnung von sich gegeben. Gott seye alles aufgeopfert. 22. Vormittag war ich mit m. Micherle ein wenig spaziren. Dan ist er auf die Tuchfabrique zum Mr Longho zum Mittagessen und zugleich sich im Reiten zu excerciren, weil Longho hierinfalls sich besonders distinguiret. Ich gieng zu meiner englischen herziniglich geliebtesten Gemählin, wo wenig vor die gewöhnlich tagliche H. Meß gelesen worden. 764 | 1759 Marec Zu Mittag speiste bey mir Hanß Jacob Br. von Rauber. Nachmittag war da Br. Salvay mit seiner Gemählin, gebohrne Gräfin Du Valles. Vormittag war auch bey mir der Bischof, Registratursadjunct, in Amtsgeschäfften. 23. Heüt Nachmittag war ich in Rath von 4 biß gegen 6 Uhr. Dan bey meiner herzallerliebsten [385] englischen Gemählin, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 24. Heüt abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. NB. Weil das gottlose, unmenschliche und abscheüliches Factum in Portugall stetts mehrer den PP. Jesuiten zu Last fallet und dahero ich resolviret habe meine 2 Sohne den Franz und Lucas in einer solchen Societät, wo man so dencket und operiret, mit meinem Willen keinesweegs zu lassen, sie selbsten auch vor ein Par Jahren einer wie der andere mir geklaget haben, in solch ihren Stand nicht vergnügt zu seyn und das sie dahin verlaitet worden in Jahren, da sie kein Begrif von einer Standeswahle gehabt, ich aber sie ohne sie jedoch in mündesten zu forciren, durch Vorstellungen in soweit getäsiget habe, das sie seit selber Zeit keine ferere Klagen geführet haben, so habe ich doch nicht unterlassen känen, sie nunmehro zu sondiren, wie ihnen bey denen dermahligen Zeiten und Umständen um das Herz ist. Und habe heüt beeden zugeschriben, ob sie nun in ihrem Stand vergnügt leben und so sie die Freyheit noch hätten einen Stand zu wählen, zu welchen sie ihre [386] groste Inclination hätten und das sie mir dieses offenherzig erinnern sollten. Ihre Antworten werden zu meiner Direction dienen, um das fernere zu besorgen. Gott, erleüchte mich und sie damit alles ihme zu seiner Ehre und Glori, dem nächsten zum besten und zu unserer Seelen Seeligkeit außfalle. Übrigens ist hierinfalls in mein copia lettere zu sehen, was ich an mein Sohn Lucas den 14. Augusti 1756 geschriben, ingleichen an mein Sohn Franz den 2ten Augusti 1757 und dan ihre Brief, die solche Antworten veranlasset haben. 25. Vormittag war ich mit mein Micherle bey meinem englischen Eheherzl bey der Meß. Dan mit meiner Frl. Hallerstein bey den Br. Salvayischen in Contrevisite. Zu Mittag speiste bey mir Adam Dinzl. 26. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir Br. Waic/ard/ Gall. Nachmittag war ich in dem Taxamt. Dan mit Mr Ziegler spaziren. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin. Abends war da Br. Flachenfeld und Hauptman Schwandes von Ottotschaner Regiment. Nach 9 Uhr abends ist hier der Kaufman Kürchschlager gestorben. 27. Vormittags war bey mir Mr Hofmann. Dan giengen miteinander zur Hofcomission zum Landshauptman von 9 biß Nachmittag. [387] Zu Mittag speiste bey mir der Hauptman Br. Schwandes von Ottotschaner und der Hauptman Richler von Staabsregiment. Abends war ich bey meinem englischen Weiberle, herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 28. An heütigen Tag anno 1726 habe mein herzallerliebste englische und ausserwählte Fraule Brauth, nachdeme ich vorhero alß den 19. dieses Monats mit1165 ihro solemniter ehelig versprochen worden, das erstemahl auf ihre herzige Lipperlein geküst, auch soviel von ihro empfangen. Gott, habe sie in der ewigen himlischen Glückseeligkeit, wo sie sich gleich wie ich hier alles dessen ebenfalls erinnern word. Gegen 11 Uhr Vormittag ist heüt der vorgester verstorbene Kaufmann Kirschlager, mein Nachbahr, in die Domkirche begraben worden. Bey mir war der Capellaris, Landshauptmanschafft zu Görz expeditor et taxator, der gerne unserer hiesigen Canzleymanipulation einsehen möchte, um sich nach solcher zu richten. Dan mein Gevätterin Mad. Krail, ihren Vattern den Russenstein zu recomendiren. Zu Mittag speiste bey mir Mad. Longville mit ihrem Sohndl, dan Mad.le Manon. [388] Nachmittag war bey mir secretarius Hentl, dan der Spieglfeld. 1165 t iz f | 765 1759 April 29. Vormittag war bey mir der Capellaris von Görz. Dan der brounische Hauptman Pißecker. Von 9 Uhr biß 11 war ich bey der Hofcommission. Dan mit dem Præsidenten Grafen von Herberstein spaziren biß nach 12 Uhr. Und da wir allein waren, seyn unter anderen auch auf den, den 16. hujus geführten Discours verfallen und er glaubt, das ich bald nach Hof beruffen werden därffte. Und er sagte, es möchten mir vieleicht 2 Erzherzogen anvertrauet werden. Ich habe ihm nochmahls widerholt, das ich mir vor die höchste Gnad schäzen wurde, hierinfalls meine Pflicht schuldigste Dienste Ihro Majestät meiner allergnedigsten Frauen bezeügen zu känen, von der ich und meine Kinder so vielle Gnaden empfangen haben, das ich mich glücklich schäzete vielle Gelegenheit zu haben, meine schuldigste Danckbarkeit bezeügen zu känen. Nach mittags war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Dan bey meinem englischen Eheschaz, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan suchte den Landshauptman und den Landsverwalter Leop/old/ Lamberg ex commissione repræsentationis, war aber keiner zu Hauß. 30. Vormittag war ich beym Landshauptman und [389] bey Leop/old/ Lamberg in Betröf deren 2/m fl. die der Hof dem Herberstein pro augmento salarii accordirt und auf das standische super plus deren 18 an 20/m fl. assigniret hat. Und weil Herberstein gester in Rath aufgestanden und in seiner Angelegenheit den Vortrag mir committiret hat, so habe sodan auch auf mich genohmen die ständische capi anzugehen, die Sache bel modo et de bonne gracie zu bewerckstelligen. Lamb/er/g hat gleich alles das seinige beyzutragen versprochen. Landshauptman zeügte sich difficile, wollte die Sache auf einem Landtag ankomen lassen. Item so glaubt er, ein solches accrescens mehr dan der Herb/erstein/ nöthig zu haben etc. Ich habe ihn gewahrnet, sich in Acht zu nehmen und stante resolutione keine Difficultäten zu machen, am wenigstens aber die Sache vor die Stände komen zu lassen, wo Herb/erstein/ jedes votum erfahren und alle Schuld nur ihm geben, ihme auch Gelegenheit nicht manglen wird, es werckthätig zu resentiren. Wohingegen, wan er alles de bonne gracie bewürcket, er sich den Weeg bahnen kan, seiner Zeit auf gleiche Arth consolirt und von Herb/erstein/ secundirt werden. Dan suchte den decanum Barbo auß eben der Ursach, war aber nicht zu Hauß. Dan war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich vorhero bey der Meß m. Micherle suppliret hat. [390] Zu Mittag speiste bey mir des Micherle latainischer Sprachmeister. Bey mir waren 2 Franciscaner, die in Castell denen krancken Recrouten beystehen. Erzehlten mir, wie der heüt oder gester verstorbene clericische Führer 8 # ihrem Kloster vor Messen, dan 3 # und 2 fl. vor sein Begrabnus, dan ein Koffer mit seinen Kleidungen vor sein Eheweib in Mayland disponiret habe und das sich hingegen das Militare eines und des anderen bemächtiget hat, willens alles das Geld und den Koffer seinem Weib zukomen zu lassen. Ich habe dem P. gesagt, das ich in Rath dieses dem Feldkriegscommissario vortragen wolle, das mir jedoch die Militardisposition besser und natürlicher zu seyn scheine. Abends war bey mir Schifferstein. 31. Vormittags war bey mir Franchi und der Scopuli, medicus von Idria und Schwager des krancken medici Knée. Dan medicus Kautschitsch mit dem Rapport der krancken Soldaten auf hiesigen Castell. Zu Mittag speiste abermahls bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, herzallerliebsten Weiberle, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 1759 April 1. April. Vormittags ist ocasione des Jubilei die Procession von der Domkirchen zu [391] denen Jesuiten gegangen. Ich war mit meiner Frl. und mein Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan machte eine Visite bey der alten Mad. Schifferstein, einer gebohrne Marotti. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Nachmittag war ich mit der Frl. spaziren. M. Micherle aber war mit Longo bey H. Grab. 2. Vormittags war ich bey Joseph Gr. Barbo wegen denen dem Gr. Herberstein an dem ständischen Überflusß angewiesenen 2/m fl. und habe ihn ganz wohl disponirter gefunden. Dan war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Baselli nomine Br. Tauff/er/er. 766 | 1759 April Spätter war ich bey meinem Eheengl. Dan bey dem alten Buseth ex ratione wie Vormittag bey Barbo. Dan führte M.le Hochenwart nach Hauß, die auch dort war. Nachmittag war auch bey mir der chirurgus Puchfinck vocatus, deme gemeldet, das er nicht mehr ins Castell gehen darf, indeme die krancke Soldaten reconvalesciren. 3. Vormittag war bey mir der Cancellist Fili, der leztlich das Glück gehabt, in der Lotterie 2/c # und etwas mehr zu gewinen und gehet künfftigen Freytag nach Wienn, seine Gemählin anzuhollen und herein zu führen. Nachmittag war ich bey meinem englischen Ehegespändl mit m. Micherle, der mich [392] vormittags daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan waren bey den Busetischen, wo sich Mad. betligerig befindet, doch ohne Gefahr. Fanden daselbst mein Fraule und kamen miteinander nach Hauß. 4. Vormittags war bey mir der alte Seethall, der anstatt des Br. Zierhaim Sau-Strom-Navigationsreparation-Inspector resolviret worden und deme ich sodan gegen Mittag das Jurament in der Canzley vorgehalten habe. Dan war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich wenig vor mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Zu Mittag speiste bey mir Hauptman Richler. Nachmittag liesse mir der Franz Adam Gr. von Lamberg wissen, das seine Gemählin von einem jungen Söhndl ganz glückselich entpunden worden seye. 5. Vormittag war bey mir der Domdechant Graf Barbo in Angelegenheit deren dem Gr. von Herberstein an dem standischen Überflusß ab aula assignirten accrescentis deren 2/m fl., den ich ganz wohl disponirter gefunden. Von 10 biß ½ 1 Uhr war ich in Rath. Nachmittag habe die Gemählin nach des Micherle Idée rengiren lassen in meinem Eintrittzimmer. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. [393] An heütigen *Tag* anno 1749 hat mein englisches Ehegespändl ein fansse couche1166 gemacht und habe die Frucht von wennigen Wochen in spiritum vini gethan, so ich noch beständig conservire und öffters ansehe, um mich des allerliebsten Bauml zu erinnern. 6. Vormittag war bey mir der Domdechant Gr. Barbo und rapportirte mir, was gester in der Landschafftscon-ferenz fürgangen. Dan der Crayßhauptman Br. Taufferer in Amtsgeschäfften. Ignatius von Rastern in seiner Angelegenheit. Mr Oberland, der geholffen mein Zimer mit Bildern außzutaffeln. Gegen Mittag war ich bey dem Landshauptman, der mir den Brief von Leüthnant Goboli gelesen, der ihm sub dato Mantua versichert, das hiesigen Standen von dort 500/m fl. dargelichen werden à 6 per % Interesse und das er selbst nach Genua zu gehen resolvirt habe, das Geld in lauter Philippi abzuhollen. Dan war ich bey Joseph Grafen von Barbo, wo ich den decanum angetroffen und mit beeden gesprochen habe sich wegen denen 2/m fl. nicht zu übereillen, massen der Landshauptman alles favorabiliter einzulaiten und zu befolgen versprochen. Nachmittag war wieder hier der Ob/er/land und spätter der Schifferstein, der dan Mad. Erberg, gebohrne Englshauß, nach Hauß begleitet hat. [394] 7. Heüt habe terminirt mein Zimer mit denen Gemählden außzuspalliren. Zu Mittag speiste bey mir meines Micherle latainischer Sprachmeister. 8. An heütigen Tag anno 1729 hat mich mein englisches Gespändl mit einem Söhndl erfreyet, *Joannes*. Dieser mein liebster Sohn wäre heüth just 30 Jahr alt geworden. Es hat aber dem Allerhochsten gefahlen, ihn den 12. Oktober leztabgerucktes Jahr zu sich zu nehmen. Vide 12. Oktober. Nun wird er bey seiner allerliebst und verehrungswürdigsten Mama, die ihn auch besonders lieb gehabt, die himlische Freüden genüssen und ihro am besten zu erzehlen wissen, wie beständig ihr Angedencken verehre. Dan war ich mit m. Micherle bey diesem meinem iniglich und auf das zartlichst geliebtesten Eheengl bey der Meß. Dan bey Landshauptman. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister und der Hauptman Richler. Nachmittag war bey mir Hofmann und Longho. Item der Geistliche von deren Klosterfrauen zu Lack. 1166 o iz b | 767 1759 April 9. Vormittags war ich mit m. Micherle bey denen geistlichen Exercicien bey den Jesuiten von 10 biß 11 Uhr. Dan von 11 biß gegen 1 Uhr in Rath. Nachmittag war ich wieder in geistlichen Exercicien bey Jesuiten von 5 biß 6 Uhr. [395] Vorhero war ich bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Von 6 Uhr biß nach 7 Uhr war ich in der Conferenz in Angelegenheit der Kriegsbeysteyer. Von ½ 8 Uhr biß 9 war ich bey Carl-Hochenwartischen, wo auch m. Frl. von Hallerstein angetroffen. 10. Nachmittag war bey mir Br. Pittoni in seiner Angelegenheit. Abends war ich bey meinem englischen Weiberle, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 11. Vormittag war bey mir Smole, der von dem in erst abgeruckten Monath zu Wienn von dem doctore juris Jodoco Josepho Butt von Lack, in Crain gebuhrtig, publicè gehaltenen tentamina die impressa distribuiret und mir auch ein exemplare gebracht. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Expeditor und Taxator Köhler. Vormittag noch Br. Pompejo Brigido. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1744 ist mein liebstes Töchterle Antonia um 11 Uhr Vormittag gestorben. War gebohren den 7. Juli 1742, mithin gelebt 1 Jahr, 9 Monath, 4 Tag. [396] 12. Auf Mittag speiste bey mir meines Micherle latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir P. Rector e P. Morautscher mit Osterferienwunsch. Dan Graf Herberstein mit Br. Giuseppe Brigido, die Jesuiterprocession zu sehen. Spätter der Schifferstein. Vormittags war auch da Ob/er/land. Um Ave Maria war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich Vormittag mein Micherle suppliret hat. 13. Heüt abends war ich ebenfalls bey meinem herzallerliebsten Ehegespandl, wo mich vormittags auch mein Micherle suppliret hat. Nachmittags war ich in Rath von 3 biß 4 Uhr. Spätter haben bey mir die gewöhnliche Capucinerprocession geschaut die Br. Erberg, gebohrne Engelshauß, der Utschan von Igg mit seiner Gemählin, gebohrne Globotschnig, dan die 2 Studenten – Br. Paungarten und ein Br. Gallenfels. 14. An heütigen Tag vor 6 Jahren und 5 Monathen hat mich, laider Gott, mein englische herziniglich geliebteste Gemählin in dieser Zeitlichkeit verlassen. Gott, lasse sie genüssen alle himlische Freüden und meiner unvergessen seye, wie ich dan diesen theüern Verlust bestandig beweine, bejamere und beseüffze, auch heüt und Morgen meine osterliche Andacht ihro aufopfern werde. [397] Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der leztlich von Mitterburg retournirte Buseth, dan der Schluderbach und 2 Capuciner, item der P. Master, Jesuiter, mit dem Osterferienwunsch. Spätter gieng ich mit m. Micherle zu den Jesuiten und haben daselbst bey dem P. Irmel unsere Beicht verricht. Dan waren bey P. Joseph, meinem Schwager. Item bey P. Master. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten ausserwählten Gemählin, vor die ich eben meine Andacht aufopfere. Spätter war bey mir Br. Flachenfeld biß spatt. 15. Vormittags habe mit m. Micherle die osterliche Andacht bey meinem englischen Ehegespändl verricht und bey der gewohnlichen H. Mesß auf ihrer Grufft die H. Communion empfangen. Dan war ich bey m. Schwigervatter, Schwagern Br. W/olf/ D/aniel/ und Frl. Fränzl. Auf Mittag speiste bey mir Mr Longho und der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Mad. Buseth und ihre Schwester. Spätter der Crayßhauptman Br. Taufferer. 16. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin [398] bey der Meß. Und ist an heüt just 6 Jahr und 5 Monath, das ich diesen mein englischen Eheherzl in meinem Hauß das leztemahl derküsset und dan zur Grabstatt begleitet habe. 768 | 1759 April Dan war ich bey Mad. de Wertentall Osterferien zu wunschen und von gedachter meiner Herzallerliebsten mich mit ihro zu unterhalten. Auf Mittag speiste bey mir der latäinischer Sprachmeister. Nachmittag war ich ein wenig bey Br. Benj/ami/n Erberg, der an chyragra leidet. Dan war bey mir logices studiosus von Triest, dessen Vatter mit mir in Portugall war. 17. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Auf Mittag speiste bey mir Mr de Schifferstein, dan die 2 Studenten Br. von Paungarten, Micherle und Poldl et der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Dan war bey m. Frl. die Grafin von Gallenberg mit ihrer Frl. Rauber. Dan Mad. Erberg, gebohrne Englshauß, und Mad. Zergoll mit ihrer Tochter, welchen lezten beeden ich die Portraits meiner liebsten englischen Gemählin gezeügt, auch eines verehret habe, sodan eine Copie ist von dem, das der Maitens gemahlen. [399] 18. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich ein wenig bey Br. Benj/ami/n im Hauß, der an chiragra betligerig ist. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 19. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister meines Micherle. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 4 Uhr. Dan mit Mr Hofmann spaziren. Dan bey meinem herzallerliebsten englischen Ehegespändl, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Dan bey Landshauptman vocatus. Dan suchte den Landschafftspræsidenten Carl Gr. Auersperg, war aber nicht zu Hauß. Gester ist zu Münckendorf in ihrem 86ten Jahralters gestorben die abbesse Leopoldina Gräfin von Gallenberg. Sie war None 71 und ist mit 15 Jahren ins Kloster. 20. Vormittag war ich bey Carl Auersperg, Landschafftspræsidenten, wegen der 2/m fl. vor Herb/er/stein. Dan von 10 biß ½ 1 in Rath. Nachmittag war bey mir Ob/er/land nomine præsidis wegen des kranck gewordenen medici Kautschiz. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Ehegespändl und englischen Weiberle, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan war bey mir medicus Schmuz vocatus, deme die Besorgung des krancken militaris auf dem Castell committiret habe. [400] 21. Vormittag war bey mir Ziegler mit Amtsexpeditionen. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Anzi vormittags war auch bey mir der Paul Aloys Graf von Auersperg en visite. Gester ist begraben worden der vorvorgester allhier verstorbene medicus Suppan. Heüt ist der Probst Graf Petaz auß dem alt-busetischen Quartier, wo er den 18. hujus von Schlag berührt worden, wieder in etwas bessern Stand nach Hauß übertragen. Heüt ist mir ein andere, in der Stadt zwar allschon bekante, historiette und Comedie erzehlet worden. Der jedermann bekandte allzufreye Umgang der Crayßhauptmanin Br. von Taufferer, einer gebohrnen von Schramm, mit dem Louis Grafen von Auersperg, den man Louis le Grand nennet, macht den Ehemann Br. von Taufferer schon einige Jahr her sehr mißvergnügt. Und weil er der Mann nicht ist, seine alß einem Ehemann zuständige Authorität zu brauchen und sein coquettes Weib in Schrancken zu halten und sich Ruhe zu verschaffen, so chagriniret er sich innerlich dergestalten, das er schon öffters darüber kranck geworden. Er hat seine Noth ihrer Mutter, dermahlen in der dritten Ehe Gräfin von Barbo, öffters geklagt. Sie hat auch ihrer Tochter widerholte Ermahnungen und Reprimanden gegeben, endlich ihro das [401] Hauß und den Zutritt zu ihr verbotten, so alles wieder vermittelt worden. Da sie nun gester sich bey ihrer Mutter befande, hat sie ihre saubere Tochter rechtschafften abgetascht. Ihr Mann hat inzwischen ihr Zimer verschlossen und ihre Camerjungfer abgedanckt. Da nun Mad. la coquette abends nach Hauß gekomen und in ihr Zimmer wollte, fande sie solches verschlossen. Gieng also zu des Manns Tante, der verwittibten Grafin von Rasp, einer gebohrnen Pfirnpfeil, wo sie sich noch aufhaltet. Der P. Mäster | 769 1759 April S. J. alß ein Bekanter facendin mischt sich nun auch in diese Sache und ist zu erwarten was für Folgen darauß erwachsen werden. Frühe oder spätt wird sie sonder Zweifel auf die Consistorial-Waagschalle kommen, um alldort abgewogen zu werden, wie es mit der Br. Gall, eine gebohrnen Gräfin von Scherffenberg, ergehet. Abends war bey mir Anton von Widerkhern. 22. Vormittags war ich bey meinem englischen vollkomenen herzallerliebsten Ehegespändl mit meinem Micherle bey der Meß. Auf Mittag speiste bey mir der gester nachmittags um 7 Uhr allhier angekomene Franz Freyherr von Hallerstein, der bey mir sein Quartier hat. Dan der [402] Ant/on/ von Widerkher. Abends suppirte hier auch der erstere wie er dan eben künfftig die Kost bey mir haben wird. 23. Vormittags liesse mir der Br. Paungarten, Hauptman von Lack, sein und seiner Gemahlin, auch der Tochter Frl. Juditl Hieherkunfft zu wissen. Ich habe sie auf Mittag einladen lassen und gieng sie zu beneventiren und begleitete sie zu an Podagra ligenden medico Vidmayr. Dan zu den Polzischen. Ich gieng zu meinem englischen Weiberle, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Auf Mittag speisten bey mir der Br. Paungarten, sein Gemählin, gebohrne Gräfin von Prang, und ihr Tochter Frl. Juditl, dan Franz Br. Hallerstein. Nachmittag nach 4 Uhr habe sie zu ihrem Absteügquartier begleitet, wo von sie bald darauf nach Lack revertiret seyn. Ich war en passant abermahls bey meinem englischen und herzallerliebsten Ehemagnetl. Bey mir war Franz Adam Graf von Lamberg, der erst von Stein retourniret ist. Mad. Vidmayr erzehlte mir, wie heüt vormittags der P. Master S. J. ein zehenmahl zu Br. Taufferer und wieder zu ihro ganz beschäfftiget gelauffen ist und bemühet sich diese Eheleuth wieder zusamen [403] zu bringen. Graf Lamb/er/g hat mir das nehmliche erzehlt. Er ist aber meiner Mainung, das die Geistlichen besser thätten, sich in diese Sachen nicht einzumüschen, viel mehr sich die Obligenheiten ihres Standes besser angelegen und die weltliche Geschäfften und sonderlich Eheangelegenheiten, die sie nicht verstehen und ihres thuns nicht seyn, denen Weltlichen seyn lassen. Il faut on des dames ou des cavaliers du crédit et du poids pour acomoder ces sortes d‘affaires en éloignant et banissant le froc. 24. Vormittag war bey mir der hiesige abbé Br. Gall. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag hielte Consessum Comercialem von 3 biß nach 5 Uhr. Dan war ich bey Landshauptman vocatus, der mit Freüden mir erzehlte, das er gester in einem ständischen engen Außschusß die Angelegenheit wegen der Herb/erstein/ 2/m fl. vorgenohmen und die Sache nach Wunsch et per unanimia außgemacht habe. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Landshauptman erzehlte mir die Affaire zwischen dem Br. Taufferer und seiner Gemählin und er gibt dem Mann in modo unrecht. Erstlich, das er sie selbst nicht gewust hat, in Zaun zu halten. 2do, das sie der [404] Mutter verklagt und das sie solche in ihrem Stand der Schwangerschafft getaschet veranlasset hat. 3tio, das er sie auß ihren Quartier außgesperret und kein anderes Quartier assigniret hat und das sie sogestalten nicht gewust, wohin zu gehen. 4tio, in dieser Rage wäre sie ganz verwirrt, theils wegen des Tractaments der Mutter, theils wegen jenes des Manns, über die Stiegen gelauffen und über solche gefallen, nicht ohne Gefahr sich und der Frucht zu schaden. Enfin, diese vergangene 2 Nacht wäre sie bey ihme Landshauptman gewesen, heüt Nachmittag um 5 Uhr aber in Begleitung seiner 2 Töchter zu denen hiesigen Ursulinerinen gegangen, wo sie selbsten verlangt eine Zeit zu verbleiben. Spätter war bey mir Nemizhoffen, dan sein Gemählin, sich zu beurlauben und werden heüt nicht mehr in meinem Hauß, sondern in ihrem neuen Quartier schlaffen. Dan war ich bey ihnen mit dem Gegencompliment. 25. Vormittags war ich in Rath von 10 biß ½ 1. Auf Mittag speiste bey mir Br. Hall/er/stein. Nachmittag war bey mir Rabensperger, ein Geld zuleich zu bitten. Abends war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir der Crayßhauptman Br. von Taufferer in Amtsgeschäfften, [405] hat aber von seinem Un-770 | 1759 April stern gar keine Meldung gemacht, wohl aber an seinem Angesicht den jamerlichen Chagrin gezeügt. An heütigen Tag anno 1660 hat sich meines herzallerliebsten Ehegespandels Vatters Mutter Vatter verhayrath, nahmens Adam Dinzl von Angerburg. 26. An heütigen Tag anno 1756 ist m. liebste Schwägerin Fraule Margareta Freyin von Erberg gestorben. Sie war gebohrn den 19. Juli 1716, mithin hat sie gelebt 39 Jahr, 9 Monath und 8 Täg. Dan war bey mir in Visit der von der Pfarr zu Wippach von dem Erzbischof destituirt geweste nunmehro aber wieder restituirte, erst von Wienn *glorios* revertirte Br. Ranffelshoffen mit meinem Nachbahrn von Zergollern. Zu Mittag speiste bey mir Br. Hallerstein. Nachmittag waren bey mir die Dinzlischen, denen ich ihr Quartier gezeügt, das ich heüt morgens außweissen zu lassen angefangen habe und ihnen recht wohl gefallen hat. Bey mir war auch der Br. Zetschkher von Gurgfeld, der Ant/on/ Widerkher, dan ein Fleischhacker Joseph, der1167 auf der Poland den vor Jahren mir gehorig gewesten Mayrhofs besizet. Bey meiner Fraule war die Frl. Josepha Rasp und Frl. [–]1168 Wolwiz, welche lezte gerne lehrnete, die Chocolate zu machen. [406] Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan war bey mir P. Abundus Hallerstein, Sitticher, der da souppirt hat. Vorhero Oberland in Amtsgeschäfften. Br. Ranfeltshoffen erzehlte mir, wie er von seiner Pfarr destituiret worden. Erzbischof suchte bey Hof Geld zu Vermehrung seines Görzer seminarii. Schlagte vor 10/m fl., die sich zu Clagenfurt in der Religionscassa befanden. Er pactirte mit dem Probsten ni falor zu Gurg, der das jus patronatus der Pfarr zu Wippach hat und cedirte ihme gedachten 10/m fl. gegen deme, das er ihme sein jus patronatus der Pfarr Wippach überlassen solle, wie sie dan auch einsgeworden und den Contract errichtet haben. Um nun zu dem Genuß der Pfarr zu komen fande er Ursachen, den Br. Ranftlshoffen zu proponiren die Pfarr zu resigniren. Da er sich aber darzu nicht verstehen wollte, fande er Ursachen, ihn der Pfarr zu destituiren. Ränftshoffen fande bey dem Erzbischoffen auf seine dießfällige Beschwärden kein Gehör. Und da er ihm sagte, das er sich dieser Destituirung wegen und wider diesen ihme angethanes Unrecht allenfals bey Hof beklagen und Justiz suchen wurde, fande eben kein Ingress. Er gieng zu [407] dem Pro〈b〉sten nach Gurg alß seinem patrono, von dem er auf sein Zuschreiben keine Antwort erhalten. Suchte bey ihme Schuz, fande auch keinen. Und da er hernach erfahren, was zwischen ihme und dem Erzbischof pactiret worden, erinnerte er ihn der Simonie. Der Probts gab ihm kein Gehör und wise ihn an dem Erzbischof. Ranftshoffen resolvirte sich nach Hof zu gehen, wo er die Protection des Wienner Erzbischof erworben und wurde endlich restituirt. Die Königin, die von dem Contract zwischen Erzbischof zu Görz und dem Probsten zu Gurg Wissenschafft hatte, disponirte mit denen 10/m fl. anderster und widmete solche zu einem seminario oder Briesterhauß zu Clagenfurt, weil inzwischen auch die Repræsentation in Karnten die dießfällige Vorstellung bey Hof gemacht, indeme sich der Ranftshoffen bey dem Grafen von Sobeck deßwegen noch vorhero beschwähret und ihme seine Noth geklaget hatte. Et sic hat der Erzbischof zu Görz die 10/m fl. verlohrn, der Probst ingleichen und die Pfarr zu Wippach bleibt dem Ränftshoffen, sic ipsi mihi narravit. Dictus erzehlte mir auch, das zu Wienn die Jesuiten wegen der portugesischen Affaire sehr schwarz waren und von dem gemeinen Volck, von Sallatweibern, wo sie passirten, mit lauter Stimme »Königsmörderer« betitult wurden. Sie sollten sich viel Gelds haben kosten lassen, [408] um nur allein zu hintertreiben, das die Affaire in die Wienner Zeitungen nicht eingedrucket wurde. Sie konten aber nicht renssiren, weil der Portugeser Hof durch seinen Gesandten darauf gedrungen hat. Die Königin sollte ihren Beichtvatter gefragt haben, was dan in der Sache seye? Und da er antwortete, die Sache habe keinen Grund, so sol e sie ihm gezeügt haben den auß Portugall an sie geschribenen Brief. Bey desen Überlesung er sich ganz consternirt sollte gezeüget haben. Nun soll die Sache in Wienn doch etwas stiller geworden seyn. Jedoch sollen die Jesuiten und sonderlich die Hofpatres weit demütiger seyn alß vorhero. 1167 Sledi prečrtano mein 1168 Prostor za ime. | 771 1759 April Unter anderen erzehlte er mir, das ein P. Metzburg, Brediger bey St. Anna, in einer Bredig soll gemeldet haben, wie sie so unschuldig verfolgt worden etc., soll ihme der Erzbischof ferners zu bredigen eingestellet haben. So soll auch denen Jesuiten eine andere Doction sonderlich in der Philosophi und Theologi vorgeschriben werden. 27. Zu Mittag speiste bey mir die Frl. Josepha Rasp und Frl. [–]1169 Wolwiz, dan Br. Zetschker von Gurgfeld und Br. Hallerstein. Nachmittag war bey mir Br. Rossetti, dan Stephan Silli, der Morgen nach Pruschnig [409] verreiset und nun voll Freüde ist, das der verwunderliche Br. Zierheim von dieser Sau-Strom-Reparation weeggekomen und an seiner statt der dem Werck gewachsene Seetall denominiret worden. Heüt vormittags bey dem ständischen Landtag ist zwischen 2 Competenten, den Joseph Grafen von Barbo und den Ignaz Grafen von Engelshauß, lezter mit 28 Stimmen mehr zu Landschafftsverordneten erwählet worden. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 28. An heütigen Tag hatte ich die betrübte Freüd, anno 1756 mein englisches herziniglich geliebtestes Ehegespändl in dem Grab zu besuchen und von Herzen zu derküssen. Nachmittag war bey mir der Paul Aloys Gr. von Auersperg, der da lamentirte, das die gestrige Landtagwahl seines Schwagern des Grafen von Engelshauß zum Verordneten von dem Grafen von Herberstein nicht approbiret wird und das er bey solcher es nicht wolle bewenden lassen. Abends war ich bey meinem englischen ausserwählten Eheschaz, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 29. An heütigen Tag anno 1756 habe ich mein herziges Weiberle, allerliebstes Eheschazl das zweytmahl in Grab besucht und ihr angenehmstes Gesichtl mit [410] frischen feinen Tüchlein belegt und mit allerhand wohl rüchenden Essenzen benezet, auch von Herzen derküst. Vormittags war bey mir der Ferd/inand/ Br. Juritsch. Nach1170 10 Uhr war ich bey meinem englischen Weiberle mit mein Micherle bey der Meß. Dan bey Br. Benj/ami/n, der an chiragra annoch laboriret. Und dar kam mein Quartier zu sehen der [–]1171 Graf Auersperg. Dan begleitete meine Schwagerin Frl. Franzl nach Hauß. War bey Dinzlischen.1172 Zu Mittag speiste bey mir Schifferstein und Longo. Nachmittag war bey mir Waicard Br. Gall. Spätter Br. Flachenfeld in Amtsgeschäfften. Heüt Nachmittag ist der vorgester allhier verstorbene medicus Kautschitsch zu denen Franciscanern begraben worden. 30. Vormittags war bey mir der Stadtschreiber von1173 Crainburg, dan Hauptman Daschkowsky in Militaran-gelegenheiten. Dan suchte den Herberstein, der etwas unpäßlich ist, war aber nicht in Stand, Leüth zu sehen. Dan war ich in Rath von 10 biß ½ 12. Dan suchte wieder mit Herberstein zu sprechen, sache aber noch niemand. Zu Mittag speiste bey mir Mr [411] de Gandin. Nachmittag war ich in einer Commission von 3 biß gegen 6 Uhr. Dan bey Herberstein, der sich betligerig befindet und habe das nöthige vorzutragen Gelegenheit gehabt. Dan bey Kriegscomissario von Puchner eben in Amtsgeschäfften und leztlich bey Hauptman Daskowsky in nehmlichen Angelegenheiten. Vormittag und abends besuchte ich mein englisches Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Herberstein erzehlte mir unter anderen, das heüt der Leopold Lamberg bey ihm gewesen, der schon einige Jahr bey ihm nicht war, wegen der zwischen ihnen fürgewesten Dissension, so commissionaliter mittels Grafen von Sobeck auf Befehl des Hofs außgemacht worden. Er sagte mir von der Schrifft, die der Lamb/er/g wider dem 1169 Prostor za ime. 1170 Pred tem prečrtano Zu Mittag 1171 Prostor za ime. 1172 Nato prečrtana nečitljiva beseda. 1173 v iz D 772 | 1759 Maj Louis Auersperg eingelegt, die ich zwar heüt morgens schon gelesen habe. Über das hat ihm der Louis auch ein Brief geschriben, weßwegen Lamb/er/g sowohl alß wegen dessen bey dem Landtag geführten anzüglichen voti Satisfaction verlanget. Und Herb/er/stein hat dem Lamberg gerathen, inzwischen und biß die Sache nach Hof angezeugt wird und der Bescheid einlanget, gedachten Louis arrestiren zu lassen. [412] Zu diesem Mißhelligkeiten hat den Anlaß gegeben, die leztlich an die Repræsentation von Hof eingelangte Resolution, die wir denen Ständen intimiret haben des Inhaltes, das die Stände auch extra tempus auf künftige Abrechnung Recrouten stellen känen, weil tempore deren postulatorum sich jenen Unterthanen mehrentheils flichten, die die Herrschafften gerne stellen möchten, mithin solche, wan sie wieder zuruckkom-men, gestellet werden känten. Die erstere vota in Landtag, wie diese Resolution vorgekomen, giengen dahin, das diese Resolution nur zur Nachricht denen Standen diene. Leop/old/ Lamberg votirte, das solche nicht zur Nachricht, sondern zur Befolgung intimirt seye und das die Stande viel mehr angefrischet werden sollen hierinfalls ihren Eyfer zu bezeügen. Louis Auersperg votirte, das solche Resolution denen Landtständen auf dem Land bekand zu machen verbothen werden sollte und fieng sein votum mit deme an, das der Vortrag des Lamberg grundfalsch seye etc. Was sodan der Louis in dem Brief an Lamberg geschriben, habe nicht fragen wollen, weil alles ohne deme bald laut mähriger werden wird. Gester ist die hiesige Clarisser Abtissin, eine von Qualiza, in hochen Alter gestorben. 1759 Maj 1. Mai. Vormittag war ich1174 bey meiner herzallerliebwertesten englischen Gemählin mit [413] meinem Micherle bey der Meß. Zu Mittag speiste bey mir Longho. Zugleich war bey mir Ziegler mit der Expedition an hiesigen Crayßhauptman wegen hiesigen Magistrat und Fleischhackern. Nachmittag war bey mir der Germeck. Nach 5 Uhr ist mein Frl. Lenerle von Manspurg und Münckendorf mit ihrem H. Brudern retournirt und die betrübte Nachricht mitgebracht, das gester in der Nacht wenig vor Mitternacht ihr Schwester, Closterfrau zu Münckendorf, gestorben seye. Dan war da mein Schwager Br. Ferdinand und die Frl. Fränzl. 2. Vormittag war bey mir Germeck, Crayßamtsofficier, in Amtsgeschäfften. Die Wittib des medici Kautschiz, eine gebohrne Valusi, ihr Noth zu klagen und um eine Pension sich zu recommendiren. Auf Mittag speiste bey mir Br. Hallerstein. Abends war ich bey meiner geliebtesten englischen Gemählin, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 3. Vormittags war bey mir der Husarn-Cornet Finck. Dan war ich bey meiner herzallerliebsten Gemählin mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey annoch mit dem chiragra behafften Br. Benj/ami/n Erberg, von wanen meine Schwägerin Frl. Fränzl nach Hauß begleitet habe. [414] Zu Mittag speiste bey mir Br. Hallerstein. Nachmittag war da meine niece Frl. Utschan mit der Anna Retl von Buseth, spätter Mad. Buseth. Abends war bey mir Franz Adam Gr. von Lamberg, der mir unter anderen erzehlte, das unlängst die Tanzerin Sentini von Wienn abgeschafft worden und man hat ihro nur wenig Zeit gelassen, ihre Sachen einzupacken. Et hoc, weil sie gar zu confident mit Grafen von Kauniz, Staatsminister, gelebt, er sie auch offentlich mit seiner Equipage bedienen lassen, öffters auch in Pirotsch mit ihr außgefahren ist. Und ist ihrer geschehen wie vorhero der Gabriella, auch einer fameusen Tänzerin, eben wegen Kauniz, welcher bey einem so eingezogenen Hof alß der Wienner ist, gar zu französisch lebt und auß solch seiner Aufführung kein Gehaimnuß macht, sonst aber en grand minister lebt und sich anderen seltsam communiciret. Man will wissen, wie Sentini zu Padua in brächtig Kaunizer Equipage angekomen und von selber Noblesse besucht war, soll sie ihren secretaire vorgerufen und ihme befohlen haben: »Serviete al Kauniz che la nobiltà di Padua sia molto cortese«, etc. Vorhero war auch bey mir Mr Hofmann und spätter Ant/on/ von Widerkhern. Ansonsten sagte mir auch Lamberg, das der Kauniz von seiner verstorbenen Gemählin, [415] einer gebohrne Grafin 1174 i iz b | 773 1759 Maj von Starhemberg, vielle Kinder habe, selbe auch in allen wohl instruiren lasse, dahingegen nicht weniger alß vor die grosse Welt beziehe. 4. Heüt auf Mittag speiste bey mir Hauptmann Rößler, Cornet Finck, Longho und Br. Hallerstein. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß nach 6 Uhr. Spätter war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Abends war bey mir Br. Flachenfeld. Heüt morgens ist von hier nach Wienn verreist die Grafin Barbo, Exzelenz, eine gebohrne Br. Mordaxt und erstlich verwittibte General-Schramin, dan das zweytemahl vewittibt geweste Gräfin von Thurn, mit einer Frl. Taufferer des Crayßhauptman Tochter und einer seiner Schwester, die sie beede nach Prespurg in das Kloster de Notre Dame geben will in die Kost, dan einer Frl. Wolwiz Susana zur Bediennung. Ihr Hauptaffaire aber ist, ihren Gemahl den Grafen Joseph Barbo alß hiesigen Verordneten in solchen Amt auf andere 3 Jahr confirmiren zu machen, zugegen der lezt in favorem des Gr. von Engelshauß außgefallenen landtaglich standischer Wahl, welches zwar auch von der Repræsentation ad intentionem præsidis [416] nach Hof eingerathen werden wird in Conformität des heütigen Rathsschlusß. Ubrigens ist in der Stadt laut mährig, das die bey denen Ursulinerinen sich aufhaltende Crayßhauptmanin Br. Tauffer/er/ ihren Man, wan er sie wieder zu sich haben will, drey conditiones gesezt hat: primo, das sie Freyheit haben wolle mit jedermann ohne Außnahm conversiren und umgehen zu könen. 2do, wolle sie ihr Camerjungfer Carlina sa maquerelle ohn anders in ihren Diensten erhalten. 3tio, ihr Mann solle zu ihrer Mutter kein Fuß mehr sezen, wie sie selbsten dan auch zu ihrer Mutter nicht mehr komen wolle. Voila les belles conditions, qui font resaillir son education et qui font voir an mari ce qu‘il en peut esperer. Weil aber dem weibischen Mann die ganze Stadt sowohl alß die Weiber selbsten alle Schuld geben, das er sein Weib nicht weiß oder keine Courage hat, in Zaun und in behörigen Schrancken zu halten. Und das Mann auß seiner bißherigen feigen Conduite vorsicht, das er nicht allein alle conditiones eingehen, sondern so sie es haben wollte, sie noch abbitten wird, so gehet die Mainung in der Stadt dahin, das man ihn an dem Pranger anbinden und die Hosen abziehen, der Grand Louis ihn halten, die [417] Carlina die Rutten pinden und ihre Mutter ihn in Beyseyn ihrer Tochter und respective seiner Weib streichen sollte. 5. Vormittag war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg. Auf Mittag speiste bey mir Br. Hallerstein und Ant/on/ von Widerkhern. Nachmittag war bey mir Oberland um ein buchfein Schreibpapier. Dan habe die inwendige 2 Thör in die 2 grosse Mezaninzimer ober denen grossen mein und m. L. M.le Zimern anschlagen lassen, sodas nun beede bereits gespert und zum Brauchen seyn. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehemagnetl, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Heüt seyn abermahls 52 Fuhrwesenspferd von hier nach Wienn vor die Armée abgeschickt worden, den 16. April 148, den 25. dicti 100, mithin in allen 300 Stuck, et sic alles was vor jezo von Hof verlangt worden. An heütigen Tag anno 1728 hatte mich mein englisches Ehegespandl mit einem Sohndl nahmens Franciscus Gotthardus erfreüet. Es ist aber das Kind den nehmlichen Tag gestorben. 6. Vormittag war bey mir Franz Br. Mordaxt von Saustein sich zu beklagen, das der alte Stemberg an seinem Hauß ein Heüschupfen oder dergleichen aufführt, so eine Feüersgefahr androhet. Ich hab ihm an Crayßhauptman angewiesen. [418] Nach 10 Uhr war ich bey meiner herzgeliebtesten Gemählin mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey an chiragra annoch laborirenden Br. Benj/amin/n Erberg, von wanen ich mein Schwägerin Frl. Fränzl nach Hauß geführt habe. Zu Mittag speiste bey mir Br. Hallerstein. 7. Vormittag war bey mir der unlängst von Wien retournirte medicus Baronio, der meinen Sohn den Franz S. J. nicht genug beloben kan. Auf Mittag speiste bey mir Anton von Widerckher. Morgens ist Br. Hallerstein von hier nach Wordl und weiters nach Arch abgereist. Heüt haben sich die Dinzlischen in ihr Quartier in mein Hauß völlig überzogen und werden heüt am ersten darin übernachten. 774 | 1759 Maj Abends war ich bey meinem herzigen englischen Weiberle, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. 8. Vormittag war bey mir Oberland mit einigen referendis. Auf Mittag speiste bey mir meines Micherle latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der Stadtschreiber von Crainburg mit 2 Bruckmautheinnehmern. Von 4 biß nach 6 Uhr war ich in Rath. Dan bey meiner ausserwählten [419] herzallerliebsten Gemahlin, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Dan beym landschafftlichen Untereinnehmber Rosenfeld, ob ich nicht ein kleines Capital bezahlter haben könte, indeme die Besoldungen anderen wie mir nicht bezahlt werden, inzwischen die Außgaben doch nicht außbleiben und nebst diesen noch die Capitalisten- und Kriegsbeysteüern entrichtet werden müssen etc. Er glaubt, die Sache seye nicht unthunlich und werde dieser Tagen deßwegen mit dem landschafftlichen Verord-netenpræsidenten sprächen. 9. Vormittag war ich eben bey obgedachtem Carl Grafen von Auersperg, der mir auch gleich versprochen, einen Interimsschein bezahlen lassen zu wollen und ich möchte deßwegen nur ein kleines Anbringen bey ihm einlegen. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag waren heroben die Dinzlischen. Abends war ich bey meinem englischen Weiberle, wo ich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Carl Auersperg klagte mir wegen des Zustandes seines Schwagern Sigerle Gr. von Liechtenberg, der immer mehr verruckt ist oder zu seyn affectiret. Leztlich wollte er absolutè nach Wienn gehen, um bey Hof zu zeügen, das er kein Narr seye und zu suchen entweder in publiquen, politischen [420] oder Militarchargen emploiret zu werden. Zum ersten, wie er sagt, wäre vor ihm lieber und angenehmer lezte, aber wären vor dem Hof avantagioser. Dahingegen wollte er nicht etwa ein Hauptmann, sonderen bey dem comendirenden Generalen-Feldmarschall Gr. von Doun Generaladjutante seyn. Sein Gemählin, sagt er, war anfangs nach sein Genie, dermahlen aber nicht mehr und er glaubt nicht, das er sich geandert habe, wohl aber sie die nun anderster dencket alß vors. Carl Auers/perg/ war der Mainung, man hätte seine des Liechtenb/er/g nach Wienn Raiß nicht impediren sollen. Das Landrecht hingegen hat besser gefunden, ihme solche einzustellen, um damit er sich zum Nachteil der Famille nicht offentlich prostituiren und ist ihme ein Einspanier ad latus gegeben worden, der ihn überall begleiten und so zu sagen bewachten muß. Welches der Auersp/erg/ nicht aprobiret, doch aber ist alles auf Veranlassung seines Vattern des Franz Gr. von Liechtenberg geschehen, der seinen Sohn mehr von malizios fingiret alß vor einen rechten Narren haltet. Enfin, Gott wolle alles nach seinen H. Willen auf das beste laiten. Bey deme allen leidet niemand mehr alß seine Gemählin, die zu bedauren ist. 10. Vormittags war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Zu Mittag speiste bey mir der lat [421] ainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der Mahler Linder vocatus, mit deme ich wegen der Farb meiner Spanfensterbalten consultiret habe. Dan war bey mir Ant/on/ Widerkher. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Gester seyn hiesigen Burgermaister, dem stadtsindico, Stadtrichter und dem Stadtoeconomo Sliber, jedem einige Mann von der brounischen Miliz zur Execution inß Hauß geleget worden, biß sie den verlangten Bericht in Angelegenheit hiesiger Fleischhacker debito modo erstatten. 11. Zu Mittag speiste bey mir Ant/on/ Widerkhern, deme ich unter einsten einen eisenen venedischen Bratter, 2 hoche Gläser über die Leichter und Kerzen und einen eisenen Haffen geschenckt habe, weil er mir auch vielle alte Schrifften von denen luckantschitschischen Verlassenschafften geschencket hat, die mir lieb seyn. Vormittag war bey mir der Russenstein wegen der Bubna. Dan Schifferstein in Amtsgeschafften. Nachmittags Ziegler in detto. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich vormittags m. Mich/er/le bey der Meß suppliret hat. Gester ist allhier angekomen der *Schwager-Bruder des* verhayrathen Grafen von Liechtenberg, Fran [422] cisci filius, mit seiner Gemählin, einer gebohrnen Bssa. von Dietrich auß Siebenbürgen gebührtig, und soll ihme eine gutte | 775 1759 Maj dotem zugebracht haben. Dieser, *id est der verhayrate* Gr. Liechtenberg, ist derzeit Hauptman unter [– – –].1175 12. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Spätter war bey mir Br. Flachenfeld, der erst von Præwald komt, wo er zu dem neuen Mauthhauß den Grund-stein geleget hat. 13. An heütigen Tag anno 1725 hat sich mein Schwester Johandl mit1176 Wolf Caetan Br. von Kuschland verheyrat. Nach 10 Uhr war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit meinem Micherle bey der Meß. Gleich da ich auß der Kirchen kam, war ein Gelauf von Volck auf die Spittall-Brucken, von wanen zu sehen gewesen, wie des Sigerle Grafens von Liechtenberg Kutscher bey dem wolwizischen Hauß mit dem Stadtwagen, um solchen außzuschwämen, in den Laybach nunmehro aufgeschwollenen Flusß zuweit gefahren, da dan die Pferd und Wagen zu schwimen angefangen. Bey des Merviza-Hauß wurde dem in gröster Gefahr befundenen Kutscher eine Stangen gereicht, mittels welcher er an das [423] Land gezogen wurde. Ich hoffete, der Wagen mit denen Pferdten wurde an denen Jochen der Spittall-Brucken aufgehalten werden, er schwume aber unter durch. Die Pferd arweiteten sehr, konten aber die Köpf auß dem Wasser nicht höben, weil sie der Teixl druckte. Endlich kamen einige Schiffen nach und attropirten den Wagen nächst einen Acker oder Garten an der Pollane, führten solchen zum Uffer und brachten ihn auß Land. Es hat aber der Rey-Nagl sich müssen umkhern, weil die Pferd und die vordere Räder nicht mehr dabey waren und seyn erst Nachmittag eine wie die andere nächst den H. Grab gefunden worden, somit seyn sie über die Mühlwähre geschleppet worden. Die Pferde, wie leicht zu erachten, waren auch Tod, der Kutscher ist auch bald durchgangen und noch nicht zum Vorschein gekomen. Dan suchte die Zergolerischen, die nicht zu Hauß waren. Auf Mittag speiste bey mir der Hauptmann Richler, der landschafftliche Untereinnehmer Roßmann von Rosenfeld und die 2 Studenten Br. Paungarten. Nachmittag war ich mit m. Micherle bey dem Landschafftssecretario von Garzarolli. Dieser Tagen ist der Ferdinand Graf von Liechtenberg von sein Gut Orteneg mit [424] seiner Gemählin, einer gebohrne Gräfin von Auersperg, Schwester zu dem Ignati und Paul Aloys, anhero gekomen. Diese arme Dame fangt an zu deliriren und wird der Mann und die Kinder dabey nicht wenig zu leiden haben. Gott, stehe ihnen bey. 14. Heüt ist abermahls vor mich ein sehr betrübt und laidvoller Andenckenstag, alß an welchen ich vor 6 Jahren und 6 Monathen mein englisches herzallerliebtes aüsserwählt und vollkomenes Ehegespändl in dieser Welt verlohren habe. Gott, lasse dieses mein auf das zartlichste geliebtestes Weiberle alle himlische Freüden genüssen und ihres treüesten Gemahls nicht zu vergessen, mich aber diesen unschazbaresten Verluß biß zu meinem Lebensende bestandig zu beweinen und zu beweheklagen. Nach 10 Uhr war ich bey diesem meinem englischen Ehemagnetl mit1177 m. Micherle bey der Meß, welche ich in dem schenen, die Betrübnus anzeügenden und ihren Angedencken geopferten Meßkleid habe lesen und vor sie appliciren lassen. Dan war ich in Taxamt biß ½ 1. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich in Rath von 3 biß 5 Uhr. Dan in meines Nachbaren des Bartollotti-Hauß zu sehen, wie er es bauet, wo ich mich besonders in dem Zimer aufge [425] halten, wo ich so offt und viel bey denen Wertenthallischen mein englische Gemahlin, alß damahls meine allerliebste Inclination und ausserwahlte Brauth, gesehen und wo ich meine mehreste Bekandtschafft mit ihro gemacht habe. Dan war ich bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Spätter waren bey mir 2 Fleischhacker von Rudolphswerth, der Zechmeister und ein anderer, die heüt des hiesigen Schloßarrests entlassen worden. Heüt Nachmittag war da die Frl. Mariandl von Hallerstein, Schwester zu meiner Frl. Lenerle, die auf etliche Täg 1175 Prostor za ime polka. 1176 Popravljeno. 1177 Popravljeno. 776 | 1759 Maj von Höflein anhero gekomen und bey mir in br.-hallersteinischen Quartier logiren wird. Die vergangene Nacht oder besser zu sagen bereits gegen dem Tag habe einen so starcken Krampf in lincken Fuß und Pein gelitten, das mir der Baden noch heit den ganzen Tag schmerzhafft wehrend ist. 15. Vormittag war bey mir der Walsche Aursperg, der noch immer beschäfftiget, seine Voreltern außfindig zu machen, um seine Tochter Frl. Theresl in ein Stifft zu bringen. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war heroben Mad. Dinzl, ma niece. Dan Ant/on/ von Widerkhern, dessen Bruder gester ex Collegio Germanico Kranckheit wegen [426] von Rom gekomen und werden Übermorgen beede nach Klein Lack verreisen. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan seyn gangen die beede Widerkher in das neue Hauß auf der Polane zu besuchen, wohin auch die Vermatische gekomen seyn. 16. Heüt war vor mich anno 1752 oder besser zu sagen, vor 6 Jahren und 6 Monathen, der sehr betrübt und schmerzenvolle Tag, an welchen mein englisches Herzerle und allerliebstes Ehegespandl auß meinem Hauß zur Grabstatt getragen und von mir mit weinenden Herzen und Augen begleitet worden. Ach Gott, lasse dieses Engerle alle himlische Freüden genüssen, mich aber den so theüeren und kostbarsten Verlust mein Lebenlang beweinen und bejamern biß du mirs wieser und ewiglich schencken werdest. Bey mir war der Struppi von Crainburg, der mir wieder mehre Nachrichten von meinen antenatis brachte und deme vor seine Mühewaltung 2 # gegen deme geschencket habe, das er mir die mehrer annotationes (die er noch mit sich genohmen, um mir einige Taufscheine zu verschaffen, die ich mit einem # per Pausch ihme extra zu bezahlen versprochen) wieder bringen und überlassen wird, [427] und das er auch jenen, die ihme bey 3 originale instrumenta, die ich behalte, außgefolget haben, dafür befridige. Auf Mittag speiste bey mir Fraule Mariandl von Hallerstein. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Vorhero war bey mir Jacob von Hochenwarth vocatus wegen eines seinen Referat von Comercial Consess. 17. Vormittags war ich in Rath von 10 biß Mittag. Zu Mittag speiste bey mir die alte Frl. Semenitsch. Nachmittag war ich in einer Commission in Mildenstifftungsangelegenheit des Thomas Erlach seeligen, gewesten Pfarrer zu Meschnach, von 4 biß 6 Uhr. Dan war ich bey meinem herzallerliebsten Ehegespandl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat.1178 Dan war ich mit meiner Frl. Len/er/le und Br. von Erberg bey St. Peter in der H. Joh/annes/ Nepom/ uceni/-Andachten. Spätter bey der Dinzlin in m. Hauß. Gester ware meines liebsten nunmehro gottseeligen Sohns Joannes Nepomuceni Nahmenstag. Gott, lasse ihn bey seiner allerliebwertesten und verehrungswürdigsten Mama, die auch ihn besonders geliebet hat, alle himlische Freüden genüssen. [428] 18. An heütigen Tag anno 1692 ist mein liebste Schwester Caecilia gebohrn worden. Vide 10. November. Heüt auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der erst von Gorz anhero gekomene Graf Attems, des Grafen Pianese Schwager, wegen seines Process mit der Gräfin Papafava und Grafen Codroipo. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. 19. Vormittag war bey mir die jungere verwittibte von Kärnburg wegen denen dem Obristen Grafen von Herberstein zu überschicken gehabten 3 Portraiten und einer Peruquen. Da ich ihro dan auf ein Billet geschriben, wie das ich alle die Sachen in ein sigilirten Päckl annoch den 26. Marzi dem Ottotschaner Obristwachtmeister H. von Lizeni und da er nicht zu Hauß gewesen, seiner Gemählin allhier habe behandigen lassen nebst ein von mir an dem Grafen sub eodem geschribenen in dem Päckl befindlichen Brief. Ex post habe ihm wieder 1178 Popravljeno. | 777 1759 Maj geschriben den 17. April nach *Wienn*1179 und den 21. dicti nach Prag und das ich hoffe, das ihme indessen alles wird zugekommen seyn. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem englischen ausserwahlten Eheschaz, wo mich Vormittag [429] m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt ist von hier zur Armé revertirt der mittrowskische Husarn-Cornet Finck mit seinen wenigen Leuthen. 20. Vormittags war ich mit meinem Micherle bey meiner herziniglich gelibtesten englischen Gemählin bey der Meß. Dan war ich bey Zergollerischen zu sehen, wie sie in denen von ein Par Monathen von mir entlehnten Buchern avanziret seyn und zwar Mad. in den Begebenheiten Thelemais in Versen von Neükirch in Folio und die Frl. in L‘Education des folles auch von Feneton. Soviel aber abgenohmen, das noch keine den Anfang gemacht hat. Dan war ich bey den Dinzlischen, die Nachmittag nach Ehrenau verreisen. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Mr Illiaschitsch mit seiner Gemählin, gebohrne Gall, die erst von Munckendorf komen und bald1180 nach Freyhof retourniren. An heütigen Tag anno 1735 hat mich mein englisches Ehegespändl mit einem Sohndl erfreüet, der annoch lebt und derzeit alß Jesuit sich zu Gräz befindet nahmens Joannes Lucas und heut 24 Jahr seines Alters zuruckgelegt hat. Nach 2 Uhr seyn von hier nach Ehrenau abgereist die Dinzlischen. Abends war bey mir der Caplan von Klosterfrauen zu Lack, der mir eine [430] geistliche Brauth aufgeführet hat, nahmens Jungfer Thoman, eine Schwester zu jenem, der die einaugete Frl. Luckantschitsch zu Zircklach gehayratet. Mit ihr war auch ihr Schwester, die von 4 Jahren her verwittibte Robida. Erstgedachte Brauth wird zu Lack eingekleidet heüt 8 Tag, mithin den 27. dieses. 21. An heütigen Tag anno 1690 hat sich mein liebster Herr Vatter Sebastian von Raigersfeld mit der Isabella Fraule von Sorgfeld, einer Erbtochter, verhayratet. Gott, lasse diesem meinen liebsten jederzeit from und exemplarisch gelebten Eltern alle himlische Freüden genüssen. Eben an heütigen Tag anno 1667 ist meines liebsten Schwigervatters Mutter Mutter Mutter, *eine gebohrne* Sybilla Schwäbin von Liechtenberg und Tuffstein, gestorben. Vormittag war ich bey P. Rector S. J., der bald nach Wienn abzureisen hat. Dan bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich wenig vor m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Auf Mittag speiste bey mir Giuseppe Zancky von Fiume, von wanen er wegen seines Process unlängst anhero gekomen. Nachmittag war bey mir Jamnig vocatus et Buchhaltereyraitsofficier Perr wegen der Commission zu untersuchen den Verstoß bey der Landschafftscassa per 5500 fl., wo ich commissarius bin mit HH. Hofmann et Puchner. Perr aber gehet Morgen auf Oberburg. [431] Dan habe seinem Brudern, hiesigen vicario generali, in Folge des Schreiben von dem Geistliche Kruschich de dato Windischgräz den 10., præsentato 16. hujus, durch mein Micherle geschickt 11 fl., dan des Kruschitscher Quittung per 9 fl. Vor diese 20 fl. hat ihm der vicarius generalis zu quittiren. Vormittags war ich auch bey H. von Hofmann, der sich seit Freytag unpäßlich befindet und deßwegen heüt der Rath abgesagt worden. 22. Vormittag waren bey mir 2 hiesige Lederer, sich wider ein Urtl von Justiz-Repræsentation zu beschwären und zeiten eine Specification ihres Advocaten Possaviz-Verdiensts per 55 fl. Dan der alte Setall, der jezt nach Pruschig auf dem Sau-Strom verreist. Dan abbé Br. Wolf Gall in seiner Angelegenheit. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. An heüt habe auf Abschlag meines1181 unter 22. Augusti 1743 bey hiesiger Landschafft mit 1500 fl. angelegten 1179 Nad prečrtanim Prag 1180 Pred tem prečrtano jezt 1181 Nato še enkrat meines 778 | 1759 Maj Anticipationscapital 4/c fl. empfangen und erhoben: insimili das von gedachten biß heüt dato mit 56 fl. 15 kr. anverlauffene Interesse. Somit wird von heüt dato der Interimsschein annoch geltend per 1100 fl. in capitali und lauffet eben von heüt dato die 5 per % Interesse. So habe auch erhoben vor den Geistliche H. Kruschitsch laut sein Schreiben von 10. et præsentato 16. hujus, das ihme gleichfalls bey der Landschafft mit ultima elapsi verfallenes [432] Interesse, - und zwar von 1/ fl. Capital von ersten Mai 1758 biß ersten hujus 50 fl. - Dan von 4/c fl. Capital gleichfals von obigen dato 20 fl., von welchen alß ältern Capital die Vermögensteyer mit 10 per % mit 2 fl. abgezogen, mithin nur 28 fl. bezahlt worden 18 〈fl.〉 68 fl. - Von diesen habe laut obigen seinen Schreiben hiesigen vicario generali Perr behändigen lassen 11 〈fl.〉 Mithin bleibt in mein Handen zu seiner Disposition 57 〈fl. 〉 NB. Der vicarius generalis hat eine Quittung per diese 11 fl. und die 9 fl., die er ihm schuldig war, zusamen per 20 fl. außgestelt, die ich biß zu des H. Kruschitsch Hieherkunfft samt obigen Geld bey mir erhalten werde. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß nach 6 Uhr. Dan in Visite bey meiner Frl. Schwägerin Frl. Fränzl. Spätter mit meinem Micherle bey meiner englischen herziniglich geliebtesten Gemählin, wo er mich vormittags bey der Meß suppliret hat. 23. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 24. Vormittag war ich mit m. Frl. und Micherle bey meinem englischen Ehegespändl bey der Meß. [433] Auf Mittag speiste bey mir die alte Frl. von Semenitsch und der latainischer Sprachmeister. Vormittag war noch bey mir der Schifferstein, der Morgen mit dem Merzenhaim nach Dolina, Wippach etc. verreist. Item der Ziegler in Amtsgeschafften. Dan war ich bey Br. Benj/ami/n, der noch an chiragra leidet, wo auch der Morgen nach Tschernehmbl abzureisen habende chevalier Barbo gewesen et mein Schwagerin Frl. Fränzl, die ich nach Hauß begleitet hab. An heütigen Tag anno 1748 ist mein liebes Tochterle Josepha gestorben. Sie war gebohrn den 20. Februar 1746, mithin hat sie gelebt 2 Jahr, 3 Monath und 4 Täg und wird ihrer englischen Mama mit Freüden entgegenge-komen seyn. Dieser Tagen hat mir mein Livré-Bedienter Ferdinand Grosßl den Dienst aufgesagt, weil er glaubt, die Paru-cken mir acomodiren zu känen, mithin eine mehrere Besoldung zu meritiren. Da er aber erst seit anfangs Jener bey mir ist und ich ihn das Paruquen acomodiren habe lehrnen lassen und den Paruquenmacher dafür bezahlt, mir dahero seine Prætension unbillig vorgekomen habe, ihm gar gerne des Diensts entlassen; sonderlich, da er die mehreste Zeit ausser dem Hauß herumschlenckelt und keine gutte Hofnung von sich gibt. Ist auch heüt sein Nachfolger wircklich in meine Dienste getretten, ein Draxler von der Profession, [434] und der bey 13 Jahr bey Grafen von Gallenb/er/g in Diensten war und erst seines Diensts entlassen worden, weil er heüraten will und der Gallenberg ihn verhayrater nicht haben will. 25. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag war bey mir Fanzoy von Wippach in seinen Angelegenheiten. Brachte mir auch ein kleine silberne unkentliche suptile Münz. Dan waren bey mir der Tranquilli von Pisino und Terzi von Fiume. Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt Vormittag habe mein Kriegsbeysteüerfassion bey Gr. Herberstein alß Commissionspræside eingelegt, eben sub hodierno dato, wovon die Abschrifft suo loco zu finden. 26. Vormittag war bey mir der hier außtrettende P. Rector Carl S. J., sich zu beurlauben und gehet künfftigen Montag von hier nach Wienn. Er ist ein respectabler Mann und hat sich allenthalben alles Lobs verdienstlich gemacht. Ich habe ihme meine 2 Söhne S. J. recomendirt. Zu Mittag speiste bey mir H. von Gandin. Nachmittag war bey mir P. Puchentall, Augustiner, vor den sich allhier unpäßlich befindenden und künfftigen Montag nach Wien abzureisenden Ordensprovincial zwey Gran von meringanga zu bitten, deme ich auch solche | 779 1759 Maj gleich gegeben und ihm darauf zwey Bottilien von moscato di Cypro geschickt habe. [435] An heütigen Tag anno 1653 hat sich meiner liebsten Mutter Mutter Vatter Gabriel Luckantschitsch von Hertenfels verhayratet. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Eheschaz mit m. Mich/er/le, der vormittags mit denen Expeditions bey Ziegler occupirt, Nachmittag aber den auf der Tuchfabric unpaßlich sich befindenden Longho besuchen war. Gott, gebe Morgen die erwartende erfreüliche Postbriefe. 27. Vormittags war ich mit meinem Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan mit meiner Fraüle bey denen hochenwartischen Fraüle und Gebrüderen, deren Eltern sich zu Gerlach-stein befinden. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Mr Hofmann, dan der Franciscaner P. Kappus. Mit dem gestrigen Postwagen ist Graf von Engelshauß nach Wienn mutmaßlich eine gutte Resolution zu er-würcken, das er alß erwählter Landschafftsverordneter confirmiret wurde. Erst heüt habe vernohmen, das der Franzl von Buseth, dermahliger Rhetor, schon bey 4 Jahr her stetts eine Frl. von Engelshauß ordentlich caressiret und ein andere des billets doux schreiben, welche schene Education betrübte Früchte nach sich ziehen därffte, [436] und ist forderist beederseitigen Eltern unverantwortliche Nachlässigkeit zu bewundern. 28. Vormittags war ich in Rath von 10 biß Mittag. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Heüt ist in Rath verlaßlich erzehlt worden, das der Landschafftscassier zu Görz sich in dem Isonz-Flusß selbst ertrancket habe. Er hieß Bonaza, man supponiret, er habe mit der Cassa malversirt und das er sich ex desperatione præcipitiret habe. Dieses ist den 21. hujus geschehen, weil man ihn damahls gemüssiget und seine Kleider an Uffer des Isonz gefunden hat. Anfanglich suspicirte man, er habe nur zum Schein seine Kleider an dem Uffer gelassen und das er echapirt seye. Man hat aber ex post und zwar erst den 25. hujus den Körper auch gefunden. Merckwürdig ist, das dieser Bonaza von Gebuhrt ein Venezianer bereits zu Venedig eine cassam publicam zu mangiren und solche um 30/m sd. intachiret und damahls sich auf dem osterreichischen Boden retiriret habe. Zu Görz hat man dieses gewust und danach hat man kein Bedencken getragen, ihme die ständische cassam anzuvertrauen. Sonst aber war er sonderlich in der Ziffer ein sehr geschickter Mann. [437] 29. Vormittag war bey mir der neue P. Rector S. J. P. Apfaltrer. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der Walsche Auersperg. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt abends ist allhier gestorben der H. von Puchenthall, secretarius bey dem Consessu in causis summi principis et comissorum. Er war ein gottesfürchtiger capabler und ehelicher Mann, hatte 4-mahl sich verhayratet und die lezte last er alß Wittwe. 30. Zu Mittag speiste bey mir die Frl. Catharina von Semenitsch und der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich bey der Kriegsbeysteüercommission beym Landshauptman von 4 biß nach 6 Uhr. Dan bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Franzl mit m. Micherle. 31. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen 12 Uhr. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin, wo mich vorhero mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Auf Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi und der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Mr Hofmann. [438] An heütigen Tag anno 1747 hatte mich mein englisches Ehegespandl mit einem jungen Sohndl erfreüet, so in der Tauf Henricus benahmset worden. Vide 21. Marzi. Heüt seyn die vorgester von der Armée zuruckgekomene 432 Croaten in ihr Vatterland abmarchirt. 780 | 1759 Junij 1759 Junij 1. Juni. An heütigen Tag anno 1708 ist mein liebste Schwester Joanna Antonia gebohrn worden. Vide 29. Augusti. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem englischen ausserwahlten Eheherzerle, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt Nachmittag habe angefangen an mein Hauß die neugemacht und bereits angestrichene spanische Fensterbalten anmachen zu lassen. Und seyn in mein Quartier die 8 Fenster in der Facade bereits behanget, auch in denen mezanini 3 festgemacht worden und wird Morgen continuiret werden. 2. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Dr. Purck, sich zu recomendiren anstatt des erst verstorbenen Puchenthall das Secretariat zu bekomen. Abends war ich bey meinem englischen Weiberle, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Heüt habe terminirt alle die spanische Palten in der Facade in mein Quartier, [439] dan in denen Mezaninen und unter meiner beym Dinzlischen in ersten Zimer, weil die übrige gespert seyn, aufschlagen zu lassen. 3. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiem englischen ausserwählten Ehegespändl bey der Meß. Dan in Visite bey dem jungen Mr Häring, der vor einigen Tagen von Venedig, wo er das Fest der Ascensa zu sehen war, retourniret ist und in wenig Tagen nach Wienn revertiren wird, wo er bey dem Consessu Commerciali alß Rath emploiret ist und hier bey H. Kappus, Pulverinspector, logiret. Auf Mittag speiste bey mir Mr Schweiger und Longho. Nachmittag war ich mit m. Micherle in Visite bey dem neuen P. Rector S. J. P. Apfaltrer. Dan bey m. Schwager P. Joseph Erberg, item bey P. Joseph Lukantschitsch, Capuciner. Suchte den Landrath Weber, war aber bey Mr Nemizhoffen. NB. Heüt habe endlich von Mr Mayr die schon lang erwartete Antwort erhalten de dato Wienn den 26. Mai ersthin, worauß ersehen, das die Königin entweder ihre Meinung geändert habe oder niemahls so entschlossen war, mich hinauß zu beruffen, alß mir gesagt worden. Enfin, so sehnlich alß ich leztes gewunschen und gehoffet, ebenso ruhig und vergnügt bin ich auch, das es nicht geschicht, weil alles was von sich selbst, naturlich und ungezwungen geschicht, [440] vor den Willen und Disposition Gottes halte und nichtes anderes verlange noch will, dan fiat voluntas tua. 4. Vormittags war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten bey der Meß. Dan suchte Hauptman Richler, Mad. Wertentall und Mr Weber. War bey Mad. Wolwiz e Br. Schmitthoffen. Auf Mittag speiste bey mir Br. Waic/ard/ Gall mit sein Bruder dem abbé und Mad.le Manon Meling. Heüt ist mein Bedienter Lucas ehelig copulirt worden und sein Hochzeitfest in Cracau, wo er sein Weib stabiliret hat, gehalten. 5. Vormittags war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Ehegemählin bey der Meß. Auf Mittag speiste bey mir Hauptman Richler von Staabsregiment, Giuseppe Zanchi und Mr Longo. 6. Vormittags war bey mir Perscky in mein und seiner Angelegenheit und gehet Morgen mit dem Seethall nach Pruschnig. Von 10 biß Mittag war ich in Rath und præsidirte. Zu Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey der Frl.. Die alte und junge Grafin von Wlagay mit der erstern Tochter Frl. Constantia, welche meine Herzallerliebste, die allemahl bey mir ligt, zu sehen verlangeten, denen ich [441] auch solches mein Eheengl gezeüget habe. Zugleich gabe ich jeder ein von gedachten meinem englischen Ehegespandl unterschribenes Bildl, um solches in ihrem Gebetbüchlein und darmit das würdigste Angedencken zu verehren, wie dan solche Bilder suo loco angemercket zu sehen seyn. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 7. Vormittag war bey mir mein Schwager P. Joseph Erberg S. J. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg, der mir unter anderen gesagt Nachricht zu haben, das der Joseph Barbo alß Verordneter Landschafftpræsident noch ein Jahr verbleiben, bey Außtritt des Carl Gr. von Auersperg in künfftigen Monath December aber der Ignaz Gr. von Engelshauß eintretten und sogestalten die | 781 1759 Junij Resolution einlauffen wird. Bald nach 2 Uhr Nachmittag ist der Domprobst allhier Graf von Petaz nach einer langwürigen Kranckheit gestorben. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Eheengerle, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 8. Vormittag war bey mir der canonicus Raymund Graf von Auersperg sich zu recommendiren [442] 〈vor〉 gester ledig gewordenen Domprobstey. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag nach 4 Uhr ist der gester verstorbene Domprobst Graf von Petaz allhier in der Domkirchen begraben worden. Abends war ich bey meinem englischen herziniglich geliebtesten Ehegespandl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Das Funerale haben bey mir oder bey meiner Frl. Hallerstein geschaut Mad. Erberg, gebohrne Engelshauß, mein Schwagerin Frl. Fränzl von Erberg, Frl. Hochenwarth und mein niece Frl. Mariandl Utschan, item Mr Ziegler. 9. An heütigen Tag anno 1691 ist mein liebster Bruder Georg Sigmund gebohrn worden. Vide 15. Augusti. Vormittag war bey mir abbé Br. Wolf Gall, der nun das vacant werdende Canonicat gerne competiren möchte und ich habe ihm auf sein Ersuchen das Memorial entworffen. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzerle mit meinem Micherle. Dan ein wenig spaziren. 10. An heütigen meines Lebens glückseeligsten Tag ware1182 mein Vermählung mit meinem mir von Gott geschenckten herziniglich geliebtesten ausserwählten englischen Ehegespändl. Vide 16. hujus. Nach 10 Uhr war ich bey diesem herz [443] allerliebsten Eheengl mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Franzl. Dan mit meiner Frl. Lenerle bey denen Schweigerischen in Visite. Auf Mittag speisten bey mir Mr Botoni, Mr Zanchi et Mr Longho. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. Auersperg. 11. Vormittags war bey mir Sr Monari d‘Aquileja. Von 10 biß 12 war ich in Rath. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Mr Hofmann. Dan war ich in Conferenz bey Landshauptman von 3 biß 5 Uhr. Dan bey meiner englischen Allerliebsten, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Gester habe das erstemahl mein Somerkleid angelegt. Heüt habe angefangen in denen mittern 3 Mezaninen die Bretterböden legen, dan auf dem Boden in der höche 2 Behaltnussen mit Zieglenpflastern zu lassen. An heütigen Tag anno 1739 hatte mich mein englisches Ehegespändl mit ein jungen Töchterle erfreüet, die Caterina benahmset worden. Vide 13. Juli. 12. Vormittags war bey mir der Pfarrer zu Stein Br. Apfaltrer, dan Crayßhauptman Br. Taufferer. [444] Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der Crayßamtsofficier Germeg. Spätter war ich mit m. Micherle bey meinem englischen herzallerliebsten Ehemagnetl. Heüt nachmittags habe noch an die übrige Fenster in dinzlischen Quartier die spänische Balten anmachen lassen. 13. Vormittag war bey mir der Geistliche Glavar von der Maltheser-Comenda, filius naturalis des gewesten Malteser-comendatoris Baron Testa Ferrata, dermahligen Bischof zu [–]1183 in pabstlichen Gebieth. Recomendirte sich vor die vacante Pfarr zu Gurgfeld, die nach leztlich erfolgten Todsfahl des H. von Zergollern in Erledigung gekomen. Dan der abbé Br. Wolf Gall in seiner Angelegenheit. 1182 w iz h 1183 Prostor za ime. 782 | 1759 Junij Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war da der Waic/ard/ Br. Gall. Spätter war ich bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich vormittags mein Mich/er/le bey der Meß suppliret hat. 14. Der heütige Tag erinnert mich des vor 6 Jahren, 7 Monathen erlittenen unschazbarsten zeitlichen1184 Verlusts meines englischen herzallerliebsten Ehegespändls, ausserwahlten Gemählin, welche der Allerhöchste alle himlische Freüden genüssen und meine beständige gerechteste Betrübnus bekandmachen, meine schmerzhaffteste [445] und empfindlichste Wunden aber wie biß nun zu also biß zu mein zeitlichen Lebensende unhailbar seyn lassen wolle. Heüt vormittags ist die gewöhnliche Procession gegangen und bey meinem Hauß bald nach 10 Uhr völlig passirt. Dan war ich mit m. Frl. und Micherle bey meiner allerliebwertesten englischen Gemählin bey der Meß. Auf Mittag speiste bey mir Mr de Zanchi et Longho. Nachmittag war bey mir Crayßhauptman in Inner Crain Br. Brigido in Amtsgeschafften. Dan Mr Spieglfeld et Schifferstein, welcher gester mit dem von Merzenhaim von der Commission von Wippach zuruckgekomen ist, wo sie die Inventur des beneficii U/nserer/ L/ieben/ Fr/auen/ in der Au vorgekheret hatten. Gester morgens ist der H. von Häring von hier nach Wienn retournirt und man will observirt haben, alß ob er an seinen Sinnen zu leiden und sich zu verwirren anfienge, wenigst hat er solche specimina von sich gegeben in dem kappusischen Hauß, wo er logiret hat. Heüt Vormittag ist hier angekomen Mr de Petteneg von Wienn mit seiner Gemählin, auch einer gebohrnen Petteneg, und haben ihr Quartier in dem zoisischen Hauß. 15. Vormittags war ich in Rath von 10 biß Mittag und præsidirte, wei[l]1185 præses unpaßlich sich befindet. [446] Nach dem Rath war ich mit dem von Puchner beym Præsidenten Grafen von Herberstein, der aber nicht in Stand war mit unß zu reden. Dan1186 war ich bey Rosenfeld vorlauffig mit ihmo zu sprächen, ob noch auf mein alten Interimsschein ein Geld haben känte. Er gabe mir Vertrostung, doch will ich künfftigen Sonntag mit dem Landschafftspræsidenten deßwegen sprächen. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg in Commercial-Consess-Angelegenheit. Unter einsten erzehlte er mir, das der Alexander Graf von Auersperg den 11ten hujus zu Thurn am Harth von Schlag berühret worden und gestorben seyn. Er wird um 4 oder 5 Jahr jünger alß ich gewesen seyn. Abends war ich bey meiner englischen ausserwählten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1750 hatte mich mein englisches Ehegespändl mit ein jungen Tüchterle erfreüet, welche Maria Aloysia benahmset war. Vide 11. Augusti. 16. An heütigen Tag anno 1726 war der allerglückseeligste Tag meines Lebens, alß an welchen meine englische Brauth und herzallerliebste ausserwählte Gemählin das erstmahl in mein Hauß zu wohnen und in meine [447] Arme gekomen, auch diese von Himel choisirte Ehe mit raichen und angenehmen gottlichen Seegen erfreüet worden ist. Eben so betrübt und schmerzenvoll ware der heütige Tag vor 6 Jahren und 7 Monathen, da dieses mein englisches allesangedenckenswürdigstes Ehegespändl todter auß eben den Hauß zur Grabstatt getragen und von mir dahin in gröster Betrübnus begleitet worden ist. Freüd und Laid ist in dieser Welt wechslweiß. Erstes dauret ein kurze Zeit, das andere biß in Tod. Dahingegen wird auß Gottes Gnade sodan wiederkomen die Freüd und dauren in alle Ewigkeit. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Bey mir war vorhero Ziegler, Schifferstein und Schlud/er/bach. Dan die junge Wittib des vor 8 Wochen verstorbenen alten Schnürmacher. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl mit meinem Micherle. 1184 z popravljen 1185 Orig. weiß 1186 Popravljeno iz Am | 783 1759 Junij 17. Vormittag hat Br. Benj/ami/n von Erberg anhero geführt Mr et Mad. de Petteneg und ihren Brudern samt 2 Frl. Petteneg, die bey mir die Procession geschaut haben. Nach 10 Uhr war ich bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle bey der Meß. Dan war ich bey Merzenhaim und dan bey Mr Weber, mit deme ich concertiret habe, Morgen Nachmittag die [448] schon lang angetragne bumlenische Commission zu halten, weil dienstags unser actuarius Ziegler nach Rattmannstorf zu gehen hat. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war da Mr Dinzl mit der Frl. M/aria/ A/nna/ Taufferer. Dan war ich mit m. Micherle bey den Pettenegischen, suchte Hofmann und Crayßhauptman. Sonsten ist heüt gestorben der leztlich gebohrne Söhnlein des Franz Adam Grafen von Lamb/er/g zu Ebensfeld, wo die dermahlen abwesende Eltern solches ganz gesunder verlassen haben und man will, das die Ame und die Lockerin sich nicht wohl verstanden und diese jener viel Zorn versuchet, sie aber solchen durch die Spinn dem Kind mitgetheilet und dessen Tod causiret hat. 18. Vormittags war ich in Rath von 10 biß Mittag und præsidirte wegen Unpäßlichkeit des Herberstein. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der Geistliche Zergoll quondam præceptor meiner Kinder, dermahlen Caplan zu Stain. Von 4 biß 7 Uhr war ich 〈bey〉 der Kriegssteüerhofcomision. Dan bey Herberstein wegen meiner morgigen Raiß nach Lack. [449] Dan bey meiner englischen ausserwählten Gemählin, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1714 ist gestorben meiner Mutter Mutter Maria Susana, gebohrne Luckantschitsch von Hertenfels. Sie war gebohrn den 7. Augusti 1659. Sie hat sich verhayratet den 13. November 1673 an Johan Ludwig Sarger von Sorgfeld, von welcher Ehe meine liebste Frau Mutter herkomt und eine Erbtochter war. Da nun ihr H. Vatter den 20. Jenner 1675 gestorben hat, sich die Wittib verhayrath an H. Standler und das zweytemahl Wittib an Franz von Craizberg, der sie begraben, dan zur zweyten Gemahlin eine Frl. Topperzer und zur dritten ein Garzarolli gehayratet; sie aber ihn begraben hat. Mithin war meiner Mutter Mutter alt 54 Jahr, 10 Monath, 11 Täg. Gott, lasse sie alle himlische Freüden genüssen. Spätter war bey mir Mr Zergollern. 19. Vormittags um 5 ½ Uhr war ich mit meiner Frl. Hallerstein und m. Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin. Dan bin ich mit meiner Frl. in ein mit 3 Pferdten bespanten Birotsch und m. Micherle zu Pferd nach Lack, meine Schwester die abbesse haimzusuchen. Arrivirten daselbst um 8 Uhr, nahmen ein Milchcaffé und dan machten eine Visite bey dem Hauptmanischen Br. Paungarten. Auf Mittag speisten bey den Klosterfrauen. [450] Bliben da biß 3 Uhr, dan fahreten wie oben nach Ehrenau zum Dinzlischen. Bliben da biß ½ 7 Uhr und retournirten zu Laybach um ½ 10 Uhr. Meiner lieben Schwester, die ich alle Jahr einmahl heimzusuchen pflege, habe 2 lb. Chocolate und ein Kremnizer # verehrt. 20. Vormittags war bey mir Mr Dinzl. Nachmittag mein Schwager Br. Ferdinand. Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Eheengl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 21. Auf Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi und der latainischer Sprachmeister. Gegen Abend war ich bey Mr Hofmann, der sich unpaßlich und betligerig befindet. Dan bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. An heütigen Tag anno 1711 ist m. liebste Schwester Catharina zu Lack Klosterfrau eingekleidet und Maximiliana benahmset worden, dermahlen abbesse daselbst. 22. Vormittags1187 war ich in Rath von 9 biß 11 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. 1187 Pred tem prečrtano: An heütigen Tag 784 | 1759 Junij Nachmittag war bey mir Dr. Knesenhof, der um das Secretariat bey dem Justiz-Repræsentation-Concess einkomen will. Von 4 biß nach 7 Uhr war ich bey [451] der Kriegssteyerhofcommission. Dan bey Mr Hofmann, der noch unpäßlich sich befindet. Dan bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt abends war die widerholte Heimführung des Crayßhauptmans Br. Taufferer Gemählin, welche auß den Ursulinerinenkloster wieder zu ihrem Mann gekomen und von Grafen von Herberstein, soviel ich höre, geführt worden ist. Vide priora 21., 22., 23. et 24. April lezthin. 23. Vormittags war bey mir Possaviz, Pfarrer zu Eisnern. Zu Mittag speiste bey mir Adam Dinzl und1188 der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem englischen herziniglich geliebtesten Ehegespandl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan mit m. Frl. Hallerstein und m. Micherle spaziren. 24. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner Herzallerliebsten bey der Meß. Dan mit m. Fraule bey denen Pettenegischen in Visit. Dan mit m. Micherle bey Mr Nemezhoffen, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Suchten auß eben der Ursach Mr Hofmann, war aber nicht zu Hauß. Auf Mittag speiste bey mir der Geistliche Possaviz und der latainischer Sprachmeister. [452] Abends war ich bey meinem herzallerliebsten Eheenglein. 25. Vormittags war ich in Rath von 10 biß 12 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis von 5 biß 6 Uhr. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz, herzallerliebsten Weiberle, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der sich annoch unpaßlich befindet. Vorhero war da der leztlich von Wienn retournirte chevalier Lamberg, hiesiger canonicus, und der eheistens alß General-Visitator die Malteser-Comenden in allen k.k. Landen visitiren gehen wird. Gester habe uber Livorno und Triest erhalten alle die Stampilien, so in Lisabon und selben Königreich auf Befehl des Hof in Betröf der Jesuitenconduite publiciret worden, in allen 16 Stuck. 26. Auf Mittag speiste bey mir Mad. Utschan, gebohrne Globotschnig, dan Br. Waic/ard/ Gall und Gius/ eppe/ Zanchi. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg, m. Frl. Schwägerin, die ich nach Hauß begleitet habe. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 27. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer [453] Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der P. Joseph Luckantschitsch, Capuciner. Dan Br. Flachenfeld. Von 4 biß 6 Uhr war ich in Rath. Dan bey Mr Hofmann, der sich noch unpäßlich und betligerig befindet. Bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Dan bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 28. Vormittag war1189 ich in der Conferenz in Tabacangelegenheit von 9 biß ½ 1 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir Frl. Josepha Rasp und der latainischer Sprachmeister. Nachmittag der Tschop von Asßling. Dan der secretarius des Landshauptman mit dem Wienner Tabacspatent-Entwurf, so mir der Landshauptman zum Einsehen noch vormittags bey der Conferenz versprochen; hab ihms nach Übersehen gleich zuruckgeschickt. Heüt vormittags ist der General Puebla hier angekomen, auf Mittag bey Br. Flachenfeld gespeist und dan nach Görz abgereist. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 1188 u iz d 1189 Sledi še enkrat prečrtano war | 785 1759 Julij 29. Vormittags war ich bey meiner ausserwahlten herzallerliebsten englischen Gemählin mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey dem annoch unpäßlich sich befindenden H. von Hofmann. Auf Mittag speiste bey mir Hauptman Richler [454] von Staabsregiment, dan Mle Manon mit der busetischen Anna Retl. Nachmittag hielte Consessum Commercialem. Spätter war bey mir M/aria/ A/nna/ Utschan, meine niece. Abends war ich bey Mr Hofmann. 30. Vormittags war bey mir ein gewisser Joseph comte de Pinget, canonicus honorarius zu Viesti in Königreich Neapl. Ist sonst ein Lothringer und studirte zu Paris. Hat gutte Päsß von Rom, Neapl, Triest. Er ist betlarm; ich habe ihm auf seine Bitte 2 abgetragene Hemder, ein Par Strünpf und ein Species Ducaten 〈gegeben〉. Gehet Morgen nach Wienn zu Fusß und wird suchen daselbst sein Glück zu tentiren. Er scheinet wohl belesen zu seyn, ein Poet, und wird noch nicht 30 Jahr haben. Ich gabe ihm ein Addresse an mein Sohn den Franzl S. J. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war bey mir Ant/on/ von Widerkhern. Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzerle, herzallerliebsten Weiberle, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt habe dem Kampfmuller nach Wienn geschickt 6 meine bey der Bergwerckscassa von ein halben Jahr verfallene Interesse Quittungen per 25 fl., 25 fl., 32 fl. 30 kr., 12 fl. 30 kr., 45 fl. et 75 fl., zusamen 215 fl. zum Eincassiren. 1759 Julij 1. Juli. Vormittags war ich mit meinem Micherle bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl bey der Meß. [455] Dan in Visite bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl, der ich auch wegen baldiger Freyheit und Hieherkunfft meines Lucasl anvertraüet habe. Dan war ich bey dem alten Steinberg, die Portraits zu sehen des M. et Mad. Pilligraz und ihren 3 Frl., dan der Mad. Longville. Auf Mittag speiste bey mir der Ant/on/ von Widerkhern und Sr Zanchi. Nachmittag war bey mir der chevaliere c. Pinget, deme ein Schnupftüchl sarcari, ein Par Kniepantlschnallen, ein Hut und ein Par Schuh geschenckt habe, item ein baumwollene Taghauben. 2. Vormittag war abermahls bey mir obiger c. Pinget, deme ein Par schwarzlederle Hosen erkaufft und geschencket habe und wird heüt oder Morgen abreisen per pedes. Er klagte mir, das ihm hiesigen Jesuiterrector nur 2 17ner gegeben habe. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich bey der Hofcommission in Kriegssteüer-Sachen von 4 biß 7 Uhr. Dan bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der noch unpäßlich und betligerig ist. 3. Vormittag war bey mir Ant/on/ Widerkhern. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Vorhero war bey mir Mad. Neühauß, Wittib. Vorhero verwittibt geweste Gr. Liechtenb/er/g, [456] eine gebohrne Br. Valvasor, die ausserordentlich lamentirte, das sie von ihrem Hauß allhier ein Darlehen præstiren soll per 6 fl. 5 kr. Um diesem lähren Lamentiren ein End zu machen, habe ich vor sie das Darlehen erlegt. Ihr geschicht eine Gefalligkeit und ich verlühre nichtes. Gegen Abend war ich mit m. Micherle bey meiner englischen Gemählin, wo er mich vormittags bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mad. Wertentall. Dan bey Mr Hofmann. 4. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 2. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Zugleich ließ mir der Hauptman von Lack Br. Paungarten sein, seiner Gemählin und Frl. Tochter Ankunfft zu 786 | 1759 Julij wissen und bald darauf kamen sie selbsten zu mir, die ich sodan in ihr Absteügquartier begleitet hab, biß sie um 6 Uhr wieder nach Lack abgereist seyn. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 5. Auf Mittag speiste bey mir Cameralzahlmeister Bottoni. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. Dan bey meinem englischen Ehegespändl. Bey Mr Hofmann, bey m. Schwägerin Frl. Fränzl. Vormittag war bey mir Baumeister Persky, mit dem ich nur einen beylau [457] figen Uberschlag gemacht, was mich mein vorhabendes kleines Gebau an der Stadtmaur kosten därffen, alß: - Eysene Stöck vor die Pfürten circa 10 fl. - Einschlagen und Schuttweg raumen 50 〈fl.〉 - 53 Klaffter Maurstein und Maurer à 6 fl. 318 〈fl.〉 - 17 Klaffter Quaterstein à 5 fl. 85 〈fl.〉 - Dachstuhl samt Holz 50 〈fl.〉 - Eisen 6 Centen samt Arbeith 60 〈fl.〉 - Fenster 13 à 2 fl. 26 〈fl.〉 - Thör 9 à 5 fl. 45 〈fl.〉 - Extra bey 7 Klaffter Quaterstein vor den Fischkalter etc. 60 〈fl.〉 - Dachziegel circa 12/m à 12 fl. 47 kr. 153 〈fl.〉 24 〈kr.〉 Summa 857 〈fl. 〉 24 〈kr. 〉 Wie dieses zutreffen wird, lehret die Zeit. 6. Vormittag war ich in der Hofcommission in Angelegenheit der Unter-Crainer Poststrassen von 9 biß 12 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich in der Hofcommission, die Kriegsbeysteüer betröfend, von 3 biß 7. Dan suchte den canonicum Wolwiz, Erzbriester in Ober Crain, der Morgen nach Lack verreiset und fande ihn bey Br. Schmitthoffen. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. An Heüte habe ich 62 Jahr meines Alters zuruckgelegt. Gott seye dafür danckgesagt und erhalte mich dieser noch [458] die übrige meine Lebenstäge, die mir der Allerhöchste wird schencken wollen, in seiner göttlichen Gnade. Eben an heütigen Tag anno 1727 hatte mich mein englisches herzallerliebstes Ehegespändl zu meinem Bindband mit einem jüngen Sohnlein erfreüet, welches Antonius Sebastianus in der H. Tauf benahmset worden und hat diesen Erstling der Allerhöchste den nehmlichen Tag zu sich genohmen. 7. Vormittag war bey mir Schifferstein. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Crayßhauptman Br. Taufferer. Abends war ich mit meinem Micherle bey meinem englischen Magnetl. An heütigen Tag anno 1742 hat mich mein englisches Ehegespändl mit ein Töchterle erfreüet, so in der H. Tauf Antonia benahmset worden. Vide 11. April. 8. Vormittag war bey mir der Oberamtscontrolor Ayersperg wegen Aufsuchung einer Tariffen de anno 1696. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemahlin bey der Meß. Dan bey Carl-Hochenwartischen, wo ich mein Frl. abgeholt. Auf Mittag speiste bey mir Mad. Longville, Mad.le Manon Meling mit der busetischen Anna Retl, Sr Giuseppe Zanchi e Longho. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Auersperg. [459] An heütigen Tag anno 1729 war gebohrn mein Schwager Anton Baron von Erberg. Vide 20. Jenner. 9. Vormittags war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Bey mir speiste auf Mittag der latainischer Sprachmeister. Gegen Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit m. Micherle, der mich vormittags daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan gieng mit ihm und m. Frl. spaziren auf dem Wasser. | 787 1759 Julij An heütigen Tag anno 1691 ist gestorben meiner herzallerliebsten Gemählin Vatters Vatters Vatter Leonhardus von Erberg. Er war gebohrn den 6. November 1606, hat also gelebt 84 Jahr, 8 Monath und 4 Täg. 10. Vormittags war bey mir Julius Gr. Buccelleni. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nach 6 Uhr Nachmittag war ich bey meinem englischen Ehegespändl mit m. Micherle und m. Frl. Dan fahrten zu der Saw-Brucken, den H. von Hofmann zu besuchen, der sich alldort befindet, den Lufft zu ändern und seine Gesundheit zu recuperiren und retournirten um 9 Uhr abends. Heüt vortags um 3 Uhr ist von hier nach Gräz Sr Bottoni, der 40/m fl. mit [460] sich dahin geführet hat. 11. An heütigen Tag anno 1661 ist meiner herzallerliebwertesten Gemahlin ihres Vatters Mutter Susana Margaretha Dinzl von Angerburg gebohrn worden. Vide 3ten November. Vormittags war bey mir vocatus der Mauthoberamtscontrolor von Eyersperg in seiner Amtsangelegenheit und Tariffensweesen. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich bey der Kriegssteyercommission von 3 biß 5 Uhr. Dan bey meiner Frl. Schwägerin, die ich biß zu den Jesuiten in die Litaney begleitet habe. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz, herzallerliebsten Weiberle. 12. Vormittag war ich mit m. Frl. Hallerstein und m. Micherle bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl bey der Meß. Dan bey den Busetischen in Visit. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. 13. Vormittag war ich in Rath von 9 biß 12 Uhr. Zu1190 Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag hielte die erste Comission wegen des in der Landschafftscassa sich geaussersten Verstoss per 5500 fl. von 5 Uhr biß nach 6 Uhr. Dan suchte Nemizhoffen. Bey mir war Puchner. Spätter war ich bey Hofmann, der [461] heüt morgens von der Sau-Brucken anhero revertiret ist,1191 ohne sich in bessern Gesundheitsstand zu befinden. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Mich/ er/le suppliret hat. 14. An heüt sey 6 Jahr und 8 Monath, das ich den kostbarest und unschazbaren zeitlichen Verlust meiner herziniglich geliebtesten ausserwahlten englischen Ehegespändl beweine. Gott, lasse dieses mein herzallerliebstes Weiberle die ewige himlische Glückseeligkeit genüssen und meiner unvergessen seyn. Eben an heütigen Tag anno 1741 ist mein liebstes Töchterle Catharina gestorben. Sie war gebohrn den 11. Juni 1739, mithin hat sie gelebt 2 Jahr, ein Monath und 3 Tägen und wird jezo zur Freüde seyn ihrer allerliebwertesten Mama. Heüt vormittags war bey mir Schluderbach in Nahmen Carl Aursperg. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Vorhero war auch bey mir Nemizhoffen. Nachmittag Perßky mit einem neuen Dessein des Laybach-Flusß von der Schuster-Brucken an biß zur Spittal-Brucken in Angelegenheit meines vorhabenden neuen Gebau an der Stadtmaur, welches Dessein er auf Verlangen Br. Flachenfelds entworffen hat. [462] Spätter war ich bey meinem englischen Eheherzl mit m. Micherle. Dan bey dem H. von Hofmann, der sich in seiner Gesundheit noch übler alß biß anhero befindet und betligerig ist, auch Morgen eine neue mit seinem Ordinari dem Polini und heüt zugezogenem Dr. Baronio concertirte Chur mit der china anfangen wird. 15. Vormittags war ich bey meinem englischen Eheherzerl bey der Meß mit m. Micherle. Dan bey Mr Hofmann, bey m. Schwägerin Frl. Fränzl. 1190 Z iz S 1191 Pred tem prečrtano sich 788 | 1759 Julij Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir canonicus Auersperg, sich um die hiesige Domprobstey zu recommendiren. Dan Br. Flachenfeld wegen mein neuen Gebau und Extension der Maur in dem Laybach-Flusß. Dan Fosconi von Triest et der Persky. 16. An heütigen Tag, laider Gott, vor 6 Jahren und 8 Monaten ist mein englisches Ehegespändl, mein in dieser Welt einzige Freüd, Trost und Vergnügen todter, nachdem ich es noch völlig derküsset und mit Trännen benezet habe, auß meinem Hauß zur Grabstatt getragen und von mir, ach Gott!, mit Weinen, Jammern und Weheklagen begleitet worden. Von 10 biß ½ 1 war ich in Rath. [463] Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag von 3 biß gegen 7 Uhr war ich in der Kriegssteyercommission. Dan bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 17. Vormittag war bey mir der secretarius Hentl in Amtsgeschäfften, dan Schifferstein. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir protomedicus Vidmayr vocatus. Item Crayßhauptman Br. Taufferer vocatus in Amtsgeschäfften. Spätter war ich bey meinem englischen Magnetl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der zu reconvalesciren scheinet. Heüt morgens um ½ 8 ist mein Frl. Hallerstein mit Frl. Erberg nach Ruzing zu den Schweigerischen und abends vor 9 Uhr ist sie retournirt. Heüt Nachmittag habe den Orth, wohin das Wasser von denen Abgußsteinern fallt und sonst der Stallmist ware, völlig saubern, auch die Öfnung zum untern Abtritt mit ein festen Thörl versperren1192 und das Terrain mit Schutt beschitten lassen. 18. Vormittag war bey mir medicus (proto) Vidmayr in Viehumfall-Sachen. [464] Auf Mittag speiste bey mir Carl von Bottoni und Giuseppe Zanchi. Erster ist heüt morgens von Gräz retournirt, wohin er auß hiesigen Cassa 40/m fl. getragen hat. Heüt habe meiner liebsten Schwester Abbtisin zu Lack 3 tomos von Drexelli in Regal geschickt. Nachmittag war bey mir medicus Knée mit dem Rapport in Viehumfall-Angelegenheit. Spätter war ich mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten Gemählin. Dan bey dem H. von Hofmann. 19. Vormittags war1193 ich in Rath von 10 biß gegen Mittag. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz, allerliebwertesten Eheengerle. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich in Commission wegen in der Landschafftscassa sich geausserten Verstosß von 5500 fl. von 4 biß 7 Uhr. Dan bey m. Schwägerin Frl. Fränzl, wo ich ein halbes Stückl feine Schweizer Leinwath von 25 Wienner Ellen per 22 fl. außgewählt habe vor 6 Hemder vor meinen erwartenden Lucasl. Dan bey Mr Hofmann, der da zu reconcalesciren scheinet. 20. Vormittags war bey mir protomedicus Vidmayr in Sanitatssachen. Insimili 2-mahl medicus Knée, der heüt abends nach Hilzeneg abzureisen hat. [465] Bey mir war Dr. Garzarolli in seiner Angelegenheit wegen der Kriegssteyer. Dan Mr Nemizhoffen wegen meines neuen Gebaüde. Item Ziegler nomine præsidis wegen Landschafftscassa-Verstosses. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag hielte Consessum Sanitatis von 2 biß 3 Uhr. Von 3 biß 6 Uhr war ich in der Kriegsbeysteyercommission. Dan bey meinem herziniglich geliebtesten englischen Ehegespandl mit m. Micherle, der mich vormittags daselbst bey der Meß suppliret hat. 1192 Sledi prečrtano lassen 1193 Nato prečrtano bey | 789 1759 Julij Dan bey den Busetischen, wo ihr Schwester, die Mariandl, an heüt 42 Jahr ihres Alters zuruckgeleget hat. Gester war auch bey mir m. Schwager P. Joseph Erberg S. J., der mir erzehlte, wie das ihn sein H. Vatter gebetten, ihm zu verhelffen, das er auß dem Hauß gehen und zu Hauß mit Br. W/olf/ D/aniel/ und der Frl. Franzl speisen därffte. Und da P. Joseph geantwortet, das dieses nicht wohl seyn käne, weil er sich nicht in gutter Gessundheit, die ihm alle wünschen, befindet, so hat ihn der H. Vatter angefangen und endlich vortgeschafft sagend, er seye eben so gesund wie er und anderen etc. 21. Vormittag war bey mir Frater Xaveri Ganozzi, ein Ermit, der einige Reisen nach dem [466] Gelobte Land Jerusalem gemacht hat. War in Cypern, Candia etc. und komt leztlich von Neapel, Rom etc. und gehet nach sein Ermitage in Hungarn. Ein Man von 33 Jahren war vorhero in chürsachsischen Kriegsdiensten alß Hauptmann und sonst wohl häbig, hat auch viel schene und curieuse Sachen mitgebracht. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war jemand von Neüstadtl bey mir nomine daselbstiger Fleischhackern. Spätter war wieder eine Beschau wegen meines Neugebau von Stadtmagistrat und allehand Nachbahrsleüthen dieß- und jenseits des Wassers, mann- und weiblichen Geschlechts, die H. von Nemizhoffen alß in Sachen commissarius zusammengebracht. Ich war bey meinem englischen Ehespändl mit m. Micherle. Dan bey Mr Hofmann, der sich, Gott Lob, besser befindet. Vorhero war bey mir der Crayßamtsofficier in Amtsgeschäfften. 22. Vormittags war ich bey meinem herzallerliebsten Ehegespandl mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey Mr Nemizhoffen, der heüt 59 Jahr seines Alters zuruckgelegt hat. Dan bey Mad. Erb/er/g, gebohrne Engelshauß, die heit 51 Jahr ihres Alters zuruckgelegt hat. [467] Auf Mittag speiste bey mir abbé Wolfgang Br. Gall, Sr Zanchi et Sr Longho. Nachmittag fahrte mit m. Micherle auf dem Wasser spaziren und habe ihn zugleich in Schwimen instruiren und exerciren lassen. 23. Vormittags war ich in Rath von 10 biß nach 12. Nachmittag war ich in contradictorio von 3 biß 5 Uhr. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl, dan Mr Hofmann. Spätter bey meiner englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 24. Vormittags waren bey mir eine Burger und Schizen wegen des eingestelten Scheibenschiessens und Beförderung des dießfälligen Commissionsaugenscheins etc. Dan der Perßky, mit deme ich wegen denen Müstgruben an meinem Hauß zu errichten die Sache abgeredet. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der Geistliche Bartolis wegen Kriegsbeysteyer. Um 7 Uhr habe die Commission bey der Schießstatt vorgenohmen und sowohl den Kappus alß den Stadtmagistrat und die Schüzen vorgeruffen. Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl mit m. Micherle, der mich vormittags daselbsten bey der Meß suppliret hat. [468] Dan war ich nochmahls bey der Salniterhütten, um ein so anderes besser zu bemercken. 25. Vormittags war ich mit m. Micherle bey meinem englischen Weiberle, herzallerliebsten Ehegespändl bey der Meß. Dan suchte Gr. Herberstein, war aber auf der Jagd. Bey mir *war* einer von denen Scheibenschüzen, deme gesagt, biß Ruckkunfft des præsidis sich des Schiessen zu enthalten. Dan war bey mir Kappus im Angelegenheit seiner Salnitersiederey etc. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Oberland, mir nomine præsidis zu vermelden, das er sich respectu des Scheibenschiessen in mich remittire. Dan war bey mir vocatus ein Scheibenschüz, deme gleich gesagt, das sie wieder wie sonsten schiessen känen. Abends war ich mit m. Fraule und m. Micherle spaziren. 790 | 1759 Julij Heüt habe von Ant/on/ von Widerkhern Brief erhalten, das sein leztlich von Rom kranker retournirte Bruder Philipus zu Klein Lack den 21. hujus um halbe 5 Uhr Nachmittag verstorben seye. 26. Heüt ist meines herziniglich geliebtesten Ehegespändls, meiner englischen Mäntscherle Nahmenstag. Sie wird sich in jener glückseeligsten [469] Welt meiner wie ich allhier ihrer in Gott erinnern. Nach 10 Uhr war ich bey dieser meinem außerwählten englischen und herzallerliebsten Mariandl mit meinem Micherle bey der Meß. Dan suchte Hauptman Daschkowsky und war bey seiner Gemählin, die auch heit ihren Nahmenstag celebriret. Dan bey der1194 Hauptman Pißeckerin, die in nehmlichen Hauß wohnt. Dan bey Mr Hofmann, der sich annoch unpaßlich befindet. Dan bey Mad. Erberg, gebohrne Engelshauß, die heüt eben ihren Nahmenstag celebriret. Auf Mittag speiste bey mir der Longho und der latainischer Sprachmeister. Gegen Abend war bey mir Kappus, Pulver- und Salniterinspector, deme den Inhalt meiner heüt eingereichten Relation wegen seiner Salniterhütten und der Schiesßstatt gesagt habe. Spätter war bey mir der hungarische Eremit, mit dem und der stembergischen compagnia mein Micherle auf dem Wasser spaziren gefahrn. Heüt Nachmittag ist ein kleine historiette passirt: der Sigerle Graf von Liechtenb/er/g, der vor bledsinnig passirt, hat heüt mit seiner Gräfin seine Andacht verrichtet. Um 11 Uhr ist er1195 von hier über Wienn zur Armée abgereist in sein Stadtswagen und mit [470] Pferdten und Kutscher. Hat sich auch von seiner Gemählin beurlaubt, da es schon eingespand und sie nicht mehr in Zeit war, es zu berhindern. Sein Sequester hat ihm dieser Tagen 60 fl. gegeben, 10 fl. davon gabe er seiner Gemählin und 50 fl. nahm er mit sich nebst ½ Duzet Hemden. Die Zeit wird lehren, wie und wan er wieder zuruckkomen wird. 27. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ Uhr. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister nahmens Jessenko. Von 3 biß 6 Uhr nachmittags war ich in der Kriegsbeysteyercommission. Dan suchte den Crayßhauptman, der abwesend und zu Weixlberg sich befindet. Sprache aber mit dem Geremeck, Crayßamtsofficier, wegen der Verordnung, die heüt an ihn ergehet wegen Processirung der 2 Schneidermeister – Hämerle und Chrischey, und dan, das er dem Gesellen N. Kluger sowohl das Burger- alß das Schneidermaisterrecht ex officio und unentgeltlich verschaffen solle, wie ich in Sachen heüte referiret habe. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan bey Mad. Werthenthall, der ich heüt außgeholffen, das sie von der Kriegsbeysteyer wie billig disponiret worden. [471] Oberwehnte Schneiderangelegenheit bestehet in deme, das den 15. hujus eine Schneidercompania sich in einem Wirtshauß belustigte. Und1196 nachdeme sie auch zu raisoniren und über die neue Zeitungen zu politisiren anfiengen, nahm der Maister Hamerle ein Glaß Wein und trancke *auf* die Gesundheit in folgenden terminis: »Es lebe der König in Preüssen rechter Hand und die Königin in Hungarn und Bohmen lincker Hand.« Da war ein Gesell des Maister Saur nahmens N. Klueger, deme diese Gesundheit nicht gefiele, und sagt zu dem Hamerle, das es sich ihme alß einem osterreichischen Unterthan nicht gezimme, sogestalten zu reden. Hierauf gab diesem Gesellen der Maister Chrischey ein Ohrfeigen mit Vermelden, das es sich einem Gesellen nicht gezimme, einen Maister zu corrigiren. Der Maister Sauer nahme sich seines Gesellen an und sie verfiellen in Wortstreit und allerhand Vorwürfen etc., welches hier pro curiositate anmercke, weil der Gesell von Obrigkeit wegen belehnet, die 2 Meister aber seiner Zeit bestraffet *, heüt aber allschon arrestirt* werden. 28. Vormittag war bey mir Persky, der denen Maurern die Müstgruben angegeben. Um Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Um solche Zeit ist der Bau an [472] der Mistgruben von dem Stadtmagistrat eingestellet worden. Nachmittag habe in absentia des Crayßhauptman den Amtsofficier ersucht, den Magistrat über die Ursach gedachter Einstellung zur Rede zu stellen und mich dieser zu meinem Verhalt zu benachrichten. Abends war ich mit m. Micherle bey meinem herzigen Weiberle, allerliebwertesten Gemählin. 1194 d popravljen 1195 Sledi za skoraj celo vrstico prečrtanega nečitljivega besedila. 1196 U iz u | 791 1759 Avgust Dan bey Mr Hofmann, der noch immer unpäßlich sich befindet. 29. Vormittags war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey Dr. Kappus, um da er mich patrocinire in deme, das mein Nachbar Bartoloti per ein Standrecht das Plazl an der Stadtmaur verlanget, so ich von Stadtmagistrat gegen jahrlichen Zinns an mich gebracht sub 14. Augusti voriges 1758ten Jahrs und deßwegen zu dem Landrecht recurriret ist und welcher recurs mir Morgen zu komen därffte. Dan war ich bey Crayßhauptman Br. von Taufferer wegen der mir gester zu errichten eingestelten Müstgruben. Auf Mittag speiste bey mir der Giuseppe Zanchi und der latainischer Sprachmeister. Dan war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg in Visit. Abends war ich mit m. Micherle bey H. von Hofmann. [473] 30. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 12 Uhr. Bald in Anfang ist der præses zu der Oberin von Ursulinerinen, um eine Camerfrau, davon ihme1197 Mr Mayr geschriben, ins Kloster zu bringen. Sie heüst Wobserin oder Wobesserin. Dan war ich bey meinem englischen Eheherzerle, wo mich vorhero mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Im Nach-Hauß-Gehen fande den Crayßhauptman Br. von Taufferer samt dem Dr. Novack in loco, wo mir die Mistgruben zu errichten difficultirte werden will und habe die Sache erleütert und beygelegt und soll dem Novack, weil er es verlangt, von Crayßamt wegen meine Declaration intimiret werden. Dan war ich bey den Dinzlischen, die heüt von Ehrenau gekomen seyn. Auf Mittag speiste bey mir Bottoni und der latainischer Sprachmeister. Dan war bey mir Persky, deme anbefohlen, Morgen ein oder ein Par Maurer zu schicken, um die Mistgruben zu terminiren. Von 5 Uhr biß ½ 7 Uhr war ich in Rath in contradictorio wegen eines Recrouten. Dan suchte den Crayßhauptman, deme ich die heütige Einverständnus mit dem Novack sogestalten ebenchirt1198 habe, alß ich glaube, das ihm intimirt werden känte, [474] war aber nicht zu Hauß. Dan war ich bey Mr Hofmann. 31. Vormittag war bey mir Persky et Schluderbach. Auf Mittag der latainischer Sprachmeister. Nachmittag hielte Commission wegen Crainburger oeconomical status. Dan war ich bey meiner geliebtesten englischen Ausserwählten mit m. Micherle. Dan bey Mr Hofmann, an dessen Außwurf ein Blut wahrgenohmen wird. Gegen Abend ist hieher gekomen der Geistliche von Arch, der bey mir logirt. 1759 Avgust 1. Augusti. Vormittag war bey mir Carl Apfaltrer, deme ich vor ihme, seine Gemählin und Töchter einige von meiner englischen Gemählin unterschribene Andenckenbilder gegeben habe. Auf Mittag speiste bey mir der Geistliche von Arch und der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem ausserwählten herzallerliebsten Ehegespändl mit m. Micherle. Dan bey Mr Hofmann, der heüt Vormittag auf dem Fuß zur Ader gelassen und sich was besser befindet. Heüt ist alle Arbeith an meinen Flüssen hinter der Maur nachst des Dr. Novack-Hauß, nach deme ich sie gester habe durchauß und biß in dem Laybach-Fluß saubern lassen, verfertiget worden, sodas nun nur noch die hülzene Rohren zu denen Abgußsteinern abgehen von nächsten gemacht werden. [475] Gegen 1 Uhr Nachmittag hat es auf einmahl ganz unvermutet ein Blizer gemacht und zugleich eingeschlagen auf der Petters-Vorstatt in des Persky Hauß, war aber nur ein Wasserstreich. Einem Ledrer, der mit dem Persky in Fürhauß gestanden, hat es an lincken Arm und Beiner gestreifft, so das er gleich zur Ader lassen und sich legen müssen. In des Persky Zimmer hat viel Schaden hin und wider gemacht und zum Gluk war weder sein Weib noch Kinder darinen. Dieses Wetter hat kaum ½ Minuten gedauret. 2. Auf Mittag speiste bey mir Mad. Utschan, gebohrne Globotschnig, dan Bottoni und Longho. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr. 1197 me popravljeno. 1198 Popravljeno iz ebenschirt 792 | 1759 Avgust Anbey meiner ausserwählten englischen Gemählin, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der sich meines Erachtens stetts besser befindet. Abends souppirte bey mir Mad. Utschan, die m. Micherle nach Hauß begleitet hat. Vorhero war ich auch bey denen Franciscanern, wo heüt das erst celebriret worden. 3. An heütigen Tag anno 1751 hat mich mein liebstes englisches Ehegespandl mit einem jungen Söhndl erfreüet, welches in der H. Tauf Ignatius benahmset worden. Vide 14. Marzi. Auf Mittag speiste bey mir obgedachte Mad. Utschan, die heüt zur Ader gelassen und nachmittags nach Flednig abgereiset ist. [476] Nachmittag war bey mir Schluderbach vocatus, den ich ersucht mit Stadtsyndico Raditsch zu reden wegen meiner s. v. Mistgruben, die ich an meinem Hauß hinter Maur machen lasse nachst den grossen Stall und was weniges auf die Gassen extendire und das ich mich deßwegen erbiete, allenfalls ein Revers vor mir zu geben, das ich solche jedesmahl sogestalten gut und sicher erhalten wolle, das denen auch mitfuhren daselbst passirenden zu keiner weder Gefahr noch Hindernus seyn solle. Dan habe auf dem obersten Boden ober m. L. M.le grossen Zimer noch eine Dachöffnung, um mehrere Liechte zu haben, machen lassen, wo ich intentioniret bin, mein Garderobe zu haben, um die Mezaninzimer von denen conservirenden Sachen zu debarassiren. Gester hat mir der Mahler [–]1199 des Grafen von Herberstein Portrait, so ich vor mich habe machen lassen, fertiger gebracht. Heüt vormittags war hier der landständische Landtag über verschiedene Hofpostulata. Gegen Abend war ich bey meinem ausserwählten Ehemagnetl mit m. Mich/er/le. Spätter bey Mr Hofmann. 4. Vormittags war bey mir Wolfgang abbé Br. Gall, deme die Original-Banco-Obligation per 1500 fl. in capitali an die Fraüle Xaveria Freyin von Gall dermahlen vermählte Illiaschiz [477] lautend, behändiget habe nebst einen Aufsaz *der Quittung* vor die von 11. Augusti voriges biß 11. hujus mit 75 fl. verfallenen Interessen, um das er alles ihren gewesten curatori dem abbé Leopold Br. von Gall sicher zu komen mache und die Interessequittung von ihr Mad. Illiaschiz fertigen und mir zu komen lasse, da ich ihro dan das Interesse zu Wienn werde behöben lassen und allhier bezahlen. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Vorhero war bey mir der Crayßhauptman Br. Brigido von Adlsperg. Ingleichen der Schluderbach und der Persky. Den Schlud/er/bach hatte ich ersucht, mit dem Stadtschreiber Raditsch zu reden, weil sich einige von der Stadt indeme aufhalten, das ich mein s. v. Mistgruben an meinem Hauß etwas in dem Weeg oder Gassen extendiret habe. Und ich habe mich erbothen allenfalls ein Revers von mir zu geben, das diese Müstgruben jederzeit bedeckt und in baulichen Stand erhalten werden solle, das niemand Ursach haben wird, sich darwider zu beschwehren. Dieser grobe Knopf der Raditsch ließ mir auf ein so hofliches Begrüssen sagen, ich sollte die Arbeith einstellen biß ich den Revers dahin schickt. Und ungeacht ich ihm durch den nehmlichen Schluderbach sagen ließ, [478] das ich ihm den Revers heüt abends gewiß schicken wolle und das die Gruben noch vor den Abend vollständig verfertiget werden wird, hat er gleichwollen nachmittags deren Arbeitern die Arbeith einstellen lasse, welches ich nachstens bey der Repræsentation anzeügen und um Schuz wider diese grobe und ungeschliffene Leüth anzulangen, denen ich doch und in specie dem Raditsch vielle Höfflichkeiten und Gestalligkeiten gethan. Si ingratum dixeris, omnia dixeris. NB. Hätte ich ihm nicht beschickt oder besser zu sagen, wäre ich nicht höfflich gewesen, wurde er nicht grob gewesen seyn. Ein jeder hat seinen Früchte producirt. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der sich in seiner Unpäßlichkeit etwas besser befindet, jedoch sagt sein ordinarius der Dr. Polini, das er von dieser Kranckheit nicht genesen wird. Si ita, so wird das Sprichwort wahr: »A dry cough is the trumpeter of death.« Und er hat stetts ein solche Husten, ohne das er jedoch in der Brust ein Schmerzen empfindet. 5. Heüt vormittags hat Mr Longho bey mir aufgeführt seinen gutten Freund Paulo Casati, der zu Prag stabilirt ist, 1199 Prostor za pri mek. | 793 1759 Avgust ein Gewürzhandler beym Goldenen Creüz [479] in der Altstadt, der sich aber nun lediglich auf dem Wechsl gelegt hat. Er ist von einigen Wochen her in Wittibterstand und lebte in der Ehe nur bey 10 Monath. Hat doch ein kleines Söhndl. Er gehet nun Triest zu sehen und komt in 8 Tagen wieder zuruck nach Prag zu retourniren. Er hat mit sich einen jungen Schlesinger nahmens Heüßler, der ers jura gehört hat. Nach 10 Uhr war ich bey meinem englischen Weiberle, herzallerliebsten Ehegespandl mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey meinem Advocaten Kappus in meinen Angelegenheiten wegen Bartolotis, der mir einstehen will vor das Plazl an der Stadtmaur etc. Auf Mittag speiste bey mir der Zanchi von Fiume. Nach Mittag war da wieder der Longho, Casati und Heißler, die auf der Tuchfabric zu Mittag geessen in compania meines Micherle. Dan war da der Sepperle Seegenreich, der gerne nach Gräz oder Wienn gieng, sein Glück zu suchen, welches ich aber absolutè nicht haben will, sondern das er bey seinem Maister bleibe und sich fleissiger auf sein Handwerck applicire. Dan der Schifferstein, der mir erinnert, das sein Vetter der canonicus [480] mir 5/c fl. biß ultima Decembris darleichen und Morgen bey 100 Thaller allhier außzahlen lassen, den Überrest aber zu Wienn assigniren will, wovor ich dem Schifferstein obligiret bin, weil ich sonsten mein Gebau auf das Wasser nicht hätte anfangen känen, indeme die Besoldung und Pensionen nicht bezahlt werden, weder die bey denen fundis publicis angelegte Capitalien. Mithin kan ich mich weder meines aigenen Gelds weder des im Verdienst gebrachten prævaliren, danebst aber gleichwollen die Capitalisten-Kriegsteyer-Darlehen etc. sans remission und punctual erlegen. Abends war bey mir Perskhy vocatus, deme anbefohlen, Morgen die nöthige Maurern zu verschaffen und die Arbeit, solang noch das Wasser klein ist und die gutte Zeit zulasset, gleich anzufangen. 6. Heüt morgens habe mein neues Gebau angefangen. Und weil ich zum Recinet oder Wehr in Wasser ein lähres Schif, dan aber ein Läm nöthig habe, so habe mit dem Wasserthorwarter um das lähre Schif taglich 15 solt und um jedes Schifläm per 12 Pazen verglichen. Von 10 biß gegen Mittag war ich in Rath und præsidirte, weil der præses unpaßlich sich befindet, wie *er* mir solches durch sein secretarium den Oberland hat sagen lassen. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich [481] vorhero bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich in der Kriegsveysteüercommission von 3 biß 6 Uhr. Bey meiner Fraule fande ich die Frl. Hochenwarth, die ich nach Hauß begleitete. Dan war ich bey Mr Hofmann. 7. Vormittags habe mir einige hiesige Tuchmuster sehen lassen vor 2 Kleider vor m. erwartenden Lucasl, habe aber nichtes Gefälliges gefunden, mithin solche nach Wienn bestelt mit anderen zu gehören. Bey mir waren 2 Schneidermaister, um die Entlassung 2 Arrestirten zu bitten. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit m. Mich/er/le. Dan bey Mr Hofman. Hernach bey den Dinzlischen, die Morgen nach Ehrenau retourniren. An heütigen Tag anno 1659, mithin just vor hundert Jahren, ist meine Mutter Mutter Maria Susana Sarger von Sargfeld, gebohrne Luckantschitsch von Hertenfels, gebohrn worden. Vide 18. Juni. 8. Heüt morgens um 8 Uhr seyn die Dinzlischen von hier nach Ehrenau retournirt. Bey mir war der Oberamtscontrolor H. von Eyersperg vocatus. Dan der Oberbeck von Proviandamt wegen Überlifferung der 88 Lablein von hier nach Oberlaybach alle Tag vor die [482] zu Oberlaybach, dan auf der Strassen in 2 Plockhaüsern stehende militares. Auf Mittag speiste bey mir der Calculationszahlamtscassier Carl von Bottoni und der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir der Ziegler, Concepist. Spätter war ich bey meinem herzigen allerliebwertesten Ehegespändl mit m. Micherle. Spätter bey Mr Hofmann. 9. An heütigen Tag anno 1706 ist mein liebste Schwester Francisca Josepha gestorben. Sie war gebohrn den 5. Marzi 1705, mithin hat sie gelebt 1 Jahr, 5 Monath und 4 Täg. Sie wird bey meiner englischen Gemählin, ihrer Schwägerin, die himlische Freüden genüssen. 794 | 1759 Avgust Bey mir war der Verwalter von Görtschach mit Bitte, die Haüte von dem umfallenden Rindvieh abziehen lassen zu därffen, welchen ich auf die dießfalls erlassene Verordnung angewiesen. Von 10 biß nach 12 war ich in Rath und præsidirte bey Unpäßlichkeit des præsidis. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nach Mittag war bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer in Amtsgeschäfften. Dan der Fränzl Br. Apfaltrer, der wieder alß Crayßadjunct nach Adlsperg zu gehen hat. Spätter war ich bey meiner ausserwählten Herzallerliebsten, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann. [483] Heüt abends ist der Sigerle Graf von Liechtenberg von Wienn wieder hieher retournirt und auf Befehl des Hofs von einem Regierungscancellisten begleitet worden. Der Agent Schmidt, des Vattersagent, hat 100 fl. dieser Hereinreiß vorgeschossen und nun muß der Cancellist zuruck defrairet und recompensiret werden. 10. Vormittag war ich bey meinem englischen Ehegespändl mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey Br. Flachenfeld, der heüt sein Nahmenstag celebriret. Dan bey Eyersperg, der nicht zu Hauß war. Dan bey m. Schwigervatter. Auf Mittag speiste bey mir Franzl Br. Apfaltrer und Longo. Erster alß Crayßhauptmansamtsadjunct gehet künfftige Nacht nach Adlsperg und nihmt mit sich den Joseph Seegenreich in die Livré. Nachmittag war bey mir der Spingaroli, der von Wienn komt und nun alß Rath bey der Landhauptmanschafft zu Görz über Fiume dahin gehet. Er hat ein Par Jahr bey dem Grafen Christiani seeligen in Mayland practicirt. War in Collegio Theresiano mit meinem Maxl. Abends war ich bey Mr Hofmann. 11. Vormittag waren bey mir 2 Fleischhacker von Rudolphswert. Gester abends hat sich Sepperle beurlaubt, [484] der also nun sein Handwerck verlasset und sein besseres Glück in der Livré suchet. Heüt vormittags war bey mir Eyersperg, mit dem ich mich verstanden, das in Zukunfft vor die nach Oberlaybach alle 4 Tag überlifferende 44 Soldaten Brodläblein vor jedes Monath in das Oberamt zu weiterer an die Schifleüth-Vertheilung von hiesigen Proviandverwalter 40 kr. gegen Quittung bezahlet werden. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meinem englischen Eheschaz mit meinem Micherle. Dan bey Mr Hofmann. An heütigen Tag *anno 1750* ist mein liebstes Töchterle Maria Aloysia gestorben. Sie war gebohrn den 15. Juni nehmlichen Jahrs, mithin gelebt 1 Monath, 28 Täg und wird bey ihrer englischen Mama die himlische Freüden genüssen. 12. An heütigen Tag anno 1696 ist meiner herzallerliebsten Gemählin Vatters Mutter Vatter Adam Dinzl von Angerburg gestorben. Sein Gebuhrtstag habe noch nicht in Erfahrenheit bringen känen, doch ist mir bewust, das er bey 72 Jahr alt gewesen. Heüt Vormittag war ich bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle bey der Meß. Dan suchte den Advocaten Anton Kappus. Dan war ich bey m. Schwigervattern. Auf Mittag speiste bey mir Mr Longo, dan der Paolo Casati von Prag und der [485] Schlesinger Heißler, welche zwey lezte Morgen über Wienn nach Prag retourniren. Vor dem Mittagessen war ich auch bey Mr Hofmann. 13. Vormittags waren bey mir 2 Fleischhacker von Rudolphswerth, die wieder eine Bittschrifft einlegten. Und da sie sich verreversirt haben, ihr Handwerck niederlegen und sich aller ihrer Zunfftsfreyheüten begeben zu wollen, weil man ihnen den Preiß des Fleisch nicht steügern last, so bitten sie bald von ihrer Profession und Schlachtung dispendirt1200 zu werden. Von 10 Uhr biß gegen Mittag war ich in Rath und præsidirte. Auf Mittag speiste bey mir der Ludwig Dinzl, Bottoni und Widerkher. Nachmittag war bey mir Ziegler mit der Expedition an das Zahlamt zu vollkomener Salaristen und Pensionisten 1200 -d- iz -s- | 795 1759 Avgust Bezahlung des mit Ende April lezthin verfallenen Quartalls. Heüt ist auß der Mezaninengarderobe alles transportiret worden in die neue Garderobe auf dem obersten Boden oder m. L. M.le grossen Zimmer, allwo in Zukunfft die Garderobe vor beständig verbleiben wird. Abends war ich bey meinem englischen Eheherzerle mit m. Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Spätter bey Mr Hofmann. Heüt morgens ist der Landschafftsverordneteamtspræsident Carl Graf von Auersperg ganz unversehens nach Wienn verraist, [486] vermutlich zu trachten qua Præsident auf mehr Jahr noch confirmirt zu werden. 14. An heüt ist abermahls ein betrübter Andenckenstag, an welchem ich vor 6 Jahren und 9 Monaten mein englisches herzigstes allerliebwertestes Ehegespändl in dieser Zeitlichkeit verlohren habe. Gott, lasse dieses mein jederzeit verehrtes Weiberle alle himlische Freüden genüssen und sich meiner beständig erinnern. Heüt morgens war bey mir ein Fourier mit seinem Weib, der mich um Gottes Willen gebetten, ihm ein Ducaten vorzustrecken, weil ihme solcher beyzulegen habender Rechnung abgehet und so dieses kund wurde, er seine Charge verluhren und processiret werden känte; verspröchend mir solchen mit Ende dieses Monats danckbar zu restituiren mit Bitte, niemand davon etwas zu sagen. Ich habe ihn auch ohne Anstand sucurrirt. Dan war bey mir der Fähnrich Kumer von Triest nomine Obristwachtmeister von Jordan wegen Flüssigmachung seiner Gage. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir eines hiesigen bucklichten Schneider Weib nahmens Alenka, die bey meinem Eltern alß Zimmermensch gedient hat, ihr Mutter aber, nahmens Jrza, mein Aml war. Nun aber dieser Alenka Tochter an Schneidermeister Hämerle verhayratet und seit wenig Tagen in 6 Wochen ist. [487] Sie batte mich ihren in Arrest befindlichen Eydam zur baldigen Freyheit zu verhelffen. Sein Verbrechen ist in mein decretis-Bogen von 9. hujus No. 1 zu sehen. Mich aber hat es gefreüet wieder zu erkenen, was ich nach in meiner liebsten Eltern Hauß gekennet hab. Abends war ich bey meinem englischen Weiberle, ausserwählten Ehegespändl, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der mir erzehlte, das ihn künfftig in seinen Referaten biß zu seiner Reconvalescirung1201 der Crayßhauptman Br. Taufferer suppliren wird. 15. Vormittag war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl mit m. Micherle bey der Meß. Dan in Visite bey denen Schweigerischen, wo ich mein Fraule abgeholt. Dan mit ihro bey Mr Hofmann. Auf Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi und Longho. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. Auersperg in Commercial-Consess-Geschäfften. An heütigen Tag ist mein liebster Bruder Georg Sigmund anno 1719 alß Capuciner P. Ludovicus zu Florenz gestorben, da er von Rom gekomen und über St. Malo in das Königreich Tibet alß missionarius hatte reisen sollen. Er war gebohrn den 9. Juni 1691, mithin hat er gelebt 28 Jahr, 2 Monath, 6 Tag. Eben an heutigen Tag anno 1669 ist [488] gestorben meiner liebsten Mutter Vatters Vatter Johan Paul Sarger von Sargfeld. Sein Geburtstag habe noch nicht känen in Erfahrenheit bringen. 16. Heüt morgens ist der Ludwig von Dinzl von hier nach Thurn retournirt, Von 10 biß ½ 1 Uhr war ich in Rath. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Gegen Abend war ich bey meiner herziniglich geliebtesten Gemählin, welche ich, laider Gott!, heüt vor 6 Jahren und 9 Monaten zur Grabstatt begleitet habe mit meinem Micherle, der mich daselbst Vormittag bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann. 17. Heüt morgens Frühe gieng ich mit meiner Fraüle nach Dobrova zu Fusß wahlfahrten und liesse ein Birotsch zur Retour nachkomen. Mein Micherle und der Bediente seyn geritten. In 2 Stunden war ich daselbst zu Fusß et de retour fahrender in ¾ Stund. Gegen 10 Uhr war bey mir Nemizhoffen mit einer Landtagsschrifft nomine præsidis. 1201 Sledi prečrtano supp 796 | 1759 Avgust Auf Mittag speiste bey mir Anton von Widerkhern und der latainischer Sprachmeister. Erster hatte eines Gelds nöthig, so habe ihm das bey der Bergwerckscassa ihme zu Wienn verfallene Interesse mit 32 fl. 30 kr. voraußbezahlt. [489] Nachmittag war bey mir Oberland nomine præsidis ein parmahl mit gedachten Landtagsschrifft. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit m. Mich/er/le. Spätter bey Mr Hofmann. 18. Vormittag war bey mir Oberland, der mir sagte, das heüt morgens oberwähnte ständische Landtagsschrifft dem Landsverwalter Leop/old/ Grafen von Lamberg um seine Aüsserung zudecretiret worden. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich bey meiner herzallerliebwertesten englischen Gemählin. Spätter bey Mr Hofmann, den ich in Beth angetroffen. 19. Vormittag war ich bey meinem englischen Eheschaz mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey m. Schwigervatter. Auf Mittag speiste bey mir Zanchi und der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war da Br. Waicard Gall und der Spieglfeld. An heütigen Tag anno 1729 ist mein liebste Schwigermutter Maria Renatha Theresia, gebohrne Freyin von Gall zu Gallenstein, allhier zu Laybach gestorben und der ich das Liecht gehalten habe. Sie war gebohrn den 12. Oktober 1684, hat also gelebt 44 Jahr, 10 Monath und 7 Täg. Sie genüsset nun mit ihrer allerliebwertesten mir geschenckten Tochter die himlische Freüden. [490] 20. Vormittag war bey mir ein Großuhrmacher von Wippach, der sich gerne hier etabliren wollte. Von 10 Uhr biß ½ 1 war ich in Rath. Auf Mittag speiste bey mir der abbé Wolfgang Br. Gall und der Waicard sein Bruder. Nachmittag war ich in der Kriegsbeysteyercommission von 3 biß 5 Uhr. Dan bey Mad. Gall, gebohrne Barbo, ihro die angenehme Nachricht zu bringen, das sie vor die Kriegsbeysteyer nichtes mehr zu zahlen habe, weil sie eben soviel an der Capitalistensteüer allschon abgefährt hat. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann, der sich noch alleweil unpaßlich befindet. Spätter war bey mir1202 der Eremit. 21. Heüt ist wieder in mein Hauß gekomen der Mahler Linder, deme ich sein voriges Zimer mit Beth etc. furnirter gegeben, auch versprochen habe die Kost gegen deme, das er mir alle Wochen ein Portrait mahlt. An heütigen Tag anno 1664 ist gestorben meiner allerliebwertesten Gemählin Vatters Mutter Mutter Vatter Christoph Otto von Rosenbichl, alt bey 84 Jahr. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwählten englischen Gemählin. [491] Spatter bey Mr Hofmann, der sich noch alleweiß unpäßlich befindet. 22. Vormittags war bey mir der Pfarrer zu Sagor Michael Brenk in Kriegsbeysteüer-Angelegenheit, deme ich die Anlaitung gegeben, was er zu thun habe. Und weil mir dieser Pfarrer vor Jahren, da ich mit m. Micherle bey dem Bergbruch in comissione war, seine Pferd so gutwillig dargelichen, um über dem Trajaner Berg auf die Post zu komen, ich ihme auch dafür einige Botilien Liqueres zur Erkentlichkeit geschickt hatte, so habe ihm heüt auch 2 Flaschen malvasia garba und ein lb. Chocolate verehrt. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir abbé Wolf Br. Gall und sein Bruder Waicard, dan der Eremit et der Wagner vocatus, bey deme ich 4 Calessstangen vor H. Osterreicher nach Triest bestellet habe, laut sein Schreiben von 20. hujus. Abends war ich bey meinem ausserwahlten Eheengl mit meinem Micherle. Dan bey Mr Hofmann. 23. Vormittags war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir der abbé Wolf Br. Gall, mit dem Nachmittag mein Micherle schiessen gangen und dem ich gester ein kleine Flinten erkaufft habe, weil er ein Freüd zur Jagerey hat und leztlich verschiedene Vögl erschossen und selten gefählt hat. 1202 m iz D | 797 1759 Avgust Dan war bey mir der [492] krumpe Vermati, logicus, der Morgen ein tentamen ex mathesi haben wird und mich darzu eingeladen hat. Spätter war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann. Heüt Nachmittag um ½ 5 Uhr ist meine niece Frau von Buset, gebohrne von Utschan, Maria Coecilia, von einem jungen Söhndl glücklich entpunden worden. 24. Vormittags war bey mir Mr Buset, mich zu seinem gester gebohrnen Knaben zum Gevattern zu bitten. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin mit meinem Micherle bey der Meß. Dan war bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer mit einigen Referaten in Mildenstifftungsangelegenheiten. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag um ½ 3 Uhr habe den gestrig gebohrne busetische Knäbl mit Frl. Utschan in der H. Tauf gehalten. Er ist Josephus Ludovicus Augustinus Bartholomeus benahmset worden. 25. Gegen Abend war ich mit mein Micherle bey meinem ausserwählten englischen Ehegespändl. Spätter bey Mr Hofmann, der mir heüt in seiner Unpäßlichkeit nicht gefallen hat. [493] 26. Vormittags war ich in der Domkirchen bey der Bredig und Amt *in Galla* von ½ 10 biß ½ 12 Uhr, occassione des Te Deum über die wider Preüssen erfochtene victorie. Mit mir war m. Mich/er/le. Dan bey meiner herziniglich geliebtesten Gemahlin. Dan bey Mad. Buseth 6-Wocherin, die sich wohl auf befindet. Auf Mittag speiste bey mir Gius/epp/e Zanchi. Abends war ich mit m. Micherle bey meiner Schwägerin Frl. Franzl. Dan bey Mr Hofmann. 27. Vormittags war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war ich in der Kriegsbeysteüercommission von 4 biß 6 Uhr. Dan mit m. Micherle bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin. Dan bey dem Eremitten, seine verschiedene Raritäten,1203 die er auß Terra Sancta und Italien gebracht, zu sehen. Dan bey Mr Hoffmann. Heüt Vormittag ist mein Action bey dem Landrecht vorgangen, wo mir mein Nachbar Bartalotti das an der Stadtmaur von dem Stadtmagistrat an mich gebrachte Pläzl per Einstandrecht abnehmen wollte. Er hat aber die Action verlohrn und bey angesuchter Appellation ist ihme auch diese abgeschlagen *worden,* [494] wie die acta suo1204 loco zu sehen. Bey mir war vormittags Schifferstein, deme meine carta bianca sub prima hujus doctirter an seinem Vettern, dem hiesigen *canonicus* Wolf Carl von Schiffrer lautend außgefertigter behandiget habe vor 500 fl., die er mir biß ultima hujus anni gegen 6 per % pro rata dargelichen hat. An heütigen Tag anno 1741 ist mein liebstes Töchterle Maria Anna *Renata* Nothburga gestorben. Sie war gebohrn den 22. Februari des nehmlichen Jahrs, mithin hat sie gelebt 6 Monath, 5 Täg. Sie genüsset bey ihrer allerliebwertesten Mama die ewige himlische Freüden. 28. Vormittag war bey mir der Verwalter von Prem. Dan der Struppi von Crainburg. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Dan war da der Giuliani vocatus alß Stadtbaumeister wegen des von Plaz durch mein Hauß passirenden Canal. Von 4 biß 5 Uhr hielte Consessum Sanitatis. Dan war ich bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl; erstlich, weil sich der H. Vatter seit gester etwas unpaßlich befindet; andertens, ihren Bruder, der nicht zu Hauß war, m. Compliment zu vermelden wegen1205 gester zuruckgelegten 45ten Jahr seines Alters. Dan war ich bey meinem englischen [495] ausserwählten Eheschaz. 1203 Iz Rarintäten 1204 s iz z 1205 Sledi prečrtano seines 798 | 1759 September Spätter bey Mr Hofmann. 29. Vormittag war bey mir Paul Aloys Gr. Auersperg en visite. Der k.k. Zeügwarth, der auf Befehl des Fürst von Liechtenstein nach Clagenfurt zu gehen hat, bey 6/c Gewehr zu visitiren vor hiesige Recrouten und batte um Fürspann, welche ihm nicht accordirt werden kan. Auf Mittag speiste bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer, der Schifferstein und der Eremite Ganozi (Fr. Xaverius). Nachmittag war bey mir Mr Morelli, conseiller bey der Landshauptmanschafft zu Görz und der zugleich zu Paris war, da sich mein liebster Sohn Jeanot, nunmehr seeliger, daselbst bestande in compagnia der Franz Adam Grafen von Lamberg. Dan war ich spätter bey meiner englischen herzallerliebwertesten ausserwählten Gemählin mit m. Micherle. Dan bey m. Schwigervattern, der sich seit Sonntag abends etwas übel befindet, auch heüt vormittags mit H. Sacrament der Communion versehen worden. Dan bey Mr Hofmann. An heütigen Tag anno 1737 ist mein liebste Schwester Joanna Antonia, vermählte Freyin von Kuschland, gestorben. Sie war gebohrn den ersten Juni 1708, mithin hat sie gelebt 29 Jahr, 2 Monath, 29 Täg. 30. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir der latainischer Sprachmeister. Nachmittag war bey mir Fränzl Lamberg, der Morgen nach Ebenesfeld verreiset. [496] Spätter war ich bey meinem englischen Eheschaz. Dan bey Mr Hofmann. Mein liebster Schwigervatter befindet sich heüt, Gott Lob, wieder ganz wohl auf. 31. Vormittags war bey mir der Kärnburgin Tochter wegen ihres Bruders, so unter Sluinern war und wovon mir unter 19., præsentato 29. hujus der Ricord, Oberleithnant, zugeschriben, die mich versicherte, ihr Bruder seye wieder zur Armée retournirt und die 6 # wären durch den Weitenhüller an Obristleüthnant Herberstein allschon bezahlt worden. Auf Mittag speiste bey mir der Pfarrer von Cronau Päpler und der Schifferstein. Vorhero war da der Eremit Ganozi. Nachmittag war ich in contradictorio und præsidirte. Spätter war ich bey meinem englischen Weiberle, herzallerliebsten Ehegespändl, Dan bey Mr Hofmann. 1759 September 1. September. Vormittag war bey mir Jacob von Hochenwarth. Dan der Fähnrich Kumer mit einem Oberleüthnant von tillierischen Triester Bataillon. An heüte ist der Nahmenstag meiner liebsten Mutter Isabella, welche der Allerhöchste alle himlische Freüden genüssen lassen wolle. Gegen Abend war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin mit meinem Micherle. Spätter bey Mr Hofmann. An heütigen Tag anno 1674 ist mein liebste Mutter gebohrn worden. Vide 11. December. [497] 2. Vormittag war ich mit meinem Micherle bey meiner geliebtesten Ehegemählin bey der Meß. Dan bey Carl-Hochenwartischen, bey Dr. Ant/on/ Kappus, deme vor das patrocinium meiner causæ wider den Bartolotti 2 kaiserlichen # verehret habe. Dan bey Mr Hofmann. Auf Mittag speiste bey mir der tillierische Oberleüthnant Mändl und Fahnrich Kumer. Abends war da Carl Hochenwarth. 3. Vormittag war ich in Rath von 10 biß 1 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir die Frl. Catherle Luckantschitsch von Lack. Dan die kleine Mantscherle Bubna von Crainburg, die gester Nachmittag zu mir gekomen und heüt Nachmittag wieder nach Crainburg retourniret ist. Nachmittag hatte Consessum Commercialem von 3 biß ½ 5 Uhr. Dan war ich mit m. Micherle bey dem Ziegloffen et nächst dem Wach die Kalckgruben des H. Zoiß zu besehen, der die Gutte vor mich gehabt und mir von Kalck soviel alß ich will zu überlassen ad restituendum. Bin auch mit dem Zechmeister d‘accordo vor jedes beladene Schif vor dem Transport 6 Pazen zu bezahlen von dort biß zu mein Hauß, jedoch werde durch meine Leüth den Kalck laden und außladen lassen. | 799 1759 September Dan war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Eheweiberle. [498] Heut haben wir calculirt in Rath über das extrapostulatum des Hofs und der Ständen vorgeschlagene Erzeugungsfundus deren 260/m fl. und fanden, das dieses Jahr - das Darlechen beylaüffig betragen 80.000 fl. - Kriegsbeysteüer 70.000 〈fl.〉 - Capitalistensteüer 30.000 〈fl.〉 - Vorspann-Reluition 33.000 〈fl.〉 Darzu känte noch genohmen werden: - Capitalisten Darlehen à 1 per % circa 30.000 〈fl.〉 - Bey 1400 Kirchen à 10 fl. 14.000 〈fl.〉 - Mithin wäre noch ein Abgang von 3000 〈fl.〉 2 60.000 fl. Dieses ist was der Hof verlangt vor das künfftige 1760te Militarjahr. Ob aber diese Erzeügnungsfundi noch bleiben oder was für andere vorgeschlagen und approbiret werden, lehret die Zeit. Heüt habe die von Mr Combell von Fiume durch H. Zanchi vor meinen Maxl bestelte Sirups erhalten und kosten in Fiume wie folgt: - 3 Flasche Orgeat à 30 kr. 1 fl. 30 〈kr.〉 - 3 detto Limon à 45 kr. 2 〈fl.〉 15 〈kr.〉 - 3 detto Erdbeer à 30 kr. 1 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - 3 detto Capilaire à 30 kr. 1 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - 2 grosse Flaschlein von Brandwein auß Rum oder Zucker-Melis 41 〈kr.〉 - 2 Küstlein 7 kr. et 17 kr. 2 4 〈kr.〉 7 fl. 50 〈kr. 〉 - Frach von Fiume et Mauth hier ― [499] 4. Die vergangene Nacht, wenig 〈vor〉 Mitternacht ist allhier verstorben Frau Maria Anna von Thallberg, eine gebohrne von Luckantschitsch. Ingleichen heüt morgens der kleine Vincentius von Nemizhoffen. Vormittag war bey mir der Weittenhiller mit der Anzeüge, das von der leztlich von hier nach Carlstadt expendirter Mondour 8 Vasß an dem Uffer des Culp-Flusses nächst Möttling unbedeck und unbesorgter ligen gebliben, mithin dem Regen, dem Außtritt des Wasser und dem Diebstall exponiret seyn. Worüber habe sogleich eine nachdrücksame Verordnung an dem Crayßhauptman in Un/ter/ Crain ergehen lassen in absentia præsidis. Auf Mittag speiste bey mir Zanchi, deme zugleich die 7 fl. 50 kr. vor providirte syropi bezahlet habe. Vorhero war auch bey mir der hiesige Crayßhauptman Br. Taufferer und hätten Nachmittag die Commission halten sollen wegen Crainburger stadtischen oeconomical-systematis, hat sich aber secretarius Hentl excusirt. Abends war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit m. Micherle. Dan bey Mr Hofmann. Nachdeme ich einige Tag her an dem kleinen Ortl meines neuen Gebau, wo ich die Fischbehaltnus mache, durch 5 und mehr Personen das Wasser vergeblich außschepfen lassen, ohne den Plaz in [500] die Trückne bringen zu kanen ungeacht gemachter doppelten Dämme, so habe doch mit grosser Mühe dahin gebracht, das über halb Mann hoche vielle Bürsten eingeschlagen und der Rast alles von starcken Aychenholz daraufgelegt worden und Morgen mit dem Quatersteinen die Vormaur zu errichten angefangen werden wird. 5. Vormittag war bey mir Ant/on/ Widerkher, Exzelenz Barbo mit dem beneficiato zu Rudolphswerth Wenzl, Crayßamtsofficier Germeck. Unter allen der erste war Urbanus Kruschiz, beneficiatus zu Windisch Gräz, der expressè komen ist, mich alß seinen condiscipulum haimzusuchen, den ich auch bey mir logiret habe und gabe ihm sein, bey mir deposirirtes Geld, bestehend in 57 fl., wie alles in diario unter 22. Mai lezthin zu sehen. Auf Mittag speiste bey mir gedachter Kruschitsch. Nachmittag war wieder bey mir Exzelenz Barbo, obgedachter Wenzl zu recomendiren, der bey meiner Stell ein Anbringen eingelegt hat. 800 | 1759 September Spätter war bey mir Fiscal Merzenhaim. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Ehegemählin, wo mich Vormittag mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt Nachmittag ist sowohl Mad. Tallberg in der Domkirchen, alß der junge Nemizhoffen bey den Augustinern begraben worden. [501] An heütigen Tag anno 1732 ist mein englisches Ehegespandl um ein Kind gekomen und war kenntlich ein Knäbl. 6. Auf Mittag speiste bey mir der Geistliche Kruschitsch. Nachmittag war ich auf ein von Mad. Gall erhaltenes Billet bey ihr von 4 biß 6 Uhr. Dan bey meiner englischen ausserwählten herzallerliebsten Gemählin mit meinem Micherle. Spätter bey Mr Hoffmann. 7. Vormittag war bey mir ein junger Lazarini, Danielis filius, der die 5 erstere Schullen zu Fiume, die 6te in Collegio Theresiano et die philosophiam zu Görz gstudiert hat. Ex Theresiano ist er wegen stamlenden Zunge gekomen. Nun sucht er bey der Banco-Deputation anzukomen und practiciren zu därffen, wovor er schon vorlauffige gutte Versicherung per decretum erhalten. Auf Mittag speiste bey mir der Geistliche Kruschitsch. Nachmittag war ich in der Kriegsbeysteüercommission von 4 biß nach 6 Uhr. Dan bey meiner ausserwählten englischen Gemahlin mit m. Micherle. Spätter bey Mr Hofmann. Dan war bey mir beym souppé Kruschitsch et Schifferstein. 8. Vormittags war ich bey meinem englischen Eheschaz mit meinem Micherle bey der Mesß. Inzwischen hat der Geistliche Kruschitsch [502] ein Fruhestuck eingenohmen und ist sodan auf die Post, um mit dem Postwagen über Cilli nach Windischgräz zu retourniren. Nachmittag war bey mir der Waicard Br. Gall, der eine Zeit kranck und bethligerig war. Dan der Haffner, deme à Conto deren in denen 5 Mezaninen auf die Gassen gesezten 5 Offen 25 fl. gegeben und gemeldet habe, sich um die übrige 25 fl. per Saldo die eingehende Wochen anzumelden. Dan der Ant/on/ Widerkhern, der Morgen auf Klein Lack retournirt. Vormittags war auch bey mir die Frl. Fränzl mein Schwägerin nomine des H. von Thallberg, der sie versichert hat, auch gebetten, mir solches zu sagen, das er das Manuscript des Schönleben mir geschencket habe und der P. Bernardin Erberg ganz ungleich vorgegeben, das er solches dem collegio verehret habe, mithin contra expressam suam intentionem in collegio gelassen hat. Diese Tischen-Taschlerey, den Verdrusß zwischen mir und dem Thallberg hat lediglich gedachter P. Erberg verursacht und unß bede des Manuscripts beraubet. Il faut être théologien pour se hazarder à commettre une tele action. Ich habe ihm sagen lassen, er möchte das Buch von collegio zuruckfordern et redeat ad Dominum, damit es mir zukome. [503] 9. Vormittags war bey mir Mr Oberland, das ich absente præside die von Hof eingelangte Depechen eröffnet habe. Nach 10 Uhr war ich mit meinem Micherle bey meiner englischen Gemählin bey der Meß. Dan bey Jacob von Hochenwarth, der sich seit 4ten hujus betligerig befindet. Dan mit meiner Frl. Hallerstein bey Mr Hofmann. Auf Mittag speiste bey mir der Waicard Br. Gall et Sr Zanchi. Nachmittag war bey mir der Schaffer von denen Klosterfrauen zu Lack, der mich just bey meinem Fischkalter angetroffen, der Morgen wieder fortgebauet werden wird. Ich zeügte ihm dan mein neuauffährende kleine Gebaude und dan auch in m. Hauß meine und die Mezaninzimmer, wie auch auf dem obersten Boden, damit er meiner liebsten Schwester der abbesse wird was erzehlen känen. 10. Vormittag war bey mir der Beichtvatter von der Klosterfrauen zu Lack mit dem Schaffer. Dan der canonicus Barbo mit einem Brief, den ich mein Schwester abbesse zu Lack geschriben. Von 10 biß 1 Uhr war ich in Rath. Nachmittags ingleichen von 5 biß ½ 7 Uhr. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin, wo ich m. Micherle angetroffen habe. Spätter war bey mir P. Taufferer, [504] Forauer Mönch. Dan war ich mit m. Micherle bey Mr Hofmann. | 801 1759 September 11. Vormittags habe die Apoteckinen visitiren zu lassen angefangen und war mit mir der protomedicus Vidmayr, Dr. Knée et actuarius Schifferstein. Dan ist darzugekomen Dr. Baronio und ist die erste des Bitt visitirt worden, deme ich das Jurament vorgehalten. Inzwischen bin ich zu meiner lieben Mad. de Wertenthall, der ich ein lb. Chocolate regaliret habe. Bey ihr habe angetroffen1206 Mad. Leventschitsch, ihrer Schwester Tochter, die sie erzogen hat und ist nun verhayrath in Croaten, unweit Möttling. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin. Nach ½ 12 Uhr gieng ich zu dem Bitt, dahingegen hatte die Visitation allschon geendet. Nachmittag war bey mir Schifferstein, dan secretarius Hentl. Spätter war ich bey Weittenhiller wegen des Longho. Dan bey Mr Hofmann. 12. Vormittag war bey mir Struppi von Crainburg. Dan der Longho, deme gemeldet, was gester mit Weitenhüller seinetwegen gesprochen. Dan einige Studenten, die mich zu ihrer heütigen Comedi eingeladen. [505] Nachmittags der secretarius Hentl, da ich die Commission wegen Stadt Crainburg-oeconomical-systematis hätte halten sollen. Dahingegen hat sich Br. Taufferer zu erscheinen entschuldiget, weil sein Gemählin mit ein jungen Töchterle niedergekomen. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin mit meinem Micherle. Spätter war bey mir Flachenfeld. 13. Vormittag war bey mir die Wittib des medici Kautschitsch, sich wegen vor sich mit 100 und vor ihr Sohndl mit 50 fl. erhaltenen Pension. Dan war ich in Rath von 10 biß ½ 12. Dan bey Flachenfeld. Nachmittag war bey mir Frl. Juditl Paungarten von Lack, die ihre 2 Brüder Studenten, den Micherle und Leopoldl, abzuhollen gekomen. Dan habe sie zu denen Polzischen begleitet, von wan sie um ½ 5 Uhr abgefahren ist in compania des lackerischen Stadtrichters und des Haußgeistlichen. Vorhero war bey mir der Verwalter von Pleterjach Mohr. Dan war ich bey meinem englischen Eheschaz. Dan bey Carl-Hochenwartischen, wo ich wegen unbesohnenen Reden des daselbst gewesten jungen Buseth diesen gewahrnet und zwar mit Nachdruck [506] ermahnet habe, von denen Landesfürsten bescheidener und bedachtsamer zu reden, massen deren Mehreren ihrer allzufreyen Zungen wegen die Köpffe abgeschlagen worden. Die authores, Legisten und Publicisten muß mann gegen denen Landsfürsten nicht cittiren; diese seyn Schullfuxen, Unterthanen und Bauren, welche denen Souverainen keine leges vorzuschriben haben. Und so einer ein Titul oder Caracter hat, muß er solchen der Gnade des Landsfürsten dancken, mithin seine schuldigste Treüe und Unterthänigkeit verdoplen, wan er in Mißbrauchungsfall nicht exterminiret werden1207 will etc. 14. Heüt ist, laider Gott, 6 Jahr und 10 Monath, das ich den unschäzbaren zeitlichen Verlust meiner von Gott geschenckten allerliebwertesten herzigsten englischen Gemählin beweine und bejammere. Gott, lasse sie alle himlische Freüden genüssen, mir aber meine ihro schuldige Thränen flüssen, biß sie mir solche bey unserer wieder Zusamenkunfft selbsten abtrücknen wird. Vormittags war bey mir Lazarini, Danielis filius, damit ihnen die Dominicalkriegsbeysteüer nachgesehen wurde. Dan der Calin, Pfarrer zu Alten Lack, der mir einige monumenta von der Famille Rasp gebracht hat. [507] Dan recommendirte mir die huebnerische Tochter zu helffen zu Munckendorf aufgenohmen zu werden. Item 5 Unterthanen, die der Demscher jeden per 2 # gestrafft, weil sie sich wider seine Bedruckungen beklagen wollten. Dan der Elßner in Amtsgeschäfften. Nachmittag war ich bey meinem englischen ausserwahlten Eheschaz mit m. Micherle. Spätter bey Mr Hofmann. 15. Morgens war bey mir Perßky und Zergollern. Nachmittag war ich in der neueröfneten Commission wegen des pro anno proximo militari Hofpostulati extraordinarii. Dan bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hofmann. 1206 Pred t prečrtan s 1207 r iz s 802 | 1759 September Vormittags war auch bey mir der Verwalter von Sonneg in Viehumfallssachen. Et Nachmittag der Stadtschreiber von Crainburg wegen des systematis oeconomici. 16. An heütigen Tag vor 6 Jahren und 10 Monathen ist, laider Gott!, mein englisches Ehegespändl, nach deme ich solches auf das zärtlichste derküsset habe, auß meinem Hauß zur Grabstatt getragen und auch von mir wie billig mit weinenden Augen und Herzen in gröster Betrübnus begleitet worden. Gott seye alles aufgeopfert. [508] Heüt war ich in Galla bey dem Te Deum wegen Einnahm Dresden und blib da bey der Bredig mit m. Micherle. Dan war ich mit ihm bey meiner ausserwählten herziniglich geliebtesten Gemählin bey der Meß. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Dan bey Mr Hoffmann. Bey mir war der Crayßhauptman Br. Taufferer in Amtsgeschafften. Dan der Eremit Ganozi. Nachmittags habe mich von dem in meinem Hauß wohnenden Franz Lindner contrafiren lassen in meinem, eben heüt angehabten schwarzsametnen Kleid, und bin ihm gesessen von ½ 3 biß ½ 6 Uhr. 17. Vormittags war ich in Rath von 10 biß gegen 1 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir Frl. Catherle Semenitsch. Nachmittag war bey mir Franzl Lamberg, der Übermorgen nach Wienn verreiset mit seiner Gräfin und bey 3 Monath außbleiben därffe. Dan Schifferstein vocatus in Commercial-Consess-Geschäfften. Dan Elsner vocatus, Rastern vocatus. Heüt wird mir mein allerliebstes Eheengerl nicht übel nehmen, das ich unmöglich sie besuchen konten. Hat mich aber Vormittag bey der Meß m. Micherle supplirt. [509] Nachmittag war auch da Mad. Grimschitsch, Wittib und ein kappusische Tochter. Item der Steinmüzmeister Urban Breydig, deme vor den gelifferten Quaterstein zu mein Gebau auf das Wasser den Saldo bezahlt habe, in allen 366 Schuh und 4 Zoll Wienner Maasß. Und da ich ihme vor jede crainerische Klaffter 5 fl. zu zahlen, er aber mir auf jede 10 Klaffter ein halbe Klaffter darauf zu geben hatte, jede Wienner Klaffter 6 Schuch, eine crainerische aber nur 5 Schuh macht, dahingegen 60 crainerische Zoll 63 Wienner machen und das totum zu 25 Schuh per Klaffter bey 14 Klaffter betragen hat und ich ihme per Pausch per 13 bezahlt habe à 5 fl. 65 fl. - À Conto hatte er vorhin empfangen 25 〈fl.〉 12 〈kr.〉 - So habe ihme heüt per Saldo bezahlt 39 〈fl.〉 48 〈kr.〉, wie alles in Rechnungen zu sehen. Heüt habe mit H. Elßner calculirt, was hierlands das ganze catastrum betraget, so in 5 Hauptposten bestehet: - Primo, das dominicale nach Abzug 40 et respective 20 per % ist veranschlagt mit 20 per %, rendirt 79.022 fl. 7 〈kr.〉 1 〈den.〉 - 2do, Rusticalmayerschafften nach Abzug 40 per % veranschlagt mit 25 per %, rendirt 3151 〈fl.〉 13 〈kr.〉 - 3tio, Rusticalcontribution et Steüer die Huben à 6 fl., Contribution à 1 fl. 45 kr., Steüer et das lb. à 2 fl., Steüer 247.831 〈fl.〉 1 〈kr.〉 Wird transportirt 330.004 〈fl.〉 21 〈kr.〉 1 〈den.〉 [510] Rapport: 330.004 fl. 21 〈kr.〉 1 〈den.〉 - 4to, Rustical-Weingarten nach Abzug ⅓ et 40 per % oder 73 ⅓ per % veranschlagt à 25 per % 8252 〈fl.〉 4 〈kr.〉 - 5to, Städte in cumulo. Dazu komt die Gewerbsteüer von denen Professionisten, dan von Wein- und Bierschanck. Nach Abzug von den städischen 20 per % veranschlagt mit 20 per % 12.832 〈fl.〉 56 〈kr.〉 1 〈den.〉 Das ganze catastrum rendirt 351.089 fl. 21 〈fl. 〉 2 〈den. 〉 Darüber habe eine specificirtere Tabellen formiren fassen, die suo loco zu finden seyn wird. 18. Heüt vormittags habe die zweyte Appoteken visitiren lassen bey dem Knur; man ist auch darmit fertig worden von 9 biß ½ 11 Uhr. | 803 1759 September Dan war ich bey Franz Adam Lamberg und seiner Gräfin, die Morgen nach Wienn verreisen. Auf Mittag speiste bey mir Frl. Catherle Semenitsch und der Schifferstein. Heüt habe 2 carte bianche der Mad. Du Valles von dem Feldkriegscommissario vidirter dem Kampfmüller nach Wienn geschickt. Eine datirt den 30. April 1758, vor das ihro in gedachten Jahr zuruckgehaltene; dan die zweyte datirt den lezten Juli lezthin, vor dasselben Tag verfallene Quartall ihrer Pension. Nachmittag war ich in der Hofcommission wegen des extrapostulati per 260/m fl. die Erzeügung festzusezen, [511] und war da von 4 biß gegen 7 Uhr. Dan bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl, wo mich vormittags mein Micherle bey der Meß suppliret hat. Spätter bey Mr Hofmann. Heüt habe von Wienn erhalten die Kleidungen vor meinem erwartenden Sohn Lucas, dermahlen noch S. J. 19. Vormittag war bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer, dan der Hrabalis. Auf Mittag speiste bey mir Frl. Semenitsch. Nachmittag war bey mir Waicard Br. Gall. Dan der junge Buchenthall et spatter Jacob von Hochenwarth. Abends war ich bey meinem englischen ausserwählten Ehemagnetl mit meinem Micherle, der mich Vormittag daselbst bey der Meß suppliret hat. Heüt habe von dem Obristen Rasp die erfreüliche Nachricht erhalten, das mein Sohn Max nächstens alß Capitaine-Leüthnant unter Kollowrath vorgestellet werden wird, so mich ungemein gefreüet und werde dieses avancement lediglich obgedachtem Obristen zu dancken haben. Spätter war ich bey Mr Hoffmann. 20. Vormittag war ich in Rath von 10 biß gegen Mittag. Nachmittag war bey mir die Pillarini, eine gebohrne Ständlerin, mich zur Primiz ihres Sohns Jesuiten einzuladen, so mit denen Hochenwarth anfangs künfftigen Monats herein komen wird. Er ist von der vorigen Ehe mithin nahmens Dreinig und wird die [512] Primiz zu Hasßberg halten, wo ihr dermähliger Mann Verwalter ist. Dan war bey mir Waicard Br. Gall, der mir sein Consistorialprocessschrifft communiciret hat. Nachmittag war ich bey dem landschafftlichen Untereinnehmer wegen Mad. Rasp von Smreck ihrer Execution vorzubringen, indeme ich die ihro angeschlagene 218 fl. 40 kr. 2 den. vor sie erlegen will. Dan war ich bey meiner englischen ausserwählten herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan1208 bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl. Spätter bey Mr Hoffmann. 21. Vormittag war ich mit m. Micherle bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan bey Mr Weittenhiller, ihn um 400 fl. zu Leich zu bitten, die er mir sogleich mit all außnehmender Politesse zugesagt hat nebst viel obligeantesten Expressionen und Offerten. Dan bey Mad. Werthentall, die sich an Podagra bettligerig befindet. Dan bey m. Schwägerin Frl. Fränzl, wo auch die Carl-Apfaltrerin mit ihrer Tochter gekomen. Dan bey Mr Hofmann, der heüt 4 medicos, alß seinen ordinarium den Polini und Baronio, dan den Christian [513] und Heumann consultiret hat. Und scheinet vom lezten am besten satisfait zu seyn und auch vom vorlezten, am wenigsten aber vom ersten. Und findet der Heümannn seine Krankheit nicht so gar gefährlich und gar incurable zu seyn alß es der erste prætendiret hat. Nachmittag war bey mir der Elßner, der mir eine sumirte Tabellen gebracht über den rectificatorischen Befund dieses Landes, dafür ihme 2 # verehret habe. Dieser Tagen passirt abermahls ein kleine historiette. Sigerle Liechtenberg war leztlich bey Flachenfeld in Garten. Fiengen an von Zeittungen zu discuriren, zu ræisoniren und endlich zu disputiren. Flachenfeld, der ohne deme vor hautaine passirt, ressentirte die Einwendungen des Liechtenberg mit Vermelden, er seye H. von Hauß und wolle nicht leiden, das andere zu ihm komen und mit ihm disputiren sollten. Liechtenberg sagte, der Garten und das Hauß seye cameralisch und glaubt, das jedermann dahin komen käne. Flachenfeld replicirte, Hauß und Garten wäre sein und Liechtenberg solle sich fortmachen. Liechtenberg machte nichtes darauß und gieng bald weg. Dieser Tagen begegnete Graf [514] Liechtenberg zu Pferd den Flachenfeld und 1208 Popravljena beseda. 804 | 1759 September Raab im Spaziren gehen. Liechtenberg nahm den Hut ab und grüste beede. Raab danckte ihm, Flachenfeld aber behielte sein Hut auf dem Kopf. Darauf sagte Liechtenberg zu Flachenfeld »coglion di Bergamo«, weßwegen gester Flachenfeld ein Klaglibel wider den Liechtenberg beym Landrecht einlegt hat. Nun stehet zu erwarten, was diese actio injuriarum vor Außgang nehmen wird. Indessen hat das publicum ein entretien. 22. Vormittag war bey mir mein Schmid mit sein Weib wegen eines Process mit ihrem beederseitigen Stiefsohn. Auf Mittag speiste bey mir Mad. Longville mit ihrem Söhndl. Nachmittags war ich in der Hofcommission von 4 biß 6 Uhr. Ich hatte Vor- und Nachmittag mit der Posten und Amtsgeschafften so viell zu thun, das ich mein englisches herzallerliebstes Ehemagnetl nicht besuchen konte, hat mich aber m. Micherle supplirt. 23. Vormittag war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin mit m. Micherle bey der Meß. Dan bey m. Schwägerin Frl. Fränzl, dan bey Mr Hoffmann. Auf Mittag speiste bey mir Giuseppe Zanchi und sig. Granucci Arciteto, Napolitano. [515] Nachmittag war bey mir Waicard Br. Gall und spätter der Paul Alois Auersperg. Lezter gabe mir sein goldenes Sackuhrl mit Ersuchen, das goldene Kapsl zu Wienn nach der Mode übermachen zu lassen, dan das Oberkapsl von grün Fischhaut oder Zäper. Er glaubt, das alles 6 bey 7 # kosten därffte. Von dem dermahlen sich allhier befindenden, von Graz gekomenen und nach Rom gehenden Grafen Ferdinand Preüner, sagte mir Auersperg, das er in k.k. Militar-Kriegsdiensten allschon Obrister war, dan aber alß ein starker Spieller die Regimentscassam angegriffen habe und wäre ihm übelgangen, wan man nicht in egard der Famille ihme nur das consilium gegeben hätte, seine Charge zu resigniren, so er auch gethan. Er war verhayrath mit einer alten Grafin Gallerin, Wittib, gebohrne [–].1209 Continuirte zu spiellen, sodas er endlich ex desperatione kamldulenser Mönch geworden. Da er aber die Profession hatte machen sollen, ist ihme solche von seinen creditoribus impediret worden. Darauf ist er bey dem Kaiser bittlich eingekomen, das er die Schulden auf sich nehmen möchte, welches der Kaiser auch gethan. Der Preüner aber hat sodan die Profession nicht mehr machen wollen und ist ex religione gegangen. [516] Nun alß Wittwer und bey 52 Jahr alt gehet er nach Rom zu suchen, das ihme der Graf Saurau, canonicus zu Salzburg, der in gestlichen Stand nicht bleiben will, das Canonicat cediren därffte. Videndum, was er richten wird, nachdeme er miles, monachus et maritus allschon war. Der Graf Saurau aber war schon von Schlag berührt und ist kripelhafft, wird in seculari statu auch wenig Sprung machen känen. 24. Vormittag um 9 Uhr war ich *mit m. Micherle* bey der Landtagsproposition. Die landsfürstliche Commissarien waren der Seyfried Graf von Herberstein und der Leopold Graf von Lamberg. Lezter machte eine schene Anrede an die Stände, welche sodan nomine statuum der Joseph Graf Barbo beantwortet hat. Die postulata werden künfftig Mittwoch in Landtag vorkomen. Dan war ich mit gedachten m. Micherle bey meinem englischen Ehegespändl. Dan bey dem landschafftlichen Untereinnehmer, wo ich vor die Frau Raspin von Smreck das Hubendarlehen mit 220 fl. bezahlt und dafür ein Interimsschein erhalten habe. Auf Mittag speiste bey mir Mr Gandin und sein Schwager der Dinzl, Oberleüthnant von dem Ingenieurscorps. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß 6 Uhr [517] und præsidirte. Spätter war ich bey Mr Hoffmann. Heüt schickte mir Mr Weitenhiller die 4/c fl., die er mir auf mein Ersuchen auf ein Jahrlang gelichen hat. 25. Vormittags war bey mir Dr. Michelitsch wegen mit dem Stempelpachter habenden Anstosß. Nachmittag der Jamnig eben in Stempelangelegenheit. Dan brachte mir des Elßner studirender Sohn parvista die Tabellen über dieses Landes nach dem rectificatorischen Befund errichtetes catastrum, deme 20 kr., wie leztlich seinem Vattern, 2 # dafür verehret habe. Dan war ich mit m. Micherle bey meiner ausserwahlten englischen herzallerliebsten Gemählin. En passant war ich bey Mr Weitenhiller, deme mein carta bianca behandiget habe unter gester gefertiget per die mir auf ein Jahrlang dargelichene 4/c fl. gegen 6 per %. Dan war ich bey Mr Hoffmann, der mir erzehlte, seinen medicum ordinarier congedirt und mit 12 zichini remunerirt, an dessen statt aber den Haymann genohmen zu haben, welcher lezte ihme zwar keine sichere Hofnung 1209 Prostor za ime. | 805 1759 September zur Genesung gibt, erster aber ihme das Leben und das er incurable seye rotunde abgeschprochen hat. [518] So erzehlte er mir auch, das an heüt der P. Mäster, Jesuiter, bey ihm war und ihm gesagt hat, das m. Sohn Lucas des nächstens anhero komen wird, aber nicht mehr in jesuiter Klaid. Mithin ist diese Zeittung allschon unter den Jesuiten somit lauthmährig und hoffe, das sich bald auch verificiren wird. Heüt abends um ½ 10 Uhr ist der H. von Thallberg allhier gestorben, mithin hat er seine Gemahlin bald nachgefolget. Beede waren gottesfürchtige frome Leüth und haben durchauß exemplarisch gelebet, auch sogestalten gestorben. Gott, lasse beede die ewige himlische Freüden genüssen. 26. Vormittag war bey mir der Joseph Klinz auß der Pfarr St. Merten bey Littey, von wanen er abgeschafft worden auf Anzeügen des Neckermann, alß welcher dort stabilirt ist, zwey aber nicht bestehen känten. Bey mir war Ob/er/land mit Amtsexpeditionen. Auf Mittag speiste bey mir der Waicard Br. Gall. Spätter war ich bey meinem englischen Ehegespandl, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hoffmann. Mit heütiger Post habe von dem Obristen Rasp, des kollowratischen Infanterie Regimentscomendanten, die erfreüliche [519] Nachricht erhalten, wie das er meinem Sohn, bißherigen Oberleüthnant unter Tillier, alß Hauptman oder Capitaine-Leüthnant1210 bey gedachtem kollowratischen Regiment den 17ten hujus würklich vorgestellet habe, welches mich inniglich gefreüet. Und habe dafür niemand alß ihme Obristen von Rasp dafür zu dancken und thue dieses von darumen auch hier anmercken, damit meine Posterität sich bey allen Occasionen nicht allein gegen ihme Obristen, sondern auch gegen seiner Posterität danckbar und erkantlich zu erzeügen niemahls vergessen seyn solle. Vor allen aber seyn Gott Danck gesagt, alß von dessen unendliche Gütte alles herflüsset. 27. Vormittag war bey mir die Mariandl Utschan, mein niece, mir wegen Maxl zu gratuliren. Dan der Stehr von Stain mit Lamentationen wegen verhängter Execution seines Schwigersohns wegen alß Bruckmauthpachtern. Von 10 Uhr biß Mittag war ich in Rath. Nachmittag war ich bey m. Schwigervattern, der heüt das 80te Jahr seines Alters zuruckgelegt hat. Dan war ich in der Hofcomission von 4 biß ½ 6 Uhr. Dan war bey mir Br. Waicard Gall, der Morgen auf dem Land verreiset. Dan Mad. Grimschitsch et canonicus Schifferer. Spätter war ich bey meinem englischen [520] Eheherzerle, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Dan bey Mr Hoffmann. An heüt habe mir auß denen in commissione vorgekomenen Extracten notirt, wie das die hiesige Landschafft an Verinteressirlichen Capitalien schuldig seye 2.625.838 fl. 28. Vormittags war bey mir Elsner in Amtsgeschafften. Dan der Hauptman Daschkowski und Fähnrich Kumer, meinem Micherle zu seinem morgigen Nahmenstag ihr Compliment zu machen. Auf Mittag speiste bey mir ein Geistlicher auß hiesigen Alumnat nahmens Hamerschnig und Vetter zu dem [–]1211 Pfarrern zu Sägor, der nachstens nach Wienn gehen wird, Jesuiter zu werden. Nachmittag waren da ein Par Franciscaner nomine des Guardians, meinem Micherle ihr Compliment zu Machen. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. Spätter bey Mr Hoffmann. 29. Vormittags war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin mit meinem Micherle bey der Meß. Dan bey Hauptman Daschkowsky, der heüt sein Nahmenstag celebriret, war aber nicht zu Hauß. Mithin waren wir bey seiner Gemählin, dan bey m. Schwigervatter auß eben der Ursach. Dan bey Mr Zois eben deßwegen [521] und mich zugleich zu bedancken, das er mir erlaubt, mich seines Kalckvorraths zu prævaliren biß man wieder einen zuführen wird, um solchen zu restituiren. Verschiedene waren bey m. Mich/er/le mit Compliments zu sein Nahmenstag et Geburtstag. Nachmittags 1210 Sledi prečrtana nečitljiva beseda. 1211 Prostor za ime. 806 | 1759 Oktober ingleichen und hat an heüt 15 Jahr seines Alters erreicht. Bey mir war Baselli, hiesiges Crayßhauptmansadjunct, der Morgen nach Gradisca retournirt, um daselbst zu bleiben. Dan der Crayßhauptman Br. Tauff/er/er en visite. 30. Vormittag war bey mir der Prezl, der künfftige Nacht von hier nach Wienn verreiset und wie er mir in Vertrauen gesagt, den Grafen von Liechtenberg, Leüthnant unter Waldeck, abzuhollen, der von Sinnen gehen soll, mithin gleich seinen Bruder den Sigerle zu bedauren ist. Dan war bey mir Longho, der auch nach Wienn verreiset in ein Par Tagen. Nach 10 Uhr war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin mit m. Micherle bey der Meß. Dan suchten Merzenhaim, der heüt sein Nahmenstag celebriret, war aber nicht zu Hauß. Dan war ich bey Mr Hofmann. Dan bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl, der ich abermahls mit gutter Arth gesagt habe, das der sovielfältige Umgang mit dem P. Master von jedermann vor [522] sehr unanständig gehalten wird. Obschon niemand was übles suponiret oder suspiciret, so ist doch die tägliche offter 3-, 4- und mehrmahlige Besuchung und das er fast mehr bey ihr alß in seinem Kloster sich aufhaltet, eine Sache, die sich gar nicht schicket noch gezimmet. Und erst leztlich zu der pasquinade Anlass gegeben, die auf dem Thor der 4. Schull angepapter gefunden und darauf die Fraule und der P. Master mit dem Chocoladebecherle in der Hand abgerissen waren nebst dem br.-pilligrazerischen Zwergen mit ein Liecht in der Hand, womit er dem P. Master den Bart absencket mit der Aufschrifft »Tollite barbatum pia numina tollite Mastrum« mit noch mehrern Versen, die ich noch nicht habe erfahren känen. Enfin, ich sagte ihr, das man zwar die Geistlichen ehren solle, die da ihren Stand gemaß leben und zwar beym Altar, in Beichtstuhl, auf der Canzl; nicht aber jene, die alle weltliche Hauser stetts außlauffen und von Tischen-Taschen ihre Profession machen und sich in alles intrigiren, das sie nicht angehet und weltlichen Leüthen Ärgernus geben etc. Auf Mittag speiste bey mir der Secretari Hentl und der Granucci. Nachmittag hielte mit Crayßhauptman und Hentl Commission wegen Stadt Crainburg etc. [523] œconomical status von 4 biß 6 Uhr. Dan habe die Frl. Fränzl meiner Schwägerin, die bey meiner Frl. Lenerle war, nach Hauß begleitet und bel modo das vormittagige repetirt. Dan war ich mit m. Micherle bey den Busetischen. 1759 Oktober 1. Oktober. Vormittag um 9 Uhr bin ich mit dem protomedico Vidmayr und Dr. Knée et actuario Schifferstein in die Appotecken des Wagner solche visitiren zu lassen und diese ist die dritte. Ich bin sodan zu meiner englischen herzallerliebsten Gemählin. Nachmittag war ich ein wenig spaziren mit m. Micherle und de retour waren wieder bey meinem ausserwählten Eheschaz. Bey mir war das Eheweib des bey der Armée befindlichen Feldbecken Juncker, der ich 20 Holländer Ducaten bezahlt habe gegen Quittung meines Mäxl, welcher eben soviel den 17ten erst abgeruckten Monath September von ihrem Mann empfangen hat, so da war eben den Tag, an dem er alß Hauptmann unter Kollowrath vorgestellet worden. 2. Vormittag war bey mir der tillierische Fähnrich Kumer mit seiner Gemählin und der Br. Ackelshausen, Leüthnant, welcher lezte dieser Tagen nach Triest zur Bataillon gehet. Dan Frl. Caterle Semenitsch, dan P. Kappus, Franciscaner, zu mein übermorgigen Nahmenstagcompliment. [524] Vormittag war auch bey mir ein Geistlicher von der Frauen Rasp von Smreck wegen einer vermeintlichen Prægravation in rectificatorio. Abends war ich bey meinem englischen Ehegespändl mit m. Micherle. Spätter bey Mr Hoffmann. 3. Auf Mittag speiste bey mir Frl. Semenitsch und der Schifferstein. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph Erberg Societas Jesu mit mein Beichtvatter P. Irmel mit dem Compliment zu meinem morgigen Nahmenstag. Dan P. Prior von Augustinern, M.le Utschan. Abends war ich bey meiner englischen Gemählin mit m. Micherle. Spätter bey Mr Hofmann. | 807 1759 Oktober 4. Vormittag waren zu meinem heütigen Nahmenstag Glück zu wünschen bey mir Hauptman Daschkowsky, Leüthnant Br. Ackelshausen, Fähnrich Kumer, Fähnrich Br. Conti, alle von Tillier. Dan der Ingenieur-Leüthnant Dinzl et der Kriegscommissarius von Puchner und der Concepist Ziegler et P. Mäst/er/ S. J. Von 9 Uhr biß 11 war ich in Rath. Inzwischen haben mich Verschiedene gesucht, alß der Leüthnant Br. Apfaltrer, Köhler, Lenz, Marotti, Spieglfeld, Zois, Polini, Merzenheim. Nach dem Rath Nemizhoffen und bey mir war Mad. Buseth. Ich war bey meiner Schwagerin Frl. Fränzl. Heüt haben bey dem Jesuiten primicirt 3 Gebrüder Hochenwarth Societas Jesu und einer [525] ihrer Gebrüder auch alß Jesuiter und 2 alß weltlich haben vorgedachten dreyen ministrirt. Dabey der Vatter Carolus, die Mutter und eine Tochter respective Schwester obiger haben ihre Andacht verrichtet. Auf Mittag speiste bey mir Longho und Granucci. Von 4 biß 6 Uhr war ich in der Hofcommission. Dan bey meinem englischen Eheherzerle. Spätter bey Mr Hoffmann. 5. Vormittags war ich in der Hoffcommission von 9 biß ½ 11. Dan bey meiner englischen geliebtesten Ehegemählin. Dan war bey mir Fiscal von Merzenheim et Hentl, dan Elßner. Auf Mittag speiste bey mir Longho, welcher Morgen mit der Ordinari nach Wienn verreiset. Nachmittag war bey mir Gandin, Gr. Engelshauß und spätt Nemizhoffen. 6. Heüt Nachmittag war bey mir H. von Schweiger, der Morgen ins Unter Crain verreiset in einer Comission mit dem secretario Hentl. Dan war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Ehegemählin, wo mich vormittags m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Dan bey Mr Hoffmann. 7. Vormittags war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin mit meinem Micherle bey der Meß. [526] Dan waren bey Mad. Wertenthall. Auf Mittag speiste bey mir P. Taufferer, Sitticher, und Schifferstein. Nachmittag war bey mir Elßner, dan Oberland zu Eröfnung der mit heütiger Post eingangenen Depechen in absentia præsidis. Um 3 ¼ Uhr Nachmittag ist Mad. Lebeneg, Wittib, gebohrne Br. Taufferer, allhier gestorben. Vide den morgigen Tag. 8. Vormittags war bey mir Crayßhauptman Br. Taufferer alß Universalerb der gester verstorbenen Lebenegin mit einigen referendis, weil er heüt in Rath nicht wohl komen kan. Dan war bey mir protomedicus und Knee mit Schifferstein, da ich dan die 4te und lezte Apotecken des Schmitt habe visitiren lassen und war auch mit m. Micherle. Von 10 biß ½ war ich in Rath und præsidirte. Gegen Abend war ich mit m. Mich/er/le bey Mad. Vermatti wegen der 2 Portraits von dem Roringer und seiner Gemählin. Dan bey meiner englischen herzallerliebwertesten Ehegemählin, wo mich vormittags mein Micherle suppliret hat. Dan bey Mr Hoffmann. Dan die gester verstorbene Lebenegin zu besprängen. Bey m. Schwagerin Frl. Fränzl. Spätter bey den Dinzlischen im Hauß. [527] An gestrigen Tag anno 1748 hat mich mein englisches Ehehespändl auf einmahl mit 2 jungen Töchterlein erfreüet, sein aber beede bald nach der Nothtauf selben Tag gestorben, welche nun ihrer allerliebsten Mama zur Freüde seyn. 9. Vormittags nach 10 Uhr ist Mad. Lebeneg zu denen Franciscanern begraben worden und bin ich mit m. Micherle auch dan in die Kirchen gegangen. Dan zu meinem englischen Eheschaz. Auf Mittag speiste bey mir der Dinzl von Ehrenau mit seiner Gemählin meiner niece, der Crayßhauptman Br. Taufferer, sein Frl. Schwester Maria Anna, sein Bruder Sitticher P. Xaverius, sein Bruder Forauer P. Salesius. 808 | 1759 Oktober Vor- und Nachmittag war bey mir der Eremit Ganoczi. Dan der Elsner und Ob/er/land in Amtsgeschäfften. NB. Mad. Lebeneg-Verlassenschafft mag betragen bey 50/m fl. Der Universalerb ist der Crayßhauptman Br. Taufferer. Legirt hat sie dem Dinzl von Ehrenau 4/m fl., jeder seiner Schwestern Maria An/n/a et Margareta 1/m fl., der Schwester des Br. Tauffer/er/ Crayßhauptmans der Maria Anna 5/c fl. und der Notwurga1212 5/c fl., seinen Gebrüdern dem Jesuiten und dem Sitticher jährlich lebenslang *jedem* 25 fl., dem Forauer jahrlich 50 fl., denen Armen nominetenus der Fleischmanin 12 #, der Wisenthallin 5/c fl., der Br. Liechtenthurn 5/c fl., eines Kochen Weib, die sie bedient hat, 2/c fl. [528] Der Eremit Ganoczi zeügte mir ein frisches Schreiben auß Mayland von einem seinen gutten Freünd de la suite des Grafen Firmian, des Inhalts, das ein unlängst auß Indien (suppono auß Sid America) gekomener Capuciner-missionarius ein Buch habe drucken lassen, worin vorgestellet wird, wie schlecht die Jesuiter ihre daselbstige missiones besorgen und alle übrige missionarios, die keine Jesuiten seyn, bedrucken und verfolgen. Die Jesuiten, die das Buch vor sich gar zu nachtheilig befunden haben, suchten sich wider die Capuciner zu revanchiren1213 und fanden Gelegenheit, wie folgt. Die Malcontenten in Corsica suchten Capuciner-missionarios, die Republique Genua wollte dieses nicht gestatten. Der Genueser Provincial schrieb deßwegen an ihrem Generalen nach Rom. Der General antwortete dem Provincialen, er solle trachten, in der Stille einige Capuciner auß gedachter Provinz nach Corsica zu expediren. Die Jesuiter haben diesen Brief aufgefangen und denuncirten es dem Senat. Dieser ließ bey des Senats Versamlung all annunziata den intercepirten Brief von dem Jesuiterprovincial offentlich ablesen. In dessen Anhörung sagte der Doge, das die Jesuiten dieses auß einer Rache wider die Capuciner angezeüget hätten. Danach [529] wurden die Capuciner ins gesamt condemnirt, in Zeit 2 Monath das genuesische Gebieth zu raumen und werden deren in ganzen Gebieth bey 2/m gezehlt. Es seye ihnen aber dieser Termin von 2 Monathen anberaumet worden, damit sie inzwischen Zeit haben, sich um mächtige patronos zu bewerben, die vor sie bey der Republic intercediren mögen, 10. Nachmittags war bey mir der Geistliche Hamerschmitt, der Morgen alß Jesuiter candidatus nach Wienn verreist. Dieser hat heüt Vormittag nach 10 Uhr einen zum Strang condemniret und außgeführten assistirt. Dan war bey mir der H. Callin, Pfarrer zu Alten Lack, der gleich nach Adlsperg verreiset ist. Abends war ich bey meinem englischen herzallerliebsten Ehegespändl mit meinem Micherle. Dan bey Mr Hofmann, der den medicum Heymann licencirt und den Baronium allein behalten hat. Dan bey den Dinzlischen biß spatt. 11. Vormittag war bey mir Mr Settall, der vor das Gebau bey Pruschnig noch bey 100 fl. bedarf. Dan der Eremit Ganoczi, der nun bald abreisen will. Nachmittag war bey mir Mad. Dinzl und Frl. M/aria/ A/nna/ Taufferer, sich zu beurlauben und seyn bald darauf nach Ehrenau. [530] Dan war ich mit meiner Frl. Hallerstein und m. Micherle spaziren gangen. Dan bey meiner englischen geliebtesten Gemählin. Heüt morgens Fruhe ist Mr Nemizhoffen von hier nach H. Craüz ins Weinlösen verreist. 12. Vormittags war bey mir Jamnig, mir die Außkunfft von der Sau-Stromer Navigationscassa zu geben. Item Köhler in Taxamtsangelegenheit. Auf Mittag speiste bey mir Fraule Catherle Semenitsch. Nachmittag war bey mir Elsner vocatus, deme der Mad. Rasp von Smreck Anligen recommendiret habe. Dan habe mein eisenen Offen in mein Zimmer placiren lassen. Spätter war ich bey meinem englischen allerliebsten Eheschaz mit meinem Micherle. Dan bey Mr Hoffmann. 13. Vormittag war bey mir Mr Buseth mit seinem Sohn Fränzl, der Nachmittag über Görz und Venedig ins collegium nach Parma verreiset in Begleitung des abbé Koprivnig, mit deme man vor all und jedes vor dem Franzl per 20 # biß Parma verglichen hat. Nachmittag war ich in der Hofcommission, oder besser zu sagen in der Conferenz mit denen Ständen in Angelegenheit des Fleischkreuzer [531] von 4 Uhr biß ½ 7 Uhr, so das es schon zu spatt ware, in die Kürchen 1212 Not- popravljeno. 1213 h popravljen. | 809 1759 Oktober zu meinem englischen Magnetl zu komen, wo mich vormittags bey der Meß mein Micherle suppliret hat. In heütigen Conferenz hat der Landschafftbuchhalter von Rastern vorgestellt, wie das vor der Landrectification mit dem Fleichkreuzer, sowohl die lb. Herrengült alß die Hueben belegt waren und zwar: - erste, lb. 30933.48.2 à 11 kr. 3 ⅚ 〈den.〉 6000 fl. - Hueben 24182.47 à 14 kr. 5 31/96 〈den.〉 6000 〈fl.〉 14. Heüt ist vor mich der allerbetrübteste Andenckenstag, alß an welchen vor 6 Jahren und 11 Monathen mein herziniglich geliebtestes Ehegespandl, mein ausserwählte englische vollkomenste Gemählin mich in dieser Zeitlichkeit verlassen und biß zu meinem Hinschieden und zu Ihrkunfft dem beständigen Seüffzen, Jamern und Weheklagen außgesezet und mich alles Trosts, Freüd und Vergnügens beraubet hat. Gott, sey es geklagt und anheimgestellt. Vormittag war ich bey diesem meinen Eheengl bey der Meß mit mein Micherle. Dan suchte mit meiner Frl. die Fähnrich Kumern, dan die Wolwizischen. Dan suchte ich den Peterman, um die Erlaubnus zu haben vor m. Lucas und Micherle, schiessen zu därffen. [532] Auf Mittag speiste bey mir Bottoni, Granucci und Elßner; mit diesem hatte ich wegen Mad. Rasp von Smreck das nöthige abgeredet. Dem Bottoni, der heüt nach Triest verreiset habe, die Originalobligation des Christoforo Bonomo Stetner mitgegeben, um bell modo die Zahlung oder wenigst etwas à Conto zu solicitiren. Die Obligation lautet per 135 fl. 13 kr. de dato Triest den ersten Jenner 1735 mit verschribenen 6 per % Interesse und habe biß dato noch gar nichtes empfangen. Nachmittag war bey mir Perßky. Spätter Paul Aloys Gr. von Auersperg. Vorgester ist der Brezl von Wienn retournirt und hat mit sich gebracht den unter Waldeck gewesten nunmehro von Sinnen gekomenen Oberleüthnant Grafen von Liechtenberg, Francisci filium. 15. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Nachmittag in der Hofcommission von 4 biß gegen 7 Uhr, so das ich heüt mein englisches herzallerliebstes Ehegespandl nicht habe besuchen känen. Dahingegen hat mich Vormittag daselbst bey der Meß mein Micherle supplirt. In heütiger Commission ist beschlossen worden, die annoch ruckständige Reste an der Capitalisten- und Kriegsbeysteüer mit allen [533] Ernst eintreiben zu lassen. Und weil der Hof an dem extrapostulato 40/m fl. nachgelassen hat, so ist beschlossen worden, die übrige 220/m fl. pro futuro anno militari folgender massen zu erzeügen alß durch die Continuation der Kriegsbeysteüer (dafür die fassiones biß 15. December dieses Jahrs eingelegt werden müssen) die 80/m fl. pro donno gratuito zu erzeügen und solche1214 müssen mit 15ten künfftigen Februar einflüssen. Vor die übrige, alß ein mit 5 per % verinteressirliche Darlehen deren 140/m fl., werden die Huben à 3 fl., dan das dominicale et civitatense nach Proportion belegt und den 15ten künfftigen Jenner außgeschriben werden. 16. Heüt vor 6 Jahren und 11 Monathen ist, laider Gott!, mein englisches Ehegespandl alß mein einzige Freüd, Trost und Vergnügen auß meinem Hauß zur Bestattung getragen worden, welches ich mit Thränen derküsset und in groster Betrübnus begleitet habe. Gott, seye es geklagt und aufgeopfert. Vormittag war bey mir Brezl, der vorigen Freytag mit dem von Sinnen gekomenen Grafen von Liechtenberg, Oberleüthnanten unter Waldeck, hereingekomen. Und erzehlte mir, wie zu Wienn die Wüssenschafften und Künste immer steügen und mit geschickteren professoribus besezet werden. In anatomia rühmet er besonders an dem Gasser, einem Kärner, [534] und vor den fameusen acoucheur den Lehmacher, auch einen Kärner. Pro professoribus soll der Hof lediglich auß denen Jesuiten den P. Franz pro phisica experimentali, zu anderen Scienzen aber andere Religiosen resolviret haben. Mithin behalten die Jesuiten annoch die 6 kleine Schullen und sollen sonderlich die Dominicaner bey Hof in estime seyn und an dieser die Jesuiten viel verlohrn haben. Abends war ich bey meinem englischen Magnetl mit m. Micherle. Dan bey Mr Hofmann. Mit diesem haben resonirt über das franz-graf-liechtenbergische Hauß, so eines von reichesten im Lande ist. Er divertiret sich mit der Jagd und sonsten passirt er sein Zeit in seinem Zimer solitaire. Sein Gemählin, gebohrne Gräfin von Thurn, waint und graint mit denen Dienstleüthen den ganzen Tag und hat auch schon Zeüchen gegeben, alß wan sie nicht bey gutten Sinnen wäre. Der Sohn Sigerle, verhayratet 1214 Orig. solchen, a je bila črka n prečrtana. 810 | 1759 Oktober mit einer Gräfin von Auersperg, Dismæ filia, ist auch von Sinnen. Der lezt mit dem Brezl hereingebrachte Sohn auch von Sinnen. Der Sohn Jodocus mécontent zu Hauß melancolisch et paucarum verborum. Francisci *soror*,1215 verhayrath an [535] Carl Br. von Rauber, schon vielle Jahr von Sinnen und lebt mit ihrem Mann nicht. Was hilfft ihnen der Raichtum? Et quæ parasti cujus erunt? Sie leben sehr schmall in Hauß und excessive gespärig. Francisci filia Ursulinerin, weil sie nicht hat hayraten därffen, wo sie gewollt. 17. Vormittag war bey mir Paul Aloys Gr. Auersperg in Comercial-Consess-Angelegenheit. Nachmittag die Br. Neühauß mit ihrer Tochter wegen von lezter und ihren 2 Schwestern per 30 fl. ruckständige Capitalistensteüer. Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. Heüt ist mein Fischgehalter1216 völlig außgebaut, außgezimmert und verfertiget, auch oben auf die Waschrollen eingestellet worden. Ingleichen habe angefangen das Gäsßl zwischen mein Hauß und den Neugebau flastern zu lassen, id est wasserseits. Heüt habe mir den 3ten, schon ein Par her wacklenden Zahn von vorn an zu zehlen, oben rechterhand, außgebrochen. Den 5ten in der nehmlichen Reyhe habe schon vor einigen Jahren, mithin biß nun zu 2 Zähne verlohrn. Behalte also annoch 30 in allen von denen 32, die ich gehabt. Heut vormittags ist ein Dieb außgeführt [536] und aufgehangen worden, deme der P. Cobavio Jesuiter beygestanden. Heüt bin ich besonders erfreüet worden mit meines Lucasl Schreiben, da er mir alle gutte Hofnung gibt, noch diese Wochen seines jesuiter Habit befreyet zu seyn. Erwartete ihn also mit Freüden Morgen oder längst Übermorgen allhier bey mir. Heüt Nachmittag ist von hier abgereist der Eremit Ganoczi und wird ein Tour oder über Karnten oder über Steyer ins Reich machen; und ist noch nicht resolvirt, ob er noch in Hungarn oder hierlandes sein Eremitage festsezen wird. Inzwischen hat er alle seine Sachen allhier bey dem jungen von Steinberg gelassen, um solche nachkomen zu lassen oder selbsten abzuhollen. 18. Heüt ist der Nahmenstag meines, nun täglichen erwartenden Lucas. Von 10 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin, wo mich vorhero bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Abends war ich bey Mr Hoffmann. Auf Mittag speiste bey mir der Rectificationscalculant H. Elsner. 19. Vormittags war bey mir der protomedicus Vidmayr in Sanitätsangelegenheiten. Dan der medicus Baronio wegen seines zu Wienn bey den Piaristen in [537] studiis befindlichen Sohn, den er künfftiges Frühejahr nach Hauß zu beruffen gedencket, weil ihm scheinet, das er in selben collegio die erforderliche Education nicht hat und in der Emanuelischen Academie und dan in dem Collegio Theresiano gefallt dem Baronio noch weniger. Dan war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg. Nachmittag der Pettermann, Verwalter der Teütschen-Ordens-Comenda, deme um ein Erlaubnuszettel vor mein Micherle und vor den erwartenden Lucasl schiessen zu darffen angesprochen habe und das er deßwegen mit Gr.- Wildenstein vorlauffig reden möchte. Ich habe ihm auch 2 # dafür angetragen, dahingegen wollte er absolutè nichtes annehmen mit Versicherung, das Gr. Wildenstein sich ein Plæsir machen werde, mir diese Gafalligkeit zu beweisen. Dan war bey mir der Ingenieur-Oberleüthnant Dinzl. Abends war ich bey meiner ausserwählten englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich vormittags bey der Meß m. Micherle suppliret hat. 20. Vormittag war bey mir Rosenfeld, dan Ziegler in Amtsgeschäfften. Dan habe die erste Fisch in mein Fischgehalter gethan und diese seyn 5 Ruthen. Auf Mittag speiste bey mir die Frl. Catherle Semenitsch. [538] Vorhero war auch bey mir Mad. Du Valles mit ihrer Frl. Tochter wegen ihrer Arreragen und Banco-Obligationen. Nachmittag war ich in der Hofcommission von 4 biß 8 Uhr, so das ich heüt zu meinem englischen Ehegespändl nicht mehr habe komen könen; es hat mich aber daselbst mein Micherle supplirt. 1215 Nad prečrtanim filia 1216 Za Fisch- prečrtana beseda. | 811 1759 Oktober Heüt wenig vor 6 Uhr ist mein Lucasl von Gräz glücklich angekomen und habe ihn mit Freüden allschon zu Hauß gefunden und haben miteinander souppirt. An heütigen Tag ist mein liebstes Töchterle anno 1733 gestorben. Sie war gebohrn den 3. Februar 1731, mithin hat sie gelebt 2 Jahr, 8 Monath und 17 Täg. Wird nun mit ihrer allerliebsten Mama die heimlische Freüden genüssen. 21. Vormittag war ich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin bey der Meß in compania der Frl. Hallerstein, massen mein Micherle mit dem Lucas vorhero daselbst waren. Dan war ich mit gedachter Frl. Lenerle bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl, ihro die erfreüliche Nachricht zu geben, das gester mein Sohn Lucas glücklich und gesund hier angelanget seye. Abends war ich bey Mr Hofmann. 22. Heüt Vormittag habe meinem Lucas zwey Kleider machen und abmessen lassen, dan [539] eine Peruque, biß er die eigene Haar wird tragen känen. Dan war bey mir der Wälsche Auersperg. Von 10 biß ½ 12 war ich in Rath. Dan bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin. Auf Mittag speiste bey mir der Schifferstein. Von 4 biß ½ 7 Uhr war ich in der Hofcommission. Da hatten Rechnung gemacht von hiesigen Kaufleüthen, um sie nicht aufs neue mit einer unentgeltlichen Kriegsbeysteüer1217 zu taxiren, von ihnen alß ein Darlehen gegen 5 per % wenigst bey 3/m fl. zu überkomen. Da wir aber einen nach dem anderen vorgeruffen und zu einem freywilligen Darlechen persuadiret, hat sich erstlich erkläret zu erlegen: - Weittenhül er 2000 fl. - Simonetti 1000 〈fl.〉 - Andrioli 500 〈fl.〉 - Kuck 1000 〈fl.〉 - Desßelbrunner 1000 〈fl.〉 - Umnig 1000 〈fl.〉 In allen 6500 fl. , und seyn noch andere von denen einige Posten anzuhoffen und nächstens einberuffen seyn werden. Weittenhüller hat gleich bey 1400 fl. offerirt, zum übrigen hat er sich persuadiren lassen, sonsten aber ist er sehr soli und von besten Herzen. Simonetti ist fast zur Helffte persuadiret worden. [540] Andrioli, diesem ist ganz freygestellet worden, ob er etwas oder nichtes geben will, indeme er sich schon vorigmahls besonders distinguiret und einmahl 4, das andermahl wieder 4, zusamen 8/m fl. ex se zu Bezeügung seiner Treüe und Bereithwilligkeit ganz freywillig dargelichen hat. Kuck ist ein harter Man und hat Zwang und Drohen gebraucht, dieses zu erpressen. Deselbrin/er/ brauchte Persuasion, doch voll gutten willens. Umnig etwas difficiller, doch mit gutter Arth. Abends, wenig vor 10 Uhr, ist sig. Bottoni von Triest revertirt. 23. Heüt fruhe ist die unverhoffte Nachricht von Lustall allhier eingangen, das gester Br. Benj/ami/n Erberg von Schlag beruhret worden und seiner Herstellung klein oder keine Hofnung seye. Es ist gleich hinauf Br. Wolf Daniel mein Schwager, medicus Vidmayr etc. Gott, gebe bessere Nachrichten. Dan war bey mir Stefano Sili, der gester auß Croatien hier retourniret ist. Er erzehlte mir, das die von Hof ernandte Commission, die Culpa navigable zu machen, in folgenden Personali bestanden: Mr Bougean, ein croatischer Edlmann ex parte Croatiæ; Mr Raab, Intendenzarath von Triest, der sich auch hier befindet; Hauptmann Schley von Seiten Banat [541] von Temeswar; ingleichen von dort der Oberverwalter Mayer; ein Ingenieur von Carlstadt Hauptman Tendl, doch hat er mir den Zunahmen nicht recht zu sagen gewust. Und dan er, Stefano Sili, der von selben Orten gutte Cognition hat. Nachmittag war bey mir Crayßhauptman Br. Tauferer mit sein Bruder dem Foraüer Mönch und der heüt mit der Ordinari nach Gräz retourniret. Dan war bey mir der Amigoni wegen des jungen Ständler, den er gerne in die Tallbergische Stifftung bringen möchte. Spätter war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Ehegemählin. Dan bey Mr Hofmann und dan bey meiner Frl. Schwägerin, wo ich den Jesuiter P. Mäster gefunden habe, 1217 Orig. Striegbeysteüer 812 | 1759 Oktober ungeacht es schon bey ½ 7 Uhr gewesen. Er ist aber gleich weg. Spätter ließ sie mir wissen, das sich mit dem Benj/ami/n Br. Erberg zu Lustall nichtes bessert und das er die heütige Nacht schwährlich überleben werde. An heütigen Tag ist meiner herzallerliebsten Gemählin Vattern Vatters Mutter Elisabeth Peerin von Perrburg von Flednig anno 1683 gestorben und habe ihren Gebuhrtstag annoch nicht känen außfindig machen. 24. Heüt morgens hatter keine bessere [542] Nachricht von Br. Benj/ami/n von Lustall, mithin sicht es mit ihm noch immer gefährlich auß. Heüt, da mein Lucasl sein Kleid fertiger bekomen, habe ihn am ersten mit mir außgeführt und zwar war die erste Visit zu seiner verehrungswürdigsten allerliebwertesten Mama und war m. Micherle auch mit unß. Dan suchte Graf Herberstein, um den Lucas aufzuführen, war aber auf der Jagd. Dan waren bey Paul Aloys Gr. von Auersperg, bey Mad. Erberg, gebohrne Engelshauß, bey meiner Schwägerin Frl. Fränzl, dan bey Mr Hofmann. Nachmittag, oder besser zu sagen abends, führte ihn auf bey Mad. Wertenthall, dan bey Busettischen. Heüt abends hatten noch kein bessere Nachricht von Lustall. 25. Heüt morgens ist hier die Nachricht von Lustall eingelangt, das der Benj/ami/n Br. von Erberg eben heüt vortags umb drey viertl auf vier Uhr mit Tod abgangen, deme Gott gnädig seyn wolle. Meinem Lucasl habe gleich ein schwarzes Kleid außnehmen lassen, da ich und der Micherle darmit allschon versehen seyn. Morgen wird er allhier begraben werden und das randez vous wird [543] seyn bey denen Discalziaten um 10 Uhr, wohin der Leichnam heüt in der Nacht gebracht werden wird. Nachmittags war bey mir Mr Raab, Intendanzarath von Triest, der nun von der Commission von Sisseg gekomen. Gehet nach Clagenfurt Morgen Nachmittag, sein Gemählin abzuhollen. Dan nach Wienn, seine Commissionsrelation zu erstatten und wieder hierdurch nach Triest zu retourniren. Vormittags war ich mit mein Lucas und Micherle spaziren, um eine Commotion zu machen. Abends war ich mit obigen zweyen und der Frl. Hallerstein bey meiner Schwagerin Frl. Fränzl, wo ich zugleich meinem Schwägern, dem Br. Ferdin/and/, den Lucas aufgeführet habe. Der Br. Wolf aber war nicht zu Hauß. 26. Vormittag bin ich mit m. Lucas und Micherle, alle in der Klag, zu m. Schwager Br. Wolf Daniel von Erberg. Dan nach 10 Uhr zu den Discalziaten, wo der von Lustall gebrachte Leichnahm des gester morgens verstorbenen Benjamin Br. von Erberg Leichnahm in der Kirche exponiret war. Dan begleiteten den Leichnahm zu denen PP. Augustiner di larga manica in folgender Ordnung: - die Arme - die auß den Armenhauß - [544] die Arme auß dem Burgerspittal - Terziarinen 8 - Studenten - Todtenbruderschafft von Discalziaten - Augustiner di larga manica 16 - Franciscaner 36 - weltliche Briester 60 - canonici 4 Die Leich getragen von Personen der Wolf Daniel und der Ferdin/and/ Br. von Erberg, P. Joseph Erberg et P. Dinzl, Rector, beede Societas Jesu, ich und mein Lucas, mein Micherle und Br. Flachenfeld. Dan kam das Frauenzimer in der Klag: die Frl. Fränzl von Erberg, Fraule Lenerle von Hallerstein, Fraule Flednig, Mad. Erberg, gebohrne Englshauß, Mad. Otto, gebohrne von Raab. Dan waren von Manns- und Frauenpersonen Graf und Gräfin von Gallenberg, Gräfin von Schrottenbach, Mad. Neühauß, Orzon und 3 liechtenbergischen Fraülen, H. von Raab, Petteneg etc., die waysen Kinder – 2 Knaben und 4 Magdlein, in allen 6, weil deren biß nun zu nicht mehr seyn. Dan ware von anderen allerhand Leüthen eine zimlich grosse Anzahl. Nebst dem Amt waren bey allen Altärn die Messen. Ich war bey dem Sarg, um das die [545] Todtentrugen nebst der Fraule Margaretl, meiner Schwägerin seeligen, placiret und der Zugang zu meiner herzallerliebsten nicht verleget wurde. Habe auch meinem Lucas und Mi- | 813 1759 Oktober cherle gezeügt, wo ihrer verehrungswurdigste englische Mama placiret ist. Da alles vorbey und der Grabstein wieder festgestellet worden, bin ich mit m. 2 Söhnen zu H. von Raab, Intendanzarath, so in Wilden Mann logirt, mein Contrevisit zu geben, der just zu Mittag gespeist und dan abgereiset ist. Auf Mittag speiste bey mir Frl. Catharina Semenitsch. Nachmittag war ich in Rath von 4 biß ½ 6 Uhr. Dan habe nochmahls besucht mein ausserwahltes englisches Ehemagnetl. Spätter war ich mit meinen 2 Söhnen und Frl. Lenerle bey den Erbergischen. Dan auch bey Mr Hofmann. 27. Vormittags war bey mir der von Adlsperg zuruckgekomene und nach Alten Lack retournirende Pfarrer Kallin, der mir in denen adlspergischen Tauf-, Vermählung- und Sterbbüchern in der ihme mitgegebenen särgerischen genealogischen tabella zur Außfillung nichtes hat finden känen, weil die ältere derley Bücher im Rauch aufgangen. Dan waren bey mir 3 Juden Marpurghi [546] von Gorz et Triest, so aber heüt wegen ihres Sabath nichtes von Geschäfften geredet. Dan der erst von Wärdl gekomene H. von Schweiger und ein parmahl der Hübner in Amtsgeschäfften. Nachmittags der Paul Aloys Gr. von Auersperg in Commercial-Consess-Geschäfften. Heüt habe auch den Tanzmeister wieder komen lassen, von dem auch mein Lucas nebst den Micherle Lection genohmen, sonst aber noch von vorhero in Tanzen wohl geübet ist. Dan Br. Ferd/inand/ von Erberg, m. Schwager. Item noch vormittags Mr Bottoni, der mir von sig. Ch/ris/ toforo Bonomo de Stetner ein Bancopapier per 90 fl. gebracht a Conto seiner Schuld und wird mir die Cession nächstens nachtragen. 28. Vormittag war bey mir medicus Baronio. Dan war ich mit mein Lucas und Mich/er/le bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Meß. Dan führte auf bey Graf Herberstein meinen Lucas in compania der Micherle. Dan bey Wildenstein, wo auch die Schrottenbachin war. Dan bey Grafin von Gallenberg; der Graf war nicht zu Hauß. Den Leopold Grafen von Lamberg haben etlichmahl gesucht, war aber niemahls zu Hauß. Dan bey Mr Schweiger. [547] Auf Mittag speiste bey mir Mr Elsner, Rectificationscalculant. Nachmittag war bey mir der erst von Wienn gekomene neuresolvirte Pfarrer zu Gurgfeld von Lazarini, der unter anderen mir erzehlte, was ihme die zwey Beichtvätter – Parhamer und Kampmüller S. J. – vor Intriguen gespielt haben. Dan war bey mir der Granucci, der künfftigen Donnerstag nach Wienn verreisen, dahingegen erst in 6 Wochen daselbst eintröffen und sich hin und wider unterweegs aufhalten will. 29. Vormittags war ich in Rath von 10 biß gegen 12 Uhr. Dan bey meinem englischen Ehegespändl, wo […]1218 Auf Mittag speiste bey mir Bottoni, Calculationzahlmeister. Nachmittag war ich in der Hofcommission von 4 biß gegen 8 Uhr. 30. Vormittag war bey mir mein Schwager Br. Wolf Daniel en visite und wollte auch mein Lucasl sehen. Des seeligen Benj/ami/n Quartier wird er noch länger brauchen. Ich machte ihm nicht allein maitre von selben, sondern offerirte ihm mein ganzes Hauß und in specie, wan er heürathen solte,1219 mein Quartier. Und wurde mich besonders gefreüen, ihm angenehme Dienste erweisen zu känen, weil er ein Bruder von meinem englischen Ehegespandl ist und [548] weil er auch sonsten la coeur bien placé hat und ich ihn allemahl mit Distinction æstimiret habe. Nachmittags war ich mit m. Lucas spaziren. Waren auch bey mein englischen Ehemagnetl. Der Micherle ist unß eben nachgekomen. Spätter war ich bey Br. Waicard Gall mit m. Lucas. Erster befindet sich seit etlichen Tagen in Haußarrest auf Befehl des Leopold Lamberg, von welchen er vorgester in Beyseyn des Paul Aloys Gr. von Auersperg und des Landrechtssecretario constituiret und mit einer schlechten Menschen confrontiret worden, da er allenthalben unschuldig zu seyn prætendiret. 1218 Prostor za nadaljevanje povedi. 1219 lt popravljeni. 814 | 1759 November 31. Vormittag suchte meinen Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ Erberg mit meinen 2 Söhnen, weil er heit sein Nahmenstag celebrirt, war aber nicht zu Hauß. Dan giengen zu P. Dinzl, Rector, und P. Joseph Erb/er/g, m. Schwager, wo ich mein Lucas aufgeführet habe. Dan bey Mr Hofmann. Heüt, bald nachmittags, weil ich schon ein drey Tag her den Kopf etwas schwäche befinde, habe mir præsente et approbante medico Heymann auf dem rechten Fuß zur Ader gelassen. Bald darauf bin ich wieder die Gewohnheit ohnmächtig geworden, habe mich aber bald wieder besser befunden. [549] Abends war wieder bey mir der medicus 〈Heymann〉1220 und vorhero Mr Schweiger. Nun spatt befinde mich, Gott Lob, wieder ganz wohl auf und hoffe künfftige bessere Nacht. 1759 November 1. November. Die vergangene Nacht habe, Gott Lob, gut, ruhig und ohne Alteration geschlaffen, jedoch ze- ügte der in sehr kleiner Quantität gelassene Urin noch ein Hize in dem Gebluth, ob mir schon gester bey 15 Unzen gelassen worden. Ich bin nicht auß dem Hauss und supplirten mich bey der Meß bey meiner Herzallerliebsten meine 2 Sohne. Sonst waren bey mir in der Visite medicus Heymann, mein Schwagerin Frl. Fränzl, Br. Waicard Gall, der heüt seines Hausarrests entlassen worden, der Granucci und medicus Baronio. Nachmittags Paul Aloys Gr. von Auersperg, mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/, medicus Heymann mein ordinarius, Frl. Mariandl Utschan und der Marotti. An heütigen Tag ist mein Söhndl Wolf Carolus Cyrus anno 1743 gebohren worden. Vide 10. December. 2. Vormittag habe Medicin eingenohmen. Die vergangene Nacht habe eine Hiz gespiret und der die Pulsader zimmlich alternirt, sodas ich biß ½ 2 Uhr nach Mitternacht nicht einschlaffen konte. Dan aber hörte die Hiz auf und ich schlief und ruhete gut biß gegen 6 und schlumerte noch biß 7 Uhr. [550] Dan habe mein Medicin genohmen. Nach 9 Uhr war da der medicus Heymann. Dan die Frl. Semenitsch et Oberland vocatus, um dem Præsidenten zu vermelden, das ich heüt ad consilium nicht komen kan. Auf Mittag speiste bey mir Waicard Br. Gall. Dan kam Oberland nomine præsidis, das der heütige Rath abgesagt und auf künfftigen Montag überlegt worden. Heüt habe in mein Fischkalter 3 schene Forellen eingelegt, so bey 2 lb. waigen werden, mithin seyn biß nun zu darinen 4 Ruthen, 6 Karpfen und obige 3 Forellen. Abends war bey mir der Crayßhauptman Br. von Taufferer en visite et der medicus ordinarius Heymann. Heüt befinde mich, Gott Lob, den ganzen Tag gut. 3. Vormittags war bey mir mein ordinarius Heyman und habe mein Medicin wieder genohmen ungeacht mich, Gott Lob, stetts besser befinde. Nachmittag P. Prior von Augustinern. Dan eine Camerjungfrau, die bey Mad. Bobserin bey hiesigen Ursulinerinen in Diensten sich befindet; richtete mir ein Compliment auß von Mad. Widmann von Wienn, wo sie vorhero in Diensten gestanden. Dan der Johannes Wigele, der einmahl bey mir alß Laquey gedient [551] und den ich nach Ableben meiner herzallerliebsten Gemählin congediret, da ich mein ganzes Haußweesen restingiret habe. Er komt nun von Wienn und retournirt nach Venedig, wo er schon bey 5 Jahr stabiliret ist und einen Friseur abgibt. Er und sein Compagnon führen auß Hungarn 7 Pferd mit sich, dafür ich ihm einen Freypasß ausgefertiget habe nomine der Stell. Dan 2 Drächslermaister, sich wider meinen Bedienten Lucas, der auch ein Drachsler ist, zu beklagen, das er ihnen zum Nachtheil vor andere arbeitet. Ich habe ihnen gemeldet, das sie ein Memorial bey der Stell einlegen sollen. Dan der Oberland nomine præsidis, das ich mich bey meiner fürwehrenden Unpaßlichkeit aller Arbeith enthalten sollte. Dan der medicus Heymann, der Morgen auf Hülzeneg verreiset, wo Mad. Pilligraz sich unpaßlich befindet. An heütigen Tag anno 1699 ist gestorben meiner herzallerliebsten Gemählin Vatters Mutter Susana Maragare-ta*, gebohrne* von Dinzl zu Angerburg. Sie war gebohrn den 11. Juli 1661, mithin gelebt 38 Jahr, 3 Monat, 24 Täg. Eben an heütigen Tag ist gebohrn worden ihr Sohn und respective Oncle meiner Herzallerliebsten Johan Benj/ami/n Br. von Erberg, [552] der den 25. elapsi gestorben und den 26. dicti allhier begraben worden. 1220 Orig. le prostor za ime. | 815 1759 November 4. Nachdeme ich mich die vergangene Nacht nicht wohl befunden und fast nichtes geschlaffen, dabey Hiz und alterirte Puls gehabt, so habe um den Heyman gleich morgens geschickt, indeme er nacher Hilzeneg abzureisen hatte; kam also bald darauf zu mir. Spätter mein Schwägerin Frl. Franzl, Paul Aloys Gr. Auersperg, Schweiger, Hentl. Auf Mittag speiste bey mir Carl Br. Rauber, der eben heüt sein Nahmenstag celebriret. Nachmittag bin ich mit m. Lucas spaziren gefahren. Dan war bey mir Mad. Buseth und ihre Schwester. Spätter Mr Schweiger. 5. Vormittag, ob ich schon die Nacht, Gott Lob, gut passiret habe, so nahme doch die Medicin ein und ließ mich auch beym Præsidenten zu heütigen Rathstag zu erscheinen um so mehr entschuldigen, alß mir der medicus zu arbeiten und Referaten zu machen eingestellet hat. Der Præsident hat mich ein vor allemahl dispensirt, biß mich der medicus nicht vollkomen1221 absolviret. Jedoch hat er vor heüt den Rath absagen lassen. Dan war bey mir der Kriegscommissarius von Puchner. Item der Fanzoi von Wippach, der mir zugleich ein Par alte Münzen gebracht. [553] Auf Mittag speiste bey mir Carl Br. Rauber. Nachmittag war bey mir m. Schwager P. Joseph Erberg. Spätter Anton von Widerkhern und spatt der von Piligräz retournirte medicus Heymann, mein ordinarius, der mich von meiner Unpäßlichkeit annoch nicht frey findet und supponirt, das ich in der Nacht wieder einen paroxismum haben werde, auf Morgen fruhe aber die Medicin abermahls angeordnet hat. Beede meine Söhne, Lucas et Mich/er/le, haben mich heüt vormittags bey der Meß bey meiner englischen ausserwahlten herzallerliebsten Gemählin supplirt. 6. Vorige Nacht habe biß 1 Uhr nicht schlaffen känen, ohne einen paroxismum gespert1222 zu haben. Dan aber habe so in lauter Fausen geschlumert, jedoch befinde mich, Gott Lob, wohl auf. Vormittags war bey mir Brezl in seinen Angelegenheiten. Ziegler vocatus in officiosis. Medicus Heyman, mein ordinarius. Mr Amingoni, deme auf sein Besuch 9 Stuck von mir paraphirte standlerische genealogische Tabellen ad restituendum gegeben habe. M. Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ Erberg. Auf Mittag speiste bey mir Br. Paumgarten von Lack mit seiner Gemählin, gebohrne Grafin von Prang und ihren 2 Söhne, Micherle und Leopoldl, deren ersten in die 4te und [554] lezter in die erste Schull zu denen Jesuiten komt und beede bey dem Polz, fürst-auerspergischen inspectori auf der Kost seyn werden. Dan speiste auch bey mir der Ingenieur-Oberleüthnant von Dinzl. Nachmittag um 3 ½ seyn die Br.-Paungartnischen nach Lack retournirt. Dan war bey mir der Bottoni wegen durch ihn und den Burgermeister zu Gräz Picardo bestelte 1/c Maaß Tschackaturner Wein. Der Elsner in seiner Angelegenheit und deme wegen Mad. Rasp ein Memorial zu verfassen recomendirt habe. Dan der Ziegler, deme einige acta zu einem Referat zu præpariren recomendirt habe. Spätter war da Jacob Hochewarth und dan Heyman, m. ordinarius. An heütigen Tag anno 1606 ist meiner herzallerliebsten Gemählin Vatters Vatters Vatter Leonhard von Erberg gebohrn worden. Vide 9. Juli. Weil ich meiner Unpäßlichkeit wegen annoch nicht außgehen darf, so hat mich1223 bey meiner herziniglich geliebtestein englischen Gemählin bey der Meß m. Lucas et Mich/er/le supplirt. 7. Vormittag war bey mir der Bischof von Modrussa und Zeng Ziolich, der erst von Wienn komt und nach Zeng retournirt. Dan mein ordinarius, der vor Morgen auf eine zweyte Aderlaß antra [555] get, weil ich die ganze Nacht sehr wenig und in beständigen Fausen geschlumert habe. Nachmittag war bey mir Ziegler, deme ich eine referenda behändiget habe, um solche in morgigen Rath, weil ich darzu nicht erscheinen kan, vorzutragen und zur Erledigung zu bringen. Spätter der Heymann. 1221 Sledi prečrtana nečitljiva beseda. 1222 t iz z 1223 Orig. mit 816 | 1759 November 8. Vormittag war bey mir Heymann, der gut befunden hat, mir das zweytemahl zu Ader zu lassen und zwar auf dem Fuß auf dem nehmlichen vorigen Orth et hoc bald nach 10 Uhr, weil ich vorige Nacht fast nichtes geschlaffen, doch keine besondere Hiz1224 wahrgenohmen habe; von Blut wird mir bey 9 Unzen gelassen worden. Dan war bey mir m. Schwager Br. W/olf/ D/aniel/. Heüt ware Rath, ich konte aber dazu nicht erscheinen. Informirte den Concipisten Ziegler, gabe ihm meine Referaten, in allen 15 Stuck, die er meo nomine vorgetragen hat, auch erlediget worden seyn. Auf Mittag speiste bey mir Ziegler. Nachmittag war bey mir Heyman und ließ mir mein Ader sprengen und bey 6 Unzen Bluth, so das ich bey 30 Unzen in 3-mahl gelassen und war das lezte Blut ganz gut. Dan war bey mir Jacob Hochenwarth, Schweiger und Ant/on/ von Widerkhern. [556] Dan auch Mad. Buseth und ihr Schwester. Abends war wieder bey mir der medicus Heymann. Nachmittag war auch die Hofcommission, wozu ich eben nicht erscheinen konte. 9. Vormittags war bey mir Heymann, M.le Utschan und der Landrechtsrath Wöber, der unlängst von seiner Commission von Sava gekomen. Nachmittag Schweiger, der meinen Lucasl bey Br. Flachenfeld aufgeführet hat. Abends Crayßhauptman Br. Taufferer und spätter Heymannn. Heüt, ohngeacht ich vergangene Nacht passablement passiret, habe 5 portiones de cortice Peruviana oder china-china eingenohmen, alß um *7*1225 Uhr, um *10*,1226 um 1,1227 um 4 et um 7 abends. 10. Die vergangene Nacht habe nicht gut passirt, weil ich mehrentheils alterirte Buls und confusem Kopf gehabt. Nachdeme ich aufgestanden, befinde mich besser. Dan war bey mir Heymann. Dan m. Schwager Br. Wolf Daniel Erberg. Heüt habe in die ganze Facade meines Quartiers die Winter- oder doppelte Fenster aufhängen lassen. An heütigen Tag anno 1720 ist mein liebste Schwester Maria Coecilia, verwittibte von Utschan, gestorben. Sie war gebohrn den 18. Mai 1692, mithin gelebt 28 Jahr, 5 Monath, 23 Täg. [557] Nachmittag war bey mir Ant/on/ von Widerkher. Spätter Heymann. Alle die Täg, die ich nicht auß dem Hauß gehen konte, haben mich meine Kinder bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin bey der Meß supplirt. 11. An heütigen Tag anno 1710 ist mein englisches ausserwähltes herziniglich geliebtestes Ehegespändl gebohrn worden. So dieses mein herziges Weiberle gelebet hätte, wurde just das 49. Jahr des Alters zuruckgeleget haben. Gott, lasse es alle himlische Freüden genüssen und sich meiner zu erinnern, wie ich an selbes beständig dencke und alles verehre, was mich augenblickich an solches ermahnet. Heüt habe die Nacht mit beständigen, sehr verwirrt und schwähren Traumen passirt und wüste mich dergleichen noch niemahls zu erinnern. Das consolableste aber ist mir, das ich eben von meiner Geliebtesten getrau-met habe, deßwegen ich dan auch frölich erwahet bin. Vormittag war bey mir Heymann. Auf Mittag speiste bey mir Ziegler. Nachmittag bin mit m. Micherle ein wenig spaziren gefahrn ohne außzusteigen. Dan war bey mir Schifferstein, der erst von Carlstadt retournirt ist. Dan Mad. Buset und ihr Schwester, Br. Flachenfeld, [558] Mr Schweiger, Ludwig Hochenwarth und spätter Mad. Dinzl, ma niece, die mich mit extra schönen cauli fiori, limoni und Pomarantschen regaliret hat. So war auch 〈bey〉 mir Haymann. Und da ich mich den Tag, Gott Lob, wohl befinde, so werde mit fernern Einhehmen der china einhalten; doch glaubt er, das ich über 8 Tag solche repetiren sollte, wan ich mich auch, wie er es hoffet, durchauß wohl befinden wurde. 1224 Orig. Hilz, a je bil l prečrtan. 1225 Najprej prečrtana 6 1226 Najprej prečrtana 10 1227 Pred tem prečrtano Mittag | 817 1759 November 12. Die1228 vergangene Nacht habe, Gott Lob, recht wohl passirt und befinde mich ganz gut. Bey mir war Heymann. Dan der H. von Dinzl. Item Schifferstein, das den heütigen Consessum Comercialem auf Morgen differiren möchte. Dan der Elßner in Amtsgeschäfften. Auf Mittag speiste bey mir Ant/on/ von Widerkhern. Nachmittag war bey mir Ziegler.1229 Dan der Ladendiener des Deßelbrunner vocatus wegen Mad. Du Valles Bancopapier. Vormittag war auch bey mir Mad. Du Valles wegen obigen. Spätter war bey mir chevalier Lamberg, m. Schwager Br. W/olf/ D/aniel/, Crayßhauptman Br. Taufferer et Heymann. Da mir heüt mein Lucas seine Gedanken eröfnet hat, gerne alß Adjunct bey hiesigen Crayßhauptman zu seyn, so habe [559] mit Br. Taufferer gesprochen, welcher nicht allein ihme nicht ungeneügt ist, sonderen er wünschete, ihn bey sich zu haben. Ich habe ihm zwar vorlauffig gemeldet, das Lucas dermahlen dazu gar keine Fechigkeit weder eine Tinctur davon habe, wohl aber habe er Capacität genug, sich in kürze zu machen. Werde also dieser Tagen mit dem Præsidenten reden, ob er noch vor keinen anderen engagirt und ob er vor den Lucas portiret ist. 13. Vergangene Nacht habe, Gott Lob, wieder gut passirt, das ich nun wieder restaurirt zu seyn hoffe. Bey mir war Schlud/er/bach wegen eines Silbers, so Waicard Barbo nach Wien zum Verkauff zu schicken willens ist. Ich habe ihn an Schifferstein addresirt. Dan Mr et Mad. Dinzl. Auf Mittag speiste bey mir Ziegler. Nachmittags P. Kappus, Franciscaner, Graf Stürck, der gerne zu mir *zu* logiren komen wollte. Dan medicus Heymann. An heütigen Tag anno 1673 hat meiner Liebsten Vatter Johan Ludwig Sarger von Sargfeld sich verhayratet. Vide 20. Jenner. Meine Söhne haben mich heüt, wie alle die Täg, meiner Herzallerliebsten bey der Meß supplirt. [560] 14. Heüt ist, laider Gott, just 7 Jahr, das ich den zeitlichen Verlust meiner ausserwählten herziniglich geliebtesten englischen Gemählin beweine. Der Allerhöchste, lasse sie alle himlische Freüden genüssen und sich desjenigen erinnern, der alle Augenblick sie in Herzen empfindet und ihren Schatten, Staub und Aschen verehret. Wenig vor 10 Uhr habe mit mein Micherle die Beicht bey dem P. Irmel verrichtet und mein Lucas bey denen Franciscanern. Dan haben alle 3 auf der Grufft dieser englischen Gemählin und verehrungswürdigsten Mama die H. Meß in dem betrübten Gallameßkleid gehört und die H. Communion empfangen und unser Andacht ihro aufgeopfert. Dan war ich bey Graf Herberstein, das er meinem Lucas erlaubete bey hiesigen Crayßhauptman alß Adjunct zu practiciren, welch meinem petito er auch mit aller politesse deferiret hat; jedoch sogestalten, das er ihn noch nicht alß Adjuncten benennen könen biß er nicht weiß, ob der Baselli retourniret. Dan war bey mir der Sigerle Gr. Liechtenberg. Nachmittag der Graf Stirck, der die Mezaninzimmer besehen hat und hat ihme alles wohl gefallen. [561] Von 4 Uhr biß ½ 6 hielte Consessum Commercialem. Wehrenden deme war da mein Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ und Dr. Heymann. Der Sigerle Liechtenberg war zugleich, da ich bey der Meß war, gegenwärtig. Und da er in der Andachtlerey einen fanatique abgibt, versicherte er, das eben damahls mein Allerliebste wäre erlöset worden und er hätte ihre Seele hinter meiner stehend gesehen und wollte ohn anders, das ich das Te Deum anstimmen solle, indeme er auch andere sichere Zeichen wahrgenohmen etc. 15. Vormittag war bey mir der Crayßhauptman Br. Taufferer in officiosis. Item der Haymann. Nachmittag hielte Commission in Angelegenheit des Crainburger stadtischen oeconomial systematis. Spätter war bey mir Schweiger und Ludwig Hochenwarth. Heüt abends um 6 Uhr habe wieder corticem Peruvianum oder china-china eingenohmen; ein Portion um 6 1228 Pred tem prečrtana nečitljiva beseda. 1229 Orig. Ziegl er, a je bil drugi l prečrtan. 818 | 1759 November Uhr und die zweyte um 9 Uhr. Meine 2 Söhne haben mich bey meiner englischen Herzallerliebsten supplirt. 16. Heut vor 7 Jahren habe mein englisches Ehegespändl das leztmahl in meinem Hauß auf das zärtlichste derküst und dan mit gröster Betrübnus zur Grabstatt begleitet. Ach Gott, ach ausserwahlte englische Gemählin. [562] Vormittags war bey mir der Geistliche Bevilaqua von Triest, unter der Intendanz gewester oeconomus zu St. Martiri, so anjezo per jährliche 6/c fl. einem Wachskerzler verpachtet ist. Dan war bey mir Haymann. Dan der Elßner in officiosis. Nachmittag war bey mir mein Schmitt wegen eines bey meinem Mezaninzimmer in Hof zu machen habenden eisenen Gang, wozu er den beylaüffigen Überschlag noch brauchen wird: - Von suptiler righetina 300 lb. - Riga 150 〈lb.〉 - Quadretto 60 〈lb.〉 - Tondino 50 〈lb.〉 - 7 Stuck spiaggie zu ein Klaffter lang, circa 210 〈lb.〉 - 7 detto zu 5 Stuck lang etwas suptiler, circa 105 〈lb.〉 875 lb. Beym Zoys könte ich haben den Centen vieleicht à 7 ½ fl., in anderen Gewelben etwa per 8 fl. ⅓. Macherlohn et Calò wurde bey 2 fl. 30 kr. betragen. Mithin habe lieber mit dem Schmidten accordirt vollig fertiger samt Eisencalò etc. den Centen per 10 ½ fl. und er verspricht mirs zu Ende dieses Jahrs placirter zu geben. Wird also die Depense seyn 81 fl. 22 kr. 2 den. circa. Heüt vormittags hat mein Lucas den Anfang gemacht bey dem Crayßhauptman Br. von Taufferer alß Adjunctus zu practiciren, wo er Nachmittag auch continuiret hat. An heütigen Tag hat m. Sohn Franz S. J. 23 Jahr seines Alters zuruckgelegt. [563] Heüt habe wieder 4 Doses von china-china eingenohmen, alß um 8 Uhr und um 11 Uhr vormittags, dan um 4 und um 8 Uhr nachmittags. Bleiben mir noch 4 auf Morgen und 2 auf Übermorgen. 17. Die vergangene Nacht war mehrentheils schlafloß, doch ohne Alteration. Vormittags war bey mir ein Graf Coronini von Quisca, der eine Gräfin von Dietrichstein von Gräz des Obrist-jagermeister Tochter zur Ehe hat und der von Grafen von Stirck aufgeführt worden. Er gehet heüt weiter von hier nach Wienn in compagnia seiner Gräfin. Recommendirte mir einige seiner Angelegenheiten, die bey der Stell vorzukomen haben. Dan war bey mir der Verwalter von Hasperg Gottschevar wegen eines von Br. Gussich ihme schuldigen Gelds. Dan der Schweiger, Bancogefällen-Administrationsbuchhaltereyrath, so heüt nach Wienn verreiset und in einigen Wochen retourniren will. Nachmittag war bey mir Ant/on/ Widerkher, dan medicus Heymann. Heüt habe wieder 4 portiones china eingenohmen, alß um 8 und 11 Uhr Vor- und um 4 und 9 Uhr Nachmittag. Spätter habe mit dem Postwagen von H. Osterreicher von Triest 2/c fl. in baaren Geld auf mein Verlangen erhalten. Bey meiner englischen Gemählin haben mich meine 2 Söhne supplirt. [564] 18. Vormittags war ich bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin mit mein Lucas und Micherle bey der Meß. Dan bey m. Schwägern Br. W/olf/ D/aniel/ und Frl. Fränzl und dem Br. Ferdin/and/, der erst von Morautsch gekomen ist. Dan bey Mr Hoffmann, so sich betligerig befindet und endlich bey den Dinzlischen, wo heüt die Frau, meine niece, eine Aderlasserin ist. Auf Mittag speiste bey mir mein medicus Hayman, deme ich auch vor sein Mühewaltung und Assistenz vor 28 Visiten 4 Species kayserlichen Ducaten bezahlet habe. Heüt morgens um 9 Uhr habe eine Portion china genohmen und nachmittags um 5 Uhr die lezte, mithin in allen 12 Doses. Bin also darmit fertig und Gott seye der Danck, das ich mich nun wieder gut befinde. Gester abends habe mit der Diligence von H. Osterreicher von Triest 2/c fl. auf mein Verlangen empfangen. 19. Vormittag war ich in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. Auf Mittag speiste bey mir Ferdin/and/ Utschan, Bestandsinhaber von Flödnig, deme den an ihn lautenden, | 819 1759 November von seinem Schwigervattern H. Globotschnig von Gräz mit1230 sein Schreiben von 5., præsentato 9. hujus an-geschlossenen mit Geld beschwährten Brief gegen recipisse behändiget habe, welches recipisse ich nächstens dem Globotschnig nachtragen werde. [565] Dan nun der Utschan gedachten Brief vor meiner eröffnet habe, so hat sich darin befunden: - 3 dopplete kaiserliche # à 4 ⅙ 〈fl.〉 25 fl. - 11 detti einfach à 4 ⅙ 〈fl.〉 45 〈fl.〉 50 〈kr.〉 - Münz 1 〈fl.〉 44 〈kr.〉 72 〈fl. 〉 34 〈kr. 〉 totale, laüt gleicher beyfindig gewester notarele. Über dieses war dabey auf ein rothen Tappetpäntl ein silberner Anhäng-Taller von Ferdinando de anno 1541. Heüt nach dem Rath habe den præsidem Grafen von Herberstein gebetten, mich auf ein 3 Monath von Referaten zu dispensiren in Ansehen, das ich vielle alte verligene außzuarbeiten habe, wozu ich Zeit und Ruhe haben muß. Er hat mir sogleich meine Bitte accordirt und will indessen jemand von dem Landrecht zum referiren ad repræsentationem nehmen. NB. Seit ersten Jenner 1748, da ich mich beständig allhier befinde, bin ich niemahls auß dem Rath gebliben. Ich war immer mit starcken Referaten überhaufft, dabey vielle commissiones aufgehabt; nebst deme bey viellen Extracommissionen gewesen, das præsidium bey dem Commercial-, Sanitats- und Bücherrevisionconsessen vertretten, das also kein Wunder, wan mir vielle Referaten ligen gebliben, die ich in dieser 3 Monath Zeit mit Gottes Hilf aufarbeiten und successive referiren werde. [566] Abends war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin, wo mich Vormittag bey der Meß m. Micherle suppliret hat. Spätter war bey mir mein ordinarius Dr. Haymann, mich zu besuchen und um die gestrige Bezahlung sich zu bedancken. 20. Die vergangene Nacht habe gar nicht gut passirt und hatte alterirten Puls und war mehrentheils schlafloß. Nun aber befinde mich besser. Heüt erhalte ein Schreiben von Mr Kampfmüller von Wienn de dato 6. hujus und mit diesem die Bancopapier von Mad. Du Valles et Mad. Longville. Lezter habe folgende Berechnung durch mein Micherle nebst der Banco-Obligation überschickt: - Den lezten April lezthin ist das Pensionsquartal verfal en und den 23. Oktober nächsthin bezahlt worden mit 49 fl. 10 〈kr.〉 - Auf die unter dato Wienn, den ersten Augusti lezthin außgefertigte an Mad. Longvil e per 190 fl. lautende Banco-Obligation ist der Rest bezahlt worden mit 2 fl. 40 〈kr.〉 51 fl. 50 〈kr. 〉 - Ihr H. Gemahl seeliger war meinem Sohn dem Max schuldig gebliben 60 fl. und 2 Hol ander Ducaten, betragt zusammen 68 fl. 15 〈kr.〉 - À Conto dieser Schuld habe [567] ich von Mad. Longvil e angenohmen ein spanisch Rohr, den ich rechne per 4 kaiserlichen Species Ducaten 16 〈fl.〉 40 〈kr.〉 Blib also annoch die Schuld 51 〈fl. 〉 35 〈kr. 〉 Gebührete also der Mad. Longvil e per saldo annoch 15 〈kr.〉 51 fl. 50 〈kr. 〉 Welche 15 kr. samt der Banco-Obligation ich ihro durch mein Micherle gleich geschickt habe. Die Banco-Obligation ist sub No. 5851. Dieses alles habe zur Nachricht hier anmercken wollen. Ingleichen habe der Mad. Du Valles vor das ihro den lezten April lezthin verfallene und von meinem Agenten 1230 Sledi še enkrat mit 820 | 1759 November dem Kampfmüller zu Wienn den [–]1231 behobene Quartall ihrer Pension mit 72 fl. 15 kr. durch mein Frl. von Hallerstein in Baaren geschickt, wie ingleichen eine auf sie lautende Banco-Obligation de dato Wienn den 1. Augusti lezthin per 280 fl., so da ist der Betrag einer Jahrspension von prima Mai lezthin biß ultima Aprilis künfftiges 1760ten Jahrs. Item eine Hofdirectorial-Obligation per 75 fl. de dato Wienn, den ersten November 1758, so da ist eine Quartallspension, die ihro in vorigen Jahr in ratis wie allen anderen eingehalten worden. Sodas ich nun von diesen zwey [568] Frauen (deren ich zu Gefallen biß nun zu zu Wienn allemahls ihre Pension habe behöben lassen und hier bezahlt) um völlig frey und quitt bin. Nachmittags war ich mit meiner Frl. von Hallerstein spaziren gefahren. Von 4 biß gegen 6 Uhr war ich in der Hofcommission. Bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin hat mich vormittags bey der Meß mein Micherle supplirt. Spätter war bey mir die Fraüle [–]1232 von Rasp vom Smreck, welche mein Lucas nach Hauß begleitet hat. 21. Vormittags war da Mad. Dinzl, ma niece, die Morgen nach Ehrenau1233 retourniren will. Dan der medicus Haymann, der mir wieder was verschriben hat, weil ich die vergangene Nacht auch nicht am besten passiret habe. Dan der Graf Stirck, der noch diese Wochen sein Quartier in meinem Hauß beziehen will, so ich ihm auch zugestanden habe. Und verspricht er mir vor die erste 3 Mezaninzimer, id est ober meinern grossen Zimmer oder der Bibliotech und ober dem Mittelzimer, dan ein Stall auf 2 Pferd und ein Wagenstell und Holzläg jährlich 100 fl., allemahl die Helffte anticipate zu bezahlen. Ich kan ihm aber dermahlen noch keinen schrifftlichen Contract aufsezen, weil ich den Stall1234 erst in [569] künfftigen Fruhejahr bauen will nebst anderen Behaltnussen vor mich. Inzwischen aber wird er seine Pferd in des Br. Hallerstein Stall halten und so auch seine Wägen in der br.-hallersteinischen Wagenstell, welches ich in dem Contract nicht kan einflüssen lassen. Er wird mir also vor die 5 Monath, id est biß Georgi, pro rata bezahlen. Um Georgi aber kan der Contract schon errichtet und das Gebau noch vorhero angefangen werden. Nachmittag war bey mir protomedicus Vidmayr vocatus, deme gewahrnet, vor 48 Stunden zur Begräbnus ohne sehr erhöblichen Ursachen niemand ein Licenzzettl zu ertheilen. Dan war da P. Guardian von Capucinern, der abbé Br. Wolf Gall, Ant/on/ Widerkhern und Frl. Sefferle Rasp. Item ein pensionirter Leüthnant auß Mayland, *Contari*, der von Wienn komt und nach Mayland retournirt; batte um Allmosen, habe ihm 34 kr. und ein m. Hemd gegeben. Spätter war ich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemahlin, wo mich Vormittag m. Micherle bey der Meß suppliret hat. 22. Vormittag war ich in Rath von 9 biß Mittag und præsidirte wehrend annoch daurender Unpäßlichkeit des Herberstein. Dan war ich bey Mad. Buseth, ma niece, die heüt ihren Nahmenstag celebriret. [570] Auf Mittag speiste bey mir Sefferle von Rasp von Smreck. Nachmittags war bey mir der hier studirende physicus Kartolitsch von Triest, der bey Brezl in der Kost ist. Spätter war ich bey meinem englischen Ehemagnetl, wo mich vormittags m. Mich/er/le bey der Meß suppliret hat. An heütigen Tag anno 1678 ist mein liebster Schwager Franz von Utschan auf Kaytschof gebohrn worden. Vide 15. September. Eben an heütigen tag anno 1752 ist sein Bruder Anton von Utschan auf Kaytschoff zu Gräz gestorben. Dieser war i.ö. Regimentsrath und erster hiesiger landschafftliche Oberlandsecretarius. 23. Die vergangene Nacht habe abermahls sehr unruhig und schlafloß passirt, beym Tag aber befinde mich gut. Vormittags war bey mir Crayßhauptman von Inner Crain Br. Brigido. Dan der Ziegler. Nachmittag der Brezl, jedoch in seiner Angelegenheit. So war auch vormittags bey mir der medicus Haymann. Ingleichen abends und bin mit ihm d‘accord, das ich mit Einnehmung der Pillulen und Kraüterthée ein 4 Tag supersediren werde, weil ich hoffe, das mir mein gutte Nature selbsten und leüchter helffen wird alß wan sie mit diesen widrigen allimentis gestört und interrumpiret wurde. 1231 Prostor za besedo. 1232 Orig. štiri pike za manjkajoče ime. 1233 Orig. Ehrenhau, a je bil drugi h prečrtan. 1234 ll iz hl | 821 1759 November [571] Bey meiner englischen Herzallerliebsten hat mich mein Micherle supplirt. 24. Die vergangene Nacht habe passablement passirt. Auf Mittag speiste bey mir Frl. Seferle Rasp vom Smreck. Nachmittag ist mir ganz unverhofft nach 5 Uhr ein paroxismus angekomen und hat mich die Kälte sehr gepai-telt biß 11 Uhr in der Nacht. Dan folgte die Hiz, die mich auch nicht wenig incomodirt hat biß gegen 2 Uhr nach Mitternacht, da mir erst in declinatione der Schlaf angekomen und der medicus war tempore paroxismi bey mir. Da aber meinem Schwigervattern auch nicht wohl war, ist er dahin, bald aber wieder zu mir revertirt. Mein Micherle hat mich bey meiner geliebtesten Gemählin supplirt. 25. Die vergangene Nacht habe bereits oben angemercket. Heüt morgens habe 8 Loth manna in canole eingenohmen nebst ein Quintl Rebarbara und etwas von solepru-nella. Diese Medicin hat bey 15-mahl operirt. Meine 2 Sohne haben mich bey meinem englischen Ehegespändl bey der Meß supplirt. Bey mir war Heymann. Nachmittag insimili, der mir wieder neue Medicinallien verschriben. Item der Oberland vocatus, deme ich ersuchte, dem præsidi Gr. von Herberstein meinem Stand vorzustellen und das [572] ich ausser Stand seye, Morgen in Rath zu erscheinen, mit Bitte, die vorzutragen habende theils mehr pressante theils verlegene Referaten *am* jemand zu übertragen, der sie außarbeiten und zum Vortrag bringen möchte, weil ich nicht weiß, wan ich einer Kopf arbeithfechig seyn werde. Abends habe wieder eine Medicin eingenohmen und auf Morgen et Übermorgen wird mir abermahls die cortex Peruviana nebst anderen Ingredienzen præparirt, in aller 6 portiones, deren jede bey 12 Pilulen en forme des balles à goblet außmacht. Gott, erlöse mich bald von dieser latainischen Küchen. 26. Die vergangene Nacht habe passablement passirt und befinde mich heüt morgens, Gott Lob, besser. Medicus Haymann war bey mir und habe morgens eine Dosie von circa 20 Pilulen und eine gegen Mittag dergleicher Quantität de cortice Peruviana etc. eingenohmen und darauf beedesmahl 1 Schallen Thé auß den römischen Camillen. Gegen Abend war medicus wieder bey mir. Ich nahme nichtes alß den Camillenthé, dan von sinischen mit saur Hönig. Gegen 6 Uhr sperte ich auf kurze Zeit ein sehr wenigen Frost. Mithin ist vor heüt der besorgte paroxismus außgebliben, Deo sint laudes. [573] 27. Die vergangene Nacht habe passablement passirt. Vormittags um 8, dan um 11 Uhr habe china etc. eingenohmen. Medicus war bey mir. Item der Prezl in seiner Angelegenheit wegen haltenden annatomischen und obstetri-cum collegium. Nachmittags hat sich eine sehr gutte Zeittung von unserer Armée in Sachsen außgebraitet und gleich nach 5 Uhr ist der Brieftrager mit 4 blasenden Postillionen hier eingeritten. Mein Micherle gieng gleich auf die Post und brachte mir folgende von einem Postofficier von Wienn per Estafetta hereingekomene Relation, wie folgt: »Wienn, den 24. November 1759. Gester, alß den 23. bekamen wir den allerhöchste Befehl wegen unweit Dresden vom General Daun totaliter geschlagenen Finck und wunschischen Corps mit 12 Postillionen heünd gegen Mittag einzureiten. Nachdeme aber heünd Fruhe der Fürst Lobkowiz von der Armée nachgekomen mit der höchsterstreülichen und seltsamen Nachricht, das 14/m Mann das Gewehr gestreckt und sich zu Kriegs-gefangenen ergeben, so rietten wir um 12 Uhr mit 24 Postillionen ein. 4 Curassiers-, 3 Dragoner-, ein Husarn-regiment und 18 Battaillons Infanterie seyn in unser Gefangeschafft gerathen, 46 Canonen [574] erobert. Unter denen Gefangenen seyn 9 Generals, darunter Wunsch und Finck selbst.« Gott seye dafür Danck und lasse mir von meinem Sohn Max, der allen Ansehen nach dabey wird gewesen seyn, nichtes Betrübtes, sondern alles Erfreüliches hören. Dan nahme ich wieder die china etc. um 4 Uhr et um 7 Uhr. Medicus war bey mir. Item mein Schwager Br. Wolf Daniel et vormittags mein Schwägerin Frl. Fränzl. Mein Micherle hat mich gester und heüt wie allemahl bey meiner herziniglich geliebtesten Gemählin supplirt, weil ich noch nicht auß dem Hauß gehen darf. An heütigen Tag ist meiner Mutter Vatters Mutter Vatter Marcus Kunstl gestorben, anno 1629. 822 | 1759 December 28. Vergangene Nacht habe passablement passirt, bin doch nocht nicht orientirt. Bey mir war Schifferstein vocatus in Comercial-Consess-Geschäfften. Mein china etc. habe heüt abermahls in 2 Portionen eingenohmen um 8 et um 11 Uhr, nebst1235 den Comillenthée. Auf Mittag speiste bey mir der Elßner, Rectificationscalculant. Nachmittag war bey mir Julius Graf Buccelleni in seiner Sava-Angelegenheit. Dan der Paul Aloys Gr. Auersperg. [575] Dan der Graf Stirck, der in mein Hauß wohnt. Erster brachte mir ein Brief zu lesen von Fränzl Lamberg von Wienn mit denen gester allhier gewüsten gutten Zeittungen. Heüt vormittags hat man in mein Hauß in des seeligen Benj/ami/n Br. Erberg-Quartier das Inventarium zu errichten. Spätter war bey mir Dr. Heymann. 29. Die vergangene Nacht war nicht besser alß die vorigen: schlafloß, doch ohne Alteration. Der Tag war besser. Um 8 et 11 Uhr nahme china etc. und ist mir darauf fast übel worden, sonderlich auf dem Comillenthé. Nachmittag hielte Commission in Angelegenheit des stadt-crainburgischen œconomical sistematis; war dabey Crayßhauptman Br. Taufferer, secretarius Hentl und der Crainburger Stadtschreiber. Spätter war bey mir m. medicus. Dan die Mariandl, mein niece, mich zu besuchen. 30. Die vergangene Nacht habe mercklich besser passirt dan die vorige, weil ich gester abends nach meiner alt-gewöhnlichen Chur 6 gesalzene Anchiode ohne Brod geessen. Vormittag habe gleichwollen noch die überblibene 2 portiones china etc., alß um 8 und um 11 eingenohmen. Nachmittag war bey mir Br. Waicard Gall und spätter mein medicus. M. Lucas und Micherle haben mich bey m. englischen Gemählin Vormittag bey der Meß supplirt. 1759 December [576] 1. December. Die vergangene Nacht habe passablement passirt. Vormittags war bey mir Dr. Haymann. Nachmittags canceliere di Castua et spätter der Landrechtsrath Weber. Mein Micherle hat mich bey meiner englischen herzallerliebsten Gemählin supplirt. Der Weber hat mir die Relation, die er verfast hat in Angelegenheit der Commission zu Sava. Und da ich mit ihm ganz einstimmen bin, so habe ich ihm gesagt, solche durch unsern actuarium Ziegler zu Recht schreiben zu lassen, da ich sie dan mit dem Weber fertigen werde, weil unser concommissarius von Hofmann1236 nicht im Stande ist seiner Unpäßlichkeit wegen, ihn darüber mit seinem voto zu vernehmen. An heütigen Tag war mein liebe Fraule Franzl von Bosio anno 1696 gebohrn. Vide 24. Marzi. Mein Micherle hat mich bey meiner englischen ausserwahlten Gemählin supplirt. 2. Heüt vormittags haben mich m. Lucas und Micherle bey meiner herzallerliebwertesten Gemählin bey der Meß supplirt, weil mich der medicus noch nicht außgehen last. Nachmittag war bey mir mein Schwager Br. Ferdinand, dan der P. Joseph Erberg. Spätter Prezl et Haymann. Die vergangene Nacht habe noch am besten passirt und befinde mich heüt, Gott Lob, recht gut. [577] 3. Vorige Nacht habe schlecht und schlafloß passirt. Befinde mich auch heüt nicht am besten, jedoch ohne Alteration. Vormittags war bey mir Buset und dan der Heymann. Heüt ist der Nahmens- und Geburtstag meiner liebsten Fraule Schwägerin der Frl. Fränzl von Erberg. Sie war gebohrn anno 1709, mithin hat sie heüt 50 Jahr ihres Alters zuruckgelegt. Und da ich noch nicht auß dem Hauß gehe, habe mein 2 Söhne mit dem Compliment dahin geschickt und der Lucas hat dort auf Mittag gespeist. Bey mir speiste P. Abundus Hallerstein, der erst von Sittich gekomen. 4. Vormittag fande mich zwar gut, doch habe die vergangene Nacht sehr schlafloß passirt und mit alterirter Pulß. Dan war bey mir Br. Taufferer vocatus, deme ein Referat recommendirt in mein Nahmen vorzutragen. Ich nahm um 8 und um 11 Uhr china. Dan war bey mir canceliere von Castua. 1235 Orig. nebsten, a je bil en prečrtan. 1236 H popravljen. | 823 1759 December Nachmittag mein medicus. Abends soupirte bey mir P. Abundus Hallerstein. M. Micherle hat mich bey meinem englischen Ehegespändl in der Kirchen supplirt. 5. Vergangene Nacht passirte ich passablement mit alterirten Pulß biß Mitternacht. [578] Auf Mittag speiste bey mir P. Abundus Hallerstein, der Nachmittag nach Sittich retournirt ist. Spätter war bey mir Graf Stirck, der in mein Hauß logirt, en visite. Dan Mr Schweiger mit einem weitenhille-rischen Wechslbrief per Wienn, den er nicht zu giriren wuste. Dan mein medicus. Mein Micherle hat mich bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin supplirt. Vormittags habe um 8 et um 11 Uhr corticem Peruvianum eingenohmen. Heüt hat der Niclas von Raab, hiesiger Landrechtsrath, das 52te Jahr seines Alters zuruckgelegt, deme mein Compliment habe machen lassen. 6. Die vergangene Nacht habe wieder nicht gut, schlafloß und mit alterirten Pulß passirt, mehrentheils in Fausen gelegen und erst gegen 4 Uhr eingeschlaffen. Heüt war Te Deum in der Domkirchen mit aller Solemnität wegen der leztlich, alß den 19. et 20. passatto wider die Breyssen erfochtenen Victori. Dan war da Mad. Erb/er/g, née Engelshaus, die nun schon in ihrem neuen Quartier in pettermanischen Hauß wohnt. Mein Lucas und Micherle waren auch bey dem Te Deum, wo P. Friz S. J. gebrediget. Dan hat mich m. Micherle bey meiner Herzallerliebsten supplirt. [579] Mein Micherle hat heüt bey Br.-Erberischen auf Mittag gespeist. Nachmittag war bey mir mein Schwager Br. Ferdinand, Mad. Utschan, Carl von Hochenwarth und mein medicus Heymann. Vormittags habe um 8 et um 11 Uhr die china eingenohmen. 7. Die vergangene Nacht habe eben nicht am besten, doch besser alß einige Vorherigen passirt. Auf Mittag speiste bey mir Bottoni. Ich habe mein china um 8 et 11 Uhr Vor- und um 5 Uhr Nachmittag eingenohmen. Befinde mich auch, Gott Lob, etwas besser und heüt abends ohne alterirten Pulß. Mein medicus war abends bey mir. Mad. Dinzl, mein niece, hat heüt das 32te Jahr ihres Alters zuruckgelegt. 8. Vergangene Nacht habe noch am besten passirt seit meiner Unpäßlichkeit, ganz ohne Alteration und zimmlich gut geschlaffen. Vormittags um 8 et 11 Uhr habe china eingenohmen. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Graf von Auersperg in Visite. Meine 2 Söhne haben mich bey meiner geliebtesten Gemählin bey der Meß supplirt. 9. Vergangene Nacht habe, Gott Lob, eben ganz gut passirt. Vormittag um 8 et 11 habe die china genohmen. Meine 2 Söhne haben mich bey meiner [580] englischen geliebtesten Gemählin bey der Meß supplirt. M. Micherle war abends bey denen, heüt am ersten vorgestelten Pantomimen. 10. Die vergangene Nacht habe, Gott Lob, wieder gut passirt, mithin hatte kein Anstand, die Räth und commissiones zu frequentiren anzufangen. Von 10 biß nach 11 Uhr war ich in Rath. Nachmittag von 4 biß ½ 7 Uhr in der Hofcommission. Inzwischen suchte mich mein medicus und fande, das ich nicht hätte außgehen und die china einzunehmen nicht unterlassen sollen. Somit habe um ¾ auf 7 Uhr wieder eine Dosire von china eingenohmen. Bey der Meß bey meiner ausserwählten englischen Gemählin hat mich vormittags mein Micherle supplirt. An heütigen Tag anno 1743 ist mein Söhndl Wolfgangus Carolus Cyrus gestorben. Er war gebohrn den ersten November gedachtes Jahrs, mithin hat er gelebt 1 Monath, 10 Tag. Wird sich nun bey seiner englischen Mama in der himlischen Glückseeligkeit erfreüen. 11. Vergangene Nacht habe zwar biß 1 Uhr schlafloß, doch ohne Alteration und dan, Gott Lob, gut passirt. Doch habe vormittags um 8 et 11 Uhr die china eingenohmen. [581] Bey der Meß bey meinem allerliebwertesten Eheengl hat mich mein Micherle supplirt. 824 | 1759 December Auf Mittag speiste bey mir der Utschan, Bestandsinhaber von Flednig. Nachmittag war ich bey meinem Schwagern Br. Wolf Daniel, der mir die Gefälligkeit thuen und ein Par In-tersimsschein mit baaren Geld einlösen will. Weil ich aber einen conto corrente mit dem Benj/ami/n Br. von Erberg seeligen, so noch von meiner Herzallerliebsten angefangen worden, von darumen nicht saldiret habe, weil einige Posten noch nicht richtig gestellt seyn, so habe ihn ersucht, solchen nur von der Frl. Franzl und meiner Frl. Lenerle revidiren und was sie recht finden, determiniren zu lassen. So habe ich gar keinen Anstand, den ihm gebührenden Rest sogleich mit richtigen publiquen Papiern zu bezahlen. Er war auch ganz wohl zufrieden und remmittirte sich mit all außnehmender Höfflichkeit in alles, was man wird außsezen wollen, welche Generosität ihme von der schmuzigen avarice seines Oncles ungemein distinguiret. Dan war ich auch bey der Frl. Franzl et bey Mr Hofmann, der mir immer in gefährlichen Gesundheitsstand zu seyn scheinet. [582] Dan besuchte den Graf Stirck in mein Hauß, der mir erzehlte, das weil Herberstein von Hof die Erlaubnus hat, jemand von dem Landrecht ad repræsentationem zu ziehen, habe er ihn choisirt und dan den Brigido. Mithin werden sie Übermorgen vermuthlich den Anfang machen. Abends waren meine Sohne mit der Frl. Hallerstein bey denen Pantomimen. Bey mir aber war der Heymann. An heütigen Tag anno 1727 ist mein allerliebste Mutter Maria Isabella, eine gebohrne von Sargfeld, gestorben. Sie war gebohrn den 2. September 1674, mithin hat sie gelebt 53 Jahr, 3 Monath, 10 Täg. Sie hat meine herzallerliebste Ehegemählin auch besonders lieb gehabt; werden also beysamen die ewige himlische Freüden genüssen. 12. Die vergangene Nacht habe, Gott Lob, passablement passirt. Um 8 et 11 Uhr habe die china eingenohmen. Auf Mittag speiste bey mir der Illiaschich, dessen Gemahlin eine Br. Gall sich in 6 Wochen befindet mit einem Söhndl. Nachmittag war bey mir Graf Stirck. Abends mein medicus. Bey meinem englischen Eheschaz bey der Meß hat mich mein Micherle supplirt. [583] Nach 7 Uhr abends verspürt ich wieder verhoffen ein kleinen Frost und nach 9 Uhr eine Währme, welches vor einen paroxismum halte und erscheinet, das ich von Fieber noch nicht frey bin. Gott, seye alles anhaimgestellt. 13. Die vergangene Nacht hat die Kälte gedauret biß 1 Uhr nach Mitternacht und dan eine zimliche Hiz mit starck alterirten Pulß biß gegen 7 Uhr, das ich also noch keine Nacht so schlecht und unruhig und in vollen Fausen passiret habe. Um 9 Uhr habe mein china eingenohmen und abends vor 5 Uhr. Bey mir war der Franciscaner P. provincialis. Spätter mein Schwägerin Fraule Fränzl. Ich habe mir heüt nicht getraut, in Rath zu gehen. Habe durch mein Sohn Lucas dem Br. Taufferer sagen lassen, mich beym Præsidenten zu excusiren. An heütigen Tag ist meiner herzallerliebwertesten Gemahlin Vatters Vatter anno 1647 gebohrn worden. M. Micherle hat mich in der Kürchen bey meinem englischen Eheherzl supplirt. Spätter war bey mir der medicus. Mein Frl. mit dem Micherle war abends in der Pantominen-Opera und mein Jean Luc mit dem Crayßhauptman. [584] 14. Die vergangene Nacht habe gut passirt. Vormittags um 8 et umb 11 Uhr habe die china eingenohmen. An heütigen Tag anno 1725 habe den Grund zu meiner Glückseeligkeit gelegt, indeme ich mich mit meiner, mir von Gott ausserwählten englischen Gemählin privatim, jedoch mit Wissen und Willen ihrer Eltern ehelig versprochen habe. Dahingegen ist heüt just 7 Jahr und ein Monath, das es dem Allerhöchsten beliebet hat, dieses himmlische Geschänck mir von der Seite und zu sich zu nehmen. Nachmittag war bey mir m. medicus und ich habe di china um 5 Uhr wieder genohmen. 15. Die vergangene Nacht habe wieder nicht wohl passirt, biß gegen 2 Uhr schlafloß, mit kleinen Frost, stärckerer Hiz und alterirter Pulß. | 825 1759 December Heüt aber befinde mich passablement. Um 8, 11 und Nachmittag um 5 nahme china. M. Schwager Br. W/olf/ D/aniel/ hat gegen Mittag meinen Sohn Jean Luc bey dem Leopold Lamb/er/g und der Gräfin aufgeführt und wird Übermorgen in Landtag das erstmahl erschinen. Der Lamb/er/g hat ihn engagirt, sein votum dem Br. von Liechtenthurn vor die Verordnetestell zu geben. Der Loys Graf Auersperg, genand Louis le Grand, ist auch Competent. M. Micherle hat mich in der Kirchen bey meiner herzallerliebsten supplirt. Abends war bey mir Schifferstein, dan der medicus. 16. Heüt morgens um ½ 8 Uhr ist mein [585] Frl. Lenerle mit m. Schwager Br. Ferdinand und mein Sohn Jean nach Lack in Schlitten zu meiner Schwester Maximiliana, dermahligen Abtissin. Von dort nach Ehrenau zu den Dinzlischen, wo sie auf Mittag geessen und seyn hier retournirt um ½ 8 Uhr abends. Ich habe die vergangene Nacht gut passirt. Um 8, 11 et Nachmittag um 5 Uhr habe china eingenohmen. Vormittags war bey mir Mr Dinzl von Ehrenau. Auf Mittag speiste bey mir Schifferstein. Nachmittag war bey mir Br. Waicard Gall, Carl Hochenwarth, Graf Stirck, Mr et Mad. Buseth, Frl. Utschan. Dan mein medicus Heymann. An heütigen Tag vor 7 Jahren ein Monath ist mein englisches ausserwähltes herziniglich geliebtestes Ehegespandl auß meinem Hauß, laider Gott, zur Grabstatt getragen und von mir, nachdeme ich dieses Engerle zu Hauß völlig derküsset habe, in gröster Betrubnus und mit weinenden1237 Herzen und Augen begleitet worden. Mein Micherle, der wegen meiner fürdaurenden Unpaßlichkeit nicht hat wollen nach Lack gehen, hat mich in der Kirchen bey meinem herzallerliebsten Eheschaz supplirt. 17. Die vergangene Nacht habe, Gott Lob, wohl passirt und ist diese schon die dritte [586] gutte Nacht. Wan noch ein Par solche folgen, so hoffe von Fieber frey und keinem ferneren paroxismo exponiret zu seyn. Heüt vormittags war der standische Landtag und hat mein Jean Luc heit das erstemahl sessionem genohmen und sein votum nach Anlaitung des Leopold Grafen von Lamberg pro deputato dem Baron von Liechtenthurn gegeben, welcher 63 und sein Concompetent der Gr. Auersperg, Nicolai filius, nur 36 vota gehabt. Nachmittag war ich in Repræsentationsrath in contradictorio in Recroutensachen und præsidirte von 3 biß ½ 5 Uhr. Bey mir war dan der abbé Wolfgangus et abbé Leopold, beede Br. von Gall. Spätter mein medicus. Vormittags um 8 et 11 et Nachmittag um 5 Uhr nahme ich die china. Mein Micherle hat mich in der Kürchen bey meinem englischen Eheschaz supplirt. 18. Die vergangene Nacht habe, Gott Lob, wieder gut passirt. Nachmittag war bey mir Paul Aloys Gr. von Auersperg. Spätter medicus Heymann. Vormittag um 8 et 11 et Nachmittag um 5 Uhr habe china eingenohmen. Graf Stürck hat meinen Sohn Jean Luc ersucht, ihn in der englischen Sprach zu instruiren, mithin hat er darmit heüt vormittags den Anfang gemacht. [587] Der Crayßhauptman Br. von Taufferer hat sich schon wieder mit seiner Gemählin, einer gebohrnen von Schram, brouillirt und ist heüt nachmittags pro mediatore der intrigante P. Mäster S. J. beruffen worden. War ein Zeit bey Mons., dan fieng er zur Mad., wohin in einer Zeit Mr beruffen worden. Die Zeit wird die fernere Scenen eröffnen. Auf Mittag kam zu mir Baron Zetschkher von Gurgfeld, bekam aber just ein Fieber paroxismum, mithin ist er wieder nach Hauß gangen. Es war auch bey mir der Ingenieur-Oberleüthnant Dinzl. 19. Die vergangene Nacht habe, Gott Lob, abermahls gut passirt. Doch habe um 8 et 11 wieder die china eingenohmen. Bey mir war Mr de Zergollern, dan Sigerle Graf Liechtenberg. An heütigen Tag ist meines Vatters Mutter Maria gestorben, anno 1680. Nachmittag war da Mad. Buseth und ihr Schwester. 1237 Orig. weineneneden , a je bil zlog -ene- prečrtan. 826 | 1759 December Spätter Mr Schweiger, der Morgen nach Wärdl verreiset. Heüt hatte ich kein Visite von meinem medico, welches ein guttes Zeichen ist. Doch habe Nachmittag um 5 Uhr wieder mein china eingenohmen. 20. Weil ich die vergangene Nacht, Gott Lob, wieder gut passirt habe, so war ich heüt vormittags in Rath von 10 biß ½ 1 Uhr. [588] Vorhero war bey mir Graf Stürck. Nachmittag war bey mir der Wälsche Auersperg, dan Hanß Jacob Br. Rauber. Item der Ant/on/ von Widerkhern. Spätter medicus Heymann. Heüt habe wegen des Rath die china erst Nachmittag um ½ 5 et um ½ 8 Uhr eingenohmen, sonderlich weil es geschunen alß ob ich bald nach 4 Uhr ein Frost gespürret hatte. Heüt ist in Rath vorgekomen, das der Hof doch 2800 preüssische prisoniers herein schickt. Das Ansinnen des Hofs ist hier zu Laybach 1000, Neüstadtl 800, Stein 500 et Lack 500, remmittirt sich jedoch respectu dislocationis in dem præsidem und werden allen Ansehen nach alle hier zu Laybach bleiben mit ihren Unterofficiren. Steyer bekomt bey 9/m Man und Tyroll die Generals und andere Oberofficiren. Die Carlstadter Miliz, so zur Armée abmarchirt, wird zu Carlstadt aufbrechen den 1ten, 5. et 13ten künfftigen Monath Jenner. 21. Die vergangene Nacht habe, Gott Lob, wieder ganz gut passirt und hoffe nun von meinem Fieber völlig frey zu seyn. Um 8 et 11 Uhr habe dannach die china eingenohmen und werde noch ein Par Tag darmit continuiren. Vormittag war bey mir Waicard Br. Gall et abends medicus Heymann. Meine 2 Söhne haben mich in der Kirchen bey meinem Eheschaz bey der Meß supplirt, gester aber m. Micherle allein. [589] 22. Die vergangene Nacht habe, Gott seye es Danck gesagt, wieder gut geschlaffen. Und da ich hoffe, das mich mein Fieber nun völlig verlasse, so werde auch kunfftig nichtes mehr deßwegen anmercken. Mein medicus war heüt 2-mahl bey mir, jedoch nur en visite in Graf Herberstein-Angelegenheit. Auf Mittag speiste bey mir Anton von Widerkher. China nahm ich ein um 8, 11 et nachmittags um 5 Uhr. Mein Micherle hat mich in der Kirchen bey meiner Ausserwählten supplirt und Morgen hoffe sie selbsten heimzusuchen. Heüt habe mit Brief von Kampfmüller von Wienn vor Gr. Paul Aloys Auersperg ein goldene Sackuhr und vor mich ein Geld erhalten. Heüt ist dem Joseph Grafen von Strasoldo, dessen Gemählin eine gebohrne Grafin von Wallenstein ist, das annoch an Leben geweste 6 jähriges Söhndl und vor circa 6 Wochen das jüngere Sohndl gestorben, sodas sie derzeit ohne Kinder sich befinden; anzi ein drittes Sohndl ist auch gestorben. Das heüt Verstorbene ist erofnet und nichtes anderes alß ein Geschwohr in Halß, das übrige alles gesund befunden worden. 23. Vormittags war ich mit meinen 2 Söhnen bey meiner herziniglich geliebtesten Gemählin bey der Meß. Auf Mittag speiste bey mir Waicard Br. Gall und mein medicus Heymann, deme ich [590] vor seine Assistenz über die vorhinige 4 annoch 3 Species Ducaten gegeben habe und hoffe zu Gott, ihn nicht sobald wieder zu brauchen. Nachmittag war bey mir Dinzl, der Morgen nach Ehrenau retournirt, m. Schwager P. Joseph Erberg S. J., ein Par Franciscaner. Dan der Dr. Vesseu, deme des Pfarrer zu Sagor Breng-Angelegenheit recomendiret, auch ihme ein, zwar nur an mein Frl. addressirtes Küchenregal geschickt habe, indeme ich von niemand Regalien annehme. Abends war bey mir Graf Stürck wegen eines Referats, so er Morgen zu erstatten hat. Dan Paul Aloys Gr. Auersperg, der mir 46 fl. 27 kr. gebracht, die meine Agent zu Wienn außgelegt hat vor Übermachung des golden und grünen Capsl an seiner goldenen Sackuhr. 24. Vormittags war ich in Rath von 9 biß 12 Uhr. Nachmittags in der Hofcommission von 4 biß 7 Uhr. Nachmittag war bey mir Br. Waicard und Br. Wolf Gall, P. Guardian von Capucinern. M. Micherle supplirte mich in der Kirchen bey meiner englischen Gemählin. Biß exclusive heüt seyn von hiesigen Ständen Recrouten: - In natura gestel t worden 836 - Reluirt mit Geld zu 40 fl. per Mann 694 | 827 1759 December - Seyn annoch zu stel en in natura 554 So da macht die postulirte Zahl 2084 25. Heüt am H. Christag war ich Vormittag [591] mit meinen 2 Söhnen, den Johan Lucas und Micherle, bey meiner herzallerliebsten englischen Gemählin bey der Meß. Dan bey m. Schwagern Br. W/olf/ D/aniel/ und der Frl. Fränzl. Auf Mittag speiste bey mir der Oberleüthnant von Dinzl. Nachmittag war bey mir Br. Codelli, sich zu beanfragen, ob ich in seiner compagnia die Cöllner franzosische Zeitungen auch das eingehende Jahr pro tertia parte continuiren wolle. Deme ich affirmative geantwortet, auch mein Antheil vor das ganze 1760te Jahr mit 6 fl. 40 kr. anticipate bezahlt und ihme behändiget habe. Spätter war bey mir medicus Heyman, sed non qua medicus. So war auch vorhero bey mir Baron Micherle Paungarten auß der dritten Schull und der den 21ten hujus zu Görz von dem Erzbischoffen die quatuor minores überkomen. Er kam sich zu bedancken um das schwarze Kleidl, so ihm mein Micherle zu solcher Function gelichen. Er ist hin und her von dem P. Master S. J. begleitet worden. 26. Vormittags war ich mit meinen 2 Söhnen bey meiner englischen allerliebwertesten Gemählin bey der Meß. Dan war ich bey Mr Hofmann, dessen langwürige Kranckheit immer gefährlicher zu seyn scheinet, darumen ich dan heüt seinem Brudern, Oberleüthnant unter Starhemberg, [592] nach Mantua parte gegeben habe. Nachmittag war bey mir Mr Zergollern, sein Gemählin und Tochter, dan Ant/on/ von Widerkhern biß spatt. Meine 2 Söhne waren bey denen Pantomimen. An heütigen Tag anno 1741 ist mein liebes Söhndl Josephus gestorben. Er war gebohrn den 16. Marzi 1738, mithin gelebt 3 Jahr, 9 Monath und 10 Täg. Wird bey seiner englischen Mama die himlische Freüden genüssen. 27. Vormittags war ich mit meinen 2 Söhnen bey denen Capucinern, wo der P. Joseph Luckantschitsch sein anderte Primiz gehalten. War auch viel Adl dabey, wie ingleichen bey dem Mittagessen in Klöster, wozu ich auch eingeladen war. Ich habe meinem lieben Alten eine gezierte süsse Torten zum Andencken geschickt. Dan war ich mit gedachten meinen 2 Sohnen bey meiner englischen Gemählin. Nachmittag war bey mir Heymann. Spätter kam die Dinzlin, mein niece, von Ehrenau, die auch bey mir soupirt. Meine 2 Söhne waren in Pantomimen. 28. Vormittags war ich mit meinen 2 Sohnen bey meiner englischen Gemählin bey der Meß. Auf Mittag speiste bey unß Mad. Dinzl, ma niece. Nachmittag war bey mir Jamnig reconvalescens [593] wegen seiner Bierbraüerey. Nachmittag war ich in Rath von ½ 4 biß gegen 5 Uhr. 29. Heüt habe dem Kampfmüller nach Wienn folgende Interessequittungen zum eincassiren geschickt: - Alß vor mich von ½ Jahr von prima Julii biß lezten hujus von Capital per 1/m fl. 25 fl. - Von 1800 〈fl.〉 45 〈fl.〉 - Von 500 〈fl.〉 12 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - Von 3000 〈fl.〉 75 〈fl.〉 - Von 1300 〈fl.〉 32 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - Von 1000 〈fl.〉 25 〈fl.〉 Al e bey dem Quecksilberamt und Bergwerckshauptcassa: 215 fl. - Vor H. Ant/on/ von Widerkhern von 1300 fl. Capital bey detto Cassa von obig ½ Jahr 32 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - Vor Mad. Il iaschitsch, gebohrne Gal in, von 1500 fl. Capitalinteresse von 11. Augusti 1758 biß wieder 11. Augusti lezthin von ein Jahr bey dem Stadtbanco 75 〈fl.〉 Al e zusamen 322 fl. 30 〈kr. 〉 Dan war bey mir Mad. Dinzl sich zu beurlauben und ist nach 10 Uhr nach Ehrenau verreist. Bey mir waren einige Burger von Crainburg, sich wider die Repartition des Darlehens zu beschwähren, indeme 828 | 1759 December vielle verschont, folgende 10 aber auf 1150 fl. taxiret worden, alß der: Johan Georg Rauscher, Franz Georg Kaydasch, Johannes Rusß, Simon Prolich, Bartelme Paulitsch, Michael Florian, Georg Hauptmann, Lucas Bandley, Leonhard Naglitsch und Andreas Kumer. Abends war bey mir Dr. Heymann. [594] Gester habe einmahl und heüt auch einmahl und zwar, wills Gott, das leztmahl die china eingenohmen. Vorhero war auch da P. Rector S. J., id est P. Apfaltrer, mit dem P. Taufferer mit dem Neujahrswunsch. In der Kirchen bey meiner Herzallerliebsten hat mich m. Micherle supplirt. 30. Vormittags war ich mit meinen 2 Söhnen bey meiner englischen ausserwählten Gemählin bey der Meß. Dan bey Carl-Hochenwarischen, wo mich der P. Ant/on/ Gallenfels, Sitticher, ersucht hat, ihme zu Triest jemand an die Hand zu geben bey dem, das Stifft die Nothwendigkeiten alß Oel, Mandl, Zucker etc. bestellen känte. Deme ich den Wolfgang Friedrich Osterreicher an die Hand gegeben. Nachmittag war bey mir Schifferstein. 31. Vormittags war ich mit mein Jean Luc und Michel bey m. Schwager P. Josep Erberg S. J., dem P. Rector Apfaltrer et P. Irml, Neujahr zu wünschen. Dan bey Mad. Gall Wittib, gebohrne Barbo et abbé Br. Wolf Gall. Dan bey meiner englischen allerliebsten Gemählin bey der Meß. Auf Mittag speiste bey mir Schifferstein. Nachmittag war da Carl Hochenwarth, P. Gallenfels, Sitticher.1238 Von 3 ½ biß 5 ½ war ich in Rath. Unter anderen ist auch calculirt worden, was die in künfftigen Monath Jenner anhero kom [595] mende 2800 preüssische prisoniers de guerre betragen werden an Holz, Liecht und Laagerstroh, die Klaffter Holz, so 4/c portiones gibt per 2 fl. 58 kr., ein lb. Inschlutkerzen, die 1/c portiones geben per 9 kr. und ein Schober Stroh, so 60 portiones gibt und alle 14 Tag frisch seyn, muß per 2 fl. gerechnet. Und weil auch 2/m prisoniers nach Görz zu komen haben, so werden diese daselbst gegen 2/m allhier alle Tag bey 16 fl. mehr alß hier kosten, weil daselbsten in specie das Holz und das Stroh viel theüerer ist. An heütigen Tag anno 1683 ist meiner Mutter Mutter Vatter gestorben. Er war gebohrn den 23. December 1620, mithin hat er gelebt 63 Jahr und 9 Täg. Da nun mit heüte dieses Jahr beschlossen ist, so dencke ich dem Allerhöchsten, das er mir auch dieses Jahr noch hat schencken und mich in seiner göttlichen Gnade hat erhalten und mit unendlichen Wohlthaten hat begnaden wollen. Ich empfehle mich, meine Kinder und alles das Meinige in seinen fernern göttlichen Schuz und mein englische ausserwählte herzallerliebste Gemählin wird für mich und alle unserige eine Fürbitterin seyn, damit der Allerhochste unß in seiner gottlichen Gnade und auf seinem himlischen Weeg beständig erhalte. Biß an heüt ist mein weniges Vermögen in folgenden Capitalien bestanden, die ich allhier zur Nachricht anmercke, alß: [596] De dato - 1743 22. Augusti bey der Landschafft in Crain 1100 fl. - 1752 22. Juni bey Mad. Rasp, gebohrne Erberg 300 〈fl.〉 - 1753 12. Juli beym Kupferamt zu Wienn 3000 〈fl.〉 - 1. September 1800 〈fl.〉 - 1754 18. April 1300 〈fl.〉 - 1756 22. Mai 1000 〈fl.〉 - 16. Juni 500 〈fl.〉 - 13. Juli 1000 〈fl.〉 - 1757 1. September bey der Landschafft in Crain 2000 〈fl.〉 - 1. Oktober 500 〈fl.〉 - 1758 1. Jenner 1000 〈fl.〉 - 30. Juni beym Stadtbanco zu Wienn 90 〈fl.〉 - 1. Juli bey der Landschafft in Crain 450 〈fl.〉 1238 Sledi za celo vrstico prečrtanega nečitljivega besedila. | 829 1759 December - 1759 25. Juni beym Stadtmagistrat zu Laybach 6 fl. 5 〈kr.〉 4 〈fl.〉 56 〈kr.〉 44 〈fl.〉 37 〈kr.〉 33 〈fl.〉 36 〈kr.〉 - 1. Augusti beym Stadtbanco zu Wienn 1750 〈fl.〉 - 1. Oktober bey der Landschafft in Crain 220 〈fl.〉 1 6.054 〈fl. 〉 37 〈kr. 〉 NB. Die 44 fl. 37 〈kr.〉 bey dem Stadtmagistrat und die 220 fl. bey der Landschafft seyn zu 6 per % Interesse, die übrige alle à 5 per %. NB. Um theils die in Nebenblat angemerckte passiva abzahlen, alß auch andere Unkosten bestritten zu känen, habe ich eben heüt zwey meine Interimsschein meinem Schwagern dem Br. W/olf/ D/aniel/ und dafür er mir das baare Geld gegeben, alß: - Den de dato ersten Oktober 1757 per 500 fl. 1500 〈fl.〉 - Item den von ersten Jenner 1758 per 1000 fl. Somit bestehet mein activum annoch in: 1 4.554 fl. 37 〈kr. 〉 [597] Meine passiva bestehenden biß Heüte in folgenden: - H. Br. Michael von Erberg, meinem Schwigervattern 1041 fl. 40 〈kr.〉 - H. Benj/ami/n Br. Erberg seeligen, nun meinem Schwagern Br. Wolf Daniel von Erberg 1800 〈fl.〉 - Item in einer mit Br. Benj/ami/n seeligen unrichtig gewesten, nun aber mit Br. W/olf/ D/aniel/ in die Richtigkeit gebrachten Rechnung 517 〈fl.〉 15 〈kr.〉 - Dem Obrist-Leüthnant Br. von Zetschker beylauffig in capitali 1400 〈fl.〉 - H. canonico von Schiffer 500 〈fl.〉 - H. Weitenhil er 400 〈fl.〉 Summa summarum 5658 〈fl. 〉 54 〈kr. 〉 Dahingegen habe ich eben heüt dem Baron Wolf Daniel von Erberg bezahlt obige in Capital und Interesse richtig gestel te Post mit 517 fl. 15 〈kr.〉 Item dem canonico von Schifferer nebst von ersten Augusti lezthin biß heüt dato mit 6 per % annerlauffenen Interesse per 12 fl. 30 kr. auch obiges Capital bezahlt mit 500 〈fl.〉 1017 fl. 15 〈kr.〉 Mithin bestehet mein passivum annoch in: 4641 fl. 39 〈kr. 〉 Activum 1 4.554 fl. 37 〈kr.〉 Passivum 4641 〈fl.〉 39 〈kr.〉 9912 fl. 58 〈kr. 〉 [598] Verzeüchnus der dermahligen Ertragnus meines Hauses, was vor Partheyen und wieviel Zinns bezahlen auf ein Jahr gerechnet: - H. Graf von Stürck, Wohnung 100 fl. - H. Baron von Hal erstein, Wohnung 100 〈fl.〉 - H. Baron W/olf/ D/aniel/ von Erberg, m. Schwager, Wohnung 90 fl. 102 〈fl.〉 36 〈kr.〉 Die Guardarobbe extra 12 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - H. von Dinzl. Wohnung 140 〈fl.〉 - H. von Bottoni, Wohnung 25 〈fl.〉 12 〈kr.〉 - H. Kirschlager, Laden 25 fl. 30 〈kr.〉 Ein Gewelb daran in Hof 20 〈fl.〉 55 〈fl.〉 30 〈kr.〉 Ein extra Gewelb in Hof 10 〈fl.〉 830 | 1759 December - H. Vol er Buchbinder, Laden 20 〈fl.〉 - H. Franzoni, Laden 25 〈fl.〉 30 〈kr.〉 - H. Saraburg, Zinngiesser Laden 26 fl. Wohnung 17 〈fl.〉 43 〈fl.〉 - H. Angelo Calegari, Caffésieder Zwey Laden 60 fl. Wohnung 80 〈fl.〉 150 〈fl.〉 Extra ein Holzbehaltnus 10 〈fl.〉 761 〈fl. 〉 48 〈fl. 〉 - Mein Quartier will rechnen wenigst 250 〈fl.〉 - Von übrigen noch nicht in Bestand verlassenen Mezanini hoffe 150 〈fl.〉 Betragete in al en 1161 fl. 48 〈kr. 〉 [599] Verzeichnus meiner dermähligen Haußhaltung und dazugehorigen personalis: – Fraule Helena Freyin von Hal erstein, die das ganze Haußweesen besorget. Domestiquen mit deren jahrlichen Besoldung: - Ein Zimmermensch Anna Maria Samitschin 24 fl. - Ein Köchin Maria Anna Erschenin 30 〈fl.〉 - Ein Kuchenmensch Urscha Tischelka 16 〈fl.〉 9 〈kr.〉 - Ein Bedienter in Livré Lucas Stär 72 〈fl.〉 - Ein Haußknecht Philip Kosmel 15 〈fl.〉 18 〈kr.〉 157 fl. 27 〈kr. 〉 NB. Bey dem Livrébedienten ist nebst der Besoldung auch das Kostgeld einbegriffen. Die Übrige aber haben die Kost in Hauß. [600] Meine annoch lebende vier Kinder befinden sich dermahlen alß der: - Maximilien, Capitaine-Leitnant unter Kol owrat-Infanterie zu Dresden in Winterquartier. - Jean Luc, bey mir und practicirt alß Adjunct bey hiesigen Crayßhauptman Baron von Taufferer. - François, Jesuiter zu Linz, Magister in der anderten Schul . - Michel, bey mir, hat biß nun zu seit 10 Monath bey dem Repræsentation und Camerconcipisten Ziegler practicirt, nicht weniger auch bey mir und aspirirt in wenig Jahren die Kriegsdienste anzutretten.1239 1239 Sledi še en prazen neoštevilnem folij. | 831 Edicija dnevnikov Franca Henrika barona Raigersfelda (1697–1760), enega naj-vidnejših politikov in vplivnežev na Slovenskem tiste dobe, je redek zgodovinski vir za proučevanje politično-upravnih struktur habsburške države na slovenskem ozemlju v (pred)razsvetljenski dobi. Raigersfeld je bil v svojem času ena najzani-mivejših osebnosti: popotnik in turist, uradnik in podjetnik, svetovljan in tradici-onalist, ljubeč družinski oče, zbiratelj starin in še mnogo drugega. Bil je priča pre-lomnih dogodkov v habsburški zgodovini, v dnevnikih pa je vsak dan popisoval tudi vsakdanje dogodke. Njegove zapise imamo lahko tudi za družabno-politič- ne anale ter vir za proučevanje plemiške kulture, materialnih in tehničnih novosti, karier, izobraževanja, zabave, umetnosti itd. v habsburških dednih deželah. Iz recenzije dr. Žige Omana 27 € ht t p : //z a lo z b a . z rc- s a z u . s i Document Outline _GoBack