Bezugspreise Für Gstereichr-Ungarn ganzjährig K 4- — halbjährig K 2' — Für Amerika: ganzjährig D. 1 '25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5"20 Briefe ohne Unterschrift werden nichtberücksichtigt, Manufkripte nicht zurück-gesendet. ottscheer Sstk Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Kottscheer Boten, in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schristleitung des Hottscheer Boten in Gottschee. Anzeigen (Ir.jerate) werden nach Tarif berechnet und von der 93er-waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage beS Gotische er Boten erhältlich. P ostsparkaff en-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. M. 24. Kottschee, am 19. Dezemöer 1910. Jahrgang VII. Dank und Bitte. Mit der heutigen Nummer schließen wir den siebenten Jahrgang unseres heimatlichen Blattes. Indem wir unseren Freunden für die bisherige Gewogenheit danken, bitten wir zugleich um ferneres Wohlwollen und tatkräftige Unterstützung. Gin guter Freund ist in allen Lagen des Lebens eine große Wohltat: im Frieden ein treuer Berater, in Ariegszeiten eine kräftige Stütze. (Ein solcher aufrichtiger Freund ist uns der „Bote". Die Einrichtung des Blattes bleibt im allgemeinen dieselbe wie bisher. Im nächsten Jahre werden wir die Geschichte der Gott-scheer Landschulen, die in letzter Zeit unterbrochen wurde, wieder aufnehmen und fortführen, wobei wir den Stoff aus durchaus authentischen Quellen schöpfen werden. Auch besteht die Absicht, kurze Lebensskizzen unserer berühmten Vorfahren zu bringen, die es durch Fleiß und Tüchtigkeit zu Ansehen gebracht haben. Damit uns aber alles das möglich und die Arbeit leichter werde, bitten wir um Unterstützung und möglichst weitgehende Verbreitung unseres Blattes. Der Bezugspreis beträgt auch für das kommende Jahr nur vier Kronen. Damit in der Zusendung keine Störung eintrete, bitten wir um sofortige Bezugserneuerung. Sollte jemand pro fZff schon eingezahlt haben, so bitten wir, den heute beiliegenden Postscheck für eine spätere Verwendung aufzubewahren. Gott gebe uns allen angenehme Weihnachtsfeiertage und ein glückliches neues Jahr! Die Verwaltung. Die Tagung der Gemeinden in Angelegenheit des Wajserleitungsdaues Reifnitz-Gottschee. Am 6. d. M. fanden vormittags im Saale des Hotels „Stadt Triest" in Gottschee in Angelegenheit des Wasserleitungsbaues durch das Reifnitzer und Gotlscheer Tal Verhandlungen mit den beteiligten Gemeinden des Gerichtsbezirkes Gottschee statt. Vom Landesausschusse waren hiezu Landesausschußmitglied Abgeordneter Dr. Eugen Lampe und Landesbaurat Joh. Sbrizaj entsendet worden. Die Versammlung war sehr gut besucht. Es erschienen zu derselben die Mitglieder der Gemeindevertretungen von Gottschee, Mitterdorf, Malgent, Altlag, Seele, Lienfeld und Schwarzenbach. Landesausschuß Dr. Lampe, der die Versammlung leitete, entbot zunächst den Versammelten den Gruß des Herrn Landeshauptmanns und ging dann über zu einer eingehenden Besprechung des Projektes. Es handelt sich, sagte der Redner, um das größte Wasserleilungsprojekt, das bisher in Krain geschaffen worden ist, um ein Werk von ganz hervorragender Wichtigkeit und Bedeutung für das Wohl des Volkes. Man hat in Krain, wo in den letzten Jahrzehnten vom Landesausschusse über 100 Wasserleitungsbauten ins Leben gerufen wurden, die Erfahrung gemacht, daß kleine Wasserleitungen in der Regel nicht.rentabel sind. Bei großen Gruppenwasserleitungen wird wohl ein größeres Kapital investiert, aber man kann auch ein größeres Gebiet einbeziehen, die Kosten auf eine größere Anzahl von Interessenten verteilen, das Werk selber besser durchführen und schließlich auch dessen Erhaltung fachmännisch gestalten. Dies hat sich auch bei den großen Wasserleitungsbauten in Oberkrain (Krainburg und Radmannsdorf mit den umliegenden fine verhängnisvolle Wacht. Erlebt in jungen Jahren und erzählt von WoriH Schadek. (Schluß.) Um jene Zeit geschah es, daß ein reicher Schweinehändler, wie sie in diesen Gegenden bis Serbien und die Walachei hinein zu den fast stereotypen Figuren gehören, plötzlich verschwand. Dieses Faktum wurde auch schon am zweiten oder dritten Tage nach dem Vermissen des Betreffenden ruchbar, weil er in einem Markte Untersteiermarks, W.-L., zuverlässig erwartet, sogar früher angesagt wurde. Die Sicherheitsbehörde setzte alle Hebel in Bewegung, nirgends wollte man den Vermißten auf dieser Route gesehen haben. Da schoß dem Stadthauptmann die vorhererzählte Geschichte des nächtlichen Abenteuers wie ein blitzender Gedanke durch den Kopf. In dem Gedächtnisse anderer Menschenkinder war diese Erzählung, wenigstens gewiß den Details nach, schon längst verwischt, allein die Gehirnfalten eines Polizisten bergen oft lebenslang derlei Einzelheiten mit erstaunlicher Schärfe. Die mutmaßliche Distanz, die Lage, die Beschaffenheit des Hauses wurden kombiniert und in einer halben Stunde saß der Chef der Behörde selbst, in gewöhnlicher Menschentracht, bloß von einem handfesten Diener begleitet, auf einem ordinären Leiterwagen und fuhr mit ein Paar sehr guten Pferden auf gut Glück in die Welt hinaus. Der Kutscher und der Diener waren Deutsche, die unter irgend einem Vorwand das Fuhrwerk in der Vorstadt gegen splendideste Bezahlung requirierten, weil den Einheimischen ob Verrat kaum zu trauen gewesen wäre. Und sollten die Pferde auch zu Tode gejagt werden, was lag daran. Es ist bekannt, welch erstaunliche Strecken mit solch einem ungarischen oder kroatischen Gespann in einer verhältnismäßig kurzen Zeit zurückgelegt werden können. Die mutigen Tiere flogen fast mit Eisenbahn-Geschwindigkeit dahin. Es verrannen einige Stunden und noch immer nichts in Sicht, was dem Beamten paßteI Doch endlich — halt — da ist es! Mit instinktartiger Sicherheit glaubt er es behaupten zu können. Er springt samt dem Diener vom Wagen. Da ist das Haustor, da ist die Tür rechts, da ist — da muß das Gastzimmer sein. Es ist's auch. Er begehrt Wein. Er begehrt Fourage für die Pferde, obschon er weiß, daß er nichts nach landesüblicher Sitte bekommt, weil man dieselbe selbst mitsührt. Er tut es nur, um etwa das Hauspersonale zu sehen zu bekommen. Er bemerkt niemand als zwei schon ziemlich bejahrte robuste Männer. Der Menschenkenner sieht in ihnen wahre ba| W rich 1 Da Ge ver strc Er, K eni Un str. je Sl Ka St bei vo id tej bij bc bij mi tre i S wi un ro. G bii ni, of ur zu ge W Zi ist ro' A eil kr A T vi ei ni m G fd g' SC vi bi ei II 1 Ortschaften) gezeigt, bie sich gut rentieren. Es würben in diesen Fällen Werke geschaffen, bie ber Bevölkerung Jahrhunderte bienen werben, ohne sie allzusehr zu belasten. Hunderte und Hunderte von Gesuchen um Wasserleitungen liegen aus dem ganzen Lande beim Landesbauamte. Es galt also zunächst ein Programm zu machen, das in erster Linie jene Gegenden zu umfassen hatte, wo Wasserleitungen am notwendigsten sind. Letzteres trifft insbesondere in den Gegenden von Gottschee, Reifnitz, Dürrenkrain zu, gibt es dort doch Gemeinden und Ortschaften, wo in Zeiten der Dürre und des Wassermangels Menschen und Haustiere schwer zu leiden haben, und wo das Wasser mit großer Mühe, großem Zeitverluste und dabei noch überdies in ungenügender Menge manchmal stundenweit herbeigeholt und zugeführt werden muß, wo also in dieser Beziehung ein ausgesprochener Rot staub herrscht. Mit den kleinen Quellen läßt sich nicht viel machen, Zisternen anderseits sollen Überhaupt nur dort angelegt werden, wo eine Versorgung mit Quellwasser ganz unmöglich ist. Eine Reihe kleiner Wasserleitungen, zumal gespeist von tiefliegenden Quellen, aus denen das Wasser erst in die Höhe gepumpt werden müßte, würde kostspieliger sein und auch bezüglich der Sicherheit der Wassermenge weniger entsprechen als eine große einheitliche Wasserleitung, die von einer wirklich ausgiebigen Quelle gespeist wird. Es wurde deshalb dem Landesbauamte der Auftrag erteilt, größere Projekte auszuarbeiten. Es wurden demgemäß zwei generelle Projekte fertiggestellt, nämlich a) die Wasserleitung von Soder-schitz Über Reifnitz nach Gottschee mit einer Abzweigung nach Malgern — Altlag und b) die Wasserleitung von Rob über Groß-laschitsch nach Gutenfeld, Strug, Ebental, Kuckendorf, Setsch bis unter Langenton. Die Ausführbarkeit des Projektes Reifnitz — Gottschee usw. ist bereits dadurch gesichert, daß vor zwei Jahren eine sehr ausgiebige und gute Quelle bei Schigmaritz für das Land angekauft wurde. Diese Quelle, die wie ein Bächlein fließt, ist so mächtig, daß selbst, wenn sich die Bevölkerungszahl der Gegend Reifnitz — Gottschee auf das Doppelte erhöhen würde, auch dann noch genug Wasser vorhanden wäre. Vor der Ausarbeitung der Detailprojekte muß man nun wissen, welche Ortschaften an die Wasserleitung anzuschließen sind und welche Ortschaften diesen Anschluß nicht wünschen. Die Zeit drängt. Das Ackerbauministerium hat sich bereit erklärt, diese Wasserleitung ausgiebig zu subventionieren. Doch müssen vorerst die zustimmenden Beschlüsse der betreffenden Gemeinden vorgelegt werden. Dies muß noch in diesem Monate (Dezember) geschehen, damit die Jahres-Unterstützungsrate des Ackerbauministeriums von 50.000 K pro 1911 als erster Beitrag dem Lande, bzw. dem Wasserleitungsbausonde überwiesen werden kann und nicht verloren gehe. Es heißt also, jetzt sogleich zu greifen. Nach dem vorliegenden generellen' Projekte stellen sich die Kosten der Wasserleitung für die Reifnitzer und Gottscheer Gegend auf 1% Millionen Kronen. Vom Staate ist ein Beitrag von 50% zu erhoffen (durch 40 Jahre je 50.000 K), 30% des Kostenbetrages steuert das Land bei, nur 20% entfallen auf die Interessenten, während sonst die Interessenten gewöhnlich 25% zu zahlen haben. Staat und Land zahlen also vier Fünftel, die Interessenten (Bevölkerung) nur ein Fünftel, das ist ungefähr 300.000 K. Durch die Schaffung eines so großen Werkes wird aber nicht nur einem bestehenden, besonders in Jahren der Dürre äußerst drückenden Notstände abgeholfen, sondern es werden durch die Staatssuboention auch Summen ins Land geleitet, die der Staat sonst für andere Länder und andere Gegenden verwenden würde, wo man sich mehr rührt und mehr verlangt. Es ist ganz in der Ordnung, daß das Land, das für Wasserleitungsanlagen in Oberkrain schon viel geleistet hat, nun auch in die Lage komme, für das viel ärmere und bedürftigere Untertrain etwas zu tun. Wenn ein Werk gebaut wird, das 1% Millionen kostet, kommt auch überdies noch die Verdienstgelegenheit in Betracht, die für die Bevölkerung der Gegend geschaffen wird. Die Unternehmer werden nämlich dazu verhalten werden, bei der Vergebung der Arbeiten die heimische Bevölkerung zu berücksichtigen. Wenn also die Interessenten einerseits 300:000 K zu leisten haben werden, jedoch auf 50 Jahre verteilt, so daß es niemandem wehe tun wird, so steht diesem Betrage andererseits mindestens die doppelte Verdienstsumme gegenüber, welche die Heimischen beim Bau erwerben werden können. Wenn mindestens 600.000 K in der Gegend als Verdienst verbleiben werden, so bedeutet das für den armen Landstrich gewiß eine große wirtschaftliche Förderung. Da die Quelle 600 Meter hoch liegt, kann eine Gravitationsleitun g hergestellt werden mit verhältnismäßig geringen Regiekosten. Die sehr großen Jahresauslagen, welche Wasserleitungen verursachen, bei denen das Wasser erst künstlich gehoben werden muß, werden hier ganz und gar erspart. Die Wasserleitung wird eine öffentliche sein; jedermann kann sie in sein Haus, in seinen Stall einleiten, wodurch eine große Bequemlichkeit geschaffen und eine bedeutende Entlastung von Arbeiten und Dienstleistungen ermöglicht wird, die sonst Tag für Tag für das Herbeiholen des Wassers aufgewendet werden müssen. Was die Finanzierung anbelangt, so soll aus den Zuschüssen von Staat, Land und Interessenten ein Baufonds geschaffen werden. Um der Bevölkerung die Bürde möglichst leicht zu machen, ist der Landesausschuß bereit vorzusorgen, daß der Beitrag der Interessenten zunächst durch die Landesbank oder durch den Landesausschuß gedeckt wird. Den Interessenten wird für die Amorti-sierung (Tilgung) ihres Gesamtbeitrages (300.000 K) ein 50 jähriger Zeitraum eingeräumt, so daß per Kopf ber Bevölkerung auf % Galgenphysiognomien. Seine Vermutung steigert sich zur Gewißheit. Doch, ist kein Frauenzimmer da? Keines. Natürlich, wie kann man daran denken, daß nach mehreren Jahren noch ein und derselbe Dienstbote da sein solle I Er begehrt zu essen. Man hat nichts. Es ist Vormittag. „Ich habe nur noch zwei Stunden weit zu fahren", spricht er laut, „allein die Pferde sind matt. Hier bekomme ich nichts, was tun, ich muß doch weiter." So geschah es auch, allein man fuhr nur so weit, daß man zuverlässig vom Hause aus weder gesehen, noch gehört werden konnte. Dann verließ der Wagen die Straße und bog seitwärts in die Heide und das Buschwerk; im weiten Bogen dem Hause ausweichend, schlug das Gespann den Rückweg ein. Nur eine kurze Rast wurde den Tieren gegönnt, allein selbe waren mit dem für diesen Fall schon vom Hause aus mitgenommenen Wein und Brot reichlich gefüttert. Endlich war man wieder auf der Straße. — Mit Sturmeseile ging es zur Stadt zurück, noch immer zu langsam der Ungeduld des Stadthauptmanues. Hier angelangt, wurde ein Piquet Militär (es lag gerade ein deutsches Regiment daselbst) als Assistenz aequiriert, und nach Verlauf einer Stunde saßen zwölf Mann, einige Sicherheitswachen und der Stadthauptmann wieder auf dem Wagen, um den nämlichen Weg zu machen. Es war ein langer Sommertag. Die Sonne war untergegangen, als die Expedition bei dem berüchtigten Hause anlangte. Selbes wurde umstellt, und nun begann eine gründliche Durchsuchung desselben und eines kleinen Nebengebäudes. Die zwei Männer schienen bei der Ankunft dieses sonderbaren Besuches sehr bestürzt, gaben aber dann auf die ihnen vorgelegten Fragen, ob sie nicht einen solchen Händler gesehen oder beherbergt hätten, die unbefangensten verneinenden Antworten. Es fand sich durchaus nichts vor, was auch nur im mindesten einen Anhaltspunkt zu einem Verdachte hätte abgeben können. Nur im Nebengebäude war oberhalb ein Zimmer mit zwei Betten, wohin keine feste Stiege, sondern nur eine Leiter führte. Das kommt zwar am Lande oft vor, allein wiederholt lenkte sich die Aufmerksamkeit der Visitauteu auf dieses Gemach. Einer der Polizisten, auch ein Deutscher, kniete am Boden dieses Gemaches nieder und betappte und beschnüffelte ordentlich alle ein Jahr durchschnittlich nur 2 K 14 h kommen (auf ein Haus durchschnittlich 10 K 69 h jährlich). Die Jahresbeiträge der Interessenten werden im Wege von Umlagen auf die direkten Steuern hereingebracht werden. Auch das ist recht und billig. Die Ärmeren, die auch eine kleinere Wirtschaft und weniger Vieh haben, werden weniger zahlen als die Wohlhabenderen, die für ihre Wirtschaft auch mehr Wasser brauchen. Im Reifnitzer Tale haben bereits sämtliche fünf hiebei in Betracht kommenden Gemeinden (Soderschitz, Suschje, Dane, Reifnitz und Niederdorf) stimmeneinhellig beschlossen, dieser Wasserleitung beizutreteu. Nun mögen auch die Vertretungen der Gottscheer Gemeinden Beschlüsse fassen, wobei bemerkt wird, daß nur die Insassen solcher Ortschaften zur Beitragsleistung herangezogen werden, die von der Wasserleitung Nutzen haben. Ortschaften, welche keinen Anschluß an die Wasserleitung haben können, brauchen selbstverständlich auch nichts zu zahlen. Da die Gottscheer Gemeinden an dem Zustandekommen der Wasserleitung noch viel mehr interessiert sind als die Ortschaften der Reifnitzer Gegend, wo der Wassermangel doch nicht so groß ist, darf wohl mit Bestimmtheit erwartet werden, daß sie die jetzt gebotene, später vielleicht niemals mehr wiederkehrende Gelegenheit, ihrem in Jahren der Dürre sich regelmäßig und unausweichlich einstellenden Notstände endlich ein Ende zu bereiten, freudigst begrüßen und benützen werden., Die Abstimmung ist frei, gezwungen wird niemand; das zwingende Moment liegt nur in dem bisherigen Notstände. Eine Gemeinde jedoch, die jetzt den Anschluß verschmäht, wird ihn später nicht mehr erreichen können. Die Ausführungen des Landesausschusses Dr. Lampe wurden mit lebhaftem Beifalle ausgenommen. Hierauf wurde die Frage der Beschlußfähigkeit der erschienenen Gemeindevertretungen erledigt. Es wurde festgestellt, daß die Gemeindeausschüsse von Gottschee, Seele, Lienfeld, Schwarzenbach und Altlag beschlußfähig waren; die Gemeindevertretungen von Mitterdorf und Malgern, die nicht beschlußfähig waren, wurden beauftragt, in den nächsten Tagen nachträglich in einer beschlußfähigen Ausschußsitzung über den Gegenstand Beschlüsse zu fassen. Hieraus ergriff Landesbaurat Sbrizaj das Wort und wies zunächst darauf hin, daß man, weil die hiesigen Quellen meist Hungerquellen oder wenig ergiebige Tiefquellen sind, die erst künstlich gehoben werden müßten, eine entfernter gelegene Quelle ausfindig machen mußte. Die 600 m hoch gelegene Quelle bei Schigmaritz, die aus dem dortigen Dolomit hervorkommt und so stark ist wie ein kleines Bächlein, liefert selbst in den Zeiten der größten Dürre (z. B. im Jahre 1908) vollkommen genügend Wasser und zwar 16 Liter in der Sekunde (ungefähr 13.800 Hektoliter pro Tag). In der Nähe gibt es überdies noch andere Quellen, die auch einbezogen werden können. Wegen der weiten Entfernung der Quelle und wegen des Anschlusses von 12 Gemeinden mußte von Anfang an die Schaffung eines einheitlichen großen Werkes ins Auge gefaßt werden, da eine Reihe von kleineren Wasserleitungen viel zu teuer zu stehen gekommen wäre und noch dazu meist auch das notwendige Gefälle gefehlt hätte, wodurch die jährlichen Betriebsauslagen unerschwinglich hoch kämen. Der Hauptrohrstrang der zu schaffenden Wasserleitung geht von Schigmaritz aus (mit Abzweigungen). Bei Bukowitz wird ein großes Reservoir errichtet werden. Von dort aus gehen zwei Rohrleitungen, die eine für das Reifnitzer Gebiet, der zweite, selbständige und von der Reifnitzer Rohrleitung unabhängige Rohrstrang geht über den Schweinberg (Hauptreservoir) ins Gottscheer Tal, nämlich über Ober-, Unter-, Neuloschin und Koflern nach Geschwend. In Geschwend teilt sich die Leitung; der kleinere Arm zieht sich über Windischdorf mit Anschluß von Kerndorf bis Mooswald (Reservoir), der größere Arm durchquert Mitterdorf und teilt sich bei Obrem in zwei Leitungslinien, von denen die eine über Klindorf, Seele (Reservoir), Schalkendorf am Kohlenwerke vorüber nach Gottschee verläuft (Reservoir bei Weber) und weiter dann nach Grafenfeld, Lienfeld, Hasenfeld und Schwarzenbach (Reservoir) reicht. Der zweite Rohrstrang läuft von Obrem nach Malgern (Reservoir) und von dort längs der Bezirksstraße über Kletsch, Altlag nach Schönberg mit einer Abzweigung nach Weißenstein und Neulag. Es werden somit von der Gemeinde Mitterdorf sämtliche Ortschaften, von der Gemeinde Seele die Ortschaften Klindorf, Seele und Schalkendorf (wenn möglich auch Zwischlem), von der Gemeinde Gottschee die Ortschaft Mooswald, von den Gemeinden Lienfeld und Schwarzenbach sämtliche vier Ortschaften, von der Gemeinde Malgern die Ortschaften Malgern und Kletsch, von der Gemeinde Altlag die Ortschaften Altlag, Schönberg, Neulag und Weißenstein an die Wasserleitung angeschlossen werden. Wenn sich bei der Ausarbeitung der Detailpläne die Möglichkeit ergeben wird, noch einzelne andere Ortschaften einzubeziehen, wird dies geschehen. Durch die Errichtung mehrerer Reservoire wird ermöglicht, daß das Wasser fortwährend in Bewegung ist, was auf die Frische desselben vorteilhaft einwirkt. Das gut durchdachte Projekt ist vom Ackerbauministerium geprüft und als ausführbar befunden worden. Nach dem generellen Projekte sind die Kosten auf 1,500.000 K veranschlagt; eine wesentliche Überschreitung dieses Voranschlages ist nicht zu befürchten, weil das Projekt auf Grund der praktischen Erfahrungen verfaßt worden ist, die man bei ähnlichen Wasserleitungen in Jnnerkrain (Karstgebiet) gemacht hat, wo die geologischen Verhältnisse dieselben sind. Was die Kostenverteilung anbetrifft, so ist der 20prozentige Interessenten-beitrag von etwa 300.000K von den Interessenten nicht sofort zu erlegen, es soll vielmehr ein Darlehen ausgenommen werden, Bretter, indem er vorgab, hier wäre ein kurioser Geruch. Da entdeckte sein Falkenauge den kleinen Knopf eines Spagatschnürls, welches aus einer der Bretterklunsen, wie sie jeder Holzboden hat, ein wenig herausragte; er zog an, es kam spannenlang eine Schnur zum Vorschein. „Halt, da ist etwas", schrien alle Anwesenden im Zimmer. Es sollte sich bald schauderhaft aufklären, zu welcher Entdeckung dieser unscheinbare Spagatknops führte. Man bemerkte hierauf, daß die Nägel, welche das Brett festhielten, ziemlich lang mit den Köpfen heraussahen. Man verlangte eine Zange. Die zwei Männer oder Hausherren, oder wer sie waren, bisher ganz gefaßt und von zwei Soldaten scharf bewacht, erbleichten. Ein breites, schweres Brett war es. Als man es hob, lag darunter ein langer steifer, von alten und neueren Blutflecken besudelter, zusammengebundener voller Sack, dessen Bindschnur eben zum Verräter geworden war, und im selben, o Grauen, mit eingeschlagener Hirnschale der ungefähr seit vier Tagen in Verlust geratene Schweinehändler, wie es sich dann später im Verlaufe der Untersuchung herausstellte. Den Leichnam und die mutmaßlichen Täter lud man auf und langsam bewegte sich der Zug zurück. — Die Verhaftung und der Fund machten ein ungeheueres Aufsehen. Von den beiden Jnkulpaten gestand keiner die Tat. Ob Zusammentreffen von Umständen wurden sie zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Als wir die Kunde von dieser Aufhebung und dem Prozesse erhielten, überkam uns nach so vielen Jahren ein Schauder und ein Entsetzen, vielleicht stärker als in jener Nacht. Wir waren, versteht sich, auf Kosten des Gerichtes zur Aguos-zierung vorgeladen, getrauten uns aber nicht, die Identität der beiden Männer zu beschwören, obschon es ohne Zweifel die nämlichen aus jener entsetzlichen Nacht waren. Es war schon zu lange seitdem her, als daß wir uns der Gesichter hätten.erinnern können. Uns selbst taten sie auch nichts. Die gerichtlichen Fragen, ob sie nicht zu jener Zeit ein junges Mädchen bei sich gehabt hätten, beantworteten sie konstant verneinend. Die Richter und auch wir konnten das Gebaren der Räuber damals und jetzt, sowie auch die Handlung des Mädchens nur mutmaßlich in folgenden Zusammenhang bringen. bai sch' rid Dc Ge ver j str. Er K en< U» str, je bei DO IQ lei au S bi. 1 bc 11 bii m tre |j Si wi un ro< G bii ni> || of! uti zu ge W 8i ist, ii wi I W eil kr, Al £i i| vc eil 1 ui | m G sct D vl bc ei Ui 1( A P P bas in 50 Jahren zu amortisieren ist. Es werben also zwei Generationen ’bte Last auf sich nehmen. Bei Zugrunbelegung eines Zinsfußes von 43/4°/o beträgt bie jährliche Verzinsungs- unb Amortisationsquote 15.800 K, wenn ein nichtigerer Zinsfuß erreichbar sein wirb, entfprechenb weniger. Dazu kommen bie Regieauslagen (Erhaltungskosten). Die etwa 100 km lange Wasferleitnngsanlage soll zwei Monteuren zur Besorgung anvertraut werben, von benen ber eine in ber Reifnitzer, ber nnbere in ber Gottscheer Gegenb feilten stänbigen Sitz haben wirb unb bie einen Gehalt von etwa je 2160 K, zusammen 4320 K beziehen werben. Samt ber Entlohnung ber Hilfsarbeiter, ber Entschäbiguug für bie abmini-strativen Arbeiten (Remuneration für bie betreffenben zwei Ge-meinbefefretäre 380 K) unb samt bem eventuellen Materialverbrauch stellen sich bie jährlichen Regieauslagen im Maximum ans 5200 K; bie jährlichen Gesamtauslagen betragen betnnach 15.800 K + 5200 K — 21.000 K. Nach fünfzig Jahren kommen von biefer Gesamtsume 15.890 K in Wegfall, so baß nur mehr 5200 K als regelmäßige Jahresauslagen (Erhaltungskosten) verbleiben werben. Aufgeteilt auf bie bireJten Steuern beträgt ber Jnteresseutenbeitrag 640/0 auf ben bireften Steuersatz (nach 50 Jahren nur mehr 13%). Auf bie Personen (Jntereffenten) verteilt, ergibt es für bas Jahr 2-14 K burchfchnittlich pro Kopf (nach 50 Jahren nur mehr 50 h) ober 10 69 K burchfchnittlich pro Hans. Daraus ist zu entnehmen, baß bie Wasserleitung im Verhältnis zu anberen Wasserversorgungsaulageu in Krain für bie Bevölkerung eine ziemlich geringe Belastung zur Folge hat. Rebner zieht zum Vergleiche anbere Wasserleitungen in Krain heran, wo pro Jahr unb Kopf 5‘20 K bis 6 60 K entfallen. Auch bie Anlagekosten stnb bebeutenb billiger als anberwärts. Die Anzahl ber Einwohner im Versorgungsgebiete beläuft sich (ohne bie Stabt Gottschee unb ben Markt Reifnitz) auf 9808 ober runb 10.000, bie Anzahl ber Häuser beträgt 1965 (runb 2000). Es stellen sich also bie Anlagekosten auf 145 K auf eine Person, währenb sie z. B. in Jschkavas bei Laibach pro Person 153 K betragen, beim Projekte für Altenmarkt (Pöllanb) 185 K, bei einer Wasserleitung im Littaier Bezirke 190 K, in Metule (Oblak) 236 K, in Obermösel 240 K pro Person, wobei noch überbies in Betracht kommt, baß bie teure Anlage in Obermösel (Baukosten runb 60.000 K) in Zeiten ber Dürre nicht einmal genügenb Wasser liefert. — Schließlich erinnerte Rebner auch baran, baß auch ber Verstäubigungsausschuß ber Beiben politischen Parteien bes Gottscheer Gebietes in einer Eingabe an ben Lanbesausschuß sich wärrnsteus für bas Znstanbekommen bes Projektes ausgesprochen hat. Die klaren, Überzeugenben Ausführungen würben beifällig zur Kenntnis genommen. In ber hierauf eröffneten Debatte würben von mehreren Seiten Anfragen gerichtet, unb zwar über bie Temperatur ber Quelle bei Schigmaritz, über bie Wasserversorgung jener Ort- schaften, bie wegen ihrer zu hohen Lage ins Projekt nicht einbezogen werben können, ferner ob auch Rohrleitungen auf bie Weibeflächen vorgesehen feien unb ob nicht eine Quelle („Schojong") bei Lien« felb für eine lokale Wasserleitung samt Mühlenbetrieb verroenbet werben könnte. Die gestellten Anfragen würben teils vom Lanbes-ausfchufse Dr. Lampe, teils vom Lanbesbaurate Sbrizaj beantwortet. Die Temperatur ber mächtigen Quelle bei Schigmaritz ist 7° R. Das Wasser, bas aus einem Felsen herausquillt, ist ein gerabezu ibeales, ausgezeichnetes Quellwasser. Für Ortschaften, bie in bie Wasserleitung nicht einbezogen werben können, wirb ber Lanbesausschuß bie Sache so machen, wie gegenwärtig in Göttenitz. Solche Ortschaften werben, soweit bies möglich ist, entweber eigene kleine Wasserleitungen bekommen ober es werben bort Octschafts-zisternen angelegt werben, unb zwar auch mit entfprechenber Unterstützung bes Siaates unb Lanbes. Eine Zuleitung bes Wassers auf bie Hutweiben ist nicht geplant, weil bas zu hohe Kosten verursachen würbe. Es wirb bebeutenb billiger kommen, wenn auf ben Hutweiben eigene, felbsiänbige Viehtränken errichtet werben. Die Quelle bei Lienfelb liegt zu tief, bie künstliche Hebung würbe verhältnismäßig enorme Kosten verursachen, wozu noch ber teure Betrieb käme. Eine etwa angeschlossene Mühle, für bie eine Subvention ohnehin nicht erhältlich wäre, hätte kaum 3 Monate im Jahre Beschäftigung, würbe also viel mehr kosten, als sie eintragen könnte. Eine Anfrage (Altlag), ob bie Beschlußfassung nicht hinausgeschoben werben könnte, würbe bahin beantwortet, baß bies nicht angehe, ba bie Beschlüsse ber Gemeinben schon in ber allernächsten Zeit Dem Ministerium vorzulegen fmb. Nach ben anberwärts überall gemachten Erfahrungen fei es als gewiß anzunehmen, baß nachträglich auch jene Gemeinben (Ortschaften) bringenbst um ben Anschluß an biese Wasserleitung bitten werben, bie gegenwärtig vielleicht noch etwas mißtrauisch sinb, allerlei Bebenken tragen unb wegen ber eutsallenben Beiträge un-Begriinbete unb übertriebene Befürchtungen hegen. Ein nachträglicher Anschluß solcher Ortschaften werbe aber nicht möglich sein, ba bei ber Verfassung ber bemnächst auszuarbeitenben Detailpläne bereits mit vollkommen seststehenben Verhältnissen gerechnet werben muß, insbesonbers auch bezüglich ber Dimensionierung ber Leitungsrohre. Wenn eine Gemeinbe ober Ortschaft bie Wasserleitung nicht wünsche, brauche sie bas nur zu sagen; niemanbem werbe eine Wohltat aus-gezwungen. Dem Lanbesausschusse werbe burch bas große Wasserleitungswerk ohnehin eine riesige Geschäftslast aufgelmrbet; würbe biese Last burch ben Ausschluß einzelner Gemeinben ober Ortschaften verringert werben, so habe ber Lanbesausschuß bagegen gewiß nichts einzuwenben. Seine Absicht sei eben nur bie, ein großes Opfer auf sich zu nehmen, einzig unb allein aus bem Grnnbe, um ber Bevölkerung zu nützen unb Gutes zu tun. Nachbetn schließlich Forstmeister R. Schabinger unter embrtngltchem Hinweis ans bie Die Beiben Männer führten einen Haushalt ohne alle Domestiken in letzter Zeit. Wahrscheinlich, um Genossen ungestört aufnehmen unb gemeinsame Pläne machen zu können. Fast alle zwei Jahre fanb man an ben unteren Sanbbänken bes Savestrvmes einen Leichnam. Doch wer kümmerte sich bort früher um eine gerichtliche Obbuktion. So wirb auch ber Schweinehänbler vielleicht ermorbet unb Beraubt worben unb ber Leichnam bestimmt gewesen sein, in ben nicht fernen Fluß Bei guter Gelegenheit getragen zu werben. Da bie Justiz so schnell einschritt, war es ihnen noch nicht gelungen, ben Leichnam hinauszuschaffen. OB in früherer Zeit schon öfter Verbrechen mit ober ohne Wissen jenes bamals im Hanse Befinblichen Mäbchens Begangen worben seien, wäre schwer zu Bestimmen. Geahnt bürste jebensalls bie Magb bie Bestimmung bes Hauses haben. Unsere schöne Kleibmtg, Uhren, Kette unb beriet mochte bie Strolche auf bie Vermutung gebracht haben, wir wären reiche Muttersöhnchen unb unsere Taschen gut gefüllt. Kann fein, baß Vorbereitungen stattsanben, um uns in bem schauerlichen Gemache ein Nachtquartier zu bereiten. Dies wahrnehmenb, hatte bas arme Kinb Mitleib mit unserer Jugenb unb brängte uns zur Flucht. Es ist zwar nicht anzunehmen, baß bie Diebe uns, ba sie nichts bei uns vorgesunben, ben Tob gegeben hätten, allein schon bie Angst unb bas Entsetzen, uns solchen Menschen gegenüber, zu sinben, wäre furchtbar gewesen. Wir unb unsere Anveraanbten ließen in allen Blättern Aufforderungen ergehen, unb auch behördlich würbe es verlautbart, baß, wenn biese Person noch am Leben wäre — unb es würbe genau ber Tag, bas Jahr, bie Zeit, Ort unb Hans angegeben, wo sie sich bamals besanb unb uns einen so unenblichen Liebesbienst erwies — sie sich bei ber Betreffenben Stabtfjauptmannschast melben unb eine Belohnung von 500 fl. entgegennehmen möge. Allein es melbete sich nie unb nimmer jemanb. War sie eines natürlichen Tobes gestorben ober hatten sie bie Bösewichte etwa gar aus ber Welt geschafft aus Zorn, weil, was sie wohl erraten haben werben, sie uns warnte. Nur Gott weiß es. Möge er es ihr lohnen, unserer wahrscheinlichen Retterin in jener verhängnisvollen NachtI ogen ichen 2ien« :nbet tbes->rtet. °R. dezu die :beS= llche gene tfts-tter-ssers ver-auf den. iirbe eure >ub-: im -gen rus-ticht iften wall rch-t b fl en, nb, un-cher bei eits >uß, hre. che, tuf-ser-trbe )rt-gm ein ibe, lich bte :me sie )0N zu uf- aß, lau sie ine ete sie -il, ott ein großen wirtschaftlichen Vorteile sämtlichen Gemeinben ben Beitritt zu bem zu schaffenden Werke aufs wärmste empfohlen hatte, würbe gemeinbeweise zur Abstimmung geschritten. Für ben Beitritt sprachen sich stimmeinhellig aus bte Ge-meinbevertretungen von Gottschee (für bte Ortschaft Mooswalb), Seele, Lienfelb, Schwarzenbach. Von ben nicht beschlußfähigen Gemeinbeausschüssen von Mitterborf unb Malgern stimmte bte Mehrheit ber Erschienenen für bte Wasserleitung. Die Gemeinbe-. Vertretung von Altlag lehnte ben Beitritt mit Stimmenmehrheit ab, was allgemeines Erstaunen erregte, ba gerabe biese Gemeinbe bte Wasserleitung am allernotwenbigsten braucht, ittbem bie Altlager in Zeiten ber Dürre bas Wasser stunbenlang vom Nosenbrunnen ober ReKerbrunnen zuführen müssen. Es wäre boch sicherlich besser gewesen, bte bargebotene hilfreiche Hanb bankbar zu ergreifen als sie zu verschmähen. Freilich würbe von ben Altlagern auch auf bie Lasten hingewiesen, bie ihnen infolge bes Neubaues ber Volksschule erwachsen würben. Allein wenn biese Lasten burch ein langfristiges Darlehen auf viele Jahre verteilt werben, werben sie auch nicht allzu brückenb sein. Es steht außer Zweifel, baß, wenn bte Wasserleitung gebaut wirb, auch bie Altlager nachträglich brin« genb um ben Anschluß bitten werben. Dann wirb es aber zu spät sein. Für eine abgesonberte Wasserleitung ober Ortschaftszisterne wirb bie Gemeinbe Ältlag weber vom Lanbe noch vom Staate jemals mehr eine Unterstützung bekommen, weil sie zur Zeit ber Entscheibung ein verhängnisvolles Nein gesagt hat. Altlag würbe also bazu verurteilt sein, noch Jahrhunberte unb Jahrhunberte bie bisherige große Wasserkalamität zu ertragen. Es wäre also bringend zu empfehlen, baß bie Gemeindevertretung von Altlag ihren gefaßten Beschluß noch rechtzeitig änbere, sonst werben von ber Bevölkerung, wenn biese einmal bie Lage vollkommen begreifen wirb, gegen sie mit Recht bie schwersten Vorwürfe erhoben werben. Übrigens hat es ber Lanbtag in ber Hanb, bie Wasserleitung burch ein Lanbesgesetz ins Werk zu setzen, wobei bte Gemeinben um ihr Votum nicht gefragt werben müßten. Wir können es nicht unterlassen, ben Herren Lanbesausschuß Dr. Lampe unb Lanbesbaurat Sbrizaj ben wärmsten Dank dafür auszusprechen, baß sie einer Sache, bie bas Wohl unb bte Interessen weiter Bevölkerungskreise betrifft, ebenso uneigennützig als hingebungsvoll ihre Zeit unb Arbeit wibmen unb sich ber Mühe unterzogen, bie Vertreter ber Gemeinben burch ihre lichtvollen, klaren unb überzeugenben Ausführungen entsprechenb aufzuklären. * Wir können nicht umhin, bem Versammlnngsberichte auch unsererseits noch ein paar Worte hinzuzufügen. Vorerst möchten wir betonen, baß burch bte Wasserleitung auch bie Volksge-sunb heit (Hygiene) sehr wirksam gefördert werben wirb. Die Typhuserkrankungen, bie in manchen Ortschaften immer wieber-kehren, sütb zumeist auf bte Verunreinigung ber Hausbrunnen ober Zisternen burch Typhuskeime (Bazillen) zurückzuführen. In ben Ortschaften, bie bie Wasserleitung haben werben, wirb ber Typhus ebenso aufhören zu existieren, wie bies in ber Stabt Gottschee seit 1896 (Errichtung bes Wasserwerkes) ber Fall ist. Falls bie Cholera ihren Weg nach Gottschee sänbe, würbe bie Wasserleitung erst gar als ein großes Glück geschätzt werben müssen, weil in Ortschaften mit gutem Trinkwasser bie Cholera nie eine verheerenbe Ausdehnung gewinnt. Man hat bies im Jahre 1892 bei ber großen Choleraepibemie in Hamburg gesehen, wo bie Häuser, welche an eine gute Wasserleitung angeschlossen waren, entweber gar keine ober nur sehr wenig Cholera-Todesfälle zu verzeichnen hatten, währenb in ben Häusern mit schlechtem, unreinem Trinkwasser bie Menschen zu Tausenben unb Tausenben bahinstarben. Nicht zu unterschätzen ist ferner bie große Hilfe in bet Feuersgefahr. Viele Ortschaften haben es ausschließlich ober vorwiegenb ihren Wasserleitungen zu verbanken, baß ein ausgebrochener Brand schnell gelöscht werben unb keine verheerenbe Ver- breitung gewinnen konnte. Die kräftigen Wasserstrahlen aus den Hydranten haben schon oft großes Unglück erfolgreich verhütet. Auch bte Hebung der Viehzucht, bie doch bte Haupterwerbsquelle unseres Landmanns ist, wäre ohne Beschaffung von genügendem und gutem Wasser nicht leicht möglich. Vom Staate und vom Lande geschieht jetzt mehr als in früheren Zeiten, um bte Viehzucht kräftig zu fördern. Ohne Wasserversorgung werden aber diese Maßnahmen und bte hiefür aufgewendeten Gelbopfer ihren Zweck nicht vollkommen erreichen können. .Hat ferner jeder Bauer einmal bte Wasserleitung in seinen Stall eiugeleitet, so werben wegen ber größeren Reinlichkeit auch Viehkrankheiten wenigstens nicht mehr so häufig auftreten unb bie Stallungen werben leichter zu desinfizieren (von ben Krankheitskeimen zu befreien) sein. Man berücksichtige endlich noch die große Bequemlichkeit, die Ersparung von Arbeit und Zeit, bie im Falle der Einleitung des Wassers in die Wohnungen (Küchen) und Stallungen geboten sein wird. Dienstboten oder Familienangehörige brauchen dann das Wasser nicht mehr mühsam von weitem her zu holen. Sie können Zeit und Arbeit für etwas anderes Nützliches verwenden. In manchen Wirtschaften, wo mehr Vieh gehalten wird, wird man unter Umständen vielleicht sogar einen Dienstboten ersparen können. Rechnet man eine Magd (Lohn und Kost) nur mit 300 bis 400 K jährlich und hat der betreffende Besitzer etwa 40 K direkte Steuer, somit 24 K Wasserzins zu zahlen, so erspart er durch bte Einleitung der Wasserleitung in sein Haus (Stall) 276 bis 376 K im Jahr und hat überdies noch bie große Bequemlichkeit. Die Kosten der Einleitung werden aber durch bte hiedurch bewirkte Erhöhung des Wertes des Hauses wettgemacht. Aber selbst wenn ein Dienstbote nicht erspart werden könnte, würde durch die Ermöglichung einer besseren Ausnützung der heimischen Arbeitskräfte der Wasserzins mehr als vergütet werden. Es ist auch kein Zweifel, daß künftighin in Ortschaften und Häusern mit eingeführter Wasserleitung Dienstboten lieber in Dienst treten werden als in solchen, wo dies nicht der Fall ist. Seien wir also froh und danken wir Gott, daß uns eine so große Wohltat erwiesen wird; seien wir aber auch nicht so kurzsichtig, eine solche Wohltat zurückzuweisen. Die Insassen von Gemeinben (Ortschaften), bie bie ihnen jetzt ange-botene Wasserleitung verschmähen, werden bte 30%tge Landesumlage trotzdem mitzahlen müssen, ohne jedoch hievon einen Vorteil zu haben. — Die Gemeinbe Nteberborf hat ihre Zustimmung, wie es heißt, bedingungsweise gegeben, nämlich für den Fall, daß der Voranschlag nicht wesentlich überschritten wird. So könnte es nachträglich auch Altlag machen. Erwerbssinn und Geschäftsgeist der Gottscheer. (Schluß.) Schon seit mehr als einem Jahrhundert ist der Handel mit Südfrüchten nicht der einzige Geschäftszweig, den bte Gottscheer pflegen. Der Gottscheer Hausierer wandte sich schon vor Zeiten auch dem Vertriebe von Schnitt- und Galanterieware zu, der noch in den fünfziger- und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts recht einträglich war; späterhin büßte er allerdings durch das Entstehen fester Geschäfte auch in kleinen, vom Verkehr abgelegenen Ortschaften seine frühere wirtschaftliche Notwendigkeit und Bedeutung immer mehr ein. Immerhin dürften es auch heutzutage noch etwa 250 Hausierer aus Gottschee sein (gegenüber ca. 300 Südfrüchtenhau-sierern), bte mit diesen Handelszweigen ihr Brot verdienen. Trotz seines starken Rückganges dürfte der Handelsbetrieb sämtlicher Hausierer (600), nämlich der Südfrüchten-, Galanteriewaren- und Schnitt« Warenhausierer zusammen, noch immer etwa 200.000 K ins Länd-chen bringen, was auf die Gemeinde im Durchschnitt etwa 8000 K im Jahre ausmacht. Auf einzelne Gemeinben mit mehr Hausierern entfällt von dieser Durchschnittssumme bas Doppelte und noch mehr, andere Gemeinben mit wenig Hausierern bleiben unter dem Durchschnitt. Überall, wo künftighin nach dem neuen Hausiergesetze bte betreffenden Stadt- und Landgemeinden Hausierverbote erlassen werden, werden sich die Erwerbsverhältnisse unserer heimatlichen begünstigten Hausierer, sür die dieses Verbot keine Geltung besitzen wird, bedeutend bessern, da die Konkurrenz der nicht begünstigten Hausierer (Juden usw.) beseitigt werden wird. Freilich wird man unseren Hausierern, insbesondere den Südfrüchteuhausiereru, nicht verbieten dürfen, auch in den Abend- und Nachtstunden ihr Geschäft zu betreiben, und zwar auch an Sonntagen, wo sie ja allein ein gutes Geschäft machen können. Sowie sich aus dem Kreise der Südfrüchtenhausierer so manche zu seßhaften Kaufleuten und sogar zu Großhändlern emporgearbeitet haben, so ist dies auch in anderen Geschäftszweigen und Warengattungen der Fall. Wir könnten eine ganze Reihe von Gottscheer Kaufleuten aufzählen, die in den verschiedenen Kronländern mit Spezerei-, Tuch-, Eisen-, Weißware und dergl. Handel treiben. Allgemein bekannt ist auch, daß erstklassige, führende Delikatessengeschäfte in Wien, Graz usw. meist in Gottscheer Händen sich befinden. Einzelne Gottscheer haben sich auch der Erzeugung von Kaffeesurrogaten (die Großfirma Tfchinkel u. a.), dem Handel mit Mineralwässern und dergl. mit schönem Erfolge zugewendet. Manche Gottscheer Kaufleute sind durch das Vertrauen ihrer Mitbürger, die ihre Tüchtigkeit zu schätzen wußten, auch in öffentliche Vertretungskörperschaften gewählt worden. So ist z. B. Kaufmann I. Kollm an n in Baden Mitglied des niederösterreichischen Landtages und Gemeinderat; Großkaufmann Johann Loser in Budapest (gestorben 1909), der es nicht nur geschäftlich, sondern auch gesellschaftlich zu hohem Ansehen brachte, war Mitglied des Munizipalausschusses des PesterKomitates; Kaufmann Mi ch itfch (f) in Leitmeritz gehörte der dortigen Stadtvertretung als Gemeinderat an, Alois Richter (f) in Retz war Bürgermeister und Sparkassedirektor; I. Schleimer in Rottenmann war Bürgermeister daselbst. Bei aller Anerkennung, die dem Geschäftssinn der Gottscheer im allgemeinen gezollt werden muß, kann anderseits doch die Bemerkung nicht unterdrückt werden, daß es in einzelnen Fällen mitunter an einem großzügigen Weitblick fehlt und daß manchmal ein gewisser Stich ins engherzig Krämerhafte die Erreichung noch größerer und durchgreifenderer Geschäftserfolge einigermaßen erschwert. Ausfallend mag es auch erscheinen, daß in der Stadt Gottschee, die bekanntlich einen tüchtigen und auch geldkräftigen Kaufmannsstand aufweist, sich die Heimischen manches gewinnreiche Unternehmen haben entgehen lassen. Während im benachbarten Reifnitz Einheimische ein brillantes Geschäft mit der Ziegelerzeugung machen, liegt dieser industrielle Zweig in Gottschee in fremden Händen. Ähnlich verhält es sich mit dem Holz- und Holzkohlengeschäfte sowie zum Teil auch mit dem Weinhandel. Abgesehen davon, daß das heimische Kapital in der Stadt Gottschee zu größeren industriellen und gewerblichen Investitionen keine übermäßig große Lust zeigt, dürfte hiebei noch der weitere Umstand in Betracht kommen, daß die Heimischen einander solche Geschäfte nicht gerne zu gönnen scheinen, weshalb dann gerade der Fremde ein leichtes Arbeitsfeld findet. Als z. B. in Gottschee jemand mit der Sodawassererzeugung begonnen hatte, rückten gleich zwei weitere nach, die sich mit dem nämlichen Geschäftszweige befaßten. Im Vaterlande selbst ist es eben nicht bloß schwer, Prophet zu sein, wie ein bekanntes Sprichwort sagt, sondern es ist, wie es scheint, auch schwer, Unternehmer und Industrieller zu sein. Ist doch selbst das Brauhaus in Gottschee in fremde Hände gekommen. Wie schon erwähnt, ist seinerzeit durch den Hausierhandel manch schönes Stück Geld ins Ländchen gekommen, was freilich andererseits eine minder erfreuliche Nebenerscheinung zeitigte, nämlich die immer mehr um sich greifende Geringschätzung und Vernachlässigung des landwirtschaftlichen Betriebes, der zumeist und vorwiegend den Weibern überlassen blieb. So wurde das Ländchen in der Landwirtschaft leider sehr rückständig und es gilt jetzt, mit Einsatz aller Kraft das auf diesem Gebiete bisher Versäumte möglichst rasch nachzuholen, wofür die Vieh- und Schweinezuchtgenossenschaften, die Landwirtschaftsgesellschaft und die Raiffeisenkassen eifrig tätig sind. Seit Ende der siebziger- und insbesondere in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ging der Hausierhandel immer mehr zurück und wurde immer weniger einträglich. Den hiedurch bewirkten Ausfall an Verdienst bemühten sich unsere Landsleute dadurch wettzumachen, daß sie in Am erika Brot und Erwerb suchten. Seit der Mitte der achtziger Jahre stieg diese Ans Wanderung von Jahr zu Jahr immer mehr und gegenwärtig dürften etwa 6000 Gottscheer und Gottscheerinnen sich im Dollarlande befinden. Die Männer arbeiten, insbesonders in New Jork, Brooklyn, Cleveland und Chicago, in Fabriken, Großschlächtereien, Bergwerken und dergl. oder halten Saloons (Gasthäuser); die Mädchen verdingen sich als Dienstmädchen, Köchinnen und dergl. Manche Landsleute kehren nach Hause „ins alte Land" zurück, wenn sie sich ein paar tausend Kronen erspart haben, die Mehrzahl jedoch bleibt dauernd jenseits des großen Wassers und geht so der Heimat leider für immer verloren. Einzelne wenige haben es drüben zu einem gewissen Wohlstand gebracht, zu größerem Reichtum wohl keiner. Es wäre sehr zu wünschen und mit allen Mitteln, insbesonders durch tatkräftige Hebung der Landwirtschaft und einen moderner und intensiver werdenden Betrieb derselben zu erstreben, daß wenigstens sv viel Gottscheer im Ländchen bleiben, als dieses, je nach seiner Ergiebigkeit in den verschiedenen Gegenden, anständig zu ernähren vermag. Mag übrigens die Zukunft bringen was sie wolle, der Gottscheer hat in einer mehr als halbtausendjährigen Vergangenheit bewiesen, daß er durch seinen Erwerbssinn und Geschäftsgeist und durch seine Anpassungsfähigkeit an den Wandel der Zeiten auch unter den schwierigsten Verhältnissen sich über Wasser zu halten vermag, und wenn es notwendig ist, immer wieder neue Erwerbsquellen ausfindig zu machen versteht, um seine wirtschaftliche Existenz zu behaupten. Aus Stabt und Land. Hottschee. (Ostmark.) Die Hauptversammlung der hiesigen Ortsgruppe des Vereines „Ostmark" fand am 13. d. M. in Gottfchee statt. Der Vorsitzende, Herr Dechant Ferd. Erker, begrüßte herzlichst die Erschienenen und beleuchtete in warm empfundenen Worten die Bedeutung und das Wirken der „Ostmark". Aus dem erstatteten Jahresberichte ist zu entnehmen, daß der Verein für die Vieh- und Schweineznchtgenossenschast in Schalkendorf 300 K spendete sowie monatlich je 20 K für zwei deutsche Hochschüler aus dem Gottscheer Gebiete (Universität in Graz), und zwar unter der Bedingung, daß sie sich auch die zweite Landessprache voll aneignen und später im Sprachgrenzgebiete verwenden lassen. In die Ortsgruppenleitung wurden die bisherigen Mitglieder durch Zuruf wiedergewählt; statt eines ausgeschiedenen Mitgliedes wurde Herr Pfarrer A. Kreiner in den Vorstand gewählt. Wir fügen unserem kurzen Berichte den Wunsch an, es möge die „Ostmark" auch in Gottschee immer volkstümlicher werden und immer mehr Mitglieder gewinnen. — (Trauung.) Am 15. d. M. fand in der hiesigen Stadtpfarrkirche die Trauung des k. k. Gymnasiallehrers Herrn Peter Jonke mit Fräulein Jenny Koscher, Tochter des Hausbesitzers und Fleischhauers Herrn Johann Koscher, statt. — (Sanktionierte Gesetze für Krain.) Se. Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 15. November d. I. dem vom Landtag des Herzogtums Krain beschlossenen Gesetzentwurf. mit dem einige Bestimmungen des Gesetzes vorn 26. Oktober 1887, L. G. Bl. Nr. 2 von 1888, betreffend die Teilung gemeinschaftlicher Grundstücke und die Regulierung hierauf bezüglicher gemeinschaftlicher Benutzungs- und Verwaltungsrechte ergänzt und abgeändert werden, die Allerhöchste Sanktion Allergnädigst zu erteilen geruht. Wooswatd. (Unglücksfall.) Der Besitzerssohn A. Levstik gab kürzlich zu Hause scherzweise mehrere Revolverschüsse ab. Der elf Jahre alte Nachbarssohn Franz Koprivec kam gerade in dem Augenblicke vorbei, als Levstik wieder einen Schuß abfeuerte. Der Knabe wurde in den Bauch getroffen und mußte, lebensgefährlich verletzt, ins Landesspital nach Laibach gebracht werden. Göttenitz. (Landwirtschaftlicher Vortrag.) Am 4. d. M. hielt Herr Tierarzt Josef Kutscher« im Gasthause des Josef Michitsch einen Vortrag über Viehzucht und über Selbsthilfe bei Erkrankungen und Unglücksfällen im Viehstande. Eine größere Anzahl von Landwirten hörte mit gespannter Aufmerksamkeit den praktischen Ausführungen des Fachmannes zu. Der Herr Tierarzt wies auch darauf hin, er sei vom Landesausschusse beauftragt worden, in den einzelnen Gemeinden Gottschees die Bevölkerung in entsprechender Weise zu belehren, daß sie der Landwirtschaft im allgemeinen und insbesondere der Viehzucht die größte Aufmerksamkeit zuwende, und das umsomehr, da der Hausierhandel zurückzugehen drohe. — (Wertvoller Fund.) Beim Baue der hiesigen Wasserleitung fand man an mehreren Stellen Kohle, und zwar Glanzkohle. Der Bauleiter, Herr Seicher, hat deshalb auch diesbezüglich beim Bergamte in Laibach das erforderliche Schurfrecht angemeldet und auch für ungefähr 400 Kohlenmösen erworben. Ob sich nun die Kohle in so großer Menge und in so großen Schichten vorfinden wird, daß an eine Ausbeutung durch Aktiengesellschaften gedacht werden kann, müssen wir abwarten.^ Masern. (Todesfall.) Am 3. Dezember starb der hiesige Schulleiter Herr Johann Sch ober an einem schweren Darmleiden im Landesspitale in Laibach und wurde am 5. Dezember auf dem dortigen Friedhofe zur letzten Ruhe bestattet. Bald nach Schluß des vergangenen Schuljahres stellten sich bei dem nun Verstorbenen Darm- und Magenbeschwerden ein, die nach und nach einen so heftigen Charakter annahmen, daß er in das Landesspital nach Laibach überführt werden mußte. Nach fünfwöchentlichem Aufenthalte im Spital besserte stch sein Zustand soweit, daß er cs verlassen konnte. Zu Hause erholte er sich zusehends und hoffte bis zum 15. Dezember, bis zu welchem Termine er beurlaubt war, den Dienst wieder an-treten zu können. Gegen Ende November jedoch trat das scheinbar geheilte Darmleiden wieder mit solcher Heftigkeit auf, daß er abermals in das Landesspital überführt werden mußte. Am 29. November unterzog er sich einer Darmoperation, die er nur vier Tage überlebte. Der Verblichene war geboren am 24. Dezember 1864 in Obrem in der Pfarre Mitterdorf. Nach absolviertem Untergymnasium in Gottschee trat er als Lehramtszögling in die Lehrerbildungsanstalt in Laibach ein. Sein erster Dienst war in Tscher- moschnitz, wo er vom Jahre 1884 bis 1892 wirkte. Bonda kam er nach Nesseltal, von wo er nach 14 jähriger Tätigkeit im Jänner 1906 nach Masern übersetzt wurde. Hier wirkte Lehrer Schober fast fünf Jahre. Der Verstorbene war ein guter, gewissenhafter und berufsfreudiger Lehrer. Wegen seines leutseligen und taktvollen Auftretens war er bei der Bevölkerung beliebt und geachtet. In freien Stunden befaßte er sich mit Vorliebe mit der Rosen- und Bienenzucht. Müßig konnte man ihn nie sehen; er beschäftigte sich bald mit dieser, bald mit jener Gartenarbeit; auch den Hobel verstand er zu führen. Nach ihm trauern eine Witwe und ein vierjähriges Töchterlein. Er ruhe sanft in Frieden. Püeröach. (Ein Opfer der Trunkenheit.) Der Müller Josef Tscherne Nr. 21 verbrachte den Sonntag am 4. Dezember nicht beim Gottesdienste, sondern in den Wirtshäusern, trank sich einen Rausch an und fiel auf dem Heimwege, unweit Mösel, so unglücklich, daß er sich schwere innere Verletzungen zuzog und nach Mösel zurückgebracht werden mußte. Erst den nächsten Tag führte man ihn auf einem Wagen nach Hause, wo er am selben Tage abends unter' furchtbaren Schmerzen starb. Doch das Unglück kommt selten allein. Wie man hört, soll dessen ältester Sohn Josef in Amerika einen Fuß gebrochen haben und muß früher seine Heilung abwarten, bevor er nach Hause reisen und die Wirtschaft übernehmen kann. Göeiltak. (Wasserleitung.) An der Versammlung der Gemeindevertretungen in Seisenberg bezüglich der Wasserleitung von Rob über Großlaschitsch, Gutenfeld, Strug nach Dürrenkrain und Ebental nahmen auch die Vertreter der hiesigen Gemeinde teil. Die slowenischen Gemeinden stimmten dafür, die Gemeinde Ebental aber dagegen, wie es heißt deshalb, weil nur Ebental und Setsch die Wasserleitung bekommen sollen, die ändern Ortschaften der Gemeinde nicht. (Das Votum der Gemeinde ist zu bedauern; die Ortschaften, welche die Wasserleitung nicht bekommen, brauchen ohnehin dafür nichts zu bezahlen. In Zeiten der Dürre könnten sie aber von Ebental oder Setsch doch Wasser holen. Anm. d. Schristl.) HUeg. (Sterbefälle.) Am 21. November Maria Hutter aus Hinterberg Nr. 21, 77 Jahre alt; am 23. November Johann Knöspler aus Rieg 33, 80 Jahre alt; am 24. November Marga-rehe Wolf aus Rieg 59, 83 Jahre alt. — (Das Telegraphenamt) soll, wie man hört, in Rieg in der ersten Hälfte Dezember errichtet werden. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene «leindruckzeile oder deren Raum JO Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Jahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Ein. schaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Befiel» lungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Jiynge und Danksagung! Betrübten Herzens geben wir hiemit allen Verwandten, Freunden und Bekannten Nachricht, daß unser unvergeßlicher Gatte, bezw. Vater, Herr Johann Schoöer Schulleiter in Masern am 3. Dezember im Landesspitale in Laibach nach kurzem schmerzhaften Krankenlager in ein besseres Jenseits abberufen wurde. Gleichzeitig sprechen wir auf diesem Wege allen Verwandten und Freunden, die dem Verstorbenen das Geleite zur letzten Ruhestätte gaben, den tiefstgefühlten Denk aus. Masern, den 5. Dezember 1910. Maria Schoöer Gattin. Ada Tochter. | Aorzirgspreife für die hochwürdige Heililichkeit! v I Wachskerzen I I von bester Qualität in allen Größen, vorzüglich brennend, mit feinst ® präparierten, selbstverzehrenden Dochten, welche nie abtropfen, aus J § garantiert reinem ® I Bienenwachs | sende franko letzter Bahnstation das Kilogramm mit 4 K, nehme Tropf-A wachs mit 2 K in Rechnung. n die U Rohrj auf d welch, einer hat. viel h (Srup: Schm Da di wobl SStrantroo tlicher Schriftleiter Andreas Krauland. — Herausgeber und Verleger Joses Eppich. — Buchdruckerei Joses Pavlicek in Gottschee. kerunc die p