kaibacher W o ch e n b l a t t zum Nußen und Vergnügen. Frey tag den ,2. Iz„„er .316. Prozeß des Marschalls Ney in der Pairs - Kammer (Fortsetzung.) <^Fn dem Berichte, welchen dis Gazette de Fvance. über das Verhör des Marschaus Ney in der S tzung der Pairs- Kammer vom 4 Dez. liefert, finden sich einige Abweichungen von jemm des Moni-teurs, die auf Rechnung des Gescbw'.nd-Ichreiders geatzt werden müss.n Sy saq-te Ney, als er gefragt wmye, ob er 3s^7^^^en, am Schluss' seiner ^ B^'' ?'""^ '^'öt habe, ich wol, ^k^^le m einem eisernen Käfiche v^eiA ^ .^^7' l" war es ein. un-3'öe hllche Albernheit. Die Gazette de France sagt, eine lehr verzeihliche ^^ ^pklarteNey s^ d Y semer Ankunft m Pans aus B.sora-wß em, fth, b.^chtllche Anzahl seiner ^chnften verbrannt, was dk Gazette ds France alle seine Papiere nennt, u s w--^lr berichtigen dieß für unser gestriges Blatt, und fahren fort, den Mrfolg des Verhörs nach dem Moniteur zu liefern. HufdieFrage, ob der MarschallNey Briefe von Bonaparte erhalten , erwiederte er: Spätere seit dem /4. März bis zur Schlacht von Waterloo. F^ags Ist es wahr, daß Sie eine P.oklamazion haben drucken lassen? Antw. Diese Proklamazion war vom 13. März datirt, und nicht von mir un-terzeichntt. Die Unterschrift ist falsch. Ich unterzeichne nie: D.r Fürst von d r Moskwa. Sie wurde angeschlagen bc-vor ich sie gelesen; ich habe sie erst am 14. März gelesen. (Man zeigte ihm die Proklamazion; er bemerkte, daß sie nicht zu Lons - le -^ Saulnier gedruckt worden sey. Sie wur' de gelesen.) Der Marschall. Ib glaube, es ist diejelbe, die ich gelesen habe. Fl'ags. Welche Vorschläge wurden Ihnen durch dis Emissäre Bonapartes gethan? Ich habe es schon gesagt. Sie schilderten mir die Lage der Dinge. Da s ganze Land und ein Theil der Armee wäre sä on mz Anlande, seine P.oklamazionsn wären übnall verbittet, und seineAgenten aller Orten, allcs sile chm zu, es scy eine Wuch, eine vollkonl:nc;!ö Wuth; die Sache wäre mit den Mächten abgc-macht, er habe an Bord eines englischen Schiffes zu Mittag gespeist, die Stazion vor der Insel Elba sey geflissentlich verlassen worden, um seine Abreise zn begünstigen. H.-. Billard fragte , ob der Angeklagt te keine Erklärung wegen der Adler zn geben hätte, die durch Bonapartes Emissäre gebracht wnrden. Antwort. Ich hörte, daß zwey Adler gebracht worden seyen. Sie wurden wirklich von den Offizieren und Soldaten aufgerichtet; aber die weisse Fahne wurde geachtet. Fr. Haben Sie Bonapartes Dckora-zioncn getragen ? Ant. Nein. Als ich mit Bon^pavte zusammentraf, trug ich die Dekoraz'.onen des Königs, und ich behielt sie, bis zu meiner Ankunft zu Paris. El setzte hinzu, daß er vor Ablesung der P.oklama-zion die Generale Lecourbe uud Bonimont um ihre Meinung über dieselbe befragt, die sie auch nicht gemißbilligt hätten. Fl'.Um welche Grunde hab'n Sie dies se beyden Generale gcschcn ? Ant. l!m 10 Uhr Ich lud sie ein, mit mir zu frühstücken, was sie abschlugen. General Bourmoutgab Befehl, die Truppen auf einem Platze zu versammeln, den ich selbst nicht kannte; er, Lecouib?, und einige andere begleiteten mich dahin, und dort las ich die Proklamazion vor. Der President. Was für Befehle haben Sie am 14. Mcnz ertheilt? Der Mai schall. Ich gab Befthlzum Aufbcuche nach Dijon, wohin ich vom Marschail Vertrand eingeladen worden war. (Man zeigte ihm einem Befehl, den er an den Herrn v. Ocun^iere erlassen h.itte ) Der Marschall versetzte, daß ihm derselbe nicht bekannt sey. Der Kanzlsr lrcß ihn lesen Er enthielt die Marsch? route der Truppen nach Macon und Di--jon, und einige andere Anordnungen in Betreff des Traktaments, der Razwnen-fur die Soloaten, und einer Echöhung des Goldes für jedm Offizier. Ferner beauftragte er die Militär-Chefs, dis dreyfardige Fahne statt jener der Vour-bons aufzurichten, und sich Adler von Kupfer oder anderem Metalls zu verschaffen. Der Marschall gestand, daß dieser Befehl am 14 März in der Flühe von seinem Goneralstabe konnte ausgefertigt wordcu ftyn, und sligts hinzu, daß der angegebene Marsch von dem General B rNand abgeändert worden sey Der Presioent. Wie konnten Sie in einer so knrz?n Ioilsrist einen so umständlichen Befehl ausfertigen? Wozu die Erhöhuna des Goldes der Offziere? Der Mar. Eu. E^z. können nl>,'.'t glauben , mu welcher Aufmerksamkeit Bona^ parte sür die Sicherung des Dicnstes der Truppen sorgte, und welche Vo.'sichtsmaßi regeln er in dieser Hinsicht ergriff. B.'Y angestrengt'!! Mcuschcn gab er ihn'N Geschenke. Zn Fontamebleau ließ er jedem Off zier 5^ bis lo,, F aak.n zust-'llen. Der Pre Haben sie nickt versucht, den Hrn.v. Gcnnetiere auf die Seite Bo-napa.tcs zu ziehen? D.r Mar N in. Er war frey m seinem Be.lchmea. Niüna/to machte uür damahls E n v'N'.u'lgn. E n einziger Olfizier, un) ich muß es ihn, zum ^ be nachsagn, ve^langte ftine E.ttlass"Ng, weil, cr mir sagte, sein Eid g'.gcn d?n König ihm lucht erlaub?, ein? andere S^' che zu vecftcht.n I y gab ihn» seine E'N- lassung tticht, aber ich ließ ihn frey abreisen , und riech ihm, sich nach Besan- schrieb an ihn, da-Mit er ü!>?r die Nuhe der Stadt wachen und die Personell lmd das E^g-nchum schützen mochte. Es gab ^ arm znLons -le - Saulmer, aber keine Unordnung Ich konnte nichc verhindern, daß die Bauern und der Pöbel in der Stadt umherliefen, und mit den Soldaten tranken. Der Pressident. Haben sie an den Herzog v. Reggio geschrieben? Der Mar. Ich habe es für die Sache des Königs gethan; aber ich zweiste, daß er mein Schreiben erhalten hat. Der Pre. Haben Sie an den Herzog von VaHano geschrieben. Der Mar- Ich that es auf Befehl des Marschalls Bsrtrand, um zu bewirken, daß die Glieder der königl. Familie geschützt würden. Der Pre. Haben Sie dem Kommandanten von Auxonne geschrieben, daß er diesen Platz Bonaparten überqobe« sollte? Der Mar. Nein. Die Bürger waren Meister des Platzes. Der Kanzler kündigte an, daß man zum Verhöre der Zeugen schreiten wolle. (Beschluß folgt.) Gaunerstreiche. Unweit London hielt ein Strassonräü-ber einem Herrn eine aufgezogene Pistole durch das Fenster seines Kutlchsnschlages, und sagte: „Mylord! hier ist ein gutes Gewehr, es ist unter Brüdern hu.ldert Pfund werth; ich rathe Ihnen, es zu kaufen." Der H>rr v^stano den Sinn die-^ ftr Worte, gab lhm die verlangte Summe , utw der Räuber stellte ihm das Ge- > wehr zu. Dis erste Bewegung, die der - Herr machte , war, daß er auf den Gau-l n?r anlegte; doch dieser sagte ganz gss l lassen: „Bemühen Sie sich nicht, siebst - nicht geladen." > Zwei Handschllhhändler kamen zusam-l men. Einer sprach zum andern: „Sag wir nur, wie du deine Handschuhs wohlfeiler geben kannst als ich, da ich do N das Leder dazu stehle, und die Arbeit selbst mache ?" — „I, du Narr, sagte der andere, ich stehle sie schon gemacht," ___________ Eine Katze entdeckt einen Schatz. Eine alte Jungfer in London, die ziemlich reich, aber auch nicht wenig geizig war, hatte in den lezten Jahren ihres Lebens ihre ganze Zuneigung einer Katze geschenkt, die sie Puß nannte, und die in dem Zimmer ihrer Gebieten« eine Schlafstube hatte, wel^e in dem Täfelwerke über einem Schranke angebracht war. Ihre Gebieterin sorgte dasur, di^ Ueberre-sie der Mahlzeit ihrer guten Freundin in einem besondern Schubkästchen einzuschließen; unter diesem Schubkästchen gab es noch ein anderes geheimes Schubkästchcn , ^as die Katze von ihrer Gebieterin oft öffnen gesehen hatte. Ulsdie alte Jungfer todt "war, zogen die E^ben in ihr Haus und die Katze wurde vernachlässigt; sie hatte oft Hunger, und dann krazte sie an dem Schubkästchen, worin sich sonst ihr Futter befand Man öffnet e es , und da dem Fleisch lange darin gelcgsn hatts. so lüftete man das Schnbkästchen die Katze kratzt^ nunmchr noch begieriger an das Schubkästchen darunter; man glaubte, es wärs auch noch ein Vorrath von L^bensmittcln dann; man wollte es aufmachen, allein man konnte es nicht; man brach es daher aus, und fand darin 20 Sacke mit Gcld, jeden mit 1000 Pf. Sterl. Die Erkenntlichkeit gegen Pnß beft rankte sich nicht blos darauf, daß man ihm stin Schlafzimmer wieder einräumte, und einen guten Tisch gab, sondern man sezte ihm auch noch einen Iahrgehalt von 12 Pfund Sterl. aus« Tragischer Vorfall. Zu Marnejols les Gardons wurde ein schrecklicher Mord begangen. Der Abt d'Esgrigny, ein würdiger Geistlicher, kehrte von Paris Mch Nimes und von da auf seine Güter nach Marnejeols zurück Am 27. August wurde e> bey seiner Wohnung von 4 Meuchelmördern überfallen, schrecklich zugerichtet, nd wäre auf der Stelle geblieben, wenn nicht ein zwölfjähriges Mädchen, das bei ihm diente, hsrbeygesprungen wäre, und durch ihre Entschlossenheit, indem sie sich vor ihren Herrn stellte, und mtt ihm zu sterben äusserte, ihn gerettet hätte. Der Abt starb indessen 2 Tage nachher an seinen Wunden. Auch seine belden Bruder hatten ein unglückliches Ende genommen. Der Erste wurde beim Ausbruch der Revoluzion zu Mais ermordet, und der Zweite fiel unter dem Beil der Guillotine. E d 5 e R e d e. Ludwig Xs., König in Frankreich beschenkte den Rudolph de Launoi, der sich durch seine Tapferkeit einen Namen machte, mit einer goldenen Kette, 500 Thaler am Werthe, und sezte die Worte hinzu, die sür einen tapsern Mann bedeutender sind , als das Geschenk selbst: „Sie sind im Tresi-fen zu wüthend, man muß Sie an die Kette legen, denn ich möchte sie nicht gerne verlieren, weil ich nüch mehrmahl ihrer bedienen will.