rr 2 Des Titus Dio Kaßius Kokkejanus ehemaligen Bürgermeisters in Rom Römischer Geschichte von der Ankunft des Aeneas in Italien, bis auf die Regierung des Kaiser Alexander Severus Aus dem Griechischen übersetzt und mit Scholien versehen von Abraham Jakob Penzel. «H —- - .. M '- Des zweyten Bandes andere Abtheilung Erste Hälfte Augustus Kaiser oder des Kaffianischen Textes fünf und vierzigstes bis und mit dem fünfzigsten Buche. 7m ca/m /Ä/ace;, /o»-r»»a , canrarno/, lie Meurer e r^ocm; rm ^>oca/, 7" /01 e» r« , 0L -77--- '- -.-V — Leipzig, im Schwickertschen Verlage, 1799. Text des Dio Kassius Zweyter Ban- Andere Abteilung erste Hälfte AugustusKaiser An die FreyheLt Eine Elegie D e m König von Preussen gesungen Triefte den ibten März 1799. F'o»- e/ e» /-25 e/ o /'»r- e/ e,r e/ e/ »n r/e»e /'a^c-r /---»> 0»-. linseclkg Mittelding reu Engeln und rem Vieh, Du rühmst Lis Freyheit stets, und du erkennst sie nie. Hreyheit, Göttinn, Du bist die erstgcbohrne des Himmels, Unterscheidest allein Engel und Menschen vom Vieh! Denn der duldsame Stier, ob an des Nilus Gestaden Er vom Volke verehrt, und von Priestern bedient, Göttcr-Aussprüch' ertheilt und wohnet in goldenen Halleti, Feist vom Marke des Lands, und seinem Fetten genährt! Ader ob er gespannt am Pflug die Erde durchschneidet, Und bey schmahliger Kost Schlage duldet und fühltj Und das wiehernde Roß, ob cs den Helden des Tages Rings mit Lorbeern umkranzet vom Pöbel begafft, Oder des Dienergefolges einen der niedrigsten trüget, Ihm ist alles nur eins; denn, vom Olympus gesandt, Hast Du, himmlisches Kind, nie auf ihn nicdergcblicket, Und Jehovah ihn nie bessern Welten ersehn. Was der mahlenden Hand der Pinsel, die Feder dem Dichtet, Was dem Helden das Schwerdt feiler Gedungenen ist, Ist dem schlechtesten Mann das Vieh vom Himmel verworfen, Denken welches nie kann, welches immer nur folgt- Aber die wir von ihm unsterbliche Seelen empfingen, Minder als Engel zwar sind, aber doch über das Vieh, O der Schande, wenn wir in Händen des Künstlers nur Pinsel, Wen» wir nur Schwerdt in der Hand wilder Eroberer sind. In der Geschichte zwar lebt Alexander und Timur und Nadir, Aber Scharten von Tod, tiefe Verschwiegenheit deckt Jeden Namen des Manns, der, sie unsterblich zu machen, Blut verschwendete erst, Krüppel ward, bettelte dann. Aber wo find' ich Dich denn? Du, die Du die Erde beseeligst? Find' ich im Pantheon Dich, öder im Felde des Mars? Lachende Freude, Du fliehst die Hallen, wo man Dir fröhtztt, Bist im Redoutensaal nicht , wirst nicht erkaufet für Geld, Schleichst auf Wiesen umher und wohnest in ländlichen Hütten! Froh und fröhlich ist der, der es nicht wähnet zu ftyn!! Göttin Freyheit und Du ? — Da wo fünfhunderte zanken Göttinn, fänd' ich Dich da? Fand' ich im Pantheon Dich ? Keine Dryas belebt den Baum, der entwurzelt und einsam Sonder Blüthen und Frucht keinen Schatten gewahrt.— Lächelnd schwebest Du fort, läßt die fünfhundcrke zanken, Lachst des erkünstelten Daums, lachest der Kappe, des Du! Lächelnd schwebest D» fort, um von dem Riemen zum Rheine, Wo Dein Name nicht tönt, glücklich zu machen ein Volk, -Welches in Deutschland das erst', Athen im Frieden, und Sparta, Mik gekräuseltem Haar, Sparta ist es im Krieg! Friederich Wilhelm, Du bist's, den diese Göttinn belebet, Du der König, durch den sie Deine Lander regiert! Junger König, D u hast längst schon mit Blumen bestreuet Jeden fclstgtcn Weg, welcher zur Frenheit hinführt. Scelig, seelig der Mann, der in Borussteus Fluren Aus der Freyheit der Zeit über in ewige geht. Glückseeljg Volk, dem Gott zum König ihn verlieh, Es fühlt des Weisen Schuh, hat Freyheit, kennt nur Güte, Und spürt die Last des Sceptcrs nie: Schreiben an Herrn Siegmund Baron Zoys in Laybach. Statt einer Vorrede. Unmöglich, mein tvetthester Herr und Freund, kann es Ihnen mißfällig seyn, wenn ich an der Spitz' eines Buches, das sein gedrucktes Da- seyn eigentlich nur Ihnen und Ihrer gütigen Ver¬ wendung zu danken hat, die Versicherung gebe — eine Versicherung, die Ihnen um so weniger schmeichlerisch oder eigennützig vorkommen wird, je weniger unsere Verhältnisse vermählen mich auch nur zur kleinsten Schmeicheley, auch nur zum mindesten Eigennutz berechtigen könnten — wenn ich Ihnen, sag' ich, die ungeheuchelte wahre Ver¬ sicherung gebe, daß ich wahrend meines fünfjäh¬ rigen Aufenthalts in Laybach auch nicht einen ein¬ zigen kennen gelernt, dessen Umgang mir ange¬ nehmer, werrher und lehrreicher als der Ihrige gewesen wäre. Empfangen Sie also mit heiterer Stirne hier ein Geschenk gedruckt zurück, was Sie mir 1795 handschriftlich machten. Ihre Beschäftigungen werden Ihnen kein' aufmerksame Prüfung deffel- ben verstatten; Ihre Freundschaft für mich wird Sie verleiten, es gut zu heißen, ohne lange zn forschen und zu prüfen: Erlauben Sie mir also, mich über den innern Inhalt desselben gegen Sie entbusemen zu dürfen. Diejenigen, denen der nun schon langst ver¬ gessene erste Lheil dieser Übersetzung bekannt X ist, wissen ohngefehr, aus welchem Gesichtspunkt sie gegenwärtigen zweyten zu betrachten haben; weil ich mich darüber in der Vorrede zum ersten Band, so bestimmt als möglich war, geäußert habe. Nicht für Lohn flüchtige Fabrikcnwaare hin zu schleudern; nicht deutschen Lesern eine Rö¬ mische Geschichte zu liefern, so wie sie Dio ohn- gefehr geschrieben haben könnte, war mein' Ab¬ sicht. Nein, ich wollte jedes Wort abwägcn, und meinen Lesern mit der größesten Treue alle das wieder sagen, was Dio Griechisch gesagt und ge¬ dacht hatte. Mein' Uebersetzung mußte dadurch steyltch ein etwas steifes Ansehn bekommen: aber sie war ja auch nicht gemacht, um auf Damen- toiletten, oder auf den Putztischcn junger, mü¬ ßiger Kavaliere zu paradiren; siesollceGriechische Sprachkunde, Kenntniß der Römischen Geschich¬ te, Geographie, Aljerthümer und dergleichen verbreiten. Die Uebersetzung selbst war so zu sa¬ gen nur Vehikel, dies thun zu können; und kurz — ich habe dies schon in der Vorrede zum ersten Bande gesagt — sie sollte der Pendant zu Rei¬ chards Dollmetschung der Brief' an Altikuö seyn. Langsam zu arbeiten gewohnt, und, wie mein schnellarbeitender Vorgänger Holz mann, vom Schicksal verfolgt, und zu tausend angeneh¬ men und unangenehmen Arbeiten verdammt: ver¬ zögerte sich die durch den seligen Büsching früh genug bekannt gemacht' Uebersetzung desDwwelt länger, als ich solches selbst gehofft oder auch nur gedacht xr gedacht hatte. Die Uebersetzerfakn'k zu Frankfurt fand indessen am Dio emen sehr wohl kaikulirten Meßartrkel. Konrektor Wagner ,n Mer¬ seburg, der ebendamahls am Markte müßig stand, ließ sich dingen; und sein' Ueverfttzung er¬ schien vrel früher als die, schon seit 17L9 ange- kündigte, meinige. Ich ließ dieses gut seyn; denn wirklich Herr Konrektor Wagner und ich, wir waren einander nrcht im mindesten im Wege. Sein' Absicht war, einen gangbaren Meßartikel hinzuschludern: die meinige, em Buch zu liefern, das jedem künftigen Uebersetzer oder Interpreten Dions, e? mochte nun in einer Sprache, in weicher er nur immer reibst wollte,schreiben, unentbehrlich seyn sollte Ich be¬ kümmerte mich so wenig um Herrn Wagner und fernen Dro, daß ich, alö der erste Band gedruckt ward, selbigen gar nicht einmahl gejehn hatte. Herr Friedrich Nicolai m Berlin, der um deutsche Lttteratur so ausgezeichnete Verdien¬ ste hat, ist der älteste aller meiner lrtteramchen Freunde. Er gab l eine kleine Sammlung von Gedichcchen heraus, die mich zum Verfasser hatten, und un sechzehnten, siebzehnten und achtzehnten Jahre meines Lebens waren geschrie¬ ben worden. Diese Gedichtchen wurden in der allgemeinen Bibliothek sehr vorcherihaft veur- theilt; und noch weit mehr dis um fünfIahr spa¬ ter erschienene Übersetzung Skrabvns Inzwischen wandelte Herrn Friedrich Ni¬ kolai dm wunderbare Thorheit au, überall Ka¬ tholiken zu rrechen, sich selbst zum Wachter von b XU Zion zu bestellen, und wie Ajax, Telamons Sohn, mit Schaaftn, oder wie der seelige Don QmxoLe mit Windmühlen zu fechten. Ich schrieb, aufPrwatveranlassung, meinen in der akademi¬ schen Buchdruckerey zu Krakau gedruckten: Ver- nünitizen Vertuet über 6re Orunü^abrbeiten üs5 cbrililmtüoIllLben (Glaubens; ein Buch, wel¬ ches, ob es schon mir Approbation der rheologi¬ schen Fakultät zu Krakau gedruckt ward, doch so sehr wenrg im Geist des Katholicismus geschrieben ist, daß man den Debit desselben verbot, und vielleicht kaum dreyßig Exemplare davon nach Deutschland gekommen sind. Doch, dem sey nun wie ihm sey; Herr Ni¬ kolai erhielt ein Exemplar desselben durch mich selbst, und nun erfolgte eine Recension desselben länger als das Büchlein — dessen wahren Zweck man ohnehin verfehlt hatte — selbst. Und von dieser Zeit an war ich in den Augen der Nrkolaiten ein Greuel. Man vergleiche die Recensionen mei¬ nes Büchleins cie M-r-? und mein' Uebersez- zung des Dio Kasslu s, mit denen der Ä-Le» L/m-M und des Strabo, und urtheile dann selbst, ob mcht bey jenen Partheyiichkeit die Feder geführt haben müsse. Mochte sie doch das thun! Mochte man doch in der Allgemeinen Deutschen Bibliothek noch so wegwerfend von mir und meinen Arbeiten urcheilen; rmch hätte dies alles nichts, oder doch nur sehr wenig gekümmert. Die Allgemeine Deut¬ sche Bibliothek ist durch sich selbst verdammt, nur xieLL äu jour zu sepn, und keinen Anspruch auf XIU Merarische Dauer machen zu können. So we ig wa jetzund den Werth von Morhofs Polyhi- stör und Tenzels monatlichen Unterredungen bestimmen werden: so wemg wnd der Litteraror des künftigen Jahrhunderts nach der allgemeinen Blb iothek greifen, um aus ihr den Werth mei¬ ner U-.be, sttzung zu bestimmen. Ader nun kommt derKvryphaus aller Kom- pilatorm, HerrHofrath Harles m Errangen, der ein den Jahrhunderten trotzendes, immer be- rathfragtes Werk drucken läßt: Oi Eo- t/röcamFEcE, wo es ihm, rn einer Note, kurz und gut zu sagen beliebt: daß Herrn Wagners Ueber- setzung weit besser als die meiiriae sey. Stolz auf das, was ich geleistet, und Wagners Arbeit ge¬ prüft habend, würd' ich nicht ein Wort darüber sagen, sondern lächeln, wäre dies Herrn Harles eigenes Urtheil. Allein dies ist es nicht; er schreibt, ohne zu untersuchen, der Allgemei¬ nen Deutschen Bibliothek nach: ur-dda sein Werk bleibend ist, und, seiner innern Be¬ schaffenheit nach, noch nach Jahrtausenden exifti- ren wird, wenn mein Buch entweder nicht mehr ist, oder, wenns hoch kommt, von den Biblio¬ graphen nur so angeführt werden dürfte, wie wir jetzmid Hedion nennen: so hat er mich dadurch unverschuldet auf Jahrtausende am litterarischen Pranger gestellt. Freylich ist dieses eine Kleinigkeit! Homer und Horaz; Haller, Milton und Voltai¬ re brennen, trotz allem ihren Schriftstellerruhm, in der Hölle: und mir, der ich eben dahm zu XIV kommen verdammt bin, wird es wohl wenig Linderung meiner Pein seyn, ob das Publikum nach tausend Jahren sagt: Ob ich oder Konrek¬ tor Wagner den Dio besser übersetzt habe. Doch dem sey nun wie ihm seyl Es ist Ei¬ genheit der menschlichen Nalur, gut gearbeitet haben zu wollen, und dieses um desto mehr, je mehr wir uns bewußt sind,. Zeit und Fleiß auf- gewendet zu haben. Ich kann also nicht leugnen, das absprechend' Urtheil des Herrn Hoftalhs über den wcnrgen Werth meiner Übersetzung m Vergleichung mit der Wagnerischen brachte mich auf; und ich beschloß also, jene selbst zu le¬ sen und zu prüfen. — Ich würde dies m jedem Fall gethan haben; aber so wie ein Gelehr¬ ter den andern behandeln muß. Da mein' Übersetzung viel früher, denn vreftinige verfertigt worden war, so würd' ich sie mit der meinigen verglichen; sie da, wo ich sie besser zu seyn ge¬ glaubt, stillschweigend benutzt, nie aber die Schwa¬ chen derselben aufgedeckt haben. — Denn, um aller Welk, was kann wohl die Gelehrsamkeit ge¬ winnen, wenn Wagner zeigt, baß Penzel schlecht übersetzt hat, oder umgekehrt? — Allein jez- zund kam es darauf an, jenes m ein monumen- rum aere perenmu^ hingeschludert' Urtheil zu wi¬ derlegen. Ich ward also nothgedrungen am Herrn Konrektor der alte Noah, der die Schande sei¬ nes jüngstgebohrnen Sohnes aufdeckte. Und sollte meinem jungen Cham dies eben so mrß. fallen, als dem alten Noah die Verspottung sei¬ nes Sohnes mißsiel, nun so schreib' er solches em- XV zig und allem der dienstfertige, auf meine Ko¬ sten geschehenen Lobeserhebung des Herrn Harles zu, und sey überzeugt, daß ich, ohne so persönlich aufgefordert morden zu seyn, nie die mindeste Notiz weder von ihm noch von seiner Ue- bersetzung genommen haben würde. — Uebrigens glaub' ich in Herrn Wagner nie den Menschen, nur den Gelehrten beleidigt zu haben. Mein Handschuh liegt da! Auch ich habe Blößen ge¬ geben, auch ich habe Schwachen, und es soll, nur sehr lieb seyn, wenn sie mir Herr Wagner, mit eben so wenig Schonung als ich ihm die seinigen, aufstechen will. Der Geist meiner Noten ist der nemliche ge¬ blieben, der er im ersten Bande war. — Ich habe keine deutsche Receusion des ersten Bandes als die kurze gelesen, so in der A ll g e m e i n e n D eut- schenBlbliothek stand; wohl aber eine fran¬ zösische im^-x^ wo man denn auch höchst mißvergnügt mit dem Ton ist, in dem ich von jenen alten patriotischen Römern rede, und wo man solches einem Wrdersprechungsgeiste, einer Liebe zum Sonderbaren zuzuschreiben schien. Mir ist wohl sehr wenig daran gelegen, was man in Brüs¬ sel von mir denkt und schreibt: aber vermuthlich war jen' Anzeige nur das Kelume der G öttin- ger Zeitungen, die ich leider! seit 1784 nicht mehr lese, und die für mich ein höchst respektables Tnbunal der Gelehrsamkeit sind. Ich muß also noch einmahl alle das wiederholen, was bereits in der Vorrede zum ersten Bande gesagt worden ist. — Mein Handschuh liegt da! Man ver- XV! Lheidige Kikero und die andern adeln, großen Römer, wie sie nur immer heißen mögen: und ich bin ver erste, der widerruft. Nur nicht sn- tece6enrium more! — — An Hülfsmrtteln zur Ausarbeitung meiner Anmerkungen har es mir bey diesem zweyten Ban¬ de noch weniger als bey dem ersten gefehlt. Nur Appianus, den ich in den ersten, noch zu K ra¬ kau geschriebenen Bogen, nach der Schweig- häu forschen Ausgabe benutzen konnte, war mir in Laybach verjagt, und ich mußte mich mit einer M n lateinischen Ueversetzung, die ich Ihrer Gewogenheit verdankt", behelfen. — Zonaras und Kedrenus, die ich nicht selbst besaß, er¬ hielt ich aus der Bibliothek der E.E W. W.V Ä. Fra ziskaner, deren Superior der Bruder eines meiner innigst verehrtesten Laybacher Freunde, des Hrn. von Wallensberg ist.Die Allge¬ meine Weltgeschichte benutzt' ich aus der Bibliothek des Herrn Gubernialrath von Bus¬ seti; und Ferguson, der gleichfalls nicht in meiner kleinen Sammlung befindlich war, vom damahligen Rektor unsers Lycei, Herrn D. G r os- saner, der nun schon in der Ewigkeit ist — stt illi rerra leui8!- Ich dacht', ich hätte jetznnd so ziemlich eine Merarjsche Beichte über alle das abgelegt, was ich habe thun wollen. Nichts ist also mir noch übrig, als meinen Lesern Rechenschaft zu geben, wie denn der Drucker das, was ich habe thun wollen, ausgeführt hat. Allgemein zu reden, sind weniger Druckfeh¬ ler vorhanden, als ich fürchtete. Ich habe die XVII beträchtlichsten derselben hinten am Ende ange- zeigr; doch hab' ich, Zeit und Papier zu sparen, und weil ohnehin selbige jedem Leser alsofort in die Augen springen, jene nicht mit aufzeichnen mögen, wo sich der Fehler alsofort jedem Leser durch sich selbst verrath: z. B. Er gab jeden Mädchen. Ich muß jetzund noch mit einer Vorklage zu¬ vor kommen. Es sind eine große Menge Latei¬ nischer, vorzüglich aber Griechischer Stellen, aus Schriftstellern aller Art angeführt worden, die alle mit emander, bis auf einige sehr wenige, um korrigirt geblieben sind. Ich konnte theils ver¬ mahlen auch nicht eine der angeführten Schrift-- stellen mit dem Original vergleichen — und oft laßt sich ein falschgeschriebenes Wort ohne dieses Hülfsmittel gar nicht verbessern — theils könnt' ich der Korrektur nur - einige wenige spat' Abend¬ stunden gönnen: und leider sind mein' Augen so schwach geworden, daß ich bey Kerzenschein auch kein' einzige der angeführten Griechischen Stellen habe lesen, und dem zufolg' auch nicht korrigiren können. Diejenigen Leser, welchen nut den um tengesetzten Griechischen Stellen gedient ist, wer¬ den sie sich selbst, auch ohne mühsames Vorbuch- stabiren, zu verbessern im Stande seyn: und de¬ nen, so mit diesen Stellen nicht gedient ist, dürf¬ te eben so wenig mit der Korrektur derselben ge¬ dient seyn. Sie sind also so, wie sie aus der Hand des Leipziger Korrektors kamen, geblieben. Im vier und siebenzigsten Hauptstück. des sieben und vierzigsten Buchs, wo die Unterlieh- XV IN mungen des Brutus und Kassius in Asim beschrie¬ ben werden, halt' lch vielleicht Gebrauch von den noch vorhandenen Briefen des Brutus machen sollen. Es ist wahr, ich würde diese höchst un- wrchkigen Briefe in ganz Laybach nicht angetrof- fen haben; allein auch in diesem Falle halt' ich wenigstens meine Begierde, sie benutzen zu kön¬ nen, rn den Anmerkungen anzeigen sollen. Ich ' will also aufrichtig seyn, und unverholen gestehn, daß, durch ein mir unbegreifliches Vergessen, mir, bey Verfertigung meiner Noten, die Briefe des Brutus auch gar nicht emmahl eingefallen sind. Auch waren sie es, vhn' einen ganz besonder» Um¬ stand, wohl noch jetzt nicht. Erne Griechische Dame der hiesigen Stadt, die sich nicht auf ihr New Griechisch emschranken wollte, und Ana- kreon, Aristophanes, Heliodor und A- chrlles T atius, eberr so wie das lesen zu können wünschte, bat mich um einiZe Stunden in der Sprache des alten Griechenlands Unterricht. Man schlug mir zu diesem Behuf ein zum Unterricht im All-Griechischen, unter den Neu- Griechen allgemein bekanntes Buch vor, die En- cyktopadre des Patu sa, wo sich im ersten Band, unter den vermischten Briefen, auch ernige der Briefe des Brutus befinden. Uebrigens haben meine Leser durch diese Fahrlässigkeit nichts ver¬ loren. Da sehr wenig Kenntniß des Griechischen dazu gehört, einzusehn, baß Brief' und Ant¬ worten von einer und der nemlichen Feder, und also das Machwerk irgend eines neuen Sophisten sind: so würben sie keinen historischen Glauben XIX verdienen, gesetzt auch, sie sollten uns merkwür¬ dige Data zur Geschichte der asiatischen Expedition des Brutus liefern. Allein auch dies thun sie nur höchst sparsam und in sehr unbedeutenden Din¬ gen, wre folgender kurzer Auszug, — dessen hi¬ storische Gewißheit ich übrigens gar nicht verbür¬ ge — hinlänglich darthun wird. — Die Einwohner von Pergamus hat¬ ten den Dolabella unterstützt — Xanthus auf die allergrausamste Weise verheert, und Pa¬ tara freundschaftlich behandelt, (welches sich doch nicht völlig mit Dions Nachrichten reimt.) Damasippus, ein Seeoffizier der Rhodiser, hatte sich nach dem Untergang der Rhodrsischen Flotte in den Hafen von Patara geflüchtet. — Von den Lykiern heischt er Belagerungsmaschinen. — Doch ich setze dieses Excerpiren nicht fort!— Wozu hilft es, höchst unbeträchtliche historische Data niederzuschreiben, deren Gewißheit man niemahls verbürgen kann; und von denen einige sogar der vestgegründetern Geschichte offenbar wi¬ dersprechen? Note 2819 ist ein Fehler, der so beschaffen ist, daß ich wahrlich nicht weiß, ob ich mich über ihn ärgern oder ihn belachen soll. Die Sache be¬ träft eine Rechnung. Hoffentlich trauet mir jeder zu, daß Arithmetik gerade die Wissenschaft nicht ist, in welcher ich excellire. Mich nicht in meinen philologischen Schreibereyen zu zerstreuen, halt' ich alle, zu dieser Note gehörigen Nummern in disnco gelassen, in der Vesten Entschliessung, sie bey der ersten freycn Stunde vollzufüllen. Diese XX kam nicht; die Rechnung ward vergessen, und daLBuch nach Leipzig geschickt, ohn' irgend das Leergebliebene ausgefüllt zu haben. Nun ist zwar die Rechnung nicht schwer, und es hatte sie mein Herr Korrektor in Leipzig mit sehr leichter Mühe vollfüllen können: werl er nun aber svla)es nicht gethan hat, so muß ich wohl die Rechnung selbst hersetzen: Tausendmahl zehntausend, oder zehn Millionen (io,000000) Drachmen, machen eine Million Thaler; und dazu siebenhundert fünfzig Myriaden addirt, machen eine Million siebenhun- dertfunfzigtausend Thaler, und weiß ich nicht, wo die drey Millionen fechshundert fünf und sieb¬ zig tausend Thaler Herkommen. — Aber, wie ge¬ sagt, ich bin nicht dieses im Stande zu berechnen, ob ich gleich in einer Stadt lebe, wo Arithmetik mehr als Sprachkenntniß gilt. Und vielleicht hat Herr Wagner richtiger gerechnet als ich. Der Sohn des Pompejus sollte bekommen siebenhun¬ dert fünfzig Myriaden Drachmen; dieMyrias zu zehntausend Drachmen gerechnet, sind ja nicht sie- benhunderrfunfzigtausend Drachmen, sondern viel¬ mehr siebenhundert funfzigzehntausend Drach¬ men, oder deutlicher sieben Millionen (nicht aber si'e b z e h n) fünfhundert eintausend Drachmen, weiches auch mit Kikerons Angab' übereinkommt, denn 8eptlL8 Mlllie8 macht sieben, nicht aber si e b z e h n Millionen Drachmen, welche mit zwey und dreyßrg dwidirt das nemliche Produkt geben. Jedoch rechnen ist meine Sache nicht, am we¬ nigsten hier, wo ich keinen einzigen Freund zu Ra¬ che ziehen kaum Die Data sind in der angeführten XX! Anmerkung richtig angegeben.Der Liebhaber rechne nun selbst nach, und entscheide sodann zwischen Hm. Wagner und mir, dem ich auch auf die entfern¬ teste Weise gar keinen Rechnungsfehler vorgewor- fen, weil ich mir selbst nur gar zu gut bewußt war, in der Rechnung nicht geübt zu seyn, und sehr leicht Fehler begehn zu können. Dieses offenherzige Gestandniß wird mrr, wie ich hoffe, im Fall eines wirklich begangenen Fehlers, Ver¬ zeihung bey billig und gurdenkenden Lesern ge¬ wahren. In der 2484stenNote S.2z8, wovonder scu Mhriminali die Red' ist, heißt es: „ein' an¬ dere von Elfenbein, die ich selbst besitze, „lass' ich abzeichnen, und lege sie meinen Lesern in „ihrer natürlichen Größe vor?'— Die nach Leipzig geschickte Zeichnung war allerdings in der natürlichen Größe der Nadel gemacht, und hatte müssen auf ein besonderes Blatt in Kupfer gesto¬ chen werden, wenn sie ja den Liebhaber interessi- ren sollte. Der hier eingedruckte Holzschnitt kann für niemand auch nicht vom mindesten Werrh seyn. Er hat die Lang' einer ganz gewöhnlichen Steck¬ nadel, die denn nun wohl nicht so beschaffen ist, daß sie Locken fest halten könnte, von der sie sich überall nur durch ihren dickem Kopf und die an¬ scheinende Starke des Stachels unterscheidet. Das Original meiner Nadel, das neben Laybach gefunden und mir von der Frau von Löw e n g reif zu meiner Sammlung gegeben ward, hat die Lang' eines mäßigen Oktavblattes, und ist also aller¬ dings, Locken festhatten zu können, geeignet. XXIl Die Spitz' ist stumpf, so daß sie ohn' äußerste Anstrengung die Hirnschaale der Dame, die sie trug, nicht verwunden konnte; und der Kopf der Nadel ist endlich so, daß man sich aus dem mit- getheilten Holzschnitt von ihm einen ohngefehren Begriff machen kann. — Uebrigens hat auch so¬ gar dies' elfenbeinerne Nadel, trotz ihrer stumpfen Spitze, in der Hand einer wüthenden Schönen, die liucin8 mami'llü8 und die Arme der Psekaden sehr leicht verwunden können: wie viel mehr mu߬ te dieses bey metallenen der Fall seyn? Note 2462. werden Zeichnungen einiger Münzen mit dem Note 262z. an¬ derer mit und 2691. mit con/ÄZ — die erster» beyden aus meiner eige¬ nen Sammlung — versprochen. Findet sie der Leser im abgedruckten Exemplare nicht, so liegt die Schuld nicht am Verleger, sondern an mir, der ich sie ihm nicht zugeschickt habe. — Dieses Abzeichnen, dacht' ich, ist immer leicht geschehen, ohne zu ahnden, daß ich in eine Lage versetzt wer¬ den würde, in welcher es mir, diese Zeichnungen zu liefern, unmöglich wird. Uebrigens hat der Leser hierdurch nichts, oder doch nur sehr wenig verloren. Münzen mit Osnio Komano und loui Vlcwrl finden sich in allen nur erdenklichen Münz- büchern, und sie würden darum nicht anders aus¬ gefallen seyn, weil ich sie nach den in meiner eige¬ nen Sammlung befindlichen Originalien hätte ab- kopiren lassen. — Uebrigens hält' ich die letzte, von die ich nicht selbst besitze, doch meinen Lesern auch nur durch einen Nachstich aus XXlH Pedrusi mittheilen können, wie solches bereits der Text meiner Anmerkung besagt. — Ware der Stich dieser Münzen nicht besser besorgt worden, als jener der obangeführten Nadel, so ist es um desto besser, lieber gar keine als fehlerhafte Zeich¬ nungen zu haben. Nvre2486. Mir ist dieses jetzundfthr leicht begreiflich. Familienverhältmsse und freundschaft¬ liche Verbindungen konnten es allerdings sehr leicht zu Wege bringen, daß es dem Triumvirate mehr einbrachte, irgend jemand leben zu lassen, als ih¬ nen das Leben zu nehmen. An mÄanuirschm Kredit, der mich verführte, ist hier auf kemen Fall zu denken. Note 2600. Das hier erwähnte Kupfer ist aus der Englischen Uebersetzung Plutarchs. — Note 2656. die Anekdote von Karl dem Zwölf¬ ten, auf dle hier angefpielt wird, ist vielleichtmcht jedem Leser gegenwärtig. Schulz erzählt in sei¬ nen Leitungen Gottes, der König habe nach ei¬ nem Gefecht, in dem er sehr viele Russen zu Ge¬ fangenen gemacht, einen feiner Generale gefragt: Was man denn wohl mit den Gefangenen anfan- gen solle? Worauf der General verletzt: kamra Kuli« balstg, d. i. laßt uns erneu Eyerku- chen aus ihnen backen, oder, sie in die Pfanne hauen; der König aber, der mcht in den Gerft des Generals eintreten wollte, nahm die, sonst sehr leicht verständlichen Worte, buchstäb¬ lich; ließ Brodr backen und solches unter die ge¬ fangenen Russen vettherlen. — Das Flußbetre desZy gaste s (N- 2658.) sott nicht das sagen, XXIV was der deutsch'Ausdruck wörtlich übersetzt sagen würde. ist die Vertiefung zwi¬ schen zween Bergen, so der Zygastes nach und nach ausgegraben harre. Dergleichen Vertiefungen oderva/L, sind in Gebirgsorten, wo Flüsse fließen, Überall, und besonders sind sie häufig in Kram. S-16. Z. 4. im Text rst für ungerecht vermuthlrch unger ächt zu lesen, doch kann ich hierüber, da mir mein Griechischer Dio abgeht, nichts Zuverlässiges bestimmen. — S. 65. ist das Wort wohnen durchaus falsch; doch auch hier kann ich nur rathen, wie es ohngefehr hätte heißen müssen, aber aus Mangel eines Griechi¬ schen Originals bin ich nicht im Stande, das da¬ für hingehvrige Wort zu bestimmen. — S. 76. Note 2277. find ich jetzund beym Durchblättern einen Druckfehler, der im Verzeichmß übersehen ist; das allerletzte Wort dieser Seite Oraeco; soll heißen: doch ist dieser Fehler so in die Augen springend, daß ihn sich jeder denkende Le¬ ser selbst verbessern kann.—S. 124. Not 2^5. Arec «ut /rmk, arrk LHorrr- /?o- mac/ro,(aus einem BriefeKikerons an die Kärellia) wo Auinktiltan hinzu setzt: 8tomacbu5eniln ille habet nllguiä ioei 6mile, gesteh' ich in einer Parenthese, dieses nicht zu begreifen; inzwischen ist mir es gegenwärtig ganz leicht, und Zuinktt- lians Anmerkung sehr richtig. Was/e?-o eiq e nt- lich heißt, brauch ich nicht zu sagen, well solches jeder Schulknabe weiß. Nun aber die tropischen Bedeutungen: ^nimu8/^r inkortunium, wenn das Unglück nicht vermögend ist, die Seel" aus ih- XXV rcr Fassung zu bringen, und üomacKuZci- bum, wenn die genossenen Speisen ihn nicht schwächen, nicht Uebelketten in ihm wirken; folg¬ lich ist es allerdings Scherz, und ein den alten Esel sehr erniedrigender Scherz, wenn er die rem- xora Laesgris non leä FomsL-ro tsrebat. Ich weiß nicht, mein werthester Herr und Freund, ob ich mich richtig auödrücke; ich will also versu¬ chen, die Sache durch ein Beyfpiel zu erläutern. Ich habe mein Unglück mit sehr ruhiger Seel' ertragen, dieser Ausdruck könnt'und würd' Ihnen nie scherzhaft vorkommen: belieben Sie nun aber statt ruhiger Seele gesunden Magen zu setzen, und das Possenhafte des Ausdrucks muß Ihnen alsofort beyfallen, weil man, um bey dem Tropus zu bleiben, böse Zeiten, eben so wenig mit dem Magen als mit dem Rücken, sondern mit der Seele trägt: anders nemlich tra¬ gen wir unser Unglück, anders Schläge, die wir bekommen, anders Lasten, die man uns auflegt, und anders endlich erträgt unserMagen dreSpetsen, dw er genießt. — S. »89. Bey der Note 2^8» fehlen die Nummern a,d,c und ä: wie sie weg- gefallen sind, kann ich mir nicht erklären, vielleicht ist aber der Fehler mein eigen, der ich vielleicht im Text die Note 24z 8. von a bis zerstückelt, und g,b,c,ä in abgesonderten Noten liefern wol¬ len. Bey der Ausarbeitung bracht' ich 3, d, c, 6. in ein' einzige Note zusammen — (denn wirklich beantwortet die lange mit 2448 bezeichnete Note alle die Punkte, worauf 3, b,c. und ä. Hinweisen;) — und vergaß nachher, weil ich so sehr ungern XXVI korrigire, bey der Ausarbeitung die Noten nach meinem abgeanderten Plan umzuformen: obschon Die Sache höchst leicht gewesen seyn würde. Denn wenn ich die jetzt bestehenden Noten e,si Z und K; s,b,c und 6. genannt, im Text aber3,b,a undä. ausgeiöscht hatte, so würbe sich auch nicht die mindeste Spur irgend einer Verwirrung finden. — S.^oo. Note 2690. Z. 4. von unten ist Tul- lia ein offenbarer Druckfehler für Fulvra; und vhnerachtet ich die angeführte Stellen nicht nach¬ lesen kann, härt' ich doch gar keinen Anstand neh¬ men sollen, ihn in das Druckfehlerverzerchiuß einzutragen. Ich wüßte nicht, was ich zur Einleitung die¬ ses Buches mehr sagen könnte, als was ich so eben gesagt habe. Sie, mein theuerster Freund,- sind überzeugt, daß ich suchen werde, den Wis¬ senschaften in jeder Lage nützlich zu seyn. — Doch, von der Ursach und von den Absichren meines der- mahligen Aufenthalts hier, davon einandermahl. — Leven Sie wohl. — Trieste den iztenMärz 1799. Abraham Jakob Penzel. Inhalt. Inhalt. Andere Abteilung. Römische Geschichte zur Zeit des Qktavius Augustus. Erste Hälfte. Römische Geschichte bis auf die Schlacht bcy Aktium. S- —802. Fünf und vierzigstes Buch. Cs endiget die Ge« schichte des Jahres 710. S. r—96. Fünf und sechzigstes Hauptstück. Vom Kajus Okravius, der nachher Augustus genannt ward. G. l—zo. §. -526. Anekdoten, die früheste Jugend des Oktavius betreffend. — 527. Vorbedeutungen, so ihm die Oberherrschaft über das Römische Volk versprechen — 528- Okravius bezieht sich von Aoollonia nach Rom, die Erbschaft, so ihm anheim gefallen, anzutreten — 529. Betrachtungen über das Verfahren des Oktavius bey dieser Gelegenheit. — Allererster Saame der Zwietracht zwischen Anto¬ nius und Kaiser. — 5Zi. Okravius bewirbt sich, wiewohl vergebens, um ein Tribunal. Andere Mittel, so er anwendet, sich das Volk gefällig zu machen. — 5;r. Neue Ehrenbezeugungen, Kaifern nach seinem Ab- sterben erwiesen. — Antonius thut die ersten Schritte, sich mit Ok« tavius zu versöhnen —. 5Z4 Große Macht der Antoniamschen Familie in der damahlizcn Zeit. Sechs und sechzigstes Hauptstück. Ueber Sextus Pompcius. S- 21 — Z4- H. 5g;. Geschichte desselben. Sieben und scchszigftee Hauptstück. Anfang der Unei¬ nigkeiten «wischen Kaiser und Antonius. S. Z5 —59- §. 5?6 Gesinnungen des Volks gegen Mark-Anton und Kaiser. — 5Z7- Okravius wirbt Soldaten gegen Mark-Anton. — 5 ;8 Schlechte Gesinnungen der Soldateske gegen Mark-Amon. s rxvm Inhalt. Mark-Anton will sich des Kisalpinischen Galliens bcmeistern, worüber DekimusBrutus Gouverneur ist. — 540. Oktavius verbindet sich mit Dekimus. — 541. Tod des ServiliuS Jsaurikus. — 542. Vorbedeutungen, den bürgerlichen Krieg des An¬ tonius und Oktavius anzeigend. Acht und sechszigstes Hauplftück. Rede des Kikero ge¬ gen Mark Anton. S. 60—96. §. 54z. Kikero erklärt die Ursachen, warum er sobald von seiner Reise zurückgckommen- — 544. Ermunterung, sich ja wohl zu berathschlagen, hergenommen von den Soldaten, mit denen das Rath¬ haus besetzt war. — 545. Beweis, daß Mark-Anton ein Feind des Vater, lands fty. — 546. Die bisherige Nachsicht des Senats gegen sein Verfahren kann ihn nicht schützen. — 547. 3) Weil alle zu seinen Gunsten gegebenen Dekrete von ihm erpreßt oder erschlichen worden. — 548. K. Weil er sich mit diesen Dekreten nicht begnügt, sondern noch sehr vieles, wozu sie ihn nicht im minde¬ sten berechtigten, ge-Han. — 549- c). Weil niemahls die Versehn der Kommissionärs denen können zugeschrieben werden., von denen sie abge¬ schickt werden. — 550. Rückblick auf das,was bereits §.548. gesagt worden. — 551. Schilderung des Antonianischen Privatlebens. — 552. Verwaltung seinesZunftmeisteramts; — 55z. des Generalats der Reuterey. — 554. Fortsetzung. — 555- Konsulat. — Vorgeschlagcne Krönung Kaisers- — 5;6. Fortsetzung dieser Materie. — 557. Beschluß. — 558. Beweis, daß Antonius damit umgehe, sich die Oberherrschaft über Rom zu verschaffen. — 559. Fortsetzung. — 560. Parallele zwischen der Oberherrschaft Kaisers, und der zukünftigen des Anton. — 561. Ermunterung, Antvniumzu vertilgen, ehe solcher zu mächtig wird. — 562. Antonius ist Feind des Vaterlandes; man muß nicht Acht darauf haben, wenn er solches den Worten nach leugnet. Inhalt. xxix §. 56z. Das Beyspiel Oktavs wird dem Senat zur Nach¬ ahmung empfohlen- — 504. Schlechtes kriegerisches 'Verdienst Antonii -— 565. erwiesen aus der Geschichte seines ganzen Lebens. — 566. Exkursus. Erweis, daß AmoniusKaisers wahrer Mörder gewesen — 567. Erweis, daß die Parthey Mark-Antons keines- weges so stark denn die des Oktav und Brutus sey. -- 568- Ursachen, so es verbieten, Friedensunterbandlun« gen mit Antonio zu pflegen, -r) weil solches unschicklich, —. 569 b) weil solches gefährlich. — 570. Bös'Absichten derjenigen, so den Rath gäben, Gesandten zu senden. — 57l Kikcrons Entschluß zu sterben, wenn man seinem Rache kein Gehör geben wird. — 572. Beschluß. Grausamkeit Antons gegen fein'Anver¬ wandte. Sechs und vierzigstes Buch. Cs enthalt die Geschichte des Jahrs 7 rr. S. 97—201. Neun und sechszigstes Hauptstück. Schutzrcde des Kalenw' für den Mark Anton gcgenKikero. S. 98—14«. h. 57z. Einleitung. Ursachen, so Kalenum zwingen, Ki« kero amuareifen. — 574. Böser- Vorhaben Kikerons gegen die Republik- — 575 Fortsetzung. — 576. Schilderung der ersten JugendKikerons. Schlechte Erziehung, so er genoß. — 577. Fortsetzung- — 578 Erweis, daß er nur durch bürgerlich' Unruhen in der Republik groß geworden. — 579. Beurkheilung seiner Beredsamkeit- — 580 Darstellung seines Charakters. — 581. Fortsetzung. — 582. Unrechtmäßiges Verhalten Kikerons in seiner An¬ klage gegen Anton. — 588- Antwort auf die Vorwürfe, so ihm Kikero wegen Verwaltung desTribunats gemacht. — 584. Fortsetzung; die Vorwürfe, so ihmKikero macht, fallen auf ihn selbst zurück. — 585 Vom Generalat der Reuterey. — 586. Fortsetzung. Entschuldigung , daß er die Güter Pompeji erstanden — 587- Widerspruch' in den Beschuldigungen Kikerons- XXX Inhalt. §. 588- Entschuldigung des Antonius, daß er den Degen getragen. — 589. Verthcidigung der That des Mark-Anton, darr Kaisern die Kron' angeboren- — 590. Wollust und Debauchen Kikerons. — 591. Fortsetzung des (589.) Paragraphen — 592. Ueber das vomKikero verwaltete Konsulat- — 59Z- Fortsetzung. Lächerliche Geschichte desselben, so er zu schreiben unternimmt. — 594. Undankbarkeit Kikerons gegen seine Wohlthater. — 595. Gesetzt avch.daß in Mark-Antons Verfahren etwas unregelmäßiges seyn sollte, so hak Kikero jetzt nickt Recht, ihm Vorwürfe zu macken; er hatte sich eher melden müssen. — '596. Daß durch alle das, was zum Besten Antons dckre» tirr worben, dass gemeine Beste nicht im aliermindesten beleidigt worden. — 597- Fortsetzung. — 598- Parallele zwischen dem Verhalten Mark-Antons und Oktavius Kaisers — 599. Endlicher Rath des Kalenus, wie sich der Senat in der gegenwärtigen Angelegenheit zu verhalten habe. — 600. Zum Schluß gute Rathschlage für Kikero auf die Zukunft. Siebenjigskes Hauptsiück. Niederlage Mark-Antons neben Minina- S. 141 —158. §. 6or. Der Krieg gegen Mark-Anton wird erklärt. Ge« sandschaft an ihn. -7- 6or. Gegengesandschaft Mark-Antons. — 6o;. Zubereitungen zum Kriege gegen Anton. — 604. Verhalten der Antonianischen Parthey bey dieser Gelegenheit — 605. Bose Vorbedeutungen. — 6v6. Philosophische Betrachtungen über den damahli. gen Zustand Roms. — 607. Betragen der Chefs beyderPartheyen,—Kaisers und Mark-Antons. — 6o8- Hirtius und Pansa kommen Dekimo zu Hülfe. — 609- Niederlage des Mark-Anton. — 6io. Antonius entkommt durch die Flucht. Einundsicbenzigstcs Hauplstück. Kaiser kommt nach Rom und wird zum Bürgermeister erwablr. S-159—i8o- §. 6n. Verhalten des Senats gegen die Besiegten, und — 612. gegen die Sieger. Inhalt. XXL! §. 6ig. Fortsetzung. — 614. Schritte, so Kaiser thut, zum Bürgermeister er¬ wählt zu werden. — 615. Fortsetzung. — 616. Er wird wirklich zum Konsul ernannt. — 617. Fortsetzung der Erzählung, wie er zu dieserWürde gelanget. — 618- Q- Pedius sein Kollege. — 619. Ehrenbezeugungen, so ihm wiedcrfahren. Bestä¬ tigung der Kaiserschen Adoption. '— 620. dex peclia gegen die Mörder Kaisers. — 621. Anekdoten von der Cxekutirung dieses Gesetzes. Zwey und siebenzigstesHauptstück. Triumvirat Kaisers, Mark-Antons und Lepidus. S- r8i—201. §. 622. Lepidus und Plankus erbauen Lugdunum. — 62g. Verhalten des Lepidus gegen Silanus- Tod des Juventius- — 624. Der Krieg gegen Mark-Anton und Lepidus wird Augusto aufgckragen. — 625. Tod desDekimus Brutus. — 626. Mark-Anton ».Lepidus marschiren gegen Italien. — 627, Triumvirat. — 62z. Bestätigung desselben. Sieben und vierzigstes Buch. Es enthält die Geschichte des Jahrs 7L 2. S. 202—z8z. Drcy und siebenzigstee Hauptstück. Prostriprionen der Lriumvirs. S. 20g—274. H. 629. Vorbedeutungen und Wunder-eichen. — 6go. DieZunftmeisterdesVolks bestätigen denTriumvirs die sich selbst beygelegte Gewalt gesetzmäßig — 6z 1. Vergleichung dieser Proskription mit der ehemah« ligen des Sylla. — 6g2. Fortsetzung. — 6zz. und 6z4- Octto. — 6z5. Verhalten desAugusts gegen die Proskribirten ins¬ besondere — Anekdoten von der Tannsia. — 6z6. Gelindigkeit des Lepidus; Mark-Antons uner¬ bittliche Strenge. — 6g7- Betrachtungen über das Sonderbare in der Ge¬ schickt' einiger Pröskribirten. — 6;8- Beyspiele geretteter Pröskribirten, — 6;9. jämmerlich getödteter. — -^40. Die Pröskribirten finden Schutz und Hülfe bey Sexto Pompejo. xxxn Inhalt. §. 641.Verhalten derTriumvirswahrenddenProskriptionen. — 642 Fortsetzung. 64g Beschluß. — 644. Neue Proskriptionen, so nur das Vermögen, nickt das Leben vroskribiren. — H45 Fernere Gelderpressungen der Triumvirs. — 6a6. Ehrenbezeugungen, so die Triumvirs dem Anden¬ ken Kaisers erzeigen. — <47 Fortsetzung. Vier und siebenzigstes Hauptsiück. Geschichte des Dru- tus und Kassius bis zur Philippischen Schlacht. S. 275 —ZZ9- §. 648- Brutus und Kassius verlassen Italien und gehn nach Arden. — 649 Kassus nimmt Syrien, Brutus Makedonien und Griechen and in Besitz. — 650 Oer ?iarb bestätigt Drutum im Gouvernement der von ihm eigenmächtig in Besitz genommenen Provinzen. — 651. K Antonius versucht zu rebclliren. — 652. Dessen Hinrichtung — Gellius versucht, Brutus und Kassius mcuchelmörderisch umzubringen. — k 4Z. Bruri Kl ieg gegen die Besser. — Münze, so er prägen laßt — 654. Ges dichte des Kakilius Tessus. — 655 Fortsetzung derselben. — 656. Kassus bringt ganzSyrienundJudaa untersich. -- 657. Dolabella macht sich zum Herrn von Asien. — Tod des Lrebonius. — 658- Dolabella unglückliches Ende. — 659. Krieg desTillius Kimber mit den Tarsen fern. — 66c>. Konferenz des Brutus und Kassius. — 66r. Krieg des Kassius gegen RhoduS. — 662. Krieg Bruti gegen die Lykier. — 66g. Kass-us und Brutus gehn nach Thessalien. — 66g. Kaiser und Antonius gehn ihnen entgegen. Fünf und siebenzigstes Hauptstück. Phrlippische Schlacht. S. gzy—zz?» §. 665. Kaiser krank in Dyrrhachium; rafft sich auf, und stoßt zu den Truppen Mark.Antons. — 666. Kaiser unv Mark.Anton wünschen die Schlacht; Kassius und Brutus suchen solche zu vermeiden. — 667. Betrachtungen über die Jmportanz dieser Schlacht. '— 668. Wunderzeichen, Vorbedeutungen und — 669. Träume, so selbiger vorhergehen. Inhalt. XXXIIX tz. 670. Beschreibung der Schlacht selbst. — 671. Fortsetzung derselben. 672. Desgleichen- — 67z. Ausgang der Schlacht. Brutus besiegt den Au¬ gust, und Mark-Anton den Kassius. — 674. Tod des Kassius. — 675. Unmittelbare Folgen dieser Schlacht. — 676. Zwo« Philippische Schlacht. — 677. Tod des Brutus. Acht und vierzigstes Buch. Cs enthalt die Geschichte der Jahre 71z—718- S. Z84—571. Sechs und sicbcnzigstes Haupisiück. Krieg Kaisers gegen Fulvia und Lukius Antonius. S. Z86—427. §. 678. Neue Theilung des Reichs zwischen Mark-Anton und August, von welcher Lepidus ausgeschlossen wird. — 679. Theilung ihrer Verrichtungen. — 680. Krankheit Augusts. Gerede, zu der sie-Gelegen¬ heit giebt. — 68r- CharakterderFulvia. Luk-Anton triumphirt. — 682. Ehescheidung zwischen August und Klodia. Luk- Anton nimmt den Namen Pietas an. — 68g- Luk-Anton undFulvia schlagen sich auf die Seite der Römischen Bürger, so ihrer Aecker beraubt worden, gegen August. — 684- Darstellung der kritischen Lag', in welcher sich August damahls befand. — 685. Fortsetzung derselben. — 686. und 687. Dctto. — 688- Er sucht vergebens Frieden zu treffen. — 689- Die Veteranen maßen sich das Recht an, zwischen ihm und seinen Gegnern zu sprechen- — 690. Luk-Anton bemächtigt sich Roms, und wird bald darauf in Perusta belagert. — 691. AugusterobcrtPerusia; Grausamkeiten, so er dort verübt. — 692. Fulvia, Julia und Klaudius Tiberius Nero ent¬ fliehen zum Mark-Anton. — Betrachtungen über die Flucht dieses letztem- — 69z. Ehrenbezeugungen, so Augusto vom Senat dekre« tirt werden. Versuch, den er macht, die Freundschaft Cexti Pompeji zu gewinnen. Sieben und stebenzigstes Hauptstück. Sextus Pompe- jus erobert Eikiiien. S. 428—445. XXXIV Inhalt. §. 694. Geschichte dieses Helden, nachdem er Hispanien verlassen. — 695. Er behaustet Sikilien gegen Salvidienus Rufus. — 696. wird durch die Flotte des Statius Murkus ver¬ stärkt, und laßt ihn hinrichten- — 697. Agrippa kommandirt gegen Sextus- Lepidus, Gouverneur von Afrika. — 698. Kriege zwischen Sextius und Kornifikius in die« sem Lande. — 699 Phango Gouverneur von Afrika. Kriege desseloen mit Sextius. — 702. Phangons Tod. Lepidus Gouverneur. Acht und siebenzigstes Hauprstück. Die Partherbemachtk- gensichdesganzcnAstcnsbis cmHellespont. S. 445-459. §. 701. Labienus überredet die Parther zum Krieg- — ' c>2. Eroberung von Apamea. Saxä Tod. — 724. Fernere Nachricht vom schnellen Fortgang der Parkhischen Waffen. Neun und siebcnzigstes Hauptstück. Friedensschluß zwi¬ schen Kaiser, Mark-Anton und Sextus Pompejus. S-459—5'vZ. §. 704. Neuer Krieg zwischen Mark-Anton und Kaiser. Mark-Anton belagert Brundusium. — 705. Fulvia stirbt; Aenderung, so ihr Tod in der bis¬ herigen Lage der Angelegenheiten hsrvorbringt. — 706. Dündniß Mark-Antons und Kaisers gegen Sextus. — 7c>7- Menas erobert Sardinien. — 728. Zuneigung des Römischen Volks gegen Sextus. — 70Y Einig'Anekdoten damahliger Zeit, Lalbus Konsul, Juliscdes Wasser u. d. gl. — 71s. Tod des Salvidienus, und andere Kleinigkeiten des 7izten und 7i4ten Jahrs. — 711. Aufnahme der Sklaven insRalhsherrnkollegium. — 7l2. Wahr' Einführung der Oonkulum sEecroram. — 71?. Bedingungen des Friedens zwischen Sextus und den Triumvirs. — 714- Dichterische Beschreibung der Empfindungen, so beyderseitige Soldaten bey diesem Frieden fühlten. — 715- Sextus und die Triumvirs trakkiren einander wechsclsweis. Achtzigstes Hauptstück. Publius Ventidius überwindet die Parther und erobert Asten zurück. S. 50z—517. §. 7t6. Hevrath Mark Antons mit der Minerva.— Ven¬ tidius kommt in Asten an. Inhalt. xxxv §. 717. Er wird von dm Parthern, aber fruchtlos ange¬ griffen. Tod Labieni. — 7'8. Gefahr des Popedius Silo. Er wird vom Ven- tidius gereitet- — 719. Kalvinus überwindet die Keretaner. Ein und achtzigstes Hauptstück. Krieg zwischen Kaiser und Sextus Pompejus. S. 5l 8—547- §. 720. Anekdoten kleinerer Art und Vorbedeutungen- — 721. Vermahlung des August mit der Livia. — 722 Unglücklicher Einfall des Bogud in Hispanien. — Menas verläßt den Sextus, und geht mm August über. — 72?. Der Krieg zwischen August und Sextus Pompejus bricht aus. 724. Sabinus vom Apollophanes geschlagen. — 725. AugnstsFlotte leidet durchSturm heftigenSchaden. Zwey und achtzigstes Hauptstuck. Baja. S.547—571. §. 726. Der Krieg gegen Sextus wird Agrippa übertragen. — 727. Beschreibung des Avernischen, Lukrinischen und Tyrrhenischen Sees. — 728- Bajanische Bader. — 729. Vorbedeutungen in Rom. — 7ZO. Anekdoten von Mark-Oppius. 7zi. Oktavia vermittelt ein neues Dündniß zwischen Mark-Anton und Kaiser. Erneuerung des Triumvirats. Neun und vierzigstes Buch. Es enthalt die Geschichte der Jahre 718—721. S. 572—720. Drey und achtzigstes Hauptstück. Sextus Pompejus wird vom Kaiser überwunden, und Lepidus seines Antheils am Triumvirate beraubt. S. 57z—6zo. §. 7?2. Menas geht zum andernmahl vom Sextus zum August über. — 7?Z Demochares und Agrippa betrügen sich ein jeder über die Starke seines Gegners. — 7Z4. Schlacht. — 7Z5- Agrivpa gewinnt selbige. — Betrachtungen über das Verhalten des Agi vpa. — 7Z6. Augusts unglückliche Landung in Sikilien- — 7^7. Recirade des Kornifikius. — 7Z8. Fortsetzung. — 7g9. Kaisers abermahlige Landung auf Sikilien. — 740. Decisioschlacht zwischen Kaiser und Sextus neben Artemisrum. xxxvr Inhalt. §. 741. S- Pompejus verliert die Schlacht und flieht. — 742. Uneinigkeit zwischen Kaiser und Lepidus- — 74z. Lepidus gezwungen, sich Augusto zu übergeben, wird des Triumvirats entsetzt. — 744. Rebellion der Soldaten gegen August. — 745. Wie selbige vom August gestillet wird. — 746 Ehrenbezeugungen, so August vom Senat erhält- — 747. Anekdoten. — 748. Letzte Thaten Sexti Pompeji- — 749. Dessen unglückliches Ende- Vier und achtzigstes Hauptstück. Pakorus überwun¬ den und gecövket. Venridius jagt die Parther über den Euphrat zurück. S. Lzo—6Z9. §. 750. Vcnkidius Kriegslist. — 751. Ueberwindet und tobtet den Pakorus. .— 752. Folgen dieses Sieges für Dcnridius- Fünf und achtzigstes Hauprstück. Mark-Anton von den Parrhern geschlagen. 'S. 6Z9—68r. 75z. Gamosata vergebens belagert. Sozius erobert Jerusalem. Herodes König. Antigoni Lod. —754. Phraates, König der Parrhcr. Ucbertritt des, Monases zur Römischen Parthey. — 755. Krieg desKanidius gegen dieJberieru. Albanier. — 756- Einfall Mark-Antons ins Akropatcnische Medien. Starians Niederlage. — 757. Belagerung von Praaspa- — 758- Aufgehoben. — 759- Rückzug von Praaspa nach Armenien. — 762. Fortsetzung. — 761. Beschreibung der Schildkröte. — 762. Mark-Anron langt in Armenien an. — 76z. Dessen Dispositionen im Orient. — 764. Geschlossener Friede mit dem König von Medien- Sechs und achtzigstes Hauptstück. Kaiser überwindet die Pannonier- S- 681—704. §. 765. Neue Rebellion der Soldaten gegen Kaiser. — 766. Desselben Zug gegen die rebellischen Japyden- — 767. Beschreibung der Pannonier. — 768- Ihre Hauptstadt Siskia erobert, worauf sie sich «rgeben- — 769. Ueberwindung derDalmatier und Salasser. Inhalt. x-vxvn Sieben und achtzigstes Hauptstück. Mark-Anton nimmt Artavasdcs, König von Armenien, hintcriistig ge¬ fangen. K. 704—710. §. 770. Gesanbschaft des Dcllius an Artavasdes- Arta« vasdes gefangen, — 771. wird im Triumph nach Alexandrien geführt, und der Kleopatra vorgesteüc. — 772. Geschenke, so Mark-Anton der Kleopatra und ih» ren Kindern macht. Acht und achtzigstes Hauptstück. Einweihung des Portikus Pauli. S. 7ic> -71z. §. 77z. Agrippa stellt die verfallenen Wasserleitungen deS Markius wieder her. Neun und achtzigstes Haupkstück. Maurr'tania Kasa« rlensts wird zu einer Römischen.Provinz gemacht« E. 71z—720. §. 774. Merkwürdiges Platzmajorat des Agrippa. — 775^ Bündniß Mark-Antons mit dem König von A« tropatene. Fünfzigstes Buch. Cs enthalt die Geschichte der beydm Jahre 722 und72g. S. 721—802. Neunzigstes Haupkstück. Krieg Kaisers mit Mark-An« ton. C. 722—757. h- 776. Veranlassungen und Ursach dazu. — 777- Die Bürgermeister verlassen Rom und flieh» zum Antonio. — 778- Titius und Plankus verlassen Mark Antons Par« they. — August laßt das Testament desselben öffentlich verlesen. — 779- Folgen dieser Verlesung. — Man kündigt i>ee Kleopatra den Krieg an. — 780. Anekdoten von der überaus großen Liebe Mark« Antons stir Kleopatra. — 781. Verstärkungen der beyderseitigen Heere- — 782. M.Anton verspricht,dasTriumviratniederzulegen. — 78Z- Vorbedeutungen und Wunderzeichen — 784. Erster Ausdruck des Krieges. Meffius gefangen — 785. Abcrinahls Vorbedeutungen. — 786. August geht dem Mark-Amon entgegen. — 787- Beschreibung der Lage von Aktium, und Positiv» beyher Armeen- xxxvm Inhalt. §. 788. Vorteile, so Agrippa erhalt. Häufige Desertio¬ nen der vornehmsten Antonianer. — 789. Unglücklich' Unter,ichmug des Sostius gegen das kleine Geschwader des Arrnnrms. Ein und neunzigstes Hauptstück. Schlacht bey Aktium. S. 757--8o2. §. 790. Kriegsrath im Lager Mark-Antons- — Man be« - folgt den Vorschlag der Kleopatra. Rede Mark'Antons an seine Soldaten, vor der Attischen Schlacht. §. 791. Groß' Ueberiegenheit der Antonianischen Macht über die Kaiserliche. — 792. Persönlich'Eigenschaften Mark-Antons — 79Z. Herabwürdigung der Tapferkeit Augusts. — 794. Vortreflichkeit der Antonianischen Flotte. — 795. Ueber die Grausamkeit Augusts. — 796. Ueber die Ursachen, warum er Mark Anton nicht für einen Feind des Vaterlands erklären lasten. — 797- Schluß-Ermunterung. Ende dieser Rede. H. 798- Uebergang zum Folgenden. Rede des Kaiser Lktavius bey der nemlichcn Gelegenheit, tz- 799- Herabwürdigung der Egyplischcn Nation, — Zoo. Mark Antons selbst. — 8ol- Fortsetzung. — 802. Desgleichen. — 8OZ- Ein Einwuck, von der Menge seiner Bundesge¬ nossen und seines Geldes hergenommen wird beantwortet. — 804- Desgleichen der von der Dauerhaftigkeit und Größe der feindlichen Schiffe. — 805. Beschluß. Ende dieser Rede. §. z<->6- Aktische Schlacht. — 807. Verschiedenheit des Gefechts auf beydcn streiten¬ den Seiten. — 808- Kleopatra flieht. — 809. Mark-Antons Flotte wird in Brand gesteckt. — 8ic>. Beschluß. Ende -er ersten Hälfte der andern Abteilung des zweyten Bandes. Des Titus Dio Kaßius Kokkcjanus V. 6. Jahrbücher Römischer Geschichte. Fünf und vierzigstes Buch. V G Hauptff. I.XV. Vom Kajus Oktavius, der nachher Augustus genannt wird. §. 526—594. -kXVi. Ueber Sextus Pompejus. §. 595. -kXVll. Anfang der Uneinigkeiten zwischen Kaiser und Antonius. §. 596—542. -I.XVHI. Rede des Kikero gegen Antonius. § 54Z-572. Auch dieses enthalt noch den Ueberrest des im lezten Buch abgebrochenen Jahres, n. R. E. 710. indem R« Julius Raiftr zum fünftenmale Diktator, und Bürgermeister mit Mark-Anton war. A 2 Das Fünf und Vierzigste Buch. Fünf und sechszigstes Hauptstück. Vom Ra,us Gkravins, der nachher Augustus ge¬ nannt ward. . §. 5-S. Dkravüis R-äpias — dmn s° Lkkovius. ward der Aktia Kaisers Schwester 2176) Da dieser Beynahme des ipktüvirrs sonsten nirgend vorkommt, so war' ich geneigt, der Lesart einiger Manuskripte des Zonaras zu folgen, die----- ri----, oder ----- ri,»? lesen, nemlich als wenn Vk- eavius auch den Zunahnien geführt. Es ist wahr, auch dieser Nähme findet sich in den alten Schriftstel¬ lern nicht; wahrscheinlich ist es aber immer, daß sich Gktavius, der immer den Tod seines großen Vaters rächen zu wollen vorgab, diesen Nahmen beygelcgt. Der Nähme 6-rwio, der auf Griechisch re--------« geschrie¬ ben werden würde, ist sonst in der Römischen Geschichte bekannt genug. Lucius Lapis, Vater der Servilia, Gemahlin des Klaudius, wird erwähnt vom Likero sä /rnic. XII. 20. mehrer' andere vom Livius XXV. 2. XXXXI. 26. und anderwärts; aber nur läßt er sich durchaus nicht auf den Oktavius ausdeuten. 2177) Ich hab' Arria geschrieben, weil so mein Schriftsteller schreibt, sonst ist die Schreibart mit einem einfachen r, -v>a, wohl ungezweifelt besser. Vgl.Picrius Valeciauus und Nikolaus^emfiusüberVirgilAeneid. V 568 und Aldus Mauutius Orchogrspkis p. 8g' Ich nenne sie Kaisers Sckwesterrockker, — weil ich im Griechischen nicht .sondern ät.-.q-.r-, lese. Iugendgeschichte des Oktavius. z Tochter Sohn genannt, — war aus der Volski-N.R.C 71a sehen Sradt VelLträ gebürtig, und da Aemil. Lep. Arria war keinesweges eine Schwester Kaisers; sieblae-lLgg. war eine Tochter der Julia, Kaisers Schwester, die sie mit Markus Arrius Balbus gezeugt, (Sueron. K- 4. -Hui», >1. .^tio lZallio Ll lull» korors Lsii Lsoss- lch L;smm ett) wie in aller Welt also hakte ste Rafiius zu seiner Schwester machen können? — Wie häufig die alten Abschreiber mit verwechselt, zeigt ausführlich perizonius ammsclu. lükkoric. c. 10. p. 4Z6 leg.; und ein höchst auffallendes Exempel giebt Plurarchus, der unsere Accia, Lrcc^o x. zzZ. und p. 994. 7^» ii--,»Lxor, nennt. Si¬ cher ist hier an einem Ort das Wort verschrieben, denn so albern war doch Plutarch nicht, cin' und die nehm- liche Person an einem Ort zur Schwester, am an- dern aber zurScbwestertocbtcr Kaisers zu machen. 2178) Velitra nennet p. 7Z2. Die Römer eroberten sic von den Volskern, unter dem Burger- mcisieramte des A. Virginius, und Titus velusius, n. R. E. 260, u. 492. v. C. G- Livius II. zo. Die Römer führten nachher eineKolonie dahin, gr, welche ein Jahrhundert später, n.R E. Z72. gegen dieMut- terstadt rebellirte. VI. 21. und endlich vom grossen Ra- millus den Römern wieder unterworfen ward. Plurarch Le.mill. p. 199.-Qenrsm Occauirim Velirris prsscipuam vüm fuiü's mulr» clselsisnt, sagt Gueron gleich vom Anfang; und abermahls c, 6. dlurrimenrowm elur ollenllllur ailltue locus in suiro suburbsno ;uxm Vs- llress ^srmoäicu3, cellas ponuzriso lutkar: renergue vicinilruem npinio, mngcurm sr nskus ldl llr. Daher schreibt sich auch der Nähme Thurüms, der dem neu- gebohrncn Kinde beygelegt ward, und von dem Sues ron, im gleich nachfolgenden Kavitel, zu lesen. Ein un- genannter Grieche, dessen Geschichte Bianconi 1779 zu Bologna herausgegeben, behauptet, das Ge. schlecht des Augustus stamm' aus Apollonien her: -zeT-ftssev ßx k!v«, -ro 7-kvo^ p. 62. ich erinnere mich aber nicht, solches beK 4 Dis Kaßrus. B. XI.V. HaupLst. L.XV. Vater Oktavius als Waise hinterlas- Dtkr-r.^"v.sen Harke ward er von seiner Mutter und Mmir.^er-b^rs Mann derselben Lttkius Philippus irgend einem andern Schriftsteller gefunden zu haben, und vielleicht har er den Nahmen der Stadt Apollo, nia mit dem des Gottes Apollo (vgl. Not. 2184.) verwechselt. 2179) Vom Vater des August schreibet also Sne¬ to» K- Z. Ocrsuius psker s principio ssrsris, er re er sestimsrions msZns suir.— Amplis enim innurriius opi- du? stonores er säspcus eil fscils, er e^reZis sämini- strsuir. chx prsslurs Xtsceäonism iorrims, suAiriuoe, reiiäusm 8psrrsci er (lisrilinss msnum, Istnrinum s- ^rum rsnsnrer, in innere äsleuic, negotio ststi in ke- nsru exlrs oräinsrn cisto. ?rouinciss prsssuir, non ininors iustiris gusm sorlicuäins. dilsmgus stestis sc Nstrscibus ws^no proslio sustz, irs socios rrscrsnir, vl epistolse XI. Null» Licsrnniz exrenr, guistus (). strs- lrsm, eoäern rempors psrum lecunäs /sms proconstr- Isruar Achse säministrsnrem, borrsrur ermonek,vcimire- lur in prornsrenM sociis vicinum sunm Ocrsuiuw. I)e- ceäens Xlsceäonis priurgusm constcsri ss csnäiäsrum consularus poster, morre okiir repsnkin», luperstiribu« iiberis Occsuis. msiore, gusm ex Ancbsris, ec Ocrsuis minors, icern Anzusto, --c, Geisseln geben lassen, so bekommt er bcym Xiphilm und Re- drenus nur eine Geissel- Die Ursach, warum ich leztere Lesart vorgezogen, liegt abermahls in Suetsns staZel/o — Gan; einen andern Traum Kikerons erzählt ssstutarch (ueeio p. 88?- e. f«? ko-xr) kio^k xsi-a r-8; o x«^k» »-<- 784 7«v k>V VkttV' XL« 7'8g V«»- 10 DioLraßms. B.XHV.Hauptst.I^XV. N R.E.7iolus, der eben so wenig sals KikeroZ den Okta- Dikrat-'^v.vius jemahls gefthn hatte, träumetc, wie sich alle Asmil- Lex-Kinder adclicher Herkunft der Bildsäule des Ka- diax. kig-1. ^^glinischcu Jupiters genähert, und wie der Gott in den Busen eines derselben eine kleine Bildsäule der Stadt Rom geworfen. Hierüber erschrocken, begab er sich auf das Kapitolinin, den Gott sum Abwendung des angcdroheten Unglücks^ zu bitten. Hier fand er den Okravius, der einer andern Ur- sach wegen auch dahin gekommen war, und ward Zs r«-, SVL 7-WV , XV- x?.a> »sx« 7-ov 2eov i-av o- sv-^xs-re-!' xa« L-rexsft-rsiv rä; >,'» XLi-' «vVsx, tx- 7-k,V«, 1-IjV ZsAsv XX, ktvSiV, I>ÄUL,0, v,x,v -ro^S^ÄV «Vo; x. 7-. ?.. Allein dieser Traum kommt sehr mit dem überein, den Dio weiter unten dem Ka« tulus beylegt, zumahl wenn wir den Traum nach der zweyten vom Sueton beygebrachtcn Tradition betrach¬ ten. Ich will dieWortc dieses Schriftstellers herset;en: s^uinrug Osrulus polk äsäicscum Ospirolium, äusbuz conlinuis noctibus somnisuiti prims lousm Optimum msximum prsersxksris cvmplurikus circs srsm luäeuti- bus, vuum secreuille: stgus in eins tinum li^num Rei- pudlicss, guoä msuu Aslksrer, repnsiust's. in ks- gusnti suimsäusrrisis ke in Aremio Ospirolini lou-s eun- äem puerum, guem cum äsrrslri iullisisr, proii bicum rnoniru Oei, tsngusm is sä rucslsm keipublicss eäucs- isrur. — (chiiäsm priux lvmnium Ostuli stirer expo- nunc, r>usst lupirer cvmpluiibus prserexksri; rutorem rr to pokceittibus, vnum ex eix äsinonstrssscr^ sä czuem vmnis äslläeris kus relerreur: eiu§^us okculum, äeli- burum äiAiris sä oz kuum rsrulister. — Hakte dem Ki- kero in seinem ganzen Leben irgend erwas ähnliches ge¬ träumt, er hatte solches gewiß in seinen Briefen er¬ wähnt, denn der Mann bildete sich auf seinen Genius was ein, erzählte seinen Freunden sehr gern wieder, was ihm geträumt hatte, und wußte sich viel damit- Man denke nur an den berühmten Traum, der seiner Zurückberufung nach Rom vsrausgieng. Iugendgeschichte des OkLavius. n in der Meinung von der Richtigkeit seines Ge-N.R E.71» sichres bestärkt, da er fand, daß gerade dieses derH/^^v. Knabe war, den er im Traume gesehn hakte. —Aemil. Lep, Als er nachher hcrangewachsen war, die Kinder-^°' schuhe verließ und jetzund zum erstenmahlc den Männcrrock anlcgte, gieng die Nach, an dem mit Purpur besetzten Unterkleid, zu beiden Seiten oben an den Schultern auf, so daß das ganze Kleid zu seinen Füßen herabsiel. Dieses an und vor sich selbst schien so wenig irgend etwas günsti¬ ges zu bedeuten, daß sich vielmehr die Anwesen¬ den sehr darüber betrübten, daß sich dieses bey dcr S. -7», allerersten Anlegung des Männcrrocks zugetragen. Da cs aber dem Oktavius einsicl zu sagen: Sie¬ he da, liegt nicht der ganze Rachsherren- stand zu meinen Züßen, "sähe man solches nach¬ her als Prophezeiung auf dicZukunft an.^ch.— Aller dieser Ursachen wegen machte sich Kaiser sehr großeHofnungen von ihm; erkläret'ihn zumPa- rrizier, ""') und ließ ihm ein'Auferziehung geben, wie sic demjenigen zukommt, der einst herrschen soll; wie er denn mit dem größesten Fleiß in alle dem unterrichtet ward, was derjenige verstehn mußte, der ein so außerordentlich großes Reich gut und seiner Würde gemäß beherrschen wollte. 2190) Sneron: Zumenri virilem roggm, rnnics Isri clsui rsüiiL ex vrrsgue ps>re, rrä peäes äeciäir. kue- rurtt gui interxrersrentur, non sliucl llgnikcsre, gusm vr is orclo, cuius inligns ici eller, gusnäogus ei tubiics- rerur. 2iyt) Nack, der Nachricht, so uns Sucre» Ka.von der Oktavianischen Familie giebt, war sie bereits vom Targuinms Priskus für rathsfähig erklärt worden, und Scroius Tullius hatte sie geadelt. In der Folge der Zeit war sie aber zu den Plebejern übergegangen, und mußte nun neuerdings vom Kaiser geadelt werden. i2 Dio Kasims. B.xr.V.Hauptst l.XV. ?? R T- 7ic>Er studierte die Beredsamkeit praktisch sowohl in La- v.teinischer Griechischer Sprache; er wohnet' Aemil.' Lep-allen Arten militärischer Ucbungen bey, und stu- ^'dierte fleißig Staatowissenschaft und Kunst zu regieren. 528. Verhalten Dieser Oktüvms befand stch damahls, da ^^^Kaiser umgebracht ward, in Apollo-üa, neben richtven K.dcN Ionischen Meerbusen, aus der Akademie; Tod. 2192) In der Griechischen Littcratnr bedient' er stch des Apollodor; er hat es aber, aller angewandten Müh' ohnerachret, nach dem Zeugnisse Suerons 89- niemahls dahin gebracht, daß er die Sprache hatte sollen fertig reden oder schreiben können. Wenn er ja etwas in Griechischer Sprach' öffentlich sagen mußte, so macht' er sein Konzept Latein, und ließ es sich voii irgend einem anhcrn übersetzen. Im Schreiben war er kein großer Held; erharre nicht emmahl so viel ge lernt, um richtig orthographisch «u schreiben, (Suetoir 88 ) gab sich aber doch bey seinem Groß-On- kel mit Bücherschreiben ab. Man hakte zu den Zeiten Suetons von ihm (um die lleicripra brutv cls Ocons nicht zu rechnen, die schon im ersten Band angeführt sind) drcyzehn Bücher von der Geschichte seines eig¬ nen Lebens, die er bis auf den kantabrischen Krieg fortgeführet, und Lrmumcrnngen zur Philosophie. Beyde waren in Prose. Von Gedichten harte man damahls eins, unter dem Tittel Sizilien, in hexame¬ trischen Versen, und außer selbigem noch eine kleine Sammlung von Sinngedichten, die er größtenrheils im Bade gemacht hatte. Gueton 86. lobt seinen Stil, daß er schön und natürlich, ohne Onesrris und Ar¬ chaismen gewesen; (6enu8 eloguencll securu? eik elo- ganr er tempsrstum: virmi^ senrentisrum ineprÜ8, ,ic- Hus inconcmnirms, er recoullitorun, verborum, vr ipls lkicir, toervrihu8) ja daß er ofkmahls die Schönheit der Deutlichkeit aufgeopfert. Er war mir dem pretiöseu Stil seines Freundes Macen sehr unzufrieden. Oktavius, Kaisers Sohn und Erbe, r z wohin er von seinem Groß-Onkel vorausgeschicktN.R.E.f'« worden war, daselbst seiner so lange zu warten, bis er, auf dem vorhabenden Züge gegen die Par-Aemil. Lep. ther, mit der Armee daselbst ankommen wür-^' de. E) Da er Nachricht von diesem traurigen Zufall bekommen, schmerzet' ihn zwar solcher,, wie man leicht denken kann, doch getrauet' er sich nicht, Unruhen sofort deshalb zu erregen; sinte- mahl er damahls noch keine Nachricht erhalten, daß ihn sein Groß Onkel zum Sohn und Erben angenommen, und übcrdem hieß es anfänglich, daß der Mord auf Gutheißung und mit Ein-, willigung des Volkes geschchn scy. Da er aber bey seiner Ankunft mBrundisium Nachricht so¬ wohl vom Testamente Kaisers, als von der wahren 2l9?) Von Apollonia lese man oben Not. IZOZ. zu der ich jetzund noch eine Stelle des Pausanias setze L/racs c.22. Er erwahnek in ihr einiger Statuen, so ein Werk des berühmten Myron waren, und welche die Apollo, niaten nach Olympia geschickt. In einer Inschrift, welche man unter b esen Sramen las, hecht es: „der schöniockigt'Apoll habe die Stadt Apollonia gebauet," und Pausanias ftzr hinzu ." Apollonia werde für eine Kolonie der Korkyraer gehalten. — Aus Applaus III. 296. wissen wir, daß Oktavius sich bereits ein halbes Jahr in Apollonia aufgehalten, als er an einem Abend die Nachricht von der Ermordung seines Großonkels erhielt. Da nun die Nachricht vom Tode Kaisers vhngefehr im Ausgange dcsMerzmonats nachApollo- nien gekommen seyn kann, so folgt hieraus, daß die Ankunft Oktavs in Apollonia, im September oderOk- tober d. I. 729. zu setzen Daß er von Rom aus nach Apollonia gegangen, bezeugt Sueron K. 89- Ikro cliosnlli vlus Xpc>li< cloru ! ei Kimono, guem jarn grsuclsm vrn.i , iuue- N'8 scibuc Besiehe den Anonymum des Bian« coni, p.,62. desseuWorle oben Nor. 2178- absedcuckt worden. !4 Dio Kaßius. B- XI.V. Haupkst. I.XV. N.R.E.7loGesinnung des Volkes bekam; nahm er, ohn'im DÄ^t.^v.^ii^mindcstcn zu zaudern, (vorzüglich weil er Geld Uemil. Lep-und Soldaten genug bcy sich hatte, so Kaiser d-irL. Voraus nach Äpollonien geschickt) unverzüglich sowohl den Nahmen Kaiser, als die ihm zugefallene Erbschaft an, und bereitete sich zur großen Rolle vor, die er zu spielen Lust hatte. §. 529. Mtrech- Er schien damahls den mehresien gar zu vorei- das^Betra-^g und unüberlegt zu handeln; ^") nachher aber ßmOktavs-verursachte sein gutes Glück, daß man dieses Be- 2194) Es war also nicht in Rom, sondern in Brun- disium.wo Gkmoiun den Nahmen Kaiser annahm. Eben dieses bezeugt auch Appmnus III. 298- Gbseguens K. 128- 6. Ocrsmus rellamenrostlsesariZ pstris Uruoäuiü se in Inlisin Asnrein sclsciuir. — Er jsi aber nichr von Apollonia gcradcSwcges nach Brundusium gegangen, sondern, weil er'dem dortigen Heere nicht trauere, nach einer benachbarten Stadt, die Appiauus nen¬ net. Hier in Luprum soll er, nach Applano, Nach¬ richt vonKaisersTestamenterhaltcn haben, (nachvel-- leso I. c. ist dieses in Brundisium gcschehn: Onmem orüinationem er necis er reltamenri llrunciibi compeiic) und darauf entschloß er sich nach Brundisium zu gehn, wo er, da ihn die Soldaten mit offnen Armen em- pfiengen, den Kaisernahmcn annahm. — Lupium, oder Lupia liegt südwärts unter Brundisium, welches Strabo p. 8z8. §. 9. als eine mitten im Lande lie¬ gende Stadt nennt, welches sich denn zu einem Lan¬ dungsort nicht schickt. Kermuthlich war Oktav incouni- lo in Brundisium gelandet, gieng von da nach Lupia, und kam endlich öffentlich nach Brundisium zurück. 2195) Appian- lil. 297. tetrner vero er kbHiuprir eluz virricus, ekorrrs scripkere, ns se guippi.-rm exrolis- rer, neue conücle-sr, memor eorum guss (Ässsr polt Zsuicros lioüss so »micillimis eins perrulisier Lee. Vels !csi II. 6c>. dlon placebsr ^riss rnarri pbllippoguö vi- krico, sclirl nomen inuiäialrsFormnLL LsslanL. Sue-r Oktavius, Kaisers Sohn und Erbe. L5 tragen Standhaftigkeit nannte. Denn eöN R- reyublics animuni hsbuin Liviu» kipir. 119. Und endlich das deutlichste Zeugniß von asten! Im sagt Am: ,6 DioKaßius. B- Xl.V. Hauptst.I.XV. N.R-E./iomen und ein' Erbschaft übernahm, die er ver, haßt und beneidet zu scyn wußte, und alle das zu Slemil. Lep'thun, weswegen Kaiser umgcbracht, und unge< Mx. umgcbracht worden war, ohne weder die Mörder, noch den Lepidus und den Antonius S. r/r- zu fürchten. Aber dcmohnerachtet schien Kaiser, da er in seinem Vorhaben glücklich war, nichts minder denn schlecht überlegt zu haben. — Ucbri- gens schien die Gottheit das Ungewitker, welches sich neuerdings aufzog, nicht undeutlich vorher- gusr von sich selbst: ^»»or »ar«/, exerci- rum piiusw conlilio er priusr^ impensu compsrnui. Auf diese Zeugen mich stützend, steh' ich gar nicht an, sür o>r>-«LLiökx5r>i; deS Mastins, n>ie der Anonymus desLianconi, zu schreiben. Fabriz in den Noten kitirt den Pakcrculus für die Zahl achtzehn, ich weiß aber nicht, mit welchem Rechte (Eher hatte -solin K-4- kitirt werden können) Die Worte des pa« terculus sind oben, aus einer mit sehr rieten kritischen Anmerkungen versehenen Edition (Franks. 160^. 12.) abgeschrieben, und wenn ich all' ihr' angehängte kri« tische Noten durchblättere, so finde ich nur unter den dem Lipsio nachgeschriebenen (und man weiß ja, wie cs mit dem Kollegiennachfchreibcn zu gehn pflegt!) Noten, aus denen Rapheleng in der Vorrede selbst nicht viel zu machen scheint, die Anmerkung (p. 224.) -Uii xiix. Wenn aber diese Zahl sich auch in allen Kodizibus fände, so müßte man sie korrigiren, weil man die Differenz zwischen 691 und 710. an den Fin- gern abzahlen kann. Und doch hat mehr denn ein Ge¬ lehrter diesen Fehler begangen, uno nur erst neuerlich Hr. Reichatv Note II. über den roten Brief des 14- Buchs an Attikus; er sagt sogar, er wäre kaum l8 Jahr gewesen, da ihm doch nur höchstens ein einziger Monalh am i9tcn abgieng. Den nehmlichen Fehler begehn auch Guthrie und Gray Th- XI. x. 25g. (Troppauer Ausgabe) ohne daß ihn Hr. -Heyne korri- girt hätte- — Lurropius VII. 1. har aber auch, wie Dio, achtzehn Jahr; und so hat auch Paanius gele¬ sen » 7-»-; Oktavms, Kaisers Sohn und Erbe. 17 zuverkündigcn; sintemahl bcy seinem Einzug inVR^./.rs Rom cm vielfarbiger und bunter Hof die ganz Sonne umgab. Asmil. Lep. 570. So ficng derjenige , der vorhin Okravius^ds^Een hieß, nunmehr aber den Nahmen Raiser bekam/aeü Mark, Anton. 2198) Gbseauenn i. o. (kaum bora cliei kerkis, in- Asori circumt'uis mvlriruciins, Uosr-sm inrrsrec, 5ol, puri sc ssioui coeb ocbs moüicv inclusu8, exrremse li- neas circulo, 'gu»!i8 concb srcu8 in nubibut solet, ssm circumscripiir. Vcllej. II. 59 Lum inrrarec vrbem, soÜ8 orbis supsr cspureiur, curusrus aegvalirer rorun- üsruzguo, in colorom srcu8, vsluri coronam k»nri mox viri capiri imponsns, coofpsccu8 elb Gueto» 9;. kostmscem Lseksris , reusrlo ab Apollonia er ingro- üisnco so vrbenr, rspsnrs liguiclo sc puro forono, cir- ci'lus scl specism cosleii>8 arcu8 orbsrn soÜ8 smbiir. Plin. IN 28- Lernunrur er circa lbli8 orbem csu sps- cis co.onus er reiiicoIor-8 circust; guslirer /^uguüo Laelare in prima iuuocic» vrbrm intranre post vbicum parris, »6 nonisn inogns cspsstonstum. Seneka I«. »ar. I. 2 Memoria proäikam eä, cpio ä-e clille« Auti,i8 irbsm, ex Apollonia rsuerluz, inrrauir, circa bNem vikom cvlvris rrnü circuium, 9USÜ8 eile in urcu luler: bunc Qr-ieci /rs/o vocanc, nv8 ciicsre co^o»aor spr lbms pogumu8. Vg!. Orosins VI. 28. Und Fos nacas X iz. Die Alien haben einen Connenhof, eben so wie Kometen, beßändiq für Vorboten eines großen Unglücks gehalten phllostrat. Viir. 9. sagt von einem Honnenkof, den man zu den Zeiten des Kaiser Domina» sähe: »> «-r». Auch fghrt unser V. selbß, unten § 542 ein anderesBcyspisl 'von einem Sonnenhof an, wo er wiederUnglück bedeutet. — Sollte jemand von meinen Lesern mit der Theorie der Sonnenhvfe gedient senn . so verweis ich ihn aut die berühmte Schrift des ^elve-ius Us cc>rcwi8 sc prirbsüiü, aus Welcher Wolf PhysU §. ;r;. einen fruchtbaren Auszug geliefert. Sie entstehn durch Hagelkörner, in denen sich die Sonnen, strahlen brechen. B - i8 DioKaßius. B.XI.V, Hauprst.^XV. N-R.E.7i--und in der Folge die Benennung Arrrrnstus cr- DMa?.'".hielt, an, sich der Verwaltung der Geschäfte zu Amil, rev-unrerziehn, die er, zugleich mit dem raschenMu- ^i'the des Jünglings, und der weisen Bedachtsam- ' keic des Greifen, betrieb. Er kam anfänglich als Privatperson, nur von wenigen begleitet, ohn' allen Pomp "") unter dem einzigen Vorwand: sein Erbtheil abholen zu wollen, in die Stadt; drohete niemand, schien das, was vorgefallcn' war, nicht emmahl übel zu nehmen, und ließ sich kein Wort davon, daß er die Thäter zu bestrafen gedächte, verlauten: auch war er so weit entfernt, Len Antonius wegen der Gelder, so er unterge¬ schlagen, zur Rede zu stellen, daß er selbigem vielmehr Hofirete, ohnerachtet er von ihm mit Worten und Thaten beleidiget worden war. 2199) Dieses widerspricht der Nachricht desAppias NUS P. 299. völlig: Komsm versus iker arripir, con- venienre ülpsms rurds er gase rorrsriris in morem llie- tim MAeremr. sperre ichkur in sensrum vinäicskurus, ob Aenrium mnlrikuäinem, er ob icl inlläiss MLzir ve- rirus, nuperrime Zenribnz bbi noriš fere omniku« üi- xaw8 sccsciebst. VeÜ. I. c. (iui »cluenkanki llcmsm immsnis Lmicorum occurrir kreguenri«. Mbseqnen» I: c. (^nnm bors ciiei terris, cr>c«m/rz/ä -»»/rrr«. komam inrrsrer. Pchtarch Licero p. 88Z- b. >>'?!- vir« «-kL« «vriw 2200) Dgl.plmarä) ^nron. x^as. 6. e. undAp!- pianus x. ZOO, wo er erzählt, daß ihm Antonius nicht entgegen gegangen, ihm auch keinen entgegen geschickt. August (denn so will ich ihn von nun an der Kürze wegen immer in den Noten nennen) habe darauf gesagt: Er nähme solches Antonio nicht übel; es sey nicht mehr als billig, baß er, der jüngere und der Privatmann, die ersten Schritte gegen den Mcu und gegen den Bürgermeister thun müßte. Obftgucns 1. e. Izrli Lselsri mvnllrots mslizistrsre /rnronii conlu- Bemüht sich das Volk zu gewinnen. 19 Wie denn Antonius die Verlesung des Zunftge-^R.E.Tw setzes (welche voraus gehn mußte,wenn die ÄdoptioNDistau' v. des Okravius rechtskräftig scyn sollte,) durch einigeA-mU. Lep. Zunftmeister verhindern ließ, ob er sich gleich sel-^' bige möglichst zu betreiben den Anschein gab; in derAbsicht, ihn um desto schwächer zu machen, wenn ihn die Gesetze noch für keinen Sohn Kai¬ sers erkmneten. §. ;;r. So sehr nun auch Kaisern dieses alles verdroß, Oktav be-- ertrug eres dennoch, weil er noch nicht sicher et-°^t ^sich was wagen zu dürfen glaubte, bis er das Volk,Tribunan durch welches sein Vater so hoch gestiegen war, aus seine Seite gebracht hatte. Da er deutlich ewsahe, wie ungehalten dieses über den Tod des er sten Kaisers war; sich schmeichelte, daß solches seine, als des Ermordeten anerkannten Sohnes Parthey halten würde, und überdem wußte, daß ihm Antonius sowohl des sso grausam verwalte¬ ten^ Generalats der Reuterey wegen, als auch wegen der gegen Kaisers Mörder beobachteten Gelindigkeit, verhaßt wart bewarb er sich um ein Zunftmeisteramt, in der Absicht, sich durch sol¬ ches das Volk verbindlich zu machen, und also in ihm den Grund zur künftigen Oberherrschaft zu legen. Er bewarb sich also um die damahls durch den Tod des Binna erledigte Stelle. Da An¬ tonius dieses verhinderte, "°') ruhcte er doch nicht, lis mults perpsllo, generös» suir sä rsMsnänm con- Vellen II. 60. I'onc prvlinns Ilirovi II8 con- lul superbe excipit. — Leftt auch Sutton K- IO. UNd Zlorus IIII. 4. 2201) Guetoir I. c. Lr gno conüsntiuz^cersr» guorzue sxse^ueremr in Incum Vrlbuni plebi8 lorrs äs- Mnrcvi esnäiästum ss nUenäir, <^ugngnsrn ksrriciuz, likcäum ssuskor. LeciLäuerirmre conslibus suis dl. .^nco- -o DioKaßius. B.XI.V. Hauptst.I^XV. N.N^.7iosondern überredete einen der Zunftmeister, Tibe- «olktar^v>'üls Nanurius, '"°') ihn dem Volke vorzustel- Demil. Lep. blrx. xonlule, quem vel prsecipuum säiurarsm spsrsuo- rsr, sc ns publicum guiclem ek rrsnülsririum ius vlls in rs ttne psctione Arsuittimss msrcsäi8 impsrlisurs, sä oprimars8 le courulir Lcc. Lcc. Plurarch 922. FypsM--» »-k 7-«r> 5»k7s ^-^,-»7-- — Nom Heluius Rinna und dem Tode desselben besiehe oben p 1275 Not. si6l. Vom grausam verwalteten Generalar der Reu. terey, oben §. Z90. und von der gegen Kaisers Mör¬ der beobachteten Gelindigkeit, x. 1245. 2202) Man schmeichelte sich anfänglich mit der Hof. nung, es würde dieses Geschäft der Zunftmeister Lu¬ kins Anromus, MarkOBruder, übernehmen. 2;ikero sci /trere. Xllli. 20. Als dieser aber solches nicht that, (wie man denn wohl mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit voraus häktesehn können) so that solches dieser Ranus tius, der hier und beym Rikcro lll. 9. Tibe¬ rius, unken §.691. Tims genannt wird (wo ich je¬ doch Tiberius schreiben zu dürfen geglaubt) — Von diesem Ranutius schreibt Vellejus 64. kkssc sunc rem- pars, guibu8 st. Vulliu? coucinuis scrionibus sstsrnss /enrouii memorlss iuuttic irors8. 8eä bic suiocurillinio ec csslctti ore: sr rribunus Lsuuriur conrinus rsbic Is- csrsbsr ^nronium (ganz anders Rikcro I. c. houcttis- linüs ccMrsmionibus, ei ssepe er iure vexsbsr) Vrri- qus vinäicrs liberrsris morre lkerir. 8ecl crikuui ssn- Auine committ» prowriprin; (Aceronis, vel ssrisro An¬ tonio, paenssimrs. Den Tag, wenn ehe Kanutius den August dem Polke vorgestcllt, bestimmt Riker.» / sä siiuers.iXU. z. Es war der 2te Oktober: lrsqus s ä. VI, dlvns8 Ocrabri8, proclucru8 in coneionem s Ls- nurio, rurpisiime ilis guiäsm clilcssiir, secl rsmen es äixir cle conserusrorikus psrrise, guse clici äebsrenr cls I>reciiroridu8. — Daß Antonius damahls, da dieses in Rom vorgegangen, nicht gegenwärtig war, cr'ehn wir aus einer Stelle, die weiter unten § 527. steht. Mrd auch aus der Parallelstelle beym Appiau lli.40 41. Vsil. s^lghius 1.III. p. 468, Und Hcrirron. r^nimsäu. bittor. c. 2. p. 5g. Die Freundschaft zwischen Kanu» , tius und August bestand nicht lange, sinremahl ihn Bemühst sich das Volk zu gewinnen. 21 kn, mit dem er wegen des ihm vom ersten Kaiscr^R.T.7ic> nachgelassenen Vermächtnisses allerhand abhandeln^^''". zu haben vorgab. Nachdem er hier eine Rede gchal-Aemil. Lex. tel/, ss wie solche seiner damahligen Lage angemes- ? sen war, versprach er ihnen das Vcrmächtniß al- sofort auszuzahlcn, macht'ihnen auch noch über- dem zu Geschenken weit größerer Art Hoffnung. Hiernächst gab er auf seine eigene Kosten diejeni¬ gen Spiele, so wegen der Vollendung dcsVenus- tempels versprochen waren. Es hatten zwar einige solche zu begehn, noch bey Kaisers Lebzeiten übernommen, da sie sich aber jctzund sowohl hier¬ in, als auch in den auf den Parilien angeord¬ neten Wettrennen saumselig finden ließen, übernahm der junge Kaiser beydcs, unter dem Vorwand, daß ihm solches der Anverwandtschaft wegen obläge, in der That aber sich dem Volke dadurch verbindlich zu machen. Doch waget' er, aus Furcht vor dem Antonius, damahls noch nicht, Kaisers goldncn Thron, und dessen mit Edclgesteinen besetzete Krone, den Vervrdnun- dieser nach der Eroberung von Perusia, und also nur 4 Jahr spater hinrichten ließ. Appicur V. 49. 22OZ) Appianus p. 544. Ges; o irkSk, Xkt^eev«4 LX 78 xsrr 70V vcov, 0 70V LV Stvk7/^er I Sueronius ro. I.uäos surem vicroriss Lsessris non »oäentivuz sscere guibus obri^ersr iä munus, ipts eäi- — Dieses sind die Spiele, von denen Mkttms an Rikcro äiu. Xl. 28 schreibt: /er iuäos guo; Lssls- ris viccorise (iseün- säoiescens iecir, cttrsui. iä sä priusrum oilicium, non scigscum rsipubUcse psrcinsbsr, Anillimo Lseksri, xekenri nezsre non pocui. 2204) Vgl. Not. 1894-1895- 22 DioKaßkrs. B.XI-V. Hnwtst.I^XV. N.R.T./iogerr des Raths gemäß, in's Theater zu brin- Dikt^^v.3^- Nemil. Lep. H. 5Z2. ^Ehrende- Da sich alle diese Tage hindurch ein Gestirn Msnnqeu/sehn ließ, welches sich von Norden nach Westen nach"'dcffen^vcgke, und solches einige für einen Kometen Tod erwie-hielten, und glaubten, daß er Unglück wie ge- ien- wöhnlich bedeutete: ward solches von der größten Menge nicht geglaubt, die sich vielmehr überrede¬ te, daß solches dem, schon der Unsterblichkeit theilhaft gewordenen und unter die Götter vcr- setzeten Kaiser heilig scy. Hierdurch beherzt 2205) NachPlutarck, ^nron. 922.5. hat er stl< ches wirklich, wenigstens einmahl gerhan, cs aber nachher^auf die Drohung Antons, ihn cinstecken zn lassen, wenn er nicht aufhören würde, das Volk auf zuwiegcln, unterlassen: Zktvs; , kts k, ^>1 „LVS»-' VS — Rrironürs, welcher IN diesem Jahre Ptatzmajor war, hatte die ihm obliegende Spiele ge' geben, und in diesen Spielen war es, wo August Kai« sers Sessel und Krone setzen lassen. Dies nahm Rn- romus übel; sag^e, daß er nicht gesonnen sey, st"" Geld zu verschwenden, um die Ehrenbezeugungen da¬ für dem Hingerichteten Kaistr zuzuwenden. Darüber belangte August den Kritonius beym Anton als regie¬ renden Bürgermeister. Dieser verwies die Sach' aa Rath, und als August dieses übet nahm und sogar Drohworte gegen Antonium aussties, fuhr dieser zu, und untersagte, jcmahls den Thron und die KroneKal' sers aufzustellen. App. 2206) Servius sä LcloZ. VIIII. 47. Lum e^ugU' ÜU8 Ls^ssr lustoz sunebres psrri colLkrsrek, clis meäia stslls sppsruir- ille Lani este constrmsuir psreucir sui.^- Vierer cnLs horsiu ocrsnam, stellsm swpliü>" - rnsm, gusll lemuistis ornstsm, c»rsm sticir, gusm guillsw «ci iilustrsmlirm glarism Laessr>8 iuuonis perlinore oxi- sti'msbkinr, ipss snimam pmri5 lui eile voluir, e:gue in Lsgiwlio stmusw; super cspur suresm üellsm liabaw Bemühet sich das Volk zu gewinnen. 2 z gemacht, ließ er ihm eine Statue von Bronze imN.N.C./w Venustcmpcl setzen, die einen Stern über dem^^' v. Kopf hatte; und da dieses aus Furcht vor denMmil Le»! Volke" niemand verhinderte, folgte bald darauf^' rem, xokuit. Inlcripwm in bsk kuir (^L8^KI üdll- INlLO. 8eäVulLsriu; srufpsx in concione äixir, co- inersrn eÜs, gni knils orslions in ipls concione conci- äir. lloc srism ^.uAukus in libro lecunäo äs memori» virse Kiss complexu; ek. Vbseguens !. c. üuäi; Ve¬ neri; Asnitrieis, guos pro Lollezio kscir, Kells /rsr« »»ckcr'ma crinirs (den Umstand, daß um die elfte Stunde^ der Stern gesehen worden, erwähnt auch Seneka »ar. VH. 17.), tub ssprsnkrioniz li¬ ci e re exorts, conuerrik vmniurn ocnlos. Huoä käur, c>uis luäis Veneris sppsruic, äiuo lulia inliZne cspirir eonleersri plscuir. Plinius II. 25. Uo käers liAnill- csri vulzus creäiäit, Lselsris smmsm inrer Osorum immorkslium numins receptsm, guo ncmine iä ink^ns limulscrv cspiti; eins, guoä rnox in koro consecrsuimur, Läieclumek. Tuet. Lae/i 88- buäi;, guo» primo conse- crsko; ei beres /tugukus eäebsr, Kells crinits per le- xrsm äie; conrinuos kulkr, exorien; circs vnäscimsm korsm. Lreäikumgue ek snimsm ske Lsefsrir in coelnm recepki: ec bsc äs csuls kmulscro eiuz in ver¬ lies sääirur Kells. Daher sind die Münzen mit dem Stern zu erklären, dergleichen man findet, bey Tris stan I. qz. zy. Patin, sä 8ueron. II. Noris Leno, rspb. ?it. x. 9?. 94 ; und daher die Stellen der Dich¬ ter. Z E. Virgil Lclo§. Vllll. 47. Lees Oionsei xrocelkl Lae/ärr'r a^?rrM. l^oraz Oäsr. I. XII. 46. micst inter ownsr IVKIVlv! 8IOV8, velur inter igns« Qun« minorer Lhristovorus, wenn er ^ntbol. v. 1. 1/. eine Statue Kaisers beschreibt, die zu Konstantinopel im Gymna- fio des Zeuxippus ausgestellt war, sagt, vermuthlich eben dieses Sterns wegen, von ihr, /»tzel-sr. 24 Dio Kasims. B. XI.V. Hauptst I.XV. N R.S /io^die Erfüllung^ vieler andern vorher zur Verhcrr« ^'^'^ Ilchung Kaisers, abgcfaßkcn Rarhsschlüsse. Sie ä n::! Lepinenneken den Monarh lgn welchem er war geboh- ^s- worden^ nach seinem Nahmen Julius; ^') und da gerade damahlö, irgend eines erfochtenen Sieges Halber Feycrtage waren verordnet worden, wurden in ihnen an einem besonders dazu bestimm¬ ten Tage, die Opfer snicht in des Siegers son- " dern^j in seinem Nahmen dargebracht. Dieser Ursach wegen fielen nun auch die Soldaten, von Lenen er einige durch Geld an sich zu locken ge¬ wußt, so häufig ihm zu, baß man darüber zu murren und einen Aufruhr zu besorgen anfieng; vorzüglich weil Antonius, da der junge Kaiser einst, wie er solches bcy seines Vaters Lebzeiten zu khun gewohnt gewesen war, von einem erha¬ benen Platze, von dannen herab er jedermann sichtbar war, harangiren wollte, solches nicht zu¬ gab, sondern ihn durch seine Liktoren herab wer¬ fen ließ. §- 5ZZ. Mark-Air- Dieses ward nun überall ungemein Übel auf- tonundOk-genommcn, vorzüglich weil von dieser Zeit an tragen sich^Kaisir, um Antonio Neid zu erregen, und das Volk sich desto geneigter zu machen, den Markt¬ platz völlig vermied. Antonius fieng sich also 220^) S-'oben N. sort, und vgk. die Kommenta« tores über Ocer-a aä XVI. I. Irsne? Roms la- Iris. 2208) Suetorr K. io. Veteisno« 6mu! in luum sa Ivsipublicse suxiÜnm cvnli sxir. Appian, x. 296. LxerLilu» kLniuolentiAm iibi comxsrauersr, cuin vnr»,/.acl /e vem'eme/ /«mma clirni- rsks PlntarcI) Lrurus p- 994' b. x«l Bemühet sich das Volk zu gewinnen. 25 an dergestalt zu fürchten, daß er sich in Gegen-N.RE710 wart anderer verlauten ließ: Er habe so wenigDsstar. v. Zorn gegen Kaiser, daß er sich vielmehr gut gegeuAemU. Lcp. ihn gcsinnet zu seyn, und allen Verdacht, den er"^' gegen ihn hegen könne, verschwinden zu lasten, verpflichtet hielte. Man unterließ nicht, dieses Kaisern sofort wiedcrzusagen, worauf es zu einer Unterredung kam, in welcher cs schien, als hat¬ ten sie sich wirklich mit einander vertragen. Denn, so vest auch jeder derselben auf den einmahl an¬ genommenen Gesinnungen seiner Seele verharrte, näherten sie sich einander doch wechselswcis und schienen versöhnt, weil ihnen die Zeit jetzund zu Vorwürfen unbequem schien. Jedoch es 2209) Mark-Anton hatte den August anfänglich, seiner großen Jugend wegen, verachtet; allein dieser steckte sich hinter den Kikero, von welchem Plurarch t-rce^o p. ZZg. f. sagt; -L ka-Akv -- kV -i, Ekl -o-c Dieser war mit Mark-An¬ ton damahls mehr denn einer Ursach wegen so über den Fuß gespannt, daß sie sich auch einander, wenn , sie sich an öffentlichen Oertern begegneten, nicht ein¬ mahl grüßeten. Der Stiefvater Augusts, Philippus, und sein Schwager Markell, wußten also nichts klü- geres zu thun, als den jungen Mann Kikeroni zu em¬ pfehlen, welche Demarche denn auch so wohl aus¬ schlug, daß sie den Anton zu dieser ersten, nur sehr kurz dauernden Versöhnung nöthigte. Plurarck /mr. 92s. k. erzählet dieses so: ^-^0, it,xk^„ e«? k«vra^«e r« La^Uo/ro o»s co»«e»ere. 26 DioKaßius. B. XU HaupLst. I-XV. N.R^T./iodauerte diese anscheinende Ruhe nur wenig Tage, Dik^t'^v.worauf sie sich wiederum, entweder aus wahrem A-mil. Lep.wirklicheu Mistrauen, oder auch, (wie solches häufig zu gcschchn pflegt) durch falsche Vcrläumdungcn aufgehctzt, zu beargwöhnen, und ihre Fcindsceiigkeitcn zu erneuern anficngen. "'°) 2210) Es ward nemlich Antonio hintcrbracht, daß ihm Augusi heimlich nach dem Leben trachte. Plirtarch !. c. cvkTk-LS-L Kai?«- «67-«. Xareer«^ Zs «Tre^o^kii-o , «x e^ec^e Ze, x«s rvsxT-o« Dies Vorgeben ist nicht Unwahrschein- lieh, sondern vielmehr dem anderweitigen Betragen Au¬ gusts höchst angemessen. Seneka cie c/e«c»r. I. 9. Duoclsricelimum egrelUrs snnum, iam puAione8 in linu smicorum nbkconclsrsr; ram r'nssrirrr /5/. ^t»ro»rr ^rrie^ar, ism kuersr colls^s pro5criptioni8. Ja, daß cs nicht wahrscheinlich allein, daß cs gewiß sey, lehrt folgende Stelle des Rikers vi». XII. 2;. WS er an Rormsizius schreibt: Kerum vrbsngrum scrs ribi mirricsrro lcio, guocl ni irs puksrem^ ipls per- scriberem, imprimisgus Lsessriz OÄauisni consrum: cis guo mulrirucbni kiclum sb Antonio crimen viäerur, vr in xecunism aclolssceuris imperum sscerer. rer er t>o»r rir>r er cre«i»»r /äcr»r» er prob,int (lezteres nun wohl nicht, guter Bakers!) Suersn K- 10. sagt V0M August: kiorrsmibus irsgue «o»»«//rr (aber niemand denn Kikero war schwarz genug, den jungen neunzehnjährigen Mann einen Meuchelmord an« zurathen) psrcutlores ei lukornsuir. Und daß diese Mörder Mark-Anton wirklich in seinem Hause gefun¬ den, ergiebt sich aus dem ang. O> Kikerons, wo er bald nach der oben citirten Stelle sagt: ^nroniussurew, nolker krmibsris, rsnlo 5s oäio ssis imellizir, vl, guum inrsrkecrorez 5oi clomi comprebenäerit, rem pro- Lerrs non suclesr. (Es ist bekannt, daß verschiedene glau¬ ben, Mvrtilus, dessen Justifizirung Rikers zweymahl erwähnet, xv. iz. und xvi. n. sey bey dieser Gelegenheit hingerichtet worden; jedoch sie irren.) Zwar sagt Vellesi II. 60. I5unc — Bnronius — ve¬ lur inüäm eiuz xsrilus kcelslks inirmulsrs cosxir: in BemühetsichdasVoikzugewinnen. 27 Sobald sich nemlich Personen nach einer bitter^R^.7l<- gegen einander gehegten Feindschaft vertragen, ziehn^M^. v. sie aus vielen Dingen, die so wenig irgend etwasAemii. Lep. Böses zur Absicht haben, daß sie vielmehr dem bloßen Ungefähr zuzuschreiben sind, Verdacht, und sehn, mit einem Wort, der vorgefaßten Feindschaft wegen, die unschuldigsten Handlun¬ gen so an, als ob sie aus Uebcrlcgung und in einer bösen Absicht geschähen. Hierin werden sie von S. -74 denen, so um und neben ihnen sind , bestärkt, die sie durch Klatschereycn, unter dem Vorwand des Gutmcincns, immer mehr und mehr, einen ge¬ gen den andern aufhetzcn. Es sind derer nur gar zu viel, die gern alle Mächtige mit einander uneins sehn, und sich über ihre Feindschaften unter ein¬ ander freuen, um hernach beiden desto sicherer nachstcllcn zu können: und Leuten dieser Art fällt es aüemahl leicht, durch die erkünstelten Vor¬ spiegelungen aufrichtiger Freundschaft, Personen zu hintergehn, die ohnehin schon gegen einander erbittert sind. — Auf eben solche Weise wurden auch unsere, die sich ohnehin vorher niemahls ge¬ trauet hatten, jetzunb noch mehr, einer vom an¬ dern entfernt, guo rurpiter äeprebenls eins vsnirss eli; wer wird aber auch glauben, was ein Speichellecker wie Vellejus sagt? Im Ton des kaltblütigen, Wahrheit suchenden Geschichtschreibers, sagt der, in der Geschichte der Bürgerkriege, so wichtige Appian III. p. Z26. dlon inulro poli ^nroniuz nonnullos ex culioäibus corporis sur sä smrcos srrrsbil veluri rniniltros s Lseksro in eurn per inbäiss inliruLios: liue cslumniss csuss iä szerek, liue re , line s Lseksre sä exerciturn eius prsemiii'os cognouillbr, er iä sscinus sä sg^retlionem corporis lui ineäirslum rekerenz, subito in popuio ru- mulcum coucicsuir. 28 DioKaßius. B.XI.V. Hauptst. I-XV. §. 5Z4- N.R-E-7I0 Antonius also, welcher die täglich wachsen, Kaiser de Gewalt Kaisers bemerkte, versuchte sich dem Aemm'Lep.Volk auf alle mögliche Weise gefällig zu erzeigen, diLL- L-n-un, solches vom Kaiser abwendig, sich selbst aber geneigt zu machen. Zu dem Ende ließ er durch seinen Bruder Lukius, welcher Zunftmeister war, den Vorschlag thun, unter das Volk eine Menge von Ländereyen, (und unter andern auch dicpom- tinischen Sümpfe, als ob solche schon auege- irockner und urbar gemacht worden wären) aus- zutheilcn."") — Es waren damahle drey Gebrü¬ der ^intonier) die zu ein und der nemlichen Zeit die höchsten Würden des Staats besaßen. Mar¬ kus Bürgermeister, Lukins Zunftmeister, und Rajus Stadkrichter, daher es ihnen leicht fiel, überall bey den Bundesgenossen uud Unter¬ themen des Römischen Volks (nur die Mörder Kaisers und die, so diesen getreu waren, ausgenom¬ men) die obrigkeitliche Personen, so ihnen miö- 22n) Von den Pomtinischcn Sümpfen siehe oben Not. 2016. — Rlkero V, 7. Hw xrUucie« tlccsi'e roluit: bic oirin^m lrslism moäersio komiK I.ucio Antonio, äiuiäunäsm cieäir. ()uici? Kanc to¬ gem populus kvmsnub sccepir? ()uiä? ?er susxicia kerrs pvruir? 8eä rmgur vsrecunäus t>ns colisgis cis «ussiciiz, guan^uana ilis auipicia non egenc imecvrers- tions /)ugurum, lous eniin ronanre cum poxulo ko- msno sgi non elle ins, cjuis ignorst? 2212) plutarcl) ^nron. p. 922. ä. n-, 1-«^« Ze Ze I'aeiov/ /iLkv , ^Ver/x/o»» Se Von diesen drei) Brüdern war Markus der älteste, Rajus der mittlere, und Lukius der jün¬ gere. Besiehe die Stammtafel, die mit dem dritten Band ausgegeben werden wird, und Pighium IN. 464. 469. Große Macht der Antsnier. 29 fällig waren, abzusctzcn und andere a" ihrer StelleMME^iv zu erwählen, andern auch auf eine längere Zcit,DW'Ev. denn Kaiser solches erlaubt harre, dreAenvaltrmgAemil. Lep. der Provinzen zu überlassen. Dem zu folge hatre^' sich Rajus Amonüls die Provinz Nrakedo- nien zugecignet, so seinem Bruder Markus durchs Loos zugcfallen war; welcher an ihrer 22i;) Das ist mm wohl historische Unrichtigkeit. Makedonien war Mark Antonio keineeweges durchs Loos zugefallen. Es war eine stadtrichrersiche Provinz. (Rlkero in I-llonem gß.) Da nun Mark-Anron Bürgermeister, Brurus aber Stadtrichter war, und die Provinzien vcrwset wurden, so konnte Makedonien zwar dem lezrern, nickt aber dem erster» mfallm. Und so war es auch wirklich! Noch bey Kaisers Lebzeiten war es verordnet worden, daß Brutus, nach zurück- gelegtem stadtrichterlichen A-ut, Gouverneur von Ma¬ kedonien, Kaßius aber Gouverneur von Syrien wer¬ den sollte. Appian. p 289. Mark-Lnton, der, wie in der vorigen sichle bemerkt worden, nach dem Tode Kaisers, Rom auf einen ziemlich despotischen Fuß be¬ herrschte, wünschte sich das Gouvernement von Sy¬ rien, getrauete fick aberckey dem allen doch nicht, öf¬ fentlich darum anzuhalken,um sich nicht dem Senate noch verdächtiger, als er es ohnehin schon war, zu machen. Der Senat hakte sick bemühet, ihm einen Gegner in der Person des andern Bürgermeisters Dolabella auf- zusteücn. Mark-Anton, diesen ganzenAnschlag zu ver¬ eiteln , hetzte den Dolabella auf, Syrien für sich selbst zu begehren, und dieses ward auch durch ein Plebisci- tum, (von dem Appian. p. 295. ausführlich zu lesen) durchgefttzt. Nun glaubte Mark-Aaton, der Senat werde nichts dagegen haben, wenn er sich um dwPro- vinz Makedonien, die jetzund nicht mehrstadtrichrerlich war, bewerben würde, und in dieser Hofnung betrog er sich nicht. So, nicht aber durch eigentliches Loos, fiel Makedonien Mark-Antonio zu. Nachher aber, da Mark-Anton glaubte, mit Gallia kisalpina besser als mit Makedonien zu fahren, schanzt' er diese Provinz seinem Bruder Rajus zu, und nahm jene für sich. zv DioKaßius. B. Xk.V. Hauptst.I.XV. N.R.E.7i°statk das dem Dekimus Brutus zugesprochene v cisalpinische Gallien (sintcmahl diese Provinz so- Aemil 'sowohl mit Geld als Soldaten vortreflich vcrsehn visL- ^44 ^«r) zugleich nebst den nach Apsllonien vor- ausgcschickten Regimentern/ in Besitz nehmen wollte. Hierüber also ließ man Rathsschlüffe ab- sassen; und da Sextus Pompejus damahlö schon sehr mächtig zu werden ansieng/ besiän'gtr man die ihm vorher schon vom Kaiser bewilligte Amnestie, und verordnete, daß ihm alle das zu¬ rückgegeben werden sollte, was vom baarenGelde seines Vaters in die öffentliche Schatzkammer ge¬ kommen sey. — Von den Landgütern besaß An¬ tonius den größestenTheil, der sich, solche zurück- zugcben, nicht entfallen ließ. Vellen I. c. Illsm prouinciam Oscimotzruto, llsliANL- ro consulistecretam, 6sllism occupsre ligruir. Bikers XI. 4- In (rslbam inu^str ^nronius; in /XlUm OolLbellrr; in »stenam vlergus pcouineiam. — Die llk- fach, warum er, statt des Brutus, Makedonien vom Senat erhielt, war ein vorgegebener Einfall der Gelen. Inrerea lubiro tstma alluol-rc, Oeras, cozniro Lselsriz inreriru, dlacecloniam inZrestos ciepopulsri. (Juam ob rem Antonius sxsrcirum a lenaru perstr veluti in 6era« expeäirionem parsrurus. — limorsm lulpicionemgus ob bsse em >n»c»m äistoluere selstnans, llsersco ssnxit, le null» ex csula proleölurum st I) i5ts.ro r crearerur, ns- c>ue oecisrurum ls sur »stumprurum vilo moäo Oiüa- luram, 6 ilst.praekererur. 8iguill barum guis lpsrnsn- tem viclerer, ab obulo guogue veile lrucillsri. (Ich gesteh es, dies nicht zu verstehn; das Gesetz, wodurch die Diktatur auf ewig aufgehoben ward, war ja alter. Vgl. oben 4.52z. Not. 2IÜZ.) ^c per bunc moäuM »uciisnres msxims cleliniens, er bis, gui Oolsbellas lsusbant, per larAirionsm stbi scileiiis, exercirus in^Ia- cecionia existsnris praecor er imperawr constiruirur. uas>8 mnnribus. F,is vms XXI. 2Z. — Die Wohnsitze dieses Volks, sagt Strabo x> 481, fangen sich ain Fuß der Pyrenaischcn Gebürg' an, dehnen sich nachher in das große Blach. feld weit aus, und reichen bis Ilerda und Ilerska, welches Städte der Plergeren sind. Zwar nennt Strabo diese Nation nicht Lakctauer, sondern Jakeras ner, (und daher werden auf Kählers Hjspania, und im dazu gehörigen Text II 20. und L-rcer«,rr unterschieden; erstere am Jberfluß, letztere am Fuß der Pyrenäen gesetzt,) allein da Strabo v. 482. aus¬ drücklich anmcrkt, daß Sextus Pompejus im Lande der Jakketancr mir Kaisers Generalen gekriegt, so ist wohl kein Zweifel, daß nicht beid' ein' und die nemli- che Nation seyn sollten. — Besiehe von der Lage dieser Nation Pecrum se Marca II. 2z. und die Kommcu- tatores über Plinius III. g. z2 Dio Kaßms. B.XI^V. Hauptst. I^XVl. N.R.E. 7iowcgen überaus günstig gegen ihn g-'sinncr wa- Z'-'"- Nachdem aber Kaiser nach Italien zu- Aeün!. Lev rückgegangen war, und in Bätika nur ein sehr kleines Heer zurückgelassen hatte, vereinigten sich sowohl die aus der Schlacht entronnene ssPompe- janische Soldatcnsj als auch alle Lakketanier mit ihm. Mit diesen gierig er nach Bärika, welche Provinz ihm am leichtesten zu überwinden sch er, zurück. "'?) Da der Gouverneur derselben, Ra- 2216) Doch hatten sich die Lakketanier im ersten spanischen Kriege für Kaisern erklärt- Lasser dou. ciu, >. iz. 2217) Nicht diejenigen Soldaten, so sich aus der blutigen Schlacht bey Munda gerettet,und deren in iedec Betrachtung nur wenig seyn konnten; nicht o-e ihm gestoßene Lakketanier sparen es, die den Sextus im Besitz von Svanien vest hielten: nein, es war -es/ wärtige Hülfe, die er aus Afrika erhielt. Man erin¬ nert sich sonderrweiftl noch, aus dem zosten Kao >ss des afrikanischen Kriegs Kaistrs. In diesem.Kneg. s bekanntermaßen König Juba, dem Kurio ehemabls ss-n Reick konfisziren wollen, der treueste Bundesgenosse der Pompejanischen Pärchen. Dieser Juba barte wie¬ derum andere kleiner' afrikanische Fürsten zu Bundes¬ genossen, und unter andern einen gewissen Mauasses. Hl!, 440. Man erinnert sich ferner der großen Dienste, so ein gewisser Publius Sirrins, Kommandeur eines Frcykorps. Kaisern in diesem Krieg erwiesen. (Vgl. oben §. 424. N. 1674. 1675.) Kai¬ ser belohnete diese Dienste dadurch, daß er einen gro¬ ßen Thcii der in Afrika neueroberten Provinz an Sit- tio adtrat Iane ru- tum ms ab insillüs iwmici seiebam non fuwrum Lrc. wenn diese Schilderung, saa' ich, wahr ist, so laßt sich begreifen, tviePollw glauben konnte verpflichtet zu seyn, säuberlich mit Sexto verfahren zu müssen. C Z4 DioKaßius.B-X^V. Hattptst.I.XVI. N.R E-7istapftr, ward aber durch folgenden Zufall, fden K. Kaiser erzählen werdet so sehr in Unordnung gebracht, Aemil- Lexchaß es gleichfalls überwunden ward. Pollio hatte Nsx- LM yemlich das Kleid, welches ihm als Ober komman- deur zu kragen zukam, weggeworfen, um so auf der Flucht desto unkenntlicher zu seyn; zu gleicher Zeit war ein anderer Ritter von vornehmem Ge¬ schlecht, der wie er hieß, gefallen. Da nun die Soldaten die Generalmontur ihres Anführers in den Händen der Feinde sahen, und daneben zu¬ gleich hörten, Pollio sey geblieben, glaubten sie ihren Anführer verlohren zu haben, und wicken. Auf solche Weise trug Sextus den Sieg davon, und es fehlete wenig, so härt' er sich darauf der ganzen dortherum gelegenen Landschaft bemächtigt. Da er schon sehr mächtig geworden war, kam Lepi- dus, der Gouverneur des angrenzenden starrako- nensischen^ Hispaniens, hinzu, der ihn unter dem Versprechen, sein väterliches Vermögen zu¬ rück zu erhalten, zum Frieden zu bringen wußte; und Antonius bewirkte sowohl aus Freund¬ schaft gegen Lepidus als aus Haß gegen Kaisern, daß dieses Versprechen der Rath gut hieß Auf Liese Bedingungen ließ es sich Sextus gefallen, ganz Hispanicn zu verlassen. 2219) Oben S-1165. N-1977. 2220) Dgl- Rikers V. 14. 15. xm. 4' komxeium, elmrillimum säolelcsnrsm, xrse- tlsmilllwi viri ülium, suÄorirsts scläuxit 8cl pscsm, remxublicsm line srmrZ, maximo ciuilis belli perieula jibersuir. 2221) Nicht auf diese Bedingungen allein; es kam die dritte und größeste hinzu, daß er eben so Großad¬ miral der Republik werden sollte, wie es sein Vater gewesen war. Appian. s------ 5------«e- «E xs, 0 Auch Augur ist er geworden. Rikers kü-7-^. xni. 12. 35 Sieben und sechszigstes Hauptstück. Anfang der Uneinigkeiten zwischen Kaiser und Antonius. §. 5?6. Kaiser und Antonius thaten einer dem andernN.R.C.710 so sehr alles ,»wider, daß, ohnerachtct sich aus-Dikiat. V. drüctlich keiner gegen den andern erklä t hatte, siiAemil.Lev. sich doch in der Tnat bekriegetcn, so sehr sie sich^^- auch solches zu verhehlen Mühe gaben. Dem zu¬ folge war alles in der Sradr in Unordnung; noch waren sic im Frieden und dennoch kriegeten sie schon. Ein Schattenbild der Frcyheit ward ge¬ zeigt, indem die Wirkungen der Monarchie sich überall äußerten. Dem äußerlichen Anschein nach zu urtheilen, ha te Antonius, sintemahl er Bür¬ germeister war, die Oberhand; doch neigte sich die Gunst der gesummten Menge gegen Kaisern hin; rheils seines Vaters, theils der Hoffmmgen wegen, so er ihnen gemacht hatte; vorzüglich aber weil sie miövergiiügt mit dem ohnehin schon mäch¬ tigen Anton waren, und dafür lieber an dem da¬ mals noch ohnmächtigen Kaiser hiengen. In der That waren sie weder des einen noch des andern Freunde, sondern einige nach Unruhen im Staat begierige Leute, deren Augenmerk jederzeit war, den Mächtigem zu unterdrücken, und dem, dec den Kurzem gezogen, aufzuhelfen, misbrauchten ihrer zu ihrer Privatabsichten Erreichung; und da sie jetzund Antonium durch Kaisern demüthig- ten, so versuchten sie späterhin eben sowohl jenen zu stürzen. Personen dieser Art waren in dec That nur immer Feinde des Machtigern, so die Parthcy der Schwächer« nur in der Absicht, jene durch diese zu unterdrücken, hielten: so bald sie z 6 DioKaßius. B XI-V.Hauptst.L.XVll. ^.R.E.7i°dlcse Absicht erreicht, waren sie ihnen eben so sehr v Me verhaßt. Durch Gesinnungen duser Aemil- Lex'-Art wurden beyde Partheycn wechsclsweise dec disx. LM-Gxgenstand ihres Neides; die nemlicken Perso- s. -76. nen wurden von ihnen geliebt und gehaßt, erho¬ ben und erniedrigt. §- 5Z7« Oktavius So waren die Gemächer gegen Antonius und daten g?genKaiftrn gesinnet, als der Krieg zwischen beiden Mark- Ali-auf solche Weise seinen Ursprung nahm. Anco- nius war nach Brundisium zu den Soldaten abgegangen, die daselbst aus Makedonien ange¬ langt waren; und Raiser hatte dahin einige 2222) Man beliebe sich Nore 2214 zurück zu erin¬ nern- — In Makedonien standen damahls sechs Legio¬ nen, sehr viel Bogenschützen, leichtbewaffnetes Fu߬ volk , Reuterey u. s. w. Appian. lil. p zil. Liese Macht nun wollte Mark-Anton nach Italien überbrin¬ gen , um hier den Meister zu soielen Appian. p. g 17- erzahlt weitläuftiger denn daß ich selbiges hier wieder¬ holen könnte, wie er beym Volke dieses durchgesetzt und wie ihm Augustus selbst, selbiges durchsetzen zu können, behülflich gewesen , und endiget die Erzählung endlich mit folgenden Worten: Lorrupris smem sk /bnronio ob pecuniss Lridunis, er subinäo conricenridm, lex promr,lzsrur, er exsrcitus sä -Lnronium, prssikirs con- äscenri csuls, perlonium scceäir. Nun verließ Mark- Anton Rom am 9ten Oktober (Rikers sä Xll- 2Z. Z^ä VlI. Liä. OÄobris Lrunäiiium venersr, pro- keekus obuism legionibus Xlsoeäonicis guscuor, gusr übi concilisrs xecunls LvAirsbsr, essens sä vrbsm sä- äueers er in csiuieikus nolkris colloLsrs) und gieng nach Brnndusium, in der Absicht, sich dort an die Spitze seiner Legionen zu stellen, sich öffentlich für den Racher des erschlagenen Kaisers auszugeben, und mit ihnen nach Rom zurückzugehn. Las ist der cspirsli? ec xetiiker Lrunäiiio bk. zbnronii reäirm, wie ihn Riker» Mr/ixx'. IUI. z. nennt; das ist die Zeit: cum msxirne Krieg zwischen Kaiser und Antonius. Z7 der Seinigen, so mit Geld versehen waren, umN.R-E.7r» selbige dadurch auf seine Seite zu bringen, v. zum Voraus geschickt. Er selbst begab sich nachAemil. Lep. Rampamen, woselbst er, vorzüglich aus Ra-^' pua, seines Vaters wegen, den er zu rächen vorgab , und durch dessen Gunst sie diese Stadt und die zu ihr gehörigen Ländcreyen besaßen, eine große Menge Soldaten zusammenbrachte. furor sräsrek ^nromi, ' cumgue eius a Lrunäillo cru- äelis sc pslliker reäirus rimsrskur; (um Mich eines an¬ dern Ausdrucks des Rlkerc» III. Z. zu bedie¬ nen.) ()u>8 «nim ell rsm iAnsrus rerum, rsm nikil äs republics co^irsirs, gui lloc non inrelliAsr: 6 dl. -^n- konius s Lrunäillo cum iis copiis, guss ls llsbiturum xursusrsk, llomsm, vt minsbstur, venire poruillep, nullum ASHU8 crucielirstis eum prsererikurum tulile? 2222») Hieher gehört folgende Stelle des Apprauus p. ZI 8- lailir er sä Antonii exercitum nonnullos com- mesrum äelersmes, gui ceteris so immiscsrsnk, er llorrsmibus imprimis so coricreäerent, in rurbs guvgus libellos clsnculum eücerenr; und abermahl p. ZZ2. t^nso inruenres gui s Lsessre sä ssäilionem prssmilli suersuk, libellos plurimos in Antonii exercitum emil- runr, er pro eius susriris, cruäelitsre, »c Lselsris pri¬ mi msmori» sä Lscssris noui opem, äons sc libsrslirs- tem milirer inuirsnr. Los /Vnlonius summ» äiliZent!» per- fcrursri nixus, 6 guiü vcculuiiler, posnsm comminsrur eü. Verum cum neminem äeprelisnäsrek, maiori säkue exseilusbsr irs, gusii sb exercitu omni reZerenkur. 222z) Kapua war, in diesen Zeiten, eiw in jeder Ab¬ sicht so beträchtliche Stadt, daß sieR.rkero?M)i,x>.xiI. 7. nennt- — Daß die damahligen Ein- wohner von Kapua und ganz Kampanien der Kaiserli¬ chen Familie höchst geneigt seyn mußten, wird einem jeden beyfallen, der sich dasjenige zurückzuerinnern belieben wird, was er in der ersten Abteilung §. 110 —117. gelesen; wiewohl es nicht zu leugnen steht, daß es gleichfalls Mark-Anton hier an Adharenten nicht feh¬ len konnte. 8eä äicsm sllo loco äs I-eommo gAro, er äs L-unpsuo, guoz isis SAros erepto5 reixublicse rur- Z 8 DioKaßius B XL.V.Hauptst.I.XVH. N R.L7.ioVorzüglich waren aber wohl die großen Verspre- / so er ihnen machte, und die fünfhun- Amnl.'Lep'.dert Drachmen, so er Handgeld bezahlte, Schuld riLL- — Von diesen Soldaten, glaubt man, schreibt sich das Korps der stader pocatorE^ her; die man auf Deutsch ge¬ rufene nennen könnte, weil sie, wenn man sie schon einmahl des Dienstes entlassen, neuerdings zu den Fahnen gerufen werden. "") — Von die- xillimis poffestorihus inguinMit, sagt Rlkero ?/ri/ixx. II- Z9- — Der Anfang dieser Werbung ist in Rasilis num und Lalana, in welcher Gegend Iluurstus um eben die Zen seyn muffen, uni welche Anton nach Brundusium gekommen, weil er dem Ukero schon in einem Briefe, den dieser am ersten November erhielt (Rikero »6 ^mc. XVI. 8.) Nachricht vom glücklichen Erfolg feiner dortigen Unterhandlungen geben konnte- — Rasilinum liegt auf dem Weg von Kapua nach Rom, amFlußVulturnus, undist bekannt emerhöchst merkwürdigen Belagerung wegen, so hier fünfhundert und vierzig Pranestiner vom Äannibal erlitten; (Stra¬ bo p- 758- Valcr. Max. VII. 6. Livius XXIII. 19.) Ralatia ist eine kleine Stadt, unfern Kavua am Appi- scheu Wege, welches Strabo l. c. und Plinius III. 5- nur erwehnen; in altern Zeiten kommt es bey Livio oft in der Geschichte vor. 2224) Appianus III. Z28- Vnicuigue Orschmss ^olücilus guinAenkss. V-ikero arl^ttic.XVI. 8- guinZe- IIV8 öenarios 6->r. Es macht gerade zwcy und sechszig, einen halben Thaler unsers Geldes- Wenn in der ganzen Legion jedermann so viel bekam, so betragt solches ohngefahr dreyhundert fünf und siebzig tau¬ send Thaler — Zwey und sechszig Thaler kann auch jetzund ein Soldat leichte kosten, allein man bedenke, daß damahls lange so viel Geld nicht existiere, wie jetzt- 2225) Sie werden gerufen, aber nicht gezwungen, und wenn ihnen der angetraqene Ruf nicht gefallt, so steht es bey ihnen, ob sic selbigem Folge leisten wollen, oder nicht. Auf Griechisch nennet sie Dio — Krieg zwischen Kaiser und Antonius, zy fer Macht begleitet kehrte Kaiser nach Rom zu-N.R §.71» rück, noch bevor Antonius daselbst angelangtF^at. v. war. Er begab sich in die VersammlungAemil.^-p. Vgl. Lipsius cis militm Nomsns, I. 8- wo unsere Stelle kicirt wird, und Fabretti col. 1'rs)sni x. 198- 2226) Note 2222 hab' ich aus Appiano erzählt, wie Augustus selbst Mark-Antonio behülstich gewesen, zum Besitz der Makedonischen Legionen, gegen den ausdrücklichen Willen des Senats, zu kommen. Na. türlich muß cs also dem Leser auffallcn, beide, sobald nach dieser Freundschaftsbezeugung/ so ganz völlig ge¬ trennt zu sehn. Die Sache hängt so zusammen. Gleich nach erwähntem Vorfall starb einer der Zunftmeister Les Volks, und bey Wiederbesetzung dieser Stelle portirte sich August sehr für einen gewissen Flaminms. DasVolk legte dieses so aus, Augustmöchte dieZunft- rneisterwürde wohl gern für sich selbst haben wollen, scheue sich aber, seiner großen Jugend wegen darum anzuhalten. Es beschloß also, ihn freywillig und ohne dazu aufgcfordert zu werden, zum Zunftmeister zu machen. Dieses Hintertrieb LNark-Anroir als da» mahls regierender Bürgermeister, weil cs dem ganzen Senat zuwider war, der im Zunftmeister August den erklärten Racher des am Kaiser begangenen Mordes zu sehn glaubte, und weil er es lieber mit Augusto allein, als mit dem gesammten Senat verderben wollte. Da¬ durch wurde das gute Vernehmen zwischen Mark-An» ton und August abermahls unterbrochen. Diese neue Verbitterung erreichte den höchsten Staffel, zu dem sie Kommen konnte, durch die Vorspiegelungen Augusts, so er dem Volke von einer Unternehmung machte, die Mark-Anton gegen sein Leben gehabt haben sollte, und von welcher Appian z>. za6. ga?. weitläuftrg zu lesen. Ilm diese Zeit verließ Anton Rom und gieng nachBrun- dusium- August wußte, daß die dort befindlichen Sol» Laten Mann für Mann entschlossen waren, den Tod Kaisers zu rächen; er wußte ferner, daß Anton nur in der Absicht , endlich einmahl die Maske gegen Kaisers Mörder völlig abzunchmen, nach Brundusium gegan» gen war: er fieng sich also an zu fürchten, .völlig in dieMwalt Antons zu gerathem wenn dieser nach Rom 4v Dio Kasims» B XU Hauptst. I.XVH. N.R.E,7^des, dazu vom Ranucius "") schon zubcreite- D ktat'^v^" Volks, wo er sie sehr wcitläuftig an alle das Nemil ' Lep.'Gute, so sie von seinem Vater empfangen, erin- Nss. L«» nerte, auch zu gleicher Zeit vieles, wiewohl mit Mäßigung, von sich selbst sprach; den Antonius anklagte, und die Soldaten, so ihm gefolgt wa- ren, lobte, indem sie freywillig zur Hülfe der Stadt herbcygeeilt wären, und nur in dieser Ab¬ sicht ihn, durch dessen Mund sie ihre Gesinnun- gen kund machten, zum Anführer erwählt hät¬ ten. '"b) — Wäre die Sach' auch nicht vorhin zurückkommen sollte. Dies war's eigentlich, was ihn zu seiner Reise nach Kampanien antneb. — Wunders¬ halber vergleiche man doch mit dieser Note, 2210. wo August Mark-Antonen umbringen will. 2227) Vgl Note2202, und Appiair p. g2y- 2228) : ^rinos vncieui^inti nsws eimrciwm priusco conlilio er priusrs impenis com- psrsui. Rikers III. Z. Oius Lsetsr säole- scens, psene pociuz puer, increäibili sc ciiuios ^us- merile, skgue virkuke, tum, cum msxime chlror sräeret ^nronii, cumgue eius » Lrunöisto cruäelis so xeüifer reäiku« rimeretur, nec pottulsnrikus, nec coZi- tsnribus, nee opinsnribus czuiclem nobis (guia steri non xoste viclelisrur) strmistimum exerciluin inuicto Aenere vecersnorummilirumcompsrsuir, xscrimoniumgueluum eZuklic, . emeremur, sc in dies mslum creles- rer, prseliclii niinl iisberemus; cspirslem er pellikerum Lrunciilio ^Isrci ^nlonii reilikum kimsremus: lroc intps- rskum omnibu8 constiium, inco^nikum certe ceperik, vl exercitum inui6lum ex//i^sa»,r conclucerel, ^ruonugue survrem, cruäelistimis cvnstlüs incirscuM Krieg zwischen Kaiser und Antonius. 41 schon durch den Kanutius veranstaltet worden,HR.T.7i° so würde Kaisern doch die bey sich habendeDiftlt"'v. Soldatenmenge das Lob des Volks verschafft Ha-Acmil. Lev. den; mit dem zufrieden, er nach Hetrurien, i-r um auch dort Soldaten anzuwerben, abgieng.^") 5Z8. Dieses that Kaiser. Antonius ward an¬ fänglich sehr günstig von den zu Brundusium be¬ findlichen Soldaten ausgenommen, fintemahl sie sich schmeichelten, von ihm mehr denn Kaiser s xernicis reiprcklicas auarwrer. — Dieses neuange» worbene Heer bestand aus zehntausend Mann, sonder Waffen und sonder Ordnung. Applau x. Z2Z. Z29. der hier überall zu vergleichen ist. 2229) Man hatte sich in Rom gefürchtet, August kam als Mark-Antons Freund zurück. Kanutius nahm es eigentlich nur über sich, das Volk von diesem Wahn zu befreyen; alles übrige that August selbst- Avpian I. e. ^22go) Appi'au x. gzc>. Isouis pscuniis sstumpris, KsttemrE er ünirima gusegus pslSFrsbsr. Allein da Ravenna zu t-alii» Ol-Üpina gehört, welche Provinz bekanntermaaßen damahls unter Zdekrmo Bruro stand, so ist diese Nachricht sehr unwahrscheinlich, und der Dionischen bei weitem nicht vorzuziehn. Hetruricn gcgeutheils schickte sich überall zum Plan des Augustus, den Krieg nach Orittig Oikllpins hinüber zu spielen. 2271) Dieses streitet abermahls mit der Nachricht des Applan. Dieser erwähnet zwar, x. g28- eines Gerüchts, so Augusto hinterbracht worden, die zu Brundusium befindliche Soldaten hauchten nichts den« Wuth gegen die Mörder Kaisers, und waren also be¬ reit, alles für Mark-Antonium zu wagen; allein p. zgl. erzählt uns dieser sehr glaubwürdige Geschickt, schreibet, daß Anton bey seiner Ankunft in Brundn- stum keine rechte Miene gemacht, den Mord Kaisers zu racken, und daß er daher von denen, zum Theil schon durch Augusts Emissarien aufgewiegelten Soldaten, sehr kaltblütig sey ausgenommen worden. 42 Dio Kaßius. B-XI.V. Hauptst.I^XVH. N.R.E.7i°ü-en scinigen^ versprochen hatte, zu erhalten, DiMt v.wttl sie wußten, -aß er Kaisern weit an Rcichthrm Aemil.'rep'überrraf. Inzwischen versprach Antonius nie. ^4-mand mehr denn hundertDrachmen auf die Hand. Sie fiengen zwar darüber zu lärmen an, weil aber Antonius einige derselben, und sogar Oberofficicre, in seiner und seiner Gemah¬ lin Gegenwart hinzurichtcn befahl, blie- 22Z2) Machen zwölf einen halben Thaler, und als» gerade das Fünftel derjenigen Summe, die August be>. zahlte. — Nach dem darüber entstandenen Auflauf schamete Mark Anton seiner Knauserey sich selbst, und versicherte den Soldaten, es solle dieses nur Angeld auf die größeren Belohnungen seyn, die sie von ihm zu erwarten hatten. Appiauus p. zg2. Ja am Ende, La zwo seiner Legionen schon zum August übergegangey waren zahlt' er fünfhundert Drachmen so gut wie je¬ ner. törcl. p. zzz. — Mark-Antons Prodigalität kann füglich nicht geleugnet werden, und daß aus dieser in jedem Falle Geldmangel entsteht, ist bekannt: aW doch war cs wohl weder Mangel noch Filzigkeit, die ihn antrieb weniger zu geben, denn Kaiser; es war ein übergroßes Zutrauen auf die Zuneigung seiner Solda¬ ten, , und ein vielleicht unrecht verstandenes Point d'Honneur. Er sähe den August wie einen bankruten, sich selbst aber wie einen soliden Kaufmann an; der letztere findet Kredit zu vier Prozent, wenn dem ersten niemand auf zehn leihen will. 22Zg) Rikers III. 4. In bospiris reäkis örun- üilli lortillimos ciues, virv8 c>pkiirw8, iugulsri iullit, Quorum, snte xocle« eiu8, morienrium fanZuine 0« vxoris resirerkum eile conllsdsk. IUI. 4. Ouenrus lsn- Auins ciuium, guv8 8uellse, guvs Lrunüiöi occiclerar. V. 22. (^uvcl smem eius icer 8runäilium? guse fslii- nsrio, guse sjies, nilr vc scl vrvem vcvus exercirum msximum scläucerer? surem öileLlus cemurio- num? ()uss ellrensrio imporenris snimi? O/m xrom/Arr , <7o»/A»r all /- , ^«05 cie ,-rz)«ö/rca /e»rr» s Krieg Mischen Kaiser und Antonius. 4z ben sie zwar vor der Hand ruhig; rebcllirtenaber,N.R.E./is da sie nachher Befehl erhielten, nach Gallien ab-^A'^ zugehn, in der Nachbarschaft der Stadt fAl-Aemu. Lep. acl rr^ll/ar'r coeA/r. XII. 12. (leumrionum leZionis kllsrrise kruuäisir prviusas stmZuis. XIII. iz. krorupir subilo llrunäi- sium, vr inäo, s^mine gusärslo, sä vrbom scceäsrer: IsuiiKmurn oppiäum, nune municipium, I,on6liilliino- >um gunnäsm colonoruni, 8uesssm koi kiüimorum knili- lum lsnAuine impleuir: Hiunäilü in linu non moäo susrNimse, ssä erism cruäelillimse vxoris, äelsclos Xlsrriso leZionis csncuriones trueiäsuir. — Es war wohl sonder Zweifel Sünde, daß König Herodes die unschuldigen Kindleiir zu Bethlehem umbringen ließ; aber bcy dem allen war denn doch das Blutbad so greulich nicht, wie Marino es sang und Mieris es mahlete: Eben diese Bemerkung möchte wohl hier zu- treffen. Man vergleiche mit Mark-Antons rednerischem Feind, die getreue Darstellung der Sache, dieAppian p. zzi. von dieser Geschichte macht, und das Abscheu¬ liche in Mark-Aurons Betragen wird, wo nicht ganz, doch größtentheils wegfallen. Wenn ein ganzes Regi¬ ment gegen seinen Befehlshaber meuterte, so stand, nach den Römischen Kriegsgesetzen, die Strafe der Dekimanon drauf (von welcher ich schon sonst in die¬ sen Noten geredet). Nun hat aber Mark-Anton sein rebellisches Regiment nicht dekimirt, sondern eine weit kleinere Anzahl der strafbarsten Personen ausheben und hinrichtcn lassen. Er hat also im Grunde nichts anders gethan, als daß er das Römische Kriegsrecht mit weifer Mäßigkeit gehandhabt; und in diesem Betra¬ gen , was liegt denn Böses? War Mark-Anton denn Schuld, daß das Kriegsrecht der Römer, so wie über¬ haupt jedes Kriegsrecht, grausam und unmenschlich war? Ohngefthr eben aus diesem Gesichtspunkt, läßt auch Appiau p. Z45. diese Exekution vom Piso ver- theidigcn, dem er noch überdem die Bemerkung im Mund legt, daß über den Tod der Hingerichteten nicht einmahl ihre selbsteiqene Anverwandten, .sondern nur Kikero ganz allein klage 44 Dio Kaßiuö. B.Xl.V. Hauptst. I.XVH. N.RE7.iobaI^) dergestalt, daß sie, ohne nur das mindest'auf Dikwt^v?ie chnen vorgesetzet'Officier zu geben, haufenweise Aennl.Lep.zu Kaisern übergiengcn, für dessen Parthey sich vom Mars benennete Regiment, wie auch das vierte, ganz und ohn' Ausschließung einer einzigen Mannes erklärete. Da auch diese 22Z4) Im Griechischen: , welches denn nach jedem Sprachgebrauch nichts anders denn die Stadt Rom anzeigen könnte- Hier ist aberdieseDesertivn nicht erfolgt, sondern wie solchesAppianusp.gz;. aus¬ drücklich bezeugt, in der Nachbarschaft der StadtAlba. Auch Rikero /Mixx. lll. 6. berichtet, daß dielegio X'Isru» sich zu Alba niedergelassen, und setzt hinzu: gusm po- ruir vrvem eiigore suk opporruniorem sci re« gerenäss, »ut llllsliorem, suc forkiorum virorum sm smiciorum kopulo komsncr ciuium? Abermahls Illi. 6. ^lbse eonliirerunr, in vrbe opporruns, wunirs, propingur korrillimorum virorum, üäelitlimorum ciuium. EbcNÄe- ses wiederholet er xlll. 19. u. Xllli. ;i. Cs ist aber dieses Alba nicht die bekannte Stadt dieses Rahmens in der Nachbarschaft von Rom, sondern Alba pom- peja in Ligurien, vom Plinius t/rstor. »ar. HI. 5. er¬ wähnt. 22g;) Cs war die legio Usrris, die sich in Brundu- sium gegen Mark-Anton aufrührisch bewiesen, und von welcher er, andern zum Beyspiel, einige Oberoffi¬ ziere hatte hinrichten lassen. Rlkero ?Lr7iM XII. is- wo er dcS vergossenen Blutes der zu Brundustum Hin¬ gerichteten Kenturionen des Martis Regiments er¬ wähnt; und XIII. IF. Lr»»ckrfir in kinu nun wollo susrilümse, lsllelism crullelillimse vxoris -tc/ecror cklsr- rrac /egrmrrr ce»r«rro»er rr«crcia«/r. Aus diesem Umstand laßt es sich erklären, wie gerade das Mars Regiment es war, welches allen andern mit der Desertion vor- gieng. Rikers, der desUebergangcs beider Regimen¬ ter häufig erwähnt, gedenkt zwar oft genug des vier¬ ten Regiments mit- großen Lobsprüchcn, (ich will hier im Vorbeygehn aus 111. 7. und Illi. 6. be¬ merken, daß selbiges vom Kwästor Lukius Egnaru- lejus kommandirt ward, als es zum August übergieng, Krieg zwischen Kaiser und Antonius. 45 N.R.E.7'2 ebenso vrel Geld aufdre Land, denn dre ersiern K Kaiser Diktat. V. , Aemtt. Lex. daher sagt von ihm Rikers V. 22. ob eswNrL. Lgg. caustcm xlscere, vtt k. k.An»ruIeio, crionnium snts ls- Airimum rempuz, msAilirscus porere, cspore, AersrS licesr) aber sie sind doch nur sehr klein und geringe, wenn man sie mit denen vergleicht, die er fast auf al¬ len Blatter» der Philippinen Reden dem Märkischen Regiment beylegt. Wundershalben will ich doch eini¬ ge solcher Stellen hier hersetzen. kM-M. m. 6. (Luis von« kortior, guin amicivr vnguam reipublicae suir guarri legio Xlarcis? Illi. 6. kezio blsrcia miki viüecur 6iui- virus ab eo Deo crsxiüs nomen, s guo ?. ll. Aeners- tum sccopimus. XII. 8. Xlsrtia eoelelkis ec äiuina le- Zio u s. w- — Dies Le iment ward in der Schlacht bey Mukina vom Bürgermeister Panstr kommandirt, von dem Rikers XV . 26 sagt: ciiAnur imporacor Is- Aione cksna Is-;io impsrskoro! und als es die Parrhey des Mark-Anton verließ, um zum August überzugehn, befand sich Dckimus Rarfulenus ander Spitze desselben, wie sich aus Rikers aü Xrric. XV. z. ergiebti daher nennt ihn auch Rikers /VrrirM in. 2z. beno clo ropubkea stnriencsm. Er blieb, nebst fast seinem ganzen Regiment, in der Schlacht bey Murina. Dio X. zz. Er war eine Krearur Kaisers und nie- mahls gut patriotisch gesinnt gewesen, daher sich auch Klkero, der einfältig genug war, August für einen Patrioten .u halten, ganz außerordentlich über den Schritt, den er gethan, verwunderte. Seltsam ist es, daß Kikero, der den Lgnatulcfus so oft mit den feu¬ rigsten Lobsprüchen erwähnt, niemahls darauf an¬ tragt, Karfuleno, der doch ungleich mehr denn Egna- tulejus gethan, auch nur die mindeste Ehrenbezeugung zu machen. — Dies Regiment hat sich, von den älte- sten Zeiten der Republik an, (es kommt z. B. schon um 5ZÜ. bey Lwio XXIII. 5g. vor) bis auf die spätesten hinunter, jederzeit vorssiglich gut gehalten. Als es bey Cremona für Vespasian gegen Vitellium focht, erinnerte ihr damahliger General Antonius sie: vr kuk XI. Xnrouio pscckos sub Locbulooe ^rmorüo5, nuper 8srmm.i8 peyukstsiil. Tacitus »istor. III 24. Cs führte sonst auch den Zunahmen des Gallischen, (wk- 46 Dio Kasims. B.X^V. HaupLst.I^XVII. DN E7iyErhalten hatten, bekamen, traten, von Zeit Dikrat!^v.zu Zeit, noch viel andere mehr zu ihm über: auch Aemil.^ev.hatt' er das Glück, sich aller Elephantcn des An- nigstens das, von dem Tacitus I. c. spricht, und welches wahrscheinlich dasunsrige war; denn sonst lernen wir aus Dio §.97;. drei) dritte Regimenter kennen, diesich eins vom andern durch die Zunahmen des Gallischen, des Ryrenäischcn und Augusteischen unterschieden) wie sich unter andern aus einer Inschrift crgiebt, die Lipstus in seinen Anmerkungen über Tacitus llist.II. 4Z. bekannt gemacht, und aus verschiedenen Münzen beym vaillant »um. Lol. ?. II. p. ?6. 49. 122. — Das vierte Regiment, so dem Beyspiele des dritten folgte, heißt auf eben diesem Steine, beym Dio 1 c. und Tiphilmo, I.XXVILII. 7 das Skythische. Wit finden selbiges schon um 456 beym Livius X. iz. und sonst noch hin und wieder den aedachtem Schrift¬ steller, z. E. XXVI. 48. und XXIIII. 46. Man lese von diesem Regimente des Grafen rNarsigli v-mubms 1. ll. p. 95. 12;. 127- — Vom Ucbergang dieser zwey Legionen sagtVcllefus II. 61. degio dlarri» er Hum- ta, cognira er 8eusru5 volunwre, er kanci iuuenis iu° tlols, sublaris liAnis acl Laesarern so contulerunr; Vgl- Avpian p. zzg. und Rikero aä ^rrir- XV. 4. aus welcher Stelle sich ergiebt, daß die Rebellion desMar- ti-> Regimenrs im Anfang des Maymsnds fallt, denn Attikus harr' ihm diese Nachricht in einem den azsten May datieren Brief aemeldet. Dies kann aber nicht seyn, weil um diese Zeit August wohl schwerlich ein¬ mahl aus Apollonia nach Italien angekommen war. Der Brief ist entweder versetzt, und gedörr zu einem andern Buche, oder wenn dies nicht, so spricht Kilero am ang. O> von ganz einer andern Sache. Es sind hier wichtige Varianten, und das Wort leZlo findet sich lange nicht in allen Handschriften, und aus Note sag?, ergicbrsich, daß diese Desertion in keinem andern Monarh denn im Oktober geschebn seyn künne. 22g6) xL-exe»«,? uh will mit niemand disputiren der diese Stell' anders als ich versteht, aber daß ich richtig übersetze, lehret die Konfrontation,Mk Appiano p. zz6. Krieg zwischen Kaiser und Antonius. 47 konius, auf die er unverhofk stieß, zu bemächtl-N.R.E.710 gen. E) Antonius, nachdem er in Rom alleslsncu8 oluiner) und hatte drey Legionen unter sich. Appiauus p. gZ4 2740) Im strengen historischen verstand ist nun das wohl nicht wahr Kaum hatte Likl.ro den Oktavius gesehn, so schrieb er auch schon an Arrikus xitil 12- Dieser junge Mensch könne niemahls ein patriotischer Bürger werden; er sc-stöffe dieses aus dem ^etra en und den Reden der in seinem - efolge befindlichen Per¬ sonen gui gniäsm nollcis (di. den Kaiw Mördern) mvrrem mimrsmur. Vom Oktavius selbst sagt er! dtsßsr Loc (Kaisers Tod) tsrri polls, und setzt hinzu! ()uiä conks!, LUM leomüm pner venki'ir. vbi noikri I>ha- rsrorss ivri r-ila n«>n pollunr. — Also ganz von Anfang hakte sich wohl Oktavius allerdings zum Racher seines erschlagenen Onkels aufgeworfen; weil ihn aber Anto¬ nius nicht so, avie er wohl gehofft haben mochte, kundir c, neigte er sich, um Antonio das Gegengewicht halten zu können, zur Parthey der sogenannten P«' tristen- Krieg zwischen Kaiser und Antoniuö. 49 lange Zeit mit sich selbst zu Rache, was für ihnN.NE7w zu thun scy. Beyde waren ihm auf gleiche Wcise^A'er, verhaßt, zu gleicher Zeit war er aber un-Lemii Lep' vermögend, beyde zugleich zu bekriegen; sinte-^' mahl er damals kaum einem derselben die Spitze zu biekcn wagen durfte; und überdcm furcht er sich, wenn er ja dieses unternehmen wollte, beyoe möchten sich mil m ndcr verbinden, und er -also einen gedoppelten Krieg zu führen gezwungen scyn. Nachdem er überlegt, der Krieg g^gcn Antonius sey schon gegenwärtig vorhanden, und wolle schleunig beendigt scyn; da im Gegentheil die Zett jetzund lucht im mindesten vcrstatte, den Tod seines Vaters zu rächen, beschloß er sieh für den Dekimus zu erklären, in der vesten Hofnuvg, er würde, wenn er jetzund durch ihn seinen Wider- sacher besieget, nachher ohne viele Mühe mit ihm fertig werden: da im Gegentheil jener swcnn er auch jetzund den Dekimus besiegen sollte^ immer ein sehr mächtiger ^schwer zu besiegender^ Feind bleiben würde. 54s» Da also beyde so fcindseelig gegen einander gcsinnet waren, schickte Kaiser zum Dekimrrs, ihm Freundschaft und Hüls' anzubictcn, im Fast er den Antonius nicht aufnehmen würde. Durch diesen Schritt erw wb sich Kaiser auch die Gunst de?Einwohcr von Rom. Denn da bcym L241) 0-' z» s?,,. Tolzmann verstand solches von den Einwohnern vonMutina; Lcuuklan korrigirte den Text, las für , und erklärte solches von der Jniubrischen Stadt Asta, die in der Nachbarschaft von Alba Pompeja (vgl. N. 22^4 liegt, und von welcher Rellarüm 4. I. p 660. zu lesen. — Ich weist Nicht, wozu diese Künsteleyen ? Der Sinn, den ich 5o DioKaßius. B.Xk.V.Hauptst. L.XV1I. N R E./ioSchlusse des Jahres keiner der Bürgermeister zu- DikM^v 9^9^ war / (sintemahl Dslabella nach Syrien Ae»iii. Lev'-vom Antonius war vorausgcschickt worden) tha- iMx. einige Zunftmeister des Volks den Vorschlag, sowohl Kaisern und Dekimus, als auch allen den Soldaten, so die Parthey des Antonius verlaßen, öffentlich Dank abzustatten; und damit fic bcym Anfang des neuen Jahres desto sicherer ihre Massregeln, in Rücksicht der damals so unruhi¬ gen Zeiten, nehmen könnten, beschlossenste, das Rathhaus mit einer Soldatenwache zu umgeben. Es gefiel dieses zwar dem größten Theil aller derer, so in Rom damals gegenwärtig waren, (sintemahl sie alle"") außerordentlich den Antonius haßten) doch aber niemand so sehr als dem Rikers, wel¬ cher, aus Feindschaft gegen Antonius, Kaisern auf alle nur mögliche Weise mit Rath und That zu helfen, jenem aber zu schaden suchte. Er ausgedrückt, entspricht nicht allein völlig den Griechi¬ schen Worten, sondern ist auch der ganzen Lage der Sachen höchst angemessen. L242) Rikers IIII. 2. V. 2. 224z) Alle. Dies Wort geht nnr auf die Mitglie¬ der des Raths, oder die aristokratische Parthey; denn sonst war dem gemeinen Römischen Bürger ein Antonius gewiß lieber als der ganze Senat. — Oktavius, der als Racher des Kaiserschcn Todes dein Volke hatte ftöhnen und den Senat braviren sollen, schlug sich auf die Seite der Aristokraten, denen An¬ tonius verhaßt war, nur um diesen zu stürzen. «primäres le conculir, guibus inullum.gnronium kenne- dar, sagt Suerou K- ro. 2244) Plmarch, nachdem er im Leben Likerons x. 88z-ein Langes und ein Breites von den Ursachen geschwatzt, so den Kikcro die Parthey des jungen lA' tavius zu halten bewogen, schließt doch endlich mit den Worten, alle diese vorgespiegelt' Ursachen waren nur gewesen. Eigentlich hatte nur Personal- Bundniß zwischen Kaisern undDekimus. 51 war damahlö verreiset, um seinen Sohn, derNRE.7-0 nach Athen auf die Akademie gehn sollte, zu be v. gleiten; "") allein seine Feindschaft gegen Änto-Acmjl Lep. nius machte, daß er zurück kam, sobald er nur^'^' haß gegen Antonium, und Eitelkeit Kikeron derermi- nirt, Oktavio so günstig zu seyn- Der junae Menn trieb nemlich die Schmeichelei) so weit, daß er Kikero nur seinen Vater nannte, und das gefiel dem alten Gecken! — Man les' unccr sehr viel andern Rikers sc! .cum XVj. 9. u. ii. wo er seinem Freund meldet, Okmvius lag' ihm tätlich an, nach Kapua u kommen, fick an die Spitze der guten Parthey zu stellen, und Rom zum zweytenmahle zu retten u. f. w. 22.-;, lieber diese projektiere Reise des Rikers ist das sechszehnte Buch der Brief' an AttikuS der voll« ständigsi' und authentischste Kommentar, aus dem man mir nur ein ganz kurzes Exce ptum hieher zu setzen erlauben wird. — Nachdem fick; Rikers vom Konsul Dolabella eine leg-nMnem likeram bewirkt, befand er sich am 8ten Julius auf der Insel Nastra, wo er sich mit Brutus letzete; (g.) und na ckdem er sich dahe- um noch eine Zeitlang aufgehalten, gieng er am Sten Au. gust von L-cukopetra, um von da nach Griechenland abzufahren, unter Seegel. (7.) Er hatte kaum drey- hundert Stadien zurückgelegt, als er durch einen hef¬ tigen Südwind nach Leukopetra zurückqekrieben ward. Hier erhielt er Briefe, die ihm den Zustand der parrio« tischen Parthey in Rom so günstig vorstei'e-en. und die ihm von der am isten September zu haltenden Rathsversammlung so viele Vortheilc versprachen, daß er sich stracks umzukehre» entschloß Am I7ten August befand er sich schon wieder in Velia, wo er sich aber- mahls mir Bruto besprach; war bereits den isten September iu Rom, wo er von seinen berühmten Phi« lippinischen Reden die erste, den zweiten des nemlichen Monats ablegte. — Die Bemerkung des Kaßius ist übrigenssehrrichtig, daß Mero ganz zuverlaßn, nicht zurückgekehrt seyn, und seinem Südwind nicht aedankt haben würde, daferner nicht mit notorischer Gewi߬ heit den Sturz des Antonius vorherzusehn geglaubt hatte. 52 Dio Kaßius. B. XI.V. Hauptst. I-XVH. N.R.E.7ioNachricht erhielt, daß der Krieg zwischen ihm Dikmr'' v.und Kaisern ausgebrochen sey. Aemü. Lep- Nax. §. 541. Dieses waren die vornehmsten Begebenheiten des damahls laufenden Jahres, in welchem noch überdcm Servilius Isaurikus in einem über¬ aus hohen Alter mit Tod abgieng. Ich erwähne seiner hier, um ein Bcyspiel anführen zu können, G- 278. wie sehr die damaligen Römer ihr' obrigkeitliche Personen vcrehreten, und wie sehr sie diejenigen, so unehrerbietig gegen sie auch in der geringfügig¬ sten Kleinigkeit waren, haßten. Diese Den¬ kungsart gieng so weit, daß ein gewisser, der einst diesem Servilius, da er zu Fuße gieng, rei¬ tend begegnet war, und weit entfernt, vor selbi¬ gem abzusteigen, sein Pferd vielmehr angespornet hatte, unverhörter Sach' in einer andern Angele¬ genheit verdammet ward, da der ihn von ungefähr erkennende Servilius dies' Aussage gegen ihn ge- than hatte. 2246) Publius Servilius Vitia Isaurikus. Zwar stand in der Stcphanianischen Edition Sulpikius, aber da die Römische Geschichte einen solchen Sulpi- kius gar nicht kennt, so hat Xylander seldigeS sehr richtig in Servilius emendirt. Likero sagt in der 2ten kchilippies, daß er kurz vorher, eh' er diese seine Rede gehalten, gestorben sey: Non plscer Nl.^nwmo l^onsulstu8 INSU8: sr ptscuik NerrnLo r>5 »o»rr»em r/L«, rcmpv,,/ co»^/a^rö,„, e/ und an Tiro schreibt er, (är«e^/ XVI. 2Z.) Vs Leruiliv tu viäeris gui lenecrurem non conieninii. Lrli -^kricus nolkei-, <^uis guonciiun me commoueri -«»? inksllexir, i6em semper puisr, nee viäec, guibus prse66H8 pbilokopbise sspM8 lim: et liercle, guocl li- Mistu8 ipke est rsmen- Antonii inuere- rsksm stne vlls vstenlivns smieikism reriners isns voio> Vorbedeutungen. ;z §. 542. N.R.E.7H Da Aulus Hirtius und R. Vibius Bur-ßA^^ germeister waren — denn dieser, obgleich scingermeister. Baker zur Zeit des Sylla proskribirt worden, war doch zum Bürgermeister erwählt worden scrii'smgus aci eum: lsä non, anrs gusm le viciero. Diese beyde Stellen zusammenaenommen beweisen, daß Servilius n. R- E. 710, im Junius oder Julius ge. stvrben seyn muß. Roch im Ausgang des April schrieb Mark-Anton dem Kikero einen sehr verbindlichen Brief, die Zurnckberufung des P. Klodius aus seinem Exilio betreffend, xilll. ig.). WäreServilius schon um diese Zeit gestorben, so hatte Kikero unmöglich sa¬ gen können: biZo Ismen Lee. — Ich ergreife diese Ge« legenheit begierig, einen Fehler zu verbessern, den ich oben Note 29; und 10Z7 gemacht, wo ich den Publius Servilius Jsaurikus, dcr n.R. E. 706. Kollege Kai¬ sers im zweyten Konsulat war, für eben den, von dem hier die Red' ist, halte. FabrHius ist dieser Meinung auch, sie ist aber sicher falsch, denn unser Servilius war schon zur Zeit der Katilinarischen Verschwö¬ rung gewesen, da der Kollege Kaisers mit ihm das Bürgermeisteramt zum erstenmahle führete. Kaisers Kollege war also Sohn des unsrigen, und ist eben der¬ jenige, den Rlkero a-i Arrr'c. Illl. 15. als Stadtrichter unter dem Konsulate des Dominus Ahenobarbus und Appius Rlaudins Pulcker ( n. R. E- 700.) er. wahnt, und den er --ci Arnc. I. 19. ausdrücklich P. Servilnim nennt. Fabrizius macht in der nem- lichen Nore noch einen Fehler. Er halt ncmlich den Publius Servilius, den der Rath als Gesandten zum Mark-Anton schickte, als dieser vor Mutina stand, für den Sohn des hier erwähnten; aber dieser Servi- lius hieß ja älerur»/ 8uipicius, A-ttmr bemonis, Kusus (?/»/,xp. VHII vir.) wie in aller Welt konnte Fabriz diesen mit einem Servilius Sulpikius verwcch. sein? — Das hier angeführte Histörchen ist schon Not. - ff p. 84- aus Valerio Maximo angeführt, den ich also hier nicht abermahls excerpiren will- 2247) Den Söhnen der vom Sylla in die Acht Er¬ klärten hatte Kaiser dies' Erlaubniß gegeben. Vgl. 54 DioKaßius.B.X^V. Hauptst. I.XVII. N.R C.7H— ward der Rath sogleich am ersten Januar zu- A"^B„'^sammenbcrufcn, der sich, von diesem Tag an ge- germeister. rechnet, drey Tage hinter einander versammelte; denn durch den vor der Thür scyendcn Krieg und die vielen zum Theil sehr schrecklichen Vorbedeu¬ tungen erschreckt, unterließen sic nicht einmahl, an, den durch die Gesetze verbotenen Tagen Note iiZ8, und was Mark-Anton in der Leichenrede gesagt §.-e 19.- 2248) Ein solcher ist der zweyte Januarius, in allen alten Kalendern mit cliss Er bemerkt, so wie in allen Monaten die ck'» xo/^rchs»,, ich will sagen, die Tage nach den Kalenden, Nonen und Jdus, für unglück¬ lich gehalten wurden, Livius VI. i. wenn er vom lLe/Mcrr/L handelt, setzt hinzu: ssuillsm guocl xostnüiö Itlus slmnriles non blastoc 8ulpicius iribunus müiluw, nsczus innen» psce Osuni polt clism rerrinm obieKus bosti exercirus romanu« eÜ'er, eriam postriciis Iclus ro¬ bu« äiuinis luperisäsri iubum: inäs vc poliriclio Lsien- kls« guogus oe dlvnss e-nlom roliZio eller, krsclnum xuranr, Und noch ausführlicher ausGallii snnsbXV. und des Lasiius Lemina Geschichte B- 2. Makro- b>ius Xar«,'»«/1,19. p, ,71,124. a- V. e. ddXlll. n iribunis milirum Ltsn/io, tro/io colleAisguo eorum, in lensrn u,iÄ»rum guicl est'sr, xro- xrer gnoci wrien« inkor psueos anno« m»lo oster sclllistn respublics? br ex jn-aeeepro parrum, b. arufiricem in ssnarum venire instunr roligionum regui-, renclsrum grsris, cüxiste: eribunum milirum sä acluersu« 6a//or pnAnarurum, rem cliuinnm climicanZi ^rskia keciüe zvostrrche /ci«r (^uinstlh- Icem mulrisgus abi« rsmporibus er locis xvlk bun ibtnum, 6is poliero celsbi-AMm, male eestihe conliiKum. 'I'unc psrre« iuilills, vr sä collegiurn zron- ribcnn, cle bis roligionibns rekorrekur, ponristcesgub ttaruists: OdlMg dio- blL8, IVV8 ,^'IUO8 VIL8 »/^LbM08, r-, /» ciier LOkvlIH^bL8 Uebrigens findet man denn doch in der Geschiße von dieser Regel Ausnahmen. Im Jahr 692. tM Vorbedeutungen. 55 sich über die gegenwärtigen Angelegenheiten zu be-N.R.T.711 rathschlagcn. Es waren sehr viele DonnerkeilcAAuEd gefallen, von denen einige sogar die Kapelle ^)germeisrer. Des kapitolinischen Jupiters im Tempel der Vikto¬ ria gerührt hatten; ein heftiger Sturmwind hat¬ te die neben dem Tempel des Saturnus und der Fides aufgerichtete Säulen aus der Erde gerissen und hin und her geworfen; ^°) auch die Statue auch der Senat die beiden ersten Septemberrage hin. tereinander versammelt. Rikers sä /uric. I. ip. und eben dieses geschähe 696. als man den ersten Oktober im Senat über die Wiederherstellung des Kikeroniani- schen Hauses deliberirte, und da man nicht fertig wer. den konnte, mit dieser Deliberation am folgenden Tage fortfuhr. /L-ch 11. 4. — Hält' ich Zeit und Lust weiter zu blättern, fo würd' ich inKikeronsWerken wohlnoch mehr Exempel auftreiben können, allein was Hilsts? 2249) Oe/ttZ-r-ttm mit dem achten Römischen Namen. Der kapitolinische Jupiter hatte zwar seinen sehr präch. Ligen Tempel, allein dies hindert' eben so wenig, daß man ihm nicht auch ein Kapellchen im Tempel der Vik- toria hatte einraumen sollen: als die jetzigen Römer sich abhalten lassen werden, dem h. Petro Kapellen und Altäre in allen ihren Kirchen zu errichten, ob er schon in der St. Pcterskirche die prächtigst' und herr¬ lichste Noms hat. 2250) «Hbsegucns I2Z. Isbulss sensse sx seäs käsi ruikins suullse. ^.eäis Opis vslus« srsÄss. /Xr- dores rsäiclrus er plersgue rsLis euerls. Es kommen also eigentlich hier drcyTempcl vor. Nemlichdie zwey vom Obsequens erwähnten, der Fides und der Vps, und endlich der des Sarnrnus, dessen Kaßius allein gedenkt. — Die Fides hatte z,u Rom drey Tempel. Den berühmtesten von allen in den Aldobrandinischen Gärten aufdem ehemaligen ferner einen andern auf dem kapitolinischen Berge, von dem die Hauptstellen beym Rikers äs okkLüs m. 29. und äs usr.veor. III. z6. stehn; endlich noch einen dritten, in der Gegend etwan, wo jetzund die Kirche des h. Gre. gorins steht; oder, wo dieses nicht, doch wenigstens ;6 DioKaßius. B-XU Hauptst. I.XVII. ^R T /nder stadtbeschützenden Minerva, so Kikero vorsei- ^andesfiuchc im Kapitolio aufgcstcllct, herab- germeister. geworfen und zerbrochen. ^') Zwar dieses letz¬ tere zeigte nur der Person Kikerons allein den Un¬ tergang an; die andern alle wurden sowohl durch alle die vorher ««gezeigten Vorbedeutungen er¬ schreckt, als auch vor,»glich durch ein heftiges Erdbeben, so damals entstand: und da man zur Aussöhnung desselben im Tempel der Vesta einen Stier opferte, entflöhe solcher, nachdem der Prie¬ ster schon die Gebete über ihn ausgesprochen. gewiß das, was Publius Viktor X. lemv/,/« /cier nennt Fragt man nun. von welchem dieser drey Temvel, meinem Dafürhalten nach, hier gebandelt werden sollte, so nimm' ich für den mittelsten, der auf dem kapitolinischen Berge lag, weil von den zwey mit ihm zugleich genannten derdcrVps anfdem kapitolinischen Berge lag. (Livius.XXXIX.22 ) und der desSarurnus, (vgl oben Not. uz;.) aus dessen Ruinen die jetzige Kirche St. Hadrians aufgeführt worden, vor dem das so berühmte dliltiarium aureum stand, lag zwar in der achten Region, aber hart am Ehrenbogen des Ti¬ berius, der gleich am Anfang des kori liomani, und also da stand, wo man vom koro Nomano auf den ka¬ pitolinischen Berg hinauf stieg. rnr«m, czuicum guicl- vis reÄllllme kacere polier. — Mit welcher Stirn' übrigens Kikero dieses Flucht nennen kann, weiß ich nicht. Plutarch Zmron p. 916. 0. erzählt uns, An¬ ton habe nach seiner Licbesintrigue mit Rurio (vgl- Not. 708.) sich cineZeirlang zurParthen dcsKloSws, d. i. zur demokratischen gehalten; da er abergcschn, daß diese Parthey über kurz oder lang den Kürzer« ziehen werde, hab' er sich auf Reisen nach Griechenland be¬ geben, sich hier in der Beredsamkeit zu üben; von hier aus sey er von Gabimo eingeladen worden, unter seinem Korps Dienste zu nehmen, habe solches aber nicht als Volontair thun wollen, worauf ihm Gabi- nius das Brevet eines Brigadier ertheilt. — Wer hierin irgend etwas einer Flucht ähnliches sicht, muß so boshaft wie Kikero selbst seyn. 2266) Kikero I. c. 0»! rurn inlle rellims, sut gas» Ich? i'rins in vlkimsm Lalliam ex ^6N'pto guam llo- rnum. Fast möcht'ich mich unterstehn, so verwegen es auch scheint, hier den Kikero einer Lüge zu zeihen. MarksAnron war Kaisers Rentmeister, da dieser das EradtrichteramtHispaniens verwaltete; dies lesen wir unten § 565. Die Expedition desGabinius fallt in's Jahr 699. Kaisers Stadtrichterains in Hispanicn aber 69z Also ist Mark Anton, bevor er zum Gabinio ge¬ gangen, unter Kaisers Armee engagirt gewesen, was war also natürlicher, als daß er, nach geendigter Ga- binianischer Unternehmuna, zu dem Feldhcrrn zurück gieng, unter dem er sonst schon Dienste qcthan ? Nun nennet Kaiser lle d. c;. Vlil. 25;. Marks Antonen /««?/,: Vk muiücipch er coloniss spxellsrer, Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 7 r daß ich sscincn Vergehungen) mit gar zu großerStren.N.R.C^rr ge nachspüre; aber im Namen eurer schäm' ich mich, daß ihr den Menschen, den ihr kanntet, zum Zunft.germeister. meister des Volks, zum General der Reukercy, und endlich gar zum Bürgermeister gemacht habt, und schranke mich darauf ein, nur das zu sagen, was er in Verwaltung dieser Aemrer selbst durch Trunk und MlUhwillen für Unfug gethan." §- 552. „In seinem Zunftmeisteramt also hat er sich's vor allen Dingen zur Regel gemacht, euch zu verhindern, die damals vorhandenen Angelegenheiten auf einen gu¬ ten Fuß zu setzen, indem er lärmte, schrie, und von allen allein dem gemeinschaftlichen Frieden des Staats sich entgegen setzte. Nachdem ihr endlich durch Z84. guldus d-I. Umorili guselkoris len commenäsrst lsceräo- kn penrionem, und hieraus könnte man schließen, er sey sein Rentmeister nicht in Hispanien, sondern in Gallien gewesen. Sollte dieses wahr seyn, so lügt Kft kero unten; ist cs nicht wahr, so lügt er hier, einmal gelogen hat er in jedem Fall, und damit man dieses noch besser einsche, setz' ich noch folgende Stelle Herr 8ine 8ensrus conkulro, lins karre, lins lege, sä Css- lsrem cucurrilii; ic! snim vnum in kerris, SAslisris, se¬ ri? slieni, neguiriss xeräiri? vitss rscionillu? ^erkuAiurn eüö äucellss. Illi re guum sr illius lsrAirionikuL er rui» rspinis expleuille? (li lloc eil explere, guoä lisrim sk- kunäss) säuolslli eo;ens sä IHllunsrum, vk in eo rnsj>i- lkrsru, l> poll's?, viri rui iimili« ekles. //-. 20. r«r geht auf Rurio. (Vgl. Note 2265.) 2267) Cum ll. llenrv.Io, C. ^lsrcsllo Call'. Kslenäis Isiruslü? Isllenrem, er props csäenkem rernpulllicam tuleire cupereris, ipiigus Caio Cseksri, 6 ksns menrs ekler, conkulers velleris: rum itte venäirum srgus s- msncipsrum rrillunsrum conlilü? velkris oppokuir. — /Am; 1u, tu, inr^usm princsps Csio Cseksri, omnis perrurllsre cupienri, csuksm llell! conris psrrism iiike- renäi äsäikti. — Vr lllerens Irvisnis, lle Antoniu? lluia rsixuclicss csuks llelli, czuss psllis s.rgus exirii tun. 72 Dio Kaßius. B. XL.V. Haupfst. L.XVIII. N-N.E.7ndie Nokh gezwungen gegen ihn das dekretieret, was ihr Bu'^ virkl-ch 9M" ihn dekretirt habt, entlief derjenige, germeister. dem die Gesetze keine Nacht von der Stadt abwesend zu seyn gestatteten, aus der Stadt und verließ senk Amt, gieng zu Kaisers Waffen über, den er nun ge¬ gen sein Vaterland anführte, und ließ nicht eher nach, bis er euch aus Rom und ganz Italien verjagt hatte. Mit einem Wort alles zu sagen, so ist er die einzige Ursach aller der einheimi chcn Uebel gewesen, die uns in der Folge nlederdrücktcn; denn hatte er sich nicht damahls euren Rathschlüssen entgegen gefetzt, so hakte Kaiser nie einen schicklichen Vorwand seiner Kriege ge¬ funden; und wenn er auch, mit Bsyseitsetzung aller Art von Schaam, ein seinen Umstanden angemessenes Heer gegen eure Verordnungen zusammengebracht, so war' er doch, entweder durch die Gewalt unsrer Was fen gezwungen, oder wohl gar auch freywillig, wieder zu sich selbst gekommen. Jetzt aber ist er es, der ihm den Vorwand an die Hand gegeben, der des Raths Ansehn zernichtet, und den Uebcrmuth der Soldaten aufgeblasen! Cr ist es, der den Saamen aller Uebel, so um und neben uns aufsprosseten, ausgestreut! Ec ist nicht unser Verderben allein, sondern das der gan¬ zen bewohnten Welt geworden, welches uns die Gott¬ heit selbst auf das Deutlichst'offenbaret hat, welche zu der Zeit, da er seine bewunderten Gesetze hier anschla¬ gen ließ, alles mit Blitz und Donner erfüllte. Der Verruchte, ohnerachtet er stch Augur nennt, achtete hierauf nicht, und hat so mit viel und schrecklichen l!e< beln nicht unsere Stadt allein, sondern die ganze Welt erfüllt." 55Z. „Und was kann es nach dieser Bemerkung mir helfen, wenn ich noch anführe, daß er das Gcneralat der Reurerey ein ganzes Jahr durch verwaltet, wel- Rede des Mero gegen Mark Anton. 7? ches vor ihm noch niemand gethan? WarumN-R-T-/" soll ich alle Vergehungen seiner Trunkenheit anführen, da er damals sogar seinen Rausch öffentlich auf dem Ge gcrmeifter. richtSstuh! und eine Red' an das Volk haltend, von sich spie. Wozu soll ichs sagen, daß er Lusikna» ben und Buhldirnen, Possenreisser und Posienreisserin-- nen zugleich nebst seinen Lorbecrbekranzten Liktoren in Italien herumführte? "'°) Wozu, daß er von allen 2268) Oben Note 1525. 2269) Der züchtige bescheidene Dio! Vergleiche wundcrshalben die Originalstellen Kikerons damit, sa Not. 155V. s. abgcdruckt worden, und Reichards Not. I. zu X. io. an Actikus- 2270) II. 24. VebsliAMr in ellello kribunuz plelus: listnros lsurenri suteoellsbLnr, inrsr guos spsr- rs lsetics mims porrsbarur, gu»m ex vppiäis munioipa- les, llomines Iioussti, obuism neLestsrio procleunrs», non noro itlo er mimico nomine leä conls- lurstnrnr: seguebsror rliecla cum l.enonibus. (Ahr «s- m»! -rolttm er war Rftheris, und den Na» men volumnia harte sie von ihrem ersten Liebhaber Volmnnius Lurrapelus, einem sehr guten Freunde Mark-Antons (lb. rz.), bekommen. Der berühmte Dichter Cornelius Gallus war gleichfalls sterblich in sie verliebt, und halt' ihr vier Bücher Elegien zuge» schrieben. Sie veilicßihn, um dem Antonius nach Gallien zu folgen. Bey dieser Gelegenheit schrieb Virs gil sein zehntes Schafergedicht, seinen Freund Gallus des Verlustes seiner Schönen wegen zu trösten- Da Gallus selbst sie unter dem Schafernamen Lykoris be¬ sungen hatte, nennt er sie auch so und sagt: rua cur» I-vooris l?srgue niues slium, pergue siorrilla csstra seguurs 6st. Uebrigens sieht man aus diesem Vorwurf, den Kikero hier demMark Anton macht, abermals das höchst böse verdorbene Her; des Mannes. Ich will davon nichts sagen, daß nicht einmal der eifrigste Ligisie Heinrich IV. sein' Amouretten vorgeworfen; wenn aber die Liehe Antons zur Kytheris so öffentlich zur Schau gestellt zu; 74 Dio Kaßius. B- Xl.V. Hauptst. 1.XVHI. N R.k.7n'.llen Menschen allein sich's erkühnte, die Nachlassen. P^nsa Dur^ Pompeji zu kaufen? ohne Rücksicht weder auf ,mnci-cr. fein' eigne Würde noch auf das Andenken dieses grü¬ ßen Mannes zu nehmen; sondern den Raub, über den werden verdiente, warum nahm denn der strenge Ki» kcro eben diese Zuneigung scincmHcrzensfreundeBruto nicht übel, von dem Serrun Aurcliu» Viktor (cievir. ist. c. 82.) ausdrücklich schreibt: (l^rbsriclem mimsm cum Antonio ei üsiio smuuir. Ja soll ich sagen, was - ich denke, so hatte Kikero selbst (dessen Geilheit, wie bekannt, auch seiner eignen Tochter nicht schonte) gleichfalls die Gunstbczeugungen dieser Buhlerin ge¬ nossen. Wenigstens gesteht er in einem Brief an Par pirins pärus, (chu.viru. 26.) sich sehr häufig beydcn Soupers fins eingefunden zu haben, die EutrapcluS der erste Liebhaber dieser Schonen gab. Ja, daß es nicht beym Soupiren geblieben, sondern zu einer innigern Ver¬ traulichkeit zwischen beyden gckomnicn seyn mag, bin ich völlig berechtigt aus folgenden Kikerons cigenthümlichen Worten zu schließen: 8eä Ismen ns ^ristixpus guiciem iste 8ocrsticus, schreibt er, erubuir, cum esset obie- Aum bsbere eum Haitis. klabso, inguir, non babeor r» I.aiäa. Nur aber war's wohl zu stolz, wenn der rnismüthige, grämliche Deklamator Roms sich mit dem galanten Aristipp messen wollte. Auch zeigte dec Kytheris nachmaliges Betragen hinreichend, daß sie jeden ihrer Liebhaber gehabt hatte, von niemand ge¬ habt worden war. — Zum Beschlüsse lest man noch folgende Stelle Kikerons von der Liebe MarsAntons gegen die schöne Kytheris, Lykoris oder Volumina, welcher von allen ihren Namen am lieblichsten der deut» schen Zunge tönen mag: Venisti Lrunstustum, in stnum guistem et in com^Iexum tuas mimulae. — ()uis mi- leskuir, gui strunäisti istam non vicieijc? <2uis, gu> nekcierir, venisssesm tibi rot stierum viam Zraiulatum? s)uis, gui non incioluerir, rsm kero le, guem bomb nem kecurus estet, co^nolcere ? Iraiias rurlus ^ercne- satio eaclem comire mnns; in oppiäa mstirum crustelis er missra stslluAio, in vrbe auri, ari-enri, msximegus vini, svesta stirsprio. — Auch erwähnt er des nervli¬ chen Umstandes abermals im löten Briefe. Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 75 unser aller Thronen flössen, mit Entrücken an sich riß.N/R.E.7ri "?') Er 'prang nemlich in diese sowohl als in bicld^E^r- andere Besitzungen, in der Voraussetzung, den Preisgermeifter. derselben niemals zu erstatten. Jedoch Bezahlung ward nachher mit allem Uebermuth und Gewalt von ihm erpreßt, so sehr ward er vom Kaiser selbst verach¬ tet. — Und alles, was er gewonnen, so ungeheuer viel auch solches seyn mochte, indem er auf all' Art und Weise Geld zusammen zu scharren immer bemüht gewesen ist, hat er verspielt, verhurt, verfressen, ver- soffen! — Eine wahre Charybdis! Aber auch hievon will ich schwelgen!" — §- 554- Aber seinen Uebermuth gegen das gemeine Wesen, und seine rings in der ganzen Stadt umher verübte Mordthaten, wer könnte mit Stillschweigen die über¬ gehn? Erinnert ihr euch nicht mehr, wie drückend S. -85. sein Anblick, wie weit drückender seine Thaten waren? O Himmel und o Erde! war er nicht der erste, der sich erfrechte, hier, im Bezirk dieser sdem Frieden ge, weiheten^ Mauern, auf unserm Marktplatz, in un¬ fern Rathsversammlungen, auf dem Kapitolio selbst, ein Schwerdt über das ^friedliches Purpurgewand sder RarhSherren^ zu gürten, und eine Solda¬ tenwache nebst seinen Liklorcn zu haben. Nachher, da er die Unruhen anderer Hütte beylegen können, hat er dieses so wenig gethan, daß er vielmehr euch, wenn ihr einig wäret, entweder selbst oder durch Fremde 2271) Note i6zr. 2272) II. 27. Huss Ebar^döis tsm varax? Lbar^bclin sie», gu?.e li suir, kuit animul vnuw. Ocea- nus, meclius stöius, vix viöetur tot res, ram chlllpsras, tam chstsnribus locis xolirss, rsm cuo aksvrbers xorulsts. 227z) Note 1541. 76 DioKaßius. B-XI.V. Haupkst.I.XVHl. yk.RE7iraufwiegclte; und indem er an jenen Faktionen selbst nahm, bald der einen und bald der andern ouf- scrmeistcr. half, war er vorzüglich am Tod so vieler eurer Mit- bürger Schuld; war er die vorzüglichst' Ursache, daß wir uns nicht des ganzen Pontus und des ganzen par- thischen Reichs sofort nach der Niederlage des Phar- na-kes bimcistertcn. Seine Handel waren es, die Kai¬ sern damals auf das schleunigste hieher zurückzuksm- men zwangen, ohn'irgend etwas von dem, was er gänzlich hakte vollenden können, zu Stande zu brin¬ gen." §- 555- „Und doch ließ er sich auch noch dadurch nicht be¬ lehren. Bürgermeister, o Vater! kam er nackend, nackend sag' ich und gesalbt auf den Marktplatz, sunter dem Vorwand, so die Luperkalien zu begehn.) Don dort, begleitet von seinen Liktoren, begab er sich ' nach dem Rednerstuhl, und hielt da von der untern Katheder herab eine Red' an das Volk. So lange die Stadt steht, hat dieses noch nie ein Bürgermeister, ein Stadtrichter, ein Zunftmeister, ein Platzmajor ge- than! — Aber es waren ja Luperkalien! Er war ja Dechant des Julianischen Kapitels, und reden zu können halt' ihm ja Scptus Klodius für zweitau- send Morgen des besten Leontinischen Ackers gelehrt! Aber du warst ja Bürgermeister, vortreflicher 2274) §- 4iZ- 2275) Note 2049. 2276) Note 20;;. 2277) Note 97;. und Suetomus Ikllet. c. 5, Er halt' ein Buch «le OrH 6^aeco»«i» geschrieben, wie wir aus Aruobio V, 17. wissen, wo das sechste Buch die¬ ses Werkes eitirt wird: dosäsm lAirur ksru-lm, 8on» clioicur Oss, N'Anl6«rnus: gusm n^rlsib caskam virZiz, guocl ms«iro nsicisnrs, ksiism mevi odibsric ->lenrm, Llo«lr«r knöicar ä'e^ro «le ü/tt Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 77 Mann! — Verzeihe man mir's, daß ich ihn als ge N-R-E /ir genwarkig anrede! — und cs schickte sich eben so we ^"^"^ nig für dich, als cs vir erlaubt war, in unser allergermeifrer. Gegenwart, der Würde, die Ku bekleidetest, zum Trotz, so etwas zu sagen, fso etwas zu thun^ damit wir nemlich zu gleicher Zeit deinen bewundernswürdi¬ gen fleischichten und zarten Leib sehn, und deine fre- velnoe, schön lallende Stimme, wie sie jene für uns schreckliche Sachen sagte, hören möchten! — Denn dieses will ich von deinem Munde lieber, denn sonst ir¬ gend etwas anders sagen! — Gewiß hatten die Luvcrkalien der ihnen gebührenden Würd' ermangelt, hattest du nicht fdurch diesen Aufzugs die ganze Stadt, stgnnmgus montlirni. guoü cum si ch'uinam rsm mu- lieies ssciaur, vini amphors conlliru»rur odreüs: nea mvrress t'as str intsr. s vsikenirs; licut suis scribir in cnuftlikus Iluras. Rikero iy. i?u, k>e- luoni spurciKmo prssAustarori likiäinum luarum, l>o- rnini e^eutillimo er fscinorotilümo, 8oxro Lloüio, socio 1H sanguinis, gui su» lingua etiam snrorsm 'surrrn a le sbaiienmiit. (der keusche Kikero, so was öffentlich zu sagen! Vgk. unten 2278) onino sriimsnrum prius- rum ec publicum öec. Icie,/r Loel/o g2. 8exkus (slo- rlius czuem Vos per diennium nur rninitkrum seciitionir nur üucern viäilkis. gui aoclos sscras, gui cenlum populi liomsni, gui momori-un publicsm suis manidus incsnä.r, liominsm sine rs, tineticie tins spe, 6ns sorrunis, o^e, (daß man dies nur recht verstehe! der geile Kikero will sagen, es sey Sextus Klodius Irrum»- lvr, kellsror und mailup^ror gewesen; pfuy der Schan¬ de!) virs omni cpn (lstuli monumemum säliixir, me^rn ciomum üiiuir Lrc. 2278) Ich weiß nicht, ob jedermann dieses verstehn wird- Er wirft dem Antonio das Laster der Icruma- klon vor, d. i. seinen Mund zu eben dem Gebrauch hergcgcben , r haben , wozu die Schaanttheile den Wei» Ibern dienen. Dieses Laster war bey den alten Römern sehr gewöhnlich RawLus: kaosticabo e^o, vor, st 78 DioKaßius.B.XH Hauptst. I.XVIII. N R.E./nUM nichts von deiner Rede zu sagen, geschändet. Denn La"sa Bur-"E ist es wohl unbewußt, daß die konsularische Wä¬ germeister. de dem ganzen Volk gemeinschaftlich angchörc; daß wir also verpflichtet sind, solch' überall zu erhalten, nirgends die Blöße derselben aufzudecken, oder sie zn schänden.« §. 556. »Wenig hat daran gefehlt, se^hat er den Hora; des Alrcrthums, die Klölia der Vorwelt nachgeahmt, von welchen diese, mit all' ihren Kleidern angetban, über den Fluß schwamm, jener sich mit den Waffen selbst im Fluß stürzte. Warum richten wir also nicht auch ihm eine Statue auf, damit wir neulich szu gleicher Zeit^j jenen gcwaffnet in der Tiber schwimmen, G- -86. und diesen nackend auf dem Marktplatz perorircn sehn könnten: jen' in der Absicht, uns zu erretten und frcy zu machen; diesen, um uns, so viel in seinem Vermö¬ gen stand, aller Freyheit zu berauben, und alles Volksregimcnt aufzuheben; uns statt des Burgermei- sie.s einen regierenden Herrn, und statt des Diktators einen Tyrannen aufzudringen! Ihr erinnert euch dock, was er, dem Richterstuhl sich nähernd, sprach: was er, hinaufgestiegen auf ihn, dort that! Ihr wißt, daß er sich erfrechte, ob er schon Römer und Bürger¬ meister war, auf dem römischen Markt, auf dem dec Freyheit gcwciheten Rednerplatze, in Gegenwart des ganzen Volks, des ganzen versammelten Rakhs, eine» Gewissen König der Römer zu nennen, das Haupt des¬ selben mit dem königlichen Hauptschmuck zu umwinden, und frech, sodaß wir es alle hörten, hinzuzulügen: daß wir es gewesen, die wir ihm, so zu sprechen, so zu handeln aufgetragen! — Ein Mensch, der dieses zu thun vermögend war, welcher Sehandthat wird er, sich nicht erfrechen? welches Frevelstücks wird er sich enthalten? Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 79 5 NR.T.7H HirtiuSuNd ^Wir, 0 Antonius, wir hätten dieses dir aufge-PansaBur- tragcn? Wir, die wir die Tarkwinier verjagt, der?^E''^' Brutus geliebt, den Kapitolin von der Bergspitze herabgestärzt, die Spuricr umgebracht; — wir haben dir es aufgetragen, irgend jemand König zu nennen, wir, die wir sogar den Namen eines Kö¬ nigs, und seinetwegen den eines Diktators oben ein, auf ewig verflucht haben? Wir haben dir einen Ty¬ rannen über uns zu ernennen befohlen? wir, die wie den Pyrrhus aus Italien vertrieben? wir, die wir den Antiochus jenseit der Gcbürge des Taurus verwiesen? wir, die wir Makedonien vom Joche der Tyranney befreyet? — Ha! pstses ist falsch! dies schwör' ich bey euch, Fasces des Valerius!"^) dies durch dich, o Porkianisches Gesetz! --e*) Dies 2279) Rikers I. c. läeone I.. I'srgviniuz exsÄus, Lxurii, Olliuz, Delius, ?>!. XIanlius necari, vr mulris pori ssecul,s s X!. /rnronio, ouoä kss non eii, kex ko- mse coniiiruerecur. — Id. 44. — Isrguinium Krams dello eli perseguutus, gui rum rex suir, cum esse re- Aem lxomss Ilcorsr. 8purii, lüslliur, Delius, bei. dlan- Iiu8 proprer suspicionem reZni spperencii sunt necall. Besiehe vom Spurius s.r«r«r II. 41. Illi. 14. 228a) Florus I. 18- und daselbst die Ausleger. 2281) lö. II. 8- Rikers pro Vejomro iz. Livius xxxvn. 4;. 2282) Id. II 7. 12. 14. 228 g) Publius Valerius publikola. LrH II. 7. S. Aurelius Viktor c. 1;. Lecures erism ksscibus clemdk; eosgue in populi concione sudmilit. 2284) Vermöge dessen kein Römischer Bürger ge¬ peitscht werden durfte. s.rHr X. 4. />orcra incle sola pro rerzo ciuium lars viäsrur, guoä Arsur poens, 6 guiz verdsragsr nsc-aüscus ciuom Itomrmum, srmxic; Rikers pro KaLirro 4; und von den neuern Antonius Augustinus -te in, 2ten Bande desGräuscherr Thcsirurs p. 1252. 8O Dio Kaßius. B. XI.V. Hauptst. I.xvm. N^^yndurch dich, verrenkter Fuß Horazens! verbrann. PansaVur-^ Hand des Mukius! Dies b y Dekius ii». zermelster. liaem Speer, ^^') bey deinem Lo!ch, o Brutus! "bs) sind du, o aller Menschen michtswürdigster, dir flchetest sogar, ein Sklave zu seyn! So fl otte PosthumiuS einst ausgelicfert den Samnitern, Regulus zurückgegeben den Karchaginensern, KurtlUS herabgestürzt im Erdschlund zu werden!^') Aber wo fandst du dieses geschrieben? und wo jenes, die Kretenftr sollten nach des Brutus Regimenr sich seyn? sie, denen wir Brutus nur erß nach Kaisers Lode zum Landpfleger angewiesen! - §- 558- „Wenn ihr nun in so viel und großen Dingen die heillosen Anschläge, mit denen er schwanger geht, 2285) Dionysius ^Halikarnaffensis V. x. 296. 2286) Geyrus Aurelius Viktor c. 12. 2287) er kolemnis verbs relponclens sie erbosies Oiis msnibus cieuouir. K. 27. Livius VIII. A. re/km ^«^>reKru» 2288) Des altern Brutus nemlich, den er blutig aus dem Leichnam der entseelten Lr-kretia zog. Livius I. 59. Dionysius -Halikarnassensis L IV. x. süZ- 266. 2289) Livius VIII. 2292) Florus II. 2. 2291) Livius Vli. 6. Suidas: L-ßk^--?. 2292) k'/rr/r^. H. dluper 6xs rskuls esi, au» eiuicscss Ivcu^Iecillimss Orsreniium veKi^siibus libe- rsnrur, tlsruirurgue ns puli 1^1. Lrurum ssroconkulsm sir Lrsrs prouincis. 1u menris es compos? I'u non conürinZenäus? /Xn Lasbrris clecrero Oers posi kel. kruti ciscelkam poruir Ilbersri, curn ('isrs nibil »6 L>u- rum Lsssirrs viuo perciirersr. .Vc buius ven6irione o's- areri, ne uikil aüum xursrin, prouinciam Lreram par- siillistir. Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 8 r yoc Augen habt, wollt ihr ihn noch nickt bestrafen M.RE.'m wollt ihr's erwarte was derjenige gewaffnet kbu wird, der ohne Macht sich so vieles erfrechte? Oeeigermeisrer. Meinet illr, er strebe nicht nach Oberherrschaft über uns, erwünscht nickt solche zu erlangen, sondern werde dereinst jene Begier aus seiner Seele reuten, die in ihr so tiefe Wurzeln geschlagen? Einst jener Hoff. N»ng zur Alleinherrschaft entsagen, für welche er, und ohne gestraft zu werden, schon so vieles gesagt, so vieles aethan k Aver wo ist denn derjenige Mann, der Nicht, wenn er solches zu thun vermögend ist, basjenl, ge gern für sich selbst nehmen möchte, was er sich durch seine Stimme, wenn er keiner andern Sacke macktig war, irgendeinem andern zumsckawcn bestrebte? Wie S. sollte derjenige nicht, der einen König s inem Vaterland und zu gleicher Zeit sich selbst geben wollte, wie sollte dieser nicht selbst gern Oberherr seyn?" §. 559- „Habt ihr also bishieher seiner geschont, v so fangt wenigstens an, ihn jetzund zu hassen; wartet nicht, bis die Erfahrung euch lehren wird, wessen er sich dann, wenn er das, was er jetzund irn Sinne hat, ausgefährt, erfrechen wird; laß? euch im Gegentheil seine bisherige Frechheit zur Warnung dienen, nichts Schlimmeres von ihm für die Zukunft leiden zu müssen» Wenn jedermann unter euch eingesteht, daß Kaiser Recht gethan, weder den NaM n noch den Haupt¬ schmuck eines Königes angenommen zu haben, so giebt er ja zu gleicher Zeit zu, daß ihm Antonius höchst schändlich etwas anbot, was Kaisern selbst nickt ein- mal gefallen konnte; und wenn er eben so bereitwillig ist, einzugestehn, daß sich Kaiser verqieng, diesen Auf. tritt auch nur einmal anzusehn und anmhöreu, ssü muß er ja zu gleicher Zeit jugeben, daß sich AnromuS Z 8 2 Dio Kaßius. B. XU Hauptst l,xvm. ^.R.T /ntaustndmal ärger vergieng, wenn er ihm Gelegenheit, l» hören, solches zu sehen gab.) Ist cnUch germeißcr. jener, gerade solcher Ursachen wegen, rechtmäßig um- gebracht worden, wie sollte nicht dieser, der es so oh fenbar, nach der Oberherrschaft zu streben , eingestehk, auf die allerrechkmaßigste Weis' umgebracht werden. Daß er sich aber dieses Verbrechens sriach der Oberherrschaftzu streben) allerdings schuldig gemacht, erhellt zwar schon aus dem, was im vorigen von mir beygebracht worden, am allerdemlichsten aber aus dem, was er späterhin snach Kaisers Tode) verübet. Welcher andern Ursach wegen harr' er wohl, da er in höchster Sicherheit ruhig bleiben konnte, unser'Ange¬ legenheiten zu zerrütten, und sich in alles zu mischen angefangen? Welcher andern Ursache« wegen hatl' er, da er ohne die mindeste Gefahr zu Haust still Wn ' konnte, Soldaten zu werben unternommen? Warum strebt er, zu einer Zeit, da so viele nicht einmal zn den ihnen durchs Loos zugefallenen Provinzen abzu« gehn verlangen, warum, sag'ich, strebt er nicht al« lein nach Gallien, welches ihn nicht das mindest' a«« geht, warum sucht er sich desselben mit Gewalt m be> meistern? Warum ist er soweit davon entfernt De-- -kimus Brutus nachznahmen, der sich selbst, seine Soldaten und Vcstungen uns äbergab, daß er ihn viel« mehr belagert und eingcschlossen halt? — Es ist un« möglich, daß er gegen irgend jemand anders, denn Segen uns, dieses und so viel anderes unternehme» sollte.» H. 560. »Dieses sehn wir, zaudern, sind feige, und be¬ waffnen dadurch den Tyrannen gegen uns selbst! Wel« 229g) K. (^ulä inciigiiius gusm viusre eum cM cum or/r-re/ ^areainur, slH Wohl!) iure inrerse^ium eile gm sbiecsrir. Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 8 z che Schande für uns! Unser' in dm Ketten erzogen N.R a- 7n Vorfa ren haben sich F yheit erkämpft, wir ab> dienen, die wir Bürg r eines fr»ym Staates st-w lgermeister. Wie gern sahen wir nicht das Regiment Kaisers, von dem wir so viel und so große Wohlthaten empfangen hatten, dahin fallen; und diesen wollen wir zu unserm Oberherra freywillig annehmen, diesen, der umso viel fürchterlicher ist, als Kaiser cs war! Dieser verschon¬ te viel seiner im Krieg überwundenen Feinde; jener hat zu einer Zeit, da er auch noch nicht die mindesteMacht in Händen hatte, drephnndert Soldaten, und unter ihnen Oberofficiere, alle mit einander unschuldig, in seinem Hause in Gegenwart seiner Gattin erfchlaqen, um auch ihr' Augen mit Blute zu sättigen! — S. Zzz. Ist er so mit jenen, denen er zu schmeicheln verpflichtet war, umgegangen, mit welchen Suömen des Unmücks wird er nicht uns, wenn er Übewinken sollt', über» schwemmen! Und wenn er bis schund als Schwelger lebte, wessen Uebcrmuths wird er sich, wenn ihm die Waffen Gewalt in die Hande geben, enthalten?" §. 56r. „Sparet eure Sinnesänderung also nicht, bis euch einer dieser Unglücküfälle treffen wird; sehet euch vielmehr, ehe sie euch treffen, vor selbigen vor. Elend ist es, Unglücksfalle, die wir abwenden können, durch Unvorsichtigkeit zuznlassen, und nachher darüber Leid zu tragen. Vernachlässiget auch das Gegenwär¬ tige nicht so sehr, daß ihr eines andern Brutus und eines andern Kassius auf die Zukunft bedürft. Lacher- lick ist cs, wenn wir uns zur gehörigen Zeit selbst helfen können, unsere Besreyer nur erst in der Folge suchen wollen: die wir, noch obenein, höchstwahr¬ scheinlicher Weis'alsdann nicht finden werden, wenn »294) Oben Noke sLZz. 84 Dio Kaßius. B.XI.V Hauptst.I.XVM. N.R.T./Iiwir UNS in unsrer gegenwärtigen Lage so ^wie zu be, ch,i!gÄBur^ürchtcn stehtal verhalten werven. Wckcker einzslm lermeister- Mann wird sich doch wohl der Gefahr für VolksregimeÄ zu kämpfen unrerziehn wollen, wenn er sieht, daß wir alle sammt und sonders zur Knechtschaft geneigt stad? -Auch wird er niemals aufhören, das. was er angefangen, zu Ende zu bringen! Daß er fern von uns und in Kleinigkeiten sich zu vergrößern suchen wird, ist offenbar. Aus keiner andern Absicht bekriegt er den Dekimus und belagert Murina, ale wenn er ihn überwunden und die Stadt eingenommen haben wird, sich gegen uns zu rüsten. Er ist ja von jenem nicht im mindesten beleidiget worden, daß es den An¬ schein haben könne, er wolle sich rachen. Wenn er aber nach den Reichthümern von Mutina begierig iß, und ihnen zur Liebe Beschwerlichkeiten und Gefahr übernimmt, so wird er wahrhaftig, ohne dazu ge¬ zwungen zu werden, sich nicht der unsrigen enthalten/ die wir außer jenen noch so viel andere Schatze mehr besitzen? — Wollen wir nun warten, bis er Mutina, und vielleicht noch andere Städte mehr weggenommen, da es uns dann, ihn zu unterdrücken, höchst schwer fallen wird? Wollen wir ihm glauben, wenn er uns betrügt, wenn er uns versichert, Rom nicht bekriegen zu wollen?" §- 562. „Wo ist aber der Thor, der die Frage: Ob er uns bekriegt oder nicht? aus seinen Handlungen nicht lieber denn aus seinen Reden sollte beantworten wol¬ len? Ich für meine Person habe nicht erst von der Zeit an, da er aus dieser Stadt entlaufen, geM unsere Bundesgenossen Kriege geführt und Brutus be» lagert; nicht erst von dieser Zeit an hab' ich angefan- gen, ihm böse Gesinnungen gegen uns beyzulegen Lange vorher, da Kaiser noch nicht mit Tod abgcga»' Rede des Kikero gegen Mark Anton. 8 5 gen, da er lebend war, hab'ich ihn, feinen bösenV.R.S.711 übermüchigen Handlungen zufolge, für einen FeinbA^'A^ unserer Regimentsverfassung und unserer Freyheit ge.zermeifter. halten; denn wo ist derjenige Mann, der sein Vater- land liebt und Tyrannen haßt, der auch nur ein's von b- dr¬ alle dem thun sollte, was er sich auf so viel und so mancherlei) Weise zu verüben erfrecht? Da er nun also schon von sehr länger Zeit her für unfern Feind gehalten zu werden verdient, so müssen wir die Sach' aus diesem Gesichtspunkt betrachten: Wenn wir ihn jetzund sogleich und so schleunig als möglich bestrafen, werden wir im Stande seyn, auch das, so von uns bisher vernachläßigt worden, wieder gut zu machen; zögern wir aber dieses zu thun, und zaudern wir so lange, bis er es selbst, unser Feind zu seyn, eingesiehn wird, so ist alles verlohren! Denn dieses wird er, und wenn er unter den Mauern unserer Stadt in Schlachtordnung steht, niemals thun, so wenig Ma- rius, Kinna oder Sylla je solches thaten; denen er, wenn er einst ihre Macht in die Hände bekommt, in allem gleich, oder noch fürchterlicher denn sie seyn wird. Daß anders diejenige reden, so handeln wollen, daß anders diejenige thun, so, was sie gewollt, glück- lieh ausgeführt haben, ist bekannt. Meister dessen, so sie begehren, zu werden, schmeicheln sie; sind sie's ge' worden, so enthalten sie sich nichts von alle dem, so ihnen lüstet. Ueberdein verlangt jeder Sieger seine Vorgänger zu übertreffen: achtet es für unanständig und klein, das, was sie vorthaten, nachzuthun, und hält es für seiner allein würdig, etwas neues, noch von keinem andern Verübtes zu thun." § 56?. „Da nun dieses alles vor unfern Augen liegt, 0 Väter! so lasset uns doch nicht langer zaudern, laßt 86 Dio Kaßius. B. XI.V. Hauptst. I.XVIH. N R T-7kiuns nicht durch die anscheinende Ruhe, der wir gr- Pansa Bur-"'^"' belhört werden, sondern laßt solche Maas«' germcisier. gcln uns ergreifen, durch die wir auch sm die Zukunst sicher seyn können. Wer sollte sich nicht schämen, der es überdenkt, daß Kaiser, der kaum die Kinderschuhe verlassen, kaum angefangen, unrer die Zahl der Jüng¬ linge gerechnet zu werden, sich die Angelegenheiten des gemeinen Wesens so sehr angelegen seyn laßt , daß er sein Vermögen zur Rettung desselben aufwendet und Soldaten anwirbt: wir aber weder selbst etwas non dem, so unsere Pflichten heischen, ausüben, noch ein¬ mal jenem hülfreiche Hand bieten wollen, dessen gute Gesinnungen gegen uns wir schon tha'tig erfahren. Wem ist es unbekannt, daß Antonius aus Brundu- sium mit allen seinen Soldaten unsere Stadt sofort gleich einem Wiuterstrom überschwemmt haben würde, wäre nicht Kaiser mit seinen inKampanien angeworbem» Soldaten zu unserer Hülfe vorgerückt? Auch ist es der höchsten Misbilligung werth, daß, indcß alte, ihres Dienstes schon entlassene Soldaten die schlechte dag' unserer Angelegenheiten sehn, und freywillig sich l" unftrm Dienst anbieten, ohne weder Alter noch WM' den, so sie vorher, wenn sie für uns känivften, em¬ pfangen, vorzuschützen, wir nicht einmal den von ih« neu bereits thatlich erklärten Krieg, durch unsere Gut¬ heißung bestätigen wollen, sondern umso viel furcht¬ samer als jene, die sich willig allen Gefahren aussetzen, sind, daß wir zwar die Soldaten loben, so den Fre- velsinn Mark-Antons einsehend, ihn, ohnerachret er den Namen eines Bürgermeisters führt, verlassen, und von ihm zum Kaiser, das ist, durch ihn zu »ns übergehn; dennoch aber das, was wir selbst recht gethan zu seyn bekennen, uns scheuen, durch össrnte liehe Dekret' als recht zu billigen. — Wir haben S- 2Ks. BxMus Dank gesagt, daß er Mark-Anton anfänglich Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 87 In Gallien nicht ausgenommen, und daß er ihn jetzund,N-R.E.7-l da er ihn mit Krieg überzieht, zurückzutreiben versucht Warum also thun wir nicht ein Gleiches? Warumgermeisrer. ahmen wir nicht diejenigen nach, die wir selbst darum, daß sie, recht handelten, mit Lobsprüchen belegten." §. 564. „Und dennoch müssen wir nothgedrungen von beys den eins erwählen. Entweder eingestehn, daß sie alle (ich meine Kaiser, Brutus, die Veteranen und die Re« gimenter) entweder, sag'ich, müssen wir emgestehn, daß sie alle höchst miszubilligenden Grundsätzen gefolget sind, und also Strafe verdienen; daß, ohne dazu we¬ der durch unsere noch des Volks Dekrete berechtiget zu feyn, sich die einen erkühnetcn, ihren Bürgermeister zu verlassen, die andern, sich gegen ihn zu versam- Mein und wider ihn Krieg zu führen: oder aber zuge¬ ben , daß wir schon längst Antonium werkthalig für unfern Feind erkannt, und daß er also gegenwär¬ tig durch einen allgemeinen Schluß unsrer aller be¬ straft zu werden verdient. Und daß dieses letztere nicht allein gerechter, sondern sogar unendlich vortheiihaftcr für euch feyn würd' , ist keinem von euch unbewußt. Er selbst vermag nichts Mannhaftes, Tapferes aus-- . zuüben; denn wie könnte dieses ein Mann, der zwi¬ schen Bechern und Würfeln nur lebt? und auch haben, wir uns vor keinem derer, die um ihn sind, zu fürchten, sintemahl es nur Leute seines Schlages sind, die er liebt, und zu Theilgenossen seiner heimlichen und offenbaren Anschläge macht. Er ist fdarneben^ zaghaft in der Gefahr und mistrauisch fsogar) gegen feine besten Freunde, von welchen beyden Eigenschaften keme mit Krieg und Kommando bestehen kann." §- 565. „Wer weiß es denn nicht, daß er, nachdem er alle bürgerlich' liebel für uns ausgcbrütet, nachher 88 DioKaßius B.Xl.V.Hauptst.r,XVIII. N R E /nauch an der mindesten Gefahr keinen Theil genommen? er nickt in Brundusium aus Furcht so lange still tzermeister, sitzen, daß wenig daran fehlte, der von ihm verlassene Kaiser wäre geschlagen worden? Und ist er nicht nach¬ her allen nachfolgenden Kriegen, gegen die EgYPtier, den Pharnakes, denen in Afrika und denen in Hispa- nien entflohen? Wer weiß nicht, daß er, der die Parrhey pes KlodiuS hielt, und seines Zunftmeister- amts zu Begehung jeder Frevelthat misbrauchte, ihn dennoch mir eigener Hand umgebracht haben würde, hätte nur ich den Anschlag, den er mir deswegen that, annehmen wollen? Kaisern aber, dessen Rent¬ meister er damals gewesen war, da jener als Stadt- richter Hifpanien gubernirte, und den er nachmals in feinem Zunftmeisteramt gegen unser aller Absicht zu Unterstützen suchte; von dem er dafür in der Folg' un¬ ermeßliche Reichthümer und überschwängliche Ehrenbe¬ zeugungen bekam; Kaisern hat er nach der Oberherr- schäft zu streben verleitet, dadurch den Verleumdungen ausgesetzt, und ist so seines Todes vornehmstes Werk¬ zeug geworden.« §. 566. „Und aksdenn hat er das Herz zu sagen, ich seh «s gewesen, dir Mörder gegen ihn aufgehetzt; Es wahnschaffen ist er, daß er mick durch Lobsprüche die¬ ser Art zu verlaumden hoffet? Ich meinerseits behaupte nicht, er selbst fey Kaisers Mörder geworden, (nickt weil er solches nicht gewollt hatte, sondern weil er sich so was zu thun fürchtete); aber in der That ist, E. ich wiederhole selbiges noch einmal, Kaiser von keinem 22Z5) H. Oselsrem slt meo conlilio mre-rse- 6)um. lam verevr, ksrrvs consaripti, ne, guocl rar- vjtlinmm eü, prseuai-icsrorem milii säpokuifle viöear, gui me non solum weis lAuchhus ornsrer, seä erism vnersret slienjz. Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 89 andern denn von ihm umgebracht worden. Denn werN.R C.7lr anders hat seiner Ermordung den Anschein einer recht- mäßigen Hinrichtung, als derjenige gegeben, der ihngermeister. König nenncte, der sein Haupt mit dem Diadem um¬ wand, der ihn bey allen seinen Freunden verlästerte. — Und endlich, wenn ich mich über den Tod Kaisers freue, dem daraus kein anderer Vortheil als Genuß der Frey, heit zugcwachsen, wie will sich Antonius den Schein geben, über ihn betrübt zu seyn, der sein ganzes Ver¬ mögen an sich gerissen, der, unter dem Deckmantel» seinen letzten Willen zu vollziehn, so viel Frevel sthm nur gutgedünkt, ungestraft^ ausgeübt, und der sich endlich, ihm in der Oberherrschaft nachfolgen zu wol¬ len, anschickt." 5 567. „Aber ich komm' auf das swovon ich zu reden an¬ gefangen habe^j zurück, daß er selbst weder ein großer noch ein siegreicher Feldherr scy, und daß er weder viel noch tapfere Soldaten angeworben. Es hat ihn ja der größest' und der beste Theil seiner Truppen verlas¬ sen, und um die Elephanten ist er ja, weiß Gott wie? auch gekommen; die Soldaten, so er jetzund noch hat, sind geschickter, die Länder seiner Bundesgenossen zu sengen und zu brennen, als Krieg zu führen. Welche Gesinnungen sie hegen, wird uns daraus, daß sie es noch jetzund mit ihm halten, offenbar; und wie feig¬ herzig sie sind, erkennen wir daraus, daß sie Muti- na, welches sie schon seit so geraumer Zeit belagern, noch bis jetzund nicht eingenommen. Dieses ist der wahre Zustand des Antonius und derer, so es mit ihm halten; im Gegentheil sind Kaiser, Brutus, und kurz die ganze Gegenparthey, Antonio schon an und vor sich selbst die Spitze zu bieten vermögend; stnkemahl viele der Antonianischen Soldaten zum Kaiser überge- gangen sind, Brutus aber ihm, sich Gallien zu ns, 9O DioKaßius. B.X5.V. Hauptst.I^XVIIl, N.NT./l'hern, verwehret; wenn nun auch ihr ihnen zu HD ^",^^,"^ommen wollt, zuerst dadurch, daß ihr dasjenige lokt, germeister. was sie als Privatpersonen gethan; dem zu Folg' alk das, was bisher von ihnen geschehen, als rechts¬ kräftig erkennet, ihnen eine gesetzmäßige Gewalt für die Zukunft zusprccht, und ihnen zuletzt eure beydt Bürgermeister zur Hülfe sendet; fwenn ihr, sag'ich, dieses thut^j so wird kein einziger von denen, so jetzund noch seine Parthey halten, ihm fernerhin zu Hülfe kommen; und wenn ihm auch noch so sehr einige Hel¬ fershelfer übrig bleiben sollten, wird er es doch nicht gegen die von allen Seiten her auf ihn zusirömendt Feind'auszuhalten vermögend seyn: sondern, entwe¬ der freywillig, so bald er nur Nachricht von diesem euren Rathsschluß empfangen, die Waffen niedecM und sich euch übergeben, oder er wird, f)wenn er die¬ ses nicht thun sollte^ euch, nach einer einzigen Schlacht, gegen seinen Willen unterworfen werden.-Dieses ist es, was ich euch rache; traf' es sich, daß ich jetzund das Bürgermeisteramt zu verwalten hatte, so würd' ich allerdings das wieder thun, was ich damals that, da ich euch am Katilina und am Lcntulus, dem Bet' ter Antons, so gegen euch Anschläge schmiedeten, rä- chete. §- 568. „Wenn jemand unter euch alle diese Betracht»»' gen für wahr hält, dem ohnerachtet aber der Meinung ist , wir waren verpflichtet, zuerst Gesandten an ih» abzuordnen, um nachher, wenn wir seine letzte S-»9-> lcnsmeinung vernommen hätten, entweder still zu sik zen, wenn er die Waffen niederlegen und sich unserek Gewalt übergeben würde, oder aber, wenn er aufsä' nein ersten Vorsatz bestehn würde, den Krieg gegen ih» öffentlich zu erklären, (und ich höre, daß cs VersäM dene gicbt, so euch dieses gern rachen möchten): Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 91 so thut cr etwas, welches, unter dem besten Anschein,V.R.C.7!r unserer Republik eben so unanständig als gefahrvoli^"^^" ist. Wie sollt' es nicht unanständig seyn, wenn ihrgermeifter. Friedensuntcrhandlungcn mit euren Mitbürgern durch Gesandte pflegen müßt? Sich gegen Fremde des Weges der Unterhandlungen und Gesandschaften zu be¬ dienen, ist anständig und nochwcndig; Bürger, so et¬ was verbrochen, müssen im Gegentheil augenblickliche Straf' empfangen, entweder durch Gesetze, wenn ste sich nach euren Stimmen unterwerfen, oder durch Krieg, haben sie zu Waffen ihre Zuflucht genommen; denn sie alle sind euch, dem Volk und den Gesetzen un¬ terworfen, sie mögen solches nun wollen oder nicht; dem zu Folge dürfen wir ihnen auf keine Weise schmei¬ cheln, oder mit ihnen so wie mit freyen Leuten um¬ gehn ; wir müssen ihnen wie entflohenen Knechten den Proceß machen, und sie nach der Gewalt, die wie über sie haben, bestrafen." §. 569. „Und wie gefahrvoll ist es nicht zu gleicher Zeit, wenn jener nie saumselig ist, euch zu beleidigen, ihr aber zögert, euch zu wehren? Wenn er, der schon seit langer Zeit die Waffen in Händen hat, alles Feindse¬ lige gegen euch unrernimmt, ihr aber eure Zeit mit Rathsabschicden und Gesandtschaften hinbringen wollt? Wenn wir gegen den, dessen Handlungen uns den au¬ genscheinlichsten Feind zeigen, nichts als Wort' und Sylben anwenden wollen? — Auf was wollen wir warten? Daß er euch einst gehorchen, sich einst sei¬ ner Vergehungen schämen wird? Aber wie können wir dieses, da es mit ihm schon dahin gekommen, daß er, gefetzt auch er sollte wollen, nicht mehr euer Mit¬ bürger in demokratischer Regierungsform bleiben kann? Denn wenn er euch gleich, und unter den Y2 Dio Kaßius.B. XI.V. HaupLst. I^XVIH. N.R E-7nnemltchen Gesetzen als ihr hätte leben wollen, so hätl' HanftBur-^ sich niemals Oinge dieser Art unterfangen; oder hall' germeister. er aus Unverstand, aus Uebereilung etwas dergleichm gethan , so würd' er bald freywillig wieder davon ab- gelassen haben. Nun aber, da er einmal über all' unsere Gesetz', über ali' unsere Regimentsverfassungm weggesprungcn ist, und dadurch Gewalt und Macht in die Hande bekomme», ist es durchaus unmöglich, daß er sich andere und Ehrfurcht für eure Befehle be¬ kommen sollte: und demzufolge müßt ihr ihn nothge- drungen, da er sich euch zu beleidigen erfrechte, be¬ strafen?" §- 570- „Und zuletzt erinnert euch, was er ehemals selbst gesagt: daß nur der Sieger leben würde. Cs suchen also diejenigen, die euch Gesandte zu schik- ken rachen, nichts anders, denn die Sach' auf dir lange Bank zu schieben, um dadurch eure Bundesge¬ nossen feigerund zaghafter zu machen; damit Antonius inzwischen Zeit gewinne, alles, was er vorhat, geru¬ hig auszufähren; daß er den Oekimus vertreibe, Mu- G. 2-;. tina erobere, ganz Gallien unterjoche; damit am Ende wir kein Mittel, ihm zu widerstehn, können ausfün- dig machen, und ihm den Hof zu machen, zu dienen, anzubeten gezwungen seyn mögen!-Noch ein Wort erlaube man mir von den Gesandten, «und ich bin fertig. Sintemahl sich Antonius übkr das, was er zu thun im Sinn hatte, nicht im mindesten mit euch berathschlaget; so müßt ihr euch eben so gegen ihn verhalten. — Alle dieser Ursachen wegen also, und noch vieler andern mehr, räch' ich euch keinesweges zu zaudern, oder zu zögern, sondern gegen ihn, st schleunig es nur möglich seyn wird, den Krieg anzu- 2296) kMrxx. m. ii. v. z. Rede des Kikero gegen Mark-Anton. 9 Z fangen, überzeugt, daß in allen Geschäften mehr durchN.R.Ezu gelegene Zeit als durch Starke ausgerichtet wird; überzeugt, daß nimmermehr ich, der ich des größestengermeisier. Ansehns im Frieden genieße, der ich in» Frieden Ruhm und Reichthum erworben, nimmermehr euch — konn¬ ten wir nur in der That Frieden haben! — Krieg zu führen anrathen würde, müßt' ich nicht, daß euer Bestes Krieg durchaus erfordere." §. 5^r. „Dir aber, oKalenuö, und allen dir ähnlich Gesinnten rach'ich, daß ihr.dem Senat erlaubt, das¬ jenige, was ihm das Beste zu sevn dünkt, geruhig zu beschließen, und daß ihr nicht der Privatfreundschaft wegen, so ihr gegen Antonium hegt, unser aller Be¬ stes verrakhet. Ich, 0 Väter, habe den Entschluß gefaßt, herzlich gern mit euch die Früchte des Heils und der Freyheit zu schmecken, wenn ihr meinen Rath¬ schlägen folgen wollt; aber lieber zu sterben denn zu leben, wenn euer Entschluß anders au-'fallen sollte. Ich habe ja niemals vorher aus Furcht vor dem Tode meiner Zunge Fesseln angelegt, — und ge¬ rade darum hab' ich so viele große Dinge gethan; welches daraus erhellet, daß ihr Opfer und Festtage meiner konsularischen Verrichtungen wegen angeordnet, welches vorher keiner obrigkeitlichen, sondern nur Genes ralsperfonen wicderfahren war — und werde dieses 2297) I. f. Xlibi ksris ast guoä vixi, vel sä solarem vel sä Alorism. II. f. (^uin erism corpus li- benter obrulerim, li reprselenrsri morte mes likerrss cinirsris porelk. III. 14. <)uc>ä ti ism, guoä Oii omen suorrsnr, ksrum exrremum leipublicse venik, r^uoä Alsäisrores nobiles ksciunk, vr houelke äecumhsnt, ss- siamus no« , priucipes urbis rerrsrum Aenriumgu„e omnium, vr cum äi^uirsre ^otius csäsmuz, gusm cum izuomüiis seruismur. 94 Dio Kaßius. B.XH Hauptst ^XVM. N-R E./iram allerwenigsten jetzund thun. Der Tod kommt de». DansaBur-^ni§en nicht zu frühzeitig, der schon vor so lang«! germeisler. Jahren Bürgermeister war. Doch ihr erinnert euch, daß ich dieses schon zu der Zeit sagte, da ich wirklich Bürgermeister war, damit ihr ncmlich mir, als eine» den Tod verachtenden Mann, desto leichter Gehör ge> den möchtet! — Einen unter euch zu fürchten, einem mit euch zu dienen; dieses ist das Fürchterlichste von allem, was mir begegnen kann. Dieses glaub' ich Elend, ja Untergang sogar, nicht des Körpers al¬ lein, sondern auch der Seele und des Ruhmes zu seyn: des Ruhmes, durch den allein wir Unsterbliche keit erlangen; Unsterblichkeit, die mir zu Theil wird, wenn ich handelnd, wenn ich sprechend für euch dea Lod finde i" §. 572. »Wenn dieses Antonius wüßte, er hätte sich nie» mals Handlungen dieser Art unterzogen; er wäre lie¬ ber, seinem Großvater gleich, im Tod gegangen, S298) L-rrllr'narra IlH. 2. 8i nmä obtiAerit, seguo snlml, pursrogus msrisr. dlsgus enim rurpis morskottl virn porsli scciilsre, neguo imm«mr» Conkulsri, nee miisra lltpienri. II s. Grenim li sbliinc aanir xr, ps vi^inri hoc ipso >.n rempln negkiui polls inoriem imnurkursm eü'e conluluri, gn^nclo vsrins nunc negeb" leni ? 2299) Mark-Anroir der Redner. Plmarch wn. pr. nennt nicht den Kmna, sondern Marius: und eben so auch, der dle Geschickte sehr weitläufrig erzählt, Appianus ciuii. I- 72. Aber sehr richtig schreibt Velle;. U. 22. Mrcar Antonius princsps cjuirsrix ritgus eloguenriae, Al^as rniiirum, guor ipls szcunäis sus morarus erst, Ackckrrr Lr»»«e^tte csntnL^ elk. Und Llkcro schreibt auch an einem andern Orte, r«/c«/a». V. 19. nicht Rede des Kikers gegen Mark-Anton. 95 eh' er es über sich genommen, dem Mörder desselben-N R^./rr' dem Kinna nachzuahmen; denn er hatte gesehn, daßAA" Kinna dieses Mords und anderer Schandthaten wegen,germeisier. so er vollbracht, nicht lange nachher ^°°) selbst hinge. S. »94- richtet ward. Und wahrhaftig, ich verwundere mich über Mark«Anton, daß er, seiner Handlungen Nach¬ ahmer, nicht fürchtet, eben so wie jener umzukommen. Zwar haben ihm seine Vorfahren unsere Achtung erb, sich, so zu sagen, hinterlassen; aber er ist nicht werth, daß wir seiner Vorfahren wegen Erbarmung mit ihm haben. Cr, der die Thaten seines Großvaters so we¬ nig nachahmct, der nicht einmal seines Vaters Vermö¬ gen geerbt! "°') Wer weiß denn nicht, daß er so viele Verwiesene, sowohl bcy Kaisers Lebzeiten als auch nach dem Tode desselben, seinen angeblichen Briefschaften zufolge zurückgefübrt: aber seinem Ohm leistet' cr darum keine Hülfe, sonderndes an dessen Mario, sondern Kinna diesen Mord zu. Lukanus H. 122. t^ur ke, praelaM malorum Antoni, cuius laceris psnäsntia csnis Ora seren8 muss keliae rorankis mensas Impoluir Es ist dieses N' R. E- 667. geschehen. Mehr von die¬ sem Antonio findest du beym Glandorp Onomall. p. 67. 2ZOo) N- R- E. 672. Appianns ciuil. 1.7z. vels les. Il 24. 2goi) II. iz. lenesno memoria praetex- ksrum l'e rlecoxille? katris, inguies, ilks culpa est. donceilo, erenim elk pierari8 plena clekenlio. Ib. 16. (iuamgusm lloc maxime aömirsrussum, menlionemls siasreäirarum aukum eße kacere, cum ipfe llsereöiisreln parris non asiller. 2ZO2) 2Z. kellikusbar multvs cslamirosos: in bis parrui nulla menrio. 8i seueru8, cur non in omnes? ii missricors, cur non in iuos? Es ist dieses Rasus Anromus, der Kollege Kikerons im Konsulate; siehe eben Nos Z86. 96 DioKaßius. B.XL.V. Hauptst. L.XVIII. N.R.E.ynSkatt feinen WürfelbruderLentikulus ''°') zuruck,den seines schandvollen Gebens wegen des Landes vkk- germcister. wiesen hatte, liebte den Bambalio, dcipn Nam'al¬ lein seine Schänd' anzuzeigen hinrelcht; und bl- trug gegen fein' Anverwandten sich, wie ich solch s st eben angezeigt, gleichsam als sey er ungehalten auf ste, daß sie solch einen Schandbuben zur Well ge¬ bracht. Seines Vaters Vermögen beerbet' er ulst nicht, wohl aber viel andere, von denen er den grös¬ sten Theil vorher gar nicht gesehn, ja von denen er gar mit einander nicht einmal etwas gehört hatte, und von denen einige noch jetzt leben, die er aber dergestalt auszufaugen und zu entblößen gewußt, daß sie nur wenig oder gar nichts von den Tobten verschieden sind. 2goz) /l>. 2g. TrcrUm Te»ric«l«»t, cks sie» coU' ckemnsmm, collulorem luum rellirulr. 2Z04) Oben Note 2H§. 2gO5) II. I z. In tnulkss pecunlss slisnitll' worum liaminuni, eieÄis veriz liserechbur, rsngu»u> hserer eüet, inuslir. Ende des fünf und vierzigsten Buchs. Des Titus Dio Kaßius Kokkejanus V. 6. Jahrbücher Römischer Geschichte. Sechs und vierzigstes Buch. -Hauptst. i.XViiii. Schutzrede des Kalenus für den Mark-Anton gegen Kikero- H. 57;—600. -l.XX. Niederlage Mark-Antons neben Mu« tina. 6ol—610. — — lbxxi. Kaiser kommt nach Rom, und wird zum Bürgermeister erwählt. §. 611—621. -L.XXH. Triumvirat Kaisers, Mark-Antons und Lepidus. §. 622—628. Es enthalt nur ein einziges Jahr, und in diesem be¬ kleideten die Durgermeisterliche Würde: R. vibius Pansa Rapronianus und Aulus ^irrius. Man zahlte nach Xoms Erbauung 711, und vor Christi Geburt 4;. Jahr. G 98 Das Sechs und vierzigste Buch, Neun und sechszigstes HaupLstück. Schutzrebe des Kalenus für den Mark-Auto« gegen Kikero. §- 57Z. N hatte Kikero gesprochen, und nun stand AiisaBur-^-^ Bwintus Fufius Ralenus auf, und germeifier. Hielt folgende Rede: 2zo6) Man sehe vom Kalenus oben Not. 1^98, Md wo diese Hinweisen wird. — Don dieser Rede schreibt -Hayley on Hiüvr^ kp. III. blök. 8. Dion Lsi- 6us, liie toräicj ^övocsr ok äesporisme, enäesvourisZ ko rleprecisre rds ckaraLier ok Licero , inkerline Iris Ivlior^ rde moli mäscent orsrion lbsr ever ciih^' ceä che xsZe ok sn diliorisn. In rke oxeniiiA vs 46 800k ds inkroäuceä Ouiorus soüus Lslenus, ranAuinF kdo Koman lennre gAüinli rde gresl ornament ok riisl riüembl^, calling Ocero a ^ls^icisn sncl accn- lin^ Kim ok xroliimkinZ Ins viko, sncl commirrinZ coli vvitk dis äaußchrer. (Es ist dieses die MNlllcht Stelle 5 so in der Vorrede zum ersten Bande S.XXXlil cittrt worden ) So wie der Inhalt der vorhergehch' den Rede Rlkerons, aus den klnlixpicis des WNU' scheu Redners, sonderlich der zweyten, entlehnt west den, so ist wohl höchst wahrscheinlich der Stoff zu du« ser, aus den Schutzschriften Antons gegen die sbiuk' I>ica ( ^lutarch (iieere x. 882. ^.) genommen, so Kaßius Kaleno im legt, weil der damals von Rom abwesend' Anton den Schmähungen Kikrrons nicht mündlich widersprech^ konnte. Daß einmahl Kalenus selbst weder diese nom auch irgend ein' ähnliche Rede gehalten haben kan», «rgiebt sich wohl vorzüglich aus folgenden zwey GruU' Ley' Einmahl würde Rikers, hätte Kalenus wüM Schutzrede des Kalmus fürMark-Anton. 99 »Eigentlich zwar ist es eben so wenig meine Pflicht,A R.E.7H Marl-Antonen zu vertheidigen, als den Kikero anzu-A"^""^ klagen; sintemal)! ich der Meinung bin, daß man ingermejster- Angelegenheiten von der Art als die gegenwärtige keins von beyden tbun, sondern sich begnügen müsse, die Meinung, so man hegt, einfältig herauszusagen; nur dieses scheint mir aufs Rathhaus, ersteres aber in die Geiichrsstube zu gehören. Weil sich aber dieser sEhrenmann^ aus angebohrner Feindschaft Antonium zu veriäumden bemüht, (den er, wenn das, was er ihm oorwirft, gegründet ist, lieber hätt' anklagerr müssen;) und dabcy auch verläumderischer Weise mei¬ ner gedenkt; gleichsam als ob er seine rednerische Stärke zu zeigen unvermo'gend sey, wenn er nicht an¬ der' unverschämter Weise beleidigte: so wird auch mir es anstehn, den Ungrund der Beschuldigungen, so er gegen uns vorbringt, zu zeigen, und ihm andere, ss gegründeter denn die seinigen seyn werden zu machen; er möchte sonsten, aus der ihm eigenkhämlichen Keck¬ heit, wenn selbig' ohn' allem Widerspruch bliebe, eben eine Rede dieser Art gehalten, nicht in so gemäßigten Ausdrücken von ihm reden, als er hier und da, z. E. k/ü/rpp vm. 5. 6. (<2- llustus , , vir korrir ae klienuuz — sscis mulca cum llusto, sc F«e ovira omnis.) XI. 6. (Hmplillimas ribi korrunae tunt, sum- mus douoris grsclus, tllius, vr ec suUlu er ipero, na- lus 26 IsuUem.) wirklich rhut; nachher so ist die Be¬ merkung Middletons (Vorrede zum ersten Bande des Lebens Kikerons x. XXV.) sehr gegründet, daß Kike« rons Ansehen im Senate damals größer war, denn daß es Kalenus hätte wagen dürfen, ungestraft eine für ihn so beleidigende Rede zu halten Ho von Gchirach (Historische Briefe S. Z4- nennt sie die ungezogenste von allen, die se gehalten worden« Ob denn der Herr Legationsrath, um setz! von keiner andern zu reden, wenigstens die zwote der phiiipini« scheu gelesen haben mag? lOQ Dio Kaßius. B. Xl^Vi. Hauptst. I.XIX. N.R.E-7iiso viel Nutzen als aus meinem Stillschweigen ziehn, ^""'^!'^we!chcs er nicht unterlassen würde für die Wirkung sermeister. eines getroffenen Gewissens auszuschreyen; und er möchte durch den Dunst seiner Reden euch verführen, eurer unwürdig' Entschließungen zu fassen, wenn es ihm gelingen sollte, euch seinen Privathaß gegen An- tonium, der so sehr wenig mit dem allgemeinen Besten bestehn kann, einzuhauchen. 574- „Er hat aber durchaus nichts anders zur Absicht, denn uns dahin zu bringen, daß wir uns in neue Krieg' einlassen, ohne durch sicherere Mittel der er¬ schütterten Republik zu Hülfe zu kommen. Und dieses thut er nicht jetzur.d zum erstcnmale, sondern von der beit an, da er sich zuerst in die Verwaltung der Re« gierungsgeschafte gemischt, hat er niemals das oberste zu unterst zu kehren aufgehört. Ist er es nicht, der den Kaiser gegen Pompejus aufgehetzt? "°?) und der nach¬ her den Pompejus, sich wieder mit Kaisern zu versöh¬ nen, gehindert? der euch gerakhen, gegen Antoniuin auf ein' Art, die Kaisern aufbringen mußte, zu ver¬ fahren? der Pompejus überrieth, Italien zu verlassen und nach Makedonien überzugehn? Wel¬ ches die Hauptursach von allen den Nebeln war, von 2gc>7) Rikero /Vrssrpp. II. 9. ()uo6 vero öicere au- ssis es, iügue rnulrss verbis, opera mea ?ompeium » Laekarls amicitia esse äisiunÄum, ob earngus caulaM mea culpa ciuils bellum esse uarum: in eo non ru gm- «lem rora re, 5e6 guoä maximum ess temporibus erra- ssi. Lgo ssibulo praesssnrissimo ciui Lcc. Denn die Stell' ist zum Abschreiben zu lang. 2:08) Das wohl nicht. Man sehe Vlb 20. und Vlil. 2. aus welchen Stellen offenbar zu erhel¬ len scheint, daß Kikero gar nicht für die Verlassnng Roms gestimmt- Schutzrede des Kalenus für Mark-AMon. i o r denen wir in der Zukunft unterdrückt wurden! Ist erN.RE.71 r es nicht, der den Klodius durch Milo umgebracht, undH^'^'^ Kaisern durch Brutus erstochen? "°') Hat er nichkgermeister. den Katilina gegen uns Krieg zu führen gezwungen? und den Lcntulus unvcrhörrer Sache hinrichten lassen § 575- „Ich würde mich also sehr über euch verwundern S. -96- müssen, wenn ihr euch abermals von demjenigen über¬ reden ließet, der euch schon ehemals betrogen, den ihr seines Betrugs wegen bestraft, und der jetzund eben so handelt und spricht, als er damals sprach und Han, delte. Saht ihr nicht, wie er nach Kaisers Tode, nachdem vorzüglich Antonius, wie er selbst nicht ein¬ mal leugnen kann, unsere Angelegenheiten in Ordnung gebracht hakte, saht ihr nicht, wie er damals seinVa- terland verließ, ^>°) weil ihm unter einem einträchti¬ gen Volke zu leben, nicht allein ungewohnt war, son¬ dern auch gefährlich schien; ?'") sobald er aber das 2goy) lö. II. 8oä lrsoc vokerg, illuci vero rečen; 0 Oselsrem mso coniiiio inisrkeÄum Leo. Dennoch aber ist selbiges wahr. Vgl oben N-2075. vorzüglich aber N- 2082. — Was den Milo anbetrift, iso läugnct zwar Kikero dieses II. 20, allein mit sehr schlechtem Grunde: einmahl,, weil er in dieser Rede selbst gesteht, Mark-Anton habe sich gegen ihn erbyten, den Milo umzubringen, (guo guiitem remxoxs p. (!!o- lZium npproksnre populok, in toro con?tu8 es vccistero öec.) welches dieser doch nicht gethan haben würde, war' ihm unbewußt gewesen, daß Mero den Tod ftl- nes Feindes suchte; noch mehr sieht man solches dar- aus, weil Kikero vier ganzer Jahre den Mord des Klodius vorher sagte, (a°i ^»rc. IIII. 4. und oben Not. 967.) welches man, ohne Prophet oder Mitschul¬ diger zu seyn, unmöglich vorher wissen kann- 2zro) Vgl. Appianus III. K- 57. 2zn) Er gesteht diefts selbst, XVI. iv2 Dio Kaßius. B XI^VI. Hauptst. ^XIX. N.R.E.7IImindeste von Zerrüttungen hört, sagt er das beste?e- AichBu'r-bewohl seinem Sohn und Athen, und kehlt gmneister. schleunig zurück; schmäht und verlästert Anton, dm er zu lieben vorgab, und schmeichelt Kaisern, nennt er die Zeil seiner Abreise: Und setzt mit der liebenswürdigsten Offenherzigkeit hinzu: ckelinguemus enim prrcem, vr sä Kellum reuerrsmrir. Kann etwas deutlicher seyn, kann etwas mehr Kalens Aussage bestätigen? 2gi2) Kikero kam nicht nach Athen, (hat auch sei¬ nen Sohn sein ganzes Leben hindurch nicht wieder ge- sehn) sondern nur bis Lcrrkopetra: (körch XVI. 7.) ^uoä eck promonrorium gAii ckksAini; (?/rrl/x>x>. I. z.) weil ihm aber doch sein Sohn den Vorwand zur Reis' an die Hand gegeben, so sagt Dio mit vollem Recht! er habe seinem Sohn und Athen gute Nackt gege¬ ben, d.i. das Vorhaben dahin zu reisen fahren lassen- 2ZIg) I 4. psucs gueror 1. X - c-. ,- xv -c-k XL, xxs-L,, SSV, Appianus III. 66. -r-Z' i, ^7" ör-o — Nun war abt^r Kikero, ohne je von Mark-Anton beleidigt worden zu seyn, sein wüthend- sier, rasendster Feind: 0-5-xo; «vT--? 2ZI8) Von deutschen Lesern könnten hier jemand ehr leicht die Bücher ll? clluiuaciouibus beyfallen, Rikero schrieb; allein dem ist nicht so. Jed' Art der Weissagung, Vogelflng und Auspicien konnte man ver¬ stehn, und war darum weder 7-°»« noch ja, P zu verstehn war ein sicherer Weg, zu den höchsten Eh« rensiellcn der Republik zu gelangen; nicht so wer 7°^ und d. i. Zauberer und Hexenmeister war. Ob aber Kikero dieses letztere gewesen seyn möchte? W muß gestehn, es ist mir dieses sehr glaublich. Li»- mahl; Nekromantie, d.i. die Kunst Tobte hervorzufor¬ dern, ist das ns'plus vitra der Goctie und Magie? nun aber ist es bekannt,und die Stellen waren gar zu lang« Schutzrede des Kakenus für Mark-Anton. io; glück bereichert und erhöht, Wenner, HundenN.R.C./ir gleich, wedelt, beißt und kriecht, der aber in einerAAu^und allgemeinen Eintracht ohnmächtig und kraftlos wird.germeister. Cs ist nicht Freundschaft, nicht wechselsweises Wohl¬ wollen unter uns, was einen Sachwalter seiner Art feist machen k.ann! Und wie anders, denn durch Sachwalterey, war' er denn reich, war' er denn groß geworden? Sein Vater, der Herr Walkmüller, der Wein keltert'und Oliven preßte, ^°) hat ihm doch wierig anzuführen (sehe man doch aber anstatt aller, aci ^rrr'crE XU. z6.) daß Kikero seiner verstorbenen Tullia einen Tempel erbauen wollen. Nun bitt' ich je, den vernünftigenMann, warum denn? — Doch nicht seine Tullia als Göttin zu verehren? Nein, dazu dachte man damals schon zu aufgeklärt. Also: um sie nach ihrem Tod um Rath zu fragen , um mit ihr zu zaubern. Zweitens: so hat sich auch Kikerons Ne- kromantie durch Tradition und geheime Nachrichten erhalten. Rikercma Ropf ist dasjenige, was jeder Taschenspieler zeigt, und woher denn das? Je nun, es ist Nachahmung desjenigen, was der Erzhexenmei¬ ster-Kikero that; ich könnte hier wohl mehr sagen, über <2«; 2ZI9) §- 578- 2Z2O) Vcllejus II. 94. Omnia incremenka Ina llbi äebuir, vir nouirsris nobilillimss. Rikero selbst stimmt hiermit Überein: Omnes enim bonores populu» Itoms- nu8, mibiipii, «Isrulir. Z>r/ö». I. — (an¬ dere Stellen laß ich aus) welches unwidersprechlich be¬ weiset, daß bey ihm Nicht: re^is prngenies ec lull» tsngui, ab alro war, wie Silius Iralikus meinte, sintemahl ein so aufgeblasener Windbeutel wie Kikero sich nie einen bominem nvuum genannt haben würde, wenn er mit seiner Genealogie bis zum Tullus hinauf reichen können. Es ist wahr, I. 16. nennt Kikero den Tullus-Hostilius Ae»rr/e»r aber weil, wie er sich selbst 2ox>r'co»-. 6. erklärt, zr-uckr die¬ jenigen heißen, gui inler se eoclsm nomine sunr. Er nennt freylich Or-aro^. II. seinen Vater Optimum SL xruäenrillimum virum; allein was beweiset dieses? io6 DioKaßius. B.XI.Vl.HaupLst.L.xix. N.R.T./nwahrhaftig weder Reichthum noch Adel hinterlassen; DansaDur-^^ Mann war zufrieden, sich hierdurch und durch germcistcr. Kleiderwaschen kümmerlich das Leben zu fristen, und dankte Gott, wenn er jeden Tag und jede Nacht sei¬ nen Bauch mit Schweinefraß voll schlagen konnte. Von diesem Vater lernte nun unser Sünder, zu seinem großen Vortheil, Leuten, so besser denn er waren, den Kopf zu waschen und sie durch die Hechel zu zieh», Schimpfen hat er in der Werkstätte seines Vaters und von den Straßenjungen, mit denen er hinter den Zäu¬ nen lag, in seiner Jugend gelernt! §. 577- „Und du, der du ein solcher bist, der du nackend unter andern Nackenden heranwuchst, der du Schaß koch, Schweinedrcck und Menschenscheuße ans den Gassen zusammenlasest, du erfrechst dich, o ver¬ fluchter Kerl, zuerst Mark-Antons Jugend durchzu- ziehn, dem, der Würde seines Geschlechts gemäß, so¬ wohl Hof, als Lehrmeister in großer Anzahl gehalten worden; und nachher klagst du ihn an, daß er bey Horaz, der Sohn eines Wurstmachers, hat an seinen Vater wohl noch mehr Komplimente verschwendet. Es bleibt also dabey, daß Kikero der Sohn eines Walk¬ müllers war, welches auch Plurarck Qcsro p. 86r-». bezeuget, wo er sagt, daß er in einer Walkmühle ge- bohren und auferzogen worden. 2g2l) X«, X«, - Inder Uebersetzung ist nichts unanständiges, ich bin überall genau dem Sinn meines Originals gefolgt. — Sui- Das: o--7^L7->,, o xi/ro; V«, Ariflopbanes l-^liilr. p. 873» Lx^v»Lvr«r v,,-, , wo der Scholiast zn lesen. Hej^chlus: ° «c —'-rs-re?. V' 91. — 1, L V <^ >, ü xorrxo;. äc/ro/. 48 — Hess'elnus: VS — Man stehl also, daß nichts an mir liegt; ich habe nur übersetzt- Schutzrede des Kalenus für Mark-Anton. 107 Begehung der Luperkalien, eines vaterländischen Fc.N.R.E./ir stes, nackend auf den Marktplatz gekommen. Aber^^'^ sage mir doch, Kerl! der du dich, der löblichen Knnsigermeisier. deines Vaters zufolge, nie anders denn mit fremden Kleidern bekleidet, und der du so oft nackend auf der Gasse da gestanden, wenn der wahre Besitzer dein ge¬ wahr ward, sein Kleid erkannte, und dir es vom Leibe riß; sage mir doch, was sollte denn wohl derjenige Mann thun, der nicht allein Priester, sondern auch S. 297. das Haupt seiner Mitpriester war? Sollt' er diese Procession nicht halten, diesen Feyertag nicht heiligen? nicht die Opfer den vaterländischen Sitten gemäß bringen? sollt' er sich also folglich nicht entblößen, nicht salben? Aber, wirst du sagen, nicht dieses ist es, was ich ihm verwerfe, sondern daß er sich nak- kend auf dem Markt zeigte, und daß er eine solche Rede hielt! — Allerdings, mein Herr! haben Sie in Ihrer Walkmühle so viel Lebensart gelernt, daß Sie jedes Verseh» gegen den wahren Anstand sogleich einsehn und höchst rechtmäßiger Weise selbiges rügen dürfen," §- 578. „Jedoch ich werd' auf alle dieses in der Zukunft gehörig'Antwort zu ertheilen wissen; jetzt will ich mei¬ nen guten Freund nur um etwas fragen. Bist du nicht unter fremder Leute Schaden ausgewachsen, durch fremder Unglück groß geworden? Hast du nicht des¬ wegen kein' einzige freye Wissenschaft erlernen können, sondern dir eine Bude gebaut, in welcher du wie die Gassenhurcn da stehst und auf den wartest, der dich dingt? Hältst du dir nicht viele Kuppler, so dich feil bieten müssen, und bekümmerst dich zu dem Ende sorg, faltig: ob nicht irgend jemand einen andern beleidigt, oder doch zu beleidigen geschienen? Ob nicht dieser und der jenen haßt? Ob nicht irgend jemand heimli- ro8 DioKaßius. B. XI.VI. Hauptst. I.XIX. N.?d.(''7llchen Nachstellungen unterworfen scy? Hast du dem dieser Art gefunden, so schmiegst du dich aich germeistcr. an, und laßt dich von ihnen ernähren, verkaufst ihm die Hoffnung eines guten Glücks und verheuerst di! Aussprüche der Richter; nur der Meistbietend' ist dein Freund, und für Feinde hältst du alle die, so dir nichts zu lösen geben, sie mögen sich nun eines andern Sach¬ walters bedienen, oder überhaupt keinen gebrauchen; Kunden, so sich schon an dir gewöhnt haben, übersiehstdu, Wodu ihnen nicht gar neue Zwistigkeiten erweckst; lächelst und liebkosest aber denen, so jetzund das erstemal j» Hix kommen, wie es die Wcinschenken machen." . §- 579- „Ach! wieviel besser wär'es gewesen, wärst auch hu ein Bambalio geworden; — wenn dieser Dambalio anders irgendwo in der Welt ist — als daß du dir ein solches Leben erkiestest, in dem du noch« gedrungen entweder die Gerechtigkeit verkaufen, oder die, so gegen sie gehandelt haben, vertheidigen mußt! Doch dieses jffo geringschätzig, so verächtlich solches auch seyn magsj verstehst du nicht einmal, ohnerach- tet du drey ganzer Jahre zu Athen studieret hast! Wo ist denn diese deine donnernde Beredsamkeit, da du dich jederzeit so zitternd dem Richterstuhle nahst, als wenn du dich schlagen solltest, und fortcilst,, so bald du kriechend und halbtodt etwas hcrgestottert haß! ohne dich dessen, was du zu Haus' auswendig gelernet, erinnern, noch irgend etwas, so du jetzund aus dem Stegreif sagen konntest, finden zu können- 2?22) Vgl. Not-2H?. 2-2Z) Eusebius: kolcio contra OtrvloZonuw äs- kenlo, Ocero ^ukienss leceäir, er inäo polk rrienmulu Idomsm reZreäimr. 2Z24) Alles buchstäblich wahr! — Plurarck x.87b- Schutzrede des Kalmus für Mark-Anton. 109 In Ausschneiden und Versprechen übertrifst du alleN,R.E.7-l Menschen an Keckheit, aber im Streike selbst bist du ^saBur-, deine Schimpfwort' und Schmähreden abgerechnet dergermeister. feigherzigst' und schwächste von allen. — Glaubst du denn, daß irgend jemand sey, der es nicht wisse, daß du keine deiner bewunderten Reden, so du nachher herausgegeben, wirklich gehalten? sondern daß du S-29z. selbige nachher zukammengeschmiert, wie Töpfer, so Generals und Obersten aus ThoN backen? Solltest du dieses leugnen wollen, so erinnere dich doch, wie du den Verres angeklagt sund wie du ihn nachher zu Hause gesckmaht und durchgezogen^ hast, so daß du ihn, der Kunst deines Vaters zufolge, über und über bestichst. — Aber ich fang' an zu fürchten, un¬ anständig zu werden, wenn ich so zu reden fortfahre, wie es für einen Menschen deines Gelichters anständig ist.« §. 580. „Laß mich also dies, und wahrhaftig auch den Gabinius übergehn, für den du, nachdem du zuvor selbstAnklager gegen ihn aufgehetzt hattest, nach per solch eine schöne Rede hieltst, daß er verdammt werden mußte; so s§g- jch auch nichts von den Büchern, st; Oll ^ovov y'v, («c x«, 7-0 choStj V?o5i-e,, X«, evsevs-LT-o sraääo/!Levo- x«, T-fe/rüiv, en-/ 7» ^0^8 re«, ^«/Zov^o«. Dgl Not. 996. 2Z2;) Weil die Walkmüller mit Urin umgehn; da¬ her Galen v-»» z behauptet, dal ein Walkmüller besser denn ein Arzt vom Urin schreiben könne; eine Cache, worin bekanntlich seine Nacyfolger ihm nicht beygepflichtet sind. — Daher legte Vespastan Jmvost ans den Urin , den die Walkmüller berichtigen mußten. Man sehe Th. II. §. izi. und Ramanmi cst 14. 2Z-6) Vgl, Not. 725. HO DioKaßius. B.X^Vl.Hauptst.I,Xlx. N.R.E./lrso du gegen deine besten Freund? schriebst, bey dem Bur-Abf"ssung dein Frevel dir so wohl bekannt ist, daß w sermeistcr. sie herausjugeben dich nicht einmal erkühnest! O Gott! wie erbarmens-und mitleidenSwerth ist es nicht , das nicht leugnen zu können, was wir uns doch schämen einzugestehn! Aber, wie gesagt, alle dies laß' ich aus, und komm' auf Vorwurf anderer Art. — Wir, ob wir schon unscrm Lehrmeister, wie du meinst, zweytausend Morgen Leontinischen Ackers gegeben, haben nichts dafür, was diesen Lohn verdient hatte, gelernt. — Aber deine Gelehrsamkeit, wer iß, der die nicht bewundert? — Und was hast du denn gelernt? — Den, der besser als du ist, zu beneiden, den zu beneiden, der mehr ist denn du, deine Borge- setzten zu beneiden. Mächtige zu verfuchsschwänzea, die Redlichen alle zu hassen, und dich zu stellen, als liebtest du nur diejenigen allein, durch deren Beyhülfe du irgend eine Frevelthal zu vollbringen hoffen kannst! dieser Ursach wegen hetzest du beständig die Jungen ge¬ gen die Alten auf, und verlaßst diejenigen, so dir ZU trauen einfältig genug sind, so bald du sie tn Gefahr gestürzt.« §. 5§r. „Der Beweis hiervon ist, daß du kein' einzig' ei¬ nes berühmten Mannes würdige Lhat je, weder im Kriege noch im Frieden, gethan. In welchem Kriege haben wir denn unter deinem Generalate gesiegt? Welche Provinz haben wir denn unter deinem Konst» late gewonnen? — Und dennoch hast du von Zeitz» Zeit einige der vornehmsten zu verblenden und auf dei¬ ne Seite zu bringen gewußt, so daß du heimlich unter ihrem Namen unfern Staat regierst, und alles voll¬ bringst, was du nur willst; öffentlich aber schreyest LZ27) Die Ubri — Vgs. Not- 549' 550- Schutzrede des Kalmus für Mark-Anton. 111 und posaunst du jene verabfcheuungswürdige Wort'N.R.C./n aus: Ich allein bin es, der euch liebt ! (Und,wenn^,tm^und die Götter es geben, etwan noch dieser und jener )gemeisier. und alle die andern hassen euch! Oder: Ich al¬ lein mein' es gut mit euch, die andern alle legen eurer Freyhcit Stricke! Durch dies' und Kunst* anderer Art verräthst du einige, so du vorher aufge» blasen und hoffartig gemacht, und die übrigen erschreckst du und bringst sie aus Furcht auf deine Seite. Wenn aber irgendwo im Staate irgend etwas Gutes geschie- het, bist du sogleich fertig, dir solches zuzuschreibcn, affichirst solches überall, als kam' es von dir her, blä¬ hest dich auf und sprichst ; Ich war es, der diese Meinung zuerst sagte, ich unterschrieb dieses De¬ kret; mir ist es zuzuschreibcn, daß dieses so und nicht anders geschah! Wenn sich aber irgend etwas Unglückliches ereignet, bist du sogleich fertig, dich auszunehmen und die andern all' anzuklagen. Alsdenn hören wir jene Worte: Aber war ich denn Stadt¬ richter ? War mir diese Kommission übertragen? War ich Bürgermeister? — Ueberall, wo du dich nur zeigst, wirfst du mit Schmähworten um dich; schätzest die Keckheit, alles was dir nur einfällt frey herauszusagen, höher denn die Ehre, sich auf das, was schicklich und anständig ist, einzuschränken, und S-as-, zeigest nirgend eine, den wahren Redner charakterist. rende Handlung." 582. „Denn welchen Theil des gemeinen Wesens hast du denn erhalten oder wiederhergestellt? Wen, der in Wahrheit gegen sein Vaterland strafbar gewesen wäre, hast du angeklagt? Wen, der unfter Frey- hcit in der That Schlingen gelegt, hast du angezeigt? '— Denn, daß ich jetzund von nichts anders rede, so ist das, was du MarkZInton verwirfst, ft r 1 2 DioKaßius. B.XL.VI. Hauplst. I.XkX. N.R.E.7nbeschaffen, daß man keine Strafe scharf genug für bäns"Bur-selbiges ausfündig machen könne. Warum also, da, germeisrer. wie du sagst, du cs schon von langen Zeiten her sahcst, daß wir von ihm unterdrückt werden, warum hast du ihn nicht angeklagt? warum nicht sofort der gebühren¬ den Straf' überliefert? Nun schwatzest du es uns vor, was er als Zunftmeister gegen die Gesetze gehan¬ delt, was er gesündiget, da er General derReureny war, was in seinem Bürgermeisteramt er für Frevel gcthan! Cs war ja dir erlaubt, bey jeder einzelnen Mishandlung alsofort auf die Strafe zu dringen, so die Gesetz' auf sie fetzen? Hattest du dieses gethan, so hattest du dich nicht allein als einen wahren Freund des Staats gezeigt, und wir hätten sicher und ohne Gefährde seiner Vergehungen wegen ihn bestrafen kön¬ nen. — Nothgedrungen mußt du eins von diesen bei¬ den wahr zu seyn bekennen; entweder, daß du damals (wenn du es damals schon so wie jetzund glaubtest) dich furchtest für uns kämpfen zu müssen; oder aber, wenn du fdamals schwiegst, weil du^ ihm nichts be¬ weisen konntest, daß du ihn auch jetzund vergeblich anschwärzest." §. 58z. „Und daß dieses fletztere^ die Wahrheit sey, werd' ich euch» o Väter, zeigen, wenn ich jede der Hand¬ lungen Antons einzeln durchgehe. — Es ist wahr, Mark-Anton hat in seinem Zunstmeisteramt für Kaisern gesprochen; so wie Aikero und verschieden' andere für Pompejus. Warum reckmet nun er es Antonio zur Schuld, seine Freundschaft für Kaisern unverrückt erhalten zu haben, und warum sagt er von sich selbst und den übrigen nichts, so cs mit der Gegenparthey hielten? Antonius verhinderte damals, daß einige Dekrete gegen Kaisern nicht konnten durchgesetzt wer¬ ben: und Kikero fast alle bas, was für ihn geschah- Gchutzrede des Kalmus für Mark-Anton. 11 z Es ist wahr, wird er sagen, allein ich widersetzte michN-R.E.7n mit Vorbewußt des gesammtcn Raths. Aber zuerst, wicA"saBur- kam's denn, daß ein einziger Mann solch eine großcgermeister. Gewalt hatte? Und nachher, wenn er dieses Versah« rens wegen verdammt ward, wie kam's denn, daß man ihn nicht bestrafte? O! er entfloh, er entfloh, und rettete flch zu Kaisern! Du selbst, mein Kikero, du bist gegenwärtig nicht verreiset gewesen, sondern eben so wiedas erstemal fortgelaufen'. Laß es dir also nicht belieben, so voreilig auf uns alle deine selbsteigene Schande zu walzen! Nur das thun, was du thatst, heißt fortlaufen, den Richterstuhl fürchten und sich selbst der Strafe würdig erkennen! Dieser Ursach wegen mußte man dir auch rechtskräftig zurückkommen zu dürfen erlauben. Wie und durch wen dieses be« trieben ward, mag ich jetzund nicht sagen; genug, es ward dir erlaubt, und du getrautest dich nicht, Ita¬ lien mit einem Fuße zu berühren, bevor du nicht dies' Erlaubniß erhalten hattest; Antonius im Gegen. S. zo». theil reifete zum Kaiser, und kam, nachdem er ihm das, was nöthig war, gemeldet, zurück, ohne das mindeste Dekret zu bedürfen, und hatte fdurch diese Reises Kaisers Freundschaft und Gnade allen denen, 2Z28) Sonderbar genug erklärt Fabri-uus dieses von der xrokeLiioneKuiur SNNI. Allein hier warKikero mit einer lsgsrions libsia verfthn, wie er selbst 1.2. versichert, und die Sach' ist auch sonst aus den Brie« fen anAttikus bekannt, z E- XIV.;. und XV. 8. (vor« züglich aber n. wo das Datum, der 2te Julius, ge¬ meldet wird) da ihn sein Schwiegersohn Dvlabella zum Legaten ernannte; so daß) wenn Kalenus auf diese Reise gezielt hätte, selbiges eine Kikeronianische Wind« beuteley gewesen seyn würde. Allein auf diese Reise zielt Kalenus hier gar nicht, sondern aufdie sogenannte Landesverweisung Kikerons. Es ist bekannt, daß Ki« kero das Dekret, so ihn zur, Landesflnchk verdammte, nicht abwartete, sondern, bevor solches publizier ward, freywillig fortlicf. Vgl. oben §. 126- 114 Dio Kaßius. B. XI. VI. Hauptst.I.XlX. 7riso damals in Italien vorgefunden wurden, verschaff«! Hansa Bur-dieses allgemeinen Friedens waren auch die übrigen ck germeisier. cheilhaft geworden, wären sie nicht, durch dich Ä!k> redet, fortgelaufen." §. 584« »Und da sich dieses alles so verhalt, erfrechst bü dich dennoch zu sagen: Cr sey es, der Kaisern MN sein Vaterland zn Felde geführt, der den bürgerlich»! Krieg angeschürt, und welcher die einzige wahr'Ursach aller unserer nachfolgender Unglücksfalle gewesen sty! Keinesweges Cr, sondern vielmehr du, der du Pm- pejo fremde Regimenter und ein fremdes Generala! beylegtcst, Kaisern aber dessen, so ihm einmal ve» liehen worden war, berauben wolltest; der du Pom- pejo und den Bürgermeistern riethst, Kaisers Friedens- ancrbietungen nicht anzunehmen, sondern lieber M und ganz Italien zu verlassen; der du Kaisern beys»' ner Ankunft in Rom gar nicht einmal angesehn Haff, sondern sofort nach Makedonien entlaufen bist, wo da zwar Pompejum leider auch nichts halfst; fahr' lästig vor der Hand, verließest du ihn alsofott in d» Zukunft, als er unglücklich zu werden anfieng- D» hast ihn also vom Anfang an, nicht darum, weil da seine Parthey für die beste hieltest, unterstützt, sonder" azoy) Den besten Kommentarius hierüber lieferl Plurarck Oc. x. 879- k-88o, wo weitläuftig M lck"' wie ihn Kato ausgefilzt, daß er zu ihnen geko«"' men. Er that gar nichts im Kriege, nicht einmal der pharsalischen Schlackt sockt er mit, (der fcigeM' tus auck nicht) sondern trieb Narrenspossen, u" mackte sich lustig über alles, was im PompejamW" Lager vorgieng- Pompejus selbst sagte: Luxio Enstes Cicero trsnlssr, vk no5 rimesr. Makrob.il > Er selbst gesteht, -rci Vlili. I. daß ihnPow^' jus weder gebeten seine Parthie zu nehmen, noch Dank dafür wisse- Schußrede des Kalenuö für Mark-Anton. 115 dich beständig begnügt, den Aufruhr anzufachen, Angelegenheiten sdesStaats(j zu zerrütten; nachher,Pausa Bur- von einem sichern Orte herab ihnen beyden zuzusehn;^"Eer. den überwundenen, als ob er dadurch gesündigct hat. te, sofort zu verlassen, und zum Sieger, als dem Gerechternüberzugehn. — Ich übergehe, daß du, dein' andere bös' Eigenschaften abgerechnet, höchst un¬ dankbar bist, dergestalt, daß du zufrieden, vom Sie» ger das Leben erhalten zu haben, ^') dich über ihn 2ggo) Kikero laugnet nicht, baß ihm dieses öffenk- lich vom Kaiser vorgeworfen worden. Vim. 2. lolel In ms cont'errs omnem illorum kemxorurn culpain. 2zzi) Mark-Anton schrieb sogleich beym Ausbruch der Pompesanifchen Unruhen einen sehr verbindlichen Brief an Kikero (er ist der Sammlung des Attikns cingerückt X. 8) worin er ihn sehr dringend und freundschaftlich bat, sich weder für die eine noch für die andere Partbey zu erklären, sondern ruhig in Ita¬ lien zu bleiben. Nichts desto weniger fand Kikero nicht für gut, dieses zu thun, sondern um die Zeit, da es anfieng mit der Lage der Kaiscrfchen Angelegenheiten in Hispanicn schlecht auszufehn, (vgl. Not 1141.) bat ec den Antonius um Erlaubnis Italien verlassen zu dür¬ fen , worauf ihm dieser freylich etwas trocken antwor, tete, ihm seine Bitte geradezu abschlug, weil er vom Kaiser den Auftrag habe, durchaus niemand rvcgzus lassen, und ihm schlüßlich rieth, sich deshalb unmit¬ bar an Kaiser selbst zu wenden-(acl^ttre. x. io.) Kikero überlistete den Antonius doch, worüber er sich in seinen Briefen an Attikus gar sehr freut, setzte sich am uten Julius N- R- E. 704. zu Schiffe, und kam glücklich nach Dyrrachiuni- Er blieb bey den Pompejanern bis nach dem Verlust der Schlacht bey Pharsalus, da ihm Kato das Oberkommando der Flotte abtreten wollte; (vgl- N. 1481.) Zu feig', einen Vorschlag anzunch- men, der Muth und Entschlossenheit erforderte, schlug er dieses aus, ward darauf vom jungen Pompejus geohrfeigt (plurarck) Osro p. 786.) und da er sich nach dieser öffentlichen Beschimpfnng (aus der er sich i l 6 Dio Kaßius. B. XI.VI. Hauptst. ^XlX. N N E. 7" ärgerst, daß er dich nicht zum General der Reutmy ss«ch'. germeistcr. „Und dir alles dessen wohlbewußt, erfrechst du dich dennoch Zusagen: Cs hätte Mark-Anlon dieses Generalat kein ganzes Jahr durch verwalten sollen. Allerdings, so wie auch Kaiser kein ganzes Jahr hin- durch hätte sollen Diktator seyn! Allein, mag nun solches gutwillig oder nothgedrungen geschehen seyn, so wurde gleichwohl beydes damahls also dekretier, und von euch, o Vater des Raths, und dem Volke gutge- heißen. Diesen mußt du es also, o Kikero, verwer¬ fen, wenn fie sich an den Gesetzen vergriffen, nicht je¬ nen, daß sie sich durch ihre Handlungen so großer und so außerordentlicher Chrenstellen würdig gemacht Wurdet ihr aber durch die damahlige Lag' eurer Ange¬ legenheiten gezwungen, hierin die Gränzen des An¬ standes zu überschreiten, warum wirfst du Antonio dieses zetzund vor, warum widersprachst du, wenn du nachher bey Kaisern Ehre machte: dlsm er in Iwcor- chne, inceArs ro, malta cle pacs äixi, et in iplo dello eaäsm eriam c»-» ca^rrr/ mer senli. /ikarc. V ) bey der Pompejanischen Armee nicht weiter durfte blik- ken lassen, nahm er den verzweifelten Entschluß, nach Brunvlsium zu gehn. (^rcrc. XI. ; ) Mark-Anton hatte Kaisers gemessenen Befehl, niemand von der Pompejanischen Parthey in Italien zu dulden, 7.) demohnerachcet war er arrig genug, in Ansehung Kikerons Ausnahme zu machen; und als nachher Kaj' ser nach Italien zuräckkam, ward Kikero von ihm my besonder« Ehrenbezeugungen ausgenommen. Plur.O' cer. p. 880 e. Alle diese Gnadenbezeugungen, nut denen ihn Kaiser in der Folg' überhäufte, waren ihm nicht genug. Antheil am Regiment, wie Kalenus hur richtig bemerkt-, wollt' er haben; und da er solches nicht erhielt, blieb er bis an sein Lebensende Kaisets unversöhnlichster Feind- Schutzrede des Kalmus für Mark Anton. 117 konntest, damahls nicht? — Du furchtest dich, saqstN.R E.7n du! Du vcrhcssst also, dieser deiner Furchtsamkeil^E'^ wegen, für dein damahliges Stillschweigen Verzeibunggermeister. zu erhalten, und cs soll diestr darum, weil er dir vor« gezogen ward, weil er Eigenschaften vortreflicher denn die deinigen besaß, darum soll er bestraft werden? — Diese Rechtsgelehrsamkeit, wo hast du sie studiert, oder wo hast du diese Gesetze gelesen?" §- 586. „Aber er hat sich dieses Generalats nicht so, wie sich solches gebühret hatte, bedient. Und warum denn? Weil er des Pompesus hinterlassene Güter er¬ standen! — Und wie viel andere haben nicht andere gekauft, ohne daß ihnen darüber der mindeste Vorwurf gemacht wird. Eben dieser Ursache wegen werden ja die Güter proskribirt, die Versteigerung derselben ver« S. zor. anstaitet, und sie öffentlich durch die Stimme des He. rolds ausgerufen, damit irgend jemand sie erstehn soll. — Aber cs war sträflich, die Güter Pompeji zu verkaufen! — Gut, so sind wir es, die wir gesün. digt, die wir übel gethan, sie zu proskribiren, — oder, wenn man auch uns von dieser Schuld entledi¬ gen will — Kaiser hat sich gröblich vergangen, der uns dieses anbefahl; und doch machst du diesem Kaiser darüber nicht den mindesten Vorwurf! Du stehst also selbst, wie sehr übel ausgesonnen es mit diesem Theil deiner Anklage aussieht.-Du machst nun zwey andere, einander gerad' entgegengesetzte Vorwür¬ fe. Den einen, daß Kaiser von ihm, so viel auch Anton zu seinem Vortheil gethan, und so viel er auch zur Belohnung desselben vom Kaiser bekommen, in der Folge dennoch den Preis dieser Güter gewaltthatig eingetriebcn; und nachher, daß er den Preis alles des, sen, was er erstanden, bezahlt, ob er gleich seinen 118 Dio Kaßius. B. XI.VI. Hauptst. I.XIX. N R-E./nVater nicht beerbet, und alles, was er nachher er- Pansa Bur-w^beri' gleich einer Charybdis verschlungen: gleich germeister. einer Charybdis, ihr Vater! denn der Mann schwatzt immer von Sikilien, aus Furcht, wir möchten es vergessen, daß er dorthin gelaufen war!" §. 587. „So' wie aber unser bewunderter Redner hierin die handgreiflichsten Widersprüche vortragt, geradeso widersprechend zeigt er sich auch, wenn er bald vor- giebt, Mark Anton habe Kaisern in allen seinen Un¬ ternehmungen geholfen, und sei) dadurch die vornehmste llrsach unserer bürgerlichen Kriege geworden; bald darauf selbigen aber der Feigheit beschuldigt, sinteniahl er an keiner andern denn der thessalischen Schlacht Am theil genommen. — Eben so macht er ihm darüber Vorwürfe, daß er die des Landes Verwiesene zurück' geführt, ohne zu gleicher Zeit seinem Oheim die nenn liche Zurückkunft zu »erstatten. Aber wenn Antonius irgend,jemand zurückzurufcn Erlaubniß gehabt, wen würd' er wohl eher als diesen seinen Oheim zurückges"' dert haben, von dem er, wie Kikero selbst sehr wohl weiß, eben so wenig beleidigt worden war, als er je ihn beleidiget hatte. fJch sage, daß Kikero selbst dieses sehr wohl weiß; dcnn^ so erbärmliche Lügen er auch von Zeit zu Zeit gegen ihn hervorbringt, so hat ec sich doch noch nie dieses zu sagen erfrecht. — slleber« Lenke man diese zwey, einander so geradezu widerst"' chende Beschuldigungen, und man wird finden, daß diesem Kikero^ gar nichts daran liegt, das erste das beste, so ihm auf die Zunge füllt, nicht anders als Hauch und Odem herauszustoßen! — Aber was lohnt es der Mühe, dies noch erst weirlauftig zu beweisen?* 2zao) Offcnbaralfo ist die Stell'oben, 2Z15, nicht vom Euripus, sondern vom Freto Sikulo zu versteh»' Schutzrede des Kalmus für Mark-Anton, i r 9 588. „Weil er doch aber auch darüber mit solch emc1rN.RT.7n tragischen Pomp deklamirk, daß er uns den AnbliöK>'t>»^und des Generalats der Reutercy dadurch so fürchkerlichgernjeister»' gemacht, daß er überall und jederzeit das Schwerst über sein Rathsherrengewand gegürtet, und daß er sich zu der nemlichen Zeit von Soldaten und Moren bedienen lassen: so bitt' ich ihn, sag' er mir doch be¬ stimmt und ohne Geräusch, was für ein Unglück ist uns denn dadurch zugewachscn? Es ist nichts, was er vorbringen könnte; denn wenn er's könnte, so Ware dies das erste gewesen, was erunS in seiner Rede vor-, gestellt hätte. Weit entfernt also, daß uns Unglück dadurch zugewachsen wäre, hat vielmehr Antonius dies alles zu unserm Besten gelhan. sLaßt uns die Sache betrachten, wie sie ist!) Die Aufrührer, so allen Unfug damals verübten, waren Trebclkius und Dolabella; Antonius aber war so sehr uns zu belci- S. zos. digen entfernt, daß vielmehr alles, was er that, zu unserm Besten abzweckte; und hievon waren wir so überzeugt, daß wir ihm gegen diese zwey Aufrührer die Vorsorge für unsere Stadt übertrugen; ein Dekret, dem mein bewundernswürdiger Redner hier (denn es ward in seiner Gegenwart die ganze Sache betrieben) so wenig widersprach, daß er vielmehr selbigem völlig beypfiichtele. sJst aber dieses, was ich sage, nicht wahr, nun wohl) so zeig' er es auf das Wort, was er gesprochen, da er sähe, wie dieser heillose übermü¬ tige Frevler — denn so schmäht er ihn ja! —- der so gar keine seiner Pflichten erfüllte, jetzund von euch noch obenein mit solch einer großen Gewalt beehrt ward. Aber er hat nichts, was er aufzeigen könnte! — Dieser große republikanische Redner, der Floskeln dieser Art überall und immer im Munde führt: Ich allein streite für die Freiheit! Ich allein habe r 20 Dio Kaßius. B. Xl^Vl. Hauptst. I^XIX. N NE.7iidaö Herz, für Volköregiment kühn und kecklich 'Anft BuÄu reden; nicht Furcht vor meinen Feinden, nicht -ermeister. die Liebe meiner Freunde kann mich abhalten, nm immer das, was für euch das Best' ist, zu be¬ sorgen; Ich will willig sterben, wenn, der Ted mich darum, weil ich für eure Vertheidigung spreche, treffen soll! Dieser große republikanische Redner erkühnte sich also damahls nicht, das mindeste von dem ;u sagen, was er jetzund so laut tönen zu lassen vermag? Aber daran wenigstens hat er recht gethan; denn er überlegte bey sich selbst, daß Moren und Purpurgewand von uralten Zeiten her durch un> fers Vaterlands Gesetze dem General der Reuterey bey» gelegt worden; und daß eben derselbe sich nothgedrun- gen des Schwerdts und der Soldaten gegen die Auf« rührer bedienen müsse; denn welch' Art des Frevels würden sie wohl ungethan gelassen haben, halt' er sich nicht mit Soldaten gesichert, da ihn einige sogar, umgeben von ihnen, verachteten?" §- 589- „Daß aber dieses und alles andere treulich, sonder Gefährde, und worauf es hier am mehrcsten ankommt, völlig dem Willen Kaisers gemäß geschehen sey, lehrte die Thak. Der Aufruhr griff nicht weiter um sich, und Antonius, weit entfernt, seines Verhaltens wegen zur Rechenschaft gezogen zu werden, ward darauf j»n> Bürgermeister ernennet. Laßt uns doch aber betrach' ten, wie er dieser seiner Würbe vorgestanden! W werdet finden, wenn ihr aufmerksam untersuchen wollt, daß er in ihr unserm Staat außerordentlich nützlich geworden. Kikero selbst weiß dieses sehr wohl, da er aber seinen Neid auf keine Weise dampfen kann, untersteht er sich, ihm Handlungen aufzurücken, die er selbst gethan zu haben wünscht. Darum bringt ec SchutzrededeS Kalenus fürMark-Anton. 12 r denn sein' Entblößung, feine Salbung und alte Wei-N R.E 7" bermährchen dieser Art mehr auf die Bahn; nicht daßA"^'^^ wir ihrer hier bedürften, sondern um seine so wohlgermcister. überlegte heilsame Handlungen durch fremdes Geschwätz vor unsern Augen zu verdunkeln. O du Himmel und Erde! — Ich will noch lauter rufen, denn du, 0 Kikero, und habe gerechtere Sache sie anzuflehn. — Du sahst, wie in derThat der ganze Staat schon unter der Tyranney seufzte, wie alle Regimenter ukemand anders denn Kaisern gehorchten, wie Rath und Volk ihm überall wich, daß sie ihn schon aufZeitlebens zum Diktator ernannt hatten, daß ihm schon das könig- liche Gewand zu tragen dekretirt worden war! Dieses hast du gesehn, und dieses war es, was Antonius Kaisern aufdie allerbescheidenste Weise vorwarf, und daß solches nicht noch weiter um sich griff, auf die sicherste Weife verhinderte, so daß Kaiser von Schaam und S- zoz- Furcht zugleich bewegt, weder den Namen noch dir Hauptbind' eines Königs anzunehwen wagte, welches er ohne diesen Umstand sich ganz sicher gegen unsern Millen beygelegt hatte. Jeder andere würde szu sei¬ ner Entschuldigung^ sagen: Es sey ihm solches vom Kaiser anbcfohlen worden; er würde Nothwendigkeit vorschützen und Verzeihung erhalten. Und warum sollt' er nicht , zu einer Zeit, da wir selbst so viel ähn¬ liche Dekrete gegeben, und da die Macht der Soldaten so groß war'. Aber Antonius, der in das Innerste von Kaisers Seele hinein sah, der aller Anschläge, mit denen er umgteng, theilhaftig war, hat ihn auf die allervernünftigste Weise hiervon zurückgehalten, und abgeredet. Dieses beweiset Kaisers nachheriges Ver¬ halten, der in der Folge gar nichts Königliches an sich zeigte, sondern freundlich und ohne Wache mitten unter uns herum gieng; daher ihm auch gerade dasje- nige, was er nachher leiden mußte, wiederfuhr. 122 Dio Kaßius. B-XI.VI. Hauptst. I.XIX. §- 590. N.R.T.-II „Siehst du wohl, 0 Kikero, Kikerken, Kikerikini- AansaVur-ehen, Kikerokanichen, Kriekelchcn,— oderwelchein zermeister. anderer Name noch deinem Ohr behagen mag, diese- hat der ungelehrte, nackende, gesalbet' Antonius ge- than; und du hast gar mit einander nichts gethan, du Donnerer, du Weiser, der du weit mehrOel denn Wein verbrauchst, der du deine Toga bis aufdieFnß- sohlen herunter hängen laßt, bei) Gott! nicht den Ko« mödianten nachzuahmen, von denen du dich unterrich¬ ten lassest, um Ausdruck der Empfindungen aus ihrer Geberdensprache zu erlernen, sondern nur — deine häßlichen Schenkel zuzudecken. Ehrbarkeit wenigstens ist es gewiß nicht, trotz alle dem, was du von der Lebensart des Antonius hergeschwatzt hast. Wer steht denn nicht diesen deinen weichen feinen Augurrock? Wer riecht nicht den Wohlgeruch deiner grauen gekräuselten Haare ? Wer weiß nicht, daß du dein' erste Gemahlin, die dir zwey Kinder gebühren, verstoßen, dir in dei¬ nem hohen Alter ein junges Mädchen zu nehmen, mit deren Gelbe du deine Schulden tilgen konntest? sgzz) Als Kikero Rom verließ, sich theils be» der Pompeianischen Armee, theils in Brundisium aufhielte mußte seine Gemahlin Terenrla allein in Rom wirth- schäften. Was Wunder, daß Kikero, nach einer fast dreyjährigen Abwesenheit, in welcher er ungeheureDe- Pensen gemacht, sein Vermögen etwas verschuldet fand^ Lerentia war hieran nicht Schuld sondern er durch fein' ausschweifend' Ausgaben selbst; ferner die danW ligen unruhigen kriegerischen Zeitläufte, und endlich Anordnung, die allemahl da unvermeidlich ist, wo dec Mann abwesend ist und die Frgu die WirthschaftalM dirigiren soll. Seine Schulden zu bezahlen, ergriff^' kero ein seinem Charakter völlig angemessenes Mittch Er that, was so mancher Vorm-md in der Komodi — nur thun will, und heyrathete sein reiches Mündel publika. Er selbst hat diese Heyrath eines sechst^ Schußrede des Kalmus für Mark-Ankon. r 2 z Doch hast du sie nichteinmahl behalten, um.dich ganM.R.E./rr ohne Furcht deinerKerellia zu ergeben, mit der du dieAA-^und Ehe brachst, ob sie schon um so viel alter als du ist,g«meisier. als dein Alter das Alter deines jungen Weibchens übertraf! Und an diese Vettel schreibst du Briefe, jährigen Mannes mit einem jungen noch 'unter der Vor¬ mundschaft stehenden Mädchen, allemal auf seinen großen Geldmangel geschoben: Lgo ILM milero tempore, (schreibt er an Plsnkus, Dl«. IV. rq.) nibil nouicon- lilii coepisiem, nili in reciilu meo niliilo meliere« res ciomslkics«, gu»m rempublicsm oLeuöiil'em. Terenti« im Gegentheil sagte laut, sie sey ihrem Manne zu alt, und er habe sich in die jüngere Larve der Publilia ver¬ gafft. Vermuthlich kamen beid' Ursachen zusammen. Kikerons Schuldenlast, unter der er seufzte, steht kei- nesweges zu leugnen, allein an der warTerentia nicht Schuld. Großmüthig hatte sie den größten Theil ih¬ res Vermögens für Kikcro, als er im Exil war, auf¬ geopfert, welches dieser sehr oft und häufig cingesteht; wo sollte jetzt alles Herkommen, zumahl daKikero kurz vor derPharsalischenSchlacht, Pompejo, (doch gewiß nicht mit Vorbewußt seiner Gemahlin) eine große Geld¬ summe lieh, und selbige verlohr. XI. g. und iz. Uebcrdem bekam Terentia bey der Scheidung heraus, I/,. XVl. 6. und 15, welches wohl eben sosehr Apologie für ihreWirthschaftist, als esdiedrey Heyrathen, softe nach ihrer Scheidung mitl Kikero, und theils in einem sehr hohen Alter schloß, für ihren sittlichen Charakter zu seyn scheinen. — Hier noch ein Anekdötchen, welche feine Spaschen Kikero zuweilen machen konnte. Man lacht' ihn aus, daß er, ein Sechszigjähriger, so ein junges Mädchen heyrathen wollte. O-ss mulier erir! dies war die ganze Antwort. (Luintilian VI. z. Hr. V-eicharSt (sct ^»r'c. XII. II. Note 4.) findet diese Antwort witzig; ich bäurisch, grob, unflätig, und zumahl im Mund eines sechszigjährigen Mannes aus- ferst ungezogen. 2?Z4) XIII. 72. schreibt er an Servilins: 8ic? velim exisiimes, guil>r>8cungue redus Lserellise derrs keeeris, miiii re Zrmillimum eile kaclurum. Es WM r 24. DioKaßius. B. XI.VI. Hauptst. I.XlX. N-R.E./nwie sie nur immer ein Zoten, und Possenreisser schrei« Wirtinsu 11 dhen kann, wenn er mit einer siebzigjährigen Vettel -ernicjsltt.r schäkern will. — Dies, 0 verordnete Vater des Raths, hab' ich so im Vorbeygehn mitnehim wollen, um zu zeigen, daß auch an Liederlichkeit Ki< * kero keinem andern nachstehe. Er erfrecht sich, Auto, nio ein einziges Gastmahl vorzuwerfen, und versichert für seine Person nichts als Wasser zu trinken, um wahrender Nacht seine Reden gegen uns schreiben zu können, seinen Sohn aber erzieht er in einer so fortwährenden Trunkenheit, daß er niemals, weder bey Tage noch bei) Nacht, nüchtern ist. — Auch eine co»»ar/e«/e, wie die Marquise von Chatelet, die Philosophie studirte, »ct ^rrrc. xm, Li. und Mro spielte dem Voltaire mit ihr. 2ZZZ) Diese Briefe waren noch im 4ten Jahrhun« dert nach Christi Geburt vorhanden. — Ausonius, der sie gelesen hatte, gedenkt ihrer in der Nachschrift seines ce»ro -r»prra/rr, wo er sagt: Lils ^pulemm in vira pbilokopbum in epiZrsmmsriz amarorem, (iicsro- nir in praecepris omnibur exrsre seuerirarem, in egi' stoli? »6 Laereliiam subells perulanuam. — Ein Frag' ment aus ihnen hat uns Grunti! l. c aufbehalten: Lriam iiiuä, quoä tiicero Lsereliise scriptir, reciäent raliouem, cur illa 0. (isekari? rempors rsm pacieiuer rvlerarer: //aec a«r anrmo Laronrir, am 6' cer-o»:'/^/?amac/ro. 8romscbu? enim ills ksbsr aiiquiä iocr stmile. (Das wüßt' ich NUN wieder nicht.) 2Z?6) Zur Nachahmung des Demosthenes, deu man nur (^bstemium, Loilesu, keuiiacqua) nannte, und dessen Reden nach der Lampe rochen- , 2?Z7) Pli». XlV. Nr.: ler^iHa, Liceroui klarer stlio Kino« con^ior 6mul bsurire koütum ipst obüeU, k»lLrcoque ^Arippas a remulenlo lcvplmm impaccuw; erenim ksec 5unr ebrierali? opera. 8eä nimirum bana Aloriam sukerre Licero voluir, imerkeÄori psrris su> bl- /^nronio. I» euim »irre eum auiciiküms sigprebenäe- rar baue pslmsm, eäiro eriam volumine äe sus ebrie- rare Lrc. §e»eca 8un5or. VII. —. Homo, qui nibil Schutzrede des Kaleuus für MarKAnton. 125 den Mund sAntons^ unterwindet sich dcrjenigeMannN.RE.7ll durchzuziehn, der sein ganzes Leben hindurch so vielAU'Bur- Ueppigkeit und Unzucht bewiesen, daß er sich auch nichtgmueister. einmahl seiner nächsten Anverwandten enthalten, Kupp. S. Z04. ler seiner Frau und Buhler seiner Tochter gcwor. den. -"°) §. 591. „Aber ich mag mich hiebey nicht langer aufhal¬ ten, und komm' auf das, von dem ich zu reden ange- fangen, zurück! — Dieser Antonius also, den er so xarorno inZenio bsbulc prsecor vrbsnicmem — nanua lnemorism äenipkersc, ec ebriecss, 6 guiä ex ea fuxer- ersc, fubäucebat. 2g;8) Die blutschänderische Liebe Kikerons zu seiner Tochter ist wohl nicht dem allermindesten Zweifel un¬ terworfen. IRlis, marris pellex, Ubi iucunüior srgus obleguenrior, czusm psreuri par eil, sagt Sallustius; und Virgil hatte bey seinem berühmten Verse: lüc eL«- r««a/ir , verrro/^«e /-/r/menaevF (Aeneid, VI. 62;.) keinen andern als den Rikers im Sinn, wenn wir anders seinem alten Scholiasten, Donatus Glau- ben bcymeffen dürfen. Der alte Geck schied sich von der Lerentia, weil sie diesem seinem Töchterlein nicht so viel Geld, als das Ding selbst begehrt hatte, zu ei¬ ner Reise nach Brundisium hatte auszahlen wollen; plurarct) Lrce^o p. 881. L. und schied sich abermals von der publi¬ ka, weil auch diese keinen Mann haben wollte, bey dem die Maxime des Aureng-Zeb galt, es müsse derjenige, der den Baum gepflanzt hätte, die erste Frucht desselben genießen, /cl. ib. p. 882. a. Kikero war ein Druse- Diese fragen im Katechismo für ihr' Eingeweiheten: Ist es auch erlaubt, sein' eigne Früchte ;u essen? Antw- Ja! nur muß man verhü¬ ten, vaß kein Mensch davon erfahre, auch nichr einer von unserm Fleisch und Llur, Senn wenn es ein anderer merket, ist es verboten. Siehe die Re- cension von Adlers kluieum (üuüeum Loinignuni in Michaelis N- O. B- Th. l. blo. 4. S- 70. 126 Dio Kaßius.B.XI.VI.Hauptst.lLix. N.R.E./ngetvaltig durchzieht, da er sähe, daß Kaiser schon weil MlchBm-uber dieRegeln unserer Staatsverfassung erhoben wUs germeister. wußte ihn dadurch, daß er sich ihm zu schmeicheln an- stellte, abzuhalten, das was er im Sinne hatte, zu thun. Denn nichts ist kräftiger diejenigen, so von un¬ rechtmäßigen Begierden beherrscht werden, zvrüchu- hallen, als wenn diejenigen, denen vor der Stillung solcher Begierden bang'ist, sich stellen, selbige M frepwillig stillen zu wollen. Ihr eigenes böses Gewiss fen läßt ihnen nicht zu, sich mit der Hoffnung zu schmei¬ cheln, man habe die geheimen Gedanken ihres Herzens nicht errathen; überzeugt also, daß diese bekannt sind, schämen und fürchten sie sich, schämen sich, weil sie die Komplimente, so man ihnen macht, für Vorwürfe, versteckt unter dem Mantel der Schmeicheley, haltm und fürchten sich, der Lebensgefahr und der Schani wegen, so solche nach sich ziehen können. Alles dieses halt' Antonius sehr wohl überlegt, und wählte sich«»» die feyerliche Begehung der Luperkalien, damit er Kau fern, der während dieser Lustbarkeit heiterer denn ge- wöhnlich war, die Wahrheit desto sichrer und unge¬ strafter sagen dürfte; Cr wählte ferner Marktplatz und Rednerstnhl, ihn durch den Anblick dieser heilige« Oerter selbst schaamroth zu machen; er wandt' eine« Auftrag des Volks vor, damit er sich einbilden möch¬ te, nicht sowohl das zu hören, was ihm Antonius sagte, als vielmehr das, was ihm das Römische Volk hätte zu sagen auftragen können. Denn wie halt' er sich einbilben können, daß dieses eine Verordnung des Volks sey, da er wußte, daß ihm nichts vergleiche» dekretirt worden war, und er nicht den mindesten Zu¬ ruf hörte? Er mußte dieses anhören auf dem Röm'- schen Markt, wo wir uns so ost und vielmal über die Mittel, unsere Freyheit zu erhalten, berathschlagN neben dem Rednerstuhl, von dem herab tausend und Schutzrede des Kalenus für Mark-Anton. r 27 aber tausendmal Volksregimcnt vertheidiget worden;N.R.E.7l> am Feste der Luperkalien, damit er sich fdas Ende^^"ft Pur- des Romulus erinnern möchte, vom Bürgermeister,germeister. daß er nemlich die Thaten unsrer alten Bürgermeister in sein Gedächtniß zurückrief; im Namen des Volks, ihm zu Gemüthe zu führen, daß cS nicht Afrikaner, Gallier, Egypker, daß es Römer waren, deren König zu seyn er begehrte! — Diese Stimme «ar es, die ihm andere minder hoffartige Gedanken einflößte, und derjenige, der das Diadem, wenn je¬ der ander' ihm es angeboten, willig angenommen ha¬ ben würde, erschrak und furchte sich dafür, da es ihm unter alle den eben aus einander gefetzten Umstanden dargereicht ward. — Dies sind des Antonius Tha. ten! Es ist wahr, hier ist kein auf der Flucht zer¬ brochener Fuß, keine fürPorfennas Mord verbrannte Hans, hier ist Kaisers Tyranney durch List und Klugheit gezähmt, und dieses verdient mehr Lob als Bruti Dolch und des Dekius Schwerdt," §- 592. „Du aber, o Kikero, was hast du denn in dei¬ nem Burgermeisteramte, ich will nicht fragen, was Weises, was Gutes, was hast du wohl irgend gr- than, was nicht die allergrößeste Strafe verdiente? Hast du nicht unsere ruhige, einträchtige Stadt ver¬ wirret und in Unordnung gebracht? Hast du nicht Marktplatz und Kapitol mit bewaffneten Knechten an- S..z°5. gefüllt? Hast du nicht den Katilina, der sich um ein obrigkeitliches Amt bewarb, ohne sonst das mindeste Böse.zu thun, auf die heilloseste Weift verderbt? Hast du nicht den Lentulus und seine Freunde, ob sie schon nicht das mindeste gesündiget hatten, ohne sie zu über¬ führen, sogar ohne sie anzuklagen, auf die erbärm¬ lichste Weise vom Leben zum Tode gebracht? ob du 128 DioKaßius. B.X^VI.Hauptst.H N.R.E./ngleich von Recht und Gerechtigkeit überall und immer Dansa Bur-^ viel zu plaudern hast, daß nichts von deinen Rede» sermeister. übrig bleibt, wenn man dieses Geschwätz hinwegsich- tet. Pompejo hast du es vorgeworfen, daß er be- Verdammung Milons nicht jed' äußere Form des Rechtens beybehalten, d) und du hast in des Lentn, lus Angelegenheit auch nicht das mindeste weder vom äußern noch vom innern beobachtet, ohne Verhör und Gericht hast du einen alten ruhigen Mann in Fesseln geworfen, der so viel Pfander der Liebe gegen sein Vaterland aufweisen konnte, als er Ahnen zahlte, und dessen Alter eben so wenig als die Lebensart desselben, den mindesten Verdacht aufrührisch gesinnet zu seym «erstattete. Sage mir doch, welcher Mangel ihn drückte, dem er durch Abänderung der gegenwärtigen Regierungsform abzuhelfen hatte versuchen dürfen? Im Gegentheil, welcher Vorzug gieng ihm ab, de» er nicht augenblicklich, sobald er aufrührerisch gesinnt war, auf's Spiel setzen mußte? Wo waren denn die Waffen, so er gesammelt, die Alliirten, mit denen er sich verbunden, daß auf eine so jämmerliche heillose Weise ein Mann, der Bürgermeister gewesen war und jetzund bas Amt eines Stadtrichters verwaltete, ohne sich verantworten zu dürfen, ohne gehört zu werden, im Kerker geworfen, und daselbst wie der größesien Missethater einer umkommen mußte? — Dies war's, was unser braver Tullius von jeher begehrte, daß es ihm verstärket werden möchte, .einst in dem vo»W sogenannten Tullis denjenigen kentulus um;»' 2ZZy) Mr/o». v. A- I-Isec nour iuöicil nous sorwo kerrer oeulos: gui, czuocmMre iirciäerrmc, veterem conluelullinem ioi l, er prrlliimm morem iucliciorum hulrum. Vgl. Not. 99z. 2Z40) Larce,- Servius a^^le»erol.Vl. 57)' (Beschreibuirg desselben in Adlers Rom p- 274. 275°) Schutzrede des Kalenus für Mark-Anton. 129 §- 59?. bringen, dessen Großvater Voreinst Fürst des SenatsN.Ä.E.7tt -m-s°" w«... SÄL gernieisrer. „Was würde derjenige wohl, die Waffen in der Hand, gerhan haben, der so viel und so große Dinge durch die Kraft seiner Reden allein gethan? — Dies waren ja diese deine glanzende Thaterr, dies deine be¬ rühmte Feldhcrrnkünste, wegen welcher du nicht allein von andern, sondern sogar von dir selbst bist verdammt worden; denn du bist, ohne dem Urkheil abzuwatten, forrgelaufeii. Jedoch, welchen großem Beweis dei¬ ner Blutschuld kann man wohl fordern, als daß du Gefahr liefst, von denen selbst vertilgt zu werden, de¬ nen zu Gefallen gehandelt zu haben du versichertest, und dich vor denjeniaen furchtest, denen du Wohlrbat erzeigt zu haben dich rühmtest. Du unlerwandest dich nicht, ihr'Anklagen zu hören, nicht, ihnen zu antworten; du der donnernde, hochstudierte Redner, der so viel andere retten konnte, du suchtest, als hat¬ test du in einer Schlackt dich befunden, dein Heil in der Flucht! — Und bey alle dem bist du unverschämt genug, eine Geschichte dieser deiner schönen Thaten schreiben zu wollen, da du wünschen solltest, eS Möchte kein anderer auf diesen unseligen Einfall kom¬ men, um mindestens den Vortheil zu haben, deine S-Zöö, Handlungen mit dir in s Grab zu nehmen, und den Nachkommen kein Andenken derselben zu hinterlassen. Es war allerdings , mie im 2ext steht, aber deshalb doch nicht nach ihm, sondern nach dem alten König Tullius genannt. 2zgr) Kikerons Werk citirt Plus tarä) Oes. p. 711. b. — Vgl. aci I. Iy. 2O, aus welchen benden Stellen erhellet, daß es Griechisch geshrieben gewesen; außer diesem schrieb er in lateini¬ schen Hexametern drcy Bücher äe oonLlaku iuo. I r zo Dio5?aßms. B. XI.VI. Hauptst um euch lachen zu machen, so hört hier einen chänsaDur-sciuer klugen CinfaÜ' an. Da er siet; nun einamhl gemeister. vorgesetzt, die ganze Geschicht' unsers Staats zu be¬ schreiben, — er war vorher schon Kritikus, Dicht«, Wektweiser, Redner, und bekam nun noch den Ein- fall, auch Geschichtschreiber werden zu wollen! — so fängt er diese Geschichte nicht von Erbauung der Stadt, wie die übrigen, sondern von seinem eignenPm- germcisteramt an. Von hier gieng er aus, und nun immer rückwärts hinauf, fo daß sich das Buch mit tzer Regierung des Romulus endigen sollte!" §. 594. „Sage nun, Mann, der Lu so sprichst und st -handelst, sage nun und lehr' es uns, wie muß derje¬ nige handeln, wie muß er sprechen, der auf den Ra¬ inen eines rechtschaffenen Mannes Anspruch zu mache» gedenkt? Denn du bist ja doch gescheckter, ander» Recht zu thrm zu lehren, denn deine Pflicht selbst erfüllen, bist geschickter andere zu tadeln, denn dH selbst zu verbessern! — Aber ach, wie viel besser HÄ' test du gethan, wenn du, statt Mark-Antonen Fmchb famkeit aufzurücken, selbst -die Weichlichkeit deines Ker- -pers und deiner Seele ablegen, stakt über die Trend» sigkeit desselben zu schreyen, selbst nichts Treuloses Lhun, nicht überlaufen, statt der Undankbarkeit, der du ihn zeihest, selbst deinen Wohkkhäter nicht mit Un¬ dank hättest belohnen wellen! Denn es ist, oD verordnete Väter des Raths, eine seiner angebohrkB Untugenden, am allermehrsten die zu hassen, so W 2Z42) PlktSrch Lieero x.zZr. L. sr, ?k7-ki-a-, , XL' x«< ftvZov; 7-xachsi,. — Lrcexo 2. li»rur s 1'L iam äiu, vel fln§lmrur xoriri« biüori» Ac< Schutzrede des Kalmus für Mark-Anton, i z r Wohlthaten erwiesen: allen andern schmeichelt er dochN.R.E. ?ir dann und wann, diesen aber stellt er immer nach. DaßA-^^^d ich hier keines andern Umstandes erwähne, hat sichgermeister. nicht Kaiser seiner erbarmet, ihm das Leben gerettet, ihn geadelt? Und hat er ihn nicht umgebracht? Zwar nicht mit eigener Hand, denn wo hatte der furcht¬ same Hundsvott hier:» das Herz hergenommen? sondern dadurch, daß er andere, solches zu thun, an- gereizt und aufgehetzt. Daß ich aber hierin Wahrheit rede, zeigten ja jene Mörder selbst, da sie mit bloßen Schwerdtern auf dem Marktplatz herum liefen, ihn namentlich zu unterschiedenen malen anriefen, und o Kikero, Kikero! '"*) schrien, wie ihr alle gehört habt. Diesen seinen Wohlthater also hat er umge« bracht; und Mark-Antonen, von dem er nicht al¬ lein seine Präbende, sondern sogar das Leben erhalten, da er zu Brundusium von den Soldaten umgebracht zu werden Gefahr lief, vergilt er empfangene Gunstbezeugungen dadurch, daß er ihn Dinge wegen aikklagt, die nicmahls, weder er selbst noch irgend jemand anders getadelt, und an ihm das¬ jenige vcrläumdet, was er an andern lobt. Den jun¬ gen Kaiser, von dem er es selbst einsteht, daß ihm sein jugendliches Mer weder das Kommando unsrer Armeen, noch die Verwaltung unsrer Staatsgeschafte 2Z4?) Ein Wort, welches im Gebrauch dem von mir gewählten deutschen völlig entspricht, -Hcsy-- cltius: — Die Orthographie des von mir gewählten deutschen Worts ist allerdings nicht die rechte. Ich zog sie vor, um nicht Gelegen¬ heit zu geben, über Verletzung der Schamhaftigkeir zu schreycn, sonsten weiß ich die Bedeutung des deutschen Wortes sehr wohl: puüsnäa csnis seminse. 2Z44) Vgl Not. 2082. 2245) ii. 2. wo er solches leugnet- 2346) Vgl. Not. 1482 und 2zzr. IZ2 Dio Kaßrus.B. XI.Vl. Hauptst. HX. -^'Iverstattet, dem wir auch dem zufolge weder eins noch PmchBur-^as ander'aufgttragen, und der dem ohnerachtctTrup- zermeister. pen angeworben, und einen Krieg führt, den wir noch gar mit einander nicht beschlossen, und den, hattm wir ihn beschlossen, doch mindestens ihm nicht aufgc. tragen haben, diesen ist er so weit entfernt anzuklagcn, daß er ihn vielmehr mit Lobsprüchen überhäuft. So S. Z07. weit ist er davon entfernt, Gerechtigkeit nach den Ge¬ setzen, und Nutzen nach seiner Allgemeinheit abzumessm, Laß er schlechterdings alles nach seinem eigenen Gut¬ dünken einrichtet; er lobt an einigen das, was er a» andern tadelt, so daß er euch zu gleicher Zeit belügt und verspottet." §- 595- „ sOenn wenn ihr es untersuchen wollt, so^ werdet ihr ja selbst finden, daß ihr selbst alle dasjenig' anbefohleu, was Antonius nach dem Tode Kaisers gethan. Was die Verwaltung des öffentlichen Schatzes und die Be¬ sorgung seiner hinterlassenen Briefschaften betrifft, ft halt' ich es für überflüssig, weitlauftig*davon zu spre¬ chen, und dieses darum, weil das erstere niemand anders denn den Erben seines Vermögens angeht; u»d wenn er im andern nicht mit der gehörigen Redlichkeit zu Werke gegangen ftyn sollte, so hatte dieses sogleich anfänglich Hintertrieben werden müssen; 2Z47) plso, beym Appr'au III. 54. beantwort^ diesen Vorwurf ausführlich, und besonders merkt ec sehr adposit an, daß Brutus schon in der, gleich nach Kaisers Tod ans Volk gehaltenen Rede geklagt, es si¬ der öffentliche Schatz völlig erschöpft gewesen. War er erschöpft, wie konnte denn Antonius stehlen? - Alles also was er hatte stehlen können, würde nicht den öffentlichen Schatz, sondern Kaisers Privatver¬ mögen betroffen haben- Augustus forderte dieses zu¬ rück, aber auch darauf antwortet Anton, beymau- gcf. Schriftsteller i. c. c. 2s, Schutzrede des Kalenus für Mark-Anton, i z z denn, o mein Kikero, es ist ja nichts heimlich geN.R-L.7n schehn, du sagst ja selbst, daß alles auf den SaulcnAA^m? eingegrabcn worden. Hat nun Antonius so offenbargermeister, und unverschämt, wie du es behauptest, uns ver- vortheilt, daß er uns auch ganz Kreta entrissen, der er Freyheit nach dem Gouvernement des Brutus, un¬ ter dem Vorwand, daß es so vom Kaiser angeorLnet worden sey, versprochen, da er doch nur durch unS selbst dieses Gouvernement erhalten: wenn dieses so ist, warum hast denn du damals geschwiegen, warum hat sich denn keiner der andern geregt? Aber ich will, wie gesagt, mich auf alle dieses nicht einlaffen , weil von allen diesen Beschuldigungen die mehresten nicht aus¬ führlich dargestcllt worden, und weil Antonius, dec allein Stück für Stück alle das, was er gethan, wär- de verantworten können, nicht zugegen ist; was aber Makedonien, Gallien und andere Völkerschaften und Generalats anbetrifft, so ist dies alles euer Werk, Cure Dekrete, verordnete Vater des Rachs, sind vor¬ handen , vermöge welcher ihr dem einen dieses, dem andern jenes, und Antonio namentlich Gallien nebst dem Kommando über alle dortige Garnisonen aufge¬ tragen. Kikero selbst weiß dieses sehr wohl; er ist ja jederzeit zugegen gewesen, und hat in alle dieses mit euch einmüthig gestimmt. Wie viel besser war' es also gewesen, hatt' er damahls widersprochen, wär' irgend zu jener Zeit etwas Rcchtswidiges vorgefaüen, und hall'euch damahls das gelehrt, was er jetzund euch vor¬ schwatzt: als zu jener Zeit zu schweigen und eure Feh¬ ler zu übersehn, jetzund aber dem Vorgeben nach An¬ tonio Vorwürfe zu machen, in der That aber den gan¬ zen Nach anzuklagen." §- 596. „Denn zum allerwenigsten kann niemand, der ge- sunde Vernunft hat, vorgeben, es hab' euch Anton iz4 DioKaßius.B'X^VI.Haupist. L.XIX. ??.R.E.7iisolches zu dckrctiren gezwungen. Denn zu geschwei- Musa Bur-^^n, daß er keine Kriegsmacht hatte, die hinlänglich germeisrer. gewesen wäre, euch gegen eure Neigung zu Dekreten zu zwingen, so ist alles, was er gethan hat, zum Te¬ sten unsers Staats gescheh». Cinmahl waren jene Regimenter szur Parthischen Expedition^ zum Voraus geschickt worden, und sie waren vollzählig. Hier entstand nun die Furcht, sie möchten auf erhaltene Nachricht von Kaisers Tod einen Aufstand erregen, sich irgend einen Schlechtdenkcndcn zum Oberanfähm Wahlen und so Krieg gegen uns führen. Daher glaub¬ tet ihr redlich und gesetzmäßig zu handeln, wenn ihr S. zoz. den Antonius zum Oberhaupt gabt, der Bür¬ germeister war, dem ihr den Auftrag gegeben, den Frieden wiederherzustellen, der die Oiktarur völlig ans unserer Staatsverfassung praskribirthatle; ebendieser Ursach wegen bestimmtet ihr ihm, statt der Provinz Makedonien, Gallien; auf diese Weise war er jeder¬ zeit in Italien gegenwärtig, hatte keine Gelegenheit, gegen euren Vortheil zu handeln, und konnte sofort alles, was ihr ihm übertragen würdet, verrichten." §- 597- „Ich versuch' euch dieses in Rückerinnerung!» bringen, euch zu zeigen, daß ihr damahls in allen eu¬ ren Ratbschlägcn nicht im mindesten gefehlt; für Kik ro allein war' es genug gewesen, ihm zu Gemüthe zu E' ren, daß er bey alle diesem gegenwärtig war, daß er alle dieses einmüthig mit euch dekretirt, zu einer Z^t, da Mark-Anton weder Soldaten hatte, noch 2g48) Daß Mark-Anton Soldaten um und neben sich gehabt, ist gewiß, auch leugnet dieses Kalen»» selbst nicht, vgl. oben §. 588; aber nicht so viel S^ baten, als hinreichend gewesen wären, Befehle von Wichtigkeit in Exekution zu bringen. — Mich.d"^ Schutzrede des Kalenus für Mark-Anton. i zx sonst durch irgend ein anderes Mittel vermögend war,N.R.k.7rr uns zu zwingen , in etwas,, was für uns nicht vor-AnsaRm!- theilhaft scy, zu willigen. Allein es styl Wenn dugermeistcr- auch damahls hast schweigen müssen, so sage wenigstens jetzt, was sollten wir in der damahligen Lage der An¬ gelegenheiten thun? Sollten wir etwa die Soldaten ohne General auseinander gehn lassen? Allein mit wie viel tausend liebeln Hütten sie nicht alsderm Makedonien und Italien erfüllt? Einen andern General hätten wir ihnen geben sollen? — Aber wo konnten wir einen finden, der geschickter zu diesem Endzweck denn Antonius gewesen wäre? Ja, ich sage noch mehr, wo hatten wir jemand gefunden, den wir zu erwählen fo gezwungen gewesen waren, als ihn, der Bürgermeister war, der all'Angelegenheiten unseres Staats verwaltete, der bishieher mit einer so sorgsamen Vorsorg' über unser' Eintracht gewacht, der »ns tausend Beispiele seiner Gewogenheit gegen das Beste des Staats gegeben hatte? — Hatten wir dazu einen der Mörder erwäh¬ len sollen? — Aber sie konnten ja nicht einmahl ohne Gefahr ihres Lebens in der Stadt bleiben! — Einen von den Widersachern Kaisers? — Aber waren nicht alle diese verhaßt? — Wo war damahls ein anderer, der an Rang und Erfahrung allen andern so, denn er, vorzuziehn gewesen wäre? — Aber du bist böse, daß wir dich nicht erwählten? — Aber zu geschweige», daß du damahls gar kein obrigkeitliches Amt bekleidetess, ein Exempel zu erklären: der Bürgermeister von Kr-tt kau hat auch Soldaten, um Polizei) zu handhaben und tumultuirendr Bürger einzustecken: wenn er aber mit diesen Soldaten (und gerad' ist dieses unser Fall) ans den unstetigen Einfall käme , sich zum Woiwoden von Sendomir zu machen, so wäre der Mann, sehr höflich zu reden, nicht klug; es fallen also hier alle Fa- brizische Citaten weg, sonderlich aber das aus Appius no, welches von einer weit spätem Zeit handelt. iz6 Dio Kaßius B XI.VI. Hauptst. I.XIX. N.R.E./n'vas würdest du dick nicht, mit Waffen und Soldaten rsehn, erfrecht haben, du, der du in deinem Bür¬ germeister. germeisteramt das oberst zu Unterst gebracht, da da doch damahls nichts denn Sklaven, d-ren Herr du warst, uns entgegcnzustellen harrest?" -"b») §> 598. „Allein ich komme darauf zurück, daß du Key alle dem, was beschlossen worden, gegenwärtig gewesen; daß du auch nicht im mindesten widersprochen, sondern daß du in alle diese Rathsschlüsse eingestimmt, in der Ueberzeugung, daß sie die besten und die einzigen waren, so die gegenwärtige Verfassung unserer Ange¬ legenheiten uns abzufassen erlaubte. Du darfst nicht sagen,es habe dir an rednerischer Freyheit gefehlt; du haß ja oft und viel genug vergebens gebellt! Auch furchtest du dich vor niemanden, denn wie hattest du denjeni¬ gen nackend gefürchtet, den du jetzund nicht fürchtest- da er gewaffnet ist ? Wie hattest du dich vor dem al¬ lein gefürchtet, den du jetzund nicht fürchtest, da er von solch' einer großen Anzahl Soldaten begleitet wird. Jedoch, ich harr' es ja bald vergessen, daß buden Tod, deiner eigenen Aussage nach, verachtest! — Wenn nun sich aber dieses alles also verhält, so sagt mir dock, wer ist denn derjenige, der euch Unrecht thut; Antonius, der Truppen kommandirt, über welch' s?48 ») Vielleicht auch wohl, wie Wagner über¬ setzt: Antithesen, statt Sklaven, denn die Lesart ist hier sehr zweifelhaft, und alles, was ich über Lesart zu sagen habe, möcht' ich gern bis zur künftigen Grie¬ chischen Ausgabe versparen. Ich bitte, zur Rechtste''' tigung meiner Uebersetzung, nur Rücksicht auf §. 5iA zu nehmen, wo Kikeroni der nemliche Vorwurf gemacht wird, gegen den er sich l'LrV/As. n.?. pertheidigt; und überdcm sind Antithesen die schwache Seite der Kikero- Nischen Beredsamkeit nicht. Schutzrede des Kalenus für Mark-Anton, i zy ihr ihm das Oberkommando gegeben, oder Kaiser, derN.R.E./i' eine so große Macht sich völlig auf eignes Gukbesinbend^Nu^ angenommen? Antonius, der zu derjenigen Provinzgermcister. abreiset, die ihr selbst ihm zu verwalten übertragen S- 309, habt, oder Brutus, der ihn verhindert, zu derjeni¬ gen Provinz zu kommen, die ihm von euch selbst be¬ stimmt worden ist? — Antonius, der eure Bundes¬ genossen zwingen will, eure Dekrete zu befolgen; oder jene, die den von euch gesandten Landpfleger nicht an- nehmen, und demjenigen, der abgcsetzt worden ist, helfen? — Antonius, der sich viel Mühe giebt, eure Soldaten zusammen zu behalten, oder Soldaten, so ihren General verlassen? Antonius, welcher keinen der Soldaten, so ihr ihm gegeben, in die Stadt ge- führt hat, oder Kaiser, der die Veteranen durch Geld überredet, noch einmahl hieher zu kommen? — Ich glaube, daß eS gar keiner Worte bedarf, um euch da¬ hin zu bringen , einzugestchn, es hab'Antonius alles, was ihm aufgetragen worden, auf die redlichste Weift von der Welt vollbracht; jenen aber Strafe znzuerken- nen für das, so sic sich aus eigener Macht zu thun angemaßr haben. Dieser letztem Ursache wegen, glaub' ich, laßt ihr euch von Soldaten bewachen, (nicht des Antonius wegen, der aus eigener Macht nicht das geringste gethan, und den ihr auch nicht der minde¬ sten Ursache wegen zu fürchten Grund habt, sondern wegen jenem, der gegen ihn Truppen angeworben, und selbst in dieser Stadt zu verschiedenen mahlen eine nam¬ hafte Zahl Soldaten auf den Füßen gehabt) nm un¬ gehindert über das, was euch obliegt, berathschlagen zu können." §. 599- „Bis hieher hab' ich Kikerons wegen gesprochen, der angefangen hat, zuerst mir beleidigenden Worten auf uns loSzuziehen; außerdem bin ich nicht im min- rz8 DioKaßms. B.X^VI.Hauptst.L,XIX. ^.R.T.7ndcsten Freund der Zänkerepen , wie er es ist, und eben PansaBur-'^ wenig lieb' ich, mich in fremde Handel zu stecken, genncister. wie er dieses zu thun sich ungescheut rühmet: jetzimd werd' ich dasjenige sagen, was ich euch rathe, ohne dem Antonius meinen Hof zu machen, noch Kaisern oder Prutus zu verleumden, sondern schlechthin, so wie es sich gebühret, wenn jemand in seinen Rathge- bungen nur das allgemeine Beste vor Augen habe» will. Ich geb' euch also diesen Rath: Niemand von denen, so gegenwärtig die Waffen in der Hand haben, für Feinde des Vaterlandes zu erklären; und eben so wenig gar zu genau zu untersuchen, was, oder warum sie dies oder jenes gethan. Zu einer Untersuchung die« ser Art ist die Zeit, in der wir uns befinden, nichts minder als geschickt;- und da alle unsere Mitbürger sind, so kann niemand von ihnen umkommen, der nicht für uns verloren gehn sollte; und ich will mehr sagen, es kann niemand siegen, der nicht Uebergewicht dadurch gegen uns bekommen sollte. Ich halt' also dafür, wir müssen uns mit ihnen als Mitbürger eines Staats und als Freunde betragen; wir müssen zu ih« neu allen insgesammt Gesandten schicken, die ihnen befehlen, die Waffen niederzulegen, und sich selbst und ihre Soldaten uns zu übergeben. Krieg, rath' ich zu gleicher Zeit, sey niemand derselben anzukündi- gen; wir müssen warten, und diejenigen loben, die freywillig unserer Aufforderung Gehör geben werden, und Krieg nur gegen diejenigen, so sich nicht von uns belehren lassen, erklären. Dieses ist nicht allein gerecht, es ist auch anständig, nicht zu eilen, nichts unbedachtsamer Weise zu thun, sondern zu h-rren, ih' nen selbst und den Soldaten Zeit zur Buße zu geben; S. Zlo. und nachher, wenns anders nicht seyn kann, den Krieg den Bürgermeistern anzuempfchlen." Schutzrede des Kalmus fürMark-Anton. iz 9 §. 6oo. „Dir aber, oKikero, rath'ich, nicht, wie WeiberN.R.E.?'; pflegen, zu drohen, noch dem Bambalio nachzuahmen, noch uns untereinander zum Krieg aufzuhetzen, damitgermeistex. nicht eine Privatfeindschaft gegen Antonius unser gan¬ zes gemeines Wesen nochmals in Gefahr führen möge. Du würdest zwar sehr wohl thun, wenn du dich mit ihm selbst wieder vertragen wolltest, da da ehemahls mit ihm auf solch einem freundschaftlichen Fuß stan¬ dest ; wenn du aber einmahl unversöhnlich gegen ihn gesinnet bist, so schone doch mindestens unserer, und zerstöre jene wechselseitige Freundschaft gegen uns nicht zu weicher du uns ehemahls selbst so schön anzu¬ frischen wußtest. Erinnere dich jenes Taaes, da wir uns im Tempel der Erde versammelten , ^') und der vortrefiichen Rede, so du damahls an uns halten konn¬ test! Bedenke, daß es der Tempel der Eintracht ist, in dem wir uns gegenwärtig versammeln! Du möchtest sonst deinen vormahls erhaltenen Ruhm ver¬ lieren; denn man wird anfangen zu glauben, du habest jene Rede damahls nicht aus wahren guten Gesinnun¬ gen , sondern zur Erreichung gewisser Privatabsichten gehalten. Es wird dieses nicht allein der Stadt zu¬ träglich seyn, sondern auch dir selbst den größesten Ruhm verursachen. Sey überzeugt, zu pochen sey eben so unrühmlich, als es gefahrvoll ist! Wieder¬ hole nicht immer deine Versicherungen, den Tod za verachten, und glaube nicht, darüber von irgend je,, 2Z49) Oben N. 2?rz. 2z;c>) Oben N> 2090. 2097. §. 495. ff. 2;;i) II. g. 44. V. 6. 7. VII. 8. öre. — Er schreibt sich eigentlich vom Camillus her, der ihn gelobt hatte, und ist also nicht mit dem zu verwechseln, den Opimius nach Hinrichtung der Grakchen erdauere. Vcyde lagen in der achten Mgion. i4o DioKaßius.B.Xb.VI.Hauptst.I.XX. N.R.C./Iimand gelobt zu werden: vielmehr sind alle Leute dieser l/o den Tod wahrhaftig verachtens ihrenMitbür- gcrmeifter. gern jederzeit verdächtig und verhaßt, stntemahl ft dieser ihr Unsinn sehr leicht zu irgend einer großen ' Missekhat verleiten kann; so wie im Gegentheil diejeni¬ gen gelobt und gerieten werden, so sorgfältig für die Erhallung ihrer selbst wachen; sintemahl man über¬ zeugt ist, daß diese nicmahls irgend etwas des Todes würdiges unternehmen werden. Laß dir also, wenn du dein Vaterland in der That retten willst, dieses zur Warnung gesagt siyn: Red' und handle stets so, daß dir keine Gefahr daraus erwachsen kann; aber, bey Gott! niemahls so, daß du dich selbst, und uns mit dir, in's Unglück stürzen konntest." Ende der Schutzrede des Kalcnus ftr Mark- Anton gegen Kikero. Siebenzigstes Hauptstück. Niederlage Mark-Antons neben Mutina. §. 6or. So wie Kalenus diese Rede' gehalten hatte, konnte sich Kikero nicht halten; denn ohncrachtet er sich unbegränzte und unmäßige Freyheit gegen alle zu reden herausnahm, so wollt' er dennoch von keinem andern eine gleiche vertragen. Er sieng also, ohne jctzund irgend etwas das gemeine Wesen betreffend, vorzubringen, an, Schelt¬ worts gegen Kalenus zu sagen, und gab dadurch die vorzügliche Gelegenheit, daß dieser Tag verge¬ bens hingebracht ward. Den andern und dritten 2z;a) Man vergleiche mit dieser Rede die des Piso, beynr Appian, m. 54—60. Unterhandlungen mit Mark-Anton, r 4 r Tag, nachdem von beiden Seiten vieles für undN.N.E /il wider war abgehandelt worden, behielten cndlichA"^^^ diejenigen, so die Parthey Kaisers hielten, dregermeister- Oberhand. Es würd' also ans der einen Seite ihm selbst eine Statua dckretirt, ferner der Rarig unter denjenigen Rathshcrren, so bereits das Rentmeistcramt verwaltet hakten, das Vor¬ recht, alle die übrig' obrigkeitliche Stellen zehn Jahr' eher verlangen zu dürfen, als die Annual- gesctze solches verstärken, auch dasjenige Geld, was er für seine Soldaten aufgewender (wcilman nemlich vorgab, daß er ste, ob zwar aus eigner Auktorität, doch wirklich zum allgemeinen Nutzen angeworben) sich aus dem öffentlichen Schatze zu¬ rückzahlen zu lassen; auf der andern Seite ward so wohl seinen Soldaten, als auch denjenigen, so die Parthey des Antonius verlassen hatten, sobald sie den gegenwärtigen Krieg vollendet haben wür¬ den, Abschied und der Besitz eigener Ländereyen versprochen. An den Antonius fertigte man eine S. zu. Gesandtschaft ab, so ihm anbefehlen mußte, feine Regimenter sowohl als Gallien zu verlassen, und nach Makedonien abzugehn; seinen Soldaten aber ward anbefohlcn, innerhalb eines ihnen bestimm¬ ten Termins, auseinander und nach Haufe zu 2Z5?) Vellesns II. 6t. Lum lenarus bonoratnm egueitri Usms, guse bviliegue in rollris poli» aetsrsm eius lcrixwrg in6icsr (gui bcmor non slii per lrecenkos snnox, qusm L, Lc L». ür L. Lae/äi-r conriAersi) proprsekorsm vns cum contulibus clsli^nL- ris Iliilia er psnia, bellum cum ^nronio Lerere iuibr. Vgl. Appianus III. zi. — Sein Stiefvater Philip¬ pus harte diese Statue in Vorschlag gebracht: kiZo illi vsrborum Isu6em lribui, ciecreui ecism Imperium; celsrimrem xetilionis äsruius, poü, miiiorem eüam 8sruiliur^ ,42 Dio Kaßius. B. XI. Vl. Hauptst. I.XX. N.R.E.7tigehtt; wo dieses nicht, sollten sie wissen, daß AA"A"dman sie für Feinde des Vaterlands halten würde, gcniieister. Ucbcrdem wurden diejenigen Rathsherren, sa Gouvernements von Antonio bekommen, kassrt, und beschlossen, an ihrer Statt andere zu ernen¬ nen Dies ward damahls sogleich beschlossen. Nicht lange hernach, und noch bevor sie den end¬ lichen Entschluß Mark-Antons erfuhren, erklär¬ ten sie, es scy Tumult,"") und legten ihrR ths- herrenkleid ab; den Krieg aber gegen ihn übertrugen sie den Bürgermeistern und Rai- fern, dem sie den Rang eines Stadtrichters ver¬ liehen: z,, gleicher Zeit befohlen sie, daßLe- pidus und Mammus plankus, der da¬ mals Gouverneur übereinen Theil des transalpi¬ nischen Galliens war, diesen hülfreichc Hand lei¬ sten sollten. 2Z54) VIII. I. Lelllnomenxonsnövmellsm senrenris non putsbsnr, rumulrum gkpellsre walskrnN lAnsri, non moäo rerum, le6 erism verborum. Morell snim eüe bellum 6ns lumulm, rumulrus eLs 6ne dello non potek. 2?55) V. 12. sumi, clico, oporrere. Epik. L.w» l rZ. bopulux stom?.nus sgA» sumlir. 2^6) lö XIII. io ()uici? Xon intelliZis clelecm rot» lrslis babiro, (iselsre ornrrmeuw, 8/^618 VX11I>, bolte-m iuclicstum. 2?^/) tö. V. 17 Oemus imperium Lssisri — eo iure czuo, c>ui oprimo. 2Z58) tv. XIII. 6. (lselur conkecir inuiAurn exe» sirum, äuo korrillimi conlulex gälunr cum copiis: — (?«p, keu, lorre plsncum mblikiolibi es- nice mbirrsris cum ko> riUimix ie^ionikus, m-oximo equi- t-rru, peciir.iw Kslloium, cpiicpie, ni6 »nre eius säuem rum reipublicse poenss äecionz, rile buius belli kere» principarum. — Vgl. XI. 15, Unterhandlungen mit Mark-Anton. 14z 6Q2. Und fo gaben sie Antonio, der ohne dieses al-V.R-E.7rr les ohnehin gekriegt haben würde, selbst cinen^msmw Vorwand an die Hand, seine Feindseligkeiten zugermeisier. beschönigen. Er hörte dasjenige, so gegen ihn dckretirr worden war, mit vielem Vergnügen an; d) warf sofort den Abgesandten vor, daß sie des Kindes wegen, (denn anders pflegt' er Kaisern niemahls zu nennen) weder gesetzmäßig noch billig mit ihm verführen; und um auf sie die Schuld des Kriegs zurüchzuschieben, so fer¬ tigt' er nun seinerseits andere Gesandten ab, die Vorschläge thun mußten, so weder Kaiser noch irgend einer seiner Anhänger annehmen konn¬ ten. Er hatte sich zwar längst entschlossen, nichts von alle dem, was von ihm war verlangt worden, zu thun; weil er aber eben so vest überzeugt war, daß seine Gegner sich eben so wenig zu irgend et¬ was von dem cinvcrstehn würden, was er von ih¬ nen verlangt hatte, versprach er, alle das, was ihm aufgelegt worden, zu erfüllen; in dec Absicht nemlich, sich die Entschuldigung, er habe gehor¬ sam seyn wollen, vorzubehaltcn, und seinen Geg¬ nern, die das, was er von ihnen gebeten, nicht erfüllen wollen, die Schuld des Krieges aufzu- bürden- Er versprach also Gallien aufzugeben, d) und seine Soldaten zu entlassen, wenn man 2?59) Vgl. Appianu» Hl. 62. 2Zka) /ö. XIII. n. puerum säxellsr, guem non moäo virum, lsä erism korrillimum virum, ientic ec lenrier. 2z6i) B. Rotyla varms, iVrr'LM VIII. 8- io. n. Xlll. 12. 2ZÜ2) VIII. Z. Vrrsmgue prouinciam re- mino, exercicum üepono, priug.M5 ells non recuko, vmnis oblluilciu, in gr-msm isäso, 6 lezionibus meis 144 DioKaßius. B XI-VI. Hauptst.I.XX. N ^ s-.7inhncn eben diejenigen Vortheil' angcdcihen lasscu so man den Soldaten Kaisers dckrerirt sermeiiler. hatte, und wenn manKaßiuo und Mark Dru¬ ms zu Bürgermeistern erwählen würde. Dies letztere that er, sich diese beide Männer zu Freun¬ den zu machen, die ohnehin Ursach hatten, suf ihn wegen dessen ungehalten zu scyn, so er gegen ihren Mitvcrschworncn, Dckimus, unternom¬ men hatte. §. 6sz. Dieses war es also, was Antonius, in der Vesten Ucberzeugung, daß er nicht das mindeste davon erhalten würde, bat; sintemahl Kaiser weder die Mörder seines Vaters mit dem Konsu¬ lar, noch die Soldaten des Anton (um sic also ihrem Anführer nur desto verbindlicher zu machen) eben so wie die (einigen zu belohnen verstärket Hu¬ ben würde. In der That ward auch eins eben so wenig als das andere-bewilligt. Vielmehr ward nunmehr der Krieg Antonio noch offenbarer ange- kündigr, und seinen Soldaten ein anderer Tag, S. zir. an dem sie ihn verlassen sollten, vestgesetzt. Auch zogen alle, diejenige sogar, so nicht mit in's Feld giengen, nicht ausgeschlossen, den Soldatenrock an, und den Bürgermeistern ward Vorsorge für die Stadt, mit der angehängten Formel: ZUZtt- sehn, daß das gemeine Wesen keinen Scha¬ den leide, übertragen. Weil man auch vieles Geldes zu diesem Kriege bedurfte, so gab ein jeder den fünf und zwanzigsten Theil seines Vermögens kex, 6 squitibus, 6 cvborri vr-isrorise xrseclsm azrum- guk- cleäeriris. —. — (rsilism roAMrovs LoiiluIibuS xrouineisz obunebuM. Unterhandlungen mit Mark-Anton. 145 Lazu her; überdem bezahlten die Rathsherren vierN.R E.7n Obolen von jedem Ziegel derjenigen HäuserKM^ in der Sradt, so sie entweder eigentümlich besa-germeister. ßen, oder als Micthleute bewohnten. Und äus¬ ser diesem gaben diejenigen, so sehr reich waren, noch manches andere her Waffen und ander not¬ wendiges Kriegsgeräte ward in großer Anzahl so. wohl von Republiken als von Privatpersonen um¬ sonst angeschafft. Denn das gemeine Wesen befand sich damahls in einem so außerordentlichen Geld¬ mangel , daß anstatt der gewöhnlichen Spiele, so damahls hätten geftyert werden müssen, nur einige kleine nichtsbedcutende, um doch den Gebrauch nicht ganz eingehn zu lassen, begangen wurden. §. 604. So viele nun derselben Kaisern gewogen wa¬ ren und Ankonium haßten, khaten dieses sehr willig; aber der größeste Theil war darüber, mit Kriegsdiensten und Auflagen zu gleicher Zeit be¬ schwert zu werden, sehr unwillig, vorzüg¬ lich weil es ungewiß, wer von beyden Sieger, aber gewiß war, daß sie alle dem Siegenden wür¬ den müssen unterworfen seyn. Viele von denen, so es mit dem Antonius hielten, verließen also die 2^6?) Vergesse man nur nicht zu bemerken, daß die Ziegel der alten Römer unendlich größer denn die unsrigen waren. Bcymvitrnv kommen regulas dixs- 6»Ies vor. Man lese Fabretti Inkoripriones vereres x. zvo. und 5n. — Man seh' auch Fuhrmanns Wien Tb. I- §. 2i. 2Z64) Vorzüglich weil Kikero nur die Freunde Mark. Anions bezahlen ließ, die sogenannten Patrioten nicht; äoi; o< ?k e,.»,.!«; ^1». Appianns III. 66. K l 46 DioKaßius. B. XL. vi. Hauptst. L.XX. N C-7nStadt und begaben sich offenbar zu ihm; undm- denen, so dieses thatcn, befanden sich einige gcrmeister- Zunftmeister und Stadtrichter: andere, so gegen- wärtig blieben, (und unter diese gehöret Aale- nus) thaten für ihn, soviel sie nur konnten, indem sie ihn bald heimlich, bald öffentlich rechtzufertigen versuchten. Diese veränderten also ihre Kleidung nicht sofort, sondern überredeten den Senat, noch cinmahl zum Antonius andere Gesandten, und unter solchen den Rikcro selbst "") senden; und dieses zwar unter dem Vorwand, daß er ihn sdurch seine Beredsamkeit^ am leichtesten zum Frieden zu überreden würde wissen, in der That aber ge¬ schähe solches nur, um seiner los zu werden. Ri¬ kers, außerdem daß er dieses merkte, furchte sich viel zu sehr, um sich den Waffen Antons anzuver- traucn; (er schlug es also ab^ und so wollte auch kein anderer die Tesandschaft annehmen. §. 605. Inzwischen dieses geschähe, ereigneten sich abermahls verschiedene Wunderzeichen, deren Deu¬ tung kheils die gestimmte Stadt, theils den Kon¬ sul Vibius besonders betraf. In der letzten Volksversammlung, nach welcher er sofort jM 2^65) prokeiscsnrur ieZsri oprimi« ominidu«; keä u proücifcNMM' in guikus non oLsnilsrur AnwniM! (^uociii cis Antonio non IskorZri« , mini cerre, coniulere äebsris. (^no enim s^spectu viäere pokert (mirro kollsm pakrise, ex czuo miki ociium in iU^l commune vodilcum eti) ieä guomoclo »lÜpicism wUa vni cruäelitlimum 'noüem, vc cisclsrsnc eius cis we scsrdissnnKe concione«. />L/7^>p. XII. 8- _ Daß Kalmus gewesen, so den Kikcro zum Gesandten an Maek-Anton vorgeschlaaen, ergiebt sich aus dem An¬ fang der nur eben angeführten Rede. Vorbedeutungen. 147 Kriege ausziehn sollte, geschähe es, daß ein mitN.R E.7n der fallenden Sucht behafteter Mann währendA"u^und der Rede, so er an das Volk hielt, neben ihmgermeister. niederfiel: seine Büste von Bronze, so in der A- venue seines Hauses aufgestellt war, kehrte sich von sich selbst den nemlichen Tag, ja sogar in der nemlichen Stunde, um, da er zu Felde zog; die Opfer, so zur glücklichen Eröffnung des Feldzugs gebracht wurden, konnten die Opferpriester swie sie eigentlich beschaffen waren^ aus übergroßer Blutsmenge nicht beurtheilen, und jemand, der ihm in eben diesem Augenblick eine Palme brach¬ te, gleitet' in der Menge Les vergossenen Bluts S- ziz. aus, fiel und besudelte die Palme. Alle diese Vorbedeutungen geschahen ihm, und würden auch ihn allein, wär' er Privatmann gewesen, getrof¬ fen haben, weil er aber burgermeisterte, so mußten sie natürlich alle zugleich treffen. Hieher gehört auch eine Statue der Görrermukter auf dem Palacio, welche, da sic zuerst mit ihrem Ge¬ sichte gegen Sonnenaufgang gerichtet war, sich von selbst gegen Untergang kehrte; ferner ein' an¬ dere der Minerva zu Murina, (die in dieser Stadt, wo der Krieg am heftigsten war, vor¬ züglich verehrt ward) welche zuerst eine Menge Blut, nachher aber auch Milch vergoß; und end¬ lich daß dieBurgermeisternoch vor derFeycrung der Lateinischen Spiel' aus der Stadt giengen. Noch niemahls sind sie, wenn sie dieses gekhan haben, 2z66) Man sehe die Kommentatoren über Virgil 6enrg. l. 484- und Bulenger 6s lorribus II. 7. 2Z6?) «Vbseguens K. 129. (^uiäsm e posulo, laii- Zuine viRmsrum prvlsxlo, rslperlsm cruore pslmsm xrobeilcemi äsäik. — Die Lesart ist also richtig: nicht 148 Dio Kaßius. B. X1.VI. Hauptst. L.XX. N.NE. 71-glücklich gewesen, und auch jetzund kamen ^a"sa Bur^^ beydcn Bürgermeister, und außer ihnen sowohl germeister. gegenwärtig als nachher, eine große Menge des Volks, der vornehmsten Ritter und Rathsgliedec um: sintemahl theils in öffentlichen Schlachten, theils in häuslichen Niedcrmetzclungen, die bald darauf nach dem ehemahls vom Sylla gegebenen Bcyspicl erneuert wurden, die Blüthe römischer Jünglinge, soviel derselben übrig war, derge¬ stalt untcrgieng, daß niemand denn nur ihre Hen¬ ker übrig blieben. 6v6. An allen diesen Unglücksfällen waren aber die Rathsherrcn selbst Schuld, die, da ihre Pflicht g, wesen wäre, einen, von dem ste überzeugt wa¬ ren, daß er besser denn die übrigen alle dächte, sich zum Anführer zu-wählen, und ihm alles an- zuvectrauen, solches nicht thaten; sondern M lieber von Zeit zu Zeit bald diesen bald jenen wähleten, den sie über die übrigen erhöhcten, und selbigen bald nachher, wenn sie selbiges gcthan hatten, selbst zu stürzen versuchten: somachtcnfle sieb keinen einzigen Freund, wohl aber sehr viele Feinde. Es ist nemlich kein gleiches Verhältnis in dem sich der Mensch gegen seine Beleidiger und gegen seine Wohlthäter beträgt; sie sind der lcidigungcn auch gegen ihren Willen eingedenk, und bemühen sich im Gegenthcil, empfangene Wohlthatcn, soviel nur in ihrem Vermögen steht, zu vergessen; das eine, weil sie nicht den Anschein Haden wollen, von andern geholfen zu scyn, weil sie ihr' innere Schwäche dadurch zu vcrrathen schei¬ nen; das andere, weil sie fürchten, man möchte 2Z68) Livius XXI. 6z. XXII. 4. Vorbedeutungen. 149 sie der Feigherzigkcit zeihen, daß sie sich, von an-N.R-G.7rr dern beleidiget, nicht zu rächen versucht. Und mußten auch unsere Rathsherrcn, die sich keinengermeister. beständigen Anführer erwählen wollten, sondern bald diesem bald jenem anhiengcn, und bald für bald wider die nemliche Person ihre Rathsschlüß' abfaßten; so mußten auch sie, sag' ich, bald die¬ ser schon ihnen erhöheten Personensj wegen, bald aber von ihnen selbst gar vieles ausstehn. Es hat¬ ten nemlich alle streitende Partheyen eine gemein¬ schaftlich' Absicht, diese: das Volksrcgiment aufzuheben und Alleinherrschaft eines Einzigen ein¬ zuführen. Indem man nun also auf der einen Seite, wem man dienen? auf der andern, wer der Überherr seyn sollte? stritt; so verdarb in der That eine jede Parthey die Sache des gemeinen Bestens; ohnerachtet sie, nach dem verschiedenen Glück, so ihnen zu Theil ward, auch einen ver¬ schiedenen Leumund hinterließen. Von denjeni- S. 514. gen, denen es glückte, sagte man, daß sie gut' Absichten gehabt, und Freunde des Staats ge¬ wesen wären, da im Gegentheil die, so den Kür¬ zer» zogen, Feinde des Vaterlands und Unglücks¬ bringer genannt wurden. — In einer solchen Lage befanden sich damahls die Angelegenheiten Roms. §. 607. Jedoch ich will alles, eins nach dem andern, so wie cs vorgefallen ist, erzählen; denn ich bin überzeugt, daß die Geschichte nie pragmatischer geschrieben werden kann, als wenn wir unfern Vcrnunftschlüsscn Handlungen folgen lassen; die Beschaffenheit der einen aus den andern zeigen, und diese durch ihr' Uebereinstimmung mit jenen erhärten. — Es belagert' also Msrk-Amsn i;o Dio Kaßkis. B.XL.VI. Hauptst. I.XX. N.R.E.7"den Dekimus in Murina; die Wahrheit zu sa- d^D^gen, darlim, weil er ihm Gallien nicht abtreten germeister. wollte; r"*). aber seinem Vorgeben nach/ Weiler einer der Mörder Kaisers sey. Er hatte sich nem- lich diesen Vorwand ausersehn, weil er wußte, daß ihm die wahr' Ursach des Kriegs zu keiner Ehre gereichen würde, und weil er sähe, daß des Volk dem Kaiser deshalb gewogen war, weil er sich den Anschein gab, den Tod seines Vaters re¬ chen zu wollen. Daß er aber dieses nur ver¬ wendete, umso Gallien für sich selbst behalten zu können, zeigt' er deutlich genug dadurch, daß er die Wahl des Brutus und Kassius zu Bürger¬ meistern verlangte; sintemahl er auf solche Weise seinem eigenen Nutzen zu fröhnen, die zwo wider¬ sprechendsten Dinge von der Welt zu gleicher Zeit begehrte. — Kaiser hatte Mark-Anton bekrieget, noch bevor ihm solches durch einen Rathsschluß war aufgetragen worden, aber nichts Merkwür¬ diges ausgerichtet. Ictzund, da er den Entschluß des Raths erfuhr, nahm er die ihm angetragenen Ehrenstellcn an, und hatte besonders darüber eine große Freude, daß er bey dem feyerlichen Opfer, welches er brachte, da er den Rang und den Schmuck eines Stadtrichters zum erstenmahl an- legte, doppelte Lebern in allen Opfern, deren zwölf an der Zahl waren, fand; ^'°) so wie es ihn sini Hoie. u«/r H7» O. Liulur, Vt pstenti Oi- slxinam cisllism Antonio vbMorec, Surinam cum eX' erciru occup»uir. Vgl. Appianus III. 49. 2Z7<2) Dieses Opfer ward in Spolera, nicht -n Nom gebracht. (Es liegt aber Epoleto in der Land¬ schaft Umbrien, fast in der Mitte von Italien, a" der via Usminia. Strabo p. 705. §. lF.) plwuw XI. Z7- Oiuo Xugulto, plimo x«' loüati5 kuas clis, v>6limarum iecinors rcplicata iu^ Zubereitungen zum Kriege. 151 GegcntheiO verdroß, daß man abermahls Gc-N.R E.711 sandke mitFricdcnsvorschlagen zum'Äntonio abge schickt, und nicht sofort, ohn' alle vorhergchend'gcrmeisitr. Ankündigung, den Krieg gegen ihn angefangen; und dieses um so viel mehr, weil die Bürgermei¬ ster Privatunterhandlungcn mit Antonio pflegten, und weil manBriefc,so Mark Anton an verschiedene Rathsgliedcr geschrieben,, aufgefangen und dennoch, ohne Kaisern etwas davon wissen zu lassen, an ihr' Aufschriften abgegeben hatte, und weil er sähe, daß man den Krieg, unter dem Vorwand, cs scy Winter, weder hurtig noch rüstig betrieb Da er aber keine Gelegenheit fand, diese Gesinnungen öffentlich zu zeigen, (sintemahl er die Herzen sider Liathsgliedcr/ von sich nicht abwendig machen wollte, und sie weder überreden noch zwingen konnte) so hielt auch er feine Winterkwarticr' im koro Lornolir d) l^ge geruhig, bis Dckimus sich anfiengzu fürchten. trinlecus ab im? libra rsperka sunt, relponsumgue, 6u- xlicarurum inrra annum Imperium. Snet. 95. Immo- Isnri, omnium vitli warum iecinora replicara inirinsecus ab ima 6brs psruersnk, nemine pericorum aliter cvn.- ietisnre, quam laeta per baec er magna porrencli. 2Z/i) Rikero Diu. XII. Lrsr aurem Oaternae notier Hirriun, scl /ör«--r »«//«?» Vae/s^, vrer^ue oum trrmo exerciku. dlon eli boliis rs, cuiu8 praeliclium (llarerna clelecir Ilirrius? I^on eli boliis, rjui srmarus consulsm clelignarum oppu^nat ? Rec illa boliilia ver- ba nec bellica, guse paullo snre ex coilegae lirrsrib ?sns» recirauitt Derecr ^,r-rr/rclrr/»i; /'EI /«garr e^urrer.' proe//E occr/r ?bllbl??. vm. 6. Die Stadt heißt fetzund Imola; ihren alten Namen hat sie vom Lornelins Sulla, der sie stiftete. Strabo p. 678- §. 12. Hier ist der Vas rrenus, ?/i». III. 16. jetzund gewöhnlich Scr Alnß von Imola genannt; er fallt im Po. 152 DioKaßius.B.XI.VI.Hauptst.l.XX. N.R T.711 §. 6o8. ^än'^Bur- Dieser hatte sich zwar bisher tapfer gegen An- sermeisrcr. tonium gewehrt, (*) nach und nach war er aber ^-^5- dennoch gänzlich von ihm eingcschlosscn worden. Kaiser also, der sich furchte, der Platz möchte mit Gewalt eingenommen werden, oder ausMan- gel an Lebensmitteln auf Bedingungen übergehn, nöthigte den Hirtius, zugleich mit ihm zu Felde zu ziehn; sintemahl Pensa damahls noch in Rom Truppen anzuwcrben und die Gesetze dcr An- tonicr abzuschaffen beschäftiget war. Diese nahmen auf ihrem Marsch Bononien, welches von der Garnison verlassen worden war, weg, schlu¬ gen auch ein Detaschemenr Reuter, so ihnen cnt- gegengeschickt worden war, in die Flucht, wur¬ den aber doch, durch den neben Mutina fließen¬ den Fluß, dessen Ufer durch Truppen gedeckt (') Da er vermuthete, es möchten sich Kundschafter Antons in der Stadt befinden, Lind sich bemühen, die Soldaten von ihm abwendig zu machen, rief ec einstens alle, so in der Stadt zugegen waren, zusani- 2Z72) ?/r-7/xr>. XIHI. 2. ()uiä L. SAil sliuö, ^oeuniis compaeaiillis, 8OIs f^i- unllis Zrauillimis in ^nronium, nobis coboeksuäis, po- xulo llomsno all causam liberraris vocanäo, nill vr De» cimus Leurus liberorue. XII. 5. Xlagnüsllomse k-mfa copiss ex äelectu Irallss comxaraeac. Vgl- Ap-- pinn. m. 65. 2Z7?) XIsAno prsellllio renebat Lononiam ^nronius. Appianus III. 69. erzählt, daß der verwundete Pansa nach Bononien gebracht worden; also befand sich diese Stadt damahls in der Gewalt des Senats, und nicht in der Mark-Antons. 2Z74) Scultenna, (77r»r»§ Iik. 16.) meinte Habrtz; ich denke lieber der Gabellus; (denn eigentlich an die¬ sem lag Mutina) der sich mit der Scultenna oberhalb Mutina vereinet und nachher im Po fallt. Zubereitungen Zum Kriege. 15z wurden, weiter zu gehn verhindert. Da sie aberH^-^r gleichwohl ihr' Ankunft Dekimo wollten wissenPansa Bur- lassen, zu verhindern, daß er sich nicht Mutlosigkeit ergeben möchte, so zündeten sie zu¬ erst auf den höchsten Bäumen Wachtfeuer an, und da er dieses dennoch nicht merkte, schrieben sie ein Paar Wort' auf ein dünnes Bley, welches sie als einen Brief zusammenlcgten, und solches einem Täucher es zur Nachtzeit zu überbringen an- vcrtrauetcn. So ward Dekimus von ihrer Ankunft und der ihm bevorstehenden Hüls' unter¬ richtet, schrieb ihnen auf eben solche Weise zurück, und es ward von dieser Zeit an zwischen beyden ein ununterbrochener Briefwechsel unterhalten. men, und nachdem er eine kurze Red' an sie gehal- ten, zeigt' er ihnen einen gewissen Ort, und befahl, es sollten sich alle Soldaten an der einen Seite des. selben, die übrigen Einwohner aber an der andern stellen: die Anhänger des Antonius, so nun nicht wußten, zu welchem Haufen sie sich wenden sollten, und in der Mitten allein stehn blieben, wurden da¬ durch also verrathcn und gefangen genommen. 2Z75) Frontinus III- IZ. 7. blirrius Lonlul sä ve- cimum krumm, qubbluringo gb .^nronio vbllclekgmr, lirrerss lubinlls milir, xlumbo lcriprss, guibus gck brg- cbium religgcis, milires 8culrenngm gmnom rrgnsn,- brurk. Iclem columbis, guss inclusgs girre renebris er kgme gclkscsrgr, epiüolas berg g6 collum reli^gbgr, egz- r^ue g propinguo, in gusnrum xorergt, mosnibus loco emirrebsc. Illse lucis cibigue suiclge, slrillimg seäiücio- rum perenres, excixiebgncur g Lruro, gui eo moäo 6s omnibus rebus cerrior üsbar, vrigue posigusm üiipoliro guibus6»m locis cibo columbgs illuc äsuvlgre inKirus- rsr. Vgl. Suidas in und Ferner Bonanni mvseum lxirckerignum p. iFo. U. 2ZO. 2Z76) Etwas ähnliches ward oben §. 12. vom Mi- thradat erzählt. 154 DioKaßius. B. XI.VI. Hauptst. I.XX. §. 609. N.R.E.7H Antonius/ der nun cinsahe, daß sichDekimur MansaBur-luemahls ergeben würde, ließ für ihn seinen Bru- sermeister. der Lukins zurück, er selbst zog gegen Kai¬ sern und Hirtius zu Felde. Indem sich beyde Heer' einander gegen über standen, fielen viele Tage hindurch nichts denn kleine Scharmüzel der Reuterey vor, denen der Vortheilauf beydcn Seiten einander gleich war, bis die kriti¬ schen Reuter, so zugleich mit den Elcphantcn in die Gewalt Kaisers gekommen waren, aber- mahls zu Antonio übergicngen. Sie waren zu¬ gleich mit den andern aus dem Lager heraus mar- schirt, und vor allen übrigen weit zum Voraus gegangen, als wenn sie es mit den entgegen kom¬ menden Feinden allein hätten aufnehmen wollen, kehrten aber sofort wieder um, und fielen die Kai¬ serlichen an, von denen sie, da sie ihnen, ohne sich das mindeste Böse zu befürchten, nachfolh- ten, sehr viel umbrachtcn. Auch nachher, da die von beyden Theilen auf's Fouragiren Auegcscn- 2Z77) Dieses geschähe in der Mitte des Mai. x. 15. — Vermuthlich fallt um diese Zeit die Er¬ oberung von Parma, von welcher es^-t-M Xllll. heißt — ^eclsrsuir in psrmenlium cslsmirsro, -juor, vxrimos viros, boneHillimos^ue bominos, msxims cum Auclorirsre buiu8 srclinis, populi<^ue Itom»ni ciiAni»re ooniuncros, cruäelillimis exempli8 inrersmir proluiiiu>a illucl er ponenrum ^nkoniu8, inliAne o6ium omniuur Irominum, vel li erism Dir oäeriuc 9UO8 oporiek, omnium Oeorum. 2Z/8) Applan III. 65. /tk, -räk-8; lirika; Sk V 2Z79) Gallischen. — Von den Elephanten siehe oben N. 22Z7. Niederlage des Mark-Anton. 155 beten mit einander handgemein geworden waren,N-RE.7-- und die Ankunft mehrerer Helfershelfer von bey-AAusund den Seiten daraus ein heftiges Treffen verursachtgermcistcr. hatte, trug Antonius den Sieg davon. Hier¬ durch keck gemacht, griff er zu eben der Zeit, da er Nachricht von der Ankunft des Pansa erhielt, das bevestigte Lager seiner Widersacher in der Hoff¬ nung an, den Krieg um desto eher zu Ende zu bringen, wenn er solches, noch bevor ste stch mit einander vereinigten, erobern könnte. Da aber beyd' außer andern Ursachen, auch des empfange¬ nen Verlustes und der vcrhoffeten Hülfe wegen stch in ihrem Lager ruhig hielten und ihre Truppen auf keine Weise herausführten, ließ er auch hier einen Theil seines Heers, dem er die Belagerung S. z-6. fortzusetzen befahl, um nemlich den Anschein zu behalten, daß er selbst noch zugegen sey, und zu gleicher Zeit vor allem Anfall von hinterwärts si¬ cher zu siyn. Nachdem er diese Veranstaltungen getroffen, brach er zur Nachtzeit heimlich gegen pansa auf, der damahls von Bonomen aus- marschirt war. Er hatte das Glück, den Pansa selbst hinterlistiger Weise zu verwunden, den grö- ßestcn Theil seiner Soldaten niederzuhauen, und den Ueberrest derselben in ihr verschanztes Lager einzuspcrren, welches er erobert haben würde, wenn er die Belagerung auch nur um so lange hätte fortsetzcn wollen. Ietzund aber, da er im ersten Angriff das Lager nicht eingenommen, furcht' er sich vor jeder Verzögerung, binnen welcher er sei¬ nerseits vom Kaiser und seinen Anhängern hatte geschlagen werden können, und kehrte deshalb ge- 2Z79») Wagner hat seine Leser zum Besten. ras liest "c E.dx, und nicht er beliebe nur cinzusehn. 156 DioKaßius B.X^Vl.Hauptst.^XX. ^R.T.7iigcn selbige zurück. Ihm aber, der nun von -MstBur-beyden Reisen und der Schlacht abgcmattet, sich germeister. nicht versähe, daß sich jemand mit ihm, der so eben seinen Widersacher besiegt, zu messen erküh¬ nen würde, kam -Hirrius entgegen, und über¬ wand ihn nun seinerseits "°') sIch sage Hircius;) denn sobald nur beyde Nachricht von dem, ms vorgefallcn war, erhalten, war Kaiser zurVe- schützung des Lagers zurückgeblieben, und Hirrius gegen Antonium aufgebrochen. §. 6ic>. So wie er war geschlagen worden, ward der Titel der Feldherren, nicht Hirtius allein, sondern auch Pansa, ohnerachtct dieser den Kürzern gezo¬ gen, und Raisern, der doch nicht cinmahl im Treffen gegenwärtig gewesen war, vom Senat und von den Soldaten beygelegt; hell Ge- 2?8o) Dieses Treffen beschreibt weitlauftig App!»" III. 66—70. Es fiel zwey Meilen vom heurigen M- dena, unfern dem loro Qsüorum, am i;ten April d. I. in zween Morasten vor, durch welche mitten durch ein Damm (H geführt war, auf dem die Garden bcyder Partheyen mit einander fochten, und zwar ward die Garde Kaisers völlig in die Pfanne ge¬ hauen. Pansa selbst ward verwundet und mußte nach Bononien gebracht werden. Die, so sich ins ver¬ schanzte Lager retirirten, waren Rekruten. Mit der Beschreibung Appians vergleiche man die des Gakbs in einem Brief an Rikers x. zo. 2Z8i) Appian l. c. 70. Rikers I. c. 2Z82) Sueron: Oemsnllaium bellum kertio memb conssoir äuokus ^»oelirs. kriore Antonius eum suAwo soribir; so tine xslullsweuro eguogue poll biäuum cle- inum säp»ruille; isguenri ssris conlisr, non mocio öa- cis, leä erism miliiis sunÄum munsre Lc. 2Z8Z) 8enatul xlscsrs vc 0. Hirtius cow sules, imxerarores, slrer ambuue, 6 eis villesrur, ns Niederlage des Mark-Anton. 157 bliebenen ihrerseits ward ein Begräbniß auf fentlichc Kosten dckretirr, und ihren Kindern undPansaBur- Anverwandten alle diejenigen Belohnungen zuge-S"'"^"^ sprechen, so sie selbst, wenn sie am Leben geblieben wären, erhalten haben würden. — Inzwischen dieses geschah, überwand Pontius Aquila, auch einer der Verschwornen, und damahls Unterbe¬ fehlshaber des Dekimus, den Titus Muna- tius plankus, der gegen ihn Krieg führte, in verschiedenen Schlackten. — Brutus selbst war so weit entfernt, Unwillen gegen einen Raths- Herren zu zeigen, der von ihm zum Antonius übcr- gegangen war, daß er demselben vielmehr seine ganz' Equipage, so viel er davon nur in Mutina zuräckgelaffen, nachschickke. — Von dieser Zeit sder Niederlage des Antonius^ an, wurden die Gemürher der Soldaten Antons von ihrem Feld¬ herrn abgeneigt, und selbst einige des Volks, so es vorher mit ihm gehalten, fielen nun von ihm ab. Dieses machte Kaisern und Hirtiuö so kühn, daß sic bis an das Lager des Antonius verrückten, und selbigen zur Schlacht aufforderten. Dieser war anfänglich erschrocken, und hielt sich ruhig; gui fanguinsm pro virs, llberrme, tormimoue populi Romsui, pro vrbe remplis^ue Oeorum immormlium prokucliüenr, monumsmum 8 tegiones rres eoniunxir cum Antonio, gur sn- tes bsbeksr le^ionem lecunäsm, er ex religuis lezio- iübu8 mulrlruäinem keä inermium. äal>er ma^»«m »am cir/ce^r. — Hieher gehört auch folgende Stelle Fronrins I. VH. 5. dl- ^Nlvniu8 Ä dlurins prokuAUb, corriee8 pr» lcur^s rniliriku8 su>8 äsäir. 2g88) gä Licsronem 8- limso äs conüi- lsru, ne (^Lefrir ruu8 slriuz le säfeenäills purer äscreri» 1rÜ8, gugm inäe, 6 (Konsul ksÄu8 br, äskcensurum.— Rikers 14. Lsessrem mei8 conliIÜ8 gäbucAubernalum, prgsc!srs iplam inäole, sämirsbiligue conlksnria, irn- probillimi8 lirrsri8 guiäsm, ksIIgLibmHus iursrprelibu« sc nunc>i8 impulersnr rn spem cerrilsimsm confui»ru8. (luoä timul srgus lsnli, negue ego ilium abkenrem Iirrsri8 monsrs äsüiü, nee aseulsre prseiemos eiu« neeellario». i6o DioKaßius.B.XI. Vi. Hauptst.L.XXl. R.R.E-7nzu werden begierig sey, geschoben. vä", 'a Bur-Rath hatte zwar anfänglich — so lang cs nm- sm,leister, lich ungewiß war, wer von beiden den Sieg de¬ von tragen würde — alle das aufgehoben, was vorher irgend jemand, um ihn mächtig zu machen, gegen die hergebrachten Gesetze des -Vaterlands hätte nachgesehn werden können; (*) sobald ft aber das, was vorgcfallen war, erfuhren, fteue- ten sie sich sehr, daß Antonius war geschlagen worden, veränderten ihre Kleider, undbe- (') Diese Gesetze waren zwar gegen beyde Parthcyen gegeben worden,- um auf solche Weise den Sieg« sogleich im Voraus niederzuschlagen; es war aber sicher, daß derjenige, der geschlagen ward, sich ge¬ fallen lassen mußte, die Ursach zu diesem Dekret ge¬ geben zu haben- Man harr' aber verboten, es Mr niemand langer denn ein Jahr lang Feldherr sm und es solle nicht eine Person allein die Oberaufsicht über den Getreydeverkanf zu haben, erwählt werden können- 2^89) Suetoulus IO. Lum plirlius in «cis, ksnlsguo psulo polk ex vulnere periillsnr, rumor incre- buh, smbos opers eius occilos, vr ^nconiv suZsto, re- publica conlulibus orbsrs, lolus viLkores exsrcirus occu- xsrer. ksnlse guillem säeo sulpeÄa mors 'luir, et 61)-co meaicus cultoüirus lir, gusli venenum vulneri m» clieliüec. /Väiecir bis ^guilius dli^er, alrerum e conka- libus slircium in pugnse rumulru ab ipso inreremww. Tacltus ^nnsl. i. io. l^lox vbi äecrero pskrum lsMi er ius prseroris inuslerir, caslis llirrio er Pauls, lloliis illos, leu psnlsm venenum vulneri selluluw, tul mlllres plirklum, er msclünsror äoli Lselsr sblkulersnt, vrriuscjue copiss occupsuills. — §s ist freylich gaUj im Charakter des Augusts, den Hirtius und Pausa umgcbracht zu haben, allein ich zweifle doch, daß M biges wirklich wahr sey- — Man lese nur die Nach¬ richten des sehr glaubwürdigen Applaus III 75- Pansa's Tode, so loird man vielleicht diese Dernia- thung schwinden lassen. 2zso) Sie zogen wieder die loZa an, die sie E Betragen des Senats gegen die Sieger. i6i giengen sechszig Tage lang hinter einander Fcyer-N.R.E/n tage , d) erklärten alle, so es mit ihm gehalten, für Feinde des Vaterlands, deren Vermögen sicgermeister. eben so wie das des Antonius selber proskribirten. 612. Kaiftrn aber waren sie so sehr entfernt, durch groß' Ehrenbezeugungen noch aufgeblasener, denn er cs hätte seyn mögen, zu machen; baß sie sich vielmehr ihn zu unterdrücken bemüheten, indem sie alle das, was er zu empfangen hoffte, dem Dekimus dckretirten, dem nicht allein Opfer, son¬ dern auch der Triumph selbst zugcsprochcn ward; jhm sprachen sie auch das Oberkommando über alle diejenige Soldaten zu, so damahls ^nach ge¬ legt, und mit dem 8sAo oder Kriegskleide verwechselt hatten. 2Z9l) Fünfzig erwähnt nur Rikers lMixx. XIV. n. 14 und so auchAppianus HI. 74. — Ich stimme Hrn. Schweighäuser bey, daß aus diesen Stellen Dio zu korrigiren ist. 2ZY2) Der Ioc»8 clsillcus hiervon ist beym Appians III. 74. welcher Gelehrter, da er es erzählt, sich nicht enthalten kann hinzuzusetzen: xan« XL, — Livius Ep»I. IIY. .»Zcjuersu» Laelsrem psrvm Arsluz kenarus kuirLc O. gruro obbclione ^tnrinenst sb Oseksrelibersrn, bonors rriumpbi clecrero, Lasisi-is mlliromgoe eins menrionem non 1sri5 rsksm ksbnir. — Rikers schreibt an Bru¬ tus 19. er hatte dafür gestimmt: vr -mm-rr ir- cE. Man steht, wie der schlechte Mann sogar seinen Herzensfreund, der Brutus war, belog. Es war ihm nie, auch im Traum nicht eingefallen, weder Ovation noch Triumph für Kaisern zu begehren, dem er nur Lobsprüche und den Tod (Isuüsnclum er rollenüum) dekretirte. — Daß aber Dekimo Bruro der Triumph dekretirt worden, ist gewiß: Oecimo Lruko, guo^i slisno beneticio viuerer, clecrerus rriumv!rn§. VellesuL II. 62. L 162 Dio Kaßius. B-XL.Vl.HauvLstl.XX!. Lr.RE7iievdigtem Krieges noch übrig waren, und AnsaBu^dic Legionen, so ehemahls unter Pansa gestaM zermeisrer. hatten, namentlich; den Soldaten, so mit ihm belagert worden waren, crtheilten sie nicht allein - das Lob, sondern auch alle die andern Vor¬ rechte, so sie vorher den Kaiserlichen versprochen hatten; ohncrachtct sie zum Siege nicht das min- dcsie bcygetragen, sondern nur von den Mauer« herab den Streitenden müßig zugcsehn hatten- Den Akwilas, der in der Schlacht umgekoMen war, beehrten sic mit einer Sratua; ) und be¬ fohlen, dasjenige Geld, was er aus seinem Pru vatvermögen, um Soldaten sür Dckimus anzn- werben, aufgewendet, seinen Erben zurückzugc- bcn. Kurz, cs ward fast alles, so ehemahlsKai- sern gegen Antonio war zugestanden worden, M zünd andern gegen ihn selbst dekretier; und dami! er, gesetzt auch daß er noch so sehr wollen ihnen nichts Übels möchte z-ufügen können, wur¬ den alle seine Feinde gegen ihn bewaffnet. Pompejo ward die Flotte, MarkBruw Makedonien, Raffio Syrien und der Krieg ge¬ gen Dolabella übertragen ; und sicherlich hatten fie 2Z9Z) Vgl- Note 2257. dlo. 12. und oben 2?84 Daß er in der Schlacht umgekommen sey, bezeugtem Asittius pöllio in einem Brief an Rikers X. und an Lrmus schreibt er I. c. Müäi, li i» vis, "°" nores in r»or^««?» btircium er Lsnlsm: ensw- — Das Landgut, das er im Königreich Neapel beM erhielt nach seinem Tode Serriiia, die Mutter Drum act ztrr/cr-m XIIII. 21. Es führte den Namen des Trebiš Lanlscken, weil es nahe Key dieser kampanischen Stu°k lag. V. 2.) Uebrigens ist nicht zu vergessen, da« er Kikerons Legat war, da dieser bas GouvernenM von Kilikien führte. 2Z94) Vgl. Leger kbessurus vranäenb. H. ?- 5"^ und Oiskl I.XXVI. io. Betragendes Senats gegen die Sieger. 16z ihm auch die Legionen, an deren Spitz' er sich be-N R Lyir fand, weggenommen, wenn sie sich nicht gefurchtA"^'^ Härten, hierüber einen öffentlichen Rathsscklußgermeister. abzufasscn, weil sic wußten, wie zur seine Sol¬ daten gegen ihn gesinnet waren si Oa also dieses unmöglich warsj bemüheken sie sich, selbige gegen einander uneinig zu machen und gegen ihren An¬ führer auf »Hetzen. Zu diesem Bch-ifenrschlossen sie sich, nicht diesen Soldaten gemeinschaftliches Lod S- zis- und gemeinschaftlich'Ehre beyzulegen, um sie da¬ durch nemlich nicht stolzer, «le sie ohnehin scyn mochten, zu machen; eben so wenig aber wollten sie alle gemeinschaftlich, entweder schänden, oder doch wenigstens übersehn, um sie ne lieh dadurch nicht noch mehr von sich abzuw- n den, und da¬ durch, unter einander gemeinschaftliche Sache zu machen, zu zwingen. Sie wählcken also zwischen bcyden Extremitäten ein Mittel, belegten einige der¬ selben mit Lovsprüchen, andere nicht; erlaubten eini¬ gen einen Kranz von Oelzwcigblätkern in den feyerlichen Zusammenkünften des Volks u tragen, andern nicht; eben so wurden an Geldbelohnvngerr einigen ,weytausend fünfhundert Dr. chmen, andern auch nicht ein Heller zugesprochen: durch ein solches Verfahren glaubten sic nemlich , die Gemüther der Soldaten von einander abgeneigt zu machen, und ihre Macht dadurch zu schwächen. 4 6'. z. Auch wurden diejenigen, so die Soldaten hier- 2^9?) L-c-s-d «v-u; Appiair Hl 74. — Vgl.pasichalius äe cero- Ms Vl. rz leg. 2^96) also noch einmahl so viel hat Appianus >. c. und 86- wo Sckweighguftrs Note nachmftben ist, die gegen die Fabrizische über diese Stelle gerichtet ist.. 164 Dio Kaßms. B. XI.VI. Hauptst. I.XXI. N R ^7iivon benachrichtigen sollten, nicht an Kaiser, son- Ar"^Bur-dern unmittelbar an die Soldaten selbst abge- sermeister. schickt. So empfindlich auch Kaisern dieses fiel, gab er dennoch den Abgeordneten die Erlaubnis mit den Soldaten, ohne daß er zugegen scyn Mil¬ te, zu sprechen; verbot aber jenen, ihnen km Antwort zu geben, sondern sofort nach ihm jü senden. So daß er also nachgehende, da er jü seiner Armee kam, und mit ihr zugleich den Ent¬ schluß des Raths hörte, dadurch nur um soviel genauer mir den Soldaten verbunden ward- Sin- temahl diejenigen, so nun jetzund geehrt werden sollten, sich über diescu Vorzug nicht sehr ftcne- 4en, als sie vielmehr die wahr' Ursach davon cin- fahen, vorzüglich da Kaiser nicht unterließ, ih¬ nen dieses so wahrscheinlich als möglich zu machen; da im Gegcniheil diejenigen, so man jetzund über¬ gangen, darüber nicht im mindesten zornig waren, wohl aber die Ungerechtigkeit des abgefaßten Schlusses zeigten, und behaupteten, daß dieihncn dadurch zugefügke Verunglimpfung auf alle zu¬ rückfiel, und also ihren daraus geschöpften Ver¬ druß allen andern mittheilten. So wie man vieles in Rom erfuhr, furchten sie sich zwar, doch erwähl¬ ten sie Kaisern darum doch noch nicht sofort z»u> Bürgermeister, welches er unter allen am mehre- sten gewünscht hätte, doch legten sic ihm die Eh¬ renzeichen der burgcrmeisterlichcn Würde bcy, / so daß er seine Stimme unter den übrigen, so die¬ ses Amt bereits verwaltet hatten, mitgeben Mc- Da er aber hiermit nichts minder denn zufrieden zu seyn schien, dekretieren sie: er solle unter »en ersten Kandidaten, so sich vorstelicn würden, zulst Stadtrichtcr, und sofort darauf zum Vurgcrinc!- 2Z97) Lx/romc !. uz. Betragen des Senats gegen die Sieger. 165 sier erwählt werden; und glaubten auf solcheAAA^ Weise mit Kaisern, den sie nicht anders denn de«--msaBur- Rnaben oder das Rind zu nennen pflegren,Z^Ester. wer weiß wie gut fertig zu werden Dieser aber nahm gerade dieses, daß er Rnabe genannr ward, für die empfindlichste aller Beleidigung m auf, so daß er von nun an jede Zögerung ausgav, und alle sein Vertrauen auf seine Waffen und die Macht, so ihm selbige mitkhcrlen wurden, binzu- lenken anficng. Er fieng zu eben di. Air an, mit Mark-Anton heimlich' Unterhandlungen zu pflegen, und sammelte die aus der Schlackt Ent¬ ronnenen, die er selbst überwunden und die vom Rath für Feinde des Vaterlands waren erklärt worden, bey denen er sich sehr oft sowohl über den Rath als über das Volk beklagte. §. 614. Denen in der Stadt ward zwar dieses gemel¬ det, aber demohnerachtet fuhren sie doch fort, Kaisern so lange zu verachten, bis sie Nachricht bekamen, es hätten sich Mark - Anton und Le- pidus mit einander verbunden; damahls fiengen sie abermahls an, ihm den Hof zu machen, und da sie nichts von den Verträgen wußten, so Kai¬ ser mit Antonio getroffen, so trugen sie ihm S. zi?. den Krieg gegen selbig' auf. Kaiser übernahm solchen auch, zu versuchen, ob er nicht auf solche Weise zum Bürgermeister ernannt werden könne; denn zu dieser Würde sucht' er, viel'andere Vor- 2Z98) Servius sä Lclog. I. Oelsrem äieirOcrs- visnum , f/rrc rÜrrm Mr rrrrrcrrsr»^ Oecreue- >sr enim ksnruus: ne enm puerum äice» el, ne nisieggz rsnti imperii minnsretur. 2Z99) Appianus HI. zo. ' i66 DioKaßius B. Xl^Vl. H-iuptst. IvXXI. N.^ T./ntprecher abgerechnet, vorzüglich durch Kikerozü -amÄDur^elangcn, "dem er, in diesem Falle, ihn zumKol- germeisier. legen zu wählen versprochen hatte '^) Da er aber, auch selbst auf solche Weise, nicht erwählt ward, schickt' er sich zwar an, als ob er dem ihm aufgetragencn Rathsschluß zu Folge, den Krieg übernehmen wolle, wußt' aber die Soldaten da- hin zu bringen, daß sie dem Anscheine nach von frcycnStücken sund ohne dazu von irgendjemand aufgefordert zu seyn^j sich verschworen, gegen kein Regiment, welches chemahls unter Kaisern gedient hatte, zu fechten. Da nun der größefie Thcil der Soldaten des Mark-Anron undlcpidus chemahls unter Kaisern gefochten hatten, und ih¬ nen also dieser Eid vorzüglich angieng, hielt Kai¬ ser mit seinen Operationen inne, und sendete aus diesen vcrschworncn Soldaten vierhundert Mann an den Senat, um diesem ihren Entschluß selbst anzukündigen. 24VO) Zö-ct. 82. X«I 78V VVL7-0V 04 7-0 7« ?784 01 ^k78k-7LV «V7- 'l^7-8 7, XLI N-r.-7-r' Je XL- ö liL-kLx. 8X k4 7!,, er« L-k/ux-vv, ä-t/' k4 75' x-kk- c-kv-r -Z-«' x«- L1-74V -7L^kx«^k< XL, 7l-v»^«<, «4 ^ev 7xv , 7xk»p--7k?ov 7k, x«i 077«, «!-704 0k 78V k7k-8V Lvkx« 70V A^-«//^0V K,Xk//>«V /5kV Iy 7870-4 kV«?Ak-4 I-« 4-ä«?x--kv> k?'k>kV, ^kL-9«/ 470v§ü-v kV 70-4 k^-k 4fL78>0-4 --?70V08/LeVÄV' XL- ^kr-k, 9kLLXkv4L- 70V ävI^« ^j>-r/kkvov, XL- 4<>«78 07- -74^8, Lvr^kkA«, 7k 7«x> 8^-XILV L^7V70; kV 78 !70>k- 8 /kV'-5575'5 kV --7-.L-4' W4 Z' «V7< ftx 8x>«4k>8 °v, kXk^kVkV, «llkw i-t-Vk-/5-7Z«- 7WV 7IV« vxkL^kk^ ku^^v« , 784 kXkIV» Vk0787-74 k^/xx«78 !7Ll0«>L)-!i>V. Xki-LV« /kkV 8 7k 784 4->L^,L4 i-,k//Lkk, XL- °-' »<->7°"^ ,kL/t-7L 7«V --^L^'kLIV kVk<778L«V, ZkZ-07k4 ^8 «1-784 0 XL-^t 7-4L-70 lt7L7-l-«V' plUtÜrck LrttX0 p. 884. 0V7-4 »L? P°t-x5k-4, -tkk7k/-'^c 7« K-Xkx-VVI 784 Zk°^-kV84 XL- -7k-S--^i 8/7«7k,«V .«-74- L/-4; August sucht das Konsulat. 167 §. 615. Jedoch dieses war nur Vorwand ihrer Abgc-N N §.7n sandtschaft; in der Thal verlangten sie dasjenige^"^ Geld, so man ihnen zugesprochen, und die Er Kermeisier. wählung Kaisers zur burgermcisterlichen Würde. Da der Senat hierauf mit seiner Antwort unter -cm Vorwande zögerte, daß solches einer weitern Uebcrlegung bedürfe, so begehrten sie, auf An- siiften Kaisers, Verzeihung für diejenigen, ,so es mit Antonio gehalten. Wahrscheinlicher Weise nicht, weil sie selbige zu erhalten wünschten; son¬ dern entweder die Gemüther der Rathsglieder zu versuchen, ob sie auch selbige wohl ertheilen wür¬ den, oder auch, um so einen Vorwand zum Zorn zu haben, wenn sie sich ein' abschlägig' Antwort übel zu nehmen stellten. Da sie in der That nichts erhielten, (*) gaben sie offenbare Zeichen ihres Zornes; so daß auch einer von ihnen, (da sie vor¬ her unbewaffnet gewesen waren) abermahls mit seinem Schrverdt in die Rathöversammlung gieng, auf selbiges mit der Faust schlug, und sagte: wenn ihr Kaisern die burgermeisterliche (') Es widersprach niemand diesem Dortrag; da aber zu gleicher Zeit das ncmliche für viele andere be¬ gehrt ward, so erhielten sie kein Gehör- 7-0 ^k.7 7 k- »,<7)«- , -j! k, ?kovi-, skeoi-xk^L- «vv«v prrikv«, , xs> k!7«xsaik, ilrra viti 7kx«v, xsi chkv«xi^Zki« xr> -WaxAattxcriL-««, avi-v» 70/ <7v7>l,.x-°7' kv^»; ftkv v'7-0 7L,v q>k.^isv «irr«» ei^kv, Z'v^k§>av «X70V L!7o><üXk«>; >-r3k7», XLI 7tj I7e«,v e^kliAk^iLv, 7-,^ ö v«2vii7x-><. xs, 7W ie» ftkv r!»7k x. v, ä. 168 Dio Kaßius. B- XI.VI. Hauptst. b-XXI. N.R T./iiwürde nicht geben wollt, so soll ihm dieses Aasii'Bi'r' sie geben! ^°') Worauf R lkero versetzte: wenn germeiirer. ihr sie so verlangt, wird er sie sicherlich nicht bekommen; ein Work, so ihm unter an¬ dern mit den Weg zum Tode bahnte. Kaiser rügte das, so dec Soldat gethan hatte, gar nicht; nahm aber wohl den Umstand, daß sie beym Ein¬ tritt in's Rathhaus die Waffen hatten ablegen müssen, und daß Man sie gefragt hatte: ob sie von den Legionen selbst oder von Kaisern wären geschickt worden? so übel, daß er schleunig nach Anronius und Lcpidus schickte, — denn er hatte Mittel gefunden, sich auch mit diesem letztem, der Verwandtschaft wegen, so Zwischen ihm und dem Antonius obwaltete, zu vertragen; — und an derSpitze des ganzenHee- res, unter dem Vorwand, als sey er von seinen Soldaten dazu gezwungen worden, nach Rom aufbrach. H. 6r6. Diese Soldaten tödteten einen Reuter nebst einigen andern, so sie vermuthetcn nur um ste 2401) Appianus III. 88- leg. Zonaras X. 2402) Plurarcl) p. 997. <1. atv, k^od'ov ero;, ct; ocvror kikiükK. Suetoums c. 26. Loniulakum viAsümo aetaiis anno inuaüt, sclmotis boüilirer aci vr- bsm legionibus, mMsque czui iibi nomine exerciw? ciepotceronr. Lum (juiäem cuncianke tensm, //«5 Le»r»^,o reieÄo laZuIo, otlea- ciens Zlsäii csxulum, non äubiraüel in curia ciicere: Hic kacier, li Vos non lecerikir. ^?äanlUS VH» e^-cv---r;, L^si? 'LvrLxisv xs, -ro, li-xk?«^ r- Lva,L>8^,, x«, kT-rxt!; s-E»; i-riP«,-», L,^«> > -rs^-rciaix. August erhalt das Konsulat. 169 auszukundschaften zugegen zu seyn; sie verheere-N-R.E./n rcten die Ländereyen ihrer Gegner, und unter die-d"^'^"- sem Vorwand verübten sie noch viel' andere Frc-germeistcr. vclthatcn mehr. Sobald die Rakhshcrren Nach- S. z-o. richt von ihrer Annäherung erhielten, sendeten sie ihnen, noch ehe sie näher heran rückten, das Geld, hoffend, sie würden, so bald sie selbiges em¬ pfangen hätten, zurückgehn. Da sie aber dem ohnerachtet näher heran rückten, so erklärten sie Kaisern zum Bürgermeister. Doch gewähret' ih¬ nen dieser Schritt sogar den mindesten Nutzen nicht. Die Soldaten, weit entfernt, daß sie ih¬ nen für etwas hätten dankbar seyn sollen, so sie gezwungen und nicht freywillig gethan, wurden vielmehr dadurch, daß sie sie in Furcht gejagt hak--? ten, noch übermüthigcr. Der Rath, wel¬ cher seiner Seits dieses bald merkte, änderte nun auch sein Betragen. Man verbot ihnen, sich ferner der Stadt zu nähern, sondern sich von ihr in einer Entfernung von siebenhundert und fünf¬ zig Stadien zu halten. Sie selbst veränderten abermahls ihre Kleidung; übertrugen den Stadtrichtern, nebst der gewöhnlichen For¬ mel, die Vorsorge für die Stadt, und besetzten, unter andern vorkheilhaften Posten, auch den Ianikulus, sowohl mit einheimischen als 24OZ) Applgnus III. HO. Zy s- »«>7« yv lrkv XLt N-kVT-LXoo-E 7-ar- , «>7-1 Ze Zr/o 70,4 oxr-cv ZaHyvstt, 7-e «r/7-0/4 «vr-, Zex« xarr r; 7»iv r/?rse-> 2404) Vas oben Note 2990. 2405) Weil nemlich damahls keine Bürgermeister existirten. 2406) Cr liegt jenseit der Tiber, über welche hier der P0N8 Isnicuieichx geht. Man sehe die Kommenta¬ toren über, IV. 64. l 7o Dio Kaßius. B. X^VI Hauptst. I.XXI. N.R.E.7naucb mit den Soldaten, so eben aus Afrika an- RnsaDur-Sekommenwaren. "°') germeister. 6l7. Jedoch dieses geschähe nur so lang' als Kaiser unterwcgcns war, und so lange ward ihnen auch einmüthig von alle denen, so damahls in Rem gegenwärtig waren, Hülfe geleistet; denn so pflegt cs ja die Sitte der großen Menge mik stch zu brin¬ gen, so lange, bis sie nicht die Gefahr durchGc- sicht und Gefühl erproben, zu pochen. Sobald aber Kaiser in die Vorstadt anlangte, fiengen fle an sich zu fürchten. Zuerst giengcn einige der Rathshcrrcn, sehr viel aber des Volks zu ihm über; nachher verließen die Stadtrichter ihren Posten auf dem Ianikulus, und Übergaben ihm sich selbst und ihre Soldaten. Auf solche WH Lekarn Kaiser ohne Schwerdtstreich die Stadt ein, rrud ward noch übcrdem vom Volk zum Burgcr- weister erwählt, indem man zwey stellvertretende Bürgermeister zur Begehung der Reichstag' er¬ wählte; stntemahl cs, der Kürze der Zeit wegen, unmöglich war, einenZwischenkönig, wieso»- sien die Gesetze des Vaterlandes erfordert haben würden, zu erwählen, vorzüglich da so viele von Lenen, so die adelichen Stellen des Raths beklei¬ deten, abwesend waren. In dieser Lage hielt 2407) Dekimus Brutus schrieb m. I»«" a» Bikers: Oelibersnr vrrum rrsiicisnc legionss ex MN" cs, necne. XI. 26. 2408) Die adelichen Stellen des Raths sind d-e Würden eines Bürgermeisters, Stadkrichters, adel-- chen Piatzmajor und adelichen Kammerers. Diese hießen d4sLM--!ru8 xsriicii. Daß aus ihnen derInterrex gewählt werden mußte, lehrt Rikers xvo 8i MSAistrsmz xstrieü cioan non Mui, imeresnt ne- August erhält das Konsulat. 171 man es also für besser, zwey Männer durchN R.L-.71r den städtischen Stadtrichtcr ernennen zu lassen,dUaBur- fvon deren Wahl nachher die des Burgcrmcisterögermeisier. abhängcn sollte^ als zu erlauben, daß er unmittel¬ bar selbst die Bürgermeister ernenncte. Denn da diese fzwcy stellvertretende Bürgermeisters wei¬ ter nichts denn den Reichstag zusammen zu rufen hatten, so schien cs allerdings nicht, daß ihnen durch diese Vergünstigung eine große Gewalt wär beygclegt worden. — In diesem ganzen Verfah¬ ren war nun zwar nichts denn die Gewalt dec Waffen zu sehn, aber Kaiser, um den Anschein , zu haben, das Volk auf keine Weise gezwungen zu haben, gicng selbst nicht in die Versammlung desselben; gerade als ob jemand seine Gegenwart, nicht aber seine Soldaten gefurcht hatte. §. 6r8- Auf solche Weise ward er zum Bürgermeister erwählt,^'") und ihm zumMitbefehlshaber, (wo cell's est, cum interrex nullur tu; guost st iplum pstri- cium ell'e, sr » p«rricic> procii neceste est. .2409) Fabrikats scheint diese Zweymanner mit jenen Zehnmanncrn zu verwechseln, die der Senat kurz vor« her e; (Appiair. III. 82.) eingesetzt batte, unter denen, welches dcmSenat nach¬ her leid tbat, Augustus nicht war. tt-rct. zy. Allein jene Zchnmanner geboren ganz und gar nicht hieher- 2410) Man sehe die Stell' Applaus, so Not. 240z. abgeschriebcn worden. — Aus einer Stelle Dions nnren §. 1214. erhellet, daß solches der lyte August gewesen. Denn da dieser Tag, außer allem Streit, Augusts Todestag ist, (Suecon. ioo.) so be¬ merkt Dio am angeführten Ort, daß er grade an dem Tage gestorben, da er ehemahls sein erstes Konsulat anaetrekcn. — Vellcstis II. 65. Lonlulswm iuHrOss- ssr, ««»or X. K-N.Oeko.brsji- 172 Dio Kaßius. B- XI.VI. Hauptst. I-XXl. ihn anders so, und nicht lieber Unterbefehls- Pan^Bu^^ber nennen soll) Rwmrus pedius ^")'be- gcrmcisrer. stimmt. Er versprach sich, sowohl aus dem Um¬ stand, in einem Alter zu burgermeistern, in welchem S. z-i. solches noch niemahls von zemand gescheh« war, als auch aus jenem andern, am ersten Tage des Reichstages, da er in das Martiefeld'gekom¬ men war, sechs Geyer, und nachher bey Gelegen¬ heit der Rede, so er zu seinen Soldaten hielt, an¬ dere zwölf gcschn zu haben, den glücklichsten Augustus ist den rasten September 69s. gebohren, (vql- Note 2197.) also fiele der Tag seines Konsulat-An¬ tritts auf den 2tstcn September, oder 3. ci X Kkllenä. OLiuKree. Was hierbei) zu erinnern ist. werd' ich in den Anmerkungen zu §. 1014. beybringen. 2411) Oben Note t8z8- 2412) Oer jüngste von asten Burgermeistern, von denen wir Nachricht in der Geschichte finden, war Markus Valerius Eorvinus, dessen Likero 17. und Appian III. 88 erw'hnt Er ge¬ langte nach R. E. 406, im drey und zwanzigsten Jahr seines Alkers zum Konsular. Zwar wird in der^üm« chr»rr b. 86. Marius der Sohn angeführt, der sich in einem Alter von zwanzig Jahren des Konsulats ge¬ waltsam soll bemach'iqt haben; aber hier ist ganz si¬ cherlich ein Schreibfehler in derkchiwmo. vellesus H> 26. bat sechs und zwanzig Jahr; Aurelius Viktor o 68- fünf und zwanzig, wo Spolrus bemerkt, daß altere Handschriften sieben und zwanzig lesen; und diese Lesart scheint richtiger zu seyn, wenigstens wird sie vom Appianus I. gr bestätiget: ------- >-«- Man sehe die Noten Vossius über die ange¬ führte Stelle des Vestejus. 24-t?) AppianUS III. 94. Z- avn-c, « «--e iS----, 0,' 4»«., X», Pi-cequens 129: Oses-U-, gaum in csmxmEgrriumexercirumchicei-er.lex vulrnres axxsrue. August erhält das Konsulat. 17z Fortgang seiner Unternehmungen; denn da er die see Mir dem ehemahls Romulo begegneten Augu rio verglich, schmeichelte er sich nut der Hoff-germeisier. nung, die Alleinherrschaft eben so wie jener zu erhalten. Inzwischen war er doch nicht stolz ge¬ nug, aus dem Grunde, vorher schon mit den Ehrenzeichen der burgcrmeisterlichcn Würde belegt worden zu scyn, das Konsulat, so er jctzund ver¬ waltete, sein zweites zu nennen; worin ihm auch nachher die andern alle bis auf unsere Zeiten nach¬ gefolgt find Kaiser Severus war der erste, der Plaurianum, den er vorher mit den Ehrenzei¬ chen der burgermeisterlichen Würde belegt hatte, als er ihn nachher unter die Mitglieder des Raths ausgenommen und zum wirklichen Bürgermeister ernennen lassen, Bürgermeister zum andernmahl zu nennen befahl; und dieses Bcyspiel haben an¬ dere nachher nachgeahmt. — Kaiser, un¬ ter andern Einrichtungen, so er damahls in dec Stadt nach seiner Willkühr macbre, theilt'auch den Soldaten Geschenk' aus; einigen zwar gerade so viel, als ihnen der Rath vorher schon bestimmt, und aus den dazu angewiesenen Fonds; den übrigen aber, seinem Vorgebcn nach, aus seinem Privatvcrmögcn, in der That aber auch aus der öffentlichen Kasse. — Dieser Ursachen wegen und auf solche Weis' erhielten also dicSol- runr, conkcenäenri cleinöe rolirs', Li-e-uo conluli ire- rum lex vulrmes conssecti, velnu kvmuli aulpiciis no¬ vam vrbem concliruro liAnum ciellerunr. Gueton. 95. kiimo conlulsru suAvrium cuxienli, cluoäscnn le vallu- rer, vt Itomulo olisnäermtt. 2414) Livius I. 7. Dionysius Halikarnaß. I. 7z. Zlorus I. r. 2415) Xlpbilimis p. 89Z. 2416) Appianus UI. 95. ^74 DioKaßms. B. X^Vl.HaupLjr.^XXl. Hirüus updaten damahle Geld. Einige haben dieses über- Pansu Bur^fthn und sich eingebildet, daß schlechthin alle Bm- gerlcgionen, sobald sie, die Waffen in der Hach nach Rom kämen, zwcytausend fünfhundert Drachmen nothgedrnngen empfangen müßten; und dies war die Ursach, warum dicjeragcb, so zur Dethronisarion Julians mit dem Sevcrus nach Rom kamen, sowohl ihm selbst als auch miü allen so fürchterlich wurden, da sie diesclbige Summe begehrten; wiewohl Severus selbige, da der bey weitem größeste Theil selbst nichtwußce, was er eigentlich begehrte, mit zweihundert und fünfzig Drachmen sauf den Mann^ zufrieden stellte. §. 6ry. Kaiser, außer dieser Geldauskheilung, kete noch seinen Soldaten, mit den ausgesuchte¬ sten und ungeheucheltcsten Worten, Dank ab; und wie dieses nicht, da er ohne Begleitung der- selben sich gar nicht einmaht aufs Rathhaus P gehn hätte erkühnen dürfen? — Dem Rath ward zwar auch, aber nur verstellter und scheinbare Dank gesagt / indem er fein genug war, ihnen Las als Gnadengeschenk anzurechnen, was er nut Gewalt von ihnen erpreßt und ohne die mindest Einwilligung ihrerseits an sich geriffen hatte Auch brüstcren sich die Mitglieder des Rathskollcgiuws damit, Kaisern freywillig eine Belohnung stil^ Dienste haben angedeihcn zu lasten, und überdcw dekretieren sie, daß derjenige, den sie vorher niA zum Bürgermeister hatten erwählen wollen, auch 2417) Spartianus VII. ('um in leasru ellsr, milires per l'eäiriouem öens millis popole?«'^ lsnsru, exemplu eorum kpü /tuZuÜum OÄauluw^' rnxm üecluxsrunc, lamum-jue scceperuur. Anerkennung Augusts f. d. Sohn Kais. 175 nach niedcrgelegter Regierung bey der Armee je-N.R C.7n . derzeit den Rang über den regierenden Vurger-HAEur- meistcr haben sollte; demjenigen, dem sie Strafegermeifter. gedrohet, Truppen ans eigener Machrund ohne vorhergegangenen Rathöscbluß angeworben zu ha¬ ben, erlaubten sie jetzund noch mehrer' anzuwcr- ben; - zu dessen Kränkung und Entkräftung sie Dckimus Brutus den Krieg gegen Mark-An¬ ton aufgetragen, diesem überließen sie jetzund so¬ gar die eigenen Legionen des Dekimus; und endlich, um alles, was er nur wollte, gegen die Gesetz' unternehmen zu können, ward ihm sogar die Vorsorge für die Stadt anempfohlen. Hier¬ auf waro er auch in des verstorbenen Kaisers Fa¬ milie völlig rechtskräftig ausgenommen, ""° wie er denn auch darum von dieser Zeit an seinen Na¬ men veränderte Es behaupten zwar einige, daß er auch schon vorher den Namen Kaiser von je- S. zra. ner Zeit an geführt, da ihmchkser Name zugleich mit der Erbschaft war hinterlassen worden, allein er bediente sich doch wenigstens dieses Namens weder ganz noch in allen Vorfällen, bevor nicht dieses Testament durch die vaterländischen Gesetze bevesiigr worden war; aber jetzt, nachdem 2418) Appranlrs 1. c. 7-arp Zvovov e^r/7^0- k/a's- zrstsr-o 7727-^ arr/'9<; XL^ar K8§or7vo--' L?r Z' ey-, 7-8 Zr-^8 Aeo-«v. siLkf», 7-L? x 58? Z' I s ^0^04 vT-o; evr 7-K-v än'LT'öFatv* «r/7-o/ es« 7-0, s ?7«t-75tv L^erv 78- Tv^>k'-kt4 7-t»v x«t ?-« 7-e «äXer ; x«) LtzL^Ll/Aecor 7e xarr 77^8,7/0,, x«, Z/« 7-oö* lLa-"5«ö kA-t 7-^ ^07-S^a: ^k^5t , xa-7-« Ziü-Ar-x«; ot ./5V0^5^, x«t k§e^9»i. — Vgl, GelllUK V. 19. Brissonius äs koimulis xtl VII. x. 622. Pitistus über Suerons 6^. 2419) I.ex cariz». Oben §. 170. 176 DioKaßius. B. XL.VI. Hauptst.L.XXl. i dieses geschehen war, ließ er sich nun mit demvoll- Pausa Dur-ständigen Namen Rajus Julius Reifer Okca- germeisier. viauus benennen. Wenn ncmlich jemand M Kindesstatt ausgenommen wird, bekommt er den ganzen Namen desjenigen, der ihn zum Sohn annahm, behält aber einen, doch in etwas abgc- änderten, derjenigen Namen, so er zuvor führte. Ohncrachtct stch dieses so verhält, werd' ich ihn dennoch nicht Oktavianus, sondern Kaiser nennen; weil dieser Name alle denen, so nach ihm Oberherrn der Römer geworden, erb - und cigcn- thümlich geblieben. ^') Er hat zwar nachher noch einen andern Namen, Augustus bekommen, welchen, eben dieser Ursach wegen, seine Nach¬ folger gleichfalls beybehalrcn; allein von diesem Namen werd' ich, wenn ich im Verfolg der Ge- schicht'auf ihn zu reden komme, handeln; bisauf diesen Zeitpunkt wird der Name Kaiser hinlänglich scyn, den Oktavianus zu bezeichnen. §. 620. AlsoRaiser, sobald er vom guten Willen seiner Soldaten überzeugt war, und den Rath sich unterrhan gemacht hatte, machte sogleich alle 2422). Der Sohn Paul Aemils, der vom Skipin adoptirt ward, nenncte sich nachher Lctxro Es ist aber solches nicht immer ge¬ schehen; Publius Lornelius Gkipio, dervomtÜm»' ius Lakilius Metellus adoptirt ward, nannte M nach der Adoption: Laecrü»/ Aterc/chr Mark Iumus2-vt,cus, adoptirt vom (Quintus Ser^ uilius Lapis, Lae^io , und der jüngere Plinius, Lachs Lakilius, adoptirt von seinem Mutterbruder, L. KrULaskrür,/ 2421) Vgl- «isr lle ortll er chrerilU perükomsui x. 161. tegu. Gericht!- Verfahren gegen Kais. Mörder. i77 Veranstaltungen, den Tod seines Vaters zurä-V.R.Ezu chen; da er aber hierüber einen Aufstand untcr^"^'^^ dem Volke vcrniuthcte, so ließ er sich nichts vonzernieißcr. seiner Sinnesmeinung verlauten, bis er solchem nicht alle Vermächtnisse seines Vaters ausgezahlt hatte. Nachdem er nun auf solche Weis' auch das Volk durch Geld auf seine Seite gebracht, (obgleich solches Geld aus der öffentlichen Schatz¬ kammer, und unter dem Vorwand Krieg zu füh¬ ren, beygetricben worden war) griff er auf solche Wesse die Mörder desselben an. Um ben Amchem zu haben, nicht gewaltthätig, sondern gesetzmä¬ ßig gegen stc zu verfahren, ließ er ein Gesetz, Gericht über sie zu halten , absassen, und dieses ward auch, ohnerachtet ihrer Abwesenheit, voll¬ zogen, (*) so daß nicht allein diejenigen, so selbst Hand an Kaiser gelegt, oder sich wenigstens gegen selbigen verschworen hatten, sondern auch sehr viel andere, so sich nie der mindesten Nachstellung ge¬ gen ihn schuldig gemacht, ja gar wohl da- (') Die mehresten derselben waren ohnehin abwesend, einige befanden sich sogar im Besitz verschiedener Provinzen; die anwesenden wagten es aus Furcht gleichfalls nicht sich zu stellen, sondern verließen heimlich die Stadt. 2422) l.e»s peciia, guam conlul peclius eollsga Las- sinis rulersr, omnibus, czui Lsslsrem inrsrto. e- rsnr, sgus iAnigusciamnaris incsi ci Llum erar. Vcllcius II. 69» — Aonaras X. i6. Tkfo; -5L0S 'rov , u re «r/7-otz Zt« 70 L-l/A-VTl-T-oV, L??.« 70V Küt^T-o- 787S »«i-L-Xkv«-«;. - AppiüNUS lll. Y«. UNd Livius Strome 120. schreiben eben so wie Dis dies Gesetz nicht Pedio, sondern August selbst zu; nemlich weil der allgemeinen und wahren Voraussetzung-nach Pedins nur das in Ausführung brachte, was ihm vom August war anbefohle» worden. M r 78 DioKaßiuS. B. XI.VI. Hauptst. IXXi. rr R.L./nmahlö nicht in der Stadt gewesen waren, v«- MttsaBm-^Emt wurden. Insbesondere läßt sich dich; lermeifier. vom Sextus Pompejus behaupten, der, ohnr den mindesten Antheil an der Verschwörung ge¬ habt zu haben, -los darum, weil er feindselig ge¬ gen ihn gesinnet gewesen,' verdammt ward. Dm Verdammten ward Wasser und Feuer untersagt und ihr sämmrliches Vermögen eingezogen, und alle Gouvernements den Freunden Kaisers, ft viele sich nicht schon damahls wirklich in ihm Händen befanden, zugetheikt. 621. Unter diesen Angeklagten befand sich auchdtt Zunftmeister des Volks, Publius Gerviliud Raska, welcher, da er den Anschlag KaW vorhervcrmuthet, noch ehe selbiger in Romain gekommen war, die Stadt verlassen hatte; er ward aber seiner Würde, weil er die Stadl ge¬ setzwidrig verlassen, entsetzt, (zu welchem MM G. Z2Z. einer seiner Kostegen Publius Titius Volk zusammen berief,- und aufsolchcWeise glcA falls verdammt. Da aber dieser Titius nicht lange hierauf starb, so ward durch seinen Tod dic«^ 242z) Gbseguens rzo. Xvtstum elk xroä-ZÜloco kuille, -juoä proprer collegse rnsAitirmum sbroZsuir er sine snnum ell tuus. Loirltsr neminem, qui inszillrscum collegae » eulerar, snnurn luperuixiäe, abro^auerunc surew I.uciu8 lunius Lrriruz LontuI, l-si^uinjo Lollarino; beriuz Oracclruz klaren Ocksuio; L. Linus rribun" klebis, hlsrullo plsuioque. Die Stelle ist klastiM nur war Titürs nicht Etadtrichter, sondern Zanftin«' ster deS Volks. (Man sehe Pighmm III- 478-) was spater das berühmte Gesetz äs rriumuirii eon xusnäiL gab. App, Uli. 7. Gericht!. Verfahren gegen Kais. Mörder. 179 Meinung bestätigt, daß niemand, dec seinen Kol-NR.x.?!! legen des Amts entsetze, selbigen um ein vollesA,"^^ Jahr überleben könne. Bis dahin war diese Be-germeister. merkung noch jederzeit zugetroffen. Brutus, der den Rollatinus das Amt niederzulegen genö- thiget, starb alsofort; Grakchus ward in eben dem Jahr umgebcacht, in dem er den Vkta- Vius abgesctzt; und eben dieses wiederfuhr dem Rinna, nicht lange darauf nachdem er den Marullus und den Flavius ihrer Würde berau¬ bet. Dies war also ein alter Glaube des Volks. — Es fanden sich viele, so die Mörder Kaisers, theils um seinem Sohne -en Hof zu ma¬ chen, theilö auch aus andern Ursachen angetrieben, anklagten. Sie erhielten dafür eine Geldbeloh¬ nung aus dem skonsiszirten^ Vermögen des Ver¬ dammten: sukjedirt-m ihm auch in dem Gouver¬ nement oder in der Ehrenstclle, die er bekleidete, und waren überdem für sich selbst, ihre Kinder und Kindcskinder, von allen Kriegsdiensten auf ewig befreyt. Von ihren Richtern sprach der bey weitem größere Theil, ennveder aus Furcht vor Kaisern, oder um ihm gefällig zu seyn, gegen sie; es fanden sich jedoch einige , die, um den Anschein wenigstens der Gerechtigkeit beyzubehalten, ihren» Voto ausdrücklich zufügten, entweder sie gäben solches nur, zufolge des zur Strafe der Mörder Kaisers abgcfaßtcn Gesetzes, oder aber sie stimm¬ ten nur so aus Furcht vor den Waffen Kaisers. Es fand sich auch ein gewisser Rathsherr, Sili- kius Roronas, der das Herz hatte, den 2424) Livius II. 2. 6. 2425) Appianus I. IZ. Livius 58. 2426) Oden Note 576. 20Z7, 2244. und 2l6l- 2427) allem Reimgrus hat aus MA 18o Dio Kaßius. B. XU Hauptst.I.XXI. N-R.E.7iiBrutus offenbar loszusprechen. Erbrüsiete sch §anst Bur-'"^ dieser Herzhaftigkeit öffentlich selbst, von an, germcister. dern ward er zwar auch, aber doch nur heimlich gelobt; in der That aber gab er nur Kaisern da¬ durch (sintemahl ihn dieser nicht sofort hinrichttn ließ, ohnerachtet er nachher bey der Proskchm auch mit umgebracht ward) den Namen emeegnä- digen und gütigen Herren. Vatikanischen und einer Medizeischen Handschrift^- geschrieben. Von seinem Tod erzählt Appia-r Illl 27 r , ö; Lftjrl-I Zk X«, , I!«' »«xo; 70,; )5»7«704, x«, 7«, xxvP« 7X» x«7-LaixL<^ij-7Lv 7X7 «7«-^»- x">xe 7X7°; Vixfü» kxxo/xi^o^kvov v.7«77«r , 701; 7«^e 70 t§ov7«x är 7«, 4>xxx8V7«v 7"«; , ir- r/tt- o/ »kXLo^o§>oi «-«x« 70 k.l x«< 7V,- I-l> ^k?o,7«; 8^ V70X0»77«V, 7-0 Zk ^k^o; «^>cl. 996. cl. Z-5 7-x («SNkx «;«Akx) «»0 7^8 ssx5<«7-0§ 7-0» Nx87-0V 7X> ^8,7-»;, 70 ^x3o; cx-,Zx^«r t-k ,'^ cha'T-a; ki; -, x-v-I-s- L",r». x-x-" ff Axv«' Z«X?V7«V70! X«, ZI« 7X„ «!7<«v vrkL«x sv« --- i8r Zwey und siebenzigstes Hauptstück. Triumvirat Kaisers, Mark-Antons und Lepidus. 622. Nachdem er dieses gethan, so nahm er dem^ M x Anschein nach einenZug gegen Mark-Anron undHirtins und Lepidus vor. Antonius hatte sich swie oben er-A^A^ zählt worden^ aus der Schlacht durch die Flucht gerettet. Da ihn nun weder Kaiser, weil -er Rath den Krieg gegen ihn Dekimo aufgetragen, noch aber Dcküuus, weil dieser einen Widersa¬ cher Kaisers nicht völlig aufreiben wollte, verfolg¬ te: bracht'er von denen, so sich aus der Schlacht gerettet, soviel als er konnte, zusammen, und begab sich mit diesen zum Lepidus. Lepidus hatte sich, eines erhaltenen Rathsschlusses zu Folge an- geschickt, mit seiner Armee nach Italien zu gehn, war aber, nachdem er einen Gegenbefehl erhalten, da, wo er stand, stehen geblieben. Das Raths¬ kollegium nemlich, nachdem es in Erfahrung ge¬ bracht, daß Silanus die Parthey Mark- Antons ergriffen, hatte sich angefangen zu fürch¬ ten, es möchten sich auch Lepidus undL.Hlan- kus mit ihm vereinigen, und ihnen deshalb sagen lassen, daß man ihrer nicht bedürfe. Zu verhindern, daß sie nicht Argwohn schöpfen und daher Feindseligkeiten zu verüben Anlaß nehme» 2428) Vgl. oben Note a;86. 2429) Luklus Munatms plankus, Gouverneur von comsr», unter dessen Befehlen fünf Legio¬ nen standen, ist nicht zu verwechseln mit Taus Muna- nus Plankus, von dem oben §. 612. — Die beste Erläuterung geben hier die zwischen diesem Plankus und Kikero gewechselten Briefe, im zehnten Buch der vermischten. 182 DioKaßius.B.Xl.Vl.Hauptst. I.XXII. N.R.T./nmöchlcn, trugen sie ihnen auf, denen, so dieM d^E^lobrogcr chemahls aus Wien im Narboncsischen gcrmeister. Gallien vertrieben, ^'°) und die sich hierauf da, wo der Arar in den Rhodanus fließt, niedergelas¬ sen halten, eine Stadt zu erbauen. Sie blieben also da, wo sie waren, sichn, und stifteten die¬ jenige Stadt, so vorzeiten Lugudunum, jcj- zund abcrLugdunum genannt wird. Nicht 24zo) Von diesem Krieg sehe man §. 98 und 24g!) Strabo S- 555, und daselbst meine NM Seneka Ln. 91. kiuic coloniae sb oiigine lu» ceE timus annus elk, sekss ne bomini guiclem exkrems. «Zuck» g planeo in banc kreguenrism loci opporrunitt» conusluir. Eusebius: bluusliur PIsncus, Licerom! ^iseipulus, orskor lisbemr inliAins, guia, cum6silim comsram regerer, I.ugclunum con6i6ir. Vgl. Gruttk x. OceclXXXVIll. 8- Seneka ^pocol. x. m. 2/)' Vicli cluobux imminens lluuiiz iugum, sluoä kboebus orru kemper obuerko viclek: Vbi ilboilanuz ingens smne prserspiöo iluit, /^rsrgue llubikan; guo suos curlus sgsr, Iscirus guisris slluic rips« rsäi;. — Die Schreibart findet sich noch ls^ häufig, z E. auf einer alten Münz' in desLu!viusUr< slilUK ksmil.Ilomsnis p. 2Z. (von einen« aus derFarniok der Antoniorum geschlagen. Sie ist mit einem Lö^" bezeichnet, und mit dem vierzigsten Jahr bemerkt/ Spon Klilcell. p. 171. und Grurer l. c. x. z88>E Doch aber ist diese Schreibart nicht ganz allgcnM Llpsius bib. n. ep. 22. führt zwo Münzen, mrt 0- Inschrift bVQVVbll (wo solches nicht etwa Akyr° gie ist) e^.XXXX. an, die er sonderbar genug von zig gallischen Völkerschaften, die zu Lugdunum Hao Geld prägen lassen sollen, erklärt) und so auch blrsma x. i6z. — Wenn aber Planko die Stiftung Lyons, geschrieben wird, so ist dieses nur von einer Rönm"' Kolonie, so er dahin geführt hatte, zu verstehn, de" die Epoche der Gründung der Stadt LugudunuM l« um die Zeit, da Rom von den Galliern belagert wa^ plnrarch -K ^«««> x. erzählt aus dem , Mark-Anton und Lepidus vereinigen sich» r 8 z als ob sie nicht mit ihren Heeren bis Italien Hät-N.RE.7" ten verrücken können, wenn sie gewollt; — sin AnsaVnr- temahl die Verordnungen des Raths daniahlögermeißer. höchst unbedeutend gegen Befehlshaber der Trup- S. z-4- pen waren, — sondern weil sie den Ausgang des Amonianischen Krieges abwarten, und unter dem Anschein, den Befehlen des Raths zu gehorchen, ihr' eigene Macht bevcsiigen wollten. §. 62 z. Gewiß ist es, daß Lepidus Silamrm des ge¬ troffenen Bündnisses mit Antonio wegen sehr ta¬ delte; so daß er ihn bcy seiner Rückkunft gar nicht einmahl sprechen wollte, sondern sich viel¬ mehr in seinen Briefen an den Rath über ihn be- Duch Rlitophons Atcpomaruq, und Mo- mor, so beyde vom Seseroncns aus ihren Staaten, vertrieben worden waren, hatten Lugdunum erbauet. Nun aber hat dieser Arepomarus um die Zeit gelebt, da Brennus Rom belagerte, wie wir aus einem Frag¬ mente des Aristides im ersten Buche der /»«ücorE wis¬ sen, so uns Plnrarch 55. aufgehoben; und dessen historische Wahrheit, so viel nemlich dieHaupt- sache betrifft, d. i- die Zeit, wenn Atepomarus lebte, durch cin' andere Stelle des achten plucarcks (denn ich habe sonst schon bemerkt, daß der Weltweise von Charonea weder das Büchlein cie noch die pa- rallele», noch die »avsriE, noch die geschrieben) Lawrl/«/ p. 146. und Makro- bius Xarnrsa/. k. I, c. 2. p. m. 19z. bestätigt wird. Was Plurarck l. e. von den Kenntnissen erwähnt, so Momorus, der Stifter Lugdunums, in der Kunst, aus dem Fluge der Vögel zu weissagen, besessen, O"- ^«,04 °« erinnert micl> an eine Stelle Justins XXIIII. ^uAvusnüi üuülum 6E piaeier cereros erlllem, ein Lob, welches er ihnen ge- kad' in der Epoche, von welcher wir hier reden, bey- legr. 184 Dio Kaßius. B. XI.VI. Hauptst.Hll. E 7'-klagte; so daß er darüber nicht allein gelobt L^n^Bu'r^vard, sondern daß man sogar ihm auftrug, deu germelsrer. Krieg gegen Gilanvm zu führen. Eben dieser Ursachen wegen hielt er sich in dieser ganzen Zwi¬ schenzeit gegen Antoninm neutral; vereinigte sch nicht mit ihm, versucht'aber auch nicht, ihn zu¬ rück zu treiben, sondern sah, ohne sich selbst per¬ sönlich mit ihm zu besprechen, dazu durch die Fin¬ ger, daß er sich in seiner Nachbarschaft aufhielt, und Gemeinschaft mit seinen Soldaten unterhielt; sobald er aber Nachricht vom Bündniß, so er mit Kaisern getroffen, erhielt, schloß er sich an ihnen beyden an. M. Iuvemius, einer der Of- 24^2) k^«ak, Lijaar«,« rx «VE. Appran. III. 8z. Ich weiß nicht, ob dieser Kulleo einerlei) mit dem ist, dessen Rrkero a^r-c. Ilt. 15. erwähnt- 24ZZ) II. 6z. 8ul> Antonii inZrellum in ei' lira I-arere-r/r,, vir vira ac morre conleni»' neuz, cumscerrime suslillerbepicio, ne le cum^nwni» bolleiuciicsco iun»erer, irrirus conlllii, le ipls rran!' ssxir Alsöio. Appranus III. 84- 'ri" kx (d. i- ein adelicher Ralhsherr; nichts mehr und nichts weniger, nicht aber'wie in der Uebersetzung sieht: vnus ex rL/r-l'«- sensroribus, welches gar einen andern Verstand geben kann) >-. Plankrrs x. 2z. bsceren' tis nollri er Nclsm, er snimurn linZularsm in publie-rm lewper fniebor; leä cerre nimis eiur inäus' xenri» in l.exi6uin aci bsec xsriculs xertziiciunäs lecN Mark-Anton und Lepidus vereinigen sich. 18 5 fiziere des Lepidus, sobald er Nachricht von dem,A,R E.7n was vor sich gehn sollte, erhalten, versuchte zuerst,Dänft Bur- ihm hievon abzurathen, da er ihn aber nicht über-sermeister. reden konnte, bracht' er sich selbst vor den Augen aller Soldaten um. Ihm ward hierüber vom Rath eine Lobrede, eine Skatua und Begräbniß auf öffentliche Kosten dckretirt; die Büste des Le¬ pidus aber, so man auf den Rednerstuhl gesetzt, ward weggenommen, '*") und er selbst für einen Feind des Vaterlandes erklärt. Seinen Soldaten ward ein gewisser Tag bestimmt, binnen dessen sie seine Fahnen zu verlassen hätten ; wo nicht, bedrohete man sie mit Krieg. Ucberdem veränderten sie abermahls ihre Kleider, (denn sie hatten, wegen der Erwählung Kaisers zum Bür¬ germeisteramt, die Toga ahermahls angenommen) eum minus ssAscem, gni guiäsm guvm in krausem ss äeducrum viäeret, manrrr, czuas iultius in I.epi6i psr- niciemarmallek, /r/>i aci/er-»-« e/?, /» ^»o casit rame» r»re^e?/ar«r, acl/r»c vr'rrr'r er elrcrrrn' urer/rr'«/. —- Durch diesen Latcren-sts hatte Plankus mit Lepido ge¬ handelt, Antonium nicht aufzunchmen. e-eer-o L«. X. 15. Auch sehe man XVIII. 21. und ^rrr». II. ^rrrc»m II. iz. und ^11. 17. — Es ergicbt sich aber aus allen Umstanden, daß sich Lepidus nicht aus Politik mit Antonio vereinigt, sondern daß er solches nothgedrungen gethan. Man lese nur die ganze Ge¬ schichte bcym AppianIII. 8Z ff- plucarch ^»ro». x. 92;. Vellejn.-? II. 6z. 24Z4) ?/u/rpx. XIII. y. Ilaec causa suir cur clecer- nereiis sldexrcio^ Uaruam in roliris cum inkcriprione praeclsra. 24Z5) ör»ru?» 19. >^r in Uepiclo repredenäimr, cui, cum liaruam in rolkris llecreuikkemur, üäem iilam eusriimus. dlos illum danore lkucluimus a kurore reua- care. Vicir ameniia leuildmi dominis noliram prucien- kism. d^ec kamen rankum in lkaruensa l.epiili llatua kacium esi mali, guanrum in euerrenäa doni. 186 DicKaßius. B. XI.VI. Hauptst. Ml. N R.E.7nund trugen Mark-Brutus, Rasims undGy. Mn?Bu'r-tUb Pompejus auf, den Krieg gegen sie zusih- germcister. ren. Weil cs aber schien, daß die Ankunft der¬ selben noch weit entfernt seyn dürfte, übertrugen sie svor der Hand^ selbigen Raisern, des Bünd¬ nisses, so er mit ihnen geschlossen, unbewußt. §. 624. Baiser versprach wirklich diesen Krieg zu übernehmen, ob ec schon veranstaltet, daß die Soldaten unter sich den Eyd, 'dessen ich oben er¬ wähnet, abgelegt, in der That aber that er nichts, was hierauf einige Beziehung gehabt hätte. Nicht als ob er in der That mit Mark-Anton, und sei¬ netwegen auch mit Lepido gemeinschaftliche SM gemacht, (denn hierum würd' er sich wenig be¬ kümmert haben) sondern wcil er wußte, daß er ihm bey der Macht, so sie kommandirtcn, und bey der großen Ucbcrcinstimmung, so der Anver- wandtschaft wegen zwischen ihnen herrschte, ' ) sie zu überwinden unmöglich fallen würde. Ucber- dem macht' er sich Hoffnung, Kassius und Bru¬ tus, welche beyde schon sehr mächtig geworden waren, durch ihre Hülfe zu unterdrücken, nachher aber sic selbst einen durch den andern aufzureiben- Dieser Ursachen wegen blieb er seinem getroffenen Bündniß auch gegen Willen treu, und bemühcte sich, Verzeihung für sie beym Rath und Volk zu bewirken. Den Vorschlag hierzu, um keinen Argwohn zu geben, that er nicht selbst, (vielmehr verließ er mit seiner Armee, als ob er gegen sie Sl z-r- Felde ziehn wollte, die Stadt) sondern BrvilitUS Pedins mußte, gleichsatn aus eignem Antrub, rathen, ihnen Verzeihung und die Freiheit zurück- «4Z6) Oben Note 2z85. Lage des DekimuS Brutus. 187 kommen zu dürfen, zu crtheilen. "") Sie er-N.R.E./n hielten bcydes doch aber nicht, bevor nicht derA"^'^ Rath mit Kaisern, gleichsam als ob solches ohnegermeister. seinen Vorbcwußt geschehen wär, Berathschla- gung darüber gepflogen; und dieser in den Vor¬ schlag, seinem Vorgeben nach von den Soldaten dazu gezwungen, eingewilligt hatte. §. 625. Inzwischen dieses sich zutrug , warDekimns Brurus zuerst in der Absicht, den Krieg gegen sie zu führen, aufgebrochen, und hatte sich 24Z?) Oben Note 2422. 24Z8) Lpirome I2O. t)uurn .Antonio res Xiiuius guogus ?ollio er IVIuusrius ?l«ncus, cum exerciridus suis alliuncli, smxliallcnr: er Decimus kru- rus, cui ssnsrus vr persec>ueretur /rurnuium manclaue- rsr, relictus s lesrouibus suis profuAilüer, iuüu ^uronii in cuius poresisrem veuersr, sb t?ax>c»o Legusuo iurer- emrus sst. Fast eben so, nur etwas umständlicher Vcücsus II. 64. OecimusNrurus 6sserrusprimo»PIsuco, mo^eriai» r»/rcürr paullarim relinguenresum exercicu, su^iens, in /ro/pirre c»in/ckam, »o/u/rr viri, nomine <7amc/i, llomo al> üs, iu- Aulsrus eL Appianus in. 97. 98- erzählt die ganze Geschichte am weitläustigsten, besten Nachrichten ich hier excerpirt hersetzen will: AlS Mark-Anton den DekimusBrutus verfolgte, ver¬ einigte sich Aftnlus Pottio nebst zwo Legionen mit ihm- AufZureden dieses letztern geschah' eS, daß gleichfalls iLuklirs rNunanus plankus nebst drcy Legionen zu ihm stieß. DekimuS hatte dainahls nicht mehr denn zehn Le» gionen, von denen vier zwar aus erfahrnen Soldaten be¬ standen, aber Mangel an Lebensmitteln litten; die sechs übrigen waren neu angcworbcn, ungeübt und der Kriegszucht unerfahren. D.ekimus also, der mit dieser Macht ein Treffen zu wagen sich furchte, beschloß zum Mark-Drutus nach Makedonien zu flichn. Er nahm zu diesem Ende nicht dm Weg auf Ravenna und A- 188 DioKaßius. B.XL.VI. Hauptst. I-XXII. N.R.E.7nzu dem Ende mit Lukius plankus, (sintemal MaVur-bicscc zugleich mit ihm auf das nächstfolgende germeister- kwileja, weil sich in diesen Gegenden die Armee Au¬ gusts befand, sondern beschloß über den Rhein zu stz- zen, und so durch die Lander der Wilden nach Make¬ donien zu gehn. Die mit diesem Marsch unausbleib¬ lich verknüpften Schwierigkeiten schreckten die neuan- geworbenen Legionen dergestalt ab, daß sie ihren Gene¬ ral verließen und zum August üdergicngcn. Ihnen folgten bald darauf die vier Legionen Veteranen, und - einig'andereHülfstruppen, sodaßDekimo nichts denn die gallische Reuterey übrig blieb, so seine Leibwachk altsmachte. Dekimus, auf gut Mosaisch, erlaubt' auch von diesen jedem, der da Lust hatte, d. i. jedem, der nicht Sokvurier war, nach Hause zu gehn, und so verliefen auch diese sich nach und nach dergestalt, daß er von nicht mehr denn dreyhundcrt Mann beglei¬ tet seinen Marsch nach dem Rhein zu nahm. Die Ge¬ fahr, mit welcher dieser Fluß zu pajsiren war, schreckt' auch diedreyhundcrt ihm bisher treugebliebenen Man¬ ner dergestalt ab, daß sie sich nach und nach bis auf zehn (SolSurier) verliefen. Nun, da Dekimus von allen sich verlassen sah, zog er ein gallisch Kleid an, die Sprache verstand er ohnehin, und suchte, von nicht mehr denn zehn Mann begleitet, auf dem kürze¬ sten Wege nach Akwilefa zu kommen. Es verleitet' ihn nemlich die klein' Eskorte, so er bey sich hatte, ih" glauben zu machen, daß er unbekannt bleiben könnte. Allein im Schicksal wars anders beschlossen! Er M der Marcchaussee des Ramillus in die Hande, ward von dieser arretirt und ihrem Fürsten vorgestellt. D>t' fcr, der chemahls sehr viel Wohkthaten vom Dekirnus erhalten hatte, stellte sich ungehalten über die Bezeg' nung, so einem Mann seines Standes wiederfahren- ließ ihm alsbald seine Fesseln abnehmen, (denn er war gefesselt,) aber unter der Hand gab er Mark Antonen Nachricht von seinem Fund, und dieser ließ ihm zurück sagen, er möchte den Dekimus umbringen, ihm ab^ das Haupt desselben zusenden. Dies ward wörtlich vollstreckt, und Mark-Anton ließ das ihm zugesendete Haupt ehrlich zur Erden bestatten. Nach Vater- Tod des Dekimus Brutus. 189 Jahr zum Bürgermeister ernannt war) verburr-N.RT.7n den: nachdem er aber seine VerurtheilungA"^"- germeister- ximo Vlil!. xm. g. schickte Mark-Anton einen gewis¬ sen Furiers ab, die Hinrichtung zu vollzirhn, und De¬ kimus starb auf die allerweibischke Weise: bm-io, gusm sä eum vcciäonäum Antonius miwrm, compro- benluz, non solom coruicom Alsäio sublrsxir;. verum erism conüsniius esm prsebere sämonitus, jplis bir verbi; iursuir: rr« clabo! O cuncr-uionsm ssli - sersiunostm Lee. Hiermit vergleiche man denselbigen IUI. VII. 6. Decimus Lrums sui-iens s Xlurins, vc sä ke inrerticienäum ab Antonio millos eguires cvAnouir, guoäsm in loco iuttss poense äobirum lpirirum rens-' bris sursri consbsrur : eogus ism sscrs irruprions, Tr- tiäeli msnäacio, oblcurirsre ipss sussrsASnre, Lruium se eile bmulsuir, er corpus suum rrueiäsoäum eguicibns subiecir. Verum coZnitus s k'urio, cui Lru- lianae vlrionis oilicivm msnäsrum kuersr, nsce tus smi- ci supplicium äilcukere non poruir. Und NUN erlaube man mir, da, meiner geringen Einsicht nach, die Ge. schichte der letztem Tage des Brutus noch lange so nicht, wie sie es verdiente, bearbeitet worden, selbige hier, größtenthclls aus seinen eignen an Kikero ge¬ schriebenen Briefen, zu rektifiziren- Das Treffen bey Murina fiel den izsten April, n. R. E. 711. vor. (NoteagZo.) Tags drauf, den r6ten April, ward Brutus nach Bonouien zu dem dort ver¬ wundet und krank liegenden Panfa gebeten. Noch unrerwegcns erhielt er Nachricht, dast sein Freund an den erhaltenen-Wunden gestorben, er kehret'also um, und dadurch hatte Mark Anton einen Vorsprung von zwey Tagen gewonnen. XI. iz.) Da Mark- Anlon weit schneller, weit forcirter floh, als Brutus ihm nachsetzke, so wird es begreiflich, wie dieser mit seiner Armee den -zsten April noch nicht weiter als libsgium bepiäi vorgerückt war, (II-. 9.) welche Stadt kaum sechs deutsche Meilen von Mutina ent¬ fernt liegt. Den zweytcn May stand er in Derton (K. io.) auf der Halste des Weges zwischen Genua und Piacenza, und 402 Stadien oder zwölf eine halbe Mei¬ le von jeder dicfer zwey Stadt' entlegen. /Srrabo S- I9O DioKaßius.B. XI. VI. Hauptst. I.XXII N.R.T.7-iulid ihr Bündniß erfuhr, so wollt' er zwar gegen selbst zu Felde ziehn, weil er aber vom zmneisicr. plailklts, der dreParthcy deö Lcpidus undMark- 679.) Einen Brief, den er Tags darauf schrieb: ki- ^ie dgonarum dtaii II.) datirt er ex gnibus 8u- rieUenlium. Hier lassen wir ihn, und wenden uns zum Mark-Anton, der von Mutina freylich, aber lan¬ ge nicht so hülflos geflohen war, (Lssorc 2487.) M seine Gegner wohl gewünscht harten. Dieser war, in der größestcn Geschwindigkeit, von Murina südwärts nach dem Ligurischen Meer (Colt'a cll Qenovu) hinun¬ ter geflohen, und hielt nicht eher stille, bis er nichldir äas-t-ar/rra erreicht hatte, von denen Lrucusl-c. IZ. schreibt: lacer inrsr /^pennmum ec ^Iper, impk' «llntlunus locus all icer ksciencium; wo jetzund SarwnN und Pavi. Hier zwischen den bcyden Gebürgen, dm Apenninen und den Alpen, und dem Ligurischen M>- hielt er sich vorjedem feindlichen Angriff sicher; erhielt sich also einige Zeit hier auf, und hier war es, Venrioms, der einen zwar sehr beschwerlichen, aber auch sehr ruhmvollen Marsch über den Apennin ge¬ macht, sich mit ihm vereinigte, (L io.) Nachdem beydc Korps sich hier einige Zeit ausgeruht haM- stelltc Mark-Anton ihnen vor, sie möchten ihm »der die Alpen folgen, wo er ein geheimes Lerstandniß niu Lepido unterhielte. Alle riefen ihm zu: sie wollten >" Italien siegen, oder in Italien sterben, und baten W angelcgentlichst, er möchte sie nach Pollenria fuhrA (//-. rg.) Sobald Lrurcrs, der damahls.MU E (deutsche) Meilen von ihm entfernt stand, davo» Nachricht erhielt, schickt' er fünf Kohorten nach llentia ab, die so glücklich waren, eine Stunde srum- als die vom Mark-Anton unter der Anführung re» Trebcüius dorthin beorderten Reuter anzukommeu- und Besitz von der Stadt zu nehmen. 8sne quam!» Zsuilus , schrieb der gute Brutus seinem Kikero, in? enim vicroiiam pmo contillere; allein er fehlte ill dteh Voraussetzung himmelweit. Sey es nun, wie mir sehr wahrscheinlich vorkommt, daß die ganz'UntttE mung aufPollentia Kriegslist Antons war, oderseyA sie war ksnsthaft gemeint, sy ist auf jeden Fall so o>« Tod des Dekimus Brutus. 191 Antons ergriffen, verlassen ward, beschloßN.R.E.7n er, Gallien zu verlassen, durchIllyrien nachMa-^rm^md kedonien zu marschiren, und sich daselbst milgermerster. gewiß, daß nach ihrer Fehlschlagung Anton sich nichts angelegner seyn ließ, als uberdieAlpen zu gehn. Un¬ ter den vier Passagen, über die Alpen zu kommen, de¬ ren Srcabo p. 602. h. 15. erwähnt, geht die erste in der Nachbarschaft des tyrrhenischen Meers durch die Ligurer, (d. i. der jetzund so berühmte Paß von Nace, der aus Italien nach Frankreich führt, sehr mahlerisch beschrieben in Hrn. Sulzers Reise x>. 167.) Lepidus hatte diesen Paß durch den Rulleo besetzen lassen, al- lein dieser machte selbigen Antonio nicht streitig, (wie schon oben Not 2432. aus Appian Hl 8g- bemerkt worden) so daß also dieser glücklich die Alpen passirte. Auf die von seinem Uebergang erhaltene Nachricht gieng ihm Lep'dns , der mit seiner Armee damahls da stand, wo der Arar in den Rhodanus fällt (beyLyon) entge- gen, und schlug sein Lager beym Gilberfluß, (in der Nachbarschaft von Frejus) auf, aus welchem Lager er dem Kikero einen Brief schrieb, der den aostenMay 711. datirt ist. (L)/r-e,'/ön. X. Z4.) Bald darauf erfolgte die Vereinigung Mark-Antons mit Lepido den 28lken May, (X 2z ) die auch Lepidus selbst sogleich dem Senat überschrieb (X. g;.) Nun wissen wir aus Strabo p. 600. §. 12. daß die gewöhnliche Straße aus Italien nach Frankreich durch das Gebiet der Salassirr gieng. Brutus also, der nun, da Mark-Anton Meister vom Passe von Nizza war, hier nicht in Gallien eindringcn konnte, ergriff diesen letzter» Weg. Er gieng von Pollentia nach Vercellä, einer am Sestircs gelegenen Stadt, von welcher aus er, an eben dem Tage, da sich Mark- Anton und Lepidus verbunden hatten, einen Brief an Kikero (Xl. iy.) schrieb. Am agsten May stand c,r zu Lporcdia, (Xl. 20. 2g.) welches eine römische Kränz- vestung gegen die Salassier ist, von ihnen auf aus¬ drücklichen Befehl der sibyllinischen Bücher am größern Duria Fluß erbaut. Plin. III. 17. Hier hören zwar fein' an Kikero geschriebene Briefe auf, denn ein spate- rer, i,. ä. m. dlouss lauft, oder den 4ten Junius da- 192 Dio Kaßius. B. Xl^Vl. Hauptst. D.XXII. N.R.T./nMark-Brutus zu vereinigen; er schickte -.msaBur^uch wirklich einige Truppen zum Voraus dahin rermeisrer. ab, in der Absicht nachzukommen, sobald er die unter Händen habende Geschäfte vollendet haben tirt, ist nur n ohne beygesetzten Ott unter¬ schrieben, enthalt auch überhaupt nichts Merkwürdi¬ ges, allein wir wissen durch Scrabons p. 594 ans< drückliches Zeugniß, daß er das Thal der Salass« passirte, und für den freym Durchzug an die Thalbe¬ wohner einen Drachmen für jeden Kopf zahlte. Plankus (X. 9.) gieng am 2/sten Aprck über den Nhodanus, und schickte dreytausend Mann Reuter, unter derAnführung seines Bruders, nach Vienne vor¬ aus. Er that dieses in der Absicht, den in Muüna belagerten Brutus zu entsetzen; weil er aber gleich nach seinem Uebergang Nachricht von der aufgehobenen Be¬ lagerung Mmina bekam, rief er die Reucere» zurück und blieb im Gebiet der Mobrogen, zwischen der Jsa- ra und dem Rhodanus, stehn. Lepidus hatte verspro¬ chen , mit ihm gemeinscl)-nftliche Sache gegen Mark- Anton zu machen. Wei! nun Lepidus therls eine sehr schlechte Kavallerie hatte, theils sich selbst auf sein Heer nicht verlassen konnte, so setzte sich Plankus vor, sich mit ihm zu vereinigen, und gieng zu dem End' am 4ten May über die Jsani. Hier erfuhr er, Ltckins Anton habe bereits die Aloen ^paffirt und stehe bc»m Loro /«ür diesseit des Silberflusses. Diesen anzugreifen sendete er am i4tcn May seinen Bruder mit 400 Mann Kavallerie zum Voraus. (X. 15.) Uebrigens hatte sich Mark-Anton am iztten May mit seinem Bruder Lukins vereinigt. Lepidus war ihnen mit der Armee bis an's lo- ruin Voeomi entgegen gegangen, welches sechs Meilen vo>n kora lulii entfernt, zenfeit (in Rücksicht Italiens) des Silberflusses lag. (X. 17.) Plankus immer in der Absicht¬ lich, mit Lepido zu vereinigen, gieng nun/ am aasten May, von der Isara südwärts hinunter, und mar« schirre dem Silberfluß zu. (X. rz.) Erhielt aber un¬ verhofft vom Lepido Brief', er möchte nur nicht kom¬ men , weil er es sich mit Mark Anton allein auszuneh¬ men getraue. Plankus glaubte, oder wenigstens gab er vor zu glauben, es sey Eitelkeit den Feind allein z» Tod des Dekimuö Brutus. 19z würde. '""4) Allein diese grenzen zum KarscrN.R.T.zn über, und den Ueberreft wußten Mark-Anton und^A'^ Lcpidus durch Unterhändler auf ihre Seitegermeister. schlagen, so Lepidum zu dieser Demarche bewogen ha¬ be. In dieser Voraussetzung also, entschlossen, nicht zu schlagen, aber in der Nahe zu seyn, wenn Lepidus geschlagen werden sollte, setzt' er seinen Zug durch das Gebiet der Volontier fort, und näherte sich bis auf zehn deutsche Meilen Lepido. Da sich dieser den 28sten Ma» mit Antonen vereinigte, und nun mit vereinigten Kräften auf Plankum losgieng, zog sich dieser zurück, und vassirte, am zten Junius, die Jsara' zum zwey- tenmahl, und stand am 8ten Junius zu Rularo, oder im heutigen Grenoble. (X. 2g.) Nachdem Brutus das Thal der Salassier passirt, so standen ihm zwo Weg' offen, sich mit Plankus zu vereinigen, entweder durch das Gebiet der Kentronen, oder aber über die Punischen Alpen (Strabo x. 620. §. la.) Ich weist nicht eigentlich, welchen Weg er ge¬ nommen, aber so viel weiß ich gewiß, daß er sich mit Planko wirklich vereinigt. Nicht allein bezeugt dieses Applanus lll.Zr- ausdrücklich, so verderbt auch son¬ sten die Stelle seyn mag, sondern es ergiebt sich auch solches höchst deutlich aus einem Schreiben des Plan¬ kus an Rikcro X. 24. Loxiss vero notss tibl eile »rbirror. In caliris mer'r le^iones sunt vereranas tres, lironum vel luculentilstma ex omnibus vna; in ca/?r-rr Lr«tr, vna veterana leZio, altera bima, 0A0 ti- ronum; ira nnmsro ampliistmus elt. Dieser Brief ist den azsten Julius s osllris datirt, und schon am ztcn Julius schrieb Rikcro «cl 14. brumm xraeclars cum ?Ianco coniunLlunr babemus: so daß also die Vereinigung beyder Heer' im Junius geschehn seyn muß. Auch an Furius schrieb Lrkero X. 26. Haost äe lllanci et kruli concorstia bcribis, in eo vel maximam fpem pono viLiorise. Doch was soll ich mehr Stellen anführcn? Die Sach' istgewiß, und wundert mich nur, wie einige Gelehrte, z. E- Reis chard Attikus Illi. x. 402. N. 4. 'solches leugnen können. Freylich schreibt einmahl Dekimus an Rikero X. 22. LZo, nist vsläe necest'e kuerit, ex Italia non N 19 1 DioKaßius. B.XI.VI. HaupLst.L-XXL ,N.R.E.7i^u bringen. Von den Seinigen verlassen, ge- M^N^riekh also Dekimus in die Händ* eines seiner Fem- germeifter. excsö-im. Aber was beweiset dieses? Er hatte ja auch ein andermahl geschrieben: X. 9. Vrrumguems p>r»elt»rvrum spero, ns »ut Venlillios olLbatur, sul^n- romus in Irsli» moremr, und war doch keins vonbey- den wahr geworden. Wo ist der Mensch, der alles, was er sich vorsetzt, was er verspricht, halten kam? Also vereinigt haben sich beyde Heer' imJunius ge¬ wiß. Ich wünschte nur, daß ich die Zeit ihrer Lmi- nung eben so genau bestinnnen konnte. ' Aurelius Vik¬ tor 8- sagt, Anton habe sein Heer bestochen: corruxro «iv8 exsrcnu, occiciit Lrulum; ApplNNUS III. K/. sagt, es sey solches auf Anstiften des Astniuspollio gekchehn; und ein Paar Worte des Vellesus II- 6^ klsnous üubis 16 ost ius 6cle, 6iu, gusrum eitel xsr- rium sscum iuel-riis, 30 tibi ciisticile conielilisns, el nunc säiuror Oeoimi 8rmi cleii^nLri colleZse sui, — Lrurus cielsrmz prim um s 8!snco, zoo/t ertüm scheinen zu erkeWü zu geben, daß solches durch Verratherey des Plankas geschehn. Da Livius den Mann, zu dem er sich fluch» tete,- Opsvuti! nennt, so soll das lchtne Wort wohl den^Ort seines Aufenthalts anzeigen. pianus nennt ihn einen gallischen Fürsten, dessen Land also im Gebiete der Segunner lag, zwischen demArar, dem Rhodanus und den Bergen Vogesus und Jura. (Strabo x. 557. §. z.) Kurz, ohngefehr die heutige Franche-Eomts. Da Appian versichert, daß er über den Rhein setzen und durch einen großen Umschwus nach Makedonien gehn wollen, (er hatte dasDejstm mich modern auszudrücken, durch Schwaben, Bayer" und Oesterreich nach Ungarn, und von da nach Türke» zu gehn) daß er aber diesen Vorsatz aufgege« ben, weil ihn alle feine Begleiter bis auf zehn verlas- sen, mir denen er es nicht wagen dürfen, den Rhss" zu passiren, aber wohl gehofft, unbekannt mit einer l» kleinen Eskorte Aquileja auf dem gewöhnlichen WG zu erreichen, (d. i. von Besimxon über Basel, Aurcy, Chur und Triest) so hatt' er sich wiederum von dm Ufern des Rheins etwas entfernet, Md mußt' Tod des Dekimus Brukus. 195 de; 'E) klagt'und jammerte, darr hörte, daßN.R.E.7n er umgebracht werden sollte, bis ein gewiffcrA"K^ -^elvius Biasis, ^8) der, da sie ehemahlögermeißer. natürlicher Weise, ohngefehr mitten im Lande der Se- quaner, feinen Feinden in die Hande fallen. Da ich schon so viel geplaudert, so erlaube man mir noch zwei) Worte und ich schließe. Ramillus, dem Brutus in die Hande fiel, war ein gallischer Fürst. Sehr wohl also nennt ihn vellefus virum; und dennoch erfrecht sich Grurer mit aller Jmperti. nenz eines Schulmeisters so über diese Stelle zu schrei¬ ben: Lerre illucl 140811.18 VIllI, elk sb iullicio ex- scriprorum: korlan srism LVIV8O/Xkvl nc 2) Wenn eben dieser Vellejus seinen nodilsm virum nennt, so sagt Scbegkius wieder mit einem Trumpf, (weil er nemlich ans Livio Laxe»/ drucken ließ:) vir clocrus eum Leako (Rhenano) PLLS- vprsuir Lsmeli. 7» xre! und doch hieß der Mann ganz zweifelsfrei) Ramillus, (ein ganz bekannter römi¬ scher und folglich auch gallischer Name, den Makrob. Lrr«rnal. III. 8. weitlauftig erkiart) wie ihn alle Ko¬ dizes Applaus einmüthig nennen, z) Valesrns end- lich glaubt aus Valerius Maximus IIII. vn. L. und Vim. xiii. g. (die Stellen sind oben angeführt) be¬ rechtigt zu seyn, diesen lieben gallischen Prinzen Fu-- rlus Ramillus zu taufen; ob der Mann seinen Valer auch nur im Schlafe gelesen hatte? Von den letzten zehn Begleitern, die Bruto bis im Tod treu blieben, hat uns also die Geschichte den Namen zwecner erhalten. Dio hier nennt uns den -Helvrus Blasio, und Valerius l. c. den Servius Tcreutius« Bende waren vermuthlich Gallier von Geburt, und Soldurier: guorum bsee elk conclicio, vc ownikur in vim commvcli?, vns oum dis srmuuur, guorum ts smiciriae clellerunr: ii guiä iis per vim aeeiäar, aut eunäsm callim vnskersnr, sur llbi morism eonscisosnt: negue sälmc dominum memoria repertus elt guisguam, gui, eo imerk'ecko, cuius ls smicirise äeuouillet, mori rsLnszret. Raiser Kell. §all. III. z. denn nur von Leu¬ ten solcher Art laßt sich ein ähnliches Betragen erwarten. 24Z8 e) Hieher gehöret die Stelle desAppignus. — ,96 DioKaßius. B.XL.VI. Hauplst. k.XXll. N.N.E.^rgerminschaftliche Kriegsdienste gethan, sehr freunb- RnMm-sH^fklich gegen ihn gesinnt war, vor seine« -ermeister. Augen sich selbst freywillig das Leben nahm, und ihn dadurch zum bevorstehenden Tode beherzt machte. §. 626. Mark-Anton und LepLdus ließen nun in Gallien Unterbefehlshaber zurück; sie selbst begaben sich nach Italien zumRaiser, und führ¬ ten den größesten und besten Theil ihres Heeres mit sich dahin: '"") theils, weil sie diesem nicht «vr-ox — sxev l>,' tir, kxrtt«»; ?"« x«, v« Livius 1. c. reliÄus s leZionibuz kuiz. Vellestis! re- linguenre enm exerciln. 24Z8O Lukins Munatius Plankus. vellesus i.c. S4zzk) d. i. weil er sein Soldurier war. . 24Z9) Sechs Legionen, plmarck ^»ro». x. yrz t 4>e»e«x kZ /xer« r«» x«, »vftiroT'«», 0» iroT-v^ov« vorigen Jahre hatte Mark-Anton diesen Kotyia als'Äb' gesandten nach Rom geschickt. vin. 29. guiä non leALkol^nronü Lot^Iss conLelllmus? xonss Iiuiuz vrbis psrere ins non kuic, duio boe rem> xlnmxsmit: duic aäiw8 in lenarum luir: Nie, beüerno clie lsntenkiris nockrss in coäiciilos etomnia vsrbs rs«' rel>«t: duic ie orisrn summis bonoribuz vli, eouNK !»' Anikstem tusm venäilsbsnr. Rikers erwähnt steliiek auch sonst, z. E. v. 6. wo er mit außerM Verachtung sagt; kioc ne Lorz'Is gui6sin aicers -IMS' ret! 245O) 0k/Z«^e 7«; »k«; k!4 T-xv t 77^ X«I Zkx« Vk/^x «vT-tz- X«I /XV-I8« plurarch I. c. Appianus 97. fast-eben wie Dio: s^«/xe«r xe^-" ° i-ai^or. — Da aus Note 2ZZ8. erhellet, daß Mark-M ton den Dckimus Brutus verfolgte, und daß ec "" Gebiete der Sekwaner, oder doch daherum stand, er den Befehl zur Hinrichtung Bruki gab, so erhM Triumv. Mark Ant. Augusts u. Lepidus- 197 gar zu vest traueten; theilö, weil sie ihm kerneN R.E./rr Verbindlichkeit schuldig scyn, sondern den An-AA^E schein haben wollten, durch sich selbst und ihr' erg-germeister. ne Macht, nicht aber durch die seinige, Verzei¬ hung und die Erlaubniß, zurückkommcn zu dürfen, erhalten zu heben. Ueberdem hofften sie, so¬ wohl von Kaiser, als von allen andern in der Stadt befindlichen Römern alles, was sie nur wollten, durch die Meng' ihrer Soldaten zu er¬ halten. In dieser Abficht behandelten sie die Gegend, durch welche sie marschirken, freund¬ schaftlich; ob sie gleich, durch die Ausgelassenheit daraus, daß dieser Rückmarsch Mark-Antons nicht wie der Hinmarsch durch den Paß bey Nizza, oder die Alpes maritima«, sondern durch das Thal der Sa- lassier geschähe, bis nach Lporedia, von da vermuth- lich nach Placenti« auf der vis Nemili». 2441) Appianus Ul. 96. erzählt, wiepedius nach Augusts Abreise von Rom dem Senate den Vorschlag gethan, Lepidum und Mark-Anton wieder zu Gnaden auf und anzunehmen; wie der Senat hierin gewilligt, und wie August als amkirender Bürgermeister ihnen Liese Verzeibungsbrief'ausgefertigt, und ihnen dazu in seinem eignen Namen als Privatmann gratulirt- 2442) Hieher gehört folgende Stelle des vcllefus II. 65. Ium inler eum (ticxrcl«-») (Haremgue et ^nronium, commercis epiliolLium; er constirionum isA» mentio; cum Antonius er fukinste Lsessrem sst- inonerer, gusm inimicse ipst pompeisnse psrres sorent, er in guvst ism emerlistenr ksstiArum; er guanto Lice- ronis stustio Lrurus (lulllusgue urrollerenrur; /e c«m , gui iam stečem er sexrem le^iunum porenres ersnr, vires surrs, 6 tüse- s»r eins sstspernsretur coucorstism; sticerergue plus Lse- ssrem pstris gusm ss smici vlrioni stöbere: rum inira xorenri»e snci?r!i8 <5<.c. Also, die Drohung, sich mit und Kassius zu vereinigen, die war es eigentlich, r ,re hofften, alles, was sie wollten, vom Kai« si erhalten, nicht aber die Gewalt ihrer WaM» 198 DioKaßius. B.XM. Hauptst.I^XXII. Meng' ihrer Soldaten, durch diesen Durch- chansliBur^ug eben so sehr als durch einen feindlichen mitge- Zermeistcr. lammen ward. Ihnen zog Kaiser mit einer gleich¬ falls starken Mannschaft bis Bononien entgegen, gefaßt sich zu wehren, falls ec angegriffen werden sollte. Doch bedurft' er damahls keiner Waffen gegen sie. Denn so sehr sic sich auch untereinan¬ der Haßten, so schloffen sie doch, weil ihre Stärk' E. Z26. einander die Wage hielt, und weil sie zuvor mit vereinigten Kräften gemeinschaftliche Feinde züch¬ tigen wollten, für jetzt unter einander einen an¬ scheinenden Frieden. § 627. Sic besprachen sich untereinander (nicht allein, sondern jeder von einer gleich starken Anzahl Sol¬ daten begleitet,) auf einem Inselchen des neben Bononien vorbeyfließcnden Fluffes;damit sieh 244z) Der Fluß, welcher bcy Bononien vorbey- fließt, ist der RHeno; und daß in diesen Gegenden das Triumvirat geschlossen worden scy, lehrt auch Plncarck 2/F. c: §5 rr/poSo, sLovo/s «A-ofLyr'oi E rro-Uv Lovšu/, «v ^0,5, x«r ei- 7°o^ov , sro7-L/2tt rre^^Lo^evov. P. 924« 2. 0/ 7-ferr L?5 X. r. -t. (welche Stell' aus der vorhergehen¬ den zu erklären) — In den lereres ecrices D'iunw. Mark-AnL. Augusts u. Lepidus. 199 nervlich niemand, von ihnen unbemerkt, Hmzu-N.R-T.^r schleichen könne. Nachdem sie sich so von ihrenA^Bm- Bcglcitern entfernt, durchsuchten sie einer dengenneisier. andern, zu sehn, ob nicht irgend jemand einen Dolch versteckt bcysich haben möchte. Hier¬ auf besprachen sie sich mit einander geruhig; das Resultat ihrer Unterredung lief darauf hinaus, sich mit einander zu ihrer eigenen Herrschaft und wider ihre Feinde zu verbinden. Jedoch um sich einer Oligarchie nicht gar zu offenbar bloß zu ge¬ ben, und dadurch Neid und Widerstand bey an¬ dern zu erwecken, so redeten sie folgendes unter sich ab: Sie sollten zwar im Allgemeinen allr drey, und dieses dem Scheine nach nicht aufewig, sondern nur auf fünf Jahr zu Vorstehern und Verbesse¬ rern des Staats ernannt werden; '*") von denen die Einrichtung und Wiederherstellung aller An¬ gelegenheiten desselben ohn' Ausnahme, dergestalt abhängen sollte, daß sie nicht nöthig hätten, dar¬ über weder mit dem Rath noch mit dem Volke Unterhandlungen zu pflegen; auch sollten sie be¬ fugt scyn, Gouvernements sowohl als ander' Ich verstehe diese Stelle nicht, und Hr. Schweighauser hat sie auch nicht erläutert; aber neben Mutina ist der «öabcllus und in der Nachbarschaft der Gkulrenna, weit und breit kenn' ich keinen Lavmius. Noch weit unbegreiflicher ist mir folgende Stelle des Flor».-; im. 6. conllaentes interperullsm (mein Gott, tvo liegt das?) ec flomomLm, iwnAunt msnus, ec exercims 'conl-fluksnr. — Es waren dreyhundert Soldaten, so jeder mitnahm. Appian MI. 2. 2444) Applanus l. c. sagt dieses nicht, wohl aber daß bepidus, der zuerst auf die Insel gegangen, sie sdie Insel) durchsucht, umzu sehn, ob dort kein Hinterhalt versteckt sey. 2445) Appianus 1- c. Vgl- mit Kap- 7- und 2->Ä naras X. »6. 2O2 DioKaßms.B.XI.Vi. Hauptst.L.XX!l. N.R.E.7--obrigkeitliche Würden, nach eignem Gutbefinden P«-isa BÜÄedem, wem sie wollten, zu verleihen: Jedoch, um zermeisitt. nicht den Anschein zu haben, das ganze Regiment an sich reissen zu wollen, so sollte sich in Ansehung besonderer Gouvernements Reiser mit den beyden afrikanischen Provinzen, Sardinien und Sikilicn; Lepidus mit dem ganzen Hjspanieu und dem uar- boncsischcn Gallien; Anromus aber mit dem übrigen kisalpimschen sowohl als transalpinischen Gali.cn begnügen. """) Bon diesen beyden Pro¬ vinzen heißt die kisalpmische, wie ich sonst schon gesagt, weil sie friedlicher denn die andre zu scyn scheint, und schon damahls römischcKlei- dertracht angelegt hatte; die andere comats, weil die Einwohner derselben ihr Haupthaar in unge¬ wöhnlich viele rocken schlugen, und sich dieser llc- sach wegen allen übrigen vorzogcn. §. 628. Dieses redeten sie so mit einander ab, um die mächtigsten Provinzen für sich selbst zu nehmen, und doch in den Augen anderer den Anschein, kW alles zu begehren, bcyzubehalten. Ueberdem ka¬ men sie darin mit einander überein, all' ihre Fein- de hinrichten, und den Lepidus statt desDeki- mus zum Bürgermeister erwählen zu lassen. ) Dieser sollte Rom und den Ueberrest von Italien 2446) 1°«; äc 7-wv 03,L>-, «Wcw, „LI ^5 Appiairno l. c. 2447) weil sie, seit sie unter römiM Herrschaft war, auch römische Kleidertracht angelegt- — LZpill.-rns er inronUs Mcvliz, erism nome» ex eo 6s/Ü«e t?or»SE. Plinlus XI. Hi. 2448) Daß Lepidus anstatt des erschlagenen Brutus Triumvrr. Mark-Ant. August, u. Lepidus. 201 unter seiner besondern Aufsicht haben, inzwischenN R E./il die bcyden andern den Krieg gegen Brutus Rassius zu führen bestimmt wurden. Alle dieögermeister. bekräftigten sie durch Eidschwüre. Nachher wur¬ den auch die Soldaten, gleichsam um Augen- und Ohrenzeugen dieses Bündnisses abzugeben, zusammenberufen, und an ihnen eine Rede gehal¬ ten , die so eingerichtet war, daß sie den Wohl¬ stand in nichts beleidigte, und ohne Gefahr ge¬ sagt werden konnte. Inzwischen dieses geschähe, drangen die Soldaten des Antonius, sonder Zwei¬ fel auf Anstifter: ihres Generals selbst, darauf, es möchte sich Kaiser, (ohnerachtet er damahls schon mit einer andern Person versprochen war) mit der Stieftochter Antons, so seine Ge¬ mahlin Fulvia aus ihrer ersten Ehe mit Klodio gevohren, vermählen. ^°) Diese Heyrath schlug auch Kaiser nicht aus, indem er dafür hielt, daß ihm diese Schwägerschaft nicht im mindesten hin¬ derlich fallen könnte, das, was er schon lange gegen Antonium zu thun im Sinne hatte, auszuführen: '"') sintemahl er wußte, daß Kaisern seinen Va-S-z-7. ter seine Schwägcrschaft mit Pompejo nicht im mindesten gehindert hatte, alles, was er nur ge¬ wollt, gegen ihn auszuführen. Dm-qcrmcister geworden, bezeuget Dio unten §- 644. Außerdem hat aber auch August sein Konsulat Ventidio abgetreten. Unten §. 64z. 2449) Mit der Tochter des Servilius Isaurckus, §»ero». c. 62. 2450) l-lluearch z>. 924. 0. 0/ r-'Atzv reotj 7-iVt 7-yv Vgl- oonaras X. 16. 2451) Wirklich ward sie auch der Frau Mama bey der ersten Gelegenheit zurückgeschickt. Unten §. 682. Ende des sechs und vierzigsten Buchs. Des Titus Dio KaßLus Kokkejanus V. 6. Jahrbücher Römischer Geschichte. Sieben und vierzigstes Buch. -Hauptst. I.XXIH. Proskriptionen der Lriumvirs. 629—647. — I.XXHH. Geschichte des Brutus und Kas¬ sius, bis zur philippischen Schlacht- 648—664. --I>XXV. PhilippischeSchlacht. §. 665-677- Cs enthalt denUeberrest des im letzten Buch abgebroche» neu Jahrs n. R E. 711- in dem R. Vibius Pans» Rapronianus und A. -Hirnus Burgerineister wa- ren; und überdem noch ein einziges Jahr, in dem die BurgermeisterlicheWürde bekleideten: Markus Acmilius Lepisus zum zweytenmahs und Luk ins Munarms Plankus. Man zahlte nack Roms Erbauung 712. und vsr Christi Geburt 42. Jahr. 20Z Das Sieben und vi erzigst e Buch. Drey und siebenzigstes Hauptstück. Proskriptionen der Triumvirs. §. 629. sie dieses mit einander abgcredet undN.R E.7rr sich darüber verschworen hatten, brachen sieAnftBur- nach Rom, dem Anschein nach in der Absicht auf,germeister. das Regiment daselbst gemeinschaftlich anzutre- tcn, in dcr That aber schmeichelte sich jeder mit der Hoffnung, die höchste Gewalt für sich allein zu behaupten; ohnerachtet ihnen die Zukunft, so¬ wohl vorher als auch vorzüglich jetzund, auf die kräftigste einleuchtendste Weise war vorher verkün¬ digt worden. Lepido hatte eine, um das Schwerdt einer seiner Hauptleute gewundene Schlange, und ein Wolf, der in das Lager, ja sogar in das Zelt, in dem er Tafel hielt, gekom¬ men war, und den ^daselbst^ angerichtcten Tisch umgeworfen hatte, sowohl seine zukünftige Macht, als das mit ihr verbundene Unglück zu erkennen gegeben. Dem Antonio gab Milch, so einsmahls in dem um sein Lager her gezogenen Graben floß, und Melodien, so zur Nachtzeit gehört wurden, seine Schwelgereyen und den Un¬ tergang, den solche bewirken würden, zu verstehn. — Dieses ward ihnen, noch zuvor sie nach «Z, Italien kamen, em gedeutet; Raisern aber zeigte 2452) Bulengcr cis pl-ociiAns p zzi ksg. 40z. 408, 245z) Delrio /Väsgia V. 1. I. 61. 2 04 Dio Kaßius. B. XI.VII. Hptst. I.XXIII. N R ^7iisoglcich nach getroffenem Bündnisse ein Adler, DansaBur-ber auf seinem Zelt saß, und zwei- Raben, die zcrmeistcr. sich ihm die Flügel auszureisscn bemühcten, er- tödtcte, den Sieg an, den er über beydc davon trogen würde. §- 6zo. So kamen sie also , Kaiser zuerst, und nach ihm die bcyden andern, ein jeder besonders und von allen seinen Soldaten begleitet, nach Rom; wo sie alsofort das, worüber sie mit einandn übercingekommen waren, durch Bcyhülft dcr Zunftmeister rechtskräftig machen ließen; denn alles, was sie tharcn und oft auf die aller» gewaltthätigste Weise von der Welt erpreßten, 2455) Suetomus K- 96. tlontrgcris aä Nonvm'zm triumrirnrum co^Ü5, gguils renrorio eins ku^ersecieM nec clies co mirüs cliLla, ec lex iine mors perlatA eil. — Uebrigen bitt'ich, bey diesem Tltiurr oben J?ote 242z. nachM' sehn, wo er erzählet, daß er seinen Kollegen den Mi' abgesetzt, und bald nachher gestorben wäre. Verfahren der Triumvirö in Nom. 205 ward alles unter dem Namen des Gesetzes verübt,N.R.E.7'r ja sie ließen sich, solches zu khun, bitten. DemAZ BÜ'r- zufolge wurden hierüber auch, als über erfrevlichegermcister. Begebenheiten, Dankopfcr dckrerirr, und die Kleidung, als ob sic sich jetzund im glücklich¬ sten Zustand von der Welt befänden, abcrmahls verändert: ohncrachtct die Handlungen die« scr Männer, so sie mit ihren Augen sahen, sie mit einer großen Furcht, und Vorbedeutungen mit einer noch größern erfüllten. Um die Fahnen des Heers, welches die Sicherheit Roms verthei- digen sollte, hatten Spinnen Gewebe gesponnen; man sähe Waffen, die von der Erde zum Himmel hinauf gerückt wurden, und es ward rin großes Geräusch derselben vernommen; in den Tagen, in welchen man das Fest des Aes- kulapiuö feyerlich begieng, hatten sich Bienen¬ schwärme an den Gipfel seines Tempels ge¬ hängt, und viele Geyer sich auf dem Tem- 2457) Sll-,«,, Vgl. oben §. 4Z5- — IWagncr übersetzt fälschlich: Dankfeste. 2458) Vgl- oben §. 62z. — Als Kaiser Konsul ge- worden war, hatten sie das Sagum ab. und die Toga dafür angelegt. Bey der Gelegenheit, da Lepidus für einen Feind des Vaterlandes erklärt ward, beklei¬ deten sie sich abcrmahls mit dem Cago, und gegen¬ wärtig wird dieses neuerdings mit der Toga verwech¬ selt. 2459) Vgl. oben XXXXi. 14. 2460) icrv-rov är/uv, erwähnet auch Appian IIII. p. ga;, — Gbseguenrr c. 76. rna in eaelo sonare vils. 2461) Vgl. N. iz8o. — Der Tempel Aeskulavs, auf den hier Rücksicht genommen wird, stand außer den Ringmauern von Rom, in der Liberinfek. Man sehe P. Viktor reA. XV. (in Panrnnu klepudlic» llo- m-m-, svenedig 155z. 8^ 9.249.3. Plumrch, in dcr szsten seiner Römischen Fragen (nach derKaltwas. 206 Dio Kaßius.-B. X^VII. HpLst. UM. N.R.E./riserstlM Ueberfttzung Th. III. x 154.) wirft die Fraz' Hwtiusundauf: warum solches geschehen? und beantwortet st VansaBur-auf mannigfaltige Weise. Vielleicht, sagt er, war die germegier. außerhalb der Stadt gesünder, als im Ponwrio; Oder weil Aeskulap in Epidaurus, von welcher Stadt er abgeholt worden war, seinen Tempel gleichfalls aas' ftr den Ringmauern der Stadt hatte: (Lw.xxxx.v. x. m. i;92.sj 88z. wo er den Umstand be¬ merkt, daß er fünf Meilen von der Stadt entfernt ge< wesen sei). Bcyde Gründe ließen sich wohl nut einan¬ der vereinigen: die Griechen verehrten den Aeskulap außer den Granzcn ihrer Ringmauern, damit derGort draußen wachen und jede Krankheit von der Stadt entfernt halten sollte; und diese griechische Sitte ward späterhin von den Römern nachgeahmt) oder aber end¬ lich, weil die Schlange, so sie aus Epidaurus mit¬ brachten , und die sie für den leibhaften Aeskulap hiel¬ ten, hier aus dem Schiffe sprang, ans Land gicng, und dadurch, so zu sagen, die Stelle, wo sie künftig wohnen wollte, bestimmte. Dieses letztem Umstandes, der vermuthlich die erst' und einleuchtendste Veranlas¬ sung zur Errichtung des Tempels gab, gedenkt ach Rlausian. äs II. conl. 8rllicb. 171. Duc llepulkurus morbos, Lpiösurius bolxes lieprsuic plscillo rrsÄu, veLkumgus per vnclas Inluls kseonium rexir libsrins ärsconem. Plinius, welcher XXX'IIII. I. die nemliche Frag' ab- handelr, beantwortet sie sich durch die Geringschätzung und den Abscheu, den die ältesten Römer vor ArznP gelehrsamkeit und Aerzte hatten; daher sie auch an¬ fänglich nur von Sklaven ausgeübt werden konnte: Illeo remplum /Xelculapii, eriam cum rscipererur Deus, exrrs vrbem secist'e, irerumgus in insul« rrsvun- rur. Am Eingang im Tempel war ein' Inschrift jN lesen, die einen köstlichen Theriak verfertigen lehrte, und die Plinius XX. 24. feinen Lesern mirtheilt, aber nicht abschreiben will. — Sklaven, wenn sie krank wurden und ihren Herrn zur Last fielen, wurden hier ausgesetzt, um entweder zu krepiren, oder durch ein Wunderwerk des Gottes der Heilkunb' ihre Gesund heit zurück zu erhalten; man sehe davon eine merkivur« dige; Stelle. beym.Sueton 25. Die'Znftl Verfahren der Triumvirs in Rom. 207 pel des Volks-Genius und der Konkor-AI-E.^r dia niedergelassen. Pensa Bur¬ germeister¬ stand durch das vom campus klarlius abgemahete und in die Tiber geworfene Getreyde des vertriebenen Tar- guinius. Wenn Dionysius von -Halikarnaß V.x.m. 205. 8-Moss 1559. tob) diese Geschichte er. zahlt, setzt er auch den Umstand hinzu, daß die Insel späterhin dem Aeskulap geweihet worden sey. — Die Insel selbst war mit der Stadt durch zwey Brücken ver¬ bunden, von denen die erstere der Pons kabricius, (jetzt von den vier dort aufgerichteten Janus-Statuen re eax>r) die andere Pons Lsliius, jetzt ckr Lm Lar-rolomeo, weil der ehemahlige Tempel Aeskulaps jetzuud dem h- Bartholomäus geweihet ist. Vgl- Li- trarro äi koms snricu (Ko»r-r i6gz 8 ) p- 2O2—207. 2462) Vom 6enio Komano, so wie er auf Münzen vorkommt, folgen hier aus meiner eignen kleinen Sammlung, auf beygebogener Kupferplatt', einige Zeichnungen. — Der Tempel des 6enü populi komu¬ ni kommt unten § 78?. wieder vor, auch in derNach- barschaft des Konkordientcmpels, wo sich ein' Eule, die nickt von dannen weggejagt werden kann, auf ihn niedersetzt. Vgl. Lipsius 6s m«M. Rom. III. 6. in welcher Stell' er uns vorzüglich diesen Tempel von ei¬ nem andern, der der Stadt Rom als Göttin aufge« bauet war, unterscheiden lehrt. Prudentius sagt: colimr nuni llmguine et iplrr chlore vsss, chOXIlMgue loci, csu XVd'kdl söorsnt. Die Smyrnenser hatten der-Stadt Rom schon einen Tempel, unter dem Konsulate des Kato, alsKarthago noch stand, erbauet, wie sie sich dessen selbst rühmen, beym Tacitu« IIII. 56. Ihnen folgten, zwan' zig Jahr spater, 582. die Einwohner von Alabonda. Liv. Xl.nr. 246z. Die Geschichte der Gründung dieses Tempels findet man beym Livio IX. p. m. f. Der große Feind des römischen Adels, L. Äavius, der Sorika des Appius Cökus, der zuerst die kstüos herausgab, und dadurch das Volk von dem Betrug der Patrizier befteyele, die jeden Tag zum uskattum machten, an 208 Dio KaßlUs. B. x^vn. Hptst. I.XXIII. N.R.T.7H §. 6zi. Hirtiusund , PansaBur- In einer solchen Lage befand man sich, als germeistek. dem sie sahen, daß dasVolk nicht ihrer Meinung sM würde, hatte ihn i» »,-ea d. i- in der vierim Region der Stadt erbauet: kummsgue inuiäis nobi- lium (man erlaube mir hier, die eigenen Worte deski- tuns hcrsetzcn zu können) äoäicsuir: cosÄusgue Mi¬ lenku populi, pourikex msximll! verbs prseirs: cum more msiorum irs^srer, niki con- kulem suc impersrorempolle remplum äoäicsre. Irsgus ex suLkorirsre kensru;, Isrum sä populum eli, ne gM templum srsmue iuiullu keusrus, suc rribunorumplebir psici; msioris äeäicLrec. Da uns Livius deutlich sagt, daß der vom Flavius erbauete Konkordientempcl i» sres Vulcsni gelegen habe, so laßt sich an der vierteil > Region gar nicht zweifeln, denn in ihr setzt v-kror p. 247. ^ölcanr c«-» ^o/ca»a/r, ,sliss sres Vul«ni cum Vulcsnsli, vbi boru; s llomulo ksrs, in gus »e» ssnZuins per biäuum pluir. In eben dieser Regia» kommt vor remplum vrbi; (vermuthlich derjenige, dkil Dio so eben erwähnte, k>onicu; Divise cum remple Oncoräise; ich weiß also nicht, mit welchem Rechte Hr. Macernus, Römisch' Altcrthümer TH.I. S-7g8, ihm seinen Platz in der dritten Region anweiset, n>°' hin nach P. Viktor nur der Tempel der Oncoräi-> n- rilis gehört- In der achten Region ist abermchw ein remplum Loncoräiss in der LreZotisil, den dec Sage nach Opimius nach deiw Sturz der Erakche» aufgebauet haben soll. Plurarch 6»- vxv» x«< avavva-v k»"- o-s »-84 vo xar-acxkva-Akv 70 ^o^ova-a; cssxk, x«< 4^ovciv, x-ri viva Ix,a//DkVk,v kx-< a-o-riVÄx, s,o x«i »x-o v^v VL^cvk-ve««!-»» vivk; vov riN- V8V0V. 'L-/6V «vov«,ar, vaov ö^ovaia; x-oiki.- lulkrsrs s csoäibus: er Loncoi äise ksuum /»/0^ 8L. conäirum. Appian- Lr». I. Den ältesten sich tcteRamrllus V- 6- z8?- Diesen nennerplurarw t?a»rr//. p. l-zr. rtc v>,v «>--§>av xa- -i? vxv kxxxx»-«>- Daß derTagder Einweihung dessstben aufden 16- Avcl» gefallen, lehrt folgende Stelle des Dvio; l-6;7' Vergleichung mit der Syll. Proskription. 209 die Niedermetzelungen, deren sich ehemahlsN.R.x./rr PansaBur- (lsnoiils te niueo pomik lux proxims remplo, germeister, (2»il serc sublimes slra moners grsciuz. dlunc bene prospicies I-stlsm, (loncorclis, lurbsm; dlunc le sscrsrss rettikuore msnus. kurius snriguum populi iupsrswr llokiusci Vouorsr er von lolueisr ante stilom. (lausss czuost s psrribus sumrls soceilersc srmi» Vul^us; er ips» süss Roms kimsbsr opes. (lsussz recens melior; psssos Qormsnis crinss korri^ir sulplclis, stux venersnste, lurs. Inäs kriumpbsrss Ilkslki munera Aenrls; lomplsgus secllli, gusm colls ipse, Oese, blsee rus conliiruic Aenirrix, er rebus er srs, 8ols koro msAni cliAns rsperrs louis. Wir wissen also die Lage dieses Tempels mit auffallen¬ der Gewißheit. Er ist in dem Thal zwischen dem ka¬ pitolinischen Berg zu suchen, über dem Onmlrlum, und von ihm gieng man durch hundert Stufen zum Tempel der Juno Moneta herauf Vgl. Marliam II xi. p. 7g. Auch ergiebt sich aus dieser Stelle klar und deut, lich, daß der vom Tiberius wiederhergestcllte Konkor- dicntempel, von dem Dio unten §. 958 und 1009. zu lesen, kein anderer als dieser uralte Tempel des Kamil- lus gewesen , welches Herr Maternus nicht zu wissen scheint; auch hat der seel- Mann den Dio ganz falsch verstanden, wenn er, aus § 949. die Folgerung stehn will, daß Augustus in diesem Tempel em prachtiaes Gcmahlde der Konkordia aufgehangr. Wohl aber hak Livia ihr a- cl. i V. Icl.Junii abermahls einen neuen vom vorigen verschiedenen Tempel geweiht- Ovis kalk. VI. 6Z7- 1s guogue msZnlstcs, Oncorstls, stssticsk aests biuia, gusm csro prsostirik llls viro. Ossce rsmen veniens gerss, vbi Tioire nunc est konlcus, immenlsc reLls kuisss clomus. Vrbls opus stomus vns sulr: spsrlumgue rsnebat; (^uo brouibuz murls oppi ten, sondern in der dritten Region; und da, wo ec errichtet war, hatte vorher nicht Kaisers Haus, sow dern das des Radius pollio gestanden. Vgl. unten §- 987- — Hier fallt mir noch ein, zu bemerken, daß Hr. tMaancr die Worte Dions: ki« Lxxsv so übersetzt: Am Tempel des Aeskulap u. s w- Er meint also, wäre so ein Wort, wie etwa und wie dieses eo»oo^/as, so bedeute jenes remplum ^eicu- lspii; Ware dieses der Fall, so Ware von mehrernTent' peln Acskulaps die Rede, und dann müßt' es -k "° heißen; auch vorn wäre stets » unrecht, und müßte in umgcandert werden. — Wozu vm Reden: » ist von mir richtig überseht, denn bcy muß man supvliren; über, dem ist mir auch nicht eimnahl in ganz Rom ein an, derer Tempel des Aeskniapius, als der auf der Tu bcrinsel bekannt, und von dem ich noch zum Schluß «in' andere Stelle des GviVius hersetzen will: (ku»-'' S9L.) -^ccepir phoebo lxJmpdsgue Toronille nswm luwls, ^iuiclus gusm premik smui» sgus. luppirer in psrreeü; oepii locux vnur vunmgue lunLlsgus sunr ms»no rempla nepnrix svo. 2464) Dieser Syllanisthen Proskriptionen h^t schon oben erwähnt §. 269. Sic fallen in das Ayr Vergleichung mit der Syll. Proskription. 21 r neuert, und die ganze Stadt mit Mord undN.R.E/ii , o .yirtittsiiiid Pansa Dur- 672 n. R E. — Die Hauvtstellen davon sind Plutar-germeisrer. ckun p. 472. Cr erzählt, nach den Ungeheuern Niedermetze'ungen, so Sylla nach der völligen Niedcr- laqe des Marius begann, hakt' ein gewisser Mctellus ihm die Vorstellung gemacht: Er mochte doch wenig¬ stens die nennen, die er hinrichken lassen wollte, da. mit nicht jedermann seines Lebens wegen in Unruhe seyn möchte. Dies habe Sylla genehmigt, alsofort acktstg, Tags drauf zweyhundcrt zwanzig, und end¬ lich am dritten Tag eben so viele proskribirt- Appias nus Li», l p.2ii. setzt vierzig Rathsherren und sechs- zehnhunderl Ritter, so proskribirt wurden. Livius hatte dies famose Trauerspiel in seinem acht und acht» zigsten Buche beschrieben, davon uns aber nur noch das Epitome übrig geblieben, welches nichts als diese wenigen Worte hat: -so/»ir. Das Aergste bey dieser Proskription war, daß die Söhne der Proskribirten jeden Anspruch, den sie auf Ehrcnstellen in der Republik hatten machen können, verloren. Vell. II. 28- l?rimus ille, ec vrinnm vlii- mus, exemplum proscriprionis inuenit, vr, in gus ci- virsrs psrulsnris conuicii iuclieium bilkrioni exvlero rest- clirur, in ea iciAulski ciuis conlkiruerecur suÄorsinsn- rum, plurimumgus bnberer, gui plnrimas inleromis- sor, negue occili holiis, gu»m ciuis, vberius soret prsemium, sterergue guikgue merces Morris fm,e. dkee rsmen in eos, gui conrr.v »rma rulersnr, koci in mulros inkonres üieuirum, ssietlluln erism, vr bonii piokcripro- rum vonirenr, e-cc.'>si^«e )sare,'»/r opr5»r /,k>e»-r, eriam ^cre»oi«r»m /rorrorrrm r/rre p>'o/ribe>'e»rttr, MnMkr, r»ai-Arri^m«»r e/?, Mi er o»e^a orch»r'/ /rc/kr- »erc»r, er rrrra ^e^cic^enr. Plutarct) vbi supr» c. -> Z, rravr-k,', «k V«« X«, v,»,»»;, X«, r« — «prosius V. 2l. 'sulic 8uiis, ar/crore L, ^rr- mi^riarr, primus inkrrmem illsm rsbulsm proscriplionis inäuxic. krims prokcriprio ocro^inr» suir, in guibus gusruor consulsres ersnr, Larbo, ^la»-i«r, b/o^- b«»»/6r^eMo, er inrer eos ^»'rarirr.c, runc maxime kerrinuscenäur. lrein a/ra c«r» »omrm^nr 2i2 DioKaßius.B.X^VH. Hptst.HXXiIl. N.R.E./nTodschlag angefüllt ward. Viele wurden in A"sii Bur-'h"u eigenen Häusern, viel'auch auf öffentlicher germeisier- eff, welches mit Applaus obiger Stelle zu vergleichen ist. 2465) Ucber diese schauervolle Proskriptionsge- schichte ist der am mehrsten klassische Schriftsteller Apr plan Uli. zz6. legu. wo er die Anzahl der Proskribir- ten auf drcyhundert Rathsherren und zweytausend Ritter angicbt. Vcrmuthlich ist diese Zahl doch Ä wenig übertrieben. Schade, daß die Geschichte des Livius, diesen Zeitraum betreffend, nicht auf uns ge¬ kommen; aber doch sagt uns sein Lpitomsror LXX. von der Zahl der Proskribirtcn folgendes: in qus xm- fcii^rione LXXX »om« Zlorus Illi. vi. g. (der im Grunde dem auch nichts als ein Epitomator des Livius ist) keck Zvllana xrolcripkio, cuius srrncirss nikil in le minm liaksc, gusm numerum (IXXXX senarvrum. Plutars chus (.rcei's 884- 0. x; c)., 5»j- ll,kL ZI«X0<7I8;; und abermahls /4»ro». p. 924 e beyden Fallen muß man, wenn Plutarch und Appia" sich nicht widersprechen sollen, die angegebene Zahl bloß von Rathsherrn verstehn, ohne die Ritter mt darunter zu rechnen. — Das sehr merkwürdige Dckrch mit dem diese Prvskriptionsliste begleitet ward, lie¬ fert uns Appian x. z;7 und zz8- Vorzüglich steifen sie sich auf Kaisern, dessen Nachsicht und Milde nach¬ her nur den an ihm an einem heiligen Ort beganj neu Meuchelmord verursacht; und auf die Nothwen- digkeit, bcy dem gegen Brutus und Kassius bevorste¬ henden Kriege keinen einheimischen Feind im Rücken? lassen. Es verdient dies achte Dokument alterGesclM auf jeden Fall gelesen zu werden, ist aber zum ucber- setzen oder Abschreiben zu lang: nur so viel erlaub! man mir zu bemerken, daß, wenn nun einmal)! der Mord der Proskribirten, sey nun mir Recht ober Un¬ recht, unvermeidlich war, die Römer wirklich den Lriumvirs dafür Dank abzustatten hatten, daß ste diese öffentliche, kecke Hinrichtung jeder heimlichen^? zogen- — Der Fingerzeig ist sehr richtig, den uns 1» Vergleichung mit der Syll. Proskription. 21z Straße, auf dem Marktplatz, neben denTempeln^.-R.E.xrr umgebracht. Ihre Häupter wurden abermahlSPg^H'"^ auf dem Redncrstuhl zur Schau ausgestellt, dergermeister. Rumpf aber entweder unten neben denselben hin- geworfen, um von Hunden oder Raubvögeln ge¬ fressen zu werden, oder aber auch in die Tiber ge¬ schleppt. Kurz alles, was vorher unter Sylla gescheh» war, ward damahls erneuert, mit der einzigen Ausnahme, daß zwo verschiedene weiß an- gestrichene Proskriptionötafcln angeschlagen waren; die eine besonders für die Senatoren, und die andere für die übrigen Personen. Die Ursach, warum solches gescheh», hab' ich eben so wenig von einem andern erfahren können, als ich sie durch eigenes Nachsinncn selbst zu erforschen vermocht. dieser Rücksicht Grosi'us VI. iz. girbt. Inclo cum sä vibsm scceckillenl, sc rumor cis kururs xrntcripiwus vrrus ellec, L. ?Äo»-a»rr°- ZE« " Zi- n«?,-,. Ein Landgut neben Alba war wohl noch kein Zeichen eines Millionairs. In der ange¬ führten Stelle des velle/us hieß es auch: E"' r»/-E5/se?Em, und noch einleuchtender ist dieScm beym Sallust Lar. Z2. Vr guikgus clomum »ur 13M, xoich-emn sur vss sut vellimentum slicuius con- cupiuersi, clsbsr opersm vr in xrolcriprorum numero elser. Hr. W übersetzt: die reichen Männer ausge¬ nommen; ich weiß aber nicht, mit welchem kritischen Grund er das so stark vergrößernde -r«»» auslalstn will. Vgl. Hoogevcen äexsrüc. 1. Z. x-686- Freunde der Triumvirs prostribirt. -17 Triumvirs, und derzwey übrigen Feinde waren ;N R.T.711 und wenn nun so aus Privatabsichlen sich jederMAA besonders an denen zu rächen suchte, von denengermeister. er sich hinterlistiger Nachstellungen befürchtete, ssund alle drey in den Tod eines jeden einzelnen Mannes einwilligen mußten^ so könnt' es nicht fehlen, daß, im Allgemeinen zu reden, oft die be¬ sten Freunde derselben aufgeopfert wurden. Denn da sie, zufolge der Streitigkeiten, so ehemahlö zwischen ihnen selbst obgcwaltet hatten, Freund' und Feinde jeder für sich hatten, so konnte doch niemand seinen Privatfeind, wenn er zugleich der Privatfreund eines seiner Kollegen war, hin¬ richten lassen, ohne nicht -enem dafür einen der seinigen Preis zu geben. Und da Zorn über das Vergangene und Argwohn für die Zukunft sie begieriger machte, Feinde zu verderben, als Freunde zu erhalten, so waren sie leicht fertig, S. zzo. sich ihre Freunde einander aufzuopfern. §. 6Z4. Die vertrautesten Freunde wurden also gegen die verhaßtesten Feinde, und die feindseligst ge¬ sinnten gegen die genau verbundcnsten; bald Mann gegen Mann, wenn sie einander gleich wa¬ ren; bald aber auch, wenn sie einander nicht die Wage hielten, gegen einen viele, oder gegen viele wenige vertauscht. Bey diesem Geschäft verfuh¬ ren sie nicht anders dennKaufleut'auf dem Markt, oder Liebhaber in einer Steigerung, wenn sie ein¬ ander überbieten. Wog einer den andern auf, ss daß der Werth derselben von beydenTheilen gleich zu seyn schien , so tauschte man einen gegen den andern aus: War aber jemand an Tapferkeit, Rang, oder gar durch Anverwandschaft andern 218 Dio Kaßius. B. Xs.vn. Hptst. I.XXlli. N.R.T.7'lübersegen, so bezahlte derjenige, der die Hin- NnsaRur-richtung eines solchen verlangte, den Tod dcffcl- rermeister. bcn durch den Tod vieler seiner Freunde. sIch sage durch Anvcrwandschafk^ denn so m es in allen bürgerlichen Kriegen, die lang und mit sehr abwechselndem Erfolge geführt worden, zu geschehn pflegt, so harten auch hier oft die aller¬ nächsten Verwandten verschiedene Parkheycli er¬ griffen. So war Mark-Anton Feind seines Mut- terbruders Lukius Julius Raisers, und lepi- dus sogar dec Feind seines eigenen Bruders E. Paulus; sic wurden jedoch beydc lebend erhal¬ ten. Von den übrigen wurden sehr viele 2468) Aonaras X. 16. 2-z69) Den Lucius rettete seine Schwester Julia, indem sie ihren Bruder so lang als möglich verstrcktc, »nd da die Soldaten dennoch ihn gewaltsam umzubrin¬ gen Miene machten, gieng sie selbst auf das Forum!» ihrem Sohn, gab sich als eine Person an, so den^m- kius verhehlt, und die also das Gesetz zu gleicherStra- ft nut dem Verurtheilten verbanne. Mark-Anion be¬ gnügte sich, seiner Mutter die Bemerkung zu wache»'- wenn sie eine eben so gute Mutter als Schwester ge¬ wesen, so würde sic den Bruder abgehalten habe», den Sohn für einen Feind des Vaterlands zu erkenne», (welches Verfahren des Lukins ihm eben die Proskrip¬ tion zugezogen hatte) doch erlaubt'er dem Plankun,der damahls die Stell' eines Konsuls vertrat, den Lukius durch ein Plebiscitum aus der Zahl der Proskribirteir aussireichen zu lasten- Vgl.Appian p.z49. Plucarcbk- 924.6. auch Dio unten 6z6. — Lukms Aemilius Pau¬ lus , der seinen Bruder gleichfalls, so wie Cäsar seine» Neffen für einen Vaterlandsfeind erklärt hatte, M? teke sich zum Sextus Pompeius nach Sikilien, und von da nach Milet. Appian p. Z48. und Dio unke» 6z6. Appianus sagt: er habe nach wiederhergestelltec Ruhe, und ob er schon zurückgefordert worden, doch nicht wieder nach Rom zurück gehn mögen: vnse ne pscs guistem facis, guamuis vocsrus rsäire stiznaru» en- Freunde der Triumvirs proskriöirt. 2 r 9 von. ihren eigenen Freunden und Anverwandten,V-R.E.7lr von denen sic sich am mchrcsten Rettung undEhr-^H^E erbietung hätten versprechen sollen, umgebracht;germeister. und damit nicht die Furcht, die versprochene Er starb also zu Milet, und war dem zufolge um 7^2. nicht Censor zu Rom, wie Fabrizius glaubte. S. un¬ ten die Noten zu §. 916. 2470) Einige dergleichen Beyspir!' erlaube man mir hier aus Applaus zu sammle». — Der Prätor d-eles Jahres, Annalls, gieng mit seinem Sohn in Rom umher, um sich für ihn um die Quästur zu bewer¬ ben. Aufcinmahl kommt es heraus, daß sein Name sich mir unter der Zahl der Proskribirren befindet; plötzlich steht er sich von semen Liktoren und Sklaven verlassen, flüchtet sich aber dennoch glücklicher Weise in ein kleines in der Vorstadt gelegenes Häuschen eines seiner Klienten, wo er wahrscheinlich sicher gewesen seyn dürste. Der Sohn, der darum weiß, führt nun die Mörder selbst dem Vater zu, und erhält zur Beloh¬ nung nicht die nachgcsuchte Quästorstelle, sondern die Aedilität und Erbfolge des Vaters. Jedoch half ihm dieses nicht viel. Er betrank sich nach dieser Helden- that; gerieth mit den Soldaten, die seinen Vater um¬ gebracht hatten, in Streit, und ward nunmehr von ihnen selbst, die vorher den Vater umgebracht hatten, gleichfalls erlegt, valer- Maxim. VIIII. xr. 6. I-. Villius ^nn-gis. <^ui, cum in csmpum, scl guselkori» comiri» ü!>> ilotcenüsnz, prnscriprum so eoguolcerec, sä clienkem luum cvusugir: leä, ne lise eius rutus eile postet, scelere ne5»rii iuuenis eKeotum elk; liguiclsm per ips» vettizis psrris miliribus cluLkis, vcciäenclum eum in conlpeAu suo odiecil: bi» p^rricicls; conlilia privs, irsrum speÄLculo. — Ein gewisser Toramus, dec sehr viel bey Antonio galt, hatte sich vomFeldhcrrn den Tod seines Vaters ausgebetcn; der Greis gab deshalb seiner einzigen Tochter den wohlmeinenden Rath, das ihr zufallend'Erbthei! dem Bruder abzutreten, damit sie nicht den Besitz desselben gleichfalls mit ihrem Leben bezahlen müsse. Der junge Toranius verschwendete das mit Unrecht erlangte Crbtheil, ward in der Folge des Diebstahls bezüchtiget und des Landes verwiesen. 220 Dio Kaßius. B. XI^VII. Hpkst. l.XXIIl. N.R.T.7iiVqler. Max. I. c. 5. erzählt diese Geschichte mit dm uiidneuilichen Umstanden: L. l»rrLiriu8 rriumvu-mum oekmeii?cr^ secunir, xrolcripri p3trl8 suj, krsecocii, ec or- nsri riii Iscedrss, seksrem, nolsrgus coipons, guibu! aAiwsci polier, Lencui- c>iiihu8 eckickic, gui eum pcoie- czuu'i sunt. 8enex 6s lllii mgAis virz, er incrememir, gu»m 6s religuo sun spiricu lc>llii:im8, an iucvlumi5 el- ssr, er an imperaroridus satizsacerst incerrogsre e»! coepir. L L 6emonsitam8, nottro minitterio, lllii iuili- cio occiäeriLj prorinn^pcs peÄ»8 eiu8 blaaio tramiecir. (Wenn man aber mit dieser Erzählung, die oben Non 2465. angeführte Stelle des Orosiuu vergleicht, so scheint der Sohn von diesem Verbrechen loszuspreckeii, und ToraNius, gegen der Triumvirn ausdrücklich^ Gebot, von muthwilligcn Soldaten, die er vielleicht beleidigt Haven mochte, umgebracht worden zu se»n.) >— D e Gemahlin eines gewissen Seprimius lebt' in verbotener Genieinschaft mit einem der Günstlinge Mark Antons. Ihren Ehebruch zur rechtmäßigen Heg' rath zu machen, wußte sie die Charte durch ihreniiick' Haber so zu mischen, daß ihr Gemahl unter dieWdkt Proskribirten gesetzt ward. Er, der sich davon nichts träumen ließ, nahm seine Zuflucht zur Frau, die ihn auch willig so lange verbarg, bis die abgescndctcn Mörder kamen, denen sie die Schlupfwinkel des Man« ues anwies, und den nemlichen Tag, da er iE bracht ward, ihren Liebhaber heyrathere. — Eina«' derer, Galassus, hatte sich gerettet; kam, da die Gt' fahr nachzulassen schien, heimlich nach Rom Muck, fand sein Haus verkauft, ward aber doch vom Thur- sicher, der als Jnventarium zurückgeblieben war, ev kannt, ausgenommen und ihm ei» Sicherheitswink" angewiesen. Verliebt in seine Frau, laßt er sich u)t melden, und sie zu sich bitten. Madame verspricht es, schützt aber die Schrecken und das Grauen der Naast vor; sie will kommen, aber Morgen früh, nur heult Nacht nicht. Der erwünschte Morgen erscheint. Drvscrixw8, parum smsri exims, guem Istenrem vxor, imerßeieueium, guiä Zicsm? rrs6iclir, sn ipkri iuAuIsuic? t^usuro eniru leuius elk scelus, cui rsntnmmolio msnus »deck. — Ein gewisser Fulvius rettete sich zu seiner ehemaligen Mai. tressc, die er bey seiner Verheyrathung freygelassen,.und mit einem großen Heyrathsgute beschenkt, verheyra» there hatte; auch sie verrieth ihn jetzt, wie sie sagte, sich zu rachen, daß er sic verstoßen und an ihrer stakt eine Frau genommen. — Ein gewisser Naso ward von feinen Kalamiten verrathen; er entriß gcwaltthatia ei-> nein der ausgcsendetcn Soldaten das Schwerst, erstach den Verrather und ließ dann ruhig sich selbst entleiben. 2471) pssutarck) Laro p. 767. s. 'o»?-««, Zc »r X5v «u« «-rsr/r-k- «r/7-o^' ü-c rvac- X«/ , LjtLt/VLo'Äotj kfoäsiL« /xL^ov ö^oo'/ov «f^r/^/0'- ^L- ^«7-7-kV «/4« X«1 7-0 7-ye X«, 2472) DerSklav, welcher seinem Herrn umbrachte, erhielt nicht allein die Frcyheit, sondern auch seines erschlagenen Herrn Bürgerrecht, und zehntausend De- narios; der freye Mann empficng eine Belohnung von fünf und zwanzigtausend Dcnarien (Appiau p. gz8 ) d. i. acht Denarien auf einen Thaler gerechnet, der Sklave bekam ohngefehr zwölfhundert, und der Bürger beylaufig dreytausend Thaler zur Belohnung. Sextus Pompejus hatte die doppelte Pramiefür denjenigen vest. 222 DioKaßius.B XI^VH.Hptst. I^XXIII. N.R.E./ndic Reichen, wenn sie auch sonst nicht ungütiz Än?Bur-gegc" sie gesinnt waren, umzubringen. Sie hak- sermelster. ten nemlich allen Reichen einen gemeinschaftlichm Haß geschworen, weil sie sehr vieles Geldes be¬ durften, und kein anderes Mittel ssdieses ausge¬ nommen^ hotten, die Begierden der Soldaten zu befriedigen- Unter den vielen andern Dingen, so dieser Ursach wegen gegen die Gesetze geschahen, gehört auch, daß sie ein junges Kind zum Jüng¬ ling erklären ließen, damit cs auf solche Weise die Todesstrafe erdulden könnte, die das GM nur erwachsenen Männern bestimmt hattt. setzt, der einen Proskribirten retten würde. SDio unten 4. 640. und Appian s>. Z48. wo er auch erzähih daß er immer an der See Schiff' in Bereitschaft gehal¬ ten, die Flüchtigen aufzunebmen, die nachher von ihm bey ihrer Ankunft mitHausgecach, Kleidung und Gelb vcrsehn worden waren. 247g) Appianrrs S. Z46. hat zwo ähnliche Ge¬ schichten, von denen doch keine hier so recht zu paM scheint: s) Ein junges Kmd, welches in Begleitung seines Hofmeisters spatzieren geht, wird, nebst dein Hofmeister selbst umgebracht, der durch Verwerfung seines Körpers den Zögling zu retten gesucht halte d) Arilins hatte, ungezwungen von den TriunivitN, aus seiner und seiner Verwandten freyen Wlllkühr das männliche Kleid angelegt Er wird des neml'chcn Ta¬ ges proskribirt. Seine Begleiter entfernen sich- Er nimmt seine Zuflucht zurMutler; auch diese will nichts von ihm wissen Er flächtet sich endlich aufcinenBerg! der Hunger treibt ihn in das Flachfeld herunter; er wird von einem Seelenverkäufer (plsgisriur) anfgefaa* gen, und gezwungen, im Rasoelhause (ergastulv) p arbeiten. Da er die Mühsceligkeiten dieses Orts nicht ertragen kann , entfliehet er gefesselt, erklärt sich, ^r er fty, und wird als ein Prvsknbirter niederaemaclss — Zur Aufklärung dieser Stelle gehört aber allerdings Kcnntniß der römischen Sitte, nach welcher kein M' norenner gewaltsam hingerichttt werden konnte- Unke» Verfahren Augusts geg. d. Proskribirten. 22z §- 6Z5. Am mehresten ward zwar dieses alles vonN.R-E.71t Mark-Anton und Lepidus verübt; die, da sie cineH^tm^md so lange Zeit bey Kaiser dem ersten in Anschn ge-germeisier. standen, und fast beständig obrigkeitliche Würden oder Gouvernements verwaltet hatten, auch na¬ türlicher Weise die mchrstcn Feinde hatten; je¬ doch ward solches Kaisern, ihres gemeinschaftli¬ chen Ansehns wegen, nicht weniger denn jenen zu Lasten gelegt. Sonsten hatte Kaiser allerdings weniger Ursach denn die andern beyden zum Mor¬ den. Von Natur war er nichts weniger §. ic>7Z. wird die Tochter des Eejanus vom Henker geschändet, ehe sie hingerichtet ward. «>- Akvkvo/LLv^v KV« LV - tllaeitUA V. 9. nachdem er' erzählt, daß das Mädchen oft ge¬ fragt: was sie denn verbrochen? sie wolle solches nicht mehr thun, und man kön»' ihr ja einen Schilling ge¬ ben lassen, seyt hingt: 'l'rsäunr rsmporis eins snÄo- res, gui» kriumvir«li supplicio skllci virAinsm insuäi- rum k>Aded»mr, a carnitice lriqueum iuxrs compreküim. (Das ist der Strick; man denke hier nemlich nicht an unsere rriumvirns, sondern an die sogenannte rr/»mor>or caxtta/cr. Vgl. Adler!. 29z. — Plaut. ztmxL. I. I. g: (^uicl kacism? ll nunc rverorrr me in csrcerem com- peZerinr?) Suerou Tiö. 6r. 14. Imrnsrurse puellse, guia mors rrrrllico nekss ekler virgines llrsnAulari, vitisrse xrius » csrnilice, llein klrsnFulJise. 2474) Als Kommentar stehe hier folgende Stelle des Sucton 27. llekiirir guiclem sligusmcliu cvlle- gis, ne gu» tierec xrokcriprio, seäincexrsm, vtroczue »cerkius exerculr. kenmgue illis in mulrorum kaeps xerkonsm per Arsrism er preces exoradilibus, kolus m»Anopere conrenclir ne cui pÄicerecnr. Er? Er soll¬ te nicht von Natur grausam gewesen seyn? Man lese doch nur im Suetonio weiter, wo er dem unglücklichen 224 Dio Kaßius. B. XI.VH. Hptst.I.XXIl!. N.R.E.7ndenn grausam, und der Denkungsart seines Va> PansaBm--^k6 gemäß aufcrzogen worben Uebcrdem, do germeister. er noch jung war und seit nicht langer Zeit Thal an der Verwaltung der Geschäfte zu nehmen an, . gefangen hatte, so war es natürlich, daß er nur wenig hassen konnte, wohl aber von vielen geliebt zu seyn wünschte. Am besten steht man dieses daraus, weil er nichts dergleichen mehr that, so bald er, nach aufgehobenem Regiment seiner Kol¬ legen, die oberherrliche Gewalt allein bekleidete. Gallius, der noch obenem ihm sehr unverschuldeter Weise verdächtig war, mit eigner Hand die Augen auS- stach; gerade so, wie solches Sylla vorher dem Ma¬ rius gethan hatte. (Valerius Maxim- VIHI. n. i ) Und wie verhielt sich der Mensch späterhin, nach der bey Philippi erfochtenen Schlacht? Mag abermahlS Sneron antworten: dlec sueceüum viciorise wolle»' kur eil, secl cspire öruli Uomsm millo, vr üsruse Lse- ssris summirrerewr , r» -w» /r-re co»rr,?»eüa Vr gviclem vni supplicirer sepulrursm precsnri, responäiüe Zicswr, ism iüsm in volucrnm porelisrem soee. ^lios pskrew ertilium — o des Unmenschen! — pro virs rozsm» svrtiii vel äimicsrs iutliüs, vr slrerurri conceäerewr, sc speLlalle vrrumgue morienrem, cum psne, gui le vbtulersr, occiso, ülius guogue volunrsris occubmlUl nece. sgusis cssreri, er in Uis bl. ksuonius ills, 0»' roni8 semulus, cum csrensri prcäucerenrur, imper>< rove /^nronio bonoriüce lslursto , dunc soeclillimo coN' vicio corsm prolciclcinnr. (Tuet. XIII. 4) llnd wie unmenschlich betrug er sich bey der Eroberung von Perusia? keruiis csprs in plurimos suimsäuettN. vrsrs venirnn vel excussrs se cvnsnribur vnrr v»>cc oc- currenz; »ro^rc»ci»»r c//e. 8ciibunr gui^sm rrecenwi ex clecliriis etcLio?, vrriusgus orUinis, sä si sm äiuo IN' lio exrrnÄsm, Iäibu5 btsiriis kollirn-um mors msUsror. Gueron XV. — Dies sind die arae von de¬ nen Seneka c>'em. l. XI. Da er vsm Augujlus han¬ delt, sagt er: I' ueric moäerscui er elemenr, «rar. Verfahren Augusts geg. d. ProskribirLen. 225 Auch selbst damahls enthielt er sich, viele hinrickE.R E.7li ten zu lassen; rettete vielmehr verschiedene der-Ans«Bnr- selben; erzeigte sich unerbittlich streng gegengermeister. alle diejenigen, so ihre Herren oder Freunde vet- S. zzr- riethen, und im Gegentheil überaus gnädig gegen die, so sie gerettet hatten Ein Beyspiel mag dieses erläutern. Tanusia, eine Dame von vor¬ nehmer Geburt, harr' ihren Gemahl Ticus VL- nius, der mit unter die Zahl der Proskribirlen gesetzt worden war, zuerst in ihrem Hause in ei¬ nem Kasten, nachher aber bey einem Freygelaffe- nen ^'hrlopömen, so lange verborgen, daß man durchgängig glaubte, er sey gestorben. Nach¬ her bediente sie sich gewisser feyerücher Spiele, die von einem ihrer Anverwandten gegeben wurden, um es durch die Vermittelung derOkcavia Kai¬ sers Schwester, dahin zu bringen, daß nur er al¬ lein, von seinen Kollegen unbeglcitet, dahm kam. Hier trat nun diese Dame hervor, erzählte Kai¬ sern alles, was sie zur Rettung ihres Mannes gethan, und von dem er nichts wußte, ließ den Kasten herein bringen, und holte ihren Gemahl aus selbigem hervor. Kaiser verwunderte sich hierüber so, daß er sie nicht allein alle zusammen aller Strafe frey sprach — denn auch darauf stand der Tod, einen der Proskribirten zu verheh¬ len — sondern auch den Philopömenzum Rang eines römischen Ritters erhob. 2475) Vgl. Suctou XXVII. z. wo dieses als ein Wunder angeführt wird; denn er hatte nach geendig¬ ter Proskription gesagt: ira mvüum so PN scriben^i ü-ikwich, vt »mnis liki rsIilUEl'ic Icheis. Appiauus: «5S x«t f^L7« Zk 7-ttr-o l'«« vvrtt« r-v 7ov öe ö/er '0x7«r/.«^ 70 7tvv ^0; x«p7«v9« , 70 0/ 226 DwKaßius.B. HpLst. ^xxin. §. 6 z 6. N. R.E.7rr Und so rettete Kaiser so viel ihm nur in« Wnsa Bur-möglich war, vom allgemeinen Verderben; ^) sern,eist«r. , ., . » T-ov x«>cs«7« ftk, «chr»--,. - Appianus nennet den Freygelassenen nicht Philops< inen, sondernBey seiner Freylassung cM er gewöhnlicher Weise den Namen seines Herrn Tim» vinius; daher erkläre man sich folgende Stelle 8«i< Lons l. c. poiles 7. ^r»rrn» /^/n7o^oeme»em, guoci x>' tronum suum prolcriprum cslalls o//m Zicsrewr, Ikri äignilsro clecorsuit. Man merke sich hier: I) daß der Freygelassene zwo Namen seines Herrn bekam Artemidorus r ?vo V«; (Es hatte nemlich dem Sklaven geträumt, baß er Lrey männliche Glieder statt eins habe; dieser Traum gieng in Erfüllung, da er freygelaffen ward, midM Namen des Herrn dem seinigen zufugte.) Der PM» des Philopömen heißt beym Appianus Junius. M' rons berühmter Freygelassener heißt: Markus TM» Tyco; ein anderer des Attikus (Aeric. IUI. 14.) rus Pomponius Dionysius Attikus (wenn ander« d ie Lesart td. XII. zo. ^uico vionyllo richtig iss ^e berühmte Gouverneur über Judäa, vor dessen-^ richtsstuhl der h. Paulus stand, ein Freygelassener Kaiser Klaudius, hieß Rlaudius Antonius 0"'^ /s/e^/r. XXII. 22. ^lrcr'r, llillor. V. ?? ekr. AeursZ. XII. 54. — Persius V. 76. klou sierilss veri, guibuz vnL Ouiricem Vertigo lscit. Hic Oama elt non trellls »ZM Vspxs, lippus, et in tsnui ksrrsgine wsuäsx. rer/r /r»»c Öomr»«r, -»o«e»ro ^iicV8 2) Daß die Erhebung des Philopömen zum Ritters de nicht jetzund, sondern sehr spät nachher gesE sey; dieses beweiset das Wörtlein oü«, dessen ? ' hier Suetonius bedienet, z) Von der Zoncs besiehe Liebe 6orba nummsris p. 418- . 2476) In wie fern dieses wahr sey , lehren d>e^ «ächstvorhergehenden Noten, ohnerachtttMorus l V erfahren Augusts geg. d. Proskribirken. 227 Lepidus ließ es zu, daß sich sein Bruder Pau-N R-E^rr lus nach Milerus flüchtete, war auch geg-nAU-^^ die übrigen nicht unerbittlich; nur Airroniusgermeister." war grausam und unbarmherzig, nicht allein ge¬ gen die Proskribirken selbst, sondern auch gegen die, so einen derselben hakten retten wollen unserm Schriftsteller beytritt, wenn er sv schreibt: stlnee kcelers in /enrouii st^pistigue rabulis, Lr- cullorikus pscris conrsncus stau. kkaee guog^e riiii niulra knister, eüsm inii» essöss Kniller, wel^e^ letz¬ tere denn allerdings wahr ist, und nicht das erste e. Jene dreyhundert römische Ritter, die den Manen Casars zu Perusia geopfert wurden, hatten an diexr Thak gewiß eben so wenig Anthcil als Toranius, der Vormund Oktavians und ehemahls der Kollege seines Vaters im Platzmajorat. Vgl. Sueron I c. — öe 5V i-oe- äe->o<2kvo. r/vo 7-t.Lip k-rtS-«^. AppMN ll!l. 5 6- — Not. 2 l/O. wird es höchst wahrscheinlich, daß dieser Toranius nickt mitizu den Mördern Kaisers gehört haben kann, weil nicht Anton, sondern kein eigner ungerathenec liederlicher Sohn den Tod dessclbigen verlangt hatte. ,— In Likcrons vermischten Briefen ist der 2l. und 22ste an diesen Toranius gerichtet; beyde sind zur Zeit des hupanischen Krieges geschrieben. 2477) Dgl. Note 2469. 2478) Gerade das Gegentheil sagt Zonaras X. 17. Wo er heißt 2479 > plurarch p, 924 cl. e. st bezeuget gleichfalls, daßdemA ironio dicgrößesteSchuld beyge, niesten worden: 'n. Z- -7-^» 4 war äncr als Oktav, angesehener als Levidns. Da¬ zu kam der Umstand, daß er das Haus Pomveii, die¬ ses Abgottes dcsVolks, bewohnte, dessen Konfiskation und gerichtliche Verkaufung die Römer noch immer niäu vergessen konnten; sein Uebermuth gegen Magi- strarsperlonen, die lange Zeit um Audiem betteln mu߬ ten, wobt gar abgewiesen wurden, im,wischen es Ko. mödian en, Gauklern, Zechbrüdern undZreudenmad- chen offen stand- 228 DioKaßius B-Xl^VII. Hptst. Mili. Häupter der Hingerichteten sah er an, gesch chansaBur-auch, daß er sich bey der Tafel befand, Illi» zeruieisiek weidete sein' Augen allemahl eine sehr lange Aü an diesem erbarmungswürdigen und heiW Schauspiel. Auch Fulvia ließ sehr viele, W aus Feindschaft, s>ö sic gegen sie hegtet thrik -es Geldes wegen sso sie besaßen)) umbrinM und unter diesen befanden sich verschiedene, diet! Gemahl nicht einmal kannte. Als er einst da! Haupt eines auf solche Weise Hingerichteten sagt' er nur: Je, diesen kennt' ich ja mch einmahl! Als ihnen auch cnduÄ da» Haupt KikeronS (der auf der Flucht eingcheltttl Limgebracht worben war) "b') gebracht ward,M 2480) Äppianus x. Z45- siukus vero, vxorir ^nlonii viciuus, cum inkulsm Irsberer rimsm, priuz guiäem eam veuöere mulieri nolaenl> tune, cum vlrro clonsrer, rsmen proler-prus eil. xur, cum scj ^nkoruum referiemr, sä le perunere ne 8->ns mißt »cl vxorem. Ills non in foro, »nie >»' kulsm iä proponi iullic. 2481) Wenn ich nicht sehr irre, so werdens Leser ein' ausführliche Geschichte der letzten Lebens!^ Kikerons zu lesen wünschen; und da der Mann der klassischen Licreratur so sehr bekannt ist? A, ich auch ihren Willen recht sehr gern erfüllen. — -/ kcro befand sich in seinem tuskulanischen Landga^' als er die erste Nachricht con der über ihn verhäng Proskriptionerhi lt. — Tuskulmn ist diejenigevl^ Latiens, die wir jetzund Fraskan nennen; Nachbarschaft hatte Kikero ein Landgut, von dem bekannten guseüione» l'ulculause benannt sind, wo, der allgemeinen Meinung nach, jetzund die^r" kerram sein berühmtes Mönchskloster, zwölf M von Rom entfernt,) liegt. — Auf diese NachriM"' ließ er Tuckulum und flüchtete nach Mura, ^0 gleichfalls ein anderes Landgmb besaß Die Lage v Astura ist noch bis jetzund großen EchwürigkeittN u Verfahren Antonsgeg. die Proskribirlen. 229 wünscht' und verfluchte Antonius solches auf dieN.R.T./rr PansaDur terworfen. Plin. Ill v. hat: ^lkur- gumen et msuln germeisier und daß dieses wahr sey, glaub' ich, bezeugt Rikers selbst, wenn er an Attikus XU. 19 schreibt: Llk Kis guiäem locu» smoenus, et in m»ri ipso, qui er /^nrio er Lircseis aclspici poilir. Aflnra scheint also eine kleine Seestadt an einem Flusse gleiches Namens gewesen zu seyn (Pinedo »6 8-epK. rg2.) zwischen den beyden Dorgebürgen und tsirceri, welches letztere Vivs gil Vit. 799. r»F«m nennt. (Heutzutage o>. cc//o.) Dies Vorgebürg' ist die famose Zaubcrinse! Ara» des Homer» wo die berüchtigte Rirke restdirte, die sich aber nach und nach mit dem Vesten Lande verei- nigt bat und zu einem Lorgcbürge geworden ist, von dem uns Hier (Italien und Deutschland III. zo.) versichert, daß es sich noch gegenwärtig dem Äug' als eine wahre Zauberinsel präsentire. Es liegt am Gesta¬ de des Meers, fast mitten in den Pomptinischen Süm¬ pfen, und hat, von der Anhöhe von Velletri herab gesehn, noch völlig die Gestalt eines Eylandes. (Der letzte Hohenstaufe Ronrasin, ward 1268, nach der bey Tagliakono verlornen Schlacht, hier gefangen genommen, und den 28sten Oktober des nemlichm Jahrs zu Neapel enthauptet.) Dem Vorgebürge «//0 liegt ^»2-° gegenüber, eine Stadt, die in der al¬ ten Geographie ihres berühmten Fortunentempels we¬ gen berühmt ist, der Sage nach vom König Antus erbauet, und etwan sechs deutsche Meilen nordöstlich von Rom entlegen. Zwischen beyden Dorgebürgen, wie schon oben gesagt worden, liegt Astura in der Mitte. Hier trafKikero mit seinem Bruder Quintus zusammen, und hier entschlossen sich beyde zu Schiffe zu gehn, und zum Brutus nach Makedonien zu ent- fliehen. Es begegnet' ihnen aber das, was dem Kö¬ nig Stanislaus bey seiner Flucht aus Danzig begeg- nete; sie hatten vergessen, Reisegeld mitzunehmen. Quintus hatte gar nichts, und vom Markus sagt plucarch: -^xe°- »'>- k->»Sk-°v. Qnintus kehrte dem zu Folg' um, und Kikero ließ sich in seiner Sanfte weiter t/agen. Dieser Versuch gcrieth dem Quintus sehr übel; >er ward., bey seiner Ankunft in Rom gefangen 2 z O DioKaßius. B.ZLVII. HM ^XXIH. N.R.T.7iraenommen, und zugleich neben seinem Sohn hinge! ich. De? altere B-uder, unser Markus, blieb sich diese ganze Zeit über selbst gleich, uuenlschlüssig, wet- ' rer-vendifch, und selbst nicht wissend, was er wollte Er fand in Ajknra ein Boot, welches nach Makedonien, wo Brutus stand, übergehen wollte, und wo er demzu¬ folge völlig si he- gewesen wäre; allein er ließ sich beym Vorgcbürgc Rrrkäum ans Land setzen, in der Absicht- nach Rom st- gehn-vermuthluch um daselbst denTriummrs die Züße zu küssen, und ihnen eben so schön zu thun, als er ehemahls Kaisern schön gethan batte; macht auch wirklich hundert Stadien, d. i. ohngcfchr z deut¬ sche Meilen, nach Rom zu. Er giebr sogar vor, deu narrischen Einfall gehabt zu haben, in das Haus des Gkravianus zu gehn, sich daselbst auf gur roman- tisch zu enrleib-en, und so dem unbesonnenen Oktavluit die Rache der Furien zuznziehn. Sey nun dem M ihm sey, er ward endlich in ein anderes Landgmb ge¬ bracht, welches er in der Nachbarschaft von Rusi"" hatte, (/lrr/c. I. z.) und welches den Lesern seiner Schriften unter dem Namen des Formiamseben be¬ kannt ist. EinTemvcl desApollo stand n cht fernM dem Orte, wo er ans Land treten sollte; von Hui siürzre sich ein großer Zug Krähen auf Kikerons Fahr¬ zeug, setzten sich auf E eegel und Tauwerk und hur¬ ten selbiges mit gräßlichemGeschrcy; welches mu" ulb gemcin für eine böfe Dorbedeutnug auslegte. Wr" trat inzwischen in sein Haus; und so ersoffen imLup» cr war, sich in der größten Todesgefahr lieber trugt" zu lassen, und sich so der Diskretion seiner Bcdm""l zu übergeben, eh' er denn seine -Füße angespannt hätt und selbst gegangen wäre: so blieb er sich auch lnr gleich. Das erste, was der alte proskribirte Esel lv"'- war dieses, daß er sich auf ein wollüstiges Sopb" niedcrwa- f — Ums Himmelswillen laae mir kein bärtiger Kikeronianer: er sey höchst abgematlet gra¬ sen, habe Rast und Ruhe gebraucht. Nein, wc" man in der äußersten Todesgefahr von acht Kerle" tragen, und gleich darauf von feinen Sklaven zu D-tu hrinaen laßt., so ist man ein mehr denn heliogubu"- scher Weichling!!! Die Krähen folgten ihm in lemer Relirade nach, flatterten um die Fenster des EcnE Verfahren Antons geg. die Proffribirten. 2 z 1 und machten ein schreckliches Geschrey. Eine derselbenN.R.E.fn flog auf das Bette zu, wo Kikero schlief; hackte dieHirtiusuud Loga weg, mit der er sich zugedeckt hatte, und cntblößce^'la so sein ehrwürdiges Gesicht. Seine Bedientenlegten die-^ scs so aus, die Vögel trügenSorgfaltfür ihren Herrn; sie glaubten also diesem Wink folgen zu müssen, brach- ten ihn gegen seinen Willen wieder zur Sanfte und trugen ihn der Küste zu — O siuxur^, siuxm-^ wbsr lisch lbou ro schwer kor! möcht' ich hier wohl mit Hrn. Nickelfink ausrufen; ein Mann, her sich in To. dcsgcfqhren tragen läßt, ist mir noch ungleich veracht- sicher, als der französische Prinz, dessen Manöver auf dem Nachtstuhl Mercier: im rsblesu äe ksris mit so bitterer Laune erwähnt. Kaum waren sie fortgcgan- gen, so kam ein Haufen Soldaten unter der Anfüh¬ rung des Tribun Popilius Länas und des Kenturio Here-mus zur Wohnung des Kikero. Hier verrieth ihnen Philologus, ein Freygelassener des Kwintus Kikero, den Weg, den Markus genommen. Es ward der Sanfte nachgesetzt; sie ward bald eingeholt, und der Rabuliste fiel unter den Streichen des Popilius, den er einigeJahr früher von der auf einen Vatermord gesetzten Strafe, den dieser Popilius begangen zu ha¬ ben eingcstand, losgemacht hatte. — Ich hoffe, es werde mir niemand zutrauen, alles Gefühl der Recht- schaffenhcit so verloren zu haben, um das Verfahren des Popilius gut heißen zu können; allein zu gleicher Zeit ist und bleibt es doch auch wahr, daß der Finger der göttlichen Vorsehung hier nichts minder denn ver- kennbar ist, die da wollte, daß der Rabulist gerade durch den gezüchtigt werden sollte, den seine jungen- drcscherische Beredsamkeit dem Arme der Gerechtigkeit entrissen. Die Nachricht von Kiferons Ende kam mir so in¬ teressant vor, daß ich sie, meiner Gewohnheit entge- gen, durch keine Kitaten unterbrechen mögen. Es sey mir erlaubt, hier zum Schluß die Hauptstellcn an« znführen, und ihnen nqchher die Varianten anzuschlies- sen. Seneka VI. freylich rhetorischer Dunst; auch mögen wohl die Namen Livius, Kornelius Se¬ verus, Aufidius Bassus, Brutidius Niger, Kremu- tiuS Kordus u. s ty. nichts mehr als die Nähme« 2Z2 DioKaßius.B.XI.VII.Hptst.L.XXIII, N.N.T./nKasus, Titus und SeMpronius bei> unfern Rechksgt- Hirr:!isimdlxhrten bedeuten; sich sage mit Fleiß mögen; denn ich wirklich mit den 8ussorm des Seneka zu unbekannt, " ' »m hier entscheiden zu könnens allein unter dieser rhe¬ torischen Dunst sind doch auch sicherlich sehr viel histo¬ rische Bruchstücke aus ältern, für uns verloren ge¬ gangenen Schriftstellern, die ich zu benutzen versucht habe. Plurarch 924. vorzüglich aber tLr, x. 884- dem ich vorzüglich gefolgt bin, und zu dem ich sofort die Varianten liefere. Appianus Illi. p. ggi- Valerius Maximus k. iv. 5. und ausführlicher V. in. 5. Vellesus II. 66. Llorus llll. vi. Augnsib nus cs« cr'»r>. Oer III. ZO. welche letztere Stell' ich, vmillis omirrenöis, um desto lieber hersetzen will, st we¬ niger der Leser vom gewöhnlichen Schlage, .Werons Tod wegen, den heiligen Augustinum nachschlagen wird: dlsm er iple ^vAullus cum mulris gestir bslls civilis, er in eis erism mulri clsrilbmi viri periermiu inrer guos er Ocero öilerms ille srrisex regeuci-is rei- publicse. kompeii guipps viLIorem, Pse/äre«, <;ui viLkorism ciuilem clemenrer exercuir, suisgue sci- verssrüs virsm cliAnirsremgus stonsuit, tsngusm regm »pperirorom, guorvnösm nobilium coniursrio sensw- rum. velur pro reipublicse liberrsre in ipsz curis rru«- ösuir. sluius öeimls porsnrism, mulrum moribus öir- psr, viriisgue omnibus inguinsrus srgue corruprus, si- ssLIsre viclebsrur ^nronius: cui vebemenrer pro es- «lem ills velur psrriselilmrtsrs Oicero relistebsr. luiw emersersk mirsbilis inclolis s^olescenr ills slius illius L«r Lae/arir stlius söopriuus; c;ui, vr öixi, polkea sppellsru? est Iluic säolescenri Lsekn, vr eius pvrsnris conrr» ^nronium nukrirewr, dlicero «- vebsr; sperans eum öepulss er opprest» Antonii clo- winstione, inüsursrurum reipubliL.ns libertärem: n" gus sclso coecus grgus improuicius sukurorum, vr ine ipse iuuenis, cuius clignir.rrsm sc poreüstem ssuebsk, eunclem Liceronem occiclenclum /^nroniu guaösrn gas» xoncoröiss psttions promirrerer: er iplsm liberksleM reipuklicss, pro gus mulrum ille clsmsuerst, öiuoiu fciomÄarin,-/? proprise subiussrek. — IlNd NUN ZÜ den Varianten. Aus plmarch, dem ich lonst vorM' sich tzefylgt hin, merk' ich an« daß dieser Schrst^ Verfahren Antons geg. d. Proskribirten. 2 z z ler unenksehlüßig ist, zu entscheiden, ob gefahrlichcN.R.E./n Schiffahrt, oder aber Hoffnung auf Oktavius GüteHirtius und den Kikero auf den tollen Einfall gebracht, nachRom^"^D"r« zurück zu kehren: «lr« Skisa-s , sind seine^ Ersteres'scheinet Appianus p. Z4k. zu bestätigen: cum in nuuiculs suAsrer, inlüslionem ferrs non poruir. O des armseligen Weichlings, der dem Tod zu entlau¬ fen nicht einmahl schiffen kann, sondern stets weg acht Menschen von ihnen getragen zu werden verlangt!!! Und nun vergleiche man, mit dieser platten historischen Wahrheit, wuudcrshalber den rhetorischen Schwulst des Seneka« Bey ihm sagt Rrcmucius Rorvus: tlum cagilsstek, Vkrumne Lr«r«m au scr^ an äex-rrrm pskerel, onniia clisplicuissv praeker morrem; und noch pomphafter Livius (Lbd. >5»a- /or. I.) 'pacüium rrmciem eum er suAss er virss ce, pir, rs-;relsusgus aü superioren, villam, guas paullq plus mills pallibuz a mari abesk, inguir, r» x-rr-ra /aepe /e^«E Letzteres nun freylich ganz im Geschmack des Verfassers des berüchtigten: o sorkun-l- lam narsm; schade nur, daß es gar sehr mit dem Ka- tamiten, der sich in Todesgefahr tragen laßt, kontra- stirt. Der einzige Gemlnus Varius beym Seneka halt sich gut:, 8pero ms Oiceroni mso persuasurum, vr velik viuerv. <2"oc! Zrsncli» loguikur ek clicir: marr r,rc rmmürma co»/»/a>'i, ucc /äpicnrr, non mousk ms, iclioram perir. Lgo belle mors3 kominis noui: sacler, rogablr; nsm guock ast kerunurem peiriner non rscukabir: ram co//«m rr,r«»> ^a/-«rer r//»»r er 0>re/sr /«/>ieeer»»r. ^ererauttm i»a»crpi»m nretcrt/ Lee. — Den Philologus soll Antonius Nachmahls dec Ge< mahlin des cLuinrus, der Pomponia, einer Schwe¬ ster des berühmten Attikus, ausgeliefert haben, die ihn gezwungen, sich selbst das Fleisch vom Leibe herunter zu schneiden, zu braten und aufzufressen. Weiber sind freylich barbarisch; dies sieht doch aber fast zu barba¬ risch aus, und die ganze Geschichte sieht einem Mahi> chcn ähnlich, weil Plutarch selbst bemerkt, daß der Freygclassene Kikcrons, Tyro, von der ganzen Ver- rathercy des angeblichen Philologus auch nicht ein Wort meldet- Mir kommt selbst der Name Philologus 2Z4- DioKaßius. B.XI,VH.Hptst.I.XXIH. ?7.R.T 7ilpseudl?nym vor; und vernmthlich hat man über das A^"^""°Äbsierbeii des berühmten Kikero s gui n.ieux gelogm. rermeistcr. Die Suasorien des Livius geben uns herrliche Finger¬ zeige dazu. Auch Appranus weiß nichts vom Philolog, sondern nach ihm wird Kikero von einem Schuster, einem ehcmahligcn Klienten des berühmten Klodius verralhen; -rar ovr-t 7-qu iSk,;-v.^ ft, daß also Klodius den an ihm begangenen Mord des Kikero noch nach seinem Tode gerächt, Nach Appiano hatte Lanas zu wenig Mannschaft bey sich, um cs wagen zu dürfen, den Kikero, der von vielen Sklaven begleitet war, anzugreifen. Ersann deswegen auf eine List, kehrte sich um und schrie über¬ laut : Ihr Rcnturlouen zur -^ülfe! Dieser Streich verfehlte seiner Wirkung nicht. Die Sklaven verließen den Kikero, und Lanas, des Mordhand verks uuge- wohnt, hieb oder schnitt ihm vielmehr indrcyenSchuit- ten den Kopf ab. Dieser Umstand ist meiner Meinung nach nicht außer Acht zu lassen. Er zeigt uns, wenn ich nicht irre, ganz augenscheinlich, daß Lanas kein gemeiner Henkersknecht war, der Mark-Antor.cns Blutdurst für Geld stillet«, sondern den das GssnhI der Frevelthaken Kikcrons zu seiner Handlung leitet und wirklich schrie das Plut so vieler Römischer Bur¬ ger, die Kikero seiner Ehrsuchr aufgeopfcrt hatte,/aut um Rache! — Hellem-; hat nichts, was zur Erläute¬ rung der Geschichte dienen könnte; er vergißt den Ton des Geschichtschreibers und wandelt sich zum Deklama¬ tor um, so daß Er aus Seneka, und Seneka aus ihm oft erläutert werden können. — Ha!erm.s Maximus geht in den Vorbedeutungen, so Kikerons Tod ver¬ kündigen sollten, merklich vom Plutarch ab- M"" erlaube mir, sein' eigne Worte herzusetzen; I, ,rm. 5- Ulsreo Liceroni mors imminen5 sulpicio prsesicts eit- cum enim in vitls Ojetsns oller, coruus in coissxella ein» boroloFÜ kerrum loco morum excullir, er xrorio^ sä iplum rerenulk, sc Iscinism rozse eo vigue mvrM lenuir, ännsc isruus sä occiäenäum eum milices re- niü'e numi-trer. Cr meldet uns, daß Lanas, dss Mörder Kikerons, ein Pikentrner war, und daß !"' kero seine Äertheidigung auf Verspräche des Markus Ve- sichren Antons geg. d. Proskübirten. 2 z; fürchterlichste Weise; nachher befahl er sol-N.R.c^-a . PansaBm- Rälius unternommen (Das Land der Prrcntmergermeister. ncnnen wir jetzund: Is blsrca ci'?cucons.) — vermukh- lich desjenigen, dessen Bries' an Kikero dem achten Buche der vermischten Driefsammkung cinverleibt sind, und von dem wir im vorigen Bande gehört haben, daß er den Milo nach Italien zurückrief, um Kaisern eine Diversion zu machen; wiewohl solches höchst schlecht für ihn ausschlug; ist diese Vermuthung ge¬ gründet/ so war der Empfehlende um nichts besser als der Empfohlene: Kikero schreibt auch von diesem Kö. tius, arl zlkrrc. VII. g. XIII. ZZ. schlecht genug so daß man sied wundern sollte, wie ihn die Anempfehlung dcsRälius bewegen können, einen ungerechten Rechts, handel zu vcrtheidigen, wüßte man nicht, daß es bey ihm mehr als beym allergewissenlosestcn Advokaten ge- heißen: lucri bonu« ocior s re g iMiber; oder hätte Mair vergessen, daß der Rabulist niederträchtig genug war, sogar den Gabimus, der ihn doch persönlich so sehr beleidigt hatre, für Geld und gute Worte M vertheidigen. Den Lanas als Mörder nennet auch Liviu.-; Lpir-. !2c>, welcher aber keinen tribunum miii- ruw aus ihm macht, sondern ihn le^ivuarium milnem nennt. 2482) Nur von diesem Haupte berichtet Appia» x. Z42, was Dio etwas weiter oben, vielleicht za all¬ gemein , von allen und jeden Häuptern der Proskri- b irren sagte: termr erinrn in lricbnio iei cspuk sei siaie- k-rem speUsüe mensae impolimm; und hiermit stimmt plurarclr p. 924. c. (in der folgenden Note führ' ich die Stelle ganz im Zusammenhang an) über. (wo doch vom Tischsitzen nichts vsrkommt) — Ver¬ zeihlicher ist denn dieses gegen dcnTodfeind allerdings, und zeigt wenigstens jenen Blutdurst nicht an, den das Betrachten aller abgeschlagenen Köpfe ohn' Unterschied ve-rachen haben würde. Selbst aber auch in diesem leUtcrn Fall vergesse man Römische Sitte nicht; ver¬ gesse nicht, daß Fechterspiele das Desert der Tafeln römischer Großen ausmachteu , daß man demzufolge au Blutvergiessen über Tische gewohnt war: und daß 2 Z 6 Dio Kaßius. V. XI.VH. Hptst. IxXXIII. Hi'rME,uid^^ auf den Rednersiuhl, an einen erhabener« Dansa Bur Ort denn die übrigen zur Schau zu stellen: ^') germeistcr. eben dem Ort, wo er Vormahls seine stPhilippischc^ Reden gegen ihn gehalten, jctzund scinHaupt, nebst der gleichfalls abgehaucncn rech¬ ten Hand gestehn würde. Fulvia aber nahm sel- man Mark Antonen, der die Häupter seiner erschlage¬ nen Feinde über Tische neben sich hat, deshalb eben so wenig eines Blutdurstes beschuldigen darf, als die junge iZerodias — n'en cleplsils PS8 L dir. Xie- rne)-er! — wenn sie das Haupt Johannis auf einer Schüssel, gerade so wie einen Kalbskopf begehrt. Sitten der Vorwelt müssen nie nach den unsrigrn be- urtheilt werden. 248?) Appian l- c. p. Z42. Llapur eius cum msnu pro rotlris ciiu pepenöir, vbi prius concivimri solirus, mriiorgus kunc aci speÄsnclum, gusm prius sä »uciienclum concursus suik. ^>rr. CXX. b!u- ius — cspuc cum m»nu ciexlrs in roitris policum eü. — Ein anderer Epitomator des Livius, Floru» Illi. v. itomss cspim cselorum prseponsre in roüni ism vli»mm er»r. Verum 6c «juogus ciuirss I»cr/- M3S tsnero non poruit, guum relciü'um Liceronis csxuk in illis suis roliris viclererur, nec slirer scl viciencium epm, gusm soiebsr sä su^ien6um concurrererur. stln- türck ^»ro/r. p 924. c. Z« 7-- xe4«^X'- äx'oxorrxl-«, x«< H rx; xsr'sürx ^o^-8r x«, , e^orro >->><' X«, v!ro dxc,ri/r,5» r.» ei- L-^oz>« 7-kAis.«,, xs-A-rASf k-S »kxxal. l!g^>i^L,l-, al-1-ol- rp x«< x«r«,k-e"' »ov^a- ^8- k^iZk-xvv^kl-ox. /ule« Crce-'o p. 779' -rxv jk xx, r«; kxk^ke-7,, llrrx r«l- vx 2k-l-«; Ak«^« k«^L-o<; 4e-xrav, 8 -rs ic-xie"--k v^Ll- ots,llkvo<, 'Ll-^«»8 ve-A-x; ktxoklr. venal X. iso. /»Aemu «srr«r c// er ee^«r^ eae/«, nec rngusm 8»nZuine cauliüiei msäuerunr roürs xu6Ur. Verfahren Antons geg. d. Proskribirten. 2z 7 biges, noch eh' es dahin gebracht ward, in ihren Hände; vcrhöhnete es, spie es an, nahm vachhcr auf den Schoos, öffnete den Mund des-germeister. selben und zog die Zunge heraus, die sie mit Na» dckn, deren sie sich zur Frisur ihrer Haare bedienre, durchstach, unter unauftzörl'cher Ausstoßung der schändlichsten Sckmähworte! — Doch auch 2484) Hieronymus conua Nuknum. T. III. p. 569. k. Tomi II. Löir. Vsliariisnse. 17Z5. tot. kecerunr hoc er koluia in Liceronem, er kkeroäia-i in Ivannem, go-a veriratem non pokeranc suäire, lin- Au»m veriloguam ar« «lr/rrn»/»«/r conkoöiebgiir. Diese Nadel, so der h Mann chlcrnnina- IN nennt, heiße beym Apulksu» crr»a//r, und beym pccronius coma- rvrra. ES gehört zur Mes achte der Toilette der Alten, zu wissen, daß diese Nadel das vornchmst'Instrument war, dessen sich ihre Friseurerinnen or»a- rr/ce/) zum Putz ihrer Damen bedienten. Gr-iS /lmar-, l. xim. 15. sagt von den seiner Schönen ausgefalie- yen Haaren: dlon ac«r abrupik, non vsllus peLlini«, 1II05: Ornarrix ruro corpore ssmper erst. ^nte meos sseps eit oculos ornara, nec vnguam Lrschia cierezira ssucia secit ac». «Nd v. 27. Oamsbsm: 8relns eit, iitns lcelus vrere crine». 8ponre clecenr: capili, ssrrea, psrce ruv. Vim p-ocul kinc remo.e; non ett ctebesl vri; aclmorar rx/e caxr//«r ac«r. Marrialis II. 66- Vnuz 6e roro peccÄuergr orbe comsrum ^nnulus , mcer-ra »0» öe»e /iv», ac«. Hoc sscinus l.s!»ge fpeculo, guo viciersr, vlts ess, Lr ceciäir setti8 isss klecala comi8. GviO äe srke III. 2^9. Iura lir ornarrix; oöi, rprse saucisr ora Vn^uiduz, er »axra örarstia 2 Z 8 DioKaßius. B. XI.VII. Hptst. DXXIIk. ^./i^Martralis ^ox/ro^. 24. ^aissaBur- lenui» ne msclistos violent bombici ns criire;: getunchler. bigac scus ro»ras suliineÄrgue cvmas. Sic wurden also fast eben wie die unsrigen zur Pevk, stigung der Locken, daß sic nicht aus einander sollen, gebraucht; waren aber größer und stärker. XIX. xxxi. 45. ^c»/ funr, quibus in koemims vrnsnöorum crinium comps^o rerinetur, ne tlusnc, er spsrsos clilüpenr cspilloz. id. p 244 i. clicirur gus sarcinakrix vel etiam orn-lmx vkiiur, und abermabls p. 1^71. I. z6. Die Nadel, von nie!» cher Martial in der letztem Stelle redet, war von Gold: ein' andere von Elfenbein, die ich selbst bestök, laß ich abzeichnen, und lege sie in ihrer natürliche» Größe meinen Lesern vor. - - Die Größe dieser Nadeln machte sie zu Wunden i-iid Schlagen sehr geschickt; und cs ist aus den obange- führren Stellen der Klassiker zu ersehen, daß die Echä- nen Roms sich derselben oft bedienten, ihre Kammer¬ mädchen, wenn sie nicht ihrer Einbildung gnung lb»' ten, zu bestrafen. Bitterer und harter har über diese» Unfug der römischen Schönen, den Unfug der venm« statteten Frisur durch Blut rächen zu wollen, sich vcimlis ausgelassen, wenn er VI. 4X9 so schreibt: Lomponir crinsm, Iscersrtt ipft capülis, Xlusts Iiumero, ttlecas inkelix, nuclixgue mamillii- /Xlrior hie guare cineinnus? lau,en jiunit Lonrinuo llexi crimen, fscinuxgus cspilli. Ueber den Gebrauch dieser Nadeln zum Stecken, sehe man noch, was Pc-caus über Äpul. Vili. p. 4Z1. ge¬ sammelt, und die Jnterpreces über Perronms XXl. in Burmanns Ausaabe. — Diese Frauenzimmer beis¬ sen Griechilck vom verbo tröpfeln, vermuthlich weil sie beym Frisiren da? Haar mir wohl¬ riechenden Pomaden ansprenaren. Ich fttzc dieWerN des Scholiasten Iuvenals über diese Stelle her: ^rrvscs ciicuncguEclo nrinurum iiue raivin pluir. Oinsrrico5 IZirur componenles^ rsrumacpsruuur ->ga»s solenr m irrere. ac velur Die Pstickt bet psckaden ist vielleicht in folgenden Versen am bestell rusamniengcfaßkr Verfahren Antons geg. d. Proskribirtcn. 239 dieses Paar rettete einige, im Fall sic für die Er-N-R.T./n Haltung derselben mehr Geld bekamen, als sie nachA"s"Bur- dem Tode derselben in ihren Häusern zu findengermeister. Illis cun> sui vulcus, kwniisczue llocorss 8emper erir, rvrrosgus in lloxum poners cnir.sr; -^ur vnllls reuoLLi's, er rurkus, vsrrice clsnko klügere ec axxollcis caput emurare csvillis» V. 146- Neber die aeum lliseriw-inslem erlaube man mir hier noch ein Wörtchen zu sagen. Unverheyrathete Frau¬ enzimmer flochten, ohne Rücksicht auf die Scheitelung zu nehmen, ihre Haare, wie uns Münzen solches über- flüssig zeigen, in einen Haufen von Flechten, oben auf dem Kovf mittelst einer aeu crinall zusammen. Ver- heyrathete Weiber hatten eine cll/cr-rH/»/-, d. i. sie scheitelten ihr Haar; ließen die, so im llucipur wuchsen, frisiren, die aber im occixm fallen, und nur höchstens unten in einer kleinen Locke zusammen legen. Ich wenigstens weiß mir nicht anders die Stelle Tertullians cle vc/auct. r-rrzm-ö. c. XII. zu erklären: Limulgue so mulieres lukeltexerunr, verruur cspillum, er acu lasciulore camam scomae?^ lldi lnicrunr, d. i. sie scheiteln das Haar, und geben sich dadurch für ver- heyrathete Frauenzimmer zu erkennen. 2485) Einige Nachrichten, wie sich Mark-Anton bey Ueberreichung des Kikeronianischen Hauptes benom¬ men, werden hier nicht am unrechten Orte stehn. Ans ronius hielt gerade damahls, als ihm Kikerons Haupt gebracht ward, Komitia; so wie er solches erblickte, sprach er: Nun mögen alle Proskriptionen aufhörcn! Plmacck) Occro p. 779. s. Appianus x. Z42. setzt noch hinzu, daß der crillumis, der ihn umgebracht, ei. neu Siegeskran;, und den Lohn , der für den Tod ei¬ nes Proskribirten vestgesetzt war, zehnfach bekommen. — In den Suslvriis des Seneka heißt es: er sey alter «la seckszig Jahr geworden: 8exsginrs supergrellus 0,. In den gleich darauf folgenden Cxcerpten des Livius und Auftvius Baflus stcbn drey und scchszig Jahre, und mit dicfcr Jahrzahl stimmt der Epitoma- tor des Livius LXX. überein: klulus occlli s ko^llia 2HO Dio Kaßius. B-X^VH. Hptst,^XM. N.R E./Hvcrmuthcn konnten. "°«) Damir aber durch N- ch'ni^Bu'r^uadlgungcn dieser Art kein leerer Raum in den germeister. Proskriptionstafcln entstehn möchte, so wurden S. zzr. an die Stelle derselben andere Namen eingetragen. Und ausgenommen daß Antonius, auf großes Bitten seiner Mutter, den Bruder derselben, seinen Onkel begnadigte, hat er sonst gegen niemand die mindeste Barmherzigkeit bewiesen. §- 6z7. Inzwischen waren die Todesstrafen, durch welche die Proskribirten damahls umkamcn, eben so mannigfaltig als die Mittel, so man -mwcn- bete, stc zu retten. Viele wurden von ihren ver¬ trautesten Freunden verrathcn, und eben so viele von ihren verhaßtesten Feinden gerettet; eiiii- ge brachten stch selbst um; andere ließen die ße le^ionsrio milite, , csput cim inLim «kextrs in ivliii^ poiirum elt. Plurarcd k 779- e. hat nier und sechszig; und eben diese Zahl hat Aurelius Luscius in den Excerpten beym SenM l>- 55- .. 2486) Ich begreife freylich icht, wie man vor !«> ncm Tode mehr bezahlen kann, als man vermögend ist, nach erfolgtem Tode zu liquidii en- — Ich bim, mich nicht miozuverstebn- Ich begreife sehr leicht, da? man mehr Schulden haben kann, als man zu zahle" ve>-möqcnd ist; allein , im gegenwärtigen Fall, wen" Tod und Konfisziruna aus nuck lauern, begreif >"> wirklich nicht, wie der gutherzigste Kreditor mir leihe" sollte. ' 2487) Vrostus VI. iF. Idi Antoniu« "fiilhum r. ceeuns--., inimieum !uum; /«««, er, acce^r, r,»«" marre, ^ro/er-rzo/t-rar; >hj l.epi6u8 i.ueium Usulnw. rrem tu um , in eui-clem pr^eferixcoruin AreZom couw- eersr. Vgl. oben Note 2469. Beyspiele getödteter Prosk-ibirten. 241 umzubringen ausgcschÄte Mörder, als wenn sieN.R E selbige schon umgebrachk hätten ^frcywillig^ cnt fliehen; einige, so ihre Herren oder Freunde ver-gemmsler. rathen, wurden dafür bestraft, und andere eben dieser Ursach wegen mit Ehren überhäuft, und so wurden im Eegcnthcil von denjenigen, so Proskrivirte gerettet, einige bestraft, ander'aber belohnt. Denn da alles nicht von einem, 2488) Appianus ist hier wiederum der Haupt-Auk- tor, und cs sey mir erlaubt, hier einen kleinen Nach¬ trag zur 247osten Note zu geben. —- Der erste, der erschlagen ward, war der, den Gesetzen nach sonst unverletzliche, Tribun Salmus Er hatte zwar an¬ fänglich intercedirt, daß Mark Anton fü> keinen Va- terlandsfcind deklarirt werden mochte, sich aber nach, her zu Kikcrons Parrhcy geschlagen, und alle Reoen desselben unterstützt. Er saß mit seinen Freunden bey einem Gastmahl, als der Lenruii» herein trat, die Anwesenden bat, sich nicht stören zu lassen, den Sal- vius beym Schopf nahm, den Kopf abschnitt, und mit der freundschaftlichen Erinnerung, sich nicht zu rühren und zu regen, oder es dürften noch mehr stopf' abgeschnitlen werden, fortgieng. Die erschrockene Ge¬ sellschaft ließ sich dieses nicht zweymahl gesagt styn; sie blieb bis Mitternacht bei) einander, um den Rumpf des kopflosen Gastgebers hergelagert. Nun kam die Reihe an den Praror M-nukius, welcher eben in den Komitien dem Volke Recht sprach, als ihn das Räch¬ st!) verdt der Tribunen erar-ff Die beyden Egnaner, Vaterund Sohn, umarmten sich; in dieser Umarmung wurden bepder Häupter durch einen Hieb von den Rümpfen getrennt, die auch nach dem Tode noch sich einander vest umarmt hielten. — Ein gewisserLalbu» hatte seinen Sohn, um desto sicherer fliehen zu können, von sich entfernt, und ihn im Voraus nach der Küste zugeschickt, inzwischen er selbst in einer kleinen Entfer. nung folgte. Als er nun die falsche Nachricht erhielt, cs sey sein Cohn von den kriiimviralischen Mördern ergriffen und umgebrachk worden, kehret' er um und bvt sich frcywilllj) den Mördern dar. Der Sohn ret- 242 Dio Kaßius.B. XI.VU. Hptst.L.XXU N.R.E.7lisondcrn von drey Männern abhieng, von denek Miiisa"ur-Mr seine Privarabsichtcn hatte, und so Handels geruiciftcr. wie es ihm sein eigner Nutzen zu erfordern schien; so waren ihnen Freund' und Feinde nichts minder tete sich zwar glücklich, kam aber, als er von JtM nachEikilien hinüber gehn wollte, in einem Schiffbruch ums Leben. — Eben dieses Schicksal erfuhr der jün¬ ger' Arruntilis; den Vater ließen die Triumvirs eilN leiben, und die Mutter hungerte sich selbst ausMis- nutth zu Tode. — Zwey Brüder Ligarius, Halls sich in einem Schornstein vei-steckt, wurden aber voü ihren Sklaven verrathcn. Der eine fiel alsvfort un- ter den Streichen der Mörder; der andere sprang darauf in einen Fluß, ward von mitleidigen Fischern üufgcfan' gen, von denen er auch, ober ihnen schon wiederholt zn- ricf, daß er proskribirt sey, gerettet worden seyn würbe, war' er nicht auf dieses sein felbsteigenes Angeber, vb» den auf der Brücke Wacht haltenden Soldaten erinou det worden. — Der Leichnam eines andern, der D gleichfalls aus Verzweiflung selbst in einen Fluß fiürtt hatte, ward fünf'Tage lang unablaßig vvns ncm seiner Sklaven gesucht, und ihm, als er endB gefunden ward, der Kopf abgeschnitten, damit n ft die versprochene Prämie erhalten möchte. — Ein""' derer, der sich im Inwendigen eines Abtritts verbor¬ gen, ward an diesem schmutzigen Orte, wohin M bn Mörder nicht selbst begeben wollten, mit langen Sp»' sen umgebracht, und das mit Menschenkoth besudel» Haupt, vermuthlich des größern Gelächters weM den Triumvirs dargebracht. — Zwey Brüder wäre" proskribirt, ohne daß dem einen solches hatte beM seyn sollen. Als nun dieser den andern von denW»' dern angegriffen sähe, lief er auf sie zu, und sE Mlck, mick> bringt an semcr statt um. Nicht M als billig, sagte der Centurio, denn dein Name M noch vor dem «einigen auf der Proskriptionstafel, so wurden bcyde zu gleicher Zeit hingerichtet. — garius war von ferner Fran versteckt, voneinerSn" vln aber verrathen und hingenchret worden. A.' dere sich nunmehr die Gattin bey der StadtobruM bekannte, den.Mann verhehlt zu haben, und begeh» < Beyspiele getZdteter Proskribitten. 24z Lenn gemein, und der eine wünscht' oft, denjenüN R.E-7H gen zu erhalten, den der andere zu verderben n ach tcre, oder umgekehrt; und so ereigneten sich man gmneistek. deck Gesetz zufolge, we'ches den Hehler eben so sehr als den Proskribirten selbst -u bestrafen befahl, hinge, richtet zu werden. Die Richtet, gerührt v n Mitleid, wollten von Vieser Anzeige keine Notiz nehmen, und die arme Frau verkürz« nun selbst durch Hunger ihre Lage. — Statius Samis, ein Gre-s von achtzig Jahren, überzeugt, daß er nur allein seiner Reichthü. mer wegen proskribirt worden, gab alle sein Vermögen dem Volke zum Raub und Plünderung reis, steckte sodann das Haus an, und verbräun« sich and einen großen Theil der Stadt — Rapiro, (venmuhijch eben derjenige, an den wir zwo Briefe Rikcrcurs, rm sechszehnten Buche der Sammlung /chrrc-zm, haben) verwandelte sein Haus, wie wcnland König Karl zu Bender, in eine Vestung, setzte sich «erzweifclnd zur Gegenwehr, und ward nur erst, nachdem er sehr vie. le seiner Verfolger ums Leben gebracht übermannet von der Meng'und ermordet. — Ihm folgte, aber mit einem ungleich glücklichem Erfolg, Vctulinus. Die Triumvirs hatten achtzehn italiäniscke Städte, unter denen namentlich Rchegium slteMo) war, ih. ren Soldaten zur Prämie, nach geendigtem Kriege ge¬ gen Brutus, versprochen. Die Einwohner dieser Städte wiegelte nun Verulinus auf, bracht' in der Nachbarschaft von Rhegium eine große Mannschaft zusammen, und that den Lnunw-rs beträchtlichen Abbruch. Gezwungen endlich der Menge zu weichen, flüchtet' er sich nach Sikilien, svielte den Krieg neuer- dinqs auf das veste Land von Italien hinüber, ward neuerdings überwunden und wollte sich nach Sikilien zurück ziehn. Sein Sohn, den er mm voraus ge¬ schickt hatte, traf auch glücklich in Messina ein, dec Vater aber ward, mitten im frero, von der triumvi- ralischen Parthey in Stücken gehauen — Unglaublich treu und aufrichtig haben sich die Sklaven während dieser betrübten Zeit gegen ihre Herren verhalten- Ein Cklav verbirgt seinen Herrn in ein Grabmahl, läßt ihn dort allein und eilt zur Küste, ein Schiff nach Si» 244 Dio Kaßius. B. XI.VH. Hptst.I.XXlll. N.R.E.^ncherley Zufälle seltsamer?lrt, so wie em jedcem ÄiA'Dur-'hucn besonders gegen die Proskribirten günßiz zermcister. oder ungünstig gesinnet war. kilicn zu bekommen. Dey seiner Zurückkunst findet u seinen Herrn schon unter dem Messer des Kentnrions. Warte, warte, schreyet er seinem sterbenden Hem zu, warte nur noch ein klein wenig! Mit diesen Me¬ ten bringt er erstlich den Kenturio, nachgehends aber sich selbst ums Leben, und sagt, indem er fallt: Nm hast du doch im Sterben Trost, o Herr! — Ein an¬ derer war, seines schönen Landgutes wegen, wie nm vermuthete, ^proskribirt worden. In ihm befand sich eine sehr tief im Felsen hineingehende Grotte, in welche ihn der Sklav bey Annäherung der Mörder m- tete, selbst aber das Kleid seines Herrn anzog, »ad sicherlich erschlagen werden wäre, hatten nichts Mikknechte dieses treuen Dieners die wahre Besch-W' heil der Sache verrathen. Der Herr fiel zwar daran unter dem Schwerin seiner Verfolger; allein das-M trieb cs doch so weit, daß jener Angeber gehängt, dst treue Sklav aber freygesprochen ward. Etwas ahn!» ches zeigte sich bey dem durch seinen Sklaven verrat!)«- nen Arerius. Der durch diese Verratherey freygewon dene Sklave überbot die Kinder des Proskribirten, da in der Auktion das Vermögen ihres Vaters zurückkau' feu wollten, so unbescheiden und beleidigend, daß ^ Triumvirs, bestürmt vom Volke, den Sklaven Mk Freyheit beraubten und den Kindern des Proskribirtt" den Aterius abermahls zum Sklaven schenkten. setze diesen Beyspiclcn noch zweene des valer. Ml- VI. viii. 6. Mrd VII. hinzu: Urbmius panaW" rettete feinen Herrn indem erMiU und Ring desselben anlegte, und sich so erschlag ließ, nachdem er vorher seinen Herrn in Sich^v gebracht- (rNakrob. I. xr. erzählt die neu» licht Geschichte, und Seneka cis. be». III. 25. /W auf sie an, wenn er so schreibt: Lelio ciuili xrosenxW üvmiuMn seruus sbsconcllr, er cuin Limulos eia^ " sc veliem inöuiffer, ipeeul-iroiibus occurn , nilnl ss ciepiecsri, cz-.io minus impersrs xeraZei^'- tiixic, er ckeinäs Lsrulesm xonexlr.) —. Anriuo ' Beyspiele geretteter Proskribirten. 245 §. 6z8- Alle klein' Anekdoten dieser Art einzeln und^ R.T.7" ausführlich herzucrzählen, würde, die dadurchAA"^''^ germeisier. sii'o war gleichfalls einer der Proskribirten; es gelang ihm aber zu entwischen. Ein ehemahls von ihm ge- brandmarkter Sklave bemerkt ihn und wird auf der Flucht sein Begleiter. Es laßt sich s hr leicht denken, daß Restioni diese Begleitung sehr lästig seyn mußte; und daß er seinen Sklaven für nichts anders als für seinen Mörder ansehen konnte. Allein Restio betrog sich. Der Sklave trieb seine Liebe für ihn so weit, daß er einen armen unbekannten Greis ermordete, sei- neu Körper auf einen Scheiterhaufen warf, und diesen Scheiterhaufen den nachgeschickten Kcnturionen mit den Worten zeigte: Da liegt er und brennt für oas mir aufgeVrückre Branvmahl. — Urbinius ließ dem Sklaven, der sich so großmüthig für ihn aufzcopfert hatte, in der Folge, da er wieder hergestellt worden war, ein sehr prächtiges Grabmahl errichten. — Lus cesus hatte zweenen Freygelassenen, auf deren Treue er sich verlassen zu können glaubte, Gold, esandieKü- stc zu bringen, anvcrtrauet; als sie aber damit durch- giengen, verlor er seinen Muth so sehr, daß er sich selbst den Mördern angab. — Labienus, zur Zeil der Eyllanischen Proskription selbst ein sehr großer Mör- der, befand sich jetzund gleichfalls unter der Zahl der Proskribirten, und cmpficng seine Henker, wie ehe. mahls die alten Römer die siegenden Gallier empfan¬ gen hatten, fitzend auf der 8ells curulis vor seinem Hause. — Restius verbrannte sich selbst lebend«, als Leiche, obschon er bey getreuen Sklaven in völliger Sicher/ heit war, weil ihm das Hin, und Herlaufcn dcr Kenturio« nen mit den abgeschnittencn Köpfen zu fürchterlich und unerträglich war. Aponins, (ein sprechendes Beyspiel des römischen Lupus!) war gleichfalls sicher, meldete sich aber selbst, weil ihm die schlechte Kost, mit welcher er sich in seinem Schlupfwinkel behelfen mußte, uner. träglicher als der Tod selbst war. Ein anderer Hieng sich, weil nicht gleich ein dienstfertiger Mörder da war, der ihm den Kopf abschneiden wollte. — Ein anderer 246 DioKafiius.B-Xs.VH. Hptst.^XXIl!. N N E 7nverursachte Weitläuftigkeit abgerechnet, mmk dennoch zu keinem sonderlichen Vorzuz geriiieister- Lucesus, Schwiegervater des diesjährigen Konsul Aslnius, (denn diesem hakte Oktavian sein KonM abireten müssen) befand sich bereits auf der See, und sprang bey einem entstandenen Sturm , der ihn ktr- muthlich nicht zu Grunde gerichtet haben würde, aut Furcht ins Wasser — Sifchnulg sagte seinen denn: er befände sich nicht unter der Zahl der Proskw birken, sie suchten nur sein Geld. Der Kenturio mr so höflich ihn selbst zur Proskriptionstafel hinzufH- reu, und nur dann eist, nachdem er seinen Naim «nit eignen Lugen gelesen, den Kopf herunterzuhaM — Aemilius, der da nicht wußte, daß er sich unter der Zahl der Proskribirren befand, frug einen KM' rio, der einem Flüchtling nachsetzte: Wer ist denn die¬ ser Proskribirke? Der Kenturio sieht sich um, erkcunl den Aenulius gleichfalls für einen Geachteten, und sM er ist einer deines gleichen; und ermordet damit beydk. — Baso und Dckius waren auf dem Nachhause, dr sie erfuhren, daß sie sich unter den Proskribirten bk' fanden; erschrocken giengen sie nicht, sondern WM Rathhaus hinaus, und eben dieses Laufen WM' -aß die Kenturiouen sie erkannten, anhielten ündiM- detcn: sie würden, waren sie nicht gelaufen, ihrW wahrscheinlicher Weise gerettet haben- — Ikilius, ehemahls, als unter Oktavians Vorsitze, Drm^ und Passus abwesend, des Mordes wegen, densi'K Kaiser beaangcn, waren angeklqgtworden, allein Her; aebabk hatte > das Absolutionstafelchen fre» un^erbolen, in Oktavians Gegenwart, in die Urne § werfen, nahm jctzund die Maske eines LeichenkE an, und half einen Gestorbenen zu Grabe tragen- d.-u un ersucht' -m Tbor, ob nicht esivqn ein Lebender, « ' ter der Vorspiegelung eines Gestorbenen hcrausgetrach we de, obn' auf die Leichentraaer zu achten, alleinsn dieser säubern Gesellen war so boshaft, aumzeigenW einer von ihnen nieht unter die Gilde gehöre; und h ward Ikiliu« unglücklicher Weis' erkannt und unig hracht. — Varu.-,, den sein Freygelassener WE hatte, rettete sich zu den Mmlurnensischen Sünrpp < BeysMe geretteter Proskrtbirten. 247 gereichen; ich werde mich also nur darauf ein-V.R.Cz-r schränken, die merkwürdigsten derselben zu erwäh-A"»^^ germeisier, einem bekannten Zufluchtsorte der Räuber. Er ward hier von den Einwohnern Mintnrnens, so auf die Räuber Jagd machten, ergriffen, und nach Minfur- num geschleppt, wo er sich frcywillig als Räuber an¬ gab, und als solcher hingcrichtet zu werden verlangte. Als mau ihn foltern wollte, um seine Genossen anzu¬ geben, denunzirt'er sich selbst als Exkonsul (es war vermuthlich der Kremonensisthe Schuster Alfenus va¬ ru«, der wirklich Konsul gewesen war) und Profkrl- birten. Die Minturnenfer lachten über die vornehme Miene, so sich ihr Spitzbube gab; allein ein gegen- wärtig seyender Kenturio bezeugte die Wahrheit dessen, was er sagte, hieb ihm den Kopf ab, und ließ dm Minkurnensern den Rumpf. — Laxguy stieß bcy sei¬ ner Flucht auf Mörder, die nicht ihn, sondern einen andern suchten, und dieser Umstand jammerte sie der¬ gestalt, dasi sie den armen Tropf laufen ließen. Er setzte seinen Weg durch die Wälder fort, und stieß nun auf andere, die bereit waren, ihm das Leben zu neh¬ men. Schnell wendet mein Largu.s sich um, läuft auf die erstem, so ihn losgelassen hatten, zu, und schreytr Bringt mich um! Bringt Ihr mich um , die Ihr mich frcygclassen habt; Ihr ftyd barmherziger als sene; Euch will ich lieber Vas Morvgclv Venn se¬ nen gönnen. — Ein gewisser Gppius trug, wie ehc- mahls Acneas, feinen Vater auf seinen eignen Schul¬ lern bis zur sikilianischen Meerküste. DicseThat gefiel dem Volke so wohl, daß er bey seiner Rückkunft nach geendigter Achtserklärung, einmüthig vom Volke zum Aedilis gewählt ward, und da dies ein sehr kostspieli- ges Amt war, Oppius aber, während der Proskrip¬ tionszeit, alle sein Vermögen verlor, so taxirte das Volk sich selbst, und brachte so viel zusammen, als «forderlich war, die mit dem Aedilitätsamte verbun¬ denen Spiele und ander' Ausgaben bestreiten zu kön- neu. — Pompomus legte die Kleidung eines Prators au ; gab vorvon den Triumvirs abgeschickt zu styn, einen Vergleich mit Sextus Pompefus zu treffen, und erreichte fo glücklich Bikilien, .weil sich niemand ge. 248 Dio Kaßius. B. Xff.VH. Hptst. Mil. N.R.T.7-inen. Eine dergleichen ist diese: Ein Knecht hat- Pan^Bur^e seinen Herrn in eine Höhle verborgen; da ab« germeisrcr. dieses durch Angeber verrathen worden war, Kgl' er selbst die Kleider seines Herrn an, und gicng, mit ihnen angethan, den Mördern entgegen. D« Kleidung wegen nahmen ihn diese für den, den ßt suchten, glaubten, sie hätten den, den sie gewollt, erschlagen, und kehrten zurück; und der Hm hakte, da sie weggegangen waren, Zeit, sich mit dec Flucht zu retten. Ein anderer verwechselte gleich¬ falls seine Kleidung mit der seines Herrn, setzte sich in eine Sänfte und ließ sich in ihr von seinem traucte, einer so wichtigen Person irgend etwas im Weg u legen — Vcnnsms, selbst em Proskribirt«, gab vor, auf Prosknbirte Jagd zu machen, und ent¬ kam so den Nachstellungen der triumviralischen Kcnw- rioncn. — Den Roponms löscte seine Gattin für eben den Preis bey Antonio aus, mit dem späterhin velds Gemahlin das Leben ihres Gatten von solt, aber leider vergeblich, zu lösen versuchte. - Ein anderer geächteter Rathsherr rettete sein Leben da¬ durch, daß er nach Rom öffentlich zurück kam, und eine schule-daselbst anlegte. Man ließ ihn ruhig ma¬ chen was er wallte, denn niemand bildete sich ein, daß ein a-mseliger Schulmeister zur Zahl der Proskribirtt» gehören solle- Ich bitte sehr um Verleihung, daß M diese Nore nicht getheilt, und einzeln diejenigen herc» - zahlt, so von ihren vertrautesten Freunden verratlM und wieder diejenigen, so von ihre i verhaßtesten den gerettet worden; die, so sich selbst umbrachst"» die, so mitleidige Mörder entflichn ließen u. s w- D sebe so eben, daß nichts leichter als dieses gewest» senn dürfte; da aber so die Note mindestens in sick^ verschiedene zerstückelt worden wäre, so ist es meine" Lesern vielleicht noch angenehmer, alle die zur Pff' skriptionsgeschichtc gehörigen Anekdoten hier auf nem Haufen bey einander zu haben, als sie zerstucke» » leken zu muffen. Es kann sie sich ja ohnehin jeder na«l selbsteigenem Gefallen disponirem Beyspiele geretteter Proskribirten. 2 49 Herrn tragen; auf solche Weise ward von den^ Mördern der, so in der Sänfte saß, er-Hirkin^und schlagen, auch ohne daß sie sich die Mühe, ihn^Me^ anzusehn, genommen hatten, derHerr aber als ei¬ ner der Bedienten entlassen. Jedoch dieses war Vergeltung, so Knechte Herren, von denen sie ehe- mahls Wohlthatcn empfangen hatten, angedeyhen ließen. Merkwürdiger ist es, daß ein anderer von seinem Herrn gebrandmarkter, weit entfernt, dieses Brandmahl zu rächen, selbigen vielmehr auf die cdelmüthigste Weise rettete. Er hatte sel¬ bigen heimlich wohin zu führen beschlossen, da Man ihm aber auf der Spur tvar, erschlug er den ersten den besten, der ihm von ungefähr be¬ gegnete. Dag Kleid dess'lbcn gab er seinem Herrn, den Leichnam aber warf er auf einen Scheiter¬ haufen. Er selbst gicng nun mit dem Kleid und dem R nge seines Herrn denen, so ihm auf der Spur waren, entgegen; gab vor, seinen Herrn auf der Flucht umgcbracht zu haben, und fand damit, sowohl der mikgebrachccn Wahrzei- S. zz;. chcn als auch des Vrandmahls wegen, Glauben. So rettet' er seinen Herrn, und verschaffte sich selbst unsterblich'Ehre. Schade nur, daß wir die Namen dieser Knechte nicht angcbcn können! <— Den Hosidiuo Gera rettete sein Sohn da¬ durch, daß er ihm ein Lcickenbcgängniß, als ob er gestorben scy, hallen ließ — Den RwintUS Rikers, Bruder des Redner Markus, versteckte sein Sohn, und so viel an ihm lag, rettete er ihn auch; indem er ihn nicht allein so gut verborgen hielt, daß er nicht aufgcfundcn werden konnte, sondern auch nachher nichts verrieth, da er auf die Folter gespannt, und auf die peinlichste Weise befragt ward. Aber Kikero selbst, da er diese« 2 50 Dio Kaßius.B.XI,VH.Hptst. I.XXIII. T^rrerfuhr, hatte mit seinem Sohn eben so viclW er ihn bewunderte, kam frcywillig zum gcrnieister. Vorschein, und überlieferte seinen Mördern sich §- 6z 9. Dies waren die rührendsten Beyspiele in Tugend und der kindlichen Liebe, so damahlö gu geben wurden; da im Gcgcnlheil Popilms nas den Markus Rikero umbrachte, ohncrch tet er ihn, einer chemahlö für ihn gehaltenen Schutzrede wegen, als Wohlthäter zu verehren Ursach hatte. Und damit man nicht allem durch die Ohren, sondern auch durch die Augen üben zeugt werden möchte, daßeresscy, der diesen Mord begangen, stellet'er neben dem Haupte des Erschlagenen seine eigene Büste, so gekränzt und mit einer Unterschrift verschn war, die seinrn Namen und die That, so er vollbracht, angab; welches Mark-Anton dergestalt gefiel, daß ec ein! weit größere Geldbelohnung, als versprochener' den war, erhielt. Markus Tereutjus Varro, damahliger Zunftmeister des Volks, war Ms nicht mit verurthcilt worden, da er aber mit rsi nein der Proskribirtcn, bis auf einen cinzu gen Zunamen, völlig den nemlichcn Nanu" führte, fieng er an, für fich das Sch>^ -es Kinna zu befürchten, manifcstirke sich deeh"'" öffentlich, und machte sich dadurch zum Gegc"' stand des allgemeinen Spottes und Gelachtes — Das Unbeständige des menschliche" 2490) Der Proskribirte ist der berühmte Mark^ Terentms Varro, dessen Bücher cts re ruüica ImFu» Irrin, noch jetzund vorhanden sind. Er wa> wahrend der Proskription vom Raicnus geM"' Appian. x. Zs;. Der sonst unbekannte ZunfcmcU hat also gleichfalls Markus Terentms varro n> Veyspiele geretteter Proskrjbirken. 25; bens zeigte Lukins philrrskius. Dieser warN.N.«.7n schon vorher vom Sylla proskribirt worden, glück- lich entkommen, und ward jetzt zum andcrnmal pro-zermeister. skribirr und hingcricktet; da im Gegenkhcil Mar¬ kus Valerius Mcffala, der damahls vom An¬ tonio zum Tode verdammt ward, ihn nicht allem in aller Sicherheit überlebte, sondern auch an sek- ne Stelle zum Bürgermeister ernannt ward So werden immer aus den augenscheinlichsten Ge¬ fahren viele gerettet, so wie im Gegcntheil. nicht wenig von denen, so stch nichts Böses befürchten, umkommcn müssen. Laßt uns hieraus lernen, durch plötzliche Unglücksfälle nie so erschreckt zu einem uns unbekannten sgnomine geheißen. — Vom Rinna s. oben S> 268. wo dasnemlickeGeschichtchen erzählt wird, welches dort Raska that, der sich in dein nemlichen Derhältniß wie jetzuud Varro befand. 24hl) Markus Valerius Messala Rorvinns, der berühmte Macen Tibullens, dem dieser einen eignen ziemlich schlechten Panegyrikum, und die. wunderschön' Elegie: Ibirib lins nie, blestal» per vuflr.t zugeschricben. Unter seinem Namen treibt sich noch jetzund ein kleiner historischer Aufsatz herum: cie pro- Zonie ^uAulki Esossiiü, der dem Florus angehangk, oder den lcripronbns lustoiiae stomayae minoribus ein- vcrleibt zu werden pflegt, der aber wohl sicherlich nicht von ihm selbst ist. Er rettete sich damahls mit der Flucht zum Brutus und Kassius. Die Triunwirs, so ihn furchten, (vergl. App-an p. Z49.) nahmen ihn durch ein besonderes Dekret von derProskription aus; allein er wollte von der angeboteuen Gnade keinen Ge¬ brauch machen, und blieb bcy Bruto. Nach Brutus Tod übergab er die Flotte Mark-Antonio, und ver¬ ließ endlich, weil er sich mit der Kleopatra nicht recht vertrauen konnte, die Parchey Antons, um sich zu je¬ ner Oktavians zu seblaacn; mit dem er auch H. v. L. 72^, dieses wegen der Attischen Schlacht so berühm¬ ten Jahres, die römische Burgcrmcisierwürde zugleich bekleidete- 2 5 2 Dio Kasims. B. XI.VH. Hptst. ^XXIIl. daß wir aller Hoffnung entsagen sollten; chanürBuc^aßt uns aber auch gegenwärtiges Glück nicht, IIN- scrnicistcr. vorsichtig auf die Zukunft zu werden, verleiten; laßt uns in bcyden Fällen eine gleiche Hoffnung der Zukunft behalten, durch Vorsicht und liebet- legungen uns aber gegen das Ungewiße derselben waffnen! — §. 640. Außer den von uns bereits angeführten, verloren noch viele derer, nicht mir in den Pro- skriptionstafcln begriffenen, ihres Geldes und M Feindschaften wegen, so sie sich zugezogen, das > Leben, und viele der Proskribirten behielten selbi¬ ges nicht nur, sondern kehrten nachher in ihrVa- tcrland zurück, ja viele derselben sind nachher se- ' ^4' gar zu obrigkeitlichen Aemtern gelangt. De 2492) Hier lassen sich wohl am besten die BeysM der Geretteten einfchalten, die Appianus gleichfalls mit' vorzüglicher Sorgfalt gesammelt. — Libirln^ ward zugleich mit Messala in die Gunst des Antonius . ausgenommen. Er erhielt das Kommando derFlotte, die er gegen Oktavian kommandiere, und starb in dtt ihm anvertrauctcn Provinz Syrien. — Arilins ward von einem seiner Sklaven verrathen, und fiel den Sol' baten in die Hande. Er beredete selbige darauf, l» seiner Frau zu gehen, die ihnen gern ihren ganDi Schmuck geben würde, den Mann loszukaufen. Soldaten ließen sich diesen Vorschlag gefallen, nalM" den Schmuck der Frau, und führten den Atilius seibu- unter ihrer Bedeckung, bis an die Sikilien gegen u, liegende Käste. — Auch Lenmlus rettete sich glücklich' und erhielt vom Pompejus den Ehrentitel Prätor. Apulejus flüchtete sich in Gesellschaft seiner Frau, dre ihn anzugeben gedrohet hatte, wenn er allein und ov¬ ne sie mitzunehmen fliehen wollte. Gerade das llnvtt' holene dieser Reise verursachte, daß die Soldaten nicht auf sic Acht hatten. Sie glaubten nicht, daß ein Beyspiele geretteter Proskribirten. 25z Zuflucht nahmen sie gewöhnlich zum Brutus undN.R.E.?" Rüffius, oder auch zum Sextus pompejuszH^^ germeisier- Flüchtling mit so vielem Glanz, und so offenbar reisen würde, und ließen ihn demzufolg' ungehindert seine Straße nach Sikilien fortziehn. — Den Annus hatte seine Frau als einen Waarenballen gepackt, und so bis zur Küste gebracht, (ein Kunststückchen, welches sie. der Kleopatra abgelernt haben mochte) von wannen er mit leichter Müh' Ueberfahrt nach Sikilien fand. — Den Reginus hatte seine Frau im Innersten ei« nes Abtrittes verborgen, und dadurch auf vier und zwanzig Stunden den Nachstellungen der Soldaten entzogen- Lags drauf ließ sie ihm Köhlerkleider anle- gen, und einen mit Kohlen beladenen Esel vor sich hertreiben- Sie selbst folgte, nicht weit hinter ihnen, in einer Sanfte getragen. Am Thore wird die Sanfte visitirt; mein angeblicher Köhler vergißt sich, läuft hinzu und sagt dem Soldaten: er solle ehrerbietiger gegen Damen seyn. Der Soldat, zuerst freylich sich über dies' unzeitige Köhlergalanterie verwundernd, will ihm mit ein Paar Stockschlagen den Mund stop, fen, aber indem er den Mann recht ansieht, erkennt er in ihm einen General, unter dem er ehemahls ge¬ dient; und nun, ohne der Obergewalt, so er jetzund über ihn hatte, im mindesten zu misbrauchen, sagt er: Begleite Sie Gott, -Herr General! und laßt Sänfte sowohl als Kohlenbrenner frey- — Ein gewis¬ ser Arrianus ward auch von seinem nicht proskribir, tcn Sohn gerettet, und befahl dieses Datum auf sei¬ nen Grabstein zum ewigen Andenken zu fetzen. — Ei¬ nen gewissen Markius hielten fein' eigene Sklaven, so lang als die Proskription wahrte, verborgen. — Ein gewisserHircius folgte dem oben angeführten Beyspiele des verulinus. Er brach Zuchthäuser auf, nnd sam¬ melte Flüchtlinge, durch deren Beyhülf' er in kurzer Zeit sich des Gebietes der Brutticr bemcisterte; da er hier durch klcbermacht geschlagen ward, flüchtete er sich nach Sikilien. — Den Junius verbarg sein Frey, gelassener Philemon. — Anton verbarg den pryfkrr-, birken Sergius selbst so laug' in seinem Hanse, bis ec ihm durch den Konsul Plankus Verzeihung bewirket» 254 DioKaßius. B. XL,Vii.HM.i.xxi!l. Yt.R.E./nkonnte. Sergius wollte deshalb späterhin, da dir chrirriusuudAcnat, Oktavian zu gefallen, A-ronium für eim wausaBur-Feind des Vaterlandes erklärte, zu dieser Deklaration gerumM. niemahls seine Stimme geben. — Der Platzmajor, Volusius rettete sich mit einer Anubis-Larve und ini Gewand eines Priesters der Isis zum Ponwejus. - dirgimus ward von seinen Sklaven glücklich nach Eikilien herüber gebracht. — Ein anderer, Murkms, gab sich für einen Sklaven aus, ward von einem gc- wissen Darbula gekauft und seines Wohlverhallens wegen zum Oderaufseher der übrigen Sklaven ernannt. Da er dieses Amt besser, als mau solches hattest!' le» glauben können, verwaltete, so fiel sein Herr ans den Gedanken, dasi er ein Pcoskribwtec seyn und sei- «en Namen verhehlen möchte- Man that ihm Ver¬ schlage, sich darüber zu erklären, und versicherte zu¬ gleich, daß er nichts Böses zu befürchten habe. Mr- kius leugnete > gab falsche Namen und falsche Herren an, von denen er gekauft zu seyn vergab. Mn m die Probe zu stellen, schlug sein Herr eine Reise nach Rom vor, in der Voraussetzung, daß er sich niemchm nach Rom zu gehn enschliesscn würde, wenn er wir'' sich ein Proskribirrer seyn sollte. Gegen alle W' nuikhung nahm Murkms den Antläg an. wo er aber bald, durch altere Bekanntschaften, seinem Herrn Barbula verrathen ward, der es dahin zu bringen wustre, dasiOktaöian semen Namen aus der Zahler Proskriptionsliste auslöfch.e Er hielt nachher dieM- rhcy des ivktavlUs, und half die Aknsche Schlachtgegen Lntoniuni gewinnen. Jrnwischen hatte Barbula de' fr ndig die Partben des Antonius gehalten, und, dm Nachstellungen derOkravianischenParrhey zu entgehn, nach Antons Niederlage sich für einen Knecht ausgege» bcn, und als Knecht war er vom Murkius gekaut worden, der sich nachher vom Oktavian die Gnad e > bat, Gleiches mir Gleichem veraelren, und demjemge wieder das Hetzen retten zu dürfen, der vorher da selnige gererret harre — Ein gewisser Appius, d sein Geld unrer sirne Sklaven vertheilt hatte, D". nachher mit ihnen nach Sikilien über. Als untttw'' gens ein Ungewitter entstand, setzten die Slaven § Herrn.in einem kleinen Nachen aus, und sie jM-" Verhalten des S.PvMpejus g.d.Proskr. 255 zu diesem letztem die mchrsten. Denn dM.RS.71r man ihn anfänglich zum Admiral der RcpttdlikA"^Dm- verordnet, und er eine Zeitlang die Oberherrfchaflgermeisrer^ auf dem Meere gehabt; so halt' er sich Hessin zu Nutze gemacht, eine Privatmacht zusammen zu bringen, die er beybehielt, da ihn Kaiser seines Admiralats beraubte. Mit ihr hakt' er sich zum Herrn von SLkilieir gemacht, und da er selbst mit unter die Zahl der Proskribirtcn gesetzt war, so war er zu der Zeit, da diese Mordthaten vor sich giengen, denen, so ein gleiches Schicksal mit ihm hatten, außerordentlich beyräthig. Da seine Flotte nicht weit von Italien entfernt vor Anker lag, so ließ er in Rom und andern Städten be¬ kannt machen, er würde jedem, der einem Pro- skribirten das Leben gerettet, eine Summe zahlen, noch einmahl so groß denn die war, so dieTrium- virs auf seinen Tod gesetzt hatten. ""*) Den Pro- »nächtigten sich des großen Schiffes; allein der Zufall wollte es, daß der kleine Kahn, in dem sich Appius befand, glücklich im Hafen cinlief, und daß das er¬ beutete große Schiff der treulosen Sklaven scheiterte. — Publius, Brutt Rentmeister, war sehr oft von der Antonianischen Parthcy, zu ihr überzutretcn, angereizt worden; da er dieses durchaus nicht thun wollte, ward er proskribirt, kam aber endlich in sein Vaterland zu¬ rück, und wußte sich in die Gunst Oktavians derge¬ stalt cinzuschmcicheln, daß er ihm, ohn' ihn zu belci, digen, in seinem Hause die Büste des Brutus zeigen durfte. 249?) Brutus hatte Makedonien, Kassius Syrien, und Sextus Pompesus die Seemacht. Vgl. tz- 612. — Man muß aber nicht vergessen, daß auch Aoknifls kius, der damabls in Afrika kommatidirtt, die Pro- skribirten sehr willig aufnahm. 2494) Vgl. Nore 2472. Appianus p. g;8- <2"or- guol iAUUl ekkugere pmersm, spuäOillumknuumgu« bsksbiem rsee^raculum. »uc sxuä Lornisicium in e^krj- 25 6 DioKaßius. B. XL.VII. Hptst. I.XXIII. N^E.7l.skribi'rten selbst versprach er Gastfreundschaft, A"sa Bur Sicherheit, Unterstützung an Geld, undEhrcu- germeister. stellen. So daß stch dieser Ursach wegen sehr vu! zu ihm begaben. §. 641. Die Anzahl der Proskribirtcn, sowohl dir gctödrctcn als auch der entronnenen, ist mir un¬ möglich anzugebcn: Ursach, weil sehr viele an¬ fänglich in dieProskriptionstafeln eingeriickkc, aus selbigen nachherausgelöscht und an ihrer Startan- dere eingeschrieben wurden; und selbst von diesen fanden viele Gelegenheit, sich zu retten, und an¬ dere sderen Namen nie in den ProskriptionStaftin gestanden^ kamen an ihrer Start um. —- Es war so wenig erlaubt, die Proskribirtcn jn betrauern, daß vielmehr gerade dieser Lrauck cs, bonc quoqus ffunrsm s rexublics; plerique in hi"' lism Irslise vicinum le receperunr, pr-mpein bewA-a recipienre. Is enim ezreAium officium mileris »>> kempors pr->effiric, äimiltis pisecomlrus, qui om»ei sci eum vocsrenr, prupvliro^ue lerurrroribus rum -<-8^ nuiz rum leruir prsemio, äu^Io eius c^uoä percuilorel sccipiebsnr. I.emi>os c^uocjue er onersrirrs obnirm mu reksr nsuigsnriuus: reiremes erism orss IsAebsnr a!w' lenres N^ns errsnirbue, lerusnresczue quo^uor nanc- - porersnr. Iple venienre» excipieb^c obuim, riens eob veffibuz er vrentilrbus; iüoneos vero Auris ornsbsr rsm pe6effribu8 -^usm nsusbbu!, p-ffss cum rriumviris foecius iiiiir, nüi quo coiUiua- rur serusri prot'uAr. 8ic ills ciurin rernporibur oxri Üs vsrri» mei irus, ^rserer ?siernsm I-iuclsm uan norem propnam qusetiuir, — Ägl- §- 694. 2495) Seneka Oceam« V. ^c>4 >IIe meruit pis Virrure coelum, Iffuvs ^uu.uffus, viro» ()uor inreiemir irodilex, iu reno5, leues, Lxmlos xer vrbcm, cuor luos morus welv Verfahren der Triumvirs. 257 wegen sehr viele hingerichtet wurden. Zuletzt daV-R-E/n des Unglücks soviel ward, daß es alle Pcrstcl-A"^^ lungskunst überwog, und auch von den Allerun-germeister. empfindlichsten niemand gestählt genug dagegen war; so daß sie nicht allein in allen ihren Worten und Handlungen die empfindlichste Bekummern-ß an sich blicken ließen, sondern auch selbst den An¬ fang des neuen Jahres nicht so, wie sie sonst ge¬ wohnt waren, feierlich begehn wollten, ward ih¬ nen durch ein Edikt, welches denjenigen, so nicht gehorchen würden, den Tod drohcte, anbcfehlen, fröhlich zu seyn; so daß sie sich über uuglück- kugerem psnstes, er rrium serrum äueum Isdul» noksnro clecliros irilti nsei? Lxpoiics rolkriscspirscsesorum untrer Viciere moelti: »cc 6irs rsde pvlluro iore, 8riII.nne ssnie per purres vulrus ^rsoi. Unser alter Laybacker Redner, Latinns Pakarus, sagt in der Lobrede, die er dem Kaiser Theodosius hielt, nachdem dieser den Maximus besiegt und seinen Weg durch Acmona nabm ' Ownes cogebsmur meoriri des- ros — Nulls nisior elt poens, gusm eße milerum ec non viäeri. 2496) Fabrizius citirt hier den Appianus falsch, der nichts von der Neujahrsfeyer hat Das dort beygcbrachtc Edikt ward bey Geleaenbeit des Trium¬ phes gegeben, den Lepivun und Planb'us kmiger kleinen unbeträchtlichen, ehemahls in Hisoanicn und Gallien crfochtcnerVorthcile wegen halten wollten. Es siena sich so an, ««< Vv,,» 5«V7°« »Si«», t« T-oir k?«,. Diese Verord¬ nung hatte die Zauberkraft, einen Triumph, der sonst nur wenig Thestnahme gefunden habe» würde, weil die erfochtenen Eiege sehr unbeträchtlich waren, in einen der glänzendsten, die nur ze gehalten worden wa¬ ren, zu verwandeln Die Soldaten aber ließen sich ihr gewohntes Vorrecht nicht nehmen, und sangen LZ 8 Dio Kaßius.B. XI.VII. Hptst. I-XXIII. gliche Neuigkeiten, so sie erhielten, als ob es glück- s'änftBiir-ilche gewesen wären, zu freuen gezwungen wur- germeister. den. Doch warum führ'ich dieses an? Ward ihnen doch sogar, (ich meine den Triunwirn) als Wohlthätern und Erhaltern des Staats be¬ gegnet, und Bürgcrkronen ihnen durch öffent¬ liche Dekrete zuerkannt. Diese Drci-männer duldeten nicht, daß man ihnen Vorwürft machte, einige umgcbracht zu haben; sie er¬ langten Lob, daß sich diese Hinrichtungen M über mehrere erstreckten; sagten auch cinst- mahlö öffentlich dem Volke: sie hätten die Grau¬ samkeit des Marius und Sylla, um nicht gehO zu werden, nicht nachahmen wollen ; aber eben so wenig hätten sie sich Kaisers Gelindigkeit zu« Muster gesetzt, um sich nicht dadurch verächtlich zu machen und hinterlistigen Nachstellungen M zusetzcn. — Soviel von diesen NiedeMi' zelungen. §. 642. Außer diesem wurden die unerhörtesten Un¬ gerechtigkeiten in Ansehung des Vermögens dir Hinter den Triumphwagen her: ve üermsm«, "°" -»- xerswr, er ixls l-rbessLlsm ciuilibus bellis rempubllcM inttsurskurus, guem vos ob re» Zeli»» /e/rce« cognv"" nsttir Lc. Appianus p. z;6. Verführen der Triumvirs. 259 übrigen begangen. Sie hatten zwar, um dcnN Anschein zu behaupten, gereckt und Menschen. freundlich zu handeln, den Gemahlinnen dcrHm-germeister. gerichteten ihre Morgcngabe, und den Kindern männlichen Geschlechts den zehnten, denen aber weiblichen den zwanzigsten Theil des väterlichen Vermögenszuriickzugcbcn versprochen; allein die¬ ses ward nur sehr wenigen gehalten, vielmehr das Vermögen aller übrigen sunproskribirtcn^ aufdie S. hcllloscste Weise gerauber. Auf der einen ^cite ward von allen denen, so sich in Rom und ganz Italien befanden, wenn sie zurMiethe wohnten, Hauszins für ein ganzes Jahr, und wenn sic eigen- thümliche Häuser besaßen, Haus,ins für ein hal¬ bes abgcfordcrt: Auf der andern mußten diczcni- gen, so Landgüter besaßen, die Hälfte des Er¬ trags bei selben erlegen. Uebcrdcm legten sie 2498) Nach Applaus p. g48> mußte feder. dessen Vermögen hunderttausend Drachmen (sieben und zwan- zigtausend Gulden- und drüber betrug, solches getreu¬ lich unter angedrohctcn grollen Ekrafen angcben. Ich versteh' Appianum nicht recht, ob der fünfzigste Tbeil, so inan ihnen abgefordcrt, (also zweytausend Dena- rien, oder 177 fl. 45 Xr) gezwungenes Darlebn oder Kontribution gewesen. War eS, welches wahrschein, lieh, das lenke, so war ste wenigstens gelinder und bil¬ liger, als die Kontributionen zn seyn pflegen, die jetzt unter dem Ramen KriegSbeyileuern eingetiiebcn zu werden pflegen (denn nur zu fünf Procent gerechnet, geben 27000, dreyzehnhundert Florin und drüber Zin- se) allein den dieser einzigen Auflage blieb es frcnlich nicht. Eie mußten, sagt Appian, die Renten eines Jahres kontribuircn. Wenn ich nun auch den Zi-'s bei) den Römern nur zu zwölfPrment anschlagen woll¬ te, er hat aber zuvcrlaßig weit drüber ae. anden) so würde sich denn die ganz' Angabe doch bis auf achk- zehnhundert Florin belaufen haben. — Vierzebnhun- dcrtFrauenzimmern, Anverwandten derProskribirten, 26o Dio Kaßius. B. XI.VH. Hptst. I.XXIII. Städten, in denen Soldaten in die Winter- chansaBur-quartiere verlegt waren, auf, sie mit Lebcnemik- zermeister.. konfiszirten sie das ihnen gelassene Eingebrachte; (wie¬ wohl, eines zu besorgenden Volksauflaufs wegen, lau- send abgeschnitten, und die Zahl der Geachteten auf vierhundert reduzirt ward.) -Alle ben den vestaklchm Jungfrauen niedcrgelegre Depositengelder nahmen sic weg. Was chie Weiber anbctrifft, müssen die Nach¬ richten Dions und Appians verglichen werde», so wic ich solches jetzund in der Note zu thun versucht. U- pian schreibt hier zu rhetorisch, hat auch ein eigne Nc- de der Hortensia eingeschaltet, um so ganz »neinne- schrankt Glauben zu verdienen. — Die Nachricht vm Hauszins versteh' ich auch nicht recht. Die letzteHD' ist mir zwar deutlich genug: man sequestrirte den l)o- Minis inlulsrum die Micthe, so daß die Hankleuttdea Eigenlhümern nur die Hälfte Idcrselben entrichten, en andere Hälft' aber in die Kasse der Triumvirs abfuh¬ ren mußten. Aber die erste Hälfte: -Hauslerm, so zur Mierhe wohnten, mußten den Z-ns für nn ganzes Jahr entrichten! Wie war dies mognchl Abgerechnet, daß so das Drückende der Abgabe M die ärmere Volksklasse gekommen wäre, die doch geW von den Triumvirs nicht unterdrückt werden sollte, ft scheint mir auch die Cache selbst unmöglich zu stM weil sie ja angewiesen waren, ihren Zins halb den Cd genthümern, und halb in die triumviralischen KaM" zahlen. Vielleicht ist die Sache so zu verstehn: jenige Bürger Roms, der ein Haus ganz aufSp""^' tion, um solches wieder bermiethen zu können, gekauft hatte, solch ein Bürger verlor den Zins des andern Hauses ganz, und zu gleicher Zeit die Hälfte dchew' gen, so er aus dem von ihm bewohnten losere-— sollte mein' Uebersetzung falsch und die dunkeln Moire Dions — ich will sie nur selbst hersetzcn: »,«» »«SN, k, ru ä^k, x«i 7"«» , »5°; 1-1,» 7><; x«7-«7'w>,r ' (o verstehn-seyn: daß die Miethsleute den ganzen 3'^ der triumviralischen Kasse entrichten: diejenigen aoe ' so in eigenen Häusern wohneten, den Triumvirs Verhalten der Triumvirs. 261 teln umsonst zu versorgen; und endlich raubten sieN.RE.71r alles, was ja noch übrig geblieben war, dadurch, hinweg, daß sie ihre Soldaten hier und da in diegernmstcr. Felder verschickten, als ob selbige feindlich und konfiscirt gewesen wären; wirklich hatten sie viele, so in dem ihnen anbestimmten Zeittermin nicht die Parthey sdes Brutus undKassiusH ver¬ lassen, für Feinde des Römischen Volks erklären lassen. Ihren Soldaten aber ließen sie, um sie da¬ durch williger zu machen, wenn sie den Lohn noch vor der Arbeit empfiengen, nicht allein alles dieses zu, sondern versprachen ihnen auch Ländereyen und Städte zu schenken; wie sie denn auch wirk¬ lich schon Kommissionärs ernennten, so die Aecker unter sie vermessen und die Auferbauung, der Städte besorgen sollten. Auf solche Weise wur¬ den die gemeinen Soldaten gekörnt; die Offiziere erhielten ihre Belohnungen entweder durch die Be¬ sitzungen der Hingerichteten, die ihnen höchst wohl- Abgabe jährlich so viel zahlen mußtenals die Hälfte des Zinses, den sie würden haben zahlen müssen, hät¬ ten sie zur Miethe gewohnt- Fast scheint mir dies' Er¬ klärung jetzt ungezwcifelt richtig zu seyn. Sey dem nun wie ihm sey, so war dies immer eine sehr beträcht¬ liche Abgabe, weil die Hausmiethe zu Rom ausseror¬ dentlich hoch stand. 2499) blilires vero magna licenria mulro peiora pa- rrakanr. Lum enim in dis sola 6r» eller 'Lriumviro- rum porenris, guiäam ex iplia peiebsnr üomoa pro- kcriprorum, aul villas, am praecii», sm cenim inre- gros, alii vr säopkarenrur pro liberis: alii non expe- Äaro sllsnlu magillraruum occiäebanr non prolcriproz» äiripiekanr aeclea inkontjum, säeo vr aller Loniulun» a Iriumviris iullus lir nimiam eoruw licentiam coercs- re. ()ui non aus»; arringere milires, ns eoa in le ir- ricarer, sliguor lsruos, qui mililsri culru cum alii, xeccaueranr, comxrekensos suspenäir. Appian k- Z48- 262 Dio Kaßms. B. XI.VH. Hptst.Il,XXM. N R zugeschlagen, oder wohl gargcschenkt wurden; auch durch die obrigkeitlichen Würden und ger meister. Präbcndcn, so jene besessen hatten. Damit sie aber selbst die besten Ländcreyen und Palläsie wcg- nehmen, und ste denen, welchen sie selbst wollten, schenken könnten, ließen sic unter Todesstrafe an- befehlcn, es möchte niemand, der nicht wirklich etwas zu kaufen gesonnen scy, in die Auktions¬ stube kommen; diejenigen, so nachher dennoch sich einfa chen, wurden gezwungen, das, so sic er¬ standen, theurer, denn es wirklich wcrth war, zu bezahlen, und war dieses cinmahl gescheht!, st gaben sie nachher sicherlich für die Zukunft keine Käufer mehr ab, ?- 64z. So verfuhren sic mit den Besitzungen. Dir obrigkeitlichen Würden und Präbcndcn der Hinge¬ richteten vergaben sie nicht, den Vorschriften der Gesetze gemäß, sondern so wie ihnen solches gut¬ dünkte. Kaiser , der vorher so sehr nach der bur- gcrmeistcrlichcn Würde gestrebt, daß er sic zu cr- 2502) Wie es bey diesen Licitationen zugegangen, davon giebr uns Appianus ;>. Z46. Nachricht: tcriprorum söcle5 vero ciirgriebsnrur, prssciis non mül- kor emrores inuenieb.inr; guoü z-uclerer ex alieno m- korrgnio luers in-rukpierrrii gu»erere, qenermum guicienr «6er eum riuro V'^enrogue conkpici, er »üeo ^siicnlo- tum süßere ^oiletziones, vr ne prseleMes c^uiäem in luro viclsrenrur. Loli suclsces licirsbaniur , er guis so!>, Vüicls vili emebsnr, — Herr Wagner sagt in einer Anmerkung: Für lese ich " x2^L bedienten sich zwar verhaßter und eben darum auf¬ gehobener Benennungen nicht; ^°') in allen 2521) Vgl. §- 614. und die damit verbundenen Noten. 2502) Zn der ersten Zusammenkunft, so die Trium¬ virs auf der Reno-Insel hatten, war es allbereits abgemacht worden , daß Oktavius das Konsulat an Ventidius abtreten sollte. Vgl. Appran IIH- x>r-»cr- )----> sp.z;4.^ — Man beliebe sonsten von diesemVens rioius, der, seiner Profession nach, ein Maulesel¬ treiber war, Pighium nachzulesen, III. 472. — Der Kollege Oktavians im Bürgermeisteramt war Rwms ms Pedius. Von dessen Tod siehe oben. 2soz) Vgl. oben §. 618- 2504) In der tabula Louiulum Lollarians heißt die¬ ser Ungenannte 0. Lsrrinas tü. k. — Ein Rarrinas, mit dem Vornamen Titus, kommt als ein Gast des Rrkcro vor, in den Briefen a-i ^»rc. XIII. zz. — Der Rhetor der unten §. Ilio. vorkom¬ men wird, war vermuthlich ein Freygelaffener dieser Familie. 250z) Des Diktatortitels, den Kaiser geführt hatte. 264. Dio Kaßius. B.X^Vll. Hptst. ^XXlll. 71,Handlungen aber thaten sie nichts, als waeDün- ^r"ftDur^^ ""d Uevcrmuth ihnen eingab, so daß man «m- gcrmeisier. ficng, die Zeit der Monarchie Kaisers schon als eine goldene zu beäugen — Dies waren die vor- nchmsien Begebenheiten des gegenwärtigen Jah¬ res, in dem auch dem Scrapie und der Isis ein Tempel durch Rarhecdikt dekretier ward. §. 6.14. N.R E/,, Unter dem Konsulare des Lepidus und Plan- wurden abcrmahls Proskript ionetafcln angc- kus Bur schlagen, die jedoch niemand mit dem Tode bclcz- Zermeisier. ltn, sondern nur die Lebenden ihres Vermögens beraubten. Sie bedurften Geld, sintemah! sie vorher schon ihren Soldaten sehr viel schuldig wa¬ ren , zu dem, was sie jctzund durch selbige bewirk¬ ten, großen Aufwand zu machen hatten, und sich mit noch größcrn Summen zu den Kriegen, die ihnen bevorstanden, zu versöhn hatten. Sie trieben zu dem Ende solches auf alle nur mögliche Art und Weise bcy. Die vorher abgeschasfcen Zölle wurden jetzt neuerdings mir andern vorher unbekannten eingeführr. Jedoch diese Zölle so¬ wohl als die mannigfaltigen Auflagen, mit denen die Ländereyen sowohl als die Unterthemen belegt wurden, fielen den Römern lange nicht so be¬ schwerlich, als wenn sie sehen mußten, daß al" die, so noch etwas im Vermögen hatten, Raths- Herren, Oüttcr, Freygelasscne, Männer und Weiber, all' ohn> Unterschied, in die Proskru ptionstafeln gesetzt, und auf die unerhörtes^ Weise von der Welt gczehndct wurden. !^)ch sage, daß sie auf die unerhörteste Weise gezchndet 2506) Vgl. die Noten zu §. 271. Gelderpressungen der Trrumoirs. 265 wurden;^ denn da man den Worten nach den^.R.E.^L zehnten Theil des Vermögens von jedermann preßte, so ward in der That den wahrenBesitzern kusBur- auch nicht einmahl der zehnte Theil ihres Vermö-^'""'^' gcns übrig gelassen. Es war nemlich keine be- siinimte, der Taxe der Besitzungen angemessene Geldsumme zu erlegen ausgeschrieben worden, sondern man hatte der Willkühr eines jeden sich selbst zu taxiren überlassen: so hatte man Gele¬ genheit, sie nachher der Defraudation anzuklagcn, und unter diesem Vorwand auch ihres übrigen Vermögens zu berauben, 645. Wenn es aber auch einigen hier durchzu» schlüpfen glückte, so hatten die Auflagen sie den¬ noch von allem baaren Gelde so entblößt, daß auch sie auf gewisse Weise an allen Dingen Man¬ gel litten. — Ueberdem hatte man noch Folgen¬ des, abscheulich anzuhören und noch abscheulicher zu thun, ausgcdachr. Es ward nemlich demje¬ nigen, der allen seinen Gütern frcywillig entsagt hakte, nachgcsehn, nachher den dritten Theil der¬ selben zurückfordern zu dürfen. Dieses aber hieß nicht allein nichts bekommen, sondern noch oben¬ em sich Ungelegenheiten auf den Hals ziehn. Denn wie hätten diejenigen, denen man gewalt- thätiger Weise zwei) Drittel ihres Vermögens raubte, den dritten Theil zurückbckommcn können, da zumahl alles damahls so gar spoktwohlfeil ver¬ kauft ward; thcils, weil gar zu viel auf einmahl feil geboten, der größesie Theil der Einwohner aber ohne Gold und Silber war, der übrige aber, so noch etwas hatte, sich nichts zu kaufen erkühn¬ te, um sich nicht Geld zu Haden bloß zu geben, 266 DioKaßius. B. XI.VN. Hptst. nxm. ^R.E./rrund solches nachher zu verlieren; theilö «berauch, ,md Plan-w"! den Soldaten geflissentlich alles unter dem kus Bur- Preis verkauft ward. So daß von allen Pri- vatpersonen niemand von dem seinigcn etwas, so ' der Rede werth gewesen wäre, behalten konnte — Zu allen vorhergehenden Bedrängungen kam noch hinzu, daß sie ihre Sklaven zu Matro¬ sen abgeben, und wenn sie keine hatten, solche kaufen mußten; ingleichen verpflichtete man die Rathsherren, die Chaussees auf ihre Privatun- kostcn auezubessern. — Kurz, nur die, so Waf¬ fen trugen, waren damahls reich. Sie begnüg¬ ten sich weder mit ihrem Solde, so überflüssig dieser auch war, noch mit den Zulagen, die ihnen fthr freygebig bewilliget wurden, noch mit dem überaus großen Lohn, der ihnen für ihre Mord- thaten bezahlt ward, noch mit den Besitzungen der Ländcreyen, so man ihnen fast umsonst zuge¬ schlagen hatte: sondern noch überdem baten eini¬ ge derselben um den ganzen Nachlaß abgeschiede¬ ner Personen, und erhielten ihn auch; andere aber drängten sich mit Gewalt in die Geschlechter bejahrter Personen, wenn sie kinderlos waren. Ja die Unersättlichkeit und Unverschämtheit der¬ selben war so hoch gestiegen, daß einer derselben sich nicht entblödete, die Nachlassenschaft der Attia, Kaisers Mutter, die damahle mit 2507) Vgl. Note 2471. 2508) Von der Atcnr vergl. Note 2177. zu welcher ich noch dieses hinzusetzen will, daß diese Familie vo» jenem Atis berflammet, der beym Virgil v. 568- vorkommt. Suekon 6l. a-/rr/r'r r» xr/E eo«- /«/ar«, sororsm OKsuism guinczus^ellmum er guru'wm SZsiis ssr»N8 kmnum. ^rr/^e cum xrseclxus oibei» viuse pi-zsKirEsr, erism ct/rr-rcrae Lo-rorer Ehrenbezeugungen,Kaisers Andcnk.erw. 267 Tod abgcgangen und mir einem öffentlichen Begrädniß beehrt worden war, von ihrem eigenen^'" Sohn zu begehren. kus Bur¬ germeistex. 646. Außer diesen, bereits von uns angeführten Handlungen dcrTriumvirs, beehrten sie noch das Andenken Kaisers des ersten mit den außcrordcnk- lichftcn Ehrenbezeugungen: Da sie auch selbst nach der Monarchie trachteten, und sich den Zu¬ gang zu ihr durch alle nur crsinnkiche Mittel zu verschaffen suchten, so verfolgten sie seine noch lebenden Mörder mit dem bittersten Zorn, um sich so von fern für das, was sie zu thun im Sinn hatten, Sicherheit zu verschaffen. Eben so thatcn sie ihm zu Ehre alles, was sie vermoch¬ ten, in Erwartung, einst eben das, was sie jetzt ihm bestimmten, zu empfangen. In dieser Rück¬ sicht leisteten sic ihm nicht allein alle die Ehrenbe¬ zeugungen , so ihm vorher schon durch Rathsde- krcte waren zugcstanden worden, sondern ver¬ mehrten selbig» auch. Am Ncujahrstage dieses Jahres schworen sie selbst, und ließen die andern 2;c>9) Hr. Wagner übersetzt: feycrtick. Ich denke/ daß jedes kostbare, mir großem Aufwand verrichtete Begräbniß, im Deutschen ein fcycrlick Begräbniß beißt. Dies war aber nicht die Vergl- Rircl?mann äe suneribus Noman. l. iv. und Guthes rius cie im-s msnium. II. I. Weil die Ehre dieses öffenrlicben, d. i. auf Kosten des Staats abgehalte, uen Begräbnisses, durch den Kcnsor bestimmt ward, so heißt eine solche Leicbenbestattung beym Dacrro .^n- »»I. IIII. 15. Leu/or-l«»r. Was Lipsma über diese Stelle des Tacitus sagt, der das funus censy- rlum vom sansei poklieo unterscheiden will; so daß nicht jedes sunus xubstcum em ceiUouuin gewesen, hält keinen Stich. 268 DioKaßiuö. B XI. VII. HM. I.XXHI. auch schwören, alles, so unter seiner Ri- mid Man'gierung geschehen sey, genehm halten zu wollen, kus Bur- Ein Gleiches haben nachher alle seine Nachfolger, gcrmenm. yfxf ihrer unsre Zeiten regiert, gegen ihre Vorfahren, wenn selbige nicht für ii-sani waren erklärt worden, befolget. "'°) Nachher erbaucten sie ihm auch eine Kapelle auf den Ort des Marktplatzes, wo er war verbrannt worden. In den Kirkensischen Spielen ward seine Statua neben der der Venus öffentlich herumgc- fahren. Ward irgend ein Sieg angekündigt, so wurden außer den für den Sieger bestimmten Danktagen, allemahl noch ein besonderer dem schon verstorbenen Kaiser zu Ehren bestimmt. Seinen Geburtstag "'°) waren alle mit Lorbeer» gekrönt, fcyerlich und fröhlich als einen Festtag zu begehn gehalten, unter angehängter Drohung, alle die, so solches nicht thäken, würden Gott und Kaisern dafür Rechenschaft zu geben schuldig scy>d und Überdom, wenn sie aus der Kaste derRaths- 2510) Vgl. §. 8zo. 909. 1040. und 1079. Es han¬ deln ausführlich vyn dieser Sitte Hausen 6e iure m- rsncla vererum c. 17. (das Buch steht im fünften Jan- de des Gravischen Icheüiuej) und Peter Faber 8?' welle. "I. I. p. 2OI. Daß bey den infam Deklarit' ten diese Sitte nicht Statt gefunden, lehret Dio unten Z. 1099. vom Tibeplus und §. H24. V0M RüligulN. 25H) Vgl. Note 2162. 2512) Den fünften Julius. Vgl. Note 952. Wenn ich nicht irre, denn ich habe jetzt kein Exemplar meiner Uebersetzung zur Hand, so wird dort der dreyzehnte ch>' lius bestimmt seyn, zu welcbem Uebereilungsfehler der selige Fabrizius durch seine Note verleitet. Kan" war an dem den ApollinarischenSpielen geheiligten rM gebohrt» worden; nun fielen aber diese nicht M- sondern lll d/o».?» (Znlnerili;. Die klastische Strn> davon steht bey»! Livms XXVII. 2z. Ehrenbezeugungen, Kais Andenken erw. 269 Herren wären, eine Geldsumme von zweyhundertN.R E.71r funfzigtausend Drachmen *") zu bezahlen haben Plan- und da sein Geburtstag auf eben den Tag fiel, kus Bur- der für die Apollinischen Spiele bestimmt war,^"'E^ (und diesen Tag hatten die Sybillinischcn Bücher geboten, Apollini allein, ausschliessungsweise vor allen übrigen Göttern zu heiligen, r)so ward er S. zzz. von ihnen auf die Vigilie derselben verlegt. §. 647. Nachher ward der Tag seiner Ermordung, an dem sonst ailemahl der Rath feycrlich zusam- mcngckommen war, für unglücklich erklärt; 251z) Da jede Drachme, oder, wie die Römer zu sagen pflegten, Dcnarius, vier Sesterzen hielr, so be. trug dieses gcrad' eine Million Sesterzen. Zwey und dreystig Sesterzen machen einen Thaler; eine Million demzufolge. 2514) Gueroir 6«/ FF- tmrmm, in gus occllu» ell, vblkrui plscuik- läusgus Xlarüss no- minsri: ac «e eo ct-'e aperer«»-. — Den Ausdruck erklärt am besten Rikero ctr». Xjl. g. ^uZer mus rrmicns ^nrouius suiorsm in «lies, kiimum in llruus, gusm posuir in roliris, in- lcriplu: psienri oprimo meriro (vgl.Sucton FZ.§. 2.) vr non mosto stosiii, lest inm erium i«clrrr- »nnr. Die in welcher Kaiser umgcbracht worden ist, ist wohl nicht vermauert worden, sondern nur. wieDio richtig sagt, das eine Zimmer der¬ selben, in dem der Mord geschah. Nach Appiano II. p. z2l. ist diese c«r-4 vom tumultuirendcn Volke ver. brannt worden -.2« K-ria-e 4»-?^.) Es ist dieses sehr unwahrscheinlich, weil Dio, welcher p. 267. den beym Lcicheubegangniß Käsars eiltstandencn Tumult sehr ausführlich erzählt, gar nichts von diesem Fakro erwähnt, welches doch wohl noch eher Erwähnung verdient hätte, als die unge¬ fährliche Verbrennung der curi» »ottili-i bey der tu- multuarischen Leichenbestattung des Klodius, Aergl. 270 DioKaßius. B.X^VH.Hptst.L.XXIIl. V R E. 71-daö Zimmer, in dem die That geschehen war, ^d^^i^ward damahls vor der Hand vermauert, nachher kus Bur- aber zu einem Abtritt umgcformt; auch bauckm gmueisier. dcefalle ergangenen Edikte konform, ne¬ ben dem Komitio ein Rakhhaus, so von ihm dar Julianische benennt ward, "'h Auch verlmn sie, sein Bild, als das Bild eines wahrhaften Gottes, nicht mit in den Leichenbegängnissen sei¬ ner Anverwandten vorzutragcn, wie noch damahls nach einer uralten Gewohnheit zu geschchn pflegte. Ferner verboten sie, niemand, der sich, Si¬ cherheit zu erlangen, zu seiner Kapelle flüchten würde, weder den Zugang dazu zu versagen noch hcrauszuwerfen, welches, das Institut des oben S-14g. Note 97z. Vielleicht hatAppian We Begebenheiten mit einander verwechselt, vielleicht qac sinqjrt, um Kaisern nicht weniger Ehre zu gönnen, als Klodio wiederfahren war. 2515, Dieses Dekretes erwähnt Dis oben S.ozr. C. und 27s A. — August hat sie nachher, n. 725, als er mit SextoÄpulew zum fünfrenmahleBür¬ germeister war, geweihet. Vgl unten §. 642. 2516) Die Sitte der Alten, die in Wachs pouffirtm Bilder ihrer Vorfahren den Leichenbegängnissen ver¬ tragen zu lassen, ist bekannt, und auch andcrwärl» vom Dio selbst anaemerkt worden; z. B> Z. Gelegenheit der Leichenbestattung der Livia. Die klas¬ sische Stelle hierüber ist beym Polybis vi. 51. »nd mehrere sammeln Airchmann ä« kunsribus II. ts- und Abram überKikeronsdiiloni-ms rz. Sollte dies aber wohl wahr seyn? ssac/r ^nnal. IIII. 9. erzählt, dG bey der Leichenbestattung desDrustrs die Bildnisse des, doch gewiß vergötterten Aeneas und Romulus warerl vorqctragen worden; doch aber wiederholt Dio diese peinliche Nachricht tz.ro- 8 und tz. logo. versichert er, dem Augusto zu Ehren sey bey seinem Tod ein ähnlicher Rathsschluß gemacht worden. - 2517) -Fabrrchus macht hier die Bemerkung, AuMl habe dieses Heiligthum in der Folge selbst verunheillg'- Ehrenbezeugungen, Kais. Airdenken crw. 271 Romulus abgerechnet, vorher auch nicht einmahlN.R.E Mi¬ cinem einzigen Gotte gescheh» war. Und^^Vl/n- selbst diese Frcystatt des Romulus hatte, nach-kus Bur- dcm sie die Absicht ihres Stifters, Einwohner zu-^nnc-stcr. sammen zu bringen, erfüllet, zwar den Nomen einer Freystättc bcybehalten, war aber in der That seit dieser Zeit niemahls gebraucht worden: sintcmahl sic überall so umbauetwar, daß da er den Antyllus, den Sohn des Antonius und der Fulvio, der sich dahin geflüchtet, hatte umbringen lassen. Allein offenbar gieng das lu; alx-Ii nur einzig und allein auf jenes Heroum, so die Triumvirs Kai¬ sern zu Ehren in Rom erbauen lassen; Antyllus aber ist nicht in Rom, sondern in Alexandrien hingerichtet worden, wo Kleopatra Kaisern gleichfalls cinHcroum bauen lassen, dem Oktavius wahrhaftig kein 1»» al^Ii zugeflehn konnte. Vgl. §. 825. — Pluearcb p. 9s!?, auf den sich Dio beruft,^ erzählt zwar den Tod des jungen Antonius sehr weitlauftig, aber des Fakti, daß er Zuflucht im Tempel Kaisers gesucht, gedenkt er gar nicht, wohl aber der gleichfalls angeführte Sues ton ch/A. c. 17. wo es aber auch aus dem Zusammen¬ hang klar und deutlich ilk, daß die Hinrichtung nicht zu Rom, sondern zu Alexandrien gescheh». 2518) Man sehe Johann Friedrich Grsnon über folgende Stelle des Livius 1. 8: loeum gui nuno sepms äelcenllemibus Inter cluo; luco; elk. akylum »ps- rlr. — Lipsurs, der diese Stelle Dions im scl ^nn»l. III. anführt, fetzt, nachdem er sie abge- schriebe», hinzu: Su-io potkrsma Dioniz caurs le^e- Vereor enim vr erret. dlam praeter llomuli ak^lum, eriam Drange in ^uentino rnonte templum iclem ins bubuit; guoü clare norst /)io»rx/ antigg. IIII. Allein mit so angestrengter Aufmerksamkeit ich auch den ganzen Dionys und vorzüglich auch das angezogene vierte Buch seiner Römischen Alterthümer durchblak- tert/hab-e ich doch die Stelle nicht ausfinden können, die Lipsius bey diesem eirsro im Sinn haben mochte. 2519) , Zsxl. obkepium. Magner: vcryaunt. — L boni; larini; Zermauies kecir non bona. 2/r DioKaßius.B.XI.VII. Hptst.I.XXiri. N R.T.7nunmögl!ch jemand hinein kommen konnte. Dic- un^BlM^'es waren die Ehrenbezeugungen, so sie Kaisirn kus Bur dckretirtcn; den Vestalinnen aber gaben sie nach, sennessrer. daß jede derselben sich eines Likcors bedienen möch¬ te; weil eine derselben, da sie spät von cm Gastercy nach Hause gegangen, verkannt und be¬ schimpft worden war. — Die obrigkeitlichen — Qp/re entspricht im Lateinischen dem der Griechen durchaus. Ich will die Sache mir einem Be¬ weis, der in die Augen springt, belegen. Es ist mi¬ ter den Gelehnten auch nicht dem mindesten Zweifel mehr unterworfen, daß der alte Name der Stadt La-- Six, nicht vom hebräischen 112 abmlcittn seyn sollte; demzufolge konnte der Lateiner, wenn er Gades in seiner Sprache nennen wollte, solches nickt füglich anders als äeprrn» nennen, und so hieß auch wirklich die Kadir fast gegen über liegende Stadt, (Pros kopLUS j l.) Zs r'LZs/fLk-v x«, 7-y; er-Lf«; Lenr-ov xa-Xor-Lr vo ercstvr^ W diesen Namen noch gegenwärtig, nur in einer ekwÄ verunstalteten Pronunriation, 8epNim, 8ep», üebu, 8«vrki, svau wie be ausgesprochen; den Namen Vas gils schreibt der Neugrieche llev», Leu». Wir Deutschen haben vergessen, daß unser Zarm- si^ ncr ersten Bedeutung nach, ist, (dahcc so vieler Städte Namen: ^uAulkv«l«»f^»r, sugocimm^ Augustusftadr, "Kabenstadt ücc.) und sagen solches nur von einer hölrernen Einfassung, die Hr.Wagnck doch vcrmuthlich nicht auf dem Kavitolio suchen wird- Ich denke, meine Uebersetzung drückt Wort und Lwn zugleich aus. 2520) Seneka Lontro«. k. s. proceclsnts b»e licior lubmouere iubebirur? kluic pr«oror viss ceäer? i>"w- mum Imperium coukules cellenc ribi ? 2521) A5. r-rm e^ee. U7. um ihre jungfräuliche Ehre gebracht worden war. Der' nimhlich soll doch dies kauderwelsche Zeug eben so als geschändet worden war» heißen; diese Schon» düng müßte dann eine Norhzüchrigung gewesen die ich mir, bey aller Etttenverderbniß des damahh' Ehrenbezeugungen,Kais.Andenken erw. 27z Würden in der Stadt setzten sie jetzund schon aufN.R.E.^- viele Jahre für die Zukunft hinaus vest, um ihr'üA'^^ kus Bur¬ gen Roms, darum nicht denken kann, weil sie moraMt'meisrer. lisch unmöglich ist Die Vestalin — cul p>-,eror v i« cecisr — gieug zuverlässig nicht allein und ohne Be¬ gleitung nach Haust; sie ließ sich tragen, von einer ansehnlichen Kortege begleitet; und selbst eine Mima, wenn sie nicht ciiobolrnl» war, würde nicht haben zu Fuße gehn wollen, denn man beliebe sich zu erinnern, daß man beym Souper nicht in Galla, sondern im niedlichsten Deshabille war. Nun, wie ist Norhzüch- tigung einer Frau möglich, die von ackt robusten Deutschen getragen und einer ansehnlichen Dienerschaft begleitet wird? — von Weibern gebraucht, heißt freplich allerdings schänden. Vorzüglich kommt es in dieser Bedeutung oft im Dio vor, wie das.Re¬ gister beweiset, wo gegenwärtige Stelle namentlich angeführt und durch erklärt wird Hr. Wag¬ ner kann sich also mit der Auktorirat eines großen Mannes schützen, der aber doch wohl keinen Anspruch machte, Pabst der griechischen Litteratur und unfehl¬ bar zu styn. 'rste-E-" heißt: aus zu großem Glück, Rcichrhum, Ansthn, Ehre übermüryig werden, und andere, als tief unter sich stehend, muthwillig beleidi¬ gen und necken. Der reiche Mann des Thcognis ->49: xkxo-^-vo;, wo doch Hr. Wagner wohl nicht an Beraubung der jungfräulichen Ehre denken wird. Das von diesem Verbo abgeleitete Substanti- vum vpx,; erklärt piaro ^/rsec^o p. zgi. 8. fürkrcsf- lich; ; X; MV «V «xisov V.' xz>L,«»^r r« xxo-vk, ovo^«, k^xxrwq>?«v, den ) Nun kann frcylich xpx.<-k,v und -^e«?k-^ von allen Leidenschaften, die aus Ucbermmh entstehn, gesagt werden; und jener französische Bastard, der die Ebe- frau auf den Bauch ihres gebundenen, vorher aber kastnrtcn Gatten schändete, war sicherlich im Zensi. zcnsizcnsus Weil dieses die gewöhnlichst' Art styn mochte, wie sich Uebernmth griechischer Manner 2,74 DwKaßius. Hauptst LXXlv. R.R.T./i-Anhänger auf solche Weise zu belohnen, und ihm und'b MM-Anbalten durch eine Holge von ^verschiedenen ih- kns Bur- nengleichdenkcndcn^ Magisiratspersoncu emelän- -ermeister. Dauer zu verschaffen. Vier und siebenzkgstes Hauptstück. Geschichte des Brutus und Kassius bis zur pH« lippischen Schlacht. §. 648. Nachdem sie diese Veranstaltungen getrof¬ fen, blieb Lepidus auf Ort und Stesse, um, wie wir gesagt haben, die Aufsicht über Rom und Italien zu führen, Kaiser aber und Antonius zogen in's Feld.-Brutus und Rasims hatten sich zwar anfänglich, nach dem mit Mock- Anton und den übrigen getroffenen Vertrage,"") nicht nur öffentlich sehn lassen, sondern auch ih« Stadtrichterämter eben so geruhig wie vorher gegen ihre Sklavinnen äußerte, so hat die griechische Sprache sich zur Regel gemacht, und «- -ic zu unterscheiden. Dieses heißt schände»/ jenes blos übcrmüclsig begegnen. Eine klasser Stelle davon sieht in Luklans Solökisieu (1- iss l' 582. eci, .^rnlt,) i° k-s», »r s-s «sv, xvs, ä sc^/so,!;, 4 x«,, « s , ST-AV kt^ 7/ vs/v «lsv g X«, 7^^^ X« st; Sk Auch psikgt Dis 1k andern Stellen so zu schreiben : S. 988-74- eö ^ss- vom Dcero: — klebrigens ich wohl, daß s-,»«, auch beym Dis silbsi -i- r/v« siehn kann; dies beweist aber uiaM denn daß die letztere Bedeutung hier kemen Platz hktz zeigt gesunder, schlichter Mcnschcnv, stand. 2522) Vgl. §. 628, , 252g) Man sehe oben B- XXXXIIII. denjenigen Paragraph, welcher unmittelbar der Leichenrede dk» AntoniuGfolgt- Brutus und Kassius verkästen Rom, 275 verwaltet. Nachher aber, da sie erfuhren, wieN.R-E. 7^ erbittert einige über den Tod Kaisers waren, hat-"w Man- tcn sie das band unter dem Vorwand verlassen, kus Bur- sich in die ihnen angewiesenen Provinzen begeber?^"^' zu wollen. Brutus war zwar damabls Stadtrichter und hatte die Apollinarrschen Spiele noch nicht besorgt; allein diese ließ er durch seinen Kollegen sK-I! Antonius auf die allerpräch- rigsie Weift begehn. Er selbst gieng noch 2524) Man vergleiche bcy dieser Gelegenheit B- XXXXV. 4. 9. liebst den dazu gehörigen Noten- 252;) Vgl. Note 2482. mit 952. 2526) Von der Pracht, mit welcher Brutus die Apollinarischen Spiele gehalten, steht eine Hauptstclle beym Plutarck p. 99z. f. und 994- «-pc-s«- Kein einziges Thier durst' ausbewahrt werden, alle mußten ihr Leben im Kirlus beschließen. Um gute Schauspieler aufzutreiben, unternahm er selbst eine Reise nach Neapel, und ließ es sich einen starken Briefwechsel kosten , einen gewissen Ranumrs aus Griechenland zu erhalten- — Vom Beyfall, den diese Spiele gefunden, sagt Rikero B/rinx-p.1. iz. — vielleicht nur mit etwas gar zu viel rhetorischem Schwulst — (huirl Vpollinsnum luclorurn plsulus, vel retlimoni» porius er iuclicla populi llomani, vol>i« psrua villebsnrur? O desros illos, gui quum scleüs rptis proprer viru srnrorum non llcedsl, srlersnr rsmen, er in merlnllis populi llomsni sc visceribus dgsredsnr! niti sorrs ^ccrs rum plsucli er iexggslimo poti anno psl- rnsm rlsri pursdsris, non klruio, gul luciis suis irs cs- ruir, vr in illn Mečkač»/» tiuclium populus Uom.anus rrldnerer rrbsenri, cieliclsrium likersroris 5ui perperuo pl mtu er cl-imore lenirer. (Der hier erwähnt' Umstand mit dem Aeclus zielt darauf, daß ben dreien Spielen unter andern die Tragödie Tercus, des alten tragischen Dichters Accius Nävius gegeben, und mit großem Bcyfall ausgenommen ward.) — Antonius hatte auf den Anschlagezettel: setzen lassen, welches Brutus entsetzlich übel nahm. Man sehe dir Brief' a-i XVI. I. z. 4. und 5. immer gleich vom Anfang. 276 Dio Kaßius. B. XU Hptst. L.XXIV. N-R.r.7i-Nlcht sogleich unter Segel, sondern verweilte sich Kassius in Rcrmpanien, wo sic aufal- kus Bur- les, was vorgieng, ein wachsames Auge hatten, M-nmner- führet, auch ihr Sladrrichtcramt dadurch fort zu verwalken, baß sie von Kampanien aus von Zeit zu Zeit Edikt' an das Volk abferti'gtcn. Dies währete, bis Okcavianus Raiser sich an dir Spitze der öffentlichen Angelegenheiten zu stellen, und das Volk auf seine Seite zu bringen anfieng; tamahls, weil sie eben so sehr an der Wiederher¬ stellung des Volkeregiments zweifelten, als sie Kaisern furchten, verließen sie Italien gänzlich, und wurden von den Atheniensern mit sehr vielen v- ZZs- Ehrenbezeugungen auf- und angenommen. Sie wurden zwar fast von allen, zu denen sie kamen, ihrer That wegen mit Ehrenbezeugungen nber- 2527) Vorzüglich auf der kleinen, späterhin so schön vom Statius besungenen Insel Nesis; jetzund XK» in kerrs l-rvc^ro. Sie ist jetzund ihres vortrefflichen Spargels wegen bekannt, dem Vorqebürge Pansylipo gerade gegen über, und ist nicht einmahl eine deutsche Meile von Pozzuolo entfernt. Man sehe die ebenan- geführten Stellen des Kikero, und erinnere sich, daN der ganz nach Lakedamonischen Sitten eingerichtete Landsitz des Brutus, Lanuvium, in Kampanien lag- 2528) W. Beyde schickten aucb als Statthalter noch Brief' ans Volk in Rom. W verstehe dies nicht; er wird sich doch wohl nicht Bru¬ tus und Kassius als Statthalter von Kampanien dem ken? Das wäre doch zu arg! Nicht als Statthalter schickten sie Briefe, sondern als Sradtrichrec, ö'"«- Edikte. Es sollte mir leid lhun, tvenn Hr. W- diese Bedeutung von--?«^- nicht wüßte. Bev"> Aelian XIII. 24. steht ^«4» für er hat ein Gesetz gegeben, und an unzählig andern Orten. hieß anfänglich eingcaben; nun wurden die ältesten Gesetze in Marmor oder Erz gegraben, und daher M» ihnerOkr Name auch in spätem Zeiten. Brut. u. Kassius begeben sich n. ihr. Gouv. 277 häuft, doch zeichneten sich dieAthenienser dadurchN.R-E.71r vorzüglich aus, daß sie ihnen Brustbilder vonU^,^' Bronze, neben denen des Harmodius und A-kus Bur- ristsgicon, deren Handlung sie nachgeahmt^EMr.! hatten, dekretieren. 2529) ^armodius und Arrstogiton erschlugen den -Hippac-bus, Sohn des Pisistratus, bey der öffcntli- lichen Feyer der Panathenaen: Vl. llXVI. 4. — Zur Zeit der Anwesenheit des Brutus in Athen, soll er den D'chker -Horazius angeworben haben, der unter ihm in der Philippischen Schlacht diente. Suercm: v. k^. bcllls pmllpxenll e^c,r«5 adtarco Lrutv impersrore, lri- bunus milirum meiuir, wenn dies ftmand nicht wissen sollte, welches bey völliger Hintansetzung klassischer Literatur sehr leicht möglich seyn könnte, heißt: angeworben — Tonaras X. xvm. -r , X«, ktxov«; 7l>i; «c 7-^-: „«e' «1/7.0,; 7.i/x«»,ox7o>/x; ^,«s.««7, 7.°, 's?,xsZ,ov ?.k^A, X«, 7-ov 'Lx>i7o^k,7.o>-«. Mehrere Rach» richten von seinem Aufenthalt zu Athen liefert plmarch x. 994. 0. und 995. Er bediente sich hier des Unter¬ richts der Philosophen Theomncst und Rraripp, und schien völlig als Privatmann zu leben. Von hier schickt' er den -Heroikrams nach Makedonien zum Voraus, die dort in Besatzung liegenden Regimenter auf seine Seite zu bringen. Hier fallt seine Bekanntschaft mit Kikerons Sohn. Er bemächtigte sich hier einer reich beiadenen Silberflotte, die aus Asien kam und nach Italien gehn wollte ; (Zonaras giebt zu verstehn, daß sie Trebonius abgcschickt hatte; der nemliche erwähnt auch des Umstandes mit Anwerbung der Pompejani-- schen Soldaten.) warb alles an, was sich noch von Pomvejanischen Soldaten in Thessalien aufhielt, nahm fünfhundert Reuter weg, die Kinna nach Asien dem Dolabella zu Hülfe führen wollte; endlich gieng er nach Demetrias, und bemächtigte sich aller großen Maga¬ zine, fo hier Kaiser zum Behuf seines vorhabenden Parthifchen Kriegs hatte anlegen lassen- Bergl. Ap- pian x. z6z. 278 Dio Kaßius.B. XI.VH. Hptst. l^XXIV. §. 649. Inzwischen erfuhren sie, daß sich Kaisers iiii'd^ Pi "'A"1ehn vgn Tag zu Tag vergrößerte. Sic ließen kus Dur-also Rrera und Birhynieu, wohin sie eigentlich germeislcr. waren geschickt worden, ^°) aus der Acht, weil sie sahen, aus keiner dieser Provinzen einen son¬ derlichen Nutzen ziehn zu können, und wendeten sich nach Syrien und Makedonien; die, ob sie ihnen gleich sonsten nichts angicngen, mit Geld und Mannschaft trefflich verseh», und ihneiinber- dcm überaus Vortheilhaft gelegen waren. Res¬ sins brach nach Syrien auf, in welcher Provinz er, noch von der Zeit der Kraffischcn Expedition her, bekannt und geliebt war; ^') Brnws er¬ wählte für sich Griechenland und Makedo¬ nien. Ausserdem daß ihm dicfe Provinzen des Ruhms wegen, den er sich durch seine vorigen Handlungen erworben, und der mit der Hoffnung begleitet war, daß er auch setzt sich seiner scibß gleich bleiben würde, anhicngen, fand er auch dort sehr viele Soldaten, die theils noch von den .Zeiten der pharsalischen Schlacht her in diesen Ge¬ genden herumirrtcn, theils auch neuerdings vou> Dolabella, entweder ihrer regellosen Aufführung oder ihrer Krankheiten halber, hier zurückgelnffn worden waren. Er hatk' überdem Gcldremcffe» aus Asien vom Trebonius überkommen. Diese 25Z0) Kaiser hatte Syrien und Makedonien Bru^ und Kassio übergeben; anstatt dessen halt' ihnen der Senat, unter der Leitung Mark-Antons und Dolaim' la, Kreta und Dithynicn zuerkannt. , 25zi) Kassius war Kwastor in Syrien, als Kräh sus so unglücklich geschlagen worden war. Fonaras X. lg. 0 /-k-. Unternehmungen des Brutus. 279 Ursachen wegen fiel es ihm also sehr leicht, sichN.R-e.7r zum Herrn von Griechenland, in welcher Pro^A^l-m Din; überdem damahls kein beträchtliches Heer kus Bur- stand, zu machen. — Nach Makedonien kam^^ster. er gerade zu eben der Zeit, da R. Antonius an- gckommen war, undE^uinms Horcensius, der bisher dieser Provinz vorgestanden hatte, abgehn wellte. Doch auch hier fand er keine Schwä¬ nzlest; sintemahl sich ^>orcensius augenblicklich mit ihm vereinigte, und Anronins, den das Ucbergewicht, so Kaiser in der Stadt hatte, die Gerechtsame seines Amts auszuüben verhinderte, war zu schwach ssich zu widersetzen.^ Nur Va¬ liums , Gouverneur des benachbarten Illyriens, war Bruto in diesen bürgerlichen Unruhen zuwi¬ der, und nahm Dyrrhachium noch vor seiner Ankunft hinweg. Doch konnte Vatiniue Vruts nichts anhaben, sintemahl er bey den Soldaten verhaßt, und ihnen seiner Krankheit wegen sir verächtlich war, daß sie haufenweise von ihm desertirten. Brutus, der auf solche Weis' auch die Soldaten des Vatinius an sich ge¬ bracht, gieng nun auf ^KajusZ Antonius los, 25Z2) Rikcro ?L,7rpx. X. csx.vlr. 25ZZ) /.!«» LXVIIs. dt. krums in Lrseci» sub piserexru reipublicse, er kuscepci conus Xlsrcum -Vnronium belli, exercirum, cui Vsriniuz prseerru, cum prouinciL in pokeltakem suam reäe^ir. Plmarst) P. 995. kann über diese kleine Stelle zum Kommentar die¬ nen. Brutus bemächtigte sich Dyrrhachiums noch vor der Ankunft des K. Antonius. Dieser versuchte zwar,, sich in Apollonia zu setzen, verließ aber diese Stadt bald, weil er fand, daß sie der Parthcy Brutizuge- thanwar, und setzte sich in Buthromm. Auf dem Marsch dahin verlor er drey Kohorten, die vom Bru¬ tus in die Pfanne gehauen wurden, und als er darauf unternahm, die Gegend von Lyllis zu besetzen (die 28o Dio Kaßius- B. Xl.vn. Hptst. I^xxlV. N.R T./i-der in Apollonia stand. Antonius wagte zwar, im freycn Felde die Spitze zu bieten, Ma kus Bur- Brutus wußte die Soldaten desselben auf scinc gMnuM. bringen. Antonius warf sich darauf ia die Vcstung, wo er vom Brutus belagert und bald darauf durch Verrätherey lebendig gefangen genommen ward; doch gab Brutus nicht zu, daß ihm einiges Leid wiederfahren wäre. §. 650. Nachdem er dieses gethan, und ss ganz Makedonien und den Epirus unter sich ge¬ bracht, stattet' er dem Rath Bericht von allen seinen Unternehmungen ab, dem er sich selbst nebst allen unter ihm stehenden Provinzen und Solda¬ ten übergab. Der Rath, der damahls schon S. Z4o. keinen kleinen Verdacht aufKaiscrn geworfen hatte, lobet' über dieses Verfahren ihn sehr, und bestätigt' ihn im Gouvernement aller unter ihm stehenden Provinzen. So wie nun sein Gouvernement durch Hauptstadt der Bullionen im makedonischen Illyrien- Raiser b. c. UI. 40. Rikeco XI. n. Strabo x.. 487) verlor er ein Treffen gegen den jüngern K' kero und ward lebendig gefangen genommen. 2534) Nachdem aber ; die Kaiserlichgesinnten den Dckimus Lrnrus hatten hinrichten lassen, ist auch ec umgebrachk worden. Plmarck p 996. Ans dem folgenden Paragraph setze man noch hinzu, daß KajusAntonius sich feinen Tod selbstzuzuschreiben halte- weil er das unter dem Brutus dienende Heer gegen den General auszuwiegeln versuchte. Applanus iu- 577' kV pkM, X,; Lt-xekSv. Und aus §. 652 ergiebt stell- daß nicht -Horrenslus, dem eigentlich Brutus diesen Auftrag gegeben, sondern RloSius den Antonius lM richten lassen. Livius LXVlll. ^l. vruws üpiro L. Fiironium prrierorem cum exerciru poiell^e suae subiecit. Vgl. Seneka co»/ol. aci e.zs Unternehmungen des Brutus. 28 r einen Rathsschluß für gesetzmäßig erklärt wordenN.?'T yir war, fieng er an, größecn Muth für dieZukunft zu^"^' hegen, zumahl da alle die unter ihm stehendcnkus Bur- Üntcrthanen nunmehr öffentlich und ohne den gc-S-rmemer. ringsten Widerwillen zu bezeugen, auf seine Seite traten. So lang cs den Anschein hacke, daß Kai¬ ser den Krieg gegen Mark - Anton fortsctzen wür¬ de , pflog er beständig Unterhandlungen mit ihm, ihn zu bewegen, sich Mark-Anton fort und fort zu widersetzen, mit ihm aber gemeinschaftliche Sache zu machen; schickte sich auch für seine Per¬ son selbst an, nach Italien, wohin ihn der Rath zu Hülfe gerufen halte, überzuschiffen. Als aber nachher Kaiser in Rom schlechterdings die Ober¬ hand behielt, und den Tod seines Vaters an den Mördern desselben öffentlich rächte, blieb Brutus da, wo er war, still sitzen, und machte sich nur, im Fall er angegriffen werden sollte, auf eine gute Gegenwehr gefaßt. Unter andern gu¬ ten Veranstaltungen, so er damahls in Makedo¬ nien rraf, gehört auch, daß er das Heer, wel¬ ches sKJ Antonius aufgewiegelt hatte, zu be¬ sänftigen wußte. §. 651. Dieser Antonius, ob ihn gleich Brutus nicht cinmahl der Ehrenzeichen der stadtrichtcrii- chcn Würde beraubt hatte, war damit nicht zu- 2534 H Oktavius hatte jetzt mit Mark-Antonen das Konsulat im zwanzigsten Jahre seines Alters angenom¬ men , und in solcher Würde, durch den Lukins Ror- nifikius den Brutus, den Kassius aber durch Mar- kuni Agrippam anklagcn und abwesend verdammen lassen. Ein gewisser Publius Syrius, der sich bcy diesem Urtheil nicht der Thranen enthalten konnte, ward von den Triumvirs sogleich unter.dieiProskri« birken gesetzt. Plntarcl? x. 996. 282 DioKaßius. B.XL.VII. Hptst.I^XXlV. ^frieden, geehrt und sicher stille sitzen zu können, iu^'^l'n'sondcrn versuchte die Soldaten des Brutus zum k»ö »'»- Abfall zu locken. Jedoch dieses ward entdeck, gcrm-ijlcr. beträchtliches Unglück halt' anstiften können, und Brutus ließ ihm darauf die Insignia der Prärur abnehmen, und ihn, um zu verhüten, daß er nicht Neuerungen anfangcn möchte, gefänglich, doch ohne Fesseln einseheu. In dieser neuen Lage hielt er sich noch weniger denn in der ersten geruhig, und wußte so viel Saamen der Zwietracht unter die Soldaten aus- zustrcuen, daß sie nicht allein unter einander selbst zum Handgemenge kamen, sondern daß auch eini¬ ge, um ihn mit Gewalt zu bcfceyen, nach Apol¬ lonia aufbrachen. Doch dieses konnten sie nicht. Brutus, der aus einigen aufgefangenen Briefen das, was sie im Sinne hatten, ersehn, ließ den Kajus, als wär' er ein Patient gewesen, in einer bedeckten Sanft' aus der Stadt tragen. Die Soldaten, da sie ihn nicht fanden, und zu¬ gleich Brutus furchten, bemächtigten sich eines über der Stadt gelegenen Hügels. ) VruluS fand Mittel, sie, sich ihm zu übergeben, zu über¬ reden; und nachdem er von den Ällcrstrafbarstcn einige mit dem Tode bestraft, ander' aber ihres Dienstes entlassen, wußc'er die übrigen sich dcrge' stalt zu eigen zu machen, daß sie nicht allein stE 25Z5) Gan; Apollouien, bey Hr. Wagner; wird wohl ein Druckfehler seyn, statt gegen. 2;;6) Vermuthlich das berühmte Llymphauw, von dem ich ausführlich in den Noten zum vorigen Bande geredet, und solches mit der lomsine bml-mre> unfern Grenoble, und derben-« msi» auf den Apen"" neu verglichen. Zu den dort mitgetheilten Nach"«' len setze man noch hinzu die Kom-ma 1- k- lzz. Geschichte des Kajus Antonius. 28z willig die des Dienstes entlassenen, als die vor^.N.E.712 nehmstcn Urheber des Aufruhrs gefangen nahmcn^d>»^i! und umbrachten, sondern auch begehrten, daßx„s Husi' man ihnen den Rentmeister und die andern Ober-scnneisier. offijicr des Antonius auslicfern möchte. §. 652. Doch ließ ihnen Brutus keinen einzigen der¬ selben ausliefern, sondern lud sie, unter dem Vor¬ wand, sie ersäufen zu wollen, auf Schiffe, so sic in Sicherheit zu bringen Befehl hatten. Da er aber furchte, es möchten seine Soldaten, wenn sie eine, zumahl übertriebene Nachricht von dem, was in Rom vorgefallen war, erhielten, aber- mahls von ihm abfallcn; so ließ er den K. Anto¬ nius lgn/Apollonia zurück, dessen Obhut er einem gewissen Rajus Rlaudms anvcrkrauekc, und er selbst, mit dem zahlreichsten und tapfersten Theil seines Heeres, marschirkc nach Obermake-S. donien, von dannen er nachher nach Asien hinüber schiffte, um sie so weit genug von Italien zu ent¬ fernen, und sie auf Kosten der dasigcn Untcrtha- nen zu erhalten. Unter andern Bundesgenossen, die er sich hier erwarb, befand sich auch König Dejsrarus, ohncrachtct seines sehr hohen Alkers, und der schon chcmahls Kaffio versagten Hülfe. Indem er sich hier aufhiclt, stand ihm Gellius pnblikola nach dem Leben; und Mark- 2^7) Vermuthlich ist dieser eben derjenige, der un¬ ten 788. unter dem Namen Awimus Dellms ver¬ kommt. Er war von Dolabella zum Kassius überge- gangen, verließ ihn und ergab sich der Parthey des Mark.Anton, dem er gleichfalls nicht treu blieb, son¬ dern kurz vor der Attischen Schlacht zum August über, gieng. Vgl. §- 798- Meinem Dafürhalten nach ist es 2 84 Dio Kaßius. B. XI. VII. Hptst.I.XX!V. N.AET^Anron gab sich Mühe, seinen Bruder durch ci- dein End' abgcschickte Dartheygänger zu kus Dur- befrcyen. Ihn ließ alsoRIodius, unter dem zermeister. Vorwand, daß er ihn nicht lebend erhalten Halle können, umbringen, ungewiß ob aus freyen Stücken, oder aber mit^ heimlicher Einwiüiguliz Bruti: mindestens geht ein Gerücht, daß Bru¬ tus, der anfangs für die Erhaltung seines Lebens die größeste Sorge getragen, nachher, als er Nachricht von der Hinrichtung des Dekimus er¬ halten, ganz andern S-nnes geworden sey. — Die Anschläge des Gellms wurden zwar verle¬ ihen, es geschah ihm aber darum doch nichts zu Leide; sinkcmahl ihn Brutus, der ihn bisher im¬ mer für einen seiner vertrautesten Freunde gehal¬ ten, und der wußte, wie innigst verbunden Markus Meßala, sein Bruder, mit Kaffio sey, dieser angezeigtcn Ursachen wegen laufen ließ- Eben dieser Mensch stand nachher Kajsio keinem Zweifel unterworfen, daß der Mann nichtGel- lius, sondern Dellius geheißen habe: /0 heißt crbcym Josephs XIIII. 27 und X V. 2. beymplurarcb x. 926. k. wo er erzählt, daß er die erste Veranlassung zur Bekanntschaft Mark Antons mit derKleovakra lU- geben; beym Zonaras X. 29. der hier, weil er den Dio abschreibt, für einen Dionifchen Kodex gehabt werden kann, und endlich ohn'Ausnahme in allen 5^' dizibus des Horaz, der an diesen Dellius dievornch' liche dritte Ode des zweytenBuchs gerichtet hat darf bey Dellius nicht etwan an die Insel Dclus de»' ken; nein, der Name kommt von Kellum, wofür on Alten sprachen, und bedeutet eben so viel al» 25Z8) Livius Hpir. OXXII. 8mw5 säuerst' Dkracss psrum preis^ere s I rem Zella, omnikuZgue rransmarnus prouincü« exereiliburgue »' xorelisrem ei»8 er 0. Llullil leäucris, coisrrmc 8wV nss vrergue sä oräinsna« kururi belU coaliiis- BruLi Krieg in Thrakien- 285 selbst nach dem Leben, und zwar abermahls unge-N.R.E-zn straft; sintemahl seine Mutter Polla, so^U^: Nachricht von den Anschlägen ihres Sohnes er kus Bur-' halten, selbige Kasso selbst freywillig cröffrrete/""'e>ster. (denn ihre Liebe gegen Kassius, daß dieser nicht umgebracht werden möchte, war eben so groß als die Furcht, es möchten die Anschlag' ihres Soh¬ nes entdeckt werden) und dafür das Leben ihres Sohnes zur Belohnung erhielt. Er besserte sich aber darum doch nicht, sintemahl er von seinen Wohlthütern zur Parthcy des Kaiser und Anto¬ nius überlief. 65z. Brutus, sobald er Nachricht von Mark- Antons Versuch und dem Tode des Kajus erhal¬ ten, fieng an zu befürchten, es möchten noch an¬ dere Rebellionen während seiner Abwesenheit von Makedonien entstehn, und gicng darum alsbald nach Europa hinüber, wo er die Provinz, so Gadalis chemahls besessen (denn dieser war ohne Kinder gestorben, und hatte selbige dem rö¬ mischen Volk hinterlassen) in Besitz nahm und ei¬ nen Einfall in das Land der Besserthat, so- /'ozv/rco/sm /rarrem v/crr/W cs»/r/ro 25ZY) muß aber in — oder wohl lieber in oderri«^«, wie Dio sonst zu schreiben pflegt — korrigirt werden. Vgl, Glaudorp O»om^. p. gzi- und 689- — Daß Hr. Wagner Gellius und Palla schreibt, bedarf kaum einer Anzeige. 2540) Vgl Nore rzz9- 2;gi) Strabo VII. p. 220. I. 27. r-S' «r X«, o/ L-!'' «lir oixtjd-es -8 XL, kL^»o<, X«, XiX, LLvAijälT-aw. It«»-« 8V 7-LLl^-« Lko-o-o, os 7-0 t-r-lesv ^8 0^8^ ve^ovT-«/ 7-8 ^i^8) X«, r/A'o 7-ttv A y - 2^6 DioKaßmS.B.XXVl!. Hpkst.l^xxiv. N.R.T.7'»wohl sie ihrer Vergehungen wegen zu zücktigm, uttd'd auch den Namen und die Würde eines Impe¬ tus Bur- gcrmeijicr. re ««, 70,; x«, 7« 1-0,« 75 Lsr«^>i27L<;, xr, 701; Ns dieser Stell' ergiebt sich 1) daß Korallen und Vchr der Donau südlich, in der heutigen Bulgarey, zwi« schcn diesem Fluß, der Isker, dem Hamus und dm schwarzen Meer gewohnt haben. 2) Daß die BW, als eigentliche Bergbewohner desHamus, etwas süd licher mehr von der Donau abwärts, nach Thrakien zu lagen. Daher rechnet sie Plinius IIII. n. zu thia« kischcn Völkern: Urrscm lsguirur, inrer vsieuiillimsi Uuioprce Zenres in ltrsregiss guinguu^inta äiniül. No- pulorum eins, guc>8 nominsre non pigesr smnem^r!/- >»o?rcm ucleolunt oextero Isrere Osnleleme; sc dlaeNs Uiüilucs vsizue lupru clieros: issno Oir^eri öcssor»m^i! z) Wenn sie gegen Süden bis an den Rhodope wohnen, und gegen Westen mir den Ankam« reu und Dardaniern granzen, so scheinen sie fast gar nicht in der Bulgarey, sondern im nördlichsten TM Thrakiens gewohnt zu haben; nur scheint aus einer klas¬ sischen Stelle des App-ans, im Anfänge seines Buch» von den Jllyrischcn Kriegen/ die Lage der Atttariatm sehr weit westlich unfern der Küste des adriatisclM Meeres zu suchen zu seyn. — Unten §. 8?5 konnM diese Besser wieder vor, und zwar abcrmakls als thrakisches Volk; denn Krassus schenkt den OdiY!sr "wn)' sopolin, Ouno8 aoreir cliÄum. ^Iluir sm»>f 1-,rum eum cracrum 8cvi!rr' S.-Z95. Dionysopolis nach Mosten; allein die oben Vruti Krieg in Thrakien. 287 ralors zu erhalten, mit welcher beehrt, er es leich-N.R «kal¬ ter zu scyn glaubte, Kaisern und Mark-Anton zu^,^ kus Dur- angeführte Stelle des Plinius lehrt, daß die Alten ihrSerniMer. Thrakien, mit der Mündung der Donau ansiengen, und dem zu folge gehört Dionysopolis zu Thrakien. Das heutige Varna, wie Paul Ionins meint, kann cs wohl auch schwerlich gewesen sepn; es lie^t theiis zu weit vomOdessus ab, theils ist cs such völlig vom Meere verschlungen worden, und staun also unter dem Namen Varn« nicht bis auf uns gekommen seyn.) Daß dieses der allerälteste Wohnsitz dieses Volkes ge¬ wesen, lehrt uns Herodot Vil. g. Er spricht in die¬ ser Stelle von dcn'Satrern, einem thrarischen Volke zwischen dem Nessus und Koßinites, jenem westlich, diesem südlich, etwas nördlicher als die Therfaer; und sagt, es hätte dieses Volk auf seinen höchsten Schneebergen ein Orakel des Bakchus, dessen Aus¬ spruch' unter ihnen die Besser erklärcten. Wie zu Del¬ phi errhcilte hier eine Priesterin» die Orakel, die nicht weniger vieldeutig als die Delphischen waren. — GcptUS Vufns Kap. y. stst-rrc«/ 17r^cra§ L'xAs coi-M-r/r. (sic lagen also nördlich über Thrakien hinauf) Iplum cspvr genris, l'kvsei^m vi- eic; tlaonü mvntanvs snkegil: gurre nuno ciicirur, gu-re mocio xo/,> sppeügcur, in cünonem nvüigm recleAir; Lsly- ken cepir; llipr» ponrum poliraš cinirsrez occupauir, ^polloni^m, Lslxrin, klirinnpolim, 'I'vmos, Iltrum; scl I^ÄNnbium vkgus pei neniens. llomsns!>cyrllis srnirr msnlliLuir. Ira clirioni isipublicae, lex 1 lnaciaruin prouineiae lunr congmlirae. (Ich schreibe diese Stelle ganz ab, weil sie mir für die Geographie des römischen Norden änßerst wichtig ist; übrigens ist sie sehr schwer, auch wohl nicht einmahl hinlänglich kritisch berichtigt. Vermuthlich ist die Rede von zwo ganz verschiedenen Kriegen Lukullus; den einen hat er von Thrakien aus gegen die Besser geführt, und be» dieser Gelegenheit Lumolpia» und UscuOgmna (Olympias) erobert. Die andere Halste geht auf seinen Zug aegen Mithri» dat, wo er aber zuverlässig nicht über den Tanais ge¬ gangen , und so um den Palus Moons her bis an die 288 DioAaßius. B- XL.VII. Hptst. UM N.R E-7l-übcrwind«lr. Veydcs führte er, vorzüglich durch ku^ Donau gekommen, wie doch die Worte des Dichters germeister- anzudeutcn zeigen. In einer alten Ausgabe 1540. bey Gmöffer^ heißt Ralyoe RM-s Os/tacia, und Prhinopolis?,rrrLe»oxoür; letzteres selb wohl gewiß falsch, denn Prhinopolis ist wohl km' andere Stadt als Strabons Dioskurias, in der Ge¬ gend, wo jetzund Saraskopoli in Mingrelien liegt)- Fast eben so Livius XXXVIIII. am Ende: Oberen. rs> ramen scluerkus Uomano8 sacieliak ne guam mvuenckl oxremplo Kolli causam praeksrer. venisnclos eriam snimor s supicions rslium constlinrum ralu8, mcilrar/r r» 7/rracram e^rercir»m r» Octr^/är, ö» er Ke//ör ek«.vrr. pkilippopolin, vrbem cwlsrram oppiäauorum, gui in proxima montium iu;» cum samilii8 roceporantssese, cepir; campeltrergue brr- Ksro8 , clepopularo8 aAio8 eorum, in 6eclirionem sc«, pir: relisto in6oaäkkilippopolinpraoli6io, quori bmis mulro polt st> Oclr^liz oxpulsum elt Lrc. Hier wir Besser, Odrysier und Dantheleten, mim» m Thrakien, zusammen.) §.YZ4 kommen sie aberwabw vor, als in Thrakien lebend, wo sie Llaudius kellus um das Jahr 7;8 überwindet; bald d-mich 79z. rcbellircn sie wieder und werden vom piso überwunden; vgl- §. 958- Um diese Zeit olM- sehr fallt die Landesverweisung des Ovid, der inst" neu Werken beydcr Völker häufig erwähnt. III. X. 5. Lauromarse cinZunk, sera geus, tlscsegue. «na meo! Cie kommen als eine goldreiche Nation vor. Dek Redner Drepamus sagt vom Maximus: ksrum u pieriosom pursbai aurum, guocl cle monrium veniS) tluminum »lai cis, ^-r/acFror , aut lcruaror cu8 eruilksr. Valesius p. 72. wollte lesen, wclUws Volk Ptolemäus nach Spanien, schen die Kallaiker und Kantabrer mitten inne styl' es ist aber solches nicht nörhig. Man findet noch zünd häufige Goldwaschcreyen in den ehemahls vo den Bcfi'ern bewohnten Landern. Vgl. Griseüm t'' schichte des Temeswarer Bannats Th. U- E- lv' Bruti Krieg in Thrakien. 289 die Beyhülfe eines dortigen Dynasten Rhesku V.R und Sulzer« Dacien Th l. §.45 — 51. Und eine",^ klassische Stelle darüber beym Vegenu« IUI 24. ^hucigerMEex. Aonu? oppugnarioaum elt, subcerisneum srgu«; socrs- tum, guocl cumculum vucanr, s loporibuz gui casulsz 5ub terra kociiunr, ibigua concluntur. ^uhibim eiAo mulrirulline aci /pec/et» -»era//or«»t, r» -/rttt'ttr a«rr a»-- ^e»r/^«e r-en-Mii, Oleui und Lat-ar/cLr l'unguli, Pferde - Renntkier- und Hunde-Tungusen, einzurheilen vflcgr, weiche letztere dieJakuren üv>chiau, (von üs, ca»rr, daher »«i ^t/ca, -^undeflufi, Iiame eines in den ranmschen Meerbusen fallenden großen Stromes, dessen Vorgebürge die Russen eben deshalb äa/E/c/rr »ar, ^unvskov) nennen. Eie sind vermuth- lich mit den in der russischen Geschichte so oft vorkom¬ menden perschnegen . oder den Papmacikeu der by, jantinischen Geschichtschreiber d. i. nut den Hunnen einerlei), welches letztere ich aber doch mit keiner posi¬ tiven Gewißheit behaupten will- Man sehe noch von diesen Bessern: Ammianu« XXVII. 4. (der abernichts besonders hat; aus ihm ist die obabgesch iebene Stelle . des Viktor entlehnt.) Barrhius scl Llaull. p. zr. Heribert R.osweiS acl ksulinum Xolsnum x. 8?l. T 290 DioKaßiuö.B-X^VH.HpLft. MV. N.R.E./irporismit vielem Glück aus. Von da kam kevidus II. und Plan- , kus Dur> Lellarius Xoru. ard. snriqni I.. II. c. XV. Stralen- sermeisrer. berg Nord - und OstasieN S- 272. Note 6. Präs «üllerrstiones in «nnalss' Hunnorum, VII. § X. x. 168- ßegu. Sulzer Dacien Th. I- h. 99- — Ai Rorallcu heißen so von 6ora, 6or, welches im Ga- visehen Berg bedeutet. Noch jctzund heißen die walle, chischcn Flüchtlinge, so sich an der Teschner Gräff auf die benachbarte Mährische Berge niedergelassen, und sich daselbst von der Sckaaftucht ernähren, Ko¬ rallen, d. i Bergleute. eine Nauen in Rusland, so das hoch gelegene Ufer der Wolga bk> wohnt. ?octzor-e, senftlt von Krakau, heißt umer oem Berge. Die Kroaten selbst haben ihren Nario> nalnamen -^ruan, Horvati daher; und wenn ch würd' ich fertig werden, wenn ich all' ähnliche spiel' aufführen wollte? «Vviv cle Illi u nennt sie, wie Besser, Geten und Sauromaten, untn den an der Donau liegenden Völkern: Hic mea cui reellem, istll scrivts Loral/ll, t^uLsgue slina gsnles bsidarux lüer habet! Das DeywortFa»r, welches ihnen hier gegeben Mh steht nicht müßig; es charakterisirt den sarmatM Völkerstamm, zu dem die Korallen gehörten, der M durch sein rothgelbes Haar auszeichnetc, auch davon vermurhlich den Namen erhalten hatte. Wgl. Scr«-- lenberg 1. c. p. r6z—l6^. 2542) beym Appl'ano kommen Brüder, und vor, von denen es dn eine mit Mark-Anton, der andere mit Kassto hält. L. Illi. x. 6Z9. 648. 649 und 669. Beym Hasser III. 4. Uascipoüs, beym §-ukair V. 55. lllchc"' xoli^, und eben so vell. II. 129. Beym Tacnas II. 64. und 6;. kUiezcupoIl«. EndlichgardeB Suetonio Trt-e»-. Z7.1'brssc^polix. Turnebus XIIII 17. hält die Lesart Dions für die zig richtige, und wenigstens bleibt der SchristM sich selbst getreu, denn diese Benennung kommt unten wieder vor, §.676. wo er cr-ähken wird, wie dme Rhrskltporis, kurz vor der Khilippifchen Schlacht,!""' Unternehmungen des Brutus. 29? er nach Makedonien, und nachdem er diese ganM Provinz auf einen so guten Fuß, als es ihm möglich war, gesetzt, gieng er abermahls nacdkns B Aßen zurück. — Dieses that Brutus, welch, auf die Münzen, die er prägen ließ, sein Brust¬ bild , einen Huth und zwey Dolche setzte. Drese Bilder, und noch deutlicher die Überschrift zeigte an, daß er und Kassius Befrcyer ihres Vater¬ landes wären. Mark.Anton übergegangen; und 948. (wo frcylich eben so wie H. 980, und im Tacito und Vellejo, von einem ganz andern Raskupc-lis dieRedeist; cs bleivt abcc deswegen dennoch immer der nemlichc Name); ich ha'tt dem allen oknerachtet aber dennoch die Schreibart für unrecht. Maffei 6«/i. p. ioz hat eine Münze mit der Umschrift a-ip.?--« und mehrere dergleichen hat man beym Ses guin,numism.p. Spanheim 6svla numN'ni. chvm.I. x. 126. Vaillant hiiinria ^ciisemsniciuni p. 268 271, und 281. Begec rfiel. Vl»n6eb. 1'. III. p. 8 Frö¬ lich ^ccellio nou» »6 numismara reZum p. iao. bis ans Ende. Die Lesart des Tarims ist also der Dio. Nischen vsrzuziehn Diese Familie, so jehund nur noch über einen kleinen TheU von Thrakien herrscht, schwingt sich nachher auf den bosooranisven Thron, und der obenangefübrte Tiberius Julius Rbeskupos ris ist der erste, den ich finde; wir haben Münzen von ihm, die mit der Bosporanischen Jahrzabl ;a6 und ggr, d. i. N R. E- 78? und 788, unter dcrRegierung des Tiberius fallen; Rheskuporis il. unter Domi¬ tian; der dritte dieses Namens unter Karakalla, der viert' unter Maximinus, der fünft' unter Konstantin dem Großen Man sthe hiervon ein Buch, das in seiner Art Epoche macht, des Herrn Lary kifioiis äos ltuis 6e Ilu-zes, er 6s ceux 611 Uospvrs Oimmsii ui, selsircis p^r Iss msüsilles. Paris 1752. u >d cxccrpirt im Raspischm Münzlexikon. 2z4g) Dergleichen Münzen haben sich noch bis auf unsere Zeiten erhalten. Auf der einen Seite stchtBrufi Brustbild, und unten der Name seines Legaten Lukiu» 292 DioKaßiuö.B.XI^VH.Hptst.L.XM. §. 654. r^u^s' ?? 3» eben dieser Zeit gicng Kassius nach P» und Man'iUM Trebomus über, und kam eher daM zus Bur- denn Dolabella an. Da ihn Trebonüis lnit Geld unterstützt hakte, bracht' er sehr M von den Reutern, so Dolabella nach Syrien zu« Voraus geschickt, auch viele der Asiater undÄ kicr auf seine Seite. Nach diesem glückli¬ chen Anfang zwang er den Tarkondimoms und die Tarsenser, sich, auch gegen ihm Willen, mit ihm zu verbinden; ohnerachtet die Tarsenser gegen Kaiser den ersten, und scineM gen auch gegen Kaiser den zwcyten, so günstigK sinnt waren, daß sie auch ihre Stadt von P Juliopolis genannt hatten. Nachdem a dieses gerhan, kam er nach Syrien, wo, oh« Blut zu vergießen, alle Völkerschaften und alk Plätorius Räsiianus, von dem Pighius III. p. 482 handelt. Man findet sie in Kuvfer Wo¬ chen bey Albert Rubens unter den ArschvlanW Isb. V. 1. und im Gpanheim über Julians x. 270. Daß Brutus aus dem unqepragttn SüW welches er von der polemokrana, die sich nach mordung ihres Mannes unter seinen Schutz beg« erhielt, Geld prägen lassen, erzählt auch App. pM . 2544) Appianus p. g;6- — Trebonins MU» gleich nach Kaisers Tode nach Syrien abaegaiM seyn. oonaras erwähnt, daß er von Syrien -m den Brutus mit Geld unterstützt, und daß erst «assiuö zu ihm gekommen sey. Siehe uM> §- 6;7- 2545) Tonaras: «"k«; „LI , ------ 2546) Vgl. Note lZ92. — Zonaras hat dich" Namen nicht 2547) . Unten §. 6^8 und 59. 2548) ^NkSuin numnü vrbium p. 485- Käkilius BassuS. 29z dort 'in Garnison stehende Regimenter auf seineV.R.E.7i, Seite traten. — Die Angelegenheiten Syriens^/^Pi^ befanden sich aber damahls in dieser iage. — bis Bnr- RäküMö BassuS/"') ein Ritter, dereh-mahls^"uc'!--r. 2549) Um nicht durch gar zu häufige Noten dm Gang der Geschichte zu unterbreche», will ich die Va¬ rianten der Baffischen Geschichte sogleich hieher setzen. Appiau z>. g;7- Kaiser, der noch vor der gänzlichen Ueberwindung des Pompejus mit dem Gedanken, der¬ einst die Parkher zu bekriegen, umgieag, hatte zu die. sem Behuf eine Legion Veteranen in Syrien zurückge- lassen, worüber ein naher Verwandter von ihm, Sextus Julius Raiser, dem Titel und der äußern Ehre nach, das Kommando führte; weil aber Kaiser dem jungen Mann nicht recht trauete, ward ihm in der Person des Rakilius Bassus ein' Art von Hofmei¬ ster und Vorgesetzten zugegeben. Sexcus fieng an, sich allen Arten der Ausschweifungen zu überlassen; Dassus verwies ihm dieses Betragen mit einiger Hart' und es kam endlich so weit, daß die Armee des belei¬ digten Passus Parthey nahm und Sextus erschoß. Dieser raschen That folgte die Reue; man fürchtete Kaisers Rache, und die Veteranen verschworen sich, wenn ihnen nicht Kaiser ein' allgemein' Amnestie zuge« stehn würde, sich bis auf den letzten Blutstropfen zu wehren. Sie fiengcn damit an, noch eine Legion Ty- ronen anzuwerben, und sie im Kriegsdienst zu unter, richten. Kajus schickte nun den Gextius Murku» mit drey Legionen gegen die Rebellen ab, er ward zu. rück geschlagen, kam aber mit drey Legionen vom Bi- thynischcn Prätor, MinutiusLrispus, verstärkt, wie¬ derum zurück, und nun wurden die zwo Legionen des Passus von sechs andern belagert- In dieser Noch kam Kassius dem beängstigten Bassus/als ein vous ex m^ckiin» zu Hülfe, und wußce sich so gut dabey zu be¬ nehmen , daß sich ihm Belagerer und Belagerte frey- willig unterwarfen, und er sonder Mühe acht Legionen großkentheils sehr geübter Soldaten erhielt. Stra¬ bo XVI. §. ;r8- erwähnt dieser Belagerung als einer höchst merkwürdigen Begebenheit, und als einen an- schauenden Beweis von der Macht und Stärke der -7°8 — 7°A> 2Y4 DioKaßius.B.XI^VH Hptst I.XXIV, B.^.^./irSradt Apamea, Daß Statius Murkus und Rrw ^-'Nidu-' U.pus rNavkius ihre Legionen Kassio übergebe», n< kus Bur" Bakner auch Vcllesus ll. 72. und daß Scaim gxpi,iei^s. rN rrkus. vermutblich im I. 77-8, aus Spaniennech ' Syrien abaeschicktwordensty, laßtsichaus eiuemW fe des Likero an A cikus II. 2. schließen. — Kassi»i giebt von dieser el'reigniß dem Kikcro folgende M richt: In M6 prvkeclum eile sciro »ä b. W- cum, er (ch Lrispum imperrnores, viri fvnes, oxiiiri- gue eines, polte.igusm Lnchvrsnr, gase liomge ßci!- renrur, exereaus Midi rrsöiclerunr, ipsigas mec« Vir» sorrillimo snlmo rempublic->m Lclmimltr-mU im le^ionem, gusm t). Oscilius Lsstiis dsbuil, M venisse seiro, (aci cl/». XII. II. UNd IN dem gleich!M auf folgenden Briefe, woraus sich crgiebk, daß illi Bassus doch nicht so recht freundschaftlich ergebe") irein Xlurei erLrilpi imperrrwrum cliMirarsm, in re est, rriere: nam Lastus misere noluir müü leA"- nem rrsclere, guocl niii milires, inuirv eo, leZrwr rns millitlenr, claulsm ^psmenm tsnuistst, guos-i e> eüec expuznars. — Wie beyde Nachrichten, die d!^ Ap-ssan und Dio , sich verein gen lassen, seh' ich sich nicht ein, doch kommt mir die Appianische E hafier und glaublicher vor. Schade, daß das Buch des Livius verloren gegangen, in dessen Ep tome lesen wir : Lellum in L^ria (isecilius excirsuil, fe- licko s lezione 8exro Oaelgre, gusv aä ksüum nanbe- rar, oeciloguv; dieses Zeugniß scheint freylich fehl M Dw m stimmen Zum Beschluß sitz' ich nock folge"f ü ronologische Tafel der Geschichte desBassus her, ich aus Schopflitts Lln-i n-IvAi-, xr»' selbst werden noch mehr Bundesgenossen des BassnS hererzahlt: Sampsikeranus und Jamblichus, suie Sohne, Scheikhe der Emessener (^enus. Abulstds 'kaK. Lr/I-, p. !Q4.) und Ptolemäers Meiräi Sohn, de.' sen Iosephus oft erwähnt, und der den kölesyrWn Distrikt Marsyas und die Berggegendcn der Immer beherrschte. 2555) Streitet mit der oben N. 2552. angeführten eigenhändigen Nachricht des Antistius, dessen SclM ben den zisien December, und also mitten im Winter datirt war. — Nach Appiano ist bey dieser Gelege"' heit die Kriegsmacht des Kassius durch parthische Ä)0' genschützen verstärkt worden. Es kann aber scym d"" dies kein' eigentliche Parther, sondern Araber ausM sopotansten waren. 2556) Die wahren Namen sind Lukins Starm« äNurkus und Lwrntus Markius Rrrspus (saiseb' lich bey Appiano und Ke-^««4 Rikero XI. 12. Vergl. Spanheim cie numistn. II. zi. Z2. Der Tod dieses Murkus, Sextus Pompejus hinrichten ließ, wird unten §-o9°' erzählt. Kassius erscheint in Syrien. 299 §- 656. Dies war die Lage Syriens zu der Zeit, da^-R-E-?!- Kassius sich näherte. So wie er sich nur sehn und Plan-- ließ, übergab n sich ihm alle Städte, vorzüglich kusBur> des Ruhniö wegen, den er sich in seiner ehemahls^ daselbst geführten Kwästur erworben; und so giengcn auch die Regimenter des Bassuö sowohl als der übrigen Heerführer, ohne Mühe zu ihm über. Da sich Kassius mit ihnen allen ver¬ eint gelagert hatte, entstand ein plötzlicher Platz¬ regen, und Wildschweine, so durch all'Eingänge des Lagers in selbiges cinbrachcn, zerrütteten und verdarben alles daselbst befindliche; ein Umstands aus dem einige die Macht, so ihm plötzlich zu Theil werden, und das ihm bevorstehende traurige En¬ de weissagen wollten. — Nachdem er auf solche Weise Syrien unter sich gebracht, so gieng er nach Judäa, weil er erfuhr, daß dir vom Kaiser in Egypten zurückgelassenen Soldaten nach dieser Provinz marschirr wären. Auch diese Sol- 2557) Iosephus Keils Zuäsico I. 9. x«, Sy y'ree 7-e vergl. vor; -ro^kt- X. 7-, 2558) Ioscphus am ang. Ort. Zouaras: n«- , kl; k-y'z I6SLI«V , ^Za^kvox -8; 1-«; k» r», xsi-or- Aki-A«»!-«; -r^o-ikv««. 'r«k»8; xv ki7i,^lL>-, xs, 'lu- r«,8? Es waren vier Legionen, so Kaiser in Egyvten zurückgelassen, und die jetzund Allienus dem Dolabella zuführen sollte; weil aberAllienns nicht wagte, es mit seinen vier Legionen gegen acht aufzu- nehincn, so ward er gezwungen, die Soldaten, statt sic Dolabella zuzuführen, dem Kassio zu übergeben- Appian k- Z57- Raffilts schreibt hiervon selbst an z OS Dio Kaßius. B. XI.VII. Hptst. I.XXIV. E./i-datcli und alle Juden ergaben sich ihm ohne Blut- rin^ Vlaii vergießen- Hierauf entließ erEassus, Kristus kus Bur- und die andern Anführer alle, so viel nicht unter LermciM. ihm Dienste nehmen wollten, ohn' ihnen das min¬ dest' Unrecht zuzufügcn. Gratis ließ er nicht al¬ lein die Würde, so er vor seiner Ankunft beklei¬ det, sondern überließ ihm auch das Kommando der Flotte. Nachdem Kassius auf solche Weise gleichfalls in kurzer Zeit zrr- Kräften gekommen war, schrieb er Kaisern wegen der Versöhnung, und dem Rath wegen der damahligcn Lage der Angelegenheiten gerat»' eben so wie Brutus Ihm ward, dieser Ursachen wegen, vom Rath das Gouvernement Syriens bestätigt, und der Krieg gegen Oolabella aufgctragcn. Rikero: (-rck XII. n.) (chiacuar Isgione5, qusr 2^. /Uiisnns ex ecluxit, krscürus sk> eo widi «ü's stiro. (Dieser Brief ist datirt Kanis dksrrü, e-r ca/?»/, ein kleines galiläisches Städtchen am See Gencsareth; vgl. Reland llalseltin» p. 1026.) Judäa ward bey dieser Gelegenheit sehr mitgenommen. Kassius liest das Land zu siebenhundert Talent taxiren. Antipakcr rhat zwar alles, die Summ' aufzubringcn, und hatte zu dein Ende das Land unrer seine drey Seh¬ ne phasacl, >Zcrodes und Malickus vertheilt. ge¬ rader, brachte seine Summe zuerst zusammen, und setzst sich sehr dadurch in Gunst- Malickus, dem du Städte Gophna, Lydda, Thanna U- a. mehr;uge> fallen waren, war entweder nichts» glücklich oder mm- der hartherzig als sein Bruder. Das Geld giengKm- st» nicht schnell genug ein; er ließ nun die unaluck"- chcn Einwohner dieser Städte zu Sklaven verkaufen, und würde den Malichus umgebracht haben, nicht König -Hyrkanus sein Leben mit hundert Talen¬ ten gelößt. 2559)- AppiNNUS III- P. 567. Z- >--« n--»- Geschichte des Dolabella. gor §- 657. Diesem war das Gouvernement von SyrierM.R-k.7rr zugefallcn, und er war bey seinem Abgang Konsulat wirklich dahin «bgereist. Gr gieng kas Bur- durch Makedonien und Thrakien, so daß er nur^'^E^' spät in die Provinz Asien kam, wo er sich aber- ' mahls aufhielr. Da er sich noch hier befand, er¬ hielt er Nachricht vom ^letzterwähnten^ Rarhs- schluß, und hielt es nun nicht für thunlich, nach Syrien abzugehn, vielmehr blieb er da, wo er war, und betrug sich gegen Trebonmm so, daß er ihm die allerbeste Meinung von sich einflößte; so daß er freywillig von ihm Lebensmittel für seine Soldaten erhielt, und ohne Furcht Umgang mir ihm pflog. Da Trcbonius, hierdurch sicher ge¬ macht, fernerhin auf seiner Hut zu scyn unterließ, bemächtigte sich Dolabella zur nächtlichen Zeit der Stadt Smyrna, in welcher sich beyde befan¬ den, ließ den Trebonius umbringen und sein Haupt zu den Füßen einer Statua Kaisers nie- dcrwerfcn, und machte sich darauf zum Herrn von ganz Asien.So wie man dieses in Rom t-,, -qx e« , 2 v, i) F.ivius LXXl. L. Oslllus, cur manllamm s 8enslu ersr, vr Oolribellsm bollem iuclies- kum dello prokegueeerur, suAoiikats rciz>ulllicae riciiu- lur, 8)rism, cum rrik>u9 exsrcirillu8, gui in e->6ein prouincis ersnr, in porellsrem lusm reöeAir. In die¬ ser Stelle hat Livius also das Heer des Allicuus, wel¬ ches eigentlich nicht zu Syrien, sondern zu Egypten gehörte, nicht mitgezahlk, denn die erwähnten Heere sind offenbar die des Passus, Markus undMarkius. 2562) Zuerst die klassische Stelle vom Tode desTre- bonius beyin Rikcco ?Lr'ssp^. Xl. 2. In 6->IIi->m inn»- lir Antonius, in ^li»m llolakella — ;nsemisso >lsrst, nekcio guo Ocisuio — conseculu9 ell null« lulpicivns belli, gui; enim ici xur»rer? kecurss collocmionsr k». Zvr DioAaßius. B.XL.VH.Hptst.i.xxiv. ^.R.§.7lrm:Ii3riÜim3e cum Drebonio, complexurgus lummse und Plan ^bl^uoleiirins salli incli.-ez exrireiunr in amnre sima- kus Dur-ciexrrae, guve 66oi llexrrsc estb loloblint, p^ch- sermeisier. llia sunr ec sceleis violakae: noÄurnuz iukruicu; 8m)'k- nsm — opprelkus Dceboniu8 — Lonkulsiem kam- vem, conkul-ui imperio pronincism Xlism ubrineiikew 8smisrio exuli rraächir: incorstcero capium ltrnm iw- luic, ne ninÜ8, creäo, in viLkoii» likecslis viöererur. ()uu,n verbvrum conrumelÜ8 oprimum virum incella ors Iscersster, rum verberibu5 sc kvrmenns guaeliio- nem ksbuic pecunise publicae, illgue per biövum. koli ceruicibuz iracriz cspuc sbscillit, iögue scilixum Nestsii iulllk in pilo: religuum corpur kiscram ar^e Isnisium sbiecir in mnre. Dies ist nun alles wohl sehr schön gesagt, es ist aber doch im Grund o-atmscher S chwulst, der uns die Art und Weise nicht lehrt, wie es denn eigentlich dem Dolabella gelungen, sich jM Meister von Smyrna zu machen Nach Appiau M. ^02. har Trebonius dem Dolabella, in Rücksicht sei¬ ner burgermeisterlichen Würde, Ephesus, um dort mit seinen Leuten bleiben zu können, einraumcn wollen, und bat dem Konsul von sinnen eignen Leuten Truppen mir gegeben die sich von seinem Marsch nach Ephesus überzeugen sollten. Dolabella bricht gegen Abend auf, und wie dies die Eskorte gewah, wird, geht sie auch wieder zurück, und nun bemeisterr sich Dolabella durch einen nächtlichen Uebecfall der Stadt. — Ap' pianus weiß von keinem damim-w« exul, sondern nach ihm ist Trebonius alsofort hingcrichtet wordcm A bat demürhig. daß man ihn zum Konsul hinfüb-e" möchte; ja, sagte der Soldat spöttisch, dein KvPl kann hingehn, aber dein Rumpf blecht hier und lMg ihm den Kopf ab. Diesen Kopf ließ Dolabella vor demPratorsessel woTrebonms sonstRe-ht gesprochen, «russetzen. Die Beschimpfung, so oem K'-pfe wieder« fahren, scheint n cht dem Dolabella, sondern vielmehr den rohen und über Kaisers Tod höchst aurgebraclneu Soldaten zuzuschreiben zu seyn. — Der Auszug uuv des Livius gjebi uns auch nicht den nini« besten Aufschli ß. L. lA-ekom'us in Xus teauös ?. D"' lsbollss oe,ilÜ8 est, ob ill fscinuz Oolnkell» sonara livltis iulliesrn» est. Aus diesen wenigen Worrell Geschichte des Dolabella. zoz erfuhr, ward ihm der Krieg angckündigt, '^^R.E./rs (denn damahls hatte Kaiser noch nicht, weder tonium überwunden, noch die ganze Stadt unter fus Bur-' sich gebracht) denen, so es mit ihm hielten, eilMmeisrer. gewisser Tag bestimmt, binnen deni ste seiner Freundschaft entsagen sollen, wo ste nicht selbst für Feinde gerechnet seyn.wollrcn; und da sie da- mahls noch nicht wußten, daß Kassius im Besitz von Syrien scy, so trugen sic den Bürgermeistern auf, so bald ste die jetzt in Händen habenden Ge¬ schäfte beendigt haben würden, sich ihm zu wider¬ setzen, und den Krieg gegen ihn Zufuhren, damit ec aberin dieser Zwischenzeit nicht gar zu mächtig wer¬ den möchte, bevollmächtigten sie vor der Hand die Landpfleger der angränzenden Völker dazu. Da sie aber bald darauf Nachricht vom Kassius erhiel¬ ten, so übertrugen sie, wie ich so eben gesagt habe, ihm diesen Krieg, noch ehe jene das min¬ deste gegen ihn hatten unternehmen können. §. 658, Nachdem sich nun Dolabella auf diese Weife zum Herrn von Asien gemacht, kam er nach Kili¬ kien gerade zu der Zeit, da Kassius in Palästina war. '"H Hier ergaben sich ihm die Tarsenset: nehme sich Geschichte heraus, wer sie sich herauszu- nehmen vermag; daß cs meine Geschicklichkeit über¬ steigt, gesteh ich gern. 2561) Auf seines Schwiegervaters Anstisten. Ri¬ kers XI- 12. 2562) Kassius in einem Brief an Rikers ack L««/ Xu. 12. datier I dloniz dtan e czikijz s /a^tc/rae/rl I.it- teris scripri; ->uäiui Oolakeligm in LUicism rc-niü? «am sniz copiir: xrosicikesr in (Meism. ZO4 Dio Kaßius. B. XL^VIl. HM. I.XXIV. N^'.T/i-frcywillig; er überwand hierauf eine Bchj- un?Plan-;ung, so Kassius inAegä zurückgela.sscn, m tue Bin- fiel in Syrien ein. Von Antiochien ward er, germeiiler. rapfcrn Widerstandes der Garnison wW, znrückgeschlagcn.; da hingegen sich ihm Lao- dikäa, ihrer Zuneigung gegen Kaiser den ersm wegen, ohne Schwcrdtstrcichergab. Dahn nun noch seine Flotte schleunig aus Asien nachzl- 256z) Lentnlus in einem Brief an Lrkero a-l ii- Xll. IZ. wo er sie pelbmor locios ncnnr. 25^4) oder^k>--«>, einZrcyhafenan derMl von Kilikien; leset Rasaubonum über desDiollhrr: sostomns 'isriics p. 64. — Strabo XtlII. 15 Z^ler-« r/^o^>//ov 2565^ Lenrulus an Rikero cü'»er/X!l. 14. v»l>- bell» enim in 8v>i« ell: ec vr cu, cbuins ms meiils pertpexilli er prseöicslti, cluin illi veniensLsKut em vpprimer: e.vc/»/«r c»rm a/, ^?rttoc/rreüa, n in oppuAnsuclo msle excepkus. Dieser Brief iß datiri /I/I. /sa/c»L /«»rr /'e^ae, in einem andern edm^' her aber /tt/. tVc>»ar geschrieben, heißt cs: llit riz scriptis, milires circirer trizinls, guos Oolsbelb et ^lis conicriplersr, e 8)'ris suZienres in ?LMplyhD venerunr: bi nuncisuerunl OoI-»beIIsm ^nriockiM ^us,e in8^r!» ech veniiie; non recepium- conMmeM sliguocies vi inrroire, repnltnm temper eli's cumw^'o suo cierrimenro: irsgue cenrum ciri irer »milbs, »ezn5- ^ue compluribus relicHs, iwLiu ^nrivebi» tbziße tso- äicesm verln?: es no5re omne« sere .^lisricos milae! sb eo csseellill's: ex bis arl »Lkincrenros ^nr oeli»^ >e' cliilsg, er le iis rraäiciiÜ'e, gui 2 (^silio relictb nhi xrseersnk; csereros per ^m»num in Lilicism rielMr ^>Ü's, gvo ex numero ie c^uogne eile cüeekrmr. l tinm surem cum suiz ommkus. copiis nuncisrum e > ^ustriciui irer a l.soäices sbluisse rum, cum I>liwe> eo renuerer 256^) Lentnlus ack cl/«er/^ Xll. i^. Isrlente« petlimi socii, irs bso iiceni mulro »menrwre Vlrro'scceruersnr, ex guibus vkri<.gue cie ciuim>r^ drsecorum milimm numero specrem exercrcui eÜMi. Geschichte des Dolabella. zo? folgt war, "") so spielet' er einige Tage den Mei w E vi¬ sier, und seegelte Nach AradUs, jn der Hoff ^'dus^ u. nung, auch hier Geld und Schiffe zu bekommen, kus Pur-' Hier ward er aber mit einigen nur wenigen abge-sermeister. schnitten und gerierh in große Gefahr Er rettete sich doch mit der Flucht, stieß auf den Rajsms, der sich damahls schon mir seinem Heer näherte, schlug mit ihm und ward überwunden Nach 2567) Dolabella batte nach der Hinrichtung des Trebonius sich damit abgegeben, von den asiatischen Städten so viel Brandschatzungen als möglich emzu» treiben; für dieses Geld bat er von Rhodiserrt, Ly¬ kiern- Panwhylicrn, Wikiern in a Schiffe gemiechet, über die ec einen gewissen Lukins FigUlnS zum De- fehlsbaber setzte. Nachdem ck diese Leransialrung ge¬ troffen , so stki' er sich mit zwo Legionen in Marsch, und befahl dem Fiqulus, Vieser Landmacht so schnell als möglich zu folgen. 2z68) DieEinvohner von Tchrus, Sidött, Ara« dns, und Serapion, der damahls für die eauvkische Koniginn Kleopatra Gouverneur von Kapern war, haben im Gegenrheil nach Appiano z>. ;>8 KassiuN mit Schiffen, so weit solches in ihrem Vermögen siand, unterstützt. Mir dieser in der Eil zusaMmengeb'-a bten Flotte lieferte Kassus dem Dolabella ein uNgl.-etliches Treffen, in welchem fünf Schiffe von der Flotte des Kassius den Feinoen in die Hande gerieihen — Daß Serapion, gegen den ausdrücklichen Killen seiner ^e- bielerin. den Kassus mit Schiffen unterstützte, darf uns nicht wundern, denn des Prokonsul KassusQuä¬ stor, sein leiblicher Bruder Rwistns, stard, wie wir aus seinem Brief an Kikero wissen, Ob/ Xis. 17, der vom Loracbürge Lx?« datirt ist, (Rornae- chictro, dem kilckschen Vorgcbürg'Ancmurium gegen über- auf der Intel, und war vermuth.ich den Sera, pio im Rc'pekt zu halten vermögend. 2569) Ich muß aestchen, daß ich mich hier anfkeine Weist recht in den Gang der Geschichte hinein denken kann. —Lentulusschreibt an.Kikeroüll >chv.Grnl aus pcrgg (in Pamphylicn, du ch ein heiliges Dianenbild U zo6 DioKaßius. V. XL.VH. Hptst.l.XXIv. e./i-dieftr Niederlage ward er in Laodikäa einge- ?n?Plau.-schloss-n, und daselbst belagert. Vom vchn kus Dur- scrmcister. berühmt die daher Pergäa heißt,am Fluße Kestrus' Sy. rus Marius und Ranis Tirins, Unterbefehlshaber del Dolabclla, wären in Lykien gewesen, umdorkMsclH zusammen zu bringen, auf denen Dolabclla den nc> schluß gehabt, nach Italien übcrzugehn. Auf die Nachricht, so sie von den Rhodensern von seiner, deS Leiitulus, Ankunft erhalten, waren sie aus Lykien.Ni Zurücklassung aller zulammenqebrachrer Schiss' enl- flohen: er habe sich derselben bemachrigt, unodiesiic. hcnde Flotte des Dolabclla bis Srda (ein Hafen an der pamphylischcn Käste) verfolgt. Hier hab'er Nach' richt erhalren, daß sich die gan-c Flotte des Dc'-'bella zerstreut habe; ein,elneSchiffe hatten sich nach Linic" und Kypern geretrer, und da er gewußt, daß dcs U> sius lehr mächtige Flott' im Anzug sey, hab'er sich nicht abgeben wollen, diesen elenden Ueberrest zu ver¬ folgen, und sey zu den Geschäften seines Antes P' rückgekehrt. Als Lentulus diesen Brief schrieb, befand sich Dolabclla bereits in Laodikäa, denn so schreibt er in einem andern ältern s ä. Hl Xsl. jami dantten Brief: Nulls slis constlus vrbe , Usoclicesm, gusö eli in 8^ris, sä msre 5e conrulir: iln spero eelsrirer eua poens5 ststurum: nsm negue, czuo reluistst, Haber, negue ciiutius ibi porerir ranrrer/r Oll>> uere. Noch deutlicher zeigt der Brief des KivDor Kassius, daß Dolabclla ganz ohne Flotte gewesen W müsse: Lsstrs bisher snrs oppiclum I.socstcesm et psrtsm muri ciemolilu5 elt, er csstrs oppiäum coa- iunxir. sdas heißt doch wohl, er hat die Mauern nit' Lergerissen, welches mir, meiner geringen Kriegskcnm- niß nach, widersinnig zu seyn scheint; doch mag lM' über ein mehr kompetenter Richter ab sprechens OM" noster stečem leZivnihus er cohorrihus viginri arori'^' riis, er gusruor millibus eguimm s milsthas p-hiunm vizinri csstrs ksher polita , er existimsr le b"« prselio poste vincere. bl sm ism rernis rerrsärschwib triricum pene5 Oolshellsm elt, nist guiä nsuiburi «licenorum supporrsrir, ciro käme peresr necast'a e! us lupporrsre postit , ec Lsstii clalsts bene mazn» - "" Geschichte des Dolabella. ^7 Lande könnt' er sich hier nicht die mindeste HülfcMN.E.?^ versprechen, sintcmahl alle, sogar die selbst, Kassio antziengcn; im Gegentheil war crkus Bur Kassio an Schiffen, (die er sowohl aus Asien mit-^Eeiste,. gebracht, als auch aus Ägypten von der Rleo- pacra erhallen) und an Geld, (womit auch Klco- parra ihn versehe überlegen. So hielt er S. zgr- xraesss 8oxkillns stofus, ec trar, gn->8 N08 aäiunximos, eZo, Duruljos, er p.uiieoz, kaeile prarüsbum. Auch hac, nast> AepiansBerichte Kassus eine Mauer, zwo Stadien lang qnerr über die Erdenge gcbauct, um zu verhindern, daß ihm Dolabclla nicht entwischen möch¬ te, welches ja, im Fall Dolabclla cuieFlotte zurOis- postuon gehabt lhatte, wahrer Nnstnn gewesen wäre. 2570) Daß sowohl die Königinn Cleopatra, als die Gemeinheiten der Einwohner von Rhodos und oerLy¬ kier, den Dolabclla sehr sikundirt haben, ist mir be¬ kannt, sowohl aus den Briefen des Lentulus an Ki» kew, als auch aus den« Appiano Nur denk' ich nicht, daß Dolabclla dama' ls noch Schiffe hatte, als er sich zuerst vor Laodstaa setzte und alsdcnn in dieser Stadt belagern ließ Ich stelle mir die Sache so wr: Doch- bella war b'oß niit zwo Legionen nach Syrien abge¬ gangen, harr' aber dem Figulus gemessenen Befehl ge¬ geben, ungesäumt mit derFlo.te uachzukrmmen (2^6^) Diese Flotte stieß auf die des lPnrlus und besiegte sie, (dies liegt ganz deutlich in der Nachricht, so Bvviau vom Hergang t iefer Sache warbt.) Dclabclla gebt nun nach Aradus, stoßt bey seiner Zuruckkunft auf das mächtige Heer dcs Kassius,das bey Palkus stand, (s. vorige N ) wird geschlagen und setzt sich vor Laodikaa, in der Absicht, hier seine sieg eiche Flotte zu erwarten- Inzwischen begegnet nun senen Unterbefehlsbabern Marius und Titius das in voriger Note bemerkte Un- glrick. Nun folgt ein vom Avpian deutlich erwähntes Scetreffen, in dem keine der zwo kanwfcnden Par- thenen sich den Sieg zumcffen kann, und endlich das, in dem Kassins einen enrscheidendenSieg erhält. (Mau muß nur hier immer unter Rasims den Befehlshaber seiner Flotte Murkus; und unter Kolabclla den dec zo8 DioKaßius. B. XI.VH. Hptst. L.XXIV. N hin, bieScatius, der einstweilen feineFlottt rächt, mit ihr in den Hufen vonlas- kus Dur- dikaa hinein schiffte, die, so sich ihm widersetzen germelster. rvMem, überwand, und ihn auch von derMm- feite vöstig cinsperrte. Da ihm nun also m beyden Seiten jede Zufuhr abgefchnitten war, ent¬ schloß er sich, aus Mangel an Lebensmitteln, ei¬ nen Ausfall zu lhun ; er Ward aber binnen kurzer Zeit in die Mauern der Vesiung zurückgetricben, und da er einsah, daß selbige durch Verräthmy übergeben werden würde, und sich furcht', in die Hände der Feinde zu gerathen, so bracht'et seinigen, Figulus, verstehn. Weder einer noch der än¬ dere der Oberbefehlshaber hatten auch nur ein EM zur Disposition; es ist aber nichts gewöhnlicher- als Len Oberbefehlshabern das, was sie durch ihrc^a- ten rhuu , zuzuschreiben.) Nun ist Dolabella einge- fchlossen; auf der Landseit' ist das Retranchenienk des Kassius, und das Meer hilft ihm nichts, außer ib>ü etwa, wie LeNtulus oben sagt-, verstohlner Weise Le¬ bensmittel zuznführen; Und daß dies nicht geM" durste, dafür sorgte die Flotte des Murkus- Mar halte Kleopatra eine Flotte, mit der sie ihn entM wollt', in Bereitschaft; aber diese hielt Wind und Wetter, wieAppian sagt, vielleicht auch Furchlver der starkem des Murkus, vom Auslaufen ab. -tF Königinn mußte die Geschichte des Allicnas noch E feyn, der dem Dolabella vier Legionen hatte zu Hu bringen sollen, und sie dem Kassius in die Hände liefern müssen- Wie leicht konnte der nemliche W nicht hick wieder eintretett? .,. -257i) Ist meine vorige Note recht, so kann dB nichts heißen, als: Statius schnitt dem in raodir« zu Lande belagerten Dolabella jede Zufuhr ab, dB von kleinen laodikaischen Schiffen hatte erhalten korE 2572) Nicht aus Furcht einer bevorstehenden B rätherey, sondern diese war schon eingttreten. KE" hatte sich den Marsus zu verleiten bemühet, dcr ^ Nachtwachen der Vestung zu besorgen hatte; da vu» Geschichte des Dolabella. zoy sich selbst um, welches auch nach ihm derMar-N.N-T.7l-d scr Okcavürs, sein Unterbefehlshaber, that. "")und Plan- ^nssius ertheilte beyden die Ehre des Bcgräbnis-kus Bür¬ ses , ob sie schon den Leichnam -es Trcbonius begraben hingeworfen hatten, und so viel von sei¬ nen Soldaten noch am Leben waren, wurden nicht allein beym Leben erhalten, sondern empfien- gen auch nicht einmqhl Strafe, ob sie gleich von den Senatoren für Feinde des Vaterlands erklärt worden waren. Auch -ie Lao-ikenser litten, eine unmöglich war, so wendet' er sich an andre unterge¬ ordnete Offiziere, so die Wache bey Tage hatten, und bracht' es durch Unterhandlungen dahin, daß er in die Stadt gelassen ward. Der Offizier, der dir Stadt übergab, soll (Lumktms. geheißen haben. 257?) Grosi««: ^r voisbellq in 8)-ris mulrs cum (isllio Keils gellik, q guo victus lele imerlecir. Zsnas ras: Ze p>» Paterkulus: — inciu- lum Oolsbeilsm, gui prseoccupsks.^lia in 8)rism per- vsnersr, Usoäices exxuAnsr; itslsmen, vr sä iLtum ferui fui Oolskell» non feZnirer ceruicem äsrer; er ltecem /e?io«er r» eo rrarr« /«i »«, r/ /ecerar. — Appia» nus erzählt: er hab'einem seiner Soldaten befohlen, ihm den Kopf abzuschneiden und selbigen dem Kassius, um Belohmmg dafür zu erhalten, zu überbringen. Der Soldat hab' ihm zwar das Leben genommen, sich aber gleich nachher selbst getödtet. — Im Griechischen sieht Markus Gkeavius; es ist kein Zweifel, daß nicht anstatt »-,?-<>« zu lesen sey. Rikcro XI. 2. —- prsemisio d1^88O nelcio guo OLI^VIO, scelersko Iskrone, »rgus egenro gui populsrewr szi os, vexsrer vrbes non sä lxom consiiwenäse rei ksmiiis- ris, gusm lenere eum posieneZsuc, gui norunr, miki enim kic lenskor ignorus esi, keä sä prselenkem palkum menäicir-ti, fase. — Der in der obigen und jetzigen Not' angeführte Umstand vom Betragen dieses Mar- sus zeigt doch gewiß keinen verdorbenen moralischen Charakter an- zI ODio Kaßius. B. XHVtt. Hptst. MV. N.N T.7i-Brandschatzung abgerechnet/ sonst kein anderes mid^ viau ^^el; und viele von ihnen auch nachher Kassie km« Bnr' nach dem Leven standen, so ward doch keiner La- germeister. selben gestraft. "'I §. 659. Indem dieses geschah, verhinderten dieTar- senser den Tillius 2xin:bcu, einen der Mörder Kaisers, der damahls kandpflegcr von Bithynieil war, rind Kassio zu Hülfe kommen wollte, über den Taurus zu gehn. Sic besetzten die Päs¬ se dieses Gebirges, die sie jedoch bald dar- 2)74) Äppiapus: ^««;,xr«„ /kf» x«, xo,x« , X«, 7,^ ixa^L^k, X«, 78- k-» 4>o?«< 78>, -ro^i» l« r(r^L7ov XLX8. Gtrabo X VI. ;i/. d'u x«7«Pv)--s, ki- asi-yx, x«, 1^77,8 ^27.278, LLV7,, X7, 7X7 Dcyde Stellen zeigen wohl, daß Lio des Betragen des Kassius etwas zu sehr auf die lcichN Schulter nimmt, welches ihm doch in gewisser Art zak Ehre gereicht; weil inan ihm so sehr viel Vorliebe sur die kaiserliche Parthey zusehreibt, so zeigt dies wenig¬ stens, daß er unparthemsch seyn wollte. Ucbrigens beliebe man, sich aus der vorigen Note zu ennner», daß die Eroberung dieser Ctadt zehn Legionen mPt das Joch des Dclabella brachte. — Das Ende dieses Paragraphen hat Hr. Wagner meistcrmaßig übcrscht. „und dennoch könnt' er den mörderischen Händen derer, „die er seht mit solcher Gelindigkeit behandelte, in dec „Folge nicht entgehn." — Abgerechnet, daß von mB diesen schönen Siebensachen nichts im Grieckis-ea steht, so möcht'ich nur wissen: ob denn ein Burger von Laodikaa Mörder des Kassius aewcsen? 2575) Lasims ch-c. XII. rz. erwähnt einer Flotte, so dieser Kimber in Bikhynien angeschasst, und ctt Anführung des Turulius (2569.) anvertrauet, aver keiner Landmacht. 2576) heißen sie hierz sonst gewöhnliche Krieg des T Kimber mitden Tarsensern. z r r auf aus Furcht verließen, und ein Bündniß mitN R E z-r ihm schloffen, da sie vcrinuthctcn, daß er schrU^ian- stark scy; nachher aber verachteten sic die geringekus Bur- Zahl seiner Soldaten so, daß sie ihn weder in ihrc^""^"' Stadt aufnahmen, noch die erforderlichen Lebens¬ mittel reichten; Kimber begnügte sich, eine Schanze gegen sie aufzmverfcn, und gieng mit seiner Armee nach Syrien, weil er es für nützli¬ cher hielt, Kassio zu Hülse zu kommen, als sich mit der Eroberung ihrer Stadt aufzuhaltcn. Nach seinem Abzug eroberten die Tarsenser die aufge¬ worfene Schanze, und rückten nachher vor Ada¬ na, einer benachbarten und ihnen immer wi¬ drig gesinnten Stadt, und dieses zwar unter dem Vorwand, cs habe selbige dic Parthey des Kassius ergriffen. Dies geschähe zu der Zeit, da Dola- bclla noch am Leben war, und Kassius hatte auf die erste davon erhaltene Nachricht den Lukins Rufus an sie abgeschickt; nachher gieng er selbst gegen sie zu Felde, und da sic sich bcy seiner Ankunft schon Rufo ohne Blutvergießen überge¬ ben, so ward ihnen kein anderes Leid zugcfügt, als daß alles Geld, so bey ihnen vorhanden war, es mochte selbiges nun Privatpersonen, oder dem öffentlichen Schatze angehörcn, wcggenommcn xrsiae, xxn-rae LMcr'ae; stehe Lek/ar-r«»- 1. II. P- 262. — Plurarch p. 912: "r-rl-eti «»cr-k-vkLL und 91z. ci. ?k — 2577) An der westlichen Seite des aus Kappado¬ kien herunter fließenden Sarusflusses- 2578) Luklus Mcffmius Rufus, ehemahls Kike- rons Rentmeister in Kilikien. Siche Paulum Manu- uum über den r/ten Br. des,2tcn Buchs der Kikcro- Nischen. Zl 2 Dio Kaßius. B. XI. VH. Hptst. I.XXIV. y) R.E.7l-ward. Die Tarsenscr erhielten hierüber m L c-'du- üden Triumvirn, die damahle schon die Oberhand kn;> Vm" in Rom bchaupreten, große Lobeserhebungen,und germcister. Hoffnung, Entschädigung für das, so sic verld- ren, zu erhalten. Kleopatra aber erhielt zur Vergeltung der Hülfe, so sie Dolabclla gesandt, daß ihr Sohn, der den Namen Ptolemäus führ¬ te, den sie aber, weil sie ihn vom Kaiser empfan¬ gen zu haben vorgab, Raiserchen nannte, für einen König von Egyptcu erkannt ward. §. 66o. Kasims, nachdem er in Syrien undKilikien alles in gehörig' Ordnung gebracht harte, giengjnach S- Z4S. Asien zum Brutus. ) Sobald sie Nachricht von der Verbindung der^riumvirs unddenHand« lungen derselben erhalten, kamen sic hier zusam¬ men, wo sie ihre beyderseirig' Angelegenheiten noch genauer denn vormahls mit einander verei¬ nigten; denn da sie bcydc einerlcy Urfach zum Krieg 25-9) Es betrug funtzehnbundert Talente, welches nach unserer gegenwärtigen Verfassung für eine so wichtige Stadt wie Tarsirs eben keine überspannte Kriegssteuer seyn würde; den Larftnsern siel sie ^er so ftbr schwer zu zahlen, daß sie, die Summ'auftu- bringen. Kinder, Weiber und alte Greift verkauften- Da noch so die ganze Summe nicht zusammen war, so fiengmanan, auch Manner, so die Wessen trauen konnten, zu verkaufen, denen aber dies so sckMrM fiel, daß viele derselben sich selbst umbracbten. LU!' fius war doch darauf Mensch genug, der Stadt den noch rückständigen Rest zu erlassen. Appia» p- 2;8°) Vgk N. 1597- -r8t) Anfgefordert vom Brutus und den Bum» desselben nachgebcnd; sein'Absicht war, nachEM"» zu gehn und. die Kleopatra zu züchtigen- App"?n p- Brutus und Knssius vereinigen sich, giz hatten, da ihnen bcydcn cinerley Gefahr vor Au-yr.R.?,7i» gen schwebte, ihre Gesinnung, das Volk zu be. ^^,^- freycn und das Triumvirat aufzuheben, die nem kus Bur- lichen waren, so waren sie jetzund bereitwilliger^^"^'^^- al» jemahls, alles mit einander gemeinschaftlich zu überlegen und zu thun. Das Resultat ihrer Beratschlagungen war, nach Makedonien zu gehn, und, wo es ihnen unmöglich fallen sollte, von da nach Italien überzusetzcn, doch wenig? stens die Triumvirs zu verhindern, dort keine Landung vornehmen zu können. Da sie aber nach? her erfuhren, sie wären noch mit Anordnung der städtischen Angelegenheiten zu Rom beschäftigt, und hätten übcrdem genug mit Sextus, der sie in der Nähe belauerte, zu thun, ließen sie die Vollziehung dieses Vorsatzes noch eine Zeitlang anstchn, und gaben sich inzwischen, theils in eig« ner Person, theils durch Abgeordnete Mühe, die, so noch nicht mit ihnen gleiche Gesinnungen hegten, auf ihre Seite zu bringen, Geld zu sammeln und Soldaten zu werben. §. 66t. Es gelang ihnen jetzund, alle die, so sich vorher nicht mit ihnen verbinden wollen, auf ihre Seite zu zichn; nur Ariobsrzanes, die Rhodenser und Lykier, ob sie gleich nicht gegen sie handelten, schlugen es aus, gemeinschaftliche Sache mit ihnen zu machen. Brutus und Kas¬ sius vcrmuthetcn, sie möchten der Wohlchaten wegen, so sie von Kaiser dem ersten empfangen, der Prrthey ihrer Gegner zugethan seyn, und 2582)Welches sehr unrecht», wohl größtentheils den «hrsüchriqcn Absichten des Kassius Muschreiben war. 2;8z) Ariobarzanes halt' einen sehr «großen Lheil z14 Dio Kgßiuö. B. XI. VH. Hauptst. I.XXIV. E.yi-furcbttn zugleich, sic möchten sich in ihrer Abiv!- mid^ Blan-^uh-it gegcn sic selbst erklären, und andere Na- ki:s Bur- tionen mit abzufallen bewegen; sie entschlossen sich also, selbige zuerst feindlich anzugrcifen, in der Hoffnung, sie sauf ihre Seite zu treten) entweder durch Wohlkhaten, so sic an ihnen zu verschwenden gcwillct waren, zu überreden, M durch die Gewalt ihrer Waffen, an denen sie ihm weit überlegen waren, zu zwingen. Raffius überwand die Rhodenser, (ob sie gleich auf ihr' Erfahrenheit im Seewesen dergestalt trotzten, daß sie zuerst eine Landung gegen ihn, auf der gegen über liegenden Küsst unternahmen, und ihnenvon fern die Ketten zeigten, welche sie in der Hoffnung, . viel Gefangene zu bekommen, mitgebracht hatten) '"H durch den Statius, der durch dieMcng' und durch die Stärke seiner Schiffe die Ge¬ schicklichkeit seiner Gegner zu überwinden wußte, zuerst neben Myndus, und nachher neben dein Eyland Rhodus selbst in Seeschlachten. Nach¬ her gicng er in Person nach diesem Eyland hinü¬ ber, und da sich die Einwohner nun nicht allein des Königreichs Kappadokien vom Kaiser erhalten. B. XXXXI Ende und XXXXII. 48. — Von seinem Wohlwollen gegen die Rhodenser, deren GeM« Euphranor ihm im Alexandrinischen Kriege so aus¬ gezeichnete Dienste geleistet, besiehexstrrü k-e//. und XV. Auch die Lykier sind in ihrer alten FreiM von ihm bestätigt worden. 2584) Von dieser mehr als astatischen Rodonio»' tade hat Appian kein Wort. 258;) Als Admiral kann Dio diesen schon nenne»! eigentlich aber waren es Zannm» und Lenrulus, der Sohn des Lentulus Spinkhcr, dessen Dries' anAner° im zwölften Buche der Sammlung seiner frenndschall' lichen stehn, und in den vorhergehenden Noten op, von mir angeführt worden sind. Kass« Krieg gegen Rhodus. zi; nicht weiter widersetzten, sondern auch der Stadl, in der er sich eine Zci/lang scü dien wegen anfzchaltcn hakte, geneigt war, sosus Bur- fügt' er ihr weiter nichts zu Leide zu , als daß crS"'"E^ sie aller Schiffe, alles Geldes und aller Hciligchü- mer, nur den Sonnenwagcn ausgenom-- 2586) Kassius, welcher, wohl zu merken, in Rho¬ das erzogen worden war und daselbst Griechisch gelernt hatte, gieng nach Myndus, (einer Kauschen Rhodus gegen über liegenden Stadt, deren große Thore, über welche Diogenes einst spottete, bekannt sind) wo er seine wohlbcmannre, gut ausgerüstete Flotte übte- Bey so stehender Lage dcriSachen ward Rhodus in zwo Parkheyen gecheiit; der kleiner'und angesehenere Tyeil furchte die Römer; der große, diesem nxit über¬ legene Haufe, erinnerte sich der häufig bei) andern Ge¬ legenheiten erfochtenen Siege, und- brachte eine Flotte von drei) und drcnßig Schiffen gegen die Römer zusammen. Erstere Parthey bracht' es doch dahin, daß man eine Gesandtschaft an Kassins abfertigke, die erstlich versuchen sollte, ihm einen lebhaften Begriff von der Macht der Rhodifir zu geben, und die dem¬ nächst ihm die zwischen den Römern und Rhodifirn abgeschlossenen Bündnisse vorhalten sollte, vermöge weicher festgesetzt worden sey, daß seins von beydeu Völkern das andere sollte bekriegen können. Sie fitzte «rch hinzu: die Rhodifir wollten eine Gesandtschaft nach Rom schicken, und waren bereit, Kassio jede Hülfe, so er verlangen könnte, zu leisten, wenn der Senat nur selbiges gutheißcn würde- Man kann sich leicht vorstelken, was Kassius darauf antwortete; der letztere Zusatz sah ohnehin einer Verspottung denn einer Cnischuldigung ähnlicher. Das durch dies Redner LNnafian und Alexander aufgewiegclcc Volk trieb die Sache so weit, daß man dem Alexander die höchst' obrigkeitliche Würde den Stadt gab, und den Mnas scan zum Admiral d-rFIor-' ernannte. Noch ward der chemahligc Lehrmeister des Kassius, derPhilosophArcbcs kaun, das letzte zu verS Heu, aber eben w unverrichteter Sachen abgeschickt. WennArchclauö sagte: der für dir .LexiLu»! H. z 16 Dio Kaßius. B. XL.VH. Hptst. L.XXIV. NR.E 7--Freyhcit streitende Kassius würde doch keinenFreM kcrldus Zerstören wollen, so versetzte Kassius: diedemDol«. ktts helfendin Rhodistr waren Beförderer nicht desL sermeisier, publikamsmuö, sondern der T>>ranney; wenn ih« Archelauszu Gemürhe führte, daß er derStadlRho- dus seine Bildung zu verdanken habe, so meinte Kch sius, es sey für die Rhodiscr desto schlimmer, dieM- they des Dolabcsta gegen ihren gewesenen Mitbürger und Gastfrcund ergriffen zu haben ; und was AeO runqcn dieser Art mehr sind, die sich besser im Aopim selbst als hier lesen lassen. — Inzwischen beschiesse« Alexander und Mnascas, den Kalsius selbst inMxn- vus anzugrcifen, wo sie ehemahls einen so hcrrürbm Sieg gegen König Mithradates erfochten hatten. Al¬ lein dieses Treffen schlug so übel aus, daß drey Schif ihrer Flotte den Römern in die Hande gerierhen, D» gierigen unter und die übrigen zogen sich sehr beschä¬ digt in den Hafen von Rhodris zurück. Kassius, der keinen Antheil an dieser Schlacht genommen, sondern ihr von der Anhöd' eines Berges herab zugesehn - (dies beylaufia Erläuterung zu Note 2569 und 7° ) — gieng nun nachLoryma. (ein Kastell desKarisM Vorgcbürges Phönix- und schickte nun, unter Anfüh¬ rung des Fannrus und Lentulurr, einen Theil seines Heers auf Transportschiffen nach Rhodris; er selbst blich bey der Flotte, und als diese die Rhodenserabcr- Mahls angegriffen, schlug er sie wiederum und nahm ihnen neuerdings zwo Schiff' ab; und nun ward das, freylich hierauf nicht vorbereitete Rhodus, zu WM und zu Land' eng' eingeschloffen; und weil dw angese¬ hensten Bürger einsahen, daß die Vertheidigung der Stadt unmöglich sey, ließen sie sich mit Fannius und Lentulus in freundschaftlich' Unterhandlungen em, und plötzlich erschien Kasims, ohne daß man wußec, wie er hineingekommen war, mitten in der Stadt ließ Raub und Plünderung seinen Soldaten alsbald auf das schärfste verbieten, befahl aber dagegen, obn- gefehr fünfzig Rhodische Bürger, so er namentlim , nannte, hinzurichtcn; fünf und zwanstg, die nickst au' gefunden werden konnten, wurden auf immer exum- Alles öffentliche Geld, auch das derTempel nickst aus¬ genommen, setzt'er, auf gut französisch zu reden, »1 Kassli Krieg gegen Rhodos, ziy Requisition. Als dieses vorüber war, kam es an dasN.R.E/ir Privateigenthum. Es ward ein gewisser bestimmterLevidus n. Lag vestaesetzt, an dem, bey Lebensstrafe, jedem Bür.und ^ lan¬ ger alles, waö er an baarem Gelbe hatte, in dieHan-I"'^^.'. de der römichsen Volksrommissarien niederzulegen be¬ fohlen, den Aaaebein aber der zehnte Theil, und wenn sie Sklaven scyn sollten, Freyheit zugesichert ward. Die Rhodiser batten sich zwar um die Wette bemüht, von ihren Habseligkeiten etwas zu retten; als sie aber sahen, daß man gegen einige, die angegeben worden waren, etwas von dcmJhrigen verheimlicht zu haben, wirklich mit der Todesstrafe verfuhr, baten sie um Prolongat on des ihnen gesetzten Termins, und eilten, ihre vorhin mühsam gerettete Habseligkeiten in die Hande des Räubers lieber niederzulegen als ihr Leben zu verliefen. ---- So weit gehen die Nachrichten, so un Avvian p Z59—6z. von den Heldcnthaten des römischen VolksrcorasentüNten gegen ein unschuldiges Volk liefert, das aber freyüch, in de» Augen dec Republikaner, sehr häßliche FSler hatte: die einen, dem Andenken und den empfan genen WMHattn des vergöre, rtcn Kaisers treu zu bleiben; und die andern, üppigen und tyrannischen Volksrep. aientanten ihr Ei» gcnrhum nicht nieberfallend zu de:r. Füßen zu schleppen. — uebrigens hat der, der niednzstrn Tyrannenskla» verey so oft und mit so vj ler Bitterkeit bezü bkigte D>o, abermahls das Schreckliche des Kassnrnischen Betragens gegen Rhodus nichts minder als im wah¬ ren Lichte vcrgestellt Wie nervöser, wahrer und den¬ noch ohn' all' Ucdcltreibung Vrosius: llboclios liuz, eonsmariquo vppuAi>:>rc,3, sci ctsclirioileM coo- o/ram (abgerechnet die fünfzig pro- skribirtcn, die fünf und zwanzig exilirten, und dieje- nigen, so hingerichtct wurden, weil sie einen Theil ih¬ res Eigenlhums seinen räuberischen Händen hatten entstehn wollen) Mklll, lellguir. Aonaras, der, wo er den Dio nicht wörtlich abschrcibc, gewöhnlich ganz ohne Kopf excerpirt, hat nur: X-« rv? >>ss,»r , X«, val/e al!,«, X«, ra Xexix-r«. — Die Worte des paterkulus sind: acri scque xro/xervimo öe//o (wieder, den die Franzosen gegen Modena, Parma, den Kirchenstaat, Darmstadt, Ba- Z l 8 Dio.Kaßius. B. XI.VH. Hpkst. I.XXIV, R beraubte. — Ariobarzanes, der nMr Leridns II. < und B'an- kus Vnr. den , Wurtembcrg u. s w.) CsMns MäW germcistcr. eem immanjz operiš copevsr: er M, daselbst ein ungeheures Vermögen erpreßt. Pier tacck Lrnrnr p. 999. ix berechnet das PrwawMiü gen der Rhodiser, so Kassius in Requisition iM i aus achttausend Talente (zwölf Millionen Eck« Dgl- Note 2579.) Er legt' ihnen aber doch Key stim Abschied nocheine Kontribution von fünfhuntcrl Ä- ienten (siebenhundert funfzigtausend Gulden) ans,« der Voraussetzung nemlich, daß die Rhodiser, die cis« sehr ausgcbreiteten Handel mebcn, und anschrblü Besitzungen auf dem gegenüber liegenden veNn iM!' besaßen, wenn man ihnen gleich alles ba ne Geld ck genommen, doch in kurzer Zeit wieder was -bs'« würden. Man fragt vielleicht, warum eine grsch Natton, die sich so sehr bewettcifcrr, in dieZußWf!» des republikanischen Roms zu treten, noch nie M den Einfall gekommen ist, alles baare Geld in R' «uistkion zu setzen. Die Antwoi t ist leicht: diese Sl» tion nimmt mehr als alles; aber zu den Zeiten M Kassius war Wech elgeschaf- und übe haust MaM^ iarion der Ha WUrng noch nicht auf den leichten N , gebracht, auf dem sie seht steht. — Hier nocheinMn dötchen vom Rasims, so uns Plurarü) I. e. ?. ? 8?). erzählt: Die Rbodenser nennten ihn bcy seinem . in die Stadt auS Schmeichele!): König und Kassius antwortete: XL- X«- Nun vergleicht nrnl das Betragen Kaisers gegen Rhodus mit dem des M sius, und überlege dann, was für schaudett'cllchd^ l jene-Worte: ick bin nickt König, sondern Aöms^ niörder! in den Gemüthern der a men Rhodiler eco Vorbringen mußten. — Der Ehrenmann, dcnKE? den Rhodisern zurückiieß, die ihnen auferlcgte M' hundert Talent cinzurreiben, war Lnklus Varmn. . 25L7) Herr Wagner macht hier einewundttgclchl , Note, die ich pvur la r-irere lln talc abschrelbcn . „Rhodus war berühmt wegen seines AonnendieM' ! „und die! jungen Römer gierigen dahin, um . „künftigen. Rednem zu bilden." Nun, nm aiies Kassii Krieg gegen Rhodus. z 19 der Welt, was sollen Noten dieser Art? Beydes muß-R.R E.z-r ten doch die Schüler des Herrn rvagner wissen, wenn^emdos N. er ihnen anders im -Horaz das cl^r» lllli-ävs (I. 7 oder in Gucrons Tiber das Kapitel vom Aufenthaltes, desselben auf dieser Insel femahls gehörig erklärt hat- Aber man kann mit sehr vielen Kenntnissen ausgerüstet, in einigen Rücksichten wohl gar Gelehrter selbst scyn, und stoßt den dem Sonnenwagcn an: oder gesetzt auch, man stoßt nicht an, (wie denn niemand anstos- scn kann, der den ersten Hand meines Dio mit gehöri¬ ger Aufmerksamkeit gelesen t so wär man doch vielle.'chk begierig, nähere Nachrichten von ihm einzustehn, oder sich wenigstens auf Quellen verwiese'! m sthtt, wo der¬ gleichen einzuziehu waren. Diese sind nun vorzüglich Mrursius Xüoilus I. 15. Rafaudonu« über die schon einmahi angeführte kiLoch'a»« des Dio Lbrrsoftomus x. 54. Saumaise über den Solin p. 897- und evleas rius über Philostratum p 74 Es war eme non Erz gegossene Statue des Apoll, die guf einem, mit vier in eine' Reihe gestellten Pferden bespannten Wagen, oder kur; auf einer so enamnen stand. Es war ein Meisterwerk des Lysipp. Plinius XXXXUI. 7. wo ein langes Vcrzeichniß der vom Lysippus ver¬ fertigten Kunststücke vorkommt. Imprimi« vorn gus- äriga LUM sole llbolliorum. Zwar freyltch sagt Pros pertius Hl. vn. 9. 10. üloris IH'sippo esi animosa elsinAor« stAns: Lxsckis Lslamis ss mihi isLkst eguis. Allein es sind mehr Unrichtigkeiten in dieser kleinen Künstlerlitaney. Der Pentameter ist buchstäblich wahr. Kalamis war so sehr bloß und allein Pferdekünstler, daß Praxiteles zu feinen Q.uadrigis die menschliche Figur machte; Plinius: Lalamiclis gusilnHsk! Äuri^LMt suum imposuir, ne mslior in egnorum eksigie, äefs- cisse in homine creäereten ) aber der.Hexameter ist buchstäblich falsch, denn Lpsivvus war eben so stark in Pferden, als er in Menschen war: Ick' ö A-Lckäor -rk^vp Kofaiv/au, e- z20 DioKaßius.B. XI^VH.Hptst. I.XXIV, Levidur ii. und Vlan- kus Bür¬ germeister» LoxkÄ, kl,-,« x«^,x»>7-cx^r> '0 »0; »ovo; ^vr,77»k, x>8 1«x' 7A -/«? k^r.kk,. ^»kLol. Illi. 7. ('Statius 8ylu. I. ?6. vergleicht das berühmte Pferd, welches Domitian in foro üvmsnv aufstellen ließ, mit diesem Meisterstück des Lysippus; Oessc eguü» r^ui contra rempla Oione! Lsekarei üsk (ecle sorti , guem traöere es aus»! kellseo, l.^1ippe, 6uci — — — — — » ()uiz ruilü vs^ue »6eo, goi non vc viclerir ambm 1'sttrum rlicac eguor, gusnruw äilime regemes.) Zecr'r er sagt Plinih. Jn der Ecklaebt am Granikus hatte Alexander süs und zwanzig vom Hdtarenkorps verloren; diesen !» Ehren ließ er lksruss eguettres vom Lysiovus gieße», uw in der makedonischen Stadt Dium aufstellen. Ar» rianus I- xvr. ü). Z5 »«» -7-»; Stxoo'r x»^ sret-I'k Äsfo6o-;i L^e9«vo»', r» A^r^x«4 r^xovsc cv '^ktzLi,of8 xk>kVck«»'r'sc plurarcl) p. 67z. (I. »e«v s- ^c.k^2«, 7^8; «v s»»k« »5^8« k-^»i (^4— ^87-«» ^kv 8v Zxe^^vS'kv elxo-üc^ ae Mcrellua brachte 6e nachher, als donier. den Romern unterworfen worden war, Rom. pl'nina: /xl^xrnclriim »näcorumgue e,us UN ßines (Plinius bctroa sich in -7--,-«», welches er en weder wie der selige Timäus in seiner Uebcrietzung » behalten, oder aber erklären hatte sollen) ° nium timiliruciink! expielbr. I-Iss Xlerellus subxA» rrsnsmlic llom^m. Velles. !. xi. blic e lellu^ ^Iseellonico^, gui ponieus, goae kaere circ . tiuius turmae b»nr e» rekorunr: blzZnum .gloxsn^rum imperrsile » llnZuIsri rslium audiori oxsrum, vc eorum Kass" Krieg gegen RhoduS. zri gefänglich in seine Hände gericth, ward umgc-N.R.E.-r- Levidus !l. bracht. ). »iik. kus B»r- gui ex ipsiux türm» sd. i. Livsius zerbricht sichlleriiieiger, hier in der Note vergebens den Kopf^ spu6 Orsuieum llumeu ceciäersur, expreß» ilmilirulline nZursrum, fs- cerer ßscuss, er ipllus guaczue Hs interpolieret. — So weit von den Pferdestacuen des Lysippus. — Dey dieser Gelegenheit fallömir noch ein Anekdötchen vom Rajsius bcy, so den boshaften Charakter des Mannes in einem sehr häßlichen Liebte zeigt. Valerius Maximus l. V. 8. Oonlenmneo vocis ictu Ls>i t^stlii »urem kormns pervellin guem, orsiiribus llhnciiis, ns sb so cunclir veorum timul»cris spolisrenrur: 8nl«m s is reünczui rekponclere vololr: vr rspscitlimi viLtorir inkoleniism chcü rumore prou »berer: sbießumgue hlsceöonics pu^ns, non effiopem lolis, guem rsncum- moäo supplicihu» cellersr, leci ipkum solom reuers rs- linguere coetrir. — llm ans den Sonnenwagen zurück zu kommen, so sehe man ihn auf einer Münze der Li. thynischen Stadt Nikaa vorgestellt, beym Spanhcinr aci (.'iii/os. p. 4Z4. 2;8^) Cs ist dieser der oben Note 258? erwähnet' Ariobarxancs. Nach Appiano p. ^59. fällt sein Tod nicht jclzund, sondern früher, nach derCrobcrungvon Laodikaa; damahls ließ er den Sohn seines Bru- ders mit einer Legion in Syrien stehn. und schickt' rin Oetaschemenr Neurer na b Kappadokien, die dem unglücklichen König unversehens auf den Hals kamen, ihn erschlugen und sein eand ausplunderteu — Nach der Eroberung von Rhodus zwang Kassius alle Stadt' in Asien, ihr'Abgabcn auf zebn Jahre zum Voraus zu entrichten. Nun bekam er Nachricht, daß Kleopatra mir einer großen Flotte Mark-Anton und Oktav zu Hülfe käme. Weil er Nachricht haben mochte, daß diese Flori' in Griechenland zu landen versuchen wür¬ de, so schickt' er den Markus mit einer Legion und ei¬ nigen Bogenschützen, die auf scchszig bedeckten Schiffen eingeschifft wurden, nach Tanarus fKap Matapan in Morea^ der südlichsten Spitze des Peloponnes, um sic dort zu vbserviren. App. p g6z. Aks aber die Flotte der Kleopatra durch Sturm in einen so Übeln ZL2 DioKaßius.B.Xl.VH. Hptst.L.xxiV. PkR-E-yrr §. 662. «nd'd Man- Brutus seinerseits schlug die Rcichsarm zcuncistcr^ dcr Lykier, die ihm auf den Gränzcn ihn- S. Z47- Zustand gesetzt worden war, dast die Trümmer da gescheiterten Schiffe bis an die lakonische Küste schwam¬ men; so gieng er nach Italien über und blokirte bni Drundisischen Hafen, um dem schon in MakedvM stehenden Theil der kaiserlichen Truppen die Zufuhr ab- zuschneiden, und dem Ueberrest das Auslaufen zu ver¬ bieten. Appian xg66. 2589) -«-»-'S, Herr W. die vcremigf Armee, welches ohne Zweifel den mehrsten Lesern bes¬ ser als mein' Uebersetzung gefallen wird, vereinige' Armee VcrLykier, envolvirt im Deutschen den BeM einer aus mehrern kleinen Korps bestehenden Arme, die sich jetzt zusammen gezogen haben, um mit verei¬ nigten Kräften gegen den gemeinschaftlichen Feind za agiren. Dieser Begriff liegt nun aber im GriechW gar nicht, sondern wirklich ohngefehr das, wasM uns beym Worte Reichsarmee denken. Das Land Lykien war nemlich kein Königreich, kein Fürstenrhvin; es führte den Titel , Äffische Äund-- genossenschaft, Lyvgenossenschaft, oder wie man dies sonst zu nennen Lust haben möchte, die si» m mm gemeinschaftlichen Reichstag in einer selbst beste»" gen Stadt versammelten. Es waren drey und zwan¬ zig Städte, so in diesem Kollegio das Recht dcr>?stM' mengcbung hatten. Die größesten derselben (als M nennetjArtemidor: Xanrhus,Patara, Pinara,E'»' pus,jMyra und Rlon) hatten drey Stimmen, diemm- der beträchtlichen zwo, die übrigen jede nur eine .^l wählten sich, unter dem Namen -r von Lykien, ein gemeinschaftliches Oberhaupt, unter diesem standen andere obrigkeitlichePerfonen.^st zusammen genommen machten nun das aus, wasm. Lykifche Generalstaaten hätte nennen können; l" , fen Krieg und Frieden, repartirten die Abgaben gewissen angenommenen Grundsätzen; so wie z. L , den sieben vereinigten Provinzen, wenn hundert o den aufgebracht werden sollen, die Provinz Ho"'' fünfzig und Drmthe nur einen bezahlt. Leset Srr« Bruti Krieg gegen Lykien. Z2z Gebiets entgegen kam, und nahm ihr vcrschanz-V.RE-rr les Lager, in welches sie sich zu flüchten versuch tcn, auf den ersten Angriff hinweg, auch ergalku' B - sich ihm der grösiestc Theil der Stadt ohne vergießen "°") ZLaurhtlS mutzt' er bela- X!v. p. 457. — Wenn uns irgend ein, mit den dazu erforderlichen Kenntnissen ausgerüsteter Gelehrter, eine Statistik der Dorwclt — ein noch ungesbneb ncs und wohl geschrieben zu werden verdienendes We-'k — liefern wollte, so dürfte die Regimentsoerfassung der Lykier ein sehr interessantes Hauorstück g-ben. Schade nur, daß so wenig Data dazu vorhanden find, und sie mit angestrengter Müde aus Fragmenten. Aus¬ zügen und wenig gelesenen Büchern gesammelt wer. den müßten. 2590) Brutus, erzählt Plutarcb p.998. hatte von den Lykiern Koncnbueion und Soldaten begehrt- Sie Ueberredungcn des Redner Nank'rarcs brachten es aber dahin, daß sie solches abschiu.en, und in den en¬ gen -Pässen ihres Landes Schanzen aufwarfen, um dem Brutus den Durchzug zu verwehren. Er übersiel sie beym Mltragsessen, nahm ihre Schanzen hinweg, drang rriefer in das Land ein, bemeisterre sich eini¬ ger unbedeutenden Schlosser und Städte, und ließ, um sich Gunst und Liebe des Volks zu gewinnen, jeden Gefangenen frei). . Doch half dies alles nichts, und die Lykier beschlossen — wer in aller Welt kann ibnen auch dies, wenn er nicht anders der rasendste Jako¬ biner von der Welt ist, verdenken? — sich in ihrer Hauptstadt belagern zu lassen. — Appianus meldet von diesem ersten Gefechte gar nichts; vcrmukhljch hat D>o die Sach' übertrieben, denn Plutareh zahlt nur sechehunderrMann, so bcy Ucberwaltiqung der Schau» zen geblieben, welches eben kein großes Heer vcrmu- thcn läßt- 2591 Die Hauptstadt des ganzen Landes an einem Flusse gleiches Namens, der nach Scrabo p. 1791. ehemahls Sieben srrbi ar. Fa«»/. Bos cbart (ch-m. p. g6;.; hieß, den aber schon Homer im letzten Vers des zweyten Luchs der Ilms kannte: l'-äsAsv ex ^vxri-r- Lsss S/r-r-sr-T-o;. Z 24 Dio Kaßius. B. XI,VH.'Hptst.^XXlv. ^^C-71-gerll. Ein plötzlicher Ausfall der Einwohner, und" Man-dic sich die Maschinen der Belagerer anzusteckeit kus Bur- bcmühcten, Wurfspiesc warfen und Pfeile schossen, zcunemer. ihn jn eine so große Gefahr, daß ervöllig verloren gewesen wäre, dafern nicht seine Soldaten mitten durch das Feuer hindurch einen Angriff auf die nur leichtbewaffneten und zu der Zeit sich diesen Angriff nicht versehenden Feinde gethan. Sie schlu¬ gen sie nicht nur in die Mauern der Vestung zu¬ rück, sie verfolgten selbige dahin, und zündeten einige Häuser der Stadt an. Dieses erschreckte diejenigen, so die That mit ansahen, und von fern gab cs den Anschein, als ob die ganze Stadt schon eingenommen sey. Die Einwohner — Die Lykier fiengen ihre Vertheidigung damit an, daß sie die Vorstädte derselben schleiften, und sich aas einen fünfzig Fuß tiefen, und nach Proportion breiten Graben, der um sie hergezogen war, verließen. gelang aber Bruto , den Graben, ehe als er solch" selbst geglaubt hatte, zu füllen und sich.so zur umuid telbaren Belagerung der Stadt den Weg zu bahnen^ (Plurarch schiebt hier ein Geschichtchen ein, sonor sehr romantisch scheint; dieLanthicr hatten versucht, durch den Fluß zu schwimmen und sich so zu retten; wären aber von den Soldaten des Brutus in Netzen gefam gen worden. (lreclsi luclaeus ^pellsl) 2592) Weitlauftiger und vielleicht richtiger erzählt dieses Apian- Man muß eigentlich zwo Ausfälle der Belagerten unterscheiden. Als, nach unserer heutM Arc zu reden, die Mauer schon wirklich eineBreM hatte, befahl Brutus seinen Leuten, plötzlich sieb »"' rückzuziehn- Die Belagerten, so diese Maske nie» verstanden, wagten nun einen Ausfall, der ihun aber rheuer zu stehn kam. Sie wurden schnell zurna« getrieben, von den Römern verfolgt, und da die J' rigen selbst, aus Furcht, es möchten die Römers gleich mit ihnen in die Stadt dringen, ihnen die rM re versperrten, so entstand ein greuliches Blutbad um ter. ihnen. — Vald^darauf.wagten sie uin IMaM Bruti Krieg gegen Lykien. Z25 zündeten also die übrigen Häuser freywillig selbstn.R.E.^r an, und der größcstc Theil brachte sich unter ein-E^'A^' ander selbst um- — Hierauf begab sich Vru-kus Rur- germeister. einen andern Ausfall, in dem es ihnen glückte, die römischen Kriegsmaschinen in Brand zu stecken; sie wurden aber von den Römern verfolgt, und es gelang ohngefehr zweykausend Mann der Soldaten des Bru« ins, mit den Fliehenden zugleichin die belagerte Stadt zu dringen. Plötzlich schloß sich das Thor, welches ein Fallgatter war, zerschmetterte durch sein Nieder« fallen diejenigen Römer, so sich gcrad' unter dem Thor befanden, und-schnitt die bereits in der Stadt befindlichen von aller Hülfe, so sie von den Ihrigen hatten hoffen können, ab. Unter einem Steinhagel, den es von den Dächern der Stadt auf sie herabregnete gelang cs ihnen, das Forum,und von dort aus wo sie den feindlichen Pfeilen zu sehr ausgesetzt waren, einen unfern davon gelegenen Tempel des Sarpedon zu erreichen. Die Römer draußen bemühetcn sich inzwischen, ihren eingesperrcen Freunden so viel Hülfe wie möglich zu leisten, und, unterstützt von den Einwohnern von Mcnanda, (einer Stadt der lykischen Provinz Raba- lia, von welcher Lellarms Hl. m. 190. zu lesen) die in beständiger Feindschaft mit denen vonTanthus leb¬ ten, gelang es ihnen, bey Sonnenuntergang das Thor zu sprengen und sich der Stadt zu bemeistern. So er« zählt die Eroberung von Xanthus Appianus x. Z64. z6;. Nach plutarcb p. 998- c. ist der Ausfall dec Lykier, in dem sie die Kriegsrüstunqen der Römer zu zerstören suchten, zur Nachtzeit gescheh», und ist von den Römern vereitelt worden. Ein heftig wehender Wind theilte das Feuer der angesteckten Kriegsmaschi« nen der belagerten Stadt mit, und so qerielhXanthuS in Brand. — Zonaras X. iz. der zwar dieses ganzen Krieges nur sehr beyläufig erwähnt, sagt doch aus¬ drücklich, daß Brutus die Stadt im Brand gesteckt: e v. 259z) Die Hauptstelle hiervon ist beym plurarck» I. c. cl. e. L. Auch gehört hichcr folgender locuz des z 26 Dio Kaßius. B-XI.VH. Hptst. MlV. ^N.E.7i2tus nach Patara. Die Einwohner dieser Pi«»' Ltadk fordert' er zuerst auf, sich mit ihm zu verbin- kus Bür¬ germeister. phllo ausdemBuche, guoä omnis probuz libsr p.öoz: >«odf «x»of/kv, 1/775^ L//« vi» ^kü-4 , 7-y», 77^0; L77oILV0V7-«^ kv5§"^r7«; «vHaitfki-ou 77«v^k5ft«v vitü^arvT-«^, s/577k^ Lparrriv » 77 (> 0 77 s-^?. 8 L«v^«8g. bertlieben mögen diese Nachrichten ftyn. Z. C. man fand »ach eingeascherter Stadt eilr' aufgehangene Frau, die ci)ien tobten, (vermuthlich von ihr selbst aufgchangencn) Sohn am Halse Höingen hatte, und mit einer brennenden Fackel. ihrHaus anzündete. Mein Gott, wie war denn dicke Frau in der allgemeinen Feuersbrunst nicht mit verbrannt, und wie konnte man denn bey einer Frau, die sich selbst aufgehangcn, eine brennende Fackel finden, mit der sie ihr Haus an¬ steckte? — Plutarch, der philosophische Plutarch, der eine so entschiedene Vorliebe für Brutus hat, ist übrigens sehr beredt, das Mitleid zu schildern, was der menschenfreundliche Brutus gegen die unglücklichen Einwohner von Lanthus empfand. Aber wäre Brutus nur zur Hälfte der Menschenfreund gewesen, zu dem ihn Plutarchus so gern machen mochte, so hakt'er die armen Lykier, von denen er niemahls beleidigt worden war, nicht zu dieser hohen Staffel der Verzweiflung gebracht; und nachher, wenn Brutus über das in Flammen stehende Lanthns weinte, so war es die ihm durch diesen Brand entgehende Beute, nicht aber das Unglück der Einwohner, so seinen stoischen Augen Thränen entlockte. — — Plutarch bemerkt bey dicht Gelegenheit , daß die Vorfahren der Tanrhier. zur Alt der persischen Invasion, sich eben so betragen hatten: LLvsl«, ü, Z-« ) 7Y'- 7-kll/ 77^-o^ovü-l/äu/LVLttlo'stVT's "rvM- XL, ßrc-/o,o, 7-yv vwv v-g, Dies geschähe zur Zeit des §»' rus, als sie vom Harpggus belagert wurden. Sot I- 176. erzählt diese Geschichte weitlauftiger. Et« wasLlehnliches, zur Zeit Alexander des Großen, stn- det man beym DioSor. SLkul. XVII. p. 508- 2594) Eine sehr große Hafenstadt mit sehr vielen Tempeln, unter denen sich der dem Apollo geiveilM B ruti Krieg gegen Lykien. z 2 7 den,und da sie diesem Vorschlag kein Gehör gaben,N.R E.71L (^) sendet' er zuerst die gefangenen Tanthicr zu ihmnA^A^' ab, in der Hoffnung, es würde diesen, die größ-ku's Bnr- tcntheils mit den Patarenscrn verschwägert wa-^m°'^' ren, der Verwandtschaft wegen gelingen, sie auf seine Seite zu bringen. Da sie aber auch so noch von keinem Vertrage was hören wollten, ohner- «chtet er ihnen ihr' Angehörigen, sso viel derselben (*) Die Knechte, so ihre Freyheit erhallen, und die Armen, deren Schulden man niedergeschlagen hatte, verhinderten sie daran. auszcichnete. Mela 1.15- Vc mulrs oppiäs, er spricht Von Lpkicn, 6c praetor ?arsis non illullria. Illam nc>- bilem tacic ilelubrum ^pollinis, guonclam opibu; sc orsculi hcle Oelplnco llmili«. Daher der Apollo ri--r«- kkv«, (dreysilbig; ?ararae«r, beym Cellario M. m. i;6. in der aus Horaz HI. »». 64. ange¬ führten Stell' ist ein Druckfehler) denn man glaubte, daß Apoll in den sechs Wintermonaten fein' Orakel zu Patara, in den folgenden sechs Sommermonaten aber zu Delus gebe- Servius über ^enelä. mi. 14z. -vbi Xrmtbigue lluent» Osierir ric Oelum marornkim inuilir -Vvollo. Oonllsr .^pollinem sex menlibus bvemis spuä pataram, I.^cirie cruirsrem, clsre reiponss, vncle Harare«, ^o//s chcirur, et lex rnsnlibus selliuis spuä Oelum. Daher auch das Bildniß des Apollo auf den Münzen der Stadt. Siche z-B- einen zu Patara geprägten Gor- dianus beym Patin p. Z75. — Ptolcmans Philadel- phns, der diese Stadt verschönerte, befahl, sie nach dem Namen seiner GemahlinnArsinoe zu nennen, wel¬ cher Name doch aber niemahls gebräuchlich worden. Strabo 1791. §. z6c>. — Stephanus nennt die Ge¬ gend Lykiens, wo Patara lag, sie lykische Halbinsel, so wie wir einen Lberronelum tsu- riciun, rbracicam, suream, ». s. w. habe». Noch be- siehe von Patara Lahrdt über Statius Thcbaide I. 696. und Eustachius über den I2§sten Vers der Pe« riegesis des Dionys. Z2 8 DioKaßiuö.B.XI.VH.Hptst.I.XXIV. N.R.T.7irgcfangen waren^ umsonst losqegebcn hatte, sieng m'^s^'er an, die vornehmsten seiner Gefangenen, einen kuo Bur- nach dem andern öffentlich verkaufen zu lassen, so gcrmchicr. daß man von der Mauer das Gerüst, auf wel¬ ches die Gefangenen den Kauflustigen zur Schau ausgestellt wurden, sehn konnte, in der Hoff- nuung, durch diese Strenge die Patarenser zue Ucbergabc zu bewegen. Als aber auch dieses nichts Half, ließ er, nachdem er nur einige wenige ver¬ kauft hatte, die übrigen laufen. Dieser Anblick schien den Belagerten ein so übcrzeugendcrBewcis von der Gutmüthigkcit Bruti zu seyn, daß fic sich ihm ohne fernen. Widerstand ergaben; wirk¬ lich wurden sie auch von ihm nur mit einer Geld¬ summe bestraft. "") — Diesem Bcyspicl folgten 2595) Nach Appian, dessen Nachricht abernwhlS viel wahrscheinlicher iss that Brutus mit Patar Ileberrrcter dieses Gebots Belohnung versprochen. Sklave denunzirte darauf seinen Herrn, eine belrE lichc Summe Geldes versteckt m haben, welcher solches nicht leugnete Nun stellte sich dieMutter, g vor, sie habe das Geld versteckt, und der Sohn unschuldig, inzwischen der Sklave bcy seiner erste» nunstalion verharrete. Brutus niachre diesem Proz ° dadurch ein Ende, daß er Mutter und Soh» h ließ, ihnen das versteckte Gold zurück >'ab, den^kf' veli aber ans Kreutz schlug. — So spielte Twutns ; Rolle des Teufels^ der die Leute verführt, »»> Vergnügen zu haben, sie, wenn sie verführt nM Bruli Ancg gegen Lykien. Z29 die LNyrrer, nachdem cr ihren Stadtrichter ge-MN.S?ir fangen bekommen und losgclasscn harre. Und^,^ P,^'- so gelang es ihm in kurzer Zeit den ganzen Ueber-kus Bur- rcst auf seine Seite zu bringen. gmimster. sind, peinigen zu können. — Zonaran folgt dem Dio wörtlich. sAmarch erzählt, die Weiber der Pataren- ftr waren in des Brutus Gefangenschaft gewesen, und diese hab' er jetzund, seine Grosmuch zu verkündigen, ohne Geld losgelassen, welche heroische Handlung — geraubte Sachen zurückzugebcn, um noch mehr rau- den zu können, — die Patarenser so sehr entzückt, daß sie ihm freywillig die Stadt überliefert. 2596) Da, wo sich der Fluß Limyra ins Meer er¬ gießt, liegt der Hafen Anvriar«, und zwanzig Sta¬ dien davon auf einem ziemlich hohen Hügel die Stadt Myra. (Strabo l. c. §. g6i. wo er, vielleicht nicht ganz richtig, Myra von Liniyra unterscheidet.) Nicht Brutus, sondern sein Unterbcfehlshabcr Lentulus sprengte die Kette, so den Eingang znm Hafen ver¬ schloß, brandschatzte die Einwohner von Myra, und gieng zum Brutus zurück. So erzählt Appian, aber- mahls viel wahrscheinlicher. 2597) Die Friedensbedingungen finden wir beyin Appian S. g66. Sie waren ohngefehr eben so, wie die» so der König von Sardinien jüngsthin mit den Franzosen schloß. — Das gesamnne Volk der Lykier schickten Gesandte zum Brutus, die ihm Geld und Truppen versprechen mußten. Darauf gab Brutus alle frcygebohrne Xanthier, so er noch in der Gefan¬ genschaft hatte, los: brandschatzte die Lykier neuer¬ dings — aber frcylich nicht so stark, wie sein Kollege die Rhodiser. Er war mit hundert und fünfzig Ta¬ lenten zufrieden; Plut. p. 999. K. welche Summe, wenn sie nicht zu klein angegeben ist, freylich mit den achttausend Talenten, so Kassus in Modus erpreßte, fürchterlich kontrastirt — Es ist nemlich das nemliche Verhältniß, wie acht Millionen und hundert und fünfzig tausend Thaler. — und setzt' ihre ganze Flott' in Requisition, der er nach Abydus zu segeln befahl, wohin er zu gleicher Zeit selbst mit der Landarmee sei¬ nen Weg!nahm, in der Absicht, dort den aus Ionien Z z O Dio Kaßius. B. XI. VII. Hptst. IXXIV. N.N.T.ycr §. 6e>g. Nach diesen Verrichtungen gingen ft kus Bur- nach Asien zurück; und nachdem sie hier meinen, germci,icr. Privatgespräch sich wechselseitig den Verdacht/ so aus fremden Klätschercycn (die in Fällen dieser Art niemahls zu entstehn pflegen) einer gegen den andern gefaßt, mitgetheilt und widerlegt hatten, gicngen sie nach Makedonien über. ^°°) K kommenden Kassins zu erwarten, und nachher mit ihm gemeinschaftlich nach Thrakien überzugehn- 2598) Hier schalte man die Hinrichtung des Mm Theodor ein, auf dessen Nachschlag ehemahls M- pejus in Egypten war hingerichtct worden. Plmarck p. 999. c. ci. 2;99) Der Ort ihrer Zusammenkunft war Sardes plutavcl) l. c. Xsrriov !- Le^r-c; k<; (NM aber Smyrna, wie Fabrizius in der Aimed kung unrichtig sagt; in Smyrna war die erste Z«' sammenkunft gescheh», nachdem sie Griechenland m- lassen hatten, diet' in Sardis ist die zwote, um nach Griechenland zurückzukehren: Fabriz verwechselt bey- dc) der, seiner Gewohnheit nach, umständliche N/ch' richt von dieser Entrcvue gicbt. Bcyde waren anfan^ lich ganz allein und machten einander bittere Vorwür¬ fe, auch war den Bedienten untersagt, jemand zu nen zu lassen. Inzwischen drängte sich der Äffe d» Kato, Lavoinun, der meinen Lesern noch ans uw ersten Bande bekannt scyn wird, zu ihnen ein, indem er sie auf gut Homerisch: °k anredete, bracht'er den Aasti zum Lachen, Brutus aber, zu dessen Gefolg' er wM scheinlich gehörte, nahm dieses übel und schanz Favonius x«, Des Abends v Kassius eine Mahlzeit und überließ Bruto die -s! der Gaste- Als man schon zu Tische lag, lallte G Favonius ungeladen auch ein, ließ sich auch nm)' weisen, noch untenan setzen, sondern behauptete, ass- Anwesenden zum Trotz, einen der bequemsten rN Plätze. — Tags drauf ließ Brutus dem Pracor^y kins Pella, der von den Einwohnern der Ctadt Zusammenkunft in Sardes. zzi neu waren A. NorbalMs und DekidittsGaxüN.R.E.7ir zuvorgekommcn, welche, noch vor dem Gcacius, über den Ionischen Meerbusen gesetzt, rusBur- das ganze Land bis an den Aailgäus weggenom-^""^ dis nntcrgeschlagener Gelder wegen war angeklagt wor¬ den, den Prozeß machen, und bestrafen; welches ganz gegen die Denkungsart des Kassius war, der kur- vor¬ her sich begnügt, zwcenen seiner Freunde, die des nem- lichcn Verbrechens schuldig waren, einen heimlichen Verweis zu geben, ohne sie darum ihrer Stellen zu entsetzen. 2L00) Hier schalte man aus Plutarcho die bekannte Geschichte des Geistes ein, der dem Bruto erschien, und die ich mich begnüge, mit den kurzem Worten des la¬ teinischen Geschichtschreibers Florus Illi. vri. anzu¬ führen: Ipligus Lrueo per no-tsm, guam ill-uo lami¬ ne ex mors aligua ieeam AAirarec, aus gukisüam ima- .go ls obrulir: er guas ester? inrerrog«m: iagair lVl^I^V8 6LblIV8. Igoc stixir, er lud oculis miranr!8 eaanurr. —-Unter meiner Bildersammlung von Ge¬ lehrten befindet sich ein, im Gezelt bey einem Nacht¬ licht, Schreibzeug und Bücherrollen sitzender Drums, den Kopf mit der linken auf ein Buch liegenden Hand gestützt, wie ihm der Geist erscheint, den er doch aar nicht anblickt, sondern starr vor sich hin auf die Erde sicht Unten steht l^INeu-Aster» scnipstr. 2601) Die Namen dieser beydcn Legaten des Anto¬ nius sind Rchus tskorbanus Flakkus und Lukins Des kisius Saxa. Von ihnen handelt »ut vieler Gclehr- samkeit Glaudorp p. 298- und 626. Letzterer kom- mandirtc späterhin im Orient, wo er von den unter Anführung des Labienus in Syrien eingefallenen Par. thern geschlagen wird Livius Epitomc B t27- Siche auch meine üzsie Note zum 16. Buck Strabons. 2602) Dgl Note 2556. — Kassins hatt'eine Legion unter dem Kommando des Murkus auf sechszig Trans¬ portschiffen voransgeschich't, um auf der Hohe von Täuarus (Kap Matapan) zu kreutzen. Appiau x. z6z. Seine Bestimmung bestand vermutblich-darin, dem Norbanus und Sara sede Z-fxh- abznschneiden, die ihnen nicht unm.ttrlbar ausJcalien gebrach: ward z z 2 DioKaßius. B X^VIs. HM. I.XXIV, M.R.E./irmcn und ihr Lager neben Philippi aufgk. /„^schlagen hatten, eine Stadt, die neben dempen- g"'!'ie7er und dem Synlbolo liegt. Symbc> S- Z48. 260z) Der Pangäus ist eigentlich nichts anders al! eine Fortsetzung des Rhodope (Basilissa", dcrM durch Thrakien streicht, und sie!) westwärts milde: Pärnus (dlvnre srgonraro, Balkan) vereinigt, « ihm die Türken den Namen Iongou geben. M Vereinigung geschieht unfern den Quellen desRmb« (der Iskra) der vor Zeiten das obere Mosten vonim tern schied. Nach unserer heutigen Geographie wm also Norbanus und Saxa Meister von ganz Sklave, nien, Bosnien, Dalmatien, Serbien bis zur Drs, Albanien und Makedonien M 2604) Appianus S- ?75- hat uns unter allenA ten die vollständigste Beschreibung von der Lage m Philippi gegeben, die wohl verdient, daß wir sie is Verstand und Nachdenken erwägen. Die Stadt M in den altern Zciren Darus, auch (L-° -°-, v« den dort besindlichen Brunngucllen) Rrcnidcs. V' uig Philipp, der ihre Lage sehr bequem fand, nni M eine Granzvcstung seines Landes gegen Thrakien aV legen, bevestigte sie und ließ sie nach seinem Nain-" benennen. Sie war auf einen steilen Hügel gebaa^ Gegen Mitternacht, wo Kassius herkam, bcgran; sie ein großer Wald; aegen Süden ist eine See, u mit dem Meere Gemeinschaft hat, eine sigenam- Skomalimne Strabons; gegen Osten sind die eng Passe der Sapäer und Turpiler. (Diese Gtge» lassen sich nicht gauz genau bestimmen. Ptolemaj , die roAlonein 8Äpsicsm Makedonien und demagaW Meer gegen über, das wäre westsüdlich: Turpuee vcrmuthlich ein Schreibfehler meiner schlechten um . schenAusgabe. Appianmeint zweifelsohne , Topiris, der Insel Thasus gegen über, welche .. her sparer, als römische Kolonie, den Namen vur Topiris bekam.) Gegen Westen endlich sind uneriri . liche Felder, die sich bis an die Städte Miwn und Drabcskus (erstere, wo es kein SchreibftM' mir völlig unbekannt, und der andere Ichnie M wenigstens bey LhilkydiScs l. 66. keine Stadt, I Beschreibung von Philippi. zzz liiin nennen die Griechen diejenige Gegend, sich der Berg vanaäus mir einem andern sichund Plan klis Bnr.- dern eine Gegend, ein Feld zu bezeichnen: Zic-v ev Lx-iss-»»«, so sprechen die Griechen von keiner Stadt) in einer Breite von Z;c> Stadien, bis an den Gtrymou bey Bellonio^ hinziehn. Von Philippi geht man dieses Gefilde bergab und von Amphipolis bergauf. Wenn diese topographisch' Angaben richtig sind, und sie sind es ohne Zweifel, so weiß ich gar nicht, wie Dio Phi¬ lippi von Süden so weit nordwärts fortzaubern kann, daß es unfern den Quellen der Iskra, wo der Argen¬ taro und der Basilissa zusammenstoßen, hingesetzt wird? Dio hat hier einen geographischen Schnitzer begangen; und die Lage von Philippi in der Cellarischen Landchart'ist recht, obgleich der selige Fabriz dieses nicht glauben wollte. Die Sache verdient übrigens gar keines Beweises, weil die Stadt noch jetzund, nur freylich in sehr schlechten Umstanden, vorhanden ist. Der berühmte Bcllonius besuchte sie vor zwe» Jahr¬ hunderten, ihr'Alterthümer zu sehn, und versichert, daß sie kaum zwölf französische Meilen vom Meer ent- fernt sep. Vielleicht verwechselte Dio Philippi mit dem von dem altern Philipp, Amyntas Sohn, gcbautten Philippopolis am Hebrns- Dieses liegt zwar noch sehr weit vom Symbols östlich, aber doch wcniqttcns Zwischen dem Pangss s und Hamus, da im Gegenkheil Philippi von allen Bergen frcy und abgesondert ist —> Scrabo S- y8i- § 2. (oder vielmehr sein Eoiroma- tor, denn seine Beschreibung von Makedonien und Thrakien ist verloren gegangen, setzt doch die Stadt Philippi auch hart am Pangaus. Ich wollte wohl sa'gen, Strabo sprach von einem andern Philippi, denn das unsrige kommt erst weiier unten §. 7. vor; allein dies wäre doch höchst unwahrscheinlich, denn er erwähnt der Goldbergwerke, deren auch Appianus gedenkt; aber letzterer jagt aar nicht, daß diese Mienen mit dem Pangaus einen Zusammenhang gehabt. Es Wareinkleiner, dem Bakchuü geheiligter Hügel, der nur eine Biertclmeile von der Stadt lag , wo man das Gold fand. Sobald man hört, daß dieser Hügel dem z z 4 Dio Kaßius. B. X^VIs. Hpfst. ILX!V, tt.R E.yi-wcit ins Land hinein erstreckenden vereinigt/ ""'j ind^Pian-Und diese Gegend ist zwischen Neapolis undphi- "us Bur- lrppi, von welchen Städten die erstere neben!« gCmeisrer. Mccrx, Thasus gegen über, die andere in ei« engen Thal zwischen beyden Bergen liegt. Da sich nun Saxa und Norbanus dieses kürzer« Bakchus geheiligt war, und erinnert sich aus OM Metamorphosen der Fabel vom Midas und TmckS, so wird man ohnehin hier auf kein eigenes Goidbug- wcrk, sondern auf ein' ergiebige Goldwaschereyvessil- len. — Die uralte Gcsthichre der Griechen nM Kadmus hab' ein Goldbergwerk auf dem Pangaus«!- Leckt. Plinius xui. 56. Dies scheint den ersten llr- sprung zur Verwirrung gegeben zu haben. Die Mi¬ neralogen der al:en Zeit mochten behaupten, die Neid- wcscherey bey Philippi harte Zusammenhang nut den alten Kadmischen Bergwerken auf dem Pangmis ob mit Recht oder Unrecht begehr' ich hier nicht zu >ur tersuchen — in der Folge breitete die Sage steh wma aus, und brach-e sogar Schnitzer gegen die Geogr* pnie zur Welk; denn nun und nimmermehr hat W' jippi am Pan -arG gelegen. 2t>o;) Der ^ämus. Da er diesen bekannten M ni bt nennt, so sicht man wohl, daß es ihm an graphischen Kenntnissen gefehlt habe. — UrbuMs kommt der Name Symbolum, wie Hr. Wagner b) richtig bemerkt bat, vom Verbo welche auch von zusammenstoßenden Bergen gesagt werd' 2606) Da Dio selbst Ncapolis dem G)land ilchasud gegen über st t (von dem Lambmus über densttech E 59. zu lesen) so kann das. nach dem Antonmi m Reiseduch, nur zwölf römische Meilen von MM z entfernt liegende Philippi unmöglich an den Panga hinauf gezaubert werden. Wo ist der Hamus und ist Philippi? Gegen Osten hatte Philippi einen Bergvaß, welchen Appianus die s-ruces 8apasoium l'orpibullm nennt, und diesen scheint der der GM' phie unkundige Dio mit dem Symboio an der uM des Rigbpus zu verwechseln. . »W Brutus und Kassius vereinigen sich, z z 5 Passes vorher schon bemächtiget, so versuchtenN R.T.?,, Kassius und Brutus auch nicht eininahl hier, über^p-d«^ n. die Berge zu setzen, sondern nahmen einen langenkus Bur- Umweg "°') neben den sogenannten Aremden.^Misier. 2607) Man erlaube mir hier, aus Applaus den Marsch des Kassius etwas deutlicher auseinander sez- zcn zu dürfen, als solches hier geschehen ist, ohnerach. tet ich auch nicht alles aufznhcllen vermögend seyn wer¬ de. Anfänglich stelle man sich vor, Norbanus und Saxa kamen aus Italien über Dyrrhachium, und waren also aller VcrNote 260z genennten LanderMcister. Kassius im Gcgentheil kam aus Ästen über Abydus, und hatte also nur zu Lande', ohngefahrdie nemliche Reift zu machen, die der h- Paulus zu Wasser machte: K!« 'r-wLöoc kt; Zi ,tx , sxkiZk» Lk kt; ApgestP. XVI. 12. UNd NUN soll Avpianus mein Führer seyn. Norbanus und Sara hatten sich der enge» Passe der Sapäee und Toplrer (diese sind Philipvi ostwärts im Berge Ra-- siagnal;, nicht am Pai.gäus, und noch weniger da, wo sich der Pangans mic dem tzamus vereinigt) so im Gebier des Rhaskuporis lagen, bemcisterk. Diese Nach-cht erbicit Kassins, als er den Hellespont bey Abydus passrte. Aus Asien gieng de- gewöhnliche Weg nach Em opa längs der Mecrküste hin durch die von den Feinden Vermahlen belehre Savaische P-sse, und diesen beschlossen sic cinzufchlagen. Sie giengen also von Sestus nach Lysimackia und Rarsia. Bey, de Städte liegen da, wo die sogenannte lanae Mauer die thrakische Halbinsel vom Lande der Savaer trennt, Lysimackia am Propontis und Rardia am Melani- tlscbeu Meerbusen, der diesen Namen von dem sich in ihn ergießenden Melas erhält. Hier hielten sie Revue über ihre Truppen, und hier schaltet Appianur- eine weitlauftige Red' ein, die Kassins an seine Soldaten gehalten haben soll. Sic brauchten zwo Tage den nielanitischcn Meerbusen zu umgehn, kamen nachAe- NUS und Dorisknm, (zwischen welchen beyden Stad- ten sich der Sebous, dem Eyland Gams- thrake sHnusrrcüacLr^ gegenüber, ins Meer stürzt,) und endlich bis an das Serrische vorgebürge, an z z 6 Dio Kaßrus.B. XL.VH. Hptst. I.XXIV, N.R.E./i-den Mündungen des Flusses Lissus. Inzwischen diksts Leridus Ii.qeschahe, hatte Kimber Befehl, längs der Küste hin "kun - und unzureichend: 'e---, s, (er soricht von dem dr Insel Thachs gegenüber liegenden Meere) !k x«, /aLk,» -'''h Indessen, so kurz diese Nachricht ist, so giebk sie »n Brutus und Kassius langen in Thess. an. z Z7 "°b) Sie fanden zwar auch hier Besatzung, zwan V.N.E.712 gen aber selbige zu weichen, und kamen so mitten^^"^") in die Berge hinein. Sie hielten sich hierauf im-kus Bur- mcr auf den Anhöhen, und marschirtcn so bis zuxScrmeister. Stadt hin, wo sie beyde zusammen in der Thak nur ein Lager aufschlugen, ohnerachtet sie, dein Anscheine nach, zwei) besondere Läger formirten. Es waren nemlich die Läger, um die militainschcn Evolutionen bequemer anstelle» und die Soldaten bester regieren zu können, von einander abgeson¬ dert, weil aber der Zwischenraum zwischen beyben Lägern gleichfalls von Wall und Graben umgeben war, so war'cs in der That nur cin' einzige Ver¬ schanzung, so beyden Lagern Sicherheit gewähr¬ te. doch einen wichtigen Fingerzeig. Pkttarch unterschei¬ det nemlich das Symbolum von den Pagen, daß demzufolge beyd' Oerter nicht vermengt werden müssen. 2608) Ist wieder gar nichts gesagt, sondern baarer Unsinn. "Der alte Name der Stadt Philippi slbst hieß Lrenidcs, S- Strabo S. 981- §- 5- undAps plan I. c. 2609) Appianus wird hier wiederum anstatt des besten Kommentars dienen müssen. — Eine halbe deut¬ sche Meil' etwa von Philippi (achtzehn Stadien) lie¬ gen zwo Hügel in der Entfernung einer kleinen Viertel- Meile (acht Stadien) von einander. Den südlichen dieser Hügel besetzte Kassius, den nördlichen Brutus. Die Flache, so sich vor ihnen bis. zu dem Strymon hin ausdehnte, schickte sich vortressich, hier e ne Schlacht zu liefern, und ihre Flanken waren auf der einen Seite von Morasten und auf der andern von un¬ durchdringbaren Waldungen gedeckt. Der Zwischen¬ raum zwischen beyden Hügeln war, so zu sagen, das Thor, das Eurova mit Asien verband. 0- ie hatten eine Schanze von einem zum andern Hügel aufgefübrt, und in der Mitten ein Thor zur Passage gelassen Ne. ben den Lagern lief ein kleiner Back Ganqiceo (znm Behuf der Geographie will ich hier bemerken, daß ein P Z Z 8 DioKaßius. B. XI.VH. Hptst. I.XXIV. §. 664» A?d>E' ?? Sic waren aber an Mannschaft ihren da, und^ DiM-'mahligen Gegnern weit überlegen, hatten sic ach Dur deshalb aus Symbols heraus geschlagen und die, ' sen Orr selbst in Besitz genommen, so daß si freyere Zufuhr vom Meere her bekommen undch aus dem Blachfeldc selbst durch Fouragircnic- bensmittel verschaffen konnten. Norbanusuad Gaxa, so in kleinen Scharmützeln, die sie m Zeit zu Zeit mit ihrer Reuterey versuchten, mc dieOberhand behaupten konnten, wagten cs nicht, ihnen eine Hauptschlacht zu liefern, brauchten ihre Soldaten lieber zur Beschützung ihres Lagers als zu Ausfällen,"'°) und riefen Kaiser und An- anderer Bach, Äygastes, jenes große Blachfeld be¬ wässerte, welches sich bis nach dem Strymon lMn- streckte. Ich finde weder den einen noch den andern dieser Flüßchen auf irgend einer meiner Chatten abgd bildet.) Im Rücken harren sie das Meer, und freye Zufuhr aller Lebensmittel aus dem nur hundert Sla> dien von der Küss' entfernten Eyland Thasus; die Flotte des Kimber ssand in dem nur siebzig Stadm (zwo starke deutsche Meilen) entfernten Häsin dec Stadt Neapolis — Antonius hatte fein Lager indtt Ebene, acht Stadien vom Republikanischen entfernt aufgeschlagen, und war gezwungen, seine ganze ?"> fuhr, dreyhundert und funzig Stadien weit, ausM phipolis kommen zu lassen, welches Norbanus für W -einge-ommen, und wo Antonius den Pinarius einer Legion als Besatzung zu> ückgekassen. , 2610) Dio irrt hier wieder offenbar. — Nsrbanu zog sich, na cd dem er aus Symbolum herausgefM' gen worden war, nach Amphipolis, und hat mik ner wenigen Mannschatt vor der Ankunft Mar»'/-^ tons niemahls ein Lager bezogen. Appian erwah" freylich auch baufiaer Scharmützel zwischen beydenPS' tbcym, aber nur erst nach der Ankunft Antons, I" Wie auch Dio selbst im folgenden Paragraph- Philippische Schlacht. zzy tonius einmahl über das andere zu Hülfe. Diese N.N.Eyir so lange sie Nach eicht gehabt, daß die Rhodenser^^'!^ ,^ und Lykier Kassius und Brutus beschäftigten,ins Bur-^ schmeichelten sich, daß dieser Krieg sehr lang ern würde, und waren deshalb nicht selbst aufge¬ brochen, sondern hatten nurGapa undNorbanus nach Makedonien zum Voraus geschickt; so wie sic aber erfuhren, daß sich die Lykier undRhoden- scr unter die Hand ihrer Widersacher demüthigen müssen, hatten sie ihnen Lobsprüche dekreti, k, Geld zu schenken versprochen, sie selbst aber hatten die Stadt alsofort verlaßen, wurden aber genöthigk, sich wider ihren Willen, Antonius zu Brundisium, wo ihm Sratius das Auslaufen wehrte, und Raiser in Rhegium zu verweilen, wo er sich hrn- gewandt, um Gexcus Pompejus in der Nähe beobachten zu können, weil dieser damahle Siki« licn inne hatte, und von da Italien mit einem Einfall bedcohcte. Fünf und siebenzigstes Hauptstück. Philippische Schlacht. §. 665. Da aber dieUeberwindung desselben nicht so leicht war, als man sich vorgcsicllr hatte, und ih¬ nen der Krieg gegen Brutus und Kassius näher am Herzen lag, so ließen sie nur einen Theil ihres Heeres zur Vertheidigung Italiens zurück, und mit dem größer» Theil desselben setzten sie glücklich über den Ionischen Meerbusen. Raiser mußt' in Dyrrhachium, durch Krankheit zurück 2611) kleliÄo scl vi'bis prseliöium l.spiäo. Florus Uu. VII. 5. und plumrch y. 925. vom Ans. z 40 DioKaßius.V.X^VH.Hptst. I^xxv. N R.E.71-gehalten, liegen bleiben, "") Mark-Anton aber dus^ il.brach unverzüglich nach Philippi auf, wo er an- kus Pur' sanglich seinen Soldaten cin' Art dcsMutheseiu- germeiiier flößte, den scinigcn aber gar bald selbst Mn S- Z4S. ließ, da er geglaubt, einige der Gegcnparthey, so auf Fourag' ausgcschickt waren, hinterlistig Weise zu überfallen, und von ihnen selbst geschla¬ gen worden war. Kaiser, der die Niederlag! .Mark-Antons, wenn er allein schlagen sollte, eben so sehr als seinen Sieg furchte, (sintemahleriiu ersten Falle mit der gejammten Macht des Bru¬ tus und Kassius, im andern aber mit der des Mark-Antons allein zu thun bekommen Hütte) brach, so bald er hiervon Nachricht bekommen, auf, ohnerachtct er damahls nur eben erst sich i» bessern angefangcn, und flößte durch seine Gegen¬ wart Antonio neuen Muth ein. Da cs ihnen un¬ sicher zu scyn schien, sich nicht all' an einem Ort zu lagern, so wurden ihre drey verschiedene Ar¬ meen "°") an einen einzigen Ort geführt und mit einer gemeinschaftlichen Verschanzung umgeben. Indem bcyd' Armeen einander so gegen über ge¬ lagert standen, geschahen zwar von beyden Seiten Ausfälle, und es sielen dann und wann kleine Scharmützel vor, ohne die es denn nie abzu- gehn pflegt, aber es vergieng eine sehr lange Ait, bevor es zu einer förmlichen Schlacht kam, ob sich gleich Kaiser und Mark-Anton alle Mühe 2612) CS war die Wassersucht. Natürliche M seiner Ausschweifungen in so jungen Jahren. — DE ich will hier nicht vergreisen! ich komme weiter mm wieder auf seine Krankheit zu reden - 261g) Mark Anton, OktaviuS Kaiser, und die» ter NorbanuS und Eaxa zum Voraus geschickteM' schäft. 2614) Vgl- Note 2610. ss Lage beyder Armeen. ZHi schlagen gaben, weil sie sich an Soldaten den Fein N-N den überlegen zu ftyn glaubten; aber da ihrc^,'^^,^ Flotte Sextus ^ompejus zu bekriegen beschäskus Bur- tigt war, und sie also auf dem Meere den Mcistcr^Ecr- nicht spielen konnten, nicht so gute Gelegenheit als jene hatten, sich mit Lebensmitteln zu verschn. §. 666. Dieser Ursachen wegen also und aus Furcht, es möchte Sextus Pompcjus, der sich damahls im Besitz Sikiliens befand und von da aus eine 2615) Nach dem sehr glaubwürdigen Appian S- ?77- hatte jede Parthey neunzehn Legionen; nur gierig den; Kaffianischen Korps einzelne Mannschaft ab, und bey Mark-Anton befanden sich überkoruplete; dagegen aber hatte Antonius dreyzchn, und Kassius zwanzig- tausend Mann Reutercy. Ich begreif' also wirk¬ lich nicht, wie Dio sagen kann: sie waren an Solda¬ ten den Feinden überlegen gewesen, tzr. Wag¬ ner, der einem Wink des ses Fabrizius Note 184. folgt» übersetzt: Tapferer. Ich zweifle nur, ob sich Fabrizens Fingerzeig zur Gewißheit bringen laßt. Es sagt ja auch Plurarcb g iooi. 6. e. End' und Ans. vom Kaffianischen Heer: t/ v-»-,-« 7-M, ; welches denn doch wohl deutlich ist, und anzeigt, daß jene aeschraubke Fabrizianisch' Interpretation hier keinen Platz finden kann- Wenn ich aber auf das Rücksicht nehme, was Dio im fol¬ genden Paragraph sagt, so ist die Fabrizianisch' Er¬ klärung und Hrn. Wagners Dollmetschung richtiger denn die meinige. Ich mag aber weder die einmahs geschriebene Nof atwlöschcn, noch die Uebersetzung än¬ dern. Mein' Uebersetzung: sie waren den Hemden an Soldaten überlegen, druckt, denk'ich, den Doppel- sinn des Griechischen: --- »«»- «->«, völlig aus, weil man auf eine doppelte Art an Soldaten überlegen seyn kann: durch Tapferkeit und Menge derselben. Uebersetzung aber soll kem Kom- mentarius seyn; Interpretation gehört in die Noten. Z42 DioKaßius. B. XI.VH. Hptst. nxv. ^R E yi-Landung in Italien vorzunehmen drohete, sich Landes, wenn sie zu lange zögerten, bemäch- < kus Du" rigen und nachher selbst nach Makedonien über- i .mneister. ^hn, spudcten sie sich. Kassius und Brutus < waren zwar auch eine Schlacht zu wagen nicht ganz abgeneigt, sintemahl sie durch die Meng'ih- , rcr Soldaten das ersetzen konnten, was ihnen an , der Tapferkeit derselben abgieng; wcnnsieaber < doch ihr' eigene Lag' und die der Feind' überlegten, > da sie sich von Tag zu Tage durch neue Bundes genossen verstärken und Lebensmittel im Uebcrfinß z von ihren Schiffen bekommen konnten, so zöget- i ten sie, in der Hoffnung, vielleicht ohne Gefahr i und Blutvergießen den Sieg davon tragen za , können. Sie liebten das Volk im höchsten Gra- § de, und da sie gegen ihre Mitbürger zu kämpfen , gezwungen wurden, so sorgten sie für die Erhob l kung ihrer Gegner eben so angelegentlich, als str 1 die ihrer eigenen Soldaten, und ihr' Absicht war, ; bcyden Parthenon zu gleicher Zeit Heil und Frey- § heit zu erfechten. Sic zögerten also eine lange , Zeit, und furchten mit den Feinden handgemein l zu werden. Als aber die Regimenter, so grWm theilö aus Untcrthanen bestanden, unwillig f über diesen Verzug, und ihre Gegner verachtens , (die, aus anscheinender Furcht, das gewöhnliche z R inigungsopfcr, so vor dem Treffen gebracht zn ' werden pflegt, im Bezirk ihrer Verschanzungen , gebracht hatten) eine Schlacht mit Ungestüm 2616) W, Pxovurzl'alen» 3^ j nicht, ob dieser Ausdruck paßt Wir verstehn nntt , Provinzia en die Bewohner der Landstadt' im Gegen' theil der Einwohner der Hauptstadt. Lies war ave ! nich! bey Kassio der Fall, dessen Armee größttnflM ! , in Asien war anqeworbcn worden. ! l 2617) Vgl. Plnrarch I. e. e. i Betrachtungen über die Schlacht. 34z forderten, und das Lager zu verlassen und auseirE.R-E.71» ander zu gehn drohctcn, im Fall man ihnen si'ldi gc noch länger versagen würde, wurden sie, auchkus Bur- gcgcn ihren Willen, zu schlagen gezwungen. sermemer. 2618) Eigentlich hatte wohl Brutus vom Anfang an schlagen, und dem Krieg je eher je lieber ein Ende machen wollen; nur Kassius, der geübterer Krieger als sein philosophischer Mitgeneral war, setzte sich aus lehr guten Gründen dagegen, ob er sich gleich dadurch dm Spöttereyen seines Kollegen Preis gab- Die Sache gieng so weit, daß Arellms, ein Busenfreund des Brunis, in einem gehaltenen Kriegsrath dahin stimm¬ te: es in diesem Jahre zu gar keiner Schlacht kommen zu lassen. Befragt, wie er zu diesem sonderbaren Einfall käme,gab er zurAntwort: um doch noch ein Jahr langer leben zu können. Man setze sich an des Kassius Stelle, sel¬ im Kricgsrath gegenwärtig und bilde dann sich ein, Was man bey Anhörung dieser herzdurchbohrenden Worte empfinden mußte! Auch hat nach dem Zeugnisse plutarchi, der überhaupt sehr mit Dio übcreiiisiimmt, Kassius am Tage vor dem Treffen zum Messala gesagt: Cr nehme die Götter zu Zeugen, daß er sich in der rage des Pompejus befinde, und gegen seinen Wik- lsn zu schlagen gezwungen werde. Bey alle diesen Herr- Den Dalis, die wir nur dann erst aufzulösen im Stande seyn würden, wenn wir lVlemoires keclorcss pvur isrvir s Ueclsircilkomenr cie In Zusrrs lls pbilipps besaßen; bey alle diesen schönen Datis, sag'ich, die uns manchen Blick in das Innere des philosophischen Lagers erlauben, ist es wirklich schade, daßPlutarchs und Dions Nachrichten nichts denn bloßer purer Ro- Wan sind. Man lese nur Appian S- Z77 ff- Das Hessen fieng sich höchst tumultuarisch, ohne Vorwis¬ sen der General' auf ein' Art an, die hier zu erzählen 9ar zu weitlauftig seyn würde, und am Ende n-cht tlnmahl ohn'einen beygeleqten topographischen Plan verständlich seyn dürfte. Ich bemerke nur, daß Fers siuson (Geschichte des Fortgangs und Untergangs der ^mischen Republik) v. 4. (gten Bandes 2te Abth ) S iOi. die Veranlassung zum Treffen, welches seinem Worischen Geschmack Ehre macht, eben so wieAppia- uus erzählt, inzwischen die phlegmatisch-philosophisch- 344 DioKaßius.B.X4.VH.Hptst. I.XXV. §. 667. N.R.C.7I2 Diejenigen irren sich nicht, welche dieses für das beträchtlichste von allen haken, kus Bur- das -e in allen römischen Bürgerkriegen geliefert germeisrer. worden. Nicht daß es diesen Vorzug durch die Tapferkeit und Menge der Kämpfenden behaup¬ tet, vielmehr hatten vorher oft mehr und tapfe¬ rere gegen einander gefochten, sondern weil man da, mehr denn irgend jemahls vorher, für Frey« heit und Volksregiment stritt. Es kam zwar nach - wie vorher zu Schlachten; allein, wenn man sich damahls schlug, um zu wissen: ob das römische Volk frcy, oder ob es Sklave scyn sollte? so lieferte man jene spätere Schlachten nur, zu erfahren, wem cs dienen sollte. Von dieser Zeit an durfte das römische Volk nie wieder sein Haupt zur völligen Freyhcir empor heben, ohnerachtetes von keinem Ausländer überwunden worden war, (denn die Unterthanen und Bundesgenossen, so damahls zugegen waren, konnte man nicht anders denn eine Zugabe "") der Bürgerlegionen be¬ trachten) es war selbst Uebcrwindcr und kkbcr- wundener zugleich, schlug sich selbst und ward ge¬ schlagen. Von dieser Zeit an gicng daöVolköregi- ment völlig verloren, und Alleinherrschaft behielt die Oberhand. — Doch behaupt' ich darum nicht, republikanische Kompilatoren der Allgemeinen Welt- geschickte XI. 666. ff. plutarch und Dio folgen. Man erlaube mir, der, dieser Gelegenheit bemerken zu dürfen, daß ich die allgemeine Weltgcschicht' und F-r- guson den , edem Paragraph, den ich kommentire, nach¬ lese, wiewohl ich nur selten sie zu citiren Ursach finde, wohl aber lern' ich bey dieser Gelegenheit den selige« Laumgarren aus seinen kurzen beygesetzten Anmerkun¬ gen imm r mehr und mehr bewundern. 2üi c^ L»W. vollzähliger machen« Vorbedeutungen. z 45 es sey solches ihr Unglück gewesen, daß sie damahl§AAE.7,- gcschlagen worden — denn wie kann man sichund Man- wohl anders von bcyden damahls streitenden Par-^d theyen aus drücken, als daß die Römer überwun¬ den worden, und daß Kaiser gesiegt habe? — Da Eintracht in ihrer damahligen Regierungsform fernerhin unter ihnen nicht Platz finden konnte; saus der schon vorhin angeführten Ursache weil reines Volksregim-nt in einer Republik, die so ungemein mächtig sals damahls die Rönnsche^ geworden war, nicht Stakt finden kann. Es hätten ihnen also sim Fall sie jctzund nicht geschla¬ gen worden wärcn^ noch viel andere Kriege für die Zukunft, gegen viel andere Heerführer bevor¬ gestanden, und eines von beyden war unvermeid¬ lich, sie mußten entweder Sklaven werden, oder völlig untergchn. §. 668- Es erhellet auch aus den Wunderlichen, so damahls geschahen, daß es ein sehr großes Tref¬ fen war, so geliefert ward; denn die Gottheit, welche fast nie unterläßt, uns Gefahren vorher anzukündigen, zeigt'ihnen alle Folgen desselben auf das deutlichste, sowohl in Rom als in Make¬ donien an. In Rom ward die Sonne zu gewis¬ sen Zeiten verkleinert und verringert, zu andern aber dreymahl so groß als gewöhnlich gesehn; emsimahls leuchtete sie sogar zur Nacht. "°") 2620) Hier ist Dions Philosophie am rechten Ort. 2621) «v ^ch denke, daß sich gegen mein' Uebersetzung von unvermeislick nichts einweuden laßt. W. macht eine liefere Sklave¬ rei) daraus. 2622) Mitlden lieben Prodigiis ist es freylich Kin- derey; weil aber dem Kommentator nichts .unwichtig- Z 46 Dio Kaßius. B. XI.VH. Hptst. L,XXV. ^.R.E.7!-Das Gewitter schlug an verschiedenen Orten ein, unter andern traf cs auch den Altar des siegenden kus Bur Jupiters; feurige Drachen zogen an -ermcister. v^-sthiekeuen Gegenden des Himmels herum; Tromperenklang, Wafsengcräusch und Kricgege- schrey ward zur Nacht aus den Gärten Kaisers und Mark-Antons, die neben einander an derA- bcr lagen, gehört; ein Hund schleppte das Aas eines andern Hundes big zum Tempel der Keres, woselbst er es, nachdem er zuvor die Erde mit seinen Pfoten aufgescharrt hatte, begrub; es ward ein Kind, so zehn Finger an jeder seyn darf, so muß ich doch bemerken, daß die vom Fabnz angesuhrlenjStcllen des chbfegnensundEnscs bius nicht hiehe- gehören—Die Sonne, so zur Nacht schien, war auch wohl kein Nordlicht, wie Fabrij meinte, sondern eher eine sogenaunre Feuerkugel. 2Ü2g) Liv« ^rcro»'; fein' Äbbildung wird vielfältig auf alten Münzen gefunden, von denen der g. L- auf angcbogencrKupferkafel einige verzeichnet findet. Publius Viktor setzt ihn in die zehnte Regien der Stadt. Dio erwähnt seiner unten S- 688. wie« der, wo sich dieThüren desselben von selbst öffnen, um Klaudii Tod anzukündigen. Er war vom ÜK Fabws N- R- E. 458. in einem Kriege gegen die Samnitec versprochen (Lia. X. 29.) und am i z Aprill gewcihet> Grud kslior. Uls. 62t; Oecei^st ^priles I6us cogriomius Victor Inppirer: bsc illa sunr äsla rempla äie. Adler Th. II- S-zo. setzt fein' Erbauung, ich weiß nicht aus welchen Gründen, viel früher N. R. E 4'"' 2624) W Irrlichter« — Ich will nicht streiten i wenn ich aber nicht recht übersetzt zu habe» glaubt-, so hätt' ich stillschweigend meine HandsclM korrigirt. 2625) Note 2466. vgl. mit 1548- 2626) Pbsegucns izo. L»ni5 aeclirui morw» » no ris6n. 2Ü27) Er lag außerhalb den Ringmauern der Stadt Vorbedeutungen. z 47 Hand hatte, geboren; '^) eine Maulesclin warfN.R.E 712 ein zwcygcstaltcteö Ungeheuer, welches an scinen^^^,^ vorder» Theilen einem Pferde, und an den hin kus Bur- tcrn einem Maulesel glich; der Wagen der Mi.scrmEer. ncrva zerbrach, da er von den Kirkensischcn Spir¬ ans der Vis t'Isris. S. Marlianum V. 24. die sich beym Kollinischen Thor anfieng, und auf welcher Li- kimus, Augusts Bartschcercr, sein Begrabniß hatte, und welche, wie Lestus erzählt, ihren Namen von den Sabinern erhielt, die sich ihrer bedienten, das einge- sainmlcte Meersalz Heinizuholen. 2ürz) Lermuthlich ein bloßer Bülfingcr. — Hier hatte sich übrigens das N. 2600 kurz berührte Ge- schichlchen von Bruri bosem Genio vortrefflich hinge» schickt; auch das, was jener Erzählung bey Floro un¬ mittelbar vorhergeht In sciem prvcleunribuz vbuius ^eibiopz, nimis sper's fersls li^num suic, welches aber Plutarcl? p. 1007. dem rwottn Treffen vorherge- gangen zu seyn, ausVolummo meldet — Ich bemer- — ke bey dieser Gelegenheit daß Valerius Marimus ei- nen doppelten und sehr sinnreichen Pendant zu dieser Geshichk' erdacht. Einmahl laßt er I. vn. 7. die ncm» uche Erscheinung, so beym PMkarch Brutus sieht, dem Rassius von Pirma sehn, und nachher I. vm. 8 laßt er in der Schlacht bey Philippi den ermordeten Kaiser sogar leibhaftig Bruto erscheinen. Doch seine Worte sind so originell, daß sic bcrgesetzt zu werden verdie- Ven: tü. (,'sllüiz, cum scis phihppsnii srclenrillimo aninw perlksier, viäir bumsuo Habiču suAulliorem, psluäsmento smiocum, minsci vulru, ec con- cirsro eczuo, in se imnecum kacienrem: guo skpeLku peireriiruz rer^um bolii cksclic, voce illa xrius emilla. enim smplius »Ass, s, ucciäills psrum eli? — Beyde Geschichten, von Bruti bösem Genius und vom ^"'ger, erwähnt auch, aber nur kurz, Zlppianus x. mit dem merkwürdigen Zusatz, daß die Soldaten Brutus dem unschuldigen Neger zur Strafe für das Schrecken, so er ihnen machte, ,daS Leben nah» lge»; milice; shominsci conoicierunc. 348 Dir) Kasims. B.XDVH.Hpkst.I^XXV. N.R T./'-len nach dem Kopikolio zurückgeführt ward, mid^Mau^'e Bildsäule Iupirers auf dem Albanischen Ber- kus Bur ge ließ, während der fcyerlichcn Begehung der sermcisrer- f^cinischcn Feste, Blut auö der rechten Schuller und der rechten Hand triefen. ""°) — Dies wa¬ ren die augenscheinlichen Vorbedeutungen, so ih¬ nen die Gottheit damahls zeigte. Hieher scheint auch (außer daß einige Flüsse in ihrem Lande ent¬ weder völlig vertrockneten, oder aber rückwärts "'') zu fließen ansiengen) vieles gerechnet werden 2629) Note 1755. 26zo) chbseguens I. c. IHnis in Albano Monte cum laoritiomorm- ex Numero ec pnüics louis cruor MÄ- nsuir. — Don den Lateinischen Festtagen selbst ist übri¬ gens bereits im vorigen Bande hinlänglich gehandelt. 26g!) Wagner: .»Einige Fluß'um Rom— andere vorher vertrocknete von neuem zu strömen anfiengcn." Ich gestehe sehr gern, unter allen hier angezeigkenPro¬ digien ist gerade dieses, daß die Flüsse stromauf sties¬ sen, das allerunerhörteste, und ich verdenke Hrn. Wag¬ ner es also nicht, cs so gut als möglich gemildert zu haben- Aber einmahl: Hr. Wagner har doch wohl nicht auf Dio Kassius.wie auf die Konkordienforniel geschworen, und wird hoffentlich von alle dem schö¬ nen Schnickschnack, der hier steht, eben so viel als ich glauben; an einer Absurdität mehr oder weniger kann uns also nichts gelegen segn. Nun aber zweitens, kann denn das Wort, dessen sich Dio hier bedient, jemahls das bedeuten, was es nach Hrn- Wagner bedeuten soll? — Ich möchte doch wunders¬ halber den ersten Band der W. Uebcrsetzung nachfthu können, um einzusehn, wie denn Hr. W. §- 262. über- fetzt hat, wo Labienus über die Seine geht, >--a und §. 59g. (XXXXVl. 21.) übersetzt er das Wort doch selbst rückwärts. — Dies war eins. Die Worte um Rom stehn ganz und gar nicht im Dio Kassius; dieser hat wie ich-, is wohl aber heißt es in der lateinischen Doümctscbung- r» «EE. Ich habe so eben N. 261;. gesagt; Vorbedeutungen. z 49 zu müssen, was damahls snicht von der Gottheit,N.R.E.71» sonderns von Menschen geschah, und dem An-^^"^' scheine nach Wirkung des ungefähren Zufalls war kus Bur- — Zur Zeit, da die Lateinischen Feste gefeyert^Eer- wurden, begieng ein Gouverneur der Stadt die Latiaria, die, außerdem daß es ihm, solche zu begehen, nicht zukam, damahls überhaupt nicht begangen werden durften. Die bürgerlichen Platzmajors gaben der Keres zu Ehren Kampf¬ spiele, da ste hätten Ritterspiele geben sollen. daß die Ueberfttzung niemahls Interpretation werden darf; es war' also, meiner Meinung nach, auf jeden Fall gefehlt; aber nun halt ich noch obenem die Inter¬ pretation für falsch. Daß ein Fluß bergan stießen kann, ist einmal)! an und für sich unmöglich; wohl aber können in bergigtcn Gegenden, und in einer sol« eben lag Philippi, sich Phänomens ereignen, die den Abergläubischen- der die Sachen vergrößert, so ver¬ blenden können, daß er etwas zu sehn glaubt, was doch wirklich gar nicht existirt. Zu Täuschungen die¬ ser Art schickt sich aber der »Zer itom-mus, wie °»«? 26gr) Das Lauar ward jederzeit zwey Tage nach geendigten ksrüs lacinis, nicht vom praekeLko vrkis, sondern von den nun wieder nach Rom zurückgekehr¬ ten Konsuln gehalten. — Hr. W. macht hier wieder eme Note nach seiner Art, und gcrath ordentlich in Amtseifer über die Opfer — die Menftkenopfer, die an diesen verfluchten Festen dem römischen Moloch iu Ehren gebracht wurden- — Der gute Mann wußte "lchk, daß diese Menschenopfer nur in seinem sechstel- gencn Kopfe saßen! — Wenn ein Geschichtschreiber ^zahlt, daß der Irmins»! zu Ehren in Merseburg Menschenopfer geschlachtet wurden, so folgt daraus twch nicht, daß diese Sitte noch jetzund herrschend ist- Und gerade so, wie sich die Zeiten der Jrminsul zum Achtzehnten Jahrhundert verhalten, verhalten sich die Menschenopfer, von denen Valois redet, zu den Zei- ten des Triumvirats! 26g;) Sie fielen auf den yten Aprill. Von ihnen handelt sehr gut Lilans Altttthümer Th. lH-x-200 ff. z;o Dio Kaßius. B.XL.Vll. Hptst I.XXV. — Dieses war sdas vornehmstes was damahls tmd^'nian-'" Hoi" gcschn ward; außer ihnen trug man sich kus Bur- noch mit viel andern schrecklichen Vorbcdeutun- germeistex. sich theils vorher, thcils zu eben dieser Zeit zugetragen haben sollten, und von denen man behauptete, daß alle mit einander die Vernichtung Les Volksregimenrs bedeuteten. In Makedo¬ nien aber (denn zu dieser Provinz wird der Lan¬ gans und die um ihn liegende Gegend gerechnet) schwärmten viele Bienen um das Heerlager der Kassius herum; bey dem Reinigungsopftr, so für das Heer gebracht ward, setzt' ihm jemand die Krone verkehrt auf; ein Knabe, der in einer Prozession, dergleichen die Soldaten zu halten pflegen, das Bild der Siegesgöttin trug, siel; und was ihnen endlich den Untergang am al» 2ÜZ4) Hlurarck x. loor. Ou Lu« irxirir,« 'N«- 7"--e avru L e-rDüMS Äppian: n»-- reÄLv-n, z-rkSqxk. Vbseguens: I-uttlsrione licror xm/er- ksscibus Izuream iwpvsuir. 26Z5) Plucarw: Z- S-« >>tj v» Aopian: i<«< v,«,, X--7--E5V. Äonaras, (den ich, als Divns Korisiem nur dann anzuführen pflege, w-nn etwas aus ihm ja lernen; der.aber alle diese Schnörkel richtig kopitt HM N--! i-ix-,- Fonaras, der mit seinem Dio PIntarch konferirte, schreibt hier zweiftisfrey weit verständlicher und richti¬ ger als D>o; (Okngefayr eben so, wenn Dio oben saat, es hätte scmanO, --?, dem Kass,0 die Kronevec- kehrt aufgesetzt, io sagt Zonaras, aniralt^c, weit bc- siimmter r denn der Knabe, der die V'^w' rioism trug, ward setbst auf einem lerculo gerragcii, und von diesem Gerüste fiel er herab Gbsequens/ hier klassisch ist, weil rr den verloren gegangenen V' Vorbedeutungen. zzr lerdeutlichsten anzeigte, so daß solches auch denN R.E -i, Feinden selbst nicht verborgen bleiben konnte, war^'d dieses, daß Geyer und Raubvögel vieler ande' erkus Bur- Art mehr, unter fürchterlichem Gcschrcy und ^m-^mEer. gclschlagcn, über sie allein herflogen und sie unab¬ lässig anschaueten. §. 669. Dieses also war cs, was ihnen den Unter¬ gang anzeigte; der andern Parthey ward, soviel mir bewußt ist, kein einziges Wunderzeichen, wohl aber folgende Träume gegeben. Einem ge¬ wissen Thessalier erschien Kaiser der erst', und be- fahl ihm, Kaisern dem zwcyten zu sagen: vius excerpirte: puer in pompa, ViKorise culiu cum lerrcrur, /lrcre/o clecrcirr. 26z6) Plmarck x. 1002. sl.c.^ 'L,- s'°e»ka i-- rus I. c. ^ü'uerae cucluuerum pabulo volucres, csltrs g'^ii izm sus circumuolsbsnc. Appiau p. z87- eVuer guogue AreAsrim super Lstlii calirs, tine vllo clanZors conscüersnk, r-ero ap«m/cke co»«»r!e. 26;6a) Die Lesart des Dio ist hier gar sehr korrupt; -- k? Sehr witzig zog der Reimarus die drey gesperrten Worte zusam¬ men und las s--- 7-- s- -t. welches Hr.W rich¬ tig übersetzt: den folgenden Tag werde die Schlacke ^>r sich g^n. Allem, Dions Erzählung von der ^stacht wahr angenommen, so seh' ich nicht, Was es für cin' Erscheinung Kaisers bedurfte, die auf Morgen ohnehin angekündigte Schlacht vorher zu sa. gen Dieser Umstand bewegt mich, dieser Konjektur I" lo scharfsinnig sie sonst immerhin ist, und so viel Eher l>e dem kritischen Geschmack desKonjekturirenden bringt "" Zu verlassen, und das erste "in-", oder auf ir¬ gend ein'ähnliche Weise zu verändern. — Doch da- zu handeln, erlaubt hier der Ort nicht; von Fcst- otzung der Lesart in meiner demnächst zu erscheinenden Ausgabe des Griechischen Textes- — Bemerken wist Z52 Dio Kaßius. B-XI.VH. HM.I.XXV. N.R.E.7i-wcnn er glücklich in der Schlacht scyn wolle, so un?Man-^^^ "was von dem an sich legen, so er ehe. rus «ur- mahlö selbst als Diktator getragen. Er steckte zermeister. dieser Urfach wegen auch sofort den Ring an sden sein Vater ehemahls getragen!! und pflegte selbi¬ gen auch nachher in der Zukunft öfter zu tragen. Dieses war das eine Traumgestcht. Das andere hatte der Leibarzt Kaisers, -en ich nur noch, daß Hr. W.'wahrscheinlich der Reinia- rischen Konjektur deshalb folgte, weil der seel- Mann den Sinn derselben in seiner lateinischen Lollmetschung ausdruckte. 26Z7) Hieher gehört folgende Stelle des Sutton 96. In pbilippiz Ibellaluz guiclam lie lutura vitlom numisuir, auLtore O. (iaelars, cui»8 libi lpecie8 innere suio occurrill'st. 26z8) Valer. Maximus VH. i. Oiui /^ugutti Ke- üieo /^ItlOKIO, lomnum capienii no-le guam öierin- lecurus elt, guoö in csmpix Pbibppici8 Komani inierle exeicicus concurrein; dlinerua« sj.ocisz oborrs p»e, cepir, vr illum Frau, morbo implicilum mnnerer, ne propler ucluerl^m valsrucliusm proximn prselio non in- rersllek. t^uocl cum Lnslar »ucliüer, leckics le öekerri in acism iullit, vbi, clum luprs virs8 coiporis pro söi- xilceucla vietoris cxcubac, catlrs «iv8 a kiuro csp» sune, vellejus II. 70. cwinu, cur 61UM8 xraeettt, lmpullis botribus calkrs Lsolsris cepit; nam iple lät etiLMtl in6tmUlimu8 voletudine eitrt, obibät innniä äucis, 0ISM8 eri,-ts,v 7-,vox, »«Xf» /is X«, ^«1- Laktan; II. vir. ^.rlorio lVIineruae species ob- verlska est, mvnsns, ns Proprer corporis ioikecülitr- lem csstris 5s conrineret idlssksr. Auch so Tertulliau 46. Alle diele stimmen darin überein, daß der Arzt des Augustus, der dieses Traumgesicht gestehn haben wollt', Arrorius hieß. Dieser Attorius, ein Arzt der Asklepiadeischen Sekte, der von der Wasser- scheu, vom langen Leden und von noch viel andern Dingen mebr geschrieben hatte, verlor sein Leben in einem Schiffbruch gleich nach der Mischen Schlacht; und dennoch sind eine Menge neuerer, und unter ihnen sehr verdienstvoller Gelehrten, z.E. Brisson, Lams deck, Menage, so den Antonius Musa zu diesem Träumer machen wollen, der doch nur erst in den letz¬ ten Lebensjahren Augusts die Ehre hatte, sein Leibme» dikus zu seyn. — Ohne den Namen des Artorins zu "mnen, erwähnen des Geschichtchens sonst noch sehr diel; z. V- (um nickt den Zonaras zu nennen, der ge¬ wöhnlicher Weise nur den Dio zu kopiren pflegt, und dem zu Folge keinen Namen nennen kann, den er nicht >n seinem Original findet) so sagt Guetou yr. kW- - wpeM scie guamuis ststuisser uou e°recli rsberuscv- ium proprer vslerucllusm, eareflus est rswen a»»'cr «m'a — (iIo wie Plurarch: esNkizue res prolxers, jgUÄnäo csstris espris IsLÜca ^>vs, gu-rli ivi cubsris remanlisser, coneurku bostsvm ^vnfosi«, srgus Iscsrara est. Klorus IUI- rri. 9. Z54DioKaßius.B,Xl.Vti. Hauptst. L.XXV. N.R.E.7i-er seiner Schwachheit wegen unbewaffnet war) mid^Plan^"^ augenscheinlichste Weis' erhalten ward, kus Bur- scrmcister. §. 670. Die nähern Umstände der Schlacht selbst sind folgende: Sie waren zwar des Tages we. Oelluis meclicu» lomuio sämonirus eg, vt Ocisr c». Kris exceäeret, guibus capi imminebsr, vr tsKum ell. Orosi»»: Laellir kunc se§er, cum le in csüris er- pienckae guieris caula tensrs liaruiü'er, borrsru er xre- cibur d-Ierlici sui, gui per lomnium sckmonikum tele k- tebarur, vt e» cüe caliris Oaelarem lslutis ipllur caull eöucerer, in csmpum rlsZer inrer copi'as egrelli» eil, sc mox csllr» cius sb bollibus cspta sunr. — Die Krankheit desOktaviuswar vermuthlich einkogenann. tes Kanonenfirber, welches Artorius freylich durch kein schicklicher Recept als jenes vorgegebene Lrauni' gesicht vertreiben konnte. 26Z9) Es ist höchst unwahrscheinlich, daß Artorius feinem Patienten das Kanonenfieber so völlig hatte vertreiben können, daß er ihn wirklich mit in die Schlacht zu gehn bewogen, ohnerachtet auch F-aktan; I. c. solches behauptet (r» acr'em Zerrrca ;oerZar»r e/). — Plinius VH. 45. ein Kapitel, welches ganz Panegyrb kus des Divus Augustus ist, schreibt: kkillxxenu proeiio morbus, tuss, er rrvck«o r» ^saZ»cie Z«re5rae. — Es ist wahr,^ er hatte sich in die Schlacht haben -s Bin' fanden sie sich alle zusammen des Morgens frühSsrmcism. gewaffner; begaben sich langsam, wie gelernte Fechter, in den zwischen bcyden Lägern befindli¬ chen Zwischenraum, ^°) und stellten sich daselbst geruhig in Ordnung. Da sie einander gegenüber standen, wurden von beydcn Seiten theils zu der versammelten Menge, theils zu einzelnen Solda¬ ten Ermuntcrungsrcdcn von den Generolöperso- lien, Stabs - und andern Offizieren gehalten; in denen von dem fetzt bevorstehenden Gefecht, und den Folgen, so solches nach sich ziehn würde, so gesprochen ward, wie man sich solches von Per¬ sonen vorsicllen kann, die im Begriff stehn, sich einem Gefechte zu untezriehn, wegen dessen Folgen ße ungewiß und zweifelhaft sind. Größtenchcils waren alle Reden fso von bcyden Seiten gehalten wurden^ einerlcy Inhalts; sinremahl man von bcyden Seiten zu Römern und römischen Bun- dcsgenossen zu sprechen hatte; doch bestand ein Unterschied hierin: die Offiziere des Brutus schil- bcrken den Ihrigen Freyheit, Volksregiment, Bcfreyung von aller Tyrannei) und Herrscher- sucht, führten ihnen den glücklichen Zustand dcr- fenigen m Gcmüthe, so in einer völligen Gleichheit nur von den Gesetzen allein regiert werden, und 2640) Hx. Wagner übersetzt: Die Ebene zwischen ^cydenLagern. Einmahl heißt x«e>°-nichtEbeuc; und hernach mvolvirt derAuSdruck: Ebene zwischen bevden Lagern durchaus den Begriff, daß beyde Partheyen An- hohen besetzt hatten, welches doch von dem Anton ani- MN durchaus falsch ist, welches, nach Note 2609, > der Ebene befindlich war. Illi eranr in colle, sagt ^pplgNUs, bi in plsnicie. z;6 DioKaßius.B XL.VH. HpLst. MV. ! N.RE. 71-erinnertcn sie auf der andern Seite an alle die mid^M«n'^"bsale, so sie entweder bereits selbst unter dcr 'kus Bur- Herrschaft eines Einzigen erduldet, oder die ft germeistek- mindestens von andern hatten erzählen las¬ sen; nachdem sie nun dieses so auf bcyden Sei¬ ten geschildert, sicheren sie sie, sich vor diesen zu hüten und jenem nachzusireben; Liebe zu jene» zu bekommen, und diese nicht dulden zu wollen. Die von der Gegenparthey siim Gegenrhcil^ er¬ munterten die Ihrigen, die Räuber zu bestrafen, sich der Besitzungen ihrer Gegner zu bemächtigen, und Muth genug zu haben, über ast' ihre Mit¬ bürger zu herrschen; und endlich, was ihnen wohl am mehrsten Herz machen mochte, so ver¬ sprachen sie, jedem fünf tausend Drachmen zu schenken. ^') 2641) Zwanzigtausend Sesterzien übersetzt Herr Wagner — und kaum kann ich meinen Augen glam ben, indem ich's lese! — Nnn ärger halt' er sich denn doch wohl selbst nicht am Pran- ger stellen können, gar nicht einmahl in den gegenüber stehenden griechischen Text hinein geguckt zu habcw durch dieses höchst seltsame O.uid pro quo. Die Same hängt ncmlich so zusammen: — Ein Drachme kann unter allen römischen Mänzsorten am füglichsten mir dem Dcnarms verglichen werden, dcr vier Sestefte» hielt; da nun vier mahl fünf in jedem Einmahm» zwanzig machen, so sind fünftausend Drachmen uno zwanzigtausend Sesterzen gerade so unterschieden, nn ! sechszehn sächsische und zwanzig Kaiser-Groschen, da» , heißt, beyde sind einander vollkommen gleich § rechnet aber der Lateiner eben so wenig als der DeuW . nach Drachmen,-sondern nach seiner Landmünzc, Se- sterzen: und ihm folgt der seine Uebersetzung so klassrl^ i als möglich machen wollende Reimarus: warum nu" . aber der HerrKonrektor nicht entweder die fünftausend Drachmen behalt, oder allenfalls sofort, ohn' em , Note zu machen, in sechshundert fünf und zwanj g > Philippische Schlacht. Z57 6/1. NR.k-7rr Hierauf ward von bcydcn Seiten die Parole^^U^- ausgegcbcn, (dieses war, auf Seiten desVru-kns Dur- kus, das Wort Freyheic; das seiner Geg-^t»'eister. Thaler verändert — da er sie sa eben so leicht in Ma» ravcdis, Dirhems, Rupien u s w. verwechseln hatte können — müßt' ich mir doch wahrlich nicht zu crkla- ren, wenn er nicht blindlings die lateinische Dollmet- schung abgcschrieben Haden sollte. — Die Uebertra- gung der benannten Summ'in sächsisch Geld in der un¬ tenstehenden Not'ist übrigens richtig, aber ausFabri- zio entlehnt. S642) Zu dcr Zeit, da sich Drutus in Athen auf- hielt, um Zurüstungen zu seiner asiatischen Expedmon M machen, erhielt er Nachricht, daß der Quästor Verns Antisiius, mit dem er auf einen sehr freund- schafllichcn Fuß lebte, mit den asiatischen Kontribu- tonen zu Rarystus, cinerStadt des Eylandcs Euböa, einlaufen würde. Brutus begab sich dahin, und wußte den Antisiius zu überreden, ihn von diesem Gelbe zwanzigtausend Sesterzen, oder fünfhunderttausend Drachmen auszuanlworten. Diese Gefälligkeit des Antistiu« erforderte nun auch, daß ihmBrukus seiner Ceits Ehr' erwies. Sein Geburtstag, der eben ein- gefallen war, gab ihm Gelegenheit, den Antisiius zu einem prächtigen Gastmahl zu locken, und da man hwr auf gut republikanisch weidlich Gesundheiten krank, forderte Brutus einen großem Becher, und sagte, bevor er ihn austrank, was der sterbende Pa¬ troklus, Illas. 849- zum Hektor sagte r.< 'zzz« ,,, XL- 0^e>-7-a,k> Vrutus mochte wohl diesen Vers nicht so ganz sagen, wie Plutarch meint, sondern er sagte solches in der Person Kaisers, sich zu entschuldi- gtn, daß nicht er, sondern Schicksal und Gottheit den Diktator umgebracht. Doch dem sey nun wie ihm sey, >a> begehre das eben so wenig als die Frage zu cntschci- Ven, ob das Geld, was Brutus vom Antisiius em- bhcng, öffentliches dem Staate zugehöriges Geld war, Aw Plutarch will, oder ob es, wie Brutus I. xi. dem -Mero meldet, dem Antistins eigenthümlich zugehori- Z58 DioKaßius.B.XI.VH. Hptst.LLXV. N.R E./r-ner ist uns unbewußt) nachher fieng von beyden und^M/tt'Seilcn der erste Pfeifer an, das Zeichen zur kus Vur Schlacht zu geben, dem bald darauf die übrigen scrmeistcr. folgten. Zuerst bliesen die, so in der Runde ge¬ stellt sind, auf ihren Trommcten Melodičen, die so eingerichtet waren, daß sic die Soldaten stand¬ haft machen und zum Treffen vorberciren sollten, nachher aber auch die andern, deren Töne ges Privataeld war (ls Iinl>>? vier« er polliciru; est er llellil Ill8. XX. er oaoll muiio c-irius elk, se ipsrm obrulic er com'unxir): kurz, wenn Plutarckus x. 9ys c. den vom Brutus recchrten Honierisden Vers, als ein malam omeu anführt, setzt er hinzu: L7-/ ZL ^05 ^81-0/5 /?o^80'/v, öl"e l'k^.cr/T'MSV kl» ^k, /LLNYV, «V7-8 1-0,5 5§ar7-tLs7-«<4 A/o x«e 7^4 o°»j/^rtov5Xktr»-v v>,v Im Gcgenlhcil sagt Valcr. Marim. I. V. 7. erism Kirrri lliAims sllmiilo psriic>ciio euenrus omine lleiiAirsrus est. 8iguillem post iilall Delirium opus narslem stium celebran«, cum Argecum verlor» oxprimsre veiler, all illull poristimum illsmeri- cum referenllum snimo rerulir: -»/->« ,xsi x. -°. ü"' De«r /'/rl/chprn/r acrr a L0<70. - Mnn dtk philosophische Dio dachte sich den Kampfplatz, wie die Scen' einer Tragödie- Ohngefthr wie in Gleims Kriegsliedern der König von Preussen Vie Rollen Ves großen Trauerspiels. Schade nur, daß dergleichen Dinge, die in der Dichtkunst wirklich schön sind, in ber historischen Pros' Ekel und Unwillen erregen- 2644) sich aus Note 2618. noch der Art und- -h"se zu erinnern beliebt, wie beyde Heere mit einan¬ der handgemein wurden, der wird es wohl sehr un¬ wahrscheinlich finden, wenn dasFerngewehr in diese? schlacht hatte beträchtliche Dienste leisten sollen. — Dlv will nun einmahl mahlen; er geht nun also zu simenr Kollektaneenbuche und plündert die Bcschrei- ^mg aller Schlachten, so er sich aus den klastischm Schriftstellern exccrpirt hat, um seine philipprsche z6o DioKaßius, B.XI^VH. Hptst.I.XXV. ^.R.E.7i2ersten Angriff, rind das schwerbewaffnete Fuß- und^lan'volk, so ihnen nachfosgte, kam nun auch zum kus Bur-'Hanbgcmenge. germcisrer. §. 672. Zuerst ward viele Fechterkunst in Stellung der Körper und Schwenkung der Schwerdter an¬ gebracht; denn da sie ihre Gegner umbringen, sich selbst aber am Leben erhalten wollten, so such¬ ten sie anfänglich nichts so sehr, denn andere zu ver¬ wunden und selbst unverwiindet zu bleiben; nach und nach aber, so wie ihr Muth wuchs und das Kriegsfeuer in ihren Adern angefacht ward, jun¬ gen sie an unvorsichtiger zu werden, und nicht mehr so wie vorhin auf ihre Sicherheit bedacht zu scyn, sondern schlugen, aus Begier ihren Geg¬ nern das Leben zu rauben, das ihrige gern in die Schanze. Da warfen einige ihre Schilde hinweg und bemächtigten sich der der Gegner, denen sie den Helm vom Haupt rissen und sie nachher im Rücken verwundeten; da andere, die vorher all' ihre Verthcidigungöwaffen weggeworfcn, Wun¬ den in die Brust bekamen; andere, so sich des Schwerdter ihrer Feinde bemustert, warfen die ihrigen, als ob sie gegen Unbewaffnete zu kämpfe" gehabt, weg; und noch andere gaben geflissentlich Schlacht dem Leser recht merkwürdig, recht interessant zu machen: ob nun die Beschreibung richtig oder un¬ richtig wird, ist Dions mindester Kummer, wenn sie nur schön und rhetorisch ist. — Uebrigens, so wam diese Bemerkung auch immer seyn mag, so muß "Y doch zur Steuer der Wahrheit bemerken, daß die voni seel Fabriz aus Zipviano angeführte Stelle: ftßv Sy X»., y ; UN Apoiano nicht von dieser, sondern von der nachsistl« Senden Schlacht gesagt wird. Philippische Schlacht. z6i Blößen, nm nur desto ungehinderter fechten zuN.R E.71r können. Hier sähe man noch andere, die sich ein^^P^"' ander so vest umfaßt hielten, daß es unmöglichkus Bur war, daß sie sich Wunden hätten sollen beybrin-^Eemer. gen können, die sich aber einander so, Leib an Leib und Schwcrdt an Schwcrdt geschlossen, todt drückten. Einige starben an einer, andere an mehreren Wunden, und da der Tod ihren Schmerzen zuvorkam, hatten sic weder Gefühl ih- rer Wunden, noch Zeit über ihr Unglück Thräncn zu vergießen. Zur Barmherzigkeit oder Mitleid ward keiner von ihnen allen bewegt; der, so jctzund jemand erschlug, bedachte vor übergroßen Freu¬ den nicht, daß ihm sogleich darauf das nemliche Schicksal begegnen könne, und der Gefallene lag gefühllos da, und wußte selbst nicht, wie elend er sey. §- 67z. Beyde Heere behaupteten standhaft den ein, Mahl erwählten Platz, und niemand rührte sich, weder vor - noch hinterwärts, von sei¬ ner Stelle, sondern da, wo er einmahl stand, verwundet' er oder ward er verwundet, starb er oder Ücß er sterben, einen sehr großen Thcil des Tages hindurch, und wenn — wie denn solches in 2645) Dio bildet sieb nemlich ein, das Treffen hab ^uf gut Homerisch mitSonnenaufgang begonnen wel¬ kes sich aber mit Avpiani Nachricht schwer- hch reimen lastt. Diese falsch' Einbildung Dious Übertreibt Hr. W., wenn er den Ausdruck — oder wohl lieber Xylanders Dolinet- lchung mNram cirem übersetzt: obschon die Sonne schon hoch stand. Nicht doch, sondern um die Zeit, ba die Sonne hoch stand, d. i. dem Süden un- ker allen Himmelsgegenden am nächsten, hatte sich das Neffen angefangen. z62 Dio Kaßms. B'X^VH.Hptst. I^xxv. ??.R.E-7i-Schlachten dieser Art gewöhnlich zu geschehen und^eEimr-pDgt — alle Truppen gemeinschaftlich gcgeneinan- kus Bur- der gefochten, oder auch wenn Brutus mit Mark- smlmsm. Anton, Kassius aber mirKaiftrn zu khun gehabt, so hätte sicherlich keiner dem andern etwas anhaben können; so aber fiel es Brutus eben so leicht, dm kranken Kaiser zu überwinden, als Mark-Anton mit leichter Mühe den Kassius besiegte, dem er an Kriegserfahrenheit unendlich überlegen war. Im Ganzen war also niemand weder Sieger noch Besiegter, im Theile war es jeder. Wirklich hat¬ ten beyde Heere einander eben fo besiegt, als sie beyde geschlagen worden waren ; beyde hatten ih¬ re Gegner in die Flucht geschlagen, und beyde waren selbst geflohen; beyde hatten einander nach- gesctzt, und beyde waren vor einander geflohen; und endlich so hatten auch beyde sich des Lagers der Widersacher bemächtigt. Da ihrer eine 2646) Welch ein pretioser, antitheftnvoller, spielen¬ der, mir unausstehlicher Ton! — Wie sehr ubertrift hier nicht der Epitomator Ferraras sein Original: L/rkx X«, Denn weiter ist doch hier kein Wunderwerk gescheh», als was schon ehemahls Pompejo in einem Treffen mit Scrtorins be¬ gegnet war. Wenn der Epitomator des Oirmrs I.XXXXII. dieses Treffens erwähnt, so heißt es: komxeius uäkruc ctsöro cum 8erroiiu les vc iingula ex vrrsgue xsrrs coruus vicerinr: und von der philippischen Schlacht B. exxim. e. caekar er ^nronius upuä ?dili^>^os r-arto conris Lrururn ec dsllium rra r»r äexrsra eor»«a er cstkra guogue vcirmgue ab iis, gui vicsislN, expuAnsrenkur, Vellefus: ("mnu, cuiUruruspraeersr, impulüs bolkidu« cstkrsLae^lis cepir — iä sucem, >n «zuo Oslliurffuersr, t'u^srum sc m»Ie mulcrarum. Ljas rus Illl. vn. H- lunr binc (Haris caüra, in- Philipprsche Schlacht. z6z so sehr groß' Anzahl war, so war das ganzeN.R.E./r- Schlachtfeld weit und breit mit Soldaten bedeckt,M^u- so daß das eine Heer das andere nicht sehen konn-kus Bür¬ te; so daß also von alle den in der Schlacht gnffenen niemand etwas mehr, denn das, was ihm äs Lallu. f^luterrck) p. 90z. f. t-^LT-5,7 s ö x^«2-k«r0ai. —. Dieser letztere Schriftsteller hat uns noch die mchrsten Partikularita« ten dieses Treffens aufbehalten. rNcssala (von dem uns Parerkulus sagt, daß er nach Bruto und Kassio das größest' Ansehn im republikanischen Lager gehabt) war eigentlich derjenige, der durch ein geschicktes Ma« nvver dem Heere des Oktavius in den Rücken kam, und dadurch die Eroberung des Lagers bewirkte, wo mit unmenschlicher Grausamkeit alles, unter andern zweytausend nur so eben erst angekommene spartanische HrWtruppen niedergemacht wurden. Dieser Angriff des Meffala von hinten erleichterte dem Brutus die Arbeit, dem es nun ein Leichtes war, die schon in Un¬ ordnung gebrachten Feind' über den Haufen zu werfen. Eie hieben drey Legionen in Stücken, und drangen dann gleichfalls ins feindliche Lager. — Uebrigens steht es wohl nach den Regeln der Kriegskunst nicht zu be¬ zweifeln, daß nicht dieses anscheinende Glück zum wirk' lieben Verlust der Schlacht beygetragen haben solle: beyde Partheyen wurden dadurch getrennt, und Kas¬ sius der Unterstützung beraubt, die er mit der größten Eiligkeit von Bruto fordern konnte: u--, , 78 K§"87ov w; qkk-^^L^vsrv- (plurarch, und von dem der Kriegskunst weit Mehr erfahrnen Kassio, sagt er auf der folgenden Sei¬ te; kt§LV X-Xs ^0ck7K^/!/L70<; vl) ö'r, X»«78V- M^r-Ü'srv rcsti «HL/ttLV, 78 yr'k^tkte'M 7S,; ä/ltLA»xs'LV7L^ , «L/7/0 7« ^«7°- — Appiamrs S. ?78- rechnet dis Zahl der Gebliebenen auf des Kassius Seiten achttausend, mehr ober als noch einmahl so viel auf Seiten Oktavs; auch berichtetier-uns, daß die Schlacht gerad' an ei- >Um Geburtstage des Kafflus geliefert Worden sty. z64 DioKaßius. B. Xs»VH. Hptst.s»xxv. yr.R.E./irsclbst angieng, wußte. "") So wie die Flucht angicng, versuchte sich jeder zu dem ihm an- kus Bur- gehörigen Lager zu retten; und da diese Läger sehr «ermeiiier, weit von einander entlegen, der Staub aber ' ungeheuer war, so blieb der wahr' Ausgang der Schlacht jedwedem unbekannt. Die Sieger glaub¬ ten, es habe jeder gesiegt, und die Besiegten, es habe jeder verloren. Es ward auch die wahre Be¬ schaffenheit der Sache nicht eher bekannt, bis, nach beraubten Lägern, die Sieger sich unter ein¬ ander begegneten. 674. Was also die Schlacht selbst anbetraf, so hatten wirklich bcydc Partheyen eben so den Sieg davon getragen, als bcyde besiegt worden waren; stntemahl für jetzt kein wahrer Angriff versucht ward, denn so wie sie sich auf ihrer Rückkehr ein¬ ander begegneten und den wahren Verlauf der Sache vernahmen, gicngcn sie sich einander aus dem Wege, und keine Parthey erkühnte sich, die andere,anzugreifen. Ich will jctzund erklären, 2647) DieAlten hatten sonst wohl Adjutanten, (und selbst in der Geschichte dieser Schiacht kommt weiter unten ein solcher vor) allein es scheint überall hier sehr tumultuarisch zugegangcn zu seyn. — -r» 0- -/°-e , L7k X«, «»7k?, Übersetzt Hr. mufircn sich in einer langen Front' ausbreitcn. Ab¬ gerechnet, daß von der Fronte gar nichts im Grieche sehen steht,- so verstauet das Manöver des Messala al¬ lein nicht, sich eine proportionell weit ausgedehnte Fronte zu d enken. 2648) 1'2 ot-!k-« «7? Lzzqäwv W. floh nach) ihrem weit von dein feindlichen entfern¬ ten Lager. — liebrigens ergiebt sich aus Note 2609, daß beyde Lag^'r nicht sondern nur acht Stadien ar.'s einander lagen Ausgang der Schlacht. 365 wie es zu verstehn sey, wenn ich sage, daß beydeN.R.T.71, Partheyn gesiegt haben und besiegt worden. DasA^,^) gestimmte Lager Mark-Antons und Kaisers, nebstkus Dm/ allem darin Befindlichen, war in die Hände der^weister. Feinde gerakhen, und hatte dadurch am einleuch¬ tendsten die Göttlichkeit des oberwähnten Traums gezeigt, sintemahl Kaiser, wär'er an Ort und Stelle geblieben, sicherlich zugleich nebst allen an¬ dern umgckommen wäre. Rasims hatte zwar sein Leben ans der Schlacht davon getragen und hatte sich, da er sein Lager in der Feinde Gewalt sähe, irgend anders wohin geflüchtet^; weil er aber argwöhnte, es sey auch Brutus seiner¬ seits geschlagen worden, und die Sieger schon auf dem Weg ihn umzubringen, beschleunigt' er selbst seinen Tod. Er halt' einen seiner Offiziere beor¬ dert, zu rekognosziren und Rapport zu bringen: wo Brutus sey und was er mache. Dieser traf auf seinem Wege Reuter an, so Brutus seiner¬ seits ausgeschickt, Nachricht vom Kassius einzu- jichn, und kehret' also mit ihnen, da ihnen kein Feind nachsetzte und keine Gefahr vorhanden war, langsam zurück. Rasims, der sie von weitem ankommen sähe, vermuthete, daß es Feinde wä¬ ren, und ließ sich selbst von seinem Freygelasienen Aindarus des Lebens berauben; und der Offi¬ zier, nachdem er erfuhr, daß er durch seine Lang¬ samkeit an diesem Todesfall Schuld gewesen, überlebte selbigen nicht. 2649) Verständlich ist dieser Paragraph dem Leser Senuq; dem Uebersetzer wird er aber sauer, wenn er >hn dem deutschen Leser mit allen seinen Eigenheiten wiedergeben will. — Ich will übrigens hier am Ende die Nachrichten der Alten vom Tode des Kassius im Zusammenhang anführe», um die Materie nicht zu sehr zerstückeln zu dürfen. — Plumrch x>. z66 DioKaßius B.XI.VH. Hpfst I.XXV, N. R.§.71-1004. erzählt, Kassius sey ^--^--7-», Lcpidus II./a, 4 77^o3i/^,L X«, ->071^!^ (Azckauder! cun- "kÄ ^Ziir- er mors poüus, qusm slscrirsre er coniiliä germeisie^ clucom^ ich gestehe gern, dies nicht zu verstehn) vom ' rechten Flügel der feindlichen Armee überflügelt worden. Seine Reuterey nahm sogleich Reißaus und wendete sich nach der Küste zu. Das Fußvolk versuchte Kassius zum Stillestehn und Beschatten zu bringen, indem er sogar einem fliehenden diAnifer das iignnm aus dec Hand riß und es vor sich in die Erde pflanzte Aber alles war vergebens. DieFlucht ward allgemein, und er sähe sich sogar von seiner prätorianifthen Kohorte verlassen. Er rettete sich nun mit wenigen auf eine benachbarte Anhohe z°o»- bestimmter wie Dions; irgend anders wohin) von welcher er das Schlacht- fcld übersehn konnte. Zwar hatte Kassius ein sehr kurzes Gesicht, allein es reichte doch hin, ihm die Er« vberung und Plünderung seines Lagers anzuzeigen. Seine, mit einem schärfern Gesicht begabte Begleiter wurden eine große Parthcy Reuter von der Parrhey Les Brutus gewahr, die sich ihnen näherte, und ga¬ ben Kasso hievon Nachricht. Der kurzsichtige nieder« geschlagene Mann glaubte seinen Freunden nicht, stn- Ler schickt' einen Offizier seiner Suite Lirmius aus, run zu rekognoszireu. Titimus ward von feinen Ka¬ meraden erkannt, gegrüßt, umgeben Kassius, der den Kopf voller Schwermutb und die Angen voller Nebel hatte, der dies ganze Schauspiel also nur bald sehn konnte, bildete sich ein, Titinius sey gefanaen worden- Nun so versessen sind wir auf unser Leben, sagt' er zu den Umstehenden, daß wir unsre Freunde »or unfern Augen umkommen lassen! So sprach er, rmd begab sich in ein einsames Gezelt — fwo war denn dies Gezelt auf diesen Hügel hingekommen? war es wie ein Schwamm aus der Erde gewachsen? oder war der Hügel, zu dem sich Kassius reririrt hatte, jener, auf dem das Lager deS Brutus stand? Es ist aber weder eins noch das andere möglich^ — wo er seinem Zreygelassenen pindarns, (den er von jener Zeit an, da er unter Krassus gegen dieParkher focht, ausdrück¬ lich für irgend eine solche Gelegenheit aufgespart batre) nachdem er sich das oaupt verhüllt, den Hals Hin- Nichte, ihn vom Rumpfe zu trennen- Man fand den Kaffn --.od. z 67 Kopf vom Rumpfe getrennt/ den Pinbarus aber nir-N.R,E,7ir gcnd, woraus das Gerücht entstand, als wenn er den^A^ 11. Kassius gegen seinen eignen Willen umgebracht. In ^r-' zwischen kam Tikinius, von der Reuterey des Brutusgermeistcr. begleitet, zurück, erfuhr/ was vorgegangen war, und brachte sich selbst um. — In dein spater geschriebenen Leben Kaisers — (in den Ausgaben geht es dem Leben Bruri vor; daß es aber spater geschrieben ist, erhellet aus dem Umstand, weil Plutarch in ihm seine Lebens« beschreibung des Brutus als schon herausgegeben ci. tirt) — schreibt er S- 740. k. Kassius hatte sich nach dem Verlust der philippischen Schlacht mit eben dem Dolch selbst umgebracht, dessen er sich ehemahls gegen Kaisern bedient. Allein i) kann man sich nicht selbst den Hals abschneiden, sondern dies muß ein anderer thun; 2) wenn man auch hier mit Fabrizio die Regel anwenden will: (buoä guis slium, so ist der Dolch wohl kein Instrument zum Halsabschneiden; und^z) widerspricht diese Stelle ganz und gar jener wahrschein¬ lichem Erzählung, der er im Leben des Brutus folgt, und die er in jenem des Mark-Auron S. 925. b. wiederholt: , «vr« X«, — Appianug S- Z78- nennt den Hügel, wo sich Kassius hinflüchtete, , welches wohl keinen andern als jenen Hügel bedeuten kann, auf dem, nach N-2604, die Stadt Philippi igebaut war. Den Tod des Kasims trzählt Appian auf eine doppelte Weife: Sobald er den Verlust seines Lagers gesehn, hab' er dem pinda-- rus, den er seinen Waffenträger nennt, ihn umzu- bringen befohlen. Da dieser zaudert, bringt inzwischen jemand die fröhliche Botschaft: Brutus habe die Fein« de geschlagen. Geh, sagt Kassius voller Wuth, und sag' ihm, daß ich ihm einen vollständigen Sieg wün« schen lasse; und gleich darauf wendet er sich wieder Zum Pindarus: Was zögerst du? was besreyst du mich von dieser Schmach nicht? (nemlich besiegt wor¬ den zu scyn, inzwischen Brutus Sieger ist.) Dies ist die ein- Erzählung, die Appianus, weil sie ihm wahr, scheinlicher vorkam, vorn an setzt; die andere ist die des Plutarch ohne die mindeste Variante- — Vellejus geht in seiner Nachricht fast gar nicht vom Plutarch ab. Von dem Hügel, zu dem der tteberrcst der Kas- z68 DioKaßius.B XI.VII. HM.I.XXV. N-R T-71-sianischen Armee geflüchtet war, sagt er: »gmen in LeriduS H.slrioi» 5s receptor Ivc-r, Er nennt weder den Na» und Man-mcn des Öfters, den Kajsius zum Rekognostiren acrmeMer schlckte, noch desjenigen, der ihm auf sein selbsteige. ' nes Bitten das Leben nahm: dieser heißt schlecknwcg jener Lttocsr«/, weiches aber nicht im Mlnde» sten mit der Nachricht des Dio streitet; weil es eben so wohl euocnros conturiunes als euocsro« milices gab; nur denk' ich, nach dem, was wir oben S- 276. von den Luocnris gelesen, läßt sich gar mit einander zwei» sein, ob es unter der Armee des Brutus Luocaw« ge¬ geben, die nur eine kaiserliche Miliz zu seyn scheinen- Die nähern Umstande seines Todes erzählt er so, daß ihn Plutarch wörtlich zu übersetzen scheint- Man vergleiche beyde Schriststcller selbst, Plutarch: 7- r« ««c 7^/ xeP«^/ x«, -ro-/ xo^su X Xkch«^ 7-» (7L//.«ro; Vcls lejns: bacsrnn caxur ciecumcieöir, extenrsmgus cenil¬ cem illisriirns liberlo prsebuir. Osciclsinr Lsllii cspar. Zwar sagt der Lpitomacor Lwü: rtZ-vremM c»»/«- r-/>. Aber freylich bringt derjenige sich selbst um, der einen andern bittet, es zn khun. Daß Livius von kei¬ nem eigenen Selbstmorde gesprochen haben konnte, bezeugen uns diejenigen lateinischen Schriftsteller, die dem Livius xrslUs vetUk-üs folgen- Krosius, der hier vermuthlich sogar den eigenen Ausdruck des Livius behält, sagt: siunre aU clsspsrskionem aä-icki örums et dsllius, F/>r Wvxxem snts belli tsrmiaum coer/ct«rr«»r. Xsm inuicaris perculsoiibus Llrtstius capur — xrsekuit. (Die nemliche Redensart des Livius iß hier wiederholt; das unmittelbar darauf folgendezstgt aber genug an, wie sie verstanden werden soll- Em anderer Epitomator des Livius, Florus: Lstbuo in- clinsro cornu luorum, guam cnpris Lsysaris caiiris, l» xillo impslu reeipientes 5e eguites viclsiet, kuKere ne- bikrstus euaclit in wmulum (er hielt also den vomBkU» tus kommandirten Flügel für geschlagen, weil er ihlt schnell und vermuthlich in Unordnung zurück komme» sähe) inäe puluers er strspitu, cria-/, »ocre r„ci»a (W>^ derum nierkwürdig! es endigte sich also das Tresselt trst mit einbrechender Nacht) eximsnribus gsU->e >e> fsnlum, guum guogue in iä mistus, »räiu« Ausgang der Schlacht. 369 Z- 675. Brutus sendete den Leicbnam des Kassius^ ^7,, alsofort heimlich nach Thasus, weil er sich furch-Leridus' n. tc, wenn selbiger auf dem Scblachtfclde begraben""/ würde, möchte dcrAnblick desicn, was vorgcfallen,gcrmeister. renunriaret: trsnzsclum 6s psrtidu» rstuz, vni 6s pro- ximiz »userenäom prsskuic capur. Widerlegender aber als alles, was uns einen selbsieigenen Selbstmord des Kassius vernmtben lassen könnre, ist das, was unmittel¬ bar aufdieangezogene Stelle folgt: sluiz sspienrillimos viroz non mirsrur s6 vliimum non suis msnibus vlvz? nili li dos guogue ex psrsuzlions 6esuir, ne violarenr msnus, se6 in sbolirions lsncriilimarum piitlima- rumi^ue soimarum, iuclicin suo, lcslere slieno vke- rsn'ur. Mir dieser Stelle vergleiche man folgende des Valerius Maximus Vl. vn. 4 (nachdem er die Ge¬ schichte der Ermordung des Kassius durch Pindarus erzählt hat: ) (^ms Osorum, Arsuillimi sceleris vlior, iilsm äexrsram, guas in necem parriae parenris exari's- rst, tsnro corpore slliZsuir, vl se rremebunclsm ?in6sri ßenibus submirrerer, ne publici psrriciclii goss mers- bswr PV6N3S, srbicrio pii vicloris exsoluerer? I'0 pro- leüo. 1'u Dius luli cseleliidns ruis vulneribus 6ebirrim kxeAÜli vinciiÄsm. kerssäum erg» re capuc sorcliclis 2uxilÜ8 lupplex lleri cogsnllo, so »nimi seltu compul- turn, vr negue rstiners vicsm veiler, negue liniri ma¬ nu sus au6erer. — Der nemliche Geschichtschreiber er. iahlt Vim. Geschichtchcn vom Tirinius so. als bfitte sich selbiges völlig um Mitternacht zugetragen: noÄurno rempore — suia rsnskruum odscnrirsz 7- welches sich doch mit der obangeführten wahr¬ scheinlichem Nachricht gar nicht reimt, Spat gegen Abend, aber nicht zu nächtlicher Zeu mag sich das, was wir so eben erzählt, zugctragcn haben — Aures lms Viktor K. 8g, nennt diesen Frevgelassenen nicht pindarus, sondern Pandarus, und setzt der Ge¬ schichte seines Todes noch folgendes Anekdötchen hin- iU: Liu8 morre au6ita, Xnlonius exclamslls 6icirur Vici. — Zonaras hat nichts, was hier angeführt iu werden verdiente. 972 DioKaßius.B. XI.VH. Hptst.I.XXV. N.R E.71-Trauer und Muthlosigkcik zugleich im Heere ver- mis^ Blan-breiken. Er übernahm hierauf das Kommando kus Bur- über die übrig gebliebenen Soldaten des Kassius, gerumster» tröstete sie durch Ermunrcrungsrcden, und er¬ setzte durch ein Geldgeschenk das, was sic sm der Plünderung ihres Lagers^ verloren, E°) und weil das Lager derselben bequemer denn sein eignes war, verließ er dieses, um sich jenes zu bedienen. Von diesem Lager aus that er seinen Widersachern man¬ cherlei) Abbruch, griff auch einsmahls -ur Nacht ihr Lager selbst an. Denn da er Hoffnung harre, sie mit der Zeit gänzlich und ohne Gefahr aufzurei¬ ben, so hielr er cs nicht für dienlich, noch cinmahl eine Decisivbataille mit ihnen zu versuchm, wohl aber sie dann und wann zur Nachtzeit zu crschrek- S. z;;, ken und in Unordnung zu bringen zu suchen, wie er denn auch einsmahls den Fluß ) ablcirete, und dadurch einen großen Theil ihres Lagere unter Wasser setzte. Kaiser und Antonius litten Man¬ gel sowohl an Lebensmitteln als Geld, daher sie auch ihren Soldaten das, was sie in der Plün¬ derung verloren hatten, nicht ersetzen konnten. Ueberdem hatte sie Statius aller der Hülfstrup- pen beraubt, die ihnen von Brundusium ans r6;c>) Vgl- Plutarck x. 1^05. welcher noch Über¬ bein sagt, daßBrukus bey Erblickung seines Leichnams gesagt: „daß er der letzte Römer sty " Zur E-uscha« digung versprach er jedermann zweytausend Drachmen. >— Appianus setzt noch hinzu, daß er weder Trank noch Speise zu sich genommen, und die ganze Zeit hingebracht, das zerstreuete Heer des Kass-us in Ord' nuna m brirgen. eÄ5oa) weil Pluto, der hier die Proser- pina raubte, beym Uebergang über selbigen dassM seines Magens zerbrach. Appmu x. Z75. Ausgang der Schlacht. ^71 auf Lastschiffen waren zngeführk worden EbenN.R.E.^ir so wenig konnten sie ohne Gefahr weder ihr Lager, an einem andern Orr aufscklagcn noch nach Ir kn- Dm- lien zuruckgehn. Sie muhten also die game Hoff-^^^ister- nung, nicht zu siegen allein, sondern sogar leben zu bleiben, auf d s Glück der Waffen setzen; und sie eilten, sich dieser Gefahr zu unrerziehn. bevor noch die Feinde Nachricht von dem Schaden, den sie auf dem Meer erlitten, erhielten. 676. Da Brutus auf keine Weise zum Schlagen zu bringen war, dg) praktizirten sic Affichen in sein 2651) Non dieser leider zu wenig bekannten glückli¬ chen Schlacht des Markus giebt Plurarcb p. 1006. nur einen Fingerzeig. Sie fiel am nemlichek 'age vor, an deni die e>stere pbikivpckche Schlacht geliefert a ard. Brutus abe^ erhielt nur erst nach zwanzig verflossenen Tagen Nach icht von ihr: r- VÜ1, A^elches uns zugleich zu ei¬ nem chronologischen Fingerzeig der philippischen Schlachten dienen kann. Appian gst2 meldet, daß dieser Verlust den Kaiserlichen beyden Heeren vor dec zwolen vhilivpitchen Schiacht bekannt geworden sehr dem zu folge muß nwischen beyden Schlachten wenig¬ stens ein Monat verstrichen ftyn Nack Plutarch hat Brutus die Nachricht davon nur einen Lag vor dec Schlacht non einem kaiserlichen Ucberlaufcr Rlodio er¬ halten, solches aber nicht einmal-! geglaubt. " Plu- tarch nimmt Gelegenheit daber, sehr erbaulich', aber auch deshalb sehr entbehrlich' Anmerkungen über Vor¬ übung und politische Verfassung dec Romer zu ma¬ chen. Seine Gedanken sind schön und richtig, aber neber lese man den nickt so philosophischen Apv'.au und 80. der diesen Unfall auf eine dem Ge¬ schichtschreiber viel würdigere Art erzählt. 2652) Die sie aber wirklich bereits erhalten batten. Man sehe die in der vorigen Anmerkung augsfuhrte stelle des Appian. , 2652») valer, Max, VI. im. 5. bl. UruML^- 372 Dio Kaßius. B. XL.VII Hptst. I.XXV. R.R.E^Lager, in denen sie seine Soldaten, unter Vcr- mid^Plan-sprcchung ansehnlicher Belohnung, aufihreSeire kus Bur- zu treten, oder mindestens mit ihnen, wo sie nm germcifier. noch einen Funken von Herzhaftigkeit hätten, zu schlagen ermunterten. In dieser Zwischen¬ zeit giengen einige 'Gallier von ihnen zmn Brutus über, von dessen Truppen dagegen A- mynras, der die Hülfevölkcr des Dcjotarus koinmandirte, und Rhaskuporis zu den xrselirinr inirurun, negsmibus guibu^ösm iä commirri oporrere: kicieirror, inguir, in sciem clefcen- äo, koäie enim »ur recre erir, snr ni'Iiil cursbo, ver¬ wechselt ohne Zweifel dieses letzte Treffen mit dem er¬ sten, wo Brutus allerdings zum Schlagen sehr auf¬ gelegt war (Note 261?.) und etwas ähnliches gesagt haben soll. Cr schrieb nach Plutarch an Attikus: „er „befände sich jetzund besser als jemahls; denn er werd' „entweder siegen und Rom in Freyheit setzen, oder „sterben und selbst von der Sklaverei) befreyt werden;" welche misverstandene Worte leicht m jener Rodomon- tade Gelegenheit gegeben haben können; denn daß Brutus das r-kiE« prselmm nichts minder als frey- willig geliefert, bezeugt nicht Dio allein, sondern auch Appian und Plutarchus. 265z) Von Affichen schweigt Appian, der nur von mündlichen Herausforderungen wissen will. 2654) r«z, raaz, r«kä, r-z; ir-r-r, lch habe den bekanntern Namen gewählt. 2655) Vom Rhaskuporis besiehe Note 2542. - Amynt ward in der Folge vom Antonio zum Dynasten von Galatien gemacht. S- unten §. 76z. wo er des Dcjotarus oder Staatssekretair heißt. Nach der Attischen Schlacht trat er zur Parkhey des August über, daher ihn auch dieser im Besitz seines Kö¬ nigreichs Galatien bestätigte, da er sonst alle voni Antonio eingesetzten Könige ihrer Herrschaften beraub¬ te. Dio H. 812 und 817. — Plurarcd ^»ro». t>. nennet ihn König der Lykaonier und Galater, aucy Vellejus II. 84- giebt ihm den Chrenlitel König- Er war es, dem sich der unglückliche SeMsPompeM Zwote Philippische Schlacht. 37z Feinden übergiengen; jedoch ist dieser, wie eknigeN-R-E.?,- sagen, snicht zu den Feinden, sonderns geradeN»^^ nach Hause gegangen. Dieses machte, daß Bru-kus Bur- tus anfieng sich zu fürchten, es möchten ihn noch^'"^"' mehrere verlassen, und darum zu schlagen be¬ schloß. — Es befand sich eine große Menge Ge¬ fangener in feinem Lager , und da er am Tage der Schlacht selbige weder bewachen lassen noch aber ihnen trauen konnte, daß sie nichts gegen ihn un¬ ternehmen würden, so ließ er den größesten Theil derselben umbringen. Er gab hierin der Nothwendigkeit, gegen sein' eigcnthümliche Den¬ kungsart, um desto williger nach, weil auch seine Widersacher die, so sie von den seinigen gefangen bekommen, niedermachen lassen. So wie er die¬ ses gethan, stellet' er die Seinigen in Schlacht¬ ordnung. Indem beyde Heere so einander gegen überstanden, zeigten zweyAdler, so über beyde Heere flogen und mit einander kämpften, den Ausgang dieses Krieges an. Denn so wie der Adler des Brutus den Kürzer» zog und weichen mußte, so ward auch sein schwerbewaffnetes ergab, wie Appian im Ausgange feines fünften Buchs erzählt, und auch wir bald beyzubringen Gelegenheit haben werden. Sonst handelt von diesem Amyntas seiner, Reineccius /tisto»', 1. III. x. 509. — plutarch x. 1007. nennt weder den Amynt noch Khaskuporis, wohl aber einen gewissen Ramulaws, ben er «vZx«, rroZk/,"«" >r«i nennt, und der, seinem Namen nach zu urtheilen, em Gallier gewesen zu seyn scheint. Ww »es steht hier der philosophische Repub¬ likaner unter dem rachsüchtigen stolzen Despoten Karl ^m Zwölften!!! Man vergleiche Baumgartens össsste Note zum Xlten Bande der A> W- G. 26;7) unter der Menge von Wunderlichen, die pmtarch x. 1007. aus den verloren gegangenen Du» 374 DioKaßius. B. Xl^VIk. Hptst. L,XXV. ^.N.§.7--Fußvolk, nachdem es sich eine lange Zeit mit m^ Bi.'n iwcifclhaftem Glücke gewehrt, in die Flucht ge» ku^ Dur. schlagen; und diesem mußte die Reuterey, ob scl- MMijker. bleich noch tapferer gefochten, "N) nach erlit- chern des volrrmnius anführt (der aber doch nichts von der famosen Geisiererscheinung wußte, deren wir oben Note 2600. Meldung thakcn) erwähnt er auch dieser; wie auch der Geschichte mit dem Neger (Note 2628 ) die Florus vor dem ersten Treffen geschehen zu scyn meldet: es sind aber diese zwo Treffen in Kleinig¬ keiten fast nie gehörig von einander unterschieden wer. den. — Appiau S> z84- gedenkt desselben auch eben so wie Valeo. Max. I. rill. 6. di. Lrurus, cum reb- ssu rrsnsstxus exsxirsuit. Griechisch beym Plutarä): V« V«,, kxk<- , xc>; X. >7. X. siche solch' angeführt un¬ ten in der 266/sten Note.) Diese Bedeckung ward nachher von einem der Bedienten Antonii gestohlen, der aber diesen Diebstahl mit dem Leben büßen mußte- — Die Ueberbleibsel des Brutischcn Körpers wurden, dem nur «»gezeigten Plutarch zufolge, seiner Mutter der Servilca geschickt. Vgl.ck«ro„ 925, wodasnem- liche erzählt wird- — Appian p. g88- «ML«» 7-k «^>I^ k»3!-r, x«, x--v-7«r, 7-A Vaier. Map. v. I. It- Ll. erism /inconii »nimus rsiix bumsnirsris inrebecru non csruit. dtsrci enim Lruki corpus libsrco luo s^pe- lisnüum rrscliilic; guogue bonorslius cremsrsrur, m- iici ei suum paluUsmenrum iullir, iacenrem non botlew, lecl einem ciepouco exickimsns oäio, tüumgue lnrer- csxrum s libsrro psluäamsnrum eomperistet, ir» xercl- kuz prokinus in eum animscluettil, ksc snre praesmoue vlus: ()nl6ru, iZnorssti, cuius ribi viri sepulrursm commiserim. Man muß sich hicrbcy erinnern, dau die Gemahlin des Lepidus, eines Kollegen Anton», des Brutus leibliche Schwester war. 2662) Srrrtonius XIII. 2. — tlspire b>m> klomsm iniüo — wohlzuverstehn, er spricht von« Au« Schicksal der Brutischcn Patthey. 579 ihnen Verzeihung alles dessen, was vorqcfallen,^ versprochen, alsosorr zur Gcgcnparrhcy über. kus Bur- gust, nicht aber vom Anton — vc sssmas Oelsrisgermeisicr. kummirrerotnr. 2665) Vollesns: prorinus^lessulu, fulgemilllmus iu- veniz, pryximn» in Ulis cultris Lrmi Oiiiigus auÄori- mii, cuin essenr, gui oum ciucem pokeerenr, ssruuri br-noücio L.iokzris muluir, gu»m clubium 5pem srmo- rum renrure sinplim. d^ee sur Lueisri gniclguum ex viÄoriir suis fuir Isetiuz, «juum terusüe Luruinom : auc maius oxemplum hominis ^rsri ?c pü, gusm Loruinus in (isekrem kuir. — Dieser Korvinns ist der bekannte Macen Tibullens, unter dessen Namen eine klein' Ab¬ handlung: cie progenie ^uAulki auf uns gekommen ist — Nächst Messala war Lukins Libulns der vor- nehnist' Anführer der Republikaner. Appian p z88, wo er die Starke des republikanischen Heeres auf vier-- zehntapfend Mann schätzt. Bekannt ist es übrigens, daß -Hora; in diesem Treffen unter der Parlhey des Brutus focht: unwahrscheinlich aber ist es, daß ihn Messala dem August empfohlen haben sollte. — vekes st« am ang.Ort legt dem Brutus ein Alter von sieben und dreyßig Jahren bey: klnnc exirom dlu,ici Lruri parrium er UAenris forruna ells ooiuir. Kabriz in der Note sagt: der Epitomator des Livius gab ibm ein Alter von vierzig Jahren; und dies wiederholt mit den nemlichen Maten Fergu- stn S- ng: „Lrmus war oamshls ungefähr sic-: „den und dreyßig oder vierzig Jahr alr. Livius "Cpitonie deS rasten Buchs. Vcücius Paterkulus II. 72.^ Mein es ist dies ein höchst lächerliches Ver. sthn, denn der Epitomator des Livius sagt auch kein .'ort von Bruti Alter. Hier sind seine Worte: Llre- rv äeincle prselio vjctuz >1. I!rum§, er ixte virsm tini- vu, exorsro 8rrsrvne fugsv comirs, vr bbi glsciium sä- neecer: Komanarr/m čire/'. Es ist wunderbar, wie diese Worte '° stbr haben misvcrstanden tverden können- Wenn ^'rr auch gleich Livius nicht ein Wort von Bruti Le- vknsaker hat, so könnte die Sache bey dem allen doch z8o DioKaßius. B.XI.VH.Hptst.^XXV. »r.R.E.7i-^orkia verschluckte glühende Kohlen und starb, und'd Man Was aber die vornehmsten Offiziere betrift, kus Bur- sie mochten nun wirklich zu den Mördern Kaisers germeisrer. ziemlich richtig seyn. Rikero r,r Sr»ro sagt uns: Brutus sey zehn Jahr nach dem ersten öffentlichen Red. Versuch des Hortensius geboren worden. Dieser fallt unter das Konsulat des Krassus und Skavola n.R E 658; folglich wäre 668-Bruti Geburtsjahr; die Philippische Schlacht fallt 712; und dem zufolge Ware Brutus vier und vierzig Jahr alt gewesen: wo- für Livius mit einer runden Zahl gar leichtlich vierzig setzen können. 2666) Wenn man mir meinen Unglauben nicht übel nehmen will, so bekenn' ich frey, dies schlechterdings für unmöglich zu halten. Die glühende Kohle wird Sclilund und Zunge verbrennen, und ebendeswegen entweder gar nicht herabgeschluckt werden können; oder, wenn sie ja herabgeschluckt wird, so wird sie todt und als ein cagur moiruum im Magen kommen- plurarck gedenkt am Ende seiner Lebensbeschreibung des Brutus dieser Geschichte aufdasAnsehn desWelb weisen Nikolaus, d, i. desDamasccners, unddes^ns lerms Maximus — (P. Illi. vi. z. luoa guogue callillimo8 iL;us5, Porcia, ketarci Lscom's stlis, cunÄ» saecula a storben. Man sehe Baumgartens 662ste Note M Xlien Band der A. W- G. — Die Geschichte hat siw aber, so falsch sie übrigens ist, sehr weit verbreitet- Ich will den aonaras nicht nennen, der nur den Dw ercerpirt: s« s vfur« , Tod derPorkia. Z8i gehören, ober nur mit unter der Zahl derProskri-N.R.E.^r» birten begriffen ftyn, so brachte sich damahls der^,^'^^i- kus Bur- Zx 7-8 irsxo; X«! xsraM-80'« (wiewohl^^einer. Aonaras hier nicht blos den Dio exceroirt, sondern ibn mit Plutarcho vergleicht) aber es erzählt sie auch Appianus gegen das Ende des vierten Buchs von den bürgerlichen Kriegen: und im Martialis I. xxxxur. befindet sich folgendes Epigramm: Loniu^is »uchsier kstum cum poitis kruti Lt sukkrsÄn sibi yusererer srms äolor, Honäum kciris, sit, mortem non polke noAsri, Lreäiäemm sskis Ime vos äocuilke pstrem. Dixie er ancle»rer a«rclo o>e /a»r//ar. I nunc ee kerrum, turba moleli», neA». Unser erlauchte Landsmann, Valvasor, der unsterb- licheVerfasser der Ehre des Herzogthums Krain,. hat > in seinem "Drear^o Morrr'z p. 14;. die porkia, wie sie Kohlen frißt, in Kupfer stechen lassen, und folgende Verse hinzugesetzt t^uoä kuerit kruto conkors fiäilkms mortis, Korci» non soliro monlirst »msra moäo; Irilks kubisti tüx leZir ksts msrici, ksts tibi sriepro mox puZivne psrst: (lommorsmur, sic, psrirer gui viximussncs! 8tri5is »c smicorum subtrskic srms codors.: (^uicl kscil? ancleure^ s«rclo vor ar one/äarAarz I, äicenz, kerrum, rurbs moletta, neZs. Deutsch; ^aum Portia vom Tovr Ihrs Bruti lest das Schreiben, Ergriff sie auch den Dolch, wolt nicht beym Leben bleiben; E dies die Freund' verwährc. Faßt sie erst gräfiern Muth, Und fristet häufig ein, Vom Hecrd die frische Glut, Alleins ii. erzählt eine nemliche Todesart von Servilia, Gemahlin des jüngern Lepidus , einer atiece des Brutus; äeruüis Degicii rxor, viuo iZnii z 8 2 DioKaßius. B. XI. VH. Hptst. I.XX v. ! N.R.E/i-größesteThcil frcywillig selbst um, oderward, Favsnius, gefangen gekommen und kus Vur- verlor auch so das Leben; die übrigen retteten sich gerumster. - i / clsuorsto, praematursm mortem immorr,-!, nominis sti 1 eirssuit msmon'-i. Ein alreres Bcyspiel hat Flocus IH. XXI. 16 Lsrulus se LANI5 k-lustu luäibrio hvitium exsmit. Man lese Rarpcnrarmm in Orpenk-msms x. 159. ich nehm' aber mein' oben geäußert' Unwissen¬ heit nickt zurück: Ich begreife nicht, wie man von verschluckten glühenden Kohlen sterben kann!!! 2667) Dahin gehört z. B- Livius Drusus — vgl. unten §.72t — der Varer der nachmahiigen Gemah- kinu Augusts; Lukins Lastrus, Neveu des tzetd- herrn; Rars, Sohn des Utikenstschcn, Labes Äa- ter des berühmten Juristen. Appian x (wie¬ wohl nach Plurarck x. roo8. Labes, und derprseis- Äuz -tu'orum Flaums noch bey Lebzeiten des Brutus in der Schlacht selbst gefallen find.) Oicseassvmikir wir noch ans Delle,'s zusetzen: Lukullus, Forcen- sius, den Anronius auf dem Erabmah! feines voin Brutus Hingerichteten Bruocre umbringen ließ: 4^«« 'o-r»,»»-«» st vqc «dk 4:8 ,->«7»:- Pluearch p. 92r.c.) Darrs (nicht der Mekehrtt, so»' dcrn ein von ihm adovti rer Sohn des berühmten l^u- kul!»s) Guinktilirns Darus (vermuthlich dcrBattt desjenigen, der nach der Attischen Schlacht, auf Ok" taoius Befehl, den Cassius von Parma erschlag; !> unten Note 26,4. und dessen Tod Hora; l- xxiin. in einer so wunderschönen Ode beweinet) — 1^"' t»m nobilitqrsm, guue cum Ich Lruto periit, erwahaik Eutrspius VlI. 2. 2668) Hieher gehört folgende Stelle Suecons Lu honoribee sulursro, tzuuc losciilllmo eonulcio corsm ^rofeiciu; (welches föechAÄüM co,r«kc//,m nicht darin bestaad- daß man bey seinem Namen Gktanms den Ehrcutitel lwpsr!,wr ausließ, wie Pitiskus in seinen Anme-kun- gen meine, sondern es muß ein anderes uns unbekann- tes.Scheltwort gewesen seyn ) Schicksal der Brutischen Parthey. z8z auf das Meer, und machten nachher mit SexkusN.R.Z.^r Pompcjus gemeinschaftliche Sache. 2^ Man- kus Vur- 2669) Vorzüglich Statius Markus mit der gan-^Eister. zen ibm vom Brutus anvertraueten Flotte. Vellesus M supra: 8tsrius Lturcu«, gui cialli er cuüocliss ma- mprzekuersc, cum omni commiKs !>ki xarre oxerci- wum nsuiumcjue 8extum pvmpsium, Lneü dlsZni 6- liv.Mj gni, ex t^ispania reusrrsns, 8iclliam «rmix oc» cupsusisl, xerir! »6 c^uem er e kruriLM8 casirls er ex Ir»ti» sliiscjue reirsrum psrrchus guv8 prsscesenri periculo lonuns kndcluxsrm, proseripri conguel>«nl. Vgl. Note 2674. Daß die mehresien sich nach Thasus rctirirren, wäre ohnehin leicht zu vermuthen , wenn es auch kein Alter gesagt hatte. Eben so leicht laßt cs sich erra» then, daß die siegende Parthey nach Thasus über- gimq; und hier ist dem Antonio von denen , die er dorr vorfand, alles Geld, Munition und Proviant, was vorhanden war, ausgeliefert worden. Appiau k. M. Ende des sieben und vierzigsten Buchs. Des Titus Dio Kaßius Kokkejanus V.e. Jahrbücher Römischer Geschichte. Acht und vierzigstes Buch. Hauprst. I.XXVI. Kaisers Krieg gegen Fulvia undku- kius Antonius, ß. 578—69;. t-XXVH. Sertus Pompejus erobert Sikilim. §. 694—700. I-XXVIII. Die Parther bemächtigen sich des ganzen Asiens bis am Hellcspont. §. 701—70;. l.XXVIIII. Friedensschluß zwischen Kaiser, Mark-Anton und Sextus Pompejus §. 704—715. -I.XXXX. Publius Ventidius überwindet die Parther, und erobert Asien zurück- §.716—719. —— I.XXXXI. Krieg zwischen Kaiser und Sextus Pompejus. §. 720—725. - I.XXXXII. Baja. § 726—7zi. S- z;/. Es enthalt einen Zeitraum von fünf Jahren, in uen wir folgende, so die höchst' obrigkeitliche Wurre ^bekleidet, verzeichnet finden; 7-;- 716. E. 7-ch 7-4. ———- Z8s Lukins Antönms Pietas , und Publius Serm'liutzV. C N Nr Zsaurikus. Rneius Domitius Raluinns zum zweytenmahl, und RMU.S Asin ins pollio. Lurius rllarkiu.-i Rcnsormus, und Äajus Rälvir sirrs Sabinus. App-us Clausius Pülcher, und Rajus pilorbanus zz. Flakkus. Markus Vipsanius Agrippa? und Lukius Ranlnius Z7- 7-7« Gallus. ^7") 2670) Eine kleine Nachricht von den Konsuln dieses Jahres düifte gveiftlsfrey hier nicht am unrechten Or. te stehn — Lukins Antonius, der jüngere Bruder Mmci, mar n R, E. 710 Zunftmeister gewesen, und ich habe vielleicht schon im 45sten Tuche seiner aus- fchriich erwähnt. Am besten handelt von ihm Pi- ghms M 464. und469. auch GlanVorp p. 8.i- An dem Namen Pieras, der sonst sehr verschieden in den Handschriften erscheint, ist schlechterdings nicht zu Zweifeln; man vergleiche §. 682. und waa ich dort anfuhren werde. Seine Geschichte gehört sonst dicht hierher; die merkwürdigst'Epoche derselben wird ohnehin in dem Buche, das ich Mr zu erläutern ae« denke, beschrieben. Sein Kollege p. Gccr-'lius Zs saurikus, der Sohn desjenigen, dcrdae Konsulat nach Roms Erb. 706. gcfübrr harte, und dessen Tod Dio etwas weiter oben enahtr hat, ist sonst sekr wenig bekannt; welches sich sehr leicht aus seinem morali« scheu Charakter abnehmen läßt, da ihn D-o unren, § 690. nennr. — Ralvinus Harle sein er» sics Konsulat n. R. E. 701 vcrwälter; ich bin also überhöhen, hier weitlanftl-ier non ihm z>t rc^en. Sein Kollege, Rajus Asimus pollio, berühmt in der milchte der Römischen Lftreralur, ist g'eichfalls schott b 24;. vorgekommen — Der Sohn Reuformi,. nut dem Vornamen Kajus, war n. R- E 74^- Konsul. Seht §. 950; sein Kollege Sabinus ist Mir sonsten dicht als eine merkwürdige Person bekannt Eben dies kann ich nuch vom Appius Rlandius Pülcher ragen z kvas aber den Norbanus betrift, sö kennen selbigen kleine Leser aus der» obigen 66;stenParaaraob. A<- grippa endlich ist zu bekannt, um irgend erwas vott kbm zu sagen, uiid vom Räninius Gallus, seinem Kollegen, weiß ich, leider, nichts! Nb z86 DioKaßius.B.XI.VIH. Hptst.L^XXVl. Das Acht und vierzigste Buch. Sechs und siebenziqstes Hauptstück. Krieg Kaisers gegen Fulvia und Lukius Antonius. §. 678. NR steten Brutus und Kassius durch das nem- rerid'us'11. kicheSchwerdt, mit oem sie K asern mnor- Bu^'dek hatten!Alle die andern, so mit ihnen germeiffer. , 267) Ihr erster Gemahl war Rlodms, der be¬ rühmte Feind desKilero; nach ftinemTode heiMibete sie den Rurio, und endlich denAnrou; daher Rikero /'/rr/rM. II. 44. Lesnim Ms lus minime snsrs coniux, gusm «Ao 6ne conrumeüs 6e5cribo, niminm cieber cim xopulv Romsno pen6onem lei tism, Plutarch g. -20. bezeugt, sie wäre gewesen: » »Sc «x«?,«» e°"«r «Sk L.S50; xxarei, «Auv, er setzt hinzu, woran ich aber zweifle,Fulvia habe denAntonius so unter dem Pantoffel gehalten, daß es nachher der Kleopatra leicht acfallen sey, ihn in den Schranken der gehörigen Ehrerbietung zu halten. — Ich bitte bey dieser Gelegenheit, Herrn Reichards zehnte Note zum zehnten Briefe des zehnten Buchs der an Attikum geschriebenen (d. i. Th- w ?- 2OO.) zu lesen, wo der seelige Mann sehr richtig an- merkt, daß Fulvia gewiß nicht die Frau gewesen wä¬ re, so das Geschlepp ihres Mannes mit derRyrhcns gelitten haben würbe- -2672) Gueron. Lae/ c. vir. UonnuIIi kernei eo- äem Mo puZione, guo Lssssrem violsueisnl, iorsre- merum; wie falsch aber dieses sey, ist schon oben zu §. 674. gezeigt, oder vielmehr erinnert worden. DieRe- densart will weiter nichts als so viel sagen: Brutus und Kassius verloren ihr Leben eben so gewaltsam, als sie dem Kaiser das seinige geraubt hatten. — Wenn ich läse: Wer einem andern eine Grube gräbt, fallt Tod des Kassius von Parma. Z87 Thcil an der Unternehmung gegen ihn genommen, V.R.E.71» nur einige sehr wenig ausgenommen, waren^dus^ 11. kus Bur- ftlbst hinein; würd' ich denn da wohl kleinstadtischS^meifter. genug scyn, an eine mit Spaten und Hacke ausge- grebene Grude, und an einen wirklichen physischen Fall zu denken? 267?) Z. B- Cassius von Parma, der dreyzehrk ganzer Jahre nach der Ermordung Kaisers gelebt. Vellcsus kl r.xxxv,i. g. Vlnmeu. smem ex inreitscio- riba8(l<,ehui8, /^ar«e»/rr moire p^enllü lleciir. Er flüchtete sich nach dem Verlust der Schlacht bey Uiium nach Athen, uttd ward daselbst äufBcfchl des Ottawas hinacrichtet. Valer. Max. I vik. r-, wü er ein ähnliches Gespenstek-Geschlchrchen von ihm als oben vom Brutus enahlt. — Seine Gcschi die ver¬ dient wohl/ hier kürzst h eingesch -ltet zu werden — Brutus und KaffiuS Harken ihm bey ihrer Abreise nach Grie denkend das Gouvernement über den Orient an¬ vertrauet, und aufZllbodus zurückqelaffen . ach dein Verlust der Philippischen Schlacht erbrennte Kassius die Flotte der Modiscr , um sie allster Stand zu sej- i^n, zu rebelliren bis auf zwanzig Schiffe, die er sich M seinen eignen ihm getreuen Leuten zu bemannen trauere. Inzwischen hatte Brutus einen gewissen ^lodius nach Modus geschickt, um von diesem Ey- >and neue Verpackung initjubringen. Klovius, dec de» feiner Ankunft die Modiser in einer völligen Re- dellion gegen die republikanische Parrhey fand/ be- gnügre pch, dreykallsend ManU, die Kassius dort rvr Besatzung zurückgelassen, auf seine Schiffe zu wer¬ ten, und sich mit dem Kassius zu verein-gen. Zu ih- "en stieß Torulus . (.dessen ich fbdn obcn aus RikerS «ach«, xik. iz. als einen berühmten republikanischen ^eeossizicr angeführt), mit einer andern Flott' und lehr beträchtlichen Geldsummen, die er den chvdiserU "v'ir vor ihrer Rebellion abgepreßt. Diese Flotte ward nun in der Folge der allgemeine Zufluchtsort tur leden, der das Glück gehabt hatte, der Philippischen Mderlage entgehn; und namentlich suchte det uuleere Kikero Schuh Und Zuflucht hier. In det üvlge stieß noch ein gewisser LepiSem zu ihnen, den Z 88 DioKaßius.B. XI. VIII. HpLst. I.XXVI. N.R.T. 7i»Brutus zum Gouverneur der Insel Kreta bestellt hak- Lepidus Il-te, und nun verbunden sic sich mit Murkur; und A- kus Nur" beuobarbus, die damahls noch gemeinschaftlich das sermeisier. jonische Meer beherrschten. Hier trenneren sie sich; ' Murkus, und die, so es mit ihm hielten, giengen nach Sikilien » das bekannte, maßen die Oberge¬ walt des Sextus Pompejus erkannte, rlhrno- barbus fieng an, eine kleine Parthey für sich selbst zu bilden (so weitAppianus >m Anfänge des fünften Buchs von denDürgcrkuegen ergriffin der Folge die Parthey des Antonius, die er endlich s § "88) kurz vor der Schlacht beyAknum, weil er sich nm des Cleo¬ patra nicht vertragen konnte, gleichmlls verließ, und wie ich vermuthe, noch vor dem wirklichen Erfolg der Schlacht starb, ss daß sein Lod nur höchstens um ein paar Monate früher als der des Kassius von Parma rrfo-gek seyn kann. — Auf den Kasims von Parma zurückzukommen, so halt'er einen sehr berühmten Na¬ men unter den lateinischen Dichtern Wenn -Hora? dem Tibull ein recht schmeichelhaftes Kompliment ma< chen will, so fragt er ihn: ob er Kleinigkeiten schriebe, besser als die Opuicula Lolli, p-irmenlls. Die (chroni- gue lcanllsleule von Rom wollte, Awintilms varns, dessen sich August zur Hinrichtung des Kassus bedien¬ te, und der sich aller seiner Papiere bemächtigte, habe damahlsein vomKassio verfertigtes Trauerspiel Lhft- fies gefunden, und es in der Folge unter seinem eig¬ nen Namen herausgegeben. — An einem andern Orte scheint doch^ovaz Lrr. I.x. der gar zu großen Schreid- seligkeit des Kassius zu spotten, und ihn mit jenen Dichterlingen zu vergleichen: gui llames xeäe w vuo «lucsmos versus tsciunr. Ich ziele nemlich hier auf die bekannte Stelle: klerruici (Male fuic Lslli rsxiilo ser- venrius smni Ingenium; caosir e/? cAe, Wrrc- das heißt: es habe keinesHol» zes zu seinem Scheiterhaufen, sondern nur der von ihm selbst geschriebene» Bücher und Papiere bedurft-^ Wagner übersetzt: „Auch die übrigen Lheilnehmer ft- „ner Verschwörung starben, nur wenig' ausgenom« „men, vorher, oder jetzt, oder nach der Zeit eines „gewaltsamen Todes." Seiner Meinung zufolge rneint Dio, einige, obschon nur wenige der Mördee Lepidus wird zurückgesetzt. 389 entweder schon vorher umgebracht worden, "")N.R.T. 71-, oder kamen damahls, oder bald hernach um, dem sich Strafen der Menschen und der Göttcrkns Bur- vereinigten, diejenigen zu züchtigen, die eincn^Ester- Mann, der eben so tapfer als glücklich und ihr Wohlthätcr war, umgcbrachr hattten. — So gleich nach der Schlacht siengen Kaiser und An¬ tonius, (die beschlossen hatten, ihre Waffen bald daraufgegen einander selbst zu kehren,) an, sich über den Lepidus, der zu diesem Siege nichts mit bcygetragen, zu überhcben; "") denn es war Kaisers, wären eines natürlichen Todes gestorben. Mein es widerspricht dieses nicht allein den Worten Sucrons Lae/ c. vir. ?srcuüorurr> aurem fsre negue trienmo guis^usm smplius faperuixir, negue sii» morre öekuncruz all. vumnsri omns«: alius alio casu xeriir, pars naukra^io, pur« prueliu: nonnulli lsmel eoclem >1Io puAione, <^uc> Oussurem vivlsuerrrnt, inkeremerunr^ sondern, wo ich nicht irre, auch den Griechischen Worten des Geschichtschreibers selbst: «< -- k-i-' i-r/lZx-.xr , 0,' ->- Zr 707-k, St Zk « V t- Die Konstruktion ist: ^-.7-. 7-xe «.--r. s^avrer^ o! /LkV «k>. 0- Sk 01 ük si. e. »X z. E. Aast!ns von Parma und Ahenobarbus: X«, rx^o< XX , 8« 7->7k, «X ,/,7-« M-XS». 2674) Z. B. PerromUK, den MaröAnton, als er gleich darauf aus Griechenland nach Ephesus gieng, rug!cicl)-nebst dem Rwineius, (der, wie oben erzählt worden, ehcmahls Laodikaa Kassio verrathen, und. dadurch den Tod des Oolabclla verursacht hatte) hin¬ richten ließ, da er doch sonst aller Anhänger des Kas. stus verschönere, die sich in sehr großer Anzahl in die wer der Diana geweiheten Freystadt geflüchtet hatten, «ppi«» v. p. zyi. 26^5) Fabri; führt hier eine Stell'aus dem Anfang von Appians fünften Buch an, wo es vom Lepidus Zyo Dio Kaßius.B. XL.VHl.Hptst.I,XXVI. N.A.E7crni'cht möglich, daß drey, oder auch nur zwcy öie durch Kriege zu einer so großen ?us Bur Macht hinaufgestiegen waren, in Eintracht eines gmneisier. gstichc« Ansehens hätten sollen genießen können. Was sie also bisher zu ihrer Widersacher Zcrnich- tung gemeinschaftlich gckhan, ward jetzt Beloh¬ nung des ehrgeizigen Neides, den einer gegen den andern hegte.— Das erste, was siedamahls sge- gen Lepldus^ unternahmen, war eine neue Thci- lung des Reichs, in welcher Kaiser Hispanien und rTjumldion, Mark-Änton Gallien und A- frika bekam; sie kamen aber überein, dem kepi- ldus, wenn er einigen Verdruß hierüber merken lassen sollte, Afrika abzutrcten. gehört nickt hieher, sondern viel weiter unten, als Lcpidus wirklich seines ganzen Aulheils an der Regie¬ rung entsetzt ward. — Den Griechischen Ausdruck übersetzt Hr. W. auS Verschönerungssucht: , müßigen Zuschauer ihrer Siege. 2676) Weil nemlich Lepidusbald daraufvöllig außer Aktivität gesetzt ward, und sich die Macht des Staats einzig und allein in den Händen Mark Antons und des Okravius befand. 2677) Man vergleiche § 697. von Gallien und 699. pon Afrika — Appianus p. ^90: Iturtumgne äuu> liooe larru. pruecei supraäiccuz prouinciu», (nkNllich Ul der ersien Dhellung) rinr^guLrunr erium cjo«s dübuersr; inim ec vlreriorem tiallium Lnessr polivi' bar lidsism ex prgesrrjpro pzrris sscere: er tzepiäus nu calab-ttur gusii kowpeio s-uiens locios ^rocierec: cis- crsusi-^rgue('selsr, li cleprsbeoclererurculumniu, pro- vmcius Licus l^epiäo reääero. Entropius VII. 2. Zncer eos cliuisii elk rerpudlica, vr ^uZulkus klispaniai, 6.,Niue, Irslium cenerec: /^nrvniuz ?Xlium, ponram. Oiiemem. — Hr. W. macht hier die gelehrte Anmer¬ kung: Afrika im cngcrn verstände. Die Anmerkung ist, wenn sie einen rrchcigen Sinn geben soll, unnütz! weil sich kein Merseburger Schulknabe Römer am Kap denken wird; und sollte sie gelehrt seyn, so ist ste un« Neue Theilurrg der Provinzen. Z9r §. 679. Nur diese Provinzen konnten sie theilen,N R.E.?rr denn Sardinien und Gikilien hatte GexrnsLep'dus 11. Pompejus inne, und die übrigen Provin-küs Bur-' zen außerhalb Italien waren noch zur Zeit nichtsermeistcr. beruhigt. Italien selost brauch' ich hier gar nicht zu erwähnen, denn in Angelegenheiten dieser Art war solches überall ausgenommen, weil alle vorgaben, nicht über sie, sondern für sie zu streiten. Nachdem sic hierüber übereingekommen waren, übernahm Mark-Anton, ihre Feinde, so viel derselben sich noch regen würden, zu dämpfen, und das den Soldaten versprochene Geld aufzu- bringcn; Raiser aber, Lepidunr, wenn er sich etwa regen sollt', in Zaum zu halten, mit Sex¬ tus Pompejus Krieg zu führen, und den alten S. Soldaten, die sie jetzund sogleich ihres Dienstes entließen, die versprochenen Ländereyen auezu- thcilcn. Ucberdcm überließ Kaiser Antonio richtig; denn wir haben nicht eben so ein Afrika im en¬ ger» Verstände, wie wir im engcrn und engikenVer¬ stand ein Asien haben. 2678) S. oben §.640. 2679) Zur «Beschicht' Antons werd' ich unten, zum Listen §. Zusatz'aus Plutaech, Appianus und an- dem mittheiicn^— W. übersetzt: Man dürft' auf keinen ruhigen Besitz rechnen. Mir ist frenlich das Griechische hier sehr undeutlich; ich möcht'es aber doch von den Kranz-Provinzen verstehn. 2680) Nach Plurarch x. 925- ü- scheinet Kaisers geschwächte Gesundheit seinen Entschluß, nachItrrken ä.u gehn, veranlaßt zu haben: ->c 'r>--v»- -SKL,, «j ix allein vcrmuthlich war es Politik; er war in Italien immer wachsiger als außer demselben. Sueron XHl. r posi vinori»m orkiciis, cum ^nroniu; orienrem orchnanclum, i^>se verersnos in Irsiism rsclucsnclos, er z 9 2 Dio Küßius. B. X^VIII. Hptst. WVI. ?ll.R.T.7r-zwey Regimenter von den scinigen, wogegen ihm Piatt-dleser zwei- andere, so damahls in Italien zur kus Bur- Garnison zurückgeblieben waren, versprach. rmnclstex. sie Punkte, ohne deshalb dm rnumcipslibus sgrig collocünäos recipillot: negue ve- tersnorum, nsgue postestoium Arrikism renuir. Man erinnere sich hier, daß ihnen beym Anfang des Krie¬ ges achtzehn iralianische Municipalstadte zur eigen- thümlichen Besitzung versprochen worden waren. Aps planus llll. 5YO L-7k^-7», L° -2', i; r- »I- xx-"xe-« 1-8 , X«, r; XL^SIXILX »«V «xi-wxsiLkii« sim Vten Buche 684' rw, rro^kM ölxT-wXL-kixo^ «I x-n x«t k»«4"> X«, otxo.; XL?.?.S.- ZisPkfdr«-, kv.r?.^ov al/>'0<4 otxo/; Li-7-üt; LvT-, ^k-rr-s, ^kvo/^ev«« Llvius 'LXXV. Lsius L»elsr relicro ^inonio sriLnsinLimsL prouiucias sx psrre Im¬ perium ei celiir) reusrius in Irsliam, veceranir agro5 üiuillr. 268 r) Aus Applaus S- gyo. laßt sich dies etwas vollständiger erzählen. — Die Veteranen, die Hr- Wagner sehr abgeschmackt abgelebte Soldaten tim- Liret — wurden srsyüch gleich nach der Schlacht bey Philippi ihres Eides, doch so entlassen, daß jcdcc freywillig bleiben zu wollen aufgcfordcrt ward. Arhi' tausend Mann nahmen dies' Einladung an, und machten von nun an die Lclbkompagnien, cakmies xraelorisü der dcpdcn Feldhcrrn aus. Nun blieben, die Soldaten des Brutus, so zu ihnen übergctrecm w"' reu, mitgcrechnet, elf Legionen noch übrig und vret' zehntausend Mann Kavallerie; von denen Antmans sechs Legionen Fuövolk und zehntausendRenter, K- licken Unwillen getharr. Er setzke noch hinzu, 'N.R.L.71; cs sey dein Mario entweder gar keine Krone, oderA^ ch AlttoiiBur- 2686) Am ersten Tage seines zwoten Konsulats bie!B"'meister. Marius den den Romern so sehr wichtigen Triumph über den Jugurtha; weitläuftig beschrieben vom plu- tarch p. 41s. Ich schreibe die kurze Stelle hm ab, so Bezug auf den Lukius bat: rri-.-» ö o'r^x-.r-T'or, kV /rev , errs sr^'r-krv , kr^e 7°P iv 7-^ XLT-ür <7X5^. 7°L 7'^v s.^sterarv «t0"5ts§revo;, k^erve^ - xsu ^k7«XL/Zov i-ov «u'-t4 ^-.5kv. Man sieht aus dieser Stelle, daßMarius nicht, wie Hr W meint, gezwungen worden 5 das Kleid zu verändern , sondern daß er solches freyivillig getban, so nach er gesehn, daß solches den versam¬ melten RachsnmgSiedern unangenehm gewesen. -— Das Klerd, in dein Marius zurücktam, beym Dis L?-,?«--?, jst nicht Bürgerrock, wie W übersetzt- Zwar konnte wenn von einein Bürger die Rede wäre, sie rorzan, pur-lm bedeuten; da aber hier von keinem Bürger, sondern von einem Senator die Red' ist, so kann es nicht anders als so übersetzt wer- den, wie es von Mir über sehr worden iß. — Weiter vorn S. 4:9. Z. iH. kommt dc Ausdruck, ehren¬ voller Aufzug, wie Mausedreck unter den Pfeffer, Und Ponriuv Pilatus ins Kredo Es muß auch hier, so wie im ganzen Paragraph, nsthgedrungen Triumph heißen — oder, wenn mau denn ja, deo leidigen Purismi wegen, das Griechische Triumph nicht leiden, sondern durch ehrenvollen Aufzug ver- dollnietschcn will, (wogegen ich weiter nichts babe) Nun so überse ,e man beständig so. Es ist aber äußerst inkonsequent, in einem Paragraph das Griechische Wort s?,«.«,;-; fLnfmahl beyzubehalken, und dann ein emzigmahl, noch dazu fehlerhaft, deutsch zu übersez- zen. In einem reichgestickten Kleide, sechs Bedienten hinter mir, mach' ich sicherlich einen ehrenvollen Auf- Zug, aber ich rriumphirc deshalb wahrlich mcht. -- ^iegsgepränge, wenn nun 5x,«^°c einmahl übersetzt werden sollte, war wohl auf jeden Fall das schickst« chere Mort. Z98 Dio Kaßius. B. XI.V1H. Hptst. HXXVi. N-R E-7-zdoch nur sehr wenige bewilliget worden, da er ft Uus md^hinscgen / (welches vorher noch niemand begegnet Anton Dur- war) vom Volke selbst stammweisc bekommen. Lermeister. Dieses letztere hatten Fulvia und Geldsummen bewirkt, so heimlich an gewisse Personen waren ausgctheilt worden. 68ä. In diesem Jahr kam Kaiser nach Rom, und nachdem er die gewöhnlichen Dankopfer für den Sieg gebracht, stetiger an, auf die-Verwaltung der Staatsangelegenheiten scinAugenmcrkzu rich¬ ten. Lepidus, rhcils aus Furcht, thcils aus Scelcnschwäche, waget' anfänglich gar nichts zu unternehmen; und Luk Ancon und Fulvia, Mitgcnossen seiner Herrschaft und Anverwandten dazu, waren anfänglich auch stille, bald darauf aber entstanden Uneinigkeiten zwischen ihnen, indem Luk-Anton und Fulvia es Übel nahmen, daß nicht sie bey der Austheilung der Aetker gebraucht wur¬ den, den Soldaten des Mark- Anton den ihnen bestimmten Theil anzuweisen; Kaiser aber sich beklagte, die ihm versprochenen zwo Legionen von ihnen nicht bekommen zu haben. In einer solchen Lage standen die Sachen, als die zwischen ihnen obwaltende Schwägerschaft zerrissen 2687) Daß letzteres falsch sep, lehret oben die 2682ste Note. , 2688- S-Note 2684, und wo die weiter hinweiset — Snetoir /4«^. 62. Reconcilislus poit primsm cuicliAm.^uronio, er poKulsnribuz vrriusgus wiliribus, vr et necetÜruM'ne sligus iuuAerenrur, priuiAUSm emi kuluise ex kublio Olnciio 6Iism, äuxit rxo- rem linmlrsre cum kuluis locia exnrrs, öimifit iursÄsrn s6buc er virginem. Die tlik« fiv gedruckten Worte, die Meng' anderer feilen Dirnen/ Uneinigkeiten zwischen Kaiser u. Fulvia. z 99 ward, und ihre Feindschaft zu einem offenbarcnN.R/^71; Kriege gedieh. Den Anfang machte Kaiser, der^ da er das Ansehn, so sich seine SchwiegermmterA^nBuc- auf allen Seiten zu geben versuchte, auf keine^'^'M' Weise zu ertragen vermochte; "°") jhx, (weil xx allemah! lieber den Anschein haben wollte, mit ihr denn mir Mack Anton zerfallen zu seyn,) ihre Toch¬ ter nebst einer eidlichen Versicherung, daß selbig' eine noch unbefleckte Jungfrau sey, zurückschickle, S. zL--. ohne sich darum zu bekümmern, ob man es glau¬ ben würde, solch eine lange Zeit hindurch ein Frauenzimmer unberührt bcy sich behalten zu ha¬ ben, oder ob man nicht, sim Fall man es sollte glaubens auf die Vcrmurhung gerathen müsse, daß er solches nur in der Absicht, um sie wieder Mucksenden zu können, gethan. Von dieser Zeit so Kaiser hatte, seine lang' Abwesenheit von Italien, seine Krankheit und endlich sein entschiedener Haß ge- Sen die ganze Familie Mark-Antons, macken übrigens d>e hier mitgetheilte Nachricht wahrscheinlicher, als sie cs dem Dio zu leyn schien. 2689) Leider war noch ein' andere, die Menschheit sehr tief entehrend' ttrsach vorhanden. Beym ritartial sagt Kaiser von sich selbst: Huoci tmuir Olspb^ram Antonius , bsnc milu' poonam kuluia eonikituir, le guogus vki surruim. kuluiskn e^o vr kuruam? st le lVluniuz oret k^eclicem; fsciam? dlonputcij st stipiiim. ^ur lurue; sur pu^nemu? ait: (duiä guoci mihi vils (larior elk ipss menruls, ligns csnanr. ^as unflätig' Epigramm desto besser zu verstehen, sittrke man sich, daß dieser Manius, Mark-AnronS wm zurückgelassener (vermuthlich schon bejabrtcr) ^lgent, gerade derjenige war, der Fulvicn am mehre- gegen Kaisern aufhetzte. Appian p. gy5 vergl. p- Z98; wo er ausdrücklich erzählt, daß es ohne ^anio nie zum Perusinischen Kriege gekommen sey» 4OO DioKaßius. B. XI.VlH.Hptst I.XXVI. N R T 7izan ward auch gar kein äußerer Anstand mehr der Ws Freundschaft zwischen ihnen beobachtet. Fulvia AnroiiBurund Luk Anton unterzogen sich nun der Gc- germeisier. schäfte, ohne Kaisers auch nur im mindesten zu schonen, und gaben vor, des beleidigten Mmk- Antons wegen, so wie sie thaten, zu handeln, wie denn insbesondere Luk Anton, der Liebe wegen, so er gegen seinen Bruder zu haben vorgab, den Zunamen Pietas angenommen. Kaiser 2690) plutarcl? x. 920. ö. nennt sie: , »ös i5,«rd! und p- 929. 0. heißt sie: 5^«^« Dclleins II. 74' uilul nrulisbis prsocer corxus gerenr. Floras II'I. V. 8emxsr Weil Hnrvmi pöllimum io- Asnium kuluis, §lqäir> cincla virilis millriss vxor -H- rsbat. Und noch arger Grosins: I'uluia vxor ^>"o- uü, socrus Lsessriss clominsmm, vc mutier, sßi^bsk, ineerrum in bac murstioiis consiitaris reuügub ü-lliga, vrrutu Uoßcienris poreiniss vtrimse, an incipienris xrims nominsooa. Mein aus der oben mitgetheilttn wallt- scheinlichcrnNachrichtAppians scheint merhellen. daü sie nur ein' untergeordnete Rolle soielte, eine voinMa- nius in Bewegung gesetzte Marionette war Kikrrens Personalhaß gegen Klodius war verdoppelt auf die Gemahlinn desselben gefallen, seit sie sich mit Mark- Auron verheyratl-et hatte. Die berüchtigte Stellt ch/rr/rxp. II. 5. hat viel beygetragen, uns den Charak¬ ter der Tullia in einem ganz falschen Lichte zu zeige»' Der ehrliche Reickars kann sich sogar im Register des Scheltens nicht enthalten- Er nennt sie: des AM' nius hochherzige, Geld und Blut dürstende Gcmahü"' 2691) Beym Beger rüe/l ch>,isrm Muleüis er^Ä IlÄtrem hätte anzeigen sollen, (auch Uneinigkeiten zwischen Kaiser und Fulvia. 401 stcllcte sich, mit Mark-Antönchichts minder denE.R E 71z unzufrieden zu styn, um nicht ihn, der all'Asia Scrv^- Anrcn Bur- eben so Vielem Hechte niersrem parriam, oder wäs^^mcistet^. immer) ?iera, für des LukiusZunamen gehalten habt. Einmahl ist der Fehle, so grob.daß ihn der gute Dio utt-> wäglich begehn konnte; so wenig als ein in Deutsch, land sich aufhaltendcr Franzos aus LXx oine seine- blark, herausbringen wird, der Münzherr habe srie- öerirus vsn cler Xl^rir geheißen Zweitens vergast Fa. brizius, als er diese Note shricb, daß zu Lions Zei^ ten keine Numismatik studirl ward, daß man eine Münze Lukius Antons gerade wie einen Siebzehner Kaisi-r Leopolds in der Lasche trug- Lebensbedürfnisse sich dafür zu kaufen, ihn aber nicht ins Kabinet leg¬ te, um aus ihm Antiquitäten und Geschichte zu erkla- rem Was aber das ärgste von allem war, so harte Fabri; den Nummum verinuthlich gar nicht einmaht gesehn, der seiner Meinung nach den armen Dio ver¬ führt haben sollte; beim gerade dieser Nummus be« weißt uuwidersprechlich, daß Lukins Anron den Na. wen t'isruz geführt. Havcrkamp schreibt von ihm ist der neuen Ausgabe des Mooellischerr r/r^i»-r p. 19. tzm moclo Uicebsrur I.VLIV8 ^dl'?OXIV8, bic klL- ^8 L0X8VI. vocstur. ^älumsersr viäelicer bokriv r»nus nomen prrrarrr, vt Poll riikllo maZis sanae meU- tir imperator Virellius illu6 0o»corcirae, quo rellsieiur, tele in Zrstism fratri^ vt reipublivse bellum llerullnum lulcepill'e. pedrüsi erklärt l'. I. p. 19. die nemliche Medaille in Gold, und lom. II. p. 4z. ein'ähnliche bvn Silber, — (ich lege bcyde meinen Lesern in der angebogenen Kupfertafel vor) — will diesen Revers auf Märk.Äntön ziehn, dessen Brustbild der ÄverS ieigt, Und giebt sich nun viele Mühe, aus der Ge, schichte Handlungen Antvns zu sammeln, so sei. ne piersrem beweisen sollen, (vorzüglich ist er hier« über iu der letztern Stelle weikläuftig); Endlich «nkt er aber dennoch ein und sagt 1'. I. x. 19. d>on Islcig pero cli relletrere, come i! sucletto rove- wio puo artribuirll L l.Uoio Antonio, Üacells cll ol-ircv /Xnronio. In provacli cbeabbiamo il coAnomF, th'eZIi meäellmo ll »rroeö, cliismznäoil I.X'LlV8 .g>'- Cc 40 r Dio Kaßins.. B. X^VIII. Hplst.Ii.XXVI. N.R.T.7i?tiscke Provinzen in seiner Gewalt hatte, zu bele!» Uns d^d'Aeri, setzte sich aber dem ohnerachtet dem Ver- x- ^c! Dur-Halten seines Bruders und seiner Gemahlin cntge- Lkrnieister. unter dem Vorwand, sie thätcn solches alles gegen Mark-Antons Willen, und suchten sich cin' eigene Herrschaft zu stiften. 68z. Auf die Aecker-AttSthcilung hatten beide die größcstc Hoffnung ihrer zukünftigen Gewalt ge¬ setzt, und hierüber war es also, wo ihre Zwistig¬ keiten sich aufiengen. Kaiser wollte, vermöge dem nach dem Philippischen Sieg getroffenen Ver¬ trage, allen Soldaten, den seinigen sowohl als denen des Mark-Anton, die ihnen zukommenden 10dttV8 ?IL1'.er sltrb, is non grelle ri- krovsnäoli ckksrco Xnronio occupuro nel!' / . >, egli follsnevs in lloinato psrti üei srsrello. — 8» »l l«?' xolko 6ovlu crecisrli Is meö-iAlis conisrs con ckip^cho- ne äello tiello Oucio ^nronio. Allerdings; lind wiiii' derr mich nur, wie es Pedrusi nicht beyficl, Man- Anton, der auf dem Avers IllVlir. Ii.» ?. o»//r>«e»rtse heißt, könne nun nicht auf dem Nerecs mit dem mindern Ehrentitel Onnlul Vorkommen; den» wenn ich auch das 008 des Reverses im Kenin», und nicht in der ersten Endung lese, so kann dock die¬ se l'iersz unmöglich auf den Markus gehn, sonder« müßte so verstanden werden: k>i«ms LÖMVlllS, '.e- l.ucii /Xnr. eiAri iemp. odruüc dunc nummum, in Iwu°' rem /Smo«rr, gui illj,m selicirsr conlliruir. lie¬ ber alle dies setzt sich Hr. Wagner hinweg, und schrcidt mit der lriumvhirendsten Miene: „Nicht P-ecas, La¬ dern Piu» sollt' es heißen. Dio hat sich ohne Zwcil" von einer Münze des Lucius Anton verführen lckst"- worauf Piera» Lonsnlis steht." Wenn der Hr. öto«' rektor die Exercitien seiner Schüler nicht mit melM"' Rechte wie hier den Dio korrigirt, so maa es schleck^ Mit der Schule zu Merseburg stehn l UneinigkeikettZwischmKajscrundFulvia. 40z Ländereyen, um so ihre Zuneigung desto besser zuN.RE.?iz gewinnen, allein auslheilcn; eben so wollten Luk bervi- Anton und Fulvia, um so die Soldaten mehrAntoiiDur- auf ihre Seite zu bringen, und so ihre Macht vergrößern, die den ihrigen zugefallen' Aecker selbst vermessen, und selbst die Anführer der von ihnen zu stiftenden Pflanzstädre sevn»^) Anfänglich 2692) Wenn ich nicht sehr irre, so ist Dio hier abermahls mehr Philvsovh als Geschichtschreiber. — Aus den Nachrichten Appians ergiebtsich, daß Lukins Und Zulvia anfänglich gar nicht daran dachten, Kai» fern ein Geschäft zu nehmen, das ihm nicht allein aus¬ drücklich durch Mark- Anton selbst war übertragen worden, sondern dessen Ausführung auch überdies mit tausend Unannehmlichkeiten verknüpft war. Nur weil Kaiser einmahl die von ihm selbst angeworbcns und unter ihm gedient habende Solda. en, auf eine höchst beleidigende Weife den Antonianischen borzog; und hernach, weil er mehren:, und mehr als verfpro- chen worden war, in der Absicht gab, sich die Solda¬ ten völlig ergeben zu machen: behaupteten Luk Anton und Manius, sie müßten mit Antheil an der Lander« vertheilung nehmen, um Gleichheit der Theilung zwi- sehen den Kaiserlichen und Antonianischen Soldaten zu bewirken. Man sehe nur die Rede dts Manius (beym Appian p. gyg.) an die Deputaten des Römi¬ schen Raths. — Alle Schriftsteller der Alten, komme« darin überein, daß es Kaiser mit seiner Landerver- theilung weder den Bürgern noch den Soldaten Recht gewacht, k^egue v«er»norum, sagt ^sueronius, in dem Note 2680 gng. Ort, negus possellorum Aracksm tonusi: gsiersi peili ss alreris uou pro spe merirorunr tracr-rri guvreuribus. Der erste Umstand, den Unwil¬ len der Besitzer betreffend, ist nicht der mindesten Schwü- tigkeit unterworfen. Slppianus: '>0- 0/ vsvs iz «L und p.gys. sagen sie mit sehr vielem Rechte, daß dies Betragen grausamer und schlimmer sey, aw 404. Dio Kaßius. B- Xs,ViH. Hptst. I.XXV!. N.R.E^izkamen beide darin überein, cs sey für die Vcrbcs- Nus serlwg ihrer Angelegenheiten nichts zuträglicher, Ankv"Vur-alö den Unbewaffneten ihre Güter zu nehmen, germeister. urw mit sxshjgen ihre Kriegskameraden zu begna¬ digen; als aber dieses, gegen ihre Vermuthung, zu großen Unruhen Gelegenheit gab, und es schien, als ob darüber ein Krieg ausbrechen rhemahls die Proskriptionen, in denen doch, wenig¬ stens angebliche Feinde, getsdtet wurden, da das Schicksal der Landesflucht jetzt unschuldige und von den Triunwirs ohnehin durch unerschwinglich'Erpres¬ sungen gedrückte Bürger traf. Da wäre man also leichtfertig; aber wie mit den Soldaten, gegen die sich doch Kaiser so ungemein freygebig erwies? Es waren ihnen achtzehn Städte vor dem Anfang des Krieges versprochen worden; jetzt ward, wie Manins x. ?98 sagt, fast ganz Italien vcrtheilt r Nicht zufrie¬ den mit den ihnen angewiesenen Städten, nahmen sie (wie dies der Fall mit Mantua war: dl-mm», v»s, milerse nimium vicina, Oemottse! Virgil Lc/o§.vnn. 28) ungestraft benachbarte, diegar nicht mit in ihrer Liste standen, hinweg; Kaiser plünderte Tempel und verschleuderte die Güter der Proskribirten, alles in der Absicht, Soldaten zu bereichern. Was konnten die Soldaten Kaisers, die außerdem sosehr übermüthig und unersättlich nicht waren, was konn¬ ten diese wohl mehr noch verlangen? Daß aber sich Kaiser durch diese Länderverkheilung gar sehr den Haß vieler Soldaten zugezogen, ergiebr sich aus einer Men¬ ge von Anekdoten, die Snerou und Appian erzähle»' Eine von einem Soldaten, der sich im Schauspiel aus Mangel an Raum auf die Ritterbänke gesetzt hatte, die andere vom Nonm.-r, einem Tributt, den die un¬ terhabende Soldaten umbrachten, und den Leichnam dem kommenden Kaiser im Weg legten, damit er sich daran spiegeln mochte; eine wahre Pariser Revolu- tionsscene! Wie ließe sich dies Verfabren der Solda¬ ten wohl irgend erklären, wenn nicht einige von ihnen, die Anhänger des Antonius nsmlich, absichtlich ver- vortheilt worden waren? Uneinigkeiten zwischen Kaiser und Fulvia. 405 würde, (*) änderten Fulvia und der Konsul ihren.R.T 71s Meinung, sintcmahl sie sich von den Unterdrückers ten mehrer' Unterstützung versprachen. Ohne sichAnton »ur- also weiter um die, so Aecker erhalten sollten, zu^^E«. bekümmern, wendeten sie sich zu den andern, de¬ ren Anzahl größer war, und die, ihres Verlustes wegen, von einem gerechten Zorn beseelt wurden. Sie halfen also und machten sich einen jeden der¬ selben einzeln verbindlich, so daß diejenigen, die vorher Kaisern furchten, jetzund, da sie Anfüh¬ rer an ihrer Spitze sahen, so sehr frischen Mnth zu schöpfen anfiengen, daß sie niemand ihr Eigen- thum abtreten wollten; "") sonderlich darum, (') Kaiser nahm anfänglich alle Landgüter in ganz I, talien, nebst allem, zu ihrer Bestellung gehörige» Vieh, Sklaven und andern Gerathschaften hinweg, und überlieferte sie seinen Soldaten; diejenigen nur ausgenommen, die schon vorher ein alter Soldat ent¬ weder geschenkt bekommen, oder öffentlich gekauft hatte; und dieses machte die Besitzer der Landgüter, keinen einzigen ausgenommen, höchst gegen ihn er¬ bittert. "2») 269z) Appianus p. Z97- Es ist mir wahrschein, "ch, daß Lusius, vom Graue! der Ländcrvertheilung gerührt, sehr ehrlich und aufrichtig gehandelt habe, wovon der beste Beweis wohl dieser ist, daß anfäng¬ lich die Anlonianischen Soldaten selbst mit ihm sehr mißvergnügt waren. Eben dieser Lukius hatte ver¬ sprochen, sein bisher geführtes Triumvirat nieder;»- "gen, und in den Stand eines Privatmannes zurück- Mreten; und dies ist wieder wahrscheinlich, weil ihn Kaiser I. c. einen Feind der triumviralischen Gewalt nennt, welche doch allein die Soldaten im Besitz der louter Römischer Bürger gesetzt- 2694) Und wohl zu merken; ohne daß ihnen eia Aller dafür vergütet worden wäre. In der Folge lcheint man ihnen denn aber doch vergönnet zu haben, und andere Habseligkeiten mitzunehmen. Der -llwgiliguische Meliböus sagt zum Dtyrus: 4o6 DioKaßius.B.XI,VHl. Hpkst.MVI. N.RE./^zweil sic glaubten, daß um alle dieses Mark.Anton Auron Kur- Sermnster, §. 684. Diese nun machten sich Luk-Anton und Ful¬ vio verbindlich, ohne dadurch die, so cs mitKai- G. M. seru hielten, im mindesten zu beleidigen. Sie läugneten nemlich nicht, daß den Soldaten Län- dcrcyen ausgekheiltwerden müßten, behaup¬ teten aber, daß hierzu die Vesitzungen-überwun- dcner Feinde hinlänglich wären, von denen cine große Menge Ländereyen und Besitzungen noch unverkauft sei). Diese, und das aus jenen gclo- sete Geld, sagten sie, solle man ihnen geben, und gesetzt, daß auch dieses nicht hinreichend scyn sollte, so machten sie ihnen Hoffnung auf Asien; Un chks cssiellss prounus sc>Fer ; hznc etiam vix, Tit)re, cluco. ttic inroi- cienssz cor^los, mosto namgus ^smolloe, Lvsm grsgis, sk! Ulic« in nuclo connixa religua. ^c/oZ. I. 12- 2695) Wie hätten sie dies auch wagen dürfen, ohne sich nicht alle Soldaten zu Feinden zu machen? Und doch übersetzt W. „Sie suchten sie zu überzeugen' „daß es nichts weniger als Nothwendigkeit sey, M „Landercycn durchsLoos austheilen zu lassen!" Nuna¬ ma» suche nur den Hungrigen zu überzeugend daß es nichts minder norhwendig sey, als zu essen! Erfolg» kindisch dem Lateinischen, und sähe nicht, daß eineM garion iin Griechischen wegqefallen sey: >- v--e — Was ^ie Sache selbst anbetrift, hatte kukm allerdings Recht. Aber man les' Appiammi k- Die Soldaten wollten nicht warten, entbehren ava' konnte man ihrer nicht, theils weil Sextus Pomp?' sus noch in Waffen stand, rhcils weil dasQuingue»' nium jehund zu Ende gieng. Dazu brauchte man nu» wohl abcrmahls Soldaten, sich das Triumvirat a»' fünf andere Jahre prolongiren zu lassen. Kaisers kritische Lage. 427 und so geschah cs, daß Kaisen, der die bisherigenN.R.T^r; Besitzer mit Gewalt aus ihrem Eigenthume ver-A^ trieb, welches ohne Gefahr und Arbeit auf keineAnton Bur- Weise gescheh» konnte, es mit beyden Parthcyen^^'^"' zugleich verdarb, wenn jene, die keinen seines Ei- gcnthums berauben wollten, und aus schon vor¬ handenen Gütern ihr Versprechen, ohne bas Echwerdt zu ziehn, sich anheischig machten, bcyd* auf ihrer Seite hatten. Dieser Ursach, und der damahligen Hungersnoth wegen, die entstand, weil das SikilianischcMccr vom Sexmspom- pejuo, und der Ionische Meerbusen vom Rne- jus Dommus Ahenobarbrrs bcscßen (*) ward, befand sich Kaiser in der größcstcn Verlegen¬ heit, Hierzu kam noch, daß er in den Uneinigkei¬ ten, so zwischen den Soldaten und den Senato¬ ren und andern Landgükerbesitzern von Zeit zu Zeit vorfielen (und Uneinigkeiten dieser Art waren, da sie eine so wichtig'Angelegenheit betrafen, sehr häufig und heftig) niemahls ohne Gefahr weder die eine noch die andere Parthcy ergreifen konnte. C) Dieser Dominus, einer der Mörder Kaisers, hat¬ te sich «ns der philippiichen Schlacht mit der Flucht gerettet, und eine Flotte zusammengcbracht, mit welcher ex eine Zeitlang auf dein Ionische»Meerbu¬ sen den Meister spielte, und den Angelegenheiten der Feinde viel Schaden zufügte. 2696) Der Hungersnoth erwähnt auch Appianus l. c. — Nom Domitius Ahenobarbus siehe oben Note 267z. — Um diese Zeit ließ er den Menooorus, einen sehr angesehenen Mann und Priester des Larissäischen Jupiters zu Tralles hinrichten: weil er ihn >m Ver¬ dacht hatte, daß er die Flotte habe aufwicgeln wollen. Eiehe Strabo 1754. tz. zi8- 4o8 Dio Kaßius. B.XI.VHl.Hptst.I.XXVl. N.N^7izEs beyden recht zu machen, war ihm unmöglich, Aus uud^clln die einen wollten beleidigen, die andern un- AnkonHur-oeleidiget bleiben; die einen fremdes Gur rauben, germchrer. die andern besessenes Eigcnthum erhalten. So Wie er nun also, nach Beschaffenheit der Sache, der einen oder der andern Parrhcy bcytrat, macht' er sich sofort die Gegcnparthey zu Feinden, und fand nicht soviel Dankbarkeit in denen, dcncnerzu W'llcn gewesen war, als Haß in denen, die er be¬ leidiget hatte; denn diese nahmen das, was ih¬ nen gegeben ward, als Bezahlung einer Schuld an, wofür sie dem Zahlenden nicht die mindeste Verbindlichkeit hätten, wenn jene jederzeit, ihres Eigenthums beraubt zu werden, zornig waren. Auf solche Weise stieß er also immer, bald bcy diesen, bald bcy jenen an; hieß bey den einen Volksfrcund, bey den andern Soldatcn-Parki- san; war also im Grunde beyden Partheyen ver¬ haßt, und lernte aus Erfahrung, daß ihm die Waffen nichts hälfen, sich die Liebe der Beleidig¬ ten zu verschaffen; daß er zwar wohl, vermittelst ihrer, alle die, so ihm nicht gehorchen würden, umbringen könne, daß es aber unmöglich siy, je¬ mand, der nicht freywiüig selbst wolle, zur siebe b- zu zwingen. Er ficng also an, etwas nachzulas- fen, und den Rakhsherrn fernerhin nichts weiter wegzunchmen. Denn anfänglich hatt' er auch diesen alles hinwegnehmcn wollen, und sie zu deni Ende gefragt: wo anders sollen wir dieBe- lohnung der Soldaten hernehmen? gleich¬ sam, als ob ihm jemand befohlen, er solle Krieg führen, oder, swenn er nun dieses gar thun müffel seinen Soldaten so große Dinge verspre¬ chen. Außer diesen enthielt er sich auch dcricni- gen Güter, so Eheweiber als Hypothek ihrer Wor- Kaisers kritische Lage. 409 gengabe besaßen; und überhaupt alle derer^ soA-RF.71; kleiner waren, als daß sie allein das jedem Sol-,^ »nd^ taten versprochene Quantum hatten ausfüllenAlmaBur- können. sermuim. 686. Hierauf fieng der Rath und alle die, denen nichts war genommen worden, besser als vorher an von ihm zu denken; die Soldaten aber glaub¬ ten, jede Nachsicht und Achtung, so er jenen be¬ zeigte, sey eben so viel Schaben und Schande für sie, und wurden dadurch so erbittert, daß sie viel ihrer Offizier' und andere Kameraden, so es gut mit Kaisern meinten, und sie zu rebelliren ver¬ hindern wollten, umbrachien. Ja es fehlte nicht Viel, so hätten sie Hand an ihn selbst gelegt, wie ihnen denn jede Gelegenheit, ihren Zorn auslas¬ sen zu können, hinreichend schien. Sie besänf¬ tigten sich auch nickt eher, bis ihren Anverwand¬ ten und den Eltern und Kindern der Gebliebenen eben so viel Acker, als einige derselben schon wirk¬ lich besaßen, zugesprochen ward. Die Einwilli¬ gung hierin wendete die Gemüther der Soldaten Kaisern wiederum zu; bracht' aber auch zu glei¬ cher Zeit das Volk neuerdings gegen ihn auf, so d^ß es darüber zwischen den Soldaten und den Bürgern zum Handgemenge kam, indem von Zeit in Zeit Scharmützel geliefert wurden, in denen vo» beiden Seiten viele verwundet wurden und diele fielen, da die Soldaten den Bürgern in Waffcnübung und Kricgserfahrenhcit, dies' aber jenen an Menge und dadurch überlegen waren, daß sic sie von den Dächern herab mit Ziegeln zu r.ode warfen- In diesen Unruhen gicngen 26y7) Daß die Soldaten Kaisers, von Manius "nd Luk-Ainon aufgchetzt, mismüthig gegen ihn z,e- 4'0 DioKaßius. B. Xl^VIll. Hptst. MVI. N.RL.^;viele Häuser in Flammen auf; und der Hauszins «üs und L-ward denen in Rom wohnenden bis auf füufhun- ÄnrvnBur-d?rt Drachmen ganz, den Bewohnern des übri« gcrmeistrr. Italiens aber der vierte Theil eines Jahres nachgelassen.'^) — Denn in allen Städten, worden, leidet wohl leinen Zweifel. Livius sagt in der Epitome des l2;sten Buchs: Seciirione; exoiciw, sui, guss corrupri s kulv-s XI. -Xiuonii vxore, mililo; contra imxsrstorem tuum concirquorant, cum gr»ui xericulo. Allein eben so sicher ist cs auch wohl auf der andern Seite, daß Dio die Sach' übertreibt. Die vielen Offiziere schrumpfe!! in den Geschichtsbüchern, die bis auf uns gekommen sind, in den einzigen No¬ nius zusammen, dessen Geschieh!' in der 2692^ Not' erzählt worden. Auch bleib' ich noch immer bey mei¬ ner damahls geäußerten Meinung, daß alle diese ' Meutereycn nicht von den Kaiserlichen, sondern von den Antonianischen Soldaten herrührten, die da glaubten, zurückgesetzt worden zu scyn.— Daß aber die Anverwandten und Kinder der in den Schlachte« Gefallenen ihren Anthcil an der Länderauslheilung bekommen mußten, war, im Fall nur die Länderaus- lheilung selbst billig war, nicht mehr als höchst billig: daher auch im allerersten, durch Vermittelung eini¬ ger Antonianischen Offistere, zuTranuin geschlossene« Vertrage ausdrücklich vestgesttzk ward: ^Frorcliuirism riomini grsocer llofuiicris t-biliopenst miliris, lr t also den Anverwandten und Kindern derselben. App'«« I>. Z97- — Die W. Uebersetzung weicht hier gewaltig von der meinigen ab: „Als man ihren Verwandte«, „und den Eltern und Kindern der im Kriege gebliedr- „nen die Ländcreycn, so viel einige von ihnen davo" „schon im Besitz hatten, zu behalten erlaubte." 2M- leicht trift er aber hier den Sinn des Griechen bM als ich. Ich setze die Stell' im GrundteM her: VS,? sHü,',, xn, 7-Sk? LX 7«'? und nun entscheide der Leser selbst. 2698) Hr W. allegirt hier sehr richtig XXXX^l > ?4- (d- i. §. 642.) Die Miethe, so man ihnen d«> Kaisers kritische Lage. 471 wo nur Soldaten und Bürger ßen, gab es Gefechte. §.687. germeisier. Inzwischen dieses geschähe, hatten Solda¬ ten, so Kaiser nach Hispanien zum Voraus ge¬ schickt, iuplakenrta zu tumultuircn angefangcn, und sich nur erst durch einige von den Einwohnern erhaltene Geldsummen besänftigen lassen. Eben diese Truppen waren vom Rcrlenus und Vonti- dius, den beydcn Gouverneuren des transalpi¬ nischen Galliens, über die Gcbürge zu gehn ver¬ hindert worden. Diese zwo Ursachen mach- mahls gezahlt hatte, war also, da sie selbige zurück¬ bekamen, nur ein gezwungenes Darlehn gewesen. 26Z9) Deym Anfänge des Krieges hatte Lukius elf Legionen, so ehemahls unter Mark-Antonius gedient- und damahls den Befehlen des Kalenus gehorchten; außer ihnen noch sechs, die er selbst als Konsul ange- farben, zusammen also siebzehn Legionen, und zwar in fallen gegenwärtig. Kaiser hatte, auster seinen präroriauifchen Kohorten, nnr noch vier Legionen, so in Kgpua im Onanier lagen, und andere sechs in Hispanien. §r hatte den Salvidiemr« zu seinem Le¬ gaten dort bestellt; dieser aber, der seine Provinz noch nicht erreicht hatte, erhielt jetzund den gemessensten Afehl, schleunigst umzukehren, welches er auch ins Werk setzte, und in unglaublicher Geschwindigkeit im cisalpinischen Gallien erschien Ich weiß nicht, wo Dio die Nachricht her hat, hier hatten ihm Kale» und Venndius den Ucbergang über die Alpen ver¬ wehrt. Dies streitet nicht allein mit Appian, sondern guch mitDio selbst, der im vorhergehenden einesAuf- starides zu Placenz erwähnt, das doch wahrlich nickt 'm transalpinischen, sondern im cisalpinischen Gallien 'fgt. Vielmehr folgten Kalen und Vcntidius dem Ealvidien von hinten, inzwischen Lukins von Koni uus in großen Märschen ihm entgegen gieng, um ihn w >n die Mitte zu bekommen. Agrippa, der die ganze Uus und L- SUttvnBur- 4 l 2 Dio Kaßius. B. XL.VHI. Hptst. DXXVI. N.RE^izten, daß Kaiser anfieng zu befürchten, den Kür- lius jiehn zu müssen, und zu dem Ende mit dcr DntonBur-Fulvia und dem Bürgermeister Friede zu macht» zctmn.lcr, ; ^°°) weil er solchen durch die in seinem Namen abgeschickte Privatgesandten nicht erhalten konnte, wendet' er sich zu den Veteranen und pflog durch ihre Vermittelung Unterhand, lung: inzwischen von seinen zwey Feinden, die sdurch eben das, was Kaisern niedergeschlagen) beherzter geworden, und durch den Bcytritt de¬ rer, so ihre Landgüter verloren, bestärkt; Luk- b Anton überall hcrumgieng, und alle die, so ver¬ schiedener Ursachen wegen Kaisern abgeneigt wa¬ ren, unter einen Hut zu bringen suchte, Fulvia aber, so nicht allein pränefte''°') weggenommen, Gefahr einfah, in welcher sich Salvidienus befand, macht', ihn zu retten, eine Demonstration qufIns^ brien, (das heutige Maylandische) wodurch sich Lu- kius dergestalt blenden ließ, daß er zuletzt gezwungen war, sich ,n Pernfla zu werfen, und daselbst jene fa¬ mose Belagerung auszuhalten, die sogleich weitlauftt- ger erzählt werden wird- 2700) Es sind drey verschiedne Unterhandlungen zwischen Kaisern und Lukio gepflogen worden Du allererste zu Trannm, (einer Stadt in Apulien,) vo" den Antonianischen Soldaten, zu denen sich Lukius, unter dem Vorwand vorn Kaiser verfolgt zu werden, geflüchtet hatte. App. P.Z97. Die andere, auf anlaffung zweener Legionen Veteranen, so ihr O.uar- tier zu Ancona hatten, so über beyde zu GabiiKriegs- recht halten wollten. Ich x. gyg und 999- Endlich die dritte, so yermuthlich die ist, von welcher Dw hier redet, als sich schon Lukins im wirkliche« von Rom befand, aus welcher Stadt er den Lep'du» vertrieben. Ich p. 420. 2701) Ppänesie , eine Stadt der Lateiner, nach de» Granzen dcr Acguer zu, unfern von Rom. Solin K. 2. bekam sie ihren Namen vom Präncst«^ Kaiser sucht vergebens Frieden zu schl. 41z sondern auch viele Rathsherm und Ritter Key sichN.R.L.?,) hatte, ihr Ansehn von Tage zu Tage verstärkte.^ AntonBue^ einem Cohn des Minus und Ukyssens Enkel, der siesermeisier. erbauet haben soll- Raro leitet den Namen vomVer- bo her: gui» is locus. guo conÄra eit, mvn- libus Deyd' Etymologien mögen wohl falsch seyn, aber die letztere hat denn doch wenigstens das für sich, daß sie besser mit der Geographie als erstere mit der Geschicht' übereinkommt. Cie liegt i sagt Strabo p. 7gs. an einem im Durchmesser ois rimet aut timult Ie/icis tuiiisM 'ooraz Hl. im. 22. Veiler, LsmensS, voller in srcluo» Dollvr 8skinor; feu miki /'rckeüeste, len likur tupiuum, 8eu liguiöse placuers Lsjse. Allein eben diese veste Lage gereichte der Stadt, wie schon Strabo bemerkt, zum großen Unglück, weil alle diejenigen dahin zu flüchten pflegten, so in Rom mit Neuerungen umgiettgen; oder, wie Strabo in seiner Sprache dieses sagt: «/ 3»m Kakilina sagt Bikers i. g. guum wke krsenelle XsIenUis iplis dlouemkris vLLupslurum tioLiurno impem eile conköorss, ioukllirw illsm coio- mev iuEu, msis prsekäiis, cutlollii, viAiliirgue eue munikom? Keine von allen diesen Rebellionen kam ihr lheurer zu stehn, als die des jungen Marius, weitläustig beschrieben vom Plurarch im Leben seines Vaters, Livius Lpir. 88- Vellej.il 26. — Präneste 'var sonst ihr alter Name nicht. Plinius III. 5. ?rse- veilini, vrke guoullam llicr«, und so auch Strabo; und nur, daß sie dieser nennt. Am merkwürdigsten ist sonst in Präneste berLem- 414 DioKaßius. Hptst. ^.xxvi. N.R^.7>,Mit diesen ihren Anhängern hielt diese Damehäu- «üs Kriegsrath, und setzte die Manifeste selbst aus AntLnBurisa ihr Nutzen zu publiziren erforderte. Jedoch zermeiKer./^Mcit werden sich meine Leser nicht wundern, wenn ich ihnen sagen werde, daß sie oft, den Sä¬ bel umgcspannt, den Soldaten Parol' erchciln, und oftmahls öffentlich' Anreden an seidige hielt. 688- Alle dres' Umstände waren Kaisern so Mi- der, daß er gar kein Mittel, sic zu überwinden, auefündig machen konnte; sintemahl er ihnen nicht «Nein an Macht, sondern auch, (weil er es mit allen verdarb, wenn jene jedermann gute Hoff¬ nung machten) an Wohlgewogcnheit anderer ge¬ gen ihn unendlich weit nachsiehn mußte. Nach¬ dem er sie also durch seine Freunde oft und viel- Wahls zu Verträgen auffordern lassen, und nichts erhalten, schickt' er endlich einige der Veteranen als Abgeordnete zu ihnen ab; in der Absicht, vor¬ züglich zetzund mit ihnen Frieden zu schließen, und die damahls obwaltenden Uneinigkeiten, st gut als möglich, beyzulegen, (denn ihm war nicht bange, ihnen nicht nachher die Spitze bieten sr können;) nachher aber auch, gesetzt, daß ihm iM Nel der Glücksgöttin, so sehr berühmt seiner heiliM Loose wegen, von denen der locus clMcuz beym kcro cke II. 41. steht, und von denen hier j0 reden der Ort nicht ist. ... ; 2702) Florus IUI. v. gl-rstia cincm virüis welche Worte denn doch metaphorisch genommen, vom Dio» der vielleicht dem Liviu« fsigke, mi Sverstali?^ hatten werden können. — Daß sie sich gleich im fang dieser Unruhen nach Präneste begeben, begu^ Hellejus U. 74. bkUi isäsm krASiisüs cexeiß- ! Kaiser versucht vergebens Frieden Zu schl. 415 seö Vorhaben nicht einschlagen sollte, die SchuldN.RE?-; dieser Uneinigkeit nicht selbst zu kragen, sonderns auf jene fallen zu lassen; welches denn auch wirk-An tcnD^- lich geschähe. Denn da er auch durch seine Sol.sE^M" baten nichts ausrichtcte, so fertigt' er einige Rarhsherrn an sie ab, denen er die Bedingungen erklärte, die zwischen ihm und Mark-Anton ver¬ abredet worden, und die er, mindestens dem Scheine nach, zu Schiedsrichtern der zwi¬ schen ihnen obwaltenden Streitigkeiten machte. Als aber auch dieses fehl schlug, sintcmahl seine Gegner theils Bedingungen machten, die Kaiser nimmermehr eingehn konnte, theils vorgaben, in alle dem, was sie khäten, nichts sonder Mark-An- tons Einwilligung zu handeln, so nahm er noch einmahl zu seinen Veteranen die Zuflucht. 689. Diese begaben sich darauf in großer Anzahl nach Rom, unter dem Vorwand, dem Rath und dem Volk etwas mitthcilen zu wollen. Statt aber dieses zu thun, begaben sie sich auf das Ka- pitolium und verlangten, daß man ihnen dis Verträgt, über welche Mark-Anton und Kaiser übereingekommen waren, vorlesen möchte. So Wie sie selbig'angehört, bestätigten sie sie, und erklärten sich selbst für Schiedsrichter in den da- Mahls obschwebenden Streitigkeiten. Diese sGut- heißung der ehemahls geschlossenen Verträge, und Bestellung der Soldaten zu Schiedsrichtern m gegenwärtigen Uneinigkeiten^ ward aufTafeln gegraben, versiegelt und den Vestalinnen zur Dgl. Note 2700. — Das hat HerrW völlig übrrsehn, oder grundfalsch übersetzt. 4i6 DioKaßius.B.Xl^Vljk.HpH. I.XXVI. A.R.E 7i)feycrlicben Bewahrung aufzuheben gegeben Dar- Uus beschicden sie sowohl den gegenwärtigen Kai- AiiwnBur-ser, als auch durch Gesandten, so sie an selbige -mneiser. schirm, seine Gegenparthey, auf einen gewißen bestimmten Tag nach Gabli, wo dieser ganze Rechtshandel abgethan werden sollte. Kai» ser unterließ Nicht, stch vor dieses Gericht zu stel¬ len; seine Gegner versprachen zwar auch zu kom¬ men, in der That aber kamen sie nicht, enkwc- der aus Furcht, oder aus Verachtung; denn sie verhöhnten dieses ganze Gericht gar sehr, so daß sie selbiges auch nur den Gtiefelrach^) 2-04) Vgl- Äppianus p. ß98 und Z9y, tvö cc auch zu gleicher Zeit die Lage von Gab» so angicbt, daß es zwischen Rom und Praneste mitten inne gele¬ gen. Die Stadt kommt sehr häufig in der Geschichte des Tarkwittius Superbus vor, und ist sonst eines Steinbruchs wegen berühmt, der nicht allein von! Strabo p. 7zl. gerühmt wird, sondern von dem Tacirns XV. 4Z. sagt, daß er Nndurchdricgtich sedem Feuer wäre. — Hr-a»«/ lap/r, benm Ijevors XVI. 4. ist vermuthlich Schreibfehler für S7S5) Appian P. Z99- erzählt dieses wieder ganz anders. Kaiser, der, ihm zufolge, zuerst gekommen war, schickte dort, wo Lukius Herkommen musslh Reuter aus, die da beobachten sollten, ob sich vielleicht dies Gerichterscheinen in eine Aushebung en- digen möchte. Diese vorausgesibickte Reuter rrastli auf andere des Lukius, die vielleicht eben so sehr '!'s- fpaher als die Kaiserlichen, oder guck nur bi llciNl schlechthin vorausgefchickk waren, des Lukius Ankunft ju melden. Beyde Vorposten gs^iekhett emarber m die Haare, undbey dieserGeleacnheit verloren cimgk der Parthey des Lukius das Leben, welches den letzter» disponirte, die ganze Zusammenkunft ausznhebcn 2706) j vorher i welches ü dn Eylander in --«><>«>, und unrersiäßr von derAMnia- Nischen und Breslauischen f-andschrift ReimurnslNi Te-t ausgenommen hak. Aber auch so ist die Lesa» Krieg zwischen Kaiser und Fuloia. 417 nenneten, weil ncrnlich die Veysitzcr desselben alleN.R.T^i; gestiefelt waren. Dem zu Folge wurden Luk-^s m," Amon und Fulvra verdammt, und das Ver-AmonPur- fahren Kaisers gut geheißen. Von dieserZeit atr^Eei!l-r. pflogen sie häufig unter einander Rath, unter- nahinen den Krieg gegen sie, und rüsteten sich zu selbigem auf keine fahrläßigc Weise; wie sie denn insbesondere bemühet waren, Geld überall her- beyzubringett, so daß auch nicht einmahl die Tem¬ pel unberaubt blieben. "°') Wirklich nahmen sie alle Votiven, so viel sie derselben versilbern konnten, nicht allein in ganz Italien, so weit sel¬ biges unter ihrer Gewalt stand, sondern auch in Rom selbst hinweg. Auch erhielten sie Geld und Soldaten aus 6a//ia toFata; welche Provinz da- wahls schon zum Gouvernement von Italien war geschlagen worden, damit kein anderer imls die Triumvire^ unter dem Vorwand eines dortigen Gouvernements eine Kriegsmacht innerhalb derAlpen unterhalten könne. §. 69s. Inzwischen Kaiser sich also rüstete, unter¬ ließen Fulvia und Luk-Anton gleichfalls nicht, "och nicht völlig hergestellt; denn wenn es einen Sinn geben soll, muß man entweder mit Lcunklau oder noch lieber mit Lakomno äe cslceo smiguo c. x. 114. lesen. — Zerguson giebt die- sts Englisch: Nie ammuttition lsinue, ich weiß nicht, wie und warum? sein Übersetzer hat es aber richtig °en gestiefelten Senat übersetzt, (S. izi-) wiewohl «erguson den Geist der Geschichte nicht ganz gehörig gefaßt zu haben scheint. , 2707) Appi«n I. 0. 'Lu <«?«» »v- Zx.'-iäk.;, Dd 4-r8 DisKaßms.B.XI.Vi!l. Hptst.l.XXVl. N RSrtzalleö, was zur Beförderung ihrer Angelegenhei- re'us mieten abzwecken konnte, zu veranstalten, und Sok AntouBm-daken anzuwerben. Beyde Partheyen sendeten sermeister- Offiziere und Soldaten, mit Aufträgen Md Gesandfchaften verschn, hier und da herum; wurden von einigen ausgenommen, und von an¬ dern abgewiesen. Von diesen will ich das mchre- stc, und alles, was nichts Großes und vorzüg¬ lich Merkwürdiges enthält, mit Stillschweigen vorüber gehn, und nur in der Kürze das, was mir am allermerkwürdigsten scheinen wird, ansüh- ren. — Raiser versucht' ein' Unternehmung ge¬ gen Nursia im Lande der Sabiner, war auch so glücklich, ein Detaschement, das ihm den Weg dahin streitig zu machen suchte, zu zer¬ streuen, ward aber doch von der Stadt selbst durch TisinLus Gallus zurückgeschlagen; er wendete fich also nach Umbrien, wo er die Stadt derSentinater doch gleichfalls ohne 2708) Jetzund am Fuße des Apenninns, daher sie beym Virgil VII- 716. /r-Zr-i« heißt, und beyM Silins Vlil. 41g. bsbilsrs xruwis dlurlm. — Polla, die Mutter Vespasians, war aus diestr Stadt gebürtig. Suewn Vespasian II. 2709) Vermuthlich wasAppianns x. 402. erzählt. Lükius, als er sich schon in Perusia geworfen, aSer noch nicht in dieser Stadt eingeschlossen war, Mtte Liesen Tisimus mit viertausend Mann aus, «nM- strschen Gebiet zu fouragiren. , . . 2710) W. noch besser schlechthin, die Sentinarer; denn es ist schwer zu bestimmen, weedn Stadt eigentlich geheißen. Beym Appiamrs beym Sronrinus , beym Ptolemäers L-v-E, une unter diesem letzter« Namen kommt sie beym Eellarnrs vor x. 596. Gewöhnlich nennen die Kia!' fiker nicht die Stadt selbst, sondern die Bewohner derselben Polfb. II. xvmi. Md so Lwms X. und anderwärts: tu Lenunrv Eroberung von Sentia. 419 selbig' erobern 'zu können, belagerte. Inzwischeim.R.C./iz hatte Luk-Anton von Zeit zu Zeit, bald unters diesem bald unter jenem Vorwand, SoldateuAntonBur« nach Rom an seine dort habende Freunde zu sen-S""Eer. Len gewußt. Diesen zum Vorauögcscndeten fol¬ get'er selbst plötzlich nach, überwand die ihm cntgegengcschickte Kavallerie, und bemächtigte sich hierauf der Stadt, weil die, in ihr zurBesatzung liegend'Infanterie geschreckt, sich gegen die schon in ihr befindlichen Soldaten Luk-Antons, von de¬ nen sie angegriffen wurde, nicht zu vertheidigen vermochte; und weil weder Lepidus, dem das Kommando über die Stadt ««vertrauet war, aus angebohrner Trägheit, noch der Bürgermei¬ ster Gervilius, aus Liebe zur Ruhe, sich zu wi¬ dersetzen wagten. "7") Sobald Kaiser dieses er¬ fuhr, ließ er den Rwmrus Galvidieuus Ru¬ fus zur Belagerung von Sentia zurück, er selbst aber brach nach Rom auf. Luk-Anton verließ die Stadt, ohne die Ankunft seines Gegners ab- iuwarten, nachdem er sich ein Edikt auögewirkt hatte, durch das ihm befohlen ward, gegen die Feinde zu Felde zu ziehn; nachdem er zuvor, was "No. Auch diese Stadt liegt am Fuß des Apenninus, Aschen act (Namen eines damahls berühmten Wikkhshauses in der »buls peurinZerisn») und Assi- dium, 27H) Appran 401. der dieses gleichfalls unmittel¬ bar auf die Unternehmung gegen Scnria, (denn so "ennt Appianus diesen Ort) erzählt. Die Pforten der Stadt wurden ihm vom Nonius eröffnet Lepi-- dtlg, bcn Kaiser als Ursekecruin vrbis zurückgelassen, Dritte sich. Lukius ließ darauf das Volk zusammen- berufe^; versprach ihm: sein Bruder Markus wurde rkcywilljg von der triumviralischen Gewalt abstehn, "pidus aber und Kaiser für ihre verübten Tyranneien 1Ur Rechenschaft gefordert werden. 420 Dio Kaßius.B. Xl.vm. Hprst. 1.XXVI. N.R.L/iznoch niemahls vor ihm irgend ein anderer gethan, lins der Uniform eine Ned' an das Volk gehalten. Anton Bur-'?") Auf solche Weise ward Kaiser, ohne Vlut rermeister. zu vergießen, Meister von Rom. Er setzte dem flüchtigen Luk-Amon nach, da er aber selbigen nicht einholen konnte, kehret'er zurück, und ver¬ sähe Rom mit einer stärker» Garnison.— Inzwi¬ schen hatte Rajus Zurnius, '?") derKommcn- S- z6;. Kant von Sentia, sobald nur Kaiser die Mauern dieser Stadt verlassen, einen Ausfall, in der Absicht, solchem nachzusetzcn, gethan, und sich zu dem En¬ de weit von der Stadt entfernt. Rufus bcdie- nete sich dieser Gelegenheit, die daselbst zurückge¬ lassene Garnison unvermuthct anzugreifen; hak¬ te das Glück, die Stadt zu erobern, plünderte sie aus, und steckte sie an. — Die Nursinenscr hatten sich inzwischen freywillig ergeben, und dem zu Folge nichts erlitten; da sie j aber nachher den in der Schlacht, so sie Kaisern geliefert, Gcblie- 2712) Äppian I. ü. v-?« i-u »e«"' --S,kv5-I« im 10- Wie lasten sich mit die¬ ser Nachricht die Worte Flort Illi. 5. vereinen: Non priusris, leä rurius lensrus sunrsAÜ» , poltem Lselsr sAAi-sllur, — Wenn hier der Senatu» nicht so wie oben Note 2706. erklärt werden M, gesteh ich gern, keinen andern als einen höchst lüge»' hasten Sinn mit dieser Stelle verbinden zu können. 271z) G- von ihm Glrwvorp O»omsF. p. Kaiser nahm ihn nachher nicht allein zu Gnaden au, (Seneka cte t>E/. n.25. erzählt, daß er sterbend M August gesagt; ttanc vuam babeo, l^selsr, iliiu>)an> tusm, eltecisti vc viuorem er morerer ingrrcm) Ww dern er macht' ihn auch zum Bürgermeister §. §80, und nachdem er dieses Amt zurückgelegt hatte, siel das Gouvernement über Spanien anheim, l'-ey wa¬ cher Gelegenheit die durch des Carisius Graustunen und Wollust aufgebrachten Kantabrier gegen die Römer rebellirten. S- unken §. 919. Eroberung von Nursia. 421 benen, ein Vegräbniß errichtet, und in der In-N.R T -i; schrift desselben gesetzt hatten: sie wären für dieA,§ Freiheit ihres Vaterlandes gefallen; wur-AnronBur- den sie dafür mit einer so unmäßigen GclöbußcSermeister. belegt, daß sie sich alle zusammen lieber Stadt und Land zu verlassen, alö selbige zu erlegen ent¬ schlossen; und diesen Vorsatz setzten sie auch wirk¬ lich in'ö Werk. §. 691. Lukins, so wie er von Rom weggegangen Ivar, versuchte zuerst in Gallien cinzudringcn, da ihm aber hier der Weg abgeschnitten ward, wendet» er sich nach der Errurischcn Stadt pe- rusia, °'") wo ihn zuerst Kaisers Generale, 2714) Suersn XU. Xuriinns grsnäl pecuniL, et penclers neguusnt, multsrvs, exrorrss egir op- , guocj ^1VHdlLX8I interswxrorum ci- vinm rumulo publice exrruZo säscripseisnr: pro Wer- r-rre eo, occ»-r«Fe. Sueton setzt also diese Begebenheit «NI ein Paar Jahre früher, nemlich um die Zeit des Modenesischen Krieges, vcrmuthlich aber mit Unrecht. 2715) Weil Sentinum und Nursia in den Händen der Feinde waren, wodurch Lukio nicht allein derPaß nach Gallien gesperrt, sondern er auch von den An- tvnianischen Korps, so unter Asurius Pollio und Ventidius standen, abgeschnitten ward. — Man merke sich aber, daß die Legaten des Markus, die da wußten, daß im Grunde dieser Krieg gegen Marei Willen geführt ward, sehr schläfrig agirten. Vom Plankus sagt vellejns: ssem m-igi» ollenäersr suxilü vpem kerebsr ^.nwnio. Eine der vorzüglichsten Stadt' Etruriens. Livius X. ^7. 'Ures vsliäiüimse vrbes. Urrm issc^pit», Volllnü, ?UUV8I^, ^irerium; wie volkreich sie gewesen, zeigt eben dieser Schriftsteller, l. c. 6->p. Z l. l »l>iuz in Ulruri» rebellmirs llenuo, guruuor milü» er lluinAEiuv» keiullnorum occiclir: cepir riil mille keprin- 8er>wü <;usärsAmks. Die Stadt heißt jetzund Perugia. 2717) Salvidienus und Agrippa- 4»2 DioKaßius. B.XL.VII!. Hptst.l.XXVl. N.R.E./lMäckher aber auch Kaiser selbst eingeschlossen hiel- Ans und belagerten. Da es sich mit der Belage- Aiitt'nBur-rung sehr lange hinhiclt, (*) so fielen zwischen Ktrmeisrer, Partheyen am Fuße der Mauern sehr viele Scharmützel vor. Ob nun gleich Luk-Anton in diesen fast beständig die Oberhand behielt, so ward dock die Stadt selbst durch Hunger er¬ obert. Luk.Anton selbst, und noch einige we¬ nig' andere erhielten Verzeihung. Die mehrcfien -ort befindlichen Rathshcrrn und Ritter aber wur¬ den umgebracht. Man trägt sich nut der Sage, -aß man sich nicht damit, sie bloshin umzubrin- gen, begnügte, sondern daß man, auf einem Kai¬ ser dem ersten geheiligten Altar, drcyhundcrt Rit¬ ter, und unter vielen andern Rathsherren auch den Tiberius Ranutius schlachtete, der ehe- mahls im Zunftmcisteramt, welches er verwal¬ tete, das Volk für den jctztlebenden Kaiser zu¬ sammenberufen hatte. — Die perusiner (') Der Ort war seiner Natur nach vest, auch so ziemlich mit Lebensmitteln verschn. Ueberdem fügte einDetaschementKavallerie, so man aus derStadt, noch ehe selbige vöüig eingeschlossen worden, gelas« sen, den Belagerern keinen geringen Nachthcil zur da im Gegentheil den Belagerten von verschiedenen Orten her Hülfe zukam. * 271Z) NrMer ist nachher in ein Sprichwort übergegangen. Aorus nennt ihn kurzem er niiui non experrsrn Lukanus I. 41. 2719) Gucron 15. ?erusi» cspkz in xluriwor »nim- Ltluerrir; «rare venism vsl excuüue le conAiribus vnL voce occurrsnr: e//e. 8cribunr quiöM krecenrox ex cleäirüs elecros, vrnurgue oxclinis, aä Ll-AM cliuu lulri) exrrucwm, Iclibns ^^lkHs dostlsrum mors w.JK-nos. Das Wort scklacliren ist nicht un¬ edel, sondern deswegen hier gewählt worden, wen es gerade dasjenige sagt, was es sagen soll: neinlich Eroberung und Zerstörung von Perusia. 42z und andere, so man in der Stadt gefangen kam, wurden fast alle mit einander umgcbracht.liüs und r. Die Stadt selbst, nur der Tempel des Vulkanus^u Rur- und eineBildsäule derIuno ausgenommen, gicngb ' ganz in Flammen auf. "'°) Dieses, welches nur es ist ihnen, wie den Schlachtopfern, der Kopf inst dem Beile vom Rumpfe getrennt worden. Florus II. v. z. I^eguroz noüros, nec Aisclio guiöem, 5scl, vr vicHmsr.securi xercurimu. Das Schlachten, wenn vom Opfervieh die Red' ist, heißt aber deshalb m-rcra^e, guis nungusm cseclebsrur bolkis niti lrucribus mscis tuiüer, i. s. sruZibus er mol» 5»I5s suLts; denn dieses heißt rvncra^e, d. i. sugere; daher mscrs srs, der Mar, auf dem Eisenkraut aufgehäuft liegt, und Kato nennet das großgewordenc, erwachsene Kraut Kerbsm rnsg,m. IslSorus X. cr»cr»i gloris, er eli nonien rrscrum s kscils. t^uorie» enim rliu; sur vinum li.ipoi? viAimsm kun6edsmr, älcebsnr: macr«r e/? c,i»o , b.s. eumulsrs sli boltisec mschr «ucts. Man sehe den Nouius Marcellus über die« ses Wort. — Seneka cleme-rr. I. n. spielt hierauf NN: l'uerir moäersrus «r clemens ^UAustur, nempe xoll ?er-«F»a, — Appianus p. 409. erwähnt noch außer demKanutius den Rajus Flaoius und den Rlodius Blth^nikus. Vom Tiberius Ranutius s, vben S- Z72. Es war derjenige Tribun, der den jungen Oktavian zuerst dem Volke aufgeführt hatte. 2720) Nach Applaus 408- hat Kaiser Perusia sei« jstn Soldaten zur Plünderung übergeben wollen, al¬ lein ein gewisser Restius, der, weil er chemahls in Makedonien Kriegsdienste geleistet, sich selbst den Na« wen des Makedoniers beygelegt, steckte sein Haus an und verursachte dadurch die Feuersbrunst, in der die Zanze Stadt bis auf den Vulkanustempel in Flammen uufgieng. (Vellcjus stimmet hiermit so ziemlich über- eun In ksruliuos msZi; irs inilikum, gusm volmusrs l^euiruin 6uci5. Vrbs ineenks, cuiu3 iiraium incenciii Wci kecic blsceäonicu!; gui, tubisüo re- buz ge pensribur svis iZni, rran^tixum 5s glüöio, ll-im- n»e iuruijk. Don einer Bildsäule der Juno findet sich 424 DioKaßius.B. XI.VIH.Hptst.I^XXVi. N.RS.7r;von ohngcfähr war gerettet worden, ward nach- lius »ach Rom gebracht, und verursachte durch ÄiitonBu^ein Traumgesicht, welches es Kaisern zuschicktt, germeistec. hgß man einigen, so sich selbst freywillig dazu an- boten, die Stadt selbst von neuem anzubamn verstattcte; nur wurden diesen neuen Kolonisten nicht mehr denn achtehalb Stadien zu Ländereyen angewiesen« §. 692. N.R.T-7I4 Nachdem diese Stadt also in dem Jahre, PomvDm-da Rnejus Ralvimw zum andernmahl, und «ermeisier. Astnius pollio burgermeisterten, erobert wor¬ den war, traten die übrigen Städt'Italiens ent¬ weder freywillig auf die Seite Kaisers, oder wurden solches zu thun gezwungen. Dieser Ur¬ sache wegen flöhe Fulvig, nebst den Kindern, jn S. zü6, ihrem Gemahl. ^') Auch begaben sich viele der Vornehmern entweder zu ihm oder zum Gy" crrs Psmpejus nach Sikilien. Julia, die Mutter der Antonier, nahm damahls auch zuerst ihre Zuflucht zu ihm; ward von beym Appiqno nichts, wohl aher sagt er: Perusin sey eine der alten EtrurischenZwölfstadte gewesen, die, nach alter Etrurischer Religionssitte, die Juno als ihre vorzüglichste Schutzgöttin verehrt hatten; in d" Folge sey aber der Gottesdienst des Vulkanus deni d-c Juno vorgczogen worden. 272t) Den sie aber nur noch einmahl vor ihrem Tode zu Athen sprach. Sie starb unterwegens j» S-kyon. S- unten H- 705. und Plurarcb x- 92^? Appmnrrs x. 409. kuluis guoguo cum tu» liberi; >l>- §ir l-msolns, ec inäe xon o Urunäistum, cleäueeMwu» rndur millikus eguirum, 9005 in doc s clucidus sccepe- csr. Lrunäilii nvingue naues Ion§s, secira, edlace-lo' nis conscenclir, koluirque vns cum plsnco turu 10 n-""' v-tticmis ein, cemire, gui, pese i^nsuis, religuum el' i?.r» exercirum 6k5ezuersr. Flucht vieler angesehenen Römer. 425 ihm sehr freundschaftlich ausgenommen und zumNR.E.7'4 Mark-Amon abgeschickt, um mit ihm Unter-A'A"^»"-' Handlungen eines Freundschaftsbündnisses wegengermejstcr. zu pflegen. — Zu denen, so sich damahls aus Italien zum Mark-Anton flüchteten, gehört auch Tiberius Rlaudius Nero, der Kommcn- dant eines kleinen Kampanischen Städtchens war, und sich damahls, weil er sähe, daß Kaiser den Meister spielte, nebst seiner Gemahlin Livia DrustUa, und seinem Sohn Tiberius TUaudius Nero mit der Flucht rettete. Ich führe dieses an, weil es wirklich eine der sonderbarsten Bege- beizeiten ist, so sich je zugetragen haben- Diese Livia, so damahls vor Kaisern floh, wardnach- wahls seine Gemahlin; und dieser Tiberius, der damahls das Vaterland zugleich mir seinen Acl- tcrn verließ, erhielt nachher selbst die Kaiserliche Würde. — Doch dieses geschähe nur erst lange Zeil nachher l — 2722) Sie war die Tochter Lukins Kaisers, der R. E 664. Konsul gewesen war; Gemahlin des -lntonmg Aretlku», und nachher des unglücklichen vom Kikero Hingerichteten Lentnlus- Ich hab' oben angeführt, daß sie zur Zeit der Proskriptionen ihrem Bruder Lukius das Leben mit Gefahr ihres eignen ge- "stet. Unten aus 4. 704 ergiebt sich, daß Antonius iE ihr und seiner Gemahlin gesprochen. Vgt. Ap- plan. x. 429. 410. wo Antonius dem Sextus dankt. 272z) vellesirs: ker eaäem rempora exsrkersr in Lsmpgni» deüum, gnoä, xrofeLai eornw, gui par- ^ersnr sgros, xsrrooiuium, cieb?.: prsLkoriur er ponlikex, Wer/r parei': MsZni vir snimi äocrillimigne insenü; icl guogue acl- INku dsefgi-iz lennlrum argue clikcullum elk. stuir wrrunze mursrlor.es , guis rlubivr rerum Inimsnsrurn o^lus ksris mirsri guesr? guiz non cliuerfs prseleukibus rourisrisoue expecrsns sm sxerer, suc rimesr? I.iuia. 4-6 Dio Kaßius.B. X^VIII. Hptst. L.XXV1. §- 69z. yr-sr.E.7i4 Damahls legten die in Rom befindlichen ihr DEoBur-Friebenskleid wieder an, welches fie, vom Volke zermeister, gezwungen, ohne Rathöverorbnung abgelegt hat¬ ten. Sie selbst befahlen Festtage zu feyern, be¬ gleiteten Kaisern mit dem Triumphsgewand an- gethan, und mit der Lorbecrkrone gcschmücktnach der Stadt, und verordneten, daß er fich dcrscl- riobilillimi sr kortiÜimi Oruli LIsuäisni stli», genere, xrooirsre, form« Romsnsrum eminenrillims, qmm xvlte» coniugem RuZulki viäimur, gusm rrsnrgrelli rci Veo8 iscsräorem sc stlism, rumkuAienr, moxkurmi lui Lseksris srmz, cuius bimum !iunc liberium Lse» srrem, vinäicem Romsni imperii, rumrumgue eiuräem Lseksri; illium, gsstsns iinu, per suis irinerum, vitt- r>» milimm ^I.iäUz, vno comirsnte, guo ksciliur occul- tsremr kuZs, peruenik sä msre, er cum vir» Jerone psrue6s in 8icilism est. Guetoir 4. l-ucium -^nronium conkulem, Inumuiri krsrrem, sä perubsm secukus > äeäirions s csekerir ks5ts, lolus permsnbi in psrtibus: sc primo pisenelie, inäe dlespolin eusbü ksruisgue sä pileum krustrs vocstjz, in 8icilism proku- Zir. 8eä inäi^ns kerenz, nec Kskim le in consxecrvm 8exri komxeii sämillum, er Fsfcium vku probibirum, sä dtsrcum ^nionium trsiecir in ^cbsism. Lum quo breui, rsconcilisrs inrer vmnes psce, Komsm reäiik. Diese letztere Stell' erklärt die erstere. Der Rampa-- Nische Rrieg, dessen die übrigen Geschichtschreiber nicht erwähnen, ward, nach der Einäscherung von Perusia, allein vom Tiberius Nero geführt, polko, Ventidlus, Plankus, und die andern Feldherrn des Antonius, ob sie gleich noch dreyzehn Legionen und fünfzehnhundert Reuter hatten, retteten sich auf die Küste. Polll'o, nebst sieben Legionen, fand Schn? auf der Flotte des Domitius Ahenobarbus- plankus hatte zwey Legionen, die sich aber dem Agripva erga- , den; er selbst rettete sich nach Präncste zur Zulvia, du er auf ihrer Flucht begleitete. Die andern Feldherren retteten sich alle nach Sizilien zum Sextus- Kaisers Unterhandlungen mitPompejus. 427 ben so oft bedienen sollte, als irgend ein andererN.R T.714 außer ihm triumphiren würde. — Kaiser, nach-AUAu- dem er alles in Italien inOrdnung gebracht, undgmneisler. nunmehr auch den Ionischen Meerbusen frey hatte, seit Dominus, verzweifelnd, ihre für sich selbst behaupten zu können, nebst seiner Flotte zum Mark-Anton gestoßen war, schickte sich an, gegen Sextus Psmpejuö zu Felde zu gehn. Da er aber Nachricht, theilö von der großen Stärke desselben, theils davon erhielt, daß er mit Mark» Anton durch die Mutter desselben, ) und durch besonders zu dem End' abgeschickte Gesand¬ ten Unterhandlung zu pflegen gesucht, ficng ec an sich zu fürchten, auf solche Weise mir zwcc- nen zugleich zu khun bekommen. Da er nun Scxrus Pom pejus für redlicher und für mäch¬ tiger ocnn Mark-Anton hielt, so schickt' er ihm seine Mutter Mukia als Gesandt!» zu, und heyrakhere selbst die Schwester des Lukius Skribsnius Lido, der der Schwiegervater. Scxti war; um diesen so durch Freund- schsstsbezeugungen undSchwägerschaft auf seine Seite zu bringen. -724) G. Note 2722. 2725) Appiamts 410. Le Sia.v»L; ek LkX!-«--' x-x L 0,'xsio,« X!rL,3v- u«;. — SuekS!! I^XII. dlox 8cribon>ÄM in ML- N unoninrn seeexir, nuxrsm «nre öuokus conlulsribu! ex slrero ecizm m-irrem. Denn sie hatte V0M Ski» p>o eine Tochter Kornclia. Propert, IIH. xii. 28- re äulee c»jnir, mscer ücridoni» Isell. T^er der andere mit ihr verheyrathete Konfularis «>ar, ist mir „nbekannt- Er hat sich aber nachher, Livia zu Gefallen, von ihr geschieden- S- unten 428 DioKaßius. B. X^VIIl.Hptst^xxVll. Sieben und siebenzigstes Hauptstück. Sextus Ponrpejus erobert Sikilien. * §. 694. N.R.E. 714 Sextus war nicht lange darauf/ nach- Polli'oBur-^^ er zufolge den mit Lepidns getroffenen Ver- Ktrineisier. trägen Hispanicn verlassen hatte/ '"?) zum Admiral ernannt worden Dieses Ämter hatr' ihn zwar Kaiser entsetzt, er hatte aber dcni- ohnerachret seine Schiffe behalten, und sich in Italien zu landen erkühnet. Jedoch, als er nach- gehends erfuhr, daß dieses schon in Kaisers Händen, er aber als einer der Mörder Kaisers verdammt worden sey, enthielt er sich des vcsien Lander, schiffet' aber von einem der dahcrumgelegencnEy- ländcr zum andern, wartet'auf den Ausgang dec Sachen, und suchte sich Lebensmittel zu verschaff fen, ohne Gewaltthätigkeiten zu begehn, (denn da er keinen Antheil am Morde gehabt, so hoffet er noch immer durch Kaisern selbst zurückgeführt zu werden.) Nachdem er aber erfuhr, daß sein Nam' in der That mit unter die Zahl der Pro- 2726) Sextus und Rnesus Psmpejus waren bey> de Söhne der VNukia, der Schwester des Mercks der mit Lukio Afcanio n. R. E- 694. ^urgermeneer war. Sie hatte sich, wahrend der Zeit, daß Poni' pejus in Asien kämpfte, so aufgeführt, daß derMB mit ihrer Treue nicht Ursach hatte zufrieden j» ÜM und sich deshalb bey feiner Zurückkunft von ihr den ließ. Plutarck p- 641. e. 5. — Glaubensbekenntniß, den Sextus anbelangend, noch immer das, was esvor beynahe nunmehr dreym- Jahren war. Siehe Gtrqbo p. 607. Note ist 2727) Vgl. oben XXXXV. io. 2728) S. §. 612. und 64a. 2729) Vgl- 1. c. tz. 640. SeMs Pompejus. 429 skribirten angeschlagen worden, gab er jede Hoff-N.R.T./^ nung auf, je durch Kaisern in sein Vaterland rückkehren zu dürfen, und rüstete sich zum Kriege.germeißer. Er bracht' eine Schiffeflorte zusammen, die aus Galeeren mit drey Reihen Ruderbänken bestand; er nahm die Ueberläufer auf, schloß Bündnisse mit S. Z67. Len Korsaren, und alle die, so aus Italien vertrieben wurden, fanden bey ihm Schuß» So ward er in kurzer Zeit mächtig, und spielte den Meister über das ganze an die Küsten Italiens stoßende Meer, schisset' in die Häfen dieser Pro¬ vinz hinein, wo er Schiffe wegnahm und Beute machte. Da ihm nun alle sein' Unternehmungen so gut auxgeschlagen waren, daß er sich sowohl mir Geld als Soldaten überflüssig versehen sah, so gicng er nach Sikilicn hinüber, wo er Mylä '"') und Tyndarrs ohne Schwertstreich hin¬ wegnahm, von Messana aber ward er vom 27Z0) Hiehcr gehört die lächerliche, in den Noten Mi Strabo angeführte Stelle des Florus: O quam lüusrtuz » xstre! Ille Lillcsr excmxerrn, tue lecum xirsraj nsuslez 27; l) Ietzund MilqZto. UL vlit. colonis: Es war fünf und zwanzig komische Meilen, d. i. höchstens sieben deutsche, vom Vorgebürge Pclorus entlegen. Grrabo VI. rz^. Lx Nk/d>x,a,z^ lä. x. r88' lr»" sl u »"-'r , und zwar hatte sie einen Hä¬ sin : XVI». — Neven ^ndqris, besser Tfnvarmm, floß der ^ellko^, iror-a^u txssvx«,, im Ans roninischen Reisebuch wird die Entfernung desselben *on Agarhyrna auf 29 Meilen berechnet. 27^2) Späterhin ward Sextus Pompejus bes Myla geschlagen, vellesus II. 79. -Vxuä ^1»,, äu- "> »V^rippss, pu^nLtum prvlxsrs- Suetvn XV vmpslu! Mrer er d>'«u!ocbum (d- i. an der Au- m, zwischen der Stadt und dem Hafen) l»xer,mr: 4zo DioKaßius. B-XI.viH.Hpkst.MVH. NRE.7l4pon!pejus BLthymkus, damahligen GüU' von Sikilien, zurückgcschlagen. Dch «ermeister. ließ er sich dadurch nicht ganz von dieser Insel av- zustchn bewegen. Er plünderte die ihr zugehöri- gen Ländereyen aus, schnitt ihr alle Zufuhr dn Lebensmittel ab, wußt' alle die, so ihr zu Hülfe kommen wollten, auf seine Seite zu bringen, in¬ dem es ihm entweder gelang, ihnen durch hinter¬ listige Nachstellungen großen Schaden zuzufügen, oder sie mindestens in Furcht zu jagen, ein glei¬ ches leiden zu müßen; er brachte hierauf den Rentmeister des Gouverneurs, nebst der Kass' auf seine Seite, ja zuletzt übergab ihm Githym- kussich selbst und die Stadt, unter der Be- dingung, daß sie das Eyland vereint alle beyde beherrschen wollten. Diesem rhat er damahls nichts zu leide, jenen aber nahm er alle Waffen und alles Geld hinweg. — Nach diesem glücklichen Anfang bracht' er Syrakus nebst einigen andern Städten unter seine Bothmäßigkeit, aus denen er sich sowohl eine herrliche Mannschaft als auch ein' auserlesene Flott' anschaffen konnte. Auch führet' ihm Rwintus Rormfikius einige Verstärkung aus Afrika zu, und so ward dieser Pompejus in kurzer Zeit sehr groß. lud komm xuAnse mm srcro repems lomno üouincws, vr sä äsnäum lignum sb smicis excirsrecur. App>^ NUS: 'o ««EX- , e, H V«; xä-u ssü; X« 70» >«» F« i» 7» «.«»q, »Xkr, ft-» Vx-IL, Nl-ftx»,-!- Sk «X7-» xcti -ixsv-, X«! «> «t 0L -»i-sxottSkx« ft«»«« — A,r üdenrnudene Sextus rrtirirte sich von hier nach Messina: -»7? Z) Vgr.696 V- A Liokm Lx^cXXIU. 27Z4) VA Hytk Ms. und nnken §. 698. Große Macht des Pompejus. 4z r §- 695. Kaiser nahm so lange, theils weil er ihn ver.N.R.E.714 achtete, theils weil er anderwärts alleHände vollPMkBur- zu thun hatte, wenig Rücksicht auf ihn. Nach-sermeiscer. her aber, da der Hunger eine große Verwüstung in der Stadt «»richtete, und Sextus sich sogar Italien anzugreifen erkühnte , fieng auch er an, eine Flotte zusammenzubringen, und schickte den Rufus Galvidienus mit einer starken Macht nach Rhegium zum Voraus. Dieser vertrieb den Sextus gänzlich aus Italien- Als er nach Sikilien zurückgcgangcn war, befahl er, lederne Schiffe, denen gleich, deren man sich auf dem Okean zu bedienen pflegt, zu verfertigen. In¬ wendig wurden sie mit leichten Stäben von einan¬ der gespannt, und auswendig mit ungegerbtem Rindsledcr so überzogen, daß sie die Gestalt eines runden Schildes überkamen. Da er aber sich zugleich Gelächter und Gefahr zuzuziehn glaub¬ te, wenn er mit ihnen über die Meerenge zu sez- ien wagen sollte, unterließ er solches und wagte diese Landung mit der Flotte, die unter der Zeit schon ausgerüstet und angekommen war, ohne sie doch vollbringen zu können; sintemahl die Meng' »Md Größe seiner Schiffe der Kunst, Erfahrung und Tapferkeit seiner Gegner unendlich weit nach- siehn mußte. Kaiser war Augenzeuge dieser See¬ schlacht, welche gerade damahls geliefert ward, cr sein Heer nach Makedonien führete, sind ihm siel es sehr empfindlich, daß er damahle, w diesem ersten Versuche, geschlagen ward, und er unterstand sich deshalb auch nicht, obschon die tnehresten seiner Schiffe wohlbehalten geblieben 2?Z5) Scheffer äs millÜL risali I, m. p. Gegen Brutus und Kassius. 4Z2 DioKaßius. B. XI.VHI. Hptst.I.XXVll N.R.E.7i4waren, zum andernmahl eine Landung mir Ge- Poui°Bu?-walt zu versuchen. Solches heimlich zu thm »ermcistcr. bemühet'er sich ost, in der vesien Voraussetzung, S. j§8. wenn er einmahl auf dem Eylande vesten Fuß ge¬ faßt , seinen Widersachern an Infanterie weit überlegen zu seytt. Da ihm aber dieses, dec scharfen Wache wegen, so man überall hielt, nir¬ gends glückte, ließ er andere, ein wachsamcsAug' auf die Sikilianischen Angelegenheiten zu haben, zurück; er selbst gieng zum Mark-Amyn, dec in Brundisium stand, und gieng nachher zn Schiffe über den Ionischen Busen. 696. Hierauf behauptete Sextus das Eyland ganz; ließ den Bichynikns, unter dem Vor¬ wand, ihm nach dem Leben gestanden zu habm, hinrichten; gabTrmmphspiele; ließ durch die Ge¬ fangenen in der Meerenge neben Rhegium, so daß die Widersacher solches sehn konnten, eine Schiffschlacht repräsentiren, in welcher- zur Vcr« spottung des Rufus, hölzerne Schiffe gegen le¬ derne kämpfen mußten. Nachher ließ er »ow mehrere Schiffe bauen, spielte den Meister aus dem ganzen dort fließenden Meere, und ward da¬ durch , daß sein Vater ehemahls die Oberherr¬ schaft auf dem ganzen Meere gehabt, so E daß er sich ein Sohn Neptuns zu seyn glaubt und einbildcte. — Dieses alles geschähe/ so 27Z7) Deym Parum und Fulvius Ursinus finde» sich Münzen Serri, mit dem Bildnisse des NE' und der Umschrift r klV8 II'MVd.l, und: cl.^8818^ ON.-VL Ich besitze dergleichen Muaj<» ftlbst, die erstere Inschrift auf der Antike, die anur Große Macht des Ponrpejus. 4z z lange die Angelegenheiten des Brutus undKassiusN.N.E.^i noch aufrecht standen. Nach ihrer Niederlagc^^'^ flüchteten sich verschieden' ihrer Anhänger zu ihm germeifrer. unter denen Statius Murkus vor- nehmstc war, den er zuerst, der Verstärkung wegen, so er ihm zuführte, mit viel Ehrenbezeu¬ gungen aufnahm, nachher aber, da er seinen ho¬ hen Sinn und ungezähmtcn Muth kennen lernen, ließ er ihn hinrichren, unter dem Vorwand, Verratherey an ihm begangen zu haben. Er ward nachher so wohl durch dies' ihm zugeführkc Flotte, als durch die Menge der Knechte, so sich aus Italien zu ihm flüchteten, in kurzer Zeit außeror¬ dentlich mächtig; sintemahl die Anzahl derer, so zu ihm überliefen, so groß war, daß die Vcsta- lische Jungfrauen bcy den Opfern, so sie brach¬ ten, Gebete khaten: cs möchte den Göttern ge¬ fallen, den Desertionen zu steuern. '^) H. 6^7. Dies'Ursachen, — doch mehr noch als sie sein Betragen gegen alle Flüchtlinge, die er willig auf dem Revers; allein ich besitze keine mit dem Bild¬ nisse des Neptun. Die Sache bleibt aber dem ohner- achter qewiß und keinem Zweifel unterworfen. Aures «U» Viktor 84: Lum msri koiiciter vkerewr, >'epru- u> ke blium conkellus est, eumqus kobus rrurskis et equo plAcsuii; daher heißt er bcym Hora; Lx. VIIU. Appianus: E ai/r«- Sieht UNS ten h 7,;. 27Z8) Vgl. Note 2556. — Beym Parum ist eine Münze des Sextus, die auf der einen Leute den Nep- t^n, auf der andern ein zTropaum hat, mit der Zuschrift: XIVKLVä Ibii'- 2789) plimus XXVIll. 2. Veüslss boüis eeeNum110 uäum e^rellir vrbe mLnriz>!2 r«- -"'-ere i» !»eo precsclvne. Ee 4Z4 DieKaßms.B.XXVlll.Hplst.ftXXVls yr.R T.7i4aufnahm, seine Bemühungen, mit Mark-Ant«! PelboBur-'F^eden zu schließen, und seine Strciftrcycn in germeister. Italien — machten, daß sich Kaiser gleichfalls semcrscits mit ihm Frieden zu schließen bemühckc. Da aber dieses fehlschlug, übertrug er dcnKckg gegen ihn Markus Vipsanms Agrippa, und er selbst gicng nach Gallien ab- So wie SeMS dieses erfuhr, wußte er die Zeit abzupaffm, da Agrippa mit dem Apollinarischen Spiele be¬ schäftiget war. Dieser, der damahls das Stadt¬ richteramt verwaltete, bemühere sich, als einer der größesten Günstlinge Kaisers , alles in selbigem auf das prächtigste zu veranstalten, zu dem End' er zwey Tage hindurch RiktersM gab, und die sogenannte Troja durch lautet jung* Edelleute begehn ließ. Indem nun alss Agrippa mit allen diesen Feyerlichkeiten beschäsi tiget war, setzte Sextus Pompejus nach Italien über, und plünderte selbiges so lang* ans, bis sich ihm Agrippa entgegen setzte. So wie diese ankam, ließ er Garnison in einigen Flecken zurück/ und er selbst gieng nach Sikilicn ab. — K-Hk Hatte sich, wie oben schon gesagt worden, an¬ fänglich bemühet, Gallien durch abgeschickte Ge¬ nerals zu erobern. Da er aber solches bis jctznnd, des Ra len Us und der andern wegen, so es mit Antons Parthey hielten, nicht hatte bewerkstelli¬ gen können , so that ec solches jetznnd durch H- ;6y. sich selbst, da Ralenus an einer Krankheit mit Tod abgegangen war, und die Arrnce dcssib 2-40) Siehe oben §. 469. Note 952. 2741) Sicke oben Avtr 1798- , S742) VcnnÄms; dmn er und Kalenus ivarM Mark-Änkons Leaaren in Gallien. S- oben §- 687- L74Z) Appienms x. 410. Afrikanische Geschichte. 4zz ben sich ihm, ohn' auch nur das Schwerdt zuN.R.T.714 ziehn, willig unterwarf. — Da er auch sähe, daß cs dem Lepidus verdroß, der ihm zugefalle-germcister. nen Provinz beraubt worben zu scyn, schickt' er selbigen nach Afrika, in der Hoffnung, sich lhnum soviel mehr verbindlicher zu machen, wenn er diese Provinz von ihm allein und nicht gemein¬ schaftlich mit Mark-Anton bekäme. §. 698. In Afrika besaßen die Römer, wie ich schon oben gesagt, zwo Provinzen. Noch vor dem Triumvirate war Tims Sercius Gou- 2744) Lepidus hatte, bey der ersten Theilung der Triumvirs, das Narbonensischc Gallien bekoinmen. Ü- 627.) Wir haben aber schon oben tz. 678- ver» noinmen, daß Mark-Anton und Kaiser übcreingekom' nlen waren, Lepidum, wenn er sich darüber regen soll¬ te, durch die Abtretung von Afrika für diesen erlitte« tun Verlust zu entschädigen. Man vergleiche die 26?7ste Note. Dem Lepidus gab er sechs Antoniani« scheLegionen mit, auf deren Treu' er keine sichere Rech¬ nung machte. Appian x. 410. 2745) Nach Appiano x. 411. erhielt Lukins, nach, dem er sich Kaisern ergeben hatte, die Provinz Hispa- >ücn, tvo ih,,, zwey Piopratores Pevukechs undLu- «iuo zugegeben wurden. 274Ü) Rarrhago, welches schon eine sehr lange seit unter römischer Dothmäßigkeit stand, und das lungsthin von Julius Kaiser eroberte Numioien. S- °ben §. welches die vom Dio selbst hier allegirte stell' ist, auf welch' auch von Hr. W. verwiesen wird. 2747) -r,r°« so hat Xylanver Roberti Ste¬ phani aus Appiano und der Lpitvmc Lwü (H. Lorniticiuln in .^srica LsffulnZi um p»r- rmm clnesm, 1'. piaslio vicir) richtig vcr« Wrt, und die Medizäische Handschrift hat späterhin M- Verbesserung bestätigt. — FabrizensAnmerkung wohl übrigens nicht gegründet; selbst die ange« 4z6 Dio Kasims. B.XI.VIH. Hptst.s.XXVlI. ?r??.E.7l4verncur des Beduinischcn Afrika; Gouverneure VM«!Bur^s andern waren Rornifikins und Dekimus gcrmeister. Eälms, von denen dieser die PartheyMark- Anlons, jenek aber die des Kaisers hielt. Da die Kriegsmacht dieser der des Scxtius sehr mit überlegen war, so saß dieser anfänglich still und wartete, bis jen' einen Ein fall in sein Reich thun würden; da er sich denn gerüstet hatte, sich gegen sie auf das tapferste zu wehren. Nachher aber, da jene zögerten, ficng er an, sie zu verachten. Besonders ward ihm durch ein Wunderzcichcn Muth gemacht, da ihn eine Kuh, wie man sagt, mit menschlicher Stimm' anredete, und anbefahl, das, was er im Sinne hätte, zu vollzieh». Hier¬ zu kam noch ein Traumgcsicht, in dem ihm ein m der Stadt Tukka verscharrter Ochs' er¬ fuhrt Stelle des Livianifchen Cpitomators beweiset' daß Kornifikius so wohl als Sextius vomJuliusKar ser ihre Provinzen erhalten haben; dem ohnbeschadek konnte ihn Appian dennoch späterhin Nennen, ohne dadurch einen Gedachtnißfehler began¬ gen zu haben. 2748) Ich hab' in der Ucberfetzung von der aiW Nommcnen Lesart nicht abweichen mögen; allein naw meiner kritischen Ueberzcugung muß der Nmne d» Dekimus Lalius weggestrichen, und die ganze Sb so gelesen werden: r» " Warum sollte das karthaginensisch' ka zwey Gouverneurs gehabt haben? . 2749) Im eigentlichen Afrika finden sich zwo StasM dieses Namens; die eine setzt die Charte des Cellarw- linker Hand am Bagradas, tief unten im Land u»! j dem Gebürae Kirna. Die andere ll'nccs Herebimnw^ liegt weit nördlicher über den Sisara; von der eiM" handelt Cellarius S-891- und von 'der andern 894; ich vcrmukhe, daß diese letztere, weil sie betrE kicher und größer denn die erstere war, gemeint scy-'" Aftrkanifthe Geschichte. 4z7 schienen war, der ihm befohlen hatte, scinHauptn.R.E.ylg KaUnnusu. Nach d'Anvillc beißt die Stadt jetzt Tugga, und soll^EdBar- man noch römische Rudera dort antreffen. Der Och senkopf, der hcrumgetragen werden sollte, war ein afrikanischer Fetisch. — Wo ich habe: sei» -Haupt «bschueiven, übersetzt W. sei» -Haupt ausgrabcn, denn so sieht im Lateinischen: capuc stuum Allein i) man kann wohl einen verscharrten Ochsen ausgraben, allein das Haupt des Ochsen allein aus- zugraben, wie man dies anstelle» will, begreif'ich ich nicht zu wissen. 2) heißt denn aur-gra« den? Diefts würde ja den ganz verkehrten Sinn ge¬ geben haben, daß er sich um diesen Kopf gar nicht be- kümmern solle. Da nun also diese Lesart schlechter¬ dings keinen Sinn giebt, warum bleibt denn Hr. W. beyLylanders (welches vielleicht noch obrncin sich nicht einmahl so übersehen lassen dürfte) und folgt nicht Reimari,Fingerzeig, der das Robert Stephanische vorzog? — Die Antwort hierauf ist leicht; es war nicht Stolz, als wenn sich Hr, W mehr Grie¬ chisch alsReimarus zu wissen eingebildet habe; allein " übersetzte flink von der Faust weg, größtentheils aus dem Lateinischen, schielte dann und wann ins Griechische hinüber, nahm sich aber nie die Mühe, die pedantische, sehr klein gedruckte Varianteusammlung unken nachzulehn. -- Lcunklau hielt übrigens das Wort 1'surus hier für ein IWM6N proprium; allein wohl gewiß mit Unrecht, und Reimarus sagt sehr tressend; nogne kamen vicleo, cur, gui vigilans rac- vi»u auclire loguenrem punur, iz svmnisns raurum non poruerir. — Bekannt ist sonsten, daß die Karlhagi- nenfer einen ausgearabnen Pferdekopf, so wie dic Rö- wer das Mcnschenhaupt, so sie bei, der Gründung des Kapitols fanden, beydcrscits für ein sehr günsti. ges Vorzeichen annahmen. — Hr- W. hat in der »Versetzung einen Gedankenstrich, sicherlich nicht im Geiste des Dio angebracht: „An dem ganzen Unglück „war nun, wie er sagte, nichts anders Schuld, als der Ochsenkopf, den er vergessen hatte/' Ist die¬ se französische Persiflage dem biedern, einfältigen Dio anständig? Gerade so, wie Hr- W- grüner Huth und Peitsche. 4Z8 DioKaßius.B.X^VIII. Hptst.MVII. N.N E.7i4abschneiden und auf cmer Stange herum trage» PMoBur-öU lassen, wenn er überwinden wolle. Da er germeiM nun wirklich bas Aas eines Ochsen an dem Ork/ den ihm das Traumgcstchr angedeutet, gefunden, so zögert' er nicht, einen Einfall in Afrika zu thun; wo er auch anfänglich Adrumetum und einig' andere Städte, denen er nnvcrmuthet über den Hals gekommen war, eroberte. Allein eben dieses machte, daß er weniger, als er wohl gesollt, aus seiner Huth war; er gerielh also in die Netze, so ihm der Rentmeister gelegt hatte, verlor den grosssten Theil seiner Armee und gicng nach Numidien zurück. — Dieses Unglück war ihm zugestossn, da er seinen Ochsenkops nicht bey sich gehabt; er unterließ also nicht,die Schuld seiner Niederlage hierauf zu schieben, und schickte sich an, einen abcrmahligenEinfall zu versuchen, dem doch seine Widersacher durch einen Einfall in sein' eigene Provinz zuvsrkamen. Sie belagerten Airta/ und ihr Rentmeister, der den Auftrag 2750) Vest- die Noten über das Ende des Mn Buchs; S-2!2. 2751) Diese Stadt, die Residenz der alten Numidu scheu Könige, daher sie so häufig in des GalluDs Jugu« lun ischen Kriege vorkommt, liegt rechterHM doch etwas landeinwärts vom Ampsaga» XVII. ^72. L7IV LV 70 7WV , 770^,§ , L«7k7^^^ 7c,r , VL, /LL-H-7« , «e »vv4>>»e,v LXL,. plittius V, g. AmpisZa ll« micli» sli — yppiäa t^uüu, ieu6c--6e, ec »b XXXXVIII. p. r» me<ütt/'r'§«/' bepm Marmol, an. dere lwasolsLebir(KE"-»a^»tt/,^2I^dr ''Ntg^dr, wieder Gvadalgmvir in Spanien) uno Rrrca ziemlich allgemein Roustaurina. Gegen die Richtigkeit dieses Vergebens hab' ich einige Zweifel/ z. B das Antoni- nisch' Jkinerarium setzt Kirta vier und neunzig römi¬ sche Meilen von Hippo; und übcrdem beschreiben es alle Geographen als tief landeinwärts liegend, wel¬ ches beydes mit Konstantina nicht zutrifn doch darf ich auch nicht vergessen, auf eine Stelle Sallujls auf¬ merksam zu machen, (/«g-errL 21.) wo das prvpe llimlm kampirende Heer sein Lager Iu>u6 lange amsri aufschlagt. — Uebrigens ist Rirra, fast wie Kariha- gv, rein phönizisch, ein Appellativum, welches Stadt bedeutet, Hebräisch In der heiligen Schrift finden sich viele mit diesem Wort zusammengesetzte Ctadte-Namen: Rirmthaim, RiriachArba, Rirmch Carrin, Riciachbaal, Ririarhsauna, Liriachsepher; ja auch, im Stamme Benjamin, eine Stadt Vorzugs» weise Liriarh genannt. Josua XVIII. 28. Hierony¬ mus über Jes. XXVIIII. doc eli ooprcl«/«»» bue rilcü/i/rn Uxkrseo laguni Lae/sr/r, guoö proprio vill-iin ÜAnistcar, er Ä/r« chcirur , vn- äe er O/tlllXl' I^pvIXI. — Appianns weicht in dieser ganzen Geschichte gar sehr vom Dio rn>- stclus in schließt Appianus, s Sexria ösbeN-r fus eli, breui, xroxker cslsrikszom, rr viclerur > xvre. 2752) Lalius, wie schon in der vorigen Note be¬ merk r. s?5?) Vom Arahio und den Sittianern. Afrikanische Geschichte, 441 Heil nochmahls; er überwand nun fdcn feindli-n.n.E.^ chensj Rentmeister'^') seiner Seils; zwang den^°^''^- Lälms, der das ganze Land verheerte, sich in seingerninster/ verschanztes Lager zu werfen; "") den Rorni- stklüs, der sich seinen Genossen zu Hülfe zu kom¬ men bemühere, hintergieng er durch die falsche Nachricht, als ob selbiger bereits gefangen sey; schlug ihn, da er dadurch in Verzweiflung ge¬ bracht war, und ertödteie ihn in einer Schlacht eben so als den Lälms, der, während sel¬ biger, sein Lager, um dem Feind im Rücken fal¬ len zu können, verlassen hatte. §. 699. Auf solche Weise befand sich ganz Afrika un¬ ter seiner Gewalt; und ec Herrscher' über bcyde Provinzen in aller Sicherheit, bis Kaiser, ver¬ möge der mit Mark-Auron und Lepiduo geschlos¬ senen Vertrage, diese Provinz selbst überkam, und selbig' einem gewissen Rajus Zustkius Zhangs z« gouvcrnircn übergab. Diesem S. z,-«. hielt es Sextius für thunlich, sein ganzes Gou¬ vernement frcywillig abzutreten. Nach dem gegen 2754) Vorhergehende Note zeigt, wie falsch dieses '"i und der Rentmeister ist Lälius 2755) W. setzt eigenmächtig hinzu: Mik eigner 'oano. 1) Hiervon steht nichts im Texte; 2) dies waren spolis vpimn gewesen, denen der Geschichtschrei¬ ber schon ein paar Zeilen gegönnt hatte; z) was je« wand durch einen Fremden lhnt, das hat er durch sich Üibst gerhan; wer sagt nicht z. B. der Kaiser hat die uraiizosen geschlagen) ob sich schon der Kaiser nicht aus Wien gerührt hat. 2756) ILI-; so auch im Griechischen «rpiano, aber im Lateinischen (s. oben 27?4) Zag 0. 4-'vn ihm besiehe cDlandorp x. Z74. der ihn Zusiv.us phago nennt. 442 DioKaßius. B.XI,VIH.HpLst.I.XXVH. N.R.§.7r4Brutus und KüssiUS erfochtenen Siege, hakten PeiuvBur^^'s^ und Marr Anton eine neue Thciiung des germeister- Römischen Reichs vorgcnommcn, i» welcher Kaisern v7mnLdlen, Mark - Antonen aber das eigentlich sogenannt' Afrika zugefallcn war. Ich hab' oben schon bemerkt, daß Lepidus nur dem Namen nach Anthcil an der Regierung nahm, und sogar dieser Name ward oft in den publizie¬ ren Manifesten ausgelassen. Noch zurZeit hatte Septius Afrika nicht verlassen, unter dem Vor¬ wand, daß ihn der Winter zu Schiffe zu gehn verhindere; in derThst aber zögert' er nur, weil er einige neue Unruhen daselbst verhasste. In dieser Lage waren die Angelegenheiten dort, als ihm Zttlvtü riekh, das eigentlich sogenannt'Afri¬ ka wegzunehmcn. phango hakt' ehemahle für Löhnung gedient, und war nachher, wie so viel andere, von denen ich oben Erwähnung gethan, zum Rang eines Rathshcrrn erhöhet worden. Er verwaltete seine Provinz schlecht, und die Ein¬ wohner derselben waren so übel mit ihm zufrieden, Laß es Scxtio — dem Phango freylich aufgac keine Werse seine Provinz abtrcten wollte —leicht stel, selbige auf seine Seite zu bringen. sIhango mußte sich also allein aufNumidicn cinschräukcn, woselbst er die Einwohner von Kirka, so ihn seiner damahligen Lage sehr verachtet hatten, bitter bestrafte, und einen Schcikh der in der dor¬ tigen Nachbarschaft wohnenden Beduinen, bion°'^) genannt, der chemahls Lälio undnach- 2757) Zu der Zeit, als der ältere Kaiser in Afrika den bürgerlichen Krieg gegen die Ueberbleibfcl dcrPoim pcjanifchen Parthcy führte, befand sich ein SlrabiM (oder Mvischcr?) Schcikh in Afrika, der denRame» Nia nasse führte und es mit der Parthcy des Pompe' Afrikanische Geschichte. 44z her Scxtio Hülfe geleistet, darum seiner Würd'n.R.E.714 entsetzte, weiter ihm nicht gleichfalls hatte bey-^^'^'ms». stehn wollen. Arabisn rettete sich zumS>'rtius,qsmienier. uudPhango begehrte, daß man ihm selbigen aus- liefern möchte; da er aber solchen nicht erhielt, ward er darüber so zornig, daß er einen Einfall in das eigentlich sogenannt" Afrika that. Die Provinz litt zwar durch diesen Einfall, allein Phsngo selbst ward vom Sczciue, der ihm so¬ gleich entgegen gierig, in sehr vielen, obwohl im¬ mer unbeträchtlichen Schlachten überwunden- Er ward also gezwungen, nochmahls nachNumidicrr zurückzugehn. Ihm folgte Gextius, in der sichern Hoffnung, durch Ara'oions Reuterey in kurzer Zeit den Sieg über seinen Gegner davon s" tragen. Er konnte jedoch, weil er ihn eines Verdachts wegen, den er auf ihn geworfen, heim¬ lich hinrichtcn lassen, nichts weiter ausrichtcn. Die Reuter, so den Tod dieses ihres Anführers jus hielt. Kaiser bestrafte ihn dadurch, daß er ihn 'eines ganzen Landes beraubte, und selbiges unter den oberwabnten Sirrins und den König von Maurita- istcn Bokchus verkheiite. Arabio war dieses Manasse ^ohn, der sich damahls nach Hispanicn zu den Söh- neu Ponmeji fluchtete. Nach Kaisers Tode kehren er Hisvanicn nach Afrika zurück, und unterstützte von hieraus den Sextus Pompcjus von Zeit zu Zeit uut Maiiritanischcr Mannschaft. In der Folge ward ff so mächtig, daß er den Bokchus vertreiben und den Eittius umbringen konnte. Er erklärte sich aber nie kur einen offenbaren Anhänger der Ponipcjanischen Parthcy, rmr> hielt es jetzund mit dem Sextms, weil er glaubte, vermittelst feiner mit Kaisirn ausgesöhnt zu werden. Appianus p. 27^) Gr. , weicht der perstfla-.-nde, fchnak.fche W. übersetzt: markt' chn: -enren Gegenbesuch, 444 DioKaßius. B.XI.VIH. Hptst.l.xxvil. N.RE.7r4Übel nahmen, verließen ihn, und der größcitt Poi'ivBur-^hcil derselben ergriff Phangone Parthey. -ermeister. §- 7O0. Wirklich ward zwisihcn ihnen beydcn da- mahls, als ob nun die einzig' Ursach ihres Krie¬ ges aus dem Wege geräumt sey, Friede geschlos¬ sen. Bald darauf that jedoch phangs abermahls einen Einfall in Afrika, zu einer Zeit, da Sextlus, sich auf das geschlossene Bündmß verlassend, nichts minder denn dieses vcrmuthcnd war. Anfänglich waren beyde Sieger und wurden beydegeschlagen; sintemahlphango mitdcrBe- LuinischenReiiterey,Sextius aber mit dem schwer¬ bewaffneten Römischen Fußvolk die Oberhand behielt. Die Läger beyder wurden also von ihren Widersachern ausgcplündert; und inzwischen die¬ ses geschähe, wußte keine Parthey, was ihren Nebenkameradcn gcschehn war. ^°) Bey ihrer Zurückkunft erfuhren sie die Wahr heit der Sache/ und wurden nochmahls mit einander handgemein, S Z7i in welcher letzteren Schlacht die Beduinen den Rücken kehrten. Phango hatte sich mit der Flucht auf ein' Anhöhe gerettet, brachte sich aber in dec darauf folgenden Nacht selbst um, weil er das Geräusch der sich annähernden feindlichen Reute- rcy zu hören glaubte, da cs doch nur vorbcyge- laufene Büffclheerben gewesen waren. So 2759) W. sagt: „Sie versöhnten sich von Grund aus." Davon sieht einmahl nichts im Griechische" - und hernach so lehrt der Verfolg dieses Paragraphen, wie völlig faffch solches sey. 2760) Das nemliche ward oben von der Philipp schon Schlacht erzählt- 2761) Von derMenge der Düffel in Afrika Straus ?- 22zi. §. Z24. -Hcrosor llU. 192. Plinius Vw- Lepidus Gouverneur von Afrika. 445 bemächtigte sich Sextius der ganzen Provinz,N.R öi.714 ohne die mindeste Mühe, Zama ausgenommen, ^-PEcBttr-' welches sich eine lange Zeit widersetzte, und durchgem-.eister. Hunger bezwungen werden mußte. Er regiert' also über beyde Provinzen so lange geruhig, bis LepL- dus geschickt ward, dem er, (entweder, Weiler glaubte, daß er mit Mark-Antons Bewilligung kä¬ me, oder aber, weil er unendlich weniger Mann- schäft denn jener harte) sich nicht widersetzte,sondern aus der Nothwendigkeit eine Tugend macht' und ruhig blieb. Auf solche Weise bekam Lepidus beyde Provinzen ein. — Und das war es, was da- Mahls geschah. Acht und siebenzigstes Hauptst'°ck. Die Parther bemächtigen sich des ganzen Asiens biS am Hellespont. §. 7<2l. Fast zu eben dieser Zeit, d. i. sofort nach der Philippischen Schlacht, kam Mark-Anton in das veste Land Asiens, woselbst er, entweder durch sich selbst oder durch Abgeordnete, Städte brandscha;te und Dynastien verkaufte. In- 15. und Ammianus XXII. 15. — Vernünftiger er. zahlt die Geschichte Appianu«: Phango war auf bey- den Flügeln geschlagen, und sein Lager erobert; er glaubte, dies sey nicht Tapferkeit des Feindes, son¬ dern Verrathcreo seiner unrerhabenden Soldaten, und brachte sich selbst nm. . 2762) Die Residenzstadt des Juba. Ich habe von >hr schon oben gehandelt §. 429. 276g) Hier erlaube man mir eine Schuld zu bezah¬ len, die ich oben in der 2679sten Note gemacht. -- Antonius begab sich zuerst nach Griechenland, wo sein 446 DkoKaßiuö. B.XL.VM. Hprst. ^XXVill. N R ^Aufmlhalt in Atben, Megara und Delphi vorzüglich Küll'inüslilerwahnt wird. Er ließ nachher den Lukin« Lcnso- PollioBur-rinus in Griechenland zurück, und gieng nach Asim Scrineister. über. In Ephesus ward er als Gott Bacchus ach genommen. Ich habe schon öden bemerkt, daß er hier allen Anhängern der Parthcy des Kassius, so in die Freystadt der Diana geflüchtet waren, verzieh, bis auf Pcironins, einen Mitvcrschwornen gegen Julius Kaiser, und Rwinktius, der dem Kassrus die Thore von Laodikäa geöffnet, und dadurch den Tod des Dolakclla veranlaßt hatte. Appianus theilt eineRede mit, die er vermuthlich zu Ephesus gehalten, und in welcher er den Asiaten anzeigt, daß sie ihre Abgaben auf zehn Jahr anticipalive zu entrichten hätten, wel¬ ches denn endlich doch, auf anhaltendes Bitten der Griechen, dahin vermittelt ward, daß er mit einer neunjährigen binnen zweencn Jahren zu entrichtenden Kontribution zufrieden war. Als er in der Folge die verschiedenen Provinzen Asiens durchreiscte, übergab sich ihm Lukius Rasims, der Bruder des Anführers der republikanischen Parthey, und noch viele der An¬ hänger desselben mehr, nachdem sie Nachricht von sei¬ nem menschlichen Verfahren gegen die in Ephesus be¬ findliche bekommen hatten, denen er auch allen ver¬ zieh, die einzigen ausgenommen, so sich gegen Kaisers Person verschworen hatten, gegen die er ein'unerbitt- liche Strenge bewies- Den Lykiern verlieh er unum¬ schränkte Freyheit, und unterstützte die Einwohner von Xanthus, zur Wiederaufbauling ihrer vom De¬ magogen Brutus eingeäscherten Stadt. Don Ll-o- discrn gab er die Oberherrschaft über Andorra, To¬ nus, Naxus und LNyndns, die er ihnen doch nach¬ her bald wieder nahm, weil sie ihre neuen llnkeriha« Nen mit gar zu großer Strenge beherrscht hatten. Do» Einwohnern von Laodikaa und Tarsus gab er das Vorrecht, sich nach eignen Gesetzen beherrschenssN dürfen, und Befrenung von allen Abgaben. So vreli Bürger von Tarsus als Sklaven verkauft worden waren, wurden durch ein einzig Edikt alle mik cinam der in Freyheit gesetzt. Die Ächemenstr, so durch diese neu' Einrichtung Tenus verloren hatten, erhm- ren zur Entschädigung Aegina, Ikos/ Rea, Sre^ Mark-Antons Verfahren in Asien. 447 zwischen hakt'cr sich in RLeopacra, die erV-^-E.7'4 in Kilikien suhe, dergcftall verliebt, daß er, germcisier. chus und Pcparethus. Er gieng nun durch Phry¬ gien, Mysieu, 'Zalaiien, Lappadskien, Lilrkrev, Rölesyrien , pab-:-.-:« und ssruräa, schrieb überall große Kontributir-... aus, und machte, wieehenrahlö Julius, den Schiedsrichter zwischen uneinigen Nolker, schäften und Königen. Unter diesen befanden sich in Kappadokien Slsürna und Ariararhca, deren Rechts¬ handel Antonius zum Vortheil des erstern, seiner schönen Mutcer der Slaphyra wegen, (Note 268-) entschied. In Syrien wurden bey seinem Aufenthalt alle die kleinen arabischen Scheikhs abgesetzt, die sich der Unordnungen in der römischen Republik bedient hatten, sich zu unumschränkten Herrn einzelner Stadt' und Distrikte Syriens zu machen. (Plurarch x.925. ö — 926.0. Appianus p. zyt und Z92. 2764) Als sich Antonius in Kilikien aufhielt, und sich zu seinem vorhabenden Krieg gegen die Parther rüstcre, schickte er den Arvintus Dellius, an den ^oraz die dritte Ode des zweiten Buchs gerichtet hak, (sehet von ihm die Allgemeine Weltgeschichte Th. All. S. io. Note D.) nach Egypten, und ließ die Kleopatra vor sich fordern, um Red' und Antwort Z" geben, warum sic die Parthey des Kassius gegen die Triumvirs gehalten. Der Vorwurf war aben- theuerlich, und wer sich der vorigen Logen, die er gelesen, zurückzuerinnern beliebt, kann von sich selbst begreifen, wie leicht es der guten Kvniginn werden Wußte, sich gegen einen so aus der Luft gegriffenen Vorwurf zu vcrtheidigen. Appiamiu erzählt uns, (und dieses Datum wird uns unten M Bestimmung ber Chronologie wichtig seyn) Antonius sey gerade baniahls vierzig Jahr alt gewesen, und habe sich bc» ^>ts in die Kleopatra verliebt, als er den Gabimu-r bey der Wiedereinsetzung des vertriebenen Ptolemäus Auletes begleitete. Ich will die Entrevue des Antonius mit der Kleopatra in das 71 zte Jahr n. R.E- setzen, so kalit die Wiedereinsetzung des Ptolemäus in 699, und chilins Kaisers alexandrinischer Krieg, indem die Kleo¬ patra noch ausserordentlich fung,abcr doch zumKmder- 448 DioKaßius.B X^vUl.Hptst.MVH!. 1 N R.T. 7i4gebahren schon reif war, in 706. Man vergesse nicht, allgemein bekannt ist, daß alle orientalisch! a/rmMer"'8ramnz!mmer, vorzüglich aber die Lgyotierinm, sehr früh heyrathen, (das Deylagcr wird oft im elstai oder zwölften Jahre gehalten, und Lruce, fteylich gerade nicht der glaubwürdigste Reisebeschreiber! vn- sichert, daß es ausserordentlich selten sey, wenn ei» Frauenzimmer nach dem sechszehnten Jahre heyraiht. Dgl. Llumenau Beschreibung von Egypten E. 274 «r sähe Weiber von elf Jahren schwanger) so kann inan die Kleopatra, zur Zeit der Wiedereinsetzung bes Ptolemaus schwerlich alter als sieben oder acht Jahr machen; und daß ein Mann von fünf oder sechs und zwanzig Jahren, der damahls Antonius seyn mochte, sich in ein siebenjähriges Mädchen vergafft haben soll» te, wäre doch wirklich mehr denn romantisch. tonius mußte ja die Kleopatra gesehn haben, als ft Kaisern in seinem letzten Lebensjahre zu Rom besuchte, da sie zwischen fünfzehn und sechszehn Jahr zaUen mochte, welches Alter sich denn doch noch eher sms Verlieben schickt. Ueberdem scheint es, daß dcr lft' schmack des Antonius nicht sowohl auf unversucht! Jungfern, als nach Art anderer Wollüstlinge a»l ausgelernte in allen Künsten der Buhlerey erfahrne Weiber gegangen fty. Man erinnere sich dec so eben angeführten Glaphyra, und Fulvi», die er mit so >">>" ger Zärtlichkeit liebte, hatte damahls, als er sie fth' rathete, schon zwey Männer begraben lassen. — Kleopatra in Gestalt der Venus nach Tarsus gckenn men sey, erzähltPlurarch p. 927. isteineMa- fehler^ und braucht hier nicht wiederholt zu werb ' In ganz Tarsus breitete sich das Gerücht aus, M Venus besuche denBakchus; und das Volk so häufig an die Ufer les Kydnus, die komuM Göttin zu sehn, daß der arm'Anton, der eben ma Amtswürd' auf dem Tribunal saß, sich zuletzt von len feinen Zuhörern verlassen sah. Er ließ sie zur fel bitten, welches sic ausschlug und verlangte, Imperator möchte zu ihr kommen, welches er gefällig genug war, zu thun- Sie gab ein praaM Eastmahl, an dem Plutarch, mirsbils ciiccu. v! ders die Beleuchtung bewundert. Des andern-vag soupirtr sie beym Anrvn, der aber willig eingeltO' ' Lkebesverstandmß mit Kleopatra. 449 m sich fernerhin um äußern Anstand m bcküm-^.N.E. Al¬ mern, dieser Egypkierm dienere, rmd sochi kei-AiA Bur¬ nem andern Geschäfte denn ihrer Liehe fröhnte. Zugermeister/ den viel andern unschicklichen Dingen, die er ihr jur riebe that, gehört vorzüglich der Mord ihrer Geschwister, die er vom Lphestnischcn Dianen- tempcl hinwegreissen und umbringen ließ. daß er sich durchaus von der Kleopatra übertroffen sande — (Raffimrke Wollust scheint nemlich Aneon nicht verstanden zu haben; überhaupt war ;war dies der Charakter der Römer nicht. deren übertriebenster Luxus «llemabl aufs bäurisch Grobe hinauolicf; am wenigsten von allen aber Anton, der acht wilde Schwein' auf einmahl braten ließ, um wenigstens eins En zu können, und dessen Neigunq zum Trunk der mw selten mit ratsinirrem Luxus sich reimt, bekannt 276;) Fonaras X. L2. r- V- k- D-t-- ä-x-i« itx,'L/ä« Z,« 7-^^, «50»« , X«I 7° 8 r L s c ch » ? «vry; «»re- X^-Vk. Wie manLnkhl, wörtlich aus dem Dio abge« schrieben, nur daß zwischen den zwey letzrern Wor¬ ten folgende: e. ausgelassen sind, dw demnach ein etwas kecker Kriti- kus sich für blossem zu hasten berechtigt glauben durste. — Josephu» XV. 4. /starr-e« gve-m ism lnibituleim regnum stirer, ve:>en>s aciArest» coirstmpss- r-u guinrum er 6ecimum aeraris ruinuw sZenrem: /o-m-e,« Ig,beli acl remplnm sti nias contu^ienrem, per.Fnronium exrinxir. Dieser Schrift¬ steller also, der von der Geschichte der Kleopatra sehr genaue Kenntniß gehabt zu haben scheint, td;c Köni¬ gin war bey ihrer Rückkehr vom Cupvrat, wohin sie den Antonius begleitete, selbst in Iudaa gcwestn, und hatte daselbst ein Licbesvcrstauduiß mit Herodes dem Großen beabsichtigt) schreibt nun den Schwestermord allem auf Antonii Rechnung, den Tod des Bruders giebt er de- Cleopatra unmittelbar Schuld. Aus -Wpmno lassen sich bepde Schriftsteller m-c einander 45° DioKaßius.B.X^VIn. Hptst^XXVIll.' N.R-T.xi4vereinigen. Ptolemaus Auletes hatte zwey Söhn!, Äolvinus u.prswmäus Dionysius Nieorerus, und den Pcole- Junior hinterlassen. Zufolge seines letztenW lens sollten sich Ptolemaus Dionysius und Kleopatra mit einander vermahlen und gemeinschaftlich rcgima. Meine Leser belieben sich hier ms dem vorigen Vaud! zurückzuerinnern, wie dieser Dionysius im Alexandri¬ nischen Kriege gegen Kaisern Reich und Leben verlor, und nun verordnete Kaiser, der nur als Exekutor des väterlichen Testaments angesehn seyn wollte, Kleopa¬ tra sollte sich mit dem jüngern Ptolemaus (dem er kurj vorher das vom Kato dem Onkel der Kleopatra raubte Königreich Kypern gemeinschaftlich mit der Ar- sinoe geschenkt hatte, s oben XXXXll.g;,'» vermahlen- lb. 44. Dieser Bruder und Gemahl war es, denKlco- patra, um allein herrschen zu können, ein gaasis Jahr früher als ihre Bekanntschaft mit Antonio fallt- 42 J. v. C. G. umbringen ließ. Nun war aber a» falscher Ptolemaus aufgestanden, der sich für den i"t Alexandrinischen Krieg umgekommcnen Bruder dec - Kleopatra ausgegeben hatte, und in dieser Oualicat von den Einwohnern der Insel Aradus aufgenonMH worden war. Vgl. Appiauus p. gc>z. und dieser, fälschlich vorgegebene Bruder war cs, den Antonios auf Ansuchen der Kleopatra hinrichten ließ. — Wenn Dio und Josephus beyderseits Ephesus als den M der Hinrichtung der Arsinoe angeben, so muß dieses ebenfalls aus dem genauer» Appianus berichtigt wer¬ den. Die Hinrichtung geschähe nicht zu Ephesus, so»' Lern im Tempel der Diane Leurophryne z» Mt- Diane Levkophrys, odsr Levkophryne, , auch, aber wohl durch einen SchreibftlM beym Thcodoret 8erm. VIII. p. 598- war eine topische Gottheit der Stadt Magnesia»«' Mäander, wo sie einen so berühmten Tempel hotte, daß, nach dem ausdrücklichen Zeugnisse desiHücss'' vil.) der Baumeister Hermoqcnes ein cegt- nes Werk über die Struktur desselben geschrieben lM Strabo S. 1751. §. zi6. beschreibt ihn also: „Magnesia befindet sich ein Tempel der Lcvkophrym- „scheu Diana, der-zwar an Groß' und an Menge „der dahin verehrten Donarien dem ephestnisthen w<» ' Liebesverständniß mit der Kleopatra. 451 „nachstehn mufi; —» salso war es auch eine Diane Lev^r.R §.-14 kophrys, die man zu Ephesus verehrtes — „alleinKssvimis-i. „jenem dafür an gutem Geschmack und an der mit vieMlüoBur- „ler Kunst bearbeiteten inwendigen Kapelle weit über-^^^"!^' „legen ist; auch an Große sind ihm unter allen asiari- „schen nur zwey, nemlich der ephesinische und dec „der Oidyma sm Milets überlegen." Die Sahne des Themsikokles, dem der gi oßmüthig' Artaxerxes unter den Einkünften mehrerer asiatischen Stadt' auch die von Magnesia verliehen hatte, weiheten zu Athen der Diane Levkophryne eine Bildsäule Pausanias ^ttrc. 26. wo er dieses erzählt, setzt hinzu: „Denn »die Magnescr, über welche der König in Persien dem „Themistokles dieHerrschaft gegeben harte, verehrten „die Diane Levkophryne" und Lacomc« xvill. wo erden Thron des Amyklans beschreibt, den Bachys t'le6, ein gcborncr Magnese- verfertigt habe, letzt er hinzu: „es habe der Künstler an diesem Werke für sich //besonders das Bild der Diane Levkophryne dem „Gotte zum Geschenke geweiht," dH er habe solches uncntgeldlich und unaufgefordert verfertigt, welches tt sicherlich nicht gethan haben würde, war' es nicht bü topiftde Gottheit seines Vaterlandes gewesen. Da sich die Gestalt dieser Diane sehr häufig auf Münzen sindct, (vgl. Morell 8xsc. p. l68 ss. Sp«uchem I. ^58. pelerm lkscueil 1. ll. xl. und vorzüglich Suonarstti osi'ervaLioni sopra slcuni dtoclsglü'ni p. lf ) so wissen wir mit positiver Gewißheit, daß ihre Gestalt völlig mit jener dec Ephesinischcn D'anc über» enikam. Appianus sagt uns dies auch fast so deut¬ lich, als er es sagen konnte. Er erzählt: ^rüuoeu vioiwe l-eucoplii^nes kupplicem ^nko- niuz immilliü percusioribus siilkulik — UNd gleich dar¬ auf: 8acsräo:em quogus tlx/re/rse Dravac dlsA -v/eum, gunZ /grlinoeu rauguam reglnam excepistel bolpiriu, o»ci iullic: ssci Lplislus ipsi (Aeopsirse pro eo lnppli- crmibuz st, daß Megabyzus, Priester derEphesinifchen Diane, Arfinoen nicht als Flüchtige, Schutz und Hülfe u- wende, sondern als Königinn aufnahm, kein anderes ^nestcrthum penn das der Diane Lenkophryae gehabt yaben kann- Auf diese Art begreift man, denk' ich, "cht, wie Magnesia, wegen der dort verehrten ephe« 452 DioKaßius.B. X^vm. Hptst.l.xxvill, N.R.T-7i4Endl!ch gieng er ganz nach Egypten, und be- PeliioBur-gnügrc sich, in Asien den plankus, und in germeisier. sinischen Diane, in die Stadt Ephesus verwandelt werben können; — (bcyläufig so schickt sich auch die Hinrichtung der Arsinoe nn evhesinischen Heiligrhuin sehr wenig mit demjeniaen, was ich oben N. 276?. vom Verfahren des Antonius gegen seine zum Lia¬ nentempel nach Ephesus geflüchteten Feinde bemerkt) — allein ist denn nun auch zu M.'letus ein solcher Tempel der Diane Levkophrys wie zu Magnesia gewe- sen? Allerdings; und mein Beweis sieht in exwnlo abcrmahls beym Pausair. ^c/r-rrc. 2. wo er die Vereh¬ rung der ephesinischen Dmne zu Milet viel alter macht, als cs die Einwanderung der Griechen in diesen Ge¬ genden ist, und sie den Amazonen zuschrcibr, von de¬ nen Ephesus, Smyrna, Milet u.-ch mehrere jonische Städte erbauet worden seyn sollen. Val- Strabo 1719. tz. 280. Gesetzt aber auch, daß dieses nicht wäre, so würde solches ohnehin die große Nachbar¬ schaft, in der beyde Städte von einander lagen, min¬ destens wahrscheinlich machen. Da Arsinoe, nach 447. oben, vom Kaiser im Egypkifchen Triumph gt- fänalich war aufgeführt worden, so muß sie ent¬ weder Mittel gefunden haben, aus ihrem Gefangniß ju entfliehen, oder es haben sie vielleicht die der M' patra aussätzige Mörder Kaisers, eben so wieKlodius , vorzeiten den jungen Tigranes, aus dem Gefangmß entlassen. 2766) Dieser Plankus hatt' chemahls im Pcrnßni' sehen Kriege das neuangeworbene Heer kommandut, mit dem Fulvia den in Perusia cingeschlossencn Lmms zu entsetzen versuchte. Appmnus p. 402. — parcrs kuluü ll. p. 57. wo er seinen Uebergang vom nius zur Parthey des Oktavius beschreibt» entwirft folgendes abscheuliche Bildniß von ihm: planens oou iuclicio reÄa leAenöi negue umore reipublicae »ut ( me¬ sariš, (quippe lraee femper impuZnabsr) leä m°>bo xrocliwr, cum fuister bumilümu« sstenraror regin^ ei infra leruos cliens, cum .gnronii librnrius, cum 0 ' fcenistimsrum rerum er suclor et minister, cum>u vriruis er omiübur venalis, cum cerulearu» er nua»s> Parthischer Krieg. 45 z Syrien Saxa zum Gouverneur zurückzu-N.R.T.?^ lassen. Dies gab Gelegenheit zu tausenderleyUn-E^vimisu. ruhen. Die Bewohner des Eylandcs Aradusgermeister.' wollten diejenigen, so von ihnen Geld forderten, sowenig hören, daß sie selbige vielmehr erschlu¬ gen; und die Pärchen, welche sich schon vorher geregt hatten, wurden damahle den Rö¬ mern fürchterlicher denn jcmahls Ihr'An¬ führer waren Labienus und pakorus; dieser des Parthischcn Königes Orodis, jener des Tici Labieni Sohn, welcher auf solche Weise, sdie ich sogleich erzählen werdet nach Parthien gekom¬ men war, und dieser Ursachen wegen den Krieg mit pakoro gemeinschaftlich führte. Dieser sjunge^j Labienus hielt die Parthey des Kassius und Brutus, und war von ihnen noch vor der sPhilippischen^i Schlacht an Orodes geschickt worden, ihrer Parthey von ihm Hülfe zu erbitten. Dieser hatte ihn, weil er Hülfe zu geben rspurgue reüimirur srunäino , er cauäsm trabens, Ze» nibus innixus, ^Isucum salrasi'er in conuiuio, resriAS- nwj sl, /^nronio, ob msnisesiarum rspinsrum inclicia, UanskuAir sä Laekarem, er ickem postea clemeiirisrn pro suš virrule inrerprersbarur, «ticrirans, icl k>wb»rum z Laelsre, cui ille i^nouerar. Man sehe v°n seinem Charakter, den aber Paterkulus sicher zu bös schildert, des seel. RcickarS Note ' zum i6rcn Brief des i6ten Buchs der Briefe des Mero aä ^ru- cum IIII. p, ^22. 2767) Vgl. H. 66z. 2768) . Wer sich der vorigen Not' erinnern will, dem muß dieser Aufstand sehr erklärbar scyn. — Lu- sebiutt schreibt von diesem Aufstand: Orrws 8-Isllus m insiils ^rsclo, cum gusruor coborribus, viuus com- bulluz eli, cjuoä rribura Frrruius exiZerer. 2769) Vgl. Strabs p. 1898- Note 617. und k- ^292. Note 6g. 2770) Sonacas hat wörtlich.'eben so: nvs«-r s« 454 DioKaßius. Hptst. ^XXVlil ^-N ^./^kcine Lllsi hatte, und solch'abzuschlagcn sich furch- Pomo Bur-^' / "!ic lange Zeit hingehalken. Nachher, als -ermeistcr. ,»an Nachricht von der Nicderlag' erhielt, und mai. allgemein sagte, daß die Sieger keinem ih¬ rer Gegner verzeihen würden, blieb er bcy dm Wilden, weil er cs bcy ihnen zu leben sürzulch- lichcr als in seinem Vaterland umzukommen hiäl. Dieser Labienus nun, sobald er Nachricht m G, z?r. der Scelenschwäche Mark Antons, seiner beb' und seiner Reise nach Egypten erhielt, überredete den König der Parther, die Römer anzugreisen; weil ihre Legionen, wie er sagte, entweder völlig aufgeriebcn, oder inkompler, oder wo dieses nicht, doch zum mindesten aufrührisch und im Krieg gegen ein 'ndcr selbst begriffen wären; er rieth »hm also, Syrien, und die mit diesembn- de granzcndc Provinzen, zu eben der Zeit him wegzunchmen, da Raiser in Italien mir SchkuS P'impejus, und Mark-Anton in Egypten mä seiner Liebe beschäftigt seyn würde. Er versprach nicht allein, selbst Anführer der Parther in diesem Kriege -u seyn, sondern auch viele, von den Ro¬ mern, ihrer beständigen Unterdrückungen wegen/ abgeneigte Völkerschaften, zum Abfall von ih>u» zu überreden- § 702. Durch diese Vorstellungen überredet' er de» König, nicht allein im Krieg einzuwilligen, son¬ dern erhielt auch von ihm ein' ansehnliche M<"M ki; welchesab!t Wolff sehr fehlerhaft: gui eom 3 öiuro er ?srr!>!5 auxtiio mistus cstot überseht hat; ich wem Nicht, wie du Crrnge diesen Fehler stehn lassen konnte, da doch der Titel seines Buchs Verbesserung der M' Men Uebersetzung verspricht. Glück der Parthischerr Waffen. 45 5 schäft und seinen eignen Sohn pakorus. MitN.R E.7l4 diesen thar er einen Einfall in Phönikien und^^^^- griff.Apamca an. Diese Vestung konnt'er nunzermeister. zwar nicht in seine Gewalt bekommen, dagegen aber übergaben sich ihm alle kleine Detaschements, so auf dem platten Lande hie und da verlegt wa¬ ren, frcywillig, (*) und dcn Gaxa, ihren An¬ führer, überwand er in einer förmlich gelieferten Schlacht durch die Meng' und die Tapferkeit sei¬ ner Reurerey; fzwang ihn, sich in sein Lager zu- rückzuzichn^ und als er von da aus zur Nacht ju cntflichn versuchte, setzt' er dem Flüchtigen nach. Lg war aber Saxa entflohn, aus Furcht, cs möchten sich seine Soldaten durch die Zettel überreden kaffen, so man an Pfeile gebunden und so in ihr Lager geschossen, zur Parthcy des Labie« nus überzugehn. Labienus, der sie untcrwegens einhohlte, liess die lnehrcstcn derselben niederhaucn, und da sich Sapa nach Antiochien geflüchtet, be¬ mächtiget' er sich, weil er ein Gerücht, daß Sa¬ pa selbst geblieben sey, ausstreuen lassen, mit leichter Mühe der Stadt Zlpamra; bald darauf auch Antiochiens selbst, welches Sara verlassen ; uyd zuletzt setzet' er dem flüchtigen Sapa bis Ri- C) Alle diese Soldaten hatten ehemahls unter Kassins und Brutus Kriegsdienste gerhan. Mark 'Anton hatte sie nachher unter seine Regimenter gesteckt, und ihnen die Bcschützung von Syrien, weil ihnen dieses Land gut bekannt war, aufgetragen. Es flel also Labieno leicht, diese Soldaten, sein ehe- mahsjgen Bekannten, auf seine Seite zu bringen; nur den Sara, ihren damahligrn Anführer aus- genommen, der, als Bruder lind Rentmeister des Generals, allein von keinem Vertrage mit ihm wu- srn wollte. 456 DkoKaßius. B.XI^VHI. Hptst. I.XXVIH. Kazmis cinhohlte und hinrichten PolüoBur'lich. ) L-rmeister. §. 70z. Nach seinem Tode bemächtigte sich Pokerns Syriens, welches er auch, Tyrus ausgeno-n- n en,völlig aupteic. Dieser Stadl hatten sich der lieber rejr der Römer und von dcnLandcscingebor- nen, so viel es niik ihnen hielten, zuvor bemeistttt, und tonnten weder durch Virten, noch, da cs den Parisern an einer Flotte fehlte, durch Gewalt zur Uevergavc bewegt werden. Da es ihm null diese >u bezwingen unmöglich fiel, gicng pakonis, der sich,'- Besitz des ganzen übrigen Syriens sitze, n..ch Palästina, wo er den Hvrkamrs, dem da- mahls von den Römern die höchst' obrigkeitliche Gewalt in diesem Lande war verliehen worden, ad- ' fttzlc, und dagegen den Bruder desselben AiM- gonuszu ihrem Obcrherrn, nach den diesem Volk eigenen vaterländischen Sitten ernennen. Labienus hatte sich inzwischen zum Herrn von Rtlikmr gemacht, und da plankus aus Furcht vor ihm sich auf die Eyländer geflüchtet 2?7l) Florus Ulk. viin. 8sx» IsZükm, ne re- nirsr in porslMr^M, 3 gl-icHo luo impsrinuir; deuijU Folg' er sich selbst umgebracht. Parerb'ulus stimmt Mit Lio überein- 2^72) Fabrik macht hier die Anmerkung, daß Dio der Nachricht des Iosephus widerspreche; allein dies thur er nicht, nur muß statt des Namens der unrecht «m Texte stand, Antigonus gelesen nnr- den- Daö diese Korrektur richtia lcy, ergiebt fiel) ur¬ teil aus §- 718- und 75z, Vg! mitIchepbo cis beN° luöaico l. xin. 1. wo s-k)vn Heinrich Alocich, M seiner Ausgabe, das nemliche bemerkt hat. — Wag' «er hat gleichfalls den Namen Antiaonus im emgeschoben. Glück der Parthischen Waffen. 457 hatte, all' auf dem Vesten Land' Asiens gclegeneN.R.E. 7-1 Srädte, nur Gcraronikea nicht, in ftineN^ar- Gewalt bekommen; die mehrcsten derselben gut-zermeister. willig, Mylasa und Alabanda nicht sonder Blutvergießen. Zwar hatten auch diese bcyde Städte Garnison vom Labicnuö angenommen, selbig' aber bald nachher an einem Festtage nie- dergemacbt, und waren also abzefallcn. Hierauf ward Alabanda erobert, die Einwohner 277?) Dieses Slrarsnikea, auch^e«. r-v,-», beym Prolemaus, nennet Livius XXXIIl. go. Ru-uvuicoam Oae>«e, wo er erzählt, daß es den Rho- disern gesibcnkt worden, um selbiges von Strarom'-- kea «m Taurus zu unterscheiden. Strabo p. 1778- §- Z50. nennt es eine makedonische Kolonie, die von den Königen mit gar vracbtigen Gebäuden ausge, schmuckt worden. Im Gebiete dieser Seadr lagen zwey berühmte Tempel, "die allen Kariern gemein und zu ihre» Volksversammlungen bestimmt waren. Dec eine war der Tempel der-Hekate, der andere derbes Jupiter Ehrfsaor. (.^uriguir. »list. N. I. k-155.) Stephanus erzählt uns, daß diese Stadt >n neuern Zeiten den Namen -HaSrianopolis bekomm wen. Be»m Banduri 1. I. p. 221. kommt eine Münze mit der Umschrift vor: der Name hat aber doch nicht eingeführt werden können, denn noch in der Xoriris epilcopsmum er pro- ^ncizrum findet sich der alte Name wieder, ben die btadt von Straeonike, derGemahlin des Antiochus Doter, bekommen. Die Makedonier also, von denen be gepflanzt ward, kamen nicht unmittelbar aus Ma¬ kedonien, sondern aus Snrien her. 2774) Der Erbauer dieser Stadt war ein Sohn der Ralirrhoe, den die Karier, weiter einmahl im Wett, kennen den Sieg davon getragen, den Namen Alas k>anvus beylegten; weil, wie Stephanus bezeichnet, w ihrer Sprach''zz« ein Pferd, und der Sieg heißt. Er ward nachher in Alabanda göttlich, und bas mit unglaublicher Ehrfurcht verehrt. Rikerv « 458 DioKaßms.B.XI^Vlll, Hptst.I^XXVL N.R.T./i^dessclben bestraft, und Mylasa, welches seid' PclüoBur-Elnwohner sofort darauf verlassen hatten, zcr- smueisrer. stört. Grraconirea ward zwar auch eine sehr lange Zeit hindurch belagert, könnt' überaus keine Art und Weis' eingenommen werden. Er begnügte sich also, sdaö platte Land derselben^ «ar. Deo»-. III. 19. Apollonius Molou nannte die Stadt einen mit Skorpionen beladenen Esel; der Menge der Skorpionen wegen, die sie nährt, und weil ihr die Hügel, von denen sie auf allen Seilen cing!> schlossen wird, von ferne die Gestalt eines beladenen Esels verschaffen. Die Einwohner der Stadt sind sehr luxuriös, besonders haben sie viel Geschmack für die Sängerinnen. Strabo p. 1779- §. zzi. D^r das Sprnchwort: bryui Stephanus. — Oben hab'ich bemerkt, daß dich Stadt die erste war, so Rom einen Tempel erbauest. 2775) Melasa liegt in einer sehr fruchtbaren ta¬ gend, amiFuß' einer hohen und sahen Felscnwand, die vortrefiiche Marmorbrüche hat. Die Stadt hak zwecn Tempel. Der eine des Jupiter epsogus v»; bey Pqusirn. ^rcsck ro. 07««) der andere despv-r piter Labrandenus (vgl. Plurarck gusest. Zr. x ;ol und gos.) außer der Stadt im Flecken Labransa, zwischen dieser Stadt und Alabanda, wohin v°» Mylasa aus ein gepflasterter Weg fuhrt, aufdem s" Priester des Jupiter ihre Prozessionen halten, diesen Tempeln ist noch ein dritter Tempel des scheu Jupiters (-Herodot Klio 171) den alle Kan»' Lydier und Mysier gemeinschaftlich verehren. Stadt war vor Zeilen die Residenz der karischcnoien' ge, so vor dem ^ekatomnus regierten. Strabo l- 1775- §- Z48- — Physkus diente dieser Stadt ll Hafen. — Daß man Mylasa, nichts Mylassa, 1^1^--^«, wie solches Dio hat, sch"! müsse, lehrt Spanheim ste vstl et prasst, nuw. ? 905. Am Unglück der Stadt war der Redner bveas, von einem sehr geringen Herkommen, s der die Einwohner von Mylasa gegen den Labst»» aufhetzte und ihn selbst durch Spstkreden beleidig»' Glück der ParLhischen Waffen. 459 zu brandschatzen und ihre Tempel zu plün-N.R E.,7k4 dcrn. Darauf hin nahm er den Ehrentitel Herr, und sogar, aus erne bet? romrjchen Slttengermeister. schnurstracks entgegen gesetzte Weese, den Zunamen des j?archischen an, und bencnncte sich also von denen, die er gegen seine Mitbürger anführ¬ te, als ob er jene, nicht aber diese bezwun¬ gen. Neun und siebenzigstes Hauptstück. Friedensschluß zwischen Kaiser, Mark-Anton und Sextus Pompejus. §. 704« Mark-Anton bekam zwar sowohl hievon als auch von alle dem, was in Italien vorgicng, Labienus ließ deshalb den prächtigen Pallast dieses Redners zerstören, der aber doch nach Labieni Abzug zurückkehrte, und die Stadt sowohl als sein eignes Hans wiederum herstellte. Strabo x. 1776. §. Z49- 2776) Des JupiterChrysaor und der Hekate. Vgl. Note 277z. 2777) Hybreas spottete über diesen Ehrentitel gleichstes, und sagte: wenn sieb Labienu» dcnpar-- thischcir Heerführer nennt, »E x (Strabo l. e.) Nun aber hatteHybreas die Karier nickt bezwungen, und konnte sich also nicht nn römischen Sinne Lar/c«?» nennen. Labienus war nicht pLrckico», nannte sich auch nicht so, sondern war von den Parthcrn zu ihrem Heerführer ernannt Worden. Die Stelle des Appianus ist deutlich: l>ro- clsinös ?qrckorum exerciru in ^lesoporsmism re¬ ki' stuoes spsisllsrunl imperacmem psrrlst- cum. p. 204.) Nichts war natürlicher, als diese Benennung, nur daß sie von den Römern perß- fi'rt wgxd. 460 DioKaßius. B.XI.Vill.Hptst.HXXlx. N-R E.7i4Nachrrcht, (denn es war nichts, was ihm «ich PMoBuc-'nur Lm mindesten hätte sollen unbewußt bleiben) «ermetster. er bemühere sich aber nicht zeitig, zu Hülfe zu kommen, sintemahl er von Wein und Liebe zu sehr beschäftiget war, um sich viel um Bundes¬ genossen oder um Feinde zu bekümmern. So lang' er noch unten stand und höher zujsteigcn be¬ müht war, ließ er sich alle seine Geschäfte sehr angelegen scyn; sobald er aber selbst obenan zu stehn ansieng, schien er sich um selbige weiter gar nichts zu bekümmern, sondern vertrieb sich mit Kleopatra und den übrigen Egyptiern so langedie Zeit, bis er völlig untcrgicng. — Endlich ward er doch aus seinerwSchlummcr zu erwachen gens- thigt, und begab sich nach TFrus, unter dem Vorgeben, dieser Stadt zu Hülfe kommen zu wollen. Da er aber sähe, daß die ganz' um ihr liegende Gegend in der Feinde Gewalt sey, ver¬ ließ er sie alsofork und entschuldigte sich mit dem Krieg gegen Sextus Pompejrrs; so wie er ge¬ gen die, welche sich über seine Saumsceligkcit ge¬ gen diesen beklagten, den Krieg, den er gegen die Parther zu führen hätte, vorzuschützen pfleg¬ te. Auf solche Weise kam er eben so wenig den Bundesgenossen als Italien zu Hülfe; den Bun¬ desgenossen mußte Sextus, und die Bundesge¬ nossen Italien zum Vorwand dienen. — schiffete hierauf längs der Küst' Asiens hin und kam nach Griechenland, wo er sich mit feinet Mutter und Gemahlin besprach, Kaisern füs ei¬ nen Feind des Vaterlandes erklärte und mitScp tue Pompejus Vündniß schloß. Von Griechen¬ land gieng er nach Italien über. Gipow 2778) Es fty mir erlaubt, aus Appiano dies etwas weitlauftiger zu erzählen- — M>k ä'E Mark-Antons Unternehmungen. 461 lings Anfang verließAntonius Alexandrien «nd giengN.R.E.774 nach Tyru«; schiffte nach Griechenland über und kamKalviiiusu. nach Athen, wo er seine Gemahlin und Mutter (vgl.PEv Bur- Note 2722) fand. Die erstere hatte sich aus Brun, disium mit der Flucht gerettet; die andere hatte Zu- flucht in Sikilicn gesucht, und von hier aus schickte sie Emus, mit einer sehr ehrenvollen Begleitung, An¬ tonio zurück. Mit ihr giengen der Schwiegervater des Ponwejus, Lukins Libo und Samrmnus als Ge« saubren ab, die versuchen sollten, Mark.Anton zu ei¬ nem Bündnisi mit Sextus zu überreden. Die Gesand- tcn wurden sehr gut ausgenommen. Anton versprach, wenn es zu einem Bruch mit Kaisern kommen sollte, Allianz mit Pompejo zu schl-eßrn; dafcrn aber die Sa¬ chen in li-ttn guo bleiben würden, Gcrto zu einem ehrenvollen Frieden mit Kanem zu verhelfen. Kaiser seinerseits glaubte zwar an Landmack-t bendcn überle¬ gen zu seyn, weil er aber auch kein einziges Schiff in seiner Gewalt harte, fürchtet' er Blokade van Italien, — seine Widersacher hatten fünfhundert Schiffe zur Disposition — und eine daraus entstehen re Hungers- noch. Um diese Zeit war cs, daß er, um sich einen Weg zur Versöhnung mit Pomvejo zu bahnen, sich um die Hand der Skrivoma, Mons Schwester, be¬ warb, die er auch wirklich erhielt. Ec machte sich nun aller derjenige» quitt, die um ihn waren, und von denen er vermuthete, daß sic cs im Herzen mit der Darthey Mark-Antons halten möchten. Lepiou» ward mit sechs Antonianisch gesinnten Legionen in das lbm angewiesene Afrika geschickt; und Lukms, der Bruder des Triumvirs, erhielt Hispanicn, ward aber bon zwcen Legaten, Pedukcfus und Lukejus, die aber den Auftrag hatten, ihn heimlich zu beobachten, begleitet. Inzwischen verließ Mark-Anton seine Ge- wahlin zu Sikyon krank, und siegelte mit einer Flotte v°n zweyhundcrt Schiffen aus Korkyra narb Italien ob. Unterwegens siies er auf die Flotte des Aheno-- barbus, keines Mitvcrsebworncn qs-gcn Julius Kai- wc, der in die ABt erklärt worden war und in den Philtppischen Feldern gegen ihn gefochten batte) die «ich, trotz des Mistrauens seiner Freunde, mit ihm vereinigte. Antonius nahm den Ahenobarbus in sei» 462 DioKaßius. B X^VHI. Hptst MIX. N^.E.7'4Nrm ergab sich ihm, und Brundusiunh sick nicht freywlllig ergeben wollte, WM -ermeister. belagert. ) Schiff, und bcyde Feldherren landeten zu Poloma, — so nennt mein' Ausgabe des Appianus diese EM — wo die Landmacht des Ahenodarbus kampirteMd von da gicng er nach LrunSifrum. 2779) Diese Stadt liegt hundert und vierzig Sta¬ dien von Salapia. Die Griechen nennen sie Scpium, von den daselbst häufig ausgeworfencn Blacksischen! --«v ?>,»-,«v; DiomcOes soll ste eben so wie Ranu- srum und Argyripa erbauet haben. Scrabo p.jj^ H. 16 PliniuL Hl. 2. hat nichts als ihren bloßen Namen. Ihre Ruine» stehet man noch jetzund neben Manfredoma, (einer erzbischöflichen Stadt in derPro, vinz Rapiranara, um 1256 von König Manfred, Sohne Friedrich des Zwenken, Römischen Kais»/, erbauet) am Fuße des Gargaurrs, oder bes ieht so¬ genannten blome sti 8311 .g.uAolo. Vgl. Ughelli tea/iii 8. 'kom. V!I. x. 809. — Äppiauus p. 412. attNNkt die Stadt fehlerhaft — Daß Agrippa ine Stadt dem Antonio wieder abgenommen, wird so¬ gleich weiter unten erzählt. 2780) Von dieser Belagerung schreibt Appl'an: OrulLsm gua vists coniinonli iunuirur kost'« muroguo inreikepiuik; ess enim stra in^sninkuia in stimm po>'wo' kum excurrents: nec porersr astin u conrinenli, eliuo lrrnbuerstm inrsrciko; stimm guogus ij)sun>, §nus ess crebrir cassellis obkeclir, ec gua? comxlecnwr inkulaz, mistrgue circum oras Iraiias, gui loc.i 0??°^ tuns occupsieni. Hiermit vergleiche Strabo p. 8^' §. ro. „Bey Brundusium werden durch eine NM „düng viele Hafen, so daß sie vor der Gewalt de „Wellen sicher sind, beschlossen; dieser, wie es M „Anscheine snach lässet, einzige Hafen, theiltt»^ „nun inwendig in eine Menge kleinerer Busen, so „der gesammte Hafen die Gestalt eines HirschkE „bekommt, daher die Stadt auch ihren Namen ech" „ten haben soll, denn in der Sprache der Messaoi „heißt ein HirschkopfLrunSustum." (Man die Anmerkungen des Abraham Berkekus über Kaisers Anstalten Dagegen. 46z §. 705. Indem er dieses that, warb Raiser, derN.R-E.714 sus Gallien schon wieder zurück gekommen neue Mannschaft an, und beorderte Pnbliusgmneisrer/ Gervüius Rullus uachBrundustmn ssolches zu beschützens und Markus Vipsanrns Agrip¬ pa nach Sipunc, sselbiges zurück zu eroberns Letzterer vollbrachte seinen Auftrag; allein den Servilius überfiel Mark-Anton plötzlich; hieb viele der seinigen nieder, und machte, daß eben so viel ihn verließen und zu ihm übergiengen. vbanum Byzantinum s b- voce. Andere leiten ihren Namen von Brems, einem Sohn des Herkules, ab.) Daß dieser Hafen, eben wie der Alexandrinische, durch eine gegenüber liegend' Insel gebildet wurde, sagt uns Plinius III. 26. Inlulüe in .gvkonio inaii rwllse, in Icmio pAuese: OlLdro lirrore sine Liunelilium, o/>ircr» tH7e-rr/r; und V0IN Hafe'N selbst: Krunclilium gumgusZinka rnilli-i xnsiuum sdbl)'äi-unls> imprimis Inili-re porrv. nobile, ae velur ceeriore rruiili- lu, ticurl Inn^lnie, excigienre Ill^rics vrbe clüo cioxx. ri«reÄs. — Die Stadt soll eine Ko¬ lonie der Kretenscr ftyn, die Thcjeus aus Knossus da¬ hin führte. Nach Isisoro ist sie nicht vomTheseus, sondern von jenen Aetoliern auferbauct worden, die den Oiomcdes nach Italien begleiteten; nach andern voin Lrcnto, einem Sohn des Herkules. — Plinius XXXV. 17. erwähnt einer hier befindlichen vortrefli- chcn Spiegelfabrik; 8^>ecul» guogue ex lauäsrillima, sspecie llanni^ Lruncluiio remgeiabniitur, äonec ar- kouleis vri cvepere er ancillae. — Derselbe II- roz. Lrunclulil in poilu foii5 incorrugrss prseÜÄr aguns nnui- 8->nkjkur, soll vcrmuthlich heißen, daß das hier cingc- vommene Wasser nie verdorben sey, sondern sich auf den Schissen immer frisch und unverdorben'erhalten. 77 Ucbrigens ist es bekannt, daß Brundusium das -Vaterland des alten lateinischen Lichters Pakuoins tvar, und daß Virgil, als er sich hier nach Athen kinschisseu wollte, mit Tod abgieng. 2781) Appiquus x. 412. erzählt uns, Antonius 464 DioKaßius. B.X^VIII.Hptst.l,M N.R E.^igIndcm cs nun auf solche Weise zwischen bcydcil PE^"'abermahls zum Kriege gekommen war, undbcyde -ermcister. Parthcyen durch ihre Gesandten sich bemühkten, S- Z74- diejenigen Regimenter und Republiken, von de¬ nen sie Nutzen zu erhalten hoffen konnten, auf ihre Seite zu bringen, entstanden in Rom uud vorzüglich in Italien neue Unruhen, indem sich einige bereite für eine der kriegführenden Par- theyen erkläret hatten, die andern aber solches zu thun gcwillet waren. Indem so die Erwartuuz aller auf das höchste gespanner war, giengFulvia - zuSikycm, wo sie sich damahls befand, mit Tode ab. Die Schuld ihres Todes ward habe zu gleicher Zeit die Nachricht erhalten, daßA- grivpa Slpunt zurück erobert, Pompejus aber bieN- lagerung Thurmms aunuheben gezwungen worden scy, welche beydeDothschaften er, wie leicht zn denken war, sehr übel genommen habe. Und nun mag A» pianus selbst reden: Vr vero erism 8eru>iium cum rnille lloceoris eguiribor ire scl Lseksrem suäirum eit, non poruir leconriners guin Ustim s coens cumswwiS, guocguvr psrsros nsctus eil, er gusüringenü« egw!>> bus suäscis msZos irruerer in miils guingsmos, g^os LÜbuc Lubsnies op;>rellir circs , er lerrore >» üeciuionem secepros esäoni üie recluxit ljruiräiiiuw, scleo kbilchpenls prseiiom ill, opinionsm inuicti paU versr — Uri« liegt auf dem Weg zwischen Twen und Brnnduftum mitten inne- Strabo x. 840- § Schon ->ZeroOot z>. 192. ell. 8repk. erwähn ihrer als einer im Lande der Iapygier gelegenen ' tenstschcn Kolonie. Man lese Meursii b- c. V. g. 212. , 2782) AppiüilUS p- 41?. Dum lic sermones i citrogue commesui, commoclum nunciscur mors s vise, guse äicebsrur /rotonii guerelss se§ro ' vitro tibi mordum »cciuille , guoci irsmm b-abeiatb - konium, rie^roram e»r»r «r «e r»»r/erar. Diese Stelle, mit der gegenwärtigen verg' chen, ist, wie mir dünkt, höchst klassisch, i» beweg ' Tod der Fulvia. 465 durchgängig auf die Liebe Mark-Antons und derN.R-E.7r4 Kleopatra Wollust geschoben. — Sobald^^^u. germeister. daß Fulvia damahls, als Antonius in Italien gegen Kaisern Krieg führte, gestorben scy — Ferguson — oder sein Ucbersetzer, ich weiß dieses selbst nicht — sagt Buch V. S- i;o. Note nach Plutarch sey Fulvia damahls schon todt gewesen- Die Worte plurarcks p. 929. cl. sind folgende: s- x«, sv-ov Lov«» vos-«, Ich gestehe gern, nicht zu wissen, wie aus die¬ sen Worten das, was Ferguson in ihnen sucht, fol¬ gen soll, vielmehr scheint aus ihnen zu erhelle», daß die kranke Fulvia die Absicht gehabt, Sikyon zu ver- lassen, und nach Italien zurückzukehren- Ueberhaupt ist Plurarch, der^mr gern Anekdötchen, den Charak¬ ter seiner Helden zu schildern, erzählt, in diesem aan- M Kriege viel zu wenig Geschichtschreiber, um sicher aufihn bauen zu können. Merkwürdiger und schwe¬ rer für mich ist folgende Stelle aus der (lXXVIl. ^lsrcur Antonius cum all bellum cvunir Oe- blrem tzersnllum inclwrerur, r-.voee k-rst-lla chm-As, ns cvncorlliss llucum obttarer, xacs lacra cum Oesurs, lowrem eiuz Ocrsuiam in marrimonium lluxir; denn kiese scheinet zu beweisen, daß Antonius die Fulvia verstoßen, oder, das gewöhnliche Wort zu brauchen, sich von ihr geschieden hatte- Uebrigens vgl. man die 2721 sie Note. 278z) Hr. Wagner übersetzt: „Ihren Tod gab man «dein Anton, seiner Liebe zu Kleopatren, seiner In- ^lc»; gegen Fulvien u- s w. Dazu gehört folgende Note: „Am Tepte steht Daß dieses Wort »Insolenz oder so etwas bedeute, ist kein Iweifel, und »Reiskens anstatt dessen vorgeschlagene ist ent- »dehrlich. Ach nehme »esr -1^ objektive, «wie Reimar die vorherstehende Worte: , lasse mich aber mit Vergnügen ei- '.'"ts bessern belehren." Nun wahrhaftig, das heißt och Nicht occupst vltimum scabies; denn gerade das tshte ist hey der ganzen Note. 'L--^„-->In- '"len;! ich frage kecklich wo? — Freylich Kamllens r k^cllczbo vvi s: irrumsbo, ist und Insolenz Gg 466 Dio Kaßius. B.XI.VM. Hpkst. MX. yr.R.E.7i4man Nachricht von ihrem Tod erhalten hatte, lcg- PMoBur-ken beyde Partheycn die Waffen nieder und Mineisrer. vertrugen sich; sey cs nun, daß sie wirklich vor¬ her von der Fulvia waren gegen einander gehetzt worden, oder daß sie den Tod derselben nur zum Deckmantel brauchten, die Furcht zu verbergen, so, da Hoffnung und Stärke eines jeden derselben der des Gegners die Wage hielt, einer für den andern hegte. — Damahls erhielt Baiser Sar¬ dinien, Dalmatien, Hispanien und Gallien, zusammen; aber verhoffentlich wird doch der Hm Konrektor für keine Insolenz halten, bey einem hüb' sehen Mädchen zu schlafen?— Uebrigens mag zwischen seiner und meiner Ueberstyung jeder verheilen, der Griechisch versteht. Soll ich aber das, was ich denke, offenherzig sagen, so würd' ich zwar nicht mit Reiste in wohl aber mit stbddep m r«5,>,« verändern, und dann müßie die nicht der Kleopatra, sondern dem Antonius zugeschriebe» werden. —- Uebrigens kann ich nicht unterlassen, H bemerken, daß hier der sehr thatig' Anthcil halte be¬ merkt werden sollen, den, nach Appiano, S-Ms Pompejus, auf Mark-Antons Einladung, an dustn> Kriege nahm. Dieser Held, der ehrwürdigste von ab len, die in diesen grauelvollen Geschichten Vorkommen, that einen Einfall in Sardinien, wo zwo Legionen Kaisers zu ihm Übergiengen; belagerte Thurwm, von dem er aber nach Nore 2781- zurückgeschlagenHaro, und Lonsentia, dieHauptstadt derBruttier, (Scrabo k 775- 8.) berühmt durch den Lod des RöniisaM Ueberwinders Alarich. 2784) Dellcstrs: ^ilueutur cleinoo in Irslism Antonii , praepararusgue conlra eum rie, seci pLTi Lire» krancliliuw eo^' xolim. — Ich dachte denn doch, dies wäre nichtb'v LM, sondern bellum selbst gewesen, lind bernv Mich auf die vorhergehenden Noten. — Ein' auf bv' sen Frieden geschlagene Münze, siehe bepin «ckrsinus äs tämstü» kommst» x. 24. Brunduslllifcher Friede. 467 Mark-Anton aber alles übrige, was in EuropaN.RC.7r4 und Asia, jenscit des Ionischen Meerbusens, dcnAU'^n. Römern zuständig war. Afrika hatte Lepidus,germeisrer. und Sikilicn Sexrus. 2785) plutarckius x. 929. ll. S-xfLv öfo»» 7°sv 'jw/eo»,, x«j 7« ra §k c-7vr^>«« Ze e^krv ----- Die ganze Gesi-Hichte, wie dieser Frieden geschlossen wor¬ den, crzähltAppianln» x.4-z. pragmatisch. Erwar ein Werk des Lukins Rokkesus, den Kaiser dasJahe vorher als Gesandten an Antonius, zugleich mit dem Räkinas geschickt hatte. Räkinas gieng zurück, Kok- kejus aber blieb bry Antonio. Bey irgend einer guten Gelegenheit gab Kokkejus vor, vom Kaiser rappellirt worden zu seyn, nahm alsoAbschicdsaudicnz vomAn- tonio, und frug: ob er keine Depeschen für Kaisern habe. — Doch die übrigen Intriguen lese man beym Appianus selbst nach, hier nur das, was Kokkezus, als er zum andernmahl an Antonius abgeschickt ward, bewirkte. — Ueberzeugt, wenigstens gab er für es i» seyn, daß alle Soldaten sich gegen den Antonius erklären würden, wenn er hartnäckig darauf bestehn sollte, den Krieg mit Kaisern fortzusetzen, bracht' er Antonium dahin, daß er den Sextus, nach Cikilien zurückzugehn, disponirte. Ahcnobarl-us, gegen den Oktavius, alsMörder Kaisers, so sehr viel einzuwenden hatte, ward nach Dirhymen als Gou- verncur dieser Provinz geschickt. Rokkesus hatte denn also die Ehre, diesen Frieden entamirt zu haben; die winilkrez pleniporenrisirer aber, (wenn ich nach heu¬ tiger Sitte reden dürfte) waren von Seilen Mark» Antons Rasus Asimns pollio (gui, cum sepmm le- 8-vnibur lliu rerinuersr inpolelkuts/xnroniu Venetiam. ^cllesus) und von Seiten Kaisers Rains Rilnius ^Näkenas. — Von der hier angeführten Thnlung drückt sich Appianns so aus: ssum O-mlm- er >x>ua- nill! komm ItomaiAum Imperium inter se llenuo psrriki ümt, kscerunttzue terminum vkriusgue llirioni? / 0^ VssOpoUdl oxpillum III)ricum, quoll »llsb-imr l>mm in iniimo linu ^llriskico: ab boc verlor orienkem > rk vmne» ^ntoiuur Obstet KM ürsirla», quam prvuvrorar, 468 DioKaßius. B.XI.VIII.Hptst. L.XXIX. §. 706. ^-^^.714 Nachdem sie also das Reich neuerdings un- PouioBur^ter sich getheilt hatten, so machten sie auch aber- rermeisier. mahls im Kriege gegen Sextus gemeinschaftliche Sache, ohnerachket sich Mark-Anton durch seine Gesandten gegen Sextus verschworen, sich seiner gegen Kaisern anzunehmcn. Dieser ward dadurch vorzüglich bewogen, nicht allein alle denen, socS «hemahle mir Luk-Anrsn, des Markus Bruder, gehalten; sondern sogar einigen Mördern Kaisers, und unter diesen dem Dommus, ferner allen «hemahls proskribirten, und alle denen, so cs mit Kassio und Bruto, nachher aber mit Mark- Anton gehalten, zu verzeihen. — Dieses ist das gewöhnliche Schicksal, welches man in allenbur- gerlichcn Kriegen undAufruhren finden wird, «0 diejenigen, so die Macht in Händen haben, Freund und Feinde nie nach Recht und Billigkeit, sondern nur nach ihrem gegenwärtigen Nutzen, und dcai Gebrauch, so sie von ihnen machen können, zu beurtheilen pflegen; und so kommt es, daß sie die nemlichen Personen, je nachdem es die Zeit er¬ fordert, bald für Freunde, bald für Feinde halten. 707. Nachdem dieser Frieden im Lager vorDruN' dusium geschlossen worden war, traktirten sie vlgue üumen Luxbrstem; vertu; occiäenrem vero Lae- lsr vtgus sä Ocesnum. /^Lrics I^exiäo relicts est Die hier erwähnte Stadt Rovropslis ist, wie Palmerm» gezeigt, ein Unding; man muß Gtovr lesen, welches das heutige Skumri ist. — Die^ t-ikpsnics beginnt von der Zeit an, als Kaiser js"" Besitz Hispanienö kommt- Vgl. le Loime S. Pompejus setzt den Krieg fort. 469 sich einander, Kaiser auf Römisch und soldMN.RT.714 tisch , Mark-Anton auf Asiatisch und Egyptisch.^^'o"^ Nachdem sie auf solche Weise, wie es schien, stchgermcistcr," völlig wieder vertragen hatten, drängten sich alle Soldaten Kaisers um Mark-Anton herum, und verlangten von ihm das Geld, was sie beyde ge¬ meinschaftlich ihnen nach der philippischen Schlacht versprochen hakten, und um welches auftubringcn er nach Asien abgcgangen war. Wirklich würden sie Hand an ihn gelebt haben, häkle ihnen nicht Kaiser Hoffnung auf dicZukunft gemacht, und sie dadurch abzuhaltcn gewußt. Auf diesen Vorfall hm, wurden die ältesten der Soldaten, umnichr einen abermahligen Aufruhr zu erregen, in Ko¬ lonien verschickt, und die Feldherren selbst rüste¬ ten sicy zum Krieg. — Se.rtus Pompcjuö war S. nemlich, zufolge den mit Mark-Anton getroffe¬ nen Verträgen,- nach Italien gekommen, um gemeinschaftlich mit ihm gegen Kaisern Krieg zu führen. Sobald er aber Nachricht vom Frieden, bcn sie unter sich geschlossen hatten, erhielt, gicng er nach Sikilien zurück, und befahl seinem Frey- gelassenen Menas, E) der alles in allem bey 2786) Menas ist ein nomen für ilteno- wie ihn Appianus nennt- So sagen die Grie¬ chen für Apollosorus: für Artemldorus; für-Hcrodsrus: ue-ei für->5crakieo0srus für-^ermovorus fürMetroVorus ' ^e-c; für Thcoöorus s»5-?; für Zenovorus ri- (Die Hauptstclle hierüber steht in des Bentley Brief an Millius, der der Ausgabe des Malcla an- gedruckt ist.) und dahin gehört auch der Name des Evangelisten Lukas, der höchst wahrscheinlich mit mnern eigenthümlichen Namen Lukanus hieß. (Vgl. 6e l.ucs LusnAelills meüico. 1740.4. und in Ermangelung dessen Oorrr Vorrede zum Eoan- 8elio Luca) welches, Miner, Meinung nach, wahr« 47o DioKaßius. B.XI.VIH. Hptsi. DXXlX. N.R.E.?i4ihm galt/ mit einem Theile der Flotte Streifmm PoinoBu" 'N das Gebiet seiner Widersacher zu khun. Dieser semeistxx. fügte den Hetrurischen Küsten vielen Schaden zu, und bekam unter andern den Markus Ticius lebend gefangen, der ein Sohn desjenigen Titius war, der, da er zu Rom proskribirt worden, sich zum Sextus geflüchtet hatte, und bcrjetzundaus eigener Macht cineFlotille zusammengcbracht, die an den Narbonensischen Küsten vor Anker lag. Sein Vater, und der Name des Sextus, der auf den Schildern seiner Soldaten geschrieben stand, retteten ihn, so daß man ihm nicht das mindeste Leid zufügre; er mußt- aber dieser E» tigkeit wegen seinem Wohlthäter so wenig Dank, -aß er ihn vielmehr nachgehenos nicht allein be- scheinlicher ist, als daß aus entstanden seyn sollte. Zwar ist es wahr, Gre^orius scnus schreibt; /xrv ÄLv/rLr« Xe<7S, Allein dies schrieb der heilige Mann vermuthlich blos -er leidigen Skansion wegen. Das von Lnkius ist sonsten Lukullus, wie von Marius von Äaeius Go ist auch der Mn ! eines andern Heiligen x,x--c (Apst XV. 22.) nichts -ers als das für Sxlvanus. svgl- il. r.) — Bey Wcibernamen findet sich das nenmcb - Ans Tertia wird u. s. w. Vellcchs sagt.ve diesem Menas, indem er vom Sextus Pompejus sprich' ker dienern m Xlsnecisrern, /rl-errsr, pise Los clsillum, lslrocinii« sc prsLssrionidue inkellawna ri, sä le exsrcirumgas rusnäum rspro vrebstm', e eum non äsxnäerer vinäicAum sc äocluHin lui, m:ne iniellsrepirsricis scelerlbns. — 2>0NdUi^ Menas selbst lese man Petrum Fabri 8emellliuw , II. x. 64. und V. Hl- ?. r6y. — Die Lasterod-°" 'Hora; gegen ihn, so die vierte der Cpodeu ist - *>c bient kaum angemerkt zu werden. S. Pompejus seht den Krieg fort. 47 r kriegte, sondern auch meuchelmörderisch umbrach-NR.T./n tc; so daß unter Beyspiclcn der Undankbarkeii^^"^' dieses gewöhnlich mit angeführt zu werden pflegt, germeister. — Menas gieng nachher nach Sardinien, wo er von dem Gouverneur derselben Mark-Ly¬ nns zwar zuerst in die Flucht getrieben, nachher doch unverhofter Weise den Sieg davon trug, da er auf einmahl die gar zu hitzig nachscz- jenden Feinde, da sie stch dessen am wenigsten vcr- 2787) Dieser,Tirius, nachdem er die Parthey des Sextus verlassen hatte, trat zuerst zu Antonio über, trat aber, kurz vor der Attischen Schlacht, zum Ok. tavius über, wie solches Dio unten §. 778. erzählen wird, ^lucarck p. 942. e. schiebt die Schuld dieses Ucberganges auf die Kleopatra: 2---°« 2-, sagt er, 7ü,'i/ , r/sro ärrrovfarvT-5^ unten §.788- — vellcjus p. 58- »- wo er denUebcr- tritt des Plankus zurOktavianischen Parthey erzählt, setzt hinzu: ktox surem bunc auuyculum Sirius imira- W8 elk, woraus man sieht, daß Plaukus seiner Mut¬ ter Bruder war. Vgl. Glandorp t)»««,,/?. Kam. 841. — Von dem durch ihn bewirkten Tod des Sex¬ tus heißt cs bcym vellcso p. 56. c. kompeiug /xi>»m tag» periuir, iulUnzus dtsrci /Xnronü, cuius opem pe- tierst, 6um inrer äucem, er supplicem rumulrusruv, ec nunc cl>Anir«rem reriner, nune vicam precsrnc , a tz^iiic» iugulsrus eik: cui in csnrum clurauir boe kacinore con- erscrum oäium, vr mox, lucios in rbssrro ?ompei: ks- eiens, extscrari one populi, specrsculo, guocl prsebe- dar, pelleremr. _-788) Er kommandirte nachher in der Attischen Schlacht den rechten Flügel der Julianischen Flotte, ^cllcsns p. 59. s. Dexcrum nauium lulianarum cor- nu Zl4. commillum, saeuum i^rrvncro, /cor!pp»s omne clallici cerramini5 srbirrium; b?Y welcher Stelle schon Lipsiug bemerkte, daß mttn nicht son» d-ru I.VlllV8 leftn musst. 472 DioKaßius.B. XI.VIH. Hptst.I^XXIX. 7i4murhend waren, angriff. Da Lurius das Ey< PoUi''Dur-^uc> hierauf gänzlich verließ, übergab sich selb,, sermeisrer, ges Mena freywiilig, bis auf l^die Hauptstadt^ ^xaralis, si, durch eine Belagerung ero¬ bern mußte, weil sich in ihr sehr viel' aus der Schlacht gerettet hatten. Menas ließ alle die, so er gefangen bekommen, und vorzüglich des Helenus, einen Freygelasscncn Kaisers, der sehr viel bcy ihm galt, ohne Lösegeld los, wodurch er sich Kaisern schon von weitem her verbindlich 2789) Im Griechischen weil sich aber keine Stadt dieses NamenS in Sardinien findet, so schlag schon Paulmier Se Granremesnil vor, x-e-z-c zuie- sen, welches in neuern Zeiten Wesseling »ä änwmni ikinersrium x. 495. noch unumstöslicher bewiesen. Ach Hr. wagnec folgt dieser Lesart mit Recht- - D.ara!is ist die Hauptstadt von Sardinien- Deswe¬ gen heißt sie beym Zlorus II. Vi. Z5- erbs erbium. Siehe Srrabo p- 698. §- 12. Rlauvianus öebel' jo Qiläonico Z2l. 1 snäirur in longum t?srslis renuemgue perrniliM Obuis äimirrir krserurum Kamins collsm. Eie heißt jetzund Aagliari, und ist noch immer die Hauptstadt Sardiniens. König Jakob II. von M ragonicn eroberte sie um igi«. Pabst -Hilarius war hier gebohren, und der sikilianische König Marrmoi fand 1409 hier seines Lebens Ende, S79Y) Appianus p. 709. S« o x«, r-,Zk e »sj>, «x kSk)xk?-s »«c — Daß Menas sich durch diese Zreylastunz des Hekenus bey Se^to verdächtig gemacht, erzah^ Dio unten 4.722. Auf einer alten Steinschrift komn» dl, IVI.IX^S Ll.?cMV8, ein Freygelasibner Kaisers vor- welches wahrscheinlich unser -Helenu« ist. (vgl-.^ saubonus sä 8ueronium. ^UF. c. 67.) Denn die a>< ten Römer sprachen wie die Gothen und heutigen ZM' joseu ihr -?s wie e aus, j. B- me»/« und.-»^^ Zuneigung des Volks gegen S. Pompes. 47z machte, und sich, wenn es die Umstände so mitN.R-E.714 sich bringen sollten, einen sichern ZufluchtsortA^U^ Key ihm zubereitete. — Dieses war es, was Me-germeisier. nas damahss that. §. 7-^8. Die Römer, wie Sardinien eingenommen war, ihre Sccküste verwüstet, die Zufuhr abge¬ schnitten ward, ui d sie selbst sich von Hunger und Steuern, (die besonders von denjenigen, so Skla¬ ven besaßen, mit einer vorzüglichen Härt' ringe« trieben wurden) unterdrückt sahen, empfanden dieses so übel, daß sie sich eben so sehr über den Krieg gegen den Sexrus betrübten, als sic sich über den zwischen Mark-Anton und Kaisern getroffenen Frieden (in der Ucberzeugung, daß Eintracht zwi¬ schen diesen auch Frieden für sie hervorbringcn w^r- dc) gefreuet hatten. Daher kam es, daß eben die¬ jenigen Personen, so Kaisern und Mark - Anton kurz vorher zu Pferde, gleichsam im Triumph in ihre Stadt zu kommen erlaubt; die sie mit dem Triumphsgewande, gleichsam als ob sie wirk¬ lich triumphiret, beehrt; die ihnen das Vorrecht 2791) M den : Idin. DlVl- k°. 0. kVHI. VIN. N. ?. 0. 0V. (^VOO OVX1. XI. äNIOdUO. xxcil-. Der Unter« schied der Ovation vom Triumphe bestand eigentlich daß der in die Stadt fuhr, der gieng. und darmn nennt Disnysius vvn-^alikarnaß Vlill. vm. die Ovation einen Fufi- rriunipl); '0 -e -IV 1-^ -0V Kaisern hat man bey der Ovation den Gebrauch eines Seitpferdes „erstattet; und daß solches nachher auch ^er gescheh,, fty, lehrt folgende Stelle des Symma^ "Mg x. 22. M/a- vc krjumpIiAnler eurru? inuoberet, Vgl- plghlUM u UI- x. 486. 474 DioKaßius. B.XXVlll. HptstPXXIx. N.R.T./^zucrkannk, den öffentlichen Spielen aufKuruli- PoüioRur'I^cn Sesseln zusehn zu können; ja die cod- Lernieistxr. lich schiefen Frieden desto vester zu machens Okw vien, Kaisers Schwester, nach dem Äd ihrer ersten Gemahls, mit Mark-Anton, ohmr- achtct sie schwanger war, vermählt Hütten; stch urplötzlich dergestalt veränderten, daß sie zuerst in zusammengcrottctcn Haufen, oder wenn siede) der Fcyerung öffentlicher Spiele versammelt m- S. Z7S- rcn,ihnenzuricfen, und dieses nicht sonder großer Geschrey, Frieden mit einander zu schließen. D« sie durch dieses nichts ausrichteken, wurden sie völlig von ihnen abgeneigt und wendeten sieb Septo zu, Unter viel andern, wodurch sie dm guten Willen, den sie gegen ihn hegten, zu erken¬ nen gaben, gehört auch dieses, daß sic indcnK- 2792) Paß sich kein Privatmann der teils bedienen durst', ist bekannt; man sehe zum UebeM Lhimenrelli iw bonors bileilii c. 12. 1;. (im sich"' ten Band des Gravifchen Thesauri.) Welche gror Ehr' es aber war, den öffentlichen Spielen nicht den Banken, sondern von einer lella cm-uli herab, j? sthn zu dürfen, davon besiehe Bulengcrir cis u> c. z;. sin der so eben angeführten Gravischen lung 1. Vmi. p. 666.) , 279Z) 2lppianus x. 415. Humusni sutemb'E lus nuper obierar, msrirus Ocrsuise sororis potkuisuei'unr pscis succsres > vt sisrer collvcsrel cum Antonio: moxgue clsssonss cliccum kelicirer co. seguencibns ssulki; aöclsmsrionibus wrius exsrc>" vcrigue bene precsntis, guse xsr corsm äiem eolsm^ pocrem conrinustse sunt, — Das Kind, Oktavia damahls schwanger war, ist der in dsrM durch das Hemistichinm virgtl-i: X so bekannt gewordeneMarkellus. — DicSchnE schäft that, nach damahliger Sitch ihrer andern.^- rakh keine Hinderniß. Heyrathete doch auch9»^" hie Livia schwanger- Zuneigung des Volks gegen S. Pompes. 475 kensischen Spielen die Bildsäule Neptuns, da selbige hcrumgcfahrcn ward, mit großemAU'AA Händeklatschen aufnahmcn und ein sondcrlichesgermeister. Wohlgefallen an selbigem zu haben bezeugten. Und da selbige einige Tage hinter einander nicht vorgeführt ward, warfen sie die Magi.'ratsper- sonen sdenen die Fcyrung dieser Spiel' oblagt mit Steinen vom Marktplatz, siürztcn die Sta¬ tuen Mark Antons und Kaisers Um, und als alle dieses nichts helfen wollte, thaken sie einen so grimmigen Anfall auf sie, daß man glaubte, sie würden sie umdringen, Raiser, ohnepachtet viele von seinem Gefolge waren verwundet wor¬ den, zerriß sein Kleid und bat das Volk um Ver- jcihung; Mark-Anton im Gcgenthcile verfuhr auf eine gewaltthätigere Weise, und da das Volk dadurch nur um desto erbitterter ward, so daß man sich auch das ärgste von ihm zu befürch¬ ten Ursach hatte, so wurden sie gezwungen, auch- gegen ihren Willen, mit Sextus in Unterhand¬ lung zu treten. §. 729. Man befand sich, da dieses geschähe, im Ausgang des Jahres, dennoch wurden die Bür¬ germeister und Stadtrichtcr ihres Dienstes entlas¬ sen, und an die Stelle derselben andere ernannt, ohncrachtct selbig' ihr Amt nur wenige Tage hin¬ durch verwalten konnten. Damahls war es, als kukius Rornelins Ballms Burgermcistev ward, ein Bürger aus der Stadt Endes gebür¬ tig/ der an Rcichthum und Magnificcnz die übri¬ gen seines Zeitalters alle dergestalt übertraf, daß 2794) Vgl. Note 27;/. 27s;) Pgl. Appianus x. 416. 476 DioKaßius.B.XI^VIH. Hptst.I^XXIX. N.N §.7i4er bey seinem Tode dem Römischen Volk cin Tk- Pokik'Bur-lchenk von fünf und zwanzig Drachmen auf dm gcrmeistcr. Kopf hinterließ. Ucbcrdcm trug es sich zu, 2796) Rikero erwähnt -in den Briefen an UM dieses Lalbus sehr oft. Als ein gebohrnerGadikam, ward er vom Theophanes, einem Lesbier, an Km desstatr angenommen. (Likero Vil.7.) Er diente nachher unter Julins Kaiser, und leatt im ersten Grund seiner zukünftigen Größe vor Dyrrha- chium. (Siehe den vorigen Band) ^ellesus x. 46 d. Ium ksibus Lornsiius, sxceösnre Iiumsnam ßiim temerirsrs, ingreilus castrs boschmi, ssepmsgue cm l.enruio coiiocurus consuis, clukittmre gusnri le ee» 6erer, iiiis incrsmsnris fscirvism, guibus non llilj»' nise (uss nsruz, se6 blispsnvs in rriurnphum er conüi' Isrum sisurgerer, bsrergus ex priusto coululsnt. nius VII. 4g. kuir er Kaibus (Cornelius msiorLo»k6! seci «6cus«rus srgue 6s iure virgsrum in eum, iaiücm in conliiinm miisus, primus exrernorvm, srgue in Očesno genirorum vsus illo bonore, guem I.süo guugue neAsuerunr. Der Triumph, den dicft Baibus gehalten, war über das afrikanische Bolk Garamanten Plinius V. 5, nachdem er die W dieses Volkes beschrieben, setzt hinzu: 6»r«ms, c-p° 6«rsmsnrum: omni« srmis Komsn» super«», er sb^ neiio ksibo triumpbsr«, vnius omnium exrerno cm^ er s^uiririum iure üonsro: guippe 6s6ibus naročim^ Romans cum kslbo maioro parruo üsrs eil. bi mirum, super äicc« oppiös «b so cspr», sucwi« """ ftros pro6i6ille. ipsum in triumpbo praetor er 6ara»/«/r omnium «iisrum gentium vrbiumcjue min« sc iimuiscrs üuxii'ss, guss rers boc oröine örc.^ Strabo p. 504. erzählt uns, daß er be» stincrBa ' stadr Gades eine neue Stadt unter dem Namen polis angelegt; welche zwo vereinigte Städte, zu bons Zeiten, den Namen Disyma, oder der E' ten führten. — Man sehe von diesem Balbus ghium 1'. HI. x. 484. und Reichard Note 6. u°- den elften Brief des zehnten Buchs, der Briefe s rons an Attikus. — Das Vcrmächtniß, welches , dem Kölnischen Volk hinterließ, mar zwar M ' Begebenheiten in Rom. 477 A s II :il b. A !H 1- I' I- !; » 'k k il '! I r » r !' I s daß am letzten Tage des Jahres ein PlatzmajorN.9rE.714 mit Tod abgieng, und da ward, auf die nochA-m-msu. übrigen wenigen Stunden ein anderer an scincgerineißer. Stell'ernannt.— Zu eben dieser Zeit ward das so genannte Iulische Wasser durch einzeln nicht sonderlich beträchtlich. Fünf und zwan¬ zig Drachmen betragen gerade einen Thaler, drey gute Groschen, sächsischer Wahrung. Bedenkt man aber die ungeheure Zahl Römischer Bürger, die bis auf die hunderttausende gieng (Lipsius m«Z». kr-»,-.I. vn. und II. 12—15.) so wird dies Vermachtnisi allerdings höchst beträchtlich: nur muß man sich wundern, wie reiche, mächtige Römische Bürger ein so gerinqfügi- -cs Verniächtniß annehmen konnten. Oder nahmen sie es nicht an, und überließen die reichern Bürger solches blos den ärmer»? — Wagners Anmerkung ist hier sehr richtig. 2797) Äehnlich'Exempcl oben. Dgl. Note ryzr. 2798) Vermutblich hat sich hier Dio versebn Wir haben einen eigenen Schriftsteller, der uns von den Römischen Wafferieitungen sehr richtig', oft auch sehr mnfführliche Nachrichten geliefert hat. Dies ist orontiuug, d»r durch Poleni meisterhafte Bearbei¬ tung nur noch schätzbarer wird. Dieser Frontinus nun aber lehret uns, daß die agu» lud» nicht jetzt, sondern viel spater, vom Agrippa nach Rom geleitet worden sty. — Da die Sache wirklich — in pkilolo. f'sch- historischer Rücksicht keine Kleinigkeit ist, so er¬ laube man mir, die Worte des Schriftstellers selbst versetzen zu dürfen: koste» disrcus ^giipp» aeöilis, kost piimum conftilarum, irnperarore (,'selare äiugu- "0 II. l.. Volescio Oos;, anno post vrbem concliram IrOLxVlill. ast millisrium ab vrbe XII, vis batina, eun- Ubus ztz pvm^. clexkroi fum, millium pastuum stuum, al. terma prvprias vires collegik, er lepulae riuum inrer ^8», sstguistkaegue ab inuenrore, nomeu IVbl^L äa- t^m est, üz ranren stiuila eroAStrone, vl manerer 1s- säpellaiio. Oucrus luliae ekbeil longiruclinein k^wum XV. millium OOOLXXVI. kcilicer opere sopra orram psNmm VII. millium, ex eo in proximis vrbir oon , VII, milliario tubstruäione pastuum I)XXVlll. 478 DioKaßius. B Hptst. L.XAX. N-R T.7i4Röhrcn in die Stadt geleitet, und diejenigen PrmoBuriSpiele fcycrlich begangen, welche dieBurgmmi- KerilieWr. ster damahlö, als sie gegen die Mörder zu Mr zogen, gelobt hatten; und da vom Kapitel drk so genannten Sicvenmänner niemand MW war, so versahen, welches auch sonst schon öftrer gescheh» war, die Opferpriester alle das, waech nen zu thun obgelegen hätte. §. 7lv. Dieses waren die vornehmsten Begebenhei¬ ten des damahligcn Jahres; übcrdcm ließ Kaiser den Freygelasicncn Gphärus, seinen Hof¬ meister öffentlich begraben, und den Rusts Galvidiemrs, unter dem Vorwand, daß ist selbiger umbringen wollen, hinrichten- ^°°) Es war dieser eines ungemein niedrigen Herkommens; weil ihm aber einst, da er die Schafe hütete, der religuo opere srcusro pristuum VI. milüum. LLLLl-XIl krserer csput lolise rrsnsstuit kiguAe, vvcsturLrsb»M 2799) Vgl. Snetomurr c. 89. 2820) Sülvidienus war Anführer desjenigen res, welches in Gallia rracbouensi stand. Anron, immer ein Klatscher, machte Kaisern die W unnöthige Konfidenz, Salvidienus hatte;u-hm° ' niahls, als er Brundisium belagerte, übergehn wes ten. Appianus p. 415. — Vgl. Suekonina l-XVI. Vellesus II. 76. ?er guse tempora Uu>! d- viäleni sceletts constlia pgresrct» sunt; gui " lcurillimix i:iikiiz, parum kabebst lummn secepiste, . xroximu» sLneio ?ompeio ipsogue Lsetsre ex eguel vrline conkul cresms ests, nist in ici gciscenciUier> ^uo iiffrs le et Lselsrem vicisrsc et rempubbcr sSalvidienus war aber nicht conkul , son nur Livius ch-rtom- exxvn. 0»'"" Lsluiclienum nsssris conlilis contra Lsessrem inöicio luo.protrsxic, irgue üsmnarus mortem Um 0 Lsiuir, Hinrichtung des R. Salvidienus. 479 Kopf zu brennen geschienen, "°') hatte Kaiser ihnn.R.E.714 Kaivinns u. 2801) Der Philolog soll sich frcylich Huken, denPollioBur- Nakurkundigen zu machen, und also will auch ich dies^neiirer. Phänomen, was dem Kopfe des EalviedicnNs geschä¬ he, lieber ganz unerklärt lassen, als solches falsch er- klaren Allein doch fallt mir hier Elektrizität ein! Aus jedwedem Körper geht, in mehr oder mindern» Maas, je nachdem er gerieben wird, Feuer hervor. Dieses Feuer kann man, wie in der Elektrizität bekannt ist, durch Kunst bewirken; es zeigt sich aber auch zu- weilen, ohne von Kunst aufgefordert zu seyn, von ftcyen Stücken. Ich las' in den gesellschaftlichen Erzählungen Th. I. S> Zl8- von einem Paar Rci- senden, die, bey einem eben aufsteigenden Gewitter, sich im Moorland verirrten, und denen dieOhren ih¬ rer Pferde brannten. Eie streiften dieses Feuer ab; cs fuhr in vielen Funken aus einander, und fiel bren¬ nend zur Erde. Sie fanden nachher einen Reifenden, der ihnen erzählte, wie sein Mantel angefangen habe zu brennen, und ausgebrannt fty. Bey den Alten finden wir das Phänomen diefer elektrischen Flamme, die allemahl etwas gutes bedeutet, sehr häufig ange¬ führt. Eine der bekanntesten ist wohl folgende Stell« des Virgil zchre/ä. II. dHo. '— '— lubirum; äiclugue oritur mirabils monstrum- dksmgue manu» inrer moelkorumgue ora parencum, Lece leuis lummo äs vsrrico vilus lull kunllere lumen apex, raclugue innoxia molil l.smbere llamma comar, er circum rempora pasti. Ein ähnliches Feuer prophezeite dem jungen Ser-- vlus Tullius das Römische Königreich. Livius I. k.0 tempore in regia proäigium visu euenrugue mirabils wir. pusro llormienti, cui Är»io TrMo nomen sulk, s^pur srlllle kerunr mulrorum in conkpektu: xlurimo tznur clamore inrle äe ranrae rei miraculo orro, ex- enum regem: er cum guiclam lamiliarium agusm aä rolrringenllum ferrer, ab regina rerenkum, leäako- Me jzr,, rumulru, moueri vecuille puerum, llonec st» ponre experrektur oller: mox cum lomno et ilammsm bile. Dionysius von ^alikarnast HH- puero in c^inno cubiculo meriäisnrl klsmma enucuit s esz>üs 48° DioKaßius. B.X^VIH.Hptst. I.XM N.RE.7i4nach und nach so empor zu heben gesucht, daß cr ÄwBur-'auch, ohne noch einmahl Rathsherr zu ftyn, M scrmeister. Bürgermeister war ernannt worden; und daß man seinem kurz vorher mit Tod abgeganqcmn Brirder zu Ehren, eine Brück' über die TM geschlagen hatte, über die er zur Begräbnißgetta- gen ward. Wie aber nichts menschliches beständig ist, so ward eben dieser Salvidienus im Rathhaus S. Z77. -von Kaisern selbst angcklagt, und als Feind scim «nd des gcsammtcnVolkcs hingerichtet. Uebcr sei¬ nen Tod ward ein Dankfest verordnet, und die Vorsorge für die Stadt den Dreymänncrii nH der gewöhnlichen Formel übergeben, zuzusch, -aß der Stadt nicht irgend ein Schaden rvidce- msrre, ipisgus regins mlpeÄsnre, cum muliendos e> «IÜ8, gui rum tone sclersnr: nee vriuz snteis cüxel üeliir, quam excirsro a mstre tisnim» tim ul cum lomo «usnuir, (welcher Schriftsteller vorher noch ein and«' res und größeres Wunder, doch ohne solches selbst >» glauben, die Geburt des Servius Tullius betreffet «erzählt. Florus III. Vr. 8eruium 1'uIIium chmmss- re rn/a circa cax«c /ramm« promitei-ir. FonürüS Ovrs; i; kü-, Z-Px« 5--^' s"^' rroira»rr^ xarrZaLÄr, x«< ir-xei Daß diese Flamme jederzeitgute M' bedeutung gewesen, davon kann man Frein-chcmuB über die angeführte Stelle des Zlorns nachsehni M das Phänomen aber selbst Ezechiel a Castro -ie i^ Ismbenre. Verona« i682. z. Bartholinu« äe Irominum et animalium, Gzanam kecrestians rdemütigue 1°. IV. p. 72—195. Valisnieci in eigenen Briefe, der den zworen Band der ^>«/co/r ^cre»er/scr e //slo^/cr beginnt- — Die fenlljr" Zungen, so sich auf den Häuptern der ApeM- ersten Pfingstfeste nach Christi Himmelfahrt zelgu"« waren gleichfalls elektrische Feuer dieser Art, mc"' 1er andern D. Lest zu Göttingen, in seiner MMl tUNg äe äoni« miraeulolis sgirilu, stmLii, erwies^' Begebenheiten in Rom. 481 fahre. —- Im vorigen Jahre hatten, bey feyerli N.R E.714 äfer Begehung der apollinarischen Spiele, Ritter mit wilden Thieren gefochten; esgermeißer/ war auch ein Schalttag gegen die allgemeine Ge¬ wohnheit eingcschoben worden, zu verhindern, daß der erste Tag des jctztlaufenden Jahres auf keinen derjenigen Markttage fiele, die von neun zu neun Tagen gehalten zu werden pflegen, welches man von den allerältestcn Zeiten an jeder¬ zeit zu verhindern gesucht hatte; dgmit aber die Z it in der von Kaiser einmahl eingeführten Ord¬ nung unverrückt erhalten werden möchte, ward, statt dieses eingeschaltenen Tages, ein anderer nachher wieder ausgelassen — Auch ward einem gewissen Kastor diejenige Herrschaft »berge- 2802) Vgl. Note 952. und 2740. 28o;) S. oben Nore 1794. 2804) Man lese Note 962. 280;) Nach Strabo z>. 1580. ist Gorbesus die Resldeiu Kastors, Saakondarii Sohn, der hier vom Dclvtarus, welcher auch dieVcstung schleifte und das >' hin hier deutlich genug beschrieben worden ist, es denn eigentlich bestand,, so begnüg' ich mich, ""' begierige Leser auf die Kommentatoren über lnün^ num II. XXI;. und ch. XXXVII. 2. zu verweisen. Rechtsgelehrte ipaulus.har dieses Gesetz durch s, eigenen Komnicntarium erläutert, und es ist nicht unschicklich, wenn ich hier die eigenen WoM selben, aus derangczogenenStelle derPandeklem', her setze: Ouicungue ciuis Romsnus polk baue !ee^ rvAsrsm rslismsmum lacier, ei, gusntsm cuig"^s'. Romsno pssunism iura publica clsis legare > i»5, porelissgus slko; llum irs 6emr legsrum, >'e ims, gusii^psrrom gusrrsm bserellirsris eo hsarslles cspi-mr. Lis, guibus guiü ics üsrum ruinös lnsrir, esm pscunism lins fruuciö lua licsro: isguo bssres, gni esm pecmiiam üare > Usmnstns sric, sam xeeunism ciebeco äsrs gu»m muscas elk. Begebenheiten in Rom. 48 z weil sie viel mehrere Ausgaben denn der erste Kai-n.R T.71; ser hatten. Da sie nothgedrungen außerordcnt lich viel auf ihre Soldaten verwenden mußten, Nurgermei- scbämetcn sie sich, nur gegen dies' allein vcr-^' schwenderisch zu seyn. Raiser, der sich damahlö zum crstcnmahl denVart abscheeren ließ, gab bey dieser Gelegenheit nicht allein selbst ein sehr kostba¬ res Banker, sondern traktiret' auch das gejammte Volk. (*) Da nun die Ausgaben weit stär- (') Von dieser Zeit an trug Kaiser beständig glatte Wangen, s» ow übrigen alle- Von hier 2827) Wer sich, so wie ich, auf Kupferstichsamm- lungen legt, und die verschiedene Gestalt der Barre, nur feit zwcyhuudcrt Jahren, in Deutschland berrach» ter, dem müßt' eine Barchistoric cm sehr wünschens« würdiges Produkt historischer Muße sei)» Ich babe sehr vieles zu einer solchen Barrgcschickre . dey Gele» genheit meiner Kupferstichkollektion gesammelt, von welchen KollManecn ich aber hier, n« exn-a lloas es. , keinen Gebrauch machen darf Ich will stier in der Kür.e nur folgendes strgen: Von den Zcircn ocs ^"pio Afrikanw- an ließen sich die jungen Leute sclree-r ren, ) oder, daß ich bester sage: sie ließen sich den zu lang wachsenden Bart mst einer Scheere abichneiden. Vom ein und zwanzigsten Pastr an ^>o- oder, wie pctronius solches ausdrückt, b-l>st ,loei»n> küoiostsnt, (racke/,d i. sie wurden balbirk- und dieses war gewoh liest mic einer großen Echniauscrey verbunden, wie solches unten L>- 698- Nero gesagt werden wird- — klebrigen^ sehe Wan von der Cäremonic des Bartabnchmens epkca-- vlum Pcrrarium L'/eer. II. 12. und Srloester über lili rog. — Auch kann man deS Lipsius Lar. c», ü. über Tacirus XIIII. i; und Savaro über Moschus Apollinaris XXIIl. zio. vergleichen- 2808) Swtoniu.s l.XX.vnii. In eaxue eomenäo wrn nrcuinosuz^ er raprirn cnmpluristns stwul ronkoristus cl»?sr, „c mocio ronclerer. moclo r.ikierer bar- oaw; weiches das völlige Gegentheil Kaisers ist, von 484 DioKaßius-B.X^VIll. Hptst.l^xxix. an ist auch seine Liebe gegen Livia zu rechnen, dcr- Markins jenigen, der zu Gefallen er sich von der Skribo- dem Tag schied, da ihm dich ' eine Tochter gebühren hatte. dem Suetonius K xxxxv. sagt: Lire» corporis rsm mvrolior, vr non lolum ronclererur cliligenier s: rsäerekur, loci veliererur erism vrguiciom exprodrsa^ runr. Zuni Behuf der Latinitat merke man sich hin, daß Mor-o/ttr nicmahlsmürrisch anzcigt, sondern eim Menschen, der sehr viele Zeit, »/-sra,», zu irgendcd was braucht. Die Toilette, würden unsere jetzigen Damen sagen, nahm Kaisern sehr viel Zeit weg. - -Hadrianus führte nachher die Mod'ein, den Kni wieder wachsen zu lassen. S- Xiphilinus §. 17s. Daher in Julians p>. 8Z5- hadrianus auf- tritt v.-r-^v jsi der Bart um die kch zen her. Pollux II. 80. st Z- s-o 5 «2, (Rnebelbarc, r«o«/?acLe) «e 5« x-,,« Sk k; «s-d»'», , und der ganze Jari endlich rsnrux gusnms oll welches hadrianus that, entweder: vr vrilnera, guoe in kacis nawiriu ersnr, regerer. Spartian. Hadrianus K. 26. odtt zur Nachahmung des Numa, von dem es ^e»eÄ.". 809. heißt: nolco crinss, incansgue men» keAis Komani. Vgl-Sparcian. K. 2. U. Dodwell pr-ac/ccrio»^ VII. p. 294. VomHadrianan erscheinen nun dieKaisir auf den Münzen großtenrheils mit Barten, bis E Ronstantrn. Dieser ließ sich den Bart abnehniw und ihm ahmten seine Sukzcssores, mit Ausnahme dk» einzigen Julians, bis auf den Mauritius nach. Ml ihnen kommen abermshls Bart' auf den Münzen jus Vorschein. Julian hat sich aber seines Bartes weg!"' den er als Philosoph trug, sehr viel Spöttereyen, sonders von den Antiochcnsern, müssen gefallen lahm die zu seiner bekannten Eatyre: derart feind, Gelegenheit gaben. , 2809) Skribonia war die Schwester Libons, di» Schwiegervaters Sexti Pompeji. Vergl. x. 4so. — Von ihr ist die klassische Stelle beym ton K- l-XH. chlox beribonism in mstt'imoniuru ae Begebenheiten m Rom. 485 tl' xir, nuptarn sms cluobus conlularibus, et ex altero^.gz.E.^,^ eriam marrem. t)um hac er-iam 6iuorkium becir, per L-Martinj l(l laekus, Vt lcribik, worum peruerlirarem 6IU8. — Die-K-Salunn- ganze Hcyrath war eine sogenannte Konvenienz-Ma-lNgmim- » riage gewesen, und durch die Vermittelung des Ma¬ si t'cnas geschlossen worden. Appianun 1. c. sagt: 'm ö- <7w5eo-^sd, 7-^; «ZbäHy 7-8 s, x^kr/ov^o^ // k^or rr2t< i-rjv §e 'H e? Feysxre ; xsts 7rr/9l?^ri'os ö ^.ejZwv evLDk^/^s -ro/^ oerre/o/.; 5^r/Li/ t» 7-t«, XL.--7L(-/ 7k-fo5r//Lü)5. — Den einen dieser konsulaa h rischen Manner, 'an den diese Skribonia vor ihrer Verheyrathung mit August vermahlt worden war, l kennen wir. Es war Gkipia, von dem ste eine Doch« i. ter Revrnelia hatte, auf welcher Tod Propcrtius die > zwölft'Elegie seines vierten Buches sang. (Vgl.Txei!- < nesiuK Lp. eia. aal Der andere dieser Manner ist uns auf keine Weise bekannt. Was aber I die psrusrlilsrom worum betrift, wegen welcher sich i Kaiser von der Skribonia geschieden haben soll, so ist > dies ein nichtswürdiger, aus der Luft gegriffener Vor¬ wand gewesen, und die hier angeführte Liebe znrLwia viel wahrscheinlicher, womit mannoch folgendeWorte des Suetomus K.6y. 2. vergleichen kann: äimiüarn iicribomsm, guia libsrius cioluiüel nimiam poremiam pel- lieis, ec conöiriones gusslirss per amicas, gui msrrss- ksmiligz er aäulras aerars virAines clenuclarenr akgus perkpicerenr, ranguam Ikorauio mangnne venrleurs. — Hieher kann man auch das Fragment eines Briefs rechnen, den Mark-Anton an Kaisern schrieb, und den uns Guctomus l. c. gleichfalls aufbcwahrt. (Verglichen mit dem obenangeführten zotenhaften Epi- brammKaiscrs auf dieFulvia,giebt es einen herrlichen Beweis von der feinen Lebensart und Delikatesse dieser beyden berühmten Weltbeherrscher ab, so daß es nicht sprechender seyn könnte.) — (iuiä re mmsuir, schreibt lhm Antonius, ouoä retinam ineo? Vxnr mes elk« dluue cospi, sn sbkinc snnos nousm ? 2 u üeinös lo- DruMum inis? Ira vsleas vri, vk Hanc epistolam cum IsAez, non ilw-ris DercuIIam, sur Derenrillam, aur Itubllam, sur 8aluiam lirilcenism, auc omnes? ^nne rekerr vbi er in gnam arri^as? — Das hier er¬ wähnte Töchterchen, so ihm Skribonia gebohren hat- 486 DioKaßius. B. XI.VHI Hptst.UXlX. N.R.T ^ieker als sie vorher gewesen waren, wurden, sa K:S-ü'inu^^ auch die gewöhnlichen Einkünfte nicht ein- Vurgemiei-mahl hingcrcicht hätten, so kamen auch so gar , diese, der beständigen Uneinigkeiten wegen, nicht einmahl ein, und man sähe sich also genökhigel, einige neue vorher unbekannt' Abgaben emzufch ren. -) Damahls wurden auch neue Mikglit- te, war die in der Zukunft so berühmt gewordene Ju¬ lia. Als August diele Tochter in der Folge nächst daceria verwies, begleitete ste ihre Mutter Skeibo- nia- Dio unten § 960. und vcll. II. 100. ddm 8cribouia volumsrii exilii germanlircomes (wo^-ipfW EE-ui'-r lesen will: besser wäre dies allerdings/ ober Loch laßt sich die gewöhnliche Lesart vertheidige». Es ist ein sogenanntes 28vy s) Worin diese neu' Abgaben bestanden, lehrt uns Appian* p. 416. Lr guis pecuniae in belli schk' rswm clesrsnt, ecliclum cts conssrsnäis sst propokw«, vr clomini in linguls mancipioi um csxirs, gusme.ömo- . drey^ nanos , oder 9 ess ss- Pf- sächsisch: welches Key Ungeheuern Ekkavenmeng' in Italien, freylichl^^ eine sehr bekrachtlicheAbgabe, die auch den VorneiM > fojganze Legionen Sklaven hielten, lästig aber doch nicht so sehr drückend gewesen zu si'yn M . als, nach Applaus Nachrichten, Las Römische Veil °' Vermehrung dc§ Rathskollcgium. ^87 der ins Rarßskollegium ausgenommen, nicht nurN.R E.-75 swie vorher^ Bundesgenossen, Soldaten und^ I^us Kinder der Freygclassenen, sondern auch sogarDmgcrmci- Knechtc. Einen gewissen Maximus h^xster. sich damahls um das Rcntmcistcramt bewarb, erkannte sein Herr, und riß ihn vom Wahlplatze weg. Doch diesem gicng seine Keckheit, sich um eine so hohe Würde beworben zu haben, frcy aus; nicht so einem andern, der schon zu der Würd' eines Stadtrichters gelanget war, erkannt, und vom Kapitolinischen Felsen, nachdem mau ihn.vorher freygcsprochen, damit seine Strafe nicht sonder Würde seyn möchte, heruntergeftürzt ward. "") Steuer wirklich fand, die bey einer Haare dem jungen Oktavius das Leben gekoster hätte. 2810) Eusebius: vidium dlaximum llallgusrum guselkorem LZuouir Dominus luus er abcluxir. 28n) Herr Wagner, welcher diesen ganzen Para¬ graph zwar in Rücksicht des Sinnes nicht verfehlt, (und dies ist wirklich nut derNcimarifchcnUebcrsetzung an der Seite fast unmöglich) aber doch im Ausdruck, Ton und Wendungen völlig entstellt hat, übersetzt hier völlig mit mir gleich, ohne so gefällig zu seyn, daS warum dieser Ücbexsetzung seinen Lesern auch nur niit einem Fingerzeig anzudcutcn. Im Griechischen heißt es von diesem Sklaven: ö« da steht in der lateinischen Uebersetzung intei- pl-Enr-cz clepredenlüs; aber leider find keine sondern Daß es den Sklaven völlia verboten war, Militärdienste zu nehmen, und daß'auf die Ucbertrctung dieses Gesetzes Todesstrafe stand, ist allgemein bekannt, und diejeni¬ gen, pst es nicht wissen sollten, dürfen nur die Kom- wentatores über den acht-und neun und dreyßigsten Anef des zehnten Buches der Briefe des jünger» plmins nachsehn. Allein, einmahl war der Stand eines gemeinen Soldaten so sehr ehrenvoll nicht, daß lltan: H , ihn srepzuspre» 488 DioKaßius.B.XI^Vni. Hptst.MlX. N.N T.7k,-chen, und dann vom Tarpejischen Felsen herabzujm, L. Markiuszen, nöthig gehabt haben sollte. Zweitens, kurz vor. K- S.'buius^r hakt' Arnonius die eilzsüul« gcöfnek; nmnes ler- urgermei-^ob g!> Vermehrung des RaLhskollegium. 489 §. 712. Gelegenheit zu dieser überaus großen Mengen ^.§.715 Rathsherren gab der Zug, zu dem sich damahle L Mattiu- Mark-Anton gegen die Parther anschicktc, wes-Dur/crmei- wegcn sie all' obrigkeitliche Würden auf mehrere/«. und das Bürgermeisteramt auf acht volle Jahre zum Voraus besetzten; »m denen, so ihnen Dienste geleistet hatten, selbige zu vergelten, und sich andere auf die Zukunft verbindlich zu machen. Damahls wurden zuerst in den Reichstagen selbst, nicht zwey Bürgermeister auf das Jahr, wie ge¬ wöhnlich war, sondern mehrere gcwählet. Zwar waren auch vorher in einem Jahre mehr denn ein Paar Bürgermeister gewesen, ohne daß das erste gleicherweise, daß dieses Gesetz schon langst erloschen; Kreutz, Strafe der Sklaven, und der Sturz vom tat. pcjischcn Felsen herab, Strafe für freygeborne Bürger war. Äppianus: °- «- Zk c?.ki/3kx->- Man vergleich' oben S. 267. 28i2) Dies geschah erst nach dem mitSexroPom- pc>o getroffenen Frieden. App'«" 4l^ r>egusmi clis conlules cleliAn^ri sunr r» sDions acht ^ahre sind oAmbar entweder Schreibfehler des Ko. Pisten, oder Veriehn des Schriftstellers selbst^ snre omner A»ro»!«r er I-r/>o (erstes Paar) vr r-imen ^Nto- uium licsrer aliumprosesodüiwero: pttlt illos ^0»»/'»^ (zweytes Paar) rum Ae»oLarl-«r er ^o/r«r (drittes) cleincls rurlum Lae/ar er A,»o»r»r, reirium wnc ßikuri consulss, er vt spersbatur, papulo reclciiruii, l;oipul,I>c!is. In der Folge blieb Man aber dielen Vertragen nicht treu. Sextus ge« langte nicht zum Konsulate, (vgl. unten 7gr.) und An W wenig Antonius, an dessen Statt Valeriu» ilegala das Konsulat erlangte. § 785 ) Wahls ward auch Markcllus, Mark Antons,Sncf. whn und Kaisers Neffe mit Sexti Pompeji Tochter versprochen. 49° DioKaßius. B-X^Vlll. Hptß.I.XXIX. N-R E^i;Paar weder mit Tod abgegangen, noch mit K SaÄüsschimpf oder auch auf irgend eil»' andere Weise Burgcrmei wär' abgcsctzt worden; allein diese waren doch nie anders denn mit Einwilligung derer, soaufck ganzes Jahr erwählt worden waren, an die Re¬ gierung gekommen. Damahls aber ward M mand auf ein ganzes Jahr, sondern mehrere so¬ gleich für die verschiedenen Thcile desselben erwäh¬ let. Die zuerst crncnneten behielten, wie solches auch noch gegenwärtig geschieht, den Namen der burgcrmeistcrlichcnWürde, so sie geführek Hatter, das ganze Jahr über bcy; die andern, und ach dieses geschieht noch gegenwärtig, wurden m den Einwohnern Roms, oder auch wohl des gan¬ zen Italiens, in der ihnen angemessenen Zeit Bür¬ germeister genannt; die übrigen kannten sie ent¬ weder gar nicht, oder doch nur den kleinsten Thal derselben, und daher pflegte man sie nur Dur- Nermeisterchm zu nennen. — Dies waren ein¬ heimische Begebenheiten des damahligcnJahrs. §. 7i Z- Mit Sextus Pompejus ward zuerst durch gemeinschaftliche Freunde, wie und auf was sir Bedingungen Friede geschlossen werden könnte/ Unterhandlung gepflogen, nachher besprachen 28rz) Mark Anton benutzte die neuerdings zwO" Kaisern und Libo eingetretene Freundschaft, diesen , bereden, Hand au einen Vergleich zu legen. PE jus hielt seinen Schwiegervater, der sich damahw « e ihm in Sikilien aufhielt, nicht ab, und dieser verw' darauf dies Eyland wirklich und begab sich nach - riarla, (setzund Istkla im Kumanischen Mcerbnh' Griechisch pithekusa, vgl.Lellar, 1.1. p.762.) wo ihm Kaiser, auf dringendes Ansuchen des ReMw Volks, diebeno'chigtenSicherheitspasstjusendenMp Friede mit S. Pompejus. 49 r sie sich neben der Miftnensischen Villa sclbst.NR.E.715 L Markius Darauf ward Mukia, die Mutter des Pompejuchgleich-Bnrgermei, falls gezwungen, sich zur Friedensvermittelung zu ih.ster. rem Sohn zu begeben. Libo wollre sich nun auf nichts einlassen, sondern drang auf persönliche Zusammen¬ kunft der kriegführenden Partheyen, die Kaiser und Anronius, dem ungestümen Bitten des Volks nach- gebcnd, bewilligen mußten. 2814) Die alleräußerste Landspitze von Torr» lll Tg- voro in Kampanien, so in den Putcolanischen Meerbusen hinauslauft, und deren Ruinen von den Jtalianenr noch jetzund Miseuo genannt werden, erhielt diesen Namen vom Miseuus, dem Trompeter des Aeneas, der hier begraben ward, Virgil ^e»erch VI. 2Z2. Ll piuz ^enoaz inbeuti mols sepulcrum Im^oiiir. suaguo arm» viro, rsmumgus, kubamgus /»t> ae»o IvII8LblV8 rAo D/c/r«,-, /euer /aecrsts ?rs«c?r. und welchen Strabo S. 7;o. §. io. einen Freund des Ulyß nennt. Auf diesem Vorgcbürge stand eine sehr berühmte Villa, dir zuerst dem R. Marius, dann der Rornclia, ferner dem Lukullus zugeyort hatte. Von ihr handelt wcitlauftig Rluver im vier¬ ten Buch feiner Iralls und die Kommentalores über folgende Stelle des pyädrus II. v, stl-ielsr liksrins cum petons dlospoliu In dlilenenlem vül-im vsnistek susm monts summo pa/rr« ma»« krospecisr Siculum or prospicir Museum msrs. Daß aber Lukullus diese Villa nicht gebauet, wie die Worte des Phadrus zu besagen scheinen, sondern nur außerordentlich verschönert habe, beweist folgende «astische Stelle des Plurarck LI«»«/ p. 424. e. u«< -l» Luc, otxi«, ^4«; X«, X XL? L»»i>L LV/L Z'8 VEVV 770?.-.^ .VkU- vri.T'^xov/a: XL, §/LXoo7üiv. »7«? T-LA^kü!^ X 77v,.O7k,,e.'Ä, xs, 7X 2815) plutarch p. 9ZO. A. »»- kV «^^>LV X«« 7° a sikv 7» ««-»L^vro;, 'Lvr«v«> Z« «sq L«<»ast 2°«v ,e^«v !7rfrry5' pkv«>. Vellefus: Oum kompsio circa 'vlisenum ;>L mir». — Man muß diese ganze Nachricht hier aber- mahls mit dein vollständiger» Appianus vergleich» Man schlug zwey Brücken; die eine vom festen Mt, die andere vom Schiffe des Sextus aus ins Mer hi"' ein. Auf die erstere begaben sich Kaiser und Antonis auf die andere Sextus und Libo; und da solcherp stalt ein ganzer Arm des Meeres zwischen ihnen «- konnten sie sich nicht heimlich besprechen, M'" mußten alles, was sie sich zu sagen hatten, sehr la»t sagen. Pompejus verlangte, an die Stelle des W' dus als Triumvir ausgenommen zu werden; dns schlug ihm aber die Gegenparthey ab, die ihm nW mehr als freye Rückkehr in sein Vaterland bcwilM wollte. Die Konferenz zerschlug sich also fruch^ ward aber durch Unterhändler fortgesetzt. PompP- hatte besonders für die bcy ihm befindliche Geachtet auf die Rückgab' aller ihrer entrissenen Güter gedw«' gen. Die Triumvirs ließen den vierten Theil biet» (wenn ich anders meinen lateinischen Appianum rrW verstehe) und dies Anerbieten kam den elenden b»'' grirten so annehmungswürdig vor, daß sie gla»bt^ mit beyden Händen zugreifen zu müssen. Oer chM Sextus'nahm dieses so übel auf, daß er seinen?» zerriß, sich laut über den Undank derjenigen, fu" '' er so vieles gethan, beklagte, und den rNenodon für seinen einzigen und aufrichtigen Freund crkam» Jedoch, beschließt Appianus dies'Erzählung, br->m ten tMukia, dis Mutter, und Inlla, die Ge>na>», des Sextus es dahin, daß: «--'s-? — Appiauus bemerkt, das Schicksal deöckin^ 492 DioKaßius. B. xi>v;n. Hptst^xxix. N.R.E.yisBcy dieser Unterredung standen die TriumvikS K.Sabinus^"^ bcm Vesten Lande, Sextus aber nicht mit Wurgermei-von ihnen, auf einem ringsum vom Meer urr.fich ster. stnen Walle, den man, seiner großem Sicherheit wegen, aufgeworfen hatte. Neben ihm « Friede mit S. Pompejus. 49 z seine ganze Flotte und neben jenen die ganz' Ar-N.RE.7t; mee; und zwar waren sie nicht blos neben ihnen ,§/Drkms sondern beyde standen, auf dem Meere die einen, Vurgermei- die andern auf dem Lande, gcwafnct in Schlacht/^' ordnung; so daß aus diesem Umstand allein ein jeder augenscheinlich abnehmen konnte, daß sie, )cdcr nur aus Furcht vor der gegenseitigen Macht, und nothgcdrungen, die einen vom Volk, der an¬ dere von seinen Soldaten dazu genöthigek, mit einander Friede schlossen. Es ward aber auf fol¬ gende Bedingungen Friede gemacht: All' entlau¬ fene Knechte sollten frey gesprochen werden, und alle des Landes Verwiesene, nur die Mörder Kai¬ sers ausgenommen, sollten Erlaubniß erhalten, zurückrukehrcn; doch wurden diese nur zum Schein ausgenommen, denn in der That kehrten auch ei¬ nige derselben zurück; sintemahl ja Scptus selbst unter den Namen der Mörder Kaisers war be¬ griffen worden. Doch) wie gesagt, im Fric- kus habe die Pompejanische Parthey so furchtsam ge¬ wacht und für den Frieden gestimmt. Man sagte, Pompejus habe diesen Markus, der sehr angelegent¬ lich zum Frieden gcraihen, auf Anstiften des Meno« dorus umbrmgen lassen; übrigens ist dies'Anklage wcht bewiesen; und zweytens, wenn sie bewiesen wa- ke, würde noch zu untersuchen seyn, ob nicht Mur. kus blos das, was seine Thaten verdient, empfan¬ gen habe. 28l6) 1-8,8;die Mörder Kaisers nemlich, r*- H*» crr, ix,»«» Tylandcr: lliaursm exeipiebsnrur, guis re ipl» guiclgni eoruru reüirs volebsirc. Assmbar ist dies falsch; erstlich ist ^»ausgelassen, welches wahrlich lucht müßig steht, sondern so übersetzt werden muß, wie es von mir übersetzt worden ist; zweytens nach welcher Grammatik, oder nach welchem teriko soll denn dies heißen, reclirs voiebsm? Wel¬ chem Schüler sollte diese Konstruktion unbekannt styu k 4y4 DiöKaßiuS. B.X^VIII.Hptst,I,XM. N.K.S.-iebensvcrtrag selbst würben dicMörderKaisersaüt K einander ausgenommen, dagegen kam man B> ^ermci-übercin, es sollten die übrigen alle, nur sie aus- genommen, zurüctkehrcn, Verzeihung des ver¬ gangenen, und den vierten Theil ihres cingcW- ncn Vermögens zurückcrhalcen; für ciH ?lber Herr Wagner, dessen Geschäft einzig und al¬ lein gewesen zu ftyn scheint, Tylandcrs latciM Dolmetschung in ein so viel möglich pretiöfts dcuO übcrzutra>jcn, und die unrergcsctzten MmeckmaM stü ckig zu überschn, Herr Wagner, sag'ich/ mimt hievon gar seine Notiz, sondern, ohne den GmÄ- schcn Text anzusehn, übersetzt er Ty'andcrsLatein shr treu: „Die Mörder mußte man sreylicl) fte? lieb! Nun da gehört doch so gut als im LessmzW vul-tsmeLum, für das r^mpostiu-r bsgui viro ein llslil- köpf an die Seite!!! „ansnehmcn, weil einig' ind'r „Thar zurückzukomincn Lust harten, unter welche M „Sextus zu gehören schien" Gesetzt auch, der Km rektor harre bey seiner Nebeisekunq aar kein GrieW verstanden, so mußt' ihm doch ein Quentchen gnm den Mcnsthenvrrbands die Bonffonncrie seiner lls-tt- sclsung zeiaen. Wo ist denn das Land, wo man ftcff lieb dieLandesverwiescnen dieGebrandmarktenstneg' siaupbesende, die mit dem Schub fortgcschickte, dan->n frcosteb, weil sie Lust haben zurückzukommcn, nueee aufnedmen must? Das war eins und nun daS ->«' dere: Serrus Pompes»» sckien Lust zu haben S rückzukomincn! Er, der Triumvir werden wev" er harte Lust zurückzukommcn! Nun st hat walM unser Kaiser Lust, Professor der Poetik in Laydacv r 2817) Appianus S 418 sagt uns die Artikel ses Friedcnssckiusses bestimmter und deutlicher: li sollte die Schiffsarth auf dem Meere ftey Sextus sollte die Besatzung, so er an einigen vestungen Italiens halte, zurückziehn. Z) weiter kenr' lleberlaufer aufnehmen. 4) Dure» Kaper Nicht die Küsten Italiens beunruhigen. Legen versprach man ihm i) das Gouverneru^ Friede mit S. Pompejus. 49Z derselben wurden auch alsofort Zunstmeisteräm-N.R.E.xi; ker, Stadtrichtcreyett und PrabenLeu bestimmt,^ Sextus selbst zum Bürgermeister und Augur Burgermei« stcr. Sardinien, Sikilien, Korsika und allen andern ita. iranischen Inseln auf eben so lang, als sich Kaiser und Anronins das Triumvirat hatten verlängern las¬ sen. Ja man setzte diesen italianischen Inseln, in deren Besitz sich Pompejus schon wirklich befand, das Gouvernement des Pelopsnnesus, unter der Bedin¬ gung Key, daß Sextus gehalten sepn sollte, Rom mit Ectraide zu versorgen. 2) Er sollt', aber abwesend, durch eine seiner Kreaturen Las Konsulat verwalten lassen, und dem Kapitel der PonLifikum einverleidt e; 7-^c I) Emt« grirten, mit Ausnahme der gegen Julius Kaiser ver- schwornen, sollten dürfen nach Rom zurückkehren ; und ihnen alles gewalsum geraubte, nur das Mobi- iiarocrmögcn nicht mit eingcschlossen, bei) Heller und Pfennig erstattet werden. I» Rücksicht der Geachte¬ ten wurde dies dahin limitiret, daß sie nur den vwrtcn Pheil zurückbekommen sollten. 4) All' unter Sexto dienende Sklaven erhielten zur Belohnung ihrer Treue die Freyheit; was aber die Freygcbohrnen betraf, so sollten sie eben so wie die Veteranen Kaisers und Mark- Antons behandelt werden. Dieswaren, nachAppias uo, die Friedensbedingnisse beyder Partheyen, die man zu Rom im Tempel der Vesta bewahrlich nicder- legte, und der Sorgfalt und Treue der Vestalischcn Jungfrauen anvcrtraucte. Alle dies' Artikel hat gleichfalls Fonaras. Nur drückt er, die Verwaltung der burgermeisterlichcn Würbe betreffend, sich etwas unbestimmter aus, als ob Sextus das Konsulat in eigener Person hatte verwalten sollen: s- welches ossenbar falsch ist. 2518) wie Dio hat, ist allerdings ^Dahrsager ans 2cm Vogekfing. Appiamis nennet das höchste Pricstcrrhum, d. i. dasponrisikar; und dies ist wahrscheinlicher. Lcpions,^ den Sextus so gern vom ganzen Triumvirate verdrängt harte, war daniahls ponxifex maximus. Wie wahrscheinlich, 496 DioKaßius B-XI^VIH. Hptst. I,XXlX 4r.R.^7i;erwählt, und ihm darneben von seinem väterli- K Kibü'us^^ Vermögen eine Million siebenhundert funf- Biiricimei zigtausend Thaler zurück versprochen, sibxx. dem sollt' er auf fünfIahre Gouverneur von Sar- ' dinien, Sikilren und Griechenland, doch unter daß man Sextuin, ihn zu gewinnen, zum Pontifex machte, und ihm so in der Ferne die Wurde des Pon¬ tifex maximus, die man ihm jctzund nicht bcylegen wollte, vorspiegelte. — Uebrigens hat Zonarar m seinem Kodize des Dio gleichfalls gelesen. 2819) X«, XL, VkV7-XX0V7« Wagner: „Siebzehn und eine halbe Million D'a bmen.^ in der Anmerkung: „1,750,020 Rchll. Epecies Labrie. Richtiger z,675,oo2Tba!er. Slr> — Letzteres Cicarum Str. versteh' ich nicht, nehme mir alko auch nicht heraus, solches zu beurlheile», aber was die Summe selbst betritt, so wollen wir sie na rechnen Dracbma im Griechischen ist der katti- ner Denarius; also machen acht Drachmen einen Reichschaler oder einen dulden dreyßig Kreutzer H ine Sbstias ist tausend Eure x-x,«r betragt also tau-end Dreygroschcnstücke; d. i. tausend vier und zwanzig Drachmen machen gerade hundert acht und zwanzig Lhaler. Vier und zw '.nziq Drachmen betra¬ gen dre» Tchawr; folglich machen tausend Drachmen hundert und fünf und iwanzig Thater Eine »v« ist zehntausend, folglich macht tausendmahl zehnlau« send Drachmen H erzu rechne man siebenhundert funfzigtausend Drach' men, so betragt die ganze Summe Nach Rikers ?//chfox>. XIII. 5. hatte der Senat dtU! Sohne des Pomostis mllli«s zurückzuh^ ben »ersorochen Wenn ich nun dieses aus dermchcs Geld reduziren will, w muß ich diese Summe. 8ez>i enlltisü, slcbeutanscuvtnahl, erstlich mit tausend mm« tivliciren, so bekomm' ich und als- denn div'dir' ich das erhaltene Produkt za, so bekomm' ich Zonaras X 22. der nicht anders als eine Handschrift des D" zu betrachten, hat anstatt 700, nur Friede mit S. PompejuS. 497 der Bedingung verbleiben, keinen Ueb rläuferN A-E.^z aufzunehmen, keine neuen Sckiff' anzuschaffen,A keine Vestungen in Italien in seiner Gewalt zuBurgermei- haben, sondern vielmehr für ihr» n Frieden auf dem^' Meere zu wachen, und ein bestimmtesM. as Ge- trcyde nach der Stadt zu schicken. — Dieses al¬ les war ihm nur auf fünfIahre versprochen, weil auch sie den Anschein haben wollten, ihre Gewalt nur auf eine gewiss' eingeschränkte Zeit und nicht auf immer zu bekleiden. §. 714- Nachdem man sich über alle diese Punkt' einverstanden und sie schriftlich aufgesetzt hatte. Wurden sie bey den Vestalinnen nieocrgelegk, und darauf gaben sich alle drey die Hand und kü߬ ten sich. So wie solches geschah, erscholl ein un¬ aussprechlich heftiges Geschrey vom vesten Lande sowohl als von den Schissen her. Viele Solda¬ ten sowohl als Bürgersleute, die des Krieges überdrüßig sich herzlich nach dem Frieden sehnten, waren zugegen und erhoben solch ein durchorin- gendes plötzliches Geschrey, daß die Berge wie- dertöneten, und sdie Triumvirs^ von Schrecken und Entsetzen darüber befallen wurden. Viele der gegenwärtigen starben damahls plötzlich, viele wurden im Gedränge zertreten oder erstickt. Die in den Schiffen befindlichen warteten nicht, bis sie landen konnten, sondern stürzten sich in's Meer: so wie die andern svom vesten Landes gleichfalls in die Tiefe hinein liefen; da drückten sie sich schwimmend die Händ' und tauchten unter, Wenn sie sich umarmen wollten ; so daß dieses al- »Lso) Vergl. Note 2817. Ii 498 Dio Kaßius. B. XI. VIII. Hptst. I.XXIX. Schauspiel eben so abwechselnd für das K. SabimisGesicht als für das Gehör ward. Hier mm Burgermei-cinige, die nun zuerst erfuhren, daß ihr' Anver¬ wandten und Freunde noch lebten, die sic hier anwesend mit Augen sahen, und über diesen An¬ blick mit unbeschreiblicher Wollust erfüllt wurden; andere, so unvcrmuthet hier Personen erblickten, die sie lange vorher umgekommcn zuscyngeglaubt, standen mißtrauisch und stumm eine langeZcitda, traueren ihrem eignen Gesicht nicht, und wünsch¬ ten doch nichts so sehr, als daß selbiges sie nicht täuschen möchte, und wollten bey dem allen sic nicht eher für die Ihrigen erkennen, bis sie sie na¬ mentlich angerufen und ihre Stimme gehört hat¬ ten. War dann aber auch dieses gescheh», soivac die Freude nicht anders, als wären sie von den Todtcn wiederum auferstanden, und sie wurden von ihrer Freude so gedrängt, daß sieihrcnThrä- nen freycn Lauf lassen mußten. Dann fand man aber auch andere, die noch nichts vom Tod ihrer Gelicbtcsten wußten; die da glaubten, daß sie lebten, daß sie gegenwärtig wären, überall um- hergicngcn sic zu suchen, und jeden, der ihnen begegnete, um Nachricht von ihnen frugew Die¬ se , so lange sie keine sichere Nachricht von ihs^ erhalten konnten, schienen den Unsinnigen gleich¬ st) wurden sie, zwischen der Hofnung sic wieder zu finden, und der Furcht ihren Tod zu erfahrt > umhcrgctriebcn; wenn ihre Begierde, sNachrich von ihnen zu erhaltens sie Hu verzweifeln »erbe¬ st) war doch ihre Hoffnung ssie zu sthnsl nick mächtig genug, um sic völlig gutes Muths siff zu lassen. Wenn sie denn nun aber hier die AM heit sicher und ungezweifelt erfuhren, zerrauf^ sie sich ihr Haar, zerrissen sich die Kleider, »n Allgemeine Freude über diesen Frieden. 499 ruften sie mir Namen, nicht anders, als ob sieN.R.E 715 selbige hätten hören können, und trauerten gerades so, als wären sie nur erst jctzund mit Tod abge.Burgermei- gangen, und da, wo sie sich befanden, begraben^- worden. War auch irgend einer zugegen, der S- zrs. nichts dergleichen selbst gelitten hatte, so ward ec doch durch das, was andern wiederfuhr, eben so wie jene gerührt, indem er entweder mit einem, der sich freuete, vergnügt, oder aber mit einem der Trauernden betrübt seyn mußte; und so konn¬ ten auch sogar die, denen kein häusliches Unglück begegnet war, dennoch, der Bekanntschaft wegen, so sie mit andern hakten, nicht ungerührt bleiben. Sie schämten sich ihrer Empfindungen nicht, da diese bcy allen einerley waren, und konnten sich auch eben so wenig ihrer crsätrigen, vielmehr sche-kten sie ihnen diesen ganzen Tag, und den größcsten Theil der darauffolgenden Nacht. ^') 2821) Ich bitte ganz gehorsamst, dies nicht für baares Geld anzunchmen. Es ist eine rhetorische Chrie, wo Bürgermeister Dio sich zeigen wollte, ehe« Wahls, als er Lruciiekus!Uien>riceswar, dashramium erhalten zu haben Hr. Wagner hak hier sein Urbild, Wo nicht übertroffen, doch mindestens erreicht: und Wenn man heute den ehemahligen Gouverneur von Kram, DioRassius, und den Konrektor der Merse« burgischen Schule Wagner fragte:. Wan hast Orr denn eigentlich geschrieben? so würden beyd ant¬ worten, nichts!!! — Wie viel kunstloser,. aber zu¬ gleich mit wie vtcl größerer historischer Würde, be¬ schreibt nicht dieses Appianus p.^19. Eins x»ei» Unnrinm vrl)8 er vninerla Ir.iliA lolkn eonelarnArrenibue perlirepuir, snblsro dello inrelkino er crebri« clelecri, bur, peLestcli^riorumgue licemis, maneipiorum rrunr- kn^Hz, »Ltiorum vslkükionibuz, er SAricuIrunre cestirrio- r>e, er saper omnis k»me Arsrnstima, ^ri^rvprer rians- impsracnribus ü-ers vuls^c- sseiebZnt vt !erua» wribus.- Vrbs guogus iilnktri xvmx» ül-nam sllusnrn zoo Dio Kaßius. B. Xl^vm. Hptst. L.XXIX. I ganze» PA ; was hsift §. 7l5. N.Si E.716 Nach diesem traktirten sie sich unter emM A Marknishec, worin ihnen die Anführer vorgicngcn. Zu- B,?rgcrmc!-^ft Sextus auf seinem Schiffe, nachher ster. exceptur» fuersr, nimsluiiilenr nocku cl»m InZiecii, ne vrbsnis est'enc oneri. 8vli publicxe bil-uÄsrix expener ersm, gui s^ros poliiklobsnr exulum, guibux ex koe- «lero imperrsrux errrt reäirux, guippe gui purLbLMpr- rsrox bbi viciuor inkeüillimox, er 26 guamui; occck< nem oxerruros msleuolenkism. Auch Zonaras, dtt sonst dem Dio so sehr prellix velkigiix folgt, hat das Unschickliche dieser rhetorischen Tirade gefühlt, die Key ihm auf folgende wenige Worte zusammenschrmpft: Ii«i «», 7»7o,; «v/kros /2ox, xsx 78 x"^x, X«, 7« oxx Teym Schluß dieses Pa' ragraphen hat sich der Herr Konrektor abermahls ei' ner groben Uebcrsetzungssünde theilhaft gemacht Di» sagt, die Soldaten beyder Armeen 87k „v «7k X«, 70,s «11'701« §v^chk§>0skkV0<, MII> bar ist hier entweder durch einen SchreiW" weggefallen, oder wenigstens wollte Dio, daß cs sich , der Leser hinzudenken sollte. Stakt einer Ueberseßuitz hat uns der Herr Konrektor hier, wie den ganze» PA ragraphen hindurch, ein nichts gegeben; was W es aber, das Exercitium durchzukorrigiren! 2822) Es war ein Äex?, ein Schiff mit sechs M hen von Ruderbänken- Plurarck x. yZch °' Appianus p. 417. kompeius risnüuir in cum mulrix seleccix nsuibus; ipks iiiueckus or< r/srs^rma, superbe Pureolv5 praereinsuigmiir boliwu! inspeckanribus. Nach Plutarcho lößte man, wer Uk Ehre haben sollte, den ersten Schmaus zu geben, »A das Loos bewilligte dies' Ehre dem Pompejns, wA chcs abermahls wahrscheinlicher als DiousNachn« ist. Schwerlich konnte der Mann, der es erdinA mußte, vom Triumvirate ausgeschlossen zu nuAde, verlangen, daß ihm die Triummrs die erste M» machen sollten- Auch scheint überhaupt Ponip-si> auf eitel' Ehre gerade keine sonderliche Rücksicht si. nommen zu haben. Ihm war es mehr um ftv" "" scheinen zu thun. Feyer des Friedens. zor aber auch Kaiser und Mark-Anton auf dem vestenN.R-T.7r; Lande. Denn Sextus war ihnen an Macht soA.IAnu« weit überlegen, daß er nicht eher auf das vesteBurgmnei- Land trat, bis ste nicht zuvor zu ihm in's Schiffs gekommen waren. Da sie sich diesen Vorschlag gefallen ließen, und von nur wenigen begleitet in seinem Schiff erschienen, hätte sie Sextus leichk- lich, welcher Rath ihm auch wirklich vom Me¬ nas gegeben ward, umbringen können, al¬ lein er wollte dieses nicht; und einen witzigen Ein¬ fall gegen Mark-Anton abgerechnet, der den Pallast seines Vaters in den sogenannten Rari- nen zu Rom besaß, that er gar nichts, wodurch er, auch nur das mindest' Andenken der empfan¬ genen Beleidigungen beybehalten zu haben, hätte beargwöhnt werden können; er sagte nemlich, daß er in den Karinen traktiren würde, weil das Ver¬ beck eines Schiffes rarr'nae auf Latein genenntz wird, welchen Namen gerade diejenige Gaffe führte, in der sein väterlicher Pallast zu Rom belegen war. — Tage darauf ward er seiner Scits traktirt, und versprach bey dieser Gelegen¬ heit seine Tochter dem Markus Markcll, Kai- 2?2Z) Plurarch, Appian und Aonaras erzählen die nemliche Geschichte mit den nemlichen Umstanden. — Der scelige Fabriz giebt hier dem Menas den Eh¬ rentitel eines xerüäi nebulvms; wie wenig ihm aber dieser zukomme, h"äb' ich schon vor mehr denn zwan- i'g Jahren in meinen Anmerkungen zum Straba x>. 607. Note 16. gesagt. Auch sehe man oben Note 2786. Auch die Verfasser der Allgemeinen Weltge¬ schichte XII. zr. za. lassen Sexto Pompejo, gegen dm gewöhnlichen Schriftstellerton, völlige Gerechtig¬ keit wiederfahren, womit doch Baumgarten Note Zo. nicht zufrieden zu seyn scheint. 282z s) Vellesua: Lum pomxeio guogue circa dll- ^ouurn psx inlka, gui tisuä sblurlle, cum in nsui L»v7 502 Dio Kassius. B.X^VUl.Hptst I^xxlx. N-R E./izsaremgue er/^nronium coona exciperer, äixir: /»cs- L. Markiiis^rn-/ /«rr /e coe-ram chire, rekel ens Koc clickum rä loci Bu^erme/^o^bn in . K. erzählt, Pomocjus hab' auf die Fiage Mark-?lntons: wo sic essen würden? geantwortet, indem er mit demKnger auf fein schiss gezeigt: »ar<-wo- v>, Fabri-c, der diese Stell' anführt, sank: Plutarch scheine die Poinie der PonwejanisilM Antwort nicht gefühlt zu haben Allein, mit Erlaub- nist, er fühlte sie wohl; allein das Wortspiel war im Griechischen, ohn' eine sehr lang' Umschreibung cinzu- schalten, die sich plutarch nicht erlauben wollte, un¬ übersetzbar— Ucbrigens führt eine Gegend vonAcm den Namen carr»a». Virgil Acncid. Vlil. güt. da er den Besuch desAeneas bcym Evander beschreibt, er- wähnt beyläusig der car-»ar«m. Zur Erlau- lerung dieses Wortes schreibt Servius: Onnuelunc seclchcia sscra in carinsrum moclum, guss ersut circa templum rellniis. ksuras aurem äixic, aut proprer «leAsnriam seäistcisrvm, anr pnopter Hugoüum, g"> nsru» etk in Isuri» cariniš. Dem zufolge lagen die ca- rinae in der vierten Region der Stadt Denn sü schreibt von »der Geburt Äugusti Sucronius c. d^3iu5 etk rer-ione palarii acj capira kukula (Dris Haus hiest also auf gut Wienerisch zum rpchstnkopf') In dieser Gasse, wir könnten sie die SchissutE nennen , lag unter andern prächtigen Gebäuden auch der pallasi des Pompejus. Sueron M. XV nach- dem er die Rückkehr des Tiber us aus Rhodus genM der, scrt hinzu: üomam reuerlur. /ksrkrr e carinsa kvrnpeiana ciomo kllgnilia? in kortos bkaecsnariau^ transmi^rauir. Suctonius erwähnet solcher abermay 6--«»--». X V. dcnaous, l>ompeii Xlsßni kiborrus, b xene omnium expeciirionum comes, clesunUo oo nw' gue eius, sckols so susienrauir; llocuirgue in sä I^elluris aeclem. in gua rc-^iono pompoioruw rnvx kuerar. — Ferguson V. 162 versehr sie also b richtia in eine der L-orstadte Roms, da die vierte /e gion und der Dalarinische Berg, wo sie zu suchen ll"' schon seit den ältesten Zeiten in die Ringmauern r Stadt eingcschlossen war. Dionysius ^alikarn- ' M, Anton verlaßt Nom. zv; stre Schwcstersohu. Und so ward denn die-N.R.E.7-5 scr Krieg für jetzund wenigstens bcygclegt. Burgermei- üek. Achtzigstes Hauptstück. Publius Ventidius überwindet die Parther, und erobert Asien zurück- §- 7-6. Labienus und die Parther wurden auf fol¬ gende Weise besiegt. — Mark-Anton war also- bald aus Italien nach Griechenland abgcgan- äaAp; ee- Z.'LkLiv 7YV X«/ kN 7-0/4 //s/fsre; 7«; 7p I7«^«vr-r- Fx 7P ZL , 7P 7S70r§»7P sckftÄ-, — 10/; 7L»one7t 7Ü)V vesoi/, HerrWagner den Unrerrheil; allein im unternTheile des Schisses, wo der Tallast liegt, pflegt man nicht Zu speisen; und nachher pflegt dieser Unterthcil nun und nimmermehr csrm-w zu heißen. 0«,--»« heißt ei- genllich Kiel, Erundbalken des Schiffes; und nun, weil die gewöhnlichen Schiffe der Römer unten platt waren, und sich die carinse nur bey großen beträcht¬ lichen Schiffen befanden, so heißt das Wort synekdo- chisch das Schiff selbst. Wenn also Sertus Pompe- ins die Frage des Antonius mit in carini; beantwor« wke; so sagt er, den Doppelsinn des Römischen Wor¬ tes abgerechnet, gerade das, was ein heutiger See¬ offizier durch: An Lörd ausdrückcn würde. 2824) Vgl- Note -zis. 2825) Für »--°? les' ich mit Zonara d. i. auf solche 'Meise, dergestalt. 2826) Vgl. Plurarch p. yzo. c. Er schickte nach geschlossenem Frieden sogleich den Ventisms mit einer Armee nach Asien zum Voraus; sich selbst ließ er, dem Oktavian zu gefallen, zum Priester Julius Kaisers auf- nehmcn, und dann verließ er Rom- Er konnte nie Segen Oktavium, in keiner Art von Spiele, gewinnen- Tin egpptischer Zeichendeuter, den er. darüber konsu- litte, hatt' ihm gerathen, die Gesellschaft Kaisers st viel als möglich zu fliehen. Denn, setzte dieser Wahr¬ sager Hinz»/ dein eigener Genius ist zwar groß und gut, ihm aber ist Kaisers Genius überlegen. Dieser Aberglaube, noch mehr aber die Liebe zur schönenKleo- patra, bestimmten den Antonius, Rom zu verlasse» und seinen beständigen Wohnsitz in den Morgenlän¬ dern aufmiclilaacn- Seine Gemahlin Gk'ravia, von der er damahls schon einen Sohn hatte, nahm er nur bis Griechenland mit, wo er den Winter über M ihr zubrachte. Nach Appiano p. 419. vcrgl. mit ^'ü>. x. 104. und 105. hat er damahls im Orient verschie¬ dene Könige eingesetzt. Cm gewisser Darum, Pha- rakis Sohn und Mithradats Enkel, ward Königs Pontus; polemou König über einen Theil von Ali' kien; (ögl. Strabo p. 1602. §. igi. 1582 § l6z. 1555- §- i?;. x- 1488- § 24. 1425. § r6.) Amyn¬ tas ward Könia über P'stdien (Ebenderselbe und i;8? ) und Heroves zum König von Juda» (Josephu« xV. g.) eingesetzt. Einige senus Truppen wurden gegen die Pacthiener, ein illyrischw Volk, beordert, welches ehemahls die Parthey des Brutus gehalten; andere gegen dieDardanier, gM' falls ein' illyrische Nation, so durch ihre Streiftest» Makedonien beunruhigten. Auch schickt' er den mus nach Afrika, der die vier Legionen, so dasE unter Sexkio standen, gegen dieParrher führen soM' denn er wußte nemlich damahls nock nicht, daß d»'st Truppen nicht mehr unter den Befehlen des SestM standen, sondern vom Lepidus kommandirt wurden- 2827) Dio wiederholt dieses unten tz. 72^ -"m» Apvianu« k>. 420. giebk einen andern Grund an. LU Einwohner des Peloponnes waren noch viele Steuer» schuldig, die Sextus entweder übernehmen, odcrM des wirklichen Besitzes vom Peloponnes, bis daW 504 Dio Kaßius.B.X^vm. HM.I.XXX. «st.R E-7i;gen, wo er eine lange Zeit zögerte, und indem er K-SabinuAm' eigene Geldgier sättigte, zugleich durch Aus- Burgermei saugung der Städte verursachte, daß dieProviilj ster. Sexto Pompejo so schwach als möglich übergeben werden möchte. Au dem vielen, was erde- M. Anton verweilt zu Athen. 505 mahls gegen alle vaterländische Sitten that, ge N.R.E 7-5 hört auch, daß er sich selbst den Namen des jün A Sabini gern Bakchus beylegte, und von andern so ge-Burgermei> nannt zu werden begehrte. Die Athenienser glaub»^^' tcn es noch besser zu machen, und trugen ihm die Hcyrath mit s ihrer Schutzgöttin Minerva auf; Mark Anton sagte, daß er in dieHeyrath willigte, befahl ihnen aber, der Göttin eine Mil¬ lion Drachmen zur Aussteuer zu zahlen. — daß sie getilgt seyn würden, enthalten sollte; da im Eegentheil Sextus darauf bestand, diese Schulden selbst einzukassiren- Diese Nachricht ist wahrscheinli¬ cher als jene des Dio- Da wir nicht lesen, daß A- chaja dem Pompejo abgetreten worden sey, so konnte die Aussaugung dieser Städte ihn zu keinen großen Klagen verleiten. 2828) Plucarck erwähnet p. 9gok. und 9gr. der Winterquartiere des Antonius zu Athen ziemlich umständlich. Er erzählt, daß er in dieser Stadt Nachricht vom Sieg erhalten, den venridius über die Parther erfochten , und daher Gelegenheit genom¬ men, das ganz' acheniensische Volk zu traktiren; daß er die Stell'eines Gymnastarchen angenommen, kei- uen Gebrauch von feiner Jmperatorkleidung gemacht, sondern sich Griechisch getragen; daß er bey seiner Ab- ^>se zum Krieg einen Zweig vom berühmten heiliacn Lelbaum zu Athen, und Wasser auS der Klepsydra Angenommen: allein er sagt platterdings nichts we¬ der von seiner göttlichen Verehrung als Bakchus, und doch weit weniger von seiner komischen Heyratb mit der Minerva; welches ja ohnehin für die zu Athen beb befindende Oktavi«, die er damahls zärtlich ge- uebt zu haben scheint, eine grobe Beschimpfung gewe. iw seyn würde, zumal da die Athenienser, wieplutarcb 944-c. ausdrücklich berichtet, gar groß' Anhän¬ ger der Oktavia waren. Appianns, der für mich ein mfkstenxr oon großem Gewicht ist, weiß von dieser Zahlung gleichfalls nichts, weder in seinem Buch von den Bürgerkriegen, noch in jenem vom Parthi. lchen, und ebenso wenig Livius, wenn wir diesen 526 Dl'oKaßkus.B.XI.VHI. HM. IM. N.N.E.yizSchriftstellcr aus den uns übrig gebliebenen Aiis;L- L. M>rrkiusgen, aus Florus und Vrosius beurthcilcn dürfen. § b^^vcllei'ua, immer geneigt, äußerst verächtlich und W " von Mark-Antonio zu sprechen, wirft ihm doch dir. se Thorhcit nicht im allermindesten vor; wohl aber sagt er II. 82. wo er auf die Veranlassungen zur Mi¬ schen Schlacht zu reden kommt; O-ucoms llemäs er smoris in Oeopsirsm incsnciio, et viiienim, gme fempsr kscuitLnour, licenri» et Lllsuraücmibus slmi- tur, msZnitusine bellum psrriss inkerre conüiloii: cum snts »o««m /e sp^e//arr i«Mr, c«m co^o»a^»e s//r'e--e xLr« ^-8 p-8 Diese Stelle beweist, nach nein Gefühl, unwidersprechlich, daß Antonius zilM'^ keine Statue mit den Attributen des Weingottes Hu ¬ te , an welcher kleinen Schmeichelei) es die Arhenie' fcr gewiß nicht würden haben fehlen lassen, ha-'ttiU sich jene größere mit der «»getragenen nervens erlaubt. Wenn aber ja jcmahls dergltt^ borgefallen seyn sollte, so müßte solches nicht sich warriq; sondern bey seinem letzten Aufenthalt gewesen seyn, dessen Plnrarch p.944. ^denkt- " er sich dort in Gesellschaft der Kleopatra auch , Dufts beweiset, denk' ich, der einzige klassisch ' Ventidius ziehet nach Asien» 507 Da er also selbst hiemit beschäftiget war, sendet'N.R.T.7k> er den Publius Ventidius nach Asten zum Vor-K, aus. Dieser kam Labienum über den Hals, ehcBurgermei? selbiger noch das mindeste von seiner Ankunft er-^H den wir hierüber, den Dio abgerechnet, haben, denn so schreibt Seneka ö«a/i I. tium ^mcmius vsllec ks Liberum pzrrcmöici, ct boc uomen llscuis suhscridi; vccurreruni si vonisnccs /^lbenionies cum coniuAikus sc liberis er Oion^iium sslutsuerunr. Lene iliis celle- rzr, li nsius /^rncus ibi sukllikillsr: üixsrum cielponcle- re ipii in macrimonium dlinsrusm btuiicsm 5usm, er rvAsuerum vr äucsrsk; ec Hnromus sir öuLiurum, seä 60m nomine impeisrs 5e iliis mille rslenrs Ium ex Lrseeulis guiösm sir. —-bluic guiclsm impu- ns kuir, seä ^rnenienbum sponlslis miile rsienlis seili« wsr» tunr, guse cum exigercmur, mulri conrumelioti libelli propoüri sunt, ticur ille, gui subscripru8 elt lks- tuse eius, cum eocicm rcm^one Ocraura« i-sco» sm cr Lieo^s^gm; Oüsuis rs8 MS8 libi ksbe, sso verbes¬ sert -ü-ipsl'u-z kxcurs 6. asi 7«crr. ^»»a/er l. p. IO, die uichlsbcdeurenden Worte deS Textes: ^loc r« s-»r« n/,i LaLe, auf eine höchst scharfsinnige Wei« st! wo stch die kurstvgedruckten Worte, auch auf die aueraewaltsamste Weise nicht, auf den damahligen chifcnthalt des Antonius in Athen deuten lassen — Den geforderten Brautschatz macht der Redner noch Um tthumahl größer als ihn der Geschichtschreiber Macht. (Herr Wagner schreibt sechsmal)! größer, ich weiß aber nicht, nach welcher Rechnung. Eine Mil. >wn Drachmen betragen hunderttausend Thaler, und tausend Talent' eine Million Thaler.) — Wenn irgend me Athenienser ihre Minerva mit jemand vermählt ha. °en, so jst solches mit Demetrio, (dessen Leben plus tarch mit dem des Antonius in Parallel setzt,) nicht A" mit Antonio gescheh«. — Die hier erwähnte Mu/rca (so hat Janus Grotius, mit Lipstus Eeystimniung, dtiueruam lusm verbessert) ist jene, von !^^cher Plinius XXXXllll. 8- schreibt, daß sie ein Werk des Demetrius sey, und ihren Namen daher schalten habe: gucmism llracones in Lor^one ciur, sclus Lilksrae rinnilu rosvnsnk. 508 Dio Kaßius. B. XI.VHI. Hptst. I.XXL N.Ar.T./irfahren, und da er ohne parthische Hülfsvöllec A , und blos seine eigene dort angcworbcne Dur'germci-Soldatcn bey der Hand halte, erschreckt' er ihn §er- durch diese plötzlich' Ankunft und bey sich habende Macht dergestalt, daß er seinen dcrmahligcn Po¬ sten, ohn'im mindesten eine Schlacht mir ihm zn wagen, alsofort verließ und sich nach Syrien mit der Flucht rettete. Dahin folgte VentidiuS 2F2y) Livius Zpr'lome OXXVII. ?. Venkichmäl!- tonü I^e^srur psrclioL prselio viclos 8)-rm expulir, bieno eorum äuce occiso. Alocus IIII. 9. wo für m- creclilijii selicirsre vielleicht ve/oc/rurc zu lesen wäre Appianns p. 104. Antonio ^r'nsnss b^er- nsnri prim! lucceüus Vemiclii nunciari 5unr: viKoseil« karrlws prselio, csekum l^sdisnum, er Pin ssrem xrse- ttsnrillimum e reAis Oro6ir ^ucibus. p. 105. Inrer» kscur-um >eAi5 6ljum, cum msAuin psrrlioium coxia irruenrem rurtus in 8^rism, Venricliun surlir in >Zri> (i)'rll!ciiicc>, vbi llrriASS inAenr eli eäirs, er inrerpn- mc>8 pscorms cecichc. I^sec viÄori», vns e clm'illimir, elsriis suk Lrscko scceprse iuir vlrio, er ?srrkos rurmr reprellir inrrs XIe6ism sc lVlsloporsmism, rridns ciein' cepz viÄos prseliiz. Vellcfus: keöiersr pumpei»! m Licüism: Xntom'uz in riÄU8M»rinss prouincisr: "k' 7« ^Mroe 78 ovkV7«§-8 i7< I7axAo>c P. 9?r n. l). 'L/ 787« ok I7«xoxov 7» 7^L^L-I 5^7v!-o^7«, Ovrr7/Z<»;, k» 7P 7L«7k7ai, ««< Zischet-?-- , 8-, e- !7L«7«/c r7AX0L>8 rrcco>70§. 78 70 t- 7«r 7«70k, 7LI»< ' Ventidiuö überwindet die Parther. 509 ihm mit einem fliegenden Korps, holte ihn ncbenN.JdT-71? K-Sabinus r-c ^>,^8;. Grosins VI. IZ. Ventistius periss eiDurgermei- ksrllws in L^rlsm irrumpeme« tribus bell!; msximixstcr. suciir, reZsmguo oorum kscorum in sc>6 inre>feLir, es S. Z8I. lcilicer clis, gus (.'rsstus s psitstiskuersr occiluz.— Da die Nachrichten der Alten von diesem Partbischen Krie¬ ge sehr sparsam gesäer sind, (und leider besitz'ich vails laut« hillorism eVilscicjsrum nicht, wo ich noch am ersten Nachrichten dieser Art aufzufinden hoffen durfte) so bab' ich hier die Hauptstellen der Alten, die ich in der §olge nöthig haben dürfte, zusammenstellen wol¬ len, nm meinen Lesern so die Ueberstckt derselben zn erleichtern. Livius wäre vermuthlich, war' er. nicht verloren gegangen, derjenige gewesen, der die voll¬ ständigste Nachricht von diesem Krieg crtheilt hatte; aber leider, dieBruchstücke, so uns sein Epiromator, Zlorug, und Orofius aufbcbalten, sind von keiner großen Wichliakeit, nur finden sich im letzten die rris bolls, deren Plucarchus erwähnt. Nach ihm verdient Trogus Pompcjus unsere hauptsächlichste Aufmerk¬ samkeit. den wir aber doch nur aus seinem Epitoma- k°r Justinu». im 42sten Buch, beurtheilen können. Die uis h^pg des Grosins finden sich auch hier; eben w/ und vielleicht am deutlichsten, in den zerstreueten Nachrichro,! des Strabo. Appianuspsnstics endlich, sind wohl nie ho» dickem, in der Geschichte der Bür« «"kriege so sehr klassischen Schriftsteller, aufgesetzt, andern ihm fälschst b untergeschoben worden. Sie und wörtlich aus dem Plutarchus entlehnt, (wie allen- falls die hier abqeschriebene Stelle bezeugen kann) und 'fnnen höchstens nur in einzelnen Worten dazu dienen,, «ne bessere Lesart im Plutarch aufzuspüren: allein mir rann das elende Buch auch nicht einmahl in diesem »Schelfen, weil ich schon oben bemerkt, daß ich mich mit einer lateinischen Uebersetzung behelfen maß. ^'o ist übrigens, unter denen noch jetzt existirenden Schriftstellern, immer der vollständigste, den wir über ilu -Expedition des Ventidius haben, und nächst -luflin, — Ucbrigens vergleiche man mit der Ec- uuichte dieses Krieges meine Noten über Strabo S. - N. ;7. und S. 2292. Note 6x. Zlo Dio Kaßius. B. XL.VIII. Hptst.i.xxx. Berg Taurus ein, und verhinderte seinen^ K »al^nüs^'^ Flucht. Hier lagen also einander gegen über Burgermei-gelagcrt bcydc Heere eine geraume Zeitlang M, indem Labienus die Parthcr, Venridius «dir sein schwerbewafnetes Fußvolk erwartete. §. 717- Bcyde Verstärkungen kamen fast in düi nemlichen Lagen an. Venridrus blieb, M Furcht vor der Reurerey der Wilden, auf dm erhabenen Ort, wo er sein Lager aufgcschlagtn harre, ruhig liegen. Die parrher aber, kroz- zend auf ihre Meng' und darauf, daß sie mit schon bezwungenen Feinden zu thun hatten, tha> ten, ohne stch noch vorher einmahl mit Labrens a vereinigen, sogleich des Morgen« früh einen klnsiH auf den Hügel. Da stch ihnen niemand entgegen setzte, versuchten sie die Höhe desselben zugeiM nen. Nur erst da sie hiermit beschäftigt waren, thaten die Römer einen Ausfall, denen ce D leicht fiel, sie von oben herab zurück zu jagm Viele blieben bey diesem verunglückten Versim, und noch ein größerer Theil siel, da sie den Rück¬ zug zu gewinnen suchten, durch sich selbst, die einen herunter, die andern aber herauf wc°' ten. Die Uebriggebliebenen flüchteten sieb 'M zum Labienus, sondern nach Kilikien. dius setzte zwar ihnen bis an ihr Lager nach, aber, weil er Labicnum vorfand, macht'er Han- tlabienus selbst hatte sich zwar in Schlack^' Nung gestellt, und that als ob er mit ihm zu sit^ gen Lust hätte, da er aber sähe, daß seine So>k ten durch die Flucht der Wilden allen Muth lohnen hatten, waget' auch er nicht, D i" Wehre zu stellen, sondern suchte zur NM 1 Venkidius überwindet die Parther. 511 entfliehen. Ventidius, der hievon durch Ue-N.R E.71r berläuftr Nachricht erhalten harre, hieb viele vonA ihnen bcym ersten Versuch, den sie machten, durchBurgerniei-- einen gelegten Hinterhalt nieder; die übrigen alle,^"' so sich von ihrem Anführer verlassen sahen, traten zu seiner Parthey über. sIch sage, da sie sich von ihrem Anführer verlassen sahen, denn^s La- bienus selbst entkam zwar damahle durch ver- wca selre Kleidung, und hielt sich eineZeitlang ia Kilikien verborgen ; nachher aber ward er doch auch vom Demetrius gefangen genommen. Die¬ ser, Freygelassener Kaisers des ersten, und da- mahls vom Mark Anton zum Gouverneur von Ryprus verordnet, suchte ihn, da er seinen Rcttungsort erfahren hatte, auf, und nahm ihn gefangen. Daß dieser Demetrius nicht dcrFreygelasscne Pompeji gewesen, von dessen Insolenz meine Note» uber H. xxxviiil. ^z. zu lesen sind, hätteFabnzgar nicht cinmahl bemerken sollen; denn dieser war ;a nicht Kaisers, sondern Pompeji Freygelassener. Auch alss vcrnmkhlich nicht jener, von dem Kölius im Rikers Vtkl. 1;. schreibt: Lellienus, verns Ooms- Na, Lomirium guemlsm , nabitem iüict^sessrir bospi- wm, g conrrsri', ssctione nummis sccspris compreben- er tkrsnLulsuic, (denn dieser Bellienus war zwei¬ felsohne jenes insolenten Drmctrii, von dem oben gehandelt worden, verna) und eben so wenig war er sencr Demetrius, dessen Rikcro zweymahl XVI 19.22.) erwähnt. Wer war er denn nun aber, Möchte man fragen? Was weiß ich's? Muß ich alle Dcinetricr kennen? Kurz es war ein Freygelassener Kaisers» dem Anton das Gouvernement von Rilikierr agvertrauct batte. Zwar steht im Text, ohne die Mindeste Variante, Rypern, welches ich vielleicht zu ^kührlick) in Rilikicn verwandelt Da sich aber ^abicnus, wie oben erwähnt worden, nicht nach Ky- p»n, sondern nach Rilikieu geflüchtet, so weiß ich 512 Dio Kaßius. B. LVlll. Hptsi. I.XXIX, § 7i8. N.R.E.715 Hierauf bekam Venridius ganz MM A Sabinus""^'' blieb hier, die nöWn Dur^ermei- ^norbnungen zu treffen, zurück, und schickte hc« lier- Pupedius Silo ^') mit der Reutercy nach km Amanuö zum Voraus. Dieses Gcbürge macht die Gränze zwischen Kilikien und Syrien, und har einen so engen Paß, daß selbiger auch ehc- mahls mit einem vermauerten Thore verwahrt nicht, was der Gouverneur von Kypern für ein Recht gehabt hätte, den Labienus in Kilikien aufsuchen za lassen. Kyprien war sonst eine für sich bestehendes«, torianiscbeProvinz. Strabo p. ryzi. ldaslctzledcs zten Bandes, oder das Ende des vierzehnten Luchse) doch bescheid' ich mich sehr gern, daß eine Verände¬ rung vorgefallen, und das damahls von den Parehern ausgcplünderte Kilikien, der Besorgung des Praters von Kyprus, (wohin die Parther, so keine Wie hatten, nicht kommen konnten) hatte überlaM worden seyn können.— Nachdem ich diese No« noch einmahl überlese, wird sie mir so wahrscheinlich, daß ich in der Handschrift Rilikien ausstreich' und Rrprus dafür hinsetze. Doch mag die Note selbst als kruM Konjektur für künftige Zeiten stehn bleiben.— Scha» daß keine der hiesigen Büchersammlungen rNcursins mit so viel litterarischem ülufwand geschriebenes besitzt; man würde vielleicht dort von derdanM ligen Verfassung Kyperns etwas ausführlichers HU' den, als ich jetzt zu geben im Stande bin. 28Zi) Daß dieses eben derjenige Silo ftp, der Geschichte HeroSis Scs Großen eine so wcciM>c Rolle spielt, lehret uns Iosephus ^»r.XHH.24- drücklich, wo er am Ende dieses Kapitels so stb"" ' Loclsm tempore Antonius guiclem .-Xlbsn-ie morsom per i^rinni aucsm Venrillius düvnem gceersens co>' ksrrkos.-welches ganze Kapitel man« L-Äo /«ciarco I. XV. vergleichen muß. — Die Lesart verdanken wir valesio, der sie au ner Handschrift hergestM; vorher las man Venkidius überwindet die Parther. 5 r z worden, wovon dem Orke noch bis aufdenheukigenN.N T.71; Tag der Name übrig geblieben. Doch fehlte so viel daran, daß sich Silo dieses Platzes hätteBurgmuet« sollen bemeisiern können, daß er vielmehr in Ge-^r- fahr gerieth, vom Pharnapates, einem Gene* ral des Pakorus, dec diesen Durchgang besetzt hielt, gänzlich aufgerieben zu werden; welches auch sicherlich gescheh« scyn würde, wäre nicht zum guten Glücke Vencidius den Streitenden zu Hülfe gekommen. Dieser, der die Wilden, die an Anzahl weit geringer denn er waren, un- vermuthet überfiel, hieb den s^hürnapares 28Z2) Diesen Amanns beschreibt Strabo x>. 151z. §>97- folgcndergestalt: „Der Amanns breitet sich von „Kataonien an, weiter gegen Süden und Westen »längs dem Meere von Syrien und Kilikien aus, und »begreift auf solche Weift den ganzen Jssischen Meer« »buftn und das am Fuße des Taurus gelegene Blach* »ft!d Kilikiens in sich." Ebd. G- 148z. »Der Ama- »nus erstreckt sich bis zum Euphrat und bis zur Pro. »vinz LNelireue, woselbst SyriaKommagena mit Kap« »padvkien gränzt, und stoßet an die jenseit des Eu> »Phrats gelegene Gebürge, die vomAmanus nur durch »den dazwischen hinwegfliessenden Euohrat getrennt »werden." — Es waren zwey enge Passe, so über den Anianus führten; die einen, landeinwärts und nörd» "cher, heißen: die Pforten des Amanus: (Strabo) , (Arrian und Ptole- wa'ns) die andern bey Arga, in der Nachbarschaft °es mittelländischen Meeres: Diese halt' Alckander und nach ihm Kikero, jene Darius passirk, ""d jetzund wurden sie vom Parthischen Feldberrn b-fttzt. Zs ist übrigens schwer, sich, ohn'Einsicht einer Karte, von diesen Passen eine richtige Borstel« zu machen, und eine geographische Disquisition vorüber würde mich von meinem gegenwärtigen Vor« ^ben zu weit abbringen. Ich verweise den, der nä¬ here Nachrichten verlangt, auf Lellarium H» k- 247. °8Z8) So nennt ihn auch plurarchvs in der Nott K k 5 l4 DioKaßms. B. X^VIII. Hptst.i^xxx. n.R.E.^Nlit noch sehr viel andern in die Pfanne, undk- K. bch so des ganzen von den Parthcrn Burgermei-vcrlassencn Syriens, nur das Eyland Araöüs ausgenommen, ohne Schwcrdtstrcich, md hg König Anrigsnus von Palästina hierdurch geschreckt war, auch bald darauf diese Provinz ohne die mindeste Mühe. °"°) Nachdem er dil- scs gcthan, gab er stch damit ab, Geld, M 28Z2 angeführten Stelle, allein Appianus »e--'«- Wenn hier Appian aus dem Plutarch zu korrhii« so muß man, ein paar Zeilen weiter darauf, dicHand- schristen Plucarchs aus jenen Appiam verbessau! denn Appianus nennet dcnjcnigcnKönig, den PliiMch mit Unrecht nennet, richtiger und Dioni k""' form (zwar hier nicht, aber in der Parallelsielle urta §. 744.) — Strabo p. 2092. §. IZ9' diesen General, wenn ich nicht sehr irre, N sagt, über dem Fluß Veiropares und dem so gM""' ten Tbaie des Melcager läge, der Hügel Trapczm (so seiner tischförmigcn Gestalt wegen genannt),«" VenriblUZ dem Parthischen General vrikarcs er« Schlacht geliefert. Ucberhaupt scheinen sich die des Grosius, — des Plurarck, sthr gut aus der obg!eiel> beylaufig gegebenen Nachricht des Strabo rektific'^" zu lassen. Es ist dieses von den t-M, dm" Grosius (Note 2829.) erwähnte, das zweyte, dem die Nachrichten des Iujhuus so lauten: esllra Venkillii, gui poll Lsstmm, absenro llaeoro, ercirum karriucum fullersr, sdes Mrosiua und s's tarclis magna mole acigrerliunU' lecl ille iimularo rimore äiu 5s conrinuir, er inw"^ ksrrlros aliguanristrer pallns ell. eVä poüremum m euros laekoxczue xaerem Isgionum ewilir, gusruw> zielu full psrrb.i, in lliuerla abisre. ... 28Z9) Der Aufstand dieser Insel gegen die ist oben erwähnt, und das hicher gehörige des E'lftblus angeführt worden. , 2840) Vergl. Josephu» XIIII. 26, d /«ch 1.12. E, unten §. 75Z-. Veritidius überwindet die Parther. 515 auch von dm andern, aber doch vorzüglich vomN.R E.715 Anrigonus, Anriochus, und dem Nabakhäer^ Malchus, weil diese dem pakorrrs beygestan-Burgermei-- den hakten, cinzukreiben. '— Ventidio selbst^^' ward hierüber nichts von dem Rath, weil er nicht > eigentlicher Feldherr, sondern nur Unterbefehls¬ habergewesen war, dekretirt; Mark-Antonen aber wurden Lobreden und Dankfeste bestimmt. — Die Aradenser, welche sich furchten, Gtmfe für das, was sie sich gegen Mark-Anto¬ ne!?erkühnt hatten, leiden zu müssen, ergaben sich damahls Ventidio nicht, ob er sie schon eine geraume Zeitlang belagert hielt; nachher wurden sie doch, wiewohl nur erst sehr spät, von einem andern eingenommen. — Zu eben dieser Zeit entstand auch eine Rebellion bey denpnrthinerm in Illyrien, welche psllio nach einigen glück¬ lich gelieferten Schlachten beylegte. 2841) Antiocbus ist der sogenannte Kommagenl« sche, von dem noch oft Gelegenheit zu reden seyn wird. — Malchus der Nabachäcr kommt bcym -Hirrius 1. tzgx. -K io-;e >!8k»ikKeorum .VIslca enoesr. Antonius hat diesen Malchus nachher, zu Gunsten der Kleopatra , umbringen lassen. Joseph« öe« I. xvii. — Beym Plurarcl) p- 944. d- >st anstatt ganz zuverlaßig -»lesen; welcher aber deshalb doch der unsrige nicht seyn dürste, der nemlich damahls schon hingerichtet war.— Der Name von MO Lönig ist so allgemein bey den Phöniziern bekannt, als das Griechische ru-x- von 2842) Ventidius hat wohl über die Parther trium¬ fi", s unten 752, aber nach der Attischen schlacht, als Antonius schon nicht mehr als imxs- r-nor gerechnet ward. 2848) Vom Sofiius s unten §. 758- 2.844) Vergl. Note 2826. Appianus ?- 419 imtom? gni EpMN circa ixsum b^beMturnr 5i6 DioKaßius. B.X^VUl.Hptst.MX. §. 719. Ein' ander' entstand l'nIberien beydenRer- K. welche Ralvimis in Person un- Vurgernici-tcrjochtc, nachdem er vorher gegen sie durch sei¬ st"- neu Unterbefehlshaber sehr unglücklich gestritten, der in einen von den Wilden gelegten Hinterhalt gefallen und von seinen Soldaten verlassen wor¬ den war. Auch wagte Katvinus nicht/ es mit den Feinden aufjunehmcn, bevor er nichchsim Soldaten bestraft. Er rief sie unter irgend ei¬ nem andern Vorwand zusammen, umgab sic mit dem übrigen Heer, und zehndete zwei) Kompag¬ nien. Unter den Hingerichteten befanden sich viel Oberoffiziere, und unter diesen auch der so ge-' nannte krimipilus. Nachdem er dieses gethav, und eben so wie chemahls Mark-Rrassus/ cinca Zunamen wegen der am Heer verübten Gerechtig¬ keit bekommen, brach er gegen die Feind' auf »ad hatte nicht große Mühe, sic zu überwinden.' ) kriersk, vt lucris timul exerciriisgus s^luekscerer, in k'srchienos, Aenrem III^ricsmLpiclsmno ricinuii,b^u tjnonösm ttuttioMimsm. — Vermuthlich iß Pollions dessen Horajerwapa^ 2845) Vgl. ^Ilkolaus -kgernsrus -r-t K/-«--- Am Fuße des Pyrenajschen Gebürges. . 2846) Vellejus II. 7z. Lsäeni remxett,re e. nus Uomicius, cum ex conlulstu obrinerer klilpan^ grsuilkimi compsrsncligue snriguis exempli «usloi ejuippe primipili csnrurionem, nomine turpem ex scie kugsm kulkspercustir. — Der r^l pilus ist derjenige Kenturio, der unmittelbar aus Tribunus folgt. Vegenus II. 8- Onwno p»w gui non kolum sguilse prseerst, verum eiiaw g c0nturiss, lioc elk, ^usiiringentos milires, k «cie Zubernsbsr. klic, rsngusm cspuk, rorws > nis merim conleouedsrur ec prsemiu. und/»/^ k ,, heißt »ecs^i. Siehe Siebte Kalvr'nus überwindet dieKerretaner. 517 Er erhielt, ohnerachtet Iberien eigentlich unterN.R-T.715 Kaisern stand, nachher dafür die Ehre des Tri-A umphs °"') — weil damahls nach dem WillenBurgermet- derer, so die oberste Gewalt in Händen hatten,^, ihren Unterbefehlshabcrn Ehrenbezeugungen be¬ stimmt wurden — nahm aber das Gold, was gewöhnlich dazu von den Städten hergegeben zu werden pflegt, "") von keinen andern als von den Hispanischen an, und von diesem Golde wendet' er nur den kleinsten Thcil zu den Unkosten seines Festes, den großem für die Residenz an, die er, da sie abgebrannt war, neuerdings wieder auf- baue.te und heiligte. Er schmückte selbige mit kostbaren Verzierungen, und unter andern mit Eemählden, die er vom Kaiser, unter dem Ver¬ sprechen, sie zurückgeben zu wollen, entlehnt hat¬ te, gab sie aber, da man ihm selbig' abforderte, doch nicht zurück, und bediente sich einer lustigen Ausrede. Als ob cs ihm selbst ncmlich an Be¬ dienten gefehlt, ließ er Kaisern sagen, hinzu¬ schicken und selbige wegzunehmen; welches dieser, um sich nicht die Nachrcd' eines Kirchenraubes zu- iuziehn, bleiben ließ. — Dies waren die vor¬ nehmsten Begebenheiten der damahligcn Zeit. poeniz mllttsribus Uomanorum K- 2. Z. und 4- Araffug hatte, in seiner Unternehmung gegen de» Spartakus, die ersten fünfhundert, so geflohen wa¬ ren, zehentcn lasten- plmarcbus p. 548. 2847) ä.XVI.ILsl. 8exülis ^.V.L. VOC XVll. 2848) Llpstrrs rie ,/raZmr«cir'»e II. Vim. 5 1 8 DioKaßius. B.XI.VHl. Hptst. 1.XXXI. Ern und achtzigstes Hauptstück. Krieg zwischen Kaiser und Sextus Ponipejus. §, 72 s. N.R.T.716 Unter dem Bürgermeisteramt des Appius undK.y K^Rlaudiuö und Rajus Norbanus, denen zuerst daiitts Bur-Zwcy Rentmeister einem jeden beygclcgt wurden, vermeister. erregte das Volk einen Aufruhr gegen dir Generalpächter, von denen es gar heftig gedrückt d- ward, so daß sie auch mit den Bedienten und S'oldaten, so ihnen zur Eintreibung des Geldes behülflich waren, zum Handgemenge kamen.- Stadtrichter waren in allem sieben und scchezig, die lukksctos mit gezählt. — Zum Rent¬ meister ward jemand erwählet, der noch im Kin¬ derhabit gicng, und erst des Tages nach seiner Erwählung den Männerrock anlcgte. Ein ande¬ res Rathsmitglied wollte sogar als Fechter käm¬ pfen; doch dieses ward ihm, und bald daraus durch ein Edikt auch allen Ralhshcrren insgemein untersagt. Damahls ward auch den Knechten verboten, Liktoren abzugeben, und die Ver¬ brennung der Tobten auf ein' Entfernung von fünfzehn Stadien mindestens von der Stadt cm- 2849) Ich verstehe dieses nicht recht. Vom Anfang der Republik hatte jeder Bürgermeister einen RenW' stcr. N. R- E. Z46. ward die Zahl der RentiE auf vier erhöhet, und diese Zahl ward nicht IE nachher verdoppelt. Sylla verordnete zwanzig- ser vierzig; ich weist mich also wirklich aus der M ' »artigen Stelle nicht zu helfen. , 2852) Es sollten ihrer im Grunde nur zehn hv Julius Kaiser halte sie auf vierzehn, und bald daran, auf sechszehn erhöhet. Vgl. §. 472. 285t) Es waren also die Likloren frcye Ro»M Bürger. Vgl. Lips. Liecror. I. 2Z. Wunderzeichsn in Rom. 519 geschränkt. — Vorher hakten sich schon vieleN.R.C.7'6 Wunderzeichen ereignet, (unter denen das nehmstc dieses war, daßOcl neben derTyber hcr-banusRur- vorgcquollen "") war) viel' ereigneten sich auch^'E"' sitzt. Die Hütte des Romulus war bey Gele¬ genheit eines gewissen Brandopfcrs, so dieOpfer- pricster in ihr dargebracht, abgebrannt. Ei¬ ne Tugendftatue, so vor irgend einer Thürc 2852) Man sehe, was oben vom Begräbnisse des Oppins gesagt worden. 285z) Eusebius: L tsberns'meriioria ii-sns Tibs- rim oleum rsrrs eiupir, üuxirgus coro äis lins inrsr- millions; ÜAnilicsns Lbrilli Jisrism s gsnribus. (Pros stas VI. Ikis clisbus rrsnz Tiberim s tsbsrns ms. riioris kons vlsi rsrrs sxunclsuit, sc per komm clism IrigMmo riuo ünxir. b/i/?ov. tiomb. I.s^. VI. Nomas, N srieiismr Orolius er Iimoeenrius ksps teriius, fons «guss in liguorem visi vorkus eit, et erumpens vsgus in Tibsrim proiiuxit, et tors ills 6ie Isi-giiüms emsns- ">t. In guo loco moclo eü sccleiia 8r. kelsriss Irans liberim. propdecauersr ekism 8vbiIIs, guocl, gusnäo erumperst fons olei, nsscsrerur serusior. 2854) Cin' ähnliche Vorbedeutung erzählet Dio unten §. 94Z. — Bon der mit Stroh gedeckten Hütte dcsRom.ulus, so im Kapitolio ohngefehr so wie die cala l-mra in Loretto stand, bestehe R.ycgnium cie c«. c. 44. 2855) Eine bekannte Sitte, die sich, mit einer ge- rmgen Veränderung, noch bis jetzt unter uns aufbe- halten. Die Alten setzten die Statuen der Götter vor die Thüren, (vgl. Sagiltarius ös i-muis vsierum c. 84.) wir, die Bilder der Heiligen, über selbige. Hr. Magner, der dieses nicht wußte, hak die sehr dumme Mrenthests: eines Tempels, dazu gemacht. Die hatte, czus Göttin, freylich ihren Tempel; aber dann stand sie nicht vor, sondern im Tempel: gerade w, wie der Besitzer eines Hauses nicht vor dem'Hau- st, wie der Kettenhund, liegt, sondern im selbigen wehnt. Aber wohl setzen Privatpersonen Statuen oder Bilder, der Heiligen oder der Götter, vor den 520 DioKaßius. B.X^vm.Hptst.^XXXl. ^'^ufgenchtet war, fiel nieder auf ihr Gesicht."") «. K Nor' — Einige Priester, von der Götlermuttcr bl- ! bMuSiRur-gei'stert, verkündigten, haß diese Gottheit Hausern; und alsdenn muß die Bilderblcnde, inwel. cher der Gott oder der Heilige steht; oder das Or- resu, in dem sein Gemahld' eingcschloffen ist, als kill Delubrum sPrivatkapellchen^) angesehen werden. - Auch hatte AabrH nicht sagen sollen, daß die unter der Gestalt einer Matrone vorgestellt würde, die sich mit der linken Hand auf eine Säule stützte, und mit der rechten eine Schlange hielt; denn dieses ill theils offenbar falsch, theils aber zu unbestimmt; und der citirte Voff-us, den ich leider nicht nachsih" kann, ist in derJkonologie nichts minder alsklaM 2856) '«V, ro 50^; dies nennen die Lateiner x'««, und wenn man rücklings fallt, Wagner: Auf die Nase; welches man nur im Scherz, und obenem nur im pöbelhaften Scherz sagt. Aber der > Dio war gewiß der nicht, der mit dem GottesdicW der Heiden spotten wollte. Herr Wagner hatte, eh er sein' Uebersctzung niederschrieb, jenen guten MH befolgen sollen, den Kanzlcyrath Ihre dem seelig.cn Knittel gab: rorum perlenere llionem clebuiüer. was anders ist es, den Dio zu feiner Uebung für sich, (und auch denn muß man nicht zufrieden stb», die beygedruckte lateinische Version zu persifliren, hier offenbar gescheh» ist, wenn r»/sc/>m aufv-e^l übersetzt wird; sondern man muß auch sogar in dicih Fall suchen ;u seiner eignen Ucbung Griechiiw l lernen) etwas anders ihn dem Publiko zu üheE Nur dem christlichen Ronrekror in Merseburg, E , dem Römischen Ronsul Dio kann es lächerlich kommen, daß die Statue einer Göttin auf die l fallt. 2857) -r^ S-«,. Wagner sehr willkührlich: Göttin. Ich gebe sehr gern zu, daß der gricclu!" Ausdruck zweydeulig ist, und eben sowohl auf r.iedergefallene B-ldsaule der Tugend, als auf tz" -er Götte- mutter gezogen werden kann; allein m l . chem Fall ist es Uebersetzerpflicht, die Zweydcuilg^ -es Originals beyzubehalten, welches ich mir 9"^ Wunderzeichen in Rom. 521 zornig auf die Römer sey. Hierüber ward be-N.RT.71S schlossen, die Sibyllinischen Bücher aufzuschla-^^^r- gen, und da diese das nemliche sagten, undbänus Dur^ befahlen, die Bildsäul'ans Meer zu bringen und^meisstt. mil Mcerwaffer zu reinigen, rauchte die Göt¬ tin sehr tief unter in die Tiefe, ""°) verweilte zu haben schmeichle. Will man nun aber in mir nicht den Dolmetscher, sondern den Interpreten, d. i. den Ausleger befragen, so zieh' ich alles, was nun folgt/ Wahrlich nicht auf die mscrem Oeorum, sondern auf das Lxkrn, und zwar aus dem sehr einfachen Grunde, weil die weiter unten erwähnten Palmbau. we, die nachher mit sehr großer rk->-L gepflegt wurden, neben dennemplo vlrwkis, nicht aber neben dem kemplo rn-rtris Oeorum flanden. ..2858) Gewöhnliche Römische Sitte. Leset Labri-- Zli AMorL. 1. xxxi. 2859) Auch bekannt, daß die Bildsäulen der Götter gebadet wurden. Leset Gpanhemmm überRallimachi lauscrum pAiiüäir p. 526. Meerwaffer hatt' aber eine wehr reinigende Kraft als Quellwasscr, des zu allen Lustrationcn erforderlichen Salzes wegen. Sehet ^-omcycrn äe luüralionibuL vererum csx. XVII. p. 229. . 2860) Hier verdient Herr Waaner abermahls auf jeden Fall, wie oben 2816, den Eselskopf an die Sei. le. Er übersetzt: „Die Bildsäule machte sich selbst „auf den Weg^i gieng eine weite Streck' auf dem ve, „sten Lande nach der See zu, blieb darin eine lange »Zeit, und kam erst spät zurück." klirsculum miracu- lamm! Hier ist es ja noch ärger als' in der Ko. wodie vom Don Juan. Nun höre man doch wundershalber das Griechische, und sehe, ob bon allen diesen Erscheinungen auch nur ein' einzige dort befindlich ist; ^„5-» L--°v >1« c; v«. Soll ich die Richtigkeit meiner Uebersetzung beweisen? — Das verdum heißt freylich woher ist sie nun zurückgekommen? Aua öer Tiefe des Meeres; denn d. i. 522 DioKaßius. B.XI^Vm.Hptst. I.XXXI. AxAi^'M"6e Zeit daselbst, und kam nur erst spätwi'edrr ii. K. Nvr zurück. Dieses Umstandes wegen sonderlich über- smnchke^ Hcl die Römer neuerdings eine große Furcht, und sic schöpften nicht eher wieder frischcnMulh, bis nicht vier Palmbäume neben ihrem Tempel und ans dem Marktplatz aufsproßten. — Dieses und daß Kaiser sich mit derLivia vermählte,"") hatte sie sich verweilt, >-«, Nun was der Herr Konrektor vollends aus L-r° für dummes Zeug gemacht? r»; 7-,- heißt ja nicht: Siegieng eine weite Strecke nach Sem Meere;u, sondern i« vov also, die gespem len Worte müssen konstruirt werden: sie verweil» sich in Ser Tiefe, «»» > d. i. tief, lange remo- tssterrs, und von da: kam sie wieder herauf. Auch bemerkte schon Fabriz, der diese kinder' leichte Stelle sehr wohl verstand, daß dazu »W minder als feine Taschcnspielerkünste, geschweige lmn Wunder erforderlich gewesen waren; aber die M' schichte des Konrektor Wagner hatte nicht 0H11' an Wunder bewirkt werden können, größer als alle die, so je unser Heiland Christus Jesus gethan. 2861) Aurelius Viktor: ^biecr» vxcue 8cri!wm>, smole sliense coniugis posieüus, I^iuiam, ^»g/r mnrno conceäenrs sibi coniunxit: cuiu» k-iuise ism ernm 1'iberius ec vrusiis. sLetzteres muß rektifizirt werden! (eile n'ersir gus Arosis) und das kursivgcdruckte Verl tz«q/r ist kecklich, sowohl auf Dions als vieler an' Lern Geschichtbücher Auktoritat, auszustreichen) Vcllejus: läuis, nobilitsimi er kortilsimi rin silis, Yeners, probitste, forma, Itewno rum eminsnlitsima, gusm posie» coniugem ^uZoM viäimus, gusm, trsnsArelsi sä Deos, sieerclotem s sillsm, tum fugiens, mox fururi lui Tselsrin cujus bimum Kunc Tiberium Lsefsrem, vinöicem innni imperü, fururumgue elurclem Taslaris §eÜLU5 sinu, per suis itinerum, virsrin wilicum Zlnov > vno comicsnte, guo kseiliu; occulrsrerur fugs, k^e- nir sä msre, et cum riro Nerone peruecrs in 8icibn «si. TacltUS ^nnsl. V. aö rn/tt's: lulis ^ugustn mV Heyrath des August mit der Livia. 5 2 z tem obiir (/V V. Q 782.) aorsre exkrems, iwb!Utmi5,y7.N.E.7iü per Elsuöism fsrnilism, er säoprisne Tiuioruin lulin-AsMs Kl. rumqus clsrilÜmse. krimum ei m.-rkrimonium er !i ^^r- deri suere com lidsrio Nerone: gor dello korulino^^^^^^^ prokuAus, psce, inter 8exmm kompeium sc rriulnui- 10s pscrs, in vrbsm rerllir. Lxin Lseksr cupichne tor- mss »ukerc mariro, incerrum sc inuirsw - sciso proxe- rus, vr, ne lpsrio guirlom s6 enirsnsum clsrs, psnsri- dus 5u>3 Arsuiclsm inänxerir. Hiermit vergleiche malt die Stell' im Ausgang des sechsten Buchs, K- 51. wo er vom Tiberius redet: ?srer ei Xero, er vrrimgue vri^o nenris (.'la»ch»e, gusngusm msrer in Ti»-«» er mvx I»li-rm t'smilism säoptionlbus rrsnüerit. Die Sa» chc hangt ncmlich so zusammen: Die gens d/yvvlL xsrricia, d. i. jene iLlaudicr, so den Bcynamen c/rrr führten, (Askonins in L-ce»ll»e-tt ^»x> §c^ 524 DioKaßius. B.XI^VHI. Hptst.l,xxxi. V.R.T./rShier zu weitlauftig fallen durfte) Appius Rlaudilis blinde hinterließ, (Ousruor robulior iilia», guin^e bänus rsnram 6om«n, rankas clienrelsz /Vxpius regele, sermeister. erssnex ercoeeu,. Rikers Len. c.2) ncmiich i)Apr pium Rlaudium Lrasium, (ob dieser männlich'Er¬ ben hinterließ, ist unbekannt, aber seine Tochter ver> heyrathet' er dem Pakuvius Ralavius, einem Kam¬ panischen Fürsten Livius XXlli. sch 2) Public Rlaudius Pülcher, z) Rasus Rlaudius Renrhs, und 4) Tiberius Rlaudius Nero. Von diesen M' den nun drei) Nebenbranchcn des Klaudischen ö>!> schlechts gestiftet, die sich durch die Zunamen der pnlchrorum, Renthonum und Ncronum untrr. schieden. Livia stammte aus der ersten Linie ab. Agl. plghius III. x. rr. Aber der Vater dieser unsrer ki' via, Drusus Rlaudianus, ward höchst wahrschein¬ licher Weift vom Rasus Liviu« Drusus, Konsul V V. L. 626. adoptirt. (vgl-Rusacius Obseeugr.VlI.26.) Die Familie der Livier gehörte zwar zu den Plebejern, aber demohnerachtet war sie, vorzüglich durch du Branche der Drusier, sehr geehrt und angesehn Drr vom Liviu» Drusus adoptirte Rlaudius pulevcc erhielt nun den Namen Livius Drusus Rlauviam'-' (wie Gkravianus statt Oktavius) und seine Tochra hieß nun, Römischer Sitte gemäß, Lwia ivriis», oder liebkosender Drusikla. In der Folge heyrathe» sie den Tiberius Rlaudius Nero, von dem Rssro «st ci/«er/i XIII. 64. schreibt: kluris ex »mni nob!!>»-e neminem sscio, der vom jüngsten der Söhne oc blinden Appius abstammte.' (Die Etymologie dc Wortes Nero lehrt uns Gellius xm. 22. Iä n°w-" surem 6ue MKIO, lius MKILM8 ell, verdum eil, eogus iignillcakur vr>r«r ek /or»r«- Irsgue ex Llsu6iis, guos a Sabinis oriunäos uccep muz, 4«r e,sr er /orrr'r«ob»e, vtr söpellscus eK. 8eä icl Sabini » Qrsecis -rccepiue' § tlenkur, gui vincula er llrmamenrs membrorum >'' ^icunr: vn6s ec nos nuooue larine »er«or appellnm ---> ^„dernmai" Heyrath des August mit der Livia. 52 5 einen rühmlichen Antheil er an Kaisers alexandrini>N.R.C.7i« schemSieg hatte, wo ich meine Noten, die ich jetzundAppius Kl. nicht zur Hand habe, nachzulesen bitte. Er ward an^' die Stelle des Schwiegervaters Pompeji, MetelliPilE^j^/ zum Pontifex gemacht. Kaiser bediente sich seiner, Römische Kolonien nach Gallien zu führen, vvn de» neu die Städte Arles und Narbonne bevölkert wur» den. Demohnerachtet trug er doch, nach dem am Kaiser begangenen Mord, nebst dem damahligen Kai« fern verschwägerten Prätorn Rinna, auf öffentliche Belohnungen an, die den Mördern zucrkannt werde» sollten. (Sucrou im. g. vgl. mit Appiau II. ;o4-) Als Lnkius Auron und p. Scroi- lius Isaurikus burgermeisterten, war er Stadtrich- rcr. Wir haben schon oben gehört, was für einen thätigen Antheil er am Perusinischen Kriege nahm. Nach dem unglücklichen Ende dieses Krieges setzt' ec selbigen ganz allein für sich fort, (vellejus? per esöom rempoiL exsi körst in Lsmxsnis bellum, guoö, xrokeilus eorum, gui xeräiöersut sgror, xskrocinium, riebst TrLcrr«r L"/a«är«r lVcro iLr kOl^n?LX) Er versprach allen Sklaven Freyheit, wenn sie die Waffen ergreifen würden, und flüchtete sich, als ihm dieser Anschlag nicht gelang, zum Sex¬ tus nach Sikilien. ' Da ihn dieser nicht als obrigkeit¬ liche Person, sondern nur als Privatmann anerken¬ nen wollte, gieng er zum Mark-Anton, und endlich mit diesem nach dem allgemeinen zu Brunoisium ge- schlossenen Frieden nach Rom. Tiberius, der Nach« folger Augusts in der Regierung, war also von Vater und Mutter Seiten ein Rlausicr; von Seiten seiner Mutter ein Pülcher, von Seiten des Vaters ein Ne¬ ro, und nun noch obenein durch Adoption einLivier, 7- Zu der oben angeführten Stelle des vellejus ge¬ hört ferner noch folgende aus dem 94sten Kapitel des uenilichen Schriftstellers: Lseksr, öelxonöenre ol dleroue, cui prius nuprs kuersr, lUsm, sukpicstillr- Mis reipublicse ominikns, lluxil vxorem — , czuo trimo l^iuis, Oruli Llsuöisrii fllis, uslponlZxrixe tZeroire, cui sntss nupts kuerst, Lselsri »Upk«..r»r. — Iiiiiero, so steht die Stell', ohne das "undeste dabey zu bemerken, im Zabri; qbgedruckk. 526 DioKaßius.B.XI^VIIs. Hptst.MiL N.RE.Tiswaren die wichtigsten Begebenheiten des damchi- ri?K" Nor-gen Jahres. danusBur- 721. Livia war die Tochter des Livius Drusus, der ehemahls mit prsskribirt worden, und sich nach der Makedonischen Niederlage selbst mngc- brachr hatte, und die Gemahlin Nerons, ick dem ste sich, wie oben gesagt worden, huch die Flucht gerettet hatte. Damahls gicng si! schon von ihm im sechsten Monat schwanger; und dies ist auch zweifelsfrei) Recht, nicht, M Aldus steht, ü.-mo, noch weniger )>ru/ro, wie/l-ipsius hat, und am allerwenigsten von allen kann des Sevegkms Lesarr statt finden: -«o klilVS E sius sagt zwar: LeZoncium cum ^.lclo ür»roj allein die¬ sem widerspricht offenbar die Chronologie. TibmÄ ist V. L. 711. den i6rcn November geboren werden, (vgl- Dio unten §. ložo. Suetsn W. V.;. und . oben Note rozi.) und damahls, alsOktavius K» i ser die Livia heyrathete, könnt' er wohl über, nder nicht unter drey Jahr haben. Dio hat oben § die Eroberung von Pcrusia um ,X. V. 714. g<^' unter dem Konsulat des Lncstrs Domuius Ralrinus und Asin-us pollio; beym Sueton aber sind die rendcn Bürgermeister desTiberiam'fchcnEebuttsjch» Aemilius Lepivus und Munarius Plankus: Aemilius Lepidus und Plankus — — — L- Anton und Servilius Jfaurikus . , den löten November dieseSJahrs ist Tibers ein Jahr. Kalvinus und Pollio. — Eroberung von Perul^ den löten Nov. d. I. ist Tiberius;wcy Jobs " Doch hiervon lieber unten bey der Geschiach' - bers. 2862) Vgl. oben §. 692. und die daselbst angcd-' , Lenen Noten. 286g) Ich begreife wirklich nicht, woher dieser su' Wissensskrupel beym Kaiser entstanden, da es sonst bey den Römern für nichts minder denn m' r Heyrath des August mit der Livia. 527 lich gehalten ward, sich mit schwängern Franenzim-N.R.E.7i6 mern zu verheyrathen. Ein merkwürdiges VeyspielAppüw Kl- davon hatten wir oben §. 708, wo Markus Anro-». K. ^or- nius die st-kcavlam, Kaisers Schwester, gleichfalls^"^-A"r* »»»»«v heyralhet. Und dennoch schien diese Heyrarh" den göttlichen Gesetzen so wenig zuwider, daß Virgil höchstwahrscheinlicher Weise dieser Heyrath zu Ehren sein viertes Hirtengedicht sang, und von der, von der Oktavia zu hoffenden Geburt sich nichts minder als die Wiederherstellung des goldenen Zeitalters versprach. lägue Oeum stures, iä HpoUinis ancrs äeäerunr Lonstlium. Isuuguam lueiius nam ceäere raellris ilesxoulum eü, guam cum xraegnans nou» uupt« iuAsrur. c. 8/mm. l. 262. (Man lese hierüber einen Aufsatz des Herrn Professor Bruns in der Berliner Monatschrift Th- IUI. p. 48i. verglichen mit der ein und zwanzigsten Vorlesung L-owths äs posli klebraeorum lacia.) Späterhin vcrheyratheke August seine Tochter Julia mit Tiberio, und zwang ihn, um sie heyrathcn zu können, seine damahls schwangere Frau, die Agrippina, zu ver¬ stoßen Das Deyspiel des Kaligula, der auf eben solche Weise die Lollia heyrathcte, rind sich rühmte, seinem Ahnherrn August nachzuahmen, will ich hier gar nicht einmahl anführen, weil man mir ihn als einen sittenlosen Menschen, aus dessenBetragen nichts zu folgern sey, wegstreichcn mochte; abermahl sieht mau ben Umstand, daß es den Römern nichts minder denn anstößig war, schwangere Weiber zu heyrathen, aus bcr bekannten Geschichte des jungem Karo, der seine schwangere Frau dem Hortensio abtrat. Plutarcv g Aber woher kam denn nun wohl bcynr Oktavius dieser Gewissensskrupcl jetzt, darr iwch späterhin seinen adoptirten Stiefsohn zu einer ähnlichen Handlung zwang? Wenn ich nicht irre, lag v'e Schuld nicht an ihm, sondern an der neugewahl- kcn Genrahlinn selbst, die vermuthlich, nach Art ihres Geschlechts, etwas abergläubisch war; es mußt' aber vre Sach' um desto eher günstig für das verliebtePaac eutschleden werden, weil der dieFrau abtreten zu wo!« "ll einverstandene Mann selbst Pontifex war. Ich 5 2 8 DioKaßms.B. >LVIH. Hptst.ILXIX. -D N.N.T./if'so daß sich auch Kaiser daran stieß unddieOpfcr- N'A-priestcr frug: ob cs wohl erlaubt sey, sich mit banus Bur-ciner Schwängern zu verheyrathcn? Sie ank- sermeister. worketcn: Wenn die Schwangerschaft ungewiß sey, müßte man frcylich die Hochzeit aufschickn, da solch'aber am Tage läge, verhindere nichts, die Verheyrathung augenblicklich zu begehn. - Es kann seyn, daß sie wirklich so etwas in ihren vaterländischen Gesetzen gefunden; aber gewiß iß es, daß sie eben so, wenn sie auch nichts gefun¬ den, geantwortet haben würden."") — Erstat¬ tete sie ihr Mann an Vaters statt selbst aus;^') und beym Hochzcitmahl fiel folgendes GeschW chcn vor: einer von den sogenannten Schwatzkas- ben, so vornehme Damen, wenn sie nrni Ich habe dies 'bereits in der vorigen Not' eriinirrt und setze hier nur noch hinzu, daß er nach Aston!» pcviauo in Licer. Lorn. p. 141. sogar für den PoN' tifex Maximus ausgcgeben wird, welches aber M höchst unwahrscheinlich ist, weil Kaiser die Würd'ei¬ nes Pontifex Maximus bis an seinen Tod bekleidete — Uebrigens gehörte die vorgelegte Frage jederzeit-u iu8 ponkiiicium. Man sehe Grucbium im 7d Kaw de» 2. cls iure poniibcio. Nicht aber, wie Herr Mg' ner in der untergesctzten Note meint, sä i») 2864) Tacirus I. x. sagt sogar: conlulri xer drium poiirikces. . 2865) Die hieher gehörigen Stellen sind schon M Note 2861. beygebracht. 'Siehe auch unten wo Memmius Regulus, Gemahl der Lollia W na, aus Gefälligkeit gegen Kajus Kaiser,das nemn ^ thut. °-, 2866) 7-«>- SuetdN "i-x. ^nimi laxancli causa moäo pilcsbscur damo, nw 0 li« aur ocellacis, nucikmsgue luclebar cum pueru w-j lis, guor sacie er Aatrulirsco smsbiles vnäigue con^ rebar, xraecipue Mauros ec 8)-ros. Und dies war 0 August weiter nichts besonders. Zwerge war dre vorirliebhaberey seiner Zeit, aäorar, s>pbum, der nach dem Zeugniß des Scholiasten der Lieblingszwerg des Markus Antonius war. Seine Gemahlinn Livia.halt' eine Zwergin An¬ dromeda, und keine Tochter Julia einen Zwerg Ra- nopuri, deren.jeder nur zwey Fuß «inen Palin hoch Wae. Plinius VlI. i6. 8ub 6iuo ^uguko minimus b»mv »en, der ihm gestorben war: dlon esD mercatus cle loguseer Dolicisz, «jocrumgeie kui eonuicii dlili Inksncsm, linJuague iimul sslibusgue protsruam Oilexi. Martialis IIII. 42. 8i guiz korre milii polier prsestsre locsnri Fuüi <^uem pnerum, blscce, locsre velim» ^iliacrr, primum, /«c »a/cer»r !u orre: dlL<2VHI/^8 ciar^/cr>e »«//a mazck. Magner, dessen Mberftkung von Blatt zu Blatt schlechter wird, meint gav im zuversichtsvollsten Ver¬ tanen auf die beygedruckce lateinische Version, die Römischen Damen batten diese Knaben svlitterfasen« Nackend nm sich herum lausen lassen. Ey des schönen Evektakels! aber wo hat denn Dio nur ein Wort da« den! Aber freylich, ihm war nur aus demVo- kabclbüchelchen nackend bekannt ^crodiamrs l. sagt uns ausdrücklich, daß diese Knaben mit Gold und Edelsteinen geschmückt waren; wie konn» "N sie «iso ohne Kleider seyn? Den bloßen Leib hat "'an ihnen doch wohl nicht vergoldet? 2867) Das Kind nennt auf die allerkunsiloscste -seife die Livia «v?---"', alo»«»,«», denn so, sagt uns ^pikter beym Axrmno 62, werden die Mädchen vom Ll 5 zo DioKaßius-B.X^VHI. Hpkst.l.XXXl. " mit Fingern ans ihn, liegt ja dort, u. K. Nor-— So ward diese Vcrhcyrathung voliMN. bauus Bur Nachhcr, da sic sich schon beym Kaiser befand, a rme,iker. den Rlaudiuo Drusus Nero, den Kaiser zwar aufnahin, aber auch sogleich seinem Vater zurückschickte. In seinen Tagebüchern hat er dieses selbst so angezcichnct: Kaiser schickt das von seiner Gemahlin Livia geborne Rind dem Vater Nero zurück. Dieser Va¬ ter gieng nicht lange darauf mit Tod ab, und verordncteKaisern zum Vormund sowohl die¬ ses seines (Lohns als des Tiberius. — Mm kann sich leicht einbilden, daß cs das Volk bcy dieser Gelegenheit an keinen Sti'chclrcden fehlen ließ. So sagte man, — (und dieses ist nachher zum Sprichwort geworden) — die Glückliche bekommen auch in drey Monaten Rinder. ""') — Dieses waren die vornehmsten Begeben¬ heiten, so sich damahls in der Stadt zutrngcn. vierzehnten Jahr an genennt; (---' rr<---Sf-c >---, z-ü« 7-«!, ib' reu Mann nennt er aber ganz natürlich lhrcn.rktenn- L">-; Wagner, vermnlhiich zu zeigen, daßerMc- Weiht in die Sprache dergroßen Welt sm, übersetzt - und rNüttcrchen und Väterchen! Nun sei/ Merseburger Hof mag dieser Ton gewöhnlich sch". ?868) Tiberius parcntirte seinem Vater in eim'M Alter von neun Jahren; Srreron 7-l-. VI. wenn, a nun wirklich bcy der Verheyrathung seiner Mutls mit 5kaisern drey Jahr alt war, so laßt sich da»ns sehr leicht berechnen, wie lange Nero die Trenne Mit seiner Gemahlinn überlebt. 2869k Es wollte nemlich die Schmahsucht irM daß dieser jchtgeborne Drusu« kein Sohn des r-crs' sondern vielmehr seines Stiefvaters sey. bullie cianem, sagt Sncron I. j-uerum ex rneiw xkl »üulrsrü couluetuclmsm xrocresrum. §rsüm cerieru- Boguds Einfall in Hispanien. 5 zi §. 722. Um eben diese Zeit versuchte der Maurita^-R E.71S Nische KönigBogud eine Landung in Hispa nicn, es ist ungewiß, ob auf Anreizung Marl»' anus Bur- Antono, oder aber ob aus eigenem freyen Willen?""'^' Er fügte diesem Lande gewaltig vielen Schaden zu, erlitte selbst aber auch nicht weniger. Denn indem er hier beschäftiget war, fielen zu Hause die Tmgitaner ^') von ihm ab, wodurch er ge- ost veilus: r-s-; x«< Doch von diesem Vorwurf ist wohl LlKia zu befrcycn. Wie hattej sie, die aiach ihrer Verheyrathung mit Kai» strn auch nicht ein einziges Kind von ihm gebar, wohl vor derselbigen eins von ihm gebühren können? 2870 « Im Bürgerkriege war Logud auf Kaisers, und Lokcvus auf der Seite des Pompejus gewesen- S. §. 457. nnd wo die Noten dich Hinweisen. Wenn Appianus S. Z99. schreibt? irem rsx d-lsuro- rvrnui, z t.ucio peilussuz, Orins» blispunium pro ttsesiro curunri bellum inmlir, so ist dies zweifelsfrey ein Schreibfehler und muß derName Bokchus in2öos sud ningcandert werden. Ein ähnlicher Fehler ist ini lateinischen Uebcrsetzer des Strabo, (aber nicht in meiner deutschen) wo erzählt wird, es habe Agrippa >m Aktisehen Kriege die Stadt Mcthone nach einer ttugen Belagerung erobert, und den daselbst befindli- mcn Manritanischen König Lokckus gctödtet; es Mui-Dogus, wie in meiner Ucbersetzung, oder Los 6"d he-sien, wie allenfalls aus der Kottalionirung dieser Stelle Ctrabons mit einer andern des Dio §. 786. erhellet. Don dieser Eroberung von Mcthone schreibt Mrssius: persZrsto ?e!-g>oimeiium sinn iXIgilionzrn vrbem /4»ro»nr»o Hr. Wagner überseht eben so wie ich, und 's Nr auch wohl das vernünftigste, wie man übersetzen /Mm Die gewöhnliche Lesart hat ''i' ' "» mo ^abrizius meinte, es sey doch nicht unmöglich, "l- nicht «in', uns vermahlen unbekannt« Stadt in 5; 2 DioKaßius. B.Xi^vill. HM. I.XW. N.R.E./Isjwungen ward, Hispanicn zu verlaßen, und der- ».^"^Nor-übcr noch obenem sein väterliches Königreich ver- Lanus Vur-lor. l^Er vcrließIbcricn^ weil die, so in dich« germeister. jg^de die Parthey Kaisers hielten, sobald sie Ver¬ stärkung unter Anführung des Bokchus beka¬ men , ihn überwanden. Und da Bogud san- statt sogleich nach seinem Königreich abzugehnj stch zum Mark-Anton flüchtete, "") bemächtigte lllfrika den NamenIrris geführt habe, FreMMi unmöglich! aber dies'unbekannte, von keinem eG- gen alren Schriftsteller bemerkte Stadt, sollte Dürft schlechthin, ohw irgend ein charakteristisches Ma¬ chen anzugeben, kangusm Videm vel Maxime MM, angeführt haben? Lreft Tanger, und liegt so westlich, als nur irgend ui" Stadt in Afrika liegen kann; folglich mußte sie guds Königreich gehören- — Mit Recht bedient D Kardinal idroris dieser Stelle Lc-ror-r^/r. aus ihr gegen Isaac Vossiu« über U- 6 ft' weisen, daß keine Römische Kolonie von KM' Tingis geführt worden; und eben so richtig bem« Fabrft, daß der ehrliche35ylander, der zuerst M'-' scr Stelle 'n-»,- las, sehr unglücklich vsm ft-e' s klau verbessert worden sey, der das weibliche GesaM ins männliche verändern und ----- -r,?>-->- lesen Statt aller Apologie für den guten Xylaudec n folgende Stelle des von ihm selbst übersetzten Tu III, 40. u-X», -xe , i rere Nachricht von dieser Stadt finden meine.-b beynr Prideaur 198- , 2872) Er wäre sonst nicht in Mtthone umgebt worden. Neuer Krieg mit Sextus Pompejus. zg z sich Vokchus alsofort seines Reichs, in dessen Be-N.R-T.71L sitz er auch nachher von Kaiser bestätigt ward;^s"/; die Tmgicaner aber wurden für eine freye Re-ban«s Bur» publik erklärt. — Zu eben dieser Zeit, ja noch^Eer. etwas vorher, fieng sich der Krieg zwischen Sex¬ tus Pompejus und Kaiser von neuem an; denn da beybe weder freywillig noch mit gutem Vorbe¬ dacht, sondern gezwungen Friede geschlossen, so hielten sie selbigen, wenn ich so sagen dürfte, gar nicht, wurden sofort bundbrüchig und geriethen kinander neuerdings in die Haare. Nun ist es zwar gewiß, daß sie, auch ohne den mindesten Vorwand vorschützen zu können, Krieg geführt haben würden, inzwischen mußten ihnen doch fol¬ gende Gründe zum Deckmantel dienen. — Me¬ nas, der noch damahls in Sardinien mit der Ge¬ walt eines Stadtrichtcrs stand, war beym Sex¬ tus dadurch, daß er den-Helenuslosgelas- Ku, und selbst mit Kaisern Unterhandlungen ge- pfiogcn hatte, in Verdacht gekommen; hiezu ka- wcn noch Verläumdungcn anderer seines gleichen, die ihm die große Macht, so ihm anvcrtrauet war, misgönnten. Dieses war die Ursach, warum Menas, als er bald darauf zum Sextus unter dem Vorwand beschicken ward, Rechnung von dem Geld und dem Getreyd' abzulcgcn, das er unter Händen gehabt, nicht allein dieser Vorla¬ dung keinen Gehorsam leistete, sondern auch die, so zu diesem End' an ihn waren abgeschickt wor- dcn, gefangen nahm und umbringen ließ, und bald darauf mit Kaisern in Unterhandlungen trat, dem er die Insel, die Flotte, alle seine Soldaten und sich selbst übergab. Diesen Menas nun nahm Kaiser mit großem Wohlgefallen auf, sintemahl -87z) Vgl. Note 2790. 5Z4 Dio Kaßius. B.Xs.VHl.Hptst.l.xxXl. 7,6er vorgab, daß auch Sextus seiner SeikS, gcgcn «."J" Normen zwischen ihnen getroffenen Vertrag, Vic A tanus Dur berlaufcr aufnähme, eine neue Flotte von vrcy- germe-.uer. Kriegsschiffen sich zulcgke, und Vc- S. Z8r- jungen in Italien in seiner Gewalt habe. Er gab ihn auch, da selbigen Sextus zurückforvcrtt, auf keine Weise heraus, vielmehr hielt er ihn in großen Ehren, beschenkt'ihn mir goldenen Rn» gen, und ernannt'ihn zuletzt sogar zum Rim — Zur Erklärung dessen, was ich so cbrn von den Ringen gesagt habe, diene folgendes: Bey den allen Römern, wie ich solches oben an¬ gemerkt habe, war der Gebrauch der Ringe so wenig den Knechten erlaubt, daß selbiger nicht rinmahl den Freygebohrnen, wenn sie nichtMch« 2874) Sueton 74. Valerius Neüsls nsckl, neminem vnizuam liberiinorum söbibilum r-b eo coo nae, excepro lsä aciserro in in^enuirsiem proäitu'm 8ext> Yomysii clallem. — Frey war ltlcaa» schon lange; aber die ihm vom Kaiser beygelegl'»^ »»-ru^war es, so ihm zu.den höchsten EhrcnM des Staats Anwartschaft gab. Man erlaube nur hierüber eine Stell' aus den Novellen abzuschmE l>XXVIII. r. Lx buc le^s, gui liberrscem sccexeu-, babebir subkeguons mox er snnulorum aureorum ei xenerukiviiis IU8. — Besser laßt sich dieses auf chisch mir Apprairr Worten sagen: v — kl/5v; L-rkP^ki- ktz L» — r»^e»»nare«r. — Mas das rum -rurevrum betrift, so ist solches z» bekannt, " daß es hier erklärt zu werden brauchte: schwillt nur auf zwcy Bücher verweisen, so ausführlich v ex profesko 60 snnulis gehandelt: Jürchmanu l), und Fran; de Corte I. 6. — Von der Erhebung Menas in den Nitterstcmd sagt Horaz im bckann Schmahgedicht, LxoL im. Leällidusgue, ms^nu3 imyrimis egues, Otbvne concemxro leäer. Neuer Krieg mit Sextus Pompejus. 5z; Herrn oder Ritter waren, nachgesehn ward. Dic-N.R.E./rs scr Ursachen wegen gicbt derjenige, der die Gcwalt^^s^KN in Händen hat, seinen Freigelassenen, denen sonfibanus Bur, Gold zu tragen allerdings sreysteht, wenn er ftch^meisier. chee fnr gut findet, einen goldenen Ning, und zwar dieses größerer Ehre wegen, weil fic dadurch für besser denn die übrigen Freigelassenen erklärt, und ihnen die Anwartschaft, Ritter werden zu können, bcygelegt wird. — So verhält es fich hiermit. §. 72z. Hiezu kam noch, daß Sextus Kaisern vor¬ warf, Achaja mir Fleiß ausgesogen worden, und daß man weder ihm, noch den an¬ dern Zurückberufcnen das, so ihnen verspochen worden, gehalten. "") Erfindet'also einen sei¬ ner Frcygelasscncn Menekrates nach Ira- 2875) Statt Ackasa nennet Appianus p. 420. wahrscheinlicher den Peloponnes Sehet oben Note 28-7- 2876) Diese Friedensbebingungen lese man oben Note 2817. 2877) Vollständiger kann dieses aus Applaus p. 420 dergestalt berichtigt werden: Seeräuber fiengen an neuerdings dasMeer zu beunruhigen. Einige von 'hncn, so Kaisern in die Hande geriethen, wurden auf die Folter gebracht, und sagten aus, daß sie die- Handwcrkchur auf Befehl des Sextus trieben. Kaiser zeigte dieses theils dem Volk'an, theils beklagt er stch darüber in Privatschreibcn an Sextus. Oie Freunde dieses letztern wußten, oder glaubten zu wis» frn, daß Sextus, wenn er Fcindsecligkeiten begicnge, Wlches nur auf rNcnä Anrathen that, und suchten also nichts angelegentlicher, als ihn von diesem seinen treuen Freund und Rathgebcr zu entfernen. Eie ie8- ren Sextus im Kopf, daß Menas für stch selbst nach der Oberherrschaft strebe. Dies gab Gelegenheit zum 5)6 DioKaßius.B.X^vm.Hptst.Lxxxi. N.R.E.yisUebcrgang des Menas auf die kaiserliche P-mhky, Appms Kl.welcher, auf Kaisers S ate, durch seinen Freygclchnen banns Pdiladelpbus, und -uifSeiten Mena, durch einen sci. S ei meister. Verrrau.cn Mikvllus entamirt ward. Kaistr wollte nicht sogleich ansan il'ch trauen, sondern be- schied den Antonius nach Lrunschmm, um sich dort gemeinschaftlich über die Fortsetzung des Krieges ge¬ gen Septum zu besprechen, inzwischen er seine F'o»' aus Ravenna, und seine Legionen aus Gallien k» men . und in der Nachbarschaft Brundismms kein, psreniieß. umso, mit Mark-Anton vereint, Ei- kisten anfallen gi können. Anton kam wirklich, weil er aber Kochern nicht sofort bey der Hand fand, sa- gelt' er urplötzlich wieder ab, vcrniurhlich weil ihm Kaisers große zusammengebrachte Macht Verdacht verursachte, nachdem er feyerlich wider jeden gG" Sextus zu führenden Krieg prsteßirt, und dellarirt halte: daß er, falls Menas vom Kaiser auf-undaa- genommen werden sollte, selbigen als einen ihm zuge¬ hörigen Sklaven, (bekanntlich hatteMark-Anton das gerichtlich verkaufte Vermögen des Pompejus an M gebracht) reklamiren würde. Nichtsdestoweniger nahm Kaiser den Menas auf die chrenvollesteWj auf, und die von ihm abhangenden Inseln Znm- nien und Korsika in Besitz. Menas blieb BeW' Haber der von ihm Kochern zugeführten Pompes schen Flotte, aber dem Großadmiral Kaisers, Lnl^ sius untergeordnet. Ganz Rom war mit diesem E die ungerechteste Weis' ang-changcuen K- ieg höchst^' vergnügt, und dies' allgemein' Unzufriedenheit E' als ein' enrstandeneWinbsbrauk, ohne sonst die zu beschädigen, das für Kaisern selbst bestimmtes miralschiff zertrümmerte- Kaiser versuchte, dieDM so gut als es möglich war, zu überreden, ergo - daß nicht er, sondern Pompejus bundbrüchi« E, den sey; zweyrons, daß Ma> k-Anton mit seinen " ternehmungen höchst zufrieden sey. Teydes war l ' falsch, allein dieses hindert' ihn nicht, um L'M"' mit einmal)! auf drey verschiedenen Seiten anzug fe». ^.r selbst seegelte mit seiner Flotte von rar aus; Lalviftus, Menas und Gabinus von t. nen, und inzwischen näherte sich die Landarm« ' Neuer Krieg mit Sextus Pompejus. 5 zy lien, durch den er, unter andern minder berrächt-N.R-T. 7-6 licken Plätzen Kampaniens, besondere Vulmr-^^yK^ nuirr verwüstete. So wie Kaiser dieses er-banus Bur« fuhr, nahm er das Instrument des zwischen ih-^E'ste*' nen geschloffenen Friedens von den Vestalinnen gmm. Nun erst erhielt Pompejus von der Treulo. Weit des Menas Nachricht. Er beschloß darauf für seine Person, Kaisers Ankunft in Messina zu erwar¬ ten, das Kommando gegen Kalvistus und Menas übertrug er dem Menekrates, der ehemals nächst Mena am mehrsten de» ihm gegolten hatte, und von jeher der entschlossenst' Antagonist dieses mächtigen Freygelaffenen gewesen war. Gegen Abend stießen beyde Flotten auf einander. Kalvistus zog sich nach Rumä zurück, und Menekrates legte bcy Aenaria (I- schia) vor Anker. Des andern Morgens kam es zn einer Seeschlacht, die allem Anschein nach höchst gün- stig für Pompejum ausgefallen seyn würde, wenn sich nicht Menekrates vom Privathaß gegen Menas ver¬ leiten lassen, das Admiralschiff dieses letzter» in einem Echiffszweykampf so zu sagen anzugreifen. Dies ver« wandelte die Schlacht in ein Duell. Beyde Heerfüh¬ rer wurden, aber Menekrates gefährlicher als Menas verwundet, und als endlich Menekratis Schiff geen¬ tert und in die Gewalt des Gegcntheils gekommen war, stürzte sich Menekrates in einem Anfall der Ver» tweiflung ins Meer. 2878) Eln im zweyten Panischen Krieg am Vul« turnusstuß von den Römern erbauetes Kastell, von dem der loeus clallicus A-wmsXXV.20. steht, 556. ward eine Römische Kolonie dahin geführt. Eddas, xxxim. — Mehrere Nachrichten von diesem Orte findet man bcym Ranullns Peregrini ös päniz kslics DA II. (Uresaunis rervm lmlicsrum 1. Vlllk. k. II. x. IZO.) — Diese Nachricht streitet aber H2nz mit der in voriger Not' angeführten glaubwür- d'gern des Appianus. Dio ist hier, was inan ihm mit Unrecht vorgeworfen, kaiserlicher Schmeichler, °er, um Kaiser» zu erhöhen, den Sextus hcrabwür« digen möchte. 5 z 8 Dio Kaßius. B.XD.VIH. Hptst.MI. n.n.E.7'6Zurück, und schickte nach Mack-Anton Md ^A"^-Lepidue um Hülfe. Lepidvs ließ sich nicht alsi- banus Bur-fort bereitwillig finden. Mark-Anron, der da- zermeister-mahls in Griechenland war, begab sich soforl nach Brundisium, kehrte aber, ohne sich mikKatz fern, der damahls in Hetrurien stand, zuvcreini- gen, sogleich nach Griechenland zurück. Seinem Vorgeben nach, weil ihm der Zug gegen dicPar- ther keine neue Unternehmung «erstattete, in der ' Thar aber aus Furcht wegen eines Wolfes, der bis in sein Richtzclt gekommen war und einige Soldaten erwürgt hatte, d) Ohnerachtetm Kaiser daraus offenbar abzunchmcn glaubte, daß er, ohn' aufMark-Antons Unterstützung zu rech¬ nen, diesen Krieg würde zu Ende bringen nutzst"/ ließ er deshalb dennoch äußerlich keinen Zorn an sich spüren. Sextus hingegen gab vor, daß Mark-Anton diesen Krieg nicht billige, sglauble vielleicht solches auch selbst^) rüstete sich deshalb/ das, was er sich vorgesetzt, desto muthigeraB zuführcn, zuletzt waget' er gar eine Landung in Italien, in welcher er doch selbst eben so vieles Hebel erdulden mußt' als er andern zufügte Inzwischen fiel eine Seeschlacht neben zwischen dem Menekrates und Kalvisius Sabin"» vor, in welcher zwar Kaiser, der mit des Meres 2879) S. Note 2817- 2880) Ich bitte dies mit Note 2877 j» vergleim wo alles viel zusammenhängender und wahrer er, ist. — Des Mahrchens vom Wolfe erwähnet Appiauus auch r guiclsm euim excubiwrum e/us tvrii rspertus est s fsrit aksumptus exespcr so!» in Koc rskccs, vr uoscerekur scisumpcus; s s kscmm ost gbrgue ipllus clsmvre, nemi ne len»^ limui guiescenrium; er Lrunstuiini siebsnr le " luxum kub Lluculum procurrenrem s tLbernacul'S- Neuer Krieg mit SeMs Pompejus. 5Z9 sehr kundigen Gegnern zu thun hatte, die mehr-N.R.E.7r6 sten Schiffe verlor, "°') doch verursachte derTod^"^^- des Menekrates, welcher in einem Zwcykampfbanus Bur, mit Menas, den er aus einem Privathaß geM"ttister. sucht hatte, umgekommcn war, daß man von bcyden Theilen gleich viel verloren zu haben glaub- kc, wenigstens wagte Sextus nicht, sich den Sieg juzuschrcibcn, und Kaiser konnte swcnn er auch geschlagen war^ seiner Niederlage stch trösten. §- 724. Da sich dieser gerade damahls zuRhegium befand, befurchten die Soldaten des Sextus, er möchte von da nach Sikilicn übergehn, und ver¬ ließen zu dem Ende, vorzüglich da sie durch den Tod des Menekrates ihren Muth verloren hat¬ ten, Aumä. Sabinus, welcher sie verfolgte, kam ohne Gefahr bis an das Italiänische Vorgebir¬ ge Gkylläum'. Da er aber um dieses Herumschif¬ fen wollte, entstand ein heftiger Sturmwind, der viele der Schiff' an die Klippen des Vorgcbürgcs trieb, eben so viel auf der hohen See versenket' und die übrigen alle mit einander zerstreute. 2881) Dgl. 2877. — Nach dem Tode des Nene, krates übernahm Dcmocliare», sein Legat, dasKom- Wando, welcher die Flotte des Kalvisius theils in die Flucht jagte, theils auf Klivpen trieb Der Vortheil war völlig auf Seiten der Pompcjancr. Aber frcylich öieng Democharcs, ohne den erfochtenen Sieg fort, Msttzen, alsofort nach Sikilien zurück, weiter den Tod des Menekrates für eben so beträchtlich als eine verlorne Schlacht hielt. So schreibt Appian- 2^2) Nachdem Ralmsms sichere Nachricht vom . uickzug dcsDemochares nach Sikilien erhalten,so gieng auch er, aber so behutsam zurück, daß er nicht einmahl Neer über den kumanischen Meerbusen zu siegeln wagte, 54° Dio Kaßius. B. X^VIII. Hptst.I.XXXs. N.R.E. ^s'ondern sich immer ängstlich längs der Küste hin hielt. Appius Kl-Kaiser war inzwischen mir einer großen Flotte vonÄ- tänusDurabgeseegelt, und bcy Rhegium gelandet. Aus smiieister. Höhe von Messina stieß er auf den nur von einem kleinen Geschwader von vierzig Fahrzeugen begleiteten ScrtuS- Seine Freunde riethcn ihm, den Sextus anzugreifen und zu schlagen; allein hierzu fehlt'es Kai¬ sern völlig an Herz, und er wollte durchaus die An¬ kunft des Kalvistus erwarten. Da dieser nicht kam, und Kaiser inzwischen Nachricht vom unglücklichen Er¬ folg der Seeschlacht im kumanischtn Meerbusen erhal¬ ten hatte, beschloß er durch das Fretuin zu Meu, um dem Kalvistus entgegen zu gehn. Als er sich dem Vorgebirge Skylla näherte, bot ihm Pomvejus eine Ecklacht an, der er sehr sorgfältig auswich. Er ließ Uemlich alle Schiffe landen, dasVordertheilnachderStt zugekehrt, und befahl ihnen, sich so gegen denAnM der Feinde zu vcrthcidigen. Diese Schiffe griff nun Demockares an, und würde sie alle miteinander m Grund gebohrt haben, wenn nicht endlichRvrnisikM und einige seinem Beyspicl folgend' Offiziere die Anm gelichtet und dem Dcmochares auf dem hohen Ms die Spitze geboten hatten. Kornifilius hatte gleich anfänglich das Glück, das leck gewordene Schiff Demochares zu erbeuten. Inzwischen näherte sich dü Flotte des Kalvistus, die von denPompejanern, ab« nicht von den kaiserlichen Soldaten gesehn ward, uu» dies bewog die Flotte des Pompejus, sich zurück^' ziehn. Kaisers Soldaten, die von dieser neuerhE nen Hülfe nichts wußten, hatten übrigens eine ttd fürchterliche Nacht. Sie hatten sich, im allerelc»»' sten Zustand, aus den Schiffen auf das veste M geflüchtet, wo sie durch die dreyzchnte Legion unv ' »nurhet Hülfe bekamen, die bey Erblickung der M längs der Seeküste, das, was geschehen, vem thend, ihren gewöhnlichen Marsch'verließ, und » ren General hungrig und ermüdet fand. Eil schlug man eine bretterne Hütte für den Jmv tor zusammen, in der er diese Nacht ohne BedM« ' die alle von der Todesangst zerstreut worden wa. ' zubringen mußte. Der Anbruch der Morgenro zeigt' ihm den Anblick seiner verlornen Flotte. Kaiser vom Sextus geschlagen. 541 gab sich Mühe, durch Kalvisius, der sich inzwischenN.R E.^- genahert hatte, das, was noch zu retten war, rettenAvrius Kl. zu lassen. Indem man hiermit beschäftigt war, fiengu. K. Nvr- um die Mittagszeit an ein heftiger Südwind zu wehen, der dem im Hasen von Messina vor Anker liegender? Pomvejuö nichts schaden konnte, aber den am schee« renvollen Ufer liegenden kaiserlichen Schiffen höchst ge« fäkrlich war, Der des Meeres kundige Menas ent« ferntc sich vom Ufer, und ward von nur einigen weni¬ gen Offizieren nachgeahmt; die übrigen meinten, daß es ein leicht vorübergehender Frühlingswind sey, sdieses Li essen fallt also in Frühlingsanfangs und such, ten ihre Schiffe nur noch starker durch verdoppelt' Anker mir der Küste zu verbinden. Inzwischen erhob sich ein Simm, nur mit jenem zu vergleichen, der bey Umseegclung des Vorgebirges Raphareos die Flotte der Griechen, als sie von Troja mrückfeegelt', über¬ fiel. Dieser Sturm dauerte die ganze Nacht, legte sich aber mit Sonnenaufgang. Keiner der Küstenbe¬ wohner bakre sich je eines so heftigen erinnert, und ec hatte die Flotte Kaisers total ruinirt. Nicht die Hälf¬ te, sagt Appian, war übrig geblieben, und diese rui. nirt. Kaiser überließ einigen seiner Offiziere die Ob, sorge, die beschädigte Flotte, so gut es sich thun las¬ sen würde, wieder herzustellen, und er selbst begab sich nach .Kampanien. Seiner Flotte gab er den Ee- fihl, sich, sobald sie seegclferng scyn würde, nach zu flüchten; mit der Landmacht ließ er die Kü¬ sten Italiens besehen, weil er jetzund nichts so sehe als einen Einfall des Sextus befürchtete. Aber, fttzt Appian hinzu, und was konnte zu Eexti Lobe grüße- res gesagt werden: Lexcus rsmeu uec cle reu s guifl- guzrn co^jkLuit, nec rsliguiüs nsuftsAÜ vel xrselenres vol sbeunrez rempeflsre lscistL sciAieüus efl: psflus dos nsuiAis eiligere lieur porer-mr, er leconilo venro Vlbonem perferri: acl , cseirm- /«a -ke/cllciee'e. — Uebrigens erzahletDio abermahl nicht ganz der Wahrheit getreu; denn es war nicht °>e Flotte des Sabinus, sondern die vom Kaiser selbst kommandirte, welcher dieses Unglück begegnete. ^ueron VII. 4;. rechnet unter die Unglücksfalle des "sttigust: iisulrsAla Licul», el rilia ibi guogne iu lpeluuc» 542 Dio Kaßius. B. XI.VIII. Hptst.MXl, N.R E. 7r«So wie Sextus hiervon Nachricht erhalten, ßn, ^A'^'det' er seine Flott' unter der Anführung de- A- baiiüs Dur-pollsphanes gegen sie. Apollophancs fand vccnlksiio, welches durchaus von der auf den Elum folgenden Nacht zu verstehn, die er im lsbermculo ex- remporsnev tine famllizribu, zubrachre, wie oben er¬ wähnt worden Eines gedenke auch Sueron /tuF. 16. — Skylla, oder das Lc^-//ae»m existirt jetzund nicht mehr. Es ist bey der großen Erderschütrerung, die vor etwa zehn Jahren Kalabrien verwüstet', ins Meer versunken Esme ehemahls ein weit ins Meer binaus ragendes Borge- bürge, deswegen cs beym Srrabo lM, von dem unter andern Tcmulius über den Agaihmc- rus p. 80. zu lesen. Die mythologische Fabel, nach welcher dies Vorgebnrg' entstanden seyn soll, ist be¬ kannt, braucht aber hier nicht angeführt zu werden. Ihren physischen Grund erklärt am besten Justin IIII. I. Oum nsuigünres kn»An>8 vorlicibur pelüM äe- iiüenrii extorriri, l.iiisre xursnr vnäss, guiii korbenn» selku» vorsAo covliciir. e. 288z) Suetonius t6. Irsieäko in 8iciiiam exerci- tu, cum sä psrrem religusm copiarum coutineniea reperaret, opnrellu.-; ox imprvuiso a Oemoclisre er ä- xolloxliAne, pr-eeseLkiz ?nmpeü, vno clemum nau^'a see;errim6 esi'u^ir. Sowie, nach derVcrrathercyde» Menas, Menekrares Großadmiral der Pompes scheu Flotte wai d, und den Demockarcs zum vor' nehmsten seiner Unterbcfehlshaber hatte,- so ward mm nach Menekratis in voriger Not' erzähltem ungluw' chen Tod, Democbares Großadmiral, und AM ' phanes erhielt diejenige Stelle, so vorher Demo« ' res bekleidet. Dies scheint ungezwungen aus fM den Worten des Appianus 9.721. zu folgen, , beyde: s«?--; >-«< Powpejus schickt' ib" (§ 725.) nach Afrika. Seinen Uebergang Z»e M thcy Kaisers, nachdemSexkus die letzteDecistvs« gegen ihn verloren, beschreibt Dio unten § E die Kodizes des Zonaras X. 25. sehr unrichtig Ap todorus haben. August vom Sextus geschlagen. 54z Kaisern gerade, da dieser im Begriff stand, mitN.R.E.yi Sadinus eine Landung aufSikilicn vorzunehmen, und griff ihn also unverzüglich an. Kaiser stellmäiius Bur» seine Schiffe sogleich in Schlachtordnung, ver-germMer. theilte die Lcgronsoldatm auf selbigen, und setzte sich anfänglich mit sehr vielem Muth zur Gegen- wehr. Seine mit dem Vorderthcil nach den Fein¬ den zugekehrte Schiffe erlaubten solchen nicht el- mn sichern Angriff auf selbige zu wagen, im Ge- genthcil fügten sie, da sie höher und dicker waren, denen, so sich ihnen näherten, größern Schaden -u, als sie von ihnen erlitten, und wenn die Le- gionsoldatcn mit den Feinden handgemein werden konnten, waren sie ihnen unendlich überlegen. Allein Apollophanes, indem er die Verwundeten und Abgcmarreten von Zeit zu Zeit auf andere Schiffe bringen, und ihre Stellen durch frische nochunvcrwundct'ersetzen ließ, auch sein'Angriff unaufhörlich erneuerte, und sich sogar feuriger Pfeile bediencte, zwang Kaisern endlich den¬ noch, die Segel zu wenden, und sein Heil in ir¬ gend einem Hafen zu suchen. Da ihnen die Wl- bcrsachcc auch hier nacksetzten, hieben einige der¬ selben plötzlich ihr Ankerthau ab, '°") und griffen so den Apollophanes unvermuthet an. — ^Dieses, , 2884) beym Appian. Dgl. Raistk O v. 4Z. «ud VIII. 42. L. c/». II I'. Auch Tacü- ws Ilistor. III. 2Z. Virgil /tcrreich VIII. 694. M reiixgve vol.irile -Ow erwähnet ihrer häufig, z. B- §. 8°4- 8°9 u.Zio. ^'»akkab, VI. 5i- kommen vor: (dasfind 'e Maschinen, anS denen mir Feuer geschossen wird) , wo Groriua nachzusehn iss 2885) A.ornifikiu8. Eiehe Note 2882. wo auch 'Hon der hier angeführte Schiffbruch erzählt worden,' 544 Dio Kastius. B,Xl.VIH. Hptst. lRXXl. Avens'Nacht, so inzwischen heran gekommen u. K. 'Nrr-wcw, verhinderten, daß der Feind sie nicht banus Bur all' entweder verbrennen oder gefangen mH« sctniemer. §- 725. Tages darauf macht' ein neu entstandener Sturmwind, welcher die an ein und demselben Ort gelagerte Flotte Kaisers und Sabine übcrftl, daß ihnen der vorher erlitten' Unfall gering zn s yn schien. Die Flotte des Sabinus litt weni¬ ger. Menas, der durch eine langwierig'Er¬ fahrung sich hinreichende Kenntniß des Meeres erworben, hatte den Sturm vorhcrgcschn, die Schisse sofort auf die hohe See geführt, und ft nur mit losem Ankerthaue befestigt, damit die ftt zu stark angespannten Seile nicht reissen möchten. Auf solche Weise hakt' er den Wind, so zu sagen, selbst besiegt, und blieb, da keines seiner Anker- thaue reissen konnte, beständig auf dem ncnMn Ort, indem er durch Rudern allemahl leicht »M- der zu demjenigen'Platz hinkommen konnte, ven dem ihn der Sturmwind abgcbracht hatte. übrigen, noch voller Furcht des Unglücks des ge¬ strigen Tages, und in der Kunst der Seeftft unerfahren, wurden an die benachbarte Küss ft' tvorfen, wo sie viel' ihrer Schiffe verloren; u>- die Nacht, durch deren Einbruch sic des -^ft- vorher einige Veyhülfe erhalten, war jetzund g' res größer« Unglücks Ursach. Der Sturm, ' in ihr heftiger ward, als er vorher gewesen, - S. Z85- die Schiffe von ihren Ankcrseilen los, und m te, daß sie an den Klippen scheiterten. iLM den diese zertrümmert, und mit ihnen kamen die auf ihnen befindliche Matrosen und Schm- soldaten um, die in der Finsterniß eben so Betragen Sexti nach dem Siege. 545 sehn konnten, als sie wegen des Geräusches, desNR.E.7isk-^ Appiauus: »u,«xe«r-ra/ces// /r- Em man. Sueron Lae/, xxxxm. nennet die nut dieser Farbe gefärbten Kleider cs»rL^//ara,; und weil ec erzählet, daß Kaiser den Gebrauch der resti, roncl^iiE eingeschränkt. und selbigen nur gewissen Personen und auch diesen nur an gewissen Tagen ^erstarret habe, so können wir daraus wohl sicherlich schließen, daß die zwar Purpurfarbe, aber doch nicht so geschätzt als die gewesen; wel¬ ches uns unter andern auch eine sehr deutliche Stelle Dion» §. 747. ,ehren wird. . Die alten Schriftsteller Machen freylich zwischen und «^r-e-rve-- einen Unterschied. Dies thut z. E. der Traumdeuter Arres w-dorus und Julius Pollux, der von den Persern pIt; t j, i Mm 546 Dio Kaßius. B.XL.VHI. Hptst.L.XXXl. nicht allein Pferde, sondern, wie einige ft. «. K Nor-gw, auch sogar Menschen -E) in die Meerenge Emel^'w^fen ließ. Er selbst rauben und plünderte hier» ' auf Italien aus, den Apollophanes aber sendet' er nach Afrika, dem jedoch Menasnachschke, einholet^ und schlug. — Als hierauf die um Sst kilien hcrumwohnenden Infulaner "'°) zur Par- they des Sextus übergehn wollten, kam Haistt -en Liparioten zuvor, nahm ste von ihrem Eylan. -r-e-t-xvc; dies ist aber kein anderer Mr« schied als zwischen veHiz pui^ures und llibspk»: beybe sind und bleiben Purpur, nur daß die letzter' Art de- Purpurs kostbarer denn die erster' ist. Der Ennio- tdgntz Magnus beschreibt die so: >? ä-.° X-q — N?üN lest 6ül- masrum 7Bemannung einer Flott'übertragen. Agrippa, TDvclcher damahls mit Lukius Gallus Burger. Burgermei-meister war, nahm den ihm angetragenen Triumph nicht an, weil er es für schändlich hielt, sich zu einer Zeit, da es Kaisern selbst misgeglückt war, zu erheben, inzwischen ließ er sich die Ausrüstung der Flotte aus allen Kräften angelegen seyn. Es wurden also längs der ganzen Jtaliäniftben Küste hin Schiffe gezimmert; weil aber auf dieser gan¬ zen Küste, die damahls einen völligen Mangel an Hafen hatte, kein einzigerOrt war, wo diese Schiffe sicher hätten aufgetakelr werden kön- S. zrr- ncn, formirte sich Agrippa einen sehr herrlichen Anschlag, den er auch ausführte. — Jedoch Ä muß mich hierüber etwas weitläuftiger ausbrm tcn, und sowohl dieses, als auch andere damahls von ihm angelegte Werke, so dasel bst noch Mb gesehen werden, etwas ausführlicher beschreiben. 5 727» , , ! Neben der Kampanischen Stadt Aumä 2892) Lies Ramillum Peregrini äe Lumxsnis lice p. 171. (Ikeisurun rsr. Irsiic. 1". VIIU.) der^. ' ni hierüber Vorwürfe macht. Allerdings warm Mahls der pvrcuz Lsisnus und iVlilenus Vorhang ' allein ich denke, die Sache selbst spricht für 2'°', i se Hafen waren zu klein, zu unbedeutend, sie emb j chen den großen Absichten Agrippa nicht- S89Z) (lumse, Griechisch dn sich hier, daß die alten Lateiner ihr u eben so w heutigen Franzosen sprachen, ME und und 8t)//«; und daß ihr c, in allen nur'M^ chen Fallen, wie K klang) — ist eine Stadt an der nördlichen Küste des Cnwrna'ischcn M sens, zwischen Myrina undphokäa ohngefayr^, legen, wo jetzund Losa nova steht. Von >hr Mela; keloxr stsruir, vicro Oenomso reue! tue Beschreibung von Kuma. 549 ei», nominsuit-, xuliis gui hghimrent. NachN.R T.717 Strabo x. i6ro. hinterließ Grestes einen SohnM- Agrippa Penthilus. Rinathon in seinen Gedichten schrieb,^ Gallus es sey dieser Penthilus ein unächter Sohn desOrestesN'?^^^' gewesen., den er mit der Lrigone, einer Tochter de/ '' Aegysthus gczeuget. (Pausanias Lorimb. rz) Pen¬ thilus Sohn hieß Archelaus, ^richtiger Lckclatus. Siehe Ruhn über Pausan. l-sco». n. Rasaubonus über Arhcnau« II. m. und Marsham L-rn. cllron. 8aec. XIII. x. g59sl und der Sohn desselben Graus (Grais) welcher Lesbus hinweg nahm. Um die Zeit dieses Grais, eines Urenkels also des Orestes, brach, ten zwey ander' Abkömmling'Agamemnons, Klecaš undMalaus, ein Heer zusammen, mit dem sie nach Asien übersetzten und dort Ruma erbauten, welches sie anfänglich, vom phrykischen Gebirg' in Lokris, phri- konis benenneren. Strabo x. 1696. §. 260. be. schreibt uns diese Stadt als die größest' und best' aller Aeolischm Städte. Sie ist berühmt als Vaterstadt des -Hcsiodus, ----r 642 und des berühmten Geschichtschreibers Ephrcus, eines Schülers des I- svkratechber vielleicht unter allen der öltest' ist, dec über Erfindungen geschrieben hat. — Nun, von diesem Aeolischen Kuma aus ist jenes in Italien, von dem hier Dio handelt, gestiftet worden. Strabo x. 745. §. 7- sagt: es sey die älteste allerKolonien, so die Grie¬ chen nach Italien geführt. Der Stifter derselben hieß ^ippokles aus Kuma, der sich mit dem aus Lhalkis in Euböa gebürtigen Megasthenes vereinigte- Beyde waren übereingekommen, daß dem einen von ihnen die zu erbauende Stadt eigenthümlich angehören, vom andern aber benennt werden sollte; und so erhielt die neuangelegte Stadt den Namen Ruma, ob sie schon, der gemeinen Meinung nach, von den Chalkidensern erbauet worden war. Wirklich schreibt Parerkulu« nn. No» mulri post LLalcrÄes/tt, orri, vc xr-isäi- xirnuz krtici» , Hixpocls et öleZMieno äucibus, Lu- in conäiäerunt. Huius clslli» curlum eile öirecrum slii cvlumbse snkeceäenri, volsru serum, »lii voälurno serin sono, gurlis Lereslibus lscrir cieri lo- ier. So auch plimus III. V. Oumse ckslciäenlium, ^Nd beym Virgil: äe ksnclem LÄoicrr sälsbitur orte 5?° DioKaßmS. B.XLVIII. HMI.XXM Mis-num"")undpu„«li», r. Galius'''"^ mondförmige, fast überall von kleinen im» Vurgemei-unfruchtbaren Bergen umgebene Gegend,in welcher stch drey Meerbusen ergießen. Von rie¬ sen liegt der eine ^fast^ außerhalb dieser mA weil nemlich Chalkis, der Geburtsort ihres StiM, dre Hauptstadt der Insel Euböa war. Auch so plus 1^. Vl!I. 6umsisi sb Odsleiös Luboics orjAmem trskunr. Aber Dionysius von -^alikarnafi VIi.r-5 nennt Eretrienser (nicht Kumaner) und Chalkidensa für die gemeinschaftlichen Stifter von Lumä. A diesem Falle mußte wohl Dionys den Namen derSMt nicht von der Benennung jener Aeolischen, sondern, wie schon Strabo bemerkte, von den ^Vellen herleiten, die sich hier, mit großem GeraA am felsichten Ufer brechen- Die Stadt halt' einen vor- treflichen Thyncnfang, und hier ist die mehrere El»' dien lange 8)-lu» Asilinsris, die in der Geschichte du Sextus Pompesus von keiner geringen Bedeutung weil hier die Korsaren angeworben zu werden pflegt die auf der Flotte des Sextus dienen sollten. - H» hielt sich auch die Crythraische Sibylle auf, die«»» dieser Stadt den Namen der Rumänische» erhielt 7 Die Stadt ward 1207. von den Sarazenen ga»M Zerstört, und jetzund sind nur noch Ruders derM Unter dem Namen Oums äilirurrs übrig. 2894) Man sehe kurz vorher, wovon der rili^L^ Isr» dlitenenli qchandelt worden. <, 289;) puttuolo. Hieß ehemahls bey den GE Dikaarchia. Von ihrem lateinischen Namen s-iM Gestus: lZLeros siunr ab 2 mulsirucline Letzter' Ableitung öilliß varro, und beyde finden stch schon im Strabo x 2896) Aristoteles ole Xl. n«e< X »« ss-s-r L-ris»r-r> Tiit XHH. 4. Sehet auch Gcrvium über Ac»eid.Vl ^ U»d pighii tlerculew kroLÄum ,s>- 475- Bajanische Bäder. -51 förmigen Gegend, der ander'ist von diesem nurN.R-T.717 durch einen kleinen Zwischenraum getrennet; der^'^M drill'endlich wird in Gestalt eines stehenden SeesBnrgermei- an dem äußersten Ende dieser mondförmigen Aus-S"' hölung gesehn. Dieser letztere Meerbusen führet den Namen Avermrs, mittlere heißt Lukrinus, und der erst' oder alleräußerste hat von den Tyrrhenischen Gränze», an denen ex liegt, den Beynamen des Tyrrhenischen bekom¬ men. Agrippa Lurchgrub die schmale Landzunge, welche den Lukrinus vom Meer trenpete, verband selbigen mit den zwey andern gedachten Seen, und bildete so drey Hafen, die eine sehr große Zahl von Schiffen, und sehr sicher beherbergen konn- 2897) Avernu» ist der Griechen , mit dem dazwischen gesetzten Aeolischen Digamma; zusam. mcngezogen aus dem Griechischen « priusriuo und Vogel, weil nemlich kein Vogel, ohne sein Leben zu verlieren, über ihn hinrvegfiiegen kann.^ Lukrer, Vl. 740. krmoipia guoä vocsnkur, nomeu ich sb re tmpcüilum eis; suibu; guig tunt conlrsri» cunÄi» t^oslis spuü Lurnsr locur eü — 2898) Strabo S 750« „Oer lukriiuftbe Meers „dusen erstreckt sich bis Baja; vom Meere wird er «durch einen Damm abgesondert, der acht Stadien "lang, und so breit ist, baß ein Wagen gar bequem -auf ihm umwenden kann; man sagt, daß dieser "Damm zverstvom Herkules, als er die Heerden des "Geryon weggeführt habe, aufgeführt worden seyn "wli u. s. w." — Die Muscheln, so in diesem Meer« vusen gefangen wurden, waren bey den Römern in Uhr großem Ansehn, dtou ms L»criq- msglü muerml rc>»c^ka, sagt Horaz. — Es existirt aber dieser lukri. eusche Meerbusen jetzund eben so wenig als das Vor« gebirge Skylla; denn schon 1538 hat ihn ein heftiges Erdbeben verschüttet und an seiner Statt den monre 'wvvo gebildet. Leset Asuveriqm in der, ll»b» »nü« lu» Illi. ,l. 17. 5 5 2 DioKaßiuS. B. X^VHI. Hptst. I.XXXH. M.R.E.7i7ten. Indem man hiermit beschäftiget war, r.' ^u^ward eine gewisse Bildsäule — ich wage nicht zu Burgermei bestimmen, ob es die der Ralypso, (weicher mm st"' diesen Ort, den auch Ulysses aus seiner Schiffahrt berührt haben soll, gcwcihet) oder aber die einer andern Heldin gewesen — nicht anders wie ein menschlicher Körper mit Schweiß über und über erfüllt. ^°°) Wie dieses zugegangcn, kann ich 2899) Sutton XVI. porrum lulium spuäLr- jsz, irnrnillo in l.ucrinum et ^uerrmm lscum msri, el- fecir. Virgil Oco^. H i6z. lulis hu» ponro lon^e sonst vnsts resulo. Richtig schreibt philargyrius über diesen Vers: ßripps in secunäo viise suse clicit, excogiisüe le, rl ex t^ucrino Iscu porrum ssceret. Verum liuius gioi» ^ugulko cellir. 2900) Ralypso — die wir aus dem Homer, edtt wenigstens aus dem Telemach kennen, schickt sich D gut hieher; denn fic wohnt, der Homerischen Geogra¬ phie zufolge, gegen Westen von Griechenland, in °" Nachbarschaft der italiänischen Küsten, die auch, ihrem natürlichen Sohn Auson, den Namen AuM" erhalten. Des hier angemerkten Wunderzeichens er¬ wähnt gleichfallsphilargyriu» I.c. dessen Worte Nia" mir abzuschreiben vergönnen wird: inäiZnseum«^ ^rolorit>»r j^eo ckxit, guis, guo tempore' Lucrinum lscum wäre immistum est, äeinäe rerr- koüs, conligik inrer ipsum I.ucrinum er ^uernum, stuo lscu5 miscerentur, et tsnts kemxestas 01 m eu, xrvcÜAÜ loco dskirs stt, sc nuncistum stlst««aer suclsste proprer guoä ponristces ibi ssers kecerunr. Vom mirakulösen Schwitzen der inen will ich hier gar nichts sagen, da ich Mv wo ich nicht sehr irre, bereits Note i857- SA" Schon Plmarch p. 2Z2. sah ein, daß dies sthe turlicher Weite zugehn könne; und wir sehn dre« nomen zur Winterszeit tagtäglich bey jeder Bera ¬ tung des Wetters. Ich will hier nur bemerken, ° /t«er-»r nicht, wie solches Fabrlj zusammen konstruirt werden müsse. Nicht: das Bajanische Bader. 55z nicht erklären; das übrige aber, was ich Anmer n.R.T.?»? kcnswürviges an diesem Orre selbst gesehn, will^' ich erzählen. Burgermet- §. 728. Die nach den mittelländischen Seen zuge- kehrte Gebürge haben viele mit einander vermisch, te Feuer-und Wasscrquellen. Keine von desAvernus, den hat ja niemand gewählt, sondern: ein im (zu) Avernns befindliches Bild; so wie z. E. 8imulscruw^emon»e nicht die symbolische Vorstellung der Stadt seyn müßte, sondern wenigstens cin in Laybach befindliches Lils anzeigen konnte. Viel, leicht ist auch das nomen proprium oder so etwas, welches ehemahls da gestanden, durch Unauf¬ merksamkeit der Abschreiber ausgelassen worden. — Tackard erzählt in den lemes eäilianke, 1°. XIl. p. 887 ein ähnliches Wunderwerk von einem Kruzifix in Indien, welches man vom Apostel Thomas ver¬ fertigt zu seyn glaubt, und setzt alsdenn hinzu: Uer kortugsi,, sccvutumes s rapporter tour L isur psyr, M'orir kouvent sssure, que ce phenomene, qu»n6 il »rrive, efi le presste cie quelgue malkeur, 6onk I» Nation ess menacee; ll, m'en rspporrerent äivers ex- emple, arrivcs äsn, le fiecle passe ec Annonce, p»r cerre croix mirsculeuke. 2yor) Wagner: Laellen mir Feuer und Ntassce gemischt, welches ich freylich nicht zu verstehn be¬ kenne. — Es schickt sich die Beschreibung hieher, so Justinu« IUI. i. vomBoden dcrInselSikilienmacht; Lst surem ips» rerr» renui» sc figKilis, er csuernis gui- busösm fifiulirgue its penerrsbili», vr ventorum, tot» terme, llscibu, psrest, nee non er ignibus genersnäir, nurrienäisciue koli ipstur nsturrli vi. (^uippe inrrinse- rui strarum fulplmre ek bilumine krschrur: (Gerade so, wie nach der sehr richtigen Vorstellung des Ritter Nlichaelis, der Boden der versunkenen Städte Sodom und Gomorra war : auch dürfte der Avcrnus wahr¬ scheinlicher Weis' eben sowie das tobte Meer in Judäa entstanden seyn) quae re, t»cir, Vk sxiriru, cum itzno in- wr imeriors luKsnre, frequenter ek comxluribus loci, nunc st-uvmam, nunevsporew, nunc kumumewctet— kr vbi scrior per spirsmeiur csuernrrum venrus iucu- buir, srensrum mole« e^erenrur. (Wem fallt nicht hier der vom Dolomieu so schön beschriebene Lustvul¬ kan auf den Aeolifchen Inseln ein?) — Ixli« vnLr slmur incenöium. dlegue enim in mm snguttis termi¬ ni« slirer äursre rot sssculi« jgnir xnmisser, nili ei bu- rnoris nucrimenri« slerekur. (Es nährten sich Ntmlich, nach den Meinungen der Stoiker, die Sterne von den Ausdünstungen des Meeres. Seneka L««^- V. 8- (^uicguiä ex le xsluöer et üumin» ewil- tunc, per äiem Loli« slimenrum est. Lukan Vllll zrz. 8e6 rspiäu« xo»rs /«»«»a xa/ce»r. RikerH -ie »ar. Dcor. II, 15. Pgl. Strabo S- Note 14.) Es ist aber, was Dio hier beschreibt, bst -ey,uns sattsam bekannte Solfatara, von welcher im yten Bande des rkelsuxi imliss mehrere Schriften vorkommen, z. E- außer Eapacci in den ^nliquir« du« Ompqniqe p. 199. ^nd 2Z/. Scipio Marell« cie er a»tt4«rrarrö»r c. XX. unb Joanne« Franzesko Lombardi -te Sa/»err ?«reo/i»u. Bey den Alten hießen sie camp, /»«leiser, und unter diesem Namen hat Ritter -Hamilton, Großbritanni¬ scher Gesandter am Neapolitanischen Hofe, sie am be> Aen und ausführlichsten beschriehen- Strabo p- 75h' wo er ihrer gedenkt, erwähnt gleichfalls Feuer M warme Bader, die zugleich aus der Erde hervoM' chen, wiewohl die eigentliche Solfacara bey ihm d" Markt des vnlkanus heißt, heym plini»» XXXV rx, caütt Lemco^««. 554 Dio Kaßius. Hptst.l.XXXlk. N.R E.7i7diesen bcyden werden allein und für sich selbst be- r.' 'Gallusstehend gefunden, sintemahl sich nie weder war« Burgermei-mes Feuer noch kaltes Wasser deutlich spüren läßt, vielmehr z wird durch ihre Verbindung un¬ ter einander das Wasser erhitzt, das Feuer aber näßig gemacht. Dieses läuft an den Wurzeln -er Berge Hinab bis an's Meer, wo es in Kister- nen aufgefangen wird. Der davon in die Höhe Bajanifche Bäder. 555 steigende Dampf wird durch Dampfröhren in ei-N.R.E./r/ nig' erhaben liegende Zimmer geführt, um die^-^U darin befindliche Personen zu erwärmen. '^Mrgermek 2902) Ich muß hier ein, wie es scheint, sehr in Vergessenheit gerathenes Naturphänomen Italiens meinen Lesern in Rückerinnerung bringen. — JmVe. .nezianischen liegt, fünf welsche Meilen von Vicenz» entfernt, zwischen den Städten Lomgo und Barba¬ ram, Eosto-;a, lateinisch LVLIOOl^, /o»rer ktt/ocheöE«»», sagt Schottus im ikinersrio II,- llse (Antwerpen 1625. 12.) p. 88- Da dieses Latein dem großem Theil meiner Leser unbekannt styn dürfte, so erlaube man mir folgende Worte des Schottus alS Kommentar darüber beyschreiben zu dürfen: Inkerius in xsgo, csuernse guseäsm tunt, guibur vsnti, gu» ex penerrslibus monrir oriunrur, tsngusm clucribur söi «eäst er cubiculs ipss peräucsntur, er vr liber ex gui- bu«äsm bisribuL emirrsntur er okicibus comprimsnrur, «;uoä vnicum eli in lrslis. Hundert Jahre spater schreibt von eben diesen Hölen Graf Loscht in seinen dem polnischen Fürsten Lubomirsky, Abten von Lyniri, zugeeigneten Lo«xe»-ir Lr/orrcr. (Bologna 1669. 4.) l-i cvvoli 6i tüoüoxrs vsntsns Is mersviZIis msAZiors; Duells vills e clilisnre äslls eins sei miglis slls ssl6» äi un mvnre, nel gusle tono 6us csverns, uns cli lun- kberrs 6i miZli» ciieci , Is minorv e j ä'un miglio, cor» «gu« llsxnsnri kreääilstme e cbrzchslline. lZuells i ls Umnss Lolis: Loca /öera ^«re»rr^«r a«/?rrr. OsU» gusle uscetki spirsno in o§ni tempo li venri, ssni, secobi, 0 con Arsn sorrs; I'inverno cslcli, l'ellsre sreclcli, reru- peisri i'surunno s xrimsvere. ösminsno per conclokki 'ecreii, nslle csmers, ksle, csnrins eä in guslunqus loco ne' kslsAAi 6s' KZnori Irsnti elilienti in guell» sletztern Umikand erwähnt auch Schottusr vrra»rli ear»rFrs»e r'ra >°e/i r^e- vr r» rrpc»re mrlrr victerer raerclMI sboccsno con imperu piü e mero scsrcersri sl? sr- uinio 6e' ksäroni, in moclo cke l'ellste u5cen6o sreä- ulmmi, st ZelMv.li vormoeaW, ll vim r li frum. -» 556 Dio Kaßius. B XI.VHI. Hpkst.I.XXXH. E 7!7^Man hat aber diese Zimmer darum an erhabenen L^' s?:/nus^'"ern gcbauet^ weil diese Dünst'um desto treck« Murgermei-ner und trockner werden, jemehr ste sich über Erd' und Wasser erheben können. Dieser Ursachen wegen hat man um bcyden Seen her kostbare Gebaut»' aufgeführet; und es ist in derThat sder Aufenthalt an den beyderseitigcn Ufern derselben) zum vergnügten angenehmen Leben eben sowohl als zur Heilung auf die allerbequemste Weis' ein¬ gerichtet- — So ist dieser Berg beschaffen; ich füge noch eine besondrc Eigenschaft des dasigcn Erdreichs hinzu. Das dortige Feuer, welches Wenn ich sagte, daß dieses Naturphänomen dermah> len in Italien vergessen zu seyn scheint, so ist dieses darum, weil ich nichts davon weder im de la Lande, (er beschreibt: ä'uri i-rsncris en Irslie sNvcrr von 1770.) 1-. Vin cd. XVl. P.2OY. 2io. dieGrotte von oder aber blos als eine, wahr« scheinlich aus einem alten Steinbruch entstandene Grotte) noch in Ferber» Briefen finde, wo sein fran¬ zösischer Dolmetscher, Baron Dietrick, ineinerNote k- 25. dieser Grotte zwar, aber auch auf eine sehr weg¬ werfende Weif' erwähnt: d» gusnrire äs grorres xeu imereilsmes, sagt er, ksir kau; äoucs neZliZer r 1^' ke»r cellez gui sank aux environs c!s Vicsnce: i« oie LOVOdI co»»«e xa»-erenckne »'« e» " /,»/ E-rre. — Sey nun dem wie es sey, so ill a»° dieser Stell' unsers Schriftstellers gewiß, daß sich Alten des Dampfes der Puteolanischen Bäder eben W wie die Grafen Trenn zu Kostozza — imVorbeyg«)» gesagt, scheinen diese Grafen das einzige Haus vo» Bedeutung in Kostozza gemacht zu haben r Schot'»» » erwähnt ihrer, und hundert Jahre nach selbigemLo-- scki; und letzterer scheint noch obenein sehr deutlichi erkennen zu geben, daß die übriaen Einwohner v°" Kostozza dieses Kunststück nicht besessen, sondern M es ein Prärogativ der Grafen Trenti gewesen Windes der Grotte (loeo/r bedieneken: und die» >1' meinem gegenwärtigen Vorhaben genug. Bajanische Bader. 557 Lurch sein» innige Vermischung mit dem Mass r^.R.E. 717 alle sein Phlogiston verloren, kann zwar nichts Aznppa mehr verbrennen, wohl aber das, w-S ihm zuBurgermel- nahe kommt, schmelzen und auflösen. Dem zu->^' folge hat es nach und nach alle Fettigkeit dieser Erde verzehrt, und ihr nichts denn ihre harten, und wenn ich so sagen dürfte, knöcherne Theile zurückgelasscn; folglich sind auch alle Klumpen derselben porös, und zerfallen, wenn sie der Hitz' ausgesetzt werden, in Staub; geußt man aber auf diesen Staub Wasser, so hängt selbiger also- fort wieder zusamm n, und zwar dergestalt, daß S-Z8-. sie, so lange selbige noch Näss» in sich haben, den Felsen gleich unzertrennlich sind. Die 290;) Von dieser Erd' ist wohl auf jeden Fall der lvcus clslllcus beyM Plm. XXXV. Ig. Verum er ixtiur terrae kunr «li» segmenta. (^uis enim saus miretur, pellimsm eiuz psrrem, iäeogue sppeilsrum m pulevlsnib collibuz, opponi maris llucrikus, mer- iumgue xrokinus lleri Ispiclem vnum, inexxuAnsbilem vniljz, er korriorem gnorich'e, vrigue st Lumsno mikces- tur caemsnto. Bey dieser Stelle merkt Herr Wagnee styr richtig an: dies' Erde sey ein vulkmisches Pro« dukt, und noch gegenwärtig unter dem Namen dec Puzzolana bekannt. So weit höchst richtig; er bäte ^uch noch hinzufttzen können, daß uns in Deutschland °>eses vulkanische Produkt gleichfalls nicht fremd, wndern im Churfürstenthum Pfalz unter dem Mmeu bekannt genug sey, in großer Quantität nach Holland verführt, und dort zum Wasserbau gebraucht werde. — Mr nun die Uebersetzung? Ich bm kein Mineraloge hon Profession; ich korrigire hier also nicht ^tschcidend, sondern ich sage nurmit gehörigerBeschei« ^nheit meine Zweifel. Erstlich also: hornarrig, für schein: mir nicht mineralogisch richtig, aber rrveyrens kann ich weit weniger die Schwange- .""8 mir Lalkwasscr verdauen; und ziehe, bis ein prak- tgcher Mineraloge mich eines bessern überreden wird, «mne Uebersetzungvor. Auch im Plinius stand ehemahls 558 Dio KaßiuS. Xl^VlU. Hpst.^XXXll. sr.R T. 7i7Ursach hiervon ist in dem Feuer zu suchen, welche- r?' ^^!m«durch seine selbst eigene Härte die Härte des Erd, Durgermel-reichs dergestalt vermehret, daß es selbige ganz und gar zermalmet; wird nun ^die Wirkung die» ses Feuers^ durch hinzugegossene Feuchtigkeit ab, gekühlt, so werden inwendig die Pori derselben überall so verstopft, daß das ganze Stück Erd, reich unzertrennlich wird. — So ist Bajä, denn fv wird dieser Ort genannt, beschaffen. So bald Agrippa selbigen zum Hafen umgevildet, bemü« lheteersich, Schiff'und Volk, so selbige beman, rren könnt», anzuschaffen. Die Schiffe, st (humano misceacur crsmenw r «i/c«ar«r u aber längst ist auch diese Lesart verworfen. Richt mit Ralk geschwängcrreswasser,sondern bloßes einfaches Brunnenwasser mußte hinzugegossen werden, um dieser Erde Konsistenz zu geben; so wie dieses be¬ der Puzzolana und demTraß noch heutzutage der Fall ist. - Schließlich will ich noch bemerken, welches zur Illustration der obangeführten Stelle des Plinms die¬ nen kann, daß diese Puzzolana beym Sidonius A- pollinaris heißt. 2904) Suekonms XVI. Lellum 8ieulum -- rraxil — üonec nauibus ex inkeZro labric-m», sci XX lerunrum millibur manumillie, ec sci remurn cl«ki5, por- rum lutium spuü Lsiss, immiüo in l.uciinum, er Vernum lacum mari estecik. I» §«o, rar, Helles»«: Lrekcenre in clier er cklle et chiws Pompe», Oelsr motem belli eius fukcipeie lu- Zuir. ^e Vorbedeutungen m Rom. 559 er baueke, waren alle bedeckt, und die ManlE.R S.717 schäft ward an den Ruderbänken zu arbeiten ge-^' lehrt. Bürgermei¬ ster. 729» Die Einwohner Roms wurden inzwischen von bösen Vorbedeutungen erschreckt. Viele der¬ selben hatten sie nur von Hörensagen; z. E. neben Aspis, einer afrikanischen Stadt, sollten 2905) Man beliebe hier nur das, was in der vori- sen Note mit Kursivschrift gedruckt worden, nachzu- lesen. 2926) Dieses Aspis ist der Griechische Name der den Lateinern unter dem Namen Rlupea mehr bekann¬ ten Stadt. Sie lag auf einem kleinen, ins Meer hin¬ aus sich erstreckenden Hügel, mit Namen Taphitis, der zu dem großen Vorgebirge öcs Merkurius ge¬ hörte, welches den Karthaginensischen Meerbusen ge¬ gen Osten begranzte- Strabo p. 2265. §. ;z6. Auf der folgenden Seite merkt er an: König Agachokle» ddn Sikilien habe diestn Hügel zuerst bey seinem Feld- lug gegen die Karthaginenser bcvestigt. Solinus 0. xxvu. «üuirsrem 81 culi extruunr, er.^splä» primum nominsnr. — prolemäus begeht einen dop¬ pelten Fehler, wenn er Rlupea von Aspis unterschei¬ det, und zwischen beyden das Vorgebirge des Merku- Ws einschiebt. Denn erstlich ist Klupea nichts als v'r lateinisch'uebersetzung des Griechischen Namens , und zweytens kann das Vorgebirge des Mer« rurius ganz und gar nicht von Klupea getrennt wer. den. heiße die ganze Halbinsel, so sich denT«nis oder den Mündungen desKatadaan, gegen ^kilien zu in das Meer hinein erstreckt Von dieser Halbinsel lief, der Bucht, an welcher Karthago lag, Segenüber, ein kleines Vorgebirge westwärts ins ^eer, welches man , z -, seiner v^örmigen Gestalt wegen, Aspis nannte. Silins -Uglcklls III. 24g r l'une guse 8icanio xrsecinxit licor» muro clMerfettem curuaüs rurribus ^8k!8. 560 D-oKaßtus.B.Xl^VUs. Hptst^XXXlk. ?r.R.T./^Delphine mit einander gesockten haben, und auf ^Gal-usder Stelle geblieben seyn: Einige geschahen Bürgerin«- dock ster- über welche Stelle Drakenborghs Noten zu lesen. — Es giebt der Aspis in Afrika mehr; einer Hafenstadt in der großem Syrt' erwähnt Strabo p. 2270. Ein Vorgebirge Aspis setzt ptolemaua im Troglodyten« land an der Küste des Arabischen Meerbusens; und endlich führt ein' Insel zwischen Teum und LebekuS diesen Namen, (Srrabo x. 174z. § Z05.) diedey andern Arronnesirs heißt. 2907) Es mußte dieses ihnen allerdings ein seltsa- nies Wunder zu seyn scheinen, da die Schriften ihrer Naturkundiger und ihrer Dichter mit nichts als mit Beschreibungen des sanften Charakters dieser Thiere, ihrer Lust m spielen, und ihrer Liebe gegen die Men- scheu ungefüllt waren- Ovis. Ul- 68z, wenn er die Verwandlung jener Piraten, so den Bakchus gefangen genommen hatten, in Delphine erzählt, sagt: Vncligue äsnr lalmr; mulrsgus sölpei'Awo rv»nt: Lmer^uncgus irerum: reöeunrgue sub aeguorarursut: Ingus cbori luöunr speciem: Issciusgue taÄsut Loipors; er scceprum patulis msrs nsribus estlant. und Virgil Aeneid. V. wo er das Spiel Troja be¬ schreibt: prselis luäo Oelplrinum stmilet, gui per msrls kumicls nanäo Osrpmluum bib^aumgue secanr, lu^uncgus perrnljse- ZMar führt Fabri; eine Stell' aus dem Aelian xvl. ig. an, wo dieser zwo Arten Delphinen unterscheiden soll, von denen die eine sehr wild uns grausam seyn und also sich auch wohl untereinanoe- Leissen könnte: allein Fabri; citirt hier vermut» >nl wie mehrniahks auf Treu und Glauben keiner Kol"'' taneenbücher, in denen er die Resultate seiner unenv' lichen Belesenheit aufsammlete, ohne, wenn er n gebrauchte, sorgfältig nachzusehn, ob auch die zeichneteStell'in den jetzt erforderlichen Zusammenhang passe. Das Faktum ist richtig; das Citatum ftn° sich wirklich beym Aelian; allein dieser sonderbar Delphin' erwähnt Aelian als einer Naturseltenheu Vorbedeutungen. 561 doch aber auch kk der Stadt selbst; Vögel schlepp-V.RE.717 tcn sich überall mit vom Himmel geflossenem BluE^auu« tc; und da an den römischen Festen kein ein-Burgermel- zigcr Rakhshcrr, wie ste doch sonsten zu thun gc/'^' wohnt waren, im Kapitolio gespeist harte, so ward auch dieses für ein Wunderzeichcn angenommen. Ein anderes, welches der Livia begegnete, indianischen Meer, an den Austen des fabelhaften Tavrobane; und sie können also zur Erläuterung des setzt erzählten Wunders auch nicht das mindeste bey. tragen. 2908) Ich gestehe gern, dies nicht recht zu verstehn. Biutregen, als ein böses aber auch sehr leicht erklär¬ liches Zeichen, ist mir so bekannt, daß es nicht ein- mahl der Mähe lohnt, darüber eine Note zu machen; aber, wie dis Vogel diesen Regen verschleppen kann- ten? Dio hat sich wahrscheinlich keinen Regen, sondern geronnene vom Himmel gefallene Tlmkügelchen ge¬ dacht, mit denen allerdings die Vögel sich schleppen konnten. 2909) Dies ist die sogenannte coena llialiV, so die Eenatores in Lapirolio SINK cellam louir hielten, und welcher bepwohnen zu können August jenen Raths- Herrn erlaubte, die er außer Aktivität gesetzt. Leset Dionem unten §. 92z. und Sueron, c. Z5. Von ihr ist allerdings der locus des Gellmo XII. z. Z" ver¬ gehn, wo er von der Versöhnung des Publius Afri¬ kanus und Tiberius Grakchus spricht: cum iolomni ^>0 Inui livsi'ecur, glgus ob iä saciiNcium sonarus in ^Pikolin epulsierur. Allein wenn nun Fabrizius hier iur weitern Aufhclluna folgende Stelle des Sivonius MollinariK l,'. VIIII bcybringt: kranclebnmus brour- wl > copjoko, r» qno insttum insti- kuwm^ue. mulrss epulas paucis paropstclibus apponi, so wmsich djxsEtelle wohl schwerlich von der coensclialr erklären, so sehr auch sonst Sidonius Gelehrsamkeit «el't u„d auf Antiquitäten hinzuspiclen pflegt: denn 'm wußte nicht, wie sich der ststachsatz irgend nut der . aisii vergleichen lasten sollte? Das iim^rorium " Morem heißt hier wohl weiter nichts als frugal, Nn 562 DioKaßius.B. vm. HM.nxxil. tz7R-E. 7i7crfüllte diese selbst mit Vergnügen, die andern alle Furcht. Es warf ihr nemlich ein Durgcnnci-Adler eine weisse Henne, die einen sawentr^gen- den Lorbeerzwcig im Schnabel trug, im Sckoos. Da diese Vorbedeutung ihr von großer Wichtig¬ keit zu scyn schien, so ließ sie die Henne mit Sorg¬ falt auffüttcrn, den Lorbeerzweig aber stecken. Dieser schlug Wurzel, und beklieb so gut, daß eine lange Zeit nachher alle Triumphircnde sichren hier aus mit dem benöthigten Lorbeer versahen. — Es ward dadurch angedcucek, daß iwia mit Anstand und Würde; er beschreibt ja seinen Wirch den Farrcolus als einen schon bejahrten Mann — Unten §.959 crwahntDio dieser öffentlichen Schmau- screyen wieder. 2910) Plinius XV. ;o l.iuise Orulillae, guüsxoii- oa.^ugu6.i msreimomi nomsn accepii, e/re tlac/s-i, Asliinsüi conspicui LKnckoris teelenki sguik ex slro sbiscir in gremium ill3ssam: iinreprciegue mi- rsnei sccellic mirsculum, guoniam rsnerek roliw Isursum rsmum onulium suis b.iccis. Lonlerusri »ih rem er sobvlem lulle, s srulpices, rsmumgoe eum leri 2L rire cultockiri. (Luocl ksLlum elt in vlil» Lselarum, Iluuio 1 ,ben impoliw, iuxw nouum Ispickem via, guse ob ick voenrur ack §«//>»-?/, mieegue hl" xrouenir. Lx en kriumpbsns polisa Lsessr lsurum ,n manureriuiccoronnnilzuec-rplie gellir; se äeincls iwxe- rsrores Lsessros euncli. Sucron Galbai. bwiae olim zoostVejenwnum 5uum leuileuii, praerernois.ns sguils ipiHinsm slbsm rsmulum lauri ro> 6ro renenrem, iw vr rspusrar, climilik in gremiuw; cum<^us nutriri alirem, pLNZicjue rsmulum placuister, kanrs pulloi um subolss prouenir, vr boUis vocerur; wie vero laureww, vr trinmpbsruri inös lsureas ciecerpeienl, tuir^ue mos ri iumplisntidns, süss conlellim eoäem co psnAere. Was beyni Sucron ilsrim xvll /l«" »»xrrar heißt, ist bcyNI Plinio: p^c?-r e/ek 6'-.-/^ (doch lesen einige coelices auch hier nuprs) sochi ti- die 0''csch!chke ganz völlig einerlei). — Dieser.Lorbeer- wald findet sich auch auf Münzen. HausigcAbtvechslung der oörigk.Aemter. 56z unter ihrer Schürze"") die ganze Macht Kaiseren.N.E. 717 und Mittel über ihn zu herrschen habe. Uipxa . Burgermei- § 7Zo- ster. Fast eben so sehr wurden die Einwohner dec Stadt, durch die häufig'Abwechslung ihrer obrig¬ keitlichen Personen erschreckt; denn es wurden nun nicht mehr Bürgermeister und Stadtrichtcr allein, sondern auch Rentmeister einer dem andern suffi- girt. Ur such, weil niemand so sehr Varan gele¬ gen war, die ihm gebührende Zeit hindurch »ein Amt in der Sradt zu verwalten, als er sich be- eiferke, unter die, so bereits Rakhsherrnwürden bekleidet, gezählt zu werden, um so cine Landpfle- gcrey außerhalb den Granzen stseines Vaterlan¬ des^ erhalten zu können. Es wurden also fernerhin gar nicht mehr Kandidaten auf eine ge¬ wisse bestimmte Zeit gewahlck, sondern sie em- fiengen den Namen irgend eines obrigkeitlichen Amtes, und legren ihn wieder ab, so wie solches denen, so die Gewalt in Händen hatten, gefiel; und viele mußten beydes an einem und dem nem- lichen Tage khun. Es fanden sich auch emige, so 29H) Anstatt unter ihrer Schärxe hakt' ich erst, nach dem Griechischen, in ihren Schoos geschrieben, faches aber nachher mit dem jetzt siebenden Aus- druck, welcher mir entsprechender zu styn schien, ver¬ tuscht. Es jst es auch aut jeden Fall; allem er kann Zu Msdcutungen Anlaß geben; und da ich sehe, daß >"vst Hs. Wagnis, der sonst so gern modernistrt, hier Örtlich übersetzt hat, so dürst' e-< wohl auf jeden Fall "Mr ftyi,, tzjx verworfene Lesart wieder aufzuneh- uien. ^9'2) Wagner: „Auf Aemker außer Rom, Key ^ncu man sich mehr Nachvouck geben kännre, Mivsuch zu machen." Das heißt ez«, pa» raphraflrt! 564 Dio Kaßius. B.X^VIH. Hptst.l^XXXll. N.R E. 7i7dcr Arwuth wegen auf all' obrigkeitlich' Ämter ^GM^Vcrzichk thaten, um hier nichts von denen zu sa- Buraermei gen, so sich beym Sextus befanden, und auf« gewisse Weise gerichtlich imfam waren Ein ' gewisser Mark-Oppms, der sich nebst seinem Vater unter der Zahl der Pros kribirren befunden, wollte ein Platzmasoratebcnfalls aus Armuthnicht annehmcn; jedoch dieses gab das Volk nicht z», vielmehr schoß es so viel Geld für ihn zusammen, daß er nichft allein anständig leben, sondern auch die Unkosten seiner Würde davon bestreiten kenn» te; niarr sagt sogar, daß Missethäler, 2yig) App'Lnus p. Zsc> Oppium proprer semeni ^ecreprtkrm ludere nl)Iel^rem, jubjamm inIwme- roz ex vrbe exrulir, iiicle in 8ici!iam cum eo, woöo msriu clucens, mocio ceruics bsiuluns tenem, perue- uir, nemine vel suspicsnre, vei molsllsnre: ne38 psrrem Aeü-ni8 piriAirur reuersnrlus er bolliba!- luueni populus polier piemriz ergo »sclibrsrem äew- lir, er guia publicsris boni« non srar vncle luclo» ebe- rer, opitica; (lecommuni senrenria iuuerunreum^rsrm- ris uperiš, er ex specraroribu« guisgue guok bbuirnum- raus in orclrsllram coniscir, ir» vr bomo incis äir^kci 6r Dieser alt' chppms ist der, den wir oben § 4°' auf keine sonderlich rühmliche Weise als den Ren«- stcr des Markus Kolla in Buhynien kennen lernten ^abrizins sagt, es käme dieser chppius in einem EM' fe Kikerons an Poinpsjum vor, (ack^rir«« Vlll u) wo ihn Kikers: viZÜrmrem bvminsm ec inänliliu^ nenne: allein drey Ausgaben der Brief' an Attikn^ ich vermählen zu meinerDispoiition habe,und die t«M Dollnretschung des seeljgcn Reichard, wissen . Stelle von keinem Ovpius, wohl aber von einen! W" Eppius, dem ätikero (als ihm nach Pompeji E aus Italien oblag, die Küsten dieses Landes;» D i zen) die Vertbeidigung der Stadt Mmturna ncr tragen hatte- Diescr Lppins war ein sehr eis« Pompejaner- der sich Kaisern, als er sich mit dtt " senden Armee Utika nähert', ergab, (Hirnns Mark Oppius. 565 so sich, um nicht erkannt zu werden. verlarvtN.R.T zi? M. Aoripp» L- GalluS 89.) und der also wobl auf keine Weise hier gc-Burgemej- meint seyn kann. Der Proprat-or und Prafektus Klas.^^ sis Mark Antons, auf einer Münze beym Vaillant fro/am. p. 192. ist cS auch nicht; weil dagegen die ganze Zeitrechnung strettct- 2914, Dai; ich dieses nicht verstehe, bekenn' ich von ganzem Herzen. Wahrscheinlich ist die Lesart verdor¬ ben, nur daß ich sie nicht herzustellen-weiß. Leun- klauca für ist sehr sinnreich: sogar die Mimen nahmen an dieser ehrenvollen Lollekte Thcil. Aber warum denn " x«, Ich würde vcrmuthcn darum, weil es unter der Würd' einer Römischen Magistratsperson zu sei)» schien, von verächtlichen, weggeworfenei; Mimen Geld zu nehmen. Bey dem allen aber gesteh' ich sehr offenherzig, daß ich mir in der ganzen Stelle kein genüge khue. Ich hab' also das hier gckhan, was lch bey jeder dunkeln Stelle zu thun für Uebersctzer- pstichk halte: ich habe meinen Lesern die Worte des O- nginals wieder gegeben, und überlasse nun die Erkla- rung derselben ihnen selbst. Hr. Wagner übersetzt Feinde, und über diese seltsame Dolmetschung niacht er folgenden noch seltsamern Kommentar: „Im ni,ext siebt und die lateinische Version hat "lasterhafte. Warum sich diese sollten maskirt ha- „den, seh' sch noch immer nicht ein. Ich stelle mir die "Cache so vor; Oppius war, wie vorher stand, ein "Verbannter gewesen, als solcher halt' er Feinde, Der. "folger gehabt. Selbst jetzt durfte man vor den Tri- »unwirn ehemahlige Verbannte nicht so hoch begünsti¬ gen. Diese Manner, vcrmuthlich höhern Standes, "Uwskirten sich also aus Furcht vor den Lnumvirn, "Und ehrten den verdienstvollen Mann durch ihren "«eykrag." — Man erlaube mir folgendeBemerkun- An - i) heißt nun und nimmermehr im Gne- u»fchen ein Feind, mithin fallt Wagners eigenmach- 'we Dolmetschung weg. 2 ) Gesetzt aber auch, ------ konnte durch Feind überseht werden, welche selt- ^Feinde, die maskirt aufs Theater kommen, nicht u^n, wie man erwarten möchte, ihren Feind zu be- 566 D!'oKaßius.B.XI.VHl. Hptff.ILXXlI. N.M E.7i7hatten, als ob sie Schauspieler wären, auf das gewagt, und so ihren Antheil daselbst Burgermei-auch erlegt hätten. So sehr ward dieser Mann st"- lebend vom Volke geliebt; als er nicht lange dar¬ auf >tarb, ward seine Leich' auf das Martichld geführt, und daselbst, nachdem man sic zu¬ vor verbrannt hatte, beygefttzt. Der Rath, den diese so überaus große Zuneigung des Volkes ge¬ gen Oppium verdroß, ließ, auf Erinnerung der Opferpriester, seine Gebeine von da unter dem Vorwand hinwegnehmen, es fty irreligiös, selbig' an einem heiligen Ort beygefttzt zu haben; und doch hatten sie vor - und nachher eben daselbst viel andere begraben. Um eben diese Zeit kam Mark-Anton nach Italien aus Syrien zurück, unt> zwar dieses schimpfen, sondern selbigen durch Geldtribut zu ehren- Z) Muß der Hr. Konrektor mit der Römischen ^e> schichte danrahliger Zeit ganz und gar nicht bekannt feyn, wenn er sich nicht erblödet, zu sagen, daß man aus Furcht vor den Triumvirn nicht hatte bczunstlM dürfen; dies streitet mit jeder Seil' einer rönuMN Geschichte, mit jedem historischen Fakto. 4) Die m' teinische Version har nicht lasterhafte, sondern riok>5; dieses entspricht dem Griechischen oe' iig; und wenn Hr W wirklich nicht weiß, wie?«?' r/M auf deutsch heißt, so kann er es in Scheller treflichem Wörterbuch finden- 29 r 5) Oben H.22Z. ist von der Gemahlin des Po'» pejus, Julia, einer Tochter Kaisers, das nemllch zahlt worden. VomLukiusSM sagt Lukan U-r--- l-lis merulr rumulum in meciio tibi rollere campo- Dergleiche oben Note 7;?. - 2ht6) Antonius war der Angelegenheiten des Ls? tus wegen zweymahl in Italien anwesend. Von d M Antons Ankunft in Italien. 567 »er ersten hab' ich oben, Note 2877. gesprochen, undN.R-T.7l7 mit dieser must geqenwarckgc nicht verwechselt werden, M. Aarivpa von welcher die Nachrichten beym Applaus p. 426.^ Keaius Mäcen bekam den -luftrag, Ankonium, der llrsach^'^^met- hatte» über Kaisers letzt' Aufnahme sehr unwillig zu ' seyn, auszusöduen, und dies Projekt gelang vvrtrcf- lich. Mit Frühlingsanfang verließ llnron Athen, und landete, von einer Flotte von drcyhundert Segeln be¬ gleitet, auf der Rhede von Tarent. Oer miötrauische Kaiser fieng an, sich jetzt vor -Anton noch mehr als selbst vor Septum zu fürchten, und wollte nun von Antons angeborener Hülfe keinen Gebrauch machen Aber dem Änron, der sich zu seinem Parrhcrkricg kei. ner Flotte bedienen konnte, war es in gewißer Rück¬ sicht norhwendig, seine Schiffe gegen Landsoldaten zu vertauschen. Es ward also Oktavia von Seiten ihres Gemahls als Unterhändlerin an ihren Bruder abge¬ schickt, und ihr gelang cs denn endlich auch wo nicht Freundschaft, doch wenigstens Frieden zwischen bey. den herzustellen. Es ward auf dem zwischen Meta- Pont und Tarent fliessenden Flusse zwischen beyden Feldherren eine mündlich' Unterredung verabredet, in ber sich Anton wieder wett edelmüthigcr als Kaiser benahm, indem er auf eine höchstgroßmüthige Weise sich der Ehrlichkeit seines Gegners völlig anvertrauc- tt, welches denn endlich letzterer der Schande wegen p>ohl auch nachahmen mußte. Das neue Bündniß kam nun zwischen ihnen auf folgende Bedingungen zu Stande, daß Anton Kaisern hundert und zwanzig Schiffe seiner Flott' überließ, dagegen ihm dieser ver« wrach, ihm aus Italien zwanzigtausend Mann Land¬ soldaten zu seinem bevorstehenden Feldzug gegen die Parcher zu senden. Oktavia machte noch überdies ih- Bruder mit zehn Schiffen, so sie von ihrem Ge, Wahl erhalten, ein Prasenr; und Kaiser war artig genug, dies durch ein anderes Geschenk von tamend auserlesenen Mannern zu vergüten, die Oktavia na¬ türlicher Weise nicht für sich behielt, sondern ihrem Mann abtrat, dessen Geschmack auch Kaiser die Aas- Wahl dieser Soldaten überlassen hatte. Sie verlan. steten sich darauf eigenmächtig die triumviralische Vcwalt auf abermahlige fünf Jahre, und darauf 568 DioKaßius. B.X^VIII. Hptst.^xxxil. N.R.E./iyunter dem Vorwand, Anthcil am Kriege gegen Galius^^'^s, wegen der Kaisern zugestosiencn Un- Burgermei glücksfälle, nehmen zu wollen. Jedoch blieb er nicht lange gegenwärtig. Sondern da er in dec That mehr aus Neugier, denn in der Absicht, ir¬ gend etwas zu thun, diese Reis" unternommen hatte, so begnügt'er sich, Kaisern Schiffe zu ge¬ ben (für die er Legionsoldaten von ihm überkam) und noch andere nachzusenden zu versprechen, und gieng darauf sogleich, unter dem Vorwand, Krieg gegen die Parthcr zu führen, zurück. Noch ehe sie aus einander giengen, stellten sic einander zuerst durch Abgeordnete, nachher auch persönlich, das Unrecht vor, so einer vom andern erlitten zu ha¬ ben glaubte. Da sie noch keine Zeit, cmanderzn bekriegen, hatten, so gaben sie um desto bereit¬ williger der Oktavia Gehör, die sich, den Frie- schieden sie sich. Anton gieng von Tarent gerades Weges nach Syrien, und ließ seine Gemahlin nebst ihrer Tochter zu Rom bei) ihrem Kruder zurück 7-, Nach Plrrrarcb, der p-yzi die nemliche Geschickt erzählt, har Antonius damahks nicht in Tarent, son¬ dern in BrunSlsmm einlaufen wollen, wo manch» aber nicht eingelassen. Er setzt hinzu: Oktavia sty zur Zeit ihrer Gesandtschaft vom Antonio schwanger gewesen, nachdem sie ihm schon vorher eincToaM gcbohren: ferner, sie hab' ihren vom Makenas und«- grippa begleiteten Bruder unterwegens begleitet. Soldaten, so Oktavius dem Antonius geben silM, setzt Plutürch nur auf sv- und die Sckck des Antonius auf hundert an, (welches offenbar >» keinem Verhaltniß mit einander steht.) Nach ebc diesem Schriftsteller bat Oktavia ihrem Kruder in« zehn, sondern zwanzig Schiffe, mit Vergünstigt ihres Gemahles, und jener dafür diesem tacheiw Soldaten geschenkt. — Nach Dio kommt Antom» aus Syrien, nach Appian und Plutarch ausAchc», hier ist aber wohl Dious Nachricht vorzuziehn. Erneuertes Bündniß Ant. u. Kaisers. 569 den zwischen ihnen herzustellen und solchen durchN-R.L.717 Bande der Verschwägerung vcstcr und vcstcr ziE machen, bemühet?. Kaiser versprach seine Toch Burgermri- ter dem Sohne Mark- Antons Antyllus, und M. Anron die feinige, fg mjx ^>er Ok¬ tavi« gezeugt, dem Dominus, ohncrachtct dieser einer der Mörder Kaisers und proskribirt worden war. Sie suchten sich einander wechselsweis durch dieses Betragen zu täuschen, denn wirklich hatten sie nichts von alle dem, was sie versprachen, zu halten im Sinn, sondern versprachen selbiges nur, weil die gegenwärtige Lage der Angelcgen- 2917) Weil diese Heyrath niemahls zu Stande ge¬ kommen ist, so erwähnt ihrer auch Sueron. I.XHI. Doch führt er am Ende dieses Kapitels einen Brief des Antonius an, worin dieser ausdrücklich schreibt; Kaiser habe seine Tochter Julia zuerst diesem Aucyllo, (welches, im Vorbeygehn zu sagen, das von Antonillus ist) nachher dem Sohne des Gcrischen Königs Rorison versprochen. Ankyllus konnte da« Wahls noch keine volle zehn Jahr zahlen- Leset Pes klwnu /ri/?. c. III. 2YI8) ptnroivs minor; sie ward aber nicht dem Ancjus Dominus Ahenobarbus, der einer der ge- 8w Kaisern Verschwornen gewesen war, sonderndem Sohne desselben Lukrus versvrocken. Dieses ergiebt N deutlich aus der weitlauftigen Darstellung der Genealogie des Nero, mit welcher Sueron die Lebensge« schichte dieses Kaisers beginnt. Noch deutlicher aber aus leigender Stelle des Tacitu» /4»»«/. Illi. 44 l.VLlVd-1 llscorauic parer (Orrr»r) ciuili bello msri kvtsnz: cloneo ^nronii partibun, mox Osessri5 ml(ee- wrur. pbarlälica acie pro optimaribus ceciös- Ht; ssi/k e/ekü«, c»r cka^er«»-. Eben so verstehe man auch p-955- 6. ö il,sx <« La>^«e«e, 57o DioKaßius.B. XI.VHI. Hvkst.I.XXXII. solches zu erfordern schien. Dieses zeigte 8 !';a!!us!lch vorzüglich dadurch, daß Mark-Anton dieOk- Burgermel ravia sofort aus Korlyra nach Italien zurückschick¬ te, unter dem Vorwand, sic sollte den Gefühlen nicht ausgeftzt scyn, die ihm im Kriege gegen die Parthcr bcvorstchn würden. — ZudcirVcr« abrcdungen, so ße damahls mündlich einer gegen den andern trafen, gehört auch noch, daß sic den Sexm? Pompejtts sowohl seiner Präbcnde als des ibm versprochenen Bürgermeisteramts für verlustig erklärten, sich selbst aber bestätigten sic die Oberherrschaft, da die erstem bereits verflossen S. zsi. waren, auf abermahligc fünf Jahr. Hierauf gieng Mark Artton nach Syrien zurück, Raiser aber rüstete sich zum Krieg, indem ihm alles an¬ dere nach Wunsch und Verlangen von statten gieng. Nur Menas, treulos von Natur, 2919) Plurarck sagt in der Note 2916. ungefähr' ten Stelle p. 9^2 s. k>: Appianus p. 427. Dckcel- ssrunk, Antonio recra kosiinsme in 8)riam, Olläuir relicls spuci fisnue w-i-r- -Unonü verirus, c^ui feiuirureir» oi vr msiicipio luu bulenro inrenraueiLr; (Note 2877) üue mino» 1?^ consecukuz pi'-icmig: llue pormoms guorillisnir caeie rorum llompeü likerroium opprobrüs, p6lllcü«m 0 iocisnrium, er »6 okllcium reuocanrium — denk', ohn'abergläubisch zu seyn, darf ich auch b" die Gewissensbisse mit in Anschlag bringen, dieM^ fühlen mußte, seinen gütigen, nur etwas zu schwach Menas Uebrrgang zu S. Poinpejo. 571 der immer den Mächtigem seinen Hof zu machenN N E 7^ suchte, und dem es noch ebenem verdroß, keinO^A'^ berkommando erhalten zu haben, sondern Gabi-Burg-Mn- no untergeordnet zu seyn, gieng von ihm aber-'°^ mahlö zum Sextus über. — Dieses geschah m dem Winter des Jahrs, da Lukms Gellms und Rokkejus Nervs die burgermcisterliche Würde bekleideten. Wohlthätsr Sextus auf eine so schändliche Weise ver. lassen zu haben. — Wei! Sabinu« die Flucht des Menas, der mit sieben Schiffen zu Sexto übergieng, weder bemerkt noch verhindert hatte, so gab dieses Kaisern Gelegenheit, ihm das Oberkommando der Flott' abzunehmen, und solches seinem Günstling A- Zrippa zu übertragen. Ende des acht und vierzigsten Buchs. Titus Dis Kaßius Kokkcjanus V. L. J a hrbüche r Römischer Geschichte. Neun und vierzigstes Buch. Haupts?, s.xxxm. Sextus Pompesus wird vom Kai¬ ser überwunden, und Lepidus seines Antheils am Triunivirate beraubt. §. 7Z2--749. l.XXXIiii. Pakorus überwunden und gc> tobtet; Ventidius jagt die Parther überdcn Euphrat zurück. §. 750—752. — t-XXXV. Mark-Anton von dm Parthecn geschlagen. Z. 75^—764. I.XXXVI. Kaiser überwindet die Pannonier. § 765—69 I.XXXVH. Mark Anton nimmt Artavasdes König von Armenien hinterlistig gefangen. §- 7/v 771. 772. — I.XXXVIII. Einweihung des PortikusPanli- §77Z- I.XXXVIHI. MauritaniaKasarienstswirdjN einer Römischen Provinz gemacht. §. 774775- Cs enthalt einen Zeitraum von vier Jahren, in denen wir folgende, so die höchst' obrigkeitüche Würde be> 'E^' kleidet, verzeichnet finden: 718 Lrrkius Gellius Poplikola und Mackus Rokkesus Pkeroa. 719 Lukius Lornufikius und Sextus Pompesus» 7-2 Mark-Anwn zum zweytenmahl und Skribonius Libo. 7ri Raiser (pktav-anus zum zweytenmahl und rd kütius Tullus. 57Z DaS Neun und vierzigste Buch. Drey und achtzigstes Hauptstück. Sextus Pompejus wird vom Kaiser überwunden, und Lepidus seines Antheils am Triumvirat entsetzt. §. 7?2. Kaiser lief, sobald er mit der Ausrüstung sciner^^E-7iz Flotte fertig war, und so bald ihm der AnfangKottci.Ner- dcs Frühlings solches verstattete, mit ihr^.^urger- von Bajä aus; seezelte längs den Küsten Ita- licns, und machte sich keine geringe Hofnung, Sikilien von allen Seiten zu umgeben Äus¬ ser der großen Anzahl selbstcigcner Schiffe ließen sich die des Mark-Anton schon in der Straße^) 2922) Die Worte des Sueron c. 16. cum b^ems tvta copE exercuiüsk, scheinen die Angabe Dions zu bestätigen, die aber doch unrecht ist, denn Appianus k- 427 setzt gar zu genau den isten Julius für denje¬ nigen Tag , an dem die Flotte ausgelaufen sey: tt-,nc äiLM (H°gr praettiruic, setzt er hinzu, tsulrum isru, krvsiksr palism perpsruu vicrorsm. 292z) Der Plan war so gemacht: Kaiser wollte Sikilien von Pureoli her, das ist auf der Nordseitt, wo Mylä lag. und das Vorgebirae Pelorus angrei- sin; ein gleiches sollte Stanlius Taurus, vonTa--e!it aus, auf Tauromcnium gegenOsten, wodasDorge- buge Pqchyn;,Z jst, und endlich Lepidus von AirM v", gegen Süden und das Vorgebirge Lilybäum ver- suchen. ..2924) Diesen Ausdruck kann ein unbefangener Leser jchwerlich anders als so verstehn, daß Mark Anton ttme Schiff- ass den orientalischen Gegenden, wo er sich aufhielt, jetzt erst naeb Sikilien geschickt. Dies 'n aber falsch; denn die ganze Flotte des Antonius, hundert und dreystig Schiffe stark, lag im Tarentioi. scheu Hafen; doch konnte Srarilürs Taurus, der ßc kommandirte, fetzt nur hundert und zwei) SW Kaisern zu Hülfe führen, wer! eine pestarkia.cKraakheit die Flotte dergestalt entvölkert hatte, daß acht und zwanzig Schiffe leer blieben und von keiner Mannschaft besetzt werden konnten. — Wenn Fabrr; sagt: Ecr- tus habe diesem Tauro den Plcnuiuö entgegen gesetzt, so ist dieses höchst falsch,- denn Plenums kommandier! bey Lilybaum (2>ap Roko) gegen den Lcpidus, du auch, ob ihm schon der Sturm bey der Ucderfahrt von Afrika heftig geschadet, nicht allein in Sikilien landete, sondern auch den Plenums schlug, und sich einiger auf der südlichen Küste von Sikilien gelegener Städte bemkistcrte. 2925) Man vergleiche zwar hiermit unten der. /Wn Paragraph, erlaube mir aber doch zu gleicher Zeit an« zugigen, daß Dio, und überhaupt die Geschichtst^s» der alle, mit dem unglücklichen Lcpidus zu ungcrcckt handel». Lepidus hatte doch wahrlich nicht ld Hülfe versprochen, sondern er hatte auf tausend W und siebzig langen Schiffen zwölf Legionen und sW taufend Manu leichter NumidifcherRculerey naüW' kitten übergesctzt. 2926) Üebcr diese mit Thürinen versehene Schulst lest mau ein' Abhandlung des Andreas Percr T-"' lianelli: liieerctte soll ori^ino, lkruirur» ecl uso ciede suricko nsvs ruriiro, und einen Brick des Johanu ReinolS 2>arli au Gori über den nemlichsN Gegenstand, im zehnten Bande der von Gori heraus 574 Dio Kaßms. XHIX. Hptst.HXXXIII. N.REWsehn, und Lepidrrs hatte gleichfalls, obschon iri- KE-'Ner der Willen, Hülfe versprochen. An, mehre- ra Burger-sten verließ er sich auf die Höhe seiner Schiffe, meister. und ost Dicke der Breter, aus denen selbige li- sarnmengeschlagen waren. Er hakte sie auch aus¬ serordentlich stark und hoch zimmern lassen, so daß sie vermögend waren, ein' ungeheure Zahl von Mannschaft zu tragen. Ucbcrdcm trugen se alle Thürme, damit die Soldaten von der Q/r/-v5^Ä- Magners Uebersetzung: „Sogar Thürme waren ans "^nftlben angebracht, um den Soldaten ScHutziveh-.- "U»d höhere Stellung zu verschaffen,-- verlnnizt alles, jcigr, wie wenig der Herr Übersetzer MilAnligUi!- - an der Raum bekannt war. Kriegsschiffe von Agrippa Erfindung. 575 Höhe, gleichsam als von Maucrzinnen Herab,y^R-T.^x fechten könnten. Diese Vcsiigkeit und Höhe der^f^A Schiffe setzte sie in den Stand, nicht allein di- Bürgermei¬ ster. gegebenen 8xmbo!kieum lilkerarisrum. Wenn Virgil ch'Mch VIII. 692. schreibt; sut moiicss concurrere montibur Klei; l'snlL mol« viri turririr xuxpil.ns in6-nir; so setzt Servius hinzu: ^Arixps primur hoc ASNUS inr- rium iriusnerLk, re clet^bulis studim eriAsrencur, ümul- se venmm eststec in prselium, rnrresgus boffibus im- prouistie, in nsuigsnclo silent oecullr.e. Vgl. Scheffer ll-mi/rris»a„g/r II. V. lZ4> — Da eine Digression über die I1SUS8 rurrirss der Alten zu wcitlauftiz seyn dürfte, sd begnüg' ich mich, eine Zeichnung derselben hier bcy- zulegen/dic auS demGorianischcn rNuseo entlehnt ich-- ) 76 Dio Kaß. B. XI^VM.Hpfst ^XXXIII. > » < N ^ E./izfeindlichen Angriff' auszuhaltcn, sondern auch, KEeNcr-da >h^ ftlbstcigener Angriff heftiger war, di¬ va Burger-Schnäbel der gegenseitigen Schiffe von den ihn, meister. abzuwendcn. Mit Voraussetzungen dieser Art brach Kaiser nach Sikilicn auf. Da er des Kap palinurus duplirt harr', übersiel ihn ein heftiger Sturm, der viele seiner Schiffe zu Grunde 2927) Das Vorgebirge Palinurus, welches, der bekannten Fabel nach, seinen Namen von dem hier er, trunkenen Steuermann des Aeneas erhalten Hakes soll, ist den Italienern noch jetzt unter diesem M- incn bekannt. Es hegt im priucip^ro cm-a, an da Küste des tyrrhenischen Meeres, etwan sechs deutftie Meilen südwärts von den Ruinen von Postdonia ent¬ fernt. Von diesem Schiffbruch verstehe man vcllcstm II. 79. wo er schreibt: Virum Inimana ops iinncwm, grauirer eo temvore sormn» concullir, geiipps lonze rnsiorem psrtsm clsllis, circa ^/ia»r xr«- astorra viz strici lscerauir sc sistuis- Delia, so Strabo S. 767. unter dem Namen Elr« beschreibt, hat, wo es nicht das jetzige cgstsllvsm.v° selbst ist, doch gewiß an dem nemlichen Ort gelegem und kann also nur eine starke deutsche Meile vom Kap Palinuro entfernt gewesen seyn. — Daß das Vor¬ gebirge Ser Minerva, 7-» L^-„, an dem B' pianus die Flotte des Augustus scheitern laßt, frcniim etwas weiter als Palinurus von Delia entfernt M hat Fabri; sehr richtig bemerkt: — denn dieses gcbirgc liegt den drei) Sireneninseln uns gegenwarnl unter den Namen Licofa, San Pedro und ch-Ntt" bekannt, gerade gegen über; vgl. Strabo g. 75v ' 15- — allein ich sehe nicht, wozu die Bemerkung E zen soll. Avpius kommandirte, wie Arwian ausdr^ lich sagt, das letzteGeschwadcr der kaiserlichenFlod - /^ppius cogebat jiottiemum nauinm «gmen cum liilio. Die Schiffe fuhren eins nach dem andern lM dem Ufer hin, ein Schiff immer in einer mäßigen^ ' fernung vom andern; welch ein Wunder ist es daß der die Arriergarde kommandirende Appius d Krieg Kaisers mit S. Pompejus. 577 Grunde richtete;den übrigen, durch diesenN.R.G./ir Zufall erschreckt, kam Menas über den Hale^Gell^s u. verbrennte derselben viel und bekam nicht wenigere Bürget gefangen. Und wäre nicht Menas, durch"E^ angebotenc Verzeihung und Versprechungen an¬ derer Art, bewogen worden, einige kaiserliche drcyrudrichke Galeeren, unter dem Vorwand, baß selbige zu ihm übcrgegangen waren, aufzu- nehmen, und so die ganz' ihm anvertrauete Flotte zu verrathen: so hätt' auch damahls Kaiser noch beym Minervenvorgebirge fdlspo kÄmpsnsl!^ befindet, wenn Kaiser mit dem Vortrab schon Velia undKapPalinuro erreicht hat? Sagt dochAppianus selber: rompeltare orieiite r» k'e/r»»?/- nswra ruruni co:^Err, excepw uns lioxi'reme, gus^ cn-ca (natürlich Muß doch hier supvlirt werden) kecir nsusrsgium. 2928) Appianus: perisrunr naus; Zrsues keXj ls- vlvrss viAinri sex, lidurnicse plures erism. — Die Verfasser der allgemeinen Weltgeschichte sagen, daß b>ese gescheuerten sechs Schiffe aus der Zahl jener ge- wesen, so Kaiser von seiner Schwester Oktavia bekom¬ men; (vgl. Note 2916) ich muß aber gestehn, nicht clemeirtsr recel Laesarrs clsst'em lncenclir, gusruuis nuper Oavß» ram secunclo naukra^i» perciiUUler. sclewgus ' ^>o/?ea ab »a«a-r cr>c«M»e»r«r, rex kriremibus sci Laelarem rrantrir. Lest bvnc . lerlio rrsnssu^am, lncluirs ranmm vira segnem guir. — Die kursivgedruckten Worte sireilcn Mit Geschichte, so fern »ns selbige bekannt glaube berechtigt zu seyn, sagen zu dürfen, sie I" Krieg zwischen Karstrund S. Pompejus. 579 lcgenhcitcn jederzeit in Verdacht hielt. — KaiserN.R x.7iz nahm ihn auch darnahls mit allen Freuden ausHIA^,") ohne sich jedoch auf ihn im mindesten zu verlassen;«-! Burger- undnachdemer seine befchädigtenSchiff'ausgebestw^ster» strt, diejenigen Sklaven, so für Ruderknechke gcdie- nct, bcfrcyet,und diejenigen, so aus den versenkten Schiffen (aus denen sich viele durch Schwimmen gerettet) erhalten worden, auf die Flotte mit der Geschichte selbst Menas, der terrio n-ans- luF-,, wäre gewiß von Kaisern nicht ausgenommen tvorden, wenn er: cireumusums ab Agrippa NLusli xi»eiio übergetrcten war. O nein ! da hätte man ihn gefangen genommen und als einem Ueberläufer den Proceß gemacht. Der Schaden, den er der kaiserli¬ chen Flotte zugefügt, machte gerade, daß Kaiser ihm sttznnd schön that. — Uebrigens ist der Wink, den uns hier Dio giebt, vortreflich, und wenn man feind Paar Worte mit Appiani Erzählung zusammenhält, so hat man eine, ich möchte fast sagen pragmatische, Geschichte des zwoten Ueberganges Mena zum Kaiser. — Es ist aber von dieser Zeit an Menas dcrParthey Kaisers getreu geblieben, und hat endlich in Kaisers Diensten sein Leben im Pannonischen Kriege verloren. Eiehe unten §. ?68- 29Z2) Dio druckt sich hier kurz mit einem einzigen Wort aus: „-c?- Dies Wort kommt vor bcym Thukydides x>. io. l. l8, wo cs seinScholiast erklärt: ö, auch did iakeinischc Version hat ganz recht: Wagner übersetzt dies: die Ueberxahllgen; ein neuer Beweis, daß Hr. W. an sehr vielen Stellen den Grie- wischen Text gar nicht einmahl angesehn hab Veyni Griechischen Wort war eS in der Lhat physisch un¬ möglich, dielen kindischen Fehler zu machen; wohl aber konnte der angehende Sekundaner g-" /»p-re--.E sur überkompiet, überzählig, nehmen: es fielen ihm Uenilich gupsrnumerrnii und Floskeln dieiec Art wehr ein. Daß ich aber den Fehler kindisch nenne, wirb mir wohlHr.W. nicht übel nehmen, weil es denk Nachdenkendcn Mann, er mochte nun Griechisch rmtz 58v DioKaßius.B. XLIX. HpLst.^XXXIll. N.R.E.7,?Mark-Antons, so an Mannschaft Manael litte, KokAe'v'aversctzt harte, begab er selbst sich nach Lipam."") Bnrgermei-Hier ließ er den Agrippa mit der Flocke zurück, und begab sich auf die gegenüber liegende Küste, um das Fußvolk, wenn eine günstige Gelegen¬ heit sich bardieren würde, nach Sikilien übcrzu- führen. Latein verstehen oder nicht, alsofort beyfallen muss, daß ein Regiment, nach einer verlornen blutigen Schlacht, unmöglich überkomplette haben kann. 2yz?) Die größeste der Aevlischen oder Vulkani¬ schen Inseln, so auch von ihr den Ramen der Lipa¬ rischen führen, und von welcher Paulna Silcnria- rius sagt? te«< »'N Die Fabel benennt sie von einem gewißen Liparus, dessen Tochter Aeolus geheyrathet haben soll, (wie¬ wohl Plinius die Sage geradehin umkehrt, und auf den Aeolus Liparus folgen laßt) aber sicherlich hat sie ihren Namen: ssilencliclus von ihrem Leuchten zur Nachtzeit erhalten. Strabo p. 82z. §- co- mel" Let uns, daß sie eine Kolonie der Knidier gewesen, und in altern Zeiten den Namen Mcligums geführt habe. 2YZ4) Alle dies kann aus Appiano theils ergänzt, theils verbessert werden, ja, ich kann mich des St' dankens nicht erwehren, Dio habe die Geschichte nm Fleiß verstellt, nur um uns den August in einem biem dendern Lichte zu zeigen, als das ist, in dem ihn un° die Geschichte mahlt. — Nach dem Uebergange des Menas gicng Kaiser nach vibo, und befahl dein » Messala, mit zwey Legionen nach Sikilien zu siegelt in den Meerbusen von Taurominium einzukaufcn, uns zu versuchen, sich mit den Truppen des Lepivus j» vereinigen. Starilius Taurus bekam Befehl, d> Skylla zu dubliren, und dieses that er so, daß n«l seine Flotte hart an die Küste hin hielt, auf welcher, Krieg zwischen Sextus und August. 58 r §- 7ZZ» Da Sextus dieses erfuhr, erwartet' er mitN^.E.^z der ganzen Flotte, die im Hafeu zu Messina lag,KE.NE sein' Ankunft, und befahl Demochari, zuBurgcrmei- Mylä dem Agrippa auf den Dienst zu lau-^' ern. Man krackte die Zeit hin, sich einander, so wie solches die Umstände zugaben, zu probieren, ohne daß sich einer dem andern ein' entscheidende Schlacht anzubieren gewagt haben sollte. Ursach am Ufer hin, ein starkes Korps Landtruppen zu ihrer Bedeckung defilirte. Kaiser begab sich selbst nach der Ekylla, diesen Marsch zu sehn, hieß ihn gut, und kehrte nach Vibo zurück- Inzwischen hatte Levidus einen neuen Sukkurs von vier Legionen aus Afrika bekommen- Diesen griff Papias, einer der Unterfeld. Herren desScxius, hinterlistig an und that ihm gros¬ sen Schaden- Obngcfahr um diese Zeit verließ Kaiser Vivo und gieng nach Strongyle (einer andern, ihrer runden Gestalt wegen, so genannten Insel: cui no- men facies Ueäit ipla rorunäa, sagt Rornelins Ges veru» ckerna ) weil er aber die sikilianischen Kü¬ sten, „m das Vorgebürge Pelorus herum, voller Mannschaft sähe, fieng er an sich zu fürchten, kehrte nach Vibo zurück und gieng von dannen in das Lager des Taurus, wo sein' Absicht war, sich mit den drey Legionen des Messala zu vereinigen, und Taueonuni. um in der Abwesenheit des Pompejus, den er beyPe. lorus zu seyn vcrmuthcte, zu überfallen. Agrippa, °cn er inzwischen als seinen Legaten in Strongyle zu. ^gelaßen, verließ nun dies' Insel und machte sich Meister von -Hiera; woraus denn auch fchlüßlich er. vEet, daß Dio nicht Lipara, sondern Strongyle baue schreiben sollen; aber vermuthlich hielt er jene >ur bekannter als diese, und sein' Absicht scheint nur gewesen zu seyn, livarisch'Inseln überhaupt, nicht eme derselben speciell zu nennen. , 29z; Jetzund rNilayyo; ohngefcbr sechs Meilen °°n Tyndaris, und etwa» eben so weit vom Borge, vurge Pelorus entlegen. Grrabo x. 8or. 582 DioKaßiuö. B.XlUX.HptstMXXXlll. ^A.^^h''-rvoir war, weil keine Parthcy die Stärke ih- Kokk.Nervärer Widersacher kannte, im Gcgentheil vielmehr Burgermei-^he dieStärke ihreejGcgnerssogroß undsüfürch- terlich, als ihr solches nur immer möglich war, vorzustcllen suchte. Endlich fieng Agrippa an einzusehn, daß ihm Zögerung keinen Vorthcil bringen würde, (sintemahl die Soldaten dcöScp- tus, so in ihrem eignen Lande vor Anker lagen, kein' Ursach zu eilen hatten) nahm die besten sei¬ ner Schiffe, und seegelte mit ihnen, um der Wi¬ dersacher Bewegungen in der Nähe beobachten zu können, nach MM, Er hatte hier eben so we¬ nig die gefammte Stärke der Feinde sehn können, al« jemand ihn anzugrcifen Miene gemacht halte; er fieng also an sie zu verachten, und machte so¬ gleich nach seiner Zurückkunft Miene, des Tages darauf mit allen seinen Schiffen nach MM auf- zubrcchen. Demochari begegnete gerade das nemliche. Dieser vcrmuthete, die Schiff, mt denen Agrippa nach MM gekommen, wärcnalle die, so er besaß. Da er nun noch überdemsahe, daß selbig', ihrer Größe wegen, außerordentlich schwer zu regieren seyn müßten^ so sendet' er iu der darauf folgenden Nacht zumPompejus, >h"' zu Hülfe zu kommen, und schickte sich durchaus so an, als wenn er entschlossen wär», eine S»' schlacht neben Lipara zu wagen. Die Sojff gieng auf, und beyde schifften, jeder in der Hoj- nung, cs sey ihm sein Feind an Mannschaft un¬ terlegen, auf einander los, 7Z4- Da sie an einander gcriethen, und jeder, gl' gen seine Meinung, die Feinde viel zahlreiche, als er sich vorgcsiellt, sähe, wurden beyde vor Seeschlacht zwischen SeMs u.Kaiser. 58z einem gleichen Schrecken überfallen, und viele^N-E./'« wendeten ihre Ruder und flohen. Doch bald^ss^E ficngen sie an, die Flucht noch mehr denn eineBmgerme!- Schlacht zu befürchten; — in einer Schlacht^" harre jede Parrhcy die Hoffnung zu gewinnen, und auf der Flucht gab sich jede verloren; — näherten sich also einander doch wieder, wurden handgemein, und es kam wirklich zu einer Schlacht. Die eine Parrhcy war fdcn Feindens an Menge der Schisse, die ander' an Erfahrenheit im See¬ wesen überlegen. Den einen half die Höhe ihrer Schiffe, die Vcstigkeit ihrer Epotiden und endlich auch ihre Thürme. Die andern hat¬ ten den Vorzug der Segelfcrtigkeit; und die Tollkühnheit der Pompejanischen Soldaten, die, da sie größtcntheils italiänischc Ucberläufer waren, sich in nichts anders denn in einem Siege Rettung zu finden schmeicheln konnten, hielt der Tapferkeit der Kaiserlichen allerdings die Wage. Da also jeder aufgewisse Weise stärker und schwa¬ cher denn sein Gegner zu seyn glaubte, grifssn sic, in der vorausgesetzten Meinung, es würd' in dec Thar die cine Parthey nicht stärker denn die andre seyn, einander an, und stritten eine lange Zeit mit gleichem Glück auf bcyden Seiten. Die Soldaten des Sextus erschreckten ihre Gegner durch das Geräusch ihrer Ruder, und be- 29^6) W. übersetzt: die dicken hervorsprmgendeir ^Een, worüber ich nicht greinen will; nur halt ich für besser, das Kunstwort unübersetzt zu behalten, wenn uns die Sache, wie hier -er Fall ist, gänzlich fehlt. Wan lese von diesen Epotiden Scheffer -le m-l-r/a H. v. 29Z7) Sehet oben Note 2926. 29?8) IN, Flüchtlinge. , 2939) Tb. durch heftige^ 584 DioKaßius. B.XL,IX.Hpkst.i.xxXlH. einige Schiff-durch die Heftigkeit, mit KEM-lvawelchcr sie selbig' angn'ffcn, an den über die Rii- Burgermei-dcrbänkehcrairsragend-nTH-ilcn; dochwur- b"' de ihnen durch Wurfspieße, von den feindlichen Thürmcn hcrabgcworfen,und durch eiserne Klam¬ mern, denen man ihre Schiffe eurem, eben ss sehr zugesctzt, als andere von ihnen be¬ schädigt. Di- Kaiserlichen waren ihren Feinden so oft überlegen, als sie mit selbigen handgemein werden oder in die Schiffe derselben überspringen konnten; allein dieser Vorzug ward dadurchauf- gchoben, daß die Soldaten des Sextus, ihrer Erfahrenheit im Schwimmen und ihrer leich¬ ten Kleidung wegen, vermögend waren, alsofort Angriff; nemlich durch ein sehr menschliches Versehn steht in der lateinischen Übersetzung r'mz-tt«, und Hr- W. war zu faul oder zu ungelehrt, den Griechischen Text gebrauchen zu wollen, oder zu können- Man sehe nur, wie Appianus dieses ausdrückt: o/ xar« , o, z'k; " x«, x«, -l- -- r« SX«H>, ftkv X«, xuch« XX, «'^,a -- "i -r-k XX, in welcher Stelle die r-e offenbar vom /a-2,u unterschieden. Uebrigens hab' ich von der Bedeutung dieses Wortes schon im vorigen Tande gehandelt, in den Anmerkungen zur 54sten Druckseite. 2942) "r«r avrw, — übersetzt W. ffar^r oder Hinkerrhellc. Ob denn wohl in ganz Merseburg rin Sekundaner ist, der sich einbildet, daß xror, und xuxpiz eincrley bedeuten? 2941) Das Kunstwort nennt sie n-e-c, -Hände, und ich verdenk' es Herrn W- nicht, sie bandförmige Haken genannt zu haben; da ich es nun aber cm- mahl nicht geschrieben hatte, so will ich auch jeßuno mein' Uebersctzung, Hrn. W- zu gefallen, nicht korri- giren. Man sehe von ihnen abermahls den sthp" angeführten Scheffer ff. v». 164. Seeschlacht zwischenSeMs ».Kaiser. 585 ins Meer zu springen, unterzutauchen und Zu-N.R E.7n flucht in andern Schiffen zu nehmen. Und waöAA.Usu^ die Flotte betrift, so hielt die Behendigkeit derVurgermei« einen der Vcsiigkcit der andern, und die Schweres der einen der Leichtigkeit der andern das Gegen¬ gewicht. §. 735. Spät, und nur bey einbrcchender Nacht erfochten die Kaiserlichen einen vollständigen Sieg, ohne jedoch dem Feind' im mindesten nachzusctzen, wie mir selbiges scheint, (und wenigstens ist es bas Wahrscheinlichste, was stch darüber sagen läßt) weil es einmahl dennoch sie einzuholen un¬ möglich war; und sie nachher befürchten mußten, (wenn sie demohnerachttt hätten nachsetzen wol¬ lens auf die längs der Küste hin befindlichen Un¬ tiefen, deren sie unkundig waren, zu gerathen. Einige sagen jedoch, daß Agrippa, der nicht für sich selbst, sondern im NamenKaisere focht, sich mit Fleiß daran, seine Widersacher in die Flucht Aejagt zu haben, begnügt habe. Er soll jederzeit Zu seinen innigsten Freunden gesagt haben: die allermehrsten Fürsten könnten es nicht erdulden, baß jemand besser denn sie selbst sey, sie pflegten sich darum allen derrnGcfchäften,wo sie denSieg so Zusagen in Händen hätten, selbst zu unterstehn, im Gegentheil aber denen, welche schwerer und eines uugewissern Ausgangs wären, andere vorzusctzcn; träf es sich, daß sie andern auch leichter auszu- sührcnd' anvertrauen müßten, so grämten sie sich über die jenen daraus zuwachsend' Ehre, und mürben über selbige mißmüthig. Kurz, sie wünsch« ten sin diesem letzten Fall^j zwar nicht, cs möch¬ te» ihre Generale geschlagen werden und unglück- "ch scyn; allein sie wollten auch eben so wenig, 586 DioKaßms. BUX.Hptst. l,xxxill. N.R.T.'7i8daß sie den erfochtenen Sseg völlig verfolgen, und KEcrÄ'nfolglich die Ehre des guten Ausgangs ganz al- Biirgermei-lei'n geniessen sollten; es müsse demnach dec Mann, dem Erhaltung seiner selbst am Herzen läge, sich so einrichlcn, daß er alle das aus dem Wege raume, was den zu erfechtenden Sieger- schweren könne, allein die völlige Vefechkung des¬ selben muss' er seinem Oberherrn selbst überlassen. — Ich weiß sehr wohl, daß dieses nicht allein wahr ist, sondern daß auch Agrippa wirklich s) gedacht haben mag; allein ich unterstehe mich nicht, zu behaupten, daß dieses die Ursach gewe¬ sen, warum Agrippa damahls den Feinden nicht nachgesetzt; denn wenn er auch noch so sehr ge¬ wollt , so hätt' er sie dennoch unmöglich einholen können. 2942) Hier wird wohl die Geschichte aberm-W aus Appiano supvlirt werden müssen, und ich bitte, die hier folgende Not' alsFortsetzungvyndcrryzffttii anznsehn. — Nach der Besitznehmung von Hma wollt' Agrippa einen Angriff auf Myla versuchen, Demockarcs mit vierzig Schiffen vor Anker IG Pompejus, der hiervon Nachricht erhalten hatte, schickte den Apollophanes, mit einem Geschwader von fünf und vierzig Schiffen, Demochari zu Hülfe, uno dieser Verstärkung folgte Pompejus mit siebzig/5' dern Schiffen auf dem Fuße nach. Morgens fM seegelt'Agrippa mit der Halste seinerFlottc vonHiera ar, in der vesten Voraussetzung, mit der Flotte besinn' chares allein zu thun zuhaben. Da er die ihrzugesentt betiMtlicke Verstärkung gewahr wird, ließerKaff von der gefährlichen Lage, in der er sich befand, riachrichtigcn. Als nun einmahl das Treffen iE,, gegangen war, gab sich Agrippa vorzüglich M" - das Admiralschiff zu entern, und dieses gelang " auch so wohl, daß das Schiff sank und der Besty ' hader sich nur mit genauerNoth in ein anderes^" " hinüber flüchten konnte. Pompejus, der von e> Kaisers unglückl. Landung in Sikilien. 587 736. Sobald Kaiser erfuhr, cs habe Sextus^A-T.?-, Messina verlassen und die Straße von BesatzungKokkÄ/rva entblößt, wollt' er diese bequeme GelegenhcirBurgermej- nicht aus den Händen lassen, sondern schiffte sich' "' auf die vom Mark-Anton erhaltenen Schiff» ein, und gieng nach Tauromemum über. Doch dieses schlug ihm nichts minder denn glücklich aus. Zwar traf er keine Hinderniß, weder bey seiner Üeberfahrt noch bey der Landung selbst an, viel¬ mehr fand er Gelegenheit, ganz geruhig sein La¬ ger aufzuschlagcn und solches zu verschanzen. Al¬ lein sobald Sextus, der sich nach geendigter Schlacht alsofort in aller Eile nach Messina zu¬ rückbegeben, die Anwesenheit Kaisers erfuhr, be¬ mannet' er seine Schiff' auf das schleunigste mit frischen Soldaten, und griff ihn nicht allein mit selbigen, sondern auch zu gleicher Zeit mit den Le¬ gionsoldaten zu Land' an. Mit diesen letzter« cs aufzunehmen, wagte Kaiser nicht, vielmehr griff er ihre Schiff' an, die er ihrer geringen Anzahl und des eben erlittenen Verlustes wegen veracht Anhöhe herab dieses sähe, und zugleich einen neuen Cukkurs gewahr ward, den man von Hiera aus dem Agrippa zuftndete, ließ nunmehr zum Rückmarsch blasen- Agrippa machteMiene sie zu verfolgen, aber 5». war unmöglich, und er mußte sich zurückziehen. ^ >c Pompesancr hatten dreyßig Schiffe verloren, >nan vergess' aber nicht, daß diese Schiffe sehr klein sind leicht waren, dagegen aber fünf der kolossalischen ^cl»ff' ihrer Gegner versenkt. Pompejus fand es daher für billig, seine Soldaten zu loben, und ihnen d'e nemlicben Belohnungen, als wenn sie Sieger ge- worden waren, zuzugestehn. Er muffe dieses für keine ^ee, sondern für eine Landschlacht hallen, sagt' er; besprach ihnen aber doch zugleich, für die Zukunft Schiffe vesier und dauerhafter machen zu wolle,;. 5 8 8 Dio Kaßius. B. XL.IX. Hptst. LXXM. N^E7'8tcte; ' nem Ort, wo die Naxier, als sie zuerst als Eolonistc nach Sikilien waren geschickt worden dem Apollo un¬ ter dem Beynamen Arckegeees eine Statue gcwidwu hatten. Beym Aussteigen fiel er, eine Wiclanoisch Redensart zu gebrauchen, auf die Nase, wodurch e Kaisers urrglückl. Landung in Sikilien. 589 sich aber doch nicht von der vorgehabten Landung ab-N.RT.71r schrecken ließ. Aber siehe, plötzlich erscheint der seiner? Geliius n. Meinung nach vom Agrippa bis aufs Haupt gcschla KE Nerv« gene Pompejus von einer großen Land-und Seemacht begleitet- Hatte Pompejus den mit der Verschanzung seines Lagers eben beschäftigten Kaiser jetzund sogleich angegriffen, so würd' er einen völligen Sieg über ihn davon getragen haben. Allein Pompejus wußte sei¬ nen Dortheil nicht zu benutzen, furchte sich, mit an¬ brechender Nacht ein Treffen zu wagen, legte seine Flotte bey dem Vorgebürge Rokkynus vor Anker, und seine Landsoldaten, denen es vermukhlich zu spat war, jetzt noch bey angehender Nacht ein Lager zu verschanzen, quartierten sich in eine benachbarte Stadt, Namens Phönix. Kaisers Macht, mit welcher er gelan¬ det war, bestand aus Legionen. Es waren fünfhundert Reuter ohne Pferde vorhanden, tausend Deines, zwey- kausend Mann Auxiliartruppen Ueber diese ganze La dmacht gab Kaiser dem Rornifikius das Ober, konimando, er selbst aber stach mit seiner Flotte, so Titinius und Rarkius unter ihm kommandirten, in die hohe See, legt' aber, wie solches in den größten Gefährlichkeiten üblich war, die Insignien eines Feld- Herrn völlig ab. Er stieß hier zweymahl auf die Flotte des Pompejus, mir der er sich bis in die spate Nacht, und zwar immer mit großem Verluste schlagen mußte. Er halte endlich das bedauernswürdige Glück, sich in einem kleinen Fischerboot, und nur von einem einzigen Bedienten begleitet, nach Abala, einer wenig bekann¬ ten Stadt Italiens, zu flüchten, von wo es ihm ge- lang, bis zum Messala zu kommen. Hier war sein erstes, die Erhaltung seinerPerson allen seinen Anhän¬ gern wissen zu lassen, und dem eingeschlossenen Rors «ufikmg Muth einzusprechen und mit einer bald zu "folgenden Hülfe zu schmeicheln. Messala ließ ihn darauf zum Rarinas führen, der zu Styli« stand, und im Begriff war, von dort aus mit drey Legionen Kaisers vorgehabte Landung zu unterstützen, dem er aber statt dessen nach Lipara überzugehn befahl- Mem Agrippa schrieb er, den Laronius nach Sikilien iu schicken, um den Kornifikius aus seinen bedrängten umständen zu ziehen, den Messala aber beordert' er nach Mteoii, um dir dort befindlich' erste Legion nach Vibo zu 590 DioKaßius. B. XÜ.IX. Hptst. DXXXlil. 6"te Hoffnung, bis nicht ein Fisch aus dcm Kokk.NcrvaM^'rc fteywillig hcrvorsprang und sich zu seiiicn Durgennei-Füßcn nicdcrlegte. Er glaubte den Wahrsagern, die ihm sagten, es bedeute solches, cs würde der Meer ihm unterrhan seyn, und ward dadurch nicht wenig getröstet. . §-7Z7> Darauf hin sendet' er ihnen den Agrippa schleunig zu Hülfe, denn sie wurden schon da- mahlö cingeschlossen. Die Lebensmittel ficugen schon an ihnen zu fehlen, und noch erschien nicht bringen. — Ich hatte diese Note mehr zerstückeln, und jeden kleinen vom Dio angeführten Umstand aus Äoviano entweder berichtigen oder erweitern sollen! allein ich denke, die Arbeit ist so schwer nicht, wem Nur derpenigc Leser, dem es um historische AenauW zu thun ist, den ganzen Paragraph Dions mit dieser ganzen Note vergleicht. ' - 2944) Ein ähnliches Abentheuer, so unter der M' gicrung des Severus dem Plaunamrs begegnete, «ad von den Zeichendeutern eben ss erklärt ward, - doch, was Kaisern wirklich begegnete, sah plamianur nur im Traum — suche unten S- 862. — Von on- ser Vorbedeutung sagt Plinius VIIII. 16. x»e>- cibuu praelcira. 8iculo dello in tore .^UAvlko, pisci; e muri aci pecleu eius exilir" goo srezumenro osres rekponclere: d^eprunum potrem, ^opralo rum tibi 8exro I?omz>r-io sniurs erat nauali^ xlori.r) 5ub psclibus Laestirisfururos. 96. l rzuam 8icilienkem puAN-im clsll'o commlrrerer, iarrrr in drtore piscis e msri exlluir, er ncl pecler r cuir. Die Verfasser der allgemeinen Weltgeschichh 45. glauben, es scy dieses bcy seiner Ankunft geschehn. Aber zu geschweigcn, dast die /rrror-e kaum mit «euer Lage, in welcherKaiser landete, zu reimen ist, so verstand wohl " ter seiner s'rcr7/r»^ei» kein' andere als icin bald zu beschreibende decisive Bataille bey Rückzug des Kornifikius. 591 bk mindeste Hülfe, da RornufikLus, ihr GeneM R.E.7rs ral, zu befürchten ansieng, er möchte/ werw^ENer"« Burgermei- 2945) Da diese ganze Beschreibung Dions weick^- mehr rhetorisch schön als historisch richtig ist, so er- . laube man mir nur in meinen Excerpten aus Appiano fvrtzusahren r — Das Lager des Kornifikius war so gut bevestigt, daß er einen feindlichen Angriff zu furch« ken eben keine groß' Ursach hatte, desto mehr aber Hungersnoth. Er bot seinen Belagerern eine Schlacht an, diePompejus, der ihn aushungern wollte, weis¬ lich vermied. Nun trat Kornifikius seinen Marsch an- Er nahm jene Seesoldaten und Matrosen, die sich mr letzten unglücklichen Treffen durch Schwimmen gerettet hatten, in die Mitte, und ward in Flachfeldern durch das Schiesgewehr seiner Feinde ausserordentlich beschädigt; besser gieng es ihm in gebürgigen Gegen¬ den, wo die ihm mit Wurfspießen nachsctzende Numi- bische Meuterer) sehr leicht zurückgetrieben werden konn¬ te, wenn nur einige des Korps sie anzugreifen Miene machten. Am vierten Tage kamen sie an eine ganz mit Lana überdeckte Gegend, welche die Anwohner Feuerbach (Lava) nannten, in welcher sie aar keine Quellen fanden — und derRhetorDio pocht so sehr auf die Schwürigkeiten, so sich Kornifikio bey Paffi- rung der Ström' entgegen gesetzt!) — und von den Anwohnern, Staub und Hitze zu vermeiden, nur zur Nachtzeit bereiset ward- Appianus, so weit ich ihn verstehe, erzählt, daß die Soldaten des Kornifikius diese fürchterliche Gegend weder bey Nacht noch bey Tage hätten passiren können. Sie kamen endlich doch (vielleicht in der Dämmerung?) durch, und schon zeigt ihnen Rorm'fikms eine Quelle, die am Ende dieses Höllenthals lag; — aber — wie entfiel ihnen dec Muth, als sie Bompejamfche Soldaten im Besitz die¬ ser Quell' erblickten. Doch Glück und Unglück pflegt rue weit von einander entfernt zu seyw Sie erblick¬ ten nun den ihnen vom Agrippa zur Hülfe zugeschick- ken Laromu« nebst drey Legionen, auf dessen Anna- hchung die Pompejaner die Quelle verließen, und sel« We den Kaiserlichen raumeten, von denen einige so unmäßig tranken, daß sie sich da, wo sie Erquickung 592 DioKaßius. B.XOX. Hptst. I.XXXlll. 7-ser länger da, wo er war, stehn blieb, vomHun- K°kk aufgerieben werden. Er überlegte zu gleichet Burgermei-Zcit, wenn er bliebe, würden ihm, verstärket denn sie wäre, die Feinde nimmermehr Gelegen¬ heit zu irgend einer Schlacht geben; wenn erabek aufbräche, müsse sich eins von bcyden ereignen, er würd'entweder Gelegenheit haben, scincFeind' in einer Schlacht zu überwinden; oder aber, wenn sie diese vermeiden sollten, würd' er sich zu mein andern sichern Ort retten können, wo er nicht al¬ lein Lebensmittel, sondern auch sogar Hülfe vom Kaiser selbst oder vom Agrippa würde bekommen können. Er ließ hierauf alle Schiffe verbrennen, so aus der Schlacht gerettet waren, und neben dem Lager aufgestapelt standen, und brach sofort nach M^lä auf. Auf dieser Rcnrade, ohner- achtet sich selbige niemand in der Näh' anzugrci- fen erkühnte, fiel ihnen die feindliche Reuterey und derselben leichtbewaffnetes Fußvolk ausseror¬ dentlich beschwerlich. Diese nemlich konnten sie, wenn fie nur wollten', anfallen, und sich eben so leicht, wenn sie solches für gut befanden, zurnsk ziehn; wenn jene, einmahl ihrer schweren stung wegen die Feinde nicht verfolgen konnten, und nachher dadurch, daß sie die unbewaffnete» Schiffösoldaten in die Mitte nehmen und br- schützen mußten, dahin gebracht wurden, d'aß!>' selbst zwar viel Böses ausstehn, ihren Gegner» aber solches nicht im mindesten vergelten konnten- Gesetzt fie griffen selbig' ein oder das anderem^ an, so trieben sie zwar selbige alsofort in die Flucht, gesucht hatten, den Tod holten- Mit dem Urberg des Heers kam Kornifikius glücklich nach damahls Agrippa stand. Retirade des KomiMus. 59z Flucht, waren aber sihrer schweren Waffen we-N ^ ^71, gen^Z selbigen nachzusctzcn nicht vermögend; vkl-EN,- mehr wurden ihnen, die sich nun durch AusfälleBurgcrmet- dieser Art von ihren Gliedern getrennt, die An-^"' fälle der Feinde nur um desto beschwerlicher. Doch wurden sie auf ihrem ganzen Zuge nie so sehr, als wenn sie über Flüffe zu setzen hatten, geängstigt; hier hatten die, sie von assen Seiten her umgebende Feinde die beste Gelegenheit, sie dann aus dcrFcrne zu verwunden, wenn sie, wie es bcy solchen Gelegenheiten nie anders seyn kann, in geringer Anzahl, eilig, und ohne die Glieder geschlossen zu halten, einhergicngen, Blößen ga¬ ben, da wo sie sich am mehrsten hätten verthcidi- gen sollen, bald sich aus Schlamm und Morast hcrausjuwindcn suchen mußten, bald aber mit der Gewalt des sie hinwegführen wollenden Stroms zu kämpfen hatten. §- 7Z8. Dieses erlitten sie dreyganzerTage hindurch, Von denen der letzte, an dem Gestus mit den Le- gionsoldatcn sre eingeholt hatte, für sie der schlimm- sie war. Schon war cs so weit gekommen, daß G. ;sL man der Gebliebenen ferner gar nicht mehr er¬ wähnte, vielmehr rechnete man cs ihnen zum Ge¬ winnst an, keinen Unglücksfässcn weiter auSge- zu seyn, und die Verzweiflung der Uebn'gge- bliebenen war so groß, daß sie sich selbst an die Stesse der Erschlagenen wünschten. Der Ver¬ wundeten waren noch weit mehr denn derGeblie- °emn, sintemahl mit Pfeilen und Wurfspießen *wch ihnen geworfen, und ihnen keine Gelegenheit Kcgebcn ward, zum wirklichen Handgemenge zu kommen, daher sie zwar viel, aber gerade keine 594 DioKaßiuS.B.XOX. Hptst, l,XXXlH. ^.R.T./istödtliche Wunden erhielten. Diese Verwundeten, KE?er"?bgcrechnet daß ihr Zustand für sie selbst äußerst Vurgcrmei-unglückliw war, machten den ihrigen noch weit 6^' mehr denn die Feinde selbst zu schaffen. Wurden sic getragen, so zogen sic die, so sie trugen, mit in ihr Verderben, wurden sie aber zurückgelassen, so crfülleten ihre Klagen das ganze Heer mit Mut¬ losigkeit. Und sicherlich wären s'dic Ucbriggcblie- bcncn^ al? umgekomNien, wären die Feinde nicht zuletzt gegen ihren eigenen Willen von ihnen abge¬ standen. Es hatte sich nemlich Agrippa nach dem zur See erfochtenen Sieg zurück nach Lipara bege¬ ben. Da er hier hörte, SexMö habe sich nach Mesfana, und Demochareo irgend anderswo¬ hin geflüchtet, so that cr selbst eine Landung auf Sikilicn, woselbst er Mylä und Tyndaris hinwcgnahm, und ihnen von da aus Hülst- truppen sowohl als Gerreyde zuscndete. Ankunft derselben glaubte Sextus, Aynpp» ganzes Heer sey gegen ihn im Anzug, und geriet dadurch in eine so große Furcht, daß er sich einer Eilfertigkeit zurück zog, die ihm nicht cin- 294S) wirklich seltsam! Ich sollte nicht , denken, daß uns die vorhergehende Geschichte von c ner Flucht dts Sextus Nachricht gäbe. , . 2947) Nach dem ersten glücklichen Gefechte b Agrippa sogleich Tyndaris aufgefordert, war a von den Bürgern eingelassen, aber bald daraut den Soldaten der Besatzung wieder heraus a/susi^ . worden. Späterhin halt' Agrippa Tyndaria M len dort befindlichen Magazinen Sexti eingenomw ' und der Besitz dieser Stadt war Kaisern nm so ger, weil cr sich ihrer als des besten Landungsph' bedienen konnte, Soldaten aus Italien nach EN" hinüber zu schaffen. — Uebrigens liegt diese L . fünf und zwanzig Römische Meilen von MM " drepßig von Agathyrnus. Strabo x. Kor. Rettung des Ksrnufikianischen Heeres. 595 mahl »erstattete, alles Geräts) und Lebensmittels mitzunchmcn; so daß das Kornufikianischc Heer^GeUius». hierdurch nicht allein Gelegenheit, fich zum grippa zu retten, sondern auch einen hinrcichen weißer. den Vorrach an Lebensmitteln erhielt. Kaiser belohnte sie mit Lobsprüchen und Geschenken, ob er sie gleich nach dem vom Agrippa erfochtenen Sieg völlig aufgegeben hatte. Kornisikius selbst wußte sich so viel damit, -icsts Heer erhalten zu haben, daß er nachher in Rom jederzeit, so oft er auswärts gespeist t hatte, auf einem Elcphan- ken nach Haust ritt. §. 7Z9. Kaiser gieng nachher selbst nach Siki'lieu über; ihm kam Sextus bis Arcemisimn entgegen, wo beyde Hcer^, einander gegenüber Aclagert, still standen. Es kam nicht alsofort zu einer entscheidenden Schlacht, wohl aber lieferte stch die Rcuterey von Zeit zu Zeit kleine Schar» , 2948) Invcnalis X!I. rs6. nennet die Elephan- ten: t>esüriz Äiinentum, null! lsiuire pürsium peiuL» '°; man ertaube mir also an der Wahrheit der Anek- dore zu zweifeln: eben so wie an dem Umstand , daß Ecxrus zu einem so schleunigen Rückzug sollte genö, thigt worden sinn, der ihn gezwungen hätte, seinen Prompt mrückzulaffen — WaS düs zuqestndeteGe» trn)de betrift, so konnten ja wohl die Hülfstrupsen des Laronius etwüS mitbringen: aber sicher'ich wüt den ausgehungerten Völkern des Kornifilius, beoot ne durch den Feuerbach giengen, Nicht das mindeste davon zuaeksmmen- , 2^49) Ich sine des Äppiantts griechische Worte kelost her: i , k, 4 (vgl. Eusiüth. sc! Ostxu. *-k-4S!) Leset Rluoer's Sicikis amigu» ll.v. k-zöx. 595 DioKaßius. B HX. Hptst. I.XXXIII. NA-T.,7l«mützel. Indem sie noch in dieser Position einen« Kck^Ne'rva^^ gegen über sianden, kam Poinpcjo Gallus Burgermei Tlsi'etttts, Kaisern aber Lepidus, jeder mit dec b"- ihm anvertrauctcn Mannschaft, zu Hülfe. '"'j Lepidus, der nicht allein mit dem oben erwähn¬ ten Sturmwind, sondern auch mit demDemo- chares zu kämpfen gehabt, hatte sehr viele Schiffe verloren, und sich nicht sofort mit Kai¬ sern vereinigt, vielmehr hatte er sich, sey es nun des erlittenen Schadens wegen, oder abcrKaiscrn die ganze Last des Krieges allein tragen zu lassen; sey es endlich auch, um den Unternehmungen Sextus gegen Kaisern eine Diversion zu machen, — dies alles laß' ich unentschieden — ncbcnLi- lybänm gelagert. Hier suchte Gallus, der zu dem Ende vom Sextus dahin abgeschickt worden war, ihn zu bekriegen; und nachdem niemand von ihnen irgend etwas gegen seinen Gegnerhattt aueriHrcn können, waren sic beyde nach Arten«- sium aufgebrochcn. Gallus verstärkte die S. ;-7- they des Sextus ehrlich, auf dessen Seit' auch heimlich wirklich Lepidus Hieng, und zu dem End' anfieng, Unterhandlungen mit ihm zu D- 2950) Ich vermisse hier abermahls genaue hrM- sche Wahrheit. Pompezns hatte den TissnuS; Hülfe gerufen. Der Ankunft desselben wollt' Oktav«' zuvor kommen, verirrte sich aber beym Mykongwc Gebirg' in der Nachbarschaft des Aetna, wo er» sehr böse Nacht hinzubringen hatte. Da dieser g , marsch ganz natürlicher Weise die Folge harte, Tisienus nicht vom Sextus abgeschnittcn werden ron te, so gab sich Kaiser damit ab, den aZ>um uum zu verwüsten. Hier fand er den Lepidus, sich mit Fouragiren beschäftigte, und hier war es, zwischen beyden Generals der Plan zur gemengch«! chen Belagerung von Messina gemacht ward- 29; r) Vrgl. Note,2924. Vorbereitungen zur Schlacht. 597 gen. (*) Kaiser vermuthete dies, unterstand sichN.R E.718 aber doch nicht, ihn deshalb zur Rede zu stellen, um ihn auf solche Weise nicht zu seinem offenba Bnrgermei- ren Feinde zu bekommen, und eben so wenig hielt^"' er für dienlich, diese seine Vcrmuthung n ganz zu unterdrücken; sintemahl cs verdächtig gelassen haben würde, wenn er ihn in keiner einzigen An¬ gelegenheit zu Rathe gezogen hätte, und s>hne Widerrede^ gefährlich gewesen wäre, ihm alle seine Rarhschläge mitzuthcilen. Dieser Ursachen wegen entschloß er sich eine Schlacht zu wagen, «he noch Unruh in seinem eignen Lager entstäub, ohnerachtet er, aller andern Ursachen wegen, sol¬ cher sehr leicht überhoben hätte seyn können; sin¬ temahl Sextus weder an Lebensmitteln noch an Geld Ueberfluß hatte, so daß sich Kaiser gegrün¬ dete Hoffnung machen konnte, ihn in kurzer Zeit ohne Schwerdkstreich zu überwinden. Allein an¬ geführter Ursachen wegen hielt Kaiser eine Schlacht für nöthig. Zu dem Ende führet' er selbst seine tandmiliz aus dem Lager heraus, und stellte sie vor selbigem in Schlachtordnung, und dieses that Agrippa zu gleicher Zeit mit den Schiffen. Da Eexrue, der ihnen an Mannschaft sehr weit un- lerlegcn war, mit keinem derselben onbindcn woll¬ te, so ward dieses Manövre einige Tage lang hin¬ tereinander wiederholt, Zuletzt fieng Sextus an i» fürchten, er möchte dieser sanscheinenden Mutlosigkeit^ wegen von seinen Bundesgenos¬ sen verachtet und gar verlassen werden; deshalb (') Die U> fach der zwischen ihnen entstandenen Unei- Nlgk.it war, weil kevidlls, alsTriumvir, eben so als Kaiser, ihm in allen Stücken gleich zu seyn begehrte; dahingegen Kaiser sich seiner nie anders denn eines untergeordneten Generals bedienen, wollte. 598 DioKaßius.B. XUHptst. I^XXXIll. 7izdcshab gab er Befehl, ihnen mit der Flotte, auf K'AE"?v?'-e er eine größere Hoffnung gesetzt hatte, die Burgermei-Spitze zu bieten. §. 74s. Sobald das Zeichen gegeben und zum An¬ griff gedlasen worden, stießen beyde Flotten nah' an oer Küsi' auf einander. Das Fußvolk beydcc Parkheym war gleichfalls unfern vom Ufer in Schlachtordnung g-stellt, so daß alles zusammen einen wunderbaren Anblick formirte, Das ganze dortige Meer, so weit das Auge nur reichte, war mir unzählbaren Schiffen bedeckt; und was das Land anberrift, so war der vom Meer bcgränzke Thcil mit iegionsoldaten, und so weit man humr diesen hinaussehn konnte, mit dem dazu gehörigen Troß und Bagage gefüllt. Ohncrachcet cs «iso nur eigentlich eine Seeschlacht zu seyn schien, dir geliefert ward, so nahmen doch in der Thak du andern Truppen mit Theil daran; sinccmahl die in den Schiffen nicht allein dadurch muchigcr imd erhitzter wurden, daß sie im Angesicht der land' soldaten zu fechten hatten; sondern sogar dich selbst, so wenig sie auch mit einander haudgemci" wurden, schienen doch daruin, daß in ihren gen die Seeschlacht geliefert ward, Anthcil 29;?) Nach AppiamBerichte hat Kaiser dem lius Laurus Befehl gegeben, Sexrum von allen I' Städten abzuschneiden, von denen er mit , tcln versorgt zu werden erwarten konnte. Dieses gei vecidirte den Sextus, eine Hauptschlacht zu w gen, die er Kaisern anbieten ließ: und dieser, 0 schon gar viel U fachen hatte, Sextuni als st'ch" ster zur See zu erkennen, nahm sic an, wahrsch" - weil er den Legionen seines Bundesgenossen upw nicht trauete. Entsch. Schlacht zw. Sextus u. Kaiser. 599 Kampfe zu nehmen. Eine lange Zeit hindurchN.R C.7n blieben beyde Partheyen einander völlig gleich^^N«»« (denn auch hierin war diese Schlacht von keinerLurgermej- der vorhergehenden unterschieden) und so langes dieses war, fanden auch bey beyden Partheyen einerlei) Gemüthsbewcgungen Statt, und diese schränkten sich daraus ein, in dieser einzigen Schlacht den ganzen Krieg beendiget zu sehn; sollte dieses aber auch nicht seyn, so trösteten sich die Raiserlichen mit d m Gedanken sgcsetzt, daß diese Schlacht dem Kriege kein völliges Ende ma¬ chen sollte^ doch wenigstens, im Fall sie selbige gewönnen, szur völligen Uebenvindunq der Fein¬ des nachher keiner großen Mühe weiter zu bedür¬ fen; die Pompejaner im Gegenthcil schmeichel¬ ten sich mit der Hoffnung, in der Zukunft nie überwunden zu werden, wenn sie jetzt den Sieg davon tragen sollten. Ueberall ward also das tiefste Stillschweigen beobachtet, theils um das, G was vorfallen würde, desto besser ansehn zu kön¬ nen, theils auch um die, so im Gefechte begrif¬ fen waren, nicht irre zu machen. Doch ward solches hier und da durch kleine Zurufungcn un¬ terbrochen, durch die sie theils den auf der Flotte Fechtenden Muth einzuflößen suchten, theils die Götter um Bcystand anriefcn; die der Ihrigen, so sich tapfer hielten, lobten, und die, so den Kürzer» zogen, schändeten. Viel warfen sie ein¬ ander vor, viel riefen sie einander zu; jede Par- they in der Absicht, es sollten die Ihrigen das, was sic sagten, hören, und ihre Gegner das, so ihnen von den Ihrigen zugerufcn würde, desto weniger vernehmen. §- 74l, Dieses geschähe swie gesagt so lange das 6oo DioKaßius.B.XH HpLsi.l.xxxiH. ^E^-rGlück von bcyden Seiten gleich zu seyn schien; ja Krtt.?»ervälle gaben sogar, als ob sie gesehn und bemerkt Durgermei-werden könnten, durch die Bewegungen des Kör¬ pers den Ihrigen Zeichen. Sobald aber die Sol¬ daten des Septus in die Flucht getrieben wurden, so w ird von ollen mir einer Stimm' auf der eine» Seite Iubelgeschrey und auf der andern Heulen erhoben. '"H Die letztem, als wären sie mit ihrer Flotte zugleich geschlagen worden, bega¬ ben sich von da sogleich nach Messcrna. ÄUe die, so sich von den Geschlagenen an die Küste zu ret¬ ten versucht hatten, fielen in die Hände Kaisers, welcher auch im Meere selbst alle diejenigen Sch'fi fe, so auf Untiefen gerathcn und vest geworden waren, verbrannte; sodaß weder den Schlün¬ den, welchen Agrippa nachsetzte, noch denen/ so zu landen versuchten, und in die Hände Kaisers gerierhen, irgend einige Sicherheit weiter bcvor- stand, die wenigen ausgenommen, so sich vorher schon mit der Flucht nach Mcstana gerettet. In diesem Gefechte brachte sich Demochares/ ba man ihn gefangen genommen harre, selbst mn, 295?) Bey dieser ganzen rhetorischen Schlacht^' fchrcidung hab' ich sonst eben nichts zu crinneui, daß auch Zlppianus hwr so ziemlich den Rhetor umco - -- Es waren dreyhundert Schiffe von jeder Lel/ die mir einander schlugen. Agrippa hatte damalM neues Schifferoberndcs Werkzeug erfunden, wa« wir wohl der Griechischen Etymologie am gjmaM durch Harpun übersetzen konnten; dessen nohere schreibung ich aber meine günstige Leser bcy M, selbst nachzulcsen ersuche. — Es entkamen nur siedz o Schiffe von der Flotte des Pompejus, die uIE wurden entweder geentert, verbrannt oder verjen - die Zahl der letztem gicbt Aovianns auf aast u zwanzig an. Kaiser hatte seinerseits nur drry VW verloren- Gänzliche Niederlage des Sextus. 60 r Apollophanes, der mit seinem unbeschädigtcnN R.E ^" Schiss leicht hätte entfliehen können, gieng willig zum Kaiser über. Eben dieses thakcnva Burger- die andern fast alle, Gallus selbst, inglei-"^'^' chcn seine ganze Rcutcrcn, weicher bald darauf such ein Theil des Fußvolks folgte. §- 74?. Diese ^Defcrti'on^ war keine der kleinsten Ursachen, welche machten, daß Sextus, dernun an der ganzen gegenwärtigen Lage seiner Angele¬ genheiten verzweifelte, zu fliehen beschloß. Er schaffte seine Tochter, nebst einigen seiner vertrau¬ testen Freunde, dieKricgskasse, undwasersonst noch vorzügliches an Kostbarkeiten hatte, zur Nacht auf die bcstbeseegclrsten der ihm übrig ge¬ bliebenen Schiffe, und scegei^ ab , ohne daß ihm jemand nachgcselzt häkle, thcils weil sein'Abfahrk heimlich geschähe, thcils weil Kaiser sogleich dar¬ auf sich stlbst in großen Unruhen befand. — 2954) Nore'288?. 29^5) Gallus scheint entschuldigt werden zu ton. "en; weil Sexms, zu sehr über sein Unglück konster. ">tt, gar keine Dispositionen, seine Landmacht berref. stnd, gemacht batte. 2956) Nachdem Pompcsus die Nachricht, vom Ue. verganq seiner Landmacht erhalten, legt'er, wie sol. ehemahls Kaiser gerhan (294?) seinen Impera- t°' vurpur ab, und ließ in Messina alles zur Flucht bereiten. Plenums, der damahls noch immer bey r'lpbaum stand, bekam Befehl, sich nach Messina zu verfügen und diese Flucht zu unterstützen. Plenums befolgte pünktlich das ihm Aufgegebene; aber die An- öelcgenbeiten des Sextus befanden sich in einer so beweist,ken Lage, daß er, ohne die Ankunft des Plennists zu erwarten, mit den ihm übrig gebliebenen Schiffen ins Meer stach. plcnmu« kam also nach 602 Dio Kaßl'uö. V. XI.IX. Hptst I^xxxm. ^AEriEepidus hatte sich der StadtMessana genähert, KokkÄcrt-a'war von ihr ausgenommen worden, und hakte Burgermei-felbige nachher ausgcplündcrr und angesteckt. Sobald Kaiser dieses erfuhr, kam er ihr auf dar schleunigste zu Hülfe. Aus Furcht verließ ßc Lc- pidus hierauf sogleich, und schlug sein Lager an einer steilen Anhöh'auf, von wo aus er Kaisern Vorwürfe machte, und alles, in dem er sich be¬ einträchtiget zu seyn glaubte, hercrzähltc. Er Verlangte nicht allein alle dasjenige zurück, was ihm vom Anfang des Triumvirats an war ver¬ sprochen worden, sondern macht' auch Anspruch auf das durch seine Macht, wie er sagte, be¬ zwungene Sikilicy. Dieses ließ er Kaisern Meisina, da die Vögel schon ausgestogen waren! doch glaubt' er auf jeden Fall, den Willen des Pom- pejus vollzieh» und Messina beschützen zu müssen, kr warf sich also wirklich in Messina; warum er aber hier nichts khat, mqa uns ein' andere Note belehren. 2957) Nach gewonnener Schlacht hatte sich Kai!» zu seiner Flotte nach Navlocku.a zurückgezogen, uns dem Agpippa aufgetragen, Messina gettieinschafiM mit Lepido zu belagern. Plcnmus that alsosort den Vorschlag zu kapituliren, den Agrippa gern bis aut den kommenden Lag, wo Kaiser selbst gen Vsim kommen sollte , hingezögcrt halte; Lcpidus aber na»ni die angebotene Kapitulation sogleich mir Freuden au, und sich die Soldaten des Plcnnius um desto vcrbu- dencr zu machen, übergab er die gute Stadt wu< selbst und seinen eignen Soldaten zur Beute sich mußte dies Betragen die Soldaten des Plennnh- die sich nur höchstens mit Erhaltung ihres kcbenr schmeichelt hatten, sehr überraschen- Alle traten Parthey des Levidus über, der sich durch diesen > vermutheten Ucbertrikt auf einmahl im Besitz " zwanzig Legionen gesetzt sah. 2958) Vellesus: ^cciuerLt Kellum ex ica Osesar L^epi'äum hz.L vir onu-ium vsy-lliwu«, negae '' Uneinigkeit zwischen Kaiser u.Lepidus. 6oz durch Abgeordnete vorwerfen, die ihn zugleich^E^'/ auffordern mußten, diese Sache mit ihm auf ir-KM.Ncrr-ä gcnd eine Weift zu beendigen. —- Ec hott' aberDurgermei- nickt allein alle die Regimenter bey sich, so er aus Afrika mikgebracht, sondern auch alle die, so S. z?» in Messanq zurückgeblieben waren, und welche sich, sobald er nur die Stadt betreten und irgend einige Hoffnung zu neuen Unruhen gege¬ ben, für ihn erklärt hatten. s-743. Auf eine Gesandtschaft dieftrArt antwortete Kaiser nichts. Ueberzcugr, daß die Gerechtig¬ keit seiner Sache von seinen Waffen, die stärker denn die des bepiduö waren, abhängcn müsse, be¬ gab er sich alsofork, von nur einigen wenigen be¬ gleitet, zu ihm, in der Hoffnung, einen Mann, der nichts weniger als unternehmend war, »rtme r»m longrrm konunso inäuigenrism meritus, exeicnum ?ompeii, guis xio^ior suerar, soguemem uvn secl Oslsriz suLIorikskem gc 6äom ülü nmxersk; XX numeio, in >6 kuroi iz j>i oeestenik, vr inurilib in »liens vicrori« eo- czusn-, ciiu mm-arm erar, ciiürcloncio in conlilüs ^aes»ri5 er lempsr cliuerk» Ü5, guse slii» plscebsnr, äi- cen6c>, komm viLioi iam vr kusm inrerpremrsrur, suris« rer^ue clenuncisre Lses-ui: Lxcsüsior 8icili». 3959) Duociscirn lemixwnss, hat sie VellejuS oben Senannk. 2960) Unter Plcnnio. — vellesua hat oben dft Anzahl seiner Legionen auf mehr Venn zwanzig ge» sikt; Appianus hat zwey unv zwanzig; Sueton, d^muthljch mit einer runden Zahl, zwanzig. 2961) Val. Note 29^7. ?^r) Ich stimme mit der Bemerkung Fabrizens döldg überein, daß Lepidus, wenn er etwas mehr vMeruchmenS, oder, wie Hr. Xpagner Se-rzf,«? hier 6°4 Dio KaßiuZ. B. XUX. Hptst.I^XXM. ^E7'rdurch diesen Schritt zu erschrecken und scineSol- K°?k^er"!rdatcn dadurch auf seine Seite zu bringen. Er Burgermei-ward ins Lager eingelassen, »veiler, der geringen Anzahl seines Gefolges nach zu urkheilen, nichts anders denn friedlich' Absichten haben konnte; do aber seine Reden dieser Voraussetzung nicht ent¬ sprachen, wurden die Soldaten des Lepidus so erbittert, daß sie ihn angriffen. In diesem Tu- richtiger als ich übersetzt, thatiger gewesen wäre, cr sich wahrscheinlich den Besitz Eckchens versichern unl> Kaisern nach Italien wurde haben zurücktrcibcn lin¬ nen. Ich wiederhole, daß ich von gainemHeizcnmt Fabri; denke: aber offenbar war doch ZepiduS M verächtliche Kerl nicht, den Vcllesus aus ihm macht" möchte. Laßt uns doch wunderhalber hören, wi! diese Geschichte von jenem berüchtigten Schmeichler des Kaiserlichen Hauses erzählt wird7 Ich fahre da fort, wo ich oben mik e^-ceckn-rr HcrH abgebrochen: dlon s 8cipionibus sliisgus vereribus Nomrmvram clu- cum, guicigusm sulum gsriscumgue surilus, gusm tuuc a OsekLrs. ().uipps cum iii.ermis er l«eeru»mr el¬ fer, xi-seker nomeii iiibil rrssiens, in»relv>5 oasirs he- xicii, euirmck guae r»^ äomrnch rel^ eum iscra ersnr, cum lancema eius perkor.,» ellei Isuces, sguilsm lezioni; rspeis sukur est. 8c!rk5gw" inrereller iurer clucss. Grmski inermem kecuii sinil, §cc. — L-^k p«, denn länger halt' iehs"'" aus. Allerdings, und noch einmahl allerdings, w" Lepidus ken »»ve Aber ihn so herunter! setzen, wie in diesem Romane geschieht? Dan - Vellejus einen lautern, reinen Roman schreibt, , giebt sich augenblicklich, wenn man allenfalls E nur Dio, um setzt nichts vom Aopian »sagen,'. Wellejo vergleicht- Levidus wwd in ftinem lagert; demzufolge mußte Kaiser stärker als kec^ seyn, sintemahl mit fünfzehn Mann keine geschlossen werden können. Doch — m-mum '-e chulq! — es ist nun. e nmahl Schicksal deS llngl" , chcn, selbst in der Geschichte, immer muß er b »ie darf Schicksal an seinem Unglücke Schuld seh - Uneinigkeit zwischen Kaiser u. Lepidus. 605 mult wurden verschiedene seines Gefolges gttöd-N.9c.E-7-s tct, und er selbst entkam nur dadurch, daß ihmAI.Nerv« von seinem Lager aus schleunig Hülfe zugcschicktSnrgermei- ward. Er kam also bald darauf mit seiner"^' 296;) Appianus erzählt, dass Lepidus die Flotte Kaisers zur Nachtzeit verbrennen wollen; welches denn dochabermahis wenigstens etwas Thaligkeit an- jeigt; ferner, daß Lepidus seine Soldaten dadurch aufgebracht, daß er den Pompejanischen Soldaten des Plcnnius gleichen Antheil mit ihnen an der Plün» dernng von Messina verstärket. Auch braucht man nur die Geschichte deym Apviano nachzulcsen, um sich zu überzeugen, daß hier, so wie immer, auf Kaisers Seite alles Kalkül, nichts entschlossener Muth und Tavferkeit war- Von sehr vielen Reutern umgeben, nahen' er sich dem Lager des Lepidus; aber freplich, weil alles schon kaikuiirt war, ließ er den größesten Theil exrrs parca», und gieng, von nur wenigen be¬ gleitet, ins Lager hinein. So gur nun auch hier alles kaikuiirt war, so hatte doch Kaiser sehr bald dieRech- nung ohne Wirth gemacht. Eigentlich waren cs nur d>e Soldaten des Plennius, die aus einer Chane mit Kaisern spielten, und Lepidus ward anfänglich nichts weniger als von seinem ganzen Heere verlassen. Einer der Begleiter Kaisers fiel unter den Streichen seiner Feinde, und er selbst würde verwundet worden scyn, hatte nicht sein Brustharnisch den Wurfspieß abgehal- ktn. Kaiser nahm so sehr mit verhängtem Zügel aus Lepkdi Lager Reisaus, daß er darüber dem Gelachter der Besatzung einer in der dortigen Nachbarschaft auft geworfenen Schanze ausgesetzt ward. Frcvlich ließ Kaiser diese Schanze noch in der ncmlichen Nacht cr» °bern; und die mehresten der dort herum befindlichen Schanzen übergaben sich auch: gmägm ne fvllicimri lluillem, «di lsnrurn in lpeciem mlelkiui ab equiribu,: rame» »-epe/te. re»,. depiciug gULguoverlliz submiirekst xuxili» 7 guie gx i^s« kranliiionem ftcerenr, relignus eiur »o» r»a/e r//r mursbsr ken- ^ukizur, «c rurüim primum kompeiLnj, guorguol scl- >n vlsicio xermsusersur, s^miuaiim rrsulibsul, xlii 6o6 Dio Aaßius. B.X^IX. Hptst.I^XXXItt. dr-N-?-7l8§an;cn Armee zurück, und hielt das Heer des Le, KokNc"'p'd'^ in seinem Lager eingeschlossen. Ob», »a Bnrzcr-erachter dieses völlig gefangen genommen zu MN »ci i^r. befürchtete, hielt cs doch die Ehrerbietung gegen Lepidus von einem völligen Äuffiand gegen ihn ab, im Gegrnkheil verließen sie selbiges einzeln und gieNgen zum Kaiser übet. So warb Lepidus gezwungen, zuletzt frcywillig in eine« Trauerkleide seinem Widersacher fußfällig ju polt slio» cr>mguel,epi6az s; cvnrinencloz srm/ne! »lios, gui in doc srmslisnkursssumebsm iiZns, mnn- gue cum sliiz sciinngedsnr se Osessii. M»u «c rir ^rZna ^cre»ra», er mi/«» »r^M/r, «jonse s liAnisero sucliir: climirre!, relmor- kuuz, rum 6emum celtir reii iruz. ?o/?remr otr/m«» re/«/r«-r, m-ierunrgue sllLssssrem scirsrum, »um iorer- Lcienciuz ell'er l^epicluz, isin ;>iiur,ru; impsrio- 2964) Sein Heer war demzufolge weit zahlreichtk als das Heer des Lepidus- 29^5) Abermahls ein überzeugender Beweis, da? kepiduS Lieb' und Ehrfurcht seiner Trnove» genoßi und daß nicht persönliche Tapferkeit, sondern lieber- macht und Berratherey ihn in Kaisers Hande warfcn- 2966) 'n» Hcüeius! zdmrss ^rc«rr ^/ü»r: llecimogus snno, gusm sci cllssimibim'>n virus iuse porenrism perusnerst t-epiclur , er s no!ll-' duz er« formii« 6elenuz ve/Kr«/ amic«/», virimsm conlluenrium sc! Lseksrem rurbsm, xenibuz eius scluotsruz ell. Vits, reiumgue!us"M dominium, concells ei sunt! spolisra, g"^ xorersr, äignirss. chrostus, deisen Nachricht iw dieser Gelegenheit nur ganz herschrcibcn will- f, m»r;ns viAinri lezionum insolenlis rumen cum - ssnsm miliribus permillsm cliripuill'er, ipsuw sc! le venientem seme! skgue irsrum ssneuir, telig sppeki iuNir: c^uss ilie coilecks. in lseuum cbium lscerns, r-epellenöo virsuir. Uox acl inliruKo exerciku scluersuz venienz, plurimsz leZioner l-epicii, xsucir inrei e > »rsnlire in suanr psrcem compulic. Lepillur rsa Lepidus Unterwirft sich Kaisern. 627 werden, welcher ihn hierauf seiner ganzen GewaltN-Ä.L7-8 beraubte, ihm aber doch in Italien, ^') obfthoi'M^M^ nicht ohne Wache, zu leben «erstattet». —Burgermei«' inrelligens , guo vsniras sua renäeret, chzva/rrs »/ittrro /^88VlVlNl'Or^VL VL81L NVItt./V, O^ie/arr virsm er bon» impetisuit, xerpewo gui- Zem emsnclsws exilio. Appianus, dem ich in der Geschichte der Bürgerkriege mehr denn 'jedem andern glaube, hat doch nur: , welches ich mich wahrlich schämen würde von einem pulloumiculo zu verstehn, Es heißt weiter nichts, als; er legte den Purpurrock, die inii^ni» impemwris ab. Auch hat er sich nicht ihm zu Füßen geworfen; dazu war Kaiser zu fein, der, nach Appians ausdrücklicher Versiche¬ rung, vor ibw äufstand, und al!' äußerlich' Ehrenbe¬ zeugungen erwies. — Die Auszug' aus des Livius hundert neun und zwanzigsten Buch erzählen die Ge» schichte kurz abgebrochen so r XI. l.exicius, gui ex trics velur ac! lociersrem belli contra 8exrum Nompe- ium z(lssh>vs ^erenäi tmusiocsrar, cum bellum Os- ssri guogus inkerret, rslicms ub exercitu> sbroAsi» triumoirsrus bonore, vicsm imperr-ruir. 2967) Und zwar zu Lirkaum. Sueton c. 16. dl. bepiilum, cmem ex /Vkrics in suxilium euocsrsr, luperbiomem XX Isgivnum iräucig, lummasguo libi psitez kerrvre sc Minis vinäicrmrem fxoliquir exercicu, lupplicemgue, cdncell» virs, Orrrcio/ r» r-e» iex««,r. Es ist dieses ein kleines Städtchen auf einem von der Kirke benannten Vorgebirge, zweyhundert neunzig Stadien von ANtium entlegen. Strabo S- 7i?. § ic>. An eben diesem Otte sagt er, Meer und Moraste machten diesen Berg zum völligen Ehland: wan wird sich wohl hier ein darunter verstehn wüsten, denn sonst wüßt' ich nicht diese Stelle mit je¬ ner des Servius aai/te». III. z86. zu reimen: nunc Lirccius mons s (iirce ciicitur, sligusnclo, vc Varro sicir, inluls suir, nonäum liccsris z-sluclibus, guse esm äiuiclebunr s cominenr«. Besiehe weitlaus» tiger Rluverium Iralia »nrigus III. VII. 9 ^968) Ovx «»kV v^«x>!;. Aonaras, der die i» r, — um hier Dionö griechische 6o8 Dio Kaßius.B. XI.IX. Hptst.MXlii. des Sexnis anbetrift, s, Kokk.Nen'awurden, so viel derselben Ritter oder Ratbehcr, Bmgenn-i-rcn waren, nur sehr wenig ausgenommen," hin- gerichtet?; freyc Leute, so unter seinen Sol¬ daten gedient hatten, wurden unter sKaiscre) eigne Regimenter gesteckt, die Knecht' aber ihn» Herren, selbige bestrafen zu können, zurückgkge- bcn, und alle diejenigen, deren Herren man nickt ausfindig machen konnte, gekreuzigt. "'°) - Die- Worte-zu wiederholen, — eine nmvt, bar die Negation gewiß gelesen: aber im LplMs findet sie sich nicht: und ich möchte diese Lesart vor- zieh». Sie scheint besser mit Kaisers Charakterzu passeri- Was hatt'er auf dem einsamen iiiftlförmiM KirkauS vom LepiduS zu befürchten? er, deracktzebu Jahre spater grausam genug war, ihn zur Zurücklmift nach Rom zu zwingen, um sich an der gegenwärtige Ohnmacht seines ehemahligen Geholfen im Triumvi¬ rat zu ergötzen. Man findet die Nachrichten hiervon unten Z. 929. 2969) Appianus p. 4Z8. sagt gerade das GW- theil, und dies abermahlS wahrscheinlicher. PompcjuS nicht zu den gegen Kaiser Derschworncn et- hort hatte, so ward auch der Krieg gegen ihn nickt mit der nemtichen Erbitterung, als jener gegen Erin tuS und KalsiuS, geführt. 2970) Ich zweifle hier abermahlS gar sehr, dasD'° den wahren Geist der Geschichte gefaßt haben SextuS ganz' Armee hatte sich Kaisern vermutM nur unter angebotener und zugcsicherler Amnestie er¬ geben; da eS denn nicht allein grausam, sondern >:»«! höchst unpolitisch gewesen sc»n würde, die Eklavem deren Herren nicht auSfündig gemacht werden keiun ten, kreuzigen zu lassen. Nein,' Kaiser verband Legionen, sowohl des LeviduS als die des SeM' mit seinen eignen, und sähe sich so an der Spitz'""7 außerordentlich zahlreichen HeereS, welches uns PianuS dergestalt beschreibt: Fußvolk fünf und v'> i'g Legionen, Rcmcr — doch ich will hier bebec °"' Aufstand unterKaisers Truppen. 609 Diejenigen Städte, so sich ihm freiwillig erga-N.R.E.7-r den, erhielten Verzeihung dessen was vorgcfal len; mit denen, so sich widersetzten, ward nachBurgmnei- allcr Strenge verfahren. st"' 744- Indem er hiermit beschäftiget war, rebellir- ten seine Soldaten. Keck durch den Anblick Griechische selbst hersehen: — also fünf und zwanzig tausend; leichtbewaffnetes Fuß- volk , d i. eben so viel und die Hälfte drüber, d. i. sechs und drcyßlg lausend fünfhundert. (Ich habe die Zahl mit Buchstaben ge¬ schrieben. Die Engländer, ich weist nicht wie, hatten die Zahl des leichtbewaffneten Fußvolks auf hundert scchszigtausend Mann anaegeben Mik Recht korri- girr Baumgarten in der gasten Anmerkung dies, und setzt dafür Z7;oO. Verw.ukhlich ein bloßer Druckfehler für z6zoo; einen ähnlichen zu vermeiden, hab'ich also die Zahl lieber ausschreiben wollen ) Kriegs, fch'ffe sechshundert, Grosius: 1^1 VOli legioues, sub vniur rnnc imxeiio (^»elsriü eisnr. Die Kreuzigung der unter der Armee des LcxluS dienenden Sklaven ist erstjspäter erfolgt und die Folge der nun so eben zu beschreibenden Rebellion gewesen. Orosius giebt dieses höchst deutlich zu verstehn, indem kk auf die so eben angezogenen Worte unmittelbar fol¬ gende seht: blilires, multiiullins beroclore«, guoiclsn» pro »ccizilencliz rcunulrus exciruuerunr. (>xe- Animo miü>3 militum exsnAolsuit, no» , r» rglr dAaN beliebe hler nicht zu vergessen, daß die Ergastula und "r Pileus die vornehmsten Werboffizinen des Pompe« lanischen Heeres gewesen waren. . 2971) AuchAppianus bemerkt, daß es geradeKai- l"s eigenthümliche Soldaten gewesen- so die Rebellion "'.'gezettelt, welches auch sehr wahrscheinlich ist: al- "n zu ihnen schlugen sich die fremden, vorzüglich Pom» panische Soldaten, gegen welche nun Streng erfor« Qq 6io Dio Kasims. V. XUX. Hptst.^XWlI. ^E,7>8-Hrcr ganzen versammelten Menge gemacht, rech, Kotk.Mrv wußte, wo er hmgekommcn war. 2972) Sie verlangten die nemlichen Belohnunge"' so diejenigen erhalten, so gegen Brutus und gcfoch'cn. Appmimn. 297z) Mit welckerStirn kann doch wohl derkuai dieses sagen ? Gerade pochten Kaisers Soldaten ein deswegen ft sehr, weil damahls bereits jedcrnM den K ieg mit Änronio vorhersah, und weil du L: daten überzeugend gewiß waren, daß Kaiser ihr"'M entbehren könne! Auch verspricht Kaiser den tunn kuirenden Soldaten selbst, sie gegen die Illyrier m andere feindliche bundbrüchigs Völker zu führen deren ucberwinbung sie vielen Vortheil uudAelaM haben sollten. Rebellion der Kaisers. Soldaten. 6i r ihm selbst alles, was sie ausgestandcn, und das,NR.§.7lz was ihnen dagegen versprochen worden war, vor.^MM^- Hierunter wurden von Zeit zu Zeit DrohungenBmzermci- gemischt, sodaß sie sich schmeichelten, ihn auch^ gegen seinen eignen Willen dahin, daß er ihnen den Willen thun müßte, zu bringen. Da sie auch so nichts erhielten, verlangten sie mit großem Lärm und Gcschrey, ihres Soldatenstandcs als schon Bejahrte entlassen zu werden; nicht als hätten sie in der That den Abschied begehrt; (vielmehr be¬ fand sich der größeste Theil derselben in der Blüte seiner Jahre;) sondern weil sie schon den Krieg gegen Mark-'Anton zukünftig sahen, und darum auf sich si-lbst und ihren Dienst einen ungeheuer großen Werth setzten; sie vcrmuthcten demzu¬ folge, das, so man ihnen jetzund auf ihre Bitte abgeschlagen, alsofort zu erlangen, wenn sic mit Verlassung des Kriegsdienstes drohen würden. Doch auch dieses schlug ihnen fehl. Denn Kai¬ ser, ob er schon die Gewißheit dieses bevorste- S. i-»- hmden Krieges gar deutlich einsah, und eben so gute Kcnntniß von den innerlichen wahren Absich¬ ten der Tumultuircndcn hatte, gab ihnen dennoch nicht nach, überzeugt, der General müsse sich nie von den Soldaten gegen seinen eignen Willen ü'gend wozu zwingen lassen, sintemahl solche nur daher Gelegenheit, immer übermüthiger und über- Müthlger zu werden, nehmen würden. 2974) Fabriz macht hier eine sehr überflüssige Be¬ merkung: daß dies die Pflicht jedes großen Feloberrn >ey. Möglich; aber ich, der ich weder Politikus noch Etlker bin, will lieber bemerken, daß Kaiser d-ese ^egel nicht sonderlich befolgt zu haben scheint- Nach APPiano war der wahre Hergang dieser: Er versprach °aes was man forderte, bat aber, die Rückkunft An. "ns aus Wen abznwartcn, da jeder gleich belohnt 612 Dio Kaßius. BHX.Hptst.I.XXXlIi. § 745. ^Gc'mus ü? stellte sich also, als ob sie nichts anders KENervädenn die Billigkeit selbst verlangten / und entließ Bnrgermei zuerst alle diejenigen, so unter ihm linMuti'neusi- schcn Kriege gegen Antonium gefochten; und werden sollte. Da dieses Zeitgewinnen nicht gut aus¬ genommen ward, versuchte Kaiser zu drohen, ließ aber, da solches fruchtlos war, geschwind nach, um nicht etwan die Legionen des Lepidus und Scxurs zu einer öffentlichen Rebellion zu reizen. Er zeigte nun, in der heitersten Perspektiv, den Krieg mit den Ilty- riern als goldbringend und ungefährlich. Vergebens! Die Soldaten weigern sich weiter zu fechten, wenn sie Nicht sogleich augenblicklich jetzt bsnoras er praenm erlangem Kaiser verspricht in der Singst das erste, laßt Kranze, Kronen, vatchz pi-serexrsrss bringen. Nun tritt Osilius auf, und sagt: dies waren Possen für Kinder, Soldaten gehöre Geld und Landgüter. Nun verlaßt Kaiser das Tribunal. Osilius, wie schon oben bemerkt worden, verschwindet, aber sein geheimer Tod unterbricht deshalb doch die Galnung der Armee nicht. Kaiser ist also gezwungen, allen je¬ nen Veteranen den Abschied zu errheiien, die schon bey Philippi und Mutina gekämpft hatten. Diese wur¬ den nun auch gleich, um nicht weiter auf ihre Kame¬ raden wirken zu können, aus der Insel geschafft- Zu den Zurückgebliebenen hielt Kaiser eine Rede, indem er sie ermahnt, jenen räudigen, jetzt ausgeschlossenen Schaafen nicht nachzufolgeu, ihnen sehr vieles für die Zukunft verspricht, und endlich mit einem Geldge¬ schenk seine Rede beschließt. -975) Aus der vorigen Note erhellet, daß sich un¬ ter Kaisers Heer auch Veteranen befanden, so bereits Mit bey Philippi gefochten. Ich will die eigenen Wor¬ te des Appianus hersetzen: s'-v ALobjAr-kLocv KL« 0V7ÄV, Akäxs-,» , X«, 7k.oM',L; s; kv'Zv,' srkävc, X«, 7--^ «"°,; rx S!7S,V«V Stillung der Rebellion. 61 z da der Ueberresi sieb auch dadurch noch nicht bc-N R.E./lz ruhigte, alle diejenigen, so zehn Jahre hmdurcl^E^''^- Kriegsdienste gethan. Den klebrigen aber Ein Rurgermci- haltzn thun, versichert'er, keinen der cinmahf'^' Verabschiedeten, sosehr er selbiges auch in der Zukunft würde wünschen mögen, wieder auf- und anzunehmen. So wie sie dieses hörten, muchfttcn sie auch fernerhin nicht einmahl; viel¬ mehr waren sic ihm um desto gehorsamer, weil er Heu Ucbriggebliebencn nicht allein alle das, so er ihnen chemahlö versprochen, zu halten, sondern auch eine neue Länderauskheilung versprach. Al¬ len gegenwärtigen ließ erjetzundMann fürMann fünfhundert Drachmen austheilcn, und be¬ schenkte die, so an dem zur See erfochtenen Siege Theil genommen, mit einer Krone von Oclzwci- gen. Auch machte er allen Uebrigen große Hoffnung, den Oberoffizieren vorzüglich, denen er versprach, sic zu Magistratspersonen in ihren vaterländischen Städten zu machen. — Unter den Geschenken, so er seinen Generalspersonen damahls austheikte, zeichnet sich besonders die goldene mit Schiffschnäbeln gezierte Kron' aus, so Agrippg erhielt; ein Ehrenzeichen, wel- .,2976) machen keine Aeämische fünfhundert Sestertien, wie Appians Übersetzer sich ttnblleete, sondern zweytausend, wie Hr. W sehr rich. '4, aber auch sehr lächerlich übersetzt. Warum sollen der deutschen Ueberfttzung cineS griechischen Schrift« MerS, warum, sag'ick j sollen in ihr Drachmen M Cesterzien rednjirt werden? warum nicht eulwe« ,, c die griechische Drachme behalten, oder die Va« ! 'Uw derselbe,; sogleich in deutscher Währung hingt« i z.E. hier: y;Fl. 45Kreutzer, oderüsthl. t2gk- ^>77) Siehe oben §. 612. ^97K) 12Y. nsusu 6i4 DioKaßius.B.XH Hptst.I.XXXIII. ^.T.!7i!ichce weder vor noch nach ihm irgend jemand zik Kckkei°Ncr-^^il worden. Es ward nachher durch či¬ ra Bürger¬ meister. eum Iiabirus erst. Seneka cis Se»e/crir III. Z2. Zrippa nsusli corons inl>Lrnis, vnicum scleprus inrer ckoua milirsrirr ckecus. Vellejus: Inligue coronss OI.^88IO^Ii , Kn»ra»orrwr a!o»cr»r erar, live dello .^grip^s linAulari virrure meruir. Plis nius XVI. 4. nennt sie >o/?,aram, und eben so Vir¬ gil VIII. 674. lemgors nausli fulgent cr-rn».-?, Wo ich Gervlum nach.msehn bitte. 8exrus gompeius in 8icili» pirsricsm exercuir, contra guom primo cum Agrippa llimicauic.^uZulkus, pvlkea ^Atippse cur» clsia eil, gui eum «leleuir, 0/, er /trr?rr/?»r eo/r/irrm ckeck/r coro»,r»r. In Daillantu numismrrridus grsecis r- 7. ist eine Münze der Stadt Alübanda, dl- auf dem Revers die zusammcngestellten Köpfe Kajus und Lukinus Kaisers, und von vorn den KopfAgrippa mit der corona rottrar-, hat. Andere Münzen desAgrippa finden sich, die auf der Kehrseite den Kopf des Augu¬ stus, oder den Neptun mit dem Dreyzack haben. Ab. zeichnen mag ich sie nicht, denn unter meiner Summ- lung ist leider kein', und müßt' ich sie ans gedruckten Münzbüchcrn entlehnen. 2979) Plinius I, c. Oeckuur et rdürstse, guamnir in cluodus rnsxime sck lioc aeui celedres : dl. Varrvue e xiraricis dellis, cksiite dlagno kompeio: iremgue bl. /^Aligpa, lribuenro Oelsre e 8iculis, guae er ixü> Pi- rarics fusre. ^nrea rotkrs nauium riil-iunsli prsestxa kori ckecus ersnk, volnri pogulo llomano ipli corons M» xobrs: pollguum voro tiibuniriis seciilionidu« calcml .ic xollui coepere, polkgusm vires ex gudlico in griuarum inagis iinzuiisgne ciniurn gusori, kacrosincra omM» xroksns rum » geckibus eorum fubiers in caxira cirnuw lotkrs. Osckir dane ^.u^ustus coron-im /^grixpae. der Hauptsache widerspricht Plini'ls vöstig, ' lein unscrm Dio, sondern auch allen andern in btt vorigen Anmerkung angeführten Schriftstellern , du da allgemein behaupten, daß Agrippa der ech' >w einzige Römer gewesen, dem die Ehr', eine SclE- krone tragen zu dürfen, -erstattet worden; denn c- Agrippa wird auszeichnend belohnt. 615 nen Rathsschluß vest gesetzt, daß er sich dicserN-R.E./ir! Schiffkrone jederzeit bedienen sollte, so oft irgcud^EZE jemand triumphiren und sich bcy dieser Geiczcn-Burgermei-. stcr. sagt uns ja deutlich, daß Magnus Ponwcjns eben das gegen Varro, was Kaiser gegen Agrippa gethrn. Wenn beyd'Angaben neben einander bestehn, und eine so wahr wie die andere bleiben soll, so ist wohl kein anderes Mittel, als mitst-ipsio so milir. V. 17. die coivnsm von der nansli ZN unter¬ scheiden. So wie derjenige Soldat, der zuerst die Mauern einer belagerten Sradt erstieg, eine coronsm und derjenige, der zuerst in die Schranken eines bcvestigten Lagers drang, eine eraiclt, so bekam der Soldat, der zuerst ein feindliches Schiff enterte, eine die vermuthlich in der Haupt¬ sache von beyden vorhergehenden nicht unter schieden und mit keinen Schiffschnabeln, wie die des Agrippa, geziert war. Doch hat auch dieses seine Schwung, leiten; und wenn die coroiE und cg/k^cn/er, so sehr sic sonst mit einander, übcreinkamcn, diese mit Palüsadem jcne mit Thurmzinnen geschmückt waren, so läßt sich kaum daran zweifeln, daß nicht das Unter- scheidungszcichen der mm-nk die rostra »summ hatten gewesen feyn sollen. Man lese Schefferunr 6s mili- Ua NLNSÜ litt. z. Ultd paschalium 6e coronis VII. 4. Servin« wenigstens hat nichts davon, daß dieses Ehrenzeichen ausschliessnngsweife dem Agrippa allein jugeffanden worden sey; welches man doch, wenn cs drrFallwirklich gewesen wäre, billigvcrmuthen müßte. Die ganze Schwürigkeit wurde sich übrigens sehr «'ehr heben lassen, wenn es nicht zu frei) wäre, die griechischen Worte: ° »- von ihrem Der weg zu verrücken und nach amTnde des Pe¬ rioden zu setzen. Dio würd'aisdcnn nicht behaupten, haß Agrippa der erste gewesen, der eine coroiuim ro- Uiir.rm erhalten, sondern daß er der erste gewesen, dcr durst) einen Raihsschluß berechtiget ward, diese coronsm, so oft als ein anderer trinmphirte, zu tra. HE"' und dadurch, so zu sagen, an jedem Triumph, üwst Antheil zu nehmen 6 1 6 DioKaßms. B.XI^IX. Hptst. I^XXXIll. ^R-E.7-8hcit der^orbeerkrone bedienen würde. — Soalso KENcn"aMke Kaiser damahls seine Soldaten zufrieden; Vurgermei-ocnen er alsofort damahls das Geld, die Lände- reycn aber inchr lange nachher austheilre. Da die damahls dem gemeinen Wesen zugchörende dazu nicht hinreichtcn, kaufte er noch viel andere dazu, sonderlich von den in Kapua wohnenden Kampemern, deren Stadt vorzüglich neuer Koloni¬ sten bedurfte;^') zur Belohnung überließ er ihnen das sogenannte Iulischc Wasser, dessen Besitz sie stch nochjetzund zu einer ihrervorzüglichsienEhrcn rechnen, und viele Ländcreycn um Rnossus, die 2y8c>) Diese Stell' ist für mich, vcrmuthlich nur ausllnkundc, sehr schwer; ich will aber lieber mein' Unwissenheit gestehn, und von andern Belehrung er. bitten, alS Vas, so mir undeutlich ist, iioco pscis überhüpfen. Zuerst also die Parallelstelle deS Velle¬ rns, zu deren Erläuterung Llpstns D>ons Stelle Griechisch anführt, und dann hm.«setzt: Omnmb»ec gu»!i cls inllvllrk sc, ipm all e elloii luoom, er gnis leir, ll ncui s Oione lübiiic — Sie lautet ober alfo : 8pecioiurn pcn icl rempus acliecrurrr kupplemea- lum (szsipüiise coluniae, eius --««llrrrr ersnr pub!>ei, pro Kis lonAL vbe-iores rellirus XIl. 188. in tlre» in- suls relllliri, vr »gUL piowillr, guso lkoüiegus linZnl». re er llilubriracis inltar, ec »moenirsris ornamenmni est. Für »ectiE hatten die altern Ausgaben MlllLll; Lipsius schlug vor, zu lesen; allein die alte art ist richtig, solches har Wesseling Vsr. obl. >> 20. erwiesen, und uns zugleich dieBcbcutung desWories aus Lrontcno und -Hygino gezeigt. Von der hab' ich die klassische Stelle Frontins sl>on oben in den sstotcn zum ^oyten h. angeführt. Aber duh» Iulifche Wasser, wie kommt es nach Kapua? >m Leute, die aus Kapua nach KncssuS versetzt wurden, wie konnten dies' in einer Kretensischcn Stadt v°!'st' nein Wasser Gebrauch machen ? — Ucbrigens crwah" Strabo p. iz;2. tz. 9. ciner Kolonie, die zu stau Zeit nach Knvssus geführt worden. Ehrenbezeugungen, Kaisern erwiesen. 617 sie noch gegenwärtig besitzen. — Jedoch diescsN.R.E./'? geschähe nachher! — Damahls beschäftiget' sich, die Angelegenheiten Sikiliens in OrdnungBurgcrmei- zu bringen, und machte sich durch Sranlms^' Taurus von beydcn Afrikas, ohne Blut zu vergießen, Meister; Mark-Anton gab er, statt der sim Gefecht mit Sextus^ untergegan- gcnen Schiffe, eben so viel seiner eigenen. 746, Auf die allererste Nachricht von diesem Sieg ward cine damahls in Etrurien ausgebrochcne Re¬ bellion gedämpft. — In Rom bestimmte man ihm dafür einmüthig öffentliche Lobreden, Sta¬ tuen, den Rang über alle, überall und bcy jeden Gelegenheiten; einen Triumphbogen, unter dem hinweg er mir den Ehrenbezeugungen der Ovation ut die Stadt reiten sollte; den Gebrauch des iorbeerkranzcs für immer, und daß der Tag, 2981) Grosins: l'-mruz Laesaris xraefecw? wrsm Lcr/ram ferro psrienrsrsm canterrirsmgusinlläem offenbar must hier gelesen werden-' nicht sv wohl dieser völlig entscheidenden Stelle Dions wegen, als vielmehr, weil die b'sltt L^iwlini einen -rcaiwph benierlcn, den Taurus überAstika gehalten- 2982^ 8uere>nilti> 22. bis OULNS ingrellus ell Vl- polt pbilippenfo er rursus z>oll Siculum bellum; "Ud zwar fallt diese letzter' Ovation auf den fünfzehn- sn November; denn so steht in den : xn. Olvi. l-. e. k. n. tlivill. ir. O ll. oclcxvn. ov^dls. LX. LILIbl/X. , 298;) So wie solches dem altern Kaiser gleichfalls /billiget worden war. S- oben h. 46g. — Vorher Me man ihm nur die Eelanbuiß gegeben, st4, des g°sdeerkranzes eben so ost zu bedienen, als raeno ein "derer Feldherr triumphiren würde- S- §- 69z. 6 r 8 Dio Kaßius. B. XI.IX. Hpkst. IRXMl. N R-E^rzan dem er gesiegt, em Feyerkag auf ewige Zeiten ÄE Nttva^^.' und er berechtiget seyn sollte, jährlich an Burgermei selbigem, mit seiner Gemahlinn und Kindern, im ster- Tempel des Kapitolinischen Jupiters zu speisen. Diefts alles ward auf die allererste von die¬ sem Sieg erhaltene Nachricht bestimmt, welche S. 4vl. rncm durch einen derjenigen Soldaten, die da- mahls in Rom in Garnison lagen, überkam. Dieser ward an eben dem Tag', an dem dasTref- fen vorgefallcn, von irgend einer Gottheit ergrif¬ fen, und nachdem er viel andere swundernswür- LigeZ Dinge, gesagt und gesprochen, lief er end¬ lich auf das Kapirolürm hinauf, wo er sei» Schwcrdt, dessen er hinfort nicht nöthig haben würde, zu den Füßen des Gortes nicöcnvarf; fein' Aussage bestätigen nachher andere, so in Her Schlacht gegenwärtig gewesen, und zu diesem Behuf vom Kaiser selbst waren geschickt worden. Als aber nachher Kaiser selbst ankam, und in eb¬ ner, den vaterländischen Gesetzen gemäß, vor Sen Thoren der Stadt zusammenbernftne» Versammlung dem Volk von seinem Verhalten Rechenschaft gab; nur einige wenige der ihm an¬ getragenen Ehrenbezeugungen annahm; alle dieje¬ nigen Rückstände nachließ, die vom Ausbruch Les bürgerlichen Krieges an noch dem öffentlichen Schatze zu entrichten übrig waren; einig' Abgaben auch ganz und gar abschasste; und das ihm angekragene Priestexthum des Lepidrrs nicht 29Z4) Eben das, oder etwas Aehnliches, Halle man gleichfalls dem altern Kaiser versprochen. oben H. 465. und von asten am jungen Kaiser »ver¬ haust verschwendeten Ehrenbezeugungen Appla^m x. 440, wo auch diese namentlich crwahut wird- 2985) S- §- 274. im vorigen Band- 2986) Appianus x. 440. Ehrenbezeugungen, Kaisern erwiesen. 619 annchmen wollte, weil cs gesetzwidrig war, cinenN-R-E.?-» Lebenden desselben zu entsetzen: — wurden ihmAE!ur68^omo8 per procur2lore8, gao i»xior 6s- mlins, ^zns>!ici8 sg vlibu8 clstlinsrs M'oseüu8 sll: ^jiollini, ec circs porricu8 sserurum pro- svUir, kjnocl ch eo 6n<-ulsri exrrucrum munibcenki» sst. Und noch deutlicher Snecon 29. 'sempluiu^pvlimis dr psrre ULlsrin^s äunnis excirsuic, gusm, sulmino cls66srsri s Oso srssi>ics8 pronninisrunt. ^cläi- Pvrr:cu8 cum Lilgiomec» I^srins Llrssesgccs, guo oeo isn, senior Lsps eriam lenscum dsbuic. 2988) Siche oben S- 24z. vomAnfang. — Unten 620 DioKaßius. B-XH Hpst. r.XXXlll. ^Eittus^demohnepachtet an ihm vergriffe, sollte nicht an- Kokk.Nerväders, als ob er Hand an einen Zunftmeister des Burgermei-Volks gelegt, bestraft werden; auch erhielt er die Ehre, seinen Platz auf den nemlichen Bänken, wo sic saßen, nehmen zu dürfen. §- 747- Dieses ward Kaisern damahls vom Rath bewilligt. Er selbst ernannte den Valerius Mcffala, den er vorher proskribirt, und so viel an ihm gelegen, zu tödtcn versucht, noch über die gewöhnliche Zahl dieses Kolleg» zum Augur.'"°) Den Einwohnern von Utika gab er das Römische Bürgerrecht; ^') und da schon damahls meer- grüne Kleider jeder, der sic bezahlen konnte, zu tragen aufieng, verbot er den Gebrauch der¬ selben allen Ratheherren, die sich nicht zugleich gegenwärtig im Besitz irgend einer obrigkeitlichen Würde befanden. — In eben diesem Jahr konn¬ te kein Platzmajor, aus Mangel an Kandidaten, erwählt werden; und die Stadtrichter und Zunft¬ meister des Volks mußten die Pflichten, so jenem obgclcgen hätten, über sich nehmen. Auch ward §. 777- erzählt uns Dio, daß die nemlichcn Vorzüge der Oktavia und Livia beygeleqt worden. -989) Gleichfalls wie der altere Kaiser. S. öden E- 242. 2990) Anfänglich hatte man nur drey Augurs, de¬ ren Zahl doch gar bald verdoppelt ward. Livius - - 6- Bald erhöhere sie das Ogulnifche Gesetz auf nenn Personen. (Lr-e. 9.) Sylla auf fünfzehn, und ihm" setzte nun Kaiser jetzund noch den sechszehnten zw 2991) Man sehe hiervon die Münzen bepm Duru Nrimmi Vrb. x. 950. Spanheim äs vlu e l-iLöst. I^um. 1°. II. x. üpz. vaillaut cle uuwwri Ovlonisrum p, 124. 2992) Vgl. Note 2887' S. Pompeji Flucht aus Sikrlicn. 62 r zur Feyer der lateinischen Spiele kein GouverneurN. R.T./iz der Stadt erwählt; einige Stadtrichter mußten^ENer- glcichfalls dieses Amt besorgen. — All' übrig'»« Burger- Angclcgenheitcn in Rom und ganz Italien wur-"E^ den von einem gewissen RitterÄüjus Mekänas, jetzt und noch lange Zeit nachher besorget. §. 748. Sextus Pompejus hatte Meffäna ver- S. 40s. lassw, und da er Nachsetzung der Feind' eben so als Vcrräthercy der Seinigcn befürchtete, gab er gegen sie vor, in die hohe See zu siechen, see- gelt' aber in dcr That, nachdem er die Lichter aus¬ gelöscht, mit denen auf nächtlichen Fahrten die Admiralschjffc den andern vorzuleuchken pflegen, längs der Kusi' Italiens hin, von wo er nach Rorkyra, ^d von da nach Rrphalo- , 299V Von ihm will ich nichts sagen — es findet sich vielleicht ein'andere Gelegenheit, wo ich solches, B. nuten zu S- 522 we ilens theilweise sagen werde kennen. — Meine jänaern Leser verweis' ich aas die Einleitung, so Hr. Wieland den von ihm deutsch übersetzten Horazischen Briefen vorgesetzt hat: und altern ist vielleicht das allgemein bekannte, aber nicht überall zu habende Werk Meiboms, cis vir» dlseesn-ujz, bekannt. 2994) Lloru» Illl. 8- dlan alia, poll Xei-xsm, wusi-ibllior kupg. tzuipps mocio rreoem-uun, quin' lu^iur-i .nsuium llominui. cum ssx sepcemus sugiebsr, z^rincro »a«tt svvulis in msrs so- psr,sn8 srmis respecrsns, ec rsman von rimsns ne perirsr. lieber die Sitte, nach welcher das Ädnit. Schiff durch ein auf selbigem angczündeteS Feuer de« "/n übrigen den Weg, den sie zu nehmen halten, wies, u man die Jnrerpretes über Virgil II- 256. l-lsm- -um re°^ ..uppis sxrulsrsr. Scheftcrum -is ums vsorii m. r/und Raphael Sabretti all col. '«>. vll. 2bg. s>. nF. , , ^5) In, Griechischen Text «-e-»'?'«, wofür der la« 622 DioKaßius. B-XU Hptst.I.XXXlll. PFE7-8nien übergieng. Hier fand er den Uebcmsi L.Keltiusu. - - § Kokk.Nerva Burgermei-teinische Dolmetscher , und auch Hr.W Rar¬ ster. kyra hat. Ich folg'ihnen, weil ich die Lesart für verderbt halte. Denn Korkyra ist nicht allein der ge¬ wöhnliche Name dieses Eylandes, sondern auch auf Münzen wird cs beständig geschrieben. Leset Spanhcmium aä ^allimscb. p. 428. und -Hardum nummi ivuttran p. 257. — Kaum darf ich sagen, daß Korkyra jctzund Rorfu, und Rcphalonicu Lels- koziia Heist. 2996) Man erlaube mir, hier auf einmahl, uni sie nicht gar zu sehr zerstückeln zu dürfen, die letzten Tha- ten des, an Herz und Muth den Triumvirs so sehr überlegenen Sextus, aus Applaus erzählen zu diir- fen. — Bey seiner Flucht aus ^ stellen kam er zuerst an das Vorgebirge Laklnlum sil capo ckelle colonnej im Lande der Brünier, oderjebund in Lalsbriaolm. Hier war ein sehr berühmter und reicher Tempel der Juno Laklnia, von dessen noch jetzt übrig gebliebe¬ nen Säulen das Vorgebirge seinen heutigen Name»: Gäulenvorgeblrgc, erhalten. Diesen Tempel plmi- derre Sextus, wie solches schon vorher Hamnbal im Karrhaginenfischen Kriege gerhan, (Lwür.^ XXX. p. 2Z7. d.) und von hier gieng er nach Mlrxlene, der Hauptstadt der Insel Lesbus, wo ihn ehemahls sein Vater, da er gegen den altern Kaiser zu Felde zog, als Kind zurückgelaffen, und überwunden mit sich Egypten genommen hatte. Hier bekam er Nachricht von Anrons unglücklichem Kriege mit den Parthcru. Er glaubte nun drey Auswege vor sich zu sehn: ent¬ weder, wenn Anton wirklich geschlagen sepn stllle, im Orient die Rolle fortfpkklen zu können, so bisbcr Antonius gespielt halte; oder aber sich mit Antom gegen Kaisern zu vereinigen; oder endlich demBeoM des Labienus zu folgen, und sich zu den Partkern i» flüchten Jmwisck.en war Anton glücklich nach xandrien zurück gekommen, und folglich einer w"' Plane gescheitert. Beydcn andern treu, schickt'er sandte sowohl an Antonius nach Alexandrien, als am' an die kleinen Könige vvn PonruS und Thrakien, du - deren Land er nach Armenien und sofort weiter Letzte Thaten S. Pompeji. 62z Parthien kommen zu können hoffte. Man kann nichtN.R.E.yir leugnen, daß die Vorstellungen, so die Gesandten desL-GeHjueu. Pompejus dem Antonius machten, sehr triftig waren.AE.Ncrva Er ließ ihm vorftellen, daß er, wenn cs ihm durchaus^^"^ ' um Krieg zu thun gewesen, sehr leicht nach Spanien hatte überkommen können, wo er gewiß gut ausge¬ nommen seyn würde; (er hatte sich nemlich in dieser Provinz bis zum Tode Kaisers verborgen gehalten, und hatte seine große Rolle mit spanischen Schiffen zn spielen begonnen) sondern daß er aus Liebe zum Frie. den und aus Neigung gegen Antonimu, die er schon damahls gcausse- t, als er noch im Besitz Sikiliens swend, ihm seine Mutter zurückgeschickt, sich nach Asien wende. Freylich, hatte sich damahls Anton mit Sexto vereinigt, so hatte dieser nicht sein Sikilien verloren, und jener würde im Parthifchen Kriege, wo ihm Kaiser die versprochene Hülfe nicht zusandlc, auch nicht so unglücklich gewesen seyn. Er ließ ihm jede Treulosigkeit Kaisers vorstcllcn, der den ganzen Raub des Lepidus für sich allein behalten, und dein jetzund nur noch Anton einzig und allein im Wege stehe, um unumschränkter Herr von ganz Italien zu seyn, und der vcrmmhlich schon jetzund. wenn er keinen Pompe, jus mehr zu fürchten hatte, Anwnium angefangen haben würde, feindselig zu behandeln. Man kann nicht leugnen, diese Gründe waren sehr triftig und harten Antonio einleuchten müssen; allein dieser hatte seine Maasregeln schon hey der ersten Nachricht ge- nommen, die er von den Kriegsrüstungen bcS Pompe, jus in Asien erhielt, und gegen ihn den Tirms mit dem Befehl geschickt, sich jeden Unternehmungen deS Pompejus aus allen Kräften zu widersetzen; ihn aber, falls er sich völlig ergeben würde, mit allen Ehren uuf und anzunebmen. Die Gesandten konnten also auch jetzund kein' ander' Antwort vom Antonio crhal. ^n Inzwischen waren die Gesandten, so Pompejus "ach Seleukia geschickt, den Anronianischen Hcerfüh. rern in die Hande gefallen und nach Alexandrien ge. schicke worden. Die Gesandten des Pompejus ent. schuldigten diesen Schritt durch die Nothwendigkeit, welcher ihr Chef sich befunden. — Inzwischen die. w in Alexandrien vorgicng, hatte Znrnmk, der da'. t 624 Dio Kaßius. B.X^IX. Hptst. I^XXXIH. N N.E.7i«mahls in Kleinasien anstatt des Antonius kommen. ^Kcllius u-dirte, den als Freund zu ihm kommenden Senns um ^./.^"^desto williger auf und angenommen, je schwächerer ster- selbst war, ihn mit Gewalt vertreiben zu können, doch hakt' er seine schwach' Armee durch den Aenobarbus, den Anführer eines benachbarten Heers, und den A- j mynras zu verstärken gesucht. Diese Zurüstungen nahm Pompejus als eine Kriegserklärung auf, und versuch, te sich der Person des Aenobarbus durch die Verrä- thcrey eines gewissen Lurio zu bemächtigen. Der An« schlag mißglückte; Kurio verlor den Kopf, und Pom- peius, um das: Huiciguic! cleluanr I-LASS plecwnwr ^cbini gleichfalls seinerseits zu erfüllen, ließ seinem Freugelasscnen TheoSorus, als ob dieser hier seine Hand allein im Spiele gehabt, gleichfalls den Kopf abscblaaen- Er bemächtigte sich darauf der Stadt Lmnpsakus, in welche Kaiser kur: vorher eine Kolo« nie geführt Täglich durch italiänische Flüchtlmge verstärkt, befand er sich jetzt an der Spitze von zwei)- hundert Mann Kavallerie und drei) Legionen, mit de- neu er einen vergeblichen Versuch auf Ryzukns mach¬ te, wo er von Äntonianischen Fechtern, die dort m Garnison lagen, zurückaeschlagen ward. Er kehrte nun zum -Hafen der Achäer zurück, wo ihn Furnius beständig, doch ohne je ein Treffen zu wagen, beob¬ achtet' und den Proviant abzuschneiden versuchte Die¬ ses brachte den Pompejus so in die Enge, daß er das Lager des Furnius zugleich von vorn und von hinten angriff Furnius wollte dem ihn von vorn angre-ftm den Feind entgegen gehn, inzwischen bemächtigte M der Hinterhalt seines Lagers, und er warb zu emcc schimpflichen Flucht gezwungen Pompejus verfolgte die Flüchtigen durch die Gefilde des Skamander die das Regenwetter damahls fast bodenlos gemacht hat. te, hieb die mehresteu derselben nieder, und tue, p Mit dem Leben davon kamen, ließen es sich gefallen, bey Pompejo selbst Dienste zu nehmen. Er erhielt her. stärkungen aus Mysien und der Küste des Proponkn. — man muß nicht vergessen, daß Pompejo ubcra Schiffe zum Befehl standen — und es schien ihm d nichts, als an der nöthigen Reuterey zu mangeln, o er Nachrrcht von einem Kavallerieregiment crbr' Letzte Thaten S. Pompeji. 625 welches dieinAthen sich damahls aufhaltende OktaviaN.RE. 71z ihrem Gemahl nach Alexandrien zusendete PonipejusL-GeUiusii. machte den Anschlag, dies Regimen! durch Geld seine Seite zu bringen. Allein dieses Projekt schlug fchl-s^. Die Unterhändler, so das Gold überbringen sollten,gerie. then dem AntonianischenGeneral in die Hände, der ihnen daaGold abnahm,und solches in Mark Antons Namen seinen Reutern austhcilcn ließ. Pompejns bemächtigte sich inzwischen der Städte Nakäa undNikomedien,trieb überall sehr viel Geld ein, und machte ganz unglaublich große Progressen; bis FurniusmitFrühlingsanfang, ei, ne Verstärkung von siebzig Schiffen ans Sikilien erhielt, den einzigen, so noch von der Flotte des Antonius übrig waren. Nun kam auch der inzwischen vom An, tvnio aus Syrien abgcschickleVtius mit hundert und zwanzig Schiffen an^rind beyde landeten bey Pros könnest!», der uns jetzt unter dem Namen Nrarmorq so bekannten Insel, von welcher der Propontiü das blae Ui h-lnrmorn heißt. Dieser vereinigten Macht glaubte Pompcjus nicht gewachsen zu scyn, verbrämt- te seine Schiffe, verwandelte Matrosen und Ruder- knechte zu Landsoldakcn, und wollte versuchen, sich "un zu Lande nach Seleukia zu rette». Seine besten Munde, sogar sein eigner Schwiegervater Libo, Kaft sius von Parma, Amistius, Nasidins, Thermus, 'Laturninus, sogar Fannius, auf den Pompejns immer ausserordentlich viel gehalten, sahen dies für iu gewagt an, und waren der Meinung, daß er sich beni mit des Antonius Vollmachren versehenen Titio ^geben hatte sollen- In der That verliessen sie ihn «lle und giengen auf so gute Bedingungen, als mir zu 'walten waren, zumAntonjus über, Don allen Freun- oen verlassen, nahm Pompejns mit dem Rest icmes bm treugebliebencn Heeres den Weg nach dem Inner» M Bithynien zu, und ward von dem Furnüm, Vs und Amvnra» verfolgt. Sein' ihm nachfolgcn- "l Feinde faßten in der Nacht an einem unverschanz, Hügel Posto. Pompejns griff sie an, schlug sie, uv würd' einen völligen Sieg über sie haben gewin- u können, wenn er verstanden hatte, sich des erhql- llw" ^°"kheils zu bedienen- Anstatt aber dieses zu begnügt'er sich, seinenNarsch fortzusetzcn, und Rr 626 Dio KaßilrS. B. XU Hptst L.XXXI». N NE.?izftiner Flotte, die der Sturm'dahin an's Landge- Ko^Mkväworfen hatte. Er rief sie zusammen, legte seine Purgermei-Gencrals uniform ab, und stellt'ihnen vor, sie würden, wenn sie bey einander blieben, einander weder nützlich scyn, noch sich cinmahl vor den Nachstellungen ihrer Feinde verbergen können, im Gegcntheil könnten sie vertheilt sich mindestens füglicher retten. Er riech ihnen also, es möchte jeder für sich auf sclbsteigene Rettung bedacht da ihm die Verbündeten immer von hinten her folgten- so ward er gar bald so sehr von allen LebenSmitttln abaeschnitten, daß er mit Lurmo zu kapitulirm be. gehrte. Furnius wies ihn an den General en M Titius, dem Antonius seinetwegen Ordres gegebcn- Pompejus wollte dies nicht, und bot an, stchAniynla zu übergeben; und da auch Vieser es ausschlug, ver< sucht'er, seinen Marsch fortzusetzen und bis an du Meerküste zu kommen, wo er des Titius Flott' m Brand zu stecken hoffte. Dies Projekt ward durch ei« tten seiner Ueberläufer, Gtzaurus, verrathcn; Amyn' tas qieng ihm mic fünfzehnhundert Reutern auf der Spur nach, bey dessen Ankunft die Soldaten desPom- § pejus ihren alten Cbef verließen und zu ihm übcrgien- gen Nun Mußte sich Pompejus Amynta auf öna^ , und Ungnad' ergeben. — Zu dieser ausführlichen zahlung erlaub- man mir noch die kurze Nachricht.^ l vellcjus hinzuzusetzen, die so lautet: k.xx>licsris vriius!zuo psrns clsllibus, ysne omnibus exkuius chus, pompeius ?ttiarr> tag« psriuir, iuü'ugue dt. ronii, cuius opem periersr, rrrrer ra»<«/r»arar- er »«»c ii/Z»rrare>« -'eri»er, '""'H i raia ^^ecar«>-, s '1'irio iuAuIskus oft, cui in raniuni rsuir bnc fscinore conti-serum ollium, vr wox, r g in rbesrro pomyeii i'sciens, exft-crstione xaxuli, l> h Äsculo, guott pisebebsr, xelisrorur. chrostuv^^- /znronms intlir ?vmyeium, gui vicrus a (^selsre es cirum kellum^ue l-oysi-absr, cum psucis sci 5- >ew I kompoius fugions, s '/rrs er , -^nroiiisu^ u - b bu5, ssopo rorr-estn nsush^ue bollo vierus «e csz' d sc yoi! xsuluium mrackoerus oft. Letzte Thaten S. Pompeji. 627 siyn. Die mehresten ließen sich dieses gefallen einer begab sich hier, verändere dahin; er selbst^Genius«, setzte mit denen, so um ihn blieben, nach Asien^ über, in der Absicht, sofort Mark-Anton aufzu-meister. suchen. Er kam nach Lesbuo, woselbst er er¬ fuhr, Mark-Anron sey gegen die Meder zu Felde gezogen, Kaiser aber in einen neuen Krieg mit Lepidus verwickelt. Er beschloß also, da ihn die Einwohner der Insel, des Andenkens seines Va¬ ters wegen, sehr willig ausgenommen hatten und bcy sich behielten, bey ihnen zu überwintern. Da er jedoch hier das Unglück Mark-Antons in Me¬ dien, und die feindseligen Gesinnungen erfuhr, so Aajus Furmus, damahliger Gouverneur von Asien, gegen ihn hegte, blieb er nicht hier, legte die Generalsuniform neuerdings an, und rüstete sich, zum gegenüber liegenden vesten Lande hinüber iu gehn, hoffend, Mark-Anton in feiner Herr¬ schaft nachfolgen zu können. In dieser Hoffnung bestärkten ihn die Menge Menschen, so sich neu¬ erdings aus Sikilien zu ihm versammelt hatte, " und die durch andere, so thcils der Ruf seines Vaters, thcils Mangel an Unterhalt zu ihm lock¬ te, verstärkt wurden. 749- ,. Inzwischen hatte sich Mark-Akton schon auf niedlichen Grund und Boden gerettet, und ver- sprach ihrn, auf die erste von seinen Unternehmnn- 8en erhaltene Nachricht, wenn er die Waffen nie- oblegen würde, Verzeihung und Beystand. ' Sextus schrieb zurück, daß er mit dem allen zu- meden sey, khat aber nicht das mindeste, so man ihm verlangte, verachtete den Anton, sowohl erlittenen Unglücks als seiner damahligen Reift 62 8 Dio Kaßius. B. XUX.Hptst. I^xxxill. P^E.7'8i:ach Egypten wegen, und fiengan, Unterhand- K^kk-Nervalung mit den Parkhern zu pflegen. Auf die hitt- Du.'geuiiei-von crhalrene Nachricht kehrte Mark-'Anton nicht um, sondern sendete Markus Tmus, den cr damahls gerade bcy sich halte, und welcher vor¬ her vom Sexrus zu ihm abgefallen war, mit ter Flotte gegen ihn. Sextus, der sich noch nicht im Zustand, Gegenwehr zu leisten, befand, ver¬ ließ aus Furcht, so bald er solches erfuhr, seinen damahligcn Aufenthalt, und kam, in der Hoff¬ nung, von dort aus leichter entfliehen zu können, nach Nakorncdien. Als er hier vomTitius eingeholt ward, ficng er an, mit ihm Unterhand¬ lung zu pflegen, und hatte der Wohlthar wegen, S- 4oz> so Tirius chcmahls erwiesen, gegründete Hoffnung, sein Begehren zu erhalten. Mein Titius wollte, wenn ihm nicht alle Soldaten und Schiffe des Sextus ausgeliefert würden, von keinem Vergleich hören. Hierauf gab Sextus jede Hoffnung, zu Meere sicher zu seyn, auf, verbrennte seine Schiffe, nebst dem schwersten Gepäck, was er nicht mit fortbringen konnte, und flüchtete sich landeinwärts. Ihm setzten Ti- tius und Furnius nach, holten ihn neben der phrygischen Stadt Mtdäum ein, und be- 2997) Meine vorige lange Note bifpensirt zwar allerdings, sie durch neue Erörterungen zu ze>' stückeln; allein es ergicbr sich aus ihr offenbar, daß Pompejus nie inNikomedieu cingeschloffen war. 2998) Siehe oben > 707. 2999) E)ie Stadt soll ihren men vom goldgierigen König Midas gehabt lM"' Tzcrzcs VI.68O. Nach Strabo x. 4gz. ist Sextus Pompejus m tus hingerichtet worden, wo ich besonders meine i Seung, in der sie ihm cingcrcicht wurden. So kam Sextus Pompejus gerad'in dem Jahr' um, da Lukins Rormfrkius und ein gewisser ande¬ rer Gexmo Pompejus burgermcistcrten Seines Todes wegen stcllcte Kaiser ein Wettren¬ nen an, ließ den Wagen Mark-Antons "°') vor dcmRcdnerstuhl und seine Bildsäul' im Konkor- dicntempcl aufstelle», woselbst er ihm mit seiner Gemahl,nn und Kindern speisen zu dürfen, Er- laubniß durch den Rath, der ihm selbige selbst nur kurz vorher »erstattet hatte, ertheilcn ließ. noch stelleten sichBcydc, Freunde zu seyn; halb ihn Kaiser zum Schein nicht allein der "nglücköfälle wegen tröstete, so er im Parthi- ^°te nachzulesen bitte. Beyde Nachrichten lassen sich sscmiqen, wenn man annimmt, das; SextuS inMi- ?''^gefangcn genommen, und nacbber nachMilems ^geführt und daselbst hingerichm worden. WaS soll °°er mit jener Stelle des vibius Sequester p. 74. ,,?chen, wo er sagt, daß Sextus Pompejus an den ^6 Sikilianilchen Flusses Pachisus unigebracht rden sty? — weiß schlechterdings nichts- N- R. E. 7ry- Ziol) Einen Wagen mit der seil» cursli. Scheffer rebicniari H. 16. -ior) S. oben Note 29S4. 6 z o Dio Kaßius. B.XL.IX. Hptst. I^XXXIV. N.R.E.7«zschen Krieg erlitten, sondern sich auch bemühete, Kott.Nerva^ ihm war, alles zu thun, um zu 'ver. Burgcrmei'hüten, daß er nicht auf ihn, des erfochtenen Siegs und der bestimmten Ehrenbezeugungen wegen, neidisch werden möchte. Vier und achtzigstes Hauptstück. Pakorus überwunden und gelobtet- Vcntidius jagt die Parther über den Euphrat zurück, 7?o. Dieses geschähe damahls im Westen des Reichs; ich kehre zur Geschichte Mark -Antons und der Parther zurück. — Pichlius Venn- dius furchte sich, als er hörte, daß pakorm, zum abermahligen Einfall in Syrien, ein neues Heer sammele; sintemahl er sich nicht allein auf die dortigen Städte noch zur Zeit nicht gehörig ver¬ lassen konnte, sondern cs waren auch alle seincVöl- ker noch hier und da in den Winterquartieren zcr- theilt. Sieaufzuhaltcn, und zur Versammlung sei¬ nes Heers Zeit zu,'gewinnen,ersann er sich folgendes. Erwar mifeincmgewissenFürsten der-Hevicer zroz) Anstatt hab' ich init Reiste A""' gelesen W. folgt der gewöhnlichen Lesart. ' Zio4) W übersetzt Lhaunäus. Als wenn es m Nennname dieses Dynasten gewesen wäre; allein da nach Frommu« 1.1, 6. der eigentliche Name duies Dynasten war, so ist wohl offenbar, das man lesen müßte. ^Jch hab'etwas gewagt, da der Name, so viel mir bewußt ist, sonsten nicht vor' kommt, mit einem biblischen Wort Herstrer überM- Zwar wohnten die eigentlichen Hcviter noch weit von Syria Kyrrhestika weg an dem Hermon und dem U> banus; sie können sich aber, nach der Eroberung oc Josua, noch sehr viel weiter nach Osten, und bis nacy W des VenlidiuS- 6z r bekannt, von dem er sehr wohl wußte, daß er inN.R.E.7!? seinem Herzen gut Parthisch gcsinnet sey. diesem steng er an ßch so zu betragen, als ob erBurgermej- ihn für den redlichsten Mann von der Welt gc halten, und zog ihn überall da zu Rache, wg sein Darumwissen der Sache keinen Schaden, ihm aber die Meinung beybringen konnte, Theil- nehmer an dctt verborgensten Anschlägen Hess Rä- mers zu scyn. Gegen diesen gab er vor, zu be¬ fürchten, es möchten die Wilden mit Vcrnachläs, ßgung des bekannten Uebcrgangs über den Eu¬ phrat, neben der Stadt Zeugmcr, "°') an irgend S- 4--^. einem andern Ort über den Fluß setzen; in diesem letzter» Falle, sagt'er, wird ihnen dasBlachfeld, im erstem werden mir die Hügel sum Zeugmai zuträglich scyn. Der Hevitcr glaubte dieses, und ^akorus selbst ward dadurch irre geführt. Ec erwähleie den Weg durch dasBlachfeld, vor wel¬ chem sich Vcntidius zu fürchten vorgegeben; und gab ihm dadurch, da dieser Weg länger denn der andere war, Gelegenheit, seine Truppen zusammen ju zieh,,. ' Kyrrhestika geflüchtet haben, da wir ohnehin wissen, daß es kein Volk bestimmter Wohnsttze war, sondern daß cs in ganz Palästina herum zerstreut lebte: sowa- dm z. E. zg, Einwohner von Sichem ^cviicr , i. B. Mos. XXXllli. s. und eben so die von Gibca. Jos I>HI. 7- Xi. 19. In der Ausgabe des Henricus Srephayus steht Dieses würde mir, so wie Uunklach, noch besser gefallen; man müßte nemlich lesen, und eine Phönikische, ans Chanaan dach Kyrrhestika eingeführre Kolonie darunter per- Zi°5) Siehe oben zu S- r-Z- gegen bas End«. ?iv6) Arsntlnus 1. e. Ventic^lus psrrmco vOilv ^auersuz paeorum re§sm, non ismsrus 'iaeuäsm nsciono ssl. /r/^iasten, das WÜttz 6 z 2 Dio Kaßius. B.xn Hptst.I.XXXIV. N.R.E./izgebürlig ausTyrns, und käme mit der obangeführkm ^' v/^^"'-esart x-v«---«» überein^ ex sti8 gui loci, viäebznrur, Burqcrmei-O^i'^ »puä ipso8 s^ebsnrur, nuntisis bsubu, Ker. perstäism IZsrbsri sä vrilirstes tuns conueirir. t-ism lzuse maxime steri cupiebsr, es vereri 5e ne sccille- renr, guse rimebsr, es vr euenirenc, oprsre ls !i- wulsbsr. 8oIIiciru8 irsqus ne psrrsti snrs rrsntiieul Lupstrsrem, gusm tibi fvpervenirLnr legiones, gusr in Lsppsäocis rrsn» l'survm bsbebsr, — sEs ist aber Tonnisus, dieGränzstadtKappadokien's gegen Syrien, vierhundert und fünfzig Stadien, oder sechs nute deutsche Meilen von Samosata entlegen. Strabo p. 1786.^ sluäivss cum proäirols egit, vbi iolemn perstäia psrtbis susäsret, per (2euAms) ttsii- cerent exercirum, ' rerkecir. — Die Hügel bcy Zcugma, so Ventidnw benutzen zu wollen vofgab, waren vermuthlick) setznngen des Taurus, und der Ort, wo die Parlyc über den Euphrat giengen, unten bey Babylon. Das breuilstmum irsr des Fronlin kann wohl nur NU dem damahligen, uns unbekannten Standqunrnr der Römischen Armee erklärt wer den: denn wenn rm mir Panhien allein, und die Römer nicht in ßika und Kommagene denke, so weiß ich "^r. "V der Uebergang bey Zeugma ein üer breuiub, als ien Ventidius Sieg über dre Parther. 6z z § "5'- Auf solche Weise fiel es ihm leicht, ihn iniN.R.x.71; Kyrrhestischen Syrien, wo beydc mit eittander^elii^u. schlugen, zu überwinden. Er hott' ihnen Webers BmgA den Uebergang über den Fluß zu verwehren gc-meister. sucht, noch sofort nach selbigem angegriffen. Die Wilden verachteten also die ^anscheinende^ Fcigl- Herzigkeit der Römer dergestalt, daß sic selbig' in ihrem auf einer Anhöhe liegenden Lager in der Hoffnung angriffcn, beym ersten Versuch solches zu erobern. Durch einen plötzlichen Ausfall wur¬ den sie, die alle beritten waren, leicht von der An¬ höhe herabgeschlagen. ^'°?) Zwar wehrten sie sich bey Babylon heißen könnte; auch sieht man wohl, daß die Parthcr nicht vierzig Tage zu ihrem Marsch allein brauchten; — in vierzig Tagen kann eine so schnelle Reuterey, wie dieParthifthe, wohl einen noch weitern Weg zurücklegen, als der von Babylon nach Kommagenien ist, — sondern sie vcrgiüstetcn selbige mit Anstalten, ihre Pferde über den Fluß zu setzen, das sie bey Zeugma, wo der Fluß ohnehin bedrückt war, freylich nicht nöthig gehabt hatten. Ich ;-abt schon in, vorigen Bande bemerkt, daß die Parcher ur¬ sprünglich ein türkisches Volk waren; nun weiß man aber, noch heutzutage, wie geschickt die Türken im künstlichen Ucbersetzen überFlüsse sind, und wie unbe¬ holfen sie sich dazu anstellen. Z107) Liviuü hatte dieses auch so erzählt, denn so lagt zein Epitomator Llorus kill. vim. 6. Dux li- wul-no wem Acieo psll'us ell hollem c-chr>8 succsüero, aonec a/-/»,,,, g ,'^cr»r Kaarlo -iclimsrer vsvm stiAirrsrum. öroirtiuug II. 11. Vomiclius aciusrsus l'sribos non anre milirem eüuxic, gu»m illi guinFenris non ampUus pallibuz srguo irr» procurlione subirs aseo so aa.mouic, vr ssgicras, guibus ex longinguo vstis ell, co- syplieünk eluclerec, guo connlio (guia gurmüsm ^uei-,8 erism ffeciem ollenrsueisr) celenrer b»rb-,ror oebellzuit. Ich zweifle, ob Frontinus, wenn er gleich ^"wgsniann von Profession war, hier mehr Ansehen 6z4 Diö Kaßius. B. XI.IX. Hptst. I.XXXIV, ^-E-7ir(und sie konnten solches, da der größesie Theil Kokk.' gepanzert war,) vortrefiich; allem va Burger-in Unordnung durch den plötzlichen Ausfall der msE, Römer sowohl als durch ihren eigenen Rückzug gebxacht, wurden sie von den Legionsoldaten, vor¬ züglich aber von den Schleuderen geschlagen, die ihnen durch die Beschädigungen , so sie ihnen aus der Ferne Her zufügtcn, am allerbeschwerlichsien wurden, pakorus, der in diesem Treffen selbst fiel, that den Scinigcu den größestcn Schaden. So bald die Parther ihren Anführer fallen sahen, verrheidigren zwar einige wenige mit sehr vielem Muth den todren Körper, so wie aber auch diese mcdcrgehauen waren, wendeten die andern alle den Rücken. Ein Theil derselben, so sich über die Brüche nach seiner Heimath zurücksinch- ten wollte, wurde von den Feinden cingeholt und niedergemacht; ein anderer Theil rettete sich nach Kommagenien '"°) zum Zlntiochus. Die als Dio haben sollte ; nicht in der Nähe, sondern in der Anhöhe, von welcher herab die Römer stritten, ist der große Vorheil, den sie über die Pqrthcr hatten, zu sucken. — LbenSexseibe II, v. z6. Vemwiur l'-»'- rbos er l.rrbienum; alacreZ fuccetlibus vicrorlarum, 1uv3 ipke per timulalionem mewx conciiier, euocsun, ec in lacs ii-rgu,, äeciucros, sg^restsus per obreprionem slleo ^ebelisnic, vr llesticuli j.abieno, prouincis exce- llerenr ttarrhi. zioZ) ; G. phen die Noten zu S-1'-' m der Mitte- " . 3109) Bey Äcugma; denn in der Gegend die Stadt ward die Schlacht geliefert, und Venttd> hielt sein dem Pharnevs gegebenes Wort, hie um Zeugma benutzen zu wollen, sehr wohl, ">°"N s, den Parthern nicht entgegen gieng, sondern ruhig >y Ankunft abwartete. , ., 31 10) Kommagene liegt unmittelbar nordliw » Kyrrhestika, in welcher Provinz die.Schlacht vom Venlidius Krieg mit Antiochus. 6z 5 Syrer, so den Pakorus seiner Gcrechtigkeitslieb'V.R.E. 7', und Gnade wegen höher denn irgendeinen andern^^'^^ König geschätzt, harten nur auf den Ausgangva Burger« dieses Krieges, uni sich für ihn zu erklären, ge-meist«, hofft VenrLdmo, der sein Haupt in all' ihre Städte herumschickte, brachte selbige dadurch gar bald wieder zu sich. Er selbst zog gegen An¬ tiochus zu Felde, unter dem Vorwand, daß er ihm die, so zu ihm ihre Zuflucht genommen, nicht auslicfern wolle; in der Thar aber, sich der gros¬ sen Schätze, so dieser König besaß, zu be¬ mächtigen. Mischen dem Taurus und dem Euphrat. Zeugmq selbst wird vom Strabo und Plinius zu Kommagene gerechnet. Uebrigcns hab' ich von der Provinz selbst schon weitlauftiger, in denAnmerkungcn zum zweyten Paragraph, gehandelt. — Es ist aber die Vorliebe dieses Antiochus für die Partber nichts minder als zn bewundern, wenn man bedenkt, daß dieser Abkömm¬ ling jenes Seleukus, der unter allen allen die weit- schichtigste Monarchie, vom mittelländischen Meere bis zum Ganges, und vom arabischen Meerbusen bis zur Wolga, zuletzt durch die Raubsacht der Römer auf mesen nördlichen unftuchbarsten Winkel Syriens zu, sanimengeschrumpst war- zur) ^lorua l. c, blox cireumlsro kiu5 per vrdor, gu»e ö^ciaer-.nr, capire, 8)'ris line bello >ec<-pra. Zi 12) Diese könnt' Antiochus von den Ankünften seines unbedeutenden Königreichs, das er noch oben¬ em kaum fünf und zwanzig Jahre besaß, und in schv kümmerlichen Umständen empfangen hatte, unmöglich gehimmelt haben, und war' er habsüchtiger als ein Hospodar der Moldau gewesen, und hatte dabcy mit der Einfalt eines Beduinen-Emirs gelebt- — Diest Schatze mußten Trümmern jener ungeheuer» Syrischen Monarchie styu, so wie das Geld der Genueser Trüm¬ mern des ehemahligen Handels nach Kassa- Und Mst in diesem Falle bestanden sic wahrscheinlich nur "Us aufgehauften Kostbarkeiten, Schatzstücken; Henn 6z6 Dio Kaßius. B. Xf.lX. Hptsi.I.XXXlV. ö, 75». N.^.x.71» In dieser Lage befanden sich die Sachen, als AA"'^u-Mark-Änton unvcrmuthctdazu kam, der,weit ent- va Burgcr-scrnt, darüber Vergnügen zu vczeigcn, Venridio meiner. dw durch sich selbst allein erlanget Ehre beneidete, dergestalt, daß er ihn seines Kommando entsetzte, und sich seiner in gar keiner Angcleg-nhcit ferner¬ hin bediente, ohncrachtct ihm durch seine Bemü¬ hungen ein Triumph und Festtage dckrerirt wor¬ den waren. Die Römer hatten bcydcs nicht Venridio, sondern Mark-Anton selbst dckretirt, theils der Macht wegen, so er in Händen hatte, theils auch völlig gesetzmäßig, sintemahl er des ' 4°*' Ventidius Obcrfeldhcrr war. Jedoch bestimmten sic die ncmlichcnEhrenbezeugungen auch fürVcn- ridiue, von dem sic glaubten, er habe den Par- thern, durch den Tod des Pakorus, die chemahls erlittene Niederlage des Krassus im reichen Maaße zurückgcgeben; vorzüglich weil beydc Schlackten, in verschiedenen Jahren, an einem und demselben Tage waren geifert worden; und so wie Venti¬ dius allein gesiegt, so trug cs sich auch zu, daß er allein triumphirte; denn Mark-Anton kam um, noch bevor er seinen Triumph begehn konnte. ) Der ihm hierdurch zuwachsende Ruhm ward an baarem Gelbe fehlte cs schon, zu einer viel blühen- dern Zeit der Syrischen Monarchie, Anckochus den» Großen, der, um die ihm von den Römern ansqc- legte Kontribution zahlen zu können, seine Zuflucht zu Lempelraubereycn nehmen mußte, und darüber bas Leben verlor. zu?) Ich gestehe, zu vermuthen, es möge sich Dm hier nicht bestimmt genug ausgedrückt habe». EM' mahl war es ja, wie er selbst bemerkt, völlig gesetzwi¬ drig, irgend einem Legaten den Triumph zuzuerkennca- Doch gesetzt auch, man hatte hier, in Rücksicht da Bemerkungen üb. d. Sieg des Ventidius. 6 z 7 noch durch sein eignes wunderbaresPrivatglück ver-N.R.E.7-, größert; denn er, der damahls unter allen Rö ^^Ner) wem zuerst über die Parther triumphirte, warva^gei- ehemahls selbst, im Triumphe des Pompejus""'^ Strabo, als einer der andern Gefangenen auf- geführt worden.""') — Jedoch ^dieserTriumphs ausserordentlichen Ehrenrettung, so Ventidius der Republik erwiesen, ein'Ausnahme machen und dem Legaten gleich' Ehre mit dem Imperator angedeihen lassen wollen: so hatten sich doch solches die feigherzj. gen Romer nun und nimmermehr gegen einen in Un- gnade gefallenen Legaten des mächtigen Antonius er¬ laubt. Nein, nur erst nach Antons Tode, der früher starb, als daß er seinen Triumph abhalten können, dekretirre der Senat, daß Leutioius, der ihn auch ei. gcntlich verdient, diesen Triumph celebriren sollte. In des Vcrrius Ziakkus ssklis rriumphslibus heißt es; p. vn>tiiviv8 ?. b. piro co8. ex. r.^vieo'. dloxre. ei-, v. vee. (L» 7a»,-0 mo»re; weil, wie ich oben bemerkte, die Hügel bey Zeugma Vorsprung, Fortsetzung, Aestlein — ich bin kein Mineraloge — des großen Taurus waren.) — lieber das Jahr leset pighium 7. IH. k- 2zo, und 489^ Zi 14) Valerius Maximus VI. vmi. 9. ^kcula eapro Oneiuz pompeius, Xls^ni psrsr, ?ublium Ven- Uclinm aerare Mberem, in rriumpho kuo populi oculir kubiecir. Hie elt Vemniius, gui pokies Romse ex?ar. mir, er per pzi-rbos cle Lrslki wÄnibuz, in hottili solo mikeiAdilirer iseenrikus, rriumpbum öuxir. Irague, gui c^priuus csrcerern exboiruerac, vicror cLpiroliurn ^li eitÄke cs ledraiur. pelleius.- Viäir tue annu» (io.oe.vnri.) s^c»rrch»K, per gusm vrbem iurox c»pri- picenrium in rriumpho clucrux erst, in er, conür. lsrem prserexksm iunZsnrem prseroris. Lic r>o- konnte noch Stellen aus Pli." »w und Gcllic, anführen, (auch die Stelle Iuvenal-r bl- 2Ol, /ara gehört hierher aber wozu? Diese ganze Wolke von Zeugen bewirken °^ar, daß immer ein Kompiiatvr dem andern nach- 6z8 Dio Kaßius. B-Xr.!X. HpLst.I.XXXi^ aber '"ahr wachen können sie darum cin iu unhistorisches Faktum doch nicht. Man rechne ra Burger-"^ selbst! Knejus Pompejus Strabo lriumphirt «leister. über Askulum /v. V. L 6üz. den 2/sten December. Mei« nerwegen lese matt m der Stelle des Valerius nenne welches doch kein einziger Kodex hat, auch wirklich ganz thöricht scyn würde, so zahlte Benti- dms, als er V. L 709. Bürgermeister ward, sechs und vierzig Jahre; war er aber xmLn-, d. i. zimi mim besten fünfzehn Jahr alk, so hakt' er ein und secbszig Jahr, als er Konsul ward, und ein oder zwey und siebcnzig, als er die Parther schlug. Möglich wäre dies. Held Wurmstr in Mantua mag eben so alt seyn; auch war' es möglich, daß er sich noch ein zwanzig Jahre fortgeschleppt, und als ein chrwürdi- ger, unter den Waffen grau gewordener Krieger, im neunzigsten Jahr, alt und lebenssatt, wie Barsillai im Samuel, triumphirt hätte. Möglich allerdings, und was ist nicht alles möglich' aber man erlaube mir nur dre» ganz kleine Gegenbemerkungen. Erstlich: Einem siebzigjährigen Manne pflegt man nicht leicht dasKommando in einem so weit von seinem Vaterland und in einem so ganz andern Himmelsstrich gelegenen Lande zu geben; man fürchtet seinen zu frühzeitigen Tod- Äweprcns: D>- gen sollte? Ist es Dank oder Undank, wenn der st^ gende Held auf erfochtnen Lorbeer» ruht? — endlich drittens, wenn sich denn nun auch alle Mög¬ lichkeiten vereinigt hatten, das Merunwahrschemum' sie möglich zu macken; sollte Venkidius wirklich ein 1 patriarchalisches Alter erreicht haben, sollte sich dew keiner unter so mänchen Alten, die Makrobicr sam¬ melten, gefunden haben, der dieses hohen Alkers - wähnt hatte? — Zum Beschluß will ich noch folgen^ Parallel- Genealogie hersetzen r Antiochus m Samosata belagert. 6zZ trug sich nur erst nachher zu. Fünf und achtzigstes Hauptstück. Mark-Anton von den Parthern geschlagen. §» 75il. Damahls griff Mark'Anton König Änrioi- chum an, den er in Samofara einschloß N.R.E. 7is L-GeUiusu. Kokk. Ners oa Burgern meiSer. -) LXLlV8 PO^kLlVZ 81K^KO Triumplisr 6er ^lcuiir. CXLIV8 ?O^PLIV8 rvni.iV8 vxxiiOivZ In triumplic» üuÄus X. VLX7IOIV8 pubers senile vns cum xsrre in niumpdo üuttu» kVLUVL VLke-rivlVä Aepor ?oli ^ritonü inorrem cle ?si rdis lriumpdat; snnot pmererpropler nsrur 56 8LX1V8 ?O^?LlV8 »cpor ' i IE, Anioni! necsrus na- rus snnü8 46. ! zü8 HciAiwch ichund Sckcmüsat,mid^^^ Mn Gouvernement Haleb; (ein anderes besitzen di- Türken im Gouvernement Urftr) sc> lange ber Name Kommaqenien dauerte, swdt dieser Provinz pli'nu« v. 24 ^erabo x. -087. §- 'agtmchtS den ihr, al/daß sie die Hauprsiadr der Provinz , von Narur fest sey. T'osepPus ilo ^mianu.n XVIII. Y. 8-mwsors, rogni clsritlims seckez; auch E., ' d-ia»«: Alcxanve-Sc-er«-««d tcrs, führt sie immer den Titel E^ono^c-^. rnouio. iL ^arduinn nummos >rb>um °b-r Kommagene siineu alten Na.nen m dvr-, ^nli8 uimmffclM mußte, verlor sie dieses 64° DioKaßius.B.XI,VHl. Hptst.I.XXXV. N^.E.7-8und belagerte. Da er nichts gegen ihn ausrich- KE. Ner-ttte, vielmehr seine Zeit nur vergebens hinbrach, va Burger-te, rind Verdacht auf sein eigenes Heer warf, ihm, der dem Venridius angethanen Be¬ schimpfung wegen, abgeneigt sey; fieng er an, heimlich mit ihm Unterhandlung zu pflegen, und sch.'oß, um nur mir Ehren fortgehcn zu können, ein falsches Bündniß mit ihm. Er bekam nicht mehr denn zwo, und dieses noch dazu keine vor¬ nehme Geissel, und eben so wenig das von ihm begehrte Geld; dahingegen er Anriocho den Tod eines gewissen Alexanders nachsehn mußte, der chcmahls von ihm zu den Römern übergclaufcn war. Er gicng hierauf nach Italien zurück, und recht, und mußt' es an -Hierapolis abtreten. - Plinius II. 104. In 0omm3ALN65 Vlbe 8smol»ch ßa- ßnum eli emirrenz limum, (Kl^l/I'lstchdl voc-utt) ba- ßrsnken>. Lum gu,«.I -uri^ir soliili, scllisseer: z-raerer- es rscrus kequirvu Iuuience5. — Uebrlqens sprechen die Griechen das Wort verschieden aus; am gewöhnlich- sten ist, man findet aber auch, wiewohl weit seltener, 4 zi 17) Plurarch p yzi. erzählt deutlich, Vcnkidius habe, nach gewonnener Schlacht, sich den Neid des Antonius nicht in noch großem, Maaße, als solches ohnehin geschehen, zuziehn wollen, babe deswegen nicht die Parther verfolgt, sondern lieber Samosu'n belagert, auch der Stadt so zugesetzt, daß AntioclM eine Brandschatzung von tausend Lhalern-versprechen- Dentidius aber, um Antonio auch einen Anlbeil n der errungenen Ehre zu lasten, habe keinen Archen eingehen wollen, sondern verlangt, Gesandte zum M' tonius, der schon sehr nahe war, zu senden. Soda nun Antonius ankam, diriqirt' er die Belagerung selbst, aber mit so schlechtem Erfolg, daß ihm Slu" ' chus, start der dem Vcntidins versprochenen kanu' Talente, nur vrerhunderr zahlte. So viel nemlich Plutarch- Hier sind seine Worte,' 0^--^ Ueber die Belagerung von Samosata. 641 )r jxev §,L-X5rv rpAovov ^v7-»-v/d^.M.^ 7-8- §e «He?«7-a:r L«-,cvv XLT-L^fk^ero, x»^ 7-ov LLo^« ^lliUS U. ^VT'iL.^ov ^v n-oäe« L«^ock«7-ö,- ^o^/o^xer. Zko^ev« z^-^V?k c ekVS A-^a 7«^«v7-« §8v^, x«4 rro/5^ '/»vT-sw/w -'s «-fov-T-s-T-T-o^ktiov,^^ kxr^evk «'k^e/v ^0- ^v7-«vwp, »-är- y'v kv/«v. xo-4 7-ov ovev7-<§i«v vx ee« ekvevZk^Ao^ r« ^v7-,o^a-. jZsäo» i^kvo- iv ^k ->87-« T-wv k-r^vt/^o- «vr-8 e^kve^iX-^ X«1 ^a>r°« §/Se or/rv^Z,» x«7-o§HrrsH-y. 7-,-- öe «-o-.eckfx,«- X04 x«k 7-a-v ßv§«v, «- «Vk^vklckarv 7-«; ö«r^vSk^ rr^or Läxr-v 4-§«vo^tv«V) rr^aT-T-«»- »Akt-, ex «Co. ^gphie des Antiochus; denn da dieser seinen Tod fast eben so vieler Warme, als Karl der Zwölfte den "° unglücklichen Pakkul Ordert, so muß er auch 642 DioKaßius VHX.Hptst.I.XXXV. 7'8und ließ den Rajus Soßms als Gouverneur Ke^Ncrva""" Kilikien und Syrien zurück. Dieser eroberte N rgermci d'S bis jetzund cingeschlosten gehaltene Aradus, K«-- von Hunger und Pestilenz sehr mitgenommen; schlug König Amigoirus, der die bey ihm zu- rückgelassene Römische Garnison ermordet, in einer Schlacht, und eroberte Jerusalem, wo¬ selbst er sich hingeflüchlet, durch Belagerung. Die Juden — wie denn dieses Volk, wenn man cs einmahl aufbringt, überaus bitter in sei¬ nen Beleidigungen ist, fügte zwar den Römern in in Rücksicht seiner ohngefehr die nemliche Wichtigkeit gehabt kaben. Zn8) Note S84;. zrry) veröden, einJdumaer von Geburt, M Paters Sohn, halte den Anrigonns, AnstckuN Sohn, aus dem königlichen Geschlechte der Hasnio- naer, qewa'rrhaeig aus Judäa vertrieben- AM°' uns suchee seine Zuflucht am Hofe zu Kresipho», wow v- m Pakoruö zurückgcbracht, als König von Jud" konstituirc, uno Phasael, Herodis Bruder, vM Ley dieser Gelegenheit sein Leben. Jetzt da Pokorno geschlagen war, erhielt Soßms den Auftrag, dc>> Herodesin das ihm schon 714. n-R-E. vom Aiikoiu>>- verliehene Reich wieder einzusetzen. Und dies gela'»"- drey Jahre später, n. R. E. 717, unter dein Ko»"' lare des Agrippa und Kaninius Gallus. D>o dies Ereigniß in seiner allgemeinen Geschichte fE mit aufnehmen, so wie die Eroberung JeruW^ durch den Pompejns im vorigen Bande; allein wu so sehr wenig Z sammenhang mir unserm o?a>u' genmerk der Römischen Geschichte hat, und ga"! t gar zur jüdischen gehört, so unterlass' ich cs, Betagtrung weirläuftig zu beschreiben, und velw'^ diejenigen, so Erläuterungen bcaebren, aus die ständlicheren Nachrichten des Josephu« si —28; und was die Bestimmung der Cbrono - betrifl, aut Perri Aüix äs Hnno er menke iu>" Eluilti p. IZQ. tgl. Soßius überwindet die Juden. 64z dieser Belagerung überaus viel Böses zu, mußkenN.R.E.sl« aoer noch viel mehreres erdulden. Zuerst fielcnffA^Ärva diejenigen, so den Tempel ihres Gottes vertheidi M-rgmnei- gen wollten, nachher aber auch die andern alle,^' und zwar abermahls an einem Sonnabend, dem Sieger in die Hand. Ihr Aberglauben gicng soweit, daß die nebst dem Temp l zuerst gefan¬ gen genommenen, da der Sonnabend abermahls einfiel, Soßius um Erlaubniß baten, hinauf, 'n den Tempel zu gehen, und daselbst nebst den übri¬ gen die Vorschriften ihres Gesetzes erfüllen zu dürfen. — Mark-Anton gab hierauf die Er sagt abermahls; denn es war auch ge. rade Samstag, als Ponwejus vor sieben und zwan» i'g Jahren die Stadt eroberte. S. oben S- z6. am Ende. Joscphus am Ende des vierzehnten Buchs saat, es sen dieses rq d. i. am oder dem grofien Versöhnungstage (der so. gcna, nten langen Nackt) gescheh«. An der Wahr- hcir der Aussage Josephi kann auf keine Weise gezwei» feil werden, und demmfolg' ist auch Jerusalem an kei¬ nem Sabbath eingenommen worden, weil das Ver» söknunasfest auf keinen Sabbarh fallen darf. Weil sich aber die Heiden, ob wohl ganz wabrhcitwidrig, m Kopf gesetzt hatten, daß die Juden ihren Sabbarh durch Fasten feyerien: so glaubten sie, da sie ein so großes Fest und ein ko hartnäckiges Fasten vorfanden, rs müßte heule durchaus Sabbarh, ja wohl gar r-k- "M« der Sabbarh aller Sabbarhe seyn. ;i2t) Wie diese nebst, oder wie W übersetzt, mit den Tempclgefangenen, künftigen Samstag um Erlaubniß bitten konnten, in den gefangenen, d. s° eben eroberten Tempel zu gehn, ist freylich erwaS dart zu verstehn; wer aber das letzte Buch Iostphi von den jüdischen Kriegen gelesen hat, der w,rd hier' ^ne Schwierigkeit finden. Man stelle sich nur den "MPel als drey von einander abgesonderte verschiß °ene Vestungen vor. Schade, daß ich fürchte, jüdisch" ^Nkiguiräten möchten den mehrsten Lesern zu fremd 644 DioKaßius. BHX.Hptst.l.XXXV. E 7i«Herrschnft über die Juden einem gewissen Hers- Klkk-Nervades; Anrigonus aber ward, welches vorher Dnrgcrmei noch feinem einzigen König geschehn war, an ei, ncn Pfahl gebunden, gcgeisselt und nachher hin- gcrichker. — Dieses geschähe, daRlaudius und gleichgültig seyn; ich wollte solches sonst schon deuilicher machen- zi2-') Plucarcl>us p. 9^2 e. -r«a- 0r «4>»xk<7-o ßasiäki»; «« »§07-Lpov tl-w Das gesperrte Wort will ich jetzund aus Josephs Z-eZZ. z«ch z. xm. lateinisch hersetzm- Lr Xruigonum, guiäem vsns fps virse cupiäum vhue sä vlrimum äiem, iAnsui-, äign» ^ec»rrr excepir, -?'«« ryc (aus 'Anhalten und Tutt des blutdürstigen Herodes; denn wie aus XV. i. zu sehn, so war solches eigentlich Mark-Äntons Meinung nicht, der ihn lieber zum Triumph aufspa- ren wolire.) hinricbten, übersetzt W-ök< stimniter enthaupten. Hschstrichkig; allein «chwähl- te das unb-stimmte Wort lieber, weil es demGriewi- schen und «»-»-«T-T-kn, naher koinmt, welches doch sicherlich nicht blos vom Enthaupten, stndnn von allen entehrenden Todesstrafen, vorzüglich vom Hangen gebraucht wird. Nun aber war tue Ent¬ hauptung bey den Römern doppelt; die eine, so n^ t «mehrte, geschah ZZaäro, die entehrende/ec»". (öl^ vus II V. z. III^IÜ lepros nolii05, ob es guse oe lig'EiLnk iure »k-oureS) nee ^Zacho /cä re «- /errnZ wo Dutlers sehr gtiehtlkl Kommentarius nachzusehn-) 'Nun gieng aber, wieni^ sich allenfalls aus der Geschichte des Leidens Ctzriin er jnnern wird, (Pearson der entehrenden Todesart die Geisselung vor: ' leicht um dein Missetharer fühlen zu lassen, dap nicht mehr frey, sondern ein Knecht seines glew> fty; denn nur Knechte standen unter der Pch!,> Daber werden beyde Strafen so oft neben einss' gefetzt: Livius VH. 19. msäio in foro 0MNK5 cseU er fecuri xercuili. XXVUI- 29. ciohgsu l' Schläfriger Fortgang des Kriegs. 645 und V7orbanus das Bürgermeisteramt vcrwal-N'X.E./rr te..» L GeüiuS u. / Kott.Nerv« H 7^4. Burgermcir sier. In dem darauf folgenden Jahre unternahm wen die Römer in Syrien nichts Merkwürdiges, weil Mark Anton das ganzeIahr durch seine Hin» und Herreise nach Italien verschwendete; und Sopius, der den Zorn und den Neid desselben fürchtete, wenn er in seiner Abwesenheit nicht sei« S. 40t. nes Generals, sondern sein' eigen'Ehre beförder¬ te. zaudert' und war nicht sowohl darauf bedacht, Ium vu-Aisyus caefi er lecuri perculfi, welches Polys bius XI. p. yc>2. so griechisch ausdrückt: x«, — Trügen mein' Exccrvten mich nicht, (denn nachsehn kann ich das Buch se'bfi nicht) so muß man viel hieber gchöinges gesammelt finden in Johann -Heinrich verschuirs l)isser»rione exe^erics cis orsculo celsbri dchcbae II. 14- (D'sssr« ksiiones plnIolvAico - exe^ericae, gu:bus vsri» loc» s cocij^jz llluiirsmur er nous ruiione explicsnrur. /.eo- c, ae 177Z. p. io; —Il6) §- XI. ZI2Z) Iosephns XIIII. vlr. ttaoc passiv Nierolo- 'VMvrum vrbi cnini^ir, Ovukulibus 4-srcq er Lenraio 6a//o, «. LPXXXV. Ol^mpiscis rerrro mrv/e, LM.WII/XI'IOXL ILIVXlONVXI, »nguam re- ^ersz cslsrnnsre, guse sub kompeio lullaeis illars ess Xsm er runc eoäsm sie capri sure vigimi leprsm sn- nos esse nvscunrur. Da wir Josephs wohl ans jeden Fall in Jüdischen Geschichten niehrGlauben als Dwm schuldig sind, so ist wohl kein Zweifel, daß die Erobe¬ rung Jerusalems, nicht n.R- E 7'6- sondern 717- "»getroffen sey. — Ich finde mich ft-ylich hier nicht ^cht, und seit zwanzig Jahren ist mir mein ehemahli- lles Lieblingsstudium, Antiquitäten der Juden, ziem- «ich exoterisch. Das Jahr ist übrigens auch der Chro- nologie des Hcrodes wegen sehr merkwürdig. Aan iche in Spanhemii Oubiis Lusngelicis !I. 2. W. ^ne sich darüber das allermindeste Bedenken zu mcr- Mn, setzt die Jahrzahl 7^6. unten hin. 646 Dio Kaßius. B.XH Hptst.^XXXV. gegen die Feinde zu unternehmen, als stille Ne" und so Mark-Amons Gunst zu crlaii- I'a «Ukger gen. Uebrigenö regten sich die Parther folgender letfier. ^ fachen wegen von selbst auf das neue. Orodes, ihr König, durch Alter und Bekümmerns über Patoriis unterdrückt, harre das Ruch noch bey Lebzeiten dem ältesten seiner übrigen Kinder, Phraatcs '") abgetreten; der, so wie er solches üderuommen, der ruchlosesi' aller Menschen ward. Er erschlug nicht allein alle seine, mit einer Toch¬ ter des Änriochus gezeugte Brüder, weildie- Zk24) Iust-N. xxxxn. 4. Oi olles-— - repenrs situ morrs er exereirus clulls such», exciolore in furorem vorrirur. Diulus lliebus non sllogui quen- gusm, non cibum sumeis. non rocem mirrers, erism mucus sscrus villersiur. ?otk mulros llein-ie lliss, vbi llvior >. ocem lsxsuersr, nibil sliull, kscorum voc-bsr: pscorus ilti villeri, ?scorus suciin villebsrur; cum illo logui, cum illo conliltsrs, iiuer- llu'i, gosli smiüum üebitirer llolebsr, graz) Dieser Pyraares (in der Arsacidenreihe der fünfzehnte Parchische König) ist nichr, wie Fabnj meint, der dritte, sondernder vierte dieses Namens- Doch das ist Kleinigkeit; daß er aber der älteste gen>e> ftn seyn soll, ist sehr wenig glaublich. Dc>m Dog»» erzählt: nach Pakori des ältesten Tode. siv der ar¬ me Vater bekümmert gewesen, welchen unter draM Söhnen er sich zum Nachfolger auswahlen iealt Wenn es hier das Alter war, so entschied, wie keim¬ te der nulersnllus senex solliciru» seyn? gi26) Oie Tochter des Annochrm Rommagcn« mag allerdings ein ansehnliches Plätzchen im Hare zu Ktesiphon gehabt haben, dies begehr' ich nichts leugnen. Aber wie konnten Se. Bürgermeisters Magnificenz, Dio Wohlweisheiten, auf denimn schon Gedanken kommen , sich im Harem eine Eum mit drcyßig lebendigen Kindern zu denken? pernünftiger ist hier nicht abermahls Trogrrs: pro suis guseguss solicirss, suimom stcuis obliöelmim PhmaLes. MonDs. 647 st ihrer guten Eigenschaften und auch des königli-N.N.E. 7^ chen Bluts ihrer Mutter wegen besser denn waren; sondern auch nachher seinen Vqrcr, ^^Murgermeir da dieser sich merken ließ, daß ihm solches übcss"'' gefiel, selbst. Diesen folgten viel andere der Vornehmsten des Landes. Und, alles kurz zu sagen, that er so viel Böses, daß ihn viele der Vornehmsten verließen, und sich bald hier bald da, sonderlich aber zum Antonius hinretketen. Unter denen, so dieses letztere Mittel ergriffen, befand sich Monästs. — Dieses geschah, als Agrippa und Gallus burgermcisierlen. Z'27) Mit dem Vater hat er, dem so eben ange¬ führten Schriftsteller zu folge, den Anfang gemacht: ltsgusstrmi», gustl »oller mori, xarrem imeriecir: frsrres lriAinka n uoi^ar, lsä nee in stliis cek- llinr piirriciais. dlzm quum inieüos tibi oprimures pro¬ prer stliclua keslers viclerer, ns etiler gni nominar, rex kostet, schlimm tilium inlerstci iubec. Zl28) Als Monates zum Antonius kam, verglich °r sich mir dem aus Griechenland vertriebenen Themi- lwkles. Der Triumvir, zu zeigen, wie belesen er in der ^griechische» Geschichte sey, ließ ihm sogleich die Re¬ venuen dreyerStädt'anwcisen, von Larissa, Arethnsa und Hicravvlis. Als aber Monases nachher vom neue,, parrhifchen Monarchen 8->luum conllucrum er. !uelt, ließ ihn Anton sogleich wieder abgehn, und bat M, sich heym Phraates dahin zu verwenden, daß tr den Romern gutwillig die ehemahis dem Krassus "bgenominenen Kriegszeichen und Gefangenen«zuruck senden möge. Plmarch ?- 982. e- 'll-wZ- x«, »--^«<7^,7-^^ Lii-io, tXL, r-xe V50; 'äv- äxx/ptt 7VAL«4 78 ktXLS'L^, ve» k«r^78 »is^ ll5fS-ai- f?L^kuo-r eZtt^a^T-o «1,7« ^(>e- «-<>075^09 I'b» 648 DioKaßius. B.X^IX. Hpst. I.XXXV. §. 755. ^Geiuu?/ W-nter aber desjenigen Jahres, da Ko? NcilMellms uns Nerva regierten, zog Publius Burgermei Aamdms Rraffus gegen die asiatische» Iberer ' ^°) zu ^elde, überwand ihren Köniz av-riv 5 kE«?7«7«v ftlv 707 »j'E 78-, l-'c -!?8.8r k»o^t«78S 7"»; L^vi7«; 8e«k78 e,- p« «; . 8«t 7«7 ävoäsp.iv 7^« Trk^iovT"«-. z 129 Plutarchus nennet ihn: „«?« >7»»» Sl-.a/Lb.ov ,„>,70 ; und P. YZl-ö. L«»-Si-r L-7o^k>^2kir >!r <8878 -re^, 7878« Sk 7,8«v X«, 78« Ipxewv XL, »w« P«si^k7«, «X?I 78 irsvxr»8 7-^o<^2ev. Er blieb der Parkhey des Antonius bis zur Mischen Schlacht hi» getreu, da er noch sieben ganzer Tage nach derFlucht des Antonius die Legionen auf dem Schlachtfeld zid sammenhielt. /L. p 947 s. zizo) Man erlaube mir hier ein Wort von den Iberern, da ich kaum erwarten kann, daß sie neu Lesern, so wie sie solches wohl verdienen, bekannt seyn sollten, —Ihre Geographie liefert Scrabo T H I. Abrh. II. Art- I. S. 14g;—14;8> den ich l»tt Nicht abschrciben will, aus dem man sie aber saB als eine sehr mächtige, den Geschichkforschcr inttE rende Nation kennen lernet; nur will ich hier nochl"' merken, daß, ohnerachret das eigentlich' Jberie» l° gelegen haben mag, wie er und Plin. VI. Gränzen desselben uns vorzetchnen, doch das M' der Herrscher dieses Landes sich sehr tief nach S»b hinunter g zogen haben muß. Strabo sagt p- Ligranokcrta habe zwischen Zeugnis und den . scheu Gränzen ge'egen. Ist dieses, so muß ein gre^ St4ch Landes zwischen Armenien und dem Gebietes Pacher den Iberischen Königen zugehört haben. Diese Könige haben von Zeit zu Zeit eine gar «Ml Roll'in der Geschichte gespielt/ und es lohnte Mühe, diese Bruchstücke m sammeln, um arw " eine so viel möglich vollständige Geschichte vonIvu zu sammeln. Im Dio finden wir sie nur noch emm. nachher unter der Regierung desTiberius, (vergl. u 8- tc-88.) Von dieser Zeit an erwahnetDio ihrer!« Geschichte "des Iberischen Reichs. 649 pharnabazcs in einer Schlacht, und zwang zu einem Bünomp; worauf er in Gesellschaft Burgermei- Nickt, sieverschwinden aber darum nicht aus derGe-lker. schickte. Uncer der Regierung Konstantin des Grossen nahm die ganze Ration, durch eine Sklavin bekehrt, den christlichen Glauben an, welches diesem Kaiser zur großen Freude gereichte. (Le Beau IIII. 65 ) Unter der Regierung des Valenlinian, n. C. G. z/2. wird Sanromakes, König von Jberien, vom Sapor de, possedirr, und an seiner statt Aspakur, seinBruders- sohn, eingesetzt, der aber nachher freywillig die Hälfte des Reichs seinem Onkel abtrat. (XVIII. ;2— z/.) R- C- G. 52z. übergab Gurgenes, König von Jbe- rien, sich und sein Reich unter den Schutz des Kaiser Justinu«, weil Rabases, König von Persien, von ibm verlangt hatte, die christliche Religion abzuschwö, ren, und das Feuer anznbeten; allein eS bekam ihm solches übel. Rabases schickte den General Boa« mit einer mächtigen Armee gegen ihn, der den Gurgenes von Land und Leuten sagte. Der abgeseyte König, der Jakobs Schicksal harte, flüchtete sich nach Kon» stankinopel, wo er starb, und ebenso leere Kompli¬ mente als jener zu Paris bekam. (XXXX. 24. 2;.) Don dieser Zeit an scheinen die Perser eine geraume Zeit lang Herren der fruchtbaren Thäler Jberiens ge¬ wesen zu seyn, allein in den Bcrggegenden erhielten sich doch immer unumschränkte Prinzen. Einen sol« men, Zamanarscs, finden wir unter der Regierung ^mstinians, nur zehn Jahr nach der Retirade des Gurgenes, zu Konstantinopel, wo er vomJusiinian, w>t dem er ein Bündniß geschlossen, prächtig aufge. Kommen wird (XXXXIII. io) — Unter Justin dem ^rvcyren, n C G- 571- fiel es dem KosroeS ein, die ^'eschichw des Kabades zu erneuern, und von den Pei s. Armeniern sowohl als von den Jberiern Entsagung °er christlichen Religion zu fordern. Es begegnet' wm, was Kabades begegnet war; beyde Rationen mgeen ihm den Gehorsam auf, und begaben sich un, Ur Römischen Schutz. (I.- Z5-) Von nun an scheinen tze immer unter dem Schutz der Byzantinischen Kaiser Seblieben zu seyn, die »hren Königen den Titel der ihnN.R-E.71r s.! L Gellitts u 65" DioKaßius.B.XUX.Hptst.MXV. N^ T.7»8Ncr einen Einfall in das benachbart' Albanien Kokk.Ne'rva^ ) that, ihren König Zober überwand, und Burgermel- ßer- Rurop«lateu gaben.Ein solcher KönigEurspalatewar, u E. G Y22. unrer Ronsranrin Poxphyrogennem zu Konstankinopck, und bewunderte die prachriqe So¬ phien Kirche, wie Ronj!. Porph. r/rem. lii 6. berich¬ tet. Endlich vermachte, n C G> ytzi. König Daris von Jberien sein ganzes Land dem Kaiser Basilius Bulgaroktonus. David hatte keine Kuider, wohl aber einen Bruder George, der mit diesem Testamen» höchst mißvergnügt war. Der Kaiser, der einen Krieg befürchtete, wollte Georaen nicht aufs Aeusserste trei¬ ben; er begnügte sich mit der südlichen Hälfte des Lun- Les, und ließ Georgen im Besitz der nördlichen. (I.XXVII Z2.) — Diese Bruchstücke sind hinreichend, jedermann auf eine Geschichte dieses merkwürdigen Wol es lüstern zu machen Diesem künftigen Damm- lcr zum Besten führ' ich noch eine merkwürdige Lull' aus einem minder gelesenen Schriftsteller an; ich meine Len Laonlkun EhalkonSylas v. Vllll. S- n6- ksstüs ^chsomeniis Iure cliscurrore c»mp>i, In ruiilip riL^iävL uuugusm Lsbyloua coeZ>e Monäfts Rückkehr nach Parchim. 651 darauf gleicher Weift mit ihm ein VündnißN.R-S-n» schloß Mark-Ancon, der auf die Verspre-^E.Mrva chungcn des Monäfts, das Römische Heer irDurzcrme,- Person anzuführcn, und selbigem auf solche Weift den größestcn eil des Landes ohne ischwerdt- streich zu unterwerfen, ein großes Vcrrraucn ge¬ setzt, ließ sich durch diesen glücklichen Fortgang sei¬ ner Woffen so keck machen, daß er ihm den Krieg gegen die Parrhcr einzig und allein anvertrauete. Bis zur glücklichen Beendigung des Krieges räu¬ met'er ihm die Einkünfte dreycr Römischen Städt' ein, und nach selbigem versprach er ihm das Re¬ giment über die Parther. "") Da alle Parther über die Flucht des Monäfts höchst mißvergnügt ivarcn, so fieng Phraates an sich zu fürchten, trat in Unterhandlungen mit ihm, und überredete durch große Versprechungen ihn, zurückzukom¬ men. Dieses reizte Mark-Anton, als er sol¬ ches erfuhr, wie man leicht denken kann, zum Zorn; inzwischen tödket'er den Monäfts, den er damahls noch in seiner Gewalt hatte, nicht, weil er sich furchte, es möchte, wenn tr solches cinmahl gcthan, kein anderer der Wu- Wahr ist cs aber auch, daß beyde Völker bäufig sehr genau von einander getrennt werden, z- E. bunms vergl. mit litt. 12; wenn aber eben dieser Schriftsteller VI. IZ. die Manier zu Kolonisten ge¬ wisser anderer mehr nördlich wohnenden Albaner wacht; so können diese Nordalbancr fast kein andern gojene ftyn, so er oben UI. is. Alanen nannte. dies gehört nicht hicher, sondern vielmehr zur ^'olkerwanderungSgeschichte, von der ich unmer nur w>l Mühe hinweg kommen kann. LEKWLMHP "wieder einzurauHen." > dell«, raufte -. 652 DioKaßius B.Xi^ix.Hptst. I.XXXV. weiter zu ihm übergehn. Er bediente sich Umstandes vielmehr u einer Hinterlist ge, va Burger gen die Parrher. Er enkireß ihn unter dcmVor- meii!^r. wand, sich seiner, einen Frieden mit den Partnern zu lchließen, zu bedienen, und sendete zugleich mit ihm Gesandten an König Phraatcs. Diese hatten den Auftrag, Friedensuntcrhandlungen mit ih n zu pflegen, und die bey der Expedition des Rrassus verlornen Fahnen und Gefangenen zurück zu fordern; in der That aber rüstete sich Mark Amon fürchterlich zum Kriege, in der Hoff- nung, so dem durch Fricdensunkerhandlungcn cm- S 427. geschläferten König unvcrmuthct über den Halr zu kommen. §. 756. Wirklich rückt' er bis an den Euphrat vor, in der Hoffnung, diesen ohn' alle Besatzung i» ff den. Wendete sich aber, da hier alles im be¬ sten Verthcieigungsstand war, und gieng gerade nach Groß Armenien, aufgefordcrt vom Ar- tavasdes, König dieses Landes, ihm in einem Krieg, den er gegen seinen gleichnamigen Feind, denKönig des Ätropatenischen Mcdiens''') fuhr", beyzustchn. Hier bekam er Nachricht, dieser scy weit Non seinem Königreiche entfernt den Parkhcrn M ZIZZ) A exander der Große konquetirre Medien, und dieses Medien fiel in der Theilung seiner Feldherr»' so wie Persien und sein in Indien eroberter Anth Seleuko ,u. Dies iü allgemein bekannt; ">chs gemein bekannt aber ist, daß Alexander sich nicht 0^ ganzen Mediens bemächtigen konnte- General u u -- paecs vertheidigte sich mit so vielem Mulhaindi.n schleffcnheit, daß ihm weder Alexander noch Seiema , noch in der Folge die Parther ecwas anbaben len r und so h ieb dies kleine Ländchen immer sou rain, da inzwischen Groß-Medien unter dieHerck > ' der Partber gerierh, die ihre Sowmerresidcnj m Hauptstadt dieser Provinz nach Lkbamna verlegt Mark-Antons Armenischer Krieg. 65z Hülfe geeilt. In der Hoffnung also, sich zun N.n f.7-r Master des ganzen feindlichen Landes, sobald sich nur zeigen würde, zu machen , gicng er milPurgermei- derKavallerie > nd dem besten Thcile des Fußvolks'^' zum Voraus; die Bagage, und szur Bedeckung derselben^ einen Theil der Armee, ließ er unrer Gppius Grariairus, ) nebst dem Befehl, ihm nachzufolgen, zurück. Er drang bis pra- assa, der Hauptstadt des Landes vor, um denn Seleukia war nu- derWinteraufentbalt. Stra¬ bo H. 1487. — Man lese Remerum Reincccmm bittor. IvUsn. p. 196. ih7- und lyz. gt?4) Plnrarck p yz;. d. und sein Kopist Appia- nns nennen diesen Mann und da ihn der zweyte Vatikanische Kodex gleichfalls so nennt, so steh' ich keinen Augenblick an, diese Lesart vor.uziehn; wiewohl ich sie, da der Mann so gar unbekannt ist, nicht in die Uebersetzung aufnehmcn mögen — Man wüst die angczogene Stelle Pluiarchs selbst lesen, zum Abschreiber: ist sie zu lang. — Der thöricht'Eifer, sagt Biurarch, nur bald wieder zur Kleopatra in die Win¬ terquartiere zurück zu kommen, machte, daß die ganz' Unternehmung gegen die Parther scheiterte. Er hatte, sazt Plutarch, nach einem Marsch von achttausend Etadien, den die Truppen zurückgelegt, sie ausrasten und in Armenien überwintern lassen sollen, um als« denn im ersten Frühling des kommenden Jabrs, noch bevor die Parther ihre Winterquartiere verliessen, Me¬ dien angreifen zu können. Wenn er eine wichtige De« stung erobern wollre, so war ihm sein schwe'es Ge« schütze ausserordentlich nöthig; allein, eben weil es wn auf dem Marsch aufhielt, und er nur eilte, desto nuher zurückrommen zu können, so ließ er es zurück, Und setzte seinen Marsch weiter fort- W sagr: Phraata sey dergewohnlichereNa« we dieser Stadt- Da mir Geographie sehr lieb ist, so dank' ich für den mir gegebenen Fingerzeig, und werde ^'ch bemüven, ihn zu benutzen — io nennt die ^tadt Xiphilmus und Applan: »e------; rckukgxxl, . Da Appian ein bloss 654 Dio Kaßius.B. XL.IX. Hptst. IXM Plutarchs ist, und die Kopisten dessiMn selbst) errc»s perperuo für l° ist sicher, Plukarch hat dieses. O^k. ^uch gehabt, und man muß lesen. — Nun sage mir doch der Herr Konrektor welve Benennung gewöhnlicher ist? i) Die aufuns gekommenen Kodizes Divns lesen einmükbiq L) Xiphilinus, wenn anders dieser Autor nicht selbst lnterpolirt worden, fand in seinem cociice Eben so fand Plutarch in dem Auktor, den ee B cespirte. Armand, gui snem criricsm auch nur pil- IMS s lskiii gustssssr, hatte gesagt: mehrere Kodifts lesen als nr-aE. So zu setzen, waee rechr und gut gewesen; aber gewöhnlicher? Ä>, mein Herr, zeigen Sie mir doch ein' «in;ige stell'äus¬ ser denen hier angeführten, wo der Name phraatss polis verkommt: er eris mihi msgrw5 Apollo. Die Stadt kommt nur dies eine mahl in der Geograph vor, aber unter drey verschiedenen Namen Praaupa, welches ihr wahrer und eigenthümlicher Name zu seyn scheint; Phraatopolin, ein aus einem, mir und al¬ len andern, unbekannten Geschichte umstand entlehne- ter Beyname; und endlich z) Vera. Unter diesem Namen kommt sie bepm Grrabo x. 52z. vor. (die Blattseike meiner Ucberfttzung darf ich nicht ciriren, weil sie hier falsch ist.) Dio erzählt, Antonius habe die Hauptstadt von Media Atropatena, Praanpa, vergebens belagert; Strabo sagt: die AkoparenWir Könige hatten zwo Residenzen: im Sommer wob"» ten sie im Bergschloß des Winters in der cbc" gelegenen Stadt 6ara. Vera habe Markus Amomn vergebens belagert. Nun frag' ich: wenn M>mii Antonius im Gommer die Hauptstadt von Atropatcn»/ Praaspa belagerte, und wenn die Svmmerrchdc»! der Atropattnischen Könige zu Vera war: so man, ist es nicht augenscheinlich, daß PraaSpn m Wera Namen eines und des nemlichen O"s sevu/"?' sen? — Delliug, von dem ich schon sonst in Noten gehandelt, Mark-Antons Freund und n " seiner Unterbcfchlshaber in diesem unglücklichen 6'' juge, batte die Geschichte dieses Krieges l)>n"chl' die aber nun schon längst verloren gegangen Gtatianus Niederlage. 65; die er einen Wall aufwarf und sie zu bela-N-R-E. 71« gern anficng. Die Könige von Medien und^E.^ewr Parthien, so wie sie hiervon Nachricht erhielten.Burgermei- überzeugt, daß er die sehr gut befestigt* und mit^» einer starken Garnison versehene Stadt vergebens angreifcn würde, fkamen selbiger kcinesweges zur Hülfe, sonderns üoerfielen-en vom Marsch ab-- gcmatteten und sich ihrer auf keine Weise vcrmu- rhendcn Graciaims, dessn ganzes Korps sie, den einzigen polemon, König von Pontus, aus¬ genommen, (der dieser Expedition als Po.ontair mit beywohnte) niederhiebcn. Dieser war der einzige, den sic sich gefangen zu nehmen, begnüg¬ ten, und den sie nachher auf erhaltenes Lösegeld frcyließen. — Dieses Korps hätte niemahls sic sich bis auf ursere Zeiten erhalten, so würden wir in der Atrovatenischen Geographie nicht so unwissend und fremd sevu. zi?6) Weil er nemlich kein Geschütz hatte Sehr deutlich sagt dieses Plürarck p 9z;. c. r»« xe-<«r — Der Wall ward nemlich aufgeführt, damit du Soldaten des Anronius aus einer gleichen Höhe mit den Einwohnern fechten und die Scadr erobern möchten. Die Schanzen sind ein' Erfindung Hrn- W. von denen kein Wort im Griechischen steht. Zi-7) Ich weiß nicht, wo Fabriz die Augen hatte, als er schrieb: Nach plnrarcho hätte König polcmon sein Leben verloren. Plutarch erzählt die Ge« lchlchte gerad' eben so wieDio Hier sind semeWorte: «^.-7 F, e» r><« x«, q, ö Allein freyiich dies ist weder vom Dio noch vom plu- racch bestimmt genug, wenn sie dem Polemon jetzt Gwi, den Ehrcntirel geben Den führte dec ^.ohn des Laodikensischen Redners 3e»o (Strabo p. lun^'. ) damahls noch nicht, sondern har ihn "" vrer ganzer Zahr spater bekommen, Erche »uren 656 Dio Kaßius.BUX. Hptst l^xxxv. A^r.T.7'8Niedergehauen werden können, dafern der König KM.N?rva'von Armenien selbiges gedeckt hätte, allein dieser Durgermei-wollte den Römern, ob er schon konnte, nickt helfen, und war nach seinem Lande zurückgegan- grn, ohne weder Mark Antonen zu folgen, noch dieses zurückgelassene Korps zu bedecken. 5» 757. Mark-Anton war zwar, auf den ersten ihm vom Scatianus abgcfertigken Kourier, aufgebro- chen, war aber, Hülfe zu leisten, zu spar gekonu men, und hatte nichts denn die Tobten auf dem Platz gefunden. Dieser Umstand schlug ihn frey- lich nieder, jedoch weil ihn keiner der Wilden an¬ zugreifen wagte, fieng er an zu glauben, sie hiel¬ ten sich aus Furcht vor ihm verborgen, und die¬ ses verursachte, daß er neuen Muth schöpfte. Nicht lange nachher stieß er auf sie, und trieb sie in die Flucht, sintemahl die große Menge seiner Schleuderer, so mit ihren Steinen weiter reich¬ ten, §. 775. Er verheyrathete sich mit der berühmten,Lei¬ der uns aus der Geschichte zu wenig bekannten rhodori'g, von der uns Srrabo L. 155^ § ein so liebenswürdiges Bild macht; ward endlich von den Asburgiauern, die er unterjochen wollte, «chni- gen, (Strabo p. 1425. H. 16.) und starb daselbst, da sich denn seine Gemahlinn abermahls mu Aeckelaa (nicht dem Oberpriester von Komana, sondern onn König von Rappavokie», dessen Geschickte Taciu- II. 42. erzählt) verheyrathete. Zu Strabons e lebte sie noch, und beherrschte wcitlauftige k-'nder m Ruhm. — Von der Niederlage des Statianus 8onaras; '0 i-o, ohne des Polemons, der ihm zu tin^' trachtliä) Vorkommen mochte, auch nur nut ci Spibe. zu erwähnen. Vergebt. Belagerung von Praaspa. 657 le«/ als die Pfeile langten, das ganze feindlichen. R.E. 71, Heer, diePanzerpferbc sogar nicht ausgenommen, schwer verwundeten; doch könnt' er diesen Sieg,Bürgerin«- weil die Wilden gar zu gut beritten waren, nichts- so, wie er wohl gewünscht, verfolgen. Er kehrt' also zur Belagerung von Praaspa zurück, in welcher er, ohne den Feinden großen Abbruch zu thun, (sintcmahl die Belagerten sich sehr tapfer vertheidigtcn, und das ^inzwischen zur Entsetzung angcrückte^ Heer jede Gelegenheit, mit ihm zu schlagen, vermied,) einen beträchtli¬ chen Theil der Seinigcn, theils wenn sie aufFou- S. ragiren ausgeschickt worden, theils durch Stra¬ fen, so er ihnen selbst zuerkennete, verlor. An¬ fänglich , so lange man die Lebensmittel noch in der Nachbarschaft der Stadt selbst haben konnte, waren die Soldaten hinlänglich gewesen, sie, oh¬ ne die Belagerung darüber zu vernachlässigen, hcrbcyzuschaffen; nachher aber, als hier herum alles aufgezehret war, und die Soldaten gezwun¬ gen wurden, ihre Bedürfniss in der Ferne zu su¬ chen, trug es sich zu, daß wenige, wenn man sie auf .81^8) Bey einem Fouraqen-Nenkontre halt'Anto- "nn einmahl das Glück, dreyßiq Pärchen gefangen ju nehmen und achtzig niederzuhauen Plurarcli p. 9zg. — ^ndem ich die nemliche Geschieht' im Ap- p^'n lesen nßll, so seh' ich, daß ich Fabrizio in der vorigen Not'»nreedt qekhan. Appianus sagt, daß oie Parther den König Polemon umgebrachr; es ist « w nur ein Schreibfehler, den ick in meinem Erem- f'ale sogleich verbessert, und der leicht zu begehen mog, war. Plmgrelms p 9t4 b. -r-"- S- 6z8 Dio Kaßius.B.XH Hptst.L.XXXV. ^-E-^8Fouragircn abgeschickt, nicht allein nichts zurück» Kokk. Nersbrachcen, sondern auch selbst verloren gicngen; dr¬ va Vurger-orderte man sie in größerer Anzahl, so blieb dir menrer. M^cr von Belagerern ledig, und die Belagrr, ten waren bey jedem Ausfall gewiß, viel Römer zu erlegen undviel Maschinen derselben zu Sche¬ ren zu machen. § 758* Dies waren die Ursachen , warum Mark- Anton seinen Soldaten Gerste statt des RogkcnS auetheilen, und einige derselben sogar zchenmi ließ. — Kurz, mit einem Wort alles P sägen, er schien zu belage/n, in der Thar ward er selbst belagert. — Die in der Vestung paßtui zu jedem ihrer Ausfälle die gelegenste Zeit ab, und nicht weniger that solches das zum Entsatz drr Stadt angerückle, Hausen vor ihr liegende älorps, welches den Fouragircnden nie bey Abfertigung derselben beschwerlich fiel, wohl aber lcldigc", wenn sie sich nun auf den Feldern zerstreut ten, oder einzeln nach dem Lager zurückkehrenwe» ten, unvcrmuthet über den Hals kam. Demes"' erachtet ward die Belagerung der Stadt uunncu' brachen fortgesetzt, so daß auch phraaces j" fürchten anfieng, er möchte durch diese ' kigkeit ihrer zuletzt auf ein' oder die andere zumahl wenn er Verstärkungen von den Vui^-' ziZ9) Militairische Strafen der Römer. I. xin. erzählt, daß die Rekruten, wenn ste E' exercirten, Gerste statt Brodt bekamen^ M-a ^ K-lpslUM äs w.iiiri» Itomsn, V. r8. undichter «Ze poeilis niilirsoibus c. X V und V. — i», wissen sollte, was Oekimarion ist, dem bat es richtig umschrieben: „Emiqe verurtbeilt' „Leben und Lod jeden zehnten Mann losen zu elagerung von Praaspa aufgehoben. 659 genossen erhalten sollte, Meister werden; undB.R.E.^z ihm zu dem Ende durch abgeschickk' Unterhändler, die ihm vorspicgcln mußten, der Parthischc Mc-Burgermei- narch würde sich zu einem Bündniß sehr will-g^"' finden lassen, überredete, in Unterhandlung nut ihm zu treten. Wirklich sendete Mark-Anton Gesandten zu ihm, denen Phraates, aufsiiuenr goldncn Thron sitzend und die Bogcnscnne stim¬ mend, "'°) Audienz crtheilte, und denn er, nach vielen gemachten Vorwürfen, zuletzt den Frieden unter der Bedingung versprach, das Land äugen- blicklich zu verlassen. Mark-Anton, sobald er dies' Antwort vernommen, brach auf, .theilsaus Furcht vor dem stolzen Ucbcrmuth des Königs, theils in der Hoffnung, unangefochten zu blei¬ ben, wenn er aufbrechen würde. Er brach auf, und nahm, als ob er sich unter lauter Freunden und Bundesgenossen befunden, von allen.denen zur Belagerung angeschaffttn Maschinen auch nicht di- kleinste mir sich. W. „Er liest die Sehne seines Bo« Dei„e"frcn," ist Merssburgisch Deutschs im übrigen b'las'E klirren keine Saitenwohl aber Metall, aH / Phraates hielt den Bogen als ein Spa; er» strm Zeitvertreib in der Hand, und machte !vaa desselben das nemlicbe Mouoement, sMiin Violinist macht, wenn er lein Instrument Ich tbeile den Leiern die Figur, wiePhria- Me- a'st^bls wohl ausgesei)N haben mag, aus einer Parins mit. »us mnßabermahlsplntarch p. durch. ^, "^"iqcleten werden, der dieses vollständiger und a«„V.'m-uhangender enahlt — Furcht oor dem her« ""den Winter, den sich kein Parther im Felo' so Zauern getrauete, war es, was.den Phraaies fgch.,"fhstchtig machte. — Antonius forderte an. 2'ch wenigstens die Kriegszeichen und die Ec« 66o Dio Kaßius. B.xn Hptst. HXV. §- 7<9- Indem, unter Erwartung eines endlichen Kokk. Ner-Friedensschlusses, Mark-Anton mit seinem Rück- va Burger jug beschäftigt war, vcrbrenneten die Arropa- ' teuer seine zurückgelassenen Maschinen und durch¬ stachen die aufgcführten Dämme; und die par- rher, ohne die mindeste Rücksicht auf die zuin Frieden gemachte Hoffnung zu nehmen, fielen ihm unvermuthek über den Hals, ängsteten und drückten ihn sehr. So wie er sich angeführt wor¬ den zu seyn cinsah, getrauet' er sich nicht, noch cinmahl Gesandte abzufertigcn, überzeugt, nun und nimmermehr Frieden auf erträgliche Bedin¬ gungen zu erhalten, und noch obenem die Gcinü- ther der Soldaten/ durch vergebens gcrhaneVor- schläg', in Verzweiflung zu bringen; lieber beschloß er, da er doch cinmahl aufgebrochen war, sorljU- gehn, und sich nach Armenien durch einen ander» Weg (weil er den, durch den er hereingekomMi war, für völlig versperrt hielt) zu retinrcn. fanqenen des Krassus zurück — (des Rrassns M nicht im P.'utarch; es könnt' also auch aus dm Er,i- tianus gehn: allein, weil diesem die Parrber krni Quartier gegeben hatten: so zieh ich es aufKraß"^ — allein Pheaates antwortete: er möchte dieö gut seyn lassen, und Gott danken, baßer so nut h" ier Haut davon komme. , zi42) Antonius wollte den nemlichen Rücknierl > machen, den er hergekommen war. Allein ein der, der es mit den Römern sehr gut meinte, u'h seine Treue beym Ueverfall des Statianus hiulaii^ bewährt harte: dieser gab ihm den sehr einstelne^-, Rath, nicht durch die Fläche zu zieh», sondern marschircn, daß ihm die Gebirg' immer rechter liegen bleiben möchten, um so den Anfällen der P ' thischen Reute, cy minder ausgeseyr zu seyn> plur^ k>9Z5- (durch einen Druckfehler 92-.) i 1 I c ! M. Antons Rückzug aus Medien. 66; Auf dieser Retirade stand das Heer unglaublichcN.R.T./iL Beschwerlichkeiten aus. Da die Gegend ihnen^H^'"^' durchaus unbekannt war, hatten die Wilden Ge va Burger- legenhcik, überall die engen Pässe zu besetzen,'"^"' durch gezogene Graben und aufgeworfene Wäll' unwegsam zu machen, und den Römern also überall Abbruch zu thun. Ueberdcm suchten sie ihnen überall das Wasser abzuschnciden und die Weiden zu verderben. Traf es sich von un¬ gefähr, daß die Römer durch cin' ihnen günstige Gegend ihren Zug zu nehmen entschlossen waren, wußten fle selbige von solcher, unter dem falschen Vorwand, sie scy bereits vom Feinde besetzt, ab- zuzichn, und sie anderswohin, wo ein von ihnen gelegter Hinterhalt lauerte, hinzuzichn. — Zi4Z) Dies ist übertrieben. Ihr Mardischer Weg¬ weiser war ein ehrlicher Mann und kein Verrächer. plurarcb hat den ganzen Rückmarsch von S. 9Z5— 9j9- mit einer fast ermüdenden Wcitlauftigkeit. Aber die natürlichen Beschwerlichkeiten abgerechnet, die je. der Gebirgsweg hat, hat Antonius sich nur mit den beständig harsclirenden Feinden schlagen und Hunger "iden müssen. M44) Wie konnte wohl Antonius so dumm seyn, seinen offenbaren Feinden zu glauben? — Sein Weg¬ weiser war brau; xr ward auch in dem eingeschlagenen Wege vom Mithridates, einem Anverwandten des boni Antonius so großmüthiq behandelte» Monafts, dämlich geleitet, und vor den Schlingen, so ihm die Parther legten, gewarnt. Ick) wünschte, wir hatten den Livius noch, der würd'uns, wenigstens seiner Em- lome nach, Wunderdinge von dieser schimpflichen Flucht des Antonius zu erzählen wissen. Sein Epito. Mater sagt o LXXX: kttsrcur ?mwmus, aum euin Oeopsrra luxuriarerur, kLrcle ^.leclirm prouineism '"SEis, Kalium cum legionidnr XlIX ec XVl milli- ellulrum psnliis inmlir; er cum -tu-rbus legiombu« "mist,, nuUa rexrosxers ceclente, rerro röäirec, mle- 662 Dio Kußius. V. X^IX. Hpkst. I.XXXV. ^.R.^./izcutik sobinUe psrrhik, et inzenri rrepi-lnrions, et mz- r.KeMu-u.-no roliuz «xsrclw8 periculo, in ^imeniim reueiki BU'äerai'^'' ' ? rrecenrs mUliü soA» emensur, circz octo fier. Iiominum lempelkaribus amiür: tempelim! gvogae infett.i8 super inkeliciler susteprum llsriliicum dellum cnlp» !us psssnz elk, guis liiernare in ^rmenir nnlehsr, cium »6 Lleoparrsm t'elkiu-ir. — Dreyhim- dert welsche Meilen, d. i. fünf und siebzig deutsche Meilen mag die Entfernung von Praaspa bis zu dm Ufern des ArazeS. wenn sie mit so viel Umwegen, Krümmungen und Wendungen gemacht wird, alM' toniuS nothwendig nehmen mußte, wenn er den Par« thischen Schlingen entkommen wollte, sehr füglich be» tragen Er hat aber, nach Plutarcko p. 9ZY. c. nicht ein und zwanzig, sondern sieben und zwanzig Tage auf dem Marsch von Praaspa zugebrachk, und in diesen sieben und zwanzig Tagen den Parthern acht' > zebn verschiedene Scharmützel geliefert. Als er an dm Urern des Arares über sein Heer Revue hielt, so fehlte» ihm von der Infanterie zwanzigtausend und von der Kavallerie viertausend Mann- Der forcirteste Marsch, -en er auf dem ganzen Wege gemacht, harte doch nur aus zwcyhundert vierzig Stadien, oder fünf und eure halbe deutsche Meile bestanden; Plurarck p. YZ8 " freyüch immer sehr viel für ein schwerbcpaüces Mr, da-; im Winter über Schneeberg« klettern muß. 54. die Beschreibung von der grimmigen Kalte, so P. Monier und Aorill im Aprilmonat empfanden, und vergleiche sie mitSchillmgers lachender Beschrei¬ bung, die er von den Ebenen Armeniens im März wacht. Stöckbcins Wcltborh Th. IV. S- 7-- -> — Zweitens, daß Kappadokien, die Berge des Landes etwa» abgerechnet, viel zu südlich liegt, als daß mau sich dort vor übermäßigem Schnee fürchten dürfte. Aber vcrmuthlich hat man Kappadokien mit Atropa« tene verwechselt; denn wirklich liegt Kappadokien dies, seit deS Taurus, und so westlich, Idaß ich gar nicht begreife, welch einen Marsch Antonius genommen haben wüßte, um Kappadokien auch nur mit einem Fuß be¬ rühren zu können. Z145) Plutarch p. 9Z7- c. (—6 thlr. 6 gl ) X!. '"»c «er«; (Letz¬ teres ist, zumaßl mit dem erstem verglichen, völlig fa- belhaft.) Allein Geld war im Ueberfluß in der Armee, Worüber ich mich, da sie gar keine Gelegenheit gehabt, Beute zu machen, wundere. Beweis davon ist nicht so wohl das prächtige Geschenk, welches Antonius bem Abgesandten des Monases machte, O 9Z8- 6.) sondern noch vielmehr die sogleich darauf folgen¬ de Erzählung, von der im Römischen Lager entstan¬ denen Unordnung; da kein Parther zugegm war, je- ber Parther zu sehn glaubte, und die Römer sich un¬ ter einander selbst und ihrenFeldhcrrn ausplunderten. ^46) Wer bcyin Plurarcl? p. 9^- die rührende Beschreibung von der Liebe der Soldaten des Antonius 664 DioKaßius.B.XIssX. HM IXXXV. ^-E.^zhätten diese nicht jene, so solches thaten, im An- Kokk M?-gcsicht aller andern mit ihren Pfeilen zu Tode ze¬ va Burger-schossem Dessen also enthielten sic sich, und bald «euer, darauf begegnet' ihnen folgender glücklicherZufall. Sie waren in einen gelegten Hinterhalt gerakhen, und forminen also, da sie sich den häufigen Pfei¬ len der Feind' ausgesetzt sahen, indem fic die Schilde zusammenfügten und die linken Knie ge¬ gen die Erde stemmten, die sogenannte Schild¬ kröte. So wie die Wilden, die dergleichen vor, her noch niemahls gesehen, dieses gewahr wurden, bilderen sie sich ein, sie wären entkräftet von Wun¬ den niedcrgcfallen, und bedürften keiner Mühe denn des Niederstechens weiter; sie warfen also ihre Bogen hinweg, stiegen von den Pferden ab, und giengcn mit gezogenem Säbel, in der Ab¬ sicht, sie niederzumachen, auf sie los. Hicrnun standen urplötzlich die Römer auf, dehnten ihren Phalanx, wie ihnen solches befohlen worden, so sehr als möglich aus; so daß cs ihnen nun, da jeder seinen Mann faßte, leicht fiel, cin' unge¬ heure Menge der Gegner niederzumachen; denn hier waren Bewaffnete gegen Unbewaffnete, beute, so aufgelauert, gegen andere, so sich nicht dm mindesten Unfall träumen ließen; schwerbewaj? zu ihrem Heerführer liefet, die fo weit gieng, daß sc sich anboren, sich dekimiren zu lassen, wenn sic M dadurch Heiterkeit und Seelenfrieden zurück schE könnten, der wird dieser Nachricht nur sehr weao Glauben beymessen. — Eben so wenig ist es den LN' teil der Parthcr gemäß, daß sie die Uebcrlaufer soll» todtgeschossen haben; sie pflegten selbige viclnichr m sehr großen Freuden aufzunehmen. Wohl gber wa zu wünschen, daß unser' Europäischen Könige diel angeblichen Parthischen Beyspiele folgen, und ssvu Ueberläufer todtschieffen lassen möchten- Die Parther werden geschlagen. 665 riete Legionsoldaten gegen leichtbewaffnete Schlcu-N.R §.71« derer, und endlich Römer gegen Wilde. Von dieser Zeit an entfernten sich die ihnen nach-Dmgermei-- setzendcn Feind', und keiner derselben unterstand''"' sich ferner, sie anzugrcifen. §. 76 r. Die sogenannte Schildkröte wird aber ? 147) l^lrrcxrrc!) p. k'. Fe x'ee§>«,« DkXriox X«- 50,; k-7ixeixne< LS-.X; L»,xr« , otaLsvo, eP° L^L«?xx XL, Sk^Sae,«x, « ^«x,e,v, k,L« /Zk^ess,x exrx?Aaxoxrkt F, X«, xea^e,; vo-s LLoZx/.-Li; e^"xLer, «xA,< e^kXL/ixex. ^L, Fe x«r»- ^Lsxs^v axes,; «L0 SoHcxx L,x«x kL,x^,x«x kLeÄexro, x«« s?5«- ^e^L?oxLL§ c^L^ox, ex'iree^'^xre; a,' Z»xk«ipoxo< exxex^e,- »,« ki^M L«x 0LX»X LS,« ^,,.o-c, «XI--» Fe x«9exr»; et; ^oxx ^e°k^«SSoxL« r»; Axfex; °I Fe exieZex x'^exe^L» «x'r«x r« XLX5,X«X 0^0,«; ^ee^o,. ro Fe LLxLLSx^MX k^k^k! >i>o- p«»ee, Zx AkLLxixxx LL^kM, XL, r^x sk>«- -^-r'LT-LX er, 7-8- «,>e; äxoS,i7A«xexr«t. e< rxexro, N«xIo< 'x^cieix vwv«?7«>o?kveiv q^xfteeo, x«> x«- rs^« X«ee9kxra, F« xeerx« F<«^«^ee- -rfo<7k^,;«x, 0- Fe ks^x«>, exvL/^«^«^L^k;, XL, eAevT-y 7«x L^^LX LeLX^WX. ^lor. It11. X. /' OelekLS reliuum ls rurlu» ex- unslenc, scieo res mirsculo fuir, vr vnus ex öarbsrir 'Merit vorem: Ire er bene rslsre Ixvm»ni; meriro ros "crores fzms feminin ioqu!rur,9ui psrrborum reisserris. ^rorrrrnug II. m. Ivlsrcus ^nronius «änersus psr- 'or, c>ui inbnirs mulriructine ssZictsrum exercirnm eins "uebsm, subbäere lrios, ec reliuciinem sscere int^ 'uprs l^usm cransmitlis ssgirris, line milirum nox» Justus eil boüis. ^48) Xk,.«xx, re/ttclo. plrrrarcl, /I4«rnr/ p. 41?. mnt sie, weil g,ts zusammengefügten Schilden 666 DioKaßius.B.XH Hptst.MXV. N 7'ü^uf folgende Weise gemacht. Das Heer nimmt KENerva^e Bagage, das leichtbewaffnete Fußvolk und v-urgerm.i die Reuterey in seine Mitte. Von den schwcrbe, waffnetcn Soldaten werden diejenigen, so sich langer, ausgehöltcr und so zu sagen kudueförmi- ger Schilde bedienen, auf die äussere Seite, gleich¬ sam wie M uern gestellt, so daß sie die andern alle, das Gesicht dem Feinde zugekehrt, und über¬ all mit Waffen bedeckt, umgeben; die andern, mit den breiten Schilden treten in die Mitte dicht zusammen, und erheben selbig' über sich und über die andern alle, so daß über und unter dem gan¬ zen Phalanx nichts denn Schilde gesehn werden, so, ihrer dichten Zusammenfügung wegen, alle die unter ihnen befindlichen vor den Pfeilen schüj- zen. Diese Schilde werden so dicht zusam- b-siand, mit einem, vernmthlich selbst erfundenen Wort: Form und Gestalt der Schilde waren ba) denAiten sehr verschieden, vorzüglich aber unterschied sich die langen Schilde, so Dio hier beschreibt, /"-'s (man findet sie auf der Drara»« 7. / und XX.) und die nur der schwerbewaffneten Mw- eigenthümlich waren, von den runden Schilden' welche die Griechen s--?k8< nennten. Aapssns- »ri/ch« III. n. beschreibt bevd'Arten, macht Oioni, den er namentlich anführt, einen Wurf darüber, sich dieses eigenthnmlichen Worts nw zu bedienen. Ich dachte doch, hier ließe sich u" Verfasser, der kein Soldat von Profession war, t« rechtfertigen; denn der Sprachgebrauch, Leutes Von der sogenannten Schildkröte. 667 mengefügt, daß man oben über selbige hlnwegN.R.E./ir gehn, "°) ja, wenn sie an einem engen undhoh-^A^^ Burgmneit Metier ausgenommen, ist doch gewiß auf seiner Seite Kr¬ auch möcht' ich/c»r«m nicht, wie er, «»»i-x, vom Leder, aus dein die ältesten gemacht worden scyn soll, ten, derivrren, so wenig als c/^e«r mit PliuioXXXV. Z- von sondern letzteres von clMea^e, ersteres von schützen, woher auch unser deutsches Schild, welches Schllr geschrieben werden sollre, entlehnt wor. den ist. — Doch dies würde mich in Antiquitäten der Kriegskunst und der Sprache führen, die beyde von diesen Noten ausgeschlossen sind. Nur ein Verseh« des scel. Maternus III. 441. muß ich bemerken, der da behauptet, dje Griechen hätten die langen Schilde Sv- genannt, welches aber gerad' umgekehrt ist. zi;o) Die keliuclo ward ganz allgemein gebraucht, wenn ein verschanztes Lager, oder eine mit keinen gar zu hohen Mauern versehene Stadt gestürmt werden sollte. Alsdenn formirten die Soldaten eine reüuäo, worauf andere, die beherzter als jene waren, hinauf siiegen und sich so die Mauern zu ersteigen bemü- heten. Liviu» XXXXllll. leltuäine pzrrs muri sömots,.cum srmLti luperstsmer lubistenk, prupugn»- rionibu, muri ksllioio slriruclinii segu-rb-mrur. Tacitu» III. 2g. /Xppolirir plerigus sc-ilie, slü -rer scsnclebanr. Ja, was noch mehr. Man findet Deyspiele, daß die Soldaten, wenn sie sehr in Wuth gesetzt, auf die untere restvclo noch cin' andere (rrerarsm rsstuäinem) setzten, von welcher herab alsdenn die Belagerer fochten. Tacitu» N,'- Uli. 2z. Xlon ism kmZuie negue vulners mora- dsntur, guin lubrusrent vsllum, er 8V?8lt ITkistX- TL81-VDIMXI SL^bloLX-rbil;, xrebeosnenc Eium reiz brscbisgrie. — Denke Nia«, wie schwer bie Waffen waren, fo der Römische Soldat tragen Mußte; diesen schwerbewaffneten Mann stelle man sich stundenlang die Last des Schildes mit erhaben llchaltencr Hand unbeweglich über dem Kopf fest zu halten; denke sich denn über dieses Schilddach zwo andere; (denn der Soldat, der auf der irm-sra retlu- focht, war um nichts leichter, als irgend em 668 Dio Kasims. B. XI^IX.Hpkst. I.XXXV. N R E. 7r«scn Ott formirt wird, mit Pferden und Wagen sie wcgjagcn kann. So sieht dieses DurgermchManövre, wenn es gemacht wird, aus, welches man, weil es vesi ist und so vorlreflich das Heer S. 4io-zu schützen vermag, die Schildkröte nennt. Man bedient sich ihrer auf zweyerley Weise. In Belagerungen nähern sie sich, von selbiger gedeckt, den Mauern der Vestung, h^en auch einige anderer, und war so gut wie jeder seiner Kameraden mit einem Schilde versehn) staune! und wenn man Offizier ist, so beseufze man unsere Soldaten von Pap¬ penstiel, ist man aber Vorsteher eines KadettenhauseS, so versuche man die uns anvertraueten Kinder immer mehr und mehr deutscher Weichlichkeit zu entwöhnen/ Und auf Römisch zu erzieh»: -znAustsm, smici, psuperiem pari Lohust»! scri milirin puer Lonckilcsr; er /lr-oce/ Vexer eguss morusnäur basta. 3151) Man erlaube mir, hier die herrliche Beschrei¬ bung herzufetzen, die rvppian, im ersten Buch stmeö KynegetikonS, von einem adeln Streirroß macht: »e«« ZYSÄI/ vo «-vfPo/r ^§»5/204, «<7Vs§oeo'o'«v r/^orrre^ov rr/Ae DfvT'o/S'm LvsitLfsstov erklär/, K«/ //eT-yo^ov LV7-«/?05,0V, «L>»,o-r^eol/, y-uxspol-, ?ro^r/o^«^ov. 3152) Dies HMt leMcko /s/?-Zra^, wenn neninw das Dach der Schildkröte oben nicht flach, l°"ee ' nach Art unserer Dächer, zugefpitzt ist; damit new!. die vom Feind auf sie herahgeschleudercen Wumr vom spitzen Dach eben so wie der Regen herabrm möchten. Wie diese mstuclo ksstigiacs gemacht W'M ' davon steht ein locus clsstieus beym Ammigm' 7 kellirro XXVI. Lonirmcris rrihus nauiAiis testu hac fpscie kuperstruxerunr. Don strl» cobaerenres uv cspiis stutis, primi rrsnstris instsbsrir srmuri; . Ho8 lemor curusnres Iiumilius; rerriis Arsöstim naris kudmiile; ir» vr nouillimi, fMaZiuibub Beschreibung der Schildkröte. 669 der Ihrigen, vermittelst derselben, bis zu denN R E s'» Mauern hinan; oder aber, wenn sie swic hicr^E."'^- sich überall vonPfcilschützen umgeben sehen, knicrM Bmger- sie auf einmahl alle nieder, (die Pferde selbst nichk'"^ ausgenommen, die hierzu abgerichrct sind) und veranlassen die Feinde dadurch, sie für völlig ent¬ kräftet und abgcmattct zu halten, richten sich aber, sobald sie ihnen näher kommen, plötzlich und zum nicht geringen Schrecken derselben auf. — Dies' Erklärung einer Schildkröte glaubt' ich meinen Lesern schuldig zu seyn. § 762. Von dieser Zeit an litte Mark-Anton res tormsm sechsten sorniesri rnonstrsrenr, guoö ms- cbiiis« Asnuz cvnrr» murales pugnss icleo st^ursrurbse lpecie, vr mistilium ictus argue lsxvrum, per ciecurlus cscisnres labiles, r»/?-??- im/-»"/«?» eusneüsntp und Lis oiug I. c. Ira nec ipsos reis ex muro mist'a iubeunres Iselsrunt, er restucliüi iliiscka > r» müci«m lukri- co lalbZio innoxia sci imum Isbebaniur. — Dierestu- lin, so Oio beschreibt, war eine ssstlgists, weil die Pa-rbcr aus dem Hinfallen der Römer dachten, daß M' lodHwürcn. Uebrigens war dieBevue der Parthec ei» wenig zu grob, wenn ste glaubten, die ganze Rö¬ misch'Armee sen aufeinmabltodtnicdergefallen. Zwar cs wahr, die Parcher fochten nie sckwergewaffnet; allein Begriff von Schild und Harnisch mußten sie koch wohl um desto mehr haben, weil sie solche nicht allein bcy den Römern sahen, sondern sich auch in ih. rcr eigenen Armee der Panzerpferde bedienten. Andere >mldc Nationen, mit denen die Römer sockten, mach, ft" selbst reNucknes. Florua III. x. i; Hm cs- lor in prselisnöv milirum luerir, unllo msgls oxprmii pvkell, gnsm gurul e/srrr bsrtiM'«/ r«L -rr, super ipss lton>s>ri lcur-, sslieruiir, er incle in iu^ulos ^lschis öelcenck bsnr. Kaiser in seinen Kommentarien erwähnt dieses Umstan« ^cs auch, aber ruckt so deutlich- Zl5Z) Nach Plutarcv (0tott IZ44-) dauerte der 670 Dio Kaßius. B.XllX. Hptst. I.XXXV. den Feinden weiter nichts, wenigstens keinen Kokk Ner-beträcbtlichen Schaden; dagegen ward ihm von va Bmger-der Kälre desto heftiger zugcsetzt. Der Winker meister. schon angebrochen, und Armenien ist in seinen gcbirgigtcn Gegenden, durch wclch'ihnen allein ein ruhiger Marsch bevorstand, mir ewigem Eise"") Marsch von Praaspa bis zu den Ufern des Araxes sieben und zwanüg Tage Ein und zwanzig Tuge lang hatten sie die Parther beständig verfolgt, aber die letzten sechs waren von allen feindlichen Nachstel» langen frey. — Ich erkläre mr hieraus erstlich die Differenz des Livius und Plutqrch, von denen der erste ein-, der andere sieben und zwanzig Tage zählt. Zweycens steht man also daraus, daß Media Atta- parena nicht bis zum Araxes hinreichte; (wäre diues gewesen, so hatten die Partber gewiß ihre Nachscb»»' gen bis zum Araxes fortgesetzt) sondern daß sich das Gebiet der Könige von Armenien noch sechs Tagereise» jenseit dem Araxes erstreckte. Srrabo S-1488 macht aber dennoch mit deutlichen Worten den Araves zur Eranzez zwischen beyden Provinzen. Drittens d-nf man nur eine gut gezeichnete Charte zurHand nehmt», um dieDetours einzusehn, dicAntoniusmachen mufi-'e, der von Praaspa über die Koffaischcn Berge dasHeer zum Araxes führte. Praasoa oder Vera lag in der Linie zweytausend vierhundert Stadien, oder sechsziq deutsche Meilen von den Ufern des Araxes entfernt; so sagt Strabo auf Autorität dos, dieie» Krieg als Augenzeuge beschrieben habenden Aoelph»^ ZtZ-j) Horax n. ix. 4. nee Hi'monüs in orir — —>-— stsr blaeier iuerr ^lenses per omnez. Pater Monier beschreibt in einem Brief an Fieur» (Stäckleins Welrboch Tb. Vlili. S /8- «-) denWM- ter zu Erzerum überaus scharf. Kaum, sagt er, ' geht imJunio derFrost, imSeptember fangt er M wieder an. Pater Avril, der r685 in diesen Oege den war, erzählt einen andern Umstand von Arn» scher Kälte, den man mir vergönne, mit seine» eig» Einige Bemerkungen über Armenien. 671 Worten anzuführen. „Kaum hatten wir an die-N.^.ü'^'z „sein Tage zwcy Stunden zurückgelegt, als wirL-Gelli«-». „an das Gebürg von Armenien, auf welchem der^E. Mr- „Schnee Pikendoch auf einander lag, anstieken UM«/ „Gleichwie aber die Berge nicht dergestalt vereinigt' „seyn, daß nicht unten zwischen ihnen eine gangbare „Straaßen, welche von einem Bach durchloffen wird, „Platz hatte; also bin ich alldort über eine Brücken ge- „Ieifer, dergleichen man in der übrigen Welt, meines „Gcdünkens, lein' oder wenig antrifb Wenn die „Sonne den Schnee auflhauct, lohnet sich dieser mr „tzcrabwälzen, dergestalt dicht über einander, daß er „durch seinen Fall Leute, Vieh und Hauser cntweders „begrabt oder zerschmettert, hiernachst aber sich in den „kstimn Thalfluß stürzt, und in der Mitten die Ge« „stali eines vesten Dammes macht, von welchem das „gesperrte Wasser so lange aufschwillt, bis es endlich „durch diese Wehr einen Ausgang gleich einem Schwib. „bogen ausfrisset, und durch solchen, als wäre der, „selbe aus einem Felsen ausgestämmet, absint. Die „herum sihhaficn Inwohner überlegen gemeldeten „Schwibbogen mit Bauholz so künstuch, daß sch.oer „beladene Lastthicr' ohne Gefahr darüber marschigen. „Allein im Sommer wird der Selnice samim deni gan- „jen Gebaü zusammengeschnwl:en, und diese selr a-ne „Brücke zernichtet, bis derW>nrei ai'ermahtscin' llc. „Die Landesgenoffen sagen für gewiß, daß stch dieses „Naturwunder alle Jahr erneue" Einige Zei en vor« schreibt der Missionair: „Ich war waschnaß. die „knfr aber sehr kalt; anaelebn der Frost in dieser Ge« "Send um solche Zeit fAorilmonars Miltes starker „als sonst jemabls dem Menschen zuletzt." Und ei. Wie Zeilen weiter unren: „Wir habe-! nicht "eiliger „als acht Tage verzehrt, durch bestiat s Gebürqe ,-durchmdringen. Die Wege waren theilsO >en der- „diablcn überschnycn, baß die Pfc-de tail den schein „Tritt unrer dem Acuter. oder ihrer L-st be-ein gc, „simkeu, oder aar gefallen seynd, also :war, daß wir „alle Augenblick sie entweder heraus,ichn, oder nach „abgcnomnicncr Ladung von neuem satteln mußten; „baruni wollten wir lieber m Fuß gehn, und ne aut "saun, nachführen, als einen so peinlichen Aut iän» 672 Dio Kaßius. B.XI.IX. Hptst.I^XXXV. N.R.r. 7'»belegt. Vorzüglich fiel dieser Marsch den viclcn Kokk" beschwerlich. Die Menge derer, so ra Burger-ganz und gar starben, oder zu Krüppeln wur- meister. -cn, „ger ausstehn, obwohl wir ostmahls in einem Ta« „nur eine Meile Weges zurückgelegt haben. Uns fiel „auch sehr hart, hohe Gebürg' ohne Pfad und Fm> „stapfen zu überklettern, mit Gefahr wegen vielfach»! „Mißtriklen in den Abgrund hinab gestürzt zu werden " — Meine Leser verzeihen mir diese langen Stellen. Cie schienen mir klassisch, um sich einen anschaucndcn Begriff von den Beschwerlichkeiten des Antonianischm Marsches machen zu können. g i55) Man vergleiche Note z 144. — Die Stelle des Livianischen Epitomators, die ich dort abdruckm lassen, versteht Fabrizius unrecht. Die binseiecho- NS5, guaz Amüerar Hmonius, gehen nicht auf dichn Rückzug, sondern das sind diese, die unter dem I« tiauus zur Bewahrung der Artillerie zurückblttbc» Deo hat oben § 756 erzählt: mit Ausnahme Polt- monS wäre dies ganze Korps in die Pfanne gehauen worden. Man höre lieber Plutarcbum p yz;- 1«7-«L86't öe «^7-8. -r^ov Sk Dies stnd die zwcy kohrnen Legionen. Llorns HH. x. 10. sagt, erb-'t» von sechszehn Legionen kaum das Drittel zurück«- bracht (vix rorlirr pArce clo seclecim logionibu! reiigm) Sechszehn Leqionen machten sechs und neunzig tamcnd Man». Livius hat also seinen Verlust höher an«- rechnet, als ihn Antonius bey gehaltener Revue M gefunden, und ihn auf zwey und dreyßig taule« Mann gesetzt; oder zwölftausend Mann müßten no^ auf dem Marsch von Armenien bis Syrien geftlimo-k scnn. Und vielleicht war dies Flori Meinung- schreibt sa gleich vorher: vrricisgne coeli kubim , rio pro pstUlenrhi fmr. — Eben fasst mir ein, ob NU M'ckorcr per »/«er per L«ppactocr/r« »U v>^ setzen wäre: »wer per srckorez per L. — mehr geographische Wahrheit käme freylick) so , aber die unüberwindliche Schwierigkeit, wie Anco» nach Kappadokien kommen kann, bleibt doch- M. Antons Rückzug nach Armenien. 6-z den, war so groß, daß Mark-Anton, der überN^t.«^« jed' einzelne Nachricht dieser Artgar zu sehr gerührt^I^^- ward, untersagte, selbige ferner in den läglichcnBmzmnet- Rappoct zu setzen., Den König von Armenien?'''' so sehr er ihn, erzürnt von ihm verlassen worden zu seyn, zu züchtigen wünschte, fließ er jetzt nicht den mindesten Unwillen merken^ vielmehr^ thater ihm schön und gab gute Worte, Geld und Lebens¬ mittel zu erhalten. Und zuletzt, da die Sol¬ daten unvermögend waren, einen fernern Marsch im Winter auözuhalten, der überdcm vergebens gewesen wäre, da sich Mark-Anton vorgesetzt, so bald als möglich nach Armenien zurück zu gehn, bracht' er es beym König durch Bitten und Ver¬ sprechungen dahin, daß er ihnen Winterquartier' in seinem Lande zu nehmen erlaubte; in der Absicht nemlich, kommenden Frühling sogleich abermahls gegen die Parthcr zu Felde zu gehen. Auch er¬ hielt er Geldremcssen von Rleoparra, die er so austheilte, daß jeder Lcgionsoldat fünf und drcys- sig Drachmen, und von den übrigen auch je» der seinen Anrheil bekam.. Da das Übermächte ?r;6) plutarck s. 7--^ «,-e "u X«, -e-c »»ar, «Troco; » , 2^7) Sind vier Thaler neun Groschen , oder, wie Hr W. aus der lateinischen Version übersetzt, hundert Und vierzig Sestertien. — Aus D'vns Erzählung l°Nke man schliessen: Mark-Anton sei) ftlbstben derAr. N'" in A.menien geblieben; aber nein, nach p ^rcho S'Mq er, von nur einiaen wenigen begleitet, zur des mittelländischen Meeres herab, bis Lenke Lome, ""em phönikischen Kastell zwischen Bernkus und e_ > do», wo Kleopatra ,u ihm kam, und Geld und Um- 'ornim für das Heer mirbrachte. Uu 674 DioKaßius. B-XI.IX.Hptst.MXV. ^-E^'üGcld zu dieser Spende nicht hinrcicbte, legt er Kokk.?"erv" seinigcn zu, aber im Namen der Kleopatre, Burzermei-silbige den Soldaten desto beliebter zu machen, zu welchem Behuf er vieles Geld von seinen Freunden aufnahm, und noch mehreres von den Bundesgenossen durch Brandschatzungen beytticb. — Nachdem er dieses gekhan, gicng er ab nach Egypten. 76z. In Rom wußte man dieses alles sehr gut Nicht aus Mark-Antons eigenen Nachrichten, der vielmehr alles Unglück zu verbergen, die wi¬ drigsten Zufäll' oft so, als ob fie die glücklichsten gewesen wären, vorstellete; sondern weil das Ge¬ rücht den wahren Verlauf der Sachen gar bald dahin brachte, und weil Kaiser und die, so cemit ihm hielten, sich höchst angelegen seyn ließen, de» wahren Verlauf der Sachen nicht allein zu cf- forschen, sondern auch auezubreitcn. OesfenilÄ ward inzwischen von olle dem nichts bekannt ge¬ macht; lieber wurden Dpfer und Feyertag' anbc- in- fohlen. Denn cs schien zu einerAeit, da Kaiser selbst gegen Sextus beständig unglücklich gewesen war, weder schicklich noch dienlich, sie offene zr;8) Ws Lvaä-Sft« , w- v« X«?-": sf i^. Ist so kinderleicht,daßHr-W nicke fehlen können, wenn er ins Griechische auch nur lMs' schielte. Aber nein; keck und kühn bleibt er be» Version: O. suos erism sumxtuz sccepw» retei Dies' Übersetzung ist treu, gut und gelehrt; Konrektor aber, der sie nicht versteht, und en oa unendlich leichtere Griechische nicht herüber 0 will, nun wie übersetzt der: und wenn Beutel diesen Aufwand trug, so brachr er a dies bcy seinem Danke gegen Rl, nicht nn Rechnung, — koras.' AmyntaS. 675 anjukütldigcn. — Mark Anton machte nach sei-N.R.x./r, ncr Zurückkunft den Amyntas, obnerachlet^I^"^. er nichts mehr denn Sekretär bcym König Dejo-Bmgcrulei- tarne gewesen, zum Herrn von Galatien, zu^"' welcher Provinz er noch einenTheil von Lykaonien und Pamphylien schlug; ""°) Kappadokien ?i;s) Sicke oben Note 2655. g'6c>) Das Königreich des Amyntas war sehr aus« gebreitet. Es reichte fast vom mittelländischen bis zum schwarzen Meere, und war das Herz der großen Halb¬ insel Kleinasten. Srrabo S. i;8g. § r66- giebt uns eine ziemlich lebhafte Beschreibung davon. Er besaß, sagt er, das Plsidisch'Antiochien, und das dazu gehörige Gebiet bis Apamea Kibatus, ingleichen einen Theil von Lykaonien. Es war aber mcht alles, was er besaß, Geschenk Marr Antons, sondern Er- Werbungen seiner eigenen Vergrößerungsfucht. Ec batte den berüchtigten Räuber Äntipaccr, (.von dem Kikcro zu seiner eigenen Schande sich nicht zu sage« enrblodek: (.'um XmipiUro Oerbecs Midi non solum bospinurn, verum eriam summa tamiliaiiras iiuerceciit. xui. 7;.) umgebracht, und sich dadurch der Städte Derbe, Isaura und Laranda bemeistert- «.e wähire die erste dieser Städte zu seiner Residenz, und zerstörte die zwote. Strabo sagt, daß ihm die Römer den Besitz von ganz Isaurien zugesichert, daß er aber auch einen Theil von Lykaonien besessen, und auf der bvchcrgehenden Seite bemerkt er eine sehr vortreffliche Schafzucht, die er in Lykaonien unterhalten. Von stillen Pamphyln'chen Besitzungen wüßr' ich mir nicht zu erinnern, etwas gelesen -u haben; aber ich will bacum nicht zweifeln" weil die kleinen Länder P sidien, Lykaonien, Pamphnlien, Istnirien fast nie gehörig byn einander unterschieden wurden Der h. Ll.ukaa Macht Derbe zu einer Stadt von Lykaonien. Apostg. ^lll. 6 Ikonium setzt Strabo p 148k- «ach Ly- kaouicn; Ammianua Markellinus X'lll. 2. nach Pi- ubien; und endlich Laranva setzt Stephanus nach Lykaonien, und Diovoc von Sib'liicn nach Pi« Men. — Amyntas, der seiner Veigrößeruiigssucht 676 DioKaßLus.BUX.Hptst. I.XXXV. N^.E./rsward dem Ariarathes genommen und Ar- K^k Ncrvachelao gegeben, dessen väterliches Geschleckt M Rurgermei-jenen Archelacrn hcrstammetc, so ehcmahls sun- ster. Mithridat^ Kriege mit den Römern geführt. Die Mutter desselben war eine Buhldicnc, keine Schranken zu fetzen wußte, hatte fick vorgesetzt, aue Kilikier und Pisidier völlig auszmotten; auch-rar er Anfangch sehr glücklich, hatte viel Stadt' erobert, und den König der Homonaden umgebracht; dessen Gemahlinn aber den Tod ihres Ebekcrrn rächte, in¬ dem sie durch eine, vom Strabo unbeschriebene Liss, ihm solche Schlingen zu legen wußte, daß er sein Le¬ ben in diesem Kriege verlor. Zi6r) Siehe Reiner Reineccius blist. lulis 1° IH- x. 124. — Srrabo p. 1524 sagt: d-e Familie jenes Ariobarzanes, den die Römer im MikbridaMen Kriege zum König von Kappadokien erhoben, fty mit diesem Ariarathes im dritten Grad unterqeganaen. zi62) Bekanntermaaßen hatt'Archeauö imMitb«- datischcn Kriege Athen gegen den Eylla vertheidigt, sich aber nachher selbst und seine unter sich habende Flotte dem Sylta übergeben. Lm» bXXXll. ^icbelsus cum cl^ste roe-ia ko rr^ch-iir) t.er Sohn dieses Archelaus ward nachher Hoherpriesscr von Romana (einem kleinen theokrarischci, Staat in Pontus, und ganz nach dem Muster des jüdischen , modelt) durch die mächtige Vermittelung des Pompe- jus; verheyrathete sich mit der altern Schwester der , Kleopatra, Lercnice, die die EgYPter, nach §et' ; treibung des Ptolemaus Auletes, zu ihrer Königs ' ausgerufen hatten, und starb in einem Geftch", j ches er dem Gabinius liefern mußte, als dieser den Ptolemäus Auletes znrückführte. (Strabo p g §- Er hinterließ einen Sohn, der ihm frciM nicht in seinen Ansprüchen auf Egypten, wohl aber n „ der hohenpriesterlichen Stelle zu Komana folgte. ,, r/>. §. IZ8) Daß dieser Archclaus nun sehr wotzl b- Antonio angeschrieben stand, dürfen wir uns wru z nicht wundern, weil Antonius ein vertrauter 8""" l seines Vaters gewesen war, den er auch deshalb std Scherrkungen an Kleopatras Kinder. 677 Glaphyra genannt. Jedoch weil Mark-AntonN R.E. 71z hier nur von fremdem Gute großmüthig war, soAE-Nerv« nahmen ihm seine Mitbürger dieses lange so übclBurgermek nicht, als sein Verhalten gegen Kleopatra- Er^' hatte mir ihr zuerst Zwillingskinder, Alexander und Aleopatra, und nachher noch einen jün» gern pcolemäus, zugenamr Philadclphlrs, gezeugt, und schenkt' ihnen jctzund denjenigen Theil Arabiens, der unter der Dothmäßigkeit des Malchus stand; ferner Iruräa, prächtig in Egypten hatte begraben lassen. Plntarch k- ^« «' 7-8- x'Z' ?kpo§, /^ev 70 ^5 ^e- eo-T-or xc^ xoo'^o'«- , Lxr-Akr/s'Li,. —— und Amyntas hatten beydc das seltene Glück, sich in der Gunst Augusts zu erhalten, der ihm nicht allein den Besitz seines Königreichs bestätigte , (siehe unken § 812.) sondern auch selbiges späterhin durch Klein« armenien und einige Seeplätze an der Küste von Kili- uen vergrößerte. (§. 92z.) Alt und grau ließ ihn Li» berius Hochverraths wegen nach Rom citiren. (§. W49) Er ward zwar losgesprochcn, starb aber bald darauf für Cnkräftung und Kummer. Tacitus 42. sagt: llex /^cdsisus guingusgetimum snnum ^ppsäoci» xokiebsrur; er muß aber noch länger ge¬ herrscht haben, denn sein Tod fällt indasJahr77o; die ^langung zur königlichen Würd' aber iii'718. — ^cket ^cincccium I. c. p. 126. und Noris (^eiiora- pd>r?ifznz Oiif n. p. 225-— Don der Glaphyra hab' 'eh« wenn ich mich nicht gänzlich irre, schon gehan« ° t, auch Kaisers schmuziges Epigramm von ihr an« übsuhrt. „ Sonn' und Mond zugenamt. Eie zierten 'Mmahls den Triumphwagen Augusts. Sehet von Mm unten §. 824. » br64) Nabathäa. (Rcineccius I. c. p. Z^2.) Von , ^^'ge dieser Landschaft leset Rclandum ^65) RelanS, I. xxn 678 DioKaßius. B.XH Hpst. MXV. N.N.E.7i8über welches er selbst denLystrnias "") zumKö- KE7ervä"'Z eingesetzt, den er aber nachher unter deni Ver- Durgermej-wand, daß er es mit pakorns gehalten, um- bringen lassen; einen großen Theil von Phöni¬ kien, Palästina "") und Rrera; Ryrm'imd zi 66) Er war ein Sohn des Prolemau» Minäus, eines nach der damahligen Lage sehr mächtigen arabi¬ schen Scheikh, der die Gebirggegcndcn von Jluraa, das Feld Marsyas, und die Städte Heliopolis und Chalkis, unfern Apamea, besaß; Scrabo paoyz. §. 141. der denn, ersten Ausbruch des bürgerlichen Krieges in Judäa, dieParthey des von denParthern unterstützten Antigonus ergriff. Josephu» XIIII. ar. Er hatte einen Bruder, Namens Philip' Pion, der mit einer Schwester des Antigonus vcrhcy- rarhet war. Der Vater ließ den Sohn hinrichten und heyrathete nun die Wiltwe selbst. (k°i. L i^) Es ist also nicht anders als glaublich, daß Lysama» mir seiner ganzen Familie von ganzer Seele den Per¬ thern angehangen; doch giebt Josephu» XV. 4 i" verstehn, daß sein Tod eine Folge des Geizes der Klee- patra gewesen, die gern Erbin seines Reichs werben wollte. Z167) Josephu» l. c. meldet, es habe Kleopatra auf den Tod der dorr herum herrschenden arabischen Echeikhs und des Herodes! gedrungen. Antomn - der nicht darein willigen wollen, habe sich gezwungen gelehn, ihr wenigstens einen Theil des Ganzen z» gr¬ den, und so habe sie ganz Phönikien, (er sagt- Küste von Egypten bis zum Eleutherus; und» dies ist es, was die Griechen Phönike nennen. «7.^ do S. 2zo6 Note ivo.) mit Ausnahme der vw Tyrus und Sidon, erhalten. Was HerodeS eige sich verloren, kann ich nicht bestimmt sagen, »no, ich nur einen schlechten, mit keinem Register veru nen Josevhum zur Hand habe, so fehlt es nu Feit, das ganze fünfzehnte Buch, in der Heu' doch nichts zu finden, durchzulesen. Nur das ich, seine schönen Dalsamplankagen be» Jerlmo rc er, war aber so galant, sie noch im nemMU-a i 1 k s r li v s e> ? n in IN Ni fa b- A Friede zwischen M. Anton und Medien. 679 Rypern gher ganz. §- 764. Im folgenden Jahre, da Rormfikllls burgermeisterten, einem Krieg gegen den König von Armenien, inKorniWu« welchem er seine größeste Hoffnung auf den nig des Atropatcnischcn Mebiens setzte. Dieser, der sich am König der Parrhcr und am Arravas- des zugleich rächen wollte; am erstcrn, Weiler von ihm keinen so großen Antheil der Beute, denn er gehofft, und auch kein' andernEhrcnbezeugun- Pompe/us UNbN N S 7i» nüttt- -I sich »L gungen erhalten, und am andern, weil ihm solcher die Römer über den Hals geschickt; schickte dcn polemsn als Gesandten an ihn, der um ein Frcundschaftsbündniß bitten sollte. Eine Gesandtschaft, die Antonio so angenehm war, daß er nicht allein damahls alsofort Frieden mit von der Kleopatra in Pacht zu nehmen; ferner, daß w, um sich nur beliebt zu machen, Antonio unge¬ schmälert vor wie nach seine ganze Steuer bezahlte, und nichts auf Rechnung der Kleopatra abschreiben ließ. .?i68) Dies war nicht mehr wie billig. Bende Pro» v'nzen gehörten seit undenklichen Zeiten zum Egypti» lchen Königreich, und waren von den Römern auf "ne seelenempörende Weise, die im vorhergehenden Word e we'tlauftig erzählt worden, hinweggenommen ^69) plutarck p. 9Z9- unten: a- ', Lrwv ^Xovo/L» ös X«, q>o^sv L-pMe-s-kwc „ ?l/O) Mqn beliebe sich aus dem Porigen zu erin, ' "n, daß xo beym Uebcrfall des Starianus in dickne« mngcnschaft aerakhen war. §. 756. Bcftcyt aus ihr Anton? Friedensunterhandlungen mit Aark» 68o DioKaßius B.Xi^ix. Hptst.I.xxxvl. N.R E.7lydcn Medern schloß, sondern auch dem Polemon wä »Ex'nachher, zur Belohnung seiner Gesandtschaft, ein Kcrnifik us Geschenk mit Klein, Armenien machte. — Den N^'"'°"König von Armenien beschied er zuerst, mim dem Anschein der Freundschaft, nach Egypten, in der That aber ihn so ohne Müh' in seine Ge¬ walt zu bekommen und hinrichten zu lassen. Da dieser aber, der vermuthcte, worauf die Bot¬ schaft angesehn war, ihr keine Folge leistete, schlug er, ihn zu überlisten, einen andern Weg ein; öf¬ fentlich mit ihm anzubinden, um ihn nicht zum Kriege zu reizen, trauet' er nicht. Er brach al¬ so, um ihn unvorbereitet zu überraschen, von Egypten unter dem Vorwand auf, neuerdings gegen die Parrhcr zu Felde zu ziehn, kehret' aber sogleich wieder um und gieng nach Egypten zurück, als er unterwegens erfuhr, Oktavia sey, ihn zu besuchen, von Rom abgereifet. Ohnerachttt er selbiger, alsobald nach Hause zurückzukehren, Befehl zugeschickt, erhielt er demohnerachtet die Geschenke, so ste für ihn mitgebracht, und die Soldaten, so ste sich zu diesem Behuf von ihrem Bruder erbeten. - Dies alles könnt'ihn zi7i) Hiermit vergleiche man die weitlckuftiM Stelle plurarcbs p. 940. — Kaiser, sagt er, hab ihr zum Possen die Erlaubniß zum Antonio zu mfta gegeben, um, wenn seine Schwester beschimpft zurück- kommen würde, den Antonius in den Augen der mer nur desto verhaßter zumachen. Bc» ihrerAnkum in Athen erhielt sie Briefe, worinnen ihr der Genm seinen Marsch nach Parthien meldete, und sieb/ > nickt sehn zu können, entschuldigte. Die GesaM' so sie mitgebracht hatte, bestanden in einer MchS Soldatenkleider, Lastvieh, Geld, Geschenke stine vornehmsten O'ficieren, und endlich zweytaust Mann auserlesener und mit der prächtigsten geschmückter Soldaten. Eie schickte darauf.eincn l ' Pannonischer Krieg. 68 r dennoch nicht abhalten , der Liebe der KleopatraN.R E.71, und ihren Zaubereyen mehr denn irgend jemahlsA und^' vorher unterthäm'g zu seyn. Kornmkiu«' Burzermeik ster- Sechs und achtzigstes Hauprstück. Kaiser überwindet die Pannonier- §765. Nachdem Sextus überwunden worden, er¬ forderten die Angelegenheiten in Afrika Raisers Gegenwart. Wirklich kam er nach Sikilien, in der Absicht, von diefemEyland aus dorthinüber- jusetzen. Als er aber hier, um auf günstigen ner Freunde, den Niger, zu ihm, und ließ anfragcn: wohin sie ihm diese Sachen nachschicken solle? Zk/2) Von den Künsten, welche die Kleopatra an- wendete, den Antonius treu zu erhalten, ist wohl fol¬ gendes die mehrest klassische Stelle: 4 k^oxsvxai vx» 'oxv«/Z/«s oft»» «svx, x«, q>°D>i- ftx vx 5x05» Vst ^5/x»ovxv<, x«» v^ äv,«^kl ^e°;xT-xSL/,k>x VS x«v' x^o'X" s/,/^k,v X«, 3c?xvrski>/ '^VVL- ^-kvevsx, xsx x^s-vx-x -rs-.T-Lws- v» > «ilvx xxsLkx-sikivs V» X«, VS sw/r« -.5XVLI; x«3>,x„ SILIT-«,;, T^s Zc vf->s,s>vs; kxvtv->x7^K.e,, «»kex°^kvx Sk VSXS^kdS, X«, VLX/IVS^k,SV SVk-LIV5VS. ft«v-v«^k^ Zk -rs-^-1«x,r s'-3x»«< ZLXfsxs«, v»^s v«x Sa- x?s«s L4>xekt X«, «rrrxj'vx'vtt, «r Zx ^X^o^»x kxk<- -»xavvxvs Z» varv«, ^,-^o»vor vx «»Zxs? ex Lsxixc ä.Lst«,,,,, T-o, sk Le x°/«xk« « xix, ^-sv« ix«„°» rx- pk»s». 'oxvLjSiL-, k»ix« SI« VS, «Zk^- -vxk^3k»v»»x XL. V8VS/XL VttVS ^xx ac^sit,0^,VXV ts vxvx ^x plutarck k- 940. c. und ch 68r DioKaßius. B. XI.IX. Hptst.l-XXXVi. ?.E.7e-Wind zu warten, eine Zeitlang liegen bleiben jus und L.mußte, könnt' er nachher gar nicht dorthin ab- L^kmsgchn. - Die Salasscr,'Tarvriskcr, srer. ) Eibttunier ^'^) und Japyden ''"), waren S 41-. ZI?;) Suetoil 47. k. blon eli, Vk oxinor, ?IO- vincis, exceprs clunrsxsr ^srics er 8aräima, gusmnvn «ciierir. In bss, sugsro 8exro pompeio, risücere «x Licilis sppsrsnrem, conrinuse er immoclicse rewxeüs» les inkibuerunr. Z l74) Von den Salassern liefert Strabo S. syr- Z. 9. sehr schätzbare Nachrichten. Ihr Gebiet, sagt er, ist wcitläuftig, und sic wohnen in einem Thale, das von himmelhohen Bergen umschlossen wird» und welches alle diejenigen passren müssen, so von Italic» siber die Alpen zu reisen gedenken. sOas sogenannte Siche Rluver Irsl. anrigus I. XIII. l.^ Solange sie noch frey waren, hatten sie deshalb Zoll¬ stadt' angelegt. Der Durius s/a Oorra La/res; fließt neben ^Ao/?a vorbcy, und fallt neben demFleckenRi-- varorra in den Po^j bewässert ihr Land, und da sie viel Goldwäschereyen in ihrem Lande besitzen, habe» sie zum Behuf derselben den Durchs in eine Menge kleiner Kanäle zerschnitten, ihn aber auch dadurch ih' ren Ackerbau treibenden Nachbarn unbrauchbar ge¬ macht, und dadurch zu häufigen Kriegen Gelegenheit gegeben. Als sich die Römer dieser Gegend bemäch¬ tigten, verloren die Salasser mit ihrer Thalwohn»»- auch ihre Goldgruben. Sie retirirten sich aber aufd>e Gebirge, und blieben Herren über den Fluß, den m den Thalbewohnern nach Belieben sperren konntet Dadurch zwangen sie zwar die Pächter, ihnen Wasser abzukaufen, allein dieses gab zu ähnlichen M- gen Gelegenheit, als jene gewesen waren, die sie w' niahlS mit ihren Ackerbau treibenden Nachbarn hau führen müssen. — Kato hielt mit Recht, wie ich ' gleich sagen werde, sie und die Lepontier für 2-aw- riskcr. /'t-».ll xx. a'7>) Dieser Nam' ist ein Appellativum, der m« anders bedeuten will als Bergbewohner- Der -i nieeichaurn für hoher Berg (Alpe) fangt . Ealzburgischen an, und geht fort durch KarntY Pannonischer Krieg. 68 z Kram und Steyermark; (Fuhrmann österreich. Ge N.R.T.71» schichte x. io. Doch hat schon Rluvcr Vinü«!. c->p.S- Pompe- II. lange vor ihm diese Bemerkung gemacht) finde- sich aber nicht in diesen Gegenden allein, sondern istBmgmneb in der ganzen weiten Weir ausgedehnt. Man denke,»«, sich nur z. E> die Halbinsi'l der Lauren, den Berg Taurus, (d. i. Bergberg, «o»re 6r7>ello Lrc. za selbst in unfern Sprachen die Wörter Thurm. Doch ich darf mich hier in kein' Etymolo¬ gie einlassen; nur das darf ick bemerken, wenn der Name Tarvrisker so sehr appellativ ist, so würd' es wohl vergebene Mühe seyn, den Ursprung dieser Berg- bcwohner aufzuspüren. Richtig; die Bewohner der Gebirge von rerrLÜi kueZo sind es eben so gut als jene, die das Sewegebirge bewohnen. Was das für Völker gewesen, von denen Dio hier spricht und zu welcher Völkerklasse sie gehört, das laßt sich wohl untersu- chm: aber die Untersuchung würde zu weitlauftig Werden, als daß sie sich hieher schicken sollte. Zi?6) Nach Plimo III. 14. wohneten Liburnev und Sikuler ehemahls in der Mitte von Italien, in der Provinz Umbrien, wo sich ihr Andenken noch bis auf den heutigen Tag im Namen Livorno erhal, kn hat, welcher Hafen beym Rikers Lalu-o sack H. vi.) in Anronins Reisebuch act und beym sosimus V. xx. heißt. Von den Machtjgern Umbriern vertrieben, suchten sie sich einen neuen Wohnsitz am 60U0 ck kiums aufder illyrischen Küste. — Von diesem Volke hat eine sehr bekannt' Art Schiffe bey den Römern ldcn Namen bekommen, ^org; I. XXXVIII. von der Kleopatra: 8»suiz blLVMIS Liliesc inuiäsn», . krwsrs äeüuci supsicko ^Vou kumilis mulier rriumpbo. «Nd Kpoch I. Ibis USVMI8 inrer »Ir» nsuium, Tomics, pi oxuZnscala. ^osimus l.c. leitet ihren Namen von der Stadt Livor» US ab : L,ßkj>va «»o e, , x«s' q» ktz SM- 7-0 '^°c Andere vom illyrischen Volke der Li. burnicr; und die Anzahl dieser letztem ist freylichweiz 684 Dio Kaßius. B. Xl,IX. Hptst. I.XXXV!. N.R.E.7ryqrößer; bcyde Sagen lassen sich aber, wie man sogleich sicht, sebr leicht vereinigen. KcrnWius Die vsri-m; leccio beym Roberto Durgermei Stephans verdient in einer Übersetzung gar nicht sier. bemerkt zu werden; wohl aber, daß sie bei) Straboni und Appiano nie so, sondern immer heißen, welches denn freylich rein Griechisch lautet. Strabo, welcher p 94s. § 4. ff. einige sehr gute Nachrichten von diesem Volke liefert, setzt sie erstlich unter den Berg Minus an der Seeküste; zrvcylens laßt er auf ihre Küste die derLiburnier folgen; und drittens er¬ zählt er von ihnen, sie bedienten sich gallischer Rü¬ stung, zerfetzten aber ihren Leib nach Sitte derJllyriec und Thraker, mit Pfriemen. (Letzterer Umstand, dies in Parenthesi zu sagen, karakterisirt sie als ein, seiner Abstammung nach illyrisches, aber von den Galliern ausgcbilde cs Volk). Plin. III. l8- in seiner Beschrei¬ bung von Venetien, macht uns folgende ganz unver¬ kennbare Beschreibung vom Lande derJapodier: c»r- norum re^io i'uiicrs lap^äum; smnir 7r»»a««r, sd I- Timavo noch jetzund; seine Quellen sind im Schloß Lybein. Oryktographie von Krain Th. l- S-62 ) csllellllm, nobile vino, /'«ci»«»» sprofeocho, dessen Wein noch heut zu Tage einer der in Krain ain geschätztesten, aber weiß ist, und Plinius XVII. n. sagt: kucins viris vmnium nigerrima, leset Valvasor Th- I. B- V. S. 244.) I'ergellinuz stnus; coloau leideste s Triefte) XXIII. ^1. ?. ab ^guileis. WN wissen also, wo wir zu Hause sind, in Krain -7 Schönleben Sarniol. snt. er noua p. 26. b. haltdnst Japyden für die allerersten Einwohner Krams, rind für unmittelbare Nachkommen Japhers, den er M völlig einerlei) mit dem mythologischen Japems M Nun ist es ihm leicht, von Japetus Japeriden, pediden, Iapydiden, Iapyiden, Japsdcn u" Japooen zu machen Ich enthalte mich hierüber b' dcs Urtheils; doch aber kann ich nicht unbemertt m sen, daß Schönleben Data zur japydischen Gesch'cv mit sehr großem Fleiße gesammelt. Ich will b>er ° Hauptstellen seines Buchs, so von den Japyden V» dein, kurz anführen: p. 15. s. t6. b.c. 17. ? 9Z b- los. c. ror. a. c. 102. b. Hz-c. llv Pannonischer Krieg. 685 zwar auch vorher den Römern niemahls vössigN.R T.71, gehorsam gewesen, hatten sich den ihnen aufge-S legten Tribut zu bezahlen geweigert, waren auchKornifistu«' wohl dann und wann in die ihnen benachbarte^^^rmei» Provinzen des Reichs eingefallen und hatten sel¬ big'ausgcplündert: damahls aber rebcllirten 118 c. 122. s, irz b. 124. d. b. igg. s. r,y. d. 152. b. und noch bemerken, daß das, was Val¬ vasor in seiner Ehre des Herzogrhums Rrain anti¬ quarisches von den Japyden hat, blos aus Schön- leben entlehnt ist. Dalvasorwarcin, zu seinen Zeiten, wundergelehrtcr Mann, im mathematischen, natur- hnkorischen und artistischen Fache; aber in der eiqent- lichen Gelehrsamkeit, im philoloaischen, war er so groß nicbt, und gezwungen, größrentheilsmikSchön- lcdens Augen zu sehn. — Die Albischcn Alpen sind Mund jene Bergkette, so sich von der idrianischcn Qucckfllberarube über das, dem FürstAuersberg zugehö¬ rige Gottsevee, nach Kroatien bis tief in Bosnien hinein erst, eckt; den unfruchtbaren Ausgang dieser Gebirg^kctt' in Kram, gegen das Meer zu, nennen >wr jetzund Poik und Rarst. — Kurz, ich bin bey diesem Kriege gegenwärtig; der Schauplatz ist in eben der Provin;, in der ich schreibe. Nicht im sande dec verlachen, wohin sie Herr Professor Beck setzt. Ferguson III. 11. 225 * 8'78) Tharsachen dazu liefert uns von den Salas- scrn ärraLo I c. Dckimns Brutus, der sich nach verlorner Schlacht bey Mutina durch ihr Land reti- ritte, mußt'einen Drachmen, für jeden Soldaten, Lransitozoll zahlen; Iulms Raisern haben sie anae- griffen, seiner srrieaskasse beraubt u s-w. — Milden -^pyden kriegeten die Römer das erstemahl n R. E. 621. On«, contra lapucias, primo tem mal« ^elsir, inox vicwris claöem accepram ornen- ^suir, vilkure Bec/mr/»»rr 6» r/rr, eiuz, gui I.uiikani^m 'ubexei-zr. L/»» I.V1III. sine (vql. Schönleben s->oo ) Ausführliche Geschichte dürste hier nicht nö- 'H'S seyn. 686 DioKaßürs. B. Xl^kx.Hptst.^xxxvi. N.RE7-)sie gar förmlich. "") Dies- Rebellion zwang ms und'^Kaiscrn, aus Sikilien zurück zu gehn. Jndcm Ksrnifikius er mit den Zurüstungen gegen sie beschäftigt war, Ar.^e'"ib' fiengen einige der vorhin verabschiedeten an, Auf¬ ruhr zu erregen, und wollten, weil sie die ihm versprochenen Belohnungen noch nicht bekommen, abcrmahls Dienste nehmen. "'°) Kaiser nahm sie auch wirklich an, und formircr' ein besonderes Bataillon aus ihnen, um so, wenn sie allein und ?i?9) Siehe Lienhart Geschichte von Krain Th.l. x. 221. der aber doch nicht den ganzen Geist desKm- ges gefaßt zu haben scheint; denn erstellt sich vor, als ob in diesen Gegenden seit Kaisers Tod ummkerbm, chencr Krieg gewesen wäre; welches doch mehr denn einer Ursache wegen höchst unwahrscheinlich ist; ebn« erachtet nicht zu leugnen steht, daß Illyrier an Ju¬ lius Laisern, da er sich zum Parthiscben Krieg rüste¬ te, eine Gesandtschaft schickten, Geissel und Stemm versprachen. Kaiser schickte den Atinius mir drei) ke- gionen und vieler Neutcrey zu ihnen, das Versprochen in Empfang zu nehmen, welches denn doch die W- vier, nach erhaltener Nachricht von Julius Kaib'm Tode, nicht thaten, sondern den Atinius angristn, schlugen und ihn zwangen, sich nach Epidamnuszn rctirircn. Appian 9.499. DieJapodenhaNM Triest, welches damabls eine römische Kolonie war, überfallen und ausgcplündert, auch einen, wienE vergebenen Versuch auf Aguileia gemacht. (App^"' 7/lAr. 9. ;oO.) welches das Signal zur Rebellion M Zl 80) LpltomeLivü LXXX1. eselar ss-li-wnem veter-morum cum m^Aiis 9srnicio momm — llkbrigens hab'ich hier Wort'überseht, fhnc ^ HU ; ^s»f-sev «uA/S was heißt das? Die Worte sind deutlich, »nd^l unmöglich, sie anders zu übersetzen, als so wie im, than habe, und wie auch Herr Wagner. Mern'. was soll ich Key diesen Worten de ssen? Was r Kaiser wohl angelegentlicher wünschen, als ? zu haben, die ohne Löhnung dienen wollten, wie r te dies Gelegenheit zu einer Rebellion geben? Kaisers Krieg gegen die Iapyden. 687 bey einander wären, die andern nicht auch auf N.R.E.7l, rührisch zu machen, und damit es sich, wenn sic^ irgend etwas neues zu unternehmen im SinncKornMius haben sollten, alsofort zeigen möchte. Weil sic^^'M'"' sich aber auch so noch nicht beruhigen ließen, sendet er einige wenige der Aeltcsten als Kolonisten nach Gallien, und hoffte dadurch auch den andern guteHoffnung cinzuflößen und sie ruhig zu machen. Als sie hierauf immer noch fort pochten, befahl er, einige derselben hinzurichten; berief die übri¬ gen, so dadurch nur um desto erbitterter wurden, unter einem andern Vorwand zusammen, um¬ gab sie mit der Armee, befahl ihnen, die Waffen abzugeben, und verabschiedete sie. Da sie auf solche Weis' einen deutlichen Beweis ihrer eigenen Schwäch' und der Starke Kaisers erhielten, giengen sie in sich und baten flehentlich, wieder auf-und angenommen zu werden. Kaiser, der Soldaten bedurft', und sich furchte, daß sie Mark linton für sich anwerben möchte, versprach ihnen zu verzeihen,und bcdicnctc sich ihrer nachher in allen Angelegenheiten aufdie vorthcilhafteste Weise von der Welt. — Jedoch dies geschähe später. K. 766. Damahls zog er selbst gegen die Iapyden tu Felde, und ließ die übrigen rebellischen Völker alle durch seine Generals bekriegen. Die, so aus, serhaib der Gebürgc längs dcrMcerküste hin woh, Ncteii, wurden ohne sonderliche Müh' unter seine ^othmäßigkeit gebracht; derer, so auf den Berg- spitzen und der andern Seite derselben wohneten, konnr' er sich nicht andere denn mit vieler Mühe . Zrgr) Er wies ihnen besondere Gczelt' a»; L; 688 DioÄaßius.B.X^lX. Hptst.l,xxxvi Belagerung von Metulum, jus und r/ ) größcsten Stadt, wurden sehr viele EE-us Anfälle Burgermer- ' ster. zl82) Scrabo erwähnt Metulum zwevmahl: x. 599 und 940. beydesmahl aber ohn' irgend ein' andere Bestimmung, als die hinzuzusetzen, daß es eine Japo. dische Stadt sey. Appian. x. 502. ist der einzige, der uns etwas mehr von ihrer Lage sagt. Cr nennt sie die Hauptstadt der Japoden, die auf einem wal- digten Berg, zwischen zween Hügeln, in einem mäßig großen Thale gelegen — Ich habe schon sonsie» be¬ merkt, daß ich keinen Griechischen Appian besitze, wenn aber die lateinisch' Uebersetzung RanSioi richtig ist, st scheint zu folgen, daß Metulum auf einer Vergebene lag, mitten zwischen zwo sich auf dieser Bergebeneer¬ hebenden Hügeln gebaut war. — Man hat unter den Arainerischen Gelehrten sebr viel und heftig über die Lage von Metulum gestritten. Der älteste, der die alte Erdbeschreibung Krains untersucht, Lasius äe XII. V. 8- suchte die Stadt da, wo jetzund auf der Straße von hier nach Eilly der soge¬ nannte Trojanerbcrg steht; und wirklich, wenn nicht andere geographische"Schwierigkeiten cinträten, die Lage schickte sich vortreflich, ohnerachret Kienhart Geschichte von Krain Th. I- S- i?4- 0. das Gegen- theil behauptet. — Rluver Iral. smigu», der diese Gegend nie selbst gesehn hatte, setzt sie dahin, wojekt , Mältling da steht, wo Krain mit Kroatien granit; > astein Moltling liegt leider in einer Ebene, und scb>M 1 sich also gar nicht. Am besten ist es also wohl, st lange, bis nicht ein kritisch-geographischer AugenM uns des Gegentheils überführt, der Meinung rei Schänleben sppnrruus Lsrniol snriguae c. lil p t ss- e »- (der auch Erasmus Zrannsci gegen Valnastt" beytritt, s. Ehre des Hcrzogthums Rrain Tb S- 96 ) zu bleiben, und Metulum da zu sueben, , 8 jetzund das Dorf Merule zwischen Laas und v öl'. - 1. steht; — Zweifel, vielleicht ganz unauflösliche Zwe i- . lassen sich auch gegen sie aufwerfen. Aber etwas , siimmtes hab' ich doch niobt, und wer erwartet in l merkungen zum Dio Diskussionen über die alte or graphft von Krain? Pannonifcher Krieg. 689 Anfälle der Romer zurückgeschlagen, viel Ma-yr.R-E.7iK schincn derselben verbrannt, und Kaiser selbst,A der aus einem hölzernen Thurm die Mauer zu er KvrnWms' steigen wagte, verwundet. Zuletzt, baA"gmi!ci- Zt8Z) Bestehe Vegetmm ml. 17. ös turribussm- > , welches von dieser Materie die klastischste Ereil' ist, und unter den neuern Lipsium ^o/io^e. 1l. 4- ^>84) SuctSn, XX. Vslmstieo erism vulners ex» eepii, vn» acie öexrrum Aenu lspiöe ierus sdies war in der Belagerung der Stadt Xerv-»a; vgl. Appia»^ »ireis er crus ec vrrumgue brackium ruin» pontia con- lauciarus. Flor. Illl. xtt. 7. Ili^rii guoque sub »Ipidus »Aunl, im.isgue valles earum srlguaeclam gusst cisulli» culiocliunt, abruptis rvrrenribus impliciri. In boü expeciirionem ipke samlit, steiigue ponles imper». ^ir. llic se er Äguis er Iroüs cuibanrikuz, cuncrsnt! Sri »ölcenstim miliri seurum äs manu ispuic; er in via Primus, lruio Simins seguuro^ guum lllyrieus multi- luriine ponrem tucciäiilet, laucius manibus er cruribus, hecioüor lsnAuine, er iplo perieulo LuZustior, terZs nottium perceciclik. Flortts spricht, wie man sieht, von Fiußbrückcn, von denen doch hier die Rede gar nicht ist, sondern von jenen der in der vorigen Note gedachten hölzernen Thürme, welche vegerius am an. Mührten Orte so beschreibt! Oirc» meriism x-rrem accipir turriz ponrem, kscrum cle ckiabus rrabibus, fe- pwmgue 6e vimine, quem ciro xrolarum inrer rurrim 'uurumque contticuunr, et per euw ingreLenkes els Nrachinz bell^rorös in ciuirarem rranseanr er occupant Daß dieses der wahre Sinn sey, sicht man NUS der Weillauftigern Erzählung desApprans: Vlw Eü ponribus, öeinSs slio polt slium corruenre, guum ^"'us in ruinsm lsberetur, timvr omni ex parre ko- Nranos vccupst, nsc vllus gusrtum pontew aurlebar >n- ^ch- Lzessr ieiwr e turri eos increpare pergik. ' Mr befand sich in dem obersten, über der Fall, sticke befindlichen Lheil des ThurmcS. vegenua: Eew rovrarr er I co//ora»r«,- a«r rk/cs/örer rrl-ir, co»rnehr, ihm neue Verstärkungen zuzusindcii, Kornisikius Befehl gegeben, stellten sie sich, als wollten sie Bu.rgerme, sich Hm ergeben — nahmen wirklich Römische Garnisan in ihrKastell,welche sie jedoch sogleich,» der darauf folgenden Nacht erschlugen, ihre eigene» Häuser darauf anzündeeen, und entweder sich selbst, oder aber ihre Weiber und Kinder um- brachtcn, so daß von ihnen Kaiser auch nicht das allermindeste zur Beut' erhielt; sinkemahl die we¬ nigen sogar, die man lebend gefangen, sich bald darauf umbrachten. ^uiäem in bellum concirsre postet, ipse, clvpeo fumpro, per ponrem curku ferekstur. ^äcurrun, er cum eo ex clucibus, er //re»-», ex corporin cvstoäibus ko/sr. ktubore i--icur ciucri milirK! conleirim »ä eum siluolsnt. ()us ex csul» proeL^»^ tu8 Wons »cl inferior» llsrim lobirur. Oeüir crus »^ Zusammenhang, und,, wie ich denke, besser- — Einwohner von Merulum versprachen bieder und Ilch, ohne die mindeste reserusrionsm menrslew' fünfhundert Geissel, so Kaiser forderte, und > Besatzung in ihr Kastell zu nehmen. Zu überliessen ste den Römern den höchsten lener Hüqel, auf denen ihre Stadt gebauet war, selbst besetzten den niedrigsten. Nun kamen Kommissarien, die von ihnen Auslieferung'M . dinqs aller Waffen, in deren Besitz sie sich dsl verlannten. Auf diese Borhschaft brachten lier ihre Weiber und Kinder in den Ort, der j - Ratbsversammlungen bestimmt war, ließen nun der Römischen Garnison, die sw Zcrstöhrung von Metukim. 691 men hatten, wissen: Sie wären entschlossen, falls mann.R.E. 71, sie unedel behandeln wurde, die Sradt anzuftecken.G Pr-mve- und als Verzweifelte mit dem Degen in der Faust zuA L- fallen- Nun steckten, nicht die Merulier, sondern dieP„"'^Us, Römische Garnison dasRarb.haus in Brand; so wardstep/ Merulum verwüstet. Vie Streitbaren fielen durchs Echwerdt; Weiber, Kinder und Greise verzehrte die Flamme. Schönleben, Valvasor und Linhart, von denen immer einer dem andern nachschrcibc, und von denen keiner die griechische Ausgabe besaß, oder, wenn er sie besessen, hakte brauchen können, lassen die Merulier ihre Weiber und Kinder selbst verbrennen, welches ich ans der Uebersenung des Kandidus auf keine Weise herausbringen kann. wie der ganze Zusammenhang lehrt, ist die eingenommene Rö¬ mische Garnison nicht aber eine diesen Weibern von den Meruiiern selbst zuqegebene Wacht. — Noch er¬ laube man mir eines sehr seltsamen, bey dieser Belage¬ rung eintreccnden Umstandes zu erwähnen- Avpur-- nus p. -zo2. sagt von den Mctuliern: luuemus »ä N'ium milllum numerum srmis sv.iwisgue pruepollent, llomsnoz, circa moenia puZnanres, fscils ab illis rs- pellebsr. hi ärgerem erigeuten a däeruliis kinc in- öe cliseurrenril'us äis uocrugus vexadanrur, ec s murlr rngchlnurum ops, grurs in Hollo accepersnr, lon^iu» öistgre coAsbonmr. dlsm ca IlgVN I.0X6L /tU LO l.O(i'O c/E ^»ro»/o er V-ie- /arc rv/g /,aL»rr, Schöns leben kam diese Stalle so wichtig vor, daß er gar nicht jugeben wollte, Dekimns Brurus sey je in Modena belagert worden. (Man sehe seine Gründe a»r^»a p. II. p. Ilg.. und die Widerlegung derselben im Valvasor N. IIH. ?. 54—62 ) dies möchte nun wohl unscrm Krainer schwerlich eingeräumt werden; ?bcr, wenn Metnlum in Krain lag, so ist cs doch immer seltsam genug, wie Appianus behaupten kön- ncn, Modena läg nicht weit von Kram! Auch bey seiner Note 2418- sehr ausführlich erläuterten flucht 'st er nie in die Nachbarschaft von Krain gekommene und denn Pflegt man Defensivmaschincn, eine Vcstung Segen feindlich'Angriffe vertheidigen zu können, nicht "uf der Flucht mit fich herum zu schleppen, sondern es 6Z2 Dio Kaßius. B. XHX. Hptst. I^XXXVl. 767. G^vonwe- Als auf solche Weise dies' untergegangen, jus und rMd die übrige» alle, ohne sonst irgend etwas Merkwürdiges zu verrichten, unterjocht worden BürgetEen, führte Kaiser sein Kriegsheer gegen die S. 4-z. pannonier; nicht baß er ihnen, von denen er me beleidigt worden war, auch nur den winde» sten Vorwurf hätte machen können, sondern um seine Soldaten theils in beständiger Uebung zu er¬ halten , theils auch sie auf fremd' Unkosten zu er¬ nähren; denn gegen Schwächere, als er selbst, hielt er sich alle das für erlaubt, was ihm, die Waffen in der Hand habend, gefiel. — Die pünnsniev gränzcn mit Dalmatien, und woh¬ nen, längs der Donau hin, von Norikum bis zum Europäischen Mysien, „nd werden eben mässen sie die Metulier selbst von Modena ab^eholt haben Wie, wenn alle Geographen hier geirrt hatten? wie, wenn Metulum gar nicht inKrain, sondern viel südlicher und dem Piemont naher gelegen hatte! Aber d in scheint wieder die ganze vom Strabo angegebene geographische Lage, und ihr Zug gegen Aquilcja und Trieste zu widersprechen. Kurz, hier sind undurch' dringliche Schwierigkeiten. Hab' ich cinmahl die Geo¬ graphie Krains selbst kritisch untebsucht, so werd' «w vielleicht daS Resultat dieser Untersuchungen mittlM len, jctzund begnüg' ich mich, andere Meinungen un» Stimmen zu erzählen. zi86) Und dennoch sagtSueron. 21. — Sutton, der so oft für einen MajestätSschander passirenniuW, und von dessen angeblichen Lästerungen der chemay-' ge Professor der Beredsamkeit zu Premen, sehr voluminöse Dissertation geschrieben: dieser ehre ' schänderische Sueion sagt: bleo vili gsnri line li¬ so nocestiuiis o»ull8 bsltum iniulir. zi87) Das Europäische Mysien, bekannter unttt dem Namen Mästen, liegt, von hier aus zu rechn / Beschreibung von Mysien. 69 z so sehr für die armseligsten, als für die tapfersteE.RM.71, aller Menschen gehalten. Weder Luft noch Erd'A KornifikiuS jenseit der Donau, und begreift das heutige Servien?"^"wb und Bulgarien- In Asten ist auch ein rNysien. Bey-^"' de Provinzen werden nicht allein in zwey verschiedene Theile, dieses in msiorem und minorem, jenes in su- xenm-sm und infsriorsm eingetheilt, sondern es ist auch fast gewiß, daß eine dieser Provinzen von verän¬ dern aus bevvikm worden ist, wiewohl es hier Zeit und Umstande nicht zulassen, mich in weitläuftige geo, graphisch' Untersuchungen einzulassen. Wcnn man sich auf eine sehr wichtige Nachricht des Strabo x. S'g. §. 9. verlassen konnte/ so wären die Europäischen Nyster ohne den mindesten Zweifel Abkömmlinge der asiatischen. Man erlaube mir seine Worte hcrzufez- M: „In unscrn Zeiten hat Aelius Larus, aus den »jenseit des Jster gelegenen Gegenden - funfzigkausend „Gelen, welches Volk sich einerlei) Sprache mit den „Thrakern bedienet, nach Thrakien hinüber versetzt; „dieses Volk wohnet nun noch da, und führet den „Namen der Mysicr, es sey nun, daß sie selbigen bey „ihrem Aufenthalt in Asien bekommen, oder daß ihn, „welches wahrscheinlicher und dem Zeugnisse des Ho« „merus angemessener ist, die Thrakier von uralten Seiten her geführt haben." Und dem zu folge scheint auch der Name der Mösier in Europa nicht aller a!S Augusts Zeitalter gewesen zu seyn. Plimun, welcher u. xxvi. die Lage der Provinz Mosten beschreibt, laßt ue von folgenden Völkern bewohnt werden: Osrcism, k-elezeri, Nrlhalli, Irimacki, Morst, sodaß Adelin doch wohl scheint, das Volk war' älter in Diesen Gegenden als August. Es mögen sich schon ml langer Zeit hier Kolonisten aus Asien niedergclaf. HU, und nach und nach so ausgebreuet haben/ daß w der Folge die ganze Provinz von ihnen benennt siwrden. — Noch will ich bemerken, daß Iocuanves 5so. die Glanzen Pannoniens fast mit den nemlichen Sorten bestimmt, wie wir solche hiep finden: ^cei, p»n»ouism, czuss in lonA» porrecra plnniris '»bel orjemo tl^oestüm superiocem, 8 merlüie ocossa?. 946. Z n. trift man Weinstöcke sowohl auf erhabenen a!S stachen Gegen¬ den ausserordentlich selten an. Fand man ihn lcitt^ so war er doch da; aber frenlich, man begnügte sich höchstens die Trauben zu essen, und der Wcin, den sie gaben, war eben so wenig trinkbar, als derEr-in- bergisch'in Schlesien- — Fabri;ens Note: tniran ftebemus, tu»c remporis pestimum vilum e!ie vinum, gusel mulris lrostio oft in cieliciis, eri gui ^picio cornmouösnmr cibi, boclio clelipere plerir^e viclsnrue, cis guo piseclru a exksc ilchr^/»r k-i/ke«, prsssLiione »6 ^pieiu-n obserusrio; führt den^estrrvt falsch, und Ware besser ungeschrieben geblieben. 2' was anders sind erkünstelte Sauren und Ragout! kann oft einen der hsurZour verleiten, etwas mn»>- stehlichcs schön zu nennen; bekannte Dinge l« nen, Tobak und Brannlewein; aber nie hatten Alten den Tokayer genennt, wenn ste w" ss. ten kochen können. Die Ursach ist, daß der >iugot> . Wein damahls wirklich untrinkbar war, unb nur durch den Kaiser Probus veredelt ward. Z189) Gibbon in seiner Geschichte des pccrb der Römischen Monarchie Th. VH- S- Lebensart der Pamronier. 695 Rots 14. sagt: zum Reickthum heutiger Land-N.R.T.719 wirthschaft nährt unser 'Žirje Hürrer, nickt Hel-S- Vomps- den. Und kickt — wer hätte wohl je dies glaubenS'S L- festen! zu beweisen, daß Hüner Hirse fressen — die^^E^. Wörterbücher des Bomare und rNiller, Diese Not'step/ erinnert mich des Artikels -Hafers in Iobnsons Wör¬ terbuch , wo er ohugefehr so schreibt: Haber, cis ne Arr von Getreide, mir öcr man in England und anderswo sie Pferde füttert; aber -nSckotts land fressen sie sic Menscken. Die Men bedien¬ ten sich der Hirse, Brodl aus ihr zu o-icken. Plinius XVIII. 7. psnis mulrifsris or s m li^ bi, o panieo r>- rius (wenn wie die gewöhnlichen Wörterbücher sagen, Duckweizen, Hev'dekorn ist; so verhalt sich die Sache jctzund umgekehrt. Ich habe nie aus Hirse gebackenes Brodt gegeMn; aberBrodt vonHeydekorn ist hier in dieser ganzen Gegend die gewöhnliche Speise des un begmerttn Mannes) sie machten aber auch Brcv daraus. Plinius iörcs, 10. blilio Lsmp,iniL xrsscipuo gsuäsr, pulcemqus osnälssm ex eo Mir. l-n er panis prssöulcis. Lsrmsksium quoqus ASnrü5 d»c MLxims pake sluntur, et crucha skiam sirrins, v- guino Iscrs, ve! läntzuins e cruris venis sömiiio. Doch jetzunb hat es sich in diesen Gegenden nicht im minde¬ sten geändert. Von den Nogayschcn Tatgrn bezeugt Rlccmann S. 41 seiner Relsedesckreibnng daß ih¬ re vorzüglichste Nahrung Hirse sey; und eden dieses bezeugt du Bon in feinem Brief an den Marquis Tor- ty: /«»- /e »o«r-e/ ersb/z//cme?n ck la cl» Dcher ^<«lrx5 cla»/ l« tlrrmee (cl. s.Baktsckicseray d,2Osien May 17gI.) I,a nourckui's orcliiisirs ciss XloA-i^z, sagt er 1°. I. p. 108- M ls willst. — Wenn Dio sagt, daß ste Pch bendes der Hirse und der Gerste >um Trinken bedient, so muß Man nicht glauben, daß sie ans beyderley Getreyde. arten einerlei) Produkt gewonnen. Aus der Gerste machten sie ein dünnes, schwaches, übelschmeckendes Bier, welches wohl nicht besser als das gewöhnliche voh msibeTischbicr feyn mochte, lind dieses hieß Xal-sr'L, belebetAinnnanumMarkellinum XXVI. und daselbst ^alcsium, wo er erzählt, daß der aus derPannonischen Stadt Libglis gebürtige Kaiser Valens den Spsttna, 696 DioKaßius.B.XLIX.Hptst.I.XXXVl. A-R-E.7isAllein eben darum, weil sie nichts, was ihnen jus mid^das Leben angenehm machen könnte, besitzen, sind sie zu Mord und Todschlag aufgelegter denn die übrigen alle. —- Dieses hab' ich weder gelesen noch gehört, sondern mit meinen eigenen Augen damahlö, als ich Landpflcger dieser Nation war, gesehen. Denn nachdem ich mein Landpfiegcramt in Afrika niedergelegt, ward mir das Gouverne¬ ment von Dalmatien (welchem Lande gleichfalls mein Vater eine Zeitlang vorgestanden) und Oberpannonien anvertrauet, so daß mir alle das, so ich hier von ihnen schreibe, sehr wohl be¬ wußt ist. Sie führen aber den Namen der HOannoniep, «eroT-wr von den Tü¬ chern,weil sie die Kunst verstehen,sich selbst Westen mir Ermeln aus Lappen, die sie nach ihrer eigenen vaterländischen Sitte zerschneiden und benennen, zuzuschneiden und zusammenzunähen- '"°) Mö¬ wen erhalten. Aus Hirse machte man kein Bier, sondern einen sehr stark berauschenden Brann« tewein, und das thut man noch fetzt- Du Bon I. c. p. 2l- sagt: Ouancl lls n'onc pss ciu vin, ils lui bib- stiruenr uns »uns boiston rres kuire er ries enyrrsme, gu'ils svnr avec le Islr siZre, er ls mUler kermenre, er gu'ils spxeNent Fo/q. zitzv) Herr Hummel in seiner deutschen Bearbeitung des d'Anville Th. I. S. z;9. schreibt: „Ohne Zwei« „fel verdienen diejenigen keinen Beyfall, welche das „Wort pannonia von einem alten König Pannonm» „herleiten; eben so unglücklich muthmaaßen auchwey „die, so den Ursprung desselben in dem lateinischen « „z-E-o suchen, und den Dio Rastlus, der es e« „E, 1-,^, ableitet, unrichtig auslcgen, denn diele „redet nichtvon xanno, als dem Stoff ihrer Kleidung« „sondern von einer gewissen Art der Kleidung ^' zweifle doch, ob dies'Entschuldigung unftrm A"kcor zu statten kommen kann; denn er derivirt wohl au> genscheinlich Pannonien vom Lateinischen xsnnuz; ein Bernttkuligett über Pannonien. 697 gen sic nun aber dieser oder einer andern UrsachcV.RE.71- w gen so genannt werden, so ist cs doch sicher,^ daß diejenigen Griechen gar sehr irren, so ihncnKcrnifiklus' den Namen bcrpäomer beylegen. ^') Es ist die-^"^^ sie zwar auch ein aller Nam', allein das Volk, so ihn führt, wohnt nicht hier, sondern in der Berggcgend des Rhodope, vom heutigen Make¬ donien an dis an'ö Meer. — Im Verfolg Etymologie, eben so wahrscheinlich, als wenn Vtros koksl Ori^ines IIunALlicae ?. II, x. n. dicsenNaniiN vom Gotte Pan ablciten will. ?>yi) Beysviele dazu ließen sich mit leichter Mühe sammeln. Arrianus x. i/r. ^rex/i. laßt die Sa» we in Päonien entspringen; und sicherlich gehört auch hicher folgende Stell' aus den griechischen «ae» s. cj. XXIII. ^UA. wo es vom h. Irenas heißt: 1" —, X«, kl« ri-KOV!«». kcset Lambeclum (lommenr. I'. VIII. x. 4)8- fs- —- Wer nicht mit diesen zwei) Beyspielen zufrieden ist, lese Ecllarium II. 8> und Gacackcr ^el«e»/ar. x. 41. und über das Ende des zweyten Buchs der Betrachtungen des Kaiser Antoninus; ingleichen Glearius über den Philostratus x>. 560. 8192) Päomer sind freylich in der Geographie ein von den Pannoniern ganz verschiedenesVolk, welches bcn mitternächtlichen Theil Makedoniens bewohnt. Strabo p. 960. Allein ich stimme völlig der Meinung des Oerokoksi 1. c- x. 5 bey, daß, in Rücksicht der Abstammung und der Sprache, heyde Völker nicht d°n einander unterschieden gewesen. Appianus, des. M Anfang der illyrischen Kriege völlig im Geschmack d^ zehnten Kapitels der Genesis geschrieben ist, giebt binem Avtarlus, dem angeblichen Stammvater der berühmten Avtarioten, zwey Söhne; Pannonius, °der, sagt er, richtiger Päonürs und SkorSiskus; ^s heißt doch wohl, beyde Völker waren, in Rück, ncht ihres Ursprungs, nicht von einander unterschied °en; und Plinius 'n. X., wenn ich ihn anders recht -erstehe, nennt die z4«°l-n-r'e-r/-r, die wir in Pannonien "sider finden, ein päonisidcs Volk- Hicher gehört 698 DioKaßms. B. XHX. HpLst.I^XXXVl. I/lymemer Geschichte werd' ich diese jederzeit päo- jus und"e.luer, jen' aber paimomer nennen; denn so Eben sie nicht nur von den Römern genannt. Bmgeu-m-^dern sie heißen sich auch selbst so. § 768. Gegen diese fPannonier^ zog also Kaiser zu Felde, that ihnen anfänglich nichts zu Leid' und plünderte sie nicht, ohncrachrcl sic all' ihre in der E"cne liegenden Felder verlassen, sintemahlerHoff- nung hatte, daß sic sich ihm frcywillig unterwer¬ fen würden; da sie ihm aber, als er nachGlskia vorrückci', einigen Schaden zufügcen, wacd auch der Umstand, daß sich diePäonier aus Hirst eben ein solches Getränk, als die Note Z189 beschriebene bereiteten, die sie nannten. Leset Rck nesimn Vsr. Iscr. IH. VIIII. p. 484. Z!YZ) Sißck, wo noch gegenwärtig eine sehr reich' Ausbeute von Römischen Münzen und Al- tertbümern anderer Art anzutreffcn ist. — Plinius IH. XXV, setzt sie mit Layback zusammen. Neben dieser Stadt, sagt er, flösse der Rolapis in denSavus, und beydeStröme bildeten vor ihrerBst- rinigung ein Eyland, dem er den Namen Scgcstika Leylegt- Ich sollte fast aber vermukhen, es habe sich der kompilircnde Plinius verseh». Er giebt derJnstsi auf welcher Siskmm erbauet seyn soll, den NanstN Seaestika Dieses aber ist bey Strabo p. 9?8- Insel, sondern eine Pannonische Stadt am Alst"'' menfluß schiffbarer Flüsse gelegen. (Strabo erwab" p. 989. §.2. eines nicht weit von Scgcsiika liegend Fleckens allein leider in einer Stelle, die v geographischen Fehlern strotzt!) EmeDestung aen d'e Oakier, am Fuße der Alpen gelegen, so wieSW noch wirklich jetzund liegt. Auch Zlppianus ff 5 der diesen Krieg weitläuftig erwähnt, nennt die v Kaiser belaaerte Stadt nnr immer Segestika, siffg , Siskia. Linhart Th. l p- 229. macht aus und Segesie zwo verschiedene Städte, wovon di Belagerung von Siskia. 699 er böse, brennet» ihr ganzes Land ab/ und machteN.R-E.71s so viel Beut' er nur konnte Ass er sich der Stadt^ näherte/ versprachen die von den VoruchmstcnKornisikius' dazu überredeten Einwohner, sich ihm zu ergc-Af'^niei- den, und stellekcn Geissel. Dcmohncrachtet' schlossen sie nachher doch die Thore zu und ließen cs auf eine Belagerung ankommcn, weil sie sich auf die Stärk' ihrer Vcstungswerk', am mehre- stcn aber auf zwo schiffbare Flüsse verließen. Der Rslops stjcsir neben der Stadt hin, und S» 414. auf dem nördlichen, jenes auf dem südlichen Ufer der Sawe gelegen habe; doch weiß ick nicht, was es für Gründe waren, die ihn dazu determinirtcn. Oder schrieb er blos Gcvönleben Ornlol. rmrigos c. Illl. §- 4. p i2O. c. nach? Giskl« war gewiß ihr eigene» licher Name, dies beweiset die Benennung, so sie noch gegenwärtig führt. Sie mochte die Hauptstadt des Volks der Segestaner feyn; und so erhielt sie den Zu¬ namen är/crs ^e/?a»or-«»r ( Izmeri» psnliorum , sre. ), ja, weil diese Völker wohl gar nur dies' einzige Stadt haben mochten: und endlich abge¬ kürzt LzeFa. Ruch ist zu merken, daß selbst die cocll- ces Dions im Nanien nicht völlig einig sind. Eie lesen ja wohl gar rum-«. Leset ^asaubonnm über Strabo x. Zi4- 3194) bey Strabone bey Plims 0,/ax». Jctzund R-ulp. Strabo hat zwo Hauptstel- hn, in denen er dieftsFlusses erwähnt. In der ersten S- 599. heißt esnur: derRolapisfalle bey Segestika 'n den Savus. Die andere x 9?8- §-2- ist weitläuf¬ iger, strotzt aber von geographischen Unrichtigkeiten. BcyNarrporms (Oberlaybach) sagt er, ist derRor- f»ra.q (die Gurk), sein die Save fällt- Mer, nein! be» Nauportus ist keine Gurk, sondern der bey Sa, !°ch in die Sawe fallende Laybach. Die Sawe fällt fu die Drawe, so nein ! die Sawe fällt eben so wie die T)rawe, nur in einer großen Entfernung in die Do« vau) die Drawe beySegestika in den Noarus seinen Sanz völlig unbekannten nirgend cMrenden Fluß.) yoo Dio Kaßius.B.XI.lX. Hptst.I.XXXVl. N.R.E.7'ystürzt sich nachher in die nicht weit von selbiger M und^ Efernte Güwe. Jctzund umgiebt dieser Fluß Kornmkiu^die ganze Stadt, sintcmahl Tlberitts einen groß ^2""i^scn Kanal gegraben, wodurch der Fluß gezwun¬ gen wird, sie ganz zu umgeben. Damahls aber, als der Rolops nur noch längs den Ve- stungswerken hin; die Sarve aber nicht gar zu weit von selbigen entfernt floß, blieb in der Mit¬ ten ein leerer Raum übrig, der mit Graben und Pullisaden bevcstigct war. — Kaiser ließ sich hierauf Schiffe zuführen, die bey denen in dorki- Dieser Noarus soll sich nachher, im Gebiet der Sker- disker, ln die Donau ergiessen- Mer das ist die Sawe, die bey Belgrad in die Donau fallt; und bey Segestikr oderKiskia ist es gleichfalls dieSawe, die den Evlams aufnimmt; die Drawe fallt nicht weit vonEsscckind'e Donau^ Jndiefer, vongeographischenIrrrhümeinss fthr strotzenden Stelle erwähnt Strabo des Fleckens Syskm als nicht weit vonSegcstika entlegen aufdem im- lianischen Wege; man sieht aber, was diese Nackrickt unter einem solchen Schwall von geographischen Unrich¬ tigkeiten für Glauben verdienen kann. ?I95) Plinius III. 25. Colgpi» in 8»uum inlluen! luxra bisciam, Zemino slueo inlulsm ibiesticir, gu»e 8e8esticA -ippellskur. — Ueber den Namen Scaestik» vab' ich meine Meinung schon oben Note gryl- §e- sagt; hier will ich nur bemerken, daß von Liberii Ar¬ beit nicht lange nach Dions Zeit nichts mehr übrig war. > Denn wenn Aosrmn» II. xxxxv—xxxxvm. ausluhr- lich die Geschichte des Magnentius und Konstant erzählt, (bekanntermaaßen ist Siskia der vornehmste Schauplatz der damahls geführten Kriege) so.lonM ' doch auch kein Wort vor, woraus man auf die ml"' förmige Lage der Stadt schliessen könnte; 1« xxxxvm. 2. heißt es ganz ausdrücklich " — Tiberius hat die Grabung dieses^' nals unternommen, als er n.R.E. 759. hier dieW-w kerguartierc hielt, wovon wir unten §. 980. weitlaul' i tiger handeln werden. Völlige Eroberung Pannoniens. .701 ger Gegend befindlichen Bundesgenossen des Rö-N.R.E.7's mischen Volks waren gezimmert worden; schiffte^ und^ mit ihnen die Donau hinauf in die Sawc, undKornisikius aus dieser in den Kolops hinein, sodaß die Stadk^x^^^ in gleicher Zeit zu Wasser und zu Lande belagert ward. Es fielen einige Schiffsschlachkcnaufbcm Kolops vor; denn die Wilden wagten es, mit ihren kleinen Fahrzeugen gegen die Römer zu fech¬ ten, (wie fich denn selbst Menas, der Frcyge- lassene des SexMS, unter denen befand, so von ihnen erschlagen wurden,) und auch zu Lande meh¬ reren sie sich nicht minder tapfer, bis sic erfuhren, es wären einig'ihrer Bundesgenossen in einen gelegten Hinterhalt gefallen und niedergehauen worden; auf diese Nachricht verloren sie den Muth und erga¬ ben sich; und da fich dies' einmahl ergeben hat¬ ten, unterwarf sich der Ueberrest Pannoniens oh¬ ne sonderliche Schwürigkcit. §.769. Gegen sie ließ er den Fusius Gemrnus ) mit der Armee zurück, er selbst gieng nach 8196) Vlbms bey Flora Ml. xn. 8. psnnomi 6uo- lslridus, sc rribus Üuuiir, Orsuo, 8auo, Illrogus vchsbsnrur. ?vpulsri proximos inlis ripas 5s rsci- Wbbsnr. in kos ävmancior milir. Lseli lunr w vrrisgue lluminibus. /^rms vicrorum non ex mors delli ci-smsts, seä capm sunr er in prolluenres clars, vr s^csris, l^ui reiiKebsnt, vicroris stc nuncisierur. Es m aber dieses doch nur ein Palliativfieg, wenn man "hr den Ausdruck vergönnen will, gewesen Denn so schreibt Augustus selbst in seinem hohen Alter im . psnnoniorum ^encos, guss snrs wo principom populi Homsni exsrcirus nungusrn säis- , cieuicrrs per' Diberium dlsronem, gui rum srar meus, impsrio populi romrmi säisci; zwi- >Hen dieser Epoch' aber und unserer gegenwärtigen, ! 7O2 DioK'üßius. B. XU Hpkst. I.XXXV!. N.R-E. 7iyRom, verschob den ihm darüber zuerkannten Tri- M uttd'^umph, stellet' aberGkravien undLivien -uEH- Komifikius rcn Bildsäulen auf, gab ihnen das Vorrecht, ih- Geschäfte selbst ohne Kurator verwalten zu können, und so sicher und unverletzbar, als die Zunftmeister des Volks zu seyn. Er schickte sich darauf an, nach dcm Beyspiel seines Vaters, N.ft.E. 7-oeinerr Kriegszug gegen Britannien zu unternch- imdSKibcn^en , war auch im Frühling desjenigen Jahres, Libo Bur- Sa Mark-Anton zum andcrnmahl und Skridonius germeister. Bürgermeister waren, zu diesem Ende scheu nach Gallien abgegangen, als eine Rebellion der ncuüberwundenen spannonier untH Dalma- tier entstand. Die Pannonien überwand Ge- minus, ohnerachkct sic ihn ausGiskis hcraus- gcworfen hatten, in einigen Schlachten; dieSa- kasser, und die andern, so mit ihnen an der Re¬ bellion Thcil genommen, Mestala Rorvinus; gegen die Dalmacier zog zuerst Agrippa, nachher aber auch Kaiser selbst zu Felde, ist ein Zeitraum von gerade sechs und drcyßigJaM verstossen. Zs97) Ich tbeile meinen Lesern die überaus wchige Note Herrn Wagners nut: Die Römer sware»; dies Wort ist durch einen Druck. oder Schreibet «eggeblieben) wie bekannt/ so unartig;u glauft^ lwcrber blieben auf immer — Rinder. Mir fallt der witzelnde, einem arbeitsamen Gelehrten so^' nig geziemende Ton, die Sache sonst aber ssjs. wahr, und ich belege sie mit folgendem Kitaro- f-) facius Odierusl. Vll. XI. und die Interpreteö tt Rikers pro Nursen» e. 12. ziy8) Hierher gehört vennuthlich das Faktum Gtrakons p. 594. daß Mestala, stlö er denGränzen derSalaffier seineWinrerquartieren von ihnen Holz zur Feuerung und zu Exercierst für baares Geld hat kaufen müssen. „-^9 z x99) tlui I»uiv8 serornos lionores D/tbN- xejgerir ^ora? H- l. Dalmatier überwunden. 70z die den größcsten Theil derselben unterjochten, dochN R ^7-s nicht ohne selbst sehr vieles von ihnen ausstchen müssen: ^°°). dergestalt, daß Kaiser selbst ver-Mo Bur- mundet, und gezwungen ward, seinen Sol-germeiiie» datcn Gerste statt des Rogkene auskheilctt, ja an¬ dere, so ihre Glieder verlassen, sogar zehnten zu lassen. Den Krieg gegen die übrigen sMe- Z200) Es war die Nachricht von einer in Siskl'a entstandenen Rebellion, so Kaisern aus Italien zurück, brachte. Bey semer Ankunft war diese Rebellion langst beygelegt, er erfubr aber, daß an ihr die Dalmatier einen tbatigen Antheil genommen, die noch stolz auf ihr Glück waren, fünf Römische Kohorten unter der Anführung des Gabimus niedergehauen und ihnen die Kriegszeichen abgenommen zu haben. Diese Dal« maner also die damahls unter einem Generalissimus, Versus standen, beschloß Kaiser zu züchtigen. Versus warf sich in die sehr veste Stadt Promona, die Kai. ser aber doch durch List eroberte, und nachher ein an¬ deres dalmatisches Heer angriff, das unter den Be¬ fehlen eines gewissen Teutinus stand; schlug auch die. ses; eroberte Serovia; gieng mit BarbanusTnllus "ach Rom zurück, um Konsul zu werden; kehrt' aber bald wieder um, bezwang die Dalmatier, die sich jez. iund gar nicht wehrten, völlig; nckhm von ihnen sie. bcnhundertGeissel ab, und dieehemahlsdemGabinius stbgenommenen Kriegszeichen zurück, die er nachher >m porricuz der Okkavia aufhieng. App-anus p. 5c>q. 526. Er ist der einzige Schriftsteller, der dec Ctädtc Pcomona und Setovia, die sonst nirgend Vorkommen, erwähnt. Z2vr) Bey Belagerung der Stadt Setovia. Se¬ het oben Note zi84- 8202) Nach Eroberung der Stadt Promona hatte sich ohngefehr ein Dritte! der Einwohner in die Burg re« nnrt, welche Kaiser durch eine Kohorte beobachten "tß In der vierten Nacht thatcn die Belagerten ei- "en fürchterlichen Ausfall, die Kohorte wich, undwarl» . "uw, daß sie nicht Stand gehalten, dekimirt; von 5k" Offizieren aber derselben mußten allemahl von zehn -vcann zwey sterben. l r J n sa d< le 72^ Dro Kaßius. BUX. Hptst. l.XXXVli. N.R.E-7-°beslen^ führte Statilius Taurus. M-Sntonii. undSkribon gmnrRr7 Sieben und achtzigstes Haupkstück. Mark-Anton nimmt Artavasdes, König von Arme, Nien, hinterlistig gefangen. K. 77V. Mark-Anton hak? in diesem Jahr fein Bür¬ germeisteramt an eben dem Tage, da er solches angetreten, abgelegt, und an seiner Stelle veil Lukius GempromusAcracimrs ernenne, so daß auch einige nicht ihn, sondern diesen in ih¬ ren Burgermcistervrrzcichnissen nennen. — Da er damit umgieng, stch am König von Armenien auf die minder gefährlichste Weise zu rächen, so ließ er durch Arvinrus DelllUs, in den sieb König von Armenien ehcmahls verliebt gehebl, um die Tochter desselben für seinen Soh» Ale- gsoz) AppianUs !. e. 8srouia Vrbe oblestg, bir- b»rorum MSNU8 inZenz in auxilinw säuenersk; guib^ vbuiu« Lselar vrstam inZreäi probibuir. Lo in pršela Ispicle Zenu strucius, per mulrvs ciies ssger t?o»«aie/ce»r/toma-» aci r-cckrr, L«//o Lo//e^a r-ttrttrttr. Hrari/rrnü asl re/rsi«a er«r t-e//i ctere/r^«/!!, r»rrio /«/ar«!». Acht Jahr spater, n. R- E. 728 wird Erarilius Laurus Bürgermeister mit August, dies' Ehre damahls das achte mahl traf. SM 'h h unten §. 904. — Don der Genealogie dieses liu» Taurus besehe man RycklUM über ^»oiii / dücher II. r. i. . ZS04) Vaillanr biüoris prolemseomm p 4205) W- läßt dieses, vermuthlich aus Keuscd^ ganz aus: und ich verändere die Lesart Dellius war wohl ein mehr wirkender Gesandter, ' er der des Armenischen Königs, als we» der des Antonius gewesen war. M. Ant. nimmt d. Kön. v. Arm. gefangen. 705 Alexander, dem er in diesem Fall ein sehr anschn-N.R E.7-a liches Etablissement versprach, anhaltcn. Zu-^ letzt begab er sich plötzlich, mit Frühlings An boii. Mo bruch, nach der vomPompejus gebaueten Stadt'^^""'^'' Nikdpslis, wohin er den König von Ar¬ menien cinlud, unter dem Vorwand,.sich seiner Rathschläg' und seiner Macht zu dem gegen die Parther bevorstehenden Kriege zu bedienen. Als der König, der die Hinterlist vcrmuthete, nicht kam, sendet' er den Dellius als Abgesandten nochmahls an ihn, rückt' aber selbst mit der Ar¬ mee auf das schleunigste nach Arkaxata vor; und so bracht' er ihn endlich, durch die Vorstellungen seiner Freund' überredet und durch die Römische Kriegsmacht geschreckt, indem er diese ganze Zeit über an ihn nie anders als freundschaftlich ge¬ schrieben und ihn nie anders denn einen Freund behandelt hatte, dahin, daß er freyrvillig insRZ« mische Lager kam. Man bemächtigte sich sei¬ ner sofort, doch wurden ihm anfänglich keine Fessln angelegt, sondern er nur ungebunden vor alle veste Schlösser, in denen seine Schätze lagen, herumgeführk, um sich ihrer so, womöglich, oh¬ ne Schwerdtstreich zu bemächtigen; dennMark- Anlon gab vor, daß er sich seiner Person aus kei¬ ner andern Absicht bemächtigt, als um von den Armeniern Geld für die Erhaltung des Königs und Wiederherstellung in sein Reich zu erhalten. Da sich aber die Aufseher der Schätze dadurch uicht bewegen ließen, und die Soldaten an sei« Z2O6) In Klcinarmenien. Strabo S. r;55- § IS. h- ?6. Sie ist eigentlich nicht, wie Fabrisius lagt: in msmoiiäm vicri "Ntzrsms.grmemas le^iü. son» °N'ir zum Andenken des über den Mithridates erfoch- "Neu Sieges erbauet worden. 706 DioKaßius. B.XL.IX. Hpst.XXXXVII. A ^-E-7-oncr Statt den ältesten seiner Söhne, Arkaxes, zum König erwählten, ließ er ihn mit silber- do!u Libv ncn Ketten fesseln; wie ick glaube, weil es Burgernici-^m schimpflich zu seyn schien, jemand, der König gewesen war, mit eisernen zu binden. §- 77l- Er bemächtigte sich hierauf theils mit E- Z2O/) Artaxi'as, bey Josephs XV. 4. und Taciro n. m. Z208) Plutarchus p. yzy. ki. -rk-ir«; svi-ov k^9e,^ t<; ^»vk^o-jZk, x«, Sk-kM«» k<; Pgi ApPlNN. circa llnem. Vrosm« Vl. ly. ZuiwniuL ^" 'pro conciiros ests prorücierar, magnum vim suri srA«i- rigue sbstuiir. Lp/r. 1.,«« OXXXI. ^inouius äru- vssciem, ^rwsniae re^em, 6cle clsrs perciucrum, >" vinculs coniici iuilir; regnum-jue .Xrmenise 6Ii° ex Lleopstrs, iiaro cieLr, gusin vxoris !oco, 1"" priclem capms suiore eiur Nabere coeperai. T^k. I. c. r^nroniur /Vrrauslcien, regem ^rmenioruw, cie smiciriae inlecrum, ciein cslenis onersrum, ruo inrerfecerar. Vclleins II. 82. crnruniu; tl«7" puam, lpria viuu8 oxierak, viccurism vocsbsi. rerria sslisre rsuei lux in /n-rnenism, regem eiv!.' rsussclsn , irsulZs ösceprurn, carc/nr, seci ns nori cleeilsr, r>r».rrr. sDits steht in oifenö>i^ Widerspruch mit Dions Stelle; aber sehr ve^' „ ist die Anmerkung, so Ryckrus über die aM^' Stelle des Tacitus macht: /.«ckoA/c«r ^»rcü»r, nem curn Vellsio conciber, a-^er/rerrcsrrwr i in criurnpbo a«»-e/r vincmm comminilcirur. ^eci ius catt?nr 8Iiek?k.ILHLill rincrum; Dio L-^sk-r,» slUgsrum stcribit, nsurer »rinmpbi bur^l', , meminir: »/7»i « " 6r>«cc/ac.) M. Anton erobert Armenien. 707 walt, rheils gutwillig des ganzen Armeniens, 72s sintcmahl sich der in einer Schlacht überwundcwA'^ HAs Arm,res "'°) zu den Parthern geflüchtet hatce.boir Libv Nachdem er dieses gethan, und sein mir den Atro paccncrn geschloßenes Freundschafrsbündniß desto enger zu knüpfen, seinen eigenen Sohn mit der Tochter ihres Königes versprochen hatte, ^") ließ er das Heer in Armenien zurück, er stlbst aber gicng nach Egypten, und schleppte nicht allein alle gemachte Beute, sondern auch den König von Armenien selbst, nebst seiner Gemahlinn und Kindern mit sich. Diese führet' er nachher in ei¬ ner Art des Triumphes nach Alexandrien, wo er selbst auf einem Wagen seinen Einzug hielt. Kleopatra saß in der Mitte des Volks auf einem vergoldeten Rathsherrnscssel, der auf einer ver¬ silberten Estrade stand. Da dieses ganze Schau¬ spiel ihr zu Gefasten angcstellt war, so ward ihr der König von Armenien nebst seinen Anverwand¬ ten in goldenen Fesseln vorgeführt. Allein die Wilden, so sehr sie auch mit Birten und Drohen zrvy) Hieher gehört die Münze des Antons: so, als zu dieser Stelle gehöriger Ex- kursus, in Kupfer gestochen und erklärt ist. Z2iO) Vom Könige von Media Akropatcna. Siehe das Ende gegenwärtigen Buchs. - Z;n) Sein Sohn hiess Alexander, die Prinzessinn ch-rape, — May vergleiche die so eben angeführte vkelle. ?ai2) Und dieser in Alexandrien gehaltene Triumph 'var es, der die Römer so sehr gegen ihn aufbrachke, 'vch, nach ihrer Meinung, die Ehre des Triumphs Aner andern Stadr denn ausschlicstend Rom zukame. k mrarchng I. c. fahrt, nach so fort: « z,« 7e^'^«^kx»?. (Appianuk den psrchicis wiederholt die ncmllchen Worte.) .-"V X«, >1-^^'' Zk, 728 DioKaßius.B. XL.IX. Hptst L.XXXVII. N-R.E.7-odazu genöthi'gct wurden, flehetcn sie doch eben so A'uH'M'wenig um Gnad' an, als sie ihr eine Knicbcu- bvn. Lil-o guug machten, sondern begnügten sich, sie bey ih- Vurgerniei-^^ bloßen Namen zu nennen. So sehr sie nun dadurch die Ehre, für edeldenkcndcGemüthcr ge¬ halten zu werden, erhielten, so sehr verschlim¬ merten sie zu gleicher Zeit ihren Zustand. §> 772. Nachher gastirte Mark-Anton die Alexan- S- 4'6. Heiner sammt und sondere, und gab sbey dieser Gelegenheit^ der Kleopatra und ihren Kindern in der Volksversammlung den Sitz neben sich. In einer (damahls) gehaltenen öffentlichen Rede gab er ihr den Titel Rönigtnn der Röntge. Eben diescipTitel (nur nicht Königin», sondern Röntg der Röntge) befahl er, demjenigen pcolenräns beyzulegcn, der den Zunahmen Ratferchm führ¬ te. Ihnen beydcn gab er auch, nach einer neuen damahls getroffenen Einrichtung, das Königreich Egypten und Kyprus. Er gab vor, dies alles aus dankbarer Erinnerung für das Andenken Kai¬ ser des Ersten zu thun, für dessen Gemahlin« ec die Rlcoparra, so wie Raiserchen für dessen Sohn auszugeben bemüht war, um so Rasicr zri;) Plumrckus p. 941. b. «a!'"" »84, i-ov /«vi-« ro» Z» xsq ' ' , X«, Lv-rx-,, x«< - «»Vp , «; kx Käko?ra7-LL e^xr/o-^ XLT'L^^svT'o-. ör «r-Vü x«, L^cov«7-^»«5 r/rsr /ZaeS'^^'' /2kv ?r-?-FVk/^k T-L ) 07«!/ r/sr^st^b^s^. X«, X«/ «/dLa örx» Schenkungen Mark-Antons. 729 EEtaviamrs, der nur dessen angenommener,N.N.r.7-a nicht natürlicher Sohn war, dem Volk desto vcr-^'„ JA' Haßler zu machen. — Dies also in Rücksicht die-bon- Libs ser. — Was sein' eigene mit der Kleopatra er-A'"'^""^ zeugte Kinder betrift, so schenkt' er Pcolemäs' sphiladelpho^j Syrien, und das ganze diesseit des Euphrats gelegen'Asien bis an denHcllesponr hin, ssciner Zwillingsschwesier^ der Kleopatra den Distrikt um Kyrene, und ihrem Bruder A- lexander Armenien, und alles andere diesseit des Euphrat bis an den Indus. Denn auch diese länder, als ob sie schon in seiner Gewalt wären, verschenkt' er! — Auch begnügt' er sich nicht, dieses in Alexandrien gesagt zu haben, sondern überschrieb'ö auch nach Rom, damit cs vom Rath und Volk daselbst bestätigt werden möchte. Den¬ noch wurden diese Depeschen nicht öffentlich vcr- lssen; weilDomirms undGoßms, so damahls burgermcisterten, und beyde seine vertrautesten Freunde waren, solches nicht wollten, ohncrach- tct sie Kaiser sehr dringend bat, alles, was sie erhalten hatten, öffentlich zu verlesen. Wie sie darauf bestanden, hiervon nichts erwähnen zu wollen, so bestand auch Kaiser seiner Seits dar- ,-rv irdqn klx^xy, x«, x,9sx,x N7°^kstL,0V Zr X^VI-, XL. XL. XLI/^IL, Z,L- 7.« X5X<-^,XkV0V. >L? -x-vv, 7«» i»' pL7,-k«iv, xxe»x Sk x--^ L»- Zx 7^, 7X§ 7°» /x,v 'Le^-kv-wv ch»- »xsis«70, 7g„ z, lULXkZ--.«!-. K^k«VL7e« .ftk-- XL, XL, 7SV L-.--.ov Aixovov k<; k7«e«x I-.So; k?>L/xpLvc, X«. Vk« . ?2I4) plurarck) widerspricht. Denn auf das in °er vorigen Nor' angezogcne folgt unmittelbar: 1^7« -v>x^7°v cx4>^e«iv !<«--»§>, X'X, V-I-.-.LX,; kV 7L, ?7«Ld-^vvc -0 kir' '^»7«v>ov. 7! O DioKaßius. B.XL,IX.Hptst.^XXXVIll. A R.x.7-oauf, es dürfe nichts von dem, was im Bctrcf is'u.Skri^^-Königs von Armenien geschrieben worden war, An. Llbo bekannt gemacht werden; und dieses darum, weil ^mgcrmei-er Mltlciden gegen einen König hegte, Mik dem er selbst heimlich Unterhandlungen gegen Mark« Anton gepflogen, und nachher, weil er diesem den Triumph mißgönncte. — Zu eben der Zeit, da Mark-Anton alle dieses that, hatt' er doch das Herz, dem Rathc zu schreiben, wie er gc- sonnen scy, das Triumvirat niederzulegcn, und dem Rath und Volk alle sein voriges Ansehen wiederherzustellen. Nicht daß er irgend etwas wirklich davon hätte thun wollen; sondern um durch diese von sich gegebene Hoffnung Kaisern dahin zu bringen, entweder, als an Ort und Stelle gegenwärtig, selbst abzudanken, oder aber ihn, wenn er dieses nicht thun wollte, verhaßt zu machen. , Acht und achtzigstes Hauptstück. Einweihung des Portikus Pauli. 77Z- Zu eben der Zeit, als dieses geschah, hatte" die Bürgermeister dec die Hr gelobte Prozession gehalten, und in den latcinn ;2i;) Ich zweifle, daß Vsnur Zenmix und Zeiiirüliz Mi' und die nemliche Gottheit war. -1' scheinen die Römer nur als Mutter ihres AHH' , Aeneas verehrt zu haben; diese aber war, ivstrew^ lcnfalts aus Horazens (ssrmins s»Lo:ü»ri , wihen, Mylura der Babylonier, d. i. der Mond: rNck!t pueiperis. Hier ist offenbar die erstere, vo> kern Kaiser, als die vorzügliche Stammmutter !> Geschlechts, so sehr verehrte zu verstehn. Einweihung des Portikus Pauli. 7H schcn Spielen hatte Kaiser unbarkige Buben zuN.R.E.7-» Skadtpflegern erwählen lassen, die noch obcneinA',, nicht Rathsherrnsöhne, sondern bloße Ritter wa-bon. Mo ren. — Aemilrns Lepidus Paulus, der^".^"^^' Z2I6) Es ist mir zwar, als ob ich schon IM vori- gen Bande von den tH l.-nuns und dem prsvkecro vibi« gehandelt hatte; da ich aber diesen Band nicht zur Hand habe, so erlaube man mir folgende kurze Bemerkung. Zur Zeit der Könige pflegten diese, wenn sie Rom auf einige Zeit verließen, einen n---,, »„.-«MV nennet ihn Dio, Gtadrpflegcr zu er¬ nennen, in dessen Händen bis zu ihrer Rückkunft die höchste Gewalt des Staats war. Die klassische Stelle hiervon steht bcym Laciro rMnsl. VI. i r. und er be¬ schließt sie so: /rmrzlacr-E, guories ob kerisr I.SNN38 xrsebcirur, gul conüilsrs munus vsurxet. An- zuzeigen, baß diese Magistratur ein bloßes Kinderspiel war, erwählte man gewöhnlicher Weise bloße Kinder, gewöhnlich der Senatoren hiezu; eben so, wie im vo» rigen Jahrhundert Studenten fürstlichen Geblüts ganz sicher auf das Protektorat Rechnung machen konn- tcn. Strabo p. 710. bemerkt es als etwas gan; Allgemeines, daß jederzeit ein Jüngling vornehmer Herkunft erwählt worden sey, diese Rolle (denn weiter als Komödiantenrolle war cs nichts) zu spie¬ len. — Die Römischen Rschtsgelchrte» strikten: Oss der prsekscmz vrkis dm Rath konvokiren könn' oder nicht? Für ersteres war der berühmte varro, für letzteres Iunms. Ich glaube, beyde Parthcycn hat¬ ten Recht. Dem wahren wirklichen pr«eleems vrdls, l- C. einem Mäkenas, dem Oktavius Kaiser in seiner Abwesenheit die Präfektur über Rom und ganz Italien «"vertraut hatte, dieses Vorrecht nehmen zu wollen, schien mir baarcr Unsinn zu ftyn; aber ganz anders >st es mit jenen Puppenprafektis, die nur auf ein Paar¬ ige zum Spas, und ohne die mindeste Gewalt in Händen zu haben, gewählt wurden. Von diesem sagt ^vhl Junius bcy Gcllio Xllll. 8- sehr richtig: er ha- "e dieses Recht nicht im mindesten: gucmism ns lenL- grmksni lir, nsgue ius dadesk senrenuas ilirenäss, c«», aerare »o-r ssr 7-2 DioKaßiuS.B.XI^Hptst.^XXXVlll N R ^./2odas Vurgermeistcramt in einem Theil diesesJah. ^ u/Skr/'^b verwaltete, wcihcte den sogenannten Portikus l^'u. Libv Pauli, den er auf fein' cigcneKostcn aufaebauct, ^urgerme! ; -7) Agrippa stellet' auf sein' eigene Kosten die sogenannte Wasserleitung des Markins wieder her, die damahls aus Mangel an nöthigen Röh¬ ren eingegangcn war, und führele selbige fast durch alle Gassen -er Stadt. "'°) Veyde, ohn- Unten §. 914. bemerkt csDio als etwas sonder, bares, daß der n. R E> 7;r. erwählte Stadtxfleger noch nicht einmahl das Jünglingsalter erreicht; dies scheint aber auch sonsten häufig geschehen zu seyn. Man vergleiche Rapitolini^nrouirmm jchil. c. IIII. — Auch beliebe man sich aus §. 747. zurück zu erinnern, daß im Jahr n. R. E. 718- kein Stadtpfleger gewählt, sondern sein Slmt von den Stadtrichtern versehen ward; vermuthlich hatte man über die Unruhen dieses merkwürdigen Jahres jenes Puppenspiel vergessen - Wer mehr von den keriis l^cinis und dem prseiecw vlbio wissen will, den verweise ich auf Sigommn eis aukiguo jure Irslias L. I. c. g. Z217) Er war mit Raso Memmio Konsul küsse- crus vom ersten Julius des jetztlaufcnden Jahres an. Sehet Gruceri iusoripriouer p. lvlvl.XXXVII. 2. u"d perixonii ^nimaclusrs c. III. p. 12z. AwanzigZahre später brannte dieser Portikus ab, und ward vom Augusto wicderhergestellt. Unten §. 9?8- — Spanhcm äs vlu er prsellsiiliu dlumiswnruw Ulu k- l87- Z278) Plinius XXXVI. 15. §e6 äicnuwr vera -o- stimsrione inuicra mirscula, gnse t^uinku! d-Inrcias kecir. I« iull'u; s ssnsm sgusrum Oppins, lepulge, äucrus restcere, nousm a nomine kuo aps lsr^m, per monre; criuiculis scris inrrn prnerurae kenipu» »ääuxit. ^Zrippa vero in seäilirnrs uia, ieakq virAins agus, casceriz emenäsris srgue oou^ ris, IsLus seprinASnws'feLir: prsetere-i salienre! rum guingue: csstells I ZO, complur» eriaw cu^o > Amlica, operibu5 iiz ÜAna goo ssrea nur m-umo impesuik, oolumnLb ex mnrmvre 400, esgue ow Großmüthige Staatsbeamten. 7 r z erachtet sie auf Unkosten ihres Beutels so Zroß-N.R.E.720 müthig gewesen waren, übcrhoben sich darumA'^ JA" doch nicht; da im Gegcntheil andere für das ge bsn. Wo ringste Landpfiegcramt, so sie ctwan verwaltet, sich entweder durch Mark-Ancon oder durch S- 417. Kaisern einen Triumph vom Rath zuerkennen ließen, um unter dem Vorwand desselben die Stämme des Römischen Volks durch aufge¬ legtes Kronengold '"°) zu brandschatzen. Neun und achtzigstes Hauptstück. Manritania Käftriensis wird zu einer Römischen Provinz gemacht. K- 774- Das Jahr darauf ward Agrippa freywilligI-R.E^r Platzmajor, und stellet'alle öffentliche Ge-DEariu/' Tüll. Bur- »nnuc> spsrio. — Frontinus äs Ägusecluccidus vim.germeister. Lväem snno?cArippsiällcrus Rppiss, ^nisnis, dlsr- cise, peng äil-ipsos rslliluik, ec llnAulsri cur» comulu. ridus lslienribus »guis inlcruxir vrbem. Augustus leibst, im mo»«me»rc , Uiuo» sgusrum , in piuridus locis verullsrs lsbenres relsci, ec sguam, guzs btsrcis »^pellscur, äuplicsui, koncs nouo in riu»m eius lwmiffc». Man beliebe sonst noch von dieser Wasser- 'eitung nachzulesen: Begerl cdes»urum Lrsnäsdurgi- cun, z-, n und ZzcxanVer Donari ässcriprio "idiz ^omas (in Gravu rkessuro T. III. p. 768 ) Z219) Uon ihnen hat die Tafel des verrius Flak¬ tug uns die Namen drcy verschiedener Feldherren auf behalten: Tirus Srarilius Laurus triumphirte über Ulrika; Rajus Soßius über Judäa, uud Rajus "orbanus Flakkus über Spanien. Z220) Siehe im voriqen Bande die Noten zu S. ^08. v. A- und im gegenwärtigen oben §. 6Zr. und Z221) Dies ist derso sehr berühmt' »nnu- seäililsri; 7i4 DioKaßius. B.X^IX. Hptst. L,xxxlx. ^N,^,'baudc , inglcichen alle Chausseen wiederher, ohne Doikatius den Schatz dazu anzugreifcn. Er ließ auch die kerm«^""^^^'lchen Kanäle reinigen, und schiffcte durch selbige bis zur Tiber. '/") Und da er sähe, daß man sich im Kirkus beym Umdrehen derWa- gen gar leichtlich irrete, stellet'er Delphinen und Eycr auf, vermittelst welcher Mund dasUmdrc- hen der Wagen bemerkt wird. Ueberdenr ^grippse, von dem ich den locnm clalucum plimi XXXVI. r;. schon angeführt. Z222) Die berühmten cls.-icns, sbcy denen man sich keine Istiin,5 denken muß) welche Plinius I. c. spe- runi omnium clicru maximum nennt. — Da ich, ohne die mir vorgeschriebenen Gränzen Dionischer Amncr. klingen völlig zu überschreiten, nichts von ihnen, was der Mühe lohnen dürfte, sagen kann, so begnüg' ich mich, wißbegierige Leser auf Lipstum äs msgmwclme Uorrisns III. XII. zu verweisen, oder meinetwegen auf Wagners gelehrte Note. Z22g) Man verstehe diese Stelle nicht so, als wenn damahls zuerst die Delphinen und Eyer zu diesem Me¬ hlis im Lireo waren aufgestellt worden; (wicwob! es möglich se»n könnte, daß Dio selbst es so verstanden hal¬ te) denn diese kommen bey Römischen Geschichtsth"«' dern viel früher vor- Livius XXXXi. z2. sagt um das Zahr n. R. E 578: lir csrcere« in circo fscu, er o»s sc msrsm curriculls numorsnair; und Parro äe rs rult. I. 2. lZono snimo ello; "roaio «««», r7/«cl ^tt/?/ar»rs e/?, /re-i/r ce>ce»/r7'»/, M, crerr-rcre/r Irrerer/öcrr ksrl ne iiluä gmsaw vuum viäünus, guoci in Lereris pomps kolet eile M rnunn —Da der Sieg in der heiligen Zahl sieben stand, und es zu einigen Zankercyen Anlaß hatte, ob jemand fünf, oder sechsmal»! herumgeM' wäre, so. hatte man das Mittel ausgedacht, am einen Seite des Lircus sieben Delphinen, au, dem eben so viel Eyer aufzustellen, von denen nn jedcsmahl bey einer Herumfahrt um die Meta ' weguchmen i-eß- — Die Frage: warum m» '. diesem Behuf gerade die Figuren der Eycr unv Agrippas rühm!- Polizei-Verwaltung. 7 r 5 ließ cr Ocl und Salz an alle austheilen, undN-R-E ^r gab dieses ganze Jahr allen, denMannspersonenD'.^m/' sowohl als den Frauenzimmern, den GebrauchTul!. Bur- der Bader frey. Uebcrdres besolden er bcy den^^Ecer, Spielen (die er häufig und von allen Arten gab, wie denn auch die Söhne der Rathshcrren die so¬ genannte Troja spieleten) die Barkschecrer selbst, so daß auch für sie niemand etwas auf« phinen gewählt? kommt mir, ich muß es gestehn, im¬ pertinent vor. Fragt doch den Buchdrucker, was cr etwa» bcy dem Stocke dachte, den er am End' eines Kapitels abklätscht? — Aber Philologe!!, die so un¬ gern Antwort schuldig bleiben, haben auch hier Rach, gewußt. Die Eyer spielen auf die mysteriöse Geburt des Kastor und Pollux an, die bekanntlich die Schutz¬ heiligen der Kirkensischen Spiele waren; und die Del¬ phine, die doch wohl mit dem Sande des Kirkus gar nichts zu thuu haben, weil sie unter allen Fischen am schnellsten schwimmen sollen. Z224) GLipio hatte dieses lange vorher in seinem Platzmajorate gethan. Livius XXV; und im vori, gen Bande hatten wir solches vom altern Kaiser, bey Gelegenheit des afrikanischen Triumphs. — Leset ^lpsium Llsrr. I. vm. ?22z) Sich'im vorigen Bande §.444. Z226) Ich verweise hier auf Wagners nicht allein lehr gelehrte, sondern, welches wirklich viel mehr sa- Mi wil!, sehr wichtige, sehr viel erläuternde Note; nur daß man mir erlaube, zweycrley darüber zu be- werken. Erstlich. Nphilins Handschriften nehmen die Bartschecrer ganz und gar nicht in Schutz- Wenn d'-r Herr Konrektor nicht ein Gläschen Merseburger Zu viel getrunken, so weiß ich nicht, wie seiner Feder dies entschlüpfen konnte; denn wenn auch gar keinXi-- pbilmug jn der Welt wäre, so würde dennoch an der LUsienz der vom Agrippa bezahlten Bartschecrer kein -Mensch zweifeln, der diesen Ort Dions lesen könnte, "ud genug Griechisch, ihn zu verstehn, gelernt hatte, owcvlens: die Jünglinge brauchten die Bartschecrer ^°hl noch nochwendiger, als, die Manner. Diese 7 l 6 Dio Kaßius. B XUX.Hplst. I.XXXIX. N.R. E. 7-ijuwendcn brauchte. Zuletzt ließ er von obcnßer- Ao'/katnis "'ab ressera; in das Parterre werfen, wodurch dem Tüll. Bur-einen ein Kleid, dem andern eine Geldsumme, sermelsier. dem dritten irgend etwas anders u.s.w. verspro- chen ward. Viel'andere Waaren, so er aufge- kauft, ließ er mitten ^im Theaters aufstcllen, und gab sie ihnen Preis. — Zu eben der Zeit, da Agrippa dieses that, ließ er alle Sterndeuter und Zauberer aus der Stadt schaffen, und cs bLl-bsm; so wie wir ohngefehr, keine große Kunst, die auch der ungeschickteste Landmann in kuo zer Zeit erlernet; aber jene d. i. stutzten, frisirten, pomadirtcn ihn, wozu eine weit größere Raffinerie der srz cinersris als zum gewöhnlichen siren gehörte. Z227) Man erlaube mir immer, da ich Dions fty es zu meiner Schande gesagt! nicht recht zu verdeutschen weiß, daß ich sie durch das lateinW Wort der reN-rsrum ausdrücke. W- Billet ist noch weniger deutsch, denn das meinige; denn er entlehnt solches aus einer Sprache, die zu Dions Zeiten gar nicht einmahl existirte. Zweytens ist auch solches sehr unrecht gewählt. L-Äer ist ein, in Form einer klemc" Kugel zusammengedreheter Liebesbrief; aber (vom Griechischen sind kleine, sich"' seifige, aber auf jeder Seite ein genaues Quadrat re' präsentirende kubische Körper; kurz es sind unser- Würfel. Dieser bediente man sich bey den Alten, " wiejetzundbey uns, zum Spielen, aber auch nächst zu hundert andern Dingen, worüber man f' tisci Wörterbuch Römischer Alterthümcr nachzui"'' hat. Hier haben die reilerss anstatt der Schrift, und auch diese nur auf einer der sich? ten. Was nun auf diesem Quadrat der s schrieben stand, das bekam der Inhaber Vorsilben, v Agrippa's Bedienten, in nsrurs. g228) x«, Letzteres Wort a' setzt W. Gaukler; aber ganz falsch. Dem Deut!« ist ein Gaukler ein Taschenspieler, d. i. ein Ma»"' Verschiedene Verordnungen. 7 r 7 ward durch einen Rathöabschied beschlossen, daßN R.E. 7-r cs fernerhin keinem Rathsherren zum Ver brechen angerechnet werden sollte, FreybeutereyTuu Bur» getrieben zu haben; so wurden diejenigen, sogermeifier. sich dieser Schuld jetzund rheilhaftig wußten, los¬ gesprochen, und andern auf die Zukunft Gelegen¬ heit zu Verbrechen gegeben. — Kaiser, der da- mahls das Bürgermeisteramt zum andernmahle zugleich mit Lukius Tullus verwaltete, legte solches, demBeyspiele Mark-Antons Zusolge, den ncmlichen Tag, da er selbiges angetrcten, nieder, ^°) und adelt'einige Bürgerliche, zu- durch Schnelligkeit der Hande sBehendigkeiti Dinge hervordtingen kann, bieder Unwissende für Wunder ansehn sollte; allein die 7«»^ rhun wirkliche wahre Wunder, nur durch Deyhülfe der unterirrdischen, bö, sen und schadenfrohen Götter; so wie die auch Wunder, aber durch Hülfe himmlischer, wohlthariger Gottheiten bewirken. 8229) W Straßenraub. Zwar war der Nömi. sche. Senat tief gesunken, aber doch noch nicht bis jur lkighv3)'msnslup herab, /ar»'acr»r»»r, be¬ deutet gerade das, was mein' Uebcrsetzung besagt, b-ui-o ist derjenige, der, wenn zwo Partbeyen Krieg fuhren, zum Besten des einen ein Freykoras errichtet, den ganzen Vortheil aber, den er erhalt, für sich selbst behalt. ?2zc>) Gueromus XXVI. 5. 6. (Zuingue mestlos roniulrnuz, s sexrv »st vnstecimum, annuos ^ellir. Oas- eoroz sur nousm, sut lex, aur guaruor, sur tribu!« wenhhuz, kecunstum vero paucilllmis bori«, dlsm strs ioslenclsrum Isnunii, commune pro asste (üspitolinl kouiz, pgullulum Ouruli stila prsekechstet lionore-,büc iuitcclo slio locum sunm. — Dieser Lonstst lusts- ist nicht, wie aus der Kabuls t-ollvii-ns, sowohl r'ghiun,^nn. III. p. 497. als auch Slgonius Kalti ^8l8- vermutheren, Publiu« Aurroniug Parus, b-Nidern nach Applaus klarem Zeugnisse: vnuslesiisn, komam »st evusulsium restüc — menlir 7l8 Dio 5Aßius.B.X^lX.Hptst.l,xx^x. N-RL^-ifolg' eines zu diesem Behuf ertheilken Rathsde- VolÄu/Da der Stadtrichter Lükirrs Asellius Tttl!. Bur-'"') sein Amt einer langwierigen Krankheit wegen germeister. ^derzulegen entschlossen war, ernannt' er den Sohn desselben an seine Stelle; und da ein an¬ derer der Stadtrichter am letzten Tage des Jahres gesiorben war, wurde auf die noch übrigen weni¬ gen Stunden gleichfalls ein anderer eran.'U. — Da König Bokchus damahls mit Tode at>- gcgangen war, ward sein Königreich keinem an¬ dern übergeben, sondern in eine Römische Pro¬ vinz verwandelt. Da auch um diese Zeit die Dalmatien schon völlig überwunden waren, wandt' er die bon ihnen erhaltene Beut' an, einen Portikus und eine Bibliothek zu errichten, rv-Kc bcydc, vom Namen seiner Schwester,, den Tch' namen Okramamsch erhielten. inirlo iuZrestus Louiulstuw. stre HIlDNO astrrrrrr^r-arrorre x>»-«e5rr«, iple in Oslmstus irerum ss-O' cuirir. Man sehe /'er»-- /txiarrr ksktvü municipsle», hlN< ter Vnufrilim, im XHten Bande deS Gravischen we- tLUNIS p. 4ZO. Z2ZI) Daß er aber nicht so, sonveul Asellius geheißen, lehret Pighius Hk- x- 498- Z2Z2) Vrgl. §. 709. und Note lYZi- . Z2gz) Siche §. 424, 457 und 722. — ESPV- ses die nachher so genannte Provinz TUZrE«. Z2Z4) plnrarch, am Ende der LebensbeschttidW des alten Markellus, x. zi6. c. schreibt die Grun^» dieser Bibliothek nicht dem August, sondern ! . Schwester der Oktavia selbst zu; setzt auch d«e tung derselben weit tiefer hinab, nemlich m da desjahr des jünger» Markellus. Freylich mehr Auktoricat auf seiner Seite zu haben ais^^ tarch, ich wage doch aber nicht, ein entscheid Urtheil sprechen zu wollen, und begnüge mich, ° , genthämlichen Worte Plurarcks wörtlich 0^'!- Hier sind sie; rc»°; Ueber M. Antons Bündniß mit Medien. 7 r 9 §- 775. Mark-Anton war inzwischen aufgebrochen^R.T.7^ und bis zum Ara,res vorgerückt, unter dem Vor-Vc'/kamis ' geben, Krieg mit den Parrhem zu führen, be-Tuv-Bur- gnügke sich aber, ein Vündniß mit dem Königs' von Arroparene zu schließen, «sie kamen über¬ ein, sich einander wechsclsweise gegen die Parther und gegen Kaisern beyzustehn, zu welchem Behuf sie auch Soldaten gegen einander auewechselken. S. 4rz. sVermöge dieses zwischen ihnen geschlossenen Bündnisses erhielt der König von Atropatene einen Theil des neueroberten Armeniens; Mark- Anton aber die Tochter desselben, Iocape, (in der That zur Geissel, wie aber äusserlich vor- gegeben ward) um sie als die zukünftige Braut seines Sohnes Alexander aufzuziehn, und alle die in der Niederlage des Gcatiaims^) verloren gegangene Fahnen. Er schenkte hierauf, wie ich schon oben erwähnt, Kleinarmenien dem pole- mc»n; wachte den in seinem Gefolge befind¬ lichen Lukmy Rkwmszum Bürgermeister, , o'r rxc , ix r»t8 Z» I'wftLiü,,, krk-tkvT"»!-« Ks-ssxo? FvL«,-?- « SV,», Xi,,«;. . ki; Fk X«, ^Z, L--2xxe, x-r-r-re Lk iei--r-xk^x. — Aus einer Etcüe Sueroirs 6s tirsmmsr. XXI. lernen wir, daß Raju« Melissas erstcrBiblwthckar dieser neuangeleg. tM Büchersammiung gewesen. .Z2z;) ueber diesen Namen und über vier der be. ^ubmtesten Damen des Morgenlandes, so ihn geführt, besiehe Segmmrm dluwssm. x. 59 Siehe oben Note ^2ii. auch unten § 826, wo erzählt wird, dasiKai. m diese Jotape, nach Mark-Antons Lod und Nieder. '«N , zurückgegcbcn- ^2Zü) Vrgli Note ?rg7- 32Z7) lieber diesen Lluvius ist alles, sogar bis auf 720 DioKaßiuö. BUX. Hptst.fRXXlX. N.hi.E.^ientsetzt'aber selbigen dieser Würd' auch sogleich, VvikÄu's"'""d brach darauf nach Ionien und Griechenland Lull. Bur-auf, um dcnKrieg gegcnKaiscrn mit aller Mach! germeister. anzufangen. — Der König von Atcopatenc schlag zuerst, durch die Römische Hülfe verstärkt, die Parther, so ihm unter Anführung des Arraks über den Hals kamen; als aber nachgchends Mark-2lnton seine Truppen, sein diesem Lande befindlich waren, herauszog, und noch obenan diejenigen behielt, so er vom König erhalten, ward dieser seiner Scits abermahls geschlagen und ge¬ fangen genommen, und so gierig Kleinarmenicn und das Atropatenische Medien verloren. "°) die Orthographie seinesNamens: ungewiß, und ich getraut mir noch zur Zeit nichtsBestimmtes über ihn zu fageu. Unter den Briefen des Rikero kommt einer (XUI. 7) aci vor, den Glaudorp p.247. färben n"- srigen halt. Unten, §. 880, erwähnt Dio abermahls eines Rluvürs, im Jahre n. RE-725. dcnAngustaus einem simpeln Rathshcrrn zu einem Viro coissukri, btt Urfach wegen macht: weil er schon cinmabl zum '?ura»t' meisteramt ernennt, selbiges zu führen aber verbinde« worden. Dieser Umstand, wie jeder hoffentlich lcictt einsehen wird, zeigt, so zu sagen, mit dem Fingern unfern hier erwähnten Rlrwurs hin. Z2Z8) Sohn des gefangen genommenen Arraba^ Siehe Note Z207. Z2Z9 Weder das eine noch das andre dieser war eine Römische Provinz, und so gieng eigcnk-d ' Verlust derselben den Römern nichts an. Aber fr«^c mußt' er ihnen in einer doppelten Rücksichtschmetz^. seyn. Erstlich konnten ste. vermöge des nur eben neugeschlossencn Bündnisses "in jedem schen Kriege aufein Schutz - und Trutzbünbniß mü dia Acropatena die sicherste Rechnung mache». 0^/ rens waren die natürlichen Feinde der Römer, r ther, durch diese Konquete größer und den RrK- gefährlicher geworden, als vorher Ende des neun und vierzigsten Buchs- Des Titus Dio Kaßius Kokkejanus V. L. Jahrbücher Römischer Geschichte. Fünfzigstes Buch. Hauprsi. XL. Krieg Kaisers mit Mark. Anton. §. 776-789- -XL!. Schlacht bey Akkium. §.790-810. Es enthalt einen Zeitraum von zwey Jahren, in denen wir folgende, so die höchst'obrigkeitliche Würde bekleidet, verzeichnet finden: Anciug Dominus Ahenobarbus und La/us So-y^R-V.C. fiius. E7-2G.Z-- . 72? Zl ^a>ns Laisee Gkcavianus zum dritten mahl und Markus Valerius Mestala Lorvinus, 3^ 722 Das Fünfzigste Buch. Neunzigstes Hauptstück. Krieg Kaisers mit Mark. Anton.' §- 776. 2r.R.E-7--8chon hatte zwar das Römische Volk seine Kn Freyheit verloren, noch war es aber nicht unter die Herrschaft eines Einzigen gekommen; Bmgermei-sintemahl Mark-Anton und Kaiser, von denen stcr. jeder gliche Gewalt behauptete, die Ausü¬ bung der Oberherrschaft in einigen Stücken unter einander getheilt harten, in andern aber selbige gemeinschaftlich ausübten, ohnerachtet auch M S- 4iy- -amahls jeder derselben, so viel solches möglich war, den andern zu unterdrücken, sich selbst aber größer und größer zu machen suchte; nachheraber, als Sextus überwunden und der König von Ar¬ menien in Fesseln war, da sich alle die Völker, mit denen Kaiser bieherKrieg führen müssen, ru¬ hig hielten, und die Parther sich nicht rcgstn- wendeten beyde die Waffen öffentlich gegen s^ und dasVolk gerieth im letzten Grade derKne^' schäft. — — Ursach, oder mindestens wand zum Kriege war ihnen diesMark warf Kaisern vor: nachdem er den Lepidus Antheils am Triumvirat entsetzt, die ihm hörige Kriegsmacht und Provinzen, eben st die des Sextus, für sich allein behalten zu da sic unter beyde hätten getheilt werden Er fordert' also die Hälfte derselben, eben i^. die Hälfte derjenigen Soldaten, so Kaiser Krieg Kaisers mit Mark-Anton. 72 z lien angeworben, zurück, sintemahl dieses Lan M R E./rr ihnen beyden gemeinschaftlich zugehöre. sKaisern seiner Seits fehlet' es eben so wenig an SMus ' Vorwürfen als Mark-Antons Er warf seinem^^^me^ Gegner z. E. vor, Egypten, so ihm durch keine Theilung zugefallen, inne zu haben; den Tod des GexMs, den er seinem eignen Vorge¬ ben nach mit Fleiß entkommen lassen; die List, der er sich bedient, den König vonArmenicn gefangen zu nehmen, und wodurch er dem Römischen Volk einen unauslöschlichen Schandfieck zugezogen; übcrdem fordert' er von ihm die Lälfte der bcy dieser Gelegenheit gemachten Beute zurück. Vor¬ züglich aber waren zwcy Punkte, so er gegen ihn sehr geltend zu machen wußte: Seine Liebe zue Kleopatra, die mit ihr gezeugten Kinder, und die diesen gemachte Geschenke; nachher aber, daß er dem sogenannten Raiserchen diesen Namen be« stäkigt, ^') und für einen wahren Sohn des Diktators erkannt hatte. Z240) Deutlicher und vollständiger sind diese Vor¬ würfe beym Piucarch p. 941. ä. audgcdrückt: m-. z y'v «V e.kx«^,k<. newi-oi, /xrx, 01-, L,xk?.,«v Lx «vr-a, vx; Leoi-kfa», "K VLV; alli-8 xvo; 1-0. °re«xav xx, , xcu XL; kxk,v-a x,->arvk^3->r«s Ex-, ai-< r-a>; ^-,-,»,1-«^ Z,,. x«i-axrx-,P8^qxk -Xk„^, ^241) Ich fahre fort, Püttarch zu kopiren: i7?-j V7«v x«xs/vor rffotz «vr-ov , lro«? ök ^«'NL'T-Lttg v§»oa-sxi-^era»>^s an^vrLa^Lr/ot -r» «^r-oxca-r-0^04. ^242) W. mit unnachahmbattm Witze: — schade 724 Dio Kaßius. B. I-. Hptst. XL. §. 777. Di^Derch Dieses warfen sie sich wechftlsweis vor, theils lius und K.'N Privarschreiben an einander, theils öffentlich; SsAus suchten sich auch jeder gegen dm andern zu ver- 5es^E"theidigcn, mündlich Kaiser und schriftlich Anton. Unter diesem Vorwand wurden beständig Gesand¬ ten hin - und hergcschickt, von denen es immer hieß, sie kämen, neue Beweise der gemachten Anklagen zu dringen, ob sie schon in der That nichts anders denn Kundschaft einzuziehen zur Absicht hatten. Inzwischen bcmühcke sich jeder, unter irgend einem andern Vorwand, Geld zu¬ sammen zu bringen, und einer rüstete sich, unter dem Vorwand, daß solches auswärtigen Feinden gelten solle, gegen den andern. Dies dauerte so lange, bis Rnejus Domicius und Rajus So- ßius, bcyde von der Parlhei, Mark- Amons, Bürgermeister wurden. Unter diesem Konsulat siengcn sie an, ohne sich länger zu verstelle», ein¬ ander öffentlich zu bekriegen. — Dieser Ausbruch geschah auf folgende Weise.— Soßius, der noch nicht wußte, was Unglück war, (dcnnDomirius, der beydes erfahren, hütete sich wohl, offenbar neue Händel anzufangen) hielt alsofort am Neu- cnjahrstag eine Red', in der er Amonimn st hoch erhob und Kaisern so tiefherabsetztc, wie er nur konnte, würd' auch alsofort ein Dekret gegen ihn haben abfassen lassen, dafcrn sich diesem nicht Nonius Dalbus, Zunftmeister des Volks, cok- gegen/gesetzt. — Kaiser selbst, der das, was nur, daß sich dieser so selten mit Geschichte vertragt, und in einer Uebersetzung nur da stehen darf, wo der Originalschriftsteller selbst witzelte — besonders oau er Oen Cäjarion — Eäsarion nenne. OaS ist doch anders wie Horgzens Anfang des Kriegs. 725 Soßius thun würde, zum Voraus gcsehn, undN R.E.7-r solches eben so wenig zulassen, als durch gewalr Donu- samc Hintertreibung desselben die erste Gelegen- Soßius' heit zum Krieg gegeben zu haben scheinen wollte,^"^nnei- hatte die Auskunft getroffen, sich zu dieser Zeit gar nicht in der Rathöversammlung, ja nicht cin- mahl in der Stadt zu befinden, die er kurz vor- 4-0. her, unter irgendeiner anDern vorgewendeten Ur- sach, in derThat aber der angeführten wegen, und auch darum verlassen, um so mir Muße den Be¬ richten, so er erhalten würde, nachdenken, und das, so er zufolge derselben für das Best' aner¬ kennen würde, thun zu können. Bald darauf kam er zurück, und ließ den Rath zusammenbe. rufen, den ec mit einer Wache, die aus Solda¬ ten und seinen vertrautesten Freunden bestand, so unter den Röcken «lle Dolche hatten, umgab. Er selbst setzte sich mitten unter den Bürgermei¬ stern auf den Rathsherrnsessel, von dem herab er vieles, doch immer mit der gebühren- den Bescheidenheit, zur Verteidigung sei¬ ner selbst, eben so vieles aber zur Verunglim¬ pfung Mark-Ancons und Soßius sagte. Da sich niemand, auch die Bürgermeister selbst nicht, zu widersprechen unterstand, befahl er ihnen, an einem gewissen bestimmten Tag aber- mahls zusammen zu kommen, wo er ihnen Mark- Antons Unrecht schriftlich zu zeigen versprach. Die Bürgermeister, so nicht widersprechen durf¬ ten, und nicht schweigen wollten, verließen nun ihrer Seits heimlich die Stadt, und begaben sich -um Mark-Anton, wohin ihnen bald darauf viel andere Rarhsherren mehr nachfolgten. Kaiser, da er dieses erfuhr, um nicht das Ansehen zu ha¬ ben, von ihnen aus Mißbilligung seiner Sache 726 Dio Kaßius. V. I.. Hpkst. XO. N.,R E.7--verlasscn worden zu seyn, gab vor, sie selbst ftrt- rlvs u-idK ^sHickt zu hoben, erlaubt' auch allen andern, so Solins da wollten, sich frcy und sicher zu Antonio bcae- N«.chcn zu dürfen. ' K. 778. Den Verlust, so Kaiser durch ihren Abfall erlitt, ersetzten ihm andere, so diePartheyMark- Antons verließen, um zu ihm überzugehn. Un¬ ter diesen befanden sich auch Titius und plan- kus, ohnerachtct sie bey Mark-Anton in den größcsten Ehren gestanden, und um die geheim¬ sten Anschläge desselben Wissenschaft gehabt. Es hatte nemlich Kaiser, bald darauf nachdem die Bürgermeister die Stadt verlassen, den Rath in ihrer Abwesenheit zusammen gerufen, und daselbst alles, was er nur gewollt, gelesen und gesagt. Auf die davon erhaltene Nachricht hatte Mark- Anton gleichfalls aus seinen Anhängern ein'Art von Rathevcrsommlung gemacht, in welcher Krieg gegen Reisern, und Scheidung von der Gktavia, nachdem man vieles dafür und g24Z) Aus dieser bedachtlichen Nachricht ist jene flüchtige Suerons K- XVII. zu verbessern: Rsmilic ramen Iiolii iuclicsro necelluuclines amicor- gue nmnes; arguo inrer rilio« L->ium 8olllum er liium Doinirium, rnuL aclbuc conkulez. Z244) Siche Note 2787. Z24;) Und dies mit so vieler Strenge, daß Anto¬ nius Abgeordnete nach Rom schickte, so die Oktavia aus feinem Hause werfen mußten. Sie leistete Ge¬ horsam, nahm aber alle Kinder Antons, (bis auf den oltcuen von der Fulvia gedohrnen, der steh da- niahls bei) seinem Vater in Afrika aufhielt) wie sieh- Die Romer beklagten ihr Schicksal um so weit mehr, da ihr Kleopatra an Jugend und Schönheit sehr weit nachstehn mußte. — plnrarch x. 942. ck. x!;. Ueö. M. Antons Scheidung von OkLavia. 727 dawider gesprochen, beschlossen worden war. EeN.R. Gir¬ rst ungewiß, ob dieses (deyden vorgemeldekcnA^'imd K. Männern) zu ungerecht zu seyn schien, oder ob Soßms sie sonst von der Kleopatra beleidigt waren, aber^^mel- gewiß ist es, daß sie (sofort nach diesem Vorfall) übecgicngcn. Kaiser nahm sie auf das ehrenvol- lcst' auf, und erfuhr von ihnen dagegen alles, was Mark-Anton bisher gethan, oder noch zu thun im Sinne hatten, vorzüglich den Inhalt seines, von ihnen bcyben mit unterschriebenen Testaments, und den Ort, wo solches war niedergelegt worden« Kaiser, durch den Inhalt desselbigen noch «öi-!-» 7« ,/k» 7kx»L «-«»7« '^>7«»,sv k«v7>,r «»cv v» 7?k7ß»7«78 7°«» ex chxXP,««, (exc,»«« »/» 7«, x^«,x7«» 2c X«, k> Z°;c, ^iiL 7«, «t7,«v X«, ^k^o»k»«r. e« 0X7«I- 5»» »X kXk,»xv äixx' L»7«»v-o», X«, sk«^o» KLk0X-!7-§>«» kw?«- xc-',-;, 87k x«L^c< 78S'ox7«fl,«r, 87k «f« ZisPkf»»«». AgS brizms hatte, dies Faktum zu beweisen, Lm» LXXXti. kitirt, allein da steht nur: OK««ae, loivri Oessris, ,^r/cho; und vermuthlich stand auch im vollständigen Livio nichts weiter, denn auch Gros sius sagt nur: Ocrsuiss, iorori (üsalsris, vxori siiss, repuäium inllici iullle. Auch ist die Anekdot' in sich selbst sehr unwahrscheinlich. Daß Oktavia Mark An¬ tons Haus verließ, war nothwendige Folge des er¬ haltenen Scheidebriefs; wäre sie aber verächtlich aus diesem Hause vertrieben worden, so würden ihr An. tons Exekutoren schwerlich erlaubt haben, seine mit der Fulvia gezeugte Kinder mitzunehmen. Auch war Anton, so verliebt er auch immer in Kleopatra seyn mochte, doch vermuthlich zu vernünftig, umOktavieu mit Schimpf und Spott aus seinem Hause in Rom venreiben zu lassen; in Rom, wo Kaiser die exekutive Gewalt, im allerunumschranktcsten Sinne des Worts, >n Händen hatte. Z246) Es lag im Tempel der Vesta, Plumrck p. 942. k. erzählt die ganze Sache .so-; «^7» 728 Dio Kaßius. B. I-. Hplss. XL. N.R.E./r-zornl'ger, als er ohnehin war, geworden, ver¬ sus undRsärimek' er nicht, solches aufzusuchen, wegzunch- SoAus men,- und zuerst im Rath, nachher aber auch in der Volksversammlung öffentlich zu verlesen; unddcrInhalt desselben war so beschaffen, daß ihm solches, so gesetzwidrig dieses Verfahren auch seyn mochte, dennoch niemand verdachte. In ihm hakt'er nochmahls das Zeugniß abgelegt, cs sey Rasser« chen Kaiser des ersten rechtmäßiger Sohn; seinen S. 4-r. mit der Königin» von Egypten gezeugten Kindern überschwängliche Geschenke gemacht, seinen Leich« nam aber in Alexandrien im Begräbnisse der Kleopatra beyzusetzen befohlen. §- 779. Die Römer, hierdurch erbittert, glaubten nun alles, was man sich von Mark-Anron aus- xar 7-» ZtaFyxyv VVV7«, V« Ä'vvekZor-o;. «?pexs,v7o Z'«r-7«< 7015 , x«, a-?78v7o; , t/x eZLlx«ll. er Büäotr-o «U70V kX6^kt/0V. L/«/SL», v'v L^^7, x«r 77^7-og ar/705 7"« ZiyäAe, XL1 »i'fkS'tf- . ^»j.L7o 7S^L; 7il/L5 kvx«7»)')/o^7-85. evk/7« 7YV jZttät-v , 7M», «yZsu; k^oll7w»,. ä-^oxo7-o- -z/L^ ^öo?eii x«i Zeirov, 7/v« ZiZov«« ^«vr-ar T^kLkALt s^k7« 7»fV 7r^kl/7^»/. Z247) p. 94Z. 2. 'LTr-echvr^o Ze 7-wv plsvttv 7-ü) -ri-s -r-«. 94Z. -1. b. setzt «ine Menge von Soßius Anklagen her, so einer der Freunde Kaisers, Lalvi-Durgermei- sius, gegen Antvnium hervorgebracht, und die er am^' Ende so beschließt: «-«x,, v« ^„5« ic^ovis?. Dies' Anklagen bestanden hauptsächlich in folgenden Punkten: i) Er hab' ihr ein Präsent mit der Pergamenischcn Bibliothek ge- macht, welches doch im Grunde nur ein höchst billi¬ ger Ersatz für die vom Julius Kaiser verbrannt' Ale. xandrinische war. Siehe im vorigen Bande S- 20g. — 2) Er hab' ihr in einer öffentlichen Gesellschaft auf den Fuß getreten, und dadurch das Zeichen zu einer heimlichen Zusammenkunft gegeben. Wenn dies auch wahr war, so möchte man wohl das rranlesl der Wiener Censur darüber schreibens z) Er habe gelit¬ ten, daß sie die Epheser in seiner eignen Gegenwart genannt. Warum das nicht! Konnte sie doch wohl Anton selbst so nennen; denn ich habe sonst schon bemerkt, daß dieses, dem französischen dlaurelle stark entsprechende Wort, der gewöhnliche Schmei- chclname war, dessen sich die Verliebten gegen ihre Schönen bedienten.) — 4) Er hab' oft, wenn er im größesien Pomp auf seinem Richterstuhle gesessen, und Königen und Fürsten Audienz ertheilt, Liedesbriefchen von der nettesten und prunkvollesten Eleganz von ihr erhalten und gelesen- (Mark Antons großem Muster, Julius Kaiser, giengs auch nicht besser; dieser bekam auch ein solches Billetchen, als man über den Katili« na perorirte, von Katons Schwester, Eervilia; nur daß es nicht so elegant und modisch wie diese seyn mochten, so die verliebte Königinn ihrem Antonio schrieb.) — 5) Als ein sehr berühmterRedner, Fnr-- nm3, ihm, in einer der wichtigsten Angelegenheiten, eine Harangue gehalten, se» Kleopatra in einer l-e- cries vorbei) getragen worden: sofort hab' Antonius Gericht und Redner verlassen, sey neben der Sanfte hergegangen, und habe seiner Schonen das Lei rege vermehrt. (Vermuthlich hat ihn die Rede des Für-- »ins ennüyirt, und er ist froh gewesen, eine Gele» Senheit vom Zaun brechen zu können, »des langweilt- 7z c> Dio Kaßius. B. I.. Hptff. XL. N^.R.E.7-rer den Sieg davon tragen sollte, beschlossen ha. rms' mwL.be / seiner Kleopatra mit Rom ein Geschenk zu Sozius machen, und den Sitz des Reichs nachEgy- Durgermcr Dies erbitterte sie alle dergestalt, daß Mark-Änton nicht allein von Feinden, oder von denen, so sich noch bis hieher für keine der Partheycn erklären wollen, sondern sogar von seinen besten und vertrautesten Freunden, über¬ laut getadelt ward. Diese letztem sprachen nach, was sie von allen andern vorsagen hörten, theils weil die Vorlesung des Testamentes sie gar zu sehr äusser aller Fassung gebracht, theils auch, um sich bey Kaisern nicht gar zu sehr verdächtig zu machen. Es ward ihm also das Bürgermei¬ steramt, zu dem er sauf das kommende IahrO schon vorher erwählt worden war, nebst aller an¬ dern obrigkeitlichen Gewalt sicherlich abgesprochen. gen Kerls los zu werden. — Man vergesse aber da- bey die griechische, diesen Beschuldigungen vorgesetzte Bemerkung Plutarchs nicht- Aks Plankus die Par« they deS Antonius verlassen und zum Kaiser überge- treten war, wußt' er so viel Böses vom Anton zu er- zahlen, daß einer der Günstlinge Kaiser, Loponms, ein sehr angesehener Rathsherr, sich nicht enthalten könnt', ihm öffentlich im Senate zu sagen: dwlrs, me- bercules, kecir ^.nwrüub xriäie gusm ru illum relin- guere5. volles. zs49)Dieses Lied ist das, welches alle Dichter, de¬ nen man frcylich solches nicht sonderlich verdenken kann, anstimmen. -Hora; ist noch der bescheidenste von allen, denn er sagt in seiner berühmten Ode doch nurr Demenrss ruinaz Lspirslio, er tunus Imperio xaisbsr. Aber Proper;? LomuZii oblcoeni xrermm Romans popoleir dlosnis; (Hlorus, der so manch' mahl vom Geschichtschreiber zum Dichter herübcr- springt: prerium libiciinum llomsnum Imperium rir) Peso Albinovanus, sie hatte wollen? kom-m ciorslsm üupri ksbsre; daher heißt beym die Schlacht bey Aktium r vorslis »ciss. Große Gewalt d. Kleopatra üb. M. Ant. 7z r Ausdrücklich ward er zwar für keinen Feind desN.R.E.?-- Staats erklärt, aus Furcht vor denjenigen, soA'z AA um ihn waren, und die man gleichfalls, im Fall Sosnus ' sie ihn nicht verließen, für Feinde hätt' erklärenA^ekmei- müssen; alles übrige aber geschähe so, als ob man diese Formalität nicht unterlassen hätte, in¬ dem man einestheils denen, so es noch mit ihm hielten, Verzeihung und Lob, im Fall sie ihn ver¬ lassen wollten, zuerkannte; andernthcils aber dec Rlesparra den Krieg öffentlich ankündigte. Als ob selbiger wirklich schon angefangen sey, legten alle Rathsherren Soldatenuniform an, und be¬ gaben sich nach dem Tempel der Bellona, wo¬ selbst Raiser, als Fezialifcher Priester, alle die bcy einerKricgsankündigung vorgeschriebenen Kä- rimonien besorgte. — Alles dieses gieng den Worten nach nur dir Rleopacra, in der Thar aber Mark-Anton eben sowohl denn sie an. §. 780. Denn es Hatte diese Dam' ihn so ganz und gar unter ihre Botmäßigkeit gebracht, daß sie ihn sogar überredet, von den Alexandrinern die Würd' eines Gymnasiarchen anzunehmen. Sie ward von ihm nicht anders denn Königin» und gebietende Frau titulirt, und hakte Römische Z2;o) Sehet Bkifföm'um äs formuli; xox. Rom. l. llll. x. Z44. 3251) Dieses bedarf abermahls eines so wunder- großen Aufhebens gar nicht. Bus Plnrarck x. 9Z0, k. wissen wir, daß er den Titel eines Gymnasiarchen. schon lange vorher in Achen angenommen hatte, und Zwar in dem Winter, da ihn Oktavia nach Athen be- gleitete, und wo also Kleopatra auf jeden möglichen Fall unschuldig war. Es war eine, dem Charakter des Antonius eigenchümliche Kaprice. 7Z2 Dio Kaßius. B. I.. Hptst. xc. N.R E-7-rSoldaten zu ihrer Leibwache, so alle den Namen lius imd K Königinn auf ihren Schildern geschrieben hak' ^oSius ' ten. Sie begab sich mit ihm zugleich auf Bursermei-Heli Markt, wo sie mit ihm bey den öffentlichen Spielen präsidirte, oder Gericht hielt. sAuf -em Landes ritte sie mit ihm spazieren, in den Städten ließ sie sich in einer Sänfte tragen, welcher Mark-Anton nebst den übrigen Verschnit¬ tenen zu Fuße nachfolgte. Er legte dem Hause, 9252) Besehet die Noten zu S- 19s. im v. B> und §. 707. oben. Z25Z) Gessel, wie Hr. W. hat, (dem Lateiner folgend, der lelism übersetzte) ist allerdings ein sehr gut gewähltes Wort, um das Griechische aus- zudrücken, welches nach einer Stelle des Aristophani¬ schen Scholiasten eigentlich den Kutschersitz bedeutet; iZ4 ) und welchesbey spätem Schriftstellern sehrhau« fig für 8eIIa gebraucht wird. , beym plumrch, ist die tella cueulis. Auch steht nicht zu leugnen, daß nicht die Römer lettss gellArorE gehabt haben sollten, in denen sie sich sitzend tragen ließen: aber weit gebräuchlicher waren doch die Zecrreas, in denen man sich wie in den Indianischen Palankins liegend kragen ließ; und daß auch hier kein Sessel, sondern eine solche Uecrics zu verstehen sey, glaub' ich berechtigt zu seyn, aus dem schließen zu dürfen, was ein Paar Zeilen weiter unten vom Antonius erzählt wird- Er wird sr, also liegend, >n> le. 7-8 7-qc gesehn. Und endlich» ob zwar sehr häufig prosteht, so ist doch im Begriff des Works gar nichts vom Sitzen zu finden. Beym Homer und Pindar bedeutet das Wort am gewöhnlichsten einen solchen kleinen Streitwagen, dessen sich die Griechischen Helden vor Einführung dec Kavallerie bedienten. Beym Homer Iliad. 7. E' Dqrsr-s Darüber schreibt der Scholiast' Hc k>ey7"«4 , k?i, äv« Gewalt d. Kleopatra über M. Ant. Herz. 7 z z wo er Gericht zu sprechen pflegte, den NamenN.R.E.7rs der Königlichen Burg bey, Hieng sich einen Sä bcl an die Seite, trug ein ausländisches Kleid, und Soßius ließ sich öffentlich in einer goldenen Sänfte, Küssen von goldenem Zeuge liegend, Herum¬ tragen. Von Mahlern und Bildhauern ward , er zugleich neben ihr vorgcsicllt, sie unter dem Namen des Monds und der Isis, er als Ost, ris oder Bakchus; so daß man nicht an¬ ders glaubte denn daß er von ihr bezaubert wor¬ den scy; und nicht allein ihn selbst, sondern auch alle die andern, so etwas bey ihm galten, hatte sie dergestalt verzaubert und verhext, daß S. 4-». Z254) Florus mi. XI. 2. patriae, norninl«, tc>- Zse, ssscium oblirus, toru» in monlkrum itiuci, vr men- re, irs snimo quoque, et cultu closciuerLt. ^nreurn in manu bsculum, 36 Isrus acinsces, purpurea rellis, iriAermKuz oblitier» gemnüs. Oiaclsm» a(isr?c, vi re- zin» isx ipke srusrewr. s'Anton ahmte die Politik al¬ ler alten Länderbezwinger, z E Alexand r des Stoßen nach, der seine Makedonische Tracht gegen die Persi¬ sche vertauschte; so kleidete sich, den siegenden Gothen zu Gefallen, Rusinus auf Gochisch, und nur der Mann, der expres gegen ibn Pasquille schrieb. Rlau-- diaa, konnte dieS ibm übel nehmm; so kleideten sich m Indostan die Mungaleu gleichförmig denHiudus, und die Mgmscbeou denSinesensl 3255) D»es ist nichts neues. Leset die?-828ste Note. ?2^6) Das ist denn doch wohl mchtandem Vom Sirius und plankus erzählt Plmarch p. 942 5. deut¬ lich, daß sie Antons Parthey verlassen, weil ste die Epöktereyen der Königinn nicht ausstehcn konnten, denen sie, weil sie Amon den Krieg widerriethen, aus- Zesetzk waren. — Gemmius ward von Amons Rö¬ mischen Freunden nach Samus geschickt, ihn von der meovacra zu entfernen. Daß ibm nun diese günstig hakte seyn sollen, laßt sich von keiner Maitresse in der Welt denken. Abcr Geminius benahm sich dock gegen die Kleopatra ganz anders, als sich ein Minister Au» 734 Dio Kaßius. B.Hptst. X(^. R.Sr.E.7r-sie das Römische Reich so sicher zu besitzen hoffte, ms und sie in den wichtigsten Angelegenheiten bey dem Goßtt-s Rechte schwor, so sie auf dem Kapitolio sprechen Burgern, §- 78l. Ihr also ward angeführter Ursachen wegen der Krieg angekündigt, nicht aber Mark-Anton, von dem sie sehr wohl wußten, daß er ohne- gusts von Pohlen gegen die Kose!, oder einer'Ludwig des Fünfzehnten gegen die du Barry benahmen. Er sagte bey öffentlicher Tafel, als ihn Anrvnius ftug, warum ihn denn seine Römischen Freund' eigentlich Nach Egypten geschicktsg»?, ktv«, , tv äk x«, v>,ch«iv x«, vr, X«/«; k^k, »Lwa Und auf dies so sehr impertinente Kompliment wagte doch Kleopatra nichts als kaltblütig zu versetzen: Es wäre gut, Saß er fick diese«, wichtige Gedcimmß ohne Kolter hätte entreissen lassen. Syllauus und Dellms sagten ihr ins Gesicht, (und dies doch wohl noch obenein mit dem grösiesten Unrecht) die Lustig' machcr Kaisers lebten in Rom besser, als die Freunde des Antonius im Orient, (p. 94z- c. cl.) — vellejus H. 84. erzählt, daß Dominus Ahenobarbus die Kleopatra niemahls anders als bey ihrem Namen nennt: welches denn doch fast eben so impertinent als das Betragen des Mardochai gegen denHaman ist- Man vergleiche mit dieser Erzählung Velleji Plnrarch x. 941. k. Z257) Vielmehr sagte Kaiftr, die Römer hätkenn^ Krieg zu führen mit den Verschnittenen Marviou und Porhinus, und mit Lharmion und Iris, dcnKm' stecherinnen der Kleopatra. Plurarch x. 94? 'L»e- !r«?i<7Xkv«so ,'x«vsix, xi. xm kLvrx xxsro»,' -> x«l No9kiv«r, Xx, L«x>«; 4 xxxtVT-^i«, xa, p<«V, vg>' «v öttnxkiroq rq; Kaisers Kriegserklärung gegen Kleop. 7z 5 hin am Krieg Theil nehmen, und nicht seine Kles-NR.C-z-r patra aufgeben, sondern sich für sie gegen Kai-U scrn erklären würde. Ueberdem hatte man so die Soßius Gelegenheit, ihm daraus ein neues Verbrechendem"" zu machen, seiner Egyptierinn zu gefallen die Waffen freywillig gegen sein Vaterland, so ihm nichts im mindesten zu Leide gckhan, die Waffen zu ergreifen. — Von dieser Zeit an ward eifrigst von dcyden geworben; sie brachten Gelder zusam¬ men, '"b) „Nb beschleunigten die Zurüstungen Z2>8) Man findet nichts von ausserordentlichen Geloauflagen, so Antonius von den Ecinigen einge- trieben; wohl aber forderte Kaiser von jedem Freyge« lassenen, vermehr als funfzigrausend Drachmen, d. i. sechstausend zweyhrmdert fünfzig Thaler, oder neun tausend dreybundert fünf und siebzig Gulden besaß, den achten Theil seines ganzen Vermögens. Die Frey- gebvhrnen mußten den vierten Theil ihres jährlichen Einkommens als Gewerbsieuer erlegen Dio erzählt dies unken §.785 , und § 795. wirstAntonin seiner Rede solches Kaisern vor, der aber nach Antons Nie¬ derlage denen Freygelassenen, so noch rückständig wa. reu, die Schuld nachl-eß §. 8«?- — Da es zu einem offenbaren Auflauf der Freygelassenen gekommen war, und die Gemüiber dcrBnrger sich auch, der anbefohl- nen Schatzung wegen, in der größeffen Nahrung be¬ fanden, so ist kein Iweifel, daß, wenn Antonius da« Mahls eine Descent' in Jtaliert'vorgenommen, selbige nicht sehr vvrtheilhaft für ihn ausgefallen seyn sollte, plurarch p. 942. o. s- r-> x«, ?-« ^8? x-«z-a-7Xki/8c Lxx»«« 78 ix«,/« -"oe.kue,, X«,-.ar , X«, 7«; p«, 7-« 7«7«x7« 7.«, äk X7«^S7«V allrw» 7.7; LV7« x-tj XL7k,^0V ix 7«7«x «x.«7«v 7-», L7L-.'.,/. vsk« 70.;' ^«^,70,; 7^> 78 "S- ökftu X«, >7^ 77^77x577777.^.7. kö«Xk ir«I« ^«e-, X«, 7«; 7«x k^5-I/7k. xr«xlti>7ir z- X«1 r-,7«x 7z6 Dw Kaßius. B. l.. Hpst. X0. yr.R.E. 7--)um Kriege. Und wirklich war diese größer denn der vorigen eine; wenn man auch sonst Soßms nichts denn die vielen Völkerschaften, so in die- Burgermei.sxn Kr-jeg verwickelt waren, in Anschlag bringen wollte. Auf Seiten Kaisers befand sich Italien ganz, denn alle Kolonisten Mark-Anrons hakr' ec entweder durch Furcht, da derer nur wenige waren, oder auch durch Gutthaten auf seine Seite gebracht, (so war z. E. nach Bonomen, welches eine Kolonie Mark-Antons war, eine neue Kolonie abgeführt worden, um selbst der Stifter derselben zn scheinen.) Also Italien ganz, Gal¬ lien, -Hispanien, Illyrien; von Afrika die daselbst befindlichen zwo römischen Provinzen ganz, das Kyrenensische Gebiet abgerechnet, darneben aber auch noch das, so ehemahls unter Vokchus und Z259) Velle/us l. so. Oiso aursm klsnlio Vollo- ne, er Xlarco kuluio Xohiliors confulikus Ilo»onis äs- äucrs colonia, sbhinc annos ferme LL XVII. Das Konsulat des Manlms volso und Fuloms Nobilior fallt, nach den Almeloveenschen kaliis, in das Jahr n- R- E- 565, und dieses Datum ist zu neu, als daß man mit einiger Wahrscheinlichkeit sollte annehmen können: die Stadt sey zu den Zeiten der Bürgerkriege so verödet gewesen, daß sie einer neuen Kolonie be. durst hatte. Folgende Stelle Suerona K. XVII. löset uns das Rathsel auf: kononienlihus guogue puhlice, ^»o«i m c//k»re.« »'«»h Arsrism keeir coniursnäi cum rors lralia pro psrribus suis. — Diesen Umstand, (so bekannt er auch sonsten ist, so sind z B- die Syrakusaner in der Markeller, die Puteolaner in der Rasfter, die Allobroger in des Sabrus Ganga Klientel) scheint Dio nicht richtig ver¬ standen, und Antonium statt des für den angesehen zu haben; wenigstens ist dies die stör wahrscheinliche Meinung des Kasaubonus' über Sut¬ tons angeführte Stelle. Theilnehm. Völker an diesem Kriege. 7Z7 und Boglld gestanden; -'-°) ferner Sardinien,V.R.E.7-» Sikilien und die übrigen Eyländer alle, so in^^^ der Nachbarschaft aller vorgedachten Provinzen Soßius belegen stnd. Auf den Seiten Mark-Antons fand sich alles, was den Römern im vesten Land Asiens und in Thrakien zuständig war, Grie¬ chenland, Makedonien, Egypten und Ry- rene, nebst allen fminder beträchtlichen^ an- granzenden Ländern, und denen in ihrer Nach¬ barschaft liegenden Inseln, und außer diesen fast alle Fürsten und Könige, so an diejenigen Theile des Römischen Reichs granzten, so damahls un¬ ter der Oberherrschaft Mark-Antons standen, von denen ihm emsig' in Person, ander' aber durch Ihre Freunde Hülfe leisteten. — Die Erbit- ?26o) Von diesen zwey Provinzen sehe man oben 774. Kyrene war nach Egypten zurückgegeben worden. — In Rücksicht deS Bogud fehlt Oio offen¬ bar; denn er selbst wird uns § 786. erzählen, daß Bogud in Person dem Antonius Hülfe geleistet, und sein Leben darüber bey der Belagerung Methons ein- gebüßt habe. Bokckms aber war allerdings damahls schon todt und sein Reich in eine Römische Provinz von Kaisern verwandelt worden S- oben Note zagz. Z26r) Plurarcd p y 4- k> berechnet die Flotte des Antonius auf fünfhundert Kriegsschiffe, die Land- Macht auf hunderttausend Infanteristen und zwölf« tausend Reucer. — Von denen beym Anton persön¬ lich befindlichen Königen giebt er folgendes Verzeich¬ nt: Lokcbus aus Afrika, (falsch, wie vorige Note lehrt) Tarkonvlmoms von Kilikien, Archelaus von Kappadokien/ Philavelphus von Paphlagonien, NfitoraOak von Kommagene, Adallas von Thrakien. Hülfstruppen, ohne sich selbst zu stellen, hatten ge. schickt: Polemon von Pontus, Malckus, ein ara¬ bischer Scheikh in der Nachbarschaft vonJudäa, kodcK der Große, Amynt, König von Lykaonicn und Galatien; auch waren Hülfskruppen des Königs "vn Media Atropatena da - Kaisers Macht belief Aaa 7Z8 DioKaßius. V. L.. Hptst.XO. N.R.E 72rkerung war von bcydcn Seiten so groß, daß man ü"s von den Bundesgenossen begehrte. Sozius . Burgermei- Z- 782. Nachdem sich auf solche Weise beyde ver¬ stärkt, verschwor sich auch Mark-Anton gegen seine Soldaten. Einmahl, Krieg zu führen, oh¬ ne je auf eine Friedensbedingung, so ihm gemacht werden könnte, zu hören; nachher aber sein Tri¬ umvirat zwcy Monat nach erfochtenem Siege mederzulcgen, und sofort alle Gewalt dem Rath und dem Volke wieder zu geben. Zuletzt ließ er sich doch noch mit genauerNoth bereden, solches nicht eher denn sechs Monate nachher thun zu wollen, um so mit Muße die öffentlichen Ange¬ legenheiten in Ordnung bringen zu können- lind dieses versprach er, ohnerachtet er, der einen si¬ chern Sieg hoffte, nichts weniger denn dieses zn erfüllen gewiket war. fEr versprach sich aber so sicher den Sicg^ weil er den Gegnern an Volks¬ menge weit überlegen war, und noch überdcm S. 4-r- die Macht derselben durch Bestechungen zu schnü- chcn hoffte. Er hatte zu dem End' ansehnliche Summen nach Rom und vorzüglich nach Italien geschickt, in der Absicht, dort Unruhen zu erre¬ gen und sich Anhänger zu verschaffen; und darum hatte Kaiser nicht allein überall die strengest'Aust sicht halten, sondern auch seinen Soldaten Geld arrötheilen lassen. 5 78 Z. Indem man sich so von«allcn Seiten rüstete, sich auf zweyhundert fünfzig Kriegsschiffe, achtzigtam send Mann Infanterie, und die Kavallerie eben stark wie jene des Antonius: zwölftausend Mann. Z262) Note 2627. vgl. §. 797. am Ende. Vorbedeutungen und Wunderzeichen. 7Z9 fehlte es nicht an viel und mancherlcy Gerede derNR-E./-- Leute, vieles aber zeigte die Gottheit aufdiedcut-Z'.': Denn- lichst' Art von der Welt an. Ein Affe schlich sich^S»xr'u?' an einem Festtag in den Tempel der Reres, ^Burgermei- wo er alles in Unordnung brachte. Eine Nachc- enle ließ sich zuerst auf dem Tempel der Eintracht, nachher aber auch fast an allen an¬ dern den heiligsten Oertern Roms sehen. Da sie überall forkgescheucht ward, ließ sie sich zuletzt auf dem Tempel des Genius des Volks nieder, konnte durchaus nicht gefangen werden, und stog nur erst lehr spät von dannen. Der Wagen Jupiters zerbrach bey dcrFeyerung der Rö¬ mischen Spiele, und eine Fackel, so eine lange Zeit in der Luft über das Griechische Meer aufgehangen zu scyn geschienen hatte, schwang sich im Himmel hinauf. Der Sturm¬ wind thak damahls vielen Schaden; auf dem AvcnrinischcnBerg warf er ein Siegeszeichen um/ und auf dem Theater eine Bildsäule der Sieges¬ göttin», auch ward damahls der kcms ludll- ciu!, ganz und gar abgcdeckt. Eben so vielUnglück richtete das Feuer an, einen Ausbruch des Aetna zu geschwcigcn, durch den viel fruchtbare Lände- rcyen und Städte sogar verderbt wurden. Die Z26?) Siebe § 668- 9264) S- im vorigen Bande S- raF. Z265) Vgl. §-6zo, wo etwas Achnliches erzählt Wirb. Z266) Siche Note 1775- im vorigen Bande. ^267) Durch diesen Ausdruck versteht Dio Nord¬ s-Heine , wie sonst schon bemerkt. Z268) D- i. daS Adciansche, weil es an der Küste von Groß-Griechenland liegt. z-6y) Lampridiua Seuorus 22. vgl, mit Lapsio c. ii. lil.) 74-- Dio Kaßius. B.I^. HpLst.XL. N-R.e. 7-,-Römer, so dieses alles entweder selbst mit ansa- ms mid^hen, erinnerten sich nun auch des Drachen, als Setzins ob solcher gleichfalls ihnen ein Unglück angekün- ^m-germe!-^.gt hätte. Es Hütte sich nemlich nicht lange vor¬ her in Hekrurien ein Drache gezeigt, so groß, daß seine länge, wenn er sich völlig ausgcstrcckc hatte, fünf und achtzig Fuß betrug, und war nachher, nachdem er viel und großen Schaden gerhan, vom Donner erschlagen worden. — Diese Vor¬ bedeutungen alle giengcn das ganze Volk ohn'Un¬ terschied an; sintemahl cs Römer waren, so auf beyden Seiten kämpften, von denen viele fallen und die übrigen all' unter die Bothmäßigkcit des Siegers gerathen sollten. Mark - Antonen aber verkündigten die Straßenjungen in Rom, (die sich, ohne daß ihnen solches jemand geheißen, in zwo Faktionen getheilt hatten, von denen die eine sich Änronianer, die andere die Raiserlrchen nennten,) seine Niederlage; denn nachdem diese sich zwey Tage lang mit einander herumgeschla- gcn, zog endlich die nach ihm benennte Parthey den Kürzer«; den Tod aber seine steinerne, auf dem Albanischen Berg neben der Statue des Jupiters aufgerichtcte, sehr viel Blut von sich gebende Büste, Z270) Fabrik hat dieses sehr gelehrt erläutert. — Da derjenige, der jetzund von zweykvpfigtcn Drachen im Ernst reden wollte, sich bei) allen Kennern der Na« turgetzchichte lächerlich machen würde, so wird man mir verzeihen, seine gelehrte Note, zu der ich noch ein beträchtliches ixicllsAium liefern könnte, nicht zu de« nutzen. Z27i) Siehe im vorigen Vande S. 171. Z272) Plrrrarcl? p. 94z. e. r- -r,?, Anfang des Krieges. 741 §. 784- Indem nun hierüber alle Gcmüther schon ge-MSE? 4- spannt waren, geschah im damahsigcn Jahre jcbochuüs weiter nichts; stnkemahl Kaiser, der ohnehin noch Sirius in Italien manchcrlcy zu verrichten Hatte, vorst^""" Winkers Anfang um desto weniger etwas gegen Mark-Anton unternehmen konnte, weil er wußte, daß solcher damahls schon Geld in dieser Provinz ausgcstrcuet. Mark-Anton brach zwar wirklich in dem Vorsatz auf, den Krieg nach Italien unver- S. 4-5. host hinüber zu spielen, kam aber nicht weiter als bis Korkyra. Hier erfuhr er, Kaiserliche Schif¬ fe lägen am Kcraunischen Vorgebirge vor Plutarch Schweiß anstatt Blm setzt, und dadurch die Geschichte um sehr viel wahrscheinlicher macht. Nichts ist natürlicher, als daß Bildsäulen bey kaltem Wetter schwitzen, wie schon oben im vorigen Bande Note 1857. und im gegenwärtigen weitlauftiger in den Anmerkungen zu §. 727. geschehen ist. Bluts schwitzen wäre schon ein ungleich größeres Mirakel; (man weiß, wie viel Mühe man sich gegeben, dies Phänomen bey lebenden Menschen, z. E. bey unserm Heyland, zu erklären) obschon Fabriz auS Thoma Bartholins anführt, daß dieser Dänische Leibarzt eine Statue König Friedrich des Dritten gesehn ha¬ ben will, die, da Ehriskian der Vierte gestorben, Blut aus Ohren und Nase geschwitzt. — Ich bin nichts minder als Naturkenner; ich hab' aber sonst die okseruütionss Lanbolmi, die mir dermahlcn nicht zur Hand sind, zu meinem Vergnügen durchblättert, und kann meinen Lesern auf Ehre versichern, daß sie aus Unwahrheiten, Lügen, Windbeuteleyen und Aufschneidereyen ganz und gar zusammengesetzt sind; und daß man ihm da, wo man jedermann sollte trauen können, wo er Augenzeuge zu scyn versichert, nichts minder als trauen darf, lehrt unter hundert andern obangeführtcsFaktum unwidersprechüch. Z-7Z) Note 1295. im vorigen Bande. 742 Dis Kaßius. B.L. Hptst. XL. E- 7-rAnkc^ Dieses waren einige kleine Fahrzeuge, so mid Ä-Kaiser zum Rekognoseiren zum Voraus geschickt. SoAus Mark-Anton aber, welcher vcrmuthete, daßdie- scr.d>ie garlze Flotte Kaisers scyn möchte, getrau¬ ert! sich nicht, weiter vorzurückcn, sondern gicng, da cs schon im Ausgang des Herbstes war, nach dem Peloponnes zurück , wo er in parrä überwinterte, und überall kleine DetaschcmenkS von Truppen ausstellte, so das Land im Zaum halten und ihm die freye Zufuhr versichern soll¬ ten. Inzwischen giengcn, mit Einwilligung beyder, verschiedene Rathsherren und andere Per¬ sonen von einem zum andern ab und zu, und Kai¬ ser bekam einen Spion, den Lukius Messrus gefangen, den er, ohnerachtet er seidigen schon vorher in der Belagerung von Pcrusia ge¬ fangen'^) bekommen, frcy laufen ließ, nach¬ dem er ihm vorher die Starke seiner Macht und alle seine Zurüstungen gezeigt. Er schrieb auch an Mark-Anton, er möchte stch entweder von der Küste, so weit als eine Tagereise zu Pferde betra¬ gen könnt', entfernen, so wär' er in diesem Falle ohne Furcht zu landen, und den fünften Tag nach seiner Landung mit ihm zu schlagen erbötig; oder oberer sollte, wenn ihm dies anständiger wär) auf die ncmlichen Bedingungen nach Italien hin¬ über kommen. Diese Vorschläge rhat Kaisir, z?74) Buch xxxxn. S. it-r. 3275) GlairOorp Onomslk. p. 6ar. 3276) Siche §. 691, wo aber keines LNessms,-un¬ ter den Gefangenen, erwähnt wird. Vergleichs plmarcl) p. 944. s. der aber nichts vom gefange¬ nen Messius hat, sondern schlechthin ermhlc, Lie¬ ser hab' Antonio, wenn er nach Italien komme» wolle, sichern Hafen für seine Flotts versprochen- und sich zu gleicher Zeit erboten: sich mit der Vorbedeutungen und Wuuderzcichen. 74g nicht als ob er geglaubt hätte, Mark-Anton würN.R.T. 7-.- dc sie annehmen; (wirklich lachte dieser nur dar-A^^"A über und sagte: Und wer soll denn unser Rich- Soßius ter seyn, wenn einer von beyden gegen die verab-^^^"^ redeten Bedingungen handeln wird?) sondern nur, um durch Vorftuegslungen dieser Art seine Soldaten keck und die seines Gegners muthlos zu machen. 785- Auf das folgende Jahr waren zwar damahls,als die Triumvirs gemeinschaftlich die obrigkeitlichen Würden auf achtIahre zum Voraus besetzt hatten — (und von diesen achkIahrcn war gegenwärtiges das letzte) — Kaiser selbst nebst Mark-Anton zu Bürgermeistern ernannt worden; als aber dieser, wie ich schon oben bemerkt, solcher Würde für verlustig erklärt worden war, burgermeister-N.R-E. 7»; tcn Rniscr und der ehemahls von den Triumvirs^ proskribirte Valerius Meffala. ^°) — Ohn-lcr.Meffa!a gefehr um eben diese Zeit trug es sich zu, daß bcy^^"'"^ der Feyerung eines gewissen Festes ein Wahnsin¬ niger aufs Theater sprang, die Krone Kaiser des er¬ sten ^°) ergriff und sich aufsctzte, darüber aber auch Armee eine ganze Tagereise weit vom Ufer zurnckziehen zu wollen, um ihm so Raum, eine selbst beliebige Schlachtordnung zu veranstalten, zu verstalten. Dies Anerbieten hab' Antonius nicht annehmen wollen — (ist dasjenige wahr, was Dio in: Vorhergehenden er¬ zählt, so hatte ihmdiesAncrbietcnffehr angenehmseyn müssen) — sondern Kaisern entweder einen Zwey. kampf, oder aber dis Ebene von Pharsalus, zur Bey- legung ihrer Streitigkeiten angeboten. Z278) Siehe oben §- 779- Z279) Ebend. §. 6zy. Z280) An öffentlichen Festtagen ward die Bildsäule Kaisers, so wie die der übrigen Gotter, im feyerlichen Aufzug herumgefahren; da sie denn, so wie die übri¬ gen Götterstatuen alle, bekränzt oder gekrönt war. 744 Dio Kaßius. B. I-. Hptst. XO. N.R.E./rzsogleich von den Umstehenden in Stücken zerrissen in. und Ein Wolf, der sich in den Tempel der ler. MeffalaGlücke'göttinngeschlichen, ward daselbst er- Durzermer-tappt und umgcbracht. ImKirkus, zu derZcit, als gerade das Wettrennen gehalten ward, zerriß ein Hund den andern und fraß ihn auf Zu dem vielen andern Schaden, so damahlö das Feuer anrichtcte, gehört auch, daß es einen beträchtli¬ chen Theil des Kirkus, den Tempel der Kcres und einen andern Tempel der Hoffnung ^') verzehrte. Es schien zwar, es scy dieses Feuer von den Freygelassenen angelegt worden; denen man allen sammt und sonders, so viel ihrer in Italien befindlich waren, und funfzkgtausend Drachmen ober drüber besaßen, den achtenTheil ihres Vermögens zum öffentlichen Schatz abzu¬ liefern aufgelegt hatte. Dies hatte Gelegenheit S- 4-5- zu Rebellionen, Todschlägen und Feuersbrünsten gegeben, die nicht eher unterblieben, bis sie mit den Waffen in der Hand bezwungen wurden. Dies hatte die Folge, daß die freyen Gutsbesitzer in Ita¬ lien nun auch ruhig waren. Denn auch diese, denen aufgelegt war, den vierten Theil ihres Vermögens zu zahlen, wollten sich rühren, gctraueten sich aber snach der Niederlage der Freygelassenen^ keinen Aufruhr anzufangen, sondern zahlten, zwar un¬ willig, aber doch ohne sich durch Blut dazu zwin¬ gen zu lassen, die ihnen aufgelegte Steuer. Z28i) Siehe von diesem Tempel im vorigen Bande §. 442. und daselbst meine Noten; von der unglückli¬ chen Vorbedeutung der Wölf' aber ebend- p. 159- unter den Vorbedeutungen der Pharsalischen Schlacht, ferner §. 629. und tz. 72z. Z282) Siehe zurück Note Z262. Z28Z) Livius XXIIII. 47. XXV. 7. XXXX. Zl' Z284) Vergl. die zrzbste Nore. Erste Kriegsvorfalle. 745 Man hielt also dieses Feuer allerdings für stna-N RE.72; türlich rmd^ von denFreygelassenen angelegt, Zah-A.EVa- lek' es aber, der Menge der abgebrannten Häuserler.Messal« wegen, dennoch unter die Wunderdinge. Burgmuei- §. 78§. Doch furchten sie die Erscheinung aller die¬ ser Wunderzeichen nicht, und ließen darum nicht das mindeste von ihren Zurüstungen zum Kriege nach. Den ganzen Winter rekognoscirten fle nur und suchten einander durch kleine Scharmützel Abbruch zu thun. Kaiser war zwar von Brun- disium nach Korkyra unter Seegel gegangen, in der Absicht, denen neben Atrium vor Anker lie¬ genden Feinden unvermuthet über den Hals zu kommen, war aber umgekehrt, weil ein entstan¬ dener Sturmwind seine Flotte beschädigt. Beym Frühlings-Anfang regte sich Mark-Auron durchaus nicht. Emes^Theils, weil die aus ver¬ schiedenen Völkern zusammengerafften, und fern von ihrem General in die Winterquartiere verleg¬ ten Matrosen nicht allein in ihren Manöver» sich zu üben unterlassen harten, sondern auch noch oben¬ em durch Desertionen und Krankheiten sehr ge¬ schmolzen waren: Andern Theils hatte sich Z2Z;) Ein großer Theil der Schiffe Mark-Antons war völlig unbemannt. — Wenn die Abschilderung, so uns Plurarch von dieser Flotte giebt, nickt über- . trieben ist, so zeigt sie uns den Antonius von einer äusserst verachtungswürdigen Seite, und beweiset, wie sehr tief der der Liebe ergebene Mann fallen kann. Ovi-K, Zx SU1/ , k>5k 7°^ noäv , «§8^.70 78 V«d7,xx -0 X<-«7-; !k^k0!7«7e«»' X», 7«ll7« 0^-L, V7S 71.» 7^«» k» 78; ?k7/a-8? ce-.-roxx;, 8-« 8 7« 7«; L/>. «irotkk«; x«> n?.r>ska;, 944. ä.) 746 DioKaßius. B.I.. HpLst.xc. N.R E 72ZAFrippa durch ein- Belagerung von Mechone /il uÄVa-Meistcr gemacht, denBogud, -er Kom- r f Meffalamandant dieses Platzes war, erschlagen; und von Ahs'^^'hicraus, nachdem er Erkundigung eingczogen, wo seine Lastschiff' am füglichsten landen könnten, verschiedene Landungen an unterschiedenen Orken Griechenlands gewagt, und den Mark-Anton da¬ durch jederzeit im Zaum gehalten. Die nervlichen Ursachen machten Reisern im Gegentheil keck,und -a er sich seines bestdisciplinirren Heeres auf bas schleunigste bedienen, und den Krieg lieber in Griechenland und den andern Mark-Anton zuge¬ fallenen Landschaften, als in Italien und dec Nachbarschaft von Rom führen wollte, führet' er alle diejenigen Soldaten, so ihm nützlich seyn konnten, und die angesehensten des Raths und -er Ritterschaft nach Brundisium; die einen, sich ihrer Hüls' im vsrhabenden Kriege zu bedie¬ nen, die andern, zu verhüten, daß sie in seiner Abwesenheit keinen Aufstand anfangen möchten, vorzüglich aber dem Volke zu zeigen, daß der größest' und wichtigste Theil der Römer auf seiner Seite sey. Nachdem er hier jedem befohlen, eine bestimmte Zahl von Sklaven mit sich zu bringen, auch sich selbst zu beköstigen, (doch von diesem Be¬ fehl waren die Soldaten ausgenommen) setzt' ec mit seiner ganzen Zurüstung über das.IomD Meer. §. 787. Er führte seine Soldaten weder nach dein Auch mußten, da die Schlacht selbst geliefert ward, alle egyptische Schiffe, bis auf sechszig, verbrannt werden, weil sie nicht bemannt werden konnten- (?- 945> ch) gazo) S. oben Note 2870. Beschreibung der Lage von Aktium. 747 Peloponnes noch gegen Mark-Anton, sondernN.R.E.^z gerade nach Akmmi, wo der größeste Theil derI feindlichen Flotte vor Anker stand, szu versuchende!-.'Messalg ob er sie nicht durch Ucberredung oder Gewalt aus!D^rmel« seine Seite bringen könnte. Er sendet' also die " Infanterie, so mrfern dem Kcraunischen Vorge- birg' ans Land getreten war, dahin ab, und er selbst gieng mit den Schiffen nach Asrkyra. Da S. 4-s. die Besatzung dieses Eyland vorher schon verlas, sen hatte, bemächtigt'er sich dcffelben, des soge¬ nannten Süßhafmo der diesen Namen da¬ her bekommen, weil der sich in ihn ergiessende Strom sein Wasser versüßt, woselbst er sich vor Anker legte, und von da nach Aktium unter See¬ gel gieng. Hier fordert' er die Antonianer auf, entweder sich ihm zu ergeben, oder aber mit ihm zu schlagen. Da aber niemand weder ihn anzu- greifen, noch mit ihm zu kapituliren Miene mach¬ te (dieses unterließen sie aus Mißtrauen, jenes aus Furcht) nahm er diejenige Gegend weg, wo jetzund Nikopolis sieht, und wo er sich auf einer Anhöhe lagerte, von wannen herab er das äußere Meer, in dem die Inseln paxi liegen, Las innere, neben Ambrakia, und das Z287) Grrabo x. 962. „Es folget das Winter« „Vorgebirge, ingleichen der Süßbafen; cs hat dieser „seinen Namen davon, weil sich hier der Ackeron, „ein Fluß, der aus dem acherusischen See herab« „kommt, in das Meer ergießt: denn da dieser eine „Menge von andern Flüssen wahrend seines Laufes zu „sich nimmt, versüßet er das Wasser in etwas, so sich „in diesem Hafen befindet." Z288) Siehe den ersten Paragraph des folgenden Bandes. Z289) Parus und Antipaxus, (bei) Leibe nicht mit parus und Auriparus zu verwechseln) Possbius ll. x- Vgl- -Harduin über plin. Illi. 12. 748 Dio KaßLus. B. Hptst. XO. N.R.T.72zzwl'schcn beyden vorgcdachten mitten innen liegen, m.undVa-de' dem die in der Nachbarschaft von Niko- jer. Messalapolis liegenden Meerbusen sind/ übersehen konnte. Bargcrmei-;-^ Ex bcvestigte diesen Ort, und führte von selbigem eine Mauer bis an den äußern Hafen Gomnruo. Von hier aus ließ er AktLum zu Wasser und zu Lande belagern. Ich habe auch sagen hören, daß er damahls drcyrudrichte Schisse aus dem äußern Meer' in den Ambraki- schen Meerbusen, über die vom Agrippa aufge¬ führte Schanze gebracht, und daß er sich, sol¬ ches zu bewerkstelligen, statt der Hebel, mit Ocl bestrichener Rindshäute bedient; da ich aber nicht weiß, wozu diese Schiff'in den Meerbusen hin¬ über geschafft worden wären, so kann ich mich auch nicht entschließen, dieser Sage Glauben zn geben, da es gewiß ohne die äußerste Mühe nicht angegangen wär', über einen nicht gar zu schma¬ len und noch obenem sehr unebenen Ort dreyru- derichte Schiffe auf Ochsenfcllen hinüber zu füh- 9290) Der sogenannte Meerbusen von Ambrakia. — Ich schreibe, so wieHr.W., weil solches gewöhn¬ licher ist, und auch durch Münzen bestätigt wird, j DioAassius, Diodor von Sikilien und ThukydiSe« setzen Den Namen hat dtt Busen von Ambrakia, der alten Residenz der Könige von Epirus, am Fluß Arackthus, welcher aus dein Tymphäifchcn Gebirg' entspringt, und vom Meer aus bis zu dieser Stadt hin schiffbar ist. Srrabs x. 964. 4291) Strabo p 96z. „Nach dem Säßhafcn „folgen noch zwey andere. Der kleinere von ihnen, „und der dem Süßhafen am nächsten liegt, führt den „Namen Romarns, und dieser formi« einen Isthmus „von ftchszig Stadien, der bis an den Meerbusen „von Ambrakia und bis zu der vom Kaiser August ec- „baueten Stadt Nikopolis reicht." Beschreibung der Lage von Aktium. 749 ren. Doch behauptet man, cs sey solches w1rk-N.R-E.7rz lich geschehen. - Akrium, ffum dieses hicr^j 9292) Eben auf solche Weis' ist die PunischeFlotteler-Meffala vom Tarentinischcn Hafen bis ins Meer gebrachkN'^tt'M- worden. polyb. VIII. Lne. Livius XXV, n. Sis^'' lius XU. 44 r. Inclulss i^icur, guibus bsuä snsrs üsbscur, superpolus, cisvliris msris exrullt situ, Uorgus suerks rulit pvrksrss srus csrinss. »'oborcrr ^lr^«e »-cce»^ cac/r ^ro/a-o/ä r««s»cr, rora ci«rch89, daß Trajanus auf eben solche Weise seine Flott' aus dem Euphrat in den Tiger hinüberbringcn lassen. — Daß aber bey diesem Manövre die Unterlag' aliemahl stisch abgezogene Thierhante gewesen, lehret uns Netzes (Hl. VIIII 70. die deswe -en hies¬ sen- IsrSorus XVIIIl. 2. Die Masi inen, deren Wan sich zur Fortbringung d-eser Schiffe bediencte, hießen 'o^x°, und aus welcher letztern Benen¬ nung vermuthhch der Name Ramccl entstanden, den b>e Holländer jenen Maschinen geben, deren sie sich 1 bedienen, größere Schiffe von Amsterdam bis zum ^sxe! zu bringen. Mehr lest mau bcym Zabret« über die coiumnsm Nrslsni p. Ig8- Scheffer cls re nsusU Z- ^urtius üe nsuiFsrinnibuz bslomonis imÄN- ^g, und weffclmg Obl. I. xxvm. p. 12t. — Ue- - drigens bemerke man sich gegen Fabre«: und Schefs ' s / haß Dio nicht die Möglichkeit einer sot-wen Ue- ^tbringung der Schiffe leugnet, sondern nur, daß ioiches damahls, da es gar nicht nöthig zu seyn ichwn, geschehen seyn sollte. 7)0 DioKaßius. B. b.. Hptst. XO. N.R^./rzZU beschreibens ist ein Tempel des Apollo, welcher ni. undVa-^^^ der Mündung des Ambrakischen Meerbusens, !«r. Mcffaladen in der Nachbarschaft von Nikopolis liegenden gegenüber, liegt. Diese Mündung ist sehr lang und überall gleich schmal; sie selbst und die ganze vor ihr liegende Gegend ist gleich bequem, mit den Schiffen daselbst zu landen, oder sie dort vor Anker zu legen. Dieses Orkce hakten sich die Antoniancr noch vor der Ankunft Kaisers bemächtigt; auf beyden Seiten der Mün¬ dung Thürme aufgeführk, und in der Mitte ne¬ ben selbigen Kriegsschiffe gestellt, so daß sie in diese Mündung allemahl frey ein-und ausschiffen konnten. Sie selbst hakten ihr Lager auf der an¬ dern Seite der Mündung, neben dem Tempel, in einer großen Eben' aufgeschlagen, die sich bes¬ ser zur Wahlstatt, denn zum Lagerplatz schickte; und dieses war wohl ein' Ursach mit, warum sie im Winker sowohl als im Sommer von Krank¬ heiten weit mehr denn ihre Gegner leiden mußten« §. 788. Mark-Anton, sobald er Nachricht von dec Ankunft Kaisers erhalten, zögerte nicht, sondern brach mit asten denen, so damahls um ihn waren, nach Aktium auf. Er kam daselbst nicht lange nach Kaisern an, waget' aber darum dennoch nicht, alsofort mit seinem Gegner zu schlagen, shnerachtet dieser sein Fußvolk hausig haußen rer dem Laaer in Schlachtordnung stellte, mit seinen Schiffen auf die ihrigen lossccgelte, ihnen schiffe wegnahm, in der Absicht, mit ihm, eh'er noch seine ganze Macht zusammengezogcn, i" schlagen. Allein gerade dies' Ursachen bestimmten Z2AZ) Eiche Note Z-LZ. Unternehmungen des Agrippa. 75 r Mark-Anton, vor der Hand noch keine SchlachM.R T. zu wagen, sondern die Stärke des Feindes einiges Tage hinter einander durch Scharmützel und klei ler'. Me^la ne Gefechte so lange zu versuchen, bis er ganzes Heer bcy einander haben würde Mit S. 4-7. ihm greng er, zumahl da ihm Kaiser jetzt nichtmchr so sehr als vorher trotzte, über die Meereng' und schlug sein Lager nicht fern vsm Kaiserlichen auf. Die Reutercy marschirte rings um den Meerbu¬ sen herum, und so war Kaiser von beyden Sei¬ ten eingcschlojfen, dergestalt, daß er sehe gern still saß, und weit entfernt, selbst Gelegen¬ heit zur Schlacht zu geben, kleine Detaschements nach Griechenland sowohl als Makedonien schick¬ te, um so den Mark-Anton von sich zu entfer¬ nen. — Indem dieses die Generale selbst thaten, bemächtigte sich Agrippa durch eine plötzliche Landung des Vorgebirges Leukas und aller 2294) Hieß in den altern Zeiten Lfferstus, und weil diese dem Ulysses zugehörte, (dessen Vater Laertes Nerstus erobert hatte. Ulyff.;XXliH. 976.) so führt dieser daher den Zunamen Gvid UM. I rin. 51. pro ti»ce lVer-krs, clootl, mslg Iivstia, Postas 8eridire: lVerrero nam mala pluia mli. Als Rypsclus über Korinrh regierte, bemächtigten sich die Korinther dieser ganzen Sceküste, woselbst sie die Stadt' Ambrakia und Anakrorium erbaueten, und die Landzunge durchgruben, vermittelst welcher Ne- rilus mit dem vesten Lande zusammenhieng. Grrabo x. 1279. §- 9- Dock, hat man nkmahls durch diesen Kanal mit Schiffen durchkommen können, sondern es hat solcher allemahl umlahren werden müssen. Thu-- kydlves III. 8t., daher es auch noch in spätem Zeiten oster Vorgebirg' als Insel heißt- — Einen sehr schö- nen loeum von der Lage dieses Vorgebirges oder Ey. landes hat uns Gosiparer Lharisins aus dem kro- komlico des -Hyginus aufbehalkrn. Man sehe die Vs- 752 Dio Kaßius. B. I-. Hptst. X(^. «r.R.,? 72zdort vor Anker liegenden Schiffe; nahm, nach- iii.l-ndVa-dem er den Rwinrus Nastdius in einer ler'.MessalaSeeschlacht überwunden, pacrä, und darauf Burgermei-^g^ Rorinthus hinweg. Um eben diese Zeit lerer 6r2wm»ricos kutscliü p. ioz. — Den Namen Leukas bekam es in neuern Zeiten, «-r» »-»s ---- von dem weissen Felsen, der des Sprunges der Liebenden wegen so berühmt ist, von dem Strabo !. c. tz. io. und daselbst meine Noten zu lesen. —' Auf dieser Insel Levkas lag, in einer Entfernung von 240 Stadien vom Vorgebirg' Aktium, die Stadt Levkas, die zur Zeit des Achäischen Bundes die Hauptstadt von ganz Akarnanien war. Nach Ephorns, der dem Ver¬ fasser des Alkmäon's folgte, hatte Ikariers, der Va¬ ter der Penelope, zwey Söhne, Aly'zcus und Levkas öius, von denen die Stadt'Aly;ea (beym ^kylax und beym Ptolemäers ; auf der Hals¬ ke des Weges zwischen Anaktoriuw und Stratus, eine kleine halbe Meile vom Meer) und-Lcvkas benannt worden scyn sollen. Florrrs im. XI. 4. sagt von die¬ ser Expedition: acl PNM2M nouorum mowum fsmsm Laelar 2 örunäulin rrsiecerac, vr veniemi belin occur- rerar: pvlirisque in Lpiro cssiris, L.e«cs-ie?» r»/»/«« ^«care», et Lmbrsca sinus cornus, cissse succinxerat. g-95) Daß dieser Mann so, und nicht Asisins geheißen, wie er doch in den Handschriften Dions genannt wird, crgiebt sich aus noch vorhandenen Münzen, beym Morelli in der kamisis dlssiclis, Le¬ ger sskef. klrsnss 1. II. p. 567. und -Haverkamp s 29z. — Sein Vater Lukius hatte vor Zeiten die Flotte Pompeji Magni kommandirt, Kaiser Liu. H. 4. und der Sohn hatte die Parthey des Sexens nur erst alsdann, da ihm alles verloren zu seyn schien, verlassen und war zum Antonius übergegangen. Ap- piauus V. x. 750. o. Z296) Vcllejus H. 84- In ors arqus oculis LMv- nisnss clslsis, psr kcl. LZrippsm beucss expuZnsr«, karras csprae, Lormtlnrs occupska; bis snks vliimum chlrrimenj elssiis sioliium supersr«. , Der eine dieser Su'S Scharmützel und Desertionen. 75z Zeit schlugen Mark^TLrius undGtariliusN.R.E.72z Taurus, die Rcuterey Mark Antons durch e! nen plötzlichen Ueberfall, und überredeten Phi ier'Messua ladclphus, König von Paphlagonier, zu ih-^"vermei¬ nen übcrzugehn. Auch gieng Rnpjus Domi-' tius, mißvergnügt mit dem Metragen der Sieg' ist der hiererwahnke gegen Pkastdius, dem die Eroberung von Patra und Korinth folgte, der ander' ist der gegen den Sofiius, der im folgenden Paragraph erzählt werden wird. Z297) Leset die 2/87ste Note. ?2y8) Diesen Philadelphus zahlet Pturaech p- 944. K. ausdrücklich unter diejenigen Könige, so dem Antonius Hülfe geleistet. Er hieß mit seinem eigentli. chen Namen Desorarus, und residirte zu Gangra, ei« ner kleinen Stadt mit einem vesten Schlöffe (vergl. Lellarius 'p. II. P.;l7-Zt8 und Wesselings Noten über -Hierokles p. 695.) welches dieResidenz derPaphlago» Nischen Könige, von Morgis Zeiten an (eines Bun¬ desgenossen Äntiochi des Großen , Liams XXXViii. 26.) gewesen war, deren Andenken sich noch sehr svat in den Kirchenskribenten erhalten hat. Da mit ihm' das Geschlecht der Paphlagonischen Könige völlig un- tergieng, so bemächtigten sich die Römer Paphlago- Niens, sobald als er gestorben war, Grrabo p. i;68. § 144. und Gangra bekam in später» Zeiten den Eh¬ rentitel einer Metropolis von Paphlagonien So;s-- Menus III. 14. kV Im ephesinischen Konzilia unterschreibt sich Bosporms: r-rr-^e^ t-'-r'eo^o^kiÄ; k»«M«s plutarch p 945' b. wo er von den Ueberläufern redet, so von derParthey des Antonius zum Kaiser übergegangen: -7-^,1-- re pLs-,^k«v «, 'L/---VV8 x-r- «-----»5--. Hier ist dieser Oejotarus kein anderer als der, der auf der vorigen Seite philadelphus hieß, und nicht et- Wan an den Galatischen Lerrarchen Dejokarus zu den- km, von dem solches Herr Professor Leck (Ferguson Th. in. r r. Note 4g.) versteht. Z299) Oben Note 2674. Bbb 754 DioKaßius. B-l- Hptst. XO. N.R E-7r;Kleopatra gegen ihn zum Kaiser über; dem er w.nndVa-^^^e weil er nicht lange darauf an einer Krank- jer.' MeMaheir mit Tod abgieng, keine Gelegenheit hatte, Vurgermei-^rsönlich^ nützlich zu seyn, sdcn Angelegenheiten desselben aber doch dadurch keinen kleinen Nutzen brachte) weil viele, welche glaubten, er sey nur darum übergegangen, Weiler einen glücklichen Ausgang des Krieges für Mark-Anton unmög¬ lich hielt,dem von ihm gegebenen Beyspiel folgten. Bey so bcwanökcn Umständen ließ M. Anton allen Muth sinken, und fieng an ein Mißtrauen auf alle die, so es noch mit ihm hielten, zu setzen. Damahle war es, daß er den Jamblichus, ei¬ nen Arabischen Scheikh, "°') zu Tode peinigen ließ, "nd einigen andern auftrug, den Rrvmtus pofthumiuö, einen Rachshcrrn, in Stücken gzoo) Von der Stadt, welche die Araber jetzund -Hem« nennen, (Abulfedä rsb. ch^riss 9.104.) und die dey den Griechen bald bald 'L/,,.?--, auf Münzen immer 'M,«-« heißt. Ronsiantinus Porphyr rogennem üe sämirMrsiulo imperio c. 25. xv^> st---- 'L/,-»»«; wie wir ans Strabo 9. 2094. ersehn. Von ihm schreibt Rikers -ti«. XV. r. Losem sie sb lambüebo, ?h^lsrcho-^rsbuin, /eo-Kmer 09!- l-e-re Almire, amrc«my?re eA- reyenöüeae /ro)?ree, Iltcerae se üssem reküs rosciirss länl. Er hatte, nckß seinem Vater Sampstkeranus, dem Bassus beyge- standen, als dieser inApamea belagert ward, (deiur Emeffa liegt nicht weit von Avamea südwärts) unv hatte gegenwärtiges Unglück seinem Bruder Alexander zu verdanken, der ihn fälschlich bey Antonio angege¬ ben, zur Belohnung seiner Untreue die Herrschaft fei¬ nes Bruders crba'ten harte, aber auch eben deswegen von Kaisern erstlich sm Triumph aufgeführt und dautz hingerickter warb, wie Dio unten §. 812. ausführli¬ cher erzählen wird; der darauf dem Sohn desJam- blichus die väterliche Herrschaft wieder -»stellte. umen h. Y2g. — Man les' über diesen Iamblichus den Noris «le epocüir äA-omaceeiorr«/» 9, 9Z. Seeschlacht zw.Soßürö u. Arruntius. 755 zu zerreissen. "°') Zuletzt fieng er an zu befurch N.R.E. 7-; tcn, Rwinms Dellius "°') und Ainyircas ui. König von Galalicn, so er nach Thrakienier. Messala und Makedonien abgeschickr, Lehnsolbaren daftlbsist^""^^ zu werben, möchten gleichfalls auf Kaiserliche Seite rrercn; er cmfchloß sich also, unter dem Vorwand, sie zu beschützen, falls sie von den Feinden angegriffen werden sollten, selbst zu ihnen abzugchn. §- 789- Inzwischen kam es auf eine solche Weise zur Seeschlacht. Soßius vermuthct', irgend einen beträchtlichen Vortheil zu erhalten, wenn er den Lukins Arruncius, "°*) der nur mit wenig Schiffen, in der Absicht, die Antonianer zu re- kognoscircn, da stand, noch vor der Rückkunft des Agrippa, welcher der ganzen Flotte vorgesetzt ??St) Ich wünschte von diesem, mir völlig unbe¬ kannten Manne, mir wohl mehrere Nachricht. Z?v2) S. Note 2;z7i zzoz) S. N. 2655. ;i59 und zi6o. ZZ04) Dieser Anführer heißt in allen Handschriften Divns Tarcsius. Es ist aber wohl kein Zweifel, daß Man nicht Arruntius lesen müsse, wie Gerhard Jo¬ hann Vosftus zuerst über vellesus II 85 bemerkt; wo diesem Arruntius bey der Attischen Schlacht vom Kaiser das Kommando des linken Flügels übertragen wird. Auch beym Plutarcb x. 946. e. kommt dieser Arruntius ln der Geschichte der Mischen Schlacht vor. N- R- E. 7g2. war er Konsul. Dio § 915- — Dec Lnkius Arruntius, der 759 mit Acmilio Lepido burgermeisterte, und den Fabrlzius für den unsrigen halt, war, wie die Fasti ausdrücklich besagen, fein Sohn; und noch weniger hau' ihn Fabrizius mit le¬ nem verwechseln sollen, der sich im letzten Lebensjahr des Tiberius freywillig das Leben nahm, und dec vielleicht sein Enkel war. S. die Anmerkungen unten in §. 1089. 7;6 Dio Kaßius. B.^. Hpkst.XO. BR-S 7-zwar, überfallen könnte. Er bediente sich also ei- ui vnvVa-^^ dicken I?cbcls, dec eines Morgens früh ge- ler. Meffaiafalien war, (zu verhindern nemlich, daß Arrun- Durgcrmei-^^b, die Menge feinet Schiffe sehend, nicht ent? fliehen möchte) ihm unversehens über den Hals zu kommen. Vey seiner ersten Annäherung ergriff Arruntius die Flucht, und Soßius, ohnerachtct er ihm nachsctzte, war dennoch nicht ihn einzuho- lcn vermögend. Denn weil ihm Agrippa unver¬ sehens entgegen kam,ward er nicht allein verhindert, einigen Nutzen aus feinem Sieg zu ziehn, sondern er selbst, Tarkondimotus '"H und noch viel andere mehr verloren in diesem Vorfall ihr Leben. Mark-Anton war um die nemliche Zeit in einem kleinen Gefecht von der Kaiserlichen Reu- ZZ65) N. rzy2. Z zo6) Soßius komwandirt nachher in der Mischen Schlacht, und wird von Kaisern begnadigt, wie Dio selbst an zwo unterschiedenen Orten §. 812- und iorr- versichere; wie kann er hier umkommen? prokeero in slroemro libro Dio t'slto§klk, sagte schon Laloris tlenok. rilan» p. 284- und ich sag' es ihm von ganzem Herzen nach; denn alles, was Fabriz von einem doppelten Soßius beybringt, deren einer jetzt erschlagen, der andere spare« hin von Kaisern begnadigt worden s»n soll, ist, um gelinde zu reden, höchst unwahrschein¬ lich. Gern würd' ich das Griechische Wort, dessen sich Dio bedient: > nicht vom Tode, son¬ dern von der gänzlichen Niederlage des Soßius aus' legen, und ich würoe mist unterstehen, dies mit »n- gezweifelten Beweisstellen Griechischer Schriftsteller zu belegen; allein der Zusammenhang laßt dies nicht zu: sann ich doch unmöglich übersetzen: Sosiiu-' ward gesclchagen, und L. nebst viel andern verlo¬ ren rhe Leben; sondern das Zeitwort kann in keiner andern Bedeutung vom Soßius gesagt werden, als vom Tarkoudimocus. — Vielleicht sind nach--e°^'§* einige Worte weggefallen. Schlacht bey Aktium. 757 terey überwunden worden; er beschloß also,N.R.E. 72z die bisherige Position seines Lagers zn äüdern verließ in der Nacht sein verschanztes, in derler'.Messaia Nachbarschaft der Feinde befindliches Lager, und^^'M' gienq auf die andere Seite derMündung herüber, S. wo sich damahls schon der größeste Theil seines Heers gelagert hatte. Da er hier von derZufuhr abgeschnitkcn war, so fieng es ihm an, an Lebens¬ mitteln zu gebrechen, und man fieng an zu über¬ legen, ob man da, wo man stand, eine Schlacht wagen, oder aber wo anders hingehen und den Krieg auf die lange Bank zu schieben suchen sollte. Ein und neunzigstes Hauptstück. Schlacht bey Aktium. §- 79o. Hier sprach nun dieser so, jener anders, es behielt aber die Meinung der Kleopatra das Ue- ZZO7) Geht dieses auf jenes geschickte Manövre Kaisers, da er den Antonius beyahe lebend aufgkfan» gen hatte? — Plurarcb z>. 945. 6. «'» s- Xttr-archelvovch« n'Lor 7"ov , At M», 0 ktMZL, r/Hofü)^kt/o§. StiLkT-L LLtS-«^r «ts«p7-o<; MS oL/PLT'ov. ÜL« 7-MV <7v^o?jZeu/ «U7-0V; kTk-x^e 78S ßve^kUS'oVT-LS. 0t §e T'oSLT'oV -r-ov 7»-§0Y>8/2kV0p «VT-», ^0L?LV«7«t1-LS' Ltt/Vos r- — oder ist es auf ein anderes, mir unbekanntes, zu zieh»? zzoz) Eigentlich wohl nur: Ob man eine See. schlacht oder Landschlacht wagen sollte. Lamvius war für das letztere, und riech, sich tief nach Make- donien und Thrakien zurück zu ziehen, wo Dikomes, König der Gelen, Antonium mit einer starken Macht Su unterstützen versprochen hatte. Plutarch l. e. L. 758 Dio Kaßius. B. L. Hpst. XO. ^.RE.7rzbcrgewichk, welche vorschlug, in den vestcsicn ui.lmdÄ Besatzung zurückzulafscn, und mit dem ier. Mess«!aUeberrest des Heers ihr nach Egypten zu folgen. Burgermei-Sje gab diesen Rath, weil Wundcrzcichen sie er¬ schreckt hatten. Schwalben Hatten in der Nach¬ barschaft ihres Zeltes, und sogar auf dem Admi- ralschisf, auf dem sie zu fahren psiegke, Nester gebaut Milch und Blut war aus Wachs getroffen. Die Statuen, so unter Götter Ge¬ stalt ihr und Mark-Anton zu Ehren dieAthenicn- ser in ihrer Burg errichtet, waren durch Donncr- schlage von da aufs Theater herabgeworfen wor¬ den. Des' Ursachen, zu denen sich die Trau¬ rigkeit und Mutlosigkeit des Heeres gesellten, machten, daß Kleopatra nicht allein sich furchte, sondern mit dieser Furcht auch den Mark-Anron selbst ansteckte. Doch wollte sie, um mit dieser ihrer Furcht nicht auch die Bundesgenossen anzu- steckcn, weder heimlich noch öffentlich entfliehen, sondern, wie zur Lieferung einer Schlacht gerü¬ stet, um ihren Aufbruch, wenn jemand sich selbi¬ gem widersetzen wollte, mit Gewalt zu behaupten- Z?oy) Plurarck p. 944. '« °r Ze «xi-,x Lkixsx ^!-x »xv/rx-x kxxor-iSrl^ax. »s, XÄ< xeo^i« Zi5chAks». Nach Aeliano IM. Mm. x gs. haben Schwalben auch dem Pyrihus und Ankiochus Unglück angedeutet. Leset . auch Julius Vbftguens (I. 87. zzio) Ich habe schon oben von dieser Vorbedeu¬ tung geredet, nur daß ich die Note nicht sogleich wie¬ der aufsinden kann. — Das Theater der Äthenienser war in der Burg, die Theater der Al¬ ten alle waren unbedeckt; die Statuen selbst standen auf dem povio, und konnten also leicht in die Scene herabgeworfen werden- Schlacht bey Mium. 759 ^") Diesem Entschluß zufolge lasen sie die bestenN-R E- 7-; ihrer Schiffe aus und verbräunten die übrigen,A weil Seuchen und Desertion die Zahl ihrcrler'.MeM« Ruderer gar sehr vermindert hatte. NachE^s^mei- dem sie zur Nacht all'ihre kostbarste Sachen heirru lieh auf selbige gebracht, rief Mark-2lnton seine Soldaten zusammen, und hielt an sie fol¬ gende Rede: zzil) plntarch x. 945. 6- oü Al« 7-q-v vov noäkfroV) y'Ay x«t 7-« L«v^k-V ö^L ^50^ 70 v«rr«v L7«r , «^-« o^5V «vr-ttst ^«5«) »M. Wenn Antonius wirklich von Akcium nach Egypten zurückziehen wollen, so steint er mir tief un¬ ter dem schlechtesten Feldherrn zu stehn, dessen je die Geschieht'erwähnt; aber vermuMich ist esVerläum- dung, an der es dem Unglücklichen nie fehlt. zzrs) Nur sechszig Egvptische, aber sehr große Schiffe, von drey bis zu zehn Ruderbänken , entgien. gen diesem allgemeinen Brande, und wurden mit zweymufend Mann Bogenschützen und zwanzigtanftnd Infanteristen bemannt- Plutüxch 1, c. v. Sieh auch oben Note Z285. ZZIZ) 'L»kiZ>, t4 sk vc chA-x«; — te-rm St Numerus äiminuras suersr. XVaguer übersetzt dies Latein ge¬ treu: Weil so viel Schiffsuolk geblieben war. Al¬ lein 1) sind nicht LZ-r/siar», GchiffssolSateik, sondern »'emrgev, Ruderknechte. 2) liehe nur mit andern Worten gesagt wird. Die hier r---»ra, heißen, heißen dort und für 3°e--steht das gewöhnlichere -----e, Zgl4) Antonius befahl, die Seegel mitzunehmen; wie die Verlaumdung sagte, desto sicherer fliehen zu können; wie er selbst vorgab, um dem flüchtigen Feind desto hurtiger nachzusetzen- Plurarch l. c. L. '0« X«I 7»; xi/sscxvijra;, 7-« -51« X«, Wst-A-V SI-- Pkl-7SV7-« 760 Dio Kaßius, B.I^. HpLst. XO. N.R.E.7-;Rede Mark-Antons an seine Soldaten vor der ui undVa- 2lktischen Schlacht. ler. Messa!» Bmsemei- §. »Alles dasjenige, was ihr von mir, 0 Kriegs¬ kameraden, bey der Führung des jetzigen Krieges zu fordern berechtigt wäret, das hab' ich treulich erfüllt. Ihr seht Eurer eine große Menge hier, die aus- gehobene Piäth' unserer Unterthanen und unserer Freunde, geübt in allen Arten des Krieges, und in einer so großen Anzahl hier bey einander versam¬ melt, daß jedes Korps schon für sich allein sei¬ nen Gegnern fürchterlich wäre. Ihr seht ja selbst, welch eine zahlreiche, wohlbemannere Flotte wir ha¬ ben,' wie tapfer und wie stark unsere Legionsoldaten sind, unsere Reuter, unsere Peltastcn, unsere Bogenschützen, unsere Schleuderer! Von denen die mehresten Gattungen unfern Gegnern entweder völ¬ lig fehlen, oder doch ungleich verzagter und in weit geringerer Anzahl denn die unsrigen sind. Auch ha< bcn sie nur wenig, und dieses durch die gewaltthalig- si-n Brandschatzungen erpreßte, Geld, so daß solches ihnen nicht lange zureichen kann, und die, so solches hergeben müßen, uns geneigter denn ihnen sind; st daß sie, die niemahls günstig gegen sie gesinnt waren, jetzund schon zu öffentlichen Rebellionen auszubrechen S> 4-ry. anfangen. Unsere Schatz' aber sind die Frucht un- seres Uebcrfluffes; sie haben niemand betrübt, und werden uns allen frommen!" 792. „Bey diesem unfern so augenscheinlichen Ueberge« Wicht hielt ich es für überflüssig, noch irgend etwas zum Lobe meiner selbst zu sagen. Weil aber im Kriege sehr viel darauf ankommt, es auch von allen Menschen M. Antons Rede an seine Soldaten. 761 dafür anerkannt wird, daß ein guter General zun-N.R E.72; glücklichen Ausgang des Krieges nothwendig sey, foA mache es die Sache selbst unumgänglich nothwcndig ler.MiMs auch von mir selbst ein Wort zu sagen, damit ihr um^rgermei- so deutscher es cinseht, daß, wenn ihr ohn einen vonrcflichen General überwinden könntet, ich tu» Stande wäre, auch mit feigherzigen Soldaten zu sie» gen. Ich habe dasjenig' Alter des menschlichen He¬ bens erreicht, in dem Kräfte des Leibes und der See. len zu ihrer vollkommensten Reife gediehen sind, und weder aus jugendlicher Uebereilung, noch aus Grei¬ senschwache Fehler begehn: 'j") sondern gerade dar¬ um, weil sie das rechte Mittel zwischen beyden beob¬ achten, in alle ihren Vornehmen am glücklichsten sind. Die gütige Natur hat mir ein' Anlage mitgetheilt, auf den ersten Blick das, was Zeit und Umstand er¬ fordern, einzusehn; Erziehung hat dies'Anlag' un¬ terstützt; und mir auch die Gabe, das, was ich selbst einfthe, andern leicht und überredend vortragen zu können, mitgetheilt; und Erfahrung, durch die es oft merkwürdige Thaten zu khun denen gelingt, dir von der Natur kein'Anlag' erhalten und von der Er. zichung unkultivirt gelassen waren, Erfahrung hab' ich mir in allen Staatsangelegenheiten sowohl als Kriegsdiensten erworben. Von meiner frühesten Ju¬ gend an bis hieher hab'ich mich in beyden geübt; habe gehorcht und habe befohlen: habe von dem einen ge¬ lernt, wie und was man befehlen soll, vom andern aber die Pflichten und Obliegenheiten des Diensts. Ich habe fürchten und hoffen lernen; von denen das gzi;) Er war damahls drey und fünfzig, oderftchs und fünfzig Jahr alt; welches von beyden die rechte Zahl war, wußte man schon zu Plurarckn Zeiten nicht- Sc °, k'r, 0- äk r« -revrqxo»!!-« x. c>^;, c. 762 Dio Kaßiys. B. I.. HpLst. XLI. N.R T-7-zeine mich lehrte, nie gar zu voreilig furchtsam zuseyn, A undNa-das e> lehrte laßt Kaisers Schiffe von den Antonianischen— durch Sie Menge Sex Ruder überseegelt werden. So offenherzig ich meine völlig' Unwissenheit in der Nautik gestehe, so kann ich doch nicht umhin, zu be¬ merken, daß mir von Rudern überseegelt zu werden ohngefahr eben so vorkpmmt, als von einem -Hü-M überfahren zu werden; zu geschweigen, daß der M' griff des Ueberseegelns, so weit ich dieses Wou kenne, ganz und gar nicht im Griechischen M. Antons Rede ün seine Soldaten. 765 K- 794. „Glaubt auch nicht etwan darum, weilAgrip-^^ T. 7^ pa in einem Seetreffen neben Sikilien den Sieg davonui.-undVa- getragen, daß unsere Gegner große Seeheldcnler.Meffaw sind. Sie schlugen damahls nicht mit Sextus, sonM,^"^ dern nur mit den Sklaven des Sextus, ^') und hat. ten mit einer Macht, die unendlich geringer denn die unsrige war, zu thum Will ihnen aber demohncr. achrer jemand dies Glück zum Verdienst anrechnen, so vergess' er doch ja nicht jeneNiederlage mit in Anschlag zu bringen, in welcher Kaiser selbst vom Sextus über¬ wunden ward, und er wird so finden, daß un¬ sre Kraste den Kräften des Feindes nicht allein gleich, sondern auch unendlich überlegen sind. Und endlich, welch ein kleiner Theil des Ganzen ist Sikilien? Wel- ' ches Verhaltniß zwischen der Zurüstung des Sextus und der unftigen? daß jemand Kaisers Macht, wel- che jetzund noch eben die ist, so sie damahls war, ohne verstärkt und vergrößert zu feyn, lieber fürchten, weil es ihm einmahl glückte, denn verachten wollte, . weil es ihm misglückte? Diesen Betrachtungen zufolge hab' ich die erste Schlacht nicht zu Lande wa¬ gen mögen, weil man ihnen hier eine gewisse Stärk' allerdings nicht absprechen kann, um euch nicht, wenn uns dort allenfalls irgend ein Unfall begegnet wäre, Murhlos zu machen; sondern vielmehr zur See, wo liegt. Doch muß ich zu meiner Schande gestehn, das von mir gewählte Wort drückt das Griechisch' eben so wenig aus, alswo esHr.W. gebraucht, und wirklich ist es in der letzter» Stelle, des Zufam- menhanges wegen, vielleicht noch erträglicher als in der ersten. ZZ20) Vgl. 7Z2. ff. ZZ2I) Menas, Dcmochares, Apollophanes, Pa- Pias ». s w. 3Z22) Vgl. §. 724. ff. 766 Dio Kaßius. B- L.. Hptst. XO. R.E.7rrdas Uebergewicht offenbar auf unserer Seil' ist, daß m. und Va-""s ein hier erfochtener Sieg auch nachinahls ihre ^r. Mi ssalaLandmacht verachten lehren möchte, llnd dieses um ^urgermei-so mehr, weil es euch nicht unbewußt seyn kann, baß in diesem Krieg auf unserer bcyder Flotten einzig und allein alles ünkommt. Wenn wir hier überwinden, so ist uns auf die Zukunft nichts zu befürchten mehr S. »jr. übrig. Wir werden sie alsdenn, wenn die hier er. fochtcne Schlacht uns zu Herren der ganzen umliegen¬ den Gegend gemacht hoben wird, gleichsam in einem kleinen Eyland eingcschlossen halten, und ste, wenn wir keine Waffen gegen sie brauchen wollen, ohne Schwertstreich durch den Hunger allein überwinden. §. 795» „Daß wir aber über keine klein' oder geringfügi¬ ge Dinge kämpfen, daß wir, wenn wir tapfer fechten, die größesten Vortheii'erhalten, den Feigherzigen aber die grausamste Behandlung zu erwarten bevorsteht, hall' ich kaum anzumerken der Mühe wcrth. Wie würden unsere Gegner, sollten ste die Oberhand behalten, mit uns nicht umgehn, da sie die Adelichen alle, so es mit der Parthey des Ssz'tuö hielten, umgebracht, selbst viele von denen, so ihnen unter LepiduS zu Hül¬ fe kamen, hingerichtet? Und wozu erwähn' ich dies? Haben sie nicht Lepidum selbst, der ihnen nichts zu Leide gethan, der zu ihrer Hülse hcrbcygeeilt war, aller seiner Würden entsetzt? Halten sie ihn nicl>k noch jetzund gleich einem Gefangenen bewacht? Haben sie nicht in ganz Italien nicht die Frtygelaffc- nen allein, sondern alle Gutsbesitzer überhaupt, übertrieben gcbrandschatzt, daß sie einige derselben die Waffen zu ergreifen gezwungen, und so zu häufigem 3Z2?) Leset §. 741. ZZ24) Sehet §- 74;. M. Antons Rede an seine Soldaten. 767 Blutvergiessen Gelegenheit gegeben haben? —yr.R.E.7-, Werden diejenigen uns schonen, so ihrer eigenen VumA drsgenossen nicht geschont? Werden diejenigen sichlet. Messal« unsers Vermögens enthalten» so ihr' eigen' Untertha-A^geruiei» nenausgcplündert? Werden diejenigen als Sieger Mit» leiden kennen, die solche Dinge, noch bevor sie über, wunden, verübt? — Doch ich will will) nicht bcy dem, was sie gegen andere gethan, aufhalten, und nur dessen, was sie sich gegen uns selbst erfrecht, er. wahnen! — Wer weiß es nicht, daß ich, der Theil. nehmcr an allen Siegen Kaisers, zu feinem Mitregen, ten erwählt, der ich eben so wie er die Oberauf¬ sicht über all' Angelegenheiten des gemeinen Wesens führete; der ich alle die Aemker, so er verwaltet, alle die Ehrenbezeugungen, so ihm bestimmt wurden, er- halten; der ich mich im Besitz derselben schon eine so geraume Zeit her befinde; — daß ich alle des¬ sen , so viel es an meinem Widersacher liegt, beraubt, b") vom Feldherr» und Bürgermeister bis zum ge¬ meinen nichtsbedeutendsn Bürger herabgewürdigt werde. Und dieses weder vom Rath noch vom Volke, — denn wer könnte dieses behauten, da Bürgermei¬ ster selbst und einig' andere fRatbsherren^ öffentlich, um nur nicht in so etwas cinznwiüigen, entflohen sind? sondern nur von ihm selbst und seinen An¬ hängern, die es nicht einsehen, daß sie ihm Oberherr¬ schaft über sich selbst zuerst zubereiten. Denn wie ' sollte derjenige, der sich unterstand, mein Testament Zu einer Zeit, da ich selbst noch am Leben, von einer so große» Kriegsmacht umgeben und Sieger Arme, niens war; wie sollte der, der sich umerstand, 8Z25) Sehet ? 785- ZZ26) Bestehe § 725- ZZ-7) Verglichen §. 779- und 785- Z8-8) Domitius und Soßius. §. 777- ZZ-L) Oben 770. und 771- 768 Dio Kaßius. B.I-. Hptst. XO. V R.E.7r2dieses Testament aufzusuchen, es denen» bey denen undVa-^ verwahrlich niedergelegk war, mit Gewalt zu ent- ler. Messalareissen, solches zu entsiegeln und öffentlich herzulescn; Burgerinei-;n^ ,— ivie sollte der eurer oder irgend eines andern schonen?^- Derjenige, dec sich so gegen mich, sei¬ nen Freund, Tischgenossen und Anverwandten '"') verhielt, wie sollte der irgend einige Mäßigung gegen die kennen, die ihm mit keinem dieser Bande verknüpft sind?» §- 796. „Wenn wir ihn aus seinen eignen Dekreten be, Urthcilen wollen, so drohet er euch ohne Rückhalt, indem er den größesten Theil eurer öffentlich für Feind' erklären lassen ; mir hak er keinen Krieg angekündigt, S. 4Zr. ^') dem ohnerachtct aber bekriegt er mich, und ver¬ hält in allen Dingen sich so, als ob ich nicht allein schon überwunden, sondern auch bereits erschlagen sey. Wenn er sich nun ein solches Verfahren gegen mich erlaubt, den er sich doch noch zur Zeit für keinen Feind anzuerkennen stellt; so wird er sich eurer, die er öffentlich für seine Feind' erklärt hat, am allerwe¬ nigsten enthalten. Was mag aber seine Absicht wohl seyn zu einer Zeit, da er die Waffen gegen uns all' ergrff zzgo) Vergleichet 777. und 778. zz;r) plutarch P.952. d. nennt ihn nut (wo er vom Kaiser, als er die Nachricht von Antons Tod erhalt, sagt; , XL, und dies war er auch durch seine Heyrath mit Oktavia, der Schwester Kaisers, allerdings; allein er war auch im eigentlichen Verstau¬ be cognaws, nicht blos Mnis Kaisers, denn sch^ Mutter Julia war Lukius Kaisers Schwester. vergleiche §. 8r8- unten. gzzr) Sondern nur der Kleopatra. S> oben §- 779- vgl. unten mit zor. M. Antons Rede an seine Soldaten. 769 ergriffen, in seinem Manifest dennoch einen llnterschiedn.R.E. 72z zu machen, und nur gegen einige, nicht gegen alft,A Krieg zu führen, zu erklären? — Wahrhaftig, es iftler'. diese nicht, daß er einen wahren Unterschied unter unc^Mrmei- anerkenncn sollte,' daß er strenger der einen, gelinder * der andern, wenn er den Sieg davon tragen sollte, begegnen wollte. Nein, sein Absicht ist, uns gegert einander aufzuhcßen, und so schwacher zu machen. Denn er hat die völlig'Unmöglichkeit wohl eingefchen, uns, im Fall wir genau mit einander verbunden blie¬ ben, und Eintracht die Seel' aller unserer Handln», gen ist, jezu überwinden; da er sich im Gegentheil, mit der Hoffnung des Sieges schmeichelt, wenn es ihm gelingen sollte, uns gegen einander zu Hetzen, daß der eine hier, der andere da hinaus wellen sollte. — Dies ist die wahr'Ursach, warum er sich so ge¬ gen uns betragen.« §- 797- „So wie nun ich, und die Römer, so es mit wir halten, die Gefahr, ohnerachtet uns sein Mani¬ fest Sicherheit zu versprechen scheint, voraussehn, seine Hinterlist erkennen, euch nicht verlassen, und Nicht auf unsere Privaksichcrheit allein Rücksicht neh¬ men; so liegt es auch euch ob, die er selbst für seine verhaßtesten Feind' erklärt hat, alle dieses wohl zu überlegen, Eine Gefahr und Eine Hoffnung eurer aller seyn zu lassen, in allen Angelegenheiten übercinzustim- Men, und selbige tapfer zu verachten; fund dieses werdet ihr thui^ wenn ihr dasjenige wohl mit einan- der in Vergleichung stellt, was ick euch so eben vorge« halten, die Leiden, so den Ueberwundenen, und die Belohnungen, so dem Sieger bevorstehn. Groß ist d-r Vortheil, den ihr, im Fall ihr nicht den Kurzem iiehn werdet, erhaltet, keiner übermüthigen beleidigen« Ccc 77« DioKaßius. B. Hptst.XO. N R E-r-zd n Begegnung ausgesetzt zu scyn; aber ein ui größerer steht den Siegern bevor: sie dürfen Zer.Mcssalaalles thun, was ihnen gelüstet. Wie schändlich aber Burgermei-wär' es, wenn wir, deren Anzahl so groß ist; die wir Waffen, Geld, Schiffe, Pferde, s alles haben, wenn wir bas Schlimmere, nicht das Bessere ergrei- fen? wenn wir lieber zugleich mit unfern Gegnern die¬ nen, als ihnen selbst Freyheit verschaffen wollten? — Denn dieses ist der Unterschied zwischen uns, daß er auch über euch herrschen, ich aber, wie ich durch einen Eyd solches bekräftiget, meine Feinde sogar be> freyen wist. Laßt uns also, o Kriegskameraden, für das allgemeine Wohl beyder These fechten, laßt uns «in allen gemeinschaftliches Gut erbeuten, bemühet euch jetzt zu siegen, und dadurch auf immer glücklich zu sepn" Ende der Rede des Mark-Anton. Hggs a) zr-T-L XL, 7-0 x«2ki>. W. „EiN „Dortheil ist schon dies, daß wir, auch als Besieg' „le, nie so ganz herabkommen könnten, daß wir nur „von der frevelnden Willknhr des Feindes abhangen „müßten." Ein'Uebersetzung, die gerade das Gegen- theil des Textes sagt, und die um desto sonderbarer ist, da der lateinische Dolmetscher, dem Hr W- 'onß so willig und getreu folgt, hier gar nichts hat, was auch nur einen Anfänger irre führen könnte: nisgnuiii elf, schreibt er, Koc ellscills, ne vicli c»a- tumeliss iniuriasgue puriamur, so völlia eben denSinN giebt, den ich ausgedrückt. Vielleicht wäre das Gelt' chische Hrn.W. mit folgenderJnterpunkrion verstand- kicher gewesen: x«, r» "fr'" zzzz) Besehet oben z. 782, und daselbst die Z262ste Note. M. Antons Voröereitungen zmSchlacht. 771 798. Nachdem Mark-Anton nun dies' oder ein'N-R-E. 7-r ähnliche Rede gehalten, ließ er die vornehmsieniii.undVa- seiner Patthey alle mit einander cinschiffen, ausler-Messal« Furcht, sie möchten, wenn jeder für «Ich blieb, ihm abtrünnig werden; sintemahl Dellms S. 4zz. und einige der vornehmsten mir ihm nur erst kürz vorher übergelaufen waren. Eben so schiffet' er eine große Zahl von Bogenschützen, Schleude¬ rn und schwerbewaffnetes Fußvolk ein; denn weil die Größe der Kaiserlichen Schiffe, und die Menge der auf ihnen befindlichen Mannschaft zur Niederlage des Sextus das mehrcste beygctra- gen, halt' xx sich Schiffe, so den ihrigen an Größe weit überlegen waren, angeschafft, (nur wenige der scinigen waren dreyrudcncht, die übrigen alle hakten vier Reihen Ruderbänke, fünf und so weiter hinauf, bis auf zehn aufsck- ???4) Oben §. 788- Note zzoz. vgl. mit Note 2655, ;r59 und Zl6o. 3Z85) Leset oben h. 7Z4- zzz6) Siehe nur kurz vorher H. 79;. zg?7) In der Note z?'7- angeführten Stelle deS Norus: « feuis in nvaeno« remoium orciiaidus — plurarcty 9.944.0. sagt: daß die Flotte desAnronius aus fünfhundert Schiffen bestanden, unter denen vie¬ le acht und zehn Reihen Ruderbänke gehabt hatten, <ütc oxT-^k-4 X«, und 9.945.«. heißt es, daß er all'Egyptische Schiffe bis auf sechszig ver¬ brannt; die größesten und besten aber von drei) bis Zu zehn Reiben Ruderbänken hab' er mit zwanzigtau¬ send Mann Infanterie und zweytauscnd Schätzen be¬ sitzt: l'«r -rw» ^24 ge MAL?- — Ich erinnere mich bey dieser Gelegenheit einer Stelle des Lyarüon Vh.1. v. wo er bemerkt- daß die Egyprischen Schiffe größer als die Sikilianischeu 772 Dio Kaßius. B.l-Hptst.xO. N.R.T. 7-;bigcn große Thürme gepflanzt, und selbige mir die von ihnen, als ler'.Messalavon Mauern herab, fechttn sollten. — Kaiser, Burgermei^sA er diese Zurüstung der Feinde sähe, rüstete sich nun seinerseits auch zur Schlacht. Und als DeUius und einig' ander' ihm die Absicht der Feind' entdeckt, rief auch er sein Heer zusammen, und hielt an selbiges folgende Rede: gewesen. — Was nach gewonnener Schlacht Kaisern von diesen größer» Schiffen in die Hande fies, ward nach komm lulii gebracht, wo Kaiser zur Beschützunz des Reichs stets eine Flott' unterhielt. Tarims nsl. IIII. 5. Imlism vrrvgue msci äuse clasll>s, bllle- num spull er llsuonnsm, 6s/t/ae lr>»r ro- ürsrss nanos prseliäobsnr, gu-rs, /^criaos viccoris cap»s ^uAulkur in vppicium k'oroinlisnks misersr, vsüäocum remize. Es ist dieses Itt/rr das heutige FrcftlS, im Narbonensischen Gallien, zwischen Antipolis und Olbia in der Mitten, ohngefehr sechshundert Stadien (sechshundert acht und zwanzig, nach Anconius Nei- scbuch) von Marseill' entlegen, Strabo p. ;g8- tz-7-) nicht aber Lriuli, wie Hr. Rektor -Hummel durch ei« nen fast unverzeihlichen Schnitzer im v'Anvillifchen Handbuch Th l. S-4rg. behauptet- Erschrewkda- selbst: „Muß mit andern Städten gleichen Namens „nicht verwechselt werden, z. E mit Forum Iulii ini „Narbonensischen Gallien. Sie heißer daher zuinlln' „terschied Lolonis Trsnkpscisns, auch (llnllic-i und „cenlls, wie Plinius und Mela uns belehren, welcher „letztere sie auch Oerausnorum colonism nennt " F'hi so viel Fehler als Worte, möcht' ich saaen. Plinius HI. 4. wo er von der Narbonensischen Provinz ha»' delt, schreibt: In ors surem^rhenopolis hlsllilienlium, korum Iulii Occsusnorum colonis, guse pscenlis s?' xellsrur ec clsllics. Wie war es möglich, eine so deut¬ liche Stelle mißzuverstehn? Oder war Herr Hummel so wenig mit der Geographie bekannt, daß er gar nicht einmahl wußte, daß Friaul nichts weniger als ein Meerhafen ist, sondern weit vom Meer entfernt, nordwärts über Aquileja am Natiso liegt? — Dgl Lipsium lle msAnicuäms Homana I. v. x.6H2. 77Z Rede des Kaiser ÖktavianuS an seine SoldatenN R.E.7-j vor der Aktischen Schlacht. ui. uÄ Ba¬ ler. Messala K. 799. Burzermei- „Ich hab' es von meinen Lehrern, tapfereKrie« ger, gehört, und durch die Erfahrung bestätigt ge¬ funden, daß im Kriege, oder vielmehr in allen mensch. ltchen Angelegenheiten, das größeste Gluck immer auf der Seite derjenigen zu seyn pflegt, deren Absich¬ ten und Handlungen fromm und gerecht sind. Die, ser Gedanke ist meiner Seele vorzüglich eingcprägt, und ich bitte auch euch, darauf Rücksicht zu nehmen. Wir haben zwar eine fo zahlreiche, so große Macht, daß wir uns auch in einer minder gerechten Sache den Sieg versprechen dürften; allein ich poche weit mehr auf dies' unsere gerechte Sache, denn auf jen' unsere große Macht. Daß Römer, des größesien und deS besten Theils des bewohnten Weltkreises Herren, von einer Egyptierinn getrotzt und verachtet werden, wäre schimpflich unfern Ahnen, die denPyrrhus, den Philipp, denPcrftus, den Antiochus'"') zerstäubten , so Numanz und Karthago zerstörten, so Kimbrer und Ambronen ZZZ8) Florus I. 18. ZZZ9) Iciem II. VII. ZZ40) leie?» II. XII. ZZ4l) /-lem r-rch VIII. ZZ42) ILrch xvm. ZZ4Z ) xv. ZZ44) tck», III. z. z?45) Rlirver 6erm. »m. n. 4. macht die Ambra« nes zu einem helvetischenVclk, in deren Gebiet erdaS heutige Solothurn setzt- plucarch x. 416. bemerkt, daß sich die Ligurrcr in ihrer Nationalspra. che gleichfalls Ambronergenennt, und zeigt dadurch deutlich an, daß sie ein Gallisches, kein Griechisches Volk waren, wie einige (Strabo S. 587. § 4 ) dar» 774 Dio Kaßius. B. r.. Hptst. XLI. N.R-E.72ZN!edcrhi«ben: Noch schimpflicher uns, so wir Gal- m. uudVa-^en acbändigt, Pannonien erobert, bis ler. Messalazur Ister vorgedrungen,, über den Rhein gegangen, Bnrgermei-;^ gründet in Britannien. Wie niederschla. aus schliessen wollten, weil sic sich im Gefecht eherner Schilde bedienten. Da die Griechen in ihrer Sprache diejenigen Ligurer nennetcn, so bey den Römern Galyer hieben, auch das gesamntte Gebiet der Maffi- liemer Ligustika nannten, (lai. -L. §. 6.) so beweist dies ihre Gallisch' Abkunft noch mehr. — Den Na¬ men sucht Zlncherftn in oriAiniduz rlsnicir x. ZI2, wie ich dafür Haire, sehr unglücklich durch avclich ge-- bohrne zu übersetzen. 9946) Kaiser hatte durch den Agrippa die rebelli¬ schen Gallier bezwungen, (siehe oben §.726.) aber unter seinen Veteranen mochten auch wohl noch manche seyn, die unter seinem VaterJulius in Gallien gefochten. Doch laßt hier Dio seinen Kaiser wohl mehr auf den ersten als den andern Umstand anspielcn- gz47) VonKaisersUnternchmung gegen Pannonien lies oben §. 767 ff. ZZ48) Eiehe die gleichvorhergehende z;46ste Note, vergl. mit 289l- ZZ49) Zweymahl unter Julius Rasser; §. 209 und 225. — Ich will hier von der Descente Kaisers in Britannien noch ein Paar Kleiingkeiten anmerken, die mir damabls unbekannt waren- Ich kenne jetzund über die Zeit dieser Landung drey Abhandlungen. Die eine des Abbe" Mau» steht in dendlomon-ss äs I'^cs- äsmis cis Niuflellss Vol. m. und zwo andere von Gwen und Barrington in der ^cüaeoZo^r'a, or wi^ csllsneous lrscrz reinrinA lc> smiguir^. — In dem voN Edmund Gibson z» Oxford 1692. herausgegebenen <7L, o»ico Ä^o«/co heißt es gleich vom Anfang: 8>xn- Aum rv'mrram ssr rdan klle Olnilk vvssre scsnnsä, ius luliu? Romsna Lsksre, mir. llcmci elnsbriAUm flci- xum AS.iokre kratene. Hier bs cve «erolk ge^veu- celk, mir Arimmnm Asfebte, suri micseine cisel Ins berss sorl-recllls, d. i. „Sechszig Jahr (Winter) be- „vor Christus gebohrcn ward, ländere Kajus Julius, „Römischer Kaiser, mit hundert und achtzig SchOa K. Oktavians Rede an seine Soldaten. 775 gend muß es für jene Helden , so erst erwähnte ThatenN-R.T. 7»; verrietet, nicht ftyn, wenn sie hören, daß wir decA nichkswürdigsten Weibes Unterkhanen sind? Welcherlei Messal« Schimpf für uns, wenn wir, die wir alle Völker deo^^erryei- Erdbodens an Tapferkeit übertreffen, den Uebermnth dieser geduldig ertragen, die, daste, 0 ihr Götter? Alexandriner und Egpplier stnd, (welchen ärgern und welchen wahrhaftern Vorwurf könnte man ihnen wohl machen?) da sie Insekten und Thiere göttlich ver¬ ehren; da sie, den Anschein der Unsterblichkeit zn haben, ihr' eigenen Körper einsalzen; die, da ste S. 4Z4. „in Britannien. Er ward dort mit grimmigem Gefecht „empfangen, und verlor einen großen Lheil seines „Heeres." Z Z 50) N. 710. bgl. mit N. 1442. gzzi) Herodot. II- 65. Strabo S. 805- ff- Dio-: dor. Sik. B- H. und die Ausleger über Irwena! XV. i. Prrrdcncins in 8ymm»cbum II. 866. Barcb über Klaudian x. 141. Riemens von Alexandrien krmrepricon p. 25. — Hieronymus canns louinia- nun» 1^. II. 8inAulss pasno in?.s»vplo ciuirsces jinAu- l«s döttizz er monüia vensrsntur --vncls et vrbss guogus 2puä eo5 snimsliun» vocsbulir »»uncupsnrur I-eonlo, c^yno, byco snemlich iro-»,? am Ende jedes« MahlDazugesttzt) guoä inrerprerarur Thmuis wäre denn also der koptische Name derjeni¬ gen Stadt, die von den Griechen Mendes genennt ward; denn dies war der Name der Stadt, wo, wie pindarus sagt: Böcke, nur Ziegen zu bespringen ge¬ wohnt, mit den Weibern der Menschen sich gatten. Strabo p. 2198- §- 272. Sie lag im sebennirischen Nomo, wo auch Lykopolis und Leonropolis zu su- chen sind. — Ein Verzeichniß aller Thiere, sovonden ^gyptiern verehrt worden sind, findet man inSckle- gcls 204ten Note zum zweyten Bande des deutschen Banier. ZZ52) W. balsamiren, welches wohl die mehrsten Leser meiner Uebersetzung verziehen werden, und wel¬ ches auf jeden Zakl verständlicher ist und der Sache 776 Dio Kaßius. B.I,. Hptst. XO. rr.R^E.7-zimmer zu pochen geneigt, doch nie mit ihren Gegnern lii imdVa 'm Feld es aufzunehmen wagen; die, da sie, um das ler'MessataAchandlichsie von allen zu sagen, Sklaven keines ^tt.^urei''Mannes, einer Frau sind: sich nach unfern Gütern zu streben erfrechen; selbige durch unsere selbst eigene Hülfe gewinnen wollen, und begehren, daß wir ihnen freywillig alle Glückseligkeit, so uns zu Lheil ward, abtreten sollen'." 80s. »Wer kann sich der Thronen enthalten, wenn -5v e« ic/koir«?-?-»' s-, rox k««» Lk Eusebius: 80I ec lun» Lleops- trse liberi, womit Skaliger» Noten p 166. zu ver¬ gleichen. — Diese Mond-Kleopatra heyrathete nach¬ her den König Juba. Plurarch p- 955. s. c<«i i»-°. «w^xttik», vgl. Dio §. 825. Doch ward sie vorher mit ihrem Bruder im Triumph aufgeführt. Sieh' unten §. üzi. ZZ59) Leset die aZazste Note. ZZ60) Oben §. 76z und 772. 778 Dio Kaßius. B.I.. HpLst. XO. N.R §.7-zmeines Regiments erwählt, ihn mit meiner verheyrathet, ' und selbst Regimenter ler.Messalagcgebcn; und noch jetzund bin ich so nachsichtsvoll und gegen ihn, daß ich mit ihm, ob er schon meine Schwester verachtet, '"') die mit ihr aejcugken Kin¬ der hintansetzt, jeneZigeunerinn höher denn sie schätzt, ihren Kindern fast euer ganzes Reich zumGe- schenke macht; — dennoch auf keine Weise mit ihm Krieg führen wollte. Ich glaubt' überzeugt zu seyn, man müsse sich gegen ihn und Kleopatra nicht auf die nemliche Weise betragen. Jene, als Ausländerin», mußte sofort, ihren Thaten gemäß, für Feindinn unsers Reichs erklärt werden; nicht ss Mark-Anton, unser Mitbürger, auf dessen Besserung Z?6r) Daselbst §. 705. zz6r) Ebd. §.728. gzä;) Unter vielen nur ein Beyspiel anzuführen, so leset nur oben §. 764. z;64) ^nronig Msro--, so denDrusus, und die den L. Domitius Al-enobarbus heyrathcte. S- Plnrarck am Ende seiner Lebensbeschreibung Antons; Lrpsium in dem den Ausgaben des Tacitus vorgesetz¬ ten üemms ^UFusti, und Glandorps Onomslk. p. 87- ZZ65) Egypnerin; allem da dieses Wort bey uns gar keinen verächtlichen Begriff vorgebracht haben würde, so hab' ich es für Pflicht gehalten, das im Text gesetzte Wort zu wählen. — Es ist bekannt, daß diese so sehr verächtliche Nation fast bey allen Völkern von Europa den Namen der Egyptec führt- Und da ich nach völlig geendigter Arbeit Shakespears Trau¬ erspiel Antonius und Kleopatra (das meinem Gefühle nach sehr tief hinter Drydens: ^ll km- l.ove, or rbe voi-Iä well lott, zu stehen kommen muß) lese, so seh ich mit Vergnügen, daß dieser große Dichter die Kleopatra zweymahl genannt, und daß weder Wieland noch Escbenbnrg den mindesten Anstand nahmen, dies Wort durch Sigeunerinn zu übersetzen. gz66) Note z;6o. ?Zä7) Noce gzZ2. K. Oktavians Rede an seine Soldaten. 779 man warten konnte. Auch halt' ich die Hoffnung, erN.R.C- 7-2 würde, wo nicht fteywillig, dennoch nothgedrungen^ K^iftr^ in sich gehn, wenn er Nachricht von den gegen sie ab.ler. Messaia gefaßten Dekreten bekäme. Dies waren die Ursachen, so mich, ihm den Krieg anzukündigen, abhielten. Da er aber dieses alles verachtet; keine Verzeihung von uns, die wir ihm verzeihen wollen, keine Barmherzig. keit von uns, die wir barmherzig seyn wollen, anneh- S. 4Zs« men will: sondern entweder aus Unvernunft, oder aus Wahnsinn, (wie denn ich es für gewiß gehört und auch glaube, daß ihn die Vermaledeyete behext) ohne Rücksicht auf unser Wohlwollen und Menschen- liebe zu nehmen, seinem Weibsmensche dient, und sich ihrentwegen fteywillig Krieg und Gefahren gegen uns und sein Vaterland unterzieht; was bleibt uns da weiter übrig, als ihn mit seiner Kleopatra zugleich zn züchtigen?" §. 802. „Halt' ihn also niemand für einen Römer, so«- bern für einen Egpptier; nennet ihn nicht Mark-An¬ ton, sondern Serapion; erinnert euch nie, daß er Bürgermeister und Feldherr gewesen, nur daß er Gymnasiarch war; denn dieses ist es, so er ZZ68) Nicht Verehrer des Serapis, wie Herr Wagner sehr dreust, aber auch sehr unrichtig in seiner gelehrten Anmerkung über diese Stelle sagt, sondern Serapion ist ein bekannter egyptischer Nationalname, 7- viel' aus Egypten gebürtige Kirchenscribenten führen chn — aus dem man eben so wenig einen Verehrer des Serapis machen kann, als es erlaubt ist, den Demetrius Poliorkcees in einen Helden zu verwan- dein, der unter dem Schutze der Ceres Städte be¬ zwang, oder aus dem Dionysius Halikarnassensis einen Priester des Takchus in der Stadt Halikarnaß tu machen. 3Z69) Sehet §. 780 gleich im Anfang. j 78-- DioKaßius. B.L-. Hptst.XO. N.R.T. 7r;statt jener freywillig angenommen, da er alle vaker- Ul. iwdVa-^'"^^' Ehrenzeichen weggeworfen, und sich selbst ler.Äessalazu einem der Kanonischen Kymbclfchläger ge- Burgermei- ZZ7O) Strabo p. 2196. §.268- erzählt, daß zu Kanopus ein Tempel des Serapis von einem so hohen Ansehen vorhanden sey, daß sich auch die würdigsten Manner sehr ehrerbietig in seinem Dienst bewiesen, und hier im Tempel geschlafen hatten, um für sich und andere die Zukunft zu erfahren. Die Stadt, so nur hundert und zwanzig Stadien von Alexandrien ent¬ fernt lag, war ferner ein sehr berühmter Wallfahrts¬ ort, bey welcher Gelegenheit es denn nicht besser, son- dern wohl noch schlimmer als bey christlichen Wall¬ fahrten zugicng- Strabo sagt: „Vorzüglich aber ist „die groß' Anzahl derjenigen zu merken, die, um den „feycrlichen Umgangen, so hier gehalten werden, bey- „zuwohnen, von Alexandrien durch denKanal herab- „kommen. Dieser Kanal ist Tag und Nacht mit klei¬ nen Schiffen bedeckt , die Personen von beyden Ge¬ schlechtern führen, die hiermit der äussersten Frech- „hcit abgcfaßte Gesänge singen, sLErc« Mar- „rial Hl und Tänze, worin die geilesten Stel- „lungen vorkommen, tanzen; diese muthwilligen Leute „finden nachher in Kanopus an den Ufern des Kanals „erbaucte Gasthäuser, die zu Ergötzungen dieser Art „dienlich sind." Seneka Lp. ;i. sagt daher von sei¬ nem weisen Mann: Os leceüu eoAirsn» nungusm O- Niipum eÜZsr, gusmuin neminem Lsnopus eüb kruZl verec, und Iuvenal Vl. 84. wenn er die äusserst ver¬ dorbenen Sitten der Stadt Rom abschildern will- 0»'^ und XV. 46. Usrbsrs /ämo/ö non ceclir rrnbs Ls»ox>o. Die Griechischen Mythologen leiteten den Namen die» ser Stadt vom Ranopus, dem Steuermann des M- nelausab, der hier gestorben seyn sollte, als auf der Rückreise nach Griechenland das Schiff an die afrika¬ nische Küste war verschlagen worden. Tacirus ^nnsl- II. üo. 6.R.E. 7«g Lsnaxuz lncle svon Alexandriens cluociecimo üisiunAi-K. Kaiser rur l-rpicis st2 R M-— iso St-^ guem, vc iprilesklu. und Ba- niemorine rrncirinr, 'lenelai Audernnror, sopulru^ ld>,^'^uiMa »ominnulr. kk-rctenu» impenclio loeur sanis er ciiuerso-^^. rü^ j»ru5 inliiuccus, suris er sslnrsri rempsrarnsnto xerüsbilir. (Ueber diesen vorgeblichen Steuermann des Menelaus leset Schlegels i/zste Note zum zwey. ten Bande des Banjcr) oder ungleich rich iger hatte schon der gelehrt' ArisriScs, bey seiner Anwesenheit in Egypten, geyort, daß der Name rein vaterländisch sey, und im Griechischen durch x-v---«- übersetzt werden müsse. Im Koptischen bedeutet rL»cj>», ist s>o n-x«e/orr«rro, «c- , csram, mündlich; 25» 5«, 0 , namentr lich; «»s 7-n unverhofft; «5° fleißig! «-ro 5» alsogleich; «50 58 vernünftig u. s.w. Ich folgte dieser Regel, die schon die Schüler des Hrn. Konrektor, geschweige denn cc selbst wissen sollte, und übersetzte: «5° 5« nobirisch, ohnerachtet ich auch mit dem nemlichen Recht hatte sagen können: ein Kymbelschlager ans oder von Kanopus. — Wenn Diogenes Laerlius U- ic>6. sagt: «50 5«, '15^0-> so zweifelt doch wohl kein vernünftiger Mensch daran, daß dieser Euklides aus der an der Korinthischen Landzunge gelegenen Stadt Megara gebürtig gcwcstn. ZZ7I) Vgl. §. 607 ff. vergl. mit §.8oz. unten. K. Oktavians Rede an seine Soldaten. 78 z desselben einen mächtigen Einfluß habe. Und verlrmgtn.R.E. 7-z ihr Beweise, so hat er ja in dieser ganzen Zeit nur ei A nen einzigen Krieg geführt, nur einen einzigen Zugier'.-westala unternommen, und in diesem viel unserer Bürger ourch?'pI^wsi- Schlachten, viele auf die schimpflichste Weise vor Praaspa, die allermehresten aber auf seiner Flucht verloren. Will jemand von euch die Tänze tru ck« ner Satyrn, den Kordap erlernen, so wend'ec sich an Mark Anion, denn diese Dinge hat er gelernt; ZZ72) Oben §. 756 und 757. !ZZ7Z) hab' ich, vielleicht etwas zu frei), Tänze rrunkner Satyrn verdeutsche, weil, der mythologischen Sage nach, der Rordax seinen Na¬ men von einem der Diener des Bakchus, d. i Saror, Rordax hat. Pausanias Miac. 12. sagt uns, daß er vorzüglich in Phrygien nm den Berg Sipvlus — dem achten Vaterland der Aakchischen Neliawn. aus welchem Lande sie Tantalus rach Griechenland brach¬ te — gebräuchlich gewesen, und er rrzablr von einem Tempel der Diana Rorvax, so diesen Zunamen daher bekommen, weil Pelops mit seinen Phrygiern ein Sie- geSfcst gehalten und den vaterländischen Kordax ge¬ tanzt habe. (N^ralis Romes Ul. xvur. p. m. fvencsig 1568. 4^ 85 l erwähnt unrer andern Beynamen der Diana auch den Rorsake, doch ohn' >bn zu erklären.) Nach Athenas B. Xllll. war es ein bcy den Griechen verachteter und äusserst unebrba« rer Tanz; daher auch Theophrast von seinem Unver¬ schämten sagt: daß er nüchtern den Kordax tanze; in¬ zwischen hab' ich doch nichr, wie Hr. W. geile Tanz' übersetzen mögen; einmahl, weil man das auslandi» sche Wort, ^1, neirnet es Ammonius, mei¬ ner Meinung nach durchaus unübersetzt lassen u'uß, und nur in Anmerkungen erklären darf; hernach aber, West nicht die Alten allgemein in diese Hcrabwürdi. gung ves Horda, r einstimmen. LuLiau in seinem be¬ rühmten G svräch -r-e- zählet ihn mit unter °en drey übelsten Arten des Tanzes auf. Mehr findet Wan in des Mcurslns Orchestra, so dem achten Band des Eronovianischcn Thesaurus eingedruckt ist, p. 1264. 784 Dio Kaßius. V.I-. Hptst.W. N.R. L./rzwenn cs aber auf Waffen und Streit ankommt, waS m. u^d Va-'st "" was fürchterlich wäre? Leibeskräfte? — ler. MessalaO, sie sind verblüht und entnervt! — Seelensiärke? Burgermei-— nichts denn Buhlerinnen und Lust» knaben ! -— Seine Furcht vor unfern Göttern? — Aber er führt Krieg gegen sie und gegen sein Vater» land. — Treue gegen seine Bundesgenossen? — Aber wer weiß nicht, wie hinterlistig er den König Armeniens hintergieng? r'") — Seine Zuneigung gegen seine Freunde? — Aber wer ist unter euch, der es nicht gesehn, wie viele derselben er auf die jammer» lichste Weise hinrichken lassen? — Derr guten Ruf, in dem er bey den Soldaten sieht? — Als ob er nicht auch diesen schon längstens verloren? welches ihr daraus am deutlichsten abnehmen könnt, weil tag» 4Z6. täglich so viele von ihnen zu uns übergehn. Und ich hoffe noch immer, daß, so viel derselben unsre Mitbürger sind, dieses alle, so wir damahls thun werden, als er sich von Brundiftum nach Italien fluch» ten wollte. So lange sie ohne Gefahren seiner Schätze thcilhaft werden konnten, haben es freylich einige von ganzem Herzen mit ihm gehalten; aber kämpfen mit uns, ihren Landsleuten, für Auslän¬ der, so ihnen ganz und gar nichts angehn, werden sie um so weniger wollen, da sie uns jederzeit willkom¬ men sind, und wir sie willig an unserer Glückseligkeit und unserm Heil Theil nehmen lassen." §. 8°Z- 8874) Oben H. 77o- ZZ75) 3 B- Jamblrchus und Rwintus PostlM mius. S- §. 788- zz7ü) Beyspiele suche man §. 778, 788 und 798- 8877) Siehe oben S 276. der Reimarischen Aus¬ gabe, die ich immer am Rand beygezeichnet. — Dis Worte nach Gallien: ^e°c , hak Hr-Ä- ausgelassen. Hält er fle für Glossem? K. Oktavians Rcde ar: seine Soldaten. 785 §. 80z. „Aber, könnte man mir einwenden, er bat vieleB.N.E. r-z Bundesgenossen „„d vieles Geld. Aber wie ma issini-M- Water besiegen sollte, wußte jener Skipio, derler-, Mcssela von ihnen seine Benennung erhielt, Sylla dersiA.^^'^' Glückliche, Lukull, Psmpcjus, mein S. gzs. Barer Kaiser, ^') und ihr selbst, als ihr sie, die unter den Fahnen des Brutuö und Kassius stritten, besiegter. Sobald dieses so ist, darf euch ihr Geld kein' andere denn Gedanken des Mulhs einflößen, daffelbige je eher je lieber in Empfang zu nehmen; denn groß muß der Kampf seyn, wo große Belohnun¬ gen den Ueberwinder erwarten. sNicht sim' ich die¬ ses, als ob dieses Geld allein euch reizen sollkeO Wel¬ cher Lohn kann größer seyn, denn die von seinen Ahn¬ herrn angeerbre Würde behaupten, den Stolz seiner Na¬ tion beybehalkcn zu können, abgefallene Rebellen zu züchtigen, erlittenen Uebermuth zn rachen; siegreich über alle Völker zu herrschen; nickt zuzugcben, daß irgend ein Weib Männern sich gleich schätze! Oder wollt ihr, die ihr hier zugegen seyd, die ihr einiger Flecken und unbcbauetenLandereyen wegen so oft und so tapfer mir Tawriskern, Iapydcn, Dalmakern ZZ78) Leset die za6iste Note, und was Anton oben §>7Si. sagt. z?79) Skipio der Asiate, des altern Afrikaners Bruder, nicht, wie Labrichus sagt, Sohn, Bürger¬ meister n. R. E- 564. überwand Antiochus den Gros¬ sen, den er zu einem schimpflichen Frieden zwang. K.WIU8 xxxvll. Applaus x 98. Justinus XXXI. 7. ZZ8,o) Uebcrwinder Mithradats. Florus III. v. 2g. Z?8i) Dio gleich im Anfang des vorigen Bandes. ZZ82) Dio § 45. ff- Z?8?) Er zielt auf den Krieg mit Pharnakes. Dio E. 207. ZZ84) Sich' oben §. 660 ff. Ddb 786 Dio Kaßms. B. Hpst. XL!. N.R.E.7-zund Pannonicrn gefochten, und die ihr sie, oö ui 'uidBa-stt f^-on jedermann für tapfer und streitbar hält, über- ier'.Messalawundsn; die ihr, o Götter! wegen Sikilicn allein Vmgcrmei-^^ Sextus, wegen Mutina allein mit diesem Mark-Anton gekämpft und beyde geschlagen: '^7) wolltet ihr gegen ein Weih, das nach alle dem Euri¬ gen strebt, gegen ihren Mann, der alle das, was euch zugehörk, ihren Kindern schenkt, und gegen die guten Freund' und Tischgenoffen derselben, die sie selbst nicht anders denn Poiissons ''^) nennen, minder tapfer 3Z85) Ebd. §.765 ff- ZZ86) Cbd. §. 7Z2 ff. ZZ87) Siche Note zz/i. z-88) Note g;66. 3Z89) J>n Griechischen steht (unrichtig für weiches Wort von ^Nisi, Unflach, (jener Konstantinns, der der Sage nach das Tauf- waffer besudelte, bekam den Zunamen ab¬ zuleiten, und daher Leute bedeutet, die, umLachenzci erregen, von unflätigen und unzüchtigen Dingen spa¬ chen. Sehet Gkal-gcr in den Anmerkungen überA- fkcrs »ä vacem /c«>-ra (in den ülollls Illciori wird/cm'r« Übersetzt: r>,coz>»'ar) K.lpsiuo Meer. II. 17. Tur-! nebi ^cluerssria XXII. Z l. Dulenger cis rlisskro l> 44. Da ich diesen Begriff mit keinem deutschen Wort auszudrücken wußte, (Hr.-W- hat dafür den Ausdruck schmutzige Dandc gewählt) so nahm ich zu diesem, aus der französischen längst in der deutschen Sprache recipirten Worte meine Zuflucht, welches wenig¬ stens den Sinn vollkommen, nur freyüch etwas höf¬ licher ausdrückt. — Guidan nennt sie Dreckredner, die immer von Unstath reden, welches noch entsprechender ist: X«, <— Als der h. Lyprianus von der heidnischen Religion zur christli¬ chen ubcrgcgangen war, nennten ihn seine vormahl!- gen Glaubensgenossen zum Sport Roprianus. k,a. rra»r. Inll. lliu. V. tl. /^uciiai gaenclam chsermm la- ue llominom, gui eum, immumm vns lircsiS) tlspr/a- »«m voesret; gusll guoc! eleggns inzeuium er meliori- » bus ralsus .iprum, sä snlles tskulAS conculifler. K. Oktavians Rede an seine Soldaten. 787 denn gegen jene sevn?— Und dieses warum? — Ihre N-R.E.7-, Menge wegen? Aber nie hateineMenge von Sklaven^ ..AA, tapfere Soldaten besiegt!—Wegen ihrer Abkunft? M rwr. Meßüla sie verstehn besser Lasten zu tragen, als Krieg zu fü rcn. — Wegen ihrer See.Erfahrcnheit? Nur rudern, nicht schlagen ist es, was sie auf der See zu treiben verstehen! — Ich für meinen Theil schäme mich, daß wir gegen Feinde kämpfen müssen, von de, ren ilebcrwindung uns kein Ruhm, wohl aber die G. größeste Schande, wenn wir geschlagen werden sollten, bevorsteht." §. 804. „Glaubt auch nicht, daß die Grüß' und Stärk' ihrer Schiff' eurer Tapferkeit das Gegengewicht zu hak« ten vermögend sey. Denn wo ist das Schiff, das für sich selbst jemand verwundet oder umgcbracht harte? 8Zyo) Der Scholiast des Aristophancs über die Vögel I I Z7' und über die Frösche 145z. E ^»1--«,; vergleichet auch Xiphilinnm §. 27. Herr Irwin merkt an, sie wären dies noch fetzt, und kirirt den Irwin S> 456. den ich jetzunv nicht Nachsehen kann. Dieser Spott ruhere wohl auf den Egyprern des Kaiserlichen Zeitalters, nicht aufder Nation selbst, sondern Hieng ihrenVorfahren dervon ihnen äufgcführ. ten Pyramiden wegen an, welches inan daraus sicht, weil sie an andern Orken bestimmter , Zch-- gclrräger heißen. Der Feind, der jemand verachte» will, schiebt auf sein Individuum alles, was ihm von der Nation selbst Verächtliches bekannt ist- Aeneas war nicht verschnitten, und hat sich nie als Weich, l'.ng gezeigt, und dennoch sagt Turnus, blos weil ec ein Phrygier war: Da sternero Corpus I.vriesrngus, msnnvaliäa, lucersre, reunllam er foeüsre in puloers cr-chr callclo /erro -»«cierrrer. Aencio, XU. 95. 788 DioKaßius. B. I- Hptst.XO. T7.R-E.7-; — Cs wird eben diese Dichtigkeit und Große verur- ui. lmdLa-sacheii' daß es den Ruderern schwer, sie zu bewegen, ler. Messalaand noch schwerer den Steuerleuten, sie zu regieren, Burgermei-Edei, wird. Welchen Nutzen werden sie ihnen in der Schlacht bringen, wenn sie mit ihnen keins von den beyden Haupttheilen der Schlacht werden vollziehen können; ich will sagen, wenn sie sich unfern Angriffen weder mit der gehörigen Schnelligk it entziehen, noch uns unverhofft da, wo Zeit und Gelegenheit cs erfor¬ dert, angreifen können. Ein Landtreffen mitten auf der See wkrden sie uns doch nicht liefern wollen? Sie sind also sicher nicht darauf vorbereitet, von uns, gleichsam in Vestungen eingeschlossen, belagert zu wer¬ den ; und waren sie es, so würd' uns gerade dieses den größesien Vortheil bringen. Denn wenn ihre Schiffe gleichsam an einem Ort angefcsselt siille siehn, so wird es uns leicht scyn, sie mit den Schnäbeln der unsrigen zu durchbohren, wir werden sie aus der Ferne mit unfern Maschinen verletzen, wir wer, den sie mit feurigen Pfeilen und andern brennbaren Materien anzünden können! ) Sollten sie sich ir¬ gend eine Bewegung zu machen unterstehn, so wird es ihnen eben so unmöglich fallen, eins der unsrigen ein¬ zuholen, als ihnen, wenn sie uns den Rücken kehren werden, zu entfliehen. Kurz, ihre Schwere wird sie ungeschickt, etwas zu thun, und ihre Größe geschickt, alles zu leiden machen." 805. „Doch warum soll ich mich langer hierbey auf« halten? Ihr kennt sie, und habt cs mit ihnen nicht allein zu Lenkas, sondern auch kurz vorher selbst gzyi) Scheffev sis millrig nsusli II. 5. ZZ92) ^r-t.7. und Srewechlus über Vcgez Illl.rk. ZZ9?) Note 2884- ZZ94) S. §. 788- Note Z294. K. Oktavians Rede an seine Soldaten. 789 hier versucht, und seyd nicht allein ungeschlagenN.R.§.7»z geblieben, sondern habt vielmehr einen völligen SiegA- über sie davon getragen. Laßt euch also nicht durchleb Messala meine Worte, sondern durch eur' eigne Thaken einffößen, dem ganzen Kriege jetzund auf einmahl ein Ende zu machen; denn cs kann euch nicht unbewußt seyn, daß uns, im Fall wir auch heute den Sieg da¬ von tragen, fast gar kein' Arbeit mehr übrig bleibt. Denn zu geschweige», daß die Natur der Menschen überhaupt so beschaffen ist, daß die, so in dem erstem Treffen den Kurzem ziehen, eben dadurch zaghaft für die folgenden werden, so sind wir ihnen zu Lande ge» gen alle Widerrede dergestalt überlegen, daß wir sie, hatten sie auch noch keine Niederlag' erlitten, ganz gewiß in einem Landtreffen überwinden würden. Die¬ ses ist auch keincsweges unfern Gegnern unbewußt. Eie sind (ich verlange nicht, euch irgend etwas von dem, so ich gehört, zu verheimlichen) durch den be- reits erlittenen Verlust dergestalt niedergeschlagen, daß sie alle Hoffnung, hier bleiben zu können, aufgegeben, und deshalb uns zu entfliehen versuchen wollen. Ihre Schlachtordnung, die ihr seht, ist nicht zum Schla- gen, zum Fliehen ist sie eingerichtet. Ihre beträcht¬ lichsten kostbarsten Habseligkeiten sind schon auf die, ftn Schiffen in Sicherheit gebracht, um, wenn sie solches vermögen, mit ihnen uns zu entfliehen. Vcr« siattet also nicht, daß diejenigen, so sich selbst uns un- S. ,zr. terlegen bekennen, und den Lohn unsers Sieges in ih- ren Schiffen führen, uns irgend mit ihm entgehen mögen; überwindet sie hier, und nehmt ihnen selbigen ab." Ende der Rede des Kaiser Oktavian. ZZS5) S. H- 789- 79« Dio KaßmS. B.!-. Hptst. XO. §. 806. Ohngefehr dieses war die Rede, welche Kai- iii. midAa-ser hielt. Demnächst war sein' Absicht, sic vor Bur^enÄ'-bch vorüber schiffen zu lasten, undffo den Flüch- ster? rigcn in den Rücken zu fallen; denn erhoffte, ein¬ mahl sie mit seinen sehr schnell rudernden Schiffen gar bald cinzuholcn, und nachher glaubt'er auch, cs würden die Feinde selbst, so bald cs sich zeigen würde, daß Mark-Anton die Flucht nehmen woll¬ te, zu ihm, ohne das Schwerdt zu ziehn, über¬ gehn. Ihr widersetzte sich Agrippa, der theils sich furchte, es möchten ihnen die Feinde, deren Schiffe Seegei hatten, ^.) entkommen, und dem ein gewaltiger Platzregen und Hagel, der nur die Flotte Mark-Antons allein getroffen, und sie ganz in Unordnung gebracht hatte, Hoffnung einflößte, sie auch so ohne große Schwürigkeit zu überwinden. Diesen Anschlag gab er also auf, bemannet' im Gegentheil seine Schiffe selbst mit so viel Legionsoldaten, als möglich war, und ließ alle seine Freund' auf einzelne kleine Böte steigen, um überall gegenwärtig zu sey, den Streitenden mit gutem Rath beyzustehen, und ihm selbst von allem, was Beträchtliches vorfallen möchte, rap- portircn zu können. Nach diesen getroffenen Ver¬ anstaltungen erwartet' er den.Auslauf der feindli¬ chen Flotte. Wirklich lief sie unter Trompcten- ZZ96) Notez;i4. Sieh' auch unten §. §08; doch halten sie auch Ruder. Kaisers Flotte hatte ganz und gar keine Seegel, und bestand aus bloßen Ruderschif- fen, wie sich aus dem folgenden Paragraph gar deut¬ lich ergiebt; doch übersetzt der nirgend nachzudenken gewohnte Wagner das oben vom Dio gebrauchte Wort cslsrirgre nsuium lusrum frems; ich t sebnellruvernden) weil seine Schiffe gute Seeg-- ler waren. Aktische Schlacht. 79 k schall aus, und stellte sich hart vor der MündungN.R.C.7rz der Straße in einer dicht geschlossenen Schlacht-^ „Mss,- ordnung. Da sie hier stehen blieb, so gieng Kai-lcri Mesta!« ser mit seinen Schiffen auf die feindlichen los, in^d'mcj- der Absicht, wie es schien, sie entweder an Ort und Stell" anzugrcifen, oder zum Weichen zu zwingen. Die Feinde rührten sich nicht, sondern blieben da, wo sie waren, ohn' einen Schritt vor- oder rückwärts zu machen, stehn, und schlossen ihre Schiffe nur enger und enger an einander. Kaisern beunruhigte dies. Er befahl den Rude¬ rern, ihre Ruder ins Wasser herabzusenkcn, und lavircte so eine Zeitlang. Balo nachher aber brachen, auf ein gegebenes Zeichen, die beydcn Flügel seiner Flott' auf einmahl los, in der Ab¬ sicht, so die Feinde zu umzingeln, oder doch min¬ destens ihre Schlachtordnung zu trennen. Die¬ ses Manövre und die dadurch zu bewirkend' Um¬ zingelung fürchtete Mark-Anton so, daß er nun auch mit seiner Flott' aufbrach, und so kam es gegen seinen Willen zur Schlacht. Und so kam cs denn zur wirklichen Schlacht, in welcher sie sich unter einander oft und häufig anfrischken, all" ihre Kunst und Tapferkeit sehn zu lassen, viel Kricgslieder "") aber auch von 8897) Thnkpdldes l.. II. --- 7-»-, 7«, x«9-<- 7-«; xc-«-rz 7^ AppiNU« Ou. V. «7. x«- -r«, x«7ki^ov, X7S 7«; xr«;. sblvlUS XXXVI. 14. Oemirrsi's in sgusm remos ab vkeoczus larers remiZes ^abiI^knäAe causa nauis iulllr. Vgl- Schcstcr II. 5. ZZ98) Wagner, der sich vermuthlich einbildct, die Einwohner von Aetolieu und Akarnanicn haben dieser Schlacht, wie einem Thicrgcfecht im ckcas, zugesehn, übersetzt: „Lauter Zuruf Ser Zuschauer am Gestade tönte zu beyden'hin." Von den mit größerer Schrift 792 DioKaßius. B.I-. Hptst. XLl. ^.R.C^-zdenenvom festen Land ihnen zurufcndcn sSolda- §i. iindV«-^n^ zu hören bekamen Die Art des Streits ter. Messalawar nicht von beyden Seiten die nemliche. Die ^^"'"^'Soldaten Kaisers, so alle gepanzert waren, um nicht verwundet zu werden, ruderten mit ihren kleinen leicht zu bewegenden Schiffen keck an die der Gegner heran, und mochl' cs ihnen nun ge¬ lingen, ein feindliches Schiff in Grund ,u bohren oder nicht, so zogen sie sich jederzeit zurück, bevor S. 4Zy- ihnen die Feinde bcykommen konnten, und griffen sogleich darauf entweder das nemliche Schiffplötz¬ lich noch einmahl an, oder wendeten sich, wenn ihnen solches dienlicher schien, zu einem andern; hatten sie auch hier eine kurze Zeit lang ihr Heil versucht, so wendeten sie sich zu andern und aber zu andern, je nachdem sie einem feindlichen Schiff auf die unverhoffteste Weise beykommen konnten, denn da sie gar sehr die Ueberlegenheit fürchteten, so die Gegner über sie, wenn es zum Handgemeng gekommen wäre, gehabt haben würden, so ver¬ weilten sie sich bey ihrem Angriff nicht, und lies¬ sen es auch nie zu einem Gefecht kommen; näher¬ ten sich ihnen, ihre Pfeile zu vermeiden, so schnell gedruckten Worten steht, so wahr ich ehrlich bin, nichts im Dio, und die, so ihnen diese Kriegsliedec zur Ermunterung fragen, waren die unter den Beseh' ien des Kanidius stehenden Soldaten der Landarmee; und laurcr onruf ist viel zu wenig. Mamerrinu» K- 12. nennet das Xk-.rv»,,« carmen »smrcE, und Ass konius Hedianus über die viuinsrio c. 17. Oni rs inijridu; celeukm», per s^mpdoniacos solebsl ek per astsm voesm, icl eü ors prolstüm , er vr in nam xer cirbZezm. Vgl- Fabrix über den Sertus Empi- riku.s »tlu. Ktus. p. z6i. —Auch die erste Halft' ist falsch übersetzt: sie scbcieeu auf; denn das Wort heißt nicht aciclamarr'o, wie esReimarUs im Inclex Übersetzt, sondern e-rLorrarro. Mische Schlacht. ' 79z als möglich, und vergnügt, irgend ein SchiffN.RT.7-z beschädigt oder auch nur in Unordnung ge brach zu haben, giengen sie schleunig zurück, um wederler'. Messel« geentert noch von den Pfeilen getroffen werden zuA"^rme«- können. Die Gegner nahmen die, so es wagten, sic anzugreifen, mit einem Stein-und Pfeilha¬ gel auf, und suchten sie mit eisernen Haken an ihre selbst eigenen Schiff' anzuklammcrn. Ge¬ lang ihnen dieses, so behielten sie immer die Ober¬ hand, wo nicht, so schöpften die verletzten Schiff* entweder Waffcr, oder aber sie wurden, wenn sie dieses zu verhindern beschäftigt waren, den Anfällen anderer nur desto leichter ausgesetzt. Ein einziges Schiff hatte jederzeit mit zwey oder drcy der feindlichen zu thun, da man denn aufder zzyy) Xk Die andern bemüheten sich, ein jedes dieser Mit-ler. Messalr tel, so gut es sich thun ließ, unthäkig zu machen, und sinremahl jeder Funken, der nur niedergefallen war, im Holzwerk alsofort um sich griff, und im Schiff' eine große Flamm' erregte, so bedienten S. 447. sic sich anfänglich des Trinkwaffcrö, so viel sie dessen etwa« bcy sich hatten, und vermittelst des¬ selben gelang es ihnen, einen kleinen Theil dersel¬ ben zu löschen. Als aber dieses verbraucht war und sie Meerwasser schöpften, vermochten sie ja zwar, wenn sie solches häusig und in Meng' auf das Feuer stürzten, selbiges durch diese Gewalt zu löschen. Jedoch da sic weder viele, noch große Wassereimer bey sich hatten, und auch dies' in der Unordnung und im Schrecken nur zur Hälfte gefüllt Hcraufzogcn, so konnten sie dieses mich nicht überall thun, und im Grunde half ihnen solches so wenig, daß selbiges das Feuer vielmehr verstärkte; simemah! das Meerwassr, wenn sel¬ biges in geringer Quantität auf die Feuer ge- sprülzcwird, solches gewaltig "'*) vermehrt. Da sie hiermit nichts ausrichtekcn, versuchten sie sol¬ ches mit den dicksten ihrer Kleidungsstücke und tob¬ ten Leichnamen zu dämpfen. Eine Zeitlang hin¬ derte solches das Feuer, und schon schien selbiger nachzulassen; aber nachher warb es gerade durch diese Sachen genährt, und durch einen heftigen Sturmwind, der gerade damahls entstanden war, angefacht, heftiger denn cs je vorher gewesen war. So lange nun nur ein Theil des Schiffes brannte, bemühte sich dis daraufbcsindliche Mannschaft, sol- Z402) WsFnervs, °' setzt eigenmächtig hinzu; durch sein Saft. 798 DioKaßius. B. 1^. Hpkst.XO. N.R.E.r-zches von der WutH der Flammen zu retten; sie in', und Va-H'ebm die angcbrannten Theile weg, räumten auf, ler.Messalaund warfen das, was sie aufgeräumt hatten, ^^^'""'entwcdcr ins Meer, oder auch, in der Absicht sel¬ bige zu verletzen, auf die Feinde.' Andere rette¬ ten sich zu den noch unverletzten Schiffstheilen, wo sie sich der Harpunen und der eisernen Hände "°') mehr denn remahls bedienten, um sich fs ent¬ weder in ein feindliches Schiff retten, oder selbi¬ ges zugleich mit dem ihrigen verbrennen zu können. §. 810. Allein diese näherten sich ihnen nicht. Das Feuer fraß inzwischen ausiallen Seiten des Schif¬ fes um sich, und drang bis auf den Kiel desselben, so daß nun ihr größcstes Leiden erst angieng. Ei¬ nige, vorzüglich die Schiffleuke, wurden vom Rauch erstickt, noch bevor sich ihnen die Flamme nähern konnte; andere, so mitten in den Flammen standen, wurden von ihnen nicht anders denn in eincmBratofen gebraten; andere zerschmolzcnun- ter dem Gewicht ihrer glühenden Waffen. Noch andere, ein Thcil, bevor ihm noch einer dieser Un¬ glücksfälle begegnet war, ein anderer aber schon halb verbrannt, hatten entweder die Waffen web¬ geworfen, und wurden nun von den mir Pfeilen aus der Fern' auf sie schießenden Feinden verwun¬ det; oder aber sie stürzten sich ins Meer , wo sic ersoffen, von den feindlichen Steinen in Grund gesenkt, oder von den wilden Thieren zerrissen wurden. Kurz, das Elend war so groß, daß diejenigen noch am erträglichsten starben, die, noch bevor sic eine dieser Quaalen erlitten, sich entwe¬ der selbst, oder einer den andern umbrachren, und nachher, ohn' irgend eine dieser Peinigungen ab- ?4vz) Note zzoo. Wo ich Harpunen setze, hat W.,bsss'r r lange -Spieße, Verbrennung der Anton. Flotte. 799 zuwarten, mit ihren Schiffen als mit ihren Schei-N. R.T.?-; terhaufcn verbrannten. — Die Kaiserlichen Hat-A „^Ba¬ ten sich, so lange die Gegner noch im Stande wer ler.Messala reu, sich zu wehren, gehütet, ihnen zu nahe kommen; jetzund aber, da all'ihre Schiffe vom Feuer verzehrt wurden, und die auf ihnen befind¬ liche Mannschaft, weit entfernt, ihren Gegnern Schaden zuzufügen, nicht einmahl sich selbst retten konnten, bemüheten sie sich eiligst zu ihnen hinan zu schiffen, und um die auf den Schiffen befindli¬ chen Schätze zu erhalten, das Feuer, so sie selbst S. 44-. angelegt, zu löschen. Viele derselben wurd-m entweder von der Flamme oder von den feindlichen Harpunen ergriffen, und mußten auf solche Weise gleichfalls jämmerlich mit den Schiffen ihrer Geg¬ ner verbrennen. Ende des fünfzigsten Bucks und dec ersten Hälfte der andern Abtheilung des zwey- ten Bandes. 4404) Dio scheint in der Beschreibung dieser Schlacht eben so viel Rhetorik und eben so wenig Ge« schichtknnd' angebracht zu haben, als ich schon sonst Key verschiedenen andern Schlachtbeschr ibungen des Hrn. Bürgermeisters bemerkt; — beylaufig: Laza¬ rus Bavfms schrieb in seinem Buche L- »«»--/» p. 5Z: Oioois leripr», gui oxmur Veneti^, leZi per mium, gui mibi visu5 eli wulrsm kilkonss, i^.Nsin vsoonomiss isnonsm dsbuiste. Zabxiz versichert, dies Latein nicht zu verstehn; ich dachte doch, daß es sehr leicht sey: Dio hak sehr viel historische wichtige Data, er weiß sie aber nichtzu ordnen, in der gehörigen Ord. nung an einander zu reihen; kurz: er versteht die Oe« konomie der Geschichte nicht) — Dies hat mich be¬ wogen, seine rhetorischen Floskeln nie zu Unterbrechen, und die Supplemente, die ich zur Geschichte dieser Schlacht liefern werde können, in dieser allerletzten Anmerkung zusammen zu werfen. —Daß es der zwcyte September war, an dem diese merkwürdige Schlacht 8oo Dio Kaßius. B. I.. Hptst. XLI. N.R.E/rzvorfiel, sagt :ms Dio selbst, im nächstfolgenden Pa- Ai. ragraphen, mit dem die andere Halste sich anfangen ler^Messala^d'. Den Anfang setzt Plurarck p. 946. c. gerade Burgermei-"!^ ^ttagsstunde (-'---->1 -^«) und das End'um ster. Lier sthr Nachmittag p, 947. s) Das Treffen war eigentlich auf den neun und zwanzigsten August angesetzt gewesen, allein ein hohl gehendes Meer hatte solches vier ganzer Tage lang verschoben, aber am fünften Tage war das Meer ru¬ hig und der Himmel Hetzer. (z>. 94;. f.) Auf der Flotte des Antonius konimandirte er selbst und Poplis kola den rechten Flügel, den linken Rölius, und das Milteltreffen MarksGktavms und Mark-Iuste>ns. Kaiser Gkraviau kommandirte den linken Flügel feiner Flotte, Agrippa den rechten, (p. 946. s.) Dies strei¬ tet aber mit der wahrscheinlichem Nachricht des Vel- lestls: Oexrrum nauium Iulisn«rum eorua /lck. Larro commiüum, laeemm /Lrrurrrro, omns Lisk- tici cerksmin!« arbitl iarn. ei parki clostiuarus, tu guam s sorwna vocarerur, VKK^VL .g-lDLll^ck. Eben dieser Schriftsteller nennt unter den Antoniani- schen Anführern den Soßius statt Plutarchs Rölius: (llatlis e^nrouii reichten ^t>/rca/«L commillbm; (vermuthlichauch dieses richtiger als jenes.) Die Flotte des Antonius stand in der Mündung des Ambrakischen Busens, Schiff an Schiff so dickt als möglich ge> drangt, und völlig unbeweglich; Kaiser Oktavs Flotte acht Stadien iknen gegenüber im bohen Meer. End¬ lich ward den Antonianischm Soldaten, die sich einen völligen und sichern Sieg versprachen, die Zeit zu lang, und da sie nicht angegriffen wurden und um die Mittagszeit ein günstiger Wind zu wehen anfieng, so fieng Aurons lmker Flügel an, sich in Bewegung zu setze». (1'suöem sciesZEtt/o, dleraus I.V!v^il.VN nr urcus. Propertiun Illl.vr. 25) Agrippa, der, nach Plutarch, den linken Flügel kommandirte, versuchte die feindliche Flotte zu überflügeln, und dies zwang den Poplikola, den ihm entgegengesetzten rechten Flü- gel gleichfalls auszubretzen, um den Arrunnus (den hier Plurarck ausdrücklich als den Befehlshaber des linken Flügels nennt) zurückzuschlagen, wodurch cr sich aber etwas zu weit vom Haupttrcffen cnlscn.te. Inzwischen,..war dieses eine Kleinigkeit, die auf die Bemerkungen über die Aktische Schlacht. 8oi Schlacht selbst gar keinen reellen Einfluß gehabt habenN.R. §-72 ; würde, wäre nur nicht Rlcopatra mit allen ihren-E. Kaistr Schiffen aufgcbrochen und nach dem Peloponnes ju-lchu"? Va- geseegelt. (Da plucarw x. 646. sechszig Schiffe^ü^^u" nennt, so. ist dieses allerdings die ganze Flotte der E-sier. gypter, so groß als ste war, denn auffer diesen sechs, zig Schiffen harte Mark-Anton die übrigen alle ver¬ brennen lassen, wie Note zgi2. erinnert worden.) Anroums, so bald er seine Geliebte fliehen sah, be< stieg, m Gesellschaft Alexander des Syrers und eines gewissen Gkellms, ein Schiff mit fünf Reihen Ruder, banken, holte sie ein, ward an Bord genommen, sprach aber die Kleopatra nicht, sondern saß einsam und traurig, den Kopf auf beyde Hande gestützt, drey ganzer Tage auf dem Vordertheil des Schiffes, bis man endlich am Vorgebirge Tanarus landete, wo die Versöhnung beyder Liebenden wiederbergestellt ward; auch gab er diese ganze Zeit über gar kein Anzeichen ei¬ nes Kriegers von sich, als daß er sich gegen die ihm vom Oktavius nachgcschickten Schiffe zur Wehre setzte, und ihnen mit genauer Noth entkam. — Plmarck p.947. b. zahlt nur fünftausend Tobte; (abecGrosius VI. 49. setzt zwölftausend,und sechstausend Verwundete, von denen tausend unter der Kur das Leben verloren; und ich weiß nicht, dies scheint mir wahrscheinlicher zu scyn, denn er schöpfte vermuthlich auS Livii verlo¬ ren gegangenem hundert ein und dreyßigsten und hun¬ dert drey und dreyßigsten Buche.) Da sich aber, nach Kaisers eigenem Zeugniß, sin den ste eirs lu», die er in dreyzehn Büchern bis auf den antabrischen Krieg fortgeführt hatte, Snetou l.XXXoerchr»>,; ° «7-«»' 1-0 Zk «kTrrrv, «sL« fL,«v vwv xots XtXf xovi-osr Xfev- fte'-ü-v xxs v § 0 ßsä 0 r 5, öe xot< XLT'sr^e^r«,? «no- kD«^ov. — Indem ich das, was ich ge- schrieben, noch cinmahl überlese, werd'ich einer Aus- lassung gewahr, so ich oben, da ich von der Zeit des Treffens redete, begangen. Grosins l. c. laßt es um zwey ganzer Stunden langer dauern, von elf Uhr Vormittag bis fünf Uhr Nachmittag: Lo,-a §»/»- ra r» ^orar» /eprimam, incerm vincenüi fps grs- villimse vcringus cseclss scms, und damit scheint Sueromus XVll. übereinzukommen, wo es heißt- Non mulropok rrmali prsolio »puct/Verium viert r» )e- >-»m cii«/carr'E vtr.-icra (wiewohl freylich IN Sep» tembers Anfang fünf Uhr Nachmittags Mühe haben wird, für ein /er»»r anges en zu werden) vr in n»ui Victor pernoetsoerir. — iobm Betragen Kaisers gegen die Ueberwund«'M sr A Vellefus II. 85- vielleicht freylich etwas sch -eicheind: L»efsr guo« ferro pms- rst inrerirac s, verbir r.inlcbre cupiens > cl«miiansgus et üllenUsns fugille /^nroniuw, guseredsk: pro gu» et cum guo usrn.ltLnt? .Vr illi cum 6iu pro sblenrs cii- mic-ilfenc äuce, seZre ü-bmi'Kz srmir cellere vicw- riam; ciriurgus venis.».gss Dsr promillc, ^usm ilüs, vr es xrecsremur, psrsu.s.im eii. Ende der Anmerkungen zur ersten Hälfte der an« -em Abtheilung der Ws Griechischen übersetz¬ ten Römischen (f.,chichke des Titus Dio Kastlus Kokkejanus. Druckfehler. S- r- Z. 7- wird, l- ward. — ir.' N. 2192. Z. n. bey seinem, l. wie sein. — 17. N.2IY8- § 4. v.u. Helvetius, l. HeveliuS- — zz. N. 2217. Z. z. v u. mit, l bey. -— Z4- N- 2220. Z. 2 cdsiillimum, ! clsrilllrnurn. — 42. N- 22^2. Z. ii. füglich, k. freylich. — 67. N.2264Z.4. v.u. jedermann istauszustreicherr- — 7Z- 3 Z- damahls,- l einsmayls. — 77. N. 2277. Z. 9. frsmenlum, l. krnmentum. — 104. N- 2zi8- Z 2. ehr, l. sehr. — 227. N. 2462. Z. 2. v.u. Alabonda, l. Alabanda. .— 208. N. Z. 7. v. u. L'/ov, l- — 2lz. Z. 4- V. u. freylich streich aus, und setz' es in folgende Zeile statt fü g li ch. — 215. Z. 9. erlangten, l. verlangten. — 269. §. 646. Z. 2. v. u. ist die Zahl i) auszustreichen. — 288- N- Z> i. Dichters, l. Schriftstellers. — 289. N- Z- io. Hundskoy, l. Hundskap. — 298. N.2554 Z.6. Sampstkeranus,l.Sampsikeramus. — —-—7. Henus, l. Hems. — Zi7. Z.2ound22. die einen — dicandern, l. den e. den«. — S- Z47- N. 2628. Z. 16. v. u. Pirma, l. Parma. — Z52. N. 26Z8- 3- z c>uoä, l. quo. — —-— 5. v u. Antonio, l- Artorio. — Z57. N.2642. Z.9. fünfhundertcausend, l. fünftausend. — Z59. N-264z. Z. g. v u. nach Trauerspiels ist elnzufchalten: a u s t h eilt. — E- ZÜ9. 3?. Z. r§. riemebuncl-im, s. trsmedunclum. — -— r 8-nach xrofecro ist statt des Punkts ein Komma zu setzen. — Z86. N-2672 Z. l. kemel, l. 5smek. U-soS-Z59- N- Z-6. — 420. N. 2712. Z. 4. 5. luchcaram xoüem, l. iuäicawni xoliem. — 45l- 3- r/- habe, l. hatte- — 48 r- 3A 2805. letzte Zeile: l./«ü's. — zrz. N- 28Z2. Z. n. v. u. Arga, l. Aega. — —-— 9 — Alekander, l. Alexander. — 529. N- Z- lZ- conuicii, l. conuicia. — 542. N-2882- Z- 8-v-u- Lemulins, l-Tennulius. — 549- 3- 2l- Ephreus, l. Ephorus. — 555- N. 2902. Z. i8- Tyniri, l. Tyniec. — 556.-— 6. Loroli—Larsli, l. Lovo/r—Oavolr. und so wieder Z. 2. v. u. LvroU, l. Lov»/,.