Bezugspreise 'Für ÖjlcrrevMlngam ganzjährig K 4- — halbjährig K 2" — Für Amerika: ganzjährig D. 1 25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5 • 20 Briefe ohne Unterschrift roerben nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurückgesendet. GMscheer Dotk Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Vandormavpe" am 4. und 19. eines jeden Monates, Bestellungen übernimmt die Werivallnng des Hoitschser Boten in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schriftl'eitimg des Osttschecr Mote» in Gottschee. Anzeigen Qnserate) werben nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist mir als Beilage des Gott» scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. ; Verschleißstelle: Schul-gasse Nr. 75. Ar. II). HMschee, am 19. Mai 1905. Jahrgang II. Äubilimmsfelt des Deutschen Schubfreiiies und Schitlerfeier in Gottschee. Ein zweifaches Fest war es, welches in der Stadt Gottschee am 18. Mai begangen wurde: eine Geburtstagsfeier und eine Totenfeier. Am 9. Mai führte sich unseres großen Dichterfürsten Friedrich von Schillers Todestag,,zuin hundertsten Male und am 13. Mai feierte das deutsche Volk in Österreich einen zweiten Gedenktag, den des 26jährigen Bestehens des Deutschen Schulvereines. Die beiden bedeutsamen Gedenktage fielen also der Zeit nach nahezu zusammen und auch Gründe innerer Natur sprachen dafür, die Huldigung für Schiller und die Vierteljahrhundertfeier des Deutschen Schulvereines zu einer gemeinsamen nationalen Gedenkfeier zu vereinigen. Während bekanntlich Schillers Zeit im allgemeinen welt-bürgerlich, kosmopolitisch dachte und fühlte, fehlte unserem großen deutschen Dichter nicht das Verständnis und das Gefühl für nationale Pflicht und Ehre, für die ein Volk freudig alles entsetzen müsse. Solchem Empfinden verdankt ja auch der Deutsche Schulverem seine Entstehung. Ihn hat nicht jener nebelhafte, verschwommene Idealismus ins Leben gerufen, der sich in phrasenhaftem Wortgepräuge gefällt, sondern feutymätmliche Idealität, die uns, unangekränkelt von Blasier-heit, Gleichgültigkeit und Philisterhaftigkeit-, emporhebt über die Enge und Beschränktheit des Alltagslebens, die auch uns Ältere jugendfrisch erhalt und hoffnungsvoll in die. Zukunst blicken laßt, jener ideale Hochsinn, den wir gerade an dem idealsten aller Dichter, Die.KsmMrche in Laiöach.' (8. Fortsetzung.) Der Bau der neuen, heute noch stehenden Kathedrale in Laibach hat bewiesen, welch herrliche Entwürfe der fromme Sinn und die Ausdauer eines einzelnen Mannes auch unter den schwierigsten Verhältnissen auszuführen vermögen. Johann Anton Thalnitscher Edler von Thalberg, der rühmlich bekannte Domdechant zu Laibach, ivar ein solcher Mann. Von ihm ist die Anregung zum Bau eines neuen Domes ausgegangen, er hat die Ausführung des großen Werkes mit all den Mühen und Sorgen, die drum und dran hängen, auf sich genommen, er hat die Mittel zum Bau größtenteils selbst aufgebracht und fast sein ganzes Vermögen zu diesem Zwecke geopfert, er hat die Meister, die das Werk schaffen sollten, von nah und fern herangezogen, mit ihnen beratschlagt und verhandelt, er hat den Bau beaufsichtigt und in gewissem Sinne selbst geleitet, und dies alles bei seiner fortwährend schwächlichen Gesundheit und ungeachtet vielseitiger Inanspruchnahme als Generalvikar des Diözesanbischofs. Dadurch hat der Verewigte nicht nur ein Denkmal seiner Frömmigkeit, sondern auch seiner Vaterstadt ein Bauwerk hinterlassen, das jeder anderen Stadt zur Zierde gereichen würde. an Schiller so sehr bewundern. Überall, allüberall wurde der Gedenktag Schillers gefeiert, nicht bloß in Österreich und Deutschland, nicht bloß von den vielen Millionen Deutschen des ganzen Erdenrunds, sondern in gewissem Sinne auch von allen anderen Kulturvölkern, da Schiller nicht nur bloß dem deutschen Volke, sondern der gesamten Kulturmcnschheit angehört. : Gottschee, die südlichste deutsche Stadt unserer Reichshälfte, wollte durch die Veranstaltung der hehren Döppelfejer vor allem : befunden, daß es sich, wenn auch räumlich abgetrennt vom großen deutschen Bolkskörper, geistig doch eins fühle mit seinem Volke; ; Gottschee wollte ferner seiner Liebe und Dankbarkeit gegenüber dem Deutschen Schulvereine, dem großen nationalen Wohltäter ! unserer deutschen Sprachinsel, würdigen Ausdruck geben, es wollte 1 endlich auch den Manen Schillers huldigen und seine begeisterte Verehrung für den großen Dichter bezeigen, der seinem Volke im» 5 vergängliche geistige Schätze als teures Erbe hinterlassen hat. Die Veranstaltung der erhebenden Feier hatten in dankenswerter Weife : die hiesige Ortsgruppe des Deutschen Schulvereines und der Gottscheer • deutsche Gesangverein übernommen. Schon seit den frühen Morgen» «stunden zeigte sich die Stadt im Festkleide; der reiche Fahnenschmuck ; der Häuser verlieh dem Tage auch äußerlich Glanz und Würde, i Der Abend vereinigte die Gesellschaft der Stadt und auch auswärtige j Festteilnehmer im Saale des Hotels „Stadt Triest". Nicht bloß im Saale selbst war jedes Plätzchen besetzt, auch die Nebenräumlich-i leiten füllten sich mit Festgästen. Der Saal trug schönen Festschmuck, welcher sinnig der Feier des Tages angepaßt war. Zwischen dunklem 1 Siche die Nummern 1, 4 und 6. Zwar war der Zeitpunkt zur Ausführung dieses erhabenen Baues nicht günstig, weil zur nämlichen Zeit die Patres Jesuiten ihre Kirche, die jetzige St. Jakobskirche, erhöhten und das Schloßgebäude zu Unterturn, heute Tivoli genannt, durch eine kostbare Bauführung erweiterten, die Patres Franziskaner ihre zwischen dem heutigen Mahrschen Hause und dem ehemaligen, nunmehr demolierten Gtzmnasialgebäude gestandene Klosterkirche durch Zubauten vergrößerten, die Kapuziner ihr an der heutigen Sternallee gelegenes Kloster reparierten und die Nonnen aus dem Orden der hl. Klara die Kapelle zum heiligsten Herzen Jesu an der Wienerstraße an der Stelle, wo jetzt noch das Militär-Berpflegsmagazin steht, bauten, wodurch sowohl die Baumaterialien verteuert als auch die Arbeitspreise erhöht wurden. Hiedurch erkaltete jedoch der Eifer des Dvmdcchanteu Thal-mtscher nicht. Er sorgte vielmehr dafür, daß nicht nur mit mehreren in Laibach lebenden Baumeistern Beratschlagungen gepflogen, sondern auch berühmte Architekten aus anderen Orten zu diesem Zwecke berufen wurden. Zn diesen gehörte der Kapuzinerfrater Floren-tianus aus Mailand, ein Mann von tiefer Gelehrsamkeit, reichlicher Erfahrung und praktischem Sinne, welcher nach Laibach eingeladen wurde und, daselbst angelangt, die Zeichnung entwarf, dann aber wegen Erbauung eines Klosters nach Warasdin sich begab, wo er bald darauf zum großen Leidwesen des Domdechanten Thalnitscher Tannengrün, von schwarz-rot-goldenen Draperien umkleidet, zierten die Stirnseite des Saales das Bildnis Schillers und das Bild des Gründers und ersten Obmannes des Deutschen Schulvereines, Doktor Weitlof, über welchem das Wappen des Deutschen Schulvereines prangte. ' Der flotte Marsch „Erzherzog Ferdinand Karl", von unserem tüchtigen Salonorchester mit Feuer und Wärme vorgetragen, eröfftiete die Feier. Nachdem sodann die Klänge der prächtigen Ouvertüre „Lebenslust" von Czermak verklungen waren, ergriff der Obmann der Ortsgruppe Gottschee des Deutschen Schulvereines, Herr Doktor Franz Golf, das Wort zur Festrede, die wir in ihrem vollen Wortlaute wiedergeben: Hochgeehrte Anwesende! Liebwerte Festgenossen! Jubel- und,Festesstimmung herrscht seit einigen Tagen in ganz Deutschland und Österreich, ja überall, auch in den kleinsten Orten, wo Deutsche wohnen. Gilt es doch zwei. Gedenktage zu feiern, von denen jeder für sich geeignet ist, stolze und freudige Erregung in der Brust jedes Deutschen hervorzurufen. Es sind dies der Gedenktag des vor hundert Jahren erfolgten Ablebens eines unserer größten Dichter, des Dichterfürsten Friedrich v. Schiller, und das 25jährige Geburtsfest unseres größten, erfolgreichsten und wichtigsten nationalen Schutzvereines, des Deutsch en Schulvereines. Nicht nur aus nationalen Gründen feiern wir diese Gedenktage, es ist uns vielmehr eine Herzenssache, ein Herzensbedürfnis, dies zu tun. Schiller und der Deutsche Schulverein haben so tief in unser Volkstum eingegriffen, sie haben uns soviel Großes gebracht und j Gutes erwiesen, daß wir sowohl einzeln als auch als Nation ihnen den j schuldigen Dank niemals werden voll abstatten können. In Schiller ehren wir nicht nur einen der größten Dichter der Welt, wir ehren in ihm vor j allem den nationalsten deutschen Dichter, der durch feine unsterblichen Werke nicht nur sich selbst, sondern auch seinem Vaterlande, seinem Volke und dadurch auch uns als einem Teile des großen deutschen Edelvolkes unvergänglichen Ruhm und Ehre gebracht hat. Er war der Wegweiser und Führer des Volkes zu Kunst und Wissenschaft, er mar der begeistertste Sänger der Freiheit und der größte Dichter und Verehrer der Ideale, des Idealismus. Aufbauen und nicht niederreißen, mitten in der Wirklichkeit Ideale wahrer Freiheit, Vaterlandsliebe und Menschenwürde zu errichten, betrachtete er als seine Lebensaufgabe. Deutsche Art und deutsches Wesen, deutsche Ideale und deutsches Leben verherrlicht er in seinem Liede. Er war es, der das innerste Wesen des deutschen Volkstums erfaßte wie keiner, der die deutschen Ideale j schuf und ihnen Inhalt und Form gab derart, daß sie zum gemeinschaftlichen Einheitsbande aller wo immer wohnenden Deutschen wurden, '-seine Ideen . sind zum Gemeingut des deutschen Volkes geworden. Gerade wir, die wir von unseren Stammesgenossen ganz abgeschlossen sind, ehren und würdigen im siebzigsten Lebensjahre starb. Nach ihm kam Martinuzzi, ein Friauler, erst siebenundzwanzig Jahre alt, jedoch in der Architektur sehr bewandert, dem aber der Bau nicht anvertraut wurde, weil sich das Gerücht verbreitet hatte, daß das von ihm umgebaute Jagdschloß Ebersfeld, ein Eigentum der Fürsten von Auersperg, auf einer Seite zu sinken anfange und beit Einsturz drohe. Nun kam die Reihe an Franz F er rata, einen Mailänder, der nach dem Tode des Mareellus Cerasoli, einer löblichen Landschaft in Kram Baumeister, diesem im Amte folgte, und an Michael Saniert, einen Laibacher. Weil jedoch elfterer den Ban allein leiten und selbem vorstehen wollte, dies aber bei den hierüber entstandenen Streitigkeiten nicht durchsetzen konnte und sonach mit seinen Arbeitern ausblieb, so wurde der Venetianer Franz Bombasins, ein Laibacher Bürger und Steinmetz, als in der Baukunst wohlerfahren, an dessen Stelle ernannt. Ihm wurde über Empfehlung der M. Eleonora, Oberin der Ursulinerinnen, der Mailänder Petrus Janni, ein Mann von nicht geringer Erfahrung, beigegeben und der Bau mit Hilfe des Maurermeisters Paul Jugovitz und nach dessen Tode mit seinem Nachfolger Gregor Matschet, nach dem Bauplane des P. Andreas de Puteis, vulgo Pozo, aus der Gesellschaft Jesu in Rom, zu Ende gebracht. Dieser Pozo galt als einer der ersten Architekten der damaligen Zeit. An ihn wandte sich Thalnitscher durch die gütige Vermittlung des nach der Resignation des Fürstbischofs Herberstein zu dessen Nachfolger auf dem Bischofstuhle zu Laibach ernannten Ferdinand Grafen von Kuenburg, der sich eben damals in öffentlichen Geschäften in Rom aufhielt. Dieser ließ auf eigene Kosten durch den obgeuannten Architekten den Plan entwerfen und nach diesem Plane wurde die Domkirche, mit Ausnahme der Kuppel, genau aufgeführt. (Fortsetzung folgt.) ihn in einem ganz besonderen Maße; in Zeiten nationaler Not und Be drängnis kehren wir stets wieder zu ihm zurück, um in seinen Werken Trost zu finden und Mut zu schöpfen für den harten und erbitterten Kampf, den wir um unser Volkstum zu führen gezwungen sind. In diesem Kampfe ist uns nun durch die Gründung des Deutschen Schulvereines ein wichtiger Helfer erstanden. Als im Jahre 1879 die Verfassungspartei die Majorität im Reichsrate verlor und das Kabinett Taaffe die Regierung übernahm, da schlossen sich Polen, Tschechen und Slovenen zusammen zur Bekämpfung und Verdrängung des Deutschtums auf allen Gebieten. Slaven und Welsche !- wollten uns unseren Besitzstand schmälern, uns von unserem erkämpften und ! ererbten deutschen Boden verdrängen. Ihr Hauptaugenmerk richteten sie auf | unsere Schulen, das wichtigste Bollwerk unseres Volkstums. Hier Schutz zu i bringen, war die Aufgabe des Deutschen Schulvereines. Sein Zweck war es ! nicht, auf nationale Eroberungen auszugehen, er beschränkte vielmehr satzüngs-| gemäß seine Tätigkeit darauf, für unsere gefährdeten Stammesgenossen an | den Sprachgrenzen und auf den Sprachinseln eine nationale Schutzwehr zu • errichten, um ihren Kindern die Erziehung in der deutschen Sprache, tu | deutscher Art und Sitte zu ermöglichen. Den deutschen Minderheiten in den j gemischtsprachigen Ländern unserer Reichshälfte Schutz und Hilfe zu gewähren, ] ist seine Aufgabe. Diesen Zweck und diese Ausgabe sucht er dadurch zu erfüllen, daß er in gemischtsprachigen Orten entweder eigene Schulen gründet und | erhält oder aber anderen Faktoren bei Errichtung von schulen Geldunterstützungen zuwendet. Von den in den 25 Jahren eingeflossenen Gesamteinnahmen von rund 10,300.000 K wurden über 3,000.000 K für die Errichtung und Erhaltung von Vereinsschulen, 912.200 K auf Bauunterstützungen verwendet. Es wurden 46 Schulen gegründet, die sich größtenteils in eigener Verwaltung befinden. Aber nicht nur durch Errichtung von Volksschulen und Zuwendung von Bauunterstützungeu sucht er seinen Zweck zu erreichen, es werden auch Hilfsanstalten der Volksschulen, als: Kindergärten, Suppen -anstalten, Fortbildungsschulen und Büchereien, erhalten und unterstützt. Insbesondere die Kindergärten haben sich als ein vortreffliches Hilfsmittel der nationalen Erziehung bewährt. Aus eigener Wahrnehmung ist es uns j bekannt, daß zahlreiche Kinder deutscher Eltern in den gemischtsprachigen j Ländern ohne genügende Kenntnis der deutschen Sprache in die Schule ! kommen. Der Verkehr mit den slavischen Dienstboten, die wir in unser Haus | aufzunehmen durch die Verhältnisse gezwungen sind, der Umgang mit slavischen 1 Altersgenossen bewirken sehr oft, daß ein solches Kind die fremde Sprache besser spricht als seine deutsche Muttersprache, und rücken die Gefahr nahe, daß es mit der Zeit seinem Volkstume ganz entfremdet wird. Um dieser Gefahr vorzubeugen, wurden und werden deutsche Kindergärten nach Möglichkeit unterstützt und gefördert. Es wurden 60 eigene Kindergärten gegründet und 112 Kindergärten unterstützt, worauf im ganzen 1,160.000 K verwendet wurden. Was speziell unsere Sprachinsel anbelangt, so wurde ihr seitens der Hauptleitung des Deutschen Schulvereines stets ein besonderes Augenmerk zugewandt. Niemals blieb eine Bitte unerfüllt, die wir an den Deutschen Schulverein zu stellen gezwungen waren. Es gibt nahezu keinen Ort in unserem Ländchen, der nicht die segensreiche Tätigkeit des Schulvereines empfunden hätte, es gibt keine Lehranstalt in Gottschee, die nicht von ihm unterstützt worden wäre. Er errichtete die Fachschule in Gottschee, die er noch jetzt nach Bedarf unterstützt, erbaute die Schulhäuser in Masern, Unter-skrili, Schäflein und Materie: unterstützt das hiesige Gymnasium auf das ausgiebigste und fördert auch den Verein „Deutsches Studentenheim in Gottschee", indem er ihm für das laufende Jahr 500 K gespendet und die Zusicherung gegeben hat, bei Vollendung des zur Unterbringung des Studentenheimes- zu errichtenden Baues einen namhaften, hohen Betrag auszuzahlen. Bis zum Schluffe des Jahres 1904 hat der.Deutsche Schulverein für Schulzwecke in unserem Ländchen im ganzen 284.354 K 50 h gespendet. In dieser Zeit bat er 20.118 K 38 ii von unserer Sprachinsel an Mitgliederbeiträgen und.Spenden erhalten. Diese Zahlen beweisen, wie wenig wir eigentlich für den Schulverein geleistet haben, in welch ausgiebigem Maße aber er uns unterstützt hat. Wo stünden wir jetzt ohne die Hilfe des Deutschen^Schul-vereinestWie viele Kinder unserer Volksgenossen Hütten des deutschen Sprachunterrichtes entraten müssen und wären ihrem Volke abtrünnig geworden, wenn uns der Deutsche Schulverein nicht in dem Matze unterstützt hätte! Mit Recht können wir daher den Deutschen Schulverein als den größten Wohltäter unserer Sprachinsel bezeichnen, dem wir zu ewigem Danke verpflichtet sind. Aus kleinen Anfängen entstanden, hat sich der Deutsche Schulverein zum größten, wichtigsten und erfolgreichsten nationalen Schutzverein emporgeschwungen. Daß er das erreicht hat, daß er das geworden ist, was er heute ist, das verdankt er in erster Linie seiner strammen und zielbewußten Leitung, insbesondere seinem leider allzufrüh verstorbenen Obmanne Doktor-Moritz Weitlof.- Sein organisatorisches Talent war es, das die Ausbreitung des Vereines über alle Länder unseres Reiches ermöglichte, ohne daß hiebei die einheitliche Leitung irgendwie gefährdet worden wäre. Ihm vor allem verdankt der Verein,' daß er über manche Widerwärtigkeiten und Krisen hinwegkam, ohne am Mitgliederstande oder Geldzuflusse dauernde Einbuße zu erleiden. Auch uns war er stets ein warmer Förderer und guter Berater; unsere Bitten fanden bei ihm immer Entgegenkommen und Erfüllung. Dankbar werden wir stets seiner gedenken als eines der treuesten und größten Förderer und Wohltäter unserer Sprachinsel. Wenn wir die Schiller- und die Schul« pereinsfeier nicht nur aus nationaler Dankbarkeit und Pflicht, sondern auch, um einem Herzenszuge zu folgen, festlich begehen, so hat diese Feier auch eine Tatsache von bleibendem Werte gezeitigt. Wir sehen, daß sich zu dieser Feier überall alle Deutschen ohne Rücksicht auf ihre Partei- Be-gost den c ist iger :ität da und [sche und auf i zu - LZ lgs-an : zu f tu beit reu, len, und ter- ;mf ung □er- mer und , Cd jett« ätzt, ittel uns gen Me aus chen ache ahe, .efer iteit und ibet :ens ;eu chen in ittes ihm ; er ler -das in die teilten. N-l« eser [gen für uns M-ach-ven, itte! Sten ver-hul-rein uas Stett ktor ung ebei lem iseu luße ter; [bar erer hul-uch, luch efer :e i- angehörigkeit Mammen tun, um sie gemeinsam zu begehen. Es zeigt sich, daß es einen Vodeii gibt und daß es möglich ist, daß alle Deutschen ohne Rücksicht auf Konfession und Parteizugehörigkeit zu gemeinsamer, einiger nationaler Arbeit sich »ereilten können. Die Einigkeit, die bei diesen Feierlichkeiten zutage getreten ist, möge auch weiterhin bestehen bleiben! Lernen mit _au|| Schillers Werken das deutsche Wesen und das deutsche Volkstum erfassen, lassen wir uns Hinreißen von seiner glühenden Freiheits- und Vaterlandsliebe, dann werden wir Kraft, Mut und Begeisterung finden zur Erfüllung der uns obliegenden nationalen Aufgabe. Diese Aufgabe besteht vor allem _ darin, daß wir die nationalen Schutzvereine und insbesondere deren ältesten, größten und erfolgreichsten, den Deutschen Schulverein, nach Kräften unterstützen. Pflicht jedes Deutschen, Pflicht jedes Gottscheers ist es, dem Deutschen Schulverein als Mitglied anzugehören und ihm stets neue Mitglieder zuzuführen. Dadurch fördern wir nicht nur die uns allen vor-schwebenden völkischen Ziele, wir erhalten dadurch auch unsere Sprachinsel, auf daß wir dereinst unseren Kindern sagen können: Wir haben den von unseren Vätern ererbten deutschen Boden ungeschmälert deutsch erhalten, wir haben unsere Pflicht erfüllt! Daß dies etittreffe, daß unsere Sprachinsel ewig und immerdar deutsch bleibe, dafür zu wirken und zu forgen_gebietet uns auch die nationale Ehre, die stets über alles hochzuhalten Schiller lehrt. Lassen sie mich schließen mit seinem Mahnworte: „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre!" In das donnernde Heil! des Redners auf den Deutschen Schulverein stimmten die Versammelten begeistert ein und spendeten dem Festredner stürmischen Beifall. In wahrer Jubelstimmung, mit Krast und feurigem Schwünge trug hieraus unser erst kürzlich gegründeter Gesangverein die „Schillerhymne" von Hans Wagner vor, wobei Frau Gerichtsadjunkt C ernste in (Harmonium) und Herr Musiklehrer-Fischer (Piano) die Begleitung besorgten. Der von unserem bewährten Chormeister Herrn Kaucky geleitete Chor wurde mit derselben Begeisterung entgegengenommen, mit der er geboten wurde, und ebenso fanden die weiteren Darbietungen unseres wackeren, strebsamen Gesangvereines „Mein Österreich", Bollgesang von Nedwed, „Grüß dich Gott", Vollgesang von Engelsberg, und „'s Nesterl", Vollgesang von Brauneis, reichen und wohlverdienten Beifall. Hatten die Zuhörer schon bei den ersten beiden Darbietungen unseres vom Herrn Musiklehrer Fisch er mit feinstem Kunstverständnis geleiteten Salonorchesters mit ihrem Beisalle nicht gegeizt, so steigerte sich derselbe noch immer mehr bei den folgenden Nummern des Programmes, welche sämtliche wiederholt werden mußten; es waren dies der exakt gespielte Walzer „Frühlingskinder" von Waldteufel, der feurige Marsch „Für Ruhm und Ehre" von I. F. Wagner, die einschmeichelnden „Herbstweisen", Walzer von Waldteufel, und der beliebte, volkstümlich gewordene Marsch „Tiroler Holzhackerbuam" von Wagner. Wir können nicht umhin, sowohl den Gesangverein und seinen verdienten Chormeister Herrn Kaucky, als auch unser Orchester und seinen Dirigenten Herrn Fisch er zu dem schönen Erfolge des Abends zu beglückwünschen. Gottschee kann sich glücklich schätzen, daß es sich in musikalischer und gesanglicher Hinsicht nun wiederum aus eigene Füße gestellt hat. Die Drahtsestgrüße der Hauptleitung des Deutschen Schul-vereines sowie mehrerer Freunde unserer Ortsgruppe wurden von stürmischen Heilrufen der Versammlung begleitet. — Auch das finanzielle Ergebnis des Abends war befriedigend; es wurden über 170 Kronen zu Gunsten des Deutschen Schulvereines vereinnahmt. Das schöne Doppelsest, welches einen wahrhaft würdigen und erhebenden Verlaus nahm, wird uns noch lange in angenehmster Erinnerung bleiben. Reform der Gememdegesetzgebung und Änsdan der Gemeindeautonomie. (2. Fortsetzung.) Entgegen der bisherigen gewissen Unklarheit in Art. XVI im Jnstanzenzuge (Aussichtsrecht der Staatsverwaltung) soll künftighin das Überwachungsrecht der Staatsverwaltung inp übertragenen Wirkungskreise aus die Anzeige an die autonome Überwachungsbehörde beschränkt werden. Der Gemeinde wird ein Rekursrecht gegen alle höheren Entscheidungen zugestandeu, durch welche Beschlüsse oder Verfügungen der Gemeindebehörde abgeändert oder aufgehoben werden. Dieses Berufungsrecht ist analog demjenigen gedacht, welches dem Richter im Verfahren außer Streitsachen eingeräumt wurde. Der Artikel XXII enthält folgenden neuen Absatz: „Für alle übrigen Stadtgemeinden wird eine besondere Städte-ordnung erlassen. Die Wirksamkeit derselben kann durch Landesgesetze auf Markt- oder Landgemeinden von städtischer Beschaffenheit über deren Ansuchen ausgedehnt werden. Ebenso können Stadt-gemeinden über ihr Ansuchen mittelst eines Landesgesetzes von der Wirksamkeit der Städteordnung ausgenommen werden". — Daß die Städte anders behandelt werden als kleine Landgemeinden ist gewiß in der Ordnung. Aus politischen Gründen empfahl es sich auch, die Frage der Zuweisung der (städtischen) Gemeinden unter die Städteordnung nicht von dem Belieben der Landesvertretung abhängig zu machen. Hiemit wären wir mit dem Allgemeinen Gemeindegesetze fertig. An diesem Gesetzentwürfe sind natürlich auch die Landgemeinden, beziehentlich alle Gemeinden interessiert, weil er das Gemeindewesen im allgemeinen regelt und Abänderungen enthält, die für sämtliche Gemeinden (Stadt- und Landgemeinden) Geltung bekommen sollen. — Der Landesgesetzgebung ist übrigens in dieser Frage derselbe Spielraum für die Regelung der Gemeindeverfassung Vorbehalten, wie dies nach dem gegenwärtigen Gesetze der Fall ist. — Der Ausbau des Allgemeinen Gemeindegesetzes ist, wie man sieht, somit in der Hauptsache beibehalten worden; nur dasjenige wurde verbessert, was sich nach einer mehr als 40jährigen Erfahrung als verbesserungsbedürftig herausstellte. „Das Bestreben nach Erweiterung der Autonomie", sagt der Berichterstatter Doktor v. Benak, dessen Ausführungen wir in unserem Aufsatze folgen, „Einschränkung staatlicher Bevormundung und Berücksichtigung der vom Fortschritt unserer Zeit gegebenen Umgestaltung der technischen und wirtschaftlichen Werte kann ohne radikalen Umsturz des Systems unserer Gemeindegesetzgebung nach der Meinung des Sonderausschusses ganz gut durch Abänderungsbestimmungen am Allgemeinen Gemeindegesetze in Verbindung mit den dadurch vorgezeichneten Änderungen der Landesgesetze herbeigeführt werden". Noch eines Punktes, der in das allgemeine für sämtliche Gemeinden geltende Gemeindegesetz gehört, möchten wir schließlich gedenken; es ist dies die Bestimmung über die Virilstimmen. Sie lautet im gegenwärtigen Gesetze und im neuen Entwürfe ganz gleichlautend: „Das Landesgesetz bestimmt, ob und inwieferne auch ohne Wahl Gemeindemitglieder, sei es persönlich oder durch Stellvertreter, an der Gemeindevertretung teiluehmen können". Die Sache wird also im neuen Entwürfe den Landtagen überlassen. In neuester Zeit hat sich infolge der geänderten Steuergesetzgebung da und dort, auch in Srnin, eine, man kann sagen ungesunde Vermehrung der Virilstimmen herausgebildet, welche in einzelnen Gemeinden den Stimmen der gewählten Vertreter bereits nahekommen. Das ist gewiß kein wünschenswerter Zustand, sondern muß als Auswuchs bezeichnet werden. Es läge im Interesse der Sache, daß durch die Landesgesetzgebungen hier eine Remedur geschaffen würde. Vielleicht könnte aber auch durch eine geeignete Bestimmung im Reichsgesetze einem solchen Überwuchern der Virilstimmen ein Riegel vorgeschoben werden. An den Gesetzentwurf über die Bestimmungen zur Regelung des Gemeindewesens im allgemeinen schließt sich im Elaborate des Sonderausschusses des deutschen Städtetages der Entwurf der allgemeinen Städteordnung an. Diese Städteordnung ist also das Gemeindegesetz für die Städte und hat mit dem oben besprochenen Allgemeinen Gemeindegesetze die meisten Bestimmungen gemeinschaftlich und gleichlautend. Die gewissen Sonderrechte und Sonderbestimmungen für die städtischen Gemeinwesen sind, wie wir gesehen, der Hauptsache nach schon im Entwürfe der Allgemeinen Gemeindeordnung enthalten. Wir können uns somit darauf beschränken, nur einige wenige besondere Punkte der Städteordnung hervorzuheben. (Schluß folgt.) Das VolksjlhHvrjen tut politiDheu Leurke Gottfchee am Schlüsse des Schuljahres 1903/4. (Schluß) Die Zahl der nachlässigen Schulbesucher belief sich in der Alltagsschule aus 130 (0'liS°/o), in der Wiederholüngsschule auf 38 (0'28°/o). Von den 531 Erkenntnissen auf eine Geldstrafe wurden 122 vollzogen; die Summe der eingezahlten Strafgelder betrug 244 K, die der noch einzuzahlenden 962 K. Die Klassifikation des Schulbesuches nach Prozenten der schul besuchenden Kinder ergibt folgendes: in der Alltagsschule 79'54%> sehr fleißig, 131)3% fleißig, 4'79% minder fleißig, 2'04% nachlässig: in der Wiederholungsschnle 72' 13% sehr fleißig, 17*06% fleißig, 8'02% minder fleißig, 2'79% nachlässig. Hinsichtlich des sehr fleißigen Schulbesuches reihen sich die einzelnen Schulbezirke in Kram in nachstehender Weise: Alltags Mule. Wied erWlungssch ule. 1. Rndmannsüorf 2. Laibach Stadt 3. Littai 4. Kraiuburg 5. Adelsberg G. Gottfchee 7. Loitsch 8. Gurkfeld 9. Tschernembl 10. Stein 11. Rudolfswert 12. Laibach Umgebung 1. Radmannsdorf 2. Littai 3. Krmnburg 4. Gurkfeld 5. Adelsberg 6. ©teilt 7. Loitsch 8. Laibach Umgebung 9. Tschernembl 10. G otischee 11. Rudolsswert 12. Laibach Stadt. Die Gesamtzahl der Lehrpersonen (Lehrer und Lehrerinnen) an den öffentlichen Volks- und Bürgerschulen in Kram betrug 783, um 21 mehr als im Vorjahre. Im Schulbezirke Gottschee standen an den öffentlichen Volksschulen in Verwendung: Lehrer mit Lehrbefähigungszeugnis 42, mit Reifezeugnis 3, ohne Reifezeugnis 8; Lehrerinnen mit Lehrbefähigungszeugnis 15, mit Reifezeugnis 5, ohne Reifezeugnis 2. Es wirkten an sämtlichen Schulen des Bezirkes ferner 36 von der Kirchenbehörde eingestellte Religionslehrer. 8 Arbeitslehrerinnen ohne Lehrbefähigungszeugnis erteilten Unterricht in den weiblichen Handarbeiten. 3 Lehrstellen waren unbesetzt. An 30 von den 40 öffentlichen Schulen des politischen Bezirkes Gottschee wurde Turnunterricht, an 20 Schulen Unterricht in weiblichen Handarbeiten erteilt; 30 Schulen besitzen einen Schulgarten, 40 eine Schillerbibliothek. Mit Lehrmitteln versehen sind (öffentliche Schulen): 11 sehr gut, 13 gut, 10 genügend, 6 nicht genügend. Der Zustand der öffentlichen Schulen war nach dein Jnspektionöbefuude in 9 Schulen sehr gut, in 27 Schulen gut, in 2 Schulen genügend, in 2 Schnlen nicht genügend. Die Bezirkslehrerbibliothek (Gottschee) hatte 758 Werke, 1461 Bände, 695 Hefte; entlehnt wurden 157 Bände von 44 Lehrpersonen. Was die Anstalten für das vorschulpflichtige Alter und die Fortbildungsschulen anbelangt, so ist hier der vom Kindergarteu-vereiu erhaltene deutsche Kindergarten in Gottschee und der Kindergarten der Waisenanstalt in Gottschee zu nennen, welch letzterer mit dem Schlüsse des Schuljahres 1903/4 geschlossen wurde. Diese beiden Kindergärten wurden von 70 Kindern (35 Knaben, 35 Mädchen) besucht. Deu Unterricht an denselben erteilten zwei Kindergärtnerinnen mit Lehrbefähigungszeugnis. Ju Reifnitz besteht eine gewerbliche Fortbildungsschule in Verbindung mit der öffentlichen Volksschule; die gewerbliche Fortbildungsschule in Gottschee ist mit der k. k. Fachschule für Holzbearbeitung verbunden. Der Gesamtaufwand für das Volksschulwesen in Krain betrug im Jahre 1903/4 1,199.140 K 55 h. Die Privatvolksschule des Waisenhauses in Gottschee besuchten 170 Schüler (54 Knaben, 116 Mädchen). An derselben erteilten sechs Lehrerinnen (Barmherzige Schwestern), und zwar vier mit Lehrbefähigungszeugnis, zwei mit Reifezeugnis den Unterricht. Diese Schule ist mit Lehrmitteln sehr gut versehen; der innere Zustand der Schule wird als sehr gut bezeichnet. Der k. k. Bezirksschulrat Gottfchee hatte im Berichtsjahre 2508 Geschäftsstücke zu erledigen und hielt sieben Sitzungen ab. Die Zahl der Juspektionstage belief sich auf 65 (43 deutsche, 22 slovenische)./ Hieinit waren wir mit unserem Berichte zu Ende. Unsere : geehrten Leser würde es wohl noch mehr interessieren, über den I Zustand speziell der deutschen Volksschulen des gesamten Gottscheer Gebietes (in den politischen Bezirken Gottschee, Rudolfswert und Tschernembl) im Schuljahre 1903/4 Näheres zu erfahren. Wir werden trachten, diesem Wunsche in einer der nächsten Nummern unseres Blattes Rechnung zu tragen. Aus Siabt und Land. Gottschee. (Erneuuung.) Der Minister für Kultus und Unterricht hat den Hauptlehrer in Laibach, Herrn Professor Rudolf Peerz, zum Bezirksschuliuspektor für die deutschen Volksschulen in den Bezirken Gottfchee, Rudolfswert und Tschernembl für den Rest der laufenden Funktionsperiode ernannt. - (Wechsel im BezirkSschulinspektorate.) Herr Gymnasialdirektor Peter Wolsegger hat wegen vorgerückten Alters und Überbürdung mit Arbeit sein Amt als Bezirksschuliuspektor für die deutschen Volksschulen der Bezirke Gottschee, Rudolfswert und Tschernembl zurückgelegt und es wurde der Professor au der Lehrerbildungsanstalt in Laibach, Herr Rudolf Peerz, zu feinem Nachfolger ernannt. Die Lehrerschaft des Jnspektiousbezirkes sowie die gesamte Bevölkerung sieht Herrn Direktor Wolsegger mit größtem Bedauern von seinem BezirksschulinspektorsposteU scheiden, auf dem er durch dreizehn Jahre für die Hebung des deutschen Volksschulwesens im Gottscheer Gebiete so unermüdlich und erfolgreich tätig gewesen war. Um das höchst verdienstvolle Wirken des ausgezeichneten Schulmannes nach Gebühr zu würdigen, bedarf es keiner hochtönenden Redensarten; es sprechen die Tatsachen. In die Zeit seiner dreizehnjährigen Wirksamkeit fallen die Schulneubauten in der Stadt Gottschee, ferner in Altbacher, Lienfeld, Mosel, Rieg, Stalzern und Tschermoschnitz. Eine ganze Reihe von Volksschulen wurden erweitert und höher organisiert, so die Knabenvolksschule iit Gottschee auf fünf Klaffen, die Mädchenvolksschule in Gottschee auf vier Klaffen (nebst Parallelklasse), die Schule der Waisenanstalt auf fünf Klaffen, die Schulen in Lienfeld, Rieg und Stalzern auf je zwei Klaffen, die Volksschulen in Altlag, Nesseltal und Tschermoschnitz auf je drei Klaffen und die Volksschule in Mitterdorf auf vier Klassen. Neu errichtet wurde die eiuklassige Volksschule in Altbacher und die Schule in Obergras, welch letztere nunmehr zweiklassig ist. Die Errichtung einer Volksschule in Malgent ist behördlich bewilligt und werden bereits .wegen des Schulbaues die Unterhandlungen gepflogen. Durch die Kreierung einer slovenischen Parallelklasse in Unterdeutschau wurde es möglich, den Unterricht in der deutschen Stammklasse ganztägig zu gestalten. Die Ausscheidung der slovenischen Ortschaften aus dem Schulsprengel in Unterlag ist bereits genehmigt und in Durchführung begriffen. In Reichenau und Verdreng wurden Exkurrend»schulen errichtet. — Die Bezirkslehrerbibliothek wurde in zwei Abteilungen, eine deutsche in Gottschee und eine slovenische in Reifnitz, getrennt. Diese Maßnahme muß als eine sehr glückliche bezeichnet werden, da es in den seither abgelaufenen dreizehn Jahren niemals zu Mißhelligkeiten zwischen den deutschen und den slovenischen Lehrern des Schulbezirkes gekommen ist. Auch bei deu Wahlen in den Bezirksschulrat herrschte zwischen den Lehrern beider Nationalitäten stets ein gutes Einvernehmen, indem jedesmal ein deutscher und ein slovenischer Lehrer in gegenseitigem Einvernehmen in den Bezirksschulrat gewählt wurden. War Herr Inspektor Wolsegger so einerseits für die Aufrechthaltung eines guten Einvernehmens der gesamten Lehrerschaft des Bezirkes stets in taktvoller, erfahrener Weise tätig, so verehrten ihn insbesondere die deutschen Lehrer als ihren durchaus humanen, wohlwollenden und gütigen Vorgesetzten, der jedem gerne ein liebevoller Berater und stets bereiter Helfer war. Der Gottscheer Lehrerverein hat denn auch seiner dankbaren Gesinnung kürzlich dadurch Ausdruck gegeben, daß er Herrn Direktor Wolsegger stimmeneinhellig zum Ehrenmitglieds wählte. Die Bevölkerung des Gottscheer Ländchens wird es immer dankbar anerkennen, daß der scheidende Herr BezirkssMilinspektor einen so ausgedehnten und wegen des großenteils gebirgigen Geländes physisch sehr anstrengenden Bezirk, der selbst an einen Mann in jüngeren Jahren keine geringen Anforderungen stellt, mit solcher Umsicht, Ausdauer und Hingebung versehen hat. Durch die eifrige Hebung und Förderung, die Herr Direktor Wolsegger unserem deutschen Schulwesen, dessen „getreuer Eckart" er war, stets angedeihen ließ, hat er sich den Anspruch auf dauernden wärmsten Dank erworben, den wir ihm hiemit öffentlich aussprechen. Der Amtsnachfolger im Bezirksschnlinspektoräte, Herr Professor Rudolf Peerz, ist Leiter der „Laibacher Schnlzeitung", genießt als pädagogischer Schriftsteller eines vorteilhaften Rufes und hat sich insbesondere um die Hebung der Unterrichtsmethode an einklassigen Volksschulen (Abteilnngsunterricht) anerkannte Verdienste erworben. Als unser Landsmann kennt er Land und Leute in Gottschee, was ihm in seinem neuen Amte gewiß zu statten kommen wird. Möge es dem neuen Herrn Inspektor beschicken sein, für das Schulwesen unserer engeren Heimat eine recht gedeihliche und ersprießliche Tätigkeit Zu entfalten! — (Schillerfeier am Gymnasium.) Die Feier des Gedenktages unseres unsterblichen deutschen Dichters wurde am 9. Mai am hiesigen Gymnasium in würdiger Weise begangen. Um 8 Uhr vormittags versammelten sich die Schüler der Anstalt mit dem Lehrkörper im festlich geschmückten Zeichensaale vor dem Bildnisse Friedrich Schillers. Herr Gymnasialdirektor Peter Wolsegger eröffnete die Feier durch eine tief empfundene Gedenkrede und erläuterte den Schülern die Bedeutung des Gedenktages und die Bedeutung des großen Dichterfürsten für die deutsche Literatur und für die Weltliteratur. Hierauf wechselten Deklamationen Schillerscher Gedichte mit Gesangvorträgen, welch letztere vom Schülerchore unter Leitung des Gesanglehrers Herrn Friedrich Kaucky mit schönem Verständnisse zu Gehör gebracht wurden. Das Programm umfaßte folgende Nummern: 1. „Schützenlied" (Chor). 2. „Wohltätig ist des Feuers Macht" (aus Schillers „Lied von der Glocke"). 8. „Der Alpenjäger", Deklamation. 4. „Reiterlied" (Chor). 5. „Die Bürgschaft", Deklamation. 6. „Der Taucher", Deklamation. 7. „Frühlingslied" (Chor). 8. „Der Ring des Polykrates", Deklamation. 9. „Schwertlied" von Körner (Chor). — In ähnlicher Weise wurde, wie uns mitgeteilt wird, auch an den anderen Schulen unserer Stadt die Gedenkfeier des hundertsten Todestages 'Schillers begangen. — (Bahnhofrestauration.) Das Eisenbahnministerium hat die Errichtung einer Restauration am Bahnhofe inGottschee genehmigt. Dieselbe - wird in den ebenerdigen Räumen des Aufnahmsgebäudes (rechter Flügel) untergebracht werden und auch mit einem kleinen Gastgarten verbunden sein. Restaurativnspächterin wird, wie wir hören, die Gastwirtin Frau Christine Hönigmann sein. — (Kohlenwerk.) Der Bau des neuen Kohlenseparationsgebäudes ist vollendet und wird dessen technische Kollaudierung am 25. d. M. stattfinden. — (Geschw vrnenauslosung.) Für die am 5. Juni d. I. beim Schwurgerichte in Rudolfswert beginnende zweite Schwurgerichtsperiode wurden u. a. folgende Gottscheer zu Hauptgeschwornen ausgelost: Andreas Spreitzer, Realitäten- und Sägemühlenbesitzer in Altsag; Franz Fink, Gemeindevorsteher, Zimmermeister und Realitätenbesttzer in Büchel bei Pöllandl; Josef Knaus, Besitzer in Obrem. — (Hausiergesetz.) In der Sitzung des Reichsrates am 13. Mai kam das Hausiergesetz zur neuerlichen Verhandlung, welches das Herrenhaus bekanntlich in einigen Punkten abgeändert hatte. Berichterstatter Foerg empfahl die vom Gewerbeausschusse vorgeschlagenen neuerlichen Abänderungen des Herrenhausbeschlusses zur Annahme. Es handelt sich hiebei hauptsächlich um den § 12 der Gesetzvorlage (Verbot des Hausierhandels in Städten usw.). Abgeordneter Hofmann v. Wellenhof hob hervor, daß dieser Paragraph (der übrigens glücklicherweise Gottschee nicht berührt) der springende Punkt der ganzen Vorlage sei und empfahl die Fassung des Gewerbeansschusses zur Annahme. Im gleichen Sinne sprachen die Abgeordneten Erb, Schlegel, Wilhelm, Pommer, Pacher und Sch eich er. Das Haus lehnte die Fassung des § 12 nach dem Herreuhause ab und nahm die strengere Ausschußfassung an. Hiebei sei bemerkt, daß den Hausierern aus den sogenannten begünstigten Gegenden hiedurch keinerlei Nachteil erwächst, sondern eher ein Vorteil, da in Städte und Gemeinden mit Hausierverbot künftighin die Hausierer im allgemeinen keinen Zutritt mehr haben werden, während den Hausierern aus den begünstigten Gegenden das Hausieren auch in solchen Städten und Ortschaften unbenommen bleiben wird. Den für Gottschee ausschlaggebenden und entscheidenden § 16 des Hausiergesetzes, welcher die besonderen Begünstigungen für einzelne Gegenden und Bezirke betrifft, empfahl Berichterstatter Foerg in der Fassung des Gewerbeansschusses, welche sich von jener des Herrenhauses hauptsächlich dadurch unterscheidet, daß der letzte Absatz des Paragraphen, welcher dem Handelsministerium das Recht einräumt, Hausierbegünstigungen auch den Bewohnern anderer als im Gesetze angeführten Gegenden zu erteilen, gestrichen werden soll. Von einem Abgeordneten der deutschen Volkspartei wurde der Antrag gestellt, die Hausierer aus den „begünstigten" Gegenden bezüglich der Hausierbewilligung wieder an das Wohlwollen und die Gnade des Handelsministers anzuweisen und ihnen das nach schwerem Ringen zn-gestandene Recht der Hausierbewilligung im ganzen Staatsgebiete wieder zu nehmen. Glücklicherweise fand dieser Antrag keine Annahme. Nach längerer Debatte wurde der § 16 in der Ausschußfassung angenommen, sodann wurden auch die übrigen Paragraphen des Gesetzes angenommen und schließlich das ganze Gesetz auch in dritter Lesung genehmigt. Das Gesetz wird nun abermals an das Herrenhaus zurückgeleitet werden. 'Psjö (Märkte in Kretin vom 20. Mai bis 4. Juni.) Am 20. Mai in Mösel; am 22. in St. Lambert; am 25. in Malgern, Mannsburg, Zoll bei Wippach, Scharfenberg (Bezirk Littai); am 27. in Unterdeutschau; am 29. in Oberlaibach und Neumarktl; am 2. Juni in Schwärz und Möttnig ; am 5. in Obergras und Jllyrisch Feistritz. Witterdors. (Personalnachricht.) Herr Alois Erker, der heuer seine juridischen Studien beendet hat, ist jetzt bei der Bezirks hauptmannschaft Villach als Regierungskonzeptspraktikant eingetreten. — (Festlichkeiten.) Das Andenken an den größten deutschen Dichter wurde auch hier in passender Weise gefeiert. In der Schule hielten vorerst die Herren Lehrer die Bedeutung des Tages beleuchtende Ansprachen, woraus Knaben und Mädchen vor dem Schul hause Aufstellung nahmen und nach Absingung der Volkshymne zum „Brnnnwirt" marschierten. Unter Jauchzen und Singen, Deklamieren und Springen verging dort den Kindern nur zu schnell die Zeit, um so mehr als für ihren rege gewordenen Appetit in reichlicher Weise vorgesorgt worden war. Auch Erwachsene hatten sich angeschlossen und waren Zeuge des fröhlichen Treibens der Jugend. Nebst dem Lehrkörper waren der Herr Gemeindevorsteher mit mehreren Mitgliedern des Gemeinderates, der „alte" Herr Oberlehrer, der Herr Dechant, Herr Kaplan Perz, die Herren Lehrer Krauland, Kren, Rom, Herr stud. jur. Kresse u. a. erschienen. Beim zweiten Feste, das etliche Tage darauf als Jubelfest des Schulvereines in vielen deutschen Gegenden begangen wurde, hatten bei uns mehrere Häuser Flaggenschmuck angelegt; auch wurde beschlossen, eine eigene Ortsgruppe des Vereines ins Leben zu rufen. Die größte Anteilnahme erweckte aber die am 15. d. M. veranstaltete kirchliche Feierlichkeit. An diesem Tage war nämlich von der Früh bis zum Abend das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt. Der Reihe nach erwiesen die einzelnen Ortschaften in öffentlichem Gebete dem erhabensten und gnadenreichsten Geheimnisse unserer Religion ihre Verehrung. — (Vermählung.) Am 8. Mai fand in der Pfarrkirche die Trauung des Besitzers und Gastwirtes Franz Perz aus Wiudisch-dorf Nr. 31 mit Maria Kren aus Oberloschin Nr. 22 statt. Auf viele Jahre! — (Erlöst.) Die unter dem Namen „Tauteisch Mine" bekannte Gemeindearme Maria Stupica aus Ort war schon längere Jahre geistesgestört. Jetzt hat sie der Tod erlöst; am 12. Mai d. I. ist sie im Laibacher Siechenhause gestorben. — (Gut Ding braucht Weile.) Die durch Mitterdorf zur Haltestelle führende Straße ist, wie bekannt, beim besten Wetter schlecht. Beim schlechten eine Kotlache. Seit etlichen Tagen ist nun ein Teil derselben beschottert und geben sich die Passanten der frohen Hoffnung hin, daß in absehbarer Zukunft auch der restliche Teil dieses Weges noch gangbar gemacht wird. — (Hauptversammlung.) Der Bienenzucht-Zweigverein für Gottschee und Umgebung hat um 21. Mai mit 4 Uhr nachmittags im hiesigen Schulgebäude seine Hauptversammlung mit nachstehender Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht; 2. Kassabericht; 3. Bortrag „Die Bienenzucht soll Gemeingut des Volkes werden"; 4. Wahl des Ausschusses; 5. Freie Anträge. Wakgerrr. (Jagdverpachtung.) Am 9. d. M. wurde unsere Gemeindejagd neu verpachtet. Während der Pachtzins bisher 200 K betrug, ist er diesmal auf 620 K gestiegen; eine ganz nette Einnahme für den Gemeindefäckel. Pächter ist Herr Josef Röthel aus Gottschee. GöttcmH. (Bau des neuen Sägewerkes.) Der vor einigen Wochen in Angriff genommene Neubau an Stelle der früheren herzoglichen Fabrik schreitet rüstig vorwärts. Der neue Besitzer hofft bereits heuer das Nötige zum Betriebe fertig stellen zu können. An Schwierigkeiten wird es sicherlich sowohl beim Ausbau als beim späteren Betriebe nicht fehlen; andererseits bieten sich auch mehrere günstige Umstände dar, unter anderen besonders dieser, daß in den Jahren 1865 bis 1889 die Verfrachtung der Ware die große Strecke bis zur Bahnstation Rakek mittelst Fuhrwerk erfolgen mußte, während sich jetzt die Bahnstation (Reifnitz) in nächster Nähe befindet, wodurch die bedeutenden Auslagen für deu Frachtlohn wegfallen. McherMolchmtz. (Verhütetes Unglück.) Es hat nicht viel gefehlt^ und es wäre am 5. d. M. der Müller und Säger Anton Spreitzer (Rikefch) in Oberwildbach abgebrannt. Während er mit den ©einigen zu Mittag bei Tische saß, siug das Dach, wahrscheinlich aus einem durch dasselbe führenden blechernen Rauchsang, au mehreren Stellen Feuer. Unterturner Fuhrleute, die aus dem Ochsenbüchel Bauholz srachteten, fuhren um diese Zeit beim Spreitzer vorüber und machten ihn auf das Feuer im Dache aufmerksam. Mit vereinten Kräften konnte ein grvßes Unglück verhütet werden. Einige Schritte vom Haufe entfernt steht bei „Dreibrucken" eine Kapelle des hl. Johannes von Nepomuk. Sie schaute schon etwas ältlich aus. Jetzt wird sie renoviert. Vielleicht aus Dankbarkeit für das verhütete Unglück. Stakzern. (Hymen.) Herr Hans Loretitsch, Postexpeditor in Stalzern, vermählte sich am 8. d. M. mit Fräulein Valerie Pilz, Postexpedientin in Rieg. Die Trauung fand im Pfarrorte Rieg statt. Heil! Aiedertieferröach. (Hundswut.) Am 19. v. M. wurde in der Ortschaft Niedertiefenbach ein gänzlich unbekannter Hund wegen Wutverdachtes getötet. Dieser Hund hatte die Ortschaften Rieg, Unterwetzenbach, Pröse, Presnln, Ober- und Untertiefenbach durchstreift, wo er eilt fünfjähriges Kind biß, und kam auch mit den Dorfhunden in Berührung. Bei der kommissionellen Sektion des Kadavers stellte es sich heraus, daß der Hund tatsächlich mit der Wutkrankheit behaftet war; infolgedeffen wurde die Vertilgung sämtlicher Hunde in den bezeichnten Ortschaften angeordnet sowie über die Gemeinden Rieg, Hinterberg, Göttenitz, Banjaloka, Tiefenbach und Kotfchen eine dreimonatliche Hundekontumaz verhängt. HMandk. (Eine schreckenerregende Krankheit) Miliaria genannt, wütet zurzeit in unserer nächsten Nähe, nämlich in Strascha und Waltendors. Sie befällt fast ausschließlich nur Frauen. Zuerst stellt sich bei den Erkrankten heftiges Fieber ein; bald darauf bilden sich an Händen und Armen tausend und aber tausend winzig kleine Ausschläge. Nach etwa 48 Stunden zeigen sich an genannten Körperteilen schwarze Flecken, welche den unmittelbar bevorstehenden Tod anzeigen. Über 50 Prozent der Krankheitsfälle nehmen einen tödlichen Ausgang. Das Schrecklichste der Schrecken an dieser Krankheit ist jedoch der Umstand, daß ihr die Ärzte absolut machtlos gegenüberstehen. Wie die Ärzte behaupten, wäre die Ursache dieser Krankheit in der Ausdünstung des Erdbodens zu suchen. Hoffentlich wird die warme Jahreszeit diese unheimliche Krankheit, die zum Glücke nicht ansteckend wirkt, bald verscheuchen. — (Eine merkwürdige Naturerscheinung) konnte man am 13. d, M. in Steinwand, Pogorelz und Umgebung Beobachten. Über diese Ortschaften siet am genannten Tage im wahren Sinne des Wortes ein Schwefelregen hernieder. Schreiber dieses hat diese sonderbare Naturerscheinung mit eigenen Augen gesehen. Der seine Niederschlag führte einen schwefelgelben Staub (etwa wie Schwefelblüte) mit sich, der sich an Bäumen, Sträuchern, Wegen usw. ansetzte und ihnen eine schwefelgelbe Färbung verlieh. Auffallend ist es, daß diese Erscheinung in Pöllandl, Tschermoschnitz usw. nicht beobachtet wurde. Kann vielleicht ein Leser des Boten Aufklärung über diese seltsame Naturerscheinung geben? MsrMH. (Jagdglück.) Dem Herzog Ratibor gelang es vor Kurzem zwei Auerhähne anzuspriugeu und mit wohlangebrachten Schüssen zur Strecke zu bringen. Warmßerg. (Saubere Mutter!) Rosalia Kump aus Warmberg flüchtete sich nach Amerika und ließ hier drei unversorgte Kinder zurück. Aktksg. (Aus der Gemeindestube.) In der Gemeindeausschußsitzung vom 30. April wurde von der Gemeindevertretung der drei Gemeinden Altlag, Malgent und Langenton ein Friedhos-verwaltungskomitee gewählt und zwar zum Obmanne Herr Josef Maußer, Altlag Nr. 39, zu Mitgliedern die Herren Joses Kikel, Altlag Nr. 7, und Josef Hoge, Neulag Nr. 5. Gleichzeitig wurde» vom Herrn Josef Kikel für Renovierung der Friedhofsmauer 50 K, Spenden aus Amerika, übergeben. Bonseiten der Gemeindevertretung wurde hierin- der tiefgefühlte Dank ausgesprochen. Wrs«err. (Spende.) Alois Meditz aus Mraueu, derzeit in Amerika, hat unter den dortigen Landsleuten einen Betrag von 80 K für eine Kanzel in unserer Kirche gesammelt. Herzlichen Dank allen edlen Gönnern! Wermösek. (Schiller- und Maifest.) Zur Erinnerung und zu Ehren des hundertsten Todestages unseres größten deutschen Dichters Friedrich von' Schiller hat am Nachmittage des 9. Mai unsere Schulleitung, unterstützt von den beiden Herren Carniolen stud. phil. Peter Jonke und stud. jur. Hans Sterbenz, eine Schillerfeier verbunden mit einem Maifeste veranstaltet. Im Anfänge schien schlechte Witterung die beabsichtigte Feierlichkeit verhindern zu wollen, jedoch allmählich heiterte sich der Himmel aus und zeigte zur größten Freude der Kleinen und Großen sein azurnes Blau mit dem warmstrahlenden Auge der Sonne. Um 2 Uhr nachmittags versammelten sich Schüler und Schulfreunde vor dem Schulhause und zogen mit der Schnlfahne in Begleitung der Feuerwehr und der Musik hinaus in das „Staudach" auf einen günstig gewählten, sonnseitig gelegenen trockenen Platz. Die Feierlichkeit, welche sich durch den zahlreichen Besuch der Ortsinsassen zu einem wahren Volksfeste gestaltete, nahm einen glänzenden Verlauf. Vor einem blumenum-kränzten schönen Bilde des Dichters hielt zuerst der Oberlehrer Herr Matthias Krauland die Festrede an die Schüler, wobei er zugleich erwähnte und bekannt machte, daß Herr Professor Rudolf Peerz, ein Möfler, zum Bezirksschulinspektor ernannt wurde und zur Erhöhung der Schillerfeier mehrere Gedenkbüchlein: „Friedrich Schiller, Sein Leben und Wirken, von Franz Frisch", zur Verteilung an die Schulkinder als Geschenk übermittelte. Hieraus wurden von Mädchen und Knaben Gedichte und Rätsel von Friedrich Schiller in gelungener Weise zitm Bortrage gebracht und die Lieder: Jägerliedchen aus Wilhelm Tell „Mit dem Pfeil, dem Bogen", Mailied „Alles neu, macht der Mai“ und das Turnerlied „Eins, zwei, drei. hoch die Turnerei" m kräftiger Weise gesungen. Ferner wurden auch Kinderspiele aufgeführt, welche den Frohsinn auf das höchste steigerten und sogar die Erwachsenen zur Nachahmung anreizten. In den .Zwischenpausen spielte die Musik und wurden mehrere Reden gehalten, so vom Gemeindevorsteher Herrn Hans Jonke, vom allezeit beredten Herrn Andreas Swetitsch und von den Herren Carniolen find. phil. Peter Jonke und stud. jur. Hans Sterben z. Gegen Abend nach dem Eintreten der Dunkelheit inszenierte.Herr Joses Zvbl ein Feuerwerk mit Raketen und bengalischem Lichte in einer die.Erwartung aller übertreffenden Weise. Daö so herrlich verlaufene Schiller- und Maifest, wobei die reiche Bewirtung der Schulkinder nicht unerwähnt bleiben darf, wird in den Herzen der -Kinder unauslöschlich eingeschrieben bleiben. Mögen sie sich'aber auch erinnern an die Opferwilligkeit der Schulfreunde, welche durch ihre Beiträge die Abhaltung des Festes ermöglichten. — (St erbe fall.) Nach langer Krankheit entschlief selig im Herrn am 13. b. M. der infolge seines sanftmütigen und ruhigen Wesens allgemein beliebte 35jährige Herr Heinrich Jonke, von Profession ein in der k. k. Fachschule für Holzindustrie in Gottschee | ausgelernter Schnitzler. Als solcher war er volle acht Jahre in ■ Amerika tätig und erwarb sich durch den reichlichen Verdienst ein kleines Vermögen, zog sich aber ein Lungenleiden zu. Durch zwei i lknhre bekleidete er dahier die Stelle eines Wehrhauprmailnstellver-treters, weswegen ihm am Tage des Begräbnisses, am 15. b. M., die löblichen Feuerwehren Obermösel, Reintal und in löblicher j Weise auch die stramme Feuerwehr ans Gotischer das letzte Geleite ' gaben. Der Kondukt, der sich vom Sterbehause Nr. 38 in die Pfarrkirche, wo die erste, und hierauf auf den Friedhof, wo die zweite Einsegnung der Leiche stattfand, in langer Reihe erstreckte, gestaltete sich zu einem besonders imposanten durch den choralmäßigen Trauermarsch, gespielt von der hierortigen Musikkapelle, und durch j die schönen von der Familie Jonke, der Anverwandtschaft Tomitfch i und Satter in Gottschee und der Feuerwehr Mosel gewidmeten I Kränze, welche von einigen Feuerwehrleuten dem Sarge vorangetragen wurden. Herr Andreas Swetitsch hielt dem Verblichenen an dessen Grabe im Namen der trauernd Hinterbliebenen Familie, und An-verwandtschaft und der Feuerwehr Obermösel einen warmen Nachruf I und die in lobenswerter Weise von Gottschee erschienenen Sänger | brachten unter der bewährten Leitung des Gesangmeisters Herrn | Kančki) einen ergreifenden Trauerchor zum exakten Vortrage. In ! das schöne Haus, welches sich der Verstorbene erbaut hatte, konnte I er nicht mehr -entziehen, obwohl es sein innigster Wunsch war, wenigstens einen Monat darin zu wohnen und dann zu sterben. Möge ihm dafür der liebe Gott im Jenseits eine schönere Wohnung verleihen. R. !. P. .Laibach. (Todesfall.) Wie bereits gemeldet, starb am 2. Mai nachts hier nach langwieriger Krankheit der pensionierte k. k. Übungsschullehrer Herr Johann Eppich im 71. Lebensjahre. Er war in Ebental, Bezirk Gottschee, im Jahre 1834 geboren, studierte in Laibach, diente kurze Zeit als Supplent an der Volksschule in Vodice, dann als Unterlehrer in Bischoflack und erhielt 1858 eine lluterlehrerstelle an der k. k. Hauptnormalschule zu Laibach. Im Jahre 1871 wurde er zum Lehrer an der Übungsschule der k. k. Lehrerbildungsanstalt iit Laibach ernannt und blieb in dieser Stellung bis Ende Juli 1899, zu welcher Zeit er nach 46jähriger erfolgreicher Lehrtätigkeit über eigenes Ansuchen in den dauernden Ruhestand versetzt wurde. Er fungierte viele Jahre als k. k. Bezirksfchulinspektvr, zuerst für den Schulbezirk Littai, dann für jenen in Loitsch; auch versah er durch nenn Jahre die Stelle eines Prüfungskommifsärs für allgemeine Volks- und Bürgerschulen in Laibach. ' Er war Besitzer der Kaiserjnbiläums-Medaille und der Ehren-Medaille für vierzigjährige treue Dienste. Eppich war ein strebsamer, diensteifriger Lehrer, zuvorkommend, freundlich und lebte nur seinem Berufe. Merrrnarktk. (Schiller- nndSchulvereinsfeier.) Samstag, den 13. Mai, fand hier eine Schiller- und Schnlvereinsfeier statt, die einen sehr würdigen, erhebenden Verlauf nahm. Einen näheren Bericht bringen wir in der nächsten Nummer. Amtliches. Tehrerstellen: An der einklasstgen Volksschule in Anterwarmberq ist du Lehrer und Leiterstelle, an der dreiklassigen Volksschule in Ältkag eine Lehrerstelle zur definitiven, eventuell provisorischen Besetzung ausgeschrieben. Gesuche um erstere sind bis 10. Juni beim k. k. Bezirksschulrat Rudolfswert, um letztere bis 15. Juni beim k. k. Bezirksschulrat Gottschee einzubringen. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene KlembriidJeile ober bereu Haurn J5 Beller, bei mehrmaliger Einschaltung \2 Beller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Jahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch bas ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Ein-chaltung zu erleget#' Es wirb höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets aus den „Gotische er Boten" zu beziehen. Wiener Schneiderin empfiehlt sich den geehrten Damen zur Anfertigung von Blusen und Kleidern. 29 (4—1) Witterdorf öci ÄolMee Mr. 21. Haus Nr. 52 arnd Das berühmte Oberstabsarzt und Physikus Dr. G. Schmidt- !schc Gehör-Öl O2-3) beseitigt schnell und gründlich temporäre Taubheit) Ohrenfluß, Ohrensausen u.Schwerhörigkeit selbst in veralteten Fällen. Zu beziehen ä K 4 pr. Fl. m. 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