Kalnstag den 24. December 1836. Caspar Mauser ver Vweite. l ^eit etwa 2 Jahren hat auf dem Herrenhose , des Gutes Borst ei im Holsteinischen ein junger n'ohlgebildeter Taubstummer eine Zuflucht gefunden, der durch räth sei hafte Schicksale dahin verschlagen worden , und über dessen Herkunft noch nichts Gewisses büt ausfindig gemacht werden können. Da der junge Mann seltene Fassungsgaben besitzt, so ist es gelungen, seine Begriffe so weit aufzuklären, daß er unter Anleitung eines verständigen Mannes, und in kurzer Zeit sich schriftlich? und ziemlich verständlich in deutt scher Sprache ausdrücken konnte. Aus diesen schriftli» cl.cn Aufsätzen und einigen beigefügten rohen Zeichnungen , denen Kupfersiiche, seine angebliche Vaterstadt Marseille darstellend, zmn Grunde liegen, scheinen sich folgende Umstände zu ergeben: Daß, angeblich einziger Sohn einer Witwe in Marstille, er von ihr cmcm schwedischen Capitän übergeben worden, der ihn m ein dunkles Loch gesteckt, und weite Reisen mit ihm unternommen; er glaubt, daß das Schiff bls nach Indien gekommen, und gibt bestimmt an, daß es bei ^t. Helena angelegt, um Erfrischungen einzunehmen; ihm sey aber nirgends vergönnt worden, an's Land zu kommen. Nach langem Umherfahren sey cr, nachdem man ihm eine mit einer von ihm angegebenen Namens-chissre bezeichnete goldene Uhr ?c. abgenommen, m ein Boot gesetzt worden, mit dem cr sich selbst dein-Ufer habe z-urudevn müssen; nachdem er an diesem in ein Haus kmgekchrt,, wo glänzt worden, sey, er unaufhaltsam ^lLeumarts fortgeschritten, und h,he so Abends völ- lig erschöpft das zum Gute Borsiel gehörige Dorf ^ring erreicht. Von dort, wo man ihn die Nacht be? herbcrgt, ward er an den Inspcttor des Gutes abge« liefert. Hier hat cr seitdem gesucht, sich durch allerlei kleine Dienste Nützlich zu machen. Sämmtliche Papiere sind nun nach Marseille geschickt worden, und da in denselben das Haus der Witwe nicht nur nach der Lage der Straße, sondern auch nach den Gewerben drr benachbarten Häuser nuf's Genauesie bezeichnet ist, so dürfte cs nicht schwer rnrrdcn, auf dl'rsNN Wege vöt» lige Aufklärung l'iber die Wahrheit oder Falschheit der erwähnten Angaben zu erlangen. Eden so genau, als jenes Wohnhaus, hat der junge Mann das schwedische Schiff beschrieben, so daß man hiernach den Namen des Capitäns hat ausfindig machen, und in Schweden em Verhör mit demselben anstellen können; dieser hat zwar geläugnet, je e'men jungen Menschen dieser Ai< am Bord seines Schisses gehabt zu haben; allein, weil diese Aussage »üne unbeeidigte gewesen, will man wenig Gewicht darauf legen. __ Ein Umstand,' der noch besonders gxci'gnet zu seyn scheint, Verdacht zu crre-gen, ist, vaß in den schriftlichen Aufsätzen die Buchstaben B und P, D und T beständig verwechselt wer-dcu, wenn sich nicht annehmen läßt, daß dirfe Nn-Wechsclung von dem Lehrer selbst herrührt. __ DaH ' Alter des Mngen Menschen scheint zwöschcn 13>Md 2l Jahren zu seyn. ' Ner Vey unv Vtr Vettler- l Mchemcd Bey war dcr Minister Mehemed - M's/ des jetzigen Pascha's von Ägypten. Er wa^ ^ — 206 — ner jener echten Muselmänner, bettn Züge jetzt immer ^ mehr verschwinden. Eines Freitags nach der Parade saß Mehemed Bey in dem Empfangssaal auf einem prachtigen Divan, von den Oberoffizieren umgeben. Plötzlich tritt ein armer Greis, mit Lumpen bedeckt, in den Saal. Elend und Müdigkeit hatten ihn gebeugt und sein Gesicht entstellt. Er bleibt am Eingänge stehen, und erwartet stillschweigend, daß der Minister an ihn eine Frage r.chte. Und in der That bemerkt Mehemed äi5ey alsbald die Lumpen des Bettlers unter den glänzenden Kleidern seiner Diener; »Wer bist Du und was willst Du?" fragte er ihn. »»Ich bin ein Mace» donier," gab der Arme zur Antwort, und während er sprach, beobachtete ihn der Minister mit Aufmerksamkeit. »Tritt näher," sagte er lebhaft bewegt, indem er aufsteht. Der Arme nähert sich, und der Minister spricht feinen Namen aus. »Ja, dcr bin ich," antwortete der Bettler, und hierauf stürzen sie sich in die Arme, halten ^ fest bei den Handen, stillschweigend und die Augen voll Thränen. Hierauf nimmt der Minister seinen rothen, mit Gold und Edelsteinen gestickten Mantel ab, legt ihn aus die Schultern seines Freun« des und läßt ihn auf den Ehrenplatz niedersitzen. Er stellt ihn hierauf seinen Ossizieren als den Freund sei» ner Kindheit vor, seinen Gefährten in der Dürftigkeit, als er wcdcr Palläste, noch Diener, noch Würde besessen, und er lobt seinen Freund, daß er ihn noch im« mer nicht vergessen, obgleich er inzwischen relcy und mächtig geworden war. Mchemed Bey bot dem armen Macedonicr die Hälfte seiner Güter an, abcr dieser schlug es aus und bat nur um ein kleines Plätzchen m seinem Hause, um ruhig die Größe seines Freundes bewundern zu können, und manchmal mit ihm zu sprechen von ihrem Vaterland« und ihrer Jugend, bis Gott ihn abfordere. Alle diese Wünsche wurden befriedigt. Er lebte als Gast im Hause des Ministers und dicser ließ sogar sein Grabmal neben o«m seines Freun« des errichten. Man sieht beide Mausoleen, von Syko-nloren umschattet/ auf dem Wege, der von Alt-Kahira kach Bulak führt. Seit 8 Jahren geht die Witwe Mehemed Bey's jeden Freitag dahin, um ihren Gat« tkn zu dnvcincn. VäS Keueste unv Interessanteste ^ im Gebiete ver Runst mw Invultrie, ver Nänver- unv ^ölkerkunve. Es ist zu wundern, daß die Dampfwagen für gewöhnliche Chausseen so wenig beachtet werden, wäh- rend man allenthalben von Eisenbahnen und Dampf» wagen für dieselben spricht und phantasirt. Der Trans» port von Gütern und Reisenden auf Eisenbahnen geht freilich schneller und bedarf weniger Zugkraft; was kostet aber auch eine solche gegen eine Chaussee, wenn diese auch nach der besten Construction gebaut ist, und sehr sorgfältig eingehalten wird. Und doch ist die An>-wendbarkeit von Damvswagen auf gewöhnlichen Chausseen kein Problem mehr; Hr. Hancack hat deren viele gebaut, und hat mit ihnen seit zwei Jahren viele Tau. send Passagiere ohne den mindesten Unfall hin- und hergeführt. Sein vorzüglichster, am meisten vervoll, kommneter Dampswagen heißt die Aera; er bedarf für die englische Meile acht bis zwölf Pfund Kohlen und beiläufig hundert Pfund Wasser. Hinsichtlich der.VoV« theile dieser Wagen hat sich die vom Parlamente nie-hergesetzte Comitee dahin ausgesprochen: Es ist der Comitee überzeugend bewiesen worden; 1) daß Wa« gen auf gewöhnlichen Straßen durch Dampf mit einer mittleren Geschwindigkeit von 10 englischen Meilen (2 V» deutsche Meilen) in einer Stunde fortgeschafft werden können; 2) daß sie bei diesem Maßstabe über 14 Reisende aufnahmen; 3) daß ihr Gewicht, ein. schließlich der Maschine, Feuemngsstoff, Wassex und Bedienung, unter drei Tonnen (60 Centner) betra» gen kann; 4) daß sie Hügel von beträchtlicher Stel« gung mit vollkommener Sicherheit und Leichtigkeit auf» unv avfayren rönnen; 5^ vaß sle für Reisende vollkommen sicher sind; ') daß sie für das Publikum nicht. unbequem sind, und .'»'gehöriger Construction auch nicht seyn können; 7) daß sie ein schnelleres und wohlfeileres Fortschaffungsmitttl gewähren werden, als die von Pferden gezogenen Wagen; und 8) daß sie, weil sie eine größere Breitf der Nadfelgen zulasse?!, und weil die Straßen von den Hufen der Pferde nicht so beschädigt werden, wie beim gewöhnlichen Zuge, die Straßen weniger verderben, als von Pferden gezogene Wagen. Laut Nachrichten aus Lucknow in Ostindien ist der dortige König damit beschäftigt, ein Corps Amazonen einzuüben, das er ausgehoben und in 3 Regimenter vertheilt hat. Das erste besteht aus unverhei« ratheten Mädchen, die beiden andern aus verheirathe-ten Frauen, und diesen hat er die Bewachung ftincr Person anvertraut. Das Resultat der Expedition des Dr. Andrew Smith, welchen eine Gesellschaft am Cap im Jahre 1834 beauftragt hatte, Mittel-Afrika zu lerforschcn, ist nunmehr bekannt. Er hat nicht bis zu dem groM — 207 - Srißwasscrsee nördlich von dem Reiche Lataku, vor- er dringen können, er kam nur bis 23" 28^ S. Br., 2 dc englische.Meilen jenseits des Wendekreises; indessen sei ist seine Reise in anderer Hinsicht für die Wissenschaft scl so ergiebig gewesen, daß die gedachte Gesellschaft ihn ft an die Spitze einer zweiten zu demselben Zwecke, na- ch mentlich aber zur Erforschung des Sees, zu stellen I gedenkt. ri M i s c e l l e n. In Marseille hat ein drolliger Vorfall sich ereig- d Net. Ein Maler, der an der Außenseite eines Schiffes, 3 auf einem Gerüst demselben einige Verzierungen malte, n wurde von ciucm Affen auf dem Schiff, welcher i!hm r durch eine Luke zusah, sehr geneckt, indem das Thier r ihm jede Bewegung nachahmte, und ihn ordentlich r auszischte und auslachte. Der verdrießliche Maler fuhr j daher dem Assen plötzlich mit einem tüchtigen Pinsel t voll Öhlfarbe quer ü'ber's Gesicht. Heulend und erbost j sprang das Thier hinweg. Doch, als der Maler bald ^ darauf wegging, um zu frühstücken, sprang der Asse aufsein Gerüst, und nagte, mit einer wirklich erstau- ' ^nswerthen Überlegung der Rache, die Stricke fast ! Hanz enlzw.'', an denen das Gerüst befestigt war. Als i der Maler wiederkehrt, und darauf tritt, reißt ein Eeil, .^. er will sich halten, das zweite reißt auch, und er stürzte in's Mccr, und wäre bei einem Haar ertrunken. Sehr erbittert eilt er jetzt auf's Verdeck, um den Assen abzustrafen; doch dieser war mit drei Sätzen auf der höchsten Mastspitze und verhöhnte ihn von oben herab, wie zuvor. Allein der Maler, einer der dortigen besten Schützen, ging hin, und hohlce sein Jagdgewehr; und jetzt würde der Asse wohl nicht zuletzt gelacht haben, wenn der Capitän des Schisses nicht dazwischen gesprungen wäre, und den Maler durch Anerbiethen einer reichen Entschädigung für seine verlorene Palette, Pinsel, Farben und durchnäßte Kleider besänftigt hätte. Der Zug ist gewiß sehr merkwür-dlg Nr die Geschichte der thierischen Intelligenz. Man erzählt einen in M. . . jüngst vollbiachten Gaunerstreich, der selbst der berühmten Londoner und Panm Zunft Ehre machen würde. Ein bemittelter ^ann ging früh Abends durch eine der belebtesten ^l 1!^" '^""" 'b'" ^mand ganz gemach den Man- n ^ ??""""' ^ "endet sich um, und packt '"ld ' "! ^, welcher unter tausend Ent- m B^k "">^ " habe ihn verkannt, für ei- ^ Bekamen gehalten, und daher sich einm erlauben wollen. Da cr unserm Mantt wieder höflichst den Mantel umlegte, war alles wieder gut, jeder ging D seines Weges, der Verkanntein eine glänzende Gesell- ^ schast. — Wie groß war aber das Erstaunen der Ge» sellschaft, einm ihrer Fashionables, statt im gewöhnlichen stattlichen, un zerlumpten, buntzusammengeflickten Mantel _. zu erblicken! Daß der Beraubte nicht geringen Arger bei dieser Entdeckung empfunden, zwei-fclt wohl Niemand.__ Zi Vor einigerZeitging in einem französischen Dorfe das Gerücht, es sey ein Mensch auf höchst barbarische Weise zerstückelt worden, und man hibe eine von Blut noch rothe Hand gefunden. Der Maire hörte, daß eine rothe Hand in der Erde gefunden worden war, er wollte sie sehen, und erkannte, daß es eine Zuckerrübe war, die außerordentlichste vielleicht, welche die Natur jemals gebildet hat. Sie hat genau die Gestalt einer menschlichen Hand; der Körper der Rübe, der mehr flach, als rund ist, bildet die Handfläche, mit einer , kleinen Vertiefung auf der einen Seite und elner Erhöhung auf der andern; dann theilt sie sich in sünf kleinere Wurzeln, die genau nach Gestalt und Größe wie die fünf Finger aussehen. Der Daumen ist dicker, kürzer und beginnt weiter unten, der kleine. Finger ist dünner und minder lang als die andem. Dic Nägcl scheinen sich in Klauen zu endigen, weschalbdie Vauem des Dorfes sagten, der Teufel habe bei dieser llwl'»' strösen Rübe seine Hand im Spiele gehabt! Der West Briton erzählt folgenden merkwürdh. den Umstand: Kürzlich war zu Newlyn eine kleine Mine eröffnet, aber nicht fortgesetzt worden, weil sie unter einen Fischteich ging; die Minrnarbeiter schlugen in einer andern Richtung ein, um auf das Erz zu koni? men, a!5 sie auf eine etwa achtzehn Fuß lange und oi-. nen Fuß tief mit Wasser gefüllte Höhlung in der Erde ' stnßen, wo sich einige lebende Fische von der Gattung der Meeraale fanden; wie sie hierher kamen, läßt sich durchaus nicht errathen, da die Öffnung siebzig Fuß über der hohen Fwthmark liegt. l In London ist eine Zeitung für Heirathslustige ' entstanden. Ein Spekulant, welcher sich in den An- r kündigungen als einen Mann von gutem Rufe und von l Vermögen bezeichnet, hat nämlich zwei Etablissements, - in geringer Entfernung von einander, geöffnet, in de-t ren einem er selbst die Herren empfängt, während seine - Frau in dem andern den Damen Audienz gibt. „. Am - erste:» eines jeden Monats erscheint sodann ein Heft, ß in welchem sämmtliche eingelaufene Briefe und Anträge 208 - mit den gehörigen Details von Bedingungen u. s. w. abgedruckt sind. Das Abonnement ist sehr billig und die Verhältnisse der Anstatt sind überhaupt mit sehr pfiffiger Berechnung angewendet. In England führt jetzt die feine Welt ihre ver. traulichsten Gespräche mit Gummi. Bei großen Mahlzeiten z. B. werden allenthalben lange Röhren von Gummielasticum über den Tisch hingelegt. Wer sich nun mit einem andern Gast, z. 33. am entgegengesetzten Ende der Tafel, heimlich unterhalten will, gibt ihm ein Zeichen, woraus die Röhre von dem Einen an's Ohr, von dem Andern an den Mund gehalten, und so die Unterhaltung geführt wird, ohne daß ein Gast etwas davon hört. Dcr bekannte Schnell-Läufer Ernst Mensen aus Norwegen soll am 47. October von seiner Reise nach Calcutta, über Constantinopel, in Alt-Orsov« angekommen, und in Tupaneck aus der Contumaz getreten . seyn. Er legte auf jener Reise 1100 deutsche Meilen in 50 Tagen zurück, und begibt sich nun durch Deutschtand nach England. Vor einigen Tagen hat eine arme alte Frau in London, als sie, um Kohlen zu suchen, durch den Schlamm am Themseufer östlich von. der Watevloo^ Brücke watete, einen blecherncn Kasten gesunden, in welchem sie zu ihrer freudigsten Überraschung 50 Pfund in Gold, 3 Pfund in Silber, drei 5-Pfund- und zwei 150- Pfund-Noten, zwei Ringe mit Diamanten, eine goldene Uhr und einige Silber - Barren entdeckte. Auf den Münchner Kirchthürmen wohnen und nisten eine große Anzahl Dohlen; sie sind das ganze Jahr hindurch daselbst heimisch. In der Mitte des vorigen Monats, als sich die Brechruhr zeigte, verschwanden diese Vögel beinahe augenblicklich, und blie'' ben abwesend bis vor einigen Tagen. Nun sind sie in ihre alten Wohnungen wieder zurückgekehrt', und man glaubt daraus schließen zu dürfen, daß die Lust wieder reiner und die Vrechruhr gänzlich verschwinden werde. Aus Goedereede in der Niederlande wird gemeldet, daß sich einige Engländer dort befinden, wovon der eine sich fortwährend auf dem Boden der See, an Stellen, wo früher Schisse versunken sind, niederläßt, um wo möglich Beute zu haschen. ^ Er steckt von den Füßen auf bis unter die Arme in einem Gewand von Kautschuk und hat aus dem Kopfe einen eisernen Helm, an welchem eine Schlange wie bei dcir Brandspritzen beftstigt ist, vermittelst welcher cr sich aus einer Pumpe Luft zuführen läßt, welche sich in einer Schute befindet, aus welcher er, bewaffnet mit einem eisernen Kuhfuß, auf einer Strickleiter in die Niefe hinabsteigt. Die Buchdrucker haben einen vornehmen Lehrling bekommen. Der Sohn des Kaisers von Surcasa auf Java ist in Amsterdam angekommen, um daselbst die Buchdruckerei zu erlernen. Sein Vater will sodann in seinem Staate eine Druckerei in mawyischer Sprache anlegen. . Anekdote. Zu einem Gelehrten in D., welcher sich emsig mit der Dramaturgie beschäftigte, kam eine junge Dame, sehl eleqant gekleidet, sprach ihm viel vor von ihrclll Berufe zur Schauspielkunst, und ließ mcht ab mit Bits ten, bis er sich entschloß, eine Probe ihrer Dcclama« tionen zu vernehmen. Sie wählte die Scene aus der Medea, in welcher diese über den Treubruch des G? liebten in wilde Raserei verfällt. Mit Eiskälte sprach sie t>le Nerse hin, ohne Leben unk ohn« die »nlndl^ Spur von Phantasie oder Eefühl. Der Dramaturg rückte unwillig auf seinem Stuhle hin und her, und unterbrach sie endlich mit den Worten! »Erlaubt Sie, Sie sagen ja das Alles, als ob Sie um ein Hutband handelten. Fühlen Sie denn gar nichts dabei?» __ »»Nein!»" ^ »Negcn die Gedanken nicht Ihr Blut auf?" __ „„Wie soll so etwas mein Blut ausregen!"" __ «Aber setzen Sie sich doch in die Lagt der Medea__"__ »»Wie so?"" __ »Was würde" sie thun, wenn ein Mann, den sie gliihend lieben, S^ verließe?" ___ »»Ich würde mir cmen andern Gelieb' ten suchen."" __ Hierauf erwiederte der Gcleh^ nichts, als: »Ichempfehlemi ch." N a ch st o f f. Ein Wachtmeister spielte mit seinem Major Piq^ Der Major sagte eine Terz vom Könige an. Der st'-'^ misse Wachtmeister aber stand aus, legte die r,ecl> Hand an den Tschako, und rapportirte: »Ich b" eine Terz vom Dberstwachtmeister (Terz-Major-X^